Nr. 60. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 M, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Nene Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Boft- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708, Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betitzeile oder deren Naum 40 Bfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne and Fefitagen bis 9 Uhr Bora mittags geöffnet. Fernsprech- Anschlu Aurt 1, Mr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Durchführung des schweizerischen Fabrikgesetzes. Sonnabend, den 11. März 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. diese Verhältnisse als ziemlich faul erscheinen läßt und wonach Fabrikinhabers einseitig erfolgende Reduktion der in der eine baldige Abklärung derselben durch die Gesetzgebung( Ein- Fabritordnung festgesetzten Arbeitszeit oder die Einstellung wünscht ist. Nur ein Punkt sei aus dieser Darstellung Gewalt zwingt, als eine wesentliche Aenderung des DienstNach dem für 1892 jüngst erstatteten Jahresberichte herausgegriffen. In einer Versicherungs- Police wurde eine vertrages aufzufassen ist. Demgemäß sind solche Maßdes eidgenössischen Industrie- und Landwirthschaftsdeparte: Verjährung des Anspruches nach 6 Monaten gefunden, regeln 14 Tage vor ihrem Infrafttreten anzukündigen, ments wurden im Berichtsjahre 396 Etablissements mit während das Gesez hierfür ein Jahr festsetzt. Die schlimmste andernfalls der Arbeiter die Ausbezahlung des vollen Ar5259 Arbeitern neu unter das Fabrikgesetz gestellt, dagegen Bestimmung ist aber folgende: Der Versicherungsnehmer beitslohnes wie bei voller Arbeitszeit verlangen oder ohne 177 Etablissements mit 2619 Arbeitern aus dem bezüglichen ist im Falle, daß der Unfall zum Prozeß führt, nicht be- Einhaltung der Kündigungsfrist sofort aus dem Geschäfte Verzeichniß gestrichen, so daß der Zuwachs 219 Etablisse- rechtigt, ohne vorherige ausdrückliche Genehmigung der Ge- austreten kann. führung der Unfall- und Krankenversicherung) sehr er bes Betriebes an einzelnen Tagen, wenn dazu nicht höhere " ments mit 2640 Arbeitern aufweist. Bis Ende 1892 waren sellschaft, die gegen ihn geltend gemachten Entschädigungs- Ueberzeitbewilligungen wurden 1891 an 64 im ganzen 4606 Etablissements mit zirka 180 000 Arbeitern ansprüche anzuerkennen, auf solche Abschlagszahlungen zu Firmen 75 und 1892 an 40 Firmen 60 ertheilt. Seit Mitte dem Fabrikgesetz unterstellt. Die Zahl der Fabrikinspektionen leisten oder folche durch Zahlung abzufinden. Geschieht 1892 wird grundsätzlich die Verlängerung der Arbeitszeit betrug zusammen 5280, d. h. 674 Jnspektionen mehr als dies dennoch, so ist die Gesellschaft zu einer Schadloshaltung nur noch für 1 Monat und 1 Stunde täglich ertheilt, sofern Etablissements unter dem Gesetze stehen. Mit dieser impo- nicht verpflichtet." teine andern Gründe vorliegen, als solche geschäftlicher Rona santen Leistung steht die schweizerische Fabrikinspektion ver- Diese Bestimmung bewirkt, bemerkt dazu die bericht venienz, wie Ueberhäufung mit Aufträgen. Eventuell wird einzelt da und zwar sehr zu ihrem Vortheil. erstattende Behörde, daß die Entschädigungsberechtigten in die Bewilligung auf einen weiteren Monat ausgedehnt, Speziell über die Durchführung des Fabrikgeseges in die bitterste Noth gerathen, sowie der Prozeß sich in was 1892 in 9 Fällen geschah. Es hatte sich nämlich den zwei Jahren 1891 und 1892 hat der Züricher Re- die Länge zieht. Das letztere ist aber fast stets der gezeigt, daß aus bloßer Bequemlichkeit seitens vieler gierungsrath dem eidgenössischen Industriedepartement einen Fall, wenn Expertisen erhoben werden. Hat der Arbeiter Firmeninhaber weit über das Bedürfniß hinausgehende Ge Bericht erstattet, der auch für die Lefer des Vorwärts" den Kredit, den er etwa noch genießt, erschöpft, so untersuche eingereicht wurden." Dieser Umstand hat auch die Juteresse besitzt. Die dem Fabrikgeseze neu unterstellten liegt er meist der Versuchung oder vielmehr der Selbst- Direktion des Innern veranlaßt, jeweilen von den GesuchEtabliffements beziffern sich in dem zweijährigen Zeitraum erhaltungstrieb zwingt ihn dazu, sich mit einer Summe stellern genaue Angaben über die Zahl der in Ueberzeit auf 165, die von der Liste gestrichenen 52, so, daß ein Zu- abfinden zu lassen, die weit unter dem bleibt, was ihm zu beschäftigenden Arbeiter zu verlangen. Für 1892 betrug wachs von 113 verbleibt. Die Gesammtzahl der unter- nach dem Gesetz zukäme. Dies sind sogenannte gütliche die so bewilligte Gesammtstundenzahl 63345, d. h. nicht stellten Etablissements betrug Ende 1892 793. Die 165 Abmachungen, bei welchen ein geriebener und routinirter einmal 12 Stunden per Kopf der gesammten Arbeiterneu unterstellten Betriebe vertheilen sich auf 74 verschiedene Agent und ein ausgehungerter, heruntergekommener, un- schaft. Branchen, unter welchen hervorzuheben sind die Holz- und gebildeter und gänzlich unerfahrener Arbeiter auf dem Von den Bezirksstatthaltern( Landrathsämtern) wurden Eisenbearbeitungs- Gewerbe mit 54, die verschiedenen Kon- Fuße der Gleichberechtigung" mit einander vorhanden. im Jahre 1891 152, im Jahre 1891 126 Arbeitszeitfettionsbranchen mit 15, die Ziegeleien und Hafnereien An Fabrikordnungen wurden genehmigt: 1891 verlängerungen ertheilt. mit 8, die Wäschereien mit 5 Betrieben. 100 und 3 anderweitige Fabrikreglements und 1892 96. Jn 29 Fällen mußten Geschäftsinhaber wegen Ueber schreitung des Normalarbeitstages gebüßt werden. Der Bericht konstatirt, daß die 1890 vom Bundesrath aufgehobene sogenannte Puthalbstunde in den Baumwollspinnereien zu keinerlei Klagen Anlaß gegeben und die betreffende Bestimmung daher als durchgeführt betrachtet 0 Der Bericht theilt mit, daß in zwei mechanischen" In einem Rekursentscheid stellte sich der RegierungsSchreinereien die vom eidgenössischen Fabrikinspektorat ver- rath auf den Standpunkt, daß einer Fabrikordnung, nicht langten Schuhvorrichtungen an den Fräsen und einem Ab- nur, wenn sie ungesetzliche Bestimmungen enthalte, son richthobel erst angebracht wurden, nachdem die betreffenden dern auch, wenn sie gegen ein gewisses Betriebsinhaber mit je 50 Franten gebüßt worden waren. Maß von Billigkeit verstoße, die Genehmi Ferner mußten die Inhaber zweier Jaquardwebereien wegen gung versagt werden tönne. Er ist werden kann. der Nichtbeseitigung von Bleigewichten an den der Ansicht, daß Artikel 8 des Fabrik- Vorübergehende Nachtarbeit wurde 1891 10 Firmen Jaquardstühlen gebüßt werden. Die Sanitätsdirektion hat geseges( Bestimmung betreffend Anhörung der Arin 11 Fällen und 1892 4 Firmen ebenso oft bewilligt. in der Berichtsperiode verfügt, daß die Bleigewichte auch beiter über die Fabrikordnung) nur einen Sinn Sonntagsarbeit wurde in 25 Fällen gestattet. Wegen an den Jaquardstühlen der Hausindustrie beseitigt werden. habe, wenn die Behörden billige Wünsche unbefugter Nachtarbeit wurden 15 und wegen unbefugter Die Zahl der auf grund der fabrikgesetzlichen Haft- der Arbeiter berücksichtigen, denn von den Sonntagsarbeit 18 Bußen verhängt. Von den Statthalterpflicht und des speziellen Haftpflichtgesetzes zur Anzeige ge- Arbeitern will man gewiß nicht hören, ob eine Vorlage den ämtern wurden in 76 Fällen Geldbußen von 5 bis 100 Fr. langten Unfälle betrug 1891 3759 und 1892 3545 gesetzlichen Bestimmungen Genüge leifte oder nicht. verhängt, wobei es sich am meisten um die Ueberschreitung ( gegen 2540 in 1889 und 2908 in 1890). Die hohe Zahl Ferner scheint der Ausdruck Uebelstände" in dem zitirten der gesetzlichen Arbeitszeit handelte. von Unfällen im Jahre 1891 ist durch die rege Bauthätig- Artikel für die Ansicht des Regierungsrathes zu sprechen. feit in Zürich, sowie den Bau des großen Tunnels der Die Revision kann nicht blos angeordnet werden, wenn eine rechtsufrigen Zürichseebahn erklärlich. Mit der Vollendung Fabrikordnung Ungeseglichkeiten enthält, sondern überhaupt, des leztern hat im Jahre 1892 eine beträchtliche Verwenn sich in einem Punkte, der sonst der reinen Verständi Politische Webersicht. minderung der Unfälle im Bezirke Zürich stattgefunden. gung der beiden Kontrahenten des Arbeitsvertrages vorbe Wegen Unterlassung von Unfallsanzeigen wurden 18 Firmen halten ist, Uebelstände herausstellen." Eine Revision begebüßt. stehender Fabrikordnungen wurde in zwei Fällen an geordnet. Ueber das Verhältniß der Unternehmer zu den privaten Versicherungsgesellschaften und der beiden zu dem Arbeiter giebt der Bericht eine fritisch beleuchtende Darstellung, die Feuilleton. Ma@ brud verboten.] [ 36 Die Laufbahn eines Nihilisten. " Lönnten?" Bon S. Stepniat. " Der Bericht erwähnt auch das Urtheil des Einzelrichters am Bezirksgericht Zürich, wonach die seitens eines Berlin, den 10. März. Aus dem Reichstage. Das traurige Kapitel von den Soldatenmißhandlungen füllte heute wieder die ganze Sigung aus. Als im vorigen Jahre, im Anschluß an den bekannten Erlaß des Prinzen Georg von Sachsen, jene werden, und da er zu Roß wäre, würde er schon für sich selbst Sorge tragen und nöthigen Falls den Rückzug decken fofort angenommen. Man kam zu dem Ergebnisse, daß nach Bewaffnung der Gefangenen zwei Angreifer und zwei Wagen genügen würden. Wassilij wurde beauftragt, können. noch ein Pferd und einen Wagen zu kaufen, während Der Plan war sehr gewagt; denn alles in allem waren Sina fich mit den Parteigenossen von Dubrawnik die Gefangenen nur Gefangene und Andrej der Einzige, wegen der beiden nöthigen Personen, von denen der eine der freies Spiel hatte. Waffilij konnte, da er nach dem den Kutscher spielen und der andere kämpfen sollte, in Verbindung sehen wußte. Wagen blicken mußte, schwerlich viel nützen. Andrej hatte einen unerschütterlichen Glauben an seinen Plan, und es gelang ihm, denselben auch seiner Gefährtin einzuflößen. Was seinen Vorschlag allen empfahl, war das Einfache und wenig Kostspielige desselben. Eine neue Wendung der Dinge zwang sie die VorAutorisirte Uebersetzung. arbeiten zu beschleunigen, um ungesäumt handeln zu können. Sina war die Mittheilung zugegangen, daß die Gefangenen Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. innerhalb vierzehn Tagen, wenn nicht noch früher, verhört. Die Verzögerungen hatten die für dieses Unternehmen Andrej ließ ein nachdrückliches" Ja" vernehmen und werden würden. Es schien unmöglich, in solch kurzer Zeit erlangten Gelder erschöpft. Sina, die ein besonderes Talent bewegte sich unruhig auf seinem Plage. Sein Plan war alles zu dem neuen Versuch Nothwendige vorzubereiten. im Geldauftreiben hatte, gelang es, durch Botscharow, von zu komplizirt, das ließ sich nicht ableugnen. Er bestand Noch unmöglicher aber war es, die letzte Aussicht eines einem Bewohner Dubrawnit's 2000 Rubel zu leihen, die nicht länger darauf, sondern blickte starr auf den Ries zu Rettungsversuches aufzugeben. ihm von den Petersburger Freunden innerhalb drei Moseinen Füßen. Um allen Schwierigkeiten ein Ende zu machen, schlug naten zurückerstattet werden sollten. Das war aber alles Was würden Sie aber sagen," fragte Sina in plög- Andrej vor, keinen neuen Mann hereinzuziehen. Wenn er Geld, worauf sie augenblicklich rechnen konnten. licher Eingebung, wenn die Gefangenen bewaffnet werden nur ein tüchtiges Reitpferd hätte, wollte er, falls Die größte Sparsamkeit war von nöthen. Andrej's die Gefangenen sich in demselben Momente dem An- Plan erforderte die Erwerbung eines Pferdes und eines Das wäre vortrefflich! Ist es aber möglich?" griffe anschlössen, es auf sich nehmen, als Kavallerist Sattels, was keine großen Kosten verursachte. " Ich dächte doch. Der Wächter übergiebt ihnen alles. die Eskorte allein in Verwirrung zu bringen. Boris ,, Sie brauchen mir kein Rennpferd anzuschaffen, sagte Einst übergab er ihnen einige Sägen und einen Bund und seine beiden Gefährten waren drei entschlossene Männer. er zu Sina, die als Kassirerin sehr geneigt gewesen wäre, Schlüssel. Ebenso fann er es ermöglichen, drei kleine Sie würden den Vortheil von zwei, vielleicht drei derartigen Wünschen nachzukommen. Auch ein gewöhn Revolver hinein zu befördern. Ich werde auf jeden Fall Schüssen voraus haben. Wenn es ihnen gelänge, einen Mann liches Thier wird von Verfolgern zu Wagen nicht eingeholt fragen." aus der Eskorte kampfunfähig zu machen, was wohl zu werden können. Sollte aber zufällig ein Reiter darunter " Ja, sobald Sie nur Gelegenheit haben. Es wird das erwarten sei dann wäre der numerische Vortheil auf sein, ein Kosack oder Kavallerist- so ist, ob mein Pferd Ganze ungeheuer vereinfachen." ihrer Seite. Vier der Ihrigen konnten den Rest der Be- nun ein Renner ist oder nicht, alles verloren." Als sie sich am nächsten Morgen trafen, konnte ihm deckung schon in die Flucht schlagen. Wassilij's Antheil Andrej's verbesserter Plan wurde schließlich einstimmig Sina zu seiner großen Freude sagen, daß der Wächter es blieb derfelbe wie früher. Er hatte nur Kutscherkleider zu angenommen. für leicht ausführbar hielt. taufen, und feinen Wagen in Ordnung zu bringen, damit Gine fieberhafte Thätigkeit folgte dem unerträglichen Aba er sich auch bei Tage sehen lassen konnte. Die drei Ge- warten. fangenen könnten ganz gut in einem Wagen fortgebracht Auf diese Weise ergänzt, konnte der Plan ausgearbeitet werden. Bei der nächsten Zusammenkunft wurde der Blan In wenigen Stunden hatten Waffilij und Andrei bie scheußlichen Vorkommnisse, die sich leider nur allzu oft hinter den Kasernenmauern abspielen, im Reichstage in dreitägiger Debatte erörtert wurden, da nahm jum Schlüsse das Haus eine Resolution an, welche dringend Schutz und Abhilfe verlangte und vom Bundesrathstisch aus wurde auch Erfüllung zugesagt. Seitdem ist ein weiteres Jahr verflossen und der Skandal der Soldatenmißhandlungen blüht in üppigster Weise weiter. Die diesbezüglich gestern von Kunert, heute von Stadthagen, E. Richter und be- sonders durch Bebel vorgebrachten Einzelfälle, bestätigen dies leider nur zu sehr. Mag sein, daß der eine oder andere Fall in Nebensachen vielleicht nicht ganz so liegt wie er vorgetragen wurde, der Umstand, daß die Vertheidiger des angegriffenen Systems sich nur an diese Nebensacken klammerten, die eigentlichen Thatsachen aber schweigend übergingen, beweist mehr als genug, wie schlimm die Dinge liegen. Nichts als eine Verlegenheits- phvase war es, wenn die konservativen Redner und auch Herr Dr. Lieber die Sache so darzustellen suchten, als seien nur unbekannte Einzelfälle vorgebracht worden, deren Richtigkeit zu prüfen, der Reichstag keine Möglichkeit habe. Der Fall des Lieutenant von Salisch in Koblenz und die meisten der sonst erwähnten Thatfälle, haben die Militär- gerichte beschäftigt und sind auch in der Presse besprochen worden. Wenn Herr Dr. Lieber und. von Manteuffel trotz- dem die Unwissenden spielen, so ist das ihre Sache. Aber zu verlangen, daß auch die Abgeordneten unserer Partei über Skandalosa, die seit Jahrzehuten das deutsche Volk aufregen, ohne daß Adhilse geschaffen wird, schweigen sollen, das heißt den Vertretern unserer Partei einen Treubruch gegen ihre Wähler zumutheu. Nun, diese Zumuthung hat ja die gsbührende Zurückweisung erfahren. Was weiter die Unterstellung anbelangt, die wiederholt vom Bundesrathstisch aus gemacht wurde, daß die vor- gebrachten Beschwerden nicht den Zweck haben, die Uebcl- stände zu beseitigen, sondern unsere Redner nur von der Absicht geleitet werden, die Ehre und das Ansehen der Armee zu untergraben und den Klassenhaß auch in der Armee zu fördern, so läßt uns diese Ausflucht mehr als kalt. Wenn die vorgebrachten Thatsachen geeignet sind, die Ehre und das Ansehen der Armee zu schädigen, warum beseitigt man dieselben dann nicht? Ist es unsere Schuld, daß die Soldatenmißhandlungen eher zu als abnehmen? Oder ist es unsere Schuld, daß heute die Militär-Straf- rechtspflege noch in einem geradezu vorsintfluthlichen Zu- stände sich befindet, so daß im ganzen Reichstag nicht eine einzige Partei ist, welche auf diesem Gebiete nicht grttnd- liche Aenderungen verlangte. Wenn aber diese Aende- rungen, wie der Abgeordnete Richter treffend bemerkte, seit zwanzig Jahren zugesagt sind und der derzeitige Kriegsminister bereits der fünfte ist, welche alle die Aende- rung versprochen haben, diese aber bis heute nicht er- folgt ist, ist das die Schuld der sozialdemokratischen Partei? Freilich, wenn auch die allseitig verlangte Moderni- sirung der Militär-Strafprozeßordnung kommt und endlich auch auf diesem Gebiete das Prinzip der Mündlichkeit und Oeffentlichkeit eingeführt wird, die scheußlichen Soldaten- Mißhandlungen werden auch dann nicht verschwinden, wie das Beispiel in Bayern zeigt. Diese Bestialitäten, welche die Militärverwaltungen so gut und so scharf wie wir und wie alle normal urtheilcnden Menschen verabscheuen und verurtheilen, sie sind nicht die Folge eines mangelhaften Gerichtsverfahrens, sondern sie sind die nothwendige und unvermeidliche Beglelterscheinnng des in der Armee auf die höchste Spitze getriebeneu Prinzips des blinden und un- bedingten Gehorsams. So lange dieses Prinzip herrscht — und die modernen stehenden Armeen beruhen auf ihm, stehen und fallen, mit diesem Prinzip— so lange werden die Soldatenmißhandlungen nicht verschwinden. Daran kann das redlichste Wollen der Vorgesetzten nichts ändern, und erweisen sich anderes Be- schwerdeversahren und geänderte Prozedur vor Gericht nur als Palliative von minimem Werth. So lange man sich nicht entschließen kann, mit den Traditionen des Sold- knechtthums gründlich zu brechen und in dem Soldaten uur den Vaterlandsvertheidiger zu erblicken, so lange wird man auch den Schandfleck der Soldatenmißhandlungen nicht los werden. Nur eine Armee kennt diese Greuel nicht, die Schiveizer Miliztruppe; in dieser Truppe ist aber auch der blinde, unbedingte Gehorsam eine unbekannte Größe. Wer deshalb die Soldatenschinderei gründlich beseitigen will, der unterstütze das Streben der Sozialdemokratie auf Umwandlung der stehenden Heere in ein Volksheer, wie es die Schweiz zum Wohle seiner Bürger und zur größten Sicherheit seiner Grenzen eingeführt hat.— Runde bei den Pferdehändlern zweiten Ranges gemacht. Sie fanden ein erträglich gutes kleines Steppenpferd mit kleinem Kopfe und geradem Rücken. Der Eigenthümer garantirte, daß es gut eingeritten sei. Am Nachmittag kehrten sie mit einem Sattel, welchen Wasselij aus zweiter Hand kaufte, dahin zurück. Sie probirten das Pferd sorgfältig und brachten, nachdem sie stark gefeilscht hatten, ihren neuen Einkauf nach dem Wirthshanse. Die nächsten Tage brachte Andrej zu Pferde zu, um das Thier kennen zu lernen. Es war sehr muthig, ziemlich schnellfüßig und nicht besonders launisch. Der letzte Punkt war von großer Wichtigkeit, da bei Ausführung des Planes sicherlich Schüsse fallen würden, welche das Thier erschrecken könnten. Er hatte einige Blühe, seine Rostnante, wie er seine Stute scherzhaft hieß, an das Geräusch von Feuerwaffen zu gewöhnen. Als er an einer abgelegenen Stelle den ersten Schuß neben dem Ohre des Pferdes abfeuerte, sprang dieses unter seiner Last, als ob es besessen wäre. Beim zweiten und dritten Schuß benahm es sich schon besser. Nach einer Woche waren sowobl Pferd als Reiter zur That gerüstet. Bei einem Schuß über den Kops hinweg zitterte es zwar noch, doch war dies auch Alles. Den Rest jeden Tages brachte Andrej damit zu, das neue Terrain und die Rückzugslinie zu studiren. Sina war indeß eifrig beschäftigt, die Kompagnie der Wachtposten, Gefängnißwärter und Boten zu schulen. Sie waren acht an der Zahl und hatten durch eine Reihe geschickler und femer Operationen die Angreifer und die Estorte im richtigen Mo»>ente zusammenzubringen. Tie Zeit, wann die Gefangenen zum Verhör hin- geführt werden sollten, war nur annähernd bekannt. Die Wahl von Tag und Stunde hing gänzlich vom Belieben des Staatsanwaltes ab. Deshalb mußte bis zu der Zeit, für welche die Vorladung zu erwarten war, alles zum sofortigen Handeln bereit sein. (Fortsetzung fofgt.) Die Mklitärkommisfion hat heute die erste Lesung beendigt(S. Parlamentarisches). Sie hat dazu zwei volle Monate gebraucht. Resultat: null! Kein Vorschlag, kein Antrag hat die Majorität erlangt. Das heißt aber nicht, daß es nun aus sei mit der Regierungsvorlage, sondern nur, daß ein neuer Akt der Verschleppungs- k o m ö d i e b e g i n n t. Die z w e i t e Lesung soll— nicht nächsten Montag, nein erst Donnerstag, den 16. d. Mts. beginnen. Auch zum Nichtsthun muß man sich ausruhen. Und inzwischen wird hinter den Kulissen am Kompromiß gearbeitet.— Der Bundesrath ertheilte in der am 0. d. Mts. abgehaltenen Plenarsitzung dem Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Reich und dem Frei- staat Kolumbien, dem Entwurf eines Gesetzes zum Schutz der Waarenbezeichiiungen und dem Entwurf einer Branntwein-Reinigungsordnung die Znstimmung. Einer Aktien- gesellschaft wurde auf ihren Antrag das Recht zugestanden, zu einem gemeinnützigen Zweck Aktien unter dem gesetzlichen Mindestbetrage auszugeben. Dem Bundesrath ging heute ein Gesetzentwurf zu, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen A r b e i te rn in Ziegeleien.— Der Umfall des Deutschfreisinns. Wie die um R i ck e r t und Hinze gesonnen sind, ersieht man ans einem Artikel der dem Abgeordneten Rickert gehörigen„Danziger Zeitung", der unmittelbar vor der famosen Fraktions- sitzung des Deutschfreisinns am 8. ds. Mts., erschienen ist. Darin flötet der Wadelstrumpf:„Gegen die liebenswürdige Unterstellung des„Umfalls", wie sie von gewissen Kraft- federn dabei beliebt wird, sind wir sonst wohl gesichert ge- nug durch die wiederholt abgegebeile Erklärung, daß wir als Voraussetzung einer solchen Verständigung das Entgegen- kommen der Reichsregierung gegenüber der Majorität des Reichstages und eine erhebliche Einschränkung ihrer Forde- rungen ansehen. Es handelt sich n i ch t um e i n e V e r- ständig ung um jeden Preis, aber auch um die Vereitelung einer solchen um jeden Preis darf es sich nicht handeln!" Die rückgratlose Nachgiebigkeit der Deutschfreisinnigen wird hier offen dar- Sethau. Trotz aller lendenlahmen Fraktions- Erklärungen leibt es dabei, daß eine Gruppe der Deutschsreisinnigen tompromisseln will. Und das ist der U m f a l l.— Znr Militärvorlage. Die„Germania" begrüßt es freudig, daß es heut« in der Kommission zur ersten A b st i m m u n g über die Militärvorlage kommen wird, und sagt:„Eine Mehrheit ist nur da für Bewilligung von so viel Rekruten und Geld, daß die jetzige Präsenz auch bei der zweijährigen Dienstzeit, die gesetzlich festgelegt werden muß, erhalten bleibt— für mehr giebt es keine Mehrheit und wird es keine Mehrheit geben. Möge die Regierung auf diesen Boden treten und mit diesen wahrlich nicht geringen Be- willigungen so, wie sie es für richtig hält, sich ein- richten!" Trotz dieser siegesgewissen Sicherheit des ultramontanen Zentralorgans kennen wir unsere klerikalen Pappenheimer grade gut genug, um zu wissen, daß sie sich in letzter Stunde mit der Regierung verständigen, sobald es ihnen Vorthcil bringt. Die Parteiführer haben nicht umsonst lebhaft betont, sie verhandelten deshalb so ein- gehend in der Kommission, damit jedes Fraktionsmitglied nach eignem Ermessen stimmen könne. Caprivi wird seinen Kuhhandel mit dem Zentrum abschließen und die nöthige Anzahl Stimmen für die Vorlage liefert dann das schacher- frohe Zentrum mit der peinlichen Gewissenhaftigkeit eines ehrlichen Terminspekulanten.„Ich nehm', ich geb'", das ist die Losung.— Postamtliche Agitation für die Militärvorlag»' Der P o st h a l t e r in Hilden besaßt sich jetzt mit der Vertheilung der aus dem Militärpreßbureau stammenden Broschüre„Warum muß Deutschland seine Wehrmacht ver- stärken?" und des bekannten Reptilieu-Flugblatts„Wieviel kostet uns Deutschen die Vertheidigung des Vaterlandes?" Diese Erzeugnisse des Militärpreßbureaus werden in Hilden an der Post herumgegeben, jedenfalls eine neue Art von Benutzung des amtlichen Apparats.— Neues vom Schiff. An Bord des Schiffes„Erna", das zur Rhederei des wohl genügend bekannten Adolf Schiff- Elsfleth gehört, ist ein Fall von schmachvoller M i ß h a n d l u n g eines Schiffsjungen zur Anzeige gekommeil' Der Junge ist in unerhörter Weise gepiesackt, u. a. auch' an der Kehle gepackt worden, daß ihm das Blut aus dem Munde floß. Ter Junge ist dam: mit Hilfe einiger von der Mannschaft in Liverpool von Bord deserlirt und wird nächstens in Elsfleth eintreffen. Er heißt Milleitner und stammt aus Oldenburg. Schiff ist immer noch Mit- glied des Borstandes der See- Bcrufsgenosscnschaft und der oldenburgischen Schifffahrts- Kommission.— Die Jesuiten. Im ultramontanen„Bayerischen Vaterland" liest man:„Ww glaubennicht.daßdie Jesuiten den Sozialdemokraten nicht gefährlich würben; denn was nützt der heiligste und gescheiteste Jesuit, wenn der vermaledeite Sozi nicht zu ihm in Beichtstuhl und Predigt oder Vortrag gebt! Wie soll denn aber sonst der Jesuit dem Sozi die Giftzähne ausreißen und ihn zu einem„echten" Zentrums- Katholiken niachen? Aristokraten und geistliche Herren haben eine weit größere und ausrichtige Angst vor den Sozi, denn wenn die Sozi überhand nähmen und„Religion Privat- fache" würde, kämen schlimme Zeiten für Geistliche und Aristokraten, da es dann weder Domherrn-, noch Pfarrer- gehältcr und Stolgebnhren, noch höfische Sinekuren«. mehr gäbe und auch die frommsten Bauern freiwillig nicht gern in die Tasche greisen."— Wenn ein Junker aus der Schule plaudert. Wie habe» die Agrarier gescholten, wenn die unabhängige Presse, wenn die Arbeitervertreter die elenden Arbe»terverhältnisse OstelbienS als die Grundursache der S a ch s e n g ä n g e r e i bezeichneten! Was hat nun am 7. März ein eingefleischter, in der Wolle gefärbter Junker, Herr v. P u t t k a m e r- P l a u t h. ein Führer der westpreußischen Konservativen, gesagt? Er sprach in einer von den Vorständen der land- wirthschaftlichen Vereine des Kreises Roscnberg nach Frey- st a d t(Westpreußen) einberufenen Versammlung über den Anschluß an den Bund der Landwirthe. Junker Puttkamer führte nun u. a. aug: „Wenn eS noch zwanzig Jahre so weiter ginge, wie jetzt, müßte aller Groß- und Klemgrundbefltz. welcher einigermaßen verschuldet sei, in Westpreußen zum Teufel gehen. Jetzt nähme der Bauer ja nur noch Gesinde, welches er„mit der Schub- karre" aus das Feld bringen kann. Wie er vor 2v Jahren nach Plauth gekommen sei. hätte er Scharwerksmädchen vor- gesunden, das sei eine reine Freude gewesen, die hätten alle Kürassier werden können. Das könne eben nicht eher besser werden, als bis wir die Leute so gut halten könnten, wie die Industrie im Westen, wohin sie gehen. Wenn er Arbeiter wäre(Herr v. Puttkamer), so wäre er gewiß hier auS Westpreußen schon längst weg." Es ist nicht nöthig, unsere Genossen darauf hinzuweisen, welche treffliche Waffe für die L a n d a g i t a t i o n Herr v. Puttkamep durch seine offene Beichte uns da geschmiedet hat.— Das„gleiche Recht für Alle" ist eine schöne Rede- wendung. Wie aber sieht es damit in Wirklichkeit aus? Während die A r b e i t e r- F a ch v e r e i n e in Sachsen mit einander nicht in Verbindung treten dürfen, auch die politischen Vereine nicht, steint den Fachvereinen der Brotverth eurer k�.n Stein in den Weg gelegt zu werden. Ter Bund der Landwirthe versendet ein Rundschreiben, in dem es in bezug auf die Organisation heißt:„Als Bezirksabtheilung wird in den meisten Fälle»: der politische Kreis die geeignete Abgrenzung des Bezirkes abgeben, eventuell ist es natürlich nicht ausgeschlossen, kleinere Bezirke zu bilden. Der einheitlichen Gestaltung wegen kann es auch angängig erscheinen, statt einen Wahl- kreis in kleinere Bezirke zu theilen, als die politischen Kreise, und dadurch dem kleineren Besitzer die größere Konzentration und Möglichkeit zur Theilnahme an Ver- sammlungen zu gewähren, daß der Bezirksoorsitzende, statt einer Versammlung für den ganzen Bezirk, Theilversamm- lungen, zum ersten Male unter seinem Vorsitz, in besonderen Zentren des Bezirkes abhält, in der eine Anzayl Orts- grupen mit einem gemeinsamen Mittelpunkte eine Haupt- g nippe bilden. Für das Königreich Sachsen ergiebt sich die Eiulheilung entsprechend obigem Plane den Statuten gemäß in Kreis-, Haupt-, Bezirks- und Orts- g r u p p e n, wobei die Hauptgruppe mit dem Wahl- kreise zusammenfällt und die Kreisgruppe der Provinzial- abtheUung entspricht."— Wir sind sehr neugierig, was die sächsische Polizei zu dieser Organisation sagt. Hoffentlich wird sie geduldet, damit später die Arbeiter sich gleichfalls in der angegebenen Form organisiren können. Denn was dem Einen recht, muß dem Anderen billig sein?!?— Gemeindewahlrechts-„Reform" i« Halle a. S. Der H a l l e s ch e Stadtniagistrat, der die A u s b e b u n g des reaktionären Bürgerrechts-Geldes unv dadurch eine Ausdehnung des Gemeindewahlrechts be- antragt hatte, hat bei den tapferen Bourgeois der Stadt- verordneten- Versammlung Widerspruch ge- sunden. Die Stadtverordneten lehnten den Antrag ab, beschlossen aber, die Erwerbung des Bürgerrechts künftig nur an die Entrichtung der Steuer von einem Mindest- einkommen von 666 M.(bisher 900 M.) zu knüpfen. Dem- gemäß werden künftig auch die bisher steuerfrei gelassenen Einkommenklassen 660—900 M. zur K o m- m u n a l st e n e r herangezogen. So wird zwar die Zahl der Wähler vermehrt, die Ncuhinzugekommenen jedoch sind mit einer Steuer beschwert. Das Widersinnige des Zensus- Wahlrechts ergiebt sich klipp und klar aus dieser Wahl- „reform". Wer wüßte nicht, daß gerade die„bisher steuer- freien" Einkommenklaffen durch die schlimmsten, die in- direkten, Stenern am härtesten getroffen werden?— „Freie Liebe". Zu unserer kürzlichen Mittheilung über den züchtigen Zentrumsabgeordneten, so als treuer Ehemann mit einem Mägdlein der heimlichen Minne pflog und nun vor einem Alimenten- Ereigniß steht, bemerkt Dr. S i g l im„Vaterland":„Das schöne Mägdc- lein, welchem das passirt ist, stand früher im Dienste bei dem würdigen Zentral-Patrioten, und lebt jetzt, nachdem es Mutter- und andere Freuden genossen, in Erwartung dessen, was noch kommen soll, allhie in M ünchen irgendwo in der Rosen- Heimerstraße, während der„Patriot" und geweste Liebhaber beim Zentrum in Berlin das„Wohl des Volkes" vertritt und über der lex H e i n z e brütet, wenn er nicht daheim ist. Daß aber doch der Teufel immer sein Spiel haben muß, um der Tugend derer vom Zentrum Fallstricke zu legen\"— Das internationale Panama. In Italien ist es der Regierung bis jetzt noch gelungen, die parlamentarische Untersuchung zu hintertreiben. Und die gerichtliche Untersuchung ist die reinste Komödie, da die italienische Justiz allezeit die Dienstmagd, oder richtiger die Dirne der Machthaber war, und feil ist wie eine Dirne. Ganz so korrupt, wie in Italien, haben sich die herrschenden Klassen in Frankreich nicht gezeigt. Sie hatten noch so viel gesunde Elemente unter sich, daß eine parlamentarische Untersuchung zu stände kam, und daß diese eine Zeit lang mit scyanungs- und rücksichtsloser Energie geführt ward. Aber jetzt ist sie offenbar an einem Punkt angekommen, wo die Energie aufhört und die bürgerliche Tugend sich gelähmt fühlt. Viele der Größen des republi- kanischen Bürgcrthums sind in den Orkus(die Unterwelt) hiuabgeschleudert worden— ein Exminister plärrte gestern wie ein ertappter Gaffenjunge vor dem Gerichtshof und verwünschte sich, daß er seine und des Vaterlandes Eyre zu Markt getragen—. Allein plötzlich finden wir uns vor einem Rührmichnichtan: vor Clemeuceau, Freycinet, Floquet hält das geschwungene Schwert der strafenden Gerechtigkeit still, als wäre es verzaubert. Die bürgerliche Gesellschaft hat entdeckt, daß sie sich selbst nicht blos ins Fleisch schneidet, sondern das Herz durchbohrt, wenn sie das Schwert tiefer ins Fleisch treibt.— Das Notizbuch des berüchtigten A r t o n ist richtig in die Hände der Behörden gelangt— es wurde jedoch nicht in Rumänien, sondern in Paris gefunden, und 30 neue Namen von Bestochenen sind darin verzeichnet. Ein neuer Prozeß— also ein dritter Panama- Prozeß— wird vorbereitet. Allein auch in diesem neuen Prozeß, das steht jetzt schon fest, wird die Grenzlinie nicht überschritten werden, die der bürgerlichen Gesellschaft durch das Klassen- interesse und den Selbsterhaltungstrieb gezogen ist.— Frankreich. Man schreibt unö aus Paris, den 8. März 1893: Die neuen französischen Preßgesetze. Der Gesetzentwurf, den die Regierung nach den Dynamilaitentaten des vorigen Jahres znr Einschränkung der Preßfreiheit ein, brachte, war bekanntlich von der Abgeordnetenkammer arg ver- lümmelt worden. Namentlich hatte die Kammer die wichtigste Bestimmung des Entwurfes, welche die sofortige Beschlagnahme der betreffenden aufreizenden" Artikel und die Verhaftung ihrer gesichert. Da mußte Gladstone, gerade ehe er sich in die könnte. Er ist für die Einstellung von Rekruten„, bis zum letzten Verfasser vor der gerichtlichen Verurtheilung verlangte, ge- Einsamkeit zurückzog, über die Arbeiterfrage und den Acht- Mann". strichen. Dann wanderte das Gesetz zum Senat, welcher dem Re- stundentag stolpern. Die Wahlniederlage in Grimsby hat vierten Bataillone gestimmt hat, stellt in Aussicht, bei der zweiten Hinze, der nicht, wie er türzlich erklärt hatte, für die gierung entwurfe mehr Wohlwollen entgegenbrachte; die hohe Bersammlung nahm den von der Kammer verworfenen Artikel ihm die Größe seines Fehlers gezeigt. Wird er ihn noch vierten Bataillone gestimmt hat, stellt in Aussicht, bei der zweiten Lesung seinen Standpunkt näher zu präziſiren. wieder in das Gesetz auf und fügte den verschiedenen an- gut machen können? Nachdem noch v. Bennigsen und Graf Kleist fich beren Aufreizungen" noch die zum Diebstahl als strafbar bei. Jedenfalls muß er jetzt erkannt haben, daß die Zeiten zum Schluß noch einmal Re den Standpunkt der Jetzt hat sich die Kammer von neuem über das Gefen mit den vorbei sind, wo die englischen Arbeiter sich mit liberalen gegen Richter gewendet, präziirt der Reichskanzler Dom Senat vorgenommenen Abänderungen ausgesprochen. Nur Phrasen abspeisen und als Stimmvieh für die liberale gierung. Auch er betont, daß es militärisch unmöglich sei, eine ganz schwache Majorität stimmte dafür, daß man das Gefeß Bourgeoisie benutzen ließen. innerhalb der gegenwärtigen Präsenzstärke die zweijährige Dienstüberhaupt diskutiren follte. Dann vertheidigte der Abgeordnete Nachdem Obiges geschrieben, erfahren wir, daß Glad- zeit durchzuführen. Ein solches Angebot sei nicht diskutabel. Jullien, der bei der ersten Berathung die Streichung des stone die zweite Lesung der Homerulebill auf von Die Regierung könne kein Flickwerk brauchen, sondern müsse auf ftrittigen Paragraphen durchgesetzt hatte, noch einmal seinen Standpunkt, und die Mehrheit der Abgeordneten schloß sich seiner An- nerstag den 16. d. M. verschoben hat. Den Eindruck einer erheblichen Verstärkung des Heeres bestehen bleiben. Bei der Abstimmung wird§ 1 Abs. 1 der Regierungsficht an; die Bestimmung, welche dem ersten besten Polizeibeamten der Zuversichtlichkeit macht das nicht. vorlage mit allen gegen 6( fonf.), der Antrag Richter mit allen die Vollmacht gegeben haben würde, über die Strafbarkeit irgend eines Artikels oder Anschlags zu urtheilen und eine sofortige Be Oberhaus förderte gestern zu Tage, daß laut statistischer dieses Paragraphen hinfällig, ebenso die§§ 3 und 4. Ausländer in England. Eine Debatte im englischen gegen 5 Stimmen( freif.) abgelehnt. Nachdem nun Abs. 1 des§ nicht mehr exiftirt, ist der Abs. 2 schlagnahme und Verhaftung vorzunehmen, wurde von neuem ausgemerzt. Immerhin aber ist eine Einschränkung der durch Erhebung gegenwärtig weniger als 200 000 Ausländer in Damit ist die erste Lesung beendigt. Die zweite Zefung das Gefeß von 1881 gewährleisteten Freiheiten au fonstatiren. England leben; und daß die Zahl der einwandernden pol- beginnt n ä ch st en Donnerstag. Beschlagnahme und Verhaftung fonnten nach den früheren Benischen und russischen Juden, sowie deutscher und öfterstimmungen nur nach endgiltiger Berurtheilung, alfo nach Durch reichischer Staatsangehörigen feit 1891, wo sie die Höhe nahm in ihrer heutigen Sigung nach Ablehnung des Antrages schreiten aller Instanzen erfolgen; so blieb der Angeklagte oft von 10 000 erreichte, im vorigen Jahr auf 7000 gefallen Gröber den§ 362 im Wesentlichen in der Fassung erster Lesung, acht bis neun Monate trot erfolgter Verurtheilung in erster ist; und daß die Durchschnittszahl der Einwanderungen sodann als§ 327a folgende Bestimmung an: Wer wissend, daß Inftans auf freiem Fuße und ergriff nicht selten einige Tage vor von 1880 an gerechnet- nur 5000 beträgt. Der Strom er an einer anstecenden Geschlechtsfrankheit leidet, den Beischlaf Dem Fällen der letzten Entscheidung die Flucht. Der neue von der Kammer angenommene Gefeßentwurf bestimmt, daß Beschlag- der russisch- polnischen Judenauswanderung wendet sich fast ausübt, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre und mit Geldnahme und Verhaftung zwar nicht sofort, wohl aber nach der ausschließlich nach den Vereinigten Staaten, wo man sich strafe bis zu 1000 m. bestraft. Ist die Handlung zwischen Ehe ersten Verurtheilung zu erfolgen haben, wobei selbstverständlich jetzt mit den Wirkungen dieser Masseneinwanderung be- gatten verübt, so tritt Verfolgung nur auf Antrag ein", und beder Verurtheilte das Recht behält, an die höheren Instanzen zu schäftigt. appelliren. Die Kommiffion zur Vorberathung der lex Heinze gann dann die Berathung über folgenden als Rorrelat au § 16a( Lattenarrest) von den Abgg. Gröber und Spahn Gleichzeitig mit diesem Gefeßentwürfe, der die Sicherheit des Die geschlachteten Kinder. Bisher waren es die eingebrachten Antrag: Bei Bergehen tann, wenn eine strafbare Staates im Innern schüßen soll, gelangte eine andere Ab. Juden, die von Christen beschuldigt wurden, Christenkinder Handlung ohne Vorbedacht oder gelegentlich begangen ist und der äuberung des Preßgefeßes zur Aufrechterhaltung freundschaft zu schlachten. Jezt hat sich in Asien- in der türkischen Berurtheilte sich im Besige der bürgerlichen Ehrenrechte befindet, licher Beziehungen mit den auswärtigen Mächten zur Berathung. Provinz Angora- ein Gegenstück abgespielt-- ein statt auf Gefängnißstrafe auf Festungsstrafe erkannt werden. Es handelt sich hier gleit falls um ein Gelegenheitsgefeß, welches t u ha medanerkind ist verschwunden, und der muha- insbesondere auch bei politischen und Preßdelikten die weit Dieser Antrag foll es ermöglichen in milder liegenden Fällen, Die Regierung nach den bekannten Angriffen gegen ben russischen medanische Plebs, der ohne Zweifel die Stöckereien über mildere Festungshaft eintreten zu laffen. Troß der unvollBotschafter, von Mohrenheim, einbrachte. Nach diesem Gefeße, den Xantener Kindermord gelesen hat, behauptet, die dort tommenen Fassung und trotz des Umstandes, daß er durchaus welches der Senat, vor den es zuerst fam, mit der größten Bereitwilligkeit angenommen hat, sollen die Per wohnenden Ehriften hätten das Kind geschlachtet und feine Garante dafür bietet, daß der Richter insbesondere und Solchen, die mit der fonen, welche einen fremden Monarchen oder deffen Botschafter haben 50-60 Christenhäuser zerstört ganz in Stöckerischem politischen Delinquenten find, die mildere Feftungshaft in oder auch den Präsidenten der Republik beleidigt haben, Geist. Was der Stöder wohl dazu sagen wird? Nun- Feder ausgeglitten allen Fällen angedeihen lassen wird, bedeutet er einen fortan nicht mehr vor dem Geschworenengerichte, auf dessen was dem Juden recht war, ist dem Chriften billig. Fortschritt gegen den jetzigen Zustand. Die RegierungsLaunen kein Berlaß sei, erscheinen, sondern vor einem Gerichtserklärten zwar, sie wünschten gleichfalls, daß hofe, auf deffen Entscheidungen die Regierung mehr Einfluß hat. In Afrika haben wir" irgendwo wieder einmal ge- vertreter Die Rammer zeigte wenig Luft, dem Ministerium und dem Senat fiegt". Natürlich glorreich. Wo gesiegt wird, da muß in besonders leicht liegenden Fällen auf eine mildere Art der auf einem solchen Wege zu folgen und den Geschworenengerichten auch Kampf gewesen sein. Die Siegesbotschaft bedeutet Bollstreckung der Gefängnißstraße erkannt werden könne, erklärten ein derartiges Mißtrauensvotum auszustellen. Als Hauptgegner also, daß in Deutsch- Afrita, nach kurzer Scheinruhe, wieder der bestehenden Zustände für den Antrag ein. Zur Abstimmung sich dann aber gegen denselben. Bebel trat unter Geißelung des Gesezes trat der Abgeordnete Mitlerand aus, und feine Ausführungen, welche die formellen und fachlichen gekämpft, und im Namen der Zivilisation wieder gefengt, tam es noch nicht. Die nächste Sigung findet morgen BorBebenten gegen die Vorschläge der Regierung in lichtvoller gebrannt, und gemordet wird. nordamerikanischen Union, Cleveland, hat den Vertrag betreffs der Anektirung von Havaii, welcher unter der Präsidentschaft von Harrison dem Senat unterbreitet worden war, zurückgezogen. und überzeugender Weise zusammenstellten, machten auf Keine Annegion von Hawaii. Der Präsident der Die Kammer einen solchen Eindruck, daß der Ministerpräsident feine legten Trümpfe ausspielen mußte, an den Patriotismus der Abgeoroneten appellirte, die Mißstimmung des Baren und den Bruch der freundschaftlichen Beziehungen mit Rußland in Ausficht stellte, und vor der Abstimmung erflärte, die Verantwortung für eine etwaige Ablehnung des Gesetzes könne das Ministerium nicht übernehmen. Nachdem so die Kabinettsfrage gestellt war, fand sich eine Majorität zur Annahme des Gesetzes zusammen, weil man in diefem Augenblic teme neue Minijierfrisis heraufbeschwören wollte.Parlamentarisches. mittag statt. Parteinachrichten. Reichstagskandidatur. Für den Wahlkreis Rott. bus- Spremberg ist als Reichstags- Kandidat Herr Gotts fried Schulz, Bigarrenhändler in Berlin, aufgestellt worden. Von der Agitation. In 50-60 Orten des ultramontanen Landkreises Köln vertheilten am Sonntag die Genossen Exemplare Monaco Nr. 2. Aus Luxemburg wird der der Rede Bebels über das Bachem- Richter'sche ZukunftsstaatsRreuz- Zeitung" geschrieben: Die Kreuz- Zeitung" hat vor Sigung der Militärkommission. Der Abgeordnete von Geschwäß. Sie trafen bei ihrer Agitationstour vielfach auf etlichen Monaten von dem Projekte gesprochen, das der Bennigsen hat seinen früher gestellten Antrag zu§ 2 dahin fanatische Gegner, fanden aber fast in jedem Orte auch Leute, Großherzoglichen Regierung gehörige Bad Mondorf in ein abgeändert, daß die unter den 711 Bataillonen befindlichen die den Wunsch ausdrückten, man solle sie auch ferner mit sozial173 Bataillonsstämme" nur für die Zeit bewilligt werden sollen, demokratischen Schriften versorgen. internationales Spielhaus na ch bem für welche die zweijährige Dienstzeit gilt". Muster von Monaco umzuwandeln. Wie verlautet, Bei der hierauf folgenden Abstimmung werden die Die Leipziger Parteigenossen haben ble Tonhalle " " die 711 Bataillone Infanterie mit allen gegen 9 Stimmen ( Deutschkonservative, Nationalliberale und Freifonservative) womit auch der Antrag Bennigsen gefallen ist; Ravallerie( 477 Gskadrons) mit allen gegen 6 Stimmen ( Deutsch- und Freikonservative); Feldartillerie( 494 Batterien) gegen 9 Stimmen; Fußartillerie( 37 Batterien) gegen 6 Stimmen; Pioniere( 24 Bataillone) gegen 6 Stimmen; Eisenbahniruppen( 7 Bataillone) gegen 6 Stimmen; Train( 21 Bataillone) gegen 9 Stimmen. Geschlossen dagegen stimmten die Sozialdemokraten, FreiMaifeier. Die Leipziger Parteigenossen beschlossen in start besuchter Versammlung, die Maifeier wie folgt zu begehen: Sonntag, den 30. April, allgemeiner Ausflug. Montag, den 1. Mai, Versammlungen und Festlichkeiten in allen uns zur Verfügung stehenden Lokalen. Ein fünfzehngliedriges Komitee, das mit dem Rechte der Kooptation ausgestattet ist, hat über die Einzelheiten der Feier einer weiteren Versammlung Vorschläge zu machen. find muninehr Vertreter der Spielhaus- Aktiengesellschaft sämmtlichen Positionen des§ 2 der Regierungsvorlage ab- und die Grüne Schente wegen des Verhaltens der Wirthe Monaco in Luxemburg eingetroffen und unterbreiteten der gelehnt: wieder von der Lokalliste streichen müssen. Großherzoglichen Regierung einen Vorschlag, wie er ver lockender(!) gar nicht gedacht werden kann. Bekanntlich bestreitet die erwähnte Aktiengesellschaft aus ihrem Bruttogewinn, welcher sich im abgelaufenen Jahre auf die erhebliche Summe von 23 Millionen belief, alle Ausgaben des Fürstenthums Monaco. Sie erklärt sich nun bereit, daffelbe für das Großherzogthum Luxemburg zu thun. Die Gesammtausgaben desselben belaufen sich auf 7/2 Millionen, wozu das Deutsche Reich als Zollbeitrag mehr als 22 Millionen liefert. Die Spielgesellschaft will die Die Hamburger Bürgerschaft hat das Gesuch des Staatsübrigen 5 Millionen zuschießen, so daß die Bevölkerung anwalts abgelehnt, der sie um Genehmigung zur strafrechtlichen steuerfrei wird. Trotzdem ist nicht anzunehmen, daß die sinnigen, Polen und das Zentrum.( Bei letzterem fehlt Graf Verfolgung des Genossen E. Legien wegen des von diesem von Ballestrem, der zum Empfang eines Kardinals nach herausgegebenen und neulich in 150 000 Exemplaren verbreiteten Regierung uns mit einem Monaco des Nordens" be Breslau gereift ist). Der Pole v. Komierowski gab vor der Ab- Flugblatts ersucht. Das Fluglatt befchäftigte sich mit der Hamglüden wird, obgleich, wie leicht verständlich, die Stimmung die Erklärung ab, daß seine Partei bei der Abstim burger Verfassung und Verwaltung und soll eine Beleidigung Mehrheit der Bevölkerung dem Projekte günstig geftimmt ist." mung in erster Lesung sich durchaus negativ verhalten müsse, des Senats und der Bürgerschart enthalten. An den Senat hat Die Wiehrheit der Bevölkerung" ist doch nur eine fromme erst in zweiter Lesung würde sie definitiv Stellung nehmen der Staatsanwalt das gleiche Gefuch gerichtet; vermuthlich wird Lüge. Aber der jezige Großherzog Adolf von Luxemburg tönnen. er bei diesem auch fein Glück haben. Das Hamburger Echo" hat aus seiner früheren Thätigkeit als weiland Herzog Es wird in die Diskussion des§ 1 eingetreten. In derfelben bemerkt noch, daß die Staatsanwaltschaft in dem Flugblatt auch von Nassau eine reiche, frucht- und gewinnbringende fucht v. Bennigsen nachzuweisen, daß die Einführung der noch eine Aufreizung verschiedener Bevölkerungsklassen zu GeErfahrung über Spielhöllen und Verwandtes, sintemal zweijährigen Dienstzeit im Rahmen der seitherigen Friedens waltthätigteiten gegeneinander entdeckt habe, so daß die strafunter seinem Szepter das schöne Ländchen Nassau Ein präsenz eine Unmöglichkeit sei, baß man daher, wenn überhaupt rechtliche Verfolgung Legien's immer noch eintreten könne, selbst etwas aus der Kommission herauskommen solle, bis zur zweiten wenn der Senat das Gesuch des Staatsanwalts gleichfalls abgroßes Spielhaus und ein Absteigequartier der Spieler, Lesung einen Verständigungspunkt suchen müsse. Er und seine schlage. Hochstapler, Dirnen, Bummler und anderer Blüthen der Freunde müßten nach dem Ausfall der Abstimmung über§ 2 oberen Zehntausend gewesen ist. Allerdings ist auch nach sich's versagen, in erpier Lefung noch einen bestimmten Antrag zu der Annegion Nassau's durch Breußen munter fortgetempelt§ 1 einzubringen. worden, bis zum Eingriff der Reichsgesetzgebung. Spiel- Richter giebt noch einmal eine ausführliche Darlegung höllen werden zwar in Deutschland nicht geduldet, aber in des schon des österen auseinandergesezten Standpunttes der Eine Parteikonferenz für den 12. Startenburger Jockeyklubs, in Kasinos, auf dem Rennplatz am Totalisator Deutschreifinnigen und stellt zu§ 1 folgenden Gegenantrag: Die Friedenspräjenzstärke des deutschen Heeres wird für Landtagswahlkreis tritt Sonntag, den 12. März, wird hazardirt nach Herzenslust. Und was ist die die Zeit vom 1. Oftober 1893 bis 31. März 1895 aut 486 983 Nachmittags 2 Uhr, in Darmstadt bei Fr. Enes, Bessungerstaatliche Klassenlotterie anders als eine Mann festgefeßt. Die Einjährig- Freiwilligen kommen auf die ftraße 66, zuſammen, um über die in diesem Sommer stattfindende öffentliche Anstalt zum Betrieb des Glückspiels? Monaco Friedens präsenzstärte nicht in Anrechnung". Aber auch dies Landtagswahl zu berathen. ist überall, wo das Lotto blüht. wolle seine Partei nur dann bewilligen, wenn die 2jährige Dienstzeit durch Gesetz dauernd festgelegt werde. Ans Sagan geht uns die erfreuliche Nachricht zu, daß der Der parlamentarische Kampf um bic Homerule Dr. Bieber erflärt, das Zentrum werde zunächst gegen die am 21. November auf dem Berliner Parteitage wegen angeblichen wird nächsten Montag, den 13. d. M., wo die zweise Lesung ganzen Forderungen der Vorlage stimmen; es verharre bei der Meineids verhaftete Delegirte für Sagan Sprottau, Genoffe beginnt, mit verdoppelter Heftigkeit wieder aufgenommen festhaltung an der gegenwärtigen Friedenspräsenzziffer; sei aedel, aus der Untersuchungshaft in Glogau entlassen werden. Die Debatten der ersten Lesung waren nur Re- innerhalb derfelben die 2jahrige Dienstzeit nicht durchzuführen, so worden ist und sich wieder in Sagan im Kreise seiner Familie tognoszirungs- Gefechte, um die gegenseitigen Stellungen und verzichte das Zentrum auf dieselbe, denn für den Preis, den die befindet. Sahlreiche Genoffen statteten ihm dort ihre GlückStreitfräfte fennen zu lernen ein Borgehen, bei dem Regierung verlange, fei sie zu theuer. Für diejenigen Truppen, wünsche ab. welche 2jährig dienen sollen, wolle seine Barter die Durchschnitts natürlich Ueberrumpelungsversuche nicht ausgeschlossen sind. präsenzstarte bewilligen, für die übrigen müsse sie an der Die eigentliche Schlacht wird in der zweiten Lesung ge- Marimal giffer festhalten. schlagen. Beide Theile haben die Zeit wohl benutzt, um Graf kleift ertlärt, der prinzipielle Zweck der Vorlage sei ihre Positionen zu befestigen und Berstärkungen an nicht die Einführung der zweijährigen Dienst sich zu ziehen. zwar haben die Konfereit, sondern die Verstärfung des Heeres. Und Bei der Wahl der Vertreter zur Generalversammlung der Orts Krantentasse in Coldiz( Sachsen) siegten die vom Arbeiter- Wahlverein aufgestelten Kandidaten. . Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Todtenliste der Partei. In Düsseldorf ist der bewährte Parteigenoffe Peter Scheidt nach halbjährigem Leiden im Alter von 28 Jahren gestorben. In Lübeck starb am 9. März, nach 14 tägiger Krankheit der Genosse Heinrich Um Nevermann. In ihm verliert die Partei einen der besten vativen,( in feltsamer Vertauschung der Rollen, vorwiegend diefe durchzuführen, wolle die Regierung die verkürzte Dienstzeit Genoffen, der, namentlich auch während der schweren Zeit des die Agitation in den Waffen geübt, während die sugestehen, von einem Stehenbleiben bei der bisherigen Friedens Ausnahme- Gesetzes im vollsten Maße seine Schuldigkeit gethan Gladstone'schen mehr durch das Angebot schmackhafter legis. praiens tonne baher keine Rede sein. Man folle doch die po- hat. Ehre seinem Andenken! litifche Lage" im Auge behalten, welche die Heeresvermehrung latorischer Gerichte ihre Kundschaft zu vermehren trachteten. zur juriften Nothwendigkeit mache. Seine Partei bleibe daher Die Herren Konservativen haben gut gewühlt und wühlen auf der Regierungsvorlage stehen. Das Reichsgericht wies die Reviñon zurück, welche der gut und Lord Salisbury entwickelt ein demagogisches Buhl hat aus den Kommissionsverhandlungen gelernt", Drechslermeister Heinrich Matthies aus Elbingerode gegen Geschick, um das der große alte Mann" ihn mana, mal daß die Armee durch Einführung der zweijährigen Dienstzeit das Urtheil des Magdeburger Schwurgerichts eingelegt hatte, beneiden dürfte. Er zieht aufwiegelnd" und" bezend" im ohne gleichzeitige Berstärkung der Truppenzahl verschlechtert das gegen ihn wegen Meineids eine Buchthausstrafe von zwei Lande herum und hat gar kein Mitleid mit dem armen würde. Auch er sucht gleich Graf Kleist die politischen Gefahren Jahren aussprach. " Gladdy", der in der Stille irgend eines abgelegenen Drts möglichst schwarz zu malen. In Hannover wurde auf Antrag der Ober StaatsRichter sucht Herrn Buhl rechnerisch nachzuweisen, daß anwaltschaft zu Gelle Nr. 1 der im Verlage des Volkswvillen" feinen 83 jährigen Körper für den bevorstehenden Strauß deffen Ausführungen auf gänglicher Untenntniß der erscheinenden Wochenschrift Rundfch a u" befchlagnahmt, weil vorbereiten muß. Im ganzen standen bisher die Dinge für Same beruhen. fie gegen die§§ 186, 187 und 131 des Strafgesenbuchs verstoßen die Gladstone'schen nicht schlecht; sie haben unzweifelhaft v. Reubell ist der Ansicht, daß es beffer gewefen wäre, foll. Die, Rundschau" ist für die ländliche Bevölkerung bestimmt flug operirt, so daß es eine Zeit lang schien, als wenn die Regierung mehr verlangt hätte, damit auf Grund und bat, nach mehrfachen Berichten, unter dieser großen Beifall sei im Unterhaus eine Majorität für die Homerule ber gegenwärtigen Vorlage ein Kompromis geschloffen werden gefunden. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Thenter. Sonnabend, den 11. März. Opernhaus. Die Here. Schauspielhaus. Die gelehrten Frauen. Circus Renz. heutigen Biegenfeste die herzlichsten Herrn Hugo Michaelis zu feinem Glückwünsche und ein donnerndes Hoch, daß die ganze Sittenfeld'sche Bude wackelt. Hugo 2.. E.. P... ( Karlstraße.) Sonnabend, 11. März, Abends 7/4 Uhr: Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Wasser- und Lichteffecten. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Concurrenzschule, ger. v. d. Damen Frl. Clotilde Hager u. Oceana Renz. Dem Eisendreher Gustav Werner zu seinem 28. Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, daß die ganze Andreasstraße wackelt. Na denn Profit! E. L. P. W. Sozialdemokratisch. Verein Vorwärts" zu Rixdorf. Den Genossen die traurige Nachricht, daß unser Mitglied [ 365/10 99 Große öffentliche Volks- Versammlung Sonntag, den 12. März, Vormittags 10 Uhr, im Schultheiß( früher Eiskeller), Chauffeestraße 88. Tages Ordnung: 353/ 4* 1. Stellung zur diesjährigen Maifeier. Referent: Genosse Gerisch. 2. Wie stellen sich die Genossen zur Aufhebung der boykottirten Lofale, die im vorigen Jahre zur Maifeier nicht zu haben waren. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Untoften findet Tellersammlung statt. Die Vertrauenspersonen. Deutsches Theater. Der Talisman. Das boxende Känguruh. Heinrich Bossmann Achtung! Arbeiter und Arbeiterinnen! Altersversicherung! Berliner Theater. Der Veilchen: freffer. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Der Fall Clé menceau. Kroll's Theater. La Traviata. Residenz Theater. Die beiden Champignol. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Neues Theater. Der Phonograph. Der Frosch. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Marietta u. Belloni m. ihren dressirten Kakadus 2c. Morgen, Sonntag: 2 gr. Borstellungen. um 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Die lustigen Heidelberger. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskaffe u. beim„ Invalidendant", Markgrafen straße 51a. Fr. Renz, Direktor. Concerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a,* : verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. d. M., Nachm. 2 Uhr, vom Elisabeth Krankenhaus aus nach dem Rigdorfer Kirchhof statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein guter Mann, ber lempner Reinhold Körner am 9. d. M., Morgens 64 Uhr, nach Große öffentliche Versammlung aller versicherten Arbeiter u. Arbeiterinnen d. Invaliditäts: und Altersversicherungs- Anstalt Berlin Montag, den 13. Mary, Abends 8 Uhr, bei Joël, Andreasftr. 21. Tagesordnung: 1. Protest der Versicherten gegen den dem Ausschuß gestellten Antrag betreffend Bewilligung von 300 000 Mart an die Berliner Baugenoffen= schaft( Abzahlungshäuser) und der Etat für 1898. 2. Diskussion. Alle Versicherten werden dringend aufgefordert zu erscheinen. Die Ausschuß-, Vorstands- und Schiedsgerichts- Mitglieder sind hierdurch besonders Der Einberufer. zu dieser Versammlung eingeladen. Hente! Wiener Heute! Thomas- Theater. Ihr Sorporal. Masken- Ball, Alexanderplatz- Theater. Die Ron- wozu ergebenft einladet 157/5 fettioneuse. Spezialitäten Männer- Chor ,, St. Urban". Apollo Theater. Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spegialitäten Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 77. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise Don G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Feen- Palast. Privatfestlichkeit halber fällt heute Sonnabend die Vorstellung aus, Morgen, Sonntag: Große GalaVorstellung. Moritz Play. Etablissement Buggenhagen. Moritz Play. Täglich: Instrumental- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagslangen schweren Leiden gestorben iſt. Die Beerdigung findet am Sonntag, ben 12. d. M., Nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause, Bergmannstr. 21, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Anna Kör.ier geb. Baumann u. Sohn. Todes- Anzeige Allen Freunden und Bekannten die 368/ 10* Deutscher Tischler- Verband. Zahlstelle Berlin. Versammlung für West und Südwest traurige Nachricht, daß meine liebe am Sonntag, den] 12. März, Vormittags 10%, Uhr, in Habel's Brauerei. Frau Bertha Budack geb. Matschke nach kurzen Leiden am Mittwoch, den 8. März früh 1 Uhr verschieden ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, am den 12. März, Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Manteuffelstr. 99 aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt.[ 1734b Um stilles Beileid bitten die HinterSchwiegereltern u. Geschwister. Ordentliche gemeinschaftl. ti. Spezial- Ausschant von Paben- bliebenen. Friedr. Budack n. Tochter, hofer Lagerbier, hell und dunkel. findet das Konzert in den oberen An Sonn- und Festtagen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Bf. Sonnt. 25 f. Festlichkeiten 2c. General- Versammlg. Vortrag über die wirthschaftlichen Krisen. Referent: Rollege Koblenzer. Vorschläge von vier Mitgliedern zur Werkstatt- Kontrollkommission. Montag, den 13. März, Abends 8% Uhr: Versammlungen für die Branche Musikinstrumenten- Arbeiter bei Deigmüller, Alte Jakobftraße 48a, für den Osten: bei Schirrmacher, Andreasstraße Nr. 26. Vortrag über Fabrik- und Werkstatt- Hygiene. Referent: Dr. Christeller. In allen Versammlungen Vortrag, Diskussion, Verbandsangelegenheiten, Verschiedenes. Große öffentliche 317/9 Sale für Berfamemtungen, Rommesfe, der Bertreter d. Arbeitgeber Versammlung für Männer u. Frauen und Arbeitnehmer d. Orts- Krankenkasse d. MaschinenAmerican- Theater. Gratweil's Bierhallen ban Arbeiter und verwv. Gewerbe Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachtammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von D3 car Wagner. ( Klemm Ebe.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Castan's Panoptikum. Letzte Woche! Hagenbeck's gr. zoolog. Wunder: Lili, fleinst. lebend. Elefant d. Welt, Tai- za- Wunder- IllusionenTheater. Grosses Konzert. Sämmtlich ohne Extra Entree. PassagePanopticum. Neu! Kommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger fowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen, sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. Saal mit Theaterbühne für 250 bis 400 Personen im C., O. od. SO. wird Mitte bis Ende April cr. zu Berlin am Sonntag, den 19. März 1893, Vorm. 10 Uhr, im Saale des Berliner Sandwerker- Vereins, Sophienstr. 15. Zagesordnung: Sonntag, den 12. März, Abends 6 Uhr, bei Otto Klein, Schönleinstraße 6. Tages- Ordnung: Vortrag des Genoffen Theodor Glocke über: Die revolutionäre Bewegung von 1848". Diskussion. Verschiedenes. Nachher: Geselliges Beisammensein. Zur Deckung der Unkosten 10 Pf. Entree. Um zahlreichen Besuch bittet Die Einberuferin. 1. Bericht der Reviſoren zur Prüfung Drtskrankenkasse der Drechsler u. verw. Gew. der Jahresrechnung. 2. Decharge: Er theilung. 3. Berathung und BeschlußAuf Beschluß der öffentlichen Mitglieder- Versammlung vom 5. Februar fassung über die§§ 5, 11, 12, 13, 15a dieses Jahres findet am Sonntag, den 12. März, Vormittags 10 Uhr, in und 18 des neuen Statuts. 4. Gr- den Fettsälen des Industriegebäudes, Beuthstr. 20, eine höhung der Beiträge.- Die Einladung dient als Ausweis. Oeffentliche Mitglieder- Versammlung Um pünktl. Erscheinen wird dringend statt. Tages- Ordnung: 1. Die freie Arztwahl. Referent: Herr Dr. Mugdan. gebeten. 1740b 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es wird pünktlich angefangen. Legitimation Carl Thieme, Borsitzender. nicht erforderlich. Die Beauftragten. Rixdorf. von einem Gefangverein gesucht. Geft: Sozialdemokratischer Verein Offerten mit Beding. an C. Fricke, Friedrichsfelderstr. 27 II.[ 17196 Café ,, Wilhelmshöhe", Woltersdorf, Station Ertner, 15 Min. vom Bahnhof, an der Chaussee n. Kaltb. Rüdersdorf ( nicht Schleuse). Genoffen, Freunden und Kollegen zur gefl. Nachricht, daß ich meinen zu jeder 38182 3000 Personen. NB. Auch sind kleine „ Vorwärts" 1712b Achtung Steinbildhauer! Deffentliche Versammlung Versammlung. Sonntag Vormittag 9 Uhr, im Lokale Annenstraße 16, am Montag, den 13. März, bei Hoffmann, Bergstr. 133. Tagesordnung: 1. Vortrag d. Genoss. Türk. 2. Dis. fussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Die Billets zum Vergnügen werden in der Versammlung ausgegeben. Um rege Betheiligung ersucht 365/11 Der Vorstand. Saal und Vereinszimmer Versammlung freigebe. Der Sommergarten faßt Gauverein und große Sommer- Wohnungen, sowie Berliner Bildhauer. Schießstand, Würfelbude, Schnellphoto- Am Sonntag, den 12. März 1893 graphie und Kegelbahnen zu vermiethen. Hochachtend C. Gillmann, Besizer. Empfehle nach wie vor mein vergrößertes Lokal, franz. Billard 2c. dem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, fowie andere Zeitungen liegen aus. M. Berndt, [ 3596L Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Das unerklärliche Säle z. Versamlg. u. Gesellschft. Verschwinden eines frei in der Luft unentgeltlich[ 806b] Dranienstr. 180. hängend. Mädchens. Groth's Restauration ,, Zur Markthalle". Zäglich Bither- Konzert. Bremerstr. 71, vis- à- vis der Markthalle. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Große Spezialitäten- Borstellung. Vollständig neues Programm. Tom. Belling, Original- August. Truppe Hugoston, Afrobaten. Kolling Müller, Wasserkünstler. The Matinos, Erentrics. Geschw. Tacianu, Duettistinnen. Heinr. Bender, Humorist. Martha Ventura, Rostümsoubretten, sowie sämmtl. engag. Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Für Vereine! Großes und fleines Vereinszimmer, extra Eingang, jeden Tag frei; passend für Zahlstellen und Arbeitsnachweis. Auch empfehle Mittag- u. Abendtisch 38022 bei soliden Breifen. Gute Weiße 20 gutes Glas Bier 10 Pf. Hermann Liewald, Manteuffelstr. 46, Excursion Aufnach dem Trachten- Museum. Treffpunkt: Rathhausteller. bruch von da Punkt 1/210 Uhr. Auch Damen tönnen theilnehmen. 117/5 Der Vorstand. Rosenthaler- Straße Nr. 38. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, Vormittags 104 Uhr: Vortrag von Herrn E. Vogtherr: Werden und Vergehen. Abends 7 Uhr nur für Mitglieder: Gesellige Versammlung u.Vortrag von Herrn Dr. Bruno Wille: Der Tenfel. Gäste sehr willkommen. 152/8 Rauchklub Sumatra. dicht an Dranienstr. bezw. Stalizerstr. Abds. 81/2 Uhr, in Keller's Hofjäger, Größtes Lager Berlins Heute, den 11. März cr., Hasenhaide, Bergmannstr. 58: bei Ehrenberg. Tagesordnung: 1. Die Lohnbewegung der Steinbildhauer auf 117/4 dem Blah Blöger. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle Steinbildhauer sind verpflichtet, anwesend zu sein. Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Maurer und Putzer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 12. März, Vormittags 10 Uhr, im Feen- Palast, Burgstraße. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über: Welche Forderungen stellen wir in diesem Jahr? 2. Gewerkschaftliches. Das Erscheinen aller Berufsgenossen ist nothwendig. Die Vertrauensleute Heinrich Schigolsky, Schwebterstr. 27. Friedrich Graeschke, 2übbenerstr. 26. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 12. März, Abends 61/2 Uhr: 242/ 8* in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstrasse No. 79: Dersammlung. Bortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Das Mutterrecht. Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Nach dem Vortrage: Geselliges Beisammensein und Tanz. Möbelpolirer. Morgen, Sonntag, den 12. März, Vormittags 10 hr Grosse Versammlung 140/8 in den Konkordia- Sälen, Andreasstraße 64 und Krautstraße 38. Vortrag: Unternehmerverbände und Kartellverträge. Referent: Herr R. Schmidt. Die Kommission.[ 252/14 Aufforderung! Diejenigen Genossen des 4. Berliner ReichstagsWahlkreises s0., welche gewillt sind, am Sonntag, den Kinderwagen. Andrease. 23.5 Großer Wiener Maskenball. 12. 5. M., bei der Flugblattvertheilung mit thätig zu Achtung. Anstreicher Berlins und Umgebung. Sonntag, den 12. März, Vorm. 10 Uhr, findet allgemeine Morgensprache" statt Vereinszimmer, Simcoust.23, lidt. bei G. Uebler, Urbanstr. 118. Hierzu ergeht hiermit freundliche Einladung. Der Vorstand. 1789b sein, mögen sich Morgens 8 Uhr im Lokal Naunynſtr. 86, sowie bei Tolksdorf, Görlitzer- u. Sorauerstr.- Ecke, einDie Vertrauenspersonen: Fr. Zubcil, W. Erbe. Hierzu zwei Beilagen. * Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, finden. Linienftr. 149. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10.349/ 2 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin, Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 60. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 63. Sigung vom 10. März 1893. 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Kaltenborn, v. d. Planik, v. Haag, v. Spitz, v. Funt. Die Berathung des Militäretats wird fortgefeht beim Rapitel Militär- Justizverwaltung". Sonnabend, den 11. März 1893. Abg. Hahu( dk.): Wir sind unsererseits überzeugt, daß diese Fälle sehr beklagenswerth find; aber wir sehen sie als vereinzelte Fälle an, die nur verschwindende Ausnahmen bilden. 10. Jahrg. Diese Todtenschau sollte ganz unabhängigen richterlichen Personen Material zugegangen. Ich scheide diejenigen Fälle aus, die unterstellt werden, wenn man eine unparteiische Untersuchung mehrere Jahre zurückliegen. Bei dem Potsdamer Gardedu garantirt haben will. Auch müssen die Angehörigen davon be- torps wurde 1891 der Rekrut Wilhelm Körner eingezogen und nachrichtigt werden, sonst verbreitet sich im Volke immer mehr wurde, als er eines Tages im Dienst zu spät tam, so auf den die Meinung, daß man dort durch Mißhandlungen zum Tode Kopf geschlagen, daß er einen Theil seines Gehörs verlor. 63 gebracht werden kann. Auch diese Dinge zeigen, wie nothwendig tommt gar nicht selten vor, daß infolge solcher Schläge das eine Reform ist. Jegt sollen 60 000 Mann mehr ins Heer ein- Trommelfell platzt. gestellt werden. Damit nicht genug, schlug ihn noch ein anSollen wir immer mehr Tausende von derer Vorgesetzter, bei dem er sich beschwerte, auf den Kopf und Menschen in Verhältnisse bringen, wo ihre persönlichsten Rechte sperrte ihn in einen Stall ein, worauf der Geschlagene das Abg. Richter erklärt zur Geschäftsordnung, daß er das- und ihre persönliche Sicherheit nicht so gewährleistet ist wie Gehör ganz verlor. Die beiden Gefreiten, um die es sich hier jenige, was er über Soldatenmißhandlungen vorzutragen habe, anderswo? beim Kapitel„ Geldverpflegung der Truppen" vorbringen werde. handelt, sind kurze Zeit darauf aus dem Dienst entlassen worden, Kriegsminister v. Kaltenborn: Auch in Osterode ist ge- ohne daß Abg. Hinze( dfr.): Es muß dem Reichstage darauf an- richtliche Untersuchung und Bestrafung erfolgt, desgleichen in Zu den skandalöfesten Mißhandlungen gehört es, daß Vorgesehẞte daß fie die geringste Strafe erhalten hätten. tommen, zu erfahren, ob und wie weit die Militär Justiz Schwerin. Den eben verlesenen Brief bitte ich uns zur Verfügung einen Soldaten durch ihre Nachbarn ins Gesicht oder in den verwaltung den Ursachen der Selbstmorde in der Armee nach zu stellen; wir sind vollständig bereit, Untersuchungen anzustellen Mund spucken lassen. Im vorigen Jahre paffirte ein solcher geht. Die Zahl der Selbstmorde geht zwar zurück, ist aber ab- und nachzuforschen. Daß das alte Mütterchen" den Brief selbst Fall in Karlsruhe in der Ersatzkompagnie des dortigen Grenadierfolut genommen immer noch sehr hoch. In 35 pCt. aller Fälle geschrieben haben sollte, ist ohne Beweis nicht hinzunehmen. Regiments. Auch hier ist nicht bekannt geworden, daß der bes ift die Ursache des Selbstmordes nicht festzustellen gewesen. Be- Bivilbeamte werden bei der Todtenschau nicht zugezogen; den treffende Unteroffizier durch die Militär- Justizbehörde zur Ver schränkt sich die Heeresverwaltung darauf, Bericht über die Angehörigen wird nach allgemeiner Praxis die Todesursache mit antwortung gezogen ist. In Magdeburg hat sich am 6. Februar Selbstmorde einzufordern oder veranlaßt sie die Organe der getheilt. Heeres- Rechtspflege zu genaueren Untersuchungen? Außer alldieses Jahres ein Musketier erhängt wegen unerhörter MißAbg. Richter( dfr.): Jch trete nur der Annahme entgegen, handlungen, der aus reiner patriotischer Begeisterung als achtzehngemeinen Ursachen sind eine Anzahl solcher vorhanden, die ledig als ob es sich hier um eine Mache, eine Beschwerde aus poli- jähriger Mensch eingetreten war. Er hatte seiner Mutter ge lich auf das Dienstverhältniß zurückzuführen sind, gekränktes tischen Motiven handelt. Der Brief macht diesen Eindruck nicht. schrieben, er könne es nicht mehr aushalten und werde sich das Chrgefühl, Furcht vor Strafe und Unluft zum Dienste. Sind Wir haben das gemeinsame Interesse, falsche Vorstellungen derart Leben nehmen. Obwohl ihn nun seine Mutter himmelhoch auch hierüber genaue Untersuchungen angestellt? Das Motiv nicht aufkommen zu lassen in der Bevölkerung. Darum muß bat, es nicht zu thun, so hat er doch seinen Vorsah des getränkten Chrgefühls findet sich besonders bei den Selbst auch eine richterliche Person bei der Todtenschan zugegen sein. ausgeführt. Auch in morden von Chargirten. Auffallend ist ferner die Thatsache, Wenn junge Leute plöglich so rasch dahinsterben, ist um so strafung des Vorgesetzten nicht bekannt geworden. diesem Falle ist mir eine Be daß die große Mehrzahl der Selbstmorde der Gemeinen im ersten mehr die Annahme gerechtfertigt, daß besondere Vorkommnisse 134. Regiment in Leipzig wurde ein Soldat von seinem Beiur Jahre des Dienstes erfolgt. Auch über die Ergebnisse der hierüber dazwischen liegen, und ist diese Annahme falsch, dann sollte die Sergeanten mit dem Rücken an den glühend heißen Ofen ge angestellten Ermittelungen erbitte ich Auskunft. Verwaltung erst recht den Angehörigen entsprechende Mittheilungen stellt, sodaß er sich den Rücken schwer verbrannte. Erst nach Generallieutenant v. Spitz: Die Zahl der Selbstmorde in machen. Den Brief werde ich demnächst dem Kriegsminister im drei Wochen wurde der Fall dem Hauptmann anonym gemeldet. der Armee korrespondirt im Verhältniß genau mit der Zahl der Original übersenden. Selbstmorde in den Provinzen, aus denen die Truppen fich refruDer Geschädigte tam ins Lazareth, der Thäter sieht seiner wohl verdienten Strafe entgegen. Weitere Fälle zitirt Redner aus tiren. Daraus ist zu schließen, daß die Zahl der Selbstmorde Heilbronn und Ülm. Beim 12. Infanterie- Regiment in Frank von Ursachen abhängt, die nicht mit dem militärischen Dienst zufammenhängen. Die meisten Selbstmorde erfolgen aus Furcht furt a. D. hat ein Hauptmann seinen Burschen derart mißAbg. Bebel( Soz.): Wir sind ganz anderer Meinung. Diese handelt, daß er an den Folgen dieser Mißhandlungen nach drei vor Strafe, erheblich mehr bei Chargirten als bei Gemeinen. Fälle unerhörter Mißhandlungen fommen in viel höherem Maße Wochen im Lazareth gestorben ist. Ein Sergeant, der zwei SolAuch hieraus ergiebt sich, daß die Selbstmorde der Gemeinen auf vor, als der Oeffentlichkeit überhaupt bekannt wird. fchlechte Behandlung nicht zurückzuführen sind. Bei jedem Selbst- richtig! lints.) Lebhaft bedauere ich, daß dies Jahr nicht er nur zu 1/2 Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Der stans ( Sehr daten durch Mißhandlung zu Unzuchtsaften verleitet hatte, ist mordfall findet eine genaue gerichtliche Untersuchung ftatt mit laubt wurde, beim Stat der Militärjustiz diese Mißhandlungen dalösefte Fall hat sich in Schwerin ereignet. Hier ist zwar schon Hinzuziehung auch eines Arztes, der über die Ursache gehört wie im vorigen Jahre zu erörtern. Mit dem Abg. Richter glaube Untersuchung, wohl auch schon Berurtheilung erfolgt, dennoch ist wird. Ein bedeutender Prozentsatz der Selbstmorde geht auf ge ich, daß die Beschwerden, die hier im Hause im letzten Jahre es unerläßlich, auf diesen Fall auch im Reichstage hinzuweisen. fränktes Chrgefühl zurück. Durch die Bestrajung, die sie erlitten vorgetragen worden sind, absolut feine Wirkung gehabt haben, Die Heldenthaten der Herren Unteroffiziere Heyden und Schneehaben, ist ihre ganze Zukunft vernichtet, und sie ziehen es vor, während doch sonst auf jeden Wink von oben sofort im ganzen berg sind ja in der Presse, soweit sie sich andeuten lassen, in den Tod zu gehen. Gewiß tönnen weichere Naturen, die eben Gebiete des Militärwesens die gewünschte Aenderung eintritt. auch angedeutet worden. Ihre Ausschreitungen sind der zum Dienst eingestellt sind, durch den plöglichen Wechsel in Ge- So nachdrücklich und entschieden von den verschiedensten Seiten art, daß man glauben muß, sie seien ihrer Geistesmüthsleiden verfallen, sie bekommen Heimweh, können sich an den des Hauses, auch von der Militärverwaltung selbst, derartige fräfte Kommandoton nicht gewöhnen, und auch auf diese Weise wird Mißhandlungen hier verurtheilt worden sind, so ist doch bis auf Alle diese Mißhandlungen würden feineswegs in dem Umfange nicht mächtig gewesen.( Sehr wahr! rechts.) mancher Selbstmord erklärlich. Nur 1,5 aller Selbstmorde fallen den heutigen Tag eine Besserung nicht zu verspüren. Ohne Zweifel stattfinden, wenn die Leute nicht das Bewußtsein hätten, daß sie der schlechten Behandlung zur Laft. Die Abnahme der Zahl der ist man allseitig im Haufe der Meinung, daß ohne eine gründliche nicht allein von ihren höheren Vorgesetzten möglichst in ihrem Selbstmorde ist zwar mäßig, aber stetig. Umgestaltung der Militär- Strafprozeß- Ordnung fein erheblicher ungefeßlichen Verhalten geschützt werden, sondern auch in den Abg. v. Giltlingen( Rp.) wendet sich gegen die gestrigen Wandel auf diesem Gebiet zu erwarten ist. Generallieutenant Fällen, wo es zur militärgerichtlichen Verurtheilung kommt, die Ausführungen des Abg. Kunert. Glaube dieser etwa, daß von Spitz hat zwar gesagt, daß die neue Militär- Strafprozeß- Strafe eine solche ist, daß sie im Vergleich zur Schwere der Mißdie Deffentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens das Vor- Ordnung sich möglichst eng an die Bivil- Strafprozeß- Ordnung an- bandlung ganz unverhältnismäßig milde genannt werden muß. tommen der von ihm erwähnten Schandthaten verhindern werde? Die schließen wird, diese allgemeine Bemerkung läßt aber feinen Abg. Runert hat nicht beweisen wollen, daß die Kriegsgerichte Richtigkeit der von Kunert angeführten Zahlen müsse bezweifelt Schluß auf die Beschaffenheit der neuen Strafprozeß- Ordnung gegen das Gefeß erkannt hätten, sondern behauptet und unwiderwerden. Auch nach dem Militär- Strafgesetzbuch dürfte das zu. Die Militär- Strafprozeß- Ordnung in Bayern ist gegenüber leglich bewiesen, daß die Bestrafung der Gemeinen wegen kleiner höchfte Maß mehrerer gleichzeitiger Verurtheilungen 15 Jahre der preußischen geradezu ideal. Ich bezweifle aber sehr, daß Disziplinarvergehen eine außerordentlich harte, die der Chargirten nicht überschreiten. Mit einem Falle der Verurtheilung zu man sich an dieselbe anlehnen wiro. Wir hatten im vorigen dagegen eine ungemein milde ist. Dieses Messen mit zweierlei 17 Jahren dürfte es also nicht ganz richtig sein. Erfreulich sei Jahre auch wegen der Erleichterung des Beschwerdeweges eine Maß wird von den Kriegsgerichten ganz systematisch betrieben. die Erklärung des Generals v. Spiß, daß die Vorlage einer Resolution beschlossen: derselben hat der Bundesrath keine Folge( Große Unruhe rechts.) Der Reichstag hat ja auch durch seine neuen Militär- Strafprozeßordnung im nächsten Jahre bevorstehe. gegeben. Es soll also bei den gegenwärtigen Verhältnissen Gestaltung des Militär- Strafgesetzbuchs, namentlich der Maximal Es sei zu wünschen, daß, was in Bayern sich bewährt habe, bleiben, zu deren Grundübeln auch die falsche Konstruktion des strafen, einen großen Theil der Schuld auch für das Deutsche Reich ersprießlich wirken werde. Schwierig Beschwerder echts gehört. an diesen Zu Das Meldewesen bei Beschwerden ist ständen. sei die Sache allerdings; die militärische Disziplin in ihrer der Krebsschaden der ganzen Einrichtung. Wo ein Soldat sich zwungen hatte, glühendheiße Kartoffeln zu essen, Ein Vorgesetzter, der einen Gemeinen geBesonderheit müsse berücksichtigt werden. Aber der Reichstag wirklich beschwert, schlägt ihm das zum größten Nachtheil aus. Der Mann starb, wurde zu 9 Monaten Gefängniß verwerde dieser Besonderheit auch Rechnung tragen. Redner be- Dabei ist ihm die Pflicht der Beschwerde vorgeschrieben, aber urtheilt. dauert dann die nicht ganz würdige Stellung, welche die Juristen lieber nimmt er die Strafe für Unterlassung auf sich, als daß er hört! links.) In Weißenburg i. E. wurden 2 Soldaten, 9 Monate Gefängniß für einen Mord!( Hört! als Auditeure in der Armee einnehmen und empfiehlt eine ander- fich den Folgen einer Beschwerde aussetzt, denn auch für die nicht die sich in ihrer Trunkenheit außer Dienst an einem Unterweitige Organisation. genaue Beachtung des Weges und der Form der Beschwerde, offizier thätlich vergriffen hatten, zu 5 und 10 Jahren Gefängniß Abg. Hinze: Aus der fast vollkommenen Uebereinstimmung sowie wegen unberechtigter Erhebung derselben, wird er bestraft. verurtheilt. Beim Zivil- Strafgerichtsverfahren wird Trunkenheit Der relativen Selbstmordzahlen zwischen den Truppentheilen und Wird der angeschuldigte Vorgesetzte wirklich bestraft, so kann der immer als strafmildernd angesehen, hier als ein erschwerender den Provinzen, aus denen fie fich rekrutiren, läßt sich auf die Beschwerdeführer sicher sein, daß alle übrigen Vorgesetzten wie Umstand. Für den ganz gemeinen Meuchelmord, den der Offizier Natur der Selbstmorde beim Militär doch nichts schließen. Die ein Mann gegen ihn zusammenstehen, und ihm das Leben so v. Salisch in Coblenz an einem Kommis beging, wird er zu Zahl der Selbstmorde in der Armee ist mehr als doppelt so groß, fauer machen, wie es irgend möglich ist. In der Presse kommen ja nur einem Jahre Gefängniß verurtheilt( Sört! hört! und Pfui! lints). wie in der Zivilbevölkerung. Hoffentlich wird es der Armee die allergröblichsten Mißhandlungen zur Sprache; die ungeheure An- Dieser Offizier, der in so ehrlofer Weise vorgegangen ist, wird verwaltung gelingen, dies Verhältniß günftiger zu gestalten. zahl der anderen Mißhandlungen gelangt nicht an die Deffentlichkeit. nicht etwa, wie man nach dem sonst so strengen Ehrenkoder der Es ist ferner auch Aufgabe der Heeresverwaltung, den Rekruten Nur diejenigen, welche nach kurzer Zeit den Dienst verlassen, wie Offiziere annehmen sollte, infam faffirt, sondern nach einigen das fremde Wesen des Dienstes, in welches sie sich hineinarbeiten die Lehrer, beschweren sich in der Presse. Von den übrigen, die Monaten Festung begnadigt( Hört! hört! links). Als ihm die sollen, möglichst freundlich zu geftalten, damit fie sich in dessen froh sind, daß sie endlich die Kaserne verlassen tönnen, erfahren Mutter des so scheußlich Ermordeten in leicht begreiflicher EntHärte und Strenge leichter eingewöhnen. Ich erkenne an, daß wir nichts. Was alltäglich auf unseren Kasernenhöfen, den rüstung einen heftigen Brief schreibt, geht diefer Offizier zum auch in diesen Zahlen eine fleine Besserung seit 1883 zu be Exerzierplätzen, auf den Stuben an Schimpfworten der gemeinsten Staatsanwalt und verklagt die arme Wittwe wegen Beleidigung. merten ist. Wenn auf schlechte Behandlung nur 11/2 pet. zurück Art geleistet wird, entzieht sich aller Beschreibung. Unter den Sie wurde zu 30 Mart Geldstrafe verurtheilt( Hört! hört! links). geführt werden, so bleibt dabei unbeachtet, daß eben bei 35 pet. Offizieren befinden sich nach einem Zeugniß in der Neuen Zeit" Ich frage, ob in der Militärverwaltung in solchen Fällen ähnliche aller Selbstmorde die Gründe nicht festgestellt worden find. in Stuttgart höchstens 20 pCt., die menschlich mit ihren Unter- Einrichtungen bestehen, wie in der Zivil- Justizverwaltung, indem ein Wie viel von diesen 35 pet. mag wohl zu den 12 pet. hinzugebenen umzugehen verstehen, ein geradezu grauenhaftes Verhält Gesuch auf Begnadigung an Allerhöchfter Stelle erst nach Untersuchung gerechnet sein? niß. Wenn in solchem Maße von seiten derjenigen Personen, und auf Befürwortung des betr. Justizdepartements eingereicht Damit schließt die Diskussion. Das Kapitel wird be welche in ganz besonderem Maße als Vorbilder für die Soldaten werden kann. Eins steht fest: Wenn die Offiziere glauben dürfen, willigt. gelten sollen, solche Beispiele gegeben werden, dann ist doch die daß fie des Allerhöchsten Schutzes sicher sind, was sie sich auch Beim Kapitel höhere Truppenbefehlshaber" allgemeine Berrohung auch beim Zivil kein Wunder mehr. In gegen die Untergebenen oder gegen das Zivil erlauben, so darf der Armee ist Grundfah, daß der Soldat gehorchen muß, einerlei, man sich überhaupt über nichts mehr wundern!( Vizepräsident Abg. Richter( deutschfr.): Bei Gelegenheit von Raisers Ges was ihm befohlen wird. Dieser Radavergehorsam, der die un- Baumbach: Ich halte es nicht für parlamentarisch, das Allerburtstag haben verschiedene kommandirende Generäle, so Graf natürlichsten Verrichtungen erzwingen kann und erzwungen hat, höchste Begnadigungsrecht in die Debatte zu ziehen.) Gegen Walderfee in Altona, General von Lewinsti in Breslau, und steht in unmittelbarster Verbindung mit dem Selbstmorde. Daß Offiziere wird nur auf Festungshaft erkannt, eine Haft, die ihnen Generalmajor von Schtopp in Köln beim Festessen der Militär nur 11/2 pet. der Selbstmorde auf Mißhandlung zurückzuführen alle möglichen Vortheile bietet, mag das Vergehen noch so gemein vorlage gedacht. Die Trintsprüche in ihrer schwungvollen Inhalt find, ist einfach zum Lachen. Von den 35 pet., wo die Ursache sein. Die Erlasse gegen Mißhandlungen, wie sie nicht blos 1891 Tofigkeit( Heiterkeit) interessiren hier nicht; unangemessen erscheint nicht ermittelt worden ist, entfällt der allergrößte Theil auf die vom Herzog Georg von Sachsen, sondern auch vom Generalfeldmir nur, daß folche Politit überhaupt bei solchen Gelegenheiten Mißhandlungen. Unzweifelhaft sind die Selbstmorde der Char- marschall v. Blumenthal 1885 und vom bayerischen Kriegs getrieben wird, weil bei diesen Festessen auch Mitglieder girten auch zum Theil Folgen der Strafe für ausgeübte Miß- ministerium 1890 ausgegangen find, auch vom Allerhöchsten Der Zivilbevölkerung zugegen find und dabei das handlungen. Aber obgleich die höheren Vorgesetzten alles thun, Kriegsherrn 1890, geben gleichmäßig eine Reihe von Verhaltungseinigende, nicht das den Gegenstand des parlamen- um das Uebel zu beseitigen, nimmt dieses doch nicht ab, und es maßregeln, namentlich für die Offiziere, um die Mißhandlungen bemerkt " tarifchen Rampfes bildende, betont werden sollte. Das bleibt nur übrig, das ganze System dafür verantwortlich zu machen. zu vermindern, aber höchst charakteristisch ist, daß trotz dieser Kapitel wird bewilligt, ebenso die Kapitel Gouverneure, Die Ansprüche, die heut zu Tage an den einzelnen Soldaten ge- fchärfften Verurtheilung durch die höchste Militärbehörde Kommandanten und Plazmajore, Adjutanturoffiziere und Offiziere stellt werden und zugleich an die ausbildenden Unteroffiziere und in der Behandlung der Soldaten durch Die niederen in besonderen Stellungen, Generalstab und Landesvermessungs- Offiziere sind so groß, daß es begreiflich ist, daß die letzteren oft Vorgesetzten feine Spur einer Aenderung eingetreten ist. wesen, Ingenieur- und Pioniertorps". Das Kapitel Geld die Geduld verlieren und sie sich zu Handlungen hinreißen laffen, Es trägt eben die ganze heutige Art der Ausbildung unserer verpflegung der Truppen" wirft im preußischen Kontingent welche wider die militärischen Vorschriften sind. Ein neuer Be- Rekruten dazu bei, daß diese Mißhandlungen fortgesetzt werden; weis, wie außerordentlich nothwendig es ist, daß auf eine zweck die Mannschaften müßten schon vorher, che sie in den Dienst 104 846 759 M. aus. Abg. Richter: Auch in dem letzten Jahre sind wieder eine entsprechende Vorbildung der Soldaten frühzeitig Bedacht ge- treten, so vorbereitet sein, daß ein Theil der Ausbildung bereits ganze Reihe von Soldatenmißhandlungen vorgekommen, übernommen wird. Wie kann man verlangen, daß junge Leute, die von ihnen in das Heer mitgebracht wird. Ebenso wirft einer welche hier im Reichstage öffentlich Klage geführt werden muß. vom 14. bis 20. Jahre förperlich ungelenk und steif geworden Besserung der unglaubliche Zustand entgegen, daß bei der Gegen die wehrlosen Rekruten aus dem Lehrerstande hat sich sind, mit ihrem Eintritt in die Armee die Ererzitien prompt aus Militärgerichtsbarkeit der Vorgesetzte Kläger, Vertheidiger und namentlich ein Offizier in Düsseldorf die gröbsten und gemeinsten führen? Die Mißhandlungen werden deshalb nicht alle bekannt, Richter in einer Person ist. Außerdem ist es auch nothwendig, Beschimpfungen zu Schulden kommen lassen. Dieser foll aber weil die Offiziere bei Mißhandlungen der Gemeinen durch ihre daß das Beschwerderecht der Soldaten von Grund aus umbestraft sein. Ob dieselben Vorgänge in Osterode in Ostpreußen Untergebenen gern ein Auge zudrücken. Im Dezember des gestaltet wird." Jin Dezember des gestaltet wird. Es muß dahin kommen, daß kein Soldat verzu einer Bestrafung geführt haben, es handelt sich da um vorigen Jahres hat die Armee 127 Mann durch den Tod verpflichtet werden kann, eine Handlung auf Befehl seines Voreinen Premierlieutenant, weiß ich nicht. Das Auffallendste verloren, darunter 24 durch Selbstmord, also beinahe 19 pet. gefeßten zu begehen, die nicht im direkten Zusammenhang mit dabei sind die Beschimpfungen der Leute direkt mit bezug auf Ich kann Ihnen eine ganze Reihe solcher Fälle vorführen, welche feinen Dienstvorschriften steht. Wenn die Pflicht zu gehorchen in ihren Beruf, diese Herabsetzung des Lehrerstandes, die von einer zeigen, welcher Art die Untersuchungen sind, welche die dieser Weise eingeschränkt würde, dann würde ein großer Theil Berrohung zeugen, daß man nicht mehr begreift, wie solche Militärbehörde über die Ursache der Selbstmorde angestellt der Mißhandlungen beseitigt werden. Anderseits muß dem Elemente überhaupt in den Offizierstand haben eindringen können. hat. Ein Soldat schrieb wenige Augenblicke vor seiner Soldaten die Möglichkeit gegeben werden, Beschwerden über erRedner verliest dann einen Brief der Mutter eines Soldaten in Selbstentleibung an seine Mutter, daß die erlittenen Miß- littene Mißhandlungen direkt bei dem Hauptmann oder Major Rendsburg, der vor einiger Zeit verstorben ist, wie die Mutter handlungen ihn in den Tod getrieben hätten. Es ist ganz aus- anzubringen. Nur wenn nach allen diesen Richtungen hin von nach brieflichen Mittheilungen des Sohnes überzeugt ist, an geschlossen, daß er in einem solchen Augenblick gelogen hat. Die Grund aus Aenderungen getroffen werden, dann ist es möglich, den Folgen der ihm zugefügten Mißhandlungen. Es Militärverwaltung fam nach einigen Wochen zu dem Ergebniß, daß diesen scheußlichen Mißbräuchen, die hier zur Sprache ge foute doch eine ftrenge Untersuchung und vor allem daß unglückliche Liebe die Todesursache gewesen sei. Infolge der kommen find, einigermaßen ein Damm entgegengesett fine strenge Todtenschau in solchen Fällen stattfinden. Ivorjährigen Debatte ist mir ein außerordentlich zahlreiches wird. Wir haben leider die traurige Ueberzeugung, daß wenn Tokales. aber wenn folche Da alle unsere Vorschläge auf Abhilfemaßnahme feinen mit Unrecht den Schluß, es sei Leidenschaft. Nach den vor- Idas einfachste und natürlichste Mittel, diese Fälle hier fort und Erfolg haben werden, und so werden wir auch bei den jährigen Verhandlungen habe ich dem Kriegsminister alle Fälle fort zur Sprache zu bringen( Sehr richtig! links). Das kann fünftigen Etats derartige Mißhandlungen, sehr unvollkommen fie mit Namen angegeben, die Herren waren in der Lage, Unter nur geschehen, wieder vorkommen, zur Sprache bringen.( Beifall links.) suchungen anzustellen und habe die Ueberzeugung, daß bei den Mothstände in der Gesetzgebung vorhanden sind, muß der ReichsKriegsminister v. Kaltenborn: Die gestern und heute hier Untersuchungen weit mehr erwiesen ist als ich damals vor- tag von jedem Mittel Gebrauch machen, die Regierung zu zwingen. beliebten Variationen über Soldatenmißhandlungen und Militär- brachte.( hört! links). Wenn also jemand für sich das Recht Mag im Einzelnen gefehlt sein, im Ganzen halte ich diese Dis justiz von sozialdemokratischer Seite haben eine Fülle der Be- der Objektivität in Anspruch nehmen darf, dann bin ich es. fussion für sehr berechtigt und hoffe, die Regierung wird sich die leidigungen des Heeres unter dem Schuße der Redefreiheit ent- Warum sollte ich Haß gegen die Armee empfinden? Die Leute richtige Lehre daraus ziehen. halten( Große Unruhe lints), daß es nur darauf abgesehen sein in der Armee sind zum Theil unsere Brüder, unsere Partei- Kriegsminister v. Kaltenborn: Die Gelassenheit ist seitens fann, den Klaffenhaß in die Armee zu tragen( Lebhafter Wider- genoffen, und ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr größer. Sie der Verwaltung nicht vorhanden. Seit zwei Jahren wird mit spruch links, Zustimmung rechts). Aber sie werden die Kamerad meinen, daß Sie in der Armee ein ausgezeichnetes Werkzeug aller Anstrengung daran gearbeitet, wir können Ihnen aber nicht schaft in der Armee nicht zerstören. Es werden die eingehendsten haben, um uns eines schönen Tages niederzufchlagen. Dazu eher etwas vorlegen, als bis wir einen Gesezentwurf fertig Berichte eingefordert; es gilt für einen Truppentheil als eine werden wir Ihnen keine Gelegenheit geben.( Sehr richtig! bei haben. Schande, in das Verzeichniß derjenigen aufgenommen zu werden, den Sozialdemokraten). Abg. Lieber hat sich wieder einmal so Abg. Lieber: Das Beschwerderecht ist nicht gegenstandlos, wo Soldatenmißhandlungen vorkommen. Über ganz werden bei recht als freiwilliger Regierungskommiffar gezeigt( Heiterkeit) und denn Bebel hat selbst zahlreiche Fälle mitgetheilt, wo es zum einem so großen Heere diese Erscheinungen nicht aus der Welt zu flagt mich an, ich hätte die Offiziere herabgesetzt. Das Ziele geführt hat. schaffen sein. Mißhandlungen werden bei dem verschiedenen habe ich nicht gethan. Ich habe mich gegen Abg. Nichter: Herr v. Kaltenborn ist schon der fünfte Bildungsgrade und Temperament immer vorkommen. Die hier die Personen scharf geäußert, die durch ihre Thaten das Kriegsminister, von dem ich ganz ähnliche Erklärungen ver erhobenen Angriffe drücken einen Haß der sozialdemokratischen Urtheil herausforderten.( Trotz der bereits faft vollständigen nommen habe, ohne daß die Sache weiter gekommen ist. Führer gegen die Armee aus, den ich vollständig begreife. Die Dunkelheit wird der Saal nicht erleuchtet, sodaß es auf der tönnen Sie es uns nicht übelnehmen, daß wir auch die schärfsten Armee wird von Ihnen( zu den Sozialdemokraten) mit Recht Tribüne nur mit äußerster Anstrengung möglich wird, Notizen Pressionsmittel anwenden, um in der Sache einen Fortschritt zu betrachtet als der Damm, der Ihren Bestrebungen entgegen- fchriftlich zu figiren.) Daß nur 20 pet. der Difiziere, 10 pot. erreichen. steht und das Bewußtsein, dieser Damm zu sein, ist in ihr der Unteroffiziere in einer höflichen, menschenwürdigen Weise mit Damit schließt die Debatte. Das Gehalt des Kriegsministers auch voll lebendig; Sie werden es nicht erreichen, diesen ihren Untergebenen umgehen, ist das Urtheil eines Mannes, der wird bewilligt. Um 5½½ Uhr wird die Fortsetzung der BeDamm zu unterwühlen und zu zerstören!( Beifall rechts, Bischen dem Militärstand längere Zeit angehört hat. Was ich über die rathung auf Sonnabend 1 Uhr vertagt. links.) Offiziere gesagt habe, steht mit viel größerer Schärfe in dem Abg. Lieber( 3): Wenn nicht die Absicht, so doch die Erlasse des bayrischen Kriegsministeriums.( Redner verliest den Wirkung der Angriffe des Abg. Bebel wird es sein, unser Heer Wortlaut des betreffenden Bassus.) In dem Erlasse des Herzogs und unser ganzes deutsches Volt zu verbittern und unser Seer Georg zu Sachsen steht wörtlich zu lesen, daß die Richter bei vor dem Auslande berabzusetzen.( Bustimmung rechts.) Wenn Bergehen der Chargirten geneigt sind, mildere Bestrafungen einder Abg. Bebel einzelne Fälle vorbringt, so folgt er damit nur treten zu lassen. Ebenso wird dort darauf hingewiesen, daß die einer Aufforderung, die von der Regierung an uns gerichtet ist, Meldung von Mißhandlungen in zahlreichen Fällen garnicht er- Schulpflichtige Kinder dürfen nach einer vor zwei Jahren aber substanziirt sind sie nicht durchweg.( Widerspruch links.) folgt. Was habe ich also weiter gethan, als Thatsachen vorge- erlafienen Bolizeiverordnung nach 10 Uhr Abends nicht mehr im Es gehört nicht in den Reichstag, unseren verdienten Offizieren bracht, welche längst in amtlichen offiziellen Attenstücken fest- Gewerbebetrieb beschäftigt werden, fie dürfen also z. B. auch nicht in Bausch und Bogen vorzuwerfen, es sei der gemeine Mann gestellt sind? Und was soll man nunmehr von der Leiden: Hausierhandel aus den Straßen, in Restaurants u. f. w. treiben. von seinem Eintritt in das Heer ihnen schußlos preisgegeben schaftlichkeit des preußischen Kriegsministers halten?( Die folgen: Das Polizei- Präfidium hat nun an die Schuldeputation die An( Zustimmung rechts, Lärm links), auch entspricht es kaum der den Ausführungen werden wegen des inzwischen hereingebrochenen frage gerichtet, ob diese Polizeiverordnung auch ferner aufRedefreiheit, einen Offizier, und wenn er sich noch so schwer Hagelunwetters und Gewitters, deffen Getöse die Stimme des recht zu erhalten sei. Die Schulfommissions- Vorstehervergangen hat, ehrlos zu nennen. Ist andererseits auch nur der Redners zeitweise übertönt, im 3nfammenhange nicht ver- Versammlung vom 21. Februar 1893, deren Proto zehnte Theil der angeführten Fälle wahr, so sind die Zustände ständlich. toll jetzt durch die Schuldeputation veröffentlicht wird, boch so arg, daß ich den Kriegsminister nur nochmals bitten Staatssekretär von Bötticher: Nach den Ausführungen des hat, nachdem nachdem ihr die Angelegenheit durch die ge fann, nochmals zu erwägen, ob nicht Wandel geschaffen werden Abgeordneten Bebel im vorigen Jahre wurde von mir an ihn nannte Deputation zur Begutachtung unterbreitet worden ist, fann. Es sollte doch auch von dieser Seite vermieden werden, die Bitte gerichtet, die betreffenden Thatsachen durch Beweis nach längerer Besprechung beschlossen, nicht nur die fernere Aufdaß so ärgerliche Szenen und Verhandlungen, wie die im vorigen stücke zu unterstüßen und uns zur Untersuchung mitzutheilen. rechterhaltung jener Verordnung zu empfehlen, sondern sogar zu Jahre und in diesem, sich weiter wiederholen. Das Beschwerde- Herr Bebel irrt, wenn er glaubt, durch die Untersuchung sei noch bitten, daß diese dahin erweitert werde, daß den Gewerberecht und seine Handhabung muß geändert werden, um die Schlimmeres als er vorgebracht, festgestellt worden. Die Unter- treibenden im allgemeinen auch verboten werde, schulpflichtige Grundlage für solche Beschwerden zu beseitigen. Wo kein Feuer suchungen des Kriegsministers über die einzelnen Fälle haben zu Kinder vor 6 Uhr Morgens zu beschäftigen. brennt, fönnen doch solche Rauchwolten nicht aufsteigen; aus dem Ergebniß geführt, daß ein großer Theil der aufgestellten Die Erwägungen, von denen dieser Beschluß ausgeht, sind dem Aermel werden solche Dinge nicht geschüttelt. Behauptungen nicht nachgewiesen worden ist und ein anderer an sich durchaus zu billigen. Die Ausbeutung der jugendlichen Abg. v. Manteuffel( dk.): Die Ausführungen des Abg. Bebel Theil durch die Erhebungen in einem weitaus milderen Lichte Arbeitskraft durch die Eltern, die leider fast immer durch würden, wenn sie ohne Widerspruch in die Welt gingen, ein erschienen ist, als es hier vorher den Anschein hatte. Weiter ist bittere Noth aufgezwungene Ausbeutung ist, überschreitet in ganz falsches Bild geben. Seine Behauptung, daß nur 20 pet. festgestellt worden, daß in allen Fällen, wo Mißbrauch der Dienst manchen Familien alles Maß. E3 ift flar, daß ber Difiziere und 10 pet. der Unteroffiziere mit ihren Unter gewalt vorlag, auch von den Vorgesetzten eingeschritten und diese zu weit gehende Ausbeutung nicht nur die Gesundheit der gebenen menschenwürdig umzugehen verständen, ist die größte Remedur geschafft worden ist.( Hört! rechts.) Ich unterlasse Kinder schwer schädigen, sondern auch den Schulunterricht beeinÜlebertreibung, die je ausgesprochen worden ist. Nicht zwei pro es, die einzelnen Fälle nochmals vorzuführen. Das Besprechen trächtiges und die Arbeit des Lehrers vereiteln muß. Kinder, Mille der Offiziere und Unteroffiziere treffen die Beschuldigungen solcher Einzelfälle kann hier zu feinem Ergebniß führen; auch die bis nach Mitternacht in Wind und Wetter auf der Straße des Herrn Bebel! Das Kameradschaftsverhältniß zwischen Difizieren die Herren Sozialdemokraten werden zugeben müffen, daß die handeln, in den Restaurants haufiren oder auf den Regelbahnen und Untergebenen bis ins hohe Alter hinein beiweist, wie wenig Vermuthung begründet ist, daß sie nicht blos Interesse an der Regel auffeßen müssen, die Morgens um 4 Uhr heraus müssen, Herr Bebel die Verhältnisse tennt. Daß mit zweierlei Maß ge- Remedur, sondern auch an der Diskreditirung der höheren Vor- um Frühstücksbeutel oder Zeitungen auszutragen, tönnen am messen wird, bestreite ich ebenso entschieden. Es wird genau gefeßten haben.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Bringen Unterricht nicht mit Erfolg theilnehmen. Es ist wiederholt vornach den Bestimmungen bestraft, die Untergebenen in feiner Sie nur solche Beschwerden an die rechte Schmiede!( Ruf bei gefommen, und wir haben auch darüber berichtet, daß solche Weise strenger wie die Vorgesetzten. Bei Vergehen gegen die den Sozialdemokraten: Die ist hier!) So, da sind wir anderer Kinder im Unterricht vor Ermattung eingeschlafen sind. Subordination tritt strenge Bestrafung ein, das liegt in der Meinung. Der Kriegsminister muß es ablehnen, auf diese EinzelDisziplin begründet. Wenn Herr Bebel Herrn v. Salisch als ehr- fälle einzugehen. Soll die Kriegsverwaltung eine Lifte der Mißlosen Mörder bezeichnet, so muß ich sagen: audiatur et altera handlungen führen, um Ihnen darüber Rede zu stehen? Diese pars! Ohne weiteres alles zu unterschreiben, was uns Herr Bebel Deflamationen werden im Volte das Vertrauen zu unserer Armee hier vorträgt, dazu bin ich nicht im stande. Der Unteroffizier nicht erschüttern!( 3uftimmung rechts, Lachen links.) Heine in Schwerin muß doch offenbar verrückt gewesen sein. Die Aeußerung, daß der Gemeine dem Offizier ohne Schuß preisgegeben sei und daß man deswegen nicht neue 60 000 Mann dieser Schußlosigkeit preisgeben dürfe, hätte doch vom Präsidium gerügt werden müssen. Sie laffen Ihren Berger an der Armee aus, weil Sie Ihre Anhänger verlieren, wenn diese durch die Schule der Armee gegangen find!( Lachen bei den Sozialdemofraten. Zustimmung rechts.) Vizepräsident Baumbach: Herr Bebel hat vorher nicht vollständig das gesagt, was Herr von Manteuffel als einer Rüge bedürftig erklärte. Ich kann mich auch nachträglich nicht zu einem Ordnungsruf entschließen, da die Redefreiheit nicht verlegt worden ist.( Beifall links.) Die oben erwähnte Polizeiverordnung hat aber diefem Elend fein Ende zu machen vermocht, zumal da fie, wie man sich bei einem Gange durch die Straßen Abends nach 10 Uhr überzeugen fann, gar nicht einmal streng durchgeführt zu werden scheint. Ob die weitergehenden Forderungen der Schulfommissionen inehr Erfolg haben würden? Aeußerlich vielleicht-ja. Es entsteht jedoch die Frage, wer den Eltern für den dann noch größeren Ausfall an Verdienst entschädigt. Eltern, die es nöthig haben, ihre Kinder bis in die Nacht hinein oder schon vor Sonnenaufgang auf Verdienst auszuschicken, werden in diesem Bestreben, die Abg. v. Marquardsen( ntl.): Durch die Anführung des schulpflichtigen Kinder vor Ueberanstrengung zu schützen, alles andere sächsischen Kommandeurs und des bayerischen Kriegsministers hat eher als eine Wohlthat erblicken. So lange die obrigkeitliche und fich Herr Bebel ein Verdienst erworben, wenn ich auch mit staatliche Fürsorge für die arbeitende Klasse deren Einkommensmeinen Freunden der Ansicht der Herren Lieber und v. Man- verhältnisse unberücksichtigt läßt oder gar noch störend und teuffel bin, daß unser Offizierkorps nicht in seiner Totalität ohne schädigend in diese eingreift, wird auf sie immer das Wort anGrund blosgestellt werden darf. Wir müssen alle wünschen, daß gewendet werden müssen: Vernunft wird Unsinn, Wohlthat die Mißhandlungen sich vermindern; als erstes dieser Mittel dient Plage." Eltern, die gezwungen sind, ihre Kinder mitverein reformirtes Strafverfahren, aufgebaut auf dem Grundsatz der dienen zu laffen, werden daher auch auf Mittel sinnen, die zum Deffentlichkeit. Ich weiß ja, daß sich hier die Bedenken am Schuße der Kinder erlassenen Polizeiverordnungen zu umgehen. stärksten geltend machen; aber aus den bayerischen Erfahrungen und sie werden diese Mittel zu finden wiffen. Wenn aber nicht, dann heraus kann ich aussprechen, daß es möglich ist, ein öffentliches werden sie ihre Kinder am Tage um so straffer anspannen Strafverfahren mit der Aufrechterhaltung der Disziplin zu verein- und um so intensiver ausnutzen müssen. Daß im Jahre 1891 in baren. Berlin 1309 Kinder vor vollendetem 14. Lebensjahre vom Schulunterricht dispensirt werden mußten, giebt zu denten. Diese Dispensationen werden nur nach genauer Prüfung der Verhältnisse und nur in Fällen dringenoster Noth bewilligt. • " 0 Abg. Stadthagen( Soz.): Eine Beschleunigung der Militärstrafjustiz ist doch das Mindeste was gefordert werden fann, nachdem Herr von Suit gestern selbst die Schleunigkeit des Ver: fahrens als Erforderniß bezeichnet hat. In einem Falle ist auf eine Beschwerde gegen einen Gendarmen noch nach zwei Jahren teine Antwort ergangen. Im 1. Garde- Regiment zu Fuß wollte ein gewisser Zimmermann freiwillig eintreten, wurde eingestellt, verließ zweimal den Dienst wegen Schuhriegeleien und Miß handlungen, ließ sich zweimal zurückbringen, nahm sich dann aber das Leben. Man fand ihn nach dem Brande einer Scheune unter den Ueberresten derselben als verkohlte Leiche. Wenn die Abg. v. Manteuffel: Unparteiische und gerechte Richter Offiziere trog der zahlreichen allerhöchsten Erlasse und Anordnungen brauchen wir nicht erst zu schaffen burch Deffentlichkeit des von den Mißhandlungen nicht lassen, so ist damit bewiesen, daß das Militärgerichtswesens; die haben wir schon und hoffentlich hat Material an Offizieren nicht so werthvoll ist, wie man oben voraussetzt. auch Herr v. Marquardsen sie nicht bezweifeln wollen. Die ver Die Sorge der Schultommissions- Vorsteher um das Wohl Mishandlungen bringen die Soldaten zu der Aufklärung, daß es lefenen Erlasse beweisen nur, daß Vorkommnisse sich ereignet der schulpflichtigen Rinder drängt noch die andere Frage auf, Klaffen giebt, und daß sie sich nicht auf die Seite der Begüterten, haben, wie sie Herr Bebel angeführt hat, aber nicht in großer wie fich die Herren denn zu dem von sozialdemokratischer Seite sondern auf die andere zu stellen haben. Das Militärsystem Bahl, Herr v. Bötticher hat schließlich das meiste dazu bei- wiederholt gemachten Vorschlage verhalten, die Schulkinder aüchtet Sozialdemokraten. Das Militär müßte nicht als Ver- getragen, die sozialdemokratischen Deklamationen auf ihren rich durch Gewährung von Frühstück und Mittagessen tüchtiger forgungsanstalt angefehen werden für Krautjunter, die anderswo tigen Werth zurückzuführen.( Widerspruch links.) zur Theilnahme am Unterricht zu machen. Da bie nicht unterkommen fönnen. Es ist überraschend, wie außerordent- Abg. Lieber: Wir können unmöglich uns auf den Stand- Borsteher in derselben Versammlung beschlossen haben, die Schullich groß die Zahl Derer ist, die Offiziere werden, aber für jeden punkt stellen, hier sei der richtige Ort, folche Angelegenheiten deputation zu ersuchen, ihnen eine entsprechende monatliche Ver anderen Beruf absolut untauglich find. Das zeigt sich auch in vorzubringen. Zuerst muß der geordnete Instanzenzug erschöpft gütigung von 15 M. zu bewilligen, andernfalls wollte ein großer der Beförderung; wenige fommen über die Majorsecke hinaus werden. Vor den Reichstag dürfen diese Dinge erst gebracht Theil von ihnen das Amt niederlegen! so möchte man bei und außerordentlich viele werden nur geduldet, weil man sie werden, wenn es ein anderes Ausnahmemittel nicht mehr giebt, nahe annehmen, daß sie auch, wenn es sich nicht um ihre eigenen zum Gamaschendienst verwendet. Wenn hier Fürsorge einen eingewurzelten Mißbrauch abzustellen. Ueber die von Herrn Interessen handelt, die Unzugänglichkeit der bekanntlich in Kleinig getroffen würde, würden wir nicht so viele dumme Bebel vorgebrachten Fälle tönnen wir nicht urtheilen, folglich feiten fehr sparsamen Berliner Stadtverwaltung mißbilligen. Offiziere haben, sondern solche, die geistig höher stehen. fonnte ich sie auch nicht widerlegen. Von Radaver Gehorsam Nächst den Lehrern und Lehrerinnen sind die Schulkommiffionen Ein Mann, der geiftig hoch steht, tann nicht sprechen, wo das Beschwerde recht und das Gerichtsverfahren aus noch am ehesten in der Lage, die Noth fennen zu lernen, in denen zu solchen Scheußlichkeiten famen, wie sie hier in Hülle und drücklich besteht, ist außerordentlich mäßig. Reichstag und fich ein großer Theil der die Gemeindeschule besuchenden Kinder Fülle zur Sprache gekommen find. Auch innerhalb des heutigen Regierungen sind einig darin, daß die Mißhandlungen auf das befindet. Warum raffen fie fich nicht auch hier einmal zu einem Buftandes bätte sich etwas bessern lassen, wenn man die Aus- menschenmöglich geringste Maß reduzirt werden. Entschluß auf und treten gegen Magistrat und freifinnige" bilbung der Offiziere, innere und äußere, besser überwacht hätte. Abg. Bebel: Wenn Herr Lieber auf den Inftanzenweg ver- Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung für die SchulDer Kriegsminister hat uns nicht widerlegt, sondern sich darauf weift, so erinnere ich ihn doch daran, daß er diesen Weg mit finder ein? beschränkt, uns Haß gegen die Armee und gegen die Offiziere seinen Freunden im preußischen Abgeordnetenhause nie betreten entgegenzuschleudern! Da er uns nicht widerlegt, giebt er zu, hat, als der Kulturkampf wüthete. Wenn er schließlich das Be Ueber eine Protestversammlung freifinniger Landdaß alles, was wir im vorigen Jahre vorgebracht haben, richtig schwerberecht gegen uns ausspielt, so scheint er mir damit auf wirthe gegen die Tivoli Beschlüsse ist.( Ruf rechts: Nein!) Ich bitte die Militärverwaltung, nicht einen Standpunkt gekommen zu sein, der noch unter dem eines 18. Februar, die von dem deutschfreisinnigen Reichstagsmit allgemeinen Erwägungen, nicht mit Voreingenommenheit, Regierungsfommiffars ist. Was Herr v. Bötticher über die Unter- bgeordneten wisser zu gestern Nachmittag 5 Uhr nach den Leidenschaftlichkeit oder aus Kameradschaftlichkeit die Sache suchung der von mir angeführten Thatsachen mitgetheilt hat, be. Vittoriasälen, Leipzigerstraße, einberufen worden war, berichtet parteiisch zu betrachten, sondern so unparteiisch, wie es inner- stärkt mich nur in der Meinung, daß bei der Art, wie die die National- Beitung": Etwa 150 Landwirthe, größtentheils halb der Gedanken von Militärs überhaupt möglich ist. Militärbehörden verfahren, aus den Dingen überhaupt nichts fleinere Besitzer, aus der Mark, aus Schlesien, Pommern, Kriegsminister von Kaltenborn: Beschwerden über Gen heraustommt. Der Fall Schwengber aus neuester Zeit Thüringen u. f. m. waren erschienen. Abg. Wisser eröffnete die darmen unterstehen meinem Reffort nicht. Glücklicherweise ist hat mir darin eine gute Lehre ertheilt. Ich werde Versammlung, sprach sich scharf gegen die Beschlüsse der Tivoli der Borrebner nicht derjenige, welcher über die Qualifikation mein Material fünftig nicht mehr den Herren aushändigen. Versammlung aus und griff den Bund der Landwirthe" als deutscher Offiziere zu entscheiden hat. Wir werden uns durch Der Reichstag thäte fünftig beffer, solche Dinge in einer eigenen eine unpopuläre, die Sandwirthschaft schädigende und die RealSie nicht dazu zwingen laffen, Ihnen die Entscheidungen, welche Rommission zu untersuchen. tion bejördernde Einrichtung an. Von der Mehrheit der Anin den angeführten Fällen ergehen, auch noch mitzutheilen. Staatssekretär v. Bötticher: Ein Theil der Fälle ist be wesenden erhob sich darauf ein lauter Protest, dem ein Herr Abg. Bebel: Der Minister hat mir leidenschaftlich erstätigt worden; da ist Bestrafung eingetreten. Ein Theil hat sich Lehmann( Mitglied des Bundes der Landwirthe') in einer widert, ist aber nicht auf die von mir vorgebrachten Thatsachen nicht bestätigt, ein anderer war in ungünstigem Lichte dargestellt. Erwiderung auf die Rede Wiffer's Worte verlieh. Der eingegangen. Den Borwurf, daß ich eine Fülle von Belei- Die Bezichtigungen gegen Vorgesetzte sind darum, weil sie vor Abgeordnete Wiffer unterbrach den Redner aber, indem er er bigungen der Armee ausgestoßen hätte, muß ich entschieden zurückgebracht werden, noch feineswegs als geschehen anzusehen. Wenn flärte, daß die Versammlung nicht öffentlich fei, sondern weisen. Ich habe in feiner Weise die Armee an sich angegriffen, Herr Bebel uns gar kein Material mehr liefern will, dann frage dazu dienen folle, den Delegirten der Zweigvereine des sondern habe in der allerobjektivsten Weise( Lachen rechts) ins- ich mit um so größerem Rechte: Was hat dann die ganze Ge- Deutschen Bauernvereins" Gelegenheit zu geben, über Schritte zu besondere die Generalfommandos ersucht, den Mißbandlungen schichte für einen Zweck? berathen, die gegen den Bund der Landwirthe" zu unternehmen entgegenzutreten. Bei dem Fall in Hannover habe ich den Abg. Richter: Im allgemeinen bin ich auch der Ansicht, seien. Er tönne auch dein Borredner nur dann wieder das Wort Generalmajor v. Alvensleben als einen Mann angezogen, der man folle Einzelbeschwerden nur vorbringen, wenn sie in der ertheilen, wenn die Versammlung in diesem Sinne beschließen bei seinen Untergebenen wegen seiner menschenfreundlichen Be- oberften Verwaltungsinftans feine Abhilfe gefunden haben. Es werde. Unter diesen Umständen verzichtete Herr Lehmann handlung die höchste Anerkennung finde. Ich habe nur bort handelt sich hier aber weit weniger um die Eingelbeschwerden, darauf, weiter zu sprechen und verließ von über hundert der An gegen einzelne Offiziere scharfe Angriffe gemacht, wo fie am fondern um bas Material für die Reform einer Gefezgebung im wesenden gefolgt, das Botal. Die Erregung war recht start, Plaze waren. Statt leidenschatlich zu werden, hätte allgemeinen( Sehr richtig! lints). Seit 20 Jahren fordern wir laute Hochrufe auf den Bund der Landwirthe" erschallten. Stun Der Kriegsminister lieber auf die Dinge eingehen follen, Heformen bes Militärstrafverfahrens, stets vertröstet mit allge- forderte der Abg. Wiffer auch die Vertreter der Preffe, bie etwa die ich voriges Jahr in ganz ähnlicher Weise vorgebracht habe meinen Buficherungen, welche nichts verbürgen. Unter folchen über die Versammlung zu berichten gebächten, auf, den Saal zu Ich bin gewohnt, etwas lebhaft zu sprechen, daraus zieht man Umständen, bei der Gelassenheit der Militärverwaltung, ist es verlaffen mit dem abermaligen Stuets darauf, daß die Sigung 17 " " 群 eine interne fei. Diese Geheimnißkrämerei muthete um fo mert- jein Arbeiter Klamm schlug auf ihn als vermeintlichen Gegner| Rathenow und in Stolp in Pommern vermittelst Maschinen würdiger an, als die Berathung nicht etwa in einem der Ver- ein. Seelbinder wurde mit einem gefährlichen Gegenstande derart hergestellt. Sogar schwedische Arbeiten( Halbfabrikate) sollen befammlungsfäle stattfand, sondern in dem jedermann zugänglichen schwer auf den Kopf getroffen, daß er nach dem Lazarus- Kranken- nutzt worden sein. Genoffe Völkel- Hutmacher schließt sich Restaurationslokale. Als die Versammlung ihren Fortgang baufe übergeführt werden mußte. Hier ist er vorgestern Abend den Darlegungen von Wintler an. Man möge die Resolution nahm, waren noch etwa 30 bis 40 Herren anwesend, von denen seinen Verlegungen erlegen. bis nach beendigter Enquete vertagen. Auch Genoffe einige aber nur Restaurationsgäste waren. Schimansky- Stereotypeur giebt verschiedene Mits Der des Mordes auf dem Spandauer Berg verdächtige theilungen über Schwindelbauten zum besten. Nachdem Wie schwer es auch in der Nähe von Berlin ist, auf Böttcher Bruno Schulz macht seit einigen Tagen im Unter- noch die Genossen Millarg und Wernau gesprochen, dem Lande ein Lokal zu Versammlungen zu bekommen, hat der suchungsgefängniß den wilden Mann. Er scheint der Hoffnung zog Millarg vorläufig seine Resolution zurück, worauf Verein Vorwärts" in Nixdorf wieder erfahren. Bei der letzten zu leben, daß seine Lage dadurch gebeffert werde. Die Rolle bie Versammlung beschloß, daß diefelbe durch Abbruck im„ VorAgitationspartie war in Schönefeld mit dem Gastwirth Pintsch wird aber mit wenig Geschick von ihm gespielt; er wird daher wärts"( Bersammlungsbericht) den Gewerkschaften bekannt gegeben ein Abfommen getroffen, daß am 12. März eine Versammlung, bald zur Vernunft zurückgebracht werden. werde. Folgender Beschluß wurde dann einstimmig gefaßt: in welcher Genosse Zubeil referiren sollte, stattfinde. Bald darauf schreibt dieser Herr: Geehrter Freund! Sch theile Ihnen hierdurch mit, daß ich die Erlaubniß zur Abhaltung einer Versammlung in memem Lotal hierdurch zurück nehme. Ich habe dadurch, daß sich das ausgesprochen hat, feit Sonntag feine Gäfte. Eine reine Verschwörung! Sabe infolge deffen meinen Saal an eine Liebhaber Theatergesellschaft bis Ostern abgegeben. Mündlich mehr. Schönefeld, den 1. März 1898. Mit Gruß A. Pintsch. S Charlottenburg. Am Mittwoch, den 8. März, wurde vor dem Landgericht der Zeitungsspediteur Birch, welcher gegen den Genossen Beyer eine Beleidigungstlage angestrengt hatte, mit derselben in zweiter Instanz abgewiesen und Birch zu sämmt lichen Kosten verurtheilt. übermitteln." Die Streit- Kontrollkommission ersucht die Gewerkschaften Berlins, soweit sie am Submiffionswesen interessirt sind, bis zum 15. April in öffentlichen Versammlungen Stellung zu demselben zu nehmen und das Resultat der Streit- Kontrollkommission zu Sierauf berichtete Genosse Faber über die Gewerbeehemaliger Jubrherr in seiner Wohnung, in der Fennstraße, er überall Polizeibericht. Am 9. d. Mts. Nachmittags wurde ein gerichtswahlen. Er sprach seine Freude darüber aus, daß die fozialdemokratischen Arbeitnehmer- Kandidaten hängt vorgefunden. Nachmittags versuchte ein Mädchen in gesiegt haben. Die Befürchtung habe sich als grundlos erfeiner Wohnung, in der Gneisenaustraße, sich mittels eines Re- wiesen, daß in den Wahlbezirken des Ententeichviertels die freivolvers zu erschießen. Es wurde schwer verletzt, nach Anlegung sinnigen Mischmaschkandidaten siegen würden. Das Stimmeneines Nothverbandes, nach dem Krankenhause am Urban gebracht. verhältniß, mit dem gefiegt wurde, verhalte fich, für ganz Berlin Die für Freitag Abend 6 Uhr im Bürgersaale des RathAbends wurde ein elfjähriger Knabe beim Ueberschreiten des berechnet, wie 24 zu 1. Redner bedauert, daß gerade im arbeiterhauses einberufene Versammlung von Arbeitgebern der Fahrdammes vor dem Hause Kommandantenstr. 71 durch eine reichen VI. Wahlkreis verhältnißmäßig wenig Ginzeichnungen in Ortsfrankenkasse für Handlungsgehilfen und Lehrlinge bebufs Droschte überfahren und anscheinend am linken Unterschenkel die Wählerlisten vorgenommen wurden. Es müsse nun an Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern war von über 80 Delegirten schwer verletzt. Auf dem Hofe des Grundstücks Hagelsberger eine Organisation der Gewerberichter gedacht werden; die Wahl besucht. Da die von der Ortskrankenkassen- Kommission der Straße Nr. 44 wurde die Zeiche eines neugeborenen Kindes auf einer statistischen Kommission aus den Reihen derselben werde zweckmäßig sein. Die gedachte Kommission müsse zur Aufgabe freien Bereinigung der Kaufleute aufgestellte und gedruckte Kan- gefunden. Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. haben, werthvolle Zusammenstellungen über die didatenliste trotz eifrigsten Umschauens nirgends zu entdecken war, Art, die Zahl, die Ursachen den Ausgang der Klagen zu machen. Auch eine Ueberwachungskommission werde ge wählt werden müssen, damit verhindert werde, daß Gewerberichter ungeahndet sich Prinzipienverlegungen zu Schulden tommen laffen. Das tönne bei Gutachten und dergleichen vorso wird wohl die von gegnerischer Seite aufgestellte Liste glatt Wir wollen hoffen, daß die 2 Stunden durchgegangen sein. später ebenfalls dort tagende Versammlung der Arbeitnehmer das Versäumte nachholen und Bertreter in den Vorstand wählen wird, die Verständniß für ihre Zeit besigen. Versammlungen. a über und ihren Die Berliner Streit Kontrollkommission hielt am tommen. Bei Urtheilssprüchen dürfe ja irgend eine prinzipielle Das Recht der Alters- und Invalidenversicherungs- 9. März eine Versammlung ab, in welcher sie sich zunächst mit Ansicht in dem gemeinten Sinne nicht maßgebend sein, da komme Muftalten, ein Biertel ihrer Gelder auch an Private gegen dem Submissionswesen des Berliner Magistrats beschäftigte. nur der jeweilige Sachverhalt in Betracht. Bis jetzt sei erst ein Hypotheken auszuleihen, wird von den Baugesellschaften" recht Genosse Millarg als Referent wies darauf hin, daß bei den Arbeitnehmer Vertreter im Gewerbegericht beanstandet worden. eifrig ausgenutzt. Der gemeinnügige" Zweck muß immer von der Stadt ausgeschriebenen Submissionen nicht der reelle Arbeitgeber Vertreter werden in den Personen von Kaufleuten zur Befürwortung billiger Darlehen herhalten. So ist auch jetzt unternehmer den Zuschlag bekommt, sondern einer von den eine ganze Menge beanstandet werden. Als bezeichnend für die der Vorstand der Versicherungs- Anstalt Berlin wieder bereit, der Dreien, welche am wenigsten bieten. Die Folge sei, daß den Agitation der" gutgesinnten" Arbeiter führt Redner an, daß Berliner Baugesellschaft 300 000. zu 3/2 pt. auf 10 Jahre Arbeitern diefer Unternehmer die Löhne herabgedrückt würden diese einfach sozialdemokratische Flugblätter mit darzuleihen gegen hypothefarische Sicherheit bis zu 3/3 des Buch in einer Weise, die ihresgleichen fuche. Genüge das noch nicht, Stimmzetteln zusammen in einigen Bezirken vertheilten. werthes der zu verpfändenden Grundstücke. So müssen selbst die dem Unterbieter seiner Konkurrenten den gewünschten Profit zu unter dem Vorgeben Genossen zu sein, in sozialdemokratischen Jedenfalls hätten fich die Gegner Die Flugblätter Anstalten, welche ausschließlich dem Arbeiter dienen sollen, dem sichern, dann werde die Arbeitszeit verlängert. So erzeuge das vom Versammlungen besorgt. An der Debatte betheiligten sich die Nußen der Privatspekulanten dienen. Magistrat beliebte Submissionswesen gerade bei städtischen Arbeiten Einer nicht zu beschreibenden Ausbeutung, die felbft Mißitände für die Arbeiter, die nicht, oder wenigstens nicht so Genossen Korsten( Former), Singe( Raufmann), Rubiger Einer nicht zu beschreibenden Ausbeutung, die felbft schroff bei Unternehmern hervortreten, welche für Privat Steiner( Brauer), Börner( Bigarrenmacher), Kretschmar ( Klavierarbeiter), Franke, Stiller( Droschkenkutscher), vor Kindern nicht Halt macht, scheinen sich, wie nachstehender fundschaft arbeiten. Dann werde von den Arbeiten noch dazu( Bäcker), Mill arg, Tha!( pilssarbeiter), ohleder u. a. Borfall zeigt, einige Meister zum Prinzip gemacht zu haben. Der größte Theil außerhalb Berlins hergestellt. Die hiesigen Jeder wird wohl schon die mit Mausefallen handelnden Arbeiter dürften wohl gern Steuern zahlen, aber darauf werde Genosse Rörst en bedauert, daß der Vorwärts" die BeSlawonierknaben gesehen, dabei aber nicht bedacht haben, welches nicht geachtet, daß sie aus den Verwendungen derselben Nugen richte über die 9 Gewerbegerichts- Wählerversammlungen in einen harte Loos diesen armen Geschöpfen oft zu theil wird. Gestern stand einer dieser Knaben, mit einem schweren Backet auf dem ziehen könnten. Aus diesen und anderen Gründen müsse die Streit Bericht zusammengezogen habe. Ferner wünschte Redner, daß das Zahlenmaterial die Wahlen gebracht worden Rücken, bitterlich weinend vor einem herrschaftlichen Hause in der schaften zur Bergebung städtischer Arbeiten Stellung nehmen. Hunderte Kontrollkommiffion als berufene Vertreterin der Berliner Gewerk wäre. Faber habe fich nun dasselbe wieder geholt. Lüneburgerstraße, aus dem der Portier ihn eben gewiesen hatte. Er schlage folgende Resolution vor: von Genossen seien ihn, Redner, angegangen, Bei diesem in Lumpen gehüllten Kinde schien sich die vielwarum nur drei Zeilen im Vorwärts" über die Wahl Die Versammlung wolle beschließen, der Stadtverordnetengerühmte Mildthätigkeit der Berliner nicht bethätigen zu wollen, Bersammlung zur Beschlußfuffung folgenden Antrag zu unterbreiten: gestanden hätten. Als Ueberwachungskommission decor. Gennife Senn alle Vorübergehenden ließen ihn unbeachtet stehen. Endlich rebete ihn ein ärmlich gekleideter Mann an und erfuhr nun, daß städtische Arbeiten aller Art nur an solche Unternehmer zu verber Bewegung aus den kleinsten Drischaften als große Siege Die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magistrat, richter schlägt Redner die Streit- Kontrollkommission vor. Genosse Franke meint, wenn der Vorwärts" die geringsten Resultate der Junge bei einem Meister auf dem Gesundbrunnen arbeite. Den Namen diefes Meisters zu nennen war der Junge geben, welche sich verpflichten, die von ihnen eingestellten Arbeiter nicht zu bewegen. Tag für Tag jage ihn der Meister bei mindestens zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen zu beschäftigen, verzeichne, tönne er auch über eine Sache etwas bringen, die Wind und Wetter früh Morgens ohne Kaffee und Brot hinaus, welche in Vereinbarungen mit den Berufsvereinen, Gewerk monatelang einen ungeheuren Apparat in Bewegung setzte. Steiner ist für Besorgung einer einer geeigneten Person schaften oder anderen Arbeiterorganisationen der betreffenden gebe ihin 15 Pfg., fage und schreibe fünfzehn Pfennige, wovon zur Uebernahme der Schiedsrichter. der Rechtsbelehrung er den ganzen Tag leben müsse. Verkaufe er nichts, so gehe es Abends Branchen festgestellt sind; außerdem die Submittenten zu verer habe am Vorwärts" zu tabeln, daß von Schläge. Erst am Abend vorher habe er Schläge belommen und Pflichten, die ihnen übertragenen Arbeiten in Berlin anfertigen zur Strafe habe ihm der Meister kein Geld gegeben. Die Furcht zu lassen. Die Maurer sind auf den Bauten von Magistrats der letzten Brauerversammlung taum die angenommene Aufsehern anzustellen." Petition veröffentlicht worden sei. Man wolle ja nicht so weit vor weiteren Schlägen und der Hunger preßten ihm die Thränen gehen, die Gründung eines großen Gewerkschaftsorgans ins Auge heraus. Der mitleidige Mann gab ihm eine Stulle und 5 Pig ju faffen, aber eine Aenderung müsse eintreten. Außer der Bemit den Worten:" Ich muß zwar selbst betteln gehen, aber ben Minimallohn der Buchdrucker verlange der Herr die Maximal richterstattung des Vorwärts" wurde die Frage debattirt, was nimm, es ist mein leytes." Man sieht auch hier wieder, daß selbst das Glend dem noch größeren Elend gerne hilft, während der wohlgenährte feine Mann, ohne es zu beachten, baran vorübergeht. Thierschutzvereine haben wir genügend, aber diese armen Menschen werden von Niemandem geschüßt, sondern hinausgejagt, um, selbst hungernd und frierend, andere zu mäften. Es wäre an der Beit, daß einer solchen Ausbeutung von Gefeßeswegen ein Halt geboten würde. Die Verhandlung gegen Maximilian Harden wegen Majestätsbeleidigung, welche gestern( Freitag) stattfinden sollte, wurde wegen vorgerückter Beit vertagt. Auch " 0 Der Ausschuß der Streif Kontrollkommission wird beauftragt, eine Versammlung der Gewerberichter in nächster Zeit einzuberufen, welche eine fogenannte statistische Kommission zu wählen hat, der das gesammte Material über alle Streitfälle, bei welchen die Genossen als Beifizer fungiren, einzusenden ist." & aber berichtete barauf über die von Dr. Freund einberufene Konferenz, welche eine Verschmelzung der Berliner Arbeitsnachweise Man Genoffe Faber: Bei der Vergebung von Drucarbeiten werde der Stadtverordnete Grunert vom Maginrat berücksichtigt. Für arbeit berselben. Bon seinen Arbeitern verlange er weiter, daß an den geringen Erfolgen der sozialdemokratischen Arbeitgebersie feiner Organisation angehören. Bei Ginstellungen von Arbeits- fandidaten schuld sei. Der Delegirte der Zigarrenarbeiter, Bilfräften lege er den Betreffenden einen jener berüchtigten Reverse belm Börner, erfuchte hierauf die bürgerlichen Berichterstatter die in den von ihnen bedienten Blättern regelmäßig sehr viel zum unterschreiben vor, welche seit dem letzten Buchdruckerstreif gang und gäbe geworden sind. Gut werde es sein, dem Magistrat Rapital aus der Kritik über den„ Vorwärts" schlligen, fachgenzäß ohntarife vorzulegen, welche von den in Betracht kommenden au berichten und das Gesprochene nicht zeilenbungrig Gewerkschaften auszuarbeiten und der Streit- Kontrollkommission auszuschlachten. Gewerkschaften auszuarbeiten und der Streit- Koutroufommiffion auszuschlachten. Der Berichterstatter Van felow benzertte zu übermitteln feien. So könne nachgewiesen werden, was hierzu, man folle den bürgerlichen Blättern dankbar sein, Ob die Löwe'schen Gewehre gut schießen, das mag der es mit dem angeblich warm für die Arbeiter fühlenden daß sie die Vorwürfe gegen den Vorwärts" brächten, da dieser Judenflinten- Sachverständige Ahlwardt beurtheilen, jedenfalls Herzen des Magistrats" auf sich babe. Teufert( Buchdrucker) fie doch unterdrücke. Genosse Thal erklärt, nichts gegen eine aber werfen fie guten Profit ab. In der vor einigen Tagen bittet die Delegirten, der Rommiffion bezw. bem Ausschusse den Thatsachen entsprechende Berichterstattung zu haben. Er erstattgehabten Aufsichtsraths Sigung der Kommanditgefell. weiteres einschlägiges Material zur Verfügung zu stellen. Genoje tenne aber in Vanfelow den Berichterstatter wieder, der seine in fchaft auf Attien Ludwig Löwe u. Ko, wurde be- bert bittet darum, in die Resolution die Pachtausschreibungen einer Hilfsarbeiter- Versammlung betreffs des Vorwärts" gefchloffen, nach Vornahme von Abschreibungen, welche die des mit aufzunehmen. Bei denselben überbieten sich die Bewerber machten Ausführungen total entstellt in die Blätter Borjahres überstiegen, der Generalversammlung die Vertheilung und wenn sie sich verrechnen, feien ebenfalls die Angestellten die gebracht habe.") Beschlossen wurde: von 18 pet. Dividende an die Aktionäre vorzuschlagen. Karnickel. 3. B. hätte der frühere Bächter des Rathstellers 30 000 m. gegeben, während sein Nachfolger 46 000 m. bot und dafür den Buschlag erhielt. Die Kelner hätten das natürlich ausbaden müssen und schließlich bei beinahe 24- stündiger Arbeitsseit 75 Pf. verdient. Der Bächter hätte sich so vertaltulirt ge habt, daß er um Herabsehung der Bachtsumme einkommen mußte. Den Segen der Cholera haben die chemischen Fabriken u ch mann( Steinmetz). In seinem Gewerbe feien bei Suberfahren, und so auch die chemische Fabrik auf Aftien( vormals missionsangeboten Differenzen von 25 000 bis 30 000. vor- anbahnen sollte. In der Debatte stellte sich heraus, daß die E. Schering) Berlin N. Nach dem jetzt veröffentlichten Jahres gekommen. Die Firma, welche in der letzten Submission den meisten Gewerkschaften noch keine Berichte darüber erhalten und berichte pro 1892 beträgt der Bruttogewinn 1820 000 m gegen Buschlag erhalten, sei von den Gehilfen wegen der dort gezahlten darum noch nicht dazu Stellung genommen haben. 1 250 000 M. bes Vorjahres, der Reingewinn 1 248 645 M. gegen niedrigen Löhne gesperrt worden. Die Steinmezen feien im beschloß deshalb, Anträge und sonstige Be= 673 000 M. des Vorjahres. Nach reichlichen Abschreibungen ver- tande, ein ungeheures Material bezüglich der Submissions- schlüsse in dieser Angelegenheit auszusehen, bleibt ein vertheilbarer Reingewinn von 850 000. Hiervon Mißvirthschaft zu veröffentlichen. Arit( Steinfeger): In diesem bis die Gewerkschaften sich damit befaßt M. stecken die Aktionäre 600 000 Mt. in die Tasche, der Aufsichtsrath Berufe böten sich die Meister herunter bis zum Erzeß. Der haben. Der vierte Punkt der Tagesordnung: Die Umerhält 41 878 m., die drei Vorstände 88 736 M., die Beamten Oberbürgermeister babe erklärt, daß die Stadt tein Intereffe gestaltung der Berliner Streif Kontrollkommission", wurde 83 69 797 M., und um die neidischen Götter zu verföhnen, ist der daran besize; alle Uebel, welche aus dem Unterbieten hervor- bis zur nächsten Versammlung vertagt. Weiter wurde Allgemeinen Unterstüßungstaffe eine Dotation von 6000 M. gingen, seien Schuld der Meister. Der Vertreter der Bau- beschlossen, in der nächsten Versammlung über„ Die Nothwendigausgefeßt, falls die Generalversammlung dies genehmigt". anschläger verweist auf den auf den Bau des Landwirthschaftlichen Museums. Ein großer Theil der Schlosser- Zu den vorgebrachten Beschwerden, die übrigens zunächst Ein merkwürdiges Gewitter hat der geftrige Tag gearbeiten dortſelbſt habe ein Hof Schlossermeister für vor die Preßkommission gehören, haben wir zu erklären: Der bracht. Kurz nach einem sonnigen Augenblick verfinsterte fich 20 000 m. weniger zn machen übernommmen, als wie von Kon- Aufschwung, den das Vereinsleben in den letzten Jahren er plöglich gegen 43/4 Uhr der Himmel, und ein 10 Minuten anfnrrenten gefordert wurde. Schließlich sei er nicht einmal im freulicherweise genommen hat, läßt es leider nicht zu, daß die dauernder ungewöhnlich starter Hagelschauer überzog die Straßen Berlins mit einer dichten weißen Decke. Zwischen die herab- ſtande geweſen, ſie allein auszuführen. Genosse ühnice Berichte über Vereins- und öffentliche Versammlungen in der fallenden Eismaffen, die zum Theil die Größe einer Erbse weit( Glaser): Ein Glashändler, der auch Stadtverordneter sei, habe Ausführlichkeit aufgenommen werden, wie die Einsender es vieldie Verglasungen an der Zentral- Markthalle nach dem Brande fach wünschen. Soll der halbe Raum des Vorwärts" nicht aus übertrafen, suck ten in turzen Zwischenräumen drei von heftigen fo billig besorgt, wie andere Meister faum das Material be- Versammlungsberichten bestehen, so muß, ganz besonders wichtige Donnerschlägen begleitete Blize hernieder. Das Schauspiel tommen tönnten. Auch die Glafer würden der Streit- Kontroll- Fälle ausgenommen, die Redaktion sich darauf beschränken, das dauerte volle zehn Minuten, und die Hagelmaffen löften sich erst fommission mit einer Fülle von Material bei dem Kampfe Wesentliche der Verhandlungen und Beschlüsse in möglichst nach etwa einer halben Stunde in Wasser auf. Mit welcher gegen die Schäden der Submissionen dienen. Genosse gedrängter Rirze zu bringen. Die große Mehrzahl der VereinsWucht der Hagel herniederpraffelte, mag daraus entnommen in tier( Bildhauer) hält das eingeleitete Vorgehen für vorstände hat dies auch berücksichtigt und sendet daher die Bewerden, daß selbst auf den Droschten Halteplägen die sonst so werthvoll, verspricht sich aber teine positive Bortheile richte der Redaktion gleich in der erforderlichen Kürze zu. Was geduldigen Gäule unruhig wurden. davon. Redner ift dafür, daß die interesfirten Gewerk nun speziell die neun Versammlungen zu den Gewerbegerichtsallem eine Enquete aufnehmen und daß das Wahlen am 13. Februar betrifft, so sollte doch eingesehen werden, Um fich Obdach zu verschaffen, hat vorgestern, Donnerstag fchaften vor Vormittag gegen 11 Uhr, ein reduzirt gekleideter Mann eine gesammte Material dann erst mit einer Reſolution oder dergl. daß es geradezu unverantwortliche Raumverschwendung gewefen große Schaufensterscheibe des Restaurants zum„ Elbschloß" am ben Stadtvätern vorgelegt wird. Der Hauptnußen der ganzen wäre, hätte der Vorwärts" die sozusagen gleichlautenden Refe Werderschen Markt gertrümmert, Der Zhäter bebiente fich hierzu Sache sei, daß die Genannten gezwungen werden, ihr wahres rate allesammt veröffentlichen wollen. Im Einverständniß mit eines Hammers, mit welchem er mit solcher Gewalt in das halb. Geficht zu zeigen. Genosse Millarg Tischler: Die Tischlerei dem Leiter der Gewerbegerichts- Wahlen, Genossen Faber, hat der zöllige Glas hineinschlug, daß die Splitter weit umherflogen und gehöre zu den Berufen, die am meisten am Submissionswesen Vorwärts" daher in einer Notiz über die betr. Versammlungen find. Wahre Nach verübter betheiligt werde Schundarbeit ihn am Handgelenk nicht unbedeutend verlegten. geliefert, referirt. fich niemand wundern werde, ber wiffe, That blieb der Obdachlose ruhig stehen und ließ sich widerstands: worüber Hinsichtlich der Bezichtigung, die sich Herr Vanfelow leistete, in einem Falle höchstes und niedrigstes Angebot haben wir turz zu bemerken, daß die Aeußerung dieses Herrn Ios von einem hinzugerufenen Schuhmann verhaften, da er doch daß Jm Königlichen Polizei- wohl nur darin ihre Ursache hat, daß wir seinen Berichten über so, wie er dem Wirth erklärte, für längere Zeit vor Hunger und 152 000 und 80 000 m. waren. Elend geschüßt sei. präsidium hätten die Parquetuöden wieder herausgenommen Vereinsversammlungen, mit deren Abfassung er von uns gar und zurück geschickt werden müssen. Die Thüren paßten nicht beauftragt war, die Aufnahme verweigerten. Wie recht Von einer blutigen Schlägerei geht uns nachträglich der nicht und das Mobiliar fei schon defekt. Schlechtes und naffes wir damit thaten, ersehen wir zu unserer Genugthuung daraus, folgende Bericht zu: In der Nacht zum 5. b. M. famen mehrere Holz sei eben verwandt worden. Zwischen Submittenten und daß Herr Banfelow sich jetzt als bürgerlicher Reporter, wovon Arbeiter an der Ecke der Lothringerstraße und Weinbergsweg thren Arbeitern tämen nachgewiesenermaßen die meisten Streitig. wir bisher keine Ahnung batten, und zwar als ein solcher ge mit einander in Schlägerei. Zufällig ging an dem Schlachtfelde feiten und demzufolge Klagen vor. Biele der von der Stadt wöhnlichen Schlags entpuppte, der heute das Blatt herunterreißt, ber 22 Jahre alte Bergolder Friedrich Seelbinder vorüber, und Berlin vergebenen Arbeiten würden in 2andsberg a. W., in für das er selber gern schreiben möchte. Red. d. Vorw." B = W " " feit der Errichtung von Zentral- Arbeitsnachweisen und Zentrals| Gewande. Reich illuftrict, in fünf Farben folorirt, mit vor- P. 85. Wenn die Blechscheere ohne Ihr Verschulden Herbergen" zu verhandeln. Genoffe Thal bestätigte als Revisor züglichen Inhalte, wird sich dasselbe als würdiges Gedenkblatt während der Handhabung durch Sie zerbrochen ist, so haften Sie dem Genossen Keller, daß die Abrechnung vom Weberstreit in an die Maidemonstration repräsentiren. Einzelne Nummer 10 fr., für dieselbe nicht. Der Meister hat fein Recht auf Einbehaltung Nixdorf stimme. Arlt erklärt dazu, daß er an Keller gezeichnete bei Poftversendung 12 fr. Verschleißern bedeutender Rabatt. des Lohns oder der Papiere und ist für Einbehaltung der Listen abgeliefert habe, ohne daß er das ganze Geld habe ab. Bestellungen sind in Deutschland an den Verlag des Vorwärts", lehteren schadenersatzpflichtig. liefern können. Das liege aber nicht an ihm, sondern Berlin, Beuthstr. 2, zu richten. Hulda. Das Zusammenwohnen zweier Personen verschiede an einigen feiner Rollegen, von denen er wohl die Rechenschaftsbericht des Vorstandes des Unter- nen Geschlechts in der Art, wie Eheleute zusammen wohnen, Listen, aber noch nicht das Geld bekommen habe. Börner richtsverbandes der Arbeitervereine Nieder- nennt man Konkubinat. Daffelbe kann polizeilich verboten und machte noch auf die Kontrollmarke der Tabatarbeiter österreichs über seine Thätigkeit im ersten bestraft werden, wenn dasselbe Aergerniß erregt. Ein Zusammenaufmerksam, welche vom 1. April ab eingeführt wird. Schluß richtete der Vorsitzende noch an die anwesenden Bericht Wien 1893. Erste Wiener Vereinsbuchdruckerei. Zum Verbandsjahre( 18. Oktober 1891 bis 31. Dezember 1892). wohnen in anderer Art als Eheleute leben, insbesondere das Vermiethen von Stuben durch Frauen an erstatter der bürgerlichen Blätter die Aufforderung, fortan über Männer ist erlaubt. die Versammlungen objektiv zu berichten und sich vor den bis: her oft üblich gewesenen Entstellungen in den Referaten zu hüten. In der Versammlung fehlten unentschuldigt die Vertreter der Müller, Verkehrsbediensteten, Maurer, Lackirer, Dachdecker, Klempner, Rohrleger, Einsetzer, Posamentirer, Schneider, Filzschuharbeiter, Porzellan- und Steingutarbeiter und der Firmenschilderbranche. Volksversammlung Sonnabend, den 11. März, Abends 8 Uhr, in Religion. Hoffmann's Lotal, Drantenstraße 180. Bortrag des Genossen Köfter über Heuer Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 11. März, Abends 9 Uhr, Vereinsversammlung bet Dehlmann, Münzstraße 11. Tages ordnung: Bortrag des Herrn Dr. Hans Spazier. Thema: Muhamed und feine Religion. Persammlung der Allgemeinen Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. 29 zu Hamburg), Filiale 4, Berlin. Sonnabend, den 11. März, Abends 8% Uhr, bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. orbnung: 1. Kassenbericht. 2. Jahresbericht. Brake. Preveo E. Markesic. U. Zagrebu. Nakladom Dole sa social- demokrati! Napisao Wilim Slobode". Tisak Dionicke tiskare. 1893. Depeschen. ( Deveichen des Bureau Herold.) Lesseps Kindern zerbrochene Scheiben ersehen, wenn den Eltern ein VerA. B. 500. 1. Ja. 2. Eltern müssen dann von den sehen( mangelnde Beaufsichtigung z. B.) zur Last fällt. Max W. Die Forderung ist berechtigt. O. B. 55. 1. Der Umstand, daß die Mutter eines unehelichen Kindes dessen Vater nicht heirathen will, befreit den Bater feineswegs von feiner Alimentationsverbindlichkeit. 2. Der Gläubiger hat das Recht, der Pfändung beizuwohnen. Wilhelmstr. 21. p. 1. Das eheliche Güterrecht ist in ver schiedenen Theilen Pommerns verschieden. Paris, 10. März. Die heutige Sigung des Korruptions: prozesses begann mit dem Verhör des Sachverständigen Ekorn, D. S. Die Forderung ist nicht verjährt. welcher über die von der Panamagesellschaft unterrominene Preßkampagne berichtet. Die abgegebenen Erklärungen sind O. B. 91. Wenn Sie die Erbschaft antreten, können die gleichlautend wie im ersten Prozeß. Gelegentlich der übrigen Erben die Hälfte des beiderseitigen Vermögens verlangen. 25 000 Franks Gehalt, welche Flory auf Rechnung vor: Charles Sie scheinen am besten zu thun, auf die Erbschaft zu verzichten. Lesseps eingetragen, entsteht ein längeres Zwiegespräch zwischen Sprechen Sie gelegentlich gegen 1 Uhr vor. Barbot, dem Vertheidiger Lesseps' und Efory. Pose 27. Ein uneheliches Kind trägt den Namen der Nr. 29 zu Hamburg), Filiale Berlin 8. Mitglteber- Bersammlung am Sonn- behauptet, die betreffenden 25 000 Frts. feien zwischen ihm und Mutter. Es erhält des Vaters Namen, wenn dieser es anerkennt abend, den 11. März, Abends 8 Uhr, bet Herrn Wilte, Hochstr. 32 a. Tages- Fontane getheilt worden. Auf die Frage des Präsidenten, wie und die Mutter heirathet mit der Heirath und dem dann Vergnügungsverein Morgenstern". Sizung Uhr in Schütte's Hoch die Summe der zur Verfügung stehenden Gelder sich belause, beim Standesamt auf Namensumschreibung zu stellenden Antrag. Klempner 4. 1. Die Anfertigung eines patentirten Gegen antwortet Flory: 1430 000 000 Frts. Es sei ihm schwer ge- standes zum eigenen Gebrauch, beziehungsweise die wirkliche Geselligkeitsverein„ Oesterreich- Ungarn". Sigung Sonnabend, ben worden, die Lage zu beurtheilen, da Lesseps jede Auskunst ver: Schenkung( nicht etwa unentgeltliche Beigabe und dergl. im geweigert habe. Auf die weitere Frage des Präsidenten, wie jetzt die Lage fei, erwidert Flory, die Aktiva seien 200 000 000 Fris., erblichen Betriebe) erachten wir nicht für strafbar. 2. In einem 1200 Millionen seien verausgabt, davon kämen nur 550 Mill. fchwebenden Zivilprozeß, in dem infolge Vergleichsverhandlungen auf den Kanalbau. oder dergl. das Verfahren ruht, kann jede Partei von neuem laden. Eine Ladung von Amtswegen findet nicht statt. Erscheint die geladene Partei nicht, so kann gegen sie Ver fäumnißurtel ergehen. 3. Eine Verjährung einer anhängigen Zivilsache tritt nicht ein, Ueberzeugen Sie sich, wenn Sie wünschen, auf der Redaktion zwischen 12 und 1 Uhr, daß Sie im Irrthum sich befinden. Restaurant, Alte Schönhauserstr. 24. 11. März, bet Rothtapel, Moabit, Havelbergerstr. 28. Verein deutscher Schuhmacher. Zwei große Berfammlungen, Filtale 1, Sonntag, den 12. März, Nachmittags praz. 4 Uhr, bei Tempel, Langestraße 65. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Bother über: Der Kampf ums Dafein. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. Filiale 2, Montag, den 13. März, Abends präz. 8 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68, Gartenfaal. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Adler über: Die Arbeiterbewegungen einft und jetzt. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Mitgliederversammlung am Sonntag, den 12. März, Inselstr. 10 bet Scheffer. Bortrag des Genossen Ballenthin: Der Staat und seine Bedeutung. Achtung! Oeffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 12. März, Abends 5 Uhr, in Bape's Salon, Badstr. 58 ( Gesundbrunnen): Die Cholera in Hamburg. Nach der Versammlung: Gemüthliches Betsammensein. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. März, Rosenthalerstr. 38. Bormittags 10% Uhr: Herr Vogtherr: Selbstlosigkeit und Selbstbewußtsein. Abends 7 Uhr: Gesellige Versammlung. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 12. März, Abends 6½ Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79, Bersammlung. Vortrag bes Herrn Dr. Lütgenau über: Das Mutterrecht. In der Humanistischen Gemeinde, Kommandantenstraße 79, hält am Montag, den 13. März, Abends 8 Uhr, Herr Schäfer einen Vortrag über das wichtige Kapitel des Naturheilverfahrens: Selbstmassage. Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Mitgliederversammlung am Dienstag, den 14. März, Abend 8% Uhr, bei Fuchs, Lichtenberg, Dorf ftraße 2. Tagesordnung: Vortrag des Rebatteurs Adler über„ Die Arbeiterbewegung einft und jetzt". Literarisches. Auläßlich der Maifeier 1893 erscheint das humoristischfatirische Wiener Arbeiterblatt Glühlichter" in festlichem " Briefkaffen der Redaktion. Berichtigung. In Nummer 59 unseres Blattes darf es nicht in dem Bericht über die Versammlung für Frauen und Männer in der 25. Beile von unten heißen: pro Woche 1 10/52 M., sondern es muß heißen: pro Woche 110/52 Pfennig. N. N., Halle a. S. Besten Dank! Wir lassen über die Sache in G. recherchiren. Bitte nennen Sie uns Ihren Namen, unfere strenge Verschwiegenheit ist selbstverständlich. Adolf. Alle Vergnügungen unterliegen in Sachfen polizeilicher Genehmigung nach der Auslegung der dortigen Behörden. +++ Wenn Sie im Vertrage bauliche Aenderungen dem Wirthe gestattet haben( vergl.§§ 3, 4, 5 des Vertrages), so steht Ihnen keinerlei Anspruch wegen der vorgenommenen baulichen Aenderungen zu. Sonst hätten Sie nach Ihrer Wahl das Recht, Beseitigung zu verlangen oder zurückzutreten, überdies Schadenersatz. Frih N. 1. Die Gewerbeordnung, insbesondere die Bestim mungen über die Sonntagsruhe haben die hannoversche Sabbathsoronung nicht beseitigt. 2. Vertreiben Sie im Umherziehen? -O P. R. 79. 1. Die Miethssteuer beträgt bei Miethswerthen von 201-400 Mart 2 pCt. 2. Bei Berechnung des Stempels werden die Nebenabgaben nicht in Betracht gezogen. Die Nebenabgaben dürfen aber den zehnten Theil der Miethe nicht übersteigen. W. E. Wenden Sie sich an die Invaliditäts- VersicherungsAnstalt, Moltenmarkt 1. . 183a. Ueber das Erziehungsrecht geschiedener Eheleute entscheidet auf Antrag das Vormundschafsgericht; ohne solche Entscheidung steht dem Vater das Erziehungsrecht zu. Zwangserziehung ist nur zulässig, wenn das Vormundschaftsgericht das Vorliegen einer strafbaren Handlung feststellt. Der von Ihnen angegebene Grund ist kein Grund für eine Zwangserziehung. Gerechtigkeit. Sie müssen, falls Gegner Ihnen die Kosten nicht freiwillig ersetzt, ihn verklagen. Es war Sache Ihres Gegners, seinen Anwalt in Kenntniß zu setzen. Freie Volksbühne. Th.Sabor ranienstraße Am Sonntag, den 12. März, Nachmittags 2/2 Uhr, findet eine Borstellung für die IV. Abtheilung( braune Karten) im Leffing- Theater statt. Zur Aufführung gelangt: Der zerbrochene Krng. Luftspiel in 1 Aufzug von Heinrich von kleift. Die Großstadtluft. Dienaße Nr. 204. Nr. 204. zwischen Heinrichsplah und Manteuffelstraße Putz- und Weisswaaren- Magazin empfiehlt: Frühjahrs- u. 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Die Mitglieder der Freien Volksbühne haben Anrecht auf ein Billet gegen Zahlung von 50 Pf. Bu freundlichem Besuch ladet ein Der Vorshende. Franz Held. 1733b Allgemeiner Hilfsarbeiter- und Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend. Sonntag, den 12. Mary, Nachmittags 4 Uhr, bei Serrn Wendt, Röslinerstraße 17: Mitglieder- Versammlung. 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinssachen. Nachdem: Geselliges Beisammensein mit Tany. Der Ertrag wird den zehn Mädchen unserer 1. Schriftführerin Frau Wittwe Köppen, welche auf zwei Monate inhaftirt ift, zu gute tommen. Es ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. 160/14 Der Vorstand. KonkursmassenAusverkauf. Das gesammte Waarenlager aus der Otto Röder'schen Konkursmasse, be stehend aus: Herren-, Damen-, Kinderschuhen und Stiefeln, nur moderne und reelle Waaren, sollen bis zum 15. März cr. Brunnenstr. 123a zu 3773L festen und sehr billigen Tarpreisen täglich v. 9-1 u. 2-8 ausverkauft werden. 149M* Die Verwaltung. 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Den Herren Bewerbern hiermit zur Nachricht, daß dieselbe schon befekt ist. Thüringer Tribüne", Erfurt. Kanarienhähne, v. 8 M. an, vert Memelerstr. 36. waldstr. 52, Hof r. i. Keller.[ 17416. Schulz, Wörtherstr. 36. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.