Mr. 261. Abonnements- Bedingungen: Bonnements. Breis pránumerando Sterteljabrl 8.30., monatl 1.10 M möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliite Unter Areuzband für Deutichland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Boftabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien. Luremburg. Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dollisblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerfichaftliche Bereins und Berfammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erite( fett gebrudte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 6 Bfg. Worte über 15 Buchitaben gäblen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 lbr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Deserteure. Freitag, den 6. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. feit und Dhnmacht eingestehen müssen, das das deutsche motivieren, wirklich sich zu Mitschuldigen solcher GeVolk vor den Folgen der Unbesonnenheit, Unfähigkeit wissenlosigkeit zu machen und es geschehen zu lassen, und Leichtfertigkeit seiner Regierer nicht bewahren zu daß eine Kriegsgefahr entzündet wird? Wir fönnen, so wird nur die Entschlossenheit des Volkes heischen Antwort, unverzügliche Antwort! Und um so größer werden, sein Schicksal selbst vor seinen Feinden wir fordern, daß endlich die Sache des Boltes auf die auch im Parlament zu schüßen. Aber es ist Fahnenflucht vor Tagesordnung der Voltsvertretung gefest dem Feind, schmählichste Desertion aus der entscheidenden wird, daß der unverantwortlichen Handlungsweise der ReSchlacht, die die Blockmajorität zu verüben sich anschickt. Wir gierung endlich halt zugerufen wird und daß die Volts. fönnen sie nicht hindern, aber wir wollen sie warnen: un- bertreter nicht desertieren, sondern endlich, endlich gestraft wird ihr Verrat nicht bleiben. tämpfen! Der deutsche Reichstag ist wahrhaftig ein armfeliges Gebilde. Ein längst vermorschtes und verfaultes Regierungssystem ist endlich in Schmach und Schande zusammen gestürzt. Mit dem persönlichen Regiment zugleich ist eine unfähige Diplomatie und Bureaukratie rettungslos bloßgestellt. Und der Chef dieser Bureaukratie, der Mann, der nichts weiß, aber alles, wirklich alles zu berantworten bereit ist, Für die Regierung des Fürsten Bülow bleibt allerdings er fann es troßdem wagen, dem deutschen Reichstag nicht ja nur das eine übrig: nachdem er die Krone vor der Bloßwie ein geprügelter Budel, sondern als gebietender Herr stellung zu bewahren nicht verstanden, nachdem er die entgegenzutreten! Ja noch mehr, feinen ersten Sieg Desorganisation der deutschen Bureaukratie aller Welt hat Fürst Bülow bereits errungen. Zwei Tage ist offenbart, fann der treffliche Minierer nur das eine noch zer. der Reichstag versammelt, aber Fürst Bülow hält es stören: das Vertrauen, das man trotz allem Vorhergehenden nicht für notwendig, Rechenschaft zu geben. Und die in weiten Volksfreisen, wenn auch schon lange nicht mehr im brave Majorität läßt sich das ruhig bieten. Sie ist fleißig, flassenbewußten Proletariat, auf den Reichstag gesetzt hat. fie erledigt Petitionen und berät über die Haftpflicht der Noch immer hatte man die Illusion, daß es in Deutschland Automobilbefizer. Ist es da Zeit, nach der Haftpflicht derer eine Verfassung gäbe, die, so schlecht sie auch funktionierte, zu fragen, die die Interessen des deutschen Volkes schmählich doch noch gegen das Schlimmste einen gewiffen Schuß gewährte. vernachlässigt, ihren persönlichen Neigungen und Bequemlich Und diese Illusion war immerhin noch eine Stüße des feiten ihre Pflicht geopfert und in Unfähigkeit und Leichtsinn herrschenden Systems. Gelingt es aber Bülow, den Verrat nicht wieder gut zu machenden Schaden gestiftet haben? der Reichstagsmajorität zu organisieren, dann hat der erfolg. reiche Desorganisator des bürgerlichen Staates seine legte Aufgabe getan. Dem Fürsten Bülow mag die Reichstagsdebatte nicht sehr angenehm sein. Aber die feige Reichstagsmajorität fürchtet sie nicht minder. Und so erleben wir das flägliche Und faum ist ein Zweifel am Gelingen mehr gestattet. Schauspiel, daß der schuldige Mann selbstherrlich den Das Staunen über die Leichtfertigkeit der Mittel, mit denen Zeitpunkt wählt, in dem er dem Reichstag Rede und Antwort Bülow so lange sich an der Regierung gehalten hat, weicht stehen wird. Heute wird uns erzählt, daß Bülow so gütig der Entrüstung über die Methoden, die er jegt verwendet, um ift, Montag oder Dienstag die Interpellationen zu beant sein Dasein zu verlängern. Der deutsch französische iporten. Es ist möglich, daß er sich seinen Entschluß noch Sonflitt ist plöglich zu einer bedrohlichen Schärfe überlegt und eine pflichtvergessene Majorität wird ihm auch gesteigert worden. Bülow hat eine merkwürdige Vordas erlauben. Fürst Bülow wollte Zeit gewinnen, und liebe für Deserteure und die Flucht einiger deutscher seine Blockmameluten erfüllen ihm bereitwilligst seinen Fremdenlegionäre aus dem französischen Kriegsdienst Wunsch. Und immer deutlicher wird, daß diesem erften wird plöglich zur wichtigsten Angelegenheit seiner staatsBei Sieg des Kanzlers ein zweiter folgen wird. Die gesamte männischen Kunst. entstand, dieser Flucht wie Blockpresse fämpft für Bülow und die Parteien des Blocks find befannt, eine Prügelei zwischen den Flüchtlingen berbereit, ihren elenden Fraktionsinteressen die wichtigsten Be- folgenden französischen Soldaten und den sie bedürfnisse des deutschen Volkes schmählich preiszugeben. Der schüßenden Unterbeamten des deutschen Konsulats. Wer Vater des Blocks, der Macher der Hottentottenwahlen, ist der zuerst angefangen hat, ist nicht festgestellt, irgend erheblichen Majorität dieses aus der Täuschung und Irreführung des Schaden haben die deutschen Beamten nicht davongetragen. Voltes geborenen Reichstages unverleglich, und so wird immer Die Sache war bereits fast vergessen und kein Mensch mehr zur elenden Komödie, was in einem ersten Moment der erwartete eine andere als eine friedliche Beilegung des völlig Erregung ein ehrlicher Ausschrei der Empörung war. Die offiziöse Darstellung. Köln, 5. November. Ein Berliner Telegramm der Kölnischen Beitung" besagt: Ueber den Gang der Verhandlungen, die wegen des 8wischenfalls von Casablanca stattgefunden haben, erfahren wir folgendes: Am 14. Oktober warf der Staatssekretär b. Schoen in einem gelegentlichen, nicht amtlichen Gespräch mit dem französischen Botschafter über verschiedene Möglichkeiten, den Streit von Casablanca zu schlichten, den Gedanken hin, ob nicht auch das Auskunftsmittel einer schiebs. gerichtlichen Regelung herangezogen werden könnte. Am 15. Oktober berichtete Botschafter Fürst Radolin, Minister Bichon habe ihm soeben mitgeteilt, er habe auf eine Depesche des Botschafters Cambon hin dem Schiedsgerichtsgedante n augestimmt. Aber die Mitteilung dieser Zustimmung an Herrn Cambon habe sich mit einer zweiten Depesche des selben getreuzt, nach der die Bemerkung des Staatssekretärs bon Schoen nicht als förmlicher Vorschlag zur Lösung der ganzen Frage aufzufassen sei. Darauf folgte am 18. Ottober eine Unterredung des Fürsten Bülow mit dem Botschafter Cambon im Beisein des Staatssekretärs von Schoen. In dieser Unterredung schlug Fürst Bülow die Regelung der Angelegenheit auf folgender Grundlage vor: 1. Frankreich spricht sein Bedauern aus über den Einbruch französischer Organe in die Prärogative des deutschen Konsuls, ein Einbruch, der darin bestand, daß die franzonschen Organe fich mit Gewalt mehrerer Personen bemächtigten, die fich unter dem Schuße und im Gewahrsam des deutschen Konsuls befanden. 2. Deutschland spricht fein Bebauern aus für die unforrette Saltung seines Konsuls, der Personen, die einen Geleitschein nicht beanspruchen konnten, einen folchen gegeben hatte; 3. Die Rechtsfrage soll durch ein Schiedsgericht gelöst werden. An der Auffassung, daß der tatsächlich vorgekommene Eingriff französischer Organe in Casablanca in die Konsulargerichtsbarkeit des dortigen deutschen Konsuls die Erklärung eines Bedauerns der französischen Regierung erfordere, hat die deutsche Regierung festgehalten. Hieraus geht hervor, daß von deutscher Seite ein Vorschlag, die ganze Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten, nicht gemacht worden ist, und daß 2., die Annahme, als hätte sich die Haltung der deutschen Regico rung am 18. Oftober infolge der am 28. Oktober erfolgten Bera öffentlichung des Daily Telegraph" geändert, jeder Begründung entbehrt. Diese Darstellung ist nichts weniger als ein. gleichgültigen und gänzlich bedeutungsGegen das persönliche Regiment- der Ruf ist nicht losen Vorfalls, über den nur einige alldeutsche Narren neu und er ertönt nicht zum ersten Mal. Aber nie noch war es einiges Geschrei erhoben. Die Beilegung sollte durch ein so offenfundig, daß die Angriffe auf Wilhelm II. nur dazu dienen Schiedsgericht erfolgen, ein Vorschlag, der von deutscher Seite, follen, eine wirkliche Tat, die Eroberung von Macht durch das von Herrn v. Schoen ausging. Frankreich war einverParlament, die Erzwingung der Kontrolle über den Absolutismus standen. Plößlich ist aber von Herrn v. Bülow eine in der äußeren und inneren Politik, zu verhindern wie diesmal. neue Forderung gestellt worden. Frankreich müsse vor Schon einmal hat Herr Bassermann, der bereits seine oppo- der Verweisung der Angelegenheit vor ein Schiedsgericht fitionellen Aeußerungen von gestern dementieren läßt, einen sein Bedauern über das Vorgehen seiner Soldaten Feldzug gegen das persönliche Regiment geführt und sich aussprechen. Die französische Regierung hat darauf erflärt, wandsfrei. Einmal bestätigt sie, daß der Vorschlag damals genau so vorgedrängt wie jetzt. Es war, als die daß sie dieses Bedauern nur aussprechen fönne, wenn das des Schiedsgerichts von deutscher Seite ausgegangen ist. deutsche Marokfopolitif ihren ersten Zusammenbruch erlebt Schiedsgericht ihr Unrecht gäbe. Es ist auch in der Tat nicht Wenn es hinterher Herrn Bülow beliebt hat, Herrn v. Schoen hatte, als auf das Tamtam der Tangerer Staiserreise der Kagen zu erkennen, warum die deutsche Regierung, gerade wenn zu desabouieren und seinen Vorschlag als underjammer von Algeciras gefolgt und Deutschland sich in selbst- sie von von dem Recht ihrer Sache überzeugt ist, ihrer Sache überzeugt ist, dem bindlich" zu bezeichnen, so ist das höchstens ein neuer Beweis verschuldeter Isolierung allein sah. Der Zweck der Aktion Spruch des Schiedsgerichts borgreifen soll, und um für die Desorganisation des Amtes und für die UnIvar, für den Mißerfolg der auswärtigen Politit, so weniger als auch hochoffiziös zugegeben wird, daß zuverlässigkeit der Verhandelnden. Ebenso wenig ist verdie Bülow zu bertreten hatte, den Kaifer per- der deutsche Konsul seine Befugnisse über- ständlich, warum auf der Forderung des Bedauerns bestanden sönlich verantwortlich สิน machen, eben weil man fchritten hat, indem er ohne Berechtigung den Defer- wird, wenn auch von deutscher Seite Fehler begangen wußte, daß diese Angriffe völlig abprallen würden. Auf den teuren einen Schußbrief ausgestellt hat. Trotzdem beharrt werden, was jetzt endlich zugegeben wird. Kaiser schlugen Bassermann und feine Helfer nur los, um Bülow auf seiner Forderung auf seiner Forderung und in Frankreich faßt verantwortlich bleibt es, daß man einen Konflikt in Bülow nicht treffen zu müssen. Run will man zum zweiten- man diese Unnachgiebigkeit als beabsichtigte Provo- einer so gefährlichen Weise aufbauscht, der nach der offiziösen mal, in viel ernsterer Situation, nach einer viel schlimmeren tation auf, der man sich nicht fügen dürfe. Darstellung zu der lächerlichen Etikettefrage herBlamage nicht nur des Absolutismus, sondern Bülows selbst, Daß der Vorfall an sich überhaupt feine Wichtigkeit hat, abfintt, wer von zwei Diplomaten, der deutsche oder der dieselbe elende Komödie wiederholen. Man wird das un- braucht ja nicht erst gesagt zu werden. Muß doch sogar die französische, zuerst bedauern" soll. Glaubt man denn glückliche Eingreifen des Kaisers in die auswärtige Politik V off. 3tg.", die in der ganzen Marokkopolitik an der Spize wirklich, daß das deutsche Volk für solch elendes Ge. mehr oder minder heftig tadeln, wie es Bülow ja bereits der chauvinistischen Agitation gestanden hat, selbst zugestehen: Hier 3 ante irgendein Interesse aufbringen kann? amtlich hat besorgen lassen. Man wird Mannesmut vor zu Lande ist der Vorfall vielfach so wenig beachtet Die Auffassung in Paris. " Stönigsthronen posieren, wird patriotische Besorgnisse äußern worden, daß Millionen nicht wissen, was bor- Paris, 5. November. In einem heute im Elysée abgehaltenen und loyale Vorstellungen erheben; aber man wird sorgfam ver- gegangen, was streitig ist." Wenn jetzt diese Richtigkeit so ministerrat machte der Minister des Aeußeren Bichon Mitmeiden, daß an dem System des unfähigen Absolu- große Bedeutung gewinnt, ist da überhaupt eine andere teilungen über die schwebenden Fragen der äußeren Politik. Der tismus irgend etwas geändert wird. Man wird den Deutung möglich, als daß dieses gefährliche Feuer angemacht Ministerrat beschäftigte sich alsdann mit den deutsch- französischen verantwortlichen Träger dieses Systems, den Fürsten Bülow, worden ist, um plöglich eine„ nationale Gefahr" zu Vorverhandlungen über den Zwischenfall bon Casa ungestört weiter schalten und walten laffen und sorgsam erzeugen, in der Volt und Regierung, Kanzler und Parlament blanca. Er war einstimmig der Ansicht, daß es für Frankdarüber wachen, daß der deutsche Reichstag ja nicht wirklich einmütig und entschlossen zusammenstehen müssen, um das Ordnung schafft, nicht den sich als unfähig bewährten Vertrauens- deutsche Vaterland vor den drohenden Gefahren zu schüßen? reich unmöglich sei, den deutschen Gesichtspuntt anzunehmen. mann der Krone davonjagt und feinen anderen Kanzler Selbst bürgerliche Drgane wie der Börsen- Courier" und das In politischen Kreisen glaubt man nicht an eine Ver. duldet, als einen, der ihm in seiner Person und seinen Berl. Tabl." halten mit dieser Vermutung nicht zurück. Daß schärfung des Konflikts und meint, wenn Deutschland Gesetzesvorschlägen Garantien bietet, daß in der inneren in der offiziösen Presse- und Bülow hat seine Preßmeute ebenso versöhnlich wäre wie Frankreich, werde man sich auf einer und auswärtigen Politik tein entscheidender Schritt geschieht, wieder an der Leine- alles angewandt wird, um diesen Erklärung einigen fönnen, in der beide Länder ihr Bes mit dem die Volfsvertretung nicht einverstanden ist. Sachverhalt zu verschleiern, wird niemand irreführen. Verbauern über den Zwischenfall ausdrüden und Aber die Herren, die den Hottentottenwahlen ihre parlamen- trauen werden wohl die Herren vom Auswärtigen Amt ein Schiedsgericht annehmen. Das aber wäre das für tarische Majorität verdanken, obwohl sie nur eine Minorität selbst nicht mehr beanspruchen. im Volke darstellen, mögen sich nicht täuschen. Das System Aber die Frage muß wohl aufgeworfen werden: Bird Frankreich einzig mögliche Zugeständnis, und die Weigerung Frant. des Absolutismus ist verloren, und auch sie werden es nicht dem Fürsten Bülow auch dieser neue Streich in diesem reichs, feine Offiziere und Soldaten zu tadeln, wird als end. retten. Wagen sie es wirklich, durch eine Neuauflage der Moment der gefährlichen internationalen Spannungen, in der gültige betrachtet. " Junkerliche Knebelungsgelüfte. Bassermanuschen Posse die Galgenfrist, die der absolutistischen Zeit der Balfanfrife, in dem Augenblick, wo die VerHerrlichkeit gefekt ist, zu verlängern, so werden sie nur eine öffentlichung des Kaiserinterviews unser Ansehen so schider einzige Wirkung erzielen: Die Ratastrophe des Ab- geschädigt hat, einen neuen konfliftsstoff zu folutismus wird berbollständigt durch die schaffen, un gestraft durchgehen? In Frankreich herrscht Die fonservative Scharfmacherpresse schreit von neuem unheilbare Stompromittierung ihres Par. Erregung, in England Erbitterung, in Desterreich Besorgnis. In nach Vergewaltigung der Sozialdemokratie. Sie berlangt Iaments. Wenn die Herren sich selbst vor Ausland Brüssel wurden schon Striegsgerüchte tolportiert. nichts Geringeres, als daß die sozialdemokratische und Inland zum Gespött machen wollen, toir brauchen Wo bleibt der deutsche Reichstag? Wagt Fraktion im Landtage völlig mundtot gemacht es nicht zu fürchten. Wenn sie selbst ihre Unfähig. die Majorität, um ihren schmählichen Umfall zu werden soll. Das Scharfmachergelichter hat es ja seinerzeit Politifche Ueberficht. Der Geheimerlaß der sächsischen Regierung. " fertig gebracht, den Regierungsvertretern ein) Papagenoschloß vor den Mund zu hängen, ihnen zu verDer sächsische Minister des Innern, Graf Hohenthal, hat be. bieten, auf die Ausführungen der sozialdemokratischen VerBerlin, den 5. November 1908. fanntlich an die Amtshauptmannschaften eine Geheimverfügung ge richtet, wonach sie die Amtspresse beeinflussen sollen, mit Eifer für treter zu antworten. Das genügt ihnen aber nicht. Die Automobilgesetz und Gerichtsverfassung. die Hohenthalsche Wahlrechts- Spottgeburt ins Zeug zu gehen Sozialdemokraten selbst sollen gefnebelt werden. Das hatte die reaktionäre Presse ja von Anfang an angekündigt. In Aus dem Reichstage( 5. November). Der heute und besonders gegen die böswillige Breife" Stellung Dieser Schritt Hohenthals, der bereits gebührend der Praxis der ersten Tagungswoche begnügte man sich jedoch zur ersten Lesung gelangte Entwurf eines Gefeßes über den zu nehmen. damit, der Sozialdemokratie bei der Beratung des Lehrer Verkehr mit Kraftfahrzeugen ist ein treffendes gekennzeichnet worden ist, wurde in der letzten Sitzung der zweiten fächsischen Kammer vom Nationalliberalen Langhammer zur besoldungsgesetzes burch Annahme eines Schlußantrages das Beispiel für die Verschlechterungstendenz bureaukratischer Erörterung gebracht. Es stellte sich aber bald heraus, daß die Wort abzuschneiden, nachdem alle übrigen Parteien zum Gesetzesfabrikate. Gegenüber dem früheren Entwurf aus dem ganze zur Schau getragene sittliche Entrüstung der Nationalliberalen aweiten Male zum Worte gekommen waren, Ferner Jahre 1906 befundet er seine Minderwertigkeit darin, daß er nur darauf zurückzuführen war, daß sich auch die liberale Preffe willfahrte der Präsident des Abgeordnetenhauses, Herr die Haftpflicht der Automobilbesißer einschränkt und dadurch durch die ausfälligen Bemerkungen des Geheimerlafies gegen die bon Ströcher, der ja ohnehin die Sozialdemokraten mir die Aussicht der Geschädigten auf Entschädigung verringert. übelwollende Breffe" getroffen fühlen lönnte. Im übrigen tabelte er, als Objekte der präsidialen Gefeßgebung zu betrachten Zum Teil ist das allerdings, wie von unserer Seite sofort daß der Grlaß so gehalten worden sei, daß man daraus scheint, den Scharfmachergelüften infofern, als er ohne jeden vorausgefagt wurde, eine Nachwirkung der im agrarischen eine Beeinfluffung der Amtspreffe herauslefen tönnte. Grund den Genossen Hoffmann dreimal zur Ordnung rief Interesse voriges Jahr vorgenommenen Einschränkung der Minister Hohenthal gab zu, daß der Geheimerlaß von ihm herund dadurch am Beiterreden verhinderte. Daß sich die Haftpflicht der Tierhalter, denn von diesem Gesichts- rühre, aber der einzige Fehler, den er dabei gemacht habe, sei nur die Bezeichnung geheim. Sein Vorgehen habe das Licht der Sozialdemokratie diese Uebergriffe nicht stillschweigend gefallen punkte aus ist es ganz logisch, daß einer der Agrarier heute Deffentlichkeit gar nicht zu scheuen. Wenn die Regierung in der läßt, sondern gleiches Recht für alle Parteien verlangt, zugestand: Was den Tierhaltern recht ist, ist den Automobil- Wahlrechtsfrage so bekämpft werde wie dieser Tage von der jozialdemokratischen Bresse, habe sie das Recht, aud) daß diese Forderung auch in energischster Weise im& eenbesitzern billig. Anstatt die Haftpflicht gegenüber dem Geschädigten überall einmal außerordentliche Mittel anzuwenden, um sich dagegen zu pala ft vertreten wurde, nüßt nun das reaktionäre Scharfmachergelichter dazu aus, erneut die Forderung der völligen eintreten zu lassen, es sei denn, daß dem Geschädigten selbst wehren. Aus den Ausführungen des Ministers ging hervor, daß es Snebelung und Mundtotmachung der kleinen sozialdemo- ein Verschulden nachgewiesen werden könnte, soll der Besizer ibni besonders eine Stelle aus dem Aufruf der Leipziger Boltszeitung" zur Wahlrechtsdemonstration angetan hatte. Er stellte kratischen Fraktion zu fordern! Die sechs sozialdemokratischen frei ausgehen, also dem Geschädigten kein Anspruch zustehen, diesen aufruf als eigentlichen Anlaß des Geheimerlasses hin. Damit Abgeordneten hätten feinen Anspruch darauf, als Fraktion an- wenn dem Besizer kein Verschulden nachzuweisen ist, wenn ist er aber hereingefallen, denn sein Erlaß ist verfaßt und verfandi erkannt zu werden, da sie nur sieben Mitglieder zählten. In der Verlegte als Fahrgast oder Angestellter in dem Automobil worden, noch ehe der Aufruf der„ Leipziger Volkszeitung" er sonderheit sei die Frage aufzuwerfen, ob man der Sozial- fuhr, wenn das Fahrzeug eine bestimmte, vom Bundesrat schienen war. demokratie ferner eine Vertretung im Senioren- festzulegende Geschwindigkeitsgrenze beim Fahren nicht über- Kläglich war nun das Verhalten des nationalliberalen Intertonbent zugestehen solle. schritten hat. Schließlich sind auch Höchstgrenzen für die Ent- pellanten 2ang hammer. Er entschuldigte sich feierlich wegen seines Vorgehens, fügte aber- und das war noch kläglicher- hinzu, daß ihm Dieser erneute Borstoß des Junktertums ist um so unschädigungssumme vorgesehen. geheuerlicher, wenn man berücksichtigt, daß die sieben Sozial Alles bas sind Schwächen des Entwurfs, die teilweise das Land Dank wissen werde, denn nun wisse man doch, daß nur die demokraten die stärkste Partei in Preußen vertreten. Für von allen Seiten gerügt wurden, in sehr wiziger Weise von welcher Nichtung die Amishauptleute ihren Kampf richten sollten. loaialdemokratische Presse gemeint sei, und nach die Sozialdemokratie sind mehr Urwählerstimmen ab dem freifinnigen Abgeordneten Traeger und am gründlichsten Die anderen Redner der Nationalliberalen betonten, daß sie dem gegeben worden, wie für 8entrum und Konservative, von dem Genossen Stolle, der als Forderung der Sozial Minister nicht bas Necht nehmen wollten, fich zu verteidigen, aber Sie gleichwohl infolge des nichtsnußigsten aller Wahlfyftume demokratie eine umfassende Haftpflicht und die Zwangs jebe Beeinflussung der Amtspresse sei bebauerlich, schon beshalb, mit 152 respektive 104 Abgeordneten im Landtage figen! versicherung geltend machte. weil dadurch das Ansehen dieser Bresse herabgefeßt würde und der Aber selbst, wenn man nur die Zahl der WahlmännerIn der Kommission, an die die Vorlage schließlich ver- Megierung auch sonst die Verantwortung für die Schreibweise stimmen, die die Sozialdemokratie unter dem Dreitlassen wiesen wurde, wird sie jedenfalls gründlich umgestaltet werden. dieser Drgane aufgebürdet würde. Die Siläglichkeit der Nationalwahlrecht aufbrachte, berücksichtigt, ergibt sich, daß die Sozial- Schließlich trat das Haus auch noch in die Beratung des liberalen ging aber selbst den Konservativen über die Hutschnur. Redner Opig verteidigte zwar den Regierungserlaß als undemokratie 15000 Wahlmännerftimmen aufbrachte, gegen 56000 Bündels von Gesebentwürfen ein, die sich mit der Gebedenklich, fügte aber hinzu, daß ein solcher nicht einseitig gegen die konservative und 51 000 u I tramontane Wahlmänner- richts- und Prozeßreform befassen. Im Mittelpunkt fozialdemokratische Presse gerichtet werden dürfe, sondern gegen alle stimmen. Die Freikonservativen und die Freifinnige Volkspartei steht die Reform der Amtsgerichte, für deren Stompe- Beitungen, die die Regierung maßlos angriffen. erhielten 22 000 refp. 18 000 23ahlmännerstimmen, tengen Erweiterungen vorgefehen sind. So sollen fünftig Natürlich ging die Geschichte aus wie das Hornberger Schießen. womit fie 60 refp. 28 Mandate eroberten. Ja, die Frei- Bivilflagen bis zur Höchstsumme von 800 m.( bisher nur für einen pifanten Zwischenfall forgte noch der Freifinnige Bär, aus Versehen Sehr richtig!" gerufen hatte, als finnige Vereinigung brachte nur 4300 Wahlmännerftimmen 300 M.) vor das Amtsgericht gebracht werden können. Gerner ber auf, mit denen fie allerdings acht Abgeordnete durchbrachte. find allerhand Erleichterungen und Einschränkungen des der Minister eine Stelle aus dem sozialdemokratifchen Aufin dem bom Grpressen von Steuern die Wenn man aber die Freisinnige Vereinigung mit ihren acht& ormeltrams vorgesehen. Auch hier ist der Hauptfehler, daß rufe vorlas, Rebe war. Es war äußerst fomisch au feben, mit welchem Mitgliedern als Frattion gelten läßt, fo wäre es nicht gründlich genug gearbeitet worden ist. Nach der Eifer sich der Zwickauer Freisinnsmann gegen den Verdacht wehrte, doch der höchste Grad brutalster Bergewaltigung, wenn üblichen dürren Empfehlungsrede des Herrn Staatssekretärs ben ausbrud gebilligt oder gar mit einem Sehr richtig unterman die Sozialdemokratie, die sogar an Wahlmanner- Nieberding fam aus dem Haus nur der nationalliberale strichen zu haben. Ein sehr verbustes Geficht machte er aber, als stimmen mehr als brei Mal soviel hinter sich hat Landrichter einze( Dresden) zum Wort, Herr Heinze ihm aus dem Stenogramm nachgewiesen wurde, daß er tatsächlich als die Freifinnige Vereinigung, nicht als Fraktion respektieren ist der Mann des guten Durchschnitts, forrekt vom Scheitel zu bem ominöfen Sage vom Steuererpressen fein Sebe richtig" wollte! Hinzu kommt, daß unter den fieben Sozialdemokraten bis zum Hacken. Ein guter Durchschnittsjurist, ein guter angebracht hatte. Man glaubte ihm aber, daß es aus Verfehen gefich sechs Vertreter Berlins befinden. Auf jeden fozial- Durchschnittsredner, ein guter Durchschnittsliberaler, der nach schehen sei. Wer wird auch einen Freisinnsmann in Verdacht haben, Demokratischen Abgeordneten entfallen aber im Durchschnitt oben nicht anstößt und nach unten nicht brüstiert fura: ein ebenso fräftiges wie treffendes Wort gegen das Steuerunrecht 170 000 Einwohner, während auf die tonservativen Durchschnitt in affen, nur nicht in Handhabung der deutschen Bebilligt zu haben. Bebauerlich war, daß dieser Geheimerlaß nicht von sozialVertreter fanm der dritte Teil der Einwohnerzahl entfällt! Sprache; denn da schmeden seine diesbezüglichen" Rebe- bemokratischer Seite gebührend gekennzeichnet werden konnte. Das Das dreiste Attentat unserer Junter und Scharfmacher wendungen doch zu sehr nach trivialem Juristendeutsch. Aber ist leider infolge ber Erkrankung des Genossen Goldstein nicht gegen die sozialdemokratische Vertretung im Dreillaffen- einmal war er boch originell, wenn nicht in Gedanken, so möglich. parlament wird also auch fünftig ebenso wenig Erfolg haben, doch im Ausbruck, als er nämlich den durchgreifenden Safen in Hamburgs Staatskohlfeldern. twie es während der ersten Tagungswoche gehabt hat. Sollte Punkt" erfand, welche Redeblüte er mit großem Behagen Ju der Sigung der Hamburger Bürgerschaft vom Mittwoch cs aber den Junkern trotzdem gelingen, auch bei dem des öfteren wiederholte, so daß wir es da also nicht mit einer Zentrum oder den Nationalliberalen die nötige Bungenentgleisung, sondern mit einem forgfältig ausge- abenb wurde die Debatte über ben schon mitgeteilten AusschußUnterstüßung für ihre Vergewaltigungspläne zu erlangen, so flügelten Produkt des Heinzehirns zu tun haben. Ueber bericht fortgefeßt. Obwohl unter der Wucht der vor drei Jahren brauchte die Sozialdemokratie sich darüber am allerwenigsten diesen durchgreifenden Punkt" kam das Haus nicht hinüber. in der Bürgerschaft zur Sprache gebrachten Dinge alle Fraktionen einen Untersuchungsausschuß verlangten, der energifch hineinleuchten zu tränken. Ein solcher Aft schnödester Vergewaltigung würde Es vertagte fich. der Sozialdemokratie mehr Sympathien erringen, als die wirkBei Festlegung der Tagesordnung verlangte Genoffe folle in bas dunkle Treiben gewisser Elemente, ist instolsben ber famsten Neden im Dreiflassenparlament. Singer, daß morgen die Interpellationen wegen fittliche Born bei den Wortführern der dem Senat nahestehenden der Regierungstrife vorgenommen würden. Der Fraktionen start verraucht. Sie wandten sich gegen den vom Ausschuß einBizepräsident Baasche teilte darauf mit, daß Bülow sich ftimmig gefaßten Antrag auf lleberweisung des Gerichts an den Senat. bereit erklärt habe, fie am Montag, spätestens Rühret nicht weiter baran", war der elegische Grundton diefer Dienstag zu beantworten. Singer zog nunmehr feinen Meben. Genoffe 3 affte wandte sich gegen diese Auffassung. Wenn Antrag zurück, da es ihm nur darauf ankam, die Anfegung ein Untersuchungsausschus eingefegt fei, fo milffe auch das in zahlder Interpellationen auf einen bestimmten Tag in die Aften reichen Sigungen und Berhören gewonnene Ergebnis entsprechenb zu bringen. Also Montag oder Dienstag müßte Bülow verwendet werden. Festgestellt sei, daß selbst Bürgerschaftsmitglteber sein Schwanenlied singen, sofern die bürgerlichen Parteien grob fahrlässig gehandelt hätten, indem sie achtlos und sorglos mit Stange hielten.... den Plänen umgingen. Das siehe ebenfalls mit dem geleisteten Bürgereid, den Staat bor Schaden und Nachteilen bewahren zu wollen, in argem Widerspruch. Genosse a epelow( MitZu seiner Berteidigung hat foeben der Bürgermeister Dr. Schliding glied des Ausschusses) behandelte auch die von vielen eine neue Schrift veröffentlicht, in der er erneut bokumentarisch feste Beamten während der Dienfistunden geleisteten Privatarbeiten es als eine x ftellt, daß man seiner politifoen Gefinnung wegen ein und bezeichnete Reghäuser wußte, daß die Notis auf Fischer be Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet habe. Man hatte ihn näm dem Antrage des Ausschusses zuzustimmen. Pflicht der Bürgerschaft, Die Abgeordneten zogen und als die Beschuldigung, Schmiergelber genommen zu lich, da er eine freie und anständige Gesinnung vertrat, in Dr. Wolfffon und Dr. Wer traten ebenfalls für die Ueberhaben, ausgelegt wurde. Er hat aber, so hat er zu Moabit beeibet, weder Fischer mit dringendem Verdacht, fozialdemokratische Gesinnungen zu begen. weifung des Berichts ein, der vom Senat verlangt, geeignete Border Notiz gemeint, noch überhaupt durch sie den Bezug von Schmier- Man erklärte ihm burch den Verwaltungsgerichtsbirettor, fehrungen zu treffen, daß berartige Dinge sich nicht wiederholen daß es sich gar nicht darum handele, ob die von ihm behaupteten, können. Ein bürgerlicher Abgeordneter verzapfte eine ganz eigengeldern durch einen Vorwärtsangestellten behaupten wollen. Er hat aber nichts getan, um die nach ihm falsche Deutung für unser Regierungssystem fo ungeheuer blamablen Zatja den artige Moral, indem er meinte, der Ausschuß fet mit Denunziationen der Notiz aus der Welt zu schaffen, richtig oder unrichtig feien, sondern barum, baß fein vorgegangen. Eine biefer„ Denunziationen" besteht darin, daß das Das ist eine Handlung, die einer wissentlichen Un- fchriftstellerisches Auftreten als freimütiges und wahrheitsmitglied Dr. Braband die polizeiliche Beschlagnahme der einem wahrheit, einer pofitiven Berleumdung gleichwertig ist. Liebenbes- fozialdemokratische Gesinnung vermuten laffe! Brivatmann in die Hände gespielten Pläne bewirkte. Louis Reghäuser bestätigt in feinem gebufpaltigen Ber: Von diesem Berdacht habe er sich zu reinigen! Zu diesem Behufe Hinter dem Rücken der Hamburger Bürgerschaft haben sich dunkelungsversuch, daß sich bie Sache fo berhält. Er müsse er persönlich zum Regierungspräsidenten nämlich nach Erscheinen des Ausschußberichts allerlei Einflüsse bestreitet, baß er die Verpflichtung hatte, ber geben, um zu beweisen, daß der Verdacht einer anständigen, geltend gemacht, die auch ihren Weg in die Würgerschaft gefunden nach ihm falschen Deutung ber Notiz entgegen will fagen fozialdemokratischen Gesinnung unbegrünbet haben. Dr. Braband, der Verfasser des Ausschußberichts, der ver zutreten weil Fischer ihn vorher beleidigt habe. fei. Denn als Bürgermeister habe er die Pflicht, die Bekämpfung Damit bestätigt Megbäufer alles, was wir von ihm in der Sozialdemokratie als seine wichtigste Aufgabe zu betrachten! Bum bem Wahlrechtsraub Mitglied der Nechten war, zog fcharf gegen unferem Artikel 3wei Büchtigungen" gefagt haben. Für alle Schluffe fagte der Herr Verwaltungsgerichtsdirefior, er würde fich feine ehemaligen Fraktionsgenossen zu Felbe. als infolge feiner anständigen Leute bleibt banach nur die Schlußfolgerung, freuen, falls bem Angeschuldigten diese Reinigung gelinge. Andern die der Vorwärts" aus Reghäusers Worten gezogen hat. falls müßte er feines Amtes entsetzt werden! Diese Meghäusersche Bestätigung des über ihn gefällten Urteils genügt uns. Selbst gerichtet. Louis Meghäuser sucht auf zehn Spalten des Korrespondent für Deutschlaubs Buchbrucer" die unberlöschlichen Spuren der bittern Büchtigung aus der Welt zu schreiben, die er im Gerichtssaal zu Moabit erleiden mußte. Er sucht die flare Sache durch einen Bust von Beschimpfungen zu trüben. Wir haben keinen Anlaß, darauf einzugehen und die einzige Tatiache, die bei der Beurteilung der Molle, die Herr Meghäuser in dem zur Erörterung stehenden Falle gespielt, von Wesentlichkeit ist, verbunkeln zu lassen. Diese Tatsache ist die folgende: Zu dieser Angelegenheit geht uns noch folgende Erklärung zu: Ehren Merhäuser bersucht in zehn Spalten feines Korres spondent" mich abermals mit dem Schmutz seiner alten Ber Teumdungen zu bewerfen; ich könnte ihm nur diefelbe Büchtigung und Charakterisierung zuteil werden lassen, die er und feine intermänner wegen genau derfelben Anwürfe vor zwei Jahren erfahren haben. Heute ist das nicht mehr nötig, heute ist Ehren- Meghäuser gerichtlich als hrabschneider abgestempelt, seit dem ihm der Vorsitzende des Gerichtshofes in Moabit den entrüsteten Borivurf ins Gesicht schleuderte, er habe nicht gehandelt, wie jeber anständige Mensch gehandelt hätte. Ehren- Nerhäuser hat vor Gericht durch sein Verhalten zhnisch zugestanden, lieber laffe er sich einen Schuft nennen, als daß er der Wahrheit die Ehre gebe, wenn es sich um einen Gegner von ihm handle. Gegen Anwürfe eines solchen Burschen verteidigt man sich nicht, den gibt man der Verachtung der anständigen Leute preis, Richard Fischer. Die Rechtung der anständigen Gesinnung. Man weiß nun also, daß ein Bürgermeister nicht nur teine freimütigen und anständigen Gesinnungen begen darf, sondern sich auch als blindes Werkzeug stupidefter Sozialistentöterei gebrauchen lassen muß! Minderbefähigte Beamte. Auch in der offiziösen Nordd. Aflg. 8tg." fonnte man zurzeit eine Notiz über minderbefähigte Beamte" lesen. Es handelte sich aber, was man taum erwarten wird, nicht um Beamte im Auswärtigen Amt. Die Notig lautet: ersten Nebe( 1905) ein Beamter über die Klinge sprang, habe man ibm von jener Seite zuigerufen: Da haben Sie Ihr erstes Opfer!" man habe ihu fogar wegen der damaligen im Interesse der allgemeinheit gehaltenen Nebe aus der Fraktion ausschließen wollen. Selbst die Hamb. Nachrichten" hätten die Objektivität des Ausschußberichts anerkannt und verlangt, es solle reiner Tisch gemacht werden. In einem ihrer Artikel fei fogar ausgeführt worden, diese Borgänge böten den Bodenreformern vorzügliches Material für ihre Bestrebungen. Die Deffentlichkeit tönne verlangen, daß im Sinne des Ausschußberichts gehandelt werde. In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag auf Uebers weisung des Ausschußantrages an den Senat mit 71 gegen 55 Stimmen abgelehnt. Sozialpolitische Anträge der sozialdemokratischen Bürgerschaftsfraktion in Hamburg. Dauernd dienstunfähige Beamte sind in den Ruhestand zu verfetzen. Min berbefähigte, aber noch dienstfähige Beamte find an geeigneten Stellen zu beschäftigen, an denen ihre geringe Leistungsfähigkeit am ehesten nugbar gemacht werden kann. Minder befähigte Beamte find angemessen auf die einzelnen in Bes In der letzten Sigung der Hamburger Bürgerschaft hat die tracht kommenden Dienststellen zu verteilen, damit eine Anfogialdemokratische Frattion folgende Anträge eingebracht: Der Senat wird erfucht, I. fofort Borfehrungen zu treffen, der häufung folcher Arbeitskräfte an einer Stelle vermieden wird." Das Berl. Tagebl." ist so boshaft, die Frage auf- für den Winter drohenden großen Arbeitslosigkeit dadurch au бezuiverfen, welche Stellen denn für die Unterbringung größter Beichleunigung in Angriff genommen werden, um fo ber gegen, daß die in Aussicht genommenen staatlichen Arbeiten mitt minderbejähigter Beamter in Aussicht genommen feten. mehrte Arbeitsgelegenheit zu schaffen; 2. baldmöglichst eine Etwa das Auswärtige Amt? Oder habe dort bereits eine ftatistische Feststellung des Umfanges der Arbeitslosigkeit zu veranlassen Anhäufung derartiger Arbeitskräfte stattgefunden?! und Einrichtungen zu treffen, um diese Feststellungen periodisch zu wiederholen. " Die Bürgerschaft Befchließt weiter, einen Ausschuß von ztvölt betrunken und sehr aufgeregt gewefen fei. Das Kriegsgericht ließ Perfonen niederzuseßen zur Prüfung der Frage, welche Mittel anzus jedoch diese Gründe nicht gelten und verurteilte Beder zu der wenden find, um der periodisch wiederkehrenden Arbeitslosigkeit nach Strafe von einem Jahr sechs Monaten Gefängnis. Möglichkeit vorzubeugen und ihre Wirkungen zu mildern, im besonderen auch, ob und unter velchen Bedingungen eine staatliche Versicherung gegen Arbeitslosigkeit eingeführt werden kann. Haftung des Staates Militärjuftiz. Mus alle a. G. berichtet man uns unterm 5. November: Am 21. Oftober, als er fuapp zehn Tage den bunten Rod trug. trat der Refrut Drehler vom Füfiliorregiment Nr. 86 gelegentlich and anderer Verbände für Amtspflichtverletzungen von Beamten bei des Grerzierens auf dem Kasernenhofe dem Füsilier Heckert, der Ausübung der öffentlichen Gewalt. Die Haftung für den Schaden, Gyeraierlehrer war und deshalb als Borgefester galt, gegen den ein Beamter durch Berletzung feiner Amtspflicht einem Dritten die Kniescheibe. Dresler war verfehentlich bei dem Einschwenken zufügt, ist in Preußen zurzeit in folgender Weise geregelt: 1. Der von einem neben ihm gehenden Kameraden zuerst getreten worden Beamte felbst haftet dem Dritten unmittelbar nach§ 889 des Bürger- und hatte aus Merger darüber hinten ausgeschlagen, wobei er den Bargelebten traf. Er will nicht einmal absichtlich gezielt, nicht gelichen Gesetzbuches. Hiernach hat ein Beamter, der vorfäßlich oder ut haben, daß Sedert als vorgefester galt, und der fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht Tritt hatte auch nur ganz unerhebliche Folgen gehabt. Der junge berlegt, dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu eriegen: Soldat tam aber wegen tätlichen Angriffs gegen einen Borgesetzten fällt dem Beamten nur Fahrlässigkeit zur Last, so kann er nur dann vor das Striegsgericht. Der Ankläger meinte, die ordentliche Strafe in Anspruch genommen werden, wenn der Berleyte nicht betrage eigentlich fünf Jahre Gefängnis. Da es aber auf andere Weise Ersatz zu finden vermag. 2. Nach§ 89 ein minder schwerer Fall sei, wolle er nur zwei Jahre beantragen, des Bürgerlichen Gesetzbuches findet auf den Fistus sowie Das Striegsgericht machte es aber noch billiger und erkannte auf auf die Störperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen aur acht Monate Gefängnis! Rechts die für rechtsfähige Vereine geltende Vorschrift entsprechende Die Balkankrise. Anwendung, wonach der Staat und die übrigen juristischen Bersonen Serbische Friedensversicherung. des öffentlichen Rechts den durch ihre Beamten beschädigten Dritten Belgrad, 5. November. Von zuständiger Seite wirb gemeldet: unmittelbar haften. 8. Für Fälle, in denen ein Beamter in Ausn einem Communiqué des Präsidiums der Stupichtina, übung der öffentlichen Gewalt einen Dritten be das auf die geftrige und vorgestrige geheime Sigung Bezug nimmt, schädigt, haftet der Staat jedoch nur in Grundbuchfachen. Hierzu wird die Erklärung abgegeben, daß Serbien seine forrette kommt, daß auch in den verschiedenen Landesteilen Breußens teine Saltung bewahren werde in der Erwägung, daß es die öffentliche Meinung Europas für sich habe und daher auf eine geEinheitlichkeit besteht. rechte Beilegung der serbischen Beschwerden hoffen fönne. Serbien werde, ohne den Frieden au stören, die Einberufung der Konferenz und ihre Entscheidung abwarten. Sonferenz und ihre Entscheidung abwarten.-Die gefällige Türkei. Conftantinopel, 5, November. Infolge wiederholter Schritte Serbiens gestattete der Großwefir die Ausladung und Durchfuhr des in Salonifi für Serbien angekommenen Striegsmaterials. Rußland. Die Agrarfrage vor der Duma. Hausrede hielt, denn einer solchen hätten die Parteigenoffen ficher feinen Beifall gezollt. Wenn nicht durch eingetretene Hindernisse eine von meinen Freunden veranlaßte Sigung der Essener sozialdemokratischen Parteileitung verschoben werden mußte ( nicht auf meinen Wunsch), dann hätte ich in der vorigen Woche schon Gelegenheit gehabt, bor berufenen Schiedsrichtern nach meinem Referatmanuskript den Parteigenossen bie Entstellung meiner Aeußerungen durch die Presse unwiderleglich nachzuweifen. Leiber konnte bie tlärende Aussprache der direkt Beteiligten noch nicht erfolgen, fie wird aber kommen. Um aber der weiteren Ausbeutung des falschen Berichts durch die M.- Gladbacher einen Miegel vorzuschieben, erkläre ich hiermit folgendes: Ich habe lebhaft und fajarf kritisiert, daß seit einigen Jahren einige Parteiblätter auch die bebeutungslosesten Differenzen aufbauschen, dadurch die größte Aufregung und Erbitterung hervorrufen, um Meinungsverschiedenheiten, die in ruhiger Weise recht schnell geklärt werden können! Ich habe dafür eine Anzahl frasser Fälle" aus den letzten Jahren zitiert und rief danach aus:" Wir sind doch in keinem Irrenhaus! " Also ich habe nicht gefngt: Wir befinden uns nicht weit bom Irrenhaus", sondern im Gegenteil, ich protestierte dagegen, daß wir es feien. Ich bitte die Gewerffchaftse und Barteipresse, diefe Nichtigstellung ihren Lefern mitzuteilen. Wenn ich so gesprochen hätte, wie mich der betreffende Zeitungsbericht sagen läßt, so würde das mindestens ein falscher Zungenschlag" fein und ich nähme feinen Anftand, bie Worte zurüdzunehmen. Aber ich habe die Worte nicht gesprochen, meine Aufzeichnungen für mein Referat beweisen das. Beweis für mich ist ja schon der stavte Beifall, den meine Rede erhielt. Ferner teile ich zur Belväftigung meiner Behauptung mit, daß auf meine Anfrage der Berichterstatter, Hert Groffer, mir bestätigt hat, er habe meine Rede nicht sienographiert, fondern nur die ihm wichtig erscheinenden Stellen niedergeschrieben! Wer den Bericht lieft, findet denn auch, daß er zusammenhanglos ist, darum keinen Anspruch auf Zuverlässigkeit hat. Buverlässig ist nur ein Bericht, der eine solche Rede wörtlich, ohne Auslaffungen, wiedergibt, jede andere Berichterstattung muß ein faliches Bild zeigen. Obendrein hat schon die Effener Arbeiter- Zeitung" vom 6. Oktober dem Berichterstatter Herrn Groffer bescheinigt, er habe die Erklärungen von Sue nicht verstanden, tönne nicht einmal richtig hören!" Hierin sucht der dem Landtage zugegangene Gefeßentwurf Bandel zu schaffen. Der Entwurf war bereits in der letzten Session der verflossenen Legislaturperiode eingebracht, ist aber über die Kommissionsberatung nicht hinausgekommen. Die neue Vorlage, die die Kommiffionsbeschlüsse berücksichtigt, macht den Staat bezw. die Kommunalverbände oder die Schulverbände haftbar, wenn ein Beamter oder Behrer in Ausübung der ihm anvertrauten öffent. lichen Gewalt vorfäglich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht verlegt. Der Staat fann von dem Beamten Grfaß des Schadens verlangen. Den An Die Essener Arbeiter- Zeitung" hat gegen eine frühere Behauptung Hues, feine Rede sei in ihrem Bericht falsch wiedergehörigen eines ausländischen Staates steht ein Grfazanspruch nur insoweit zu, als nach einer in der preußischen Gesetz- Petersburg, 5. November. In der heutigen Sigung der Reichs gegeben, protestiert und verschiedene der Gründe, mit denen er feine fammlung enthaltenen Bekanntmachung des Staatsministeriums buma lag ein Bericht der Agrarlommission betreffend die Behauptung stüßte, mit Gegengründen bestritten. Wir verzichten indes durch die Gesetzgebung des ausländischen Staates oder durch Staats- vom Minifter des Junern eingebrachte Gesegesvorlage zum Bived darauf, die legteren hier anzuführen, da ja demnächst, wie aus bertrag die Gegenfeitigkeit berbürgt ist. der Veränderung einiger Bestimmungen des Bauernland befizes Ques Erklärung berborgeht, ein Schiedsgerichtsspruch über die Frage Bolizeibeamte, die wiberrechtlich eine Ber- vor. Es waren 211 Redner angemeldet. Der Referent Schiblowstydu eriparten ist, ob der Bericht der Arbeiter- Beitung" zutreffend ist oder nicht. fammlung auflösen oder fich anberer Werstöße gegen die( Dftobrift) wies darauf hin, daß der Gemeindebefiz sich in Rußland Geseze schuldig machen, werden auch nach Infrafttreten des Gesetzes überlebt habe; er müsse alimählich durch Einzelbefiz ersetzt werden. Nicht Straffrei bleiben! Der den Staatsbürgern daraus erwachsene die Größe des Sandbesizes, sondern Privatinitiative, produktive und wird wohl nur in vereinzelten Fällen gutgemacht intenfive Landwirtschaft im Zusammenhange mit einer Reform auf dem Gebiete der Staatsordnung seien die Grundfaktoren des Wohlstandes der Bauern. Die Rede Schiblowskys dauerte 2 Stunden und wurde mehrmals vom Beifall im Zentrum und auf der Rechten unterbrochen. Schaden werden! Perfien. Das Jnterregnum" in der Polenfraktion. Der nationalpolnische„ Dziennit Berlinski" hat es verraten, daß bie nationalpolnischen Abgeordneten im preußischen Landtage sich auf ihren Vorfigenden nicht einig werden können. Der Abgeordnete Eine englisch- russische Intervention. Dr. Szuman hat es abgelehnt, das Ehrenamt eines Borfizenden Teheran, 5. November.( Melbung der Petersburger Telegr. zu übernehmen. Bei der ersten Abstimmung in der Fraktionsfigung fielen auf den Präsidenten Stychel acht, auf den Prälaten v. Jazdzewati gentur.) Die Gefandten Rußlands und Englands unterstügen die fünf Stimmen; da aber Stybel erklärte, daß er das Amt nicht an dem Schab aus Täbris telegraphisch zugegangene Bitte, der Benehme, so schritt man zur zweiten Abstimmung, wobei Jazdzewsti völkerung Aserbaidschans Amnestie zu gewähren und sie zu den fieben, Mizersti fünf Stimmen erhielten; außerdem wurden viere dfchliswahlen zuzulaffen. Ferner dringen die Gefandten weiße Zettel abgegeben. Nochmalige Abstimmung war wieder auf Beschleunigung der Veröffentlichung des neuen 28a bl. refultatios. Wieder gab es vier weiße Zettel. Der Vorschlag, den sefeyes, damit die Gröffnung des Parlaments am 14. November Abgeordneten Jazdzewski durch Afflamation zu wählen; wurde durch erfolgen kann. den demokratischen Teil der Fraftion energisch bekämpft. Das nationalpolnische Blatt, welches diese Schilderung gebracht, bedauert, daß die Bolenfraktion das erste Mal feinen Borsigenden hat, was, wie es meint, zu deren Anfében fürwahr nicht beitragen wird". Die Wahl des Vorsitzenden wurde bis nach Neujahr verschoben. Der ganze Zwischenfall ist infofern interessant, als er den Gegenfat widerspiegelt, der zwischen den polnischen Großgrund besizern und dem polnischen Mittelstand im Lande selbst besteht. Der Prälat v. Jazdzewski ist nämlich nebst dem Abgeordneten v. Dziema boweli der Führer desjenigen Teiles der Nationalpolen, die die Berföhnungspolitik mit der preußischen Regierung gern wieder aufe Amerika. Die Erfolge des Sozialismus. New York.( Privat- Stabeltelegramm des Vorwärts".) Die Wahlen haben uns überall Stimmenzuwachs gebracht, wenn auch das Gesamtresultat noch nicht angegeben werden kann. Große Erfolge haben wir im Staate Wisconsin zu verzeichnen, in dem sechs Genossen in das Staatsparlament und außerdem zwei Genossen zu Senatoren gewählt worden sind. Das Stimmverhältnis. New York, 4. November. Mit den nachmittags borzunehmen bereit wären, wie das der polnische Krautjunker v. Turno liegenden Meldungen aus bisher zweifelhaften Staaten wird in feiner Broschüre zum Enteignungsgefes offen ausgesprochen hat. Die Zahl der für Taft abgegebenen Elektoralstimmen auf Der Prälat Stychel ist dagegen das Sprachrohr des polnischen 302, für Bryan auf 181 berechnet. Mittelstandes, der eine solche Politit vorläufig nicht mitzumachen gewillt ist.Der Nationalökonom Professor Bernhard, dessen Berufung an die Berliner Universität zu dem bekannten Proteste der Fakultät führte, ist, den B. N. N." zufolge, zur Ausführung von Studienreifen auf fechs Monate vom Minister beurlaubt; er wird daher in diesem Winterhalbjahre an der Berliner Universität feine Vorlesungen halten. Bundesrätliches. Ju der heutigen Sitzung des Bundesrates wurde der mündliche Bericht des V., IV. und VII. Ausschusses über die Vorlage betreffend die Gebühren für den Postüberweisungs- und Schedverkehr und der mündliche Bericht bes VII., IV., L. und II. Ausschusses über den Entwurf eines Besoldungsgefezes nach den Ausschußanträgen angenommen. Parlamentarifches. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonts der Breffe, Wegen Beleidigung eines Reichsverbändlers wurde Genosse Sinneweber vom Boltsblatt für anhalt" zu Deifau zu 50 Mark Gelb strafe verurteilt. Durch eine anläßlich der Errichtung einer Staffeler Geschäftsstelle des Meichsverbandes gegebene Charakteristik dieser Institution fühlte fich der Leiter dieser Geschäftsstelle beleidigt und das Gericht entschied, daß er sich beleidigt fühlen tönne.- Selt fame Widersprüche der Rechtsauslegung. In Berlin entscheibet das Schöffengericht, daß der verantwortliche Rebakteur des Vorwärts" fich durch Befchimpfungen des Vorwärts" nicht getroffen fühlen fan- in Deflau wird der Medakteur des Voltsblatt" berurteilt, weil ein Geschäftsführer des Reichsverbandes durch eine Kennzeichnung biefer fauberen Institution beleidigt fein foll. 契 Wegen Beleidigung des Genoffen Ibert von der Bolts. acht zu Breslau und bes Genoffen Schlegel, Gauleiter des Metallarbeiterverbands zu Breslau wurde der Hirich Dundersche Bezirksleiter Strohfeld zu Breslau zu 300 Mart Geldrafe, der Rebalteur ber Sirich- Dunderſchen„ Schlesischen Arbeiter. zeitung" Lechner zu 50 W. Geldstrafe verurteilt. it Hus Induftrie und Dandel. Folgen der Krise. Ueber den Grad der Arbeitslosigkeit hat das Gewerkschaftskarteh in Hannover eine Erhebung veranstaltet, die folgendes Resultat seitigte: 26 Gewerkschaften mit 26 020 Mitgliedern zählten im Juli 1401, im August 1810 und im September 1541( gleich 6 roz.) Arbeitslose. Für diese wurden insgesamt 32 722 M. aufgewendet. Stärker als die Zahl der Arbeitslosen ist die Summe der Unterftügungstage geftiegen, nämlich von 15 782 im Juli auf 23 662 im September, so daß im Durchschnitt auf fast je ein Mitglied ein Unterstügungstag entfällt. Wie die Arbeitslosigkeit gegen das Vorjabr gestiegen ist, lassen die von einigen Berufen gelieferten Vergleichszahlen erkennen. Danach stieg bei den Bädern die für das 3. Quartal aufzuwendende Unterstützung von 180 auf 315 m. oder um 75 Broz, bei den Holzarbeitern von 2198 auf 5670 m. ober um 158 Broz, und bei den Metallarbeitern von 2680 auf 12 564 Der Seniorenkonvent des Reichstages beriet gestern unter dem oder um 368 Proz. Vorsitz des Präsidenten die Geschäftslage des Hauses. Rückgang der Bautätigkeit. Es wurde mitgeteilt, daß die Interpellationen wegen des ,, Raiserinterviews" anfang nächster Woche vom Reichskanzler be- Die Zahl der neu entstandenen Wohnungen hat schon im antwortet werden follen. An die Besprechung dieser Interpellationen Vorjahre start abgenommen; für das laufende Jahr ergeben wird sich die Verhandlung der wegen der Arbeitslosigkeit und der sich weitere Rückgänge. Für Berlin wurden folgende ReSchwarzen Listen an den Reichskanzler gerichteten Anfragen fultate ermittelt, wobei die Ziffern für das legte Jahr als fchließen. vorläufige gelten: It Mit der ersten Lesung der Finanzreform foll am Montag, den 16. b. M., begonnen werden, und zwar gegen den Widerspruch ber fozialdemokratischen Mitglieder des Seniorentonvents dergestalt Auch eine öffentlich bemerkbare Arbeit". daß sämtliche Steuergesetze und das Finanzgefeß in der General Wie weit der alles beherrschende Polizeigeist die Nadelstichpolitit bistuffion verbunden und gemeinsam disfutiert werden sollen. gegen die Arbeiterbewegung zu treiben vermag, dabon legte biefer Bis zur Erledigung der Interpellationen sollen Automobilgefet, Tage eine Verhandlung vor bem Schöffengerichte in Duisburg be redtes Beugnis ab. Der Störung der Sonntagsrube" angeflagt Bibilprozeßordnung und Beingefes in Angriff genommen werden. war der Maurer W., der in feiner Eigenschaft als Bezirtstaffierer in Wenn nach Erledigung der Interpellationen noch Zeit bleibt, sollen der Duisburger Bahlstelle des Maurerverbandes allwöchentlich das von der Finanzreform einige tleinere Vorlagen erledigt werden. Verbandsorgan an die Kollegen seines Bezirks austeilte und hierzu Vor den Weihnachtsferien, die vermutlich am 10. Dezember beden Sonntagmorgen benutzte. Der Mann trug nun aber nicht etwa ginnen, werden, abgesehen von Feiertagen, keine fizungsfreien Tage die paar Zeitungen öffentlich bemerkbar, sondern er benutte eine stattfinden. Kleine schwarze Ledermappe, die er unter den Arm nahm. Dennoch hat ein polizeiliches Späherauge die öffentlich bemertbare Arbeit des Zeitungsaustragens entdeckt, das bor fariftsmäßige ergernis an der fleinen schwarzen Mappe unter dem Arme des Maurers genommen und dem Sonntagsruheftörer ein Brotokoll gemacht, bem dann das Strafmandat folgte, das in der rften Juffang tatsächlich bestätigt wurde. Nach bekannter Methode " Drucksachen. Aus dem Reich 6 tag.( Nr. 1017.) Kaiserliche Berordnung. betreffend den Verkehr mit effigiäure. Gefeges betreffend die Gebühren ber Mebiginalbeamten Aus dem Abgeordnetenhaufe:( Nr. 31) Entwurf eines ( nebst Begründung und drei Anlagen.) ( Nr. 32) Entwurf eines Gefezes über die Saftung des Staates und anderer Verbände für Amtspflicht. verlegungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt( nebst Begründung.) Aus der Partei. Zur Auftlärung und Abwehr wurde vor dem Kriegsgericht Landau ein militärisches Urteil gefällt. Während der diesjährigen Manöver war das baherische 3. Chevauglegerregiment aus Dieuze in Quirnheim, einem Dorfe bei Grünstadt( Pfalz) einquartiert. Der Chevaurleger Georg Beder hatte an einem Abende dem Alkohol start zugesprochen. Als der Zapfenstreich geblafen war, erschien die Wirtshauspatrouille in der Wirtschaft, wo Beder jag. Er wurde von dem Unteroffizier zum Nachhauses gehen aufgefordert, kam aber erst dem Befehl nach, nachdem ein hinzu erläßt Genoffe ue in der Bergarbeiter 8eitung" eine gekommener Vizewachtmeister den gleichen Befehl erteilt hatte. Auf Erklärung über seine befannte Gifener Rebe. Er bezeichnet der Straße frafeelte er in seiner Trunkenheit weiter und applizierte den Bericht, den unser Essener Parteiblatt, die Arbeiter= bem Unteroffizier eine Ohrfeige, worauf dieser andere Soldaten um Beitung", darüber gebracht hat, als unrichtig und unvollUnterstützung anrief. Becker nahm jezt Reißaus und stieß hierbei ständig und sagt: noch einen anderen Unteroffizier vor die Brust. Zu seiner Ent schuldigung gab Beder in der Verhandlung an, daß er ziemlich " Der starte und anhaltende Beifall am Schluß meiner Rede beweift für jeden fachlich Dentenden, daß id feine Jrren Bahl der 1 Neubauten. Umbauten Wohnungen Binimer Wie die Zusammenstellung ausweist, ist der Mückgang an stärksten bei den neu entstandenen Wohnungen und Zimmern. Während& B. für die Zeit von März bis Auguft die Ver50 Proz. beträgt, macht das Weniger an neuen Wohnungen minderung der Anzahl der Neubauten von 1906 bis 1908 fast 56 Proz. aus, und der Nückgang an fertiggestellten Zimmern stellt sich auf 57 Broz. in der Zeit von März im August bis einschl. August 1906 1907 1908 1906 1907 1908 65 87 22 407 829 212 17 8 4 94 63 55 1888 664 521 10 843 7400 4586 3655 1100 895 19 572 13 288 8807 Feierschichten. Thyffen Feierfchichten angeordnet. In anderen Betrieben werden Wegen Mangel an Arbeit hat die Maschinenfabrit der Firma schon seit längerer Zeit Feierschichten eingelegt. Auf den Bergwerken nimmt die Einlegung von arbeitsfreien Tagen größeren Umfang an. Eigenartige Bewegung am Arbeitsmarkt. Nach der in den Mitteilungen des Statistischen Amts ber Stadt Berlin mitgeteilten Arbeitsnachweistätigkeit ergeben sich folgende charakteristische Bahlen, Bon je 100 eingeschriebenen Personen wurden berücksichtigt: Ungelernte ältere Arbeiter jüngere Arbeiterinnen 19 September 1907 1908 75,3 67,0 90,4 99,3 83,6 91,6 Arbeiterinnen und jüngere Arbeiter genießen demnach jest ben Borzugweil fie billiger find Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Christen" unter sich. Veranstaltungen. Bersammlungen Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Sonntag, den 8. November, abends 5 Uhr, im Gewerkschaftsbause, Engelufer 15. Vortrag. Frau Wurm: Frauenleben einst und jetzt." Nachdem geselliges Beisammensein. " nachdem vorher die Wirkereiarbeiter einer ganzen Anzahl Orte fuhr, in feiner Wirkung wohl berechnet, der Wannstrahl des Fuldaer Letzte Nachrichten und Depeschen. Aus der Pragis der Unternehinerorganisation. Einen interessanten Einblick in die Streitpraris der Unter nehmer gewähren eine Anzahl Rundschreiben, welche aus Anlaß des Kampfes der erzgebirgischen Wirter im Laufe dieses Jahres bom Verbande der Arbeitgeber der sächsischen Textilindustrie an seine Mitglieder versandt wurden. Der Streit brach bekanntlich am Weihnachtsabend 1907 infolge Lohnreduktion aus. Er wurde, ausgesperrt worden waren, durch ein Abkommen beendet, wonach eine Lohnreduktion im Wirfergebiet zunächst nicht vorgenommen werden sollte. Nach Ablauf von drei Monaten sollte jedoch die Frage erneut geprüft werden. Jcht ist nun dort eine 15prozentige Lohnreduktion für den ganzen Bezirk angekündigt. Der Arbeitgeberverband teilte zunädist am 20. Dezember 1907 feinen Mit gliedern in einem längeren Schreiben den bevorstehenden Streit unter Angabe der Ursache und Nennung der Firmen mit, und fährt dann fort: Arbeiter, welche bis jetzt bei den genannten Firmen bes schäftigt waren, dürfen mithin gemäß§ 1, 1 unserer Saßungen bis auf weiteres nicht eingestellt werden. Ferner bitien wir, davon Kenntnis zu nehmen, daß die Spinnereiarbeiter in Leipzig in eine Lohnbewegung eingetreten sind. Unsere Mitgliedsfirma Julius Hunger in Taura bei Burgstädt meldet, daß die bisher bei ihr beschäftigte Stepperin.. die Arbeit unter Kontraktbruch niederlegte. Wir bitten, auch hier saßungsgemäß zu verfahren. Der Arbeitgeberverband der deutschen Textilindustrie teilt uns mit, daß die Textilarbeiter in Krefeld teils im Ausstand sind, teils ausgesperrt werden mußten. Von dort kommende Arbeiter sind daher nicht einzustellen. Das gleiche gilt von den Arbeitern der Firma Arnold u. Krez in Karbiz. Der Streit bei der Firma A. Richter in Warnsdorf, von dem wir einen Teil unserer geehrten Mitglieder benachrichtigten, ist erloschen. Hochachtungsvoll Der deutsch- französische Konflikt. Paris, 5. November.( W. T. B.) Die„ Agence Havas" bera öffentlicht folgende Depesche aus Berlin vom 5. November: Die französische Regierung hat sich in dem Wunsche, einen neuen Be weis für die Loyalität ihrer Politik und des Geistes der Billigkeit in der Angelegenheit der Deserteure von Casablanca zu geben, dazu entschlossen, der deutschen Regierung den Bericht des Polizeikommisfars Borda über die Vorfälle vom 25. September mitzuteilen. Borda ist dem französischen Konsulat in Casablanca seit der Okkupation der Stadt durch die französischen Truppen attachiert. Das crwähnte Dokument sollte nach den zuerst getroffenen Entschließungen des Pariser Kabinetts nur einem Schiedsrichter mitgeteilt werden. Es wird in Paris veröffentlicht werden, sobald die deutsche Regie. rung davon Kenntnis erhalten haben wird. Seitdem eine Anzahl preußischer Bischöfe der christlichen Ges wertschaftsbewegung ein Anathema, das sogenannte Fuldaer Hirtenschreiben, entgegengeschleudert, ist es vorbei mit der Ruhe unter den christlich organisierten Arbeitern. Damals begannen sich die interkonfessionellen Gewerkschaften zu den einzigen Grundlagen zu entwickeln, die einer Gewerkschaft Lebensmöglichkeit gewähren können: Kampfestaftik und fonfessionelle Neutralität. Dazwischen Hirtenschreibens. Es entwickelten sich unter dem Schute desselben die katholischen Fachabteilungen. Sie haben seither, unter dem sich gleich bleibenden Schutze von bestimmter Seite, ihre Anschauung, die die Juteressenvertretung in dem moralischen Einflusse und der Macht der Religion sieht und den Lohnkampf als Auflehnung gegen die göttliche Autorität des Arbeitgebers betrachtet, immer schärfer gegen die in den interfonfessionellen, Gewerkschaften organisierten Arbeiter ausgespielt. Die Tragweite dieser Agitation ist auf dieser Seite schon längst beachtet worden. Daraus resultierte wohl auch mit die Aeußerung des Arbeitersekretärs Giesberts in einer Vera sammlung, die türzlich in Trier stattfand. Dort sagte er: Wenn ein Zusammenarbeiten von Katholiken und Evangelischen, wie es in den christlichen Gewerkschaften geschieht, nach den Lehren unserer heiligen Kirche nicht erlaubt ist, so mag eine allerhöchste Entscheidung es generell verbieten. In einem an leitender Stelle erschienenen Artikel in der Kölnischen Volkszeitung"," Gewerkschaftsstreit" überschrieben, äußert er sich nochmals zu diesem Thema, allerdings etwas weniger versöhnlich. Er sagt unter anderem: Der erste start angefochtene Teil unseres Programms i der wirtschaftliche Charakter unserer Organisationen, und in VerParis, 5. November.( W. T. B.) Ehe Minister Pichon heute bindung damit die strikte Selbständigkeit, ferner das Prinzip der Machtentwickelung. Die christlichen Gewerkschaften sind nicht in den deutschen Botschafter Fürsten Radolin empfing, äußerte er in der Lage, von diesen Grundsäßen etwas abzulassen. Sie sind einer Unterredung mit einem Deputierten, die Mitteilung des Bepraktisch erprobt und haben sich bis jetzt erfolgreich bewährt. Zum richtes des Polizeikommissars Borda an Deutschland sei dazu be anderem: Der erste start angefochtene Teil unseres Programms ist die Interkonfessionalität, schreibt er, sie entspreche nicht theoretischen stimmt, in den Augen der deutschen Regierung die Haltung der Verband der Arbeitgeber der sächsischen Textilindustriellen. Erwägungen, sondern praktischen Bedürfnissen. Die Meinungen französischen Beamten in Casablanca zu rechtfertigen und zu Die Geschäftsstelle. gez. Ernst Roitsch. unter den Theoretifern über die Zulassung und die Zweckmäßigkeit zeigen, daß die französischen Behauptungen wohl begründet seien. Am 25. Januar 1908. teilt dann der Verband seinen Mit der Interkonfessionalität der Gewerkschaften sind ja ſehr geteilt. Bichon kündigte ferner an, daß die Verhandlungen in Berlin Des weiteren wird sehr deutlich erklärt, daß man den christlichen gliedern mit, daß der Streit sich auf die Firma Drechsel u. Günther Gewerkschaften nie zumuten darf, daß sie dieser oder jener theos fortgesetzt würden zu dem Zwede, eine Formel zu suchen, der beide in Meinersdorf ausgedehnt habe. Die Firma hatte 12 Personen, Vertrauensleute des Verbandes und Arbeiterausschußmitglieder, retischen Schulmeinung zuliebe ihre bewährten und praktischen Mächte sich anschließen fönnten. Diese Erklärungen wurden von Grundsäße preisgeben sollen. Den Hintermännern der Fach- den Deputierten günstig aufgenommen, die gern der Ansicht Raumgemaßregelt. Es heißt da: abteiler gibt er einen nicht mißzuverstehenden Wink, indem er " Massenkündigungen haben gestern und heute bei unserer fagt, daß es für die älteren der katholischen Mitglieder der christMitgliedsfirma Drechsel u. Günther zu Meinersdorf stattlichen Gewerkschaften ein abstoßendes Bild sei, welches die bittersten gefunden. Die Firma hat vor 14 Tagen 12 bei ihr in Arbeit Gefühle erwecke, hören zu müssen, daß die christliche Gewerkschaftsstehenden Leuten wegen Mangels an Beschäftigung gekündigt. bewegung mit den christlichen Sittengefeßen und der kirchlichen Die Wiedereinstellung derselben soll durch Streit erzungen Autorität in Widerspruch stehe. Er sagt auch noch, im Anschluß werden. Sonstige Differenzen liegen nicht vor, es handelt sich an seine Bemerkung in Trier, daß ein Urteil der allerhöchsten InIhnen eine Liste derjenigen Arbeiter und Arbeiterinnen, die nicht geschlossen werden, daß wir dann Mitglieder der Fachgekündigt haben, und fordern. Sie ergebenst auf, dieselben nicht abteilungen würden." Dies ist anerkennenswert deutlich. Entlassen wurde von der Firma D. F. Pfüller in Meinersdorf der Arbeiter von der Firma Drechsel u. Günther der Arbeiter. beide, weil sie sich unter Berufung auf die Verfügungen des Deutschen Textilarbeiterverbandes weigerten, Streitarbeit zu leisten. Der Streit in Goresdorf dauert unberändert fort. In der Ihnen seinerzeit überreichten Liste der Streitenden ist der Arbeiter Arbeit wieder aufgenommen hat. In einen unberechtigten Ausstand eingetreten sind die Arbeiter der Chemnizer Eisengießereigesellschaft, G. m. b. S. in Chemnitz. Wir bitten, Arbeiter, die bisher bei dieser Firma in Arbeit standen, nicht aufzunehmen. Die Bewegung in Krefeld ist dank des streng solidarischen Zuſammenhaltens der Arbeitgeber erloschen. Die Arbeiter nahmen einzustellen. die Arbeit zu den bisherigen Löhnen wieder auf. Hochachtungsvoll usw. Am 19. Juni gibt der Verband seinen Mitgliedern Kenntnis bon der erfolgten Aussperrung in den verschiedenen Orten. Dann fagt er, es sei durchaus irrig, anzunehmen, daß in Zeiten rüd gängiger Konjunktur die Gewerkschaften Zurüdhaltung üben würden. Die Arbeiterschaft sei durch die sozialdemokratische Agitation auffäffiger denn je. Dann heißt es: Ausland. Der Hafenarbeiterstreik in Kristiania. geben, daß eine Détente eingetreten ist und daß es nicht lange dauern wird, bis eine Einigung zustande kommt. Baris, 5. November.( W. T. B.) Im Laufe der Unterredung, die der deutsche Botschafter Fürst Radolin heute nachmittag mit dem Minister des Auswärtigen Bichon hatte, sprach der Botschafter die Hoffnung aus, daß eine vermittelnde Lösung den beiden Regie: rungen erlauben werde, den Zwischenfall von Caſablanca zu regeln. Minister Pichon antwortete, er habe die Hoffnung nicht verloren, daß eine Lösung angenommen werde, die für beide Länder gleich ehrenvoll sei. Stockprügel. Wie schon gestern telegraphisch gemeldet wurde, ist in der norwegischen Hauptstadt ein allgemeiner Hafenarbeiterstreit ausgebrochen. Es war jedoch ein Frrium, daß behauptet wurde, die Hirschberg( Schlef.), 5. November.( B. 6.) Die zu streichen, da er die Hafenarbeiter hätten ihre persönlichen Arbeitsverträge gekündigt, um einen allgemeinen Tarifvertrag zu erzielen. Ein solcher Tarifs Schlesische Gebirgszeitung" schreibt: In der Generalversamm vertrag besteht und gilt oder sollte gelten bis zum 1. Dezember 1909. lung des konservativen Wahlvereins Hirschberg- Schönau sprach Daß die Arbeiter ihre auf drei Monate abgeschlossenen persönlichen der kaiserliche Gesandte 3. D. Raschdau auf eine an ihn geArbeitsverträge auf den 10. Dezember dieses Jahres fündigten, richtete Anfrage über die letzten Berliner Vorgänge sich in fola hatte nur den Zweck, auf friedlichem Wege kleine Abänderungen gender bemerkenswerter Weise aus:„ Ich sehe, daß hier an der dieser Verträge herbeizuführen, und sie dachten nicht daran, die Arbeit nieberzulegen oder sonstwie den Tarifvertrag zu brechen. Richtigkeit der Darstellung der N. A. 3. allgemein gezweifelt Aber die Dampfschiffahrtserpediteure waren es, die den Tarif- wird und doch ist diese Darstellung vollkommen zutreffend. Jch bertrag brechen wollten, denn sie suchten plötzlich durch die Zeitungen habe mehrere Jahre als Vertreter des Auswärtigen Amtes in zum 10. Dezember 300 bis 400 Hafenarbeiter, reichlich so viel, wie der Begleitung des Kaisers auf seinen Reisen gewirkt und habe jest beschäftigt waren, für feste Anstellung. Es war also klar, daß dußende Jahre in unmittelbarer Berührung mit dem ersten und die organisierten. Arbeiter durch unorganisierte, auswärtige und zweiten Rangler gearbeitet. Ich darf mir daher wohl ein ausländische ersetzt werden sollten. Um dem zuvorzukommen, be- Urteil über den Geschäftsgang zutrauen. Nun, ich darf schloß die Hafenarbeiterorganisation einstimmig, die Arbeit niederzulegen. Der Streit wird mit großer Kraft und Einmütigkeit jagen, wenn Der Streit wird mit großer Kraft und Einmütigkeit sagen, wenn mir ein solches Unglüd wie das geschehene durchgeführt. Eine Dampfschifferbedition bof ihren Arbeitern bis paffiert wäre, ich hätte keinen Ort in unserem Vaterlande gekannt, Daß fie ihre Taktik selbst in Zeiten wie der jeßigen nicht zu 2 Kronen Stundenlohn samt Kost an Bord, wenn sie Streifbrecher der entfernt genug gewesen wäre, um mich vor den vorwurfsvollen ändert, zeigt flar und deutlich, wie außerordentlich groß die Gewerben wollten; sie lehnten das alle ab. Es wurden sofort Streif- Blicken meiner Mitbürger zu schüßen. Hier handelt es sich nicht fahr ist, welche uns von dieser Seite droht. Dabei ist bezeichnend, posten ausgestellt. Als die losen, nicht kontraktlich angenommenen um einen Fehler oder ein Versehen, sondern um eine Verfündigung daz jest in noch höherem Maße als sonst die Agitatoren sich Safenarbeiter von dem Streitbeschluß unterrichtet wurden, legten an der Sicherheit unseres Vaterlandes. Es kann dafür nur die gegen fleinere und mittlere Betriebe wenden, wie sie in der auch sie sogleich die Arbeit nieder. Uebrigens fuchte noch am eine Sühne geben, daß jeder, der dabei die Mitschuld trägt, fein Strumpfindustrie in der Mehrzahl sind. Nachstehend geben wir Sonnabend der Advokat Solnördal der Vorsitzende des Komitees, ein Verzeichnis derjenigen Firmen, welche von der Wirter- das zur Ausarbeitung eines Gesetzes zur Schlichtung von Arbeits- Amt aufgibt, zu dessen Führung er sich unfähig erwiesen hat. Denn bewegung betroffen sind: streitigkeiten eingesetzt ist zwischen den Parteien zu vermitteln. Das Vertrauen des Landes in diese Männer ist hoffnungslos verDie Hafenarbeiter waren sofort zu Verhandlungen bereit, aber die loren. Der Reichskanzler sollte einmal seine Leute auf die Straße Unternehmer wollten nichts davon wissen und lehnten jede Vermitte- schicken und in alle Schichten der Bevölkerung: Das Urteil würde lung rundweg ab. lauten: Schuldig ohne mildernde Umstände". Aber diese Sühne reicht nicht aus Es muß Vorsorge getroffen werden, daß eine Bea handlung unserer auswärtigen Politif, wie sie sich hier plötzlich mit erschreckender Klarheit der Welt offenbart, nicht mehr möglich ist. Wir sind hier unter Männern, die mit allem ihren Können einstehen für die Erhaltung einer starken Monarchie. Wenn wir diese wollen, dann müssen wir die ersten sein, die Einspruch erheben gegen die Wiederkehr ähnlicher Ereignisse, sonst haben wir den Schrecken in fürzester Zeit. Wir wundern uns, wie trotz aller Bemühungen tatkräftiger Männer die Anfeindung Deutschlands in der Welt zunimmt. Vielleicht begreifen Sie jetzt die Gründe, wenn Sie die letten Vorgänge recht genau betrachten. Nicht unserer Geschicklichfeit, sondern dem Glück, daß auch die anderen Völker ihre großen Sorgen haben, verdanten wir es, wenn unsere auswärtige Lage heute noch den Anschein einer Sicherheit gewährt. Aber die Gefahren wachsen und dabei peinigt uns das grausame Gefühl, daß wir nicht an unserem Frieden, sondern an unserem Verderben arbeiten. Vielleicht ist es noch ein Glück, daß uns diese große und schwere Verwarnung zuteil geworden, die uns anmutet, wie ein zweites Olmük, verstehen wir sie nicht zu nutzen, dann flagen wir nicht die Götter, sondern uns selbst an." Die Rede wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. ( folgen die Namen von 47 Firmen). Die bisher bei vorgenannten Firmen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen dürfen, soweit sie im Streif stehen oder aus gesperrt sind, bis auf weiteres in Verbandsbetrieben nicht aufgenommen werden. Die Liste der in Frage kommenden Personen umfaßt weit über 3600 Namen. Wir sehen davon ab, sie jedem unserer geehrten Mitglieder zugehen zu lassen, namentlich des halb, weil fortgesetzt fleine Aenderungen der Liste infolge von Austritten von Arbeitern aus der Organisation vorkommen. Sollte ein Arbeiter, der bei einer der betroffenen Firmen be= schäftigt war, um Arbeit bei Ihnen nachsuchen, so wollen Sie vor Einstellung bei unserer Geschäftsstelle anfragen, welche Ihnen umgehend mitteilen wird, ob der Betreffende zu den Streifenden bezw. Ausgesperrten gehört oder nicht. Hochachtungsvoll usw. berbandes: Drohender Sympathiestreit. Aus Reims wird über Paris gemeldet: 500 Beamte der Dits bahn schlossen sich dem von anderen Gruppen des Eisenbahnsyuditats infolge der Ankündigung der Maßregelung eines Lokomotivführers erhobenen Einspruche an; sie drohen gleichfalls mit dem Ausstand, falls die Maßregelung vollzogen werden sollte. Aus der frauenbewegung. Mädchen als Lasttiere! Am 4. Juni 1908 meldet die Ortsgruppe Bittau des Arbeitgeber- Unter diesem Titel erschien fürzlich in einer bürgerlichen Frauenzeitung eine Notiz, die eine treffliche Illustration zu der von bürger1. Die Verbandsfirma Hermann Schubert in Bittau teilt lichen Mondscheinpolitifern bei jeder Gelegenheit gebrauchten Redes mit, daß der Färber....., geb. in Neu- Schöttlau, kontraft- wendung bietet, daß ihre zarte Konstitution der Frau verbiete, au brüchig geworden ist, indem er am 1. Juni a. c. feine Beschäftigung den aufregenden politischen Arbeiten und Wahlbewegungen teil ohne Einhaltung der eingeführten achttägigen Kündigung auf zunehmen. gegeben hat. Die Notiz schildert in folgender Weise, wie in südlichen Ländern 2. Der Hauptvorstand erläßt eine Rundfrage betr. die Er- die Frauen bei schwerer Arbeit ihr Brot verdienen müssen: fahrungen bezw. Meinungen über die Gründung von„ Nationalen Dem Nordländer, der den Süden bereist, fällt es auf, wie sehr Arbeitervereinen". Etwaige Erflärungen werden an den Unter- in Tirol und der Schweiz die Sitte verbreitet ist, Lasten auf dem -zeichneten erbeten. Stopfe zu tragen und daß an dieser Arbeit Frauen den stärksten Anteil nehmen. Mit Hochtachtung Rechtsanwalt Dr. Road, Schriftführer. Ein Familienbrama. Auf Capri, der felsig steilen Insel im Meerbusen von Neapel, dienen, soweit leberlieferungen reichen, die jungen Mädchen allezeit Auch über das Verhalten der Mitglieder gegen die Mai- als Lastriere; und auch da, wo eine Bergbahn den Hauptverkehr feier erläßt der Arbeitgeberverband der sächsischen Textil- vom Hafen zum Städtchen vermittelt, verdienen sich die jungen Hamburg, 5. November.( B. H.) Die in der Angerstraße 44 industriellen Vorschriften. Am 25. April forderte er von seinen Mädchen mit dieser Kopfarbeit" ihr Brot. Wird in dem hoch wohnhafte Frau Tomlyanowski, die von ihrem Manne geMitgliedern, maifeiernde Arbeiter vor dem 8. Mai im eigenen gelegenen Berguest Anacapri ein Haus gebaut, so engagiert der Betriebe nicht wieder aufzunehmen. Arbeiter, welche wegen Mai- Unternehmer eine Anzahl von Mädchen, die das Material: Erde, trennt lebt, wurde heute von diesem besucht und um Geld an feierns entlassen worden sind, dürfen in Verbandsbetrieben vor Steine, Stall auf ihren Köpfen oft stundenweit herbeizutragen haben. gegangen. Als sie dies verweigerte, gab der Mann zwei Schüsse dem 15. Juni nicht wieder eingestellt werden. Es heißt: Wir Ihre Leistungsfähigkeit in dieser Arbeit übertrifft die der stärksten auf sie ab, worauf die Frau aus dem Fenster sprang, wobei fie machen darauf aufmerksam, daß bisher das geschlossene Männer. Sie verlieren nicht ihre schlanke, biegiame Gestalt, die einen Beinbruch sowie innere Verlegungen erlitt. Sodann schoß Vorgehen unserer Mitglieder. Beunruhigungen am 1. Maizarte Form des Nackens und Halfes, den leichten Gang. In langem der Mann seinem vierjährigen Sohn zwei Schüsse in die Brust glatt verhindert hat." Am 4. Mai 1908 forderte Buge fieht man sie durch Wiesen und Aecker ziehen, fröhlich und der Verband seine Mitglieder auf, gegen vier namentlich aufge- cheinbar mühelos, die schwere Last, die ein Viann kaum auf den und in den Rücken. Die Nachbarschaft alarmierte jetzt die Feuerführte Arbeiter und Arbeiterinnen aus verschiedenen Städten entsprechend den Anweisungen vom 25. August 08 zu verfahren. Die Schultern forttragen könnte, auf den hübschen Köpfen balancierend. wehr, die sich mit Decken und einem Rohr ausrüsten mußte, Den Gepäckverkehr von der Piazza zu den Hotels und Villen da der Mann auch auf die Feuerwehrleute schießen wollte. Als sie Arbeiter ersehen aufs neue aus alledem das geschlossene Borgehen beforgen meist alte Frauen. Wie sie einen gentnerschweren Mädlerder Unternehmer. Das Gefühl der Solidarität gegen die Arbeiter Der Mann und der ift in Unternehmerkreisen sehr start. Was durch solidarisches Ber- foffer ficher tragen über Treppen und holprige Wege, ohne den Atem endlich in die Wohnung eindringen konnte, lag der Mann von zwei halten mittels schwarzer Liften nicht erreicht wird, wird erreicht zu verlieren, ohne zu ſtöhnen, für wenige Soldi ibren morschen Schüssen durchbohrt auf dem Fußboden. halten mittels schwarzer Listen nicht erreicht wird, wird erreicht Gliedern diefe Gewaltleistung zumutenddas ist ein Bild von ver- Knabe find tot, die Frau liegt im Krankenhause hoffnungslos daburch Terrorismus. Wiederum ein Beweis, daß nur starte Orga blüffender Wirkung. nisationen der Arbeiter hiergegen erfolgreich anzufämpfen imftande find. Und wenn man bedenkt, daß diese Arbeitskräfte billiger find als die genügfamen italienischen Efel dann kann einem ein Grauen erfafien, das in jener Harmonie aus Sonne, Reichtum der Natur und Wohlleben uns nicht mehr verläßt." nieder. Bezantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierau 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl lt. 261. 25. L MW des Jotmitls" ßttliiift MdlM lreitag. 6. NsvkUtbtt 1908. Reld�stag. L8T. Sitzung. Donnerstag, den S. Nobcmvee IVOS. Am Bundesratstisch: v. Bethmann-Holltveg, Dr. Nieberding. Beseler. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Gesetzentwurfes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen. Staatssekretär des Reichsiustizamts Dr. Nieberding: Der Ent° Wurf, den die Regierung dem Reichstage vor zwei Jahren vorgelegt hat hat keine freundliche Aufnahme gefunden. Den damals ge- autzerten Bedenken trägt deshalb der heutige Entwurf in vieler Ämsicht Rechnung, so in den Bestimmungen für eine verschärfte 'strafbarkeit und über die Befähigung der Automobilsührer. Eine Haftpflicht in unbegrenzter Höhe, wie bei den Eisenbahnen, sieht die Borlage nicht vor. wenn es auch richtig ist, daß der Automobilverkehr eine stärkere Haftung verlangt als der Wagenverkehr. Der Gesetz- cntwurf soll die Bedürfniffe der Industrie in Einklang bringen mit dem Schutz von Leben und Gesundheit der Bevölkerung. Abg. Dr. Wagner(k.): Mit der Tendenz der Vorlage sind wir einverstanden und beantragen, sie an eine Kommission von 21 Mitgliedern zu verweisen. Wir sind überzeugt, daß dem Automobil ote Zukunft gehört, und ich hoffe, daß wir noch alle eine Ver- bindung von Automobil und Luftschiff erleben, die eine neue Ver- kehrsumwälzung herbeiführen wird. Im einzelnen bietet der Eni- wurf manche Bedenken, auf die in der Kommission einzugehen sein wird. Zum Schluß möchte ich noch darauf hinweisen, daß gerade der Automobilverkehr in hohem Grade für internationale Ver- cinbarungen geeignet ist.(Bravo! rechts.) Abg. Prinz Carolath(natl.): Die Automobilunfällc mehren sich in erschreckender Weise. Das plötzlich und unvermutet auf- tauchende Automobil ist gefährlicher als die an ihren scharf ab- gegrenzten Bahnkörper gebundene Eisenbahn. Wir können doch schließlich di« Straßen den Fußgängern nicht entziehen.(Sehr richtig!) Wir freuen uns. daß die Regierung an die gesetzliche Regelung dieser Materie herangegangen ist, aber dieser Entwurf defriedigt uns in keiner Weise. Gewisse Einflüsie scheinen sich dem Staatssekretär entgegengestellt zu haben. Es ist aber schon an- zuerkennen, wenn ein Staatssekretär des Deutschen Reiches ge- wissen Schwierigkeiten überhaupt nur entgegenzutreten wagt. «Große Heiterkeit.) Daß er sie ganz überwindet, ist zuviel ver- langt.(Heiterkeit.) Redner schließt mit dem Antrag auf Kom- missionsberatung.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Träger(frs. Vp.): Es ist nicht leicht, die Auswüchse des Automobilismus zu bekämpfen; denn das Automobil hat hohe Gönner und Protektoren, mit denen ein vorsichtiger Mann an- zubändeln sich scheut.(Große Heiterkeit.) Ich persönlich habe das Auwmobil ganz gern, habe es eben erst benutzt.(Große Heiterkeit.) Aber ich habe immer gesunden, daß die, die im Automobil sitzen, es mehr schätzen, als die, die es an sich vorübersausen sehen.(Große Heiterkeit.) Die Auwmobilisten werden oft von einem gewissen Schnelligkeitsgefühl befallen, das mit dem Herrschergefühl viel Aehnlichkett hat und wie dieses leicht in Gefahr gerät, in Größen- Wahn umzuschlagen.(Schallende Heiterkeit.) Polizeivorschriften über das Automobilsahren haben wir ja schon jetzt, aber wenn irgendein Hüter der öffentlichen Sicherheit einem Automobilisten so ein amtliches Schriftstück zeigt, so geht es diesem Schriftstück bis- weilen wie manchen.Manuskripten: es wird nicht gelesen. «Schallende, minutenlange Heiterkeit.) Redner schließt sich der Kritik des Vorredners an Nnzelheiten des Gesetzentwurfes an und beklagt die schlechte Regelung der Zuständigkeitsfrage. Wo z. B. soll man Auwmobilisten belangen, die in Berlin ansässig sind, ober von Norderney oder von Berchtesgaden aus(Stürmische Heiterkeit) mit ihren Automobilen Unheil anrichten? Einen Befähigungsnach- weis soll man nicht nur von den Chauffeuren, sondern auch von den Selbstfahrern verlangen. Um den hohen Herren entgegenzukommen. die eigenhändig Automobile lenken, kann vielleicht die neue Würde eines„Dr. aut." einführen.(Anhaltende Heiterkeit im ganzen Hause.) Der Gesetzentwurs hat viele Schwächen, aber diese werden sich leichter beseitigen lassen, als die Unfälle und der Unfug der Automobilisten.(Beifall links.) Abg. Dr. Bitter(Z.): Auch wir wünschen die Regelung der Haftpflicht in diesem Gesetz ganz analog dem Rcichshaftpflichtgesetz, daß also der Halter der Kraftfahrzeuge haftet, bis er eigenes Ver- schulden deö Verletzten oder höhere Gewalt nachweist. Für die Chauffeure müssen ganz bestimmte Vorschriften festgelegt werden, damit ein tüchtiger Chausfeurstand herangezogen wird. Die Straf- Vorschriften müssen verschärft werden, wenn das zu schnelle Fahren wirklich verhindert werden soll. Wir beantragen, das Gesetz einer Kömmission von 21 Mitgliedern zu überweisen. Abg. Stolle(Soz.): Der neue Entwurf geht von ganz anderen Grundsätzen aus al» der Entwurf über die Haftpflicht für den Betrieb von Kraft- Rlemes Feuilleton. Wohnungselend rusfischrr Studenten in Moskau. Nach den Er- (jebnissen einer im vorigen Jahre vorgenommenen Statistik unter Leitung des Professors Kablukow über die Wohnungsnot der Studierenden in Moskau ergaben sich furchtbare, düstere Bilder, die wir hier in aller Kürze nntteilen. Auf Grund von 7600 beant- wortclen Fragebogen, dw nur 40 Proz. der zur Verteilung gelangten Bogen ausmachen, ist ermittelt worden, daß nur ein verschivindend kleiner Teil der Studierenden ein wohnliches Heim in Moskau hat. Die meisten hausen in Einzelzimmer» als Aftermister und teilen de» engen Raum oft mit einem oder zwei Studierenden. Rur unter dieser Bedingung vermögen sie den hohen Mietspreis zu zahlen, der im Durchschnitt 1? Rubel 38 Kopeken für das Zimmer beträgt; die Preise liegen innerhalb der Grenzen 10—35 Rubel. Tie hygienische Be- schaffenheit dieser Zimmer wird dadurch gekennzeichnet, daß die Hälfte aller Studentenzimmer nur ein Fenster hat, die einzelnen«Behausungen' sind durch Bretterwände von den Rachbarräumen gelrennt; ein Viertel der Zimmer liegt in Häusern ohne Kanalisation, ein Drittel ist als kalt, ein Fünstcl als feucht gekennzeichnet, der sechste Teil ist so an» an Licht, daß diese Räume in der Statistik als»dunkel' angegeben find. Selbst in Zimmern, die 20—25 Rubel oder auch mehr kosten, sind die Raumverhältnisse so ungünstig, daß aus den einzelnen Be- wohncr dieser Zimmer, die in der Regel von zwei oder drei Studie- renden bewohnt werden, nur 60—66 Kubikarschin Lnst kommen; in billigeren Zimmern steht eS in dieser Hinsichl noch schlimmer. Wie ictnver die trotz aller Mängel der Wohnungen unverbältniS- mäßig hohen Mielspreise auf dem Geldbeulel der Studierenden lasten, erweist sich, wenn man im Ange behält, daß die meisten Studenten nicht mehr als 25 Rubel<53 Mark) monatlich für ihren Lcbensunterhali aufwenden können. Das Steigen der Mietspreise hat in den letzten Jahren dahingeführt, daß Ziinmer, die für eine Person kaum genügenden Raum boten, nun von zweien bewohnt werden usw. DaS lenkbare Luftschiff von Braeciano. Man schreibt uns aus Rom untenn 1. November: Gestern hat das lenkbare Luftschiss des italienischen Jngenieurbataillons zum erstenmal die Reite von Vracclano»acb Rom und zurück ausgeführt. Von dem Versuch ivar man nur in Militärkreisen unterrichtet gewesen, so daß keinerlei Erwartung ini Publikum bestand. Um so größer war das Erstaunen und die Bewunderung, als man gestern, wenige Minuten nach zwölf Uhr, des Luftschiffes anficktig wurde, das etwa 300 Meter über der Stadt wie ein großer silbergrauer Fisch m der Luft schwebte. Schnell und sicher, wie in einem vertrauten Element, bewegte sich fahrzeugen, der am l. März 1906 dem Reichstag vorgelegt tvurde. Nach dem§ 1 der damaligen Vorlage war die Ersatzpflicht nur ausgeschlossen, wenn der Unfall durch höhere Gewalt oder eigenes Verschulden des Verletzten verursacht ist. Der jetzige Entwurf da- gegen hebt die Ersatzpflicht auf, wenn der Schaden weder durch ein Verschulden des Fahrzeughalters oder einer von ihm zur Führung des Fahrzeugs bestellten oder ermächtigten Person, noch durch fehler- hafte Beschaffenheit des Fahrzeuges oder Versagen seiner Vor- richtungen verursacht worden ist. Damals begründete die Re° gierung ihren Entwurf damit, daß sie sagte, die Vorschriften des § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach derjenige, der vorsätz- lich oder fahrlässig das Leben, die Gesundheit, das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt, zum Schadenersatz verpflichtet ist. genügen nicht, dieser Rechtözustand werde in weiten Kreisen als unbefriedigend empfunden, und selbst der deutsche Juristentag habe eine Verschärfung der Haftpflicht für notwendig erachtet. Es hieß in der früheren Begründung, es entspreche nur der Billigkeit, daß der Unternehmer eines mit gemeiner Gefahr verbundenen Be- triebes für den aus dem Betriebe entstehenden Schaden ohne Rücksicht auf eigenes Verschulden verantwortlich gemacht werde; eine Hemmung der EntWickelung der Automobilindustrie sei durch die Verschärfung der Haftpflicht nicht zu befürchten; denn schon jetzt könne es als Regel bezeichnet werden, daß die Besitzer von Auto- mobilen sich gegen Haftpflicht versichern. Der jetzige Entwurf hat diesen verständigen Standpunkt vollständig verlassen. Wie die Re- gierung zu dieser Wandlung ihrer Anschauungen gekommen ist, ent- zieht sich meiner Beurteilung. Aach einer Statistik ist die Zahl der durch Auwmobile vom 1. Oktober 19V6 bis 30. September 1907 verletzten oder getöteten Personen außerordentlich hoch. Sie beträgt 2564! Verletzt wurden 2419, getötet 145 Personen, und der fach- liche Schaden wird auf 88 075 M. geschätzt. Nach einer Broschüre des Ingenieurs Kuhn„Die Opfer des Automobils", bearbeitet nach dem Material des Kaiserlichen Statistischen Amts und des Berliner Polizeipräsidiums, sind die Opfer des Automobils meist mitten aus ihrer beruflichen Tätigkeit herausgerissene arbeitsame Menschen, die weder durch Leichtsinn, noch durch Gebrechlichkeit oder Trunken- heit unter die mörderische Maschine gerieten. Alle polizeilichen Vorschriften, die erlassen worden sind, um die Gefahr zu verringern, haben sich als nutzlos erwiesen, insbesondere die Vorschrift, daß das Automobil eine leicht erkennbare Nummer tragen muß. In 99 von 100 Fästen wird im Augenblick des Unfalls niemand auf die Nummer des schnell dahinsausenden Automobils achten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Dem Antrag, das Gesetz an eine Kommission zu verweisen, werden wir zustimmen, unter allen Umständen aber müssen wir verlangen, daß eine staatliche Zwangsversicherung der Automobil- besitzer eingeführt wird. Es muß dafür gesorgt werden, daß der Geschädigte sich auch wirklich an jemand halten kann, der ihm nicht entwischt. Das ist nur möglich bei einer Zwangsgenossenschaft der Automobilbesitzer. Vor drei Jahren stand ja auch die Regierung auf dem Standpunkt, daß für die Automobilbesitzer eine Versiche- rungsprämie keine besondere Rolle spielen könne.— Ganz unannehmbar ist für uns der Z 6. Danach soll die Haftung im Falle der Tötung eines Menschen bis zu 50 000 M. gehen, werden aber mehrere Menschen getötet, so ist die Grenze auf 150 000 M. fest- gesetzt! Hier ist also das Leben des einzelnen, wenn z. B. sechs Menschen verunglücken, nur mit 25 000 M. bewertet. Dieser Para- araph muß in der Kommission vollständig umgeändert werden. Wir hoffen, daß in der Kommission ein Gesetz zustande kommt, das nicht auf dem Verschuldungs-, sondern aus dem GefährdungL- Prinzip aufgebaut ist. Ein solches Gesetz wäre ein Segen für ganz Deutschland; denn unter der jetzigen Kalamität leidet nicht allein der Bürgerstand und die Landwirtschaft, sondern auch der ganze große Arbeiterstand.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Damm(Wirtsch. Agg.): Bei der Eisenbahn und auch bei reichen Straßenbahngesellschaften ist eine unbegrenzte Haftung möglich, bei Privatpersonen dagegen nicht. Allerdings halten wir die in§ 6 vorgeschlagene Begrenzung der Haftpflicht nur für einen Notbehelf und wünschen statt dessen möglichst bald die Einrichtung einer allgemeinen Zwangsversicherung.(Bravo i bei der Wirtschaft- liehen Vereinigung!) Abg. v. Oerven(Rp.): Wenn im Automobilverkehr erst die not- wendigen Sicherheitsvorkehrungen geschaffen sind, wird das Auto- mobil bald ebenso populär werden, wie jetzt das Fahrrad. Unbedingt notwendig ist aber die prinzipielle Anerkennung, daß ein durch ein Automobil Verletzter, falls ihn selbst kein Verschulden trifft, vollen Schadenersatz zu verlangen berechtigt ist. In dieser Richtung sind die Bestimmungen des Gesetzes ganz ungenügend, die vorgeschlagene Begrenzung der Haftpflicht ist nicht annehmbar, das Nichtigste wäre eine allgemeine Zwangsversicherung, doch möchte ich an dieser Forderung das Gesetz nicht scheitern lassen.(Bravo! rechts.) Abg. Werner(Ant.): Das Automobil ist das Fahrzeug der Zukunft: das bedeutet aber nicht, daß man die Fußgänger den Automobilisten schutzlos preisgibt. Einflußreiche Kreise haben be- die Flugmaschine und man vernahm zeitweilig ganz deutlich die rhythmische Bewegung der Schrauben und unterschied auch die drei in der Gondel befindlichen Personen. Das Luftschiff, das ohne vorhergehende Reklame gestern seine Feuertaufe erhalten hat. ist von den Jngeuieurosfizieren Major Mario und Hauptmann G r o c c o und R i s c a l d o n i konstruiert worden. Der Ballon besteht aus einem besonders präparierten Baum- lvollgewebe, ist zylindersönnig, 39 Meter lang, hat einen größte» Quer- durchmesser von 7 Meter und 2800 Kubikmeter Inhalt. Das Gerüst ist aus weißem Metall. Bei eiuern mittleren Gasdruck von 20 Milli« meter trägt der Ballon 40 Kilogramm für jeden Meter seiner Länge. Der„Ballonet" besteht aus zwei Abteilungen»nd hat ein viertel des Rauminhalts des ganzen Ballons. Das Schiffchen— 10 Meter lang, 1 M. breit— das ohne Taue direkt mit kurzen Stäben an dem Ballon befestigt ist, enthält alle Apparate zur Leilung und Be- wegung des LufrschiffeS, während der Ballon nur die Aufgabe hat, das Lustschiff zu erheben und in der Luft zu erhalten. Der Motor- opparat, der in zwei Schrauben ausläuft, dient gleichzeitig der Lenkung und der Fortbewegung. Ein dreieckiges und zwei rechteckige Steuer, die an der Hinterseite angebracht sind. haben nur Hilfs- ftmktioncn. Die Richtung wird durch die Schnelligkeit der betten Schrauben bestimmt, etwa wie beim Rudern eines Bootes, das sich bei stärkerer Bewegung des reckten Ruders nach links wendet und umgekehrt. Der Molar ist in Frankreich gebaut und ist 60 Pferde- trätte stark. An Ballast wurden 250 Kilogramm mitgenommen, aber nur 15 ausgeworfen. Ueber die Gewichtsverhälinisse des ganzen Ballons und seiner Teile ist bis jetzt nichls mitgeieill worden. Der Ballon ist um 11.40 auigestiegen und hat bei günstigem Winde die Fahrt nach Rom— 40 Kilometer in gerader Linie— in 35 Minuten zurückgelegt. Er hat sich dann über den Monte Mario und den Vatikan nach dem Kapital zu bewegt, oberhalb desselben mehrere Evolutionen ausgeführt und über den Ouirinal und Monte- citorio den Rückweg eingeschlagen. Hierbei halle der Ballon starke» Gegenwind, so daß die Rückfahrt etwa 50 Minuten dauerte. Der Abstieg erfolgte ohne Zivischenfälle. Das Luflschiff wird jetzt sofort auseinandergenommen. E« hat nur den ersten Experimenten dienen sollen, um die Brauchbarkeit deS Systems zu demonstrieren. In dieser Hinsicht war die Fahrt nach Rom cniicheidend. Es wird nun ein neues Luflschiff in größeren Dimenfionen gebaut werden. Der Ballon war seit 97 Togen gefüllt. ohne irgend welche Schäden aufzuweisen. In Rom herrscht großer EnthustaSmuS über den im Verborgenen vorbereiteien Erfolg. Humor«nd Tatire. Maliziös.„Denken Sie das Unglück, mein Chauffeur hat heute, als er meine Frau spazieren fuhr, mitten im Walde um» geworfen/ »Ja, man hat schon lange etwas gemunkelt/ wirkt, daß das vorliegende Gesetz recht günstig für die Auto- mobilistcn ausgefallen ist. Leider fehlt in ihm eine Zwangs- Versicherung der Automobilisten. Eine solche wird auf die Dauer kaum zu vermeiden sein. Hiermit schließt die Diskussion, und der Entwurf wird an eine 2lgliedrige Kommission verwiesen. Es beginnt die erste Lesung der Justizgesetze (Novellen zum Gerichtsverfassungsgesetz, der Zivilprozeßordnung. zum Gerichtstostengesetz und zur Gebührenordnung für Rechts- anwältc). Staatssekretär im Reichsjustizamke Nieberding begründet in einer längeren, zum größten Teile unverständlich bleibenden Rede die Vorlage. Er verweilt besonders ausführlich bei der Erhöhung der Summe, für die in Zivilsachen die Amtsgerichte zuständig sind, von 300 aus 800 M. Abg. Dr. Heinze(natl.): Im Mittelpunkte der vier Novellen steht die Amtsgerichtsreform; sie will eine Verbilligung und eine Beschleunigung der Prozesse erreichen, lvas nur zu billigen ist; doch geht sie keineswegs radikal vor. Daß die Amtsgerichte in Zukunft über Sachen bis zu 800 M. statt wie jetzt bis zu 300 M. urteilen sollen, ist nur zu billigen. Unzweifelhaft hat die Novelle auch im Anwaltssiande eine starke Beunruhigung hervorgerufen. In der Tat wird sie auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des An- «valtsstandes nicht unwesentlich einwirken, denn zweifellos werden die Anwälte in Zukunft weniger in Anspruch genommen werden als jetzt. Geiviß muß der einzelne Stand der Allgemeinheit gegenüber zurücktreten, aber man muß sich doch immer gegen- ivärtig halten, daß ein blühender Anwaltsstand von größter Bc- deutung ist. Alles in allem billigen wir also die Tendenz der Entwürfe, soweit sie auf eine Beschleunigung und Verbilligung des Amtsgerichtsprozesses gerichtet ist, sowie auch das Bestreben, Sondergerichten entgegenzuarbeiten Wir haben aber Bedenken, ob die einzelnen Bestimmungen diesen Zweck erfüllen werden. Deshalb beantragen wir eine Kommission von 28 Mitgliedern und hoffen, daß wir in dieser Kommission auch die Strafprozeßordnung werden behandeln können. Hieraus wird ein Vcrtagungsantrag angenommen. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung auf Freitag 1 Uhr an mit der Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen Beratung� Abg. Singer(Soz.): Ich bitte auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung die eingegangenen Interpellationen zu setzen. Ich beziehe mich dabei auf den Z 32 der Geschäftsordnung, in dem bestimmt ist, daß Interpellationen von dem Präsidenten des Reichstags dem Reichs- kanzler schriftlich mitzuteilen sind und daß der Präsident den Reichs- kanzler in der nächsten Sitzung des Reichstags zur Erklärung darüber aufzufordern hat, ob und wann er die Interpellation beantworten werde. Vizepräsident Dr. Pausche: Der Herr Präsident hat mich bc- auftragt, dem Hause zu erklären, daß der Herr Reichskanzler bereit ist, die Interpellationen am Montag, spätestens Dienstag nächster Woche zu beantworten. Da es aus diesem Grunde zwecklos wäre. die Interpellationen morgen auf die Tagesordnung zu setzen, hat der Präsident von diesem Vorschlage Abstand genommen. Abg. Singer(Soz.): Nachdem nunmehr feststeht, daß seitens deS Herrn Reichskanzlers von dem ihm zustehenden Recht, den Tag zu bestimmen, wann die Interpellationen beantwortet werden sollen, Gebrauch gemacht worden ist, habe ich keinen Anlaß, meine" Antrag für morgen aufrecht zu erhalten. Es bleibt somit beim Vorschlage des Präsidenten- Schluß 6 Uhr._ ßeamtenbeioldung. Die verstärkte Budgetkommission des AbgeorbnetenhanseS fetzte am Donnerstag die Beratung der Bcsoldungsvorlagen fort. Die Debatte drehte sich wesentlich um die Verhältnisse der Lokomotib» Heizer und Schiffsheizer, für die Redner verschiedener Parteien eine Gehaltsaufbesserung forderten. Obwohl aus der Mitte der Kom- miision auf den schweren Dienst dieser Beaniten hingelvicsen wurde, widersetzten sich die Vertreter der Regierung doch allen Anträgen, die über den Regierungsentwurf hinausgingen. Im Verlauf der Debatte gab UnterstaatSsekretär DomvoiS die Erklärung ab, daß in den einzelnen Verwaltungen vollständig über- einstimmende Grundsätze über die Anstellung der Unterbeamten nicht bestehen. Im allgemeinen würden die Unierbeamten, auch die etatS« mäßigen, auf Kündigung eingestellt, die mittleren und hohen Beamten Im Zuge. Schaffner:„Nanu? Sie sind doch mindestens sechziger Jahre, das ist doch ein Kinderbcllett?" A a r o n:«Nu, mer sind doch alle Kinder Israels I" Raffiniert. Arzt:«Also, Herr Meher, ich kann Sie nur dann kurieren, wenn Sie mir feierlich versprechen, alle meine An« ordnungen zu befolgen." Meyer:«Gut, Herr Doktor, ich verspreche eS Ihnen/ Arzt:»Schön, das erste, was Sie zu tun haben, ist, baß Sie mir meine vorjährige Liquidation bezahlen 1" («Lustige Blätter'.) Notizen. — Theaternachrichten. Leo Blechs cinaksige Oper „Versiegelt' wurde bei der Uraufführimg im Hamburger Stadt-Theater fteundlich aufgenomminen.— Das Drama „ T a n t r i s, der Narr' von Er» st Hardt erzielte bei der Premiere im Deutschen S�ch auspielhause zu Ha n, bürg eine» schönen Erfolg(für diese Dichtung ist dem Anior ein Teil des staatlichen Schillerpreiseö zuerkannt worden; der andere Teil des Preises ist Karl Schön Herr zugefallen).— Edmund Eyßlers Operette«Das G l ü ckö s cb w e i n ch en' gcsiel bei seiner Erstaufführung im Leipziger Operctten-Theater. — AIS Holger Drachmann-Museum wird der Ge- meinderat von S k a g e n die Villa des verstorbenen Dichters ein- richten. — Eine Gesellschaft zur Vereinfachung der englischen Rechtschreibung hat sich in London ge- bildet. — Das Pestrnpcr Gräberfeld bei Wildeshausen, der größte prähistorische Friedhof Nordwcstdeuischlauds mit 350 Hügel- gräbcm(darunter drei Koiiigsgrüber) wird von der oldenburgischen Negicmng angekauft werden. — Der Geruch der Steine. Der eigentümliche Geruch mancher Steine beim Zusammenschlagen zweier Slücke, wie man ihn besoiiderS bei Ouarzstücken leicht beobachten kann, ist. so lesen wir in der„Naturwissenschaftlichen Wochenschrift', nach sorgfältigen Untersuchungen von I. und A. Piccard aus Zersetzung von Spuren organischer Stoffe(z. B. Fette) zurückzuführen, die infolge der an der Stoßstelle erzeugten Wärnie eintritt. An ganz frischen und nicht berührten Bruchflächen tritt der Geruch nicht auf. Der Genichs- sinn ist demnach empfindlich genug, um aus die angegebene Weise die geringsten Veronreimgungen der Gestcinsobcrflache zu bemerken. dagegen unlündbar. Wie verfchieden die Verhältnisse sind, geht Die Frage, ob die im Fuhrwerksbetriebe gegenwärtig stie caufe mit 100 bon 110 Stimmen; 9 Bettel find weiß, 1 trägt daraus hervor, daß z. B. Kanzleidiener in einigen Ministerien Arbeitszeit nachteilige Folgen für die Gefund- den Namen Hoffmann. Bisher auf Ründigung angestellt wurden, in anderen nicht. Jezt ist beit, Fortbildung oder das Familienleben der An- Bon den Stadtvv. Schmidt, Goldschmidt, Jden, Landsberg, eine lebereinstimmung dahin erzielt, daß fie lebenslänglid) ange- gestellten herbeiführt habe, wurde von 48 bejaht, von 52 ver- Leng, Liebeherr, Mertens, Tollsdorf ist folgender Antrag cinstellt werden. Im allgemeinen geht das Bestreben der Regierung neint. Bejaht ist die Frage nur von einer Unternehmerorganisation, da gebracht: dahin, auch alle Unterbeamten unlündbar anzustellen. gegen von 47 Arbeitnehmerorganisationen. Nur 2 Arbeitnehmerausschüsse Transportarbeiter haben sich den Votum der Unternehmer ander Innungen und eine Verwaltungsstelle des Zentralverbandes der gefchloffen. " Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu er suchen, den Bau des Tunnels unter den Gleisen des Gorlizer Bahnhofs zur Verbindung der Görlißer und Wiener Straße zu beschleunigen, eventuell die im Wege liegenden Sinderungsgründe bekanntzugeben. Stadtv. Schmidt( A. L.) verweist auf die Verschleppung, die die Ausführung dieser feit 20 Jahren angestrebten Verkehrserleichte rung augenscheinlich erfahre. Außer einer Vermessung sei bisher nichts geschehen. Bürgermeister Dr. Neide: Die Ungeduld der intereffierten Bes völkerung ist begreiflich. Es handelt sich aber um ein Bauwerk, Eisenbahnverwaltung hat verkehrstechnische und auch Bedenken, das nicht zu unterschäßende technische Schwierigkeiten bietet. Dic die auf bautechnischem Gebiete liegen; die Erledigung dieser Bedenken erfordert Zeit, wird aber demnächst beendet sein, so daß der Plan dem Minister zur Genehmigung vorgelegt werden kann. Stadtb. Schmidt zieht hiernach seinen Antrag zurüd. Stadtb. Tolksdorf( Soz.): So gewiß eine derartige Sache nicht Nunmehr wurde zur Abstimmung über die zu dem Titel Beamten der IV.& lasie" vorliegenden Anträge gefchritten. Ein Antrag forderte, daß die Gehälter auf 1200 bis 1800 m., Als Gesundheitsschädigungen wurden insbesondere angeführt: anftatt auf 1200 bis 1700 22., normiert werden. Ein zweiter Erkältungen, durch die lange Arbeitszeit hervorgerufene Ermüdung, Antrag ging dahin, eine neue Beamtenflaffe mit dem Gehalt Heberanstrengung oder Erfchlaffung, befonders bei großer size im bon 1200 bis 1800. zu fchaffen und in diese Stlasse Sommer, und die dadurch bedingte große Ünfallhäufigkeit, die Gerichtsdiener und Staftellane bei den Oberlandesgerichten, die Berbauungsstörungen, Magen- und Darmkrankheiten als Folge der Gerichtsdiener, Kajiellane und Gefangenauffeher sowie die Seizer ungeregelten Lebensweise, vorzeitiger Verbrauch der Kräfte, bei den Landgerichten und Amtsgerichten, die Auffeber bei den beNervofität. fonderen Gefängnissen der Justizverwaltung und die Auffeher bei den wurde dargelegt, mit dem Berufe verbunden. Außerdem sei bei der Frühes Siechtum oder früher Tod, Bauchleiden ufto. feien, Bolizeigefängnisfen, beim Polizeigewahrsam in Berlin und bei der langen Arbeitszeit die Fortbildung ganz ausgeschlossen, das Strafanstaltsverwaltung einzureihen. Ein dritter Antrag wollte den& amilienleben mehr oder weniger gestört. Gefangenauffehern und Gerichtsdienern, welche gleichzeitig als Auf- Das vorhandene Material, ergänzt durch Auskunft der Kranten seher bei Gefängnissen beschäftigt werden, nicht pensionsfähige faffen, wurde dem Reichsgesundheitsamt überwiesen, um Stellenzulagen von 100-200 m. gewähren. Ein vierter Antrag Gutachten abzugeben. Dieses- in Kürze wiedergegeben geht dahin, fo leicht bonftatten gehen kann, so muß ich doch mein Befremden über die gesundheitsschädlichen Wirkungen der langen Arbeitszeit ein berlangte, daß nicht nur die mit der Wahrnehmung der Boten- daß für den Personenfuhrwerksbetrieb mit üldjicht auf die all- aussprechen, daß der am 19. September 1907 hier angenommene meistergeschäfte beauftragten ersten Gerichtsdiener bei den Land- gemein gefunde und wenig anstrengende Tätigkeit leine befondere Antrag weit mehr als ein Jahr ohne definitiven Bescheid geblieben gerichten und dem Amtsgericht Berlin- Mitte, fondern über. Schädigung für die Arbeiter vorliegt, fofern eine fechs- bis ift. Bir hören jekt, daß die Ausführung wenigstens im nächsten haupt bei allen Landgerichten und Amtsgerichten nicht siebenstündige Nachtruhe gewährt wird. Bei der Frühjahr begonnen werden kann. Es sollte doch, nachdem unsererpenfionsfähige Zulagen von 150 Mart erhalten. Ein fünfter früheren Unterbrechung der Nachtruhe würde es auch genügen, wenn feits alles geschehen ist, um die Sache zu fördern, nachdem die Antrag bezweďte die Versegung der Lokomotivbeizer in die sechste den Arbeitern tagsüber hinreichend Gelegenheit gemittel längst bewilligt find, nunmehr etwas mehr Feuer dahinter Klaffe( Gehalt 1400-2000 22.) Gin sechster Antrag wollte das boten würde, das Verfäumte nach aubolen. Für die gemacht werden, damit der Tunnel unter der Bahn, die sich in Gehalt für die Lokomotivheizer in jeder Stufe um 100 m. erhöhen. Sutiher im Lastfuhrwert empfiehlt das Gefundheits- diesem Fall geradezu als ein Verkehrshindernis darstellt, endlich Alle biele Anträge wurden abgelehnt. Dagegen befchloß die amt eine Rubezeit bon zehn Stunden und eine Be durchgeführt wird.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Rommission einstimmig, das Höchstgehalt derjenigen Lokomotivheizer, Stunden. Die Arbeit der Stalleute hält das Reichsgesundheitsamt fahränkung der Sonntagsarbeit auf zwei bis drei Die Angelegenheit ist damit erledigt. die nicht Lokomotivführer werden, bon 1700 auf 1800 M. zu erweber für anstrengend, noch für ungesund. Die Feier des 100jährigen Jubiläums der Städteordnung soll nach den auf Grund der Beschlüsse der höhen. Die Regierung hat ihr Einverständnis mit diesem Antrage Der Standpunkt des Reichsgesundheitsamts fand im Beirat nur am 6. Februar eingefeßten gemischten Deputation vom Magistrat erflärt. von einer Seite Unterſtügung. Von der anderen Seite wurde hervor gemachten Vorschlägen folgendermaßen begangen werden: Bur Klaffe 5 gehören 4889 Beamte, und zwar Unterbeamte in gehoben, daß es einen Eingriff in die Tätigkeit des Beirats für verschiedenen Ressorts mit 1400 bis 1800 M. Gehalt. Hierzu lag Arbeiterstatistik bedeutet, wenn das Reichsgesundheitsamt zu Borein Antrag der Konfervativen vor, die Stut, Sattel- und Futter- fchlägen greift, die dem Beirat für Arbeiterstatistil vorbehalten meister aus biefer Stlaffe herauszunehmen und in die nächste Klaffe Reichsgefundheitsamt ein fo erweiterter Auftrag vom Reichsamt bleiben müssen. Es stellte sich allerdings dabei heraus, daß dem ( 1400 bis 2000. Gehalt) einzureihen. Der Antrag wurde abbes Junern erteilt war; ein nicht empfehlenswertes Vorgehen, das mit gelehnt. den bisherigen Gepflogenheiten vollkommen bricht. Oder soll der Beirat lediglich Deloration werden? Der Beirat schloß sich dem Gutachten des Reichsgesundheitsamtes nicht an, hielt vielmehr in feiner geftrigen Sigung in allen Teilen des Fuhran vorliegend, daß für die Arbeiter baraus gefund staltet werden. verts betriebes fo übermäßige Arbeitszeit für 2. Es sollen estatte in den städtischen Schulen beranbeitsichädliche Folgen entstehen müssen. Von einem 3. Gin Fest att im Rathause für die städtischen Behörden Regierungsvertreter wurde im Gegensaz hierzu mit großem Rach- und ein Festalt in der Turnhalle Bringenstraße für brud der Standpunkt vertreten, das Droschten und Kutscherfuhrwert weitere Kreise der Bürgerschaft sollen stattfinden. von einer Regelung der Arbeitszeit auszunehmen. Desgleichen 4. Eine Jubiläumsstiftung mit 500 000 M. Kapital wurde darauf hingewiesen, daß die Arbeiter in diesen Betrieben bei zur Unterflüßung ehemaliger besoldeter und unbefoldeter Geder mündlichen Bernehmung vielfach selbst eine Beschränkung der meindebeamten und deren Hinterbliebener soll begründet werden. Arbeitszeit abgelehnt haben. Der Beirat lehnte die dahingehenden 5. Die für die Vorhalle des Rathauses bestimmten beiden Borschläge ab und legte seine grundfäßliche Stellung in folgender Bronzetafeln mit den Namen der Oberbürgermeister und Beschlußfassung nieder: Stadtverordnetenvorsteher von Berlin follen bei dem Festalte im Rathause enthüllt werden. Die Klaffe 6, die 1400 bis 2000 m. Bezieht, umfaßt 19 707 Be amte, darunter allein 16310 Wagenmeister, Schirrmeister, Telegraphisten, Lademeister, Weichensteller erster Klaffe, Bahnhofsauffeher, Fahrkarten ausgeber. Es wurde befchloffen, die Wagenmeister, Telegraphisten, Lademeister und Weichensteller 1. Klasse in die nächsthöhere Atlaffe aufräden zu laffen( 1400 bis 2100 2. Gehalt). Anträge, auch die Fahrtartenausgeber, Schirrmeister und Werfführer aufrücken zu laffen, wurden abgelehnt: der Antrag, der sich auf die Werkführer bezog, mit Stimmengleichheit. Weiter wurde für die Maschinenmeister beim Abgeordnetenhaus und beim Herrenhaus insofern eine Befferung erzielt, als für sie die Aufsteigefristen fürger bemeffen wurden; sie erhalten also schon nach fürzerer Zeit das Höchstgehalt bon 2000 m. Endlich wurde troß des Widerspruchs des Finanzministers Freiherrn b. Rheinbaben, der die Tätigkeit der Gendarmen nicht genug preifen konnte, die Gleichstellung der Fischmeister mit den Gendarmen beschlossen. Unter die Klaffe 7( 1400 bis 2100 M.) fallen die Bollauffeher, Zugführer und Steuermänner, Stromlotsen, Schußleute und Gendarmen. Die Bertreter der Regierung wandten sich wiederholt gegen einen Antrag, den 8ollauffehern den Nang von mittleren Beamten zu verleihen und sie in eine höhere Slaffe zu verfeßen. Der Antrag wurde denn auch abgelehnt. Auf Anfrage aus der Mitte der Kommission teilte Unterstaatssekretär Dombois mit, daß die Gendarmen neben ihrem Gehalt Wohnungsgeldzuschuß von 150 bis 480 m., durchschnittlich 300 M., und außerdem in den Industriezentren noch Stellenzulagen bis zu 200 m. beziehen. Anträge lagen hierzu nicht bor. Ein Antrag, die Magazinverwalter und Materialienschreiber in der Bauverwaltung ebenso au stellen wie diese Beamtenkategorien in der Eisenbahnverwaltung, fand nicht die Zustimmung der Kom miffion, ebensowenig ein Antrag, alle Beamten dieser Klaffe im Endgehalt um 100 2. aufzubeffern. Die Debatte wandte sich hierauf aur Klaffe 8( 1650-2300 02.) Diese Stlaffe gählt 1699 Beamte, barunter 556 Gerichtsvollzieher der nieberen Gehaltstlaffe, 707 Bolizeiwachtmeister in Berlin und Um gebung, 251 Polizeiwachtmeister in den Provinzen. Das Zentrum beantragt, die Gerichtsvollzieher in Klaffe 12( 1650-3800 M. Gehalt) einzustellen, ihnen also ein Endgehalt von 1000 m. über die Regierungsvorlage hinauszugehen. Der Zweck des Antrages ist, nur eine Klaffe von Gerichtsvollziehern zu schaffen. Die Freifinnigen be antragten die Gleichstellung der Gerichtsvollzieher niederer Klasse mit den Ranglisten bei den Amts- und Landgerichten. Gegen den Antrag des Zentrums machte die Regierung organisatorische Bedenken geltend; fie meinte, daß dem Gedanken des Antrages. erst nach Durchführung der Zivilprozeßreform näher getreten werden könne. Der Antrag wurde infolgedessen zurückgezogen, ebenso der freifinnige Antrag, da nach den Erklärungen der Regierung im ganzen mur fechs Beamte davon betroffen werden. Freitag: Fortsetzung. Aus dem Beirat für Arbeiterftatiitik. Die Erhebungen über die Arbeitszeit, Sonntagsruhe und Beschäftigungsverhältnisse im Fuhrwerksbetriebe, bie im Jahre 1902 eingeleitet wurden, find nunmehr zum Abschluß gelangt. 1. Den im privaten gewerblichen Fuhrwerksbetriebe befchäftigten über 16 Jahre alten Berfonen ist eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens neun Stunden innerhalb der auf den Beginn ihrer Arbeit folgenden 24 Stunden zu gewähren. Die Ruhezeit darf nur in Notfällen, fowie, falls die Ruhezeit auf 10 Stunden ausgedehnt wird, bis zu einer Stunde zum Füttern und Tränken der Pferde unterbrochen werden. Der Zeitraum zwischen zwei Nuhezeiten, der auch die ArbeitsBereitschaft und die Ruhepausen umfaßt, darf höchstens 15 Stunden betragen. 1. Eine von einem höheren städtischen Lehrer verfaßte eftfchrift historischen Inhalts, welche die Bedeutung der Städteordnung unter Würdigung der Verdienste des Frhrn. v. Stein und städtischen Lehranstalten, ausgenommen die Vorschüler, an die feiner Mitarbeiter darstellt, soll an die Schüler aller höheren Schülerinnen der städtischen höheren Mädchenschulen mit Ausnahme der unteren Klassen, an die Schüler und Schülerinnen der 5 obersten Klassen der Gemeindeschulen, an die Schüler der Pflichtund Wahlfortbildungsschulen, an die Schüler und Schülerinnen der staatlichen höheren und der privaten Lehranstalten, aufammen faft 200 000 Schüler, verteilt werden. Außerdem sollen von der Denkschrift des Prof. Silbergleit über die preußischen Städte mit mehr als 25 000 Einwohnern 300 Gremplare à 5 M. zur Verteilung in der städtischen Verwaltung beschafft werden. Die Gesamtkosten werden auf 12 000 m. veranschlagt und die Zustimmung der Bersammlung zu deren Verausgabung nach gesucht. Die Genehmigung wird ohne Debatte erteilt. Die Verfügung des Magistrats, durch welche dem Kämmerer die Last der Mitzeichnung der Kaffenanweisungen abgenommen wird, nimmt Stadtb. Kampf( A. L.) mit großer Genugtuung aur Senntnis und regt gleiche Vereinfachungen des Geschäftsganges 2. Eine Verlängerung des Zeitraums zwischen zwei Ruhepaufen ist für den Betrieb bis zu dreißigmal im Jahre zuläffig. Doch darf diese Verlängerung in einer Kalenderwoche nicht ohne Genehmigung der Polizeibehörde mehr als zweimal erfolgen. bei den anderen Berwaltungen an.( Beifall.) 3. Den bei dem schweren Lastfuhrwerte und mit Stallarbeiten befchäftigten Berfonen find zwischen den Arbeitsstunden zusammenhängende Baufen von zusammen mindestens zwei Stunden Dauer, barunter eine mindestens einstündige Mittagspause, au gewähren. 4. Die im Fuhrwerksbetriebe beschäftigten Berfonen find in fedem Bierteljahr mindestens an vier Sonntagen von aller Arbeit freizulaffen. Der Abbruch der städtischen Babeanstalt im Nordhafen, die unbenutzbar geworden ist, soll demnächst erfolgen. An den übrigen Sonn- und Festtagen dürfen die bei dem schweren Laftfuhrwerte beschäftigten Berfonen nicht länger als brei Stunden beschäftigt werden, die fo zu legen find, daß die Beteiligten imftande find, an dem Hauptgottesdienste teilzunehmen. 5. Ist eine im Fuhrwertsbetriebe befchäftigte Berfon in dem felben Betriebe abwechselnd bei fchwerem oder leichtem Lastfuhrwerk bezw. Berfonenfuhrwert oder abwechselnd im eigentlichen Fuhrwerksbetriebe oder mit Stallarbeiten beschäftigt, so finden auf fie die Borschriften der Betriebsart Anwendung, in der fie bortviegend beschäftigt ist. 6. Die im Fuhrwertsbetriebe beschäftigten Personen im Alter bis zu 16 Jahren dürfen an den Werktagen lediglich in den Stunden von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr abends und einschließlich einer einstündigen Mittagspause nicht über acht Stunden, an Sonn- und Festtagen aber überhaupt nicht beschäftigt werden. Die Beschlüsse find weit hinter den Wünschen der Gewerkschaftsorganisation zurüdgeblieben, die einen Magimalarbeits. tag befonders für das Laftfuhrwerk forderte. Unfer Bartei genoffe Robert Schmidt wies auf dieses Verlangen hin, ver Bibtete aber auf einen befonderen Antrag nach der Richtung, ba im Stadtv. Mag Schuls( N. L.) betont, daß demnächst eine weitere städtische Flußbadeanstalt eingehen wird und daß andere ganz außergewöhnliche Reparaturkosten erfordern und verlangt die An lage einer Wolfsbadeanstalt für den Often und Nordosten, die bes völfertften Stadtteile Berlins. Leider habe der Magiftrat bisher fich diesem berechtigten Verlangen gegenüber ablehnend verhalten. Die Vorlage wird angenommen. Die 293. Gemeindeschule befindet sich in Miets. räumen auf dem Grundstück des Eigentümers Gensler, Frankfurter Allee 4. Die Uebergabe der Räume fonnte aber nicht schon am 1. Oftober, sondern erst am 10. Oftober erfolgen. Da der Eigentümer an der Verzögerung unschuldig ist, diese vielmehr durch die verspätete Genehmigung von der Polizei verlangter Nachträge zum Bauschein( bezüglich der Treppen und der Klosettanlage) entstanden ist, soll dem Gensler entgegen dem Wortlaut des Vertrages die volle Miete ab 1. Ottober gezahlt werden und der Abzug von 687,50 M. unterbleiben. Die Vorlage gelangt ohne Debatte aur Annahme. Schluß 7 Uhr. Gerichts- Zeitung. 33 polnische Arbeiter unter Anklage. Ausschuß und auch im Beirat teine Neigung bestand, auf diese Die Heranziehung von ausländischen Arbeitern, die Verträge, Forderung einzugehen. Zudem wurde gegen die Vorschläge des die sie nicht lesen tönnen, unterschreiben, ohne zu ahnen, daß deren Referenten Dr. Fischer und des Ausschusses so beftige Oppofition Jubalt ein ganz anderer ist als der ihnen vorgespiegelte, bildeten erhoben, daß ein weiteres herabdrücken der sehr bescheidenen Borden Anlaß zu einer gestern vor der 1. Straftammer des fchläge verhindert werden mußte. Landgerichts III berhandelten Brozeffes. Die Fortsetzung der Erhebungen im Binnenschiffahrtsgewerbe, Aus der Unterfuchungshaft wurden nicht toeniger als 33 polnische Aus dem sehr umfangreichen Material, das beim Statistischen Landarbeiter und zumeist noch jugendliche ArbeiAmt zur Bearbeitung einging, ist zu entnehmen, daß während des Sommerjahres ungefähr Die älfte des Fahrperfonals eine über die fobann beraten wurde, brachte eine Differenz zum Austrage. terinnen vorgeführt. Da der Sigungsfaal der Straflammer bei Arbeitszeit von 12-14 tunben, ein Drittel 14-16 G war bon einer Seite vorgeschlagen, die Erhebungen als weitem nicht ausreichte, fand die Verhandlung in dem SchwurStunden, 10,4 Bros. länger als 16 Stunden und abgefchloffen zu betrachten, während vom Referenten die Anhörung gerichtssaal des Landgerichts III statt. Hier entwidelte fich ein nur 8,1 Bros. unter 12 Stunden beschäftigt werden. der Unternehmer und Arbeiterorganisationen und ein Gutachten des eigenartiges Bild, welches lebhaft an das Leben und Treiben auf Während des Winterhalbjahres find die Arbeitszeiten allgemein Reichsgesundheitsamts gefordert wurde. Gegen ben letzten Vorschlag bem Auswandererbahnhof Ruhleben erinnerte. Da feiner der Anfirger. Bon den Stalleuten hatten eine Arbeitszeit wurde eingewendet, daß diese Erhebungen den Abschluß der Angeklagten der deutschen Sprache mächtig war, mußte von Anfang an gelegenheit sehr verzögern. Das Material ergebe bereits fo erheb- der Dolmetscher der polnischen Sprache, Geh. Rechnungsrat Groß liche Mißstände, daß eine weitere Ergänzung unnötig sei. Der Beirat entschied fich indes babin, von dem bisher üblichen Wege nicht aus dem Juſtigminifterium, dem Vorfigenden bei der Bernehmung abzuleichen, zumal die Auskunftsperfonen vielfach gerade in der der Angeflagten behilflich fein. Von den 83 Angeklagten Frage berfagten, wie und in welcher Weise eine Regelung der Arbeitszeit möglich ist. bis 12 Stunden.. bon 12-14 Stunden. Sommer Winter 17,2 29,9 Proz 61,9 20,9 49,1 21 Stadtverordneten- Verfammlung. mehr als 14 Stunden Bemerkenswert ist die lange Arbeitszeit ber Omnibus Tutscher. Bon ihnen berzeichnen 83 to 8. eine Dienstzeit bon mehr als 16 Stunden. Das Fahrpersonal ber hotelomnibusfe weift für 50 Broz. ber Angestellten eine Arbeitszeit über 16 Stunden auf; 22 Kutscher gaben eine Be fchäftigungszeit über 18 Stunden täglich an. Für die jugendlichen Arbeiter, die zumeist als Mitfahrer auftraten, beträgt 82. Gigung vom Donnerstag, den 5. November, die Arbeitszeit bei 9,3 Bros über 12 Stunden. 20 Mit fahrer haben fogar 14 Stunden Dienstzeit. Un Sonn- und Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung nach 5% Uhr. Festtagen wurden 96,8 Proz. der Arbeiter herangezogen. Von Ben Stalleuten berrichteten 72,8 Proz. an Sonne und Festtagen Arbeiten. Im einzelnen ergaben sodann die Bernehmungen der Auskunftspersonen vor dem Beirat für Arbeiterstatistit vielfach sehr erhebliche Ausdehnungen der Arbeitszeiten ohne Gewährung regelmäßiger ober genügender Baufen. Im Anschluß an die Erhebungen und die mündlichen Auskünfte find eine Anzahl Unternehmer- und Arbeiterorganisationen befragt. nachmittagsb Uhr. Es sind zunächst zwei Bürger deputierte für die Armendirektion zu wählen. Vorgeschlagen find: 1. der Rentier und Eigentümer Cito lein, Grüner Weg 27; 2. der Brivatier August Rein, Raupachstr. 4; 3. der Kaufmann Alfred Sch mahn, Ritterstr. 20. Die Herren Klein und Rein werden mit je 67 von 84 Stimmen gewählt; Herr Schwahn erhält 17 Stimmen. Um 6 Uhr steht die Wahl eines Stadtbaurats an. Das Graebnis ist die Wieberwahl des bisherigen Stadtbaurats wußten 24 nicht, wann und wo fie geboren waren Die Anflage lautete auf gemeinschaftlichen aus. friebensbruch, Nötigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und bersuchter Gefangenen befreiung. Als Rädelsführer war der Borarbeiter Johann Bist on angeklagt. Die sämtlichen Angeklagten waren als Landarbeiter auf dem Gute des Domänen pächters Mühlpfort in Berge bei Nauen beschäftigt. Anfangs September entstanden zwischen dem Arbeitgeber und dem Angeklagten wegen Lohnforde rungen Differenzen. Da die nach Ansicht der Arbeiter berechtigten Forderungen nicht erfüllt wurden, so zogen die Arbeiter auf den Gutshof. Dort follen sie einen furchtbaren Standal gemacht haben, Mühlpfordt felbft folle mit Totschlag bedroht und, als er die Aufgeregten beruhigen wollte, angegriffen fein. Erst durch das Eintreten des Wirtschaftseleven von Treskow foll es Mühlpfordt gelungen sein, sich aus der äußerst gefährlichen Situation au retten. Es wurde fchleunigft bolizeiliche Silfe requiriert. Als ber Gen Ferner wurde bekannt gegeben, daß am 12. November eine öffentliche Töpferversammlung bei Keller stattfindet, welche der Einigung mit den Lokalisten dienen soll. Vermischtes. Aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten. Wilhelm II. fentt eine Kirchenglode. Auf ein von dem Pastor der New Yorker deutsch- reformierten Stirche Julius Jäger gerichtetes Gefuch, zu dem bevorstehenden 150. Jahresfeste der Gründung der Kirche derselben eine Glode zu dedizieren, hat Wilhelm II. Zufage erteilt und die Kirchenglocke soll sich bereits auf dem Wege noch dort befinden. Steuerfcheu. Ünter Millionären in Amerika wird es immer darm Brüning I den Arbeiter Piston verhaften wollte, brangen berg, Obermeister Schmidt und König, polemisierten gegen die Polen auf ihn ein, rissen ihn zu Boden und schlugen die Verordnung, weil deren Durchführung das Bädergewerbe auf ihn ein. Der Gendarm machte von feinem Säbel Gebrauch schädige und zahlreiche Meistec dem Ruin entgegenführen müsse. Die Verhandlung vor Gericht war mit den größten Schwierig. Der Inhalt aller Reden zeigte jedoch, daß die Redner nicht die feiten berknüpft und zog sich deshalb bis in die späte Nachmittags- Interessen der Bädermeister, nicht die Interessen des stunde hin. Es mußte eine größere Anzahl frei- andwerks, sondern lediglich die Interessen freiber Hausbefizer vertraten. der Hausbesizer bertraten. Das geht mit zweifelloser gesprochen werden. Gegen den Anführer Piston lautete das Deutlichkeit aus folgendem hervor: Die Reinlichkeitsvorschriften Urteil auf drei Monate Gefängnis unter Anrechnung von und diejenigen Bestimmungen der Verordnung, welche feine bau sechs Wochen der erlittenen Untersuchungshaft, die strafmündigen An- lichen Beränderungen nötig machen, werden, wie allgemein begeklagten wurden zu je einem Monat Gefängnis, die hauptet wird, selbstverständlich ohne Widerspruch von den Bäderunter 18 Jahre alten Angeklagten au 14 Tagen Ge- meistern durchgeführt. Nur dagegen wandten sich die Redner, daß fängnis verurteilt. Die Strafen wurden zum größten Teil als auch die Bestimmungen über Höhe und Rauminhalt der Bädereien durch die Untersuchungshaft für verbüßt angefehen. Die Angeklagten durchgeführt werden sollen. Es genügt ihnen nicht, daß die von den Behörden erteilten Dispense dem derzeitigen Inhaber der sollen nach der Haftentlassung über die Grenze abgeschoben werden. Bäderei erteilt werden, sondern es wird berlangt, der Dispens Roosevelt als Privatmann. Laut New Yorts Leider hatten die Angeklagten feinen Verteidiger, der in der soll für den Betrieb gelten. Das bedeutet in Wirklichkeit Times" wird Roosevelt nach der Rückkehr von seiner Jagdtour nach Lage war, flarzustellen, daß nicht die Arbeiter, sondern die nichts anderes, als daß den Hausbesikern die Vorteile eines Afrifa fich mit Dr. Lyman Abbott in die Redaktion der national Agenten und die Gutsbefizer, der sich deren Hilfe bedienten, die langjährigen Dispenses zugute tommen sollen. Gin Dispens auf politischen Zeitschrift The Outlook" teilen. Wie weiter behauptet Hauptschuld an der Differenz über die Lohnbedingungen und mithin mehrere Jahre ist nach der Angabe eines Redners, des Vorsitzenden wird, wird er auf der Rückreise von Afrika fowohl in Orford, als auch an dem Krawall traf. Die Angeklagten betonten, daß sie sich des Verbandes der Grundbesißervereine, Herrn Bartowsky, auch in Boris Vorlesungen halten. gleichbedeutend mit einem langsamen Tode der betreffenden Hausgegenüber den ihnen daheim gegebenen Versprechungen über befizer. Deshalb verlangt Herr Bartow 8th, daß der Dispens vorteilt fühlten. Dies Gefühl scheint den Tatsachen zu entsprechen. folange gelten folle, wie bas betreffende Haus steht. Also Haus besiberinteressen, nicht Handwerkerinteressen wurden hier vertreten. Ein anarchistisches Urteil über das Soldatenhandwerk" Als warmer Befürworter dieser Interessen, wenn auch in der hat den Kriegsminister zur Erhebung einer Beleidigungsklage gegen Maste des Mittelstandsvertreters, spielte sich der Abg. Kopich den Tischler und Redakteur Richard Fischer veranlaßt, welcher sich auf, nachdem er zunächst die Gewerbeinspektion, weil sie der Gin gestern vor der 9. Straffammer des Landgerichts I wegen Beleidigung ladung der Bäckermeister nicht Folge leisteten, im Tone des SchulDer Offiziere, Kapitulanten und Unteroffiziere des stebenden Heeres meisters abgefangelt hatte. Herr Mugdan sekundierte seinem zu verantworten hatte. Der Angeklagte ist Redakteur der an- Fraktionsfollegen Stopsch in der Befürwortung der Forderungen archistischen Beitfchrift Der Revolutionär". Am 18. April ds. Js. der Grundbesizer. tvar unter der Ueberschrift„ Ein Urteil über das Soldatenhandwerk" Die Berjammlung nahm eine Resolution an, welche sich in ein Artikel erſchienen. Dieser veranlaßte den Kriegsminister, scharfen Worten gegen die Verordnung wendet. In sachlicher Hin Strafanzeige wegen Beleidigung zu erstatten, da das gesamte ficht fordert die Refolution, die Verordnung solle fo durchgeführt Militär mit Barafiten" verglichen wurde, die sich von den werden, wie es vor ihrem Erlaß bom Handelsminister versprochen arbeitenden Klassen ernähren lassen. Der mitverantwortliche und worden sei, nämlich in dem Sinne, daß bestehende Werte nicht geauch mitangeflagte Rebatteur und Schubmacher Hugo& lassynsty fürzt werden. Dementsprechend sollen, wie die Resolution verlangt, ift inzwischen flüchtig geworden, so daß das Verfahren gegen ihn die Gewerbepolizeibeamten angewiesen werden. Für den Fall, abgetrennt werden mußte. Das Gericht hielt eine Beleidigung daß dies nicht geschehen sollte, sind die Einberufer der Versamm für vorliegend, wiewohl nur eine Stritit beabsichtigt war, und er lung beauftragt, an höchster Stelle vorstellig zu werden, enttannte unter Einziehung einer Gefängnisstrafe von fieben Monaten sprechend dem Staiserwort: Dem Handwerk soll geholfen werden." und zwei Wochen, die der Angeflagte zurzeit berbüßt, auf die hohe Strafe von neun Monaten Gefängnis. " 29 Bum§ 153 G.-D. mehr Sitte, fchon bei Lebzeiten ihre Erben zu bedenken, wohl zur Verringerung der Erbschaftssteuer. So hat der Finanzier D. D Mills in New York den Befiz des mit kosten von 1 000 000 Dollar wiederhergestellten, ursprünglich einen Wert von 2 000 000 Dollar repräsen tierenden Mills Building in San Francisco auf seinen Sohn und feine Tochter übertragen. Die Erdbeben. Borgestern abend 9 Uhr 41 Minuten erfolgte abermals dem ,, Vogtländischen Anzeiger" zufolge im ganzen Vogtlande ein außer ordentlich heftiger Erbstoß, der unter der Bevölkerung die größte Beunruhigung hervorrief. Während der Nacht wurden eine größere Anzahl von Erdstößen von geringerer Stärke verspürt. Bon Gesteinsmassen verschüttet: Aus Breslau wird gemeldet: In den Richterfchächten der Laurahütte wurden der Schlei. 8tg." zufolge in vergangener Nacht auf der 206 Metersohle durch unvermutet hereinbrechende Gesteinsmassen drei Mann verschüttet, bon denen einer noch lebend, die anderen beiden aber nur als Leichen geborgen werden konnten. Der Verband der Töpfer hielt am Freitag bei Keller seine In Landsberg a.. find, wie eine Generalversammlung ab, in welcher der Vorstands- und der Klaffen- Meldung von dort befagt, brei Kinder des Arbeiters Supp im Alter bericht vom dritten nartal gegeben wurden. Es wurden ab- bon zwei, drei und fünf Jahren in der Wohnung ber abwesenden gehalten: 2 Generalversammlungen, 1 Mitgliederversammlung, Eltern verbrannt. 3 Agitationsversammlungen, 7. Bezirks und 3 VertrauensmännerDrei Kinder verbrannt. der Goes. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Budj handlungen, Boftanstalten und Kolporteure zum Preise von 3.25. pro Quartal zu beziehen; jeboch fann dieselbe bei ber Boft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Seft toftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Begen angeblichem Terrorismus war der Genoffe Jof. Klein, Beamter des 8entralverbandes der Maurer in Dortmund, unter Auflage gefommen. Die Firma Seifiner hatte bersammlungen. Außerdem 3 Bezirksleiter, 9 Vorstandssizungen Verein der polnischen Sozialdemokraten( P. P. S.). Sonntag, fich geweigert, den Tarif anzuerkennen, worauf über den Bau der und 1 Sizung mit dem Vorſtande des Arbeitgeberverbandes. den 8. November, nachmittags 4 Uhr, findet im Lokal Wischniwski, LömeFirma die Sperre verhängt wurde. Ein Mitglied des Verbandes Streitfälle auf Bauten waren 46 zu erledigen und zwar folgender ftraße 21, eine Mitgliederversammlung ftatt. Auf der Tagesordnung steht hatte die Arbeit nicht niedergelegt. Genoffe Klein begab fich zu Natur: 11 Fälle wegen Veltenere und 17 Fälle wegen Altdeutscher ein Vortrag des Genossen Bleth Oberschlesien über Nationalpolen und Sozialdemokratie". Gäste willkommen. diesem und machte ihn auf die verhängte Sperre aufmerffam. Arbeit. Außerdem wegen Lohnausfall 6 Fälle, Unorganisierte Er ersuchte ihn, er möge zum Bureau des 5 Fälle, des 5 Fälle, Maßregelung 2 Fälle und jonstige Differenzen sonstige Verbandes fommen, dort werde er ihm Ar- 5 Fälle. Sperren mußten 8 berhängt werden. 5 wegen beit nachweifen mit 55 Pf. Stundenlohn. Die Lohnausfall und drei wegen Tarifbruch. Folgende Firmen wegen Eingegangene Druckschriften. Firma Leistner erfuhr hiervon und stellte gegen Genoffen Klein Lohnausfall: Kopale mit 676,90 m., Höpfner mit 217 M., H. Artelt Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Baul Singer) ist loeben das Strafantrag wegen Rötigung und Bergehen gegen§ 158 mit 1428,70 2., G. Artelt mit 128,75. und Heinrich Runge mit 6. Seft des 27. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: der Gewerbeordnung. Die Anklage wurde erhoben und 752,35 M. Legterer ist mit Sad und Back und den Löhnen aus- Gine lebte Gelegenheit. Reform und Revolution. Eine Antwort von Genoffe Klein vom Dortmunder Schöffengericht wirklich zu gerückt. Wegen Tarifbruch: Viek u. Klemm und F. Spiegel. Ferner. Stautsky. Ein neues System der sozialen Harmonie. Bon F. van vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Das Urteil be- die Firma Gustav Brunner, Königs- Wusterhausen. Diefelbe hat den mann.( Fortfegung.) Literarische Rundschau: Die politischen Bartelen und Bur Reform der Strafprozeßordnung. Von Hugo Heines tonte besonders die Gemeingefährlichkeit der Handlung des Tarif gekündigt und will nur einen schlechteren Tarif wieder ab- ihre Tätigkeit. Dr. Sarl Sonnenschein, kann der moderne Etudent sozial Angeklagten. Klein legte gegen das Urteil Berufung ein. Diefe fchließen. Die Sperren G. Artelt und F. Spiegel find erledigt. arbeiten? Bon Ph. Notizen: Das Automobil. Bon k. Zeitschriften hatte Erfolg. Die Dortmunder Straffammer fpiach ihn F. Spiegel beschäftigt aber jetzt nur Sirfche; dieſe arbeiten jedoch unter fchau Bibliographie des Sozialismus. toftenlos frei, nachdem mehrere Zeugen befundet, daß von dem Tarif. Für Bernau wurde ein neuer Tarif auf 2 Jahre abgeschlossen. einer Bedrohung absolut nicht die Rede fein tönne. Die Frequenz des Arbeitsnachweises gestaltete fich folgendermaßen: Ende Juli 298 Arbeitslose( 1907: 127), Ende August 587( 1907: 542) und Ende September 339( 1907: 519). Daß Ende September 1907 mehr Arbeitslose als wie Ende September 1908 zu verzeichnen waren, tommt daher, weil 1907 die Bauunternehmer und Töpfer des 25. Jahrganges erscheinen. Aus dem Inhalt erwähnen wir die beiden Vom Wahren Jacob" wird in den nächsten Tagen die 23. Nummer meister des bevorstehenden Streits wegen mit der Jnangriffnahme farbigen Bilder Gefährliches Spiel" und" Boltstümliche. Borstellungen" fo der Töpferarbeiten auf den Bauten zurüdgehalten haben. Auch haben wie die weiteren Zustrationen Stonkurrenz"," Monolog des wahren fehr viele Töpfer Berlin verlassen oder einen anderen Beruf er- Ruffen"," Der neueste Weltrekord", Am Ballan", Aus der Küche der Bekanntlich ist in Groß- Berlin am 1. Oftober eine Polizei- griffen. Sonst find die Arbeitsverhältnisse noch schlechter wie im Bloitenwüteriche"," Berliner Spitelabenteuer", Anerkennung", Ent Gerordnung in Kraft getreten. Sie stellt an die Beschaffenheit Vorjahre. Die Kaffenverhältnisse sind folgende: Einnahme rüftung" und" Nord und Süd". Der tegtliche Teil der Nummer bringt die der Badstuben gewisse Anforderungen im Interesse der Sauberkeit der Zentrallasse inklusive des Kassenbestandes von 664,08 Gedichte Deutsche Finanzpolitit"," Aus dem Saarrevier"," De fa'sche Wahlund mit Rüdficht auf die Gesundheit der in den Bäckereien Ar- Mark vom zweiten Quartal 14 280,68 m., Ausgabe 13 289,22 m. rechtsgifte"," Ein Impulsiver"," Ummer langsam voran!"" Die schweigende Germania"," In Ungarn"," Die Laufejungen"," Ein alter Diplomat und beitenden. Ein großer Teil der Bädereien entspricht diesen An- Darunter: Un die Lokalkaffe 3388,20 W., für Wanderunterſtüßung fein Sohn"" Die Schurken"," Böllen- Szene" und außer zahlreichen fatiri. forderungen und mußte, um die vorgeschriebene Höhe und den 161,60 M., Reiseunterſtüßung 198,90., Umzugsunterſtügung schen Brofabeiträgen noch die Stizze 3m Rabenflügel von Hans Hhan. Rauminhalt zu erreichen, fleine bauliche Veränderungen erfahren. 205, M., Strantenunterstüßung 2487,35 M., Sterbeunterftüßung Der Preis der 16 Seiten ftarten Rummer ist 10 1. Die Polizeibehörde ist mit der Durchführung der Verordnung den 115,- M., Streifunterstützung 182,20 M., Rechtichup 605,97 9. Bädermeistern in der weitgehendsten Weife entgegengekommen. An die Hauptfaffe 6000. Bleibt somit ein Staffenbestand von m. Wo bauliche Veränderungen erforderlich sind, da ist den Bäcker- 991,46. Einnahme der Lokalfafie, inklusive des Stassenbestandes meistern beziehungsweise Hausbesitzern Dispens erteilt worden, von 1029,99. vom II. Quartal, 8210.12 M. Ausgabe 6761,52 2. das heißt, man lagt ihnen jahrelang Zeit, um die notwendigen Vermögensbestand der Filiale: Konto Deutsche Bant 12 366,90 m., Beränderungen bewerkstelligen zu lassen. Das genügt jedoch den Anteil am Vorwärts" 10 000 m., Anteil an der II. Hypothef bes Bädermeister und Hausbefizern, die in diesem Falle meist die Gewerkschaftshauses 15 000 M., Anteil am Gewerkschaftshaus( un felben Berfonen find, noch lange nicht. Die Verordnung paßt verzinslich) 500 M., Staffenbestand am Schlusse des III. Quartals ihnen überhaupt nicht. Sie möchten am liebsten wieder von der 1448,60 m., zusammen 39 315,50 M. felben befreit werden oder doch mindestens erreichen, daß die VerVerfammlungen. Protest der Bädermeister und Grundbefiger gegen die neue Bädereiverordnung. of " Briefkaften der Redaktion. Die furiftliche Sprechstunde Andes Lindenstraße Nr. 3, swelter dritter Eingang, bier Treppen, abrftubl wochentäglich abends von 7% bie 9% br statt. Geöffnet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 br. Reber Anfrage ift ein Buchftabe und eine Zahl als Werfzeichen betzufügen. Briefliche Aurwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten tönnen 14 Tage Weiter wurde zum Fensterstreit Stellung genommen. Der Bor- bergchen. Gilige Fragen trage mau in der Svrechinunde vor. ordnung nicht auf die schon bestehenden Bäckereien angewandt wird. figende Se game berichtete, baß von den 10 bestreiten Bauten Maßnahme: die Zwangserziehung würde Ihrer Tochter lediglich Berderb O. 2. 100. Das wäre eine vielleicht mögliche, aber völlig verfehlte Diesem Verlangen gab eine Brotestversammlung der Bäcker- auf 18 die Arbeit wieder aufgenommen ist, da dieselben nun berbringen. G. 1000. 1. Von dem Verbot der Heirat der Chebrecher meister und Grundbefizer Ausdrud, welche, von mehreren tausend glaft find. Auch find die Arbeitslofen, welche ebenfalls als Streifende fann auf Antrag Dispens erteilt werden. 2. Nein, aber die Che wäre un Interessenten befucht, am Donnerstag abend in der Neuen Welt" gerechnet wurden, zum größten Teil wieder in Arbeit und könne gültig. A. T. 88. Auch die linderlose und die Witwe, die ältere Stinber tagte. Die Bäderinnungen von Berlin und den Vororten hatten man fomit die die noch augenblicklich nicht Untergebrachten hat, hat Anspruch auf Rückerstattung der Hälfte der gezahlten Invaliden die Versammlung einberufen und dazu auch die Grundbesizer als wirklich Streifende nicht mehr betrachten, sondern nur beiträge, Krankenkaffe. Ja. M. D., Charlottenburg. Die Höhe bereine sowie eine Anzahl von Stadtverordneten, Landtags- und noch als Arbeitslose. Der Borstand beantragt deshalb, der Entschädigung steht in Ihrem Ermessen. 2. 110. Der Ehemann Reichstagabgeordneten eingeladen. Bon den letteren hatten unter den Fensterstreit als für beendet au erflären. Die Ber- und die Stinder der Verstorbenen find die Erben. Satte die Verstorbene anderem die Herren Mugdan und Stopsch der Einladung Folge ge- fammlung stimmte dem zu. feine Stinder, fo treten an deren Stelle die Geschwister der Verstorbenen. Der Arbeitsnachweis wird von nun an Stelle ber verstorbenen Gefchrifter treten deren Kinder. Au Teiftet. Die ebenfalls eingeladenen Gewerbeaufsichtsbeamten an wieder des Abends von 6-7 Uhr im Gewerkschaftsbaufe, außer frage 2. H, I, J, K.-J. 2. 75. Teilen Sie die Verhältniffe waren, soweit festgestellt werden konnte, nicht erschienen, Sonnabends und Sonntags, abgehalten und haben sich nunmehr Behörde mit, Sie haben nur die Hälfte zu zahlen. G. W. 32. Jawohl. Die Referenten, Reichstagsabgeordneter Bäckermeister Riese die Arbeitslosen wieder in ihren Bezirken zur Kontrolle zu melden. Es müßten aber für je zwei Jahre mindestens 20 Marten geliebt werden. Gogründet 1894. Festo Preiso, Nur noch kurze Zeit! Grosser Ausverkauf wegen baulicher Aenderung auf Verfügung der Feuerpolizei. Deutsche und Perser Teppiche, Portieren, Tüllbettdecken, Gardinen, Steppdecken, Stores, Diwandecken, Läuferstoffe, Tischdecken, Felle, Kissen, Vorlagen, Pelzdecken u. Matten Sämtliche Waren sind fast bis zur Hälfte des Preises herabgesetzt. Die Ausverkaufs- Preise sind neben den früheren deutlich vermerkt. 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November 1908. nicht als fruchtbar erwiesen, so zeigt der Bericht doch, daß angestellten nach den heutigen Verhältnissen unerläßlich notwendig sich der Vorstand deshalb nicht entmutigen läßt, an dem find. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Folgende Entschließung weiteren Ausbau der Schule tätig zu sein. Auch für das wurde einstimmig angenommen: Volksversammlungen. kommende Jahr wurden zwei neue Filialen in Lichtenberg Bentralverband der Handlungsgehilfen und Gehitfinnen Deutsch„ Die am 4. November 1908 in den„ Arminhallen" tagende, vom Am Dienstag, den 10. November, 8 Uhr abends, finden und Rummelsburg in Aussicht genommen. Nicht zu vergessen lands einberufene öffentliche Handlungsgehilfenversammlung erklärt in Groß- Berlin eine Reihe von Versammlungen statt, welche ist, daß die augenblickliche Krise der Entwickelung des Instituts nach Anhörung eines Referats über die Sonntagsrube, daß im sich mit den letzten Vorgängen der äußeren und inneren Politik nicht förderlich ist. Juteresse des Wohles und der Gesundheit der im Handelsgewerbe beschäftigen und besonders unseren Reichstags- und Als Lehrer unterrichteten während der Berichtszeit tätigen Angestellten die Einführung der vollständigen sandtagsabgeordneten Gelegenheit bieten werden, neben Frau Regina Ruben Julian Borgardt, Sonntagsrube dringend notwendig ist. Der Durchführung diefer Forderung steht durchaus nichts im bor dem Volfe und den Wählern die Ergebnisse des absoluten tein, Ernst Kreowsfi, May Maurenbrecher, Wege, weil die Behauptung, daß die Geschäftsinbaber gefchädigt Regierungssystems klarzulegen. Wir ersuchen die Parteigenossen und Genossinnen, schon heute für Massenbesuch zu agitieren; gleicherweise bitten wir, etwa schon geplante Veranstaltungen für diesen Tag beiseite zu stellen resp. zu verschieben. Näheres in der Sonntags Nummer des Borwärts". Der Aktions- Ausschuß. 0 Zur Lokalliste. In Sputendorf bei Großbeeren T.-B. steht uns das Lokal von Gottlieb Vogel, Dorfstr. 9, zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. berein " Am Sonnabend, den 7. d. M., beranſtaltet der Lotteries allesches Tor" im Surfürsten Bark", Halenfee, ein Vergnügen( Ein Feft auf der Alm".) Da man eifrig bemüht ist, hierzu in Arbeiterfreifen möglichst viel Billetts umzufezen, weisen wir darauf hin, daß in Halensee von allen Saals lofalen nur die Wilmersdorfer Festiäle", Johanns Georg- Straße 19, der Arbeiterschaft zur Verfügung stehen, mithin find alle übrigen streng zu meiden. " Die Lokalkommission. Boffen. Am Sonntag, den 8. November, vormittags Punkt 8 Uhr, findet von unserem Verkehrslotal P. Kurzner. BarutherStraße 10 aus eine Agitationstour statt. Der Vorstand. Friedrichshagen. Den Genossen sowie Genofsinnen zur Kenntnis, daß die Bibliothelstunde am Sonntag, den 8. November, bormittags von 11-12 Uhr stattfindet. Die Ausgabe erfolgt im Bereinslokal Witwe Lerche( Rundteil), im fleinen Saal. Die Bibliothekstommiffion. Burm. C. Rosenfeld, Heinrich Schulz und Emanuel werden, durch die Einführung der vollständigen Sonntageruhe in verschiedenen Städten Deutschlands, längst widerlegt ist. Aber auch die angebliche Rücksichtnahme auf die Konsumenten ist durchaus nicht Stichbaltig. Die Masse der Konsumenten hat im Gegenteil die Forderung der Handlungsgehilfen auf Einführung der vollständigen Sonntagsruhe stets unterstützt. Die Bibliothek der Schule hat eine nennenswerte Ver. größerung erfahren. Der Bücherbestand beträgt gegenwärtig 1900 Bände gegen 1713 am 31. März 1907. Nicht unerwähnt sei, daß die Schule der Pflege der Geselligfeit wie den künstlerischen Bedürfnissen der Mitglieder im Berichtsjahre in gewohnter Weise nachgekommen ist. Somit dürfen wir auch für das nächste Geschäftsjahr Bestehens als ein geistiger Förderer der Arbeiterschaft und erwarten, daß die Schule, die sich seit den 17 Jahren ihres damit der Arbeiterbewegung erwiesen hat, sich günstig weiter entwickeln wird. Die von der Deputation für die städtische Straßenreinigung aus gefchriebene Submission auf die Abfuhr des Straßenlehrichts bat ein wenig erfreuliches Resultat gehabt. Nach dem Mindestangebot würde eine Mehrausgabe von über eine Viertelmillion Marf gegen den feitherigen Kostenaufwand erforderlich sein. Die Abfuhr er fordert gegenwärtig einen Kostenauswand von 1054 000 m., dagegen soll sie künftighin 1 289 498 m. betragen. Die Versammlung bedauert, daß die Kommunalbehörden von Berlin von ihrem Nechte, die vollständige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe durch Ortsstatt einzuführen, noch immer feinen Gebrauch gemacht haben. Sie erwartet von den Kommunalbehörden jetzt end Sonntagsrube im Handelsgewerbe, noch bevor dies durch Reichslich fobiel fozialpolitische Einsicht und verlangt die unverzügliche Schaffung eines Ortsstatuts auf Einführung der vollſtändigen gefez geichieht. Die Veriammelten find ferner der Ansicht, daß der im Reichss amt des Innern fertiggestellte Entwurf betr. Abänderung der Gewerbeordnung bezüglich der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, den berechtigten Wünschen der Handelsangestellten durchaus nicht ente spricht. Sie ersuchen deshalb die gefeßgebenden Körperschaften so bald wie irgend möglich den Gewerbebetrieb und die Beschäftigung im Handelsgewerbe an den Sonn- und Festtagen durch Gesez gänz lich zu verbieten." Die bedeutende Steigerung wird seitens der Unternehmer mit Eine Betriebsstörung auf der Hochbahn fand am Mittwochabend nicht zuletzt in den fich stets häufenden Schwierigkeiten in der Be- bildung zurückgeführt wird. Die Hochbahnverwaltung schreibt hierzu: border Steigerung der Löhne, der Unterhaltungskosten der Pferde und statt, die von 11 bis nach 11 Uhr währte und die auf Glatteis fchaffung von Müllabladeplägen begründet. Die ersten beiden Die Wirkung der Glatteisbildung, die bekanntlich dadurch entsteht, Gründe müssen bestritten werden, dagegen ist der letzte Einwand zu- daß bei Negenfall zugleich die Temperatur unter Null sinkt, treffend und legt der städtischen Verwaltung die Erwägung nabe, äußert sich darin, daß sich auf der Oberfläche der Stroms ob Gelände der städtischen Riefelfelder als Kehrichtabladepläge dienen fchiene eine isolierende Eisschicht bildet, welche die Abnahme des Betriebsstromes bon der Etromschiene borübergehend fönnen. erschweren fann und infolge der so entstehenden Schwankungen der Stromabnahme naturgemäß auch auf die Regelung des Ganges der Maschinen von Einfluß ist. Derartige Störungen werden mechanisch oder dadurch selbsttätig wieder beseitigt, daß die an den Wagen bes findlichen Stromabnehmer die Eisschicht wieder entfernen. Solche Störungen gehören in den elektrischen Bahnbetrieben zu den Ausnahmen und sind bei der Hochbahn während der bisherigen biel jährigen Betriebszeit nur wenige Male aufgetreten." Schildow- Blankenfelde( Bezirk Nieder- Schönhausen). Am Sonntag, den 8. November, nachmittags 3 Uhr, findet in Mönchsmühle im Lofal des Herrn Knappe die Wahlvereinsversammlung statt. Treffpunti der Schönhauser Genossen Bunft 22 Uhr bei Bratvogel, Nordend. Berliner Nachrichten. Aus der Stadtverordnetenversammlung Bet dreijährigem Bachtvertrag wollen die Mindestfordernden dann auch in eine 5prozentige Ermäßigung willigen, während die Verwaltung eine 10prozentige glaubt fordern zu können. Bei diesen Erörterungen wurde die Frage des Regiebetriebes mit erörtert, doch war unter den bürgerlichen Parteien nur ein , weißer Stabe", der vor dem Regiebetriebe nicht zurückschreckte. abgelehnt. Bei der sich anschließenden Feststellung des Entwurfes des Etats wurde vorweg die Lohnfrage der Arbeiter eingehend behandelt. Die von der sozialdemokratischen Frattion in der Stadtverordnetenversammlung gestellten Anträge, die eine generelle Regelung der dadurch gestern nachmittag in eine recht gefahrdrohende Lage famen. Im Nebel auf der Müggel umhergeirrt find zwei Schiffer, bie Verhältnisse der städtischen Arbeiter anstrebten und abgelehnt worden Der Nebel war in den späten Nachmittagsstunden auf dem Wasser waren, wurden zunächst beraten, gleichzeitig aber von den Antragstellern so dicht geworden, daß dadurch fast die gesamte Schiffahrt ins der Eventualantrag gestellt, für alle Lohntlassen eine Lohnerhöhung Stocken geriet und die Fahrzeuge auf der Spree festgelegt wurden. von 25 Pf. pro Tag eintreten zu lassen. Ein Schiffer, der mit einer Steinladung nach Berlin fuhr, wagte Sowohl der Hauptantrag- Anfangslohn 4 M., Umwandlung es jedoch, mit feiner Bille in die Müggel hinein zu fahren, der Tages in Wochenlöhne, Einführung einer Lohnffala wie auch vermochte sich aber schon in ganz furzer Zeit nicht mehr zu orien der Eventualantrag wurden gegen die Stimmen der Antragsteller tieren, umso weniger, als die Ufer in dem dichten Nebel verschwanden und er faum zehn Mieter weit sehen konnte. Um den Einem Wunsche von bürgerlicher Seite nachgebend, wurde noch Spreeausfluß zu finden, unternahm er mit einem der Bootsleute in der Verfuch unternommen, 15 Bf. pro Tag Lohnerhöhung heraus einem fleinen Kahn eine Orientierungsfahrt, die sich jedoch recht zuschlagen. Der Antrag erzielte brei Stimmen. gefährlich gestaltete. Der Schiffer stieß bald bier bald dort auf Band, irrte dann wieder auf dem See umher und vermochte schließlich seine Bille nicht wieder zu entdecken. So irrten die beiden Männer stundenlang auf dem Wasser umher, bis sie dann zufällig in die Nähe ihres Schiffes tamen und fast völlig erstarrt von der Befagung auf das Deck geschafft wurden. Die Bille aber mußte auf der Müggel bis gestern morgen liegen bleiben und konnte erst die Weiterfahrt aufnehmen, nachdem der fallende Nebel einen Ueber blid über den See gestattete. Der Antrag eines Arbeiters betreffend die Aufhebung der gegen ihn erfannten Ordnungsstrafe, wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Die Verwaltung erflärte jedoch auf Anfrage, daß dem Betroffenen aus dem Vorkommnis ein Nachteil weder zugefügt fei, noch etwa erwachsen solle. Habe der Arbeiter eine solche Auffassung. so sei sie unberechtigt. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im Monat Oftober näch tigten im Männeraiyl 21 687 Berfonen, wovon 10 178 badeten, im wird erbeten für Männer: Wiesenstr. 55/59, für Frauen: Kolberger Frauenafyl 4972 Personen, wovon 2543 badeten. Arbeitsnachweis Straße 30. Beranstalten Würfelbudenbefizer Ausspielungen"? Auf einem über die Löhne der Gärtner muß es anstatt nach 4 Jahren heißen Zum Bericht über die in der Barkdeputation gefaßten Beschlüsse nach 9 Jahren 5,00 m. ist heute nicht viel zu melden. Bon allgemeinem Intereffe ist nur die furze Debatte über den Tunnel unter der Görliger Bahn, dessen Bau schon vor längerer Zeit von den Gemeindebehörden beschlossen wurde, aber bisher nicht zur Ausführung gelangt ist. Ein Antrag, der von Stadtverordneten verschiedener Fraktionen, auch der sozialdemokratischen, eingebracht worden war, verlangte Auskunft darüber, warum die Bauausführung noch immer nicht in Angriff genommen worden ist. Einer der Antragsteller, der Stadtverordnete Schmidt, hob hervor, daß die Bauber waltung erst jetzt im Herbst an die Aufstellung spezieller Pläne gegangen sei. Bürgermeister Stei de erwiderte, die Berzögerung sei verschuldet worden durch die Eisenbahnberwaltung, die ihre besonderen Bedingungen stelle: nan werde aber im Frühjahr mit dem Bau beginnen fönnen. Genosse Zolksdorf, der den Antrag mit unterzeichnet hatte, fügte den Wunsch hinzu, daß dann die Arbeiten möglichst gefördert werden möchten, damit die Bevölkerung des Südoftens endlich die notwendige Verbindung der zu beiden Seiten der Görliger Bahn gelegenen Stadtteile erhält. Nachher gab es noch eine Art Demonstration für die alte Forderung, daß in den Bureaus der Gemeindeverwaltung der Geschäftsgang vereinfacht und die Schreibarbeit ver- Blaz an der Landsberger Allee, der sich an das Diegiche Etablissement Führer einer Autobroschte einen nobel gekleideten Herrn Ein angenehmer" Fahrgast. Am Sonnabend mußte der mindert werde. Vorläufig soll nur dem Stadttämmerer diese Erleichterung zuteil werden, man will anschließt, von der Polizei aber als Rummelplatz angesehen wird, vom Monopolhotel nach dem Unionklub und von da nach der Hohenbefanden sich immer eine Anzahl der bekannten Würfelbuden. Den zollernstraße fahren. In der Hohenzollernstraße stieg der ihn entbinden von der lästigen Pflicht, jede noch so genbabern wurde jedoch durch Verfügung des Berliner Polizei- Fahrgast aus, ließ die Uhr ausschalten und bezahlte nicht. Als ringfügige Rassenanweisung selber zu präsidenten vom 1. Juni 1907 die nachgesuchte Verlängerung der er in ein Haus ging, nahm der Kutscher an, er werde ihm das prüfen und zu unterzeichnen. Im Anschluß an Genehmigung zu einer Ausspielung(§ 286 Reichs- Straf Geld herausschiden. Nach einiger Zeit tam der Fahrgast selber die Vorlage, durch die der Magistrat den Stadtverordneten gefezbuchs) bersagt mit dem Bemerken, bersagt mit dem Bemerken, daß auf privaten zurüd, bestieg dieselbe Droschte und forderte, nach dem Reichstagshiervon Kenntnis gab, äußerte Stadtverordneter Kämpf Rummelpläzen derartige Ausspielungen grundfäßlich nicht mehr feine Befriedigung über diese von ihm als sehr bedeutungs- erlaubt werden würden. Die Betroffenen, Craché und Genoffen, boll gepriesene„ Reform", die auch anderen Zweigen der Ge- lagten gegen den Polizeipräsidenten. Nachdem der Bezirksausschuß meindeverwaltung zu wünschen sei. Die ganze Szene wirfte diefen für unzuständig erklärt und die Veriagungsverfügungen auf eigentlich ein bißchen komisch, weil Herr Kämpf seine Aus- gehoben hatte, legte der Polizeipräsident Berufung ein. Das Ober Verwaltungsgericht hob am 2. November führungen mit einer Feierlichkeit vortrug und seine Freunde das Urteil des Bezirksausschusses auf und wies die Kläger endgültig ihm mit einer Andacht lauschten, wie wenn es sich um eine ab. Es wurde ausgeführt: Zweifellos handele es sich im Gegen hochwichtige Maßregel handle, mit der für die Kommune fatz zu den Klagebehauptungen bei derartigen Auswürfelungen Berlin eine neue Aera beginnen solle. Ein Zwischenruf aus um genehmigungspflichtige Ausspielungen" im Sinne den Reihen der Sozialdemokraten erinnerte übrigens an den des Strafgesetzbuches. Es sei gleichgültig, ob mehrere Perionen armen Bülow, dem jetzt wohler wäre, wenn man auch ihn beim Spiel beteiligt seien und nur einer davon den Gewinn erziele, oder ob ein Einzelner würfele, um etwas zu gewinnen. rechtzeitig von der Pflicht entbunden hätte, alles selber zu Ge fei immer eine Ausspielung. Der Polizeipräsident sei auch die Tesen. zuständige Behörde für Genehmigungen von Ausspielungen. Es treffe hier die Ausnahmebestimmung der maßgebenden Kabinettsorder von 1868 zu, wonach für eine derartige Genehmigung die Ortspolizeibehörde zuständig sei, wenn es sich um Ausspielungen minderwertiger Gegenstände bei Voltsbelu st i ungen bandele. Die Voraussetzung fei gegeben, denn Rummel pläße seien zu Volksbelustigungen bestimmt. Somit sei die Recht mäßigkeit des polizeilichen Verhaltens außer Zweifel. Die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit habe der Verwaltungsrichter nicht nachzuprüfen. Aus dem Jahresbericht der Arbeiter- Bildungsschule. Auf eine rege und zum Teil erfolgreiche Tätigkeit blidt die Arbeiter Bildungsschule im verflossenen Geschäftsjahre zurüd. Der vor einigen Tagen erschienene Tätigkeitsbericht erstreckt sich auf 1% Jahre. Einleitend wird bemerkt, daß fich die Aenderung des Geschäftsjahres aus praktischer Er wägung heraus als notwendig ergebe, damit der neugewählte Vorstand Zeit findet, sich in die laufenden Geschäfte einzuarbeiten. ufer zu fahren. Der Kutscher schaltete die Uhr aufs neue ein, als aber der Wagen sich in Bewegung setzte, erklärte der Herr, er wünsche einen ruhigen Wagen. Achselzuckend antwortete ihm der Stutscher, dann müsse er einen anderen nehmen. Daraufhin stieg der sonderbare Fahrgast aus. Nun forderte der Kutscher Be. zahlung der ersten Fahrt und auch der eben begonnenen zweiten Fahrt, aber da zog der offenbar sehr nervöse Herr einen Revolber hervor, richtete ihn gegen den Kutscher, schimpfte te Betrüger"," Schurke" usw. und drohte:" Sie glauben wohl nicht, daß er geladen ist? Ich werd's Ihnen zeigen!" Der Kutscher retirierte hinter seinen Wagen, um sich zu decken. Schließlich be ruhigte sich der Revolvermann, ging nach der Tiergartenstraße, bestieg eine Pferdedroschte und fuhr davon. Jedenfalls hatte er inzwischen vergessen, daß er noch zu bezahlen hatte. Der Kutscher der Autodroschte fuhr hinterher, überholte ihn bald und bat am Semperplaz einen Schußmann um Hilfe. Er sagte dem Schutzmann, jener Fremde habe ihm die Fahrt noch nicht bezahlt und ihn mit einem Revolver bedroht. Der Schutzmann hielt die herankommende Pferdedroschke an und mahnte mit gebührender Höflichkeit den Insassen, zu zahlen. Der holte Geld heraus, be gann aber dabei von neuem zu schimpfen, schließlich vergaz er wieder, daß er noch zu zahlen hatte und fuhr davon. Der Schumann hatte in feiner Ratlosigkeit vergessen, ihn feste zuhalten, auch hatte er ihn nicht zur Wache geführt, weil er meinte, daß er aus solchem Anlaß seinen often nicht verlassen dürfe. Der Kutscher der Autobroschte hatte nun das Nachsehen. Er kam aber auf die Idee, nach Der Portier bezahlte ihm die Fahrt. da ihm der Fahrgast bekannt dem Monopolhotel zurückzufahren und dort den Vorfall zu melden. war. Gr fagte dabei, es sei ein Graf. Uns interessiert bei dieser ganzen Affäre weniger der Herr Graf, der in feiner aufgeregtheit den Revolver hervorholt, als der Schuhmann, der ihn ungehindert davon. der Schuhmann, der ihn ungehindert davon. fahren ließ. Was wäre geschehen, wenn irgendein Streif brecher an den Schuhmann herangetreten wäre und ihm erzählt hätte, da drüben gehe ein Streitposten, der habe ihn belästigt und dabei einen Revolver sehen lassen? Her mit der Sonntagsruhe!" Dieses Thema beschäftigte eine vom Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Obwohl das rege politische Leben die Bildungsarbeit des Deutschlands am Mittwoch, den 4. November, nach den„ ArminInstituts erheblich einschränkte, ist die Mitgliederzahl doch er- ballen" einberufene öffentliche Versammlung, in der Landtagsfreulich gewachsen. Während dieselbe im Durchschnitt des vorigen abgeordneter Borgmann referierte. Geschäftsjahres 1705( 114 Damen, 1591 Herren) betrug. Nachdem jezt der Achtuhr- Ladenschluß endlich errungen, gilt es, beträgt sie in diesem Jahre 2020( 119 Damen, 1891 Herren), aufs neue die Frage wegen Durchführung der Sonntagsruhe im mithin ist eine Zunahme von 315 Mitgliedern zu verzeichnen. Handelsgewerbe energisch in Angriff zu nehmen. Der Kampf um die Mit Recht wird in dem Berichte betont, daß die riesige Sonntagsruhe wird schon seit einer ganzen Reihe von Jahren hier in Berlin geführt. Obgleich auf Grund der Gewerbeordnung§ 105b Arbeit, die die Berliner Arbeiterschaft im Landtagswahlkampf den Gemeinden das Recht zusteht, die vollständige Sonntagsruhe geleistet hat, nicht ohne Einfluß auf den Besuch der Kurse durch Ortsstatut einzuführen, hat Berlin von diesem Necht der und den Umfang des Schulbetriebes geblieben ist. Während Selbstverwaltung noch feinen Gebrauch gemacht. Immer wieder im vierten Quartal 1907 noch 10 verschiedene Kurse ab- haben zwar die Handelsangestellten und die Berliner sozialdemo Rücksichtslose Handhabung der Krankenhausdisziplin" ist in gehalten wurden, tonnten im ersten Quartal 1908 nur 8 ver- fratische Stadtverordnetenfraktion die Durchführung der Sonntags den Krankenhäusern der Stadt Berlin keine Seltenheit. Wer dort anstaltet werden, welche Zahl im darauffolgenden Quartal ruhe beantragt. Allein der Magistrat hat die Angelegen durch unbotmäßigfeit" sich das Mißfallen der Aerzte, der auf 5 ermäßigt wurde. heit zu verschleppen gesucht. Es ist charakteristisch für den Schwestern usw. zuzieht, der riskiert, daß er furzerhand nun warten will, bis bie ausgewiesen wird. Ein Opfer der Krankenhausdisziplin", Die für die westlichen und südwestlichen Vororte eröffneten Berliner Magistrat, daß er Sache bon oben her, bon ber Reichsregierung auf die im Urban- Krankenhaus üblich ist, glaubt jetzt auch Unterrichtsfurse haben, wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, oltroniert wird. Die Hauptschuld an diesen Zuständen trägt ein Mann geworden zu sein, der bei dem Hochbahnynglüc den Erwartungen nicht entsprochen. Durch ständiges Herabber Stadtrat Dr. Weigert. An den Angestellten im Handels- schwer verleßt worden und in dieses Krankenhaus gebracht worden finten der Zuhörer mußte in Tempelhof sowohl wie auch in gewerbe liegt es nun, durch energische Agitation zu beweisen, daß war. Der Fensterputer Gregor, der mit dem HochbahnSteglitz der Schulbetrieb wieder eingestellt werden. Hat sich fie sehr wohl in der Lage sind, den entscheidenden Stellen diejenigen wagen abstürzte und dabei einen unterschenkelbruch sowie einen aber auch der Boden für die Schule in ienen Drtschaften noch Rechte und Vorteile abzuringen, die im Jutereffe der Sandels- tomplizierten Knöchelbruch erlitt, ist ganz unerwartet gegen seinen So erfreulich auch die kräftige Sprache ist, die der Bertreter Willen aus dem Urban- Krankenhause entlassen worden. Auf dem| den Arbeitern ein flagbares Recht auf den Ruhelohn einzuräumen. I Entlassungsschein wird er als geheilt" bezeichnet, nur mit dem Genoffe Gebert bezeichnete die Ausschußanträge als Abschlags- des Magiftrats gegenüber den Maßnahmen der Regierung führte, Zufat, daß noch Schonung" empfohlen werde. Herr Gregor trägt zahlung und sprach sein Bedauern darüber aus, daß nicht mehr er fo bedanerlich ist es auf der anderen Seite, daß die Lehrer, Beamten aber das Bein noch in einem bom Knie bis zum Zehen herab- zielt, daß vor allem der sozialdemokratische Antrag abgelehnt sei, und Arbeiter nun noch länger warten sollen. Die zahlreich auf den reichenden Gipsverband und fann sich nur mühsam fortbewegen. ber einen gewiffen Schutz gegen willfürliche Entlassungen bietet. Tribünen anwesenden Beamten werden aus dem Verlauf der Aus Aeußerungen des Arztes, die noch acht Tage vor der Entlassung Der Umstand, daß Bürgermeister Matting die Entlassung von Debatte sicherlich den Eindruck gewonnen haben, daß die Sozialgetan wurden, hatte Gregor den Schluß ziehen müssen, daß er Arbeitern beftritt, rief den Genossen Wilt auf den Plan, der einen demokratie fich ihrer Jntereffen mindestens in demfelben, wenn mindestens noch drei Wochen in dem Krantenhause werde aus ellatanten Fall mitteilte und weitere Fälle für die Etatsberatungen nicht in höherem Maße annimmt, wie die bürgerlichen Stadtväter. harren müssen. Um so mehr war er erstaunt, als ihm plög in Aussicht stellte. Die Borlage wurde schließlich in der AusschußGroß- Lichterfelde. lich eröffnet wurbe, er tönne gehen. Gregor meint, faffung angenommen. man habe ihn vorzeitig entlassen, weil er sich zu oft über Unzulänglichkeit der Koft und ähnliche Mängel beschwert hatic und wiederholt mit der Schwester fowie mit einem Bärter in Streit geraten war. Die Schwester soll noch bei seiner Ent laffung ihn beschimpft und ihm den höhnenden Rat gegeben haben, er möge das nur ruhig in den Borwärts" bringen. Die Frage, ob Gregor vorzeitig entlassen worden ist oder nicht, dürfte besonders Die Hochbahngesellschaft interessieren, die ja Herrn Gregor schadens erfaspflichtig ist. Durch borzeitige Enilassung fann der Seilungsprozeß beeinträchtigt werden, so daß für den Verunglückten eine dauernde Schmalerung seiner Erwerbs. fähigkeit aurüdbleibt. Die schadenersatzpflichtige Hochbahngefell. fchaft würde in diesem Fall mehr zu zahlen haben. Das wird für sie, die ohnedies nicht viel zahlen will, zweifellos ein Anlaß fein, die Krankenhausverwaltung um Auskunft über die An gelegenheit zu ersuchen, " Aus Variétés. Diefe legte Bemerkung gab unserem Genossen Hirsch Gelegen belt, unter großer Seiterfeit nähere Angaben darüber zu machen, wie ein gewiffer Herr Bander die Notlage der Etabt, die ein ihm gehöriges Grundstück für einen Straßendurchbruch brauchte, aus genußt und einen übermäßig hohen Preis dafür gefordert und er zielt habe. Die Beratung der Vorlage über die Erweiterung ber Erschoffen hat sich in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch Filteranlagen des Wafferwertes Jungfernheide der Bangewerksichüler Lähn, der jüngste Sobn eines biefigen, in führte zu einem interessanten Zwischenfall. Ein enragierter Saus allen Streifen geachteten Mitbürgers, auf dem Grundstüce feines Er lam in der Nacht von Stettin zurück und führte die agrarier und Reaktionär, Stadty. Bander, hatte vor wenigen Baters. Tagen in einer Versammlung der Haus- und Grundbefizer die Tat sofort aus. Er später fand ihn fein Vater, der leine Ahnung abenteuerlichsten Mitteilungen über die Stadt gemacht. Hiernach von der Müdlehr des Sohnes hatte, zu feinem Entfegen im Garten hätte Charlottenburg so viel Schulden, daß es eigentlich Ronfurs als Leiche vor. Das Motiv der Tat foll Liebesgram sein. anmelden müßte. Der Kämmerer Scholtz benugte die Gelegenheit, Tegel. Aufschluß über die Finanzlage zu geben. Die Schulden der Stadt Kunftabend. Der hiesige Wahlberein veranstaltet am Sonnbetragen nicht 180 Millionen, wie Stadtv. 8 ander behauptet hatte, fondern nur 107 Millionen, und das Gelb ist meist für abend, den 7. November, in W. Trapps Festfälen( Juh. F. Trebeich) bauernde Anlagen, Gas, Elettrizitäts- und Wafferwerte ausgegeben. einen Kunstabend unter Mitwirtung folgender Stünstler: Herr Felig Ebenso falsch ist die Behauptung Zanders, daß das Etatsjahr 1908 Gutdeutsch, Violine; Herr Stapellmeister Bernhard Nizsche, Flügel; mit einem Defizit von 3 Millionen abschließt, im Gegenteil, es wird err Otto Wiemer, Nezitator; ferner Frt. Simonetti, Koloratur fogar einen, wenn auch geringen Ueberschuß ergeben. Besonders Sängerin, und Frau Margarete Wallotte, Brettldiva. Mit obiger energisch wies der Kämmerer schließlich die Behauptung Banders Beranstaltung sollen die Mitglieder einen wirklichen genußreichen Abend erleben, im Gegensatz zu den sonstigen Veranstaltungen, die zurüd, daß die Stadt zu teure Grundstücke faufe, Der Eintrittspreis ist sehr in Tegel recht häufig geboten werden. Der Wintergarten, der Zusammenfunftsort eines inter gering bemessen; troß der hohen Unkosten, die dem Verein entstehen, nationalen Bublifums, hat auch in diesem Monat ein äußerst viel fostet das Billett nur 50 f. Gleichzeitig fei darauf aufmertiam Bir bitten die Partei feitiges Programm zusammengestellt. Die Direktion hat fich sie gemacht, daß die Vorträge puntt 8 Uhr beginnen. Reservieren bekannte Tänzerin Cleo de Mérode, die zwar weniger durch Tem ber Tische fann nicht geftattet werden. genoffen, fich recht rege an obiger Veranstaltung zu beteiligen. perament und Lebhaftigkeit, als durch ihre besondere Eigenart entStabtv. 8 ander wußte hierauf nichts weiter zu erwidern, als Wilhelmsruh- Rosenthal. aüdt, zu einem neuen Gastspiel verpflichtet. Den Gesang vertritt Mit den leyten Borgängen im hiesigen Dorfparlament beschäftigte eine Barifer Sängerin Luise Blot, während die Jongleurkunst und daß er es unter seiner 2ürde halte, unferem Genoffen zu erwibern. bie Equilibriftit in der japanischen Andes Truppe würdige Ber- Der Gieb hatte alfo gefeffen. Im übrigen herrichte in der Versamme fich bie Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Belannilich hatte treter findet. Eine Reifenpantomime bollführen die Stratons. Iung Ginmütigkeit darüber, daß das Borgehen des Stabtv. Bander bie Gemeindevertretung die Vorlage des Vorstehers, zwischen Mit äußerster Geschicklichkeit verstehen die Künstler die ein scharf au verurteilen sei. Leider find solche Banders" in faft allen Reinickendorf, Rosenthal und Wittenau eine Eisenbahnstation zu fachen Stahlreifen, in die mechanische Figuren eingefegt städtischen Kollegien zu finden. Es ist erfreulich, daß die Charlotten errichten und hierzu 70 000 m. zu bewilligen, abgelehnt. Grund find, die verschiedensten Nollen darstellen zu lassen, wie zum Beis burger Stadtverordneten einstimmig gegen einen folchen Mißbrauch der Ablehnung war, daß die Station auf freiem Felde errichtet plel Tänzer, Trunkenbolde, auch erscheint ein Reifen, der Taschen eines Ehrenamtes protestierten. Die Borlage selbst wurde an werden sollte und baburch nur den Terrainspekulanten erheblichen Borteil brachte. Leytere hatten denn auch in richtiger Grfenntnis tücher auflieft. Auf dem Gebiete der Tierdressur intereffieren neben genommen, Es folgte die Beratung ber Vorlage fiber Wehr bewillibiefes ibnen erwachsenden Vorteils sich bereit erklärt, 220 000. Golemanns Hundebressuren, Woodwards dressierte Seelöwen und Seehunde. Es ist ergöglich au fehen, in weldy grotester Weise Sees gungen für den Etat der Armenverwaltung in zuzuzahlen. Die ganze Station follte 200 000 W. toften. Nachdem hunde fich als ganz vorgligliche Jongleure vorstellen. Künstlerischen Höhe von 95 500 M. Genoffe irf wies barauf hin, wie uns bie Gemeindevertretung die 70 000 m. abgelehnt hatte, wurden nur Geschmad verraten Direktor Angelos Marmorgruppen. geheuer die Arbeitslosigkeit den Armenetat belafte, er machte darauf 25 000 m. für diesen Zwed in den Etat eingesetzt und vom Im Apollo Theater findet die Luftige Spreewaldfahrt aufmerfiam, baß der Magiftrat, der ben Sozialdemokraten gegenüber Gemeindevorsteher erklärt, die Summe fei vollständig ausreichend. dankbare Buhörer. Bon den neuen Spezialitäten ist der die Arbeitslosigkeit in Abrede gestellt hätte, jetzt selbst zugeben müffe, Jetzt hat sich herausgestellt, daß der Gemeindevorsteher mit vers Sumorist Siegwart Gentes zu nennen, der mit einem boll baß eine starte Arbeitslosigkeit herrscht, und forderte energische Maß ichiebenen Anliegern überhaupt noch nicht verhandelt hat. tändig neuen Repertoir tommt. Einmal erscheint er als fromme nahmen bagegen, bamit nicht arbeitslose Mitbürger ber Armen helene" und getert frei nach Roeren über schlechte Literatur und verwaltung anheimfallen und ihre politischen Rechte verlieren. Stadt über nadte Stunft, furs gegen die ganze moderne Richtung, dann rat Samter teilte mit, daß ber Magistrat Notstandsarbeiten entfeffelt er als oftpreußische Ehrenjungfrau die Lachluft der Zu- plane. In der Parlverwaltung tönnten noch 60 Mann, bei ber hörer um fchließlich burch feine Parodie auf" Mingelreihen" Straßenreinigung in den Außenbezirken noch 200 Mann beschäftigt ftürmischen Applaus hervorzurufen. trobaten, Zanzigenen und ein werben. Außerdem sollen die Arbeiten, bie bereits genehmigt feien, fofort in Angriff genommen werden. Die Bersammlung stimmte Dresseuratt vervollständigen das neue Programmm. der Vorlage zu и Im Paffage Theater ist nach wie vor Baul Schneider Dunder als Vortragskünstler obenauf, als weiblicher Bartuer stellt fich Fel. Unni Wünsch ihm zur Seite. Ale Biolinvirtuofin ist wieder Rica Tanca zur Stelle und die Damhofer Truppe, ein Tiroler Sinftler- Ensemble, erfreut burch feine Schnadahüpfln und Schuh plattler. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg, → Den nächsten Buntt ber Tagesordnung bildete die Beratung der Borlage betreffend die undertjahrfeier der Stäbte. ordnung. Der Magiftrat ichlägt vor: Aus Anlaß der Hundert jabricier der Stäbteorbnung werben a) 50 000 m. sur Errichtung einer Stiftung für Personen, die im Ehrendienste der Stadi tätig gewefen sind, und für deren Hinterbliebene mit dem Namen Freiherr vom Stein Stiftung" aus dem Dispositionsfonds bereitgestellt; b) 50 000 9. bewilligt zur Errichtung eines Sunstwertes zum Gedächtnis des Freiherrn vom Stein an einer geeigneten Stelle der Stadt; biefe 50 000 m. find burch ratenweise Einstellung in die Etats ber nächsten Jahre zu beden; ferner wird e) die Errichtung einer Ehrentafel im Maihause für verdiente Bere ionen, die im Ghrendienste der Stadt tätig gewesen find, mit der Maßgabe genehmigt, daß ein Antrag, eine solche Person auf die Ehrentafel zu jezen, frühestens ein Jahr nach dem Tode des zu Ehrenden gestellt werden darf, und daß über ihn durch Gemeindebeschluß entschieden werden muß." Entrüftet über die Ablehnung seiner Vorlagen setzte der Ge meindevoriteher plöglich die Sigungen auf nachmittags 2 Uhr an. Damit hoffte er die Opponenten der Vorlagen zu beseitigen. In der Diskussion wurde das Verhalten des Gemeindevorstehers allgemein scharf verurteilt. Gs foll in ber nächsten Mitgliederversammlung ein Referat über Gemeindepolitif gehalten werden unter besonderer Berüdsichtigung der örtlichen Zustände. Das Stiftungsfest des Wahlvereins findet am 28. November bei Deutschmann statt. Spandau. Der Arbeiter- Gefangverein Hoffnung" feiert am morgigen Sonnabend, den 7. November, in Böhles Lokal, Sabelstr. 20, fein 16. Stiftungsfeft. Da der Berein bei allen Beranstaltungen ber Partei sowie der Gewerkschaften zur Verfügung steht und weder Soften noch Mühe gescheut hat, um den Genoffen einen genußreichen Abend zu bereiten, so Sofft derselbe auf eine genügende Unterftigung durch die Genoffen. Amtlicher Marktbericht ber flädtischen Markthallen Direktion Aber Witterungsübersicht vom 5. November 1908, morgens 8. Uhr. Stationen Barometer Stand mm richtung Binb Windstärke Better Stallonen Barometer jland mm -quie richtung Winbfläcke Wetter Temp... Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung.. ben Groghandel in den Sentral- Marttballen. Marktlage: Fleild: Die Sigung am Mittwoch dehnte sich wieder bis in die späte Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, besonders in Schweinefleisch, Breise für Nacht aus. Nach Erledigung einiger Heiner Vorlagen nahm die Schweinefleisch anziehend, für Kubfleisch nachgebend, sonst unverändert. Bersammlung zunächst den Bericht bes Ausschusses über die Vorlage Bild: Zufuhr genügend, Geschäft ziemlich rege, Breife feft. Ge. betreffend Abänderung der Bestimmungen über Gewährung von lügel: Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Breije behauptet. File: Bufuhr genügend, Geschäft matt, Breise wenig berändert. Butter und Rubes, 23itmen und 2aifengelb für städtische Bedienstete ohne Beamteneigenschaft einschließlich der Arbeiter Der Referent Stadtv. Dr. Hubats& beantragte, im Gegensatz Safe: Geschäft ruhig, Breise für Butter nachgebend. Gemüse, entgegen. Die Mehrheit des Ausschusses hatte die von den Sozial- dazu in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Seniorenfonbents, Db und Südfrüchte: Sufuhr genügend, Geschäft anfangs leblos, demokraten beantragte Gewährung eines Rechtsanspruches abgelehnt, den Buntt b zu streichen und nur eine Büste des Freiherrn vom Stein( päter rege, Breife wenig verändert. Sie hatte auch auf eine durchgreifende Reform der Reliftenversorgung im Stadtverordnetensizungsfaal aufzustellen, statt dessen aber das berzichtet, da sie von der Ansicht ausging, daß eine solche Reform Stapital der Stiftung auf 100 000 w. zu erhöhen. Da eine lebererst dann in Angriff genommen werden tönne, wenn die reichs einstimmung nicht erzielt werben fonnte, wurde die Vorlage einem gefegliche Witwen- und Waisenversicherung, die geplante Um Ausschuß überwiesen, dem als Vertreter der Sozialdemokraten die gestaltung der Versicherungsgesetzgebung sowie die Versicherung der Genossen Dr. Borchardt und gietsch angehören. In der Brivatangestellten durchgeführt set. Infolgedessen begnügte sich der Debatte wurde von den verschiedensten Seiten auf die traurige Er Susschuß mit einigen nicht allzu sehr ins Gewicht fallenden ende fcheinung hingewiefen, wie die Regierung heute 100 Jahre nach Swinembe 765 92 rungen, die aber immerhin einen kleinen Fortschritt bedeuten. Das Eclaß der Städteordnung mit der Selbstverwaltung umspringt. Ruhegehalt wurde entsprechend den Beamtenpensionsgelegen auf 20/60 Schließlich trat die Versammlung noch in die Besprechung der Samburg 768 NND 766 NNW statt bisher auf 1/60 des Lohnes bemeffen, die Zahlung des Nuhe nterpellation Hirsch( Soz.) und Genossen über die Revision Berlin Genoffe Bietich begründete Franti.a M. 767 Still 4 bedeckt gehalts nach dem Tode des Empfangsberechtigten auf drei Monate der Gehälter und Löhne. 1762 29 1 bebedt berlängert, außer den ehelichen auch legitimierte Stinder männlicher die Interpellation unter dem Hinweis auf bie Notwendigkeit, endlich Münden 765 28 Arbeiter als empfangsberechtigt für das Waifengeld erklärt und die Gehälter und Löhne den veränderten Zeitverhältnissen ent Wetterprognofe für Freitag, den 6. November 1908. endlich der Bezug des Rubelohnes auch Kindern weiblicher An- sprechend zu bemessen. Er warnte davor, auf den Abschluß der Ein wenig fäller, telliveise nebelig, sonst meist heiter und troden bei Berliner Wetterbureau. geftellten auf drei Monate nach dem Tode der Mutter bewilligt. Befoldungsreform im Staate zu warten und verlangte energisch, mäßigen nördlichen inben. Die gleichen Menderungen wurden in der Gehaltsordnung für daß der Magistrat fein Bersprechen erfüllt und den Beamten und Feuerwehrleute und in den Bestimmungen für städtische Arbeitern das gibt, was ihnen schon längst hätte gegeben werden Schwestern getroffen. Zu den யே Bestimmungen für die milffen. Schwestern wurde außerdem noch hinzugefügt, daß auch Bürgermeister Matting erwiderte, daß es nicht an dem bösen uneheliche Sinder das Waifengeld erhalten. In einer Reſolution Willen des Magistrats liege, wenn die Vorlage noch nicht eingebracht erfuchte ber Ausschuß den Magistrat, für die Beamtinnen ähnliche fei. Der Magistrat tönne nur eine Vorlage bringen, bie jeder Stritit Bestimmungen au treffen wie für die Schwestern. Abgelehnt standhalte und die die Verhältnisse in Meich und Staat berüc haite der Ausschuß einen fozialdemokratifchen Antrag, nach dem fichtige. Er habe sich beshalb auf einen abwartenden Stand Muster von Berlin solchen Personen, die 15 Jahre oder länger un punti gefiellt, er fonnte bas um fo mehr, als durch die imterbrochen im Dienst der Stadt gestanden haben und deren Teuerungszulagen ein Provisorium gefchaffen sei, bas den größten Arbeitsverhältnis aus Gründen gekündigt wird, die nicht in ihrer Notstand beseitige. Der Magiftrat babe unmöglich den Entwurf der Berfon liegen, die Hälfte des Muhegelbes auch dann zu gewähren, preußischen Megierung ignorieren lönnen. Der Bürgermeister ging wenn sie zwar nicht dauernd arbeitsunfähig sind, dann ihnen aber jobann zu einer Besprechung des neuen Lehrerbejöldungsgeleg eine ihren Sträften und Fähigkeiten entsprechende Beschäftigung entwurfs über, der einen ellatanten Eingriff in die bestehenden Ver in einer anderen städtischen Berwaltung nicht gegeben werden lann. hältniffe bedeute und die Selbstverwaltung ber Gemeinden auf dem Genosse iridh empfahl als Berichterstatter die Annahme der Gebiete des Bollsschulwesens ausschalte. Nach biefem Gesez müße Ausschußanträge, ließ aber leinen Zweifel darüber, daß seine Freunde sich der Magistrat bei der Bemessung der Lehrergehälter richten. weitergehende Wünsche haben und an ihren vom Ausschuß abgelehnten Andererseits mifie er wieder auf die Lehrergehälter Mächficht nehmen, Anträgen festhalten. Stadtv. Dr. Spiegel( lib,) betonte die Not- wenn er an die Normierung der Beamtengehälter herangehe. Daher wendigkeit, fofort nach Intrafttreten der oben erwähnten Reichsgefeze bie Berzögerung. Unferm Genoffen Karl Hirse und Frau zur Silberhochzeit die herzlichsten Glüdwünsche. 26186 Die Genossen des 855. Wahlbezirks. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglieb, ber Schmied Todesanzeige. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag um 11, Uhr Berschied nach furzem Leiden plöblich und unerwartet meine inniggeliebte Frau Emma Ritter geb. Bäcker " im Alter von 52 Jahren. 26236 Dies zeigt tiefbetrübt an Der trauernde Gatte Theodor Ritter, Borhagen Rummelsburg, den 6. November 1908. Die Beerdigung findet Sonntag, ben 8, November, nachmittags 3 Uhr, bom Trauerhause Stroffener Straße 5/6, Eingang Seumeftraße 13, aus ftalt. Hermann Büttner Charlottenburg. geftorben ift. 12419 Ehre feinem Anbenken! Die Ortsverwaltung. Ausgelitten hat nach langer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger und Großmutter 26255 Alwine Adelt geb. Scoda im Alter von 58 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung: Sonntag, den 8. November, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Drei faltigkeits- Stirchhofes, Mariendorf. Den Tod ihres lieben Alfred zeigt tiefbetrübt an Familie. Noack, Mustauer Str. 12. Beerdigung Sonnabend, 7. Nov.. 2 Uhr, bon ber Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus. Danksagung. 26246 Allen Berwandten und Bekannten fowie dem Berband der freien Gaft mirte für die rege Beteiligung bei der Beerdigung unserer lieben Mutter Elise Renfer Dr. Simmel lagen mit biermit unseren beften Dank. Spezial- Arzt Solide Uhren, der een für Haut- und Harnleiden. Reparaturen an Lützower Str. 16 dicht am Christiana Hoppe geb. Renfer, Paul Hoppe, Eduard Lathomus, Hühner, Euten, Tauben, ühren u. 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Der Clown. Kleines. Lady Frederid. Komische Oper. Belleas und Me. lijande. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Sebbel. Der Liebhaber. Schiller 0. Wallner. Theater.) Die Zwillingsfchwester. Scheller Charlottenburg. Der Graf von Charolais. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Anteros. Thalia. Bruder Straubinger. Quisen. Die Ehre. univielband. Die Tür ins Freie Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overetten. prinzessin. Die Dollar Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Bernhard Nole. Philippine Beller. Bürgerl. Schauspielhaus. Don Carlos. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Borher: Intern. Künstler- Zeil. Apole. Eine luftige Spreewald. fahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter- tabele Ios. Wintergarten. Spezialitäten. Wanage. Spezialitäten. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Luisen- Theater. Premiere: Die Ehre. Sonnabend 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Freiheit. us. Sonntag nachmittag 3 Ube: gewiesen. Abends: Eine toue Nacht. Montag: Eine tolle Nacht. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Luftspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Sonnabend, abends 8 Ubc: Bum 1. Male: Der schwarze Kavalier. Sonntag, naam. 3 Ubt: Der rote Leutnant. Sonntag, abends 8 lb r: Der schwarze Kavaller. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Ubr: Der Graf von Charolais. Trauerspiel in 5 Aften von Nichard Beer- Hofmann. Sonnabend, abends 8Uhr: Der Familientag. Sonntag, nadm. 3 br: Götz von Berlichingen. Sonntag, abends& Uge: Der Familientag. Zirkus Schumann. Heute Freitag, den 6. November, abends präzise 7, Uhr: Das mit so kolossalem Beifall aufgenommene vollständig neue Programm. U. a.: Zum erstenmal Das lebende Kreisel in Europa! DERNHARD ROSE THEATED Mons. Menneret. Direkt aus Amerika! Mons. Macartés Baboous. Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Philippine Welfer Wochentagspreise. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Rota täppchen. Abends: Die Jungfrau pon Orleans. Rixdorfer Theater. Bergstraße 147. Sonntag, den 8. November 1908: 2. Gaftipiel des Neuen Operetten- Enf. unter Leitung von Artur Below: Die Dollarprinzessin. Montag, 9. November: 3. Bollse borstellung zu balben Breisen: Nora. a pollo Theater Abends 8 Uhr: Debüts der neuen Attraktionen. 1. a. Slegwart Gentes, Humorist. Gibsy- Woolf mit 1bren Six Sunbeams". Mie Dianda, Dreffur Aft. Ein Beitrag zur Darwinschen Entwickelungslehre. 9.20. Unter persönlicher Leitung des Komponisten! U. a.: Noch nie dagewesen: Affen als Kunstradfahrer, Chauffeure, Jongleure und Schellenspieler. Absolute Novität! Panamahüte- und Keulenjongleure, The Mr. Bans. Neu! Troupe Flochi, die Könige aller Akrobaten. Sonntag in beiden Vorstellungen nachmittags ein Kind frei. 99 Grand Hotel- Festsäle XIV. Saison! Zirkus Busch. Freitag, den 6. November 1908, abends präzise 7%, Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Bisher noch nie dagewesen! Stapitän Webbs bressierte 9 Seelöwen 9 Die Ueffems! Herr Burkhardts Goottit, Schulreiter. Herr Ernst Schumann m. 1. Meisterbreffuren. Um 0,45 ca.:. Barbarossa!! Große Drigin.- lusst.- Pantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Bekanntmachung der Orts- Krankenkasse für Friedenau. Infolge des Ablaufs der Wahlperiode findet am 13. November b. J. die Neuwahl sämtlicher Vertreter zur Generalversammlung für die Wahlperiode 1909 and 1910 statt. Bu wählen sind nach§ 50 des Statuts seitens der Arbeitnehmer 73 Vertreter, seitens der Arbeitgeber 86 Bertreter. Wahlberechtigt und wählbar find nur solche Bersonen, welche großjährig und im Befit der bürgerlicher Chrenrechte find. " Die Wahlen finden statt im Rheinschloß", heinstr. 60, und zwar für die Arbeitnehmer am Freitag, den 13. November 1908 nachm. von 4-7, Uhr, für die Arbeitgeber ebendaselbit am Freitag, den 13. November 1908, abende von 8-9% be. Die Wahl ist geheim. Zutritt zum Wahllokal haben nur solche Arbeitgeber refp. deren Ver treter, welche Beiträge an ble biesfeitige Staffe zahlen, und nur wahl berechtigte Mitglieder der genannten B. Jehmlich. Edyte Spreeathener. Sajfe. Diese baben sich durch ihre Am Alexanderplatz. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. 2161b+ Bürgerliches Schauspielhaus Berliner Eis Palast Kaftanien- Allee 7-9. Bum 1. Male: Don Carlos. Trauerspiel in 5 Att. v. Fr. v. Schiller. Anfang 8 Uhr. Sonntag nadm. 3 Uhr: Die Räuber. Abends& Uhr: Don Carlos. Lutherstr. 3/24 Ständige Eisbahn. Bon morgens 10 Uhr bis 18 Ub B geöffnet. Großes Konzert. Abends@ Uhr: Auftreten eviter Kunstläufer und -Bäuferinnen. Walhalla galast- Theater Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang& Ube: Das vollst. neue Novembarprogr. Eine lustige Spreewaldfahrt. Perzina m.seinen 110 Tieren Rafino. 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Stadt- Theater Moabil. Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theater faal Moabits. Sonntag, den 8. November: Der Störenfried. Luftspiel in 4 Aften v. Nod. Benedig. Auf. d. Vorft. 7, Staffenöffnung 6 Uhr. Ronzert 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Montag, 9. November: Soiree der Luftigen Sänger. Königstadt Kasino. Solamarliftr. 72. Täglich: Konzert, Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung mit Franz Sobanski. Meu! Men! 12 Nummern 18 Um 9 Uhr: Ruth. Stombbie in 1 Alt von Braune. Unf. 8 Uhr, d. Konzerts 7, Sonntags Uhr, des Konzerts 5, Uhr. 6 Parodie- Theater Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria Rustikana und die urkomische Burleste ,, Berlin steht Kopp". Anfang Sonnt. 8, wochent. 8, Uhr. Theater Folies Caprice Linienstr. 132. Durchschlagender Erfolg! Die lästige Witwe. Die Brautschau. Reu: Grünecker als Verteidiger in Strafsachen. Borvert. v. 10-2q. b. Staffe, b. 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Morgen Sonnabend fällt der Ringkampf and. 14 Tage auf Prohe versende a. meine Mitgliedstarte fowohl beim Eintritt in das Bahllofal wie zur Ausübung des Wahlrechts au legitimieren. Bu biefem Swed werden die Herren Urbeitgeber ersucht, den bei ihnen be fchäftigten Staffenmitgliedern die Mitgliebskarten rechtzeitig auszuhändigen. Im übrigen wird auf die Bestim mungen der§§ 49 und 50 bes Statuts verwiesen. 277/20 Der Vorstand. 8. Heider, Borsigender. N. Hildebrandt, Schriftführer. Den Bartelgenossen zur Nachricht, daß ich ein Milch u. Backwaren: fowie Obits, Gemüse: u. Kolonial waren- Geschäft eröffnet habe. Um gütigen Zuspruch bittet Heinrich Lache Tegel, Tresfowstraße 21. Kreuzberg- Festsäle. Besizer Otto Ernert. SW., Streuzbergstraße 48 Jeden Montag: Max Eichler- Sänger. Machher: Frei- Tanz Kränzchen. Passepartouts gültig. Jeben Freitag: Gr. Frei- Tanz. Sonnabende an Vereine zu vergeben. 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Versammlung in Thiels Lofal, Bergstraße 151/52. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Störmer: Die wirtschaftlicje Ktrife. 2. Dis tuffion. 3. Berschiedenes. Frauen erscheint in Massen und agitiert für die Versammlung. Der Einberufer. J. 2.: M. Alscher, efer- Straße 50. 237/4 Deutscher Metallarheiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof 1. Am 3, 1239. Charitéstraße 3. Sof III. Amt 8, 1987. Sonntag, den 8. November 1908, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Werkzeugmacher Am Freitag, den 13. November 1908, abends bon 7-8 Uhr finde tin den Musikersälen, Kaiser Wilhelme straße 18 M die Wahl von 16 Delegierten der Arbeitgeber statt. Bahlberechtigt und wählbar find des Statuts genügen. alle Arbeitgeber, welche dem§ 31 20206 An demselben Abend findet im genannten Lofal abends von 81, bis 10 Uhr die Wahl von 173 Delegierten der Arbeitnehmer statt. 4 Wahlberechtigt und wählbar find nur Mitglieder, welche dem§ 48 Abfaz II. des Statuts genügen. Strantentassenbuch legitimiert. Der Vorstand. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes Solidarität". Touren zum Sonntag, den 8. November: 3. Abt. 8 Uhr: Finkentrug( Hoff. meifter). 1 Uhr: Spandau( Stumfe, Schönwalderstraße 80). Start: im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Mariannenplay. Zages Drdnung: Erledigung des in der vorigen Versammlung vertagten Punktes betreffend die Vorarbeiterfrage. Kollegen! Der Wichtigkeit des Bunttes entsprechend erwarten toir voll zähligen Besuch, speziell die in der A. E.-G. beschäftigten Kollegen werden erwartet. Sonntag, den 8. November 1908, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung der Bananschläger Berlins und Umgegend im ,, Englischen Garten", Alexanderstraße 27 c. Zages Drdnung: 1. Unternehmertum und Arbeiterschaft in der gegenwärtigen Arise. Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. 4. Verbands. und Branchenangelegenheiten. Stollegen! Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Beteiligten, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Montag, den 9. November 1908: Bezirks- Versammlungen für die gefamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lohlen: 4. Abt. 2 Uhr: Johannisthal ( Trautmann). Start: Süftriner Plaz. 5. Abt. 1 Uhr: Glienice bei Hermsdorf( Schulz). Start: Elysium. bei Obiglo, Schwedterstr. 23. 6. Abt. 5 Uhr: Herbstvergnügen 7. Abt. 2 Uhr: Kartoffel- u. Herings. tonr nach Waidmannsluft( Schweizer. haus). Start: Grenzstr. 21. 8. Abt. 1 Uhr: Kaulsdorf. Start: Oldenburger Str. 34. Johannistal. 9. Abt. 1, Uhr: Start: Schillingstr. 15/16. 11. Abt.: Whittwoch, d. 11. November, früh 8 Uhr: Dranienburg, Lehnißlee. Start: Gr. Hamburger Str. 18/19. Frettag, den 13. November, abende 8%, Uhr: 13/18 General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Saal 1. Delegierten bleiben dieselben. PALMIN Es ist Palmin das Leste für die Küche. Zum Rochen, Braten, Backen beispiellos! Es läßt den Roch, die Röchin nie im SticheBekommt dem schwächsten Magen ganz famos! U PUNONNY W Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Am Sonntag, den 8. November 1908, vormittags 10 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59( Großer Saal): General- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1908. 2. Vortrag des Arbeitersekretärs Eugen Brückner über die bevorstehenden Gewerbegerichtsbeisitzerwahlen für Berlin. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimlert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Der Vorstand. I. A.: E. Schulze. und 135/6 Konsumverein für Tegel Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Freitag, den 13. November, abends 8 Uhr, in Trebeschs Feft. jälen, Bahnhofstr. 1: Sitzung der Ortsverwaltung. Ordentliche Generalversammlung. Sonntag, den 8. November: Irabstimmung Delegierten zusammenzusehen, in folgenden Lotalen: 1. Norden: Bockbrauerei, Chausseestr. 64, abends 8 Uhr. über den Antrag, die zukünftigen Generalversammlungen aus 2. Norden: Cbiglo, Schwedter Str. 23, abends 8 Uhr. 3. Norden: Frankes Festsäle, Badstr. 19, abends 8 Uhr. 4. Moabit: Brünings Prachtsäle, Wiclefstr. 24, abends 8 Uhr. 5. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstr. 3, ab. 8 Uhr. 6. Steglitz: Warendorf, Gr.- Lichterfelde, Beckestr. 22, abends 8 Uhr. 7. Süden: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, ab. 8 Uhr. 8. Often- Lichtenberg: Litfin, Memeler Str. 67, ab. 8 Uhr. 9. Stralau- Rummelsburg: Jm Lokal Markgrafendamm 34, abends 8 Uhr. 10. Weißensee: Roßkopf, Königchaussee 38, abends 8 Uhr. 11. Ober- Schöneweide: Jm Lotal Hasselwerder, abends 5½ Uhr. 12. Köpenick: Gesellschaftshaus, Friedrichshagen, Friedrichstraße 69, abends 8 Uhr. 13. Tegel: Trebesch, Bahnhofstr. 1, abends 6 Uhr. 14. Spandau Böhle, Havelstr. 20, abends 8 Uhr. 15. Weften- Schöneberg: Zühlke, Dennewigstr. 13, ab. 8 Uhr. Zages Drdnung in allen Bersammlungen: 1. Stellungnahme zur bevorstehenden Generalversammlung. 2. Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen. 8um Bunkt 2 find folgende Referenten vorgesehen: Brückner, Böske, Behrend, Handke, Hartmann, Horn, Körsten, Link, Massini, Ritter, Rehbein, Siering, Thurow, Zeiske, Zernicke. Außerdem ist für Nixdorf besonderer Umstände wegen am Dienstag, den 10. November, eine Bezirksversammlung mit dem obigen Thema vorgesehen und zwar im Lokal Hoppe. Hermannstr. 49, abends 8 Uhr. Bu allen diesen Versammlungen ist der Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches gestattet. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Die Metallarbeiter Notiz- Kalender für 1909 find erschienen und zum Preise von 60 Pf. pro Stück im Bureau und bei allen Bezirkskassierern zu haben. 124/8 Achtung! Die Ortsverwaltung. Isolierer! Achtung! Conntag, den 8. November 1908, uachmittags 2 Uhr, bel Heufelder, Dragonerftr. 15: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Stellungnahme zum Streit der Kollegen bei der Firma Reinhold& Co. in Hamburg und Hannover. Bahlreiches Erscheinen erforderlich. 1. Habels Brauerei, Bergmanuftr. 5-7. 2. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. 3. Krumbein, Schönleinstr. 6. 4. Reichenberger Hallen, Reichenberger Str. 147. 5. Mig, Stalizer Str. 59( am Schlesischen Tor). 6. Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. 7. Litfin, Memeler Str. 67. 8. Wildner, Friedrichsberg, Friedrich- Karl- Str. 11. 9. Boeker, Weberstr. 17. 10. Obiglo, Schwedter Str. 23. 11. Raabe, Rolberger Str. 23. 12. Lamprecht, Buttligstr. 10. Die Abstimmung beginnt um 9 1hr vormittags und endet um 12 Uhr mittags. Die Stimmzettel werden in den Abstimmungslokalen ausgegeben. Jedes Mitglied muß persönlich zur Abstimmung erscheinen und als Legitimation Ohne Mitgliedsbuch wird niemand das Mitgliedsbuch vorzeigen. zugelaffen. Die Abstimmung fann jeder Kollege in dem Lokale ausüben, welches für ihn am bequemſten zu erreichen ist. Die Werkstattvertrauensleute werden ersucht, den Kollegen die Mitgliedsbücher auszuhändigen. 92/ 18* Die Ortsverwaltung. Cinfetzer! Die Bezirksversammlungen finden am Sonntag, den 8. November, vormittags 10%, Uhr, in den bekannten 2ofalen statt. Im 2. Bezirk findet die Verfammlung beim Kollegen Dobrohlaw, Schliemannstr. 39, tatt Kollegen, geht vorher zur Abstimmung! Verband der Sattler Die nächsten Ortsverwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen finben an nachfolgenden Tagen statt: Geschirrbranche: Mittwoch, den 11. November 1908. Treibriemenbranche: Montag, den 9. November 1908. Taschens, Roffers und Galanteriebranche: Donnerstag, den 12. November 1908. Militärbranche: Sonnabend, den 7. November 1908. Linoleumleger und Zeppichnäher: Donnerstag, 12. Rovember. Wagenbranche: Donnerstag, den 12. November 1908. Eisenmöbels u. Lederstuhlpolsterer: Donnerstag, 12. November. Sektion Charlottenburg: Montag, den 9. November 1908. Zahlreichen Besuch dieser Branchenverfammlungen erwartet Die Ortsverwaltung. 157/18 Tischler- Verein. II. No. 59. Sonnabend, den 7. November, abends 8, Uhr, Melchiorstr. 15: Königreiche. Vortrag: treifüge durch die Nordischen 29217 Der Vorstand. Berschiedenes. 199/10 Der Vorstand. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht und Bericht des Aufsichtsrats. 2. Genehmigung ber Bilanz und Entlastung des Borstandes. 3. Genehmigung des Verteilungsplanes. 4. Anträge der Berwaltung: a) Menderung des § 3 der Sparordnung. b) Statutenänderung( Aenderung der§§ 2, 30, 34, 44, 46, 52 und 53. Eintritt nur gegen Legitimationstarte. 127/19 Der Aufsichtsrat. B. Grell. Hermann Meyer& Co. A.-G. Wattstraße 11/12. Fabrik feiner Tafelliköre. Ermäßigte Preise bei unveränderter vorzüglicher Qualität: Alpenkräuter Stonsdorfer Halb und Halb Berliner Getreidekümmel Süße Liköre, alle Sorten カカカカ カカカカカカカ a Fl. 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