Nr. 207. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando: Bierteljährl 3,30 M., monatl. 1.10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Marf bro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Defterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen Belgien, Dänemark, Holland, Italien. Buzemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz an Eriocint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( jett. gedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erite Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 6 Bfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Zu neuen Kämpfen! Freitag, den 13. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Ideologie, hinter der ihre eigenen Klasseninteressen verfochten So war das bürgerliche Parlament völlig hilflos und werden. Die Diener des Königs waren es nur, wenn sie in verzichtete tampflos auf jeden eigenen Entschluß. Seine unWirklichkeit seine Herren sein fonnten. berföhnlichsten Feinde, die Konservativen und ihre Regierung, So war die Stellung der Konservativen in der Debatte zeigten sich als seine unumschränkten Herren, ohne deren Erdes Reichstages über das persönliche Regiment von vornherein laubnis das Bürgertum feinen Schritt zu machen wagte. Man wird die historische Bedeutung der Geschehnisse der gegeben. Wenn selbst sie gegen den augenblicklichen Träger War Bülow die Ausrede der Geschäftsordnung willkommen, Yetzten Wochen, in denen das deutsche Regierungssystem so des persönlichen Regiments Stellung nehmen mußten, so nur die von jeher eine unerträgliche Fessel seit dem Verbrechen schmählich zusammengebrochen ist, nicht gering bewerten dürfen. deshalb, um nicht durch die Unvorsichtigkeiten und Ungeschick der Kardorff- Mehrheit vom Dezember 1902 den deutschen Freilich ein Zusammenbruch, zunächst nur im Bewußt- lichkeiten des momentanen Vertreters das System selbst Reichstag vollständig lähmt, so vielleicht noch mehr den bürgersein des deutschen Volkes. Aber die Revolution der Gehirne gefährden zu lassen. Die Konservativen mußten protestieren, lichen Parteien, denen sie die Abstimmung ersparte. Aber nicht ist die Voraussetzung für die Bereitschaft zur Lat. Und so weil es Wilhelm II. durch sein neuestes Auftreten gelungen zugleich die Verantwortung. Die haben sie auf sich genommen, schwer und lang der Weg noch sein mag, der zum Ziele führt, war, alle Interessen aller Klassen des deutschen Volkes zugleich als sie in ihren Worten so bereitwillig dem Träger des Systems nie noch war der Wille der Massen so entschlossen, diesen zu verlegen. Es ist charakteristisch, daß es sich bei diesem ihre Absolution erteilten, als alle Reden statt des notwendigen Weg zu beschreiten und bis ans Ende zu gehen. Protest um einen Aft des persönlichen Regiments auf dem Mißtrauens noch Worte des Vertrauens und der AnMit dem Bankrott des persönlichen Regiments begann Gebiete der auswärtigen Politik gehandelt hat. Es war erkennung hatten. So wurden diesmal die Soziales, mit dem Eingeständnis der Unfähigkeit der Bureau- die Gefährdung der Stelling der ganzen Nation bor demokraten zu den Sprechern der Nation, und fratie fette es fich fort, mit dem Versagen der bürgerlichen dem Auslande, das die Proteste herausforderte. Solange wieder hat es sich gezeigt, daß die Vertretung der proleParteien des Reichstages wurde es vollendet. Es war, als sich die Uebergriffe des persönlichen Regiments auf tarischen Klasseninteressen zugleich die Vertretung der ob die herrschenden Klassen den Beweis für ihre Unfähig die innere Politik beschränkten, solange seine Polemik in dauernden und wahren nationalen Interfeit bis zum Ende erbringen wollten. dem Dienste der herrschenden Klasseninteressen gegen einzelne e sf en bedeutet. Die Sozialdemokratie allein formulierte und der Der alte Gegensatz im Bürge hum zwischen den Ver- Parteien und vor allem gegen die Sozialdemokratie gerichtet verteidigte die Rechte des Parlaments gegen den Absolutismus tretern des Grundbesizes und den Vertretern von Handel war, solange war er der Verteidigung und Verherrlichung wie gegen die bürgerlichen Parteien des Reichstags selbst. Sie und Industrie ist überall unter dem Ansturm des Proletariats sicher. Wenn es jetzt anders war, so nur, weil Wilhelm II. allein wies den Weg und das Ziel, sie allein wollte den Stampf. sehr abgeschwächt worden. Nirgends aber so sehr wie in diesmal die Klasseninteressen auch der Herrschenden ver- Sie blieb im Reichstag isoliert, aber umso rafcher wird ihre Deutschland und nirgends hat er so gänzlich mit dem völligen legt hatte. Denn das bedeutete eine Bedrohung des Macht im Lande wachsen, desto größere Massen werden sich Aufgeben politischer Machtaussprüche durch das Bürgertum Systems, und nur, um das System zu retten und es vor unter ihrem Banner vereinen, desto gründlicher wird die geendet wie bei uns. Die deutsche Verfassung ist ein eigen- weiterer Kompromittierung zu bewahren, ließen sich die schließliche Abrechnung sein können. tümliches Gebilde, in dem alle Ueberreste aus den Tagen Konservativen überhaupt zu einer Verwahrung herbei. Schon Die Verhandlungen des Reichstags find zunächst ergebnis. alten Zerrissenheit sorgsam hinübergerettet worden Genosse eine hat darauf hingewiesen, daß das persönliche Tos geblieben. Aber dieses Resultat erregt selbst in weiten sind, um wie einst als Hemmnis der nationalen Einigung, so Regiment und die Ohnmacht des Reichstages nicht etwa das Streifen des Bürgertums Bestürzung und Erbitterung, in den jekt als Hemmnis der nationalen Freiheit zu dienen. Wert von Uebergriffen Wilhelms II. wäre. Er hat gezeigt, Streisen des Proletariats aber stärkt es nur die Kampfestuft Bismard hat einen Reichstag des gleichen Wahlrechts ge- daß es bereits von Bismarck ausdrücklich proflamiert und Siegeszuversicht. Die Herrschaftsinftitutionen unserer Feinde schaffen, weil er das gleiche Wahlrecht zu doppeltem Zweck worden ist. Und so lächerlich auch die Behauptung sind erschüttert. Das monarchische Bewußtsein hat einen Schlag gebrauchte: Er schuf sich so gegen das partikularistische Schraders ist, daß eine parlamentarische Regierung mit erfahren, von dem es sich nicht mehr erholen wird. Den Empfinden ein Band nationaler Einigung und trieb zugleich dem Buchstaben der deutschen Verfassung unvereinbar wäre, Majestätsbeleidigungs- Baragraphen hat das deutsche Volk selbst das Bürgerhim, dem die wahnsinnige Angst vor dem Stimm- so sicher ist es, daß sie dies nach der Auffassung Bismards, außer Straft gefeßt, soweit er der politischen Kritik Schranken zettel des Proletariats alle Besinnung raubte, in die Arme nach dem Geiste ihres Urhebers ist. Nur daß die Machtlosigkeit gefekt hat. Selbst preußische Staatsanwälte werden es der Regierung. Was er begonnen, endete die automatische des Parlaments nicht die persönliche Machtvollkommenheit fobald nicht wagen, jene ungeheuerlichen Prozesse zu Wirkung der ökonomischen Entwickelung. Sie zerstörte die des jeweiligen Trägers der Krone bedeuten sollte, sondern inszenieren, in denen der Justizbyzantinismus seine Orgien Gleichheit der Wahlfreiseinteilung und machte aus die Macht der Bureaukratie und der sie beherrschenden Klasse. gefeiert hat, wie in jenem schauerlichen Urteil, das den dem gleichen Wahlrecht ein Pluralbotum der Hinter der Verneinung der parlamentarischen Regierung stand Genossen Mardwald auf 1½ Jahre ins Gefängnis ländlichen Bezirke, in denen die konservativen die Bejahung der Dittatur der Junterflasse, eine fchickte. und flerifalen Parteien sich je länger je schwieriger einnehm- Diftatur, die nicht geschädigt sein will durch die Ungeschicklich- Die auf Lüge und Schein aufgebaute Autorität einer bare Positionen gegen das städtische Proletariat gesichert haben. feiten der Person, die gerade die Krone trägt. volksfremden, der Junkerkaste entnommenen Regierung und In ihnen suchte das Bürgertum Schutz gegen das an- Das und das allein war der Sinn der konservativen ihrer Bureaukratie ist dahin und das Vertrauen zu dem drängende Proletariat und überließ ihnen dafür die politische Reden, die sich mit noch größerer Entschiedenheit als gegen nationalen" Reichstag der Hottentottenwahlen ist auf immer Macht. Wie einſt im Mittelalter die freien Bauern zu die Aeußerung Wilhelmis II. gegen jede Aenderung des geschwunden. Hintersassen der Feudalherren wurden, um ihrer Verpflichtung absolutistischen Systems gewendet haben. Diese Situation gilt es zu nußen. Die des Heeresdienstes ledig zu werden, so verkaufte das Bürger- Begreift man jetzt die ganze findliche Naivität Konrad Verfassungsfrage ist aufgerollt, selten waren die Austum sein politisches Erstgeburtsrecht an die Parteien des Haußmanns, der seine Forderung nach einer Macht- fichten für den Kampf um die politische Freiheit so günstig. flachen Landes, um Verteidiger und Schützer zu finden im Kampf erweiterung des Reichstags mit einem Appell an die Unter Der Reichstag muß auch gegen seinen Willen vorwärts gegen das Proletariat. Und als nun vollends die wachsende stügung gerade der Stonservativen schloß? Selbst wenn das gepeitscht werden. Das deutsche Volt hat gesehen, Konzentration des Kapitals, die Entstehung der Kartelle und Bürgertum noch fämpfen wollte, so tönnte es welche politische Reife seine Regierer besitzen, will es nicht Trusts, den alten handelspolitischen Gegensatz zwischen Kapital gar nicht, denn es weiß gar nicht, worum fich endlich beweisen, daß es reif zur Selbstregierung ist? Bülow in der Schwebe. und Grundrente gegenstandslos machte, als die neue Alera handelt, und erwartet Hilfe von den erbittertsten. Der Reichstag hat, wenn er will, die Macht, dem des Schutzzolls das Expansionsbedürfnis des Kapitals nur Feinden seiner Forderungen. Und deshalb ist es fein System des Absolutismus, sei es des persönlichen Regiments, mehr durch territoriale Ausdehnung befriedigen ließ und zur Wunder, daß das Bürgertum vollständig versagt hat, sei es der Regierung, den Garaus zu machen. Er hat verAlera der Kolonialpolitik und des Imperialismus wurde, da gerade in dem Momente, in dem es, wie noch nie seit dem fagt. An dem deutschen Volke ist es jetzt, ihn zu zwingen, überließen auch diejenigen Fraftionen des Bürgertums, die Bestande des Reichstages die Macht hatte, seinen Willen die Störrigen und Feigen voranzutreiben. bisher noch nach eigener Macht gestrebt hatten, die politische durchzuseßen. Unser Bürgertum, Nationalliberale wie Frei- Nicht nur nicht die halbe Milliarde, diesem System Macht den Trägern des Militarismus und Schutzolls, sinnige, hat jeden Willen zur Macht vollständig verloren. Es auch nicht einen Mann, nicht einen Groschen! während diese selbst dafür die bürgerlichen Interessen der fürchtet den Kampf, selbst wenn ihm der Sieg gewiß ist. Stolonialpolitik und des Flottenbaues zu den ihrigen machten. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, so haben die Aber die politische Herrschaft der Konservativen ging nicht beiden letzten Tage erwiesen, daß das deutsche Bürgertum sich durch den Reichstag. Der war immer ein ohnmächtiges mit der ökonomischen Herrschaft begnügt und auf die politische Gebilde gewesen. Gingeengt in den wichtigsten Fragen der verzichtet. Und auch der letzte Grund dieses Verhaltens wurde Bei den Erörterungen über die Entgleisung des persön Kultur durch die Kompetenzen der einzelstaatlichen Parlamente, enthüllt, als Herr Wiemer, der in seiner grenzenlosen lichen Regiments ist es dem Zugführer Bülow gegangen wie war er auch in den Fragen, die ihm verblieben, der wirk Borniertheit ein ungleich treuerer Interpret bürger- den Insassen des zweiten Wagens bei der Hochbahnentgleisung lichen Macht entkleidet. Ihm stand fein verantwortliches licher Politik ist als Herr Haußmann, der zwar falsch auf dem Dreieck in Berlin. Sein Wagen ist zwar entgleiſt, Ministerium gegenüber, auf dessen Zusammensetzung, Ent- denft, aber immerhin noch denkt, den denkwürdigen Ausspruch aber nur halb. Er ist hängen geblieben zwischen Himmel und stehen und Vergehen er Einfluß hatte. Er hatte sich gegen den Vertretern der Arbeiter zurief:„ Wir brauchen Sie nicht!" Erde. Eine höchst ungemütliche Lage das. Wird keine Rettungsüber den Bundesrat, der ihm die Gesetzesvorschläge unter Noch aufrichtiger hätte es geheißen:„ Wir wollen Sie nicht, aftion unternommen, so stürzt er unfehlbar über kurz oder lang breitete und die vom Reichstag beschlossenen Gesetze zu wir fürchten Sie, und wir führen keinen Stampf, der uns mit doch ab. Besser ist's schon, er flettert vorher freiwillig zum genehmigen hatte. Den Bundesrat aber beherrscht Preußen, Ihnen gemeinsam wäre." Sie wollen nicht fämpfen, sie Fenster hinaus. deffen Regierung vom Reichstag völlig unabhängig ist, nur wollen feine Macht, weil diese Macht nur demokratischen Daß Fürst Bülow fein Mißtrauensvotum bekommen hat, verantwortlich einem Landtag, dessen Wahlrecht den Parteien Ursprung haben könnte und weil das Bürgertum die Demo- liegt beileibe nicht an einem überzeugenden Erfolg seines des flachen Landes, Zentrum und Stonservativen, die fratie fürchtet, deren Früchte zuletzt doch der Arbeiterflasse Rechtfertigungsversuches. Die äußerliche Ursache ist, daß der Herrschaft sichert, das Bürgertum zur Minorität macht, zufallen müßte. Es gibt keine offenkundigere Anerkennung Reichstag leider gar nicht einmal das Recht hat, anläßlich die Arbeiterklasse fast völlig ausschaltet. Nicht durch der unwiderstehlichen Macht des Sozialismus in den breiten einer Interpellation Beschlüsse irgend welcher Art zu fassen. den steichstag, im preußischen Landtag und durch ihn Boltsmassen als diese feige Fahnenflucht des Bürgertums Anträge sind dabei überhaupt nicht zulässig, also auch kein im Bundesrat, auf dessen süddeutsche Vertreter auch das vor den Forderungen ihres eigenen Programms. Antrag, der ein Urteil über die Amtsführung eines Ministers Zentrum immer Einfluß zu nehmen versteht, wollen Konfer Floh so das Bürgertum zurück in die Arme der kon- enthält. vative und Klerikale die Herren sein. Daher ihr Partikularismus fervativen Beschüßer, so blieb das Zentrum von Anfang Aber wäre auch der Reichstag zu irgend welchen Be und Föderalismus, dessen gefährlichste Spielart die preußische an auf der Seite der wesensverwandten Konservativen. Das schlüssen dieser Art befugt- sehr zweifelhaft ist es, ob es ist, daher ihr Kampf gegen jede Machterweiterung des Reichs- Zentrum ist nur demokratisch, soweit es seine Parteiintereffen dazu gekommen wäre. Nur die Sozialdemokraten haben tages, bor dessen demokratischer Grundlage es ihnen graut. unbedingt erfordern. Es ist für das allgemeine Wahlrecht ausdrücklich die Ersetzung Bülows durch einen anderen Die Herrschaft der Konservativen und des Zentrums in dort, wo es ihm die Macht gibt und seine Wirkung durch die Kanzler verlangt. Alle anderen Parteien haben es sorglich Preußen, die Herrschaft über die preußische Verwaltung vom Wahlkreiseinteilung verfälscht ist. Es organisiert die Bauern vermieden, das als wünschenswert zu bezeichnen. Landrat bis bis aber zum Minister bedeutet in Wirk- und Arbeiter, aber nur um sie durch seine Partei- Unbedingt haben sogar die Stonservativen, etwas ablichkeit auch die Herrschaft über die preußische maschinerie unter die Botmäßigkeit des die Partei be- geschwächt die Nationalliberalen und mit rührender ZagKrone, deren Träger beren Träger zugleich deutscher Kaiser ist. herrschenden hohen Klerus und des hohen Adels zu stellen. Haftigkeit die Freisinnigen den Wunsch ausgedrückt, daß Bülow Indem die Konservativen die Rechte des Reichstages zu Seine„ Demofratie" ist nur das Mittel, durch die Massen seinen im Amte bleibe. Von den Blockparteien haben nur die Antigunsten der Krone verfümmerten, indem sie jede Macht Einfluß zu steigern und erhöhten Anteil zu gewinnen an den femiten beider Schattierungen jede Aeußerung des Vertrauens erweiterung des persönlichen Regiments unterstützten, fämpften Machtmitteln des Staates. So ist es der willfährige für Bülow verweigert. Das Zentrum hat sich völlig ausgeschwiegen sie zugleich für die Beseitigung ihrer eigenen Herrschaft. Ihre Bundesgenosse der Konservativen gewesen und über die Frage, ob Bülow bleiben solle oder nicht. Seiner Stönigstreue" war nie etwas anderes als die sehr durch hat alles vermieden, um durch eine Tat die Stellung des Politik gemäß ist das Zentrum dem Blockkanzler feind, aber lichtige, in jedem kritischen Moment ihnen selbst bewußte Parlaments zu verstärken feine Politit des Abwartens und Lauerns auf günstige Betriebspunkte vor dem Anfahren der Belegschaft durch zuverläisige Leute( Wettermänner) auf das Vorhandensein von Schlagwettern mit zeitig stattfinden, daß die Wettermänner noch vor der Anfahrt der Belegder Sicherheitslampe untersucht werden. Die Untersuchung muß so fchaft dem Abteilungssteiger über ihren Befund Meldung machen fönnen. Punkte, an denen gefährliche Ansammlungen festgestellt sind, dürfen nicht belegt werden. Die erforderlichen Anordnungen zur Entfernung der Gase hat dann der Betriebsführer zu treffen. Chancen läßt es ihm ratsam erscheinen, sich nicht unnötig auch Born und Empörung leider nur allzugroße Berechti- und Sicherheitszündern gefchoffen werden, deren Entzündungsaußer Deckung zu begeben. Um so wärmer prunft es mit gung. Wiederum hat eine Bergwerksfatastrophe tief unten temperatur möglichst niedrig liegt. Endlich müssen sämtliche seinen monarchischen Gefühlen. Man kann doch nie wissen!... im Schacht einer großen Schar Bergarbeiter, darunter vielen So ist die Mehrheit der bürgerlichen Parteien heilsfroh, Familienbätern, einen plöblichen, furchtbaren Tod beschert. Noch ist die ganze entsetzliche Größe des Unheils nicht daß sie nicht zu einer offenen Stellungnahme für oder gegen Bülow genötigt sind. zu erfassen, aber es ist furchtbar! Man glaubt die Vernich Und die Krone? Nun, so weit man aus den gelegent-[ tung von über 300 Knappen beklagen zu müssen. lichen Blikmeldungen von der Vergnügungsfahrt ihres Trägers entnehmen kann, wird der gegenwärtig wird der gegenwärtig von keinerlei Summer geplagt. Er wird sich sicherlich nicht aus freien Stücken die überflüssige Sorge aufladen, einen neuen HandLanger für sein erhabenes Wollen zu trainieren, da das Faktotum Bülow so trefflich durch nachträgliche Uebernahme der„ moralischen" Verantwortung ihm allerhand Unbequemlichkeiten erspart. Allerdings sicher ist Bülow vor einer plötzlichen Valentinisierung auch nicht. Aber der Gefahr ist jederzeit ein jeder ausgesetzt, der sich in diesen Zeiten vom Hofe abhängig macht. Es wäre alles soweit für Bülow in schönster Ordnung, was sein Verhältnis zu den offiziellen Gewalten anbetrifft. Er könnte thretwegen noch jahrelang amtieren. Der Kleinmut der bürgerlichen Parteien sichert ihn nach der einen Seite, feine eigene geschmeidige Anpassungsfähigkeit nach der anderen. Seine Und doch ist er ein gezeichneter Mann. Sein Abgang in absehbarer Zeit ist unvermeidlich. Gewisse Erlebnisse übersteht kein Staatsmann in leitender Stellung. Autorität im Innern, seine Autorität im Auslande hat einen unheilbaren Snacks gekriegt. Nicht die Schlamperei in der Behandlung des ominösen Manuskripts ist es, was dafür entscheidend ist. Denn sein persönliches Verschulden dabei mag winziger sein, als es erscheint. Was diesen Günstling des Glückes für eine leitende Stellung im Staatsleben fernerhin unmöglich macht, ist, daß er die enthüllten Leistungen des persönlichen Regiments wie ähnliche aus früherer Zeit jahrelang geduldet und beschönigt hat. Damit hat er verschuldet, daß diese Pflanze immer üppiger ins Kraut geschossen ist. Damit hat er verschuldet, daß wie ein Irrlicht über dem Sumpfe die deutsche Politik in der Welt Damit hat er die Diskreditierung hin und her flitte. des deutschen Ansehens verschuldet. So was bergißt sich nicht. Das wirkt nach, bis schließlich alle Welt offen ausspricht, daß der Mann für seinen Plaz nicht taugt. Und einem solchen Wahrspruch der öffentlichen Meinung hält auf die Dauer niemand stand. Mußte einem folchen Stoß vor den Bauch doch selbst Podbielski weichen, der doch eines weit dickeren Felles sich rühmen kann. Das weiß auch Bülow. Nur wenn man in Erwägung zieht, daß er sich über die Unvermeidlichkeit seines Abganges böllig flar war, läßt sich sein Verhalten in der Interpellationsdebatte restlos erflären: Der elegische Ton des franken Mannes; die Uebernahme der vollen Verantwortung mit dem halblauten lehen um Schonung; die Beschönigungsrede für das Geistesprodukt, das dem Zusammenwirken des Herrn Blennerhasset und Kaiser Wilhelms sein Entstehen verdankt; der schwächliche Versuch, die blamablen Enthüllungen wegzudenteln, der doch nur auf die augenblickliche Geistesverfassung der Blockparteien berechnet war. Die Blockmaid wußte ganz genau, wie schmählta) sie von ihrem Liebsten hintergangen war; aber sie Techzte förmlich nach Scheingründen, mit denen sie sich über den Jammer hinwegtäuschen fonnte. Für ein paar Tage mag dieser Trost vorgehalten haben, seine Wirkung ist längst verpufft. Stein Mensch mehr, der nicht über die Reinwaschungsversuche lacht. Aber es kam ja der gefürsteten Eintagsfliege auch nur auf den Einfags erfolg an. Die Katastrophe. Ein uns zugehendes Privattelegramm lautet: Hamm, 12. November. Auf der Zeche Radbod bei Hamm fand heute früh 4 Uhr eine. Kohlenstaubexplosion statt. Bis 12 Uhr mittags waren 27 Tote und 17 Berlebte geborgen. Voraussichtlich 300 Tote. Explosionsherd dritte Sohle Revier 3. * Der Kohlenstaub wird durch Berieselung unschädlich gemacht. Jn trockenen Gruben, wo gefährlicher Kohlenstaub vorkommt, müssen Sprißwasserleitungen eingebaut werden, durch welche die Grubenschächte stets feucht gehalten werden. Auch sind die einzelnen Wetterabteilungen, deren möglichst viele vorhanden sein müssen, durch nasse Zonen zu trennen. 4 Was wird geschehen? Weitere Telegramme über das furchtbare Ereignis melden: Heute wurde der Reichstag mit einer Beileidskundgebung file Hamm( Westfalen), 12. November. Jm Augenblick der die Opfer der Katastrophe eröffnet. Leider hat man keine begründete Katastrophe befanden sich ungefähr 400 Mann in der Grube. Hoffnung, daß er nicht wieder in eine solche Lage kommt. Bei Bee Hamm( Westfalen), 12. November. Es handelt sich um sprechung der Ursachen des Reden- Unglücks gab Minister eine Kohlenstaubexplosion, deren Entstehung unbekannt ist. Da Delbrüd der richtigen Ansicht Ausdruck, daß die Sicherheit der Schacht vollständig ausgebrannt ist, mußten unter schwierigen in den Gruben hervorragend von der Gewissenhaftigkeit und Verhältnissen zunächst neue Spurlatten angeschlagen werden, da- Zuverlässigkeit des Steigerpersonals abhängig fei. Und am Mittwoch mit der Förderkorb wieder in Tätigkeit treten konnte. Heute bemerkte der Regierungsvertreter in der Budgetkommission des morgen um 6 Uhr konnte mit der Bergung der Eingeschlossenen Abgeordnetenhauses bei Beratung der Beamtenbesoldungsvorlage, begonnen werden. Die Verwundeten werden mit Automobilen in Begründung der Ablehnung der Forderung einer über die in die Hammer Krankenhäuser geschafft. Aerzte sind in ge- Regierungsvorlage hinausgehenden Gehaltszulage für Steiger, nügender Anzahl auf der Unglücksstelle, die gänzlich abgesperrt diese Beamtenkategorie trage teine ja besondere Vers ist. Die auf Sohle 2 eingeschlossenen 150 Mann gibt man verantwortung! Im Grubenbetriebe trägt jeder, sei er Beamter loren. Die Bergungsarbeiten gehen nur sehr langsam vor sich. oder Arbeiter, sehr große Verantwortung; das Wohl und Vor den Zechengebäuden spielen sich herzzerreißende Szenen ab. Wehe viel hunderter Menschen hat jeder einzelne in der Hand. Und Hamm( Westfalen), 12. November. Bis heute mittag gerade darum sind die allerweitgehendsten Sicherheitsmaßnahmen, 12 Uhr waren 27 Tote geborgen. Es befinden sich noch über die allerstrengsten Kontrollen unbedingt erforderlich. Damals noch 300 Mann im Schacht. Eine Rettung erscheint ausgeschlossen. hat Herr Delbrück die Anstellung von Arbeiterkontrolleuren, als Rettungsmannschaften sind außer aus den umliegenden Ort- eines der allerbesten Sicherungsmittel, abgelehnt. Wird man nun schaften aus Bergfamen, Werne und Gelsenkirchen eingetroffen. endlich zu der schon seit Jahrzenten von den Arbeitern geDie Detonation war eine sehr heftige. Das Feuer breitet sich forderten Einrichtung sich verstehen? Die Arbeiter fordern sie zur immer weiter aus. Die Rettungsmannschaften mußten wegen Sicherheit ihrer Gesundheit, ihres Lebens, des Wohles ihrer der Feuersgefahr ihre Arbeiten einstellen und die Löschmann Familien! schaften mußten in Tätigkeit treten. Interpellation. Hamm( Westfalen), 12. November. Bis um 3 Uhr nachmittags wurden 40 Leichen und 36 Schwerverlette geborgen. Von den Verletzten sind bereits zwei gestorben. Die Rettungsmann- Anläßlich des Grubenunglücs in Westfalen hat die 8en. schaften der Bergwerks- Aktiengesellschaft Gelsenkirchen trafen trumsfraftion im Reichstage folgende Interpellation einum 2 Uhr in drei Automobilen zur Hilfeleistung hier ein. gebracht: Ist der Herr Reichsfanzler in der Lage u+ b bereit, über Samm( Westfalen), 12. November. Die Rettungsaktion die Ursachen des Grubenunglücks auf der Seche„ Radbod"( Westfalen) wird geleitet vom Generaldirektor Janssen, Bergassessor Andree, in der Nacht vom 11. zum 12. November dieses Jahres Auskunft zu geben? Sind insbesondere auf Grund der Erfahrungen bei den Bergmeister Kraemer, alle aus Hamm, Bergmeister Hollaender Grubenunglücksfällen in den letzten Jahren genügende Vorsichtsund Berginspektor Wenzel aus Dortmund. Außerdem ist an- maßregeln zur Verhütung von Schlagweitern und Kohlenstaubwesend der Berghauptmann von Giebracht aus Dortmund. Die explosionen in Bergwerken getroffen worden? Welche Maßnahmen Rettungsarbeiten wurden dadurch aufgehalten, daß der Trans- find beabsichtigt, um in Zukunft solche Katastrophen zu verhüten? port von Sauerstoff durch ein Automobil vorgenommen werden mußte, das vor der Zeche umschlug. Ferner war das Eindringen in den Schacht 2 durch notwendige Wasserleitungsreparaturen erschwert. Die Rettungsmannschaften sind nach allen Richtungen nur kurze Strecken borgedrungen, da überall das Feuer wütet. Nach Norden zu war man bemüht, die Sohle abzudämmen, um das Feuer zu erstiden. Die Panik. Rettung unmöglich! Effen, 12. November.( W. T. B.) Wie uns die Beche„ Radbod mitteilt, find von den eingefahrenen 380 Bergleuten 37 als tot, 35 als verlebt und sechs als unverletzt geborgen; es befinden sich also noch 302 Bergleute in der Grube. Hamm, 12. November.( W. Z. B.) Soeven hat eine Beratung unter dem Vorsitze des Berghauptmanns Lieb recht stattgefunden. Das Ergebnis derselben ist, daß Ueber den Eindruck, den das Unglüd in Hamm hervorgerufen, die Unmöglichkeit toustatiert wurde, die wird gemeldet: Automobile und Droschken durchjagen Hamm und Rettungsarbeiten weiterzuführen. Der ganze bringen Verwundete nach den Krankenhäusern, welche von den An- Schacht soll unter Wasser gesezt werden, um gehörigen der Berunglüdten umringt sind. Ueberall werden die Feuers brunft zu erstiden. Die SanitätsJammerrufe und Schredenslaute vernommen. Die Straßen zur mannschaften find abgerückt. Bis jetzt sind nach authentischer Am deutlichsten sprach aber am zweiten Tage das Ver- unglücksstätte, die etwa eine Stunde vor Hamm liegt, find mit Feststellung 36 Leichen geborgen. 35 Berlette wurden zutage halten des sonst so redeschwelgerischen Kanzlers, indem er menschen gefüllt. Tausende umlagern die Unglücksstätte. Neber gefördert, von denen drei gestorben sind, der Rest der Vergar nicht sprach. Das war ein beredtes Schiveigen, als ihm das Schicksal der noch Eingeschlossenen, etwa 300 Bergleute, unglückten, über 300 Berglente, wird verloren feine Nichtbeantwortung der entscheidenden Fragepunkte vorherrschen kaum noch zweifel. Es werden nur noch Leichen zutage gegeben. gehalten, als ihm die Fadenscheinigkeit seiner Bemäntelungs- gefördert. bersudje nachgewiesen wurde. Er zog den Stopf ein und spreizte die gelstacheln erkünftelter Gleichgültigkeit heraus: Was ficht das mich an? Bald bin ich ganz herunter von Es handelt sich nach den Meldungen um eine Kohlenstaub. dem Motterstuhl. Zur Verhütung des schlimmsten in der explosion. Trifft das zu, dann hat die Schuldfrage schon ihr Gegenwart reicht aus, was ich gesagt habe. gut Teil Berechtigung. Bei genügender Vorsicht, bei Beachtung Wer trägt die Schuld? Politifche Ueberficht. Berlin, den 12. November 1908 So handelt nur ein Mann, der für sich persönlich das der erforderlichen Vorbengemaßregeln ist eine Explosion kaum Ueberschichten, schwarze Listen und Grubenunglück. Spiel verloren gegeben hat und nach einer günstigen Ge- möglich. Bewahrheitet sich weiter, was der Abg. Hue Heute Aus dem Reichstage, 12. November. Mit der erlegenheit in nächster Zukunft späht, um sich nach an- im Reichstage mitteilte, nämlich daß auf der Unglücksgrube schütternden Nachricht pon dem Grubenunglück in der genehmeren Drten als der Wilhelmstraße und in den Um- grobe Mißstände vorhanden waren und daß dort bereits vor 8e che" Radbod" hatte der Präsident heute den Reichstag gang mit angenehmeren Personen, als sie ihm dort begegnen, vierzehn Tagen eine Explosion stattgefunden hat, dann gehört zu eröffnen. Er benutzte die Gelegenheit, um unter Zumit einem Schein von Grandezza zu flüchten. neben der Verwaltung die Bergbehörde auf die Anklagebant. ftimmung des Hauses den Geschädigten das aufrichtige Mitleid Noch hängt er vor unseren Augen in der Schwebe Was hat diese getan zur Abstellung der beklagten Mißstände? des Reichstages auszusprechen. zwischen Himmel und Erde, aber über ein kleines, und wir Die Frage muß beantwortet werden! sehen ihn nicht mehr den Staatsmann posieren. " Der Proteft gegen das persönliche Regiment. Der Kaiser, der Reichstag und das Bolt", fo Yautete das Thema einer großen Wolfsversammlung, die Montag abend im Gewerkschaftshaus zu Dortmund stattfand. Der Referent, Genoffe König, hielt eine scharfe Abrechnung mit dem persönlichen Regiment, die bürgerlichen Parteien und die verbrecherischen Kriegsheter. Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: Der Zufall wollte es, daß die Petition der Als nach dem furchtbaren Unglück auf der Courrières- Berg arbeiter über die schwarzen Listen und Grube die Regierung interpelliert wurde über die Sicherheit die Ueberschichten auf der Tagesordnung stand. Die auf den deutschen Gruben, erflärte der Regierungsvertreter, Redner hatten in dem verhängnisvollen Unglück einen in Deutschland seien solche Katastrophen so gut wie aus- traurigen Beweis an der Hand für die schweren Mißstände, geschlossen. Seit dieser tröstlichen Versicherung haben wir gegen die die Bergarbeiter zu kämpfen haben. Genosse nun drei große Explosionen gehabt. Auf das Unglück von Sachse gab eine Uebersicht über die tödlichen Unfälle der Reeden, das 150 Knappen das Leben kostete, 67 Frauen zu letzten Jahre und wies auf den Zusammenhang hin, den das Witwen machte und 176 Stinder zu Waisen, folgte die Kata Ueberhandnehmen der Ueberschichten und die Verjagung strophe auf Zeche Klein- Rosseln, die für 73 Bergarbeiter den erfahrener Arbeiter durch die schwarzen Listen für die UnfallGrabhügel aufwarf und nun eine noch viel unheilvollere vermehrung habe. Explosion, ein Massengrab! Schlagende Wetter und Kohlenstaubexplosionen. Merkwürdigerweise fühlte sich der nationalliberale Herr General v. Schubert, der in den Grubenvorstand getommen ist, seitdem er in der Familie Stumms hineingeheiratet hat, troß dieser Situation bewogen, gegen die ArbeiterDie heutige Versammlung sieht in den neuesten Enthüllungen Die gefährlichsten Feinde des Steinkohlenbergmannes find organisation, die Setzer", zu polemisieren. Der jaarabische, über die Leitung der auswärtigen deutschen Politik die natur- fchlagende Wetter und Kohlenstaub. Erstere sind ein Gemenge Lorbeer, den er damit um seine Denferstirn geflochten hatte, notwendigen Folgeericheinungen des in Deutschland herrschenden von Grubengas( leichtes Kohlenwasserstoffgas. CH 4) mit persönlichen Regiments; dies Regiment hat das Deutsche Reich nicht atmosphärischer Luft. Das Grubengas entwidelt sich aus dem wurde unsanft von dem Genoffen Sue zerpflückt. Sue wies nur in der ganzen Welt isoliert, sondern es auch zum Gespött aller frisch freigelegten Kohlenflöz und aus Klüften und Spalten im Stein- dem Hüttengeneral nach, daß er in seinem schneidigen Eifer Kulturvölker des Erdenrundes gemacht. Die Vorgänge der letzten fohlengebirge. Beträgt der Gasgehalt der Grubenluit 6 Proz., so ent- Tatsachen über die Verelendung der saarabischen HüttenWochen beweisen den vollständigen Busammenbruch dieses Systems. zünden sich die Wetter, allerdings noch ohne Explosion, welche aber arbeiter enthüllt hatte, die von den Arbeiterorganisationen Vorgänge wie der jegt ans Licht gekommene find nicht einmal bei weiterem Steigen des Gasgehaltes eintritt und immer heftiger trefflich zur Aufklärung jener rückständigen Schichten benutzt in China oder der Türkei benfbar. Das deutsche Volk wird, bis sie bei 11 Proz. ihre größte Stärke erreicht. Von da an werden können. Nachdem auch noch der deutsch- soziale Abg. hat es satt, sich weiter bon persönlichen Regiment werden die Explosionen wieder schwächer, bis die Gasflamme bei Behrens sich gegen Schubert gekehrt und unser Genosse an den Nand des Abgrundes ziehen zu lassen und weist 33 Broz. Gasgehalt wegen Mangel an Sauerstoff erlischt. Rad eng.sbach sein früher vorgebrachtes Material gegen es weit bon fich, mit Gut und Blut für die Folgen der Explosion der schlagenden Wetter bilden sich Nachschwaden, Schubert berteidigt hatte, wurde die Petition einstimmig zur der von diesem Megiment betriebenen Abenteurerpolitik einzutreten. welche aus Kohlenogydgas und Koblensäure bestehen und die von Berücksichtigung empfohlen. Es ist höchste Zeit, daß das deutsche Volk seine Geschicke in die der Explosionsflamme verschonten Personen der Gefahr der Erstickung eigene Hand nimmt. Als ersten Schritt auf dieser Bahn verlangt ausfeßen. Vorher gab es noch eine scharfe Auseinandersetzung über die Bersammlung eine fofortige Aenderung der Reichsverfassung im Der Kohlenstaub entsteht in trodenen Gruben bei der Gewinnung eine foloniale Abrechnung aus dem Jahre 1900. Sinne der Einführung eines parlamentarischen Regimes und der und Förderung der Kohlen. Er wirkt sowohl gefährlich als Erreger Herr Erzberger bemängelte die Verspätung der Abrechnung Ministerverantwortlichkeit. Die Versammlung verlangt mit Ent- ber Explosion bei Entzündung durch einen Schuß( fog. Staubschuß) und wies auf die Tatsache hin, daß der damalige Gouverneur schiedenheit Verwirklichung aller in unserem Programm nieber- als auch als Träger und Verbreiter lolaler Schlagwettererplofionen von Ostafrifa, Herr v. Liebert, 100 000 m. für Eisenbahngelegten und stets von der Sozialdemokratie beriretenen demo- in entfernten Grubenräumen. kratischen Forderungen." Wieder ein Maffengrab. Die entsetzliche Kunde von der plötzlichen Bernichtung mehrerer hundert Menschenleben durcheilte heute( Donners tag) früh das Land und löste lähmendes Entsetzen, tiefes Mitgefühl, ernste Trauer aus. Allem Anschein nach hat aber borarbeiten ohne Genehmigung des Reichstags ausgegeben Die Schlagtvetter werden bekämpft durch eine gute Wetter- habe. Genoffe Noste unterstigte diese Kritik, während der führung, indem den Grubenräumen so viel frische Wetter zu jezige Abgeordnete, General v. Biebert, eine Verlegengeführt werden, daß etwa auftretende Gase durch Verdünnung beitstour aufführte, wie der Bär auf der heißen Blatte. Er unschädlich gemacht werden. In Gruben, wo Schlagwetter bor welcher die Flamme durch einen Drahtkorb geschützt ist und mit Auskunft erst die Genehmigung seiner damals ihm vorgetommen, barf nur mit der Sicherheitslampe gearbeitet werden, bei bersuchte schließlich sich damit herauszureden, daß er für die welcher das Vorhandensein von schlagenden Wettern rechtzeitig er- fetzten Behörde haben müsse. fannt werden kann. Ferner darf in der Kohle und in der Nähe von Nun der Reichstag wird diesen Bären schon wieder aum Störungen entweder gar nicht oder nur mit Sicherheitssprengstoffen Tanzen bringen. Wieder ein Akt des persönlichen Regtments Die genannten Blätter dienen der gewerblichen Jugend in Welt vorangeht". Er blieb Desterreicher und schüttelte den Staub Borgestern sagte Genosse Singer im Reichstag über ter Stadt und sind, abgesehen vom„ Leitstern", der als Bentral- Preußens von seinen Bantoffeln. organ gilt und hauptsächlich nur in die Hände der leitenden Sie kaiserlichen Veröffentlichungen: Tabakstener und Tabakarbeiter. Ein amerikanisches Interview ist ja noch glücklich Stellen kommt, auf die Mitgliedschaft der betreffenden Verbände zurückgezogen worden. Was sonst noch in der Welt zugeschnitten. Im Bewußtsein der Gefahr, die die Sozialdemo Die Zustimmung des Reichstages zu der geplanten Tabak. herumschwirrt, tann kein Mensch wissen. Bei der Frucht- fratie auch dem Lande bringt, sind die Ultramontanen neuer fabrikatsteuer würde am schwersten die Tabak oder vielmehr die barkeit, mit der bei uns derartige Aeußerungen oder Briefe in dings dazu übergegangen, sich auch der ländlichen Jugend Bigarrenarbeiter treffen, denn es ist zweifellos, daß die Erhöhung die Welt gesetzt werden, besteht eine hohe Wahrscheinlich zuzuwenden. In Bayern hat man es mit Burschenvereinen der Zigarrenpreise zu einer Einschränkung des Koniums, d. H. Verteit dafür, daß irgendwo im Dunkeln noch etwas liegt." bersucht, die die bäuerliche Jugend nach der Schulentlassung in minderung der in der Bigarrenfabrikation beschäftigten Arbeiter Singer hat sich als guter Prophet erwiesen. Die fich aufnehmen und im Sinne der Zentrumspolitik drillen sollen; führen würde. Holländische Zeitung" Vaderland" bringt folgende Sensationsnachricht eines früheren Diplomaten, die wir nach dem Berl. Tagebl." zitieren: „ Am Vorabend des Burenkrieges richtete die Königin Wilhelmine auf Veranlassung des damaligen Ministers des Innern unter dem Drud der öffentlichen Meinung in den Niederlanden, die der Regierung vorwarf, zu wenig für die Buren zu tun, einen Brief an Kaiser Wilhelm und bat ihn, zu gunsten der Buren zu intervenieren. Ihr Wunsch blieb unerfüllt. Den berfassungswidrigen Briefwechsel, den die niederländische Königin so begonnen hatte, fette der deutsche Kaiser aber während des russisch- japanischen Königin Wilhelmine drohte, Deutschland werde Strieges fort, indem er in einem persönlichen Schreiben an die die niederländischen Häfen okkupieren, falls die Niederlande nicht sofort Verteidigungsmaßregeln zum Schube gegen England träfen. Daraufhin ließ der damalige Ministerpräsident Kuyper ohne Wissen und Befragung der Generalstaaten einige Hafenbefestigungen ber= bessern. Die letzte Reise des Kaisers nach Amsterdam, während deren er der Königin Wilhelmine als besonderes Geschenk das Nordseeabkommen anbot, ist als eine Kundgebung des Dankes für die Erfüllung seiner Wünsche zu betrachten." " Die Nachricht klingt ebenso unglaublich wie die Enthüllungen des Daily Telegraph". Doch wird niemand nach den jüngsten Vorfällen den Mut haben, Aeußerungen Wilhelms 11. allzurasch Zweifel entgegenzuseßen. Man muß daher die amtliche Aufklärung abwarten. Wäre die neueste Enthüllung richtig, so wären damit sogar die unglaub= lichkeiten, die man aus dem„ Daily Telegraph" erfuhr, überboten. Das Liebeswerben des Kaisers um die Gunst Englands erschiene dann allerdings noch in einem ganz anderen Lichte. Man darf also begierig sein, ob die Nachricht dementiert werden kann. Kein kaiserliches Versprechen. für sie erscheint auch bereits ein Organ, das Burschenblatt". In die Zigarrenindustrie hat noch nicht wie bei der 8igaretten zu einer nennenswerten Bedeutung sind diese ländlichen Jugend- industrie die Maschine ihren Einzug gehalten; sämtliche Versuche zur organisationen im Süden bis heute nicht gelangt. Einführung von Maschinen sind bislang fehlgeschlagen. Der Grund Jetzt erscheint in M.- Gladbach, im Verlag des rührigen hierfür ist in der Hauptsache darin zu suchen, daß eine Maschine Boltsvereins, eine Halbmonatsschrift für die ländliche niemals so sparsam mit dem seit Jahren im Preiſe fortgesetzt Jugend, betiteltung Land", die offenbar bestimmt ist, eine steigenden Deckmaterial arbeiten fann wie ein Handarbeiter. Auch Organisierung der ländlichen Jugend im größeren Stile einzu- in Amerika, wo man zu einem großen Teile noch die quantitativ leiten. Das junge Landvolk, so begründet das neue Unternehmen weit ergiebigeren Seedleaftabate als Deckblatt verwendet, während fein Erscheinen, sei anderer Art, es habe anderes Leben, andere in Deutschland die zarteren und fleineren Sumatra und JavaAnschauungen und Begriffe, ein anderes Lebensziel und darum Tabake bevorzugt werden, haben sich die Maschinen in der Zigarrenauch anderen Charakter, und wer hier belehren wolle, müsse anders Landeigentümlichkeiten müßten der Landjugend erhalten und ges zur Stadt und Industrie, anders zum Lande reden. Und diese industrie trotz dafür angewandter kolossaler Mittel nie recht einbürgern können. fördert werden. Dann heißt es: Für die bei Anfertigung der Zigarren in großer Zahl tätigen " Jung Land" wendet sich nun nicht bloß an die Schul. Krüppel und schwächlichen Bersonen ist dies immerhin als ein Glück entlassenen; es will alle erreichen, die sich noch jung fühlen und zu betrachten, da sie bei der Einführung von Maschinenarbeit benennen: an die jungen Bauernsöhne, die noch im Familien- stimmt ausgeschaltet würden. verbande leben, an alle, die in ländlichen Diensten stehen, gleichviel welchen Alters und welchen Berufes, auch an die ländliche Handwerkerjugend, samt denen, die auf den Aemtern aller Art auf der weiten ländlichen Ebene an den Schreibtischen sißen oder sonst im gewerblichen Leben ihren Beruf finden." Jung Land" will, an ihre Boltsschulbildung anknüpfend, ländliche Fortbildungsschulen einrichten helfen, ihre Vereine und Rongregationen unterstüßen und ausbauen, ihre Spiele fördern, ihre Heimatliebe steigern." Jung Land" sät und erntet mit ihnen, lehrt sie bauen und buchführen, pflegt ihren Obstbaum und sieht nach ihrem Bienenstock, führt sie in Steuern und Versicherungen ein, in Landkunst und Landdichtung und sucht sie zu bewahren vor Landnot und Landflucht. Jung Land" wird dabei der Förde rung der allgemeinen Verstandes- und Charakterbildung besondere Aufmerksamkeit schenken, es hat sich, nicht an letter Eine Steuererhöhung kann also bei den Zigarren nicht wie bei Stelle, zum Biele gefeßt, unter dem ländlichen Nachwuchs ben Zigaretten durch billige Maschinenarbeit ausgeglichen werden; brabe, vaterländische Gesinnung zu bera fie wird ohne weiteres auf den Konsum abgewälzt werden müssen breiten, die Liebe zur Kirche zu mehren und an und infolgedeffen zu einem Rückgang des Konsums führen. Trotzder Vertiefung der religiösen Kenntnisse, dem die Zollerhöhung vom Jahre 1879 fast ausschließlich von den insbesondere in den Grundlagen des christlichen produzierenden Arbeitern, nicht von den Rauchern getragen worden Glaubens feinen guten Teil mitzuarbeiten." Welche Bedeutung die Handarbeit aber für die Zahl der zu bes fchäftigenden Personen hat, zeigt uns ein Blick in den Verwaltungsbericht der Tabafberufsgenossenschaft für 1907. Von den in der Tabak- und Bigarrenindustrie tätigen ver sicherungspflichtigen 160 804 Personen arbeiteten: " in Zigarrenfabriken ohne Maschinen und Motore Zigarettenfabriken ohne Motore. " Bigarrenfabriken mit Maschinen") Zigarettenfabrifen mit Motoren. " . 84 141 1 808 53 856 10 022 Die Handarbeit ist nach Einführung der Zigarettensteuer bei der Herstellung der billigen Sorten fast vollständig ausgeschaltet worden bei der Zigarrenindustrie ist dies aus den angeführten Gründen ausgefchloffen. Bülow hat zwar dem Reichstage größere Burückhaltung des Kaisers versprochen, aber es scheint, daß der arme Schelm mehr geben wollte, als er hatte. Die Frankfurter Beitung" meldet, Das ist ein weitschichtiges Programm, dessen vielfache Forde- ist, haben selbst die geringfügigen Preiserhöhungen bei den Bigarren, daß fowie hauptsächlich das bei der Zusammenstellung der billigen Sorten der Kanzler sich jetzt erst mit dem Kaiser aus- rungen dem einen Zwecke dienen, die ländliche Jugend dem Zentrum verwandte schlechtere Material zu einem erheblichen Rückgang des einanderzusehen wünsche und demnächst zu einem Vortrage mit zu erhalten, denn weiter nichts besagen die Säße von der Pflege verwandte schlechtere Material zu einem erheblichen Rückgang des thm irgendwo zusammentreffen werde, da er mit dem Kaifer über der vaterländischen Gesinnung" und der Vertiefung der reli- Konsums und zur Entlaffung einer großen Zahl von Bigarrenarbeitern das, was er im Reichstage gesprochen und versprochen habe, zu giösen Kenniniffe". Wie weit dabei die München- Gladbacher geführt. Nach der Gewerbezählung von 1875 waren an Arbeitern in der berhandeln und vom Kaiser zu hören wünsche, ob er einverstanden auf die Zustimmung der Zentrumsbauern redynen fönnen, ist sei. So das bülowoffiziöse Organ. Wenn das richtig ist, so geht daraus eine andere Frage. Versprechen sie auch, die Landjugend vor der Tabat- und Bigarrenindustrie 92 969 Personen beschäftigt; die Tabakhervor, daß der Kaiser dem Fürsten Bülow noch gar teine Besserung Landflucht zu bewahren, so weiß man andererseits, daß die enquetekommission stellte für 1876 eine Arbeiterzahl von 99 714 nach der Gewerbezählung 1882 beversprochen hat und daß Bülow dem Reichstag nur feine per- Bentrumsbauern allem feind find, was dem Organisations- Personen fest sönliche Hoffnung in einer Form allerdings vorgetragen hat, die bedürfnis der ländlichen Arbeiterschaft und ihrem Verlangen nach trug die Arbeiterzahl in der Industrie nur noch Ben Glauben an bestimmte Versprechungen weden tonnte. sozialpolitischer Aufklärung entgegenkommt auch dann, wenn 79 261 Berfonen. Ist dies der Fall, dann hätte Bülow den Reichstag in einer der beides so färglich bemessen und sorglich auf das Bentrumsintereffe Es ist demnach eine Tatsache, daß damals über 20000 ernstesten Angelegenheiten irregeführt. Jedenfalls ist eine amt- berechnet wird, wie bei der gesamten Arbeiterpolitit, die aus Arbeiter aus der Industrie verdrängt wurden. liche Aufklärung dringend nötig. M.- Gladbach hervorgeht. Wie der Kaiser informiert wird. Wie die„ Badische Presse" mitteilt, ist dem Kaiser der Inhalt der Reichstagsverhandlung vom Dienstag bereits gegen 9 Uhr abends telegraphisch mitgeteilt worden. Wenn ich die Information des Kaisers darauf beschränkt, daß er die Berichte des offiziöfen Wolfffchen Bureaus liest, so werden bleiben. 20142 029@( a) sza az ok 16 200 Preußische Naturalisationspragis. Gegen die Lichtsteuer. Die Stadt Diedenhofen schloß sich der Petition de Mittelstädte an den Reichstag an, die sich gegen die Gas- und lettrizitätssteuer wendet, folker 200 Die Stadtverordneten von Mainz nahmen auf Antrag des der Elektrizität und des Gafes eine schwere Schädigung der Oberbürgermeisters folgende Resolution einstimmig an: Die Stadtverordneten erblicken in der geplanten Besteuerung ihm die schärfsten Stellen der Reden fein säuberlich verborgen nur gelegentlich, wenn es den politischen Intereffen der Herischenden städtischen Entwickelung und ersuchen die Bürgermeisterei, beim Bundesrat gegen die Steuern zu protestieren. Die Belastung für Mainz, das zurzeit 100 000 Einwohner zählt, würde sich nach dem Ansatz von 0,4 Bf. bro Kubikmeter jährlich auf 65 000 m. belaufen. Im Meininger Landtag Die fegensreiche Tätigkeit unserer Bolizei erschöpft fich nicht darin, für die Aufrechterhaltung der heiligen Ordnung zu sorgen, ausgesetzt, daß diefer Auständer zugleich Arbeiter ist, durch Natufie hat auch darauf zu achten, daß nicht etwa ein Ausländer, borralisation in den Genuß der bollen preußischen Freiheit gelangt. entspricht, nimmt man es mit der Naturalisation auch in Preußen Weil seine Frau es nicht wollte. weniger rigoros, wie die Gegenüberstellung der nachfolgenden beiden Bekanntlich ist der Kaiser nicht in Manzell am Bodenfee mit Fälle beweist. bem Luftschiff Seppelin I" aufgestiegen, sondern hat das Wagnis Der Schuhmacher Johann Wagner, Desterreicher, wohnt seit seinem Freunde, dem Fürsten zu Fürstenberg, überlaffen. Einige 1902 ständig in Deutschland. Er hat regelmäßig feine Steuern bes Blätter wollten wiffen, in diesem Verzicht auf den geplanten Auf- zahlt und ist mit den Behörden nie in Konflikt geraten. Er gedachte brachte am Mittwoch die sozialdemokratische Fraktion stieg sei die erste Wirkung der im Reichstag gestellten Interpellationen fich einen Haushalt zu gründen und fich eventuell felbständig au amei Anträge von Bedeutung ein. Der erste betrifft das ihre zu erblicken. Der Kaiser hätte eingefehen, daß tatsächlich etwas machen. Um aber nicht der Willfür irgend welcher gegen Ausländer Sinkommensteuergefeß. mehr Zurückhaltung nötig sei und beshalb freiem gerichteter Maßnahmen zum Opfer zu fallen, wollte er sich zunächst Steuergefeßreform vertagt, bis die Reichsfinanznot ihre Erledigung gefunden hat. Um nun den minderbemittelten Steuerklassen Entschluß auf die Luftschiffahrtspartie verzichtet. Nach einem naturalisieren lassen. Er reichte alſo am 10. Juni bei dem Amts- baldige Erleichterung zu verschaffen, fordert der sozialdemokratische Telegramm der„ Neuen Badischen Landesztg." ist diese Vermutung Antrag, daß allen Einkommen bis zu 3000 M. eine Steuerermäßiunrichtig. Der Kaiser ist deshalb nicht mit aufgeflogen, weil feine gung zuteil wird. Die Steuern für Einkommen von 700 bis Frau es nicht haben wollte. Das betr. Blatt läßt sich nämlich aus 900 W. follen außer Sebung gefeht werden, während bet den Friedrichshafen melden: Stufen von 900 bis 1500 M. 25 Proz., bei 1500 bis 2000 M. 15 Proz. und bei 2000 bis 3000 M. 10 Proz. Ermäßigung vorgesehen sind. Wie bestimmt versichert wird, hängt das Fernbleiben des Kaisers vom Aufstieg des Zeppelinschen Luftschiffes mit einem der Kaiserin gegebenen Versprechen zusammen, fich an der Fahrt selbst nicht zu beteiligen." Offultistische Politik. vorsteher in Zehlendorf ein dahin gehendes Gesuch ein. Nicht lange danach bekam er eine Vorladung zur Polizei. Hier wurde er eingehend über seinen Vermögensstand vernommen. Ferner wurde ihm die eigenartige Frage vorgelegt, ob er einen Orden habe. Die Regierung hat Seine Sache ging nun den vorgeschriebenen Weg. Er hoffte auf einen günstigen Bescheid, umsomehr, als er sich um Politik nie Der zweite Antrag betrifft das Domäneneinkommen gefümmert hatte. Bald sollte er aber etwas erfahren, das ihm und verlangt, daß der Artikel 11 des Domänengeseßes, der die einen Begriff davon beibrachte, wie solche Dinge in Breußen er Verwendung der Ueberschüsse betrifft, dahin abgeändert wird, daß ledigt werden. Er traf eines Tages einen früheren Logiswirt, bei in Bukunft an die Hoffaffe ein geringerer, an die Staatstaffe ein dem er vier Jahre gewohnt hatte, und dieser, erfreut ihn zu ſehen, höherer Betrag abgeliefert werden, damit ein teilweiser ihn, ob es denn mit seiner Gesundheit wieder GrIaß der Grund- und Gebäude steuer eintreten kann. Am Petersburger Hof ist man nach den verrüdtesten Wand- fragte Auf die erstaunte Antwort, daß es ihm Das Einkommen, das der Hof resp. der Herzog für die nächsten lungen endlich dazu gelangt, die Politit, nnd zwar speziell die aus- besser gehe. wärtige Politit, auf dem Offultismus zu basieren. Dem Berliner immer gut gegangen sei, erzählte der Wirt, daß eines drei Jahre aus dem Domänenertrag beziehen soll, ist im Etat auf Tages ein Arbeiter bei ihm gewefen fet, der fich 1 200 000 M. festgesetzt und kann also eine Berringerung vertragen, Tagebl." wird darüber aus Wien berichtet: Nach Meldungen aus Petersburg ist der neue Offultist Miller im Auftrage des fozialdemokratischen Wahlvereins sehr eingehend ohne daß ihre Bezieher hungern müssen. Seit 35 Jahren hat von russischen Hofkreisen zur Veranstaltung von Seancen an den danach erfundigt habe, ob W. sich in legter Zeit noch so rege an sich die dem Hofe zufließende Hälfte des Domäneneinkommens ver Barenhof berufen worden. Miller prophezeite für das Frühjahr politischen Versammlungen beteiligt habe wie früher. W. läge in einen Krieg auf dem Balfan und eine Katastrophe zwischen Deutsch einer Lungenheilanstalt, sagte er, und sei um Unterstützung ein- Die Klage der Herren Mugban und Kopsch wider den Genossen land und England wegen Persiens. Der Eindruck der" Prophe- gekommen. 23. glaubte erst, daß dies ein Irrtum sei, ging jedoch, Mehring wird auch am 14. November noch nicht verhandelt zeiungen" war geradezu niederschmetternd, und man befürchtet das um sich dies Nätsel zu lösen, zu einer früheren Wirtin, um zu ist abermals, diesmal auf unbestimmte Zeit, verschoben worden. werden. Der Termin, der bekanntlich schon einmal verlegt wurde, durch eine indirekte Beeinflussung der Politik. Weiller hat bei seinem Scheiden einen verstegelten Brief mit hören, ob dort auch vielleicht jemand getvesen fei. Sie tam ihm ist abermals, diesmal auf unbestimmte Zeit, verschoben worden. schon mit der Frage entgegen, ob er denn den Bosten bekommen weiteren Prophezeiungen hinterlaffen." habe. Bei ihr sei ein Arbeiter gewesen, der sich genau erkundigt babe, ob Wagner auch früher immer so gewiffenhaft seine Verbands beiträge bezahlt habe, wie jetzt. Wagner fei jezt naturalisiert und Bartei beworben. Die Partei müsse aber wissen, ob er auch ge habe sich um einen Vernauensposten in der sozialdemokratischen Vielleicht folgt man in anderen Ländern, in denen ohnehin die Politit schon halb oftultistisch betrieben wird, dem Beispiel des Barenholes. Vielleicht läßt sich der Offultist Miller bewegen, auch in der Wilhelmstraße unter Vorsitz des Herrn v. Kiderlen Wächter einige Seancen abzuhalten. wissenhaft sei. vierfacht. Oefterreich- Ungarn. Das neue Ministerium. Wien, 12. November. Die Sta binettstrife ist nune Bienerth ist zustande gekommen. mehr beendet. Das parlamentarische Kabinett unter Ein neuer Gewaltstreich. frankreich. Briand gegen die Todesstrafe. Ultramontane Organisierung der Jugend. Wagner ging ein Licht auf, und bald sollte ihm der Sinn dieser Bei dem Schuhmachermeister Die Ultramontanen stellen seit einiger Zeit besondere Be- Fragestellungen völlig klar werden. Budapest, 12. November. Die Regierung verfügte die Aufmühungen an, die schulentlassene Jugend unter ihrem Banner Geride in Zehlendorf, dem Arbeitgeber W.8, erschien nämlich eines zu halten. Sie sind dabei, die katholischen Jünglingsvereine au Tages ein Polizeibeamter, fich nach W. zu erkundigen. Er erwähnte he bung des Landesverbandes der ungarischen reorganisieren und in engere Beziehungen mit den katholischen dabei, daß aus dessen Naturalisation nichts würde, W. sei von Berlin und kroatischen Eisenbahnarbeiter, sowie die Arbeitervereinen und den christlichen Gewerkschaften zu bringen. als Roter überwiesen,„ und", feßte er hinzu,„ Rote haben wir hier Beschlagnahme des Verbandsvermögens. Es erscheint bereits eine ganze Anzahl Blätter, die diesem Zwecke schon genug". Am 7. September bekam W. dann auch dienen. Eine Bereinigung von katholischen Jugendpräsides der mangelnden Interesses wegen"- ablehnenden Bescheid. Erzdiözese Köln gibt Die Wacht"( M.- Gladbach) heraus; für Doch man tann in Preußen auch anders! Paris, 11. November.( Deputiertenkammer.) Justizminister den Bereich des Verbandes der katholischen Arbeitervereine Süd- Jm Jahre 1906 wohnte der Bruder W.'s, ein Landarbeiter, auf deutschlands erscheint er treue Kamerad"( München), dem Gute Schön- Herrnhausen bei Bosen. Als nun der Reichstag auf- Briand wandte sich gegen die Ausführungen, die von den Anhängern der Todesstrafe zugunsten ihrer Beibehaltung vorgebracht und als Organ für die Jugendvereinsbestrebungen der fatho- gelöst war, trat eines Tages der Inspektor zu W. und sagte, er worden waren. Er wies darauf hin, daß die Todesstrafe nicht lischen Arbeitervereine( Siz Berlin) dient das Blatt" Die möge fich naturalisieren lassen. Er brauche fich nur zu verpflichten, sittlichkeitsfördernd und nicht von wirtliche m kommenden". Der Verband der katholischen Jugendvereinis für eine regierungsfreundliche Partei zu stimmen. gungen Deutschlands, der die gesamten Bestrebungen auf dem Aber der Undankbare, der erst ein halbes Jahr in Deutschlands *) Verwandt werden Papierschneidemaschinen, Einlageschneide, Gebiete der ultramontanen Jugendorganisationen zusammenfaßt, gaftlichen Gefilden wohnte, wußte es fonderbarer Weise nicht au Rippenschneide- und Rippenwalzmaschinen- dagegen eine Maschinen hat den eitstern"( Mains). würdigen, was es heißt, einem Lande anzugehören, das in der zur Herstellung von Bigarren. Nußen fei. Der Plan der Regierung fet, die Todesstrafe durch die Einzelhaft zu erießen, deren Wirksamkeit erwiesen sei. ( Beifall links und auf der äußersten Linfen.). England. Vom Wettrüsten. London, 12. November. Unterhaus. See richtete an Asquith die Frage, ob die Regierung den Zwei- Mächte Standard der Flotte in dem Sinne auffasse, daß die englische Flotte stets den Flotten der beiden nächst stärksten See mächte um zehn Prozent überlegen sein müsse. Asquith fagte weiter nichts, als daß er diese Frage mit ja beantworten tönne, worauf allgemeiner Beifall laut wurde. Rußland. Der gefällige Senat. Petersburg, 12. November. Der Senat, der sich auf Anfachen des Ministers für Voltsaufklärung mit dessen Haltung beim jüngsten och schultonflitt beschäftigte, sprach sich mit Stimmen mehrheit dahin aus, daß das Hochschulgesetz von 1905 die früheren Machtbefugnisse des Ministers bezüglich der Hochschulen nicht aufgehoben habe und daß daher seine Haltung gegenüber den Hochschulen vollkommen gefegmäßig sei. Derfien. Nach russischer Methode. Petersburg, 12. November. Der Kofatenoberst Biakoff hatte, wie aus Teheran gemeldet wird, vor einigen Tagen in einem Tagesbefehl die Stojaten aufgefordert, energisch zu kämpfen und soll Tagesbefehl die Kosaten aufgefordert, energisch zu kämpfen und soll ihnen als Preis für ihre Tapferkeit die Plünderung von Täbris in Aussicht gestellt haben, unter dem Hinweis darauf, daß im Falle ihres Sieges die perfifche Konstitution abgefchafft werden wird. Die ruffischen Blätter, welche von diesem Tagesbefehl Kenntnis erhielten, haben lebhaften Einspruch erhoben. Parlamentarisches. ( Siehe auch 1. Beilage). nötige Stimmenzahl, die andern drei wurden in der Stichwahl ge- Absicht eine Petition verfaßt, die nunmehr an den Magistrat und wählt. Haupt- und Stichwahl zusammen dauerten bon an die Stadtverordnetenversammlung zur Verteilung gekommen ist. morgens um 10 Uhr bis gegen Mitternacht. Erst gegen 1 Uhr Die Arbeitslosigkeit in Königsberg war selbst in den Sommerwaren Feststellung und Protokollierung des Schlußresultats erledigt. monaten eine auffällige, am meisten davon berührt waren die ArDie Gegner machten dies zum Gegenstande eines Wahlprotesies, beiter im Baugewerbe, und die seitens des Kartells geführten indem sie behaupteten, es wäre dadurch vielen das Wahlrecht ver- statistischen Aufnahmen nach dieser Richtung weisen erschreckende fümmert worden. Die Gemeindevertretung erklärte auch die Zahlen auf. Einen weiteren Beweis für die große ErwerbslosigWahlen für ungültig. Der Kreisensschuß schloß sich dem an. Auf keit liefern auch die Angaben des städtischen Arbeitsamts. In den die Bernfung unserer Genossen hob der Bezirksausschuß das Urteil Monaten von April bis September waren bei dieser Institution ges auf und erklärte ihre Wahlen für gültig. Er führte aus: Der meldet 2293 offene Stellen für männliche Personen, demgegenKreisausschuß folgere eine Verkümmerung des Wahlrechtes daraus, über standen 5255 Arbeitsuchende, besetzt wurden aber nur daß die Wahl bis gegen Mitternacht gedauert habe, so daß es einer 1990 Stellen. Die Zahl der Arbeitslosen überstieg die Zahl der beerheblichen Anzahl von Wähern, insbesondere den zerstreut auf dem sezten Stellen also um 3265. So sah es schon im Sommer aus. Lande wohnenden, nicht mehr möglich gewesen sei, ihre Stimme Je mehr der Herbst aber in das Land rüdte, desto trostloser wurde abzugeben. Als ein Beweis hierfür wurde auch die geringere die Lage der Arbeiter. Abgabe von Stimmen in der Stichwahl vom Kreisausschuß an= Die Zahl der Mitglieder aller Königsberger Krankenkassen geführt.( Bei der Hauptwahl wurden 579 Stimmen, bei der gleich weist gleichfalls einen erheblichen Rüdgang auf; sie stand am folgenden Stichwahl nur 423 Stimmen abgegeben.) Dem Kreis- 1. Oktober 1907 auf 31 306 und am 1. Oktober 1908, trop der Ausausschuß fönne nicht beigetreten werden. Erstens sei von der be- dehnung der Krankenversicherungspflicht auf die unständigen Arwegen der späten Stunde viele Wähler nicht mehr teilnehmen nur auf 31 240, obwohl durch die Erweiterung der Versicherungs. flagten Gemeindevertretung für ihre Behauptung, daß gerade beiter sowie Hausgewerbetreibenden( Ortsstatut vom 6. Juli d. J.) fonnten, kein Beweis erbracht. In der späten Stunde allein könne pflicht zirka 5000 Personen neu aufgenommen waren. Ihre be aber ohne weiteres nicht eine solche erhebliche Wahlberkümmerung fondere Beleuchtung erhält auch die Arbeitslosigkeit durch die ge erblickt werden, wie der Vorderrichter annehme. Wenn nach dem zahlten Unterstützungen der freien Gewerkschaften. Die Königss heißen Wahlkampfe in der Stichwahl weniger Stimmen als in der berger Zahlstelle des Deutschen Metallarbeiterverbandes verausHauptwahl abgegeben worden seien, so habe dies seinen Grund gabte im 3. Quartal 1907 nur 374 M. Arbeitslosenunterstübung, darin, daß die Wähler entweder die Aussichtslosigkeit der Wahl im 3. Quartal 1908, bei fast gleicher Mitgliederzahl, aber 1190 M., ihrer Kandidaten erkannten und deswegen ihre Stimme nicht mehr und die Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes verausgabte im 2. und abgaben oder daß sie an der Weiterentwickelung der Wahlen kein 3. Quartal 1908 4315 M. Arbeitslosenunterstützung, der HafenFall, wie der Rüdgang der Stimmen gerade für bestimmte Kan- Geschäftsjahres fogar 5674 W.; ihm steht aber noch das schwerste Interesse mehr haben konnten. Das erstere sei vorliegend der arbeiterverband in den drei besten Quartalen des augenblicklichen didaten ergebe. Quartal bevor. Im Königsberger Hafen ist es so einsam geworden, wie niemals in den Jahren zuvor, ebenso liegt das Buchdruc gewerbe danieder. leber 10 Proz. der Berufsangehörigen werden hier als arbeitslos angegeben. In früheren Jahren waren um diese Zeit keine Arbeitslosen in dieser Branche, da der Herbst die Hochkonjunktur im Buchdruckgewerbe brachte. Bom Baugewerbe ist ganz zu schweigen. Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter hatten im Sommer schon unter einer starken Arbeitslosigfeit zu leiden, die ihre Lebenshaltung bis zur Unerträglichkeit herabdrückte, so daß für sie jetzt ein geradezu verhängnisvoller Notstand beginnt. Das Gewerkschaftskartell hat das vorstehende Material in der Petition niedergelegt und mit weiteren Zahlenangaben erschöpfend erläutert, um der städtischen Verwaltung über die Arbeitslosigkeit genügende Aufflärung zu geben. Die Gemeindevertretung legte Revision ein. Unsere Genossen wurden vor dem Oberverwaltungsgericht durch Rechtsanwalt Dr. Behrend vertreten sowie durch den Genoffen Lagerhalter Schmit, einen der Gewählten. Das Oberverwaltungsgericht erkannte am 10. November nach ihrem Antrage auf Bestätigung der Vorentscheidung. Es bleibt also bei der Gültigkeit der schwer erkämpften Mandate unserer Parteigenossen. Begründend wurde ausgeführt: Im Vordergrunde stehe die Frage, ob eine Verkümmerung des Wahlrechtes eingetreten sei. Dem Reichstag gingen zu: Das könne in feiner Weise zugegeben werden. Wenn der Beginn Antrag Albrecht und Genossen( Sozialdemokr.): der Wahl auf morgens 10 Uhr festgesetzt werde und eine große Entwurf eines Minister verantwortlichkeitsgefeßes. Anzahl Wähler vorhanden sei, dann wisse jeder im voraus, daß es Antrag v. Hompesch( 3.): Die Reichsregierung zu ersuchen, lange dauern werde. Wenn es dann bis in die Nacht hinein tauere, könne sich niemand beschtvert fühlen. Die Ausübung von ein Gesetz über die Verantwortlichkeit des Reichs- Rechten sei oft mit Unbequemlichkeiten verknüpft. Einen Anspruch tanzlers einzubringen. der Wähler auf Ausschluß jeder Unbequemlichkeit gebe es nicht. Interpellation Wiedeberg Beder usw.( 3.) und Behrens( Wirtsch. Vg.) betreffend das Grubenunglüc auf der Zeche„ Radbod". Soziales. Staatsbetriebe sind Musterwerkstätten. " Existenzminimum. Die Petition verlangt dann in der Hauptsache: 1. In den städtischen Betrieben ist jede Ueberstundenarbeit zu vermeiden, dafür sind, soweit es möglich ist, neue Arbeitskräfte einzustellen. 2. Alle städtischen Arbeiten sind beschleunigt in Angriff zu nehmen. 3. Es sind sofort ausreichende städtische Mittel bereitzustellen, um a) Notstandsarbeiten in Angriff zu nehmen, b) Mietszuschüsse an Arbeitslose zu zahlen, um Ermissionen zu verhindern, c) die Speisung der Schulkinder im ausreichenden Maße zu bewirken. Diese Unterstützungen dürfen in keinem Fall den Charakter der Armenunterstüßung tragen. 4. Ersucht wird, die städtischen Körperschaften mögen ges meinsam an Reichsregierung und Reichstag eine Eingabe richten, dahirgehend, bei der bevorstehenden Reform der Arbeiterversiche rungsgesetzgebung reichsgesehliche Arbeitslosenversicherung ein. zuführen. Die Löhne der Arbeiter, Angestellten usw. sind nach dem Lohnbeschlagnahmegesez bis zum Jahresbetrag von 1500 M. unpfändbar ( abgesehen von Alimenten und Steuerforderungen). Wiederholt haben wir auf das Unzulängliche dieser Beschränkung gegenüber der Verteuerung aller Lebensmittel und darauf verwiesen, daß sich eine gegen Wortlaut, Zweck und Entstehungsgeschichte des Lohnbeschlagherausgebildet hat, das Lohnbeschlagnahmegeses noch dadurch zu berschlechtern, daß man einen 125 M. überschießenden Monatsbetrag beschlagnahmen dürfe. Die Dringlichkeit einer Erhöhung des unpfändbaren Betrages wird von vielen Seiten anerkannt. In der Gewerbeordnungskommission haben unsere Genossen beantragt, den Betrag auf 2000 m. hinaufzusetzen. Der Gutachterausschuß des Die Arbeitslosen Königsbergs und die freien Gewerkschaften Staufmannsgerichts Berlin hat am Mittwoch folgende Alenderung sind nun aufs höchste gespannt, wie der blodfreisinnige Magistrat des bestehenden Zustandes einstimmig für erforderlich erklärt, die sich und die Stadtverordnetenversammlung die Petition behandeln mehr in der Richtung der Gleichstellung der Handlungsgehilfen mit werden. den Beamten( deren Gehalt ist nur mit 3 des 1500 m. übersteigenden Jahresgehalts beschlagnahmefähig) bewegt: Das Gehalt von Handlungsgehilfen ist umpfändbar bis zu einem Monatsgehalt von 150 m. bezi. 1800 Mart Jahresgehalt. Von dem übersteigenden Betrage bis zu 250 M. monatlich bezw. 3000 M. Bor- jährlich soll nur ein Drittel, dagegen der 3000 m. jährlich übersteigende Teil des Jahresarbeitsverdienstes voll gepfändet werden Jn Nr. 236 des Vorwärts" berichteten wir über eine Gerichts- nahmegesezes flar verstoßende Praxis bei einigen Gerichten dahin berhandlung vor der Stargarder Straffammer. In dieser war ein 56jähriger Rangiermeister angeklagt, den Tod des jungen Schlossers Hellpapp durch Fahrlässigkeit herbeigeführt zu haben. Hellpapp war auf dem Hofe der Stargarder Eisenbahnwerkstätte am 2. Mai zwischen Buffern gequetscht worden. Am folgenden Tage verstarb Der junge Mann an den Folgen dieses Unfalles. Das Gericht sprach ben Angeklagten frei. Aus den Aussagen der zahlreichen Zeugen hatten wir angeführt: „ Ein Arbeitsverbot zwischen den Gleisen während des Rangierens wird nicht durchgeführt. Die zwischen den Gleisen Arbeitenden sind gewohnt, daß, wenn rangiert wird, ein Mann den Wagen vorausläuft und sie durch ein Glocken flingeln aufmerksam macht.( Das Glockenläuten ist auch Vor schrift.) Aber die Glode war schon seit dem 30. April entzwei und Erfaß war nicht da. Ferner, fönnen." Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Sieg der freien Organisation. " schrift, daß Wagen, an denen gearbeitet wird, durch st löse festgelegt werden, dies war aber nicht geschehen, und zwar es waren noch teine löße da, und sind erst nach dem Unfall folche angeschafft worden. Auch ist es Vorschrift, daß solche Wagen, an denen gearbeitet wird, den Rangierern von weitem durch rote Signalschilder kenntlich gemacht werden, dies ist jedoch nicht geschehen, und zwar- weil teine roten Signalschilder da waren. Solche sind erst nach dem Unglück angeschafft. Regierungsrat Schlüter Bei den Gesellen- Ausschußzwahlen der Bäckerinnung fiegte die nteint zwar als Sachverständiger, der diensthabende Weichensteller hätte sich für die zerbrochene Glocke von den vier Bahnsteigen, wo- Liste des Verbandes der Bäcker und Konditoren trotz allerhand felbft man im ganzen zwei Gloden hat, eine als Erjah Machinationen der Innung und der Gelben und troz des Uebers holen( d. h. borgen) müssen, zwar habe der Angeklagte gegen rumpelungsversuchs mit 557 gegen 242 gelbe Stimmen. Bei den Verhütungsparagraphen verstoßen, das Vorsichtrufen des Bremsers nachfolgenden Beisigerwahlen zum Innungsschiedsgericht siegte die ist im Gemier überhört, aber wenn andererseits einer Liste des Verbandes mit 406 gegen 115 Stimmen. der Vorschriften genügt worden wäre, so wäre der Todesfall verhindert gewesen." " " Erfolgreicher Abschluß des Streifs der Isolierer. Ausland. Internationale und akademische Streitbrecher in Kristiania Die Bemühungen der Dampfschiffsexpediteure, in der nor wegischen Arbeiterschaft Streifbrecher zu finden, sind ziemlich er folglos geblieben. Ihre Agenten haben sich schon auf die Markt pläge von Kristiania begeben, um hier unter den Gelegenheitsarbeitern Leute zu finden, die den streikenden Hafenarbeitern in den Rücken fallen. Etwas mehr Erfolg hat man bei den Stu. denten gehabt. Mehrere dieser Jünger der Wissenschaft", namentlich angehende: Theologen, haben ihre Studien im Stiche gelassen und schleppen nun als Streitbrecher im Hafen mit den schweren Frachtstücken. Außerdem find 70 Berufsstreifbrecher aus England eingetroffen, und der Dampfer Kong Ring" hat u. a. acht deutsche Streifbrecher aus Hamburg mitgebracht, oder wenigstens solche Leute, die von den Unternehmern zur Streitarbeit ausersehen worden sind. Man hat es dort ebenso gemacht wie in Kopenhagen, daß man die Leute als Decsmannschaft einstellte, um fie in Kristiania als Streitbrecher zu gebrauchen. In allen Hafenstädten müssen die Arbeiter und Seeleute auf der Hut sein, daß sie nicht durch solche hinterlistigen Machenschaften in die Lage gebracht werden, unversehens als Streifbrecher nach Kristiania verschickt zu werden. Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Isolierer, Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Protestbewegung. Hamburg, 12. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) Glänzender Sieg. Mit Bezug hierauf fendet uns jetzt die königliche Eisenbahndirektion Stettin folgende Buschrift: die am Mittwoch bei Heufelder in der Dragonerstraße tagte, um " Zu dem Artikel in Nr. 236 vom 8. v. M. im Vorwärts" den Bericht über die in Hannover mit der Firma Reinmit der Ueberschrift Staatsbetriebe sind Mustertverkstätten" hold u. Ko. gepflogenen Verhandlungen entgegenzunehmen und ersuchen wir unter Bezug auf§ 11 des Gesetzes über die Presse Stellung zu nehmen zu den vielleicht inzwischen notwendig ge- In Hamburg und Umgegend protestierten heute sechzehn durchweg vom 11. Mai 1874 nachstehende Berichtigung im Vorwärts" wordenen Sympathiestreifs in Berlin und anderen Zweiggeschäften aufzunehmen: der Firma, war außerordentlich zahlreich besucht. Namentlich überfüllte Volksversammlungen gegen den Absolutismus und die 1. Es waren am Unfalltage 2. Mai d. J. Klöße zum waren auch die Jfolierer von Reinhold u. Ko., soweit sie nicht aus- Belastung des Volkes durch die Finanzreform. In allen VersammVorlegen von Wagen in ausreichender Zahl auf dem Werkstättens wärts auf Montagearbeit tätig waren, vollzählig erschienen. Ein lungen wurden unter stürmischer Zustimmung demokratische hofe zu Stargard i. P., also am Orte des Unfalles, vorhanden. ausführlicher Bericht konnte jedoch nicht gegeben werden, da der Reformen zweds Beseitigung des persönlichen Regiments verlangt. Es waren dies doppelte Radtlöke, die, durch eine Eisenstange ver- Verbandsgeschäftsleiter Lange sowie Petersen, der Verbunden, auf beide Gleisschienen zu legen sind. Der Wagen, an treter der bei Reinhold u. Ko. in Berlin beschäftigten Isolierer noch dem der verunglückte Schlosser arbeitete, ist gegen die bestehende nicht von ihrer Reise zurückgekehrt waren. Sie hatten jedoch schon Frankfurt a. Ober, 12. November.( Privatdepesche des„ Vorund den Arbeitern befannte Vorschrift nicht festgelegt gewesen. am Dienstag aus Hannover ein Telegramm geschickt, das besagte, wärts".) Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl wurden die Nach dem Unfall wurden außerdem noch Borlegekeile innerhalb daß dort der Streit mit Erfolg beendet sei und daß sie Genossen Faber, Methner, Schulz. Büchner und und außerhalb der Werkstattsgebäude aufgestapelt, die infolge der nun nach Hamburg reiften. Das Telegramm lag bereits der am Gräß mit großer Majorität gewählt. Drei Genossen kommen Handlichkeit zur leichteren und bequemeren Benuzung durch die Abend desselben Tages abgehaltenen Werkstattsibung vor, die Gräb mit großer Majorität gewählt. Drei Genossen kommen 2. Die„ roten Signalschilder" waren am Unfalltage eben daraufhin selbstverständlich von dem geplanten Sympathiestreit in Stichwahl. Im Jahre 1906 erhielten wir bei der Stadt vorläufig Abstand nahm. Am Mittwoch abend traf aus Hamfalls in genügender Anzahl und in erreichbarer Nähe vorhanden. burg ein zweites Telegramm ein, wonach auch in dieser Stadt der Mit ihnen werden nach beiden Seiten die Gleise bei solchen Streit erledigt ist. Wagen gesperrt, die hochgenommen oder zerlegt werden müssen. Dies traf in vorliegendem Falle nicht zu, weshalb diese Schilder nicht verwendet zu werden brauchten. Arbeiter dienen sollten. Der Vorsitzende Beckmann verlas die beiden Telegramme und die Versammlung wurde bald darauf geschlossen, um den Anwesenden noch Gelegenheit zu geben, an den Zahlabenden der Die Glocke fehlte am Unfalltage, es ist dies auf Pflicht- Partei teilzunehmen. Man wollte sich schon entfernen, als ein Gilwidrigkeit des Rangierpersonals zurückzuführen. Gombert." Die Bemerkungen der Eisenbahndirektion vermögen die Schilde: die Arbeit wieder aufgenommen ist, nachdem der Alfordtarif zurüd Die Bemerkungen der Eisenbahndirektion vermögen die Schilde- brief aus Hamburg fam, worin mitgeteilt wurde, daß in Hannover rung der Zeugenaussagen und die erfolgte Freisprechung nicht zu beseitigen. Aber auch wenn sich alles so verhielt, wie die Eisen- gezogen trurde und die Unternehmer einem dem Berliner ähnlichen Tarifvertrag zustimmten, daß jedoch in Hamburg die Verhandbahndirektion annimmt, so beweist der Tod des jungen Schlossers lungen noch nicht beendet waren. Der Brief war ungefähr drei und die Erflärung der Direktien selbst, daß andere Einrichtungen Stunden vor dem Hamburger Telegramm abgesandt, also von den Unfall hätten verhüten können. Leider sind ja durch Erlaß des diesem überholt worden. Jedenfalls steht fest, daß nun auch in preußischen Handelsministers vom 12. August 1907 in Preußen Hamburg der Streit mit dem gewünschten Erfolg beendet ist. Die entgegen dem jahrzehntelangen Gebrauch und der älteren Rechtsprechung auf ministerielle Anweisung die Eisenbahnwert- Tatsache, daß sowohl in Berlin wie in anderen Zweiggeschäften die stätten der Aufsicht der Gewerbeinspektion ent- Isolierer der Firma Reinhold u. Ko. entschlossen waren, einmütig zogen. Dringend erforderlich ist, den gesamten Gisenbahn ihren streikenden Kollegen in Hannover und Hamburg zu Hilfe zu betrieb der Gewerbeinspektion durch Reichsgesetz zu unterwerfen, fommen, hat offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt. In der regelmäßigen Mitgliederversammlung, die am nächsten damit die im Eisenbahnbetrieb Beschäftigten und das Publikum etwas mehr Schuß als bislang gegen die Gefahren für Leib und Mittwoch( Bußtag) nachmittags stattfindet, wird ausführlich über die Verhandlungen und ihr Ergebnis berichtet. Leben erhalten. Ein Wahlstreit. Deutfches Reich. Die Krise. Die Krise, die das ganze Reich beherrscht, hat auch über Ostpreußen Not und Elend gebracht. In mehreren Städten der Provinz haben daher zu Beginn der kalten Jahreszeit die Berufsverände Eingaben an die Kommunen gerichtet, deren Inhalt dic verordnetenwahl 690 Stimmen, bei der heutigen Wahl 1160 Stimmen. Stadtverordnetenwahl. Frankfurt a. M., 12. November.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Bei den Stadtverordnetenwahlen in Frankfurt Niederrad eroberte unsere Partei ein Mandat. Aus den aussichtlich gelangen wir in eine Anzahl aussichtsvoller Stich übrigen Bezirken liegen noch keine endgültigen Resultate vor. Vorw: hlen. Erfolgreiche Forschungsreisende. Stockholm, 12. November.( W. TB.). Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist Sven Hedin in Tokio angekommen und mit Jubel empfangen worden. London, 12. November. Ein hiesiges Blatt hat von dem Forschungsreisenden Dr. Stein die telegraphische Muteilung erhalten, daß er von seinem zweijährigen Aufenthalt in Zentralafien wohlbehalten in Sonamarg nordwestlich von Srinagar( Kaschmir) cingetroffen sei. Mordprozeß Giegler. Leipzig, 12. November.( W. T. B.) Das Schwurgericht ver urteilte die des Mordes an dem Buchhändler Paul Giegler angeklagte Minna Do e II wegen Totschlages in Verbindung mit einem Giftverbrechen zu vierzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Der mitangeflagte Schmidt wurde wegen Beihilfe zu einem Giftverbrechen zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Bei den Ergänzungswahlen zur Gemeindevertretung von Reviges wurden am 14. November 1906 in der dritten Abteilung nach heißem Stampf die vier sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. Der Beginn der Wahl mar auf 10 Uhr vormittags angeGin Arbeiterministerium. setzt. Nach der Rheinischen Landgemeindeordnung hatte sich an die Hauptwahl gleich die Stichwahl anzuschließen. In der ersten frühzeitige nangriffnahme von Notstandsarbeiten verlangte. Auch Melbourne, 12. November.( W. T. B.) Fisher, der Führer tam nur einer der Gewählten auf die zur absoluten Majorität das Kartell der freien Gewerkschaften in Königsberg hat in gleicher der Arbeiterpartei, hat heute das neue Bundesministerium gebildet. Berantwo. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. . 267. 25. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 13. November 1908. Reichstag. Am Bundesratstische: Kommissare. verwaltung angesichts dieser skandalösen Feststellungen zu tun zahlung von zu viel eingenommenen 750 000 m. berurteilt worden gedenkt. ist?( hört! hört!) Präsident Graf Stolberg: Ich bitte Sie, in bezug auf einen Abg. v. Liebert( Rp.): Ich muß es ablehnen, mich hier weiter 160. Sigung vom Donnerstag, ben 12. Rovember, Reichstagsabgeordneten nicht den Ausdruck standalöse Fest- zu verteidigen, ich glaube, ich bin dazu gar nicht berechtigt.( Lachen nachmittags 1 Uhr. stellungen" zu brauchen.( Unruhe bei den Sozialdemokraten, Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Der Chef der Kolonialverwaltung, der rechts.) mich entbinden tönnte, ist nicht hier. Was die Zentralbahn anlangt, Abg. Noste( fortfahrend): Wie die Amtsführung des Gouverneurs so möchte ich doch glauben, daß damals von Berlin aus Anordnungen, Winte gekommen sind.( hört! hört! im Zentrum.) Wir haben Liebert zu charakterisieren iſt, kann ich nach diesen Feſtſtellungen leichte Arbeiten vorgenommen für den Fall, wenn das Dekret von ruhig dem Hause überlassen. Jedenfalls wäre es von großer Wichtigkeit, zu erfahren, ob in dem Disziplinarrecht nicht Bestimmungen darüber enthalten find, daß ein Beamter, der in schroffem Gegensatz zu den Beschlüssen der Volksvertretung handelt, unter Anklage gestellt werden kann.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Stolberg: Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, möchte ich denjenigen, denen es noch nicht bekannt sein sollte, mitteilen, daß eine schwere Grubenkatastrophe in westfälischen Bergwerken stattgefunden hat. Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich schon jett fage, daß der Reichstag das aufrichtigste Mitleid mit allen denjenigen hat, welche durch diese Katastrophe geschädigt worden find.( Lebhafte Zustimmung.) Berlin täme, daß die Bahn gebaut werden soll. Bei anderer Gelegenheit, vor der Kommission oder sonst bin ich zu jeder Ausfunft bereit. Ausgaben durch Quittungen selbstverständlich unerläßlich sei, und Ministerialdirektor Dr. Konte betont, daß die Belegung von legt dar, daß die Rechnungen aus der Zeit des südwestafrikanischen Krieges in mehreren Kisten aus Afrika angekommen seien und durch ein besonderes Bureau geprüft wurden. Abg. Gamp( Rp.): Ich glaube, daß das Haus, dem der Vorredner das Urteil über die Vorkommnisse in Ostafrika überlassen hat, seine Aeußerungen in feiner Weise billigt.( Lachen bei den SozialAbg. Noste( Soz.): Den Entschuldigungsgründen des Herrn demokraten; Sehr richtig! rechts.) Man mag über manche Vorkommuiffe Arning müssen wir entschieden entgegentreten. Wenn der Reichstag urteilen, wie man will, die Verdienste des damaligen Gouverneurs fein Kontrollrecht wahren will, muß er darauf bestehen, daß nicht sind so außerordentlich große, daß die Sympathien des Hauses ihm mehr Geld ausgegeben wird, als er bewilligt hat.( Sehr wahr! bei unter allen Umständen verbleiben.( Bravo! rechts, erneutes Lachen den Sozialdemokraten.) Gewiß fönnen im Kriege Rechnungen verloren bei den Sozialdemokraten.) Ich frage irgend jemand im Hause, ob gehen; aber hier handelt es sich um fehlende Nachweise es möglich ist, im Falle eines Feldzuges Quittungen über alle für viele Millionen.( Hört! hört!) Die Person des Sachen, die verausgabt sind, beizubringen.( Buruf bei den Sozial- Herrn Liebert ist uns gleichgültig, für uns handelt es sich demokraten.) Sehen Sie, jezt nehmen Sie das zurück, weil Sie darum, daß der Gouverneur von Ostafrita Gelder, deren einsehen, daß es Unsinn ist. Bewilligung der Reichstag abgelehnt hatte, ausgegeben hat.( Sehr Bräfident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter... wahr bei den Sozialdemokraten.) Die rührende Bescheidenheit, die fich Liebert auferlegte, ist recht bedauerlich. Die Andeutung des Herrn Liebert, es sei damals ein Wink von Berlin gekommen, die nicht bewilligten Gelder zu verausgaben, wirft ein bezeichnendes Licht darauf, wie manchmal Beschlüsse des Reichstages von der Regierung beachtet werden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Die Rechnung geht an die Rechnungskommission. Es folgen Auf der Tagesordnung steht die Rechnung über den Haus halt der afrikanischen Schußgebiete, des Schutz gebietes Neu- Guinea, der Verwaltung der Karolinen, Balauinseln und Marianen sowie des Schutzgebietes Samoa ( Rechnungsjahr 1900). Abg. Erzberger( 3.): Bor 4½ Jahren hat der Reichstag eine schnellere Erledigung der Rechnungsfachen verlangt und jeßt bekommen wir nach 8 Jahren die Rechnungen für die Schußgebiete! Wir müssen auf einer schnelleren Erledigung bestehen. Materiell ist ebenfalls die Rechnungsführung zu beanstanden. Beamte, welche Berlin niemals verlassen haben, werden aus dem Etat der Schutzgebiete bezahlt! Dann sollte Abg. Gamp: Ich nehme den Ausdruck zurück!( Große Heiterkeit.) man lieber der Regierung ein Bauschquantum statt eines Wir werden ja in der Rechnungskommission genügend Auskunft beausgearbeiteten Etats überweisen. Die hunderttausend Mart, fommen. Jedenfalls ist bei der Rechnungslegung aus den Kolonien tvelche zur Unterstützung bon Ansiedlern in Südwestafrika ein anderer Maßstab anzulegen als bei der Rechnungslegung im bor acht Jahren bewilligt find, find ausgegeben, ohne Deutschen Reich. daß, wie der Rechnungshof rügt, notwendige Nachweise und Belege Abg. Dr. Görde( natl.): Gerade jetzt, wo wir dem Volke große für diese Ausgaben vorhanden sind! Wir können uns mit solcher Lasten auferlegen wollen und müssen wir können ja gar nicht nachträglichen Rüge des Rechnungshofes nicht zufrieden geben, anders haben wir alle Veranlaffung, forgfältig zu prüfen, daß sondern müssen energisch verlangen, daß gegen die schuldigen Be- die großen Summen, welche hinaus gehen, in bezug auf ihre Veramten disziplinarisch eingeschritten wird; ebenso müssen wir verwendung wenigstens richtig geprüft werden. Tangen, daß sie zivilrechtlich haftbar gemacht werden für diejenigen Abg. Erzberger( 3.): Es handelt sich hier nicht um Dinge, die Beträge, die ohne Quittungen verausgabt find.( Zustimmung im wegen folonialer Eigenart, will ich einmal fagen, feine forrette wegen folonialer Eigenart, will ich einmal sagen, feine forrette Ministerialdirektor Dr. Konze: Auf die Einzelfälle des Herrn Buchung vertragen, sondern um ſehr einfach zu buchende Dinge. Borrebners kann ich hier nicht eingehen. Das kann nur in der bedingt Quittungen da sein, da das Geld fort ist.( Sehr richtig! Für die 100 000 M. zur Unterstüßung an Ansiedler mußten unRechnungskommission geschehen. Dort wird auch zu prüfen fein, im Zentrum und links.) ob im Wege eines Disziplinarverfahrens oder zivilrechtlicher Regreßansprüche gegen einen etwa schuldigen Beamten vorzugehen ist. Im übrigen stelle ich fest, daß in neuerer Zeit die Rechnungslegung der Kolonialverwaltung wesentlich beschleunigt worden ist. Zentrum und links.) Abg. Noste( Soz.): Die letzte Feststellung des Herrn Vorredners entbindet uns nicht von der Pflicht, immer wieder darauf hinzuweisen, mit wie unerhörter Nachlässigkeit von der Kolonialverwaltung gearbeitet worden ist. Entschieden muß dem widersprochen werden, daß die Gouberneure und Kolonien zu der Auffassung berechtigt seien, die vom Reichstag bewilligten Gelder stellten eine Art von Bauschquantum dar. Wenn das der Fall wäre, hätte der Reichstag nicht einen spezialisierten Etat ausgearbeitet.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ein unverantwortlicher Standal Petitionen. Auf Antrag Bassermann( natl.) werden eine Anzahl Petitionen, die sich auf die Reform der Zivilprozeßordnung und auf ein Automobilhaftpflichtgesetz beziehen, den betreffenden Kommissionen als Material überwiesen. Hierauf wird die Beratung der Betition der Vereinigten Berg arbeiter- Verbände betreffend schwarze Liften und Ueberschichtenwesen im Bergwerksbetriebe fortgefegt. Dr. Arning( natl.): Man sollte doch bedenken, daß es sich hier nicht um Rechnungen aus der neuesten Zeit handelt, sondern um solche aus dem Jahre 1900, wo die Kolonien erst im Entstehen waren. Heute werden die Rechnungen jedenfalls anders aussehen. unglücks und hofft, daß es gelingen wird, möglichst viel Arbeiter zu Abg. Behrens( Witsch. Vg.) gedenkt des neuesten Bergarbeiter Bei Rechnungsfragen sollte man sich aber nicht auf politische Gegner- retten. Redner fritisiert des weiteren das Vorgehen der Bergwerks schaft stützen. befizer mit schwarzen Listen, das gegen die guten Sitten und gegen die Geseze verstoße. Abg. Sachfe( Soz.): Abg. v. Liebert( Rp.): Ich bin nicht für diese Dinge allzu sehr verantwortlich; denn ich habe den Gouverneurposten schon Mitte 1900 abgegeben, und der Etat zählt vom 1. April, so daß auf meine Zeit nur etwa zwei Monate kommen. Auch bin ich als Gouverneur doch nicht allein verantwortlich. Abg. Dr. Frank- Mannheim( Soz.): Aber dafür aussprechen, daß sie heute der verunglückten Bergleute geZunächst will ich dem Herrn Präsidenten und dem Haufe Dant dachten, was wir bisher noch nie erlebt haben. Die Bergarbeiter werden es begrüßen, daß der Reichstag so schweren Unglücksfällen Mit der Entschuldigung des Herrn v. Liebert ist wenig ge- mehr Aufmerksamkeit zuwendet als früher. Die Zahl der tödlichen wonnen. Db er für zwei oder zwölf Monate verantwortlich ist, Unfälle im Bergwerksbetriebe ist sehr groß. Sie betrug im Jahre ändert an der Sache nichts.( Lebhaftes Oho! rechts.) Wir wollen 1907, obgleich sich nur wenige große Unglücksfälle ereigneten, 1700. ist es, daß jahrelang in Berlin Kolonialbeamte gefeffen und ruhig doch heute nicht dasselbe Schauspiel erleben wie gestern und vor- Mit schuld an diesen Verunglückungen ist auch das Üeberschichten ihre hohen afrikanischen Bezüge weiter in die Taiche gesteckt haben. gestern, daß von der Stelle, die es angeht, die Verantwortung auf wesen, um dessen Beseitigung die Betenten bitten. ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Tatsachen, die vom fubalterne Stellen abgewälzt wird.( Sehr richtig! bei den Soz) Herr Rechnungshof gerügt sind, erinnern uns an die Zeiten der aller- Gamp rät doch sonst zur Sparsamteit; aber ohne Ordnung gibt find bon 12,19 pro Mille im Jahre 1900 auf 15,71 im Jahre 1906 Die Unfälle im Bergwerksbetriebe schlimmsten Kolonialschlamperei. In Südwestafrika scheint man es es teine Sparfamfeit. nicht für notwendig gehalten zu haben, die allereinfachsten Regeln Rommiffion, also Verhandlung außerhalb der Deffentlichkeit. Er wünscht Verweisung der Sache an die gestiegen. Ich bitte das Haus, der Betition beizutreten, damit die einer geordneten Rechnungsführung zu beachten. Im vorigen Jahre öffentlich ist gefragt nach den Quittungen für die Entschädigungen trägt. Es wird gesagt, solche Vorschriften feien nicht nötig, nachdem Regierung den Uebelständen durch geiezliche Maßnahmen Rechnung wurde uns in der Budgetkommission mitgeteilt, daß für Millionen ber in Südwestafrika verausgabten Summen nicht nachzuweisen ist, an die Farmer und die Antwort ist noch nicht gegeben. Sie muß durch Artikel 4 der preußischen Berggefegnovelle ein Gefundheitswo das Geld geblieben ist. Von besonderem Interesse ist die Tat warum nach wie vor tropische Gehälter für Leute gezahlt werden, die Dieser Beirat steht aber lediglich auf dem Papier, er ist seit den drei aber öffentlich gegeben werden. sache, daß in Ostafrika Hunderttausende von Mart berausgabt unter den Linden spazieren gehen. worden sind, trotzdem fie der Retchstag ausdrücklich abgelehnt hatte!! antwortet werden. Es muß Ordnung herrschen, tie in Deutschland hört! 5. d. Soz.) Die Arbeitgeber tun so, als wenn sie sich durch die Auch hierauf muß öffentlich ges Jahren meines Wissens noch gar nicht zusammenberufen worden.( Hört! Der Gouverneur hat einfach, unbekümmert um die Beschlüsse des Reichs so auch in den Kolonien.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) schwarzen Listen gegen ein rigoroses Vorgehen von Arbeiterverbänden tags, die Summen ausgegeben, und es ist zweifellos für uns von Intereffe, festzustellen, daß der damalige Gouverneur unser jetziger Abg. Erzberger( 8.): Ich frage Herrn v. Liebert, wer denn wehren müßten. Die schwarzen Listen aber, die auf dem Tisch des Kollege v. Liebert ist.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) die Gelder für die ostafrikanische Zentralbahn ausgegeben hat, trotz- Hauses niedergelegt sind, find zu einer Zeit geschaffen worden, wo Wir haben ja wiederholt das zweifelhafte Bergnügen gehabt, Herrn dem fie der Reichstag nicht gebilligt hat. Mir ist mitgeteilt, daß die Arbeiterorganisationen weder in eine Bewegung eingetreten Liebert sich hier als Kolonialfachverständigen aufspielen zu sehen. Herr v. Liebert das getan hat!( hört! hört!) Sehr bezeichnend waren, noch mit Streif drohten. Ja, noch che in Deutschland ein Diese Feststellungen sind jedenfalls geeignet, die Sachverständigkeit ist, daß Herr Liebert jetzt die Verantwortung auf Subalternbeamte Bergarbeiterverband bestand, find die Zechenherren mit schwarzen und die ganze Amtsführung des Gouverneurs Liebert in einem abschieben will.( Sehr wahr!) Herr Gamp meinte, es fomme bei Liſten und Aussperrungen vorgegangen. Ein Geheimdokument der außerordentlich bezeichnenden Lichte erscheinen zu lassen. Ich schließe allen diesen Prüfungen doch nichts heraus. Jit ihm denn nicht be- oberschlesischen Grubenmagnaten bom 11. August 1906 bemich der Frage des Herrn Kollegen Erzberger an, was die Kolonial- fannt, daß zum Beispiel erst vor kurzem Wörmann zur Zurück- weist, daß die Unternehmer auch. gegen die Beamten Notizen. Kleines Feuilleton. dortige Theaterleben jekt um eine eigenartige Form der Opernaufführung bereichert worden: man spielt die Oper ohne Orchester,- Borträge. Jm Schillersaal, Charlottenburg, findet und nur die Klänge eines eilig herbeigeschafften Klaviers begleiten am Sonntag, abends 81 Uhr, ein Heinrich Heine Abend mit Leo Tolstoi und die ruffische Zensur. In einem Petersburger den Gesang der Darsteller. In verschiedenen Theatern kam es zu Vortrag, Rezitation und Gesang statt. Blatte erzählt ein früheres Redaktionsmitglied der„ Rußkaja lärmenden Szenen. Das Dal Verme- Theater war nahezu ausEine Bauausstellung, die auch eine Kleine Villen Mysl" von Leo Tolstoi und der Zensur in den 80er Jahren. verkauft, die" Carmen"-Aufführung sollte beginnen, allein im stadt künstlicher Art enthalten soll, beabsichtigen die beiden Im April 1882 erhielt der Redakteur der genannten Zeitschrift, Orchesterraum sah man nicht einen Musiker und das Publikum Berliner Architektenvereine in drei Jahren zu vera S. A. Jurjew, von Tolstoi das Manuskript eines längeren Artikels wurde ungeduldig. Nach einer Weile erschien der Direktor an der anstalten. Die Architekten beabsichtigen damit den Kunstgewerblert zur Veröffentlichung zugesandt. Es war die Abhandlung„ Meine Rampe, und nachdem er sich mühsam etwas Ruhe verschafft hatte, ein kleines Baroli zu bieten und die Führung wieder an fich zy Beichte", die erste von den religiösen Schriften Tolstois. Jurjem verkündete er den Streit der Orchestermitglieder, den er aber durch reißen. Für die Menschheit, die in den Mietsfasernen zu wohnen nahm den Artikel in das Maiheft seiner Zeitschrift auf; die Ober- fofort eingeleitete Unterhandlungen innerhalb einer Viertelstunde verurteilt ist und von den modernen Möbeln nur die hübschen Beprezverwaltung berbot aber die Bersendung der Nummer und beizulegen hoffte. Allein die Bemühungen blieben fruchtlos, kein fchreibungen oder höchstens den gelegentlichen Anblick hat, hat dieser übertrug dem geistlichen Zensurkomitee in Moskau die Prüfung Musiker tam und nur mit Hilfe der Polizei konnte das Theater des beanstandeten Artikels. Mehrere Wochen vergingen, das Juni- geräumt werden. Dieselbe Szene spielte sich im Fossati- Theater Wettkampf nichts Beunruhigendes. heft war bereits ausgegeben, da erst erfolgte die Entscheidung der ab, wo einige Besucher schließlich vorschlugen, die Vorstellung mit der Kunstauktion der Gesellschaft für Literatur und Kunst bezahlt. geistlichen Zenjur. Sie lautete auf Entfernung des Artikels aus Klavierbegleitung zu geben. Dasselbe geschah im Teatro Lirico Das bersteigerte Bild stellt den Apostel Philippus dar, wie der schon gedruckten und broschürten Nummer. Der Inspektor der und im Olympia. Am nächsten Tage verkündeten Plakate, daß die er den Kämmerer der Königin Candace tauft. Diefer gleich Mostauer Drudereien überwachte sorgsam das Zerstörungswerk; Opern einstweilen nur mit Klavierbegleitung gegeben werden gültige Vorgang hat Rembrandt nur als Vorwand gedient, um seine der inkriminierte Artikel wurde in seinem Beisein aus allen könnten, aber die Mailänder haben offenbar mit der ersten Er- Licht und Farbenträume zu einem phantastischen Milieu zu verExemplaren des Maiheftes ausgeschnitten; die ausgeschnittenen fahrung genug und die Theater find leer. Die Musiker beharren wirklichen. Früher galt ein Bild in der Oldenburger Galerie, bas Drudbogen wurden verpackt, versiegelt und hierauf der Oberpreß- auf ihrem Standpunkt, und wenn es den Direktoren nicht ge denselben Gegenstand von der Gegenfeite darstellt, für das Original. verwaltung in Petersburg zugeschickt, um dort vernichtet zu wer- lingt, Abhilfe zu schaffen, werden sie sich dazu entschließen müssen, den. Die Oberpreßverwaltung, deren Chef damals Feoktistow war, ihre Häuser bis auf weiteres leer zu sehen. Humor und Satire. Die freie Meinung. dachte indessen nicht daran, die ganze Sendung dem Feuertode zu überliefern. Viele Abzüge des verbotenen Artikels, wurden von ihr hochgestellten Personen überlassen und kursierten bald in den höchsten Kreisen Petersburgs. Auch in der Redaktion der MosBriand: Wie kann man nur behaupten, daß in Frankreich fauer Zeitschrift waren Korrekturabzüge des Artikels zurück- teine Meinungsfreiheit herrscht.... Der beste Beweis für die Freiheit geblieben. Von diesen Abzügen wurden viele Abschriften gemacht der Meinungen ist es doch, daß man sie nur zu wechseln braucht, und dann auf hettographischem und lithographischem Wege verviel um Minister zu werden. fältigt. Die Abschriften waren bald im ganzen Lande verbreitet. Gin Kreis von Studenten befaßte sich in Petersburg mit ihrer Jesuiten von gestern: Gott hat dem Menschen den Herstellung und übernahm den Vertrieb. Der Preis betrug freien Willen gegeben. Der Mensch hat die Freiheit des Denkens. 3 Rubel für das Exemplar. Man konnte„ Meine Beichte" in Aber die Ketzerei ist kein Gedanke, sie ist ein Verbrechen. Die Petersburg, Moskau und anderen Städten unter der Hand kaufen. Jefuiten von heute( Clemenceau und Konforten): Es gibt feine Die Niederlage dieser Ausgabe befand sich in Petersburg in der Wohnung des Schwiegervaters eines hohen Beamten, eines der Gehilfen es damaligen Ministers des Innern. Die Rußkaja Mhe gati 1882 eine Auflage von 8000 Exemplaren. Der von Der Zenfur unterdrückte Artikel Tolstois fand infolge des Verbots fraglos eine weit größere Zahl von Lesern als er gehabt hätte, wenn er in der Zeitschrift erschienen wäre. Aehnlich erging es 1883 Tolstois Abhandlung„ Mein Glaube". Sie war in Buchform erschienen, wurde aber konfizziert und dann anstatt verbrannt zu werden in den Beamten- und Hoffreifen verbreitet. Dieselben Personen, die die Schriften Tolstois verboten, sorgten so für ihre Erhaltung und Verbreitung. " Der Streit der Musiker. Durch einen unerwarteten Streit der Mitglieder der meisten Theaterorchester in Mailand ist das Vergehen der Meinungen; aber der Antimilitarismus ist keine Meinung: er ist ein Verbrechen. - Die Klausel. Clemenceau als Gefängniswärter zu den Opfern seiner Unterdrückungspolitik, die hinter einem Gitter ein gesperrt find:" Habt Ihr nicht immer die Freiheit gehabt, zu denken, was Ihr wolltet? Alles, was man von Euch verlangte, war nur, Eure Gedanken bei Euch zu behalten." Alle Meinungen sind frei, aber jeder hat die bürgerlichen Dogmen zu respektieren, als da sind: Die Ordnung ( die Soldaten schießen), die Fahne, die Moral( Symbol: Feigenblatt), die Justiz( Symbol: der Knobelbecher), die Regierung, die Polizei und das Gefeß( Symbol: ein Gesetzgeber mit verbundenen Augen, der auf dem Seile tanzt und jongliert). L'Assiette au beurre.") 200 000 Mart für einen Rembrandt wurden in Armer Rembrandt! Zu seinen Lebzeiten haben feine sehr unfreiwilligen Versteigerungen teine solchen Preise erzielt. In Armut und Not war fein Alter gekleidet und sein Tod war eine Rettung vor dem Hunger. Auf in den Kampf, Torero. Die spanischen Glas biatoren, die Toreros, die für viel Geld die Stiere megeln und die spanische Art des Heldentums darstellen( unsere starken Männer, denen wir diese Gelegenheit zur Betätigung empfehlen möchten, haben's freilich bequemer), wollen das Risiko ihres Geschäfts vermindern. Wie die" Frff. 3tg." aus Madrid erfährt, haben sie eine Vereinigung gebildet und sich vorgefeßt, die Stiere der Miurazucht, Die besonders wild und gefährlich find, ungeschoren oder vielmehr ungefigelt zu lassen und es nur noch mit den harmloseren Nassen fahren und Blut, und so haben die vermögenden Protektoren der aufzunehmen. Indes der spanische Grande will für sein Geld Ges Arena beschlossen, alle Stämpfe zu boyfottieren, in denen keine Miurastiere geschundene Rösser aufspießen und den Heldenmut des Toreros herausfordern. Eine neue Eisenbahn in Palästina. Das Carmelgebirge und der See von Galiläa sind durch eine bereits im Betrieb befindliche Eisenbahnstrecke verbunden. Diese soll nun über Samaria nach Jerufalem weitergeführt werden. Eine der wichtigsten Stationen wird der Ort Nabhus sein, der dem alten Schechem entspricht. Durch den Ausbau dieser Bahn wird der Touristenverkehr von Beirut und Carmel aus per Bahn nach Damaskus und dann zurück nach Galiläa ermöglicht werden, wobei viele von den biblischen Städten in Sa maria und Judäa besucht werden können; bei Joppe wird dann die Küste wieder erreicht. mit schwarzen Listen vorgehen. Die Unternehmer werden in dem Ruiidschreiben aufgefordert, alle Techniker zum Austritt aus dem Technikerverband zu veranlassen, weil auch dieser Verband geeignet sei, den Frieden im Gewerbe zu stören. (Hört I hört! links.) Ick lege hier wieder die neueste schwarze Liste bor. die wiederum gegen 5200 Nainen enthält. Staatsanwalt und Oberstaatsanwalt haben keinen Paragraphen gefunden, um gegen die Bcrgherren und ZeckcnverwalMngen vorzugehen. Handelte es sich um Arbeiter, so würde man schnell einen Paragraphen finden, wenn keinen anderen,' so den Groben Unfugs- Paragraphen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Terrorismus der Herren richtet sich aber nicht nur gegen die Aroeiter. So droht der Bergbauliche Verein für Niederichlesien, weil der Görlitzer Magistrat nach Arbeitern annonciert, oieiem dafür Repressalien an.(Hört I hört I bei' den Sozialdemokraten.) Wahrscheinlich sollen nach Görlitz keine Kohlen mehr geliefert werden.(Heiterkeit) Trotz des Ueberflusses an Arbeitskräften, der gerade jetzt vorhanden ist. zieht man Arbeiter aus dem Auslande heran; so hat die Landarbeiter-Zentrale eine Filiale in Esten. also mitten im Industriegebiet.(Hört! hört I bei den Sozialdeino- kraten.) Auf der neuesten schwarzen Liste, die ich aus den Tisch des Hauses niedergelegt habe, finden sich löl Namen von Arbeitern der Firma de Wente.(Hört I hörtl bei den Sozialdemokralen.) Die- selbe Firma, welche 16l Leute wegen Lumpereien für sechs Monate auf die Stratze wirft, wendet sich an den Bielefelder Arbeitsnachweis des Herrn v. Bodelschwingh um Arbeiis- kräftc. Wenn die Scharfmacher nicht endlich in sich gehen, wenn die Regierung ihr Ohr verschlieft, wenn der Reickstag die Petitionen nicht einstimmig dem Reichskanzler zur Berücfsickligung überweist, so machen sich Scharfmacher, Regierung und auch das hohe Haus mitschuldig an dem Forlbeslehen dieser himmelschreienden, dieser saumäßigen Zustände im Bergbau.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemolraien.) Abg. Nacken(Z.): Die Katastrophe sollte uns ein mahnendes Menetekel sein. Wir verlangen nach wie vor r.e i ch s g e s e y l i ch e Regelung deS Bergreckts, nachdem die Landesgesetzgebung völlig versagt hat. Die Kritiken meiner Bomdner trafen fast überall zu. (Hört! hört! bei den Sozialdemokralen.) Die gesetzlichen Vor» schriften sollten auch für die Zechenverwaltungen maßgebend sein. (Lebhafter Beifall im Zentrum und links,) Abg. Gothcin(frs. Vg.): Die Katastrophe sollte uns zum Ein- treten für die Forderungen der stets arg gefährdeten Bergarbeiter bewegen. Die schwarzen Listen sind geradezu die Wiedereinführung der geheimen Personalakten. Da die Scharftnacher ihrerseits die Arbeiterorganisationen nicht anerkennen wollen, so muß die Gesetz- gebung eingreifen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. v. Schubert(natl.): Es ist tief bedauerlich, daß gerade am Tage der furchtbaren Katastrophe der beklagenswerte Zwie- spalt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Berggcrverbe hervortreten mutzte. Auch wir empfehlen die Petition zur Berück- sichtigung, obwohl mancherlei Uebertrcibungen in ihr enthalten sind. Auf den schwarzen Listen stehen meist arbeitsscheue oder wegen Verfehlungen entlassene Arbeiter. Abg. Hue(Soz.): Ich kann mitteilen, daß nach einem mir zugegangenen Tele- gramn, das Grubenunglück nicht so viele Opfer gefordert hat, wie man annahm. Ader ich muß auch feststellen, daß auf derselben Zeche schon vvr 14 Tagen eine Schlagwetterexplosion stattgefunden hat(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten) und daß in den letzten Monaten außerordentlich viel Klagen der Arbeiter über Mißstände auf dieser Grube lautgeworden sind.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Als in der„Bergarbeiterzeitung" ein Artikel erschien, der den Grubenherrcn mißfiel, fahndete die Bergbehörde nach dem Verfasser des Artikels. Was geht das die Bergbehörde an? Sie soll darauf achten, daß solche beklagenZ- werten Unfälle nicht vorkommen.(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Kennzeichnend für sie ist. daß kein Vertreter hier zur Stelle ist.(Sehr richtig! blei den Sozialdemokraten.) Herr Schubert behauptet, daß die zum Vergleich ungünstigsten Jahre in der Petition herangezogen sind. Das ist nicht wahr; die Peti- tion ist vielmehr bei allen Zahlen sehr sachlich zusammengestellt. Tie Senkung des Lebensalters der Bergleute stellt eine große Ein- büße an Nationalkapital dar. In dem Bestreben, den häufigen Wechsel der Arbeiter einzudämmen, sind wir mit den Vertretern der Industrie einig. Wenn aber Herr Schubert sagt, die Absichi der Unternehmer dabei ist, Unglücksfälle zu verhüten, nun warum wehren sich dann die Herren mit Händen und Füßen gegen jede Einrichtung zum Schutz der Bergleute? Daß die Verhütung von Unglücksfällen daS Leitmotiv der Unternehmer ist, nun, wer daS glaubt, kriegt einen Taler. lHeiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Interessant war es. daß Herr Schultert sagte, die Bergarbeiter wechseln deshalb so häufig chre Stellung, um sich dem Gerichtsvoll- zieher zu entziehen. Das Material, das er hierüber beibrachte. zeigt geradezu erschreckend die Verarmung der Arbeiter. Wir werden nicht verfehlen, dies uns noch unbekannte Material zu verwerten. Herr Schubert sagt, wer auf der schwarzen Liste steht, sei nicht für C Monate ausgesperrt, sondern könne auf der alten Zeche wieder angenommen werden. DaS heißt, er soll wieder in daS alte Joch, sich beugen unter die Herren, die Ankläger. Nichter und Straf- Vollstrecker zugleich sind. Mit dieser faulen Ausrede des Verbandes will man nur verdecken, was man den Leuten Fürchterliches getan. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auch die Behauptung, daß nur kontraktbrüchige Arbeiter auf die schwarzen Listen kommen, ist falsch. Das unleidliche Verhältnis zwischen Arbeitern und Unternehmern schob Herr Schubert auf die„Verhetzung" durch die Gewerkschaften. � Das ist mir erklärlich, wenn er„Kontraktbruch" und„Insubordination" in einem Atemzug gebraucht. Die Berg- Herren sehen eben in den Bergarbeitern nicht freie Arbeiter, sondern Untergebene. Herr Schubert betontö, er sei von Bergarbeitern ge° wählt worden. Gewiß, aber mit welchen Mitteln?!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir werden noch Gelegenheit finden, die saarabischcn Wahlzusiände hier zu besprechen. Man hat dort die Leute zur Hundedemut, zur Heuchelei erzogen. Sie sehen in 'dem Vorgesetzten nicht den gleichgestellten Staatsbürger, sondern einen Mann, dem man auf Gnade und Ungnade ausgeliefert ist. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) ES wird eine ernste Würdigiung des Unglücks von Radbod sein, wenn wir diese Petition der Regierung zur Berücksichtigung überweisen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.) polemisiert gegen den Abgeord- neten Schubert. Mg. Hengsbach(Soz.): Der Abg. Schubert glaubt«, an den Grubenherren hier eine Mohrenwäsche vornehmen zu müssen. Die ist aber kläglich miß- lungen. Das Blaumachen verurteilen auch wir, ebenso wie die Feierschichten. Der Arbeiter, der regelmäßig zur Arbeit kommt, soll keine Ucberschichten machen, sondern die Arbeitszeit einhalten. Wenn aber ein junger Arbeiter in jugendlichem Leichtsinn einmal blau gemacht bat, ist cS dann nicht eine unerhörte Strafe, ihn für 6 Monate auszusperren?(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr Schubert sagt freilich, ein ausgesperrter Arbeiter liegt nicht 6 Monate auf der Straße, sondern kann auf der alten Zeche wieder angenommen werden. Darauf haben meine Freunde ihm schon erwidert. Wenn übrigens der Arbeiter wieder angenommen werden soll, warum wird er dann erst abgelegt?(Sehr richtig! bei den Sozialdeniokraten.) Weiter behauptet Herr Schubert, nur kontraktbrüchige Arbeiter kommen auf die schwarze Litte. Ich kann Ihnen zahlreiche Fälle anführen, wo Arbeiter. trotz ordnungsmäßiger Kündigung auf die schwarze Liste gekommen sind. Fortgesetzt klagen die Arbeiter in den großen Berg- orbeiterversammlungen unter voller Namensnennung der betreffen» den Zechen, daß sie trotz ihrer ordnungsmäßigen Kündigung auf die schwarze Liste gesetzt sind. Schon in der Sitzung vom 4. No- vember führte ich einen Fall an, der sich bei Rcbert u. Co. ereignet hat. Wegen eines angeblich unwahren Artikels im„Bergknappen" wurden vier Arbeiter zur Rede gestellt. Sie kündigten deshalb, und zwar ganz ordnungsmäßig, und deshalb wurden sie auf die schwarze Liste gesetzt. Ganz ebenso liegt der von mir angeführte Fall von der Hütte„Phönix" bei Lahr. Tort wurde einem Arbeiter bescheinigt, daß er sich als fleißig und zuverlässig erwiesen habe, daß seine Führung einwandsfrei gewesen sei; trotzdem ist er auf die schvarze Liste gesetzt. Wie man gegen die Arbeiter verfährt, zeigt sich deutlich in der Spruchkammer zu Frimersdorf bei Möhrs. Der katho- tische Arbeitersekrelär wird dort von der Vertretung eines Arbeiters zurückgewiesen. Der Rechtsanwalt der Firma Krupp aber, ein Herr, der zweispännig an und abfährt, und der nur von diesen Vertretungen lebt, wird zugelassen!(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Mit diesen Zuständen muß aufgeräumt werden. (Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Die Interpellation wird dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überiviesen. Darauf vertagt sich daS Haus auf Freitag 1 Uhr.(Jnter- pellationen des Zentrums und der Sozialdemokratie betreffend Arbeitslosigkeit und die wirtschaftliche Klise.) Schluß 6(4 Uhr. parlamentari sc!) es. Der Seniorenkonvent des Reichstages hat gestern unter dem Vorsitz deS Prästdenken vereinbart, daß die erste Beratung der Finanz- reform am Donnerstag nächster Wocke beginnen soll. Die Hinaus- schiebung ist nötig, weil die Begründung der Vorlage noch nickt eingegangen ist; man hofft die Begründung bis Anfang näckster Woche liefern zu können. Sämtliche Steuergesetze sowie das Finanz- gesetz, die in der GeneraldiSliission gemeinsam beraten werden, gehen an eine besondere Kommission von 28 Mitgliedern. Nack Erledigung der Arbeitsloseninterpellation, die heute und morgen verhandelt wird, tritt eine Pause in den Sitzungen ein, die bis einschließlich Mittwoch(Bußtag) nächster Woche dauert. Die Interpellation des Zentrums(schwarze Listen) wird zunächst noch nicht zur Verhandlung kommen, da der Staatssekretär deS Jimern noch einige Zeil zur Information verlangt hat. Wenn möglich, sollen noch vor der Wcihnachispause mehrere SchwerinStage stattfinden und einige kleinere Vorlagen erledigt werden. Jedenfalls aber wird vor den Ferien der Etat für 1909— dessen Einbringung am 2. Dezember erwartet wird— sowie die Beamtenbesoldungsvorlage in erster Lesung beraten werden, damit diese Vorlagen der Budget- kommission überwiesen werden können. Für den Beginn der Weihnachtsferien ist der 10.-12. Dezember in Aussicht genommen. WahlprüfungSkommission deS ReichStaaeS. Die Kommission be- schloß, die Gültigkeit der Wahi des in Breslau Neumarki gewählten Abg. Karl Graf v. Carmer beim Plenum zu beantragen und den gegen die Hanplwahl vorliegenden Protest für erledigt zu erklären, da. selbst wenn alle Protestpunlte als wahr erwiesen würden, die Gültigkeit der Wahl bei dem großen Vorsprung im ersten Wahlgang und bei der großen Mehrheit, mit weicher er gesiegt hatte, nicht in Frage gestellt würde. Anders stand es mit der Wahl deS Abg. Oeser für Frankfurt am Main. Oeser siegte in der Stichwahl mit einer Mehrheil von nur 1440 Stimmen gegen den sozialdemokratischen Kandidaten Dr. O ua rck. Der von sozialdemokratischer Seite eingereichte Wahl- Protest behauptet eine Menge Verstöße und Wahlbestechungsveriuche, die aber mit einigen Ausnahmen entweder für unerheblick oder für nicht genügend substantiiert erachtet und demgemäß zurückgewiesen wurden. Run hat zwischen Haupt- und Stichwahl Hauptmann Landmann in einer im Zoologischen Garten zu Frankfurt ab- gehaltenen Versammlung des Kriegervereins für die Kandidatur Oder gesprochen. Die Kommission hält diese Proteslbehaupiung für e r h e b l i ch. Um aber ermessen zu können, welchen Einfluß diese Rede auf das Wnhlresultat gehabt haben lönnte, wurde die Beichliißfaflung über die Wahl ausgesetzt. Dagegen soll aus tele- graphischem Wege festgestellt werden, wie stark der genannte Krieger- verein ist und wie stark die Versammlung besucht war. Die Lehrerbesoldungskommission de? preußischen Abgeordneten- hansrS setzte am Mittwoch die Generaldebatte über den konservativen Antrag bezüglich der Besoldungskassen sort. Dabei stand die Frage, ob es sich um eine Verfassungsänderung handelt, im Bordergrund. Die Staatsregierung weist die Beioldungskaffen zurück, weil dadurch dem Staate unerschwingliche Lasten auferlegt würden. Hier scheint die Regierung die Absichten der konservativen Antragsteller nicht reckt erfaßt zu haben; denn diese gehen außer auf Schaffung der Besoldungskassen für die einzelnen Provinzen doch dahin, den so- genannten leistungsfähigen Gemeinden auch sämtliche Slaatsziischüffe, also auch für Pensionen, zu entziehen und den leistungsunfähigen Provinzen noch außerdem zu überweisen. Ans den auf diese Art geschaffenen Fonds würde nach den Ausführungen des Freiherrn v. Zedlitz die Provinz Brandenburg 5 Proz.. die Provinz Ostpreußen aber 85 Proz. Zuschuß zu ihren sonstigen Beiträgen erhalten I So bestechend bei oberflächlicher Betrachtung die Besoldungslassen auch kein mögen, in Wirklichkeit läuft die ganze Sache auf einen neue» Raubzug der Junker hinaus. Auch insofery bleibt der reattionäre Geist besieben. als in den Aeußerungen konservativer Redner ganz deutlich zum Ausdruck kam, daß im SchulaufficktSwege dafür gesorgt werden müsse, daß die Gemeinden mit der Klnssenfrequenz nicht zu weit hinabgehen. Also die Ueberiiillung der Klassen soll bleiben. wenn den Bezirken nur das Geld überwiesen wird I Interessant war die Mitteilung des Ministerialdirektors, daß 10 Jahre lang(und zwar bis 1902) keine einzige neue Lehrerpräparandenanstalt eingerichtet wurde, ob- wohl in jenem Jahrzehnt die Bevölkerung eine sehr große Zunahme erfahren hat. Auf diesen Unistand soll der heutige Lehrermangel zurückzuführen sein, beileibe nicht auf die jetzige Schulverwallung! Ohne Abslimmung wurde festgestellt, daß sich die Majorität gegen die Besoldungskassen erklärt hat.# Am Donnerstag setzte die Kommission die Beratung fort. Die Debatte drehte sich zunächst um die Frage, ob die beantragte Streichung des ganzen ersten Absatzes im jetzigen geltenden Gesetze „Die an einer öffentlichen Volköichnlt endgültig angestellten Lehrer und Lehrerinnen erhalten ein festes. den örtlichen Verhältnissen und der besonderen Amtsstellung angemessenes Dieiistcinkommcn" eine Verfassungsänderung darstellt. Zwar wuroe am Schluß, trotz Widerspruchs der Regiening. die Streichung durch die Siiininen der Konservativen. Freikonscrvativen und Nationalliberalen angenommen. eS ist aber durchaus nicht sicher. ob die zweite Lesung nicht ein anderes Ergebnis zeitigen wird. Dies ist um so mehr zu erwarten, als auch die Worte„nach den örtlichen Verhältnissen" milgestrichen sind, wogegen die RegierungS- Vertreter lebhafte Einwenden erhoben. Zu einer kräftigen Auseinandersetzung führte der 8 2. der die wichtige Frage der Festsetzung der Giiindgehälter der Lehrer regelt. Die Freikoniervaiiven beantragen, das Aniangsgehalt für Lehrer aus 1400 M.. für Lehrerinnen aus 1100 M. festzusetzen. In ähnlicher Richtimg bewegt sich ein freisiimiger Antrag. Gegen die beiden Anträge wendet sich in sehr beweglichen Worten der Finanzininister. der dauernd in den Sitzungen anwesend ist. Er legte dar. daß der Antrag der Freikonservotiven noch 30 Millionen und der sceisinnige Antrag 33 Millionen über die Regierungsvorlage hinaus Erfordern würde; das könne der Staat nicht tragen das kö»nten auch die Gemeinden nicht leisten, aus deren Verschuldung er unter Zahlen- angabe hinwies. Die Ausführungen der Freisinnigen hieraui ließen erkennen, daß ihr Antrag mehr eine Wirkung nach außen haben soll und daß sie schließlich ihren Antrag fallen lassen werden. Heranziehung der Vemnten zur Gemelndeeinkommensteuer. Der bereits wiederholt angekündigte Gesetzentiourf betreffend die Heranziehung der Beamten zur Gemeindeeiiikommensteuer ist dem preußi- scheu Abgeordnetenh-iiise zugegangen. Er bezweckt die Aufhebung deS Komniunalsteuerprivilegs der Beamten, bleibt aber auf halbem Wege stehen: Einmal sollen in Zukunft nicht nur die unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten sowie die Beamten des Hofes, nicht aber auch die Militärpcrsonen, Geistlichen, Elementarlehrer und unteren Kirchendiener besteuert werden, und zweitens sollen die Be- amten nur bis zu 100 Proz. Zuschlag zahlen. Erhebt eine Ge- meinde höhere Zuschläge, so zahlen die Beamten von ihrem Diensteinkommen doch nur 100 Proz.! Lediglich der auf das außerdien st liche Einkommen der Beamten entfallende Teil des Steuersatzes wird voll zu den Zuschlägen herangezogen. Diese neuen Beslinimuiigen gelten übrigens nur für die nach dem 31. März 1909 angestellten Beamten. Weiter sollen alle auf statutarischen Rechten oder Privilegien gegründeten weitergehenden Befteiungen aufgehoben werden; die bei Fnkrafitrelen des Gesetzes bereits im Genuß solcher Befreiungen be- findlichen Beamten behalten ihre Berechtigungen auf Lebenszeit.— Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses setzte am Donners- tag nach Fertigstellung des Berichts über die bisherigen Sitzungen ihre Beratungen über die Beamrenbesoldungen bei Klasse 2l fort. Hierunter fallen unter anderem die etatsmäßig angeslelltcn Lehrer bei de» höheren Unterrichisanstalten(einschließlich Elisabethschule). welche die vorgeschriebene Prüfung als Zeichenlehrer für höhere Unierrichtsanstalren bestanden haben. Es wurde beantragt, sie in Klasse 23 zu vedetzen, so daß sie statt 2l00 bis 4500 M. ei» Gehalt von 2400 bis 4800 M., das heißt ebensoviel wie die technischen Lehrer an Baugewerkschulen bezichen sollen. UnterstaatSsekretär D o u b o i S erklärte, daß er kein Bedürfnis dafür anerkennen könne, da die Zeichenlehrer schon jetzt erheblich auf- gebessert werden; er warnte vor den Konsequenzen deS Antrages. Auch der Vertreter der Unterrichlsverwaltniig wollte von einem so großen Unterschied zwischen de» Gehältern der genannten Lehrer und denen der Volkssckullehrer nichts wissen. Trotzdem wurde der Antrag mit 15 gegen 13 Stimmen aligeiioniinen. Bei der Debatte über verschiedene Beamtenkntegorien war von der Regierung wiederholt auf die beabsichtigte Gleichstellung der Beamten der I u st i z mit denen der Verwaltung hingewiesen. Dies gab einem Redner Veranlassung, die in Widerspruch mit der verfassungsmäßigeil Gleichheit stehende Bestimmung zu kritisieren, daß Juden als Regieruiigsiekretäre nur mit besonderer ministerieller Genehmigung angestellt werden können. Eine Antwort winde dem Redner nicht zu teil, da solche allgemeinen Fragen erst später er- örtert werden i ollen. Von allgemeinem Interesse ist eS, daß von einer Seite die Er- klärung abgegeben wurde, man würde sich auf keinen Fall durch etwaige Bcichlüffe des Reichstags zu weiieren Gehaltserhöbniigeii drängen lassen. Diese Erklärung ist um so verwunderlicher, als die Regierung bekanntlich nur deshalb mit der Eindringling ihrer Vor- läge so lange gezögert bat, weil sie erst die Beicklüsse der Reichs- cegierung avwarten wollte. Man kann jedenfalls mit Fug und Recht verlangen, daß die preußischen Beamten ebenso gestellt werden wie die ReichSbeaimen der gleichen Kategorie. Die veratnngen nehinen, da noch täglich zahlreiche Petitionen eingehen, trotz der angestrengten Tätigkeit der Kommission einen so langsamen Verlauf, daß die erste Lesung vor Ende der.nächsten Woche kaum beendet sein dürfte. Vor Leginn der zweiten Lesung muß aber noch die Deckungsfrage erörtert werden und auch darüber vergeht noch miiidesteiis eine volle Woche. � Die BalkanMe. Ein Dementi. Konstantinopel. 11. November.(Meldung deS k. k. Telegraphen- Korresp.-BureauS.) Nowakowitsch erklärt die Nachricht des.Mali Journals' über den Abschluß eines Bündnisses zwischen Serbien und der Türlei für unbegründet. Frankreich als Friedensstifter. London, 12. November.„Daily Telegraph" meldet aus Belgrad, man erwarte dort eine französische Intervention. Es verlaute, Frankreich sei bereit Oesterreich Vorschläge zu machen, zu dem Zwecke sich mit Serbien in bezug auf die wirtschaftliche ir Fragen zu verständigen und bei Oesterreich größeres Eni- gegenlommen gegenüber den serbischen Wünschen hervorzurufen. Rusiland und die serbische Frage. Petersburg. 8. November.(Eig. Ber.) Ein schöner Orden und mätzig warme Sympathieversicherungen find die Erfolge, die der serbische Thronfolger durch seine„politische Mission" in Ruß- land erzielt hat. Als unwiderruflich dürfen aber nur die Ordens- zeichen betrachtet werden.. Denn bei den Sympathie- und Unter- stützungSversicherungen wurde dem serbischen Thronfolger klär- gelegt, daß diese ausschließlich vom Verhalten der Serben selber abhängig seien, daß man auf russische Sympathien und Unterstützung nur m dem Falle rechnen dürfe, wenn die Serben sich zu keinem Schritte hinreißen ließen, den man als Provokation auslege» könnte. Tasselbe wurde auch dem früheren Minister Paschitsch. der den Thronfolger begleitete, und. durch den russischen Vertreter in Belgrad, der serbischen Regierung erklärt. Die serbische Regierung hat freilich greifbarere Resultate erwartet. Der serbische Minister Milowanowitsch äußerte bei der Abreise de- Prinzen, daß die Reise deS Thronfolgers eine radikale Umwälzung in der Politik JSwolSkyS bringen müsse, sonst wäre ein Krieg unvermeidlich„trotz aller Bemühungen der serbischen Regierung". Durch Gerüchte über Abschlietzung einer Militärkonvention zwischen Serbien und Montenegro über die allgemeine Bewaffnung der Be- völkerung in Montenegro und deren Bereitschaft, in Bosnien ein- zudringen, suchte man weniger auf die österreichische als auf die russische Regierung einzuwirken. Auch die Pansla Wiste» in Rußland selbst gaben sich redlich Mühe, die Polctik JswolSkhs zu diskreditieren, eine kriegerische Stimmung, wenn nicht hervor- zurufen, so wenigstens zu heucheln, um dadurch öle Regierung zu größerer Entschlossenheit Oesterreich gegenüber zu bewegen. Das bemerkenswerteste dabei ist. daß die patentiert patriotischen Reaktionäre sich entschieden kriegsfeindlich verhielten. während die Liberalen aller Richtungen als Panslawisten und Apostel des Kpieges auftraten. Graf W. Bobrinsky und Fürst G. N. Trubeztoi erklärten in einer Versammlung, daß die russische Regierung in keinem Falle die österreichische Annexion an- erkennen dürfe.„Ich bin überzeugt," bemerkte dabei Gras Bobrinsky,„daß unsere Regierung dicS auch nicht tun werde; widrigenfalls sollte man die Reichsduma sofort auflösen und uns alle verhaften lassen." Wenn Bobrinsky und Trubezkoi nur die UnVersöhnlichkeit der russischen„Volksvertreter" unterstreiche» wollten, so trat der KadetWnführer Herr Maklakow mit einem direkten Aufruf zum Kriege in derselben Versammlung auf:„Die Einmischung Rußlands in die slawischen Arigdqw,chdto, ist eine Sache des Prinzips und der Pflicht. Dieser Pflicht nicht nach- zukommen wäre ein Verbrechen. Wozu immer über unsere Schwäche klagen? Wer hat denn Rußlands Kraft gemessen?" So sprach Herr Maklakow, derselbe Herr Maklakow, der in Fragen der inneren Politik in Ehrerbietung vor dem Zaren erstirbt, der im vorigen Jahre aus Furcht vor der Regierung zur Auslieferung der sozial- demokratischen Dumaftaktion bereit war! Die Regierung aber ftörte den Herrn in feinen Angriffen aus Jewolsthe Politik eben sowenig, wie sie auch keine Luft zeigte, die Herren Bobrinsky und Trubeztoi zu verhaften, oder die so gehorsame Reichsduma aufzulösen. Im Grunde genommen war die Inszenierung der panslawistischen Demonstrationen für die Regierung und speziell für Jswolsth nur vorteilhaft. Den Friedensenigel spielte Jewolsth bisher in allen Verhandlungen mit den übrigen Mächten; jetzt hat er auch Gelegenheit, sich für den einzigen Beschützer des Friedens in Rußland selbst aufzuspielen. und durch den agrarischen Drud, der auf unserer Regierung Iafte. Der niedergerittenen Sozialdemokratie" in Breslau, dte schon Bekannt sei, wie die großen Landgemeinden jahrzehntelang ringen bei der Landtagswahl das Zeugnis einer robusten Gesundheit abmüssen, um Stadtgemeinden zu werden. Für die Behauptung, gelegt hatte, ist es gestern gelungen, den Verlust der Reich 3daß die Landräte manche städtische Angelegenheit als polizei tags mandate burch die ersten Siege wieder auslich erfassen und damit ihre Befugnis überschreiten, führt der Angeschuldigte als Beweis an, daß der Landrat seines Kreises zugleichen! Die Erwartungen der Gegner, die nun auf einen wiederholt versucht habe, die städtische Polizei zu Botendiensten unaufhaltsamen Rückgang" rechneten, find gründlich enttäuscht, es niederer Art zu benußen. In anderen Streifen habe ein Bandrat heißt jeßt auch in Breslau wieder in altgewohnter Weise: Wir die zu gründende Navigationsschule als polizeilich, ein anderer marschieren! die Stiftungsverwaltungen seiner Kreisstadt als polizeilich be= handelt! Ueberhaupt werde wohl jeder Landrat zugeben, daß er polizeilich als Aufsichtsbehörde mehr Einfluß auf die städtischen Angelegenheiten habe, als in irgendeiner anderen Funktion. Was Alles in allem fann die sozialdemokratische Arbeiterschaft mit dem gestrigen Tage zufrieden sein, sowohl mit der erreichten Stimmenzahl, als auch mit den eroberten Sigen. Unbesiegbar bleibt auf die Dauer doch immer wieder die kraftboll sich entwideinde, revolutionäre Sozialdemokratie!..." Bei der am Mittwoch beendeten Stadtverordnetenwahl zu Das Auftreten der Liberalen erweckt ja den Schein, daß das russische Volk und das russische Parlament den Krieg wollen und daß es nur der weisen Politik Jewolskys zu verdanken sei, wenn es nicht zum Krieg kommt. Die panslawistische Heuchelei kommt also der machtlosen und feigen Politik Jewolskys nur zugute. die Beschlagnahme der sozialdemokratischen Kalender Wenn die Regierung den panslawistischen Rednern nicht volle Frei- anlange, habe er nicht gesagt, daß sämtliche Landräte alljährlich heit gab, so geschah das in erster Linie aus Furcht vor Desterreich diese Beschlagnahme vornehmen lassen. Wie vielfach sie aber ver- Burg bei Magdeburg erhielten die Kandidaten der Sozialdemound Deutschland und dann aus Furcht, Veranlassung zur Erfassungswidrig ausgeübt werde, beweise der Auforud auf vielen fratie 701 Stimmen, während der bürgerliche Kuddelmuddel unter örterung einiger unangenehmen Fragen der inneren Politit fozialdemokratischen Kalendern: Dieser Kalender tann zu geben. So hat Herr Trubezfoi in seinem panslawistischen Eifer om Gendarm oder Polizeibeamten nicht be. Führung des Freisinns 397 für seine Standidaten aufbrachte. Die die Polenfrage berührt, Herr Bobrinsty und die Rabetten lagnahmt werden." Eine genaue Statistik über rechts Sozialdemokratie ist nun in den Befiz des zweiten Drittels der britten Abteilung gelangt. die Bedeutung des Parlaments usw. Natürlich kann die fratischen Parteivorstand zu erhalten. widrige Beschlagnahme sei zweifellos leicht durch den sozialdemoIn Prizwalt( Brandenburg) beteiligten sich die Genoffen russsische Regierung solche Ueberschreitungen" nicht dulden. Ein weiterer Punkt der Anklageschrift betrifft die Ausführun- hielt 28 Stimmen, während die Gegner 100 bis 180 Stimmen er zum erstenmal an den Stadtverordnetenwahlen. Ihr Kandidat er gen des Angeschuldigten in seinem Buche über hielten. Daß außer der versprochenen moralischen" Unterstüßung Gerbien von Rußland nichts mehr zu erwarten hat, ist aus allen offiziösen Erklärungen und aus dem Verhalten der reaktionären Bresse flar. Die weitere Politik Jowolskys wird ausschließe lich in Verhandlungen mit Oesterreich und Deutschland bestehen, die entweder zur weiteren Nachgiebigkeit Jswolskys gegenüber den Wünschen Oesterreichs führen werden oder zum völligen Aufgeben des Planes, eine internationale Konferenz zustande zu bringen. Da Rußland keine Vorteile aus einer Konferenz zu erwarten hat, so wäre eine Erledigung der orientalischen Fragen durch Verständigungen zwischen Bulgarien mit der Türkei einer seits und der Türkei mit Oesterreich- Ungarn andererseits der beste Ausweg, um das ramponierte Ansehen der russischen Diplomatie zu befestigen. Aus diesem Grunde hat augenscheinlich die russische Diplomatie, unterstüßt von der englischen und französischen, Bulgarien den Vorschlag gemacht, sich mit der Türkei auf irgend welchem friedlichen Wege zu verständigen. Wenn Jewolsky vorläufig noch gegen ähnliche Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Türkei protestiert, so nur aus formellen Gründen. Die Schicksale der Serben und anderen Slawen kommen dabei gar nicht in Betracht. Stadtverordneten- Verfammlung. 53. Sigung vom Donnerstag, den 12. November, nachmittags 5 Uhr. Zunächst foll von der Versammlung in gemeinschaftlicher Sizung mit dem Magistrat unter dem Vorsiz des Oberbürgermeisters Kirschner die Wahl eines Mitgliedes der Abteilung I des Bezirksausschusses borgenommen werden. Die Wahlangelegenheit wird auf Antrag der Stadtvb. Rosenow und Liebenow in die gemischte Deputation zurüdberwiesen. Hierauf tritt die Versammlung in die Tagesordnung für die heutige Sigung ein. Für Zwede der Biehaählung am 1. Dezember 1908 beantragt der Magiftrat 4000. zu bewilligen. Die Bählung findet in ganz Preußen statt und ist eine außerordentliche, die sich nur auf Pferde, Rinder, Schafe und Schweine erstrect. Für Berlin haben sie Magiftrat und Polizeibehörde gemeinschaftlich zu bewirken. Die Steuererheber sind zu Zählern bestellt. Sie sollen für ihre besondere Mühewaltung die übliche Entschädigung( 5 bis 10 m. je nach Größe der Arbeit pro Zählbezirk) erhalten. Die Versammlung stimmt zu. Das städtische Terrain westlich der Greifs walder Straße, zwischen Ringbahn und Carmen- SylvaStraße, wird jetzt bebaut. Das Radialsystem IX der Kanali sation foll baldigst eröffnet und die an der Carmen- Sylva- Straße neu erbaute Pumpstation in Betrieb gesezt werden. Dazu ist die Verlegung eines Gas zu führungsrohres in der Danziger Straße erforderlich. Die auf zirka 45 600 m. veranschlagten Kosten sollen aus dem Vorschußzkonto der Stadthauptkasse beraus lagt und diesem 1909 aus dem Extraordinarium des Gasetats er Die Vorlage wird angenommen. stattet werden. Zum Ausbau des Weges von Heinersdorf nach Buch sollen die erforderlichen, der Stadt gehörigen Flächen unentgeltlich an den Kreis Niederbarnim, der den Weg als Chaussee ausbauen und unterhalten will, abgetreten und ein barer Beitrag von 120 000 m. geleistet werden. Auch hier wird ohne Debatte die Zustimmung erteilt. Zur Bewirtschaftung der neu angetauften 2ände reien in Danewis und Wilmersdorf, wofür im laufenden Etatsjahr Mittel nicht zur Verfügung stehen, ersucht der Magistrat um die Nachbewilligung von 31 150 M., die auf den Etat des Riefelfelder- Administrationsbezirks Schmetzdorf zu übernehmen wären. Die Vorlage wird genehmigt. Schluß 6 Uhr. Die Disziplinarverhandlung gegen Bürgermeister Dr. Schücking. Schleswig, den 12. November 1908. ( Telegraphischer Bericht.) " die Polizeiverwaltung. Es heißt darüber in der Anklageschrift:„ Der Angeschuldigte fagt, bei der staatlichen Bolizei können die Intentionen des Ministeriums des Innern biel besser verwirklicht werden. Mit staatlichen Polizeiorganen könne man jogar manchen provozieren, wo für sich die städtische Polizei nie hergeben würde." Die Anflage betrachtet diese Ausführungen als gegen den Minister des Innern, die Polizeipräsidenten und die Polizeioirettoren gerichtet. Demgegenüber weist der Angeschuldigte die Unterstellung zurück, über die staatliche Bolizei konstruiert habe. Er habe nicht bedie die Anklage durch die Verknüpfung zweier getrennter Säbe hauptet, daß die Intentionen des Ministers des Innern dahin gingen, Unruhen zu provozieren, er habe vielmehr nur gesagt, daß bei der staatlichen Polizei die Intentionen des Ministers viel besser verwirklicht werden können. Er habe dann weiter über staatliche Polizeiorgane überhaupt gesprochen und dabei die Möglichkeit erwogen, daß man sogar mit staatlichen Polizeiorganen Unruhen provozieren könnte". Sich über diese Erwägung einer Möglichkeit zu entrüften, liege leider für niemand in Preußen mehr Grund vor, seit durch gerichtlich beeidete Beugenaussagen in den Verhandlungen über die letten sozialdemokratischen Wahlrechtskrawalle auf den Straßen Berlins festgestellt worden sei, daß zu den lautesten Schreiern in den Massen polizeiliche Lockfpitel gehörten. Es sei wohl nicht anzunehmen, daß der Anfläger den Begriff des Lockspikels überhaupt nicht kenne. Die Affäre Wohlgemut, des preußischen Agent, provocateur aus ber Schweiz, der sozialistischen Elemente hervorzurufen, habe seinerzeit die Aufdort weilte, um Ausschreitungen der von ihm bewachten unruhigen merksamkeit von ganz Europa auf sich gelenkt. Bei seinen weiteren Ausführungen über das polizeiliche Lockspikelwesen stüßt sich der Angeschuldigte auf das Zeugnis des deutschen Botschafters in Konstantinopel, Freiherrn von Marschall, der seinerzeit als Staatssekretär des Auswärtigen Amtes in den Prozessen Leckert- Lühow und Tausch seine Erfahrungen über das Lockspizelwesen mitgeteilt habe. Am Schluß der heutigen Beweisaufnahme wurde der Fall des Bürgermeisters Blewka behandelt. Es handelt sich hierbei darum, ob der Regierungspräsident von Dologa- Kozierowski durch Bürgermeister Blewka den Versuch gemacht hat, Schücking von feiner freifinnigen Landtagskandidatur abzubringen. Schüding hält hierzu den Antrag aufrecht, den Regierungspräsidenten da rüber als Zeugen zu bernehmen, daß auch gegenüber einem Beamten der Versuch gemacht worden sei, ihn von einer nationallibes ralen Wahlmannskandidatur abzuhalten. Hierbei ist aber zu bemerken, daß es sich nicht um eine direkte Beeinflussung durch den Regierungspräsidenten handeln soll, und daß der Beamte nicht die Stellung eines Bürgermeisters inne hatte, was nachträglich richtig zu stellen ist. Die Beweisaufnahme wird hierauf geschlossen und es erhält das Wort der Bertreter der Anklage, " Eine Anrempelung des Vorwärts" wegen seiner Bemerkungen zum Landtagswahlaufruf des badischen Landesvorstands hält die Mannheimer Voltsstimme" in diesem Moment für unbedingt nötig. Sie bedenkt uns mit einigen zwedklofen Unliebenswürdigkeiten, die uns keinen Anlaß zu Bemerkungen geben. Auch die mutige Behauptung, daß die badische Sozialdemokratie zu 99 Proz. auf dem Standpunkt der 66 stehe, wollen wir nicht unter die Lupe nehmen. Wenn wir die Anrempelung erwähnen, so gehaltung, die wir uns in unseren Bemerkungen zum Landtagswahlschieht es nur, weil die Mannheimer Volksstimme" die Burid aufruf auferlegten, mißbraucht, um festzustellen"," daß der Vorwärts" gegen die Auffassung des badischen Landesvorstandes, daß in den Fragen der einzelstaatlichen Taktit den Landesorganisationen das entscheidende Wort vorzubehalten sei", weiter nichts einzuwenden hat." Davon ist natürlich keine Rede. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " Straffonto der Presse. Genosse ehlich vom„ Bolts" boten" in Stettin wurde in der Berufungsinstanz wegen angeblicher Beleidigung eines Wahlvorstehers bei der letzten Landtagswahl zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Den Wahrheitsbeweis für die Behauptung, daß der liberale" Mann während des WahlBunften als geglidt angesehen, aber die Burüdweisung dieser Anattes die Sozialdemokratie beschimpft habe, wurde zwar in allen obelungen dennoch bestraft. Das Schöffengericht hatte den Beweis nicht voll gelten laffen und auf 100 M. Strafe erkannt. nicht voll gelten lassen und auf 100 M. Strafe erkannt. Jugendbewegung. Bom Kampf gegen die Jugendausbeutung. Die Uebertretungen der Jugendschutzbestimmungen durch die Unternehmer bilden ein ständiges und großes Kapitel in den Berichten der Gewerbeinspektoren. der gänzlich ungenügenden Einrichtung der Gewerbeaufsicht kommt natürlich nur ein sehr kleiner Teil der Vergehen zur Kenntnis der Behörde. Die Jugendlichen selber kennen die Schutzbestimmungen in den seltensten Fällen In einer Versammlung der Freien Jugendorganisation in Charlottenburg wurde festgestellt, daß in der Schraubendreherei von Dietrich in Charlottenburg Lehrlinge unter 16 Jahren regelmäßig länger als 10 Stunden täglich beschäftigt werden. Die Mittagspause betrug auch nur eine halbe Stunde. Es wurde Anzeige bei der Gewerbeinspektion erstattet, was zur Folge hatte, daß der Unternehmer die Lehrlinge nunmehr die gefeßlich zuläifige Beit von 10 Stunden beschäftigte. Die gefezwidrige einhalbstündige Mittagspause wurde beibehalten. Auf eine Beschwerde bei der Gewerbeinspektion erhielt der Leiter der Jugendorganisation den Bescheid, daß die Mittagspause genehmigt sei. Am 9. November b. J. hatten sich nun ber Unternehmer Dietrich und zwei Wertmeister wegen Gewerbevergehen vor dem Schöffengericht zu verantworten. Die drei Angeklagten wurden Eingegangene Druckfchriften. Regierungsrat Baurmeister. Der Anklagevertreter läßt in feinen au je 25 M. Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsbegründung wurde ausAusführungen einige Anklagepunkte fallen; er hält jedoch die An- geführt, daß die halbstündige Mittagspause ungefeßlich fei. Die flage zum größten Teil aufrecht. Er ist der Ueberzeugung, daß die Angeklagten haben sich auf eine behördliche Genehmigung nicht Schriften des Angeschuldigten Uebertreibungen und Entstellungen berufen. Hat nun die Gewerbeinspektion dem Beschwerdeführer der enthalten. Was die Fälschung anbetrifft, so möge zugegeben Jugendorganisation eine faliche Mitteilung gemacht oder hat die werben, daß der Angeschuldigte sich in einigen Buntten in gutem Behörde etwas ungefeßliches" genehmigt? Glauben befunden habe, da er die entsprechenden Entscheidungen aber auch der Angeschuldigte in seiner Schrift Unwahrhaftigkeit des Oberverwaltungsgerichts nicht gekannt habe. Außerdem babe feines Charakters bewiesen. Bei diesen Worten springt BürgerVon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ift foeben das meister Dr. Schücking erregt auf und ruft mit lauter Stimme, der Es bat folgenden Inhalt: Herr Vorsigende möge ihn gegen derartige Beleidigungen schüßen, 7. Seit des 27. Jahrgangs erschienen. Owen und Ricardo. 8um 50. Todestag Robert Goldschmidt ersucht zunächst den Angeschuldigten, mit dem Gericht Owens( 17. November). on N. Rjasanoff. sonst müsse er das Lofal verlassen. Vorsigender Regierungsrat Billows Schußtruppe. Reform und Revolution. in ruhigem Tone zu verhandeln, bittet dann aber auch den An- des Junern zur Abänderung der Arbeiterversicherung. Von J. Frürdorf. Eine Antwort von S. Stautsty.( Fortseging.) Stonferenzen im Reichsamt flagevertreter, Ausdrücke dieser Art zu vermeiden; es ließe sich Bur( Fortberhandeln, auch ohne perfönliche Angriffe gegen den Angefchuldig fer Reform der Strafprogesordnung. Bon Hugo Heinemann. fegung.) Literarische Rundschau: Nikolaus Jonial, Das Arbeiter ten. Man könne der Ansicht sein, daß eine Behauptung nicht wahr wohnungselend im rheinisch westfälischen Industriebezirt. Von tihelm fei, ohne daß man deshalb Schlußfolgerungen auf den Charat. Düwell. Dr. N. Reichesberg, Soziale Gesezgeb.ng und Statistit. ter ziehe. Bon Iz- Drei Jahre im Weiberzuchthaus. Von P. Beits schriftenschau. Der Anklagevertreter fuhr in seinem Plädoyer fort, ohne weitere Angriffe gegen den Charakter des Angeschuldigten zu richten. Er hob die Beamtenqualität des Angeidnildigten hervor und gab der Ansicht Ausdruck, daß der Angeschnldigte als Peamter Staat und Behörden nicht in der Art und Weise wie es ge= schehen sei hätte angreifen dürfen. Auf die Richtigteit bes bom Angeschuldigten gestern und vorgestern vorgebrachten Tats nicht ein! handlungen, Bostanstalten und Stolporteure zum Preise von 3.25 W. pro Die Neue Beit erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchQuartal zu beziehen; jedoch fann dieselbe bei der Boft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft toitet 25 f. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. In der heute, am dritten Tage, vor dem Bezirksausschus fort. fachenmaterials geht der Anklagebertreter im wesentlichen ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Der Reformschwind ber gesetzten Verhandlung famen noch eine Reihe weiterer Einzelfälle zur Sprache. Einer der Hauptpunkte der Anklage beschäftigt sich mit den Ausführungen des Angeschuldigten Dr. Schücking in seiner Schrift: Die Reaktion in der inneren Verwaltung Breußens" Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Berlag von Baul Singer), ist uns joeben Nr. 3 des 19. Jahr Strafprozeßordnungsentwürfe. II. Bon H. B. Die Krists in der Textilindustrie. Von H. Jäckel. Stinder als„ Verbrecher". Von Dr. Siegfrieda. Bertäuferinnenelend. Bon Rich. Seidel. Die Stonfumentenbewegung in Berlin. Bon Gertrud Lodahl. Zur Dienst botenfrage. Von E. H. Hegenglauben und Herenprozesse. Eine kulture hinorische Skizze von Anna Blos.( Fortsetzung.) Aus der Bewegung: Von der Agitation. Von den Organisationen. Bericht über die Entwidelung der proletarischen Frauenbewegung im niederrheinischen Der Angeschuldigte spricht dort von einer typischen Animosität Die Reichstagsverhandlungen vom 10. und 11. No- gitationsgebiet. Politische Rundschau. Von H. B. Bewerkschaftliche ber Landräte gegen das städtische Wesen. Die neuere Gesetzgebung bember, welche die Interpellationen über das Kaiser Frauenstimmrecht. Rotizenteil: Dienstbotenfrage.- Goziale Gefesuche Gesetzgebung. werden im steno Fürsorge für Mutter und Kind. Die Frau in öffentlichen Aemtern. über die Landräte. Aus der Partei. Der Reichstag über den Kaiser. zeige, wie der alte Landratszorn jich gegen die Bürgermeister aus 3nterview zum Gegenstand hatten, werden im steno, Sozialistische Frauenbewegung im Ausland. D Gemeindewahlen. Für unsere Kinder: Der Etrom des Lebens. Von Johann Der Fischteich. Ein Märchen von Franz August Kopisch. Des Gänsetantate. Bon tobe. Bei der Einmischung in städtische Angelegenheiten überFür unsere Mütter und Hausfrauen: So regnet es schritten die Landräte unter Umständen einfach ihre Befugnisse graphischen Wortlaut vom Vorwärts" Berlag fich langsam ein. Von Cäsar Flaifchlen. Schüler und Schule im Orient. und behandelten die Angelegenheit als polizeiliche Sie be- herausgegeben werden. Bon L. L. lleber das nächtliche Aufschrecken der Kinder. Von gingen Verfassungsbrüche, indem fie alljährlich durch Gendarmerie Dr. Hans Fröhlich. Die Mutter als Erzieherin. Feuilleton: Klage fozialdemokratische Kalender ohne gerichtliches Verfahren beschlagüber die Tyrannen der Leibeigenen. Estnisches Volkslied. Jobann nahmen ließen. Als Parlamentsmitglieder machten die Landräte In Breslau wurden bei den Stadtverordnetentvahlen, die Gottfried Herder. Der Hoifel Loisel. Von Ludwig Anzengruber.( Fortjegung.) Spruch. Von Johann Gottfried Herder. fich des Raubes an der Selbstverwaltung der Gemeinden schuldig am Mittwoch endigten, von der Sozialdemokratie drei Mandate und beschnitten die Rechte der Gemeinden systematisch. Das erobert, die der fonfervativ- flerifalen Realtion entrissen wurden. Gottfried Herder.( Gedicht.) nenne die preußische Landratspartei"" Ausbau der Kreisord. Außerdem gelangten zwei sozialdemokratische Kandidaten in aus- enfchel. Der Der große im Mohriner nung". Die Anklage betrachtet diese Ausführungen als kränkende und achtungsverlegende Vorwürfe gegen die Landräte, die Vor- fichtsreiche Stich wahlen. Seit zehn Jahren waren die Breslauer Stailers neue Kleider. Märchen von Andersen. waren( Gebicht.)- 8mel Treibhauspflanzen. Bon Debe.( Fortepung Stone gefeßten des Bürgermeisters. Für die einzelnen Behauptungen Proletarier durch zwei Genoffen( feit 1904 Schütz und Loebe) im Goffmann v. Fallersleben.( Gedicht.) habe er teine Beweise angeführt. Es müsse daher als feststehend Stadtparlament vertreten. Jegt treten die Genossen Heymann, Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer angenommen werden, daß der Angeschuldigte diese Vorwürfe gegen eutirch und Albert hinzu. Wenn die Genossen Wiener 10 Pi., durch die Poft bezogen beträgt der abonnementspreis vierteljährlich den Landratsstand leichtfertig, ohne tatsächliche Grundlagen er- und Brolig in der Stichwahl ſiegen, so werden fünftig fieben 2,60 m. ohne Bestellgeld 55 Bi. unter Streuzband 85 f. Jahresabonnement hoben habe. Fachblatt für Holzarbeiter. Seft 11, November 1908. HerausDer Angeschuldigte Dr. Schüding hielt in längeren Aus- Sozialdemokraten im Breslauer Stadtverordnetenkollegium figen. Neben dem erfreulichen Mandatsgewinn ist ein startes Angegeben vom Deutschen Holzarbeiterverband. führungen an feinen Darlegungen fest. Er berief sich auf das Wie ich der Urania- Meyer wurde. Von Dr. M. B. Meher. Zeugnis einer Reihe von höheren Regierungs- und Verwaltungs- wa chien der sozialdemokratischen Stimmenzahl in beamten, deren Vernehmung er anheimstellte. Die typische Animo- allen Bezirken zu verzeichnen. Sie stieg auf 5511 gegen 3216 ta ber Landräte sei leicht zu begründen durch ihre Herkunft von bei der Borwahl, also um 2295, Riftergutsbesitzern und anderen agrarisch gesonnenen Familien Die Volkswacht" schreibt zu dem Sieger Beh. 2 M., geb. 2,80 M. Berlag:. Grand in Hamburg. Die Entwickelung der Reichsfinanzen. Bon Dr. N. van der Borght.( Sammlung Göschen Nr. 427.) G. J. Göschensche Verlagshandlung in Leipzia. 80 Bi Sozialdem. Wahlverein IV. Berliner Reichstagswahlkreis Sonntag, den 15. November 1908: Stiftungs- Fest in den Lokalen: Gewerkschaftshaus: Kellers Festsale| Boekers Gesellschaftshaus Auftreten des Berliner Inh. Freyer, Koppenstr. 29: Auftreten der Gesellschaft Weberstr. 17: Auftreten der Volkssänger- Gesellschaft Ulk- Trio. Strzelewicz. Lewandowski. In allen Lokalen: Turnerische Aufführungen Reigenfahren Konzert Eröffnung 4 Uhr. 222/ 12* :::::: TANZ.:::::: ☐ Anfang 5 Uhr. Billett 25 Pfennige, an der Kasse 30 Pfennige. Das Komitee. Alles auf Kredit!= Möbel Ganze Einrichtungen Wochen- Rate 1 M. an Elegante Herren- u. DamenGarderobe Wochen- Rate 1 M. an S. Gottlieb, Rosenthalerstr. 54' Vertragslieferant des Deutschen Bankbeamten- Vereins. Gänse, Enten gar. leb. Ant., 8 Mon. alt, vollkommen ausgewachsen, vollfedrig, fleischig, schlachtreif 10 St. ca. 8 Bfb. Ichwere Gänse 30 M.; 18 schwere Enten 27 Mr. Streisand, Dzieditz, Schlesien. 45 Hühner, Enten, Tauben, ig. Gänse empfiehlt reell und billigst Wegner, Berlin SO., Mariannenst.34. HERREN ☐ KNABEN KLEIDUNG S.LEVY CHARLOTTENBURG 5. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. November 1908, vormittags. ( Nachdruck verboten.) Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 8,80, 146 226 46 362 77 402[ 500] 521[ 1000]. 868 918 1108 257 410 775 833 85 2190 241[ 1000] 312 441[ 500] 81 738 831 46[ 500] 3089 209 310 499 557 679 996 4003 83 245 66 L3000] 334 460 528 923 28 5030 46 351 64 565 667 76 940 6018 122 227 69 329[ 1000] 454 510 98[ 1000] 602 15 7350 727 69 867 908[ 500] 72[ 3000] 8094 209 72 404 15 58 771 857 9234 468 544 45 63 612 716 945 55 10035[ 500] 112 293 397 567 878 86 88 907 59 11207 98 502 72 976 12403 28 578 793 811 75[ 3000] 950 13059 282 818 38 66 90 638 731 62 888[ 500] 957[ 500] 14238 349[ 3000] 574 15252 323 56[ 500] 597[ 3000] 644 757 868 912 16110[ 1000] 208 887[ 1000] 984 17098 117 18[ 500] 93 356 593 935 59 18330 402 94 667[ 500] 92 708 882 972 19242[ 1000] 447 50 51 513 44 81[ 1000] 622 20023 167 383 507 29 30 42 606 95 825[ 1000] 21104 521[ 500] 760 22108 204 91 408 19 617 884 23087 110 [ 500] 46[ 500] 56[ 15000] 327 47 63 463[ 500] 535 73 646 24056 105 46 238 51 451 603 8 761 980 25169 260 77 88 336[ 1000] 92 441 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Zigarrenhändler! Achtung! Größtes Lager in abgelagerten Zigarren Größtes Lager in Weihnachtspackungen BERLIN NO. 18, Keibelstr. 20, Alexanderplatz. Max Ziegenhals, 5. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 167 99 515 697 915 1046 145 338 474 670 848 65[ 3000] 2407[ 500] 734[ 500] 838 69[ 500] 3014 56 137 250 308 41 63 591[ 500] 731 79 84 4208 324 73 88 562[ 1000] 655 5440 765 963 6002 460 75 91[ 3000] 625 711 53 897 7042 139 235 406[ 500] 97 568 8025 127 50 210 302 47[ 1000] 400 [ 500] 849 9082 135 380 644 57 63 10124[ 1000] 239 52 87 756 88 11026 88 169 245 321 559 760 12073 159 390 94 98 411 633 13012 294 362 94 605 738 807 934 14008[ 500] 110 406 13 540 66 15479 514 625 774 77[ 500] 811 41 89 920 16090 394 671 17001 148[ 1000] 448 524 96 18002 122 253 606 702 47 93 19336 43 805 355[ 1000] 20817 21021 165 657 95 731 693 916 21 22480 778 23011 128 215 25 72 303 424 82[ 500] 529 679 878 24018 420 549 781 853 25059 117 238 38[ 15 000] 83 304 434 [ 500] 83 641[ 500] 57 832 920 26081 132 361 453 883 970 27174 229[ 1000] 357 660 978 28032 72 419 512 695 834 [ 500] 908[ 500] 29210 442 518 687 845 30191 253 313 630 877 918 31016 106 27[ 500] 266 445[ 000] 547 964 32068 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW urber Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie zu 300 000 M., 1 Gewinn à 200 000, 1 à 150 000, 2 à 100 000, 1 à 75 000, 2 à 60 000, 3 à 50 000, 3 à 40 000, 15 à 30 000, 23 à 15 100. 66 à 10 000, 122 à 5000, 1836 à 3000, 2843 à 1000. 4402 & 500, di 090 Nr. 267. 25. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 13. November 1908. Die ,, großen Cage" im Spiegel der Preffe. Man darf sagen, daß ein Kanzler, der Kanzler bleiben will,[ rechtigung. Die gelernten Bantbeamten Teisten nicht etwa besondere schärfere Worte nicht gut sprechen fann. Das ist die Recht Arbeiten; sie sind unterschiedslos mit„ Nur"-Kaufleuten in allen fertigung unserer Ansicht von der Unmöglichkeit Abteilungen und in allen Rangstufen, wenn man davon bei den im eines gedeihlichen Weiteramtierens des Fürsten gewissen Sinne fast durchweg mechanischen Leistungen überhaupt Bülow. Ein nicht in die Affäre verwickelter Mann brauchte sich Die bürgerliche Presse ist gespalten. Einige Blätter, vor überhaupt nicht zu äußern und konnte dura Taten den Beweis reden kann, vertreten. So kommt es vor, daß jüngere und unterallem die Fraktionsorgane suchen aus dem völligen Zusammen- seiner Befähigung und seines guten Willens erbringen. Fürst geordnete Kräfte, nur weil sie in einer Bank gelernt haben, Zulage bruch des bürgerlichen Parlamentarismus soviel Trost zu Bülowo muß sich mit Versprediungen begnügen." bekommen, die älteren und verantwortungsvollen„ Nur"-Kaufleute schöpfen wie eben möglich. In ihren Spalten stammelt die Die freifonservativen Dresdner Nachrichten" aber nicht. Der Zweck der Pragis fann nur der sein, zu sparen, verwegene Hoffnung, daß trotz der fehlenden Tat der schreiben von einer" großen Enttäuschung" die und zwar auf Kosten eines Teiles der Beamten. Das System hat Reichstagsmehrheit die Debatten doch eine Wendung" Rheinisch- Westfälische Zeitung" bezeichnet den man gewählt nach dem Grundsay: teile und herrsche! bringen möchten. So sagt die Freisinnige Zeitung": zweiten Teil der Rede Bassermanns als schwächlich und " " eine liegt. " " 〃 15 000 Berglente müssen feiern. so bei Bochum, Dortmund und Marten, wodurch insgesamt 15 000 Bergleute zum Feiern gezwungen sind. Die Mißstimmung wächst unter den Bergleuten und wird ihren Ausdruck in der Abhaltung einer großen Anzahl von Versammlungen am fommenden Sonntag finden. Industrielle Expansionen. Ob der Eindruck, den die Verhandlungen des Reichstags unbefriedigend" und bemerkt zu den Versprechungen auf den Kaiser machen werden, ein dauernder ist, das kann aller- Bülows: An diese Stelle gehört das große Frage. Aus Dortmund wird gemeldet: In den letzten Tagen dings jest niemand voraussagen. Aber der springende Bunft ist der, zeichen," defsen Beantwortung im Schoße der Zukunft wurden weitere Feierschichten auf den verschiedensten Zechen eingelegt, daß der Reichskanzler dem Versprechen, das er im Namen des Kaisers gab, hinzufügte:„ Wäre es nicht so, so tönnte weber ich noch einer meiner Nachfolger dafür Nachrichten" aus. Sie schreiben: Am schärfsten drücken sich die agrarischen Hamburger die Verantwortung tragen." Wir hoffen, daß der Sinn dieses Wortes an der Stelle, für die Wenn der heutige zweite Tag der Verhandlungen über die es bestimmt ist, voll erkannt und gewürdigt werden wird. Dann Staiſerinterpellation den Eindruck der gestrigen nicht erheblich wird diese Diskussion ihren Zweck voll erfüllen und dann werden modifiziert, so muß es dabei bleiben, daß der Reichstag die vom auch die Entrüstung und der Unwillen, die in den weitesten deutschen Volte auf ihn gefegten Hoffnungen Mit einem Projekt der Gelsenkirchener Bergiverfs- A.- G. hatte sich Streifen unseres Volkes herrschen, einer Stimmung weichen, die der fchwer getäuscht und sich nur zu willig bazu her fürzlich der Stadtrat in Esch an der„ Alzette" zu beschäftigen. Die GeFestigung des monarchischen Gedankens günstiger gegeben hat, die Hand zur Vertuschung der wahrsellschaft will bort Hochofen-, Walz- und Stahlwerke anlegen und zu heit zu bieten." Und die Tägliche Rundschau" schreibt: Und an anderer Stelle fordert das Blatt das Publikum diesem Zweck von der Kommune ein Terrain erwerben. Es wurde mitgeteilt, daß die Gesellschaft 93 Heftar Wald von Esch zu faufen Es find viel gute Worte gesprochen worden. Auch in ihrer auf, es solle den Raiser bei seinem Erscheinen in beabsichtigt, wodurch sie ihren Gesamtbesig in Esch auf 200 Heftar 8wiespältigkeit tönnen sie von heilsamer Wirkung sein. Ob sie es der Deffentlichkeit mit tühler Zurückhaltung arrondiert. Es wurde beschlossen, der Gelsenkirchener Gesellschaft sein werden, weiß niemand...." empfangen. ein bindendes Angebot zu machen. Vernehmbarer aber sind die Stimmen der Unzufriedenheit Diese Mahnung, die große Ansprüche an den Mannesmut und Verstimmung. Das Gefühl, daß die Reichstagsmehrheit des deutschen Bürgertumis stellt, kommt nach mehr als einen großen Moment ungenügt gelassen hat, macht sich 20 Jahren byzantinischer Orgien reichlich spät. 8. B. selbst in einem Artikel des Legationsrats a. D. v. Rath im ,, Tag" geltend, wo es heißt: i ft. " " Gründungen des Kohlensyndikats. Das Syndikat hat fürglich eine Niederlassung in Utrecht- Holland gegründet. Partner ist der dortige Handelsverein. Unter Mithilfe" vielleicht ist eine Gelegenheit berbakt worden, die parlamen- Der Meineidsprozeß gegen den Arbeits- es Kohlenfyndilats wurde in Rotterdam ein Anthrazit- Handelsverein vermittler Vogel " einem Kapital von 1 Million fl. gegründet. Der Verein soll den Zwede dienen:" Den Anthrazithandel zwischen Holland. einerseits, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden andererfeits, auf Rotterdam zu konzentrieren". Das nächste wird nun wohl eine Steigerung der Anthrazitpreise sein. Ballinsche Auswandererpolitik. tarischen Rechte zu erweitern, wie sie sich so bald nicht wieder bieten wird. Die Notwendigkeit wirksamen Eingreifens des Parlaments fchien eine so überzeugende, daß mit einiger Bestimmtheit anzunehmen war, daß auch der Bundesrat sich nicht geweigert haben würde, die beginnt am Freitag, den 13. d. M., vor dem Schwurgericht des Machtmittel des Reichstages zu stärken." Landgerichts I. Wie bekannt sein dürfte, hat die Angelegenheit, welche dem Prozeß zugrunde liegt, schon mehrmals das Gericht beHerr vom Rath, der als nationalliberaler Abgeordneter schäftigt. Durch eine Beleidigungsflage, welche die Staatsanwaltin Beglar in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt fchaft auf Antrag Vogels gegen Franz Schneider, den Vorsitzenden Nach einem dem B. T." zugegangenen Bericht aus London ist und früher bei den Botschaften in London und der Berliner Mitgliedschaft des Bäderverbandes erhob, hat Bogel hat Ballin mit dem europäischen und dem fanadischen Vertreter der über die Besserung der VerkehrsKonstantinopel als Legationssekretär fungierte, hat recht; wohl selbst das Unheil gegen sich heraufbeschworen. Vogel ist seit vielen fanadischen Pacificbahn und dem europäischen Kontiniemals hat ein Parlament eine so günstige Gelegenheit ver- Jahren Arbeitsvermittler( Sprechmeister) der Germania"-Bäcker- beziehungen zwischen Kanada paßt, seine Rechte zu erweitern und seine Machtmittel gegen- inmung zu Berlin. Gegen die Art und Weise, wie er dies Amt aus- nent verhandelt. Die Hamburg- Amerika- Linie wird einen erftüber einem berhüllten Absolutismus zu verstärfen, wie der übte, find im Bäckerverband seit Jahren, lebhafte Slagen geführt flassigen Passagier- und Frachtdienst zwischen den Häfen Hamburg, worden. Im Oktober und November 1906 gab Schneider in dem Rotterdam, Bremen und Stanada einrichten. Die ersten Fahrten Reichstag in den letzten Tagen. Aber welche der Parteien hat von ihm redigierten Preßorgan der Berliner Mitgliedschaft des sollen stattfinden, sobald die Eisverhältnisse auf dem St. Lorenzsich in diesen Tagen am erbärmlichsten benommen, welche hat Bäckerverbandes den Klagen und Beschwerden Ausdruck, welche in strom die Schiffahrt auf dem Montreal wieder gestatten. Die Schiffe bei der Interpellation die widerlichste Komödiantenrolle ge- Gesellenkreisen gegen Vogel kursierten. Insbesondere wurde Vogel werden während der Monate April, Mai und Juni, an denen der spielt? Die Partei, der Herr vom Rath angehört, und nächst zum Vorwurf gemacht, daß er bei der Arbeitsausgabe die Mit Auswandererverkehr am stärksten ist, allwöchentlich, später alle Hierdurch wird voraussichtlich eine große dieser die Freisinnsgruppe um Wiemer und Kopsch. Diesen glieder der Gelben und andere seiner Günstlinge in statutarisch vierzehn Tage fahren. Auswanderer bon den Vereinigten Staaten nach Herren des Freisinns und den Bassermännern hat das deutsche unzuläffiger Weise bevorzuge und die Verbandsmitglieder zurüd- Anzahl abgelenkt und die Auswanderung aus DeutschBolt es wesentlich zu danken, wenn die günstige Gelegenheit setze. Ferner wurde angedeutet, daß Vogel Geldgeschenke von Ar- Kanada angeregt werden. Gleichzeitig wurde unbenützt blieb, wenn sie nicht dazu ausgenügt wurde, im beitsuchenden annehme, so daß diejenigen, welche ihm solche Zu- land nach Kanada eine weitere Gelegenheit Deutschen Reiche den Absolutismus zu brechen und die Volts- artige standalöse Schiebungen Vogels hieß es werde der Kor- geboten, die europäischen Märkte Deutschen Reiche den Absolutismus zu brechen und die Volks- wendungen machen, außer der Reihe Arbeit bekämen. Durch der- den kanadischen Getreideexporteuren zu erreichen. Ueberhaupt rechte zu erweitern. Nationalliberalismus und Freifinn bleiben ruption und der Bestechung Tor und Tür geöffnet. erblide man in der neuen Verbindung ein weiteres Mittel, dem Volke für dieses Versäumnis verantwortlich; und das Diese Aeußerungen waren es, welche Vogel veranlaßten, gegen die Entwickelung des tanadischen Nordwestens zu beschleunigen. Bolt wird Rechenschaft fordern. Schneider Strafantrag zu stellen, dem auch die Staatsanwaltschaft Demnach scheint Ballin der Ansicht zu sein, die Eristenz der Arbeiter Selbst die sonst unbedingt blodfromme Vossische stattgab. In der Berhandlung gegen Schneider wurde Vogel als in Deutschland sei so wenig gesichert, daß er sich ein Verdienst erZeitung" ist unzufrieden und erklärt: Zeuge vernommen. Er beschwor, er habe außer den festgesezten wirbt, wenn er vielen ermöglicht, den deutschen Staub von den Fragt man aber nach dem greifbaren Ergebnis, so erhält Gebühren niemals Geldgeschenke von Arbeitsuchenden angenommen Bantoffeln zu schütteln. Auch eine Sorte Schuß der nationalen man als Antwort wenig mehr als ein Achselzuden." und auch keinen bevorzugt. Der Termin wurde vertagt. Ghe es Arbeit". Die Köln. Volkszeitung" sagt: zur zweiten Verhandlung kam, meldeten sich bei Schneider ohne Seine gefchloffene, einheitliche und dessen Zutun eine Anzahl früherer Bädergesellen. Sie hatten in gebung, tein greifbares Ergebnis, im ganzen so Zeitungsberichten Vogels Aussage gelesen und da fie felber vor etwas wie eine Verwarnung Jahren Vogel bestochen hatten und daraufhin bei der Ausgabe von mehr nicht. Doch foll anerkannt Arbeit bevorzugt worden waren, so hielten sie sich verpflichtet, zur werden, daß diese Verwarnung teilweise besser ausfiel, als nach ge- Feststellung der Wahrheit beizutragen, indem sie sich Schneider als wissen Kulissengesprächen zu erhoffen war Die Rede des Kanzlers hinterläßt einen durchaus un- Zeugen anboten. So kam es, daß in der zweiten Verhandlung gegen Schneider etiva zehn Zeugen auftraten, die ganz bestimmte, befriedigenden Eindrud. Nachfolgende Aufmachung gibt den finanziellen Effekt bermeist sehr detaillierte Aussagen machten, wonach fie alle durch schiedener Bergwerksgesellschaften wieder, soweit er in den lleberGeldgeschenke Vogel bestochen und dafür außer der Reihe und schüssen in Erscheinung tritt. Für die ersten drei Quartale betrug außerhalb des Arbeitsnachweisbureaus Arbeit erhalten hatten. Diese der ausgewiesene Ueberschuß Beugenaussagen waren so gravierend, daß das Gericht Vogel als stechungen Vogels als glaubwürdig erachtete und den Wahrheitseinen unzuverlässigen Zeugen erklärte, die Angaben über Bebeweis als gelungen bezeichnete. Schneider wurde nur wegen formaler Beleidigung zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Bogel hatte auch in diesem Termin wieder beschworen, niemals Bcstechungsgelder von Arbeitsuchenden angenommen zu haben. " • " Es ist ein„ Einst weilen", eine legte Frist zur Befferung, Es ist ein„ Einst weilen", eine letzte Frist zur Befferung, die dem Kanzler bewilligt worden ist. In den Ausführungen des Frhrn. v. Hertling über den Gebrauch des ministeriellen Machtmittels der Amtsuiederlegung und über die Bedeutung der Ministerberantwortlichkeit als eines Bis hierher und nicht weiter!" liegt eine nicht mißzuberstehende Warning...." Das Berliner Tageblatt" erklärt: " Fürst Bülow glaubte offenbar mit der Rede vom Dienstag alles gefagt zu haben, was er fagen konnte und durfte. Es war nicht viel, ja es war im Grunde weniger als nichts. Aber ein Schelm gibt mehr, als er hat.. .. Die Garantien gegen das persönliche Regime sind auch gestern nicht gegeben worden, obgleich sie von einer ganzen Reihe von Rednern sehr entschieden gefordert wurden.. Wir möchten jedenfalls den freisinnigen Parteien dringend nahe legen, es nicht bei der theoretischen Erörterung der allgemeinen Möglichkeit einer leberwindung des persönlichen Regiments zu Lassen, sondern einmal ein Ministerberantwortlichkeits gesez im Reichstage zu beantragen und für feine Erledigung fich mit voller Kraft einzusetzen. Sonst besteht die Gefahr, daß auch die jetzigen Debatten völlig fruchtlos bleiben." " " Auch eine Reihe freisinniger Provinzorgane findet eine etwas mannhaftere Sprache, als das freisinnige Fraktionsorgan. So sagt die Neue Hamburger Zeitung": Die Ausuügung des Augenblids ist versäumt worden Die nationalliberale Taktik, Bülow stüßen und gleichzeitig das System, das er vertörpert, und die kaiserlichen Atte scharf fritisieren wollen, das führt zu Widersprüchen, die in beiden Richtungen nur hindernd auftreten...„ Wenn die Antwort Billows in ihrer Dürftigteit deprimierend ausfiel und der heutige Tag eine im Wachsen begriffene verhängnisvolle Enttäufung zeigt, die unkonstitutionelle, in anderen Ländern unmögliche Taktik ist daran mit schuld." " Und das Hamburger Fremdenblatt" schreibt, nachdem es getadelt, daß die Affäre nur unter dem Gesichtswinkel der Blocpolitik behandelt wurde: " Roheisenerzeugung. Nach den Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Roheisenerzeugung in Deutschland und Luxemburg während des Monats Oktober 1908 insgesamt 941 582 Tonnen gegen 1138 676 Tonnen im Oktober 1907. Was sie herausschlugen! 1907 1908 Gesellschaft Harpener Bergbau in 1000 m. 14 899 13 488 0 Hibernia. 11 567 10 157 Königsborn 2 722 2 489 Mülbausener Bergw.- Verein 2184 2 399 Massen Bergbauverein 1070 881 4574 4 074 3 833 3461 2285 1 400 Graf Bismarc Ewald König Ludwig Nach dem Ausgang dieses Prozesses erstattete Schneider gegen Vogel Anzeige wegen Meineides. Die Staatsanwaltschaft brauchte lange Zeit zu ihren Ermittelungen. Schließlich erhob sie gegen Bogel Anilage wegen fahrlässigen Falscheides. Diese Anklage wurde Die Mindererträgnisse im laufenden Jahre sind teilweise auf am 29. September d. J. vor der vierten Straffairmer verhandelt. Dieselben Zeugen, welche im Prozeß gegen Schneider vernommen geringere Förderung und bedeutende Abschreibungen zurückzuführen. waren, machten auch diesmal ihre Bogel belastenden Aussagen. Die Verkaufspreise sind unverändert geblieben. Auf Grund derselben erklärte sich die Strafkammer für zuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht, weil Vogel des wissentlichen Meineides hinreichend verdächtig sei. un= Gerichts- Zeitung. Beschränkung der Rechte der Berteidigung. Sonflitte, bei denen es sich um die Rechte des Vers Nun werden also die Geschworenen zu entscheiden haben, ob sich Vogel des wissentlichen Meineides schuldig gemacht hat. Wie ' bei den früheren Verhandlungen, so wird Vogel wahrscheinlich behaupten, er sei vollkommen unschuldig, alles, was gegen ihn vor- teidigers handelt, entwickeln sich jetzt mehrfach vor der 135. Abgebracht wird, sei univahr, er sei das Opfer eines Komplotts, weldes der Bäderverband gegen ihn geschmiedet habe, um ihn als teilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte, deren Vorsitzender, Assessor Sprechmeister unmöglich zu machen. Diese Angabe ist so absurd, Goldammer, glaubt untersagen zu dürfen, daß der als Verdaß sie jeder, der nur einigermaßen mit den Verhältnissen verteidiger fungierende Rechtsanwalt während der Verhandlung mit traut ist, als eine haltlose Ausrede erkennt. Trotzdem haben sich seinem Klienten spricht. Einen solchen bezeichnenden Konflikt mit auch die Verteidiger Vogels im vorigen Jahre auf diesen Stand- dem genannten Vorsitzenden hatte vorgestern wieder der Rechtspunkt gestellt, und es schien, als wollten sie vorwiegend von diesem anwalt Dr. Mag Santorowicz. Bei Aufruf der Sache ergab Vielleicht glaubt Gesichtspunkte aus die Verteidigung führen. Vogel, das Urteil seiner Richter nicht besser beeinflussen zu können, sich das Fehlen eines auf Antrag der Verteidigung als dadurch, daß er sich als das unschuldige Opfer einer angebladenen Zeugen. Als sich der Verteidiger zum Angeklagten lichen sozialdemokratischen Bäckerverschwörung hinstellt. Ob er wandte, um mit ihm in leisem, Tone die nun geschaffene bei den Geschworenen mit dieser Mär Glauben findet, wird ja die Sachlage zu besprechen, erklärte der Vorfigende, daß er den Verkehr Verhandlung zeigen Aus Induftrie und Dandel. Beamtengehälter. ge= des Verteidigers mit dem Angeklagten nicht dulde. Er habe dies dem Verteidiger schon in anderen Fällen untersagt und mache auf " Daß die Mehrheitsparteien es nicht verstanden haben, die Dedie Folgen der Zuwiderhandlung aufmerksam. Der Verteidiger batte auf eine des Gegenstandes würdige Höhe zu heben, das auserklärte darauf: er habe jederzeit das Recht und die Pflicht, mit zusprechen ist ein Gebot der Gerechtigkeit, ein Gebot der Wahrheit. Die Deutsche Bank spart seinem Mandanten zu konferieren, wenn es für die VerEs schien, als ob die Erklärung des Fürsten Bülow erst die Debatte in das richtige Fahrwaffer lenken sollte. Mit ihrer- Gerade jetzt, wo den Staats- und Reichsbeamten endlich die teidigung erforderlich erscheine. Vorsitzender: Das Recht reichte die Enttäuschung im Hause ihren Höhe- schon lange versprochenen Zulagen, wenn teilweise auch mur in be- haben Sie nicht! Nach Beginn der Verhandlung haben Sie nur Ver= punft. Mehr also hatte der Kanzler des Deutschen Reiches dem fcheidener Weise, gewährt werden sollen, mutet die Nachricht von durch mich mich mit dem Angeklagten zu spredjen.deutschen Volle in dieser ernsten Stunde nicht zu sagen als diese einem Sparsystem bei der Deutschen Bank mindestens sonderbar an. teidiger: Ich beantrage nun Ausseßung der Verhandlung, bis ich paar inhaltsleeren, armseligen Redensarten, diese Beim letzten Jahreswechsel haben viele Beamten die übliche Zulage mit dem Angeklagten fonferiert habe.- Borsigender: Dies lehne neuen Verschleierungsversuche, diese Neuauflage der fattsam bekannten Erklärungen der Norddeutschen"? Schon daß nicht erhalten. Es verlautete, die Direktion habe angeordnet, daß ich ab. Sie haben Zeit genug gehabt, mit dem Angeklagten zu ein verantwortlicher Staatsmann eine so unendlich wichtige hoch nur noch die gelernten Bankbeamten die regelmäßige Zulage be- sprechen, denn die Verhandlung war für 12, Uhr angefetzt, sie bepolitische, die gesamte Nation bis ins innerste Mart aufregende An- ziehen sollten, während die Nur- Kaufleute jedesmal zwei Jahre auf ginnt aber erst jetzt um 24 hr. Sie hätten um 122 Uhr zur gelegenheit mit einem Behnminutenfpeech glaubte abtum zu tönnen, eine Gehaltserhöhung zu warten hätten. Wie uns nun aus den Streifen Stelle fein müssen, also 14 Stunden fouferieren können. Ver. muß als ein Schlag ins Gesicht empfunden werden.. der Beamten mitgeteilt wird, soll die Bragis, durch welche zirka 50 Proz. teidiger: Db ich Zeit genug habe, entzieht sich Ihrer Beurteilung. Ziemlich scharf äußern sich auch verschiedene national- der Beamten in den Bezügen geschädigt würden, tatsächlich als Jch habe tatsächlich keine Zeit gehabt, da ich anderweitig bes liberale Provinzblätter. Der Hannov. Courier" er- Grundsatz zur Einführung gelangen. Man könnte denken, es schäftigt war. Im übrigen übrigen fann sich die Notwendigkeit flärt die Ausführungen Bülows für unzureichend, das handle sich hier um eine Formel, die in Rüdficht auf die Leistungs- einer Rildsprache in jedem Stadium des Verfahrens herausstellen. Leipziger Tageblatt" sagt: fähigkeit aufgestellt worden ist. Solche Annahme hat aber keine Belsch bitte um Gerichtsbeschluß über meinen Antrag. Der Antrag wurde abgelehnt. Darauf erfuchte Rechtsanwalt, in Breußen ansässig, aber nicht staatsangehörig sind, zu veranlassen, aufließen.-Nach diesem Ergebnis der Beweisaufnahme mußte Dr. Kantorowicz um eine sofortige Ausfertigung des daß sie die Aufnahme in den Staatsverband nachsuchen. Eine An felbst der Staatsanwalt zugeben, daß die Berufung nicht aussichtsvoll ergangenen Beschlusses, unter Berufung auf eine Reichsgerichts zahl von Parteigenossen wurden seinerzeit im Vorwärts" bekannt ist, aber, fagte er, er erhalte fie aufrecht, weil es sich um eine entscheidung, die ein solches Verlangen für berechtigt erklärt gegeben, welche bereit sind, Anträge auf Aufnahme in den preußis prinzipielle Frage handele. hat.- Das Gericht lehnte auch diesen Antrag welche dazu nicht selbst in der Lage sind. Für die Anfertigung der die Gründe, welche die Staatsanwaltschaft in der Berufungsschrift schen Staatsverband für solche Personen unentgeltlich anzufertigen, Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, widerlegte ab und trat in die Verhandlung ein. Rechtsanwalt Dr. artiger Gesuche wurden von der Parteiorganisation gedruckte angeführt hatte. Der Verteidiger beantragte nicht nur die FreiR. hat fofort den Weg der Beschwerde beschritten. Wie wir Formulare angefertigt, welche nur ausgefüllt werden brauchten. spredjung des Angeklagten, sondern auch die Erstattung der Vers hören, soll ähnliches mehreren anderen Verteidigern in derselben Unter den Parteigenoffen, welche zur kostenlosen Anfertigung der teidigungskosten durch die Staatskasse. Abteilung passiert sein. Herr Assessor Goldammer soll auch, wie uns Gesuche bereit sind, befindet sich der Genosse Gustav Menz, der in Das Gericht erkannte auf Freisprechung, mit der Begründung, berichtet wird, Herrn Dr. Kantorowicz in einer anderen Verhand- der Wilhelmshavener Straße ein Bigarrengeschäft betreibt und die Beweisaufnahme habe ergeben, daß der Angeklagte die in Rede lung das Blättern in den Aften untersagt haben, weil ihm dies in nebenbei die Tätigkeit eines Rechtskonsulenten ausübt. Unter den stehende Tätigkeit ausgeübt hat nicht in seiner Eigenschaft als Rechtsder Leitung der Verhandlung störe! Was die Sache selbst betrifft, zahlreichen Anträgen auf Aufnahme in den preußischen Staats- tonfulent, sondern im Interesse der Partei, deren Mitglied er ist. so ist auf Aufsätze von Prof. Dr. Liszt und Landgerichtsdirektor ausgefüllt sind. Laut polizeilicher Strafverfügung sollte Menz ist, komme für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht in berband hatte die Polizei zwei ermittelt, welche vom Genossen Menz Ob die Tätigkeit gegen Entgelt oder unentgeltlich geleistet worden Soppe in der Juristenzeitung" verwiesen, in welchen betont 5 Mark Strafe zahlen, weil er es unterlassen hatte, auf den von Frage, sondern lediglich der Umstand, daß es sich nicht um einen worden ist, daß der Verkehr zwischen Verteidiger und Angeklagten ihm ausgefüllten Formularen oben lints feinen Namen und die Geschäftsauftrag des Rechtskonsulenten handelte,- Den Antrag, jederzeit, auch in der Verhandlung stattfinden fönne. Geschäftsnummer des Auftrages anzugeben. Durch diese Unterlas- die Verteidigungskosten der Staatskasse aufzuerlegen, lehnte das 8weifellos entspricht der Gerichtsbeschluß, der die Ausfeßung fung soll Meng die Verordnung über die Geschäftsführung der Rechts- Gericht ab, denn sagte der Vorsitzende- es sei nicht unbedingt der Verhandlung ablehnte, dem Gesetz feineswegs. Der Verteidiger konsulenten übertreten haben. Wohl war der Polizei bekannt, daß Mens geboten gewesen, daß sich der Angeklagte einen Verteidiger nahm. hat das Recht und die Pflicht, mit seinem Klienten ohne Ge- ebenso wie viele andere Parteigenossen die Formulare unentgeltlich eine eigenartige, die tatsächlichen Verhältnisse verkennende und auf nehmigung oder Zuziehung des Vorsitzenden feit des Rechtskonsulenten Menz nicht die Rede sein. Aber die zwei in der Revisionsinstang bekämpft. Es ist ungeheuerlich, daß das ausgefüllt hat. Hiernach fonnte also von einer geschäftlichen Tätig Rechtsirrtum beruhende Begründung, die der Angeklagte hoffentlich zu konferieren, wenn er es der Sachlage entsprechend er- Personen, welche die Polizei ermittelte, hatten im Bigarrenladen Gesetz nicht in allen Fällen, in denen, wie hier, die Unschuld des aaiet. Die Versuche, das Recht zu beschränken, verkennen des Genossen Meng, als sie feine parteigenössische Gefälligkeit in Angeklagten flar zutage liegt, das Gesetz den Richter zwingt, die die Pflichten des Gerichts. Bedauerlich ist es, daß Schöffen sich zu Anspruch nahmen, einige Bigarren getauft. Das ist ja der ge- Auslagen der Staatstaffe oder dem Anklagevertreter aufzuerlegen, der durchaus fehlsamen Ansicht des Vorsitzenden haben hinziehen schäftliche Vorteil, der dem Rechtskonsulenten Menz für die Aus- vielmehr nur richterlichem Ermessen überläßt, diese Auslagen der Tassen. Kann ferner der Vorsitzende das Aftenblättern nicht ver- füllung der Formulare zufließt, fagte sich die Polizei. Das Gericht, Staatstaffe aufzuerlegen. Eine Verpflichtung hierzu und noch mehr tragen, so mag er um eine Beschäftigung in Aemtern nachfuchen, die welches Menz anrief, teilte diesen Standpunkt nicht. Vom Schöffen- die gefeßliche Haftung des Anklagevertreters für die Kosten würde an Nerven und Geist weniger Ansprüche stellen; ein Recht, das gericht wurde, wie wir seinerzeit mitteilten, Menz freigesprochen, eine der besten Vorschriften zur Verminderung unberechtigter AnBlättern in Aften dem Berteidiger zu unterfagen, steht ihm nach dem Sozialdemokrat im Barteiinteresse ausgeübt hatte. Aber durch weil er die befagte Arbeit nicht als Rechtskonsulent, sondern als flagen sein." Gesetz nicht zu. dies Urteil war die Polizeiaktion noch nicht abgetan. Der Staatsanwalt legte gegen das schöffengerichtliche Urteil Berufung ein. Infolgedessen fam der Fall gestern vor der Straftammer zur Verhandlung. Durch Vorlegung des die Erwerbung der Staatsangehörigkeit betreffenden Aufrufs im Vorwärts", eines Aufnahmegesuchformulars, sowie durch das Zeugnis des Genossen Freythaler wurde festgestellt, daß die Ausfüllung der Formulare mit der Eigenschaft des Genossen Menz als Rechtskonjulent in gar keiner Verbindung steht, daß es sich vielmehr um eine reine Gefälligkeit handelt, für die keinerlei Entgelt geleistet wird, und daß der Betreffende auch nicht darauf rechnen darf, daß ihm indirekt irgend welche geschäftliche Vorteile aus dieser Tätigkeit Eine verfehlte Polizeiaktion. Nachdem Bestrafungen wegen groben Unfuge, Uebertretungen der Straßenpolizeiverordnung und andere kleinliche Mittel feit Jahren eine große Rolle im Polizeikampf gegen die Arbeiterbewegung gespielt haben, hat die Polizei fürzlich einen, allerdings verfehlten Verfuch mit der Anwendung eines neuen Mittelchens gemacht. Die Ministerialverordnung über den Geschäftsbetrieb der Rechtskonsulenten wollte die Polizei benutzen, um der Sozialdemotratie auf einem bestimmten Gebiet Steinchen in den Weg zu legen. Bekanntlich bemüht sich unsere Parteiorganisation, Leute, welche Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 13. November Anfang 7, Uhr. Rönigliches Opernhaus. Oosi fan tutte. Königl. Schauspielhaus. G'wiffenswurm. Deutsches. Gefchloffent. Der Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonntag nachm. 3, Uhr zu halben Breisen: Die lustige Witwe. Neues Operetten- Theater, Stammerspiele. Clabigo.( An. Schiffbauerdamm 25, a. b. Luisenstr. fang 8 1hr.) fang 8 Uhr. Neues fönigl. Opern- Theater. Der Gemeindekaspar. Nenes Schauspielhaus. Fräulein in Schwarz. Leffing. Gespenster. Neues. Wahrheit. Berliner. Der Beilchenfreffer. Westen. Der fidele. Bauer Kleines. 2 × 2= 5. Das Romische Cyer. Hoffmanns Er zählungen. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Hebbel. Der Liebhaber. Schiller Sch woner. Tbeater.) Die Zwillingsschwester. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Atten von Leo Fall. Schiller- Theater. O.( Wallner Theater.) Freitag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Sonnabend, abends 81 br: Julius Cäsar. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der rote Leutnant. Sonntag, abends 8 Ubt: Die Zwillingsschwester. 3 Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 U br: Der Graf von Charolais. Trauerspiel in 5 Aften von Nichard Beer- Hofmann. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Familientag. Sonntag, naam. 3 Ubr: Die Braut von Messina. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Herr Ministerialdirektor. Zirkus Schumann. Heute Freitag, den 13. November 1908, abends präz. 7, Uhr: Große außerordentliche Vorstellung. Um Hebbel- Theater 9 Uhr: Beginn des diesjährigen großen glänzenden Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr: Der Liebhaber. Berliner Theater. Abends 8, Uhr: Der Veilchenfresser. Morgen: Herodes und Marianne. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Charlottenburg. Der Die Tür ins Freie. Graf von Charolais. Friedrich Silhelmstädt. Schau: ipielhaus. Seine Hoheit. Thalia. Bruder Straubinger. Luisen. Eine tolle Nacht. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: u vielbas. Die Tür ins Freie. Kümmere Dich um Amelie." Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overetten. Die Dollar prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Anfang 8%, Uhr. Bernhard Roie. Die Jungfrau v. Dileans.( Anfang 8 Uhr.) Bürgerl. Schauspielhaus. Die Herren Söhne. Gebrüder Herrufeld. Die beiden Bindelbands. Borher: Jntern. Künstler- Teil Apollo. Eine lustige Spreewaldfahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter Ios. Wintergarten. Spezialitäten. Vaiage. Spezialitäten tadelSchwank in drei Alten( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen u. folg. Tage: Kümmere Dich um Amielie, Sonntag, 15. Nov., nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzolien? Pracht- Ausstattungsstücks Golo, der Seeräuber und Mädchenhändler. Fünf wunderbare märchenhaft schöne Schlußapotheose Akte und eine Olga Molitor in der Revisionsinstanz. Gestern wurde vom 1. Straffenat des Reichsgerichts, wie uns telegraphisch berichtet wird, die Revision des Redakteurs der„ Ba dischen Presse", Herzog, gegen das Urteil des Landgerichts Karlsruhe vom 20. Wai verworfen. Das Urteil erkannte bekanntlich auf die ungeheuerlich hohe Strafe von einem Jahre Gefängnis wegen Beleidigung des Fräulein Molitor. Die ebenfalls wegen Be= leidigung des Fräulein Molitor gegen den Redakteur Schmidt von der Berliner Morgenpost" kurz zuvor vom Berliner Gericht ertannie Strafe von 9 Monaten Gefänngis ist in dem vom Angeklagten beschrittenen Gnadenwege in eine Geldstrafe von 3000 7. verwandelt. XIV. Saison! Zirkus Busch. Freitag, den 13. November 1908, abends präzise 7% Uhr: Gala- Abend. u. 9 Uhr ca.: Bisher noch nie dagewesen! Kapitän Webbs breffierte 9 Seelöwen 9 Die Uessems! Mathilde Renz, Schulreiterin. Herr Ernst Schu manns Neudress. Gebr. Plattier. Gerard u. Fontana, Reitfünftler. Um 9,45 ca.: Barbarossa!! Große Drigin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. WINTERGARTEN Sonntag in beiden Vorstellungen Riesen- Programm. Nach- Sonntag, den 15. November: mittag ein Kind frei. Allgemeine Austellung von Hunden eller Raren Ausstellungshalle em Zoo- Berlin 14 u15 Nov- 1908 Luisen- Theater. Gastspiel- Theater Abends 8 Uhr: Eine tolle Nacht. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Eine tolle Nacht. Sonntag nachm. 3 Uhr: Flachs. Kajino. Die Dianabäder. Spezia- mann als Erzieher. Abends: Eine litäten. tolle Nacht. Reichsnallen. Stettiner Sänger. Montag: Eine tolle Nacht. Walhalla. Svezialitäten. Köpenicker Straße 68. Heute und folgende Tage 8, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange. Zaza. 14/ 6* Sonntag nachm.: Ein toller Einfall. Gebrüder Sonnabend Eröffnung! Wilhelm- Theater. Brückenstr 2, an d. Jannowitzbrücke. Unf.8uhr. Eröffnung Solis price Brides DERNHARD ROSE THEATED Herrnfeld- 14.Novbr. Folies- Caprice. Die Braufbau.DERNHARD Die lästige Witwe. Gustav Behrens. Echte Spree athener. Spezialitäten. Parodie. Der Raub der Sabine rinnen. Die Zauberflöte. Berlin steht Kopp. Anjang 8%, Uhr. Carl Haberland. Spezialiäten. Urauta. Taubenstraße 18/49. Sr. Frankfurter Str. 132 Gaspiel Jacoba Heußler: Die Jungfrau bon Orleans. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Bürgerliches Schauspielhaus Sternwarte, validenm. 57/62. Neues Theater. Heute Freitag: Wahrheit. Sonnabend zum erstenmal: Ahasver- Besuch- Silberfischchen. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Musik. Sonnabend: Musik. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, den 13. Nov., Anf. 8 Uhr: Zum erstenmal: Seine Hoheit. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Sneewittchen und die sieben Zwerge. Kastanien- Allee 7-9. Bum 1. Male: Die Herren Söhne. Boltsst. in 3 ft. v. Walther u. L. Stein. Anfang 8 Uhr. Abts! Donnerstag, 19. November: 3. Opernabend: Der Freischüh. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Anni Wünsch. Schneider- Duncker Willi Prager und das großartige November Progr. Anfang Theater. 11-2 Uhr. Vorverk. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Allabendlich: Stürmischer Jubel Die beiden Bindelbands. Komödie in 2 Atten von Anton und Donat Herrnfeld. Vorher: Künstlerteil u. a.: Gebr. Renzoni, Marga u. Milli Bliẞ' Ballett: Ein Walzertraum. Kun Arpad, jugendlicher Geigenvirtuose. Wacker u. Wackers' Gebirgs Typen. The six Rockets, Gesangs- und Tanz- Terzett. Die Schöpfung. Naturwissenschaftlich. Schauspiel von Prof. Joh. v. Weninger. a pollo Theater Abends 8 Uhr: Debüts der neuen 11. Nachmittags- Vorstellung. Anfang 3 Uhr. Ermäßigte Preise! Terrasse Loge für Erwachsene Kinder 3.- 2.Parkett- Fauteuil Seiten- Terrasse Fauteuil Reserviert. 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Kranken- Unterstützungs- und Seute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Begräbniskasse der Lederzurichter Sitzung der Ortsverwaltung. Berlins( E. H. No. 50). Am Sonntag, den 22. November, bormittags 10%, Uhr, im Gewert schaftshause, Engel- llfer Nr. 15, Saal 11: Außerordentliche Engros- u. Einzelverkauf. Kein Laden. General- Versammlung Bleichsucht, Blutarmut, Appetitlosigkeit, Nervosität gebrauche man + Hygionon+ 25P das neue auf elektrischem Wege hergestellte Eisenpräparat, ein von arztlichen Autoritäten glänzend begutachtetes Tages- Ordnung: Am 15. November und 22. November finden UraniaVorstellungen natt. Am 15. November, Eröffnung vormittags 10 Uhr, Vorstellung 11 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat. Billetts sind noch auf dem Bureau und am Sonntag vor der Urania zu haben. 1. Stellungnahme zu der Ver- 93/8 fügung des Oberpräsidenten der § Die Billetts zum 22. November find vergriffen. J. A.: Die Ortsverwaltung. Alle in der Proving Brandenburg zu dem 7 Achtung! des Kassenstatuts( Erhöhung der Beiträge). Achtung! 2. bänderung des§ 8 ablat 8 Schirm- und Stock- Industrie beschäftigten des Statuts. Der Vorstand. 3. A.: Gustav Busse. 27165 Orts Krankenkasse O der Maler 27185 und verwandten Gewerbe. Montag, den 16. November cr., abends 8-9 Uhr, im Kaffenlofale: Spandauer Str. 5: Kräftigungsmittel. Mitglieder- Versammlung Originalflaschen: Mk. 1,75 a Mk. 3, In den Apotheken erhältlich. General- Depot für Deutschland: Dr. Wasserzug, Frankfurt a./M., Theaterplatz Bolero ist nach dem Urteil aller Sachverständigen die feinste 2 Pf.- Zigarette. Garantiert Handarbeit! Dame erhält jede b Haar Haarblondin mip entroidelt beim Waschen Sauerstoff. b. t. bie Lebenskraft aller Organismen, also auch der Haare haarblondin entfernt jede Spur von Schweißablonderung, Schuppen und Schinnen, öffnet die Boren, erweicht bie Stopfhaut und befördert das Wachstum der Haare. 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Nachdem: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Um rege Beteiligung ersuchen Die Branchenleitungen...: Ferd. Hermel, Borndorfer Straße 45. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: of I. timt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Sonntag, den 15. November 1908, vormittags 9½ Uhr: Mitglieder- Versammlung für die Branche der Eisen-, Metall- und Revolverdreher berg. 1, Uhr: Lichtenrabe( Deter). in den Mufiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 18m: Starts: Fontane Bromenade 15. Abends 7 Uhr: Sigung, nachher Fidelitas. 3. Abt. 1 Uhr: Schmetterlingshorft b. Köpenick. Bußtag 1 Uhr: Glienice b. Hermsdorf( Schulz). Starts: Mariannenplay. 4. Abt. 2 Uhr: Raulsdorf. Bußtag 9 Uhr: Mittenwalde( Kranich). Starts: Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Ergänzungswahlen der Agitationskommission. 8. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ktüftriner Play. Donnerstag: Abtei Sonntag, den 15. November 1908, lungsfizung. 5. Abt. 8 Uhr: Herrentour, Streif züge d. d. Norden. 1 Uhr: Bernau. Bußtag 1, Uhr: Wohin? wird am Start Elysium bekanntgegeben. 6. Abt. 1, Uhr: Wurst- u. Eisbeintour nach Glicnide, bei Hermsdorf. Bußtag 1, Uhr: Wandlit( Radlersrub). Starts: Oberberger Str. 28. 7. Abt. 2 Uhr: Saatwintel( Rennow). Bußtag 9 Uhr: Herrentour nach Rüdersdorf( Grewe). Starts: Grenzstraße 21. Abteilungssigung findet am Dienstag, d. 17. Nov., statt. 8. Abt. 1 Uhr: Glienice. Start: Huttenstr. 10. Bußtag 9 Uhr: Nauen. Start: Rostocker Str. 17. Abteilungsfigung findet am 17. Nov. statt vormittags 10 1hr: Branchenversammlung d. Wickler, Isolierer u. verw. Berufskollegen u. Kolleginnen im Brunnen- Theater, Badstraße 58. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Stollegen Hilpert. 2. Diskussion. 3. Branchens und Berbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Kollegen! Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Beteiligten, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Achtung! Achtung! 9. Bot. 1: Spend( Bog). Arbeitslose Mitglieder. Start: Schillingstr. 15/16. 10. Abt. 1 Uhr: Gorinsee. Buẞtag: Streifzüge d. d. Süden. Starts: Weberstr. 17. Agitationstour früh 9 Uhr: Schenkendorf. Start: Steuerhaus, Tempelhof. Sigung am Donnerstag, b. 19. Nov., bei Lehmann. Nixdorf. Sonntag, 15. Nov.: Agitations tour nach Sputendorf und Schenten dorf. Start: 1 Uhr bei Hoppe. Mittwoch, 18. Nov., abends 7 Uhr, bei H. Thiel, Bergstr. 151: Großer Lichtbildervortrag. Eintritt 20 auch für Gäste. 18/19 Haarblondin garantiert unschädlich. Beats, 6 Pakete 1,40 M. MARKE FEUERKRANZ Zu baben In Parfüm. a. Drogerlen. Falls bort nicht zu haben, wenden Sie sich an den Fabrilanten: Berlin N., Fernsprecher II, 2631. Fritz Kratz Drogenhaus, Reinickendorferitraße 119. Die Auszahlung der Arbeitslosen Unterstützung findet des Bußtages wegen in folgender Weise statt: Die Kollegen, deren Woche vom 11.- 17. lautet, geben Buch und Karte am Montag, den 16., ab und erhalten Dienstag, den 17., Unterstüßung. Die Kollegen, deren Woche vom 12.- 18. lautet, geben Buch und starte am Dienstag, den 17., ab und erhalten Donnerstag, ben 19., Unterstügung. O 4 Die Metallarbeiter Notiz Kalender für 1909 find. erschienen und zum Preise von 60 Pf. pro Stück im Burcan und bei allen Bezirkskassierern zu haben. Wahllegitimationen für die Gewerbegerichtswahlen 124/16 find im Bureau zu haben. Die Ortsverwaltung. 66 Be Mine is Palas Ruderverein„ Vorwärts" Lutherstr. 22/24. Ständige Eisbahn. Bon morgens 10 Uhr bis 12 Uhr BF geöffnet. Großes Konzert. Abends 9 Uhr: Muftreten eriter Kunstläufer und läuferinnen. Stralau, Tunnelstr. 17. Berichtigung! In der Annonce des Rubervereins ,, Vorwärts" muß es heißen: Für Nachzügler 8. vom Schles. Bahnb. nach Strausberg, dann Bimmelbabu. Unserem Parteigenoffen Ede Döring] zum vollendeten 60. Lebensjahre die herzlichsten Glückwünsche! 50172 Bezirk 518. Ede, verlier'' n Revolver nicht 1 Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter, unferer Tochter, Schwiegertochter, Schwester und Schwägerin Unserem Bezirksführer, Ge Emma Preßler noffen Paul Bertz zu feinem 25jährigen Ehe: Jubiläum und Geburtstage ein brausendes 27176 Soch! Hoch! Hoch! Die Genossen des 746. Bezirks. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Drisverwaltung Berlin I. Todes- Anzeige. Unfern Mitgliedern zur Nachs richt, daß der Stollege Friedrich Kraft verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Freitag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Strankenhauses Friedrichshain aus nach dem Kirchhofe der Auferstehungs- Gemeinde in Weißensee. 57/11 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere lebe Zochter und Schwester Luise Kleeblatt im Alter von 18 Jahren nach langem schweren Herzleiden sanft entschlafen ist. 27055 Um stille Zellnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Ludwig Kleeblatt nebst Familie, Gastwirt, Gorlizer Ufer 36. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. November, nachm. 12%, 1hr, vom Trauerhause aus nach dem EmmausStirchhof, Nirdorf, Hermannstraße ſtatt. Aden Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß meine inniggeliebte Frau Marie Lauter geb. Schwebs am 11. 5. Mts. berstorben ist. Die Beerdigung findet Som abend, ten 14. b. Mts., nachmittags 3 Uhr, voin Moabiter Krantenhause, Birkenstraße, aus auf dem städtischen Friedhofe, Müllerstr. 42, statt. 50162 Der trauernde Gatte G. Lanter. Danksagung. Für die rege Beteiligung bel der Beerdigung unseres Vaters, Schwiegerund Großvaters, des Maurers Friedrich Nitschke fagen tvir allen Genossen, Stolleaen und Freunden unsern herzlichen Dant. > Die trauernden Hinterbliebenen. geb. Grothe sagen wir hiermit allen, insbesondere der Freien Turnerschaft RigdorfBriz" und den Kollegen der Firma Sul. Sittenfeld unsern herzlichsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Rich. Preßler u. Tochter. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sagen wir allen Hildes Stollegen der 21. G.-G., Abt. Silbe brandt, unferen aufrichtigsten Dank. VIER neue Salamander Verkaufsstellen sind eröffnet Wilsnackerstrasse Ecke Turmstrasse 9 Tauentzienstrasse 15 Witwe Anna Stahl und Geschwister. Potsdamerstrasse 5 WeihnachtsPrämien für die Leser des ,, Vorwärts". Hacklanders Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. Freiligraths sämtl. Werke 3 Bände elegant geb. 3,- M. Gerstäckers Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. 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Mit der 22 Jahre alten Tochter der Frau Schröder war findet außer in Berlin in folgenden Vororten statt: Adlershof Dahlem Brik Charlottenburg Friedenau Johannisthal Lichtenberg Mariendorf Nieder- Schönhausen Ober- Schöneweide Pankow Reinickendorf Rixdorf Rummelsburg Schöneberg Tegel Tempelhoft Treptow Weißensee Wilmersdorf Das nötige Material zur Zählung wird von den Gemeinden selbst ausgegeben. Es sind seitens unserer Genossen sofort die nötigen Anforderungen zu stellen. In den Vororten Friedrichsfelde Köpenick Nieder- Schöneweide Schmargendorf Spandau Zehlendorf in welchen Partei und Gewerkschaft ohne Hilfe der Gemeinden zählen, ist das erforderliche Material vom Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommiffion, Engel- Ufer 15, 1. einzufordern. Beschluß eine 11prozentige Rohnerhöhung. Dieser Beschluß wird mit dem 1. Dezember d. J. in Kraft treten. Für die anderen im Betriebe der Wasserwerke beschäftigten Arbeiter gelang es leider noch nicht, den Neunstundentag durchzusehen. Doch dürfte dies, wenn die Organisation der städtischen Arbeiter nur tüchtig auf dem Posten ist, eine Frage der Zeit sein. die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. Der heute gezahlte Tage- Schöpfe, wohnte als Junggeselle in der Königschaussee zu Weißenlohn wird den Rohrlegern in einen neunstündigen Stundenlohn fee. Er stand am 20. Februar 1906 morgens schwer frank auf umgerechnet. Für das Winterhalbjahr, wo bisher schon neun und starb seinen Wirtsleuten, die ihm beisprangen, unter den ein 30 Jahre alter Techniker Karl Schinzlein verlobt. Dieser erfrankte plöglich, als er am 8. März 1907 bei seiner Braut und seiner angehenden Schwiegermutter zu Besuch in der Golzstraße weilte und starb schon auf dem Wege nach dem Krankenhause. Alle drei Männer soll Frau Schröder durch Gift umgebracht haben, ihren Mann und ihren Bruder wegen Geldangelegenheiten, den Bemerkenswert ist dann noch die Annahme eines Antrages Bräutigam ihrer Tochter als Mitwisser der beiden ersten Morde. unseres Genossen in der Deputation, wonach für das Wasserwerk Auf Grund der neueren Ermittelungen und Vernehmungen wurde Tegel die Badeeinrichtung ausgebaut wird; bisher gab es für Frau Schröder und zugleich auch Feller nach ihrer Vernehmung 90 Arbeiter nur zwei Badewannen. Die Waschgelegenheit auf vom Untersuchungsrichter in Haft genommen. dem Werk Friedrichshagen wird ebenfalls vergrößert werden. Bisher gab es als Waschgelegenheit dort nur einen Wasserhahn von Tegel aus begonnene Dauerfahrt des Militärluftschiffs Einen jähen Abschluß hat gestern morgen die Mittwoch abend und darunter einen Ausguß, so daß die Arbeiter lieber schmußig" Groß 1" gefunden. Der Lenkballon geriet, anstatt nach dem festnach Hause gingen. Am wichtigsten scheint uns aber der aufgefekten ziel Hannover zu gelangen, auf das Stettiner Haff, wo Antrag des Stadtv. Dr. Wehl gefaßte Beschluß zu sein, daß auf es um 1 Uhr morgens unfreiwillig auf das Wasser niederging. mal Gelegenheit zu einem Bade gewährt werden soll. Die hierfür Militärluftschiff ist nach einer Nachtfahrt bei Wollin glüdlich ge allen Werken jedem Arbeiter vor Feierabend wöchentlich ein- ueber die Strandung des Militärluftschiffes wird gemeldet: Das erforderlichen 15 Minuten dürfen nicht vom Lohn abgezogen landet. Das gesamte Material ist bereits verpackt und gelangt zit der Eisenbahn hierher zurüd. werden. Die Hülle des Ballons ist bei der Landung vollständig zer rissen und das Gestänge start demoliert. In der Nacht herrschte flares Mondscheinwetter, aber es wehte ein starker Nordwind. In Luftschifferkreisen wird angenommen, daß auf der Fahrt das Steuer defekt wurde und das Luftschiff, da der Wind ziemlich stark aus Süden wehte, unfreiwillig nach Norden trieb; wäre das Steuer betriebsfähig geblieben, so würde der Ballon nicht der Windrichtung nach gefahren sein. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß der Ballon mangels Orientierung auf der nächtlichen Reise in falsche Bahnen geraten ist; als es dann frühmorgens hell wurde, haben die Fahrer das offene Meer vor sich gesehen und sind schleunigst niedergegangen. Die Aussichten für die Freunde von Natureisbahnen gestalten sich bei der anhaltend niedrigen Witterung von Tag zu Tag günstiger. Auf der Spree zeigte sich bereits gestern das erste Treibeis, und die Verbindungsgewässer sind zum Teil schon seit Tagen mit einer Eistruste überzogen. Die Eisdecke des Rigdorfer Stichkanals beträgt gegenwärtig anderthalb Zoll und fast die sämtlichen geschlossenen Seen in der Umgebung Berlins find zugefroren. Auch die Eisdecken der Tiergartengewässer besigen bereits eine erheb Von diesen erhalten die Vororte Zählfarten und Formu- liche Stärke und voraussichtlich werden, was schon seit zwei JahrTare. Auch 3ähler überweist die Gewerkschafts- Kommission, zehnten nicht mehr der Fall gewesen ist, die Tiergartenbahnen falls die Vororte solche nicht selbst stellen können. noch im November zur Eröffnung kommen. Dies dürfte, wenn der Frost feine Unterbrechung erfährt, schon in einigen Tagen zu erwarten sein. Die Schiffer beeilen sich jezt, ihre Lasten zu löschen, um die eintreiber"( in Nr. 266), der das Vorgehen des Buch Druckfehlerberichtigung. In dem Artikel Schulden. Winterquartiere aufzusuchen. Stellenweise ist die Schiffahrt be- brudereibesizers Wilhelm Hartmann( Michael. reits gegenwärtig durch das Eis gestört, und viele Gigner weigern tir ch str. 22) gegen eine arme, mit der Miete im Rückstand ge= sich aus diesem Grunde, neue Frachten aufzunehmen. Durch den bliebene Frau schilderte, mußte es heißen:" Der Vollstrecker des frühzeitigen Winter ist die durch die ungünstigen Wasserverhält Urteils brauchte ja nun nicht mehr zu fragen, was unentbehrniffe dieses Jahres ohnehin schon schwierige Lage der Schiffer noch lich( statt: ungefeßlich) sei und was nicht." wesentlich verschärft worden. Schnelle Erledigung der wichtigen Vorarbeiten erwarten Der Aktions- Ausschuß. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Partei- Angelegenheiten. Charlottenburg. Am Sonntag, den 15. b. M., findet im Volkshaus" für die Mitglieder des Wahlvereins( Gruppe II) ein Familien- und Unterhaltungsabend verbunden mit Theatervorstellung und Tanz statt. Lilletts a 30 Pf. sind bei den Bezirksführern sowie im Volkshaus" erhältlich. 17 Wannsee. Sonnabend, den 14. November, abends 8 Uhr, bei Philipp, Stönigstr. 40, Mitgliederversammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben.. Der Vorstand. Köpenick. Den Genossen zur Kenntnis, daß die Gewerkschaftsbibliothek nunmehr wieder eröffnet ist; wir empfehlen die renovierte und erweiterte Bibliothek zu recht reger Benukung. Die Ausgabe erfolgt täglich in der Zeit von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abends beim Genossen Wißler, Kiezerstr. 6 im Laden. Schöneiche- klein- Schönebec. Sonntag, den 15. November, nachmittags 4 Uhr, im Waldschlößchen", Schöneiche, VersammIung mit der Tagesordnung Die Entwickelung der Arbeiterturnvereine und das Verhalten der Polizei ihnen gegenüber". Referent: Paul Geez- Berlin. Waidmannsluft. Der Wahlverein feiert am morgigen Sonnabend sein 14. Stiftungsfest in den Borsigwalder Festsälen. Das Tergnügungskomitee hat weder Mühe noch Mittel gescheut, um das Fest zu einem fünstlerischen und genußreichen zu gestalten. Mitwirkende find: Mitglieder des Sinfonieorchesters, Ronzertfängerin Fräulein Erna Schneider und Schauspielerin Elise Kühne( Rezitation). Die Festrede hält Genosse M. Schütte. Berliner Nachrichten. Auch eine Stadtverordneten- Sihung Falsche Goldstücke. Seit kurzem sind falsche Zwanzigmarkstücke im Umlauf, die mit dem Münzzeichen A und der Jahreszahl 1889 geprägt sind. Die Falsifikate sind aus Kupfer hergestellt und vergoldet, zeigen das Bildnis Kaiser Wilhelms II. und sind besonders dadurch kenntlich, daß der kleine Reichsadler verkehrt zu dem Bilonis auf der anderen Seite steht. Die Randinschrift Gott mit uns" ist sehr mangelhaft ausgeführt. Ein Berliner Falschmünzer, welcher sein Unwesen in der Provinz treibt, hat in Stendal falsche Behnmartstücke auszugeben versucht. Der etwa 25jährige, gut ge= kleidete Mann war, wie festgestellt wurde, mit einem Berliner Zuge nach Stendal gekommen, machte in kleineren Geschäften Einfäufe und gab falsche Zehnmarkstüde in Zahlung. Die Fälschungen zeigen das Münzzeichen A und die Jahreszahl 1898, bestehen aus einer minderwertigen Metallegierung, besigen jedoch eine gute Prägung. Zwei betrügerische Straßenhändler, die es in geschickter Weise verstanden, das Pfund mit 420 Gramm zu berechnen, wurden in der Frankfurter Allee festgenommen. Beide Händler hatten an der unteren Seite der Warenschale ihrer Waagen Bleiplatten befestigt und dadurch das wirkliche Gewicht um 80 Gramm vermindert. Die Wiegeschalen wurden beschlagnahmt und die betreffenden Händler werden sich nunmehr wegen Betruges zu ver antworten haben. kum durch Mindergewicht betrügen, werden auch die reellen Durch derartige gewissenlose Händler, die das kaufende PubliStraßenhändler stark geschädigt. Die Schulbücherlieferung für bedürftige Kinder liegt noch sehr int argen. Manche Schulkommissionsmitglieder haben einen fonderbaren Begriff über die Frage der Bedürftigkeit. Bevor nicht schon jedes Stück Möbel ins Leihhaus gewandert ist, eher erkennen manche der Herren die Bedürftigkeit nicht an. Als einen solchen war die gestrige. Das den Stadtverordneten vorgelegte Roloniestraße. Herr Scheffermann besuchte uns daraufhin und Mann bezeichneten wir fürzlich den Fuhrherrn Scheffermann in der Arbeitspensum war so winzig, daß die Sigung schon nach wehrte sich dagegen, daß er engherzig verfahren sei. Er bestritt, ganz kurzer Dauer geschlossen werden konnte. gesagt zu haben, wenn die Nachsuchende Schuhe für die Kinder Was in ihr verhandelt oder vielmehr ohne jede Erörterung kaufen könne, sie dann auch selber für Bücher sorgen könne; außerbeschlossen wurde, wolle man an anderer Stelle unseres dem habe der Arbeiter einen Lohn, der die unentgeltliche Lieferung Blattes nachlesen. Aufregendes ist nicht dabei. Es scheint, der Schulbücher nicht rechtfertige. Wir haben daraufhin nochmals daß im Rathause jezt Beschäftigungsmangel herrscht. Die Mugdanefen Einen Selbstmordversuch verübte gestern im Moabiter Kriminalgebäude das 19jährige Dienstmädchen Marie Schröter. Die mädchen in Stellung gewesen und hatte diese verlassen, da sie anS. war bei einem Gastwirt Tabbert in Schöneberg als Dienstgeblich von ihrem Dienstherrn gröblich beleidigt und mißhandelt worden sei. Diese Beschuldigung lag einer Privatklage zugrunde, welche die S. gegen ihren ehemaligen Dienstherrn angestrengt hatte. Verhandlung endete mit Freisprechung des Beklagten und der S. Die vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg stattgefundene Hierüber geriet sie wurden die Kosten des Verfahrens auferlegt. in große Aufregung. Auf dem Wandelgang zog sie plöblich eine Flasche mit Lysol hervor und trant sie halb leer. Als sie auf die Stufen niedergesunken war, feßte fie die Flasche nochmals an den Mund, der Portier Sieg, der hinzugesprungen war, riß ihr aber die Flasche gewaltsam aus der Hand. Die jugendliche Selbstmörderin wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Moabiter Strantenhause gebracht. s Die Grünthaler Straße von Nr. 29a bis Nr. 34 und die Aristiania Straße von der Völkerstraße bis zur Grünthaler Straße unter Einschluß der Kreuzdämme werden behufs Höherlegung bom 16. d. W. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Die Freie Volksbühne feiert am Sonnabend, den 14. No. vember, 8% Uhr, im Festsaale der Brauerei„ Happoldt", HasenSeiteren Stonzert- und Ueberbrettl- Abend an. heide 32/38, ihr Winterfest. Das Programm fündigt einen Mitwirkende sind: für Mavier: Herr Kapellmeister James Rothstein, für Chansons und Rezitation: Fräulein Bozena Bradsky und Herr Robert Koppel. Nach den Vorträgen findet Ball und Gesellschaftsabend unents geltlich statt. Festmarken für die Mitglieder sind in allen Zahlſtellen inkl. Programm à 60 Pf. zu haben. Da die Nachfrage sehr start ist und nur eine beschränkte Personenanzahl Zutritt hat, empfiehlt es sich, die Marken sofort zu entnehmen. Vermißt wird seit dem 23. Oktober Frau Emma Pospich, geborene Hermenau, am 13. September 1866 zu Königsberg i. Pr. geboren, Mülhausener Straße 3 wohnhaft gewefen. Sie ist mittelgroß, hat graumeliertes Haar, längliches blasses Gesicht, graue Augen, im Oberkiefer künstliche, sonst lückenhafte Zähne und eine Warze auf der rechten Wange. Bekleidet war sie mit schwarzem Winterhut mit grauen Blumen, blauer Bluse mit weißen Bunften, blauem Rod, schwarzem Jackett, schwarzen Strümpfen und Schnür schuhen, weißer Wäsche, gez. E. P. Nach einem hinterlassenen Briefe beabsichtigt die Pospich Selbstmord zu begehen. Personen, die über den Verbleib der Vermißten irgend welche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einem Polizeirevier mündlich oder schriftlich zu den Akten 5581 IV. 39 08, mitzuteilen. die Sachlage festgestellt und haben an unserer Darstellung nichts wesentliches zu ändern. Richtig ist nur die Angabe Sch.s, daß der Arbeiter in Arbeit stand, obwohl er an einem Geschwür litt, aber die Frage der Bedürftigkeit muß nach wie vor bejaht werden. Die Frau macht äußerlich einen fränflichen, gebrechlichen Einbrud. Von 11 Kindern leben noch 4, von denen noch keins der Schule entwachsen ist. Eins davon liegt seit 5 Wochen schwer krank danieder. Die Familie lebt, was uns unbeteiligte Personen bestätigten und wovon wir uns selbst überzeugt haben, in den dürftigsten Verhältnissen. Was nun die Aeußerung anbelangt, die Herr Scheffermann getan haben soll, daß die Frau, wenn sie Stiefel für die Kinder kaufen könne, es doch wohl auch noch für Bücher reichen werde, so wird dies nicht nur von der Frau, sondern auch von Beuginnen, die dabei waren, bekräftigt. Einer Frau, die mit Nixdorf. Herrn Sch. über die Sache sich unterhielt, sagte er, er wisse nicht Aus dem Tätigkeitsbericht der städtischen Säuglingsfürsorge. mehr, ob er die Aeußerung getan habe und als die Rede noch mal darauf kam, blieb Herr Sch. vollkommen still. Die Kinder haben bis jetzt noch keine Bücher erhalten, die Mutter erklärt, beim besten Willen nicht in der Lage zu sein, solche aus eigenen Mitteln beschaffen zu können, was nach den obigen Schilderungen vollauf zuVorort- Nachrichten. sind außer sich vor Wut ob ihres Reinfalles bei der StadtverordnetenErfazwahl in der zweiten Abteilung des fünften Bezirkes. Alles hatten sie so schön in Bewegung gesezt, um ihren Mugdan ins Rathaus zu bugsieren; Stadtverordneten- Vorsteher, VorsteherStellvertreter, Bezirksvorsteher hatten ihre ganze Autorität für ihren Günstling eingesetzt, Antisemiten und Konservative waren zur Unterstützung Mugdans angetreten und doch wurde der sozialfortschrittliche Professor Dr. Richert gewählt, wenn auch nur mit einer winzigen Mehrheit. Das schmerzt. Die Mugdanesen fahen ihren Schüzling schon so sicher als Sieger, daß sie sich gar nicht in ihr Fiasto schiden wollen. Sie verbreiten die Nachricht, daß Stichwahl stattfinden müsse, weil dem Professor Nichert eine Stimme Am 2. Mai 1907 wurde in Rigdorf die städtische Säuglingsan der absoluten Majorität fehle. Sie verlassen sich jetzt auf den fürsorge eröffnet. Der nunmehr vorliegende Tätigkeitsbericht des Magistrat, der das amtliche Resultat festzustellen hat, von dem sie leitenden Arztes Dr. Michael Cohn bietet einen interessanten hoffen, daß er durch Anwendung ungefeßlicher Mittel ihren Reinfall Einblick darüber, wie notwendig gerade in der Arbeiterstadt Nixdorf doch noch zu ihren Gunsten forrigieren werde. Es find nämlich die Errichtung der Säuglingsfürsorge war. Der Vericht erstreckt sich awei Stimmen auf den Volksschullehrer Heidenreich abgegeben worden. auf die Tätigkeit vom 2. Mai 1907 bis 1. April 1908, also auf Nun sind aber Volksschullehrer nicht wählbar und es müssen diese 11 Monate. Die Tätigkeit der Fürsorge gliederte sich in die ärztlichen Be beiden Stimmen als ungültig erklärt werden. Diese Stimmen sind ratungen, in die Gewährung von Unterstützungen und in die Hausbesuche. ein Wähler feine Stimme gewesen. Bei der Arbeit auf dem Gerüstbau stürzte er infolge eines Während der elf Monate sind im ganzen 94 ärztliche Sprechstunden genau so ungültig, wie wenn verhängnisvollen Fehltrittes aus der Höhe des zweiten Stockwerks etwa dem Kaiser von China geben wollte. Dazu kommt, daß der in die Tiefe. Er zog sich einen komplizierten Unterschenkelbruch von meist 2-3 stündiger Dauer abgehalten, in denen 746 Kinder Magistrat die ungültigkeit der beiden Stimmen aussprechen muß, und anscheinend schwere innere Verlegungen zu. In recht bedent- untersucht wurden. Da die Zahl der Einzeluntersuchungen 3201 beweil verschiedene Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts in lichem Zustand wurde der Verunglückte in das städtische Kranken- trug, so war jede Sprechstunde von durchschnittlich 34 Kindern besucht. dieser Beziehung vorliegen. Der Magistrat kann also den Herren, haus eingeliefert. Im ersten Lebensvierteljahr standen von den unterfuchten Kindern 388 ( 52 Broz.), im zweiten 197(= 26,4 Proz,) und 161(= 21,6 Proz.) waren über ein halbes Jahr alt. Muttermilch erhielten zum Teil 353 Säuglinge, das sind 47,9 Proz., während von den 746 Kindern 136 gar nicht und 25 Säuglinge nur die ersten acht Tage an die Bruft gelegt wurden. trifft. Vom Gerüst abgestürzt. Einem schweren Unfall ist der Bimmermann Ernst Thiele, Romintener Straße 10, zum Opfer gefallen. Th. war auf dem Neubau Spidermannstr. 4 beschäftigt so sehr er vielleicht geneigt sein würde, nicht helfen. Die Mugdanesen Die Kindesleiche im Stadtbahnzug. Einen schaurigen Fund sollten doch nicht so offenkundig ihre Wut über den Reinfall merken laffen. Unverdient ist er doch nicht. Vielleicht präsentieren uns die Herren nächstens Herrn Mugdan als Stadtrat. Das macht sich doch biel hübscher, wenn an dem Magistratstisch Fischbeck, Wiemer und Mugdan, zu welchem sich gelegentlich noch Kopsch gesellen könnte, den unverfälschtesten Blockliberalismus repräsentieren. machte ein Beamter auf dem Bahnhof Charlottenburg. Als er die Tür eines Abteils dritter Klasse eines eingestellten Ringbahnzuges revidierte, sah er ein Paket im Gepäcknek liegen, in dem er beim Deffnen die Leiche eines neugeborenen Knaben vorfand. Täter in dem Zug zurückgelassen worden. Es dürfte wohl schwer Wahrscheinlich ist das Kind getötet und die Leiche dann von dem halten, die Urheberin zu ermitteln. durch die Brust von vornherein weg. Unter den im 1. Lebensmonat Es fällt demnach bei 164 21,9 Proz. der Kinder die Ernährung in der Fürsorge vorgestellten 135 Säuglingen erhielten noch Für die Arbeiter der städtischen Wasserwerke sind in der Unter dem Verdachte des dreifachen Mordes ist die 46 Jahre 110= 81,5 Proz. die Brust. Somit werden etwa% der Kinder jüngsten Sibung der zuständigen Deputation, die sich mit der alte Witwe Hanna Schröder, geb. Schöpke, geschiedene Heidmann, im 1. Monat natürlich ernährt; diese Zahl schrumpft indes im Beratung des Etats befaßte, ganz annehmbare Fortschritte hin- verhaftet worden. Die Angelegenheit beschäftigt die Staats- 2. Monat auf 68,7 Proz. und im 3. Monat auf 39,9 Proz. zu| 2. sichtlich der Verkürzung der Arbeitszeit sowie der Lohnerhöhung anwaltschaft schon lange. Die Anzeige ging ursprünglich von Ver- sammen. Der Bericht betont nuit, daß bei den Beerzielt worden. Nachdem in den früheren Jahren die auf Verwandten der Frau aus, die sie beschuldigten, ihren Mann, ihren ratungen der stillenden Mütter das Animieren zum Weiterfürzung der Arbeitszeit hinzielenden Anträge des Genossen Bruder und den Bräutigam ihrer Tochter umgebracht zu haben. Dr. Wehl schlankweg abgelehnt wurden, ist nunmehr in den Zehn- Frau Schröder heiratete als Kellnerin einen reichen Fuhrherrn, ſtillen eine wichtige Rolle spielte. stundentag die erste Bresche gelegt worden. Für die bei den Rohr- der damals in der Georgenfirchstraße 41 ein großes Grundstück nichtigen Gründen, Unruhe des Kindes, Unkenntnis legungen beschäftigten Solonnenarbeiter wird ebenso wie für die besaß. Dieser Fuhrherr starb plöglich im August 1903, der angeb feinen Nahrungsbedarf, Saugschwäche oder geringfügige Be bei der Gasverwaltung mit Rohelegungen beschäftigten Arbeiter lich ermordete Bruder der Frau Schröder, ein Schneidermeister schwerden der Mutter das Kind vorzeitig abgefekt. Nicht selten werde aus über In diesen Die Anträge des Ausschusses gelangten zur Annahme. langen. Eine rege Geschäftsordnungsdebatte entspann sich am Den legten Punkt der Tagesordnung bildete die Entgegen Schluffe der Sigung, als der Vorsteher die Anregungen einzelner Es nahme des Ausschußberichts über den sozialdemokratischen Vertreter außerhalb der Tagesordnung nicht zulaffen wollte, Antrag betreffend die Wertzuwachs steuer. Der wurde beschlossen, auf die Tagesordnung jeder Sizung zum Schluß den Punkt Verschiedenes zu seßen. In geheimer Sizung wurden ursprüngliche Antrag lautete: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, einem Lehrer 300 M. Unterstügung bewilligt. Wünschenswert wäre ihr eine Vorlage zu machen, durch welche eine Wertzuwachssteuer es, wenn sich der Gemeindevorstand diese Noblesse bei der Behand für Charlottenburg eingeführt wird." lung auch der Armenfachen zu eigen machte. Der Ausschuß empfiehlt, diesen Antrag abzulehnen, dagegen folgender Resolution zuzustimmen: Die Versammlung erklärt, daß fie dem Gedanken der Gin. Aus der Frauenbewegung. führung der Wertzuwachssteuer vorbehaltlich der Regelung der Einzelheiten grundsäglich geneigt gegenübersteht und ersucht den Magistrat, mit ihr in gemischter Deputation über Einführung einer Wertzuwachssteuer zu beraten." Für die Beratungen in gemischter Deputation hatte sich der Ausschuß mit 11 gegen 2 Stimmen ausgesprochen, die Erklärung, daß man der Einführung der Wertzuwachssteuer grundsäßlich ge= 3 Versammlungen Veranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 16. November, abends 81/2 Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72, Vortrag: Heinrich Schulz, Gäste willkommen. Leseabende. straße 27. " Vermischtes. Das Erdbeben im Vogtland. Fällen habe sich eindringliche Belehrung als erfolgreich ertviesen. Doch in den Fällen der Bericht spricht von vereinzelten in denen wirtschaftliche Ursachen, die Notwendigkeit der Mütter, der Arbeit nachzugehen, zur Aufgabe des Stillens Veranlassung gegeben haben, hat das Institut in Ermangelung von Mitteln nicht Abhilfe schaffen können. Hier wäre es nun Pflicht der Kom mune, es an dem Notwendigsten nicht fehlen zu lassen und ausreichend Mittel bereit zu stellen. Bei aller Anerkennung des Bestrebens, die Mütter durch Unterweisung über die Häufigkeit, die Regelmäßigdes Anlegens und sonstigen wichtigen Fragen zu be Lehren, ist die materielle Unterstüßung der ärmsten Mütter bas wichtigste. Dieser Anschauung wird denn auch in dem Bericht mit aller wünschenswerten Deutlichkeit Ausdruck gegeben. Es heißt hier: Eines der wichtigsten Mittel zur Durchführung einer rationellen Säuglingsfürsorge bilden die materiellen unter stützungen. Einerseits ist manchen Müttern auch mit den besten ärztlichen Ratschlägen herzlich wenig gedient, da es eben am Aller- neigt gegenüberstehe, war mit 10 gegen 8 Stimmen angenommen. Mariendorf. Freitag, 8 Uhr, bei Georg Loewenhagen, Chauffeenotwendigsten zu deren Durchführung fehlt. Und andererseits In der Debatte sprach sich Stadtv. 3 ander gegen die Wertgenügen, wie die Erfahrung lehrt, meist schon ganz geringe Bei- zuwachssteuer aus, solange daneben die Umsatzsteuer bestehen bleiben soll. Noch schärfer bekämpfte Stadtv. Landtagsabgeordneter hilfen, um eine regelmäßige Vorführung der Kinder und somit eine Dr. Erüger den Gedanken dieser Steuer. Im Gegensah dazu Deutscher Arbeiter Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin: tonfequente Ueberwachung zu veranlassen; mit Nachlaß der Unter befürwortete Genosse Dr. Borchardt in erster Linie den wieder Der Distutierabend am Sonnabend fällt aus. stügung verschwinden nicht selten die Kinder aus eingebrachten ursprünglichen Antrag der Sozialdemokraten. Er unserem Gesichtsfreis." wies darauf hin, daß die Ginsegung einer gemischten Deputation, Die zur Verfügung stehenden Mittel tamen in erster Linie den die erst die Grundlagen einer Wertzuwachssteuer festlegen solle, stillenden Müttern zugute. Die Bedürftigen unter denselben erhielten eine Berschleppung bedeutet. Es handele sich nur um die Besteuetäglich, bei längerer Dauer und ausreichender Milchsekretion jeden rung des unverdienten Wertzuwachses an Grund und Boden. Ueber die Gerechtigkeit dieser Steuer könne kein Zweifel bestehen, die Vor- Blauen( Bogtland), 12. September. Seit gestern abend find, zweiten Tag einen Liter Kuhmilch zu eigenem Gebrauch. Im teile für die Stadt seien auch nicht zu bestreiten. Er warnte davor, wie dem Vogtländischen Anzeiger" gemeldet wird, im Vogtlande ganzen wurden 4298 Liter Milch an 118 Mütter verabfolgt. über den ersten Teil des Ausschußantrages zur Tagesordnung über- wiederum neue Erdbeben verspürt worden. In der vergangenen Außerdem gelangte zur unentgeltlichen Verteilung an nährende zugehen, wie es der Stadtv. Crüger angeregt hatte, denn die ge- Nacht erfolgten fünf leichte Erdstöße. Heute mittag 12 Uhr Mütter das Nährpräparat Plasmon. Laut Magistratsbeschluß mischte Deputation fönne doch nur dann ersprießlich arbeiten, wenn 25 Minuten war ein heftiger Erbstoß zu verspüren. wurde bom 1. Juli 1907 ab auch in Fällen dringender sie wisse, daß die Versammlung der Wertzuwachssteuer grundsäßlich Not Kindermilch für künstlich ernährte Säuglinge unentgeltlich ab- freundlich gegenüberstehe. Selbstmord eines Defraudanten. Der aus Pofen nach UnterNachdem sich noch eine Reihe von Rednern, darunter Stadtv. fchlagung von 30 000 m. flüchtig gewordene Buchhalter der dortigen gegeben. Es tamen auf diese Weise 588 Liter Milch an Flaschen- Stadthagen( unpolitisch) und die Liberalen Holz und Landwirtschaftsgesellschaft, Josef Stabcynski, wurde, wie aus Lemberg finder zur Verteilung. wurde der sozialdemokratische Antrag in namentlicher Abstimmung zog er einen Revolver aus der Tasche und gab einen Schuß gegen mit 18 gegen 35 Stimmen abgelehnt, der Antrag des Ausschusses, sich ab. Bewußtlos nach dem Spital gebracht, starb er nach kurzer der die grundsägliche Geneigtheit für die Wertzuwachssteuer aus Beit. Man fand bei ihm einen Barbetrag von 59 Kronen. spricht, wurde gleichfalls in namentlicher Abstimmung mit 32 gegen 21 Stimmen angenommen, die Einsehung der gemischten Deputa In dem Bericht wird betont, daß die meisten Anliegen tion wurde mit 49 gegen 2 GStimmen beschloffen. So ist denn dank um Beihilfe in die Zeit der Aussperrungen im Baugewerbe der unermüdlichen Agitation der Sozialdemokraten der erste Schritt und andererfeits in den vorgerückten Wintermonaten aur Zeit zur Einführung dieser gerechten Steuer getan. Hoffentlich werden bie Beratungen der gemischten Deputation ein ersprießliches der allgemeinen Arbeitslosigkeit an die Fürsorge gelangt Resultat zeitigen. seien. Diese Bemerkung kann jedoch, weil jeder Beweis fehlt, nur als willkürliche Annahme betrachtet werden. Der Herausgeber des Berichts bätte auch nicht nötig gehabt, zu betonen, daß nicht immer Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer letzten Sigung zudie Arbeitslosigkeit eine unverschuldete gewesen ist, weil zweimal nächst mit einem Antrag des Dr. Oppenheim zu beschäftigen, der Trunfsucht und einmal Arbeitsschen des Vaters fonstatiert worden die Straße 39, welche sein Eigentum ist, von dem Bebauungsplan gestrichen haben will. Der Antragsteller will der Gemeinde ge sei. Im allgemeinen zeigt die Stelle des Berichts über die Ursachen statten, den Wasserweg bei Feuersgefahr oder Legung von Entder Unterstützungen ein Bild fozialen Elends und Jammers. Den wässerungsröhren zu benüßen. Die Versammlung stimmte dem zu. häufigsten Anlaß zur Unterstügung bildeten Krankheiten des Er- Es soll dafür eine andere Zufahrtstraße zum Wasser angelegt nährers: Verlegungen, Unfälle, Lungenkrankheiten, Schwindsucht, werden, und zwar soll diefelbe von der zum Bahnhof führenden Nervenfiechtum waren besonders oft vertreten. Oft war großer Straße abzweigen, wo heute die Dampferstation ist. Zur Einrich Kinderreichtum bei geringem Verdienst die Ursache der Unterstützung. tung von drei Löschdepots, und zwar in der Großen Seestraße bei Doch die Recherchen der Fürsorgeschwester geschehen nicht bloß, um Rehlam, in der Friedrich Karlstraße in der Post und in Kohlhasenfich davon zu überzeugen, ob auch feiner ber zu unterstüßenden brück bei Baier wurden der Feuerwehr 1000 m. bewilligt. Armut simuliere, sondern auch, um die Durchführung der ärztlichen Friedrichshagen. Vorschriften zu kontrollieren. Sie sollen einen wesentlichen Bestand teil der gesamten Fürsorgetätigkeit und eine wichtige Ergänzung der Sprechstunden bilden. Dft wurde die Schwester von Hebammen zu frisch entbundenen Wöchnerinnen geholt, bei denen Unterstügung dringend notwendig war. In den Fällen, in denen Milch an Mütter oder Kinder fort laufend abgegeben wurde, fanden durch die Fürsorgefchwester ein gehende Recherchen über die Bedürftigkeit statt. In 58 Fällen von 124 Recherchen wurde als Grund der Bedürftigkeit Arbeitslosigkeit des Baters festgestellt, entweder völlige oder teilweise. Im allgemeinen zeigt der Bericht, daß, wenn die Säuglings. fürsorge ein für die ärmsten Bevölkerungsschichten segensreiches Institut sein soll, von der Stadt ganz andere Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Die 746 Kinder, denen die Fürsorge mit noch viel zu geringen Mitteln zu gute fam, find nur ein fleiner Bruchteil der Nixdorfer Säuglinge. Wurden doch im Jahre 1907 in Rigdorf 6255 Kinder lebend geboren. An den bürgerlichen Stadt bätern wird es liegen, dem Drängen unserer Genossen folgend, auch diesem Gebiet ihr Augenmerk ernsthaft zuzuwenden. Charlottenburg. Braut bon Freie Bolfsbühne Charlottenburg. Die nächste Vereinsborstellung findet biefen Sonntag( 15. November) 3 Uhr Gespielt wird Schillers nachmittags statt. Messina." Die Beitragsmarken müssen am Sonnabend, den 14. November, geklebt sein, wenn sie zum Besuch der Vorstellung berechtigen sollen. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte am Mittwoch nach kurzer Debatte, in der u. a. Genoffe Bietsch es bemängelt hatte, baß den Stadtverordneten nicht die Bählfarten zu ihrer in formation zugegangen sind, die Vorlage betreffend Arbeits. Tosenzählungen am 17. November und 15. Februar gemein sam mit Berlin. Wannsee. Der Gesangverein Friedrichshagener Männerchor" begeht am morgigen Sonnabend in Lerches Bürgersälen( Rundteil) sein tungen der Partei stets bereitwilligst zur Verfügung stellt, so er Stiftungsfeft. Da sich der betreffende Verein bei den Beranstalsuchen wir die Genossen und Genossinnen recht rege daran teilzu nehmen. Weißensee. Eisenbahnkatastrophen in Nordamerika. Ein Telegramm aus New York meldet: Bei einem Zusammens stoß von zwei Güterzügen in der Nähe von Cheyenne( Wyoming) wurden in der vergangenen Nacht zwölf Eisenbahnarbeiter getötet. Bei einem Zusammenstoß zweier Züge, der sich gestern bei Littlewoods auf der New Orleans and Northeastern Railway ereignete, wurden nach einem Telegramm aus New Orleans elf Personen getötet und viele verletzt. Briefkaften der Redaktion. Die juriftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter of, Dritter Eingang. bier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9 hr statt. Geöffnet 7 Ube Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 2age vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. M. B. 88. Ihr Mann bastet für Ihre von Ihnen erwähnten Schulden nicht. Else R. 100. Die Stosten müssen gezahlt werden; fouft tann 8wangsvollstreďung erfolgen. C. 3. 33, 2. H. 99. Nein. A. M., Schönhauser Vorstadt. Die Möglichkeit, die Würfelei als unerlaubtes Glüdsspiel anzusprechen, liegt stets vor. 2. B. 25. Bon Bolljährigkeit tritt mit Bollendung des erreichter Volljährigkeit ab der Vater fann bestimmen, in welcher Religion die stinder zu erziehen find. 21. Lebensjahres ein, auf Antrag fann das Vormundschaftsgericht bereits vom 18. Lebensjahre ab die Bolljährigkeit aussprechen. D. G. 1. Nein: 2. Ja. 3. Geburtsurkunde.- Martha 12 345. 1. Das ist möglich. 2. Solange fein intimer Verkehr stattgefunden hat: nein. 3. Das gibt es nicht. Die Ehe bleibt, auch wenn beide Eheleute getrennt leben, solange bestehen, bis durch Scheidungsurteil oder Tod die Ehe gelöst ist. 4. Nein. Ruhetage im Barbiergewerbe. Auch am hiesigen Drt hat eine Das wäre mit Buchthaus bedrohte Bigamie. U. 5. 19. Rein: be$. 5. 370. Da es sich Agitation der Freien Vereinigung der Barbiere und Friseure" den schweren Sie sich bei der Eisenbahndirektion. Erfolg gehabt, eine Zweibrittelmajorität für eine Petition an den nicht um ein stehendes Gewerbe, sondern um Gelegenheitsarbeiten handelt, ist die Anmeldung nicht erforderlich. R. D. R. 100. Ohne Zustimmung Regierungspräsidenten zu erzielen, welche den Zweck verfolgt, ein des Eigentümers tönnen Sie den Vertrag leider vor Ablauf der VertragsVerbot des Gewerbebetriebes der Barbiere an den zweiten Festtagen zeit nicht aufheben. 2. St. 19. 1. und 3. Die Gewerbedeputation, der brei hohen Feste zu bewirken. Die Barbiergehilfen, welche am Stralauer Straße 1-3, wäre für eine Beschwerde zuständig. 2. Ja. Drte noch sehr mangelhaft organisiert sind, follten sich ihre Prinzipale 4. Voraussichtlich wird die Beschwerde erfolglos fein.- D. Nein. zum Beispiel nehmen und mehr als bisher für ihre eigenen Interessen tätig sein. Bur Arbeitslosenzählung. Nachdem das Statistische Amt Berlin Zählung der Arbeitslofen am 17. November in Verbindung gesetzt sich mit den einz Inen Vorortgemeinden bezüglich der einheitlichen bat, scheint man sich auch hier in den maßgebenden Streifen anders befonnen zu haben. Auf der Tagesordnung der heute Freitag statt findenden Sizung der Gemeindevertretung steht als 8. Bunkt: Bustimmung zu einer Arbeitslosenzählung am 17. November d. J. und Bewilligung der Wittel." Vor 14 Tagen hieß es anders, da wurde ein von unseren Genoffen gestellter Antrag einfach abgelehnt. Es sollte uns wirklich wundern, wenn heute die Majorität anders entfcheidet. Ober- Schöneweide. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den 8entral- Marktballen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr stark, Geschäft rege, Breise für Stalb- und Schweinefleisch anziehend, befriedigend. fonit unverändert. Wild: Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Breise fest Geflügel: Zufuhr über Bedarf, Geschäft nicht lebhaft genug, Preise nicht Fische: Bufuhr etwas reichlicher, Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. Butter und stäle: Geschäft ruhig, Breise un Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, berändert. Geschäft ruhig, Preise für Kohl anziehend, sonst wenig verändert. Witterungsübersicht vom 12. November 1908. morgens 8 Uhr. Stationen Smutembe 768 5 Better 5°.= 4° R Stationen Barometer stand mm Wind Bunzipp Windstärke Better -1 pavaranda 762 2 Betersburg 757 NW 761 S 1 balb bd.-4 Scilly 2 bedeckt 763 5 2 moltig 3 beded! 765S Temp. n. E. 5° 4° R. 2 wolten!-16 -6 2 bedeckt 12 1 Dunst-4 berbeen 754 SSB 1 beiter 771 52 4 balb 66.- 8 Baris 765 SS 3 Regen 7698 3 wolfent-11 Wetterprognoie für Freitag, den 13. November 1908. 8 9 768 53 Berliner Wetterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Bewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbean. Bafferstand am feit 11.11. 10. 11. Bafferftand am feit 11 11 10.11. cm cr¹) 60 Die Mandate der in den Erfahivahlen im Oktober gewählten Stadtverordneten, unter denen sich auch unsere Genossen Ewald Gemeindevertretersitung. Der Antrag unferer Vertreter, fich der und Scharrnberg befinden, wurden ohne Diskussion für gültig am 17. November von der Stadt Berlin zu veranstaltenden Samburg erklärt. Die Einführung erfolgt in der nächsten Sihung. Arbeitslofenzahlung anzuichließen, fand Annahme. Herrn Perlin Hierauf berichtete Stadtv. Dr. Hubatsch namens des Aus- Engel als Direktor der Aftiengesellschaft Frifter bereitete es großes tranfi.a schusses über die Vorlage betreffend Bewilligung von Mitteln aus Unbehagen, daß bei der Bätlung auch die Gewerlichaften mitwirken München Anlaß der Hundertjahrfeier der Städteordnung. follen. Er verlangte, die Gemeinde folle dahm wirken, daß das Bien Der Antrag des Magistrats ging bekanntlich dahin, 50 000 M. zur Gewerkschaftshaus"( wie er sich ausbrüdte) nach Wöglichkeit ausErrichtung einer Stiftung zur Unterstüßung von im Ehrendienst geschaltet werde, da die dort domizilierenden Herren alles daran Etwas wärmer, veränderlich, vorherrschend wolkig mit geringen Nieder der Stadt tätig gewefenen Personen und deren Hinterbliebenen fezzen würden, ein nur ihren politischen Intereffen dienstbares schlägen und ziemlich lebhaften füdwestlichen Winden. und weitere 50 000 M. zur Errichtung eines Kunstwerts zum Ge- Refultat aus der Zählung herbeizuführen. Genoffe Grunow dächtnis des Freiherrn vom Stein zu bewilligen, sowie eine Ehren- wies diefe aus der Luft gegriffenen Berdächtigungen energisch zurfid tafel für verdiente Personen, die im Ehrenbienst der Stadt tätig und machte dem Herrn flar, wie rückständig seine Anfichten in diefer gewesen find, zu errichten. Der Ausschuß hat das Kapital der Frage feien. Ein Gesuch der Allgemeinen Elektrizitätswerte und der Stiftung auf 100 000. erhöht, als Stunstwert einen fünstlerisch neuen Automobilgesellschaft, den Beginn des Fortbildungsausgestatteten Brunnen auf dem Steinplaz borgeschlagen und die ich ulunterrichts für das Winterhalbjahr von 5 auf 6 Uhr zu Beschlußfassung über die Ehrentafel vertagt. Namens der Sozial verlegen, fand Annahme. Kein Wunder, die Mehrzahl der Berdemokraten erklärte ficy Stadtv. 8ietsch mit den Beschlüssen des treter besteht aus Fabrikdirektoren und sonstigen Interessenten, welche Memel, Tilfit Ausschusses einverstanden; er bemerkte jedoch, daß er der Errich lebhaftes Intereffe daran baben, aus den Lehrlingen eine Stunde regel, Sniterburg tung eines Kunstiverts nur bedingungsweise zustimmen könne. Mehrwert herauszuholen. Bergebens wurde feitens unferer Bertreter eifel, born Seine Freunde hätten nichts gegen die Erbauung eines Brunnens darauf hingewiesen, welche Härte darin ligt, wenn eine große Anzahl Ober, Ratibor zum Andenken an den Freiherrn vom Stein, der es verstanden der jungen Leute, welche auswärts wohnen und den ganzen Tag• Franfiurt habe, in einer urreaktionären Beit an das Bolt zu appellieren. fein warmes Eisen erbalten, abends noch eine Stunde länger festBarthe, Schrimm Aber leider seien die städtischen Körperschaften nicht in der Lage, gehalten werden. Tut nichts der Profit gebt vor. Das Rube allein Bestimmungen über die Gestaltung des Dentmals zu treffen. ge halt der Gemeindebeamten wurde analog der Aufbesserung der nese, Bordamm Gs fönne der Stadt wieder eine Kunstrichtung aufgedrängt werden, Staatsbeamten erhöht. Die Stelle eines vierten Vollziehungs- elbe, Leitmeriz die nicht ihrem Geschmack entspreche. Denkmäler errichte man aber beamten wurde nach längerer Debatte bewilligt. Die Rechnung doch nicht für einen Mann, der vielleicht nur einmal in seinem für das Etatsjahr schließt mit einem Ueberschuß 15 491 m ab. Die Leben daran vorübergeht, sondern für die ganze Bevölkerung, die fich die Kunstwerte" öfter ansehe.( Heiterkeit.) Seine Freunde erwarten, daß die berufenen Stellen der Stadt auch das Rückgrat haben, gegenüber den Wünschen des Kaisers einem wirklich geläuterten Kunstgeschmack Rechnung zu tragen. Krosien om cm) 124)-4 Saale, Grochlig 1+17 999999 Havel, Spandau) 41 Rathenow) 18+3 Spree. Spremberg') 74 0 Beeskow Bejer, Münden Minden Rhein, Maximiliansau 297 50% 70%) 60 717) 10%) 62 -427)+-80 -365) Landsberg 10) +8 -16°) -80 Dresden Barba -83 -134)+62 1210-5 Magdeburg 8610-14 + bedeutet Buchs, Fall. 4) Grunbeistreiben. 5) schwaches Grundeistreiben. Grund schwaches Grundels.) Grundeisgang. Raub Köln Nedar, Heilbronn Main, Wertheim 85 57 22 9610) viel. Trier 3) Intervenet. schwaches Eis. 9) Treibels. 7 Submission für die Schlosserarbeiten der 4. Gemeindeschule hat unter den Submittenten Braftifen gezeitigt, welche allfeitig ver urteilt wurden. Die Gespannstellung für die Feuerwehr treiben. hat Mißstände ergeben, welche die Beschaffung eigener Geipanne eis. notwendig mache. Im nächsten Jahre soll dies zur Ausführung ge- 10) schwaches Treibeis. Gar oft wird eine leichte Erkältung unbeachtet gelassen und die Influenza- Bazillen finden einen vorzügl. Nährboden in dem kranken Blut des erkälteten Körpers. 1/2 Glas Santa Lucia"-Wein, vor jeder Mahlzeit genossen, gibt kräftiges Wärmegefühl u. wirkt äußerst anregend. Wer bereits eine leichte Erkältung spürt, nehme vor dem Schlafengehen ein heißes Fußbad u. trinke gleichzeitig ein Glas über Feuer erzhitzten ,, Santa Lucia"-Wein. Vorsicht bei Erkältung ,, Santa Lucia"-Kraftrotwein a Flasche 1.50 und 2.00 Mark ist käuflich in Apotheken, Drogen- und Delika essen- Geschäften und steht unter ständiger Kontrolle des chemischen Laboratoriums Dr. C. Bischoff. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.