5t. 204. IlMMMiitt'Btdtofiinstm Oonnraiml«• SrttS oränumRonio i BifTifI)4tltL 830 äJcf, tnonaEL t.10 MI., «DiäjeiUlid) 28 Pfg. frei ins HauS. Einzewe Ziunmier S Pfg. EonniagS- nummer mir ilhiteierm KoiuuayS- BeUage.Di» Reu» WelT(0 Pfo. Bojt- vboimement: l.IO Marl vra Monat. Einaenaga» in dt» Boll. ZeilunaS- DrelS!!«!». Unter ftreujbani rät Deuilchland und OefteneitS. Ungarn 2 Marl, für vaS übrige Ausland 3 Marl vra Monal. PostabonnememS nehmen«n: Belgien. Dänemarl, Hollanv. Italien Luxemburg. Ponugal, «xuirämtn. Schwede» und die Schwei» •Mdii tun® uscr anaat. 25. Zahrg» Verlinev Volksblakk. Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte! Deutfchtands. OK fnJernons.eebüh? betrüg» für die fechSgeipalienc fioloitel« ßeile oder deren Raum so Big., für poliiilch« und gewerlichafiliche Vereins« vnd LerfammIungS-Niizeigm 30 Mg. „Kleine Snreigen", das erste ffeU« gedrulllel Morl 20 Vig. jedes weitere vor» 10 Big. Elellengetuche und Schlaf- ftellen-ilnzeigen das erste Socl lll Pfg.. jedes weitere Won b Pfg. Worte über IS Buchstaben zZblcn für zwei Wune. gnlerai? für die nüchste Rümmer nrütlcn bi» 5 Udr nachmittags in der Exljttniioü «bgcgeben werden Die Exvedüion ijf »iS 7 Udr abends geäffL.et, Defegramm> AdreA'»: »SellZilllZieKM S/.k»>". Rcdahtion: 8 Cd. 68, Lindenarr aaat 69, Kernfprecliert Ami IV. Str. lvdia. Die LleKtrizitStg- mi Lastteuer. SOS der„Vorwärts" am 22. Oktober den Entwurf der geplanten Elektrizitäts- und Gassteuer veröffentlichte, ver° sicherte die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", daß dieser Entwurf veraltet sei: die Steuervorlage hätte inzwischen bei den Beratungen im Bundesrat„eine Reihe von Aende- rungen" erfahren, so daß sich der vom„Vorwärts" publizierte Entwurf„jedenfalls mit der endgiiltigen Fassung" nicht decken würde. Mit der ihr eigenen Urteilslosigkeit wieder- holte die aus dem offiziösen Preßbureau und den Einzel- Ministerien inspirierte Presse, von den rccksiskonservativen Blättern bis zur„Vossischen" und„Frankfurter Zeitung", gläubig dieses Dementi: und einzelne dieser Blätter fugten weisheitsvoll hinzu, es wären bereits inzwischen so viele wichtige Bestimmungen des Entwurfs geändert worden, daß es sich kaum lohne, die Veröffentlichung des„Vorwärts" zu beachten. Wie so viele Dementis des Kanzlerblattcs war auch dieses nichts als Verlegcnhcitsgeschiväh. Ein genauer Ver- gleich des vom„Vorwärts" veröffentlichten Entwurfs mit der vor einigen Tagen dem Reichstage zugegangenen offiziellen Vorlage liefert dafür den überzeugenden Beweis. Tie einzigen nachträglichen Aenderungen— die übrigens höchst- wahrscheinlich auch nicht in der Vorlage stehen würden, wenn nicht der„Vorwärts" den Entwurf vorzeitig veröffentlicht und dadurch auf den Bundesrat einen gewissen Druck ausgeübt hätte— bestehen in der Herabsetzung des Höchststeuen'ayes für einen Liubikmeter Gas oder eine Kilowattstunde Elek- trizität von 0,5 bczw. 0,25 auf 0,4 be�w. 0,2 Pf. und ferner in der Herabsetzung der Steuer für kleine Glühbirnen mit ge- ringer Kerzenstärke(bis zu l5 Watt) von 10 auf 5 Pf. Alles andere ist geblieben, auch der Steuersatz für größere Glüh- dfrnen und für Glühkörper(.Glühstrümpse). Für letztere fordert der Entwurf noch immer lO Pf. Steuer pro Stück, also zirka 50 bis 60 Proz. des Klein- Verkaufspreises. Was sonst noch geändert ist, bezieht sich lediglich auf die redaktionelle Fassung, so ist im 8 1 das Wort„Abgabe" durch„Steuer" und im 8 o der Satz:„Der Bundesrat bestimmt, von tv eiche in Erzeugnisse die Abgabe erhoben werden soll" durch die Worte: „Die näheren Bestimmungen erläßt der Bundesrat" ersetzt. Ferner sind zwei Paragraphen in einen zusammengefaßt, so daß der Entwurf jetzt statt 67 nur 66 Paragraphen enthält. Daß durch diese Aenderungen der Entwurf einen ganz anderen Inhalt erlangt, wird selbst das Kanzlcrblatt nicht be- haupten wollen. Auch von einer wesentlichen Verbesserung des Entwurfs kann nicht die Rede sein. Noch immer bedeutet das gevlante Elektrizitäts- und Gassteuergesetz eine beträchl- liche Belastung deö Konsums und eine Erschwerung der ganzen industriellen Entwickelung. Wie bedeutend diese Belastung selbst für den einfachen bürgerlichen Haushalt ist, zeigt folgende Berechnung: Auch ein ganz einfacher kleinbürgerlicher Haushalt ge- braucht, lvenn des Abends in den Zimmern zwei oder drei Flammen brennen und in der Küche mit Gas gekocht wird, im Durchschnitt 80 bis>90 Kubikmeter Gas pro Monat. Nach dem Entwurf stellt sich dafür die Steuer aus 3,84 bis 4.27 M.. und wenn man die Besteuerung der Glühstrümpfe usw. hinzurechnet. aus mindestens 5 bis 6 M. pro Jahr. Beträchtlicher ist natürlich die Ausgabe, wenn der Gas- Verbraucher neben der Wohnung einen kleinen Laden hat, in welchem regelmäßig vier, fünf Flammen brennen, und wenn außerdem m der Werkstätte des Abends zwei, drei Flammen brennen, dann steigt die jährliche Steucrbclastung um das drei- oder vierfache, auf 20— 25 M. das Jahr. Und noch weit höher ist selbstverständlich der Steuerbetrag, wenn in der Wcrkstelle außerdem ein Gasmotor zum Antrieb kleiner Maschinen benutzt wird. Aehnlich, wenn auch vielleicht im ganzen ein wenig niedriger stellen sich die Kosten, wenn elektrisches Licht ge- brannl und ein Elektromotor benutzt wird. Von den Befürwortern des Regierungsentwurfs wird zwar behauptet, daß meistens die Steuer gar nicht von dem .Konsumenten, sondern von den städtischen Gas- und Elektri- zitätSwerken getragen werde. Man führt einige große Städte an, die aus ihren Gaswerken eine so beträchtliche Einnahme beziehen, daß selbst dann, wenn die betreffenden Werke die ganze Steuer übernehmen würden, der Gewinn nur um 20 bis 30 Proz. vermindert würde. So liefert Berlin z. B. jährlich für zirka 28 Millionen Mark Gas an die Konsumenten und erzielt dabei einen Neingewinn von über 8 Millionen Mark. Da die Steuer sich nur auf zirka 1,2 Millionen Mark stellt, bliebe selbst, wenn die städtischen Gaswerke die ganze Steuer übernähmen, nocki immer ein enormer Neinfzewinn. Das mag für Berlin zntresscn, vielleicht auch noch für einige andere große Städte: keineswegs aber für die Mehr- k.ett. Es gibt in Deutschland noch viele große private Gas- aktiengesellschasten. die in keinem Fall die Steuern über- nehmen, sondern sie den Bestimmungen des Gesetzentwurfs entsprechend auf die Konsumenten abschieben werden. Sodann sind aber auch viele städtische Gaswerke gar nicht in der Lage, die Gassteuer zu tragen: denn sie sind oft von der Stadt !zu verhältnismäßig hohem Preis übernommen oder neu er "richtet und das in ihnen angelegte Kapital bringt kaum vier und fünf Prozent Zinsen. So hatten z. B. die 425 größten Gaswerke, die sich 1905 im Besitze preußischer Städte und Landgemeinden befanden, bei einer Gcsamtabgabe von 830 Millionen Kubikmeter Gas nur einen Rohüberfchuß von 54 Millionen Mark. Von diesem Ueberschuß müssen noch die Ausgaben für Verzinsung der zirka 230 Millionen Mark betragenden Schulden, für Tilgung, Abschreibungen und Er- Neuerung der Einrichtungen abgezogen werden, so daß als Reingewinn der 425 Gaswerke insgesaint nur zrrka 30 Millionen Mark übrigbleiben. Sicherlich werden, falls das Gesetz vom Reichstag an- genommen werden sollte, vielfach die städtischen Gaswerke. schon um der Scherereien und der weitläufigen Buchführung zu entgehen, die Steuer übernehmen, aber sie werden dafür einfach ihre Abgabepreise um einen halben �Pfennig pro Kubikmeter Gas erhöhen, das ' heißt, der Konsument hat statt der 0,4 Pf. Steuer pro Kubik- meter einen Aufschlag von 0.5 Pf. zu zahlen. Möglich, daß in einigen Städten die Stadtparlamente durchsetzen würden, daß der Gaspreis nicht erhöht wird: in diesem Fall erleidet aber die städtische Verwaltung einen Einnahmeausfall, der aus irgendeine andere Weise wieder gedeckt werden muß, d. h. durch die Erhöhung irgendeiner anderen Steuer. Die Folge würde lediglich sein, daß nicht ausschließlich die Verbraucher von Gas und Elektrizität die geplante Gas- und Elektrizitäts- steuer zu entrichten hätten, sondern daß diese auf dem Umwege über die Stadtverordnetenversammlungen der Gesamt- bewohnerschaft der betreffenden Gemeinde auferlegt würde. Genau dasselbe gilt von der Elektrizitätsindustrie. Auch sie wird, mögen auch heute manche Interessenten der Elek- trizitätsindustric die Möglichkeit solcher Abwälzung bestreiten, die neue Steuer auf die Konsumenten abschieben. Nur in einzelnen Fällen� wo sie durch abgeschlossene Lieferungs- vertrüge gebunden ist und diese nicht zu durchbrechen vermag, oder wo mit den Elektrizitätswerken der Betrieb elektrischer Straßenbahnen verbunden ist und die Fahrpreise durch Ver- träge mit den Gemeinden festgesetzt sind, wird die Elektrizi- tätsindustrie allenfalls die Steuer vorläufig übernehmen. Sie wird in diesem Falle aber sicherlich danach trachten, d i c Verringerung ihrer Einnahmen dadurch auszugleichen, daß sie denPrciSderStrom- abgäbe an kleine industrielle Betriebe um so mehr in die Hohe schraubt. Gerade darin liegt aber eine dem weiteren Fortschritt unserer Industrie drohende ernste Gefahr. Immer mehr hat während der letzten Jahre der Elektromotor in der Klcinindustrie und selbst in dem Hand- werksmäßigen Betriebe Eingang gefunden, da er sich jeder Betriebs- und Bcwegungsart anpaßt und die Kraft in jedc- Größenabstufung zur Verfügung stellt, auch für kurze, oft unterbrochene Verwendungszciien. Einzelne Industrie- und Handwerksziveige beruhen heute geradezu auf der Möglichkeit dillige elektrische Kraft verwenden zu können. Sie werden durch die Versteuerung dieser Kraft aufs schwerste ge- schädigt, und in ihrer Entwickelung gehemmt, in einzelnen Fällen vielleicht sogar auf frühere Eiitwickelungsstufen zurück- geworfen. Und wie in das Kleingewerbe dringt auch die Elektrizität in die Landwirtschaft ein. Heute steckt zwar die sogenannte „Elektrisierung" der Landwirtschast erst in ihren Anfängen. sie verheißt aber für die Zukunft eine gründliche Revo- liitionieriing des landwirtschaftlichen Betriebes, denn viel leichter als der Transport der schweren und nebenbei teuren Dampslokomobilen. die sich auf weichem und hügeligen Ge- lände nur sehr schwer fortschaffen lassen, ist die Ueberleitung des elektrischen Stromes, der sich bcguem für die mannig jachsten mechanischen Arbeiten: zum Hacken. Pslügen. Mähen, Dreschen, Häckselschneidcn. Wasserauspumpen. Pressen usw. verwenden läßt. Da aber nur große Güter sich eigene elek- irische Zentralstationen anzulegen vermögen, sind elektrische Ueberlandszentralcn nötig. Man kann annehmen, daß im allgemeinen nur bei landwirtschaftlichen Großbetrieben von mehr als 2000 Morgen sich die Anlegung eigener elektrischer Zentralen lohnt: die kleineren Betriebe sind auf Strom- licserungen aus den Ucberlandszentralen angewiesen, und in Deutschland gibt es über 300 000 landwirtschaftliche Be- triebe mit einer Fläche von 80—2000 Morgen. Anstatt diese Entivickelung zu fördern und der Landwirtschaft zu helfen, sich billigere Bctriebskraft zu verschaffen, stellt sich aber dir Regierung durch ihren Steuerplan der Elektrisierung der Landwirtschaft in den Weg und hindert ihren technischen Fort- schritt. Die gleiche hemmende Wirkung hat die geplante Elek- trizitätssteuer auf die der eigentlichen Elektrizitätsindustrie angegliederte und aus ihr hervorgegangene elektro- chemische Industrie, die ihre Fabrikate unter An- Wendung mehr oder minder hochgespannter elektrischer Strome erzengt, wie z. B. die Fabrikation von Aluniinium, Calcium- Earbid, chlorsaurem Kaji, Kalkstickstoff, dem für die Land- Wirtschaft so wichtigen Ersatz für Chilisalpeter, usw. Ferner ist ganz unzweifelhaft, daß durch die geplante Besteuerung der elektrischen Kraft die Anwendung der letzteren im Eisenbahnbetriebe und die Umwandlung von Wasierkraft in elektrische Kraft gehemmt, in manchen Fällen vielleicht verhindert wird, und doch hängt davon zu einem wesentlichen Teil der weitere Fortschritt der deutschen In- 6xpcdtHom 801. 68» Lindcnstraee« 69. Uerafprecher: Oint IV. Sir. 1984. dustrie ab. Noch schlummert ein ungeheure?, Kapital in den deutschen Wasserkräften, die an vielen Steden geeignet sind, die Kohle zu ersetzen und die Jndusiriea/.isierung der mit Kohlen nicht gesegneten Landstriche des Ostens und der süd- deutschen Staaten zu erleichtern. Besonders in Bayern, Baden und Elsaß-Lothringen sind viele Wasserkräfte noch nicht ausgenutzt. So wird amtlich die ausnutzbare Wasserkraft Bayerns auf ungefähr 900 000, Badens auf 500000, Elsaß- Lothringens aus 100 000 Pferdekräftv geschätzt. Bisher werden davon in Bayern aber erst 12, in Baden 20 und in Elfaß-Lothringsn 23 Proz. ausgenutzt: mehr als vier FünftÄ dieser Wasserkräfte harren noch ihrer Ausnutzung für die Produktion. Die im Reichsschatzamt ausgearbeitete Elektrizitäts- und Gassteuer bedeutet demnach nicht nur eine erheb- liche Mehrbelastung des deutschen Volkes, eine Belastung, die von dein ReichlZschatzamt selbst auf 54 Millionen Mark jährlich g-c schätzt wird, sondern auch eine Verla ngsaniung der in- dustriellen Entwickelung �Deutschlands und eine Benachteiligung der kohlenarmen süddeutschen Länder gegenüber den Kohlen- und Eisenrevieren des westlichen Preußens. Für die Sozialdemokrattc ist deshalb diese Steuer unannehmbar. DK Verantwortung des Reichstags. Der deutsche Reichstag hält heute die Sitzung, die zu einer Gerichtssitzung werden sollte über den deutschen Absolutismus und zu einer Rettungsaktion für den zu werden droht, der für die schmachvollen Ziistäude vor dem Reichstage die Verantwortung trägt. In voller Ver- »virrung trifft der Tag die bürgerlichen Parteien. Alle Pläne über ein gemeinsames Vorgehen der„staatserhaltenden" Parteien sind escheitcrt und es bleibt ihnen nichts übrig, als das Ge- kändniö, daß sie in der entscheidenden Stunde außer stände sind, die Interessen des Volkes zu wahren. Fürst Biilow. der heute als Angeklagter vor das HauS tritt. wird keine Richter finden, weil die, die richten sollten, sich in Mitschuldige verwandeln werden. Noch einmal muß eS gesagt werden: die Entscheidung, die heute fällt, ist die Entscheidung über die deutsche Verfassung. Der Reichstag steht der Regierung in unangreifbarer Position gegenüber. Ter AbsolntiSmnS hat seine Existenz offenkundig verivirkt. Er hat das deutsche Volk an den Rand des Abgrundes gebracht und sich als Gefahr für die Sicherheit des Friedens erwiesen. Aiff der Seite deö Reichstages steht in diesem Augenblicke nicht nur alle moralische Kraft, sondern auch das materielle Macht- mittel der Stenerbewilligung. Wenn der Reichstag will, so kann er den Absolutismus auf die Kniee zwingen. Wenn er erklärt, daß er einen Minister, der nur der Hehler des absolutistischen Regiments ist. nicht länger duldet, wenn er erklärt, daß kein künstiger Kanzler einen Tag länger auf seinem Posten bleiben darf, der wich anderen Weisungen regiert, als denen, die er vom Parlanirtit empfängt, und wenn er der Regierung schließlich jede fiiiauzielle Beihilfe so lange versagt, bis ihm sichere Garantien für die Einschränkung der unverantivortlichen Machtsphäre gegeben sind, dann hat der Absolutismus eine entscheidende Niederlage erlitten. Dann ist auch in Deutschland die Bahn für eine parlamentarische Regierung frei. Wenn aber der Reichstag die Macht, die jetzt die Gunst der Umstände in seine Hand gelegt hat. nicht gebraucht, wenn er jetzt versagt, dann ist der AbsolutismnS zwar nickst gerettet. aber der Reichstag selbst verloren. Denn wenn der Reichstag selbst jetzt seine Pflicht nicht erfüllt, dann wird eS klar, daß der Kampf gegen den Absolutismus von den Voks Massen selbst ge- führt werden muß, und geführt werden muß nicht nur egen seine unmittelbaren Träger, fondern mich gegen seine ' lfershelfrr. die verräterische Majorität des Parlaments. Freilich darf man über die Majorität nicht die bürger- liche Opposition vergessen. daS Zentrum. Wie die Frei- sinnigen, seitdem sie im Block sind, nur das eine Streben kennen, sich um jeden Preis das Wohlwollen der Junker und der Regierung zu erhalten, so ist die ganze Politik des Zentrums darauf gerichtet, dieses Wohlivollen wieder zu erlangen. Das Zentrum, das sich so stolz Volkö- Partei nennt, hält sich in dem Kampf gegen den Absolutismus sorgsam zurück. Hofft es doch, mit Hilfe dieses Absolutismus wieder zur Macht zu gelangen und mit den Konservativen vereint, ihn wieder als Herrfchafts- mittel ausnützen zu können. Das Zentrum hat keine Jntcr- pellation gestellt und die Zentruinsprefse hat vorsichtige Zurück- Haltung geübt. Es ist nicht z» erwarten, daß daS Zentrum im Reichstage schärfer austreten wird. Um so wichtiger wird die Aufgabe der Sozial- demokratie. Sie ist die einzige Partei, die gegen den Absolutismus das Volk selbst zum Kampfs auf- rufen wird. Und als Rufer im Streit, als Antläger und zwar als Ankläger mit vollem Recht, weil sie allein frei von Mitschuld an dein Ueberwuchern des Absolusisnius sind, werden unsere Vertreter im Reichstag ihre Anklage formulieren. Untz reiches, sich stetig mehrendes Material steht ihnen zur Verfügung. Der Skandal, den das Interview erregt hat. der durch das Geständnis der Desorganisation des Auswärtigen Amtes und der Unfähigkeit unserer Diplomatie vervollständigt wurde, er wird gekrönt durch die Mittel. die die Offiziösen zur Rettung des Blockkauzlers versucht haben. Das letzte Stadium der Marokkopolitik der- dient eine gründliche Beleuchtung. Achtundvierzig Stunden lang war Deutschland und Europa in den Glauben versetzt, daß die elende Jämmerlichkeit von Easablanca zu einer Kriegs- gefahr werden könnte. Heute aber muß die„Nordd. Allg. Ztg." folgende Erklärung veröffentlichen: Durch den Stootssekretür v. Schoen war Ende Oktober dem französischen Botschafter Herrn OTambon eine aktenmatzige Darstellung �er Borgänge bei der Festnahme der Deserteure in Casa- b l 0 n c a übergeben und dabei die Bilte ausgesprochen worden, daß ber' deutschen Regierung auch eine französische Darstellung der An- gele�enhert übermittelt werden möge. An» Sonnabend ist nunmehr pnir Auswärtigen Amt das französische Material in Gestakt eines Berichts des Polizeikommissars Dords in Easablanca zugegangen. Aus diesem Bericht ergeben sich hinsichltich der Bor- gänge dem Zwischenfall eine Reihe wesentlicher Ab- w e t Ä u n g e n in der deutschen und der französischen Darstellung. Die französischen Zeugenaussagen gehen da- hin. das;"cht den Tätlichkeiten von dem 5tonsulats- s o l d a t e n und �von dem Konsulatssekretär begonnen worden fei: weiter wird angegeben, daß der Beamte des deutschen Konsulats die Deserteure gegenüber den französischen Marinesoldaten als seine Landsleute bezeichnet und ihren Charakter als Deserteure ausdrücklich verneint habe. Auch wilrde es nach dem französischen Bericht Zweifel- Haft sein, ob sich die französischen Soldaten schon im Beginn des ZusaiinnenchoneS klar barüber gewesen sind, daß sie An- gestellte deS denchchen Konsulats vor sich hatten. Ferner sollen gegen den deutschen Beamten von französischer Seite überhaupt keinerlei Ausschreitungen und Tätlichleiten stattgefunden haben. Die beiderseitigen Darstellungen deS ZwiichenfalleS stimmen hiemach so wenig ü b e r e i n. daß der tatsächliche Hergang >o eiterer Aufklärung bedarf durch erneute Er- Hebungen, sei eS der beiderseitigen Behörden, sei eS eines Schiedsgerichts. Auch wir haben das Verlangen nach„weiterer Auf- klärung". Denn dae offiziöse Darstellung läßt klar erkennen, daß die deutsche Diplomatie überhaupt nicht gewußt hat, unt was es sich handelt, daß ihr von untergeordneten Beamten offenbar ganz falsch berichtet tvorden ist und daß sie in ganz leichtfertiger Weise das Verlangen nach Satisfaktion gestellt hat, das sie nun selbst nicht mel>r aufrecht erhalten kann. Jetzt ist es die deutsche Regierung selbst, die anerkennt, daß die ganze Frage von einem Schiedsgericht erledigt werden kann, und daß das ganze Problem, ob Deutschland ober Frankreich zuerst einen Zwischenfall„bedauern" soll, von dem man überhaupt nicht weiß, wie er sich abgespielt hat, nur aus der Unbekannt- schaft der deutschen Diplomatie mit den wirk- lichen Vorgängen entsprungen ist. Die deutsche Diplomatie tritt jetzt«nen Rückzug an, weil sie u n ü b e r° legt und leichtsinnig genug war, eine unhaltbare Position einzunehmen, in dem Bestreben, die inter- nationale Lage gefährlich genug erscheinen zu lassen, um die Uneittbehrlichkeit ihres Chefs zu demonstrieren. Von Lächerlichkeit durch Gewissenlosigkeit zur Lächerlichkeit zurück, das ist der Kreislauf, den die deutsche Politik in den letzten Tagen mit unheimlicher Schnelligkeit zurückgelegt hat. Und das ist die Politik, über die morgen im Reichstag zu entscheiden sein wird. Die Majorität der douffchen Volksvertretung hat zu prüfen, ob sie. indem sie Bülow länger an seiner Stelle duldet, sich mit dieser Politik solidarisch erklären will._______ Oer Zusammenbruch des absolutistischen Regiments in Deutichland. In Leipzig hat Genosse Ledebour am Sonntag in einer von 3000 Personen besuchten Versammlung im Kristall- palast über ben Zusammenbruch des persönlichen Regiments unter stürmischem Beifall referiert. Der Reichstagsabgeordnete für Leipzig, Dr. I u n ck. ist zu dieser Versammlung brieflich eingeladen, aber nicht erschienen, und doch wäre ihm, der die Sozialdemokratie als antinational herabzuwürdigen sucht, eine Lektion darüber, wer antinational ist, sehr dienlich gewesen. In seinem 1'Mündigen Referate führte der Gen.Lc de bour u. a. aus, daß mit dem persönlichen Regiment auch das ab- solutistisch- bureaukratische Regiment zusammengebrochen sei. Für den Kenner unserer politischen Zustände sei der Zu- sammenbruch allerdings nicht überraschend gekommen. Es frage sich jetzt nur. ob die bürgerlichen Parteien die Kraft und den Mut haben. Vorsorge zu treffen, daß endlich mit dem bisherigen System gebrochen wird. Eine gleich günstige Situation wie jetzt, ein wirkliches parlamentarisch- demo- kratisches Regiment zu schaffen, sei seit 1848 noch nicht wieder dagewesen. Wenn die bürgerlichen Parteien diese Gelegenheit nicht ausnutzen, dem Reichstage die notwendigen Rechte für ein parlamentarisches Regiment zu schaffen, haben sie das Recht zum Wehklagen verwirkt, wenn immer schmachvollere Dinge sich er- eignen. Wenn die Sozialdemokratie Bosheitspolitik triebe, müßte sie für die Beibehaltung des jetzigen Regierungssystems fein, denn es würdeum so schneller abwirtschaften en. Sie hat «her einJnteresse daran, daß nicht nach Willkür und Laune regiert wird, sie hat einJnteresse daran, daß Deutschland mit anderen Nationen in Frieden lebt, und daß den Kriegshetzereien ein Ende gemacht wird. Die Gründe für Katastrophen, wie wir jetzt eine erlebt, die Deutschland zum Gespött der ganzen Welt gemacht, und es wirtschaftlich schwer schädigen, liegen üt dem bureaukratische» Regierungssystem, von dem das sogenannte persönliche Regiment ein Bestandteil ist und die parlamentarischen Einrichtungen nur ein dekorativer Alis- putz sind. Ob die bürgerliche Mehrheit den Mut und den Willen habe, die Forderungen der Ministerverantwortlichkeit usw. durchzusetzen, sei fraglich. Die Sozialdemokratie habe aber die Pflicht, die Wahrheit voranzutreiben. Die Durchsetzung der parlamentarischen Regierungsform sei die Forderung des Tages. Der Reichstag habe die Macht, diese Neugestaltung unserer Verhältnisse zu erzwingen. Deshalb müsse er sie ausnutzen. Es komnie jetzt darauf an, zu handeln. Da sich an das mit minutenlangem Beifall aufgenommene Referat keine Debatte anschloß, fand die Versammlung mit der einstimmigen Annahme der Resolution ihr Ende: Die Versammlung beschließt: Den Reichstag auizufordern, er möge, um das Entstehen weiteren Unheils aus dem Zusammenbruch des bisherigen RegieningSspstemS zu verhüten, unverzüglich seine Machtbefugnisse zur Durchsetzung fr.iheitlichcr, dem deutschen Volke würdiger LerfassungSzustände auszunutzen, indem er nicht eher in die Beratung des Budgets und d?r Finanzgesetze eintritt, als bis mindestens folgendes gesichert ist: 1. Die Ersetzung deS Fürsten Bülow im ReichSkanzlcramt durch emen vom Reichstag selbst vorzuschlagenden neuen Reichskanzler; 2. Anerkenmmg des Grundsatzes, daß der Kanzler und die Minister sStaatSsekretäre) gemäß den im Reichstag zur Geltung kontmeiiden Answailimgen ihr Amt auszuüben haben und deshalb auf Vorschlag des Reichstages zu ernennen sind und ihre Aernter auf Grund eines Beschlusses des Reichstags niederzulegen haben; S. Der Erlaß eines MinisterverautwolttichkritSgesetzes. 4. Aenderung der Verfassung und der Geschäftsordnung des Reichstages, die es dem Reichskanzler und den Ministern uninöglich machen, sich der ständigen Verantwortung für alle Einzelheiten ihrer Politik zu entziehen. 5. Aenderung der Verfassung dahin, daß die Kriegserklärung und Friedeusichluß von der Zustunmung des Reichstages abhängig gemacht wird und 6. der Erlaß eines Reichsgesetzes, durch das die Einführung des Reichstagsivahlrechlcs für die LandeSverlretungen aller Einzel- staaten innerhalb einer bestimniten Frist festgesetzt wird, da der gegenwärtige Zustand weder mit dem Staalswohl noch nnt dem BolkSivohl vereinbar ist. tiiinliterilrike in Oesterreich. Aus Wien wird uns vom 7. November geschrieben: Die Zeiten deS Herrn v. B e ck haben sich erfüllt, und was seit Monaten unabwendbar schien, ist nun Tatsache geworden: daS Kabinett Beck hat seine Demission gegeben und Herr v. Beck tritt ab vom politischen Schauplatze. Alle Künste des ge- wandten listenreichen Mannes versagten an dem Problem, das rissig gewordene Gefüge seiner Negienmg zu flicken und aus dem durch den deutschen Aufstand im böhmischen Landlag, der zur Demission der zwei tschechischen Minister führte, entstandenen Wirrwarr einen gangbaren Weg zu finden. Vielleicht wäre ihn, der immer noch, wenn schon andere verzweifelten, ein Auskuiiftömiltcl ersann, der schwierigere Teil der Sache geglückt, nämlich die„Ver- ständigung" zwischen Deutschen und Tschechen, deren Zerwürfnisie eö waren, die das Koalitionkgebäude erschüttert hatten, aber dem Ueberfall, den seine christlichsozialen Freunde auf ihn hinterrücks machten, war er nicht gewachsen. So wurde dieser täligste und talentierteste Ministerpräsident, den Oesterreich jemals hatte, ein Opfer der Vereinsamung, die jedem blüht, der zu vielen Leuten Freund sein will. Was die Koalitionsparteien, die einander wie Hund und Katze hasten, zu einer Regierungspartei verband, war im Wesen das Ansehen des Premiers, der Glaube an seinen Stern. Nun ist das Ansehen verwirtschaftet, der Glaube erblichen; und der Begründer des parlanientorischen Regierungssysteins, der der Spender der Portefeuillegaben war und so vielen Mittel- Mäßigkeiten in den Sattel geholfen hat, fällt und stürzt, weil sich alle von ihm abgewendet haben. Weder sein Un- vermögen, noch eine Niederlage in einer großen Frage hat Beck unmöglich gemacht; in normalen Staaten wäre der rührige und empfängliche Mann ein ganz brauchbarer Leiter geblieben. Ihn verschlingt nicht der See, sondern der Sumpf, der Sumpf der politischen Intrigen und parlamentarischen StimmungS- Politik. Freiherr V. Beck wurde zur Regierung bemfen, als der zweite Wahlreformminister, der Prinz Hohenlohe, durch den Treubruch der Krone, die in der Frage des autonomen Zolltarifes für die ungarische Regierung optiert hatte, zum vorzeitigen Rücktritt gezivungen worden war. Er war damals ein ganz unbekannter Mann und seine Beamten- karriere bestand darin, daß er Sckiionschcf im Nckerbaunniiisterium gewesen war, wo man die Staatsmänner sonst nicht sucht und woher man sie nicht zu holen pflegt. Die Wahlreform befand sich in der kritischsten Situation, vor der Gefahr der Versumpfung, die angesichts der kurzen Zeit, die der alte Reichsrat noch vor sich hatte, für das große Werk geradezu eine Todesgefahr war. In dem Kampf um und für die Wahlreform hat Freiherr v. Beck eine bedeutende Geschicklichkeit und. was noch mehr bedeutet, große Redlichkeit bc- wiesen. Seinem diplomatischen Talent gelang eS, für die von so viel Feinden gehetzte Reform eine verläßliche Mehrheit zu- sammenzubringen; sein entwickelter Wirklichkeitssinn erlannte in den Forderungen und Einwendungen das, waS nicht unberücksichtigt bleiben dürfte; er lieh dem Werke seine Energie und seinen Scharfsinn. Daß er sich auf das Pluralwahlrecht nicht einließ, obwohl die Per- lockung ziemlich nahe lag, muß ihm die Arbeiterschaft als ein Ver- dienst anrechuen, und wie er den Widerstand der Herrenhäuöler brach und die Wahlreform in der ersten Kammer geradezu Volks- tümlich machte, war eine Leistung ersten Ranges. Sie haben es ihm freilich nicht vergessen, die hochnäsigen Adeligen, deren Oligarchenherrlichkeit daS allgemeine und gleiche Wahlrecht ein Ende machte, und ihrem Haste, der an den gesinnungSverwandten Ehristlickisozialen im Abgeordnetenhause willfährige Verbündete fand, ist der schmiegsame und behende Mann endlich erlegen. DaS Regieren mit einer so bunt zusammengewürfelten Koalition, die auS einem Hauien von Nationen und Parteien besteht, war natürlich ein ewiges Lavieren und konnte nichts anderes sein. Einen erhebenden Eindruck machte es deshalb nicht und auf mehr als auf mildernde Umstände konnte sich den nationalen Schwierigkeiten gegenüber Beck steilich nicht berufen. Deshalb fand, trotz der unverkennbaren Be- strebungey dieser Regierung, auch die abträglichste und gehässigste Kritik an ihrem Tun Anhaltspunkte genug, und mußte der Augenblick kommen, wo die kunstvolle Methode ihren Urheber verschlingt. So lange eine große Aufgabe, zuerst die Wahlreform, dann der Aus- gleich, ihre Grundlage war, blieb die Koalitiouspolitik fruchtbar; an dem täglichen Negieren, daS in Oesterreich jeden Tag neue Blasen auswirft, mußte sie sich abnutzen und vernutzcn. Die Methode des Fortwurstelns verzehrt ihre Werkzeuge rasch. AIS der neue Mann ist der bisherige Minister des Innern, der Freiherr v. Bienerth, auSerfchen, der als ausgesprochener Günstling der Christlichsozialen aufgestiegen ist und aufsteigt. Ob ihm das Kunststück, aus diesen hysterischeu Parteien eine halbwegs haltbare Regierung herauszukristallisieren, gelingen wird, muß ab- gewartet werden, so ausgemacht ist es noch nicht. Sicher ist, daß mit dem neuen Premier, der zu der Spezies österreichischer Beamter gehört, die zu allem fähig sind, der RegierungskurS sehr fühlbar iuS christlichsoziale Fahrwaster geraten und der österreichische Staat noch deutlicher klerikal regiert werden würde, als eS schon bisher der Fall war. Die Sozialdemokraten sehen also dieser kommenden Regierung mit dem allergrößten Mißtrauen entgegen. politische(leberllckt. Berlin, den 9. November 1993. Tos Interesse der Weinbergsarbeiter. Aus dem Reichstage, 9. November. Heute kamen beim Weingesetz auch noch die restiercnden Weingegenden zum Wort. Genosse Lehmann- Wiesbaden wies auf die Winzer- revolte in Frankreich hin. die auch deshalb sehr lehrreich für die herrschenden Klassen sei. weil sich dort gezeigt habe, daß bei einer Volksbewegung die Soldaten eines ganzen Regiments sich geweigert hätten, auf Vater und Multer zu schießen. Er lvies auch nach, daß in der Begründung der Regierung die Angaben über französische Praxis bei der Kontrolle des Haustrunks unrichtig seien. Was die WeinbergZarbeiter an- geht, so läge es m ihrem Interesse, daß sie überhaupt keinen „Hanstrunk" bekämen, sondern dafür mehr Lohn, damit sie das Geld nach freiem Ermessen Venvenden könnten. Käme es einmal zu einer Organisation der Weinbergsarbeiter, so würden sie hoffentlich ebenso, wie das den Brauern gelungen, sich dieser Sorte von Trucksystem entziehen. Als zweiter Punkt kam das Gesetz betr. den Markt» verkauf von Schlachtvieh zur Verhandlung. Wieder einmal halte die Reichsregierung mit affenartiger Geschwindig- keit gearbeitet, natürlich iveil die Agrarier es wünschten. Im Frühjahr war ein agrarischer Antrag angenommen worden, dessen Resultat diese Vorlage war. Sie geht dahin, in den Marktorten Bestimmungen zu treffen, die eine Fest- stelliing des Lebendgewichts der Schlachtticre für die Notierung ermöglichen sollen. Genosse Scheide mann wies darauf hin, der eigentliche Zweck des Gesetzentwürfs sei, eine möglichst große Spannung zwischen der Notierung des Lebendgewichts und des Schlacht- gewichts in Erscheinung treten zu lassen, damit der Unwille des Volkes über die Fleischteuerung von den Agrariern ans die Metzger abgelenkt werde. Einige Agrarier bemühten sich eifrig, das zu bestreiten. Mit wuchtigem Sachverständnis sprang aber der Abg. K o b e l t- Magdeburg, der selber Metzgermeister ist, dem Genossen Scheidemann bei. Eine Kommissionsberatung wurde entgegen unserem An- trage nicht beliebt, so daß demnächst die zweite Lesung statt- finden wird._ Verantwortlichkeit des Reichskanzlers. Eine wirkliche, über die inhaltslose papierne Verantwortlichkeit, wie sie im Artikel 17 der Reichsverfassung ausgedrückt ist, hinaus- gehende Verantwortlichkeit des Reichskanzlers wird auch von einer Reihe bürgerlicher Preßorgane für notwendig erklärt. Ob die blirger- lichen Parteien dieses Verlangen wiederholen werden, wird ja die ReichStagödebatte über die Interpellationen lehren. Die bisherige Haltung der bürgerlichen Parteien in den letzten achtzehn Jahren recht- fertigt die Annahme, daß auch in dieser für die Stellung des Reichs- tags wesentlichen Frage Fersengeld gegeben werden wird. In, November ILA) brachte die sozialdemokratische Fraktion aus Anlaß dcs eigenmächtigen Vorgehens gegen China einen Gesetz- entwurf über Mini st er Verantwortlichkeit ein. In ihm war ein vom Reichstag zu ernennender Staatsgerichtshof vor- gesehen, der in der Besetzung von 12 Mitgliedern ans An- trag deS Reichstages darüber entscheiden sollte, ob der Reichskanzler durch«ine von ihm zu verantwortende Handlung oder Unterlassung vorsätzlich oder gar fahrlässig seine Amtspflichten verletzt, namentlich verfastungStvidrig gehandelt oder sonst d a Z Wo hl deS Reiches geschädigt habe. Der Gesetzentwurf erklärt den Reichskanzler als für seine AmtSfübrung dem Reichstage verantwortlich.„Diese Verantwortlichkeit," hieß eS in dem Entwurf,„erstreckt f i ch auf alle politischen Hand- lungen und Unterlassungen deS Kaisers." Dieser Gesetzentwurf kam nicht zur Beratung, weil die Mehrheit des Reichstages das JnitiativgesetzgebungSrecht deS Reichstages einzu- schränken bemüht ist. In den nächsten Sessionen wurde er wieder- holt: dasselbe Schicksal traf ihn. Am 26. Januar IMS brachte die sozialdemokratische Fraktion dann zum Etat eine Resolution ein, die die Vorlegnng eine? VerantwortlichkeitSgcsetzcS forderte. Dieser Antrag wurde am 16. März desselben JahreS beim Etat deS Reichskanzlers vom Genossen Heine begründet. Von den bürger- lichen Abgeordneten ging kein Redner auf daS Thema ei». Die Resolution wurde gegen die Siimmen der Sozialdemokraten, P- i-n und Freisinnigen abgelehnt. Meinten eS die bürgerlichen Parteien mit der Ministerverantwortlichkeit und mit einem stärkeren Einfluß des Reichstages ernst, so müssen sie nunmehr für den sozialdemo- kratischen Gesetzentwurf eintreten.— Zentrum und preußische Beamtenbesoldnng. Die„Germania" verwahrt sich in einem Leitartikel ihrer DienStagSnummer gegen den Vorwurf des„Vorwärts", daß das Zentrum für die Aufbesserung gerade der preußischen Unter- beamten nicht entschieden genug eingetreten sei. Das führende Zentrumsblatt will sich damit herausreden, daß der nltramontan- konservativ-freisinnige Kompromißantrag bezüglich der Kanzlisten nur von einem Mitglied deS Zentrums unterzeichnet gewesen und überdies vom Zentrum abgelehnt worden fei, da der frei- sinnige Antrag auf kürzere Bemessung der AufrückirngSfrist eines Teils der Kanzlisten gefallen sei. Wir könnten darauf entgegnen, daß die Abstimmnng dcs Zentrums erst erfolgt ist, nachdem der Vertreter der Sozialdemokratie die Ungeheuerlichkeit des KompromißautragcS nachdrücklichst gekennzeichnet hatte, daß ferner auch nach Annahme deS freisinnigen Antrages der von dem ZentrumSabgeordncten bc- antragte Kompromißanirag für den größeren Teil der Beamten- gruppe noch immer eine Verschlechterung gegenüber der Regierungsvorlage gewesen wäre. Aber wir wollen davon absehen und nur daS feststellen, daß daS Zentrum sich in keiner Weise dafür inS Zeug gelegt hat, dem doch wahrhastig noch hinlänglich bescheidenen Vorbild der bayrischen BcamtcnbcsoldiingSrcform auch für Preuße» Geltung zu verschaffen! DaS Zentrum hat keinen Versuch gemacht, die für die bayrische Besoldungsreform maßgegenden Grundsätze einer energischen Aufbesserung der Gehälter speziell der Unter- beamten auch für Preußen durchzusetzen ES hat keinerlei Z u- sammenlcgung großer Unterbeamtengruppen fli- Preußen beantragt! Seiner Haltung ist eS mitzuzuschreibcn, daß die 106 000 Unterbcamtcn der vier untersten Klassen mit der einzigen Verbesserung abgespeist wurden, das; ihr AnfangSgvhalt von 1100 auf 1200 M. erhöht wurde! Wenn das Zentrum sich mit seinen Anträgen brüstet und die Stellung sozialdemokratischer Arträge vermißt, so wollen wir, ihm die tröstliche Mitteilung machen, daß der leider einzige sozialdemo- kiatische Vertreter in der Budgetkommlision für die zweite Lesung eine Reihe von Anträgen zu stellen gedenkt, die eine g r ü n d li chere Verbesserung der Lage der Unterbcamten anstreben. DaS Zentrum wird dann in die Lage versetzt sein, diesen Anträgen nicht nur zu- stimmen, sondern auch mit aller Energie für sie in der Koimnissio» bei den freundnachbarlichen Parteien werben zu können! Freisinn und Wahlrechtskampf. Der.„Freisinnige Wahlrechtsausschuß' ersucht unS um die Feststellung der Tatsache, daß, wie auS einer Mit- teilung der„Freisinnigen Zeitung" zu ersehen, der„Freisinnige Wahlrechtsausschuß" seine Protestbewegung gegen das Dreiklassen- Wahlsystem keineswegs aus Mangel an Eifer für die Wahlreform eingestellt habe. Man habe nach einer Anfrage bei den Vereinen der drei freisinnigen Parteien nur den Eindruck erhalten, daß es angebracht sei, von Protestversammlungen jetzt Abstand zu nehmen, oa die Frage der Reichsfinanzrcförm daS Haupt- interesse beanspruche. In diesem Sinne habe dann der Wahlrechts- ausschuß den freisinnigen Vereinen geraten, Wahlrechtsversamm- lungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Immer- hin habe das Schreiben die Mahnung enthalten, auch schon bei allen jetzt stattfindenden Versanimlungen die Frage des preußischen Wahlrechts„nicht außer acht zu lassen". In Reden, Re- solutionen und Versammlungsberichten müsse stets von neuem auf die Notwendigkeit der Wahlrechtsreform hingewiesen werden. Wir geben diesen Mitteilungen gern Raum, vermögen aber von unseren kritischen Bemerkungen gleichwohl nichts zurückzu- nehmen. Es handelt sich ja nicht um die frühere oder spätere Ab- Haltung von einigen Versammlungen, sondern um einen entschiedenen Wahlrechtskampf, dessen Beoingungen nur die sein dürften: ohne Temokratisierung des Wahlrechts keine NcichSfinanzreform! Ohne das allgemeine, gleiche, direkte und ge- Heime Wahlrecht keine Blockpolitik mehr! Von dieser Parole aber ist in dem Programm des freisinnigen WahlrechtsausschufleL keine Rede. Man will ein paar Versammlungen abhalten, man will einpaarProtestresolutionen fassen, man will nach außen hin feine Schuldigkeit tun. aber man will es zugleich mit der Wahlrechts- feindlichen Regierung nicht verderben, man will im Reich und in Preußen trotz aller Absagen der Regierung an ein demokratisches Wahlrecht und trotz der durchsichtigsten B e r s ch l e p p u n g s m a n ö v e r daö fünfte Rad am Wagen der Blockpolitik bleiben! Keine Politik des„doppelten Bodens"? Die reaktionäre Presse versucht die Tatsache zu verschleiern, daß von gewisser Stelle den Buren die größten Hoff- nungen gemacht worden sind, während vier Jahre später dieselbe Stelle der englischen Regierung einen Kriegsplit» gegen die Bnren zur Verfügung stellte. Die Blätter, die diese ungeheuerliche Tatsache zu verdunkeln versuchen, beziehen sich aus die Mitteilung einer in Prätoria erscheinenden Zeitung über Telegramme, die von dem diplomatischen Bevollmächtigten der Buren. Dr. Leyds, vor dem Burenkriege nach Transvaal gesandt worden sind. Dr. Leyds berichtete, daß sowohl die französischen wie die deutschen Staatsmänner die Buren ihrer Sympathie versichert hätten, daß aber weder von Frankreich, noch von Deutschland irgendwelche aktive Unterslützungen in Aussicht gestellt worden seien. Unsere reaktionären Blätter ziehen daraus die kühne Folgerung, daß Deutschland den Buren keine trügerischen Versprechungen ge- macht habe. Das ist nur insofern richtig, als die„maßgebenden S t e l l e n in Deutschland unmittelbar vor Ausbruch des Krieges keinerlei Intervention oder Unterstützung in Aussicht stellten. Damit wird aber die Tatsache nicht aus der Welt geschafft, daß Wilhelm II. im Jahre 1896„Ohm Krüger" dazu gratulierte, daß es ihm ohne Unterstützung fremder Mächte gelungen sei. den Angriff auf die S e l b st ä n d i g k e i t Traiisvaals abzu- schlagen. Damit wird weiter nicht die Tatsache aus der Welt geschafft, daß der Freiherr v. Marschall, der Minister des Auswärtigen, in demselben Jahre im Reichstage die Er- klärung abgegeben hat, daß jede Antastung der Unabhängigkeit der Burenrepubliken wie jeder Versuch der Zusammenfassung Afrikas zu einem einheitlichen Wirtschaftsgebiet als eine Schädigung der deutsch en Interessen be- trachtet werden müsse. Aber, selbst wenn das nicht der Fall gewesen wäre: nach den vom deutschen Auswärtigen Amte stammenden Informationen des Dr. Leyds durften die Buren wenigstens eine wohlivollendc Neutralität erwarten. Statt dessen aber schickte Wilhelm II. einen(nach der von ihm selbst geprüften und gebilligten Darstellung deS englischen Interviewers) vom Großen Generalstab begutachteten Kricgsplan zur Niederwerfung der Buren nach England! Das verhinderte Kaiserintervietv. Heber den Inhalt des Jnlerviews läßt sich die„Times" �ULläcn, es wären darin onglgudfe-indlicho. Bemerkungen� enthalten, sowie Aeußcrungen-, die im Vatikan peinliches Aufsehen erregten. Es wird behauptet, daß die Verhinderung durch Vermittelung dex amerikanischen Botschaft vom deutschen Auswärtigen Amt auS bewirkt loordcn ist. Da zahlreiche Exemplare bereits gedruckt sind, dürfte das Interview an anderer Stelle wohl noch auftauchen. „Der bedeutendste Monarch der Welt". In der„Kölnischen Zeitung" entwirft ein„geschätzter ehemaliger Mitarbeiter" eine„politisch-psychologische Skizze" über den Kaiser und sein Wirten. Der Mann kehrte jüngst von einer Auslandsreise heim, fand ganz Deutschland in gewaltiger Erregung über die Dinge, die durch die Veröffentlichung des kaiserlichen Interviews ans Licht gekommen sind. Und doch ist nichts unberech- tigter als diese Erregung und nichts verständiger und nolwendigcr als die Politik des Kaisers, namentlich in der englisch-burischen Angelegenheit: „Man mag hier— so schreibt der geschätzte Mitarbeiter des nationalliberalen Blattes— manche Uebertreibung einer durch- aus richtigen Politik tadeln, aber man wird die z ä he F o l g e- richtigkeit und das patriotische und dynastische Pflichtgefühl dem diese durchaus uiwolkstümliche Haltung entsprang, sehr hoch einschätzen müssen. Es erfordert klaren Sinn und ein mutiges Herz, lvenn man jahrelang planmäßig und folgerichtig gegen eine jener leidenschaftlichen Wallungen ankämpft, die immer wieder Deutschland ins Verderben zu ziehen drohen. In Deutschland denkt sich freilich jeder mannesmutig, der gedankenlos mit dem großen Haufen geht, am Biertisch für die Buren ins �Feld zieht und auf den Kaiser schimpft, weil alle schimpfen. Ich glaube, im Leben unseres Volkes werden sich noch oft Stunden einstellen, in denen wir bitter notwendig Männer brauchen, die einem politisch sslbstmörderischen Gefühlsdusel wehren und gelassen einen unbeliebten und vielvcrschriccnen Kurs fortsetzen." Ehemals, so versichert her„geschätzte Mitarbeiter", habe auch er den Kaiser ailgegriffeli, aber jetzt liebe er den gekrönten d c a l i st c n mit all s c i n c r o m a n t i s ch e n V e r- i r r u n g e n. Er habe zwar, wolle er ein Bild entwerfen, noch nmncheS zu berichten vom reisenden, redenden, telegraphierenden 5raiser mit seiner ewigen Unruhe, seinem Machtrausch, seinem GoUesgnadentum. Aber doch„würde sich eine Flut von Licht und Wärme über diese rastlose Seele ergießen und sie mit einer A 1 m o- sp h ä r e von Respekt und von Liebe umhüllen, wie das mutige und gewissenhafte Pflichtgefühl der bedeutendsten Persönlichkeit unt'er allen Monarchen der Welt sie in jedem nachdenklichen Wesen wecken muß". Wenn«S nach dem Sinne dieses Aationallibcralen geht, wird sich die Verhandlung im Reichstag über die kaiserliche Politik zu einem glänzenden Vertrauensvotum für den„bedeutendsten Monarchen der Welt" gestalten. Eine Prophezeiung. Es war im Januar 1903. Gegen Wilhelm II. herrschte wieder einmal große Erregung. Es wurde jene Depesche an den bayerischen Prinzregenten debattiert, in der Wilhelm II. dem Prinzregcntcn aus seinen Privatmitteln die Summe für Kunst- zwecke anbot, die die bayerische Kammer abgelehnt hatte. Damals erklärte Fürst Bülow: Nach unserer Verfassung, dir uns alle bindet, bin ich ver- antwortlich für diejenigen kaiserlichen Entschließungen, die zu ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung deS Reichskanzlers bedürfen. Artikel 17 der Ncichsverfassulig bestimmt, daß Anordnungen und Verfügungen des ilaiserö der Gegenzeichnung des Reichskanzlers bedürfen, der dadurch die Verantwortlichkeit für dieselben über- nimmt. Diese Gegenzeichnung und die dadurch, begründete Ver- antivortlichkcit erstreckt sich also nur aus Anordnungen und Ver- fügungen des Kaisers, also nur auf solche Handlungeu,. die in unmittelbarer Ausübung der dem Kaiser zu» stehenden Regierungsrechte vor sich gehen, da- gegen nicht auf persönliche Kundgebungen, selbst wenn solche Kundgebungen programmatischer Natur sind. Jen- seits dieser von der Verfassung gezogenen Schranken beginnt das weite G c di e t, wo nicht mehr die formale Verantwort- lichkcit des Reichskanzlers Platz greift, sondern— ich möchte sagen: die Imponderabilien der Tradition, des Taktes, der G ew i f s e n ha ft ig k e ick, der mora- tischen Verantwortlichkeit. Welche Folgerungen er- geben sich nun aus dieser moralischen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers gegenüber den persönlichen Kundgebungen des Kaisers? Reichsgesetzlich ist diese moralische Verantwortlichkeit ivcdcr ausgedrückt noch umschrieben. Sie folgt aber meines Erachtens aus der Natur der kanzlerischcn Institution/ Ich nehme gar keinen Anstand, hier uno vor dem Lande zu sagen, daß ein gewissenhafter, ein sich seiner moralischen Verantwortlichkeit be- wußter Reichsianzer nicht würde im Amte bleiben können, wenn cr nicht Dinge verhindern könnte, die nach seinem pflichtmäßigen Ermessen das Wobt des Reiches wirtlich und dauernd schädige» würde. Andererseits muß aber auch über die Schranken der Ver- fassung hinaus dem Kaiser wie jedem Staatsbürger ein weites Matz der persönlichen Initiative zustehen. Ich werde es aber niemals ablehnen, die Verantwortung zu über- nehmen für die Rückwirkung, welche solche Kundgebungen haben können auf den ganzen Gang der Politik, denn ich bin gegenüber dem Bundesrat, diesem hohen Hause, verantwortlich für eine Führung der Geschäfte, die. weder den äußeren noch den inneren Frieden des Reiches gefährdet. Der„Vorwärts" schrieb damals über diese Rede: Ter Reichskanzler ist nach der Verfassung der verantwort- lichc Leiter der Rcichspolitik. Er ist vor allem verantwortlich für alle politischen Betätigungen des Kaisers, der unverant- wortlich ist und den zudem ein besonderes Strafgesetz gegen jede 5iritik sicher stellt. Nun aber wandelt sich dieser Ver- fassungszustand allgemach unter der Kanzlerschaft des Grafen Bülow und eö gestaltet sich ein reizvolles Neues. Des Kaisers politisches Tun wird von dem Amtskonto gestrichen und auf das Konto des persönlichen geschrieben. Auf diesem „iveiten Gebiete", wie Graf Bülow meinte,„wo nicht mehr die formelle Verantwortlichkeit des Reichskanzlers Platz greift." kann , nur der Betätigungstrieb des Monarchen frei schalten. Auf diesem Gebiete kann der Monarch dem Zentrum tiefste Empörung zuschleudern. Auf diesem Gebiete kann der Monarch die Sozialdemokraten niederdonnern. Das ist das weite Gebiet der politischen Einwirkung, die zu den heftigsten öffentlichen Erörterungen, zu den bedeutendsten politischen Folgen führen können, für die aber niemand vcrant- wortlich ist. weder der unverantwortliche Monarch noch der ver- nntwortliche Kanzler., Für den Kanzler ergibt sich aus dieser EntWickelung der Vcrfassungsverhältnisse zudem die will» kommene Erleichterung, indem cr, je mehr das persönliche Regiment vorwaltet, um so mühe- loser die Bürde des verantwortlichen Regt- ments tragen darf! Graf Bülow hat von neuem bewiesen, daß es keine Anforde- rung an ihn gibt, der er nicht gewachsen wäre. Graf Bülow ist wahrlich ein„starker Mann". Doch Graf Bülow wird sich gewiß zu noch erheblicheren Leistungen erheben müssen. Die Prophezeiung hat sich erfüllt und der Nutznießer und Förderer des persönlichen, Regiments wird morgen als Bankrot- teur vor dem Reichstag stehen. Arbeitervereine sind politische Vereine. Dem Präses des katholischen Arbeitervereins zu Schönwald, Kreis Gleiwih, ist, wie ein Berliner Montagsblatt melvet, fol- gendes Schreiben des Amtsvorstehers zugegangen: „Auf Ihre Anfrage vom 4. September d: I., betreffend Notwendigkeit der Anmeldungen der Sitzungen, VerfamNK lungen usw. Ihres Vereins, teile ich Ihnen hierdurch ergebenst mit, daß nach einer Verfügung des Königlichen Herr» Lemprcus säm tli che Arbeitervereine als polittfche zu bS- handeln sind, und daß die Anmeldungen nach wie vor erfordcr- lich sind."—_ Gegen die Brausteuervorlage. Der gestern in Berlin versammelte Vorstand deS Schutzber- bavdeL der Brauereien der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft und verwandter Gewerbe, dem fast die gesamte Norddeutsche Brau- steucrgemeinschaft und mehr als 190 999 Gastlvirte angehören, hat einstimmig beschossen, die neue Brcmsteuervorlage auf das ent- schiedenste zu bekämpfen. 7-_ Gegen die Nachlaststeuer. Der Bayerische christliche Bauer«verein beschloß in einer Gesamt vorstandösitzung, in welcher sieben Kreisvereine vertreten waren, folgende Resolution: „Der Bayerische Bauernverein wendet sich mit aller Ent- schiedenheit gegen die vom Bundesrat vorgelegte Nachlaß- steuer auf landwirtschaflliche Vermögen, weil durch die vor- liegenden Vorschläge die bayerische Landwirlschaft, welche vor- wiegend den mittleren Grundbesig umfabt, auf das empfindlichste getroffen würde."_ Urheberrecht. Die Redaktionskommission der llrheberrechtskonferenz hat ihre Tätigkeit nach vielen arbeitsreichen Sitzungen beendigt und wird am lommenden Mittwoch der Vollkommiision im Entwurf einen neuen revidierten Text der Bcnrer Konvention zur Prüfung vor- legen._ Ei» Schützling der„Post". Die„Post"— da? vom Stnmnilchen Gelde großgezogene, gehässige und rektionäre Organ für Unlenrehinerinteressen— bringt in seiner Rümmer vom 9. November(Äbendalisgabe) die folgende Empfehlung des sogenannten freisinnigen Abgeordneten Dr. Mngdan: „Am 11. d. M. findet in Berlin eine Nochwahl zur Stadt- bervrdnetenversainmlung statt, in welcher von freisinniger Seite der ReichStagSabgeordnete Dr. Mngdan als Kandidat aufgestellt ist. Dr.Mugdan ist nicht nur einMann voncntschieden d e ü t Ich- n ati o n a l er Gessnnung. sondern auch der infolge seiner energischen Bekänipfung der Sozialdemokratie von dieser bestgehaßte Mann. Seine Kandidalur wird von den Demokraten Barlhscher Richtung mit allen Mitteln der dieser Richtung eigentümlichen gewissenlosen Agitation bekämpft. Unter diesen Umstände» ist cs für alle natioiialgefiniitkn Wähler geradezu eine Ehrensache, daß Dr. Mngdan in dem Wahlkanipfe siegt. Wir erwarten demzufolge von unseren Freunden und Gesinnungsgenossen in der beteiligten Wähler- schaft, daß sie sich am ll. Mann für Mann an der Wahl beteiligen und Dr. Mugdan zum Siege verhelfen." Diese Empfehlung hat der Dr. Mngdan redlich verdient.— Eine graste Kundgebung für die Arbeitslosen fand am Sonntag in München statt. Zwei stark besuchte Ver- sammlungen im Kindl- und Hackerbräukeller, die von zirka 7—8999 Personen besucht waren, nahmen nach ausführlichen Referaten der Genossen Harrl und Jschinger einstimmig eine Resolution an. ans der wir folgende Punkte hervorheben möchten: Schleunige Jnangrifsna hme von Arbeiten zu Tarif- l o h n s ä tz e n, um den Arbeitslosen Beschäft'zung zu bieten. Schleunige Jnangriffnahme von Kleinwohnung s- bauten durch Staat und Geni rinde. Verpflegung von schulpflichtigen Kindern Arbeitsloser und Nn bemittelter aus Gemeinde- Mitteln. Gewährung von Zuschüssen aus gemeindlich»» und staatlichen Mitteln an Bereinigungen, die Ihren Mitgliedern bei eingetretener Llrbeitslosigleit Unterstützung gewähre». Durchführung einer fortlaufenden Arbeits« losenzählung. Baldige Einführung einer Arbeitslosenversicherung durch das Reich im Anschluß an die bevorstehende Aendernng der Arbeitervcrsichcrungsgesetze. Majestät amüsiert sich. Wir lesen in der„Rhein. Westf.-Ztg.": „Wer die Berichte über den Jagdansflug unseres Kaisers in dem Blatte liest, daS dem Kaiser allein vollständig vorgelegt wird, wird nicht zu dem Glauben kominen können, daß der Kaiser über die augenblickliche Slimmung im Lande unterrichtet ist. Wir hatten eü wenigstens für unmöglich, daß er in diesem Falle, wie gemeldet wird,„ st e t s in b e st e r Stimmung" sein würde, und Stunden lang sich die Hirsche in Rudeln bis zu hundert Stück zutreiben ließe, um nach dem Abschuß dieses Wildes sich durch den„belannten Kapellmeister Wettaschek" lustige Weisen vorsptelen zu lassen. Solche Berichte müssen im deutschen Volke jedenfalls einen überaus Pein- lichen Eindruck machen." Was wird aber das Blatt erst sagen, wenn es folgende Notiz der„B. Z. am Mittag" sieht: „Wie uns ein Privattelegramm aus Donaueschingen meldet, haben auf der gestern zu Ehren des Kaisers vom Fürsien von Fürstenberg veranstatieten Loire die Mitglieder des Berliner Kabaretts E h a t n o i r, der Komiker Theodor Francke und der Baritonist Myreau, von ihrem Direlior Rudolf Nelson am Flügel begleitet, eine Anzahl Nummern ihres RepertoirS zum Bortroge gebracht. Die tlluftre Gesellschaft zeigte sich von den V/i Stunden währenden Vortragen aus höchste belustigt und zollte den Künstlern reiche Anerkennung. Gleichzeitig wird gemeldet, daß das Kaiserpaar sich im April für zwei Monate nach K o r f u begeben wird; das .. Regieren int Umherziehen" dauert also lustig fort. Da wir schon bei diesen Personalien sind, so sei auch mit- geteilt, daß mit der Veröffentlichung des KaiserintervieivS auch einige Hohenzollern nicht zufrieden zu sein scheinen. Nach einer Meldung der„N. Fr. Pr.", die allerdings noch durch kein Dekhenti bestätigt worden ist. haben die Ä a i s e r i n und der Kronprinz dem Kaiser über die Veröffentlichung ihr Erstaunen ausgesprochen. Man sieht also. Wilhelm ll. bedarf wirklich der Ausheiterung. Wir empfehlen zu diesem Ziveck neben den Kabarettvorstellungen auch die bevorstehender ReichstagSreden der Blockführer.— Neue Bestimmungen über das SubmissionSwesen. In Vertretung des Reichskanzlers hat der Staatssekretär v. Bcthmann-tzollwcg Bestimmungen über das Submissionswescn erlassen. Diese neuen Submissionsbedingungen erstrecken sich über den VerwaltungSbereich des Reichsaints deS Innern, die Reichspost- und Telcgraphenverwaltung, die Heeresverwaltung und die Marine, Verwaltung.,■ Allgemein wird bestimmt, daß Leistungen und Lieferungen in der Regel öffentlich auszuschreiben sind. Mit Ausschluß der Ocffentlichkeit können zu engerer Bewerbung ausgeschrieben werden: 1. Leistungen und Lieferungen, die nach ihrer Eigenart nur ein beschränkter Kreis von Unternehmern ausführen kann. 2, Leistungen und Lieferungen, für die in einer öffent- lichen Ausschreibung ein annehmbares Ergebnis nicht erzielt worden ist, 3/Leistungen und Lieferungen, deren Gesamtwert den Betrag von 9999 M. nicht übersteigt. In diesem Falle sind in der Regel mindestens drei und höchstens sechs Bewerber, bei deren Auswahl nach Möglichkeit zu wechseln ist, zur Abgabe von An- geboten aufzufordern.--'>1 Unter Ausschluß jeder Ausschreibung kann die Vergebung erfolgen:• 1. Bei Gegenständen, deren Wert den Betrag von 3999 M nicht übersteigt. 2. bei Dringlichkeit deS Bedarfs. 8. bei Leistungen und Lieferungen, deren Ausführung bc« sondere Kunstfertigkeit erfordert oder unter Patent oder Muster- schütz steht. 4. bei Nachbestellungen zur Ergänzung des für einen be- stimmten Zweck ausgeschriebenen Gesamtbedarfs, sofern kein höherer Preis vereinbart wird alS für die Hauptlieferung. Bei der Auswahl der Unternehmer ist auch hier möglichst zu wechseln und sind die ortsangesessencn Gewerbetreibenden Vorzugs- weise zu berücksichtigen. Aus den sehr ins einzelne gehenden Vorschriften über Aus- schreibungen, Vertragsabfassung, Vcwerbungö- und Zuschlags- fristen usw. heben wir hervor, daß bei der Zuschlagsvertcilung ans- geschlossen von der Berücksichtigung sein sollen: Angebote, die eine im offenbaren Mißverhältnis zu der Leistung oder Lieferung stehende Preisforderung enthalten, so daß nach dem geforderten Preise an und für sich eine tüchtige Ausführung nicht erwartet werden kann. Der Bedarf an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist, so, weit dies ohne Schädigung fiskalischer oder anderer allgemeiner Interessen und ohne grundsätzliche Ausschließung des Handels aus. führbar ist, tunlich st unmittelbar von den Produ« zenten zu erwerben. Liegen von mehreren Handwerkern gleichwertige Angebote vor, so sind bei der ZuschlagScrteilung die Bewerber zu berücksichtigen, die den Meistertitel führen. Die Wahrung der Arbeiterrcchte kommt in den neuen Sub- missionsbedlngilligen nur in recht bescheidenem Maße zur Geltung. In den Spezialbcdingungen für die einzelnen Äerwaltungszwcige lvird in gleichlautenden Paragraphen vorgeschrieben, daß der Unternehmer über die mit dem Arbeiter abgeschlossenen Verträge Auskunft zu erteilen hat. Sollte der Unternehmer die ihm aus den Verträgen mit seinen Handwerkern und Arbeitern obliegenden Verpflichtungen nicht oder nicht pünktlich erfüllen, so bleibt der Berlvaltung das Recht vorbehalten, die von dem Unternehmer ae- schuldeten Beträge für dessen Rechnung aus seinem Guthaben oder der gestellten Sicherheit unmittelbar an die Berechtigten zu zahlen. Der Unternehmer hat die hierzu erforderlichen Lohnlisten usw. der Verwaltung zur Verfügung zu stellen. Die Bedingungen schreiben weiter bor. daß der Unternehmer für angemessene Unterkunft oder Verpflegung der Arbeiter zu sorgen hat und verpflichtet ist. auf Baustellen alle Einrichtungen, welche zur Sicherung der Gesundheit der Arbeiter und zur Wahrung der Reinlichkeit erforderlich sind, zu treffen. Auch hat cr die zur ersten Hilfeleistung— vor Ankunft des Arztes— erfordcr- lichen Verbandmittel.und Arzneien bereitzuhalten. Endlich wird destimmt, dctß der Unternehmer für ordnungsgemäße Kranlenvcr- sicheriing der Arbeiter zu sorgen bat. Dagegen ist in dem ganzen 179 Seiten starken Aktenstück kein Wort enthalten, daß sich ein« Berücksichtigung des Beschlusses des Reichstages im letzten Sessionsabschnitt deuten ließe. Der Reicks- tag beschloß bekanntlich: Den Reiebskanzler zu crsucben. Arbeiten für die Marine- und Militärverwaltung nur an solckic Firmen zrs vergeben, welche in Beziehung auf die Arbeitsbedingungen die gesetzlichen Vorschriften einhalten und, falls Tarifverträge für die betreffende Art der Arbeit am Ort des Betriebes bestehen, nicht hinter den Bestimmungen dieser Tarifverträge zurückbleiben. Die Vnlknnkrise. Gegen das persönliche Regiment. Sofia, 7. November. Die S o b r a n j e setzte heute die A d r e ß- d e b a t t e fort. Der Führer der Nationalisten, Todorow, kritisierte in.maßvoller Weise die Politik der bulgarischen Negieriing gegyr- über den Orientbahnen, und die unze-ttgeanäße Proklamiening der Unabhängigkeit. Der Führer der Agrariergrupp« griff in heftiger Weise die Regierung an, welche ein Verbrechen begangen habe, indem sie dem Fürsten Ferdinand die Königskrone aufgesetzt habe. Die Regierung müsse nun auch den Mut haben, einen zweiten Staatsstreich auszuführen, und die Leitung der bulgarischen äusteren Politik den un Vera ntw ort- lichen Händen des bulgarischen Königs entreißen. Die Regierungspartei protestierte lebhaft gegen diese Aeußerung. Abrüstung in Bulgarien. Sofia, 9. November. Die bulgarische Regierung hat heute die Entlassung des ältesten Jahrgangs aller Waffengattungen ver- fügt, der jetzt seine Dienstzeit beendet hat. Der Grund zu dieser Verfügung liegt einerseits darin, daß die Regierung neuerlich ihre Friedensliebe bekunden will, andererseits in Sparsam- keitsrücksichten._ OefUmicb. Neue nationalistische Krawalle. Wien, 8. November. Wie der„Neuen Freien Presse" aus Prag gemeldet wird, war der Graben schon um ll) Uhr vormittags von tschechische» Maffen dicht gefüllt. Von den deutschen Studenten, die sich in Farben— über 300 an Zahl— gruppenweise im „Deutschen HauS" versammelten. wurden einzelne überfallen und verwundet. Auf dem Heumarkt wurde ein Student mit einem großen Stein am Kopf schwer verletzt. Infolge dieser Borgäuge ordnete der Polizeidirektor die völlige Räumung des Grabens an. Aus Einspruch der gleichfalls im Deutschen Hause ver- sainmelten deutschen Professoren und Abgeordneten, die in der Räumung und' Absperrung des Grabens eine Vereitelung des Bmnmels der deutschen Studenten erblickten, erklärte der Polizei- direktor, er halte seine Verfügung aufrecht, weil er sonst Blulvergießen befü-chte. Unter dein Schutze von Gendarmerie zogen sodann die deutschen Studenten mit den Professoren und Ab- geordneten zur Universität, hielten dort eine Versa»i»,liing ab und beschlossen, gegen das Vorgehen des PolizeidirektorS Protest eiuzu- legen. Auch auf dem Heiinwege wurden einzelne Studenten an- gegriffen._ Der Protest der deutschen Hochschulen. Wien, 9. November. Der akademische Senat der deutschen Universität hat beschlossen, zu demissionieren, wenn die Regiertnig nicht umgehend die Iusläude in Prag beseitige und den deutschen Studenten die Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte er- mögliche. Der Senat der deutscheil technischen Hochschule hat einen ähnlichen Beschluß gefaßt. Schweiz. Ein neuer Wahlerfolg. Zürich. 9. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei der gestrigen Stichivahl in Langenthal wurde Ge« nasse N i ck l i in den N a t i o n a l r a t geivählt.~ Rußland, Berurtcilte Sozialisten. Petersburg, 9. Noveinber. Vier sozialistischeMit- 8l i e d e r der ziveitcn D u in a, welche wegen des W i- orger Manifestes verfolgt waren, sind der eine zur Verbannung nach S i b i r i e n. der zweite zu vier Jahren und die übrigen beiden zu fünf Jahren Ge- fängnis verurteilt worden.— perNen. ReaktiouKrcr Schtvindel. Teheran, 8. November. In Bagnchah fand eine außer- ordentliche Versammlung zur Beratung über die Wahl- gesetze statt. Es»ahmen daian viele Geistliche, Vertreter der Kauf- maiinschafl und sämtliche Mimster teil. Im Namen des Schahs wurde eine Rede verlesen, in der ausgeführt wurde, der Schah willige ein. eine Konstitution zu geben, die Wahlgesetze seien fertig und den Provinzen zur Keiintnisiiahnie mitgeteilt worden, doch sei eS mtS Anlaß einer große» Menge eingegangener Telegramme, die gegen eine Wiederherstellung der Konstitution protestieren, wünschenswert, vorher die Ansicht der Bewohner der Haiipistadt zu erfahre». Die Aiiivcscnden erllärien, die Konstitution stehe im Widerspruch mit dem heiligen Gesetz und protestierte n gegen die Wiederherstellung. Der Prolest wurde schrmlich aufgesetzt und mit Unterschritten und Siegeln versehen. Die Bevölkerung der Hauptstadt erblickt darin einen Versuch des Schahs, sich der Ersülluug seiner Ver- sprechungen zu entziehen. Der großbriianuische und der russische Gesandte, die täglich zu- sammen konferieren, haben erneut beim Schah Vorstellungen erhoben wegen Wiedereinführung einer konstitutio- n e l l e ii R.egierung. Indien. Ein politisches Attentat. Kalkutta, 8. November. Der Gouverneur von Bengalen Sir A. H. Leith Fraier ist gestern abend dein Schicksal entgangen, ermordet zu werden. Während er sich mit dem Lesen von Zeitungen beschäftigte, trat plötzlich ein junger Bengale aus ihn zu, hielt ihm einen Revolver vor die Brust und drückte zweimal ab. Die Patronen versagten jedoch und der Täter wurde sestgenommen. Während dies geschah, eimeriiten sich einige Bengalen, die sich vor der Halle, dem Schauplatz des Mordanschlags, aufgehalten hatten, in gioßer Eile. Es wird angenommen, daß eS Helfershelfer des Täters waren. London. 9. November. Der neue Mordversuch auf den Gou» berneur von Bengalen erregt hier schwereSorgen. Es ist das vierte Attentat aus den Beamten und ist wohl die Antwort auf eine eben erlaffcne Proklamation de� Kaisers von Indien an die Völker Indiens aufzufassen, von der man große Wir- kungen erwartet hatte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Atten- täter Chowdry nicht allein steht, sondern Mitglied einer Ge, sellschaft von Verschwörern ist. Amerika. Die Tarifresorm. Washington» 7. November. Nach einer längeren Konferenz mit dem Piäsidentcn R o o s e v e t t erklärte das Kongreßmitglied Payne. Vorsitzender der Kommisston für Tarifangelegenheilen, die Tarifreform würde nicht in der kontn, enden, sondern in einer besonderen am tb. März 1909 beginnenden Session des Kon- gresseS beraten werden. Gegen de« Tabaktrust. New Dort, 7. November. Der Oberste Gerichtshof der Union stellte sich in einem heute gefällten Spruch auf den Standpunkt der Regierung. wonach die Amerikanische TabakS-Gesell« schaft als ein Trust anzusehen sei. dessen Vorgeben sich als Hemmnis für den Handel und als Verletzung des Sherman- A n» i» T r u st g e l e tz e s darstelle. Einer der beteiligten Richter äußerte sich dahin, daß die Bestellung eine» staatlichen Verwalters. die gefordert worden ist. untunlich und unnötig sei. Die Klagen gegen die Jmperial-Tobacco- und gegen dieBritisch-Ainerican-Tobacco- Company wurden abgewiesen. Achtung! Die GewcrhrchaftUcbc*)* Berlin imd Qmgegcnd. Mitglieder des Bäcker- und KooditorenverbaudeS! Wahl des Gesellenausschusses der ,.Gernlatna"-Jnmlng ist wider alles Erwaiten schon zu Donnerstag, den 12. November, anberaumt worden. Zu den bekannten Fälscherkünsten jetzt auch noch die Uebcr- rampelung! Macht diesen Coup durch ge- schlösse nen Aufmarsch zunichte! Bei„Germania"- Meistern beschäftigte Konditoren und Tagesbäckcr müssen unter allen Umständen durch Verständigung mit dem Unter- nehmer resp. geschickte Arbeitseinteilung ihr rechtzeitiges Erscheinen ermöglichen. Auf die Aushändigung der von der Innung ausgegebenen W a h l k a r t e n ist zu bestehen, da die Innung bisher nicht davor zurückschreckte, selbst gestempelte Bescheinigungen der Arbeitgeber zurückzuweisen. Treff- Punkt aller Mitglieder und Freunde des Verbandes a m Wahltage nachmittags l'/a Uhr bei H ü b n e r. C h a u s s e e st r. 120, großer Saal. Die Mitglieder des Radfahrerklnbs„Frisch auf!" sowie die Verbandsfiiiiktionäre werden dringend ersucht, sich voll- zählig zur Verfügung zu stellen. Alles Nähere in de? heute nachmittag 3 Uhr in den Ar ni in hallen, Kommandanten- straße 53/59. tagenden Versammlung! Die OrtSverivaltung des Bäcker- und Kouditoreitverbandes (Bezirksleitung Berlin). Im H-lzarbeitcr-Bcrvand fand am Sonntag, den 8. November, eine Urabstimmung über die beantragte Einführung eines Vertreter- iystems für die künstigenGeneralversammlungen Insgesamt. 5033 St. dafür, 1676 dagegen. Damit ist die Zusammensetzung der zukünftigen General« Versammlungen aus Delegierten a n g e n o nun e n. Die Berliner Isolierer und der Streik bei Reinhold u. Co. i» Hamburg und Haniwoer. Der Verband der Isolierer und Steinholzlcger hatte am Sonn- tag eine außerordeinliche Mitgliederversammlutig der Isolierer ein- berufen, um zu dein Streik beider Firma Reiuholdu. Co. in Hamburg und Hannover Stellung zu nehinen. Diese Weltfirma, die nicht weniger als 20 Zweiggeschäfte und 19 Agenturen besitzt, machte in Hamburg den Versuch, ihren Isolierern die Akkord- arbeit und damit zugleich auch eine Art Zwischeiimcisieriystem ouszu- zivingen. Dies ist die Ursache des Streiks, der sich nun auch auf Hannover erstreckt, wo die Firma ihr Hauptgeschäft hat und der. tveun sie aus ihrem Plan beharrt, noch im Laufe dieser Woche auf >äl»tliche Zweiggeschäfte übergreifen wird. In Hamburg wurde in diesem Frühjahr ein Tarifvertrag für das Jsolierergewerbe ab- geschlossen, der bis tölO Gültigkeit hat. Er enthält auch eine Mindest- leistuiigsklausel, der die Isolierer Hamburgs nur deswegen zu- stimmten, weil sie auf keinen Fall die Akkordarbeit eingeführt wissen wollten, die ihnen um so verwerflicher erscheint, als sie unmitlelbar zu einem Zivischenmeistersyslem führen iimß. Die Firma Reinhold u. Ko. bebouptet nun zivar, daß die Schlichlungs- koinmission ihrem Hamburger Geschästssührer Springer in seinem Vorgehen Recht gegeben habe, tatinchlich aber waren es nur die Albcitgcberverlreier, die so urteilten, und im übrigen sind die Be- schlüsse der SchlichtungSkominission in keiner Weise bindend für die Parteien. Ferner behauptet die Firma in einem Schreiben an die Geschäfisleiriiitg des Verbandes, das in der Versammlung verlese» wurde, in Hamburg sei kein Zwischenineister angestellt und sie selbst sei auch Gegner deS Zwischei»,ieistersystems. Deiiigegenüber wurde in der Versammlung ausgeführt, daß der in Haniburg bei der Firma tätige Isolierer Eiler«, dem die größte» Arbeiten übertragen werden, da« Recht hat. selbständig A>beiter anm» nehinen und zu entlassen, also tatsächlich als gwischeitnieisler aiistlilt. Zudem hat die Finna kürzlich auch in ihrem Zweig- geichäft zu Mülhausen versucht, einen Isolierer und noch dazu den Vorsitzenden der dortigen VervanvSfiliale, als Montage- meister eiiiznstellen, was nur dadurch verhindert wurde, daß die übrigen 13 Isolierer einmütig erklärten, sie brauchten keinen Zwischen- meister und wollten au» keinen haben. Bei ihrem ganzen, offenbar planmäßigen Vorgehen stützt die Finna sich jedenfalls auf die Unter- nehmcrorgaiiiiatio» deS BerutS. die beschloffen haben soll, daß die Akkordarbeit überall eingeführt werden muß. Die Geichäslsleitung deS Jioliererverbandes hat nun auch bereits alle Filialen von der Sachlage in KemmriS gesetzt. Die Arbeiter deS Berliner Geschäftes der Finna Reinhold u. Co. hielten schon am Sonnabend eine Werk- siatibesprechling ab und erklärten sich«i»stim»ng bereit, falls die Streiks in Hamburg und Hamiover nicht sofort beigelegt werden, in den Sympalhicstleik zu treten. An Arbeit fehlt eS. trotz der schweren Wirtschaftskrise, im Jsolterergewerbe keineswegs, um so mehr ist es selbswerstäudlich. daß der Verband alles aufbietet, um eine all- genieine Verschlechterung der Lohn- und ArbeilSverhültuisse abzuwehren. Nachdem der Filialvorsitzende Beckmann sowie der Geschäfts- leiter Lange ausfühilich über die Lage berichtet hatten, und nach gründlicher Debatte beschloß die Versammlung einstimmig, daß der Geschästsleitcr des Verbandes gemeinsam mit einem hier bei der Firma arbeitenden Isolierer sofort zwecks Beilegung deS Streiks in Homburg und Hannover im Hauptgeschäft zu Hannover vorstellig werden soll, und daß diese Bcrhandtluigen so zu beschleunigen sind. daß sie spätestens bis Dienstag, den lO. November ihren Abschluß eneicht haben, widrigenfalls die hiesigenJsolierer derFirma sofort in den Sympathiestreik treten. Die Isolierer der Finna Reinhold u. Co. versammeln sich heute. Dienstagabend, zu einer Werlstattbesprechung. Außerdem wird am Mittwoch eine Mitgliederversammlung stattfinden, wo über das Ergebnis der Verhandlungen berichtet wird. Achtung, Schuhmacher! In der iSchästefabrik von Gebr. Simon jr., Kochstr. ISs, sind Differenzen entstanden. Sämtliche haben die Kündigung eingereicht. Zentralvervand der Schuhmacher. Vorrichter und Stepperinnen Ortsverwaltung Berlin. den Organisationen(Haftnarbeiier- und FabrikarbeiierberbanbP erklärte Herr Aschner: Wer nicht wolle, solle sofort die Papiers erhalten; jetzt mache er die Preise. Dieser Ton klang so heraus- fordernd, daß die Teilnehmer an der Verhandlung sich große Reserve auferlegen mutzten. Es blieb nichts anderes übrig, als die Arbeit niederzulegen. Tie Kollegen hoffen, mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dennoch die alten Lohnbcdingungcn wieder herzustellen. Finden sich keine Arbeitswilligen, dann wird ihnen dies auch gelingen. Zuzug ist fernzuhalten. Verband der Hafenarbeiter und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Mitgliedschaft Werlin. Belohnung für treue Dienste. Die Maschinenfabrik und Eisengießerei von Georg Granert. Inhaber Bahrfeld, in Stralau, stand bis vor kurzem in den Ruf, daß die dort beschäftigten Arbeiter mit einem gewissen Wohlwollen behandelt werden. Daß diese Annahme nicht unzutreffend ist, da- für spricht die Tatsache, daß eine größere Zahl von Arbeitern jahrelang in dem genannten Betriebe tätig sind. Doch, mit der Unternehmer Mächten, ist kein ewiger Bund zu flechten, und mit dem gewissen Wohlwollen scheint es im Betriebe des Herrn Bahrfeld aus zu sein. Wenigstens haben zwei Arbeiter, welche seit einer Reihe von Jahren bei der Firma beschäftigt waren, dieser Tage erleben müssen, wie der Unternehmer jahrelange treue Pflichterfüllung der Arbeiter belohnt. Der Fabrikporticr will natürlich wenigstens ab und zu einen freien Sonntag haben. Der wird ihm auch gewährt und der Chef sorgt in wirklich recht eigenartiger Weise für eine Vertretung des Portiers an den freien Sonntagen. Von zwei Lagerarbeitern, deren einer 12 Jahre, der andere'6Vj Jahre ununterbrochen bei der Firma in Arbeit steht, verlangte Herr Bahrfeld, daß sie aowcchsclnd den�Portier vertreten. Für die Vertretung bot er den Arbeitern pro Sonntag— der Dienst währt von morgens 7 bis abends 6 Uhr— einen Lohn von zwei Mark an. Die beiden Arbeiter waren an sich bereit, den Sonntagsdienst des Portiers zu übernehmen; sie wollten sogar auf jeden besonderen Zuschlag, wie er für Sonntagsarbeit allgemein üblich ist, verzichten und sich damit begnügen, daß sie tür den betreffenden Sonntag denselben Lohn erhalten, den sie an Wochentagen beziehen, nämlich 4 M. Mit vollem Recht lehnten es die Arbeiter ab, für einen halben Tagelohn dem Unternehmer ihren ganzen Sonntag zu opfern. Sic bemerkten, daß ihnen während ihrer langjährigen Tätigkeit im Bc- triebe eine solche Zumutung noch nicht gestellt worden sei.— Der Unternehmer beantwortete die vollkommen korrekte Haltung der beiden Arbeiter mit ihrer Entlassung. Eine Betriebsversammlung der Arbeiter hat beschlossen, daß jeder einzelne von ihnen, falls der Sonntags-Portierdienst von ihm verlangt wird, dieselbe Haltung einzunehmen hat. wie die beiden Entlassenen. ES wird sich also zeigen, ob Herr Bahrfeld fortsäbrt, Arbeiter zu maßregeln, die sich ihm für einen halber Tagelohn nicht einen ganzen Sonntag zur Verfügung stellen. Vevtktbeo Rtld»* Kontob, icharbcitcr und Buchbinder wollen besonders auf schwe« dische Streikarbeit Achtung geben, da von den schwedischen Arbeitgebern besonders versucht wird, dieselbe in Deutschland m»ter- zubringen. In erster Linie wird dies von den Koniobnchfabrilen in Stockholm und ESkUstuna versucht. Alle a r b e i t e r sre u nd- lichen Blätter werden dringend um Rachdruck dieser Notiz ersucht, da auS verschiedenen Städten schon von Versuchen mit schwedischer Streikarbeit berichtet worden ist. Deutscher Buchbinder-Verband. Aussperrung in der Holzindustrie. In Swinemünde find sämtliche im Holzarbeiterverband organisierten Tischler und Maschinienarbeiter Sonnab»'nd' abend ausgesperrt worden._ Drohende Aussperrung der Lederarbeiter in Elmshor«. Ein« von 600 Arbeitern besuchte Versammlung, m Elmshorn nahm eine Resolution an, in der es heißt:„Die Versammluna der Lederarbeiter nimmt Kenntnis von dem Schreiben der Unternehmer, in welchem die Aussperrung sämtlicher Lederarbeiter angedroht wird. Die Versammlung ist der Ansicht, daß sie nicht in der Lage ist, auf die Arbeiter der Firma Strecker einzuwirken, daß sie die Arbeit für den angebotenen Preis ausnehmen. Tie Versammelten sehen der Androhung einer allgemeinen Aussperrung mit aller Ruhe entgegen und beauftragen den Vorstand, eventuelle Maß- irahmen zu treffen." Aussperrung. vom Arbeitgeberverbond der linksrheinischen Me- tallindustrie vor kurzem angekündigte Aussperrung der Arbeiter in den Gießereibetrieben von Aachen und Umgegend ist nunmehr in Kraft getreten. Wie es heißt, sind einstweilen zirka 200 Arbeiter betroffen. Falls eine Beilegung der noch schwebenden Differenzen nicht erfolgt, stehen weitere Aussperrungen zu ev- warten. Lohnbewegung der Buchdruckerei-Hilfsarbeiter. Die in den Buch- druckereien Augsburgs beschäftigten Mitglieder deS Verbandes der Buch- und Steindruckerei-HilfSarbeiter harten an die Arbeitgeber Forderungen eingereicht, welche auf Abschluß eines Tarif- Vertrages abzielten, wie ein solcher schon in euier Reih« von Städten zwischen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorgauisation vorhanden. Die Unternehmer haben in einer am 6. November statt- gefundenen Sitzung beschlossen, jede Unterhandlung mit den Arbeitern abzulehnen, sodaß eS voraussichtlich zur Arbeitsniederlegung kommen wird. Letzte IVachricbtcn und Depcftlm Gegen das persönliche Regiment. Königsberg t. Pr„ 9. November.(Prrvatdepcschs de»„Vor- wärts".) In einer überaus stark bejucküen Vollsversammlung behandelte Genosse Haase das Thema..Kaiser, Kanzler, deutsches Volk". Nach dem mit jubelndem Beifall begleiteten Referat wurde der von einer Kölner Versammlung angenommen Resolution(ab» gedruckt im.Vorwärts" Nr. 262) zugestimmt. Uebernahme des Zeppelin l. Stuttgart, 9. November. Wie der„Schwäbische Merkur" er- fährt, hat das KriegSministcrium in Berlin daS Lustschiff Zeppelin I amtlich abgenommen. Es waren vom Reichstage 2 150 000 M. bewilligt worden, von denen die nach der Katastrophe bei Echterdingen-dem Grafen Zeppelin ausgezablten 500 000 M. als persönliche Gratisitation gedacht und 1650 000 M. für den Ankauf drr Luftschiffe ZeppelinS bei Nachweis gewisser Leistungen bestimmt waren. Von dieser Hauptsumme wird jetzt ein Teil zum Ankauf des Zeppelin I verwandt werden. i Folgenschwerer Giebeleinstur». 6* Brüssel. 8. November.(W. T. B.) Auf der Grube CueSmeS Sonnabend ganz plötzlich den dort beschäftigten Bretter'tröMrn. 12, � MpnS wurden gestern abend bei einem GieMemstuiz eine» au der Zahl, einen von der Firma selbstgemachten Lohntarif vor.! Gebäudes zwanzig Arbeiter mit in die Tiefe gerissen. Von den Die Kollegen hätten durch denselben einen Verlust von wöchentlich j verunglückten Arbeitern wurde einer getötet, zwölf wurden schwer 10 M. erlitten. In Gegenwart der Vertreter der in Frage kommen-: verletzt, einige davon lebensgefährlich. verantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.GIocke.Bcrlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer L- Co., Berlin SW. Hierzu 3 Bcilogea mUnterhaltongSbl, fraa. W.z.w� j Ktilllgt des JormürlD" Kelliütr WIKslilM. Reichstag. 167. Gitzoag vom Montag, den 9. November, nach- mittags 2 Uhr. Am BundeSratStische: v. Bethmann-Hollweg, V.Ar- aim-Criewen. Die erste Beratung deS WeingesetzeS Wird fortgesetzt. Abg. Werver(SBfrtfch, Cg.) erkennt an. dah die Vorlage gegen- Lber dem gegenwärtigen Zustande manche Borzüge bietet. Ber- schiedene Mängel würden in der Konmiission zu deicitigen sein. Abg. Beuchclt— 4ll0, die des Zentrums und der Christ» lichsozialon 5510—5561 Stimmen. Die sozialdemokratische Stimmenzahl ist«gen die der Wahl von 1006 um 30 Stimmen zurückgeblieben. Das.Vollsblatt sür Bochum" erklärt das unbe- rtcdigende Ergebnis also: „Das Gros unserer Wähler war unter den Bergarbeitern der Außenbezirke zu suchen. Diese kamen naturgemäß am ersten Wahltage erst gegen Abend zur Wahl, wo sie nach stunden- langem vergeblichen Warten oder auch angesichts deS schon vorhandenen kolossalen Andranges umkehrten, j» der Hoffnung, daß sie am zweiten Tage eher an die Reibe kommen würden. Aber da war es bekanntlich noch schlimmer. Die kleinen Spießer und die vom Bochumer Verein um 4 Uhr beurlaubten Wähler- lolonnen nahmen ihnen die Plähc vorweg. Ebenso ging es unseren Wählern aus Handtvcrkerlreiscn, die infolge der Krise ohnehin schon erheblich weniger an Zahl waren, wie 1006. Mittags waren die Lokale schon von den um 11 Uhr beurlaubten Fabrikarbeitern besetzt. Abends um 7 Uhr. wenn sie Feierabend haben, wurden die Wahllokale schon geschloffen. Hundert« von Wählern waren zudem am ersten Wahltage in der Tonhalle in- folge Abbruchs der Wahlhandlung um',67 Uhr nach Hause ge- schickt worden. All diese Umstände trugen zunächst dazu bei, daß das Wahl- resultat des ersten Tages sür uns ein sehr schlechtes war. Und dieser Umstand hat dann viele von unseren Wählern schon bc- stimmt, die Hoffnung auf einen positiven Erfolg aufzugebeu. Wer sie noch nicht verloren und am zweiten Wahltage noch pslicht- gemäß antrat, wurde durch den noch viel stärkeren Andrang pflichtvergessen und ging wieder nach Hause. Das hatte zur Folge, daß uns die gegnerischen Parteien,'deren Wähler aus dem Beamten- und Mittelstand sich das Warten leisten tonnten, noch weiter voraus kamen. Ein Umstand, der wiederum dazu bei- trug, daß am dritten Wahltage unsere Leute maffenhaft der Wahl fern blieben, die bei den unerhört schlechten Wahlvorbe- reitungen des Magistrats ein großes Opfer bedeutete. Diese Umstände machen vieles begreiflich, aber nicht ent- schuldbor. Unsere Leute müssen sich trotz alledem ein Beispiel an dem Pflichtgefühl der Schwarzen nehmen, von denen sie sich haben weit übertreffen lasten." Zu dem Ausfall der Sla�tverordnetenwahl in Leipzig schreibt die„Leipziger Volkszeitung": ..... Zwei Kreise mit vier Mandaten hat unS die vereinigte Reaktion abgenommen. DaS Resultat habe» Einge- weihte vorausgesehen; diese Verschiebung in den Besitzverhält- nisten mußte bei der famosen WahlkreiSgeometrie mit Not- wcndigkcit eintreten. Wir haben in der dritten Abteilung zweitausend Stimmen mehr als der gesamte Ordnungöklüngel erhalten und müsten uns doch nur mit der Hälfte der Mandate begnügen. Die Gegner hatten ungeheure Anstrengungen gemacht. Der gesamte Mittelstand, die Beamten. Lehrer, die gelben Arbeiter. die„besseren" Mitglieder deö Mietervereins, haben gegen uns zu Felde gestanden. Und doch sind sie moralisch schmählich unterlegen, denn sie haben eS trotz aller skrupellosen Hetze, trotz studentischer Schleppdienste, trotz aller ihnen in reichem Maße ziir Verfügung stehenden Mittel nur auf etwas über 11 000 Stimmen gebracht, gegenüber 13120 sozialdemokratischen Stimmen. Die sozialdemosratische Partei hat gegenüber der Wahl von 1006 einen Stimmenzuwachs von fast dreitausend zu verzeichnen, die Gegner haben etwas über 6000 Stimmen gewonnen." Polizeiliches,©erlchtlithea uto. Wegen Beleidigung dcS ReichSverbandSagente» August Mertens in Altenburg war Gcnoste Dikreiter von der ..A l t e n b u r g e r VollSzeitung" vom Schöffengericht Alten- bürg zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte Dikreiter Berufung eingelegt, die am 3. November zur Ver- Handlung stand. Es handelte sich um eine Notiz, in der eS hieß, daß Genoste Schubert vom Zwickauer..B o I k s b l a t t" zu 100 M. Geldstrafe verurteilt tvorden sei, weil er den Mertens mit den ihm gebührenden Titel belegt habe. Welcher Art dieser Titel sei, war nicht gesagt worden. In der Verhandlung brachte Genosse Dikreiter zur Sprache, daß sich der Kläger u. a. der Verbreitung einer verleumderischen Beleidigung des Abgeordneten Genossen Fischer vom„Vorwärts" schuldig gemacht und, trotzdem er vom Gegenteil überzeugt sein müsse, bis zur Stunde die beleidigende Behauptung nicht.richtig gestellt habe. Zur Verteidigung berief sich der Reichsverbandsageut darauf, daß er diese ihm zugeschriebene Aussagen dem Rexhäuscrschen„Korrespondent" ent- uommen Habel Auch für die von ihm wahrheitswidrig behauptete Ausbeutung der Arbeiter in der Druckerei der..Leipziger Volks- zeitnng" zitierte Mertens den Rexhäuserschen �starre- sponoent" als Quelle! Von Interesse an dieser Verhandlung ist noch die Aeußerung des Vertreters des RcichSverbandsagcnten, daß der Hauptvorstand de» ReichSverbandeS in Berlin feine Angestellten angewiesen bebe, gegen all« sozialdemokratischen Redner und Zeltungen vorzugehen, die sich„Beleidigungen" der ReichSverbandvagenun zuschulden kommen ließen. UebrigenS wurde die Berufung verworfen. LandSberg a. W. Ein aufgehobenes Urteil. Zur Zeit der LandtagSwahl verteilten zwei Driefener Genossen im Dorfe Schwachenwalde die Flugblätter„Aus zur Wahl!" Der Gendarm stellte unsere Genossen, als sie au» dem Gasthof, wo sie efrühstückt hatten, herauskamen, fest und nahm ihnen die Flug- lätter ab. Der Gastwirt hatte seine eigenen Gäste denunziert, wie er vor Gericht schmunzelnd bekundete! Die beiden Genossen wurden mit je 10 M. Geldstrafe belegt und das Urteil vom Amtsgericht Woldenberg bestätigt. Die Berufung wurde am 8. d. M.' vor dem Landgericht Landsberg verhandelt. Als Verteidiger war Dr. C. R o se n fe l d- Berlin erschienen. In längeren Aus- führungen wipS er die Haltlosigkeit der Anklage nach, der Staats- anivalt aber verlangte Verwerfung der Berufung, nicht allein, weil die Heilighaltung der Sonntagsruhe durchbrochen und eine bc- merkbare Arbeit verrichtet fei, sondern auch weil eS sich nach§ 10 des preußischen PreßgesetzeS um Aufruhr handelte. Dem vom Verteidiger beantragten Freispruch schloß sich das Gericht nach einer längeren Beratung(mit der Unterbrechung zwecks Fest- stellung, daß die Wahl schon ausgeschrieben war und somit das Preßgesetz nicht tn Frage kommt) an. Tins Induftrie und ftandel. Lebensmittelpreise«nd HaushaltSkosten. - Schon Anfang Oktober war an der Preistendenz am Markt für Lebensmittel eine erneute Steigerung zu erkennen und der weitere Verlauf des Monats hat keine Aenderung dieser Tendenz mehr gebracht, so daß im Gegensatz zum Vorjahre der Oktober eine Berteoerung der HaushaltSkosten statt einer Verbilligung gebracht hat. Im September noch war nach der Berechnung des Kosten- aufwands für den wöchentlichen Familienbedarf an Nahrungs- mittel« die Standardziffer im Durchschnitt von sieben deutsche:, Großstädten niedriger als im Vorjahre, im Oktober wurde das Niveau des Borjahreö wieder überschritten. Scharf in die Höh« gc- gangen sind die Lebensmittelpreise zum Beispiel in Danzig. Während im Vorjahre die Standardziffcr von 22.42 im September auf 22.18 M. sank, ist sie im laufenden Jahre von 23,11 im Scp- tember auf 23,70 M. im Oktober gestiegen. Fast ebenso scharf wie in Danzig haben die Detailpreise in Stuttgart angezogen: der Kostenaufwand für die Ernährung stellte sich im Oktober auf 23,65 M. pro Woche gegen 22,56 im September. In Dresden trat im laufenden Jahre eine Steigerung' ein, so daß die Kosten der Ernährung höher stehen als 1907. Aehnlich verlief die Bewegung in Leipzig, wo namentlich der Schweinefleischprei» wieder nach oben ging: er stieg von 1L0 M. für dag Kilogramm im September auf 7,40 im Oktober. Für Düsseldorf brachte schon der Sep- tember eine ganz ausnahmsweise Steigerung der wöchentlichen Er- nährungSkosten. nämlich von 23.01 auf 25,11 M. pro Woche. ES wäre höchst bedenklich, wenn die haussierende Tendenz auf dem LebenSmittelmarkt in den Wintermonaten anhaltin würde. Die Rentabilität in der chemischen Industrie ist nicht allein böher als in allen anderen Gewerbegruppen, sondern sie ist auch, abweichend von der allgemein?» Euttvickelung. im letzten Geschäftsjahre noch kräftig gestiegen. Bei 80 Gesellichafle» mit einein«ktieukapiial von 301.61 Millionen Mark, die ihre Geschäfts« ergebnisie während der ersten zehn Monate 1008 veröffentlicht haben. wurden für da» Geschäftsjahr 1007,08 53.79 Millionen als Dividende verteilt gegen 50.70 Millionen im vergangenen Jahre. Im Durch- chnitt ging die Dividende von 16.8 Proz. noch auf 18.5 Proz. hinauf. Bemerkenswert ist, daß gerade bei den allergrößte» Gesell- schaften der«demischen Industrie die ReniabkMZt überwiegend gleich geblieben ist: die Bubiichen Anilin- und Codafnbriken niii 21 Millionen Kapital verteilten in beiden Jabren Zv� die Farbtverle vornr Meister. LuciuS u. Brüning mit 25 Ve Millionen ebenfalls 30, die Anglo Tonlinentalen Guanowerke mit lS Millionen 7-/z Proz. Allerdings kamen auch bei groben Werke» starke Schwankungen vor; so berteilten die Elberselder ftarbensabriten auf 21 Millionen Mark Aktienkapital 56 Pr«� Dividende gegen 30, die Chemische Fabrik Griesheiiii' Elektron aus 14 Millionen 14' Proz. gegen 12. die chemischen Werke Albert aus 10 Millionen Z2 Proz. gegen 22'/». Zurückgegangen ist die Dividende bei den Vereinigten Solu-Aöttweiler Pulversabriten von 18 aus 16 Proz. ES folgen dann eine Reihe Werke mit mehr als 5 Millionen Aktien« kapital, die gegen 1006,07 höher rentierten. So zahlte die Aktien- geiellichast für chemische Produkte Scheidemantel in Berlin Iv gegen 5 Proz.. die Silesia, Verein chemischer Fabriken l l gegen 10 Proz.. die Dynomit'Akl.-Ges. 22'/? gegen 22. Bei einer Reihe anderer Fabriken mit ebenfalls 6—10 Millionen Kapital blieb die Dividende gleich hoch wie im Vorjahr, so bei der chemischen Fabrik Schering auf 15.4 Proz.. bei der Alt.-Ges. für Anilinsabrikation aus 22 Proz., bei der chemischen Fabrik von Heyden auf 10 Proz., bei dem Berein chemischer Fabriken Mannheim aus 10 Proz. usw. Eisenbahnbau i« der Türkei. Wie die„Kölnische Zeitimg' aus Konstantin opel meldet, bat ein Pariser Finanziyndikat ein Gesuch um Konzession für den Bau mehrerer Eisenbahnlinien in der«uro- päischen Türkei eingereicht. Soziales. Die Krankenversicherung in Bayern ISO?. Wie wenig Ortskrankenkassen in Bayern bisher errichtet wurden, ist aus den soeben abgeschlossenen Zlisannnenstellmigen deS königl. bayerischen Statistischen Bureaus über die Kranke»- Versicherung der Arbeiter in Bayern für da» Jahr 1907 ersichtlich. Es waren 4099(1000: 4762) Krank, nkasten vorhanden mit 1001712 versilverten Mitgliedern(1900: 1 026 273; 1906: 990768). Tie einzelnen K a ss e n a rten waren hierbei folgrndermasten vertreten(in Klammern die Zu- und Abnahine gegenüber dem Bor- jähre): Kossen Gemeindekrankenverstchenmgen 3900(— 78) Ortskran kenlassen 7. 67 M- 2) Betriebekrankenkassen.... 605(-- 10) Boulrankenkossen..... 2(:; 0) JimungSkrankenkassen... 19{-- 3) Eingeschriebene Hilsskassen.. 13(� 0) LaiideSrechiliwe Hilsskassen. 3(? 0) Mitglieder 673 948<4- 16 610) 206 644(4- 8 354) 257 891(4- 12 668) 7 658<- 8 817) 10 129(4. 2 512) 5 698(4- 100) 349(4- 7) Die Zahl der ErkrankungSsälle betrug 424 493(1906: 376 603). die der KrankbeitStage 8 386 070). Tie organisierten Kassen, das sind die Kassen mit Ausnahme der Gemeindelranlenversicherung. hatten 3616(3515) Sterbesälle z» vcrzeiwnen. Die Einnahmen bezifferten sich auf 30 598 956 Mark (27 157 644 M.). Die Steigerung findet ihre Ursache mit darin, dafi am 1. Januar 1907 eine bkenfestietzung der für die Berechnung der Beiträge matzgebenden Tagelöhne in Klast trat, die vielfach eine Erhöhnng der bisherigen Sätze brachte. Von den Gesamtausgaben mit 28 554 801 Mark (25215 662 M.) entfallen auf Kraiikheitskosten.... 27 728 778 M.(24 464 156 M), BerwalluugSkosten... 622 370 M.< 571>62 M.), Sonstige Ausgaben.. 203 653 M.( 180 344 M.). Am Jabreslchlnk verfügten die Kossen über ein Vermögen von 12 929 329 M.(U 999 l79 M.). Ihre hierin inbegrifsenen Re- servesondS erreichten die Höhe von 12 904 741 M.(11970010 M.). Mithin fehlen in Bayern nach wievorKranten- lassen. Statt deren bestehen 3900 völlig uiiznreicheiide Gemeinde- krankenversichelimgen. Die Slemeiiidekrankcnvcisicheiiing wurde leider im Jahre 1882. aber lediglich als vorübergehender Not- beb elf, zngelasse». Kein einziges der anderen dentsche» Vater- länder entzieh! in dein Mäste wie Bayern der Arbeiterklasse das Recht auf Krankeuversicheruug durch Krankenkassen. Die sozial- politische Rückständiakeii Bayern? auch auf diesci» Gebiete ist mit auf den Umstand zurückzusübren, dast in Nürnberg, Augsburg und anderen Groststadien der Freisinn in der Stadtverwaltung dominiert. Die BolkSschulen im JunkerparadieS Mecklenburg. Zweier Schulen erfreut sich augeublicklich das mecklenburgische Junkertum, die seinem Ideal einer Volksschule am nächsten konimen dürften. Infolge der miserablen Bezahlung und Behandlung der mecklenburgischen Volksschullehrer, besonders in den ritterschafllichen Schulen, ist natürlich die Zahl derjenige» Mecklenburger, die sich dem Berufe eineS Volksbildners widinen. sehr gering; der Lehrer- mangel ist eine der fühlbarsten unter all den Widrigkeiten, denen die Volksbildung in Mecklenburg begegnet. Infolge dieses Lehrer- mangels ist die Schulstelle in Sülsdorf im Strelitzschen schon wochenlang unbesetzt. Die Einwohner- schaft von EülSdors wurde nun angewiesen. ihren lern» begierigen Nachwuchs der Schule in Thondorf anzuvertrauen. Da dieser Ort aber stundenweit entfernt ist, so sind die Sülsdorfer dieser Anweisung ihrer weisen Schulverwallung nicht nachgekonimcn. Die Schuljugend von Sülsdorf hat sich bald über das Versiegen ihrer Bildungsquelle geh ästet und saugt seit Wochen an den Brüsten der Natur, denn ein günstiger Zufall fügte es so. dast der Schul- streik der braven SulSdorfcr mit der N ü b e n e r n t e der Besitzer von Sr und Halm zusammenflek. Da man in Mecklenburg FunkllonSstörungen im Bolksicbulwesen nicht besonders trogisch nimmt und da die Jahreszeit für Tagereisen schult stichtiger Knirpse immer weniger günstig wird, ist noch nicht abzusehen, wenn der Sülsdorfer Schuljugend ihra BildungSquellc wieder sprudeln wird. Die Volksschule in Teschow leidet dadurch, dast der dortige Lehrer, der 160 Schüler unterrichtet, nicht jenen Grad von Mut in sein Amt mitbrachte, den man bei einem Manne, der im Lande Mecklenburg sich mit Jugendbildung besassen will, billigerweise voraussetzen darf. In diesem Orte befand sich die S-bule in einem a l t e n Katen, in dessen Dach der Zahn der Zeit bedenkliche Spuren hinlerlossen hatte. Unser Schulmeister hatte allen Grund, diesem Dache nicht mehr zu trauen. Da aber das Zimmerhandwerk zu den(nicht besonders zahlreichen) Funktionen ge- hört, die ein mecklenburgilchcr Lehrer noch nicht ausübt, mustte er dieses Dach feinem Herrgott und den berufenen weit- lichen Gewalten empfehlen. Als keine dieser beiden Instanzen sich de»„schützenden" Dache?(das Adsektiv ist nur bedingt rilhlig) erbarmte, kam der Lehrer nach reiflicher Ueberlegung zu der sehr richtigen Erkenntnis, dast lebende Kinder ohne Schulbildung(be- sonders in Mecklenburg) toten Kindern vorzuziehen seien und stellte den Unterricht ein. Seitdem ersrenen sich neben den Schulkindern von Sülsdorf auch die von Teschow des paradiesischen ZustandeS der Ferien. Und ihre Kameraden im Reiche werden gewist wünschen, in einem so glücklichen Orte daheim zu sein. Weitsichtige Mecklenburger aber variieren. waS Puschkin von seiner russischen Heimat sagte. Sie sagen: Wie traurig sieht eö in unserem Mccklcn- bürg aus I ßrUfhaften der Redahtfon. Tie(»rikMil,« evrrchftinid« tiudei Livdenftrofte'Jlr..1, zweiter ©o». dritter(finnnng, vier Treppe», OV F a I> r k«»!> l"UQ luorfu-iitAglirti adends von?>/, die U'/i tltu-»ad. wcöifue» 7 Uhr Loniiobeiid» hraiiim die Shmtifiinidc nni 0 Uhr. Jeder"tlnfraa« ist ein '{tiirtifiabe und eine;!«hl nie VNerkzeiNieii hriziifiiacii. ihiricilidie jtuiwor« wird mihi erteil«. Bis zur Benutwortung im Briestnftc» koiiucn 14 Tage vergehen, stilige Irrage» trage man tu her EsrtrtihuiiCr vor. — Ot. D. 8. Leider nein.— H. S. 16. Sin vollstreckbarer Titel (Zahlungsbelehl, Urteil oder dergleichen) Ist 3V Iah e lang vollstreckbar.— H. R. III. Legen Sie Beschwerde bei der Kewerbedepulalion des Magistrat« tStralniicr Str. 3) ein. Die Innung hat die Klage aus- zunehmen.— K. S. 8V. Die gesamten Kosien eiuschlieblich Schreibgebühr betragen für den Austretenden 3,60 M.— Ilstiiger 86. 1. Ja. 2. Nur im Fall der gahIungSeinstelluna. 3. Die SlaalsanwaUjchast.— 31. P l. Die doppelt angeführten Posten find abzusetzen. 2. Ja. 3. Nein.— Ford. H. Die Hospilalauinahme anstelle anderer Unterstützung kann die die Sllmenverwaliung nach dem Gesetz anordnen.— M. 166. 1. und 2. Leider ja. 3. Euchen Sie eine gütliche Einigung herbeizuführen.— LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER-PLATZ Diese Woche— Soweit Vorrat: FRANKFURTER ALLEE Spezial-nngehotuonTriliolacen m UoHwaren Ein Posten s Hemden, Hosen, Jacken I35 190 245 290 Damen-Reformhosen™«.TM.wint«rquamit 275 290| Corsetschonerrein» woii6............. 60, 75pf. Damenstrümpfo en-i. Lin,«. pj- 425 146 reine Wohe, eehwara an« gerinjei«.. CO; I I Damenstri mpfa aoutteh»<-5 Lkng«, reine Wolle, geetrlekt.........£ 0, I I. Strumpfwaren Herren-Socken 55, 75, 95 p«. Horren-Socken 35. 55,75-, Herren-Socken 5«,; Qu"«.01!"; 95 w. I10 1" Wollwaren KlnderstrQmpfe � 9p''' Wolle plalneii, eehwerxu. gei Inge»»0, 00 Pf. Kinderstrümpfe Rn„„ reineWoiie,««hw„lielte.8oliuletrumpf vU, QU Pf. 1 polten Herrenwesten vt™-. m'.,..A.e.,:".n;.f?: I90 325 4 50 Herren-Fassonwest, s oh« I90 290 3 75 RTtnen Damenwesten � 75 pt. I45 I65 ten Kopf-Fichus«chwgp« und welai........ 63, 9 0 P'. Bin Poei Damen-Rocke Vigogne ImU� gestrickt............. Damen-Röcke Trikot m» FUHor................. 245 Damen-Golfblusen roi». wo«................ 390 Damen-Golfpaletots neu«»« F«»«on»...... 825 127B Castor- und Zephyrwolle in.»on Farven.......... pfbnd 360 Rapide breitet sich jetzt die Erkenntnis aus, daß man WS" ssf- Bouillon-WC nur noch aus Bouillons Würfel Marke machen soll. w Oeffentliche politische VolksversammliuigeD Sienstan, den 10. Kovetnber, abends 8 Uhr 1. Kreis. Drasels Festsale, Neue Friedrichstraße 35. 2. Kreis. Killems Festsale, Hascnhcide 13— 15. Ziihlltes Salon, Dcnncwitzstrajze 13. t$. Kreis. Nene Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59. 4. Kreis. Elystnm, Landsberger Allee 40.! Soekers Salon» Weberstr. 17. Litfin, Memeler Straße 67.| Nranla, Wrangelstraße 9/10. 5. Kreis. Altes Schutzenljans, Linicnstraße 5. <». Kreis. Dranerei Groterjan, Schönhauser Allee 130. Aorussia-Sale, Ackcrstt'aße 6/7. Gebr. Cranz' Festjale. Kösliner Straße 8. Prachtsäle Nordwest, Wiclefstraße 24. in folgenden Lokalen: I Tcltow-Bccskow. Cli arl Ottenburg;. Uolkshans, Rosinenstraße S. Köpenick. Kaiserhof, Grünstraße. Nowawes. Singer» Nolksgarten, Priesterstraße 31. KlxalorL'. Krue Welt, Hasenheide 108—114. Seböneberg;. Ueue Nathans fale, Meinmger Straße 8 Steg;Iltz. Kirkenwäldchen, Schützenstraße. IVicder«Dariiim. lilebtenberg;. Kronprinzengarten, Frankfurter Chaussee 128 Obersebönewelde. Wilhelmineuhof, Wilhclmineichofstraße Pankow. In« Kurfürsten, Berliner Straße 102. Kelnleken«lor/>vs»t. Schutzenhaus» Residenzstraße 1/2 »nnintelsbnrg;. Wwe. Weigel, Türrschmidtsttaße 45. Pegtel. 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Rektor A e i ß m a n n- Magdeburg, sowie die Vorsitzenden des Deutschen und Berliner Lehrervercins nahm Lehrer Schwärzel- Magde- bürg das Wort zur Begründung der vorliegenden Leitsütze. Die Debatten im Abgeordnctenhause, so führte er aus, haben gezeigt, daß man heute der Volksschule die Anerkennung als eines wichtigen Faktors in einem Kulturstaate nicht mehr versagen könne. Der Kampf für ein auskömmliches Lchrergehalt ist zugleich ein Kampf für die Interessen der Volksschule. Die Besoldungsvorlage bedeutet für den am kärglichsten besoldeten Teil der preußischen Lehrerschaft immerhin einen Fortschritt. Wer sie jedoch an dem mißt, was der 4. Preußische Lehrertag 1907 als Forderung aufstellte, Gleichstellung mit den Sekretären der Staatsverwaltung, kommt zu dem Schlüsse, daß die Vorlage die so viel verheißene„ganze Arbeit" nicht macht. Die Bedeutung der Volksschulerziehung und der Lehrcrarbeit gaben den Lehrern ein Recht, gchaltliche Gleichstellung mit den Sekretären der allgemeinen Staatsverwaltung zu fordern. Gerade der Umstand, daß laut Be- gründung des Entwurfs die darin vorgeschlagenen Gehaltssätze eine angemessene Einschätzung den Lehrerarbeit bedeuten sollen, hat in der Lehrerschaft große Erregung hervor- gerufen. Man muß nun versuchen, diese Gehaltssätze nach den Prinzipien umzugestalten, die für die Besoldung jener Beamten- gruppe gelten. Die ersten Alterszulagen müssen höher bemessen werden, so daß der Lehrer in einem früheren Lebensalter in den Genuß eines Gehaltes tritt, das zur Ernährung einer Fa- milie ausreicht. Tie Verwaltungssekretäre erreichen mit dreimal 400 und viermal 300 M. Altcrszulage in 21 Dicnstjahren ein Höchstgehalt von 4500 M. Der Lehrer mit 1350 M. Grund- gehalt und neunmal 200 M. Altcrszulage nach je drei Jahren in 31 Dienstjahren ein Höchstgehalt von 3150 M. Außer den Alters- Zulagen können in Gemeinden über 25 000 Einwohner Orts- Zulagen gezahlt werden. Infolge der hohen Stcrblichkeitsziffer er- halten nur wenige Lehrer das Höchstgehalt. Im Jahre 1001 er- reichten eS nur 11,9 Proz. der preußischen Lehrer. Dazu kommt. daß auch das Grundgehalt nicht alle erhalten; für die ersten vier Dienstjahre sind nur 1 0 80 M. vorgesehen. Was die Vorlage bringt. wird schon heute besonders in den Jndustriegegenden und großen Städten gezahlt, so daß ein großer Teil der preußischen Lehrer durch diese Gehaltsvorlage geradezu geschädigt wird. Durch den BrrmSerlaß hat man schon seit Jahren die Lehrergchälter besonders im Westen niedergehalten; nun wird die Gchaltsbremse gesetzlich festgelegt, den Gemeinden also verboten, mehr zu zahlen, als dies Gesetz vorsieht und dadurch die weitere wirtschaftliche Entwickelung des Lchrerstandcs aus der ganzen Linie gehemmt. Dadurch, daß die Mictsentschädigung nicht mehr voll zur Pensionierung angerechnet werden soll, werden auch die Pensionsbeträge und Witwengelder geringer. Die Gehälter der preußischen Lehrer sind aber derart, daß sie eine Verminderung nicht vertragen, auch im Ruhegehalt nicht.(Stürmischer Beifall.) In der Debatte beleuchteten Wagner-Eisen und Lade-DinSlaken die Schädigungen, die der Entwurf den Lehrern in den Industrie- gebieten bringt und die sich im wesentlichen aus der Gehalts- bremse und der mechanischen Staffelung der Ortszulagen ergeben. Menzel- Berlin wendet sich gegen die sogenannten Gleich- stevungssreunde. die gchaltliche Gleichstellung auch bei geringeren Sätzen erstreben und mit den konservativen Parteien Hand in Hand gehen. Pautsch-Berlin weist darauf hin, daß man die Vorlage anscheinend mit der Frage der Besoldungskassen ver- quicken will, was einer Verschleppung der Verhandlungen gleich- käme. Das preußische Abgeordnetenhaus sollte sich eine so d ü r f t i g begründete Vorlage nicht bieten lassen. Hoff- Kiel und Stute. Witten wenden sich gegen die Gehalts- bremse. I u d s- K o l b e r g. von der Kösliner Regierung kürzlich gcmaßrcgclt. wird von starkem Beifall begrüßt; er tritt für einen möglichst hohen Durchschnittssatz der Mictsentschädigung zur An- rechnung bei der Pensionierung ein. Generalsekretär T e w s- Berlin erinnert daran, daß der Freiherr von Zedlitz die Be- soldungSkassenfrage noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit nicht für spruchreif gehalten habe. Der Platz dafür war bei der Behandlung des SchulunterhaltungSgesctzes; damals wollte man aber von dieser Frage nichts wissen. Die nachträgliche Hereinziehung der Frage der B e so l d u n gS! a s s e n in die Behand- lung der Besoldungsvorlage kann das Zustande- kommen deL Gesetzes auch in besserer Form nur stören. Eine Resolution in diesem Sinne wird angenommen. Nach stebcnstündiger Verhandlung wird der Lchrertag ge- schlössen. Die angenommenen Leitsätze haben folgenden Wortlaut: A. Der 6. Preußische Lehrertag erkennt an. daß der Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des LehrcrbesoldungSaesetzcs einen erheblichen Fortschritt in bcn Gehaltsverhältnissen vieler gering be- soldcter Lehrer bringt, kann aber das. was der Entwurf bietet, nicht als eine Besoldung gelten lassen, wie die preußischen Lehrer sie auf Grund ihrer Bildung, der Bedeutung ihrer amtlichen Wirksamkeit und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse beanspruchen können. Gegen die Einschätzung, die die Vorlage dem Lehrerslande zuteil werden läßt, legt der Preußische Lehrer tag Verwahrung ein. Er hält fest an dem folgenden Beschlüsse deS 4. Prcußlschen LehrertageS: 1. Wenn die preußische Volksschule ihrer Aufgabe im Dienste der Volksbildung und Volkserziehung vollauf gerecht werden soll. so ist in erster Linie eine Lehrcrbesoldung erforderlich, die der Bildung der Lehrer und der Bedeutung ihrer Wirksanrkcit, sowie den allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit ent- spricht. 2. Demnach faßt der Preußische Lehrerverein angesichts der bevorstehenden Revision deS Gesetzes vom 3. März 1897 seine Wünsche bezüglich der Neuregelung der Lchrerbcsoldung dahin zusammen, daß a) eine gleiche Besoldung aller Lehrer ohne die bisherige Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse nach der Art der Besoldung der Lehrer an höheren Schulen geschaffen werde, daß b) den Lehrern ein Einkommen gewährt werde, das nach Höhe und Art des Anwachsens dem der Sekretäre der all- gemeinen Staatsverwaltung gleich ist, eventuell mit den Ab- änderungen, welche durch eine etwaige frühere endgültige An- stelluna der Lehrer und die Gewährung der vollen Miets- cntschädtgung an sie bedingt sind, und daß 1 c) bei den dauernd mit einem kirchlichen Amte verbun- denen Stellen, wozu auch der Vorsängerdienst gehört, das aus diesem fließende Einkommen nicht auf das Lehrergehalt an- gerechnet werde. Die Versammlung faßt die unter 2a und b ausgesprochenen Wünsche derart als ein Ganzes auf, daß sie eine Verwirklichung der gleichen Besoldung in geringerer als der angegebenen Höhe ab- lehnt. V. Der 5. Preußische Lehrertag bittet die königliche Staatsregie- rung und die beiden Hohen Häuser des Landtages. die Abänderung des Gesetzes vom 3. März 1897 so zu gc- stalten, daß die Lehrerbesoldung, wenn die volle Verwirilichung der oben ausgesprochenen Wünsche aus finanziellen Gründen jetzt noch nicht möglich ist, tvenigstens in höherem Maße den Beschlüssen des 4. Preußischen Lchrertages entspricht und daß der vollen Erreichung des aufgestellten Zieles nichts im Wege steht, und demnach 1. das Grundgehalt höher zu bemessen, bei dcflnitwcr An- stellung ist das volle Grundgehalt zu zahlen, L. die Altcrszulagcn zu erhöhen und so zu gestalten, daß a) durch die erste Hälfte derselben eine raschere Steigerung des Lehrereinkommens erzielt erzielt und daß d) da? Höchstgehalt früher erreicht werde, und ferner, solange die Lchrcrgehälter die in jenem Be- schlusse bezeichnete Höhe nicht erreicht haben, 3. keinerlei Hemmung der Gehaltsentwickclung anordueii zu wollen. 4. Bestimmungen dahingehend zu treffen, daß die Dienst- Wohnung bezw. die Mictsentschädigung zum vollen Werte, jedoch nicht unter dem Betrage von 590 M. bei der Festsetzung des Ruhe- geholtes angerechnet werde. C. Der 5. Preußische Lehrcrtag bittet ferner: 1. durch 8 4 des genannten Gesetzes festsetzen zu wollen, a) daß der niedere Küsterdicnst von dem mit einem Schul- amte verbundenen Äirchenamte völlig getrennt werde, und d) daß den Inhabern eines vereinigten Schul- und Kirchen- amtcs bei sonntäglich einmaligem Gottesdienste ein Mehr- betrag an Grundgehalt von mindestens 500 M. und für die nicht durch Gottesdienst bedingten kirchlichen Amtshandlungen eine Entschädigung gewährt werde nach einer Gebührenordnung, die auf besondere Verhältnisse Rücksicht nimmt, sowie daß die Auszahlung dieser Bezüge in der durch§ 21 vorgeschriebenen Weise erfolge, 2. in der Gewährung der Mietsentschädigung wie bei den Staatsbeamten keinen Unterschied zwischen Lehrern mit eigenem Haushalt und ohne solchen zu machen, 3.§ 20 des Lehrerbesoldungsgesetzcs so zu gestalten, daß auf Antrag des Stelleninhabers die Landnutzung und die Lieferung von Brennmaterial und sonstigen Naturalien abgelöst werden müssen, 4. durch 8 lk des Lehrerbesoldungsgesetzcs anordnen zu wollen, daß für diejenigen Lehrer und Lehrerinnen, die vor ihrem Eintritt in den öffentlichen Volksschuldienst an Privat- schulen in Disziplinen unterrichtet haben, deren Pflege der Volksschule zufällt, und voll beschäftig, waren, bei Bemessung der Altcrszulagcn und der Pension 8 1k) des Gesetzes. Absatz 1, gelten soll. 5. festsetzen zu wollen, daß allen Lehrern Umzugskosten wie den Sekretären der allgemeinen Staatsverwaltung gewährt werden.__ Euq der frauenbewegung. Fraucnsragcn. In unendlich vielen Fragen der heutigen Ehe, einbegriffen die Bestimmungen der Kindererziehungsfrage, empfindet die Frau immer und immer wieder, daß sie von Gesetzes wegen gleich Un- mündigen und Idioten behaudelt wird. Tie moderne Frauenbewegung soll aber die Frau nicht nur davon befreien, in der Ehe eine Versorgungsanstalt zu suchen, sondern sie überhaupt in gesetzlichem Sinne von wirtschaftlicher Abhängigkeit dem Manne gegenüber befreien. Die Frau mit vollem PersönlichkcitSbewußtsein verlangt von einem Gcmciiischastsleben der Geschlechter höhere ethische Werte, und nur in diesem Sinne spricht sie einem gemeinsamen Leben von Mann und Weib Berechtigung zu. Je mehr wirtschaftliche Unuvandlungen vor sich gehen, mit der Ausschaltung der männ- lichcn Arbeitskraft, je mehr die ganze Lebensführung höhere An- sprüche stellt, desto schwieriger und brennender wird die Frage für die große Masse der Nichtkapitalistcn, wie sich die berechtigten Ansprüche der Frau auf eine Form des Zusammenlebens mit dem erwählten Mann aus ethischer und wirtschaftlicher Basis vereinigen lassen und ihr zugleich eine vollwertige Stellung in der Gesellschaft für die eigene Person und als Mutter für sich und ihre Knwer einräumt. Eine fundamentale Umordnung in der Regelung der Be- Ziehungen der Geschlechter zu einander, die der Umwandlung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse nicht meilenweit hinter- hcrhinkt, ist berechtigter Ansprüche Bedürfnis. Daß mit dem Einlaufe» in den Hasen der Ehe nicht die Interessen für die großen Forderungen der Frauen begraben werden, darüber ist man sich sogar im liberalen Frauenlager klar. Auch Damen, die bereits einen legitimen Ehemann ihr eigen nennen, wollen nicht auf das Stimmrecht verzichten; sie ver- langen die politische Gleichberechtigung. Gerade, weil man Frau und gerade, weil man Mutter ist, und seine Kinder für daS Leben zu erziehen die Pflicht hat, hält man es für nötig, sich um die großen Lebens- und Kulturprobleme zu kümmern und erhebt An- spruch darauf, in allen Fragen des öffentlichen Lebens mitzu- sprechen. Tie bisherige Gesctzesmacherei spricht eine beredte Sprache der Wcibuntcrdrückung. In allen Dingen ist die Frau benach- tciligt. überall hat man ihr Rechte vorenthalten. Diese zu er- kämpfen, ist der Frauenbewegung dringende Ausgabe. Ganz recht hat Dr. Käte Schirmacher. wenn sie den Un- wissenden, die da meinen, daß die Frauenbewegung bereits ihre Ziele erreicht habe, erklärt(„Lokal-Anz.", Nr. 480), daß die Frauen bisher praktisch überhaupt noch nichts erreicht, daß sie bis jetzt nur Vorarbeit geleistet haben. Wenn sie weiter sagt, daß die Interessen der Frau heute nur in dem Maße berücksichtigt werden, als es dem männlichen Geschlecht wünschenswert erscheint, das heißt in dem Maße und in der Weise der Unterordnung der Frau, woraus sich alle ihre Benachteiligungen und Verkürzung an Bildung. Brot, Lohn und Gehalt, an Freiheit, Recht und Macht ergeben,— wenn sie weiter sagt, daß, solange die Frau nicht selbst Wächter und Gesetzgeber ist. dieser Zustand bestehen bleibt, daß die Frauen das politische Wahlrecht verlangen als ein Menschen- und Bürgerrecht, um ihre Interessen geltend zu machen, und daß die Frauenbewegung nicht eher zur Ruhe kommt, bis das Stimmrecht erobert ist, so hat sie damit die Situation im bürgerlichen Lager gekennzeichnet, eine Situation, die für das Proletariat nur zu einem Teile zutrifft. Es ist übrigens gar Frauenbewegung nichts wissen will, fühlt es doch ganz instinktiv, daß die Gleichberechtigungsforderung der Damen auf eine Kon- kurrenz für die Männer als Besitzer der Klassenvorrechte hinaus- käust. Die gleichen Forderungen der Proletarierinwen haben ein viel tieferes Motiv als das der bürgerlichen Frauenrecht- leriunen; es wächst aus der Auffassung, daß die völlige Befreiung der Frau mit der Sozialisicrung der Gesellschaft zusammenfällt. Aber daS hindert nicht den Kampf um den schrittweisen Vormarsch. Erst dann, wenn Gcmcinsamkeitsarbeit geleistet wird und nicht mehr Männeregoismus die Gesetze diktiert, werden auch die Differenzen, die durch das Eintreten der Frau als vollbewußter Mensch entstanden sind, schwinden, und in der Beziehung des Weibes zum Mann als auch zur Gesellschaft idealere Werte als Bestimmungsfattoren wirken. Gcmcinsamkeitsarbeit von Kopf und Herz verlangt das große umfassende Gebiet der sozialen Forderungen. Es ist mehr und mehr notwendig geivorden, psychologisch Geschulte als Gesetzgeber und Richter zu erheben, vor allem psychologisch geschulte Frauen und Männer, und in die veraltete burcaukratische Gesctzcsmachcrei den Pulsschlag neuer Lebensauffassung hineinzutragen. Und das gilt ganz besonders für das Gebiet der Kinderfürsorge und-Er- Ziehung l - 3r_ Kapitaliftische Arbeiterinnen-Erziehung. Eine recht intensive„Erziebungsnrbeit" in den Reihen der noch jugendlichen Arbeiterinnen leistet das Unternehmertum in der TexiUinoustrie. Fast alle Großunteruehinungen in der Woll- käminerci, den Kanimgarn- und einem Teil der Baumwollspinnerciel» baben hierfür_ besondere Einrichtungen getroffen. Da gibt es Mädchentjeiine, in weichen die vom Lande hereinkommenden Mädchen an den Wochentagen wohnen. Außer diesen nimmt man noch die vom Auslaiide hcreiiigetolsten Mädchen in diese Heime auf. Die, jungen Geschöpfe umeestehen einer strengen Hausordiiimg und werden systematiscki vom Unteulehmertum und von der Kirche bearbeitet. In Delinenborst hat die große Norddeutsche Woll- iämiiierei und Kniningarnspiniierei einen eigenen Geisilickien für die Fabrik angestellt und an den verschiedensten»Abenden" kommen die Leute zu erbaulichen Unlerhatlungen zusammen. Das Zusammen« arbeilen zwischen Kirche und Unternehmertum kommt recht drastisch zum Ausdruck in Aachen. Hier eristiercii eure ganze Menge Vereine, ivelche die„Fürsorge" für die Arbeiterinnen auf ihre Fahne ge- schriebe» haben. Da gibt es„Aachener Aktiengesellschaft für Arbeiter» wohl",„Aachener Verei» für Volkswohlfahrt",„Marien-Hospiz", „Schwestern vom armen Kind". Es ist dies eine Aktiengesellschaft. Ausgenommen werden Mädchen bis zu 20 Jahrein Ferner die„Töchter vom heiligen Kreuz",„Asyl für Heimat- lose Mädchen",„Besserungsanstalt zum gmen Hirten" usw. Damit ist die Zahl der Vereine noch nicht erschöpft. An der Spitze dieser Vereine stehen selbstverständlich»eben Christ- lichen. hohe RcgieruiigSbcainte. hervorragende Industrielle Aachens. Die„Akliciigcsellsckaft snr Arbeiterwoht" zählt zn ihrem Vorstand zivei Kommerzienräte. einen Nntergiilrbesitzcr und Herrn LingenS. Der Name Lingens kedrl in allen Bereiiiigungcn wieder. Stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Volkswohlfahrt ist Herr Dr. Delins, der Volsitzende des Aachener Tnchfabrikairlen- Vereins. Der Aachener Tiichsabrikantenvercin wird ausdrücklich als Wohltäter des„Manen-Hoipizes" bezeichnet. Zwei Mitglieder deS Vorstandes vom Evangelischen Fraucnhcim sind gleichfalls Mitglieder der Familie Delins. Nun läßt sich ja gegen vieles, was diese Wohl- täligkeitsvereine tun, nichts einwenden. Wenn die Arbcilermädchcn Kochen und Nähen lernen, so kann das»mr begrüßt werden. Aver diese Vereine wollen mehr und tun mehr. Sie wollen daS Denken lind Fühlen der Arbeiterfrauen liird Mädchen im Sinne der herrschenden Klaffen beeinflnssc». Die Arbeiterfrau soll im„Arbeits- Herrn" ihren von. Gott eingesetzten Vorgesetzten betrachten. Tie alten religiösen und sonstigen Vorurteile gegen jede selbständige Regung der Arbeiter sollen erhalten weiden. Deshalb erstreckt sich der Einfluß dieser Verein bis weit hinein in die Arbeiterfamilien. Die so erzogenen Arbeiteriimen hindern mit allen Mitteln die Männer an einer etwa beabsichtigten Auflehnung gegen niedere Löhne usw. DaS spüren die Aachener Arbeiter sehr in ihren wirtschaftlichen kämpfen. Die Verhältniffe für die Arbeiter sind in Aachen äußerst ichlecht. Die Lohne der Textilarbeiter— und es werde» mehr alS 10 000 da beschäftigt— sind sehr niedrig. Ganz besonders die in der Appretur beschäftigten Arbeiter werden schlecht entlohnt. Mehr als 15 M. pro Woche wird selten verdient. Das Snstem der Ueberstunden ist bei dieser Arbeiterkategorie in sehr hoher Blüte. Gearbeitet wird teilweise von früh morgens 0 Uhr bis nachts 12 Uhr. Ucberktunden werden mit 18 bis 20 Pf. entlohnt— für erwachsene Arbeiter. Ein Teil der Betriebe ist noch beute so eingerichtet, daß die Arbeiter überhaupt eine volle Woche nicht nach Hause zu gehen brauchen. Mundvorrat, Brot usw. wird für die ganze Woche ansbewohrt. Häuslich haben sich diese Arbeiter in der Fabrik eingerichtet, wie aber diese„Häns- tichkcit" aussteht, spottet oft jeder Betchreiblnig. Nachtlager finden die Aermsten auch gleich in der Fabrik und ist letzteres nicht mir in Äpprelnren, soiidern auch noch in Webereien zu finden. Für so ein Nachtlager läßt sich der Fabrikant von de» Arbeitern und Arbeiterinnen 10— 25 Pf. zahlen. Alles ist daraus zugeschnitten, sich billige Arbeits- 'klaven zu venchaffcn. AIS im Jahre 190S eine Bewegung unter den Appr'Niirarbeitern eingeleitet ivurde, erließ der Fabrikaiileiivelband ein Riliidschreiben an leine Mitglieder, welches klar und deutlich die blaffe Furcht bloßlegte, die die Unternehmer vor der wirtschaftlichen und politi'chen Alisklärung der Arbeiterschaft haben. Aus diesem Rundschreiben, welches vom rückständigsten, reaktionärsten Geiste ge- tragen ist. sei nur folgende Stelle zitiert: „Da dem Anscheine nach in der nächsten Zeit in einzelnen Unternehinlingen Ansprüche auf Lohnerhöhungen gestellt werden, so liegt eS im Interesse des Arbeitgeberverbandes, diesen Anträgen zuvorzukoinmen. und eS sei hiermit empfohlen, möglichst sofort eine Revision der Löhne der erwachsenen Appreturarbeiter vorzunehmeii lind, falls erforderlich, eine Steigerung derselben eintreten zu lassen. Diesseitigen ErinesienS dürfte anzlistreben sein, den Durchschnitts- wochenlohn ocS erwachsenen und iiormal leistungsfähigen Appretur- arbciierS auf 15 M. zu normieren. Unter allen Umständen wäre Vorsorge zn treffen, daß nicht etwa infolge einer Arbeiterbewegung in irgend einein Betriebe eine Lobir- erhöhung zugestanocn werden müßte, im Gcgcn'eil sollen jegliche Fordernilgen der organisierten A» beiler rundweg abgelehnt werden." Unterzeichnet war dieses Schreiben von Herrn Delins, dein Mitglied so vieler WohltäligkeitSvcreine. Zweifellos liegt daS Wirken der Wohltätigkeilsvereine sehr im Interesse des Aachener Texul- topnals. Die hiervon erfaßten Arbeiterinnen zu selbständigem Denken und Handeln zn erziehen, ist eine ebenso mitzliche wie schwierige Aufgabe der Zukunft._ Hundert Jahre unter der Ecsindcordnung! v Heber dieses Thema sprach Genosse Redakteur Paul John in einer öffentlichen politischen Versaliiiiilung. die am Sonntage den 8. November, in der„Lebcnsguelle", Kommandantenstr. 20, statt- fand und die äußerst gut besucht war. Die meisten von den Anwesenden, führte der Redner einleitend aus, feien ja seil st vom Lande und wären ihnen die dort bestehenden Verhältnisse wohlbekannt. Zum Beispiel auch, daß dort verschiedene Klassen vorhanden sind, wenngleich hier die Klaffenunterschiede äußerlich oft nicht so auffallend in Erscheinung treten, wie in den Städten. Anders allerdings zeige sich die Sachlage, wo neben den Großbauern noch Gutsherren, Junker vorhanden sind. Dort sei . MWWWW ----------------------------------—-i-—„.O—j dieser vollkommen Gebieter und schalte und walte nach Willkür. nicht so unlogisch, wenn daS Spießertum von der bürgerlichen j In. seinen fänden vereinige sich zumeist die Pglizeimacht, dio Vec» ftoTtung. Auf Schule. Kirche usw. übe er seinen machwollen Ein- fluß aus. Sa selbst über den Nahmen seines Dorfes hinaus, in Stadt und Land, machten üch die Wirkungen seines Einflusses sichtbar und fühlbar geltend, wenn auch nicht durch seine eigene Person, so doch durch die Verwandtschaftsvcrhältniise, Vettern, Onkel. Söhne, die als Offiziere, Geheimräte usw. ihr Klasseninter- esse durchzusetzen verstehen. In den Parlamenten tragen ihre Ver- tretet Sorge, daß die Gesctzmaschinc zu ihren Gunsten arbeitet. Kurz, die Fäden der junkerlichen Macht spännen sich durch das ge- samte Staatsgetriebe. Redner gibt dann einen historischen Rückblick und zeigt, wie das Junkertum auch einmal freiere Allüren zur Schau trug. Damals, als cS für den Freihandel eintrat, weil der ungeheuere Aufschwung der Industrie in England dort die Arbeitskräfte so stark absor- bierte, daß es dem englischen Volke nicht mehr möglich war, die landwirtschaftlichen Produkte selbst zu beschaffen, deren cS zur Erhaltung bedurfte. So wie jetzt Rußland Getreide nach Deutsch. land exportiert, so lieferte damals Deutschland Getreide an Eng. land. DaS Junkertum geriet in einen scharfen Gegensatz zu den Industriellen und zur Regierung. Die aufwärtSstrebendc deutsche Industrie wollte die Grenzen für englische Erzeugnisse verschlossen wissen. Daraus erklär« sich, daß die Junker einmäl>sür Freihandel eintraten und mit freieren Allüren prunkten. Leider hätten sie diese-nicht in der Gesetzgebung betätigt. Als der französische Er- oberer Deutschland seine Macht fühlen ließ, hätten die Herrschenden wohl, unter dem Druck der Angst, dem Volke freiheitliche Versprechungen gemacht. So erließ Friedrich Wilhelm lV. ein Edikt nach dem kein untertäniges Verhältnis mehr bestehen sollte. Mit Martin» 1810 sollte jede Gutsuntertänigkeit aufhören; von da ab sollte es nur noch freie Leute geben! Die Leibeigenschaft wurde denn auch beseitigt, damit wa». aber auch schon alles getan. Ten Junkern sKi gleich wieder bange geworden vor dieser„Freiheit". Sie arbeiteten denn auch energisch, damit die Unabhängigkeil nicht zu weit ginge. Martini 1810, dem Termine der Ein- lösung des königlichen Versprechens, kam die Gesindcordnung für sämtliche Provinzen, die genau dieselben Bestimmungen ent- 'hielt wie das alte Landrccht von l791, also aus diesem übertragen wurde auf die neuen Verhältnisse. Die Bauern hatten einige Rechte erhalten. Den Besitzlosen war die berüchtigte, heute noch geltende Gesindeordnung beschert, die sogar von der häuslichen auch auf die wirtschaftliche Tätigkeit ausgedehnt wurde, also nicht nur für dos eigentliche Gesinde, sondern auch für alle airderen Arbeiter galt, die zum landwirtschaftlichen Betrieb in Abhängigkeit standen. Diese Gestndeovdnung entsprach nicht nur nicht den gemachten Versprechungen, sie war ein blutiger Hohn gegen das moderne Empfinden. Nun gibt es nicht nur diese eine Gesindeordnung, sondern deren allem in Preußen 19, die alle voneinander verschieden seien. Redner zählt die einzelnen Ge- pndeordnungcn auf. und entrollt ein anschauliches Bild von den rückständigen Anschauung�, die in diesen enthalten sind. Alle lehnten sich an die preußische, 1810 erlassene Gesindcordnung an. Einzelne seien etwas milder gefaßt, andere enthielten für den Herrn sogar noch das Recht der Züchtigung. Die einzige, die das Prügeln der Dienstboten durch die Herr- schaft unter Strafe stellt, finde sich in Frankfurt a. M. vor. Selbst in Bayern gelte das alte Prügclrecht noch. In Hamburg sei mit Aufhebung der Gesindeordnung von der Polizei selbständig eine Kontrolle für die Dienstboten eingeführt. Ohne Beschränkung und Knebelung der Freiheit und persönlichen Rechte der Dienstboten scheine es nach Ansicht der Behörden nicht zu gehen. Was die preußische Gesindeordnung von 1310 anbetreffe, so enthalte'sie Bestimmungen� die man in der heutige» Zeit nicht mehr begreifen könne. Wahrend man überall aus gesetzlichem Wege darangeht, im Interesse der Gesundheit die Arbeitszeit zu verkürzen, muß der Dienstbote nach 73— 75 stets dienstbereit sein, selbst wenn die Arbeit erledigt ist. Nicht einmal Zeit, um sich eine neue Stelle zu suchen, brauche eine Herrschaft ihren Dienstboten zu gewähren. Skandalös sei das Recht auf Anrechnung des Lohnes für zerbrochenes Geschirr, selbst wenn kein Verschulden der Dienstboten vorliegt. Falls der Lohn für Schadenersatz nicht ausreicht, kann sich die Herr- schast an dem Eigentum der Dienstboten schadlos halten, oder sie kann dies« zwingen, eine gewisse Zeit unentgeltlich zu arbeiten. Aber nicht nur die Dienstboten hätten nach der Gesindcordnung Pflichten, sondern auch die Herrschaften, z. B. die. daß sie die letzteren zum— fleißigen Kirchenbesuch anhalten.(Große Heiter- kcit.) Zur Verpflegung für eine im Dienst zugezogene Äranlheit könne die Herrschaft herangezogen werden, jedoch sei es oft schwer. nachzuweisen, daß die Krankheit bei der Arbeit entstanden- sew Auch die Bestimmung, daß, wenn die Krankheit durch eigenes Ver- schulden eingetreten ist, die Herrschast für die Kosten nicht auf- kommen brauche, biete diesen Hintertüren, um sich der gesetzlichen Pflicht zu entziehen. Redner beleuchtet dies an der Hand einiger Beispiele. Das Recht der Herrschaft aus der früheren Zeit, wonach sie das Gesinde zwar nicht mit einem Stock, wohl aber mit einer Lederpeitsche züchtigen durfte, ist ja nicht in die neueren Bcstim- lpungen hineingekommen, doch kann der Ticnstbote auch heute noch, wen» er die Herrschaft„rejzt".-leicht" gezüchtigt werden. Unsere Fraktion sei im Reichstag bei jeder Gelegenheit der Gesindeordnung zuleide gegangen. Leider versagten die anderen Parteien regelmäßig, selbst Pastoren hätten die Stlavenordnung verteidigt. Wir wollen, daß die Hausangestellten der Gewerbeordnung unterstellt werden. Nur dann, wenn das geschieht, werden sich die schmählickzen Zustände ändern. Bezüglich deS Koalitionsrcchtes habe Genosse Stadthagcn festgestellt, daß die Dienstboten wohl ein solches besitzen, bisher aber nur wenig Gebrauch davon gemacht haben. Dagegen sei es ihnen verboten, die Arbeit gemeinsam niederzulegen. Es sei hiermit bewiesen, daß unter der Gesinde- Ordnung die Herrschaften alle' Rechte, die Dienstboten gar keine besitzen. Deshalb unsere Forderung: Fort mit der Gesindcordnung! Stürmischer Beifall löhnte die Ausführungen des Referenten. In der Diskussion sprachen zwei Genossen und wiesen darauf hin, wie man erfolgreich die Organifation der Dienstboten stärken könne. Mehrere Dienstmädchen ergriffen ebenfalls baS Wort und schilderten ihre Erlebnisse, aus denen genügsam zu ersehen war, in welch unwürdiger und rechtloser Lage die Hausangestellten sich heute noch befinden. Die Versammlung folgte mit großem Interesse den vorgebrachten Schilderungen. Nachdem noch Ida B a a r einen kräftigen Appell an die An- wesendcn. die Agitation und Organisicrung noch energischer wie bisher zu betreiben, gerichtet hatte, schloß die imposante Ver- siunmlung. Versammlungen— Veranstaltungen. 'Freptow— Bmnnschulenweg. Dienstag, den 10. November, abend» 8V, Uhr. im Restaurant.Kiesholzhain"(Besitzer Vogt), Kicfholz- straße 85: Frauenversammlung. Vortrag:„Heinrich Heine". kegel. Dienstag kein Unlerrichisabenv wegen der bei Trapp statt- findenden Volksversammlung. Senckts-Teitung. „Notwehr" eines Arbeitgebers. lieber Herrn Leopold Honig, den Inhaber einer Blusen- und Untcrrock-Konfcktion in der Seydelslraße, berichteten wir vor einiger Zeit, daß er mit einer Witwe P.. die für ihn arbeitete, in Streit geraten war, weil sie ihm einen Posten Blusen ver- pfuscht haben sollte. Vor dem Gewerbegericht forderte Herr Honig von Frau P. Schadenersatz für 39 der angeblich verpfuschten Bluse,, in Höhe von 117 M.. während Frau P. für alle 81 an- geblich verpfuschten Blusen den verabredeten Arbeitslohn in Höhe von 76.25 M. beanspruchte. Herr Honig mußte sich zu einem Vergleich bequemen, indem er seinen Schadenersatzanspruch voll- ständig aufgab, alle Blusen(ungeändert) zurücknahm und in Zahlung des Arbeitslohnes mit einem Abzug von 2ö Pf. pro Stück willigte. In der Verhandlung bor dem Gelverbegericht hatte Frau P. die Angabe gemacht, Herr Honig habe �in seinem Ge- schäftSlokal, als sie die von ihm zurückgewiesene» Blusen wieder mitnehmen wollte, sie plötzlich im Olenick gepackt und sie mehrere Male mit dem Kopf gegen die Tür oder Wand gestoben. Für diesen Gewaltakt zog sie Herrn Honig noch besonders zur Ver- antwortung, indem sie gegen ihn Privatklage wegen Körperver- letzung erhob. Gestern stand Herr Honig vor der 148. Schössen- abteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte. Der Versuch des Vor- sitzenden Assessors Stempel, ciyen Vergleich zustande zu bringen, bei dem der Angeklagte� die Kosten zu übernehmen gehabt hätte, wurde von diesem zurückgewiesen. Er habe, so behauptete er» Frau P. nicht mißhandelt und sie überhaupt nicht geschlagen, sondern sie„nur am Kragen gopackt". und auch das habe er nur getan, lveil Frau P. die ihm gehörenden Blusen wieder an sich genommen und damit wegzulaufen versucht habe. Der Vor- sitzende meinte, da müsse er ia recht derb„gepackt" haben, wenn am HalS der Frau P. die Spuren zurückbleiben konnten, die das von ihr eingereichte Attest bestätige. Herr Honig antwortete ent- rüstet, den Geschäftsmann möchte er sehen, der aus seinem Lokal sich Waren„stehlen" lasse, ohne dagegen einzuschreiten. Er wollte nämlich glauben machen, daß Frau P. tatsächlich die VInscn habe „stehlen" wollen. Weil Frau P. es abgelehnt habe, diese Blusen zu ändern, habe er sie für mit Vorbehalt angenommen erklärt. daher habe Frau P. sie sich nicht wieder„aneignen" dürfen. Die Beweiserhebung beschränkte sich auf die Vernehmung eines Dienst- mannes Müller, der zufällig in demselben Augenblick, wo Herr Honig die Frau P.„nur am Kragen packte", in dem Geschäft des Herrn Honig eine Bestellung ausrichten sollte. Herr Müller schilderte, wie Herr Honig„die Frau im Genick gekriegt" habe und„mit ihr abgegangen" sei. Sie sei in daö GeschäftSlokal hin- eingezogen worden, habe dabei furchtbar geschrien, sei dann allein wieder yerdusgekommcn und habe sehr geweint. Verlesen wurde noch das ärztliche Attest. Der Arzt beschcinigt, daß Frau P. noch zwei Tage nach diesem Auftritt im Nacken einen 3 Zentimeter langen und einen Zentimeter breiten blauroten Streifen aufge- wiesen habe. Sie habe über Kopfweh, Erbrechen, Schwindel und Ohnmacht geklagt, auch habe sie noch bei der Untersuchung in seinem Sprechzimmer einen Ohnmachtsanfall gehabt. Es scheine ihm durchaus glaubhast, daß diese Beschwerden auf die erlittene Mißhandlung und die dadurch hervorgerufene GemütSerregung zurückzuführen seien. Für die Klägerin machte ihr Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Theodor Liebknecht jpiltend, daß sie die Blusen wieder mitnehmen durfte, da sie sie ja ändern sollte. Abgenommen seien sie noch nicht gewesen, das bringe der Angeklagte jetzt nur zu seine» Verteidigung vor. Sinnlos sei die Behauptung, daß sie die Blusen habe„stehlen" wollen. Die Handlungsweise de? Angeklagten sei durchaus rechtswidrig, sie kennzeichne sich als brutaler Gewaltakt eines kräftigen Mannes gegen eine schwächliche Frau. Herr Honig blieb bei seinen Behauptungen. Er fügte noch hinzu, die Unter- suchung durch den Arzt habe ja erst drei Tage nachher stattge» suiidcn, da könne man nicht wissen, wo Frau P. sich die Ver» letzungen zugezogen habe, im übrigen habe sie selber früher mal zu seinem Personal gesagt, daß sie ohnehin kränklich und sehr nervös sei. Das Gericht ließ sich durch diese merkwürdige Selbst- Verteidigung nicht imponieren, sondern erklärte den Angeklagten für schuldig drr Körperverletzung und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 80 M. oder 2 Tagen Haft. Als mildernder Um- stand wurde ihm angerechnete daß er tatsächlich geglaubt haben könne, Frau P. wolle sich die Blusen widerrechtlich aneignen. In diesem Falle liege„Notwehr" vor. doch sei er darin zu weit gc° gangen, das Attest beweise ja, wie er„zugepackt" habe. Würde die Strafe ebenso milde ausgefallen sein, wenn ein Ar- bciter angeklagt gewesen wäre, weil er mit einem Arbeitgeber oder mit einer Arbeitgeberin in ähnlicher Weise umgesprungen ist? Ein Hexenprozeß in Mecklenburg. Eine Warnemünder Einwohnerin. TbomS, klagte dieser Tage gegen den Polizeiwäcbter Prüßing und eine Frau Schwert wegen Beleidigung. Beide AugeNagte solle» der Klägerin nachgesagt haben, daß sie mit dem Bösen im Bunde stehe und„hexen" könne. Der Polizei- Wächter hat. wie in der Beweisaufnahme festgestellt wurde, in einem Barbiergeichäft sich darüber beklagt, daß sein Sohn, der urspiüngliÄ gesund gewesen sei, später einen Buckel bekommen habe und schließlich gestorben sei. Er hat mit diesen Vorkommnissen die über- natürlichen Künste der Klägerin in Verbindung gebracht. Die beklagte Frau Schwert bat von der Beleidigten gesagt. sie„wisse etivaS" und ihre Tochter„noch mehr". Der Vor- sitzende bemühte Pch. die Hcxciigeschichte durch einen Ver- gleich auS der Welt de» zwanzigsten Jahrhunderts zu schaffe». Die Klägerin wollte jedoch darauf nicht eingehen, weil sie.nicht als Hexe in Wariiemünde herumlaüsen" wolle DieS mutete ihr das Rostocker Gericht denn auch nicht zu und verurteilt« die beiden Angeklagten zu je 5 Mark Strafe. Es muß für die Warnemünder ein eigenes Gefühl sein, ihre Sicherheit einem Manne anvertraut zu sehen, der am Hexenipuk glaubt. Warnemünde liegt in einem Teile Mecklenburg», der wohl am meisten von drm modernen Lebe» berührt wird. Es ist Hafen- stadt, lebhafter und vielsrcquentierler Badeort und vermittelt den Hauptverkehr mit Dänemark._ Der Revolver! Uebcr eine Schießasfäre, bei der der Buch- druckerrihilfsarbriter Adolf Glitsch durch einen Elektromonteur Willi Kleiber lebensgefährlich verwundet worden war, hatte am Montag die!34. Schöffenabteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte zu urteilen. Kleiber hatte in der Nacht vom 28. zum 29. Juli an der Ecke der Landsberger Allee und der Thorner Straße aus Glitsch niit einem Revolver geschossen, weil er sich von ihm und anoeren bedroht glaubte. Glitsch ist trotz der Schwere der Verwundung völlig wiederhergestellt worden. Kleiber stand jetzt vor Gericht unter der Anklage der vorsätzlichen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs. Die Beweisaufnahme ergab, daß Glitsch, wie er selber bekundete, in Angetrunkenbeit mit Kleiber in Streit geraten war. Ein Maschen, das sich in Kleibers Begleitung befunden hatte, sagte aus. sie und Kleiber seien durch unanständige Redensarten ve- löstigt worden, daraus sei dann der Streit entstanden. Andere Zeugen bekundeten. Kleiber sei auch nachher noch von Glitsch ver- folgt worden und hatte schließlich aus einer Entfernung von mehreren Schritt auf ihn geschossen. Hiernach sah der Anklage- Vertreter als erwiesen an. daß Kl. in Rotwehr gehandelt habe. Er bedauerte, daß so häufig schon ganz junge Leute Revolver bei sich führen und vorschnell Gebrauch davon machen. Ein paar Obr. feigen, meinte er.' hätten genügt, einen etwaigen Angriff zurück- zuivcisen. Das Notwehrrecht sei überschritten worden, doch sei eine Geldstrafe von 50 M als ausreichende Sübne anzusehen. Der Verteidiger forderte Freisprechung. Er glaubte, hervorheben zu sollen, daß die Gegend des FriedrickbainS bcsoi'ders unsicher sei und den Gebrauch des Revolver» rechtfertige.. Das Gericht ver- urteilte Kleiber zu einer Geldstrafe von 3» M. eventuell zu 6 Tagen Haft. Er sei hinausgegangen über die berechtigte Notwehr; ans einer Entfernung von mehreren Schritt habe er nicht schießen dürfen. Selbst wenn die vermeintlichen Angreifer wirklich über ibn hcrgsfallen wären und ihn verprügelt hätten, so wäre das, führte der Vorsitzerde in der Urteilsbegründung au?, nicht so schlimm gewesen, wie wenn er schoß und eveniuell dabei einen Menschen tötete. AbtrcibunsSauklage. Einen ungewöhnlichen Wahrspruch fällten die Geschworenen am Landgericht I am Sonnabend als Abschluß einer Verhandlung. die den ganzen Tag bis zum späten Abend ausfüllte. Angeklagt Ivaren eine Verkäuferin S. wegen Beseitigung der Folgen ihres intimen Verkehrs mit dem Zweitaugeklagtcn. einem' Berliner Kaufmann, welcher ihr zur krilischen Zeit 80 M. gegeben hatte. Als Dritt« im Bunde erschien die Krankenpflegerin T., die wegen Verbrechens gegen§ 220 des Strafgesetzbuches schon einmal im Jahre 1809 eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monaten erlitten hatte. Wie uns gemeldet wird, beantragte der Staatsanwalt daI Schuldig gegen alle drei Angeklagte. Die Geschworenen gaben je- doch ihren Wahrspruch bezüglich der ersten und der dritte» An- geklagten auf�nichtschuldig ab, bejahten dagegen bezüglich des Kauf- manuS die Schuidjrrage wegen Beihilfe. Tie Folge war, daß er zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, die beiden weiblichen An- geklagten aber freigesprochen wurden. Hiernach wäre also der Verurteilte der Beihilfe zu einer Tat schuldig befunden worden, die nach dem Verdikt der Geschworenen entweder gar nicht be- gangen oder jedenfalls nickst zu bestrafen im. An daS alte Sprichwort von dem Kind und dem Brunnen erinnerte eine Verhandlung, die gestern unter Borsitz des Land- gerichtSrat Lüdke die 1. Strafkammer des Lanogerichts III beschäftigte. Wegen fahrlässiger Tötung war die S7jährige HauS- besitzerin Mathilde Frauböse aus Karlsborst angeklagt. Die An- geschuldigte ist mit ihren Kindern Eigentümerin eines in Karls- Horst, Stühlingerstr. 18 gelegenen kleinen Grundstücks, in welchem sie und der Oberpostassistent SBobbe mit seiner Familie wohnt. Auf dem Hofe dieses Grundstücks befindet sich seit etwa zehn Jahren eine große in die Erde eingegrabene Tonne, in welcher da? Regcnwasscr aufgefangen wurde. Bald nach seinem Einzüge machte Wobbc die Angeklagte darauf aufmerksam, daß diese Rcgcn- wassertonnc nickst genügend verschlossen sei» so daß sie für die auf dem Hofe spielende» Kinder eine große Gefahr bedeute. Frau Frauböse erwiderte seinerzeit hierauf, daß seit zehn Jahren nichts mft der Tonne passiert sei und auch in Zlikunft nichts passieren würde. Herr W. beruhigte sich auch mit dieser Erklärung. Am 27. Mai dieses Jahres spielte Oer kleine fünfjährige Sohn Otto deS W. mit einem gleichaltrigen Knaben aus dem Hofe. Als das Lärmen und Toben der Kinder plötzlich derstummte. sah die An- geklagte auf den Hof hinaus und sah zu ihrem Entsetzen, daß nur die Beine ocS kleinen Wobbe auS der Tonne herauSragten, während der Oberkörper im Wasser lag. Sie lief sofort hinzu und zog das Kind aus der Tonne berauS. Die Wiederbelebungsversuche, die der sofort hinziigerufenr Polizeiwachtmeister Schwanz anstellte, blieben erfolglos. Der unglückliche Knabe hatte sich beim Spielen in einen Zaundrabt verwickelt und war mit dem Kopf zuerst in die Waüer- tonne gestürzt. Erst nachdem das Kind in den Brunnen gestürzt war. wurde daS gefährlich« Wasserloch durch eine ordnungsmäßige Klappe verschlossen. Der Staatsanwalt beantragte wegen des Ver- gehcns 1 Woche Gefängnis und wegen der Uebertretung in Gestalt der nicht genügenden Bedeckung der Tonne 10 M. Geldstrafe. DaS Gericht nahm nur die Uebertretung als erwiesen qn und ver« urteilte die Angeklagte zu 10 R. Geldstrafe, Versammlungen. Di« Zahlstelle Berlin deS BuchbinderverbaubeS hielt am Donnerstag im großen Saale des EewcrkschaftShauseS ihre Generalversammlung ab. �Ler Geschäfts- und K a s s en- b e r i ch t für das 3. Quartal lag den Mitgliedern gedruckt vor. und wie der Bevollmächtigte K l crr mitteilte, ist in der OrtSver- waltung beschlossen worden, dieS auch in Zukunft so zu handhaben. da die mündliche Berichterstattung in den Generalversammlungen allzu viel Zeit in Anspruch nimmt und doch nicht so ausführlich sein kann, wie es wünschenswert wäre. Aus dem Bericht der Ortsvcrwaltung ist zu cntnelimcn, daß man sich zu Beginn deS Quartals zunächst mit der Frage beschäftigte, wie die Not zu lin- dern sei. in die eine Anzahl Mitglieder durch die außerordentlich lange Arbeitslosigkeit geraten waren. ES handelte sich hier um ausgesteuerte Mitglieder, die keinen Anspruch mehr auf die Ar» beitSlosigkeit hatten. In einer Generalversammlung Ende August wurde dann beschlossen, daß in der ziveiten und vierten Wockc der Aussteuerung die verheirateten männlichen Mitglieder je 10 xt,, die ledigen und die weiblichen Mitglieder je 5 M. erhalten sollten. Zu diesem Zweck sind auch Extramarken vertrieben worden, was 1884 M. ergab, wovon im verflossenen Quartal 1043 M. für die außerordentliche Unterstützung ausgegeben wurden. Wenn auch jetzt, in der besten Geschäftszeit des Jahres, die Arbeitslosigkeit etwas nackgelassen hat. so muß man sicher damit rechnen, daß sie nach Weihnachten wieder um so schärfer hervortritt.. Im übrigen zeigt der Bericht, daß eine rege Tätigkeit für die Organisation entfaltet worden ist. Es wurden in den verschiedenen Branchen im ganzen 277 Werkstubensitzungen abgehalten, und' Vertrauens- personcnsitzungen fanden 17. Branchenversammlungen ß statt. 35 Verhandlungen mit Unternehmern machten sich notwendig. Die Tariskommissioncn hielten IS Sitzungen ab. von denen 13 allein auf die Buchvinderbranchc kommen. In den Buchbindereien waren die Tarift'treitigteiten außerordentlich zahlreich. Ein Teil der Unternehmer kann sich noch immer nickt daran gewöbnen, auch hei schlechtem Geschäftsgang den Tarif in jeder Hinsicht gelten zu lassen. Sck'icdsgericktssitzungen fanden in der Buchbinder- wie in der Kontobuckbranche je zwei statt. In der Kontobuchbranche sind nur wenige Differenzen entstanden, und sie wurden obne große Schwierigkeit erledigt. Auch hat die im 51vntobucharbeitrrtarif von 1900 zum 1. Oktober 1908 vorgesehene. Erhöbnng der Minimal- löhne nicht zu Differenzen gcsiihrt.— In der Luxuöpapierbranche kam eS zu längeren Verhandlungen, an denen auch Vertreter der Sicindrucker. der Eteindruckcreihilfsarbeiter und' der Graveure teilnahmen, bei der Firma A l b r c ch t u. Meister, die zur Ver- qlasung der Fenster in ihrem neuen Fabrikgebäude zu Reinicken- dorf Prismen- oder Rohglas verwandt hatte, was einen sehr sckäd- lichen Einfluß auf die Sehkraft der unter solchen Verhältnissen arbeitenden Personen ausübt. Diese Tatsache wurde denn auch von zwei Augenärzten bestätigt, und die Firma erklärte sich schließlich bereit, die Verglasung zu ändern. Die Abrechnung der Zentralkasse schließt mit der Bilanzsumme von 33 823.26 M. An di/ Verbandskasse wurden 12 508.85 M. abgeliefert. Die Arbeitslosenunterstützung erforderte im Laufe des Quartals nicht weniger als 13 128.40 M.. die Krankenunterstützung 2288 M. Die Einnahmen der Lokalkasse bc- trugeu samt dem alten Bestand von 44 23122 M. 55 157,79 M., ausgegeben wurden 6668,64 M.. so daß der Bestand am Quartals- schluß auf 48 491,15 M. angewachsen war. Dem Bericht des paritätischen Arbeitsnachweises ist zu entnehmen, daß sich im Laufe deS Quartals 579 männliche und 613 weibliche Arbeitslose meldeten. Stellen wurden gemeldet: 325 für männliche Arbeiter, von denen 241 besetzt wurden, und für Arbeiterinnen 883, von denen 448 besetzt wurden. Dazu keimen einige hundert AuShilfsstellen. Wie der Arbeitsvermittler Rüg er hervorhob, sind jetzt, in der Zeit der besten Konjunktur für das Buchbindergewerbe. noch 162 männliche und 154 iveibliche Arbeitslose eingeschrieben. Wie kraß sich die Wirtschaftskrisis geltend macht, zeigt sich auch darin, daß in den drei verflossenen Quartalen dieses Jahres für 5981 ArbeitSlosentage. und zwar die Summen von 18 437.50 M. mehr an Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt worden ist. als in den drei Quartalen von 1907. Den Bericht über die Bibliothek der Zahlstelle gab her Bibliothekar Schmidt. Der Bücherbestand ist von 1739 Bänden auf 1767 Bände erhöht worden. Benutzt wurde die Bibliothek von männlichen Mitgliedern 809 Mal. von weiblichen 303 Mal. Im Anschluß an die Berichte fand eine rege Debatte statt. Angenommen wurde ein Antrag der Qrtsvcrwaltung, der Bcr- bandskasse als außerordentliche Zuwendung 1000 M. zu über- weisen. Ferner wurde auf Antrag der Ortsverwaltnng beschlössen, den zurciscndcn ausgesteuerten oder noch nicht bezugsberechtigten Mitgliedern— vorausgesetzt daß diese mindestens iZ-Wqcvcn- beitrage gezahlt haben" 1 M. Unterstützung zu geben. Zum Schluß mackte der Vorsitzende auf die Gewerbegerichts. wählen am 29. November aufmerksam' und forderte die Mit- gliedcr auf. mit aller Kraft dahin zu wirken, daß kein Stimm- berechtigter bei der Wahl fehlt» Unserem Parteigenossen Hermann Wttldchen nebst Braut die herzlichsten Gliickwunsche zur Äermäliluug. Bis Lsnossen unii Lenossinneit lies 553. Bezirks. Soiialileinokrät. Watoereio für den IJ. Köpenicker Viertel. Bezirk 183. Den Mitgliedern zur Nachricht, j dag unser Genosse, der Möbel- 1 Polierer Hermann Beil Waldemarstratze 74 [gestorben ist Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung findet am I Millwoch. de» 11. d. M., nach- mittag» 3>/.UHr, von der Leichen» � ball« des Zentral-Friedholes in !> Zriedrtchsselde aus itatt -j Um rege Beteiligung ersucht Her Vorstand. WöLMöigö! DenKollkgen unser Mitglied, \ux Nachricht, dass )er Former fs lozialdeinokraliscIierWaiilYereiD für den 6. Berliner Relclislags-Watilkreis. Todes-Zluzeige. 3?lm 7. November verstarb unser » Mitglied, der Maurer ifrieäricb I�itsclike vberberger Str. g. Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung findet am Dtenstag, den 10. November, nach- mittags 3 Uhr, vom Trnuerhause aus nach dem Gethsemane- Kirchhos. Nieder» Schönhausen, statt. Um rege Beteiligung ersucht 1 230/20 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deuisehlands. Zweigverein Berlin. Zahlntelle Norden(I. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied Friedrich Nitschke am 7. November verstorben ist. Ehre seinem Andeuten? Die vcerdlgung findet heute Dienstag, den 10. November, nach' mittags 3 Ubr. vom Trauerhause Cbcrbcrgcr Strasse 0 auS nach dem Gethsemane-Kirchhos, Nieder- Schönhauien, statt 8 Um zahlreiche Beteiligung ersucht 140/4 Der Vorstand. S SozMnkraUSalmi des SJerlinerRelebstagswabiltreis. Todes- A nnelxe. Am 8. November verstarb unser Mltglied. der Arbeiter Hemim Barbkneclit Schlieinaniistrasse 43. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 11. November. nachmittags 4 Uhr, von der Lcichenball« des Gethsemane. KirchdojcS, Nieder- Schönhausen /Nordend) auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 230/19 Oer Vorstand. Am 7. November, abends 7'/, Uhr, Iltnrb nach taugen, Ichivei en Leiden mein lieber Mann und guter > Bater. der Steinmetz Friedrich i�asch. Die Beeidigung findet Heute I DteiiStag, den 10. d. M., nachmittags 3 II Hr. von der Leiche»« ball« des IoHanniS-KirchHoseS in Plötze»!?« auS statt. 49951/ Witwe l.rontine Rasch und Job». S Zentral-Verband der Steinarbeiier. Fttlatr Berlin I. Am 7. d. M. starb unser Kollege �rieäridi Rasch im Atter von 55 Jahren an der BerujSlranlheit Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. d. M.. nach- mtllags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des neuen JohanniS-KIrch- hos>.s in Plötzenfee aus statt. �Zahlreiche Beteiligung erwartet 17219 Die Vrtsvernialtung. Ludwig Müller der seit 1902 in unserem Bureau angestellt war, am 7. d. M. ge- starben ist. 124/13 Der Kollege Müller geborte zu denen, die selbst unter den schwieligsten Verhältnissen ihren Mann im Kamps gegen de Unter- nehmer gestellt baben. Der Kollege Müller ist dasür auv mit bitterem Han von den Berliner Metall- industriellen versolgt worden. Wir werden sein Andenken In Ehren hallen. Die Beerdigung Ist Mittwoch. den 10. b. M., iiachmillag» 2 Uhr, in Hamburg aus dem Fried- hose in Lh.Sdors. Oeutsctier iMetallarbeiter-Verband OrUverwaltung Berlin. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, dass meine tnniggeltebte Frau und gute Mutter, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Fmma Preßler geb. Grothe nach langen, schweren Leiden lm 28. LebenSsah'-e am Sonnabend, den 7. November, im Hause der Eltern, Nieder-Schöneweide, sanst entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Richard Preliler rnib Tochter. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags S'/j Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jatobi-KirchhoseS. Rixdorf, Ser- mannstrasse 105, aus statt.[26906 Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsere« guten BaterS lagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Ee- Nossen de« 753, Bezirks des S. Ber- ltner WahllreileS, dem Holzarbeiter' Verband als auch den Kollegen und Kolleginnen der Firma KvtS lawSli unseren aufrichtigsten Dank. 26896 Witwe Anna Benz und Kinder. Danksagung. Für die grosse Teilnahme bei der Beerdtgnng meiner lieben Frau, de- sonderS der»Typograpbia". sage ich hierdurch meinen wärmsten Dank. H. Adelt. Wilhelmstr. S. Danksagnng. Für die herzliche Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres einzigen lieben Sohnes Georg sagen wir allen Verwandten, Freunden und Be- kannte» unseren herzlichsten Dank Prlt» Strclow nebst Praa. Tanksaguitg. Für die Beweise inniger Teilnabme bei der Beerdigung meiner unver» geblichen lieben Frau und meiner gulen Mutter sagen wir aus diesem Wege unseren herzlichsten Dant liaslmlr Trzeblnskl 26886_ und John. Leihhaus GetegenheitskSufe verfall. Gold- und Silbersachen, Brillanten etc. Icke Hit rstr.PriDZeitStriB' Herzlichen Dank für die Kranz- spenden und die zahlreiche Beteiligung m i)er Beerdigung meine« lieben Manne». Henriette Hagenau, ...... geb. Gewalt. Für die tiebevelle'Teilnahme bei der Beerdizung unseres lieben Alfred sagen allen Beteiligten herzlichsten Dank. 26876 Familie H. Roark. Lina tvanie »schenMche retlzadwag Uefttt eteaanre letttae I4ft«8 flerren-surilerolien , lbstunterrichl... S'/j M Schulze, Richtig Rechnen durch Setbstuulrrncht... 3If3, Ucbelacker, Fremdwörterbuch 3'l3. — GroBer Muslerbriefsteller. S'.'j. — Deutsche Autsalzschule.. 3'/j. Bachmann. Buchführung... 3'lt. — Englische Grammatik... 8,l3 — Französische Grammatik. 3'/a., Busch, Reden und Toaste.. 3'/,., Schramm, Richtiges Benehmen S'/j., Fuchs, Juristisches Hausbuch 3'l3. Krall, Muster-Kochbuch... 4—, Zu beziehen von: August Schulze, Buchhandlung, Berlin W.. Bendlerstr. 13. Sonntag, den 15. November, vormittags 11 Uhr, im Saale der Brauerei Fricdrlcbsbain: Uebungss Stunde. Geübt werden die Lieder; Tantalus, Arheilsmann, Im Torweg, j Eine Mühle liegt Im Tal. totoBE,lÄfSS'",Ausschuß.Sltrung. T a g e s- 0 r d ö u n g: 1. Änfnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten! I(Abrechnung vom Sängorlest). 17/11 Der Torstand. AehKIS- titib Aainiröle. üSetmfibige Echwritz» tillbtmo, Witfllrt, Ptckil. Rinnen. Hauljuaen unb viele ioniiige enlftelltndr EchönliesttieKlek ärgern Tie «cht lange mehr tri regrlmähigrin gieirnnch vvn MWi Pntent-Medizinal-Seits, ärillich cmufoHcn und lOflOfod) bewährt ä®tüä �. W«« rnrn-im M wacht den Crfulg naehealtlg, glättet ssnlien»nd Wim, ein. mach, die Hanl tnmtmclrti unb «ort. gibt den Wange» ein rosige« Rolorst und verleibt naiürüche Anmut und jugendlichen Liebreiz bt» in« höchtte Aster, Brei« 7S Pi. und M. 2.—. Ueberau erhältlich. In Berlin echt bei Max Ichwarzlose, Königstr. 59 u. Potsdamer Str. 7a, Franz Ichtvarzlose, Leipziger Slr. 56, Ichwarzlose, vorm. Sldolph Heister, Frtedrichslr. 183, I. Ft. Ichwarzlosr, Markgraseuslr. 29, Adler- Apotheke, Reiiiickendorser Str. 1, am Wrdding, Ionnrn-Apotheke, Gr. Fraiiisurtrr Str, 53. Paul Rades. Turmstr, 48, Frist ,9 rast. Relnicken- oovfcr Str. 119, Reichsadler-Apotheke, Gr. Fronlstirter Str.>34. Herm. Siornick. Rathenower Str. 43, Gnft. Reuniaii» Wwe.. Reue Rossilr. 14, Otto Ichulst. Chausseestr.87. 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Kur die Ucwinoe über 240 Mark eiod den betrefteaden Nummern in Klammern lieicefüei, (Obne ttewähr-i Nachdruck verboten.) ISä 410 IS MS 818 81 93 lifo 30a 637 715 938 220« 890[3000] 879[3000] 3l»7 717 4318 58 793 931 5131<11 «18[ 3000] 757 832 77 960 81 6358 754 839 922 47 7 028 88 206 31 8337 0065 142 90 221 616 763[1000] 1O000[500] 133 256 409 63 59 710 858 Uli 11 081 187 838 980 1 2105 362<15 584 661 764 910 1 3315[3000] 46 512 20[1000] 612 910 14835 85 718 824 65 71 61 95 15376 706 21 827 63 998 1 6011 79 110 229 40 849[500] 631 601 34[3000] 726 808 33 80 93![500] 48[500] 17013 127[1000] 859 638 42[1000] 740 J 1000] 52 800 S1 71 87 18223 31 56 483 578 96 1 0037 45[1000] 340 OB 437 790 600 994[500) 20827 61 SO 567[lOOO] 684 777 2148« 715 871 ,4a 22129 400 12 550«72 917 23054[ 5001 114 58[500] 416 24226[1000] 63 80 544[1000] 70 557 2SI20 24? 554«66 788 810 982[15 000] 88 2 6084 554 645 66 836 2 7 077 166 71 520 38 419(1000) 28009[1000] 459 752[5000) 90 855 983 95 20OO8 99 547 448 740 IlOOO] 43 94 30 63 88[1000] 319 34 81[tOOO] 473[3000) 520«4 804 38 703 9 916«2 31145 267 530 57 49» 32« 79 628 29 761 911 56 3 2028 121 35 267[ 3000] 82 355 93[1000] 44» 873 851 63 805 3 3035 125»23 93 41» 679[ 3000] 894 34039 197 315 553 93 636 760 95 3 0138[500] 200 333 436[SOOS] 808 774 75 806 942 3 6078 266 892 401 72 734 875[3000] 821 69 3 7030 139 87 389 430 32 74[500] 512 743 38947 106 II[1000] 13 50 273 68 347 684 741 68 3 0007 599 636 844 40032 167 216 99 322 60 443 99 500 99 600 34 ,19 4 1 036 90 94 59» 712 876 931 38 42011 198 336 86 446 057 61 923 70 4 3024 123[1000] 514 923 44096 189 210 64 363[500] 72 337 374 937 4 5113 75 669 88 689 704 307 13 46003 15 152 323 47<63[ 300] 802 72 990 48120 35 501 24[3000] 28[1000] 45 671 769 74 836 64 4 0043 235 423 85 67 349 766 984 50283 328 589 852[500] 55 69 84 5 1 079[1000] 213 859 52133 855«5 53, 759[3000] 76[ 75 000] 53232 66 560 635 746 82« 90 54013 21[500] S6[1000] 199 206 399 1600) 402 82 519 83[1000]«20 40[500] 55003 83 237 303 87 421[500] 622 44 811 56287[300] 498 715 89 827 5 7015 462 88[500] 570 765 91 890 5 8023 43 47[600] 128 231 «6 398 417 5 0317 613 765 829 83[3000] 939 95 60116 354 415 6 1 031 277 724 72 923 6 2152 191 397 811 71» 29 30 63 057 89 313 36 485 512 87 691[3000] 64105 45[600] 60 417 520«66 866 853 6 5153 844[lOOO] 402 93 647 832 973 6 6556 60 67176 228 781[500] 800 989 60179 35«[1000] 68 487 503 920 6 0314 166 333[500] 84» 70129[300] 58 231 318 332 718 29 77 840 47 62 71015[540] 80[8000] 106 22[500] 455 56 5» 77[500] 793 951 72123[1000] 25 207 414 20 793 867 917 57 7 3099 193 281 353 433 389[1000] 782 7 4103 2« 203 672 7 6 750 «19 DOS[590] 75036 88 HO 46 29»[3000] 443 892[500] ,10 76066[1000] 131 55 13000]«4 95 394 439 62] 801 77166 266 888 738 842 958[lOOO] 78060 173 409 S9 504 «83 955 80 7 0 269 891 508 780 830 910 80113 272 370 88 581 723 806 8 1 06« 81 232«4 S«3 •87 775 0 2035[lOOO] 192 234 353 7« 534 36 6«? 70« 9«9 83 039 329 434 63« 752 88[14)00] 636 94 8 4113 364 661 869 939[500] 66 85044[500] 73 259 887 93»«0 98 06195 358 61 99<34 627 67 96 7»0 986[3000] 87537 66 753 039 8 0052 100 337 422 92? 80061 215[590] 424 795 flOOO] 844 929 72 96 00151[500] 285 342 64 505[2000] 780 01045 243 M 91 385 401 61« 85«7[1000] 82[lOOO] 738 B17 929[1000] «3 69 0 2059 275 342 436[1000] 510 959 0 3 065 71 289 «63 542 889 982 0 4 438 247 95 360 151 602 781 05114 389 429 91 503 i 1000] 826 0 0154 234 89[500] 316[500] 71 74 96 403 640[1000] 0 7321 27 678 880 0 8055 186 226 ,3[500] 609 41 948 89[500] 00049»1 123 626 59 721 100041 32! 111 626[80001 85 1 01156 507 63 1 021041 17 21[500] 220 495 536 54 98 643 845 1 0339« 459 768 104017 33[10041] 133[500] 417 736 88 42[5001 833 105039 55[600] 150 230 330 98 746 90 820 25[1000] 930 106»! 300 20 603 958[10001 107012 95 356 66 531 «34 100008 88 451 620 907 60 1 00315 58 497 792 863 94« 110050 67 127 362 473 657[590] 111062 128 74 «8[500] 43 710 833 1 12324 27 583 527 45[3000] 63 118005[500] 6 108 98 261 73 835 71 433 5S3 605 884 933 85 114212 606[500] 69 85 776 92 912 41 66 115562 27 «2 832 54 816 116232 355 90 145 563 895 750 833 117009 llr, 528 631 40 751 553 995 1 10074 840 629 735 929 46 11033? 45 55[500] 79 461 611 701[lOOO] 15 912 120015 35 150 519 851 841[SOOO] 12 1 094 115 212 ,73 1 2 2 231 471 5S3 632 842 992 1 23 092 520 53 98 706 [3000] 18[3000] 915 1 2 4399 143 563 1 25119 60 376[500] M«[1000] 53 542 75 616 731 865 1 2 6025 137 94 212 549 BQ 67 921 12 7 317 490 660 900 59 1 2 8266 831 637 73«83 120 1 3 92 97 402 631[3900] 907 93 13 0046 194 338 47«[3000] 97 618 759[3000] 90 fSOOl 901[500] 55 1 31145[500] 85 518 665[500] 732 132(«3 191 280(500] 445«57 746 922 1 3 3058[ 500] 94 194 13000] 317[ 500] 46 73 419«13[1000] 14 25«15 31 134218 85[1000] 350 576«76 372 910 1 3 5078 283 325 «34 74 715 824 936 50 1 3 6043 55 165 256 578«75 809 20 l'OOl 24 137110 293[1000] 97 345 60 451 M[1000] 673 ,27 138266[3000] 800 443 50 628[500] 984 130093 64 193 200 68 382 790 944 140 479 543 770 1 4 1000 19 252 406> 36 893 993 1 4 2031 94U 219 WO 359 47t 693 934 143039 7« 268 325[500] 405 ... 099„2 6» 94 669 91? 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Ziehung 5. Kl. 219. KrI. Preuss. Lotterie. Zlebune vom 9. November 1908. nncbmirlage. Nor die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreOenden Nummern in Klammern beicrefil�t. (Chnr Gewähr.!(Nachdruck verboteB.) 831 1064 71 73 TS 644 718 22 913 2027 51[500] 246 384 46 426 700 934 58[500] 3292 314 460 615[15 000] 719 972 4114 87 641 70 761[lOOO] 889 830 5174 243 370 93 513 SO 32 81» 901 6007»95 637 802 368 71 7176»34 416 711 28 810 57 0093 275 303 520 672 856 990[500] 0006 456 806 922 56 10450 572 749 830 48 53 94 Hill 86 93 304 488 93 853 1 2189 306 561«42 766 94 1 3004 63 344 818 33 935 (300«) 14973 248 311 834 999 1 5284 416[500] 797 871 18018[1000] 25 100 41 253 419 868 1 7085 406 U 602 810 1 0726 81 900 1 0070 214 714 930 20 420 92 797 962 2 1 017 160 10 299 335<74 MS 22020 60 211 414 834 61 945 54 37 2 3022 344 506 48 715 2 4(15 652 745 861 65(3000) 91 981 2 5 617 52 2 6023 101 271 [1000] 360 429»82 93[lOOO] 653 776 2 7053 3X6 71 616 «42 2 0025[1000] 77 285 352 444 48 66 591 614 1» 48 737 69 831 44[1000] 903 2 0097 119 74 472 717 71 871 30132 62 275 322 532 780 883 3 1 035 78 205 21 48 468 783[500] 32155 259 62» 788 808 84 989 3 3 097 230 58 76 536[ 500] 683 96 819 3 4040 99 264 401 77 512 602 78 39[10(10] 86 751 811(500) 990 3 5114 314[500] 34 470 [506] 791 896[3000] 36180 322 616 764 804 93 915 3 7073 105 66 259 415 22 27 91 818 763 802 952 3 0126 33 132 431 59[ElOOi 537 4 4 830 80»30 300."»[5001 213 366 591 931 40049 55 303 8 19 484 510«08 13 96 771 811 87 946 41121 210 654[ 5001 89 851 42140 252 57 61 84 305 63 73 426 502 654 69 916 4306« 106 259 3»« 653[1000] 78 44121 43 212 33 417 40 510 4« 668 701[500] 34*)[5001 918 450)6 278 685 836 4 6019 153 222 401 851 972 77[500] 47065 1)48 77 88 94«09 735 39 4 0051 91 593«00 40155 36« 67 695 873 061 50101 73 895 481 578 723[1000] 870 51033 149 254 84 489[10(10] 52014[500] 140[3000] 231 318 406»55 SOS 49 86 5 3010 602 900 69 5 4000 102 218 348[500] 840 72 55151[500] 256[500] 614 13 2 6 850 5 6185[500] 214 17 458[3000] 57031 99 136 403 615 790 5 0012 165 243 96 1 500)1 569[500] 621 50098 38« 476 LS 523 70 643 733 [30001 71[3000] 826 943 48 1500) 60003 88 150 305 SO 514[1090] 94 744 91« 61728 943 6 2034[ 3000] 50 95 141 535 619 856 63163 353 93 679 648 71[3000] 771 917[5001 64101 218 350 114 605 849 65 6 5094 214 458 636 33 69 918 80[500] 66123 547 »5 796 903 90 6 70.'>3 356 487 MO 60035 204 27 00 309 579[1000] 769 819[5001 73 60231 571«25»6 947 55 70222 651 75[54X1] 700 71550 621 57 734 44 72017 SS 33 221 872 604 710 80 843 50 Sil 42 7 3 037 74 105[500] 90 360 401»99 7 4050 281 306 50 549 884 902 7 5116[ 500] 22 43 88 478 601 7 6 221 401 SO 582 732 7 7138 77 340 573 804 8 23 32 90 7 0162 213 51 64 583 668 70 745 76 856 70015 57[500] 233[lOOO] 62«3 526 965 00152 203 809 483 507 99 60»[500] 7» 01089 79 89[ICOO] 99 306 660 911[1000] 02»15 107 432[ 5001 654 73« 86 0 3,65 221 326 5« 604 718 04113[5«0] 54»»25 60 54 8 5 266 93 30« 10[SOOO] 94 135 37 517[SM"!» 86254 98 532 61« 78 76« 868 902 49[1000] 87002 85 462 62[lOOO] 531[500]«4 69 768 8 0130 561 753 89«50 77 SncSO IIS(5001 71 272 3->8 86 98«12 90 789 891 908 98 00037[500] 465 503 0tO»S 121 75 378 4«0 741 02176 411 659 749 939 9 3 207<6 334 84 503 661 94218[500] 404 7 6 565 718 93! 9 5244 63 9 4 516 58 605 17 52 77 947 9 8221 98 309 490 542 804 906 21 07 079 173 91 239 335«21 754 870 83 919 0 0236 404[SOOO] 553 865 00096 l«9 372 417 76' oVnll"lOlm 98 23« 350 102047 170 69««26 103080 I»0 668 505 666 724»99 IO405S 296 400 565 98 610 920 1 0 5065 70 104 819»01 10(5 100 85 [3000) 98 406 54 623 991 107088 287 432 5»1 724 100103 "31 786 90» 1001)6? 90 239 344 427 853 707 15 r»000) 22 110085 184 48! 623 824 1 11176 80 469 519[lOOO] 59«6 9 780 831«1 951 112)28 101 90 220 445 87 529 830 [600] 55 055 113033 210 90 341 439 813 114348 58 83 J30 85 98 97 lOOOl 617 702[3000] 8 62 819[1000] 115022 SO 250 714 838 1500] 116»29«8 1» i"' 50 244[ 30001 46 882 476 1800 000)«51 117358 581 78 [500] 603 110146[3000] 652 926 110039 867 622 IlOOO] &S K 00051 10»«1 475 578«9» 90« 12117« 2»! 715 843 1 2 2 053 785 969 1 23192 497 597 755 Idiol WO 124301 671 790 827 990 1 2 5217 424 579 700[500] 867 999[1000] 12 6000 94 234 393 029 IlOOO] 127078 52 [500] 128 246| 500| 313 1500] 413 683 730 376 1 20063 377»OB 120 229 689 774( 500]«76 98 130-80 839 695?»2 131241 445«05 40 88» 132044 234 81« 17 58 940 1 3 3 32 81 20« 550 471 UM«! 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824 203291[3(100] 439 727[5001 284059 US 44 754 205 IM[1000] 321[30001 483 593 6»4 925 27[5)0] 280013[1000] 686 715 87« ,84 2 8 7013 11, 22, 474 II« Verantwortlicher ttebafteui: Hau« Weber. Berlin. Kür den Inseratenteil vera�tw.: Th.«lacke, Berlin. Deud u. B erlog! vorwärts Buchbriufcr« u. LrrlaoSanSalt Paul 6tma& Sa. Berlin SW, Spittelmarkt Belle Ailiancestrasse Grosso Frankfurterstrasse' Brunnenstrasse' Kottbuser Damm 2ä.wrW. 3. AillM des LmMs" Krlilttr WlllsblM. üm Wtwoch finäet für Berlin unä Vororte der Jtohlabend statt. Partei- �ngelegenkeiten. Volksversammlungen. Wie aus der heutigen Annonce ersichtlich, finden heute am DicuStag, den 1l>. November, abends 8 Uhr, 26 Bolksversammlungen für Groh>Berliu statt, in welchen die Reichstags- und LandtagSabgeordnkten unserer Partei über Teutschlands innere und äußere Politik sprechen werden. Es ist Pflicht der Genossen und Ge» nossinnen, diescVersammlungen zu besuchen und für Massenbesuch zu agitieren. Der AgitationSauSschnß. Wilmersdorf— Halensee. Heule Abend 8'/2 Uhr große öffentliche Versamullung in den.WilmerSdorser Festsälen, Halensee. Johann- Georgslraße>9. Vortrag deS Stadtverordneten D u p o n t- Berlin über:.Die bevorstehenden Sladtverordnctenwahlen und die Sozial- demokralie". Nachdem freie Aussprache für jedermann. Partei- genossen I Erscheint vollzählig und mache jeder rn seinem Kreise für diese Versammlung Progaganda. DaZ Wahlkomitee. Charlottrnburg. Der Zahlabend der t. Gruppe Bezirk 1 findet diesmal bei Lehmann, Sophie-Charlotten-Straße 106. statt. Der Borstand. Stralau. An dem morgigen Zahlabend gelangen in allen Be- zirlen die Parteitagoproiololle zur Ausgabe. Ferner ersuchen wir die Parteigenossen, heute zahlreich die nächstgelegene Bersammlung (WdgclS Lokal, RummelSburg), zu besuchen. KarlShvrst. Mittwoch, den 11. November: Zahlabend bei SabrowSli. Ecke TreSkowallee und Kraubestraße. Der Vorstand. Maricnfelde. Der Zahlabend deS WahlvereinS findet diesmal im Lokal von Oberschinidt statt. Alt-Glienicke. Mittwoch, den 11. November, abends 8 Uhr. findet im Lokale des Geiwssen Hoch, Köpenicker Straße, ein Zahlabcnd statt. Der Vorstand. Hohcn-Neuendorf und Stolpe a. d. Rordbahn. Der Zahlahend findet am Mittwoch, den 11. d. M., abends S'.U Uhr. pünktlich im Lokal der Witwe Bergeman» in Stolpe, Dorsstr.'ö statt. WilhclmSruh-Nicder-Schönhausen-West. Zu der heute abend 8 Uhr in Rainickendors im Lokal SchüyenhauS stattfindenden Volks- Versammlung werden die Geuosfiunen und Genossen ersucht, sich zum gemeinsamen Abmarsch nach dort um'/ß Uhr im Lokal zur Wart- bürg, am Bahnhof Reiuickendorf-Rosentyal. zu treffen. Der Vorstand. HermSdorf-Glienicke. Der gemeinsame Zahlabend findet am Mittioochabeud im Lokal von Heinrich Schulze in Glienicke, Hauptstraße. statt. Genosse L i e b e l t- Borsigivalde hüll einen Vortrag. Außerdem steht die Selbständigkeit der Glienicker Genossen aus der Tagesordnung. Rei»ickc»dors-West. Die Genossen treffen sich zu der heute abend stailfiildenden Protestver>a»»nlung im Lokal von Otto. Ber- liner Straße l 13— Iii abends 7�/, Uhr. Der Vorstand. Borsigwalde. Der Lehrabend d«S Genossen Schütte fällt heute DrenSlag aus, statt dessen werden die Genossen ersucht. Man» für Mann in der bei Trebesch, früher Trapp, stattfindenden Bolls. Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. RowaweS. Die zu Mittwoch, den 11. November, anberaumte WahlveremSversainmlnng findet umständehalber nicht statt. Dafür werden die Parreigenosien auf die am heutigen Dienetag, abends 8'/, Uhr im Lokale von Singer stattfindende Volksversammlnng auf- merlsam gemacht. Der Vorstand. LerUner JSaebriebten. Briefe, die ihn nicht«rrrichtea. In dem seltsamen, an Merkwürdigkeiten überreichen JrrenhauS- prozeß, der gegenwärtig in Moabit verhandelt wird, spielen Depeschen und Briefe, welche von JrrenanstallSinsassen an verwandte, be- freundete oder sonstwie interessierte Personen aufgegeben, aber nicht an ihre Sdrefie befördert werden, eine hervorragende Rolle. Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen gilt als absolut festgestellt, daß über die Sbsendung oder Zurückbchaltung solcher Schriftstücke keine festen, gesetzlichen Bestimmungen vorhanden sind, sondern daß eS lediglich darauf ankommt, was im einzelnen Falle der Irrenarzt seiner Ueberzengung gemäß für richtig hält. Daraus folgt unbestreitbar. daß der Jrrenhausiiisasse, falls er niemals befreundeten Besuch erhält, muer Umständen sich der Außenwelt in keiner Beziehung be- merkbar machen kann, also lebendig begraben ist. Sein Schicksal ruht fortan aus zwei Augen: auf denen des ihm attachierten Irrenarztes! Ohne vorläufig den Fall Lnvecki hinsichtlich der Brief« und Depeichenbeförderuiig eingehender kritisieren zu wollen, möchten wir nachstehend doch noch näher beleuchten, wie derartige.postalische" Angelegenheiten in anderen großen Irrenanstalten gehandhabt werden. Das Prinzip ist zweifellos überall dasselbe, beispielsweise auch in den städtischen Jrrenanslalien Berlins, aber die Praxis ist eine ganz andere. So weiß der Schreiber dieser Zeilen, daß Hunderte von Briefen, die an Verwandle gerichtet waren und die dringende Bitte um Erlösung auS der Gefangenschasl enthielte», -aiistandSloS befördert worden sind. Das geschah sogar bisweilen dann noch, wenn die Meinung obwaltete, daß eine Entlassung vom ärztlichen Standpiinlte nicht zu rechtfertigen sei. Man überließ es eben der Verwandtschaft, über den Brief zn entscheiden und Eni- lasiungSanträge zu stellen oder nicht. Ebenso sind in außerordent- lich zahlreichen Fällen Briefe ähnlichen Inhalts an andere als ver- wandle Personen, falls sie nicht totalen Blödsinn enthielten, anstandslos abgegangen. WaS die Anstaltsleitung tun wollte oder ton mußte, so- bald auf solche Briefe von außen her reagiert wurde, daS blieb ja eine Sache für sich. Jedenfalls hatte sie ihre rein menschliche und wohl auch amtliche Pflicht getan, den Internierten den schriftlichen Weg nach außen hin in Freiheitsfragen nicht völlig obznschneiden. Solche Fülle, in denen Insassen der städtischen Irrenanstalten verlinS Be- freiungSgesuche oder Deschwerdeeingaben an Behörden gerichtet haben, sind unS nicht bekannt geworden. Derartige Eingaben über- gibt dem Irrenarzt aber nur der tatsächlich Geisteskranke, der sich nicht von vornherein darüber klar ist. daß sie doch nicht befördert werden, oder aber der nicht ausgesprochen geisteskranke Patient, der Berttauen zum RechtSgefühl seiner Serzte hat und. wenn da« RechiS- gefühl nicht vorhanden ist, sich aklenmäßig den Rückhalt für alle späteren Weiterungen fichem will. Dagegen sind logisch verfaßte (Eingaben an polizeiliche und selbst gerichtliche Behörden, in denen eS sich nicht um Beschwerden handelte, sehr häufig befördert worden, Der praktische Wert der ganzen JrrenhauSzensur erhellt wohl am besten, wenn wir hier den Irrenärzten mit Genugtuung verraten, daß alljährlich auS Dalldorf, Hcrzberg« und neuerdings auch auS Buch Tausend« von Briefen in die Außenwelt flattern, ohne daß sie dem Arzt« zu Gesicht kommen. So dumm und vertrauensselig find die Berliner Geisteskranken schon lange nicht mehr, daß sie jeden Brief, mit dem sie etwas erreichen wollen, dem Arzte vorlegen. Es gibt übergenug Wege, um in Erinangelung fester Bestimmungen über die Briefbeförderung wichtige Briefe selbst irnS den geschlossensten Stationen und mit dem besten Erfolg« hinter dem Rücken des ArzteS nach außen zu befördern. Zahlreich« Patienten haben sich auf diese Weise schneller ihre Freiheit erobert, als sie ihnen wohl sonst zuteil geworden wäre. Was natürlich nicht aus- sckiließt. daß in so und so vielen anderen Fällen auch hier bei Berlin jeder Versuch der Nothilfe mißlingt. In solchen.hinten herum" beförderten Briefen handelt eS sich auch keineswegs immer um Be- freiung. Ferner werden Briefe, die die SnstaltSleitung prinzipiell nicht passieren läßt, sehr häufig befördert von Patienten selbst, die Bewegungsfreiheit haben. llnS persönlich find im Laufe der Fahre direkt aus der Anstalt zahlreiche von Patientenzuschriften zugegangen die sich mit sehr oft berechtigten Beschwerden über AnstaltSzustände beschäftigten. Wir kennen sogar den originellen Fall, daß auS Patienttnkreisen monatelang die Berliner Zeitungen mit Nachrichten über da« AnstaliSleben und über gewisse Vorfälle, die sonst ver- schwiegen geblieben wären, versorgt worden sind. Nicht selten stand etwas, was heute passierte und streng geheim geHallen wurde, schon morgen brühwarm in der Presse. Und daS war gut so. Je mehr offiziell vertuscht wird, um so mehr Unrat muß man dahinter wittern. Und je mehr Briefe, die logisch verfaßt find, zurückgehalten werden, desto mehr muß man sich darüber Gedanken machen, die nicht zugunsten deS Irrenarztes ausfallen. Achttihr-Ladenfchluß und Thcatcrbeginn. Die im.verba'nd Berliner Theaterleiter' zusammengeschlossenen Theater- direktoren Berlins hielten am Sonntag eine Versammlung ab. in der Stellung zu einer Verschiebung deS T l, e a t e r b eginnS Senoinmen wurde. Mit Rücksicht auf den jetzt in Berlin eingeführten lchlnhr-Ladenschlutz wurde eS für geboten erachtet. Schritte zu tun, um den Anfang der Thealer von 8 Uhr auf 8'„ Uhr zn verlegen. Es wäre dann den Geschäftsinhabern und Angestellten Gelegenheil gegeben, auch an Wochentagen die Theater besuchen zu können. Wie in der Bersannulung mitgeteilt wurde, kann eine solche Aenderung aber nicht ohne den Erlaß einer neuen Polizeiverordnung durchgeführt werden. Die jetzt geltende Vorschrift setzt für alle Theater den Schluß der Vorstellungen aus 11 Uhr fest. Bei längeren Slücken, nainenllich bei Klassikern, ist eS Kisker schon schwierig gewesen, de» Schluß strikte um II Uhr herbei- zuführen. Nach längerer Aussprache wurde der Vorstand deS Verbandes, der au« den Diretloren Dr. Löwen icld, Gregor und Dr. Marlin Zickel besteht, beauftragt, an das Polizeipräsidium mit dem Ersuche» heranzuiretcn, eine neue Polizeiverordnung zu erlassen, die de» Theaterschluß mmdeslenS bis auf'/�I2 Uhr bezw. 12 Uhr hinaus- schiebt Wird diese Bitte von dem Polizeipräsidlum erfüllt, so ist sicher zu euoanen, daß von dem Verbände in einer neuen Sitzung bcschloiseu wird, die Theater erst um l/ß Uhr abei.dS beginnen zu lassen. Für Destillateure. Der bekannte Großdestillateur Max Schulz in Berlin betreibt auf seinem Grundstück in der GreifSwalder Straße die Destillation. Nachdem er die Genehmigung für feine DestillationSanlage nachgesucht hatte, erhielt er ein« polizeiliche Verfügung, daß die nachträglich«(Genehmigung zu den im Destillier- räum errichtetem Feuerstäiten auf Grund des§ 19 II 17 de« Allgemeinen LandrechtS versagt werde, da auS überwiegenden Gründen der öffentlichen Sicherheit nicht gestattet werden könne, daß in DestillationSräumen Feuer oder Licht gebrannt werde. ES könne ihm nur aufgegeben werden, für den Betrieb der Destillationsblasen einen Dampfkessel außerhalb de» DestillationSraumcS aufzn- stellen, wie eS in allen größeren Betrieben üblich sei. Gleichzeitig wurde Schulz die Entfernung der Feuerstätten ausgegeben. Er focht die Verfügung durch die Klage im VerwaltungSstreiwerfahren an. Nachdem die Sache bereits einmal den Bezirksausschuß und das OberverwaltungSgericht beschäftigt hatte, erkannte der Bezirks» auSschuß im neuen RechtSgang« zugunsten des Klägers und daS OberverwaltungSgericht bestätigte da» Urteil. Man schloß sich im wesentlichen einem Gutachten des Dr. Mohr an, welcher der fenec- technischen Abteilung de» Instituts für das Gärungsgewerbe vor- steht. Danach ist eS unter Beobachtung gewisser VorfichlSmaßregeln zulässig, innerhalb des TestillationSraumcS durch Gas- und Brikettfeuerung bei den DestillationSblasen den Apparat in Betrieb zu setzen. Der Betrieb auf der PferdeomnibuSllnke 4b(Rokenthaler Tor bis Angustenburger Platz) wird am Abend des 11. November ein- gestellt._ An der ArbeitSlofenzLHIung am 17. November beteiligen sich die überwiegende Mehrheit der Vororte. Nachdem fthon vorlfcr die großen VorortSgcmcindcn, wie Charlottenburg. Rixdorf, Schöneberg, Wilmersdorf, ihre Teilnahme zugesagt hatten, wurde sie in der am Sonnabend stattgcf»»denen Besprechung im Statistischen Amt von einer größeren Zahl der anderen Vorort« angemeldet, so von Lichtenberg. Reinickendorf. Boxhagen-RummelS- bürg, Britz. Maricndorf, Tempelhof, Tegel, Johannisthal, Friedenau, Treptow, Pankow. Dahlem, während von Ober-Schöilcweide. Adlers- Hof die endgültige Zusage noch zn erwarten ist. Danach ist die Beteiligung der meisten Vororte an der von Berlin für den 17. No- vember festgesetzten ArbeitSlosenzählung gesichert. DaS Statistische Amt der Stadt Berlin erklärt« sich zur Lieferung der notwendigen Formulare, AusführungSbcsttminungen usw. an die Vororte bereit, wie eS ferner auch die später« Bearbeitung deS eingrgaiigencn Material» gegen Erstattung der Selbstkosten in Aussicht stellte. Beim Staken ertrnnken ist der Sckifferknecht Merten« auS Fürsten berg, der auf einer Lastzille beschäftigt war. In der Röhe be« Restaurants..Borussia' an der Oberspree glitt M., als er die Stange in das Wasser fallen ließ, aus. stürzte über Bord des nach Berlin fahrenden Schiffe» und verschwand sofort in den Fluien. Ob- wohl der Eigner mit den übrigen Bootsleuten energische RetlungS» versuche unternahm, konnte der Körper deS Verunglückten, der vermutlich unter das Fahrzeug getrieben worden war, nicht aufgefunden iverden. Nach nahezu halbstündigem Suchen setzte er dann die Fahr, fori Ein tödlicher Automobilunsall hat sich gestern nachmittag auf dem Baltciiplatz zugetragen. Eine etwa b9 Jahre alt« unbetaniile Frau, die mit der HeilSarmeekleidimg angetan war. war im Begriff gewesen, den Fahldamm zu überschrcileii. als ein Privatautomobil herangefahren kam. Obwohl der Ehrniffeur WarnuiigSsignale gab. achtete die Frau nicht aus daS Herannahen deS Kraftwagens. Sie wurde infolgedessen umgerissen und die Räder de» schweren GefährtS gingen ihr über Kopf und Brust hinweg. In besinnungslosem Zustande wurde die Ueberfahrene vom Platz getragen. Auf dem Transport nach dem Krankenhause am FriedrichShain erlag sie den schweren Verletzungen. Der„Herr BerkehrSdirektor". Das Handwerk der KautionS« schwindle: scheint in Berlin nach wie vor zn blühen. Als ein Kau- tionSschwinoler großen Stils ist jetzt der Kaufmann HanS Müller auS der Holzmarktstr. b9 verhaftet worden. Der 28 Jahre alte kinderlos verheiratete DZann nannte sich.Direktor eines Verkehr-- bureauS', nahm für Restaurationen und andere Betriebe Buchhalter, Schankkellner, Garderobe» und Toilettcfrauen an und ließ sich von ihnen nicht nur Vermittlergebühren, sondern auch noch Bürgschaften «hlen, da er angeblich für etwaige Unregelmäßigkeiten aufzn« kommen Hab«. Größere.Kautionen hinterlegte er in Gegenwart der Bewerber auf einer Bank. Den HintcrlegungSschein ließ er in der Regel auf seinen Namen ausstellen. Wenn aber ein Bürgschnfts- geber mißtrauisch war und den Schein auf seinen Namen auS- fertigen ließ, so half ihm auch dies« Vorsicht nichts. Die Leute sahen bald ein, daß die Bürgschaft durchaus nicht der Stellung entsprach, oder verließen diese auS anderen Gründen. Sobald sie aber ihr Geld abheben wollten-, war Müller längst damit ver- schwunden. In den Fällen, in denen die Scheine nicht auf seinen Namen lauteten, hatte er die Unterschrift gefälscht und das Geld abgehoben. Müller hat auf diese Weise nach den bisherigen Er- Mittelungen in 49 Fällen Beträge von 29 M. bis 2999 M. erbeutet. Mehrmals sollte er schon verhaftet werden, aber jedesmal war er angeblich an einer tuberkulösen Knochenentzündung erkrankt. Die Polizei erfuhr jedoch, daß er nach ihrem Weggange stets wieder aufstehen koniite. Daraufhin erlieh die StaaiSamvaltschaft einen Haftbefehl. Müller, der noch eine Gefänwnsstrase zu verbüßen hat, wurde durch einen Gerichtsarzt untersucht. Nachdem dieser die Ueberführung nach der Charit« angeordnet hatte, erschienen gestern morgen Kriminalbeamte mit einem Krankenwagen. Ter Kautionsschwindler heuchelte zwar einen Ärantpfanfall, wurde aber als Polizeigefangener in die Charit« gebracht. � BerzwriflungStaten auS Not. Die Verzweiflungstat eines Arbeitslosen rief Sonntag morgen in früher Stunde im Hnmboldtbain großes Aufsehen hervor. Bor einiger Zeit hatte der äljährige Modelltischler Adolf Giuskli, Stettiner Straße 46 wohnhaft, einen Unfall erlitten. In der vergangenen Woche nahm er die Arbeit bei den Siemens u. Halske-Werken, in denen er angestellt war, wieder auf, doch mußte er infolge feines ZnstandeS bald wieder aufhören. Auf Grund einer Unterfucbung seitens des FabrikvertrauenSaczteS wurden ihm dann die Papiere auS- gehändigt. G. war nun brotlos. Aber das Schicksal hatte noch mehr für ihn bestimmt. Vor zwei Tagen rückte seine Ehefrau auS und nun stand er allein hilflos da. In der Verzweiflung griff er jetzt zum Revolver. Im Humboldthain jagte er sich, auf einer Ruhe« bank sitzend, eine Kugel in die linke Schläfe. DaS Geschoß drang auS dem Auge wieder heraus und während daS letztere vollständig vernichtet worden ist. ist bei dem rechten Auge die Sehkraft gänzlich zerstört worden. In sehr bedenklichem Zustande wurde der Lebens« müde nach dem Virchow-Krankenhause gebracht. Weil sie für ihre Kinder keine warme W inter« kleidung anschaffen konnte, unternahm die Ehefrau des Invaliden Reffke. Kietzer Weg IS. einen Selbstmordversuch. R. ist arbeitsunfähig und während er für den Haushalt sorgte, mußte die Frau auf Arbeit gehen. Sie vermochte aber nicht so viel zu ver- dienen, um außer der Nahrung auch noch warme Winterkleidnng für die Kinder anschaffen zu löunen. AuS Verzweiflung hierüber ver» giftete sich die Bedauernswerte mit Lyiol. In hoffnungslosem Zu» stand wurde sie in die Charit» eingeliefert. Roch ei»„Teilhabet' TtcinbcrgS. Herr Adolf Steinberg, der vielgenannte„Direktor' der.Ersten Berliner Kra« wattenfabrik' lLindenstr. 45), hat wirklich Pech. In feiner Beleidigungsklage gegen den.Vorwärts' ivar durch SchöffengerichtSurteil entschieden worden, daß er durch unseren Artikel über sein Institut nicht nur beleidigt, sondern auch geschädigt worden sei, so daß unser Genosse David söhn nicht nur zu einer Geldstrafe von 159 M.. sondern auch zu einer an Steinberg selber zu zahlenden Buße von 399 Mark ver- urteilt werden müsse. Heißt ein Geschäft,«och 399 M. dazulriegen! Herr Steinberg mußte sich freilich»och ein wenig gedulden, weil Genosse Davidsohn gegen dieses unbegreifliche Urteil Berufung ein- legte. Wir teilten das sogleich in unserem Bericht über die Gerichts« vrrhandlung mit. doch alsbald meldete sich schon ein Gläubiger des Herrn Steinderg und ließ auf Grund eines gegen Sleinberg ergangenen UiteilS von 1994 im voraus auS der noch lange nicht rechiskräftigen 390 Mark» Buße des.Vorwärts"- Redakteur» die ihm v.on Sleinberg geschuldeten 79 M. nebst Zinsen und Kosten mit Beschlag belegen. Dem Herren Krawalten-Akademie«„D>reftor' blieb somit nur noch die Hoffnung auf 239 Mark— so dachten wirS unS wenigstens, weil wir annahmen, daß er sonst keine Gläubiger weiter habe. Aber diese Annahme war irrig. Jnzivischen Hai sich nämlich noch ein anderer Gläubiger von ihm bei unS gemeldet, der gleichfalls.Teilhaber" an der erhoffien Buße werden möchie. Ein Fabrilbesitzer. der an Steinberg eine Forderung von 399 Mark hat, läßt aus Grund eine» gegen Steinberg ergangenen Urteils von 1997 an unseren Genossen Davidsvhn ein vorläufiges ZahlungSverbot ergehen. Armer Steinberg I Nun werden dl« 399 M. bar, die ihm vorschiveben, nicht einmal langen, um diele beiden Gläubiger zu befriedigen. Aber jetzt hoffe» wir zuversichllich, daß sich kein dritter mehr melden nnd unö belästigen wird. Orgelkonzert. In der Marien-Kirche veranstaltet der kgl. Musikdirektor Bernh. Jrrgang am Miiiivoch 7'/, Uhr da» nächste Orgelkonzert unier Milwirkung von Fräuiei» Signe Giertzen I Sopran). Frl. Hilde Ellger(Ali) und Frl. Gertrud Japien(Konira- Alt und Bioline). Orgeikomposilionen von Bach, Enrico Bossi straften brücke, Siegsriedsw. 25—59, Strafte Nr. 166, 167a, 167b, 168, 170, Warthestrafte. Wahllokal: Richard Felsch, Knesebecksw.»8—4«(GesellschaslS- bans). Kandidat: Paul Stlclcr. Delsesw. 21. Wahlbezirk 14 a und 14 b: Allerstrafte, Am Wasserturm. Grüner- weg, herrsurthplatz, Herrsurlhstrafte. Hermanusw. 53—83 und 179—210, Leinestrafte, Lichlenrader Strafte 12— 49, Okerstrafte, Oderstr. 14— 52, SchiUelpromenade 7— 36, Stcinmetzstr. 43— 80, Weisestr. 16— 51. Wahllokal: Max Hipp c. Hermannsir. 199, Kandidat für 14a: Friedrich Schwarze. Weisestr. 65, sür 14b: Alfred Scholz, Weisestr. 23. Wahlbezirk 17: Berliner Sw. 32—81, Boddinplatz, Boddinstr. 1 bis 22 und 42—66, Erlanger Swafte, Jägcrstr. 1—40 und 65—81, Isar. strafte, Mainzer Str. 27—36, Münchener Slr. 1— 18 u. 36—55», Neckarstrafte, Rculersw. 1—8 und 89—98. Wahllokal: Albert Kühne, Münchener Sw. 6(Waid- mannsiust). Kandidat: Wilhelm Schuh, Okerstr. 3. Die Wahlen der zweiten Abteilung finden am 24. No- dembcr in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends statt. Gewählt wird im No«dbe»irk, umsassend die Bouchöstrafte, Donau- sstafte 1—34 und 99—131, Elbellrafte. griedelstrafte. Fuldastrafte. Harzer Swafte 1—3. 14-25 und 96—98, Hcrmannplatz, Hobrechlstratze, Jansa- strafte, Kailer-Friedrich-Slr. 1— 55 und 195—248, KöllnischeS User 50—69 und 72-74, Kollbuser Damm, Saubcstrafte, Lcnaustrafte, Liberdaslrafte, Loh- Mühlenplatz, Lohmühlenstr. 25—36, ManitiuSstrafte, Mahbachuser, Nansen- strafte, Pannie» strafte, Pstllgerstrafte, Reuterplatz, Reuterstr. 18—77, Rulls- strafte, Sanderstrafte, Schandauer Swafte, Schinkestrafte, Schönstedtstrafte, Tellstrafte, Weichselplatz, Weichselslrafte. Weiganduser 1—16, Wesersw. 1—58 Mld 164—217, Wiesenuser, Wildcnbruchstraftc. Wahllokal:Otto Franlc, Kaiser-Friedrich-Sw. 16(Deltkuyel). Kandidaten der-Sozialdemolratie sind: K. Iauiszewskt, Kaiser- Frledrsch-Sw. 9, Max Alscher, Weichselslr. 50. Ostbezirk: Anzengrubeiswafte, Bergstr. 1— 42, 69—106 u. 127—163, Verlhclsdorscr Strafte, Böhmische Strafte, Bruscndolscr Strafte, Canner (rhaussee, Canner Strafte, Donausw. 35— 98, Drorystrafte, Elsenstr. 42— 88, Elslerstrafte, Erlstrnfte, Finowslrafte, Gärlnerstrafte, Gocihcslrafte, Grenz. Allee. Harzer Sw. 26—95, Heidelberger Sw. 14—31, Heitzbcrgplatz, Hertz. bergstrafte. Hohenzollernplatz, ynnstrafte, Johann-Sutz- Strafte, Kaiser- Friedrich-Str. 56—194, Kstesebecksw. 1—5 und 147—150, Kiesholzsw. 53—112, Älrchgasse, Kirchhosstr. 1—9 und 35—50, Kölnisches User 1—49, Kops- strafte 1—12 und 62—72, Lahnstrafte, Lessingsw. 1—12 und 33—43, Maresch- strafte, Miilelbuschioeg, Miltelweg, Naumburger Strafte, Niemetzslrafte, Prinz-Handjcry-Sw. 1—19 und 70—87, Richardplatz, Richardstrafte. Rosen- strafte, Roseggcrstrafte, Saalestrafte, Schöneweider Sirafte, Schudomastrafte, Stcinmetzstr. 1— 19 und 106— 128, Strafte Nr. 15, 16, 22a, 25, 37, 52, 52a, 54. 55, 56, 59a, 60, 62, 65, 66. 180a, 180b, 180c, 1806, 180e, 181, I8!a, 181b, 185, 185a, 187a, I87b, 188, 204, 207b, Swilgarler Sirafte. Teupitzcr Strafte, Treptower Str. 1—44 und 50— 106, Thüringer Strafte, Walterstrafte, Waftmannsdorser Strafte, Weigand-User 17—48, Weserslr. 59— 163, Wildenbruchplatz, Wippcrstrafte, Meitzer(Strafte, Fielbenstr. 1—18 und 67— 85. Wahllokal: W. Kl emte, Bcrgslr. 136/137(Deutsches WirlSbaus). Kandidaten: Franz Gngel, Böhmische Str. 8, Max Zirkel, Jdealpassage 6, Fritz Feifer, Ertslr. 3. Südbezirk: Am Wasserturm, Allerstrafte, Bendastrafte, Bergstr. 43 bIS 63 und 107—125, Boberstrafte. Bodestrafte, Bruno-Bauer-Swafte, Delbrückstrafte, Edmundslrafte, Glasowswafte, Emserstrafte, Fallstr. 1—3 und 24— 26, Grüner Weg, Hclastrafte, Hcrrsurlhplatz. Herrsurthstrafte, Hermann- swafte 53—210, Herihaswafte, Jlsestrafte, Jonasstrafte, Juliusslrafte, Kirchhof- strafte 10—34, Knesebeckstr. 6—146, Kopsslr. 13—61, Kranoldplatz, Kranold- strafte. Leinestrafte, Lessingsw. 13— 16 und 29—32, Lichlenrader Str. 12— 49, Mariendorser Weg, Neiftestrafte, Netze strafte, Nogatftrafte, Oderstrafte, Od> straftenbrücke, Olerstrafte, Prinz-Handjery-Strafte 20- 34 z" Reinholdstrafte, Ringbahnstrafte, Schillerpromenade 7—36, Siegsriedslrafte, Steinmetzstr. 20—105, Swafte Nr. 166, 167a, 170, 202. 207, Slubenrauchplatz, ThomaSswafte. Warlhesiraße, swafte 16—51. Wahllokal: Karl Regen st ein, Sermannstr. 15g. Kandidaten: Wilhelm Schuh, Olerstrafte 3, K Sckchowcr Str. 16, Gnstav Zrppmcisel, Hernrannstr. 177. West bezirk: Berliner Strafte, Biebrichstrafte, Boddinplaft.________ swafte, Erlanger Strafte, Falkstr. 4—23, Fontaneswafte, Haseliheide, Hermann- strafte 1-52 und 211—258, Fägerstraße, Fsarstrafte, Karlögartenstrafte, Lessing- strafte 17—28, Lichlenrader Str. 1— I t und 50— 62, Mahlower Sw., Mainzer Strafte, Münchener Sirafte, Reckarstrafte, Prinz- Handjer»»Strafte 35— 53, Neuterftr. 1—17 und 78—98, Schillerpromenade 1—6 und 67—42, Selchower 1 Swafte. Danzllkstrafte, Weisestr. 1—15 und 52—66, Diftmannstrafte, Siethen- I strafte 19—66. Wahllokal: Max Mendt, Hcrmannstr. 214—219 tVereinSbraucre!). Kandidat: Oilo Franke, Prinz Handjery-Slrafte 53; Fritz Hoppe, Hcrnraimslr. 49; Wilhelm Conrad. Hcrniamisw. 50. Für die erste Abteilung, umfassend das ganze Stadtgebiet, findet die Wahl am 26. November in der Zeit von 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends in den„Vürgcrsälen", Berg- stratze 117. statt. Kandidat der Sozialdemokratie ist Genosse Raphael Silberstein, Berliner Strafte 93._ Schöneberg. Zu unserer Notiz am Sonnabend:„Im Mozartsaal des Neuen Schauspielhauses" will uns die Konzertdireklion JnleS Sachs mit, daß der Vortrag Maximilian Hordeiis eine Veranstaltung der lite- rarischen Abteilung genannter Direktion gewesen sei. Da die Kon- zeridirektion Sachs den Mozartsaal ohne Angabe des Zweckes ge- mietet habe, sei nur sie. nicht die Theater- und Saalbau-Aktien- gesellschaft, verantwortlich dafür, daß der Saal für den Vortrag Hördens bestimmt winde. Der Vortrag sei als eine kultnrhisiorische Vorlesung betrachtet worden. Soweit der Inhalt des Schreibens. Wir wollen hierzu beinerlen, daß wir die Meinung der genannten Direktion nicht teilen. Ein Vortrag über„die politische Lage" kann iinmöglich unter„kulturhistont'cher Vorlesung" rubriziert werden, weil unter dem Thema eine Stellungnahme zu den wichtigsten politischen Borgängen verstanden wird. Wir werden in dieser Auffassung bestärkt, wenn wir einen Blick ans den Prospekt der literarisch-tviffentchastlichen Abteilung der Äonzertdireltion werfen. Die Liste der Bo- tragenden läßt vermuten, daß witsen- schaftliche Themata behandelt werden. Merkwürdigerweise befindet sich aber Horden nicht unter den Vortragenden. Die Wissenschaft- liche Abteilung hat also diesen Vortragenden extra gewonnen und ein Thema behandeln lasten, das wen über den Rahmen einer Wissenschaft- lichen Vorlesung hinausging— das ein öffentliches politisches Jmereffe beanspruchte. Deshalb ist aus den Kreisen der Arbeiterorganisationen Schöne- bergs das Verlangen gestellt worden, auch ihnen genannte Räume zur Verfügung zu stellen. Im übrigen ist nicht die Konzertdirektion, sondern die Inhaberin des Saales nach außen dafür verantwortlich, welchen Zwecken der Saal dient. Steglitz. Eine Sensation brachte die letzte Gcmeindcvertrelersitzung. Bei dem Punkt„Nachbetvilligungen", der wie gewöhnlich wieder eine endlose Reihe von Nachforderungcn zu einzelnen Eiatspositionen brachte, wurde an den Gemeindevorsteher die Atisrage gerichtet, was an den Gerüchten über bedeutende Ueberschreilnngen des Vor- anschlageS von 350 000 M. für unser„Stadibad" wahres sei. Der Herr Bürgermeister machte die allgemein überraschende Mitteilung. daß die Ueberschreitungen die Höhe von 88 000 Mark erreicht hätten. Er fügte hinzit, daß den Gemeindeverordueten in allernächster Zeit eine ausführlich begründete Spezialisierung der Ueberschreitungen zugehen werde, woraus sie ersehen würden, daß der größte Teil der Mehrausgaben gcrechifertigi sei. Auf die weitere Frage, warum der Gemeindevertretung nicht schon früher diese Mitteilung gemacht worden sei. antwortete Herr B u h r o w zum allseitigen Erstaunen, daß er selbst erst seit einigen Tagen davon Kenntnis habe. Dazu gedrängt, erklärte er schließlich, daß der Gemeindevorstand die Verantworiung übernehme.- aber vorläufig jede weitere Auskunft ablehne. Es steht demnach auch vorläufig sowohl de» Gemeindeverordneten wie den Steuer- zahlern frei, sich selbst einen VerS zu macuen auf die Vorzüglichkeit unserer Gemeindeverwaltung, die eine Aehnlichkeit mit dem Reichs- amt des Aeußercn aufweist, da weder hier noch dort der Chef weiß, was in seinem Ressort passiert.— Daß hierauf ein Antrag der Minorität auf Vewilligung von 1000 M. zur Speisung be- dürftiger Schulkinder einstimmig angenommen wurde, darf wohl auf Rechnung der niederdrückenden 88 000 Mark- Affäre gesetzt werden. Angesichts der ungeheuerlichen Vergeudung von Gemeindcmttteln wagte wohl niemand gegen lumpige lOOO M. zu stimmen. Die Speisung soll durch den„Verein gegen Verarmung»nd Bettelei" geschehen, dem die bewilligte Snnime zur Versügtmg gestellt wird. Auf Antrag der hiesigen Ortskraiikeiikasse sowie der Betricbskran ken- kaffe der Renen photograpischen Gesellschaft und derjenigen der Ver- sicherungsgesellschaft„Viktoria", ihren erkrankten Mitgliedern eine reisermäßigung bei Benutzung unseres„Stadl- b a d e S' zu gewahren, wird beschlossen, diese Preisermäßigung aus 25 Proz. festzusetzen. Ein Ergänzilitgsanirag der Minorität, diese Vcrgünstigiing allen Jnvalidenversicherungspflichtigen unseres Ortes zu gewähren, wurde abgelehnt.— Ein weiterer Antrag des Gemeinde- Vorstandes, der speziell die hiesige Arbeiterschaft interessiert, verlangte Einführung der Verhältniswahl anstatt der bisherigen Grupvenwahl zum Gewerbegericht. Der Antrag wurde an- genommen und eine viergliedrige Kommission zur entsprechenden Redaktion des bisherigen GewerbegerichisstaiutS eingesetzt.— Der letzte Punkt der Tagesordnung demonstrierte der Versammlung mit aller Deutlichkeit, daß mit den oben erwähnten 88 000 M. die Bade- anstaltsschmerzen noch lange nicht geheilt sind. Der Gemeinde- vorstand verlangte noch 7000 Marl zur Anlage eines neuen Brunnens. Der Referent führte hierzu aus, daß das Wasser aus dem jetzigen Brunnen so stark eisenhaltig sei, daß eS nur bei Vermischung mit einem Drittel Leitungswasser verwendbar wäre. Es habe sich nunmehr(I) herausgestellt, daß man in größerer Tiefe besseres Waffer erhalten könne, deshalb sei die Neuanlage eines Brunnens erforderlich. Der Antrag wurde angenonunen. Da- mit ist nunmehr b i S jetzt die ungeheure Ueberschreitung des Voranschlages der Badeanstalt auf die stattliche Summe von Sö ksiXI Mark augewachsen.— Bürger von Steglitz I Tut Geld in Euren Beutel I! Ober-Schöneweide. lieber die Notwendigkeit eincS Gewerbe- und KausmannSgerichtS am hiesigen Ort sprach Genoffe Brückner in einer im Wilhelm- minenhos tagenden gut besuchten Volksversammlung. Bekanntlich ist die Errichtung eines Gewerbe- und KaufmannsgerichtS bereits vor l'/a Jahren in den Gemeindevertretungen Ober-Schöneweide, Nieder- Schönewcide und Johannisthal beschlosien worden. Noch immer ist eine Ausführung dieses Beschlusses nicht erfolgt. An dieser Ver- schleppung übte der Referent eine scharfe Kritik. In der Diskuision schloffen sich sämtliche Redner den Ausführungen des Referenten an. Genosse Düsing brachte einen Fall zur Sprache, wonach einer armen Witwe mit 6 Kindern vom 1. November ab die Armeniinterstützung entzogen worden sei. Hierbei wies er darauf hin, daß die Gemeinde bei der am vorigen Freitag stattgefundenen Kirchen- einweihung 2000 M. für die Ausschmückung des OrteS verwendet habe. Zum Schluß wies Genoffe Schneider aus die am 17, d. M. stattfindende Arbeitslosenzählung hin. Redner meinte, man habe zu dieser Zählung wahricheinlich das Meldesystem gewählt, um nicht das ganze Elend in der Arbeiterschaft aufzudecken. Für die im Fe- bruar kommenden Jahres staltfitidende zweite Zählung müsse das Hailslistenshstem durchgeführt werden, damit die Not der Arbeiter- schaft in vollem Umfange aufgedeckt werde. Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die heule im Wilhelminenbof tagende öffentliche Volksversammlung legt Protest gegen die Verschleppung der Einführung des Kaufmanns- und Ke- Werbegerichts ein. Die Versammlung erwartet, daß in Kürze Schritte getan werden, welche geeignet sind, diese für die Arbeiter« schäft überaus wichtige Institution zur Einführung zu bringen. Karlshorst. Ueber die politische Lage sprach in der sehr gut besuchten Wahl- Vereinsversammlung Genosse Robert Schmidt. Der Redner schildert an den jüngsten Ereignissen die zerfahrene Politik der Regierung, die unheildrohend auf Deutschland laste. Eingehend zeichnete er dann den wirtschaftlichen Hintergrund der Balkanwirren. Genoffe Becker erstattete Bericht von der Kreisvorstandssitzting. Der Vorsitzende wurde beauftragt, dem Antrage, aus KreiSkosten samt- lichen zirka 400 Funktionären die„Neue Zeit* zu liefern, entgegen» zuwirkcn. Ein Antrag, eine WeihiiachtSbescherung für die Kinder zu veranstalten, wurde abgelehnt. Die Vorjahre haben gezeigt, daß der Opfermut der Genoffen für diese Sache leider ein zu kleiner ist, so daß es unmöglich ist, die Kosten für eine anständige Bescherung aufzubringen. Es wurde der Wunsch geäußert, gelegentlich Unter- haltungsabende sür die Mitglieder zu veranstalten. Französisch- Buchholz. Eine peinliche Szene ereignete sich bei einer Beerdigung auf dem evangelischen Kirchhof in Ftanzösisch-Buchholz. Tort saud die Bei» setzring des Gärineieibesiver Zielsstoiff statt. Ter Sarg war beretlS in die Gruft herabgelassen, und Pastor Ulich hielt die Grabrede. Während der letzten Wsrte näherte er sich zu dicht de»' Grabe, und unter der Last seines Köipergeivichts gab das lockere Erdretch nach und der Geistliche fiel zum Entsetzen der Tranerversannnlung in die offene Gnsit. Tie Totengräber befreiten mit vieler Mühe den Pastor aus seiner Lage; der Verunglückte hat anscheinend nur leichtere Ver» letzungen erlitten. Botsdam. Die Generalversammlung deS sozialdemokratischen WahlvercinS nahm am Mittwoch zunächst den Kassenbericht vom 3. Quartal cnt- gegen. Derselbe zeigte eine Einnahme von 20S,M M. und eine Ausgabe von 283,25 M., wovon 200 M. an die Krciskaffe abgeführt wurden. In der hierauf erfolgenden Vorstandswahl wurde Genoffe Ziemann als 1. Vorsitzender neu gewählt, nachdem Genosse Staad, welcher diesen Posten eine ganze Reihe von Jahren be» kleidet hatte, die Versammlung ersuchte, ihn von demselben zu entbinden, damit er sich eventuell einmal anderweit betätigen könne. Die Genossen S t o o f, 2. Vorsitzender; W a a ck, Kassierer; Stövesand, Schriftführer, wurden wiedergewählt. Als Bei» sitzerin fungiert Frau Kruse, nachdem eine Anzahl Genossinnen dem Wahlvercin beigetreten sind. Die Agitationskommission bilden im laufenden Geschäftsjahr die Genossen Staab, Rosen- berger und Kunow. Als Revisoren fungieren die Genossen Diener, Schiot, Bölke. In der Lokalkommission amtiert Genosse Hausmann weiter. Die hiesige Jugendorganisation soll seitens des Kartells und des Wahlvereins eine Vertretung von je drei Personen erhalten. Hierzu wurden seitens deS Wahlvcr- eins die Genossen Waack, Rosenberger und Wegen er gewählt.— Da der kommende Zahlabend auf den Bußtag fällt, soll derselbe statt M8 Ilhr bereits um 7 Uhr abends abgehalten werden. Gerügt wurde die Flauheit einzelner Genoffen im Zahlen der Beiträge sowohl wie auch im Halten der Parteizeitungen und soll hauptsächlich bezüglich des letzteren Wandel geschaffen werden. Ferner wurde zu einem am zweiten Weihnachtsfciertag statt» findenden Vergnügen eine fünfglicdrige Kommission gewählt. Am Schluß wies Genoffe Staab noch auf das Verhalten des Stadtver- ordneten Enders in der letzten Stadtverordnetensitzung hin, welches wir bereits im Stadtverordnetenversammlungsbericht entsprechend gewürdigt haben._ Vermifcl)tes. Eine Art Hauptmann von Köpenick hat in Freiburg im Breisgcm ein Gastspiel gegeben. In einer der verkehrsarmen Straßen am Schloßberg suchte ein unbekannter Herr, angeblich Stenerkommiffar, eine allein lebende Dame auf mit der Angabe, er müsse in Steuer- angelegeitheiten die Wertpapiere der Dame durchsehen.� Die Dame legte ihm ihren Besitz vor, Wertstücke in verschiedener Höhe. Staats- und Jndustriepapiere, die der angebliche Steuerbeamte alsbald be- schlagnabmte. um sie mitzunehmen. Allerdings gab er eine Quittung dafür, die aber nur der Behörde von Nutzen fein kann. Der an- gebliche Stenerkommiffar hat sich mit den Werlstücken in Höhe von etwa 25 000 M. noch nicht wieder blicken lassen. Kassenraub. Wie die„Frankfurter Zeitung" aus Kaiserslautern meldet, wurde ans dem dortigen Güterbahnhof in der vergangenen Nacht ein Kaffenichranl erbrochen. 20000 M. in Gold und Silvns wurden dabei gestohlen, 10 000 M. in Papier ließen die Diebe liegen. Die Täler sind unerkannt entkommen. eingegangene Vruclifckrikten. Preußens Städte. Denkschrift zum hunderljährigen FubilZum dft Städleordimng. Von Dr. H. Silbergleit. Gebunden 12 M. C. Heymann» Verlag. Berlin IV. 8. Satan. Das Buch der Empörung und der Erlösung. Von T. Hilm. Verlag:„Lumen", Wien und Leipzig. Äus Natur unv Geisteswelt. 57. Band: Dle Entwickelung des deutschen Wirtschaftslebens im IV. Jahrhundert. Fünf Vorträge von Professor Dr. L. Pohle.— 228. Band: Die Wasserkraft» Maschinen und die AuSnuhung der Wassel kräjte. Von Geh. Reg.- Rat A. v. Jhering. Geh. 1,—, geb. t,25 M. Verlag: B. G. Teubiier, Leipzig. Thir Jensen. Mystische Novellen aus Island, Uebeffeftt von Elsbelh Fasoli-Rodr. Brosch. 3 M., geb. 4 M. Verlag: A. Francke in Bern. Die Frau und ihre Zeit. Heft 10. 50 Ps. Veriagsanstalt„Buntdruck". Berlin SW. 68. Das nächste Geschlecht. Bon H. Degener. 2 M. Verlag: A. Tipcl mann in Gieften._ Amtlicher Marktbericht der städtilchen Martthallen-Direktton übe» den Großhandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr stark, Geschäft rege, Prelle sür Mastlämmer und Fresser anziehend, sonst unverändert. Wild: Zusuhr sehr reichlich, Geschäfl ziemlich rege, Preise wenig verändert. G e s l ü g e l: Zufuhr sehr reichlich, Keschöst ziemlich lebhast. Preise wenig verändert. Fische: Zuiuhr mäßig. Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Lutter und Käse: Ge'chöst ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zusuhi genügend, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Wftterungsttdersich» vom S. November IVOS, morgens 8«Hr. Stationen c S if K Wetter I Lnnnemde>761 Still Hamburg! 762 Still Berlin>761 NO Aranki.a M 753 N München(756 ONO Wien>755 NNW Dunst Nebel 2 bedeckt 3 heiter 1 heiter 2 Schnee >osi f* WJo Stationen � 5 a c »f Detter e* Bk —3 —3 —3 —4 -4 -3 Havaranda 757 Still Petersburg 755 NW Scillh .Iber deen Parts >woMg—1? 1 bedeckt ,— If 754 ONO 4 wattig 8 760 WNW1 heiler 2 755 NNO j 2ivollenl—3 l l!! Wetterprognose für Dienstag, den 10. November 1008. Vielfach nebelig, sonst meist heiter und trocken, aber kalt, bei mäftlgei nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WasserstandS-Nachrichte« der LandeSanftalt sür Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetlerbureau. Wasserstand M e m e l. Tilfit Vregcl, Jnsterburg Weichsel. Thorn Oder, Ratibor , Arolsen , granttutt Warthe. Schrimm , LandSberg Netze, Vordamm Elbe. Leittneritz , Dresden , Barbv , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Rathenow') Spree, Svremberg') , Biestow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximllianSait , Kaub Köln Neckar, Heilbronn Main, Wertheim Mosel, Trier am 8. ll en> 60 31 10 74 64 —199 -40 299 93 64 19 93 10 seil 7. IL cm1) -14 —1 0 0 0 0 0 -1 -3 _ 2 —3 _ o +1 ')+ bedeutet Wuch».— Fall.—*) Unlerveael.—•) schwaches EiS» treiben.—') GrundeiStrciben.— 1 schwacher Grundelsgana. Für den Julialt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei iterantniortnng. �t?earer. Dienstag, to. November. Ansang 7'/, Uhr. KSnigl. Opernhaus. OavaUsria rnstioana Bajazzi. Königl. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Deutsches. König Lear. öiammer spiele. Eine HelralZ geschlchte.(Ansang S Uhr.) Lesjiug. Michael Kiauier. Neues ZchausPielhauS. Faust I. Teil. Anfang 8 Ubr. Nene« königl. Opern-Theater. Der Gememdckaspar. Neues. Wahrbeil. Westen. Der fidcle Bauer. Berliner. Der Bcilcheiisrcsser. Kleines. Lady Fredcrick. Komische Oper. PelleaS und Melisaiide. Residenz. Kümmere dich um Amelie. S ebbet. Der Liebhaber. chillcr«».uuer« Tdealee.) Kabale und Liebe. Ich iici Eharlottenbnrg. Die Branl von Messina. Friedrich- WilhrlmstSd«. Schau, Ipielhaus. Wilhelm Teil. Tlbalia. Bruder Slraubmger. Luisen. Eine tolle Nacht. �iiii,l>ieii>.>. s. Die Tür tnS Freie. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Oberctteu. Die Dollar» Prinzessin. Berliner Operetten-Iheater 8«. Havaiia. Ansang 8'/» Uhr. Bernhard Noie tien- Paragraph. Bürgert. Zchauspielhaus. Do» Carlos. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden BindelbandZ. Vorher: Intern. Künsller-Teil. AP„>>o. Eine lustige Spreewald» fahrt. Spezialitälen. Met, oval. Donnerwetter-- tadel» los. Wintergarten. SpezialitSten. Pauage. Spezialstälen Kasino. Die Dianabäder. Spezia- lilälcn. Reichs-, allen. Sleltiner Sänger. Walhalla. Zbezialilälen. Folics-tkaprlee. Di« Brautfchau. Die lästige Witwe. Tust an Behrens. Echte Spree» atbener. Spezialitäten. Urania. Mannen»ruh« IHUi). Der Montblanc. Ster»,»urir..invaliden ftr. S7/sL. lieues Idesler. Morgen bis Freilag: 'TVttItU'Ztvtt. Sonnabend zum erstenmal: Ätof-Besucli Sillierliselielieo. Kleines Thealer. Abends 8 Ubr: Musik. Mittwoch: Musik._ Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fldele Uaucr. Sonntag nachm. 3';, Uhr zu halben Preisen: Die lustige Witwe. fliöltslMIIKöWlMgz Schauspielhaus. Dienstag. 9. November. Ans. 8 Uhr: Wilhelm Teil. Mittwoch: Egmont. Donnerstag; AaleroS. Freitag z. l. Male: Seine Hoheit. JerUner Theater. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Ilorgen: Der Veilchenkresser. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die Tür ius Freie. Hebbel=Theater Königgrätzer Str. 57/58. Auf, 8 Uhr: Der Liebhaber. Residenz-Theater. — Dtrellion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: „KQmmere Dich um Amelie." Schwant in drei Akten(vier Bildern) von Georges Fcydcau. Morgen n. solg. Tage: Kümmere Dich um Amelie. Sonntag, 15. Nov., nachm. 3 Uhr: Haben Die nichts zu vcrzo'len? Gustav Scli Iller-Tlieaf er. O.(Wallner-Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Kabale und I.icbc. Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Alten von Friedrich Schiller. Mittwoch, a b c n d s 8 U b r: Der»eh«»eb«'e»ter. Donnerstag. avendsvUdr: Der k'aniiiienkax. Rehsens- Theater. Echte Spreeathener. Bollsstück mit Gesang und Tanz von Vkaltber Gerielie. Franz Helbig. Hausdiener: Dir. Gustav Bebrens, Wilhelm Henschel, Arbeiter: Ziegifs. Beruh. Lange. Außerdem die übrigen erstklassigen Spoziail tüten. Dunkcs VKogruph. Ansimg 8 Uhr. Sonntags ö Uhr Urania. Taubenstraßo 48/19. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Eine tolle Nacht. Mittwoch: Die Ehre. Donnerstag: Die Ehre. Freitag: Eine iolle Nacht. Sonnabend nachm 4 Uhr: Aschen» brödet. Abends: Eine tolle Nacht. Sonntag nachm. 3 Ubr: Flachs. mann als Erzieher. AbendS: Die Ehre. Montag: Eine tolle Nacht. Uetropol-Theiilel' TUgiich 8 Uhr: DiKriltcr-MeW Revuein lOßildern v, Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Scbnltx. Sonntag, 15. November, nachm. 3 Uhr: Durciiiauciit Radieschen. Abends 8 Ubr: Debüts der neuen Attraklionen. U. a.: Siennart Senle», Humorist. Gibsy WooK mit ibren ,Six Sunbeams". MiB Gianda, Dressur-Akt. Ein Beitrag zur Darwin» scheu Entwilkclnngslebre. 9.20. Unter persönlicher Leitung de* Komponisten! Burleske. Musik v. Dan! Llncke, � Novemoer- AttraWlon uAnqflobieiitndeBiklo sklHatoni.RpsmjatoiiM.-s tl»r" 'OUiStBlST. >„�ärfTill i dajmyssfnöse Hei» GOLE.MANr£5,0RtSilRrtMUN0t. OAPAMER TRURPt ß/fö./WRTlN Xylophomsren K.Oer Biograph.. Passage-Theater.' Abends 8 Uhr: 1 Anni Wünsch. Schneider-Duncker WiHi Prager and das großartige r November- Progr.. ----- rwwwwwwwvw Passage-Panoptikum. Ohne lkxtra Entree! Ledend l Das Lebend l KÄrenweid. Simpson der lebende AmboS der Mann mit dem Stelnkfirper. Neapolitanische Briganten. Panophon- Vorträge: Alexander Gtrardl, Otto Reutter, Caruwoeto. Alles ohne Gxtra-Entree k Eintritt SV Pf. Kinder. Soldaten SS Pf. Gastspiel' Theater Köpenicker Straße 68. Heute und folgende Tage S1/« Uhr: Gastspiel Hedwig Lauge. w Zaza. alhalla Variefe-Theater Wemoergsweg 19/20, Rosemh. Tor Ansang 8 Uhr: Da* vollst newe Novemberprogr. Perzina m.seinen HO Tieren j Im Tunnel Reglmenlskapellen tc| Thealerbeiucher Hab, freien Eintritt XIV. SaUon! Zirkus Busch. Dienstag. 10. November 1903. ahends präzise 7'/, Uhr: <»r. Vorstellung, u 911. ca.: Bisher noch nie dagewesen! Kapitän HVebbs dressierte 11 Seelöwen O Die Uesiems! Herr Burkhardt- Foottit, Schtilreiler. Herr Ernst Schumann mit d. neuest. Dressuren. Um 9,45 ca.: Karharo�a!! Grohe Origin.-AiiSst-Pantonlime des Zirkus Busch in 6 Bildern. Wilhelm-Thsater. Itriickenstr 8, O an d. Jannowitzbrflcke. �l"!- 0 Uhr. Erölfnung Sonnabend, den 14.]\ovbr.[ Die Schöpfung.| Naturwissenschaftlich. Schau- j spiel von Prof. Jost. v. Weninger. Jürgerliches Schauspielhaus Kastanien-Allee 7—9. DM- Im Abonnement!-Wft I>oii Carlos. Trauerspiel in 5 All. p. Fr. o. Schiller. Aninng 8'/, Ubr. Morgen: Die von Hochsattel. AoiSI DonnerSlag. 19. November: ». Lperuabeud: Der Kretschüh. Keriinerssis-Psissl Lulherslr. 2212-L Ständige Eisbahn. Bon morgens 10 Ubr vis 12 Uhr geöffnet. Großes Konzert AbendS 9 Uhr: Auftreten erster Knnstläufer und -läufertiinen._ Gebrüder Berrnfetil- Anfang ThaafOP*<>e*erli 8 Uhr. IllCflier. ,,.z Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Allahendlich: Stürmischer Jubel Die beiden Bindelbands. Komödie in 2 Akten von Anton und Oonat Herrnfeld. Vorher: Künstlerteil u. a.: Gebr Renzonl, Marga u. Milll BMB' Ballett: Ein Waliertraum. Kun Arpad, jugendlicher Geigenvirtuose Wacker u. Wackers' Ge- blrgs■ Typen. The*1» Rockels, Gesangs- und Tanz-Terzett Rixdüfter Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 11. November!908; Zur Feier von Schillers Geburtstag: VVsilenstelns'Tod. Tiau erspiel in 5 Akten von Schiller. _ Anfang 8 Uhr._ Stadt-Theater Moabit. Alt-Hoablt 48. Größter und vornehmster Theater- saal Moabits. Donnerstag, den 12. November: llai'la Stuart. Trauerspiel in 5 Akten o.Fr. v Schiller. Der Störenfried. Lustspiel in t Akten o. Rod. Benedix. Ans. d. Borst. 8, Kassenösfiiung 7 Uhr. Konzert 7'/, Uhr. Nach der Vorstellung: RaU. W.Koacks Theater »nelnon Rod. Olli, örnnutiutt. 10. Letzte Woche! Letzte Woche! Fran Joes Nache. Ansang 8 Uhr. Entree-tv Ps. Sonnabend. 14. Nov.: Pfarrer von Kirchseld. Sonnabend. 21. Nov.: 20jäbrlges Bühnenjubiläum Dir. Rod. Gill. Wetz Slkrlei-Hr ScIiUnhauMer Alice 148. Dienstag, den 10. November 1008: Goldener Bode»». Volksstück mit Gesang in 4 Akten von C. Ely und C. Wexel Musik von Franz Brandt. »»»» 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis I., II., III. Abteil.(Schönhauser Vorstadt) Sonnabend, den 14. November er. Kunst= Abend im Berliner Prater-Theater Kastanien-Allee 7— 9. Mitwirkonde; Rerllner Sinfonie-Orchester. Dirigent: M. Fischer.— K<>nz<>rtniolHtcr A. SrnH. Harfenistin Fräulein Kmnia Krutje. Oe- simg Frau Klara Frlau. Rezitation Herr Faul Stieler. Eröffnung 7 Uhr. Anfang pünktlich SVs Uhr. Billett« 50 Pf. Dieselben sind bei den Bezirksführern und in der Spedition von Karl Jlar«. Lyohener Straße 123, zu haben. 230/18- ■■■■ II Zirkus Scburaann. Ii Heute Dienstag, den 10. November 1908, abends 7'/, Uhr: GalasPremiere des diesjährigen großenPraclit-Tlanegen-Scbaastttckea Öolo der Seeräuber und Mädchenhändler. Die gesamte dekorative Ausstattung einschließlich Requisiten aus den Ateliers von Georg Handrich, Dresden; Kostüme aus den Ateliers Pascaud Soeurs, Paris; Beleuchtungs-Kffekte von der Firma Schwabe 4 Co., Hoflieferanten, Berlin. Einstudiert'? vom kgl. italienischen Hofballettmeister Signor Giovanni Pratesl. Musik vom Kapellmeister Dominik Erl). Inszeniert vom Direktor Albert Schumann. 1. Akt; Ein FIscher/„ Sonntags S>/, Uhr, des Konzerts 5'/, Uhr. ■f Strafte 0. Reimer. Sanssouci Kottb,>ter Direllion Wilhelm Heute DtenSIag: Dheater» Abend. Gaatap. ft. Berl. Schauspiel- Ensembles. Zum erste» Male: Frauen von heute. Lustspiel in 4 Allen von A. Wallher n. Leo Stein. Sonntag, Montag und Donnerstag: Holfmanns Nordd. Sänger und Daiizfränzche». Leg. Sonnt. 5, wocheni. 8 U. IkMMMsM Gr. Frankiurler Str. 132 AbendS 8'/. Uhr. Hrrr Paragraph. Schauspiel ln 3 Akten von P. AlberS. _ WochenlagSpreise._ Parodie-Theater Dresdener Strafte 97. Heute: Cavallerla- Ruatlkana und die urkomilche BUrleSke „Berlin«teilt Kepp", Anfang Sonnt. 8, w ochent. 8'/, Uhr. Casino-Theatep Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Hotel ElnHiedler. S'/i Ubr: Das November-Programm. Original Oledrlch Ulpta usw. 9'/, Uhr: „Die Dianabäder'*. Sonntag 4.Uhr; Die tldele Kiste Theater Polles Caprice Linienstr. 132. Durchschlagender Erfolg I Die lästige Witwe. Die Brantachau. Neu: GrDnecker als Verteidiger in Strafsachen. Vorverk.». 1 0-2 a. d. Kasse, b. Weitheim u.Invalldendank Brauerei Friedrlchshain Olm KönigStor. Heute, Dienstag. 9. Dag der Lr. Internationalen Ringkampf- Konkurrenz um den Großen Preis von Berlin— OOOO 71 in bar. Heute ringen 4 Paare: ZIppa-Nord-Amerila. gegen lehn Pohl— Abs Il-Deutschland. Wachlurell-Nustland gegen lakson DoriOdor-Engiand. Kaal kunlo-Jtalien gegen Makslmmlt-Gasizien. Enischeldnngstampf: Schibilskl-öerim gegen Franz Sauorer-Bayern. Bar den Ringtämpsen: Austr. itr neuesten und besten ft$pe7.iall tüten. Ansang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Res. Platz I M. Rum. Tisch S M. hesteoZewslpiiiisrslirlllMelie Nmiil der Hcrliiikr KliOrilllirr lind Slhttstgikßkr. Die am Donnerstag, den 12. November, im GewerkschaftshauL angesetzte Vereinsversammlung fällt aus. Dagegen findet am Donnerstag, den 12, November in der 27/1S „Stetten Welt", NasenNeMs eine Vereins- Uersamminng statt. Die Tagesordnung bleibt dieselbe. Unter Vereinsmitteilungen referiert der Vorsitzende: „Ist die Stellungnahme der„Vorlvärts"-Nedaktion gegen Rexhäuser ein Kampf gegen den Verband der deutschen Buchdrucker?" Einlaß 7 Uhr. Beginn der Versammlung Präzise 8'/? Uhr. ■ Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe kein Eintritt.—— Der Vorstand; Albert i. Vorsitzender. Die ttenen Vereins Mitteilungen sind erschienen und bei den Kasseuboten sowie auf der Verwaltung in Empfang zu nehmen._ U Tage auf frohe ic»»>°s! Ssotierer! Mittwoch, den Ii. November 1008. abend«>/,s Uhr, bei UvntalNv»', vragouerstr. IS: Wmräentl. Mlieösr-VerZMmIung. Sased.Ordnung: Berichterstattung der beauftiagten Kollegen flder den Erfolg der Der- bandiung mit der siirnm stoinliolö» va betr. den Streik bezw. Slutsperrung in Hainbnrg und Hannover sowie den eventuellen Shmp,>thiestrcik der Koller'" legen der gMalen der Unna Reinhold A Co. Der Toratand. Zcolralveriianil der Zivilmusiker Deutsclilands. OrtaTem-altnng: Berlin. Donnerstag, den I» November, vorinittak» präzise II Uhr. bei Wike. Brumienstr. 188: Aiißcriirdk«». MiWtdkr-Kcchiimliiiiz. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Etadtv erordneten Genossen A. Ritter flBer:»Die «ewcrdegerichte und die ijnsiändigeett der M« fiter»n den. selben.« ii. VereinSangelrgenhcüen. go/? P sticht eweS jeden Kollegen ist eS. in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. r Deutscher Kürschner-Verband ■.. i Filiale Berlin.> r i Bureau und Arbeitsnachweis: Baniimstratze 2l, v. pt. Tel.: Amt VII e7S!d Donnerstag, den IS. November. abendS 8 Nhr- Geffentiiche Uersamminng. aller in der llatzendranclig hescliZstigtsn /lsdeltes nell üsheltesinnen im»Alien SchiiHriiHauS«, Linienftr. ö. TagoS-Ordnuag: 1. Di« Ursache« der Arbeitsniederlegung in der Werkstatt von Kranig. L. Was haben wir in nächster Zeit in der Münenbranche zu erwarte»? Neserent Kollege A. R o g g e. g. Diskussion. 102/18 1 Zahlreiches Erscheinen erwartet Die vrtSverwaltung. versende a. meine Gesahrüberallhin tt. Barie.er tlsnaelea-Vöget soioie Vogeltuttoe u. Lineale-Viiuoe. Verlangen Die � VreiSliste losten-! � srei»«»* lt. G. irVüllcr, Bogelziichtrrei, Kordhauaen 10 a. U«. COCOSSPEISEFETT KUNSROZi gesund und billig Ersparniß 50 70 Zu haben in allen Lebensmittelgeechaften Koch- und Backrezepte gratis Kunerolwerke m Bremen Wlen-AUfiersdort-Duz-Varona-Odasaa-Chritllaiilt GESAMTPRODUKTION: täglich 180,000 Pfund Generaldepoi: Berlin SW. 48, Frledrlchstr. 231, Telephon:*nrt 6, 3718. Orts-Krankenkasse des Zimmerergewerbes zu Aeri in. Mittwoch, de» 18. November, vormittags 10 Uhr, findet imGrwerklchaftShause.Engel- usrr ld, Taal S, eine Vvl'ssmmlung der Arbeltgeber, welche Beilröge zur Kasse anS eigenen Mitteln ieiften. statt TageS-Ordaung: Dahl von 21 Vertretern zur General« Versammlung pro lv09. An demselben Lokal und zu der- selben Zeit, doch getrennt, findet eine Versammlung der Kastenmttglieder(Arbeitnehmer) statt. TageS-Ordnuna: Dahl von 42 Vertretern zur General- Versammlung pro 1909. Wälilbar und wahlberechligt sind nur diejenigen Kasseiimitglieder. weiche grofijährig und im Besitz der bllrger- lich-n Ehrenrechte find. Da» OnitlungSbuch legitimiert und ist beim Eintritt in da» Dahllolal den Kontrolleuren vorzuzeigen. Freitag, den 20. November, abends 8 Uhr. findet im geiiannien Lokal, Saal 8, die Qrdsntlted« deneral-Versamtnlun!} statt. TageS-Ordnung: 1. Dahl von 3 VorstundSmttgllederr (Arbeitgebern). 2. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern kArbeitnehmer«). 3. Wahl des PrstsuilgSauslchusseS tz. Verschiedenes. Die am 20. November ISO? ge- wählten Vertreter werden hierzu em- geladen. LöSlb A. Vrnnzel, G. Petermann- Vorsitzender. SchristsüHrer. Kaufen Sie Ihre Augenglllser nur bei dem gelernten 4990!!» 4: Hygienische Optiker Läckemäcker L Schönhaaser Allee ISO ___________ IL Kuiumandantenstr. 38. ! RatNenoHTer Brlllea u. Flneenea> M., dtto feinste Nickel 8M. LBckemlckers Original Orlhozenlrlscher Koi-Knelfer Ist bisher unübertroffen. Oege. 1895. n= Eigene Reparatur- Werkstatt.--— gegr. 1893. feEstsfehl vie! Aerzt« a Protf. grat. o4| B. Unftr, fiammiwaidftfabrflt GerUn NW.. PriediichsirRa«« 91/92 Or. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnieideo, Prinzensir, 41,«X'Sz, 10— 2. 5—7. Sonntags 10— 18. 2—4 i Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Plg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 3 Flg.; das erste Wort (lettgedruckt) 10 Plg. 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