Nr. 268. Abonnements- Bedingungen: bonnements- Brets pranumerander Bierteljährl. 8,30 m, monatl 1.10 wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat. Eingetragen in die Boft Zeitungs Breisline. Unter Kreuzband für Deurichland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart bro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland. Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Criocint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für bie fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gebructe) Bort 20 Big.. jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erfte Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 6 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonnabend, den 14. November 1908. Expedition: 8. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das Riefenunglück im Ruhrbergbau. Das Fürchterliche ist nun doch Tatsache! Mag das mauert, um das Feuer zu erstiden. Es läßt sich nicht übersehen, menschliche Empfinden sich auch dagegen aufbäumen; es ist wann an die Bergung der Leichen gebacht werden kann. unabänderlich: über 3 Hundert Menschenleben sind mit einem Schlage vernichtet worden!| * Ueber das furchtbare Bergwerksunglüc die sich telegraphisch angemeldet hatte, erwartet oder empfangen. Allein müssen wir unseren Weg finden und nun haben wir den Schacht erreicht! Er ist zum Entsezen aller zugedeckt. Keine Rettungsarbeit weit und breit zu sehen. Ich selbst stand Ein entsegliches Ereignis! Unermeßlich, unfaßbar ist die geht uns noch folgendes Privattelegramm zu: Die furchtbare Er- auf dem zugedeckten Schacht. Die anwesenden Vertreter der Summe von Jammer, Not und Elend, die da plöglich wieder plosion auf Radbod hat eine so hohe Zahl von Opfern gefordert wie Direktion verweigern jede Auskunft. Da sie aber über hunderte Familien eingetreten ist. fein Grubenunglüd zuvor. Die Katastrophe wäre aber noch die Kolonne, die in menschenfreundlichster Absicht aus Dortmund War das Unheil unabwendbar? Nein! Was wir gestern schlimmer geworden, wenn statt der Nachtschicht die Morgenschicht gekommen war, um zu helfen, ohne ein Wort des Dantes einfach schon andeuteten, heute müssen wir es offen aussprechen. Auch davon betroffen worden wäre. Eine große Anzahl Arbeiter der wieder nach Hause schickte, so darf wohl gefolgert werden, daß eben diefe Unglücklichen sind dem System zum Opfer gefallen! Bei Morgenschicht und Nachmittagsschicht hatte am Tage des Unglüds nichts mehr zu retten ist. Im Maschinenhause liegen etwa vierzig Gelegenheit der Besprechung der Interpellation über das Un- eine Beischicht verfahren; jezt gehören sie zu den Toten. Ins- fürchterlich verbrannte Tote, zum Teil schrecklich verstümmelt. Einer glück auf der Reden- Grube erklärte der Abgeorduete Hilbct, gesamt waren eingefahren 361 Mann, von denen im Laufe des der Verletzten war geradezu grauenhaft zugerichtet, dem Manne solche Wetterfatastrophe, wie das auf der fiskalischen Zeche, gestrigen Tages nur 60 zutage gefördert werden konnten und leider hängt das Fleisch in Fezen vom Leibe und die Eingeweide treten seien im Ruhrbergbau unmöglich! Dort könne jeder Orts- nur 8 Unverlegte; 43 wurden tot herausgeschafft oder sind in- hervor. älteste über Lage an der Tafel ablesen, ob sich in der Grube zwischen ihren Verlegungen erlegen. Auch die herausgeschafften Die Bergleute selbst schreiben das Unglück dem Wettermassen angesammelt hätten. Trotzdem ist es geschehen! 9 Verletzten dürften nicht alle mit dem Leben davonkommen. Die neuen Steiger zu, der vor zwei Monaten in der Zeche einNun will Herr Bergrat Meisner schon erklärt haben, auf der Zeichen und Verletzten lagen zusammen in den Streden nahe beim trat und auch als Wetterkontrolleur fungierte. Wo ich mit BergRabod"-Grube sei alles in bester Ordnung gewesen. In Schacht. Das Vordringen in die Reviere wurde verhindert durch arbeitern sprach, murrten sie gegen diesen Mann und sagten, er sei trassem Widerspruch damit stehen die Angaben der Bergarbeiter gewaltige Feuer, die an den verschiedenen Stellen ausgebrochen nicht vorsichtig genug gewesen. Schon vor 14 Tagen habe in und anderer Sachverständiger. waren, die auch den noch in den Revieren sich befindenden Berg- derselben Sohle, in der jetzt die unglücklichen Arbeiter eingeschlossen arbeitern den Weg zum Schachte versperrten. Eine Verbin- sind, eine kleine Explosion schlagender Wetter dungsstrede nach einer anderen Grube fehlt. stattgefunden, bei der 3 Leute verlegt wurden. Einer davon Warum die Flucht über die erste Sohle unmöglich war, muß noch ist jetzt noch arbeitsunfähig. Hätte man damals gleich nach der festgestellt werden. Ventilation gesehen, sagen die Bergleute, so wäre das heutige Unglück vielleicht verhütet worden." Auch damals, nach der schrecklichen Katastrophe auf der Zeche Boruffia" ließ die Bergbehörde erklären, Mißstände seien nicht vorhanden gewesen; die Verwaltung treffe teine Schuld. Später stellte sich heraus, daß tatsächlich auf der Grube die primitivsten Schußmaßnahmen gefehlt und Mißstände gröblichster Art das Unheil verschuldet hatten. Und so war es noch bei jeder Statastrophe! Bei dem Borussia" Unglück hat man ähnlich freventlich gesündigt wie in Courrières. Nicht hat man die Anklagen entfräften fönnen, daß nur um der Prosite willen die Schächte vermauert, die Rettungsarbeiten eingestellt worden sind; daß ohne das Vestreben, die Grube zu retten, wahrscheinlich noch viele der Eingeschlossenen dem Leben hätten erhalten werden können! Und war man jetzt nicht vielleicht auch zu eilig mit der Einstellung der Rettungsarbeiten? Hat man nicht auch hier aus Sorge um das Unternehmertum die Situation zu pessimistisch für die bergrabenen Snappen beurteilt? Die Geschichte der Bergarbeiterschutzlosigkeit gibt uns das Recht zu solcher Frage, zu banger Befürchtung. Die begründeten Forderungen der Bergarbeiter sind mißachtet worden. Aus dem Interesse an billiger Produftion hat man sich gegen weitgehende Schutzmaßnahmen gewehrt. Geradezu typisch für die Auffassung über Schutz des Menschen lebens bei der Berufsarbeit war eine Auslassung des Herrn Direttors Morsbach in einer Sigung der unter Leitung der Bergbehörde stehenden Kommission zur Aufstellung von Grundfäßen, nach denen verfahren werden sollte, um die Unglücksfälle durch Stohlen- und Steinfall zu verhindern. Den Darlegungen der Regierungsvertreter trat Herr Morsbach mit folgender Argumentation entgegen( wir zitieren nach dem amtlichen Bericht): Die Frage, wie das Unglück einen solchen Umfang annehmen konnte, ist von der Zechenverwaltung und der Bergbehörde bis zur Stunde noch unbeantwortet geblieben. Die Zeche Radbod" liegt an der äußersten Grenge des Ruhr fohlenrebiers. Die weite Entfernung von anderen Gruben macht das Fehlen einer Verbindungsstrede verständlich. Die Kohlen gewinnung geschah durch den sogen. systematischen Abbau. Das setzte die Verwaltung in den Stand, mit dem Abbau in unmittelbarer Nähe des Schachtes zu beginnen. Im Verhältnis zur Beleg schaftszahl war die geförderte Sohlenmenge eine sehr große. Es scheint, als ob das Werk Spekulationszweden dienen sollte. Die Gesellschaft wollte vielleicht zunächst möglichst viel Kohlen herausholen, um dann das Werk borteilhaft zu veräußern. Die Folge davon ist, daß der systematische Abbau zum Raubbau wird. Auf der Grube sind viele Mißstände vorhanden, die mehr oder weniger mit dem Unglück im Zusammenhang stehen und die zu fertgefekten Klagen der Bergarbeiter Veranlassung gaben. Die Tatsache, daß auf„ Radbod" bei einer Belegschaft von 1200 Mann im ersten Halbjahre 1908 830 Bugänge und 656 Abgänge zu ber zeichnen waren, ist ein böses Zeichen. Daß die Sicherheit der Be triebe und der Arbeiter darunter leiden, ist selbstverständlich. So oft aber auch die Belegschaft Klagen erhob, Abhilfe wurde nicht ge fchaffen! Die Behandlung der Arbeiter durch die Beamten war meist miserabel; die Entlohnung eine schlechte. Von den auf der Beche beschäftigten Arbeitern wird angegeben, daß die Grube schr oft wegen Waffermangels nicht berieselt werden konnte. Dabei ist die Grube heiß und fohlenstaubreich!!! An den Tagen vor der Katastrophe, Montag, Dienstag und Mittwoch, war kein Wasser zur Berieselung der Grube vorhanden; am Mittwoch tam awar wieder Wasser, aber ohne Drud, und das in einer Grube, wo eine Beriefelung die heißen Oerter und Streden nur höchstens ein bis zwei Stunden feucht hält. Der Kohlenstaub, der dann zur Weiterberbreitung der Schlagerplosion beitrug, lagerte fingerbid! Viele Streden wiesen in den Firsten durch Kohlenraub entstandene große Hohlräume auf, die mit Schlagwettern angefüllt waren! Weiter waren stillgejezte Aufhauen vorhanden, die ebenfalls voll Wasser standen. Erft am 29. Oftober verunglüdten infolge von zwei aufeinanderfolgenden Explosionen in einem Aufbruch drei Steiger, ein die mutmaßliche Entstehung des Unglüds: In einem der Quer Ein Beteiligter an den Rettungsarbeiten fagt folgendes über schächte hatte die Nachtschicht, die die nötigen Vorarbeiten für die Tagesschicht erledigt, Sprengdynamit gelegt, dieses aber anscheinend nicht genug berieselt. Das Dynamit ist durch irgend einen Umstand zur Explosion gekommen und hat das schredliche Unglüd ver. ursacht. Die in dem Schachte herrschende heiße Temperatur, die auf der Zeche„ Radbod" ausnahmsweise hoch ist, hat die Wirkung der Explosion ungemein begünstigt. Von dieser Auffassung der unmittelbaren Ursache wollen aber die Bergleute nichts wissen.... Der Ministerialrat Oberbergrat Meißner, der von Berlin aus fofort nach der Unglüdsstätte abgereist ist, hat sich über die Sachlage und insbesondere über den Stand der Rettungsarbeiten ausgesprochen. Er hat erklärt: Leider sind alle Nettungsarbeiten ausgeschloffen. Man hat sie schon abgebrochen, da die einfahrenden Mannschaften nur Tote fanden und nur mit schwerer Mühe thr eigenes Leben retten fonnten. Wir müssen mit der entseßlichen Tatsache rechnen, daß mehr als 300 Bergleute auf der dritten und aweiten Sohle ihren Tod gefunden haben. Es ist hier wie leider so häufig der Fall- daß die Rettungsmannschaften selbst auf das Höchste gefährdet sind. * Kundgebungen. Berlin, 13. November. Die Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses sprach der Bergarbeiterschaft ihr Beileid aus. Köln, 13. November. Die Kölner Blätter veröffentlichen auf der Zeche„ Radbod". Die„ Kölnische Zeitung" teilt zugleich mit, Aufrufe zur Sammlung für die Hinterbliebenen der Berunglückten dag bereits 24 000 m. bei ihr als Spende eingegangen find. Paris, 13. November. Petit Parifien" veröffentlicht einen längeren Beileidartikel für die westfälischen Grubenarbeiter, welche von einer neuen Katastrophe heimgesucht worden sind. Das Blatt erinnert an die Mitwirkung westfälischer Grubenarbeiter bei der Ratastrophe von Courrières und erklärt, Frankreich werde dies nie bergeffen. In der letzten Sigung der Abteilung 3 in Dortmund hat unser Herr Borfisender, Oberbergrat Kaltheuner, offiziell mitgeteilt, daß die Absicht bestehe, einen großen Teil der Grundsätze zum Gegenstand von Bergpolizeiverordnungen zu machen. Nun liegt doch auf der Hand, daß wir bei unseren Beratungen in ganz verschiedenem Sinne zu den einzelnen Bunkten Stellung nehmen werden, je nachdem wir wissen, ob fie Gegenstand einer Bergpolizeiverordnung werden oder nur als gute, weise Lehren(!), als Bergbaukunde, gegeben werden sollen. Ich bin der Ansicht, daß diese Borfrage, die ich hiermit stellen möchte, entschieden werden muß, bevor wir in die Beratung der einzelnen Bunfte eintreten können." Und Herr Berghauptmann v. Belsen bemerkte dazu: Fahrhauer und ein Hauer. Glüdlicherweise waren die Verlegungen Hamm i. 23., 13. November. Der Kaiser sandte an den BergIch bin der Meinung, daß wir hier als technische Sach- nicht tödlich. Die Mitführung der Wetterscheiden erhielten die Ar- meister Strämer folgendes Telegramm: verständige nur festzustellen haben, welche Grundsätze wir beiter nicht bezahlt, wodurch diese selbstverständlich vernachlässigt glüd auf der Steinkohlenzeche Radbod in Hövel geleien. Möge Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht von dem schweren Untzur Vermeidung von Stein- und Kohlenfall für zweckmäßig wurden. Den in dieser Hinsicht erhobenen Forderungen der Ar- es den vereinten Anstrengungen gelingen, die in der Grube noch halten..." beiter wurde mit Spott und Hohn begegnet. Der Wettersteiger lebenden, eingeschlossenen waderen Vergleute zu retten. Ich beaufStann man bei solcher Auffassung sich noch wundern, daß bekümmerte sich statt um die Wetterführung um die Kohlenförde- trage Sie, den Hinterbliebenen der unglücklichen Opfer der Statastrophe wir auf dem Gebiete des Bergarbeiterschutes noch so weit rung!!! Alles das hat dazu beigetragen, daß das Unglück einen sowie den Verlegten mein herzliches Beileid auszusprechen. zurück sind? Nicht von rein fachlichen Erwägungen läßt folchen Umfang annehmen konnte. Die Ursachen des Unglüds man sich leiten, sondern von denen des Profits. liegen für uns flar zutage; wir wünschen nur, daß Bergbehörde Paris, 13. November. Präsident Fallières richtete aus An Bei Gelegenheit der erwähnten Interpellation waren und Regierung ebenso klar darüber sind und Vorsorge treffen, daß laß des Grubemunglücks folgendes Telegramm an den Kaifer: Herr Minister Delbrück und Herr Bergwerksdirektor Hilbc in Zukunft die Ursachen von Bergkatastrophen beseitigt werden. Frankreich hat die Sympathie, die die deutschen Grubengesellschaften sich einig in der Auffassung, daß aus politischen Gründen der Die bisherigen Massenunglücke haben das noch nicht vermocht. haben, und den Heldenmut der westfälischen Bergleute, die zur den französischen Bergleuten beim Inglid von Courrières bezeugt Forderung nach Einführung von Arbeiterkontrolleuren nicht Rettung ihrer französischen Kameraden herbeieilten, nicht vergessen. stattgegeben werden könne. Um so tiefer war unsere Ergriffenheit, als wir von dem furchtbaren Unglück vernahmen, das sich auf der Zeche Nadbod zugetragen hat. Wir nehmen von ganzem Herzen teil an der Trauer, die das Deutsche Reich in so schrecklicher Weise betroffen hat. Ich bitte Eure taiferliche Majestät, den Ausdrud unseres aufrichtigen Beileids ent gegennehmen zu wollen. Und so läßt man Unglück auf Unglück geschehen. Riesengroß ist die Zahl der Opfer, die der Bergbau erfordert, und der Gesundheitszustand der Knappen wird ruiniert. Wird das neue große Massengrab, wird der Jammer der Hinterbliebenen nun endlich die dringend notwendigen Reformen bringen? mögen die 350 Toten von„ Radbod" der Regierung das Gewissen schärfen, daß sie sich der Forderung der Bergarbeiter nach Arbeitertontrolleuren nicht mehr widersetzt. Bon den vielen Einzelnachrichten und Telegrammen laffen wir noch diese folgen: Ein Korrespondent des Berl. Botalanz." hat Donnerstag nacht mit einer Dortmunder Sanitätstolonne die Grube besucht und gibt eine Schilderung, die im wesentlichen bestätigt, was wir gestern bereits berichtet: daß die Bergarbeiter sehr berechtigte Ursache hatten, über die Zustände in der Grube zu klagen. Der Vertreter des gewiß nicht arbeiterHamm, 13. November. Nachdem die Rettungsarbeiten nun mehr vollständig eingestellt sind, kann es als gewiß gelten, daß bei der Katastrophe 360 Bergleute ums Leben gekommen sind. In den Hammer Krankenhäusern befinden sich außerdem noch 27 Verletzte. Wie nunmehr feststeht, ist nicht der Förderschacht, sondern nur der freundlichen Berliner Blattes schreibt: Wetterschacht unter Wasser gefeßt worden. Der Förderschacht, die Mit der Sanitätsfolonne begebe ich mich nach dem UnglüdsBrandtüren, die Querschläge sowie der Schachteingang find verschacht, aber niemand führt uns. Kein Mensch hat die Kolonne, Wilhelm I. R. Paris, 18. November. Der Minister des Auswärtigen Bichon stattete heute dem deutschen Botschafter Fürsten Nadolin einen Befuch ab und sprach ihm im Namen der Regierung die Teilnahme anläßlich der Grubenkatastrophe bei Hamm aus. mehrere Blätter geben gleichfalls ihrem Witgefühl Ausbruck. Der Temps" erinnert an die Beweise menschlicher Solidarität, welche Frankreich nach dem Unglück in Courrière von Deutschland erhalten hat, und sagt, die französische öffentliche Meinung wende fich an bas durch die Statastrophe schwergeprüfte deutsche Woll mit dem tiefbewegten Ausdrud lebbafter Teilnahme. Kanzler'Krifis. Noch vorgestern abend wurde von verschiedenen, sonst weist gut über die Stimmungen der sogenannten leitenden Kreise unterrichteten Blätter behauptet, der Reichskanzler stehe jetzt fester auf seinem Posten als vor der Jnterpellations- debatte im Reichstage. Doch über Nacht hat sich das Blatt gewendet. Heute schon kann die Stellung des Kanzlers als völlig erschüttert gelten.. Vielleicht nur noch wenige Tage und der Kanzler fällt— nicht, weil der Reichstag sich seiner Amtsführung widersetzt, sondern durch den Machtspruch des Kaisers. Eine grausame Ironie I Nicht nur ans unsere heutigen VerfassungSzustände, sondern noch mehr auf die phrasenhaften Reden der Bassermänner und Wiemer. Ungenützt haben sie die sich bietende günstige Gelegenheit, das absolute Regiment zu schwächen und die Volksrcchte zu erweitern, verstreichen lassen, um den Kanzler und damit den Block zu halten. In der richtigen Annahme, fällt der Kanzler, so fällt auch der Block. Um diesen Sturz zu verhüten, hat der Liberalismus sich prostituiert, hat er jede scharfe Forderung?.- stellung unterlassen und sich auf Phrasen beschränkt— und nun ergibt sich, dast diese ganze seile Nechnungs- t r ä g e r e i u m s o n st g e w e s e n i st, dah doch die Amts- tage des Kanzlers gezählt sind. Tatsächlich schien noch vor wenigen Tagen dem Kanzler, wenn auch seine Autorität aufs tiefste erschüttert war, vor- läufig noch eine gewisse Amtsdauer beschiedcn zu sein. Zwar in keinem anderen Staate Westeuropas iväre eine Fortführung der Amtsgeschäfte unier solchen Umständen möglich; aber Preusien-Deutschland ist eben in politischer Hinsicht eine Anomalie, eine Abnormität. Der Kaiser hatte Biilow die erbetene Demission verweigert! daZ Zentrum hielt mit.seinen Angriffen gpgen den Kanzler schlau zurück»nd schien vorläufig die Fortsetzung des Spiels abwarten zu wollen. Es weist, daß die Zeit herannaht, Ivo es unter weit günstigeren Bedingungen wieder in seine frühere Stellung einzurücken vermag. Warum sollte es sich jetzt in der heutigen verfahrenen politischen Lage, wo der Block vor der Verhängnis- vollen Arbeit" der Rcichsfinanzreform steht, dazu drängen, wieder Regierungspartei zu werden? Besser, es läßt Kanzler und Freisinn sich zunächst noch mehr abwirtschaften. Und auch die Konservativen schienen von dem Ausgang der Jnterpellationsdebatte nicht unbefriedigt zu sein. Mochte manchem von ihnen auch das Schweigen BülowS am zweiten Tage der Debatte, sein Verzicht auf jede scharfe Abwehr der sozialdemokratischen Reden nicht passen, so waren doch die Forderungen einer Erweiterung der politischen Rechte des Reichstages unter den Tisch gefallen. An und fiir sich ist zwar manchem der Herren die Persönlichkeit des Kanzlers mit ihrem weltmännischen Getänzel und ihren schöngeistigen Allüren höchst gleichgültig, zum Teil sogar zuwider: aber eine Entlassung des Kanzlers konnte unter den gegebenen Umständen von den entschieden liberalen Elementen und besonders von den Sozialdemokraten als ein Zunickweichen der Krone vor den Ansprüchen der Masse gedeutet werden, und dieser Schein mußte nach Ansicht der Jnnler entschieden vermieden werden. Von der Hand der im Reichstage vertretenen Volksmasse durfte Bülow ntcht fallen. So schien Bülow noch eine mehrnwnatige Amtsfrist ge- sichert zu sein. Aber die, vie so kalkulierten, haben einen ins Gewicht fallenden Rechnungsfaktor nicht mit in Betracht ge- zogen: die Psyche des Kaisers, seine Begriffe von Fürstengewalt und GotteSgnabcntuni, seine Empfindsanikeit. Wilhelm II. fühlt sich dadurch verletzt, daß im Reichstage scharfe Worte gegen das persönliche Regiment gefallen sind, ver- letzt durch das Verhalten des Kanzlers, der nicht energisch den sozialdemokratischen Rednern entgegengetreten ist und der ihm doch, nach seiner Auffassung, zu grohem Dank verpflichtet war, da er, der Kaiser, ihm die Nicht- beachtung des ihm zur Prüfung zugegangenen Manuskripts verziehen und seine Demission gnädigst zurückgewiesen hatte. Und diese Verstimmung dürfte schwerlich von den vielen Feinden, die Bülow wegen seiner Blockpolitik und seiner gelegentlichen liberalen Anwandlungen in den Hofkreisen besitzt, ungenutzt geblieben sein, wird doch erzählt, daß am zweiten Tage der Debatte bei einem der Wortführer der Konserpativen eine Depesche aus Donaueschingen eingetroffen sei, in der die flaue Verteidigung dcS Kaisers durch Herrn v. Heydcbrand moniert wurde. Erst darauf habe Herr v. Oldenburg seine Redensarten von Ergebenheit und Königstrelle in die Debatte geworfen. Wie in den Hofkreiscn hat man auch im Staats- Ministerium, in dem man ebenfalls gut über die jeweiligen Stimnitingen und Verstimmungen des Kaisers inforniicrt ist, die Gelegenheit benutzt, alte Fehden wieder aufzunehmen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß in der letzten Sitzung des Preußischen Staatsniinisteriums bei der Beratung der Beschlüsse über das persönliche Regiment es bereits zu allerlei Einwendungen und Wider- sprächen gekommen ist. B e s o n d e r s. zw i s ch e n F r e t- Herrn v. Ryeinbaben und dem Reichskanzler sollen sich verschiedene Differenzen er- geben haben. Wie weit die Krise bereits vorgeschritten ist, zeigt folgende parteioffiziöse, von der„Krenz-Zcitung" ohne ein Wort der Kritik abgedruckte Auslassung der„Kon- scrvativen Korrespondenz". „Mit BeflemiNung werben unsere Gesinnungsgenossen im Lande den NeichStagsverhandlungen der letzten Tage gefolgt sein. Und wahrlich, eS bandelte sich um viel l Ein trauriges Bild, den Träger der Kaiser« kröne so vor aller Welt kritisiert Und bloß« gestellt zu tzehen. Das hat Deutschland seit seiner Wiedergeburt noch nicht er- lebt, und daS kann und darf nicht wieder vorkewuicn, wenn wir eine Kaisergewalt lhhalten wollen, die mehr ist als die im alte» Deutschen Reiche. Gott sei Dank, daß wenigstens von konservativer Seite sich bei aller freimütigen Beurteilung der Sachlage, die unsere Redner schon gegeben, doch noch im letzten Moment auch eine Stimme persönlicher Anhänglichkeit und Treu« erhob! Warum sprach nicht auch der Kanzler noch ein Wort? Hätte er nicht, wenigstens den Nebergriffen gegenüber, den Schild vor die Person des Kaisers halten sollen? Vielleicht dachte er, daß es, um de? Endeffekts willen, psycho- logisch besser sei, da« Gewitter, die elektrische Spannung sich ganz entladen, das tuigeschmülkteste Urteil sich hervorwagen zu lassen— alS dazwischenzutreten. Mag sein, daß er diese Ansicht hatte; wir wollen danimj keinen Stein auf ihn werfen. j Er muß wissen. waS er setzt will. DaS muß nun aber auch in die Tat umgesetzt werden! ES war kein gutes Anzeichen, datz man dem Kaiser nicht schon riet, in diesen schweren Tagen für die Monarchie, statti in fremden Gegenden in der Mitte seines Volkes, zur Seite seine» amtlichen Berater zu weilen. Auch solche Dinge dürfen nicht sein, wenn wir auf eine wirkliche Besserung der Lage vertrauen, wenn wir dessen gewiß sein wollen, dost diese Berater vor ihm auch alle? weitere, was anders werden muß, mit dem Nachdruck und Ernst der kritischen Stunde vertreten werden." Allerdings manche politischen Wortführer der Konservativen scheinen mit dieser Abschwenkung der konservativen Partei- leitung vom Kanzler noch nicht einverstanden zu sein. Die „Deutsche Tageszeitung" knüpft an die Aeusterung folgende Kritik: „Auf den Inhalt näher einzu geheit, möchten wir uns vorläufig versagen. Wir können un-S aber de? Eindrucks nicht erwehren, als ob diese Veröffentlichung nicht völlig auf denselben Ton gestimmt sei. in dem die bekannte Erklärung deS Parteivo r st andes gehalten war.... Sachlich hat der Artikel i»sofern recht, als man allgemein tief bedauert hat, daß der Kaiser in diesen Tagen nicht in seinem Lande und seiner Hauptstadt weilte. Wir glauben aber annehmen zn dürfen, daß, wenn es möglich gewesen wäre, ihm das mit Erfolg zu raten, dieser Rat gewiß erteilt worden sein würde. Weiter möchten wir uns über diese Seite der Angelegen- heit nicht verbreiten. Darüber, ob es zweckmäßig gewesen ist, wenn der Reichs- kaitzler noch einmal in der Besprechung der Jnterpellatioiien das Wort ergriffen hätte, kann man verschiedener Meinung sein. Die Lage würde durch ein nochmaliges Eingreifen des Kanzlers freilich kaum gebessert worden sein. Deshalb liegt es auch uns völlig fern, deswegen einen Stein auf den Kanzler zu werfen." Auch der aus Hofkreisen inspirierte fromme„Reichs- böte", das mit Vorliebe von der Kaiserin gelesene Blatt leistet sich folgenden Angriff gegen den Reichskanzler: „Besonders erballt wird der Kaiser freilich von der Haltung des Fürsten Bülow am zweiten Tage nicht sein, wo er sich den schwersten Beschuldigungen des Kaisers gegenüber völlig passiv verhielt. Wie der Kaiser da? Verhalten des Kanzlers beurteilt, wird größtenteils davon abhängen, wieweit daS impulsive persönliche Eingreifet des Kaisers bei der getadelten Politik und wieweit die Beteiligung des Kanzlers dabei in Betracht kommt.... Der Reichskanzler hat wiederholt gesagt, daß er die Verantwortung sür die fehlerhafte Behandlung deS kaiserlichen Auftrags mit dem Manuskript des Artikels über- nehme, aber von der Berantwortung für die in dem Arnkel stehenden Tatsachen hat er nichts gesagt. Die Verantwortung für diese und ihre Veröffentlichung hat er auf dem Kaiser und seinem viel kritisierte» persönlichen Regiment sitzen lassen. Juwiewett er dazu berechtigt war und wieweit er davon seine Haltung im Reichstage abhängig machen bnrste. davon wird es abhängen, ob der Kaiser mit seiner Haltung eiiiverstauden ist oder nicht... Wir verlangen nicht vom Kanzler, daß er gegen sein Gewissen etwas verteidigen soll, aber Wir hätten ge- wünscht, daß er dann auch seine eigene Schuld hätte eingestehen sollen; denn er war an dieser Politik im allgemeinen beteiligt und das Auswärtige Amt hat sie gegen jeden, der sie kritisierte. aufS schärfste verteidigt. Ein auf der Höhe stehender Staats- mann darf nicht eine falsche von seinem Monarchen gewünscht« Politik mitmachen, aber noch weniger darf er dann, wenn ihre Fehler offenbar werden, seine Mitschuld verschweigen oder sie als einen Alt der persönlichen Politik des Fürsten erscheinen lasse tt." Kompliziert wird die Lage dadurch, daß der Bundesrats- ausschust für auswärtige Angelogeiiheiten sich gestern unter dein Votsitz des bayerischen Ministerpräsidenten Freihcrrn b. Podewils einmütig auf die Seite deL Fürsten Bülow gestellt hat. Vorläufig ist ter Chef des ZivilkabinettS, Herr v. Valsn- tini, zum Vortrag bei Wilhelm II.«ach Donaueschingen berufen worden. Dein Kanzler, der den Kaiser um die Erlaubnis ersuchte, ihm Vortrag halten zu dürfen, ist bisher die Er- laubnis nicht gewährt worden. Vielleicht, daß ihm gestattet wird, demnächst in Kiel, wohin der Kaiser sich zur Truppen- Vereidigung begibt. Vortrag zu halten— falls er nicht inzwischen schön seinen Abschied erhalten hat. vK lustige Kaiser. Wir fillbcn in der„Frk. Ztg." folgende Annonce: Frankfurts Union» Theater vor Deutschlands Kaiser! DaS Union- Theater, Kaiferstraßs 74, wurde vom ü r st e» Fürstenberg eingeladen. am Dienstag vor r. Majestät dem Deutschen Kaiser in Donmieschlnge» eine Separatvorstellung im Musiksaalo des Schlosses zu veranstalten. Wir erhalten darüber heute folgendes Originaltelegramm: Donaueschingen, Ii. 0.40. Ziveistiindige Borstellung des U n i o n- T h e a t e r S im Schlosse zu Donaueschiiigeii vor dem Deutschen Kaiser, dem Fürsten Fürstenberg und Grafen Zeppelin mir sensatioiiellein Erfolg nachtS t2>/z Uhr beendet. Der Kaiser und die hohen Hmschastdi applaiivicrten stürmisch und sprachen i» prrsiiiilicher Uiitcrrcliiuig ihre dnnküare An- erkenn,»ig für das brillant gewählte Programm und die tadellose Vorführung aus. Es war am D t e n s t a g. an demselben Tage, an dem der deutsche Reichstag die Debatte Über das persönliche Regiment begann. Es ist auch interessant, daß der Kaiser in persönlicher Unterredung seine Anerkennung anS- sprach. Fürst Bülow konnte bisher, wie es scheint, solch per- sönliche Unterredung noch ntcht erlangen. Zweifelhaft bleibt auch, ob der Kaiser seinem Diener ebenfalls so„dank- bare Anerkennung" aussprechen wird. Daß der Kaiser der Fuchsjagd obliegt, dann zur Rekrutenvereidtgung nach Kiel fährt und, irren wir nicht. beMts zu neuen Jagden sich angesagt hat, ist den HMlarchisten kein Wohlgefallen. So sagt selbst die hochoffiziösc /.Köln. Ztg.": „Man versteht nicht, daß der Kaiser, was jetzt in Berlin ? geschieht, anscheinend als so unwichtig einschätzi, daß er seine R e i s e n. Jagden und höfischen F e st e nicht unterbricht, um nach Berlin zu kommen. Schon lange ist im Volt das, wenn wir nicht irren, von Eugen Richler geprägte Wort vom„Regieren im Umherziehen" bitter empfunden worden. Es war nicht nötig, daß gerade die jetzigen Verhandlungen wieder einmal den äugen» |. scheinlich eu Beweis liefern mußten, wie sehr der notwendige Zu- » sammenhang in der Regierung durch die ununterbrochenen Reisen ? deö Kaisers geschädigt wird." Uud der Schmerz der Monarchisten ist ja begreiflich. Denn ■teenft gerade der Monarch in krisenhaften Zeiten, in den Stunden der Entscheidung so viel Zeit zu Ver- guügungen hat, so gibt er damit zu erkennen, daß er die Regicrungsgcschäfte nicht für die wichtig st c Funktion seiner Stellung hält. Es ist übrigens eine gute Lektion, die die bürgerlichen Parteien er- fahren. Solange sie nur reden und nicht handeln, verdienen sie nichts anderes, als daß der Kaiser sich durch ihre Reden seine Amüsements nicht stören läßt. Eine bessere Kritik konnte das Versagen des Reichstages gar nicht finden, allerdings auch keine, die die Massen über die Herrlichkeit des absolutisti- scheu Systems gründlicher aufklären würde. Es ist also nicht verwunderlich, daß man auch in offiziösen Kreisen an Abhilfe denkt. Da es aber offenbar nicht ge- lingen will, dem Kaiser klarzumachen, daß die Zeit zu Ver- gnügungen nicht gerade gut gewählt ist, so macht man die Sache einfacher und für die offiziösen Kreise auch bequemer: Man läßt dem Kaiser seine Freude, aber man sorgt dafür, daß das Volk möglichst wenig von den Vergnügungen erfährt. Von sehr vertrauenswürdiger Seite erhalten wir folgende interessante Nächrichten: Das offiziöse Wolfs sche Depeschenbureau hat den Auftrag erhalten, daß die Nachrichten aus dem Hoflebcn im all- gemeinen und ü b e r d e n K a i s e r im besonderen von jetzt an möglichst kurz, sachlich und ohne Aufputz abgefaßt werden. Dieser Auftrag ist auch pünktlich ausgeführt worden. So kam ein Telegramm aus Donaueschingen, der Kdiser habe sich seinen eigenen Einzug in Donaueschingen durch den Kineniatographen vorführen lassen. Dies Telegramm wurde von dem Depeschenbureau unter- drückt. Es ist wirklich schade, daß die Nachrichten über den Kaiser gerade dann dem Volke vorenthalten werden, sobald sie bc- ginnen, wirkliches politisches Interesse zu gewinnen. SchiiGing. Der verdicnstbollen Anklageschrist des„BücgermelsterZ X. U. Z." gegen„d i e Reaktion in der inneren Ver- w a l t u n g Preußens" ist ein neues Kapitel anzufügen. Der Verfasser, Bürgermeister Schücking von Husum, ist wegen der Herausgabe seiner Schrift und wegen einiger im gleichen Sini" gehaltener Zeitungsartikel im Disziplinarverfahren als Pamphletist, als einer, der mangelnde Ehrerbietung vor Dienstvorgcsetzten zur Schau getragen und Staatseinrichtungen verächtlich gemacht hat, zu SOO M. Geldstrafe verurteilt worden. Zur höchsten Strafe, die vor der A m t S e n t s e tz u n g steht, die der Vertreter der Anklage gefordert hatte. Es ist überflüssig, die juristische Haltlosigkeit deS Spruches zu behandeln, überflüssig, auf die bodenlose kulturelle Rückständig- keit Preußens noch einmal besonders hinzuweisen, die aus dem Ver- fahren und aus dem Urteil spricht, überflüssig auch, die jammervolle Verkrüppelung der gerühmten„Selbstverwaltung" an der Tatsache zu demonstrieren, daß auch der Kommunalbcamte, der Erwählte der Bürgerschaft, zum Untergebenen der Staatsbureaukratie ge- stempelt wird. Es hieße da nur allbckamite und oft behandelte Dinge wiederholen. So war es immer in Preußen, wo Land- rate und Aintsvorstcher, die liberale Zeitungen zerreißen, die oppositionellen Parteien die Säle abtreiben und ähnliches mehr tun, niemals mit dem Disziplinarverfahren Bekanntschaft machen. Unb so wird es bleiben in Preußen, solange das Drciklassenunrecht besteht. Wenn das Schicksal deö Husumer Bürgermeisters besonderes Aufsehen erregt, so deshalb, weil es einem Freisinnigen in der Zeit des Blocks widerfährt. Von Gleichberechtigung, von Anteil an der Macht träumte der FrAslnn, als er sich zum schmählichen Verrat liberaler Grundsätze, zum Block- dienst herbeiließ: DaS Junkertum hat ihm schnell zu verstehen* gegeben, daß der Pakt so nicht zu verstehen ist. Ten Schein einiger kleiner parlamentarischer Erfolge gönnt es dem Blocklakaien allen» falls, aber an die Wurzel der junkerlichen Macht, an die Allein- Herrschaft der Junker in Preußens Verwaltung darf er nicht rühren. Die Partei, die im Reiche sich Regierungspartei nennen darf, die berufen wird, dem Reichskanzler die nötige Mehrheit zn bilden, sie mutz sich in Preußen � weiter als aussätzig behandeln lassen. Der Beamte, der ihre Ideen verficht, ihre Forderungen vertritt, macht sich unmöglich So ist der Wille der Junker und der Junkerbureaukratic, und der preußische Ministerpräsident Bülow ist außerstande, etwas dagegen zu tun. Alle Erklärungen der„Nordd. Allg. Ztg.", daß der preußischen Regierung das Ver- fahren wider Schücking unangenehm sei, haben nichts genützt. Vielleicht haben sie Herrn Schücking die Amtsentsehung erspart— aber in solchen Verfahren ist das Strafmaß Nebenfachs. Für den Freisinn wäre die Sache nichts gebessert, wenn selbst auf die niedrigst zulässige Geldstrafe erkannt worden wäre. Was lvird der Freisinn tun angesichts dieses derben Backen- streichs, den ihnen die Junkerbureaukratie versetzt. Die freisinnige Presse schweigt vorerst. Sie gab am Freitag das Urteil und sagt: nichts. Was wird sie sagen? Was wird die freisinnige Fraktion?- gemeinschaft unternehmen? Der Freisinn hat schon soviel Demütigungen hinunter- geschluckt, daß er vielleicht auch diese noch hinunterwürgt. Brennende Scham müßte ihm dann freilich inS Antlitz steigen, wenn er die tapfer« Verteidigungsschrift liest, die Schücking der Anklage ent- gcgcngcsetzt hat. politifcbe Clcbcf ficht. Berlin, den 13. November 1908. Wie die Arbeitslosigkeit hinwegeredet wird. Aus dem Reichstag.(13. November.) Die furcht- bare Krise, unter der Deutschland leidet, hat eine Arbeitslosigkeit schlimmster Art über die Arbeiterschaft gebracht. Nicht das erste Mal zieht die Not durch die Laude, und nicht das letzte Mal wird es gewesen sein. Die Not ist der Schatten des kapitalistischen Aufschwungs; sie folgt ihm auf dem Fuße. Und immer, wenn Hunderttausende auf die Straße getrieben werden durch die KrisiS, drängt sich die Frage auf: was soll geschehen, um die Arbeitslosigkeit ein- zudämmcn, die Not zu lindern? Zwei Interpellationen suchten diesmal die Regierung zur Auskunft zu drängen über die Maßregeln, die sie gegen die herrschende Arbeitslosigkeit und den Notstand zu ergreifen gedenkt. Sonst war es die Sozialdemokratie allein, die mit solchen Fragen die Gemütsruhe der herrschenden Klasse störte. Abex gutes sozialdemokratisches Beispiel verbessert offenbar die Sitten bürgerlicher Politiker: denn auch daS Zentrum hat sich nun eingefunden mit einer Interpellation. Sein Vertreter, der Generalsekretär Dr. Pieper aus am Montag nächster Woche wird in diesem Rahmen die Entscheidung München- Gladbach, erhielt zur Begründung zuerst das Wort. fallen. Boraussichtlich wird dann am Donnerstag eine GonderArbeitslosenzählung, Arbeitslosenversicherung, Arbeitsnachweise fißung der Bürgerschaft stattfinden, die, nach dem Hamburger hält auch er für notwendig, genau wie die Sozialdemokratie Blatt, ohne Zweifel zur Annahme des Antrages führen fie fordert. Als er aber von einer gesunden Handelspolitit" wird. fprach, war er vorsichtig genug, feine näheren Angaben darüber zu machen. Es wäre auch für einen Zentrumsmann schwer gewesen, die Nachwirkung der Schutzölle auf Lebensmittel für die Verschärfung der Not hinwegzubeuteln. Minifterverantwortlichkeit. Eine neue Organisation der preußischen Zentrumspartei. Der Mgeordnete Dr. Borsch hat am 8. 5. M. in einer Betsammlung des katholischen Männervereins zu Ratibor Mitteilungen über eine neue Organisation der preußischen Zentrumspartei ge= macht. Danach ist geplant, einen Landesausschuß der preußischen Zentrumspartei zu bilden. Der Ausschuß soll bestehen aus den Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat, wie Vorstandsmitgliedern der Zentrumsfraktion des preußischen Abwir gestern schon mitgeteilt haben, ein Gesetz betreffend die geordnetenhauses, den preußischen Vorstandsmitgliedern der Ben Genosse Moltenbuhr nagelte das Zentrum auf diesen Ministerverantwortlichkeit, im Reichstage eingebracht. Die trumsfraktion des Reichstages, den Vorsitzenden der Provinzialauschreienden Widerspruch in seiner Politik fest: daß es für die Arbeiter einzutreten behauptet, auch tatsächlich für allerhand foziale Reformen eintritt, aber gleichzeitig ihnen die Lebenshaltungs durch Verteuerung der Lebensmittel aus Rücksicht auf die Agrarier in standalöser Weise erschwert. Auch auf einen anderen Defett in der Pieperschen Beweisführung wies Molkenbuhr hin: Der flerifale Generalfefretär fordert immer nur die Versicherung gegen ArbeitsLosigkeit für gewerbliche Arbeiter. Auch da schaut der agrarische Pferdefuß heraus. Moltenbuhr betonte scharf, daß ändliche Arbeiter doch den nämlichen Anspruch hätten, gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit gesichert zu werden. Zur Frage der Mittel übergehend, verlangte MolkenBuhr insbesondere, daß das Reich, das jeht nichts tue, Mittel für die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit aufbringe. Wahres Entfezen erregte es bei ben Stonservativen, als Molkenbuhr eine Summe von jährlich 200 Millionen Mark für nötig ertlärte, während die nämlichen Leute für Heer und Flotte mit aller Gemütsruhe die Ausgaben in kurzer Zeit um das Vielsache dieser Summe gesteigert haben. Der Staatssekretär des Jimern v. BethmannHollweg hatte es sich bei Beantwortung der Interpellation offenbar zur Aufgabe gestellt, die Tatsache der Arbeitslosigkeit möglichst hinwegzureden. Er verlas allerhand statistisches Material, das zu diesem Zwecke von irgend welajen Geheimräten zusammengesucht war. So fonstatierte er mit Wohlgefallen, daß die Zahl der beschäftigten Frauen bei weitem nicht so start abgenommen habe wie die der Männer. In seiner Ahnungslosigkeit sah er nicht, daß die Ersetzung teuerer Männerarbeit durch billigere Frauenarbeit auch eine Signatur der Krise ist. Zum Beweise dafür, daß das Reich doch etwas gegen die Arbeitslosigkeit tue, verwies er auf die Hunderte von Millionen im Budget, die zur Ausführung von Arbeiten ausgeworfen seien. Als ob das nicht dauernd fortliefe, auch ohne Strife. In seinem vollen Glanze aber zeigte er sich mit der Erklärung: er halte die Arbeitslofenversicherung überhaupt für undurchführbar. Daraus geht flar hervor, welchen sozialpolitischen Rückschritt die Reichs. regierung mit der Ersetzung des Grafen Pojadowsky, der die Arbeitslosenversicherung im Prinzip anerkannte, durch den ehemaligen Bolizeiminister von Bethmaun- Hollweg gemacht, der fein Amt durch die Brille der großen Ausbeuter in Stadt und Land anschaut. Nachdem in der Besprechung der Interpellation einige Redner zu Worte gekommen waren, wurde die Debatte auf Sonnabend vertagt. Kaiserbriefe. " wesentlichsten Bestimmungen lauten: Hinter Artikel 17 der Reichsverfassung ist einzufügen: Artikel 17a. Der Reichskanzler ist für seine Amtsführung dem Reichstage berantwortlich. Diese Verantwortlichkeit erstreckt sich auf alle politischen Handlungen und Unterlaffungen des Kaisers. Der Reichsfangler ist zu entlassen, wenn der Reichstag es fordert. Artikel 17b. schüsse der Zentrumspartei. Der Landesausschus kann sich durch Zutahl von 7 Mitgliedern verstärken. Der Landesausschuß soll die Parteiorganisation fördern, die Verständigung zwischen den preußifchen Provinzialorganisationen über die zu beobachtende Taktik, insbesondere, soweit der Abschluß von Wahlbündnissen mit anderen Parteien in Frage kommt, übernehmen. Bei den Reichstagswahleit soll der Landesausschuß über das Gebiet von Preußen hinaus über die grundsätzlichen Fragen der Taktik auch mit den Landesausschüssen von Bayern, Württemberg, Baden, Hessen und Elsaß- Lothringen und mit den übrigen noch zu organisierenden Staaten Norddeutschlands eine Verständigung herbeizuführen suchen. Protest gegen das Weingesetz und das Lichtsteuergeset. Mit dieser Anflage fann der Reichstag, die Anflage wegen In der heutigen Plenarsizung der Pfälzischen Handels- und solcher Handlungen des Reichskanzlers verbinden, welche unter Gewerbekammer erklärte die Mehrzahl der Redner den§ 8 des bas allgemeine Strafgeies fallen, soweit fie mit den öffentlichen Weingefebes, der die Zuckerung des Weines betrifft, für unannehme bar. Die Annahme dieses Paragraphen in seiner jebigen Form Obliegenheiten des Reichskanzlers zusammenhängen. würde den Weinbau schwer schädigen. Die Steuer auf Flaschenweine würde die gleiche Wirkung wie die Fahrkartensteuer ausüben, es würde auch da eine Abwanderung der höheren Klaffe in die niebere stattfinden. Das Gesetz foll noch einmal in einer Stommission durchberaten werden. Wenn der Neichstag den Reichetangler für schuldig hält, durch eine von ihm zu verantwortende Handlung oder Unterlaffung vor fäglich oder grob fahrlässig seine Amtspflichten verletzt, namentlich verfassungswidrig gehandelt oder sonst das Wohl des Reiches gefchädigt zu haben, so tann der Reichstag gegen den Reichskangler Anflage erheben. Artikel 17o. Die Verhandlung und Entscheidung über die vom Reichstage gegen den Reichsfangler erhobene Auflage steht dem Staatsgerichtshofe für das Deutsche Reich zu. Der Reichstag ernennt bei Beginn jeder Legislaturperiode die 24 Mitglieder des Staatsgerichtshofes. Die Berufung in den Staatsgerichtshof darf nicht abgelehnt werden. Artikel 17 d. Der angeklagte Reichsfangler hat das Recht, Bis zu 12 Mit glieder des Staatsgerichtshofes ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Macht er von diesem Rechte nicht in vollem Umfange Gebrauch, so ist durch Auslofung die Zahl der Mitglieder auf zwölf zu bringen. Diese bilden den Gerichtshof und wählen den Borfizenden aus ihrer Mitte. Artikel 17 f. Von der Beschlußfaffung des Reichstage über die Erhebung von Anflage bis zur Beendigung des Verfahrens ist der angeklagte Reichskanzler bom Amte suspendiert. Artikel 17g. " Ganz entschieben sprach sich die Kammer gegen die Einführung der Gas- und Gleftrigitätssteuer aus. Es sei wirtschaftlich total verkehrt, die Produktionsmittel mit Steuern zu belasten. Für die Sadt Ludwigshafen mit ihren 82 000 Einwohnern würde die Steuer eine Mehrbelastung von 60 000 m. ausmachen. Die bekannte badische Anilin- und Sodafabrik", deren Hauptbetrieb in Ludwigshafen ist, hätte allein 221 000 M. Wehtbelastung durch die Steuer. die Sammer in der Besteuerung des Gafes und der Elektrizität G3 wurde einstimmig eine Resolution angenommen, nach welcher eine schwere Schädigung von Industrie, Handel und Gewerbe erblickt, durch welche die Weiterentwickelung der Industrie gehemmt und in ihrer Eristenz zum Teil ernstlich bedroht ist. Arbeitsplan des Abgeordnetenhauses. Die Dispofitionen des preußischen Abgeordnetenhauses find plöglich geändert worden: der Präfident b. röcher, dem die Im Falle der Berurteilung ist stets der Reichskanaler feines Ermächtigung erteilt war, eine Gigung anzuberaumen, hat bas Amtes verlufiig zu erklären. Außerdem fann nach Beschaffenheit berlenum au Freitag, ben 20. 5. M., wieder zuUmstände auf geitliche oder bauernde Unfähigkeit zur Bekleidung fammen berufen. Auf der Tagesordnung steht an erster Stelle eines öffentlichen Amtes erkannt werben. Das Recht der Begnadigung oder Strafmilderung zugunsten des Verurteilten darf nur auf Antrag des Reichstages ausgeübt werden. Artikel 17i. Fällt dem angeklagten Reichsfangler auch eine im allgemeinen die Besprechung der Interpellation betreffend bas GrubenStrafgeseze vorgesehene Handlung zur Laft, so hat der Staats- unglück auf der Zeche Radbod", dann eine Reihe von gerichtshof außerdem die Bestimmungen dieses Gesetzes gegen ihn Vorlagen, darunter die Vorlage betreffend die Heranziehung anzuwenden. der Beamten zur Gemeindeeinkommensteuer und Artikel 17h. betreffend die Gewährung von Wohnungsgeld. zuschüssen und schließlich die Interpellation betreffend inde. rung der Arbeitslosigteit. So erfreulich und selbstverständlich es auch ist, daß die beiden wichtigen Interpellationen fobald als möglich besprochen werden, so darf man andererseits nicht vergessen, daß dadurch die Arbeiten der Budgetlommission und der Lehrerbefoldungstommiffion eine unerwünschte Unterbrechung erfahren, so daß an die Beendigung der zweiten Befung vor Weihnachten nicht zu denken ist. Charakteristisch ist, daß die Wahlrechtsanträge und die das Vereinsrecht be treffenben untrage nicht auf der Tagesordnung stehen! Diese Fragen sollen offenbar bis auf den Santinimmerleinstag vertagt werden. Der Präsident beabsichtigt nur am Freitag und am Sonnabend Plenarsizungen abzuhalten; dann foll wieder eine Bause eintreten, bis die beiden Stommissionen die ersten Lesungen der ihnen überwiesenen Gesetzentwürfe beendet haben. Der Reichstanzler tann vor den ordentlichen Gerichten auf Erfaz des Schadens belangt werden, den er: 1. burch Anweisung einer im Reichstage nicht genehmigten Aus gabe oder durch eine mit den Beschlüssen des Reichstages nicht übereinstimmende Verwendung einer genehmigten Ausgabe bem Reiche oder 2. burch eine vom Staatsgerichtshofe für strafbar erkannte Handlung dem Reiche oder Privaten zugefügt hat. Die Entscheidung des Staatsgerichtshofes über die Pflicht widrigkeit der Handlung ist für die ordentlichen Gerichte bindend. „ Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher bie Verantwortlichkeit des Reichskanglers( Deichsverfassung Artikel 17) und des Stellvertreters des Reichetanglers( Reichsgesetz vom 17. März 1878, betreffend die Stellvertretung des Reichskanzlers, R.-G.-D. S. 7), sowie das zur Geltendmachung dieser Berantwortlichkeit einzuhaltende Verfahren regelt." Wir haben gestern die Veröffentlichung des Vaderland" tviebergegeben, die von einem merkivürbigen Briefwechsel zwischen der holländischen Königin und dem deutschen Kaiser erzählt. Während des russisch- japanischen Krieges, so berichtete das früher offigiöse Blatt, habe Wilhelm II. gedroht, Deutschland werde die niederländischen Säfett ottupieren, falls die Niederlande nicht sofort Verteibigungsmaßregeln gegen England träfen. Nun fann man ja- nach den lehten Erfahrungen weniger denn je diese Mitteilung nicht einfach für die Erfindung Auch das Zentrum hat durch den Grafen Hompesch einen eines deutschfeindlichen Blattes halten. Die Nordb. Allgem. bie Weinifterverantwortlichkeit fordernden Antrag im ReichsBeitung" aber schweigt beharrlich und gibt so der tage eingebracht. Er hat folgenden Wortlaut: Vermutung neue Nahrung, daß wir wieder einemt unbegreiflichen, der deutschen Polttit fchäd lichen Att des persönlichen Regiments gegenüberstehen. Wäre die Sache wahr, so hätte Wilhelm II. während des russisch- japanischen Strieges ohne jede Not einen Druck auf die Niederlande ausgeübt, der in England als höchst unfreundlicher Att empfunden werden mußte, während gleichzeitig die in Holland infolge alldeutscher Phantasien ohnehin bestehende Befürchtung vor deutschen Eroberungsabsichten verstärkt worden wäre. Die vom Daily Telegraph" mit geteilten Aeußerungen Wilhelms II., daß er stets als Freund Englands gehandelt hätte, erführen dadurch eine neue Widerlegung. Nun will allerdings ein hiesiges Mittagsblatt wissen, daß die Sache anders liegt. Danach hätte nicht Wilhelm II. die Initiative ergriffen, sondern König Eduard habe die Königin Wilhelmine bertraulich wissen lassen, England würde sich genötigt sehen, niederländische Häfen zu blockieren, Deutschland Wiene machen sollte, Hollands Neutralität zu verlegen. Wilhelm II. erhielt auf irgend eine Weise Kenntnis davon und machte daraufhin erst die Königin aufmerksam, daß deutsche Truppen die holländische Grenze überschreiten müßten, wenn englische Kriegsfahrzeuge sich in holländischen Häfen festsetzen würden. " wenn Aber auch diese Darstellung bestätigt einmal, daß Wilhelm II. persönlich eine so folgenschwere Ankündigung an die holländische Stönigin gelangen ließ und wirst damit die Frage auf, ob der Kaiser das mit Wissen und mit Billigung des Stanzlers getan hat. Dann aber läßt es diese Darstellung ganz unerflärt, wieso denn König Eduard auf den Einfall kam, daß Deutschland sich mit feindlichen Absichten gegen Holland trage. SKönig Eduard muß doch zu feiner Blockadedrohung irgend einen Anlaß gehabt haben. Es ist also dringend nötig, daß endlich eine amtliche Aufflärung folgt. Denn es handelt sich wieder um eine neue schwere Beschuldigung der deutschen Politit, für die das Wort Abstoßungspolitit" noch sehr milde wäre, wenn die Nachricht von diesem Briefwechsel auf Wahrheit beruhte. " Gegen das persönliche Regiment. Der heitere Herr. leber Herrn v. Kiderlen- Wächter Iefen wir in der„ Lib. Storrefp.": Das verhinderte Interview. leber den Inhalt des glücklich berhinderten amerikanischen Kaiserinterviews teilt die Londoner Morning Post" folgende Einzelheiten mit: Der Kaiser kritisiert in scharfer Weise die angeblich unfreundliche Haltung Englands, die er in Gegensatz zu der amerikanischen Freundschaft stellt. ( Man erinnert sich der boshaften Bemerkung des" Standard": Wenn der Kaiser mit einem Engländer spricht, ist er gang Engländer, wenn mit einem Amerifaner gang Amerikaner.) Seine Kritit des Batikans jei biel strenger gewesen und die 8entrumspattei habe er sehr scharf gea tabelt. Bon Präsident Roosevelt sprach er mit warmen Worten und gab seiner Freundschaft zu Amerika Ausdrud. Bu der Fahrt des amerikanischen Schlachtichiffgeschwaders nach dem Stillen Ozean fagte Kaiser Wilhelm, bies sei ein neuer Beweis der außerordentlichen Staatskunst bes amerikanischen Präsidenten und eine gute Lektion für Japan.(!) Die Zeitung teilt ferner mit, daß trop der inoffiziellen Gerade das Auftreten des Herrn b. Siberlen- Wächter hat bligartig die gefährliche Situation beleuchtet, in der wir uns unter der Herrschaft des persönlichen Regiments befinden. Man bedente: In einer falastrophenhaft erregten Zeit, in der alles nach Reform an Haupt und Gliedern schreit, in der das Auswärtige Unit einen nicht wieder gut zu machenden, grober Nachlässigkeit und mangelnder Einsicht zuzuschreibenden Fehler begangen hat, da wird zur Sanierung des kranken Dementis in gutinformierten Kreisen versichert werbe, daß die Organismus ein Mann aus dem Balkan Herberufen, der es in einer Viertelstunde im Parlament fertig bringt: erftens gu be- erste Bitte um Richtberöffentlichung des Interviews bebon Berlin tamt. Dieses Unsuchen sei auf Wunsch ber weisen, daß ihm nicht die geringste Ahnung inne wohnt, in welcher schweren Situation das Auswärtige Amt sich deutschen Botschaft durch das State- Departement dent befindet, da er die Tüchtigkeit des Amtes nach der Zahl der Verlage des Century Magazine" übermittelt worden, der trop Aftenbündel und der abgesessenen Pflichtstunden bemißt, und der großen Kosten, bie ihm dadurch entstanden, sich bereit erklärte, zweitens die auswärtigen Aemter der anderen das bereits gebrudte Interview zu vernichten. Staaten aufs gröblichste zu berleben, indem er So muß man es machen, unt zu verhindern, daß an einem ihren Beamten indirett Mangel an Pünktlichkeit und Eraltheit Kaiserwort nicht gedreht und gebeutelt wird. borwirft. Man kommt sich nach dem Genuß einer solchen staatsmännischen Leistung vor wie der Seiter über den Bodensee. Wan fagt sich: folchen Händen wat min jahrelang das Gefchic und das Ansehen des Deutschen Reiches im Auslande anvertraut! Und diefer Herr gilt als gewandter Diplomat!" Wie mag es da erst mit der Besetzung anderer Posten bestellt fein Der Nachfolger des Generalstaatsanwalts Dr. Wachler. Als Nachfolger des verstorbenen Generalstaatsantvalts Dr. Wachter ist, wie die Berliner Untberfal- Storrefpondenz" zuberfäffig hört, der Oberstaatsanwalt Dr. Jfenbiel in Aussicht genommen. Nach seinem Gintreten für den Fürsten Eulenburg im Dann aber noch eine weitere èrnfte Erivägung: In derfelben Molite- garden- Brozeß galt es allgemein als sicher, daß Dr. Jengeit, wo Deutschland widerhallt von dem aus vaterländischer Be biel nicht mehr lange den Bosten eines Oberstaatsanwalts befleiden Hlemmung geborenen Ruf: Fort mit dem persönlichen Regiment! werde. Seine baldige Berufung als Oberregierungsrat ins Justizba muß sich ber leitenbe Staatsmann mit der Berufung ministerium wurde vielfach erwartet. Durch den Tod des General einen des Herrn b. Stiberlen Wächter neuen att staatsanwalts Dr. Wachler ist diese Berufung hinfällig geworden, Siefer persönlichen Politif gefallen laffen. Herr ba Dr. Jfenbiel schon lange Zeit von feiner vorgefekten Behörde v. Billow ist au personenfundig, um nicht zu wiffent, welche Stute als der geeignetste Nachfolger Dr. Wachlers angesehen wird. hier dem Auswärtigen#mte, biefer Stelle, für die jetzt der Beste gerade gut genug war, gebunden wurde. Denn wer ist Herr b. Kiderlen- Wächter? Giner von denen, die hohe Gunst empor gehoben hat, aber nicht staatemännisches Verdienst. Und es ist Wiederholt ist es gerügt worden, daß den Gesebesvorlagen über nur allzu charakteristisch, daß troß der Busagen, die Herr b. Bülow Hinsichtlich der Einschränkung privater Gespräche erhielt, er sich nicht eines Mannes erwehren konnte, dessen Ungulänglichkeit ihm bollauf bekannt sein mußte. Denkschrift über die Reichsfinanzen. Nach den Hamburger Nachrichten" ist man in der ham. Burgischen Bürgerschaft der Frage näher getreten, was geschehen fönne, um die vom Reichstage verweigerte Einwirkung die Meform des Reichsfinanzwesens nicht gleich die versprochene auf den Deutschen Raiser auf dem Um toege über bie Denkschrift über die Lage der Netchsfinanzen beigegeben ist. Wie Ginzelstaaten zu ermöglichen. Und zwar ist die Sache so febt offiziös mitgeteilt wird, ist der Grund der Verzögerung in den gedacht, daß die Bürgerschaft an den Senat mit dem Ersuchen technischen Einrichtungen der Reichsbruckerei zu suchen. Der Denta Herantreten soll, im Bundesrat die geeigneten Schritte Deshalb war man auch im Reichstage der Meinung, schriftenband besteht aus 4 Teilen und soll 2000 Folioseiten um zu tun, um dem Kaifer klarzulegen, daß man auch in Samburg die Fürst Bülow habe den Herrn nur reden lassen, um ihn fajfent. Bisher feien erst die beiden ersten Teile im Druck ferliggestellt, diefe beiben Teile umfassen zusammen 1270 Seiten. Der persönlichen Eingriffe in die amtliche Politik tief be. wieder loszuwerden. Das soll aber nicht richtig sein. Man erfte Teil enthält Untersuchungen über die Finanzen des Reiches, dauere uno sichere Bürgschaften gegen die Wiederholung erzählt, daß es Herr Homann war, der aus alter der Bundesstaaten, Stommunalverbände, Kommunen und sonstigen derartiger Vorgänge erwarte. Go haben bereits Worbesprechungen eindschaft dem Unglücklichen den Nat gab, mit einer Gemeindeverbände, einschließlich der Kirchenberbände. Der zweite über den gestern eingebrachten Antrag zwischen dem Präsidium Verteidigung des Auswärtigen Amtes vor dem Reichstag zu Teil verbreitet sich über die Finanzverhältnisse anderer Staaten. der Bürgerschaft und ben staftionsvorständen stattgefunden, und bebütieren. Die Ballankrise. Die Intervention in Belgrad. Paris, 13. November. Der Petit Parisien meldet, daß die Vertreter Franfreios, Englands und Rußlands in Belgrad den fürzlich angefündigten Schritt unternommen und der ferbischen Regierung bringend Besonnenheit und mäßigleit angeraten haben. Konstantinopel, 12. November. Die Pforte hat in Belgrad und Cetinje Noten überreichen lassen, in denen sie die Ein. stellung der militärischen Konzentrationen an den Grenzen berlangt, da die türkische Bevölkerung dadurch beunruhigt werde. Der Vertranensmann des Sultans entlassen. Dollars. Plöblich verschwand er, als man ihn auf der Höhe seiner Macht stehend wähnte und sein eigenes Vermögen auf 25 Millionen Dollars schätzte, während der großen Börsenpanik aus New York. Bald darauf erfolgte der Zusammenbruch der National Bank of North America, und dann wurde sein Palast in der Fifth Avenue gepfändet. Er flüchtete nach England, wurde aber ausgeliefert und jetzt zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Konstantinopel, 18. Rovember. Der Sultan hat heute auf Die Notwendigkeit einheitlicher Gewerkschaftsorganisationen. Weiter ist es notwendig, in Anbetracht der immer zahlreiches und schwieriger sich gestaltenden Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, und bedingt durch die wirtschaftliche Lage im allgemeinen, durch das Erstarken der immer fester sich zus sammenschließenden Unternehmerverbände und der stetig größer werdenden Gegensätze zwischen Besitzenden und Besitzlosen, daß sich die Arbeiter zu Einheitsorganisationen zusammenschließen. Der Zentralverband der Töpfer und Berufsgenossen Deutsch lands, der den weitaus größten Teil der Töpfer Deutschlands in sich vereinigt und die Interessen seiner Mitglieder in jeder Beziehung vertritt, wie es von einer modernen Arbeiterorgani sation erwartet werden kann, ist als die Einheitsorganisation für die Töpfer zu betrachten, und sind alle Töpfer im Interesse des Berufs verpflichtet, soweit sie noch nicht dem Verbande ange hören, unverzüglich demselben beizutreten. wiederholte drängende Vorstellungen des Kriegsministers In einer öffentlichen Bersammlung der Löpfer Letzte Nachrichten und Depefchen sich entschlossen, die dreimal abgelehnte Demiffion des Komman. Berlins und Umgegend, die am Donnerstag deurs der Miliatruppen General Cheftet Pascha anzu- Freyer in der Koppenstraße stattfand, hielt Genosse Eine stürmische Begrüßung. nehmen. Karl Legien einen Vortrag über das Thema: Warum sind für die modern organisierten Arbeiter Hamm, 13. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) einheitliche Gewerkschaftsorganisationen notwendig?" Der Heute abend 8 Uhr traf der Sohn Wilhelms II., Eifel Vorsitzende Segame erklärte, daß der Verband der Töpfer Friedrich hier auf der Unglücksstätte ein. Bürgerlichen. Oefterreich. Eine Nachwahl. Zirka 2000 die Bersammlung zur Förderung der Einheitsbest re- Menschen hatten sich angesammelt, um die Ankunft des Prinzen Junsbrud, 13. November. Bei der Reichsratswahl bungen der beiden bestehenden Organisationen unter den zu erwarten, der als Vertreter des Kaisers in Junsbrud I tommt es zur Stich wahl zwischen dem Töpfern einberufen habe, obgleich der Verein der Töpfer zu erschienen war. Er wurde von der Menge mit den deutschfreiheitlichen Rohn und dem Sozialisten Ho13- erkennen gab, daß er von Einigungsverhandlungen nichts hammer. Das Mandat war bisher in dem Besitz der wissen will. stürmischen Rufen: Bergarbeiterschuh! Reichsberg. Regien begann sein Referat damit, daß er auf eine geset! Arbeiterkontrolleure!" empfangen. Freiherr v. Hilbd, alte Erfahrung der Arbeiter in Deutschland sowie in anderen der nationalliberale Reichstagsabgeordnete, hielt eine AnEr wurde jedoch von tum die Organisation der Arbeiter nicht fürchtet, sobald die den Ländern hinwies, die darin besteht, daß das Unternehmer- sprache an das erregte Volt. erregten Zurufen der Voltsmenge selbe fein festes Gefüge zeigt, sondern zersplittert ist. Troß unterbrochen, so daß er seine Rede beenden mußte. dieser Erfahrung ist noch mancherlei Bersplitterung in den Von der Masse des Volkes wurden die Bergarbeiter Röhn. Arbeiterverbänden zu beobachten. Der Zweck der Organi ewandowski und Pilgrim beauftragt, bei dem Prinzen sation muß aber stets derselbe sein, nämlich die Lohn- und Gegen das Schandwahlrecht. Budapest, 18. November. Die Nationalitäten partet lehnte es ab, an dem Ausschuß zur Beratung der Wahlreform teilzunehmen, weil nach ihrer Auffassung die Gesegesvorlage der demokratischen Entwicklung und der Gleichberechtigung der Nationalitäten widerspricht. frankreich. Die Geheimfonds. Paris, 18. November. Die Kammer nahm heute vormittag das Budget des Ministeriums des Innern an. Ein Antrag, der die Streichung der Geheim fonds forderte und vom Minifterpräsidenten Clemenceau, der die Vertrauensfrage stellte, bekämpft wurde, wurde mit 360 gegen 180 Stimmen abgelehnt, China. Der Kaiser im Sterben. Auftralien. 9 Arbeitsbedingungen im Gewerbe zu verbessern. Wenn die borstellig zu werden, was die Genannten auch ausDie drei Deputierten wurden zunächst von den Kampfmittel, welche den Organisationen zur Verfügung führten. stehen, wirksam sein sollen, so ist ihre einheitliche An- unteren Beamten zurückgewiesen. Sie drangen jedoch zu einem wendung notwendig. Das ist einleuchtend genug bei dem höheren Beamten vor, der sie fragte, was sie wollten. wichtigsten Stampfmittel, der Arbeitseinstellung. Ihm wurde geantwortet, daß sie auf Verlangen der Dann komme die Arbeitsvermittelung in Betracht. Kameraden die Wünsche der Bergarbeiter dem Prinzen wichtig sind auch die Unterstützungseinrichtungen vorbringen follten. Nach einigen weiteren Fragen als Kampfmittel, die Reise, die Arbeitslosen und ließ man sie vor. Nachdem sie sich dem Prinzen vorgestellt, die Gemaßregeltenunterstügung. Die Unter- fragte sie derselbe, was ihre Wünsche wären. Genosse stübungen sind zugleich notwendig, um die Arbeiter zusammen- ilgrim New York, 13. November. Der Kaiser liegt in Agonie. Nach Berband zu wecken und zu erhalten und um der errungenen zu sagen, daß wir von der Masse des Volkes gezwungen zuhalten, bei vielen Berufskollegen erst das Interesse an den Pilgrim antwortete ihm:„ Erlaube mir, Königl. Hoheit einer Meldung der Associated Preß" aus Beting wurde ein was gedenkt Königl. Hoheit zu tun, taiserliches Editt bekanntgegeben, wonach Bring Chun zum Rohn- und Arbeitsbedingungen nicht wieder verlustig zu find, zu fragen: Regenten proflamiert wird. Prinz Chun ist ein Bruder des Kaisers. gehen. Wenn die Lokalisten sich gegen die Unterstütungs- um die Erregung des Volkes zu beschwichtigen?" Genosse Der Sohn Chuns, Buwei, ist mutmaßlich zum Thronerben einrichtungen wenden, so erkennen sie nicht den Wert gerade Pilgrim führte dann weiter aus, daß die Bergleute auf ernannt. Der sterbende Kaiser wurde heute nachmittag in die Sterbe- der genannten Unterstützungen als Kampfmittel. Man Grund dieses schwereri Unglücks in Hamm wiederholt fammer der verbotenen Stadt gebracht. spricht viel von dem Idealismus als Triebfeder der Organi- rufen müßten: Her mit dem Bergarbeiterschutz!" fation, aber man vergißt, was die Erfahrung lehrt: Wo der Die Bergleute verlangen ein einheitliches Reichs- Bergarbeiter Hunger durch die Tür hereintritt, fliegt der Idealismus leicht Das Arbeiterministerium. zum Fenster hinaus. Die Unterstüßungen haben die Gewerk- gesetz. Ferner beharren sie bei der Forderung, die sie seit Das Ministerium Fisher setzt sich aus neun Mitgliedern schaften nicht eingerichtet, um eine Aussöhnung mit den be- Jahrzehnten gestellt haben: Arbeiterkontrolleure aus den zusammen, von denen vier vom Premierminister Andrew stehenden Zuständen der Gesellschaft anzubahnen, sondern um Reihen der Berglente anzustellen. Nur dann ist die MöglichFisher selbständig ernannt, die übrigen durch Beschluß vielmehr den Kampfcharakter der Organisation zu stärken. Die feit gegeben, eine wirksame Kontrolle der Gruben durchführen der Arbeiterpartei gewählt sind. Die Mehrzahl Taktik der Lokalisten, die jeden als Kämpfer auf eigene Faust zu können. ist aus dem Arbeiter und Handwerterstande handeln lassen will und nur an die schnelle Kampforganisation Prinz Eitel Friedrich antwortete hierauf: Ich hervorgegangen und durch ihre Tätigkeit bei Organi- für bestimmte Gelegenheiten denkt, war vor Jahrzehnten ein- bedauere diesen schweren Unglücksfall und fann nur sagen, fierung der Gewertschaften dem politischen Berufe mal möglich, und, wie unter dem Sozialistengesetz, sogar not. daß ich meinem Vater diese Ihre Wünsche sofort mitteilen zugeführt worden. Fisher selbst war früher Minen- wendig; heute aber haben wir mit ganz anderen Berhält werde mit der Hoffnung, daß sie auch erfüllt arbeiter und Maschinenführer, wurde 1899 Gisenbahn- niffen zu rechnen. Es gilt heute, für eine ständige und feste werden. Darauf verabschiedete er die vorstellig gewordenen minister in Queensland und 1904 Bollminister in Watsons Organisation zu sorgen, die den mächtigen Unternehmer- werden. Darauf verabschiedete er die vorstellig gewordenen Unternehmer- Bergleute, indem er ihnen die Hand reichte. Der Prinz sah Bundeskabinett. Er ist 46 Jahre alt. Die australische verbänden der Gegenwart entgegenzutreten vermag. Arbeiterpartei ist die Vertreterin der Gewerkschaften. Sie Es ist eine müßige Behauptung der Lofalisten, daß der sehr aufgeregt aus, jedenfalls infolge der nicht erwarteten tritt für vollständige Demokratisierung des politischen Lebens Rampfcharakter der Zentralverbände im Schwinden begriffen stürmischen Zurufe. Er. mußte seine Abfahrt infolge dieses und weitgehenden staatlichen Arbeiterschutz ein. ist. Dagegen spricht unsere Streifstatistik, die zeigt, daß die Zwischenfalles um eine halbe Stunde verlängern. Unter den Kämpfe mit dem Unternehmertum immer weitgreifender und Rufen nach Bergarbeiterschutz mischte sich auch der Nuf:" Pfui heftiger werden. Die Lokalisten haben auch über die Tarif- Bülow!" und gegen die Verwaltung wurde wiederholt der berträge eine falsche Ansicht. Tarifabschlüsse heben den Kampf Ruf„ Massenmörder!" geschleudert. Die Situation an der Unglücksstelle ist eine sehr erregte. Stampf sofort wieder entbrennt, wenn der Tarifvertrag ab- Es sind nach den Feststellungen des Bergarbeiterverbandes nicht auf; man weiß auf beiden Seiten sehr genau, daß der gelaufen ist. Aber für die Arbeiter sind dadurch Ruhepausen bis jetzt 336 Tote und 17 Berlebte zutage gefördert. Von den gewonnen, um neue Kräfte zu sammeln, um zu organisieren und zu agitieren, wenn neue Forderungen erhoben werden Verletzten sollen angeblich schon 9 gestorben sein. Nur acht follen. Lofalverbände mit ihrer geringen Mitgliederzahl hat man lebendig retten können. fommen heute wenig zur Geltung. Sobald sie im wirtschaft- In Hamm ist durch Anschlag bekanntgegeben, daß 300 lichen Kampfe eine Rolle spielen wollten, wären sie zu der Mann auf Zeche Gemendel" in Telfum und weitere gleichen Taktik gezwungen, wie sie die Zentralverbände üben. 300 Mann auf Zeche Werne" in Werne Beschäftigung Die einzelnen Führer der Lofalisten mögen heute schreien, finden können. Die Hammer Belegschaft war 1700 Mann daß sie es ganz anders" machen würden, aber sie müßten start, so daß viele Hundert beschäftigungslos bald einsehen, daß es keine besseren Mittel im Gewerkschafts- ind. Dazu sind die meisten Koloniebewohner. Das Elend leben gibt, sobald sie mit Aussicht auf Erfolg dem Unter- ist hier unbeschreiblich. Wer das nicht selbst mit erlebt hat, nehmertum gegenübertreten wollten. der Mercantile National Bank und der National Bank of North Die Zwecke der Arbeiterverbände sind die gleichen, macht sich feinen Begriff davon. Einen peinlichen Eindruc America um 200 000 Dollars. Die Verhandlung enthüllte ein er- warum befämpfen sie sich gegenseitig noch? Für den Kenner machte es, daß schon gestern abend ganze Scharen von Polistaunliches Schwindel system von Scheindarlehen, durch welche Morse der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung sind die Spal- zisten aus der Umgegend an der Unglücksstelle zusammenauf Kosten der Bant seine Börsenverlufte wieder einbrachte. Be tungen in der Organisation freilich eine wohlbekannte Er- gezogen wurden; teils wurden sie mit Automobilen dahin bezeichnend ist die Tatsache, daß er mit dem von der Bant ent- scheinung. Der Redner verweilt bei einem geschichtlichen fördert. Es lag zu diesem Polizistenaufgebot nicht die geliehenen Gelde Aftien derselben erwarb, um seinen Einfluß auf die Ueberblick der Gewerkschaftsbewegung seit dem Jahre 1868. ringste Veranlassung vor, da Ruhestörungen, abgesehen von Geschäftsführung zu stärken. Geradezu unglaublich flingen die Mit Nachdruck weist er darauf hin, daß für den wirtschaftlichen dem geschilderten Vorfall, überhaupt nicht vorgekommen sind. Verteidigungsgründe, die Morse und Curtis anführten, sie sagten: Stampf alle Arbeiter zusammenstehen müssen, daß die Lo- Die ganze Bewohnerschaft ist vielmehr in tiefer Trauer und ihre Manöver, wie Bücherfälschungen, fingierte Darlehen an falisten im übrigen ihren eigenen Anschauungen huldigen Schreibmaschinistinnen, Portiers und dergleichen Persönlichkeiten fönnten; fie mögen Anarchisten sein oder was sie wollen, da wirkt das Massenaufgebot der Polizisten doppelt auf. seien in der amerikanischen Hochfinanz gang und gäbe und sie wenn sie nur im wirtschaftlichen Kampfe Seite an Seite mit reizend. Die Unglückszeche hat sich noch nicht veranlaßt geden anderen Arbeitern kämpfen. Der große Streit gegen das sehen, Trauerschmuck anzulegen. Hmeríka. Luftmilitarismus. In dem Boranschlag des Striegsdepartements für 1909 500 000 Dollar Washington, 12. November. Striegsfefretär right verlangt zum Anlauf von Flugmaschinen, lentbaren Ballons und Aeroplanen. Ein Kapitalmagnat. Die Gerichtsverhandlung gegen Charles Morse, den Gistönig", und seinen Partner Alfred E. Curtis hat wieder cinmal einen Einblick in das Treiben gewisser amerikanischer Großfinanziers tun lassen. Morse, der Präsident, und Curtis, der Bizepräsident der National Bank of North America, wurden der Untreue, unerlaubter Geldgeschäfte und der Fälschung in 53 Fällen schuldig befunden und au 15 beat. 5 Jahren Buchthaus verurteilt. Die Hauptantlage lautete auf betrügerische Schädigung hätten das für durchaus erlaubt gehalten. " Gestohlene Untersuchungsakten. Herbesthal, 13. November.( B. S.) In der vergangenen Nacht sind aus dem hiesigen Bollamt die Amtsbücher und das acfamte Aftenmaterial über eine Untersuchung gestohlen worden, welche wegen einer fürzlich aufgededten umfangreichen Schmuggelangelegenheit eingeleitet worden war. Verbrannt. Bei der Urteilsverfündung erklärte der Richter Hough: Unternehmertum darf nicht zurückstehen hinter den Fehden Am Sonntag, nachmittag 4 Uhr, findet an der UnglüdsAlles weist darauf hin, daß Sie planmäßig gefezwidrig der organisierten Arbeiter untereinander. Die Zahl der 20- stelle eine Massenversammlung statt, in der Genosse Po= handelten, um die Bank und die Bankgelder für Ihre eigenen falisten ist nur flein, etwa 10 bis 15 000. Unter den Töpfern forny aus Bochum sprechen wird. spekulativen Zwede zu benutzen. Wenn durch ein angemessenes stehen etwa 460 gegenüber 2000 zentralorganisierten ArUrteil Wiederholungen Ihres Verbrechens nicht verhindert beitern, aber auch diese kleine Gruppe fann störend einwirken, werden können, dann wird das amerikanische Bublikum gänzlich wo einheitliche Kämpfe geführt werden müssen. Der Redner der Widtür irgendwelcher Finanzinstitute preisgegeben sein, die appelliert an die Anwesenden, unter ihren Arbeitskollegen so handeln wie Sie. Ich verurteile Sie zu 15 Jahren Bucht- lebhaft Propaganda für die Einheitsorganisation zu machen. haus." ( Beifall.) Morfe legte selbstverständlich gegen das Urteil sofort Be- Bur Diskussion meldeten sich nur Redner, die mit Segawe rufung ein. Legiens Ausführungen einverstanden waren. Mit der Berurteilung des Gistönigs" ift eine echt amerika- machte den Lokalisten über ihre Stampfesweise die heftigsten nische Laufbahn vorläufig beendet. Morse, der jetzt 52 Jahre alt Vorwürfe und forderte die anwesenden Vertreter derselben tand der Arbeiter Woithata aus Kattowiß, der sich auf die Königshütte, 13, November.( B. H.) Einen furchtbaren Tod ist, begann seine Laufbahn als Konditorwarenverkäufer auf einem energisch auf, das Wort zu nehmen und sich zu verantworten, Schladenhalde der Mathilde Grube hingelegt hatte, um sich etwas Dampfer. Er kam dann in das New Yorker Geschäftsleben und aber niemand trat auf, um Segawe zu antworten. Dieser zu erwärmen. Die Kohlendünfte machten den Mann bald bewußt. verbiente bei seiner ersten Eisspekulation 50 000 Dollars. Mit machte noch bekannt, daß jeder Töpfer, der vom Verein bis los, und heiße Kotsreste setten seine Kleider in Brand. Als biesem Gelde unternahm er in Florida Terrainspekulationen, bei zum 12. Dezember in den Verband übertritt, mit seinen vollen mehrere Arbeiter ihn so verbrannt fanden, war Rettung bereits denen er ebenfalls sehr erfolgreich war. 1897 gründete er die Rechten als Mitglied aufgenommen wird. zu spät; der Unglüdliche starb unter gräßlichen Schmerzen. American Jce Company, wobei er eine runde Million Dollars ver. diente. Später stellte sich heraus, daß er sich durch Beste chung der städtischen Beamten mittels Attien allerlei Vorteile für das Unternehmen erkauft hatte. Dann spekulierte er in Bankwerten und beherrschte dadurch 12 Banken und drei Versicherungsgesellschaften. Er verfügte dabei über ein Bermögen von 15 Millionen Tollars. Hierauf unternahm er die Gründung eines New Yorker Lotal- Schiffahrtstrufts mit einem Rapital von 60 Millionen Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Die folgende Resolution gelangte zur Annahme: Die am 12. November bei Freher in der Koppenstraße tagende öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend kommt nach dem Vortrage des Genossen Legien zu dem folgenden Beschlusse: Der Kampf der Arbeiter um die Hebung der Lebenslage auf allen Gebieten erfordert, wenn er zum Siege geführt werden soll, daß sich alle Arbeiter organisieren, und nicht nur auf gewert schaftlichem, sondern auch auf politischem Boden. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Bon einem Hirsch angefallen. Oppeln, 13. November.( B. 5.) Der etiva 60 Jahre alte Bahnwärter Wiertebara wurde auf dem Nachhausewege in den fürstlichen Forsten bei Clavenib von einem Hirsch angefallen und derart zugerichtet, daß er schwerverlett liegen blieb und später von Waldwärtern aufgefunden wurde. Auf dem Wege zum Strantenhause verstarb der Unglückliche, den der Hirsch mit seinen Geweihen bis zur Unfenntlichkeit zugerichtet hatte. Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsb Nr. 268. 25. Jahrgens. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sommabend, 14. November 1908. Reichstag. 161. Sigung vom Freitag, den 18. November, nachmittags 1 Uhr. Radbod. Am Bundesratstische: bon Bethmann Hollweg. Eingegangen ist die Interpellation des Zentrums und der Wirtschaftlichen Vereinigung über das Grubenunglüd in Auf der der Tagesordnung steht die Interpellation Graf bon Hompesch( 3): Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichstanzler zu ergreifen, um den großen Schäden der auf dem gewerblichen Gebiete bestehenden Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken? und die Interpellation Albrecht( Soz.) und Genossen: Welche Maßnahmen gedenkt der Herr Reichskanzler au er greifen, um den Folgen der wirtschaftlichen Strifis, die sich in Betriebseinschränkungen, Lohnkürzungen und vornehmlich in Arbeiterentlassungen bemerkbar machen, zu begegnen und dem dadurch hervorgerufenen und durch die hohen Lebensmittelzölle gesteigerten Notstand weiterer Volksschichten entgegen zuwirken?" Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg erklärt sich bereit, die Interpellationen sofort zu beantworten. Das wären die sofort zu ergreifenden Maßnahmen. Für teils infolge der technischen Entwickelung, teils infolge der die Butunft fäme dann in Betracht der Ausbau der wechselnden Mode; ich erinnere z. B. an die Drechsler. Wenn paritätischen, gemeinnügigen Arbeitsnachweise. Diese müssen zen sich die Kapitalisten durch Betriebseinschränkungen gegen die Krise tralisiert werden für ganze Bezirke, für Bundesstaaten, möglichst schützen, so tommen die Arbeiter dabei am schlechtesteit auch für das Reich. Der Regierungsrat Dominicus in Straß- weg; denn diese Einschränkungen haben Arbeiterentlaffungen zur burg i. G. hat einen Entwurf für ein Reichsarbeitsnachweisgesetz Folge.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und nicht nur dies vorgelegt. Eine Ergänzung müssen die Arbeitsnachweise in Stadt jenigen Arbeiter, welche aus der Arbeit kommen, bekommen die und Land durch Wanderarbeitsstätten und Verpflegungsstationen Folgen der Krisis zu spüren, sondern auch diejenigen, welche in beamten und der Buwen- und Baisenversicherung wird dann auch dings werden finden. Nach Erledigung der Pensionsversicherung der Privat Arbeit bleiben, müssen sich Lohnabzüge gefallen lassen. Allerdie Lohnabzüge Witwendie Arbeitslosenversicherung für die gewerblichen Arbeiter erstrebt werden müssen. Schon jett fönnen die be- nicht immer so geräuschvoll und brutal gemacht, daß sie gleich ins stehenden Arbeitslosenversicherungen der Gewerkschaften unterſtüßt Auge springen: Bei der Affordarbeit z. B. verlangt man bei dem werden. Ich erinnere daran, daß Straßburg für 1907 zu diesem selben Lohn sauberere Arbeit als vorher, so daß der Arbeiter Zwede 5000 Mark ausgeworfen hat. Gewiß werden dabei alfo ohne direkten Lohnabzug weniger verdient! In einigen Ge die organisierten Arbeiter bevorzugt; aber die Unorgani werben werden neue Arbeiter nur zu niedrigeren Löhnen eingestellt. fierten können in diefer Weise nicht unterstützt werden, weil Die Senkung der Löhne ist also voll erst zu übersehen, wenn die bei ihnen die genügende Stontrolle, daß wirklich Arbeitslosig- Strise vorbei ist. Als wir bei der letzten Seise auf die schlechtere feit vorhanden ist, sehr schwierig, fast unmöglich ist. Eine Lage der Arbeiter in den föniglichen Bergwerken hinwiesen, wurde Unterstützung der Unorganisierten kann nur durch Beschaffung bestritten, daß Lohnabzüge vorgekommen feien. Nur einzelne von Notstandsarbeiten eintreten. Für die Zukunft verlangen wir wurden als eine Folge des Rückganges der Kohlenpreise zugegeben. eine gefunde Handelspolitik, eine geiunde Kartellpolitik, vor allem Jetzt sehen wir aber, daß die Löhne von 1137 M. im Jahre auf auch eine Fortführung der Sozialpolitik, auch in der Richtung, daß 921 M. zurückgegangen waren, das heißt also ein Lohnausfall von der Fortschritt der Organisationen und der Abschluß von Tarif 4 M. pro Woche! berträgen unterſtützt wird, die sehr viel zur Verhütung und Milderung der A.beitslosigkeit beitragen können. Vor allem ist jetzt aber notwendig die Beschaffung von Arbeit; denn die Sozialpolitik darf für den Arbeiter vor allem nicht in den schweren Stunden der Arbeitslosigkeit versagen.( Bravo! im Zentrum.) Die Interpellation Albrecht und Genossen( Soz.) begründet Abg. Molkenbuhr( Soz.): Auch in anderen Verhältnissen sehen wir den Lohnrückgang. Jch erinnere nur an die bekannten Zirkulare der Eisenbahnverwaltung in den Jahren 1901/1902, worin die einzelnen Verwaltungen auf gefordert wurden, weil sie in der Zeit der Profperität mit den Löhnen in die Höhe gegangen feien, fo follten sie jetzt, in der Zeit des Niederganges, mit den Löhnen wieder herabgehen; neue Arbeiter sollten sie nur zu niedrigeren Löhnen einstellen!-wieweit also die Krise man " Das Wort zur Begründung der Bentrumsinterpellation erhält Abg. Dr. Pieper( 8.): Die große Arbeitslosigkeit hat in einer internationalen Arise ihren Grund. Verschärft ist sie noch dadurch, daß die Kartelle und Synditate versuchten, die Preise so lange als möglich hochzuhalten, und zu diefem Zwede Betriebseinschränkungen vornahmen. Die Berichte der Fachverbände, welche ArbeitslosenHeute haben wir zum erstenmal Gesellschaft bei unserer Interunterſtügung zahlen, zeigen ausnahmslos ein starkes Wachsen der pellation über die Arbeitslosigkeit. In früheren Jahren standen wir wirtt, entdeckt man erst später, und wenn die Krise vorbei ist, Arbeitslosigkeit. Zum Teil ist die Arbeitslosigkeit auch verschleiert mit derartigen Interpellationen immer allein, so z. B. in den Jahren haben die Gewerkschaften lange und schwere Kämpfe zu führen, dadurch, daß viele Unternehmer vielfach Feierschichten ein- 1892/93 und 1902. Es gehörte das jedenfalls zu unserer be- ehe sie die frühere Lohnhöhe wieder zurückerobern.( Leblegten. Unter den Folgen der Arbeitslosigkeit haben auch die Hand- fannten„ negativen Tätigkeit", daß wir solche Anträge stellten! haftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Daß wir iverfer und Kaufleute zu leiden, die unter den Arbeitern ihren Abfazz( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Doch wie in anderen es gegenwärtig mit einer schweren Krise zu tun haben, ist ziveifelhaben. Die große Arbeitslosigkeit bedeutet eine ungeheuere fozialpolitischen Dingen haben wir jetzt auch hierbei das Zentrum los. Man muß dabei immer wieder auf die Ziffern des„ NeichsSchädigung der Volksgesundheit und Vollswohlfahrt. Daneben führt sie für die davon Betroffenen zu einer tiefen moralischen De- borwärts gebracht, und ich will hoffen, daß es uns auch weiter arbeitsblattes" hinweisen, und nach diesen Ziffern hätte man erpreffion. Im Jahre 1902 hat der Reichstag die Einfegung einer folgt, insbesondere dann, wenn es gilt, ernsthafte Maßregeln warten sollen, daß die Regierung nicht gefragt würde, was sie gegen auf diesem Gebiete zu ergreifen. die Arbeitslosigkeit zu tun gebenfe, fondern was fie gegen sie getan Sommission verlangt, um die Versicherungseinrichtungen gegen Die Arbeitslosigkeit ist eine regelmäßige Folge der wirtschaft hat. Muß denn die Regierung immer erst geschoben werden, Arbeitslosigkeit zu prüfen und Vorschläge zu einer Arbeitslofen- lichen versicherung zu treffen. Im Jahre 1906 ist eine umfassende Dent- lichen Krifen, die ihrerseits in der kapitalistischen Produktions- um etwas zu tun bei Notständen, die ihr nicht unbekannt sein ( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) schrift über die betreffenden Einrichtungen vom Reichsamt des methode mit einer bestimmten Regelmäßigkeit wie„ Schillers fönnen? Mädchen aus der Fremde" wiederkehren, weil Konsumtion Seit dem Juni weist jede Nummer des Reichsarbeitsblattes" auf die Innern erschienen. und Produktion niemals ganz im Einklang find. Zwischen andauernd ungenügende Beschäftigung in der Baumwollindustrie hin. Was kann nun zur Verminderung der Arbeitslosigkeit geschehen? den Jahren 1892/93 und 1902 lag noch ein Jahrzehnt, während jezt An Roheisen ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres etwa Das Reich ist in der Postverwaltung, in der Heeres und in der nur sechs Jahre verflossen find, bis wir uns abermals vor einer eine Million Tonnen weniger eingeführt als in der entsprechenden Marineverwaltung ein großer Arbeitgeber. Die vielen Millionen, die Jahr für Jahr für Bauten dieser Verwaltungen bewilligt werden, wirtschaftlichen Kalamität ſehen, wie wir fie am Beginn des Jahr- Zeit des Vorjahres. Das find 10 Broz. des Rohstoffes. Danach dem fich eine Vorstellung von hunderts gehabt haben. Und dies, trotzdem die Kapitalisten ver- fann Steigen der das will ich hierbei mitbemerken nicht benutzt werden, Der Produktionsrüdgang ist aber noch um ausländische Arbeiter heranzuziehen( Sehr wahr!) und das sicherten, daß sie durch ihre Kartelle und Syndifate eine gewisse Arbeitslosigkeit machen. ja in sehr vielen Fällen erhebliche deutsche Gewerbe hinter das ausländische zurückzustellen; so werden Regelung der Produktion herbeiführen wollten. Es ist vielfach die viel erheblicher, weil die rheinischen Steinbrüche nicht berücksichtigt, sondern Steine aus Hoffnung ausgesprochen worden, daß es gelingen fönnte, durch diese Bestände auf Lager genommen sein werden. In der Bautätigkeit Organisation der Produktion die plöglichen Stockungen zu über- trat eine erhebliche Berringerung schon im Jahre 1907 ein. Man Schweden eingeführt. Das Reich sollte alle Bauten, für welche winden. Noch mehr solcher Organisationen als bei uns gibt es führte das auf das Steigen des Binsfußes zurüd, aber mit dem Mittel ausgeworfen sind, sofort in Angriff nehmen. Neben dem bekanntlich in Amerita, und trozdem sehen wir, daß gerade Sinken des Binsfußes hat die Bautätigkeit nicht zugenommen. Ich Etat sollte uns im Dezember auch ein Notgefet vorgelegt werden, von dort die gegenwärtige Strife ausgegangen und dort will hier nicht alle Industrien durchgehen; hinweisen will ich aber worin die Bewilligung derjenigen Bauten vorweggenommen wird, mit der allergrößten Schärfe aufgetreten ist.( Sehr wahr! bei den noch auf das Stillliegen der Seeschiffe. Von der Kolonialpolitik er bei welchen ein Widerspruch nicht auftauchen wird.( Zustimmung.) Sozialdemokraten.) wartete man eine außerordentliche Steigerung unseres Handels. Ferner sollte das Reich fich in einem Rundschreiben an Statt dessen flagen unsere Reeder, daß die Frachten der Seeschiffalle Bundesstaaten wenden, die ja ebenfalls Arbeitdas Problem der Arbeitslosigkeit fahrt noch niemals so schlecht waren als bei Abschluß des vorigen geber find. Noch mehr find die Gemeinden imstande, etwas Jahres. zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit zu tun. Auch an unterhalten wollen, müssen wir uns aber nicht allein mit den frankUeber wohlhabende Private sollte der Appell ergeben, mit der Ver- haften Erscheinungen den Krisen beschäftigen, sondern müssen bie Stärke der Arbeitslosigkeit gebung von Arbeiten, die sie vorhaben, nicht zurüdzuhalten. Weiter auch daran denken, daß es eine ganze Reihe von Erwerbszweigen wäre notwendig eine baldigst vorzunehmende Arbeitslosenzählung, gibt, bei denen auch dann, wenn feine Strife besteht, eine Periode gibt das Reichsarbeitsblatt" nur insofern einen Anhaltspunkt, etwa im Januar. Diese Zählung wird ergeben, ob unsere Wirt- der Arbeitslosigkeit herrscht. Es find das teils Gewerbe, die als es über einen Teil der Krantentaffen berichtet. Bei schaftspolitik die richtige gewesen ist. Ich denke dabei nicht an die von der Witterung abhängen, wie die Bauarbeiter, Bergarbeiter, unserem Bevölkerungszuwachs sollten die Zahlen der dort angegebenen Bollpolitik, denn auch England leidet unter der Arbeitslosigkeit, Landarbeiter, Binnenschiffer, wo Regen und Frost, niederer Wasser- Mitglieder monatlich um 47 000 steigen. Statt deffen ist die Steigefondern an die Kartell politit. Dann würde die Bählung auch stand usw. die Arbeitslosigkeit verursachen; dann Gewerbe, bei denen rung so, daß man daraus die Zahl der Arbeitslosen gegenwärtig beitragen zur Klärung des Problems der Arbeitslofen nur in gewiffen Beiten die Rohstoffe vorhanden sind, wie bei der auf 420 000 höher schäßen kann als in normalen Beiten. Und dabei versicherung. Es wäre sehr wünschenswert, wenn alljähr Buckerindustrie, in Konservenfabriken usw., bei denen man von einer ist zu bedenken, daß hier nur über einen Teil der Kassen berichtet I ich eine Arbeitslosenzählung stattfinde. Diese ericheint uns min Kampagne" spricht; und dann die Saisonindustrien, wie die wird, die Gesamtzahl der Arbeitslosen also noch viel bedeutender ist. destens ebenso wichtig wie die jetzt schon alljährlich erfolgende Konfettionsindustrie, die Pfeffertuchen, Schokoladenfabriken usw. Herr Bieper hat schon auf den Wert einer regelmäßigen allgemeinen Viehzählung.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Weiter haben wir auch mit absterbenden Gewerben zu tun. Arbeitslosenstatistik hingewiesen. Auffallend ist, daß in den Listen follten Kleines feuilleton. Theater. " Wenn wir uns über 11 Wer also Maß nehmen läßt. Dann stredt er sich mit achselzuckender Resig Die Panznerkonzerte" haben sich auch die übliche Einrichtung nation und voller Seelenruhe aufs Lager, den Tod zu erwarten. einer Oeffentlichen Hauptprobe" zunuze gemacht. Endlich wird Hannes selbständig, endlich wird er heiraten können! gleich Gutes billiger und gesellschaftlich schlichter hören will, Trine, die arme Magd, die zehn Jahre auf ihn gewartet hat, glaubt geht am Sonntag vorher( diesmal am 15. b. M.) 12 Uhr mittags ihren Festtag gekommen; aber eine Jüngere, die resolut- brutale in den Mozartsaal und kommt bequem auf seine künstlerische RechSebbel Theater:" Grbe", eine Stomödie des Lebens Mena, die lange auf das Besitztum lauert, entreißt ihr den Mann. nung. fon Sarl Schönherr. Des Desterreichers Starl Schönherr neues Die Braut ist alt geworden, und Hannes will Kinder, derbgefunde Nun tönnen wir unserem Vorbericht auch einen ihm naheDrama, das mit dem" Tantris" des jungen Westpreußen Hardt Buben, haben, wenn er als Eigentümer auf dem Hofe fißt.--stehenden Nachbericht anfügen. Gifrig mit der Orchesterbegleitung zusammen diesmal den Schillerpreis erhielt, fand bei der Auf- Wochen sind verstrichen, der Vorfrühling mit seinen fräftigen Lüften von Solisten beschäftigt, leitet Professor Panzner auch eine Reihe führung im Hebbel- Theater herzlichen und wohlverdienten Beifall. zieht ins Land. Der schläfrige Hannes hat sich in einen dumm- von drei Abenden, an denen der junge Violinvirtuose BronisGine durch und durch gediegene Arbeit ohne Flitter und Trids, ehr- felig verliebten Burschen verwandelt, der heimlich an der Wiege law Hubermann eine nationale Auslese der ViolinliteraTich naturalistisch in der Charakterzeichnung und szenischen Ent- für Menas sich ankündigenden Erstling zimmert. Die verlassene tur" geben will. Am Mittwoch hörten wir das erfte, der deutschen widelung, aber freilich in ihrer ersten Hälfte bei der Fülle zu- Trine padt ihre Stoffer. Plötzlich öffnet sich die Tür und herein Musik gewidmete Konzert. Aus der Klassiterzeit Beethoven, aus ständlicher Schilderung hier und da von einer gewissen Schwer- schleicht der vergessene Alte. Als er in seiner Kammer durch das der Liedermeierzeit Spohr( vielleicht der größte Musiker unter flüffigkeit. Die Erregungs- und Spannungsbedürfnisse, die, wie offene Fenster den Frühling eingeafmet hat, ist sein zäher Leib, den Geigenkünstlern), aus der Epigonengegenwart Brahms: das immer verfeinert, nun doch einmal dem Zuschauer eigen sind, werden wie aus lähmendem Winterschlafe, zu neuem Leben erwacht. Die bedeutete Meister- und Musterwerte, an denen man lernt, was anfangs wohl zu wenig beachtet. Es dauert, wie beim" Fuhrmann Brust heilte. Triumphierend steigt er, wie ein Gespenst von allen ein intimes Busammengehen von Solo und„ Begleitung" ist. Wenn Hentschel", eine Zeitlang, bis man warm wird, dann aber wächst angestarrt, auf die Waage, die sein zunehmendes Gewicht verkündet dann das zweite Konzert( 9. Januar) eine französische und das das Intereffe um fo intensiver. Was erst den Eindrud eines und jeden zweifel aus dem Felde schlägt. Sogleich beginnt er auch dritte( 24. März) eine slavische Auslese bringt, wird der so vorbloßen Nebeneinander machte, das gliedert sich, wenn man am zu fommandieren. Hannes duckt sich ohne versuchte Gegenwehr. bereitete Hörer auch leicht vergleichen können, zumal da jeweils Schluß die Blide rückwärts gleiten läßt, organisch dem Ganzen ein. Mena muß abziehen. Sie nimmt ein armes Bäuerlein, das hoch auf zwei Stunstwerte( unter denen eine Spanische Symphonie" Die innere Geschlossenheit und Stileinheit hat Schönherrs Bauern- oben an der Gletschergrenze mit drei kleinen Kindern haust, und des Franzosen E. Lalo besonders beachtet sei) ein Kunst st ü& der drama vor dem Anzengrubers voraus, der sicher der größere und an dem vierten, das sie in die Ehe mitbringt, kein Bedenken findet. spezifischen Violinbirtuosität folgen wird. originellere Poet ist, aber doch fast nirgends ohne Gewaltsamkeiten Ein verdammtes Eisloch, flucht fie, aber doch eigener Boden! und cingeflictes romanhaftes Beiwert auskommt. Auch ist„ Erde" Die Aufführung gelang froß der Schwierigkeiten des Dialekts das einzige fünstlerisch wertvolle Bauerndrama, das bäuerliche und des fremdartigen Milieus im ganzen überraschend gut. Guido Charaktere in typisch bäuerlichen aus den besonderen wirtschaft- era feld als alter Grub, Maria Maher als Trine, Licho lichen Verhältnissen geschöpften Situationen schildert. Es ist das als Sannes boten, ebenso wie einige Darsteller der fleineren Rollen bäuerlichste aller Bauernstüde. Die Stimmung und die Leiden eindrucksvoll individualifierte Typen. Eine Meisterleistung war schaften, die der Besitz von Grund und Boden schafft, treten hier Rosa Bertens böse Mena. anschaulich- greifbar, wie in feinem anderen Bühnenwerte, uns entgegen. Dem Bauern alten Schlages ist sein Land nicht bloßes Mittel zur Beschaffung des Unterhalts, er hängt daran mit Stolz und Liebe. Es ist ererbtes Gut, mit dem sich das Persönlichkeits- und Familiengefühl des Besizers aufs innigste verwebt, Zubehör und Gehäuse seines Jch. Stein schwererer Entschluß, als sich aufs Altenteil zurüdzuziehen; abhängig zu werden auf demselben Erden fleckchen, auf dem man früher in harter Arbeit herrschte. Musik. dt. Das Blüthneriaal- Orchester hat sich nach mancherTei Schidsalen so flott herausgemacht, daß es dem Solisten in seine zarten, vielleicht zu zarten Nuancen mit gut einheitlicher Gesamtwirfung folgen fonnte und uns nunmehr weiteren Blüthner- Nonzerten erfreut entgegensehen läßt. " Notizen. 62 Der Mozart Gaal am Nollendorfplatz hat seit seiner Meine Grenzpfähle für die Satire! Dem Eröffnung im Herbst 1907 das Berliner Konzertleben günstig und Simpliciffimus" hatten einige loyale Blätter den beliebten Vordauernd bereichert. Insbesondere hat der damals für uns neue, wurf der Vaterlandslosigkeit angeheftet, weil er die deutschen doch anderstvo längst wirksame Stapellmeister Professor Stari Nationalheiligtümer der Hundedemut, der Knechtseligkeit, der unBananer bie nach ihm benannten Konzerte rasch zu hohem befleckten Armee und ähnliche Vorzüglichkeiten dem Spotte des AusAnsehen gebracht. Wie wir sie im Vorjahre mit unserer Sympathie landes preisgibt und noch dazu in einer besonderen französischen Ausbegleiten fonnten, so sehen wir auch heuer ihnen und ihren Robi- gabe. Ludwig Thoma hat jezt den Verteidigern unserer NationalMan weiß, wie oft das Leben dieser Abgedankten durch den töten mit besonderem Intereffe entgegen. Namentlich das zweite lafter einen gepfefferten Sendbrief nachgesandt und dabei festgestellt, Egoismus undankbarer Stinder zur wirklichen Tragödie wirt. Banzner- Konzert" vom nächsten Montdg( 16. November) daß die Lügenbeutel nicht einmal richtig orientiert find. Es gibt gar Schönherr ir seiner Komödie wendet den Fall nach der umgekehrten verspricht so Wertvolles, daß wir uns seinetwegen zur Abwechse- feine franzöfifche Ausgabe des Simpel", nur die Bildterte werden auf Seite. Er führt uns einen Alten vor von eiserner Gesundheit, der lung erlauben dürfen, statt einer Nach kritik eine Vor kritik zu einem besonderen Blatt übersetzt. Und wenn es schon eine franfür alle Demütigungen, die ihm als Altfiber einmal vielleicht zuteil geben. Als Neuheiten werden kommen: eine symphonische Dich zösische Ausgabe gäbe! Die Scheidung der Geister und Klassen ist verben tönnten, im voraus schon Revanche nimmt. Er fühlt, daß tung( also ein auf besonderen poetischen Inhalt gestimmtes in allen Ländern diefelbe, und mit demselben Interesse, mit dem jeder auf seinen Rüdtritt wartet: Gein gutmütig- beschränkter, sechs- Orchesterſtüd)„ Die Nonne" von 2. Blech, deffen wir uns aus unsere Leser z. B. die von uns häufiger zitierte Satire der undvierzigjähriger Sohn, der, che ihm die Herrschaft auf dem Hofe dem Opernhause mit Anerkennung erinnern, und ein Konzert für L'assiette au beurre", einer Art, nur einer viel freieren Art zufällt, nicht heiraten tann; Trine, die verblühte Braut, die Knechte givei Violoncelli mit Orchester von 3. Klengel, einem der be- franzöfifchen Simpliciffimus, verfolgen, wird der Simpliciffimus" und Mägde. Aber der Gedante daran erhöht nur sein Behagen. deutendsten Virtuosen des der menschlichen Baritonstimme ent- in Frankreich beachtet. Die Stiche und hiebe, die die Dummheit, Gerade weil es die anderen wurntt, proßt er um so unverschämter sprechenden größeren Geigeninstrumentes, der die dürftige Litera die Gemeinheit, die aufgeblafene Autorität und die gesamte mit seiner Kraft und seinem Appetit. Ehe ich nicht schlafen gehe, tur des( fälschlich so genannten) Cellos bereits mit mehrfachen patriotische Mythologie in einem Lande empfängt, fie finden im siehe ich mich nicht aus." Da trifft ihn, als er ein störrisches Pferd Konzertstüden solcher Art erweitert hat. Dazu die siebente Sym- anderen das gleiche Verständnis und treffen den gleichen Feind. Die bändigen will, ein Hufschlag an der Brust. Es scheint, daß es mit phonie von Beethoven, in der wohl auch der Unerfahrene Satire fann drum gar nicht international genug wirken. ihm zu Ende geheir will. Eine prächtig charakteristische Szene ist leicht ihren Stern: die Idealisierung des Tanzes, so durchschaut, diefem ihrem guten alten Vorrecht wird sie sich nicht einmal durch cs, wie der Bauer in seiner unerschütterlichen Lebenszuversicht zum daß er 3. B. die häufige Verderbung des zweiten Sabes( Allegretto) die deutschtümelnden Bedenken der Wiener Arbeiterzeitung" ab crften Male irre wird, und den Tischler kommen und sich zum Sarg zu einem Trauermarsch oder Schmachtfetzen" zurückweisen wird. bringen lassen " Und von deS reichsstatistischen AmteS über die NrdeitZlostflfelt fiel den Gewerkschaften der christliche Bergdrbeitekverband fehlt. Die Fach- verbäiide haben im 3. Ouartal d. I. gegcnNber dem 3. Oiiartal vorigen Jahres bei IV4 Millionen Veisichetien an Arbeitslosen- versichekltiig g»/sahlt! 1«33 Wo Mark gtgrniiber Syt vilv Mark I Also die Sumine hat sich genau v er d op p e l t.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Dabei ist das dritte Ouartal flir die ArbeitZ- losigteit noch lange Nicht das tmgiiitstigste. Wie wirkt nUN die Akbeiisiostgkeit üuf die Arbeiter? Die lvenigen Ersparnisse sind bald verbraucht, daö wirkt deprimierend; bald tritt auch Hunger in der ffaitlilie ein. die Krankheiten nehmen erheblich zu. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wie- viele Arbeiter werden aber Mich durch die Krise in den Kot der Land« straste hinaus geschleudert! Wenn der unverheiratete Arbeiter kein Geld mehr hat, Kost nNd Logis zu bezahlen, so wird er vielfach zum Betteln gezwungen, und wenn er dabei abgefastt wird, dann beslrast ihn der Staat, obwobl der Arbeitslose doch nicht an der Rrise schuld hast Betrieben Mttgeterit worden. J,, der Heeresverwaltung sind die Bekleidungsämter und trchuischeu Institute voll beschäftigt. Bei den techniicheu Jnstiluttn hat Mitte Oktober die Einstellung von 700 neuen Arbeitern erfolgen können. J» der Marineverwallmig ist die Arbeilerzahl von rund 18 000 auf 20 000 gestiegen.(Hört I hört!)«ine Stntchränkuiig ist in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Die Lohnsätze haben in letzter Zeit ein- « t e, g e r u n g erfahren.(Hört I bvrt>) D.e»««ichStelegraBficn- Verwaltung, die rund 12 000 Arbeiter beschäfttgt. ist bemüht, Ihnen die Beschäftigung auch im Winter weil« zu geben. In den preußischen Staatsbetrieben sind die veschSsiigungSverhältuiffe durchaus günstig. Ii, den Verabetrieben de« Saarrevier« und Ober- schlesienS besteh! noch ein gewisser Arbeitermaiigel, ein sichtbarer Mangel, wie gesagst bei der Forswerwalmug. Die Etseubahn- Verwaltung in Preußen, die 487 000 Arbeiter bejchaftigt. hat keine Arbeiter entlassen. Für dre Jnangrimiahme der im Etat für IVOS vorgesehenen Arbeiten werden dre Anordnungen derart ae- troffen, daß unmittelbar nach Annahme d«S Etat»«ti, gesetzt werden kann. Darüber, ob sür dleiemgen Positionen, deren Annahme un ohnehin ficher ist, ein Rotstandsetat vorgelegt werden kann, um die fann denn die Industrie ble Baften einer solchen Versicherung| liche Grundlage, es liege fein gültiges. Dis. Arbeiten fchon jetzt zu beginnen, habe ich mit der Finanz tragen? Das müßte erft festgestellt werden, eine Utopie ist fie ziplinarberfahren vor, und er beantrage die Gin. verwaltung mich noch nicht ins Benehmen gefept. Jm aber nicht, wie die Vorredner meinen. Gegento actig freilich ist stellung des Verfahrens. Wenn er sich nun aber auf die Sache einzelnen bemerte ich folgendes: Die Heeresverwaltung fie undurchführbar, aber wenn die Reichsfinanzen in Ordnung ge- felbst einlaffe, so sei Folgendes vorzubringen: Der Artikel 27 hat zur Linderung der Arbeitslosigkeit der Maschinenindustrie Sonder bracht sind und die Witwen und Waifenversicherung durchgeführt ist, ber Verfassung habe ihn bewogen, hier als Verteidiger aufaufträge gegeben, auch der Textilindustrie. Die Reichspost- und sollte man an fie benten. Daß die Kommunen den Gewerkvereinen, zutreten, wenn er auch auf einem anderen politischen Standpunkt Telegraphenverwaltung hat Anordnung getroffen, daß während des velche Arbeitslosenunterstützungseinrichtungen haben, Beihilfen stehe als der Angefchuldigte. Durch die Sprache erheben sich die Winters weiter gearbeitet wird, so weit die Witterung es irgend zahlen, dagegen habe ich nichts, wenn ich die Schwierigkeiten auch Menschen über die anderen Geschöpfe, und diesen Vorzug würden zuläßt. Die Marineverwaltung hat angeordnet, die für 1908 ans nicht berkenne. Wenn wir uns alle zusammenschließen, so wird die Menschen verlieren, wenn man ihnen die Zunge ausriffe. In gewiesenen Mittel während, bes Rechnungsjahres aufzubrauchen. Die es uns gelingen, die gegenwärtige Krise zu überwinden.( Beifall bet den bisherigen Verhandlungen, in denen Bürgermeister Dr. preußische Eisenbahnverwaltung steigert thre Bautätigkeit im ben Freifinnigen.) Schüding täglich sieben bis acht Stunden gesprochen habe, und in hohen Umfange weiter. Die Betriebsverwaltungen der Einzel- Abg. Henning( f.): Der Begriff des Arbeitslosen ist sehr schwer denen er einen Strom von Tatsachen aus der inneren Verwaltung ftaaten spielen ja eine bedeutende Rolle auf dem Arbeitsmarkt, festzustellen, Abgesehen von der Arbeitslosigkeit infolge von Strank- borgebracht habe, habe der Angeschuldigte wohl bewiesen, baß er ein und es ist deshalb gewiß erfreulich, daß sich in Preußen die heit ist doch auch die Arbeitsschen zu beachten. Den Arbeitsscheuen umfassendes Wissen in der inneren Verwaltung befize. Die wiffenMittel, bie für Bauten zur Verfügung stehen, vom Jahre 1903 bis wäre ein täglicher Gaz von 2 W., den der Abg. Moltenbuhr ihnen schaftliche Behandlung sei die verstandesmäßige systematische An1908 von 176,8 auf 338 Waltonen gesteigert haben.( hört bört 1) für jeden Tag zuwenden will, sehr angenehm. Was der Abg. Molten- vendung des Wissens auf einen Gegenstand, und so habe BürgerDie preußische Bauverwaltung hat für 1908 54 Millionen zur Ver- buhr über die gleichmäßigere Verteilung der Arbeiten des Reiches meister Schücking, fein Wissen in dem Buch auf die innere Verfügung, 16 Millionen mehr als im Vorjahre. Auch biefer Betrag ausführte, ist theoretisch ganz richtig; aber prattisch ist es undurch- waltung des preußischen Staates angewendet. Man werde also zue wirb nugbar gemacht zur Beschäftigung von Arbeitslosen. Alle führbar. geben müssen, daß das Buch Schüdings ein wissenschaft. diefe Anordnungen in der Reichs und preußischen Verwaltung find Der Redner polemistert in längeren Ausführungen gegen die ich es sei und daß es mit wissenschaftlichem Ernst geschrieben sei. getroffen worden, bevor biefe Interpellationen gestellt waren. Es Vorschläge des Abg. Moltenbuhr und brieft feine Befriedigung mit Der Verteidiger geht dann auf die Beamtenqualität ein. ist also nicht richtig, daß die staatlichen Verwaltungen erst auf die ben vom Staatssekretär angekündigten Maßregeln aus. Artikel 27 der preußischen Verfassung gestatte jedent Preußen, sich Arbeitslosigkeit aufmerksam gemacht werden mußten. Abg. Gothein( fef. p.): Wenn wir auch feine Interpellation in Wort und Schrift zu äußern. Er wolle alleroings anerkennen, Die Frage der Nichtbeschäftigung ausländischer Arbeiter ist über die Arbeitstofigfelt eingebracht haben, so haben wir doch daß die politischen Beamten, die die Stimme des Staates feien, wiederholt Gegenstand der Erörterung gewefen. Sie werben sich ein sehr reges Jutereffe an dieser Angelegenheit.( Sehr richtig! bei hierin beschränkt seien. Von einem Kommunalbeamten entfinnen, daß vor einigen Jahren, als der Teltower Kanal gebaut ben Freifinnigen.) Wir haben es zweifellos mit einer internatios tonne er das aber nicht anerkennen. Daß der Kommunalbeamte wurde, bie Bauverwaltung darauf hinwies, daß vor allem in nalen Strifis zu tun, die allerdings nicht allein die Ursache für als solcher notwendig auch die Ortspolizei baben müsse, und als ländische Arbeitslose herangezogen werden sollten. Aber ich die Krisis in Deutschland ist. Der Staatssekretär fuchte mit Bahlen Polizeibeamter den Staatsbehörden unterstellt sei, ändere baran muß feststellen, daß bei diefen gum Teil recht unu geigen, baß der Rotstand in Deutschlaub nicht so groß ist wie in nichts. Der Kommunalbeamte fel ficherlich tein poliangenehmen Arbeiten die inländischen Arbeitslosen nicht anderen Ländern. Aber seine Zahlen für Deutschland bezogen ticher Beamter. Ihm müsse alfo Ivie jedem anderen Staatsaushielten. Sie waren wohl nicht in der Lage, die Strapagen fich auf das Jahr 1907 und feitbem ist ein bürger nach der Verfassung das Recht zustehen, sich frei in Wort zu ertragen und verließen die Arbeit schon nach gang furger Zeit. gebeurer Rückgang ber beutfchen Ausfuhr eingetreten. Die und Schrift zu äußern. Das Oberverwaltungsgericht habe aller( Sört hört rechts.) Die Bauverwaltung war genötigt, aus Sozialdemokraten machen für die Strifis verantwortlich die dings anders entschieden. Eine berheßende und persönliche Tendenz ländische Arbeiter mit heranzuziehen, wenn die Arbeit nicht ins tapitalistische Probuftion. Könnten sie ihre Ideen einmal durch habe aber das, was Schüding in feinem Buche fage, nicht. Die von Stoden geraten sollte. Gleichwohl ist von der preußlichen führen, so würde fidh bald zeigen, wie falsch die Annahme ist. Bürgermeister Schüding angegebenen Tatsachen über die innere Bauberwaltung die Anordnung getroffen woorden, daß auch geider ist die Gefahr eines mißglückten Experiments auf diesem Verwaltung feien nicht widerlegt. Der Verteidiger schließt mit fonft Kolonnen inländischer Arbeiter gefchaffen werden, um Gebiete zu groß, als daß wir ihnen freiwillig das Reich folgenden Worten: Der Artikel 27 der Verfassung ist eine Säule in Beiten der Arbeitslosigkeit für fie au forgen. Es gibt leider au bem Zwecke einer folchen Belveisführung burch Ere Er der preußischen Verfassung. Wenn das Urteil gegen Bürgermeister Tein Spezialmittel, um gewerbliche Stodungen und die mit fabrung übergeben tönnten.( Sehr richtig! bei den Fretsinnigen.) Dr. Schüding auf Amtsentfebung laute, bann sei ein Arthieb gegen ihnen in der Folge berbundene Arbeitslosigkeit zu beseitigen Herr Stresemann hob die Bedeutung der Landwirtschaft hervor, um den Grundpfeiler der preußischen Verfaffung geführt. Das geschähe und ihre schlimmen Wirkungen ganz zu heilen. Es gehört zu einer unfere Wirtschaftspolitik zu entlasten von der Schulb an den Ver- dann in Schleswig- Holstein, von wo die freiheitliche Bewegung aus. richtigen Politil, baß wir in erster Linie die Industrie und damit hältniifen. Aber an der Landwirtschaft find sicher das werden gegangen fet, die zur Verfassung Breuzens geführt habe. auch die Arbeiterfchaft leiftungsfähig erhalten. Wenn wir an diefen bie Ergebnisie ber legten Betriebszählung zeigen nicht mehr Schlußwort um Wahrung seiner wissenschaftlichen Ehre. Deshalb Der angefchuldigte Bürgermeister Dr. Schüding bat in seinem Grundlagen festhalten, dann wird es uns boffentlich gelingen, die als 25 Broz. der Bevölkerung interessiert, und für unsere Wirkungen solcher Strifen abzuschwächen.( Beifall.) Industrie ist die Bollpolitik außerordentlich berderblich. bitte er, wenn der Bezirksausschuß zweifel an der WissenschaftlichRecht hob Herr Stresemann hervor, daß die wirtschaftlichen telt feines Buches hege, um die Wernehmung von Sachverständigen. Gegenfäße zu nationalen werden. Aber durch niche werden diese 12 Uhr verfaat, Sierauf wurde die Urteilsberkündung auf Freilagmittaa Gegenfäge so verschärft, wie durch die wirtschaftliche Absperrung, zu Schleswig, 13. November ber unsere Wirtschaftspolitik führt.( Sehr richtig! bei den FreiAbg. Stresemann( natl.): Die gegenwärtige Arbeitslosigkeit fimnigen.) Die Verhältniffe auf dem Wettmarkt, die eine Haupt( Telegraphischer Bericht.) trägt nicht ben Charakter einer allgemeinen Krije. In der Land- urfache der Strife find, find wesentlich mit herbeigeführt worden Das Urteil: wirtschaft tann von einem allgemeinen Angebot bon Arbeitern nicht durch unsere Wirtschafts- und Finanzpolitit. Ganz berfehlt die Nebe sein. Auch die verschiebenen Industriezweige find nicht ist es, daß die preußische Eisenbahnverwaltung fo außer gleichmäßig betroffen. Sehr start ist die Arbeitslosigkeit in der ordentlich zurückhaltenb mit ihren Bestellungen ist; barunter Textilindustrie. Schuld hat aber nicht unsere Bollpolitit, telbet natürlich die Eifenindustrie. Namentlich angesichts der vor sondern die allgemeinen Verhältnisse auf bem Weltmarit handenen großen Strebite follte die Eisenbahnverwaltung von diefer bilden die Ursache. Der Niedergang unserer Zegtilindustrie ist un- unangebrachten Sparfamfelt laffen. Ausländische Arbeiter sollten in mittelbar veranlaßt durch die Konkurrens Englands. Bei unferem diefer Zeit fo wenig wie möglich befchäftigt werden. Daß die Sanbel mit Amerita leiden wir außerordentlich durch die Stone Juterpellation viel nügt, glaube ich richt. Auch die Herren Juter kurrenz Japans. Wenn wir trotzdem die Arbeitslosigkeit weniger pellanten haben wohl nicht geglaubt, daß die Interpellationen nun fühlen als andere Länder, andere Länder, jo liegt bas daran, bai bie bazu führen würden, bie ürbeitslosigkeit zu beseitigen. In der deutschen Arbeitgeber nicht arbeiterentlassungen bornahmen, sondern Hauptfache wird es Sache der Gemeinden fein, prattische Mittel Ginschränkung der Arbeitszeit.( Buruf bei ben Sozialdemokraten: zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu ergreifen. Wünschenswert Nicht aus Liebe au ben arbeitern!) Run, den Arbeit wäre die Giniegung einer Kommiffion aus Barlamentariern, welche gebern wäre es angenehmer und leichter, mit weniger Arbeitern den diefe Frage fortgefent bearbeitet.( Bravo! lints.) ganzen Tag und die ganze Woche durchzuarbeiten.( Sehr richtig! Sierauf wird die Weiterberatung auf Sonnabend 11 Uhr ber bei den Nationalliberalen.) tagt.( Nachber: Betionen.) Schluß 6 Uhr. Auf Antrag Singer( Soz.) wird die beschtoffen. Besprechung der Interpellationen G Mit Die Disziplinarverhandlung gegen Bürgermeilter Dr. Schücking. Das Der Gerichtshof verurteilte den Angefchuldiglen, Bürger meister Dr. Schulding, zu 500 m. Gelbftrafe und zur Tragung der Roften. In den Urteilsgrünben wird ausgeführt: Zu dem Einwand des formal nicht richtigen Einleitungsbeschluffes sei zu bemerken, daß der Einleitungsbeschluß forrett war, ba dent Antgefchuldigten nicht nur feine Gesinnung zur Laft gelegt worden ist, sondern auch beren Befundung. Die fozialdemo fratische Gesinnung sei in der Einleitungsschrift nicht erwähnt woorden. Die Motive der Regierung feien für den Bezirksausschus gleichgültig. Der Angeschuldigte habe eine Pflichtberlegung begangen durch Verlegung der Ehrerbietung gegen Dienst vorgefekte, nicht aber sei er fchuldig der man. gelnden Ehrerbietung gegen den Landesherrn. Cine weitere Pflichtverlegung liege in der Verächtlich. ma chung bon Staatseinrichtungen. Wenn auch für die Vorwürfe eine große Anzahl Beispiele gegeben werden könnten, Herr Molkenbuhr sagt, man soll den Arbeiter konsumfähiger fo fel bennody etne bollige Beweisethebung unmög. machen, dann haben wir einen starken Inlandspreis. Aber der lich. Es werde auch von dem Angeschuldigten eingestanden, daß Arbeiter darf nicht mur als Konsument betrachtet werden, wir bte Behauptungen des Buches nicht von allen Beamteit müsien uns vielmehr von den Wellen des internationalen Marktes der Monarchie erwiesen werben tönnten. Deshalb unabhängiger machen. Wer der Zollpolitik die Schuld beimißt an lägen Entstellungen bor. Die mangelnde Chrunferem Wirtschaftsleben, überfiebt, daß ber Boll allein ein viel zu erbietung liege darin, daß nicht nur die Behörden, geringes Moment in dem gangen internationalen Wirtschaftsleben sondern auch die Beamten als Träger der Reaktion Schleswig, den 12. November. Darstellt. Herr Wolfenbuhr fagt, die Steigerung des Reichtums in charakterisiert worden feien. Außerdem sei ihre Tätigkeit als im ben legten 80 Jahren sei nur den Unternehmern zugute am 6 Uhr Vegann Bürgermeister Dr. Lothar Schüding mit Dienste der Reaktion stehend besprochen worden. Das hohe Staats. gekommen. Sein eigener Barteigenoffe Calmer aber hat bekannt, feiner Berteidigungstede. Er führte u. a. aus: Die beamtentum fei als geistig stagnierend bargestellt worden. Daß die Lebenshaltung der Arbeiter gestiegen ist. Sie wäre noch Anonymität seines Buchs habe ihm nicht etiva als Deckung Buch enthalte persönliche Ghrverlegungen. Die Remebr gestiegen, wenn nicht mangels einer verständigen Bodenpolitik gebient, sondern es sei zarte Rüdsichtnahme und Taft gewesen, das gierung sei bezeichnet als aus Berfanen mit den rückständigsten ein Teil der erhöhten Löhne den Bodenbesigern zugute fame. mit nicht manche Streise sich berlebt fühlten. Er sei der Ansicht ge Anschauungen bestehend. Von der Selbstverwaltung sei gesagt, daß Der Neunstundentag, den err Woltenbuhr wesen, baß einmal so etwas geschrieben werden müsse uno, daß, ehe fie burch List und Gewalt beschränkt werde. Vom Normalstatut forbert, ist gang undistutabel.( ört! hört! bei ben nicht eine Inventarisierung unseres Verwaltungswesens vor werde behauptet, baß es durch die Beschmeidung der Selbstverwal Sozialdemokraten.) Herr Moltenbuhr hat auf die großen genommen sei, an eine Reform der Verwaltungszustände nicht zu tung geschaffen worden sei. Von den Berufsgruppenvertretungen Ausgaben für Seer und Flotte hingewiefen. Aber die toirt denken sei. Der Reichstagsabgeordnete von Bollmar habe ge- fei gefagt, daß sie zu fonservativen Broeden ausgenüßt würden. schaftlichen Gegeniäge führen zu gu nationalen Gegen fagt, daß die Schrift eine naturgetreue photographische Es werde gesprochen von Lahmlegung der Ortspolizei, von Ge fägen. Den langen Frieden verbanten wir lebiglich unserer starten iedergabe sei. Er habe bom liberalen Standpunkt aus die sinnungsschnüffelei, bon Unruheprovokationen, von AusländerStiftung, die also indirekt eine Arbeitslofenversicherung ist.( Lautes Bustände geschildert. Er habe genau dasselbe Recht, bom schikanen, von Berationen, von Wahlgeometrie, bon feudalen BeLachen bei den Sozialdemokraten. Sehr richtig! rechts.) Von einer liberalen Standpunkt zu schreiben, wie irgendein anderer von hörden. Dadurch habe der Angeschuldigte seine besonderen diretten Arbeitslosenversicherung hat der verstorbene Liebknecht 1892 feinem Standpunkt. Es fei leicht, bom tonservativen Standpunti flichten als Bolizeibeamter berlebt. Er habe aber zu seinen Parteifreunden gefagt: Sie begeben sich in ein Traum au schreiben gegen die Städte, gegen den Gleichheitsbrei, fein Amt bisher tadellos geführt und sich der Achtung, bes land, wenn Sie an eine staatliche Arbeitslosenversicherung denten." und die Aufhebung der Verfassung zu berlangen. Anjebens und bes Vertrauens, die fein Beruf erfordere, In der Tat ist eine solche unmöglich, vielmehr wollen wir hoffen, Sold einem Bürgermeister würoe sicher nichts nicht unwürdig gezeigt. Grfonne deshalb feines daß recht bald auf dem Weltmarkt und damit auch bei uns wieder geschehen. Er nehme für fich in Anspruch, anders zu schreiben mtes nicht entfebt werden. Die Pflichtberlegungen normale Zustände eintreten.( Beifall bei den Nationalliberalen.) als in dem üblichen Sturtalstil. Dieser sei zu langweilig und werbe felen aber so schwerer Natur, daß auf die höchste Gitate Abg. Carstens( frf. Vp.): Alle Parteien werden sich darüber nicht gelesen und verstanden. Er nehme für fich in Anspruch, wenn bor ber Amtsentsegung erkannt werden müsse. er eine anonyme wissenschaftliche Arbeit schreibe, denselben Stil einig sein, daß für die unverschuldet arbeitslos gewordenen Arbeiter und Ausdrud zu gebrauchen, wie er in liberalen Beitungen üblich etwas geschehen foll. Böllig wird man die Arbeitslosigkeit aller fei. Selbstverständlich hätte er sich dabei jeder Beleidigung zu dings nie beseitigen tönnen, ebensowenig wie man eine völlige enthalten. Das habe er aber auch getan. Er habe nur die tonStabilität des Verhältnifies von Angebot und Nachfrage erreichen fervativen Zustände schildern wollen, und wie die ganze Verwaltung fann. Wenn uns aber gesagt wird, daß z. B. in der Forst von tonservativen Tendenzen beherrscht und durchfent fei. Dabei verwaltung Arbeitermangel herrscht, so wird das an gang außer habe er nur Forderungen aufgestellt, die bei einem Liberalen als Unter dem Präsidium des Landgerichtsdirektors Dr. Lieber er. ordentlich miserablen Löhnen liegen.( Sehr wahr links.) felbstverständlich erscheinen. Allerdings dürfe ein toiffenschaftliches öffnete das Schwurgericht gestern die Verhandlung gegen den Die giffern des Kollegen Wolfenbubr bürften vielfach Werf teine Entstellungen enthalten. Aber er bestreite entschieben, Sprechmeister Bogel, ber von Justizrat Sello und Rechtsanwalt hoch gegriffen fein; Derr Galwer, der ihm doch daß Entstellungen in dem Buche enthalten sind. Es sei notwendig, Loewe verteidigt wird. politisch nahe steht, hat niedrigere Biffern angegeben. Die im Zusammenhang seines Buches Dinge wie Kalender. Sozialdemokratie macht sich die Sache etwas fehr leicht. Nach ihr beschlagnahmen, Gesinnungsjahnüffelei, Aus. Bernehmung des Angeklagten. Stammt die Arbeitslosigkeit von der tapitalistischen Produktionsweise. Ian berausweisungen, au behandeln. In den Aeußerungen Aufgefordert, sich auf die Anklage zu äußern, fagte der Ange. Aber auch die Sozialdemokratie würde nicht imitande fein, Bro über die Beschränkung ber Selbstverwaltung und flagte Vogel: Seit 6-8 Jahven werde er vom Bäckerverband furchtbuftion und Konsumtion stete in einem solchen Verhältnis zu halten, bie& ahmlegung ber Ortspolizei wären niemals Pe bar angegriffen. Er habe sich dadurch den Haß des Verbandes zu daß eine leberproduktion und daraus entspringende Krifen un- leidigungen einzelner Bersönlichkeiten enthalten, sondern nur gezogen, daß er bei auswärtigen Streits, namentlich in Raffel und möglich werden.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Die Tendenzen zu erbliden, die weber unmoralisch noch ungefeh. Wünchen Arbeitswillige nach diesen Ort gebracht habe. Auch das Sozialdemokratie spricht immer von hartherzigen Unternehmern, die fich sein könnten. In dem Aufsichtsrecht, das unbeschränkt sei, in fönne der Verband nicht leiden, daß bessere Gesellen"( gemeint bie Löhne reduzieren. Ich meinerfeits babe die Löhne meiner der Befebung der Behörden mit faft nur tonservativen Beamten, find die Gelben. Der Berichterstatter) von Meistern verlangt und Arbeiter nicht herabgefeßt: wenn aber die Gewerkschaften die Lohn- liege der Hauptgrund der Tendenz einer Beschränkung der Selbst. außer der Reihe in Arbeit gebracht werden. Aus Anlaß des Beraufbefferungen zur Füllung ihrer Streitfaffen, also zum Kampfe gegen verwaltung. Ein anderes Kennzeichen des gegenwärtigen Systems liner Streits im Jahre 1906 sei der Verband mit furchtbaren Berbie Unternehmer benutzen, so könnte man allerdings als Unternehmer fei das preußische Wahlrecht, wegen dessen Preußen von leumbungen gegen ihn, den Angeklagten, vorgegangen; deshalb habe auf den Gedanken kommen, daß eine Lohnreduktion fich empfiehlt. allen Rationen bemitleidet werde. Gin Wahl. er Schneider verklagt. Wegen dieser Klage sei der Haß gegen ihn ( Hört! bört! b. d. Soz.) So haben z. B. die Borzellanarbeiter in Elmsrecht, bas fidh fein Indianerstamm gefallen losgegangen; es habe sich ein Komplott gegen ihn gebildet, um ihn horn beschlossen, daß jeder leberichuß über den Wochenlohn von 31 M. faffen würde. Es sei unbedingt notwendig, daß Leute aus von seinem Boſten zu entfernen und die Arbeitsvermittelung in bie in die Streiftaffe fließen foll.( hört! hört! b. d. Freifinn. und rechts.) der Braris folche Dinge einmal schrieben. Das ganze Dis. Hände der Gefellen zu bringen. Oft sei von den Gesellen behauptet Erstaunlich war, daß Herr Stresemann diese Debatte über die siplinarberfahren jei durchaus politischer worden, er habe sich bestechen lassen; aber es sei nicht erwiesen Arbeitslosigkeit benutte, um unserer Wirtschaftspolitit ein Loblieb tatur; es sei deshalb eingeleitet, weil in unverkennbar liberalem worden. Er habe sich als Sprechmeister nichts zuschulden tommen zu fingen. Daß sie zur Verschärfung der Arbeitslosigkeit beigetragen Ginne alle diese Fragen behandelt worden seien. Er müffe darauf loffen, habe kein Geld angenommen, nur burch ein Stomplott sei hat, tann doch nicht bestritten werden.( Zustimmung bei den Frei hinweisen, daß das ganze amtliche Leben von der Disziplinarer auf die Anklagebank gekommen. Der Präsident hält dem Anfinnigen.) Den vom Abg. Moltenbuhr vorgeschlagenen Neunstunden- behörde in Betracht zu ziehen sei. Die Kommunalaften der Stadt geklagten bor: Es haben doch etwa ein Dugend Leute in den tag bezeichnete Herr Strejemann als undistutabel, Das ist Sujum bei der Regierung werden beweisen, daß außer vom Land- früheren Brozessen beschworen, daß sie Ihnen Geld gegeben haben. aber mit der Strife hat diese Forderung nichts rat und bem Stadtbaumeister in den fünf Jahren feiner amtlichen Sollen denn alle diese Beugen aus Parteihaß Meineide geschworen barin stimme ich Mottenbuhr Tätigkeit nur eine auf Irrtum beruhende Beschwerde gegen ihn haben? zu er nicht, 1 Meineidsprozeß gegen den Arbeitsvermittler Vogel. Berteidigungsantrag. zu tun. Die Tabalsteuer, zu, würde die Arbeitslosigkeit verschärfen. Als Abhilfemittel fagt eingereicht worden sei. Besonderen Wert lege er auf die 28 iffent. man: die Arbeiter follen aufs Land gehen. Dazu ist die Arbeitschaftlichkeit feines Werkes. Was den Ton anlange, fo Nachdem die Vernehmung des Angeklagten beendet war, beanTofigkeit viel zu groß; auch fönnen die städtischen Arbeiter nicht haben die furgen, knappen Säße dem Anfläger Anlaß gegeben, Ge- tragte Rechtsanwalt Loewe die Ladung eines Bädermeisters in hitach zur Landarbeit übergehen. Gefreut habe ich mich über die bankengänge zu vermuten, die in Wirklichkeit nicht vorhanden felen. Sannover, der befunden soll, bei dem früheren Sprechmeister Bolte Mitteilungen des Staatssekretärs über die Arbeiten, die in An- Berteidiger Justigrat Storm( Susum) hob zunächst nochmals feien Bestechungen an der Tagesordnung gewefen. Bolte habe sich griff genommen find. Bitten möchte ich, daß man in bemfelben die formelle Seite hervor, baß dem Angeschuldigten teine An- mit schriftlichen Arbeiten nicht behelfen können. Deshalb habe ihn Sinne auch auf die Einzelstaaten einwirkt. Sehr viel tönnen auch schuldigungspunkte, d. h. Tatsachen im Ein.Hekschold bei Erledigung der Schreibarbeiten unterstübt und dafür bie Sommunen tum mit Schulbauten, Wegebauten uſiv. Eine leitungsbeschluß augeftelt worden seien. So fei dem An einen Anteil von den Bestechungsgeldern erhalten. Dies sei wichtig, Arbeitslosenversicherung ist sehr schwierig; verschuldete und un- geklagten die Gelegenheit entzogen worden, in der Boruntersuchung weil der Gefellenführer Hehschold im Vordergrunde der Bewegung verschuldete Arbeitslosigkeit ist taum zu unterscheiden. Aber feine Beweisanträge zu stellen. Es fehle dem Verfahren die tech t- gegen Bogel stehe. Hierauf beginnt die Beweisaufnahme. Obermeister Milleville bekundet: Schon im Jahre 1891 sind dem Jmiungsvorstande Mitteilungen zugxgangen, des Inhalts, daß Ärbeitsuchende versucht hätten, den Sprechmeister Vogel zu bestechen. ?luch in den folgenden Jahren seien Beschwerden über Bestechungen Vogels eingegangen. Der Jnnungsvorstand habe die Beschwerden untersucht; eS sei festgestellt worden, daß dieselben unbegründet sind. Räch dem Prozeß Schneider, wo etwa 19 Zeugen beschworen hatten, daß sie Vogel mit Erfolg bestochen haben, hat der Jnnungsvorstand ein Disziplinarverfahren gegen Vogel eingeleitet; es sei aber nichts für Vogel Belastendes festgestellt worden. Die Zeugen aus dem Prozeß Schneider hat der Jnnungsvorstand in seinem Disziplinar- verfahren nicht vernommen. Auf mehrfache Fragen erklärt der Zeuge schließlich, es könne doch sein, daß zwei von den Zeugen aus dem Prozeß Schneider von der Innung vernommen wurden. Lepschinski, ein früherer Bäckergeselle, hat im vorigen Prozeß gegen Vogel gesagt, er habe im Februar 1899 Bogel 19 Merk ge- geben und dafür nach einigen Tagen Arbeit bekommen. In jenem Prozeß wurde festgestellt, daß Vogel erst im Oktober 1899 Sprechmeister geworden. Jetzt gibt Lepschinski an, er habe nach dem vorigen Prozeß Nachforschungen angestellt und sich dadurch über- zeugt, daß er sich in der Zeit geirrt habe. Die Behauptung, daß er Vogel 19 M. gegeben hat, hält der Zeuge trotz etngclsender Fragen mit aller Bestimmtheit aufrecht, nur auf die Zeit und auf die Reben- umstände könne er sich nicht mehr besinnen. Ferner gibt er an, er habe später noch einmal 6 Mark per Post an Frau Vogel geschickt, das Geld sei ihm aber zurückgeschickt worden. Zur Bekräftigung seiner Aussage gibt der Zeuge an, er habe zu jener Zeit im Lokal des Arbeitsnachweises zu Vogel gesagt:„Sie alter Gauner, Sie Schieber, Sie geben ja bloß Arbeit aus, wenn man Ihnen Geld gibt." Wegen dieser Aeußerung habe Vogel nichts gegen den Zeugen unternommen. Zeuge Fechner gibt an, er habe Vogel im Jahre 1895 per Post 19 Mark geschickt. Im Oktober desselben Jahres habe er Vogel persönlich 19 Mark gegeben, die Vogel in die Westentasche steckte. Zeuge Göthe hat seiner Angabc nach im Jahre 1895 einem Schankwirt Krüger, in dessen Lokal viele Bäckergesellen verkehrten, 5 Mark gegeben, die zur Bestechung Vogels bestimmt waren. Der Zeuge ist in Gesellschaft von Krüger und noch einem Dritten zu Vogel gegangen, und bei dieser Gelegenheit sei Vogel das Geld gegeben worden.— Der als Zeuge vernommene Schankwirt Krüger kann sich auf diesen Vorfall nicht besinnen, gibt aber die Möglichkeit desselben zu. Zeuge Reinke hat im Jahre 1893 gehört, wenn man Arbeit haben will, müsse man Vogel schmieren. Er ist �dann in Bogels Wohnung gegangen, hat 29 Mark und ein halbes Dutzend Zigarren auf den Tisch gelegt. Vogel wollte dem Zeugen sogleich Arbeit geben; der Zeuge lehnte das aber ab, weil es zu auffällig sei. Erst nach einigen Monaten habe er Arbeit bekommen, nachdem er in der Zwischenzeit als Bauarbeiter beschäftigt war. Später hat der Zeuge Pfefferkuchen und Torte an Vogel geschickt. Der Zeuge gibt an. er habe die 29 M. in der Küche Vogels auf den Küchentisch gelegt, und Vogel habe während des ganzen Vorganges auf dem Sofa gelegen.— Vogel behauptet, er habe nie ein Sofa in der Küche gehabt.— Infolge dieses Widerspruchs richten die Verteidiger, der Staatsanwalt und einige Geschworene eine Reihe von Fragen an den Zeugen. Durch Vernchinuirg eines anderen Zeugen wird festgestellt, daß in Vogels Küche tein Sofa stand, daß aber der Ein- gang in die Wohnung durch die Küche führte. Nach dieser Auf- ktärung berichtigt der Zeuge Reinke seine Aussage dahin, er könne Nicht mehr mit Sicherheit sagen, daß sich der Vorfall in der Küche abspielte. Den einfachen Tisch, auf den er das Geld legte, habe er jedenfalls für einen Kiichrntisch gehalten. Mit aller Bestimmt- heit bleibt der Zeuge dabei, daß er Vogel 29 M. gegeben habe. Aus der Fragestellung eines Geschworenen an den Zeugen Reinke geht hervor, daß der Geschworene es für unwahrscheinlich hält, daß Bogel angesichts der auf den Tisch gelegten 29 M. aus dem Sofa liegen geblieben sein solle. Nunmehr wurden zwei Zeugen vernommen, die ihr Zeugnis für die Unbestechlichkeit Vogels freiwillig angeboten. Der erste dieser Zeugen, Bäckermeister Krüger sagt aus, er sei 1891 als Aus- gelernter»ach Berlin gekomme», habe sich bei VogK einschreiben lassen und ihm 15 M. hingelegt. Vogel habe das Geld zurück- gewiesen mit den Worten:„Mein Sohn, hier kostet es nur 59 Pf." (Das ist die statutenmäßige Gebühr.) Der andere Leumundszeuge, Etadtsetrctär Nichter aus Zanow i. Pommer», ist 1892 oder 1893 als Bäckergeselle nach Berlin gekommen. Damals wurde allgemein davon gesprochen, daß Vogel bestechlich sei. Auf der Herberge— gibt der Zeuge an— verabredeten sich eine Anzahl Gesellen, Vogel auf die Probe zu stellen. Zlvei- oder dreimal gingen infolgedessen einige Gesell"» zu Vogel und boten ihm Geld an, er habe es aber zurückgewiesen. Ob die an dieser Verabreduüg beteiligten Gesellen VerbaudSmitglieder waren, weiß der Zeuge nicht. Er weiß auch nicht, daß damals eine gehässige Strömung gegen Vogel bestand. Run folgen wieder verschiedene Belastungszeugen. Bäckergeselle Hase hat 1892 versucht, Vogel zu bestechen. Dieser nahm das Geld zunächst nicht an, weil ihm der Zeuge fremd war. Später aber ist dem Zeugen die Bestechung Vogels gelungen. Im Jahre 1899 hat der Zeuge mehrmals Geld an Vogel persönlich gegeben und bald darauf Arbeit bekommen. Einmal sagte Vogel, er möchte gern tn den Zirkus gehen. Da kaufte der Zeuge Billetts für sich sowie für Vogel und dessen Frau und sie gingen gemeinsam in den Zirkus. Das Eintrittsgeld hat Vogel nicht zurückerstattet, aber der Zeuge bekam einige Tage nach dem Zirkusbesuch Arbeit. Angeklagter Vogel sagt, er I>abe keine Ahnung von diesem Vorfall. Er lasse sich nicht von Gesellen freihalten. Im Gegenteil, er habe oft ibis zu 34 M. an einem Abend aus semer Tasche mit Gesellen vertrunken. Zeuge Steinkops bekundet, er habe Vogel im Oktober 1897 mit 19 M. und im'November 1999 mit 15 M. bestocken. Obwohl er nicht eingeschrieben war, habe ihm Vogel sofort Arbeit verschafft.— Die Verteidiger suchen die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen zu er- schüttern. Sir halten ihm vor, er sei vom Bäckermeister Thier ent- lassen, weil er dort Stollen entwendet habe.'— Ter Zeuge bestreitet das ganz entschieden.— Ferner wird der Zeuge befragt, ob er nicht vom Bäckermeister Kendler entlassen worden sei, weil er dort Kuchen entwendete und die in der Karlstraße flanierenden„Damen" damit traktiert habe und ob er nicht nach seiner Entlassung den Bäckermeister Keubler wegen Uebertretung der Bäckereiverordnung denunziert habe.— Beides bestreitet der Zeuge ganz bestimmt.— Der als Zeuge vernommene Bäckermeister Keubler weiß aus eigener Kenntnis nichts von der Kuchengeschichte, sie ist ihm von einem anderen Gesellen erzählt worden. Hinsichtlich der Denunziation gibt der Zeuge Keubler an, auf der Polizei sei ibm gesagt worden, Steinkopf habe ihn wegen Ueberschreitung der Arbeitszeit denun- ziert.— Zeuge Steinkopf bemerkt dazu, er habe den Meister nicht angezeigt. Aber eS sei öfter ein Schutzmann in die Bäckerei ge- kommen und habe ihn gefragt, wie lange am Sonntag gearbeitet werde. Diese Fragen habe er wahrheitsgemäß beantwortet. Das sei alles. Zeuge Heise gibt an, er sei in. Vogels Wohnung gegangen, um sich einschreiben zu lassen. Anwesend war nur Frau Vogel. Der Zeuge habe sein Buch und darunter ein Zwanzigmarkstück auf den Tisch gelegt und sich entfernt. Arbeit habe er allerdings erst nach zehn Monaten bekommen.— Zeuge Redvich iagt, er bade vor zehn Iis zwölf Jahren wenigstens zweimal je 5 M. in cingeschrieoenen Briefen an Vogel geschickt, aber erst nach mehreren Wochen Arbeit bekommen.— Ein Geschworener fragt, ob der Zeuge aisck) die Post- einlrefcruiigsschcine über die eingeschriebenen Briese habe, so etwas hebe man sich ooch auf.— Ter Zeuge hatte die Scheine natürlich nicht mehr. Er tonnte doch nicht wissen, daß er dieselben nach zehn bis zwölf Jahren als Beweismiltel für seine Glaubwürdigkeit vor- zeigen solle. Eine sehr sichere Aussage, die anscheinend auf allen Seiten Eindruck machte, gab�der Zeuge Breitsprecher ab. Er hat im Jahre Verantwortlicher Redakteur:�HauL Weber, Berlin. Für deiT 1898 von Vogek eine Werkmeisterstelle in der Bäckerei des Gutes Dahlwitz erhalten. Der Zeuge glaubte, für eine solche Stelle müsse er sich besonders�erkenntlich zeigen. Er sagte deshalb zu Vogel: Ich bezahle das Sprechgeld später. Nach einigen Wochen ging der Z-tuge dann zu Vogel und gab ihm 19 M.. doch hatte er den Ein- druck, daß Vogel noch mehr erwartet hatte. Der Zeuge hat in einem Zeitungsbericht über den Prozeß gegen Schneider gelesen, daß Vogel unter seinem Eide behauptete, er habe nie Zuwendungen von Gesellen angenommen. Da der Zeuge selbst die gegenteilige Er- fahrung gemacht hat, so fühlte er sich verpflichtet, sich als Zeuge zu melden.— Angeklagter Bogel bezeichnete die Angabc auch dieses Zeugen als unwahr. Doch der Eindruck, den dieser Zeuge machte, war derart, daß niemand an irr Wahrheit seiner sehr sicheren Aussage zweifeln konnte. Wenn man an den Aussagen anderer Zeugen zweifeln mochte, weil sich der eine oder andere in nebensächlichen Dingen irrte, so war doch über die Aussage des Zeugen Breitsprecher nicht hinwegzukommen. Diese Aussage war für Vogel sehr gravierend. In diesem für den Angeklagten äußerst kritischen Moment kam Justizrat Sello aus die Idee: Das Statut des Arbeitsnachweises spricht nur von der Arbeitsvermittelung zwischen Bäckergesellen und Bäckermeistern. Der Zeuge Breitsprecher hat aber nicht Arbeit bei einem Bäckermeister, sondern bei einem Gutsbesiber bekommen. Von solchen Fällen steht nichts im Statut des Arbeitsnachweises, also war der Svrechmeister berechtigt, für die Arbeitsvermittelung an einen Gutsbesitzer und noch dazu nach außerhalb, höhere Ge- düstren zu nehmen, als die im Statut festgesetzten.— Dieser Gedankengang des Verteidigers war aus seinen Fragen und sonstigen Feststetlungen zu erkennen. Fragen, welche einige Geschworene stellten, zeigten, daß die Idee des Justizrats Sello auch auf den Bänken der Geschworenen fruchtbaren Boden fand. Auch der Zeuge Obermeister Milleville hält es nicht für statutwibrig, wenn Vogel im Falle Breitsprecher höhere Vermittclungsgebühren genommen hätte. Obermeister Milleville tat noch ein übriges und bestätigte die Behauptung des Angeklagten, daß er von den Berbandsgesellen mit besonderem Haß verfolgt werde. Der Verband wolle den Ar- beitsnachweis in seine Hand bringen. Vogel sei die festeste Stütze der Innung, deshalb wolle ihn der Verband stürzen.— Der Angeklagte Bogel bekräftigte diese Angaben durch die Behauptung, die Verbandsgcsellen trachteten ihm sogar nach dem Leben. Zeuge Kalctka gibt an, er habe Vogel im Jahre>999 3 M. ge- geben und dafür bald Arbeit bekommen.— Zeuge Höppner sagt, er habe, als er bei Vogel Arbeit suchte, eine Flasche Kognak da- gelassen. Damit ist die Vernehmung der zu den zwölf Bestechungsfällen benannten Zeugen beendigt.— Die folgenden Zeugen sind zur Entlastung des Angeklagten geladen. Mehrere Zeugen bekunden, es sei ein allgemeines Ge- spräch gewesen, daß man Vogel Geld geben müsse, wenn man Ar- beit bekommen wolle. Diese Zeugen gaben Fälle an. wo sie vcr- suchten, Vogel 19. 15, 29 M. für Zuwendung von Arbest zu geben. Vogel habe das Geld aber entschieden zurückgewiesen. Schankwirt Lipski, ein früherer Bäckergeselle, will ebenfalls beobachtet haben, daß Vo�el ein ihm angebotenes Zwanzigmarkstück zurückwies. Ferner erzählte Lipski eine Geschichte, die wie ein Kapitel aus Scherls Emporlesebibliothek anmutet. Er sagt: Es seien vor etwa drei Monaten mehrmals Leute zu ihm gekommen, die er nicht kennt. Sie hätten sich teils als Mitglieder des Bäcker- Verbandes, teils als Maurer ausgegeben, hätten ihn betrunken ge- macht und ihm ein Schriftstück zur Unterschrift vorgelegt. Die Unbekannten hätten von ihm verlangt, er solle vor Gericht aus- sagen, daß er früher als Bäckergeselle den Sprechmeister Vogel bestochen habe. Der Zeuge habe aber den Leuten gesagt: Aus- geschlossen. Mit solchen Sachen laßt mich zufrieden. Für den Ver- band gehe ich nicht ins Zuchthaus. Die Unbekannten hätten auch zu dem Zeugen gesagt, er solle zu ihnen halten, dann würden sie auch in seiner Schankwirtschaft verkehren.— Nachdem er dies Ver- langen abgelehnt iKibe, seien viele seiner Gäste ferngeblieben. Die Kundschaft der Bäcker aus der Brotfabrik von Kunz u. Ko. sei er infolgedessen losgeworden.— Staatsanwalt Rasch hält dem Zeugen Lipski vor. daß er diese Vorfälle, die vor drei Monaten passiert sein sollen, ja schon viel früher, nämlich im Prozeß Schneider, wenn auch nicht so ausführlich, erzählte. Auf eine Frage des Staats- anwalt gibt der Zeuge zu, daß er etwas schwach im Kopf sei. Das wird übrigens auch durch das Aussehen und Benehmen des Zeugen Lipski bestätigt.„.. Zwei weitere Zeugen gaben an, daß sie vor Jahren bei Vogel kein Glück mit Bcstcchungsversuchen hatten, ihr Geld sei zurück- gewiesen worden..„. Um Uhr wurde die Verhandlung auf heute vormittag vertagt._ parlamentarirched. Anträge der sozialdemokratischen Fraktion. Die sozialdemo- kratiscke ReichStagSfraktion hat in Verfolg der bei der Interpellation über das Kaiser-Jnterview vom Genossen Singer den bürgerlichen Parteien gegebenen Anregungen nunmehr selbst folgende Anträge eingebracht: 1. Einen Antrag, durch den Artikel 11 der öteichsverfassung geändert wird. Während nach Artikel 11 Idie Erklärung des Krieges durch den Kaiser erfolgt, zur Erklärung aber»die Zu- stimnmng deS Bundesrates erforderlich ist, es sei denn, daß ein Angriff auf das Bundesgebiet oder dessen Küsten erfolgt", ver- langt der sozialdemokratische Antrag auch die Zustimmung desReichstages. 2. Ein weiterer Antrag verlangt, den Artikel 17 der Reichs- Verfassung durch ein M inisterverantwortlichkeitSgesetz. wie eS bereits im Jahre 1990 von der sozialdemokratischen Fraktion vorgelegt ivurde, zu ergänzen.(Auszug aus dem Text siehe im Hauptblatt.) 3. Während znreit ßiach der Geschäftsordnung deS Reichs- tageS der Präsident nach Eingang von Interpellationen mit der Anfrage, o b und wann der Reichskanzler sie beantworten wolle, dem Reichskanzler eine Abschrift der Interpellation übermittelt und die Besprechung erst auf die Tages- ordnung setzt, wenn der Reichskanzler die Antwort erteilt hat. wann oder daß er nicht zu antworten gedenke, verlangt ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, daß die Interpellationen unter allen Umständen auf die Tagesordnung einer der nächsten drei Sitzungen nach Einbringung der Interpellationen zu setzen ist. Während ferner die zurzeit geltende Geschäftsordnung es ausschließt, daß sich an die Besprechung einer Interpellation Anträge knüpfen, verlangt der sozialdemokratische Antrag die Zulassung von Anträgen, falls solche von 39 Mitglieder unterstützt werden. 4. Gleichfalls auf dem Gebiete der Geschäftsordnung bewegt sich ein Antrag, der dem Uebelstand entgegentreten will, daß zurzeit ein Bundesratsvertreter außerhalb der Tagesordnung das Wort ergreifen kann, ohne daß eine Diskussion über seine Aus- sührungen statthaft ist. Der Antrag will die Diskussion zulassen. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses beschloß am Freitag vor Eintritt in die Tagesordnung die Absendung eines Beileidstelegramms an den Generaldirektor Janssen in Hamm wegen des furchtbare» über die Grube Radbod hereingevrochenen Unglücks. Tie sodann fortgesetzte Beratung der Besoldungsausbesserungen bezog sich auf die Beamten der Klasse 21(@e£jalt_2100 bis 4500 M.). ES wurde beschlossen, die Bureaubeamten beim Statistitwen Landes- amt in eine höhere Klasse zu versetzen und ihnen 2199 bis 5999 M. Gehalt zu gebe». Recht lebhaft wurde die Debatte bei der Er- örterung eines Antrags auf Gewährung von Stellenzulagen in Höhe von je 399 M. an die K reissekretäre. Der von einer Seite Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts gsmachte Hinweis auf die politische Tätigkeit dieser Beamten, die angeblich stark überlastet sind, in Wirklichkeit aber Zeit genug haben. konservative Wahlarbcit zu verrichten. brachie dieAntragsleller inHarnisch; sie erklärten, daß sie sich lediglich von sachlichen, die Gegner dagegen von politischen Motiven leiten ließen. Schließlich wurde der Lnirag, dem auch Unteistaalssekrelär DomboiS namens der Regierung Wide» sprach, mit 13 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Gleichfalls abgelehnt wurde ein Antrag auf eine Aufbesserung der Gehälter der P o l i z e i k o m m i s s a r e bei den Polizei- verwallungen in den Provinzen über die von der Regierung vor- geschlagenen Sätze hinaus. Dagegen wurden die Polizeiassesioren, für die 2 199 bis 4599 M. vorgesehen ivaren. mit einem Gehalt von 2499 bis 4899 M. bedacht. IlnterstaatSsekretär DomboiS erklärte sich, während er sonst stets alle Abänderungen der RegierungS- Vorlage bekämpfte, mit einer Besserstellung dieser Beamrenkalegorie einverstanden.— Bei der Besprechung einer Petition der Berliner Kriminalkommissare machte der Vertreter des Ministers des Innern die interessante Mitteilung, daß vor Jahren im Anschluß an den Sternberg-Prozeß, als es sich herausgestellt halte, daß die Beamten den an sie herantretenden Versuchmigen nicht immer Wider- stand leisten, ein FondS von 199 999 Mark zur Unterstützung von Kriminalkommissaren bei der Polizeiverwaltung in Berlin und Umgegend, zu Belohnungen für entdeckte Verbrechen. zu Mielsbeihilsen und dergleichen ausgeworke» wurde! Er teilte weiter mir, daß die Kriminalkommissare vielfach auch von Privaten, die von Verbrechen betroffen werden, Belohnungen erhalten M Von verschiedenen Rednern wurde eine weieniliche� Erhöhung deS Fonds und seine Aus- dehming aus die Polizeileutnants angeregt; ein ent- sprechender Antrag wird bei der Etalsberaumg gestellt werden. Ein Mitglied der Kommission wies darauf hin, daß die Kriminalkomiltlssare in Berlin vielfach unnütze Arbeit ver- richten, da die StaalSauivallschast, sobald bei ihr eine Denunziation einläuft, die Polizei mir den ganzen Vorermittelungen beailflragt. ES wurde verlangt, daß diesem unwürdigen Zustande, der das An« sehe» der Justiz schädigt, ein Ende gemacht wird. Einer Erhöhung des GeHalls der Kriniinalkommissare widersprach Unterstaatssekretär DomboiS mit der Motivierung, daß diese Beamten reichliche Nebcilbczügc baben. Ein Antrag auf Aufbesserung der Gehälter der Polizeilculiiailts und KliminaUominissare in Berlin und Umgegend wurde für die zweite Lesung angekündigt. Nächste Sitzung: Sonnabend. Die Lchrerbesoldungskommisfion des Abgeordnetenhauses begann ihre Beratung am Freilag mit der Frage der Festsetzung des Grund- gehalts. Dabei wurde auch die Frage aufgeworfen: ob eS nicht erstrebenswert sei, Einrichtungen zu treffen, um eine Uebersiedelung der Lehrer auS der Stadt nach dem Lande zu ermöglichen. Seitens der Regierung wurde dazu bemerkt: Wir wollen gar keine Lehrer aus der Stadt nach dem Lande haben; die können wir dort ja gar nicht brauchen. Schaffen Sie doch Seminare und beseitigen Sie da- durch den Lehrern, angel, dann wird auch die Landflucht der Lehrer aufhören.— Demgegenüber wurde von freisinniger Seite darauf hingewiesen, daß heute schon die Qualität der Schüler in den Präparandenanstalten so minderwertig sei, daß bei der letzten Prüfung nicht weniger als 1637 Prüflinge durchgefallen seien! Bei den jetzigen Gehaltsverhältnissen komme sehr viel minderwertiges Material nach den Anstalten, die übrigen? nur deswegen so gefüllt seien, weil jeder, der sich meldet, aufgenommen werde. Nachdem der Finanzminister aus Befragen die ganz bestimmte Erklärung abgegeben hatte, daß die Regierung einer Erhöhung d«S Grundgehaltes auf 1500 M. nicht zustimmen würde, beschloß die Kommission einstimmig, das Grundgehalt auf 1409 Mark festzulegen, also 59 M. höher als die Regierungsvorlage. Gerichts-Teltung. Lockspitzel gegen Gastwirte. Der Schankwirt Winenhausen aus Rummclsburg war vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu 5 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er über die Polizeistunde hinaus Gäste in seinem Lokal ge» duldet habe. Auf die von ihm eingelegte Berufung fand am Frei- tag die Hauptverhandlung vor dem Landgericht I statt. Zu dieser waren u. a. der frühere Schließer jetzige Drechsler Hermann Kaupsch in Rixdorf und die Schutzleute Anders und Schmidt, beide in Lichtenberg, als Zeugen geladen. Kaupsch bekundete, er sei. in der fraglichen Nacht von den beide» Schutzleuten angehalten und gefragt worden, ob er Durst habe. Als er das bejahte, hätten sie ihm 19 Pf. gegeben und ihm gesagt. er solle nach dem schon geschlossenen Lokal des Angeklagten gehe» und sehen, daß er dort noch ein Glas Bier bekäme. Er hätte das dann getan und habe auch das Glas Bier erhalten und bezahlt. Der Schutzmann Anders bestätigte die Darstellung des Kaupsch und bemerkte nur. daß-nicht er, sondern sein Kollege Schmidt Kaupsch die 19 Pf. gegeben habe. Von der Vernehmung de» Schmidt wurde unter diesen Umständen Abstand genommen., Der Verteidiger, Rechtsanwalt Liebknecht, wies darauf hin, daß den Zeugen Lockspivelei der schlimmsten Art zur Last falle. und daß man mit Rücksicht auf die sittliche Minderwertigkeit, die sich aus ihrem Verhalten ergebe, einen Beweis g�gen den An- geklagten nicht für ausreichend geführt erachten könne. Er bat deshalb um Freisprechung. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte, den Ausführungen der Verteidigung bezüglich des Ver- Haltens des Zeugen beitreten zu müssen. Es sei nicht anständig gewesen, was die Zeugen getan hätten, trotzdem könne man ihnen nicht allen Glauben versagen. Er beantragte Verwerfung der Bc- rufung. Das Gericht erkannte seinem Antrage nach. Zur Be- gründung führte es aus, daß das Verhalten der Zeuge» auch nach Ansicht des Gerichts keinesfalls zu billigen sei. Trotzdem könne man nicht so weit gehen, ihnen jede Glaubwürdigkeit abzusprechen. Unschuldig verurteilt und hingerichtet. Im Jahre 1996 wurde in Gießen ein Handwcrksbursche zum Tode verurteilt und hingerichtet. Auf Grund eines Indizien- beweises war angenommen, der Verurteilte habe den Pfarrer Göll beraubt und ermordet. Vor wenigen Wochen wurde mitgeteilt, ein in Holland lebender Deutscher habe auf dem Sterbebett das Ge- ständnis abgelegt, daß er der Raubmörder gewesen, jener Hand- wcrksbursche also unschuldig hingerichtet Worden sei. Auch mehrere dem Pfarrer geraubte Opfergeräte lieferte er aus. Seit der Hin- richtung des Unschuldigen habe er keine Ruhe mehr gefunden. Um sein Gewissen zu befreien, sei er zu dem Geständnis bewogen worden.— Von amtlicher Stelle aus ist diese Darstellung bislang nicht bestritten. Sie muß also als wahr gelten. Ter danach vor- liegende Justizmord ist ein klarer Beweis gegen die Institution der Todesstrafe uns wirft auch ein bezeichnendes L-ckik ans die Mcmgelhaftigkeit unserer Justizpflege. Eingegangene vruckfcln'iften. Die Leiden der anderen. Roma» von Ch. Richct. 1. und 2. Band. Verlag: O. Minden, Dresden und Leipzig. Jahrbuch deS ZentralverbandcS deutscher Konsumvereine, 1. und 2.»and. 1908 Verlag: Zcntralverband deutscher Konsumverein« in Hamburg. Bc'eiibindeefios 52. " Acthcrio. Eine Planetensahrt. Bon A. Niemaim. Geh. g M., geb. 4 M. Verlag:?l. Wunderling in Regensburg. Geschäftsbericht 1007,08 dcS di.onsumrcrcins L.-Plagwitz. 32 Sellen. Selbstverlag. „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik.« Hest 2. Herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlaust. A. Hartlebens Verlag In Wien. Jährlich 12 Hefte zu 1,15 M.__ � Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Eo., Berlin SW, 8r.268. W. 2. AtÜHt ötö Stlülltl Nolksllllltt. S-mawd.lt SmOttlS08. Eine Zahlung von Arbeitslosen findet am Dienstag» den 1?« November» in Berlin und den Vororten statt Ist die Stkllnngnlihmt der„Nonvärts"-Rkdal!tion gegen Rtthauser ein Kampf gegen den verband der deutschen Kuchdrucker? Zur Erörterung dieser Frage hatte der Verein der Ber- liner Buchdrucker und Echriftaietzer zu Donnerstag eine Versammlung nach der.Neuen Welt" in oer Hasenheide einberufen, lieber S000 Mitglieder waren der Versammlung ge- folgt, so dah der geräumige Saal schon lange vor Eröffnung der Versammlung überfüllt war. Als erster Redner ergriff das Wort Gauvorsitzender Massini! Dem Gauvorstande ist cS nicht angenehm, bah wir in dieser Versammlung zu einer Frage Stellung nehmen müssen, die besser in anderer Form ihre Erlediguna gefunden hätte. Nächste Woche tritt die Konferenz der Gauvorstehcr zusammen, und dort wäre unserer Meinung nach der richtige Platz zur Erledigung der An- gelegenhcit. Aber durch die Taltik des„Korrespondent und dadurch, dah einzelne Städte bereits Resolutionen angenommen haben, sind auch wir gezwungen, unS mit der Sache zu beschäftigen. Durch die Artikel im„Korrespondent" ist die ganze Frage auf ein falsches Gleis geschoben.(Sehr richtig!,) Ich bin oer letzte, der zugeben würde, dah die Partei unseren Verlwnd bekämpft, aber es handelt sich auch gar nicht um einen Kampf zwischen der Partei und unserem Verband, sondern um etwas ganz anderes. Es ist doch selbstverständlich, dah ein Geschäftsführer, dem der Vorwurf der Bestechlichkeit gemacht wird, alles in Bewegung setzt, um sich von diesem Vorwurf zu reinigen. tSchr wahr!) Fischer hat alles ge- tan, was in seinen Kräiten stand, um seine angegriffene Ehre wieder herzustellen. Er hat gegen die Redaktion der„Post" An- klage erhoben. Dle Angeklagten haben erklärt, dah sie den Beweis der Wahrheit antreten würden, und da eS ihnen nicht möglicb war. den Wahrheitsbeweis zu erbringen, sind sie dazu geschritten, frühere Jahrgänge des„Korrespondent� durchzustöbern, um durch Ladung der betreffenden Personen etwas herauszubekommen. Nicht der .Vorwärts. sondern dle„Post" hat die verschiedenen Zeugen vorgeladen, damit sie aussagen sollten, waS gegen Fischer vorliegt. Die Per- fönen der Zeugen M u s s i a l und M a h l o scheiden für mich völlig auS. Für mich handelt es sich lediglich um den Artikel Rexhäuscrs! „Ein Blick in den ZukunftSstaat", den die„Post" als Unterlage ge» nommen hat. Es wird behauptet, dah der ProzehbcriSt des„Vor. irarta" nicht de« Tatsachen entspricht, sondern dag er demagogische Kniffe enthalte. Ich erklär« dieö für eine Unwahrheit. lOörtl hört!) Selbst M u s s ia l hat am Abend als der„Vorwärts" er- schienen war— unicrem Kollegen Braun mitgeteilt, dast der Bericht im„Vorlvärts" Wort kür Wort stimmt. T» liegt also keine Ursache vor, an seiner Richtigkeit zu zweifeln. Der Bericht enthält auch keinerlei demagogische 5rniffe. Im Prozeh Ivollte der An- geklagte beweisen, daß Richard Fischer bestcchltch sei, und dazu sollten die Nummern des„Korrespondent" dienen, namentlich die Notiz ans dem erwähnten Artikel in der Nummer vom 3. November 1006: „Von einem anderen Kollegen wurde unS dieser Tage mit Namensangabe geschrieben: Lassen Sie sich durch den„Vor- wärtS"-Artikcl nicht stören k Theorie und Praxis ist da zweier- Ici. Die Maschinenmeister erhalten schlechtes Papier und TD 1000 Mark für guten Papierabschluh extra. Ja, Bauer, daS ist ganz etwas anderes." (Pfui-Rufe.) Durch diese Stelle glaubte die„Post" F i s ch e r da zu treffen, wo«r sterblich ist. Allerdings war in der Notiz kein Name ge> nannt, aber in dem Artikel:„Ein Blick in den Zukunftsstaat" kam der Name Fischer 20» bis Lbmal vor. ES lag doch nichts näher als die Annahme, dast Fischer mit diese» 1003 Mar! gemeint sei. Ich bedauere es, dah R e x h ä u se r sich in Moabit so kolossal ungeschickt vertreten hat, wie ich eS von ihm nie erwartet hätte. (Zuruf: Demagoge!) Ich begreife eS nicht, wie er sagen konnte: „AuS intensivem Hah gegen Fischer habe ich eine andere Meinung nicht haben können und habe einfach nicht erklärt, dah er nicht damit getroffen werden sollte."(Pfui-Rufe.) DaS ist usiüber- legt; ich will nicht sagen, dah er böswillig gehandelt hat.(Lebhafte Rufe: Doch, dochl) Nachdem der Vorsitzende ihm seine Aussage vorgehalten hatte, sagte er. er habe R a h n damit gemeint. (Lachen I) Rexhäuser horte, dah Rahn unter Eid aussagte, daß er weder von der GcschästSleitung, noch von jemand anders bestochen sei. Dann kam die bekannte Notiz in der«B. Z. am Mittag". AlS Rahn diese Notiz laS, ging er sofort zum Ver- bandsvorstand» um sich zu erkundigen, ob Rexhäuser noch da sei, und als ihm mitgeteilt war, dah Rcxhäuser noch nicht zurück sei, bat er darum, dah er sofort bei ihm anklingle. Das tclephonische Gespräch hat dann stattgefunden. Rahn hat Rcxhäuser auf- gefordert, eine Berichttgung an die„B. Z." zu schicken. DicS wurde ihm auch zugesagt: aber Rexhäuser suhr einfach nach Leipzig zurück.(Rufe: Pfuil Drückeberger I Gemeinheit l) Biö heule hat in der„B. Z. noch keine Berichtigung R e x h ä u s e r S g«» standen, obwohl bewiesen ist, dah Rahn von keiner Seite«twaS erhalten hat, ja. dah er auch von der Firma niemals eine Zulage aus den in der Notiz angedeuteten Gründen bekommen hat. Wenn es Rcxhäuser nicht gelungen ist, die Richtigstellung in der„B. Z." zu bringen, warum hat er denn nicht im„Korrespondent" das ge. tan, was seine Ehre erfordert?(Lebhafter Beifall.) Da? hätte er tun müssen einem Kollegen zuliebe, der seit seiner Jugend Ver- bandSmitglied ist und stets feinen Mann gestanden hat. Aber er bringt nicht einmal die Erklärung, die jeder Ehrenmann in einem solchen Augenblick abgegeben hätte.(Lebhafte Pfui-Rufe.) Woher stammte nun die Notiz mit den 1000 Mark? Nexhäuser hatte eine Karte in Maschinenschrift erhalten, auf der stand:„Lassen Sie sich, bilte, vom„Vorwärts" nicht stören, TUZ hat 1000 Mark erhalten." Unterzeichnet war die Karte mit Becker. Wer ist Becker?(Heiterkeit.) Nexhäuser hätte sich doch sagen müssen, daß er eine solche Notiz nicht auf» nehmen darf. Ich würde eine solche Karte einfach in den Papierkorb werfen. Mit Subjekten, die anonym oder unter anderem Namen schreiben, habe ich nichts zu tun, und am aller. . wenigsten mache ich von solchen Zuschriften öffentlich Gebrauch. Das Verhalten NcxhäuscrS kann nur vom intensivsten Hast gegen die Sozialdemokratie diktiert die Partei läht icht gemeint. �..... zu sagen, ich bin mystifiziert. (Zuruf: Der Lumpl) Ich bitte, solche Zurufe zu unterlassen. (Zuruf: Der kricgt noch mehrl) Jetzt kommt man aus einmal und »V«lf UfcU*l» USt WSH. VliSIt sein.(Minutenlanger Betfall.) Sein Sah gegen die P AB nicht zu, vor Gericht zu sagen, ich habe Fischer nlchi *rPfuil) Sein Hah läht es nicht zu, zu sagen, ich bin m sagt, e» handelt sich um einen Kampf gegen den Verband der Deutschen Buchdrucker. Nein, eS ist ein Kampf gegen Leute, die nicht verstehen, andere Leute so zu behandeln, wie es jeder ge» bildete Mensch tun mühte. Ebenso wie ich das Verhalten von Rexhäuser bedaure, so muh ich auch aufs schärfste das Verhalten jenes„Vorwärts". Redakreurs verurteilen, der es gewagt hat, jene hundsgemeine Briefkastennotiz zu bringen.(Lebhafter Beifall; Zuruf: Gegen- wehr!) Wir verwahren uns gleichzeitig gegen die„Leipziger Volkszeitung", die in gemeiner und gewissenloser Weise einen Kol- legen den gröhten Schuft des Landes nennt. Dazu hat sie kein Recht.(Sehr wahr!) Hiergegen legt der Vorstand Verwahrung ein, wir werden stets das Recht verteidigen, aber Gemeinheiten lassen wir unS nicht gefallen, dagegen gehen wir energisch vor. Ich bedauere eS, dah wir uns mit diesen Dingen bcscküftigen müssen, wir haben wichtigere Aufgaben zu lösen. Wir be» finden uns mitten in der wirtschaftlichen Krisis. Aber davon ist leider im„Korrespondent" nichts zu finden; er schreibt kein Wort für unsere arbeitslosen Kollegen, die Aermsten der Armen.(Lebhafter Beifall.) Nicht eine Zeile schreibt er über die Verhältnisse in unserem Beruf. Nein, Neutralität, Neutralität und nocb einmal Neutralität!(Stürmischer Beifall!) DaS ist die Taktik des„Korrespondent" l(Zuruf: Weg Mus; et!) Zu Idioten werden die Menschen erzogen i stürmischer Beifall); dagegen machen wir Front. Wir lassen uns das nickt länger gefallen. Wir verlangen von unserem Redakteur, dah er sich den TageSfragen so widmet, wie cS im Interesse der Organisation erforderlich ist. Wir verbitten cS uns, dah er gegenseitigen Hah und Zwietracht predigt.(Lebhafter Beifall.) Als Extrakt seiner Ausführungen unterbreitete M a s s i n i — im Einverständnis mit dem Gauvorstand— der Versammlung folgende Resolution: Die am 12. November in der„Neuen Welt" tagende Ver- einSversammlung hat sich in eingehender Beratung mit dem Streite Rcxhäuser kontra„Vorwärts" beschäftigt und bringt über die Angelegenheit folgendes zum Ausdruck: Die von der„VorwärtK".Redaktion gegen Kollegen Rexhäuser gerichteten Angriffe berechtigen in keiner Weise, die Behauptung aufzustellen, dah sie gegen den Verband der Deutschen Buch- drucker gerichtet sind. Würde auch nur eine Spur von Beweis dafür zu erbringen sein, so würde der Berliner Gauvorstand sofort mit aller Entschiedenheit dagegen Front gemacht haben. Lediglich der auS dem Prozeh Fischer kontra„Post" im„Vor. wärtö" loiedergegcbencn Gerichtsverhandlung— an deren voll» inhaltlicher Wahrheit wir keinen Anlast haben, zu zweifeln—, entspringt die zwischen der„Vorwärts".� und der„Korrespon- dcnt".Ncdaktion von gegensestigem persönlichen Hah erfüllte Polemik, die ivedcr dem Ansehen der Partei, noch dem des Ver- bandes der Deutschen Buchdrucker förderlich sein kann. Die Generalkommission wäre hier die unparteiische, berufene Ver- tretcrin, den Streit zu schlichten und für die Folge dafür zu sorgen, dah ähnliche gegenseitige Anrempelungen vermieden werden. Die Versammlung hält eö aber eines Redakteurs für un- würdig, unkontrollierbare Einsendungen zu persönlichen Angriffen zu benutzen, und verlangt Mit aller Entschiedenheit von den Verbau dsiustanzen, Vorsorge zu treffen, dah derartige Vorkomm- nisse für die Zukunft unmöglich sind, Ebenso protestieren wir aber auch gegen die schimpfliche Bricfkastennotiz im„Vorwärts"") und gegen die pöbelhaften Aus- drücke der„Leipziger Volközeitung" gegen Nexhäuser, deren sich eine Arbeiterpresse unter keinen Umständen bedienen darf. In der Diskussion ergriff zunächst das Wort: Paul John(Redakteur am„Vorwärts"): Es ist ein Irrtum, ar.zunebincn, dah die Briefkastennotiz im„Vorwärts" einem Gefühl der Gehässigkeiten entsprungen ist. Mir ist in der Redaktion dw Zlnfrage gezeigt worden, auf die jene Notiz die Antwort bildete. Tie Notlz Ist also nicht fingiert.(Lachen.) Die Sache mag klein« lich sein, aber ich muh sie erwähnen, weil in der Resolution ein unberechtigter Tadel deshalb ausgesprochen wird.(Widerspruch.) Die Notiz war in der Tat eine ernsthast gemeinte Antwort auf eine nach unserer Meinung ernsthaft gemeinte Anfrage.(Lachen.) Der„Vorwärts" arbeitet nicht mit Brlcflastennottzen, Ivie der „Korrespondent". Rexhäuser hat kein Recht, sich über Angrifft und über die ihm angeblich widerfahrene Behandlung zu beklagen. Zur Zeit, als über den neuen Tarifentwurf eine gewisse Aufregung herrschte, erschienen im„Vorwärts" eine Reihe von Artikeln— ich mochte sie jetzt noch vorlegen in dieser ruhigeren Zeit, wo sie sicher auch ruhiger beurteilt werden und Sie werden sich über- zeugen, dah nicht eine Zeile persönlicher Angriffe darin waren. (Sehr richtigl) Es handelte sich um rein sachliche Kritiken.(Zu. stimmung und Widerspruch.) Da war es Nexhäuser, der aus Anlast einer Kritik an der Einführung der Ueberwachung der Arbeiten auf das hinwies, was im»Vorwärts" vorgekommen sein soll. (Zuruf: Mit Rcchtl) Hiergegen nahm nicht die Redaktton, sondern die angegriffene Geschäftsleitung im»Vorwärts" Stellung, Richard Fischer unterzeichnete, und nun kamen die Artikel Rexhäuscrs auf die Antwort Fischers. Die redaktionellen Artikel des„Vorwärts waren sehr ruhig. Wenn aber zwei solch« Baju- varen wie Fischer und R e x h ä u s e r sich taufen, dann geht daS ja etwas anders zu. Während jedoch Fischer ehrliche Faustschläge ausgeteilt hat, bedeutet dle Notiz von Rexhäuser, die die „Post" jetzt ausgegraben hat, nichts anderes als ein hinterlistiges Deinstellen.(Sehr richtig!) Rexhäuser war also die Ursache, dah die Artikel in der„Post" erscheinen konnten. Nun sagt Rex Häuser, er hätte keine Ahnung gehabt, bah die Notiz so ge- deutet werden könnte. Nun, ich meine, kein Mensch war sich im unklaren darüber, dah sie so gedeutet werden muhte, zumal da tatsächlich der Geschäftsführer Fischer eine Zulage erhalten hatte. Jetzt auf einmal sagt er, eö wäre Rahn gemeint. ES hat sich ia nun in der Buchdruckerwelt wieder ein itarkcr Sturm gegen sie Partei erhoben. In ganz merkwürdiger Weife sind die kleinen Ortsclfaftcn schon wieder unterrichtet von all den Vorkommnissen, die Ivir zum Teil noch nicht einmal wissen. Das Tartsamt hat sich in letzter Zeit auch gewisscrmahen als ZeitungSexpedition etabliert.(Heiterkeit.) Es hat den Anschein, als ob auch hier irgendwelche schnellen Finger tätig gewesen sinch, die Provinz. *) Wir haben bereit» in der Mittwochnummer des»Vorwärts" folgende Erklärung abgegeben: »Der ArbeiterauSschvh wendet sich dagegen, dah wir die Herren Mussial und Moylo mit Polizeispitzeln auf eine Stufe gestellt hätten, was jeder Berechtigung cntveyrt. Wenn der Ar- vciterausschuh meint, dah beide keine Polizeispitzel seien, so hat er recht. W»r haben nicht behauptet, dah sie eS wären." Dies« Erklärung bezog s»ch auf dt« an- gegriffene Brieftastennotiz, deren Zustandekommen unser Kollege John in der Versammlung zutressend geschildert "'"""jm M Tie Redaktion deZ.vorwörtS" kollcgen von dem, was vorgekommen ist, z. B. von Entlassungen im„Vorwärts", möglichst rasch zu Unterrichten, damit sie dazu Stellung nehmen können. Wir dürsten uns dadurch nicht bcein- flusscn lassen. Rex Häuser beliebt es immer, wenn er an- gegriffen wird, es so hinzustellen, als ob es sich um Angriffe auf den Verband handelt. Erst kürzlich hat er wieder einen versteckten Angriff gegen die Berliner Parteischule erhoben, und wenn dann die Parteipresse darauf erwidert, dann kommt er und sagt: Seht, nun bin ich wieder mal angegriffen(Helterkeit). blost deshalb, weil ich Vcrbandsrcdaktcur bin. Aber dah er die Ursache gegeben bat, das teilt er nicht mit. Er weih die Geschichte durch Ver. schweigen einzelner Umstände gewöhnlich so zu drehen, dah die Kollegen in der Probinz, die nur auf den«Korrespondent an, gewiesen sind, im unklaren bleiben. Jetzt, bor Gericht, hat Rex. Häuser sich gedreht und gewendet, Ivie es Ihnen Massini ja ge- schildert hat. Ich möchte Sie also bitten, Last, was in der Ro» solution über die Briefkastennotlz steht, als irrtümlich heraus- zustreichen, und im übrigen die Resolution anzunehmen.(Leb- hafter Beifall und starker Widerspruch.) Tahlke führt einige Beispiele an, um zu beweisen, dah Rex» Häuser immer selbst den Streit anfängt, um sich dann später gcwissermahen als Heiligen hinzustellen. Fabcr: Ich muh zunächst die Behauptung von John zurück. weisen, dah im Tarifamt eine Art ZeitungSexpedition eingerichtet ist. Wir haben die Nummer der„Volkszcitung" über den Stercotypcurstrcik bei Mosse den Tarisvertretern im Deutschen Reich übcrsandt, und ebenso die Nummer des„Vorwärts", die die Aufklärung darüber enthielt, damit sich jeder ein objektives Urteil darüber bilden kann. Was die Sväie selbst anbetrifft, so handelt eS sich im gewissen Sinne auch um eine Verbandsangelegenheit, denn wenn bewiesen werden kann, dah Rexhäuser dieser Schuft ist, der mit Polizeispitzeln auf einer Stufe steht, dann kann er selbstverständlich nicht mehr unser Redakteur sein.(Zuruf: Kann er auch nicht!— Lebhafter Beifall.) Ist nun dieser schwere Vorwurf berechtigt? Ich bedaure cS auf lebhafteste, da st Rex- Häuser sich dazu gebrauchen liest, eine derartige Notiz ausz», nehmen; ich erkläre weiter, dah es seine Pflicht gewesen wäre, selbst jetzt nach Jahren, zu erklären: so und so souke sie verstanden werden. Ebenso erwarte ich auf das allerbestimmtest«, daß der I' daß es „ s e r dieser Pflicht nach- kommt.(Sehr richtigl) Aber andererseits bin ich der Meinung, daß der Prozcfibericht des„BorwürtS" infolge seines ganzen Auf- baue» in technischer Beziehung eine tendcuziSse Gestaltung erfahren hat. Dazu kommt, dah in dem Entrcfilet über den Prozcst m gehässiger Weise über Rexhäuser. Mahlo und Mussial hergezogen ist.(Scbr richtigl— Zuruf: Wie sie es verdienen!) Das schönste ist dann die ominöse Bricskastcnnotiz, dSS ist geradezu eine infame Handlungsweise, und hiergegen müssen wir auf das schärfste protestieren. Noch schlimmer ist das Vorgehen der „Leipziger Volkszcitung", die RcxhSuscr als einen Menschen hinstellt, der schlimmer ist als der ärgste Polizcischust. Rex- Häuser hat, als man ihn in Leipzig parteipolitisch vernewalttgte, keine persönlichen Interessen verfolgt, sondern lediglich die Jntcr, essen der Mehrzahl feinet Kollegen. Er hat in keiner Weise Gnmi» zum Auöschlutz auS der Partei gegeben. Dah sich bei einem Menschen mit Denken und Wissen, dem so etwas passiert, cin gewisser Hah einnistet, ist erklärliche und daher kommt es auch, dah seitdem fast unausgesetzt ein Streit zwischen Rexhäuser untv der politischen Partei tobt. Ich bedaure tief den jetzigen gustanv der Dinge. Aber meiner Meinung nach handelt es sich nicht um eine persönliche Angelegenheit von Rcxhäuser, sondern erst die fort- gesetzte Bekämpfung unseres Perbättdrs ljat diesen Bruderzwist hexbcigeführt.(Lärm.) Ich rate Ihnen, der Leipziger Resolution zuzustincmcn.(LanganhaltendcS Gelächter und trornschcr Bcifall.)s Durynak: Der einzige Fehler scheint zu sein, dah Rex» Häuser kein Sozialdemokrat ist.(Lachen.) In der sozialdemo- kratischen Partei ärgert man sich darüber, dah unser Verband neutral ist.(Erneutes Lachen.) Wer die Arltkcl im„Korrespon. dent" nicht gelesen hat, der kann sich dach übet den Prozch gar lein Urteil bilden; ich aber kann mir ein Urteil bilden.(Heiter- kclt.) Ich sage mir, ein so intelligenter Mensch Ivie Nexhäuser (Lachen)— na, ich mächte solchen Kopf besitzen wie er— kam, doch so etwas gar nicht vor Gericht sagen. Und warum hat denn der»Vorwärts" die Aussage von Ltcpmann unterschlagen? (Zurufe.) Sie unterbrechen mich immer. Es ist mir bor kurzer Zeit gesagt, man mutz Terrorismus üben gegen Leute, die anderer Meinung sind als Sie und tatsächlich zeigt die Versammlung, dost eS so ist.(Rufe: Pfuil) Sie lassen ja keinen sprechen, der anderer Meinung ist. Vorsitzender: DaS ist nicht der Fall. ES hindert Sie Niemand» Ihrer Meinung Ausdruck zu geben, ich ersuche Sie aber» die Ver. sammlung nicht zu beleidigen. � Duryuat(fortfahrend): Das Wort, wosür ich gerügt bin. nehme ich zurück, sobald Ruhe eintritt. Hätten wir die Neutralität. dann wäre der ganze Zank schon längst aus der Welt geschafft. (Schallend«» Gelächter.) Nur weil die Berliner gegen die Neu- tralität sind, haben wir den Zank. Sie wollen mit aller Getvalt ihre Partei m eine Bewegung hineinbringen.... Der Vorsitzende ersucht den Nctmcr, endlich zur Sache zi» kommen. Durvnak(fortfahrend): Wenn Sie es so weiter treiben(Nn- ruhe)•— Redner versucht, weiter zu sprechen. Es gelingt ihm aber nicht, sich Gehör zu verschaffen, er schlicht mit den Worten: Ich konstatiere, dast ich Recht habe, denn Sie lassen einem ja nicht zu Worte kommen.(Ironischer Beifall.) Vorsitzender: Ich versteh« die Unruhe, denn der Kollege hat Über elleS Mögliche gesprochen, nur nicht über das Thema. Ich bitte aber die näckstcn Redner, sich an das Thema zu halten. Grahmann: Meiner Meinung nach richtet sich die Polemik der Organe der sozialdemokratischen Partei nicht nur gegen Rex. Häuser, sondern am letzten Ende gegen unsere Organisation im allgemeinen.(Widerspruch.) Man spricht übcr die Gewalt- tätigkciten von Rcxhäuser gegen Fischer, aber man ver- glht, dah Fischer eine Sprache geführt hat, die wir vermieden wissen wollen von einem Llbgeordnctcn.(Sehr richtigl) Ab- geordnete haben die Pflicht, das Volk zu erziehen und nicht herab- zuziehen.(Sehr gut!) In der Erklärung FischerS war die Rede von einem politischen Meuchelmörder, von einem literarischen Bravo.(Pfuil) Wem so etwas gesagt wird, der mag noch so sanft besaitet sein! er wird doch nicht sanft darauf erwidern. ES liegt mir fern, die Haltung Rcxhä userS vor Gericht zu verteidigen, aber wir sollten un» hier jedes Urteils enthalten und die Resolution ablehnen.(Widerspruch.) Wenn Sie es für nötig baltcn, eine Resolution anzunehmen, dann bitte ich wenigstens den Passus zu streichen, der die Generalkommission als Schiedsrichter anruft. Tchiidlrtchter können nur wir sein, denn mir wir allein können da» Urteil vollstrecken. Ich schltehe mit der Litte, niemals zu vergessen, dasi Sie nicht nur Parteigenossen, sondern auch Buch. drucker sind.(Lebhafter Beifall.) aus die ber Berbandsvorstand für Reghäuser Partei ergriffen Hat.( Lebhafter Beifall.) Für selbstverständlich halte ich es, daß hat.( Lebhafter Beifall.) Für selbstverständlich halte ich es, daß Gauvorsteher- Konferenz sich mit der Sache befaßt und ent fcheibet, was nun eigentlich geschehen soll. Die Brieftastennotia des Vorwärts" ist entschieden zu verurteilen. Ich bitte, die Refolution einstimmig anzunehmen, und dadurch zu dokumentieren, daß wir Berliner stets bereit sind, das zu tun, was im Interesse nicht nur der Buchdruder, sondern der gesamten Arbeiterbewegung gelegen ist.( Lebhafter Beifall.) Schleffler: Erst mit dem Augenblid, wo der Verbands- wie die Maschinenmeister meine Aussage als Beleidigung auf Bauten ausgesprochen. Ferner hat ber DBermedizinalrat borstand erhäuser durch seine Erklärung deďte, ist der Streit fassen können.( Buruf: Merkwürdiges Ehrgefühl!) In der Gradsheh ein Gutachten abgegeben, worin er erklärt, daß die einem Streit zwischen Reghäuser und einzelnen Druckerei des Vorwärts" werden die Kollegen gegeneinander- Beschäftigung von Arbeiterinnen im Baugewerbe führenden Genossen zu einem Streit der Sozialdemokratie mit gehebt. Ich selbst wurde schifaniert, ich bin in drei Jahren fünf- mit Tragen schwerer Lasten, wie Mörtel, Stud, dem Buchdruckerverband geworden. Ich bedaure es, daß mal zu spät gekommen, und erhielt schon beim drittenmal einen Stein, Wasser usw., die Gesundheit der be Anschnauzer, der seinesgleichen sucht.( Lachen und Schlußrufe.) treffenden Arbeiterinnen gefährde und ein Vermit der eigentlichen Sache habe ich gar nichts zu tun; ich fannte bot bieser Arbeiten für fie angebracht sei. Er Rerhäuser persönlich gar nicht. Aber das Recht, für den torre- fagt u. a.: Bersonen weiblichen Geschlechts verfügen im allgemeinen über geringere Mustelfraft als Männer und kommen da fpondent" azu berichten, kann ich mir doch nicht nehmen laffen. Nach einem kurzen Schlußwort von Massini wird zur Ab her bei Leistung schwerer Arbeit in die Gefahr der Ueberanstrengung, ihr Verdienst durch solche Arbeit ist verhältnismäßig gering, reicht ftimmung über die Resolution geschritten. Massini: Ich konstatiere, daß zu einer entsprechenden Ernährung nicht aus und bedingt die Gefahr der Unterernährung". Die Fabrifinspektoren fonstatieren im allgemeinen eine bedeutende Abnahme der Frauenarbeit im Baugewerbe feit 1900. Damals waren 74 610 männliche und 1882 weibliche Arbeiter im Bauberuf beschäftigt, bei der Erhebung 1907 ers gaben fich 86 493 männliche und 1235 weibliche Arbeiter; während also die Zahl der männlichen um 11 883 zugenommen, hat die der weiblichen um 597 abgenommen. Für den Bezirk Mittelfranken dagegen wurde in Nürnberg Fürth eine erhebliche Vermehrung der iveiblichen Arbeiter fonstatiert, die beiden Städte beschäftigen allein 58 Proz. der Bauarbeiterinnen des gesamten Bezirks. Bila berurteilt das Vorgehen von Reghäuser, der unehrlich gehandelt und nicht einmal einen Bericht über den Prozeß ge bracht habe. Bielefeld bedauert, daß erhäuser feinerzeit aus der Partei ausgeschlossen ist. Auch Fischer habe genügend ge= schwindelt,( Unruhe) der eine sei so Schuld wie der andere, beide müßten vom Blaze verschwinden. Kotte: Es war Pflicht von Rexhäuser, flipp und flar zu erklären, daß er hintergangen ist, und die Notiz zurückzunehmen. Die Resolution bitte ich, möglichst einstimmig anzunehmen. Ga läuft ein Schlußantrag ein. Die Versammlung beschließt, nur noch Mahlo anzuhören und dann der Debatte ein Ende zu machen. Mahlo: Ich habe die Bernehmung von Reghäuser nicht angehört und kann deshalb auch nicht wissen, was er gesagt hat, aber das eine steht für mich fest, daß der Bericht des Vorwärts" nicht objektiv ist.( Hört! hört!) Ich verdiene nicht, als Polizeispiel hingestellt zu werden.( Massini: Wo steht das?) Das steht im Vorwärts".( Massini: Aber doch nicht im Bericht!) Ich habe lediglich Mißstände im Betrieb kritisiert, wie es meine Pflicht als organisierter Kollege ist. In den Sißungen der Partei hat man mir das Wort abgeschnitten. Zu einer Sigung der Neunertommission, in der ich mich verantworten sollte, bin ich eine Biertelstunde vorher bestellt worden, und zwar wie der Vorfibende Alboldt erklärte aus wohlerwogener Taktik, damit ich nicht in die Lage fäme, mir irgendwelche Informationen zu verschaffen. Mit der Notiz im Korrenspondent" habe ich nichts zu tun, das habe ich auch vor Gericht erklärt.( Sie haben die Maschinenmeister bezichtigt!) Nein, das habe ich nicht getan. Ich mußte vor Gericht präzise antworten, und ich begreife es nicht, Für den Inhalt der Inierate Kleines Theater. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 14. November. Anfang 7, Uhr. Rönigl. Schauspielhaus. Die Welt, in der man sich langweilt. Reues königl. Opern- Theater. Gefchloffen. Deutsches. Die Revolution in Sträh tintel.( Anf. 7 Uhr.) Abends 8 Uhr: Musik. Sonntag: Musik. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonntag nachm. 3 Uhr zu halben Preisen: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Rammerspiele. Gyges und Sonnabend. 14. nov., nahm. 4 Uhr: Sneewittchen und die 7 Zwerge. Abends 8 Uhr: fein Ring.( uf. 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. I. Zeil. Fauft. Berliner. Herodes und Mariamme. Seine Hoheit. Anfang 8 ust. Supp Königliches Opernhaus. Sarda napol. die Resolution mit etwa 5000 gegen ein Duhend Stimmen angenommen ift.( Debhafter Beifall.) Da es heute unmöglich ist, weiter zu verhandeln, schließe ich die Versammlung mit einem Hoch auf den Deutschen Buchdruckerverband.( Die Anwesenden stimmen dreimal begeistert in das Hoch ein.) Soziales. Beschäftigung von Frauen auf Bauten. Liegt nach den eingeholten Gutachten eine Gesundheitsschädigung in der hervorgehobenen Art der Beschäftigung von Arbeiterinnen in Bayern vor, so liegt dieselbe Gefährdung der Gefundheit auch für das übrige Gebiet Deutschlands bor, in dem freilich, abgefehen von oberschlesischen Bezirken, wohl eine Anwendung von Arbeiterinnen Bekanntlich hat die Kommission zur Vorberatung der Gewerbeordnungsnovelle beschloffen, die Beschäftigung von Arbeiterinnen Voraussegungen zum Erlaß einer Bundesratsverordnung gegen diese zu den gedachten Arbeiten nicht vorkommt. Es liegen daher alle zum Transport von Baumaterialien bei Bauten aller Art zu ver- Art Arbeit vor. Unterbleibt ein solcher, so wird voraussichtlich der bieten. Von sozialdemokratischer Seite war gegen den ursprüng Reichstag den Beschluß seiner Stommission zum Gefeß erheben lichen Antrag, Arbeiterinnen die Beschäftigung bei Bauten überhaupt müſſen, wenngleich ein solches Verbot in das System der zu verbieten, hervorgehoben, daß danach auch Reinigungsarbeiten Gewerbeordnung nicht paßt und eine allgemeine Bestimmung berboten wären, und daß die Polizei und der Bundesrat nach der angebrachter wäre, die die Beschäftigung von Arbeiterinnen Gewerbeordnung berechtigt, also auch verpflichtet seien, die Geſund mit allen solchen Arbeiten verbietet, die infolge der Eigenart heit oder die Sittlichkeit der Arbeiterinnen schädigende Beschäfti- des weiblichen Organismus die Gesundheit der Frauen gefährden. gungen zu verbieten. Der Unfug, Frauen auf Bauten mit Dahin würde auch beispielsweise das Tragen von schweren Säden dem Tragen schwerer Lasten zu beschäftigen, besteht in der Landwirtschaft gehören: das Tragen eines zentnerschweren fonders in Bayern. Indes hat bislang weder die bayerische Sads mit Startoffeln gefährdet nicht minder wie das Tragen eines Landeszentralbehörde für Bayern noch eine Polizeiverwaltung für gleich schweren Sads mit gement die Gesundheit. ihren Bezirk ein Verbot erlassen. Die Landespolizeibehörde hat Umfragen über ein eventuelles polizeiliches Einschreiten gegen Bes schäftigung von Arbeiterinnen mit schweren Arbeiten auf Bauten gehalten. Es sind Gutachten bon den Gewerbe inspettionen eingeholt worden. Diese haben sich bis auf einen für die Einschränkung der Frauenarbeit auf Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Julius Cisar. Trauerspiel in 5 Aufz. v. Shakespeare. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Der rote Lentnant. Sonntag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Montag, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. bes Schiller Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Familientag. Rusispiel in 3 Alten v.Gustav Kadelburg. Sonntag, nach m. 3 br: Die Braut von Messina. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Herr Ministerialdirektor. Montag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Zirkus Schumann. Heute Sonnabend, den 14. November 1908, abends präz. 7%, Uhr: VII. Grande Soirée High Life u. Gala- Programm und Bumbola als Radfahrer, das größte Naturwunder. Pracht- Ausstattungsstücks Sonntag nachm. 8 Uhr Stutem 9% Uhr: Beginn des diesjährigen großen glänzenden bilbs Nache. Neues Operetten- Theater, Nenes. Ahasver. Befuch Die Schiffbauerdamm 25, a. d. Lutfenſtr. Silberfischchen Leffing. Der Raub der Gabine rinnen. Weften. Der fidele Bauer. Kleines. Lady Frederic. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Atten von Leo Fall. Hebbel- Theater Komische Oper. Belleas und Me- Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr: lifande. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Sebbel. Erde. Schiller 0.( Ballner. Theater.) Julius Cäsar. Shiner Charlottenburg. Familientag Der Friedrich Wilhelmstädt. dan: spielhaus. Seine Hoheit. Rachmittags 4 Uhr: Schneewittchen. Thatta. Bruder Straubinger. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Moriz. Quisen. Eine tolle Nacht. Rachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Quitivtelhaus. Die Zür ins Freie. Trianon. Die Liebe wacht. Nenes Operetten. Die Dollar prinzeffin. Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Anfang 8, Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Gastspiel Theater. Baza. Bernhard Mose. Baronin Gisela. ( Anfang 8% Uhr.) Rachmittags 4 Uhr:" Mag und Morig. Bürgerl. Schauspielhaus. Kunstabenb. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Künstler- Zell. Borher: Intern. Apollo. Eine Luftige Spreewaldfahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter los. Wintergarten. Spezialitäten. Vainge. Spezialitäten. tabel Kafino. Die Dianabäder. SpeziaПitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die lästige Witwe. Die Brautschau. Gustav Behrens. Echte Spree. athener. Spezialitäten. Parodie. Der Raub der Sabine rinnen. Die Zauberflöte. Berlin steht Stopp. Anfang 8, Uhr. Carl Saverland. Spezialiäten. Urania. Zaubenstraße 18/19. Nachmittags 4 Uhr: Die Kruppschen Werte. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Hörsaal 8 Uhr: Bom Werden und Bergehen der belebten Materie. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Neues Theater. Abends 8 1hr zum erstenmal: Ahasver- Besuch- Silberfischchen. Morgen und folgende Zage: Dieselbe Vorstellung. Erde. Berliner Theater. 7, Uhr zum erstenmal: Herodes und Mariamne. Morgen: Der Veilchenfresser. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die Tür ins Freie. Luisen- Theater. Nachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Golo, der Seeräuber und Mädchenhändler. Fünf wunderbare wirklich märchenhafte Schluß- Apotheose. Sonntag in beiden Vorstellungen Bumbola und das Riesen. Programm. Nachmittag ein Kind frei. Akte und die Gastspiel- Theater Köpenicker Straße 68. Heute und folgende Tage 8%, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange. Zaza. 14/ 6* Sonntag nachm.: Ein toller Einfall. Wilhelm Theater Brüdenstr. 2, a. d. Jannowizbrüde. Anfang 8 Uhr. seute Eröffnung! Die Schöpfung. Naturwissenschaftliches Schauspiel von Prof. Joh. v. Beniger. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Eine tolle Nacht. Jeden Sonntag 5 Uhr: Sonntag nachm. 3 Uhr: Flachs. Ronzert, Theater und mann als Erzieher. Abends: Eine Spezialitäten- Vorstellung. tolle Nacht. Bon 10 Uhr ab: Großer Ball bei verft. Drchester, schneidige Ballmufit. Montag: Eine tolle Nacht. Passage- Panoptikum. Lebenb! Ohne Extra- Entree! Lebend! Das Bärenweib. Simpson der lebende AmboB der Mann mit dem Steinkörper. Neapolitanische Briganten. Panophon- Vorträge: Alexander Girardi, Otto Reutter, Caruso etc. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt 50 Bf. Kinder, Soldaten 25 f. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 15. November 1908: Bum 10. Male: Alt- Heidelberg. Freie Jugendorganisation Berlin.( Abteilung en 10, 11 und 18.) Sonnabend, den 14. November, abends 8 Uhr, tm Rofal von Fahrow, Ravenéftr. 6: Beginn des Lehrkursus. Leiter: Herr Dr. Druder. Gäste willkommen. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Die Kruppschen Werke. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Hörsaal 8 Uhr: Vom Werden und Vergehen der belebten Materie. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: XIV. Saison! Zirkus Busch. Sonnabend, 14. November 1908, abends präzise 7%, Uhr: Um 9 Uhr ca: Bisher noch nie dagewesen! Sapitan Webbs 9 breffierte Seelöwen. Die Uessems! Mathilde Rena, Schulretterin. Herrn Ernst Schu manns Neudrefs. Gebr. Blattier Gerard u. Fontana, Reitfünftler. Um 9% ca.: ,, Kummere Dich um Amelie." Barbarossa!! Schwank in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen u. folg. Zage: Kümmere Dich um Amelie. Sonntag, 15. Rov., nach. 3 ur: saben Sie nichts zu verzollen? DERNHARD ROSE THEATED ( Br. Frankfurter Str. 132 Baronin Gisella. Drama in 3 Aften von Erich Capelle. Anfang 8 Uhr. Bochentagspreife; Nachm. 4 Uhr Kindervorstellung Mag und Morth. Sonntag nachmittag: Philippine Große Drigin. Ausft. Bantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Heute: Kunstabend. Morg. Sonntag nam 3ubr: Hamlet Abends 8 Uhr: Don Carlos. Du Avis! Donnerstag, 19. November 1908: Der Freischütz. W. Noacks Theater Dtreftion: Rob. Dill. Brummenitr. 16. Große Extra Vorstellung. Welfer. Abends: Baronin Girella. Der Pfarrer von Kirchfeld. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Boltsnüd in 5 Aften. Anfang 8 Uhr. Entree 30 B. Nach der Vorstellung: Tang. Sonntag: Pfarrer v. Kirchfeld. Donnerwetter- tadellos! Parodie- Theater Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Sonntag, 15. November, nachm. 3 Uhr: Durchlaucht Radieschen. Berliner Eis- Palast DE geöffnet. Dresdener Straße 97. Heute: Cavalleria- Rustikana und die urtomische Burleste ,, Berlin steht Kopp". anfang Connt. 8, wochent. 8%, Uhr. Lutherstr. 22/24. Ständige Eisbahn. Casino- Theater Bon morgens 10 Uhr bis 12 Uhr Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr 8 Uhr: Hotel Einsiedler. Uhr Das November- Programm. Original Diedrich Ulpts usw. 9, Uhr: Großes Konzert. Abends 9 Uhr: Schauspiel in 5 Aften v. Meyer- Förster. Auftreten erner Kunstläufer und Anfang 7%, Uhr. läuferinnen. H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstr. 17-18. Heute Sonnabend: Veteranenstr. 1-2 Doppelte Rabattmarken mit Ausnahms von Lebensmitteln und einiger Nettoartikel. 8 , Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Die fidele Kiste. Stadt- Theater Moabit, Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theater faal Moabits. Sonntag, den 15. November: Im Forsthause. Schauspiel in 4 Alten v. N. Stormed. Anf. d. Borst. 7, Staffenöffnung 6 Uhr. Konzert 6, Uhr. Borverkauf b. 10-1 Uhr i. TheaterRestaurant. Nach der Vorstellung: Ball. Montag, 16. November: Soiree der Lustigen Sänger. Folies Caprice. Abends 8 Uhr: Die lästige Witwe. Bunter Soloteil. Die Brautschau. Wilhelm- Theater. Brückenstr 2, an d. Jannowitzbrücke. Anf. 8uhr. Die Schöpfung. Naturwissenschaftlich. Schauspiel von Prof. Joh. v. Weninger. WINTERGARTEN Sonntag, den 15. November: Nachmittags- Vorstellung. Anfang 3 Uhr. Ermäßigte Preise! Terrasse Loge für ErwacLocne Kinder 3.- 2.. 3.- 2.Parkett- Fauteuil 2.50 1.50 Seiten- Terrasse Fauteuil a 2.50 1.50 2.1.-.50 .75 40 Reserviert. Platz 1.Entree • WINT BARTEN} November DAngelo's lebende Bilder. Die Kraton's. Reifenpantomime OUISE BLOT. Attraktionen WOODWARDS SEELOWEN SEEHUNDE PARISER SANGERIN OLA LA TITCOMB SANGERIN ZU PFERDE SELBINI& ame an Strandschönhe DIE SLEEDES. das mysteriöse Haus GOLEMANN'S.DRESSIRTE HUNDE AN JAPANER TRUPPE BROS.MARTIN Xylophonisten Der Biograph. apollo Theater Abends 8,15 Uhr: Eine lustige Spreewaldfahrt. Burleste von Schmasow. Musik von Paul Lincke. 9 Kliems Fest- Säle, Hasenheide 13-15: Kunst- Abend Leitung: Margarete Walkotte Mittwoch, den 18. November( Bußtag). Mitwirkende: Baron von Wolzogen( Mitglied des HebbelTheaters), Fräulein Florence Frankl, Violin virtuosin, Herr Schröder- Plön, Rezitator, Margarete Walkotte. Am Flügel: Herr Bernhard Nitzsche. Entree 50 Pf. Beginn 7 Uhr abends. Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Kliem, Hasenheide 13/15, und bei Herrn Horsch, Engelufer 15. 292/ 11* Castan's Panoptikum Ohne Extra. Entrée! Friedrichstraße 165 Variété Vorstellung der Zwerge! Allerseelen! Beachten Sie bitte das Preisrätsel! Auch am Bußtage geöffnet! Vereinsbilletts halbe Preise. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. 2161b+ Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Allgemeine Ausstellung von Hunden aller Raren Ausstellungshalle am Zoo- Berlin 14u15 Nov- 1908 Heute Eröffnung! Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 10 Uhr abends. Eintritt bis 9,4: Das große Attraktions Progr. 2 Uhr 3 M., von 2 Uhr ab 2 M. Das Richten der Hunde findet am und Slegwart Gentes als Sonnabend statt. fromme Helene. Walhalla Passage- Theater. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. 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November im Alter von 64 Jahren an Speiseröhrenkrebs verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. November, der nachmittags 3 1hr, von Leichenhalle des Georgen Kirch hofes, Landsberger Allee, aus ftatt. 135/8 Ehre ihrem Andenken! Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sensationell Zentralkranken- u. Sterbekasse Sehr billiger Verkauf Hochmoderne Herren- Winterpaletots und Anzüge aus guten, gediegenen 25-40 M. Maßstoffen. Stoffen. Elegante Herrenbeinkleider afeinst 9-12 M. Bauch- Sachen selbst für korpusind in grösster Auswahl am Lager. lenteste Herren Billige, aber streng feste Preise. VersandhausGermania Unter den Linden 21, neben der Passage. Fahrstuhl. Pelz- Spezial!!! 119 Dresdener Str. 119 Eckhaus Oranienplatz, Berlin S. Eigene Kürschnerei. Nur prima Felle in allen Arten stets am Lager. zirka 150 cm lang. Echt Herz- Stola von Echt Skunks- Stola Echt Tibet- Stola von zirka 200 cm lang. M. 40an. an. 25 M. 901750 075 zirka 140 cm lang, schwarz. Fell- Vorleger. an. 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Allen Berwandten und Betannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger und Großmutter Johanna Pirwitz geb. Stau am 12. b. Mts. nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 2 Uhr, bon des Leichenhalle, Fürstenbrunnen Beg, aus statt. Die trauernden Hinterbliebeneu. Jeder sich vor Uebervortellung Schützende überzeuge sich Unübertroffen elegant teinsten Maßstoffen chio gearbeitet, findet jeder aus Schillerwarte, Zwiebusch, Gosener Berge? Morgen Sonntag: Wellfleischeffen. Bußtag: Frische Blut- und Billig! Leberwurst, wozu ergebenst einladet[ 27345] H. Gärter. Bindelbands. Mollert. 182/183 Kaufhaus Wedding Mars 182/183 Romödie in 2 Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Borher: Künstlerteil u. a.: Gebr. Renzoni, Marga u. MiHi Bliẞ' Ballett: Ein Walzertraum. Kun' Arpad, jugendlicher Geigenvirtuose. Wacker u. Wackers' Gebirgs Typen. The Rockets, Geeangs- und Tanz- Terzett. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. 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M., nachmittags 2 Uhr 2103 findet in Berlin im Zirkus Busch eine Allgemeine Protest- Versammlung 15/7 des gesamten Bran- und Gastwirtsgewerbes der Norddeutschen Brauftenergemeinschaft statt, einberufen durch den Schubverband der Brauereien der Norddeutschen Brauftenergemeinschaft und verwandter Gewerbe in Verbindung mit dem Reichsverband deutscher Gastwirtsverbände, sowie dem Verbande der Gastwirte von Berlin und der Provinz Brandenburg, dem Verbande der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands und dem Norddeutschen Gastwirteverbande, Siz Hamburg. Für alle an der Herstellung und dem Vertriebe von Bier beteiligten Kreise erfordert es die Pflicht der Selbsterhaltung, daß ein jeder an dieser Protestfundgebung teilnimmt! Anderer Unternehmungen wegen= soll das Kaufhaus für Gelegenheitskäufe Königstrasse 33 vorm. Pfingst& Co. Königstrasse 33 radikal und schleunigst ausverkauft werden. Die Bestände sind einer abermaligen Herunterzeichnung unterzogen worden. Es sollen in der Hauptsache nur die vorhandenen Vorräte Einige Beispiele der enormen Billigkeit führen wir an: • Ein Posten Kleider- Velours neueste Dessine, Wert bis 75 Pt. Mtr. 38 P. Elegante Tüllbluse mit SpachtelEinsatz in verschiedenen Ausführungen 5,95 Wert bis M. 15.-. Elegante Sammetbluse in den neuesten Streifen u. aparten Ausführungen, Wert bis M. 20,-. 9,85 Damen- Schnürstiefel pa. Boxcalf 5,95 Herren- Schnür- u. Zugstiefel 5,95 pa. Boxcalf und Wichsleder f. Herren Gr. 40-47 2,65 Gummischuhe I f. Damen Gr. 36-42 1,95 f. Mädchen f. Kinder Gr. 22-28 Gr. 29-35 1,75 1 Posten Damen- Tricot- Handschuhe mit 2 Druckknöpfen. und Hosen wert bis 2,50. 35P. Oa geräumt werden! edmoval 22 PL in allen modernen Seidenband- Taffet Farben, 11 cm breit Küchen- Überhandtücher at 88 PL. gehäkelt. Stück Mtr. 35 PL 5000 Pa.- Herren- Normal- Hemden Küchen- Kante Posten Damen- Strümpfe- 38 r. Corsetts zum Aussuchen... 75 r. Wert bis 2,50... 1,25 1,25 Jafa- Stoff 1 Wolle plattiert. Paar Pf. 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November haben sich alle Arbeitslosen, auch diejenigen, welche Arbeitsmangel halber an diesem Tage zeitweilig aussehen mußten, in den vom Magistrat angegebenen Stellen unter Vorzeigung ihrer Invalidenkarte zu melden. Die Zählung findet außer in Berlin in folgenden Vororten statt: Adlershof Brik Charlottenburg Dahlem Friedenau Johannisthal Lichtenberg Mariendorf Nieder- Schönhausen Ober- Schöneweide Bankow Reinickendorf Rigdorf Rummelsburg Schöneberg Tegel Tempelhof Treptow Weißensee Wilmersdorf Lankwitz Das nötige Material zur Zählung wird von den Gemeinden selbst ausgegeben. Es sind seitens unserer Genossen sofort die nötigen Anforderungen zu stellen. In den Vororten Friedrichsfelde Köpenick Mahlsdorf Nieder- Schöneweide Schmargendorf Spandau Zehlendorf Steglik in welchen Partei und Gewerkschaft ohne Hilfe der Gemeinden zählen, ist das erforderliche Material vom Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission, Engel- Ufer 15, 1. einzufordern. Von diesen erhalten die Vororte Zählfarten und Formulare. Auch Zähler überweist die Gewerkschafts- Kommission, falls die Vororte solche nicht selbst stellen können. 6 Partei- Angelegenheiten. häusern tüchtige Aerzte, Leute von Ruf, von denen nur zu wünschen wäre, daß manche sich etwas öfter in den Krankenhäusern blicken ließen und auch dann nicht immer schleunigst Sechster Wahlkreis. Deffentliche politische Bersammlung für die wieder verschwänden. Wir möchten diesen guten Ruf unserer 6., 9. und 10. Abteilung am Sonntag, den 15. November, abends Uhr, bei Raabe, Roiberger Straße 23. Die Tagesordnung lautet: Strankenhäuser, den sie sich erworben haben, nicht wieder Bortrag des Genossen Störmer über:" Schöpfung oder Entwickelung?" gemindert sehen. Das würde aber geschehen, wenn der oben mitgeteilte Antrag Annahme fände. Wer sich für etwas BeSechster Wahlkreis, I., II., III. Abteilung( Schönhauser Borstadt). fonderes hält und das Geld dazu hat, begibt sich doch heute Sonnabend, den 14. November 1908: Kunſtabend in den Räumen schon in eine Privatklinik. des Berliner Prater- Theater, Sastanien- Allee 7-9. Billetts sind noch in der Spedition von Karl Mars, Lychenerstraße 123, zum Breise von 50 Pfennig zu haben. Rigdorf. Sonntag früh 9 Uhr findet eine allgemeine Flugblattverbreinung zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen statt. Die Parteigenoffen werden ersucht, sich in den bekannten Lokalen Der Vorstand. pünktlich und zahlreich einzufinden. " Wie ,, Armenteichen" verwechselt werden. Ueber ein auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde entdecktes unerhörtes Veriehen, an dem aber, wie von vornherein bemerkt sei, die Kirchhofsverwaltung kein Verschulden trifft, wird uns folgendes berichtet: Am vergangenen Mittwoch vormittags 10 Uhr sollte die am Sonntag im Friedrich Wilhelms- Hospital in der Palisadenstraße Rigdorf. Heute Sonnabend, den 14. d. m., abends 8 Uhr. verstorbene 66jährige Witwe E. beerdigt werden. Da sich außer findet im großen Saale der Neuen Welt", Hafenheide, der einem in bescheidenen Verhältnissen lebenden Sohn, der seine " Humoristisch- Satirische Abend", arrangiert vom Bildungsausschuß Mutter regelmäßig besuchte, niemand um die alte Frau beder Arbeiterschaft Rigdorfs statt. Mitwirkende sind: Frl. M. Simonetti fümmert hatte, mußte die Beisegung auf städtische Kosten ( Koloraturfängerin), Frl. Marg. Rossi( Violine). Frau M. Walkotte ( Rezitation), Herr Bruno Türschmann( Vortragsmeister vom Hebbelerfolgen. Der Sohn hatte jedoch bon feinem Rechte, Theater), Herr Bernh. Nitzsche( Pianist) und das Sinfonie- Orchester anstatt des modernisierten Nafenquetschers" einen besseren Sarg ( Dirigent Herr M. Fischer). Wir laden unsere Genoffen zu diesem zu beschaffen, Gebrauch gemacht und solchen Sarg bei der ihm im Stunftabend ein und erwarten zahlreichen Befuch. Billetts a 30 Pf. Hofpitalbureau empfohlenen Firma zum Preise von 25 M. erworben. find, soweit dieselben noch nicht vergriffen, in der Parteispedition, Angeblich ist hier beim Kaufabschluß gesagt worden, daß der Sarg, Neckarstr. 2, und in den Zahlstellen zu erhalten. Der Ausschuß. von dem ein Modell merkwürdigerweise nicht vorhanden war, außer der Flordekoration- auch Löwenfüße habe, während tatsächlich ein Sarg auf Holzleisten geliefert wurde. Doch steht in diesem Punkte Aussage gegen Aussage. Auf dem Friedhofe in Friedrichsfelde wurde nun der Sohn und mit ihm nur noch eine Anverwandte bor einen Garg geführt, der Flordekoration und Löwenfüße trug. Auf dem braunen Sargdeckel stand mit Kreide 10 Uhr", und am Fußende befand sich ein kleines Metallschild mit der Nummer 2236. Dieser Sarg wurde als derjenige bezeichnet, in dem Frau E. ruhte. Die Bitte, seine Mutter noch mal sehen zu dürfen, erfüllte man dem durch trübe Erfahrungen in solchen Dingen mißtrauischen Sohne nicht, da dies gegen die Vorschriften sei. Er ließ sich jedoch nunmehr das Kontrollbuch des Kirchhofsbeamten zeigen und las dort hinter der Nummer 2236 den Namen seiner Mutter Frau Witwe E. Sonach schien alles in bester Ordnung. Während nun die Träger geholt wurden, bemerkte der in der Leichenhalle zurückgebliebene Sohn ganz zufällig auf einem anderen Sarge mit Trauerdekoration, aber ohne Löwenfüße, einen aufgenagelten Charlottenburg. Am Sonntag, den 15. November findet für Charlottenburg eine allgemeine Flugblattverbreitung statt, zu deren pünktlicher Besorgung die gewerkschaftlich und politisch organisierten Genossen dringend aufgefordert werden. Die Flugblätter find spätestens um 8 Uhr früh in den betreffenden Lokalen Der Vorstand. abzuholen und sofort zu verbreiten. Briz- Budow. Sonntag früh 8 Uhr findet von den bekannten Stellen aus eine Handzettelverbreitung statt, an der sich alle Genossen und Genofsinnen zu beteiligen haben. Steglik. Sonntag früh 8 Uhr findet in allen Bezirken eine Flugblattverbreitung statt. Die Genoffen, die am Sonntag an der Radtour nach Schenken Als Legitimation und Beweismaterial für die Arbeits- dorf- Sputendorf teilnehmen wollen, treffen sich um 12 Uhr im Tofigkeit dient die Zuvalidenkarte. Arbeiter, welche nur zeit- Restaurant Wahrendorf, Schloßftr. 117. weilig aussehen mußten und denen eine Einforderung der Schmargendorf. 8um Zwecke der Arbeitslosenzählung findet am Starte nicht genehm ist, legitimieren sich durch eine Bescheini- Sonntag im Orte eine Flugblattverbreitung statt. Da außerdem gung des Arbeitgebers, daß sie zum Aussetzen gezwungen noch anderes Agitationsmaterial auszutragen ist, wollen sich alle waren. Formulare für diese Bescheinigungen erhalten dieselben Genossen von 7 Uhr früh an im Lindenbaum" einfinden. durch alle Arbeitsnachweise der Gewerkschaften. Die Zählung erfolgt in Zählbureaus in allen Teilen der Stadt und der Bororte, doch werden die Arbeitslosen ersucht, sich möglichst an den Stellen zählen zu lassen, in welchen sie ihre Wohnung haben. Die Zählung für die männlichen Arbeitslosen beginnt um 8 Uhr vormittags und schließt um 12 Uhr mittags. Die Zählung für die weiblichen Arbeitslosen beginnt um 12 Uhr mittags und schließt um 3 Uhr nachmittags. Die Zäblung erfolgt durch Ausfüllung eines Zählformulars, dessen sämtliche Fragen deutlich und möglichst genau beantwortet Die Ausfüllung erfolgt im Zählbureau selbst durch einen der Zähler( Vorsitzenden oder Beisiger) auf Grund der mündlichen Anfein müffen. gaben der Arbeitslosen selbst, oder der Arbeitsloſe überreicht das bereits ausgefüllte Formular einem der Zähler, welcher es in Gegenwart der Arbeitslosen auf Deutlichkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit der Ausfüllung prüft, wobei etwa notwendige Ergänzungen und Berichtigungen von dem betreffenden Zähler sofort vorgenommen werden. Ebensowenig erfolgt Abweisung wegen des Mangels einer Legitimation; nur ist beim Fehlen jeder Legitimation auf der letzten Beile der Zählfarte das Wort„ Reine" einzutragen. Um den Arbeitslosen die Mühe der Ausfüllung zu erleichtern, tverden die Fragekarten schon einige Tage vorher in den Arbeitsnachweisen der Stadt und der Gewerkschaften ausgegeben. Die Fragekarte wird lauten: Bettel mit dem Namen seiner Mutter und daneben das Kreide Der Vorstand. zeichen 10% Uhr". Nunmehr erklärte Herr E. den inzwischen wiederBernsdorf. Am Sonntagnachmittag 3 Uhr findet die Mit- erschienenen Kirchofsbeamten, daß er bis zur Aufklärung des Sachgliederversammlung des Wablvereins für Bernsdorf und Umgegend verhalts die Beisepung verbiete und die sofortige Deffnung des einen Der Vorstand. im Lokal von Julius Knorr fiatt. oder des anderen Earges verlange. Die Deffnung wurde bereit Wahlverein Waidmannslust. Sonntag, den 15. November, willigst zugestanden, weil eben nichts anderes übrig blieb, doch nachmittags 4 Uhr. im Lokale von Schulz zu Wittenau: Ver- nötigte man Herrn E. und die zweite Anverwandte zunächst zum fammlung. 1. Bortrag des Genossen Denger: Die politische Verlassen der Leichenhalle. Er war hiermit einverstanden, weil er age". 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. sofort übersah, daß bei der Verschiedenheit der beiden fraglichen Bankow. Heute, Sonnabend, findet bei Ebersbach, Zum Kur- Särge und mit Rücksicht auf die Eintragung im Kontrollfürsten", Berliner Str. 102, abends 8 Uhr, ein Lichtbildervortrag buche sowie auf den Zettel eine Vertuschung des zweifellos statt. Thema: Die Entstehung und Entwickelung des Menschen begangenen standalösen Versehens, etia durch schnellen Bortrage gemütliches Beisammensein. Eintritt 25 Pf. loom wäre er von den beiden Särgen nicht gewichen. Nach kaum drei geschlechts. Vortragender: Herr Baege, Privatdozent. Nach dem Umtausch der Toten, nicht mehr möglich we=. Sonst Königs- Wusterhausen und Umgegend. Sonntag, den 15. Nobember, nachmittags 3 Uhr findet im Widſonnschen Lokale( Altes Schüßenhaus) eine öffentliche Protestversammlung statt, welche sich mit den letzten Vorgängen der in- und auswärtigen Politik des Deutschen Reiches und die Stellungnahme der Blodparteien des Reichstages zu denselben befaßt. Desgleichen werden die Genoffen aller Bezirke, fowie der Ortschaften Schenkendorf und Senzig er iucht, fich an der heute, Sonnabend stattfindenden Flugblatt verbreitung rege zu beteiligen. Der Vorstand. Minuten durften die beiden einzigen Leidtragenden die Leichenhalle wieder betreten und refognoszierten nunmehr in dem Sarge ohne Löwenfüße, der das Metallschild mit der Nummer 2237 trug, die Leiche der Witwe E. In dem anderen Sarge mit den öwenfüßen ruhte ein Mann, Herr M. aus der Schönholzer Straße! Daraus folgt, daß Herr E., wenn er nicht im legten Augenblick den Zettel entdeckt hätte, nicht seine tote Der Vorstand. Mutter, sondern einen ihm böllig fremden Obwohl grundfäßlich jeder Arbeitslofe in dem Zählbezirk, in Waidmannsluft. Sonntag, den 15. b. M., nachmittags 41, thr: Mann zur Gruft geleitet hätte! Der fofort welchem er wohnt, aufgenommen werden soll, so sind doch auch die Mitgliederversammlung in Bittenau bei Schulz. Tagesordnung: herbeigeholte Friedhofsinspektor benahn: sich in der einwandfreiesten in anderen Zählbezirken Berlins oder der Vororte wohnenden, sowie 1. Die politische Lage. Referent: Genosse Denger. 2. Vereins- Form. Er bedauerte lebhaft das Versehen, obwohl er selbst keine die ein bestimmtes Unterfommen nicht befizenden Arbeitslosen zu angelegenheiten. 3. Berschiedenes." Schuld trug, und erklärte, daß zweifellos in der Leichen. berücksichtigen. Eine Abweisung aus dem Grunde, weil die Wohnung Tempelhof. Dienstag, den 17. b. M., findet die Mitglieder- fa mmelstelle in in der Diestelmeyerstraße die beiden im 8ählbezirke nicht belegen ist, findet nicht statt. versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins bei Martin Metallschilder verwechselt fein müßten. Da auf dem Müller, Berliner Str. 40/41, statt. Vortrag: Deutschlands innere Friedhofe die Eargöffnung nicht mehr stattfinden darf, konnte er das und äußere Bolitik. Versehen auch nicht entfernt ahnen, vielmehr seien für ihn lediglich die Nummern maßgebend. Das mag richtig sein. Indes ties Herr G. jetzt auf das zweite Versehen hin, welches darin bestand, daß der Sarg mit der Nummer 2286, in dem angeblich Frau E. ruhen sollte, teinengettel mit Namens aufschrift trug. Darauf erklärte der Jnspektor, es sei allerdings Vorschrift, daß bei Beerdigungen auf städtische Kosten jeder Sarg schon vor der Einfargung die genaue Namensbezeichnung tragen müsse, doch werde diese Vorschrift von den Sargfabrikanten vielfach nicht befolgt. Es tomme ferner vor, daß der bloß mit einem Stift angeheftete Bettel berloren gehe, sodaß er stets fest angeklebt werden müßte. Dem Herrn Inspektor entschlüpfte fogar die Bemerkung, daß das gesamte Be erdigungswesen für Arme sehr berbesserungsbedürftig sei und daß namentlich bei der Häufung von Leichen angesichts der nicht immer genügenden Zahl von Arbeitskräften Versehen sehr leicht möglich seien. Das 4. Wann sind Sie nach Ihrem jezigen bei Frage 2 angegebenen und Genossen haben der Stadtverordnetenversammlung fol- liegenden Fall. Die Stadtverordneten Dr. Gelpde, Mommsen, Lindau alles find natürlich feine Entschuldigungen für den bor Die Verwechselung der beiden hier in Frage genden Antrag unterbreitet: fommenden Leichen, also derjenigen eines Mannes und einer Frau, „ Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, in der Diestelmeyerstraße ist nicht aus der Welt zu schaffen. Dort in den städtischen Krankenhäusern und Frienanstalten und waltet übrigens nicht ein Beamter, sondern seit zwanzig im Anschluß an diese Anstalten Einrichtungen zu treffen, durch Jahren ein arbeitsüberlasteter Friedhofswelche Kranten gegen Zahlung erhöhter, etwa die Selbstkosten arbeiter, der für seine Person allein sehr wohl Versehen begehen deckender Kurtoften, Pflege und Behandlung in besonderen Abteilungen gewährt wird." Berlin und Vororte. Bählstelle:...... straße Nr.... Berlin bezw.( Vorort) Zählung der Arbeitslosen am 17. November 1908. Bählbezirk Nr.... 1. Vor- und Zuname. Blaz, Nr.... bei 2. Wohnung Gemeinde 3. Geboren am ( Kreis Wohnort zuletzt zugezogen? Woher?. 18... in J Straße, 5. Sind Sie ledig, verheiratet, getrennt lebend, verwitwet oder geschieden?( Butreffendes zu unterstreichen.) 6. Wieviel Kinder unter 16 Jahren haben Sie zu ernähren?.... 7. Gelernter Beruf. 8. Seit welchem Tage sind Sie arbeitslos?. 9. Wurden Sie arbeitslos wegen Krankheit, Arbeitsmangels oder aus welchem anderen Grunde?.. 10. Falls Sie wegen Krankheit arbeitslos wurden, seit wann sind Sie wieder arbeitsfähig? Dder find Sie noch arbeitsunfähig?. • 11. Zuletzt beschäftigt als Art des Gewerbes: • · Siz des Gewerbes: Gemeinde. Platz, Nr.... Db Heimarbeiter: ja oder nein?.... ... bei... Tegel. Sonntag, den 15. November, früh 8 Uhr findet von den bekannten Bezirkslokalen aus eine Flugblattverbreitung statt betreffs Arbeitslosenzählung. Am selbigen Tage früh 9 Uhr im Lokal von Halfes, Brunowstraße 23, Fortsetzung des Kursus über foziale Gesetzgebung. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Nieder- Schöneweide. Am heutigen Sonnabend feiert der Wahlverein fein 8. Stiftungsfest im Wirtshaus„ Loreley", Berliner Str. 101. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Klassifizierung der Patienten in städtischen Krankenhäusern und Jrrenanstalten. fann, wenn er feinerlei Kontrolle unterliegt. Solche Versehen sind um so verständlicher, wenn man erivägt, daß an der Leichensammel stelle die Särge und Leichen täglich dußgendweise eingehen. Nach diesem Antrage sollen die Patienten in städtischen Strankenhäusern und Irrenanstalten in verschiedene Klassen Gewiß Versehen fommen überall einmal vor." So äußerte eingeteilt werden. Für Leute, die es dazu haben und etwas fich ja noch vor einigen Tagen ein hoher Gerichtsbeamter im Jrrenmehr zahlen tönnen, also für das zahlungsfähige Publifum, hausprozeß. Aber hier ist wohl die Frage berechtigt: Wieviele soll eine besondere Klasse geschaffen werden. Wir halten, ähnliche Versehen mögen im Laufe ber legten wie wir schon früher gelegentlich dargelegt haben, eine der Jahre schon vorgekommen sein, ohne daß sie, wie straße, artige Einrichtung im Interesse der Patienten für ber borliegend an den Tag gekommen sind! In der fehlt. Eine gewissenhafte ärztliche Behandlung muß Regel gleichen sich die muß Regel gleichen sich die" Armenfärge" twie ein Ei dem jeder Stranke im Krankenhause erhalten, desgleichen andern. Allerdings kann man sich an der Sammelstelle den eine sachverständige Wartung und Pflege und ent Garg öffnen lassen und die Leiche sehen. Aber wer bärgt sprechende Nahrung zur Wiedererlangung seiner Arbeits- dafür, daß hinterher nicht doch die falsche Nummer angenagelt fähigkeit. Werden erst besondere Klassen eingerichtet für wird. Budem find die meisten armen Leute der Ansicht, daß ihnen zahlungsfähige Patienten, muß allgemein die Meinung ent- auf Wunsch auch auf dem Friedhofe der Sarg geöffnet werde. Der stehen, daß die übrigen Kranken Leute zweiter Klasse sind, Herr Inspektor meinte, daß dies aus mancherlei Gründen uns mit denen man nicht soviel herzumachen braucht. Es hat praktisch" fei. Unsere Meinung ist, daß man der Armut dieses Necht eine Zeit gegeben, in welcher vor den Krankenhäusern nicht schmälern solle. Da„ Versehen überall mal vorkommen", so Wir glauben, mit den vorstehenden Ausführungen genügende Infor- eine große Scheu herrschte; in weiten Kreisen ivar fönnen sie in letzter Stunde auch auf dem Friedhofe vorkommen. mationen gegeben zu haben und hoffen, daß die traurige aber not- bielleicht mit einem Schein von Recht der Gedanke Beispielsweise liegen den Kinderfärgen, die in der Sammelstelle wendige Arbeit der Zählung schlank und glatt von statten gehen wird. verbreitet, daß derjenige, der sich in ein Krankenhaus maffenhaft eingeliefert werden, feine Zettel bei, sondern die zuDer Aktionsausschuß. begebe, nicht wieder herausfomme. Das hat sich glück gehörigen amtlichen Papiere werden zwischen Unterteil und Oberteil Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. licherweise geändert. Wir haben heute an unseren Kranken- des Sarges eingeklemmt. Wie leicht ist da bei der gleichzeitigen 12. Sind Sie Empfänger von Jnvalidens, Alters- oder Unfallrente? ( Butreffendes zu unterstreichen.) Legitimation: Invalidenversicherungskarte( 3.) ober Befcheinigung des Arbeitgebers( B.) oder welche Legitimation fonft? Unterschrift des Zählers: Elnlieferung vieler KindersZrge nach dem Friedhofe eine Ver- wechselung der Papiere und demnach auch eine Verwechselung der Särge möglich I Ter Familie M. au? der Schönholzer Strafe hat Herr E. einen Liebesdienst erwiesen. Er selbst war aufs tiefste verletzt durch das Versehen, brachte es aber nicht iiberS Herz, den Angehörigen des verstorbenen Herrn M. ihre Totenfeier ebenso zu verbittern. Dah sie um Haaresbreite seine Mutter beerdigt hätten, werden sie erst auS diesen Druckzeilen ersehen. Vielleicht hätten sie um Ill'/z Uhr ihren fehlenden, schon der Erde übergebcnen Sarg vermißt. Vielleicht aber auch wäre bis dahin der Zettel auf dem Sarge der Frau E.„verloren gegangen". Und Herr E. hätte niemals erfahten, daß it das letzte Ehrengeleit einer Fremden gab. Neichötagskarten. Wenn im Reichstag ein„großer Tag" bevorsteht, ist der An- Kräng zu der Kartenausgabc regelmäßig ein sehr starker; das hat sich erst dieser Tage wieder gezeigt. Wie wir auf Grund einer Zuschrift mitteilten, sind von den über hundert Personen, die sich um eine Karte bemühten und stundenlang vor dem Portal V ivtirteten, nur etwa 40 berücksichtigt worden, und es ist die Meinung aufgetaucht, daß es bei dieser Kartenausgabe nicht ganz korrekt zuging. Wie uns von gut informierter Seite mitgeteilt wird, ist diese Meinung nicht gerechtfertigt. Es ist zulässig, daß auf Karten reflektierende Personen Boten mit der Bestellung und Abholung beauftragen können. So sei eS verständlich, daß Messcnger Boys und Burfchm von Offizieren sich unter den auf Karten Wartenden befunden hätten. Es würde sogar streng darauf gehalken, daß irgendwelche Bevorzugungen an der KartenauSgabe nicht statt- fänden und eventuelle Verstöße der init dieser Tätigkeit betrauten Beamten würden ganz unnachsichllich geahndet. Wir geben dieser Mitteilung gern Raum; wir tun das um so lieber, als wir unter dem verstorbenen Direktor Knak mit eigenen Augen Bevorzugungen wahrgenommen haben. Wir haben damals gesehen, wie Offiziere und auch andere Leute mit Namen ohne weiteres Karten erhielten, während anderen Zivilpersonen cS unmöglich war, eine Karte zu erhalten. Wenn diesem Zustand unter dem jetzigen Direktor ein Ende geinacht worden ist, so stellen wir da» gern mit Genugtuung fest. Bemerken wollen wir. daß die Zahl der Karten, die zur Aus- gäbe kommen, eine sehr beschränkte ist, so daß oft viele Bewerber unverrichtetcr Sache wieder»ach Hause gehen niüssen. Die einzelnen Fraktionen erhalten außerdem eine Anzahl Karten gemäß ihrer Stärke zur Verfügung. Die Zahl ist aber auch nur eine mäßige. Die sozialdemokratische Fraktion verfügt beispielsweise über 10 Karten, die der Reihenfolge nach an die Bewerber abgegeben werden. Bei der starken Inanspruchnahme dieser Tage hatte der mit der Verwaltung der Karten betraute Genosse Schwartz keinen. leichten Stand. Er mußte allein an einem Tage nicht weniger als 100 Absagebriefe schreiben an diejenigen, die ihrem Be° Werbungsbriefe Rückporto beigelegt hatten. Fernsprecher auf der Straße. Fernsprechapparate auf den Straßen sind eine Eiurichtung, die besonders in Skandinavien zur Ansbiidimg gelaugt. Sie ist auch für Berlin wiederholt verlangt und geplant worden, aber bis jetzt nicht zu stände gekommen. In Groß-Berlin gibt es dagegen jetzt Fcrnsprechapparate ans der Straße, die jeder- mann zugänglich sind. Sie befinden sich in den vor einiger Zeit auf dem Nuguste-Vikloria-Platz, an der Charlottenburger Brücke. anf dem Friedrich-Karl-PIatz, dem Kurkürsteildamm an der Ecke der Ilbländstraße, ferner auf dem Saviguyvlatz. dem Sleiuplatz. dem Stuttgarter Platz, dem Wilhelmplatz und dem Wittenberglatz. Die Apparate sind sämtlich Fernsprechamomnten. AuS Anlast des Totenfestes werden, laut Bekanntmachung der königlichen Etsenbahndircttio» Berlin, am Sonntag, den W. Ro- vember, auf dem Nord- und Südriiig»och je drei Vollring- züge in beiden Richtungen verkehren, nämlich: ab Westend /z Uhr, im Landhaus. Chausseestr. 97. eine gemeinsame Mitglieder» Versammlung der Ottskrankenkasse beschäftigen, in welcher außer der Ausstelliiug der Delegierten Genosse Heinr. Schulz- Rixdorf.Da» KrankenversicherungSgesctz und die Arbeiter' behandeln wild. Köpenick. Tie Stodtverordnetenwahlen sind vorüber. Unsere Genossen Hei» NNd' Wiber sind mit 1433 Stimmen gegen 83. welche auf die bürgerlichen Kandidaten entfielen oewähtt worden. Die Blamage ist für die Garde vom Reich«verband eine große. Er wollte Wie ander- Worts derjenige sein, der die Sozialdemokratie in der dritten«b- teilung aus dem Sattel heben wollte. Und Nim da» armselige Häuflein Streiler! Es will eben nichts mehr gelingen— die dritte Ableitung bleib: eine sichere Domäne der Sozialdemokratie. Unser Stimmenzuwachs beträgt seit der letzten Ersatzwahl rund 3 50 Stimmen. In der zweite» Ableilmig beteiligten wir uns zum ersten Male. Diesel Beschluß halte auf die Bl.rgerlichen derarlia� gewirkt, daß aller Hader vergessen und der Block geschmiedet wurde. Di« Znsammenschmiedung scheint jedoch nicht sehr fest geivrsen zu sein, denn einige Tage bor der W"bl und am Wahltage selbst tu folgte die Abänderung der bürgerlichen Liste. In den Reihen des Blocks wurden die Neualiiftellungeii mit gemischten Gefüksten auf- genommen. DaS„Dampfboot" setbit machte seinen Lesern am Abend vor der Wahl noch bcionderS graulich, mde», e» schrieb daß die Gegner mit 200-300 Stimmen ge'chlossen antreten werden ergo das BÜtgerUM das Aleiche tun mune..Tie Stadt war also in Gefahr, lind min das S'Nmnenv.'rbattniS selbst. Unsere Kandi- baten erhielten im Darchlchnitt log Stimmen; die Gegner von 343 bis 173 abwärts. Herr Rubi«» sogar nur IIS Stimmen. Gewählt sind im ersten Wahlgange d» Herren Ohnelorge. Schubert. Wollgast. Pfitzner. In Stichwahl kommen von bürgerlicher Seite Dallwitz, Rabe, Jakobi und unfer Genoffe Labelwig, welcher 161 Stimmen erhielt. Mit dem Resultat find wir für die erstmalige Beteiligung zufrieden; der nächste Ansturm wird stärker erfolgen. In der ersten Abteilung wurden die Blockkandidaten gewählt. Tegel. bon In dem für die hiesige Arbeiterschaft gesperrten Zotal Samufed feiert der Gefelligkeitsverein Tegel heute fein Stiftungsfest. In diesem Verein finden nur nichtsozialdemokratische Arbeiter Aufnahme. Die Leitung dieses Vereins hat durch das hiesige Ortsblatt, den Tegeler Anzeiger", in einer gegen die Sozial demokratie gerichteten gebäifigen totiz erklären lassen, daß die Eintrittskarten bereits abgefekt find. Da vermutet wird, daß auch unter unferen Genoffett solche Billetts abgesezt sind, so werden wir B Nieder- Schönhausen. Aus der Gemeindevertretung. Bürgermeister Abraham machte zunächst die Mitteilung, daß die Sperrung des Trifuwveges feitens der Separationsintereffenten aufrecht erhalten werde, und zwar mit der Begründung, daß fie für etwaige auf dem Wege entstehende infälle haftbar gemacht würden. Die Vertretung beschloß, wenn die Sperrung seitens der Interessenten aufgehoben würde, die Haftpflicht auf Kosten der Gemeinde zu übernehmen. Die Vergebung der Schmiede- und Eijenarbeiten zum Rathausbau wurde der Firma Goffen zum Preise von 7975 M. übertragen. Von den elf Offerten, die für diese Arbeit eingegangen taren, verlangte die billigste 7853 M., die teuerste 8176 M. Vom Statistischen Amt der Stadt Berlin sowie vom hiesigen fozialdemokratischen Wahlverein war ein Antrag eingegangen, betreffend Teilnahme an der Arbeitslojenzählung am 17. November. In der hierauf folgenden Diskussion wurde die Notwendigkeit einer der artigen Bählung zugestanden. Es wurde beschlossen, sich am 17. November an der Zahlung zu beteiligen. Die Bählung erfolgt durch das Meldesystem. Hierzu wurde eine aus den Bertretern Thiebach, Maschner, Thormann und Lüdersdorf bestehende Stommission gewählt, der die Zählung über tragen wurde. Spandau. Nowawes. Gerichts- Zeitung. Die Erdbeben. Eingegangene Druckfchriften. Berlag: Berband der driftlichsozialen Organisation der Schweiz. Zürich, Die schweizerische Ausländerfrage. Von Dr. F. Buomberger Ronwandfr. 50. Der Univerfalerbe. Eine Grzählung. i str. 20. Verlag: N. Gräfer Gie. Bien, Belbeberegale 80. Christus Monist? Bon E. Diefing. Berlag: N. Geffe. Sto. in Magdeburg. Arbeiter Jahrbuch 1900. Buchberlag ber Silfe, Berlin Schöneberg. Briefhaften der Redaktion. te intinische Ebremiumbe Ander Lindenstraße Ne. zweiter Sof, britter Eingang, bler Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9% br ftatt. Geöffnet 7 the Eonnabende beginur die Sprechstunde um 6 lor. Jeber ufrage ist ein Buchstabe und eine abt als Wierfzeichen beizufügen. Briefliche Antwort tirb nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage vergeben. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vör. 5. W. 1. a. 2. Die Beschwerde ist an ben Regierungspräsidenten 9. 6. 51. 1: Rein. 2. On Berlin an den gu tichtet. 3. Meit. J. P. 31. Dem Polizeipräfibenten, auf dem Zande an den Landrat. Dienstmädchen könnte der Betrag der Invaliden farte nicht vom Stranken6. 2. Stopenid. 1. Besteht über die Frage, geib abgezogen werden. wann die Wohnung zu zeigen ist, feine Vorschrift im Vertrage, to fit fie scheibet das Gericht, welche Zeit als angemelſen zu erachten ist. In Berlitz innerhalb angemessenter Beit Detetstuftigen zu zeigen. Im Zweifel entund Umgegend pflegen bie Amtsrichter die Zeit von 9 ühe vormittags bis Teßmann. 5 bber 6 Uhr abends für angemessen su erachten. 2. Richts. Der Vater tann ohne Ginwilligung der Kinder über das ihm gehörige Dinue. Rein: es llegt Berjährung bor. Grundfind frei verfügen. Alt Glienice 57. Darüber besteheit feinte gejeglichen Vorschriften, wenden Sie fich eventuell an ben Rettor 9. G. 4. 1. Ja. 2. Weni Dampfbetrieb oder überhaupt Maschinenbetrieb vorliegt ja, fonft heilt. G. L. 5. Einen unehelichen Stinde stehen Grbansprüche gegen seinen mieterin tönnten mit Aussicht auf Erfolg gegen ben ist bei Gericht außerehelichen Erzeuger nicht gu D. 17. Gie unb hre Bers einstweilige Berfügungen erwirten. D 20. Bierfür wäre bie GN. 28. Ja, Ste hätten, blefest ungarische Polizeibehörde zuständig. 1. Fall im Bertrage beachten sollent. t. 23. 661 G. Gin Brozek batte enig Blusficht auf Erfolg. 2. Diejenigen, die im Jahre 1907 qus ber Landeskirche ausgetreten find, haben nicht bis zum 1. April 1909, fonbern nur bis zum 1. Januar 1909 Richenſteller au zahlen. 20. V. Nein. Unehelich. Ja. 2. 2. 63. 1. 9teit. 2. Sie tönnten nur Core wirtschaftlichen fchäftshäuser mit ihren Hintergebäudeft. Das Rathaus wat in Ge Gemeindeschüler verhandelte die letzte Gemeindevertreterjibung bet Ueber die Verabreichung von warmem Frühstück an bedürftige fahr, turde aber durch Einreißen der Nachbargebäude gehalten. Das älteste Theater Brooklyns abgebrannt. Giner Meldung aus Der Beratung über ein Gesuch des hiesigen Zweigvereins bes Bater- Neto York zufolge wurde Brooklyns ältestes Schauspielhaus, das ländischen Frauenvereins, um unentgeltliche Ueberlassung der betannte Barttheater, wenige Minuten nach Beendigung einer Räume des früheren Armenhauses in der Kreuzstraße zieds Er- Matinee vollständig eingeäfchert. Die Zuschauer fonnten rechtzeitig richtung einer Suppenküche usw. Der Bürgermeister erflärte in Sicherheit gebracht werden, doch sind bei den Röscharbeiten zahl hierzu, daß der genannte Verein, welcher sich hauptsächlich der reiche Feuerwehrleute verletzt worden. erklärt habe, die Verabfolgung von Frühstück an arme Schulkinder Säuglings- und Wöchnerinnenpflege widmen wolle, sich bereit zu übernehmen. Eine von den Schulleitern beranſtaltete Umfrage in ben vier Gemeindeschulen habe ergeben, daß 11 Stinder morgens nachmittag 5 1hr 54 Minuten und 5 Uhr 57 Dinuten wurden Der Vogtländische Anzeiger" meldet aus Brambach: Gestern mit nüchternem Magen in die Schule tommen. Anspruch auf 3u wieder heftige Erdstöße wahrgenommen. Bis abends 7 Uhr 6 Mi berfäffigkeit könne biefe Bahl aber nicht machen. Es sei vielmehr nuten wurden noch feche leichte Gröstöße verspürt. Die Nacht und anzunehmen, daß die Zahl der Kinder, welche hungrig in die Schule der heutige Vormittag find ruhig verlaufen. tämen, eine höhere sei. Diefen Stindern sollen durch den Verein Aus vor Schulanfang warme Getränke oder Suppen mit Brötchen ver- Spa und anderen Orten wurde gestern früh um 10 Uhr ein abfolgt werden. Genosse Gruhl führte aus, daß es richtiger sei, mehrere Sekunden dauerndes und von dumpfer Detonation be wenn die Gemeinde diese Einrichtung in eigener Regie ausführe. gleitetes Erdbeben verspürt. Vielfach wurden Gegenstände von Da aber jetzt hierzu feine Aussicht vorhanden und erklärt worden etageren herabgeworfen. In Spa fielen in den Schulen die Linten fet, daß die Einrichtung vorläufig nur einen Versuch darstellen solle, fäffer zu Boden. stimmen die Sozialdemokraten dem Antrage zu; um wenigstens dem größten Elend zu steuern. Redner weist darauf hin, daß sich durch ben Modus, mit der Verwaltung der kommunalen Wohlfahrtseinrichtungen allerlei Vereine zu beauftragen, viele Unzuträglichfeiten ergeben. So fei bor furzem im Männer- Altersheim eine Hausordnung erlassen, von der die Bertretung gar keine Kenntnis babe. Bei derartigen Fragen müsse sich die Gemeinde ein Mit Die Reformation bes Christentums durch die Sozialpolitif. bestimmungsrecht sichern. Zu diesem Zwede würde sich die Schaf Von 3. Bacmeister. 1 M. Verlag: C. Clauder in Grüna Chemnih i. S. In der weiteren Ameritas ökonomische Vormacht. Von Brooks Adams, übersekt fung einer Wohlfahrtskommission empfehlen. Tebatte, in welcher alle Rebner ihr Einverständnis mit der Früh von 3. Sachs. 130 Seiten. Berlag Lumen in Wien is gebie Kommunales Jahrbuch 1908. Herausgegeben von Dr. H. Linde ſtudsausgabe erklärten, betonte der Bürgermeister, daß diese EinG. Fischer in Bena. richtung in eigener Regie insofern ausgeführt werde, als die Gesmann und Dr. A. Sildefum. Brosch. 14 M., geb. 15 M. Berlag: meinde alle Kosten dafür bezahle, und als Aequivalent für die Wer war Wilhelmus von Massanen? Don Prof. Th. Schneider. Mühewaltung bem Frauenverein die Armenhausräume überlasse, Selbstverlag in Wiesbaden. allerdings nur solange, als die Räume nicht zu anderen Gemeinde- Alldeutschland. Bon Prof. Dr. H. Molenaar. Berlag: D. Wiegand zweden gebraucht werden. Von der Bildung einer Wohlfahrts- in Leipzig. kommission sei aber abzuraten, da die Aufgaben durch die Armen- Berlag, Berlin. Geb. 2,50 W., geb. 8,50 m. Morik Heimann. Joachim von Brandt.* Komödie. G. Fischer, beputation erledigt werden fönnen. Schließlich wurde der Antrag Die Schaubühne. Nr. 43. Herausgegeben von F. Jacobsohn. 30 P1. auf Ueberlaffung der Armenhausräume an den Frauenberein und Berlag Desterheld in Co., Berlin W. 15. Verausgabung von Frühstück durch denselben einstimmig ange= Unterscheide bas Tier, Mann und Frau? Bon Th. Bell. 1. M. nommen. Für die durch den weiteren Ausbau der höheren Mädchen Der Kampf um die Weltanschauung. 150 f. Koncorbia Deutsche Stadtverordnetenversammlung. Seitens der sozialdemo- schule notwendig gewordene Anstellung eines Oberlehrers zum Berlagsanstalt, Berlin W. 30. 1. April werden die Mittel bewilligt. Das Kuratorium hat für Soziale Revue. 4. Quartalsbeft. Serausgegeben von Dr. A. Nesbach. fratischen Stadtverordnetenfraktion ist folgender bringlicher An- biefe Stelle den Oberlehrer Rissum aus Bochum gewählt. Das Verlag: Fredebeul u. Stoenen in Effen a. R. trag eingebracht worden: Die Stadtveroronetenversammlung Orisftatut betreffend Aufbringung der Straßenpflasterungskosten wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, sich der am 17. d. M. hat nunmehr die behördliche Genehmigung erhalten, und haben in Berlin und Vororten geplanten Arbeitslosenzählung angus fomit die Adjazenten für Pflasterung der Auguststraße 5049 M., schließen, sowie die notwendigen Mittel bewilligen zu wollen." Geber Friedrichstraße 15 759 M., der Neuestraße 4004 m. aufzubringen. nojje Bieber begründet den Antrag unter Hinweis auf Berlin, Die Neuwahl für den verstorbenen Gemeindevertreter Meyer, vo 60 000 W. bewilligt sind. Auch Potsdam habe sich bereits mit welcher der 1. Soleilung angehörte, ist auf den 7. Dezember festDen Notstandsarbeiten beschäftigt. Wie gewöhnlich, wenn es sich um Arbeitslose handelt, machte auch biesmal der Oberbürgermeister gefeht. Sölge seine befannten Einwände. Er teilt junächst mit, daß der Magiflrat sich schon mit der Sache beschäftigt, seine Teilnahme an der Arbeitslosenzählung aber abgelehnt habe, weil verschiedene andere Vororte sich auch ablehnend berhalten haben. Spandau fei nicht Vorort im engeren Sinne, und was für Berlin gilt, gelte jit Sivers( ohne e) fobiel wie Sievers( mit e)? noch lange nicht für Spandau. Im vergangenen Jahre habe der Den Versuch, diese nach den Regeln der Grammatit unb Bogit Magistrat auch eine Arbeitslofenzählung vornehmen lassen, die ja klar zu verneinende Frage zu bejahen, ist bekanntlich bom ein feltfames, bekanntes Resultat gegeiligt habe. Was nun die Schöffengericht und Landgericht in dem Beleidigungsprozeß eines Beschäftigung der Arbeitslosen betreffe, so ist ja hier noch viel libländischen Landrats v. Givers( ohne e) gegen unseren betant Arbeitsgelegenheit vorhanden, z. B. die Regulierung der CharTottenburger Chauſſee, der Hafenbau, ble Negulierung der Falten- wortlichen Rebakteur Hans Weber gemacht. Ob der Verfuch mit hagener Chauffee und ber Stuhlaale, die Bauten der Turnhalle, sureichenden Mitteln unternommen sei, unterstand gestern bet þer fer Gasanstalt und der katholischen Kirche. Genosse teper ers Brüfung vor dem Kammergericht. Dies Gericht vermochte den innert daran, daß die Arbeitslosengählung im vergangenen Jahre Irrgängen der Borinstanz nicht au folgen.. unter Polizeiaufficht stattgefunden habe, und daß es nicht jedere Der seit länger als 2% Jahren bor die Gerichte gegerrte manns Geschmad jei, fich folder Polizeilontrolle au unterwerfen. Sachverhalt ist folgender: Deshalb fei nur das Resultat so ungenügeno ausgefallen. Stadt Der Herr Landrat v. Givers auf Römerhof bei Riga hatte verordneter Genoffe Schmidt erwidert dem Oberbürgermeister, fich bekanntlich durch einen Artikel beleidigt gefühlt, ber ant daß der Magistrat Spandau nicht zum Vorort rechne, wenn es ihm 11. Februar 1908 im Vorwärts" erschien. Der Artikel behandelte gerade in den Stram paffe. Bel Gelegenheit bes Bebauungsplanes bas Müten der Neaktion gegen die ruffischen Revolutionäre in den Groß- Berlin, da wolle der Magistrat, daß Spandau auch dazu gesitjeeprovingen Rußlands. Furchtbare Greueltaten wurden dort höre. Die Spandauer Geschäftsleute werben dem Oberbürger meister genaue Auskunft geben können, ob in Spandau Not und gegen die Rebolutionäre berübt. Eine große Rolle spielte babei Arbeitslosigkeit herrsche, und die Stadttasse werde es auch noch zu der libländische Abel. Die zarenfreundlichen Ordnungshüter, spüren bekommen. Recht habe ja der Oberbürgermeister, daß in unter Führung battischer Junker, scheuten vor Mord und Brand Spandau noch Arbeiten vorhanden find; was nube es aber den nicht zurück. Ate Säter wurden dann bielfach Revolutionare Spandauer Arbeitslosen, wenn diese Arbeiten von Ausländern benungiert, um sie den Sentern ausliefern zu können. Diese gemacht und die hiesigen Arbeiter abgewiesen werden? Es fönne Borkommnisse schilderte der Artikel, und es wurde noch erwähnt, nicht genug gegeifelt werden, daß man bei städtischen Arbeiten fast bak berschiebene Abelige Brandstiftungen veranlagt hällen, um nur ausländische Arbeiter, ja sogar bolnische Frauen beschäftige. Versicherungsgelder einzufriegen und obendrein sie Revolutionäre 3. St Die Adreffen finden Sie im Adres kalender, Unsere beiden Genoffen hatten mit ihren Ausführungen so biet Kaution 300. 1. und 2. Sie tönneit, falls ber Gindbrud gemacht, bag fogat der konservative Gladiberordnete baftbar zu machen. Es wurden mehrere Namen genannt, unter Schob für den Antrag sprach und die Stritit des Genoffen anderem b. Siebers( mit e). Der Landrat b. Sibers( ohne e) auf Bertrag nich! 3 Gegenteiliges belgut, erauszahlung ber Staution mit Malers Schmidt, I begliglich der Beschäftigung ausländischer Arbeiter Römerhof berklagte den Genossen Weber als Verantwortlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses berlangen. 8. Ja. arbeit 22.50. Sie find zur Bablung der Stoften berbunden. für gerechtfertigt halt. Genoje Pieper spricht noch den Wunch wegen Beleidigung. Er bezog die betreffenden Angaben des.. 77. 1. Wegen Alimente für die Chefrau, auch für die gefchiebene, aus, daß das Ergebnis der Bablung auch in den hiesigen Blättern artikels auf fich, obwohl die Schreibweise feines Namens eine ist ber Lohn in vollem Umfange planbbar. Berfährung fritt tit bekannt gemacht wird, Der Antrag gelangte Biernach mit großer andere ist und es in Qibland eine gange Anzahl von Sievers mit 30 Jahren ein 2. Mut soweit der 2ohn 1500 Mart übersteigt. 4. 30. Majorität zur Annahme, Die beantragten 50 m. wurden be- und ohne e gibt. Der Angeklagte legte bat, nicht bet privats 8. Ja, das Erziehungsrecht steht aber der Frau au tvilligt. Biernach beschäftigte sich bie Versammlung mit der Ber Häger fei gemeint, sondern ein anderer Herr v. Sievers, ber pachtung bes Ufers V am Safen auf 2 Jahre an ben Spebiteur feinen Ramen mit e schreibe. Sierfür trat Genosse Weber Bes Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Thomas gegen 50 000 W. jährliche Pacht und Sinterlegung einer weis an, wiewohl bie Beweispflicht den Stläger trifft. Der Vera Bufuby reichlich, Geschäft schleppenb, Breise unverändert.iid: Zufuhe ben Großbanbel in ben Sentral- Marftballen. Wartilage: Gleilo: oroneter Datow fa, die Freude etwas zu dämpfen, daß man fasser des Artikels wurde in Amerika eiblich vernommen. Gt be reichlich, Geschäft giemlich rege, Breile nachgebend. Geflügel: Bujube mit der nochmaligen Ausschreibung ein so günstiges Resultat er stätigte, daß der Pribattläger in der entscheidenden Stelle des meil über Bedarf, Geschäft fchleppend, Breise nachgebend, ie: Zufuhr zielte. Bei der nun einseßenden Debatte ging man dem Ober- Artikels nicht gemteint gewesen sei, sondern ein anderer Herr etwas reichlicher, Geschäft rubig, Bréife wenig verändert. Butter und ale: Gelchäft ruhig, Breise unverändert. Gemàfe, Obit unb bürgermeister mächtig zu Leibe, baß er eine folche Lange für das b. Gievers. Das Schöffengericht verurteilte dennoch den Genoffen Sübftüte: Bufuhr reichlich, Geschäft schleppend. Breife behauptet. billige erste Bachtangebot des Spediteurs Thomas eingelegt, der Weber zu einer Geldstrafe von 100 Mart und das Landgericht nicht einmal so viel Tallgefühl besaß, nachdem er als Interessent verwarf die Berufung beider Parteien. Begrünbenb urbe unter witterungsübersicht vom 13. November 1908, morgens 8 Uhr. für den Hafen aufgetreten, aus der Hafendeputation, der er als anderem ausgeführt: Nach der Beugenaussage fei allerdings an Bürgerdeputierter angehörte, auszutreten. Verschiedene bürgerliche zunehmen, daß nicht Kläger, sondern ein anderer Siebers gemeint Stadtverordnete haben sich jetzt auch schon zu der Ansicht befehrt, fei. Die Angaben des Artikels könnten aber auf den Kläger bedaß es für die Stadt besser sei. den Safen in eigene Regie gu übernehmen, und wenn nach Ablauf der zwei Pachtjahre der Bächter zogen werden, weil eine genauere Bezeichnung des betreffenden auf feine Rechnung gekommen ist, bann dürfte es nicht ausgefchloffen Seren b. Siebers im Artikel fehle. Unter diefen Umständen fein, daß der Wunsch ber sozialdemokratischen Stadtverordneten, fönnte auch jeber Siebers mit und ohne e in Bibland annehmen, Den Safen in eigene Regie au übernehmen, bedh noch in Erfüllung er fei gemeint! Damit, daß die fraglichen Angaben des Artikels geht. Die Genoffen Schmidt I und sied nehmen felbstverständs von Dritten auf den privattläger bezogen werben fonnten, hätte lich die Gelegenheit wahr, um das Berhalten des Magistratsbers der Angeklagte rechnen tönnen und müssen. Unter Anwendung des freters ganz gehörig zu fritisieren. Der Oberbürgermeister Nölge dolus eventualis müsse er beshalb wegen Beleidigung berurteilt wußte sich nicht anders zu helfen, als daß er berfuchte, die Answerben. gelegenheit ins Lächerliche zu ziehen, indem er meinte, daß der Bachtzins nur beshalb so hoch ausgefallen, weil die beiden StonDer zweite Straffenat des Rammergerichts gab der durch den furrenten Thomas und Wagnet sich gegenseitig in die Söhe trieben. Er sprach sich derartig ungewandt gegen ben Bachtpreis aus, daß Stedtsantvalt Theodor Liebknecht vertretenen Rebision statt. Er Der bürgerliche Stadtverordnete or not ihm zutief: Aber Herr hob das landgerichtliche Urteil auf und berivies die Sache zu noch Oberbürgermeister, Sie schäbigen ja bas ganze Geschäft!" Go maliger Berhandlung an das Landgericht III. Gründe: Das citas ist auch wohl noch nicht dagewesen, daß ein Stadtoberhaupt Berufungsgericht habe ausbrücklich festgestellt, daß der Privatcine städtische Einrichtung, die sich erst entwickeln soll, herabfent, fläger nicht derjenige sei, der getroffen werden follte. Das Urteil nur weil man feinen Ansichten nicht gefolgt ist. Die Vorlage tönne nicht duftecht erhalten werden. Zur Freisprechung könne wurde schließlich nach längerer Debatte genehmigt. Gelegentlich Der Borlage betreffend die freibändige Vergebung von Erdarbeiten man aber nicht fommen, weil die Frage des Eventualbolus nach am Uebergabebahnhof an den Unternehmer Entel stellte der Gevet Geiten nochmal geprüft werden müsse. Einmal sei zu memet, Tilfs noffe Schmidt I ben Anitag, daß bei biefen Arbeiten prüfen, ob der Privatkläger zu denjenigen gehörte, beren Guts- regel, Buiterburg nur hiejige Arbeiter beschäftigt werden. Diefer gebäude in der fraglichen Zeit abbrannten. Dann fei weiter queifel, Thorn Antrag gelangte mit der Borlage zur Annahme.n die geprüfen, ob sich der Angeklagte bewußt war, daß durch ben Artikel be, tatibor mischte Kommission zur Beratung der Angelegenheit betreffend Ber- jeber Gutsbefizer b. Glebers( b. Gibers), beffen Gutsgebäude abmehrung der Erekutivpolizei wird u. a. auch der Genoffe teper brannten, getroffen werden sollte, gleichgültig, ob fein Name mit Barthe, Schrimm gewählt. Das Gesuch der Arbeiter ber städtischen Straßenreinile oder nur mit i gefchrieben werde. Dann erst fönnte festgeftelt gung, ihnen schon bom 1. Juli cr. ftatt vom 1. Oktober er. ab Stundenlohn zu gewähren, wird von der Versammlung genehmigt werden, ob Angeklagter strafbar fei. Die Arbeiter erhalten baburch insgesamt zirka 1500 m. nachgezahlt. Die Berfammlung genehmigt die Einrichtung einer Sanitäts wache und bewilligt eine monatliche Remuneration bon 120 m. für ben auf der Polizeiwache nachts zu ftationierenden Seilgehilfen und 100 m. einmalige Einrichtungstoften. Die übrigen Vorlagen wurden debattelos genehmigt 9 Gegen dieses Urteil tegle Weber Mevision ein. Vermifchtes. Ber Stimber, beziehentlich bis zum vollenbelen 21. Lebensjahre... 8. der Stinder, beziehentlich bis zum vollenbelen 21. Lebensjahre, eil II, G. 226. 1.- 3. Steift Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windsläcke Wetter omembe 762 D 3 bebedt pamburg 765 53 Nebel Frank.a M. 767 Stiebel ünden 76923 Wien Zemp. n. Hot Dog Stationen Barometer fland mm 5 Haparanda 778 WindBumppa Bindstärke Wetter 2 vollig Femp. n. E 15 4 Petersburg 766 N 2 Schnee- 9 7 Scilly 761 6 1helter 18 7 Aberdeen 2 Baris 756 52 1 wollig 8 3 764 5 3 bedeckt 8 Regen 766 WNW 5 wollig Letterprognose für Sonnabend, den 14. November 1908. teine oder unerhebliche Niederschläge. Clivas fübler, vielfach beiter bei elemlich frischen nordöstlichen Winden; Berliner Betterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Stroffen Frantiurt Landsberg Reze, Bordamm CIbe, Reitmerit am feit 12.11. 11. 11. Batberto! o ant feit 12.11.11.11 cm cm¹) Wasserstand ern em') 1188) -6 Saale, Grodli 56 -15') 16 Davel, Spanbau) 40 48 14 695) Spree, Spremberg³) 72 54 Beeslow 61 70%) Befer, Münden -115 0 10 Minden -429) Shein, Daximiliansau 296 +12) 92 12 -1907)-56 Staub 110 Stölt 64 Medar, Heilbronn 21 8) 92 32') 7+2 Gal. Iwaches Eis. Dresden Barby Main, Wertheim Magdeburg Mofel, Trier 1)+ bebeutet Buds, Unterpegel. Gine Getersbrunft. Wie eine Meldung aus Greta befagt, get treiben.) Grundeistreiben. 9 Grundeis. 9 Grundeisgang. ftörte gestern eine Feuersbrunft auf dem dortigen Martt fünf Gereibels.- eisfeet. 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November 1908. vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 12[ 1000] 46 913 19 440 46 613 49 751 1185 242[ 500] 495 515 627 817 930 63 2103 12[ 500] 91 440 71 566 650 39 3019 97 216 67 346 400 93 503 96[ 1000] 627 64 744 984 43 4123 592 5201 18 49[ 3000] 372 707 21 839 6158 817 35 424 989[ 500] 7375 661 758 990 8088 393 490 576 896 [ 3000] 9068 1500] 198 984 10175 217[ 3000] 617[ 500] 794 858 11035 242 411 53 74 534 93 805 57 914 12019 171 97 364 549 767 897 906 ( 500] 13076 160 854 839 80 14119 92 301 412 71 583 909 [ 500] 15021[ 8000] 209 358[ 1000] 87 478 652 754 16176 231 43 62 64 89 429 606 724 851 969 17246[ 500] 305 18047 210 52 59[ 3000] 405 524 602 700 75 98 863 969 19063 168 236 720[ 1000] 811 2010 314 91 430 959 21145[ 500] 233 466 503 70 81 741 72 964 22066 335 37 499 675 80 724 66 811 23264 77 379 471 644[ 500] 24254 77[ 1000] 319 447 84 544[ 500] 667[ 500] 758 99 807[ 500] 39 25105 46 50 278 567 821 80 26212 89 800[ 3000] 1 12 950[ 1000] 83 27079 131 404 44[ 500] 60 500 654 880 967 28049 112 282 385 473 637 882 29 51 268 486 605 729 969[ 3000] 30124 49 58[ 500] 450 559 822 33 31038 73 128 65 305 363[ 500] 468 915 32 32018[ 1000] 346 84 533[ 3000] 46 600 65 729 892 992[ 500] 33005[ 3000] 14 69 76 105 307[ 506] 70 79 430 640 905 34140[ 3000] 72 229 62 [ 500] 324 499 583 659 729 34 857 35096 203 44 416 544 724 36010 295 414 601 78 37189[ 500] 319 39 90 91 404 571 750 38015 424 29 538 652 61 708 808 911[ 500] 50 39163 294 406 63 631 87 886 95 40122 532 89 91 683 770 74 41104[ 1000] 74 515 31 [ 3000] 827 83[ 500] 42169 84 399 400 43065[ 3000] 74 [ 500] 186 214 32 551[ 500] 778[ 500] 85 803 94 961 44085 393 435 45 767 45035 41 784 953 46135 718 70 95 806 47080 104[ 500] 403 559 766 845[ 1000] 935[ 1000] 48110 287 367 560 798 804 992[ 500] 49334 544 85 669 50005 253 372[ 3000] 602 69[ 500] 993 51158 298 360 639 62 706 852 934 52 52101 16[ 500] 488[ 500] 532 683[ 3000] 783 956 88 53320 59 75 554 814 54178 474 566 81 673 705 55117[ 1000] 245 78 564 775 929 83 56101 201 306 872 57686 58110[ 1000] 776 820 77 960 59085 173 27 339[ 500] 69 439 504 30 96[ 500] 815 60015 628 895 61032[ 500] 80 228[ 500] 525 688 741 [ 1000] 919[ 500] 45[ 1000] 62017 31 36 268 70 419 505 86 778 79 871 905 63141 246 368 600 64298 681 864 924 87 65245 398 405 82[ 500] 753 800[ 500] 937 66059 824 414 41 522 719 999 67188 321 511 90 724 68099 166 243 382 427 504 832 33 989 69034[ 500] 41 195 229 84 839 50 [ 500] 505 8 51 85 660 88732 65 956 86 70005 118 63 513 90 838 918 71051 443 71 95 583 650[ 1000] 72150 216 300 63 569 906 73042 118 283 345 78 528 798 894 74141 44 545 642[ 500] 700 20 819 39 68 959 75108 97 217 451 718 76067 138 56 668 760 946 [ 500] 77 98 77284 647 916 46 78005 180 247 899 755 808 86 79150 772[ 500] 863 69 92 80402 676 95 802 81017[ 500] 182 698[ 500] 82586 644 773 824 83870[ 1000] 548 70 653 761[ 500] 991 84056 72 227 36 368 597 687 952 85066 110 66 85 375[ 500] 548 735 8 69 853 86084 103 77 304[ 500] 74[ 1000] 420 760 [ 1000] 908 13 18 88 87256 895 584 88 688 806 919 88311 13 22 453[ 500] 77 606 840 89065 219 851[ 10 000] 95 [ 500] 489 648 975 90249 352 69 576[ 1000] 861 950 91057 201$ 29 46 528 788 873 92171 362 565 88 683 802 28 49 984[ 1000] 93569 371 924 40 94214 64 384 521 87 887 978 95078 146[ 500] 231 65 433 635 778 97 899 96188 94 232 67 416 98 562 648 49 815 972 97055 155 874 461 689 719 98068 118 281 506 719 891[ 500] 92 982 99218[ 500] 89 352 78 618 55 781 996 100076[ 500] 97 213 907 26 101017 24 216 46 385 490[ 500] 779 102148 88 479 696 771 885 103164 522 48 63 667 71 721 946 59 104022 119 261 811 875 919 47 105038 113 45 458 84 517 787 830 46 927 106146 599 613 94 834 107216 307 429 70[ 8000] 654 700 108216[ 500] 805 964 109263 462 511 755 850 110170 76 226 78 355 65 808[ 500] 111287 806 80 501 668 112162 351 405 711 817 925 113444 79 548 628 38 [ 300] 67 91 905 114 096 267 564 67 693 979 115048 93 832 518 785 92 890 901 116121 34 86 206 33 320 64 79 578 687 806[ 1000] 56 940 117043 223 433 74 98 571 720 817 80 62 93 984 118259 68 472 713 119025 207[ 500] 59 96 594 948 120112 43 265[ 3000] 413 577 121064 101 24 49 502 744 84 844 969 122019 187[ 500] 255 91 06 123145 354 440 585 673 793 889 124245 47 376 602 27 125078 1500] 189 295 446[ 30001 634 42 824 80[ 500] 126140 355 53 419 656 786 881 127016 48 809 715 803 128414 343 66 954 129228 518 658 705 1500] 940 130030 36 356 503 1500] 9 1500] 847 983 131167 879 80 540 91 638 61 768 952 79 132010 70 257 363 67 634 776 929 133051 280 708 130001 888 134010 150 365 81 592 605 793 835 64 951 135095 502 73 87 764 136141[ 500] 91 429 34 590 797 137222 401 641 790 918 138169 309 407 12 756 814 85 929 139098 103 29 71 299 428 84 85 89 92 589 713 959 62[ 1000] 140173 85 95 267 478 514 652 714 141307 707 51 838[ 500) 43 970 142014 169 322 47 409 514 629[ 3000] EL 63 826[ 1000] 949 143005 424 74[ 500] 567 830 44113( 500] 391 560[ 1000] 626 78 991 145164 98 Sonnabend, den 14. November. Günstige Gelegenheitskäufe in allen Abteilungen. 551 61[ 1000] 663 939 97 146010 454[ 1000] 544 82 792 147829 73 86[ 3000] 489 835 58 79 987 148018 156 200 333 488 662 818 149071 273 492 620 T03 883 150027 46 94 138 69 223 452 589 716 870 151007 118 230 340 91 618 152218 333[ 500] 474 526 803 83 908 55 153214[ 1000] 504 939[ 500] 154393 155267 [ 1000] 85 306 628 729 887[ 1000] 97 901 156166 87 271 358 701 819 53 157104 212 52[ 500] 810 541[ 500] 615 89 94[ 1000] 754 153154 72 436 522 951[ 500] 159205 313 449 13000] 620 72 758 964 90 160046 143 50 202 9 49 306 694[ 1000] 897 161047 102 649 59 790 814 15 18 82 989 162389 446 615 29 69 724 75[ 500] 975 96[ 1000] 163065 1500] 115[ 3000] 301 665 164179 208 301 8 70 767 808 916 47 73 165434 551 63 [ 500] 692 702 885 943 93 166032 78 152 217 536 73 666 716 34 167029 154 250 83 824 168016 99 300 24 26 27 977 91[ 1090] 169386 660 71 170072 238 78 346 410 504 967 74 171028 29 498 558 172310 15 28 56 61 410 27 51 637 807 910 51 173135 [ 500] 59 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000, 2 à 60 000, 3 à 50 000, 3 à 40 000. 15 à 30 000, 22 à 15 000, 64 à 10 000. 120 à 5000, 1755 à 3000, 2710 à 1000, 4172 à 500 6. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 317 584 645 930 1133 202 18 99[ 500] 426 2024 168 98 213 325[ 500] 430 546 69 642 98 860 3126 444 523 677 702 68 903 40 74 4023 75 91 146 277 97 798 836 5182[ 10 000] 357 663 926 6058 400[ 1000] 668 747[ 500] 932 42 90 7328 [ 300] 587 901 17 64 8139 91 202[ 1000] 93 444 75 627 93 [ 3000 839 900 25 9214 526[ 1000] 712 961 65 10111 569 847 11045[ 500] 365[ 500] 405 614 36 910 28 12082 125 31 33 377 780 829 914[ 500] 34 13176 475 728 887 14111 323 491 515 620 761 90 901 93 15007 93 278 458 92 16005 67 285 428 26 653[ 500] 767 834 17027 £ 20001 338 1500] 193 514 12 39( 1000) 18088( 1000) 314 477[ 500] 868 19078[ 3000] 173 286 300 491 537 64 819 21 25 987 20017 99 566[ 500] 423 46 524 21473 516 604 12 16 745 887[ 500] 924 76[ 1000] 88 22202 18 522 864[ 1000] 23107 47 248 403 507 744 70[ 1000] 24806 441 564 656 82[ 1000] 817 43 25001 76 79 218[ 3000] 58 502 693 2-6022 205 32 80 27039 113 28172 81[ 1000] 327 879 29023 51 [ 1000] 349 580 615 69 30078[ 3000] 417[ 1000] 602 34 726[ 500] 31211 302 537 97 688 781 86 812 952 32541 57[ 3000] 708 907 33142 227 97 548 91 629 847[ 500] 908 34058 138 443 530 612 90 814 35004 97 161 463 768 832 52 67 992 36031[ 3000] 575 [ 500] 37063 95 376 96 557 97 780 854 913 31 38182 608 788 39083 256 393[ 1000] 589 874 967[ 500] 96 40105 398 701 25 91 872 41028 216[ 500] 312 31 460 [ 1000] 810 79 918 73 95 42037 689 756[ 500] 814[ 30 000] 40 43 84 918 43027 82 240 501 61[ 500] 601 27 773 817 925 44110 370 501 32 862 45149 321 445 560 797 933 46033 111 478 592 692 47391 432 80 914 48113 249 61 589 69 738 965 71 85 49321 61 481 801 974 523 70[ 30 50100 65 367 51059 285 366 404 65 523 70[ 3000] 727 833 52425 85 765[ 500] 818 900 53195 580 626 714[ 1000] 54164 403 83[ 500] 573 633 42 901 55004 165 283 412 56051 00 200 30 43 572 870 57072 223 372[ S000] 84 413 28 33 614 820 937 95 58010 139 267 427 581 620 34 50 911[ 3000] 16 99 59183 275[ 3000] 375 452[ 500] 580 919 60118 80[ 500] 625 902 66 61262 96 294 651 743 62014 347[ 500] 400 555 816[ 500] 85 975 63108 96 324 465 603 18 707 909 64010 103 40 46 372 424 29 558 649 710 [ 3000] 811 26 925 65020 48 390 455 526 658 90 793 66107 75 267 466 524 36 775 67201 315[ 1000] 402 548[ 500] 634 40 743 969 990 68725 86 970 69008 66 189[ 500] 533 83 847 916[ 1000] 98 7049 503 606 797 830 71138 273 380 490 593 625 58 637 79 72112 211 479 859 98 73038 327 56[ 3000] 73 594 714 96[ 500] 833 977 74030 106 34 359 220 453 87[ 3000] 586[ 1000] 943 55 75040 149[ 1000] 260 68 403 77 641[ 1000] 931 62 76736 960 77037 872 78079 778 963 79425 542 56 80269 318 580 939 66 81114 20 566 642 90 738 92 818 82071 104 215 327 41 49 94 506 734 814 43 982 83004 37 131 42 90 322 53 81 530 755 871 84155 879 423 500 650 63 839 953 85100 20 87 276 554 62 600 1 705 857 86069 355 427 92 628 54 99 733 836 45 84[ 500] 925 31 87241 492 616 36 851 88030 165 241 499 745 61 88 89228 408 53[ 500] 511 72 736 941 90066[ 3000] 427 30 74 704 000 97 91025 97 813 68 [ 500] 95 428 528 38[ 3000] 78 629 98 92329 44 415 607 20 704[ 600] 935 93539 59 675 828[ 1000] 94128 291 549 51 688 777 988 95020 59 274 394 470 522 33 645[ 3000] 731 952 96135 886[ 1000] 97084 184 841 98208 52 527[ 3000] 760 890[ 3000] 99184 252 73 427 82 698 720 31 810 27 40 100048 177 381 86 492 93 101053 298 494 577 798 802 29 65 77 102156 537 717[ 500] 824 103054 [ 3000] 69 178 428 86[ 500] 527[ 1000] 798 834 926 104000 76 181 241 62 69 364 435[ 500] 48 621 96 905 105015 362[ 500] 538 734[ 500] 60[ 500] 858[ 1000] 971 106099 122 824 636 39 828 43 920 48 107066 136 476 621 713 63 86 946 108026 134 92 248 97 98 426 699[ 1000] 992[ 500] 109013 170 215 40[ 500] 514 89 [ 8000] 110005[ 1000] 241 897[ 500] 491 828 991 111517 972 90 112207 426 510 848 76 941 87 112102 247 $ 33 485 509 99[ 500] 709[ 5000] 67 93 831 114054[ 3000] 102 74 844 81[ 500] 426 82 584 115070 161 72,261 461 540 812 930 56 62[ 1000] 116042 78 191 205 721 865 966 117089 165 261 303 31 540 656 816 916 118163 284 549 119117 33 331[ 500] 526 64 672 773 897 120024 118 271 853 438[ 500] 570 868 121129 43 97 553 616[ 3000] 88 762[ 1000] 832 965[ 1000] 122005 9 63 180 49 229 427 536 673 874 959 123005 39 284 124004 85 137 93 237 420 86[ 1000] 744[ 3000] 45 840 125265 85 854 91 413 543 63 763 839 912 28 126022 [ 3000] 182 388 98 457 801 19 82 127052 98 241 676 773 922 128079 135 71 296 347 402 557 82 713 129017 230 395 464 809 971 130114 92 238 399 575 661 878 962 71 131115 28 258 311 499 519 99 746 47[ 1000] 941 132029 118 253 74 513[ 500] 690 749 133365 808 954 134222 75 409 27 597 994 135398 674 869 916 23 1500] 136476 537 816[ 500] 137141 601 138016 501 66 71[ 1000] 883 139069 145 82 222 56 376 404 16 515 82 678 917 140169 287[ 500] 429 692[ 1000] 791 878 141178 271 324 680 845 943 142054 807 88$ 05[ 300] 143c62 354 432 542 897 992 14172 282 460 529 63 723 805 931 43 145011 18 408 61 605 69 81 844 919 146173[ 8000] 8048 88 Pf. Woche. 433 506 638 885 962 65 147061 72 870 407 85 767 832 944[ 500] 148180 201 73 423[ 500] 64 638 843 149248 59 834 50 68 811 963 92 150152 447 539 677 989 151015 78 300 73 96 441 516 669 858 86 970 152199 360 90 95 411 558 630 725 65 886[ 1000] 910 25 29 80 94[ 1000] 153218 46 429 57 839 72 154025 92 804 31 155071 536 974 156173 240 50 876 921 157494 547 83 158200 96 374 511 602 23 58 763 78 159071 568 78 160051 114 232 452 515[ 500] 63 645[ 1000] 749 161016 236 63 68 347 509[ 500] 32[ 500] 686[ 500] 765[ 1000] 970 162271 96 326[ 500] 507 767 990 163131 506[ 10000] 11 600 785 164043 291 300[ 500] 466 660 768 914 165095[ 500] 230 42 78 344 166123 63 593 591 618 69 826[ 500] 167274[ 500] 323[ 500] 467 563 771 977 168012 158 549 74 632 83 720 1500] 897 169060 [ 1000] 206 63 440 509[ 3000] 41 95 665[ 500] 793[ 1000] 822 984 170006 113 21 231 66 387 688 843 171208 506 63 86 616 48 54 77[ 3000] 706 805 915 172095( 500] 118 822 412 52 506 46 95 673 716 915 173143 427 538 609 [ 1000] 63 916 174380[ 1000] 402[ 1000] 528 643 892 911 [ 1000] 29 175246 92 423 43 577 902 68 176149 254 430[ 500] 535 93 670 867 76[ 3000] 177076 277 502 19 707 178204 92 869 78 529 639 721 993 179069 124 39 73 220 308 12 401 88 803 52 83 954 180058 858 959 88 181 188 243 437[ 500] 522 52 [ 500] 94 182021 91 138 53 236 309 475[ 500] 651[ 500]$ 3 785 823 183143 310 27 47 528 631 805 8 184243 433 48 534 61 76 819 968 185016 19 78[ 500] 137 88 267 78 501 99 745 800 186707 937 187467 903 188 393 498 620 774 189161 95 341 616 34 76[ 500] 88 95 911 190196 276 311 416 191206 323 460 62 573 854 905 192006 12[ 3000] 71 190 92 290 327 568 639 796 803 84 77 85 88 957 193132 83 204 20 42[ 1000] 536 645 735 194022 75 604 869 195077[ 1000] 835 43 500 895 [ 1000] 965 196100 254 511. 632[ 1000] 931 48 197158 257 71 76 481 508 9 24 693[ 3000] 981[ 500] 198425 [ 3000] 60[ 3000] 531[ 500] 58[ 500] 674 815 17[ 500] 26 199035 444 658 746 58 928[ 500] 200113 386 780 88 89[ 500] 829 924 53 201007 68 224 371 770 919[ 5001 61 202048 306 592 203044 116 238 336 646[ 500] 83 788 204618 205115 73 94 259 365 590 965 206020 135 73 214 533 806 9 14 207363 416 28 50 576 633 725 886 208081 229 426[ 1000] 31 572 209051 176 304 449 73 630 810 979 210203 392[ 1000] 448 89 90 976 211151 92 814 428 50 55 580 92 657 212039 172 398 645 995 213059 486[ 1000] 624 729 819[ 500] 70 93 214117 99 242 599 215050 205 92 97 543 730 1000] 216140 55 70 97 283 353 1500] 516 44 631 65 217044 182 80[ 500] 489 601 218070 274 421 33 517 25 632 830 980 219065 266 745[ 500] 22004 179 206 800 14 489 734 65 996 221018 44 248 360 401 844 222435 507 15 663 921 223023 73 128 84 228 837 450 65 840 945 224003[ 500] 224[ 3000] 840 57 568 754 225036[ 100] 232 616 771[ 500] 806 226415 96 864 227057 99 303[ 500] 23 407 544 49 791 930 228063 $ 11[ 1000] 62 93 910 229091 315 87 660 737 57 809 230042 188 333 538 717 815 904 231232 64 345 421 674 881 944[ 500] 232221 345 486 708 821 233019 223 39 83 400[ 500] 89 643 740 50 842 95 944 234170 85 478[ 500] 88 872 932 235127 417 68 882 950 61 236061 137 405 88 731 50 79[ 3000] 237201 391 449 56 515 644 801 976 238011 51[ 3000] 85 176[ 1000] 279 81 588 616 34 716 239155 558 819 902 6 50 240080 234[ 3000] 305 41 65 85[ 500] 435 567 625 [ 3000] 983 241203 577 683[ 3000] 787 242419 637 71 79[ 1000] 781[ 500] 809 243052 664[ 500] 719 244147 74 84 665 66 779 245207 366 610 246121[ 1000] 285 357 81[ 500] 439 564 718 886 247240[ 500] 313 508 858 94 913 248137 360 410 571 681[ 500] 249049 234 331 441 514 27[ 3000] 962 65 78[ 500] 83 250054 206 40 830 43 506 621 849 55[ 1000] 251116 213 317 435 595 716 854 998 252097 278[ 1000] 342 713 819 949 50 253060 164 358 613 46 748 918 254148 435 623 843 943 255205 43 406 51 63 612 912[ 1000] 256016 425 62 579 941 257273 820 89 570 730 912 25865 131 63[ 1000] 811 72 74 435 780 807 913 259 158 224 300 411 [ 1000] 82 95 717 828 260063[ 1000] 104 69 235[ 500] 344 85[ 500] 510 14[ 500] 768 79 898 261042 67 309 77 450 698 706 50 74 88 858 262053 209 36.478 86 90 92 560 662 888 90 263005 101 251 630 34 65 755 914 40 41 264013 35[ 500] 292 [ 500] 397 572[ 1000] 701 937 265 11 20 548[ 30 731 266305 661 720[ 500] 82 88 885 945[ 50] 267365 698 776 870 915 268528 617[ 500] 923 269 106 554 710 933 270100 212 405 523 500] 987 271017 313 89 425 41 47 669 737 55 925 272062[ 3000] 76 129[ 500] 218 719 78[ 1000] 931 88 273020 273 318[ 500] 58 470 545 920 274101 82 312 552 73 662 809 275129 49 268 322 59[ 5000] 431 759 276018[ 500] 38 171 454[ 5000] 778 851 956 277011 318 667 73 817 18 50 942[ 1000] 57 78 278099 141 54 219 551 740 833 279025 537 684 768 84 850[ 1000] 280189 231 492 523 73[ 1000] 985 281022 190 253 85 369 444 522[ 500] 623 761 887 912 282007[ 3000] 81 [ 500] 161 201 864 283013 351 664 825[ 500] 49 234290 352[ 500] 585 616 70 779 867.[ 1000] 91 945 285139 208 [ 3000] 494 574 634 737 859 943 286002 369 94 564 788 [ 500] 824 287254 405 558 99[ 500] 638 63 880 950 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 268. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 14. November 1908. Ein Akt des ,, Terrorismus". Elf Mitgliedern des Zentralverbandes der Zimmerer wurde ein Akt des Terrorismus zur Last gelegt, die im Betriebe des Zimmermeisters Karl Schulze zu Trebbin an einem und dem felben Tage einer nach dem andern ihre Entlassung genommen hatten. Alle elf, die Zimmergesellen Schneider, ofschneider, Radtke, Schulze, Bergemann, Aermlich, Steinhaus, Spahn, Heinrich, Krent, Warnte, standen gestern vor dem Landgericht II ( Straffammer 4) unter der Anklage der versuchten Expreffung. Sie sollten es unternommen haben, zwei gleichfalls in dem Schulze schen Betriebe beschäftigte Zimmergesellen Oscar Irrgang und Angust Irrgang durch unzulässige Mittel zum Wiedereintritt in den Zentralverband der Zimmerer zu nötigen, aus dem beide ausgeschieden waren. Dem Arbeitgeber sollte von den elf An geklagten gedroht worden sein, sie würden sämtlich bei ihm auf hören, wenn nicht die beiden wieder in den Verband einträten. Als ein Erpressungsverfuch wurde das deshalb aufgefaßt, weil bei einem Wiedereintritt der Gebrüder Irrgang dem Verband und feinen Mitgliedern die Beiträge der Wiedereintretenden zu gute gefommen wären. Die ganze Affäre lag schon ziemlich weit zurück, fie spielte bereits Anfang Mai 1906. Wie sie zur Kenntnis der Behörden gelangt ist, wurde vor Gericht nicht aufgeklärt. Es scheint, daß nach dem Ausscheiden der elf" Erpresser" aus dem Schulze'schen Betriebe ein von Schulze eingereichtes Gesuch um Gestattung von Sonntagsarbeit dem Landratsamt zum Anlaß geworden ist, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Meister Schulze hatte wohl sich dem Landratsamt als Opfer des„ Terrorismus" der elf Verbandsmitglieder zu besonderem Wohlwollen empfohlen. Es wurden bann Ermittelungen über den Sachverhalt angestellt, und schließlich wurde eine Untersuchung eingeleitet, die nach vieler Mühe und langem Baudern zur Erhebung einer Anklage führte, weil an genommen wurde, daß die elf auf Grund einer gemeinsamen Besprechung zu dem Entschluß gelangt seien, sämtlich bei Schulze aufzuhören. Das und Bleuel, in Niederrad der Genosse Sanggemach, fünf Demokraten von den Lesern des Blattes nur in dem Sinne der objektiven, und zwei Nationalliberale. Einige Stichwahlen sind für die Soziol aber unbewußten Rechtsbeugung verstanden würde. demokratie sehr aussichtsreich. Besonders in Bockenheim, wo Genosse Gericht hatte diese Anträge abgelehnt, indem das, was sie beweisen Omarch bei der legten Wahl fchon im ersten Wahlgang fiegte. Die sollten, als wahr unterstellt wurde. Dennoch las es aus fommen überall mit Liberalen in die Stichwahl. Die Mittel- spruches wegen und weil Jdealkonkurrenz der§§ 185 und 186 an fozialdemokratischen Kandidaten, die zum zweiten Wahlgang stehen, der Notiz das Gegenteil des Beabsichtigten heraus. Dieses Wider ständler haben, wie bei der letzten Wahl, schlecht abgeschnitten. In genommen worden war, hob das Reichsgericht das Urteil auf. einem Bezirk stehen sie mit den Liberalen in der Stichwahl. enormen Im Jahre 1906 war das Ergebnis der Wahl: Verdoppelung Hohe Geldstrafen verhängen gegenwärtig die Hallenser Gerichte. der sozialdemokratischen Fraktion( von drei auf fechs). Bollenden Bekanntlich wurde der Genoffe Redakteur Däumig vom„ Volksnun die Stichwahlen, was die Hauptwahl begann, so wird dies- blatt" erit fürzlich wegen Breßvergebens zu der mal die sozialdemokratische Fraktion mehr als verdoppelt aus dem Geldstrafe von 600 m. verurteilt, und vorgestern verhängte die Wahlkampf hervorgehen. Ein Zeichen, daß die Sozialdemokratie Straffammer wieder über ihn eine Geldstrafe von 600 M. eventuell 120 Tage Gefängnis, weil er einen Polizisten beleidigt haben soll. ( Unser Genoffe hatte eine Notiz veröffentlicht, in der ein Einsender marschiert! In Regensburg fielen bei den Gemeindewahlen auf die mitteilte, ein Polizist habe in unbarmherziger Weise mit der Fauft fozialdemokratische Liste 2458 Stimmen, auf die des Bentrums auf einen arretierten Arbeiter losgeschlagen.) llebrigens fällt es auf, 19 360 und die der Liberalen 22 004. Ob die Sozialdemokraten daß in Halle nicht bloß in fozialdemokratischen, sondern auch in einen Sig im Rathause erhalten( was bei dem Proportionalwahl. anderen Beleidigungsprozeffen jegt sehr hohe Geldstrafen- bis zu system, nach dem in Bayern gewählt wird, möglich wäre), wird sich 1000 m. berhängt worden sind! erst nach der amtlichen Feststellung des Wahlresultats ergeben. Aus Induftrie und Dandel. Kapitalistische Ordunng. Der deutsche Sozialistenklub„ Vorwärts" in Kristiania feierte vorigen Sonntag fein zehnjähriges Stiftungsfest. Da die Gründung des Klubs in eine Zeit fiel, wo gegen 1000 deutsche Arbeiter in Norwegens Hauptstadt beschäftigt waren, entwickelte sich der Klub anfangs sehr gut. Bereits nach sechs Monaten hatte er Wegen Wasserschwierigkeiten mußte die Betriebseinstellung der 180 Mitglieder. Als aber im Jahre 1899 die wirtschaftliche Krise Beche Altendorf" erfolgen. Das ist für die Aktionäre nicht über Norwegen hereinbrach, ging die Mitgliederzahl bald start angenehm, aber doch fein unerträgliches Unglück. Die Zechenanlage zurück. ist nichts mehr wert, die Maschinen können als altes Eisen BerGegenwärtig zählt der Klub etwas über 40 Mitglieder. In den wendung finden aber die Kohlenvorräte fönnen zum Teil noch verflossenen zehn Jahren sind gegen 600 Genossen zugereift. Die von anderen, benachbarten Bechen abgebaut werden. Die Hauptsache meisten reifen indes nach einigen Monaten schon wieder ab, da die jedoch ist," Altendorf" hat beim Kohlensyndikat eine Beteiligung von Arbeitsverhältnisse nicht die günstigsten sind und die Versprechungen 240 000 Tonnen Förderung. Und diese Beteiligung hat einen ganz der norwegischen Arbeitgeber nicht den Verhältnissen entsprechen. refpeltablen Handelswert. Vorwiegend um die Beteiligungsziffer Die Lebensmittelpreise und der Unterhalt überhaupt find sehr teuer. au erlangen, hat die Aktiengesellschaft Effener Steinfohlenbergwerte" Die Einnahmen des Klubs betrugen im ersten Dezennium etwas den„ Altendorfern" ein Angebot von 500 m. pro ug gemacht. Die über 13 000 kronen und die Ausgaben etwas über 10 000 Stronen, Gewerke von Altendorf" würden denmach für das ohne die so daß das Vereinsvermögen 3000 kronen beträgt, die teilweise in Syndikatseinrichtung wertlofe Bergwerk doch noch 2 Million Mark der Bibliothel, in Inventar usw. angelegt find. 400 Kronen stehen bekommen. in der Arbeiter- Aktiendruckerei. Der Verein hat besonders in den ersten Jahren einen ziemlich umfangreichen Schriftenvertrieb gehabt. Der Vereinsabend ist jeden Sonnabend im Lokal Granfen 1B, Café Bjerregaard. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine für die Presse prinzipiell wichtige Entscheidung fällte am Dienstag das Schöffengericht zu Frankfurt a. M. Es handelte sich um die äußerst interessante Frage, ob der Res batteur über einen gegen ihn geführten Beleidigungsprozeß den Lesern wahrheitsgetreu berichten und auch die infriminierten Stellen wiederholen darf, ohne sich einen erneuten Prozeß zuzuziehen. " Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft in Berlin. Für das Jahr 1907/08 der betrug Geschäftsgewinn 17 835 744 M.( i. v. 16 484 939.). Als Reingewinn blieben 15 931 211 M.( i. V. 14 868 175 M.). Die Dividende ist auf 12 Broz. bemessen. Aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens der Gesellschaft erhält der Bensions fonds eine besondere Zuwendung in Höhe von 1 Mil. Mart. Feierschichten und Arbeiterentlassungen. uch Bahl der Zechen, auf denen im Oftober und Anfang November Nach einer Zusammenstellung der Bergarbeiter- Zeitung" ist die Feie schichten eingelegt wurden, schon recht groß. Die Feierschichten berteilen sich nicht nur auf den rheinisch- westfälischen Steinkohlenbezirt, sondern auch auf das mitteldeutsche Braunkohlenrevier. Entlassungen größeren Umfanges werden vorgenommen: so sollen auf der Zeche Rheinpreußen" von 12 000 Mann nicht weniger als 3000 gefündigt worden sein. Dadurch, daß das Kohlensyndikat die Beteiligungsanteile weiter herabgesetzt hat, werden so ziemlich alle Bechen, soweit sie dem Syndifate angehören, zu einer Fördereinschränkung angehalten. Versand des Stahlverbandes. Bor Gericht erklärten alle Angeklagten sich für nicht schuldig. Alle bestritten auch, daß ein förmlicher Beschluß gefaßt worden fei, bei Schulze aufzuhören, wenn die beiden Irrgang dem Verband fernblieben. Schneider, einer der vermeintlichen„ Rädels führer", gab eine eingehende Darstellung der Ursachen, auf die der Streit zurückzuführen war. Kurz nach der Maifeier von 1906 sei er von Oscar Irrgang verhöhnt und beschimpft worden, weil er ( Schneider) am 1. Mai nicht gefeiert habe. Da habe Schneider dem Meister erklärt, er fönne nicht länger mit Irrgang zusammen arbeiten, er fordere, daß er selber( Schneider) entlassen werde. Ein zweiter Rädelsführer", Sofschneiber, follte fo behauptete die Antlage als Beauftragter der elf zum Meister gegangen fein und biefem gedroht haben, man werde wegen der Gebrüder Irrgang aufhören. Hofschneider erklärte vor Gericht, er habe Oscar Irrgang zu überreben gesucht, sich mit Schneider wieder zu vertragen, und habe nachher auch den Meister bezw. dessen Sohn aufgefordert, eine Einigung herbeizuführen. Als Schulze Vater und Sohn das erwartete Entgegenkommen vermissen ließen, hörte Auf dem Hofe des Landwirts Müller zu Oberursel erSchneider auf, dann schloß Hofschneider sich ihm an, und darauf eignete sich im Juni ein trauriger Voefall: Zwei Knechte folgten ihnen die anderen. Vor Gericht begründeten die anderen waren in Streit geraten, der damit endete, daß der eine den ihre Beteiligung meist damit, daß fie ohnedies hätten aufhören anderen mit der Mistgabel totstach. In der Volksstimme" wollen. Einige versicherten auch, sie hätten ihre Entlassung wurde über diesen Fall berichtet. Es wurde betont, Müller eigentlich gar nicht selber genommen, sondern sie von Schulze betommen. Der Angeklagte Warnte war derjenige, auf dessen in behandele seine Leute nicht einwandsfrei: junge Knechte, die der Voruntersuchung gemachten Aussagen die ganze Anflage auf- er aus Galizien habe importieren laffen, seien von ihm auf Der Artikel enthielt gebaut worden war. Er war damals eben zum Militär gekommen, offener Straße mißhandelt worden. wurde als Refrut verhört, und aus purer Furcht so beteuerte ferner noch einige allgemeine Schlußfolgerungen, durch die er bor Gericht fagte er Ja zu allem, was man ihn fragte. sich Müller getränkt fühlte. In der ersten Verhandlung Seine damalige Aussage, daß förmlich beschlossen worden sei, mit wurde dem Genossen Bander, der den infriminierten Artikel zu arbeiten und das dem Meister zu sagen, wurde jetzt von ihm galizischen Knechte ausfindig zu machen; dies gelang jedoch den beiden Irrgang wegen ihres Austrittes nicht mehr zufammen zu verantworten hatte, zur Auflage gemacht, die mißhandelten " Die Beweisaufnahme begann mit der Vernehmung der Ge. nur bei einem. Mezac, so heißt der Knecht, bestätigte denn brüder Irrgang. Oskar Irrgang bekundete, nach seinem Aus- auch bei seiner eidlichen Vernehmung, daß er von Müller aus tritt sei zwischen ihm und den Kollegen das Verhältnis nicht mehr Bosheit an den Ohren geschüttelt und mit einem Bügel ins fo freundlich wie früher gewesen, aber keiner habe ihn deshalb Gesicht geschlagen worden sei. Eine andere Zeugin befundete. beschimpft oder bedroht. Als am 4. Mai einige sich weigerten, daß Müller nach einem anderen Knecht mit dem Spazierstock mit ihm zu trinken, habe er das als einen Ausdrud ihrer Ber- zu einem Schlage ausgeholt habe. Festgestellt wurde aber achtung aufgefaßt. Da habe er dem Kollegen Schneider bor. gehalten, daß im Verband gerade Schneider am eifrigsten für die auch, daß die Behandlung des Müllerschen Personals nach Rechenschaftsbericht erzielte die Gefellschaft einen Gewinn in ben Maifeier gestimmt und dann doch nicht mitgefeiert habe. Später dem Erscheinen des Artikels besser geworden ist. Mit Rücksicht sei Sofschneider zu Irrgang gekommen und habe ihm gemeldet, darauf, daß das Konkrete des Artikels nachgewiesen und alle wollten aufhören, wenn er nicht wieder eintrete. Gedroht nur in den Schlußfolgerungen über die Grenze des habe Hofschneider nicht im geringsten, nur zugeredet habe er. Bulässigen hinausgegangen war, erkannte das Gericht auf nur Uebringens habe Jergang auch gar nicht gefürchtet, daß er bon 10 M. Geldstrafe. Schulze entlassen werden würde, wenn die anderen um seinet- Mit dieser moralischen Niederlage war Müller noch nicht willen mit Arbeitsniederlegung drohten. August Irrgang wußte zufrieden. Er strengte eine weitere Selbge gegen Genossen ebensowenig zu bekunden, daß irgendwelcher Zwang versucht worden sei. Nur von Meister Schulze sei ihm erzählt worden, Bander an. Die Beleidigungen sollen in dem ersten Gerichtsdaß man mit Arbeitsniederlegung gedroht habe. Die Behauptung bericht enthalten sein, in welchem, wie schon erwähnt wurde, eines direkten Zwanges gegen die beiden Frrgang war hiernach die inkriminierten Stellen rein referierend wiedergegeben London, 9. November. Die amtliche Handelsstatistit für hinfällig. Aber vielleicht ließ sich nachweisen, daß gegen fie ein wurden und nur zum Verständnis der Leser dienten. Am Monat Oftober bringt weitere Belege für die Wirtschaftskrise, in der indirekter Zwang durch Vermittelung des Meisters versucht worden Dienstag wurde in der Sache verhandelt. Bander bestritt sich England befindet. Berglichen mit dem gleichen Monat des war? Der Zimmermeister Karl Schulze bekundete, Schneider das Bewußtsein und die Absicht der Beleidigung. Der Bericht Jahres 1907 zeigt der Berichtsmonat folgendes Bild: Einfuhr habe keineswegs von ihm gefordert, auf Ostar Irrgang einen Druck dahin auszuüben, daß er wieder eintrete, und von Auguft sei einwandsfrei und diese Art der Berichterstattung noch nie- im Werte von 50 748 980 Pfund Sterling, oder eine Abnahme von Irrgang fei überhaupt nicht die Rede gewesen. Auch Schulzes mals beanstandet worden. Es sei eine ständige Braris der 6.9 Millionen; Ausfuhr im Werte von 33 007 586 Pfund Sterling, oder eine Abnahme von 5,8 Millionen. In Prozenten ausgedrückt Sohn, Konrad Schulze, der mit Sofschneider verhandelt hatte, gesamten Presse, ihren Lesern aus Strafprozessen die belief sich die Abnahme der Einfuhr 11,9; bie der Ausfuhr 18,8. wußte nichts von einer Aufforderung, die beiden Jrogang zum der Anklage zugrunde liegenden Stellen mitzuteilen. Berglichen mit den zehn Monaten von Januar bis Ende Oktober Als Beweis überreichte Genosse Bander dem Gericht 1907 nahm die Einfuhr der letzten zehn Monate um 46,8 Millionen als„ ber reine Blödsinn" bezeichnet. Wiedereintrit zu nötigen. Der Versand des Stahlwerfsverbandes an Probuften A betrug im Oftober 414 644 Tonnen Rohstahlgewicht gegen 438 988 Tonnen im Oftober 1907. Von dem Oftoberverfand entfallen auf Halbzeitg auf Formeisen 110 597 Tonnen( 129 921 Tonnen im Oktober 1907). 142 673 Tonnen( 120 014 Tonnen im Oktober 1907), auf Eisenbahnmaterial 161 874 Tonnen( 188 998 Tonnen im Oftober 1907) und Demnach stellt sich der Versand gegen die Vergleichszeit 1907 höher bei Halbzeug, nämlich um 22 650 Tonnen, niedriger bei Eisenbahn material- 27 625 Tonnen- und bei Formeifen- 19 324 TonnenInsgesamt wurden 24 289 Tonnen weniger versandt. Berliner Maschinenfabrit A.-G., vorm. Schwarzkopff. Nach dem Werken Wildau und Berlin von 6 536 394 W.( i. 2. 5 705 755 92.) Dazu treten Zinsen, Bachten und Mieten 169 618 m.( i.. 218 084 m.) 5.960 549 m. intl. 26 435 9. aus Batentverkauf). Dagegen er und der Vortrag mit 12 078 W., zufammen 6718 109 9.( gleich forderten Abschreibungen 951 843 M.( i. B. 918 534 m.), Generalunfosten 8 792 885 W.( i. 23. 8 192 606.) Es verbleibt ein Reingewinn bon 1978 882 W.( i. 3. 1844 185 m.), aus dem Gewinn verden 15 Broz.( i. 2. 14 Proz.) Dividende verteilt. Der englische Außenhandel. Nach dieser Beweisaufnahme blieb dem Staatsanwalt nur einen Bericht des" Generalanzeiger", der in derselben ab; die Ausfuhr um 88,9 Millionen; die Durchfuhr um übrig, felber die Freisprechung aller Angeklagten zu beantragen. Art und unter Hervorhebung der inkriminierten Stellen 14,8 Millionen Pfund Sterling. Insgesamt belief sich die Abnahme Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann, schloß sich diesem Antrag an mit der Begründung, daß weder gegen die über die Verhandlung berichtet habe. Rechtsanwalt Dr. Merz- des Außenhandels auf rund 100 Millionen Pfund Sterling, oder beiben Frrgang felber noch gegen sie durch Vermittelung ihrer bach, der Verteidiger Banders, nahm für den Angeklagten den zwei Milliarden Mark. Arbeitgeber ein gwang versucht worden sei und daß Ostar Jrr.§ 193 in Anspruch: das Reichsgericht habe wiederholt entgang folchen Bwang gar nicht gefürchtet habe. Das Gericht tam schieden, daß ein Redakteur stets in Wahrnehmung berechtigter in Uebereinstimmung mit diesen Ausführungen zur Freisprechung Interessen handle, selbst wenn er in einem Bericht die inaller Angeklagten! triminierten Stellen wiederhole. Es müßte denn gerade aus Mit dem Terrorismus" war's also wieder mal nichts! Trok Form und Inhalt die Absicht der Beleidigung hervorgehen. des vielversprechenden Erfolges, mit dem in der Voruntersuchung Bei dem vorliegenden Artikel sei das nicht der Fall der Rekrut Warnte verhört worden war! Aus der Partei. Gemeindewahlen. Trotz der flaren Entscheidung des Reichsgerichts wurde Sander doch zu 50 M. Geldstrafe berurteilt. In die Freiheit zurückgekehrt ist nach Verbüßung einer Strafe von fünf Monaten und einer Woche der Genosse Redakteur Leopoldt vom Boltsblatt" in Halle. Leopoldt sollte durch seine Haft, die er verhältnismäßig gut überstanden hat, die Ehre eines Pastors und anderer Leute reparieren. Aufgehobenes Urteil. Aus der Frauenbewegung. Für das Frauenstimmrecht. Die Ortsgruppe Berlin für Frauenstimmrecht hielt am 11. Nofolgende Resolution mit allen Stimmen gegen die eines Mannes vember in den Industriefestsälen eine Versammlung ab, in der angenommen wurde. Die am 11. November in den Industriefestsälen, Beuthstr. 19/20, tagende Versammlung erflärt das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für beide Geschlechter als die einzige Bertretungsform, die dem fulturellen und wirtschaftlichen Entwickelungsstand des deutschen Bolles entspricht. Sie richtet an die gesehgebenden Körperschaften das dringende Ersuchen, für die Durchs führung dieser Forderung in den Barlamenten des Reiches, der Einzelstaaten und den Organen der Selbstverwaltung einzutreten, Da nur eine auf demokratischer Grundlage beruhende Verfassung die Gewähr für eine gedeihliche Entwidelung in der inneren und äußeren Politik bietet. Die Stadtverordnetenwahlen in Frankfurt a. M. brachten unserer Bartei einen glänzenden Sieg. Bier Manbate bat fie erobert und neun sozialdemokratische Kandidaten stehen in aussichtsreichen Stichwahlen. Wegen Beleidigung eines Gerichtsassessors Fall war Genoffe Die auf die fozialdemokratischen Kandidaten entfallene Stimmenzahl Redakteur Stahl vom Norddeutschen Volksblatt" verurteilt worden. stieg gegen 1906 von 6600 auf 10 400, alfo um rund 4000. Das ist Er hatte eine Notiz veröffentlicht, die über einen givilprozeß mit gewiß ein glänzender Erfolg und gewaltiger Fortschritt. Und dieser Erfolg politischem Hintergrund berichtete. In der Notiz hieß es: Die Klage wurde erzielt, tropßdem die bürgerlichen Barteien am Wahltage eine wurde abgewiefen, was bei der preußischen Klaffenjuftig nicht berfieberhafte Tätigkeit entfalteten und selbst der Reich& li gen wunderlich ist, handelte es fich doch um einen Proletarier." Wähberband ihnen wahlhilfe leistete! Und tros des rend der Verhandlung stellte sich dann heraus, daß der betreffende 1200 Mart- 8enfus, der in Frankfurt a. M. immer noch be- Genoffe den Anspruch der Gegenpartei als berechtigt ansteht! Die Frankfurter Arbeiterschaft hat die Scharte von der erfannt hatte. Das Gericht fah in dem Worte KlassenReichstagswahl ausgetvetzt; fie hat vor allem der freifinndemo- justiz" gegenüber dem Nichter den Vorwurf der Bewußten fratischen Mehrheit des Stadtverordnetenkollegiums die Quittung Rechtsbeugung. Stahl hatte beantragt, den Profeffor Sombart, für ihre arbeiterfeindliche Tätigkeit im Stadtparlament gegeben! Genossen Kautsky und Landrichter Uhlemann darüber zu vernehmen, Brit. Dienstag, den 17. November, 81, Uhr, bei Weniger, Werder Insgesamt wurden in der Hauptwahl gewählt: vier Sozial was in der fozialdemokratischen Breffe unter Klassenjuftig verdemokraten, im Stadtteil Bornheim die Genoffen Baumann, Hopf standen werde, und den Genossen But darüber, daß dies Wort auch Versammlungen- Veranstaltungen. Lichtenberg. Montag, den 16. November, 81%, Uhr: Deffentliche Frauenversammlung im großen Saale Schwarzer Adler", Frankfurter Chaussee 5. Vortrag der Genossin Wurm: Die Frau und der Sozialismus. Die Teilnahme der Männer an dieser Versammlung ist erwünscht. straße 28: Frauenversammlung. Vortrag der Genoisin Bohm Schuch: Wie follen wir unsere Kinder feruell aufklären? Τ 6effentliche politische Versammlungen. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Sonntag, 15. November, mittags 1 Uhr, im Gewerkschafshause ( großer Saal), Engel- Ufer 15: Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Bureau: Muladstr. 10 L. Ortsverwaltung Berlin. Fernfpr. Amt III 4518. 12 Orts Krankenkasse Lichtenberg. Einladung zur Ordentlichen Sonntag, den 15. November, nachmittags 2 Uhr, in Keller's Festfälen General- Versammlung ( Inh. Freyer), Koppenftr. 29: der ordentlichen Vertreter ber Ortsfrankenkasse Lichtenberg gum gegen die von der Reichsregierung geplante| Dienstag, den 24. Nov. 1908, Proteft- Versammlung Bauſtener! Gr. öffentl. Militärsattler- Versammlung. Sierzu find fämtliche in den Brauereien Groß- Berlins beschäftigen Arbeitnehmer aller Kategorien eingeladen! Zages Drdnung: Zages Drdnung: abends 8 Uhr, im unteren Saale der Prachtfäle berg- Berlin, Frankfurter Allee 151/152. Tages Ordnung: 1. Erjazwahl des Borstandes, und zwar zweier Arbeitnehmer an Stelle der ausgeschiedenen Vorstands 1. Die neue Brausteuer, eine wirtschaftliche Gefahr für die Brauereiarbeiter. Referent: mitglieder Herren Seitel und Rüdert. 1. Der deutsche Reichstag, das Kriegsministerium, das foalierte Unternehmertum in der hiesigen Militäreffektenindustrie und die Reichstagsabgeordneter, Genoffe Adolf Geck. 2. Diskussion. Lage der Militärfattler. Referent: A. Riedel. 2. Welche Maßnahmen sind jezt zu ergreifen. 3. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint in dieser Verfammlung Mann für Mann. Die Ortsverwaltung des Berbaudes der Sattler. 44/7 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Montag, den 16. November 1908, abends 8 Uhr: Oeffentliche Musikinstrumentenarbeiter- Versammlung im„ Gewerkschaftshaus"( großer Saal), Engelufer 15. Zages Drdnung: 1. Die Gewerbegerichtswahlen". Referent: Stadtverordneter Adolf Ritter. 2. Die Zustände in der Pianofabrit von Bogs u. Voigt. 3. Verschiedenes. 93,8 Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen, ganz befonders auch der nichtorganisierten, ersucht Die Branchenleitung des Holzarbeiter- Verbandes. NB. Die Juhaber der Firma Bogs u. Volgt find zu dieser Bersammlung brieflich eingeladen. Konium-, Produktiv- u. Sparverein Zehlendorf und Umgegend. Sonntag, den 22. November 1908, nachmittags 3 Uhr, im Lokale von 23. Miet, Karlstr. 12: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Belchäftsbericht. 2. Beschlußfassung über Berteilung des Reingewinns. 6. Statutenänderung, u. a. Gewährung von Rabatt. stand und Aufsichtsrat. Anträge sind laut§ 13 des Statuts einzureichen. Der Aufsichtsrat. Otto Jäckel. Otto Steinborn. 4. Wahl zum Vor128/4 Ortskrankenkasse für das Buchdruckge werbe zu Berlin. Ordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 29. November 1908, vormittags pünktlich 11%, hr im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Zages Drdnung: 1. Mitteilungen des Vorstandes. 2. Wahl von drei Vorstandsmitgliedern für die Jahre 1909-1911 ( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 3. Wahl des Rechnungsausschusses für das Jahr 1909. 4. Verschiedenes. 279/4 It Die Mitglieder der Generalversammlung werden ersucht, über die gelegenheiten, welche sie event. zur Sprache bringen wollen, der Kassonberwaltung bis 25. Rovember 1908 Mitteilung zu machen, damit das ein Ichlägige Material zur Stelle geschafft werden tann. Bis zu diesem Tage nicht gemeldete Angelegenheiten tönnen nicht verhandelt werden. Der Vorstand. J. Blenz, Borsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer. Deutscher Metallarheiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Sof I. Amt 3, 1239. Achtung! Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Achtung! Arbeitslose Mitglieder. Die Auszahlung der Arbeitslosen Unterstützung findet des Bußtages wegen in folgender Weise statt: Die Kollegen, deren Woche vom 11.- 17. lautet, geben Buch und Karte am Montag, den 16., ab und erhalten Dienstag, den 17., Unterstügung. Die Kollegen, deren Woche vom 12.- 18. lautet, geben Buch und Karte am Dienstag, den 17., ab und erhalten Donnerstag, den 19., Unterstügung. Die Metallarbeiter Notiz- Kalender für 1909 find erschienen und zum Preise von 60 Pf. pro Stück im Bureau und bei allen Bezirkskassierern zu haben. Wahllegitimationen für die Gewerbegerichtswahlen 124/17 SchirmFabrik. find im Bureau zu haben. Die Ortsverwaltung. SchirmH. Cherdron klinik Gr. Frankfurter Straße 128 an der Koppenstraße. ! Konkurrenzlos! 2735b ca. 500 Damen- und Herren- Schirme. Prima Halbseide mit Futteral Reg. Wert Mk. 7.jetzt Mk. 4.75 Unerreicht billige Preise Unübertroffene Auswahl Kollegen! Agitiert für einen Massenbesuch dieser Versammlung und bringt die unorganisierten Kollegen mit in diese Versammlung. Kein Mann darf fehlen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Die Ortsverwaltung. Elegante Preiswerte Paletots und Ulster in allen Grössen fertig am Lager Herren- Paletots Ser. I Dunkel melierter Cheviot 12 M. mit farbigen Streifen Ser. II Marengo Cheviot, sehr 14 M. solide Qualität 20 M. 23 M. 23 M. 26 M. Ser. 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November cr abends 82 Uhr: 279/5 Ordentl. General- Versammlung im Lokale des Herrn J. Meier. Sebastianstr. 39. Zagesordnung: 1. Wahl eines Bureaubeamten. 2. Ersakwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder( drei Arbeitgeber und vier Arbeitnehmer). 3. Wahl des Ausichuffes zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1908. 4. Verschiedenes. Bugleich machen wir hierdurch bes tannt, daß zum 1. Dezember d. J die Stelle eines Bureaubeamten bei der Kaffe zu befeßen ist. Die An stellung erfolgt nach den tariflichen Anstellungsbedingungen. Nach§ 56 des Kaffenstatuts ist jedes Kaffenmitglied wählbar, welches einen eigenen Hausstand hat. Selbstgeschriebene Offerten find bis zum 18. November an den unter zeichneten Borfizenden einzusenden. Der Vorstand: Bernh. Jost, Borsigender, Höchstestr. 4, III. Karl Gottesmann, Schrifts. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Berfertigung bon Musikinstrumenten. Sonnabend, 21. November 1908, abends 8, Ubr, im Restaurant Schulz, Münzstr. 17, Eingang Königsgraben: General- Versammlung sämtlicher Arbeitnehmer Vertreter. Zages Drdnung: 1. Kaffenangelegenheiten. 2. Wahl von 2 Borstandsmitgliedern( Arbeit. nehmer). 3. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 4. Berschiedenes. Um bollzähliges und pünktliches Erscheinen ersucht 278/20 Der Vorstand. R. Blank, Vorsitzender. Unsere Genoffenschaft ist am 12. Oktober 1908 aufgelößt. Etwaige Gläubiger werden aufs 27365* gefordert, fich zu melden. Einkaufs- Genossenschaft der Freien Vereinigung Berliner Milchhändler. Eingetragene Genossenschaft mit be schränkter Haftpflicht. Die Liquidatoren: Buth. Tschachschall. Peschlow. Vorteilhaftester Bezug für Wiederverkäufer! Cigarren Billigste Engros- Preise! KI. Mexiko 100 St. 2.85 M St. Felix Brasil Cabinet 3.50 " 91 93 3.60 " " " St. Andre Mexiko, vors. 4.35 " . Alvarez 4.50 募 " 99 Excell. 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