Nr. 266. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis bránumerando Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1.10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuſtrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Big. BostAbonnement: 1.10 Marf pro Monat Eingetragen in die Boit Zeitungs Breisliite. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Boftabonnements nehmen an: Belgien, Danemart, Holland, Italien, Luremburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Interfions- Gebühr beträgt für die fechsgefbaltene stolonel geile oder deren Raum 60 Bfg., fü bolitische und gemerfichaftliche Vereins und Berfammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erite( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erite Wort 10 Bfg. febes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 lbr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. Nr. 1983. Donnerstag, den 12. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Rückgratlos vor dem Kaiferthron. Debut zeigte, daß er den Anforderungen, die fogar 2400 M. die Lokomotivführer bei den Reichseisenbahnen, die Lotsen " weißlichen Specbaden herausblinzelnd, hatte er bisher die Maschinisten beim Reichstage und bei anderen Reichsbehörden, Berhandlungen wie ein Gourmand genossen; sein Schleusenmeister, Mühlenmeister, Sprißenmeister usw. 1400 bis dieser Reichstag an einen Minister stellt, absolut nicht beim Kanalamt, Steuerleute und Maschinisten; 1500 bis 2600. Nie ist wohl je in einem Parlament von einem Ab- gewachsen war. In dieser Situation, in der das ganze bekommen die Förster und Waldmeister der Heeresverwaltung. seine Hauptträger am Pranger 1400 bis 2800 M. bekommen Mechaniker und Maschinisten. 1650 geordneten in unfreiwilliger Selbstbezichtigung seine und der Regierungssystem und der Ueberbürdung bis 3000 M. erhalten Sanalschreiber, Kanalmeister, Sanglisten Barlamentsmehrheit Haltung gegenüber dem Monarchen so standen, brachte er es fertig, von treffend gekennzeichnet worden, wie das dem Antisemiten des Auswärtigen Amtes, von der stetig wachsenden Zahl seiner beim Stanalamte und sonstigen Reichsanstalten. 1800 bis 3200 m. Lattmann gelang, als er am zweiten Tage der Inter- Aftenbündel zu reden. Als er schließlich zu der längst Stanzleisekretäre, Baggermeister, Hafenmeister. 2100 bis 3200 M. pellation mit feierlichem Pathos in das Bekenntnis entgleiste, prophezeiten Forderung einer Vermehrung der Beamten fam, Oberbeterinäre. 2500 bis 3200 M. Obermaschinisten, Kupferstecher, er und seine Freunde wollten dem Kaifer rüd gratlos ihre erledigte das Haus Herrn v. Kiderlen- Wächter, den offenbar Lithographen, Photographen, Revisoren und Werftinspektoren, 1850 Meinung sagen. sehr trinkfesten und lebenslustigen Jugend- und Tischfreund bis 3300 M. technische Sekretäre, Werkstättenvorsteher, Stabsapotheker, Marineapotheker, Wasserwerksinspektoren, Oberpost. Stürmische Heiterfeit auf allen Seiten erstickte die weiteren Staiser Wilhelms mit einer Lachfalve. Worte des Unglücklichen, der es noch für notwendig hielt, Dieser modernisierte Falstaff gilt nun aber für einen und Telegraphenassistenten, Poftassistenten, PoftverwaltungsDa fann man sich eine lebhafte Vor- betriebssekretäre. 1800 bis 3300 M. Sekretariatsassistenten beim ausdrücklich entschuldigend zu stammeln, er meine eigentlich Musterdiplomaten. 1800 bis stellung von der Durchschnittsqualität dieses ornamentalen Schiffsvermeffungsamt und beim Statistischen Amt. ,, rück halt los". 3600 M. Zeichner und Werfmeister beim Kanalamte, MilitärAber die bürgerlichen Kollegen des Herrn Lattmann, die Beiwerfs fapitalistischer Staatswesen machen. in den Lachchor einstimmten, spotteten ihrer selbst und wußten Nach dem amtierenden produzierte sich ein enteritierter Di- bausekretäre. 2000 bis 3600 M. Inspektoren bei den Verpflegungsnicht wie. Denn rüdgratlos war im Grunde nicht nur das plomat, Herr v. Dirtsen, in womöglich noch kompromittierlicherer ämtern, Bekleidungsämtern ust. 2100 bis 3600 M. Registratoren und Zeichnungens Verhalten der Antisemiten, sondern aller bürgerlichen Parteien Weise. Dieser Vizepräsident des Reichsverbandes fand es für ohne Ausnahme. Sie wagten es wohl, zu fritisieren, aber sie gut, gegen die Sozialdemokratie mit den ältesten und berwalter, ferner Sekretäre der Generalmilitärtaffe und WerftLadenhütern aus dem Verbandsarsenal betriebssekretäre. 2600 bis 3600 M. Oberlotsen und Werkstätten. haben nicht Rückgratfestigkeit genug, einen Kampf auf- verbrauchtesten Selbst den eifrigsten Patrioten wurde übel borsteher beim Luftschifferbataillon. 1800 bis 4200 M. Reftoren, zunehmen gegen Kaifer und Kanzler und Bureaufratie, um loszugehen. er ,, das persönliche Regiment Bebels Elementarlehrer, Organisten und Gesangslehrer der Heeres- und auch nur die Grundbedingungen des bürgerlichen Parlamentaris- zu Mute, als und Singers" und angebliche Beleidigungen der Königin Marineverwaltung. 2000 bis 4000 M. Bahnhofsvorsteher, Bahnmus zu schaffen. Die Verhandlungen des zweiten Tages änderten nichts Luise, die Herr v. Dirffen als Heilige" verehrt, mit meister I. Klasse und Werkmeister der Eisenbahnverwaltung. 2700 Ihm bis 4100 m. Intendanturaſſeſſoren. 2500 bis 4200 M. Marine an dem Zustand, den der erste geschaffen. Zunächst versuchte zehnfilometriger Zungengeschwindigkeit abbaspelte. der Reichsparteiler Herr v. Gamp einen Ablenkungsversuch. fefundierte Herr v. Oldenburg Januschau, der zu- Oberzahlmeister und Zahlmeister. 2400 bis 4400 M. Stanzleisekreeinen vernichtenden Blick zur Sozialdemokratie täre bei den Reichsämtern. 1800 bis 4500 M. MilitärgerichtsEr verbreitete sich über Weltpolitik und Flottenprogramm nächst unter stetig wachsender Unaufmerksamkeit und ging so weit, herüberschleuderte, um dann sich in der Beteuerung zu über- schreiber. 2100 bis 4500 m. Obergärtner, Kalkulatoren, Oberdie Engländer als Störenfriede hinzustellen, während er das schreien, daß er und seine konservativen Freunde für ihren sekretäre, Festungsoberbauwarte, Oberbahnhofsvorsteher usw. 2500 Vorhandensein irgend welcher Striegsgelüfte bei den deutschen Kaiser und Stönig eintreten würden bis zum letzten Atemzuge. bis 4400. Oberpostpraktikanten. 2700 bis 4500 M. StabsapoPatrioten bestritt. Den wahren Zweck seiner Ausführungen Sei es die furchtbare Anstrengung bei dem patriotischen theker. 3000 bis 4500 M. Oberinspektoren, Oberpostkassentassierer enthüllte er mit einer feierlichen Erklärung gegen das parla Streischen, oder war es Bewunderung seiner eigenen Sönigs- und Hauptkassierer. 2700 bis 4800 M. Landmeffer und Chemiker mentarische Regime. Als er zum Schluß aber die Hurra- treue in solcher Zeit- aber Tränen standen dem edlen Juufer der Eisenbahnverwaltung. 3600 bis 4800 M. Buchhalter, Nendanten und Archivare, 2100 bis 4500 M. Bureauvorsteher, Kanzleiposaune blies, erntete er nur Gelächter und ironische Hurrarufe. in den Augen, als er stolz vom Podium herunterstapfte. Herr Schrader, der einige ganz treffende fritische Be- Mit folcher Farce endete die große Aftion gegen das sekretäre beim Reichsamt des Innern. 2500 bis 5000 M. Postund Telegraheninspektoren und Hilfsreferenten bei den Oberpoft merfungen über das Interwiew machte, brachte es als frei- persönliche Regiment! finnig- bereinigter Volfsvertreter gleichfalls fertig, sich gegen Tiefe Beschämung für Deutschland, daß sein Reichstag direffionen. 3200 bis 5000 M. 2. Armee- Musikinspizienten und das parlamentarische Regime zu erflären, weil es sich sich nicht aufzuopfern vermochte, zu irgendeiner energischen Sonstruktionssekretäre bei den Werften. Ferner Oberstabs- und ohne Verfassungsänderung nicht durchsetzen lasse. Das Tat gegen das persönliche Regiment, müßte eigentlich jeder Stabsveterinäre. Proviantmeister, Betriebsinspektoren, ist die bürgerliche Zaghaftigkeit, die überhaupt nicht empfinden, der unserem Volfe angehört. Aus ganz Deutsch- meister und Rendanten bei den Werften. 4400 bis 5500 M. Administratoren bei den Remontedepots. 4800 bis 5500 M. Marinemehr zu kämpfen wagt. Der konservative Fraktions- land hallte es dem Reichstage zu: stabszahlmeister. 3000 bis 6000 M. Militär- und Marinepfarrer, führer Herr v. Normann verlas die stereotype Erklärung, Oberpostinspektoren, Poft- und Telegraphendirektoren bei fleineren daß er und seine Freunde von der Auskunft Aemtern. 4500 bis 6000 M. Korpsstabsveterinäre, Sassierer bei sehr Reichskanzlers und befriedigt seien sonst sich Nicht einen Augenblick hat die Volksvertretung in ihrer den Oberbuchhaltereien, Lotsenkommandeure usw. 3000 bis 6600 M. nicht weiter an irgendwelchen Maßregeln beteiligen würden, Mehrheit begriffen, was auf dem Spiele steht. Es brauchte Registratoren, Kalkulatoren und Stenographen beim Reichstag. da sie grundsäglich den Monarch nicht kritisieren wollten. gar nicht einmal die Gesamtheit des Reichstages sein, hätte geheime Stanzleiinspektoren und Telegrapheningenieure. So weit war die Haltung der bürgerlichen Vertreter wo. nur eine Mehrheit, vielleicht mit Ausschluß der beiden konferFerner werden die Gehälter der höheren Reichsbeamten und der möglich noch fläglicher gewesen, als am Tage vorher. bativen Gruppen, sich zusammengefunden zum Kampf gegen Angestellten des diplomatischen und des militärischen Dienstes Etivas wurde das Bürgertum immerhin rehabilitiert den Absolutismus, gegen Bureaukratie und Junker, binnen wesentlich erhöht. durch den württembergischen Volfsparteiler Haußmann, furzer Zeit hätte sie über den Widerstand dieser innerlich Interessieren dürfte unfere Leser vornehmlich die Erhöhung wenigstens durch den Anfang feiner Rede. Er wies völlig vermorschten Mächte triumphiert. Die Sozialdemokratie der Offiziersgehälter. Sie belaufen sich: für Leutnants vom 1. dem Stanzler nach, daß er um die Frage, auf die es an hat es nicht daran fehlen lassen, den Vertretern des Bürger- bis 4. Jahre auf 1500, bis zum 8. Jahr auf 1800, bom 9. Jahre ab tomme, überhaupt überhaupt herumgeredet habe, ohne irgend tums die Wege zu weisen und sie vorwärts zu treiben. 2100.; für Assistenz- und Oberärzte vom 1. bis 2. Jahre auf welche Garantien zu geben. Des Kanzlers Buber Bergebens! 1500, 3. bis 4. Jahre auf 1800, vom 5. Jahre auf 2100 M.; Beug" des O, wag es doch, nur einen Tag, Nur einen, frei zu sein! Obersicht", daß der Kaiser aus den Erörterungen etwas ge. Für die Sozialdemokratie hört damit, daß das Bürgertum und Feuerwerksleutnants und-oberleutnants erhalten 2000, 2400 Ternt haben würde, erhalte eine eigentümliche Beleuchtung abermals versagt hat, der Kampf gegen den Absolutismus und 2800 M. in den gleichen Zeiträumen wie bei dem Beutnant. eine auf. Es beginnt vielmehr durch die Tatsache, daß er sich nicht neue Phafe. Die Hauptleute, Rittmeister und Stabsärzte beziehen vom 1. bis in negativem Sinne fern vom Size der Regierung und der Reichstagsverhand. Werden wir im Stiche gelassen von denen, die in erster 4. Jahre 3400 M., vom 5. bis 8. Jahre 4600 M., vom 9. Jahre ab lungen bald hier bald dort verlustire und dabei Reden halte Reihe zu diesem Kampfe berufen waren, fo werden wir allein 5100 M.; die Bataillonskommandeure 6552 M., die Regimentsganz in der alten von Uebertreibungen stroßenden Weise. ihn weiterführen. Werden der Partei doch in diesem Kampfe tommandeure 8772 M., die Brigade kommandeure 10 260 M. und Sehr schön flang Herrn Haußmanns Hinweis darauf, selbst so die Kräfte wachsen, daß sie ihn fiegreich zu Ende 900. M. Zulage, tommandierende Generäle 13 980 M. und 18 000 welche Macht der Reichstag ausüben fönne, wenn er einig führen fann gegen Hofgefinde, Junter und Bureaukraten und Mark Zulage. fei. Er bekannte sich sogar zum parlamentarischen Regierungs- auch gegen das Bürgertum, wenn es wieder in alter SnechtAber ſyſtem. als man dann gespannt aufhorchte, seligkeit sich zum Handlanger des persönlichen Regiments Die Subalternoffizieve ihre Gehälter nicht nach Jahren, sondern welche Zaten er dem einigen Reichstag empfehlen wolle, herabwürdigen sollte. schrumpfte das Demofratenpronunciamento fläglich zusammen aur Empfehlung einer Adresse an den Staiser, in der das Maß von Forderungen verförpert werden sollte, zu dem die Konservativen ihre Zustimmung geben würden, ausgesucht die Stonservativen, die eben erst sich voll befriedigt erklärt hatten mit den bestehenden Zuständen. Das neue Besoldungsgesetz für Reichsbeamte. Bei der Marine sind die Gehälter entsprechend, doch erhalten nach Brozentziffern, 1500 M.( also 30 Pro3.), 1800 M.( auch 30 Broa.), 2100 M.( 40 Prog.). Unteroffiziere mit bis 5½jähriger Dienstzeit sollen erhalten: 802,40 M., mit längerer Dienstzeit 475,20 M.; Bizefeldwebel und Vizewachtmeister, Sergeanten und Unteroffiziere nach 9jähriger Dienstzeit 565,20 M.; Feldwebel und Wadytmeister 745,20 M.; Unterbeterinäre 1206 M. Unteroffiziere, die besondere Stellungen einnehmen, z. B. als Unterzahlmeister, Schirrmeister, Wallmeister, beziehen Gehälter bis zu 2154 M. Von einer besseren B czahlung der Soldaten ist in der Borlane nichts enthalten. Zu den Gehältern kommen noch die Wohnungsgeldzuschüsse. Genosse Heine, der nunmehr zum Wort fam, nagelte Dem Neichstage ist, wie wir bereits meldeten, die Gesetzes das klägliche Mißverhältnis der großen liberalen Worte zur vorlage über die Gehaltserhöhungen der Reichsbeamten zu liberalen Tatbereitschaft gebührend fest und deckte im Laufe gegangen. Sie enthält folgende wesentliche Bestimmungen: der Debatte auch Herrn Wiemer zu, als dieser sich Bei allen Angestellten des Reiches wird das mindest crfühnte, der Sozialdemokratie zuzurufen: Sie brauchen gehalt auf 1000 m. festgefeßt. Es steigt bis 1200 M. für wir nicht! Heine hielt dann dem Kanzler vor, daß er Bahnwärter, Nachtwächter und für die Unterbeamten der Post. Es find 5 Ortsklaffen gefchaffen. In Ortsklasse A beziffert sich der in seiner Rede die Casablanca- Affäre vollständig übergangen und Telegraphenverwaltung, bis auf 1500 m. bei Schaffnern und Wohnungsgeldzuschuß von 480 bis 2250 M., B: 360 bis 1800 m., hätte, trozdem gerade daran sich die ganze Unfähigkeit der Bremsern, Schirrmännern, Portiers und Bahnsteigschaffnern. C: 290 bis 1350 m., D: 220 bis 1080 M., E: 150 bis 900 m. deutschen Diplomatie gezeigt habe. Seine psychologische Von 1100 bis 1600 M. erhalten Magazinwächter, Bureaudiener, Bergliederung des Kaisers erregte sichtliches Unbehagen Totengräber, Kasernenwärter, Futtermeister; ferner Tafeldecker, auf den Bänken der Konservativen. Man sah Herrn Badewärter, Kirchendiener, Gärtner, Schulwärter usw. Bon 1100 v. Dldenburg zur Wortmeldung eilen. Das Haupt bis 1600 R. steigen Rottenführer, Weichensteller und Wagengewicht legte auch Heine, wie vorher Singer, auf den Nach wärter. Von 1200 bis 1700. erhalten Botenmeister, Unterweis, daß alle die Redereien nichts nüßten, daß ton ftitutionelle Garantien geschaffen werden müßten, indem man die Machtmittel des Reichstages gerade im gegenwärtigen Augenblid rücksichtslos ausnute. Diplomatie und Volk. Paris, 9. November.( Eig. Der.) Sicherlich ist die Nervosität, die in den letzten Tagen alle beamte der Heeres und der Marineverwaltung, Fahrkarten- und Steindruder, Magazinauffeber, Lokomotivheizer ufm. 1300 bis Klaffen des französischen Volkes ergriffen hatte, durch strupellofe 1800 M. Gehalt bekommen Post und Telegraphengehilfinnen, Sensationsjournalisten und Bediente von Börsencliquen gefliffent. 1400 bis 1800 M. Maschinenwärter, Badmeister und Stellwerte lich gesteigert worden. Aber möglich war sie nur durch das Aber auch dieser Appell an den Reichstag, fich auf Weichensteller; 1400 bis 2000 m. Kanzleidiener und Türsteher Mißtrauen, das gegen die deutsche Diplomatie nun einmal zuraffen aus der schlafsen Haltung nörgelnder Philister beim Reichstag, solvie Botenmeister usw. bei den obersten Reichs- besteht. Hier to ill fein zurechnungsfähiger Menfa) einen Strieg, haftigkeit zu wirklichen Taten, blieb ohne Widerhall. Was behörden, Oberaufjeher in Staatsanstalten, Postunterbeamte in aber Tatsache ist, daß man mit der Möglichkeit sehr ernst nun fam, war nur noch eine Posse. Heines Kritik der gehobenen Dienststellungen, Wagenmeister und Bahnhofsaufseher. gerechnet hat. Man hat sogar an die Rekruten in manchen Diplomatenunfähigkeit hatte den neuen stellvertretenden Minister Bis 2000 m. erhalten Zugführer und Oberpadmeister bei den Kasernen den patriotischen Appell gerichtet, gum baldigen Marsch des Auswärtigen, Herrn v. Kiderlen Wächter, zum Reichseisenbahnen. 1500 bis 2100 M. erhalten Waffenmeister, an die Grenze bereit zu sein. Dank der Unberechenbarkeit der Reden verlodt. Mit vergnügten Aeuglein zwischen seinen Regimentsfattler und Büchsenmacher. 1650 bis 2800 M. erhalten taiserlichen Politit und der Gefügigkeit des Reichstags konnte dieses Gefühl der Unsicherheit Wurzel fassen. Die landläufigen Vorstellungen der Franzosen von Deutschland zählen das deutsche Voll gar nicht als einen mit Willen begabten Faktor, sondern nur als gefügiges Instrument der Regierung. In den letzten Tagen ist nun allerdings eine gewisse Wandlung in dieser Meinung ein- getreten, aber immerhin hielt man einen VcrzweiflungSstreich Bülows und des Kaisers in allen Kreisen für möglich. Es ist bemerkenswert, daß eine Zlnzahl auch bürgerlicher Blätter bemüht ist, eine ruhigere Auffassung zu verbreiten. Zu- gleich erhebt sich aber die Forderung immer stärker, daß auch die französische Diplomatie von ihrer Geheimtuerei ablasse und die Aufregung dcS Publikums nicht durch hartnäckige Vcr- schwcigungen und plötzlich nachfolgende halbe Enthüllungen steigere. Was man hier bisher von dem ganzen diplomatischen Mcinungs- austausch über die Affäre von Casablanca erfahren hat, schließt jedes sichere Urteil auS und im Lichte der Berichte über die strittigen BewciSformeln erscheint der ganze Handel als ein für beide Teile kompromittierendes Chinesentum. Im„Siecle" schreibt der ehemalige Minister Lanessan:„Zurückgeblieben (von der Unruhe) ist nur ein unzweifelhaftes Mißvergnügen über das Verfahren der Diplomatie. Und diese Verstimmung hat sich noch verschärft, als man die Diplomaten ganze Tage über die DiS- kussion von Formeln verlieren sah, deren Lächerlichkeit um so beut- licher hervortrat, je mehr man ihnen Feierlichkeit verleihen wollte. Das große Publikum, die Leute, die arbeiten und nicht auf der Börse spekulieren, finden diese Manieren recht sonderbar. Sie beginnen, sich zu sagen, daß in Europa zuviel Platz für die Diplomaten und zu wenig für die- Völker da ist." Ueber dasselbe Thema spricht sich auch Ja u res in der heutigen „Humanitö" aus. Er legt dar, daß es im Augenblick nicht klug wäre, die Frage auf der Kammertribüne zur Sprache zu bringen und unvorsichtige Manifestationen eines schlecht unterrichteten, auf- geregten Parlaments hervorzurufen— worauf übrigens jetzt eben die nach einer inneren Krise ausschauenden Reaktionäre zu spekulieren scheinen.„Wir werden indes darüber wachen," fährt Jcnires fort,„daß sich die(auswärtige) Krise nicht bis zur äußersten Gefahr entwickelt. Aber sobald sie gelöst sein wird, mutz eine neue Politik, eine neue Diplomatie eingesetzt werden. Die wirkliche Kontrolle der Nation muß organisiert werden. Wir, die wir(zum Unterschied von Deutschland) die Form der nationalen Souveränität besitzen, müssen diese Form mit einer Substanz erfüllen, aus diesem Schein eine Wahrheit machen." Man sieht hier von unserem Genossen die Aktion vorgezeichnet, die den nationalen Sektionen der Internationale in ihren Ländern obliegt. Sie haben ihre Regierungen mit sozialistischen Argumenten, nicht mit Anleihen beim Ratio- nalismuS des Auslandes, zu kritisieren und die Kon- trolle der Demokratie über die auswärtige Politik zu erobern. welche heute überall Interessen dient, die nicht die der arbeiten- den Klassen sind. Diese klar durchgeführte Taktik, bei der die französischen Genossen mit Zuversicht auf die entsprechende energische Parallelaktion der deutschen Sozial- d e m o k r a t i e rechnen, schließt eS aus. daß die Kritik der ausländischen Sozialisten von der Bourgeoisie und der Regierung gegen die deö Inlandes ausgespielt werden kann,_ Die Lehre» von Ceubus. Ein Volljähriger, der nicht unter Vormundschaft sieht, kann einen Pfleger für seine Person und sein Vermögen erhalten, wenn er infolge körperlicher Ge- brechen, insbesondere weil er taub, blind oder stumm ist, seine Angelegenheiten nicht zu besorgen vermag. Vermag ein Volljähriger, der nicht unter Vor- mundschaft steht, infolge geistiger oder törpcrlicher Gebrechen einzelne seiner Angelegenheiten oder einen bestimmten Kreis seiner Angelegenheiten, insbesondere seine VermögenSangelegenheiten nicht zu besorgen. so kann er für diese Angelegenheiten einen Pfleger erhalten. Die Pflegschaft darf nur mit Einwilligung des Gebrechlichen angeordnet werden, eS fei denn, daß eine Verständigung mit ihm nicht möglich ist. Die borstehenden drei Absätze, die wir— gleichsam als Motto an die Spitze unseres Epilogs zum Schneidt-Prozeß stellen, bilden den tz 1910 des Bürgerlichen Gesetzbuches. das bekanntlich fürö ganze Deutsche Reich gilt, oder richtiger: gelten soll. In seinem interessanten Plaidoyer hat Dr. Halpert, Schneidts Verteidiger, bewiesen, daß man in Beuthen, in Leubus. in Schlesien die Schutzbestimmungen des Z 1Ö10 nicht zu beachten für nötig hält, ja mehr noch: er hat glaubhaft gemacht, daß man in Deutschland überhaupt die Rcchtswohltaten. die jener Gesetzes. Paragraph den Pslegschaftskandidaten angedechen lassen will, bisher in der Jrrenpraxis wenig oder gar nicht beachtete. Der Staatsanwalt, der alle Angriffe, die Schncidt erhoben hatte, für abgeschlagen hält, der Staatsanwalt, der kein Fehl an der schlesischen Provinzialverwaltung, an irgendeinen der beamteten Beuthener oder Leubufer Aerzte zu entdecken vermochte. der Staatsanwalt, dem die Beachtung von Ministerialerlassen. Reglements und derlei Krimslramses wichtiger zu sein scheint als die Beachtung des Gesetzes, er mußte doch zugeben, daß bei der Einleitung der Pflegschaft wider Lubecki in der Tat die gesetzlichen Bestimmungen nicht beachtet worden sind, ja—- der Herr Staatsanwalt ging soweit, anzudeuten, daß der Beuthener Amtsrichter, dem der grobe Verstoß gegen den§ 1910 de? Bürger- lichen Gesetzbuches zu Lasten fällt, unter Umständen gar Haft- pflichtig gemacht werden könnte! Und da wir gerade beim Staats- anmalt sind: er sprach über die P r i v a t- Irrenanstalten ungefähr in derselben Weise, in der Kreisphhsikus Medizinalrat La Roche aus Beuthen diese Institute— wir haben darauf mit Nachdruck hingewiesen— bewertet hatte! Wie die Behörden sich übrigens einen.guten Prozeß" zu sichern wissen, das legte der Angeklagte deutlich dar: Es treten nicht die beleidigten Aerzte der Leubufer Anstalt als Kläger oder Nebenkläger auf, sondern ihr Vorgesetzter, der Landeshauptmann von Schlesien. stellt den Strafantrag. Welchen Effekt erzielt er damit? Die beleidigten, die interessierten Beamten, sie können urplötzlich eidlich aus- sahen, sie befinden sich also in einer dermaßen günstigen Position. daß schon Zeichen und Wunder geschehen müßten, wenn der Preß- sünder durch die Wucht dieser Scbwüre nicht erdrückt werden sollte. Daß die Verteidigung sich kein psychiatrische? Sachverständnis anmaßte, das versteht sich von selbst. Es hätte ihr auch wenig ge« nutzt. Aber nicht übel war die witzige und doch auch ernste Be- merkung des Dr. Halpert: daß die vielbesprochenen halbtägigen und längeren Dauerbäder allerdings eine„wohltuende", eine„be- ruhigendc" Wirkung haben dürften: wenn nicht auf die Geisteskranken oder nicht auf alle Geisteskranken, so doch auf alle Irrenärzte und alle Jrrenpfleger. die sich auf die einfachste Manier von der Welt die Last mit einem Schock unruhiger Geisteskranker vom Halse zu schaffen wiffen. Man sieht nach allem: die Forderung, die Schneidt, die Forde- rung, die SchneidtS Verteidiger, die Forderung, die bei gegebener Gelegenheit in den Parlamenten schon früher sozialdemokratische Abgeordnete deS öfteren gestellt haben, sie trägt ihre Vollberechti- gilng in sich selbst: dem berühmten„diskretionären Ermeffen"(das Dr. Halpert mit dem Worte Willkür übersetzte), dem diskretionären Ermessen irgendwelcher Reichs-, Staats- oder Kommunalbeamlen muß auch auf dem Gebiete der Jrreupflege sobald wie nur irgend möglich daö Totenglöcklein geläutet werde». Schneidt ist zu seckS Woche» Gefängnis verurteilt worden--- eine Strafe, die der scherzhafte Vorsitzende als milde bezeichnete. Wir wollen mit ihm hierüber und über dies und jenes andere nicht rechten. Muß dem Herrn Landgerichtsrat Spletistößer doch ein nicht geringer Teil des Verdienstes zugesprochen werden dafür, daß es gelungen ist, in den vier Tagen des Prozeffe« eine Reihe von Fest- stellungen zu machen, deren Bedeutsamkeit im Kampfe um die Reform des Jrrenivesens sich über kurz oder lang mit genügender Deutlich- keit ergeben wird._ politifcbe(leberNcbt. Berlin, den 11. November 1903. Was Bülow„glaubt�! Die„Kreuz-Zeitung" beruft sich heute auf die Aeußerungen Bülows über den kaiserlichen Buren kriegsplan zum Beweise dafür, daß die Darstellung deS im„Daily Telegraph' veröffentlichten Interviews eine völlig irreleitende gewesen sei. Die Lesart von dem Kriegsplan falle„in daS Kapitel der Miß- Verständnisse". Wir müssen dieser bewußten oder unbewußten Täuschung der Oeffentlichkeit denn doch energisch ent- gegentreten! Bülows Erklärung lautete nach der„Kreuz-Ztg.", die offenbar den stenographischen Bericht zitiert, folgendermaßen: „Es handelt sich nicht um einen ausgearbeiteten, detaillierten Feldzngsplan, sondern um rein akademische Gedanken; sie waren an-idrücklich. wie ich glaube, als Aphorismen bezeichnet über die Kriegführung im allgemeinen, die Te. Majestät der Kaiser in den, Briefwechsel mit der verewigten Königin Viktoria an«- gesprochen hat. ES waren theoretische Betrachtungen ohne jede praktische Bedeutung für den Gang der Operationen und für den Ausgang des Krieges." Weiter erklärte Bülow, daß sowohl der Chef des GeneralstavS, General v. M o l t k e, wie fein Vorgänger, Graf Schlieffen, erklärt hätten, daß der Generalstab niemals einen Feldzugsplan oder eine ähnliche auf den Burcnkrieg bezügliche Arbeit dcS Kaisers ge- prüft oder nach England weitergegeben habe. Diese letztere Feststellung dcS Fürsten Bülow war nicht neu. Bereits die„Mit. Pol. Korr." hatte erklärt, daß die Leiter des Generalstabs mit einem Kriegsplan gegen die Buren nichts zu tun gehabt hätten. Dagegen, so versicherte die.Mil. Pol. Korr.", halte man es„in militärisch gut uuterrichteten Kreisen' für sehr möglich, daß der General v. Mackensen oder der General v. B eseler, der zu jener Zeit Oberquartiermeister im General- stabe war und oft zum Kaiser befohlen wurde, einen solchen kaiscr« lichen Entwurf begutachtet habe. Die betreffende Korrespondenz fügte noch folgende positive Mitteilung hinzu: „Genera! v. B e s e l e r. jetzt Generaliuspelteur deZ Ingenieur- und PionierkorpS und der Festungen, hat auch in jenem Winter des Jahres 1900 mehrfaw Kriegsspiele geleitet, die auf dem damals allerdings noch ziemlich primitiven südafrikanische» Wege- und Geländekartenmaterial gespielt winden und tat- sächliche kriegsmäßige Annahmen aus dem englischen Feldzug gegen die beiden Buren- republiken zur Grundlage hatten." Fürst Bülow hätte also auch die Mitteilungen über die Mit- Wirkung der Generale von Mackensen und von Beseler desavouieren müssen, wenn er den Eindruck der Wahrscheinlichkeit kür seine Behauptung erwecken wollte, daß es sich um keinen Kriegsplan, sondern nur um„rein akademische Gedanken", um „allgemeine Aphorismen" gehandelt habe. Im übrigen war ja der Reichskanzler selbst so vorsichtig, dieser Darstellung der Dinge ein„wie ich glaube" hinzuzufügen! Der Reichskanzler hat eS also nicht für notwendig erachtet, sich eine genaue KennMiS der Vorgänge zu verschaffen. Offenbar nur. um eine so Harm- lose Darstellung geben zu können l Daß der Glaube deS Reichskanzlers ein gutgläubiger Wahn ist, ergibt sich ja zu alledem aus den Aklenstücken selbst. DaS Interview deS„Daily Telegraph" sprach nicht nur von einem Kriegs» plan, der mit Hilfe der deutschen Generalität ausgearbeitet worden sei, sondern auch davon, daß dieser Plan eine große Aehnlichkeit mit dem gehabt habe, nach dem Fe l d mars ch a l l R o b e r t s bald darauf in Süd- afrika seine Altionen eingerichtet habe! Und der Wortlaut dieses Interviews hat doch dem Kaiser selbst, also dem sachkundig st en Beurteiler selbst vorgelegen l Denn nach der Erklärung der„Norddeutschen Allgem. Zeitung" war eS ja der Kaiser selbst, der den Wortlaut des im„Daily Telegraph" veröffentlichten Interviews dem Fürsten Bülow zur Prüfung übersendete. Natürlich nur zu einer Prüfung der polt- tischen Gefährlichkeit oder Ungesährlichkeit. Denn den tat- sächlichen Inhalt konnte ja nur Wilhelm II. auf seine Richtigkeit hin kontrollieren, wie er ihn ja zweifellos auch geprüft und für richtig befunden hat I Dieser kaiserlichen Attestierung der R i ch t i g k e i t der Darstellung des Interviews gegen- überhat also das„Wie ich glaube"-Demc»ti BülowS auch nicht einmal das Gewicht einer Flaumfeder! Alle Versuche deS Leugnens der wirklichen, wenn auch noch so peinlichen Tatsachen beweisen also nur das eine, daß man die Politik der plumpen Täuschung auch nach der letzten diplomatischen Katastrophe ungeniert fortzusetzen wagt!— Stadtverorduetcnwahlen in Frankfurt a. M. Frankfurt, den 10. November. Am Donnerstag, den IS. November, finden in Frankfurt a. M. die Wahlen zum Stadlparlament statt. Ein Drittel der Stadträte scheidet alle zwei Jahre aus der Stadtverordnetenversammlung aus. Bon den 22 Mandaten, die diesmal neu zu besetzen sind, hatten die Demokraten 13, die Freisinnigen 2. die Nationalliberalen S und das Zentrum einen Sitz inne. Drei größere Parteigruppen stehen sich gegenüber und kämpfen um die Mandate: die Sozialdemokratie, die Liberalen und die Mittelständler. Auf der Kandidatenliste der Mittelständler stehen auch die Namen von zwei Demokraten, zwei Nationalliberalen und vier Zentrumsleuten. Die Demokraten, Freisinnigen und Nationalliberalen bilden, wie bei den letzten Wahlen, wieder ein bürgerlich-liberales Kartell. Ihre Liste enthält: 12 Demokraten, S Nationalliberale und 4 Freisinnige. Die Nationalsozialen, die den Demokraten bei der Reichstags- und LandtagSwahl treue Wahlhilse leisteten und denen ursprünglich zwei Mandate zugebilligt wurden, sind auf der Liste leer anSaegangen. Sie faßten deshalb eine Resolution, in der sie„aufs schärfste miß- billigen, daß der nationalsoziale Wahlverein trotz uneigennütziger und aufopferungsvoller Mitarbeit bei allen Reichstags-, Landtags- und Stadwerordnetenivahlen von linksltberaler Seite bei der Auf- stellung der Kandidaten nicht zugezogen worden und sein Anspruch auf Ueberlaffung eines aussichtsreichen Stadtverordnetenmandats von linksliberaler Seite abgelehnt worden ist". Trotzdem bittet der Nationalsoziale Verein seine Mitglieder, sich bei Abgabe ihrer Stimmen bei den Dahlen nicht von persönlicher Verstimmung. sondern ausschließlich von sachlichen Erwägungen leiten zu lassen. Er fordert sie deshalb auf,„für die linleliberalen Kandidaten, als die politisch nächststehenden zu stimmen". Die Sozialdemokratie zieht mit guten Hoffnungen in den Wahlkampf. Sie hat dieses Mal keine Sitze zu verteidigen, sondern nur zu erobern. Am anssichtSrcichsten für die fozialdemo- kratifche Partei sind die Wahlen in Bornheim und Bocken- heim. In beiden Bezirken siegten bei der letzten Wahl vor zwei Jahren unsere Kandidaten. In Bockenheim schon bei der Haupt- mahl, in Bornheim bei der Stichwahl. In letzterem Bezirk scheiden 3 Stadtverordnete aus— zwei Demokraten und ein NationaMberaler, in Bockenheim ein Demokrat und ein Freisinniger. Der Kampf ist in beiden Bezirken ein sehr hartnäckiger und heißer; doch ist zu hoffen, daß die sozialdemokratischen Kandidaten schon in der Hauptwahl die Mandate erobern. Sehr günstig ist die Situation für unsere Partei auch in Niederrad. Es ist demnach wahrschein- likh, daß die sechs Mann starke sozialdemokratische Stadlverordneten fraktion durch die Wahlen nicht unwesentlich verstärkt wird.— Wahlrechtsänderung in Oldenbirrg. Dem Oldenburger Landtage ist wieder der Wahlgesetzenttvurf zugegangen. Das betreffende Gesetz, daS eine Aenderung des Staats- grundgesetzes bedingt, muß nämlich von zwei aufeinander folgenden Landtagen beschloffen werden. Den letzte» Landtag hat eS bereits bc- schäfligt. In der bei Eröffnung des gegenwärtige» LandlageS verlesenen Thronrede bedielt sich die Regierung einige„durch die früheren Vcr- Handlungen notwendig gewordene Aenderungen" vor. Nach dein vorliegenden Entwürfe sollen statt der bisherigen zehn insgesamt 22 Wahlkreis« gebildet werden. Die WahUreisgeometrie soll sich an die bestehenden Aemter anlehnen, nur die beiden zum Groß- Herzogtum gehörigen Fürstentümer Lübeck und Birkenseld sowie die Aemter Rüstringen und Vechta sollen geteilt werden. Die mit der Einwohnerzahl steigende Abgeordneteitzahl. wie sie im jetzigen Gesetz ans der Grundlage von 10 000 Einwohnern für jeden Abgeordneten besteht, soll dauernd festgelegt werden, und zwar beabsichtigt der Ent-. warf, ein für allemal die Bevölkerungsziffer der Volkszählung von 1903 zugrunde zu legen. Jnfolgedesicn tvürde die Zahl der Abgeord- neten stets 43 betragen. Alle zwanzig Jahre soll eine Neueinteiluna der Wahlkreise vorgenommen werden. Im übrigen sieht der Ent- wurf, wie auch der vorjährige, eine dreijährige Karenzzeit für die Wahlberechtigung und eine jünsjährige Legislaturperiode vor. Da- gegen soll die Ausübung dcS Wahlrechts nicht mehr an die Staatsangehörigkeit geknüpft werden; auch ist der Kreis der Wahlberechtigten nicht unerheblich erweitert. Die von einem Teil des Landtages im Vorjahre geforderte Wahlpflicht lehnt der Entwurf ab. Das Wahlrecht selbst soll direkt anstatt wie bisher indirekt ausgeübt werden. Auslandsstimmen über die Bülowrede. Der„Daily Telegraph" weist heute aus das energischste der. Versuch Bülows, die richtige Wiebergabe der kaiserlichen Aeußerungen in Zweifel zu ziehen, zurück. DaS Blatt erklärt, eS hätte dafür gesorgt, daß ein so wichtiges Dokuntent nicht in die Welt hinaus- geschickt werde ohne die strengsten Bürgschaften dafür, daß der Kaiser die Veröffentlichung wünschte und daß der Inhalt den Ansichten deS Kaisers ent- sprach. Als Fürst Bülow gestern im Reichstag erklärte. iu> Bericht deS„Daity Telegraph' kämen Ungenauigkeiten vor. Hab« er wohl vergessen, daß das Dokument den amtlichen Er- laubniSstempel trug, als eS von Deutschland in die Redaktion dcS„Daily Telegraph' zurückkam. Merkwürdig sei auch die Be- hauptung deS Fürsten Bülolv. daß der Kaiser keinen Feld- zugsplan gegen die Buren ausgearbeitet habe, sondern mir «Aphorismen". Das Blatt fragt:„Wie stinunt diese Angabe mit der Erklärung überein, daß die Beatnten des Auswärtigen Amtes den Bericht aus seine hi st ortsche Richtigkeit ge- prüft haben?" Die Rede Bülows findet im Auslände überwiegend ungünstige Kritik. Der„Standard" meim, daß alles beim alten bleibe. Die Ohnmacht des Parlaments sei offenkundig geworden gegenüber einem energischen Kaiser und einem Kanzler. der entschlossen ist. den Kaiser zu unterstützen. Etwa« oplimistischcr urteilen die französischen Blätter. So sagt der„Figaro": „ES wäre verfrüht, zu behmipten, daß sich etwas geändert habe, aber offenbar ist etwas im Begriff, sich zu ändern. Die öffentliche Meinung und der Reichstag Übernehmen eine Rolle, die sie bisher nicht gespielt haben. Jene, die bisher schwiegen, reden heute und wagen zu verlangen, daß diejenigen, die bisher allein und gar zu oft sprachen, schweigen mögen. DaS ist eine beachtenswerte und tiefgehende Neubildung, die nicht mehr aufzuhalten sein wird." Die„Hnmanitü" sagt:„Die letzten, zugleich tragischen und grotesken Tage find geschichtliche Tage. Sie bedeuten den Bank- rott der Diplomaten und Negierenden und eröffnen eine neue Aera der Völkerbeziehungen. ES hat den Anschein, als wollte die europäische Menschheit ihre Angelegenheiten in die eigene Hand nehmen, eS bedeutet vielleicht den Regierungsantritt der Regierten." Mehrere Blätter geben der Ueberzengung Ausdruck, daß die Stellung Bülows doch auf die Dauer unhaltbar fei und er sich nach Schluß der parlamentarischen Session wird zurückziehe tt müssen.' Freist«««nd Wahlreform. In der„ N a t i o n a l- Z e i t u n g" lesen wir: „Wie Ivir von ptitnnterrichieter Seile hören, wetden die Vorarbeiten für die preußische Wahtrcform im landesstatistischen Amt t u n l i ch st b e s ch! e u u i g t. Die Gruppierung der Wahlziffern nach den vom Minister deö Innern angeordneten Gesichtspitukten dürste demttiichp beendet sein. Es wird allgemein angenommen. daß das Gesetz über die Abänderung dcS preußischen Wahlrechts im Herb st 1910 vor den Landtag gelangt." Nach dieser Beruhigungspillc der„National- Zeitung" sollen wir also auf den preußischen Wahlreformgesetzentwuri „nur" noch zwei Jahre zu warten haben! Da die „National-Zeitung" diese Meldung ohne jeden Koiumentai durch Sperrdruck wiedergibt. scheinen sich die Herren Nationalliberalen mit dieser Verschleppung der Wahlreform bereits vollständig abgefunden zu haben. Man hofft offenbar, daß nun auch der Freisinn infolge der„tunlichsten Beschleunigung" der Vorarbeiten und der für 1910 in Aussicht gestellten Vorlage alle F o r- dcrungen zurück st cllen und der verheißenen Wahl- reform geduldig entgcgenharren wird. Sache der entrechtete» Massen ist es, dem Freisinn mit dem denkbar größten Nachdruck klarzumachen, daß die preußischen Heloten gar nicht daran denken, auch„nur" zwei Jahre zu harren, bevor ihnen in Gestalt eines offiziellen Wahlgesetzentivurfes die abermalige Bestätigung dessen zuteil wird, daß die Negiernng gar nicht au eine auch nur nur halbwegs ernsthafte demokratische Wahlreform benkt! Ehrenheld Peters. In der Münchener Bost" lesen wir: Aus Köln geht uns von Herrn Rechtsanwalt Fält eine Bedachrichtigung gemäß des§ 845 der Zivilprozeßordnung zu, der zu entnehmen ist, daß der faiserliche Reichskommissar a. D. Dr. Karl Peters die Stoften in feinem Beleidigungsprozesse gegen die Rölnische Zeitung", in dem Peters unterlegen ist, nicht bezahlt hat. Die Herren Redakteur Brüggemann und Gouverneur a. D. v. Bennigsen haben von Dr. Peters die Rückerstattung der ihnen erwachsenen Kosten und Auslagen im Betrage bon 3506 m. 39 Pf. nicht beizutreiben vermocht, da bon Dr. Peters eben nichts zu holen ist. Sie haben daher durch ihren Rechtsbeistand unferen verantwortlichen Redakteur benachrichtigt, daß fie alle Forderungen des Peters, die aus Erstattung von Prozeßfosten und Auslagen in dem Beleidigungsprozeß Dr. Peters fontra" Münchener Bost" herrühren, auf Grund einer vollstrecbaren Ausfertigung des Kostenfestießungsbeschlusses des Schöffengerichts Köln pfänden lassen werden. Held Peters mit dem feinen Ehrgefühl verklagt also die ganze Welt wegen Beleidigung und zahlt, wenn er im Prozesse unter liegt, teine kosten. Sozialdemokraten stimmten wohl lediglich dem kraft unserer ungarischen Genossen, die Gefektverdung dieses 8entrum zuliebe mit diefem. elenden Machwerks noch zu verhindern. Herr Gothein irrt. Seine Annahme ist unrichtig. Nicht dem Zentrum zuliebe stimmte die sozialdemokratische Fraktion für die Vertagung, sondern weil in der Reichstagsmehrheit die Absicht bestand, nach Freiherrn v. Hertlings Rede die Debatte zu fließen. Erkommuniziert. den Erzbischof von München beauftragt, dem Profeffor Wie der N. Fr. Br." aus Rom gemeldet wird, hat der Papst niger die Erfommunitation anzufündigen, falls der selbe sich nicht verpflichte, fortan nichts mehr zu publizieren, feine Vorträge mehr zu halten und sich überhaupt jeder öffentlichen Rundgebung zu enthalten. Die Balkankrise. Die Orientbahnfrage. " Frankfurt a. M., 11. November. Die Frankf. 8tg." meldet aus Konstantinopel: Die Drientbahnen unterbreiteten gestern den bulgarischen Delegierten ihre Forderungen, welche fich er und Wertes bon rollendem Material sowie diverser Immobilien. streden auf Erstattung des Eigentumswertes, Exploitationswertes Die Gesamtsumme beträgt 145 millionen Franken. Eine Jntervention in Serbien. Eine Stimme aus der Vergangenheit. Paris, 1C. November. Der hiesige österreichisch- ungarische Nur der Allerfurzfichtigste fann sich heute noch einbilden, durch Botschafter Graf zu Khevenhüller sprach einem ihm Adressen und dergleichen Zeugs, durch die sogenannte Stimme des Volkes oder die sogenannte öffentliche Meinung sei irgend etwas Bichon Dank aus für die von Frankreich der ferbischen gewordenen Auftrage gemäß gemäß dem Minister des Aeußern gegen den Willen unferer Gottbegnadeten durch Regierung erteilte Mahnung zufezent. Worte, gesprochen oder geschrieben, mögen sie noch fo Gleichzeitig wies jedoch Graf Khevenhüller darauf hin, daß die Mahnung zur Ruhe und Besonnenheit. schön, noch so mutig flingen, nügen gar nichts mehr, seitdem die ferbische Regierung ihre friegerischen Rüstungen und Macht dem Bolle aus den Händen gerungen ist und sonstigen darauf sich beziehenden Maßnahmen fortieze, daß ganz allein bei den Gottbegnadeten ruht. Das muß beispielsweise der gegenwärtige Stand des serbischen Heeres das dem Blindesten flar sein. Wir müssen die verlorene a cht wieder Bierfache des normalen Bestandes betrage. Desterreich- Ungarn, haben darum handelt es sich allein. Die Macht aber ist nicht das sich bisher darauf beschränkt habe, seine Gendarmerieposten anders zu gewinnen, als durch den Kampf.... whope Budapest, 11. November. Abgeordnetenhaus. Minifter des Innern Andrassy begründete in eingehender Rede das 23ahlreformgefeß. Zu Beginn der Nede wurde der Minister durch erregte. 3 wifchenrufe wiederholt unterbrochen. Auf den Buruf, daß er nicht Wort gehalten und nicht eine Vorlage habe, erwiderte der Minister erregt: Wer behauptet, ich hätte über ein allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht eingebracht mein Ehrenwort gebrochen, fügt. Der Minister rechtfertigte sodann eingehend das Pluralvotum, dessen Zwed fei, der Intelligenz bas llebergewicht zu fichern. Sodann wies er den Vorwurf, der Gefeßentwurf fei nidyt demokratisch genug, zurüd. Er führte aus: Wenn die Pluralität wirklich die Rechtsgleichheit verlegt, so wird es leicht sein, die Bluralität zu streichen. Hingegen tönnen die verderblichen Folgen, die einem allzu fühnen Radikalismus entspringen, nicht so leicht gut gemacht werden. Es ist unmöglich, einmal verliehene Rechte zurüdzunehmen. Beim Schluß der Rede des Ministers wurden die Regierung des Wortbruchs beschuldigt und von der Galerie Bettel in den Sizungssaal geworfen, in denen bas Parlament zur Ablehnung der Vorlage aufgefordert wurde. Der Abgeordnete Betoe wurde wegen wiederholter Zwischenrufe zur Abbitte vor dem Hause verurteilt. Ein Proteststreit. Fiume, 11. November. Wegen der Verhaftung treit ausgebrochen. Es streifen über 15 000 Arbeiter verweier Sozialistenführer ist hier der Generalit schiedener Branchen. frankreich. Die Todesstrafe. Baris, 11. November. In der Deputiertentammer wurde heute So eine Verfassung ist wahrhaftig das allerwenigste. Die an der Grenze zu verstärken, twürde sich daher schließlich geMacht ist die Hauptfache und der Stampf, der sie uns verfchaffen ungen feben, entsprechende Gegenmaßregeln zu erbie Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe fortgefegt. soll. Haben wir erst die Macht, dann wollen wir schon eine Ber- zösische Regierung in Belgrad greifen. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die fran- Dejeante( Sozialist) bekämpfte die Todesstrafe. Castillard neuerdings( Republikaner) erklärte, der wesentlichste Grund für die Beibehaltung faffung bekommen, die sich gewaichen hat." zur Mäßigung und Besonnenheit mahnen würde. der Todesstrafe sei die Notwendigkeit, die anständigen Leute zu Ein gleicher Schritt wurde von den österreichisch- ungarischen Bot- fchüßen, denn die Gesellschaft habe das Recht der Notwehr. Man schaftern in London und Petersburg unternommen. müffe die Besorguis hegen, daß durch die Nichtanwendung der Todesstrafe die Leidenschaft der Menge entfacht werde und daß sich diese felbft Recht verschaffen würde.( Beifall rechts, im Zentrum und bei einem Teil der Linfen, Lärm auf der äußersten Sinfen.) ( Aus der Neuen Kölnischen Zeitung für Bürger, Bauern und Soldaten". April 1849). Warnung vor Südwest! Aus dem Otavi- Minenbezirt erhalten wir folgende Buschrift mit der Bitte um Veröffentlichung: " Schon seit längerer Zeit herrschen hier an der Otavi: Minen und Eisenbahngesellschaft Zustände, die wirklich das Interesse des Publikums erregen werden. An der Eisenbahn sowohl wie an der Mine sind mehr als die Hälfte der Handwerker, Stredenarbeiter und selbst ein Teil der höheren Beamten Nichtdeutsche. Es sind infolgebeffen und auch wegen der sonst hier herrschenden traurigen Geschäftslage sobiel Weiße ( Deutsche) ohne Stellung, daß z. B. Windhut, die Hauptstadt des Schußgebietes, voll davon ist. Wie diese Leute ohne Existenzmittel und bei den hier herrschenden teuren Lebensmittelpreisen ihr Dasein fristen, tönnen Sie sich vorstellen, und dabei fommt faft mit jedem in Swakopmund anlangenden Dampfer noch Zuzug aus aller Herren Länder an, der sich für geringen Lohn anbietet, was die Kündigung älterer, hier ansässiger Landsleute zur Folge hat. Namentlich an der Otavi- Eisenbahn- und Minengesellschaft sind sehr viele Italiener, Spanier, Ungarn, Kroaten, Russen, Engländer, Holländer usw. angestellt, die meiner Ansicht nach als Ar. beiter einem Deutschen an Tüchtigkeit und Kenntnissen nicht über. legen find, jedoch durch Protektion von ihren Landsleuten, die sich in befferen Stellungen bei diesen Gesellschaften befinden, bevor Bugt werden, Fast jebe Woche kommen Kündigungen, teils aus unbedeuten. den Ursachen, teils aus Intrigen und Schäßereien bor. Häufig haben folche Leute taum 8-14 Tage gearbeitet und sind bei ihrer Entlassung nicht mal mit sobiel Geld versehen, daß sie die von ihnen eingegangenen Schulden bei den Wirten und Geschäftsleuten bezahlen können. Nicht einmal ein Freifahrtschein wird ihnen gewährt und so fönnen Sie fast alle Tage reisende Handwerksburschen die Strede Swakopmund Tftumeb( 576 Kilometer) herauf und herunter ziehen sehen, von denen ein Teil vielleicht noch gestoungen ist, sich unterwegs von den angestellten Gingeborenen ihr farges Mittag effen zu erbitten! Erst vor zwei Monaten wurde einem großen Teil der weißen Stredenwärter gekündigt. Es wurden dafür Schwarze angestellt. Auch in anderen Betrieben und beim Kaufmannsstande herrscht hier ein großer Ueberfluß an Arbeitskräften, und stellung lose Handlungstommis sind hier start vertreten. Auf den Farmen werden meist nur Leute zur Ausbildung gefucht, die noch obendrein Geld dazu bezahlen müssen. Viele mit dem Militärversorgungsschein versehene Leute, von denen ein Teil sogar den lezten großen Aufstand mitgemacht hat, werden von der Regierung übersehen und dafür Leute durch Protektion angestellt, die nie in ihrem Leben gedient haben. Ein türkisch- serbisches Bündnis? # Belgrad, 10. November. Mali Journal" meldet, daß es Novakowitsch in Konstantinopel schließlich gelungen sei, ein Bündnis zwischen der Türkei und Serbien zustande zu bringen. Ungarn. Das Schandwahlrecht. 11 und Hus der Partei. " Zum Fall Rexhänser. " Als Herr Reyhäuser nach dem Prozeß Fischer kontra Budapest, 11. November. Der Minister des Innern Post" im Vorwärts" die gebührende Kennzeichnung erhalten Graf Andrassy legte dem Abgeordnetenhause den hatte, suchte er sich in altgewohnter Weise hinter dem Rücken Gefeßentwurf über die Wahlreform vor. Dem Entwurf des Buchdruckerverbandes zu decken. Sein zehnspaltiger gemäß ist jeder 24jährige Staatsbürger, der seit Verdunkelungsversuch im Storrespondent", den wir erwähnt einem Jahr an einem Ort ansässig. ist, wähler. haben, sucht die Aufmerksamkeit von dem einzig wesentlichen Die des Lesens und Schreibens U nkundigen wählen der- Punkte der Sache durch eine langatmige Aufzählung der artig, daß eine Gruppe von zehn Analphabeten unverdienten Stränkungen abzulenken, die er sich angeblich einen Wahlmann( 1) wählt. Dieses indirefte Wahlrecht wegen seiner mutigen Vertretung der Buchdruckerinteressen der Analphabeten ist damit begründet( 1), daß nahezu ein von fozialdemokratischen Blättern, insbesondere vom VorDrittel der Wählermasse Analphabeten sind. Durch den wärts" von der Leipziger Volkszeitung" hat Gefeßentwurf wird die Wählerzahl von 1,1 Million auf gefallen laffen müssen. Dieses Bestreben Rerhäusers, 2,6 Millionen vermehrt. Um nun infolge dieser außerordent- feine Sache zur Sache des Buchdruckerverbandes zu machen, lichen Ausdehnung des Wahlrechts das bisherige die Kennzeichnung seines ehrlofen Verhaltens als eine EhrenGleichgewicht nicht allzu fehr zu verrüden, tränkung des Verbandes hinzustellen, ist zwar ebenso durchund die, Ueberlegenheit der intelligenten iichtig wie unehrlich, hat aber trotzdem, wie die letzte lassen zu wahren, wurde das Pluralvotum ein- Nummer des Korrespondent" zeigt, auf eine große Buch geführt. Alle diejenigen, welche 32 Jahre alt find, ihrer druckerversammlung in Leipzig seine Wirkung nicht verfehlt. Diese Militärpflicht genügt haben, 3 Kinder haben, oder Versammlung hat sich, wie der Korrespondent" triumphierend Arbeiter, die 5 Jahre in demselben Betriebe berichtet, weiblich über den Vorwärts" und die Leipziger tätig sind, fönnen zwei Stimmen erlangen. Man Volkszeitung" entrüftet und gegen 9 Stimmen( über 3000 rechnet, daß 30000 Arbeitern auf dieser Grundlage Besucher soll sie gezählt haben) eine Resolution angenommen, das Pluralvotum zustehen wird. Als weitere Bedingung zur die sich mit Rerhäuser solidarisch erklärt. Wir haben nicht Erlangung von zwei Stimmen führt der Gefeßentwurf die die Absicht, gegen diese Versammlung zu polemisieren; nicht fähig ist, die Handlung Rerhäusers, um Absolvierung der unteren Klasse der Mittelschule und Zahlung wer es fich einer direkten Jahressteuer von 20 Kronen an. Bei Stimmen bie hier handelt, losgelöst bon allem hat ferner der Arbeitgeber, der in seinem Betriebe anderen zu betrachten und sie als unanständig und unchreneinen Arbeiter beschäftigt. Dreifache haft zu erkennen, mit dem läßt sich nicht rechten. Aber wir Stimme hat derjenige, der eine Mittelschule ganz halten es angesichts der Unverfrorenheit, mit der jetzt wieder, durchgemacht hat oder 100 Stronen direkte Jahres- um für Reghäuser Stimmung zu machen, die unwahrheit steuer entrichtet. Der Zweck dieses Pluralsystems ist dahin verbreitet wird, der Vorwärts" sei bei Gelegenheit der Tarifgerichtet, daß die gesamte politische Macht nicht in die Hände beratung dem Buchdruckerverband in den Rücken von Leuten gerate, welche nicht im stande sind, diese gefallen", eine Umwahrheit, die auch in der Leipziger macht im Interesse des Landes und im Resolution insofern ihren Niederschlag gefunden hat, als darin Auch die von der Kolonialgesellschaft in Berlin hinausgesand- eigenen Dohlverstandenen ntereffe aus erflärt wird, die Versammelten erblickten in dem Vorgehen ten weiblichen Dienstboten sollten nicht so leichtfertig Kontrakte zuüben. Der Gefeßentwurf behält das bisher übliche öffent- bezeichneter Blätter"( Vorwärts" und" Leipz. Volksztg.") unterschreiben, bebor fie fich nicht über die Verhältnisse genau liche Abstimmungsverfahren mit der Begründung bei, daß die weiter nichts als eine planmäßige Heze, um einen georientiert haben. Wie oft fommt es vor, daß junge Mädchen nach Ausübung des Wahlrechts, da sie im öffentlichen Interesse ge- wissen Kreisen seit Jahren nicht genehmen energischen brei bis vierwöchiger Arbeit ihre Stellung verlieren und was schieht, auch nicht der öffentlichen Kontrolle ent- Vertreter seiner Berufsgenossen zur Strecke zu bringen", dann? Eine jebe taugt nicht dazu, in den Hotels und Restaurants 8ogen werden darf. Die Vorlage wird nur in Berbindung doch für nötig, die Tatsachen fura festzustellen! als Barmädchen zu figurieren, und der Schritt nach unten ist hier mit der Vorlage über die Wahlbezirke in Kraft treten, sist bald getan. nicht wahr, daß der Vorwärts" bei Das sind die Forttommensmöglichkeiten in dem Lande, das die demnächst unterbreitet wird. den letzten Tarifverhandlungen dem Buchdruckerverband Herr Dernburg ein Neu- Deutschland" genannt hatte! So sieht also das Wahlrecht aus, das der forruptefte, in den Rücken gefallen" ist, daß er ihm ,, in brutalste und kulturloseste Herrscherklüngel der Welt zur Auf- fritischer Situation angefallen" hat. Die Stritit am Die Landtagswahlen in Schwarzburg- Rudolstadt. rechterhaltung feiner verrotteten Wirtschaft sich ausgedacht. Tarifentwurf, die der Vorwärts" damals geübt hat, Der magyarische Klüngel, der in Budapest herrscht, alle gab die Anschauungen wieder, die nicht unerhebliche Am 26. November finden in Schwarzburg- Rudolstadt Landtags anderen Nationen an ihrer fulturellen Entfaltung hindert, reise in der Mitgliedschaft des Verbandes wahlen statt. Die Bevölkerung folgt ihnen mit Spannung, denn das Proletariat in Stadt und Land völlig entrechtet, hat da ba mals vertraten. Daß wir mit unserer Auffassung gerage im Rudolstädter Landtage bing ſeit mehreren Legislatur perioden die Majorität der bürgerlichen Barteien an einem Faden. eine Wahlreform ausgeheckt, deren infame Tücke nur durch die über den Tarifentwurf nicht allein standen, beweist übrigens Schon bei den Wahlen im Jahre 1902 fielen uns von den gesamten bodenlose Frechheit ihrer Motivierung überboten wird. Ein auch die Tatsache, daß der größte Gau des BuchdruckerMandaten( 16- darunter 4 Abgeordnete der Höchstbesteuerten) 7 zu Drittel der Wähler sind An alphabeten, weil die furcht verbandes, die Berliner Buchdruckerschaft, da und bei der Wahl im Jahre 1905 wurden 8 Sozialdemokraten bare Mißwirtschaft der Herrschenden die Volksschule voll- mals den Entwurf mit übergroßer Mehrheit und 8 Bürgerliche gewählt. Die Annahme, daß bei dieser Zusammen- ständig vernachlässigt hat. Sie werden für das Verbrechen, ablehnte. Der Vorwärts" ist also nicht dem Buchfegung des Landtags dem legteren leine lange Lebensdauer beschieden das an ihnen begangen, noch bestraft, indem man ihnen ein bruckerverband in den Rücken gefallen, sondern hat die Intersein werde, traf ein. Als der Landtag die beantragte Erhöhung Wahlrecht gibt, das nur eine Behntelstimme gewährt. essen von Verbandsmitgliedern gewahrt, wie der Apanage des Fürsten von 268 000. auf 300 000 m. ab Die Budapester Schwindler haben wirklich eine schöne Er- biefe sie damals selbst verstanden. Lehnte, erfolgte die Auflösung, und bei der Neuwahl im Jahre 1906 glückte es den Gegnern unter skrupelloser Anwendung der findung gemacht. Sie begnügen sich nicht damit, wie die Blu- Das möchten wir für unsere Genossen, denen diese einige traurigsten Mittel, uns wieder ein Mandat abzunehmen, so daß im ralwahlverbrecher anderer Länder, die Stimme der Besitzenden Jahre zurückliegenden Dinge nicht mehr genau in der Erlegten Landtage wieder 7 Parteigenossen und 9 Bürgerliche faßen. au multiplizieren, sondern sie dividieren noch innerung sein mögen, feststellen, angesichts des wohlberechneten Die Machtverhältnisse lagen alio für die Bürgerlichen immer fritisch, außerdem die Stimmen der Besitzlofen. Merken muß man Strebens Rerhäusers und der Seinen, auch diese llaren Tatund nur dem Umstande, daß wir bei der Wahl der 4 Abgeordneten sich auch das Geständnis, daß das Pluralwahlrecht nur die fachen zu verdrehen! der Höchstbesteuertenklasse feinen Einfluß hatten, hatten sie ihre Form ist, eine Wahlreform zu machen, die die bisherige VerMajorität zu verdanken. Unsere Genossen haben in allen Wahl- teilung der politischen Macht unverändert läßt. Was man in treisen Kandidaten aufgestellt und durch eine Reihe von Versamma chien leugnet, wird in Ungarn mit der brutalen Offenlungen den Wahlkampf eröffnet. heit zugestanden. öffentliche Gemeindewahlen. " In Neuhaldensleben( Provinz Sachfen) wurden bei der Stadtverordnetenwahl am Montag zwei Genoffen gewählt. Gin Eine falsche Bermutung. Die Krone hat diesem Schandgefet, das nicht einmal Genoffe steht in einer aussichtsvollen Stichwahl. Die Gewählten Der Abgeordnete Gothein legt im Berl. Tagebl." die Gründe die Quelle der schändlichsten Wahlbeeinflussung, des Terro. flegten mit 253 bezw. 244 Stimmen; 1906 erhielt die fozialdemo dar, Stimmen rismus und ber Korruption. die fratische Liste 121 bis 187 Stimmen. Trotz der Krise sind also die Sor, weshalb ein Teil der Freifinnigen bei der gestrigen Abstimmung tim men abgabe, berstopft, ihre Borfanttion ge- fozialdemokratifchen Stimmen um über hundert gestiegen. über den Bertagungsantrag des Sentrums mit Sonfervativen und geben. Der Treubruch der Krone, der fich auf das geheime berg( Sachfen- Altenburg) gingen am Sonntag unter grofer Bes Die Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung in Eisen Nationalliberalen gegen die Vertagung gestimmt hat. Er schreibt: " Der Vertagungsantrag tam to unerwartet, daß schon das und gleiche Wahlrecht verpflichtet hatte, ist ein schmählicher teiligung vor fich und endigten mit einem glänzenden Siege der jebe vorherige Verständigung ausgefchloffen hätte. Es war ein Berrat und eine große Dummheit, die noch ihre Vergeltung fozialdemokratischen Liste. Zwei Genossen erhielten je 270, die Gegner reiner Zufall, daß die Blodparteien zusammen stimmten. Diel finden wird. Hoffentlich gelingt es der unermüdlichen Tat. 120 Stimmen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. H Zentralbibliothek in Vegesad. Die den Kartell angefchloffenen Angriffe auf ben veritätischen Arbeitsnachweis Ser Bäder bere Geiverfichaften haben zusammen mit dem sozialdemokratischen Verein anlagten eine am Dienstag abgehaltene Mitgliederversammlung Vegefad eine Zentralbibliothek ins Leben gerufen. Das Gewerkschafts- des Bäckerverbandes zu einem Abwehrbeschluß. Der paritätische fartell Vegefack und Umgegend, Borfigender Bernh. Wünschmann, Arbeitsnachweis, welcher dem Zentralarbeitsnachweis in der GorLangestr. 52, richtet daher an alle Zentralvorstände sowie Kartelle mannstraße angegliedert ist, wurde beim Abschluß des Tarif und Sekretariate die Bitte, das Unternehmen durch Zusendungen von vertrages im Jahre 1905 errichtet. Kontrahenten für den pariJahrbüchern, Jahresberichten usw. zu unterstützen. tätischen Arbeitsnachweis sind die Freie Vereinigung der Bäckermeister und der Verband der Bäder und Konditoren. Bei der Schaffung dieses Arbeitsnachweises wurde vereinbart, daß bei Wieder eine freifinnige Wahllüge geplakt. Kurz vor den letzten Benutzung desselben die Mitglieder der beiderseitigen vertrag Landtagsstichwablen in Neuß j. L. feste das freifinnige Geraische schließenden Organisationen den Vorzug vor Anders- oder NichtTageblatt" nach berühmten Mustern die perfide Verdächtigung in die organisierten haben. Dieser Vereinbarung gemäß ist die ArbeitsWelt: ein sozialdemokratischer Führer habe unwahrheiten gegen vermittelung auch bis jezt gehandhabt worden. Kürzlich nun hat feinen bürgerlichen Gegner verbreitet; als er aufgefordert worden die Freie Vereinigung einen Antrag angenommen, welcher besagt, sei, zu widerrufen, habe er erklärt: Vor der Wahl widerrufe ich daß die erwähnte Vereinbarung fallen, das heißt, der paritätische nichts, nach der Wahl alles!" 3 Gera handele die Sozial- Arbeitsnachweis ohne Unterschied an Verbandsmitglieder, an demokratie ebenfo, behauptete das freisinnige Drgan. Gelbe, an Unorganisierte usw. Arbeit abgeben soll. Seitens des Wegen diefer Verdächtigung fühlte unser Geraer Parteiorgan Bäckerverbandes war den Meistern schon früher das Zugeständnis dem Tageblatt" auf den Zahn, das erklärte: der betreffende sozial- gemacht worden, daß in besonderen Ausnahmefällen unter Zudemokratische Führer fei unser Genosse v. Elm in Hamburg Stimmung der Arbeitsvermittler von dem vereinbarten Vorzugsrecht geweien Die Folge war eine Privatklage des Genossen v. Elm der Verbandsmitglieder abgesehen werden kann. Gegen die gänzgegen das Freifinnsorgan, das jetzt folgende Erklärung abdrudt: liche Aufhebung dieses Rechts, welche der Beschluß der Freien Wir haben uns inzwischen überzeugt, daß unsere Angaben Vereinigung der Bäckermeister verlangt, haben die Vertreter des unrichtig find. Wir sprechen unser lebhaftes Bedauern Verbandes entschieden protestiert. Die Mitgliederversammlung des darüber aus, eine derartige, jeder tatsächlichen Grundlage ent- Verbandes billigte dies Verhalten und beschloß: Den Verbandsbehrende und Herrn v. Elm schwer beleidigende Behauptung auf- vertretern im Kuratorium des Arbeitsnachweises wird zur Pflicht gestellt zu haben und nehmen alle an die Behauptungen geknüpften gemacht, dem Beschluß der Freien Vereinigung der Bäckermeister Brivatklage des Herrn v. Elm wider unseren verantwortlichen vermittelung in derselben Weise weitergeführt wird, wie es die Redakteur bisher entstandenen Gerichtstosten und Anwaltskosten zu Schlichtungskommission im Jahre 1905 beschlossen hat. Händen des Herrn Rechtsanwalt Dr. Hers in Altona zu zahlen." Man kann aus dieser Erklärung ermessen, was an den Verstraße 13, sucht in der Volkszeitung" einen Modelleur und zuAchtung. Schäftebranche! Die Firma Gebr. Simon jr., Kochdächtigungen ist, die die bürgerlichen Parteien bei jeder Wahl gegen schneider. Wir machen darauf aufmerksam, daß sämtliche bei der die Sozialdemokratie schleudern. Firma beschäftigte Personen, Zuschneider, Vorrichter und Stepperinnen, wegen ausgebrochener Differenzen die Kündigung eingereicht haben und bitten, dieses zu beachten. " " --bersammlungen nicht zit erheblichen Debatten über diesen Punkt. Hierauf folgte in allen Versammlungen ein Referat über die bevorstehende Gewerbegerichtswahl. Die Referenten besprachen die Bedeutung der Gewerbegerichte im allgemeinen und wandten sich im besonderen der bevorstehenden Wahl zu, erläuterten die Technik des jetzt zum erstenmal in Anwendung kommenden Systems der Verhältniswahl und forderten die Anwesenden auf, für eine lebhafte Wahlbeteiligung in den Werkstätten zu agitieren, denn wenn die Beteiligung an der Wahl ebenso schwach sein würde wie bei den früheren Wahlen, dann erhalten die freien Gewerkschaften nicht diejenige Zahl von Beisitzern, welche ihnen ihrer Stärke nach autommt. Früher, bei dem alten Wahlsystem, war den freien Ges werkschaften die Wahl ihrer Kandidaten sicher. Bei dem Verhältniswahlsystem dagegen können sie auf eine ihrer Stärke und Bedeutung entsprechende Anzahl von Beisißern nur dann rechnen, wenn jedes wahlberechtigte Mitglied der freien Gewerkschaften sein Wahlrecht ausübt. Deshalb muß im Metallarbeiterverband wie in allen Gewerkschaften eine lebhafte Agitation für die Gewerbegerichtswahl betrieben werden. " Lese: und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Heute abend 9 Uhr bei Eichhorn, Danziger Str. 93. Gäste willkommen. Wahlkreis Kalan- Luckan.( Siz Berlin.) Sonntag, den 15. d. Mts., Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstagsfindet eine Kalenderverbreitung natt. Die Ausgabe des Materials erfolgt am Freitagabend 8%, Uhr beim Genossen Leu, Boechstr. 7. Schlußfolgerungen zurück. Wir verpflichten uns ferner, die durch die nicht zuzustimmen, sondern dafür einzutreten, daß die Arbeits. Letzte Nachrichten und Depefchen. Jugendbewegung. Die Gründung einer Jugendorganisation auf neuer Grundlage wurde in Nürnberg vollzogen. Bisher bestand lediglich eine bem Arbeiterbildungsverein Borwärts angeschlossene Jugendabteilung, die etwa 120 Teilnehmer zählte. In einer stark besuchten Jugendbersammlung wurde die Errichtung einer eigenen Organisation be sprochen. Als nach einem Vortrage der Genoffin Grünberg die Frage gestellt wurde, ob ein Verein zu gründen sei, ertönte aus den Reihen der Jugend ein hundertstimmiges Ja, ja". Als erster Vorfizender wurde ein erwachsener Genosse gewählt, die übrigen Poſten wurden aus den Reihen der Jugend ſelbſt beſetzt. Das Eintritts geld ist auf 10 Pf., der Monatsbeitrag ebenfalls auf 10 Bf. feft gefeßt. Es ließen sich fofort über 300 junge Leute beiderlei Geichlechts aufnehmen. Die Zusammenkünfte sollen jeden Sonntag stattfinden und Vorträge belehrender Art, Musit, Gefang, Turnen, Spiele, Ausflüge, Exkursionen usw. bringen. Die Politit ist aus dem Programm ausgeschlossen. Gewerkschaftliches. Internationale Scharfmacherei. Der Deutsche Arbeitgeberbund für das Bau. gewerbe gibt folgendes bekannt: Zentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Friseurgehilfen! Auf der zurzeit verbreiteten Lifte der bewilligten Geschäfte find die Betriebe von Schrolle, Landwehr straße 3, und Neie, Greifenhagener Straße 33, irrtümlich nicht mit aufgeführt worden. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Deutfches Reich. Eine Aussperrung hat der Arbeitgeberverband für die linkerheinische Metallindustrie über die Eisengießereien von Aachen und Umgegend verhängt. Bor: läufig sind 7 Betriebe mit 300 Arbeitern von dem Gewaltakt getroffen, an dem freie, christliche und Hirsch- Dunckersche Gewerkschaften beteiligt sind. Die Differenzen waren entstanden, als die Arbeiter der Eisengießerei Ed. Görres durch Einreichung der Kündigung die Zurüdnahme der Maßregelung eines Formers verlangten. Trotzdem die Verbände nachher auf die Einstellung des Mannes verzichteten, führten die Unternehmer die Sperre dennoch durch. Sie halten offenbar die jetzige Zeit zu einem Schlage gegen die Organisation für vorzüglich geeignet. Zuzug nach Aachen und Umgegend ist streng fernzuhalten. Ausland. Der Hafenarbeiterstreik in Kristiania. " Die 30 Mann, die am Donnerstag von Kopenhagen nach berweigern die Arbeit. Die Befehlshaber des Schiffes fuchten sie durch Drohung mit Verhaftung zur Arbeit zu zwingen, sie blieben aber standhaft, gingen in die Stadt, wandten sich an einen Rechtsanwalt und haben nun auch das dänische Generalkonsulat um Schuh ersucht.- Dat forende Dampskibselskab", die größte dänische Schiffahrtsgesellschaft, sucht sich jetzt in der Weise für Kristiania Hafenarbeiter zu verschaffen, daß fie für die Fahrt doppelte Schiffsmannschaft anmustert, natürlich ohne den neuangenommenen Leuten zu sagen, für welche Art Arbeit sie bestimmt find. Haben die Leute einmal den schriftlichen Anstellungsvertrag unterzeichnet, so find sie bei mindestens 14 Tagen Gefängnisstrafe verpflichtet, an Bord zu gehen. Der zweite internationale Bauarbeitgeberfongre tritt am Sonntag, den 15. November in Paris zusammen. Der internationale Kongreßausschuß( Siz Brüssel) hat fich mit der Leitung des Zentralverbandes der französischen Bau- Kristiania verschifft wurden, um Streitbrecherdienste zu leisten, arbeitgeber berbunden, um den Kongreß zu einer wichtigen und eindrucksvollen Veranstaltung zu machen. Hohe Persönlichkeiten der französischen Staatsverwaltung, der Handelsminister, der Arbeitsminister, der Minister der öffentlichen Arbeiten und andere Notabilitäten haben das Protektorat über den Kongreß übernommen und ihre Teilnahme an der Tagung zugefagt. Das Programm der Versammlung, für deren Verlauf 4 Tage vorgesehen sind, enthält eine Reihe wichtiger Verhandlungsgegenstände, unter denen befonders hervorzuheben: Submissionswesen, Fachschulwesen, Lehrzeit, die Arbeiterbewegung, ganz besonders im Hinblick auf ihre Bestres bungen zur Verfürzung der Arbeitszeit, Unfall. bersicherung, Schiedsgerichtswesen, und endlich eine Aussprache über die Festigung der internationalen Beziehungen aller Bauarbeitgeber. Die Leitung des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe hat beschlossen, den Kongreß durch cinen Beauftragten zu beschicken. Es ist Tatsache, daß heute eine einflußreiche wirtschaftliche Fachvertretung, die in vollem Umfange ihren Aufgaben gerecht werden will, nicht mehr allein auf den Kreis sehen kann, der ihr innerhalb der politischen Grenzpfähle ihres Staatswesens augewiefen ist. Auch die deutschen Bauarbeitgeber müssen zur Förderung ihrer Organisation einmal sehen, wie es die anderen machen", welche Mittel fie anwenden, um zu einem Ziele zu tommen, das auch unser Ziel ist... Die Arbeitgeberschaft aller Länder muß, ohne daß sie deswegen utopistischen Vorstellungen von internatio nalen Verbrüderungen nachzuhängen braucht, voneinander lernen, wie sie ihre grundsäßlich nicht differenzierten Wirtschaftsinteressen am besten behandelt und am wirkungsvollsten vertritt. Die Leitung des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe hat angeordnet, daß gewissermaßen als Einleitung zu späteren Beteiligungen deutscher Fachgenossen an diesen internationalen Veranstaltungen, dem Kongreß ein Bericht über die baugewerblichen Fachorganisationen Deutschlands, deren gesetzliche Grundlage, Funktionen und Ziele erstattet wird. Berlin und Umgegend. zu Straßentumulten gekommen, die von jungen Leuten, solchen, Am Donnerstag und Freitag ist es in Kristiania am Hafen Sie auch bei anderen Gelegenheiten gerne einmal Radau machen, veranstaltet waren. Dabei plaßten auch ein paar Bomben", wenn man mit etwas Bulber und Zündstoff versehene Limonadenflaschen so nennen will. Die Streifenden haben natürlich nichts mit den Tumulten zu tun. Arbeiter wegen gesetzwidriger Arbeitsniederlegung verflagt. Das Die Dampfschiffserpediteure haben ihre sämtlichen Streifenden norwegische Strafgesetzbuch bedroht den mit Geldstrafe, der ohne Streifenden find nun allerdings der Meinung, daß für fie der Verannehmbaren Grund" einen Arbeitsvertrag bricht. Die tragsbruch, den die Unternehmer begangen haben, ein durchaus triftiger Grund zur Arbeitsniederlegung war. Aus der Frauenbewegung. Werkführer und Arbeiterinnen. Die Protestbewegung. München, 11. November.( Privatdepesche des„ Bortvärts".) verantwortlichen Absolutismus gestaltete sich die Demonstration der Zu einer machtvollen Rundgebung gegen den un Münchener Arbeiterschaft. Schon nach 7 Uhr mußte der Riesensaal des Münchener Kindl- Kellers abgesperrt werden. Die Münchener Bürgerschaft, die der Protestverfammlung der Blodliberalen am legten Sonntag nicht mit Unrecht ferngeblieben war, war in unserer Versammlung zahlreich erschienen, sodaß Tausende umkehren mußten, obwohl sofort eine zweite Bersammlung veranstaltet wurde. Genosse Adolf Müller ging in scharfer Weise mit der Allerweltsgeschäftshuberei der Reichsleitung ins Gericht. In dem früheren Reichstag hätte die stärkere Vertretung der Sozialdemokratie noch einen Hemmichuh an dem politischen Kreislauf gebildet. Den jezigen Zustand hat das deutsche Bürgertum dem Ausfall der Hottentottenwahlen zu verdanken. Wenn es so weiter geht wie jezt, tönnte aber die Reichsleitung fehr leicht ein blutiges Erwachen des deutschen Bürgertums erleben. Bei der bekannten Unerjahrenheit des deutschen Reichsoberhauptes in der Politik sei es dahin gekommen, daß die öffentliche Stritit Deutschlands auf dem Nullpunkt angelangt sei. Es fei die höchste Zeit, daß der deutsche Kaiser in die Schranken der Verfaffung zurückgewiesen werde. Der Reichstag hat, anstatt bas Ansehen des Reichstages und des Reiches zu mehren, sich in dieser tiefernsten Situation zum Stiefelputer des preußischen Zunfertums erniedrigt. In der zweiten, ebenfalls überfüllten Versammlung sprach Genosse Landtagsabgeordneter Fris Schmidt unter stürmischem Beifall. Unter begeisterter Zustimmung der Versammelten wurde in beiden Versammlungen folgende Resolution angenommen: " Die heute in der Zahl von 10,000 im Münchener Kindl Steller versammelten deutschen Männer und Frauen beschließen: Angesichts der ungeheuren Schädigungen des Anschens, der Schierheit und der wirtschaftlichen Verhältnisse des Reiches, die durch das persönliche Regiment herbeigeführt worden sind, fordern wir eine Aenderung der Reichsverfassung, dahingehend, daß erstens, jede persönliche Machtbefugnis des deutschen Kaisers zur Erledigung auswärtiger Angelegenheiten, insbesondere, das Recht, Krieg zu erklären und Frieden zu schließen, ausgeschaltet wird, zweitens, daß die Ernennung und die Entlassung des Reichskanzlers und der verantwortlichen Reichsminister durch den Reichstag zu erfolgen hat, drittens, ein Ministerverantwortlichkeitsgefet. Die Versammelten protestieren, indem sie diese Forderungen stellen, gegen das verfassungswidrige persönliche Regiment und die überaus klägliche Haltung, die die Mehrheit des deutschen Reichstages in allen Fragen bis jest gezeigt hat. Sie erwarten daher vom deutschen Reichstag, daß er sich noch dazu aufraffen wird, den oben gestellten Forderungen zur Durchführung zu verhelfen und der jezigen Reichsregierung keinen Pfennig zu bewilligen, ehe diese Forderungen nicht zur Durchführung gelangt sind. Die Versammelten verpflichten sich mit aller Energie da für zu sorgen, daß nur solche Männer in Zukunft in den Reichstag gewählt werden, deren Vergangenheit für die Durchführung dieser Forderungen bürgt." Die Demonstration der Münchener Arbeiterschaft war eine so glänzende, wie sie München taum je erlebte. Ueber 15 000 Bersonen nahmen an ihr teil, während die Versammlung der Blodliberalen am Sonntag von ganzen 700 Personen besucht war. " Der Kapitän entfernte das Kreuz, vers Das Grab des Nordpolfahrers Andree? Die Klagen über das Verhalten vieler Werfführer ihrem weibKopenhagen, 11. November.( W. T. B.) Kapitän Storm bom lichen Arbeitsperfonal gegenüber wollen nicht verstummen Immer dänischen Echoner Juga", der sich am 30. September bei wieder werden Beschwerden laut über Ehrenmänner, die die Ab- Jn an Sicle auf Labrador befand, berichtet, daß Kapitän hängigkeit der Arbeiterinnen zu ihrer Luftbefriedigung auszunuzen halter des amerikanischen Schiffes Pelops" auf einer Ladtour suchen. Im badischen Gewerbeinspektorenbericht wird über diese im nördlichsten Teile Labradors unweit der Küste von Kap Mugora Migstände berichtet; auch der Beamte für Württemberg berzeichnet ein einfaches Kreuz mit dem Namen Andree gefunden habe. Unter zahlreiche Beschwerden von Arbeiterinnen über die Aufdringlichkeiten dem Areuz fand sich in der Erde eine Leiche sowie ein An die Mitglieber des Bäder- und Konditorenverbandes.." bon feiten der Fabrilgewaltigen. Die Wahl des Gesellenausschusses findet heute schaft anzuschließen, durch welche ihnen Schuß gewährt werden wird. weigerte aber jede Aufklärung über die Papiere. Die Fundstelle Den Arbeiterinnen ist dringend zu raten, sich ihrer Gewert- Kaften mit Papieren. ( Donnerstag), nachmittags 3 Uhr, im Innungshaus: Die moderne Arbeiterbewegung ist moralisch stark genug, diesen ist vollständig öde und wird felten von Eskimos besucht. Wo die Chauffeeftr. 110, statt. Ganz plöblich, wenige Tage vor der Wahl, Herren das Handwerk zu legen. ist dies den Wahlberechtigten mitgeteilt, so daß eine umfassende viele Unternehmer derartige Vorkommnisse stillschweigend überseben, in dem Staften enthaltenen Baptere werden wahrscheinlich Aufschluß Das ist um fo notwendiger, als beiden Begleiter Andrees geblieben sind, ist nicht bekannt. Die Agitation unmöglich war. Eine hinterhältige Ueberrumpelung, die allen bisher bekannten oder ihren würdigen Vertretern noch die Stange halten, sofern diefe geben. Künsten die Krone aufsetzt. fich als schneidige Antreiber bewähren. Die Arbeiterinnen sollten sich Die Gelben" haben bessere und zeitigere Mit. in allen derartigen Fällen an die freien Arbeiterorganisationen teilung erhalten, als die Gesamtheit der Gesellenschaft. Der wenden, die stets Abhilfe schaffen werden. bekannte Gelbe Wisch nöt 3! i verteilt schon seit mehreren Tagen ein Flugblatt, in dem er den Wahltermin genau angibt, während dem gefeßlich gewählten Gesellen ausschuß erklärt wurde, man wisse noch nicht, wann der Wahltag fei!!! Besser lassen sich die Bäderinnungen nicht kennzeichnen, Sollegen! Wacht durch einmütigen Aufmarsch zur Wahl ben sauberen Blan aunichte. als sie es hierdurch selbst tun. Die Verbandskollegen versammeln sich mittags, puntt 1½ Uhr, bei Hübner, Chausse estr. 120. Verlangt vom Meister die Wahllegitimation! Wer teine gedruckte Wahllegitimation vom Arbeitgeber be. tommt, melde sich eventuell auf dem Bureau, da ein umfassender Wahlproteste an die Aufsichtsbehörde geplant ist. Gestern noch wurden den Beauftragten der bewilligten Bädereien die Legiti mationen auf dem Innungsbureau verweigert, während die Karten in den unbewilligten Bäckereien seit 2 Tagen verteilt worden sind. Ihr seht, wie es gemacht wird! Mehr Licht. Magdeburg, 11. November.( B. H.) Seit 5 Uhr liegt infolge einer schweren Betriebsstörung im städtischen Elektrizitätswert die rinnen bom Präsidenten Roosevelt zu teil, als er gebeten wurde, in Geschäftsverkehr in den Ladengeschäften und der Betrieb in den Eine glatte Abfage wurde den amerikanischen Frauenrechtle- ganze Stadt, soweit fie elettrisch beleuchtet ist, im Dunkeln. Der feiner Botschaft an den Kongreß auch ein Wörtchen zugunsten des Etablissements mit elektrischer Straft stockt gänzlich. Man befürchtet, Frauenstimmrechts zu sagen. Nicht eine Willion Unterschriften auf daß die Störung noch stundenlang dauern wird. Die Vorstadt er einer Betition fönnten mich veranlassen, die Einführung des Frauen hält heute überhaupt feinen elektrischen Strom mehr. stimmrechts zu empfehlen!" So antwortete er. Und dabei haben die Frauenrechtlerinnen Roosevelt immer als einen Freund ihrer Bestrebungen betrachtet. Für das Frauenstimmrecht ist in Buffalo eine nationale Liga amerilanischer Studentinnen gegründet worden, die Zweigvereine au etwa zwölf Universitäten und Hochschulen besitzt. Verfammlungen. Fürsorgeerziehung. Wien, 11. November.( B. T. B.) Der Juftigminister hat einen Gefeßentwurf betreffend Fürsorgeerziehung im Barlament eingebracht, der bezweckt, straffallige, unmündige Jugendliche und Vers wahrlofte auf öffentliche Kosten und unter öffentlicher Aufsicht zur Erziehung an geeignete Familien, Anstalten oder Vereine zu überweisen. Die Unruhen in Persien. Der Deutsche Metallarbeiterverband hielt für die Ver= Täbris, 11. November. Der Schah hat die Mitglieedr der waltungsstelle Berlin am Montag 15 Bezirksversammlungen ab, Endschumen von Tabris zum Zwede von Verhandlungen telegra die alle ein und dieselbe Tagesordnung haiten. Zuerst hatten die phisch nach Teheran berufen. Auf Befehl Sattar Khans wurde ein Mitglieder Stellung zu nehmen zu der am 15. d. M. stattfindenden Bewohner der Ortschaft Egiand, namens Kotschali Sultan, zum Generalversammlung. Da auf der Tagesordnung derfelben nur Gouverneur von Djulfa gewählt. Ein Haufen von Revolutionären geschäftliche Angelegenheiten fiehen, so tam es in den Bezirks. Imit roten Flaggen ist abgegangen, um ihn nach Djulfa zu geleiten. Berantw. Heballeur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwäris Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl Seid daber alle Mann auf dem Poften! Die Verbandsleitung. Ar. 266. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonuerstag. 12. November 1908, 159. Sigung vom Mittwoch, den 11. Rovember. nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: bon Bethmann Hollweg. Sydow, von Tirpig, Dernburg, Kraette. Die Besprechung der Interpellationen über das Kaiser- Interview wird fortgesetzt. bei den Sozialdemokraten.) Sie rechne ich nicht dazu. antwortlichkeit des Reichskanzlers. Ginbuße an Ansehen als eines Verdienstes um den Krieg gerühmt. Eine tiefbetrübte hat Deutichland durch die Gespräche des Kaisers nicht erlitten. Großmutter mag man mit akademischen Erörterungen trösten; Tas Ansehen, welches Deutschland in der Welt genießt, beruht auf wenn sie aber Herrscherin eines friegführenden Landes ist, der Tüchtigkeit und den Leiſtungen der deutschen Nation. Das ist die Behandlung solcher Erörterungen doch sehr bedenklich deutsche Wolf steht noch heute auf dem Boden der Worte, die Fürst und tann leicht als Verlegung der Neutralität aufgefaßt Bismarck am 6. Februar 1888 gesprochen( Oho! bei den Polen): werden. Warum unfere Politik gegenüber den Buren Wir Deutsche fürchten Gott und sonst nichts in der Welt.( Hurra! sich geändert hat, hat der Reichskanzler nicht gesagt. Früher hat er bei den Sozialdemokraten, Stürmiiche Heiterfeit bei den einmal gefagt, wir wollen nicht um die Gunst des Auslandes Sozialdemokraten. Glocke des Präsidenten.) werben. Aber leider feben wir von bestimmter Stelle aus ein schr der ganze Von neuem Abg. Schrader( frs. Vg.): Notwendig ist uns Einmütigkeit, und übertriebenes Werben um die Gunst Englands, und die Wirkung daher werde ich dem Vorredner auf den Weg der Polemik nicht dieser Werbungen muß uns erschrecken. Das deutsche Volt ist friednur forrette, fitble BeAbg. Freiherr v. Gamp( Rp.): Die Art, wie der Abg Lieber folgen. Sch will mich auf die Tatsachen selbst beschränken. Unffar liebend, aber zu England wünscht es mann A.itit geübt hat, wird in den Kreisen der Stoniervativen ist die Behandlung des taiserlichen Manuskripts im Auswärtigen ziehungen. Beim Kaiser aber zeigt sich eine Verengländerung der nicht Billigung finden.( Zustimmung rechts. Obol lints.) Amte. Wenn ein Rat aufgefordert ist, Bericht darüber zu erstatten, gesamten Lebensauffassung. Wie sehr das dem deutschen Volke zus Es ist ein tragisches Geschick, daß ein Kaiser, der so hervor fo wird er das auch getan haben, und in dem Bericht wird auch wider ist, erfährt er nicht, denn er sieht nur die hurrarufende Menge was in dem Manuskript gestanden und Höflinge. Haben doch höfifche Eunuchen es fertig ge ragende Eigenschaften hat( Lautes Gelächter bei den enthalten geweien fein, Soll Sozialdemokraten), ein Kaiser, dem die Arbeiter so viel verdanken hat. nun dieser einzige, der seine Pflicht bracht, den Kaiser zu der Veröffentlichung im Daily Telegraph" zu ( Stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten. Buruf: getan hat, für die Sache büßen? Sehr deutlich beglüdwünschen. Garantien gegen die Wiederkehr solcher ErSchimpfworte haben sie ihm zu verdanken! Glocke des Präsidenten), ist zutage getreten, wie unzwed mäßig die räum cignisse hat der Reichskanzler nicht gegeben. Daß der Kaiser größere dem die Arbeiter ihren Dank so oft zum Ausdruck gebracht haben( Hohn- liche Trennung der der wichtigsten Regierungs- Burückhaltung üben wird, hat der Steichskanzler schon mehrfach aber die Cache ist stets diefelbe ges gelächter bei den Sozialdemokraten), es ist ein tragisches Geichid, ämter ist; bätten der Kaiser und Kanzler persönlich über die Sache gesagt, blieben. Auch in monarchischen Kreisen hat sich die Ueberdaß ein solcher Herrscher so oft in Widerspruch treten muß mit den sprechen können, so hätten ein paar Worte genügt, die Sache zu Erweiterung der Rechte Anschauungen der großen Masse der Bevölkerung. Daß er aus allen verhindern, ebenso, wenn der Kanzler mit dem Auswärtigen Amit zeugung Bahn gebrochen, daß eine Die Reichsfinanzreform Vorkommnissen feines Lebens so wenig Lehre gezogen hat, hat seine hätte sprechen können. Wir alle sind über die Veröffentlichung des des Parlaments dringend notwendig ist. Aber über der Ursache darin, daß er nach dem Abgange des Fürsten Bismard nicht Gespräches des Kaisers erschrocken gewesen, aber allerdings nicht in freilich wollen wir davon nicht abhängig machen. Männer zur Seite hatte, die den Mut, den Willen und die Kraft gleichem Maße wie diejenigen, die der Politik fern stehen, für uns subjettiven Willensmeinung des Kaisers steht des Reiches und Volkes hatten, ihre verfassungsmäßige Aufgabe auch nach oben hin zu wahren. war sie nur ein neues Glied in einer alten Kette.( Sehr richtig! Wohl.( Lebhaftes Bravo bei den Antisemiten.) Graf Capribi war Soldat; das hat er selbst oft befannt, links.) Der Reichstanzler meinte, Ginzelheiten feien nicht Abg. Haußmann( südd. Vp.): Von den vielen schmerzlichen Erund daß er als solcher Einfluß auf den Kaiser nicht erlangen fonnte, richtig wiedergegeben. Dies oder jenes mag vielleicht in eignissen der letzten Zeit hat das Volk eines durch eine nationale ist flar, und von dem alten ehrwürdigen Fürsten Hohenlohe der Veröffentlichung scharfer pointiert sein, als bei der Unterhaltung. Tat überwunden, die Zerstörung des Luftschiffes in Echterdingen. wird einen solchen Einfluß wohl niemand erwartet haben. aber im großen und ganzen entspricht die Veröffentlichung den Damals hat man von Berlin vorgeschlagen, man folle ein SturaIch wünschte, der gestrige Tag wäre ein Wendepunkt im Tatsachen. zeigt sich hier, daß niemand bor torium einsetzen. Das Volt hat erklärt, für den Grafeu Zeppelin Leben des Saiser 3. Das wünscht die ganze Nation. Es freier Aussprache sich mehr hüten soll, als hochstehende Personen. brauchen wir das nicht, und hat diesen im Schlosse gewachsenen Ges wäre wünschenswert, wenn Fürst Bülow uns fagte, worauf er Es gibt eine Wenge Leute, die sich mit folchen Gesprächen gern groß danten zurückgewiesen. Der gestrige Tag wird ein Gedenktag für feine Ueberzeugung fügt, daß feiner seiner Nachfolger die Ver- tun.( Sehr richtig!)- Soll nun wirklich, was heute ist, fort die Nation bleiben. Denn was wir gehört haben, ist etwas Neues antwortung für impulsive Acußerungen des Kaisers übernimmt. dauern? Eine solche zwiespältige Politik ist für ein großes Reich gewesen, nämlich die Einmütigkeit, die bei den Rednern aller Parteien Vielleicht ist der Nachfolger ein General( Heiterkeit) und unmöglich. Es muß eine wirklich einheitliche Bolitif erzielt werden. hervorgetreten ist. Das ist etwas Neues und Großes und erlaubt hält sich für berpflichtet, die Befehle seines Herrn zu er- Wir alle hätten gewünscht, daß der Kaiser in diesen wichtigen Tagen uns zu hoffen, daß das Parlament nicht so ohnmächtig ist, wie man füllen. Die Erklärung des Fürsten Bülow gibt uns feine Gewähr, in Berlin wäre.( Sehr richtig! links.) Es ist jetzt eine Aussprache bisher geglaubt hat. daß folche Borkommnisse sich nicht wiederholen.( Hört! hört! bei den des Reichsfanglers mit dem deutschen Kaiser notwendig. Findet Die Szene wurde zum Tribunal. Der Neichstag machte sich Soz.) Es müßte dem Kaifer nahe gelegt werden, mehr diese Aussprache statt, so möge der Herr Reichskanzler diese zum Vertreter der großen Sorgen, die gegenwärtig durch die Nation Fühlung zu nehmen mit den besten Männern der Nation.( Zuruf Verhandlungen dem Kaiser vorlegen und ihm sagen, daß gehen. Die Stellung, in die der Reichstag gestern zum erstenmal ift Reichstag einig in der Forderung, daß gekommen ist, erweckt erfreuliche Hoffnungen, wenn er bei der Ein( Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Am meisten haben wir der Kaizer mehr Zurückhaltung übe.( Bravo! links.) Möge mütigkeit gegenüber großen Gefahren bleibt. Niemand hat die bedauert, daß der Kaifer in dem Moment, wo ganz Deutschland der Enkel in dieser Hinsicht den Spuren feines Großvaters Aeußerungen des Kaisers verteidigt. Der sozialdemokratische Redner für die Buren Partei nahm, feiner Großmutter Mittel an die Hand folgen, er wird sich damit den Dank des Vaterlandes verdienen. hat erfreulicherweise utopistische Vorschläge zur Abhilfe, die ihm vielgab zur Bekämpfung der Buren. Unsere Flotte hat nur eine( Bravo! links.) Wir bitten den Herrn Reichskanzler auf das aller- leicht nahe lagen, bei Seite gelassen. Die Herren vom Bundesrat fubfidiäre Bedeutung; die Hauptsache ist der Ausbau des Land- dringlichste, Seiner Majestät vorzustellen, daß es so nicht weiter sind gewiß froh darüber gewesen, daß es eine Instanz gibt, in Heeres.( Reichsfanzler Fürst Bülow betritt den acht.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wenn diese Berhand- der die Meinung des Bolkes so offen ausgesprochen werden Saal.) Daher braucht unsere& lotte durchaus nicht die lungen resultatlos verlaufen, müssen sie uns vor dem Auslande fann( Sehr gut! links), eine Auffaffung, wie sie in allen Kreisen des Größe der englischen zu erreichen. Nur muß ein ent- bloßstellen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ein ein Volles bis in die Offiziertafinos hinein vorhanden ist. sprechender Abstand gewahrt werden. Diesen Standpunkt mätiger Reichstag, getragen von den Gefühlen des Volkes, ist eine Es ist das Wort gesprochen: Schwarzieher dulde ich nicht, und derfollte England als berechtigt empfinden. Es gibt niemand, der einen Wacht, der fein Kanzler, fein Kaiser widerstehen kann. Ein parla- felbe Mann hat Schwarzseher zu Millionen geschaffen.( Sehr gut! Krieg mit England wünscht. Wer es doch tut, den müßte man auf seinen mentarisches System ist mit unserer Verfassung nicht vereinbar, aber lints.) Geisteszustand untersuchen lassen.( Lebh. Sehr richtig! wenn wir mit dem Kanzler nicht einig sind, müssen Was fonnte der Herr Reichskanzler gestern dagegen sagen. Er bei den Sozialdemokraten.) Solche Leute gibt es aber nicht, es die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Ein großes Bolt, hat to eh mütig gesprochen. Es ging bei gedämpfter Trommel Deutschland, tann nicht isoliert fein. Wir müßte denn sein in Ihren Reiben.( Lachen bei den wie wollen Klang." Wir erkennen die Schwierigkeit an, in welcher der beredte Sozialdemokraten.) Wohl aber gibt es in England eine nach außen ſtart ſein, dazu müssen wir auch im Innern start sein. Staatsmann, der formell die Staatsgeschäfte leitet, stand. Partei, die zum Kriege mit Deutschland het. Möge der Herr Reichskanzler für eine einheuliche Politik nach außen wir hörten viel, was nicht gefagt wurde.( Heiterfeit und ( Widerspruch.) Unter diesen Umständen halte ich es für und nach innen forgen.( Bravo! links.) Sehr gut! linfs.) Es machte den Anschein, als hätte Abg. v. Normann( f.): Ich habe folgende Erklärung für er auch die Interpellationen nicht gelesen.( Große Heiterfeit.) bedauerlich, daß man bon allerhöchster Stelle von anderen Zielen unierer Flotte gesprochen meine Freunde abzugeben: Die Antwort, welche wir gestern bon wir lechzen nach Gewißheit und der Herr Reichskanzler sagt:„ Ich har Je mehr fich China entwidelt, desto weniger wird dem Herrn Reichsfanaler gehört haben, erachten wir als der Gesamt- muß bezweifeln", daß die Darstellung des" Daily Telegraph" in es zu Konfliften mit Europa geneigt sein. In wirtschaft- fituation entsprechend. Wir glauben uns deshalb jetzt eines weiteren allen Einzelheiten richtig ist. Ist der Kaiser nicht gefragt worden licher Beziehung haben wir alles Interesse an der Entwickelung Eingehens auf den Sachverhalt enthalten und die Erwartung aus oder hat etwa auch der Kaiser das Interview nicht gelesen?( Große Chinas. Einzelne Mißverständnisse solten durch Schiedsgerichte sprechen zu dürfen, daß der Herr Reichskanzler seinen Worten auch Heiterfeit.) Die Nachricht mit dem Feldzugsplan soll nicht richtig geregelt werden. Ich bedauere, daß es noch nicht zum Ab- diejenige Ausführung geben wird, welche das Wohl unseres Bater- fein. Aber wie konnte dann der Kaiser sich dieses Planes als einer schluß von Schiedsgerichtsverträgen gekommen ist. Eine gelbe landes erfordert.( Bravo! rechts.) Tat rühmen.( Sehr richtig! links.) Der Reichskanzler sagte, die Farben Gefahr steht uns nur infoweit bevor, als uns bei der Abg. Zimmermann( Ant.): Den Wunsch, daß der gestrige Tag ein feien in dem Interview zu stark aufgetragen worden, aber er hat nicht industriellen Entwickelung Chinas und Japans angesichts der Be- Wendepunkt im Leben des Kaisers sein möge, teile ich, aber mir fehlt der gefagt, wer die Farben zu stark aufgetragen habe.( Sehr gut! links.) dürfnislosigkeit ihrer Arbeiter eine schwere Konkurrenz droht. Aber Glaube. Die Erklärung des Reichskanzlers befriedigt uns und das Von der Anregung Frankreichs und Rußlands ist allerdings im diefe wirtschaftlichen Probleme haben uns heute nicht zu beschäftigen. deutsche Bolt nicht. Die Ausführungen des Reichskanzlers waren September in der Deutschen Revue" die Rede gewesen. Aber es Von den Rednern der Linken ist gefordert, das Parlament folle rednerisch sehr geschickt, aber sie hatten feinen Jubalt, die ganze Rede hat in ihr nicht geftanden, daß diese vertraulichen Anregungen Einfluß auf die Besetzung der Ministerposten und der Stelle des war nur Schale ohne Kern. War die Rede überhaupt für den damals sofort nach England mitgeteilt worden sind. Es flang wie Reichsfanzlers erhalten. Wir weisen das zurück; ein parlamentarisches Reichstag bestimmt oder nach Donaueschingen gerichtet? ein ufieufzen, als der Herr Reichstanzler sagte, die sicherste Regime fteht im Widerspruch mit dem nationalen Empfinden des Der Reichskanzler iagt, der sogenannte Kriegsplan babe nur aus Boliti! wäre wohl die, die keine Indiskretionen zu fürchten hat. deutschen Volkes. Wohl aber verlangen wir Garantien für die Ver- akademischen Gedanken bestanden. Aber der Kaiser hat sich derselben Es wäre uns angenehmer gewefen, wenn er dies von der Kleines feuilleton. mir drei Jahre später war er Bürgermeister von Montmartre. Aber in dem Gepolter des jungen Clemenceau gegen die Wlonaichen zeigt fich schon die ganze Berständnislosigkeit, die er für die soziale Bes dingtheit geschichtlicher Formen und Bewegungen immer bewiesen hat. Er hat sich nur insoweit entwickelt, als er sich heute eine Ehre daraus macht, mit Monarchen zu speisen, anstatt sie selbst zu berspeisen. -O " Lichtsteuer. Der Bundesrat machte wieder einmal halbe Arbeit, indem er Gas und Elektrizität versteuert und so und so viele andere Lichtquellen frei läßt. Petroleum ist allerdings auch besteuert, Eine Epistel Clemenceaus in tyrannos. Der Parifer„ Rapper", aber wie steht es mit Del, mit Kerzen, mit Streichhölzern, mit XUnd wenn man alle diese fünft das Organ der um Combes geicharten raditalen Opposition, das Strahlen, mit Radium- Strahlen? mit ausgesuchter Bosheit einen großen Teil feiner täglichen Bolemit lichen Lichtquellen bersteuert, warum nicht die natürlichen Strahlen des Tageslichtes? Ein Bedenfen gegen eine Tageslichtsteuer wäre gegen das Ministerium Clemenceau dem literarischen Lebenswerk des jezigen Ministerpräsidenten entleiht, beröffentlicht einen Brief, den allerdings vorhanden; eine Steuer würde sich vielleicht weniger Die neue Kometenhoffnung. Das Jahr 1908 ist ein Jubiläums- empfehlen als ein Monopol Clemenceau 1867, furz nach der Erschießung des Kaisers Warimilian jahr für die Kometengeschichte, denn vor 50 Jahren wurde den monopolisiert, braucht er niemand abzufinden; die Sonne verlangt Wenn der Staat das Sonnenlicht von Meriko, an eine Dame gerichtet hat. Es heißt darin:" Zum Augen der Erdbewohner das herrliche Schauspiel des berühmten feine Entschädigung. Teufel, wie kommen Sie dazu, die Maximiliane und die Charlotten Donatischen Kometen beschert. Dieser Komet gehörte zu den schönsten Staat jedem fäumigen Steuerzahier einfach die Tageslicht. Und wie wirksam würde es sein, wenn der zu bellagen? Mein Gott, ich weiß ja, dieje Leute find immer Naturerscheinungen dieser Art, die während der lezten Jahrhunderte leitung absperren fönnte? reizend. Das steht nun einmal von altersher fest. Sie haben das für die Erde eingetreten sind. Er wurde zuerst am 2. Juni als ( Jugend") Rezept zu allen Zugenden und das Geheimnis jeder Grazie. eine ganz schwache Nebelmasse von Donati in Florenz entdeckt, Lächeln sie, ist es entzückend. Weinen sie, ist es rührend. Nun gut, entwidelte dann während des Monats August einen Schweif, der ich will Ihnen eins fagen: alle diese Kaiser, Könige und Fürsten sind aber Ende August für das bloße Auge noch kaum sichtbar war. groß, edel und erhaben, ihre Damen sind alles, was Sie wollen. Aber Die Entwickelung an Schweif und Kern nahm aber immer weiter zu ich hasse sie mit einem hoffe, der feinen Bardon fennt, so wie man und erreichte ihren Höhepunkt in der ersten Hälfte des Oktober. fotie die Einsender von Manuskripten und Anfragen bitten wir, Unsere Mitarbeiter und Korrefponbenten im Jahre 93 haßte, damals, als man den Schwachkopf Ludwig XVI. Der Schweif erstreckte sich damals fast über 60 Grade der die in der Erledigung ihrer Angelegenheiten eingetretene Verzögerung einen fluchwürdigen Tyrannen nannte. Zwischen uns und diesen Leuten Himmelstugel und hatte eine eigenartige Federform, während noch zu entschuldigen, da der leitende Feuilleton- Redakteur längere Zeit gibt es einen Kampf auf Leben und Tod. Sie haben in Qualen ein zweiter fleinerer Schweif bon gradliniger Gestalt zu erkennen jeder Art Millionen von uns getötet und ich möchte nicht wetten, war Es wäre nun eine eigene Fügung, wenn jest gerade nach ob wir von ihnen schon zwei Dutzend getötet haben. Es ist ja 50 Jahren die Welt ein ähnliches Schauspiel erleben sollte. - Theaterchronit. Grillparzers Lustspiel Web' Es wahr, daß die Klasse der Ausbeuter der menschlichen Dummheit groß hat aber fast den Anschein, als ob der von Morehouse entdeckte dem, der lügt", wird in diesem Jahre in den beiden Schiller. ist, aber sie stehen an ihrer Spize und als solche muß man sie aufs Stomet, der vorläufig die Bezeichnung 1908 o erhalten hat, gleich- heatern für die Böglinge der Gemeindeschulen der Stadt Korn nehmen. Ich habe kein Mitleid für diese Leute: den Wolf falls eine folche Entwickelung nehmen könnte. Nach den in Bordeaux Berlin zum erstenmal gespielt werden. beflagen, heißt ein Verbrechen gegen die Lämmer begehen. Jener gemachten Beobachtungen, die der Pariser Akademie mitgeteilt Neue Dramen. Leonid Andrejews Spiel Das ( Maximilian) wollte ein wahres Verbrechen begehen, diejenigen, die er worden sind, war zwischen dem 17. und 18. Ditober Leben des Menschen" erlebt seine deutsche Uraufführung am 23. im töten wollte, haben ihn getötet. Ich bin davon entzückt. Seine der Komet nur eine schwache Nebelmasse ohne Kern, aber mit Düsseldorfer Schauspielhaus. Voraussichtlich gelangt das Stück Frau ist wahnsinnig: nichts ist gerechter. Es ist der Ehrgeiz dieser einem deutlichen, zwei Grad langen Schweif; diefer bar aber nur aufang nächsten Jahres auch in Berlin im Hebbel- Theater Frau, der diesen Schwachtopf vorwärtsgetrieben hat.... Oder nein, in einer Nacht dieser Woche fichtbar. In Amerifa ist nach einer zur Aufführung. werden könnte. Humor und Satire. erfranft war. Notizen. " Neben den vielen ich bedauere, daß sie wahnsinnig ist und nicht begreifen kann, daß ihr Meldung von„ English Mechanic" der Himmelstörper am 29. Oftober- Der Berliner Opernsegen. Gotte durch ihre Schuld tot ist, und daß es ein Voll ist, das sich gerächt bereits mit bloßem Ange gesehen worden. Er war, wenn auch noch Opernplänen, die in Berlin dann und wann auftauchen, ist schon hat. llebrigens wälzen Sie die Verantwortung auf niemand anderen ab.... sehr schwach, als ein langer dünner Lichtstreifen deutlich erkennbar, wieder von einem neuen die Rede. Nach der„ Modistin" soll die Sie sehen, ich bin graufam. Aber was schlimmer ist: ich bin un- und der Schweif wurde bereits auf mehr als 5 Grade gefchäßt. neueste Oper, die sich auch der Unterstüßung Wilhelms II. erfreuen nachgiebig und werde mich niemals ändern.... Warum Um diese Zeit stand er in dem Sternbild der Leier. Die größte foll( wir verdenfen es ihm nicht, daß ihm seine eigene Oper nicht machen Sie Unterschiede zwischen diesen Leuten? Glauben Sie mir, Sonnennähe hat der Stomet noch nicht erreicht; er wird daher an gefällt), Unter den Linden errichtet werden und 15 Wiillionen bereits einer ist so viel wert wie der andere. Gäbe es wirklich eine Hölle Glanz noch zunehmen, und es wird auch von Aſtronomen als nicht gesichert sein. und es gäbe dort nicht einen befonderen Kessel für sie, würde der unmöglich bezeichnet, daß er noch zu einem Ereignis ersten Ranges liebe Gott in meiner Achtung finfen, Es gibt wohl feinen Atheisten, Der von Preisen berfolgte. Dichter. Ernst der so wie ich das Fehlen einer Vorsehung bedauert. Ich verließe Hardt, der für fein Drama„ Zantris der Narra den Bollsmich dann ganz auf ihre Gerechtigkeit und fönnte mir so ersparen Schillerpreis erhielt, ist jetzt auch noch mit dem staatlichen Schiller zu haffen. Aber es ist schmerzlich), daran zu denken, daß alle diese- Fein ausgedrückt. Maimun Ranalgeruch aus Tarnowo preis bedacht worden. Außerdem erhielt Karl Schönherr in Glenden denselben Schlaf wie die Guten schlafen." wird von einem Bekannten gefragt, wie fein letzter Konfurs aus Wien den Staats- Schillerpreis für feine Komödie Erde". Aus Der Rappel" fragt höhnisch, ob die Zermonienmeister die gegangen sei. nahmsweise scheint ja die staatliche Aichkommission, nicht daneben nötige Vorsicht üben, wenn der Mann, der sich nie ändern" Hm," fagt Maimun, wie soll er sein ausgegangen? Eines gegriffen zu haben und auch nicht von höheren Eingriffen gestört wollte, mit Eduard VII. oder dem Schwedenkönig speist. Aber im Tages hab'u mich eingeladen meine Gläubiger, ich soll geben Auf- worden zu sein. Grunde tut das oppofitionelle Blatt dem Verspotteten unrecht. flärungen über meine Bücher. Bin ich gekommen in a großes Was ein Raphael toftet. Durch die Gesellschaft Nicht etwa, daß man die Aeußerungen des Clemenceau von damals schönes Haus nach Lemberg, hat mich e Herr in e schönen grünen für Kunst und Literatur" wurde in Berlin ein fleines Raphaelisches, nicht ernst nehmen und dem gereiften Mann anrechnen dürfte. Der Beamtenuniform empfangen, hat mich aufgefordert zum Sigen, und aus römischem Besiz, stammendes Gemälde, das Maria mit dem Schreiber des Briefes war nicht mehr im Sturm nnd Drang der darauf bin ich gefeffen und bin gefeffen und bin geseffen und hab' Kinde darstellt, versteigert. Es tam auf 255 000 9. Jm allGymnaſtaſtenjahre, wo man fich Brutus, Schinderhannes und Star! sechs Monat' Auftlärungen gegeben über meine gemeinen find die Raphaels heute nicht mehr hoch so bewertet und Moor zum Mufter vornimmt, sondern Doftor der Medizin, und süger." audem gibt es eine Reihe zweifelhafte. 9 tommt, ein Spiel mit dem Frieden, wie Sprengpulver wirkt. " " deutschen Boltti hätte behaupten fönnen.( Sehr gut links.) I persönlich hat fie, fo angefehen, ästhetisches Vergnügen gemacht. I deputation, worin der Raiser erklärte zu Sozialdemokraten- daß Die Aeußerungen über die Stimmung Deutschlands zu Aber weiter war sie nichts. Am auffallendsten war das, was jeder Sozialdemokrat für ihn ein Reichs- und Vaterlandsfeind sei. England follen auf einem großen Mißverständnis beruhen. gar nicht berührt wurde, fie enthält kein Wort über die Vor- Er würde auf die Arbeiter schießen lassen, wenn sie sich sozialAls ob nicht jeder das Auch meine Freunde schließen sich den Erklärungen der anderen gänge in Casablanca. Tagelang hat man es verstanden, die öffent- demokratischen Bestrebungen hingeben. bon dem wichtigsten abzu Recht hätte, auch Sozialdemokrat zu fein. Parteien über unser Verhältnis zu England vollständig an, ja wir liche Meinung aufzuregen und So ist es stets. erklären darüber hinaus, daß das englische Bolt Einrichtungen be- lenfen. Man hat fogar gemeint, wir sollten uns wir sollten uns wegen Mit Bedrohungen und Beschimpfungen bei jeder Gelegenheit: Rotte Es gibt Blätter, von Menschen, nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen",„ vaterfist, um die wir es gerade jetzt am meisten beneiden.( Sehr gut! diefer Bagatelle mit Frankreich überwerfen. lints.) Auch die Aeußerungen über Japan follen falsch verstanden die von einem Kriege geredet haben und sagten, man habe auch an landslose Gesellen" und so fort. Ich bin überzeugt, der Kaiser Sollten sich vielleicht auch die ernsten Töne des wundert sich und ärgert sich über die Undankbarbeit dieser Wir entfinnen uns eines Telegramms des Admirals des Krieg gedacht. fein. Atlantischen Ozeans an den Admiral des Stillen Ozeans. Nach diesen Reichskanzlers, der von großen Gefahren sprach, auch auf Casablanca| Leute, die seinen guten Willen nicht anerkennen wollen.( Heiterkeit Aeußerungen scheint es aber, als wolle der Admiral des Atlantischen beziehen? Na, die Sache ist ja so beigelegt, wie es einzig und allein bei den Sozialdemokraten.) Dazu kommt sein rednerisches TemOzeans auch Admiral des Stillen Ozeans werden.( Große Heiterkeit.) würdig ist. Ich hatte mir schon vorgenommen, dem Reichsfangler perament.( Heiterfeit.) Gestern hat uns der Kanzler erklärt, die Der Kanzler sagte, dem Kaiser geschehe schweres Unrecht, wenn man einen mir bekannten alten Amisrichter zu empfehlen, der eine außer Ausdrüde in dem Interview feien zu start aufgetragen. In deran der Lauterfeit seiner Befinnung und Vaterlandsliebe zweifele. ordentliche Routine darin besißt, wenn die Schulzen und die Müllern selben Minute überreichte der Kaiser am Bodensee dem Grafen nannte ihn den Wir tun das nicht, aber die Mittel, mit welcher er seine Vaterlands- sich in die Haare geraten sind, weil ihre Kinder sich beim Spielen Beppelin den Schwarzen Adlerorden und Ich freue mich, größten Deutschen des 20. Jahrhunderts". Bei aller liebe zum Ausdruck bringt, find so bedenklich, daß wir sie nicht mehr gegantt haben, eine Vergleichsformel zu finden. angewendet fehen möchten. Ein Mehrer der Sympathien für daß das Auswärtige Amt seinen Kredit wiederhergestellt hat, indem Berehrung für den genialen, mutigen und dabei böchst bescheidenen Deutschland ist der Kaiser nicht gewesen. Der Reichetangler hat hier es die Vergleichsformel auch ohne den alten Amtsrichter fand. Grafen( Sehr gut!) ist das nicht etwas start aufgetragen? ( Sehr gut und Heiterfeit.) Ist das der Anfang einer mehr einmal gefagt, der deutsche Kaiser foll fein Schattenkönig fein; er( Heiterfeit.) Es war aber hätte hinzufügen müssen: er soll auch kein Sonnenfönig sein.( Sehr temperierten Redeweife?( Große Heiterfeit.) Wir brauchen ernste richtig links.) Der Reichetangler fagte gestern: daß der Staijer in bas parlamentarisch gar nicht richtig charakterisiert werden kann. gestern einige der Waßnahmen erörtert, bie zur Vorbeugung nötig tonstitutionelle Garantien.( Sehr wahr!) Der Abg. Singer bat ich in diesen schweren Tagen gewonnen. Diese Ueberzeugung be-( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Was der Reichskanzler ale find. Darauf hat der Abg. v. Heydebrand erwidert, er sehe nicht Grund der Frrungen im Auswärtigen Amt angegeben hat, will ich als ein, warum Singer nicht gleich die Abschaffung der Monarchie geruht auf einer Vermutung über einen psychologischen Prozeß, der richtig annehmen. Ich hatte nicht Luft, nachzugraben, wie es früher fordert hätte. Ganz einfach deshalb, weil es fich dabei nicht um ihn schon oft getäuscht hat. Hier wollten wir etwas über Tatsachen war. Was wir beim Tausch Prozeß erfahren haben, zeigt ein eine prinzipielle Erörterung, sondern nur um Maßhören, etwas darüber, daß der Reichskanzler mit dem Kaiser gefo unentwirrbares Net von Intrigen und Unwahrhaftigkeiten, nahmen für den gegenwärtigen Augenblick auf dem sprochen und hier erklären konnte: der Kaiser und ich, wir sind einig. daß es unmöglich ist, dort einzudringen. Wer fann wissen, ob das Boden der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung handelt. ( Lebhafter Beifall linte.) Der Reichsfangler bat bon fchweren Tagen Manuskript überhaupt in das Auswärtige Amt gekommen ist. Wer Alles, was der Abg. Singer gefordert hat, ist teine sozialdemokratische lints.) Es wäre richtig Bedenken gegen das gesprochen. Waren es auch schwere Tage für den Kaiser?( Lebh. Bravo! tann wissen, ob der Reichskanzler der erste nicht hat sein wollen, der alles, was der Abg. Singer gefordert hat, ist keine sozialdemokratische Wer kann wissen, ob nicht Zukunftsmusit, sondern durchaus vereinbar mit der gegenwärtigen geschäfte zu sein und den leitenden Staatsmann zu Erklärungen zu ein Beamter im Auswärtigen Amt Bedenken gegen das Manuskript Staatsordnung und in einer ganzen Reihe von Staaten schon durchermächtigen, die die deutsche Nation beruhigt hätten.( Lebhafte Buein Minifterverantwortlichkeitsgesetz stimmung links.) Der Kaiser soll in Defterreich gesagt haben, er gefunden hat, aber doch das Verhängnis hat seinen Gang gehen lassen. geführt. Singer hat zunächst hoffe, daß es gelingen werde, die parlamentarischen Schwierigkeiten gibt hierbei wichtigere Dinge zu betrachten. Wenn alles wahr ift, was uns über die Veröffentlichung mitgeteilt ist, fo gefordert. Schon im Jahre 1900, als der Kaiser die Chinarede ge zu überwinden.( Lebhaftes hört! hört! links.) Das Parlament hat bleibt unter allen Umständen ein erhebliches Berschulden des halten hatte, haben wir dem Hause einen ausgearbeiteten Gefeßentwurf niemals Schwierigkeiten gemacht in auswärtigen Angelegenheiten. Reichskanzlers. Er wußte erstens, daß das Manuskript in über die Ministerverantwortlichkeit vorgelegt. Der Schwerpunkt des Buruf bei den Sozialdemokraten: Leider!) Es hat eine so große Zurückhaltung ausgeübt, daß es wie eine große Berfäumnis es aus dem faiserlichen Hoflager tam, alio teine Kleinigkeit war; fabren der Ministeranklage und der Bildung des Staatsgerichtshofes, so große Zurückhaltung ausgeübt, daß es wie eine große Berfäumnis einer engiiichen Zeitung ericheinen follte; er wußte zweitens, daß Entwurfes lag nicht sowohl in dem genau durchgearbeiteten Verheute ausgesprochen werden fann.( Sehr gut! links.) Aber und er wußte drittens, daß der Kaiser die Veröffentlichung wünschte. als darin, daß die Verantwortung des Kanglers überhaupt zweifelsfrei gerade deswegen find die entstandenen Schwierigkeiten ohne Schuld wenn er trotz alledem nicht vorsichtig war, so trifft ihn, was wir festgestellt wurde. Wir haben bisher nur den Artikel 17 der Verfassung: des Reichstages entstanden, die Verantwortung trifft ausschließlich Juristen bezeichnen als culpa lata dolo proxima( ein Verschulden, Anordnungen und Verfügungen des Kaisers bedürfen zu ihrer Gültigkeit die anderen gesetzgebenden Faktoren.( Sehr richtig! links.)- Der das an Vorsatz grenzt). Er wußte doch, daß alles, was von dorther der Gegenzeichnung des Kanalers, welcher hierdurch die Verantwortung Herr Reichstanzler sagte: Weder er noch ein Stanzler nach ihm übernimmt." Es handelt sich also hierbei nur um schriftliche Akte, werde die Verantwortung übernehmen, wenn die erwartete Zurückwährend unfer Entwurf forderte: Der Reichskanzler ist für seine haltung des Kaisers ausbliebe. Das war ein bedeutungsvoller Say Was mun den Inhalt des Interviews betrifft, so hat der Kanzler Amtsführung dem Reichstage verantwortlich." Diese Berantwortung und er wäre noch bedeutungsvoller, wenn er nicht schon einmal gesprochen worden wäre.( Sehr gut links und Heiterfeit.) Das in der Form eines Dementis alles wesentliche zugestanden. Was erftredt fidh auf alle politischen Handlungen und Unterlassungen ,, nationale" Schlimme bei der Sache ist, daß der schlimme Bufall im Auswärtigen beißt es denn, wenn er fagt, die Ausdrücke über die Feind des Kaisers." Also nicht nur auf fontrafignierte afte, sondern auf Amte, der für uns von nebenfächlicher Bedeutung ist, nicht eine schaft der Mehrheit des deutschen Volkes gegen England wären zu alle Handlungen. Aber damals höhnte der ganze Singularität, sondern einen latenten, einen chronischen Bustand start gewesen. Wer hat denn den Ausdrud zu stark gewählt? Reichstag über unsere verrückte Idee, stellte uns so als„ Märzhafen" offenbart hat.( Sehr wahr! links.) Auf die Fragen der Inter- heute steht im Daily Telegraph", daß das Manuskript genau so als eine Art Blödsinnige hin.( Heiterkeit.) Als wieder im Jahre 1905 pellationen: Db der Kanzler in der Lage sei, für die Zukunft ähn abgedruckt ist, wie es im faiserlichen Hoflager gewesen und dort ge- Kaiferreden die Deffentlichkeit aufregten, brachten wir wenigstens liche Borkommuiffe zu verhindern, hat der Reichskanzler wie gefagt nehmigt ist, ja, daß dort die Veröffentlichung gewünscht wurde. Das eine Resolution ein, die eine wirkfame Verantwortung des bald von nicht geantwortet. Ich wiederhole diese Frage und frage weiter, hat der Kanzler gestern auch gar nicht bestritten. Wir müssen also Reichskanzlers forderte. Ich habe damals dargelegt, daß die bald von da, welche Frage überhaupt der Kaiser bei der Uebersendung des damit rechnen, daß das, was veröffentlicht ist, auch so veröffentlicht Verhältnisse der deutschen Politit dieses Regieren bald vom Schiff und bald vom Eisenhabe Manuskripts gestellt hat. Sollten nur die Tatsachen nach ist, wie es der Kaiser gewollt hat. Aus den Aeußerungen des hier, nicht zuließen. Ich die geprüft werden und wurde damit der Veröffentlichung des Sanglers geht auch hervor, daß der Kaiser den Engländern gegen bahnwagen( Buruf: Luftschiff!) Neigung des Kaisers zu privaten Acußerungen Interviews präjudiziert? Gine Politit, die in das goldene über nichts von einem Feldzugsplan gesprochen hat. Ob der Aus- auf Buch zu München geichrieben bat: Suprema lex, regis brud vom Kaiser gebraucht ist, ist wirklich gleichgültig, ob es nun hingewiesen, die nebenbei eine eminente politiiche Tragweite hätten. Bu Bleichwohl hat es fein einziger in diesem Hause außer uns voluntas!( Das oberste Gefeß ist der Wille des Königs!), ist ein detaillierter Plan oder nur Aphorismen gewesen sind. nicht geeignet, felbständige Staatsmänner heranzuziehen, wie es für unserem Glück hat ja Lord Roberts den Feldzugsplan nicht benust. für angemessen gehalten, auch nur ein Wort zu diefem Antrag ein Bolt bon 60 Millionen notwendig ist. Die Hauptfrage ist, ob Möge sich das immer für unser deutsches Bolt ereignen, daß wir zu sagen und unsere Resolution haben Sie niedergeftimmt. ( Sehr( Lebhaftes Hört! hört! bei den Soziald.) Jch konstatiere, daß heute die staatsrechtliche Verantwortlichkeit des Reichstanzlers nicht zur fo viel Glück mit derartigen Feldzugsplänen haben. reinen Fiftion geworden ist. Zur Frage der Verschuldung muß ich gut und Seiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Der Generalstab, von allen Seiten Einverständnis mit dem erklärt worden ist, was wir noch fagen, schuld hat auch die byzantinische Presse und das Bolt, heißt es in der Erklärung des Fürsten Bülow, habe einen Feldzugs- damals gefordert haben. Nun hat der Reichskanzler allerdings welches diese Presse lieft.( Lebhafte Bustimmung links.) Ueber die plan nicht geprüft. Fürst Bülow sagt aber nicht, ob nicht etwa erflärt, er übernehme die Verantwortung für alle Kund englische Bresse will ich nicht sprechen, nur von dem einen, dem einer oder mehrere Offiziere des Generalstabes eine solche Arbeit gebungen des Kaifers. Aber damit ist dem Volfe und dem Freunde, der das Interview mit den schmeichlerischen Worten ein- geleistet haben, wie es feinerzeit in der Presse behauptet worden ist Reiche nicht gedient. Nicht darauf tommt es an, ob ein Minister so gefandt hat, es würde Sympathien für den Staiser erweden. Diese und wie sehr gut unterrichtete Leute wissen, daß es geschehen ist. gütig ist, freiwillig diefe unangenehme Verantwortung zu übernehmen, Treuherzigkeit gleicht Treuherzigkeit in( ört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Mitteilungen des sondern darauf, daß er durch Gesetz dazu gezwungen ist. Es fönnte Fuchies ja auch einmal ein Kanzler tommen, der uns fagt was geht das der Fabel vom Fuchs und den Raben, too der Fuchs Kanglers über die Intervention zugunsten der Buren mich an? Mich geht das gar nichts an!( Seiterfeit.) Wir milfien eine den Raben mit schmeichlerischen Worten über fein schönes Singen veranlaßt, fein Singorgan aufzumachen.( Große und die Mitteilungen nach England find ebenfalls mehr als ge- gefegliche Festlegung schon deshalb haben, um für die Distuffionen gebes Seiterfeit.) Die Berantwortlichkeit des Reichsfanglers fann ohne wunden. Herr Haußmann hat schon darauf hingewiefen. Ich habe des Reichstages eine Basis zu gewinnen Früber hai bekanntlich Graf Ballestrem als Präsident den Grundfaz aufgestellt, man dürfe über Berfassungsänderung eine stärkere werden. Der Bundesratsausschuß wirklich das Gefühl, als ob, wenn man hier noch weiter fraat, Reben des Kaisers nur sprechen, wenn der„ Reichsanzeiger" fie abdruckte. darf nicht eine bloß schlafende Behörde sein, sondern muß regelmäßig Dinge heraustommen, die im Interesse des Deutschen Reiches besser Das hatte nur zur Folge, daß der„ Reichsanzeiger" Kaiferreden überzusammentreten. Ohne Verfassungsänderung fönnen wir zur ton verschwiegen ( Sehr gut! links.) Aber auf eines ftitutionellen Regierungsweise übergehen. Der Staatsmann, der für möchte ich hinweisen: ber Kanzler hat von dem Artikel haupt nicht mehr brachte.( beiterfeit.) Zu unserer Freude ist man jezt von dieser alten Gepflogenheit abgewichen; aber der Reichstag müßte bie Regierungsgeschäfte die Verantwortlichkeit im Parlament bat, ber Deutichen Revue" Dieser Artifel gefprochen. weiter gehen und fordern, daß ihm alle Reden und Schriftftüde muß eben auch die Staatsgeschäfte selbst führen; die Verantwort gleicht in feiner Tendenz und feinem Juhalt dem Artikel im Daily des Kaisers, die dieser an andere schickt, in authentischer Form als lichkeit des Reichsfanglers ist ja nur eine Fiftion, wenn er die Telegraph" auffallend. Auch er spricht abschäzend Weißbücher vorgelgt werden.( Sehr gut! linfs.) Dann erst hätten Geschäfte nicht selbst führt. Wenn er fich auf eine Mehrheit im liber die Haltung des deutschen Volkes gegen England und nimmt wir die Basis für eine fruchtbare Debatte. Der Brauch, den Kaiser Parlament stügt, wird auch seine Stellung außerordentlich gestärkt. auch Bezug auf persönliche Korrespondenzen des Kaisers an seine Ift er nur der Mandatar eines Einzelnen, so hat er deffen Aufträge Großmutter in diefen traurigen Zeiten englischer Niederlagen. Und nicht in die Erörterung zu ziehen, ist nur da baltbar, wo der Fürst auszuführen. Stann er aber fagen, gewisse Maßnahmen nehme ich dieser Artikel stammt aus dem Auswärtigen Amt.( Lebhaftes hört! wirklich nur herrscht, aber nicht regiert, wo er nichts ist als nicht vor, weil ich feine Mehrheit im Barlament hört! links.) hat nun der Herr Reichskanzler von diesem Artikel Repräsentant der Nation, sich aber in die Politik selbst nicht hineinBei uns ist es einfach unmöglich, den Kaiser aus der dafür babe, fo ift ihm das Rüdgrat außer auch nichts gewußt, hat er nach dem Erscheinen des Artikels nicht Distussion herauszulassen. Aus diefer Lage herauskommen können ordentlich gestärft.( Lebhaftes Sehr richtig! linfe.) wenigstens von dieser gefährlichen Art, um die Sympathien Englands Man sagt nun, wir haben keine Mehrheitsparteien. Das ist eine werben zu wollen, gewarnt, hat er womöglich gar diesen Artifel in der wir nur, wenn wir zu wahrhaft tonftitutionellen Zuständen gelangen. petitio principii. Wir sind jedenfalls im Uebergang zu diesem Deutschen Revne" veranlaßt und gebilligt? Was ich am meisten in Dazu gehört an erster Stelle, daß ein Kanzler, der das Bertrauen Prinzip. Es wäre ein großer Gewinn, wenn die neuesten Erlebniffe der Erflärung des Kanglers vermiffe, ist jede Ankündigung einer des Hauses verletzt hat, von seinem Blake weichen, gestürzt werden muß.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Der Abgeordnete zur Schaffung einer solchen Mehrheit führten. Bis vor wenigen Sicherheit gegen eine Wiederholung dieser Borkommnisse. Tagen waren dies, was ich vortrage, akademische Aphorismen( Sehr Rangler hat die hoffnung ausgesprochen, daß der Staiser fich b. Genbebrand bat gestern gefagt, daß der Reichetangler fo große Berdienste habe, daß sie nicht mit einem Striche weggelöscht auch in feinen Brivatgesprächen auferlegen gut lints), heute fühlt es das ganze Boit. Auch die Konservativen Zurüdhaltung werden können. Wenn der Reichsfanzler wirklich so große ihn Ja, wenn nun die Hoffnung täuscht, werden fich fagen müssen: die Zustände wären nicht eingetreten, wenn werde. wir die tonftitutionelle Verfassung in Deutichland hätten.( Sehr dann? Wir tönnen uns doch damit nicht beruhigen, und ich erdienste um das ganze Boll hätte, wie er sie in Bahr gut! links.) Gerade wenn ein Monarch begabt und voll Initiative meine, auch der Kangler fann es nach seinen Erfahrungen nicht. beit nur um die agrarier bat, auch dann müßte er nach meiner Meinung jett vom Schauplat verschwinden. Selbst wenn wir ift, tbenn er noch dazu auf hinreißend( Sehr richtig! links.) Ich folge der Aufforderung des Reichsfanzlers, wüßten, daß wahrscheinlich ein biel Sledterer und Un wirkt, wird die Gefahr um so größer, weil er dann dadurch verführt die Sache einmal von der psychologischen Seite anzusehen. Er fagt. fähigerer an feine Stelle fommt, müßten wir doch seinen Rückwird, immer mehr aus sich herauszutreten. Das führt zur Ver- der Kaiser meine es gut. Ach Du lieber Gott, daran hat hier im tritt fordern, nicht um feiner felbst willen, fondern weil dem Kaiser trauensseligkeit, die wieder ein Moment zur Steigerung des Selbstaufe und außer dem Hause nie ein Mensch gezweifelt. Aber die gezeigt werden muß, daß sich lein Rangler halten kann, ber nicht vertrauens wird. Dazu tommt, daß nach dem Sofzeremoniel tein Hauptsache ist, ob der Kaiser sich 8 wang feinen persönlichen Neigungen energisch entgegentritt. Wenn erst drei und da fage ich, das kann anderer als der Monarch die Richtung des Gesprächs bestimmen erlegen fann, er nicht, oder vier Kanzler auf diese Weise verschwunden sein werden, dann fann eben nicht anders handeln, als er ift.( Sehr darf. alb ist auch der tonferbatibe Redner schon er aum tonftitutionellen Brinzip übergegangen. gut! links.) Gewiß bat er den guten Willen, aber mit dem guten wird der Kaiser aufhören.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Notwendige Borbedingung dazu ist die wenn er erflärte: wir halten uns allein an den Reichetangler. Billen ist es nicht gemacht, und er glaubt, daß es mit dem guten Dann müssen Sie auch den weiteren Schritt tun, dem Reichskanzler, Willen gemacht sei. Wenn er feinen Erfolg sieht, bei seinen sehr der die Verantwortung haben foll, auch allein die Führung der wohl gemeinten und von uns dem Ziele nach gebilligten Bes Geschäfte zu überlassen. Es hängt viel von Ihnen( nach rechts) strebungen, England freundlich zu machen, fo bellagt er sich, die ab. Sie können nach dem, was borgefallen ist, das perfönliche anderen wären daran schuld. Er sagt, die Engländer verstünden ihn Regiment nicht wollen. Sie werden erivägen müssen, ob nicht wirk nicht und fühlt sich fame Gegengewichte geschaffen werden müffen und ob nicht die werden und wo der der des die Menschen er zeigt, daß berjagt " bleiben. ganz als verkannte Unschuld. Der was auf. mischt. Abänderung der Geschäftsordnung. Wenn die heutige Debatte mit einer Refolution endete, aweifle ich doch stark, ob die Mehrheit es wagen würde, dem Reichskanzler ihr Vertrauen auszusprechen. Nur die Unmögliteit, die heutige Debatte burch Annahme einer Tagesordnung zuichließen, ist die Rettung aller Minister, die nur einen Schein natürlichsten Gegengewichte die sind, die in dem fonftitutionellen Er erzählt den Engländern, was er alles Gute für England getan von Berantwortlichkeit, teine wirkliche Berantwortlichkeit vor dem Regierungswesen liegen. Den größten Nugen davon würde die Monarchie haben; das follte für Sie ausichlaggebend sein. Wenn bat, bergißt dabei aber abfolut, wie er durch das Telegramm Hause übernehmen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) an Ohm Krüger die englische öffentliche Meinung auch gereizt hat. Der Abg. Singer hat ferner die es zu einer Einigung nicht kommt, wenn dieser Reichstag uns nicht Er vergißt vollständig, daß es ein Lieblingswunsch gerade des friedzu den Grundfäßen der konftitutionellen Regierungsweise führt, dann liebend geionnenen Teils des englischen Voltes ist, eine internatio Entscheidung über Krieg und Frieden durch den Reichstag wird der nächste Wahlkampf unter dieser Barole vom deutschen Volke nale Beschränkung der Rüstungen zu erreichen, und daß er es ist, der berlangt. Der Reichskanzler hat gestern gebeten, feine Schwäche geführt dieser Wahlkampf beginnt mit dem vor dem Auslande zu zeigen; auch ich glaube, obwohl diese Affäre diesen Wünsch durchkreuzt hat.( Sehr gut! links.) Und dann wundert die Isolierung Deutschlands vollenden wird, nicht, daß sie jetzt oder Augenblick, Reichstag Das Interesse, das in der Erfüllung dieser Aufgabe.( Lebhafte Bustimmung lints.) er sich immer noch, daß die Engländer nicht vor Begeisterung in näherer Zukunft zum Kriege führen wird. hochgehen, wie der fagt. nennt fie ist Gott sei Dank nicht berstehen wollen. Ich habe die sichere Erwartung, an den Kaiser nahegelegt, die nur möglich ist, wenn wir einig sind. Aber in diefen Lagen ist es wahr bei den Sozialdemokraten.) und daß dies der Fall ist, hat die Debatte gezeigt. Wir können Ihre daß der Kaiser über uns hier, über den Reichstag, über die mächtiger, als die Wünsche der Chauvinisten und Kriegsheher.( Sehr ernsten Beschwerden, die gestern hier von allen Seiten laut ( nach rechts) Formulierung annehmen( 23iderspruch bei den Sozialdemotraten), jawohl, die Formulierung, bak geworden find, ganz ebenfo denkt, daß er sich wundert, daß flar geworden, daß das Deutsche Reich viel weniger Schutz vor dem Auswir seine guten abiichten nicht anertennen, und fich lande braucht, als vor seiner eigenen Leitung.( Gehr wahr 1) Wer etwas geschehen müsse, um derartige Borkommniffe in Bufunft zu von uns verfannt fühlt. Das Gefühl, verkannt zu sein, ifi das not so gründlich die Tatsachen und die wirtung feiner verhindern. Das ganze deutiche Boll würde es als eine Tat an wendige Ergebnis einer solchen Binche, wie wir sie beim Kaifer nun andlungen und Aeußerungen bertennt, wie es ges feben, wenn eine folde Einigung stattfände. Es wäre das ein ehrfeit 20 Jahren tennen.( Sehr gut! links.) Er fühlt sich sicher fchehen ist, fann uns eines Tages in eine Situation binein licher Bersuch, eine Wandelung mit dem Kaifer herbeiguführen. geritten haben, in der ein Krieg da ist, den niemand gewollt Hier find ganz Möge Deutschland wadhjen, gedeihen und blühen, geläutert durch hat, weder das Volk noch der Kaifer. Ber volkstümlich empfindet, dieses Trauerspiel.( Lebhafter Beifall bei den Freifinnigen.) Aber bielleicht ist es gut, daran zu erinnern, wie er Hich über energische Hemmungen notwendig. Abg. v. Saß- Jawrosti( Bole) verliest eine auf der Tribüne die Partei ausgesprochen hat, der doch nun einmal 3 250 000 Arbeiter für den ist es überhaupt felbstverständlich, daß die Veranverständlich bleibende Erklärung feiner Frattion. angehören bei den legten Wahlen angehörten, heute wird es treter des Bolles zu entfcheiden haben, ob fie dem Striege zu dank der Vorkommnisse der legten Tage eine ganze Zahl mehr sein. stimmen wollen. Denn das Bolt ist es doch schließlich, das die Abg. Heine( So.): ( Sehr wahr! bei den Sozialdem.) 1890 fam die Sozialreform. Die Kosten und Leiden des Krieges au tragen hat.( Sehr wahr! Gozialdemokratie erflärte, sie wolle abwarten. Dazu hatten wir bei den Sozialdemokraten.) Die Volksvertretung hat zu bestimmen, allen Grund, denn bereits 1889 tam die Rede an die Bergarbeiter wie die Kaserne in Allenftein oder Neu- Ruppin gebaut werden Auch uns fonnte die Ertlärung des Reidslanglera nicht befriedigen, sie war ein äußerst geschidter Eiertanz, Mir auch von den Arbeitern verkannt. foll, aber nicht zu entscheiden über Krieg und Frieden. Diese| fprechen. Er spricht über Wissenschaft und ahnt nicht, daß auch wir ihr zustimmen lönnten. Aber wenn Herr Haußmann ganze bei uns verfassungsmäßig überlieferte Regelung von wie die Männer der Wissenschaft die Köpfe darüber schütteln, und fagt, das Manifest der Konservativen wäre eine Krieg und Frieden durch den Monarchen ist nichts als ein Ueberbleibsel es fagt es ihm auch niemand. Er spricht über Kunst und weiß nicht, geeignete Grundlage dafür, so glaube ich nicht, daß aus der Zeit, wo der Staat nur Privatbesitz und Werkzeug des wie man in Künstlerfreisen lächelt und die Achseln zuckt. Er auf diese Grundlage wirklich demokratisch denkende Männer treten Fürsten und der Krieg dessen vornehmstes Bergnügen war. Aber spricht über Politik na, davon haben wir nun genug fönnen. Herr Haußmann hat sich an die Worte in dem Manifest ein mächtiges Pressionsmittel ber die Richtung der Kaiserlichen Rundgebungen. eine Gewähr egatt gearbeitet als bei uns.( Stürmisches Gelächter fessoren und Aerzte schimpft. Die Diplomaten befinden sich also über diese Zeit sind wir doch tatsächlich weit hinaus. Ich hätte geredet.( Große Heiterkeit) Aber das Schlimmste ist, daß gehalten, die eine größere Zurückhaltung des Staisers in feinen geglaubt, daß über diese Frage alle Parteien einig fein tönnten. ihm seine lauten Bewunderer die Vorstellung beigebracht haben, Meußerungen fordern. Aber das ist nicht genug. Wenn der ReichsIch habe meinen Ohren nicht getraut, als vorhin der Abgeordnete daß er in allen Dingen zu bestimmen, zu fommandieren, Nicht- tag etwas fordert, so muß er auch das fordern, was die meisten Schrader fagte, er fei nicht für ein parlamen- ichnuren zu legen, Biele zu stecken, Befehle zu geben habe. Redner als notwendig erflärt haben: tonstitutionelle Garan tarisches Regime und nicht für verantwortliche Der Kaiser bestimmt, welche Denkmale irgendwo ausgeführt werden tien, eine Aenderung der Verfassung, Reichsministerien. Ich weiß ja, daß das Gegenteil follen, auch wo er es nicht bezahlt, und wo ihn die ganze Sache zu schaffen gegen die Wiederholung solcher Dinge. Dem davon im Programm der Freifinnigen steht.( Große nichts angeht. Die Komitees lassen sich das gefallen. Der Kaiser Vorschlag des Abg. Haußmann fönnen wir also nicht zustimmen. Heiterfeit.) Ich habe inzwischen gehört, daß der Abg. Schrader fich wählt über die Köpfe seiner Minister hinweg Persönlichkeiten für die( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn diese Debatte kein nur versprochen hat und gemeint hat, unsere berfaffungs- wichtigsten Posten aus, und die Minister laffen sich das gefallen. anderes Ende nehmen sollte, als in einer ehrfurchtsvollen Bitte an mäßigen Zustände böten keine große Hoffnung auf Durch Der Reichskanzler hat früher einmal auch diese Bielgeschäftigkeit den Kaiser auszulaufen, fo wäre es besser, teine Resolution und führung dieses Programme. Ich habe danach kein Interesse, des Kaisers berherrlicht. Er hat gefagt:" Der Kaiser ist feinen Antrag zu beschließen. Die Wirkung des heutigen Tagesdiesen Interna der Freifinnigen Vereinigung weiter nach kein Philifter, Herr Bebel. Das ist im Anfang des 20. Jahr ichlage ich fie auch nicht zu hoch an auf die Persönlichkeit des zugehen. Aber schon gestern hat der Abg. Singer dar hunderts entschieden ein Gewinn." Run, Bebel ist auch lein Philister, se aifers wird sich draußen im Bolte zeigen und wird jahrelang gelegt, daß es ganz unerheblich ist, wie zurzeit der aber mit folchen Schlagworten tut man doch die ganze Sache nicht andauern.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Bundesrat über diese Forderungen denkt. Wichtig ist zu ab. Der Manzler hat sich dabei auf den Standpunkt des Korpsnächst, daß wir einmütige Beschlüsse des Reichstages herbeiführen! studenten geftellt, der seine Lebensaufgabe darin fieht, be- v. Kiderlen- Wächter: Wegen eines Spezialfalls sind hier schwere Stellvertretender Staatssekretär im Auswärtigen Amt Dann fönnen wir die Verantwortung für den Fortbestand dieser freundeten Rorporationen, standesgemäßen Bekanntschaften Höflich Angriffe gegen das Auswärtige Amt gerichtet worden. Jahre. anarchischen Zustände dem Bundesrat überlassen. Das Inter- feiten zu sagen, dann auch wieder mal an das Rapier zu schlagen lang hat der Apparat glänzend geklappt. Deshalb sollte esse, die Ehre und das Ansehen des Reichstages macht und zu rasseln, der aber jeden, der fleißig arbeitet, es notwendig, so vorzugehen. Einmal muß man anfangen, energisch und nur über das redet, wovon er wirklich etwas versteht, einen man nicht gleich so harte Worte gebrauchen, wenn der zu fordern, man kann damit nicht warten, bis der andere es schon Philifter nennt. In diesem Sinne mag ja das Wort des Kanzlers Die Arbeit hat sich vervierfacht und es mußten meistens neue Apparat in einem Fall einmal versagt.( Sachen links.) bewilligt hat.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Aber richtig fein( Seiterfeit links). aber ich fage, wir möchten lieber Beamte eingestellt werden, die sich erst einarbeiten müssen.( Lautes übrigens hat die Mehrheit jetzt etwas philiftröses Berantwortlichkeitsgefühl, als diese sogenannte Gelächter links.) Ich könnte Ihnen lange Tabellen vorlesen über Genialität, die uns in solche Lagen bringt, diese Attivität, den Umfang der Arbeiten des Auswärtigen Amtes.( Erneutes Gein der Hand. Die Mehrheit ist verpflichtet, die Reichsfinanz- die schließlich immer mit Berlegenheiten endet.( Sehr richtig! tächter links. Rufe: Rein, nein!) Im Auslande wird viel weniger links.) Wir haben uns ja in Deutschland schon sehr daran reform zur Erfüllung unserer fonftitutionellen Forderungen aus zunuzen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. gewöhnt an dieses schönrednerische Dilettantentum, das alles gut link 3.) Man schimpft auf die Diplomaten, wie man auf die Pro( Fürst Bülow erscheint Haußmann schien zu dieser Bolitik ja bereit. Wann trollen Sie meint, aber nichts gut macht. denn überhaupt die fonftitutionellen Garantien, die wir fordern, ein wieder im Saa 1.) Dieſes Dilettantentum ist gerade das Gegen in guter Gesellschaft.( Große Heiterkeit links.) Man sollte unsere teil deutscher Tüchtigkeit.( Sehr richtig! links.) Dies Dilettantentum, führen, wenn nicht die Regierung in einer 8 wangsLage ist? Gutwillig wird sie sie nicht geben.( Sehr wahr 1 bei den bas fich in weiten Streisen unferes öffentlichen Lebens bemerkbar Arbeit also nicht verkleinern. Wenn Sie wüßten, wie vortrefflich Alle Sozialdemokraten.) parlamentarischen Rechte feit macht, ist längst etwas, das alle Nachdenklichen in allen Schichten bei uns gearbeitet wird.( Stürmisches Gelächter links und im Langanhaltendes lautes Lachen Zeit der Magna Charta find errungen worden, wenn sich die des Volkes, in allen Parteien mit Gorge um die Zukunft des Zentrum.) Nehmen Sie unseren Beamten nicht die SchaffensRegierung in Gelbberlegenheiten befand.( Sehr wahr! bei deutschen Voltes, des deutschen Geisteslebens, der deutschen Kultur freudigkeit!( Bravo! rechts. links.) den Sozialdemokraten) Glanben Sie doch nicht, daß das zum Zu- erfüllt.( Sehr wahr links.) Nur der Herr Reichskanzler steht das Abg. v. Dirksen( Rp.): Gegen den Abg. Heine will ich den Bedenkliche eines solchen Dilettantismus nicht. sammenbruch der Blockregierung führen würde. Sie tönnen sicher Reichskanzler nicht in Schuh nehmen. Es ist schwer, nicht zu Noch ein paar Worte über fein, man ristiert teine Auflösung des Reichstages, teine Neuwahlen lachen, wenn Herr Heine sich als Deutscher aufspielt. Um das perunter der Parole für oder gegen den Kaiser, für oder gegen sönliche Regiment der Herren Bebel und Singer beneiden wir die 500 Millionen Mart neue drückende Steuern.( Heiterkeit und Beifall.) Sie sind alle von einem Geiste, nämlich alles bezieht der Kaiser auf Sozialdemokratie wahrlich nicht.( Lachen bei den Sozialdemo= Nie war eine Situation für die parlamentarische Mehrheit günstiger fich und alles auf seine Familie. Deutschland haben feine Bors fraten.) Also für Sie( zu den Sozialdemokraten) gilt das Wort: als jetzt. Glänzendere Erfolge tann eine energische fahren groß gemacht. Ach, du lieber Gott, wir wissen doch, daß Ihr seid allzumal Sünder! Die Rede des Vertreters des AusBoltsvertretung garnicht erringen als jetzt. Wer diefe Forderung feit dem Tode Friedrichs des Großen bis zu dem Tage, wo wärtigen Amtes ist ja nicht sehr liebevoll aufgenommen worden. des Tages verkennt, vernachlässigt seine staatsbürgerlichen Pflichten. Bismard Kaiser Wilhelm I. die Zustimmung zur Annahme des Kaiser-( Seiterfeit.) Vielleicht aber glauben Sie mir als einem Mann, der ( Lebhafte gustimmung bei den Sozialdemokraten.) titels beinahe abzwang( Sehr richtig! links), die preußischen Könige dem Auswärtigen Amt 22 Jahre angehört hat, daß in dieser BeFreilich, Gesetze allein machen es nicht. Es muß dazu kommen, immer nur Hemmniffe jeder nationalen Entwickelung gewefen find. hörde sehr fleißig gearbeitet wird. Den borgekommenen Fehler die politische Gesinnung, der politische Wille, sich das periönliche Regi- Wenn unter Wilhelm L. bedeutende Erfolge zur nationalen Gini will ich dabei in keiner Weise beschönigen. Redner macht sodann ment nicht länger gefallen zu laffen.( Sehr gut! b. d. Soz.) Denn gung und sehr geringe auch zur nationalen Befreiung gemacht detaillierte Vorschläge für die Reform im Beamtenkörper des Ausverantwortlich für diese Dinge ist garnicht allein der heutige Reichs- worden sind, dann ist das nicht das Verdienst des Kaisers, sondern wärtigen Amtes und erklärt, daß er sich von der Beratung des An= fanzler, verantwortlich sind die bürgerlichen Parteien ohne Ausnahme das Verdienst Bismarcks, der sah, daß er anders feine anderen trages der Wirtschaftlichen Vereinigung auf Ueberreichung einer und die weitesten Kreise des Voltes selbst. Namentlich die Herren Biele nicht erreichen konnte. Es ist eine merkwürdige Selbsttäuschung, Adresse an den Kaiser keinen großen Erfolg verspreche. v. Liebermann und v. Gamp, die in diesen Tagen die Manen wenn man sich einbildet, die Vorfahren des Kaisers hätten Abg. v. Oldenburg( t.): Der Abgeordnete Haußmann hat uns Bismards heraufbeschworen haben, möchte ich daran erinnern, daß Preußen, geschweige denn das Deutiche Reich zu dem gemacht, aufgefordert, mit ihm zusammen eine Adresse an den Bismard der eigentliche Vater des persönlichen Regiments ist. Ich was es ist. Aber das hat man dem Kaiser so gesagt, das Kaiser zu richten. Wir tun das aus demselben Grunde nicht, erinnere Sie an den Erlaß Kaifer Wilhelms I. bom 4. Januar 1882, find die Folgen des Geschichtsunterrichts, den er erhalten aus dem heraus wir uns nicht an der Debatte beteiligt haben. Eine Diesen Erlaß, worin er für den König von Preußen in Anspruch nimmt, bat, die Folgen der Prinzenerziehung. Das Reich ist dem Kaiser solche Adresse würde eine Kritik an den Handlungen des Kaisers die Regierung und die Politik nach eigenem Ermessen zu leiten. Damals ein Mittel zur höheren Glorie der Familie. Die Kunst hat seine bedeuten, die wir dem Reichstag verfassungsmäßig nicht zuwurde das persönliche Regiment stabilisiert, als es hieß. Afte bleiben Ahnen zu feiern, die Religion hat die Aufgabe: dem Geiste der erkennen.( Lachen links.) Für Sie( nach links) ist der Kaiser eine auch nach der Gegenzeichnung durch die Minister Atte des Königs Ehrfurcht gegen mich zu stärken". Die Formel vom Gottesgnadentum Einrichtung, für uns eine Person. Wir werden dem Kaiser perund bezeichnen feine Willensmeinung. Es ist eine Verschleierung war ungefährlich in der naiv- firchlichen Zeit, damals war sie ein Aus- sönlich dienen, solange wir leben, ohne Furcht, aber bis zum letzten und Verdunkelung, wenn die Sache so dargestellt wird, als ob drud frommer Bescheidenheit. Heutzutage ist sie ein Ausfluß eines Hoch- Atemzug, in der alten Treue, die wir ihm noch nie versagt haben. diese verfassungsmäßigen Atte ausgingen von dem Minister muts, einer phantastischen Borstellung, eines befonderen persönlichen( Lebhafter Beifall rechts. Lautes Gelächter links.) und nicht bon dem König felber. Der Kaiser nimmt Berhältnisses zu Gott, eines näheren Verhältnisses als niedrigere es als sein Recht in Anspruch, seinen Willen nicht nur in Sterbliche. Das ist ein Widerspruch zu dem religiös- sittlichen Breußen, fondern auch den gesetzgebenden Körpern des Reiches Empfinden und zu dem politischen Empfinden der Besten des gegenüber zur Geltung zu bringen. ,, lleber mein und meiner Nach Volles.( Sehr richtig 1) Trogdem wird immer und immer wieder folger verfassungsmäßiges Recht zur persönlichen Leitung der Politit das Gottesgnadentum gepredigt, ohne daß man ihm entgegentritt will ich keinen Zweifel lassen".( Lebhaftes hört! hört! bei den von den Ministern aus, ohne daß die öf tliche Meinung Sozialdemokraten.) An dem Tage, wo der Erlaß erschien, war ich ich webrt, ohne daß auch die edlen Herren der mit einem mir befreundeten Engländer aufammen, der mir fagte: Sirde dagegen protestieren.( Lebhafte Bustimmung bei Du, jezt habt br doch nach bier Monaten die den Sozialdemokraten.) Revolution!"( Große Heiterkeit.) Jhm schwebte etwas von Strafford Das Unbehagen über diese Aeußerungen geht und Karl I. vor. Ich erwiderte, daß wir folche Verhältniffe in durch alle Schichten des Voltes, der eine nimmt an Dentichland nicht hätten. In der Tat habe ich auch außer einigen dem, der andere an dem Anstoß. Mit Recht hat einer der Vorfehr zahmen Protesten feitens der Fortichritts- redner darauf hingewiesen, wir wissen sehr gut, wie man in fonpartei nicht den Sturm der Entrüstung gegen diese Vernichtung fervativen Kreisen über die Kaiferreden spricht, wenn man unter sich der Barlamentsrechte gesehen, den man häite erwarten sollen. Fast ist. Die Bresse hat diesmal ihre Schuldigkeit getan. Meistens bedie gesamte Preise und namentlich Herr v. Liebermann, die nationa- guligt fie fich mit moquanten Anspielungen, meistens wird, wenn Abg. Wiemer( frs. Vp.): Herr Heine hat behauptet, seine listische Breffe jubelte über diefe der erste Sturm vorbei ist, nichts mehr erwähnt, dann überbieten Partei hat Jahrzehnte in der Bekämpfung des persönlichen Refich die Zeitungen in efelhaftem Byzantinismus widerlichster Art, giments allein gestanden. Meine politischen Freunde haben von dann drängt sich draußen der gebildete und ungebildete Pöbel, um jeher mit aller Entschiedenheit das persönliche Regiment bekämpft. Damals stand in der ganzen Presse zu lesen, daß wir in Preußen einen Zigarettenstummel zu erhaschen, den„ Er" geraucht hat. Herr Heine fagte weiter, er würde sich freuen, wenn wir in Zukunft ein persönliches Regiment hätten, und man tat fich wer weiß was ( Große Unruhe und Widerspruch rechts.) Lesen mit der Sozialdemokratie zusammengehen würden. Mein Zuruf: zugute über diesen Riefenfortschritt. Jezt fehen Sie ja, Sie doch Ihre eigenen Zeitungen, wie biefe über diese rührenden Sie brauchen wir nicht!" bedeutet: Sie brauchen wir nicht, um was daraus geworden ist.( Heiterkeit.) Bismard felber wußte Afte von Loyalität berichten.( Zustimmung bei den Sozial zu wissen, daß wir das persönliche Regiment zu bekämpfen und ja, tvie er den alten Kaiser beherrschte. Zu dem reinen 8wede bemotraten.) Dafür fann der Kaiser nichts; er erfährt nur von für ein tonftitutionelles Staatswesen zu kämpfen haben.( Sehr feiner perfönlichen Bolitif mastierte er sich als ihr Handlanger, und dieser Begeisterung, die ihm entgegengebracht wird, von diefer wahr! bei den Freifinnigen.) nachher hat er ja selbst ihre Folgen zu toften bekommen. Devotion, ich fage Ihnen, das lönnten stärkere Geister nicht aus- Abg. v. Dirksen( Rp.): Herr Heine tann sich aus dem StenoDie Weltgeschichte ist nicht reich an Aften der Gerechtigkeit; aber halten.( Gehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diefe Debatte gramm meiner Rede überzeugen, daß ich ihm den Vorwurf, das war einmal Nemeſis, daß diefer kluge und große Mann selbst wäre vollständig zwecklos, wenn die Haltung des Volkes den von dem er sprach, nicht gemacht habe. Dazu ist er zu flug, in die Grube stürzte, die er anderen gegraben hat. Den alten dynastischen Aspirationen gegenüber sich nicht ändert. Alles, auch( Seine: Das war nicht persönlich! Seiterfeit.) Staiser Wilhelm hat der Erlaß wohl nicht sehr geschädigt. Gefebe, die wir geben fönnten, to area wedlos, wenn man Präsident Graf Stolberg: Zur Feststellung der Er hat ihn wahrscheinlich mit einigem Kopfschitteln unter draußen nicht dem Kaiser gegenüber eine mutigere Haltung einnimmt. Tagesordnung hat der Abgeordnete sta ab ums Wort gezeichnet. Aber der jetzige Kaiser war damals 22 Jahre alt, es hörte sich ja ganz gut, was wir in diesen Tagen hörten; es ist beten. und ihm hat Bismard damals diese Handlangertheorie, diese Aspira wahr, es war eine wahrhaft nationale Bewegung, Abg. Naab( Wirtsch. Vg.): Jch beantrage, den Antrag der tionen des persönlichen Regiments eingeflößt, und die Folgen tragen dant dem Kaiser ist endlich einmal eine nationale Gin Wirtschaftlichen Vereinigung, eine Adresse an den Kaiser zu richten, wir noch heute.( Sehr wahr 1) Aber auch Bismard war nicht allein beit herbeigeführt worden, eine Einheit leider nur in einer großen morgen auf die Tagesordnung zu sehen. Unser Vorgehen stüßt fchuld, alle parteien waren schuld daran, weil sie ab nationalen Entrüstung, in einer großen nationalen Negation. Ich sich auf die außergewöhnliche Sachlage. Wir sind wechselnd den Träger der Krone gegen die Gegner ausipielten. wünschte, die Nation tönnte fich in dieser Weise einen zu einer bereit, auf eine Begründung unseres Antrages zu verzichten, so Ich erinnere daran, wie bor allem die Antisemiten den daß eine Wiedereröffnung der heute geschlossenen Debatte nicht alten Staiser persönlich in den Streit hineingezogen baben großen nationalen Tat. stattfindet, wenn alle Fraktionen sich zur gleichen Zurüdhaltung verstehen. er Stabilisierung des persönlichen Regiments. Abg. Lattmann( Antisemit): Wir haben eine Adresse vorbereitet und bitten Sie, derfelben einmütig augustimmen. Wir wollen darin dem Monarchen die Gefühle des Boltes rüdgratlos darlegen( Stürmische, minuten lange Seiterteit im gana en ause), ich meine natürlich rüchaltlos darlegen. Präsident Graf Stolberg: Es hat sich niemand weiter zum Wort gemeldet. Die Besprechung ist geschlossen. ( 8urufe bei den Sozialdemokraten: und Bülow??!!) Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Heine( Sog.): Herr b. Dirksen hat mich Dinge fagen laffen, die ich nicht gesagt habe; ich habe die Königin Luise weder genannt noch an sie gedacht. Wenn ich dies nicht erklärte, türde morgen in allen konservativen Blättern stehen, Herr b. Dirksen hätte die ungehörigen Angriffe des Abg. Heine auf die Königin Buise zurüdgewiesen.( Seiterkeit.) und ihn auégeipielt haben gegen bie Fortschrittspartei.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Mit Kriegerbereins Jch erinnere die Liberalen daran: nicht mit Unrecht fonnte Bismard begeisterung hat das freilich nichts zu tun. Es hätte ja naheAbg. v. Normann( f.): Wir haben gegen den Antrag der fich damals gegen die Angriffe, die Eugen Richter gegen ihn richtete, gelegen, als diefe Dinge geichahen, daß wir so etwas wie schadenWirtschaftlichen Vereinigung so schwere prinzipielle Bedenken, daß darauf berufen, daß ja die Fortschrittspartei selber ihm Vorwürfe freude empfunden hätten. Aber angesichts dieser beschämenden gemacht hatte, weil er ein Hausmeier wäre und den großen und Lage des deutschen Volkes vor sich selbst und vor dem Auslande ist wir dem Wunsche des Abgeordneten Raab nicht entsprechen können. Abg. Baffermann( natl.): Wir waren bereit, einer guten König berdrängen wollte. Und wie haben es nachher die mir und denjenigen von meinen Freunden, mit denen ich gesprochen habe, Liberalen mit Kaiser Friedrich gemacht? Sind sie nicht auch mit die Schadenfreude vergangen.( Sehr richtig! d. d. Soz.) Aber die fleine gemeinschaftlichen Adresse an den Kaiser zuzu= feinen Aeußerungen, z. B. über die antisemitische Bewegung, haufieren Genuguuung tönnen Sie uns wohl gönnen, daß wir als Sozial- ftimmen, da aber nach der gehörten Erklärung einer großen gegangen? Während seiner furzen unglücklichen Regierungszeit demokraten uns freuen, daß jetzt das ganze Bolt dem beistimmt, Fraktion eine Uebereinstimmung, die allein eine Wirkung aushat er zwar streng parlamentariich regiert, es hat aber nicht an Ver- was wir schon lange gefagt haben. Wir haben jahrzehntelang allein auf üben tönnte, nicht zu erzielen ist, sind wir zu unserm lebhaften fuchen gefehlt, ihn zu persönlichen Eingriffen in die Politif au be- dem Poften geftanden gegen das persönliche Regiment.( Lebhafter Bedauern außerstande, den Gedanken weiter zu verfolgen. Abg. Müller- Meiningen( frs. Vp.): Namens der drei libewegen. Und was hat das Zentrum getan? Wer war der Präsident Biberipruch bei den Freifinnigen.) Die Herren vom ralen Fraktionen habe ich zu erklären, daß wir den Wunsch des des Reichstages, der in Ehrfurcht erftarb?( Sehr gut! links.) Und Block protestieren.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie wollen was hat der Block in der Wahlnacht des Jahres 1907 getan, als auch auf dem Bosten gestanden haben gegen das persönliche Regiment. Abgeordneten Raab unter ft üben.( Bravo! lints.) Abg. Dr. Spahn( 8.): Der Antrag fönnte nur als ge= bor die Fenster des Schloffes zog und sich bort eine Nun, ich habe Freunde darunter, auf die das zutrifft; es ist meinsame undgebung des Reichstag Bedeu Lobende Anerkennung holte?( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) aber die Frage, ob es auf ihre Politif als Ganzes zutrifft. Na, tung haben. Da eine solche nicht zu erzielen ist, haben wir keinen Ihr seid allzumal Sünder!( Stürmische Heiterfeit.) feine Refriminationen! Wenn Sie heute mit uns daran arbeiten Abg. Singer( Soz.): Wir werden für den Antrag Raab der Kaiser die Sozialdemokratie auf sich nehmen wollte, als er uns Widerspruch bei den Freifinnigen; 8uruf des stimmen. Ge ist auch nicht das erstemat, daß ein Initiativantrag Die Sozialdemokratie hat sich davon ferngehalten. Als 1890 wollen, daß das perfönliche Regiment aufhört...( ebbafter Anlaß, von der Geschäftsordnung abzuweichen.( Unruhe links.) mit der Verheißung der Sozialpolitik kam, da hätte es fehr Abg. Wiemer.) Herr Wiemer braucht, das muß hier fest burch Beschluß der Majorität auf die Tagesordnung der nächsten nahe gelegen, daß die Sozialdemokratie darauf einging und die hin- genagelt werden, uns nicht zur Beseitigung des persönlichen Sizung tommt. She man sich darüber entscheidet, ob man den gestreckte Hand ergriffen und geschüttelt hätte. Ich fenne nicht einen Regiments. Er braucht nicht zur Herbeiführung demokratischer Grund- Antrag ablehnt, muß man doch seinen Wortlaut fennen. Die Sozialdemokraten, der auch nur einen Moment irre geworden wäre fäge in die Verwaltung die Mitwirkung des Volkes, die Mitwirkung Herren Konservativen scheuen sich offenbar, in der Oeffentlichkeit über die Haltung, die die Partei damals einzunehmen hatte. der drei Millionen Sozialdemokraten. Eine demokratische Politit, des Reichstages noch weiter über die Person des Kaisers zu deDarum fonnte ich sagen: Ihr seid..." Es kommt ja noch ein die Herr Wiemer macht, kann uns freilich nicht brauchen. Aber von battieren, während sie sich in ihren Klubs ganz ungeniert darüber anderes hinzu. Herrn Wiemer will ich nicht sprechen, fein givifchenruf nötigt mich aussprechen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ob wir für Die Prinzenerziehung leider dazu. Ich muß nur zu dem etwas sagen, was Herr Hauß den Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung, für die Adresse ift immer etwas Gefährliches, gefährlicher noch wie kritiklose Be- mann vorhin vorgeschlagen hat. Er ist auf den Gedanken ciner stimmen werden, hängt natürlich von ihrem Wortlaut ab. Jeben= wunderung, die von allen Seiten dem Träger der Krone in jungen Adresse an den Kaiser falls werden wir dafür stimmen, fie morgen auf die Tagesordnung Jahren schon entgegengebracht worden ist und die fich in zurüdgefommen. Eine folche Adresse ist im wesentlichen immer zu sehen. einer wahrhaft fieberhaften Hitze von Jahr zu Jahr steigert. Sache der Mehrheit. Wie meine Fraktion, die der Minderheit All das muß ja mie Gift wirken. Der Kaiser hat angehört, fich dazu stellt, weiß ich nicht. 3ch tönnte mir vorstellen, vielerlei Intereffen, er hat sich gewöhnt, über alles au daß eine Adresse in so entschiedenem und würdigem Zone gefaßt wird, Abg. Naab( Wirtsch. Wg.) bittet bie Stonservativen, ihren Widerspruch fallen zu lassen. Der Antrag wird doch später behandelt werden. Als Abschluß der Beratungen des heutigen Tages kann die Frage aber fofort erledigt werden. Raffen wir| dann möge fic fich mit einer Erhöhung des Mindestgehalts be morgen den Antrag über die Bühne gehen, der Eindruck wird gnügen, nicht aber eine noch weitere Herauffezung des Höchst ein um so fräftigerer und würdigerer fein. gehalts fordern. In der Diskussion wurde es als erftrebenswertes Präsident Graf Stolberg will abstimmen lassen. Biel bezeichnet, ein allgemeines Prinzip aufzustellen, wonach die weiblichen Beamten drei Viertel des Gehalts der männlichen bekommen. Der Antrag wurde schließlich mit 13 gegen 14 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde beschlossen, die Oberlehrerinnen in Klasse 17( 2000 bis 4000 m. Gehalt) einzureihen. Abg. Gröber( 8.): Eine solche Abweichung von der Geschäftsordnung kann nur beschlossen werden, wenn niemand widerspricht.( Widerspruch Sozialdemokraten; Zuruf: Leg Aichbichler!) Abg. Singer( Soz.): Diese Auffassung des Vorredners ist irrtümlich. Diese Gepflogenheit bezieht sich nur aufhofs- und Gütervorsteher, welche im Wege der Beförderung in ihre Schwerinstage. An allen anderen Tagen hat die Mehrheit des Hauses das Recht, die Tagesordnung festzusehen. Abg. Baffermann( natl.) widerspricht dieser Auffassung. Präsident Graf Stolberg: Wenn es gewünscht wird, werde ich über diese Vorfrage die Meinung des Hauses befragen. Nach meiner Auffassung ist es zulässig, per majore zu beschließen, daß der Antrag Liebermann morgen auf die Tagesordnung kommt. ( Sehr richtig! links.) Es heißt in der Geschäftsordnung: Anträge, welche feine Gesetzesentwürfe enthalten, bedürfen nur einmaliger Beratung. Die Beratung erfolgt frühestens am dritten Tage, nachdem der Antrag in die Hände der Mitglieder des Hauses getommen ist. Diese Frist ist morgen gewahrt.( Widerspruch.) Gestern war der erste Tag, heute der zweite und morgen der dritte. ( Seiterkeit links.) Wenn also auf die Abstimmung über die Vorfrage nicht bestanden wird, bringe ich den Antrag Raab zur Abstimmung. Es liegt ein Antrag von polnischer Seite auf namentliche Abstimmung vor.( Unruhe.) Dieser Antrag wird nicht genügend unterstützt. Der Antrag Raab wird hierauf gegen die Stimmen der Wirtschaftlichen Bereinigung, der Sozialdemokraten, der Freifinnigen und eines Teiles der Nationalliberalen abgelehnt. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr.( Kleinere Vorlagen.) Schluß 64 Uhr. Parlamentarisches. Ein Antrag, den Beginn des Besoldungsdienstalters der Bahnjebige Stellung gelangt sind, zu ermitteln unter Anrechnung der 5 Jahre übersteigenden Dauer ihrer diätarischen Beschäftigung und ihrer Dienstzeit in unteren Stellen, wurde zurückgezogen, nachdem die Regierung erklärt hatte, daß dieser Antrag das ganze System des Besoldungsdienstalters durchbrechen würde. Die Antragsteller behielten sich vor, ihre Wünsche in die Form einer Resolution zu fleiden. Für die Einfahrer bei den Oberbergämtern schlägt die Regierung ein Gehalt von 1800 bis 4200 M. vor, und zwar foll das Höchstgehalt nach 21 Jahren erreicht werden. Es wurde beantragt, die Aufrüdungsfristen von 21 auf 18 Jahre abzukürzen. Der Antrag wurde abgelehnt. bes Wertes der gefamten Erzeugung. Der Getreidebau fpielt also im Verhältnis zur übrigen Produktion der Landwirtschaft eine sehr untergeordnete Rolle trotz Schußzoll! Die Rentabilität hängt ganz und gar von der Viehzucht und Mollereiwirtschaft, vom Obst und Weinbau ab, die die eigentliche Tätigkeit in der Landwirtschaft ausmachen und einen größeren Arbeitsaufwand erfordern. Für das Jahr 1906 stellen sich die Einnahmen und Betriebsaufwand wie folgt: BetriebsEinnahmen auswand in Frant pro 1 Heftar 650,95 • 9 526,20 573,55 461,70 507,85 867,20 525,30 334,50 378,30 255,10 Kleinbauernbetriebe bis 5 Heftar. Kleine Mittelbetriebe 5,1-10 Heftar Mittelbauernbetriebe 10,1-15 Heftar Große Mittelbetriebe 15,1-30 Heftar Großbauernbetriebe über 30 hektar. Tanach stellt sich das Verhältnis zwischen Einnahmen und Be triebsaufwand bei den großen Mittelbetrieben am günstigsten, bei den kleinen Mittelbetrieben am ungünstigsten. Der Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben beträgt nämlich pro Heftar bei großen Mittelbauern Mittelbetrieben Kleinbauern Großbauern 2 " " " fleinen Mittelbetrieben Frant 190,80 140,65 124.75 123,20 111,85 Eine längere Debatte rief die Gehaltsfrage der Peamteri der Klaffe 20 hervor. Zu dieser Klasse, die 1800 bis 4500 M. Gehalt beziehen soll, gehören 7087 Beamte, darunter allein 6271 Beamte der Justizverwaltung, hauptsächlich Gerichtssekretäre. Ein Antrag berlangte, daß die Aufrüdungsfristen von 21 auf 18 Jahre herabgefeßt werden, ein anderer Antrag wollte die Gerichtssekretäre im Gehalt den Regierungssekretären gleichstellen. Unterstaatssekretär obgleich gerade bei ihnen die Stärken der Einnahmequellen am Die Ertreme des Klein- und Großbetriebes berühren sich also, Dombois erflärte namens der Regierung die Anträge für un- meiſten differieren. Es entfallen nämlich: annehmbar; ihre Wirkung würde nicht eine Gleichstellung der Gerichtssekretäre mit den Verwaltungssekretären sein, sondern eine Befferstellung, und dagegen müsse sich die Regierung entschieden wenden. Infolge diefer Erklärung wurde der prinzipielle Antrag zurüdgezogen, der andere Antrag wurde abgelehnt. Drucksachen. Aus der Situng der Reichstagsfraktion. As Redner für die Finansreform find von der Fraktion die Genossen Geber, gebnisse des Beeres Ergänzungsgeschäfts fowie Aus dem Reichstag.( Str. 1025). Ueberficht über die Er Südelum und Emmel, als Redner für das Besoldungsnachweifung über die ertunft und Beschäftigung der gefes Singer und Emmel, und als Redner für die Inter Militärpflichtigen. pellation des Zentrums betreffend schwarze Listen Sachse bestimmt. Beamtenbesoldung. ( Nr. 1027). Vertrag über die Unterhaltung einer Postdampfschiffsverbindung zwischen dem Schußgebiet Deutsch Reuguinea einerseits und Songlong fowie dem australischen Festland andererseits. Hus Induftrie und Dandel. Ueberproduktion- Lohnabzug. Eine Generalversammlung der weftfälischen Ziegeleibefizer faßte folgenden Beichluß:„ Da der lagernde Steinvorrat so groß ist, daß der Bedarf bis zur Saison 1910 gedeckt erscheint, werden die Arbeitslöhne für die nächste Saison um 5 Prozent gefürzt." Arbeitslosigkeit. auf Einnahmen bet aus Kleinbetrieben Großbetrieben Prozent der Tierhaltung dem Acker- und Wiesenbau dem Weinbau 77,76 81,10 5,84 6,40 5,94 2,47 dem Obstbau der Waldwirtschaft Verschiedenem 5,39 5,10 1,75 · 4,07 3,32 0,86 Auch hieraus erhellt die Unbedeutendheit des Ackerbaues und die fiskalische Bedeutung der schweizerischen Getreidezölle. aufwandes, der in die Kosten der menschlichen Arbeit und in die Von besonderem Interesse ist die Abstufung des Betriebssonstigen Kosten zerfällt. Wie diese im Laufe der lezten Jahre sich änderten, zeigt folgende Uebersicht: Kosten der mensch lichen Arbeit Jahr 1901 257,35 1902 248,50 1903 285,80 1904 292,05 1905 286,05 1906 284,90 sonstiger Aufwand 138,85 130,55 187,70 145,55 141,55 124,75 Die Kosten der menschlichen Arbeit find also um 10,7 Proz. ge stiegen, der übrige Betriebsaufwand um fast ebensoviel( 10,1 Proz.) Nach der Statistik des statistischen Arbeitsnachweises in Mann gefallen. Steigerung wie Abnahme erfolgten nicht gleichmäßig stets aber Dffene Stellen, männl. weibl. insgesamt In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gelangte am Mittwoch zurächst ein Antrag zur Annahme, wonach die Polizeitelegraphenassistenten bei der Polizeiverwaltung in Berlin und Umgebung, die nach der Regierungsvorlage 1800 bis 3300 M. beziehen sollen, im Anfangsgehalt auf 1650 M. herabgesetzt werden, doch soll das Besoldungsdienstalter der von dem Tage der Verkündung des Gesetzes Angestellten um 3 Jahre vordatiert werden. Weiter wurde beschlossen, die Hauptlehrer bei den Vorschulen der Bergschule in Saarbrücken und die etatsmäßig angestellten technischen und Elementarlehrer sowie Vorschullehrer bei den höheren Unterrichtsanstalten in Orten mit nicht mehr als 25 000 Einwohnern ebenso zu stellen wie die etatsmäßig angestellten tech- heim ergeben fich für den September folgende Zahlen: nischen und Elementarlehrer sowie Vorschullehrer bei den höheren Unterrichtsanstalten in Orten mit mehr als 25 000 Einwohnern; sie erhalten also 1800 bis 4200 M., während die Regierung nur 1800 bis 4000 M. vorgeschlagen hatte. Der nächste Antrag bezog fich auf die Oberlehrerinnen. Bisher bezog die Oberlehrerin bei der Elisabethschule in Berlin und die drei Oberlehra rinnen bei dem Lehrerinnenseminar und der Augustaschule in Berlin 2100 bis 3000 M., zwanzig Oberlehrerinnen bei den übrigen Lehrerinnenseminaren 1800 bis 3000 m. Die Regierung schlägt nun für alle diese Lehrerinnen 1800 bis 4000 M. vor. Dieser Vorschlag bedeutet zwar eine wesentliche Erhöhung des Endgehalts, aber auch eine Herabsetzung des Anfangsgehalts für die zuerst genannten Oberlehrerinnen. Es wurde deshalb beantragt, das Gehalt auf 2200 bis 4200 M. zu bemessen. Zur Begründung wurde u. a. auf die große Differenz zwischen den Gehältern der Oberlehrer und der Oberlehrerinnen hingewiesen. Unterstaatssekretär schlechtert. Dombois bekämpfte den Antrag. Die Oberlehrerinnen würden jetzt schon um 1000, teilweise sogar um 1200 M. im Endgehalt aufgebessert, die Oberlehrer aber nur um 600 M. Eine Gleich stellung der weiblichen Beamten mit den männlichen sei unmoglich; die männliche Arbeitskraft werde überall höher bewertet. Man dürfe auch nicht vergessen, daß die Oberlehrer verheiratet sind und für eine Familie zu sorgen haben, während die Oberlehrerinnen, wenn sie sich verheiraten, aus dem Dienst ausscheiden. Sollte die Kommiffion eine Aufbesserung für erforderlich halten, Stellennachweis kostenlos für Dienstboten 1907 1908 Arbeitsgesuche, männl. weibl.. insgesamt 2957 • . 8340 500 458 3457 . • 3798 1768 1385 547 451 • 2315 1836 1431 • • 1208 319 309 1750 1512 1526 2137 181 149 B 1707 2286 Befezt wurden, männl. weibl. insgesamt 03 Ueberhaupt, männl " weibl.. insgesamt Demnach hat sich die Lage am Arbeitsmarkt wesentlich verRentabilität in der Landwirtschaft. In der Frage der Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe einem der schwierigsten Probleme der Volkswirtschaft- find von dem schweizerischen Bauernfekretariate Untersuchungen angestellt worden, deren Ergebnisse nunmehr vorliegen. Während der Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produktion für das Jahr 1906 auf 730,26 Millionen Frant geschäßt wird, stellt sich der Wert des gewonnenen Getreides auf nur 21 3 Millionen Frant oder 2,92 Broz fo, daß fie fich gegenseitig ausglichen ein fieghafter Beweis da für, daß die Lohnaufbefferungen der Arbeitskräfte nicht unbedingt in Berteuerung der Lebensmittel und der agrarischen Produkte umschlagen müffen. Sehr verschieden ist die Verteilung der Betriebskosten auf die einzelnen Größenfategorien. Die Kosten der menschlichen Arbeit find bei den Kleinbauern am höchsten, bei den Großbetrieben am medrigsten. Als Regel ergibt sich, daß die Kosten der menschlichen Arbeit pro Heftar mit der Größe des Betriebes abnehmen. Durch schnittlich betragen ste bei Kleinbauern fleinen Mittelbauern " Mittelbauern " " großen Mittelbauern " Großbauern in Frant 407,05 315,15 243,40 209,75 162,70 Der andere Betriebsaufwand stuft sich nicht genau der Betriebs größe ab. Er beläuft sich pro Heftar bei Kleinbauern " fleinen Mittelbetrieben " großen 19 " Mittelbauern Großbetrieben auf Frant 170,45 0 138,90 133,50 131,10 97,65 Auch diese Zahlen lassen die Ueberlegenheit des Großbetriebes erkennen. Fassage Kaufhaus Friedrich- Strasse 110-111-112 BERLIN Stellennachweis Gebühr für Herrschaften: bis 80 Taler Lohn M. 3.Oranienburgerstr. 54-55-56-56a v 81-90 19 19 99 über 90 4.5.Vereinigung erstklassiger Spezialgeschäfte III. Stock Lebensmittel Spezial- Angebot:• 3 Fisch- Tage Seefische: Schellfisch gross.... Pro 30 PL. Bratschellfisch 20 Pt. Kabeljau Kabeljau in ganz. Fisch., 25 Pl. Kabeljau kleinere Fische 20 Pt. 33 III. Stock Donnerstag- Freitag- Sonnabend Schollen gross Bratschollen.. Seelachs... Rotzungen Pfund 35 Pf. " Feinster Tafel- Lachs 20 Pf. 30 Pf. 25 Pf. 39 33 Pfund 90 Pf. und 1.20 45 Pf. 19 Rotzungen Portionsfische. 35 Pt. 19 Hechte..... Pfund 90 Pf. Schleie, Pfund 75 Pl. B- 1 Pfund schwer Pfund 1.10 Portions- Schleie.... 1.40 10 Räucher- Aale 80 Pf. Bund, 3-4 Stück.. 1.40 Grössere Aale .... 50 Pf. Pfund 1.50 Feinster Tafel- Lachs Pfund im Aufschnitt. 1.40, 1.80 Lebd. Fische: Spiegel- u. SchuppenRäucherFische: karpfen Pa. Ostsee- Fettbücklinge Kiste, ca. 20 Stück Inhalt Kiste, ca, 40 In der Passage nachm. von 3 bis 18 Uhr Promenaden- Konzert Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW, Br. 266. 25. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 12. November 1908. Die Disziplinarverhandlung gegen Bürgermeliter Dr. Schücking. Schleswig, den 11. November 1908. ( Telegraphischer Bericht.) Vom Dienstag ist noch nachzutragen, daß nach längerer Ber ratung der Einwand der Verteidigung gegen die Unzuständigkeit des Verfahrens ohne Angabe von Gründen vom Gerichtshof abgewiesen wurde. Es wurde hierauf in die materielle Verhandlung eingetreten, die damit begann, daß Teile der Anschuldigungsschrift vorgelesen wurden, zu der sich bei den einzelnen Bunkten der angeschuldigte Bürgermeister Dr. Schüding äußerte. Am Mittwoch wurde die Vormittagssigung vollständig mit der berantwortlichen Vernehmung des Angeschuldigten zu den einzelnen Anflagepunkten ausgefüllt. An der Hand seiner Verteidigungsschrift brachte Dr. Schücking zu den einzelnen Bunften der Anflage feine Berteidigung vor und stellte dazu in vielen Fällen Anträge. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Regierungsrat Dr. Bauermeister, fucht im einzelnen nach zuweisen, daß die Artikel und die Broschüre:" Die Reaktion in der inneren Verwaltung Preußens" entstellte Darstellungen der Staatseinrichtungen enthalten und in vielen Buntten leicht. fertig und übertrieben seien, sowie daß sich die ganzen Ausführungen als Beleidigungen von Verwaltungsbeamten und der Borgesetzten des Bürgermeisters Dr. Saüding darstellen. Bürgermeister Dr. Schüding trat diesen Ausführungen mit der Behauptung und der Darlegung gegenüber, daß die Veröffentlichung der Broschüre und der Artikel eine Handlung sei, die nicht disziplinarisch bestraft werden könne; denn die Darstellung der Verwaltungszustände sei durchaus löten. Statt dessen unterbreitete er nach seiner Entlassung das gemeingefährlich gewesen ist. Dem wird sich ein Nichterkollegium ganze Material den Herren Aerzten und sagte ihnen, daß sie be- nicht verschließen können. Außerdem hat sich auch hier im Saale logen wären und sich auf Grund falscher Zeugenaussagen und jeder einzelne durch den Augenschein überzeugen fönnen, daß diese Uebertreibungen eine falsche Meinung gebildet hatten. Großen Gutachten wirklich das richtige treffen. Darauf deutet seine auch Wert lege ich auf die Tatsache, daß im Laufe der Verhandlung hier wieder erzählte Geschichte von den Erregungspillen und die Gefechtslinie unmerklich, aber in sehr zäher Weise verschoben man fonnte es in gewissen Momenten seinen Augen anworden ist. In dem Artikel ist ja nie behauptet worden, daß sehen, daß der Mann, welcher noch heute Stadtverordneter Lubecki völlig gesund war, so daß es ein Verbrechen gewesen wäre, in Beuthen ist, noch nicht gesund ist. Es wird dies bestätigt durch ihn in eine Irrenanstalt unterzubringen. Das ist nie behauptet die am letzten Tage von dem Bruder gemachte Mitteilung, daß L. worden. Es ist vielmehr gesagt worden, daß 2. ein nervöser Mann noch vor kurzem eine häßliche Denunziation gegen die Frau des gewesen war, der dadurch, daß die Jrrenärzte durch falsche Zeugs Bruders veranlaßt hat. Für das Richterkollegium besteht also nicht nisse getäuscht wurden, anstatt in ein Sanatorium in der Jrren- der geringste Zweifel, daß das, was L. gesagt hat, durchaus nicht anstalt interniert worden war. Mehr haben wir nie behauptet. als bollwertig zu nehmen ist; er ist nicht meineidig, aber ein unWenn man dann aber hier so tut, als ob der Mittelpunkt der glücklicher Mensch, der von Wahnideen erfüllt ist. Der Beweis ist ganzen Sache wäre, daß wir behauptet hatten, Lubedi wäre geistig vollständig gegen den Angeklagten geführt. Es handelt sich nun gesund gewesen, so heißt das die eigentliche Tendenz des Artikels um die Strafhöhe. Da mag ihm zugegeben werden, daß er zunächst völlig zu verkennen und etwas da zu suchen, wo bei objektiver Be- wohl getrieben wurde von der Idee, Gutes zu schaffen. Er ist ein tradhtung eigentlich gar nichts zu suchen ist. Ich behaupte im Phantast und steht vielfach nicht auf dem Boden realer Wirklichkeit. Gegensaß zu dem Staatsanwalt, daß die Aufnahme des L. zu Andererseits haben wir zu schützen die Ehre von hochverdienten Unrecht erfolgt ist. Ich erkläre hier, daß ich die Gutachten der Beamten, namentlich des Geheimrats Dr. Alter. Die Kammer hat Psychiater nicht als ein unfehlbares Etwas anerkennen kann, vor mehrfach keinen 3Zweifel darüber gelassen, daß fie es für ihre Pflicht dem man sich unbedingt zu beugen habe. Auch die Psychiater sind hält, in solchen Fällen mit erheblichen Strafen vorzugehen. Wenn nicht unfehlbar; man hat sich nicht der Autorität dieser Herren zu in diesem Falle die Strafe nicht so erheblich ausgefallen ist, so ist unterwerfen, sondern die Auterität ihrer Gründe nachzuprüfen. es geschehen, weil nach dem Aktenmaterial Herr Schneidt zu der Gehr interessant für mich war die Bekundung des Medizianalrats Annahme gedrängt werden konnte, daß Lubeci nicht so voll geistesDr. Leppmann, die dahin ging, daß man in den verschiedenen Bro- frank sei, als es fich wirklich herausgestellt hat. Das Aftenmaterial vinzen des Landes verschieden diagnostiziert. höchsten Grade auffällig, daß die Psychiater sagen, man kann ver- fein konnte. Es hat sich herausgestellt, daß dies durchaus nicht der Das ist doch im legte die Vermutung nahe, daß dem 2. doch etwas zu nahe getreten schieden diagnostizieren, wir stimmen aber darin überein: der Fall, sondern in jeder Beziehung zu Recht verfahren worden ist. Mann ist geistesfran!! Es ist darauf hingewiesen, daß man in der Der Gerichtshof hat den Angeklagten zu 6 Wochen Gefängnis vers Anstalt zunächst Herrn Lubedi behandelt hat als Paralytiker, dann urteilt, den drei beleidigten Aerzten wird die Publikationsbefugnis tam man auf Grund einseitiger Witteilungen der Ehefrau 2. auf in der Zeit am Montag", dem„ Breslauer Generalanzeiger" und in den Gedanken der Pseudoparalyfe auf alkoholischer Basis, und der„ Lippeschen Landeszeitung" zugesprochen, ferner wird die Einschließlich auf Psychose auf psychopatischer Basis. Bei solchen ziehung der vorhandenen Exemplare und die Vernichtung der au Schwankungen, muß ich der psychiatrischen Wissenschaft die große Bedeutung, welche ihr namentlich von den jungen Aerzten zu in der Anstalt basierte doch auf der Zusammenstellung von Einzelgewiesen werden soll, absprechen. Die Ueberzeugung der Aerzte zügen, die sie den Mitteilungen interessierter Persönlichkeiten entKurz vor 2 Uhr wurde die Verhandlung wieder abgebrochen. hören in erster Reihe die Mitteilungen der Ehefrau und des nahmen, welchen ich keinerlei Glauben beimessen fann. Dazu ge Am Nachmittag foll in die Verhandlung über die Behauptung des Bruders des L. Beiden glaube ich absolut nicht. Und nun die Angeschuldigten eingetreten werden, daß das preußische Landtags- Krankheitsgeschichte! Die Krankheitsgeschichte, registriert in den Auf einem Bau des Unternehmers Eike beschwerten fich die örterungen werden voraussichtlich den ganzen Nachmittag aus der Angeklagte mußte an diesen Akten glauben. wahlrecht vielfach eine unwürdige Wahlkomödie fei. Diese Er- Atten der Anstalt, ist nach meiner Meinung ein Dokument. Auch Maurer über äußerst mangelhafte Schußvorrichtungen. Eine EinGanz bestürzt gabe an die Berufsgenossenschaft hatte die Folge, daß der Unter füllen. Zum Schluß der heutigen Sizung soll dann noch der Fall war ich über das Eingeständnis des Herrn Dr. Alter jr., der die nehmer zur Beschaffung befferer Rüstungen usw. veranlaßt wurde. des Bürgermeisters Blewfa( Schleswig) erörtert werden. Morgen früh denkt man mit den Plaidoyers beginnen zu fönnen. Am ganze Krankheitsgeschichte mit einem einzigen Hauch wegblasen au Unmittelbar darauf wurden auf diesem Bau mehrere Maurer morgigen Nachmittag wird die Beratung des Urteils stattfinden, bekannten Piögenseeprozeß eine so eminente Rolle spielte. Herr halb erfolgt, weil der Unternehmer beziehungsweise der Polier. eine Krankheitsgeschichte, die beispielsweise im entlassen. Die Entlassenen nahmen an, ihre Entlassung sei desfalls nicht das Gericht beschließen sollte, den Beweis. Dr. Alter jr. erklärte diese Krankheitsgeschichte für eine Art Stil- glaubte, sie seien diejenigen, welche die Beschwerde an die Berufsanträgen der Berteidigung ftatizugeben. Dieser Fall würde, übung des Oberpflegers! Ist das nicht eine verkehrte Welt? da die Beweisführung bei Disziplinarprozeffen leine mündliche Nein, ein Stüd aus dem Tollhaus, aus der Irrenanstalt Leubus! genossenschaft veranlaßt hatten. Die Leitung des Maurerverbandes ist, mit der hinausschiebung der Verhandlung gleich. Der Hausarzt des Herrn Lubedi, der 17 Jahre lang ihm ärztliche wurde von der Angelegenheit benachrichtigt. Der Vorsitzende Hanke bedeutend sein. Es ist aber anzunehmen, daß das Gericht in eine Dienste leistet, und nichts von Geisteskrankheit bemerkt hat, ist von wollte mit dem Unternehmer Eike reden, um festzustellen, ab eine neue Beweisführung nicht mehr eintreten und daß die mündliche den Anstaltsärzten nicht gehört worden, ein anderer Arzt hat ihn Maßregelung vorliege. Der Unternehmer wies den VerbandsVerhandlung morgen zu Ende gehen wird. nach eingehender Untersuchung seine Gesundheit attestiert. Der vertreter mit einer schroffen Bemerkung furz ab. Dadurch fühlten Auf den Borhalt des angeschuldigten Bürgermeisters Verteidiger führt dann unter eingehender Kritik der einzelnen in fich die nichtentlassenen, noch auf dem Bau beschäftigten Maurer Dr. Schüding, daß es seinem Bruder, dem Univer- Frage fommenden Momente aus, daß bei der Ueberführung des verlebt; sie besprachen diese Angelegenheit in der Baubude. Nach fitätsprofessor Dr. Walter Schüding, nicht mögHerrn Lubedi und bei seiner Festhaltung in der Anstalt Fehler wenigen Minuten tam Eite und rief: Wer nicht sofort an die lich gewesen sei, ihn und der Verteidigung Tele über Fehler gemacht worden seien. Bei der Bestellung der Pfleg gramme zuzustellen, hat der Vorsitzende. Regierungsrat schaft seinen Sachen passiert, die allerdings leider auf das Konto der Arbeit gehe, sei entlassen. Gleich darauf erschienen zwei SchuhDr. Goldschmidt, sofort verfügt, daß eine derartige Ginengung Juristenwelt fallen. Die Pflegschaft mag mit Rüdsicht auf das leute, die Eike jedenfalls hatte rufen laffen, und forderten die fünftig unterbleibe. Er erklärte, daß das nur auf ein Geschäft des 2. ganz atvedmäßig gewesen sein, es sei aber un- Entlassenen auf, den Bau zu verlaffen. Hierauf verließen alle Mißverständnis des Gerichtsdieners zurüdzuführen sei geheuerlich, daß der Nichter die Pflegschaft an die Frau übertrug Maurer, auch die, welche noch nicht entlassen waren, den Pau. nicht nur für das Geschäft, sondern auch für die Person. Statt ihrer stellte Eite Afforomaurer an. Die vordem auf dem Bau beschäftigt gewesenen Maurer erschienen dann jeden Morgen in der Nähe des Baues, um die Arbeitswilligen zu beobachten. sachgemäß und der Wahrheit entsprechend. Er erbot fich, in den einzelnen Fällen durch Beibringung umfang. reichen Materials hierfür den Beweis zu führen, so für die Behauptung der Begationen des Vereins. gefeßes. Moderne Irrenhausfolter. Bierter Tag. Landgerichtsdirektor Splettstößer eröffnet die Sibung um 9½ Uhr. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Halpert werden zwei Atteste des Herrn Professors Nißl- Heidelberg und Professors Bonhoefer- Breslau berlejen, In dem Attest des Professors Dr. Bonhoefer, = Direktors der Psychiatrischen Nervenklinik, der Herrn Lubecki kurze Zeit beobachtet hat, heißt es: Es sei ausgeschlossen, daß er an progressiver Paralyse leidet oder gelitten hat. Es fehlen jedivede Anhaltspunkte dafür. Das Verhalten feiner Frau mag ihn wohl zu Eifersuchtsideen gebracht haben, die bei seinem an sich lebhaften Temperament zeitweise sich sehr gesteigert haben. Sein Verhalten sei besonnen und der jeweiligen Situation angemessen, er befize ein gutes Urteil, Beichen von Erregung seien nicht wahrzunehmen, selbst nicht, wenn die Rede auf seine Frau, feinen Bruder und auf feinen Aufenthalt in der Anstalt fam. Eine progressive Paralyse Liege nicht vor. Die Erregung des Herrn 2. fei abgeflungen, er befinde fich in einer normalen Affektlage und sei in der Lage, seine geschäftlichen Angelegenheiten selbst wahrzunehmen. Dieses Attest datiert vom 5. Februar 1907. Professor Dr. Rißl- Heidelberg fommt in seinem Attest, das er nach eingehender Untersuchung des 2. ausgestellt hat, au dem Schluß, daß an 2., deffen Gedächtnis vorzüglich fei, feinerlei Symptome für eine progressive Paralyse festgestellt werden konnten. Blaidoner des Staatsanwalts. Staatsanwalt Raid führt unter anderem folgendes aus: Wer den Artikel der Beit am Montag", in welchem bas Schicksal des Herrn Lubech geschildert wurde, gelesen, der mußte sich fragen: wie ist so etwas in einem modernen Rechtsstaate möglich? Die Angriffe sind aber völlig unberechtigt. In der Anstalt ist der Gesundheitszustand des Herrn 2. mit großer Gründlichkeit geprüft worden. Und demgegenüber heißt es in dem Artikel, daß ein Aft brutalfter Vergewaltigung vorlag und daß ein ganz gesunder Mann fünf Monate lang die Irrenhaus folter habe erleiden müssen. Aus dem Artikel ist herauszulesen, daß die Anstellung zweier Aerate als Schwiegersohn und Sohn des Leiters in der Anstalt desselben ein Unding sei und daß die Provinzialverwaltung die Aerzte angestellt habe aus Familien. rüdsichten, ohne auf die Interessen der Kranten zu achten. Ueber die Cpportunitât eines solchen Verhältnisses tönnen weifel ent ftehen, aber davon, daß aus diesem Verhältnis in diesem Falle eine Gefahr für die Behandlung der Kranten entstanden sei, lann keine Rede sein. Es ist in jeder Beziehung nach den bestehenden Vorschriften berfahren worden. Der Staatsanwalt beantragt schließlich drei Monate Gefängnis, Bernichtung der Platten und Formen und Publikationsbefugnis für die Beteiligten. Plädoner des Verteidigers. Vechtsanwalt Dr. Halpert: Der Vertreter der Anflagebebörde ist bei seinem gang maßlosen Antrag von drei Monaten Gefängnis bon einer grundfalschen Annahme ausgegangen. Gerade der Schlußpaffus des Artikels, aus den der Staatsanwalt jest fobiel Gewicht legt, ist gar nicht auf die Aerzte in Leubus bezogen fon. dern eine allgemeine Betrachtung. Er bezwed te mit seinem Artitel mur die Reformbedürftigkeit der Irrenhauszustände nachzuweisen, niemals aber in personeller Hinsicht den Herren Aerzten einen Vorwurf zu machen. Der Herr Lubedi, über den hier gestern die Herren Psychiater das Urteil gesprochen haben, welches ihm hoffent lich nicht den Lebensmut rauben wird, fühlte sich seinerzeit ber pflichtet, das Material, welches er gesammelt hatte, zur Reform der bestehenden unzureichenden Einrichtungen in der Jrrenpflege zu verwenden. Es ist immer das zweckmäßigere Vorgehen, mit der Regierung und den Behörden zu gehen, als wider den Stachel au tönnen meinte " ihrer Herstellung benutzten Platten und Formen angeordnet. Gerichts- Zeitung. Freiheitsberaubung, Nötigung und§ 153. In längeren juristischen Ausführungen legt der Verteidiger sodann dar, daß nach dem Paragraphen 1910 Absatz 2 und 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs eine Pflegschaft für einen Geistentranten Diese fühlten sich durch die Anwesenheit der anderen Maurer für seine Berson überhaupt nicht zulässig ist. Die Frau 2. habe niemals den Aerzten eine Pflegschaftsbestallung vorgelegt, hätten schon an sich belästigt. Es mag auch der eine oder der andere verda die Aerzte nicht Bedenken haben müssen? Es hätte ihnen doch sucht haben, den Arbeitswilligen flar zu machen, daß ihr Verbekannt sein müssen, daß ein Bfelger nicht über die Person des halten nicht den Interessen der Arbeiter entspreche. Eines Morgens Kranten so ohne weiteres verfügen darf. Der zweite Lapsus, der will einer der Arbeitswilligen namens Forth gesehen haben, daß in dieser Sache gemacht sei, wäre folgender. Er laffe es als dahin- einer seiner Kollegen von den Gemaßregelten bedrängt worden gestellt, ob es richtig ist, eine so interessierte Berson aus der sei. Forth zog nun einen Revolver aus der Tasche und hielt ihn nächsten Verwandtschaft, wie in dem vorliegenden Falle die Ehe- dem Maurer Schulz, einem der Gemaßregelten, entgegen. Nachfrau. zur Pflegerin zu bestellen. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ist aber bei Bestellung einer Pflegschaft die Einwilligung des dem Schulz sich zurückgezogen hatte, lief Forth mit dem Revolver Pfleglings notwendig, fobald mit diesem eine Verständigung mög- in der Hand auf einen anderen der Gemaßregelten, den Maurer lich ist. Nach dem Zeugnis des Dr. Alter jr. sei eine Verständigung Fischer zu und hielt ihm die Waffe gegen die Brust. Nun kamen mit Lubecki bei der Aufnahme sehr gut möglich gewesen. Trotzdem einige Schußleute heran und brachten den Revolverhelden nach ist aber der Zeuge Lubedi gar nicht gefragt worden, ob er mit der Wache. Forth hat dann der Polizei erzählt, daß er und seine der Berson der Pflegerin einverstanden ist. Der Richter, der die arbeitswilligen Kollegen von den Gemaßregelten angegriffen und flegschaft angeordnet hat, habe sich gar nicht erst die Mühe ge- bedroht worden seien. Aus diesen Angaben des Forth ist schließlich macht, bei der Anstaltsleitung anzufragen, ob Berständigung mög lich ist. Der Herr Dr. Lode hat einfach das Attest ausgestellt und eine Anklage wegen Bergehen gegen§ 153 der Gewerbeordnung, daraufhin hat der Richter die Pflegschaft angeordnet! Sobald der Nötigung und Freiheitsberaubung entstanden. Die Anklage richtete Bilegling, der die Verfügung über seine Person selbst hat, sagt, sich gegen die Maurer Seidel, Schulz, Wolff und Fischer. Doch die er wolle aus der Anstalt heraus, so ist nach dem Gesetz diesem Unterlage der Anklage war so haltlos, daß die Strafkammer des Wunsche stattzugeben und er ist eventuell in eine andere Anstalt Landgerichts I fämtliche Angeklagte freisprach. Auf die Revision zu überführen. Kein Mediziner dürfe sich in der Ausübung seiner der Staatsanwaltschaft hat das Reichsgericht das freisprechende diskretionären Rechte, über die durch das Bürgerliche Gesetzbuch Urteil aufgehoben und die nochmalige Verhandlung der Sache dem gegebene Rechtslage hinwegsehen. Er als Verteidiger könne den Landgericht II überwiesen. Vorwurf nicht unterdrücken, daß man die Mediziner nicht auch Landgericht II überwiesen. über derartige hochwichtige Rechtsfragen belehrt, mit denen sie sich Gestern fand die Verhandlung vor der 4. Straffammer des doch täglich zu befaffen haben. Vier Briefe, die Herr Lubedi aus Landgerichts II statt. Hier erklärte der Zeuge Forth, der Reder Anstalt heraus abschicken toollte, seien ebenfalls ohne das volber, mit dem er die Gemaßregelten bedroht habe, sei gar kein geringste gefeßmäßige Recht zurückbehalten und wurde dies ein Edhießwerkzeug gewesen, sondern eine harmlose Theaterpistole, fach damit abgetan, daß es in der Pragis so üblich fei". Der mit der man gar nicht schießen tönne. Jedenfalls haben aber die Werteidiger schließt mit dem Antrage, den Angeklagten unter 3u Angeflagten das Ding für einen Revolver gehalten Der Freibilligung des 193 höchstens au einer geringen Geldstrafe au berheitsberaubung sollen sich die Angeklagten dadurch schnldig gemacht haben, daß fie einen der Arbeitswilligen in ein Restaurations. lokal drängten und ihn hinderten, sich daraus zu entfernen. Die Beweisaufnahme zeigte jedoch, daß der Arbeitswillige aus un begründeter Furcht vor den Gemaßregelten freiwillig in das Lokal gegangen war, daß niemand Miene machte, ihm etwas zuleide zu tun und daß er sich auch ungehindert wieder aus dem Rofal ent fernt hat. Im übrigen wurde den Angeklagten noch zur Last gedie Empfindung haben, daß sich einem das Sera zusammenframpfe, Wenn man den Artikel unbefangen liest, so wird jeder Leser legt, Schimpfworte gegen die Arbeitswilligen gebraucht zu haben. in der Hauptsache über die Vorwürfe, die den Anstaltsärzten ge- fallen. Den Angeklagten Wolf beantragte er freizusprechen, well Die Anflage auf Freibeitsberaubung ließ der Staatsanwalt macht sind. Der Artikel, enthält eine Anzahl wörtlicher Beleidi gungen, er spricht von der" famofen Aerztedreifaltigkeit" und von gegen denselben nichts erwiesen worden ist, und geaen die übrigen der Leichtfertigkeit pflichtvergeffener Mediziner." Eine üble Nach drei Angeklagten beantragte der Staatsanwalt Gefängnisstrafen rebe im Sinne des§ 186 findet das Gericht in dem Vorwurf, daß von 3 bis 6 Wochen wegen Nötigung und Bergehens gegen§ 153 in der Anstalt die Bäder als beliebtes Straf- und Zwangsmittel an der Gewerbeordnung. Um die Anwendung dieses Paragravben der Tagesordnung gewesen sind. Das Gegenteil ist erwiefen. Esau begründen, Haute der Staatsanwalt eine eigenartige juristische wird ferner behauptet, daß Herr Lubedi mit Rücksicht auf den Konstruktion auf. Er sagte: Die Angeklagten hätten deshalb die Besuch des Landeshauptmanns zu Unrecht in eine einsame Zelle gebracht worden fei. Das ist ein absoluter Nonsens. Unrichtig ist Arbeit niedergelegt, um den Unternehmer in der freien Auswahl auch die Behauptung, daß Lubedi erst nach der Drohung mit dem der Arbeiter, welche er beschäftigen wolle, zu befchränken. Eine Staatsanwalt aus der Anstalt entlassen fei. Alle diese Vorwürfe felche Beschränkung der Willensfreiheit des Unternehmers fei treten zurüd vor dem hauptsächlichsten Vorwurf, daß Lubedi fast aleichbedeutend mit dem Verlangen günstigerer Bedingungen für 5 Monate zurückgehalten sei, obwohl er gefund gewesen oder doch die Arbeiter. sich in einem Zustande befand, der eine Zurüdhaltung nicht recht. Der Verteidiger, Mechtsanwalt Dr. Felix Behrend, führte das fertigte. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme besteht für das gegen aus, daß§ 153 der Gewerbeordnung in diesem Falle nicht Gericht auch nicht der geringste Zweifel: Lubedi durfte nicht nur, ongewandt werden könne, denn keiner der Angcklanten habe die fondern mußte festgehalten werden. Das ergeben die Gutachten der Abficht gehabt, günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen für sich Medizinalräte Dr. Hoffmann und Dr. Leppmann fowie des Geh. oder für andere zu erlangen. Die Arbeitsniederlegung sei ledig. Rats Moeli, die das Gericht gegenüber den Anstaltsärzten geladen hatte. Hier war ein Sachverständigentollegium, wie es besser auf lich deshalb erfolgt, weil sich die Maurer durch die Entlassung der Welt wohl faum gefunden werden kann. Sie fagen überein ihrer Kollegen und die schroffe Abweisung ihres Vertrauensmannes stimmend aus, daß Lubedi bei der Einlieferung geistestrant und gefränft fühlten. Grundsätzlich beantragte der Verteidiger die urteilen. Nach Entgegnungen des Staatsanwalts und dem Schlußwort des Angeklagten, der befenders betont, daß er lediglich die Reform bedürftigkeit und Morschheit eines Systems beleuchten wollte, unter welchem zahlreiche Leute zu leiden haben, wurde nach längerer Beratung das dahin verfündet: Urteil Freisprechung der Angeklagten; falls aber das Gericht eine Bea, Tung das Wort Clown zuerst nicht Klaunt, sondern Klohn aus, habe schon oft mit Geistlichen biskutiert und stets in durchaus leidigung für erwiesen halte, sei eine geringe Geldstrafe genügend. gesprochen habe. Hiernach erscheine ein Irrtum des Gendarmen fachlicher Weise, er golle auch dem Gegner jederzeit die schuldige Das Gericht tam zu dem Urteil, daß weder eine Freiheits- begreiflich. persönliche Achtung. Das sei ihm von verschiedenen Geistlichen, beraubung noch eine Nötigung erwiesen sei. Den§ 153 der GeZwei Teilnehmer der Versammlung befundeten als Beugen, mit denen er polemisierte, anerkennend bestätigt worden. Be werbeordnung hielt das Gericht für anwendbar, denn daß der Angeklagte die Geistlichen nicht als Clowns bezeichnet, fonders berief sich der Angeklagte in dieser Hinsicht auf einen Geistsagte der Vorsitzende durch Einwirkung auf die Arbeitswilligen habe er. sondern von einem Clou des Abends gesprochen habe. lichen Liseus. Gegen die Zuverlässigkeit der Aussage des Gena reicht werden sollen, daß diese die Arbeit verlassen und diejenigen, die Beugenaussagen von Polizeibeamten ftets auszuzeichnen pflegt, Vernehmung fei ihm vorgehalten worden, er folle gefagt haben, Mit der Bestimmtheit und der unfehlbaren Sicherheit, welche darmen Völkel führte der Angeklagte Schulz an: Bei seiner ersten welche die Arbeit niedergelegt hatten, beziehungsweise entlassen behauptete Gendarmeriewachtmeister Bölkel, er könne fich gar nicht wir sind einige Clowns weniger. Danach müßte er also die ganze waren, ihre Arbeitspläge wieder einnehmen könnten, was gleich darin irren, daß der Angeklagte mit Bezug auf das Fernbleiben Bersammlung als Clowns betrachtet haben. Das sei allerdings fo bebeutend sei mit einer Erlangung befferer Arbeitsbedingungen. der Geistlichen gesagt habe, es feien einige Clowns weniger hier. unlogisch, daß die jetzt vorliegende Angabe des Gendarmen etwas Daß die Angeklagten ihre Absicht durch körperlichen Zwang oder Die Versammlung babe diese Bemerkung mit Lachen aufgenommen anders laute. Derselbe Gendarm Völkel habe über dieselbe VerDrohung gegen die Arbeitswilligen erreichen wollten, hielt das und er, der Gendarm, habe geglaubt, aus der Wendung, es feien sammlung angezeigt, es feien bort politische Angelegenheiten, erGericht nicht für erwiesen, wohl aber, daß Ehrverlegungen au Angeflagten als Clown angesehen werde. Der Borfigende des streitberfahren sei festgestellt worden, daß in der Versammlung einige Clowns weniger hier, fchließen zu müssen, daß auch er vom örtert werden. In einem daraufhin eingeleiteten Verwaltungsdiesem Zweck gegen die Arbeitswilligen angewandt worden seien. Gerichts bezeichnete es als ziemlich unwahrscheinlich daß der An- nicht über politische Angelegenheiten gesprochen wurde. Hierdurch Dieses Vergehens hielt das Gericht nur die Angeklagten Seibel getlagte so unvorsichtig gewesen sein sollte, in Gegenwart eines sei erwiesen, daß der Gendarm Völkel nicht unterscheiden fanm, und Fischer für überführt, die jeder zu 14 Tagen Gefängnis ver- Polizeibeamten eine so schwere Beleidigung gegen die Geistlichen was politische und was unpolitische Neden sind. Man könne urteilt wurden. Die Angeklagten Schulz und Wolff wurden frei auszustoßen. Aber das Lachen der Versammlung? Das sei hieraus schließen, daß Böllels Angaben über die Aeußerung des gesprochen, doch nicht zu erklären, wenn der Angeklagte von einem Glou ges Angeklagten nicht zuverlässig sind. sprochen hätte; wenn aber die Geistlichen als Clowns bezeichnet wurden, so habe man eine Erklärung für das Lachen der Verfammlung, und die dem Angeflagten zur Last gelegte Aeußerung erscheine wahrscheinlich. Gerichts- Zeitung. Der Clou oder die Clowns der Versammlung? Das war die Frage, um die es sich in einem Strafverfahren gegen den Maler Willy Schulz drehte. Dieser hat im Dezember berigen Jahres in der Freien Jugendorganisation zu Oberschöneweide einen Vortrag gehalten. Mit Bezug darauf, daß drei Geistliche, die Leiter von christlichen Jünglingsvereinen, zur Versammlung eingeladen, aber nicht erschienen waren, soll Schulz nach einer Anzeige des überwachenden Gendarmen gesagt haben: Es schade nichts, daß die Geistlichen nicht gekommen seien, denn nun seien einige Clowns weniger hier. Auf Grund dieser Angabe des Gendarmen ist Schulz vom Schöffengericht Köpenick wegen Beleidigung der Geistlichen zu 100 Mart verurteilt worden. Er legte Berufung ein, infolgedessen verhandelte gestern die vierte Strafe tammer des Landgerichts II gegen Schulz. Rechtsanwalt Rosenfeld beantragte nunmehr, den Geistlichen Lifeus als 8eugen dafür zu laden, daß der Angeklagte ihm bekannt fei als ein Mann, der nur sachlich diskutiert und nicht seine Gegner beleidigt. Ferner beantragte der Verteidiger, die Aften der Aber es gab noch eine andere Erklärung für das Lachen. Schöffengerichtsverhandlung gegen Schulz sowie die Akten des Vers Einer der Zeugen sagte, der Gendarm habe so bagesessen, daß man waltungsstreitverfahrens als Beweismittel dafür heranzuschaffen, annehmen konnte, er sei eingefchlafen. Als der Angeklagte davon daß das Zeugnis des Gendarmen Böltels nicht zuverlässig fei. sprach, daß die Versammlung durch das Fernbleiben der Geist- Das Gericht lehnte die Beweisanträge als unerheblich ab und lichen um einen Clou gefommen sei, sei der Gendarm plöglich auf verwarf die Berufung. Wie der Vorsitzende in der Urteilsgefahren, wie jemand, der aus dem Schlummer aufschreckt. Das begründung sagte, hält das Gericht die sehr bestimmt abgegeben habe auf die Bersammlung einen so tomischen Gindrud gemacht, Aussage des Gendarmen für glaubwürdig und den Gendarm für daß ein allgemeines Gelächter entstand. so intelligent, daß er wohl unterscheiden fönne, ob von einem Clou oder einem Clown gesprochen worden sei. Die entgegenstehenden Angaben der beiden Versammlungsteilnehmer erschienen dem Geridyt nicht so glaubwürdig, wie die Aussage des Gendarmen. Der Berteidiger, Nechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfelb, beantragte die Freisprechung des Angeklagten, da nicht mit Sicherheit festgestellt sei, daß er das Wort Clowns gebraucht habe. Der Gendarm habe in der Aussprache dieses Wortes vor dem Echöffengericht derart geschwankt, daß man einen Irrtum dieses Zeugen für festgestellt halten könne. Uebrigens spreche auch die Logik für die Angaben des Angeklagten und gegen die Angaben des GenWie in der ersten Instanz, so gab Schulz auch vor der Straf- darmen, denn wenn der Angeklagte gesagt haben sollte, es feien fammer an, es sei ihm gar nicht eingefallen, eine derart belei- einige Clowns weniger da, dann müßte er ja die Teilnehmer der digende Aeußerung gegen die Geistlichen zu machen. Er habe ge- Versammlung auch als Clowns betrachtet haben. Wer in eine fagt, er bedauere, daß die Geistlichen nicht anwesend seien, denn Versammlung gehe, um die Besucher derselben für seine Ideen dadurch sei die Versammlung um den Glou des Abends gekommen. zu gewinnen, der werde doch nicht die Versammlung so vor den Der überwachende Gendarm habe ihn falsch verstanden, der Gen- Stopf stoßen. darm habe wahrscheinlich das Wort Clou gar nicht gefannt und Der Angeklagte selbst berteidigte fich in längerer Nebe und deshalb das ähnlich flingende Clown zu hören geglaubt. Das wurde führte unter anderem aus, daß er es grundsäßlich vermerfe, Leute, dadurch bestätigt, daß der Gendarm in der Schöffengerichtsverhand- die auf einem gegnerischen Standpunkt stehen, zu beleidigen. Er Für den Inhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 12. November. Anfang 7%, Uhr. Königliches Overnhaus. Siegfried. ( Anfang 7 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Kaiser Heinrich VI. Deutsches. Stönig Lear. 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Beginn 7 Uhr abends. Abendkasse 60 PL. Vorverkauf bei Kliem, Hasenbeide 18/15, und bei Herrn 292/ 11* Horsch, Engelufer 15. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Tochter und Schwester Luise Kleeblatt im Alter von 18 Jahren nach langem schweren Herzleiden sanft eutschlafen ist. 2705b Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen am Ludwig Kleeblatt nebft Familie, Gastwirt, Görliger Ufer 26. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 14. November, nachm. 12 Uhr, vom Trauer hause aus nach dem Emmaus. Stirchhof, Rigbors, Hermannstraße statt. Danksagung. Für die überaus herzliche Teilnahme und reichlichen Stranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben, bergens guten Frau, unserer treuforgenden Mutter, Lochter und Schwiegertochter, unvergeßlichen Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Helene Drömert geb. Schäbernick fagen wir hiermit allen Berwandten, Freunden und Bekannten, besonders bem Gefangverein Charlottenburger Liedertafel sowie der Firma C.§. 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M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenualle des Gemeinde Friedhojes, Weißeniee, Röllestraße, aus ftatt. 50122 Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Stollege, der Maschinenarbeiter Wilhelm Müller am 8. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. b. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen. balle des Lichtenberger Gemeindefriedhofes aus ftatt. Ferner starb am 10. November unser Kollege, der Vergolder Paul Neumann. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 18. b. Mis., nach mittags 4 Ubr, von der Leichenballe bed Neu Weißenfeer Ge meinde- Friedhofes in der Rölke ftraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 93/6 Ole Ortsverwaltung. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hillsarbeiter D. Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Zahlstelle III. Todes Anzeige. Am Dienstag, den 10. Nobember 1908 starb nach langem und schwerem Leiben unser Mitglied und Kollege, der Steinschleifer Hermann Führbach im 36. Lebensjahre. 27/17 Ein ehrendes Andenken bewahrt dem Verstorbenen Die Ortsverwaltung Berlin III. Die Beerdigung findet am 13. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe der Friedens gemeinde, Rieber Schönhauser Nordend aus ftatt. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Hiermit biene den Mitgliedern zur Rachricht, daß unser lang. jähriges Mitglied, der Kutscher Friedrich Schwarz am 9. b. 9. im Alter von 44 Babren an Lungenentzündung geftorben ift. 57/10 Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. b. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichen. balle des Rigdorfer GemeindeKirchhofes, Mariendorfer Weg, and statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verwaltung II. Verband der Lithographen. Steindrucker a. verw. Berufe. ( Deutscher Senefelder- Bund.) Um Montag, den 9. November, veritarb unser Ritglied und Kollege der Steindruder Robert Malmberg im Alter von 46 Jahren an Herze lähmung. 292/13 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet an Donnerstag, den 12. Nopember, nachmittags 3, Uhr, von der Galle des Neuen Süb. Oft. Kirchhofes, Schöneberg, Sachfendamin, aus statt. Die Verwaltung der Filiale L Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Todos- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Widler Adolf Frese am 10. b. Mis. an Lungenleiden geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 18. Greitag, ben November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen. balle des Gethsemane- Stirchhofes in Nordend. Niederschönhausen aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet 124/15 Die Ortsverwaltung. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasso Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Lebensmittel Cervelatwurstra 1.10 1.25 Fettdarm Pfd. Salamiwurst............ Pfund 1.10 Teewurst.......... ..... 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Heute, Donnerstagabend S1/« Uhr findet für alle Be» ?lrfe ein toinb>»ierrer Fahlabend im Lokal von Hoffmann, flaiiet» traste und Chausteestragenecte statt Vortrag deS Grnosfen Julian Borchardt: Die Lkkuinulalio» des Kapitals. Der Vorstand Berliner JVacbrlchtens Polizei und Volksversammlungen. Seit den Wahlrcchtsdeinonstrationen, bei denen auf ruhig ihres Weges gehende Burger mit dein Polizeisabel eingebaucn wurde, scheint in Polizeikreisen sich die Meinung gesestigl zu haben, dah die ihr Versammlungsrecht ausübenden Ar- heiter vogelfrei suid. Kaum eine grötiere Versammlung kann mehr stattfinden, ohne dah ein Massenalisgebot von Schutz. leuten dazu beordert wird, um die die Versammlung verlassende» Teilnehmer anzuherrschen und sie aufzufordern, gc- wisscrinaßen im Galopp nach Hause zu reuneu: im andern Falle die Polizei sich ein Vorgehen erlaubt, das durch nichts gerechtfertigt wird und aufs schärfste verurteilt werden muh. Noch anläßlich der letzten Versammlung, in der Genosse Hofs- mann im Feenpalast sprach, sprach uns ein Ausländer, ein Lesterreicher. sein� tiefste Empörung über das Verhalten der Polizei ganz harmlosen Strahenpassanten gegenüber aus. Und anläßlich der Volksversammlungen am Dienstag er- halten wir wiederum Klagen über die Polizei. So wird uns aus Moabit berichtet, daß nach Schluß der Versammlung in der Wiclefstraße zahlreiche Teilnehmer durch die Turmstraße gingen, als plötzlich eine SckiutzmannSkette den Weg versperrte und im Lausschritt, allerdings ohne den Säbel zu ziehen, auf die Massen einstürmte, um sie vom Weitergehen abzuhalten. Dabei sollen einige Verhaftungen stattgefunden haben. In der Schönhauser Allee fand die Versammlung bei Groterjan statt. Nach Schluß derselben erschienen etwa 40 Schutzleute zu Fuß und zu Pferde auf der Bildsläche und trieben die harmlos ihren Wohnungen zustrebenden Passanten vor sich her. In der Stargarderstraße 5 machte eine Frau, von einem Ausgange heimkehrend, den Versuch, in die HauStür zu ge> langen. Vergeblich! Die hervorstürzenden Schutzleute schlugen mit den Fäusten und zum Teil auch mit dem blanken Säbel aus die ruhig ihres Weges Gehenden oder Flüchtenden ein. Ein Faustschlag eines Schutzmanns streckte die Frau nieder, über die bald die Nachfolgenden in bunter Reihe stolperten. Durch Passanten wieder aufgerichtet, verwahrte sich die Frau dein Beamten gegenüber gegen eine solche Be> Handlung.„Sic freches AaS Sie, machen Sie. daß Sie ins Haus rein kommen," war die Antwort des Schutzmannes. Und schon war die Faust wiedererhoben, da wies ein Polizei- offizier den Schutzmann zurück:„Mann, wie können Sie sich denn nur an einer wehrlosen Frau vergreifen wollen. Die Frau tut ja gar nichts I" Als die Frau nun vom Boden auf- gerichtet, sich umdreht, stößt sie mit ihrem Kops an den Kops eines Schutzmanuspserdes— berittene Schutzleute waren sogar bis hart an die Jalousie des Schaufensters heran- geritten! Die Frau versichert, nie im Leben habe sie es für möglich gehalten, daß Beamte in eine so furchtbare Ner- vosität geraten können und gegen Unschuldige in solcher Weise vorzugchen imstande wären, wie es hier geschehen ist. Angesichts eines derartigen Vorgehens der Polizei gegen Versammlungsteilnehmer muß die Frage aufgeworfen werden, aus Grund welchen Rechts die Polizei ihr Verfahren be- gründen will. Herrscht denn in Preußen ausschließlich Polizeiwillkür? Schlimmer wird ja kein Verbrecher behandelt, wie es hier anständigen Arbeitern gegenüber beliebt wird, die ihr gesetzlich gewährleistetes Versammlungsrecht ausüben. Da werden immer Klogen erhoben über die Unsicherheit in manchen Stadtvierteln, in denen sich das Louistum breit macht und sich alle möglichen Frechheiten gegen anständige Bürger herausnimmt. Als Antwort wird immer aus den Mangel an Polizei hingewiesen. Würde die Polizei nicht an ganz falscher Stelle verwendet und ihren, wirklichen Zwecke zugeführt werden, würden viele derartige Klagen verstummen. Manches Verbrechen, das heute unentdeckt bleibt, würde dann eher aufgehellt werden, als daS heute leider der Fall ist. Das fehlerhafte Sprachbuch von Nebel. Aus Lchrerkreisen wiro uns geschrieben:.In der„Pädago. gischen Zeitung" vom 2. und S. September dieses JahreS ist eine Kritik der Uebelschcn Sprachhefte, die feit einem Jahre an tl>3 Berliner Schulen obligatorisch eingeführt sind, enthalten. Bald nach der Einführung waren sich die Lehrer, die das Buch im Unter« richt benutzen mußten, darüber einig, daß die Sprachhcfte van Uebel vom Uebel seien. In ihnen ist eine Menge fehlerhafter Sähe enthalten, die davon zeugen, daß der Verfasser selbst elementare Regeln der Grammatik nicht anzuwenden versteht. Die Sprache der Kinder, von der doch bei solchen Uebnnpen auSgcganaen Wersen müßte, ist fast gänzlich unberücksichtigt geblieben: dafür stehen Sätze darin in einer so gespreizten Form, daß man glaubt, auf Stelzen zu stehen, wenn man sie nur liest Der Versasier der Kritik in der .Pädagogischen Zeitung" teilt mit. daß er vier Seiten fehlerhafter Sätze aus den 7 Heften herauSgesck'rieben habe, irno wir glaubenS ihm gern. AuS einem, dem 4. Hefte, also für Kinder von IN— 1, Jahren bestimmt, einige Proben von Uebelschen Mustersätzen in schönem und richtigem Deutsch: „Der Bergführer muß deS ganzen Gebirges kundig sein. Der Hausfrau ist MiezenS(der Katze, Anwesenheit oft erwünscht, an. genehm und lieb, weil Miez den Mäusen nicht nur schädlich, son» dern in hohem Maße verderblich wird. Dem Raben entfiel die saftige Beute, sodaß er derselben auf immer entsagen mußte. Ver« gnügt trabte er mit dem erschnappten Bissen davon und wähnte. derselbe werde ibm so gut bekommen, wie er ihm schmeckte. Gar schnell erschien ihm der Rächer seiner Schuld in Gestalt eincS schmerzhaften Todes. Ein Schinuckplatz ist der einst wüste Sand- hausen früher nicht gewesen.(Gemeint ist der Kreuzberg.) Zu Ebren unserer kuiistsinnigen Kaiserin Viktoria führt er seinen Namen. DaS Talglicht wird mit der Lichtschere geschneuzt. (Im Jahre 1308 1) Der Bierbrauer und der Branntweinbrenner maischt, indem er das Malz im Maisckbotlich mit heißem Wasser mischt und auseinander wirken läßt.(Ein Fehler in einem Satze wäre auch genug gewesen.) Welsfleisch schmeckt wie Onappe.(Seht doch die Feinschmecker unter unseren Kindern, die das kennen!) Wer holzt Bäume aus dem Schönholzer Forst ab, falls er als Bauland benutzt werden soll? Auch der listige Fuchs, welcher in Farbe und Raubgier seinem Vetter Luchs nicht ur ähnlich ist, suchte flugS daS Weite, indes Meister Grimbart, der Dachs, gemächlich in feiner Höhle schlief. Um so lustiger sprangen im Bache die bunten Forellen über ein Meter hoch nach Jnseklen empor, wie ihr noch einmal so großer Bruder LachS über hohe Mühlwehre setzt. Manche Baumriesen waren der sckrnrfen Axt erlegen. Es dreht oder drech- seit der kunstgcübte Drechsler aus zarteren Buchen Quirle, Keulen und Nadelbüchsen. auS extra feinem Buchs bäum und Ebenholz s»g«r manches Kunstwerk, wie zum Exempel Schachfiguren, Kruz!« fixe und auch manches Stück zum Luxus.(Diese Sätze sind dem ebenbürtig: Der Schuster stach mit seiner Able alle Aale in der Allee iail) Der Farre diente ehemals als Opseriier. Noch mebr als beredt muß ein Gesandter gescheit sein. Selbst unser Kaiser lädt die Gesandten wohl gar zu Tisch oder auch in die glänzende Festversammlung, die z. B. am NeujahrStage in unserer Ruhm«». balle, dem ehemaligen Gewandbause, stattfindet.(AuS einem Briefe, den ein, wohl gleichaltriges. Mädchen an die Freundin schreibt:) Meine Muiter schalt mich wegen meiner Vergeßlichkeit und wies daraus hin. daß meine jüngere Sck'westcr äußerst selten so etwa? vergißt, weil sie nickt so leidenschaftlich in Bückern liest wie ick. Auch schilderte sie mir. wieviel Verdruß und selbst große Verluste man haben könne, wenn man so oft etwa? vergehe. Da Du versprochen hast und wohl auch jetzt noch beabsichtigst, mich nächstens zu besuchen, so bitte ich Di» herzlickt, mir alsdann das Näfi'äfchchen mitzubringen. Hoffentlich ist Dir dieser Freund- schaftSdienst nicht besonder» lästig? Indem ich Deine liebe Mutter und Dich bitte, mir daS Versehen gütigst zu verzeihen, grüß« ich Dick berzlich als Deine Dich innigst liebende Freundin Franziska Großkuß." DieS die Kostproben I Gott bewahre unsere Kinder davor, daß sie jetzt oder einst solches Deutsch reden l Die wisseiifihastlich begründete Kritik fällt selbstverständlich vernichtend für das Buch auS und lebnt eS rundweg ab. Freilich ist eS leichter. Geschickten auS der Bibel. Katechismus- und Liederterte abzuschreiben und dann diese Sammlung als Biblisches GesckichtSbuch segeln zu lasten, als ein gutes Sprachbuch zu schreiben. WerS ober nicht kann, der lasse seine Finger davon, denn schleckte gibt« in diesem Genre schon genug. Oder war das Uebelscke Buch nach der Meinung deS Referenten in der Sckul- devuiation, der eS zur Einführung empfohlen hat, eine» der drei besten Werke unter den zur Wahl siebenden? Auf die Kriti? in der..Pädaaogischen Zeitung" ist weder vom Versaster der Hefte, Rektor Uebel in Berlin, noch von der Berliner Sehuldeputation eine Erwiderung eingeganaen. Halten es die Herren nickt für wert, darauf einzugeben? Viele Lehrer haben sich bei dem Kritiker bedankt für die strenge und ablehnende, doch sachliche und wissen- schaltliche Beurteilung. Oder ist eS nicht möglich, die Kritik zu entkräften, aber trotzdem ruhig die Hefte ihr Unwesen weiter treiben zu lassen? Wenn auf die Aenßerungen in der Fachpresse nichts gegeben wird, dann bat die öffentliche Presse die Pflicht, die Eltern aufzuklären, sonst herrscht womöglich bei denen, die sich um die Schulbücher ihrer Kinder kümmern, die Meinung, die Hefte wären auf Wunsch der Lehrer eingeführt worden. Noch«in anderer Punkt ist wert, der Oessentlichkeit unter- breitet zu werden: Vor dem 1. Oktober Ivo? waren die Hefte stärker an Umfang, nachher böber im Preise. Daß sie dünner ge- worden sind, macht ja daS Uebel etwas kleiner, aber warum di« meisten Hefte um je 5 Pf. teurer wurden, bedarf wobl im Interesse der zahlenden Eltern der Aufklärimg. Es war nicht etwa eine neue Auflage, sandern die Sache wurde einfach so gemacht: Auf die Stelle des Umschlages, die die Preisangabe trug, wurde ein Zettel geklebt, auf dem der um 5 Pf. höhere Preis stand. Nehmen wir an, daß 70— 80 000 Kinder die Hefte gebrauchen und alle Jahre 00 000 Hefte neu gekauft werden, so bringt das immerhin etwas ein. Daß der Verlag(R. AppeliuS. Zimmerstr. 94) den Schulen, die für ihre Lehrer um Sanderemplare baten, einen abschlägigen Bescheid zuteil werden ließ, verdient nebenbei erwähnt zu werden. Geschäft ist Geschäft! Die betroffenen Berliner Lebrer aber bitten die maßgebenden Stellen: Erlöst uns von dem Uebel!" Zwei Stadtverordnetennachwahlen für die zweite Abteilung fanden gestern statt. Im 5. Bezirk standen sich der Reichstag«. abgeordnete Dr. Mngdan und Professor Richert gegenüber. Während die Mugdansche Kandidatur von Herrn Cassel und tutti quanti lebhast unterstützt wurde, wirkten für Professor Richert die Anhänger der sozialfortschriillichen Vereinigung. DaS Ergebnis ist folgendes: es erhielt: Dr. med. Mugdau(alte Linke) 472. Professor Richert(sozialforlschrittlich) 474 Stimmen, während 2 Stimmen zer« splittert waren. Danach ist Professor Richert(sozialsortschrittlich) gewählt, obwohl Konservative und Antisemiten geschlossen für Mugdan eintraten. Die Stadtverordnetenversammlung bleibt also von einem Mugdan verschont. Es war' so schön gewesen.... Im 12. Bezirk war unter den Freisinnigen keine Einigung über die Kandidatur zu erzielen Die Hausbesitzer setzten ihre Kandidatur durch in der Person des Malermeister» Lohmann, von dem be- hauplet wurde, er sei eher konservativ, aber nicht freisinnig. Ihm war der Hulmachermeister Lucht entgegengestellt worden. Lohmann erhielt 662. Lucht 888 und der Eigenlümer Topp(wildliberal) 66 Stimmen. Lobmann ist somit gewählt. Mit ihm zieht der gg. Hausbesitzer in die Stadtverordnetenversammlung ein, die über« haupl nur 144 Mitglieder zählt. Für die Arbeiter der städtischen Wasserwerke soll— wie unS geschrieben wird— eine Magisirawverfügung ergangen sein, nach welcher die Kolannenorbeiter bei den RohrlegungSarbeilen die neun» stündige Arbeitszeit erhallen sollen und zwar. wie man hinzu. zusetzen für nötig häit, ohne den früher verdienten Lohn zu schmälern. An sich ist diese Maßnahme zu be» grüßen; stellt sie doch einen Erfolg deS StrebenS der städtischen Arbeiter nach dieser Richtung dar. Unverständlich bleibt aber, weshalb die Verkürzung der ArbeitSzeii nur den Kolonnen» orbester» und nicht auch der anderen größeren Hälfte der Wasser» werköorbeiter zuteil werden soll. ES wird der heute tagenden Deputation für die Wasserwerke vorbehalten sein, hier einzugreisen. damit zu den ohnehin schon vorhandenen Ungerechtigkeiten in den ArbeitSverbältmsien nicht eine neue hinzugefügt wird. Ferner drängt sich angesichts deS Vorstehenden die Frage auf. wo die Verkürzung der Arbeitszeit in den anderen Ver» walwiigen bleibt Davon verlautet nichts, obwohl der Magistrat angeblich für oben bezeichnete Verfügung sich di« kürzlich in dem Verbandsorgan der Gemeiiidearbeiter angedeutete Begründung zu eigen gemacht hat— die Jubelfeier der Städteordnung nämlich. ES scheint aber, als ob nur die Wasserwerksarbeiter an der Feier teil» nehmen sollen: daS wäre doch merkwürdig I Oder will MagistratuS nur teelöffelweise seine Gaben ausstreuen? Welcher Grund dazu vorliegt, ist dunkel. Jedenfalls heißt es jetzt die Konsequenz ziehen; denn sonst könnte besagte Versügung da« Gegeirleil von Beruhigung bei den städtischen Arbeitern auslösen. Der Verband für erste Hilfe(Abteilung für Krankentransport) schreibt unS:„Zu Ihrem Ariikel in der 8. Beilage der Nummer vom Sonnabend, den 7. d. M.„Erst Geld, dann Hilfe" senden wir Ihnen nachstehende Mitteilung und bitten Sie, derselben, wenn irgend möglich, zur Auskiärung des Publikums in Ihrem Blatt Aufnahme zu gewähren. Wer in Berlin einen Krankenwagen braucht und nicht in der Lage ist, denselben sofort zu bezahlen, möge sich nur an die Zentrale de» Verbandes für erste Hilfe, Schiffbauer» dämm 20(Amt III 2424 und 2417) wenden, welche jederzeil Krankenwaaen sofort stellt, gleichgültig, ob der Patient | zahlungsfähig ist oder nicht. Beim Verband für erste ! Hilfe genügt eS durwauS, wenn die Bescheinigung der Annen« ! tommission über die Notwendigkeit de» Transports nachher erbracht ! wird. In keinem einzigen Falle verweigert die Zeutiale die Ans- führung eines TranSporls, wenn der Kranke nicht zahlen kann. Die Armendirektion bat übrigens mit dem Verband einen Vertrag geichloiien, auf Grund dessen die Transporte. für welche die Armendircklion zahlungSpfliivttg ist. von diesem ausgeführt werden. DaS Mitglied der Armendireklion war im vorliegenden Falle niivO genügend orientiert, sonst hätte eS den Wagen mcbt beim Kra»le»t>a»sport- iiinernebmer Kopp, sondern beim Verband für erste Hilfe bestellt. Hierdurch wären alle die erwähnten Schwierigkeiten vermieden tvorden." Die Eiiifühmng der MünzgaSmesser(Automaten) mit der gleich« zeitigen unemgeltticden Lieferung von Koch» und BeleuchtungS« apparaien seilens der städiüche» Gasverwaltiing war von einem geradezu überraicbenden Erfolge begleitet. Die Zahl solcher Mmiz- gaSmesser nimmt von Monat zu Monat zu. Im vergangenen Jahre wurden mehr als 16 Millionen Kiibilmeier Gas nur durch Auivmaten abgesetzt. Dieter Erfolg hat tie Berliner ElekirizitäiS» werke nun veranlaßt, zunächst veimchSweise MünzelektrizilätSzähter einzuführen, die beim Einwurf enies gewissen Geldstücks eine be- stimmte Energie liefern. Für derariige Anlagen werden von den Berliner Eielirizitälsiverke» auch»»entgeltliche Installationen gegen geringe Zuichläge zu de» Suomprelfen ausgeführt. ■ Der GeneralstaatSanwalt Dr. Wachlcr ist gestorben. Wachler bat sich in den letzien Jahren speziell aus dem Gebiete deS Straf- Vollzugs betätigt; irgendivelche neimenswerte Refotiiien hat er aber nicht durchzusetzen vermocht. Die Kinderlelchenfunde in den WasscrlSufen Berlins nnd der Umgeiiung häufen sich in letzter Zeit ganz erhevlich. Gestern ivurde mi» wieder über die Landung einer Kindesleiche aus der Oberspree berichtet. Am Treptower Park wurde von Ansflüglern der Leichnam eine» toten Knaben am Ufer tteibend entdeckt inid geborgen. Wahr« fcheinltch liegt hier ein KindeSntord vor. Durch die gerichtliche Obduktion wird festgestellt werden, ob der Knabe ertränkt worden ist oder ob er eine» natüilichen Tod gesunden hat. Amerikanischer Mincnschwintrl in Berlin. AuS New York wird berichtet: Der Richter des obersten Gerichtshofes Traux Hai in einer Affäre, die auch nach Berlin hiuüberspielt, eine vorläufige Verfügung erlassen, durch die der„National Bank os Cominerce" unterjagt wird. Vermögenswerte, die der„Collonwood Creek« Kupfergesellschaft Noah E. BarneS und Konsorten" gehören, auszuzahlen, solange die gegen die Geiellichaft erhobene BelrugSantlage schwebt. Nach dieler Klage, die sich gegen Barne», den Gründer der Gesellschaft, richtet, liegt ein ganz lrasier Fall von MtnengrüiidungSschwindel vor. Danach hat Barnes durch den junge» Grafen Hans Ferdinand v. Hochberg, der ein Sohn des früheren Gencraliniendanlen Grasen Bolko v. Hochberg und ein ehemaliger Freund des deutschen Kronprinzen ist, Aktien im Werte von 200 000 Dollar unter Mitgliedern der deutschen Aristokratie und der Berliner Hofgesellschaft verlausen lassen. DaS einzige Aktivum der Kupferminengesellschast be- steht aber in ihrem— Projekt. Die düpierten Opier haben nun durch den deutsch-amerikanischeit Rechtsanwalt Robert Kuhnert in Berlin die Klage gegen die Gesellschaft angestrengt. Die Affäre des jetzt 29 Jahre alten Grasen Hans Ferdinand v. Hochberg ist nicht unintereiiant. Er heiratete in London eine Bei tiner Verkäuferin, wanderte nach Amerika aus und ließ sich dort zunächst als Chauffeur nieder, bis er mit Mr. Rauh E. Barnes zu- sammeiUras. Im vorigen Fahre kehrte der junge Gras nach Bertin zurück und verzichtete am 19. Juni 1907 für sich und seine Nachkommen aus den Grasentite! und den Adel und nahm mit Ge« nehmigung des Berlmer Polizeipräsidiums den Namen seine? „Gönners" BarneS an. Bei dieser Gelegenheit bekundete er große Sympathien für den Bund für Multeljchuy, welchem er eine �Zuwendung in Gestalt von— Kupserntineualtien machte. Adele Schreiber schrieb dem hochherzigen Grafen dafür einen großen HyinimS in der.Zeit am Mittag,_ Schuldeneintreiber! Wer als Wohnungsmieter seinem Hauswirt die Miete nicht pünktlich zahlen kann, der darf mit ziemlicher Sicherheit erwarten, daß der Hauswirt alle üblichen Mittel ver- suchen wird, zu seinem Gelbe zu kommen. Wer im Hause eines Bäckermeisters eine Wohnung mietet, der muß sich darauf gefaßt machen, daß gegen ihn, falls er mit einem Mietsrest hangen geblieben ist, noch ein besonderes Verfahren angewendet wird. Di«„Vereinigten Bäckermeister Berlins und Umgegend" haben einen„Sch u tz v e r b a n d". der für sie die Eintreibung von Schulden besorgt. Der Schutz- verband gewährt ihnen seinen Beistand nicht nur gegen Schuldner, mit denen sie in ihrem Gewerbetrieb geschäftlich zu tun gehabt haben. Ein Bäckermeister, der zugleich Hausbesitzer ist. kann den Schutzverband mobil machen auch gegen Personen, die ihm Miete schulden. Dieses Verfahren bietet dem hausbesitzenden Herrn Backermeister manche Vorteile; denn das Bureau des Schutz- Verbandes wird geleitet von einem sehr gewandten Schuldeneintreiber. der nicht nur mit den plumpen Mitteln de? gesetzlich geregelten Zwanges arbeitet, sondern auch die feinere Kunst persön» ticher Ueberredung in den Dienst seiner Auftraggeber stellt. Ein Beispiel, daS zu unserer Kenntnis gelangt ist, verdient weiteren Kreisen bekannt zu werden. Im Hause Gottsched- st r a ß e 8 7, daS dem Bäckermeister M. Paatz gehört (Herr Paatz selber wohnt im Hause Zwinglistraße 22). hatte eine Frau tz. eine Wohnung inne. Als sie zwei Monate hintereinander die Miete schuldig blieb, wurde gegen jke eine Räumungsklage eingereicht, und dos Gerickst verurteilte die Frau zur R ä u m u n g. In dem Prozeß ließ Bäckermeister Paatz sich vertreten durch den Buchdruckereibesitzer Wilhelm H a r t m a n n(M i ch a e l k i r ch st r a ß e 2 2), der bei dem Schutzverband Leiter des Eintreibebureaus ist. Für Herrn Hartmann war aber im Termin ein Herr Hundt anwesend, der unter Hartmann in dem Bureau arbeitet. Bon diesem Bureau wurde der Frau H. kurz nach dem Termin, in dem sie verurteilt worden war, die Aufforderung übersandt, einmal zum Zweck einer persönlichen Rücksprache hinzukommen. Als sie dieser Aufforderung Eolge leistete, wurde sie auf dem Bureau von dem erwähuten Herrn undt ausgefragt.-was nun werden solle. Sie antwortete ihm. zahlen könne sie nicht, sie sei doch mittellos und habe weiter nichts als ihr bißchen Wirtschaft. Da nahm der Herr Hundt ein Verzeichnis der wertvollsten ihrer Möbel auf und bewog Frau tz., diese dem Herrn Paatz für die noch re stierende Mietsschuld zu verpfänden. Frau H. tat das, doch war sie wohl über die Tragweite dieser privaten Abmachung nicht ganz im klaren. Sie durfte nun, als sie die Wohnung räumte, die Sachen vorläufig mitnehmen, aber Herr Hartmann vom Schutz- verbandL-Eintreibebureau und sein Auftraggeber H-rx Pacch wußten, daß sie ihnen nicht entrinnen konnte. Bald wurde sie denn auch vom Bureau auS bombardiert mit immer wiederkehrenden Mahnungen, in denen sie zur Bezahlung ihrer Schuld aufgefordert und ihr die Anwendung aller zu Gebote stehenden Zwangsmittel in Aussicht gestellt wurde. Zur Anwendung dieser Zwangsmittel kam eS auch bald genug. Eines TageS erschien bei Frau H. ein Gerichtsvollzieher, der im Sluftrjtge d eS Eintreibe- b u r e a u S eine Pfändung vornehmen sollte. Der Mann sah sich in der Wohnung um, aber er konnte sich nicht ent- chkießen, irgendeinen der etiva in Betracht kommenden Wirt- chaftSgegenstände für entbehrlich zu erklären. Er ging uu» berrichteter Sache von dannen und melbete, die Pfändung fei fruchtlos ausgefallen. Das paßte aber Herrn Hartmann und Herrn Baah nicht. Was ein Gerichtsvollzieher auf Grund der gefeßlichen Vorschriften für unentbehrlich halten muß, das brauchte dem hausbesitzenden Bädermeister Baat und dem SchutzverbandsAngestellten Hartmann noch lange nicht unentbehrlich zu erscheinen. Herr Hartmann hatte ja noch die private Abmachung, durch die die Frau selber ihre Sachen verpfändet hatte. Zunächst drohte er ihr nun mit neuer Klage. Als das nichts fruchtete, weil Frau H. immer noch kein Geld hatte, ihre Schuld zu bezahlen, wurde durch Herrn Hartmann gegen sie die Klage auf Herausgabe der von ihr berpfändeten Möbel eingereicht. Das Gericht entschied nach dem Wunsch des Klägers. Ein paar Wochen später tam dann ein Gerichtsvollzieher und holte alles ab, was Frau H. damals verpfändet hatte. Der Vollstreder des Urteils brauchte ja nicht mehr zu fragen, was ungefeßlich sei und was nicht. Frau H. geriet in höchste Bestürzung, als ihr erbarmungslos die Wohnung ausgeräumt und die Pfandstüde wegge fchafft und einige Tage darauf öffentlich bera steigert wurden. Daß es zu solchem Ende kommen würde, hatte sie, als sie auf den Vorschlag der Verpfändung einging, fich nicht gedacht. Der Herr Buchdrudereibefizer Wilhelm Hart. mann, der für den Schutzverband der Vereinigten Bädermeister Berlins und Umgegend das Geschäft des Schulden eintreibens mit soviel Geschid besorgt, ist unseren Lesern schon lange tein Unbekannter mehr. Er ist derselbe Hartmann, der auch als Verleger für die Interessen der Bäckermeister tätig ist und dabei ein ganz hübsches Geschäft zu machen versteht. Gleichzeitig dient er als äuptling der gelben Organi sation der Bädergesellen, und er hat in diesem Amt schon manchen Zusammenstoß mit den Leitern des Verbandes der Roten" gehabt. Es wird den„ Roten" interessant fein, diefen Gelbenführer auch mal von einer anderen Seite in seinem von uns geschilderten Borgehen gegen eine arme Frau tennen zu lernen. " Schöneberg. Vorort- Nachrichten. werden. Jedenfalls haben diese Bemühungen keinerlei Nachteile füs das Arrangement gehabt. Botsdam. Vermischtes. Die hiesige Gewerkschaftskommission beschäftigte sich zunächst mit Den Tod in der Havel fand am Dienstagnachmittag der Fischer der am 17. November stattfindenden Arbeitslosenzählung. Der Vor- meister Better. Er hatte sich mit dem Kahn nach beendeter Arbeit figende erläuterte eingehend die Zähltechnik. Eine Wiedergabe der an einem Schleppzug angehängt und wurde unterhalb der Glienicker gemachten Ausführungen hierüber erübrigt sich, da wir auf das Ber- Brüde umgeschlagen. Better sen. erlitt einen Schlaganfall und fahren bei der Arbeitslosenzählung in Groß- Berlin noch allgemein fonnte von seinem Sohne, der sich rettete, nur als Leiche geborgen Bezug nehmen. Außerdem wurde berichtet, daß in der lezten Sigung werden. der Arbeitsnachweistommission beschlossen worden ist, die Wärmeballe am 15. November zu eröffnen. Bei eintretender strenger Stälte eventuell früber. An Sonntagen soll mit Rüdsicht darauf, daß die Inanspruchnahme im vorigen Jahre an den Sonntagen nur unbedeutend war, in diesem Jahre nur bei strenger Kälte die Halle geöffnet werden. In dem Haume werden einige Beitungen, darunter auch der Vorwärts", ausliegen. Lebhafte Klage wurde darüber geführt, daß der Arbeitsnachweis der städtiſchen Arbeiter gerade von ben städtischen Juftitutionen oft übergangen würde. wurde bemängelt, daß für den Nachweis von Dienstboten eine Gebühr von 3 M. erhoben wird. Des weiteren Bei dem Bericht über die Arbeitslofenberfammlung wurde dem Buniche Ausdruck gegeben, daß die von der Stadtverordnetenversammlung, eingefeßte Kommiffion zur Steuerung der Not den Arbeitslosen gute Arbeit leisten möge, um die gewünschte Arbeitsgelegenheit so schnell als möglich zu schaffen. eine Gerüsteinsturz auf der Friedenshütte in Beuthen. Eine folgenschwere Baufatastrophe ereignete sich gestern in Beuthen. Nach einer Meldung von dort stürzte auf der Friedens, hütte ein Gerüst bei dem Hochofen Nr. 4 ein und begrub fünfzehn Maurer. Bis gestern mittags wurden drei Tote und neun Schwerberlegte geborgen. Großfeuer. Nach einer Meldung aus Nürnberg zerstörte ein im Gasthaus Ebrnfperger ausgebrochenes Großfeuer zehn Gebäude mit fämtlichen Nebengebäuden. Ein Familiendrama. In Dortmund erfchoß der Schloffer Karl Mitschte nach einem furzen Wortwechsel feine Ehefrau und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Die Peft. Wie eine Meldung aus gifsabon befagt, erkrankten während des Monats Oktober auf der Insel Terceira 59 Personen an der Pest, von denen 41 ftarben. Anschlag auf einen Eisenbahnzug. Aus Paris wird gemeldet: Während der Fahrt eines Personenzuges über die Eisenbahnbrücke der Paris- Lyon- Mittelmeerbahn bei Retournac schleuderten drei Leute Dynamitpatronen gegen die Brückenpfeiler. Die Brücke wurde heftig erschüttert und unter den Reifenden entstand eine große Banit. E3 ereignete fich fein weiterer Unglüdsfall. Bisher fonnte die Polizei der Uebeltäter nicht habhaft werden. Hierauf wurde die Wahl der Delegierten zur Ortsfrantentaffe noch besprochen und betont, daß die Wahl gezeigt habe, wie ernst es der Arbeiterschaft mit der Erhaltung des Selbstverwaltungsrechts in den Krankentassen sei. Gegen die vorige Wahl find 1500 Stimmen abgegeben. Zu bebauern mebr fei, daß das Statut diesesmal Wahl noch geteilte nicht gestattete, da sonst das Wahlresultat noch ein weit befferes gewesen wäre. Viele Stimmen gingen verloren, weil die Staffenmitglieder infolge des starten Andranges ihre Stimme nicht abgeben fonnten. Am Schluß der Verfanumlung beleuchtete der Wertreter der Handlungsgehilfen noch eingehend die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Angestellten Die Berwertung des Grunewalds zu Bauzweden", schreibt bei der Victoria- Lebensversicherungsgesellschaft, sowie das schroffe, der Anzeiger für das Havelland", wird sich auch auf das Gebiet rigorose Benehmen der Direktion diefer Gesellschaft gegenüber dem zwischen Vichelsberge und Schildhorn erstrecken, das am Stößeniee Bentralverband der Handlungsgehilfen, welcher im Auftrage der Anund Gatower See gelegen ist und zu den schönsten Teilen der Forst gestellten den Verfuch gemacht hatte, mit der Direktion zweds Ergehört. Eine Chauffee führt hier bekanntlich bart am Ufer entlang, langung befferer Arbeits- und Lohnverhältnisse zu verbandeln. Allund man hat von hier einen prächtigen Ausblid auf die Waffer- gemein war man entrüstet, wie die Direktion den Herrenstandpunkt flächen, nach dem Bichelswerder und den Gatower Höhen; an der herausfehre, und man war sich einig darüber, daß jeder organis anderen Seite der Landstraße erheben sich baumgefchmückte Waldhöhen, fierte Arbeiter diesen mit am bedrücktesten aller Arbeiter, welche in Bichelsberge von der Heeresstraße durchbrochen werden. bolle Sympathie in ihrem Kampfe um die Erringung anständiger Das ganze Forstgelände füdlich der Heeresstraße bis nach Schildhorn Lebensbedingungen entgegenbringen müsse. Es wurde hierauf an dof. hin längs der genannten Gewäffer ist für die Bebauung bestimmt. alle Delegierten das Erfuchen gerichtet, bei ihren Gewerkschaften auf Um ein zusammenhängendes Gelände zu erhalten, foll dem Ver- die Differenzen, welche mit der Victoria" bestehen, hinzuweisen. nehmen nach die oben erwähnte am Ufer entlang führende Chaussee eingeben und zu ihrem Erfaz eine neue Kunststraße gebaut werden, Friedenau. Köpenick. Gewerkschaftstarted Steglip- Friedenau. die mitten durch den Wald von der Heeresstraße nach Schildhorn Die Delegiertenwahlen zur Ortsfrankenkaffe für Arbeitnehmer geben wird. Das zwischen der neuen Chauffee und den Seeufern finden am Freitag, den 13. d. M., nachmittags von 4 bis 7½ Uhr. gelegene Waldgebiet ist demnach der Abholzung berfallen. im Rheinschloß", Rheinstr. 60, statt. Wählen tönnen alle männBirkus Schumann. Nun hat auch der Zirkus Schumann endlich lichen und weiblichen Mitglieder der Stasse, welche das 21. Lebens. fein großes Wanegefchauftud herausgebracht unter dem Titel: jahr überschritten haben Die Liste des Gewerkschaftstartells beginnt Golo, der Seeräuber und Mädchenhandler". mit dem Namen Albrecht und endet mit 8ubeil wir erNatürlich ist wieder eine Liebesgeschichte der neuen Bantomime zus fuchen die Mitglieder, nur diese Liste abzugeben. grunde gelegt. Joren Anfang nimmt fie in einem holländischen Fischerdorf, dabei Spiele und Tänze holländischer Dorfbewohner vor Augen führend. Das zweite Bild führt in eine Diamantengrotte in Indien, wohin Golo die geraubte Braut entführt hatte und wo der auf der Suche nach Edelsteinen begriffene Liebhaber die Braut entdeckt und sie mit Hilfe des mächtigen Maharadicha befreit. Der Verbrecher Golo wird zum Tode verurteilt und durch einen Elefanten ins Jenseits befördert. Die Bereinigung des jungen Paares bildet den Schlußeffeft. Gab auch die Pantomime weniger Veranlassung zur Entfaltung zirzensischer Stunft, so gab es doch genug Gelegen heit, wie beispielsweise bei dem pompösen Fest beim Maharadicha, die ganze Bracht glänzender Kostüme zu zeigen und in der SchlußApotheose unter einem butflimmernden Baldachinhimmel einen Glanz von Beleuchtungseffekten zu entwickeln, der märchenbaft ge nannt werden kann. Der Direktor Schumann wurde unzähligemal gerufen. 0 Der Arbeiter Gesangverein Liedesfreiheit I"( M. d. A.-S.-B.) begeht am Sonnabend, den 14. November, in der Königsbanf", Große Frankfurter Straße 117, fein 47. Stiftungsfest, bestehend aus volkstümlichem Liederabend und Instrumentalfonzert. Unter anderem gelangt zur Aufführung„ Die Wanderratten" von Scheu und Sonntag auf der Alm" von Koschat, beides mit großer Orchesterbegleitung. Das Ergebnis der gestern stattgefundenen Stadtverordneten Ergänzungswahl der dritten Abteilung ist für uns ein günstiges. Uniere Genoffen Hein und Weber wurden mit 1433 gegen 88 bürgerliche Stimmen gewählt. Heute Donnerstag finden die Wahlen zur Stadtverordneten versammlung in der zweiten Abteilung statt. Unsere Kandidaten sind die Genoffen: sind die Genossen: Zeitungs- Expedient Otto Ridel, Bilbelmftr. 8/9, Hausbesiger Rudolf Finger, Barifiusstraße, Gastwirt Mag Golze, Kaiserin- Auguste- Viktoriaftr. 15, Hausbefizer erm. Baededer, Dorotheenstr. 13, Schuhwarenbändler Emil Ternid, Grünauerstr. 8, Haus und Wäschereibefizer Karl Ladewig. Grünauer Straße 50. Rathause, 2 Treppen, statt. Die Wahl findet in der Zeit von 3-7 Uhr nachmittags im Das Wahlbureau unferer Bartel befindet sich bei Augustin, Grünstraße, Telephon Nr. 30( Nebenanschluß). Parteigenossen, die sich an den nötigen arbeiten beteiligen wollen, werden ersucht, sich dort im Laufe des nachmittags einzufinden. Feuer in der Kaserne des 3. Garde- Regiments. In der elften Borminagsstunde erfolgte gestern auf den Wachen der Berliner Feuerwehr Feueralarm nach der Kaserne des 3. Garderegiments zu Fuß in der Wrangelstraße 97-99. Da jede Meldung aus einer Lichtenberg. Raferne als„ Mittelfeuer" gilt, so rüdte sofort die geiamte zweite Kompagnie aus. Wie sich herausstellte, bandelte es sich aber nicht um ein Großfeuer. An der Stalizerstraße war im dritten Stock der Kaferne in einer Interoffizierstube durch einen eifernen Dien der Fußboden in Brand geraten. Es gelang in furzer Zeit, die Gefahr zu beseitigen. Das Wahllomitee. Der hiesige Bildungsausschuß veranstaltet am 15. November eine Führung durch das Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 43. Die Führung übernimmt der Vorsitzende der„ Atademischen Unterrichtsfurie für Arbeiter Herr Proskauer. Die Parteigenoffen werden erfucht, sich zahlreich hieran zu beteiligen und Punkt 11 Uhr im genannten Museum in der Abteilung Korallen Polypen anwesend zu fein. Der Besuch des Museums ist kostenlos, nur sind für die Wärter pro Person 10 Bf. au zahlen. Rummelsburg Borhagen. Der„ Verband Berliner Abftinenzvereine" hielt diefe ganze Woche Versammlungen ab. Morgen und übermorgen steht noch je eine in Charlottenburg und Rigdorf aus. Die Genossen vom Deutschen Arbeiter Abstinentenbund( Ditsgruppe Berlin) bitten uns, darauf Die am Montag stattgefundenen Delegiertenwahlen zur Ortsaufmerfiam zu machen, daß für Parteigenossen, die sich einer Abstinenzorganisation anschließen wollen, gemäß dem Befchlusse des frankenkasse endeten mit einem vollen Siege der organisierten Essener Parteitages mir der Deutsche Arbeiter- Abstinentenbund in Arbeiter. Die vom Gewerkschaftskartell aufgestellte Liste der ArbeitFrage tommen fann. nehmer wurde einstimmig, die für Arbeitgeber mit großer Majorität Bugentaleifung. Einer Meldung aus Fiume zufolge ist bei Buccari ein gemischter Zug entgleist. 8wei Personen wurden getötet, mehrere verwundet. Briefkaften der Redaktion. Die furiftliche Ebrechftunde Andes Lindenkrake Nr. 8, gweites britter Eingang. bier Trevven, abriubl wochentägit abende bon 7 bte 9%, lbr natt. Georinet 7 Uhr Sonnabende beginnt die Sbrechftunde am 6 br. Jeder Anfrage in etn Buchhabe und eine Habl ale Wiertzetben betzufügen. Brtefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage bergeben. ilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. .. 50. Fragen Sie doch gefälltaft bei der angegebenen Adresse an. 21. 8. 30. Eine solche Verlojungsliste finden Sie in jedem Bank. G. R. 68. Solche Mittel fönnen wir nichi empfehlen. geschäft. . 100. Rein. Sie müffen fich ichon wieder an einen Tierarzt wenden. Tenament. 1. und 2. Ja. 3. Der Nachtrag mußte eigenhändig ge schrieben und unterschrieben fomte datiert sein. Er fann auch zu Protofoll des Gerichts erflärt oder übergeben werden. 21. S. 100. 1. Ja, aber der Bertag wäre gegenüber Abren beutigen Gläubigern ungültig. 2. 3 tann ein Pfandvertrag geschlossen werden Dertelbe hindert aber eme Bfändung leitens der Gläubiger nicht. 3. Nein, es muß aber nachgewiesen werden, daß die Sachen von dem Verdienst der Frau angeschafft find. 4. Ja.$. R. 78. 1. Ja. 2. Nein Hanus 3. Wie wir wieder. bolt bargelegt haben, werben Staatssteuern in Breußen bei einem Gin. tommen bis 900 M., in England bei einem solchen bis 3000 m. nicht er. boben. Als Existenzminimum gilt nach dem reichsgefeglichen Lobns beschlagnahmegesez ein Einkommen bis 1500 m. 7. O. 99. Der An trag ist an den Landrat zu richten. N. R. 200. Der Anspruch er. scheint nicht aussichtslos. Er wäre zunächst bei der Eisenbahndirektion und im Falle der Ablehnung beim Gericht geltend zu machen. T. 250. Wenn nicht etwa, was in Berlin gebräuchlich, im Mietsvertrage das Gegenteil vereinbart ist, haftet der Wirt, nicht Sie, für den Erfaz der zerbrochenen Scheiben. Withelm Sch. 1809. Net $. 25. 1. und 2. Ja. M. 3. 41. 1. Abgeordnetenhaus und Herrens haus find zuständig. 2. Voraussichtlich in der zweiten Hälfte des November. 3. Annahme wahrscheinlich. A. 6. 10. Die Betreffende kann sich an die Stiftungskommission, Boststr. 16, eventuell an die Armentommission wenden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Dtreffion übes den Großbandel in den Bentral- Marttballen. Marktlage: Fleisch: Wild: Zufuhr 3ufubt schwach, Geschäft ruhig, Breise unverändert. reichlich, Beichäft lebhaft, Breise feft. Geflügel: gufubr genügend, Beichäft flott, Preise behauptet. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft ruhig, Preise für Hechte anziehend, sonst wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemuie, Obst und Süd. rate: Bujuht genügend, Geschäft anhaltend still, Breise wenig verändert. Witterungsüberficht vom 11. November 1908, morgens 8 Mbr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Stothembe 768 5 Camburg Berlin Franfi.a Münden ren Wetter 5°.= 4° R Temp. n. 2 molten! -4 Stattonen Barometer aparanda 757 N quig richtung Windstärke Wetter 16° C= 409. 2 Schnee- 13 1 balb bd.- 8 4 boltg 2 bededi 11 6 2 bededt-2 767 DSD 2 Dunst-6 Betersburg 764 52 769 S0 1 molten!-6 Scil 759 5 769 ND 1 Dunst-8 berbeen 756 55 76950 4 Nebel-4 Barts 765 50 770 D 1 Nebel-31 Wetterprognofe für Donnerstag, den 12. November 1908. Beitweise nebelig, sonst meist heiter und troden, aber lalt bei mäßigen füdöstlichen Winden. Berliner Betterbureau Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Bewäfferfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau Bafferstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg eich fel, Thorn Oder, Ratibor Krosien Frankfurt Barthe, Scrimm Landsberg nege, Bordamm Allein die Elbe, Leitmeri Feuerwehrbericht. Die Schöneberger Feuerwehr hatte gestern gewählt. einen großen Brand am Sachsendamm 65 zu löschen. Das Feuer Tegel. war dort in einem Schuppen ausgekommen, hatte an dem Inhalt, Der Bersuch des Wahlvereins, Kunstabende am hiesigen Drte Wagen usw. reiche Nahrung gefunden und auch den angrenzenden einzuführen, darf als vollauf befriedigend bezeichnet werden. An Pferdestall ergriffen. Als die Feuerwehr erschien, hatte der Brand 650 Befucher hatten sich am Sonnabend eingefunden, um den fünftschon eine große Ausdehnung erlangt; um eine weitere zu ver- lerischen Darbietungen beizuwohnen. Das biefige Bürgertum scheint hüten, mußte die Wehr von mehreren Seiten mit vier Schlauch über die fünstlerischen Bestrebungen der Arbeiterschaft jedoch anderen leitungen von Dampfspritzen vorgeben und längere Zeit Waffer geben. Sinnes au fein, was aus folgendem hervorgeht: Zur Begleitung der Der Schuppen und Pferdestall wurden ein Raub der Flammen, es Solisten war der Kapellmeister Bernhard Rigiche gewonnen worden. gelang jedoch die Pferde zu retten und die angrenzenden Gebäude zu Derselbe unterhält in Tegel ein Konservatorium für Musik und ver einem für die Arbeiterschaft gesperrten Lokale idigen. Die Entstehung des großen Feuers wird auf Unvorsichtig anstaltet feit zurückgeführt. Konzerte uso. Da die Tegeler Genossen die Kunst für frei hielten, Gleich darauf hatte die Schöneberger Wehr in der Mosstr. 24 ebenso Herr Nigiche, glaubten fie, daß seine Mitwirkung für die zu tun, wo das Zwischengebälf u. a. brannte. Später wurde dies hiesigen Spießbürger nicht gefahrvoll sein würde. felbe Wehr noch nach der Kolonnenstr. 32 alarmiert, wo in einem Genoffen hatten sich zu großen Hoffnungen hingegeben. Herr Pferdestall Feuer ausgefommen war. Die Berliner Feuerwehr hatte Nitzsche wurde derartig bearbeitet, daß er einfach seine Zusage zur zurüdnahm. heute früh um 4 Uhr in der Ruheplasstr. 25 zu tun, wo in einem Mitwirkung Zum Glüd übernahm sofort Herr Seller Mill in Brand geraten war. Am Kronprinzenufer 3 wurden Fleming feine Rolle. Eigentümlich ist es, daß sich Herr Nitzsche an Betten, Deforationen u. a. ein Raub der Flammen. Im Keller anderen Orten nicht abhalten läßt, bei der Arbeiterschaft durch seine des Hauses Turmstr 11 brannten Ballen, Schaldecken u. a. Ferner Darbietungen fich Geld zu verdienen. Auf westen Anraten der hatte diese Wehr in der Aderstr. 82 und Röthenerstraße 14 zu tun. Burücktritt dieses Herrn erfolgt ist, fonnte noch nicht festgestellt Dresden Barba Magdeburg am fett 10.11. 9. 11 cm cm) 1288)-2 -16)+13 54-2 72<-4 60-2 74 Basserstand Saale, Grochliz avel, Spandau) Rathenow³) am feit 10.11. 9. 11 cm cm) 64 0 42+5 15 Spree, Spremberg) 74 Beeskow Beser, Münden 62 -122 165) 0 Minden -36 3-1 Rhein, Marimiliansau 294 <-8+1 -3 +-84 Kaub 90 Stöln 58 -196+1 Redar, Heilbronn 24 17 0 Main, Wertheim 97 50 +8 Mosel, Trier Fall. Unterpegel. 5) Grundeisgang. + bedeutet Buchs, treiben.) Grundeistreiben. startes Eis. Von der Weißen Elster bei Krossen wird Eisstand, von der mulde bei Düben schwaches Treibeis gemeldet. Zu naturgemäßer Lebensweise gehört Kathreiners Malzkaffee. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Bureau: Muladstr. 10 L. Ortsverwaltung Berlin. Sernpr. Amt III 4518Sonntag, den 15. November, nachmittags 2 Uhr, in Keller's feftsälen ( Inh. Freyer), Koppenstr. 29: Protest- Versammlung Brauftener! gegen die von der Reichsregierung geplante Hierzu find sämtliche in den Brauereien Groß- Berlins beschäftigen Arbeitnehmer aller Kategorien eingeladen! Zages Drdnung: 1. Die neue Brausteuer, eine wirtschaftliche Gefahr für die Braueretarbeiter. Referent: Reichstagsabgeordneter, Genosse Adolf Geck. 2. Disfussion. 44/7 Kollegen! Agitiert für einen Massenbesuch dieser Versammlung und bringt die unorganisierten Kollegen mit in diese Versammlung. Kein Mann darf fehlen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Die Ortsverwaltung. Verband. Maler, Lackierer, Anstreicher der Bureau: Melchiorstraße 28, varterre. Filiale Berlin. etc. Telephon: Amt IV, 4787. Freitag, den 13. November 1908, abends 8%, Uhr: Sektions- Versammlung der Lackierer in Träsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Zages Ordnung: 1. Die Protefte gegen die Kandidatur Bernard. 2. Disfuffion. 8. Werfftattangelegenheiten. Begen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Stollegen ersucht, zahlreich und pünftlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Sektionsleitung. Dienstag, 17. November, im Alten Schüßenhaus", Linienstraße 5: IF Unterhaltungs- Abend. Bortrag: Die literarische, soziale und sittliche Bedeutung Emil Zolas. Referentin: Genoffin Ida Altmann. Nachdem; Gemütliches Beisammensein. Eintritt 30 Pf. Eröffnung& lhr. Anfang 9 Uhr. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Orts Stranfenfajfe Sonntag, den 15. November 1908. abends 7 Uhr. in Litfins Gesellschaftshaus, Memeler Straße 67: Orts- Krankenkasse der Gürtler. Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen. werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN Beuerdings auch mit Mundstück bergestellt JOSETTI VERA m. Mundstück CIGARETTEN enthalten dieselbe Röstliche Mischung wie Vera ohne Mundstück, die stets bei allen urteilsfähigen Rauchers to bestem Ruf gestanden Josetti- Vera m/ M 10 St. 30 Pfg Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Freitag, den 13. November, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel.ufer 15 General- Versammlung Zu der am Sonntag, 15. d. M. aller zum Zweigverein gehörenden Sektionen und Zahlstellen. Dormittags 9, Uhr, im Märkischen des Metchetagsabgeord Daniel Stücklen über Hof, omtrafftr. 18c, stattfindenden Vortrag Reiferindrücke aus dem Orient". Nach dem Bortrag: 6/19 Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Eintritt 20 Bf. Garderobe fret. Demokratische Vereinigung Donnerstag, den 12. November, abends 8, Uhr, in den gentral Theater- Fejjälen, Alte Jafobftr. 30-32: Oeffentliche Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1 Der Reichstag und das persönliche Regiment. Referent: Dr. Theodor Barth. 2. Frete Aussprache. Gäfte, Männer und Frauen, herzlich willkommen. 292/12 Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands.( Zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. eute, Donnerstag, den 12. November. betm 4. Morgen, Freitag, den 13. November, beim Kollegen Litfin, Memelerstraße 67. Kollegen Girshoit. Plößenfee. 2. Morgen, Freitag, 99 3. 99 bea 13. Rovember, Kollegen B. Cbiglo, Schmedterstraße 23/24 Morgen. Freitag, den 13. November, Kollegen Rahn, Horndorferstraße 8. betm betm 99 99 99 51/2 5. Geute, Donnerstag, den 12. November, beim Kollegen J. Meyer, Oranienftrane 103 6. Morgen, Freitag, den 13. November, Kollegen Stumpe, Alte Jafobftraße 65. Sämtlich nachmittags 5 Uhr. betm Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg). Oertliche Verwaltung Berlin. Freitag, den 13. November 1908, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Saal 8. Tagesordnung: Abrechnung vom dritten Quarial. Verschiedene Rassenangelegenheiten. Der Vorstand. 259/ 8* 3. 2.: Richard Schröder, Berlin O., Zilfiter Straße 7. Ortskrankenkasse für die Wäschefabrikation. Der unterzeichnete Borftand macht hierdurch bekannt, daß am Donnerstag, den 26. November 1908, abends 7, Uhr, in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35, bie 48. ordentliche General- Versammlung ftattfindet. Zages Ordnung: B 1. Berlesung des Protofolls der Frühjahrs Generalversammlung. 2. Neuwahl für drei Vorstandsmitglieder( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer) und Ergänzungswahl für ein ausgefchiedenes Borstandsmitglied( Arbeit nehmer). 3 Bahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des Jahres 1908. 4. Verschiedenes. Anfragen, zu deren Beantwortung Einsicht in die Geschäftsbücher notwendig ist, sind bis zum 24. d. Mts. schriftlich bei der Stasse einzureichen. Eintritt zu dieser Versammlung haben nur die für 1908/1910 gewählten Vertreter. Diefelben erhalten besondere Einlaßkarten. welche bei der Versammlung gleichzeitig als Ausweis dienen. Berlin, den 4. November 1908. Der Vorstand der Ortskrankenkasse für die Wäschefabrikation. Emil Sternberg, Borjigender, Klosterstr. 86. 14/17 Ordentlichen General- Versammlung staffenmitglieder und der Arbeitgeber werden die Herren Bertreter ber hiermit ergebenst eingeladen. Tages Ordnung: 1. In getrennter Bersammlung: Neuwahl des Borstandes( 4 Arbeitgeber, 8 Arbeitnehmer) 2. In gemeinsamer Berfammlung: Bahl einer Kommission zur Prüfung der Rechnungen des laufenden Jahres. 3. Statutenänderung(§ 13 8iffer 3). 4. Verschiedenes. Berlin, 12. November 1908. Der Vorstand. 6. Kneiss, Borfizender. 27045 Tages Drdnung: 1. Vortrag des Arbeiterfekretärs Genossen Ritter über: Die bevorstehende Wahl der Betfizer zum Gewerbegericht. 2. Abrechnung vom III. Quartal. 3. Berschiebenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Pelz- Stolas, Muffen, Kindergarnitur aar streng reelle ware, gebe su ausserordentlich niedrigen Preisen bei sehr grosser Auswahl anch eluzein ab. Hut- Arnold Grosshandlung für Ano, Matzen and Pelzwaren Dresdenerstr.116) 140/5 Der Zweigvereinsvorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Ortsverwaltung Berlín. am 15. November and 22. November finden UraniaVorstellungen natt. Am 15. November, Eröffnung vormittags 10 Uhr, Vorstellung 11 libr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eis zeit unserer Heimat. Billetts find noch auf dem Bureau und am Sonntag vor der Urania zu haben. Keln haufzwang. Die Billetts zum 22. November find vergriffen. Invaliden- Unterstützungskasse der Gürtler zu Berlin. 3/7 Sonntag, den 15. November, mittags 12%, Uhr, im Lokale von Möhring, Admiralftr. 180: Ordentl. General- Versammlung Tagesordnung: 1. Wahl etner Rechnungs- Prüfungsfommission 2. Festfegung der Invalidenunterstützung für das Jahr 1909. 3. Verschiedenes. 292/14 Der Vorstand. J. A.: Adolf Heller. Heute früh 8 Uhr! kannte noch niemand meine herabgesetzt billigen Preise. Ich empfehle einen Posten getragener Monatsparderoben, In feinsten Werkstätten gearbeitet, von Herrschaften, Kavallerer, Reisenden nurWochen gebrauchte Monats- Anzüge 8, 10, 14, 18 Mk. Monats- Paletots 6, 8, 12, 16 Mk. Monats- Hosen.. 2.50-5.00 Mk. Auch mache ich auf meine prosse Abteilung neuer Garderoben aufmerksam. J.Wand Heuptgeschäft:: Grosse Frankfurterstr. 116 2. Gesch.: Chausseestr. 89( Bitte Haus- No. beachten!) Gesellschafts- Anzüge werden billigst verliehen. Ehe Event. Teilzahlung Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie bitte ohne Kaufzwang Paul Burows Möbelfabrik Lindenstraße 105( Hall. Tor) Großer Räumungs- Ausverkauf wegen Umzuges zu Fabrikpreisen!! J..: Die Ortsverwaltung. Ruderverein„ Vorwärts" 99 Stralau, Tunnelstr. 17. Mittwoch, 18. November( Bußtag): ,, Herrenpartie" Abfahrt 7 vom Schlesischen Bahnhof nach Strausberg. Bom Ontbahnhof durch Annatal, Marienberg nach Strausberg( Stadt). Fähre nach Seebab ( Gr. Frühstück), dann durch Blumental nach Tiefensee. Für Nachzügler: 12 ab Schlesischen Bahnhof nach Strausberg, dann Bimmelbahn nach( Stadt) Fayre, nach Seebad( Treffpunkt). Gleichzeitig bringen wir unsere am 15. November stattfindende Urania- Vorstellung( Der Montblanc) in Erinnerung. Einlaßkarten im Bootshaus sowie beim Ohmann erhältli Nach der Vorstellung in den Industrie- Festfälen, Beuthstr. 19: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Sonntag, den 22. November: 2. Unterhaltungs- Abend im Bootshaus! Sonntags geöffnet. Um zahlreiche Betesligung bittet Das Komitee. 292 10 3. A.: Robert Schneider, Obmann, O., Am Comenius- play 6, IV. Pelz- Spezial!!! 119 Dresdener Str. 119 Eckhaus Oranienplatz, Berlin S. Eigene Kürsehnerei. Nur prima Felle in allen Arten stets am Lager. von . zirka 150 cm lang, Skunks- Stola Echt Nerz- Stola Echt Echt von · zirka 200 cm lang. Tibet- Stola von sirka 140 cm lang, schwarz. Fell- Vorleger. 40 M. an. 25M Ziegenfelle 350 Katzenfelle 2 450 Rehfelle 450 Reparaturen Eile zu Weile, schnell, gut, billig. 119 Dresdener Str.[ 19 Eckhaus Oranienplatz. Geffentliche politische Versammlungen. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands( Zahlstelle Groß- Berlin). Achtung! Bureau: Linienstr. 215. Geöffnet von 9-1 and 4-8 Uhr. Telephon: Amt 3, 938. Arbeiter und Arbeiterinnen der chemischen Juduftic. Achtung! Sonntag, den 15. November, mittags 12 Uhr, im„ Palast- Theater", Burgstr. 22: Große öffentliche Versammlung aller in der chemischen Industrie Beschäftigten ( chemischen, Farben-, Farben-, Seifen-, Seifen-, Gummi-, Schallplatten-, Glühlicht-, Magnefla- und Glimmer- Fabriken). ages Drdnung: 64/7 1. Die wirtschaftliche und sanitäre Lage der in der chemischen Industrie Beschäftigten. Referent: Neichstagsabgeordneter August Brey. 2. Diskussion. NB. Kollegen und Kolleginnen! Es wird bestimmt erwartet, daß unter Berücksichtigung des vorstehenden Themas niemand der Versammlung fernbleibt. Erscheint in Massen! Magenleiden. Herrn Wilhelm Pramann, Dresden- N. Jor Cacaol betommt mir sehr gut und hat mir bei meinem Magenleiden gute Dienste getan. Annaberg, den 16. September 1908. Dbere Schmiedegaffe 4. Arthur Grohmann. 1. Cacaol tft tn 4, Bfb. Bateten zu m, Bfb. Bateten zu 50 Pfennig burch alle einschlag. Handlungen zu beziehen. Problem 4. Zlebung 5. KI. 219. kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. November 1908. vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Bewähr.! achdruck verboten.) [ 1000] 238 805 942 1094 404 538 714 24 896 2017 58 123 49 53031 465 619 58[ 3000] 717 985 4037 126[ 500] 28[ 500] 552 53 98[ 500] 837 r67[ 500] 5018 45 53 112 360 [ 3000] 823 65 1.5001 91 1500] 6585 88 784 710 853 7114 [ 1000 35 351 87 426 34 623 91 773 8007 51 59 112 719( 3000] 87 800 9078 593 697 10177 22 507 17 45 912 11014 171 868 478 875 757 988 11000 12128 425 73 640 715 88 853 68 1500] 946 66 131 4.9 39 541[ 500] 65 780 14091 137 397 527 655 73 739 13001 64 931 15188 329 91[ 300] 433 806[ 500] 16051 [ 1000] 198 28 813 508 602 48 747 839 17096 321 421 95 [ 1000) 588 863 970 77 18030 171 489 87 19001 111[ 300] 220 305 128 90 501[ 300] 785 902 911 1500] 44 52 20 82 596 672 704 886 932 21246 1500] 88 575 633 880 22189 348 134 654 847 23116 208 71 505 903 24251 [ 8000] 823 578 25118 40 523 624 83 83 789 49 888 929 85 26078 292 488 41 587 759 831 943 49 27450 99 569 95 28006 198 258 890 513 33 11000] 88 641 713[ 500] 27 861 29015 107 21 223 616 786 841 967 1500 30136 571 639 732 90 938 31099 687 56 88 740 72 32050 174 468 649 49 33033 165[ 500] 230 45 838 88 052 34117 874 522 15001 25 697[ 1000] 755 84 805 35118 897 535 653 66 78 903 36095[ 500] 193 319[ 500] 408 [ 5000] 35 624 88 771 82 871 37102 348 469 995 38198 202 875 451 550 883 39335 888 850[ 500] 788 809 40028[ 3000] 194 916 55 78 415 40 783 880 84 904 25 4121 27 9 436 583 42030 53 113 20 200 338 402 658 780 991 43059 174 328 39 681[ 500) 70 738 992[ 3000] 44158 207 40 49 308 946 45024 320 402 28 500 64 657 781 907 46032 119 217 73 597 634 45 47 181 36 579 761 93 48267 91[ 1000] 359 478 507 850 986 49009[ 300] 20 51 4 25 215 38 73 309 643[ 1000] 769 83 1500] 833 63 78 50217 1500] 852 110001 430 79 954 938 78 51103 854 437 60 98 142 96 52037 83 90 105 206 550[ 500] 729 [ 500] 64 53130 435 528 617 81 781 67 96 955 54153 240 [ 500] 90 97 348 52 500 46 850 911 29 908 55074 127 74 505 26 45 628 730 882[ 1000] 941 56003 821[ 300] 461 807 947 57035 100 11[ 10001 58 825 86 558[ 1000] 808 985 5818 480 84 82 1500] 518 41 888 59129 512 32 98 631 70( 500] 77.921[ 5001 60048 70 389 448 657 61135 841 442 58 815[ 3000] 40 47 62003 45 87 294 313 479 598 755 828 78 63166 74 263 56 762 802 82 931 64028( 500] 129 250 99 557[ 1000] 767 215 961 88 65 38 268 99 880 418 691[ 500] 850 983 66082 409 64 65 703 982 94 67005 48 113 59 552 60 84 95 11000 934 68126 768 69094 95[ 500] 354 87 403 10 888 96 962 7013 10 70 216 23 86 358 789 880 957[ 500] 71006 [ 500] 87 184[ 5001 212 17 306 587 607 750 882 72041[ 500] 110 228 857 412 78 572 601 18000] 16 84 779 941 74 73069 142 21 813 31 89 432 614 913 55 74384 506 29 91 957 75027 117-196 567 748 808 52 900[ 500] 58[ 1000] 76168 825 55 973 77 162 587 1500] 616 800 78052 125 482 72 615 62 772 826 79138 249 830 563 650 362 80069 268 1500) 842 411 558 64 622 834 70 977 81233 73 87 309 9 25 616 47 810 83 82130 38 393 507 83730 88 814 978 84011 53 251 68 558[ 300] 618 26 974 85084 212 588 700 882 962 86133 219 456 610 55 98 957[ 500] 82 89 87 157 359 502 57 818 951 88053 135 83 829 96 917 32 89058 160 99 266 478 815 715 47 807 90305 829 91230 1500] 302 43[ 500] 504 37 97 739 53 901 59 92:19 805 417 557 608 58[ 500] 724 937 93117 [ 500] 78 208 18 415 34 607 39 41 616[ 500) 82 94390 402 15 543 742[ 1000] 976 95024 128[ 500] 688 90 876 96008 185 903 18[ 1000]£ 7047 150 310[ 500] 513 654 708 932 980: 6 250 459 94 605 738 834 99211 331 474 522 787 915 [ 3000] 98 100133 276 362 630 754 101140 503 793 872 911 63 102080 125 103362 469 72 605 33 76 841 104121 49 38 891 58 614 731 105041 245 77 93 332[ 1000] 603[ 1000] 86 709 62 106284 600[ 3000] 705 822[ 500) 107182 846 439 767[ 500] 825 108182 309 73 986 109071 125 90 837 353[ 300] 87 1500]( 24 77 730 51 110040 113 853 111068[ 1000] 208 311[ 3000] 90 974 112095 10001 222 23 461 587[ 1000] 927 113139 534 671 98 90 114078 133[ 1000] 248 758 926 115162 63 248 83 850 408 37 67 82 794 996 116085 184[ 500] 279 593 667 117092 441[ 1000] 684 999 118533 70 75 617 724 868 119065 351 708 97 980 120038 121 30 59 62 64 82 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Konrad Bruns, Linienstraße 215. * Solinger Stahlwaren. empfehle in größter Auswahl. Tischbestecke, Löffel, Tranchier, Hack. u. Wiegemesser, Scheren, Haarschneide- Maschinen, Taschen- und Rasiermesser. Nickel- Service, Aluminiumgeschirre, Wagen, Haushaltungsmaschinen. Tablette, Kassetten, Revolver, Teschings, Luftbüchsen, Munition, Schlittschuhe usw. Wilhelm Dietz, Solinger Stahlwaren, Brunnenstraße 5, am Rosenthaler Tor Möbelfabrik Julius Apelt 6 Adalbert- Straße 6 Hochbahnhof Rottbuser Tor ( früber Stalizer Straße 6). Pianino, Hoflieferant, um jeden Breis fofort zu verlaufen Frans zöfifche Str. 15, I rechts. 4. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie.| 516 627 727 49 146182[ 3000] 348 465 68 500 5 65 609 Ziehung vom 11. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 39 205 76 91 355 75 530 34[ 1000] 51 625 718 847 1074 828[ 500] 440 45 92 509 894 2215 35 60 541 786 927 96 [ 5000] 3038 111 283 455 534[ 500] 628 915 47 78 4072 74 229 714 27 5:81 400 35[ 5000] 550 617[ 1000] 37 6034 60 228[ 3000] 31 688 717 7267 624 792 86 9161 266 85 331 444 10056 497 514 88 655 785 868 90 11048 183 84[ 1000] 827 472 899 951[ 3000] 12085 114 354 711 54 13038_391 [ 500] 634 49 96 842 14180[ 5000] 209 561 63 622 791 15083 443 65 846[ 1000] 16097 159 496 663 762 63[ 1000] 17058 154 301 47 702 81 931 18539 773 902 19011 160 243[ 1000] 51 82 453[ 1000] 803 40 20389 422 630 761 836 42 21132 51 518 650[ 1000] 796 848 900 22059 99 166 254[ 10 000] 491 557[ 3000] 743 858 23020 42 157 70 478 83 607 38 853 24040 67 79 97 195 212[ 1000] 461 520 24 671 710 811 25062 152 208 16 438 64[ 500] 510 93 668 790 833 973 97 26264[ 500] 615 977 92 27090[ 500] 120 234 355 56 512 54 682 28275 323 [ 500] 435 89 92 507[ 1000] 37[ 3000] 682 902 29299 381 427 74[ 500] 589 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.