Nr. 262. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis pranumerande: Bierteljäbrl. 8,30 M., monatl. 1.10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. BoitAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft- Settungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart bro Monat Boftabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien. Luzemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Ole Infertions- Gebühr Geträgt für die lechsgeibaltene Kolonel geile oder beren Raum 60 Big., für bolitische und gewerfichaftliche Bereins. und Berfammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erite( fett. gebructe) Wort 20 Cfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengeluche und Schlaf stellen Anzeigen das erite Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchitaben zählen für zwei Borte Inferate für die nächste Rumner müffen bis 5 lbr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernwrecher: Aut IV. Nr. 1983. Die geprellten preußischen Unterbeamten. Sonnabend, den 7. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Klaffen darstellen, da fast jede einzelne Klasse noch Unter- und der Freisinnigen bor. Danach sollen die Kanzlisten abteilungen aufweist, die sich durch besondere Ausrückungs- der Provinzialbehörden aus der Stlaffe 11 in die Klasse 10 bersetzt verhältnisse im Gehalt voneinander unterscheiden. Preußen werden, doch soll für die bis zum 1. April 1908 etatmäßig angestell hat also noch mehr als 2½mal soviel Beamtenklassen als ten Ranglisten der Klasse 11 die Bestimmung des§ 4 des MantelBayern! Dieses chinesische Kastenunwesen schafft zwar der Re- gefeges gelten mit der Maßgabe, daß jeder Kanzlist dieser States gierung durch Erregung von allerhand Rivalitäten unter den gorie 150 M. Zulage erhält(§ 4 des Mantelgesezes ermächtigt die Die Budgetkommission, die in dieser Woche mit der Be- Beamten mancherlei Belästigungen, andererseits aber wird Regierung, soweit das Diensteinkommen eines Beamten für 1908 ratung des Beamtenbespldungsgesezes begann, es offensichtlich von der Regierung und den hinter den bisherigen Bezügen zurückbleibt, über den Etat hinaus Parteien als wirksame 3 den Unterschieb als nicht pensionsfähigen Zuschuß zu bewilligen). hat rasche Arbeit geleistet. Beider fann nicht auch gesagt reaktionären werden, daß sie gute Arbeit geleistet hätte. Rasch genug Mittel betrachtet, jede Solidarität innerhalb der Ve- Bu bemerken ist, daß die Vertreter des Zentrums und der Freis unter der Voraussetzung ift man mit den ersten acht Klassen, die nicht weniger als amtenschaft zu untergraben! Man beruft sich dabei auf die finnigen den Kompromißantrag nur 164 000 Beamte von insgesamt 272 000 Beamten umfassen, besondere Qualifitationen einzelner Beamtengruppen und unterschrieben hatten, daß vorher ein freisinniger Antrag auf für die bei der Besoldungsreform überhaupt in Frage kommen, Grüppchen. Als ob ein Beamter dem anderen das Brot zere Bemessung der Aufrüdungsfrist angenommen würde. Freifertig geworden. Man hat nicht mehr als drei Tage mißgönnen würde, wenn er nur selbst fatt zu effen hat! herr von Rheinbaben sprach in erster Linie für die Regie gebraucht, um die Positionen durchzuberaten und Beschlüsse Gerade dadurch, daß man die unteren Beamten und manche rungsvorlage, erklärte fich aber ebentuell auch mit dem Kompromisa zu fassen. Ob man bei der Beratung der Gehälter der mittle- mittlern Beamten unzulänglich bezahlt, dabei einzelne antrag einverstanden. Während verschiedene Redner sich gegen die ren, namentlich aber der oberen Beamten ebenso rasche Gruppen bevorzugt, erregt man jene allgemeine Eifer durch den Kompromißantrag beabsichtigte Verschlechterung gegens Arbeit leisten wird? Wir wollen es abwarten! Nur fobiel füchtelei, die man wohl heuchlerisch beklagt, die man aber über der Regierungsvorlage wandten, wurde von anderer Seite muß festgestellt werden, daß die Hoffnung der unteren Be- em fig zu schüren trachtet! Zu einer Bereinheitlichung die Anregung gegeben, die Kanzlisten der Provinzialinstanz allamten auf entschiedene Aufbesserung ihrer unzulänglichen und Zusammenlegung der Klassen ist man auf reaktionärer mählich zum Aussterben zu bringen. In der Abstimmung wurde Bezüge bitter enttäuscht worden ist. Als die Re- Seite nur dann geneigt, wenn man das Gehaltsniveau der der freisinnige Antrag auf kürzere Bemessung der Aufrückungsfrist gierungsvorlage bekannt wurde, beeilten sich die unteren Beamten herabdrücken kann. Das zeigte sich geradezu abgelehnt. Infolgedessen stimmte ein Teil der Antragsteller gegen Beamten, durch zahlreiche Petitionen( von den unzähligen flassisch in der Freitagssigung der Budgetfommission. Dort den Kompromißantrag, so daß auch dieser fiel. Es bleibt also bel Privatbriefen, die den Abgeordneten zugegangen sind, ganz wurde nämlich von fonservativer und ultramontaner den Vorschlägen der Regierung. Längere Zeit nahm die Debatte über einen Antrag in An abgesehen), die völlige Unzulänglichkeit der geplanten Ge- Seite beantragt, eine Gruppe von Kanzlisten, die in der Vorhaltsaufbesserung nachzuweisen und um eine entsprechende lage in Staffe 11 angesetzt war, mit einer anderen Gruppe von spruch, der sich auf die mittleren Werksbeamten bet Erhöhung der von der Regierung vorgeschlagenen Gehalts- Ranglisten in Selasse 10 derartig zu vereinigen, daß man die der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung bes fäße zu bitten. Die Mehrheit der Kommission hat jedoch Beamten der Klasse 11 in Klasse 10 versezte. Dadurch wäre zog. Nach der Vorlage der Regierung sollen ein Drittel dieser diese ebenso dringlichen wie gerechtfertigten Forderungen den Kanzlisten der Stlaffe 11, sirka 1500 Personen, unter Beamten in Klasse 10, zwei Drittel in Klasse 12 eingereiht werden. gröblichst ignoriert! Sie hat sich durch die Er- anderem das Endgehalt um 150 bis 300 m. verkürzt worden, Außerdem sollen den Beamten Gratifitationen bis insgesamt flärung der Regierung, daß ein Hinausgehen über die Vor- während aus dieser Verschlechterung der Bezüge dieser Kanz- 130 000 22. gewährt werden. Es wurde beantragt, die Unterschiede schläge der Regierung Geld und nochmals Geld kosten werde, listen der Grupe 11 den zirka 880 Kanglisten der Klasse 10 fallen zu lassen und alle Beamten dieser Kategorien in die Klasse 12 um so mehr einschüchtern lassen, als ja die neuen Steuern nicht der mindeste Vorteil erwachsen wäre, denn bei ihnen einzureihen. Der Vertreter des Handelsministers erklärte, die in Preußen nicht in Gestalt indirefter Steuern aus den sollten ja die von der Regierung vorgeschlagenen Gehaltsäge mittleren Beamten der Bergwerksverwaltung feien erst 1801 in Massen herausgepreßt werden können, fondern die beunverändert bestehen bleiben! Die Zusammen- bas Verhältnis der Staatsbiener übergeführt, sie seien in givet sitzenden klassen selbst durch eine Erhöhung der legung der beiden Gruppen wäre also auf Kosten der Ge- Klassen geteilt, je nach dem Umfang der Werte, bei denen fie fich Einfommens- und Vermögenssteuer den Fehlbetrag auf- famtheit vollzogen worden, und zwar dergestalt, daß einem befinden. Diese Trennung habe sich aber nicht als zwedmäßig er. bringen müffen. Dieser Appell der Sachwalter unserer be- ganz erfledlichen Teil der Beamten das Gehalt wiesen und infolgedessen würden im Laufe der Zeit eine Reihe von Stellen 1. Strasse in solche 2. Klasse umgewandelt werden. Das figenden Klaffen ist kein vergeblicher gewefen. Um nicht neue überhaupt nicht aufgebessert worden wäre! Steuern zahlen zu müssen, will man das Beamtenproletariat Die Sozialdemokratie wird sich übrigens diefen gegen fei eine Trennung nach Funktionen durchaus notwendig, auch ferner lieber unzulänglich bezahlen! Trotz des gerade famosen Vorschlag der Herren Reaktionäre merfen, wenn denn der Dienst eines Steigers sei doch bedeutend verantwortungs von den Vertretern der reaktionären Mehrheitsparteien so es sich darum handelt, verschiedene Gruppen der hoch voller, als der Dienst derjenigen Beamten, die ihm nur beigegeben stürmisch bejubelten Wortes Preußen in Deutschland voran" bezahlten Beamten zusammenzulegen. Die Herren werden sind. Es sei nicht möglich gewesen, genaue Erhebungen darüber nimmt man nicht einmal Rücksicht auf die unerhört blamable dann nicht über Gleichmacherei" flagen fönnen, weil die anzustellen, denn sonst wäre die Geheimhaltung der BesoldungsTatsache, daß Bayern mit seiner Beamtenbesoldungsreform Sozialdemokratie dann ja nur nach fonservativ- ultra- ordnung gefährdet, gewesen, weil man ja auch die nachgeordneten gerade bei den Gehaltsfäßen der unteren Beamten viel montanem Rezept verfährt! Ganz abgesehen davon, daß die Beamten hätte hören müssen. Die Gratifikationen für besondere weiter gegangen ist, als Preußen! Man wird sich energisch Herren Konservativen und Ultramontanen einer immerhin Leistungen könnte man bei diesen Beamten nicht ganz entbehren. dafür ins Zeug legen, daß diejenigen Beamtenfategorien, noch dürftig entlohnten Beamtengruppe das Ein- Dagegen sollen die bisherigen Weihnachtsgratifitationen in Budie mit den besitzenden Klassen versippt und verfommen sogar gegenüber dem Vorschlag der Regierung funft im allgemeinen wegfallen. Es werde notwendig sein, eine schwägert sind, nicht zu kurz kommen. Die unteren beschneiden wollten, während es sich bei den höheren Reihe von Beamten der 1. Klasse in die 2. Klasse zu versehen. Beamten mögen sehen, wo sie bei den ungeheuer gestiegenen Beamtengruppen um wirklich ausfömmliche, teil- Diefe würden dadurch natürlich geschädigt werden und sollten des Preisen aller Lebensbedürfnisse bleiben! weise sogar mehr als ausfömmliche Vezüge handelt! " Beamtenbesoldungen. J halb die bisherigen Weihnachtsgratififationen von 150 m. behalten. Im übrigen aber sollen die Weihnachtsgratififatioren fortfallen. Die Beamten hätten das selbst gewünscht, weil ihrer Meinung nach bei der Verteilung nicht objektiv verfahren werde. Das Spiel um die Ehre. Mit Ach und Krach hat man sich dazu bequemt, das Wir werden in den nächsten Tagen noch im einzelnen Anfangsgehalt für die unterste Beamtentlasse in der auf die Arbeit der Kommission zurüdfommen. Schon jetzt Kommission von 1000 auf 1100 M. zu erhöhen. An dem aber mögen es sich die Unterbeamten gefagt sein Höchstgehalt von 1200 m. jedoch hat man nicht ge- lassen, daß sie sich kräftig rühren müssen, wenn sie auf die Im Laufe der Diskussion wandten sich verschiedene Redner rüttelt. Auch für die zweite Klasse hat man das Anfangs. Mehrheit des Junkerparlaments auch nur den geringsten geden das System der Gratifikationen überhaupt und forderten deffen Beseitigung. Wenn man es aber beibehalten wolle, so gehalt zwar auf 1100. erhöht, aber das Höchstgehalt von Eindruck machen wollen! 1500 M. ebenfalls unverändert gelassen. In der dritten meinte ein Redner, so möge man wenigstens nicht den Beamten, lasse hat man überhaupt feinerlei Aenderungen an der Redie eine kleine Strafe erlitten haben, die Gratifitationen entziehen, gierungsvorlage vorgenommen, und auch in der vierten Klasse fic also gewissermaßen doppelt bestrafen. Ein anderer Redner wurden alle Verbesserungsanträge abgelehnt, mit AusDie verstärkte Budgetkommission des Abgewünschte, daß nur eine Klasse geschaffen und daß die Verschieden nahme des einen Antrages, der eine Erhöhung des Endgehalts ordnetenhauses erledigte am Freitag eine Reihe weiterer heit der Funktionen durch Stellenzulagen ausgeglichen werde. derjenigen Lokomotivheizer von 1700 auf 1800 m. betrifft, Beamtenkategorien. In der Klaffe 9, für die ein Gehalt von Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrages mit 15 die nicht in Lokomotivführerstellungen aufzurüden vermögen. 1400 bis 2400 m. borgesehen ist, wurde eine Aenderung dahin ge- gegen 13 Stimmen. Es werden also alle Steiger in die 12. Klaffe Das ist alles, was die Kommission für die mehr als troffen, daß für die Revierförster und Förster fürzere mit einem Gehalt von 1650 bis 3300 M. aufgenommen. 80 000 Unterbeamten übrig hatte, die in diesen vier untersten Aufrückungsperioden beschlossen wurden, und zwar sollen diese Die nächste Sigung der Kommission findet erit ant Dienstaa Klassen rubriziert sind! Wie sehr man in der Fürsorge für Beamten bereits in 21 Jahren das höchstgehalt erreichen, während statt. Die Unterbeamten hinter Bayern zurüdgeblieben sie nach der Regierungsvorlage erst nach 27 Jahren in den Besitz ist, dafür nur zwei Beispiele. Die Bahnwärter sollen des Höchstgehaltes gefommen wären. Auch für die Bokomotiv. nach den Kommissionsbeschlüssen bei uns fünftig 1100 bis führer und Seelotsen wurde die Aufrüdungsfrist verkürzt. 1200 M. erhalten, während sie in Bayern mit 1200 bis Sie erreichen das Höchstgehalt schon nach 12 Jahren gegenüber der Es will nichts mehr gelingen! Die Frivolität der Auf 1700 M. Gehalt angestellt sind. Durch die Erhöhung des Regierungsvorlage, wonach fie es erst nach 15 Jahren erreicht bauschung des Casablanca- Zwischenfalls war so groß, die ErAnfangsgehalts von 1000 auf 1100 m. ist unter Zurechnung haben würden. des Wohnungsgeldzuschusses von durchschnittlich rund Eine längere Debatte riefen die Gehaltsverhältnisse der bitterung, die das Spiel mit dem Feuer überall in Deutsch300 M. zwar das Anfangsgehalt der Bahnwärter über das der Ranglisten hervor. Die Kanglisten bei den Lokalinstangen sino land auslöfte, so start, daß Bülow und feine Helfer zurückbayerischen Bahnwärter hinausgebracht worden. Nach zehn- in der Regierungsvorlage in Klasse 10( 1650 bis 2700 M.) ein- teichen mußten. War gestern noch die nationale Ehre" jähriger Dienstzeit jedoch tritt ein immer größer gereiht, diejenigen bei den Provinzialinstanzen in Klasse 11( 1650 engagiert, fo wird uns heute verfündigt, daß die friedwerdender Umschlag ein, dergestalt, daß das End- bis 3000 m.). Vom Zentrum lag ein Antrag vor, der eine Gleichliche Lösung" gesichert ist und bald die Formel gefunden gehalt der Bahnwärter in Bayern 1700 m. beträgt, während ftellung der Kanzlisten der Lokal- und Provinzialinstanzen be sein wird, die den Zwischenfall aus der Welt schafft. Wir es in Preußen einschließlich des Wohnungsgeldzuschusses awedt. Finanzminister Freiherr von Rheinbaben wandte sich haben an diesem Ausgang nicht fehr gezweifelt und von Anfang nur die Höhe von 1500 M. erreicht! Schlimmer noch ist es gegen diesen Antrag, der eine Ungerechtigkeit bedeute. Dadurch an die freche Stomödie, die die offiziös gespeiste Presse aufführte, den Schaffnern, Bremsern usw., einer Beamtenfategorie von würde genau das Gegenteil von dem erreicht, was die Regierung gekennzeichnet, wie sie es verdiente. Denn die Nachahmung der 21 300 Berfonen, ergangen. Ihr Gehalt soll in Preußen beabsichtige. Die Regierung bezwede eine Heraushebung der Be- Stünste des dritten Napoleon ist für Bülow und seine Helfer doch tünftig 1100 bis 1500 m. betragen, in Bayern dagegen amten des Außendienstes über die des Innendienstes. Dieser nur mehr in der Karifatur möglich. Die herrschende Sippe 1500 bis 2100 M. Da die Nebenbezüge, die auch in Bayern 3wed würde vereitelt, wenn man die Kanzlisten noch über die weiß, was heute für fie bei einem Striege auf dem Spiele gewährt werden, außer Betracht bleiben müssen, stehen sich Oberwachtmeister der Gendarmerie stellen würde. Die Folge des stände und mit Abficht wird sie einen fölchen so leicht nicht Die Spuren der russischen Revolution demnach in Preußen unter Anrechnung des in Breußen ge- Antrages würde ein noch stärkerer Anorang zum Bureaudienst heraufbeschwören. währten Wohnungsgeldzuschusses die Schaffner im Mindest- und demzufolge noch eine Zunahme der Vakanzen beim Außen- schrecken. Nicht ihr böser Wille ist in erster Linie zu fürchten, gehalt um 100 M. und im Höchstgehalt gar um 300 m. schlechdienst sein. Von anderer Seite wurde angeregt, sämtliche Sanz fondern ihre Unfähigkeit und Leichtfertigkeit. ter als ihre bayerischen Kollegen. Preußen in Deutsch- listen, auch die unter Klasse 11 aufgeführten, in die Klasse 10 au land voran! bersehen. Unterstaatssefretär Dombois machte darauf auf Auch in anderer Beziehung ist man dem nachahmens- merksam, daß die Ranglisten in der Rofalinstanz einen größeren werten Borbild Bayerns nicht gefolgt. In Bayern hat Nebenverdienst hätten, als die in der Provinzialinstang. Die man die Beamtenfategorien durch Zusammenlegung ber- Gleichstellung beider Kategorien würde also dahin führen, daß die wandter und annähernd gleich zu wertender Berufe auf Beamten der Provinzialinstanz sich schlechter stünden. 30 Klassen reduziert. In Preußen hat man nicht weniger Nach der Mittagspause lag zu diesem Punkt ein Romproals 51 Slaffen für nötig erachtet, die jedoch eigentlich 78 mißantrag des Sentrums, der konservativen daß das täppische Vorgehen der deutschen Diplomatie nicht Die Formel, die den Konflikt beilegen soll, wird darin bestehen, daß sowohl Frankreich als Deutschland ihr Bedauern aussprechen werden, das eine über die Verlegung der deutschen Stonsulatsrechte, das andere über das inforrette Berhalten des Konfuls. Dann soll der Streitfall" dem Haager Schiedsgericht überwiesen werden. Wird so diefe lächerliche Geschichte mun endlich bald ganz erledigt sein, so darf man deswegen nicht meinen, Wiedel: neuen Schaden angerichtet tiak. Sowohl in Frankreich als in: übrigen Ausland hat der Vorfall den Univillen und die Beuimihigung über die deutsche Negierungspolitik der- mehrt und die Ueberzeugung von ihrer Wankelmütigkeit und Unztwerlassigkeit verstärkt. Daß dieser Schaden nicht Noch� größer ist, erklärt sich zur Genüge aus dem Umstände, daß die deutsche Politik nach ihrer letzten Blamage fast nichts mehr zu verlieren hat. Es ist bezeichnend, daß selbst ein bisher so durchaus deutschfreundliches Blatt wie die radikale „Daily News" über den neuesten Streich des Fürsten Bülow schreiben: ..Dieser Vorfall kann nicht mehr vergessen werden. Die englischen Liberalen wollen im allgemeinen eine V e r- siändigung mit Deutschland, aber die imederholteii Erfahrungen, die sie in bezog auf die deutsche auswärtige Politik machen, erregen den Eindruck, daß diese in der Tat un- verläßlich und sprunghaft sei." Und in demselben Sinne urteilt die ganze englische Presse kmd mit ihr die europäische. Der brave Bülow hat mit seiner neuesten Leistung nur das Gegenteil dessen erzielt, was er beabsichtigte. Er hat im ganzen Ausland'den Eindruck erweckt, daß er kapabel sei, um seine Stellung zu behalten, internationale Gefahren herauszubeschwören, und er hat in Deutschland nur neuen Widerwillen, neues Mißtrauen und neue Verachtung gegen die Künste geweckt, mit denen er sein verwirktes Ministerdasein zu verlängern sucht. Ter getreue Block macht freilich alle Anstrengungen, um seinen Herrn zu retten. Es ist geradezu jämmerlich, wie die Blockinajorität schon im voraus kneift, wie sie sich angesichts der ernsten Pflicht völlig bankerott erklären muß und alles Heil von eben dem erwartet, den sie anklagen sollte. Bülow selbst kann sich gegenüber seinem Herrn nie so würdelos und knechtselig benommen haben wie diese Volksvertreter gegenüber einem in der ganzen Welt außer- halb des Wallotbaues verhöhnten und verspotteten Minister. Den Rekord der Lächerlichkeit halten natürlich die verächtlichsten Älcckmamcluken, die Freisinnigen. Ihre Fraktions- gemcinschaft hat heute den Antrag, eine Adresse an den Kaiser zu richten, abgelehnt, weil— wir zitieren das„Verl. Tage- blatt"—„bei der impulsiven Natur des Kaisers nicht abzusehen sei. wie er eine solche Adresse auf- nehmen werde"! Die Zeit des O r d e n s f e st e s ist nicht mehr ferne und da sollen die freisinnigen Staatsmänner wegen solcher Bagatellen wie Absolutismus oder Parlamentarismus ihre einzigen politischen Erfolge in Frage stellen lassen? Das darf man diesen Realpolitikern doch wirklich nicht zumuten und so kriechen sie ins Mauseloch, um dem Knopfloch nicht den erwarteten Schmuck zu rauben. Ebensowenig denken die Blockparteien daran. das Machtmittel der Reichsfinanz- reform zu benutzen, um gesetzmäßige Garanticn für das Kontrollrecht des Reichstages zu erlangen. Dazu haben wieder die konservativen Fraktionen keine Lust. Kein Wunder, daß dem Bülow der Kamm schwillt und er sich unterfängt, von der Majorität cm formelles Ver- trauensvotum zu fordern! Wir können den Erfolg ruhig abwarten und werden die Herren sicher nicht httibern, unsere Geschäfte zst besorgen. Sagt doch selbst daS nationalliberalc„Leipz. Tagebl." über die Aufbauschung des Marokkokonflikts und die Vertuschungs- ma'nöper des Blacks:... j",. Die Schnekdigkcit in den Marolkodingen ist„wohl daS Stärkste, was man bisher einem reifen Volke ge- boten Hot, denn damit suchen die Konterosteure einmal die Aufm c r ksam ker t a b z ule n kc n. und gewissermaßen nehmen sie als Resultat der Interpellation die Versöhnung zlviscken Kanzler und Parlament schon als gegeben an. Der D ü p i e- r un gSverfuchist so grob und unerhört dreist, daß die d e u t s Ä e L a n, m e s g e d u l d dazu gehört, um ihn sich gefallen zu lassen. Und leider ist zu vermuten, daß der deutsche Reichstag sich geneigt fühlt in dem abgekarteten Komödienspiel mitzuwirken. Alle diese Li u l i s s e n- schieb ungen könnten bei einem Parlament, daS feine eigenen Rechte zu wahren weiß, nicht vorgenommen werden. ES wäre in keinem änderen Falle möglich, eine Affäre von der Bedeutung des kaiserlichen Interviews zu verquicken mit irgendwelchen anderen Nichtigkeiten. Und eS wäre über- Haupt in keinem anderen Parlament möglich, dnß ein ver- antwortlicher Staatsmann sich ihm noch mit der Konduite präsentieren könnte, die Fürst Bülow a u f z u- weisen hat. Der Reichstag möge sich nichttäuschen, er hat gor n i ch t s o v i e l a n P r e st i g e zu v e r l i e r e n, um diese Einbuße on Volksvertrauen überhaupt ver- tragen zu können. Wenn sich der deutsche Reichstag hier zum Werkzeug eines höfischen, ebenso arroganten wie verderblichen Schein manöverS macht. Weimer sich dazu hergibt, den bis in die Knochen blamierten ver- nntwortlichen Leiter der Reichsgeschäste zu decken und im Grunde alles beim alten zu lassen, so wird er sich nicht wundern dürfen, wenn man ihn als ernsthafren politischen Faktor nunmehr für völlig aus- geschaltet hält, und wenn man die ReichstagSberichte nur noch als Ulklektüre behandelt.„Schade um die Reichstags- diäten I" wird man im Volle sagen, wenn man diese Enttäuschung erleben soll. Die Herren Abgeordneten werden zu entscheiden haben, ob ihnen mehr an einem guten Verhältnis zu ihren Wählern oder zur Regierung liegt." Sehr richtig— und für die Aufklärung der Wähler wird wahrhaftig gesorgt werden. Am nächsten Dienstag ivird nicht nur der Reichstag verhandeln, sondern auch die Berliner Arbeiter werden ein kräftiges Wort sagen. In Köln hat bereits Mittwoch eine überfüllte Arbeitcrversamm- lung sehr deutlich gesprochen und erklärt: „Die in den letzten Tagen enthüllten unerhörten Vor- komm nisse auf dem Gebiete der deutschen Auslandspolitik sind Folgeerscheinungen dcS persönlichen Regiments, das nur möglich geworden ist durch die P o li ti s ch e Jämmerlichkeit des deiltschen Bürgertums und die beispiellose Feigheit der ReichstagSmehr- he it. Vorgänge dieier Art bringen Deutschland um den letzten Rest von Kredit, machen eS zum Gespött aller Kulturnationen und beschwören die Gefahr schwerer internationaler Verwickelungen herauf. Der Skandal wird noch verschlimmert durch die grotesken EutschutdigiiugSversliche der Reichsregicrung, die eine Luder- Wirtschaft sondergleichen in den höchsten RegierungS- ämtern enthüllen. Die verderblichen wirtschaftlichen Folgen einer un- fähigen und unaufrichtigen deutschen Auslandspotiük treffen die Arbeiterschaft gerade m der jetzigen swlimmen Zeit der Krise mit voller Wucht. In politischer Beziehung muß der geistige und moralische Bankrott des jetzigen Negierungssystemö zu einer nr ächtigen Trieb- feder der endlichen Demokratisierung unseres Staatswesens werden. DaS Politisch laugst mündige Volk ist die beleidigende Bevormundung gründ- Aich satt, es verlangt Selbstbestimmung seiner G. e schicke und wird sie sich durch die unbeugsame Energie der Sozialdemokratie zu erkärnvien wissen. Es will nicht länger mehr nur schwere Staats- lasten tragen und keine Rechte haben. es will nicht mehr abhängig sein von der ebenso hochmütigen wie un- fähigen Junkersippe und den stark wechselnden Stimmungen eines einzelnen Herrfchers. Die rücksichtslose Hinwegräumuiig aller feudalen Reste.und Be- kämpfung aller absolutistischen Allüren ist ein Gebot der Selbsterhaltung des Volkes. Vorbedingung einer wirk- samen Kontrolle des Volkes' über die Regierung ist die Vernichtung der Reaktion im größten und aus- schlaggebenden Bundesstaate Preußen, die Er- kämpfung des gleichen, allgemeinen» geheimen und direkten Wahlrechts." Die Herren im Reichstag und an anderen Stellen können sich darauf verlassen, daß sich diesmal eine Protest- bewegung erheben wird, die sie nicht durch elende parla- mentarische Knlissenschwindeleien und durch Scheingefechte be- schwichtigen können. Noch stehen sie vor der Entscheidung: Von ihnen selbst hängt es ab, ob sich die Erbitterung des Volkes gegen den parlamentsfeindlichen Absolutismus und seine Träger richten wird oder ob es mit den Ver- rätern im Parlamente selbst zugleich Abrechnung wird halten müssen. Die Erregung niag sich bei den parlamentarischen Blockfraktionen, denen ihre schmutzigen Ge- schäfte über die Volksinteressen gehen, gelegt haben. Im Volke selbst ist sie im steten Steigen und nichts hat aufreizender gewirkt als die K u n d e von d e m V e r r a t, den die feile und feige Majorität des deutschen Reichstages an dem deutschen Volke zu begehen sich anschickt. vom„organisch. evolutionistischen" Kefontikimis. Die von Herrn Doktor I. Bloch redigierten„Sozialistischen Monatshefte" setzen in der letzten Nummer ihren großen Kampf für die ,o rganisch-evolutionistische Auffassung" des Revisionismus oder, wie er sich lieber nennen hört. des„Re- formiLmuS" gegen die„absolute Jntraiisigenz" der Radikalen oder sozialdemokratischen„Absolutistcn" unentwegt fort. Bern- stein, Schippe l, Calw er teilen sich in die hehre Ausgabe, diesen eigenartigen Absolutismus kritisch zu überwinden, und alle drei leisten höchst Anerkennenswertes auf diesem Gebiete. Bernstein beweist mit wissenschaftlicher Gründlichkeit, daß die „leitende Idee des Revisionismus" bezw. Reformismus, nach- dem sie zeitweilig verdunkelt worden sei, sich jetzt wieder von neuem Bahn bricht, und verkündet am Schluß seines Artikels mit kühnen Seheraugen,„daß auch die deutsche Sozialdemo- kratie eines Tages den Weg zu einem kraft- vollen und seiner Natur sich bewußten syste- ma tischen Reformismus finden wird". Schippe! kämpft in seinen„Kriienbet/achtungen" gegen den Gedanken der„chronischen Geschäftssiockung" und bewundert mit ge- hobenen Hoffnungen„die fast jugendlich elastische Anpassungs- und Wachst umSfähigkcit der bürge r- l i ch e n Verhältnisse". Und Calwer endlich übersetzt die „organisch-evolutionistischen" Theorien seiner. Mitkämpfer ins Real- politische, indem er für die Forderung eintritt, daß die Gehälter der Beamten, und zwar nicht nur der Unterbeamten, sondern auch der oberen Beämterischichten, um 25 bis 30 Proz. aufgebessert werden müssen, da auch das Lohnniveau der Arbeiter sich in. den letzten zehn Jahren beträchtlich erhöht habe und sonst sich der geziemende Abstand zwischen Arbeiter- löhne» und Beanrteiigehältern möglicherweise verringern könnte. Besonders der Artikel Calwers über die„Regelung des BeamteneiukommenS in Preußen" ist höchst lesenswert, denn gründ- licher noch als seine Mitkämpfer hat er die Klassenkampftheorie überwunden und die leitende Idee deS systematischen„organisch- evolutionistischen" Reformismus in ihren hehren Konsequenzen und ganzen Schönheit erfaßt. Wir wollen deshalb unseren Lesern auch CalwerS Artikel nicht ganz vorenthalten* und wenigstens einen Absatz daraus mitteilen. C a l>v e r sagt wörtlich: ES genügt aber nicht, daS Nominaleinkommen nur fo zn steigern, daß eS die gleiche Kaufkraft besitzt wie 1897, sondern es muß auch die wirtschaftliche Hebung deS deutschen Volkes in Rechnung gezogen werden. Die c>roßgeiverbliche Arbeiterschaft hat in den letzten zehn Jahren ihre Loge nicht unwesentlich verbessert. DaS Lohmiivean hat sich durchschnittlich so gehoben, daß man für die letzten zehn Jahre eine Besserung von 1V Prozent annehmen kann. Von dieser BasiS ausgehend kommt man zu der Forde- ruug, daß namentlich die Einkommen der unteren Beamten um 25 bis 30 Proz. aufgebessert werden müssen, wen» die Unter- beamten einigermaßen den großgewerblichen Arbeitern gleich- gestellt werden sollen. Aber es wäre kurzsichtig, nur den unteren Beamten diese wirkliche Ein- konr menSverbesserung zukommen lassen zu wollen. Wir sind vielmehr der Ansicht, daß die gesamte Be- amtenschaft auf eine durch die allgemein gestiegenen Lebens- anspräche bedingte Erhöhung ihres Einkommens vollberechtigten Anspruch hat. Im einzelnen wird man darüber streiten können, welche Gehaltsätzc für die und jene Beamtenkategorien die richtigen find, generell aber muß man sich erst darüber klar sein, daß bei der Bemessung deS Gesamteinkommens des Beamten- Heers auf die Erfolge des wirtschaftlichen Aufschwunges gebührende Rücksicht zu nehmen ist. Ganz kouseqnenter Reformist ist allerdings auch Calwer noch nicht; denn dann hätte er vorschlagen müssen, daß eine Art gleitende Gehaltsskala für die Beamten aller Kategorien aufgestellt wird und jedes Mal, wenn die Lohnhöhe der Arbeiter um 5 oder 10 Proz. steigt, auch alle Beamtengehälter in gleichem Maße aufrücken, damit die in der heutigen göttlichen Wirtschaftsordnung begründete Distanz zwischen Arbeitslöhnen und Beamteugehältern zum Wohle der Arbeiter konserviert bleibt und die„organische Evolution" nicht zu schnelle Fortschritte macht. „Pension" ceubu!. In eingeweihten Kreisen rannt man sich zu, und in den Zeitungen Nest man dann und wann: daß eS unter dem Regime miserer der- zeitigen Jrrengesetzgebung möglich ist, zerrüttete Familienverhältnisse zu„sanieren" und unbequeme Familienmitglieder auf kürzere oder längere Zeit oder gar für immer u n s ch ä d l i ch zumachen, indem man sie— unter gütiger Mitwirkung eines nicht allzu peniblen ArzteS— in eine„Anstalt" verbringt. Solcher Fälle gibts nachgerade so viele, daß die Oeffentlichkeit sich schließlich daran gewöhnt hat, sie ohne sonderliche Erregung hinzunehmen. Nur tvenn einer derjenigen Herren, die bei solcher Affäre in ihrer Eigenschaft als Aerzte, Polizeibeamte, Nichter von einer Zeitung oder sonstwie in unangenehmer. Weise genannt werden, die Unvorsichtigkeit begeht, den Staatsanwalt zu bemühen, fällt noch einmal ein Strahl des Tageslichts inS tiefe Dunkel unserer Jrren-.Nechtspflege". So gestern: da in Moabit gegen Karl Schneidt ein Be- leidignngSprozeß begann(den Bericht finden unsere Leser an anderer Stelle), in dem eS sich darum handelt, in die Zustände eines schlestschen„Pensionats" hineinzuleuchten. Eines„Pensionats" j— denn so nannte und nennt sich wohl noch derjenige Teil der Leubuscr Anstalt, in den eine Frau Lubecki ans Benthe» ihren Gatten— einen tüchtigen Geschäftsmann,! angesehenen Bürger, Stadtvcr- ordneten— ohne Schwierigkeit(ja ohne daß die recht- lichen Garantien beachtet wurden) zu bringen ver- mochte. Das hat die gestrige Verhandlung mit entsetzlicher, mir erschreckender Deutlichkeit bewiesen. Und sie hat mehr bewiesen. Sie hat gezeigt» daß man für einen„willenstrotzigen"(!) Mann, wenn man Glück hat. einen ärztlichen Gutachter, einen Medizinalrat finden kann, der ein Aitest, das zum bürgerlichen Tode, führt, ausstellt, ohne den Todes- kandidaten recht zu untersuchen-- ein Attest, in dem die winzigen eigenen Wahrnehmungen des Arztes kunterbunt durcheinderwirbeln mit den Mitteilungen der Familienmitglieder, die ein Interesse daran haben, dem Ehegatten, dem Bruder die Reife fürs—„Pensionat" verschaffen zu helfen! Was dem Lubecki passierte— und das. macht den Fall wichtig. macht ihn t y p.i s ch— kann jedem nervösen Manne, jeder„willens- trotzigen" Frau" passieren, wenn sie das Unglück haben, mit skrupellosen Familienangehörigen in Differenzen zu geraten. Sind doch außer Lubecki noch viele andere Patienten im„Pensionat" gewesen, jenem „idyllisch an der Oder gelegenen" Leubus, wo man die Kränken, wenn sie widerspenstig sind, fünf, neun, dreizehn Stunden und länger ins Wasserbad steckt I Jenem Leubus. das Telegramme und sonstige Mitteilungen seiner„Pensionäre" nicht an die Adressaten gelangen läßt,' jenem LeubuS, das zwar vom Herrn Landeshauptmann mal besucht wird, in dem man cS aber so einzurichten versteht, daß ein Internierter, der diesen Beamten zu sprechen wünscht, ihn gar nicht zu Gesicht be- kommt... der Juternierte, dem nicht einmal offiziell mitgeteilt wird, daß ihm ein Pfleger bestellt ist! Wir konnten nur eine winzige Bliitcnlese auS der. erdrückenden Materialienfülle geben, die der erste Tag dieses erstaunlichen Prozesses gebracht hat, dieses wunderlichen Prozesses, in dem cS sich erweist, daß diejenigen Männer, die die nächsten dazu sind, nicht einmal genau zu sagen vermögen, wie die wichtigsten Bestimmungen unserer Jrrengesetzgebung lauten, diese Männer, die sich nicht einmal klar oder doch nicht einig sind über die Garantien, die dem deutschen Bürger— auf dem Papier— zur Seite stehen, wenn es gilt, ihn aus der Freiheit heraus in ein modernes Jrrenverließ zu stoßen. Das alles hat der erste Verhandlungstag erwiesen. Was werden die folgenden enthüllen?— politische(lederficdt. Berlin, den 6. November 1908. Fiskalische oder volkstümliche Justizreform. Aus dem Reichstage(7. November). Bei der heutigen Weiterberatung der Justizreform trat zunächst Herr Spahn namens der Mehrheit der Zentrumspartei wesentlich als Freund der Regierungsentwürfe auf, während für die Minderheit, die Bayern, später Herr Tch a ler aitS Würzburg den entgegengesetzten Standpunkt vertrat."Ebeliso- redeten zwei Freisinnige, Ablaß und Dove, gegen einander. Fm.all- gemeinen. teilen-. sich die Redner, det. verschiedenen bürgerlichen Parteien tpesentlich so. däß die Nichter für, die. An» wälte gegen die Entwürso. sind. So trat als schroffer Gegner des Entlvurfs der Frei- sinnige Ablaß auf. Er vergriff sich indes im Tone. Eüie gute Stunde lang plädierte er mit einem weinerlichen Pathos, als ob er für einen Hanimeldicb aus nnglückticher Liebe mildernde Umstände bei ländlichen Geschworenen erwirken wollte, oder wie Herr Sello, als er für den Peters heiße Tränen aus seinem schönumflorten Augenpaar heraus- zwiebelte. Dabei sprach er einen durchaus anerkennenswerten Grundsatz aus: daß es nämlich grundverkehrt sei, bei einre Gesetzrcform einige geringfügige Verbesserungen mit ander- weiten Verschlechterungen zu erkaufen, weil man sich auf solche Weise den Weg zu späteren gründlichen Reformen blockiert. Sehr wahr I Schade nur, daß Herr Ablaß und seine frei- sinnigen Freunde diesen durchaus richtigen Grundsatz beim Vereinsgesetz völlig außer acht gelassen haben. Mit dem Vorwurf der Fiskalität hatte Herr Ablaß den preußischen Jiistizmimster Herrn Bcseler vom Sitze empor- getrieben. Herr Beseler schaut aus wie ein Bierbrauer, der längere Zeit tu Chlorkalk gebleicht wurde und redet gottgefällig und zögernd wie ein evangelischer Landpastor, der seine Rede mangelhaft einstudiert hat. Hinter jedem Satz schielte er ver- stöhlen über Vollbart und Schnicerbauch auf das Manuskript herab, und dann erwartete man, daß er aushilfsweise ein „geliebte Brüder im Herrn!" rnschalten würde. Nach seiner Versicherung ist es das Wohl des Volkes allein, was die Bureaukratie bei allen ihren Maßregeln im Auge hat. Auch hier werde wieder ihre edle Absicht schnöde verkannt. Diese Verteidigung konnte indes den Genossen Frank- Mannheim nicht abhaltet«, den Vorwurf der Fiskalität aufrecht zuerhalten und durch den Hinweis zu begründen, daß der Regierungsentwurf nach einer zuverlässigen Berechnung dem Volke jährlich vier Millionen Mark mehr an Gebühren kosten iverde. Die ministerielle Bekämpfung der Syndergerichte wies er mit dem Hinweis darauf zurück, daß das Volk die Sondergerichte(Gewerbegerichte usw.) deshalb vor den gewöhnlichen Gerichten bevorzuge, weil die Richter der Sondergerichte aus einer Wahl durch die Massen hervorgingen. Er forderte auch namens der Sozialdemokratie die grundsätzliche Zulassung der Arbeitersekretäre zur Vertretung vor Gericht. Nachdem noch einige Redner gesprochen, gingen die Vor- lagen an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Heute wurden endlich definitiv die Interpellationen über die Regierungskrise aus den Dienstag fest gesetzt. Bis dahin wird der Knochenerweichungprozetz der Blockparteien wohl genügende Fortschritte gemacht haben. Die Trauer-Steuer. Die„Kreuz-Ztg.", das führende Organ der Konsei- vativen, gibt heute an erster Stelle das Eingesandt„einer Witwe" wieder, dem sie die schmerzvolle Stichmarke„Zur Trauer-Stcuer" gegeben hat. In diesem Eingesandt heißt es: „Es ist schon so viel gegen die Nachlaß, und Erbschafts- steuer für Ehegatten und Kmdcr geschrieben, und doch erscheint das Thema noch immer unerschöpflich, sowohl vom praktischen als vom seelischen Standpunkt aus. Denn gewiß wäre es schwierig, eine andere Steuer aussindig zu machen, die so tief und verletzend in dieallertnnerste Häuslichkeit eingriffe Äs diese— und das gerade in den schwersten Zeiten des Familienlebens, wo die Angehörigen noch ganz unter dem Eindruck des Schmerzes stehen, vielleicht aufgerieben durch eine lange und angreifende Pflege, eder bis ins Innerste er schüttert durch einen plöglichen Todesfall. Wie lange denft man sich wohl die langgemessene Frist", in der die Trauer berechtigt sein soll? Wer es weiß, was es heißt, den treuen Bater, den geliebten Mann zu verlieren, der weiß auch, wie quälend und schwer in solchen Momenten schon jetzt all die notwendigen geschäftlichen und Vormundschaftssachen usw. empfunden werden; aber ins Unendliche würden sich solche Scherereien durch die geplante Steuer vermehren und in die Heiligkeit der Trauerzeit mit vauher Hand eingreifen." In der Tat, es ist fürchterlich, es ist eine Entweihung Ser heiligsten Gefühle, daß eine trauernde Witwe na cha gemessener Frist der Steuerbehörde Auskunft darüber geben soll, wie hoch sich die Erbschaft ihres verschiedenen Ehegatten beläuft. Noch ehe eine angemessene Frist verstrichen ist und unmittelbar nach dem Todesfall muß zwar die trauernde Witwe sich von der Schneiderin ein Trauergewand anmessen lassen, muß die Kondolenzbesuche empfangen, kurzum, alle peinlichsten und hohlsten Zeremonien der so genannten guten Gesellschaft mitmachen, ohne sich in stiller Beschaulichkeit ihrem Schmerze hingeben zu können. Aber alles das erträgt solch' eine trauernde Witwe. Nur wenn die Steuerbehörde, sei es selbst nach angemessener Frist", eine Auskunft verlangt über die Höhe des Nachlasses, dann ist das ein brutaler Eingriff in die„ allerinnerlichste Häuslichkeit“,„ gerade in den schwersten Zeiten des Familienlebens". Wir stellen demgegenüber nur fest, daß diefer verlegtende Eingriff" nur bei solchen Familien stattfinden soll, bei denen sich die Höhe des Nachlasses auf mehr als 20 000 M. bea ziffert. Ferner stellen wir fest, daß die Nachlaßsteuer sich bei einem Einkommen von 30 000 M. nur auf ganze 150 M. belaufen würde, daß also der trauernden Witwe immerhin ein Vermögensobjekt von 29 850 m. verbleiben würde. Und selbst wenn das der trauernden Witwe hinterlassene Vermögensobjekt eine Million betragen würde, soll die Nachlaẞsteuer erst die Höhe von 3 Proz. erreichen, also 30 000 M. betragen, so daß troß der„ Trauer- Steuer" die Witwe immer noch 970 000 m. behalten würde. Nehmen wir eine Verzinsung des Kapitals von 5 Prozent an, so brauchte die trauernde Witwe ihre Ausgaben in dem Trauerjahr, in dem fie ja ohnehin zu einer gewissen Zurüdhaltung gezwungen ist, nur auf zirka 20 000 W. einzuschränken, um in dem einen Jahre die 30 000 M. Steuern eripart und das ererbte Sapital wieder auf eine volle Million gebracht zu haben! Herr Harden gegen den Kaiser. Obgleich er bei der lebten Reichstagswahl wiederum ein Mandat lang zu bringen, ist die wichtigste Frage in den gegenwärtigen für den Wahlkreis Siegen Biedenkopf- Wittgenstein erhielt, ist Stöder Verhandlungen. Da die Angelegenheit bisher noch nicht das zu feit langem in politischer Hinsicht ein toter Mann; nur sein frank- ständige Reichsjustizamt beschäftigt hat, erscheint es sehr fraglich, ob hafter Ehrgeiz hat ihn daran gehindert, sich längst tus Privatleben noch in diesem Winter eine Vorlage an den Reichstag gelangen zurückziehen. Daß als Nachfolger Stöders der bekannte unfreiwillige Humorist und Lizentiat Mumm in den Reichstag einziehen wird, erscheint fraglich, denn Stöder siegte bei der letzten Wahl nur mit einer Mehrheit von wenigen Stimmen. Bismarck und Bülow. wird. Die Balkankrise. Ein türkisch- bulgarischer Zwischenfall. Konstantinopel, 6. November. Das Amtsblatt veröffentlich! eine Depesche aus Saloniki, wonach nahe der bulgarischen Grenze Um dem Mangel an Denkmälern im deutschen Vaterlande ab- dreißig Berfonen beim Holzfällen von bulgarischen zuhelfen, hat sich ein Komitee sogenannter vaterländisch gesinnter Soldaten verwundet worden sind. Von den Verwundeten Männer gebildet, das dem getreuen Edart des deutschen ist einer gestorben. Beide Staaten haben die Untersuchung einBoltes", dem Fürsten Bismarck, auf der Elisenhöhe bei Binger geleitet. brück, gegenüber dem Denkmal der Germania, ein Nationaldenkmal Die türkischen Reservisten. zu errichten. An der Spize des Komitees steht der große nationalliberale Patriot Bassermann. Ferner gehören dem Vorstande an: Konstantinopel, 6. November. Dem Blatte" Sabah" zufolge hat Dr. v. Heydebrand u. d. Lafa; Kaempf, Bizepräsident des Reichs- der französische Botschafter Constans den Minister des Aeußeren, tages; und Frhr. v. Schorlemer Liefer, Oberpräsident der Rhein- Te to fit pafcha, gestern gefragt, ob die Pforte ihre Referproving; während an der Spize des geschäftsführenden Ausschusses visten entlassen werde, nachdem Bulgarien seine Reservisten der Geb. Kommerzienrat Emil Stirdorf, der Leiter des Kohlensynditats, entlaffen hat. Tewfit Pascha habe erwidert, daß nur wenig Redifsteht. Seine Stellvertreter find Gebeimrat Dr. D. Hamm- Bonn und truppen zu Uebungen eingezogen seien und die Entlaffung diefez Geheimer Baurat Franz Schulz- Köln; als Schahmeister fungiert Truppen gleich nach Beendigung der Uebungen erfolgen werde. Generalkonsul Dr. Paul v. Schwabach- Berlin. Der erste Vorsiz des Bauausschusses ist in Anbetracht seiner Danach würden, wie das Blatt fagt, die Rebiftruppen in Berdienste um das Ansehen Deutschlands im Auslande und die etwa zwölf Tagen entlassen werden. Stulturstaaten der Welt dem heutigen genialen Nachfolger Bismarcks, guten politischen Beziehungen des Deutschen Reiches zu allen dem Fürsten Bülow, angeboten worden, und bereitwilligst hat dieser zugefagt. Er hat an Herrn Bassermann folgenden schönen Brief gerichtet: Herrn Reichstagsabgeordneten Bassermann, Berlin. Euer Hochwohlgeboren danke ich für das freundliche Begrüßungstelegramm mit der Bitte, den Mitgliedern des Ausschuffes zu wiederholen, wie ehrenhaft es für mich ist, an der Spize der Vereinigung zu stehen. Möge das geplante Wert seiner Vollendung rasch entgegengehen am Ufer unseres Rheins als neuer Markstein großer Zeit, als Wahrzeichen unserer Einheit zum dauernden Gedächtnis für die kommenden Geschlechter. gez.: Reichskanzler Fürst Bülow. " Verwandte Seelen finden sich!" Die Verhandlungen. Sofia, 6. November. Die legten Nachrichten aus Konstantinopel schildern den Gang der türkisch bulgarischen Ber ständigungsverhandlungen als fchleppend und wenig Erfolg verheißend. Es wird sogar die Möglichkeit erwogen, daß die Verhandlungen fich gänzlich zerschlagen, weshalb in Regierungsfreifen großer lumut bemerkbar ist. Serbische Versprechungen. Belgrad, 5. November. Infolge ernster Vorstellungen des östers reichisch- ungarischen Gesandten sowie der freundschaftlichen Ratschläge Der Vertreter aller übrigen Großmächte ist es der Regierung ge lungen, in der öffentlichen Meinung eine Beruhigung herbeiDer Hospitant der konservativen Reichstagsfrattion, Abgeordneter zuführen. Die erste Folge dieses Umschwunges ist die Einstellung Dr. Hahn, ist, wie die„ Sonserv. Korresp." mitteilt, nunmehr der des Boykotts gegen die österreichisch- ungarischen Kaufleute. Die Fraktion, die ihm lange Jahre hindurch Gastfreundschaft gewährt die Geschäfte, über die bisher der Boykott verhängt war, fönnen von Universitätshörern gebildeten Boykottmachen sind zurückgezogen, hat, als Mitglied beigetreten. Die Fraktion hieß den bewährten abgeordneten in ihren Reihen herzlich willkommen. Der Entschluß unbehindert betreten werden. Die Regierung hat die Redaktionen des Abgeordneten Dr. Hahn, zu der deutsch- konservativen Partei in aufgefordert, Ausfälle gegen Kaiser Franz Joseph zu unterlaffen, ein enges Werhältnis zu treten, wird allseitig mit Befriedigung be- widrigenfalls die betreffenden Zeitungen fonsziert würden. grüßt und als ein Zeichen dafür aufgefaßt werden, daß die Beziehungen der Partei zum Bunde der Landwirte, dessen Direktor Herr Dr. Hahn ist, vortreffliche sind. In Anbetracht des Mangels der Konservativen Fraktion an geistigen Kräften ist diese Freude über den Beitritt des Herrn Hahn einigermaßen begreiflich. Eine interessante Arbeitslosendebatte Von den vielen Widerlichkeiten der Eulenburg- Kampagne war eine der widerlichsten die monarchischen Loyalitätsbeteuerungen, mit denen Herr Harden im ersten Prozesse Stimmung machte. Aber die monarchische Gesinnung ist wie jede andere des Herrn Harden wandelbar, und so schreibt heute spielte sich in der gestrigen Sigung der Kaffeler Stadtverordneten ab. der Herausgeber der Zukunft" gegen Wilhelm II. Harden Die fozialdemokratische Fraktion hatte den Magistrat interpelliert, erzählt zunächst, daß die Veröffentlichung des Interviews ob er gewillt sei, der Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu begegnen von Herrn Oberst Stewart Wortley, dem Befizer von und zwar: Highiliff, wo Wilhelm II. eine Zeitlang wohnte, empfohlen worden war. Als den Beamten, der das für Bülow zu unbequeme Manuskript lesen mußte und kein Bedenken gegen die Veröffentlichung äußerte, nennt er den Geheimrat Klehmet. Dieser gelte als der zuverlässigste Attentenner in der Politischen Abteilung, in der er bereits anderthalb Jahrzehnte sitzt. Dann meint Harden über den Zweck der amtlichen Erklärung: 1. durch Jnangriffnahme städtischer Arbeiten, 2. durch Gewährung von Zuschüssen an die gewerkschaftlichen Organisationen aller Richtungen, soweit sie ihren Mitgliedern Arbeitslosenunterstügungen zahlen und dadurch den Armenetat der Stadt entlasten. M. Oberbürgermeister Müller stellte zu Punkt 1 einige völlig unzulängliche Rotstandsarbeiten herkömmlicher Art in Aussicht. Die Frage 2 verneinte er ganz entschieden, indem er erklärte: Es sei nicht zulässig, städtische Mittel den gewerkschaftlichen Drganisationen zur Verfügung zu stellen, ohne daß die städtischen Behörden über die Verwaltung und die richtige, ihren Anschauungen entsprechende Verwendung der Gelder genaue Kontrolle erhalte. Arbeitslosenzählung und Notstandsarbeiten. Oefterreich. Die Krise. Wien, 6. November. Die„ Neue Freie Preffe" meldet: Da die Verhandlungen des Ministerpräsidenten Freiherrn b. Beck mit den Parteien über die Rekonstruktion des Kabinetts ergebnislos verlaufen sind, wird Ministerpräsident Freiherr v. Beck heute oder morgen die Gesamtdemission feines Ministeriums überreichen. Mit der Neubildung des Stabinetts soll der bisherige Minister des Innern Baron v. Bienerth betraut werden. Das gleiche Wahlrecht verraten. Wien, 5. November. Der Sta i fet hat, wie die Neue Freie Preffe" meldet, der ungarischen Wahlreform die Vor. fanttion erteilt. Landtagswahl. Wien, 6. November. Bei den gestrigen Wahlen zum nieberösterreischen Landtag in der Brivilegiertenfurie sind vierzig bristlich foziale, bier Deutschfreiheitliche und cin Stompromißlandidat gewählt worden. Es ist eine Stichwahl er forderlich. England. Gemeindewahlen. " Hatte sie wirklich den Zweck, Angriffe vom Kaiser abzuwehren? Ungerechte Angriffe"( jo stebts im Text), die vor aussetzten, daß der Kaiser die Meinung des Verantwortlichen nicht erfragt habe. Nur solche. Also Angriffe von der falschen Seite. Die anderen hält der Kanzler nicht für unge. recht, sondern mehrt ihre Wucht noch. Denn er sagt vor allem Volt, daß er der Veröffentlichung des Artikels nicht Das Magdeburger Gewerkschaftsfartell hatte bei der Stadt- London, 3. November.( Eig. Ber.) Am letzten Montag wurden zugestimmt hätte, wenn ihm der Inhalt bekannt gewesen wäre. verordnetenversammlung beantragt, ihm zur Vornahme von zwei in England und Wales Gemeindewahlen vorgenommen. Es Damit ist festgestellt, daß der Kaiser vor Fremben Säße ge- Arbeitslosenzählungen einen Betrag von 600 M. zur Kostendeckung wurden gewählt: 181 Konservative, 33 Liberale, 11 gewerk. gesprochen und zur Publikation bestimmt hat, die der Kanzler schaftliche und 9 sozialistische Kandidaten. Auch die dem Reichsinteresse schädlich findet. Ungemein schädlich: denn er glaubt, das Versehen seiner Beamten nur durch das rauen stellten Kandidatinnen auf, die aber wenig Erfolg hatten: Angebot seines Rüdtrittes jühnen zu fönnen. Da ist ein Marf von 12 Kandidatinnen wurden nur zwei gewählt, nämlich: eine in stein, den der Abendwind nicht umwehen wird. Ist das Ende Orford, die andere in Manchester. der Monarchenmystit. Seit dem ersten Novembertag des Jahres 1908 darf fein Deutscher Kaiser aussprechen, daß er von Gottes besonderer Gnade erleuchtet sei. Denn der vierte Kanzler des Reiches hat offen gesagt, daß er bon seinen vortragenden Räten sicherere Erkenntnis des politisch Notwendigen und Möglichen fordern dürfe als von dem Träger der Krone." zur Verfügung zu stellen. Auf Antrag des Magistrats beschloß nun die geftrige Stadtverordnetenversammlung, zunächst für eine, Ende November vorzunehmende Arbeitslosenzählung 300 m. au bewilligen. Das Gewerkschaftskartell hat die Vorbereitung und Durch führung der von Haushaltung zu Haltung zu erfolgenden Zählung zu übernehmen nach Maßgabe der unter Mitwirkung des Statistischen Amtes festgestellten Erhebungsformulare. Die Bearbeitung der Statistit übernimmt das Statistische Amt. Eine Zählung der Arbeiter mit verkürzter Arbeitszeit nimmt der Magistrat durch Umfrage bei den Unternehmern selbst vor. versammlung bewilligte weiter 50 000 m. für Notstandsarbeiten. Weitere Vorlagen über Notstandsarbeiten hat der Magistrat in Aussicht gestellt. Die Stadtverordnetens Stadt Im ganzen zeigen die Wahlen, daß die fonservative Stimmung immer mehr an Boden gewinnt. Rußland. Ausmistung. Petersburg, 5. November. Durch faiserlichen Erlaß find drei. zehn Admirale, darunter Start, Wirenius, Selenoi und v. Niedermüller unter Beförderung zu höherem Mange verabschiedet worden. Amerika. Sozialistische Stimmen bei der Präsidentenwahl. New York, 6. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) Nach den im Hauptquartier in Chicago eingelaufenen Berichten wird die Stimmenzahl der sozialistischen Partei für Die Wahlforruption. Harden verteidigt dann Bülow und fällt schließlich folgendes Urteil über die politische Klugheit des Gesprächs: Mit diesem Beschluß ist einem Teil der seinerzeit vom Gewerk" Daß einer, der sich der Macht enttleiben wiII, schaftskartell zur Arbeitslosenfürsorge gestellten Anträge entsprochen. so spräche, wäre noch zu begreifen. Auch ihm müßte staats- Die weiteren Forderungen auf Eirichtung von Wärmehallen für männischer Sinn empfehlen, die Herrscherhoffnung des Erben Arbeitslofe, Einführung einer fommunalen Arbeitslosenversicherung, nicht im Steim zu zerstören. Daß einer, der weiter regieren Schulfinderspeisung usw., find der Etatskommission zur Vorberatung will, sich draußen fo um alles Vertrauen, um allen überwiesen. Glauben an seine Eignung für die einfachsten Arbeitslosigkeit in der bayerischen Pfalz. Aufgaben der Politik gebracht hat, ist ohne Beispiel in der neuen Geschichte. Ohne Beispiel Zur Milderung der Arbeitslosigkeit hat das Gewerkschaftskartell Eugen Debs auf 750 000 berechnet, also eine Zunahme eine Ludwigshafen Eingabe ast die auch die Wirkung dieser Worte auf dem weiten Rund der Erde. in Will der Kaiser und König der Krone ent verwaltung gerichtet, in der die in der die sofortige Inangriffnahme von über 200 000 Stimmen gegenüber der Wahl vor vier Jahren. wird ver fagen? In geringerer, in nicht selbst verschuldeter Fährnis der Notstandsarbeiten gefordert wird. Außerdem hat fein Großvater daran gedacht. Den Entel wird langt, daß in den städtischen Betrieben Ueberstunden streng tein Frauenwunsch und keine Volksdrohung drängen. Sein Wille vermieden werden. Ersucht wird in der Eingabe um die Vornahme ist frei. Doch er darf sich nicht darüber täuschen, daß seine amtlicher gählungen von Arbeitslofen, und zwar nicht einmal, Ueber die Methoden, mit denen die Republikaner ihre Majorität Wolfsgenossen jest gegen ihn sind und daß tein sondern fortgefest in angemessenen Zwischenräumen. In den Zähl zu vergrößern versucht haben, schreibt unser Korrespondent aus Neiv Kanzler sich, der alte nicht noch ein neuer, halten tann, farten solle die Dauer und. Ursache der Arbeitslosigkeit, die Stopf- York, den 29. Oktober: Die Republikaner greifen zu den verwerfder nicht aus dem Munde des Kaisers die Bürgschaft un zahl der Familie oder auch die verkürzte Arbeitszeit eingetragen lichsten Mitteln. Während der letzten Tage ward von überall her berbrüchlicher Selbstbescheidung bringt. Die muß werden. Ferner wird auf den unheilvoll wirkenden Arbeitsnachweis Deutschland fordern. Auch das Haus Hohenzollern. In dieser der Mannheim- Ludwigshafener Industriellen hingewiesen, der durch gemeldet, daß die Fabrikanten durch Maueranschläge aufündigen, grausam ernsten Stunde noch. Sonst wird es zu spät." die Handhabung des Nachweises die Folgen der Krise noch ver- ihre Fabriken im Falle einer Niederlage Tafts zu schließen. Erfolgt Herr Harden hat dem Fürsten Bülow schon einmal schärft und den paritätischen städtischen Arbeitsnachweis brach ge- aber die Wahl der Republikaner, so würde der Betrieb im alten Umfang, das heißt in dem vor Einsegen der Krisis, wieder aufgroßen Dienst erwiesen, als er die Eulenburg- Kamarilla be- legt hat. genommen. Gleichzeitig gehen durch die republitanische Bresse des gwang. Auch jezt kann es Bülow nur angenehm sein, wenn Landes Ankündigungen, daß den Fabrikanten Aufträge haufenweiſe die Angriffe, die ihm gebührten, auf den Kaiser abgelenkt vorliegen, daß aber Effektuierung von der Erwählung Tafts abwerden. hängig gemacht sei. 0 " Zeugen- Gebührenordnung. Wie die Boff. 38tg." meldet, wird eine Neugestaltung der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige in den beteiligten Stöckers Abtritt von der politischen Bühne. preußischen Stellen, dem Justizministerium und dem Finanzministerium, Hand in Hand mit diesem Terrorismus geht das Sammeln erwogen. Es handelt sich dabei um die Frage, ob die durch Reichs eines großen Korruptionsfonds zum Stimmentauf. Anfänglich Der Reichstagsabgeordnete Hofprediger a. D. Stöcker hat an gefeß vom Jahre 1898 festgelegten Grenzen der Gebühren heute ben Abgeordneten Dr. Burkhardt aus Partenkirchen in Oberbayern noch als ausreichend anzusehen sind. In gewerblichen Kreisen steht hatten die Trust- und Finanzmagnaten mit Beiträgen zum folgendes Schreiben erlassen: man allerdings einer Gebührenerhöhung wegen der Steigerung der republikanischen Wahlfonds zurückgehalten, aber neuerdings floß Lieber Herr Doktor! Prozeßgebühren ablehnend gegenüber, aber bei der in den diese trübe Quelle wieder reichlich, und die Republikaner schwimmen Anbei übergebe ich Ihnen die Schrift zur Niederlegung meines legten zehn Jahren verursachten allgemeinen Verteuerung der deshalb im Geld. Zweifellos wird sich in den letzten Tagen der Reichstagsmanbates. Der Schritt wird mir schwer und schmerzlich ganzen Lebenshaltung erscheinen die heutigen Säge nicht mehr Wahl wiederholen, was bereits bei der Wahl 1904 geschah; damals Aber mein Unwohlsein und die Gesundheit meiner Frau ver- als ausreichend. Während diese Frage in bezug auf die Zeugen wurden in der Stadt New York allein 50 000 Stimmen mit anlassen mich dazu. Ich danke alle meinen Wählern noch einmal gebühren verhältnismäßig einfach zu lösen ist, treten bei den Sach- republikanischen Korruptionsgeldern gekauft. von ganzem Herzen für die treue, dauernde Mitarbeit. Es würde verständigen nicht unerhebliche Schwierigkeiten auf, weil hierbei die mir eine besondere Freude sein, tv enn Herr Liz. Mumm verschiedenen Interessenverbände auf eine Mitwirkung bei der Festan meiner Stelle gewählt werden tönnte. Gott fegung der Gebühren ihrer Sachverständigen Wert legen. Diese dort fegne den ganzen Wahlfreis und schütze das Reich! hervortretenden Wünsche mit den auf möglichste Kostenverringerung. Adolf Stöder. im Intereffe der Prozeßparteien gerichteten Bestrebungen in Ein Das neue Zollgefet. New York, 6. November. New York Tribune" meldet aus Washington, das neue Zollgefes werde am 1. Juli 1909 in Kapitalmagnaten. New York, 6. November. Der Präsident der Nationalbank von Nord- Amerita Curtis nnd der Begründer des Eisstruts Morse. wurden des Mißbrauchs von Bantfonds und der wissents lich falschen Buchführung schuldig befunden. Aus Induftrie und Handel. " Die Kollegen, deren Gehilfen gewerkschaftlich organisiert find, haben ihre Gchilfen bis zum 1. November spätestens zu entlassen, oder diese haben sich aus der Organisation auszumelden. Ferner darf das Nachweisebureau der Gehilfenorganisation, in Gewerkschaftshause, Fährstraße, unter keinen Umständen benuht werden. Die Benubung widerspricht den Innungsstatuten." Kraft treten. Die Regierung, der Kongreß und Taft selen barin, macherinnung au Sie!" brachte ihren Mitgliedern fürzlich den, damit war die Produktion fo eingeschränkt, daß allmählich die ges einig, daß die Revisionsfrage möglichst bald zur Berhandlung ge- folgenden Beschluß in Erinnerung, den sie in ihrer Generalver- wünschte Gesundung des Marktes" eintrat. Seute liegt die Sache langen folle. fammlung am 21. September d. Z. gefaßt hat: so, daß es für die Lancashirer Baumwollindustrie die höchste Zeit ist, die Arbeit wieder aufzunehmen. Jetzt sind die Lager an Garn und fertigen Tüchern tatsächlich geräumt, und die Lage ist jetzt umgekehrt wie früher: der Nachfrage steht kein Angebot gegenüber. In der wichtigen Spigenindustrie von Nottingham liegen die Dinge so, daß die Fabriten nicht weiterarbeiten können, weil ihnen die Spinnereien fein Material liefern. Infolgedessen droht allein in Notts mehreren tausend Arbeitern Entlassung. Dabei gehen fort gesezt große Aufträge aus den Vereinigten Staaten ein. Ueberpaupt beginnt die ganze englische Tertilbranche unter den Vorgängen in Lancashire aufs schwerste zu leiden. Wie sehr fie fich bedroht fühlt, ersieht aus dem Schreiben einer führenden Firma in Manchester an die Verbände der Arbeitgeber und der Arbeiter, worin beide Parteien zu einer Ginigung mit folgender Begründung gemahnt werden: Ausländische Kunden, die früher ihren Bedarf in Lancashire deckten, haben dieses Jahr mit deuts schen, französischen und belgischen Spinnern bis April 1909 abgeschlossen und erklären sich mit ihrer Ware Garn und Tüchern fehr zufrieden. Dieses Geschäft ist uns zum großen Teil verleren." Nun scheinen diese Angaben zwar nicht ganz zu stimmen, denn Briefe von bekannten Spinnereifirmen in Holland und Bel gien teilen mit, daß fie vergeblich versucht hätten, Garn nach England zu verfaufen, und daß im Gegenteil englisches Garn noch bei ihnen angeboten werde. Aber schließlich handelt es sich hier nur um zwei geringfügige Märkte. Die Krife. Vorbereitungen zum Verrat. Auf diese Weise versuchen die Innungsbarbierherren um die Forderung der Gehilfen auf Beseitigung des Kost- und Logiszwanges und Zahlung eines Wochenlohnes von 23 M. herumzufommen. Doch auch ein Innungsbarbiermeister kann nicht leber die Lage im rheinisch- westfälischen Industriegebiet wird existieren ohne Kundschaft. Die organisierte Arbeiterschaft wird dem B. T." geschrieben: Die angefündigten Betriebseinschränkungen, diese Herausforderung zu beantworten wissen. Arbeiterentlaffungen und Feierschichten sind bereits in größerem Umfange verwirklicht worden. Die Walzwerke haben trog der Produktionseinschränkung zu periodischen Feierichichten übergehen müffen, um nicht noch größere Arbeiterentlaffungen vorzunehmen. Bon anderen Werken höre ich, daß dort der Arbeiterstamm verringert werden mußte, wie auch fast auf der ganzen Linie die Löhne im Einklang mit der Marktlage eine leichte Berkürzung auf Löhne im Einklang mit der Marktlage eine leichte Berkürzung aufweisen. Man sieht überall einem schlimmen Winter entgegen. Im Stahlwerksverband wird für den Winter mit einem Absatz von uns gefähr 60 Broz. Beteiliigung gerechnet." -Eine Versammlung der Iotal organisierten Maurer in Hamburg beschloß gegen eine protestierende Minorität von jetzt ab sämtliche Sperren, die vom Zentralverband der Maurer weigverein Hamburg berhängt werden, solange nicht zu beachten, bis 1. die Bertreibung ihrer Mitglieder von den Baustellen des Zentralverbandes aufhört; 2. der Vorstand der Freien Vereinigung von jeder Sperre, die der Zentralverband über irgend Infolge der durch den sich steigernden Abfazmangel hervor. 3. bis die Vertreter des Zentralverbandes die Erklärung abgeben, einen Bau verhängt, in geeigneter Weise benachrichtigt wird; gerufenen zahlreichen Feierschichten nehmen zahlreiche Zechenarbeiter fich ihrerseits zu verpflichten, die Sperren, die von der Freien ihre Abfehr. Auf der Zeche" Nordstern" der Bergwerksgesellschaft Vereinigung" verhängt werden, ebenso genau wie die ihrigen zu Phönir" kündigten auf einmal 410 Mann. beachten. Die Kleineisenindustrie stößt eine Menge Arbeitskräfte ab, fast alle Betriebe arbeiten bei verfürzten Schichten und mit Einlegung von Feiertagen. Große Schichten der Arbeiterschaft gehen einem bösen Winter entgegen. Ziag. Der Tapetentrust hat mit seinem ersten Geschäftsjahr finanziell gut abgeschnitten. Der Aufsichtsrat beschloß, der Generalversammlung vorzuschlagen, tomate 508,540.98 27. betragenden Bruttogewinn für acht umfassende erste Geschäftsjahr nach auf die Borzugsaktien zu verteilen, und den Rest zum Vortrag zu verwenden. Flucht vor der Stener. giebigkeit der Arbeiter sehr erwünscht kommt. Die Berluste, weiche Tatsache ist jedenfalls, daß den Spinnereibesikern die Nachdie Spinnereiindustrie durch die Betriebsunterbrechung erleidet, beziffern sich auf rund 30-40 Millionen Mark wöchentlich. Man beziffert das in den Spinnereien angelegte Stapital auf zirka eine lich verbrauchten Rohmaterials, welches durch die Verarbeitung Milliarde Mart. 1200 Millionen Mark beträgt der Wert des jähr. einen Großhandelswert von 2700 Millionen Mark erhält. Differenz von 1500 Millionen Mark entfällt in der Hauptsache auf Löhne und die Verzinsung des Kapitals. Da nun die Baumwollindustrie zu dreiviertel( rund 40 Millionen Spindeln liegen still) an der Betriebsunterbrechung beteiligt ist, muß man allein deu direkten Verlust auf rund 20 Millionen Mark wöchentlich be rechnen. Dazu kommen die 7 Millionen Mark, welche die ArbeiterWie christliche Gewerkschafter mit der Geistlichkeit umspringen. Die christlichen Gewerkschaften in Lothringen verfuchen in jüngster Zeit ihre Werbetätigkeit über die Grenze hinaus nach Luremburg auszudehnen. Da nun dort bereits katholische Arbeitervereine nach Berliner Muster bestehen, so stellten sich auch beiden feindlichen Brüdern in Christo ein. Go fand jüngst in in diesem Falle die üblichen Auseinandersetzungen zwischen den Dübelingen eine vom Gewerkverein christlicher Bergleute einberufene Bergarbeiterversammlung statt, wo der Abichreibung von 942737,32 M. eine Dividende von 6 Broz. p. a. Referent zum Eintritt in die christliche Organisation aufforderte, ferner all das verlorene oder vielmehr nicht verdiente Geld, das In der Diskussion trat der Arbeiterfetretär Klepper auf, der die fehen muß. Dann sind nach den Berechnungen von Hamilton man für die von der Baumwollspinnerei abhängigen Gewerbe anBerechtigung und Notwendigkeit der christlichen Organisation zugab, als er aber die Frage stellte, ob in den christlichen Gewert- fe insgesamt rund 40 Millionen wöchentlich anzunehmen. Der Wenn es an den Geldbeutel geht, ist's mit der Liebe zum fiel ihm der Vorsißende ins Wort, indem er rief: Sie sind ein dauert, auf etwa 250 Millionen Mark zu beziffern. Baterlande vorbei. Schon jetzt machen fich Kapitalisten aus dem Fachabteiler, Sie fommen auf Religion zu sprechen, ich entziehe Aufgabe sein. Die Baumwollspinnereien haben zwar die letzten schaften auch die christlichen Grundsätze zum Ausdrud kämen, da Gesamtverlust wäre danach, da der Streik jetzt gegen 7 Wochen Diese Verluste einzuholen, wird für alle Beteiligten eine schwere Staube, um der drohenden Gesellschaftssteuer zu entgehen. So hat hnen das Wort". Sogleich sprangen der Referent und einige Jahre hindurch hohe Dividenden gebracht, teilweise bis zu 40 Proz. Fall des Infrafttretens des Geiezes den Sitz der Gesellschaft von Besucher auf und riefen:" Wir sind Protestanten und verbitten und darüber, aber sie hatten vorher lange Jahre hindurch sehr unBerlin nach einer der Hanfastädte zu verlegen. Die Elektrische es uns, daß hier von positiv christlichen Grundsägen gesprochen Licht- und Kraftanlagen Attiengesellschaft in Berlin beschloß eben wird." Sobann stimmten wir folgen hier dem Bericht des günstige Konjunkturen, so daß, wenn man etwa 20 Jahre zurüc falls, für den Fall der Annahme des Entwurfes des Gesellschafts- tischen Arbeitervereine( Sis Berlin) in Nr. 23 vom 8. November die Dividenden 7 Jahre lang sehr niedrig und nur sehr langsam Korrespondenzblattes der beruflichen Fachabteilungen der katho- das angelegte Sapital ergibt. Nach dem Streit von 1893 waren geht, sich doch nur eine Durchschnittsverzinjung von 5 Proz. für Steuergefeyes das Domizil nach auswärts zu verlegen. Vorsitzender, Referent und ihre Begleiter ein Gebeul an, daß stiegen fie. Die Arbeiter haben in den 7 Wochen, welche die Be man glauben fonnte, unter einer Bande Apachen zu fein. triebsunterbrechung dauerte, allein durch Lohnverlust so viel einNachdem sich der Tumult etwas gelegt hatte, bemerkte einer der gebügt, als ihr Minderverdienst bei 5prozentiger Lohnherabsehung anwesenden Kapläne:„ Meine Herren, ich glaube doch, Sie tur in 2% Jahren ausmachen würde; infolgedessen herrschte natürlich unrecht, wenn Sie sagen, das gehöre nicht hierher" worauf ihm unter ihnen, nachdem man ihnen die Richtigkeit dieser Ziffern Die Maifeierklage gegen den Holzarbeiterverband. aus der Versammlung entgegengerufen wurde: auch noch bewiesen hat, keine starke Kampfstimmung mehr und der Friedens. dieser Hurenpfaff!" und vom Vorstandstisch ertönte es: fchluß war damit gesichert. Er bedeutet, wie dargelegt, im wefent. Wie unseren Lesern hinlänglich bekannt, ist der seit mehr Schmeißt doch diese Pfaffen heraus, was haben lichen einen Sieg der Arbeitgeber, welche die von ihnen beabsichtigte denn zwei Jahren schwebende Prozeß der Hamburger Holz- Diese in unserer Versammlung zu tun, die gehören in die Kirche. Gesundung des Marktes, die sie erstrebten, durchgeführt haben. industriellen glüdlich bis an das Berufungsgericht gelangt. Die nicht zu uns Arbeitern." Schadensersatzklage gefordert werden 6500 M. ist hergeleitet Der Vorsitzende drängte sich an den Arbeitersekretär heran, aus einer angeblichen Verlegung des zwischen dem Arbeitgeber- padte ihn mit den Worten: Auch Sie werden hinausge ſchutzverband der Holzinduſtrie von Hamburg und den Nachbar- ich miffen", an der Gurgel, juchte ihn zu würgen und Letzte Nachrichten und Depefchen. Nachbar- ichmissen", städten, den Tischlerinnungen von Hamburg- Altona und dem Berein hinauszudrängen, wobei andere ihm hilfreiche Hand leisteten. Nach Hamburger Bautischlermeister einerseits und dem Holzarbeiter- dem Vorsitzenden: Ich hätte geglaubt, daß Gewerkschafter, die dem der Lokalinhaber vermittelnd eingegriffen, bemerkte Klepper Wilhelm II. freut sich! verband, Verwaltungsstelle Hamburg- Altona, andererseits ge- sich christlich nennen, wenigstens noch Achtung vor dem geistlichen Jagdergebnis war Kaiser Wilhelm, wie aus Edartsau gemeldet Wien, 6. November.( W. T. B.) Auch über das heutige schlossenen Tarifvertrages durch Ruhenlaffen der Arbeit am 1. Mai sileide hätten; ich habe mich schwer getäuscht und schäme mich für Jagbergebnis war Kaiser Wilhelm, wie aus Edartsau gemeldet 1906 und Aufstellung neuer Forderungen. Die Bibilfammer VIII Sie" worauf der Borsigende erwiderte: Ein Pfaff oder wird, sehr erfreut, des Landgerichts Hamburg wies die Klage gegen die Verwaltungsstelle Hamburg- Altona ab, weil diese als Organ des Gesamtverbandes nicht parteifähig sei, dagegen wurde der Anspruch gegen den derzeitigen Vorsitzenden der Verwaltungsstelle, Adam Neumann, dem Grunde nach für berechtigt erklärt. Gegen dieses Urteil legte der Beklagte durch Dr. Türkheim Berufung ein, mit der sich das Hanseatische Oberlandesgericht, Zivilsenat II, wiederholt beschäftigt hat. Gewerkschaftliches. Das am Freitag veröffentlichte Urteil lautet: -ein Scheißbred!" 3 Stadtverordnetenwahl in Leipzig. Sierauf wieder großer Tumult. Die beiden anwesenden Leipzig, 6. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) Bel Geistlichen zogen unter diesen Umständen vor, sich zu entfernen und ersuchten den Arbeiterfekretär, mit ihnen das Lokal zu ver- der heutigen Stadtverordnetenwahl der dritten Wählerklasse in Leipzig lassen. Beim Herausgehen wurde der Arbeitersekretär sowohl vom wurde in vier Kreisen gewählt. Unsere Partei hatte acht Mandate Vorsitzenden wie von dessen Begleitern angehalten, mit auft zu verteidigen. Der nationale Kuddelmuddel, der sich unter dem hieben und Fußtritten trattiert, bis er die Türe Blodabgeordneten Dr. Jung zu einem Komitee zufammen. des Lofals hinter sich hatte. Soweit der Bericht des Berliner Fachabteilungsblattes. Bir gefunden hat, arbeitete mit benfelben Mitteln und Methoden wie bei der legten Reichstagswahl. Mit Automobilen. mischen uns nicht in den Streit der Christenbrüder, die die Frage, Die Wahlbeteiligung in welchem Lager die wahrhaft christlichen Grundsätze vertreten wurde die Wahlschlepperei betrieben. eine enorme. Sie betrug zirka 80 Prozent gegen sind, in der bisherigen Weise, mit Schimpfworten, Bierseideln und war Bon 29 817 Wählern haben Auf die von den Beklagten gegen das Zwischenurteil vom 2. Februar 1907 eingelegte Berufung wird die Klage insoweit abgewiesen, als sie gegen den beklagten Deutschen Holzarbeiter- Stuhlbeinen unter fich avmachen mögen. Wir möchten nur wissen, 40 Prozent im Jahre 1906. verband gerichtet ist und wird weiter die angefochtene Entscheidung was für ein Geheul über die Religionsfeindlichkeit der Sozial 24 348 ihr Wahlrecht ausgeübt. Der 1. und 2. Streis ging an die berband gerichtet ist und wird weiter die angefochtene Entscheidung demokratie" fich im gesamten christlichen Lager erheben würde, Gegner verloren. Unsere Partei büßte vier Mandate ein. Im ersten folgendermaßen abgeändert: wenn auf unserer Seite auch nur entfernt einmal in dem Tone Wahlkreise unterlagen wir mit 412 und im zweiten Wahltreise mit Die Klage wird in foweit dem Grunde nach für berechtigt von katholischen Geistlichen geredet würde, wie es in Zuremburg 463 Stimmen. Dagegen fiegten wir im dritten Wahlkreise mit 2801 erklärt, als der Klagende Verband mit der Klage von dem Be- ven christlichen Gewerkschaftern geschehen ist. flagten Adam Neumann Schadensersatz für die nachteiligen Folgen dabon verlangt, daß am 8. Mai 1906 und im Laufe der folgenden Tage des Mai 1906 die Lofalverwaltung und die Generalbersammlung der Zahlstelle Hamburg- Altona des Deutschen Holzarbeiterverbandes zu diesem leẞtgenannten Verbande gehörige, in den 13 Betrieben der klägerischen Zedenten beschäftigte Arbeiter, welche 5 Pf. pro Stunde Lohnerhöhung verlangt hatten und weil diese nicht gewährt war, nicht arbeiteten, finanziell und moralisch unterstützt haben. Die Sache wird, soweit nicht die Klage bereits durch das Urteil vom 2. Februar 1907 abgewiesen ist, und soweit nicht die Alage jest weiter abgewiesen wird, an das Gericht erster Instanz zurüdverwiesen. Von den bereits entstandenen Kosten der ersten Instanz hat der klagende Verband ein zweites Drittel. von den Kosten der Berufungsinstanz hat der flagende Verband die Hälfte zu tragen. Die Entscheidung über die andere Hälfte der Kosten der Berufungsinstanz wird dem von dem Gerichte erster Instanz zu erlassenden Urteile vorbehalten." Berlin und Umgegend. Der Ring schließt sich immer fefter. Der Vorstand des Verbandes der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten hat an seine Mitglieder ein Rundschreiben geHusland. Friedensschluß in der Lancashirer Baumwollindustrie. Ein Telegramm des Wolffschen Telegraphenbureaus meldet: Manchester, 6. November. Die Lohnstreitigkeiten zwischen den Baumwollspinnereibefizern und den Arbeitern, die mehrere Monate dauerten und in Lancashire große Not verursachten, sind heute beigelegt worden. Die Spinnereien eröffnen am Montag ihren Betrieb wieder. und im vierten Wahlkreise mit 1887 Stimmen über die Gegner. Flir unsere Partei wurden insgesamt 13 181 Stimmen abgegeben, für die Gegner 11 163 Stimmen. 200 Menschen ertrunken. Amon, 6. November.( W. T. B.) Ein fleiner Dampfer, der mit 600 Passagieren von hier nach Tungfang unterwegs war, ist gesunken. Hierbei ertranken zweihundert Baffagiere, jedoch fein Europäer. ums Leben. " Betriebsunfall. Die Arbeiterschaft der Lancashirer Baumwollindustrie hatte New York, 6. November. Morie, der Banfier der Dampf sich im Prinzip damit einverstanden erklärt, eine zweite Abstim- fchiffgesellschaft Promoter", der am 15. Februar d. 38. verhaftet mung über die Vorschläge der Arbeitgeber vorzunehmen, daß zum 1. Januar 1909 eine 5prozentige Lohnherabsetzung in Kraft treten wurde, wurde gestern des Mißbrauchs von Bankfonds und falscher solle. Damit ist der Hauptstreitpunkt beseitigt, der zur Aus- Eintragungen für schuldig befunden und heute zu 15 Jahren Ge fängnis verurteilt. iperrung bezw. zum Ausstand von rund 250 000 Arbeitern Anlaß gegeben und für weitere 50 000 Arbeiter Arbeitslosigkeit verursacht hatte. Die Antwort der Sllaven. und so war zu erwarten, daß die eingeleiteten Friedensverhandlungen zu der gemeldeten baldigen Wiederaufnahme der Arbeit Gute Bojan brachten nachts unbekannte Täter im Haufe des durch Budapest, 6. November.( B.) Auf dem fürstlich Meternichfchen führen werden. Die Arbeitgeber haben damit einen vollen Sieg errungen und feine Strenge verhaßten Gutsverwalters mehrere Dynamitpatronen ihre Pläne, über die sie sich gleich zu Anfang des Lohnkampfes zur Explosion. Das Haus wurde völlig zerstört, jedoch lam niemand offen geäußert hatten, erfolreich durchgeführt. Es handelte sich für sie darum, eine Gesundung des Marktes herbeizuführen, der Gefunkener Dampfer. durch die Ueberproduktion an Halb- und Fertigerzeugniffen in völlige Stagnation geraten war. Er litt sozusagen an Blutüber ein Telegramm eingetroffen, welches den Untergang des belgischen Antwerpen, 6. November.( B H.) An der hiesigen Börse ist fülle und brauchte einen Aberlaß. Die Haussejahre von 1905 bis Wie Ihnen bekannt ist, hat unser Verband mit fast allen 1907. hatten zahlreiche Neugründungen von Baumwollspinnereien Dampfers Schelde" meldet. Der Dampfer ist an der griechischen anderen im Baugewerbe bestehenden Arbeitgeberverbänden( den im Gefolge; es wurden in den letzten zwei Jahren 145 neue Süfte gestrandet. Die Mannschaft rettete sich in die Boote, jedoch Malern, Tischlern, Rohrlegern usw.) das Kartell der Arbeitgeber- Spinnereien' gegründet mit rund 10 Millionen Spindeln, wodurch ist eins der Boote mit 9 Mann verschwunden. Man befürchtet, verbände Groß- Berlins" gegründet. Die Kartellverbände haben die Gesamtzahl der englischen Spindeln auf 55 Millionen stieg daß die Insassen dieses Bootes ertrunken sind. fich untereinander zu gegenseitiger wirtschaftlicher Unterstüßung( tie Gesamtzahl der Spindeln in der ganzen Welt beträgt 130 Milverpflichtet. Wir bitten unfere Mitglieder demzufolge, Arbeiten lionen). Von diesen neugegründeten 145 Spinnereien wird eine Aus Seenot gerettet. nur an solche Geschäfte zu vergeben, die dem Arbeitgeberverband Anzahl voraussichtlich gar nicht in Betrieb kommen, und ein großer Bremen, 6. November.( WT. B.) Die Rettungsstation des Gewerbes angehören. Ganz besonders aber ist diese Bevor- Teil von ihnen ist schon jetzt dem Untergang geweiht. Auf jeden Heisternest der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zugung am Blaze gegenüber den Spezialbaugeschäften( Rabib- Fall drückte aber ihre bloße Eristenz auf den Markt, und bereits telegraphiert: Am 6. November von dem hier gestrandeten deutschen arbeiten, massive Deden usw.), welche als Mitglieder unserem im Herbst v. J. war es flar, daß eine Produktionseinschränkung Dampfer Archimedes", Kapitän Müller, mit Stüdgut von Danzig eigenen Verbande angehören. Kommen solche Arbeiten zur Ver- in der Baumwollindustrie vorgenommen werden müsse. Die nach Stettin bestimmt, drei Personen durch den Raketenapparat gebung, dann bitten wir, unser Mitgliederverzeichnis nachzusehen Spinnereibefißer forderten deshalb, unter Hinweis auf die un- der Station gerettet. und in allererster Linie an die Verbandsmitglieder zu denten; diefen sollten, wenn nur irgend möglich, die Arbeiten übertragen toerden." richtet, in welchem es u. a. heißt: Deutiches Keich. günftige Lage des Marktes, daß zum 1. Januar 1909 auf jeden Fall eine 5prozentige Lohnberabjegung eintrete, einerlei, ob sich cita inzwischen die Martilage gebessert haben sollte oder nicht, und als die Arbeiter fich damit nicht einverstanden erklären wollten, erfolgten in ganz Lancashire Massenaussperrungen, die fofort gegen 120 000 Mann arbeitslos maten. Brandstiftungen engros. Ulm, 6. November.( W. T. B.) Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute den Tagelöhner Lipp aus Kleineislingen wegen 22 Verbrechen der Brandstiftung zu 13 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Fünf Monate der Untersuchungshaft Terrorismus der Barbierzunft. Die dem Barbierinnungsbunde angeschlossene Freie Barbier, Friseurs und Berrüden Nach und nach wurden gegen 250 000 Mann arbeitslos, und wurden ihm auf die Freiheitsstrafe angerechnet. Berantw. Jebatteur: Hans Weber, Berlin. Inferdtenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u.Verlaa: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Ji.262. ffijirttswj. s �ellltp Reichstag« 1öS. Sitzung. Freitag, den 6. November. nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstische: Dr. Niebcrding, Deseler. Der Präsident teilt mit. daß der Abg. D. Stöcker(Wirt. Per.) sein Mandat niedergelegt hat. Ein schleuniger Antrag B r e j s t i(Pole) wegen Einstellung eines gegen den Abg. Dr. v. Chlapowo-Ehlapowsli(Pole) schwebenden Strasversahrens wird angenommen. Hierauf wird die erste Beratung der Novelle zum Gerichts» verfasjungsgrsetz, zur Zivilprozesiotduung, dem Gerichtslostengesetz und der Grbülirenordnung für Rechtsanwälte fortgesetzt. Abg. Dr. Giese(k.): In absehbarer Zeit ist eine Einigung über eine umfassende Reform unseres Prozetzverfahrcns wohl nicht zu erreichen; die Mehrzahl meiner Freunde ist daher bereit, das setzt Erreichbare, die Reform des Amtsgerichtsverfahrens zu nehmen. Diese Reform kann vielleicht der Ausgangspunkt einer späteren umfassenderen Reform werden. Abg. Dr. Spahn(auf der Tribüne kaum verständlich): Die vorgeschlagene Reform will durch eine Vereinfachung des Ver- fahrens das Streben nach Soirdergerichten bekämpfen. Wirksamer wäre hierfür eine zeitige Vermehrung der Richter gewesen, wodurch diese in die Lage gekommen wären, schneller Recht ZU sprechen. Ucber die Streitigkeiten bei den Geschäften des täglichen Lebens sollen die Amtsgerichte entscheiden, das war der maßgebende Ge- sichtspunkt für die Festsetzung der Zusländigkeitsgrenze der Amts» gerichte; wenn diese Grenze jetzt erhöht werden soll, so entspricht das nur der Entwickelung unseres wirtschaftlichen Lebens.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Ablaß(frs. Vp.): Die öffentliche Kritik ist für den vor- liegenden Entwurf teilweise eine vernichtende gewesen. Nicht billigen können wir es, wenn ein wesentlicher Teil der Novelle sich auf die angeblichen Erfahrungen mit den Sondergcrichten gründet. Es wird ein viel längerer Zeitraum abzuwarten sein, damit man beurteilen kann, ob die Vor- oder N a 6) t e t l e bei diesen Gerichten überwiegen. Tie Kaufmannsgerichtc z. B. werden von den Arbeitnehmern ins Ungemessene gelobt, während die Arbeitgeber behaupten, daß seit ihrem Be- stehen jeder, auch der frivol st e Prozeß erhoben 10 erde, in der Erwartung, wer viel fordere. erhalte mindestens etwas, uiitRücksicht darauf. daß bei den Kaufmannsgerichten jeder ziveite Prozeß mit einem Vergleich endet. Hier ist aber das eingetreten, was bei einem ordentlichen Gericht niemals der Fall sein darf, daß man das Versahren unter dem Sondergesichtspunlt einer bestimmten Klasse betrachtet. Wir hatten den Entwurf in allen wefentlichen Punkten für anfechtbar. Sehr bedauerlich ist, daß die Regierung sowenig Wert auf die Stellungnahme des Anwaltstages gelegt hat, den sie nicht einnial beschickt hat, während zu den Tagungen der Landwirtschaft der Reichskanzler in eigener Person erscheint und bei den Tagungen der Äausleute der Handelsminister. In der Frage, ob die Zuständigkeit der Amtsgerichte zu erhöhen ist, sind meine Freunde verschiedener Ansicht; ein Teil, zu denen auch ich gehöre, will an der bisherigen Höhe von Ml) M. festhalten. Weient- lich für diese Stellungnahme ist der Umstand, daß das Verfahren vor einem Kollegialgerickt stets den vor dem Einzelgericht vorzuziehen ist. Ein Düsseldorfer Amtsrichter hak letzthin ent- schieden, daß die für ein H e i n e° D e n k ma l gesammelten Gelder als zu emem uumoralrschcnZweck gesammelt zu be- i rächten seien.(HörtI hörtl) Etwas Derartiges halte ich bei einem Kollegialgericht für unmöglich.— Man sagt, daß die Novelle überhaupt nicht im Reichsjustizamt entstanden ift, sondern im preußischen Justizministerium, und der Umstand, daß gestern und beute der preußische Justizminister anwesend ist, scheint für die Richtigkeit dieser Auffassung zu sprechen� Wenn aber der preußische Justizminister wünscht, daß noch irgendetwas von der ganzen Reform gerettet werde, so möge er dafür sorgen, daß von Grund aus' ausgerottet werde der Krebsschaden d e S preußischen SilfsrichtertumS. lSehr richtig! bei den Freisinnigen.) Mit der Ueberwcisung der Vorlage an eine Kom- Mission von 21 Mitgliedern find meine Freunde einverstanden. Preußischer Justizminister Bcscler: Alle Redner sind darin einig gewesen, daß das heutige Zivilprozehverfahren ver- kleines feuilleton. Herbst im Grunewald. Vom Bahnhof Grunetvald aus, den wir in der Fahrtrichtung nach rechts Verlasien, zeigen gegen- über dem Hauptausgang Wegtaseln nach Pichelsberge und Pichels- wetber. Bald im bohen Walde, bald an eingegatterteu Schonungen vorbei führt der Weg durch den Wald, der keine Blüte mehr bietet. Dann geht es m welligem Gelände auf und ab durch Buchten, die verdorrtes Farrnkvaut braun verkleidet. Ter Zipfel eines Mpores streckt sich vom Gebiete des Teufelsees hierher. An ihm entlang geht es weiter. Das Moor ist stunmi und tot. Der Hauch des Eises hat seinen Grund erfaßt. Wie es im Frühjahr nur spät crtoacht, so geht es früh wieder zur Ruhe. Wir erreichen, indem wir unS an den Wegweiser nach Pichclswerdcr halten, den Teufels- groben, der uns zur Havel führt. Bald sieht zwischen den Bäumen eine Lichtung hervor: aogeholzte Waldhänae üver einem großen Wasserbecken. Hier ist der Sand herausgeschafft worden, den der Damm der Döberitzer Heerstraße vcvschlungen hat, und über die Tiefe hat sich ein Wasserspiegel gebreitet, ein See, in seiner Kahl- heit den alten Grunewaldseen höchst unähnlich. Ader einen Vorzug besitzt er doch. Scharen von weißen Möven bevölkern ihn. Teils sitzen sie ruhig am llfer, teils auf dem Wasser, um beim Nahen des Wanderers in großen Flügen ohne besondere Haft den Platz zu wechseln und dabei wie die Tauben gemeinsam einzuschwenken. Wir kommen auf die Grunewaldchaussee und sehen rechts den Damm der Heerstraße das schöne Havelvild unangenehm zerreißen. Die Sechserbrücke führt uns auf den PichelSwerder, Ivo ein Rund- gang am Ufer daS Landschaftsbild am besten erschließt. Wieder auf der Chaussee angelangt, wenden wir uns südlich nach Schildhorn, um von hier nach dem Bahnhof zurückzukehren, falls wir nicht vor- ziehen, noch weiter, bis Schlachtensee oder Wannsee, zu wandern. Krähen, die sich zänkisch aus den Wipfeln unterhalten. Eich- Hörnchen, die eisfertig Vorräte sammeln. Kohlmeisen, die un- ermüdlich durch die Äefte huschen und manche Spechtart, deren Gehaben uns vertraut ist, werden uns ab und zu auffallen und der Beobachtung Stoff bieten. Bisweilen wird auch ein Trupp zier- licher Spechtmeisen sichtbar, ein auf dem Rücken hübsch blaugrau gefärbtes Vögclchen, das gewandt wie eine Maus iopfüber-kopf- unter an den Kiefern auf und ab läuft und die Rinde nach aller- Hand kleinem Getier absucht, das sich in den Ritzen verbirgt. Ab und zu bleibt das Tierchen stehen, um nach Spechrart auf die Rinde einzuhauen, daß die Späbne fliegen. Während die Spechte dabei mit Hals und Schnabel tätig sind, während sie sich auf den Schwanz stützen, bildet bei der Spechtmeise der ganze Leib den Hammer, der durch Vor- und Rückschnellen den spitzen Schnabel in die Rinde treibt. Das Tierchen l)ätte sonst nicht die nötige Kraft, und es dringt auch nur in die Rinde) nicht ins Holz, wie feine größeren Verwandten. Und so gibt es um diese Jahreszeit noch manches Tierlein im Grunewaldc» das den aufmerksamen Beobachter lang- zu fesseln vermag. Mufit. _ Exklusive nicht nur den Eintrittspreisen nach: so rufen unsere kilsisicn Konzerte ngch Ergänzungen. DaS Blüthncrsaal- des Jmülü" besserungsbedürftig ist. Eine allgemeinere Neuregelung des Zivil- Prozesses haben wir nicht vorschlagen können, weil die Ansichten über einige wichtige Probleme noch nicht geklärt sind, über den Wert des mündlichen Verfahrens, über die Stellung der Anwalt- schaft und über die Notwendigkeit der Wiedereinführung der Evcntualmaxime.(Fristfestsctzung für neue Beweisanträge.) Es wird noch lange dauern, ehe darüber die nötige Klärung geschaffen sein wird.— Was die Vorlage anlangt, so sind wir bereit, alle Erwägungen der Vorredner in der Kommission eingehend zu prüfen. Für die Erhöhung der Kompetenz der Amtsgerichte spricht unsere Rechtsentwickelung, die den Ein.zelrichter mehr in den Vordergrund treten läßt. In der Forderung der möglichsten Beschränkung des HilfsrichtertumS sind wohl alle Parteien einig; am besten wird dies durch die Annahme des Gesetz- entwurfes erreicht, durch welche ja die etatsmäßigen Richterstcllcn erheblich vermehrt werden. Die Befürchtung, daß die Anwaltschaft durch das Gesetz Sdhaden erleidet, ist übertrieben. Es handelt sich nur um die Anwälte bei den Landgerichten, von denen aber ein Teil zu den Amtsgerichten übergehen kann, wo eine vermehrte Veschäfiigung eintreten wird. Nehmen Sie den Entwurf an, der etwas Nützliches und Gutes schafft. Abg. Dr. Frank- Mannheim(Soz.): Mit einer KommissionLberatung sind auch meine Freunde ein- verstanden, doch widerstehe ich nur schwer der Versuchung, Ihnen vorzuschlagen, die Novelle an die Kommission zur B e- ratüng der Reichsfinanzresorm zu verweisen. Denn die Vorlage ist so ganz vom Geiste der Fiskalität durchweht, es sollen in die Kassen der Einzelstaaten recht viele und hohe Gerichtsgebühren fließen, und ferner soll recht viel Geld gespart werden durch Vermeidung neuer Richterstellen. Die Motive drücken das so aus: Die Justiz- pflege soll verbilligt werden. Außerdem sagen sie, die Justiz soll schnell und billig arbeiten. Dieses Ideal würden auch meine Freunde gern annehmen; aber das Versahren vor den Land- und Oberlandesgerichten ist davon ebensoweit entfernt wie der Amts- gerichtsprozeß. Deshalb wundern wir uns, daß nur dieser re- formiert werden soll. DaS Volk wird es nicht verstehen, daß es in der ersten Jnstang. vor den Amtsgerichten, schnell und billig Recht finden soll, in der zweiten Instanz teuer und langsam. Der Vorlvurf der Halbheit gegen den Ent» wurf ist daher durchaus begründet. Als ein Notgesetz zur Ein- richtung besonderer Gerichtshöfe für die Jugend verlangt wurde, verwies der Staatssekretär auf den großen Tag der allgemeinen Strafprozeßreform; damals sagte er, man solle nicht aus dem großen Gebäude einen einzelnen Stein herausgreifen. Heute aber will man aus dem großen Gebiete der Zivilprozeßreform einen kleinen Teil herausnehmen, angeblich, um wirtschaftliche Jnter- essen zu fördern. Auf den Nachweis hierfür habe ich vergeblich gewartet. Wirtschaftliche Erwägungen mögen bei der Abfassung des Entwurfes mitgesprochen baden; doch handelt cL sich nicht um eine Förderung der wirtschaftlichen Interessen des rechtsuchenden Publikums, sondern um die des Fiskus.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Man will uns den Bissen schmackhaft machen durch die Versicherung, daß das Verfahren vor den Amts- g c r i ch t e n dem vor den Gewerbe- und Kaufmanns- gerichten angenähert werden soll. DaS mag für einzelne prozeßtechnische Dinge zutreffen, aber die Hauptsache fehlt, das, was den sondergcrichten das Vertrauen des Volkes bringt, nämlich die Tatsache, daß die Mehrheit der Richter aus der Wahl der Masse hervorgehe«.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die sogenannte Verbilligung des amtsgerichtlichen Verfahrens besteht darin, daß man für die auf Antrag der Parteien auszufertigenden Abschriften usw. statt 10 Pf. 2b Pf. pro Seite berechnen wird, was eine Mehrausgabe von etwa 3 Millionen für das rechtsuchende Publikum gleichkommt(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten), und ferner darin, daß künftig nach dem vierten Termin Strasgcbühren angesetzt iverden müssen, was eine Mehrbelastung von einer Million pro Jahr ausmacht. Diese Pille sucht man zu verzuckern durch Erweiterung der Kompetenz der Amtsgerichte, die zur Folge haben toird, daß künftig für mehr als die Hälfte der bisher landgerichtlichen Prozesse kein Anwaltszwang bestehen wird. Wir sind immer für die Beseitigung des Anwalts- gwangeS eingetreten. Wir ljalten es seit dem Bestehen der all- gemeinen Schulpflicht nicht mehr für berechtigt, jeden Bürger zu zwingen, auch die einfachsten Sachen durch einen Anwalt führen Orchester versucht nun außer seinen Sonntagskonzerten noch eigens„Populäre Sh m Phon i eko n z e r t e". Donnerstag fand das erste statt; das Datum des zweiten ist noch unbestimmt. Im einzige» Vertrauen auf eigene Leistungen und auf die Nach- frage des Publikums wagt es ein schwieriges Unternehmen, ohne Stütze durch eine großinoustrielle Basis, durch tlangvolle Namen und dergleichen. Nun istö an uns, ihm entgegenzukommen. Die Wahl der Stücke des ersten und vermutlich auch der nächsten Konzerte geht darauf aus, künstlerisch Wertvolles zu bringen, das zugleich leicht zu fassen ist und dabei das Publikum vom Zugänglichsten allmählich zu Schwierigerem weiterzuführen. Unsere alten Bedenken gegen die landläufige Einrichtung volks- tümlicher Konzerte mögen mal beiseite bleiben. Statt dessen glauben wir, Bericht und Kritik und Verständigung am chesteu durch folgendes vermitteln zu können. Voraussichtlich werden auch die nächsten Konzerte sowohl Aelteres („Klassisches") wie auch Neueres(„Jungdeutsches" und„Modernes") vorführen. Hie Schuberts Rosamundenouverture und Beethoven» 2. Symphonie(nächstens die 3., die sogenannte heroische); hie zwei Kleinigkeiten aus Norwegen und Finnland sowie Liszts shm- phonische Dichtung„Mazeppa". Das war nämlich das Eröffnungs- Programm. Nun unterscheidet auch- ein Unerfahrener leicht: dort gebundenere Formen,„metrische" Geschlossenheit,„architektonischer" Aufbau—- alles wie letzte Reste von Tanz und Marsch; hier freiere Formen und besonders ein Hinübersluten über die Akzente des Taktes, über die Tanz- und Marschreste. W i e wünschen wir nun die älteren Kompositionen gespielt: mit Betonung der Ab- hängigkeit von den metrischen Elementen oder mit deren Ueber- Windung? Der neue Dirigent dieser und anderer Konzerte deö Blüthner- saalcs, Ferdinand Neisser, hält seine Sache so, daß er den Freunden der älteren Weise am ehesten gefällt; und zufrieden würde mit ihm wohl auch z. B. Schubert sein.•> DaS Scherzo der 2. Beethovenschen Symphonie von neulich und das der 3. von nächstens können lvir uns� sogar kaum anders depken. Aber wollen wir die übrigen Sätze' öbenso tanzartig hören? Hier schließt unsere Weisung und will der eigenen Geschmacks- bildung des Hörers nicht vorgreifen, will nur noch beiden Teilen sagen:„Gut Glück für alles Weiterei"-> tz. Humor und Satire. Boshaft. Ein junger praktischer Arzt ohne Praxis ver- läßt seine Wohnung aus kurze Zeit und schreibt auf die Tafel seines Wartezimmers:„Ich komme in fünfzehn Minuten wieder zurück." Als er heimkommt, steht darunter:„Warum?" Verkehrte Wirkung. Bicrdimpßl:„Zuerst bringt mir der Mensch a' alkoholfreies Bier, jetzt a' nikotmfrcie Zigarr'— da soll ma' nacha nct gifti' wcr'n!" Verplappert. Versicherungsagent:„... Die Hagelversicherung ist ebenso sa wichtig wie die Feuerversicherungl" Bauer:„Dös is net wahr! B renn astann's leicht amal— aber hageln kam: ma'ö net lass'nk"(»Flieg. Bl."); Zonnabend. 7. November 1908. zn lassen. Aber die Abschaffung des Anwaltzwanges bringt für dis Arbeiter auch gewisse Nachteile mit sich. Es wirb dadurch bei Pro- zessen über 300 M. der Anspruch des Arbeiters, dem da» Armen- recht bewilligt wird, auf Stellung eine» Anwalts durch das Gericht beseitigt. Nun sind aber gerade die Lohnarbeiter selten in der Lage, falls mehr als ein Termin notwendig ist, die Termine selbst wahrzunehmen. Daher ist es dringend notwendig, daß die von den Arbeitern selbstgeschaffene Vertretung, die Arbeitersekretäre» gesetzlich anerkannt werden.(Sehr richtig! bei den Sozialoemo- kraten.) Diese Vertreter können heute unmöglich mit der not- wendigen Entschiedenheit gegen den Richter vorgehen, wenn sie riskieren müssen, daß sie n a ch W i l l k ü r wie Schuljungen weggejagt werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.); Mit einer mäßigen Erhöhung des Streitwertes bei den Amts- gerichten sind wir einverstanden. Die Notwendigkeit aber, in so weitgehendem Maße Prozesse von Landgerichten nach dem Amts- gericht hinüberzüschieben, ist bisher nicht bewiesen worden. Der Herr Staatssekretär hat die rhetorische Frage an uns gerichtet, ob sich etwa die Amtsgerichte nicht bewährt hätten! Mit solchen all- gemcineid Lobsprüchen ist heute nicht viel anzufangen. Da» war in den ersten beioen Jahrzehnten des neuen deutschen Reiche? üblich, daß man sagte: den deutschen Landrichter, den deutschen Leutnant, den deutschen Geheimrat macht utis niemand nach. Heute trifft das nicht mehr zu, heute gibt es ganz andere Dinge, die und niemand mehr nachmacht.(Große Heiterkeit und Sehr gut! links.) Ich will den Fragen des Herrn Staats- sekretärS ein paar ganz nüchterne Fragen entgegenstellen. Ist es nicht wahr, daß ein großer Teil der deutschen Amisgerichte durch Assessoren und durch Hilfsrichter verwaltet wird, die alle Tage wcckseln und die mit dem Dezirk, in dem fte amtieren, vielfach keine Fühlung haben? Und wird nicht durch die Verweisung so vieler Prozesse an das Amtsgericht die Rechtseinheil ganz erheblich ge- fährdet? Diese schweren Nachteile liegen offen zutage, die Vor- teile sind da» Geheimnis der Negierung. Der eigeniliche Grund der Reform kann also nur sein: Man will Geld sparen. Und wenn der preußische Herr Justizminister auch noch so feierlich erklärt, daß sein Getvissen in dem Punkte gut sei, wir haben in den letzten Wochen erfahren,'daß manchmal Dinge geschehen, bei bestem Gewissen, ohne daß die Leute die wichtigsten Dokumente gelesen haben.(Heiterkeit und Sehr gut k links.) Amtsrichter sind eben billiger als Landgcrichtsräte und Oberlandgerichtsräte, vor allem, wenn man eine große Zahl von Stellen mit Assessoren und Hilfsrichtern besetzt. Man sucht nun die Verbilligung dadurch jju beweisen, daß die Nnwaltsgebühren wegfallen oder sich ermaßigen würden. Die Herabsetzung der Scdreibegebühren der Anwälte wird aber die Entlassung oder noch schlechtere Entlohnung der Anwalts- gehilfen, oer sogenannten Proletarier der Schreibstube, zur Folge haben. Das muß besonders jetzt in der Zeit der Krise unter allen Umständen vermieden werden. Wir sind bereit, in der Kom- Mission mitzuarbeiten, vorläufig bringt die Vorlage aber nur eins Verteuerung und Verschlechterung der deutschen Rechtspflege. (Bravo t bei den Sozialdemokraten.) Abg. Barenhorst(Rp.) begrüßt im allgemeinen die Vorlage. Gerade wer die Beseitigung des tzilfsrichtertums wünscht, sollte sich für die Vorschläge der Vorlage erklären. Die Erhöhung der Zustandigkeitssumme und die Vereinfachung des amiLgerichllichen Verfahrens sind die beiden Hauptvorzüge des Entwurfes.(Lei- fall recht».) Abg. Grüfe-Weimar(Wirtsch. Vgg.) begrüßt ebenfalls die Vorlage. Der Juristentag hat sich allerdings dagegen ausgesprochen, aber dort war mehr Gelehrsamkeit als praktische Erfahrung ver- treten, und außerdem wog das rechtsanwaltliche Element vor. Wann wird das heiße Sehnen der Gerichtsschreiber erfüllt werden, daß sie endlich statt des herabwürdigenden Schreibertitels den wohlver- dienten Namen„Sekretäre" erhalten?(Beifall bei der Wirtschaft- lichen Vereinigung.) Abg. Werner(Ant.): Im Volk ist man von der Dringlichkeit dieser Reform überzeugt, die Erhöhung der Zuständigkeit der Amis- gerichte, die sie bringt, ist gerade für den Mittelstand von außer- ordentlichem Vorteil.(Bravo! bei den Antisemiten.) Abg. Dr. Thaler(Z.): Ein Teil meiner Freunde steht der Vor- läge prinzipiell ablehnend gegenüber; denn die in Aussicht ge- nommcne Reform sollte sich uichr auf die Zivilprozeßordnung allein beschränken und namentlich nicht bloß auf daS amtsgerichtliche Verfahren Dagegen sind wir bereit, jedes Opfer zu bringen Notizen. — Rudolf Wilke. einer der besten deutschen Kari- katuristen, ist am Mittwoch in Braunschweig gestorben. Schon durch seine ersten Veröffentlichungen in der„Jugend" erzwang' er allgemeine Beachtung, die ihm später, als„Simplirissimus". Zeichner, in immer höherem Maße zuteil wurde. Als Spötter kam er nur gelegentlich; die humoristische Auffassung de» Menschenlebens und der Geschehnisse des Tages' lagen ihm mehr. Am bekanntesten geworden sind seine„Kinder der Straße". In seinen� Schwarz-Weiß-Zeichnungen lag ein malerischer, fast farbiger Reiz. Mit wenigen, ionturiercnden Linien erzielte er hohe Effekte, zumal er stets daS Charakteristische des Vorganges oder der Figuren traf, die sein Stift auf daö Papier warf. Wille ift nur 3ö Jahre alt geworden. — Eine Ausstellung für„Trachtenpuppen und plastische Karikature n" ist im H o h e n z o l l e r n« Kunstgewerbehaus eröffnet worden. — Ein„jiddisches Theater" besitzt, gleich London und New Dork, neuerdings auch Paris. Hier— in der Rue Si. Denis— versammeln sich zu jeder Vorstellung in dichten Scharen die rumänischen, polnischen, galizischen und rujsischen Juden, die in Paris leben oder auf der Durchreise längere Zeit sich aufhalten. Es sind dieselben Stücke, wie die in den New Dorker und Londoner jiddischen Theatern bekannten, die in Paris aufgeführt werden, teil» rein jiddische Stücke, teils Uebersetzungen von Meisterwerken in die jiddische Sprach:. So wird„König Lear" gegeben, bisweilen auch Werke, die ihre Motive der Bibel entlehn«,, wie„Die Harfen Davids". Bisweilen kommt auch die Gegenwart gu Worte; so wurde vor kurzem ein modernes Stück gegebm, in dem Dreysuv als Held auftrat und allerlei bekannte Persönlichkeiten aus oen Tagen de» Prozesses, wie Picquart und andere, auftauchten. Di- Theaterzettel sind hebräisch gedruckt, in den Pausen wandeln ge- schäftsuchende Hausierer durch die Zuschauerreihen, aber während der Vorstellungen haften alle Blicke an der Bühne und man fühlt, daß dieses Publikum mit starker Leidenschaftlichkeit die Geschehnisse des Stückes miterlebt und verarbeitet. — Alkohol und Auge. Jedem Augen- und Nerven- arzt, der viele Alloholiker zu behandeln hat, sind Schädigungen der Augen durch den Alkohol bekannt. So berichtet neuerdings Dr. Schenk. Arzt an den Heil- und Pflegeanstalten für Alkobolkranic in Lintorf, daß ihm Alkoholiker öfters Klagen über Sebstörungen äußerten. Auch die Farbenempfinduiig ist manchmal herabgei'etzt, so daß die davon Befallenen alle Gegenstände in'grünlichem Farbenton sehen. Bei völliger Enthaltsamieit bessert sich oft daS Augenlicht, so daß für Augengläser schwächere Nummern gebraucht werden können. Diese Veränderungen hängen mit dem über- mäßigen Alklcholgcnuß Zusammen, sie müssen al» Lähmungen auf- gesaßt werden und sie schwinden wieder nach Ausschaltung des lähmenden GifteS. Im Uimschen Hospital für Augenkrantc in London fand man chronische Bindehautk�tarrhe, NachiAindheh. Schwächst-btigkeit und Lähmungen der Augenmuskeln als Folge des übermäßigen Alkoholgenusses. Alle diese KrankHeiten sin! heikbar. wenn man die Kranken ztim Verzicht ans den Atkodch bringen kann»-„ � �. für eine großzügige Reform unferes gefamten Prozeßivefens. ( Bravo! im Benirunt.) Tebigt. Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage gebt an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Damit ist die Tagesordnung e Gräsident Graf Stolberg teilt mit, daß die Interpella tionen am nächsten Dienstag auf die Tagesordnung gefebt werden sollen und beraumi die nächste Sibung auf Sonnabends vormittag 11 Uhr an mit ber Tagesordnung: Weingefes Schluß: 6 the Parlamentarisches. Hus der Frauenbewegung. Berfammlungen Veranstaltungen. Treptow- Baumschulenweg. Dienstag, 10. November: Deffentliche Frauenveriammlung. Vortrag. Heinrich Heine, sein Leben und Wirken für das Volk." Briefkaften der Redaktion. = Gefiuet 7 1hr 1880. sind Sie Die Verwaltung@ telle Y bés Deutschen Transportarbeiter. Berbandes hielt am Dienstag bet eller ihre Generalversamms Abg. Dove( Fr. Bgg.) spricht für den Teil der freie fung bom 8. Quartal ab. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, sinnigen Fraktionsgemeinschaft, der in der Vor- daß im 3. Quartal an Versammlungen stattgefunden haben: fage eine geeignete Grundlage für eine erfolgreiche Generalversammlungen 2, babon eine der 25 Pf.- Gruppe betreffs Kommissionsberatung sieht. Herr Dr. Ablaß hat unbedingt dem Erhöhung der Beiträge, öffentliche 8, davon eine in Rigdorf, follegialen Gericht den Vorzug vor dem Gingelrichter, gegeben. Aber Branchenversammlungen 29, Betriebsversammlungen 72, Versamm man fann auch sagen, drei Richter können dreimal to biel irren lungen der Vertrauensleute ber Berivaltung I 8, einzelne Branchen wie einer.( Betterkeit.) Vor allem fommt es auf die Qualität 11; Sibungen ber Schlichtungsleitungen 3, der Schlichtungs- und der Richter an. Der Fisfalismus fit ber Urgrund der Mängel Tariffommission 7, bee Ortsverwaltung 11, eine Arbeitslofenber unferer Gerichte( Gehr richtig![ infe.) fammlung. Der Kaffenbericht ergabi Ginnahme 63 147,02 0, Die inviñtifdhe Evrenfiunde fude! Lindenftrane Me. 8, gweiter Ausgaben 37 954,84 9, bleibt Staffenbestand am 30. September Sof Dritter Eingang, sier Treppen, Dabr## GI von 1008: 45 102,18 2. Die Gaupttafie zabite im Laufe des 8. Quar Bonnabende beginnt die vrechtunde um 6 llbe. Reber Antraat, ift ein tais 08 an 40 Bf zahlende Mitglieder folgende Unterstübungen: Bumitabe und eine 3aul ale wierfzeichen beizufügent. Brietliche Antwort Arbeitslofen- linteritübung 7879,30 m, ranten 2818,30 0, Geirs wicht erteilt. Bis zur Beantwortung ini Grieftaften tönnen 14 Tage maßregelten 803,00 M., Notfall 885 W., Beerdigungsbeihilfe 400 bergeben. Gilige engen trage man in der Svrechhunde vor. D. 10,$. B. 85. Nein. G. 9. 93. Sie haben bis zum Matt, Rechtsfchub 22,45 M., Summa: 12 368,95 D. Dem Raffierer O. 6. 10. Nein, wurde gegen 2 Stimmen Decharge erteilt in die erledigte Stelle 81. Desember 1909 die Stirchenfteuer zu bezahlen. eines Beifibers trat Müllhann. Zum 3. Bunft: Stellungnahme au sie fönnen nur auf Beseitigung des Digitandes und Schadenerja mit ushicht auf Erfolg lagen. 6.0.34. Bit feine befondere Bereinbarung ber Bufammenlegung der Berliner Verwaltungen, refererte getroffen, to better lingige Sulino g. 1. Die Kaffe lill gue gabluing Dex14fagige Sündigung. Werner, indem er befonders auf die Vorteile und die Erspar zur Bahlung verpflichtet. nisse hinweist, die durch die Zusammenlegung ber jebigen gepflichtet. Fordern Sie dieselbe zur Zahlung auf und flagen Sie eventuell trennten Bureaus erzielt verben fonnten. Auch fonnte erfolg bei der Gewerbebeputation, Giralaiter Gtraße 1-8, gegen bie Staffe auj reicher agitatorisch und organisatorisch gewirkt une bie Gintaffies Bablung an ben est... 10. 1. Sa. 2. Die gefeßliche Stünd rung der Beiträge erleichtert werben. In ber Disfuffion teaten gungsfrist fritt ein.= Chernster 13. d... 108. 1. Antrag rning Baisermann betr. Betämpfung ber mehrere Stebner, befonbers aus den Reiben ber Hausbiener, gegen Tapete", Michaelfirchstraße 13. On 30 Babren. 29. m. 100. Heist. 21. G. 1262. 1. 1800 Mart 2. 1800 Mart. 3. Rein. 4. Rein. Zubertutose durch Bereitstellung weiterer Geldmittel und durch den Plan auf, da sie dadurch eine Schmalerung ihrer jezigen 5. Bei dem Stommando der Feuerwehr. H. G. 28. Wird auf 50 Mart gefegliche Wahregeln, welche die Desinfeftion berfeuchter Rechte befürchteten. Auch wurden die Räume bes Arbeitsnach ein Gewinn von 60 watt erzielt, to find 100 Prozent verdient.=$. 5. 28 obnungen sicherstellen. weifes der Hausbiener als unzulänglich und unhygienisch begeich- 200. Offenbacher Arantenteile für Frauen und abchen, Bringenftraße 60 S. 90. Benden Sie fich an einen Arzt. 1.. 111. Ausführungsbestimmungen aum Gefeh, betr. die net. Werner erflätte, bag irgend eine Ginengung der Selb. bel Stempelabgabe von Erlaubnisfarten für Straft- ständigkeit ber Gruppen durch die Busammenfchließung der Bureaus 1 Feibinand Vaffalle murde geboren am 11. 4. 1825, er starb am 81. 8. fahrzeuge ausländifcher Besiger. nicht eintreten würde, bie gefchäftlichen Arbeiten würben nad 1861, 2. panustriple bütfen nur auf einer eite befchrieben fein. bie boe getrennt erledigt. Die bemängelten Räume entsprachen. 08, 1. Durch Pußen. 2. Bertuchen Sie es mit Benzin. 8. Borzellanvor in feber Drogenbajibling. 29. D. Leiber nicht.- v. d. Ja. filt tatsächlich nicht ben mobernen Anforderungen, aber bis jept batten N. 67. In der Regel ja. Benn fie berbraucht sind, werden fie dem fich in der Gegend noch teine befferen gefunden und aus ber Mage R. der alten Leipziger Straße dürfe man auf feinen Fall ben Mack Matlachter übergeben. 45. rahatt 1500., Endgebalt 1800 G. F. 61. Solche Rezepte finden Sie in jedem Stochbuch. weis verlegen, wenn ihm nicht unberechenbarer Schaben zugefügt 9. 107. Nach der Militär- Rangliste befindet sich die Schule nach wie werden solle. Mit großer Majorität murbe hierauf zum 1. Januar bor in Berlin. E. B. 6. Die fraglichen Schornfteine sind von innen 1000 bie Bufammenlegung der Verwaltungen nach dem Gelert gemauert. Frau Vo, Reinickendorf Oft. In Berlin NW 6, Unterschaftshaus beschlossen. ünter Buntt Geschäftliches" wieg berbaumftt. 7, Sprechstunden Montag und Freitag bon 4-7 Uhr, Sonntags Beus, 24 Jahr alt. 2. G. 30. Das Gesuch müssen Sie Vorfibende auf bie Gewerbegerichtswahl folie auf ble Srbeits- bon 9-12, 6. 29. 1864. lofenzahlung hin und teilte mit, bag am toning, ben 10. Mobem anbie Direktion ber Söniglichen Charité richten. Benugen Sie die teichsbant, Bagerſtraße und die Stönigliche ber, eine große öffentliche Versammlung stattfinden werde. Geehandlung in der Bägerstrage, Gde Referent ist Genoffe Moste in Russicht genommen. Drucksachen. Jm Reichstage gingen ein: Bestimmungen über das Berbing wefen für den Verwaltungsbereich des Reichsamte bes 3nnern, die Reichs, Boft und Telegraphen verwaltung, bie eece 8 verwaltung und die Marine verwaltung. Verfammlungen. Die Fliesenlegee hielten am Donnerstag eine Berfammlung Fin Gewerkschaftshause ab. albheim erstattete den Bericht über den Berlauf der Berhandlungen der Schlichtungsfommiffion vor dem Gewerbegericht. In Sachen Weftphal wider Bief ist este phal mit feiner Forderung abgewiefen worben, da nachgewiefen ist, daß das Geschäft noch bis 4% Uhr zu erreichen war, auch wenn det Kollege bis 4 Uhr gearbeitet hätte. Der Unternehmer bat aber nicht das Recht, zu verlangen, bag auf Bauten, welche weiter entfernt liegen, des Sonnabends bis 4 Uhr gearbeitet werden muß. Die Versammlung ftellte ber Schlichtungskommiffion anbeim, bem Einigungsamt folgenden Antrag zu unterbreiten: Das Einigunge. amt wolle beschließen, daß auf Bauten, welche außer dem Rabius bom Spittelmacht bis Rübowstraße liegen, der Lohn auf dem Bau zu gablen ist." Die Bewegung für den Austritt aus ber Banbestirche bat in fehler Beit wieder mit erneuter Wucht eingefebt. Sie gewinnt immer mehr an Boben und schreitet bon Erfolg au Gefolg. Langit tft man im Volte, besonders in den Reiben bet Arbeiterschaft, das von überzeugt, faß die mit ftaatlichen Mitteln unterstüble Kirche nichts anbetes ist, als eine Dienerin der hertfehenden Alaffen, und daß sie das Ihre tut, um nach Sträften an der Unterbrüidung ber Arbeitertiaffe tettgunehmen. Der Bruch mit ber Airde, der ich bet Taufenden, bei Bebntaufenden innertian längst bollgogen hat, wird nunmehe auch außerlich befundet burch ben formellen Austritt Den Bericht von bem Berlauf der Berhandlungen givede Bet. aus bet Banbestitaje. Daß diefe Bewegung gerabe jest bolles Vers schmelzung mit der Freien Vereinigung gab Rudolf. Aus dem ständnis bet den Waffen der Berliner Arbeiter findet, bas geigte Bericht war zu ersehen, daß die Freie Bereinigung überhaupt nicht die Verfammlung, welche der Vorstand bes fechsten Wahlkreises gewillt ist, sich mit dem Zentralverband zu berschmelzen. Der Vor- am Dienstag nach dem sostinet of" einberufen hatte. Der Saal tanb balle hierzu ber verfammlung folgenben Vorschlag war überfüllt. Der Meferent Stbolf Goffmann, ber mit gewohnter empfohlen: Den Mitgliedern ber Freien Bereinigung wird von Scharfe die Geuchelei bes offiziellen Chriftentums fennzeichnete, jebi ab bon unserem Nachweis feine Arbeit bermittelt. Ferner fand lebhaften Beifall. Ebenso wurde die Aufforderung, bab jeber, tonnen Kollegen, welche gervifit finb, aur Sektion überzutreten und der innerlich nicht mehr auf dem Boden der Kirche steht, the auch in der Freien Wereinigung noch mit ben Beiträgen im Rüditande in aller Form ben Düden lebren foll, mil lebhafter Buftimmung find, dieselben beim Verband nachzahlen, wenn sie bollberechtigte begrüßt, auch ber biniveis auf die beborstebenbe Erhöhung der Mitglieder werden wollen. Der lebte Baffus gilt aber nur bis Stirchenfteuer verfehlte feine Wirkung nicht und wird manchen bee Jahresschluß und werden nach dem 1. Januar bie mitglieber ber Zuhörer beranlaß! haben, unverzüglich feinen Austritt aus ber Frelen Bereinigung nur noch als neue Mitglieder aufgenommen." Ritche zu bewerkstelligen. Die Versammlung beschloß bemgemäß. Zur Erlebigung tamen bann noch einige interne Angelegenheiten. = 1 O. Die artgrafenftrage.$. Gi. Ca. Geflügel: Zufuhr Amtlicher Marktbericht der Städtischen Marttballen- Direttion über ben Großbandel in ben sentral- Marttballen. Warfilage: leiid: gufube genügend, Gefchaft rege, Breise unverändert. Bild: Bujuhr genügend, Geschäft lebhaft, Prelie behauptet. über Bedarf, Gefchäft nicht lebhaft genug, Preife wenig berändert. ihe: Bufubr genügend, Geldhaft ziemlich lebhaft, Breise anziehend. utter und State: Gefchaft tubig, Breije unverändert. emale, bh und Gasfagte: Bujuht genügend, Geschäft schleppend, Breife gebrüdt. Witterungsübersicht vom 6. November 1908, morgens 8 thr. Stationen amburg 768 D winembe 76498 Perlin Franta 765 D 765 9 anden Münden 765 sten Better Stationen 4 mollig Bibifent 3 malfent 1 Nebel @bebedt Rebel Barometer stand mm aparanda 760 92 Petersburg 759 N Seilb -0 berbeen -1 Baris 769D Bumipa QUI Windſtärke Better 15°.4° R. to comp. n. halb bd.- 5 2 rolling-5 4 mollig 2 moltent- 2 768 DSD 1 bebedt 764 NO 764 SHE Betterprognofe für Sonnabend, ben 7. November 1908. Statt, Bielfach better, aber noch beränderlich, bei ziemlich frischen nörd lichen Winden felne erheblichen Niederschlage Berliner Betterbureau. Alles auf Kredit!= Möbel Ganze Einrichtungen Wochen- Rate 1 M. Elegante Herren- u. DamenGarderobe Wochen- Rate 1 M. an S. Gottlieb, Rosenthalerstrasse 54 Weltbekannt sind Rathenower Augengläser. Echt Rathenower Brillen 1,00 Pincenez( echt Nickel) M. 1,50 Double Gold Schildpatt ⚫ 5,00 . 12,00 4,50 Opern- u. Reisegläser von 6 M. an. Barometer, gute 6,00 an Werke, von Grün's Kneifer ,, Korrekt". A. Grün, Optiker, 98 L 98 Greift zu! den besten Abonnementdanzüge. Loden- Hüte Originelle, auffallend billige Angebote. Unverwüstliche Loden, absolut wettertest Monatsanzüge. Pfaubleihanzüge b. 9,50 13.00 11.00 M. 3.40 □ □ M. 2.40 Bartieanzüge. 12.00 Gehrockanzüge 14.50 Anzüge, Erfan f.miah: 20.50 Wintervaletots. 9,50 Sofen Warme Winterjoppen 2.00 6,00 Moldauer Brunnen- Straße 4 98 Gr. Frankfurter Str. 98 em Rosenthaler Tor. Ausnahme- Preise! Pa. 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Frankfurter Str. 20 Der Hauptkatalog No. 35( Neueste Moden 1908-09) auf Wunsch kostenlos a. portofrei. Immerwährender Kalender an Kunden umsonst. Geffentliche politische Versammlungen. Los von der Kirche und der nicht Kirchensteuer bezahlenden Geistlichkeit. Vortrag vom Landtags- Abgeordneten Adolf Hoffmann. Volksversammlung 62/ 6* am Sonntag, den 8. November 1908, mittags 12 Uhr, in der„ Neuen Welt", Hasenheide. Freie Diskussion, besonders für alle Gegner. Bur Dedung der Unfoften 10$ f. Entice. Der Einberufer. A. Sarubt, Rüdersdorfer Str. 45. 6. Wahlkreis. Moabit. Sonntag, den 8. November 1908, abends 6%, the, in den Brachtiä en Nord- Weft", großer Saal: Volksversammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. ,, Wer bezahlt die 500 Millionen neue Steuern?" Referent: Reichstagsabgeordneter LehmannRashbem: Gemütliches Beifammensein mit Tanz. Wiesbaden. 2. Diskussion. 230/ 16* Der Einberufer: Max Vieth, Wiclefftr. 23. Sonntag, ben 8. November, abends 7 lhe( Eröffnung 6 Uhr), im Restaurant Lebensquelle", Kommandantenstr. 20: Oeffentl. politische Versammlung. Thema: Ortskrankenkaffe bet Vergolder n.Berufsgenossen. Montag, den 16. Nov. 1908. abenbe 8-0 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 7, I: Wahlversammlung ber Arbeitnehmer, wozu sämtliche Massenmitglieder über 21 Jahr eingeladen find. Tages- Ordnung: Wahl von 86 Vertretern für bas Jahr 1909. Mitgliedstarte legitimiert. In demselben Lokal und Tage bon 9-9% Ubr: Wahlverfammlung der Arbeitgeber, wozu fämtliche Arbeitgeber, welche Beiträge aus eigenen Mitteln leisten, eingeladen werden. Tages- Ordnung: Wahl von 40 Bertretern für bas Jahr 1909. Nach den Wahlen findet für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ges meinsam ein Vortrag des Herrn Dr. Ascher über: Berufs- und Nervenfrankheiten statt. Montag, b. 30. Nov., ab. 8 11hr im Gewerkschaftshaus, Saal 8, part.: Orts- Krankenkaffe General- Versammlung für ber Vertreter ber Arbeitgeber u. Arbeitnehmer. Ober- Schöneweide. Tages- Ordnung: Dienstag, den 17. November cr. 1. Bericht des Vorstandes. abends 6 Uhr, im Restaurant von 2. Neuwahl des Vornandes( 3 Arbeit geber, 6 Arbeitnehmer). Warnecke, Wilhelminenhofftr. 13: Ordentliche General- Verfanunlung der Vertreter der Arbeit geber und Arbeitnehmer. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Jahres. berjammlung der Dristranten faffen in Braunschweig. 3. Wahl von 3 Ausschußmitgliedern zur Brufung der Jahresrechnung 1908. 4. Griaswahl von Strantenbesuchern. 5. Verschiedenes. Delegiertenfarte legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Bekanntmachung. 278/7 2. Wahl der Revisoren zur Bra Orts- Krankenkasse fung der Jahresrechnung für 1908. 8. Mitteilungen des Vorstandes. 4. Berschiedenes. Forbes gemeinsamen Bersammlung findet die Wahl eines Vors standsmitgliedes von feiten der Ar beitgeber statt( Erfaz für Dobolat bis 1911). Weißensee. Gratis!! Eine hochelegante bunte Weste erhält jeder Herr beim Einkauf eines Paletots oder Anzuges. Die bei mir bestellten Maßsachen werden nicht im Engrosgeschäft, sondern von erstklassigen Maßarbeitern gefertigt. Berliner Straße 11 am Hermannplatz Durch große Fachkenntnisse und geringe Unkosten ist es mir möglich, dem verehrlichen Publikum nur gute und reelle Waren zu staunend billigen Preisen zu liefern. Geschäftsprinzip: Stets das Neueste! Haltbare Stoffe! Gate Zutaten! Beste Verarbeitung! Streng feste Preise! J. Lehrer und gut genäht. sondern jedes Stück sauber Keine Engros- Arbeit, Berliner Straße II am Hermannplatz früher in Firma Leske& Lehrer Spezialhans vornehmer Herren- und Knabenbekleidung fertig und nach Maß. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: of I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. of III Amt 3, 1987, Montag, den 9. November 1908: Bezirks- Versammlungen für die Deusiano sino as Generalversammlung der Vertreter gefamte Verwaltungsstelle Berlin am Montag, 16. November, abends 8 Uhr, im Restaurant, Bum Brälaten", hier, Lehderstr. 122. Tagesordnung: 1. Allgemeiner Bericht des Vorstandes. 100 Jahre unter der Gefindeordnung. tandsmitglieder aus den Reiben der 2. Rogmalige Abänderung der§§ 12, Referent: Rebatteur Paul John. Nach dem Vortrage: Freie Ausprache. Sum Schluß: Gemütliches Geifammensein mit Tam. Dientiboten! Gefcheint in Waffen, protefliert gegen sas Ausnahmegefet! 292/8 Die Einberuferin: Ditille Baaber, Blücherftr. 14. Deutsch. Transportarbeiter Verhand Verwaltungsstelle Berlin II. Achtung! Mitglieder aller Branchen. Am Sonntag, den 8. November, finden nachftebenbe Nach der gemeinsamen Verfamm lung findet die Wahl zweier VorArbeitnehmer statt( Griah für Albers und Rodenbul) bis 1911). Einladungskarte legitimlert. Dbet Schönetetbe, den 4. Novem ber 1908. Der Vorstand. 278/2 R. Schwarzburger, Borsigender. H. Rodenbusch, Schriftführer. Billig! Invalidenstr. 185 Robert Bohn Versammlungen mit Frauen statt. Für die Rollkutscher, Begleiter und Bodenarbeiter vormittags 10 thr, in Boeters Joppa! Branchen- Versammlung Festfaal, Weberstr. 17. Zages- Orbmung: 1. Die Bedeutung der diesjährigen Gewerbegerichtswahlen. Stollege Paul Liebenow. 2. Disinffion. 8. Geschäftliches. Für die Mitglieder aus Referent: sämtlichen Bierbrauereien Berlins und Umgegend! abends 6 Uhr, im Englischen Garten", aleganderftr. 270: Versammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: 1. Die neuen Steuervorlagen unter besonderer Berüdjichtigung für das Braugewerbe. Referent: Reichstagsabgeordneter Fritz Zubeil 2. Disfusion. 8. Geschäftliches. Für die Mitglieder und deren Frauen der Bezirke Norden und. Nordwesten abends 6 Uhr in den„ Pharus Sälen", Müllerstraße 142: Großer aftronomischer Vortrag ,, Eine Wanderung durch das Weltall" ausgestattet mit über 100 Lichtbildern. Bortragender: Herr Dr. Archenhold, Direttor d. Treptow- Sternwarte. Eintritt pro Person 40 Pf. Nach dem Vortrag: Tanz. Billetts find bei den Vertrauensleuten und Beitragstaffierern zu haben." Bessere Herren- Garderoben Riesen- Auswahl. Spottbillig fertig u. nach Maß. 17 und 61 der neuen Kaffenfagung. 3. Wahl der Rechnungsprüfungstom miffion( 2 Arbeitnehmer, 1 Arbeit geber). 4. Grgänzungswahl des Borstandes ( 3 Arbeitnehmer, 2 Arbeitgeber). 5. Verschiedenes. Eventuelle Beschwerden gegen die Geschäftsführung werden ber in in folgenden Lokalen: 1. Norden: Bockbrauerei, Chausseestr. 64, abends 8 Uhr. 2. Norden: Obiglo, Schwedter Str. 23, abends 8 1hr. 3. Norden: Frankes Festfäle, Badftr. 19, abends 8 Uhr. 4. Moabit: Brünings Prachtsäle, Wiclefftr. 24, abends 8 Uhr. 5. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenftr. 3, ab. 8 Uhr. 6. Steglitz: Warendorf, Gr.- Lichterfelde, Beckestr. 22, abends 8 Uhr. 7. Süden: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, ab. 8 Uhr. talpomming nur beantwortet, 8. Often- Lichtenberg: Litfin, Memeler Str. 67, ab. 8 Uhr. wenn diese mindestens drei Tage vor Reell! berfelben im Staffenlofal schriftlich abgegeben werden. Bum Cintritt berechtigt find nur die mit Legitimationsfarte versehenen Bertreter. Weißenfee, 5. November 1908. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse 9. Stralan- Rummelsburg: Jm Lokal Markgrafendamm 34, abends 8 Uhr. 10. Weißensee: Roßkopf, Königchauffee 38, abends 8 Uhr. 11. Ober- Schöneweide: Im Lofal Hasselwerder, abends 5% Uhr. für den Gemeindebezirk Weißensee. 12. Köpenick: Gesellschaftshaus, Friedrichshagen, Friedrich. Fuhrmann, Borfitender. Tea Straße 69, abends 8 Uhr. 18. Tegel: Trebesch, Bahnhofstr. 1, abends 6 1hr.1971E Dr. Schünemann 14. Spandau: Böhle, Havelstr. 20, abends 8 Uhr. 45032 15. Westen- Schöneberg: Zühlfe, Dennewigstr. 13, ab. 8 Uhr. Sages Debnungin allen Bersammlungen! Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüvenstr. Hosen! 10-, 5-7, Sonnt. 10-12 Uar. 1. Stellungnahme zur bevorstehenden Generalversammlung. 2. Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen.A- 17 8um Punkt 2 find folgende Neferenten vorgesehen: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Brückner, Behrend, Fendel, Handke, HartSonntag, den 8. November: Urabstimmung mann, Horn, Körsten, Link, Massini, Ritter, Rehbein, Siering, Thurow, Zeiske, Zernicke. Außerdem ist für Rigdorf besonderer Umstände wegen am Dienstag, den 10. November, eine Bezirksversammlung über den Antrag, die zukünftigen Generalversammlungen aus mit dem oblgen Thema vorgesehen und zwar im gofal Delegierten zusammenzusehen, in folgenden Botalen: 1. Sabels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. 2. Mactischer Hof, Admiralstr. 18c. 3. Krumbein, Schönleinstr. 6. 4. Reigenberger Hallen, Reichenberger Str. 147. 5. Mig, Staliger Str. 59( am Schlesischen Tor). 6. Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21. 7. Litfin Memeler Str. 67. 8. Wildzer, Friedrichsberg, Friedrich- Start- Str. 11. 9. Boeker, Weberstr. 17. 10. Obiglo, Schwedter Str. 23. 11. Raabe, Kolberger Str. 23. 12. Lampreht, Buttligstr. 10. Die Abstimmung beginnt um 9 Uhr vormittags und endet um 12 hr mittige. Die Stimmzett werden in den Abstimmungslotalen ausgegeben. Jedes das orzeigen. Ohne Wlitgliedsbuch wird niemand augelaffen. Fräse, Hobel- u. Schneidemühlenfutscher Mitglied mus perfintlich zur Abstimmung erscheinen und als Legitimation sowie Hilfsarbeiter Berlins und Umg. Montag, den 9. November, abends S, Uhr: Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal III. Tages- Ordnung: 1. Die Gewerbegerichte und ihre Bedeutung für die Arbetter." Referent: Kollege Emil Riedel. 2. Disfuffion. 8. Geschäftliches. Die Abstimmung tann jeder Kollege in dem Lokale ausüben, welches für ihn am bequemiter zu erreichen ist. Die Werkstativertrauensleute werden ersucht, den Kollegen die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Die Ortsverwaltung. Die Beiträge können die Vertrauensleute am Sonnabend entgegennehmen und am Montagabend von 5-7 Uhr an die Beitragfammler abliefern. Die Beitragsammler werden ersucht, am Sonnabend und im Montag zu faffieren. Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 8. November, abends 5 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11/12: Mitglieder aller Branchen.on Donnerstag, 12. November, abends 8% Uhr: Versammlung mit Frauen Oeffentliche Versammlung in Kellers Neue Philharmonie, Köpenickerstr. 96/97( gr. Saal). Zages- Ordnung: 1. Die Konfum- Genossenschaften und ihre Bedeutung für die arbeitende Klasse. Referent: Genoffe Paul Göhre. 2. Distuffion. & Die Gewerbegerichtswahlen und Geschäftliches. Kolleginnen und Stollegen! Wir erachten es für Eure Pflicht, daß Ihr für einen wirklich guten Besuch dieser Versammlungen agitieren werdet. 57/9 Verwaltung II. S..: Albert utbek. der Stellmacher mit Frauen. Zayes Drdnung: 1. Bortrag der Genoffin Martha Jeete über: Das Familienleben ber Arbeiterschaft in der heutigen Stulturperiode". 2. Disfuffion. Im Anschlusse an diese Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Zahlreiches Erscheinen insbesondere der Frauen erwartet Die Kommission. Hoppe, Hermannstr. 49, abends 8 Uhr. Bu allen diesen Versammlungen ist der Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches gestattet. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Die Metallarbeiter Notiz Salender für 1909 find erschienen und zum Preise von 60 Pf. pro Stück im Bureau and bei allen Bezirkskaffierern zu habent. Wahllegitimationen für die Gewerbegerichtswahlen 124/10 find im Burean zu haben. Die Ortsverwaltung. Steinarbeiter! Sonntag, den 8. November, vormittags 10 tur, in den„ Armin. hallen", Kommandantenstr. 58/59: Außerordenti. Mitglieder- Versammlung heider Filialen( I und II): Tages- Ordnung: Stellungnahme zur Verschmelzung beider Filialen und zur Anstellung eines Ortsbeamten. Jeder organisierte Stollege ist verpflichtet, an diefer wichtigen Beratung 172/8 teilzunehmen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltungen Berlin I und II. 9000 Blitz- Schnell tommt man mit der Hochbahn zu Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Haltestelle Brinzenstraße. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren passend Diefelben find von feinen Stavalieren und Reifenden, die nur einen 48592* Monat ihre Garderobe tragen. Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Wir geben unseren Kunden schon jetzt Gelegenheit zum besonders billigen Weihnachts- Einkauf und verabfolgen froiz billigster Preise bei Einkäufen auch noch die Doppelteaza Rabattmarken Van dieser Kergunstigung sind nur wenige Artikel dusgeschlossen Ziehung nächste Woche Dienstag! Die verpfändet gewesenen Waren Pelzwaren. 1. Frankfurter Perde- Lotterie im Betrage von 74 000 M., bestehend in Herren-. 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Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Br. 202. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sobrub, 7. November 1908. Moderne Trrenhausfolter. In ein düstere3 Kapitel aus einem Irrenhause führte eine umfangreiche Verhandlung, die gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I verhandelt wurde.. Sonnabend, gebracht wurde. Am 15. lag ich auf einem Rohrstuhl vor dem geteilt, daß er voraussichtlich am 24. oder 25. November, entlassen Anstaltsgebäude, da kam der Mann, den ich zur Wahrnehmung würde. Als er den Geheimrat Alter hiernach fragte, habe ihm meines Geschäfts während meiner Abwesenheit eingesetzt hatte dieser geantwortet, so ohne weiteres werde in Leubus niemand und sagte mir, daß man ihn hinausgeworfen habe und Herr entlassen, wenn er auch nur eine Kleinigkeit begehe, so bleibe er Dieterichs wieder dominiere. Als ich darüber sehr erregt wurde und wieder hieß es: wverlangte, herausgelassen zu werden, Ins Waffer! Angeklagt ist der Chefredafieur der Zeit am Montag" Karl Schneidt. Unter der Ueberschrift Moderne Irrenhausfolter" brachte die Zeit am Montag" in threr Nummer vom 25. November 1907 einen Artikel, in welchem die Leidensgeschichte des Beuthener Bis zum 18. bin ich eigentlich immer nur vom Bett ins Wasser Fabrifbesizers und Stadtverordneten Emanuel Lubedi geschildert und vom Wasser ins Bett gekommen. Eines Tages trat Dr. und fritisch beleuchtet wurde. Durch den Artikel fühlten sich der Alter jun. zu mir heran und sagte zu mir: Ich werde Ihnen einen Geh. Sanitätsrat Dr. Alter von der Provinzial- Jrren- und Pflege- väterlichen Rat geben: Lassen Sie sich entmündigen! Als ich mich anstalt Leubus, der Oberarzt Dr. Kunowsti, der Direktor Dr. entschieden weigerte, sagte er: Alter und die Beamten, die mit der Bearbeitung der Angelegen- ,, Sie werden schon zahm werden! Hier wird alles heiten der Anstalt betraut sind, beleidigt. Als Sachverständige folgsam und zahm!" wohnen Geh. Medizmalrat Dr. Moelt, Medizinalrat Dr. Hoff Darüber wurde ich nun in der Tat aufgeregt. Am 27. sah ich den mann und Medizinalrat Dr. Leppmann der Verhandlung bei. In Geh. Nat Dr. Alter, der bis dahin auf Urlaub war, zum ersten dem Artikel wird dargelegt, daß der Fall Lubecki ein Schulbeispiel Waale. Ich wollte mit ihm sprechen, er winkte aber ab. Dann kam dafür sei, wie noch im zwanzigsten Jahrhundert im aufgeklärten ein Brief meines Bruders Paul, dessen Inhalt mich sehr erregte Deutschland hochangesehene Leute, die vermögend find, aber Feinde und mir den Gedanken an einen haben, durch ein Komplott threr Widersacher ins Irrenhaus gesperrt und dort widerrechtlich lange Zeit festgehalten werden Fluchtversuch tönnen. Lubedi, so wird crzahlt, lebte feit einiger Zeit mit seiner Familie in Unfrieden; die Familienzwistigkeiten hätten sich zum Konflikt zugespist, als Lubedi immer mehr zu der später angeblich bestätigten Meinung zuneigte, daß seine um 13 Jahre jüngere Ehefrau die Hand im Spiele habe, ihm die Treue breche und ihn auf gute Manier los sen wolle. Nun habe sich ein Komplott gegen ihn gebildet, und der durch den ewigen Familienärger und durch geschäftliche Fehlschläge etwas unvorsichtig gewordene Lubeci sei durch liftige Vorspiegelungen durch die Mitglieder des Komplotts angeblich in eine Erholungsanfialt", in Wahrheit aber in die Leubuser Provinzial- Jrrenanstalt gebracht worden. Er habe fünf Monate lang entfeßliche Torturen ausgehalten. Er fei völlig gefund gewesen, man habe ihm mit großer Hartnäckigkeit einen schweren Krankheitszustand formlich suggeriert. Um ihn tirre zu machen, habe man ihn oft brei bis fünf Stunden im Wasserbad zubringen laffen, einmal sogar volle 13 Stunden hintereinander usw. Man habe, um ihn festzuhalten, sich über geschliche Bestimmungen einfach hinweggefeht, und er habe die unglaublichsten Torturen aushalten müssen, bei denen ein Angefränfelter wirklich verrückt hatte werden müssen. Schließlich seien die Anstaltsleiter selbst in eine Falle gegangen, ein Bruder des Herrn Lubedi habe diesen dadurch befreit, daß er energisch aufgetreten sei und mit dem Staatsanwalt gedroht habe. Nach seiner Befreiung aus der Anstalt Veubus, in welcher der maßgebende Oberarzt der Schwiegersohn, und der erste Assistenzarzt der Sohn des Direktors sei, so daß man die Anstalt im Volte unter Anlehnung an den Namen der beiden leitenden Aerzte Altersversorgungsanstalt nenne, habe Lubecki mit großer Energie seine Rehabil tierung betrieben. Von einer ärztlichen Autorität sei ihm attestert worden, daß er vollständig gesund sei und insbesondere niemals paralytisch war. Lubecki, der noch am Tage vor seiner Jnernierung als Schöffe feines Amtes gewaltet habe, habe alsdan massenhafte Beweise für seine völlige geistige Gesundheit ge fammelt, er habe eine Beschwerde nach der anderen losgelaffer, sei an die höchsten Gerichtsbehörden gegangen, bis hinauf zum Minister aber alles vergevity! An die tatsächliche Darstellung bes Falles inüpfen sich Betrachtungen über die fchweren Schäden unferer Jrrenpflege. Der Angeklagte erklärte, daß er den Wahrheitsbeweis für die tatsächlichen ngaber des Artikels antrete und feineswegs die Absicht der Beleidigung gehabt habe, sondern nur an einem efla tanten Fall die Reformbedürftigkeit unserer Jrrenpflege varlegen und auf Abstellung der furchtbaren Mißstände hinwirken varlegen und auf Abstellung der furchtbaren Misstände hinwirken wollte. Als, erster Zeuge wird der Fabrikbesitzer Emanuel Lubecki, eu 51jähriger Mann, vernommen, der jetzt noch Stadtverordneter in Beuthen ist. Aus seiner Darstellung ist zu entnehmen, daß fein Bruder ihm seine geschaftlichen Erfolge nicht gegönnt und ihm wiederholt den Rat gegeben habe, seine Geschäfte aufzugeben. Buleht hat er eine Ristenfabrit betrieben, wobei er von einem Berlust nach dem anderen betroffen worden war. Es hatte sich infolgedessen eine gewisse Nervosität bei ihm eingestellt, die feit Ankunft des Geschäftsführers Dieterichs, den er angestellt hatte, noch größer wurde. Nach seinen Wahrnehmungen habe seine Frau Gefallen an Dieterichs gefunden, er habe der Frau wiederholt Vorhaltungen und Vorwürfe gemacht, es sei darüber zu lebhaften Huseinandersetzungen gekommen und es hätten sich darüber schwere Familienzwijtigkeiten entwickelt, bei denen der Bruder Paul, der auch bei einer Stadtverordnetenwahl als Konkurrent gegen ihn unterlegen gewesen, immer gegen ihn gewühlt und geschürt habe. Es sei wiederholt zu Eifersuchtsszenen gekommen und bei einer folcher habe er am 10. Juli, am Geburtstage seines Sohnes, seiner Frau eine Ohrfeige gegeben. Die Spannung zwischen seinen Familiengliedern und ihm sei immer größer geworden und sein Bruder habe ihm schon einmal brieflich gedroht, nahe legte. Ich verlangte, den Landeshauptmann sprechen zu dürfen, der Dr. Alter jun. aber antwortete:„ Ach, der versteht überhaupt nichts von solchen Dingen. Der Landeshauptmann hat hier nichts zu sagen, hier sind wir die Herren! Wir werden ja sehen!" Aus dieser Bemerkung zog ich den Schluß, daß ich den Landeshauptmann überhaupt nicht sprechen solle, daß ich aus der Mausejalle, in welche man mich gebracht, überhaupt nicht mehr herauskommen solle. Da faßte ich den Plan zur Flucht. Durch List verschaffte ich mir die Rückfahrtkarte nach Beuthen. Dann nahm ich die sich mir bietende Gelegenheit zur Flucht wahr; ich lief zur Tür hinaus, lief dann, was ich laufen fonnte, wurde aber vom Türschließer verfolgt, dieser packte mich am Stragen und ich wurde wieder zurückgebracht. Daraufhin wurde ich wieder aus dem Einzelzimmer herausgenommen und in ein Gemeinschaftszimmer gesteckt. Daß ich durch diese Dinge sehr aufgeregt wurde, ist doch begreiflich. Ich telegraphierte an meinen Schwager, an den Justizrat, an den Landeshauptmann, an den Minister des Innern, daß ich als geistig ges funder Mann in einer Irrenanstalt festgehalten werde; ich habe den geordneten Instanzenzug vollständig innegehalten, aber alle diese Telegramme sind nicht abgegangen. Am 2. Oktober 1905 fam der Landeshauptmann der Provinz Schlesien, v. Richthofen, our Inspektion in die Anstalt. Ich hatte mir vorgenommen, recht zurückhaltend zu sein, denn ein Wärter hatte mir einmal gesagt: Machen Sie mit den Aerzten keine Geschichten, sonst kann es Ihnen hier bitter gehen! Die Bedeutung dieser Worte war mir ganz klar, denn ich dachte an das oft drei bis fünf Stunden währende Wasserbad! Einen Tag vor der Ankunft des Landeshauptmanns war ich aus dem Ges meinschaftszimmer in ein anderes Zimmer gebracht worden. Ich verlangte, den Landeshauptmann zu sprechen. Dr. Alter jun. aber fagte: Ja, Sie wollen! Sie haben nichts zu wollen, hier haben nur wir zu wollen! Ich wurde dann ohne Kleidung in einen verschlossenen Raum geftedt, bis der Landeshauptmann die Anstalt wieder verlassen hatte. Dann fam der Geheime Rat Dr. Alter zum ersten Male zum Besuch zu mir. Als ich ihm sagte:„ Ich gehöre doch nicht hier inein," erhielt ich, zur Antwort: Das verstehen Sie nicht! Das erstehen wir Aerzte besser!" Am 4. besuchte mich meine Frau, De mir allerlei geschäftliche Mitteilungen machte, welche mich in Gregung versetzten. Am 7. schrieb ich einen langen Brief an mine Frau, in dem ich bat, sofort dafür zu sorgen, daß jemand in die Anstalt fomme, um mich abzuholen. Ich gab ihr auch die Weifung, den Aerzten die geschäftliche Sachlage darzulegen, damit die nicht eine falsche Vorstellung über meine Erregung befamen. Am 9. tam meine Frau mit Herrn Dieterichs zu mir und bot mir zu einer Verwunderung an, daß ich mich entmündigen lassen sollte domit die Fabrik verkauft werden könnte. Dies hat mich natürich sehr mißtrauisch gemacht. wieder hier und komme dann überhaupt nicht mehr heraus. Am 18. November schrieb Dieterichs an ihn, er könne kein Holz bekommen, da die russischen Eisenbahner streiften. Er sei dars über, daß sein Geschäft so zugrunde gehen sollte, schr erregt geworden. Diese Erregung sei ihm als Anfall" ausgelegt worden; auf Anordnung des Dr. Adler habe er dann mehrere Stunden im Babe zubringen müssen. Am Weihnachtsheiligabend habe er in seiner Gefangenschaft bittere Tränen geweint. Hätte er fich irgendwie anders benommen, so wäre er wieder in das Bad gesteckt worden. Von den vielen stundenlangen Bädern habe sich schließlich die Haut abgelöst und an den Waden hätten sich große offene Wunden gebildet. Plöglich sei er auch als Trinker behandelt worden, obwohl er ftets Antialkoholiker gewefen fei. Nach einem Besuche seines Bruders Serafin habe er berlauten lassen, daß er sich bei dem Landeshauptmann und der Staatsanwaltschaft beschweren wollte. Dr. Kunowsky habe darauf cr widert: lins tann es ja gleich bleiben, Sie sind ja freiwillig zu uns hergekommen." Als er sich an den Landtagsabgeordneten Geh. Justizrat und Verwalter der gräflich Schaffgotschen Güter Dr. Stephan brief! ich um Hilfe gewendet hatte, sei ihm von Dr. Alter jun, dies als„ Rückfall" angerechnet worden und er habe ihn nicht weniger als 13 Stunden in die Badewanne gesteckt. Ein Wärter habe ihm hierbei erzählt, daß ein anderer Kranker sogar drei Tage und drei Nächte im Wasser gelegen habe. Bei der Aufnahme habe seine Frau angegeben, er sei starker Alkoholiker, während sie genau wußte, daß er beinahe Abstinenzler sei und höchstens bei Festlichkeiten ein Glas Wein trinke. Der Vorsitzende geht noch des Näheren auf das Cheleben des Angeflagten ein und stellt aus den Ehescheidungsakten fest, daß der Zeuge sich in seiner Ehe mit seiner Frau etwa fünfmal in er regten Szenen geschlagen habe. Der Angeklagte behauptet, daß es unwahr fei, wenn gesagt werde, er habe seine Frau öfter mißhandelt. Er bestreitet, daß er eifersüchtig gewesen sei, er habe vielmehr sich nur schwer beleidigt gefühlt, als er sah, daß seine Ehefrau cin nicht einwandfreies Leben führte. Was seine Ehefrau über ihn angegeben, beruhe durchweg auf Erfindung und sei ganz planmäßig vorgebracht worden, um den Verdacht der Geistestranfheit gegen ihn au bekräftigen und ihn als gemeingefährlich hinzustellen. Gegen die wiederholt vom Zeugen ausgesprochene Ueber. werde. Zeuge: Dr. zeugung, daß man sowohl ihm und auch anderen Patienten in der Anstalt zu bestimmten Zwecken Fallen" gestellt habe, macht Medizinalrat Dr. Leppmann verschiedene Bedenken geltend und sucht dem Zeugen klar zu machen, daß diese seine Ueberzeugung durch die von ihm angeführten Fälle doch keineswegs gestützt Rechtsanwalt Dr. Halpert: Wer hat das Attest aus gestellt zur Einleitung der Pflegschaft? Zeuge: Herr Dr. Locke. Dr. Halpert: In diesem Attest steht, daß Sie geschäftlich dispositions unfähig seien. Hat der Arzt Sie denn untersucht? Nein. Dr. Halpert: Der Herr Dr. Alter ist doch nach einer großen Inquisition zu der Ueberzeugung gekommen, daß Sie in geschäftlichen Dingen recht klar zu sein scheinen und nun hat Dr. Locke gerade das Gegenteil in seinem Attest bekundet? Zeuge: Jawohl. Verteidiger: Sie sind zuerst auf Baralyse angesehen worden, dann auf Pseudoparalyse, basierend auf Alkoholismus? Haben Sie denn in der Anstalt jemals den Wunsch nach Alkohol ausgedrückt? Beuge: Niemals. Verteidiger: Haben sich AbZeuge: Rein, gar nicht! stinenzerscheinungen gezeigt? Halpert: Haben Sie ein schriftliches Einverständnis zu Ihrer Aufmit ja auch gesagt, Leubus sei feine Irrenanstalt und ich würde nahme in Leubus gegeben? Seuge: Nein. Dt. la Noche hatte vollständige Bewegungsfreiheit haben. Eine längere Diskussion entspinnt sich zwischen dem Zeugen und dem Sachverständigen daß ihm eines Tages in der Anstalt Pillen gegeben worden seien, Medizinalrat Dr. Leppmann über eine Behauptung des Zeugen, nach deren Genuß er in Aufregung verfekt worden sei. Als er sich darüber beklagte, haben zwei Wärter jo getan, als ob auch sie Billen nähmen und haben dann angeblich Blutmessungen an fich man Ihnen denn Pillen gegeben haben? Glauben Sie wirtlich. vorgenommen. Medizinalrat Dr. Leppmann: Weshalb sollte daß man Sie fünstlich in Erregung versehen wollte? Das wäre doch geradezu verbrecherisch!- Zeuge: Ich stehe da auch vor einem Rätsel. Vielleicht wollte man mich auch nur als Versuchskaninchen Andeutung gemacht, daß die Aerzte in der Anstalt schlecht besoldet benutzen. Medizinalrat Dr. Leppmann: Sie haben einmal eine und auf Nebeneinnahmen angewiesen feien. Hatten Sie vielleicht die Vermutung, daß die Aerzte bestochen seien? Vermutung liegt doch nicht fern. Zeuge: Diese Medizinalrat Dr. Leppmann: Ich kenne teine Medizin, die einen Menschen fünstlich in eine solche Erregung versezen tönnte und bei wirklich Geistestranten tommt die Idee öfter vor, daß sie künstlich frant gemacht werden sollen; Zeuge: Ich habe durchaus keine das sind eben Wahnideen. Wahnideen gehabt. Ich bin ein scharfer Beurteiler; ich lefe von der Physiognomie eines Menschen gleich ab, ob er mir wohl gesinnt oder schlecht gesinnt sei. ihm Quartier in einem Irrenhause zu besorgen, da er anscheinend verrückt geworden sei." Um 5. September sei hinter seinem Rüden ein Familienrat abgehalten worden. Dann sei der Medizinalrat Laroche zu ihm getommen und haben ihm gesagt:" Sie arbeiten Tag und Nacht und tun für Ihre Gesundheit gar nichts. Gehen Sie doch einmal zu Ihrer Erholung nach Leubus!" Auf seinen Einwand, daß er doch Senn auch seine wirkliche Anschauung gewesen wäre, erklärte der daß er sofort nach seiner Entlassung aus der Anstalt die Pfleg gehabt. Bräf.: Sie bleiben also dabei, daß die Pillen Ihnen hinter dem Rücken des Oberpflegers gegeben worden sind. Sie hielten sich also für ganz gesund und waren der Meinung, daß Sie widerrechtlich in eine Irrenanstalt gebracht worden feien, daß ein Komplott gegen Sie vorlag und die Aerzte bestochen seien. Sie haben in dieser Ueberzeugung Mißtrauen gegen alle möglichen Vorkommnisse Medizinalrat Dr. Leppmann: Wie ist jetzt das Verhältnis des Zeugen zu seiner Familie? Der Zeuge befundet, schaft habe aufheben lassen und sein Geschäft weiter geführt habe. Ter Bruder Paul habe ihm sofort den Kredit entzogen; die Wechsel wurden protestiert und damit war ihm der Kredit dermaßen ab. fontierte. Ihm sei die Lebensader vollständig unterbunden worden geschnitten, daß man ihm selbst Kundenwechsel nicht mehr dis. und er habe seine Fabrit notgedrungen aufgeben müssen. Der Bruder Paul habe alles pfänden lassen, Bjerde, Maschinen usw. Er habe jogar den Gerichtsvollzieher beauftragt gehabt, daß die Pferde die Pfändungsscheine am Halfe tragen sollten. figende stelli fest, daß in der Chefcheidungsklage ani 6. Noveltiber 1907 in erster Instanz die Ehe auf Klage und Widerklage geschieden Ehescheidungsklage schwebt in der Berufungsinstanz. worden ist und beide Teile als schuldig erklärt worden sind. Die Ser Zeuge geht dann in aller Ausführlichkeit die einzelnen Stationen femer Leidensgeschichte durch und schildert fast Tag für Tag fene Erlebnisse. Eines Tages fei der Geheimrat Dr. Alter zu ihm gekommen und habe ihn in ein Gespräch über Politik verwickelt. Der Geheimrat habe ihn um seine Ansicht über die heutige Kolonia politik befragt und dabei geäußert, es sei ein Jammer, daß das arme Volt so unter den Steuerlasten feufzen müsse, während das Geld für die Kolonien weggeworfen würde. Er habe auch den Eindruck gehabt, daß ein Pfleger aus ihm eine Majestätsbeleidigung herauswinden wollte, damit man ihn dann mit Recht einsperren könne. In unmittelbarer Nähe wären drei Pfleger postiert gehesen, die dann eine Zeugenrolle spielen sollten. Er habe fofort solche Gespräche abgebrochen, da die eigentliche Abficht zu the autage getreten fei.- Am 9. Oftober habe er einen Brief an die Staatsanwaltschaft geschrieben, in welchem er um seine Bereiung bat. Als er diesen Brief einem Wärter zeigte, habe ihm dieer geantwortet:„ Wenn Sie Geschichten machen, Sie wiffen doch die Bäder, die werden Sie schon beruhigen und zur Raison bringer!" Zwei Tage später habe er einen zärtlichen Brief an seine Frau geschrieben, daß er sich nun nicht mehr in dem eifersüchtigen Bahn befinde und wegen der verschiedenen Dinge, die er in seiner Krankheit, die nun geheilt sei, begangen habe, um Entschuldigung hitte. Auf eine Frage des Vorsitzenden, ob dies nicht in ein Irrenhaus gehe, habe der Medizinalrat gesagt: ,, Ach, das ist ja kein Irrenhaus, das ist ja ein Pensionat!" Zeuge, daß er elbstverständlich nur so getan habe, da er auf Lebenszeit in der Frrenanstalt eingesperrt worden wäre, wenn er Es wurde dann, so fährt der Zeuge weiter fort, nach Leubus tele- feine wahren Gedinten geäußert hätte. Bald darauf habe ihn der graphiert, ob im Benfionat" ein Blaz frei sei und da eine be- Oberarzt Dr. Kutowsky bei einem Spaziergang plöblich ange jahende Antwort tam, ging ich dorthin, nachdem ich vorher in sprochen und ihm gefagt, sein Zustand gehe ja mit jedem Tage boller Geistesklarheit meine geschäftlichen Dispositionen getroffen zurück. Er habe auf geantwortet. er fühle fich so wohl, wie hatte. Als ich nach Leubus kam, war im Sprechzimmer der Ober- noch nie zuvor. Dr.Kunowsky habe ihm darauf barsch geantwortet: arzt Dr. Kunowski da. Ich war natürlich in gedrückter Gemüts- Ja, das verstehen Sie nicht, das fchen nur wir Aerzte." Als ftimmung, ich war erregt über die häuslichen Zwistigkeiten und Dr. Alter jr. ihm ines Tages den Vorschlag machte, fich entüber das Schidfal, dem mein Geschäft vieleicht in meiner Ab- mündigen zu lassen, ei er mißtrauisch geworden und habe sich abwesenheit anheimfallen fönnte und weinte. Der Oberarzt fragte fichtlich überall bemekbar gemacht. So habe er oft verlangt in mich, ob ich aufgenommen werden wolle, und da ich keine Ahnung die Kirche geführt zu werden, weil er hoffte, in dem dort anhatte, daß es sich um ein Irrenhaus handele, bejahte ich. Dann gestellten Kuratus z einen Schutz zu finden. Der Pfarrer mertie ich, daß hinter mir abgeschlossen wurde. Ich wurde in ein fei sehr freundlich und liebenswürdig gewesen und habe auch auf Bimmer gebracht, in welchem Schwertrante untergebracht waren. feinen Wunsch sich an en Pfarrer Buchwald in Glogau schriftlich die nächste Zeugin, ift 38 Jahre alt. Sie bleibt auf Befragen des Da sagte ich zum Wärter:„ Um Gotteswillen, wo hat man mich gewendet. Der Kuroto sei dann plötzlich sehr fühl zu ihm ge- Vorsitzenden bei ihrer felsenfesten Ueberzeugung, daß ihr Ehemann denn hingebracht? Ich gehöre doch nicht hierher!" Der Wärter aber worden und habe ihm auf sein Verlangen das Antwortschreiben des geistesgestört sei. Eie leiste einen Eid darauf, daß sie dem Eheberuhigte mich und sagte: Legen Sie sich nur hin!" Um 23 Uhr Pfarrers Buchwald gezigt. In diesem Briefe stand, daß er mann niemals die Treue gebrochen habe. Richtig sei es, daß sie fam Herr Dr. Alter junior und legte mir einige Fragen vor, die( Lubecki) ein vollständig unmoralischer Mensch sei, der keine zu der Zeit, als der Mann in der Anstalt saß, sich mit dem Herru ich alle durchaus richtig und klar beantwortete. Ich wollte ihm Religion babe und auch fenen Schutz verdiene. Hieraus folgere er, Dieterichs geküßt und daß dieser sie auch um die Taille gefaßt babe, 1000 M. Belohnung geben, wenn ich eine einzige Frage falsch beantwortete. Tann wurde ich ins Bad gesteckt. Vier Tage nach der daß der Pfarrer Buchwad ebenfalls von seiner Verwandtschaft sonst sei aber nichts zwischen ihnen passiert. Ihr Mann habe sie beeinflußt worden sei. Am 1. November habe ihn wieder aber mit seiner Eifersucht verfolgt und gequält und auf alle mög Internierung fam ich in ein Extrazimmer ohne Beobachtung. Vor- Dr. Alter jun. auf einem Spaziergang angesprochen und ihn lichen Leute einen unberechtigten Verdacht geworfen. Er habe her hatte ich fortgefeßt mit Echwertranfen zusammen in einem barauf aufmerfiam gemacht daß sein linker Fuß infolge des Ge- seit Jahren oftmals gegen fie getobt und sie monatelang mit seiner Zimmer verweilen müssen. Ich habe dann dem Dr. Alter jun. hirnleidens plöblich fürzer eworden sein sollte. Er habe fofort Eifersucht gequält, so daß es nicht mehr zum Aushalten war. Die wiederholt das Verlangen nach Entlassung aus der Anstalt geantwortet. daß schon bei finem Vater eine geringe Verkürzung Beugin bleibt unentwegt dabei, daß ihr Mann anormal fei, fie oft ausgesprochen, erhielt aber zur Antwort: Ach, Sie können mir des linken Bemes vorhande gewesen wäre. Sein Vater wäre geschlagen habe, an Halluzinationen leide, sie zur Erde geworfen viel erzählen, Sie bleiben hübsch hier!" Ich mußte mich bescheiden, ftets gesund gelesen und in Alter von 80 Jahren verstorben. und mit Füßen getreten habe. Er habe an firen Jbeen gelitten denn ich hatte bei anderen Anstaltsinfaffen gesehen, daß einer, der Dr. Alter habe sich furz umgoreht und gesagt: Na meinetwegen, und ihr oft furchtbare Szenen gemacht. Auf weiteres Befragen fich nicht fügt, von vier bis sechs Männern gepadt und ins Bettlamüsieren Sie sich gut!" An 2. November habe man ihm mitcrklärt die Zeugin, daß sie zunächst gar nicht den Gedanken gehabt 17 Frau Hedwig Lubecki, -O Der Bore habe, daß ihr Mann geiftestrant fei. Sie habe nur geglaubt, daß er hochgradig nervös fei und es gut für ihn fei, wenn er auf einige Zeit in ein Pensionat ginge. Ihr und ihren Verwandten fer auch gar nicht die Idee gekommen, daß der Mann in Leubus nicht in eine Benfion, sondern in eine Irrenanstalt komme. Ihr Mann sei mystisch, abergläubisch und von religiöser Gemütsrichtung, habe bei Geschäften sich nach Zahlen und Tagen gerichtet, in letter Beit gar nichts mehr bei ihr gegessen, weil er glaubte, er werde vergiftet. Auch habe er manchmal im Nebenzimmer die schon längst verstorbene Mutter gehen hören, ja, einmal habe er fogar abends am offenen Fenster gesessen und Mond und Sterne angebetet, daß sie ihm ein Zeichen gäben, ob seine Frau untreu sei. Der Beuge Lubedi erklärt diese Angaben teils für völlig aus der Luft gegriffen, teils für Entstellungen wirklicher Vorgänge. Rechtsanwalt Dr. Halvert erhebt gegen die Glaubwürdigkeit der Zeugin verschiedene Einwendungen. Nach der Pause wird der Kreisarzt Medizinalrat Dr. Laroche bernommen, der seinerzeit das amtliche Attest ausgestellt hatte, auf Grund dessen die Unterbringung des Lubedi erfolgt ist. Der Zeuge geht sehr ausführlich auf die früheren geschäftlichen Unternehmungen Lubeckis ein, bei denen sich angeblich etwas Sprunghaftes und Unbestimmbares bemerkbar gemacht hat. Etwas Nachteiliges über das geschäftliche und das Familienleben des 2. habe er nicht gehört. Er( Beuge) wäre deshalb sehr überrascht gewesen, als ihm im September 1905 von seinem Friseur mitgeteilt iwurde, daß 2. einen Tobsuchtsanfall gehabt habe! Bald darauf ipurde, daß 2. einen Tobsuchtsanfall gehabt habe! Bald darauf fei Frau Lubecki zu ihm gekommen und habe ihm in einer längeren Unterredung die Geschichte der ganzen Ehe erzählt. Die letten Tage vor der Unterbringung habe sich eine Steigerung der frankhaften Anzeichen bei 2. bemerkbar gemacht. Auf Ersuchen der Frau habe er dann den Herrn 2. selbst aufgesucht, bei dem sich auf der einen Seite ein schwerer Depressionszustand, auf der anderen Seite höchste Exaltation bemerkbar gemacht habe. Er( Zeuge) habe den Zustand des 2. für einen derartigen gehalten, daß dessen Verbleiben im Hause nicht mehr möglich war. Dies habe Lubedi felbst zu gegeben. Zeuge habe der Frau 2. die Bension" Leubus als den geeignetsten Aufenthaltsort für ihren Mann empfohlen, da er selbst der Ansicht ist, daß es fast keine Anstalt gebe, die unter einer so vorzüglichen Zeitung eines der humansten und sorgfäl tigsten Aerzte ſtehe! Bors.: Herr Medizinalrat, erinnern Sie sich noch, ob bei diesen Unterredungen von einem Pensionat" oder von einer Jrrenanstalt gesprochen wurde? sprochen. Beuge: Ich habe stets nur von einer Bensionsanstalt geVorf.: Herr Lubedi behauptet, daß Sie ihn stets in dem Glauben gelassen haben, es handele sich nur um ein Benfionat bezw. ein Sanatorium, aus dem er sich ganz nach seinem Willen entfernen fönne. Rechtsanwalt Dr. Halpert: Die Behauptungen der Ehefrau haben Sie ihm ebenfalls nicht vorgehalten? Zeuge Laroche: Nein, dazu hatte ich gar keine Veranlassung. Rechtsanwalt Dr. Halpert: Haben Sie Lubedi gefragt, ob er mit seiner Unterbringung in die Irrenanstalt einverstanden ist? Zeuge Laroche: Die Einwilligung des Kranken ist nicht erforderlich! Dr. Halpert: Gegen diese Annahme muß ich energisch Protest erheben. Solange Herr Bubecki nicht entmündigt war, hatte er die freie Verfügung über sich. Borf.: Der Wunsch der Ehefrau war doch auch nicht maßgebend, da diese doch nicht zur Pflegerin ihres Mannes bestellt worden war. Die Einwilligung des Herrn Lubedi war wohl doch erforderlich. Zeuge Laroche: In derartigen Fällen wird nie der Kranke um feine Einwilligung befragt. Geh. Medizinalrat Dr. Leppmann bestätigt dies durch Kopfniden. Angeklagter Schneidt: Aus der Bekundung des Herrn Medizinalrats ist also hauptsächlich zu entnehmen, daß der Zeuge Lubedi wider seinen Willen in einer geschlossenen Irrenanstalt eingesperrt worden ist. Etwas anderes habe ich in dem Artikel niemals behauptet In dem Attest des Herrn Laroche vermisse ich etwas Selbstfestgestelltes vollkommen und finde nur Dinge, die auf die Angaben der Chefrau zurückzuführen sind. Zeuge Laroche verwahrt sich gegen diesen Vorwurf mit aller Entschiedenheit. Rechtsanwalt Dr. Halpert( su dem Zeugen): Gine bestimmte etwaiger Geisteskrankheiten in der Familie, epileptischer Krämpfe Anamnese( Stvankheitsvorgeschichte) bezüglich des Vorkommens des Angeklagten usw. haben Sie aber doch nicht aufgenommen? Zeuge Laroche: Nein, dies war in dem vorliegenden Falle nicht notwendig. Es entsteht eine längere Auseinanderseßung, als der Sachverständige behauptet, Lubedi habe bei dem Anfauf der Gruben felder eine gewisse Sinnlosigkeit an den Tag gelegt. Beuge Lubedi bemerkt, daß er ein Grubenfeld für 7500 m. gekauft und für 23 500 m. verkauft habe; dies sei doch wohl keine Berrücktheit. ( Seiterfeit.) Die Verhandlung wird um 8 Uhr abgebrochen und auf morgen( Sonnabend) vertagt. Aus der Partei. Gemeindewahlen. ordnetenwahl der 3. Klasse der Genosse Fauth 204 und der In Weglar erhielten am Donnerstag bei der Stadtberunterstützten Kandidaten Bed entfielen 309. Stimmen, so daß Genosse Wagner 97 Stimmen. Auf den von der Partei mit & auth mit ihm in Stichwahl kommt. Es war die zweite Wahl, an der sich die Sozialdemokraten beteiligten. Bei der ersten erhielt Genoffe Fauth 72 Stimmen, die sich jest um 132 vermehrten. In Biegni erhielten bei der Stadtverordnetenwahl am Zeuge Lubedi erklärt, nochmals vorgerufen: Ich bin stets in 4. November die Kandidaten der Sozialdemokratie rund 1815, die dem Glauben belaffen worden, es handele sich um ein Pensionat, bürgerlichen Gruppen rund 1850 Stimmen. Gewählt sind die Die sozialdemokratische in welchem ich für meine Nerven Erholung finden wollte. Etwas sogenannten liberalen Kandidaten. anderes hat mir der Herr Medizinalrat nie gesagt. Wenn ich ge. Stimmenzunahme gegen die letzte Wahl beträgt rund 400. wußt hätte, daß es sich um eine geschlossene Jrrenanstalt handelt, hätte ich mich doch nie freiwillig dorthin begeben. Zeuge Laroche bestreitet, daß er dem Zeugen Mitteilungen gemacht habe, aus denen er entnehmen konnte, es handele sich nur um ein Pensionat bezw. Sanatorium. Beifiber Landgerichtsrat Kämpf: Es handelt sich aber doch tatsächlich um eine geschlossene Irrenanstalt, die nur den Namen " Pensionat" führt! Borf.: Haben Sie denn dem Herrn Lubedi den Inhalt des von Ihnen ausgestellten Attestes mitgeteilt? Zeuge Laroche: Nein, das ist nicht üblich. Borf.: Haben Sie den Lubedi förperlich untersucht? Beuge: Nein, das glaube ich wohl nicht. Es ist möglich, daß ich den Puls gefühlt habe! Borf.: Sie haben also angenommen, daß alles wahr ist, was Ihnen die Frau mitgeteilt hat? Zeuge: Natürlich mußte ich es doch als wahr unterstellen. Borf.: Wir müssen hier als Richter sehr scharf unterscheiden, che wir ein Urteil fällen. Eine Unterbringung in eine rrenanstalt ist doch aber gleichbedeutend mit einer Berurteilung. Mußten Sie nicht erst den Ehemann fragen, ob alles wahr ist, was die Frau erzählt? Wenn Sie nun hören, daß hier Herr Zubedi und die Frau unter Eid direkt das Gegenteil aussagen, wem würden Sie dann glauben? Was ist nun wahr? Einer von beiden muß doch einen direkten Meineid leisten! Wem würden Sie mehr glauben? Zeuge Laroche: In dem vorliegenden Falle mußte ich der Frau mehr Glauben schenken. Rechtsanwalt Dr. Halpert: Der Herr Beuge Lubedi behauptet, daß die ganze Unterredung mit Ihnen damals nur 10 Minuten gedauert hat? Beuge Laroche: Das ist nicht wahr, ich habe mindestens eine Stunde mit ihm verhandelt. Lüdenscheid, 6. November. ( Privatdepesche des Vorwärts".) proklamierte und aus der Redaktion der Wilhelmshavener Zeitung" ausschied. Das dürfte kaum ein Jahr her sein. Bei der kurz nach Burgemeisters Uebertritt zur Partei ausgeschriebenen Reichstagswahl im Wahlkreise Emden- Beer- Norden war Burgemeister im Auftrage der Landesparteileitung als Agitator für unseren Kandidaten Hug tätig. Noch während der Wahlkampagne wählten ihn die Genossen von Hof zum Redakteur ihres Organs. Die Genossen von Hof sind also nicht die einzigen, die aus dem Fall eine Lehre zu ziehen haben, die Landesparteileitung von Oldenburg ist mit ihnen in derselben Lage. Bankdirektor und sozialdemokratischer Redakteur. Der Ers direktor der verkrachten Solinger Bant, Beder, befindet sich feit einigen Tagen im Untersuchungsgefängnis in Elberfeld, allwo suchungsgefangener ist, kann er zu einer bestimmten Arbeit nicht er ein beschauliches Dasein zu führen scheint. Da Beder Untergezwungen werden und muß ihm überlassen werden, wie er sich die Zeit in seinem Käfig vertreiben will. Anders wird dieser Zustand erst mit dem Augenblid, wenn das Urteil über ihn wegen feiner Vergehen gesprochen ist. Ob Becker dann später auch, wie unser Genosse offmann, der Redakteur der Freien Preffe" in Elberfeld, mit der Herstellung von Kleiderhaken beschäftigt wird, oder ob man ihm eine angenehmere Beschäftigung zupeist das zu erfahren würde jedenfalls manchen unserer Leser interessieren. Gegen Verbrecher aus der honetten Gesellschaft wird auch im Gefängnis in den meisten Fällen mehr Rücksicht genommen als wie dies gegen andere gewöhnliche Sterbliche der Fall au fein pflegt. Unserem Genossen Soffmann, der die aufgebrummt bekam, wurde bekanntlich die Selbstbeschäfti Elberfelder Polizei beleidigt" haben soll und dafür zwei Monate gung verweigert. Aller Protest gegen diese Maßregel hat bis jest nichts genügt. Er fist noch immer bei seiner beschaulichen Arbeit der Herstellung von Kleiderhaken. Am Sonntag, den 15. November, abends halb 6 Uhr, wird er wieder aus seinem Käfig hinausgelaffen, und wir haben keine Hoffnung, schreibt die " reie Breife", daß bis dahin in der Beschäftigung unseres Kollegen eine Aenderung eintritt. Ein Heil ist ihm jedoch widerfahren: Wenn er im Gefängnishofe spazieren geführt wird, dann befindet sich unser Kollege in Gesellschaft einer ansehnlichen Persön lichkeit: des Direttors der vertrachten Solinger Bant, Beder. Jm gewöhnlichen Leben kommt man als armfeliger Zeitungsschreiber ja nicht mit der Hautebolee zusammen. Da muß man sich schon einsperren lassen, um die Gesellschaft so vornehmer Herrschaften genießen" zu können. Ein Reinfall der Gelben. Bei der Vertreterwahl der Orts. franfenfasse VI( Stadtteil Leitelshain) in Crimmitschau er erhielten nur ganze 62, die des Gewerkschaftskartells 252 Stimmen. litten die Gelben eine schmähliche Niederlage. Ihre Kandidaten dazu, graut langsam vor den Geistern, die sie gerufen und nun Selbst den Unternehmern, so bemerkt das" Sächs. Volksblatt" nicht wieder. Los werden. Sie liegen ihnen nämlich auf der Tasche. Der nationale Sport der Züchtung gellir Gewerkschaften foftet Geld und nicht zu knapp, bringt aber den Unternehmern herzlich wenig ein. Gin Zustand, den sie auf die Dauer nicht vertragen tönnen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ein christlicher Arbeiterausschuß in gerichtlicher Beleuchtung. Der Genoffe Götte vom Vergarbeiterverband war dieser Tage vor dem Schöffengericht zu Oberhausen der Beleidigung eines chriftligen Arbeiterausschußmitgliedes angeklagt. Er hatte auf der Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl erzielte die Sozialbeiterausschuß der Thyssenschen Werke gekennzeichnet, der Er Generalversammlung des Bergarbeiterverbandes zu Dortmund den demokratie einen glänzenden Sieg. Ihre Kandidaten erärungen gegen die bekannte Rede des Reichstagsabgeordneten hielten 1482-1501, die der Bürgerlichen 1296 Stimmen. Beide Benoffen Hengsbach unterzeichnet hatte, worin dieser die schaudersozialdemokratische Kandidaten, sind gewählt. haften Zustände in den Thyssenfchen Kolonien bloßgelegt hatte. Dabei hatte Götte auch die Personen einiger Mitglieder des Zur Hueschen Aufklärung und Abwehr bemerkt die Arbeiter aus chriftlichen Gewerkvereintern bestehenden Ausschuffes, zeitung" zu Essen:„ Wir haben weder Luft noch Beit au fidh als Werkzeug der Werksverwaltung zur Berichleierung irgendwelcher Polemik in der Angelegenheit, müffen deshalb de der diefer unangenehmen Wahrheit mißbrauchen ließ, unter aufnahme ablehnen und beziehen uns auf das, was wir zu de die Lupe genommen. Daher die Klage, die aber glänzend ins Sache in unserm Blatt gesagt haben." Waffer fiel. Genosse Götte beties, daß das Ausschußmitglied Sartmann seine Stellung tatsächlich au feinem persönlichen Vorteil ausgenügt hat. Das Gericht sprach daher den Genossen Götte frei. Zum Fall Burgemeister teilt der Boltsfreund" zu Braunschweig noch mit: Herr Burgemeister war, nachdem er einen Kursus in einer bürgerlichen Journalistenschule durchgemacht hatte, Redakteur der farblojen„ Wilhelmshavener Zeitung". Bei den Reichstagswahlen 1907 agitierte er im 2. oldenburgischen Wahlkreise gegen den sezialdemokratischen Kandidaten für den Blockandidaten und ührte auch in einer freisinnigen Wählerversammlung den Vorsib. Als bürgerlicher Zeitungsredakteur attadierte er fast allwöchentlich in meist unsäglich alberner Weise das Norddeutsche Volksblatt" unser Parteiorgan für Oldenburg und Ostfriesland und wuve von diesem wiederholt flatschend abgeführt. Eine Spezialität Burges meisters war es damals, die Gewerkschaftler gegen die sozial demokratische Partei auszuspielen, wobei er sich von einm nicht der Partei angehörigen, aber gewerkschaftlich organisiertn Buchdrucker Material zuschleppen ließ. Noch brannten Bugemeister die letten Ohrfeigen, die ihm das„ Norddeutsche Volksblat" erteilt hatte, auf den Wangen, als er sich eines Tages nach einem Wort wechsel mit seinem bürgerlichen Prinzipal als Sozialdemokrat Boykotturteile. Bom Schöffengericht in Neumarkt waren vier Genossen aus Deutsch- Bissa zu je 15 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil sie durch Abhalten der Gäste von einem gesperrten Lokale groben Unfug berübt haben sollten. Die Straffammer zu Breslau hat die Berufung verworfen. Freigesprochen wurde dagegen vom Oberlandesgericht in Jena Genosse Seifarth von der Reußischen Tribüne zu Gera von der Auflage der Berrufserklärung. Schöffengericht und Straffammer hatten in einer Notiz die Tat bestandsmerkmale des groben Unfugs erblidt, und einen Strafbefehl über 15 M. bestätigt. Das Oberlandesgericht hob aber das Urteil auf, meil im vorliegenden Falle die Haupttatbestandsmerkmale des groben Unfugs sowohl nach der objektiven wie nach der sube jektiven Seite hin fehlten. Unsere Konfektion bietet durch Verarbeitung erstklassiger Stoffe und Zutaten vollständige Garantie höchster Reellität. 1500 Paletots, neueste Fassons, aus modernen englischen Diagonal- und Chevion Stoffen, von 7 M. an. 2 Häuser vom Dönhoffplatz, 12 Schaufenster, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, 7. November. Anfang 7% Uhr. Königl. Opernhaus. Das Rheingold. Königl.Schauspielhaus. DieRabenſteinerin. Deutsches. König Lear. Stammerspiele. Eine Heirats geschichte.( Anfang 8 Uhr.) Leffing. Michael Stramer. Anfang 8 Ubr. Neues fönigl. Opern- Theater. Beschlossen. Neues. 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Ehre seinem Andenken! ber Die Beeyoung findet am November, nach Sonntag, de mittags r, von der Leichenmittags Quisen- Stirchhofes in balle Besto aus statt. dm rege Beteiligung ersucht 255/6 Der Borstand. Verband der Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin III. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege Otto Sobeik ( in Firma van Laad, Schmit a. Eltschig) im ter von 39 Jahren am Mittwochabend verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 4 Uhr von bem Auferstehungs- Stichhofe in Weißensee aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Arbeitgeber) Holzarbeiter- Verband 3. Wahl des Rechnungsausschusses. 4. Bericht vom Stranfenfassentongreß. 5. Berschiedenes. 26336 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse für das Reichshallen Theater Bierbrauer- Gewerbe Stettiner Sänger Unter anderem: Das versiegelte Brautpaar. Urfomische Burlešte. Anf. wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen Restaurant: zu Berlin, Weinmeisterstraße 3. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Stollege, der Vergolder Julius Rühring am 4. November gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 7. November, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer hause, Weißensee, Fallenberger Straße 31 aus, nach dem Hedwigs Stirchhof in der Wörthstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung. 92/20 Die gemäß§ 49 Abs. 2 und 3 des Kassenstatuts vorzunehmenden Wahlen der Vertreter zu den General- Versammlungen für 1909 und 1910 finden am Montag, ben 16. No: Todes Anzeige. Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin Großes Militär- Konzert.vember, im Gewerkschafts Maria Langer Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. hause", Engel- llfer 15( Saa statt. Su wählen find: 78 Arbeitgeberund 156 Arbeitnehmer- Bertreter. Die Herren Arbeitgeber wählen pünktlich von 8 bis 8% Uhr abends. Jeder Arbeitgeber, nur diese find tahlberechtigt, hat bei dieser Wahl eine Stimme. Wählbar dagegen find außer diesen selbst noch Geschäftsführer und Betriebsbeamte, auch wenn sie der Staffe als versicherte Mitglieder angehören.( cfr. Rundschreiben vom Echte Spreeathener. 30. Oftober b. 3.). Boltsstüd mit Gefang und Tanz bon Walther Gericke. Franz Helbig, Hausdiener: Dir. Gustav Behrens, Wilhelm Henschel, Arbetter: Regiff. Bernh. Lange Außerdem die übrigen erftflaffigen Spezialitäten. Duskes Vitograph. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Die Herren Arbeitnehmer wählen bon 8, bis 9, Uhr abends. Wahlberechtigt und als Vertreter wählbar find alle großjährigen und im Besitze der Ehrenrechte befindlichen Mitglieder. Als Legitimation dient bei dieser Wahl das Mitgliedsbuch. Die Herren Arbeitgeber werden gebeten, dieses auf Verlangen den Mitgliedern für diesen Abend auszuhändigen. 278/4 Der Vorstand. Otto Ullrich, Borsigender Anfang Theater Vorverk. Brauerei Friedrichshain W. Noacks Theater 11-2 Uhr. 57 Kommandanter. 57. Der größ Herrnfeld- Erig: Die beiden Bindelbds!! Komödie in 2 Aften Anton Herrnfeld als Bendlungsfünfiler ,, Monsieur Gaet" und Donat Herrnfeld als mdi Bindelband". : Vollständig neut: Künstler- Tell Gebr. Renzonis Opern- Du Marga u. Milli Bliẞ' Balle Walzertraum. Kun Arpad, d berühmte jugendl. Geigenvirtuos The six Rockets, Gesangs- un Tanz- Sextett. Wacker u. Wacker Gebirgs- Typen. Am Königstor. Hente Sonnabend fällt der Ringkampf aus. Morgen Fortsetzung. Außerdem vorher Neues SpezialitätenProgramm. Anfang Sonntags 5 Uhr. Entree 50 Pl. Ref. Plat 1 M. Rum. Tisch 2 M. Direttion: Rob. Dill. Brumenitt. 18. Große Extra- Vorstellung. geb. Grunwald nach( chweren Leiden verschieben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. d. Mts., nach mittags 8, Uhr, von der Halle der St. Hedwigs- Gemeinde in 49712 Weißensee aus ftatt. Der trauernde Gatte nebst Kindern. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 5. November, nachmittags 1%, Uhr, meine inniggeliebte Frau und gute Mutter Wilhelmine Trzebinski nach langem schwerem Leiden fanft entfchlafen ist. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 8 Uhr von der Halle der Stephanus- Gemeinde in Plößensee, aus ftatt. Dies zeigen liefbetrübt an Kasimir Trzebinski und Sohn. Dantjagung. 26395 Der Glockenguß zu Breslau. Für die vielen Beweise herzlicher Historisches Schauspiel m. Melodramen Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bt. Nach der Vorstellung: Tanz. Sonntag: Der Glockengus zu Breslau. Kottbuser Sanssouci, Straßo 6. Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Gr. Elite- Soireen ( Einafter usw.) und Tanz. Beg. Gonnt. 5, wochent. 81. Morgen Sonntag: Teilnahme und die zahlreichen StranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres Vaters, lagen wir auf diesem Wege unseren innigften Dant Elise Beuack und Kinder. Danksagung. Für die freundliche Teilnahme an der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres unvergeßlichen Vaters Otto Gülde fagen wir hiermit feinen werten Genoffen des vierten Berliner fozialdemokratischen Wahla vereins sowie feinen werten Kollegen des Holzarbeiterverbandes als auch " Spreewald" und den sonstigen Teil nehmern unseren besten Dant. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen Hoffmanns Nordd. Sänger einen Freunden bes Rauchflubs Tanz. Dienstag: Theater Abend. Eigene Betriebswerkstätten im Hause. Tausende von Herren können Geld sparen, wenn sie ihren Bedarf an gut sitzenden Bekleidungsstücken für den Winter im Spezial- Haus guter Herren- und Knaben- Bekleidung fertig und nach Maß Bekleidung für alle Berufe der Firma Leske& Lehrer 78 Kottbuser Damm 78 decken. Winter- Paletots Winter- Anzüge Winter- Loden- Joppen Knaben. Anzüge Knaben- Paletots Unerreicht groß sind uns re Läger in Stoffneuheiten des In- und Auslandes zur Anfertigung feiner Herren oden nach Maß. 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M. im Dresdener Kasino", Dresdener Straße 96, stattfindet, und daß alle bereits zum 7. b. M. ausgegebenen Billetts hierzu Gültigkeit haben. Die Lokalfommission. Salenfee. Morgen, Sonntag früh 8 Uhr, findet eine Handgettelverbreitung für unseren Ortsteil statt. Die Genoffen finden sich in den beiden Bezirkslokalen ein. Der Vorstand. Treptow- Baumschulenweg. Die Mitglieder des Ortsteils Treptow werden ersucht, zu der am Sonntag früh 8 Uhr statt findenben Handzettelverbreitung sich in den Bezirkslokalen ein finden zu wollen. Der Vorstand. Erst Geld, dann Hilfe! Wer plötzlich einen Arzt braucht und den erfibesten aufsucht, bem fann es passieren, daß der Arzt fühl erklärt, zunächst folle er mal Geld auf den Tisch legen, dann werde ihm Hilfe werden. Wer fchleunigst einen Krankenwagen herbeirufen will, um einen Schwer. fraufen wegbringen zu laffen, der kann gleichfalls die Erfahrung machen, daß man zu allererst Bezahlung verlangt, ehe man die rbetene Silfe gewährt. Bei einem Arzt mag mancher das ver wunderlich finden, weil immer noch die althergebrachte Meinung gilt, daß Aerzte eigentlich feine Geschäftsleute seien. Bei einem wird man weniger rasch sich wundern, wenn der nach dem GrundUnternehmer, der das Geschäft des Krankentransports betreibt, fag handelt:„ Bar Geld lacht." Wie weit die Scheu, Krante auf Borg" zu transportieren, getrieben werden kann, das lehrt der folgende Fall. ગ્રાહ Posten, die kontrollierende Bolizei fand nichts mehr zum Auf- abschürfungen am Kopf feststellte und ihm die ersten Verbände ans schreiben". Jm Verkehr machte sich von vornherein feine Störung legte. Vor dem Hause Aleganderstraße 40 stürzte abends ber bemerkbar. Die unendlich vielen Arbeitslosen, die gern recht viel 50 Jahre alte Bädergeselle Baul Sommer, der ein fünftliches Bein Erster Wahlkreis. Sonntag, den 8. b. M., abends 6 Uhr, in ihre Rechnung. Frau Holle hatta ja nur gespaßt und bloß ihre Blattform eines Straßenbahnwagens der Linie 71 auf den Fahra von den glitzernden Sternchen gesehen hätten, famen noch nicht auf trägt, infolge eines plöblicher Schwindelanfalles von der vorderen der Lebensquelle", Stommandantenstr. 20: Versammlung mit Visitenkarte abgegeben. bamm. Man brachte ihn mit einer Kopfverlegung nach der Unfalle Frauen. Vortrag des Genossen Schriftsteller Mag Schütte über: Bor 30 Jahren". Nachdem: Geselliges Beisammensein. Eintritt Wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports stand gestern station in der Seibelstraße und dam nach dem Krankenhause am mit Garderobe 20 Pf. Tanz frei. der Straßenbahnführer Schulz vor der 147. Abteilung des Amts- Friedrichshain. Der 42 Jahre alte Leitungsauffeher Gruft Zweiter Wahlkreis. Seute, Sonnabend, den 7. November, gerichts Berlin- Wedding. Ihm wurde zur Last gelegt, nicht recht. Wolff wurde abends beim lleberschreiten des Jahrdammes vor dem Grundstück Potsdamer Straße 27 von einem Straßenbahnwagen ends 8½ Uhr, bei Kliem, Hasenheide 13/15: Unterhaltungszeitig gebremst au haben und dadurch auf einen Straßenbahnzug, bor Linie 66 umgestoßen und unter die Borderplattform gequetscht. abend, bestehend aus Konzert, Gesang, humoristischen Vorträgen, der am Baul- Gerhardt- Stift hielt, augefahren zu sein. Der Zu- Man fonnte ihn erst aus seiner Lage befreien, nachdem man die sammenstoß hat erhebliche Folgen nicht gehabt. Der Angeklagte me. In unter Mitwirkung des Gesangvereins kreuzberger Harmonic" und legte bar, bak ihn ein fahrlässiges Verschulden nicht treffe. St Glektrische" durch eine mitgeführte Wine angehoben hatte, bem des beliebten„ Berliner It- Trio". Eintrittspreis inkl. Tanz 30 Bf. habe bereits an der Kamerunerstraße den Strom ausgeschaltet und einer Kraftbroschte fuhr man Verunglückten nach Billetts sind bei den Abteilungs- und Bezirksführern sowie in den bereits an der Türkenstraße langsam gebremst. Als er merkte, ftatierte und ihn aufnahm.- Auf der Kreuzung der Gericht- und Elisabeth- Krankenhaus, wo man eine Gehirnerschütterung tons Parteispeditionen zu haben. Der Vorstand. daß das Bremsen nicht genügte, habe er die Bremse schärfer angetatierte und ihn aufnahm. Sur Lokalliste. Bezüglich der Sperre des Lokals" ope. 3ogen, schließlich den Sandstreuer und die Handbremse in Bewegung Reinickendorfer Straße erfolgte vormittags ein Zusammen nider of", Köpenider Straße 174, tellen wir mit. daß die In- gefeßt. Daß sein Bug aufgefahren sei auf den vor ihm haltenden zwischen einem Straßenbahnwagen der Linie 82 und einem mit haberin desselben, Frau Anna Gichler, den Vereinen gegen Wagen, jei darauf zurückzuführen, daß infolge der durch Spreng eine Seitenscheibe zertrümmert und das Handpferd des Arbeits. Schaufensterscheiben beladenen Arbeitswagen, wobei an dem ersteren über, die dort Vergnügungen abgeschlossen hatten und die über ung schlüpfrig gewordenen Schienen diefer Schlitten gefahren die Wiederfreigabe des Lokals verhandeln wollten, die Erklärung fei. Durch Zeugen und Sachverständige wurden die Angaben des wagens durch Glassplitter am Maule verlegt wurde. Abends abgegeben hat, lieber wolle sie die betreffenden Ver Straßenbahnführers nicht widerlegt, sodaß selbst der Bertreter der sprang ber 51 Jahre alte Viehhofsarbeiter Ferdinand B. am eine vom Vertrage entbinden, als daß fie das Amtsanwaltschaft Freisprechung beantragte, ba ein fahrlässiges Stupfergraben, nahe der Monbijou- Brüde, in den Kanal. Er wurde Rokal der Arbeiterschaft zu Bersammlungen here Verschulden nicht nachgewiesen fei. Das Gericht erkannte dem An- zwar gleich darauf von zwei Schiffern wieder herausgezogen, doch find Wiederbelebungsversuche, die ein zufällig vorübergehender geben würde. Wir ersuchen daher diejenigen Vereine, die noch trage gemäß. Mediziner anstellte, erfolglos geblieben. Die Leiche ist dem Schaubort abgeschlossen haben sollten, obiges zu beachten. hause zugeführt worden. Beweggrund unbekannt. Kurz vor abends gegen 7 Uhr ein unbekannter, etwa 25 Jahre alter, anAbfahrt des Zuges Nr. 693 vom Wriezener Bahnhofe brachte sich scheinend ben mittleren Ständen angehörender Mann in einem Abteil 2. Klasse einen Revolverschuß in die rechte Schläfe bei. Nach Anlegung eines Rotverbandes schaffte man ihn in bewußt lofem Zustande nach dem Krankenhause Bethanien. Als Donnerstag früh die Tischlerfrau Bertha W. in ihrer Wohnung in der Winsstraße erwachte, fand sie ihren 58 Jahre alten Chemaun Adolf W. am Riegel des Küchenfensters erhängt vor. Gin herbeigerufener Arst fonnte nur noch den Tod feststellen. W. getrieben haben dürften. W. scheint auch erblich belastet gewesen litt feit Jahren an heftigen Kopfschmerzen, die ihn auch in den Tod zu sein, da bereits zwei Brüber von ihm Selbstmord begangen batten. In der Wohnung feines Ontels in der Stargarder Straße versuchte vormittags der 27 Jahre alte Arbeiter Ostar M. Friedrichsfelbe. Morgen, Sonntag, früh 8 Uhr, findet eine Bei der dreizehnjährigen Tochter eines in der Rügener Straße fich mit einem Rasiermesser den Hals durchzuschneiden. Der hinzutwichtige Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus ftatt. wohnenden Händers 2. hatten sich starte Unterleibsblutungen ein gezogene Arzt stellte eine 10 Zentimeter lange, nicht lebensgefahrDer Borstand. gestellt, die dem behandelnden Arat so bedenklich erschienen, daß fiche Wunde feft und ließ ihn nach der Unfallstation II schaffen. Schmargendorf. Morgen, Sonntag, findet eine Agitationstourer Ueberführung in ein Krankenhaus empfahl. Das Kind war Später fand er im Lazarustrantenhaus Aufnahme. Arbeitslosigflatt; hierzu müssen sich die Genoffen früh 8 1hr pünktlich im durchbie feit Tagen andauernden Blutungen sehr ent feit soll den M. zu dem Selbstmordversuch veranlaßt haben. Rindenbaum" cinfinden. Der Vorstand. fräftet, an einen Transport mit Droschke oder gar Straßen bahn war nicht zu denken, es mußte also ein Krankenwagen Feuerwehrbericht. In der Nacht zum Freitag wurde der Königs- Wusterhausen und Umgegend. Sonntag, den 8. No- beschafft werden. bember, bormittags 8 Uhr, findet von den Bezirkslokalen aus in nicht bezahlen zu fönnen, fo wandte er sich an ein Mitglied der autommen war. Die Treppen waren bei Ankunft der Feuerwehr Da der Vater meinte, einen Stranfenwagen lager von E. Jacoby an der Ecke der Friedrichstraße Feuer ausge 19. Zug nach der Taubenstraße 35 gerufen, wo in dem Schuhwarenallen zum Königs- Wusterhausener Wahlverein gehörigen Bezirken ständigen Armentommiffion und bat um Hilfe. Der be- verqualmt, was Beunruhigung hervorrief. Eine Frau wurde über die diesjährige Kalenderverbreitung statt. Da das Material um treffende Serr hielt ein Eingreifen der Armenpflege für notwendig, bie Treppen von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht und die fangreich ist, so ist die Mithilfe aller Genoffen und Genoffinnen bestellte telephoniid bei dem Kranfentransport Flammen durch fräftiges Waffergeben auf das Schuhwarenlager erforderlich. Unternehmer opp einen Krantenwagen, schrieb beschränkt. Um 1 Uhr fonnte die Wehr wieder abrücken. Gestern Zernsdorf. Am morgigen Sonntag, früh 7% Uhr, findet für dem Hilfefuchenden einen Krantenfchein und schickte ihn mit dieſem früh um 5 Uhr brannten in der Stephanstraße 44 in einer Schlächdie Orte Bernsdorf, Stahlow, Ziegelei Danreich und Friedershof zum Armenarzt, der dann die leberweisung in ein Strankenhaus an- terei der Fußboden, die Balfenlage und anderes. In dem Hause cine Agitationstour statt. Die Genossen treffen sich pünktlich im ordnete. Dieser Schein hätte nun noch vom Vorsteher der Armen- Steinmekstraße 77 war ein Ballon mit Schwefelsäure geplakt. Lokal von Julius Knorr. tommiffion unterschrieben werden müssen, aber der Herr Vorsteher Tie Schwefeldämpfe drangen von dem Keller in die Wohnungen Reinidendorf- Oft und West. Am Sonntag, früh 8 Uhr, findet wurde in seiner Wohnung nicht angetroffen. Inzwischen war ein. Um die Gefahr zu beseitigen, wurde die Feuerwehr benach von den bekannten Stellen aus eine Handzettelverbreitung statt. der Strankenwagen bereits vorgefahren, Das Armenkommissions- richtigt. Diese drang mit Raudschußapparaten ausgerüstet in den Ferner weisen wir nochmals auf die am Sonntagnachmittag mitglied ließ dem begleitenden Bersonal, dem Kutscher und einem eller ein und beseitigte durch Aufwerfen von Sand usw. die Geflattfindende Uraniavorstellung hin. Beginn derfelben 5 Uhr. Erwärter, durch einen Boten fagen, der Transport werde bezahlt fahr. Bei der Schleuse an der Friedrichsgracht war ein Arbeitsöffnung der Säle 4 Uhr. Billetts sind vor der Vorstellung noch an werden, man folle nur losfahren. Aber das Berfonal antwortete. prahm led geworden und drohte zu funken. Die Feuerwehr pumpte der Kasse zu haben. Der Vorstand. die Fahrt lönne nicht ausgeführt werden, wenn das Wasser aus und dichtete dann das Red. Der 1. Zug hatte in nicht im voraus bezahlt werde. Auch als der Schein, der Wadzedstraße 22-23 zu tun, wo Terpentin und dem immer noch die Unterschrift des Vorstehers fehlte, vorgewiefen Erannten. Durch fräftiges Waffergeben gelang es, die Flammen wurde, beharrten Kuticher und wärter dabei, fie dürften nicht an weiterer Ausdehnung zu verhindern. Vor dem Hause Kastanienfahren. Es blieb nur übrig, schleunigst die Fuhrkosten irgendwo zu allee 60 brannte ein Automobil zum großen Gaudium der lieben ,, Vorwärts"-Lefer in Krankenhäusern. borgen und sie im Betrage von 10 w. zu bezahlen. Erst nachdem Straßenjugend. Die Feuerwehr mußte gerufen werden, um die Immer wieder wird darüber geflagt, daß in Krankenhäusern dies gefchehen war, wurde das Kind nach dem Krankenhause Flammen zu löschen. Am Weinbergsweg 19-20 ftanben Stiften und Verschläge mit Badmaterial in Flammen. Auch hier hatte die den Patienten allerlei Scherereien gemacht werden, wenn fie, nach geschafft. Diefes Vorkommnis zeigt aufs neue, wie sehr es zu wünschen geuerwehr tüchtig zu löschen. Am Elisabethufer 19 war in einem ihrer gewohnten Zeitungsleftüre verlangend, fich den Vorwärts" bringen lassen wollen. Zu den Krankenhäusern, in denen der ist, daß der Stranfentransport au einem unter Trockenraum Feuer ausgefommen, das auf seinen Herd beschränkt Die Annahme, merben konnte. Ferner hatte die Wehr einen Kellerbrand in der sah gegen den Vorwärts" fid) am giftiaften äußert, nehmen der Gemeinde gemacht würde. gehört das Urban- tantenhaus. Sier ist es besonders daß die privaten Stranfentransportunternehmer auf Verlangen fofort Forster Straße 53 zu löschen. Weitere Alarme liefen vom Weiden. der Pavillon 111, in dem alles mögliche versucht wird, um den einen Wagen zu liefern und die Fahrt auch ohne vorherige Be- weg 43 und anderen Stellen ein. Patienten den Vorwärts" abzugewohnen. Im Pavillon III zahlung auszuführen haben, ist ein Irrtum. Sie tun das höchstens kommandiert der Wärter Boß. Ueber ihn berichteten wir dann, wenn sie amtlich darum ersucht werden, und auch in diesem schon vor einiger Zeit, daß er sich darin gefällt, gegenüber den Fall sichern sie sich noch, daß bei der Bestellung alles ordnungs Borwärts"-Lefern den Vorwäris" als Mitblatt" zu bezeichnen. gemäß zugegangen ist und ihr Anspruch auf Bezahlung begründet Wenn es diesem Wächter Bok paßt, fo lehnt er es überwerben fann. Das Begleitperfonal des Koppichen Krankenwagens Rigdorf. Die Kommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat be. haupt ab, einem Patienten den Vorwärts" aus- hat bei der Weigerung zu fahren sich offenbar auf eine Vorschrift zuhändigen. Der Mann weiß, was er sich im Urban- Stranken- geftigt, die von der Firma opp gegeben worden ist. Es schloffen, ebenfalls am 17. Rovember und nach demselben System Wortlaut dieser Borschrift fennen zu wie Berlin eine Zählung der Arbeitslosen vorzubaus erlauben darf. Er fußt darauf, daß er den Beifall des wäre interessant, den Wir fönnen uns nicht denken, daß Kutscher und Verwaltungsdirektors Diesener hat. Herr Diesener lernen. nehmen. felber bringt es fertig, auf eine Beschwerde über Borenthaltung wärter so beharrlich die Fahrt abgelehnt hätten, wenn sie nicht auf Zu diesem Zwved sollen auch in Rigdorf awölf Zählbureaut bes„ Borwärts" zu antworten, man brauche ja nicht gerade Grund früherer Erfahrungen gefürchtet hätten, daß sie von der eingerichtet werden, welche mit je einem bis zwei Lehrer, ebensoden Vorwärts" au Iefen, es gebe ja auch noch andere Firma verantwortlich gemacht werden würden. Zeitungen. Wie der Serre, fo's Gescherre", fagt ein Sprichwort. brigens gefagt, auch die Polizei fei von bem Bater um ihre biel bürgerlichen Vertretern und je vier Arbeitslofen beseßt werden. Wie der Verwaltungsdirektor Diefener, so der Wärter Voßfie Mitwirkung erfucht worden, fie habe aber erflärt, ba tönne sie die die Zählung vorzunehmen haben. da sind einer des anderen würdig. nicht eingreifen. Die Digane der Aimenpflege follen, soviel Die Zählung soll von 8 bis 12 Uhr vormittags für männliche Uebrigens wird von beiden, dem Herrn Diesener samt dem wir wiffen, bei leberweisung von Kranten in ein Strankenhaus und von 12 bis 3 Uhr nachmittags für weibliche Arbeitslose cr Herrn Boy, nur ausgeführt, was die Maßgebenden" im gerade das Polizeibureau um Bestellung des vom Armenarzt etiva folgen. Rathous wünschen. Den Geist, der den Rathausfreisinn be- berordneten Strantenwagens ersuchen. Das Armenfommissionsmitglied Für diejenigen, welche noch keine Zählfarte ausgefüllt haben, feelt, lennzeichnet es, daß in Anstalten der Stadt mehrlofe icheint das nicht gewußt zu haben, und auch die Polizei hat wohl sollen in den Bureaus nach erfolgter Legitimation die auf den Stranie in diefer standalösen Weise brutali- nicht erfannt, daß hier in der Zat für fie ein Anlaß gezählfarten befindlichen dreizehn Fragen beantwortet werden. siert werden dürfen. Die„ Spißen" der Krankenhausverwal- geben war, einzugreifen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. tung wissen von diesen Zuständen, aber sie sorgen nicht dafür, Es wird uns Vorort- Nachrichten. anderes Die Zählfarten werden jedoch auch vorher bei den Gewerk. daß es anders wird. Man fomme uns nicht mit der Antwort, Der Doftortitel als Garntreiber. Jm Lokalanzeiger" finden fchaften zu haben sein, so daß jeder Arbeitslose schon vorher seine das Strantenhausperfonal fei gar nicht dazu da, den Zeitungs- wir das folgende durchsichtige Inferat:" Dr. zur Gründung einer Starte zu Hause ausfüllen kann und nach erfolgter Legitimation boten zu spielen, das gehöre nicht zur Strankenpflege. Gilt es als Firma gesucht. Offerten mit Honoraransprüchen unter an nur abzugeben braucht. bereinbar mit den Pflichten eines Wärters, einem Patienten seine die Hauptegped. d. Bl." Di. merkwürdige Form dieses Inserats Die sich meldenden Arbeitslosen sind an teine bestimmten Morgenpost" oder ähnliche im Rathaus als ungefährlich geschäßte läßt vermuten, daß es sich um höchst unfaubere Geschäfte handelt, Bählbezirke gebunden, es sollen Vorkehrungen getroffen werden, Blätter regelmäßig und pünktlich ans Bett zu bringen, fo wird bei denen der Doktortitel des vorgeschobenen Mitinhabers" den die Doppelzählungen unmöglich machen wohl der ordnungsmäßige Betrieb des Krankenhauses auch dadurch zu rupfenden Gelbfafanen als Lodspeise dienen soll. Jedes andere die Doppelzählungen unmöglich machen, Die Zähllokale werden noch durch amtliche Bekantmachungen nicht gefährbet werden, daß mit dem gefürchteten und gehalbwegs anständige Blatt hätte foldje Annonce zurüdgewiesen. in den Beitungen sowie durch Säulenanschlag bekannt gegeben hahten Vormaris" in gleicher Weise verfahren werden soll. Nur dem Scherlblatt stinkt sie nicht. Es ist dringend zu wünschen, daß von der Krankenhausverwaltung Vom Kahn gestürzt und ertrunken ist der Schiffsgehilfe Ernst werden, endlich einmal bestimmte Vorschriften darüber gegeben werden, Menter aus Fürstenberg. Der junge Mensch war auf einem Bast- Bemerkenswert ist, daß bei dieser Gelegenheit sich ein bürgerwie weit das Recht der Krankenhausinjassen auf fahn, der die Oberfpree passierte, tätig gewefen. Während er nun licher Vertreter bitter über die Bevorzugung der Lehrer gegenBeitungslettüre geht. Wenn die Krankenhausverwaltung mit einer Etechstange das Fahrzeug weiter bewegte, bog er sich zu über den Bürgern der Stadt beklagte. Er empfinde es als eine der Meinung ist, daß den Patienten ein solches Recht zusteht weit über den Bordrand hinweg, verlor das Gleichgewicht und Burückseßung, daß die Lehrer, ebenso wie bei der Landtagswahl, fast möchte man daran zweifeln, daß sie diefer Meinung sei stürzte in die talten Fluten. Er ging sofort unter und ertrant, den Vorsitz in diesen Bureaus haben sollen und lehnte unter solchen fo wird sie anordnen müssen, daß in diesem Puntte alle Umständen eine Mitarbeit ab. Patienten und alle 3eitungen gleich behandelt bebor Hilfe zur Stelle sein konnte. werden und daß jedem Patienten seine Zeitung regelmäßig und Bei den gestern stattgefundenen Ergänzungswahlen der ArbeitBezüglich der Beschaffung der Arbeitsgelegen. pünktlich ausgehändigt wird. Auf eine Mitwirkung des Personale nehmerdelegierten zur Stranfenfasse der Berliner Gastwirte- Innung beit wurde mitgeteilt, daß die Eisenbahndirektion die kompostierte wird dabei nicht verzichtet werden können, das ist richtig. Wenn verfuchten nicht weniger als 14 Vereine und Vereinchen in trauter Erde des Müllablabeplates nicht zu Aufschüttungen verwenden es aber einem Wärter oder einer Schwester wider den Strich geht, Gemeinschaft mit den Unternehmern die Liste des Verbandes der wolle, weshalb es leiber unmöglich set, den ganzen Platz räumen auch den Vorwärts" einem Batienten ans Bett zu bringen, Gastwirtsgehilfen zu überstimmen. Sogar das Hilfspersonal, welches zu laffen. Man wolle jedoch das Material zur Aufschüttung so wird solchen Angestellten nur übrig bleiben, sich nach Beschäf vor der Wahl von den nationalen Helden als Beuge" bezeichnet einiger Straßen verwenden, wodurch immerhin eine größere Antigungen umzusehen, wo ihnen das nicht zugemutet werden kann. worden war, hatte man dazu aufgeboten. Aber alle Anstrengungen zahl ungelernter Arbeiter Beschäftigung finden könne. halfen nichts. Selbst der liebe Gott, den man in einer Versammlung Um den gelernten Arbeitern Beschäftigung zu schaffen, follen des nationalen Deutschen Kellnerbundes zur Hilfe angerufen hatte, verhinderte nicht, daß die Liste des Verbandes der Gastwirtsgehilfen die beiden Deputationen für Hoch- und Tiefbau ersucht werden, fiegreich aus der Wahl hervorging. Der erste Schnee. Er blieb liegen" und er badte" sogar für die Schuljugend ein Hauptvergnügen und für die Wetterweisen ein Zeichen, daß wir einen strammen Winter und noch recht viel Schnee bekommen. Erst in den frühen Morgenstunden hatte der überraschend zeitig gelommene Schneefall eingeseßt, immerhin Tag die schöne weite Dede, als Frau Bolle gegen fieben Uhr mit dem Bettenmachen aufhörte, mehrere Boll hoch. Auf den Feldern in Der nächsten Umgegend jah es schon so richtig wie ein großes Leichen tuch aus, in den Berliner Straßen verfchnvand das winterliche Bild bald wieder. Die Hausreiniger waren meist sehr früh auf dem Aus dem Polizeibericht. Beim Ueberfahreiten des Fahrdammes der Straße Unter den Linden an der Ede der Friedrichstraße wurde Donnerstag nachmittag der 57 Jahre alte Invalide Karl Großmann von einem Geschäftswagen umgestoßen. In einer Droschte fchaffte man ihn nach der Rettungswache in der Ziegelstraße, wo der Arzt eine Quetschung des rechten Unterschenfels und Hautalle in Aussicht genommenen Arbeiten sofort in Angriff zu nehmen und bei der Einstellung von Arbeitern vor allen Dingen Arbeiter aus Nixdorf zu berüdsichtigen. Der Magistrat versprach, auch den Privatunternehmern, welche städtische Bauten aufführen, diesen Wunsch zu unterbreiten. In der nächsten Sibung sollen die beiden Deputationen Vorfchläge über die zu beschleunigenden Arbeiten machen. fleßtt ehte BergiftungSafsSre einer Fünfzehnjährigen wird folgendes berichtet: In der gestrigen Nacht drang aus dem Schlaf- zimmcr der beiden Dienstmädchen des Gastwirts R., Maybachufer, starker Gasgeruch heraus. Man schöpfte Verdacht und Uetz, da aus wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, die Tür gewaltsam öffnen. Beim Betreten des Zimmers fand man die beiden Mädchen in besinnungslosem Zustand auf den Betten liegend vor. Das Schlafzimmer war vollständig mit Gas angefüllt. Die Hähne der Gasleitung standen offen. Die beiden jungen Mädchen wurden sofort ins Freie getragen und es gelang auch, beide wieder ins Leben zurückzurufen. Die Polizei ermittelte, datz das 15 jährige Dienstmädchen Emilie Morgenstern die Gashähne geöffnet hatte. Wie sie bei ihrer Vernehmung angab, ist sie von ihrem früheren Dienstherrn in Berlin vergewaltigt worden. Bald zeigten sich die Folgen, und um der Schande zu entgehen, wollte das Mädchen freiwillig in den Tod gehen. Das zweite Dienstmädchen, Karoline Peukert, hatte von dem Borhaben der Kollegin keine Ahnung gehabt. Eharlottendurg. Mit den Verhältnissen in dem städtischen Restaurant Char. lottenburger Ratskeller beschäftigte sich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag eine vom Verbände deutscher Gast- wirtSgehilfen einberufene gutbesuchte öffentliche Versammlung, an der auch die Angestellten deS genannten Betriebes vollzählig teil- nahmen. Trotz besonderer Einladung erschienen die bürgerlichen Stadtverordneten nicht, doch war die sozialdemokratische Fraktion durch den Genossen Gebert vertreten. Der Referent, Bau- m e i st e r- Berlin, stellw fest, datz dem Oekonom, Herrn Heyne, stellvertretender Obermeister der berüchtigten Berliner Gastwirts- innung, der städtische Rathauskeller, den er zu äuherst günstigen Bedingungen betreibt, als Gewinnquelle recht ist, während er eine andere stadtische Einrichtung, den kostenlosen städtischen Arbeits- Nachweis, völlig ignoriert und sein Personal zum grotzen Teile von gewerbsmähigen Stellenvermittlern bezieht. Die Kellner er- halte» ein monatliches Gehalt von 10 M., wovon noch 4— 5 M. für Krankenkassen- usw. Beiträge in Abzug gebracht werden. In eine, von den Angestellten nicht kontrollierte Strafkasse sind 25 bis 50 Pf. für Zuspätkommen zu zahlen. Für Stühleaufkippen zahlen sie je 10 Pf. Die Ruhetagsvcrordnungcn existierten für den städtischen Pächter Heyne bisher nicht. Auch über die Behandlung wurde lebhafte Klage geführt. Genosse Gebert nahm Veran- lassung. diese und andere Mißstände durch sofortiges Befragen der anwesenden Angestellten, auch des Oberkellners, festzustellen. Zum Schlutz wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in der es u. a. heitzt: �Dic Versammelten erblicken in den Lohn- und Arbeitsver- Hältnissen einesteils und in der Behandlung der Angestellten andernteils durch den Oekonom Herrn Heyne eine Erniedrigung der Ehre der Angestellten, weil dieselben sich nicht als Menschen. sondern als Sklaven fühlen müssen. Ein derartiges Verhältnis widerspricht unter allen Umständen dem liberalen Charakter der Stadt und mutz es Aufgabe der Stadt sein, datz in ihren, oder in denjenigen Betrieben, wo sie Einfluh ausüben kann, diese Be- �triebe als mustergültig hingestellt werden können. Die Versammlung beauftragt das Bureau in Verbindung mit dem Verbände der deutschen Gastwirtsgehilfen zwecks Regelung dieser Angelegenheit sich mit dem Oekonom des Ratskellers in Ver- bindung zu setzen; sollte eine Regelung nicht stattfinden, so sollen die obengenannten Beauftragten sich an die Stadtverwaltung wenden." I« dem Bericht über die letzte Stadtverordnetenversammlung ist als Fraktionsredner zu der Vorlage über Mehrbewilligungen im Armenctat Genosse Hirsch genannt; es muh Zietsch heitzen. Schönederg. Im Mozartsaal deS Reuen Schauspielhauses am Nollendorf- platz referiert heute abend Herr Maximilian Haiden über„Die twlitische Lage". Als Eintritt werden Preise von 2, 3 und 4 M. erhoben. Dieser Vorgang cm sich würde kein Grund für uns sein, an dieser Stelle Notiz zu nehmen, wenn sich nicht die Direktion der Theater- und Saalbaugescllschast der Arbeiterschaft gegenüber verpflichtet hätte, reine politische Veranstaltung in ihren Sälen stattfinden zu lassen, sondern dieselbe nur für künstlerische Zwecke herzugeben. In diesem Falle scheint nun die genannte Gesell- schaft von ihrem Versprechen abgegangen zu sein, wenn anders der besagte Vertrag nicht als Komödie betrachtet wird. Die Arbeiter- schast verlangt, datz sie mit demselben Matzstab gemessen wlrd, wie die bürgerlichen Parteien. Steglitz. Achtuhrladenschlutz? Der Kaufmännische Verein für Steglitz und Umgegend hat den Antrag auf Abstimmung zwecks Einführung eines früheren Geschäftsschlusses für den hiesigen Ort eingereicht. Es ist zu hoffen, datz bei der amtlichen Abstimmung die Mehrheit der hiesigen Inhaber von offenen Verkaufsstellen für den Achtuhr- schlutz stimmen wird.— Die Bewegung auf Einführung eines früheren Geschäftsschlusses chird übrigens neuerdings von amt- ltchcr Seite unterstützt, und zwar von den Landräten der Kreise Teltow und Niederbarnim, die in einer Verfügung die Amtsvor- steher auf die Zweckmähigkeit eines einheitlichen Geschäftsschlusses in Grotz-Berlin aufmerksam machen. Erhöhung der Kirchensteuern. Wie der Gemeinde-Kirchenrat bekannt macht, wird für das zweite Halbjahr des Etatsjahres j 908/09, also vom 1. Oktober 1908 bis 1. April 1909. die Kirche.,- steuer von 12 auf 16 Proz. der StaatSeinkommensteuer erhöht unter Freilassung der Steuerstufen von 6 und 9 M. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Vor Eintritt in die Beratung der Tagesordnung gelangt eine Petition der städtischen Strassen- reinigungsarbeiter zur Verhandlung, welche um Gewährung des Stundenlohnes statt des bisher üblichen Monatslohnes schon vom U Juli er. ob bitten. Die Versammlung hatte diesen Lohn erst vom 1. Oktober cr. ab bewilligt. Die Stnatzenreinigungsarbeitcr haben nun eine Berechnung gemacht, wonach sie in dem Vierteljahr Juli-Oktober um zirka 1500 M. gegenüber anderen städtischen Ar- beitern geschädigt sind und sie bitten, nun ihnen diese 1500 M. zu gewähren. Von den sozialdemokratischen Stadtverordneten traten namentlich die Genossen Pieper und Pieck für die durch- aus berechtigte Forderung der Arbeiter ein. Der Vovstcher hätte anfangs die Absicht, die Petition einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Er hatte damit aber kein Glück, denn allgemein verlangte man ein näheres Eingehen auf die Sache. Als der Genosse Pieck mit allerdings nicht ganz schmeichelhaften Worten das Verhalten und die Qualifikation des Stratzenreinignngsinspekwrs Mathwig in dieser Angelegenheit kritisierte, entzog ihm der Vorsteher einfach das Wort. Nach der Geschäftsordnung hatte er hierzu absolut kein Recht, aber was fragt der Vorsteher gegenüber Sozialdemokraten danach. Als der Genosse Pieck später sein Verhalten rechtfertigen wollte und gegen die Handhabung der Geschäftsordnung pro- testierte, war die Sache selbst schon fast erledigt und leider lietz sich der Genosse dadurch beeinflussen, nicht weiter gegen das ihm geschehene Unrecht zu protestieren. Vielleicht holt er das bei einer anderen Gelegenheit nach, denn unter allen Umständen müssen die Genossen solche Herrschergelüste eines Vorstehers im Keime er- sticken. In der Sache selbst wurde beschlossen, die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung zu setzen. Für die 5. Gemeindeschule, für welche erst im vorigen Jahre ein Anbau bewilligt worden ist, wird jetzt vom Magistrat eine Teilung der Schule und die Anstellung eines zweiten Rektors beantragt. Die Wilhelmstadt, in welcher diese Schule liegt, hat sich derartig ent- wickelt, datz die Schule schon jetzt wieder überfüllt ist. Stadtver- ordneter Genosse Schmidt I zweifelt, datz durch die Teilung der Schule der Kalamität abgeholfen wird. Er empfiehlt, doch lieber gleich ein neues SchulhauS zu bauen. Die Versammlung stimmt jedoch der Magistratsvorlage zu.— Für die hiesige höhere Mädchen- schule war eine Oberlehrerinnenstelle mit einem Grundgehalt von 1800 M. ausgeschrieben worden. Darauf hat sich aber keine Be- werberin gemeldet. Der Magistrat beantragt deshalb nochmalige Ausschreibung und Erhöhung des Grundgehaltes auf 2100 M. Die Vorlage wird genehmigt. Dem Assessor Dr. Laue ist in einer anderen Stadt eine besoldete und pensionsfähige Stellung an- getragen worden. Er hat nun dem Magistrat Kenntnis gegeben, datz er diese Stellung annehmen würde, wenn ihm in Spandau nicht auch eine pensionsberechiigte Stellung angeboten würde. Der Magistrat, der den Assessor Dr. Laue als eine tüchtige Kraft kennt, beantragt deshalb, der Assessor Dr. Laue soll als Magistratsassessor mit einem pensionsfähigen Gehalt von 4000 M.. steigend von drei zu drei Jahren um 300 M., auf 12 Jahre angestellt werden. Die Pensionsverhältnisse sollen die der besoldeten Magistratsmitglieder sein. Die Stadtverordnetenversammlung glaubte diese Gelegen- heit wahrnehmen zu müssen, um hierbei auch den zweiten Baurat durchdrücken zu können. Sie genehmigte die Vorlage mit der Be dingung, datz auch gleichzeitig«in zweiter Stadtbaurai angestellt werde. Zur Regelung der Gehaltsverchältnisse desselben wurde sofort eine gemischte Kommission gewählt. Wenn die Versamm- lung seinerzeit sestgeblieben wäre und auf Anstellung des zweiten Baurats bestanden hätte, dann würde man sich die beiden Stadt- bauinfpektoren haben sparen können. Ob jetzt der Magistrat zu. stimmen wird, bleibt auch noch abzuwarten.— Es gelangt nunmehr der Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten Schmidt l und Genossen zur Verhandlung:„Die Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Magistrat, der Stadtverordnetenversamm- lung möglichst bald eine Vorlage zu unterbreiten, in welcher Bor- schlage gemacht werden, wie die Gefahren, welche das Elektrizitäts- und Gassteuer-Gefetz den städtischen Betrieben zu bvingen droht, abgewandt werden können." Stadtverordneter Genosse Schmidt! begründet nun in längerer Ausführung diesen Antvag. Als erster Redner gegen den Antrag der sozialdemokratischen Stadtverord- neten sprach der Vorsitzende der hiesigen Mittelstandsbewegung, Stadtverordneter Justizrat Dr. Baumert. Er meint, wenn der Genosse Schmidt gegen eine solche Steuer vorgehe, dann müsse er auch Vorschläge für andere Steuern machen. Die Fahrkarten- steuer müsse auch fallen. Er würde aber sehr dafür sein, datz das Tabaksmonovol eingefüht würde. Stadtverordneter Schob, dev Verleger des konservativen„Spandauer Tageblatt", der auch immer in Mittelstandsrettung macht, ist der Ansicht, das Geld werde gebraucht. Die Steuer sei auch nicht so schlimm, auherdem könne auch der Tabak und das Bier ganz gut noch etwas vertragen. Stadt- verordneter N e u s ch, auch ein Vertreter der Mittelstandsbewegung, ist gang erstaunt über die beiden Vorredner, datz diese nichts gegen eine Steuer unternehmen wollten, die den Mittelstand ganz er- heblich belaste. Er meint, man stelle sich geradezu als mittel- standsfeindlich hin, wenn man dem sozialdemokratischen Antrage nicht zustimme. Oberbürgermeister K ö l tz e meint, der! Magistrat ivürde der Versammlung keine Vorschläge machen, weil das gegen seine Befugnisse ginge. Dagegen habe d?r Magistrat beschlossen, datz diese Angelegenheit auf den nächsten Städtetagen besprochen würde und sich somit den diesbezüglichen Beschlüssen anderer Städte angeschlossen. Wenn die Steuer aber doch komme, dann müsse eben der Gaspreis um 1 Pf. erhöht werden. Das mache für Spandau nicht viel aus. denn Spandau habe einen sehr niedrigen Gaspreis(15 Pf. pro Kubikmeter). Trotzdem es unsere Genoffen Pieck und Pieper nicht daran fehlen lietzen, diese Sorte Mittel- standsretterel ins rechte Licht zu setzen, und trotzdem Genosse Schmidt I in seinem Schlntzwort den Vertretern des Mittel- standes entgegenhielt, datz sie sich bisher immer haben von ihren Freunden das Fell über die Ohren ziehen lassen, es nutzte nichts. Die Versammlung lehnte den Antrag gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Stadtverordneten und etwa 4— 6 bürgerlichen Stadtverordneten ab.— Zur Erbauung eines Schulhauses auf dem Nonnendamm werden von der Versammlung 30 000 M. gefordert. Ein 12 000 Quadratmeter grosses Terrain sowie ein Zuschutz von 40 000 M. wird von der Firma Siemens und Halske und der Märkischen Bodengesellschaft gegeben. Die Vorlage wird ge- .nehmigt. Genosse Schmidt I regt die Einrichtung eines Schul Nachdem der in der Hafendeputation als Berater und Vertrauens» mann fungierende Spediteur Thomas dem Magistrat vertrau- lich für den fertiggestellten Teil des Hafens eine jährliche Pacht- summe von 5000 M. bot, machte sich der Herr Oberbürgermeister zum Referenten dieses Angebotes und befürwortete in der Stadt- verordnetenversammlung am 16. Oktober die Verpachtung deS Hafens an Herrn ThomaS zum Preise von 5000 M., trotzdem von einem anderen Spediteur ein höheres Gebot vorlag. Nur dem Eintreten unserer Genossen und des Sachverständigen, Stadtv. Präger, war es zu verdanken, datz die Magistratsvorlage zur Ab- lehnung kam und ein öffentlicher Bietungstermin anberaumt wurde. In diesem öffentlichen Bietungstermin wurde Spediteur Thomas von anderen Interessenten im Ausbietungsverfahren auf die jähr- liche Pachtsumme von 50 000 M. getrieben. Wie ist es in einem Gemeinwesen möglich, datz ein dem Ausschuh als Vertrauensmann angehöriger Kaufmann im eigensten Interesse tätig sein kann, ohne datz die anderen Mitglieder in der Lage sind, dies zu prüfen? Wie erklärt der Magistrat die Differenz zwischen dem vertraulichen und dem öffentlichen Gebot von jährlich 45 000 Vermischtes. brausebadeS an. findet aber, wie immer, keinen Anklang bei der Mehrheit.— Zu dem DenkinalfondS für Kaiser Wilhelm welchem 32 500 M. gesammelt sind, fehlen noch 15 000 M. Diese 15 000 M. soll die Versammlung als städtische Beihilfe bewilligen. damit die Denkmalsenthüllung im nächsten Frühjahr vor sich gehen kann. Unsere Genossen sprachen sich gegen die Vorlage aus, indem sie sich auf den Standpunkt stellten, datz die Gelder der städtischen Steuerzahler dafür keine Verwendung finden dürften. Wem an dem Denkmal gelegen, solle auch zahlen. Genosse Schmidt l iveist noch daraus hin. ob es wohl im Sinne des toten Despoten läge, der ja immer als prunklos und wohltätig geschildert werde, wenn man ein solches Prunkstück errichte, oder ob man nicht besser in seinem Sinne handele, wenn man die 15 000 M. einem Fonds zuwende, aus dem arme Schulkinder gespeist würden. Genosse Pieck bemerkt mit beihendem Spott, datz der Patriotismus der Spandauer auch wohl nur bis ans Portemonnaie gehe, sonst wären doch wohl die lumpigen 15 000 M. auch noch aufzubringen gewesen. Als Redner für die Vorlage traten ausser den Magistratsmit- gliedern auf die Stadtverordneten Bender als Referent und Dr. Baumert. Die anderen Stadtverordneten der bürgerlichen Parteien waren stumme Patrioten und stimmten natürlich der Borlage zu. Es bezahlt sicki auch besser aus dem allgemeinen Steuersäckel, als aus eigener Tasche.— Für den Besuch der Abend- kurse für Städtebau an der technischen Hochschule Charlottenburg durch die beiden Stadtbauinspektorcn werden 250 M. bewilligt. Der übrige Teil der Vorlagen wird wegen vorgeqücktcr Zeit vertagt._ Die Hafenverpachtung im Bietungstermin. Einen merkwürdigen Verlauf nahm ein von dem Magistrat angesetzter Bietungstermin in Sachen der hiesigen Hafenverpachtung. Neue Erdstöfte. Noch immer dauern die Erdbewegungen tu Mitteldeutschland fort. ES liegen hierüber folgende Meldungen vor: Plauen, 6. November. In der vergangenen Nacht, 5 Uhr 40 Min. früh, setzte abermals ein heftiger Erdstoh, der stärkste in der jetzigen Erdbebenperiode, die Bevölkerung des gesamten Vogt- landes in Schrecken. Der Stotz, der die Einwohner aus den Betten trieb, war dem.Vogttändischen Anzeiger" zufolge von langonhaltendem Getöse und donnerähnlichem Rollen be- gleitet und bewirkte ausserordentlich heftige Schwankungen. Die Erdstötze scheinen zwar an Zahl abzunehmen, dafür aber an Heftig- keit zuzunehmen. Das Wasser der in der Nähe von Bad Elster ge- legenen Sohler Kurquelle ist seit dem Erdstotz vom 3. November um 6 Grad wärmer geworden. Greiz, 6. November. Heute früh 5'/, Uhr ist in Greiz und Umgegend ein neuer Erdstotz verspürt worden, der stärkste von den achtzehn, die bisher hier beobachtet wurden. Die Einwohner wurden aus dem Schlafe aufgerüttelt. Freibcrg i. S., 6. November. Heute früh 5'/, Uhr wurde hier ein ziemlich starker Erdstotz wahrgenommen, dem gegen 7 Uhr ein leichterer folgte. Auch in den Dörfern der Umgegend sind die Er« schütterungen in gleicher Weise verspürt worden. Karlsbad» 6. November. Heute früh 3 Uhr 46 Minuten ist hier ein Erdstotz verspürt worden. Dresden, 6. November. Heute früh 5 Uhr 36 Minuten wurde in Dresden und Umgebung ein von Westen nach Osten verlaufender Erdstotz wahrgenommen. Erfurt, 6. November. Heute morgen wurde auch hier ein Erd« beben wahrgenommen. Gleiche Meldungen gingen auS Apolda. Weimar. Jena, Ilmenau, Rudolstadt, Blankenburg a. H., Gera und WeitzenfelS ein._ Entgleist. Amtlich wird auS Duisburg vom gestrigen Tage Packwagen wurden nicht verletzt. Beide Hauptgleise sind gesperrt. Die vor» ouSsichtliche Dauer der Sperrung beträgt vier Stunden. Der Personenverkehr wird durch Umlenkung der Züge über Lintorf auf» recht erhalten. 10 Seeleute ertrunken. Ueber ein Schiffsunglück, wobei zehn Mann Besatzung ertrunken find, wird auS Danzig vom gestrigen Tage gemeldet: Heute nacht ist bei sehr stürmischer Witterung bei Putziger Heisternest aus der Halbinsel Hela der Stettiner Dampfer „ArchimedeS" gestrandet und vollständig zerschellt. Von der 13 Mann starken Besatzung sind 10 Mann ertrunken. Ein Bootsmann, ein Matrose und ein Heizer wurden gerettet. Der neue Kertsch- Jenikale- Kanal ist, wie eine Meldung aus Kertsch besagt, gestern offiziell eröffnet worden. Der Kanal, der 24 Fuss tief ist, ermöglicht den freien Verlehr zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meere._ Allgemeine Kranken- und Tterbckasse der Metallarbeiter (E. H. 20 Hamburg) Filiale Berlin 7: Mitalteder-Ver- s a m m l u n g Sonnlag, den 8. November, vormittag 10 Uhr, bei Hoffmaim, Pascwalker Str. 8. Freircliglöle Gemeinde. Sonntag, den 8. Novemler, vormittags 9 Uhr, in der Halle der Gemeinde, Pappelallce 15—17: Frcireligiöle Vorlesung. Cm mittags lO*/. Uhr in der Schule, Kleine Franffurter Str. S: Voitrag deS Herrn Dr. Bruno Sttlle über: Schopenhauers Weltanschauung. I. Die Welt als Wille und Vorstellung. Damen und Herren find als Gäste sehr willkommen. Freie Jugendorganisation Berlin. Abt. 10: Sonntag, den 8. November, bei WllS, Schulsir. 74: Mitgliederversammlung.— Abt. 16: Sonnabend, den 7. November, abends 8 Uhr, bei Wellisch, MarkuSstr. 47: Ritglicdervcrsammlung. Perein der Puchdrucker nud Schristgiester zu Rixdors-Brid. Sonnabend, den 7. November, abends g Uhr: Generalversammlung bei to p p e, Hermannstr. 49. Tagesordnung: 1. VcreiiisnlMeUungen. Beratung der AbänderungSanträge zum VerctnSstatut. 3. Neuwahl deS Vorstandes. 4. VerschtedeneS. BSafferftands-Rachrtchte» der LandeSaiistall sär Gewässerkunde, mitgetelll vom Berliner Wettcrbureau. Wasserstand M e m e l. Tilsit P r e g« l, Jnfterburg e i ch s e l, Thon» Oder, Ratibor , Krassen , Franks urt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe. Leitmeritz , Dresden , Barby . Magdeburg ») 4- bedeutet Wuchs,— Fall,— 9 Untervegel. Rapide breitet sich jetzt die Erkenntnis ans, daß man NM- mr Bouillon"WU"WZ nur noch aus Bouillon c Würfel Marke � machen soll. H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstr. 17-18 20 Veteranenstr. 1-2 Der sensationelle Verkauf unserer 95 PL 1.95 2.95 Serien- Artikel endet heute Sonnabend Jeder Kunde findet an allen Abteilungen gediegene gute Waren zu ungewöhnlich billigen Preisen. Auf alle anderen Artikel verabfolgen wir nur heute Sonnabend Doppelte Rabatt- Marken Hut- Arnold Dresdenerstr. 116 ( Kein Laden) am Oranienplatz Hut und Mützen Engrosgeschäft Einzelverkauf zu auffallend billigen aber festen Preisen! Welche Herrenhüte v. 1,50-6,00 Steife Herrenhüte v. 2,00-7,00 Nur fehlerfreie moderne Ware Nur fehlerfreie moderne Ware, Grösste Auswahl in Mützen und Pelzwaren. 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