Nr. 269. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis bränumerando? Bierteljährl. 3,30 MRI, monatl. 1.10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer urit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat Eingetragen in die Boft- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Defierreich. Ungarn 2 Marf, für das übrige Ausland 3 Mart bro Monat. Boftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Bootags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerffchaftliche Vereins. und Berfammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Big.. jebes weirere Bort 10 Big. Stellengefuche und Schlafe stellen- Anzeigen bas erite Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 6 Vfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte Inferate für die nächste Rummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt 6is 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Das Branntweinmonopol. auch bon I. Sonntag, den 15. November 1908. lieferte. Auch wurde in Süddeutschland weit weniger Branntwein getrunken als in Norddeutschland und daher verhältnis mäßig weniger hergestellt. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Diese ostelbischen Mittelbrenner sind aber dieselbe kleine aber mächtige Gruppe, welche politisch im Abgeordnetenhause die Macht in Händen hat und im Reichstage und bei Hofe von größtem Einfluß ist. Die Ats 1884 die Not der preußischen Schnapsjunker auf das höchste gestiegen war, da Rußland, ihr bestes Absatzgebiet, sich Was die Zentrale für Spiritusverwertung nicht zu stande ihnen nun völlig verschloß und seinen Gifttrant selber braute, brachte, den Dstelbiern stets hohe Preise zu besorgen, diese Der neue Schatzsekretär v. Sydow hat seinen Befähigungs- wandten sie sich hilfeflehend an die preußische Regierung. So- Aufgabe soll nun der Vater Staat übernehmen! Der Bankerott nachweis als eifriger Sachwalter der Agrarier in vollstem fort verkündete die Thronrede 1885 die ersehnte Unterstügung. der Zentrale ist des Staatsmonopols Anfang. Und der Maße geliefert; fso dreist und gottesfürchtig hat noch keiner, Aber Bismarck wollte dabei auch den schon damals zerrütteten Gesehentwurf Sydows ist offensichtlich von der des Reiches Volksbrandschagungen in Paragraphen zu Reichsfinanzen aufhelfen und außerdem den Branntwein noch den Sachverständigen der Zentrale fabri. formen hat, seine beiden Aufgaben gelöst: dem Reiche auf zur politischen Korruption benutzen. So brachte er 1886 giert und von Herrn Sydow nur abge. Sosten der widerstandsunfähigsten, ärmisten Bevölferung große ein Reichsmonopol in Vorschlag. Die privaten fchrieben worden. Möglich, daß, um dieses Gaukelspiel Einnahmen zu schaffen und dabei den Agrariern, in erster Brennereien sollten bestehen bleiben, aber ihre Produktion zu verdecken, die Ostelbier sich noch unzufrieden stellen und Linie selbstverständlich den ostelbischen, aus denselben Taschen ihnen vom Reiche abgekauft werden zu einem Preise, über die Opfer, die ihnen der Staat auferlege, jammern werden. Mitplünderungsrecht zu gewähren. bei dem die Brenner ein vortreffliches Geschäft gemacht Das haben sie 1887, als Bismarck ihnen die 40 Millionen. Da war Bismard ein Stümper gegenüber diesem neuen haben würden. Das Reich aber follte die Reinigung des Liebesgabe in die Taschen spielte, ebenfalls getan. Jammern Finanzgenie! Was will die lumpige Milliarde be- Branntweins übernehmen und den gesamten Verfauf, im gehört zum agrarischen Gewerbe! deuten, die Bismards Liebesgabengesetz seit 1887 den Großen wie im Steinen, so daß ein Heer von An- Aber eine andere ebenfalls einflußreiche Interessentengruppe Schnapsbrennern zugewiesen hat! als Eine Milliarde den gestellten gefügige Werkzeuge der konnte den Plänen Sydows und der Junker gefährlich werden. Brennern, drei Milliarden dem Reich das ist allerdings Agrarier versorgt werden konnten. Die Brenner follten Das Sydowsche Monopol bringt auch die Verstaatlichung im Zeitraum von 20 Jahren ein Tribut von 80.30 bis 40 Mart für den Hektoliter wafferfreien Spiritus er- der Spiritusreinigung und des Großhandels. auf den Kopf der Bevölkerung! Und da doch da doch der halten, das Reich ihn mit 200 bis 300 Mart im Kleinhandel Spritfabriken find aber mit der Börse und der Presse Säugling in der Wiege noch nicht Schnaps trinkt, verkaufen, so daß das Monopol auf einen Bruttoertrag von eng verfippt! Eine Opposition von dieser Seite fonnte bis der erwachsenen Bevölkerung 669 Millionen Mark und einen Reinertrag zugunsten bei den Nationalliberalen andererseits weit in den Freisinn nur ein Teil- eben die Aermsten diesem Unheil verfallen des Reiches von 300 Millionen Mark veranschlagt hinein Widerhall wecken. Darum sorgte Herr Sydow dafür, sind, so kommt auf den Kopf der Branntwein trinkenden Be- wurde. Zur felben Zeit betrug die landesgesetzliche Besteue- daß sein Plan dort nicht Feinde, sondern Freunde fand. Was völkerung durchschnittlich ein Tribut von mindestens 400 M., rung für die norddeutsche Branntweinsteuergemeinschaft 66, hinter den Kulissen sich abspielte, entzieht sich noch der öffentden sie im Laufe der 20 Jahre an das Reich und die von für Bayern etwa 2 Millionen Mark, für Württemberg nur lichen Kenntnis. Die Tatsache aber steht fest, daß zu einer ihm ausgehaltenen Schnapsbrenner entrichten mußte. 30 000 Mart, im ganzen also höchstens 68% Millionen Mart, Seit, wo die Steuerpläne ängstlich von der Aber das sind Kleinigkeiten gegenüber dem, was Sydows die nun durch das Monopol auf das zehnfache, auf 669 Regierung vor der Deffentlichkeit behütet Millionen Mark gesteigert werden sollte. wurden, die bereits Vorlage fordert. großen Spritfabriken boller Hat bisher die an das Reich zu entrichtende Steuer Aber die Junker opponierten. Nicht weil sie sich vor Ahnungen" waren, was ihnen bevorsteht. Bereits im 120 Millionen Mark jährlich betragen, soll nun das Reich dieser Voltsausplünderung von Reichs wegen entsegten, sondern uni vorigen Jahres haben die beiden größten 220 Millionen Mart erhalten, alfo 100 Millionen weil sie selbst plündern wollten und mun befürchteten, bei Spritfabrik Aktiengesellschaften, die Breslauer und die Mart mehr! Die Liebesgabe von zuletzt 47 Millionen diesem edlen Handwerk gestört zu werden. Eine solch enorme Bosener, das merkwürdige Glück gehabt, daß plöblich ihre Mark jährlich, die die Brennereibefizer einheimisten, fällt zwar Steigerung des Branntweinpreises müßte ja den Verbrauch Attien an der Börse start begehrt wurden und infolgedessen offiziell weg aber in Wirklichkeit wird sie nicht nur einschränken. Und die Ostelbier litten ja ohnehin schon an lleber die Posener Attien von 317 im Juni 1907 bis auf 414 beibehalten, sondern noch vergrößert und vor allem: sie soll produktion, da sie nun den Weltmarkt vollständig verloren im November desselben Jahres in die Höhe gingen und für die preußisch- deutsche Ewigkeit gesichert werden. hatten. Die Junker stimmten daher im Reichstage gegen das heute auf 422 stehen! Die Breslauer Aftien standen im Und das ist die Hauptsache! Denn wenn es sich nur Monopol und Bismarck sah sich in seiner Erwartung, Juni vorigen Jahres auf 254, ftiegen bis zum November 1907 um höhere Einnahmen für das Reich handeln würde, gäbe die Reichskasse durch den Schnapstribut füllen zu fönnen, auf 313 und stehen jegt noch auf 305! Und das zu einer es einfachere und bequemere Steuersysteme. Das gesteht getäuscht. Zeit, in der die Börse durchaus nicht in bester Stimmung Herr Sydow in der Begründung der Vorlage selber ein. Aber Ganz so wie bei der letzten Reichstagswahl war es nicht war und ist. er will Die Rheinisch- Westfälische Zeitung", das und muß auch den verschiedenen Interessenten zuletzt auch dieses Scheitern seiner Finanzpläne, das Bismarc gruppen im Brennereigewerbe", das heißt den Junkern veranlaßte, den dummen Michel durch das Geschrei eines Drgan der Eisenindustriellen, voll Neid über diesen feinen Rechnung tragen. Das ist eine Verpflichtung, mit der jeder drohenden Krieges mit Frankreich und den Boulangerschwindel Profit, erklärt rund heraus, die Kurssteigerungen sind darauf Reichsfinanzminister historisch belastet ist. Dieser Zusammen in Scharen zur Wahlurne zu treiben, als 1887 der Reichstag zurückzuführen, daß die Regierung mit den Vertretern hang zwischen Reich, Schnaps und Junkern hat Friedrich aufgelöst wurde. Mit dem neuen Kartellreichstag verständigte diefer beiden Fabriken Verhandlungen geführt hat, so Engels schon vor 32 Jahren gekennzeichnet. Damals sich Bismarck auf der mittleren Linie das heißt: von dem daß die Kurssteigerung, auf Stäufe sehr gut unterveröffentlichte er im Voltsstaat" drei Artikel Artikel über Tribut, der den Branntweintrinfern auferlegt wurde, erhielten richteter" Stellen zurückzuführen ist. " " " 1 n bis Preußischen Schnaps im Deutschen Reichs die Schnapsbrenner und vor allem die Dstelbischen einen Diese Spritfabrik Aktionäre können auch mit Sydows tag", in denen er zeigte, wie die Schnapsbrennerei die Extraprofit, jene Liebesgabe von jährlich 40 Millionen Plan sehr zufrieden sein. Sein Entwurf will, daß eigentliche materielle Grundlage Preußens bildet. Ohne Mart, die jetzt bereits auf 47 Millionen Mark jährlich an- das Reich den bestehenden 133 Spritfabriken Schnaps hätte das Junkertum nach der Mißernte von 1816 gewachsen ist und je nach der Größe der Brennerei verteilt zum 30. September 1912 die Reinigung, Lagerung banfrott machen müssen. Sie waren mit Hypothekenschulden wird. und Versendung von Branntivein für die Reichsverwaltung überhäuft, für die sie nicht die Zinsen, geschweige denn eine Was aber den Schnapsbrennern zum Vorteil gereichen überläßt, dann sollen 43 Anstalten in der bisherigen Weise Tilgung aufbringen konnten. Da half ihnen der Staat zu- follte, wurde ihr Verderben! Jene Liebesgabe machte weiterbeschäftigt, 40 vom Reiche angetauft werden, und nächst dadurch, daß er Geld in ihren Beutel tat. Bei der die Brennerei zu einem sehr einträglichen Gewerbe, zumal zwar die größeren, welche zwei Drittel der gesamten zur sogenannten Bauernbefreiung mußten die Bauern Bauern die später noch einige neue Liebesgaben bei der Maischraum- und Reinigung bestimmten Menge verarbeiten, und 50 SpritFrondienste, die ihnen einst widerrechtlich aufgezwungen Brennsteuer hinzutamen! Und obwohl das Reichsgesetz vor fabriken, mit etwa ein Drittel der Produktion, sollen gegen waren, mit Geld ablösen. Und dieses Geld diente forglich durch eine Begrenzung der Produktion, die Abfindung außer Betrieb gefegt werden. Der Jahreshauptsächlich zur Anlage bon Brennereien. Preußen Sontingentierung, eine Ueberproduktion hatte ver- betrag der Entschädigung für die beiden legten Gruppen ist wurde zur Zentral- Schnapsfabrik der Welt; die Junker hindern wollen, erwiesen sich doch die durch das Gefeß er mit 4 Millionen Mark berechnet und danach die konnten ihren Wappenhelm neu vergolden durch den Tribut, richteten Dämme als zu schwach- die Schnapsflut profit aus der Reichskasse an die Spritfabrik Aktionäre zu den ihnen das Elend für ihren Fusel zahlte. lüfterner Brenner durchbrach sie und brachte die Preise zum 3 a hlende Entschädigung auf 34 Millionen G Aber immerhin war es nur ein Geschäft wie jedes Sinken. Wie in jedem Produktionsgebiet waren auch hier Mark festgesetzt! Daß diese Summen ein glänzendes andere; es war regulär der Unternehmergewinn, der die selbst bei geringerem Prozentsatz des Gewinns die Groß- Geschäft für die Aktionäre bedeuten, wird durch die Junker bereicherte. Da schien Mitte der siebziger Jahre diese betriebe noch profitabel wo die Mittel- und Klein mehr als 30 Proz. betragende Steigerung des Kurses der Herrlichkeit zu Ende zu gehen. Nicht, daß der Schnapsbetriebe es nicht mehr waren. Und gerade die Mittelbetriebe Attien auf das deutlichste bewiesen. Das heißt also: die konsum aufhörte- das Elend der Massen war nicht geringer find es, welche in Ostelbien die Hauptrolle spielen. Ihnen Abfindung ist viel zu hoch berechnet. Dafür hat geworden, vielmehr hatte die stürmische Industriealisierung ging es fläglich, darum fuchten sie nach neuer Hilfe. Was Herr Sydow freilich das Wohlwollen der mit Börse und des Deutschen Reiches neue Elendsherde geschaffen. Aber das ihnen der Staat nicht reichlich genug beschert hatte, wollten Spritfabriken sympathisierenden Preffe eingetauscht. Ausland, das bisher der getreueste Stunde Preußens gewesen sie sich nun selbst verschaffen, indem sie einen Staat im Staate Doch sein Monopolentwurf stellt noch andere feine" Gewar, machte sich selbständig, produzierte selber Schnaps. Die bildeten: einen Ring der Interessenten. schäftchen in Aussicht! herrliche preußische Schnapsindustrie ist vom Weltmarkt ver- Ende der neunziger Jahre gründeten sie die Zentrale schwunden und befuselt nur noch den inneren Markt", schrieb für Spiritus verwertung". die alle Brennereien zu Engels 1876. Und eine Weltwende stand wirklich bevor, wie vereinigen suchte, damit sie nicht mehr, sondern eher etwas er sie schilderte:„ An dem Tage, wo den preußischen Junfern der weniger Spiritus herstellten als gebraucht wird, so daß der Der Tragikomödie folgt die Farce. Kaum hat die InterDestillierhelm entwunden wird und ihnen nur noch der Wappen- Preis in die Höhe geschraubt werden fonnte. Durch einen pellationsdebatte im Reichstage ihren Abschluß gefunden, helm oder höchstens der Armeehelm bleibt- an dem Tage ist wirtschaftlichen Terrorismus rücksichtslosester Art gelang es der so begann auch schon hinter den Kulissen das freche es aus mit Preußen.... Mit dem Sturz der Branntwein- Zentrale auch, die Mehrzahl der Brennereien zu vereinigen Intrigenspiel um den Kanzlerposten: ein Spiel, das dem brennerei stürzt der peußische Militarismus, und ohne ihn ist und eine Steigerung der Preise herbeizuführen, aber nur da- Auslande noch weit widerlichere Gebrechen des deutschen VerPreußen nichts." durch, daß die zur Zentrale gehörenden Brennereien ihre faffungslebens enthüllt, als die Veröffentlichung des Daily " Zur Kanzler- und Kaiferkrifis. der Aber eben weil diese Folgen zu erwarten waren, gerade Produktion einschränkten. Das behagte jedoch nicht Telegraph" und die alberne Entschuldigungsnotiz deswegen tam der Militarismus, das heißt die preußisch- allen Brennern, und gerade den größten am wenigften. Norddeutschen Allgemeinen Zeitimg". Denn dieses Spiel deutsche Reichsregierung den geliebten Junkern zu Hilfe: Erst Für sie war es vorteilhafter, ihre Produktion nicht ein- zeigt, daß ein großer Teil der konservativen Partei, freilich mußten die süddeutschen Staaten für diesen Plan zuschränken, selbst wenn die Preise etwas niedriger wurden. bekanntlich der, edelsten und beften" bereits so völlig gewonnen werden. Noch war die Branntweinbesteuerung So sah sich die Zentrale einer unerfüllbaren Aufgabe gegen forrumpiert ist, daß er, der eben noch in die Klagen über Sache der Landes gesetzgebung. Bayern, Württemberg, über. So lange das Liebesgabensystem herrschte, so lange die Schäden des persönlichen Regiments einstimmte sofort devot Baden standen außerhalb der norddeutschen Branntweinsteuer- trotz aller gesetzlichen Einschränkungen neue Brennereien ge- vor diesem Regiment in die Senie fintt, als er zu erkennen gemeinschaft und hatten auch ganz andere Intereffen wie jene. gründet, diese wie die alten ein verhältnismäßig hohes vermeint, daß solche Devotion ihm Borteil bringen könnte. In Preußen lieferte die Startoffel das überwiegende Sontingent befamen, so lange war der stete Aureiz da, be- Noch am Dienstag hatte Herr v. Heydebrand im Reichstage Material zur fabrikmäßigen Fuselbereitung, während Süd- fonders bei guten Kartoffelernten, sich um den Ring nicht zu gegen die Impulsivität des Kaisers geeifert, schon am deutschland wie noch heute hauptsächlich nur Obst, Wein- fümmern, die Vorschriften der Zentrale nicht zu beachten und Mittwoch, nach dem Empfang der Meldung über die rückstände und Getreide mit einfachen Apparaten in Zehn- luftig drauf los zu produzieren, so daß den auf kleinere Pro- Verstimmung des Kaisers, versprach Herr v. Oldenburg die taufenden von Steinbetrieben ein wohlschmeckenderes duftion und höhere Gewinnprozente angewiesenen offelbischen unbedingte Folgsamkeit der Konservativen, und am Donners und daher auch besser als der Kartoffelfusel bezahltes Getränk Mittelbrennern der Atem ausging. tag hatte sich bereits selbst das tonftitutionelle Gemüt des Herrn von Heydebrand soweit beruhigt, daß er Zugleich läßt Bülow in der Nordd. Allg. 3tg." die 350 Menschen sind tot. Ein schauerliches Unglück hat die hinging und mit anderen konservativen Parteiführern Gründe darlegen, die ihn angeblich dazu bestimmt haben, unbezwingbare Gewalt der Elemente verschuldet- so sagen die zusammen jene die schärfsten Angriffe gegen den nicht am zweiten Interpellationstage das Wort im Reichstage liberalen Verteidiger des Profits der Zechen. Ein schauerliches Stanzler erhebende parteioffiziöse Erklärung der Konserv. zu ergreifen: Unglück, das die Vorsehung über Euch verhängt hat- sagen Korr." verfaßte, die wir in gestriger Nummer abdruckten. Kein anderer ist nämlich der Verfasser jener Erklärung, als derselbe Herr b. Heydebrand, der am Dienstag so energische Worte gegen das öffentliche Hervortreten des Kaisers fand. 17 Allerdings einem Teil der Konservativen erschien dieser schnelle Umschlag allzu bedenklich vielleicht weniger aus moralischen Strupeln, als deshalb, weil sie die Vorteilhaftigfeit nicht einzusehen vermochten. Die Deutsche Tageszeitung" nahm sofort, wie wir bereits gestern nachgewiesen haben, gegen die Notiz der Konservativen Korrespondenz" Stellung. Und sie setzt heute ihren Widerspruch fort, indem sie schreibt: Wie wir heute schon hervorhoben, find allerdings die Meinungen darüber geteilt geweien, ob es nicht zweckmäßiger war, wenn der Kanzler nochmals gesprochen hätte. Wir sind und bleiben der Ueberzeugung, daß damit nichts er reicht worden wäre. Hätte der Kanzler versucht, den Angriffen gegen den Kaiser durch eine Abwehrrede entgegenzuwirken, so hätte er diefe Angriffe gewiß nicht zum Schweigen gebracht, sondern vielleicht nur schärfere provoziert." Doch nicht darin liegt das eigentlich Interessante der Aeußerung der Deutschen Tageszeitung", sondern in ihrem offenen Eingeständnis, daß bestimmte Softreise die Ver stimmung Wilhelms II. gegen Bülow auszunuzen trachten: Mehrfach wird Bedauern darüber geäußert, daß Fürst Bülow Gott lästernde Pfaffen. Die Bergleute wissen es besser. am zweiten Tage der Diskussion nicht mehr das Wort er- Vor 14 Tagen haben schon Explosionen in der Grube stattgriffen hat. Es fonnte nicht der Wunsch des Reichstanzlers gefunden. Die Ansammlung von Kohlenstaub war ihnen sein, durch erneutes Eingreifen ist die Diskussion noch die bekannt, bekannt auch, daß die Berieselung nicht den die Möglichkeit der Verlängerung derselben um Ansprüchen entsprach, fie stellen zu müssen einen dritten Tag berbeizuführen. Auch wird nicht glaubten. Die Bergleute, deren Kameraden so schauerzu leugnen sein, daß die Debatte am zweiten Tage nicht bis zu lich getötet worden waren, fonnten nur mehr eine Ende ihren ernsten und geschlossenen Charakter bewahrt hatte, Pflicht erfüllen: Sie mußten dafür sorgen, daß die Toten nicht und daß es auch an der Formulierung eines bestimmten und umsonst gestorben waren. Sie fonnten es nicht dulden, gemeinsamen Wunsches gefehlt hat, zu dem der Reichskanzler noch daß die Schuldigen, die ihnen den nötigen Schutz versagt hätte Stellung nehmen müssen." haben, an der Bahre der Toten ihre Unschuld beteuerteit. Schon wollte der Der schmutzigste Teil der Aufgabe fällt natürlich der und in einem spontanen Aufflammen des Volfszorns haben B. 3. am Mittag" zu. Sie hat die vielleicht als Kandidaten sie gehandelt. Schon schickte sich der Bergwerksdirektor für den Kanzlerposten in Betracht kommenden Bersonen lächer Herr Hilbd, der Feind der Arbeiter und rücksichtslose lich zu machen und als komische Individuen hinzustellen. Vertreter des Zechenkapitals, zu einer patriotischen AnUnd sie erfüllt diese Aufgabe im Dienste des Bülow- lüngels sprache an die erregten Massen an. recht gefchickt. So schreibt sie über den Generaladjutanten Regierungspräsident eine Begrüßungsrede an den Prinzen Wilhelms II., den General v. Löwenfeld: halten, da nahmen die Arbeiter selbst das Wort und sprachen deutlich und klar, wie Leute sprechen, die eben dem Tode ins Auge gesehen haben und jeden neuen Tag dem Tode ins Auge sehen müssen. Der überraschte Prinz stand vor dem Gericht der Arbeiter und der Vertreter Wilhelms II. ward vor 41 21 An General v. Löwenfeld liebt der Kaifer die wißige, schlagfertige Berliner Sprechart, noch mehr aber eine ganz eigen artige Begabung, die Herr v. Löwenfeld in der Ausführung des französischen Cancan Tanzes besigt. Der Kaiser hat oft Tränen gelacht, wenn der General auf dem Berded der die Frage gestellt, was in Deutschland die Regierung getan hat, " Hohenzollern" oder im Kasino nach dem Liebesmahle plötzlich was sie zu tun gedenkt, um die Erregung des Volkes zu beeinen Partner nahm und mit überwältigender Komit, bald, den ichwichtigen. Mehr Bergarbeiterschutz, ein einheitliches ReichsTänzer, bald die Tänzerin nachahmend, einen bergarbeitergesetz und Arbeiterkontrolleure aus den Reihen der Wir wollen ihre Erbollendeten Pariser Chahut" zum besten gab." Bergleute sind unsere Forderungen. Zugleich behauptet das Blatt, daß zu der gegen Bülow füllung." Den Worten der drei Genossen folgte eine Demonstration der Arbeiter, deren eindrucksvolle intrigierenden Clique auch Phili Eulenburg, der Lottranke, Bucht nicht geschildert werden kann. Die Geduld der Bergarbeiter ist erschöpft und hinter „ Auch sprechen bestimmte Anzeichen dafür, daß Fürst Philipp den Forderungen der Bergarbeiter steht geschlossen die ganze Gulenburg, der in allen früheren Kanglertrisen die Hand im deutsche Arbeiterschaft. Diese Forderungen müssen Spiele hatte, auch diesmal die Hände nicht untätig in den Schoß legt. erfüllt werden. Und wie die Sprecher der Bergarbeiter fragen Go unglaublich, fo fabelhaft es flingen mag, es ist buchstäblich auch wir: Was gedenkt Ihr zu tun? wahr: Seine Krankheit hindert den Fürsten auf Liebenberg Der Prinz Eitel Friedrich scheint von der Demonstration nicht, eine fieberhafte, politische politische Wirksamkeit auszuüben. einen starken Eindruck erhalten zu haben. Er versprach sofort, Spuren dieser Tätigkeit lassen sich in ausländischen, die Forderungen der Bergarbeiter seinem Vater zu überbringen namentlich in französischen Blättern nachweisen, und er hofft, daß sie erfüllt werden. Vielleicht tut er wo fich in den legten Tagen versteckte und offene noch ein übriges und erzählt dort oben, wo man so Anspielungen auf Ereignisse und Aussprüche schlecht informiert ist, auch einiges über die Stimmung des Kaisers fanden, die nur dem Fürsten Eulen der Arbeiter und über die ungeheure elementare Kraft, die burg bekannt sein tonnten." in dem geschlossenen Auftreten der Volksmassen liegt. Es kann auch für andere Gelegenheiten eine gute Lehre sein. „ Es ist bekannt und darf in dieser ernstenzeit nicht verschwiegen werden, daß manche Kreise, vielleicht in gutem Glauben, beslissen sind, den Kaiser über die Stim mung des Volkes zu täuschen. Diefe Streife bereiten den verantwortlichen Staatsmännern oft Schwierigkeiten. Biel- gehört: leicht sind diese reise auch jest tätig ge. tvesen und haben sich bemüht, den Kaiser über den tiefen Ernst der Zeit hinwegzutauschen. Wenn die Hoffnung ausgesprochen wird, daß fünftig kein Schmeichler und kein Höflingswort den Träger der Krone hindere, die Wahrheit zu erkennen, so liegt das im besonderen Interesse der verantwortlichen Ratgeber, die berufen und verpflichtet sind, dem Kaiser die volle Wahrheit zu sagen... Wir sind nach alledem überzeugt, daß die Konser. bativen mit uns den Rüdtritt des Kanzlers nicht wünschen, sondern aus baterländischen Gründen lebhaft bedauern und gerade jetzt für eine Gefahr erachten würden. Das was die Erflärung des Vorstandes der Partei wünschte, wird, wenn überhaupt, durch den Fürsten Bülow beffer erreicht und berbürgt werden, als durch irgend einen Nach folger. So wogt das unverschämte Intrigenspiel hin und her. Auch eine der schönen Begleiterscheinungen des persönlichen Regiments und der deutschen Verfassungszustände, die die Entscheidung der wichtigsten politischen Personenfragen ganz in das jeweilige Belieben eines einzelnen stellen! Die Toten von ,, Radbod". Ant Aber die Botschaft, die der Prinz im Auftrage der Arbeiter feinem Vater zu überbringen hat, ist feine Botschaft an diesen allein. Die Arbeiter haben Wilhelm II. bloß als Repräsentanten Aber auch die Kreuz- 3tg.", die vorgestern die Notiz der der Regierung und der herrschenden Klassen betrachtet. Stonserv. Korresp." einfach abdruckte, hüpft jetzt zurück fet diese ergeht die Forderung der Arbeiterklasse und bom es, weil sich in den Reihen ihrer eigenen Hintermänner WiderReichstag berlangen wir die Erfüllung. Was der Reichsspruch erhebt oder weil aus Donaueschingen andere Meldungen tag im Jahre 1905 versäumt hat, muß jezt endlich nachgeholt über die Stimmung Wilhelms II. eingelaufen sind. In ihrer werden. Eine reichsgefegliche Regelung des Morgenausgabe erklärt sie, daß die parteioffiziöse Aeußerung der Urd wieder sollte die Komödie aufgeführt werden: Arbeiterschutes im Bergbau, die Erfüllung der FordeKonserv. Storrefp." start misverstanden sei und die 92 455 Bergleute haben im Jahre 1907 Unfälle erlitten, rungen der Bergarbeiter. Die Toten von Radbod dürfen Berfasser jener Notiz nicht ,, im entfernteſten" die 11 382 waren schwer verlegt und 1743 find getötet nicht umsonst, dürfen nicht nur für das Kapital gestorben sein. Absicht gehabt hätten, dem Fürsten Bülow das Ver worden, Jahr um Jahr rufen die Ueberlebenden und Dafür zu sorgen, ist die heilige Pflicht der deutschen Arbeiter. Aranen zu entziehen"; und in ihrer letzten Abendnummer je der Bergmann ist ein dem Tode Entronnener, teht sie bereits den Staifer an, feiner, eigenen Berfön- benn jeder achte erleidet jährlich einen Unfall nach lichkeit Schranten aufzuerlegen", freilich in Arbeiterschuß. Ungehört sind die Klagen verhallt, höhnisch einer Form, die das widerlichste an Byzantinerei leistet. Sie auch die bescheidensten Forderungen abgewiesen worden. schreibt nämlich: der große Bergarbeiterstreik im im Jahre 1905, " Helden, der sich selbst überwindet." Bülow ein. Als Politifche Ueberlicht. strophe zu fällen. Berlin, den 14. November 1908. Arbeitslosigkeit. " Gine reich begabte, bielleicht geniale Ratur, dieser Verzweiflungsausbruch der gefechteten und untervon stürmischem Drange für das Gedeihen und die Größe des drückten Wassen, wieder die Aufmerksamkeit der DeffentReiches erfüllt, die Würde und höhe des Herrscherlichkeit auf die furchtbare Lage derer gelenkt hatte, die berufes im Herzen tragend, soll sich in der Betätigung für die reichste, mächtigste und übermütigste UnternehmerAus dem Reichstag.( 14. November.) Abermals der eigenen Persönlichkeit Schranken auferlegen! Aber unser sippschaft der Welt, für die Herren des die Not auswuchernden warf das Grubenunglüd in der Zeche Rad. Kaiser ist eine tief religiöse Persönlichkeit. Geht er vor Gott Stohlensyndikats die Millionengewinne schaffen, als die Sozial bod" wie es alle Gemüter bewegt, seine düsteren Schatten mit sich zu Rate und muß er dann die Bitte um größere Zurüd demokraten vom Reichstage verlangten, endlich Abhilfe zu auch auf die heutigen Verhandlungen. Nachdem zunächst der haltung, die sein höchster Berater, die Treuesten des schaffen für die fürchterlichsten der Mißstände, da haben die Pole Brejski darauf hingewiesen hatte, daß schon vor Boltes und mit ihnen die ganze Nation auch in ihren ge- bürgerlichen Parteien elend bersagt, wie sie immer verjagen, 10 bis 14 Tagen auf der Zeche kleine Explosionen vorwählten Vertretern schweren Herzens vor ihm niederlegen, als wenn es eine Tat für das Volk gilt. gekommen waren und daß deshalb die Bergbehörde die Pflicht berechtigt anerkennen, dann wird er nicht bloß das Opfer Dem preußischen Landtag wurden die Berg gehabt hätte, die betreffenden Reviere zu sperren, er eines solchen Entschlusses bringen, sondern auch die Kraft arbeiter ausgeliefert und den Zweck des Verrates haben die klärte der Staatssekretär v. Bethmann- Sollweg, es zu der mannhaften Durchführung des Entschlusses gewinnen. Geldsackvertreter willig erfüllt. Ein elendes Flickwerk wurde Und dann wird ihn dermaleinst die Geschichte mit dem der Bergarbeiterschuß, und alle Forderungen, auf die die fei boreilig, jezt schon ein Urteil über die Ursachen der Katahöchsten Kranze frönen, bestimmt für den Bergarbeiter selbst Wert legten, blieben unerfüllt. Die Genosse Severing erwiderte, daß es dann vor allem preußische Regierung und der preußische Landtag hörten höchst voreilig von dem preußischen Handelsminister DelSelbst der, Reichsbote" stellt seine Angriffe gegen nicht auf die Stimmen und Warnungen der Berg brück gewesen sei, feierlich zu erklären, daß sich weder die arbeiter. Ihr Dhr gehörte ganz den Herren der Zechen, Bechenverwaltung, noch die Betriebsleitung irgendwelche VerAber nicht nur die Hoffamarilla intrigiert, auch die ihre Sorge ganz der Erhaltung des ungeminderten Profits. töße habe zuschulden kommen lassen. Die Arbeiter stehen im Offiziösen Bülows find eifrig tätig und bedienen sich Bergebens verlangten die Bergarbeiter das, was ihnen, was Gegensatz dazu unter dem Eindruck, daß die Schuld allein die dabei der unsaubersten Mittel. Sie führen den Kampf für allen Unbeteiligten als das Selbstverständlichste erscheinen mußte: Verwaltung trifft. Aus den Worten des Handelsministers ihren Meister, den genialen vierten Stanzler, vornehmlich in das Recht, die Ausführung der Sicherheitsvorschriften, bon läßt sich herauslesen, daß er die Arbeiter für den schulder Köln. 8tg.", der Post", der Tägl. Rundschau" und der denen ihre Gesundheit und ihr Leben abhängt, selbst über digen Teil hält, und dagegen muß eben mit aller EntschiedenB. 8. am Mittag", die von Harden inspiriert wird, der seiner wachen zu dürfen. Der preußische Landtag versagte ihnen heit protestiert werden. feits wieder seine Informationen frisch vom Bülowklüngel be- das Selbstverständliche, die Wahl von Arbeiter- Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Sevefontrolleuren, und die Unfallziffern im Bergbau steigen ring, das Pochen der Gegner auf die Lohnerhöhung der Arzieht. So schreibt die Köln. 8tg.": „ Auf Grund der Vorgänge, die die öffentliche Meinung und Jahr um. Jahr. beiter mit dem Hinweis zurück, daß die Lohnerhöhung nicht Täglich stehen die Nachrichten über die Unfälle in der Schritt gehalten habe mit der Preiserhöhung der Lebensden Reichstag erregten, wird der Kanzler beim Kaiser Vortrag 1743 Menschen sind im Jahre 1907 mittel. Die Rüdständigkeit der Regierungsauffassung trete halten, und es wird sich dann herauszustellen haben, wie weit Zeitung. Diesmal waren es 350 auf in den Aeußerungen des Staatssekretärs wie in der Tatsache die Gesichtspunkte, die der Kanzler dem Kaiser entwickeln getötet worden. wird, dessen Zustimmung finden, und ob aus dieser Unterredung einmal. Solange die Bergleute einzeln sterben, zutage, daß die Polizei in Berlin nach den Arbeitslosensich ein Einvernehmen zwischen Kaifer und Kangler ergibt. fümmert sich niemand darum. Wenn ein Dutzend auf einntal versammlungen in diesem Frühjahr die Demonstranten mit Der Reichstag ist bekanntlich nicht zu formellen Entschlüssen ge- von den schlagenden Wettern getötet wird, erregt es mehr der Waffe bis in die Häuser verfolgt habe. Auch wir wollen fommen, aber solche Entschlüsse werden und müssen Aufsehen. Uebersteigt aber die Zahl einmal das Hundert, die Arbeitslosenversicherung nicht von heute auf morgen' sich aus der bevorstehenden Unterredung des dann fommt die öffentliche Meinung der bürgerlichen Gesell durchgeführt haben, aber damit endlich einen Anfang zu Kaisers mit dem Kaiser ergeben. Comit wird das, schaft in Aufregung. Sie wird von Mitleid erfaßt. Stadträte, machen, das sei die Forderung des Tages. Zur Entfräftung der sozialdemokratischen Ausführungen was am Montag in siel geschehen wird, an unmittelbar Landtage, der Reichstag veranstalten Trauerfundgebungen, politischer Wichtigkeit nicht hinter den Ereignissen der letzten zwei die Regierungen fondolieren, die Minister reisen an die zog zunächst für das Zentrum der Arbeitersekretär Beder Unglücksstätte, die Landessürsten telegraphieren und der Kaiser vom Leder. Die Notwendigkeit der zentrümlich mitWochen zurückstehen. Die Lösung des Konflikts liegt also fegt beim Raiser und schickt sogar einen Prinzen. Eine strenge Untersuchung wird verschuldeten Lebensmittelverteuerung glaubte er damit erHerr flären zu fönnen, daß er auf Calwer und Schippel beim Kanzler, und man darf annehmen, daß sich beide des Ernstes geführt. So war es immer, so war es diesmal. der Lage bewußt find. Der Kanzler wird dem Kaiser über die Delbrück, der preußische Handelsminister, war bald verweist, die von Wissenschaftlern" für die„ fähigsten Röpfe Ihn, der erst vor wenigen Tagen an der Sozialdemokratie" erflärt worden seien. Der HeiterGedanken Vortrag halten, die heute die Nation bewegen, und der zur Stelle. Industriellen mit den feitserfolg, den er bei den Sozialdemokraten erzielte, hielt Talt und die Klugheit des Fürsten Bülow werden hoffentlich die jenem Verbrüderungsfest der Reichsministern teilgenommen hatte, den Konservativen Dr. Diederich Halm nicht ab, endrichtigen Worte finden, um den Kaiser diejenigen Ergänzungen und preußischen und Erläuterungen zu geben, die aur bollen Ertenntnis an dem die unverbrüchliche Bundesbrüderschaft zwischen lose Zitate aus Galwers gesammelten Werken zu berlesen. der Lage notwendig sind. Somit blickt heute das Volt Ministern und Kapitalmaguaten aufs neue verkündet wurde, Im übrigen spickte er seine mehrfach vorher gehaltene Rede vor allem auf den Kaiser. Mit Vertrauen hat es ihn auf Wegen ihn interessierte vor allem die Untersuchung. Und be- über die Not der Landwirtschaft mit der einen Neuigkeit: begleitet, deren volle Richtigkeit es nicht immer anzuerkennen ver- friedigt fonnte er feststellen, ohne erst das endgültige Resultat Die Forderung des Tages sei ,, richtigere Verteilung mochte, und seine Vertreter im Reichstag haben fast ohne Aus- abwarten zu brauchen, daß die Zechenverwaltung keine der Arbeiter auf Stadt und Land", hinter Und auch welchem Satz sich natürlich die Beschränkung der nahme der festen lleberzeugung Ausdrud gegeben, daß der Kaiser nie Schuld trifft. Wie immer, so auch diesmal. um das Beileid des Raisers zu reizügigkeit für die Bandarbeiter berstedt. ein anderes Ziel berfolgte als das Wohl des Deutschen Reiches, der Pring fam, Diese volkswirtschaftliche Weisheit wurde von dem libedas aufs engste verbunden ist mit dem des Kaisers und der überbringen und mitzuteilen, daß Wilhelm II. 25 000 Dynastie. Darum wird, so hoffen wir zuversichtlich, der Kaifer Mart aus feiner Privatschatulle gespendet hatte( die ralen Herrn Gothein energisch ad absurdum geführt, auch erkennen, daß die Opposition, die gegen ihn aufgeftanden Sivillifte beträgt 16 Millionen Mark), um die Verwundeten worauf Genoffe Sachse noch darlegte, daß die Lebensist, im Grunde diefelben Abfichten und dieselben Bestiebungen im Spital zu besuchen und ihnen allerhöchste Trostworte au mittelteuerung und die Arbeitslosigkeit auch noch fünstlich verfolgt wie er, daß auch sie der Sorge um das Wohl des spenden und dann wieder zurückzufahren. Wie immer, so verschärft werde durch das System der Ausfuhrprämien und auch diesmal. Aber diesmal rams doch etwas anders. der Erporitarife für Getreide Reiches entspringt." " „ Oberpostschaffner, Oberbriefträger, Oberleitungsauffeber 1600 bis Damit wurde die Diskussion vertagt und auf lastet wird. Die von den Unternehmern und ihren politischen! Donnerstag die Beratung der Finanzgefeße angefeßt. Sandlangern aufgebauten Milliardenzahlen, ihre Slagen über die 2200 W., Poftichaffner, Briefträger, Leitungsauficher 1200-1800 M., Genesse Singer erhob bergeblich Widerspruch gegen die hohe Belastung werden eingehend untersucht, worauf es dann heißt: Landbriefträger, Leitungsaufseher zweiter Klasse 1200-1500 m. „ Alles in allem: durch die von Unternehmerseite An Wohnungsgeldzuschuß wäre den Unterbeamten gerechterweise unzweckmäßige Verkoppelung der vielen Einzelgesetze in der betriebenen Zahlenspielereien fann höchstens in 66% Proz. besjenigen der mittleren Beamten zu gewähren. Für ersten Beratung. Der Block hatte es beschlossen. Der Wille dentfaulen Kreisen Eindruck gemacht werden. die nichtetatsmäßigen Unterbeamten hält die Versammlung eine des Blocs mußte geschehen. Denkende Arbeiter dagegen wägen das Für und Wider, das Wohin Erhöhung der Anfangstagegehaltssätze auf 250 m. in fleineren und und Woher genau ab und fommen ganz sicher zu dem richtigen mittleren Drten, und 3,20 M. in größeren Städten und IndustrieSchluß, daß von einer Ueberlastung der deutschen Industrie durch orten für unerläßlich. die Kosten der sozialen Fürsorge nicht geredet werden kann." Bei Nichterfüllung dieser bescheidenen Wünsche kann die PostDes weiteren wird sodann ausgeführt, daß die Heranziehung unterbeamtenschaft an dem Zustandekommen dieser Vorlage, die der Industrie zu den Lasten der Sozialversicherung auf wohlbegrün- voraussichtlich auf mindestens ein Jahrzehnt hinaus die Einkommens verhältnisse festlegen wird, fein Interesse haben, da sie nicht geeignet deten Pflichttiteln beruhe, denn: ist, den Unterbeamten eine sorgenfreie Existenz zu verschaffen." Der kaiserliche Briefwechsel. Die Mitteilung des holländischen Blattes Vader land" über den Briefwechsel zwischen Wilhelm II. und der Königin Wilhelmine sind von deutscher Seite noch immer nicht aufgellärt worden. Nun meldet ein Reuter- Telegramm aus Amsterdam, daß weder beim Ausbruch des russisch- japanischen Krieges, noch sonst im Laufe des Jahres 1904 ein Brief des deutschen Kaisers Gegenstand einer Unterhaltung zwischen der Königin von Holland und dem Dr. Kuyper. dem damaligen Ministerpräsidenten, gewesen wäre. Aber vielleicht später? Ober mit jemand anderem als mit Kuyper? Jedenfalls fönnten sich auch die deutschen Offiziösen einmal über die Sache äußern. Der Freifinn und der Fall Schücking. Bon der freisinnigen Fraktionspresse hatte am Sonnabend noch fein Blatt das Wort zur Verurteilung des Husumer Bürger meisters genommen. Freisinnige Zeitung" wie„ Boffische Zeitung" blieben stumm. Nur das nichtfraftionelle Berliner Tageblatt" hat sich geregt und den Schleswiger Spruch in einem Artikel gekenne zeichnet. Es fagt darin zum Schluß: ... Es hat recht lange gebauert, bis die Affäre so weit gedieh. Jezt ist nun doch ein Epruch des Disziplinargerichte ergangen. Auch der exakteste Staatsrechtslehrer wird nicht mehr bestreiten fönnen, daß nun der Augenblick für das Eingreifen des Ministers b. Moitte gekommen ist. Wir dürfen deshalb wohl jeht in aller Höflichkeit sagen: Bitte, Herr Minister, greifen Sie endlich ein! Wir dürfen auch wohl den preußischen Minister präsidenten bitten, nunmehr dem skandalösen Fall Schüding seine nach Fürst Bülow von diesem Fall noch nichts gelesen. Jeht sollte er doch von ihm Senntnis nehmen, auch wenn nichts darüber im„ Daily Telegraph" steht. Die liberalen Parteien in Preußen aber find hoffentlich Wanns genug, beiden ausgezeich neten Staatemännern die Frage vorzulegen: Wie denken Sie über Schüding?" Wir halten es nicht für ausgeschlossen, daß der Freifinn, der nach der Behauptung Wiemers gefchloffen hinter Schüding steht, die Sache vor den preußischen Landtag bringen wird. Es ist nämlich möglich, daß bis tahin der Block sein Ende gefunden und die Freisinnigen trotz allen Widerstrebens wieder Opposition su marlieren haben werden. Es wird übrigens auf jeden Fall dafür gesorgt werden, daß über diesen neuesten Streich der preußis fchen Bleaktion im Landtag das Nötige gesagt werden wird. Waisen und Witwenversicherung. Die Balkankrise. Im Sandschak Novibazar. Wer soll sich des Arbeiters, dessen Lohn gerade für die Bedürfnisse der gefunden Tage hinreicht, annehmen, wenn infolge ber bielgestaltigen Gefahren der Industrie franke Tage fommen oder die Arbeitskraft frühzeitig verbraucht ist? Wer soll die ohne materiellen Salt dastehenden FamilienSerajewo, 14. November. Nachrichten aus Bleblje zufolge angehörigen des Arbeiters über Wasser halten, wenn dieser i m Dienste der Industrie berunglüdt? Wer anders als verfügte die Türkei die Grenaiperre gegen Serbien und die Industrie, die Industriellen, denen in ausgiebigster Montenegro und verstärkte die Sorbonposten an der Weise die materiellen Segnungen der heutigen Grenze um das Dreifache ihres bisherigen Standes. Die von Wirtschaftsordnung zugute fom men." den österreich- ungarischen Truppen verlassenen Dertlichkeiten sind mit Schließlich erörtert das christliche Blatt noch das Motiv, dem fleinen türkischen Detachements besetzt worden. Reservemannschaften nach langen Eträuben die Arbeiterversicherungsgesetzgebung ent- wurden nach Blevlje einberufen. Die landsturmpflichtigen Landsprang: Dieses Motiv ist eben fein rühmliches. Die Arbeiter bewohner( Demanen) wurden mit Waffen und Munition frage wurde mit jedem Tage brennender. Es mußte etwas ge- versehen, um Banden eventuell abwehren zu können. Von den fchehen. Und als der Uebel kleinste s 30g schließlich die In- Arnauten wird für den Fall einer Invasion serbischer oder monteneSustrie die Uebernahme von berhältnismäßig nicht sehr grinischer Banden eine 2000 Mann starte Hilfstruppe bereit gehohen materiellen Lasten vor, bot aber auf der anderen halten. Gegenwärtig herrscht im ganzen Sandschat vollkommene Seite hilfreiche Hand, um jede freiheitliche Regung Ruhe und Ordnung. zur Selbständigkeit innerhalb des Arbeiterstandes niederzuhalten. Buderbrot und Peitsche!" " Und diese Peitsche richtete sich gegen die Sozialbemo tratiel Bielleicht sehen die Miramontanen ein, weshalb wir Sozialdemokraten noch um einige Grade kühler der deutschen SoBialgesetzgebung gegenüberstehen, als die christlichen Arbeiter, und ie werben, nachdem diese sich unseren Anschauungen genähert haben, der Sozialdemokratie nicht mehr als Verbrechen anrechnen, daß Ausnahmegeseges angeboten wurde, abgelehnt hat. sie das Zuckerbrot der Sozialreform, das ihr mit der Peitsche des Ausnahmegesebes angeboten wurde, abgelehnt hat. Oder würde das Zentrum die Arbeiterversicherung angenommen haben, wenn zugleich die chriftlichen Arbeiter unter Ausnahmegeseb gestellt oder gar kirchenfeindliche Geseze damit verbunden worden wären? Jm Meininger Landtag Ein Balkanbund? London, 14. November. Achmed Riza Beh erklärte in einem Interview gegenüber einem Korrefpondenten, warum folle die Türkei nicht mit Bulgarien, Serbien, Griechenland, Rumänien und Montenegro eine wirtschaftliche Allianz abschließen? Dieser Plan scheine ihm ein sehr dankbarer zu sein. Uebrigens verlautet, die englische Diplomatie werde der Konstantinopeler Regierung in diesem Sinne Borschläge machen. Die türkischen Rüftungen. Konstantinopel, 14. November. Die bisherigen Meldungen über eine Demobilisierung der Türkei sind unrichtig. Die türkische Re gierung wird mit der Demobilisierung so lange zuwarten, bis sich die Situation geklärt hat. Oefterreich. Die Ministerkrise. begründete am Freitag Genoffe Hofmann die sozialdemokratischen bis zum Betrage von 25 Broz. borfchlugen und alle Einkommen bis Anträge, die eine Erleichterung der Einkommensteuer au 8000 M. einschließen sollten. Unsere Partei hat die Anträge Die Absicht des Freiherrn v. Bienerth, ein neues geftellt, um jest schon für die minderbemittelten Klaffen eine Er- parlamentarisches Ministerium zu bilden, ist vorläufig ge= leichterung zu schaffen, da die Regierung ihre Steuerreform nicht scheitert. Die bürgerlichen Parteien fonnten sich bei dem Wie die Berl. Bot. Nachr." halboffiziös melden, ist es sicher, vor Erledigung der Reichsfinanzreform wieder einbringen will. Die Geraufe um die Ministerportefeuilles nicht einigen. Die baß der in Ausarbeitung befindliche Gefeßentwurf über die Witwen bürgerlichen Abgeordneten, die sich sonst bei jeder Ge- Tschechen lehnten die Forderungen der Deutschen, zuzugestehen, und Waisenversicherung die finanzielle Beteiligung des Reiches belegenheit mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit" brüsten, zeigten sich wieder daß die tschechische Amtssprache im deutsch- böhmischen Gebiete sonders und anders, als im Bolltarifgefege vorgefehen ist, regeln einmal vom Liberalen bis zum Stonservativen nichts weniger als feine Geltung erhalten solle, ab und so scheiterte heute u wird. Für die ersten Jahre ist eine Beteiligung des Reiches an ben das. Sie verschanzten sich hinter die früheren Erklärungen der 3 Uhr früh die Einigungskonferenz, die Bienerth mit den Soften mit etwa 45 Millionen Mark vorgesehen. Diese Summe wird Regierung und lehnten die vorgeschlagenen Steuerfür jedes Jahr garantiert werden, ähnlich wie dies für die Invaliden- erleichterungen mit der Motivierung der Regierung a 5, daß Parteiführern hatte. Jest soll nach alter, schlecht bewährter versicherung vorgesehen ist. Sie wird Jahr für Jahr in den Reichs, man wegen der Reichsfinanzreform die sozialdemokratischen Anträge Methode ein Beamtentabinett gebildet werden, in dem drei Parlamentarier als Landsmannminister und AufHaushaltsetat eingestellt und selbstverständlich auch allmählich ents fichtsräte eintreten sollen. Die Erfahrungen der letzten Jahre sprechend dem Bedürfnisse erhöht werden. Auf jeden Fall fann jept aber haben gezeigt, daß Beamtenministerien nicht von langer damit gerechnet werden, daß der neue Witwen- und Waisen- Nachdem gestern die Unterzeichnung des neuen Vertrags- Dauer sind und so tündigt Herr v. Bienerth selbst sein versicherungs- Gefeßentwurf die finanzielle Beteiligung des Reiches instrumentes der Berner Konvention zum Schutz der Werte der Ministerium nur als Provisorium an, das nur bis zum auf eine andere Grundlage stellen wird, als sie zuerst im Solltarif- Biteratur und Kunst im Reichstagsgebäude stattgefunden hat, wurden Ende des Jahres dauern soll. Bis dahin hofft man, in der heute in der fünften Blenarjigung die Brotokolle der letzten böhmischen Sprachenfrage zu einem Kompromiß zu gelangen geseke vorgesehen war. Sigungen genehmigt und hierauf die Konferenz von Berlin von und eine neue parlamentarische Regierung bilden zu können. ihrem Präsidenten Exzellenz von Studt für beendet erklärt. Der Kampf um das Münchener Rathaus. Am Montag, den 23. November, finden in München die Ge meindewahlen statt. Aus dem Gemeindekollegium, das sich aus 60 Gemeindebevollmächtigten zusammenfeßt, fcheidet alle drei Jahre ein Drittel, und aus dem Magistrat, der sich aus 20 bürgerlichen Magistratsräten( wozu noch die rechtskundigen Räte, ein Oberbaurat, ein Stadtschulrat und die beiden Bürgermeister kommen) zusammen fetzt, fcheidet alle drei Jahre die Hälfte aus. Auf die Zusammen fegung des Magistrats hat die Wählerschaft keinen unmittelbaren Einfluß, da die Magistratsräte durch das Kollegium gewählt werden. Dieses Jahr scheiden aus dem Kollegium aus: 1 Sozial. bemokrat, 12 Liberale und 7 vom Zentrum. Dem Magistrat fagen 8 Liberale und 2 Ultramontane Lebewohl. Nach Partei gruppirung verbleiben im Sollegium 21 Liberale, 8 Sozial. demokraten, 7 Echwarze, 1 Demokrat und 1 Ueberläufer des Zentrums; im Magistat, 7 Liberale und 8 Sozialdemo fraten, Bei den kommenden Wahlen gelangt zum ersten Male das Proportionalwahlsystem zur Anwendung. Die Blochelden haben wieder eine gemeinfame Liste für Liberale und Demokraten zustande gebracht; aber die Einheit droht bereits aus dem Leim zu gehen. In einzelnen Stadtteilen wollen liberale Bezirksvereine eigene Listen mit Stimmenhäufung aufstellen. Ein Beginnen, wogegen die liberalen Führer vollfomunen ohumächtig sind. nicht annehmen könne. Urheberrechts- Konferenz. Das neue Vertragsinstrument enthält dreißig Artikel. Sie be handeln hauptsächlich folgende Punkte: Gleichstellung des Uebersegungsrechtes mit dem Rechte an dem Originalwerke. Einbeziehung der politischen Zeitungsartikel in den Schutz. Beseitigung des musikalischen Aufführungsvorbehaltes. Schuß gegen die Wiedergabe von Kompositionen vermittelst mechanischer Musikinstrumente unter Berüdsichtigung der wohl erworbenen Rechte der Fabrikanten. Schuß der Werke der Literatur und Kunst gegen Wiedergabe durch Kinematographen und andererseits Schutz der Originale finematographischer Werke gegen unerlaubte Wiedergabe. Feststellung der Werke, die einen absoluten Schuß genießen. Beseitigung der Formalitäten innerhalb des Verbandes. Unabhängigkeit des Schutzes in den übrigen Vertragsstaaten von den gefeglichen Vorschriften des Ursprungslandes. Einheitliche Schusfrist von 50 Jahren unter Vorbehalten für diejenigen Bertragsländer, die fürzere Schutzfristen haben. Profeffor Schnitzer will sich nicht fügen. Wir berichteten fürzlich, daß dem Professor Schnißer eine päpstliche Berfügung zugegangen fei, die ihm bei Strafe der Egkommunikation verbietet, fortan nichts zu publizieren, keine Vorträge zu halten und sich überhaupt jeber öffentlichen Kund. gebung, welcher Art auch immer, zu enthalten. Die Beamtenminister. Wien, 14. November. Das neue Beamtenministerium wurde gebildet. Minister Baron Bienerth ist Leiter des Ministeriums des Innern, Sektionschef Baron Hartl Leiter des Unterrichtsministeriums, Sektionschef an era Leiter des Handelsministeriums, Sektionschef Roeffler Leiter des Eisenbahnministeriums, Sektionschef Forster Leiter des Finanzministeriums, Seftionschef Baron Jortasch Koch Leiter des Justizministeriums, Seftionschef olatnecht Leiter des Arbeitsministeriums, Seftionschef Graf Widenburg Leiter des Ackerbauministeriums, Landesverteidigungs minister: Georgi, Landmannminister: deutscher Bergelt, polnischer Abrahamowitsch, tscheschischer Dr. 8aczet Gegen das Schandwahlrecht. Budapest, 14. November. Die außerhalb der Parteien stehenden oppositionellen Abgeordneten hielten mit den Abgeordneten der unabhängigen Linken eine Konferenz ab, in der die schärfte Stellungnahme gegen die Wahlreform beschlossen wurde. Abgeordneter BaronBanffy, der frühere Ministerpräsident, hat gleichfalls den Anschluß an diese Gruppe angemeldet. Frankreich. Der Kampf um die Todesstrafe. an der Debatte, die über den Regierungsantrag auf die AbProfessor Schnißer scheint jedoch nicht die Absicht zu haben, Paris, 12. November.( Eig Ber.) Im Zentrumslager steht es nicht minder schlimm. In der sich zu fügen. Er erläßt in den Münch. Neuest. Nachr." eine ErDas Thema der Todesstraße ist theoretisch lange erschöpft. Man Partei des sozialen Ausgleiches tobt schon jahrelang ein flärung, in der er sagt, soweit sich das Verbot, Borlesungen oder fann dazu feine neuen Argumente, sondern höchstens neue Steter Kampf. Heute raufen sich die Führer, morgen Vorträge zu halten, auf theologische Dinge beziehe, sei er ihm von Biffern vorbringen. So ist denn das eigentliche Interessante liegt fich die eigene Breffe in ben Haaren. Dann Anfang an zuvorgekommen, da er sich aller theologischen und aller wieder kommen die Arbeiter und fündigen ihren Führern die Gefolg für Kandidaten der Theologie bestimmten pädagogischen Borlesungen schaffung in den Mittwochsizungen der Kammer geführt wird, schaft, wenn ihre Interessen nicht wirtsamer vertreten würden. Troß enthalten habe. Aber das Verbot, nicht etwa nur theologische, ber Berrat eines Teiles der radikalen Demokratie an einer Fordieser Drohung sind die christlichen Arbeiter bei der Kandidatens sondern überhaupt irgendwelche Vorlesungen oder Vorträge über aufstellung wiederum nicht gefragt worden. Kommerzienräte, Faß- irgendwelche Disziplin abzuhalten, oder irgendwelche publizistische berung, die einst zu den Leitfäken der bürgerlichen Jdeologie ge hört hat. Wenn nach dem Wort Clemenceaus die Revolution„ ein fabrikanten, Oberinspektoren zieren mit dreifacher Stimmenanhäufung Tätigkeit auszuüben, bedeute einen solch offenkundigen Eingriff Blod" sein soll, so die Reaktion noch sicherer. Wer einmal ihr hört hat. Wenn nach dem Wort Clemenceaus die Revolution„ ein die Zentrumsliste. Die Hausbefizer, Chriftlichsoziale und die Wirt in feine persönlichen, akademischen und staatsbürgerlichen Rechte A gesagt hat, wird bald auch zum 2 kommen und dann ihr Alphabet Blod" fein foll, so die Reaktion noch sicherer. Wer einmal ihr gesagt hat, wird bald auch zum 2 kommen und dann ihr Alphabet schaftliche Bereinigung sind ebenfalls mit eigenen Listen auf dem Plan und Pflichten, daß er sich bei aller dem Oberhaupt der Kirche ge- mit Beschleunigung weitersagen. Die Physiognomie eines Radierschienen, zum größten Leibwefen des liberaldemokratischen Blocks. bührenden Ehrerbietung außerstande sehe, ihm zu entsprechen.talismus, der sich zu gewalttätiger Unterbrüdung der ArbeiterProtestversammlungen der Postunterbeamten. Die einzige Partei, die geschlossen dasteht, ist die Cozialdemo fratie, die sich die Aufgabe gestellt hat, der liberalen Rathauswirt schaft ein Ende zu machen. bewegung bereit erklärt, wird denn auch durch seinen bußfertigen Ruf an den Henter: Kehre zurück! weiter nicht entstellt. Drei Protestversammlungen der Postunterbeamten wegen. Nichterfüllung ihrer Wünsche in der Besoldungsfrage tagten ganz neuen Datums. Noch 1906 war der Abscheu vor dem ScharfDiese Begeisterung für die Guillotine ist bei den Radikalen Ein chriftliches Urteil über die Sozialreform. gestern abend in Berlin. Bon ultramontaner Seite ist es von jeher der Sozialdemokratie In allen Versammlungen, die zusammen von mehr als 6000 richter so stark, daß die Budgetkommission das Gehalt für ihn und eine tatsächliche Abschaffung der Todesschwer angerechnet worden, daß wir nicht mit vollen Baden in das Beamten besucht waren, gelangte eine gleichlautende Resolution zur seine Gehilfen strich Lob über die" Segnungen" der deutschen Sozialreform eingestimmt Annahme, in der es heißt: Die Beriammelten geben ihrem strafe, die allerdings im Plenum von einer kleinen Mehrheit verdaß die dem Reichstage hindert wurde. Da kam der Mord an der fleinen Erbeling haben. Es wurde als Schmähsucht, als Heßerei ausgelegt, wenn fchmerzlichen Bedauern Ausdrud, auch nicht und der Name des Verbrechers Soleilland wurde das Schlagwir gegenüber den Lobeshymnen aus bürgerlichem Lager den Kopf zugegangene Besoldungsvorlage den Unterbeamten auch fühl behielten und neben dem wenigen Guten, das die Arbeiter entfernt Rechnung getragen hat. Weder die Aufbefferung der wort einer von den Reaktionären organisierten und von der Sen versicherung gebracht hat, auch hinwiesen auf die Mängel der gehobenen Unterbeamten, noch diejenige der Landbriefträger ente verschiedenen Einrichtungen, die Geringfügigkeit der Leistungen usw., ipricht der verantwortungsvollen Stellung und der um mindestens fationspresse aus Geschäftsrüdsichten geförderten Heze gegen den wenn wir vor allen Dingen auch der Beweggründe gedachten, die 30 Broz. bertenerten Lebenshaltung, insonderheit aber ist die zahl- Präsidenten Fallières, der mit Iobenswerter Standhaftigkeit für die Schaffung der gefeßlichen Arbeiterbersicherung maßgebend reichste Gruppe der Postschaffner, Briefträger und Leitungsauffeher, zugunsten der zum Tode Verurteilten sein Begnadigungsrecht auswaren. Unterbes ist man aber, je mehr sich die sozialpolitische Auf die jahrzehntelang feine Aufbefferung ihrer Bezüge er übt. Fast in allen Departements nahmen die in den Geschworenen flärung unter den Arbeitern verbreitete. auch außerhalb der Sozial- halten, wieder in der stiefmütterlichsten Weise bedacht worden. gerichten fißenden Spießbürger, als ob sie in dieser Frage irgend demokratie zur Erkenntnis gekommen, wie groß das Mißverhältnis Während alle Unterbeamtentlaffen in Preußen in den letzten welche Kompetenz hätten, Refolutionen für die Hinrichtung der ist zwischen dem, was die Arbeiterversicherung sein könnte und fein 10 Jahren eine Aufbefferung ihrer Bezüge um 500 bis Verurteilten an und ein Teil der Radikalen fiel um. müßte, und dem, was sie wirklich ist. Und so unterscheiden sich 1000. erfahren haben, werden die Poſtſchaffner usw. durch diese Wiederaufrichtung der Guillotine war ja billiger als die Durch denn die Urteile der christlichen Arbeiter über diese Dinge kaum Vorlage feit 1890 um gauge 300 M. im Gehalt aufgebessert, während führung der Einkommensteuer. Der Justizausschuß, dem schon ein noch von denen der Sozialdemokratie. die bisher bezahlte Teuerungszulage in Wegfall kommit. Die Ver Im Deutschen Solzarbeiter", einem chriftlichen Ge- fammlung richtet daher an die gefeßgebenden Körperschaften des vom jezigen Handelsminister Cruppi ausgearbeiteter Entwurf werkschaftsblatt, finden sich zwei Artikel, deren Verfasser unter Reiches die bringende Bitte, die Gehälter der Postunterbeamten in für die Aufhebung der Todesstrafe vorgelegen hatte, befehrte sich sucht, inwieweit bie Industrie durch die Arbeiterversicherung bei folgender Weise regeln zu wollen: jeßt zur Forderung ihrer Erhaltung. Unter diesen Umständen Die 13 ift die Regierung, die auf der Durchsehung der alten Forderung dörfer sich zu einer solchen Aktion überhaupt zusammen. Fiasko der christlichen Gärtnerbewegung. der Demokratie beharrt, auf die Unterstübung der Sozia- gefunden haben. Aus früheren Technikerversammlungen Unter Führung des jeßigen Generalsekretärs des Gewerks listen angewiesen. wenigstens ist uns bekannt, daß Tischendörfer diesen vereins christlicher Bergarbeiter und christlichsozialen Reichstags. Unsere Genossen sind denn auch mit allem Eifer bemüht, die Technikerverband, der eine realtionäre Harmonieorganisation abgeordneten Franz Behrens wurde im Oftober 1903 mit flerikal radikale Guillotinebrüderſchaft zu bekämpfen. Willm, darstellt, mit großer Schärfe bekämpft hat. Da großem Tamtam die Gründung eines neuen Gärtnerverbandes Sembat, zulegt Dejeante haben ausgezeichnete Reden ge- wir den interneren Verhältnissen fernstchen, fönnen wir na- vollzogen, der sich anfangs als ehrlich neutral und als unabhängig halten. Das Hauptargument der Opposition ist die Zunahme der türlich nicht beurteilen, ob seine Verbrüderung mit dem nahm dieser Verband, der sich den Namen Deutscher Gärtnervon allen Gewerkschaftsrichtungen ausgab. In seinen Statuten Verbrechen in den letzten Jahren. Aber Briand hat gestern in Gegner zusammenhängt mit mancherlei„ Tischendörfereien", verband" gab, eine Prinzipienerklärung" auf, in der es heißt: einer sehr geschickten Rede mit wirklich überzeugendem Ziffern die in allerlegter Zeit in Gewerkschaftsblättern besprochen Der Verband steht auf nationalem Boden.. Er material nachgewiesen, daß die Zahl der Verbrechen, auf werden. Wir behalten uns aber vor, auf diese Vorgänge, lehnt den Klaffenkampfstandpunkt grundsätzlich ab. Er sieht in die die Todesstrafe gesett ist, abgenommen hat. die den wandlungsfähigen Gewerkschaftler Tischendörfer sehr dem Arbeitgeber nicht einen wirtschaftlichen Feind des ArbeitDie Anhänger der Todesstrafe operieren natürlich vor allem charakterisieren, eventuell später einmal zurückzukommen. nehmers, sondern den unter anderen wirtschaftlichen Verhältmit der alten Abschredungstheorie, trotzdem die Erniffen und Interessen lebenden Volksgenossen fahrungen aller Kulturländer die Untauglichkeit der Todesstrafe zur Abschreckung hinlänglich gezeigt haben und präsentieren sich selbst pathetisch als die Schüßer der anständigen Leute", ihre Gegner natürlich als„ Schüßer der Mörder". Unter ihnen spielt eine besonders flägliche Rolle der Advokat Labori, den triviale Mittelmäßigkeit einstmals eine Weltreklame zu einem glänzenden juristischen Genie aufgebauscht hat. Als ein Zwischenrufer ihn fragte, was die Anhänger des Kapitän Dreyfus wohl getan hätten, wenn dieser hingerichtet worden wäre, stammelte er mit einem unglücklichen Bathos unter schallendem Gelächter:" Dann hätten wir sein Andenken verteidigt." Was der Todesstrafe im Volf noch so viele Anhänger gelassen hat, ist von dem verwildernden Einfluß der Presse und der ungeheuer emporgewucherten Kriminalliteratur abgesehen der atavistische Instinkt der 2ynchjust i z. Die Sozialisten und die Demokraten, die die wertvollsten Errungenschaften der bürgerlichen Aufklärung nicht preisgeben wollen, erfüllen die Pflicht, dem alten, demagogisch bestärkten Volkswahn und Massentrieb die Moral des modernen, erkennenden Menschen entgegenzujeßen. Ihre Gegner ziehen es vor, dem vererbten Greuel, dessen elementare Ausbrüche man noch begreifen mag, mit dem„ wissenschaftlich" verbrämten Mäntelchen der Sittlichkeit aufzupußen. Ovationen. Rußland. Aus der Duma. Petersburg, 14. November. Bei der heutigen Wahl des Brafidiums der Reichsduma wurde der bisherige Präsident Chomjatow mit 316 gegen 34 Stimmen wiedergewählt. Das Haus bereitete dem Präsidenten wiederholte ftlirmische Die Rabetten hatten die Absicht gehabt, sich der Wahl zu enthalten, weil sie, wie überhaupt die Opposition, feine Vertretung im Präsidium erhalten haben. Darauf drohte Chomjakow mit der Richtannahme seiner Wahl. Die Kadetten befamen es nun mit der Angst, weil Chomjatow bei ofe fehr beliebt ist und ftimmteu nun selbst bedingungslos für feine Wiederwahl. Eine feigere Gesellschaft als die russischen Liberalen wird man kaum noch irgendwo antreffen. Ein Feind seines Volkes gestorben. Paris, 14. November. Großfürst Aleris von NußTand ist heute hier gestorben. Er war mit einer von den Schlimmsten der forrupten und reaktionären Großfürstenclique. 130 g D Berlin und Umgegend. Die freigewerkschaftliche Organisation( Allgemeiner Deutscher Ein Werkstattstreik und die Tariffündigung in der Müßenbranche. Gärtnerverein) hatte damals eine schwere innere Krise zu überDie Filiale Berlin des Kürschnerverbandes hatte am Donners winden und war besonders großen Verfolgungen seitens des tag eine öffentliche Versammlung der in der Müßenbranche beschäf- Unternehmertums ausgesetzt. Der neue Verband arbeitete nur mit tigten Arbeiter und Arbeiterinnen einberufen, in der als erster halb so hohen Beiträgen wie der freigewerkschaftliche, versprach Punkt:„ Die Arbeitsniederlegung in der Werkstatt dafür auch mehr Leistungen als der andere und hatte allenthalben von Kranig und ihre Ursachen" auf der Tagesordnung die moralische und vielfach auch finanzielle bezw. materielle Unterstand. Bei Kranig, Meßer Straße 33, haben am 29. Oktober sämt- stübung des Unternehmertums. Fünf Monate nach der Gründung liche Arbeiterinnen und Arbeiter, mit Ausnahme eines einzigen, wurde triumphierend ein Mitgliederbestand von über 1000" ge Otto Stephan mit Namen, die Arbeit niedergelegt. Dieser meldet, und ständig prunfte man mit weiteren erfreulichen FortStephan, der erst seit Ende Juli in der Werkstatt tätig war, ist schritten". Nach zweijährigem Bestehen war man aber finanzwirtdurch sein unkollegiales Verhalten die Ursache des Streits geworden. fchaftlich bankrott; man mußte sich zu einer Beitragserhöhung um Er hat von Anfang an und fortgesezt stundenlang über die Zeit zirka 100 Broz. entschließen( von 60 bezw. 75 Pf. monatlich auf gearbeitet und noch dazu Arbeit mit nach Hause genommen. Das 35 Pf. wöchentlich) und die Leistungen um zirka 50 Proz. einführte dazu, daß zuweilen am frühen Morgen nicht genug Stepp- schränken. Ebenso mußte man seine bis dahin stets gerühmte arbeit für ihn fertiggestellt war, und der Meister Kranig machte" Unabhängigkeit" aufgeben. Auf einer außerordentlichen Kondaraufhin den Stepperinnen den Vorwurf, daß sie nicht genug ferenz am 6. Januar 1906 wurde die offizielle Angliederung an den leisteten. Die Stepperinnen erklärten, daß sie unter diesen Um- Gesamtverband der chriftlicheen Gewerkschaften Deutschlands beständen aufhören müßten. fchloffen und sogleich vollzogen. Der nationalen" Phrase war In der Versammlung berichtete Regge ausführlich über die nun also auch noch die„ christliche" hinzugefügt worden. Einige Entwidelung des Streifs und verlas auch eine Berichtigung", die Zeit darauf wurde die Verbandshauptleitung von Berlin nach Herr Kranig zu dem im Kürschner" erschienenen Bericht ein- Essen a. Ruhr verlegt, um damit engere Beziehungen zu den gesandt hatte und in der er behauptete, daß nicht ein einziger anderen chriftlichen Gewerkschaften zu gewinnen und Franz Satz der Wahrheit entspreche", und daß gemeine Lüge" darin Behrens weiteres Mitwirken zu erhalten. Natürlich ging es enthalten sei. Der Referent ließ jedoch keinen Zweifel darüber, daß ständig vorwärts", zumal ja der christliche Verband in allen die unwahrheit lediglich in der Berichtigung" Kranigs zu finden ist, aktuellen Berufsfragen die Führung" hatte, wie gar nicht häufig und davon waren auch alle Anwesenden überzeugt. Jener Stephan genug betont werden konnte. Wer nichts weiter wie die christliche hatte übrigens, nachdem er ernstlich ermahnt worden war, sich der Gärtnerzeitung und die christlichen Agitationsflugblätter als tariflich festgelegten neunstündigen Arbeitszeit anzupassen, wieder- Lektüre bekam, mußte annehmen, daß im gegenwärtigen Jahre die holt Besserung gelobt, auch seine Aufnahme in den Verband er- Mitgliederzahl mindestens 2000 betragen müsse. In Wirklichkeit beten. Er setzte jedoch sein unsolidarisches Verhalten fort und mußte aber wurde hier systematische Frreführung betrieben. Um 28. Sepbann auch bald darauf wieder ausgeschlossen werden. Inzwischen tember 1908 tagte abermals eine Konferenz, und auf dieser teilte haben sich noch zwei Arbeitswillige, Siewert und och aber jebige Verbandsvorsitzende( Bannier) mit, daß im Jahre 1906, nowsti mit Namen, bei Stranig eingefunden. Der Meister hat obgleich der Mitgliedsbeitrag etwa doppelt so hoch war wie früher, dann auch die Polizei gegen die Streifpoften zu Hilfe gerufen, dennoch insgesamt nicht einmal so viel an Beiträgen eingekommen obwohl sie sich durchaus in dem Rahmen der gesetzlichen Vorschriften sei wie früher. Erst 1907 erreichte man( wohlgemerkt: bei doppelter bewegten. In den ersten Tagen des Streits soll ein Schußmann Leistung des einzelnen) Einnahmen wie 1905. Nach der für das den Streikposten verboten haben, in der Meßer Straße auf und Jahr 1907 bekanntgegebenen Abrechnung sind im ganzen 19 240 haben. Natürlich ließen und lassen die Streifenden sich dadurch macht. Das Mitglied zu 40 Wochenbeiträgen im Jahre berechnet. abzugehen und ihnen dafür die Prenzlauer Allee angewiesen" Wochenbeiträge eingefommen, was 370 bolle Jahresbeiträge ausnicht abhalten, von ihrem gefeßlichen Rechte Gebrauch zu machen, ergibt einen Mitgliederbestand von 481. In den ersten fünf Mound man darf wohl auch annehmen, daß die Hüter des Gesetzes naten des Bestehens schon über 1000" Mitglieder, und nach fünf mittlerweile etwas besser über ihre Befugnisse unterrichtet sind. Jahren knapp 500; so sieht der große Fortschritt" aus. Der Zu Die Bersammlung nahm zu diesem Punkte der Tagesordnung eine stand ließ fich nicht mehr ganz bertuschen. Der Vorfizende sagte stimmig folgende Resolution an: zum Schlusse seines Geschäftsberichts: Jm großen Ganzen ist Die Versammlung erklärt sich mit dem Vorgehen der Kol- das gegebene Bild über die Lage unseres Verbandes kein sehr legen und Kolleginnen der Werkstatt Kranig durchaus einver- erfreuliches zu nennen, obwohl unverkennbare Fortschritte gemacht standen. Nach dem Verhalten des Herrn Stranig zu urteilen, daß sind.... In manchen Orten läßt auch der gewerkschaftliche Geist er es zur Arbeitsniederlegung fommen ließ, ohne sich vorher zu wünschen übrig." Da natürlich auch wieder die Finanzverhält mit dem Vertreter der Organisation zu einer Besprechung der nisse bis auf den Hund waren, so wurde die Erhebung einer Ertra Differenzen herbeizulassen, gewinnt die Versammlung die Ueber- steuer in Höhe eines Wochenbeitrages beschlossen, der bis auf zeugung, daß die Sache für Herrn Stranig mit Stephan als ab- weiteres jedes Vierteljahr einmal eingezogen werden soll. Für gemacht galt und so die Differenzen mit Absicht herbeigeführt den Tag vor der letterwähnten Konferenz hatte der christliche Teheran, 14. November.( Meldung der Petersburger Tele- sourden, um sich der organisierten Kollegen und Kolleginnen gu Deutsche Gärtnerverband noch einen Kongreß aller nationalen graphenagentur.) In der Hauptstadt finden täglich dicht befuchte entledigen. Die Verhängung der Sperre wird deshalb für be- Gärtnervereine Deutschlands" einberufen. Als„ nationale Bersammlungen ftatt. Die Partei der Geistlichkeit fordert vom rechtigt erklärt, und an das solidarische Ehrgefühl der Kollegen Gärtnervereine" rechnete der christliche Verband die( immer in noch Schah die Erfüllung seiner Bersprechungen. Ueber die Stadt ist und Kolleginnen wird appelliert, die Werkstatt streng zu meiden." beachtenswerter Anzahl vorhandenen) lofalen sogenannten FachDer Kriegszustand verhängt worden; die öffentlichen Pläge und Sierauf fprach egge über das Thema: Was haben bildungsvereine, die mit den schönen botanischen und ähnlichen Straßen sind von Truppen besetzt. wir in nächster Zeit in der Mühenbranche zu er- Namen, die nur Fachsimpelei und Geselligkeit ödester Art pflegen warteu?" In dieser Branche besteht, ebenso wie in der Pelz- und in denen vielfach Unternehmer oder deren Beauftragte die branche, seit dem Jahre 1903 ein Tarifvertrag mit den Haus- Leitung haben bezw. diefen selbst als Mitglieder angehören. Man industriellen. Er ist bisher ohne Kampf verlängert worden, wo- hoffte, indem man hochaktuelle" Fragen zur Verhandlung stellte London, 12. November.( Eig. Ver.) Das Ministerium De a tin, gegen betanntlich in der Belzbranche im Jahre 1905 ein zehn- und an die„ nationale Gesinnung" appellierte, auf starte Teilnahme einen einträglichen Fischzug. Indessen beschidten fage bas aus den Dezemberwahlen 1906 hervorging, war auf die Stimmen wöchiger schwerer Kampf geführt werden mußte. Nun scheint es, und daß auch der Verein der Selbständigen" der Müßenbranche tampf- und schreibe der Arbeiterfraktion angewiesen. Es wurden damals ge- lustig geworden ist, denn er hat schon in diesem Sommer beschlossen, dadurch in jämmerlicher Kläglichkeit verlief und gar nichts einganze fünf folcher Vereine den Kongreß", der wählt: 31 Freihändler( Führer Reid). 26 Arbeiter( Führer Watson, den Tarifvertrag zu kündigen, obwohl die Kündigung erst am gebracht hat. nachher Fisher) und 18 Schutzöllner und Imperialisten( Führer 1. Februar 1909 erfolgen kann und der Vertrag dann noch bis zum Der Hauptzuspruch an Mitgliedern erhielt der christliche Deatin). Da die Arbeiterfraktion schußzöllnerisch ist, so hatte das 1. Mai gilt. Die Selbständigen" find ja tatsächlich nur Haus Gärtnerverband in den ersten Jahren durch seine streikbrecherische Repräsentantenhaus eine schutzöllnerische Mehrheit. Deakin bildete industrielle, Arbeitnehmer der Fabrikanten, und mit Rüdsicht Tätigkeit in Groß- Berlin, wo er durch gleiche, hier bis jetzt noc ein Kabinett, da die Arbeiterfraktion nach dem kurzlebigen darauf enthält der Tarifvertrag, den sie mit dem Kürschnerverband obwaltende Tendenz noch heute den Hauptbestandteil seines Mit Experiment eines Arbeiterministeriums im April 1904 nicht ge- abgeschlossen haben, eine Bestimmung, wonach beide Organisationen gliederbestandes hat. Im übrigen Deutschland ist aber gerade durch verpflichtet sind, für die allgemeine Durchführung der tariflichen bie getätigte Streifbrecherei die Entfaltung gehemmt worden, wie neigt war, die Regierung des Bundesstaates zu übernehmen. Im Regelung der Lohnverhältnisse der Hausindustriellen mit den der Zentralvorsitzende und andere auf der Konferenz am 28. SepOftober 1907 trat Watson von der Führerschaft der Arbeiterpartei Fabrikanten zu sorgen. Die Vertreter des Kürschnerverbandes haben tember dieses Jahres ausdrücklich betont haben, und deswegen nun zurück und der Bergmann Andrew Fisher trat an dessen Stelle. wie der Redner darlegte, alles getan, um den Hausindustriellen den Berlinern auch nahegelegt worden ist, diese Haltung aufIn den letzten Monaten machten sich indes Uneinigkeiten zwischen klarzumachen, daß sie im Sinne der modernen Arbeiterbewegung zugeben. Die Berliner Chriftlichen haben nunmehr beschlossen, der Regierung und der Arbeiterfraktion bemerkbar, da diese die ringen und streben müßten, um selbst als Arbeiter von ihren Arbeit ihren in Groß- Berlin bestehenden sogenannten„ Tarifvertrag", der Ansicht gewann, die schutzöllnerische Politik werde gebern annehmbare Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, in Wirklichkeit nur ein Arbeitswilligenlieferungsvertrag ist( feine Die und daß in dieser Hinsicht gemeinsame Interessen mit ihren Lohnfäße stehen unter den sonst üblichen Säßen), zum 1. April nur zugunsten des Kapitals angewandt. Uneinigkeiten führten schließlich dazu, daß die Arbeiterfraktion gegen eigenen Arbeitnehmern hätten. Aber sie zeigten sich diesen Er zu fündigen und ein ihnen vom freigewerkschaftlichen Verbande die Regierung stimmte. Dealin befand sich in der Minderheit und wägungen nicht zugänglich, und streben nun offenbar vielmehr gemachtes Anerbieten, mit ihm künftighin im zuständigen Lohndanach, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse ihrer eigenen Arbeiter gebiet gemeinsam zu arbeiten, anzunehmen. Die Unternehmertrat deshalb mit seinem Kabinett von der Regierung zurück. und Arbeiterinnen zu verschlechtern. Sie haben auch am 1. Juli d. I., organisation, die ihre chriftlichen Pappenheimer genügsam fennt, Der Generalgouverneur Lord Dudley lud sodann den Führer dem Vorbilde der Hausindustriellen der Belzbranche folgend, einen hat zunächst beschloffen, alle Höherforderungen abzulehnen;„ follten der Arbeiterpartei ein, ein Kabinett zu bilden. eigenen Arbeitsnachweis errichtet, der natürlich zur Lieferung von sich dadurch die Verhandlungen zerschlagen, so bedauert dies nieFisher ist Schotte und wurde in Kilmanrod im Jahre 1862 unorganisierten Arbeitskräften und Streifbrechern dienen soll. Der mand". Mit diesem Schreckschuß hoffen die Unternehmer ihre geboren. Er ist Bergmann von Beruf und befindet sich seit dem Leiter dieses Nachweises soll auch einer Arbeiterin vorgeschwindelt lieben Chriftlichen wieder zu ängstigen und sich weiterhin gefügig Jahre 1881 in Australien, wo er anfangs als Goldgräber beschäftigt haben, der Arbeitsnachweis des Verbandes existiere gar nicht mehr. au erhalten. Die Unternehmer wissen, daß die Eristeng der Selbstverständlich wenden sich alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die Berliner Gärtner- Christen einfach von ihrem, der Unternehmer, war. Im Jahre 1893 wurde er in das Parlament der Kolonie nicht selbst zur Verschlechterung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse Wohl- oder Uebelwollen abhängt; deshalb haben sie auch zu gleicher Queensland gewählt und im Jahre 1901- unmittelbar nach der beitragen wollen, nur an ihren Verbandsnachweis und meiden streng Beit die Einrichtung eines eigenen Stellennachweises ins Auge ins Bundesparlament. Als Watson im den der Hausindustriellen. Föderation Australiens Der Redner hob ferner unter all- gefaßt. Der von der Unternehmerorganisation unterhaltene und April 1904 das Arbeitsministerium bildete, wurde Fisher Handels- gemeinem Beifall der Versammlung hervor, daß, wenn der Tarif- von den Chriftlichen verwaltete paritätische" Stellennachweis war minister. Das Arbeiterfabinett war furzlebig, da es feine Arbeiter vertrag gekündigt wird, auf keinen Fall irgend welche Verschlechte bisher das Berliner Rekrutierungsgebiet der Chriftlichen. mehrheit hatte, sondern auf die Unterstützung der einen oder der rung eintreten fanm, vielmehr den Verhältnissen entsprechende Veranderen bürgerlichen Bartei angewiesen war, so daß es von vorn befferungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen notwendig sind, und daß darum vor allem unablässig an der weiteren Stärkuna der Organisation gearbeitet werden muß. Derfien. Neue Erregung. Huftralien. Die Ministerkrife. 2226 herein feine Aussicht auf Erfolg haben fonnte. Fisher dürfte das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Ergeben die Wahlen eine flare Arbeitermehrheit, so wäre für Fisher die Gelegenheit da, eine feste Arbeiterregierung zu bilden. Gewerkschaftliches. Ein Wandlungsfähiger. In einer Versammlung, die in der vergangenen Woche stattgefunden hat, hielt im Auftrage des Deutschen Technikerberbandes Herr Chr. Tischendörfer ein Referat über die geplante Gas- und Elektrizitätssteuer. Der Vortrag war fozialpolitisch derartig inhaltslos, daß es sich nicht verlohnt, darauf näher einzugehen. Zum Schluß wurde eine von Zischendörfer borgelegte Protestresolution nommen. ange= Wir möchten nur unsere Verwunderung darüber aus fprechen, daß eine Techniferorganisation für einen solchen Bortrag nur einen Referenten wie Tischendörfer findet, der den rein technischen Fragen der Materie durchaus nicht gewachsen war. 19 Deutfches Reich. Schuhmacher! Zwischen den Zuschneidern und der Schuh fabrit Dorndorf in Breslau sind Differenzen entstanden, deren Ausgang noch nicht abzusehen ist. Wir bitten deshalb die Stollegen Deutschlands, bei Dorndorf zurzeit kein Engagement anzunehmen. zu schaffen, ist gründlich mißglüdt. Fünf Jahre lang hat man sich Das Experiment, eine christlichnationale Gärtnerbewegung ganz vergeblich dem Unternehmertum prostituiert. Die freigewerschaftliche. Organisation, der Allgemeine Deutsche Gärtnerverein( Siß: Berlin, Meßer Straße 3), hat in der gleichen Zeit feinen Mitgliederbestand von 2000 auf 5000 ge= bracht und arbeitet zurzeit mit einem Jahresetat von rund 100 000. Gauverwaltung Schlesien. Letzte Nachrichten und Depefchen. Aussperrung aufgehoben. Die Aussperrung der Lederarbeiter in Elmshorn ist aufgehoben, der Streit für beendet erklärt worden. Die Verfamm lung der Streifenden nahm folgende, von den Vorständen der Arbeiter und Fabrikanten gemeinsam getroffene Vereinbarung an:„ Die Arbeitervertreter heben die über den Betrieb der Firma J. 5. Streder verhängte Sperre auf. Die Fabrikanten beginnen wieder mit den Einarbeitungen und ziehen die sogenannte Streifliste zurück. Die Einstellungen von Arbeitern erfolgen, soweit der Betrieb es gestattet." Keine Aussperrung in der linksrheinischen Metallindustrie. Der Arbeitgeberverband der linfsrheinischen Metallindustriellen hat die über girfa 185 Arbeiter verhängte Aussperrung zurüc Ferner hat die Tatsache unsere Verwunderung erregt, genommen, infolge deffen wird am Montag die Arbeit wieder aufdaß der Deutsche Technikerverband und Christian Tischen- lgenommen werden. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt An die Adresse der Rückgratlosen. Stuttgart, 14. November.( B. H.) Der liberale Verein faßte nach einer eingehenden Aussprache über die politische Lage felgende Resolution:" Der alte liberale Gedanke, fonftitutionelle felgende Resolution:" Der alte liberale Gedanke, konstitutionelle Garantien gegenüber dem übermächtig aufgetretenen persönlichen Regiment im Reiche zu schaffen, ist zurzeit mehr realisierbar als je, da es der Reichstag in der Hand hat, bis zur Gewährung dieser Garantien die Mitarbeit an Bülows geplanter Reichsfinanz reform zu verweigern. Wenn unsere Parlamentarier mit diesent Entschluß an die linfsliberale Wählerschaft herantreten, wären fie voller Zustimmung sicher." Zur Linderung der Not. Offenbach a. M., 14. November.( B. H.) Um der Arbeits: lofigkeit zu steuern, hat die städtische Verwaltung für Notstandsarbeiten 172 000 Mart bereitgestellt. Baul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 7 Beilagen, Nr. 269. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 15. November 1908. 162. Sigung, Sonnabend, den 14. November, 11 Uhr vormittags. Am Bundesratstisch b. Bethmann- Hollweg. Die Besprechung der Interpellationen über die Maßnahmen gegen die Folgen der wirtschaftlichen Krisis wird fortgesetzt. Abg. Dr. Boehme( Wirtsch. Vg.): Der Vorschlag eines Notctats ist uns durchaus sympathisch. Herr Gothein hat unsere Wirtschaftspolitik für die Krise verantwortlich gemacht. Demgegenüber stelle ich fest, daß in England die Arbeitslosigkeit viel größer ist als bei uns. Auch in den anderen europäischen Freihandelsländern, wie z. B. den Niederlanden, ist die Arbeitslosigkeit sehr groß. Mit aller Entschiedenheit verlangen wir, daß die privaten Arbeitsnachweise beseitigt, daß die Arbeitsvermittlung verstaatlicht wird; die private Arbeitsvermittlung hat sich als unfähig erwiesen, den notwendigen Ausgleich zwischen Orten mit Arbeitermangel und solchen mit ueberangebot von Arbeitskräften herbeizuführen. Ganz ungefund ist es weiter, daß Grubenverwaltungen, in deren Gebiet Arbeitslosigkeit herrscht, in Gebieten mit Arbeitermangel, namentlich landwirtschaftlichen Gebieten, nach neuen Arbeitskräften suchen. An der ungefunden Landflucht hat aber auch die verhebende Agitation der Sozialdemokratie unter den Landarbeitern schuld; damit trägt sie bei zu der Arbeitslosigkeit in den großen Städten. Mit aller Entschiedenheit muß auch vor gegangen werden gegen das Vordringen des Ausländertums in den Industriebezirken. Für geboten halten auch wir regelmäßig wiederholte Arbeitslosenzählungen. Ferner halten wir die Verstaatlichung des Kohlenbergbaus für notwendig. Abg. Brejsti( Pole): Die Erklärung des Herrn Staatssekretärs, eine Reichsarbeitslosenversicherung könne nicht von heute auf morgen herbeigeführt werden, hat uns um so mehr verwundert, als die Regierung so leicht bei der Hand ist, von heute auf morgen Ausnahmegesebe zu machen.( Sehr gut! b. d. Polen.) Die weitere Erklärung, an eine solche Versicherung durch das Reich sei überhaupt nicht zu denken, war sehr unvorsichtig in dem Moment, wo dem Prinzen Eitel Friedrich von den Arbeitern in Hamm ein Empfang bereitet ist wie noch nie einem Prinzen. Und die Arbeiter haben ganz recht mit ihrer Empörung, denn schon vor 10 bis 14 Tagen sind auf der Zeche kleine Explosionen vorgekommen! Die Bergbehörde hätte die Pflicht gehabt, die Reviere zu sperren, wo die Explosionen vorkamen. Statt bessen hat man nur das Feuer gelöscht. Erstaunt war ich auch über die Erklärung des Staatssekretärs, daß es an Forstarbeitern fehlt. Diesem Mangel wäre bald abgeholfen, wenn die Forstverwaltung einigermaßen anständige Löhne zahlen und die Koalitions- und politische Freiheit der Arbeiter nicht einschränken würde.( Sehr wahr! b. d. Soz.) Viele Arbeiter, die nur durch trügerische Versprechungen von Agenten nach dem Westen gelodt sind, würden übrigens gern nach dem Often zurückkehren, wenn sie nur das nötige Reisegeld hätten. Wir legen das Hauptgewicht auf die Arbeitslosenversicherung, die notwendiger ist als die Invalidenversicherung. Ein alter invalider. Arbeiter wird von seinen Angehörigen unterhalten, aber ein Vater von vielen unmündigen Kindern, der in den besten Jahren seine Arbeit verliert, gerät in die größte Not.( Bravo! b. d. Polen.) Abg. Severing( Soz.): Der Herr Staatssekretär knüpfte gestern an sein Bedauern über die Katastrophe in Hamm die Mitteilung, daß die Ursachen der Katastrophe noch nicht festgestellt seien. Diese Mitteilung steht in wohltuendem Gegensatz zu einer Aeußerung des Handelsministers Delbrück, die er gestern nach dem Bericht des Berl. Tagebl." in einer Konferenz in Hamm gemacht haben soll. Danach betonte er, er habe den festen Eindruck gewonnen, daß keinerlei Verstöße der Zechenverwaltung und der Betriebsleitung gegen die bergpolizeilichen Vorschriften zu konstatieren seien!( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten. Zuruf: Wie gewöhnlich!) Die Arbeiter stehen im Gegensaß dazu allgemein unter dem Eindruck, daß die Verantwortung für die Katastrophe allein die Verwaltung Kleines feuilleton. " trifft. Herr Wiedeberg bestätigt mir das eben; er war gestern|( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Lerufung auf die dort, hat sich unerkannt unter die Arbeiter gemischt und überall Ausfuhrziffern hat Herr Gothein schon zurückgewiesen. Mit ihnen diese Ansicht gehört.( Hört! hört! b. d. Soz.) Der Herr Handels- läßt sich der Grad der Arbeitslosigkeit nicht erfassen, weil z. B. minister fann bei seiner Behauptung nur annehmen, daß entweder das Baugewerbe an der Ausfuhr nicht beteiligt ist. Weiter fehlen höhere Gewalt vorliegt oder daß den umgekommenen Arbeitern die Angaben über die Lagerbestände. Auch die Angaben des Reichsund Unterbeamten eine Schuld beizumessen sei. Sollte diese Auf- arbeitsblatts" geben kein erschöpfendes Bild über die Arbeitslosigfassung bei dem Herrn Minister vorliegen, so erhebe ich im Namen feit. Die Gewerkschaften, welche an das Reichsamt des Innern der deutschen Bergarbeiter und der deutschen Arbeiterschaft ent- berichtet haben, umfassen leider nur eine geringe Zahl der Berufsschiedensten Protest gegen diese Beschimpfung.( Lebhafte Zu- angehörigen, auch haben die Krankenkassen und Arbeitsnachweise stimmung bei den Sozialdemokraten.) Wie die Arbeiterbevölkerung nur in beschränktem Umfange berichtet. Ebensowenig läßt sich aus im Hammer Bezirk über die Sache denkt, beweisen die Zeitungs- dem Verkauf der Invalidenmarken etwas folgern, da die Arbeiter, nachrichten über den Empfang des Prinzen Eitel- Friedrich. Die welche zwei oder drei Tage in der Woche aussehen, doch Marken Arbeiter fordern in einer Deputation an ihn ein fleben. Der sicherste Gradmesser über den Umfang der Arbeitss. losigkeit ist die Einschränkung der Produktion, Reichsberggesetz und Anstellung von Arbeiter: fontrolleuren, da sie überzeugt sind, daß die Erfüllung dieser Wünsche solche Katastrophen vermindern würde.( Sehr richtig! bei den Sozial demokraten und im Zentrum.) Es ist übrigens für die Haltung der Reichs- und Staatsbehörden den Arbeitern gegenüber sehr bezeichnend, daß zu der erwähnten Konferenz kein einziger Arbeiter hinzugezogen ist.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemofraten.) will ich mich auf eine Zukunftsstaatsdebatte nicht einlassen. Uns Wenn ich nun furz auf die gestrige Debatte zurüdfomme, so könnte es nur erwünscht sein, wenn die Herren es einmal auf das Experiment ankommen ließen, uns die Produktion regeln zu lassen. Aber sie tun ja alles andere: sozialdemokratischen Stadträten wird die Bestätigung versagt, man läßt Sozialdemokraten nicht in die Schuldeputation, furz, wenn Sozialdemokraten positive, Arbeiten berrichten wollen, so schlägt man ihnen die Tür vor der Nase zu. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In Australien ist ja nun das neue Ministerium aus Sozialisten zusammengesezt. Ich die wir hier zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vorschlagen, durch bin überzeugt, daß dies Ministerium sehr viel von den Vorschlägen, führen wird. Wir wollen durchaus keine deutsche sozialistische Robinsonade, sondern wir wollen die Welt für den sozialistischen Gedanken erobern. Im übrigen bin ich überzeugt, daß, wenn wir in Deutschland die Macht hätten, wie jest in Australien, der Spruch:" Deutschland in der Welt voran!" weit mehr zutreffen würde. Herr Carstens behauptete gestern, es feien ihm Fälle bekannt geworden, daß Arbeiter deswegen einen Verdienst von über 33 M. nicht angeben, weil sie den überschüssigen Teil sonst an die sozialdemokratische Streitfaffe" abgeben müßten. Die Sache verhält sich wahrscheinlich so: Es gibt unter den Arbeitern solche, die die Früh stüde, Mittags- und Vesperpausen nicht berücksichtigen, sondern darauf losschuften und unter Zuhilfenahme dieser Zeit dann höhere Verdienste erzielen als ihre Kollegen, die sich an eine für ihren Störper erträglichere Arbeitsweise gewöhnt haben. Um solche Uebergriffe zu verhüten, haben vielleicht die Porzellanarbeiter die Be ftimmung getroffen, daß der eine bestimmte Höhe überschreitende Verdienst an die Verbandskaffe abzuführen ist. Jedenfalls ist ein solches Verhalten arbeiterfreundlicher als das Verhalten der Arbeitgeber, die einfach diktieren, daß, wenn der Verdienst der Arbeiter eine bestimmte Höhe überschreitet, 2ohnreduzierungen oder Akkord abzüge eintreten.( Schr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Antwort des Herrn Staatssekretärs hat uns nicht befriedigt. Wenn es der Regierung mit der Beschäftigung inländischer Arbeiter zuzeiten der Arbeitslosigkeit ernst wäre, so hätte sie in die Bestimmungen über das Verdingungswesen, die dem Reichstag in den letten Tagen zugegangen sind, die Bestimmung aufnehmen müssen, daß bei Arbeitermangel zunächst einheimische Arbeiter beschäftigt werden. Dabei möchte ich eine feststellen: Wir verlangen durchaus nicht, daß in der Zeit der Arbeitslosigkeit die ausländischen Arbeiter als lästige Ausländer ausgewiesen werden. Uns würde die ganze Frage überhaupt nicht interessieren, wenn die ausländischen Arbeiter in der Bezahlung und Behandlung den einheimischen gleichgestellt würden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der Arbeitermangel in der Land- und Forstwirtschaft erklärt sich, wie bereits betont, aus den niedrigen Löhnen. In den fiskalischen Gruben in Oberschlesien und in der Laurahütte wurden 1903 Löhne von 819 M. und 1905 von 887 M. gezahlt, im Westen dagegen betrug die Lohnhöhe 1903: 1327 M. und 1905: 1413 m. zahlen müssen, nur bei der Sozialdemokratie ein Echo finden. Was aber die Worte nicht tun, das machen auch dem Blindesten die ausnehmend geschickt gewählten photographischen Aufnahmen. Da sieht man, was für das Proletariat und seine Kinder gut genug ist und das Gegenstüd fehlt auch nicht. Diese wahrhaft populäre und anschauliche Art der Agitation und Aufklärung sollte auch bei uns eingeführt werden. Die Textilindustrie hat, wie gestern schon Molkenbuhr anführte, die aber auch nur für einzelne Industrien statistisch festgestellt ist. cine Produktionseinschränkung von 14 Proz. erfahren. Der Rüdgang in der Roheisenproduktion beträgt mehr als 10 Proz. Ende September 1907 waren auf deutschen Werften Schiffe mit 232 000 Tonnen im Bau, Ende September 1908 160 000 Tonnen; Arbeiterentlassungen auf den Werften sind die Folge davon. Auch die Kohlenproduktion ist von der Krise getroffen, Feierschichten werden in großer Menge gemacht, vielfach werden auch Leute entlassen. Krise nicht ein so starker Rückgang der Löhne zu beobachten, wie Herr Pieper meinte gestern, erfreulicherweise sei bei der jeßigen bei der Krise der Jahre 1901/1902. Sein Fraktionskollege Schiffer hätte ihm Aufklärung über den Rückgang der Löhne in der Textil industrie geben können. Nach einer Erhebung des Metallarbeiter verbandes wurden in 6 Lohnperioden das ist 12 Arbeitswochen im 1. Quartal d. J. den einzelnen Kategorien bezahlt: Schleifern 327 M., Schlossern 336 M., und denselben Kategorien im 3. Quar tal: den Schleifern 253, den Schlossern 226 M. Ebenso ist es bei ganz ungeheuer; ich behaupte, sie ist sogar noch größer allen anderen Gruppen. Die Schädigung der Arbeiter ist also als in der Krise der Jahre 1901/02. wärtige Krise sei nicht so stark, weil seit 1902 die Löhne eine Herr Stresemann meinte, die Schädigung durch die gegen Steigerung erfahren haben, und er hat sich dafür auf den Sozialdemokraten Calwer berufen. Es gibt aber überhaupt keinen Sozialdemokraten, welcher lengnet, daß die Löhne seit 1900 ge= stiegen sind. Die Gewerkschaften sind stolz darauf, daß sie eine solche Steigerung erreicht haben. Feststellen müssen wir aber, daß die Lohnerhöhungen seit 1900 nicht Schritt gehalten haben mit den Preiserhöhungen durch die Lebensmittelteuerung. Freilich hält nan uns oft entgegen, das sei eine beweislose Behauptung. Sch kann Ihnen aber heute einen amtlichen Beweis dafür anführen: Der Direktor des Statistischen Amtes in Straßburg, Dr. Eich mann, hat die Lohnsteigerungen für 6944 Arbeiter mitgeteilt. Sie betrugen in den verschiedenen Industrien 11,7 bis 16,7 Prozent, in der Landwirtschaft 8,5 Proz. Industrien 11,7 bis 16,7 Prozent, in der Landwirtschaft 8,5 Proz. Gleichzeitig hat er die Preissteigerung der Lebensmittel untersucht. Sie betrug im Jahre 1907 gegenüber dem Jahre 1899 bei Ochsenfleisch 11,7 Prozent, bei Subfleisch 11,1 Prozent, bei Hammelfleisch 15,9 Prozent, bei Kartoffeln 21,2 Prozent, bet Schwarzbrot 15,4 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich aber nur auf die Fleischwaren bester Qualität. Bei den geringeren Qualitäten, die vornehmlich von den Arbeitern konsumiert werden, ist die Steigerung noch viel größer! Dort ist sie bei Ochsen fleisch 26,5, bei Subfleisch 21,8, bei Hammelfleisch 20,8 Prozent und ganz ebenso verhält es sich mit allen anderen Lebensmitteln. Diefe Ziffern reden eine deutliche Sprache, fie zeigen, daß die Arbeiter bei der Arise 1901/02 sich noch besser gestanden als bei der heutigen. Den Gewerkschaften fann es zur besonderen Genugtuung ge reichen, daß gestern von allen Rednern ihre hohe Bedeutung namentlich in den Zeiten der Arbeitslosigkeit anerkannt ist. Selbst der Redner der Konservativen hat gestern nicht, wie es sonst von jener Seite geschieht und wie es namentlich Herr v. Dirksen tut, auf die Gewerkschaften als Heber gescholten. Um ihre hohe sozialpolitische Bedeutung zu illustrieren, will ich nur eine Ziffer mitteilen, die zugleich zeigt, welchen großen Umfang die Arbeitslosigkeit angenommen hat: Der Deutsche Metallarbeiterverband denen sich etwas vom Stimmungswandel dieser Zeiten markiert, hätte heute auch der behäbig Loyalste wohl erwartet. Aber die Herren Verfasser waren, nach dem Stück zu urteilen, nicht Bürger dieser Welt. Er haben über allen Wechsel wandelt ihr Geist noch immer in den idyllisch rosigen Gefilden von Mofers jüngstem Leutnant". Wein fie nichts zugelernt, so haben sie doch umsomehr vergessen: die Laune und Geschicklichkeit des Ahnen, die seiner Flachheit mildernde Man Umstände verschaffte. die natürlich in merkte der dürftigen Erfindung, der glücklichen Verlobung der reizenden einer ebenso reizenden jungen Dame ungen Hoheit mit gipfelt, in jedem Zuge die Verlegenheit und das Gequälte an. Von der Beobachtung und temperamentvoll" tede gronie Hoffnungen Herrn v. Schlicht ist man an solche Arbeit schon gewöhnt. Es wäre schade, wenn Turszinski, dessen Groteske Gelbstern" durch Schärfe hervorrief, gleichfalls an diefer Art Gewerbe Gefallen finden sollte. Gespielt wurde flott. Das Publifum schien sich merkwürdigerweise Gespielt wurde flott. Das Publifum schien sich merkwürdigerweise 34 amüsieren. Notizen. dt. Neue Agitationsmethoden. John C. Chase schildert in den " Dokumenten des Fortschritts" eine von unseren amerika nischen Genossen in dem letzten Wahlfeldzuge zum ersten Male angewendete Agitationsmethode: Jm Mittelpunkt der sozialistischen Bon der amerikanischen Presse. Die Gründe, die die amerikanische Agitation stand eine echt amerikanische Idee, nämlich die Einleitung eines Ertrazuges, in dem die Führer der Partei den gan- Breffe veranlassen, skrupellos die tollsten Erfindungen in die Welt zu zen Kontinent durchquerten und dem der Volksmund bald den Bei- feßen und ihren Lesern die wunderbarsten Märchen aufzutischen, entnamen„ der rote Zug" gab. Dieser Ertrazug, der von der Partei springen hauptsächlich der Notwendigkeit, unter allen Umständen und stand aus einem Gepädwagen, in dem sich Millionen von Agita- dem Felde zu schlagen. Die Entwickelung der amerikanischen Bresse für den Betrag von 120 000 M. gemietet und betrieben ward, be- mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln die Konkurrenz aus tionsbroschüren befanden, einem Personenwagen und einem in diesen letzten Jahren war geradezu schwindelerregend. Bis vor Schlafwagen mit Speiseraum, alles mit Bildern und Fahnen bunt furzem foliest man in einem an den„ Corriere d'Italia" ge geschmückt. An den Seiten der Wagen waren große Banner an- richteten Brief aus Amerika- hielt den Reford" der periodischen Presse gebracht mit der Bezeichnung: Extrazug der sozialistischen Wahl- Deutschland mit etwa 6000 Blättern, von denen 800 täglich erkampagne". In dem Zuge nahmen außer dem Präsidentschafts- ichienen. Jetzt ist Deutschland aber von den Vereinigten Staaten fandidaten, Eugen V. Debs, eine Reihe von anderen sozialistischen weit überflügelt worden, denn die Union zählt nicht weniger als Rednern Blaz, die abwechselnd beim Anhalten des Zuges auf den 2000 Tageszeitungen. Und diese Zeitungen haben ungeheuere AusNeue Dramen. Gustav Wied, der lachende Spotts einzelnen Stationen an das Publikum Ansprachen richteten, außer- gaben. Man hat berechnet, daß im amerikanischen Journalismus bogel, hat wieder ein neues Stüd: Thummellumsen auf der dem eine Musikkapelle, die vor- und nachher ihre Weisen spielte. nicht weniger als 800 Millionen Mark angelegt find, und daß er Dresdener Hofbühne aufführen lassen. Aber der Erfolg. den Die Fahrt ging zunächst von Chicago nach Westen bis zur Küste jährlich für Beiträge und Gehälter 200 Millionen Mark ausgibt. 2 × 2-5 erzielte, blieb diesmal vollkommen aus. Die Kleinstadtdes Pazifischen Ozeans, dann nordwärts bis zu den Wäldern der Die großen amerikanischen Zeitungen befizen als Redaktionsgebäude fomödie, die er aus seinem Buche„ Die leibhafte Bosheit" destillierte, tanadischen Gebirge und zurück durch die blühenden Getreideland- wahre Paläste, die 15-20 Stockwerke hoch sind, Legionen von ist fadenscheinig und wiglos und erhebt sich nicht allzuhoch über die schaften des Nordwestens nach Chicago, eine Distanz von 16 000 Sorrespondenten in allen Weltteilen, ein Heer von Angestellten, Spießbürgerei, die er verspotten will. Kilometer, hierauf oftwärts bis zum Atlantischen Ozean und von Redakteuren, von Sehern und Druckern, von Zeitungsverteilern, Amundsens wissenschaftliche Polarpläne. zurück, etwa 8000 Kilometer. An allen Stationen versammelten Rotationsmaschinen, von denen manche eine balbe Million Der Norweger Amundsen, der an der belgischen Südpolaregpedition sich enorme Menschenmassen. Jeden Tag hielt der Zug etwa zehn- tosten und in der Stunde 300 000 Eremplare liefern können, und an der ersten und zweiten Gjöa- Expedition teilnahm und der mal und beschloß die Tagesfahrt in einer größeren Stadt, wo eine eigene Papiermühlen, Sonderzüge für die Versendung der Morgen- rechte Mann für die wissenschaftliche Ausnutzung einer NordpolarVersammlung in einem großen Gaale gehalten ward. In der und der Abendausgaben, eigene Telephon- und Telegrabenlinien usw. expedition ist, sprach in der Geographischen Gesellschaft zu Chriftiania Stadt Omaha war die Versammlung von 6000, in Cansas City Eine so gewaltige journalistische Macht kann natürlich nur durch über feine neuen Pläne. Er will mit" Fram", dem alten Schiffe von 10 000, in San Diego bon 15 000 Personen besucht und ähnlich außergewöhnliche Mittel aufrecht erhalten werden, und eines dieser Nanfens, 1910 über San Francisco nach dem nördlichsten in den anderen Städten des Westens. Ungefähr 1000 Städte und außergewöhnlichen Hülfsmittel ist die ganz außergewöhnliche ameri- Punkte Amerikas( der Barowschen Landzunge) vorstoßen und dann Ansiedlungen wurden auf dieser Reise berührt, und die Hoffnungen fanische Reklame, für welche jährlich und zwar in der Presse mit etwa 10 Seeleuten möglichst weit ins Treibeis vordringen. der Partei auf starke Vermehrung ihrer Stimmenzahl beruhen vor allein!-mehr als 2500 Mill. Mark ausgegeben werden. Eine ganze Sobald das Schiff feſtliegt, will Amundsen feine wissenschaftlichen allem auf diesem neu gearteten Agitationsmittel. Seite eines großen Blattes kann für eine einzige Nummer Beobachtungen und Feststellungen am Gismeere beginnen, er hofft Unsere österreichischen Genossen haben diesen Herbst in 15 000 bis 20 000 Mart foften. Eine Seifenfirma zahlt jähr über die Strömungen, die Temperaturverhältnisse, den Salzgehalt dem Landtagswahlkampfe übrigens gleichfalls eine neue Agita- lich an eine bekannte Frauenzeitung für bloße Reflame des Meeres, seinen Untergrund und besonders auch über das Nordnonsmethode erprobt, die vielleicht nicht minder eindringlich und 200 000 Mark! Die Reflame und die Annoncen allein machen es licht neues Material beschaffen zu können. Die Reise, die also wirksam ist als die amerikanische Art. Im Wiener Landtagswahl- aber auch nicht: die Blätter brauchen außerdem noch Tausende und wesentlich wissenschaftlich- ozeanographische Zwecke verfolgt, ist auf bezirk Meidling wurde jedem Wähler eine sehr geschmackvoll aus- Millionen von Lesern, wem sie ihre Unkosten decken wollen. Um sieben Jahre berechnet. gestattete Broschüre ins Haus gebracht, in der unser Landtags- diefe Lesermassen heranzuziehen und festzuhalten, wendet man die fandidat May Winter in Wort und Bild höchst anschaulich und in seltsamsten Mittel an. Was Wunder also, wenn man den Neigungen, die Augen springend den Einwohnern seines Wahlbezirks nahe- den Leidenschaften, den mehr oder minder vulgären Instinkten durch bringt, wie ihre Interessen die der Arbeiter und der kleinen die Verbreitung der sensationellsten, der abenteuerlichsten, der unLeute von den herrschenden Christlichsozialen schmählich ver- glaublichsten Geschichten gerecht zu werden sucht. absäumt werden. Genosse Winter hat als frischer Schilderer und Theater. scharfer Beobachter österreichischer Arbeiterschichten sich bekannt gemacht. Kein Wunder, daß er auch diesmal den rechten Ton zu treffen weiß. Er plaudert mit seinen Lesern und bietet ihnen Stizzen aus ihrem eigenen Dasein usw. Er weiß nur zu gut, to sie der Schuh drückt, und ehe sich die Hausfrau versieht, hat sie selber das Wort. Und da stellt es sich dann bald heraus, daß die Klagen der Schichten, die immer in jedem Sinne die Beche GLOV -O Ein Museum für Polarforschung soll am 15. Januar 1909 in Brüssel eröffnet werden. 193 Kilometer in der Stunde. Aus New York wird berichtet: Die Pennsylvania- Eisenbahn steht im Begriffe, ihren Be trieb auf der 193 Kilometer langen Strecke von New York nach Philadelphia elektrisch zu gestalten und mit dieser Umwandlung soll eine außerordentliche Verkürzung der Fahrzeit Hand in Hand gehen. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus: Hundert gewaltige elektrische Lokomotiven und Maschinenanlagen von Seine Hoheit", Lustspiel von v. Schlicht und Walter 250 000 Pferdefräften find bereits in Auftrag gegeben, und um den Turszinski. Der Titel ließ an den berühmten Serenissimus fünftigen rasenden Geschwindigkeiten widerstehen zu können, werden helden des Simplicissimus" denken, an jene äßenden Satiren, die Schienen und Oberbau erneuert und verstärkt. Die ganze Strede der Erinnerung jetzt wieder einmal ganz besonders aktuell erscheinen. von 193 Kilometer soll dann in nur einer Stunde zurückgelegt Ein paar spize Stacheln wenigstens, irgend welche Anspielungen, in werden. I 0 Hat im Jahre 1907 an Arbeitslosenunterstützung bezahlt 83 723 Mark, dagegen in den ersten drei Quartalen des Jahres 1308 170 732 M!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Ge- trerkschaften wenden also alles auf, um die Schädigungen der Krise zu beseitigen. Was aber tut das Reich? Der Herr Staats- sekretär sagte, das Reich sei bemüht, der Exportindustrie eine gute Grundlage zu geben. Wenn das in der Folgezeit ge- schieht, so haben wir gewiß nichts dagegen einzuwenden. Wenn aber der Herr Staatssekretär meint, daß das auch schon früher geschehen ist, so meine ich doch, daß die Rcichspolitik alles andere «her geschaffen hat, als eine gute Grundlage für unsere Export- industrie.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Durch die Handelsverträge sind— von dcrMctallindustrie weiß ich das bestimmt zahlreiche Betriebe ins Ausland verlegt. Auch unsere Steuergesetzgebung ist nicht dazu angetan, unsere Industrie zum Aufblühen zu bringen. «Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die geplante Tabak- . stcuer würde das Heer der Arbeitlosen vermehren. Nicht anders wird es mit der geplanten Gas- und Elektrizitätssteuer sein, die auch den Gemeinden einen große» Teil der Mittel entziehen würde, die sie in der Seit der Krise für Arbeitslose und ihre Be- schäftigung ausgeben können.(Sehr richtig! bei den Sozial- dcmokratcn.) Die Reichsrcgierung sollte sich mehr um die Ber- Hältnisse und Bedürfnisse der Arbeiter künnnrriri Preußische Minister und Reichsbeamte haben neulich an einer Zusammenkunft de? Zcntralverbandes der Industriellen teilgenommen. Dagegen haben wir nichts einzuwenden; aber sie informieren sich ein- seitig, wenn sie nicht auch zu den Arbeitern kommen. Der englische Minister Burns informiert sich, indem er sich unter die Arbeitslosen mischt.— Was unsere Regierung Arbeitslosen gegen- über tut, nun. dazu brauche ich bloß an die Vorkommnisse im vorigen Jahre anläßlich der Arbeitslofenversammlungen zu er- inner», als die Polizei in das VerbandshauS der Metallarbeiter eindrang und gegen wehrlose Arbeitslose vorging. Unsere Forderung ist in erster Linie: reichsgesetzlichr Regelung des Arbeitsnachweises. Das fordern wir nicht lediglich wegen der Zentralisation, scndern auch, um den Arbeitsnachweis zu neutralisieren, denn manche privaten Arbeitsnachweise sind zu Kampfesmitteln der Unternehmer geworden und werden zur Kontrolle der Gesinnung der Arbeiter und zu ihrer Aechtung benutzt. Selbst bei Ablehnung einer reichsgesctzlichen Regelung der Arbeitslosenversicherung ist ein guter Arbeitsnachweis nötig, da er auch für eine gemeindliche Arbeitslosenversicherung die Grundlage abgeben muß. Weiter fordern wir, daß durch die Zentralstelle der Arbeits- nachweiße fortdauernde Erhebungen vorgenommen werden. Der Staatssekretär wies auf die Schwierigkeit und die Langsamkeit solcher Erhebungen hin; ich muß aber das Statistische Amt gegen ihn in Schutz nehmen. Tie Mitteilungen der Gewerkschaften, Krankenkassen und Arbeitsnachweise, die sich auf die Zeit von, 1. Juli bis 30. September erstrecken, finden wir im„Reichs- arbeitsblatt" bereits am 28. Oktober, also nach vier Wochen, ver- arbeitet. Auch wir glauben nicht, daß die Arbeitslosenversicherung von heute auf morgen erledigt werden kann. Aber wir verlangen, daß die Reichsregierung wenigstens den Anfang macht, um sich die Unterlagen für die Beurteilung ihrer Möglichikeit zu vor- schaffen. Ein Lieblingswart des Reichskanzlers ist ja: Preußen ,n Deutschland voran und Teutschland in der Welt voran! Aber auch in dieser Frage ist Preußen nicht in Deutschland voran. Der Minister des Innern in Bayern hat eine Zusammenkunft mit Vertretern der Städte und Gewerkschaften veranlaßt, damit Er- Hebungen getroffen werden, um festzustellen, ob und in welcher Weise eine Arbeitslosenversicherung auf staatlicher Grundlage möglich ist. Am 12. November hat diese Zusammenkunft statt- gefunden. Dort wird also die Arbeitslosenversicherung nicht als Utopie angesehen. Wir erheben die Forderung zu ihrer Prüfung, als die Forderung des Tages.(Lebhafte Zustinunung bei den Sozialdemokraten.) � Die Arbeiter werden nicht locker lassen, von neuem ihre Forderungen zu erheben, die nicht bloß auf eine Arbeitslosenversicherung gehen, sondern auf die gänzliche Aenderung der wirtschaftliche» und Steuergesetzgebung des Reiches. Sic könnten diese Debatte nicht besser schließen, als wenn der Herr Staatssekretär erklärt«, er müsse seine Auffassung über die Durchführung der Arbeitslosenunterstützung revidieren und er wolle die Frage ihrer Möglichkeit in der allernächsten Zeit in Ge- mcinschaft mit den Gewerkschaften untersuchen.(Lebhafter Beifalb bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bethmnnn-Hollweg: Ich muß entschieden dagegen Verwahrung einlegen, daß Herr Brejski, ehe noch die Untersuchung abgeschlossen ist, den Vorwurf gegen die Regierung in das Land schleudert, sie sei an dem Grubenunglück schuld. Wir sollten die Besprechung dieser Frage bis zur Verhandlung der Interpellation aufschieben. Der Vorwurf des Herrn Severing, die Regierung studiere die Frage der Arbeitslosenversicherung nicht, ist unberechtigt. Die dreibändige Publikation des ReichSamtS des Innern über diese Frage beweist das Gegenteil. Auch verfolgen wir alles, was auf diesem Gebiet geschieht, speziell die Versuche der Arbeiterorgani- saturnen, in Verbindung mit Kommunen oder ohne sie das Pro» blcm der Arbeitslosenversicherung der Lösung näher zu bringen. — Der Vorwurf des Herrn Gothein, die Eisenbahnverwaltung treibe unangebrachte Sparsamkeit, ist unberechtigt. In bczug auf die Bautätigkeit der Verwaltung ist jedenfalls von einer solchen Sparsamkeit keine fkiede. Die 338 Millionen, welche für das laufende Jahr für Bauzwecke ausgesetzt sind, werden tatsächlich ausgegeben. Abg. Vecker-Arnsberg(Z.): Die Interpellation hat ihren Zweck erfüllt, da die Diskussion eine Fülle neuer Gedanken ge- bracht hat. Wir danken der Regierung für die Maßnahmen, die sie zur Linderung der Not ergriffen hat, und hoffen, daß noch mehr geschehen wird. Eine Arbeüslosenstatistik wäre aber doch sehr wertvoll, schon um den Uebertreibungen der Sozialdemokratie entgegentreten zu können. Sich alS sozialpolitischen Lehrmeister des Zentrum? aufzuspielen, hat die Sozialdemokratie gar keine Ursache. Natürlich bat Herr Molkenbuhr auch wieder eine Zoll- rede gehalten. Die Zahlen des Herrn Staa!SsekretärL sollten doch die Herren davon überzeugt haben, daß der Freihandel auch nicht das Allheilmittel ist. Ich erinnere auch an die Stellung der Sozialdemokraten Schippe! und Calwcr. Herr Ledebour lackt, aber ich behaupte, daß die Herren Schippe! und Calwer von Volksivirt- schaft ebensoviel verstehen wie die Vertreter der Partei im Reichs- tag. Wenn es Sozialdemokraten gibt, die zugeben, daß die Ar- bester ein Interesse an einer kaufkräftigen Landwirtschaft haben, so können Sie es uns nicht verübeln, wenn wir eine Politik in diesem Sinne treiben. Abg. Dr. Hahn(k.): Für eine Arbeitslosenversicherung, wie sie Herr Molkenbuhr wünscht, sind wir nicht zu haben. Die Summe, die Herr Molkenbuhr dafür aufwenden will, kommt der Summe der Einnahmen aus indirekten Steuern in Preußen gleich. Wir fetzen in der Arbeitslosenversicherung eine Prämie a»f die Faulheit.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Für viel wichtiger halten Wst die bessere Verteilung der Arbeiter auf Stadt und Land.(Sehr richtig! rechts.) Die„Tägliche Rundschau" berichtete: In Berlin herrscht Arbeitslosigkeit, und in der Umgegend von Berlin verfault die Ernte.(Hört! hört! rechts.) Herr Molken- buhr hat, trotzdem er einen sehr schönen agrarischen Namen hat (Heiterkeit), doch gestern bewiesen, daß er die Verhältnisse der Landwirtschaft nicht kennt, wenn er behauptet, daß die Landarbeiter im Winter nichts zu tun haben. In den Forsten müssen Maurer usw. beschäftigt werden, weil cS an Landarbeitern fehlt.(Sehr richtig! rechts.) Wenn die Löhne nicht Übermäßig hoch sind, so liegt es an der mangelhaften Rentabilität dieser Arbeiten. Zufolge unserer bewährten Schutzzollpolitik kann bei uns die Arbeitslosig- keit gar nicht einen solchen Umfang annehmen, wie eS in Amerika und England der Fall ist.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ein Industriestaat dürfen wir nicht werden; denn kein anderer Staat wird sich dauernd verpslichten, unser Abnehmer zu sein. Wir sind nüchterne Rechner, nicht aber Fanatiker des Bundes der Land- Wirte. Solche Fanatiker gibt es überhaupt nicht.(Große Heiter- keit links.) Die Herren, die das behaupten, tragen eben noch kleine Eierschalen an sich, die sie alstrsifen müssen.(Große Heiterkeit.) Die Rentabilität der Landwirtschaft muß ähnlich derjenigen der Industrie werden, dann wird unS die Industrie nicht in guten Zeiten die Arbeiter entziehen können.(Zustimmung rechts.) Das Treiben der großen Emissionsfirmen, das Tun und Treiben der Hautefinance müßte besser überwacht werden, damit das Publikum in richtiger Weise vor der Börse gewarnt und von ungesunder Spekulation abgehalten wird. Vizepräsident Dr. Paasch?: Die Börse hängt doch mit der Arbeitslosigkeit nicht zusammen. Abg. Dr. Hahn(k.): ln puncto sachliche Ausführungen von Ihnen abweichen zu müssen, Herr Präsident, ist mir schmerzlich (Heiterkeit), aber die jetzige Arbeitslosigkeit hängt sehr ivesentlich von der Tätigkut Oer Börse ab, die uns in zu enge Verbindung mit Amerika gebracht hat. Die Arbeiter sollten uns danken für die Politik des gleichmäßigen Schutzes der vaterländischen Arbeit.(Zu- ruf bei den Sozialdemokralen.) Die Sozialdemokraten freilich stehen auf dem Standpunkt, daß Kapital und Intelligenz nichts bb- oeisten, daß die Arbeiter die Arbeitsbienen sind, alle anderen die Drohnen. Charakteristisch für diese Auffassung war mir ein Er- lebniS, als ich vor einiger Zeit in der dritten Klasse der Stadlbahn zur Ausstellung nach dem Zoologischen Garten fuhr: Ein Arbeiter sagte, auf die geschmückte Halle weisend, zu seinem benachbarten Kollegen:„Sich, August, allens vor unser Geld."(Heiterkeit.) Die Firma Krupp hat in den letzten 10 Jahren für ihre Arbeiter 12 Millionen Mark aufgewendet.(Lachen bei den Sozialdemo- traten.) Sie haben nur ein Lachen Dafür.(Zuruf bei den Sozial- demokraten.) Tos ist genau, was ich vorhin sagte, Sie meinen: Allens vor unser Geld!(Große Heiterkeit.) Die Arbeiter in Deutschland verdanken die glücklickie Lage, in der sie sich lte- finden, unserer vaterländischen Wirtschaftspolitik.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Dem Brotrvncher!) Ferner der außerordent- lichcn Fürsorge der Unternehmer für oie Arbeiter,(Lachen bei den Sozialdemokraten) weiter der ArbeilerversicherungSgesctzgebung und schließlich den Aufwendungen für unsere nationale Sicherheit, für Heer, Flotte und Kolonien.(Lautes Lachen bei den Sozial- demokraten.) Auch unsere Arbeiter haben Vertrauen zum Kaiser und Reichstag(Stürmische Heiterkeit bei den Sozialdemokraten!, jawohl, auch zum Kaiser(Wiederholte Heiterkeit); ich bedaure. daß ich Mittwoch nicht wohl genug war. um mich zum Wort zu melden und das zu beweisen.(Erneute Heiterkeit. Zuruf: Wie schade I) Daß die Verhältnisse in Deutschland nicht schlecht sind, zeigt das Steigen des Fleischkonsums. Doß das Brot in dem zollfreien England teurer ist als in dem„zollbelasteten" Deutsch- land, schreibt auch der Sozialdemokrat Calwcr. In das Experiment einer Arbeitslosenversicherung einzutreten, daran denken meine Freunde nicht, wohl aber wollen wir Mittel zur Vermehrung der Arbeitsgelegenheit gewähren, z. B. in Preußen für oie Zen- tralgcnossenschaftskasse!(Bravo! rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.): Die wichtigste Frage ist in der bisherigen Debatte r-och nicht gestreift, das ist die der Boden- r e f o r m und der Verstaatlichung des Bergbaues. Nur dadurch kann oie sprunghafte Entwickclung der Industrie bc- eitigt und durch eine gleichmäßige ersetzt werden, lieber die Ar- beitSlosenversicherung will ich jetzt nickt sprechen, jetzt ist vor allem nötig Beschaffung von Arbeitsgelegenheit.(Bravo! bei der Wirt- 'chaftlichen Vereinigung.) AOg. Gothein(frs. Vg.): Die Erklärung deS Herrn Severing gegenüber der Darstellung deS Abgeordneten Carstens stimmt nicht; denn in den Pausen darf überhaupt nicht gearbeitet werden. WaS für Erfolge das überwiegend sozialistische Ministerium in Austra- lien haben wird, werden wir ja sehen. Maßgebend für uns wird aber auch das nicht fein können; denn in Australien ist noch fast gar keine industrielle Entwickelung zu verzeichnen. Die Klagen über die Landflucht sind nie verstummt, seitdem die Großgrundbesitzer die Bauern gelegt haben. Früher hat man die Arbeiter mit der Prügelstrafe verhindern wollen, daS Land zu verlassen, und es hat auch n i ch t S g e n ü tz t. Nur eine gesunde Kolonisation kann eine Besserung der Landflucht bringen. lieber die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues kann man ver» schiedener Meinung sein; auf keinen Fall aber werden wir dafür zu baben sein, daß die gegenwärtige preußische Regierung den Kohlenbergbau übernimmt. Solange das gegenwärtige preußische Wahlrecht besteht, können wir unmöglich der preußischen Regierung ein solches Machtmittel in die Hano geben.— Redner polemisiert deS weiteren gegen die Abgeordneten Böhme und Dr. Hahn. Abg. Sachs«(So,.): Herr Dr. Hahn hat Wied« ein Loblied auf die Kruppsche PensionSkass« gesungen. Wir haben schon wiederholt erklärt, daß wir uns so- 'ange gegen diese sogenannten„WohlsahrtSkasscn" erklären werden, als die Arbeiter in ihnen keine Rechte haben. Arbeiter, die noch nicht über 20 Jahre im Betriebe sind, erhalten nach dem, Statut der Kasse, wenn sie entlassen werden, nichts von ihren Beiträgen zurück, und auch die übrigen haben kein Anrecht auf Zurückzahlung der Beiträge!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist ja bekannt, daß es darüber zu Prozessen gekommen ist. Die Firma Krupp hat natürlich auch wieder Gutachten von irgend- einem Professor, die ja heutzutage manchmal sehr billig zu haben sind, bekommen, die sich auf ihren Standpunkt stellen. Der einzige Zweck solcher Kassen ist, die Arbeiter an den Betrieb zu fesseln. (Sehr«vahrl bei den Sozialdemokraten.) Herr Dr. Hahn hat dann das bekannte Loblied auf den„Schutz der nationalen Arbeit" ge- sungen, und ich kann es nur auf das tiefste bedauern, daß auch christliche Arbeitersekretäre diesen angeblichen„Schutz der nationalen Arbeit" hier verteidigt haben. Ich behaupte: die jetzige Krise würde nur halb so stark sein, wenn die Arbeiterschaft nicht gleichzeitig unter der ungeheuren Lebensmittelverteuerung zu leiden hätte. Unerhört ist das Wncherjyftein, das mit Hilfe der Regierung dadurch betrieben wird, daß hundert- taufende Doppclzentner deutschen Getreides nach dem Ausland ge- schafft werden, um die Ausfuhrprämien in«Lestalt von Ueber- weisungsschcinen einheimsen zu können. 1907 sind im August und September 405 000 Doppclzentner ausgeführt worden, in diesem Jahre in denselben Monaten 1870 900 Doppelzentner!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Uns liegt eine Broschüre des deutschen Mühlenbcsitzerverbandes vor, in der darauf hingewiesen wird, daß Tausende von Mühlenarbcitern und viele Mühlenbcsitzer dadurch beschäftigungslos geworden sind, daß Deutschland so vom Getreide entblößt wird.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist beschämend für den deutschen Arbeiterstand, daß Arbeiter- sekretäre eine so unerhörte Politik verteidigen.(Lebhafte Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Ueber das Grubenunglück auf der Zeche„Radbod" liegt authentische? Material zinar noch nickK vor, aber es geht durch die Presse bereits die Nachricht, daß die Arbeiter die Sckuld daran tragen!! Speziell der Obcrbergrat Meißner war e» wieder. der von„unvorsichtigem Vorgehen mit Licht" und von„Nicht- berieseln seitens der Arbeiter" sprach. Ich protestiere im Namen der Arbeiter dagegen, weil wir heute sck«n zahlreiche Aussagen haben, die das Gegenteil beweisen. Wie war es denn beim Unglück auf der Ze�e„Borussia"? Die Flammen schlugen noch aus dem Schachte hcraus, und da konnte schon an demselben Abend ein Zcchcnbesitzer in einer Versammlung sagen, er habe vom Obcrbergrat?"eiß»cr die beruhigende Mitteilung bekommen, die Grubcnverwoltung treffe keine Schuld!! Von einer Unter« suchung konnte damals noch gar keine Rede sein.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dann griff die Staatsanwaltschaft ein, und es kam zum Prozeß gegen den Bctriebsführer. Er wurde glänzend freigesprochen. Jetzt aber werden Mein- eidsprozesse gegen eine ganze Anzahl von Zeugen aus jenem Prozesse eingeleitet! Nicht nur Arbeiter, sondern auch Steiger und Beamte haben geschwatzt. Zweien von diesen Arbeiterzeugcn sind jetzt aus seltsame Weise die Häuser abgebrannt.... Sie wurden dann wegen Verdachts der Brandstiftung verhaftet, freilich bald wieder freigelassen. Wäre ich Staatsanwalt, ich hätte andere Leute verhaftet, weil ich glaube, daß sie diese beiden Zeugen beseitigen wollten.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Oberbergrat Meißner sagt, cS sei nicht berieselt worden, so mag das schon stimmen. Aber die Arbeiter hätten sehr gern berieselt» wenn sie nur Wasser gehabt hätten! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man sagte den Arbeitern, es sei eingefrorenk Wenn jetzt bei 3— 4 Grad Kälte das Wasser in den Gruben schon frieren kann, so muß es dort saumäßig zugchen. Es wird aber gar nickt Tatsache sein, sondern es ist nur eine Ausrede, es wird wohl an anderen Ursachen lic«y:n. daß kein Wasser in den Gruben war. Auch die Berichterstatter bürgerlicher Zeitungen schreiben, daß der Kohlenstaub fingerdick lag! Wo ist denn da die Bergbehörde gewesen, wo die Beamten, welche die Gruben revidieren? Ick habe im Frühjahr hier An- weisungszettcl für die Ardeiter auf den Tisch des Hauses gelegt: „Rieselt heute,«S kommt der Revisionsbeamte", also nur wenn Revision gemeldet ist, wird gerieselt. Ich prote- stiere deshalb, daß den Arbeitern Schuld gegeben wird an dem schrecklichen Unglück.„Mörder" hat man dort nicht den Ar- b e i t e r n zugerufen, sondern mit Recht ganz anderen Leuten, In der„Bergarbciterzeitung" stand am LS. Oktober: Präsident Graf Stolberg: Ich habe Ihnen einen weiten Spiel- räum gelassen, über das Grubenunglück zu sprechen, weil ich die Erregung sehr wohl verstehe, in der Sie sich befinden. Ich bitte Sie aber, jetzt zum Gegenstand der Interpellation zurückzukehren. Abg. Sachse(fortfahrend): Ich wäre auf das Grubenunglück nicht eingegangen, wenn die Angelegenheit nicht durch den Kollegen Brejski und den Staatsselretär angeschnitten wäre.(Große Heiterkeit.) Uebrigcns ist der Abgeordnete Hahn noch viel weiter von der Sache abgeschweift, ohne daran verhindert zu werden.- Präsident Graf Stolberg: Ich bitte, die Amtsführung meines Stellvertreters nicht zu kritisieren. Abg. Sachse: Auch das Grubenunglück hängt mit der Jnter- pellation zusanrnren; denn Hunderte von Arbeitern werden da- durch arbeitslos. Tie Arbeiter verlangen Anstellung von Arbeiter- kontrolleurcn. Dadurch würden solche Unglücksfälle verhütet wer- den. Ich betone noch einmal, die Arbeiter sind unschuldig, und die Schuldigen werden zur Rechenschaft gezogen werden, ivenn die Behörde unparteiisch ist.(Bravol bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Ich bin auf das Grubenunglück nicht eingegangen, sondern habe ausdrücklich betont, ich tue das nicht, bevor die Untersuchung abgeschlossen ist. Tarauf vertagt das Haus die weitere Beratung. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Severing(Soz.j: Herr Becker-Köln hat behauptet, die freien Gewerksck�isten inszenierten zuweilen Streiks, um anders organisierte Arbeiter aus der Arbeit zu bringen. Ich stelle fest, daß derartiges niemals versucht worden ist. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung abzuhalten am Donnerstag, 1 Uhr, mit der Tagesordnung: Lesung der Reichsfinanzreform. Abg. Singet«Soz.): Ich will der Tagesordnung nicht wider- sprechen. Ich möchte nur den Wunsch ausdrücken, daß nicht eine gemeinsame GeneraldiStussion über alle Steuergesetze statt- findet, sondern daß die einzelnen Steuergesetze nach- einander zur Generaldiskussion gestellt werden. Der Vor- schlag des Herrn Präsidenten erinnert an die Tatsache, die wir ja schon erlebt haben, daß ein Zolltarif mit Tausenden von Nummern in eine Diskussion zusamnlengefaßt wurde.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei den verschiedenen Steuer- gesehen kommen ganz verschiedene Gesichtspunkte in Betracht, und auch ivenn Sie für die Generaldiskussion eine Woche Raum lassen, wird es doch nicht möglich sein, alle Gesetze in einer Diskussion zu behandeln.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Pauli.Potsdam(k.) bittet, es bei dem Vorschlag deS Präsidenten zu belassen. Abg. Bindrwald(Reformp.) ist auch der Meinung, daß alle Gesetze zusammengehören: Es sind jetzt auch nur ganz allaemeine Betrachtungen über die Gesetze möglich, da unS das Material viel zu spät zugegangen ist. Abg. Gras Oriola knatl.) betont, daß cS bei der zweiten Lesung der einzelnen Gesetze möglich sein werde, eine General- diSkussion über jedes Gesetz vorzunehmen. Der Antrag deS Abg. Singer wird gegen- die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Es bleibt beim Vorschlag deS Präsidenten, Schluß 4 Uhr. parlamentarilebes. In der BesoldungSkommisfion des Abgeordnetenhauses teilte linterstaatssekretär D o m b o i S am Sonnabend mit. daß sich die Finanzlnge Preußen« feit Einbringung der Borlage noch verschlechtert habe; die Regierung könne daher den bis jetzt bescblossene» Mehr- ausgaben nicht zustimmen, sie müsse sich um so größere Be- schränkungen auferlegen, als die Dcckungsfrage noch nicht gelöst sei und ihre Lösung von Tag zu Tag schwieriger werde. AuS der Mitte der Kommission wurde die Schwierigkeit der Löiung der Deck»ngSfrage ohne weiteres zugegeben, andererseits aber wurde der Wunsch ausgesprochen, man möge doch endlich einmal ganze Arbeit machen, damit nicht im nächsten Jahre das Haus wieder niil Beamtenpeiitionen überschwemmt werde. Einsprechend ihrer programmatischen Erklärung widersetzte sich die Regierung allen Anträgen auf Abänderung der Regienmgs- vorläge. Von den zahlreich eingegangen en Anträgen wurde der aus Verseyung der technischen Lehrer bei den Bangelverksschulen in eine böhere Gehaltsklasse abgelehnt, und lediglich die AufrückungSfristcu für diese Beamten wurden etwas gekürzt. Zur Annahme gelangte ein Antrag, wonach die ordentlichen Lehrer bei den Semiiiaren, die Anstaltsvolsteber und ersten Lehrer bei den Präparanden- austalten das Höchstgehalt statt in 27 bereits in 2l Jahren erreichen, ferner ein Antrag: das Gehalt der Assistenten beim Uulersuchuilgs- amt für Nahrungsmittel in Berlin, das nach der Vorlage 2400—4800 M, betragen soll, auf 3000—4800 M. zu bemessen. Da- gegen wurde ein Antrag aus Besserstellung der Polizcidistrikts- kommissare in der Provinz Posen abgelehnt. ES handelt sich bei dieser Klasse meist um ehemalige Offiziere, die neben ihrem Gehalt noch die Ostmarkenzulage erhalten. In Konsequenz der in der letzten Sitzung beschlossenen Ans- besseriing der Gehälter der Polizeiassessorcn wurde beantragt, auch die AmtSanwälte. die eine Mittelstufe zwischen Polizeiassessoren und Polizeirätcn bilden, aufzubessern. Zur Begründung wurde u. a. geltend gemacht, daß den Anwälten durch die neue Straf- Prozeßordnung größere und schwierigere Arbeite» erwachsen. AuS den Mitteilnngcn des Vertreters der Justizbebölde geht hervor, daß eö sich hierbei zum größten Teil um Juristen, die die erste Prüfung bestanden haben, und um ehemalige Offiziere, zum kleineren Teil um Peri'oucn handelt, die die GerichlSschreiberpriifung zurückgelegt haben. Der Aulrag wurde mit t3 gegen 11 Stimmen angenommen. Ein Antrag, auch die Polizeiinipettoren bei den Polizeiverivaltunge» in den Provinzen(ausschließlich deS Landes- polizeibezirks Berlin) ebenso zu stellen wie die Amtsanwälte, wurde das„ Herkulesvelodrom", eine Volksverfammlung einberufen, die Gefchloffen. Donnerstag: Clab'go. Freitag und Sonnabend: Der Arzt abgelehnt. einen folch toloffalen Zuzug zu verzeichnen hatte, daß um 7 Uhr am Scheidewege. Sonntag: Clavigo. Montag: Der Arzt am Scheidewege. Die nächste Sigung der Budgetkommiffion findet am Donners- der mächtige Saal schon bollkommen überfüllt war und ein Michael Stramer. Montag: Die Bildente.( Anfang 7%, Uhr.) Dienstag: Lessing- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: tag ſtatt. beängstigendes Gedränge herrschte. Einige tausend Personen, die Michael Stramer. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Michael Kramer. Sonntag: Michael Wohlverdiente Ruhe. Das Herrenhaus wird in diesem Jahre später famen, fonnten feinen Einlaß mehr finden. Der Abgeordnete eitag: Gespenster. Sonnabend: Hedda Gabler. Plenarsizungen nicht mehr abhalten, da vom Abgeordnetenhaus für Nürnberg, Genosse Eüdelum, besprach in einer scharfen Rede Kramer. Montag: Der Raub der Sabiner innen. Berliner Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Mercadet. Material nicht mehr zu erwarten ist und der vorliegende Stoff die den neuesten Weltskandal und rief die Arbeiterschaft auf, die Em- abends und Montag: Der Veilchenfresser. Dienstag: Herodes und Anberaumung von Sigungen nicht erforderlich" macht... pörung, die zurzeit im ganzen deutschen Volke über die ungeheuer- Mariamne. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Herodes und Mariamne. lichen Enthüllungen der letzten Zeit herrscht, dazu auszumuzen und Freitag und Sonnabend: Der Beilchenfresser. Sonntag, nachmittags in den Kampf einzutreten mit dem Schlachtruf:„ Nieder das persön- Beilchenfresser. Montag: Der 3 Uhr: Mercadet. Abends: Herodes und Mariamne. liche Regiment, hoch die Konstitution!" liche Regiment, hoch die Konstitution!" Drucksachen. Aus dem Reichstag.( 3u Nr. 1035.) I. Denkschriftenband zur Begründung des Entwurfs eines Gesetzes betreffend Wende rungen im inanzweien. II. Die Finanzen von Frankreich, Großbritannien und JrLand usw. Aus dem Abgeordneten aus.( Nr. 38.) Entwurf eines Gefezes betreffend die Heranziehung der Beamten zur Gemeindeeintommensteuer( nebst Begründung). Der Proteft gegen das persönliche Regiment. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der die Aenderung der Reichsverfassung gefordert wird. Ludwigshafen, 14. November. Zu einer gewaltigen Protest fundgebung gegen das persönliche Regiment gestaltete sich die gestern von unserer Partei einberufene, von 1500 Berionen besuchte Versammlung. Nach dem Referat des Landtagsabgeordneten Adolf Müller- München wurde der in den Münchener Versammlungen angenommenen Refolution vollzählig zugestimmt. Heut und morgen finden in den größeren Orten der Pfalz noch zwölf Protest versammlungen statt. " Neues Theater. Sonntag bis Sonnabend: Ahasver. Besuch. Silberfischchen. Nächsten Sonntag: Baccarat. Nenes Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Julius Cäsar. Dienstag: Faust 1. Teil.( Anfang 7 Ubr.) Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Julius Cäsar. Freitag 7, Uhr und Sonnabend: Blaue Berge. Sonntag und Montag: Julius Cafar. Rady Frederick. Montag: Mufit Dienstag: Lady Frederick. Mittwoch: Kleines Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2X2= 5. Abends: Geschlossen. Donnerstag: Lady Frederick. Freitag, Sonnabend und Sonntag, abends: Moral. Montag: Vady Frederick. Abends: Die verkaufte Braut. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Komische Oper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Tiefland. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: De veilaufte Braut. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Die verkaufte Braut. Sonntag: Tiefland. Montag: Pellens und Melisande. Residenz- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Haben Sie nichts Riel, 14. November. In einer toloffal besuchten Versammlung. Nächsten Sonntag: Fericol zu verzollen? Allabendlich außer Bußtag: Kümmere dich um Amelie. Zwanzig öffentliche Versammlungen mit der Tagesordmmg: Reichsverfassung, Absolutismus und Reichsfinanz- die gestern abend im größten Lokale Kiels, im Englischen Garten", Sebbel: heater. Sonntag: Der Liebhaber. Montag und Dienstag: reform" tagten am Donnerstagabend in Hamburg, Altona, stattfand, demonstrierte das Kieler Proletariat gegen den preußisch- Erde. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Der Liebhaber. Freitag: Erde. Wandsbeck und Umgegend. Der Besuch war ein überaus deutschen Absolutismus. Das Lokal mußte, nachdem alle Tische Sonnabend: Hobes Spiel. Sonntag: Erde. Montag: Hobes Spiel. Trianon Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Frl. Rosette starker. Ueberall wurde den den Zickzackfurs, das persönliche herausgebracht waren, polizeilich abgesperrt werden. Genosse Adler meine Frau. Abends, Montag, Dienstag: Die Liebe wacht. Mittwoch: Regiment und die Finanzwirtschaft scharf fritisierenden sozial- bielt die Protestrede. Es wurde eine Resolution beschlossen, die als Geschlossen. Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Die Liebe wacht. demokrasischen Rednern stürmische Zustimmung zu teil. Grund des in Deutschland herrschenden Uebels den preußisch- Soumag: Monfieur Alphonse, Montag: Die Liebe wacht. Neues peretien- heater. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Der Die Versammlungen endeten mit der meist einstimmigen An- deutschen Absolutismus und die Knechtseligkeit der bürgerlichen Openball. Abends sowie täglich: Die Dollarprinzessin. Bußtag: Genahme folgender Resolution: Parteien erklärt, der Sozialdemokratie des Reichstages ihren Dank schloffen. Sonntag, den 22 November, nachmittags 3 Uhr: Der Cpernball. ausspricht und damit die Erwartung verbindet, daß die Sozialdemo- Abends: Baler. fraten im Reichstage und in den Landtagen für die Wachterweiterung der Befugnisse des Reichstages eintreten. „ Die am 12. November 1908 abgehaltene Volksversammlung erflärt:„ Die zerfahrene, widerspruchsvolle Politik der deutichen Regierung ist eine Quelle fortdauernder Beunrubigung, eine stete Gefahr für den Weltfrieden und durch ihre Unzuverlässigfeit ein Gegenstand des Hohnes aller Völker. Ein Ausfluß des Absolutismus, ist sie nur möglich dadurch, daß bie kapitalistischen Klassen auf eine freiheitliche Ausgestaltung des Staatswesens verzichten, gegen Gewährung unbeschränkter Freiheit in der wirtschaftlichen Ausbeutung des Volkes. Aus der Partei. Gemeindewahlen. Barallel mit der planlofen, nur zu fortwährend sich wiederHolenden Blamagen und Störungen des guten Einvernehmens mit Bei den Stadtverordnetenwahlen der dritten Klaffe in anderen Völkern führenden Weltpolitik läuft die unausgefetzte Magdeburg wurden in den Vororten Sudenburg und Steigerung der friegerischen Rüstungen zu Land und zu Waffer, die Neustadt die sozialdemokratischen Standidaten mit 1863 gegen 930, wiederum zur stetigen Vermehrung der ohnehin erdrückenden Be- bezw. mit 3141 gegen 1190 Stimmen gewählt. In der uitſt a dt. lastung des arbeitenden Volkes führt. Die ungebeure Schuldenlast des Reiches, eine Folge des o fünf Mandate zu besetzen sind, gelangt die fozialdemokratische Liste in die Stichwahl. Sie erhielt 2897 bis 2428 Stimmen, Militarismus und Marinismus, hat zu dem Trugspiel der so- die des Beamtenvereins 8846 bis 3642, die des Bürgervereins genannten Finanzreform geführt, die im Kern nichts anderes be 2050 bis 2258 Stimmen. Die sozialdemokratische Stimmenzahl ist Seutet, als neue ungerechte Steuern, die in der Hauptsache das gegen 1906 um rund 300 Stimmen gestiegen. Die der Bürgerlichen arbeitende Bolt belasten. um rund 1600. Lustspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die blaute Mans. bends und Montag bis Dienstag: Die Tür ins Freie. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Tür ins Freie. Freitag bis Montag: Madame Flirt. Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 31, Uhr: Die luftige Abends, Montag und Dienstag: Der fidele Bauer. Mittwom: Dratorium Elias.( Anfang 72 Uhr.) Donnerstag bis Montag: Der fidele Bauer. Sonnabend, nechmittags 4 Ubr: Dornröschen. Witwe. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, nach Thalia- Theater. Die fogenannte Finanzreform ist aber außerdem darauf berechnet, das Budgetrecht des Reichstages weiter zu beschränken und In Gommern bei Magdeburg erhielten bei der Stadtso dem persönlichen Regiment noch mehr Spielraum zu verschaffen. verordnetenwahl der dritten Klaffe zwei Genofsen 141 und 142, ihre Die Sozialdemokratie hat zwei Aus diesen Gründen fordern wir die sozialdemokratische Fraktion Gegner 117 und 118 Stimmen. des Reichstages auf, bei jedem sich bietenden Anlaß die Unfähigkeit neue Sige im Stadtparlament erobert. und Gefährlichkeit des heutigen Regierungssystems vor aller Welt Die Stadtverordnetenwahlen in der dritten Abteilung der Hauptdarzulegen und namens des Volkes jede Verantwortlichkeit dafür stadt des Herzogtums Sachsen- Altenburg, die am Freitag, den abzulehnen; weiter verlangen wir von der sozialdemokratischen 13. November stattfanden, brachten der Partei einen glänzenden Frattion, daß fie mit allen Mitteln die Verwirklichung der neuen Sieg. Es standen fünf Size zur Wahl. Unter starker Wahl- Stadt. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Freiheit. Freitag: Eine tolle Finanzpläne zu verhindern trachte. beteiligung fiegte die sozialdemokratische Liste mit 1571 bis 1886 Stimmen. Auf die bürgerliche Liste fielen 1129 bis 1216 Stimmen. Die Zahl der eingeschriebenen Wähler betrug 3695. Im Vergleich zur Wahl vor zwei Jahren, wo die Partei mit 50 Stimmen unterlag, hat die Sozialdemokratie nm 636 Stimmen zugenommen. Ueberzeugt von der Notwendigkeit der Verwirklichung des sozialdemokratischen Programms, werden wir mit und in der sozialdemotratischen Partei den Kampf führen gegen den Klassenstaat, gegen Absolutismus, gegen Ausbeutung, für den freien Volksstaat." In Hannover tagten am Donnerstag drei überfüllte Bersammlungen. Tausende fanden feinen Einlaß mehr. Einstimmig wurde in allen Versammlungen nachstehende ResoTution angenommen: 9 Schiller- beater 0. Sonntag, nadimittags 3 Uhr: Der rote Leutnant. Abends: Die Zwillingssd wester. Montag: Der schwarze Stavalier. Dienstag: Die Zwillingsschwester. Mittwoch: Konzert. Donnerstag: Die Zwillingsschwefier. Freitag: Der schwarze Stavalier. Sonnabend: Die Zwillingsichweiter. Conning: Kabale u.id Liebe. Montag: Der schwarze Stavalier. Die Braut von Wiessina. Abends: Der Herr Ministerialdirektor. Montag: Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Familientag. Dienstag: Der schwarze stavalier. Mittwoch: Stonzert. Donnerstag: Der schwarze stavalier. Freitag: Der Familientag. Sonnabend, nachmittags 3 Ubr: Julius Casar. Abends: Die Braut von Messina. Sonntag: Der Graf von Charolais. Montag: Die Zwillingsschweſter. mittags 3 Uhr: Ariembilds Rache. Abends: Seine Hoheit. Montag: Seine Gobeit. Dienstag: Die zärtlichen Verwandten. Mittwoch: Ge schloffen. Donnerstag: Eeine Hoheit. Freitag: Als ich wiederfam. Sonnabend, nadimittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Die zärtlichen Verwanoten. Gonntag: Wilhelm Tell. Montag: Seine Hogeit. Schwefter. Sonntag, nachmittags 3 Ubr: Er und seine Allabendlich: Bruder Straubinger. Bußtag: Geschlossen. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: May und Moris. Nächsten Sonntag und Montan: Der Verschwender. Luifen Theater. Sonntag, nachmittags 8 Ubr: Flachsmann als Erzieher. Abends und Montag: Eine tolle Nacht. Dienstag: Stolz der acht. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Die Königskinder. Abends: Die Ehre. Sonntag: Die Räuber. Montag: Die Ehre. Berliner Operetten- Theater SW. Sonntag, nachmittags 31, Uhr: Der Hüttenbefizer. Jeden Abend: Havana. Mittwoch: Geschlossen. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Goldhärchens Himmelfahrt. Nächsten Sonntag: Im Forsthause. Gastspiel Theater. Täglich abends 8 Uhr:" Baza". Bürgerliches Schauspilhaus. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Bom Fortschritt der Presse. Unser Nürnberg Fürther Partei Hamuet. Abends: Don Carlos. Montag: Hamlet. Dienstag: Die Herren blatt, die Fräntische Tagespost", bat feit der Umgestaltung und Söhne. Mittwoch: Gefchloffen. Donnerstag: Der Freischüß. Freitag: dem seit 1. Ottober erfolgten Umzug in das neue Heim einen er- Ausgewiesen. Sonnabend: Der Militärstaat. Sonntag: Der Glödner von freulichen Aufschwung genommen. Während sie das gegenwärtige Notre Dame. Montag: Die Herren Söhne. Bernhard Rose Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Philippine Jahr mit einer Auflage von 20 000 begann, ist diese jezt auf über Abends, Montag, Donnerstag und Freitag: Baronin Gisela. 30000 angewachien, einschließlich der Fürther Bürgerzeitung", die Dienstag und Sonntag, 22 November: Die Jungfrau von Dileans. am 1. Oftober mit der Fränkischen Tagespost" verschmolzen wurde. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Max und Mouz. Abends: Herr Die letzte Sonnabendnummer ist als Festnummer erschienen zur Paragraph. Feier des Einzugs in die neuen Räume und zugleich als Propaganda- Folies Caprice. Täglich: Die Brautschau. Die lästige Witive. Sie ist, außer der Mittwoch: Geschlossen. nummer zur Gewinnung neuer Abonnenten. ordentlichen Auflage, in 100 000 Exemplaren gedruckt worden, die am Jeden Abend: Die Dianabäder. Mittwoch: Geschlossen. Casino Theater. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Die fidele Stifte. Sonntag, den Sonntag von Haus zu Haus verbreitet werden. Für die Ver- 22. November: Nid Carter. zur Verfügung Gebr. Serrufeid- Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. breitungsarbeit baben sich 3000 Barteigeuoffen gestellt. Die Festnummer ist 48 Seiten start und enthält eine ein-( Anfang 8 Uhr.) Metropol Theater. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Durchlaucht gehende, mit zahlreichen Jllustrationen ausgestattete Beschreibung des neuen Hauses, der verschiedenen Räumlichkeiten und der Entstehung Radieschen. Allabendlich: Donnerweiter tadellos.( Anfang 8 1hr.) einer modernen Beitung. In einem Artikel wird geschildert, Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 1hr.) Heute die Wahlen der Behörden durch das Volk vollzogen und die wie das Nürnberger Parteiblatt im Oftober 1871 aus winzigen An- nachmittag 3 Uhr: Borstellung. Behörden für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden; Apollo Theater. Bis auf weiteres täglich: Cine luftige Spreewalddie Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Volts- fängen entstand und sich mühsam und unter ungeheueren Schwierig fahrt. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) vertretung getroffen wird und alle internationalen Streitigkeiten es jetzt ist. Es ist ein intereffantes Stück Parteigeschichte, das da teiten zu dem einflußreichen und angesehenen Organ entwickelte, das Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Vajjage- Theater. Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. Sonntag, nachauf schiedsgerichtlichem Wege geschlichtet werden. Als sicherste Bürgschaft zur Durchführung des Selbstbestimmungs- meindewahlbewegung dienen, in der eben unsere Nürnberger geboten wird. Die Festnummer foll ferner zugleich der Ge- mittags 3 Übr: Spezialitäten. Balast- Theater. Allabendlich: Der Seckadett. Spezialitäten.( Anfang and Verwaltungsrechts fordert die Versammlung: Allgemeines, gleiches, direktes Wahl- und Stimmrecht mit Genossen stehen und die ihnen endlich nach einem 80jährigen Kriege 7 Uhr.) Walhalla Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 1hr.) geheimer Stimmabgabe aller über 20 Jahre alten Reichs. die Pforten des Rathauses öffnen fol. 12 Seiten der Nummer find Carl Haverland Theater. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Sonntags angehörigen ohne Unterschied des Geschlechts für alle Wahlen und allein der Erörterung allgemein fommunalpolitischer Fragen gezwei Vorstellungen. widmet sowie der Darstellung der kommunalen Verhältnisse in einer Gustav Bebrens Theater. Spezialitäten. Abstimmungen. Reihe von deutschen Städten, in denen die Sozialdemokratie Parodie- Theater. Täglich: Raub der Sabinerinnen. Die Bauber Einfluß hat. Wer sich für Gemeindepolitit interessiert, der flöte. Berlin steht Stopp. Heute, Sonntag, nachmittags 3%, Uhr: findet in dieser Nummer eine Fülle des wichtigsten Materials. Cavalleria rusticana. Raub der Sabinerinnen. Berlin steht Stopp. Mit dem Einzug ins neue Haus ist das Nürnberger ParteiunterHrania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag: Der nehmen um einige Geschäftszweige bereichert worden. Nicht nur, Montblanc. Ab Dienstag: Jerusalem. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: daß die Druderei bedeutend erweitert und u. a. für Autotypie- und Ueber den Brenner nach Benedig Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Farbendrud eingerichtet wurde, sondern es wurde auch eine Buchbinderei mit Perforieranſtalt und eine große Sortimentsbuchhandlung errichtet. Resolution. Die heutige Versammlung gibt ihrer Entrüftung Ausdrud über die Art und Weise, wie die Staatsgeschäfte im Deutschen Reiche ges leitet werden. Die Bersammelten sind überzeugt, daß das bisher bon den bürgerlichen Parteien geftüßte persönliche Regiment nur beseitigt werden kann durch verfassungsmäßige Garantien, die der deutsche Reichstag bor jeder andern gefezgeberischen Tätigkeit underzüglich hätte schaffen sollen. Bedauerlicherweise haben die bürgerlichen Parteien des Reichs. tags vollständig versagt, was tief beschämend ist für das deutsche Volt. Die Versammlung fordert weitgehendstes Selbstbestimmungsund Selbstverwaltungsrecht, und zwar in der Weise, daß · Wiesbaden, 14. November. ( Privatbepesche des Vorwärts") Gestern fand hier eine überfüllte Protestversammlung statt. Gestoffe Vogtherr sprach über Volksherrschaft und persönliches Regiment. Die Kölner Resolution wurde einstimmig angenommen. Imposante Kundgebungen fanden im Landkreise Dort mund statt. Am Sonnabend und Sonntag sprach Reichstagsabgeordneter Genosse Bömelburg in Hörde, Aplerbeck und Auf dem höchsten in drei großen öffentlichen Boltsversammlungen über Das Kaiserinterview und die Reichsfinanzreform". Die Versammlungen waren alle über füllt. In Hörde und Aplerbeck hatten sich mehr als 1000 Perfonen eingefunden, Auf dem Höchften füllten reichlich 700 Versammlungsbesucher den Saal. Polizeiliches, Gerichtliches ufw.. Wegen Rechtsanwaltsbeleidigung, begangen an einem Herrn Dr. Neumeister, wurde der verantwortliche Redakteur der Chemnitzer Voltsstimme". Genoffe Bartels, vom Schöffengericht au 80 M. Geldstrafe verurteilt. " Welser. Briefkaften der Redaktion. auf . Z. Sle furiftifche Evrechstunde findet Lindenstraße Me. 3, stuetter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Gabrftabl wochentäglich abends von 7 bis 9% lbr ftatt. Geöffnet 7 1hr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 1hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Babl als Werfzeichen beizufügen. Briefliche Autwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Königl. Opernhaus. Sonntag: Götterdämmerung.( Anfang 6%, Uhr.) 2. D. 18. Es hätte auch gegen den neuen Bescheid Berufung eina Das Stadtverordnetenkollegium zu Offenbach nahm, Montag: Rignon. Dienstag: Tannhäufer. Mittwoch, mittags 12 Uhr: gelegt werden müssen. Wenden Sie sich unter Mitbringung der Aften an toke die„ Voss. 8tg." meldet, am Donnerstag mit allen Deffentliche Hauptprobe zum Konzert des kgl. Opernchors. Abends 7 Uhr: das Arbeiterfekretariat, Engelufer 15. Vielleicht läßt sich in irgend einer Konzert des tönigl. Opernchors. Donnerstag: Die Meistersinger von Nürn- Weise noch Remedur schaffen. 5. B. 560. Bon dem Beitritt zu der Stimmen bei vier Enthaltungen den Dringlichkeitsantrag berg.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Sardanapal.( Anfang 8 Uhr.) Sonn- von Ihnen genannten Stasse müssen wir abraten. R. 1. 1. Der Thebürgerlicher Stadtverordneter an, die Bürgermeisterei abend: Figaros Hochzeit. Sonntag: Adida. Montag: Lohengrin.( An- mann fann stets als Beistand seiner Frau in Straffachen auftreten. 2. Nein. 2. S. 36. Nein. .. 41. Slagen Sie gegen ben irt möge die hessische Regierung ersuchen, im Bundes- fang 7 Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Kaifer Heinrich VI. Montag: beim Amtsgericht auf Wiederherstellung des alten Zustandes, rat dahin zu wirken, daß fünftig Vortomm Die Rabensteinerin. Dienstag: Maria Magdalene. Mittwoch: Geschloffen. Schadeneriaß und auf Unterlassung fünftiger Schädigung. nisse wie die Veröffentlichungen im Daily Donnerstag: Kaiser Heinrich VI. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonn 1000. Die Sparkaffe nimmt bis 3000. an und zahlt 8 Broz. Edam 34. 1. Nein. 2. Ja. 3. und 4. Bro Stopt etwa 3,50. 5. Die Telegraph" unterbleiben. Auch die Sozial. abend: Staifer Heinrich VI. Sonntag: Maria Stuart.( Anfang 7 Uhr.) Gerichtskaffe verlangt diefelbe Gebühr. 8. 2. 51. Ein Mann fann vor demokraten stimmten für den Antrag unter der Bedin Montag: Macbeth. Neues fönigl. Opern Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: erreichter Volljährigkeit nicht heiraten. Die Bolljährigkeit ist mit Bollendung gung, auch fünftig politische Fragen vorbringen zu dürfen. Sägerblut. Abends: Der Amerikasepp'. Montag: Cosi fan tutte. des 21. Lebensjahres erreicht. Jedoch kann das Bormundschaftsgericht auf Der Bürgermeister Dullo erklärte, daß die Versamm Dienstag: Der Ameritasepp'l. Mittwoch und Donnerstag: Gefchloffen. Antrag einen jüngeren, aber über 18 Jahre alten Mann für volljährig Die Kosten find unbedeutend. Der so für volljährig Erklärte lung hierfür nicht zuständig sei, und daß er den Beschluß Freitag: Der Paragraphen- Schufter. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, erklären. Abends: fann mit Genehmigung seines Baters heiraten. Eine Einwilligung ber anfechten müsse, wenn er auch seine Zendenz als nachmittags 3 Uhr: Der Herrgottsschniger von Ammergau. Der Meineidbauer. Montag: Geschlossen. Militärbehörde ist feineswegs erforderlich. Es find nur die Militärpapiere Staatsbürger billige. Deutsches Theater. Sonntag: Revolution in Strähwinkel. Montag: beizubringen. E. M. 84a. Sie müßten, wenn Sie durchaus die Sache wt. Gr. 36. König Lear. Dienstag: Revolution in Strähwinkel. Mittwoch: Geschlossen. verfolgen wollen, beim Amtsgericht auf Rückzahlung flagen. Donnerstag: König Lear. Freitag und Sonnabend: Revolution in Sträh- 1. Es ist beffer, das Invalidengeld nicht abzuheben, sondern weiterzufleben. Die junge Frau hält ihre Rechte aus der Invalidenversicherung winkel. Sonntag: stönig Lear. Montag: Revolution in Strähwinkel. Deutsches Theater( Stammerspiele). Sonntag: Frühlings aufrecht, wenn fie für zwei Jahre mindestens 20 Marfen flebt. Erwachen. Montag: Clavigo. Dienstag: Gyges und fein Ring. Mittwoch: 2. Die Bollmacht muß notariell oder gerichtlich beglaubigt( ein. . Eine mächtige Demonstration gegen die neuesten Auswüchse des persönlichen Regiments fand am Freitagabend in Nürnberg statt. Die sozialdemokratische Partei hatte in den größten Saal Nürnbergs, in A. WERTHEIM IN DIESER WOCHE SPIELWAREN AUSSTELLUNG PUPPEN Waltershausener KugelGelenktäuflinge 1.65, 2.90 bis 21 Mk. Gekleidete Puppe 48, 95 Pf. bis 25 Mk. Lederbälge Bisquit- Köpfe 48, 65 Pf. bis 2.90 30, 45 Pf. bis 6.75 Fahrfiguren 45, 95 Pf. bis 6.50 Musikpuppen 95 Pr., 1.90, 2.90 Puppen durch Uhrwerk beweglich 95 Pl., 1.25 Stehauffiguren Stoffdachshunde 45,95 Pf., 1.50 48,95 Pf., 4.50 Garnierte Betten 95 P., 1.90 bis 18 Mk. Kochherde Kochherde Nickel Puppenstuben m. geschirr 45, 95 P., 1.75 4.25, 5.50 bis 24 Mk. 2.90, 4.50 bis 15 Mk. Puppenküchen 2.90, 4.75 bis 35 Mk. Porzellan- Kaffeeservice 48 Pf. b. 6 Mk. 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Kugelgelenkca. 34 cm hoch ca. 46 cm 90 Pf., hoch 2.90 Puppen m. genähter Schrägscheitel- 2.90 Perücke, ca. 52 cm hoch ARTIKEL MIT UHRWERK Luftschiffe Aeroplan Automobile Autodroschken Reitender Knabe 95 Pf. 95 Pf., 1.50 95 Pl., 1.85, 2.90 45,95 Pf., 2.90 80 Pt. Störrischer Esel 90 Pl. Singender Frosch 75 Pl. Seehund 90 Pl. Schwan und Ente laufend 75 Pl. Bäcker u. Schornsteinfeger 90 Pf. Clown mit Schirm 48 PL. PFERDE UND WAGEN Schaukelpferde Plüschbezug 5 Mk. bis 10.50 Schaukelpferde Fellbezug 9.75 bis 26.50 Fellpferde geschirrt Rollwagen mit Pferd mit mit 95 Pf. bis 9 Mk. 1 Mk. Rollwagen Felpferd 2.90, 5 Mk. bis 9 Mk. Kastenwagen Pferd 1 Mk., 2.90, 4.25 Kabriolett mit Fellpferd Bierwagen mit Pferd 1,75, 2.90 bis 9 Mk. 2.90 60, 95 P., 1.40 bis 9 Mk. SPIELE Die WeihnachtsPreisliste mit dem BücherVerzeichnis wird kostenlos zugesandt. Gesellschaftsspiele 45, 90 Pf. bis 6 Mk. in grosser Auswahl Neu! Würfelspiel im lenkbaren Luftschiff 95 P., 1.50, 2.80 Neu! 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Fleischerläden 95 P., 1.75 bis 5.75 Kaufläden 48, 95 P., 1.75 bis 12 Mk. Pferdeställe 48,95 P., 1.65 bis 18 Mk Kasperle- Theater 95 P., 2.90 bis 6.75 Figuren- Theater 2.75, 4.50 bis 9.50 Länge des Zuges ca. 55 cm SOLDATEN- SPIELE Kavallerie Bleisoldaten Kava 45, 95 Pf. b. 7 Mk. Festungen Ulanen 95 Pf., 2.90 bis 15 Mk. Militärgarnituren 95 P., 2 Mk. bis 7.50 Helme Infanterie, Husaren, 45, 95 Pf. b. 2.85 Metallkürassierhelme mit Spitze 2.50 Metallkürassierhelmenickel 2.90, 4.25 Metalıkürassierhelme mit Adler 2.90, vernickelt 4.25, 5.50, 7 Mk. Metallkürasse 2.10, 2.90, 4.50, 6 Mk. Trommeln 45, 75, 95 P., 2.90 MUSIK- INSTRUMENTE Leierkasten mit auflegbaren Noten 9.75, 16 Mk. Symphonium Noten mit auflegbaren Polyphon mit auflegbaren Noten für Kinder 8.50 bis 45 Mk. 9.50 bis 84 Mk. 4.50 bis 18 Mk. 95 Pf. bis 6.75 Violinen fr 95 Pf., 2.90, Klaviere für Kinder Ziehharmonikas 48, 95 Pf. bis 10 Mk Schafe mit Stimme 45, 95 Pf., 1.45 bis 6 Mk. Hunde mit Stimme 1.90, 2.90, 5 Mk., 6.75 Ziegen Stimme 48, 95 Pf., 1.50, 2.85, 5 Mk. Sprechmaschinen Platten- Apparate 17, 27, 38 MK Omnibus- Automobil oder Taxameter mit 2.75 mit Sonnendach. Automobil Renn- Automobil Uhrwerk, ca. 30 cm lg. 90 Pf. 2.85 Schiffe Mk. durch Uhrwerk laufend, ca. 30 cm lang 75 Pf Dampfmaschinen stehender Kessel Schreibmaschinen ca. 33 cm hoch 2.60 2.45 Rand gesetzl geschützt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. !b.269. 25. z°w., 2. Keilllge des Jormiiil!)" Jcrliiift Polblilatl.««ms.».« Das Drama im Berömannsdorf. Me Hoffnungen vorbei. Konnte man bisher noch der stillen Hoffnung Raum geben, es »verde vielleicht noch einigen Knappen gelingen, sich bis zum FZrder- schacht durchzuarbeiten, so hat sich dies Klammern an einen Strohhalm nun auch als trügerisch herausgestellt. Ter Schacht ist jetzt, um das Feuer in der Grube zu ersticken, ebenfalls unter Wasier gesetzt. Run ist wirklich kein Schimmerchen von Hoffnung mehr vorhanden. 3Sst Menschen habe» zu atmen aufgehört; plötzlich ritz der Tod sie dahin, versetzte viele Hundert Familien in namenloses Weh. Dazu wird noch gemeldet; Hamm» 14. November. Die Nachricht, daß die endgültige Unterwafferfetzung des Schachts in Angriff genommen würde, in- dem eine Rohrleitung bis zur Lippe gelegt und von dort das Wasser durch Dampspumpen bis zum Schacht gedrückt werden sollte, rief unter den Angehörigen der in der Grube befindlichen Verunglückten große Erregung hervor, zumal vielfach Gerüchte umgingen, daß noch einige von den Ver- nnglückten am Leben seien. Das Mitglied des Aufsichtsrats. Kommerzicnrat Rautenstrauch aus Trier, erklärte auf eine Anfrage, daß alle Beamte, die sich am Tage des Unglücks im Schacht befanden oder bei den Rettungsarbeiten be- teiligt gewesen sind, davon überzeugt seien, daß schon Donnerstag mittag niemand mehr von den Verunglückten am Leben gewesen sei. Was nicht durch die Explosion ge- tötet sei, wäre durch die giftigen Schwaden erstickt, oder aber fei bei dem entstandenen Feuer in den Flammen um- gekommen. Den Beschluß, den Schacht abzudämmen, habe man gefaßt, um des Feuers Herr zu werden, das sonst sich mehr und mehr ausgebreitet haben würde. Hätte man das Feuer nicht abgedämmt, so mußte man annehmen, daß die Toten zu Asche verbrannten. Man hofft durch die Unter- wassersetzung des Schachtes die Leichen vor dem Feuer zu bewahren und so die spätere Bergung möglich zu machen; außerdem ist dies der einzig sichere Weg, die giftigen Gase bollständig aus dem Schachte zu entfernen. Man hofft, daß in vierzehn Tagen das Feuer geloscht ist und dann das Wasser wieder ausgepumpt werden kann. Die Beerdigung der Verunglückten ist auf Montag IlHh Uhr vormittags angesetzt. Sie erfolgt vom Zecheichlatz aus nach dem Friedhof der Gemeinde Hoevel. Für die Verunglückten wird ein eigener Friedhof errichtet. Die Beerdigungskosten werden von der Gesellschaft getragen. Jahre 1886 auf 93,31 im Jahre 1896 und weiter auf 126,29 im Jahre 1997. Die entschädigungspflichtigen Unfälle stiegen in dieser Zeit von 6,69 auf 12,11 resp. 15,54. Uebcrhaupt wurden Unfälle gemeldet: 22 497 im Jahre 1886 und 92 455 im Jahre 1897. Beinahe 199 999 in einem Jahr! Hiervon waren entschädigungspflichtig: 2267 rcfp. 11 382. Die Zahl der tödlichen Unfälle stellt sich für 1997 auf 1743. Das sind fürchterliche, dringend nach Abhilfe schreiende Zahlen. � Hemmungen des Bergarbeiterschutzes. Zwei Faktoren desselben Ursprungs wirken der Einführung von Arbciterschutzvorrichtungen entgegen. Einmal die direkten Aus- Sitnationsplan von der Grube„Radbod". Falsche Freunde. Jlnmer dasselbe Spiel, immer die verlogene Sentimen- taliiät! Als wir nach der Katastrophe von Courridrcs er- klärten: Das System an den Prangerl da stellten bürgerliche Preßorgane sich entrüstet, machten uns den Vorwurf, wir benützten das Unglück zu Agitationszwecken. Die Ethikcr! Wir sollten helfen, die Oeffentlichkeit betrügen; Jammern über Unvermeidliches, dadurch die Aufmerksamkeit von den Ursachen, von den Schuldigen am Massenmord ablenken. Lärmende Bekundung des Mitgefühls und Getue darüber, daß wir die ernsten Stunden heiliger Trauer stören durch Aufwerfung der Schuldfrage, sind einfach betrügerische Tricks. Das Kapital soll nicht beunruhigt werden! Das alte Spiel beginnt schon wieder! Die„Konser- vative Korrespondenz" Hai bereits mit der Hetze gegen Schutzforderungen begonnen. Ten zollgesättigten Agrariern genügen ein paar Mitleidsworte für die Opfer; wir aber verlangen ausreichende Fürsorge für die Hinterbliebenen und Schutzgarantien für die— Lebenden. � Opfer des Bergbaues. Eine traurige Begleiterscheinung des industriellen Aufschwungs Deutschlands ist die steigende Zahl der industriellen Unfallverletzten. Und die Steigerung ist besonders groß im Steinkohlenbergbau. Nach den Ausweisungen der Knappschaftsberufsgenoffenschast stieg die Zahl der gemeldeten Unfälle pro 1999 Versicherte von 65,45 im " politischer Theaterbericht. DoS Deutsche Wallottheater(Berlin NW. Königsplatz Nr. 1—3) hatte am Dienstag ein volles Haus. Kein Wunder, wurde doch�ine füniaklige(der Sonderling von Komponist sagt statt A k t„Jutet- pellation"), eine fünfaktigc tragikomische Oper ausgeführt, der ein Weltruf voranging. Nicht umsonst war vierzehn Tage lang in de» Tausenden von Journalen und Zeitschriften der fünf Erdteile in allen Sprachen vom Daily- telegräflichsten Englisch bis zum Boto- kuden- Slang und Esperanto für das allerneneste Opus des be- rühmten produktiven Autors Reklame gemacht worden. So geschah es denn, daß Männer, die sich den„Sardanapal", ja— daß Weiber, die sich sogar den Caruso geschenkt hatten, auf diesen Hochgenuß hier nicht verzichten wollten.. Montag nacht schon reihten sich Messenger Boys. Ofsizier- burschen, Dienstmäimer an der Theaterrampe auf; denn jeder wollte der erste sein, die Eintrittskarten für den genußsüchtigen Auftrag- gebcr zu erkämpfen. Im Handumdrehen war das Hans a u s v e r- kauft, und es wurden den beneideten Besitzern eines Billetts bis 50 M. über den Selbstkostenpreis geboten I Eine halbe Stunde vor Beginn der Oper war das Parkett, waren die Logen gedrängt voll, auch die Hofloge. Allerdings, Wilbelm II. in höchsteigener Person war n i ch t erschienen, so daß dre Hoffnung der Phantasten zuichanden wurde, die sich einen besonders pikanten Reiz davon versprachen, wenn gerade er der inter» esianien Premiere beizuwohnen geruht hätte. J», ersten Akt saug der Busso vom Hostheater zu Rothenburg ein urkomisches Baß-Nezitativ. Sein Spiel litt außer- ordentlich durch die bekannte Gewohnheit diese« Künstlers, sich unaufhörlich im Kreise hcrumzubewegen: bald nach rechts, bald nach links, halbrechts, halblinks— eine lebende Drehscheibe. Und auch dadurch wurde der Genuß nicht gerade erhöht, daß der Busso dem Herrn Souffleur gar zu inbrünstig nach dem Munde sah. dem lese- wütigen Kastenmenschen, der mit seinen Statisten aus den 26 Richtungen der deutschen Windrose auf der Mokierbank saß. Zum Glück hatte der Chorus hinter der Szene auch ein Wörtchen mitzureden. und der fang denn mit voller Lungenkraft eine kleine Einlage, ein Lied aus einem guten alten, frommen Buche des Pfaffen Maurizius: Ich seh' Gelehrte und Professoren Und Präsidenten und Assessoren, Weinküfer seh' ich und Redakteure, Superiniendenten und Accoucheure Und Börsenleute und Zeitungsschreiber. Astronomen und Stencreintteiber, Lumpenhändler und AltertuinSkcnncr, Biederntänner. Hansemänner, Bassermänner»» Allein wo sind die MSimer, die Räaner?!? gaben dafür, dann die Erwägung, daß allen Anforderungen � genügende Einrichtungen und deren strenge Beachtung den Arbeits- cffekt etwas beeinträchtigen könnten. Man will möglichst unbe- hindert sein in der Ausnutzung der Arbeitskraft zur Steigerung des Erträgnisses. Für den Sozialpolitiker und die Regierung sollte aber lediglich bei ihren Entschließungen die Sicherheit des Betriebes maßgebend fein. Und gerade der Ruhrbcrgbau hat ängstliche Behandlung aus finanziellen Gründen gar nicht not- wendig. Tie Rentabilität ist sehr hoch und die letzten Jahre brachten enorme Ertragssteigerungen. Im Oberbergamtsbezirk Dortmund stieg die Steinkohlen- Produktion von 65 373 581 Tonnen im Jahre 1995 auf über 89 Millionen Tonnen im Jahre 1997. Der Preis der Kohlen ging in dieser Zeit je nach Qualität um 1 bis 3 M. hinauf. Im Durch- schnitt kann man unter Berücksichtigung des stark gestiegenen Mehr- erlöses aus der Ncbcnproduktion eine Einnahmcsteigerung von rund 2 M. pro Tonne Förderung annehmen. Unterstellt man den Durchschnittserlös für 1995 mit 19 M. pro Tonne, dann ergibt sich für 1997 ein Einnahmemehr von 319 Millionen Mark. In derselben Zeit erforderte die Gesamtlohnsumme, die von 397 778718 Mark auf 459 435 921 M. gestiegen war, rund 152 Millionen Mark mehr. Demnach verbleibt zugunsten der Werke noch ein Plus von 158 999 999 M. Wenn man hiervon auch noch 39—19999 999 für sonstige Verteuerung der Gestehungskosten abzieht, so bleibt immer noch eine ganz eiwrme Ncttoertragssteigcrung. Und diese könnte Die Akkorde deS schönen Liedes rauschten voll hinein in den zweiten Akt, bei den, die Hörer noch weniger auf ihre Kosten kamen als vorher, weil der Baritonist so entsetzlich wiinmerte, weimerte und wiemerte, daß eine Jungfrau, die in der Diplomatenloge saß. die Welt mit einer Frühgeburt beglückte. Im dritten Akt endlich gab's etwas Herzerfrischendes zu hören: Der erste Tenor, ein tüchtiger Singer, schmetterte eine Arie, die einen Markstein bedeutet in der Geschichte der Bühne am Königs- platz. Als Unterlage für die kräftige Melodie diente» Textworte ans Mendelssohns—„Paulus": Wachet auf! nift unS die Stimme Der Wächter, sehr hoch auf der Zinne, Wach' auf, du Stadt Jerusalem I » Die Heiden lehnen sich auf, Herr, wider dich; » Dieser Mensch hört nicht ans zu reden Lästerworte. « Wie lieblich sind die Boten, die den Frieden verkündigen! In alle Lande ist ausgegangen ihr Schall lind in alle Winde ihre Worte. G Die beiden letzten Akte waren inatt, und auch das Nachspiel verpuffte wirkungslos, weil der Handlanger vom Schloßtheater, der nur eine Gastrolle im Wallottheater gab. total versagte. Der arnie Schelm I er, der geborene sauste Heinrich, sollte den Helden mimen! Das mußte natürlich schief geben, und eS ging schief, trotzdem die Claqueure auf der rechten Seite deS Parketts ihr Möglichstes taten. Die Rezensionen, die er am nächsten Tage zu lesen bekam, hat er sich gewiß nicht an den Spiegel gesteckt. •.* Haben sich Männlein und Weiblein, wie ich oben erzählte. um die Billetts zum Dienstag beinahe geschlagen, haben die Leute mit den großen Geld- und de» kleinen Gehirnkästen gar hohe Summen für Entreebilletts geboten, so sollte man aus dieser Erfahrung eine nützliche Lehre ziehen: de» ganzen Rummel ein- für allemal theatermäßig herrichten. Fort mit der Freikarten-Nassauerei l Wer für einen Besuch in jenem Etablissement nicht mal lumpige 29—30 M. zu zahlen in der Lage ist. ivaS hat der Hungerleider überhaupt im Aallottheater zu suchen? A- An Tagen, wo erste Kräfte austreten, könnte der EintrittsptNs Übrigens verdoppelt, verdreifacht werden. Z. B. wenn Dr. Hahn oder der Kreth kräht, wenn der Raab krächzt oter der Oldenburg januschauerliche Witze reißt. Die Einnahmen werden fiir hohe und höchste Knltttrzwecke angelegt. Etwa zur Errichtmig einer Mannorsiraße für die legitimen und illegitimen Hohenzollerufrauen(Pendant zur männlichen sehr wohl eine geringe Kürzung erfahren, indem endlich die not» wendigsten Vorsichts- und Schutzmaßnahmen getroffen werden. Lange genug hat man gesäumt; das Maß ist voll; der Opfer sind genug gefallen. So wars bei der„Borussia"-K9tastrophc auch. Das W. T. B. verbreitet folgende Nachricht: Hamm(Westfalett), 14. November. Sofort nach dem Ein- treffen des Prinzen Eitel Friedrich fand eine Besprechung statt, an welcher der Handelsminister Delbrück, die beiden Regierung?- Präsidenten von Arnsberg und Münster, der Flügeladjutant des Kaisers, General von Scholl, und der persönliche Be» gleiter des Prinzen teilnahmen. Berghauptmann Liebrecht- Tortmund erstattete Bericht über die Katastrophe. Haichels- minister Delbrück führte dann aus, nach dem Bericht der Kommissare, die die Arbeiter vernommen haben, habe er bisher den festen Eindruck gewonnen, daß von feiten der Zechenverwaltung und ihrer Beamten keinerlei Verstöße gegen die bergpolizeilichen Vorschriften zu konstatieren ge- Wesen seien. Ferner führte er aus. daß er nach den ihm erstatteten Berichten überzeugt sei, daß die Rcttungsarbeitcn in energischster Weise durchgeführt worden seien, und daß kein Zweifel mehr darüber bestehen könne, daß sämtliche in der Grube eingeschlossenen Bergleute bereits gestorben waren, als der schwerwiegende Entschluß gefaßt wurde, die weiteren Rettungsarbeiten einzustellen. Man habe nicht die Verantwortung übernehmen wollen, das Leben der Rettungsmanrrschaften nutzlos aufs Spiel zu setzen. Wie richtig diese Erwägungen gelvesen seien, erhelle daraus, daß kurz nachdem die Rettungsmannschaften die Grube ver- lassen hatten, eine weitere Explosion erfolgt sei,.durch welche die Rettungsmannschaften zweifellos ihr Leben eingebüßt hätten, wenn sie noch im Schacht gewesen wären. Wir müssen gestehen: Das Urteil imponiert— und überzeugt unS nicht. Schon gestern wiesen wir auf genau denselben Vorgang beim Borussiaunglück hin. Auch damals war man sehr eilig mit der Konstatierung, daß die Ver- waltung keine Schuld treffe. Und nachher stellte sich heraus, daß die Grube geradezu verludert war. Will man jetzt auch noch die über Mißstände und Uebcrtretungcn klagenden Berg- arbeiter zu Lügnern machen? Vom Schauplatz der Katastrophe. Ein Augenzeuge, der das entsetzliche Grubenunglück mit all seinen Schreckensszenen mit angesehen hatte, schreibt unS: ..Jeder Zug, der in Hamm einläuft, bringt neue Ankömmlinge, die an den grausigen Ort eilen wollen. Die goldene Herbstsonne, die bis jetzt so prächtig schien, sie scheint ihre erwärmenden, lachenden Strahlen nicht für passend zu finden, denn vormittag um 9 Uhr beginnt der Himmel sich zu verfinstern und Regen, wochenlang entbehrt, fällt auf die ausgetrocknete Erde. Alles ist grau in grau. Das Trübselige, das über das arbeitsüberlastctc Ruhrkohlcngebict lagert, es wird jcjjt zur niederdrückenden Schwere und wie eine Zentnerlast lagert eS über den nimmerendenden Menschenzug, der sich durch die Stadt Hamm hinaus auf die Chaussee nach dem etwa eine Stunde entfernten UnglückSort bc- gibt. Das neblig-kalte Regenwetter, die von der Last der schweren Arbeit gebeugten bleichen Menschen mit all ihrem Kummer, sie machen einen Eindruck, der an die Nerven geht. Da liegt vor mir die Zeche„Radbod". Ihre beiden Förderschächte ragen hinauf zum grauen Himmel. Wimmernd und schreiend stehen die klagenden Frauen um den Schachteingang. Mit jedem Fördcr- SiegeSallee) oder zum Bau einer Zeppelinstraße nach dem MorS. Gelegentlich können ja auch'mal für niedergebrannte deutsche Städte' oder für Witwen und Waisen verschütteter Bergleute ein paar Pfennige, für den Ballon-, Automobil-, Pferdesport einige Hunderttausend Mark aus der Theaterkasse gespendet werden. Bei so vortrefflicher Verwendung der Einkünfte wird schließlich auch die Gefahr vermindert, daß der Herr Direktor— wie heutzutage— seiner Truppe mehr Ferien als Spielzeit diktiert; denn wenn er erst ein pekuniäres Interesse hat. möglichst viele volle Häuser zu erzielen, dann wird er schon alles daransetzen, daß der berühmten Losimg „Aus ins Metropol l" Das Feldgeschrei„ A u f inSWallothauSI" entgegendröhnt. Es liegt kein Grund vor, in unserer Zeit deS KunsthungerS dein Volke nicht auch an anderen Stellen Zerstreuung zubieten. Wir brauchen Kammer-Spiele I Wird am Königsplatz für die Befriedi- gung höherer Genüsse gesorgt, so vergesse man nicht, daß unsere» ostelbischen Freunden die ganze moderne deutsche Richtung der letzte» vierzig Jahre niemals gepatzt hat. Darauf nehme man Rücksicht. Im preußischen Lniidestheater(Prinz-Albrecht-Straße 5) iann gut und gern das Kunftfach a la Zirkus Büsch gepflegt werden. Ein fideler Stierkampf zum Beispiel würde in dies Milieu gar nicht übel passcu. und an ersiklaffigen Stieren auS Ostpreußen, Pommern, Schlesien ist ja kein Mangel. Alles wcirerr ergibt sich von selbst. Wir haben zwar schon ein Hcrrcnfeld-Theater in Berlin, das darf aber kein Grund sein, von der Errichtung eines Konkurrenzunternehmens in der Leipzigerstratze (gegenüber von Wertheim) abzusehen. Sollte sich über kurz oder lang herausstellen, daß dieses Institut sich überlebt hat, daß mit seinem schläfrigen Personal allergünstigstenfalls nur noch Marionetten- spiele aufgeführt werden können, so lasse man eben Kasperle hüpfen und tanzen. Oder man verwandle die Bude in ein Fossilien- und Petrefaklen- Museum. Man zeige den alten Hammer-Stcin, das manteuflische Maslodon, den versteinerten Vogel Bülow und was alles an verschollenen Dickhäulern der preußischen Urzeit vorhanden ist. Geht das Reich, geht der Staat mit gutem Beispiel voran, so werden die S t ä d« e nicht zurückbleiben wollen, und kommunale Theater dürften bald wie Steinpilze auS der Erde schießen. In der Tat, hier liegt ein weites Feld noch unbebaut. Sind doch unsere HauspaschaS die geborenen Komödianten: Sie spielen mit ihrer Vetternwirtschaft da� Geld in die eigenen Taschen hinein und mimen Vollsfreiindschaft, M-nschheitSbeglückung. Sie geben MoliöreS„Geizigen", wenn die Proleten in Not sind, und Raimunds„Verschwender", wenn irgend ein fünft» geborener Prinz seine Prinzessin ins Brautbelt führt. Kurz und gut: sie haben ein reiches, urkomisches Slepertoire. Achtelt sie dann bei Anstellung ihrer Beamten»och mehr als bisher auf deren künstlerische Onalifikation, so kannS ihnen ganz gewiß nicht fehlen. Die Bürgermeister werden bei Fürslenempsängen durch ihre Knie- beugen und Gliedcrverrenkungen jeden Schlangenmenschen beschämen, und wenn das VoN nach Brot schreit, wird man ihm mit ZirkuS- spielen daS Raul stopfen. Girgl. gang kcmmen Tole ans Tageslicht.— Menschcnmaterialt Stück- zahl. Auf Tragbahren liegen die Unglücklichen, mit einer zu knappen Decke zugedeckt, und man trägt sie nach der Zentrale. Dem einen fehlt der Kopf. Dort ist einer so entsetzlich verbrannt und verstümmelt, dag seine Feststellung schwierig ist. Eine Frau mit sechs Kindern ist zu schwach geworden, um klagen zu können. Dieses stumme Bild erschüttert bis ins Innerste. Noch immer kommen die Opfer. Alle zehn Minuten kommt der gefüllte Förderkorb hoch. Ein junges Mädchen bricht schreiend zusammen: Das Nachbars- kind eines Bergmannssohnes, der in der Blüte seiner Jahre dort unten im brennenden Schacht sein Leben abschloß. Der tragische Schluß eines begonnenen LebenSromanes ist dieser erstickende Schrei. Er war die ungewollte Offenbarung eines stillen Glücks, das jetzt ausgelöscht ist. Das Automobil, das aus Hamm Sauer- stoff zum Retten brachte, es ist umgekippt. Die Arbeiten werben weiter erschwert durch Reparaturen, die an den Wasserleitungs- röhren vorgenommen werden. Die Frauen wollen ihre Männer wiedersehen, da, wie entsetzlich, wird plötzlich, nachmittag um 3 Uhr erklärt:„Es hat ja keinen Zweck mehr; wir holen ja doch nur noch Tote. Wir müssen unten die Gänge zuhauen, damit das Feper ausgeht/ Welch Elend! Hunderte sind unten eingeschlossen und man muß die Gänge zubauen... Ein einziger gewaltiger Verzwciflungs- schrei durchhallt die Luft und immer trüber wird der Himmel. Ein Ingenieur erklärte mir:„Es hilft nichts I Die unten noch leben sollten, können sich nun auswählen, ob sie sich die Lungen langsam vergiften wollen, oder perbrennen. Jetzt bauen wir zu, sonst brennt dje ganze Zeche," Abends um 7 Uhr beschließt man, das Bergwerk unter Wasser zu setzen, um pcs Feuers ganz Herr zu werden. 31 Pferde haben unten noch ihr Leben lassen müssen. Diese Summe von Schmerz ha unten, dieses Elend da oben bei den Witwen und Waijen. Bei mancher Frau scheint der Wahnsinn aus den Augen zu lodern, Auf den Gesichtern der Toten, die ans Tageslicht gekommen, haben die verheerendsten Brandwunden ge- wütet und doch blieb noch Platz für jene Elendsblässe, die Eni- behrung und geißelnde Arbejt schaffen. Fürwahr, das sind Eni- erbte des Glücks, Wer solch entsetzliches Bild sieht, wie Toter auf Toter emporsteigt aus dem dunklpn Schacht und weist da unten noch dreihundert i» Todesschmerzen, dem krqmpft sich fiebernd das Herz zusammen, der perlernt das Lachen. Dq vergißt man, daß mgil in der herrlichsten der Welten lebt. Die braven RettungSmaniischaftcn, die mit schwarzen Ge- sichtern, taumelnd von den Gasen dort unten, vom Feuerherd weg die Leichen holen und ihre Kameraden zutage fördern, nicht wissend, ob sie bei der nächsten Tiefenfahrt die Sonne wiedersehen. Sie sind Helden, deren Tat in keinem Buch her Weltgeschichte, aber in der Brust de» richtig Empfindenden ein bleibendes Plätzchen finden. Schlagende Weiler waren es, die des Morgens um 4 Uhr den fußhoch liegenden. Kohlenstaub, 5M Meter tief, zur Entzündung brachten und seit 24 Stunden Porher ist nicht bexieM worden. Der Hauer lpst den schwarzen Diamanten, die Zeche„Radbod" fördert täglich 1400 Tonnen, und diese Kohle bedeutet Kapital, aber das Berieseln bringt nichts, höchstens die Vermeidung eines Massen- todes.-- Als sich die Schatten der Nacht herniehersenken. dringt noch immer aus dem großen PentilationSschacht her Rauch, her Zeugnis gibt von dem wütenden Brande, der'unten haust. Die Stempel, das sind die Holzversteifungen der Gänge, brechen prasselnd zu- summen und nun kommt das Wasser. Schwatz, und schwer kommt es einher und löscht die perseitgenL? Glut des Feuerst dessen. Ge- walt Hunderten von armen Leuten das schwache Lebenslicht aus- «iesr- Und nun wird" stte stinbige, trübe, schwarze Wassermasse. die auch Pferdeleichen mit sich schleppt, die Feuorwunden kühlen von den erbarmungswürdigen Opfern der Arbeit. Ske werden entlang geschwemmt, hie Gänge hinunter, diese Lkichcnhsufen, und oben da warten Hunderte von Witwen mit' ihren armen Kindern, ob die Erde ihnen nicht dych noch den Ernährer, den Vater wiedergibt. Glücklich sind diese Unglücklichen in ihrem starken Glauben, daß dax Unglaubliche nicht wahx sein kann. Solch hartes Geschick kann man auch nicht glauben. 4M sind zur Nachtschicht eingefahren. Die wenigen Geretteten hören mir ihren Brandwunden und zerschmet- texten Gliedern, im Verein mit Hunderten von trauernden Witwen und Kindern, in einigen Wochen die Wcihnachtsglocken durch die Lande hallen und wie aus weiter, nebelhafter Ferne die Klänge der Botschaft;, Fried? auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!" � � Tie Erzählung eines Geretteten. Unserem Mitarbeiter erzählt einer hon den fünf unverletzt Ge- retteten, der Hauer AloiöPinkava.in seiner einsach-schlichton Art seine Rettung mit folgenden Worten:..... Ich war unten fleissig vei der Arbeit, im Sumpfvcrschlag bei der dritten Sohle, da hörte ich plötzlich so um 4 Uhr morgens einen ganz furchtbaren Schlag. Mir wurde gleich die Lampe aus der Sa,ib geschlagen. Ich suchte sie mir wieder, da schlug Mir ganz heißer Oualm entgegen. Ich merkte gleich, daß alles brennt. Immerzu härte ich Krachen und Bersten ringsherum. Ich hatte vier Kaineraden in meiner Nähe; wir tasteten uns die Wasser- leitungörohre entlang und kletterten dann so 4l> Meter die Leitern hoch. Nun kamen nur zur dritten Sohle. Hier sahs aus wie ein Schlachtfeld. Telephon war auch kaput. Jetzt gingen wir so schnell wie möglich an den Färdcrkorb, drei Verunglückte konnten wir noch mitschleppen, dann fuhren wir langsam in die Höhe. Da« war eine richtige Höllenfahrt, denn wir wußten nicht, ob wir oben lebend vnkoinmeu werden. Immerzu donnerte und kracht??s um uns. Endlich kamen wir an die Oberfläche. Man wollt? cS uns nicht glauben, was da unten passiert ist. Die anderen liefen weg zu ihren Frauen nach Hause. Ich wurde mit dem Rad nach der Apotheke geschickt, und als ich dann endlich nach Hause zu meiner Frau kam. da können Sie sich, lieber Herr, denken, wie sich da meine Frau gefreut hat.•— Jetzt bin ich nun arbeitslos. Ich weiß noch nicht, was ich nun machen soll. Die armen Kameratzen da unten, ihrer dreihundert, die mußten so elend sticken. Ist das nicht ein schrccklickieS Unglück?—!200 Waisen haben wir pun jetzt dadurch, und alles nur um— Kohlen. Kohlen und noch- mal« Kohlen i## 4. Gendarmen als Beruhignngsmittel. Wie ans Hamm gemeldet wird, ist dort Sonnabend früh eine Gendarmerie- und Polizeiabteilung in Stärke von öö Mann eingetroffen. Der Zechenplatz wurde vollständig abgesperrt. T,e Volksmenge verhielt sich heute im Gegensatz zu gestern, wo sie sich noch in großer Aufregnng befunden hatte, vollständig ruhlg. � Nachrichten und Kundgebungen. AuS Wien erhalten wir folgende Privatdepesche: Ter Verband der sozialdemokratischen Ubgeordneten im österreichischen Abgeoronetcnhauä spricht den Hinter- bliebenen der unglücklichen Opfer der großen Dergkata- strophe das innigste Mitgefühl der Arbeiter Oesterreichs aus, und erneuert das GcMnis, unerntudlich und im» erschrocken den Kampf fortzuführen, bis zur Deseitigung der kapitalistischen Prodrvktionsweise, die immer wieder, in unersättlicher Profitgier, hunderte Menschenleben zum Opfer bringt. I. A.: S e i tz. Wien, 13. November. Wrbeitsministcr Echmann hat au den preußischen Handelsininister. ein Telegramm gerichtet, in welchem er in seinem Namen und km Namen der gesamten montanistischen Fachwelt Oesterreichs das tiefste Mitgefühl anläßlich der Kata- strophe von Hamm ausdrückt. Paris, 13. November. Dep Gcmcinderat hat in innigem Mit- »efühl mit der schrecklichen Katastrophe in Hamm der Bevölkerung Westfalens den Ausdruck der Anteilnahme an dem traurigen Er- cignis, welches sie betroffen habe, übermittelt. Paris, 14. November. Tie sozialistische Gruppe der Kammer beschloß eine Adresse an d« Hintechlixbcnen dex Opfer der Gruben» katastrophe von Hamm zu richten. Tonaurschingcn, 14. November. Der Kaiser hat für die Ver- unglückten und die Hinterbliebenen 2b 000 M. aus semer Schatulle gespendet und die Summe als Grundstock für eine einzuleitende Hilssaltion dem Operpcäsideute» von Westfalen überwiesen. ffielneidsprozeß gegen den Arbeits- Vermittler Vogel. Die gestrige Sitzung des Schwurgerichts begann mit der Ver- nehmung einiger Zeugen,, welch: die Behauptung de» Angeklagten bestätigen sollen, Mitglieder des Bäckcrverbandcs hätten ihm nach dem Leben getrachbet. Der erste oiescr Zeugen, Bolizeihauptmann Schmidt gibt an: Vor einigen Jahren, als in Berlin ein Bäckerstreik aus- gebrochen war, hczt. Vogel Arbeitswillige von außerhalb heran- gezogen. AuS diesem Grunde habe sich auf der Straße vor Vogels Wohnung«ist Aus laus von Plehrercn hundert Personen gebildet. Das seien Stresckcnde gewesen, die Vogel bedrohten. Die Polizei sei um Hilfe ersucht worden. Der Zeuge habe durch Schutzleute den Auflauf zerstreuen lassen und Posten vor Vogels Wohnung und der benachoarten Bäckerherberge ausgestellt. Etwa 10 Tage habe es gedauert, bis sich die Leute beruhigten. Daß Gewalttätigkeiten gegen Vogel, vorgekommen sind, weiß der Zeuge nicht. Ihm ist aber mitge-tciit worden, daß Bogel sich als Arbritsvermittler be- stechen lasse. Justizrat Sello, fmit nachdrücklicher Betonung): Also, daß Vogel Gesellen van außerhalb heranzog, um die Steven zu be- setzen, welche die Streikenden verlassen hatten, das war der Grund der Zusammcnrvttnng.— Zeuge: Ja. Der nächste Zeuge, Schuhmann Weiß, hat bei der Zerstreuung des Auflaufs mitgewirkt.— Rechtsanwalt Locwe fragt den Zeugen, ob die Leute, di? sich vor Vogels Wohnung zusammenfanden, auf Vogel geschimpft und ob sie gedroht haben, sie wollten Vogel tot- schlagen.— Der Zeuge sagt, daß er nichts Derartige» gehört hat. Zlngeklagtrr Bogel bemerkt, es handelt? sich in diesem Falle nicht um einen Berliner, sondern um einen auswärtigen Streik, bei dem er Arbeitswillige von Berlin hinsenden wollte. Eine der nächsten Zeuginnen ist Fräulein Tchwantek. Sie war vom Oktober ISOS bis 1007 bei Vogel beschäftigt und hatte Ein- tragungen iu die Arbeitsnachweisregister zu machen. Zu. diesem Zweck legte ihr Vogel die von den Arbeitsuchenden ab-gegcbetien Arbeitsbücher auf den Tisch Unter diesen Buchert fand die Zeugin einmal ejn Buch welches in einem Kuvert stak, und in diesem Buche /lag ei» Fünkmarkschein. Tie Zeugin inachte Vogel Mit- teilung von ihrem Fund. Vogel schlupfte, daß sie das Buch ge- nohUnon batte und sagte, sie hätte es sollen- liegen lassen. Wo der Fünsmarkfchiin geblieben ist, weiß die. Zeugin nicht.— Auf die Frstgt, wb sie während ibrer Tätigkeit ich Bogel beobachtet habe, tznh ihm Geld von Gesellen angeboten wurde, anttvorteie die Zeugin: Das könne sie sticht wjssen, denn wenn Gesellen kamen, machte Vogel iif Tür seines Zimmers AU. und blieb mit den Ge- shlle« allein darin. Zengin Fräulein Hohmann ist die Tockter deS Wirte?, in dessen Lokal sich Bogels?lrbeitsnachwei» befindet. Sie sagt, Vogel habe sie im Laufe mehrerer Jahre vier- bis fünfmal in sein Bureau gerufen und in ihrer Gegenwart Geld, welches ihm von Gesellen zugeschickt war, an dieselben zurückgegeben. Wann das ivar, weiß die Zeugin nicht. Die hat sich— che sie auf eine Frage des Präsidenten sagte— nichts dabei gedacht, daß Vogel sie bei der Rückgabe der Gelder als Zeugin hinzuzog. Bäckergeselle Reinbolz hat zweimal je 5 M. brieflich an Bogel geschickt. Da? Meld hat er zurücklN'kommen und darüber eine Quittung unterschrieben, welche Vogel ihm vorlegte.•— ES wird festgestellt, daß dieser Borgang in die Zeit fällt. Ivo Vogel bereiks Strasantrag gegen Schneider gestellt batte, die öffentliche Erörtc- rung der Bcstechungsangelegenhejt also zu erwarten war. Zeuge Anlauf bat vor Jahren versucht, Vogel 20 M. zu geben. die aber zurückgewiesen wurden. Dem Zeugen wird die Frage vor. gelegt, ob er Mitglied deS Bäckerverlandes sei.— Der Zeuge fragt, ob er die Beantivortung dieser Fragt ablehnen dürle. Der Präsident verneint das, und der Zeuge antwortet, er sei Mitglied, aber schon so lange mit dem Beitrag im Rückstände, daß ihm der Ausschluß angedroht worden sei.— Der Präsident fragt, ob jemand mit dem Zeugen über diesen Prozeß gesprochen habe. Der Zeuge verneint das. Jubizrat Sello fragt, warum der Zeuge die Frage nach seiner Mitgliedschaft im Verbände nicht beantworten wollte, ob er Un- annchmlichlkiten von der Beantwortung zu fürchten habe.— Der Zeuge antwortet: Er fürchte, wenn er sich als Berbandsmitglied bekenne, werde er bei der Jniiuiia keine Arbeit mehr bekommen. — Angeklagler Vogel bemerkt: Mir ist jeder Geselle gleich lieb, ob er VerbandSmitblied ist oder nickt. Bäckermeister Vnsilie aus Hannover ist derienige Zeuge, auf den.sich zu Beginn der vorgestrigen Sitzung Rechtsanwalt Locwe berief, um nackmiweiscn. daß Hetzschold sich mit dem früheren Svrechmeister Volte in die Vestechungsgelder geteilt habe. Der Zeuge Bastlie wurde einoebend vernommen, aber von der anneb- ticken Besteckung Heickchold« war mit keinem Wort die Rede. Selbst Rechtsanwalt Loewe, der sich gerade wegen dieses Punkte? auf den Zeugen berufen hatte, kam nicht auf diele Angelegenheit zu svrecken. Der Zeuge sagte ans, er sei mit dem früheren Sbreckmeister Bolte befreundet gewesen und babe sowohl von diesem als auch später von Vogel immer gute Ardeit bekommen, ohne daß er lange warten brauchte. Da» sei lediglich darauf zuriickzusühren, daß er ein miier Spcziasarbeiter sei. Geld habe er den Sprech- meistern nickt gegeben. ES sei. allgemein davon die Red« gewesen, daß man die Svrechmeister sckmiercn müsse, wenn man schnell Ar- beit haben wolle. Diese Annahme sei Wohl dadurch entstanden, daß die tüchtigen Gesellen immer bald Arbeit bekamen. Auch ibm, dem Zeugen, sei vorgcworken worden, daß er den Spreckmeister svicke, aber das babe er nicht getan.— Eine Frage des Jnstizrats Sello nach den Bestrebungen der Gesellen, den Arbeitsnachweis in ihre Hände zu bekommen, beantwortet der Zeuge dahin: Derartige Bestrebungen seien erst nach der Zeit seines Berliner Aufenthalts hervorgetreten. Es handele sich iedock nur um das Verlannen einer Anteilnahme der Gesellen am Arbeitsnackstvei». und die Agitation des Verbandes richte sick gegen die Institution deS ArbeitSnach- Weises, aber nicht gegen die Perlon Bogels.. Die folgenden Zeugen, zwölf an der Zahl, bekunden überein- stimmend, daß vor Jahren, als sie Backeraesellen waren keinig« sind eS beute nock).� alSSemein davon gesprochen wurde, daß man Bogel schmieren müsse, �wenn man gute Arbeit bekommen will. Die Zeugen haben daranrhin versucht, Vogel Geld zu geben, und zwar Beträge von S. 10 bis 20 M. Aber in allen diesen Fällen bot Vogel— wie die Zeugen angeben— das Geld mit großer Bestimmtheit, manchmal sogar mit Entrüstung zurückgewiesen. Einer dieser Zeugen sagt, die Zurückweisung sei derart gewesen. daß er sich seine» BcstechungSversuchc« geschämt habe. Einer.dieser Zeugen hat, nachdem sein erster Versuch Vogel mit 5 M. zu besteckten, zurückgewiesen war, den Versuch noch zweimal mit je 10 M. wiederhott. Er glaubte, er habe es das erstemal nicht richtig angesangen. Aber auch diese erneuten Versuche seien zurückgewiesen worden. Eine genaue Zeitangabe über ihre miß- lungenen Bestcchungsvcrsuche können die Zeugen meist nicht machen. Ihre Angaben erstrecken sich auf eine Reihe von Jahren, zum Teil Äs nach dem Streik von 1004, wo die gegen Vogel erhobenen Vor» würfe schon in weitester Oeffentlichkeit bekannt waren. Mehrfach wurden noch einzelne der am Freitag vernommenen Belastungszeugen vorgerufen und von der Verteidigung über neben- sächliche Punkte ihrer Aussagen befragt. Es handelt sich in allen diesen Fällen darum, daß die Verteidigung bemüht ist, die Glaub- iviirdiaii-it dar Belastungszeugen zu erschüttern. Nach dieser Rich- hrag hm stellen auch meliere Geschworene Fragen an die Zeugen. Neberhaupt ist die Tcilnalime, welche die Geschworenen durch Frage- urflvng au dieser Verhandlung ausüben, eine ungewöhulich lebhafte. Fcchner, einer der mn Freitag vernommenen Belastungszeugen, hatte gesagt, zu jener Zeit, als er Bogel 10 M. gab um Arbeit zu bekommen, sei es ihm so schlecht gegangen, daß er mit zcr- rissenen Stiefeln ging. Jvstizrat Sello fragte den Zeugen nochmals sehr eingehend über die zerrissenen Stiefeln und ob er denn mit den zerrissenen Stiefel« zum Spreckwwistcr gegangen sei. Ein Geschworener findet es auffallend, daß Fechner, obgleich er mit zerrissenen Stiefeln gehen mißte, 10 M. hatte um sie Vogel zu geben. In solcher Lage— sagt der �Geschworene— wäre eS doch das erste, das Geld für brauchbare Stiefeln zu vcrwcudcn. Zeuge Fechner antwortet: Nein, in solcher Lage ist es für einen Bäckergesellen das notwendigste, daß er sich Arbeit verschafft, dafür muß er sein letztes Geld hingeben. Schankwirt Krüger, ein geistig etwas schwerfälliger Mann, der sich bei seiner Vernehmung am Freitag nicht mehr erinnern konnte, ob er vor Jahren im Auftrage eines Gesellen 5 M. an Vogel gab, aber die Möglichkeit zugab, trat nach der Vernehmung Fechners vor und sagte: während der 20 Jahre, wo er seine Wirtschaft betreibt, habe er Fechner wenigstens zehnmal wegen Gewalttätigkeiten hinausgeworfen. Krüger sagte, er mache diese Angabe, um zu zeigen, daß gegenüber dem Zeugen Fechner große Borsicht notwendig sei. Zeuge GotHc tritt vor upd sagt, er kenne Fechner seit 1895 und glaube nicht, daß derselbe ein gewalttätiger Mensch sei. Der Zeuge Krüger behauptet, GötHc sei einmal, nachdem er eine Arbeit aufgegeben hatte, zu ihm gekommen und habe sich in der Wirtschast gerühmt, daß er seinem Meister einen Streich gespielt habe, indech kr dos Mehl versalzen habe. Im weiteren Verlauf der Verhandlung beruft sich Rechts- anwalt Loewe auf eine anwesende Zeugin, Frau Bienert. Sie soll nach Angabe de? Anwalts auf das Bureau des Bäckerverbandcs geladen worden sein, in diesem Prozeß eine dem Verband ge- nehme Aussage zu machen.— Die Zeugin wird vorgerufen und sagt, sie sei nicht auf dem Verbandsbureau gewesen, es habe sie auch niemand zu beeinflussen versucht. Hierauf bekunden nach einige Zeugen, daß sie vergeblich ver» sucht hätten. Vogel zu bestechen. Tovideit, ein von der Verteidigung zitierter Zeuge, spielt eine Rolle bei den Gelben. Zur Sache selbst weiß er nichts zu sagen. Deine von der Verteidigung provozierte Aussage dient lediglich der Stimmungsmache zugunsten der Bagelschen ArbeitSvcrmittelung und gegen den Bäckerverband. Er sagt unter anderem, daß die Gelben, weil sie beim Streik auf Seite der Meister standen, ein Vorzugsrecht auf dem Arbeitsnachweis der Innung haben. Die Roten hätten ihren eigenen paritätischen ArbeitSnack)wci»,unit dessen Hilfe sie Vogel stürzen wollen. Wenn das gelänge, dann würden die Gelben überhaupt keine Arbeit mehr bekommen. Der nächste Zeuge, Hetzschold, Gaulcftcr deS VäckerverbandeS» wird bcfragt, was er von Bestechungen Vogels weiß und wie der Verband zur Kenntnis der hier bekundeten Bestechungssalle ge- konimen sei. Der Zeuge sagt unter anderem, er sei Mitglied der Schlichtungskommission gewesen, die 1906 auf Grund des damals abgeschlossenen Tarifvertrages eingesetzt wurde. I» der Schlich- tungSkommission seien oft Beschwerden erhoben worden über Un- regelmäßigleiten, die Vogel bei der Arbeitsvermittelung sich zu- schulden kommen ließ. Namentlich, daß er die Gelben bevorzugt«. Das waren Verstöße gegen den Tarif. Vogel wurde von der Schlichtungskommission angewiesen, sich an den Tarif zu halten und seine Arbeitsvermittelung unparteiisch zu betreiben. Da3 habe aber keinen Erfolg gehabt. Vogel habe sogar den gelben Vereinen Mitglieder zugeführt. Infolge der fortgesetzten Tarif- Verstöße Vogels beantragten die Gesellenvertretcr in der Schlichtungskommission Vogels Absetzung. Dem wurde nicht stattgegeben. Nun hat der Verband die Angelegenheit in seiner Presse zur Sprache gebracht, darauf erfolgte die Anklage gegen Schneider, und au? Anlaß der Prozcßbcrichte meldeten sich ohne Zuwn des Ver- bandeS eine Reihe von Zeugen, die angaben, Vogel bestochen zu haben.— Die Verteidiger halten dem Zeugen Hetzschold vor, daß ihm der Fall Steinkopf durch eine im Jahre 1904 veranstaltete Umfrage bekannt war, daß er aber diesen Fall 1906 in der Schlich- tungSkommission nicht angeführt habe.— Hetzschold erklärt das dahin: Der Fall Steinkops sei ihm und seinen Borstandskollegen in der Zeit von 1904 bis 1906 aus dem Gedächtnis entschwunden. Da dem Vorstand nur dieser eine Fall bekannt war. so habe er daraufhin auch sonst nichts gegen Vogel unternommen. Erst nach dem Prozeß gegen Schneider habe sich Steinkopf selbst gemeldet. später hätten sich dann auch die anderen Zeugen unaufgefordert gemeldet.— Durch weitere Fragen der Verteidiger werden be- kannte Vorgänge aus den Kämpfen zwischen Roten und Gelben erörtert, so die bekannte Tätigkeit Knalls, der als Beauftragter des Verbandes Mitglied bei den Gelben war, um Feststellungen über deren Beziehungen zu den Meistern zu machen usw. Alle diese Fragen gingen augenscheinlich darauf hinaus, Vogels Be- hauptung, er sei daS Opfer eine» Komplotts der Roten, glaubhaft erscheinen zu lassen. Diese Fragen schweiften schließlich sehr weit von der Sache ab. Der Präsident schnitt sie deshalb ab mit der Bemerkung, hier solle nur festgestellt werden, ob Bogel Zu- Wendungen erhalten habe.— Rechtsanwalt Loewe fragt dcir Zeugen Hetzschold: Wissen Sie, warum Vogels Wohnung gestürmt wurde, und haben Sie sich an diesem Sturm beteiligt?(Gemeint ist der Auflauf, von dem zu Anfang der Sitzung die Rede war. Der Berichterstatter.) Hetzschold: Von einem Sturm auf Vogels Wohnung kann gar keine Rede sein. Vogel hatte damals Streik» brecher nach München gesandt, deshalb hatten sich auf der Straße vor seiner Wohnung die Arbeitslosen, die auf dem Arbeitsnachweis waren, angesammelt. Das wurde mir mitgeteilt. Ich ging hin und ermahnte mein« Kollegen zur Ruhe. Dann erst tan die Polizei.— Mit Bezug auf eine Angabe HetzscholdS über seine Kontroll« de» Arbeitsnachweises und Bevorzugung der Gelben durch Vogel fragt ein Geschworener: Wieso Hetzschold wisse, daß es Gelbe waren, die auf dem Arbeitsnachweis bevorzugt wurden.— Hetzschold antwortet, das habe er nicht gesagt. Die Gelben gingen nicht nach dem Arbeitsnachweis, sondern in Vogel» Wohnung.— Weiter bemerkt Hetzschold auf Befragen: Er gehört« der Kam- Mission fiir das Sprech- und HerbergSwesen an. Nach Ansicht der Kommission sei die Sprechordnung dahin zu verstehen, daß der Sprcchnwister von Gesellen außer den festgesetzten Gebühren keine Zuwendungen annehmen darf, auch in solchen Zöllen, wo der Geselle nicht an einen Bäckermeister, sondern wie im Falle Breit- sprccher an einen Gutsbesitzer vermittelt werde. Die übrigen Zeugen bekundeten nichts Neues mehr. Ihre Aussagen gingen im wesentlichen dahin, daß ihnen von Be. stechungen Vogels nichts bekannt sei, daß im JnnungSvorstand und in der Schlichtungskommission zwar derartige Beschwerden ver- bandelt worden seien, aber nichts in dieser Hinsicht festgestellt werden konnte. An den letzten Zeugen. Schneider, Vorsitzeuder des Bäcker- Verbandes, stellt Rechtsanwalt Loewe die Frage, ob in Bäckcrkreisen ein Artikel tn-Leipziger VolkSzeitung" kursierte, welcher die An- halten. Das Landgericht wie auch das Oberlandesgericht Kassel erfannten auf Abweisung der Klage, weil das erwähnte Strafe versprechen den guten Sitten zuwiderlaufe und deshalb nichtig sei. Auch die von der Klägerin gegen das oberlandesgerichtliche Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision hatte keinen Erfolg. ficht Bertrat, daß die Abgeordneten den Verfassungseid nicht halten ihnen das bißchen Wöchnerinnenschutz, das ihnen das Gesetz gewährt, brauchen, und ob nicht im Anschluß daran unter den Bäckern die auf fiskalischem Wege wieder genommen wird. Meinung vertreten worden sei, man brauche einen Eid überhaupt nicht zu halten. Schneider antwortet: Davon ist mir nichts Die Arbeiterbewegung in Bayern. bekannt. Einer folchen Ansicht würde ich entschieden entgegen- Der Gewerkschaftsverein München hat bei den treten. Ich halte es für jedermanns Pflicht, einen Eid zu halten Gelverkschaftsfartellen in Bayern statistische Erhebungen gepflogen und stets die Wahrheit zu sagen. Wir machen es auch unseren über die Organisationsverhältnisse im Jahre 1907. Das Ergebnis scheidungsgründe des reichsgerichtlichen Urteils folgen:" Die ReWir lassen nachstehend die hierzu gehörigen interessanten Ents Mitgliedern zur Pflicht, sich jederzeit streng an die Wahrheit zu liegt mun vor: Die Zahl der organisationsfähigen Arbeiter Die Beweisaufnahme ist beendet, es folgen die Plädoyers. beträgt 219 270, davon find in Zentralverbänden organisiert vision ist nicht begründet. Das Berufungsgericht führt zunächst 142 856 und gwar 123 791 männliche und 19 065 weib zutreffend aus, daß der Art. 284 Abs. 1 des Allgemeiner deutschen Stactsanwalt Rasch führte aus, die Belastungszeugen, wenn liche Mitglieder. Gegen 1906 bedeutet dies eine Zunahme Handelsgesetzbuches zur Anwendung fommt, wonach die Ston fie auch in unwesentlichen Buntten schwankten, seien doch im von 19 651 Mitgliederit. Die Kartelle hatten eine Gesamt- bentionalstrafe in Ansehung des Betrages feiner Beschränkung wesentlichsten Puntt fest geblieben, nämlich darin, daß sie Bogel einnahme von 73 077,35 m., eine Gesamtausgabe von 37 302,72 w unterlag, daß aber diese Vertragsfreiheit tros des Wortlautes des bestochen haben. Ein Teil dieser Zeugen habe einen sehr sicheren Die ortsüblichen Tagelöhne schwanken zwischen 2 und Gefeßes nicht ins Ungemessene ging, sondern ihre Schranke an den Eindruck gemacht. Es sei nicht anzunehmen, daß alle diese Zeugen 3,20 m. Meineide geleistet haben sollten. Aber selbst wenn man auch nur Auskunft zu erhalten war, 31. Gewerbegerichtswahlen wird dies von der Revision bestritten. Das Berufungsgericht ftüst Gewerbegerite bestanden im Jahre 1907, soweit Regeln des Anstandes und der guten Sitten fand. Mit Unrecht einem der Belastungszeugen glauben würde, so wäre das schon fanden in 17 Orten statt. Davon waren 16 Wahlen für Der Staatsanwalt beantragt, den Angeklagten des wissentlichen 13 082 Stimmen; ausreichend, um Vogel des Meineides für überführt zu halten. Die Startelle erfolgreich. Abgegeben wurden hierbei insgesamt seine Entscheidung darauf, daß im Verhältnis zu dem zu Meineides schuldig zu sprechen. Sollten die Geschworenen diese 9438, auf die gegnerischen Listen 3349 Stimmen. davon fielen auf die Liste der Kartelle schützenden Interesse der Patentinhaberin an der Nichtabgabe von Gewählt Siphons Vertragsstrafe von 1000 M. für jeden vertragswidrig bers Schuldfrage verneinen, dann könne noch fahrlässiger Falscheid wurden von den Beisitzern der Kartelle 111, von der Liste kauften oder auch nur ungefüllt verliehenen Siphon ganz unangenommen werden. Justizrat Sello vertrat den Standpunkt, daß aus juristischen fanden Streits statt, an denen insgesamt 102 Organisationen mit Existenz des Versprechenden zu gefährden oder gar zu vernichten, der Gegner 42 Beisitzer, insgesamt 153 Vertreter. An 33 Drten verhältnismäßig hoch und geeignet erscheine, die wirtschaftliche Gründen ein fahrlässiger Falscheid als vorliegend nicht angenommen werden könne. Wissentlicher Meineid liege aber aus tatsächlichen insgesamt 12 919 Mitgliedern beteiligt waren. 77 Streite endeten mit wie gerade der vorliegende Fall zeige, wo der Beklagte für die AbGründen nicht vor. einem vollen Siege, 7 Streits waren teilweise und 5 ohne Erfolg. AusDie Aussagen der Belastungszeugen seien nicht glaubhaft. Es solle nicht gesagt werden, daß sie, weil sie sperrungen fanden 27 statt. Davon waren für die Arbeitgeber 8 gabe bon 100 Siphons 100 000 m. würde zu bezahlen haben, von Erfolg, 19 ohne Erfolg. Durch die Aussperrungen waren wenn das Versprechen zu Recht bestände. An diese Begründung Sozialdemokraten find, Meineide geschworen haben. Der Sozial 22 Organisationen mit 2347 Witgliedern betroffen. Tarife 246 schließt sich ein von der Revision wegen mangelnder Feststellung demokratie könne man in dieser Hinsicht keinen Vorwurf machen. in 84 Städten und von 124 Organisationen abgeschlossen. An der tatsächlichen Voraussetzungen beanstandeter Sat: Nur Leicht-> Aber es gäbe in allen Lagern Parteifanatiker, welche bem Grund- 23 Drten bestehen Bauarbeiteriu Kommiffionen finn oder unerfahrenheit könne die Lizenznehmer, meist kleine jab huldigen: Der Zweck heiligt die Mittel. Der Berteidiger er- und an 8 Drten sind 30 Bautontrolleure aus dem Arbeiter- Bierverleger, zur Abgabe eines solchen Strafversprechens führen. sucht die Geschworenen, beide Schuldfragen zu verneinen. Rechtsanwalt Loewe erklärt auf Wunsch Hesscholds, seine Anstande angestellt. Erfolge ohne besondere Stämpfe wurden in Aber wenn man auch von dieser Erwägung abfieht, die als SchlußRechtsanwalt Loewe erklärt auf Wunsch Hesscholds, seine Annahme, welche durch den Zeugen Bafilie erwiesen werden sollte: 17 Orten errungen( Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzung und folgerung aus der Höhe der Vertragsstrafe in solcher AllgemeinSekschold habe teilgehabt an den dem früheren Sprechmeister Bolte Tarifabschlüsse). Christliche Organisationen bestehen in heit nicht zutrifft und einer fonfreten Begründung entbehrt, so 37 Orten 5000 Mitgliedern; hirich Dundersche zugefloſſenen Bestechungsgeldern, habe sich als unrichtig heraus- Organisationen beſtehen in 16 Drten, bie writglieberzahl war rechtfertigt doch die vorausgehende Begründung die getroffene Nach weiteren Ausführungen des Staatsanwalts und der Ver- nicht festzustellen. In den Kartellbezirken find außerdem noch 4 gelbe Entscheidung; denn die Vereinbarung einer Vertragsstrafe kann teidiger zogen fich die Geschworenen um 10 Uhr abends zur Be- Gewerkvereine und verschiedene fogenannte„ freie Gewerkschaften und schon dann als gegen die guten Sitten verstoßend für nichtig erliberale Arbeitervereine vorhanden. klärt werden, wenn sie zur Untergrabung der wirtschaftlichen ratung zurüd. Um 11 Uhr verkündete der Obmann den Spruch der Geschworenen: Diese Statistit tann auf Vollständigkeit feinen Anspruch machen, Existenz des Schuldners führen würde, und wenn zugleich das da die Orte Augsburg, Aschaffenburg, Bayreuth, Lamprecht, burch die Vertragsstrafe zu schützende Interesse des Gläubigers Ludwigshafen, Rehau und Straubing leiber trop wiederholter wegen feiner Geringfügigkeit die Festfehung einer so übermäßigen Aufforderung das ausgegebene Material nicht eingesandt haben. Strafe nicht rechtfertigt. Go liegt aber nach den Feststellungen des Berufungsrichters die Sache hiet, da der Beklagte für jeden einzelnen verliehenen Siphon die Vertragsstrafe von 1000 m. zu zahlen haben würde, während der Vermögensnachteil der Klägerin nur in einem Teil des Verkaufspreises von 22 M. für jeden Siphon besteht. Daß der Klägerin noch ein anderer Schaden durch die un- Berleihung der Siphons erwachse, ist in den Verhandlungen nicht hervorgetreten und wird von der Klägerin selbst nicht geltend gemacht. gestellt. Vogel ist weder des wiffentlichen Meineides noch bes fahrlässigen Falscheides schuldig. Als der Angeklagte, in den Gaal geführt und ihm der Spruch durch den Gerichtsschreiber mitgeteilt wird, sagt er: Meine Herren, ich danke Ihnen vielmals... Der Präsident unterbricht ihn mit der Bemerkung: Das ist nicht zulässig. ir tun hier unsere Pflicht, weiter nichts. Vogel zieht ein Tafchentuch hervor, legt den Kopf auf die Barriere und vergießt Tränen. Der Präsident verkündet, daß nach dem Wahrspruch der Geschworenen der Angeklagte freizusprechen ist. Mit Tränen in den Augen verläßt Vogel den Saal. Seine Freunde beglückwünschen ihn. Aus der Frauenbewegung. Wöchnerinnenschuh. Soziales. Gewerbegericht. 1. Die Olle" eine grobe Beleidigung? Gegen die Forderung einer Rohnentschädigung wegen berechtigter plöglicher Entlassung, die der Kutscher N. beim Gewerbegericht erhob, machte der Beklagte Mau geltend, der Kläger habe seine Mutter grob beleidigt. Die Verhandlung vor der Stammer 7 unter Dr. Gerths Vorsitz ergibt nur, daß Kläger mal mit Bezug auf die Mutter des Beklagten den Ausdruck„ Olle" zu einem anderen gebraucht habe, und zwar in der Form:" Die Olle aus Heiligensee fann ja die Kartoffeln abfcimen" und" Ist die Olle ba?" Das Gericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung der Entschädigung. Der Ausdruck Olle" werde oft ohne böse Abficht gebraucht. Im vorliegenden Falle möge ja vielleicht ein Kleiner Anhieb zu einer Beleidigung um diesen Ausdruck mal zu gebrauchen in den Worten des Klägers gemacht worden sein, als grobe Beleidigung charakterisierten sie sich aber nicht.§ 123 Biffer 5 der Gewerbeordnung, wonach ein Entlassungsgrund auch die grobe Beleidigung eines Familienangehörigen des Arbeit gebers fei, fönne also nicht angewendet werden. Rammer verurteilte Abermals: des Schuhmanns Majestät.. Der Heizer Gottschalk, der am 27. April 1908 sich vor der Fabrit als Streifposten aufhielt, wurde wegen Hebertretung der Berliner Straßenpolizeiverordnung zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er nicht unbedingt den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit des Verkehrs auf der Straße ergangenen Aufforderungen eines Schußmanns gefolge fet. Das Landgericht führte unter anderem aus: Wiederholten Aufforderungen des Schußmanns set G. insofern nicht gefolgt, als er nach einigen Schriften immer wieder an dieselbe Stelle zurüdgekehrt sei. Er habe Arbeiter und Arbeiterinnen angesprochen:„ Gehen Sie nicht hinein, es wird hier gestreift." Vorübergehende hätten ihrem Unmute Luft gemacht, indem sie sagten:" Da hört doch alles auf, man fann nicht ruhig vorbeigehen, bloß weil hier gestreift wird." Einige Zeugen sagten fehr fei fein reger mehr gewesen. Diese Zeugen hätten aber audy arar, es hätte sich niemand belästigt fühlen können und der VerStreitposten gestanden und den Vorgängen nicht solche Aufmerifamfeit widmen fönnen, wie die Schuyleute. Deren Befundungen, daß der Verkehr gestört worden sei usw., sei deshalb mehr Glauben beizumessen. In Der Angeklagte legte Revision ein, die Rechtsanwalt Dr. Hersfeld am Donnerstag vor dem Kammergericht vertrat. längeren Ausführungen erörterte er die rechtliche Bedeutung des Streifpostenstehens als eines Ausflusses der Rechte aus§ 152 der Gewerbeordnung. Dieses Recht würde illusorisch sein, wenn man nicht Leute ansprechen dürfte. Das Recht dürfte nicht Darunter leiden, daß sich einzelne Personen durch das Ansprechen beschwert fühlten. Das Recht könne von solcher Entrüstung keine Notiz nehmen. Verkehrsstörungen seien hier auch nicht einwandsGs blieb bei seinem bekannten Standpunkt, daß die Straßenpolizei frei festgestellt. Das Kammergericht verwarf aber die Revision. verordnung anwendbar sei, wenn der Sicherheitsbeamte den wed mit seiner Aufforderung verfolgte, der Erhaltung der Ordung und Sicherheit des Verkehrs zu dienen. Daß das Ermessen des Schußmanns dahin ging, sei ausreichend festgestellt. Ob G. Streitposten gewesen sei oder nicht, wäre gleichgültig. Entscheidend sei, welche Absicht der Schußmann verfolgte, nämlich daß, sie nach seinem Willen darauf abzielte, den Verkehr aufrecht zu erhalten. Das mißhandelte Stiefkind. Mit einer ganz eigenartigen Sache haben sich die österreichischen Arbeiterinnen und die Krankenkaffen zu beschäftigen. Der§ 94 der österreichischen Gewerbeordnung bestimmt, daß Frauen nach der Niederkunft vier Wochen nicht zur regelmäßigen gewerblichen Arbeit zurückkehren dürfen, und das Krankenversicherungsgesetz bestimmt, daß Wöchnerinnen durch ebensoviele Wochen das Krankengeld zu bekommen haben. Das ist der bisherige Mutterschutz" in Dester2. Hochbahnunglück und vorzeitiges Verlassen der Arbeit. reich, welch geringes Ausmaß nicht einmal allen erwerbenden Frauen zukommt, da ja der größte Teil der Heimarbeiterinnen Malerin W. von Herrn Stoltew, dem Inhaber eines photographischen Durch Klage beim Berliner Gewerbegericht beanspruchte die nicht gegen Krankheit versichert ist. Erst wenn die von der Regierung Bed wenige Tage bor ihrer Demission Instituts, 10,90 M. Lohnen schädigung, weil sie vor Ablauf ihrer schriftlich eingebrachte Gesegesvorlage zur Sozialversicherung vertragsmäßigen Beit zu Unrecht entlassen sei. Der Beflagte be Gefeßestraft erlangt, wird diese die Heimarbeiterinnen hart treffende trachtet es dagegen als Entlassungsgrund, daß die Klägerin eine Rüdständigkeit beseitigt werden. Auch die dienenden Mädchen halbe Stunde vor Feierabend aus dem Betriebe fortgegangen sei. Ferner erhob er Widerklage und verlangte 160 M. Schadenersatz find nicht gegen Strantheit versichert, das Krankenhaus ist ihre einzige Berner erhob er Widerklage und verlangte 160 M. Schadenersatz Zuflucht, aber auch sie sollen endlich, einer schon seit langem ver- für berdorbene Präparate. Vor der Kammer 8( Vorsitzender tretenen Forderung entsprechend, nunmehr in die Krankenversicherung Magistratsassessor Schulz) wurde durch Zeugenbeweis folgendes einbezogen werden. Außer diefen zwei angeführten Kategorien, die, festgestellt: Es handelt sich um den Tag des großer. Hochbahnwenn ihnen„ Mutterfreuden" beschieden sind, aller Mittel entblößt unglüds. Klägerin erfuhr davon durch einen Herrn, der mit einem find, gibt es noch unzählige Arbeiterfrauen, die trotz der Kranken- Extrablatt ins Geschäft tam. Der Beklagte war nicht zugegen. versicherung in so triften wirtschaftlichen Verhältnissen leben, daß ein Fräulein M. geriet in große Aufregung, weil ihre Schwester zu Wochenbett wie eine Katastrophe wirft. Die Wohnungsverhältnisse der Zeit, als bas Unglück passierte, die Hochbahn auf dem fragfind in den österreichischen Städten, besonders aber in Wien, ganz lich, so schnell als möglich nach der Unfallstelle zu eilen, um zu lichen Streckenteil zu benutzen pflegt. Ihr Bestreben war natürunzureichend. Die Arbeiterfamilien wohnen in engen, kleinen Wohnungen. sehen, ob die Schwester mit verunglückt sei. Sie wollte den BeEin Zimmer mit Küche ist schon eine fost flagten anflingeln. Gemeinschaftlich mit ihrer Stollegin suchte sie spielige Arbeiterwohnung, oft ist nur ein einziger Raum vorhanden, in dem alle Borgänge des menschlichen Lebens, jedoch vergeblich nach der Telephonnummer. Klägerin ging dann vorhanden, in dem alle Borgänge des menschlichen Lebens, um 46 Uhr nach der Unfallstelle. Um 6 1hr wäre die Arbeitszeit Gebären, Sterben, tranfein usw. fich abspielen. 26 Da wir mit Ausnahme eines privaten Wöchnerinnenheims zu Ende gewefen. Am Montag früh entschuldigte sie sich. Die in Wien teine andere diesen Zweden dienende Anstalt haben, den Beklagten zur Zahlung der Lohnso gehen nicht nur die„ ledigen Mütter", sondern auch viele ver- entschädigung. Wie festgestellt sei, habe die Klägerin unter dem heiratete Frauen auf die Gebärflmit, um dort niederzukommen. Die Einfluß eines großen Schreds gehandelt, da ihre Schwester zu der Berpflegungsfoften wurden durch Jahrzehnte von den Ländern gezahlt, fritischen Zeit die Hochbahn benutzt, so sei das erklärlich. Wenn plöglich die Länder sich zu besinnen, daß man für jene handelte, so könne ein Grund der sofortigen Entlassung nicht an- Frau Dr. Else Bergmann das Reichsgericht. Sie war wegen fort in denen die Wöchnerinnen heimatsberechtigt waren. Da begannen man dann noch, berücksichtige, daß es sich nur um eine halbe Stunde Bum zivciten Male beschäftigte am Freitag die Anklage geger Frauen, die gegen Stranfheit versichert sind, die Kranken- genommen werden. Die Widerklage des Beklagten wurde mit gefehter Mißhandlung der Marie Bergmann, Tochter ihres Gatter faffen zur Zahlungspflicht anhalten fönne. Vor acht Jahren mußte folgender Begründung abgewiefen: Für den Schadenersatzanspruch aus dessen erster Ehe, vom Landgericht I in Berfin zu einer Gelb gegen diefes Anfinnen ein heftiger Stampf geführt werden. wegen der verdorbenen Präparate wäre der Nachweis erheblich, strafe verurteilt worden. Auf die Revision des Staatsanwalts Die Arbeiterfrankenfaffen erklärten für Wöchnerinnen teine Spital- daß der Klägerin eine grobe Fahrlässigkeit zur Bast falle. Das hob seinerzeit das Reichsgericht das Urteil auf. Dann verurteilte fosten zu bezahlen, denn die Entbindung ist keine Strautheit im fei nicht dargetan. Die Beugin habe zwar die Unbrauchbarkeit das Landgericht die Angeflagte am 23. Mai zu drei Monates der fraglichen Präparate bestätigt, zugleich aber auch glaubhaft Gefängnis. Für das Kind war vom Vormundschaftsgericht ein Sinne des Krankenversicherungsgefeges, da die Wöchnerin unter verfichert, daß dies nur zurüdauführen fei entweder auf ein Nicht- Pfleger bestellt werden, der am 11. Mai 1907 Strafantrag gestellt allen Umständen Anspruch auf vierwöchentliches Strankengeld hat, auch wenn sie nach einigen Tagen fchon ganz gefund ist. Keinen glücken der Arbeit oder darauf, daß Klägerin und Widerbeklagte bat. Gin folder Strafantrag hat nur Wirksamkeit für die drei Kreuzer den Ländern, alles den Wöchnerinnen", war der Stand- eine nicht besonders gewandte Malerin gewesen und der von ihr Monate vorher begangenen Straftaten. Das Gericht hat eine punft der Arbeiterfrankenkassen. Da aber die Landesverwaltungen diesen Umständen fönne sie nicht haftbar gemacht werden. verlangten Aufgabe nicht recht gewachsen gewesen sei. Unter fortgesette Handlung angenommen, die aus dem Jahre 1906 bi in den Februar 1907 hinüberreicht. Weil nun nicht ersichtlich war gegen jene verficherten Franen, für die die Spitalfoften nicht bezahlt worden, mit Pfändungen vorgingen und ihnen 3. Saft wegen Ungebühr. ob die letzte Einzelhandlung nach dem 11. Februar begangen selbst die wenigen Möbelstücke pfändeten, die sie besaßen, ging In einem Prozeß seiner Frau war der Arbeiter( Werk worden ist, so war es zweifelhaft, ob der Strafantrag rechtzeitig ein Sturm der Entrüstung durch die Reihen der arbeitenden meister) S. als Beistand vor der Kammer 2 des Berliner Gewerbe- gestellt ist und die Strafverfolgung überhaupt zulässig war. Dieser Frauen. Es fanden Massenbersammlungen statt, die sich zu gerichts erschienen. Nach dem vorletzten Termin war der beklagte Umstand rügte die Angeklagte in ihrer Revision gegen das neue imposanten Rundgebungen gestalteten. Der Erfolg war, Der Erfolg war, daß Fabrikant nochmal in das Gerichtszimmer zurückgekehrt und hatte Urteil. Das Reichsgericht erkannte die Rüge als begründet an cine ganze Anzahl Landesverwaltungen erftärten, auf Ersatz der sich über das Verhalten des Klägers auf der Treppe beschwert. Er hob das Urteil auf und verwies die Sache an das LandVerpflegungsfofren zu verzichten. Drei Länder sind es noch: will start beschimpft worden sein. S. bestritt das im legten Bergericht III. Böhmen, Mähren und Steiermark, die noch immer den handlungstermin am 14. Rovember. Als das Gewerbegericht nun Ein Schredensurteil, traurigen Ehrgeiz haben, ihre Landesfinanzen mit dem Krantengeld zuungunsten seiner Ehefrau erkannt hatte, erhob S. noch lebhafte das dem Rechtsempfinden widerspricht, fällte die Straffammer der Wöchnerinnen fanieren zu wollen. Gegen diefe Länder haben Einwände gegen die Entscheidung. Der Vorsitzende Le Viseur er- in Stolp in interpommern. Dort wurde ein dreizehn Jahre alter Die Wiener Genofjinnen am 9. d. M. eine Protestverfamm- mahnte ihn, ruhig zu sein und nicht wie neulich. G. fiel ihm Schüler zu nicht weniger als einem Jahr und drei Monaten Gelung abgehalten. In der Versammlung, die im Verbandsheim der ins Wort: Ja, ja, aber das weitere wird sich finden!" Der Gefängnis verurteilt. Der Knabe hatte mit anderen Kindern mit Strankentajien tagte, hat außer Genoisin Bopp für die Staffen- richtshof verhängte darauf über S. eine fofort vollstreckbare Haft- Streichhölzchen gespielt und dabei ein brennendes Streichholz in vorstände der Reichsratsabgeordnete Genoffe Smilta gesprochen, strafe von drei Stunden wegen Ungebühr. S. lachte darauf und einen Stall geworfen. Als es zu brennen begann, liefen die der die Erklärung abgab, daß die Kaffen unter feinen Umständen brachte erregt heraus:" Na, meine Herren, dann machen Sie man Kindern zu ihren Eltern und sagten: Gs raucht! Dem Feuer das Geld der Wöchnerinnen den Ländern geben werden. den Tag voll!" Abermaliges Zurückziehen des Gerichtshofes: aus fiel ein Stall und ein Wohnhaus zum Opfer. Beim Retten von In Betracht kommt ja. noch, daß die Frauen nicht umsonst auf den drei Stunden wurden sechs Stunden Haft. Vieh kam die 60jährige Großmutter des verurteilten Knaben in den Flammen um. Unverständlich ist, wie bei diesem Sachverhalt das Gericht annehmen konnte, der Stnabe habe die Einsicht in die Strafbarkeit seiner Handlung besessen. Gerichts- Zeitung. auf den Gebärkliniken find. Sie dienen dort Unterrichtsweden, fie werden als„ Studienmaterial" Genugt. Sie müssen außerdem die Seinigungsarbeiten berrichten und haben. Ammendienste zu leisten. Und da will man ihnen obendrein noch die paar Kronen nehmen, die ihnen nach dem Strantenversiche= Zu hohe Bertragsstrafe als Verstoß gegen die guten Sittent. Sozialdemokratischer Zentralwablverein für den Reichstagsrungsgeien zutommen. Die Länder versuchen es mun, sich an Nach der Angabe der Deutschen Siphonfabrik in Berlin foll Berlin.) Dienstag, den 17. November, abends 8%, Uhr, bei Eichhorn, wahlkreis Züllichan Schwiebus Krossen: Tommerfeld( Drisverein die zahlungspflichtigen" Angehörigen zu halten. Männer mit einem der Bierhändler S., der sich in einem Bertragsverhältnis mit ihr Stoppenstr. 47: Mitgliederversammlung. ganz geringen Wochenlohn erhalten 8ahlungsaufträge, die befand, 100 Giphons an die Firma Schubert u. Sachse in Dresden Lese- und Disfutierflub Moabit". Montag, den 16. November, höher find als das Krankengeld, das der Frau ausbezahlt wird. deren Mitinhaber er war Erst im langwierigen Prozeßwege muß in jedem einzelnen Falle haben, trotzdem jede Verleihung leerer Siphons einer vertraglichen Beute nachmittag 2 Uhr: Bersammlung im Reichenberger Hof, Reichenberger ungefüllt zur Benußung verliehen bei Bachstein, Salzwedeler Str. 16: Sibung. Freie Jugendorganisation Berlin.( Südöstliche Abteilungen.) gegen solche Verfuche angefämpft werden. Es werden noch weitere Versammlungen stattfinden, um den Stautionsstrafe unterworfen war. Die Deutsche Siphonfabrik ver- Str. 147. Abteilung Charlottenburg. Heute nachmittag 1,3 Uhr, Landesverwaltungen zu zeigen, daß es sich nicht nur um die langte deshalb im Klagewege von dem S., unter Vorbehalt weiterer im Boltshause, Rosinenste. 3: Versammlung. Bahlungsverweigerung der Krantenfaffen Handelt, sondern daß auch Ansprüche, Zahlung der vereinbarten Strafe von 3000 m. für Babltag und Aufnahme neuer Mitglieder, 2-7 Uhr bei Röwer, Elisabethdie arbeitenden Frauen selbst sich entschieden dagegen wenden, daß drei verliehene Siphons. Rebeufche Kranken- und Sterbefaffe Nr. 5, gegr. 1795. Heute hite is Kompottschalen gepresst 5, 10, 20, 30Pf. A. JANDORF& Co Belle Alliancestrass Spittelmarkt Grosse Frankfurterstrasse Glas Dessertteller gepresst.... Butterdosen gepresst...... Käseglocken gepresst.... Bierbecher mit schwerem Dessertteller.... 10 Pf. 6, 8Pf. 18, 25 Pf. 48Pf. 13, mit Goldrand 16 Pf. 22Pf. 12Pf. 58Pf. Steingut Kaffeebecher .... 8, 10Pf. Satznäpfe gerippt, 4 teilig, Satz 35, 7 teilig, S-> 1.10 Satznäpfe gerippt 7 teilig mit Fond........... 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Ebenso hatte im Ruhrkohlenbezirk bis gegen Ende fohlenbergwerke im Saarbezirk untec ungünstigen Betriebsverhält des Jahres eine ganze Reihe von Werken unter empfindlichem nissen zu leiden; ihre Förderung ging um 3,92 Proz. zurück. Dieser Arbeitermangel zu leiden. Geklagt wird seitens der Verwaltungen Rüdgang der Förderung soll seinen Hauptgrund in den Arbeiter über das willkürliche Feiern, namentlich der jüngeren Arbeiter, jüngerer leistungsfähiger Arbeitskräfte nach anderen Bergbau- wortlich hierfür werden die hohen Löhne gemacht. Auf Grund amtlicher Quellen veröffentlicht die Zeitschrift bezirken und nach den benachbarten industriellen Werken, wo bei für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im preußischen Staate der damaligen wirtschaftlichen Hochflut vorübergehend außzereine lebersicht über die Pergwerksindustrie und Bergverwaltung gewöhnlich hohe Löhne gezahlt wurden. Die Verwaltung der staatBreußens im Jahre 1907. Trotz eifrigsten Bemühens, die Arbeiter- lichen Werke im Saarbezirk hätte vielleicht richtiger getan, wenn verhältnisse möglichst rosig zu schildern, geht aus der Nebersicht doch sie selbst entsprechend hohe Löhne gezahlt hätte; sie hätte dabei mit voller Deutlichkeit hervor, daß die Arbeiter an dem glänzenden immer noch ein gutes Geschäft gemacht und brauchte jest nicht über Aufschwung der Bergwerksindustrie im Jahre 1907 nur geringen schlechte finanzielle Ergebnisse zu klagen. Anteil hatten. Im Jahre 1907 hatte die Krisis noch nicht eingesett, verwaltung Preußens im Jahre 1907. verhältnissen haben; es erfolgte zeitweise eine starte Abwanderung sowie über das Verlassen der Arbeit unter Kontrafibruch. Verant Die Lage des oberschlesischen und des niederschlesischen Kohlen marktes gestaltete sich dagegen günstig. Auch der rheinische Brauntohlenbergbau hat eine ganz außerordentliche Entwidelung erfahren, und ähnlich gut waren die Resultate im übrigen Preußen. Weniger erfreulich ist das Bild, das von den Arbeiter berhältnissen entrollt wird. Die Gesamtzahl der beim preußischen Bergbau im Jahresmittel beschäftigten Personen hat nicht unerheblich zugenommen; es waren beschäftigt: im OberbergamtsHalle 1907 1906 + Bezirk Breslau 142 458 136 004 64 113 60 056 19 727 17 822 304 854 280 438 112 638 106 857 600 677 6454 4057 1.905 24416 6.276 43 108 Clausthal Dortmund Bonn Wie steht es aber in Wirklichkeit um die Arbeiterlöhne? Der von einem Arbeiter der Gesamtbelegschaft durchschnittlich erzielte reine Jahresverdienst betrug beim Steinkohlenbergbau in Oberschlesien 1003, in Niederschlesien 990, im Oberbergamtsbeztet Dortmund 1562, bei den Saarbrüder Staatswerken 1185, im Aachener Bezirk 1455 M., beim Braunkohlenbergbau im Halleschen Pezirk 1094, beim linksrheinischen Braunfohlenbergbau 1162 M.; beim Erzbergbau in Siegen 1264, in Nassau und Beglar 991, rechts des Rheins 1049, links des Rheins 860 M., beim staatlichen Grzbergbau am Oberharz 834 M., beim Kupferschieferbergbau im Bea zirk Halle 1078 M., beim Steinsalzbergbau in Bezirk Halle 1183 und beim Salzbergbau im Bezirk Clausthal 1203 M. Das finb Löhne, die nach Ansicht der Unternehmer die Arbeiter so hochmütig machen, daß sie willkürlich mal ein paar Tage feiern oder die Arbeit unter Kontraktbruch verlassen! In Wirklichkeit sind die Löhne, wenn sie sich auch etwas gehoben haben, nicht viel höher als int Jahre 1900. Unter der wirtschaftlichen Krisis der ersten Jahre dieses Jahrhunderts find die Bergarbeiterlöhne rapide gesunken; in der Zeit der Hochkonjunktur sind sie nur ganz allmählich gestiegen. Aber diese Steigerung ist nur eine scheinbare; in Wirklichkeit ist sie durch die hohen Preise aller Lebensmittel doppelt und dreifach wett gemacht, so daß sich die Bergarbeiter heute schlech. ter stehen als im Jahre 1900. im Gegenteil: dies Jahr bedeutete den Abschluß der überaus leb haften wirtschaftlichen Entwickelung, die 1903 begonnen hatte. Erst gegen Ende 1907 machte sich die wirtschaftliche Depression bemerkbar. Sowohl der Menge als dem Wert nach ist die Gesamtleistung des preußischen Bergbaues im Jahre 1907 gestiegen, und zwar betrug die Förderung sämtlicher Gruben 198 Millionen Tonnen im Werte von 1610 Millionen Mark gegen 187 Millionen Tonnen im Werte von 1428 Millionen Mark im Jahre vorher. Das bedeutet eine Steigerung der Förderung um 5,84 Proz., eine Steigerung des Wertes um 12,74 Proz. Die Zahl der betriebenen Werke ausschließlich der noch unter der Aufsicht der Bezirksregierungen stehenden schlesischen Eisenerzgruben stellte sich auf 1357, d. h. auf 50 mehr als im Jahre 1906. Die Belegschaft der Gruben umfaßte 643 785 Köpfe, b. h. 43 108 oder 7,18 Proz. mehr. Besonders günstig waren die Verhältnisse im Steinkohlenbergbau des Ruhrbezirks, der das ganze Jahr hindurch ununterbrochen bis zur Grenze seiner Zusammen 648 785 Auch die Zahl der Berunglüdungen mit tödlichem Leistungsfähigkeit beschäftigt war, so daß auch das Jahr 1907 für Ausgange ist wieder gestiegen. Im Jahre 1907 berunglüdten ihn eine Zeit weiterer glänzender Entwidelung bedeutete. Die Lage Die Zunahme der mittleren Gesamtbelegschaft betrug demnach tödlich 1473 Personen( gegen 1124 im Jahre 1906), und zwar 1206 auf dem Steinkohlenmarkte war andauernd günstig; die gesamte 7,18 Proz. Wie groß die Arbeitsgelegenheit war, erhellt daraus,( 924) beim Steinkohlenbergbau, 112( 81) beim BraunkohlenbergFörderung fand nicht nur schlanken Absah, sondern sie reichte nicht daß allein in Oberschlesien die Gesamtbelegschaft der Steinkohlen- bau, 107( 76) beim Erzbergbau und 48( 43) bei anderen Mineralcinmal aus, um den Anforderungen der Kohlenverbraucher zu ge- bergwerke eine Vermehrung um 5659 Stöpfe erfuhr, daß diese Zu- gewinnungen. Auf 1000 beschäftigte Personen verunglückten tödmügen. Entsprechend der günstigen Martilage war das finan- nahme indeffen bei weitem nicht hinreichte, um die gefteigerte Nachlich 2,247 gegen 2,185 im Durchschnitt der Jahre 1891 bis 1900 und zielle Ergebnis des Steinkohlenbergbaues ein sehr be frage der Werke nach Arbeitskräften auch nur annähernd zu be- gegen 1,861 im Durchschnitt der Jahre 1901 bis 1903. so eine friedigendes. Die Preiserhöhungen für zahlreiche Kohlensorten friedigen. Es herrschie vielmehr ein ganz außerordentlicher Ar- ständige Steigerung! und für Kots sowie für die bei der Kokserzeugung gewonnenen beizermangel; die Grubenverwaltungen sahen sich daher genötigt, Nebenprodukte irugen wesentlich zur Erhöhung der Jahresüber- polnisch- galizische und ruthenische Arbeiter, die indessen ein vollschüsse der Zechen bei, wenn auch ein Teil der Mehreinnahmen wertiges Arbeitermaterial nicht zu bieten vermögen, in noch stärburch das angebliche andauernde Steigen der Löhne und das stän- terer Zahl als bisher heranzuziehen. Infolgedessen waren auf den dige Anziehen der Materialpreise wieder aufgezehrt wurde. Gruben ausländische Arbeiter in einer bisher noch nicht dagewesenen Empfehlenswerteste, preiswerteste, fertige Sacco- Anzüge in tausendfältiger Auswahl. Neuzeitige Stoffe. Hochmoderne bestsitzende Fassons Nur eigene Erzeugnisse 60.- 55. 50.- 45.40.- 36.- 33.- 30.27.- 24.21.- 18.15M M. Gehrock- Anzüge Vortrefflicher Sitz. Hochmoderne Formen. 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Rovember. 14.( III.) bendabteilung: abends 8 Uhr im Neuen Schau spielhause: Julius Caesar. Mittwoch( Bußtag) nachmittags 3 und abends 8 1hr: 2. und 3. Abteilung im Neuen Schauspiels hause: Julius Cäsär. 7. und 8. Abteilung, nachmittags 8 und abends 8 Uhr im Thaliatheater: Tedeum. Neue Nach Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Montblanc. Montag 8 Uhr: Der Montblanc. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. F. Rathgen: Der Schwefel. Z OOLOGISCHER CARTEN Heute Sonntag: 50 Pi. Eintritt: Kinder unt. 10 Jahren d Hälfte. Ab nachmittags 4 Uhr: Gr. Militär- Konzert. Morgen sowie täglich: Gr. Militär- Konzert. He Freie Bottsbühne. 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Sonntag, abends 8 U br: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 usz. von Ludwig Fulda Montag, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Dienstag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. 9 Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nadm. 3 u br: Die Brant von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Herr Ministerialdirektor. Luftspiel in 3 Aften von Alexandre Bisson und Fabrice Carré. Montag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Dienstag, abends 8 Uhr: Der schwarze Kavalier. Kliems Fest- Säle, Hasenheide 13-15: Kunst- Abend Leitung: Margarete Walkotte Mittwoch, den 18. November( Bußtag). Mitwirkende: Baron von Wolzogen( Mitglied des HebbelTheaters), Fräulein Florence Frankl, Violin virtuosin, Herr Schröder- Plön, Rezitator, Margarete Walkotte. Am Flügel: Herr Bernhard Nitzsche. Entree 50 Pf. Beginn 7 Uhr abends. Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Kliem, Hasenheide 13/15, und bei Herrn Horsch, Engelufer 15. 292/ 11* Zirkus Schumann. Heute Sonntag, 15. November, nachm. 3%, und abends 71, Uhr: 2 große außerordentliche Gala- Vorstellungen 2 Nachmittags auf allen Sitzplätzen ein Kind frei. In beiden Vorstellungen, nachm. u. abends: Die größte Sensation: Der menschl. Affe Bumbola, ein Naturwunder als Kunstradfahrer. In beid. Vorst.: Der lebende Kreisel. Das boxende Känguruh. Die Panama- Hütte. Jongleure. tanzende, Klavier- u. Schlittenschellen spielende Affen, sämtl. Spezialitäten, Clowns und Auguste. TYPOGRAPHIA Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879. Chormeister Alexander Weinbaum.- M. d. A.-S.-B. -X Sonntag, den 22. November( Totensonntag) im Festsaale der ,, Neuen Welt"( Hasenheide): KONZERT Mitwirkende: Klara Senius- Erler( Sopran) Paula Weinbaum( Alt). Anfang 6 Uhr.- Eintritt 60 Pt. Kinder 20 Pf. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Eintrittskarten a 50 Pf. erhältlich im Vereinslokal, Alte Jakobstr. 75, in den Zigarrengeschäften von Horsch, Gewerkschaftshaus, G. Schulz, Kottbuser Tor, E. 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November: Große außerordtl. mit Siegwart Gentes 2 Gala- Vorstellungen 2 als fromme Helene. Wilhelm Theater Brüdenstr. 2, a. d. Jannowizbrüde. Anfang 8 Uhr. Heute Sonntag: Die Schöpfung. Naturwissenschaftliches Schauspiel von Prof. Joh. v. Weniger. Um 4 und 7%, Uhr. Um 4 Uhr zablen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sigplägen halbe Preife.( Galerie volle Breise.) Jn beiden Vorstellungen: Barbarossa Große Drig. Ausstatt.- Pantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. In beiden Vorstellungen: Kapitän Webbs 9 dressierte 9 Seelöwen! Casino- Theater Die lessems! Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Hotel Einsiedler. 8 Uhr: Das November- Programm. Original Diedrich Uipts usw. 9%, Uhr: ,, Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Die fidele Kiste. In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der best dress. Schul-, Freiheitsund Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Clowns mit den neuesten Wigen und Entrees. Abends 7, Uhr: Debüt! Folies Caprice. 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Berantwortlicher Nebatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 209. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sufag, 15. Bovember 1908. Wirtschaftlicher Wochenbericht. CURSOO Sonntag, zucker 0,10 M. bei einer Erzeugung bis zu 4 Millionen Kilogramm der nun auch Rußland angehört. Aber dieses Land hat betrug, und dann von Million zu Million Kilogramm Mehrerzeugung sich nicht vollständig den für die anderen Staaten gültigen Beum je 0,025 M. pro 100 Kilogramm steigend. Andererseits wurde für Stimmungen unterworfen; es behält seine Steuergeseße und kann Berlin, 14. November 1908. exportierten Zucker ein Ausfuhrzuschuß gezahlt, der 2,50 M. pro an der Begünstigung des Budererports nicht durch Strafzölle ge. Doppelzentner für Rohzucker und 3 resp. 3,55 M. für Gebrauchszucker hindert werden. Andererseits hat sich Rußland verpflichtet, für Ausfuhr guter Arbeitskräfte und Nahrungsmittel.-Bucerindustrie. betrug. Da gleichzeitig ein Eingangszoll von 40 M. pro 100 Stilo- das erste Jahr der Konvention höchstens 3 Millionen DoppelZudersteuer und Ausfuhrprämie. Zuckerkonventionen. gramm die Konkurrenz ausländischen Zuckers auf dem deutschen zentner und für die nächsten vier Jahre nicht mehr als je Ungenügende Steuerermäßigung. Zuderproduktion und-preise. Markt ausschloß, war die Grundlage für einen starten Export zu 2 Millionen Doppelzentner über die kontinentale europäische Grenze " Most of our mechanics, and may say the best ones, are niedrigen Preisen auf Kosten der deutschen Produzenten und Konsu- auszuführen. Germans."( Die meisten unserer Mechaniker, und ich kann wohl menten, gegeben. Welchen Vorteil das für die hauptsächlich Zucker Es wäre nun vorteilhaft gewesen, zur Steigerung des in. sagen die besten, find Deutsche.) Diesen Ausspruch eines amerika- importierenden Engländer hatte, geht genügend aus der Tatsache ländischen Konsums eine kräftige Herabschung der Zuckersteuer nischen Industriellen zitiert J. West in einer Broschüre über hervor, daß der Konsum in England pro Kopf der Bevölkerung auf vorzunehmen mit dem Ziel der alsbaldigen vollständigen Auf" Deutschlands Industrie". Er weist darin nach, wie durch das Doppelte des Verbrauchsquantums in Deutschland gestiegen hebung dieser Nahrungsmittelbelastung. Die jetzt geplanten unsere Zollpolitik die industrielle Weiterentwickelung Deutschlands ist. Die Engländer konnten den in Deutschland produzierten Steuererhöhungen auf Bier, Tabat, Branntwein werden vor gehemmt, die des Auslandes gefördert wird. In einer früheren Buder, dessen Genuß hier in vielen Familien als Sonntags- wiegend begründet mit der Deklaration dieser Produkte als GenußSchrift vertritt der Verfasser die Ansicht, daß die industrielle Größe ertralugus galt, unter Umständen sogar als Viehfutter verwenden. mittel. Nach dieser Logik muß die Regierung den Zucker immer Amerikas zu einem wesentlichen Teile auf die physischen und mora- Trotzdem regte sich mit der Zeit auch in England eine Oppo- noch für ein ganz überflüssiges Genußmittel halten, denn die lischen Qualitäten der dort eingewanderten Arbeiter germanischen fition gegen die bestehenden Zustände. Dem Rohrzucker der eng- Steuer hierfür macht ca. 70 Proz. des Rohzuckerpreises und 35 Ursprungs zurückzuführen sei. Nicht energielose, charakterschwache lischen Kolonien wurde von den Rübenzucker erzeugenden europäi- bis 40 Proz. des Gebrauchszuckerpreises aus. Allerdings, eine Elemente sind es, die auswandern; im Gegenteil, es war und ist schen Ländern auf dem Weltmarkt eine allzu empfindliche Konkur- Ermäßigung der Steuer von 14 auf 10 M. ist ja beschlossen; aber vorwärtsstrebendes, selbstbewußtes, der widrigen sozialen und poli- renz bereitet. Gegen den Willen der deutschen Agrarier kam nach die Ermäßigung soll erst dann, frühestens am 1. April 1909, tischen Verhältnisse überdrüssiges Menschenmaterial, das den Staub langen Verhandlungen der interessierten Regierungen im Jahre in Kraft treten, wenn eine andere, mindestens 35 Millionen Mark Deutschlands von den Pantoffeln schüttelt und drüben die Grund- 1902 die Brüsseler Konvention zustande. Durch diese wurde der ausstoßende Steuerquelle erschlossen worden ist. lage einer Bewunderung auslösenden industriellen Größe bildet. Prämienwirtschaft ein Riegel vorgeschoben. Jeder Zucker imporSo ist es bei uns: gute Produktivkräfte werden abgestoßen, zur tierende Staat war auf Grund der getroffenen Abmachungen verAuswanderung gezwungen, andererseits Surrogate an Arbeits- pflichtet, Prämienzuder mit Strafzöllen zu belegen. Ferner wurde fräften aus aller Welt herangelockt! Und die nur auf Weiter- ein bestimmtes Verhältnis zwischen inländischer Steuer und Einzüchtung und Erhaltung eines feudalen Großgrundbefizertums ab- fuhrzoll hergestellt, in der Weise, daß letterer die Steuer im und eingerichtete Regierung sieht ihres Strebens höchstes Ziel darin, Maximum nur um 6 resp. 5% Fr. übersteigen durfte. Die wohl. zugunsten des häufleins Agrarier der großen Masse die Lebens- tätige Folge dieser Bestimmungen für Deutschland war Herabhaltung fünstlich zu berteuern. Nicht genügt man sich damit, fehung der Steuer von 20 auf 14 M., und als Wirkung dieser Maßgute, leistungsfähige Arbeitskräfte ins Ausland zu treiben. nahme, Verbilligung des Zucers und eine Konsumsteigerung. Aber Diesem verschafft unsere Politik auch zu Preisen, die unter die immer noch mußte eine erhebliche Menge der deutschen Produktion Selbstkosten hinabgehen, ein wichtiges Nahrungsmittel, das die an das Ausland abgegeben werden. Die Verbilligung war nicht Produzenten in der Heimat, infolge der hier beliebten künstlichen kräftig genug, um den Inlandskonsum auf die Höhe der Erzeugung Verteuerung, als Lugus betrachten müssen. Ein vorzügliches zu heben. Seit Inkrafttreten der Brüsseler Konvention gestaltete Mittel, die volle Entfaltung der physischen Leistungsmöglichkeiten die deutsche Zuckerausfuhr sich folgendermaßen: des deutschen Arbeiters zu verhindern! In dem Doppelspiel der nationalökonomischen Unsinnigkeiten spielt der Zuder eine hervor ragende Rolle. Die Technik der Gewinnung von Zucker aus der Zuderrübe hat einen so hohen Grad erreicht, daß das Erzeugnis sehr wohl im Haushalt des armen Mannes als ausgesprochenes Nahrungsmittel Verwendung finden könnte. Unsere Steuerpolitik läßt jedoch heute noch in weiten Kreisen des Volkes den Zucker als Lurus erschienen; und dank unserer Liebesgabenpolitik können die Engländer deutschen Zucker zu den billigsten Lebensmitteln rechnen; und die englischen Industriellen fanden im deutschen Zucker ein wohlfeiles Rohmaterial für ihre Marmeladen-, Konserven- und andere, Zucker verbrauchenden Industrien. Verbesserte Rübenkultur und entwickelte Technik haben das Ausbringen pro Gewichtseinheit ganz enorm erhöht. Zur Gewinnung von 1 Kilogramm Zucker waren beispielsweise Anfang der 70er Jahre, je nach Qualität der Rüben, 11-12 Kilogramm erforderlich; im letzten Jahrfünft bedurfte es zu einem Kilogramm Zucker nicht einmal mehr 7 Kilogramm Rüben. Und die Produktion, die damals 2-3 Millionen Doppelzentner betrug, ist jetzt auf 22 bis 24 Millionen Doppelzentner gewachsen. Nicht gleichen Schritt gehalten hat mit der Produktionssteigerung der inländische Konsum. Dieser ist in Deutschland nach amtlichen Angaben von 6 Kilogramm in der Periode 1871-1876 auf 8,4 Kilogramm im Jahrfünft 1886 bis 1891 und auf 16,81 Kilogramm im Jahre 1906/1907 pro Kopf der Bevölkerung gestiegen. Aber bis zum Jahre 1903 war der Verbrauch im allgemeinen nur unwesentlich gestiegen. Dagegen hob sich die Ausfuhr dem Werte nach von 9,5 Millionen Mark im Jahre 1872 auf 235,5 Millionen Mark im Jahre 1906. Rohzucker Verbrauchszuder in Tonnen 1903/04 1904/05 • 419 023 285 479 409 139 432 965 1905/06 441 816 • • 1906/07. 486 418 633 147 555 437 Von der Ausfuhrmenge des letzten Berichtsjahres gingen nach Großbritannien allein 327 319 Tonnen Rohzucker und 379 405 Tonnen Verbrauchszucker. Die Konvention hat den englischen Konsum nicht zurückgedrängt, den deutschen noch lange nicht an die ihm gebührende Stelle gebracht, wie folgende Zusammenstellung ausweist. Es stellt sich der Konsum pro Kopf der Bevölkerung nach der Berechnung von O. Licht in Rohzuderwert( Kilogramm): Deutschland Schweden u. Nortvegen Schweiz 13,68 20,84 B Dänemark. Vereinigte Staaten England • • 1901/02 1902/08 1903/04 1904/05 1905/06 12,84 19,51 14,95 19,73 18,97 20,22 19,36 21,35 27,75 26,41 20,72 20,02 24,25 24,52 25,77 29,32 27,50 32,37 32,02 31,49 34,21 32,94 35,38 32,02 81,49 34,21 32,94 35,38 Wie die neue Konvention wirken wird, kann noch nicht voll ermessen werden. Im laufenden Jahre haben sich die Preise über das Niveau der Vorjahre erhoben. Es tostete Rohzuder ein Doppelzentner: Jahresdurchschnitt 1096 1907 16,7 16,8 1908 Januar März Mai Auguft 19,44 20,98 22,91 20,00 In den letzten Tagen wurden in Magdeburg notiert 19,40 bis 19,60 m. pro 100 Kilogramm ohne Sack. Die Preisa gestaltung wird naturgemäß start von den Ernteaussichten beeinflußt. Nach einer in der Zeit vom 14.- 24. Oftober d. J. gehaltenen Umfrage der Internationalen Vereinigung für Zuckerstatistik sind für die hauptsächlich in Betracht kommenden europäischen Produktionsländer folgende Schäßungen zustande gea tommen: 1907/08 1906/07 40 081 504 6 237 898 38 767 070 Tonnen 6 031 810 Rübenverarbeitung Zuderproduktion Demnach bleibt das Resultat der letzten Kampagne in der Zuckerproduktion hinter dem vorjährigen um 3,3 Proz. zurück. Für Deutschland wird das. Minus auf 7,39 Proz. geschätzt. Jedenfalls zeigt die Geschichte der Zuckerbesteuerung und Prämienwirtschaft, daß bei solchen Maßnahmen das Allgemeinwohl nicht der Bestimmungsfaktor ist. Waferstands- Nachrichten der Landesanitalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt com Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Zülfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Strossen Barthe, Scrimm Frankfurt 5 Landsberg Reze, Bordamm Ibe, Leitmeriz In den übrigen europäischen Staaten ist der Konsum geringer als in Deutschland. Wie die Tabelle zeigt, ist Englands Konsum auch in den letzten Jahren noch gewachsen. Doch war besonders in den Kreisen der englischen, Zuder verbrauchenden Industrien die Forderung stark geworden, mit Ablauf der auf 5 Jahre geschlossenen Konvention von der Pflicht, Prämienzuder Gefördert wurde der Export, gehemmt die inländische Konsum- mit Strafzöllen zu belegen, entbunden zu sein. Es handelt sich steigerung durch unser Steuer- und Prämiensystem. Nach dem dabei in der Hauptsache um Rußland, das der Konvention nicht Steuergesetz von 1896 betrug die Verbrauchsabgabe 20 M. für angehörte und auf Grund einer besonderen Organisation das 100 Kilogramm Reingewicht. Dazu trat noch eine nach Produktions- System der indirekten Prämienzahlung beibehielt. Ab 1. Sephöhe abgestufte Fabritbetriebssteuer, die pro 100 Kilogramm Roh- tember cr. ist eine neue Konvention abgeschlossen worden, I) schwaches Treibeis. Dresden Barbn Magdeburg D. 777777777 am feit 13.11. 12. 11. am feit om cm) 132)+14 -98)+6 42 -6 68 60 694) Basserstand Saale, Grochlik Havel, Spandau) Rathenow³) 16 Spree, Spremberg) Beeskow Weser, Münden 13 11. 12. 11. cm cm) 64+8 36 70 60 -107 -6 -38 -18)+3 Rhein, Marimiliansau 294 -12 Kaub 89 Köln 673) Nedar, Heilbronn 24 Main, Wertheim 98 Mosel, Trier Fal. 5) Unterpegel. + bedeutet Wuchs, -93-1 -200-10 11)+3 30%)- 2 Orts- Krankenkasse ider Drechsler Achtung! Militärsattler! Achtung! Sonntag, den 15. November 1908, mittags 1 Uhr: Oeffentliche Militärsattler- Versammlung 158/6 im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engelufer 15. Zages Ordnung: und verwandten Gewerbe zu Berlin. Die ordentliche General- Versammlung findet am Montag, den 23. No: bember 1908, abends 7 Uhr, in den, Ar minhallen", Stommandantenstr. 58/59. statt, wozu die Herren Bertreter hiermit ergebenst eingeladen werden. Tages- Ordnung: Minden ) Grundeis. Restaurant ewerkschaftshaus. Gener Engelufer 15. Menu 75 Pf. Heute Sonntag: Mocturtlesuppe Zeltower Rübchen mit Schnitzel 1. Der deutsche Reichstag, das Kriegsministerium, das koalierte Unter- 1. Bahl von 4 Borstandsmitgliedern Seilbutt mit Championſauce ober; nehmertum der Militäreffekten- Industrie Berlins und die Lage der Berliner Militärsattler. 2. Welche Maßnahmen ergreifen wir jetzt? 3. Verschiedenes. Kollegen! Ehrenpflicht eines jeden denkenden Sattlers ist es nun, in dieser Versammlung zu erscheinen, da tief einschneidende, wichtige Beschlüsse in derselben zu erwarten find. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mit follegialem Gruß Die Tarifkommission der Militärsattler. J. A.: A. Riedel. Muster an jedermann franko! In Samt und Seide gehen kann ( 1 Arbeitgeber, 3 Arbeitnehmer). Die Wahl findet für die Herren Arbeitgeber und Arbeitnehmer ges trennt statt. Hierauf um 8 Uhr für sämtliche Bertreter: 2. Protokollverlesung. 3. Bericht des Borstandes. 4. Abänderung des Statuts(§§ 13, 25, 30). 5. Wahl des Rechnungsausschusses pro 1908. 6. Verschiedenes. 27155 Der Vorstand. 3. A.: G. Tiedt, Vorsitzender. Orts Krankenkasse für das Barbier gewerbe zu Berlin. Montag, den 23. November cr., bei Hahn, Rosenthalerstr. 57: Ordentliche Gefüllte Kalbsbruft oder: Rehteule mit Sahnenfauce Kompott oder Galat. X Reichhaltige Abendkarte. X Bochentäglich: Groker bürgerlicher Mittagstisch Couv. 60 Pt. 2 franz. Billards. 2. Kegelbahnen Neu eingeführt: Weißbier- Ausschank. R. Augustin. Orts- Krankenkasse des Maurer- Gewerbes General- Versammlung jede Dame kann jede ohne erhebliche Ausgaben, wenn sie die großen Vorteile wahrnimmt, welche das bekannte Engroshaus Seiden- Herzog, Leipziger Str. 79, 1 Treppe, durch seinen Weihnachts- Ausverkauf bietet. Es werden viele tausend Meter kostbarster Samt- und Seiden- Qualitäten für Roben, Blusen, Jupons usw. zu beispiellos billigen Preisen zum Verkauf gestellt, worauf wir im Interesse der Damen empfehlend hinweisen. Von der großen Preiswürdigkeit nur einige Beispiele: Vornehme Seiden für Braut- und Hochzeits- Roben, glatt und gemustert, 1.50, 2.00, 2.25. Effektvolle Seiden für Ball- und Gesellschafts- Roben 1.50, 2.25, 2.75 usw.- Aparte Blusen- und Jupon- Seiden, Streifen, Karos, Chinés 1.50, 2.00, 2.50 usw. Reinseidene schw. Damaste, Merveilleux M., 15, 20, 25, 30 p. Robe. 1 Posten Crepe de Chine, doppelt breit, für eleg. Gesellschafts- Roben, 3.50, 4.50. Viele hundert einzelne Hochzeits- und Silberhochzeitsroben enorm billig. Herrlich fließende Liberty- Seiden für elegante Gesellschaftskleider sehr preiswert.- Schwere Damast- Futterseiden für Jacketts und Abendmäntel jetzt 1.50, 1.75. 1 Posten wundervolle Samte für Blusen, anstatt 4.00 jetzt durchschnittlich 1.50 p. Meter. Ein Posten kostbarer Seiden- Plüsche und Velours du Nord, 80/120 breit, für elegante Mäntel und Jacketts, enorm billig, von 6.50 an. Mehrere tausend Meter Samt- und Seiden- Reste, eingeteilt in Serien, 1.25, 1,50 p. Meter, welche teilweise das Doppelte und Dreifache gekostet haben. am Dönhoffplatz 1 Treppe. Seiden- Herzog nur Leipziger Straße 79 Der Weihnachts- Ausverkauf beginnt Montag 9 Uhr. der Delegierten. I. Abends 9 Uhr: Arbeitgeber: zu Berlin. Dienstag, d. 17. November 1908, abends 8 Uhr, findet Engel- llfer 15, im Gewerkschaftshause, Saal 7 Bahl eines Erfatmitgliedes zum General- Versammlung Borstande pro 1908/09. II. Abends 9, Uhr: Kaffenmit der Vertreter der Kassenmitglieder glieder: Wahl von drei Ersatzmitgliedern zum Vorstand pro 1908/09. III. Abends 10 Uhr: General- Versammlung fämtlicher Delegierten. Tages- Ordnung: statt. und der Arbeitgeber Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes 1. Geschäftliches. 2. Bahl des für die Jahre 1909 und 1910 für die Prüfungsausschusses für die Jahresausscheidenden Vorstandsmitglieder a) von den Arbeitgebern die Herren rechnung 1908. 3. Anträge. 4. VerSchmidt und Gewiß, schiedenes. b) von den Kassenmitgliedern die Herren Daehne, Lehmpfuhl, Trill und Haehnel. Der Vorstand. 279/9 3. A.: Paul Schrolle, Borsigender. FrackVerleih- Institut: Friedrichst.115/ 1, a.Diabg. Zor. Eleg. Frack, Gebrod 1,50, ose 1,00, este 50 Pf. 3. Wahl des RechnungsprüfungsAusschusses. 4. Verschiedenes. 26326* Der Vorstand. A. Daehne. E. Simanowski. Geffentliche politische Versammlungen. Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Orts- Krankenkasse Reinickendorf- Ost. Bekanntmachung. Die ftatutenmäßige General- Versammlung S Dienstag, 17. November, abends 8%, Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, der Orts Krankenkasse hierselbst Swinemünder Straße Nr. 42: 6. Wahlkreis. Mitglieder- Versammlung. Geffent!. politische Versammlung für die 6., 9. und 10. Abteilung 2uges Ordnung. 231/ 3* findet am Mittwoch, 25. November, abends 8 Uhr, im Sadauschen Restaurant, Residenzstr. 124, bierselbst, statt. Lages Ordnung: 1. a) Bericht der Kassenrevisoren. b) Abnahme der Jahresrechnung. 2. Wahl von 3 Kassenrevisoren. 4 1. Die letzten Reichstagsdebatten. Referent: Reichstags- Abg. Stücklen. 3. Balon Borstandsmitgliedern. 2. Discussion. Rosenthaler Vorstadt! am Sonntag, den 15. November 1908, abends 6 Uhr, Mittwoch, den 18. November Unterhaltungs- Abend bet witte, Brunnenstraße 188. bei Raabe, Kolberger Straße 23. Tages- Ordnung: Bortrag bes Genoffen Stürmer über: Schöpfung " oder Entwickelung?" zu zahlreichem Besuch ladet, ein 281/ 2* Der Einberufer: Eugen Ernst, Wöhlertstraße 9. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 16. November, abends 8, Ulbr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72: Wie und was soll man lesen?" Referent: Heinrich Schulz. Gäste willkommen. ( 56/8) Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 19. November 1908, abends 8%, Ubr: General- Versammlung in Freyers Festsälen, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht des Borstandes, der Arbeitsvermittler und des Bibliothekars. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Montag, den 16. November 1908, abends 8 Uhr: Oeffentliche ( Bußtag), abends 6 Uhr: Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Maurer Deutschlands Achtung! Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Putzer. Achtung! a) 1 Arbeitgeber, b) 3 Arbeitnehmer. 4. Bericht vom Kongreß der DrtsKrankenkassen Deutschlands. 5. Berschiedenes. In der Generalversammlung sind nur die gewählten bezw. ernannten Vertreter stimmberechtigt und weiden mit dem Ersuchen um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen hierdurch eingeladen. Die Kaffenvertreter haben zu ihrer Legitimation die Kassenbücher sowie die besonders ergehenden Einladungen vorzulegen. Mitgliedern, die nicht zur Staffenbertretung gehören, tann des Butritt nicht gestattet werden. Reinickendorf, 14. November 1908. Der Borstand der Orts- Krankenkasse. 279/1 Schommel, Borsigender. Am Mittwoch, den 18. November( Bußtag), vormittags 10 Uhr, finden für Achtung! Spandan! Berlin und Umgegend in den bekannten Lokalen die Bezirks- Sitzungen 135/7 Allgem. Orts- Krankenkasse. Montag, den 23. November, abends 550 Uhr, im Restaurant August Conrad, Schönwalder Str. 2: statt. Tagesordnung: Die Bureauverlegung. Ferner werden in diesen Sigungen die Flugblätter sowie Legitimationen zu den Gewerbegerichtsbeifikerwahlen berausgabt. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß diejenigen, welche in den Vororten wohnen, Mitglieder- Versammlung. aber in Berlin arbeiten, ebenfalls verpflichtet sind, ihr Wahlrecht in Berlin auszuüben. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersuchen Arbeiter- Bildungsschule Die Obleute. Berlin, gemeine Ortskrankenhaffe für die Es find zu wählen: 52 Arbeitgebervertreter und 52 Stellvertreter, 105 Arbeitnehmervertreter und 105 Stellvertreter. Gewählt wird in der Zeit von 6 anschließend: Sonntag, den 15. November 1908. abends 7 Uhr, in Litfins Vereinigten Gewerbebetriebe bis 9 Uhr abe Berkündung des Gesellschaftshaus, Memeler Straße 67: des Reichstagsabgeord. Daniel Stücklen über Vortrag Reiseeindrücke aus dem Orient". Nach dem Vortrag: 6/ 19* Charlottenburgs. Wir laden hiermit die Delegierten zu einer Ordentl. General- Versammlung auf Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Montag, den 23. November 1908 Eintritt 20 Pf. Garderobe frei. Verband der Portefeuiller Musikinstrumentenarbeiter- Versammlung Dienstag, 17. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause im Gewerkschaftshaus"( großer Saal), Engelufer 15, Zages Ordnung: 1. Die Gewerbegerichtswahlen". Referent: Stabtverordneter Adolf Ritter. 2. Die Zustände in der Pianofabrit von Bogs n. Voigt. 3. Berschiedenes. 93/8 Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen, ganz bes fonders auch der nichtorganisierten, ersucht Die Brauchenleitung des Holzarbeiter- Verbandes. NB. Die Juhaber der Firma Bogs u. Voigt find zu dieser Versammlung brieflich eingeladen. Bilderrahmenmacher. Mittwoch, den 18. November( Busztag): C Besichtigung der Arbeiterwohlfahrtsausstellung. Treffpunkt 11, Uhr vormittags im Voltshause, Charlottenburg, Nofinenstraße 3, für Nachzügler in der Ausstellung, Frauenhoferstr. 10/11. Eröffnung mittags 1 Uhr. 93/11 Rege Beteiligung, auch der Frauen, erwartet Die Branchenkommission. ( Saal I), Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung Lages Ordnung 1. Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen. Referent wird in ber Bersammlung bekannt gegeben. 2. Beibandsangelegenheit. 3. Berschiedenes. Gleichzeitig machen wir die Kollegen darauf aufmerksam, daß bom 15. bis 22. November die Urabstimmung stattfindet. Mitglieder, welche noch nicht in Befize des Materials find, lönnen solches in der Versaminlung in Empfang nehmen. Notwendig dabei ist die Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 109/15 Die Ortsverwaltung. Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. Dienstag, den 17. November, abends 8%, Uhr: Versammlung Kommandantenstr. 20( Lebensquelle). 2ages Drdnung: Abrechnung vom 3. Quartal. Wahl der gesamten Drtsverwaltung für bas Jahr 1909. Raffenangelegenheiten. 27395 Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Zutritt! Die Ortsverwaltung. abends 9 Uhr nach dem großen Saale des Volks. hauses in Charlottenburg, Rosinenftraße 3. ein. Tages Drdnung: 1. Beschlußfaffung über die Be und Wahlergebnisses. Legitimation: für Arbeitgeber die legte Quittung über bezahlte Beiträge, für Arbeitnehmer: die Mitgliedskarte. Um um General- Versammlung. 10 Uhr: Lages Ordnung: 1 1. Neuwahl des Borstandes: a) zwei Arbeitgeber, b) vier Arbeitnehmer. 2. Wahl einer Rechnungsprüfungstonmission. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Bolf, Vorsitzender. 279/1 fchidung ber Stongreffe feitens Orts- Krankenkasse des Kaffenvorstandes auf Staffentoften. 2. Wahl der Rechnungstommiffion zur Prüfung der Jahresrechnung für 1908. 3. Beschlufassung zu dem Bauprojekt eines Refonvaleszenten heims. der Konditoren, Pfefferküchler und verwandten Gewerbe. Den Herren Arbeitgebern und Kaffen mitgliedern zur Kenntnis, daß die durch Beschluß der ordentlichen Generalversammlung vom 24. April 1908 beschlossene 2. Abänderung des Statuts der§§ 7, 10, 12, 13, 13a, 18, 28, 29 und 30 die Genehmigung des Bezirksausschusses erhalten hat und am 1. Januar 1909 § 12. Nach Erledigung der Tagesordnung soll ein Vortrag gehalten werden über die Reform der Krantenversicherung. Bor der Generalversammlung findet von 8-9 ihr abends in den Sälen des Volkshauses je eine getrennte Wahlversammlung der Arbeit nehmer und Arbeitgeber: Dele gierten statt zur Vornahme der Die Kaffenmitglieder werden in Neuwahlen für vier den Arbeit 4 Slaffen eingeteilt: nebmein und zwei den Arbeitgebern lasse 1 Arbeitsverd. 3,50 M. u. mehr angehörige, turnusmäßig ausscheidende Borstandsmitglieder. nicht mehr in das Wahllofal zugelaffen. Nach 9 Uhr abends werden Wähler Beim Eintritt in das Versammlungslofal ist die gedrudte Einladung vor. zuweisen. Allgem. Ortskrankenkasse Touristenverein Die Naturfreunde Garlottenburg, to Remember 1900 für Rixdorf. ( Sitz Wien). Am Donnerstag, den 19. November, abends 8 Uhr, findet in Dienstag, den 17. Novbr., abends 8 1hr, in Dräfels Bestfälen. .Hoppes eftfälen, hierf., Hermannstr. 49, die zweite diesjährige ordentliche Generalversammlung flalt, zu welcher die Herren Delegierten hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tages Drdnung: 1. Bericht der Untersuchungsfommiffion. 2. Grgänzungswahl zum Vorstand( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 3. Wahl der Rechnungsprüfungstommission. 4. Statutenänderung. 5. Berschiedenes. Rigdorf, den 9. November 1908. 278/17 Der Vorstand. R. Bagner, Borsigender. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Achtung! Kostüm schneider und Schneiderinnen! tn ng! Montag, den 16. November 1908. abends präzise 8, Uhr, in ben Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: " Neue Friedrichstraße 35: Ronstituierende Versammlung der Ortsgruppe Berlin. 27386 Genoffen und Genoffinnen, welche gewillt sind, dem Verein beizutreten, werden um ihr Erscheinen ersucht. Der Einberufer. Einwohner des Gesundbrunnens! Donnerstag, den 19. November, abends 8 Uhr, bei Franke, Badstraße 19: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Die wirtschaftliche Lage und die Arbeiterschaft". Referent: Reichstagsabgeordneter Genoffe Stücklen. Disfuffion. Genossen, Arbeiter, Hausfrauen! Erscheint zahlreich! Die Agitationskommiffion. 128/5 Oeffentliche Versammlung. Orts- Krankenkasse Jnnungs- KrankenTages Ordnung: der Tabakfabrik: 1. Welche Bedeutung haben Tarifverträge für die Arbeiter arbeiter zu Berlin. Ichaft?" Referent: Kollege Tauscheck- München. 2. Mitteilungen über Borgänge in obiger Branche. Kollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ift jeder verpflichtet, zu erscheinen. Einladung zur ordentlichen 164/6 General- Versammlung Der Einberufer. Musikinstrumenten- Arbeiter Berlins. Montag, den 16. November, abends 8 Uhr, im Gewertschaftshaus ( großer Saal), Engel- Ufer 15: Oeffentliche Musikinstrumentenarbeiter- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Die Gewerbegerichtswahlen. Referent Stadtverordneter Adolf Ritter. 2. Die Bustände in der Pianofabrik von Bogs& Voigt. 8. Berschiedenes. 93/10 Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen, ganz befonders auch der nichtorganisierten ersucht Die Branchenleitung des Holzarbeiter- Verbandes. NB.: Die Inhaber der Firma Bogs& Volgt find zu dieser VerJammlung brieflich eingeladen. am Montag, den 23. Movember, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Feind, Weinstr. 11. Zages Ordnung: 2. fasse der 279/7 12. Kaffenvorstand. gez. Ahrens. in Kraft tritt. 2 3 • " 4 " 2,50-3,49 M. 1,50-2,49 weniger als 1,50 Der durchschnittliche Tagelohn ist festgesett 19 für 1. Klaffe auf 4,00 m. 2. " " " 3. " " 3,00 2,00 . n " " .4. 1,00 § 18. 3 Orts- Krankenkasse a) für Mitglieder ber 1. staffe für Friedenau. Bekanntmachung. Am 25. November d. J., abends 7 Uhr, findet im Restaurant Rheinschloß", Rheinstraße 60, die Ordentliche pr. Tag 2,00 M., pr. Woche 14,00 m. b) für Mitglieder der 2. Klasse pr. Tag 1,50 M., pr. Woche 10,50 M. c) für Mitglieder der 3. Klasse pr. Tag 1,00 M., pr. Woche 7,00 M. d) für Mitglieder der 4. Slaise pr. Tag 0,50 M., pr. Woche 3,50 M. § 13 a. Anstatt auf 4 Wochen auf 6 Wochen in Höhe des Krankengeldes. § 18 wird gestrichen. § 28. General- Versammlung Die wöchentlichen Raffenbetträge bes der Kaffe statt, zu der die Herren Delegierten hierdurch eingeladen werden. Zages Ordnung: 1. Berlesung des Protokolls der legten General Bersammlung. 2. Ersazwahl zum Vorstand( ein Arbeitnehmer). 3. Wahl dreier Revisoren zur Prütragen 3, Broz. des im§ 12 feftgesezten Tagelohnes und zwar: für die 1. Klasse 0,90 m. 2. " " 3. " " " 0,69 0,45 " " 4. a 0,24 § 29. Die Beiträge find jeden Sonnabend für die abgelaufene Woche fällig. Für diejenigen, welche im Laufe einer Wochenbeitrag zu entrichten. Absatz 2 ist zu streichen. § 30. Tischler- rbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). Tischler- Arbeitgeber, 2 unbeine für 1908 Boche Mitglieder werden, ist der volle der Innung. Dienstag, den 24. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts, hause, Engelufer 15: Ordentliche General- Versammlung Vertreter der Kaffenmitglieder und der Innungsmitglieder. 1. Wahl für zwei laut Statut aus. der scheidende Borstandsmitglieder. Wahl einer Kommission von brei Mitgliedern zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jabres. 279/3 Der Vorstand. Wer- Stoff- hat fertige Anzüge nach Mar 20 W. Zadelloser Siz, haltbare suitersachen. Bei Stofliefern.tg billigste Preise. Franke, Aderstraße 143, Ede Invalidenstraße. 44622* 4. Antrag des Vorstandes auf Men derung der§§ 13, 15, 18, 20, 23, 24, 27, 30, 32, 41, 42, 46, 56, 61 und 64 des Statuts. Scheidet ein Mitglied innerhalb einer Woche aus der Beschäftigung aus, so ist der Beitrag für die volle Woche zu entrichten. § 39. Anstatt monatlich ist zu sehen füt jede Sigung 1,00 M 5. Bericht über Gründung eines Genesungsheims der Krankenkassen der westlichen Vororte Berlins. 6. Bericht vom Allgemeinen Stongreß der Krankenkassen Deutschlands. 7. Antrag zur namentlichen Befanntgabe der Arbeitgeber in den Gustav Naumann, Borsigender. die Pfändungen zu den Forderungen Jahresberichten der Kasse, bei denen Wilhelm Netband, Schriftführer. Genehmigt Der Vorstand. II. C. 93. 08 2 Siber. 279/8 der Kaffe fruchtlos ausgefallen und durch Beschluß vom 13. Oftober 1908. Zages Ordnung: welche länger wie drei Monate mit Der Bezirksausschuss zu Berlin. 1. Bericht des Vorstant es. 2. In der Bablung der Beiträge im RüdAbteilung II. getrennter Wahl sind zu wählen: stande find. Zwei Borstandsmitglieder von den 8. Verschiedenes. 279/10 Bertretern der Kaffenmitglieder und Etwaige Anfragen, Anträge oder cin Vorstandsmitglied von den Ver- dergleichen, zu deren Beantwortung tretern der Innungsmitglieder. die Einsichtnahme der Geschäftsbücher 3. Bahl von drei Revisoren zur erforderlich ist, find mindeſtens fünf Brüfung der Jahresrechnung 1908. Tage vorher schriftlich einzureichen. 4. Wahl zweier Hilfsarbeiter resp. Friedenau, den 15. November 1908. Wiederwahl. 5. Verschiedenes. H. Hrider, K. Hildebrandt, 279/2 Der Vorstand. Borsitzender. Schriftführer. + Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog D. Empfehl.viel Aerzte u Prof. grat. u.t H. Unger, Gummiwas enfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 JOSETTI JUNO CIGARETTEN sind von anerkannter Güte und bieten trotz ihres billigen Preises volle Garantie für feinste Qualität. Joselli 10 St. für 20 Pfg. An diesem Schild sind die Läden erkennbar, RIGINAL SINGER NAHMASCHINE in denen nur 4808L SINGER Nähmaschinen verkauft werden. Mustergültig in Konstruktion und Ausführung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch und Industrie. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. BERLIN, Leipziger Straße 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. Nickel 2 Mk. Ein Spezial- Angebot! Dieser Kneifer mit Optal- Gläsern, in Ia. Doublé 10 Jahre Garantie M, 6.50 in 8 kar. Gold M. 10.50, in 14kar. Gold M. 17.00 M. M 9.50 17.00 Gelegenheitskaut Solange der Vorrat reicht liefere eine grosse Sprechmaschine vorjährige Modelle mit 6 Stück, 25 cm grossen Platten. hestes Fabrikat, keine Pappe statt 48.- jetzt nur 14.50 Erprobt und bewährt! 4883L* Spiritus- GlühlichtLampen u. Brenner Spiritus- Zentrale G. m. h. H b. 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Sophienstraße 17/18 Sophien- Säle( Querstr. d. Rosenthaler Str.) empfiehlt seine 50-2000 Säle zu Bersammlungen und Vereinsfestlich. Bersonen fassenden 7. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 14. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 81 163 265[ 500] 425 35 49 517 652[ 500] 716 986 1065 112 287 305 591[ 10 000] 904 40 2019 256[ 500] 485 732 841 3018 123 49 79 233 380 658[ 1000] 982 4218 345 561 656 99 810 974 89 5309 415 6081[ 1000] 180 320 639 864 7086 809 419 550 654 888 8057 79 169 389 607 980 9329 616 74 10020 169 207 735 11272 314 424[ 1000] 626[ 500] 50 863 997 12011 34 304 37 717 52 68 867 948 13264 529 30 624 71 14084 210 56 67 412 545 826 15069[ 500] 143 517 16357 476 609 815 66 85 17109 619 45 88[ 500] 866 18086 106 75[ 500] 82 297 336 417 18 22 83 19004 27 159 416 44 85 695 864[ 500] 20283 621 709 36 43 60 99 889 21472[ 3000] 572 709 709 36 43 60 99 889 832 89 22124 353 59 71 89 409 543 718 980 23018 24 58 69 218 837 24241 334 513 638 796 833 81 994[ 1000] 25021 186 882 910 32[ 500] 90 26189 99 619 798 897[ 500] 921 27438 96 721 908 15 61 98 28104[ 3000] 30 222 37 376 609 73 773 29036 147 444 780 999 30015 31 138 59 523[ 1000] 683 724 87 913 24 31229 333 494 643 79 723[ 1000] 44 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620 921 22 36 236072 261 746 237197 424 971 92 238166 329 43 462 548 877 932 54[ 500] 239065 225[ 500 477 683 731 831 240324 36 86[ 1000] 423 39 802 26 241029 121 803 502 74 87 688 775 859 83 242118 19 58[ 3000] 470 641 65 830 49 75[ 500] 943 243340 411 19 95 864[ 1000] 942 87 244089 162[ 1000] 243 74 807[ 500] 215350 510 753 246104 32 81 266 443 547 687 841 998 247052 142 84 400 632-86 862 938 58 248169 205 610 14 958 85 249066 92 129 326 469 80 812 72 907 250035 226 73 90 430 44 99 720 938 251053 315 742 72 915 252090 168, 256[ 1000] 331 40[ 500] 566 88 946 95 253518 625 972 254216 351 443 575 600 51 84 732 827 91 255116 317 571 637 52 256115 437[ 1000] 60 [ 500] 525 707[ 3000] 13 824 257112 643 97 900 258530 681 877[ 500] 985 259031 129 320 81 89 440 81 550[ 500] 631 826 64 944 81 260025 185 303 444 629 799 814 261113 225 391 432 727[ 500] 816 917 262311 682 99 831 913 263115 244[ 1000] 499 511 693 900 264054 222 344 265262 544[ 15 000] 600 751 821 266308 17 66 600[ 500] 716 812 964 99[ 1000] 267873[ 3000] 268003 28 85[ 3000] 88 279 312 48 54-485 97 532 830 901 269150 264 422 601 38 46 75 724[ 500] 821 51 270085 140[ 3000] 395 518 793 879 271090 221 370 406 527 627 272 129 515[ 500] 664 826 29 81 273079 [ 500] 359 61 966 274062 219 361 454 570 667 74 275065 121 22 24 81 297 390[ 3000] 572 902 87 276347 711 955 [ 1000] 77 277015 87 115 225 475 6: 8[ 1000] 46 95[ 5.00] 278029[ 500] 284 415 29 1500] 671 82[ 1000] 874[ 500] 279042 222 73 367 89 430 37 528 674 952 93 280118 258 629 70 729 89 S11 28114 203 321 68 99 421 303 674 608 83 282 36 482 501 500] 742 2 3113[ 3000] 51 336 459 651 867 98 935 284019 333 90 477 507 628 870 [ 500] 285159 225 307[ 500] 55 83 709 919[ 500] 76 286381 457[ 500] 580 628 805 287083 483 534 68 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Br. 269. 25, Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 15. November 1908. Arbeitslofen- Zählung. Am Dienstag, den 17. November, findet in Berlin und Vororten eine Zählung der Arbeitslosen statt. Die Zählung erfolgt in Zählbureaus und zwar für die männlichen Arbeitslosen von 8-12 Uhr vormittags, für die weiblichen Arbeitslosen von 12-3 Uhr nachmittags. In Berlin sind in den unten näher bezeichneten Turnhallen nachstehende Zählbureaus eingerichtet: Berlinisches Gymnasium zum 1. Zählbez. Stadtb. 1, 2, 3. Grauen Kloster, Neue Friedrichstr. 86. 2. Zählbez. Stadtb. 4, 5, 6. 21./24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisonkirche 2. 3. Zählbez. Stadtb. 7, 8, 143, 144. Stöllnisches Gymnasium, Wallstr. 44. 4. Zählbez. Stadtb. 9, 10, 24. 51./130. Gemeindeschule, Niederwallstr. 6/7. 5. Zählbez. Stadtb. 11, 12, 13. Dorotheenftädtisches Realgymnasium, Prinz- Louis- Ferdinand- Straße. 6. Zählbez. Stadtb. 14, 15, 16, 17, 18, 19. Deutscher Dom, Gendarmenmarkt, Eingang Taubenstraße. 7. Zählbez. Stadtb. 20, 21, 22, 23. Gewerbegericht, Zimmerstraße 90/91( Saal 7). 8. Zählbez. Stabib. 26, 28, 29, 80. 27./44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. 9. Zählbez. Stadtb. 31, 32, 33, 37. 107. Gemeindeschule, Genthiner Straße 4. 10. Zählbez. Stadtb. 34, 35, 36. 157./164. Gemeindeschule, Derfflingerstr. 18a. 11. Zählbez. Stadtb. 38, 39, 40, 41. Falf- Realgymnasium, Lüzowstr. 84c. 12. Zählbez. Stadtb. 42, 43, 44. 99. Gemeindeschule, Steinmehstr. 79. 61. Zählbez. Stadtb. 166. 138./158. Gemeindeschule, Mühlen. I ftraße 49/50. 62. Zählbez. Stadtb. 167a, 167b, 167c. 220./255. Gemeindeschule, Ehrenbergstr. 24. 63. Zählbez. Stadtb. 168, 169, 170. 18./125. Gemeindeschule, Koppenſtr. 84. 64. Zählbez. Stadtb. 171, 172, 173. 30. Gemeindeschule, Rüdersdorfer Straße 4/5. 65. Zählbez. Stadtb. 161, 174. Memeler Straße 38. 66. Zählbez. Stadtb. 175a, 175b. Gubener Straße 51/52. 67. Zählbez. Stadtb. 176, 177a. Memeler Straße 24/25. 68. Zählbez. Stadtb. 177b, 177c. Bromberger Straße 13/14. 69. Zählbez. Stadtb. 178a, 178b. Litthauer Straße 16/21. 52./71. Gemeindeschule, 119./136. Gemeindeschule, 256./287. Gemeindeschule, 87./98. Gemeindeschule, 233./235. Gemeindeschule, 70. Zählbez. Stadtb. 179a, 179b, 179c. 81./109. Genteindes schule, Tilsiter Straße 4/5. 71. Zählbez. Stadtb. 180a, 181b, 181d. 250./282. Gemeindeschule, Rigaer Straße 100/102 72. Zählbez. Stadtb. 180b, schule, Petersburger Straße 4. 73. Zählbez. Stadtb. 180d. ftraße 16. 74. Zählbez. Stadtb. 181c. Allee 27. 75. Bählbez. Stabtb. 181e. Straße 81/82. 76. 3ählbez. Stadtb. 181f. riberstr. 19/20. 77. Zählbez. Georgenkirchstr. 11. 78. Zählbes. Stadtb. 185, 186, 187. Friedenstr. 23. 79. Zählbez. Stadtb. 188, 195, 199. Georgenkirchstr. 2. 80. Zählbez. Stadtb. 189a( außer berger Allee 1-27 und 159-160). Olivaerstr. 19. 128. Zählbez. Stadtb. 274b, 276. 111./186. Gemeindeschule, Pflugstr. 12. Stadtv. 275, 305. Stadtb. 278,.306. 10./48. Gemeindeschule, 70./202. Gemeindeschule, 146./180. Gemeindeschule, 129. Zählbez. Scharnhorststr. 12. 130. Zählbez. Rabenéftr. 12. 131. Zählbez. Stadtb. 279, 282. Hannoversche Straße 20. 132. Zählbez. Stadtb. 284a, 284b. 13. Realschule, Schleswiger Ufer 14. 133. Zählbez. Stadtb. 283, 285, 286, 287a. 187. Gemeinde schule, Gerhardstr. 4/5. 134. Zählbez. Stadtb. 287b, 287c, 801, 302. 113./128. Ge. meindeschule, Turmstr. 86. 135. Zählbez. Stadtb. 288. 49. Gemeindeschule, Alt- Moabit 95 ( Selassenzimmer 1 und 2). 136. Zählbez. Stadtb. 289, 290b. 199./205. Gemeindeschule, Leveßowstr. 26. 137. Zählbes. Stadtb. 290a, 294a. 82./90. Gemeindeschule, Turmstr. 75. Stadtb. 291a, 291b. 222. Gemeindeschule, 138. Zählbez. Rostoder Straße 32. 139. Zählbes. Stadtb. 292a, 292c, 294b. 240./254. Gemeindeschule, Waldenserstr. 25/26. 140. Zählbez. Stadtb. 292b, 293c. 206./212. Gemeindeschule, Siemensstr. 20. 141. Zählbez. Stadtb. 293a, 298b. 41./242. Gemeindeschule, Wicleffstr. 53. 142. Zählbez. Stadtb. 295, 296, 297. 172./185. Gemeinde. schule, Bremer Straße 13/17. 143. Zählbez. Stadtb. 298, 300. 189. und 168./182. Gemeinde schule, Quißowstr. 115. 144. Zählbez. Stadtb. 299, 303a, 303b, 304. 160./188. Gemeindeschule, Stephanstr. 3. 145. Zählbez. Stadtb. 307, 308b. 183./196. Gemeindeschule, Müllerstr. 158/159. 146. Zählbez. Stadtb. 308a, 308c. 285. Gemeindeschule, Tegeler Straße 21. 147. Zählbez. Stadtb. 309. 53./55. Gemeindeschule, Lütticher Stadtv. Straße 4. Straße 7. 180c, 181a. 3./203. Gemeinde258./271. Gemeindeschule, Edert280. Gemeindeschule, Frankfurter 247./252. Gemeinbeschule, Rigaer 264./266. Gemeindeschule, SamaStadtb. 183, 196, 198. 6. Gemeindeschule, 33./66.Gemeindeschule, 139./161. Gemeindeschule, 13. Zählbez. Stadtó. 45, 46. 92. Gemeindeschule, WinterfeldtMatthiasstraße und Landsftraße 16. 104./159. Gemeindeschule, 22./178. Gemeindeschule, 148. Zählbes. Stadtb. 310. 273./295. Gemeindeschule, Lütticher 81. Zählbez. Stadtb. 189b, 189c. 284./253. Gemeindeschule, 126./143. Gemeindeschule, Straßmannstr. 6. 149. Zählbez. Stadtb. 311a, 312. 276. Gemeindeschule, Müller82. Zählbez. Stadtb. 190c. 218. Gemeindeschule, Peters- fstraße 126a/ 126b. Askanisches Gymnasium, burger Plaz 3. 150. Zählbez. Stadtb. 311b. 86./141. Gemeindeschule, Müller. 83. Zählbez. Stadtb. 189d. 257./294. Gemeindeschule, Böhow- straße 48. 131./169. Gemeindeschule, ftraße 40. 151. Bählbez. Stadtb. 313, 325, 65./77. Gemeindeschule, 84. Zählbez. Stadtb. 190a, 191. 230./248. Gemeindeschule, Reinickendorfer Straße 56. Elbinger Straße 4/5. 152. Zählbez. Stadtb. 314a, 314b, 814c. 291. Gemeindeschule, 85. Zählbez. Stadtb. 190b, 190e. 243./267. Gemeindeschule, Seestraße( Ede Hennigsdorfer Straße). Hausburgstr. 20. 153. Zählbes. Stadtb. 314d, 315, 316. 19./166. Gemeinde. 86. Zählbez. Stabtb. 190d. 265./272. Gemeindeschule, Olivaer- schule, Ruheplatstr. 5/7. ftraße 11/16. 154. Zählbez. Stadtb. 317, 818, 319. 82. Gemeindeschule, Bankstr. 47. 155. Zählbez. Stadtb. 320a, 320b. 211./225. Gemeindeschule, Böttgerstr, 17. 156. Zählbez. Stabtb. 321. 43. Gemeindeschule, Grünthaler Straße 19/20. 14. Zählbez. Stadtb. 47a, 47b. Pallasstr. 15. 15. Zählbez. Stadtb. 48a, 48b, 49. Culmstr. 15. 16. Zählbez. Stadtb. 50, 51, 52, 53. Kleinbeerenstr. 2. 17. Zählbez. Tempelhofer Ufer 2. Stadtb. 54, 72. 18. Zählbez. Stadtb. 55, 56a, 57. 150./165. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 20. 19. Zählbes. Stadtb. 56b, 58, 59, 60, 61a, 61b. meindeschule, Hagelsberger Straße 34. 108./116. Ge20. Zählbez. Stadtb. 64a, 64b, 65, 66a, 66b. 133./149. Gemeindeschule, Bergmannstr. 28/29. 21. Zählbez. Stadtb. 62, 63, 67, 68, 69, 71. 40., 91./101 Gemeindeschule Gneisenaustr. 7. 22. Zählbez. Stadtb. 73, 74. 28./217. Gemeindeschule, Wilmsstraße 10. 23. Zählbez. Stadtb. 75a, 75b. 60./236. Gemeindeschule, Bergmannstr. 60/65. 24. Zählvez. Stabtb. 76a, 77. 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachstr. 60. 25. Zählbez. Stadtb. 76b, 76c, 78a. 163./192. Gemeindeschule, Boedhstr. 17/20. 26. Zählbez. Stadtb. 78b, 78c. 184., 144./176. Gemeindeschule, Kottbuser Ufer 51. 27. Zählbez. Stadtb. 79, 80, 87, 88. Brifer Straße 17/18. 28. Zählbez. Stadtb. 81, 82, 83, 86. Naunynstr. 63, Musikzimmer 5. 106./132. Gemeindeschule, Blindenanstalt( Schule), 29. Zählbez. Stadtb. 84, 85, 89. 7. Realschule, Mariannenftraße 47. 30. Zählbez. Stadtb. 90, 91, 92. 50./68. Gemeindeschule, Reichenberger Straße 45. 31. 3ahlbez. Stadtb. 93, 94, 111. 145./151. Gemeindeschule, Reichenberger Straße 131/132. 32. 3ähez. Stadtb. 95, 96, 97. 20. Gemeindeschule, Walde33. Zählbe. Stadtb. 98, 99. 37. Gemeindeschule, Mariannenmarstr. 77. ufer 1a. 34. Zählbez. Stadtb. 100, 101. 198./195. Gemeindeschule, Manteuffelstr. 2 35. Zählbez. Stadtb. 102, 103, 104. 46./76. Gemeindeschule, Laufizer Plaz 9. 36. Zählbez. Stadtb. 105. 114./122. Gemeindeschule, Köpenider Straße 2. 37. Zählbez. Stadtb. 106. 54./85. Gemeindeschule, Wrangelftraße 85. 38. Zählbez. Stadtb. 107a, 107b. 170./251. Gemeindeschule, Görlizer Ufer 15. 39. Zählbes. Stab. 108a, 108b. 177./191. Gemeindeschule, Görlizer Straße 51. 40. Zählbez. Stadtb. 09. 115./237. Gemeindeschule, Stalizer Straße 55/56. 41. Zählbez. Stadtb. 110, 112a, 112b. 100./102. Gemeindeschule, Reichenberger Straße 67/70. 42. Zählbez. Stadtb. 11a, 113b. 219./232. Gemeindeschule, Glogauer Straße 12. 43. Zählbez. Stadtb. 114, 115, 124. 57./72. Gemeindeschule, Brandenburgstr. 78/79. 44. Zählbez. Stadtb. 116, 117, 119, 122, 123. 112./129. Gemeindeschule, Wassertorstr. 31. 45. Zählbez. Stadtb. 25, 27, 118, 120, 121. 4./5. Gemeindeschule, Alte Jafobstr. 127. 46. Zählbes. Stadtb. 125, 126, 127, 128, 129. 47. Gemeindeschule, Stallschreiberstr. 54, 47. Zählbez. Stadtb. 130, 131, 182, Städtische Turnanstalt, Prinzenstr. 70( Mittelportal). 48. Zählbez. Stadtb. 133, 134, 137, 62. Gemeindeschule, Schmidtstr. 38. 49. Zählbez. Stadtb. 135, 136, 141, 142. 2. Gemeindeschule, Schmidtstr. 16( Klasse 17). 50. 8ählbez. Stadtb. 138, 139, 140. 29. Gemeindeschule. Köpenider Straße 125. 51. Zählbez. Stadtb. 145, 147, 152. schule, Blumenstr. 63a. 52. Zählbez. Stadtb. 146, 182, 197. Frankfurter Straße 6. 53. Zählbez. Stadtb. 148, 150. Markusstr. 49. Filiale der 155. Gemeinde69. Gemeindeschule, Kleine 155./156. Gemeindeschule, 87. Zählbes. Stadtb. 192, 198e. 290. Gemeindeschule, Dan siger Straße 62a. 204./213. Gemeindeschule, 228./279. Gemeindeschule, 88. Zählbez. Stadtb. 193a, 198b. Chriftburger Straße 18. 89. Zählbez. Stadtb. 193c, 193d. Esmarchstr. 18. 90. Zählbez. Stadtb. 194a, 194b, 194c. 58./95. Gemeindeschule, Heinersdorfer Straße 18. 91. Zählbez. Stadtb. 200, 201, 202, 203, 204, 205. 84. Gemeindeschule, Keibelstr. 31/32. 92. Zählbez. Stadtb, 206, 207, 208, 210. Sophien- Gymnafium, Gormannstr. 4. 93. Zählbez. Stadtb. 209, 211, 212, 213. 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. 94. Zählbez. Stadtb. 214, 215, 217. 1. Gemeindeschule, Koppenplas 12. 95. Zählbez. Stadtb. 216, 280, 281. 26./179. Gemeindeschule, Albrechtstr. 20. 96. Zählb. Stadtb. 218, 219, 220. 2. Realschule, Weißenburger Straße 4a. 153./154. Gemeindeschule, 110./174. Gemeinbeschule, 99. Zählbez. Stadtb. 223, 224, 225, 231. 3. Oberrealschule, Choriner Straße 74. Filiale der 25. Ge13./67. Gemeinde97. Zählbez. Stadtb. 221, 226. Zehdenicker Straße 17/18. 98. Zählbez. Stadtb. 222, 243. Schönhauser Allee 166a. 100. Zählbez. Stabtb. 227, 228, 255, 256. meindeschule, Brunnenstr. 186. 101. Zählbez. Stadtb. 229, 257, 267, 268. schule, Elisabethkirchstr. 20. 102. Zählbez. Stadtb. 230, 235, 251. 25./103. Gemeindeschule, Ruppiner Straße 47. 103. Zählbez. Stadtb. 232, 233, 234. 96. Gemeindeschule, Schwedter Straße 234. 101. Zählbez. Stadtb. 236, 258. 35./61. Gemeindeschule, Bernauer Straße 89/90. 105. Zählbez. Stadtb. 237, 238, 239, 240. 105./121. Gemeinde. schule, Colmarer Straße 5. 106. Zählbez. Stadtb. 241, 242a. 239. Gemeindeschule, Weißenburger Straße 36. 107. Zählbez. Stadtb. 242b, 242c. 162./197. Gemeindeschule, Danziger Straße 23. 108. Zählbez. Stadtb. 244. 15./171. Gemeindeschule, Kastanienallee 82. 109. Zählbez. Stadtb. 245, 250a. 117./178. Gemeindeschule, Eberswalder Straße 10. 110. Zählbez. Stadtb. 246a, 246d. 74./79. Gemeindeschule, Pappelallee 30/31. 111. Zählbez. Stadtb. 246b, 248a. 221./288. Gemeindeschule, Bappelallee 41. 112. Zählbez. Stadtb. 246c. 249./261. Gemeindeschule, Greifenhagener Straße. 82. 113. Zählbez. Stadtb. 247a, 247c, 248b. 209./215. Gemeindeschule, Dunderstr. 65/66. 114. Zählbez. Stadtb. 247b, 247d. 288./289. Gemeindeschule, Senefelderstr. 6/7. 115. Zählbez. Stadtb. 249a. 269./286. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 108. 116. Zählbes. Stadtb. 248b. 42./275. Gemeindeschule, Driesener Straße 22( Bimmer 15/16). 117. Bählbes. Stadtb. 250b, 250c, 250d. 269./274. Gemeinde schule, Sonnenburger Straße 21. 118. Zählbez. Stadtb. 252, 260. 148. Gemeindeschule, Stralfunder Straße 54( Konferenzzimmer). 119. Zählbez. Stadtb 253, 254b. 132/142. Gemeindeschule, Demminer Straße 27. 54. Zählbez. Stadtb. 149, 163. 38. Gemeindeschule, Kraut- schule, ftraße 43. 55. Zählbes. Stadtb. 151, 158, 162. 12./64. Gemeindeschule, Graunstr. 11. Strautstr. 49. 56. Zählbez. Stadtb. 154, 155, 184. 23. Gemeindeschule, Strelißer Straße 41a/ 42. Strausberger Straße 9. 120. Zählbez. Stadtb. 254a, 254d, 261c. 167./175. GemeindePutbuser Straße 23. 121. 3ählbez. Stadtb. 254c, 254e. 190./198. Gemeindeschule, 122. Zählbez. Stadtb. 239, 261b. 207./210. Gemeindeschule, 123. Zählbez. Stadtb. 261a. 241./250. Gemeindeschule, Watt124. Zählbes. Stadtb. 262, 277. 73./147. Gemeindeschule, 125. Zählbez. Stadtb. 263, 264, 265, 266. Filiale der 207. Gemeindeschule, Ackerstr. 67. 36. Gemeindeschule, 14. Gemeindeschule, 57. Zählbez. Stadtb. 156, 159. 201. Gemeindeschule, Große Straße 16. Frankfurter C.raße 23. 58. Zählbez. Stadtb. 157, 158. 135./137. Gemeindeschule, Wiesenstr. 66. Friedenstr. 37. 59. Zählbez. Stadtb. 160 und von 189a Landsberger Allee 1 bis 27 und 159-160, fowie Matthiasstraße. 59./181. Gemeindeschule, Diestelmeyerstraße( Ede Matthiasstraße). 60. Bählbez. Stadtb. 164, 165. 34. Gemeindeschule, Lange traße 76( Konferenzzimmer). 126. Zählbez. Stadtb. 269, 270, 271. Gartenstr. 107. 127, Zählbez. Stadtb. 272, 273, 274a. Steffelite. 3/4 157. Zählbes. Stadtb. 322. 140./194. Gemeindeschule, Prinzenallee 8. 158. Zählbe. Stabtb. 323a, 323b. 78./97. Gemeindeschule, Christianiaſtr. 4/6. Gothenburger Straße 1. 159. Zählbez. Stadtb. 324, 326c. 208./283. Gemeindeschule, 160. Zählbez. Stadtb. 826a, 326b. 224./229. Gemeindeschule, Chriftianiaftr. 36/39. Jeder Arbeitslose wolle sich möglichst in dem Zählbureau des Stadtbezirks, in welchem seine Wohnung gelegen ist, und, falls er ant 17. November, ohne Wohnung ist, in einem Zählbureau nach seiner Wahl melden. Als Legitimation dienen: Invalidenversicherungskarte oder Bescheinigung des legten Arbeitgebers usw. In den Vororten befinden sich die Zählbureaus an folgenden Stellen: Rigdorf. 1. Turnhalle, Leffingstraße 38/89. Weserstraße 12/13. Hertzbergplatz. 2. 3. 8. 9. 17 10. " 11. Weisestraße. Elbestraße 11/12. Mariendorfer Weg. Boddinstraße 52/56. Erfstraße 27/28. Emser Straße( Oberrealschule). Kaiser- Friedrich- Straße( Gymnasium). Berliner Straße 9/10. 12. Städtischer Arbeitsnachweis, Steinmezstr. 8. Köpenid. Für die Altstadt: Restaurant Augustin, Grünstraße; Rieger Vorstadt: Restaurant Tauchert, Müggelheimer Straße 5; Köllnische Vorstadt: Restaurant Joch, Grünauer Straße 7; Damm- Vorstadt: Restaurant Golze, Kaiserin- Auguste- ViktoriaStraße 15. Die Zählung erfolgt für männliche Arbeitslose von 9-12 lih vormittags, für weibliche von 2-4 Uhr nachmittage. Brit. In der Turnhalle der 2. Gemeindeschule. Männliche Arbeitss Tofe von 8-12 Uhr vormittags, weibliche von 12-3 1hr nachmittags. Lichtenberg. In sämtlichen Schulen zu der in Berlin festaefeßten Zeit. Treptow- Baumschulenweg. Für den Ortsteil Treptow in der Aula der 1. Gemeindeschule in der Bouchéstraße, für den Ortsteil Baumschulen. weg im Einwohnermeldeamt, Kiefholzstr. 180. Nieder- Schönhausen. vormittags von 8-12 1hr und für weibliche nachmittags von 1 bis 8 Uhr. Jm Eckladen Kaiser- Wilhelm- Str. 1. Für männliche Arbeiter Stralau. Unterer Ortsteil bis zur Ringbahn Restaurant Schöps, AltStralau 17. Für den übrigen Ortsteil Restaurant Gundlach, Markgrafendamm 3. Weibliche und männliche Arbeitslofe gemeinschaftlich von 8-12 Uhr vormittags. Ober- Schöneweide. In der Turnhalle, Frifchenstraße. Weißensee. In der Gemeinde Turnhalle, Pistoriusstraße. Schmargendorf. Jm Restaurant Lindenbaum, Spandauer Straße. Bankow. In den Turnhallen folgender Gemeindeschulen: II: Grunowftr. 17; III: Staiser- Friedrich- Straße 58 und IV: Schmidtftraße 11. Spandau. Jm Hotel Roter Adler", Potsdamer Straße 6, großer Saal, in der Zeit von 8 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags. In den hier nicht besonders aufgeführten Drten wird gebeten, die Anschlagsäulen zu beachten, an denen alles auf die Zählung Bezügliche öffentlich bekannt gegeben wird. Partei- Angelegenheiten. Die am Dienstag, den 17. d. M., fällige Versammlung findet an einem späteren Termin statt. schlimmste ist, daß ein derartiges Gefafel geglaubt wird, bis Tage vor dem Zahlungstage des Wechsels einzuliefern find, ist weit ins Ausland hinein. ein befonderes Formular zu verivenden, das bei den Postanstalten Schöneberg. Zu der Uraniavorstellung, die am Sonntag, den Aus der neuesten Zeit liegen zwei besonders interesante fäuflich ist. Zehn Stück fosten 5 Pfg. Sämtliche Verzeichnisse 22..., mittags 1 Uhr stattfindet, sind bei den Bezirksführern ousländische Urteile über Berlin vor. Der von einer von Orten, Straßen, die Tarife usw. sind bis auf die neueste sowie dem Kaifierer Genofien 2. erter, Grunewaldstr. 42, noch Europareise zurückgekehrte frühere Bürgermeister der australischen Beit ergänzt. Wan findet z. B. alle Bostanstalten des Reichspostgebiets, die Straßen von Groß- Berlin usw. Billetts pro Stück für 70 Pf. zu haben. Zur Aufführung gelangt: Hauptstadt Sidney erflärte angeblich, daß die Palme der Ueber den Brenner nach Venedig. Munizipalverwaltung ausschließlich den deutschen Städten ge- Postalische Umgemeindung. Eine postalische Umgemeindung bühre. Berlin habe die beste Verwaltung aller von ihm fchiedene Straßen, die seht zum Bestellbezirk des Poſtamts W. 30 findet im Westen von Groß- Berlin am 15. November statt. VerDer Vorstand. besichtigten Kommunen und eine bessere als Paris. Er in der Winterfeldtstraße gehören, werden dem Bestellbezirk des Wilmersdorf. Eine Handzehtelverbreitung für die nächste rühmte ferner die Großartigkeit der ihm gezeigten Ein Bostamts W. 57 in der Steinmetzstraße zugeteilt. 63 find dies öffentliche Versammlung erfolgt heute, Sonntag, vormittag 8 Uhr richtungen der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, der er die Pallas-, Elgholz-, Winterfeldt, Bieten-, Froben- und Schwerinson den bekannten Bezirkslokalen aus. Die Parteigenossen werden wertvolle Informationen verdankt. Der Herr Bürgermeister straße und die Straße an der Apostelkirche. erfucht, Mann für Mann am Plaße zu sein. Die erwähnte Volksversammlung wird Dienstag abend Die erwähnte Voltsversammlung wird Dienstag abend hat natürlich nur die glänzende Hülle gesehen. Was prdichtige Handel mit Kränzen am Totensonntag. Aus Anlaß einer Be8½ Uhr im Lutsenpart, Wilhelmsaue, abgehalten. Referent Bauten und glanzvolle Einrichtungen anlangt, so ist in sein schwerde über den Straßenhandel mit Biumen und Kränzen an ift der Stadtverordnete Schubert- Berlin; auf der Tages. Urteil sicher zutreffend. Aber wo bleibt die Stehrseite, Sonntagen, besonders aber am Totenfonntag, hat der Polizeis ordnung steht die wichtige Frage:" Sat die Arbeiterschaft ein Recht Mister Taylor? Lassen Sie sich von Professor Bagner präfident die Polizeireviere erneut darauf hingewiefen, daß das Feilauf Vertretung im Stadtparlament?" eine Vorlesung halten, daß Berlin die rückschrittlichste Stadt bieten von Blumen auf den Straßen in Berlin nur an den beiden Treptow- Baumschulenweg. Den Parteigenoffen bes Ortsteils der Welt ist. Nehmen Sie sich gebührend zu Herzen, wie un- Sonntagen vor Weihnachten bis un 6 Uhr abends gestattet ist, selbstBaumihulenweg zur Nachricht, daß die Bibliothek des Wahl. verantwortlich in der Berliner Stadtverwaltung das Selbstverständlich mit Ausschluß der für den Hauptgottesdienst bestimmten bereins sich beim Genossen Müller, Baumschulenste. 14, born im verwaltungsrecht verschandelt wird. Oder haben Sie in den Beit. An allen übrigen Sonntagen, insbesondere also auch am Totenionntag, ist der Straßenhandel mit Blumen und Laden befindet und den ganzen Tag über bis 9 Uhr abends den großartigen Anlagen der A. E.-G. die Tausende von Arbeitern Strängen in Berlin gänzlich verboten. Diese Bestimmungen werden Genossen zur Verfügung steht. Der Vorstand. gefragt, wie ihnen die Polizeiwirtschaft in Berlin gefällt? streng durchgeführt werden. Haben Sie sich die Sammelstelle lebendiger Leichen in der Fröbelstraße angesehen? Manches in Berlin ist besser als anderwärts und recht vieles bedeutend schlechter. Der Zweite, der auf Berliner Pflaster, allerdings privatim, Entdeckungsfahrten unternommen hat, ist der bekannte holländische Dichter Hermann Heijermans. Der hat das Berliner Massenelend mal an der Quelle gesehen, genau wie mancher andere Schrift steller und Volksfreund vor ihm. Aber was er jetzt über Berlin beröffentlicht, konnte er ebensogut mit Posemuckeler Sfizzenbuch" überschreiben. Es liest sich recht hübsch, aber trifft nicht im mindesten die berlinische Eigenart. Seine Typen sind keine spezifischen Berliner Typen, und damit verpufft die gute Absicht des Werkchens ebenso wie fast jedes andere ausländische Urteil über Berlin. Nein, man muß mit den Berlinern jahrelang leben und weben, muß sie durch tausend Brillen ansehen und jeden Zug ihres Wesens studieren. Wer bloß hineinriecht in unsere Verhältnisse und dann an uns fritisieren will, dem spucken wir hohnlachend in die Tinte. Ober- Schöneweide. Die Fragekarten zur Arbeitslosenzählung find vorher erhältlich im Restaurant von Warnefe, Wilhelminenhof Straße, und Rodenbusch, Frischenstraße. Der Vorstand. Lichtenrade! Marienfelde! Am Dienstag, den 17. d. M., abends 8 Uhr, findet bei Deter, Lichtenrade, eine Wolksverfammlung statt. Tagesordnung: 1.„ Christentum und Sozialdemokratie". Referent: Genoffe Albert Störmer. 2. Diskussion. Die Prediger von Lichtenrade und Marienfelde sind hierzu eingeladen. Der Einberufer. Mariendorf- Südende. Dienstag, den 17. November, abends 8 Uhr, im Restaurant Bum alten Askanier", Chauffeeftr. 305: öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Julius Ralistt über: Köpenid und Jena"; 2. Diskussion; 3. Die letzten Vorgänge in unserer Gemeinde. Heute, Sonntag, früh 8½ 1hr, findet von den Bezirkslokalen aus eine Handzettelverbreitung zu dieser Versammlung und zu der am 17. November d. I. stattfindenden Arbeitslosenzählung statt. Der Vorstand. Weißensee. Am Bußtag, Mittwoch, den 18. November, findet die Kalenderverbreitung über Land statt. Treffpunkt früh 7 Uhr beim Genossen Roßkopf, Königchauffee 38. Der Vorstand. Hohen- Schönhausen. Mittwoch, den 18. November, früh 7 Uhr, bersammeln sich alle Parteigenoffen im Lokale des Genossen Krause zur Agitation nach Marzahn und Eiche. Tegel. Dienstag, den 17. November, abends 8% Uhr pünktTich, findet in Julius Klippensteins Seeschlößchen, Spandauer Straße 4, die Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Vortrag über:" Der Wert der Jugenderziehung". Gleichzeitig werden in der Versammlung die Parteitagsprotokolle ausgegeben. Am Mittwoch( Bußtag) findet eine Herrenpartie statt. Treffpunkt früh 8 Uhr bei Halfes, Brunowstraße. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Ausländische Urteile über Berlin. In der nächsten Woche findet teine Sigung der StadtverordnetenVersammlung ftatt. Zur Beratung des Statuts für den geplanten Verkehrszred verband für Groß- Berlin fand gestern im Rathause eine Sigung gefaßt, der dahin geht, eine Verständigung herbeizuführen über die zahlreicher Vertreter von Gemeinden statt. Es wurde ein Beschluß von den einzelnen Bororten aufgeworfene Frage über den Entwurf und die Ausführung eines einheitlichen Schnellbahnnetzes von Große Berlin. Gesundheitstee zum Krantwerden. In Berlin gibt es eine ganze Anzahl Personen, die durch den Vertrieb von jogenanntem Gesundheitstee", wie der Universalausbrud lautet, ein brillantes Geschäft machen. Dieser Tee wird auf die verschiedenste Weise und aus den verschiedensten Ingredienzien hergestellt. Zum Teil mag er einigermaßen das halten, was die Ankündigungen bersprechen, aber sicher steht der Preis nicht im richtigen Verhältnis zum wahren Wert der Ware. Es geht hier wie bei den meisten Geheimmitteln, bei denen Hunderte von Prozenten verdient werden. Man wollte schließlich nichts dagegen haben, wenn die betreffenden Teehändler auch ihre Beute entsprechend verdienen Tassen würden. Das ist nicht der Fall. So werden arme Frauen In der riesigen Halle am Zoologischen Garten haben sich für und Mädchen, die in oft nicht gerade den bester Räumen mit furze Zeit vierfüßige Bewohner eingemietet, die gewöhnlich die dem Verlesen und Durchsieben der zum Teemischen benötigten geborenen Feinde der Hauswirte find. Sie laffen es konstant Bestandteile beschäftigt find, mit 1 bis 1,50 M. pro Tag bezahlt. an dem nötigen Respekt fehlen und ihre Begrüßung und Konver- Diese miserable Bezahlung ist um so mehr zu mißbilligen, als fation pflegt nicht im leisen Flüsterton vor sich zu gehen. Oft die betreffende Beschäftigung für sehr gesundheitsschädlich gilt. genug lassen sich noch die nötigen gesellschaftlichen Formen, ver- Die Staubpartikelchen der Blätter und Blüten schwängern die Luft missen und hinterlassen ihre geschmackvolle Visitenkarte da, wo es und legen sich auf die Lunge. Es wäre wünschenswert, daß man ihnen ein innerer Drang gebietet, wo es aber nach hausgefehlichen an maßgebender Stelle diese Tätigkeit sich etwas näher ansieht. Denn was hat der„ Gesundheitstee" für einen Wert, wenn er Bestimmungen nicht gestattet ist. schon seine Hersteller auf das Krantenbett bringt! Bei Hektor. Da draußen aber haben sie Hausrecht und machen davon in ausgiebigfter Weise Gebrauch. Schon der Empfang beim Betreten der strahlend erleuchteten Halle ist ein ungewöhnlicher. Die tausend fläffenden, knurrenden, flagenden, winselnden, heulenden und polternden Stimmen, die den Raum erfüllen, zeigen, daß die Bewohner aus ihren Herzen teine Mördergrube machen. Und die vielen Freunde, Bekannten und Interessenten, die durch die Gänge wandeln, laffen es an beruhigenden und begütigenden Aeußerungen nicht fehlen. Gut Bureden hilft auch hier. Schon das erste Pärchen, das unsere Aufmerksamkeit auf sich Tenkt, zeigt Nachgerade hat es sich zum Sport ausgewachsen, daß sich dem Streicheln und Schmeicheln nicht abhold. Die beiden, allerhand ausländische Persönlichkeiten, die vielleicht in ihrer mit dem seibenweichen Fell und den langen hängenden Ohren, engeren Heimat etwas gelten, aber in Deutschland und speziell leben vermutlich noch in den Flitterwochen, ihr Verhältnis scheint in Berlin herzlich wenig Interesse erregen fönnen, sich über ein ungetrübtes zu sein. Bivar ist die Wohnung etwas eng, aber Spree- Athen und seine Bewohner aller Schattierungen ein Raum ist in der fleinsten Hütte für ein glüdlich liebend Baar." Sie zählen zur Familie derer von Zwerg- Budel, ihrer Ab mehr oder minder anmaßendes Urteil erlauben. Wir würden stammung nach englische Raffe. Uebrigens ist das Geschlecht der davon keine Notiz nehmen, wenn nicht in diesen Urteilen das Berge sehr start vertreten: Zwerg- Wachtelhunde, Zwerg- Pintscher eigentliche Bolk in der Regel schlecht weg fäme. Wie kommen und andere mehr, luden durch ihr zierliches Aussehen besonders nun derartige meist vollständig schiefe und zerfahrene Lotal bas weibliche Bublifum an, dessen erklärte Lieblinge sie sind. tritifen zustande? Der crotische Gast stattet der deutschen Biele ruben in reizenden, weich gepolsterten Wiegen, um die sie Reichshauptstadt seinen Besuch entweder in irgendeiner manches Kind beneiden kann. In einem mit Teppichen ausgelegten offiziellen Mission oder rein privatim ab. Im ersteren Falle 3winger tummelt sich die Familie Schneeflocke". Der Name allein erübrigt schon jebe Beschreibung. Sie bilden den Clou der Aus iſt ſein Urteil um so falscher und gefährlicher.. Der glänzende stellung. Die Befizerin fämmt soeben eines dieser weißen WollEmpfang in den sogenannten besten Gesellschaftskreisen frümelchen, dessen Preis mit 3000 m. angegeben wird. Wer's macht seinen Gesichtskreis von vornherein beschränkt. Er wird dazu hat, mag's faufen. Weiter unten ist eine eigenartige Sippvon Fest zu Fest geführt und kommit in den höchstens acht schaft zu sehen. Bulldoggen, die mit ihren großen, abstehenden Tagen, die er uns beglückt, über die Innenstadt taum hinaus. Ohren Fledermäusen nicht unähnlich sehen. Kluge Spike, gelehrige Wird er wirklich nach den Vorstädten geschleppt, im Automobil Budel, würdige, ernste Bernhardiner, mit philosophischem Gesichtsnach großen industriellen Anlagen oder gemeinnützigen öffent ausbrud, wechseln reihenmeise ab. lichen Anstalten, so eilen die ausschlaggebenden Maffen der stolze, hochbeinige Windhunde, prächtige, gottige Schäferhunde, Schöne, schlanke Doggen, mit flassischen, sehnigen Störpern, Reichshauptstadt in pfeilschnellem Fluge an ihm vorüber. Er furzhaarige" Polizeihunde", alle sind sie in vielen Exemplaren sieht wie auf einer Luftballonfahrt Häuser und bertreten. Menschen, ohne daß er überhaupt Zeit und Gelegen- Oben, auf der Galerie, hat man die Jagdhunde und die heit findet, in das Einzelgetriebe hinabzusteigen, sich biffigen Terrier untergebracht. Auch die eigensinnigen Teckel, die in das Denken und Fühlen der Weltstadtbewohner zu alles besser wissen und stets ihren eigenen Weg gehen wollen, haben bertiefen. Was er wirklich sieht und oft auch nur halb, das ebenfalls ihr Domizil hier aufgeschlagen. ist das talmiglänzende Milieu der Friedrichstadt und des Alles in allem lohnt ein Gang durch die Ausstellung, auch für „ vornehmen" Westens, jener scharf umgrenzte, auf verhältnis- den Richtkenner, und man braucht kein Rassenfer" zu sein, um mäßig engem Raum zusammengedrängte lichtvolle Streis, der an den hübschen Tieren Gefallen zu finden. mit dem Begriff Bolt" nichts zu tun hat. Er sieht nicht, " Die Habseligkeiten der Gefangenen. Gefangenen- Sammeltransporte sind auf den preußischen Eisenbahnen vor zwei Jahren Diese finden regelmäßig in bestimmten eingerichtet worden. Kursen statt. In den Vorschriften darüber ist u. a. bestimmt, daß dem Transportleiter an Effekten der Gefangenen nur eine Sandpatete mit übergeben werden, die teine den Transport gefährdende Gegenstände enthalten. Alle übrigen Effekten, Gelder usw. der Gefangenen sollen von der absendenden an die empfangende Stelle mit der Post überfandt werden. Nach amtlicher Wahrnehmung wird diese Bestimmung zum Teil nicht mehr gehörig Sie wird auch verschieden ausgelegt. Die Polize beachtet. behörden find deshalb jetzt darauf aufmerksam gemacht worden, daß unter„ fleinen Handpaketen" nur Batete zu verstehen find, deren Umfang es ermöglicht, daß sie von den Transporteuren in den Kleidertaschen untergebracht werden können. Die Fransporteure müssen gegebenenfalls zur Festhaltung der Gefangenen die Hände frei haben. Dies gilt aber nur für Transporteure, deren Endziel das preußische Staatsgebiet nicht überschreitet. Bei Schubtransporten von Ausgewiesenen, Saisonarbeitern werden die abfeligkeiten der Gefangenen nicht mit der Post an die empfangende Stelle abgeschickt, sondern mit den Personen nach der Grenzstation befördert. Es geschieht dies selbst mit Sachen bon größerem Umfang. Ebenso verfährt man mit den Effekten bon Auszuliefernden. Jedes einzelne solcher Gepätüde ist von ber absendenden Transportbehörde mit einer fest avizubringenden Aufschrift zu versehen, die den Namen des Eigentü, wers und dessen Bestimmungsort angibt. Der neue Riesentran am Humboldthafen, der dort im Auftrage der Schiffstransportgesellschaft errichtet wurde, ist soweit fertiggestellt, Stran, der hauptsächlich zur Entleerung der Steingillen dienen wird, daß seine Inbetriebnahnie in fürzerer Zeit erfolgen fann. Der große besteht aus einem Eisengerüst, welches auf sei Pfeilerreihen ruht und eine Länge von 50 Metern befizt. Der Kran ragt brüdenartig 35 Meter weit über die Anlegestelle hinweg, so daß zwei gillen gleichzeitig unter dem Hebewert anlegen und entladen werden können. Die Laftenfästen laufen auf Schienen und werden von den Schiffen direkt nach den Transportwagen gefchaft. Durch die Einrichtung wird die Entladung der Kähne so erheblich beschleunigt werden, daß die Lagerfrist im Hafen für die Schiffe etwa um ein Drittel Zeit verkürzt werden wird. Der Antrieb, des Kranes erfolgt durch elektrische Kraft. Eine milde Strafe Die Delegiertenwahl zur Generalversammlung der Klagen über rigorose Behandlurga durch den Werkmeister gehen was er vielleicht gern sehen möchte, sondern er sieht fast nur, Ortskrankenkasse der Schneider, Schneiderinnen und ver- uns von Arbeitern aus der galvanischen Abteilung der Nationalwas man ihm zeigt. Er nimmt auch bei solcher offiziellen Gastspielreise nicht durchweg eigene Eindrücke in sich auf, wandter Gewerbe findet am heutigen Sonntag von Kaffengesellschaft, Alte Jakobstr. 443, zu. Serr Keller, so heißt fondern bleibt vielfach an den Anschauungen fleben, bormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im der Meister, beliebt die unter einer Aufsicht stehenden Arbeiter die ihm dienstbeflissen eingeimpft werden. Trotz dieser Restaurant, ebensquelle", Stommandantenstraße 20, bei jeder Gelegenheit mit den anqualifizierbarsten Ausdrücken zu statt. Unter der Führung des Reichsverbandes suchen die überhäufen. Leider findet er feinen Widerstand, denn von den Einflüsterungen ist es ungemein charakteristisch, daß mehrfach derartige freundliebe offizielle Gäste, denen Berlin gelben, diriftlichen und Hirsch Dunderschen Gewerfichaften dort beschäftigten Arbeitern gehören nur wenige der Organisation an. Es fällt daher die Schuld auf sie selbst zurüd, wenn sie sich bis in die Puppen gelobhitdelt wurde und die sich das alles abermals Einfluß auf die Staffe zu gewinnen, desselben Ber- namentlich in der gegenwä Aigen Zeit von ihrem Meister so ungeduldig mitanhörten, hinterher gegen Spreebabel im allge- bandes, deffen Akteure seinerzeit hinausgejagt worden sind. würdig behandeln lassen müssen. Wären die Arbeiter organisiert, meinen und gegen feine arbeitenden Klassen im besonderen Es ist deshalb unbedingte Pflicht jedes Mitgliedes, für die so könnte bem Herrn bur die Organisation klargemacht werden, Schmähungen über Schmähungen vom Stapel ließen. Da bom Verband der Schueider und Schneide- taß er Arbeiter menschlich zu behandeln hat. sprach noch etwas anderes mit als bloß der Mangel an an mit dem Namen Albrecht, und endigt mit dem Namen rinnen herausgegebene Liste zu stimmen. Die Liste fängt persönlicher Kenntnis von Land und Leuten- das mangelnde Bühlke. Unsere Leser wollen ihre der Kaffe angehörigen Be- erhielt der Schuhmann und Hausverwalter Friedrich, Nigae Gerechtigkeitsgefühl, das mit der politischen Triebfeder durch fannten und Familienangehörigen auf die Wahl aufmerksam Straße 101, von dem Schöffengericht in Moabit am Sonnabend ging. Namentlich aus englischem und französischem Munde machen. audiftiert. Ueber des Verhalten dieses Herrn einem Mieter gegen find solche vorgefaßten Urteile, denen ebensoviele günstige über, der wegen Ridperberlegung und Beleidigung Strafantrag ge gegenüberstehen, nicht selten. Wenn sie unsere Verhält Das neue Poftbuch. Das Postbuch für Berlin und Umgegend stellt hatte, haben wir in Nummer 190 des Vorwärts" berichtet. nisse herausstreichen, haben sie noch viel geringeren Wert. ist in der neuen Ausgabe, die wir vor furzem angekündigt haben, aus nichtigem Arab wat der Berwalter mit der Frau des Mieters Welcher Blödsinn ist es beispielsweise, wenn ein angesehener jetzt erschienen und zum Preise von 50 Pf. durch alle Postanstalten B. in Streit geraten. V. war auf die Rufe feiner Frau, die sich Engländer feinen Landsleuten auftischt, daß bei uns in Berlin und Briefträger des Bezirks zu beziehen. Durch die Vermehrung bedroht fühlte, herbeigeeilt und wurde nun von Friedrich beschimpft selbst in den äußersten Vorstädten fast nichts von Armut auf des Inhales ist das Buch von 308 auf 332 Geiten angewachsen, und angegriffer Dabei erhielt er mehreer Wunden, besonders aber einen ber Straße zu sehen ist. Als ob das maßgebend wäre für hat aber infolge der Verwendung eines leichten aber feften Bapiers fchweren Schleg mit einem Witchtopf an den Kopf. Die Narbe zeigte den wirklichen ungeheuren Rotstand an der Spree! In die feine handliche Form behalten. Ganz neu in dem Buch ist ein sich noch de atlich, obgleich schon etwa drei Monate nach jenem Verzeichnis der amtlichen Verkaufsstellen für Postwertzeichen, die Schlage ber floffen find. Die Schuld des Angeklagten wurde durch Häuser und Wohnungen der unteren Millionen zu gehen, sich bei Privatpersonen im Ober- Postdirektionsbezirk Berlin be- beichworen Zeugenausfagen unzweifelhaft feitgestellt, der Staatshinabzusteigen in das Elend der Massen, diese Mühe finden. Neu aufgenomenen find ferner die Bestimmungen über anwalt beantragte aber nur 40 Mark Geldstrafe wegen der Nörperhat sich freilich der leichtfertige Beurteiler nicht ge- unfentelegramme und Seetelegramme. Funtentelegramme, heißt verlegung und 5 Mart wegen der Beleidigung. Das Gericht ers macht. Man darf sich ja auch kaum wundern über folche es darin, können zwischen Küstenstationen, die mit Funkfentele fannte Sen Angeklagten der gefährlichen Körperverlegung schuldig, völlige Verkennung, wenn selbst ein deutscher Schriftsteller graphen ausgerüstet sind, und Stationen auf Schiffen in Gee, ließ afer mildernde Umstände gelten und berurteilte ihn zu 60 Mart jüngst im„ Lofal- Anzeiger" schreiben konnte, daß die meisten fog. Bordstationen, bder zwischen Schiffen in See gewechselt Geldfaafe; wegen der Beleidigung erfolgte Freisprechung. Berliner Arbeiterfamilien, wie in den glücklichen Zeiten König werden. Seetelegramme find dagegen solche, die mit Schiffen in Heinrichs IV. von Frankreich, jeden Sonntag ihr Huhn in wechselt werden können. Unter den Bestimmungen über BoftSee mittels der an der Küste vorhandenen Seetelegraphen ge Zopfe haben. Diese niederträchtige unwahrheit foll offenbar aufträge findet man jetzt auch die Vorschriften für die Erhebung das entschuldigende Gegengewicht abgeben zu dem frivolen des Wechselproteftes durch die Poft furz zusammengefaßt. Es heißt Zurus, der in den obersten Schichten getrieben wird. Das dort u. a.: zu derartigen Aufträgen, die nicht früher als sieben arbiter Moriz Behse damit beschäftigt, die im ersten Stodiert des " Gestern nachmittag war der 35 Jahre alte GelegenheitsAufes Bimmerftr. 88 belegonen genftet der Firma A. Schäfer zu Athen. Er stand zu diesem Zwed auf einer hohen Leiter. Plöglich öfte sich ein nicht verschlossener Fensterflügel und traf Behie mi folcher Gewalt, daß er das Gleichgewicht verfor und hinabstürzte. Brond in der Mierstraße 68/65 föfchen und dabei das Gebält die Wahl fozialdemokratischer Chabroconfer In einer Droschte transportierte man ihn nach der lufallstation in der aufreißen. Ferner rüdte eine Wehr nach der Stallschreiberstr. 7 geschehen. im Krankenhause Moabit veranlaßte. T U Stronenstraße, wo der Arzt neben Schmittwunden an der linken Hand und anderen Stellen aus, wo Pferde aus Notlagen befreit wurden. Die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung staten für die eine schwere Gehirnerschütterung feststellte und seine Unterbringung Arbeiter Samariter- Kolonne. Montag abend 9 1hr 1. Ab- britte Abteilung am Donnerstag, 19. November, von vormittags teilung Dresdener Str. 45. Vortrag über Snochenbrüche, Ver- 9 1hr bis abends 8 Uhr statt. Das Wahllokal steht auf der Ausrenfungen und Verstauchungen. Daran anschließend: Praktische weistarte berzeichnet, die dieser Tage den Wählern amtlich zugestellt Uebingen. worden ist. Donnerstag derfelbe Vortrag in der 3. und 4. Abteilung. Neue Mitglieder fönnen noch in alle Abteilungen eintreten. Selbstmord eines Realschülers. Der feit dem 27. Oftober vermißte 18 jährige Oberrealschüler von der Luisenstädtischen Oberrealschule in Berlin Paul Nuffe ist gestern abend im Potsdamer Stadtforst als Leiche aufgefunden worden. Er hatte feinem Leben durch einen Revolverianiß ein Ende gemacht. Paul Nusse ist der einzige Sohn des Kaufmanns Adolf Nuffe in Steglitz, Holsteinsche Straße 19. Ein Menschenaffe wird jeht im Zirkus Busch gezeigt. Der Stopf des intelligenten Geschöpfes hat ein affenähnliches Aussehen, wird aber durch die menschenähnlichen Ohren beeinträchtigt. Der Körper ist mit einem leichten Flaum bedeckt. und zeigt feinen Schwanz. Hände und Füße sind wie menschliche Glieder geformit und entsprechen dem eines Negers. Das größte Juteresse an Bizi- Bambula dürfte die Wissenschaft nehmen. Nixdorf. wart, Vorort- Nachrichten. Parteigenoffen! Agitiert mit ganzer Straft für die Wahl unserer Beiden Standidaten Ostar Riedel und Dr. med. Start Weftphal! Groß- Lichterfelde. 11 Unser Ort, das Versuchsfeld zur Erprobung aller möglichen Bauordnungen, soll nach einem halben Dutzend überstandener Metamorphosen abermals eine Umwandlung auf diesem Gebiete Stadtverordnetenverfamminng. Rach Entgegennahme einiger ge- erfahren. Die Zeit wird nicht mehr fern sein, 100 Groß- Lichterschäftlicher Mitteilungen hatte die Bersammlung über eine Anzahl felde, das dank der vorherrschenden landhausmäßigen Bebauung tatüberschreitungen zu befinden, die entgegen der bisherigen einen ländlichen Charakter zum größten Teil bewahrt hat und in Gepflogenheit in einer Zusammenstellung vom Magiftrat unter- folgedessen in hygienischer und fanitärer Beziehung den meisten Die Steinberg rief, die Geister wird er mun nicht los, seine breitet wurden und mit einer Begründung versehen waren. Obwohl Vororten voraus ist, zu einem erheblichen Zeil den Mietsfasernen nicht viel gegen die Mehrausgaben eingewandt werden komite, Holte zum Opfer fallen wird. Diese Entwidelung, die vom sozialen wie Gläubiger nämlich, deren Appetit auf Geld rege geworden Stadtb. Gröpler zu einer fulminanten Rede aus, in der vom hygienischen Standpunkt aus als bedauerlich bezeichnet werden ist, nachdem in der Beleidigungsflage des Krawatten er dem Magistrat Mangel an guter Geschäftsführung vor- muß, verdankt ihre Entstehung und Beschleunigung der außer akademie„ Direktors" Steinberg gegen den Vor der bekannten Weise den guten Hansvater" ordentlich schlechten Finanzlage des Ortes, die hervorgerufen ist wärts" ein Schöffengerichtsurteil unserem Redakteur Genoffen herausstedte und versicherte, wie gewaltig angesichts der Vorlage durch Aufwendungen und fostspielige Einrichtungen der Gemeinde, Davidsohn eine an Herrn Steinberg selber zu zahlende Buße von ihm sein Gewissen zufege wegen der Pflichten gegenüber den fast ausschließlich im Interesse der besibenden Klaffen. 300 Mart auferlegt hat. Oder vielmehr: wir werden sie nicht Wählern. Der erste Bürgermeister stellte fest, daß er mit der Zu Die Anforderungen, die von dieser Seite ausgehen, sind groß; aber los; denn zu uns kommen fie nun und unseren Genoffen fammenstellung eben einen alten unhaltbaren Zustand beseitigen noch größer ist die Steuerscheu dieser Kreise, deren Bertreter Davidiohn inkommodieren jest Steinbergs Gläubiger einer nach dem anderen durch Zustellung von Zahlungsverboten, wolle, indem durch diese den Stadtverordneten ein Einblick verschafft auf dem Rathause bei jeder Gelegenheit ebenso feierlich wie be werde. Die Versammlung akzeptierte diese Erklärungen. stimmt erklären, daß eine weitere Belastung" des Grundbesitzes auf daß nicht die Buße in Herrn Steinbergs Bortemonnaie berschwinde, ehe aus den 300 Mart ihnen bezahlt wurde, was Nathauses eingesezte Magistratskommission Die Magistratsvorlage, die für die Einweihungsfeier des neuen unmöglich und die Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer der Herr„ Direktor" noch schuldig ist. Zwei seiner Gläubiger, einverstärken, führte zu einer lebhaften Debatte. durch Zuwwahl zu inopportun und unangenehm sei. So ist denn die finanzielle Lage Stadtverordneter der Gemeinde schon seit geraumer Zeit eine recht prefäre, und Handwerker und ein Fabrikant, hatten fich bereits bei uns gemeldet Justizrat Abraham lehnte namens feiner kommunalpolitischen der bisherige hohe Geldftand hat die Situation naturgemäß noch und hatten durch Zahlungsverbot ihr Anrecht auf Befriedigung aus Freunde" die Zuwahl ab. Es sei ihm erzählt worden, daß die verschlimmert. Die Gemeindeverwaltung muß daher versuchen, den dem Herrn Steinberg zugesprochenen 300 Mart geltend gemacht, Magistratskommission schon alles fertig habe, so daß den Neu- die Gemeindeeinnahmen zu erhöhen, und sie ist im Begriff, Wege obwohl das Urteil, gegen das ja Davidsohn Berufung eingelegt hat, hinzutretenden nichts zu tum mehr übrig bleibe. Man wolle einzuschlagen, die vom fozialen, hygienischen und ethischen Genoch gar nicht rechtskräftig ist. Bu ihnen gefellt sich jetzt ein erflärte der Redner des Blocks spitz auch das Weitere bem fichtspunkt aus bekämpft werden müssen. Es soll nämlich ein erdritter Gläubiger Steinbergs, diesmal ein Rechtsanwalt, der auf Grund eines gegen Steinberg ergangenen Urteils bom magistrat vertrauensvoll" überlassen, der fa als Herr des Rat heblicher Gebietsteil von Groß- Lichterfelde für den Hochbau der auf Grund eines gegen Steinberg ergangenen Urteile vom hauses ohnedies tun fönne, was er wolle. In der Vorlage vermißt erschlossen werden; man erwartet dadurch einen stärkeren 4. April 1908 eine Schuld von 248 Mart nebst Zinsen seit er die Durchführung des Beschlusses, nach welchem die Nathausweihe Buzug von Steuerzahlern und infolge der mit Sicherheit ein28. Dezember 1905 einfordert. Auch er Tommt mit einem Bahlungs- mit der Jahrhundertfeier der Städteordnung verbunden werden tretenden rapiden Steigerung der Bodenpreise eine heilsame verbot, weil aus der Buße, auf die Herr Steinberg hofft, zunächst follte. Auf testere legen die Freunde des Redners um deswillen Stärkung der Gemeindefinanzen durch die Grundwert- und die er ſeine eigenen Ansprüche befriedigen will. Man sieht, was Wert, weil sie ihre Bufriedenheit mit der preußischen Städte- Umfassteuer. In Versammlungen der bürgerlichen Vereine hat für schlechte Menschen es doch gibt! Saum ist bekannt ordning fund tun wollen. Stadtb. Dr. Silberstein( Soz.) man schon verfünden lassen, welch ein Goldstrom sich nach der geworden, daß dem Herrn Steinberg Bargeld winkt, da find fie auch fritt diesen Ausführungen entschieden entgegen. Die Städteordnung Schillerstraße wälzen wird, wenn erst durch die Einführung der schon hinter ihm her, um es ihm wegzuschnappen. Das hatte Herr ift gemessen an den Zuständen von damals eine Tat des schönen Hochbauordnung ein Preis von 800 M. pro Quadratrute Steinberg, der Direktor" der Ersten Berliner Krawattenatabemie", gegen 200 M. fekt erzielt wird. Daß diefes Geld aus dem fich gewiß nicht träumen laffen, als er in seinem Prozeß gegen den Freiherrn vom Stein. Jest muß man mit diefer aber unzufrieden Vorwärts" erklärte, er sei durch den Vorwärts" Artifel über seine fein; denn ein Jahrhundert beffer Guttidelig ist an ihr fpurlos Schiveiß der breiten, befipfosen Maffen gemingt wird, das findet Akademie" nicht nur beleidigt, sondern auch geschädigt worden und vorüber gegangen. Sie enthält das elendeste aller Wahlsysteme, fie man natürlich und ganz in der Ordnung. Nun ist es zweifellos richtig, daß die Behausung der Arbeiter in den Orten mit landfordere Berurteilung des Vorwärts"-Redakteurs Davidjohn nicht ermöglicht die Herabwürdigung der Selbstverwaltung zur Farce. Eine Selbstverwaltung byzantinisch liebedienernder Oberbürger- Hausmäßiger Bebauung an sich durchaus nicht beffer ist als in nur zu einer Geldstrafe, sondern auch zu einer an Steinberg felber zu zahlenden Buße. Von den drei Gläubigern, sind auf Grund meister ist eine Parodie. Eine Feier dafür läßt uns fühl. Ebenfo- den modernen Mietshäusern. Sie müssen in den Willenorten meist der gegen Steinberg organgenen Urteile aus den Jahren 1904, 1907 Bürgernieister taifer wendet sich ebenfalls scharf gegen die Nede Dächern leicht aufgeklebten Manſarden haufen. Dabei sind in der gegen Steinberg organgenen Urteile aus den Jahren 1904, 1907 wenig ist eine pomphafte geftlichkeit bei der Rathausweihe nötig. Erster in den Souterrains oder Kellerwohnungen oder in den auf den und 1908 schon Forderungen in Höhe von zusammen 613 M.( un des Stadtv. Abraham. Des legteren Motive seyen ihn in Erstaunen; allen diesen Oeten die fleinen Wohnungen äußerst knapp und ungerechnet die ginien und die Stoften) geltend gemacht worden, das ift thehr als das Doppelte der 300 m., auf die der Herr Direktor" denn es ist davon lein Wort wahr. Es scheint auch wohl mehr verhältnismäßig feuer. Der Zuzug der Bourgeoisie geht nach dem eine eigentümliche Empfindlichkeit der Herren im Spiele.( Abraham: Westen, der Bau vornehmer Häuser mit großen, eleganten Wohfein Portemonnaie vorbereitet hatte. Selbst wenn in der Berufung Sehr richtig!) Diese Bestätigung veranlaßt Redner, festzustellen, mungen trift mehr in den Vordergrund, die Arbeiterschaft wird instanz das Schöffengerichtsin teil gegen Davidjohn bestätigt baß bann in der Vorbesprechung des Blods falsch berichtet wurde, nach und nach verdrängt und dezentralisiert. Diese Entwidelung würde wir halten das, nebenbei bemerkt, für unmöglich und fich energisch gegen Unterſtellungen zu wenden. Stadtv. erklärt auch die großen Schwierigkeiten, mit denen unsere Organiso dürfte Genoffe Davidjohn im Hinblick auf die ergangene Abraham spricht hierauf hilflos von den ihm gewordenen fationsleiter in fast allen weftlichen Vororten, großen wie fleinen, Zahlungsverbote nicht einen einzigen Pfennig in Sereniformationen, die ii ihm das Gefühl hervorgerufen au fämpfen haben. In bezug auf foziale Stommunalpolitik, Steinbergs eigene Sände gelangen lassen. Die hätten, als об fes fo ist, vie er gefagt. Die speziell in der Wohnungsfrage, find die Gemeinden in dieser ganze Buße ist schon durch die drei Steinberg Gläubiger mit Be- fich weiter entwickelnde Debatte,' an der die Stadtvb. Soye, Simmelsrichtung ebenso rüditandig, wenn nicht noch rädständiger schlag belegt, ind Herr Steinberg muß noch mehr als den gleichen Dr. Maab, Honfall, Rosenow, Nofter telinahnten, war als anderwärts. Und doch wäre Groß- Lichterfelde am ersten in Betrag zulegen, wenn er sie befriedigen will. Unserem Genossen ein Schauspiel für Götter und warf ein grelles Schlaglicht auf die der Lage, eine großzügige kommunale Wohnungspolitik cinzuDavidjohn wird übrigens von dem dritten Gläubiger in seinem Davidjohn wird übrigens von dem dritten Gläubiger in seinem Art, wie man sich im Block gegenseitig informiert". Stadt- leiten und durchzuführen. Noch sind hier weite, unbebaute Streden Zahlungsverbot noch mitgeteilt, daß von ihm auch der Kaufmann verordneter Winzly( oz) überichtete diese Gepflogenheiten, die Landes, das infolge der feht noch in Kraft befindlichen BauAblers, dem lürzlich Herr Steinberg in feiner Beleidigungsflage Klatschbasen eigentiimlich und nicht ernisten Männern würdig find, ordnung zu einem relativ billigen Preis zu haben ist. Große gegen Herrn Ahlers einen Vergleich bewilligt hat, mit einem mit dem verdienten Spott. Daß der Magistrat im neuen Rathause Gebiete könnten durch die Gemeinde selbst der Bebauung Zahlungsverbot beglückt worden ist. Gemäß dem Bergleich muß unumschränkter Herr fei, ist zurückzuweisen, wie in allem, hat auch erschlossen, auf dem Gebiete des Wohnungswesens könnte MusterAhlers an Steinberg die Prozeßkosten erstatten, der unbarmherzige hier die Bürgerschaft entscheidenden Einfluß. Deshalb ist auch die gültiges geschaffen und die Gemeindefinanzen durch den Zuzug Gläubiger hat aber auch auf dieſes in Aussicht stehende Bargeld Butahl von Stadtverordneten zur Kommission für die Einweihung von Steuerzahlern gestärkt werden. Aber von all dem ist leider im voraus seine Hand gelegt. Ja, so lieblos sind die das richtige. Die Versammlung befchliegt mit Wehrheit dem feine Spur. Die Mitglieder der Gemeindeberfretimg entstammen Menschen! gemäß. Unter anderen gehören der Kommission auch die Genoffen famt und fonders der Stapitalistenklasse und die Arbeiterfchaft ist Wilfe und Wugih an. Lim Gemeindeparlament noch nicht vertreten. Ein Versuch unserer Debattelos genehmigt werden: die Anlage der Angengruber- Parteigenossen, von außen her die Gemeindevertretung auf dent straße( zwischen Berliner and Saifer- Friedrich- Straße); Anmietung Gebiete der kommunalen Wohnungspolitik vorwärts zu treiben, von Bureauräumen im Hause Berliner Str. 49/50; die kosten für ist wie borauszusehen war mißglüdt. die Arbeitslosengählung am 17. November in Höhe von 600 R.; Bir fommen nächstens auf das föstliche Dokument, in welchem die Errichtung von Bedürfnisanstalten am Bahnhof Nixdorf und auf der Gemeindevorstand von Groß- Lichterfelde seine Kenntnisse über dem städtischen Grundstück Berliner Str. 85/89, die Wohnungsfrage und feine Auffassung von den sozialen Aufgaben einer Gemeinde niedergelegt hat, noch zu sprechen. Weißenfee. " Konzerte. 11 Wie in früheren Jahren, so veranstaltet auch in diesem Jahre der Gesangberein reuberger Harmonie" am Sonntag, den 22. November( Totensonntag) in der Brauerei Friedrichshain ein Konzert, auf das Mufit und Gesangsfreunde besonders auf merljam gemacht werden. Im Inseratenteile des heutigen Blattes ift näheres über das Programm ersichtlich. Der Männergesangverein, Liedertafel W." hält am Buß tag, Mittwoch, den 18. November, in den Wiltoriasälen ein Bokal und Instrumentaltonzert ab. " Berliner Bolts- Chor. Zur der am Bußtag stattfindenden Aufführung der Jahreszeiten" in der Neuen Welt find sämtliche Einlagfarten vergriffen. Eine Abendlasse findet daher nur statt, joweit Billetts zur Mückgabe gelangen; Kaffeneröffnung 6 Uhr. Bu der am Dienstag, den 17. d. Mts., abends 8 Uhr, stattfindenden Aufführung der Jahreszeiten" find noch eine Anzahl Ginlaßtarten in den belamiten Zahlstellen und an der Abendkasse zu haben. Die Soli werden an beiden Abenden von der Kammersängerin Joh. Dieb ( Frankfurt a. M.) und den tgl. Sofoperufängern Jäger und Blafate ( Dresden) gejungen. Die geplante Reife des Chors nach Hamburg tann nicht stattfinden, da die Meldungen zur Zeilnahme nicht zahlreich genug eingelaufen find; es wird gebeten, die eingezahlten Beträge in den Hebungsstunden des Chors, Freitags von 8-10 Uhr, Steinftr. 31-34, gefälligst wieder abholen zu wollen. Ebenso wird nach furgen empfehlenden Ausführungen feitene des Stadib. Adam der Erweiterungsbau der städtischen Gasanstalt beschlossen, der 2 560 000 m. Kosten verursachen wird und bei dem vorausfichtlich das neue Stanieristystein Anvendung finden foll. Einstimmige Annahme findet auch die Vorlage des Magistrats. in welcher die Einrichtung eines statistischen Amtes als dringend notwendig bezeichnet wird und die als Anfang die Anstellung eines wissenschaftlich vorgebildeten Statistikers vorschlägt. Das Gehalt desselben wird auf 4500, steigend bis 6000 M. festgefent. Nach Wahl von Beisigern für die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen fand noch eine geheime Sibung statt. Wilmersdorf. Bürgerliche Arbeiterfürsorge. Während die Kommunalver. tretungen anderer Städte, dem Drängen ihrer sozialbemo fratischen Mitglieder folgend, für Notstandsarbeiten mehr oder weniger beträchtliche Summen auswerfen, hat man in Wilmersdorf bislang nichts derartiges vernommen. Im Gegenteil fonnte aus diesem Vorort vor einigen Wochen widerspruchslos berichtet werden, daß Arbeiter aus städtischen Betrieben entdes verstorbenen Freiherrn b. Grote in Wannsee eine zum Nachlas fennt, wird sich hierüber nicht weiter verwundern. Zivar ist es Dem Berliner Aquarium ist laut testamentarischer Bestimmung lassen worden find. Wer die kommunalen Zustände am Ort v. diefes langjährigen Vogelfreundes gehörige Sammlung ausländischer schon vier Wochen her, daß eine öffentliche StadtverordnetenZiervögel überwiesen worden. Dieselbe zählt mehr als achtzig versammlung abgehalten worden ist, doch war auch in dieser letzten Stöpfe, so daß fie auf mehrere Bolieren des großen Bogelhauses Sigung vom 14. Oftober schon genügend Gelegenheit, sich nach der verteilt werden mußte. Sie jetzt sich zusammen aus etwa vierzig befremblichen Entlassungsmaßregel zu erkundigen. Nichts der verschiedenen afcitanischen Finten, Webervögeln, Winvenvögeln oder gleichen geschah aber; fein bürgerlicher Stadtberordneter fand Widafinken und Brachtfinken, denen fich einer der feiten gewordenen es der Mühe wert, wegen einer Angelegenheit, die ja nur Arbeiter roten Kardinale beigefellt, und einigen vierzig Papageien betraf, Nachfrage zu halten. Wohl aber schien die Versammlung vom fleinen Wellensittich bis zum rosenrot und weiß ge noch unter dem Eindrud einer großen jozialpolitischen Rede fiederten Juka- Kakadu aus Australien; in reicher Anzahl find des Stadtberordneten Dr. Vogeler zu stehen, der es in dieser befonders die gleichfalls australischen Bergloris, deren grünes Kleid Beit des Glends und der Arbeitslosigkeit für gut hielt, den Ardurch schöne blatte, gelbe, rote Partien unterbrochen ist, vertreten. beitern das alte Giapopeia vom Sparen zu predigen. Der Herr In die erste Abteilung des Bogelbauies ist eine andere Gesellschaft schalt, wie wir zu seiner Entschuldigung annehmen wollen, im Sinvon warmblutigen Luft- und Baumbewohnern eingezogen, die aber blid auf das Steuerbündel des Herrn Sydow gar sehr auf jene nicht zur gefiederten Welt gehört, fondern, wie die Behaarung des Leute, die den Arbeitern fit e matisch das Sparen ber Störpers und die Flughäute befunden, der Säugetierklasse zuzurechnen leiden". um dieser Tendenz mit Erfolg entgegenzuivirten, ift, zn deren intereffantesten Witgliedern allerdings diese indischen empfahl Dr. Bogeler einen Antrag, wonach der Magistrat jedem Flughunde", welche sich von Früchten nähren, zähten. neugeborenen Wilmersdorfer ein auf eine Mart lautendes Spar Feuerbericht. Gestern früh brannten Brunnenstraße 156 tassenbuch mit dem Vermerk in die Wiege zu legen habe, daß Brezfohlen u. a. Der autemobillöschzug hatte in der Landsberger besagte Mart niemals abgehoben werden dürfe. Unter Allee 37 zu tun, wo in einer Küche Feuer ausgefommen war, dieser Einschränkung könnte der Magistrat ebensogut jedem Wilbaß die Baltenlage, den Fußboden, Matratzen, Gestelle usto. er- mersdorfer Einwohner eine Million überantworten und so die griffen hatte, jo bag träftig Wasser gegeben werden mußte. In joziale Frage im Handumdrehen lösen. Diese Stonsequenz fümmert Der Wirbachstr. 76 brannten dann der Fußboden mit dem Zwischen die Stadtverordnetenverfammlung aber nicht; es lag nur an gebält. Ein Brand, der abends in der Krefelder Straße 9 aus- wenigen Stimmen, und der Vogelsche Antrag wäre angenommen gelommen war, beschäftigte die Wehr nur furge Beit. Dort worden. Wir führen diese bis dahin weiteren Streifen unbekannt wurden Alder in einer Badestube ein Raub der Flammen. In gebliebene Episode an, um die dilettantenhafte Unkenntnis zu der Kaiferin- Augustastraße 77 hatte der 12. Bug zu tun. Dort fennzeichen, mit der man in einem sozialistenfreien Stadtparla brannten Bretter eines Baugerüftes, Stofs, Säde u. a. und an ter Gde der Turmstraße und Alt- Moabit ein Automobil auf effener Straße. Der 3. Jug wurde nach der Schönhauser Allee 118 clarnett, wo ein Mann auf einem Gerüst ohnmächtig geworben war. Die Feuerwehr befreite den Mann aus feiner Notlage und schaffte ihn nach seiner Wohnung. Der 19. Bug mußte einen ment der Arbeiterfrage gegenübersteht. Nicht allein, daß fozialpolitische Leistungen in der reichen Wilmersdorfer Gemeinde fast ganz fehlen, hat man auch noch den feltsamen Mut, mit der Ar beiterschaft Scherze zu treiben, wie fie hier eben geschildert worden find. Es muß Ehrenfache der Wilmersdorfer Arbeiter sein, solchen Zuständen ein Ende au machen, und dies tann einzig durch Die Arbeitsfofenzählung wird nun doch amtlich ausgeführt. Alle Gründe, die von unseren Genossen schon vor vierzehn Tagen vorgetragen wurden, nachten sich jetzt die birgerlichen Herren der Ge meindevertretung zu eigen. Als einziger Gegner der Zählung war Derr Rafpe geblieben, weil er fich von der ganzen Zählung nichts verspricht. Zu Vorsitzenden des Geiverbegerichts wurden die Herren Dr. Slamrosa, Stonig und Loofmann wiedergewählt, Auf Anraten der Regierung foll eine regelmäßige Kontrolle der Nahrungsmittel in den Verkaufsgeschäften stattfinden und vier Tierärzte damit beauf tragt werden. Als Entschädigung erhalten diefelben je 200 Mart. Am Schluß der Sigung wurde vom Genossen Fuhrmann auf eine Reihe Artikel ber Bürgerpoft" hingewiesen, die sich mit dem Verfchwinden von 45 000 M. aus dem Grunderwerbsfonds beschäftigen, und worin der Gemeindevorstand, die Etatskommission und die Gemeindevertretung heftig angegriffen wurden. Da von keiner Seite bie Angelegenheit angeschnitten wurde, fab fich Nedner veranlaßt, die Details näher zu prüfen und vorzutragen. Die darauf folgende Blattes wegen verleumderischer Beleidigung bereits angeftrengt fei, Distusfion war eine fehr erregte. Der Gemeindevorstand gab die Erklärung ab, daß die selage gegen den Rebatteur und Verleger des lattes wegen verleumderischer Beleidigung bereits angeftrengt fei, dieser Stage wird sich die Etatskommission anschließen. Zu der Notiz: Ruhetage im Barbiergelverde" ersucht uns der Verband der Friseurgehilfen mitzuteilen, daß nicht die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere die Anregung gab und die Interschriften gesammelt habe, sondern daß beides von der Gehilfenorganisation ausgegangen fet. Eine Anfrage bei dem Vorsitzenden der Freien Vereinigung selbständiger Barbiere Herrn Lubach, zweds Mithilfe, fei von diefem, als zurzeit nicht angängig, abgelehnt worden. Es hätten sich nur zwei Arbeitgeber, welche keiner Organis fation angehören, der Sache mit angenommen. Votsdain. Die Stadtverordnetenfihung vom vergangenen Freitag brachte die endgültige Antwort auf die am 30. Oftober vom hiesigen Gewertschaftskartell gemachte Eingabe, worin der Magistrat ersucht. wird, Notstandsarbeiten infolge der herrschenden Arbeitslosigkeit in Angriff zu nehmen und eine Arbeitslofenzählung in die Wege zu leiten. Der Stadtv. Bernhard hatte die Magistratsvorlage, velche für diesen Zwed eine Samme von 10.000. vorsicht und nach welcher den ledigen Arbeitslosen ein Lohn von 1,75 M. und den Verheirateten ein solcher von 2,25 M. gewährt werden soll, zu begründen. Von einer Arbeitslosenzählung will man Abstand nehmen, da hiermit eine zu große Arbeit verbunden sei und auch nicht das Bild ergebe, welches hierdurch erhofft werde. Man will dahin wirken, daß alle diejenigen, welche Arbeiter zu irgendwelcher Arbeit brauchen, sich auf dem hiesigen Arbeitsnachweis melden, damit ihnen dann von diesem die Arbeitslosen zugewiesen werden. hierbei bemerkt der Referent, daß der Arbeitsnachweis wenig in Anspruch genommen würde, so habe sich im Vorjahre gezeigt, daß sehr viele Arbeitslofe überhaupt nicht zum Nachweis tamen, weil ihnen der Lohn zu niedrig gewesen sei, und diese wären dann durch ihre Verbandskassen, wo sie ja sonst ihre Groschen hintragen, Luisenstraße bis zum Bahnhof Charlottenhof soll elektrische Bes leuchtung erhalten. Seitens der Firma Wiehe u. Weber war die Errichtung einer Trinkhalle Ecke Mangerstraße in der Neuen Königstraße nachgesucht worden. Dies war schon zu Anfang dieses Jahres einmal geschehen, wurde aber abgelehnt, da man befürchtete, daß hierdurch den in der Nähe liegenden Geschäften Abbruch getan werde, da in diesen Hallen auch Zigarren und Anfichtskarten zum Kauf angeboten werden. Mit knapper Mehrheit wurde diesmal diesem Ansuchen zugestimmt, Vermischtes. Attentat im Gerichtssaal. Ein Attentat gegen einen Staatss anwalt wird uns aus San Francisco gemeldet: Der Bezirksanwalt Francis Henen, der gegen den Bürgermeister von San Francisco Schmitz und gegen andere betrügerische Beamte Klage geführt hatte, wurde das Opfer eines Anschlages. Es besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Der Mordanschlag wurde im Gerichtssaal verübt, während gegen den ehemaligen Politiker Abraham Ruef wegen Erpressung berhandelt wurde. Der Mann, der die Schüsse auf Heneh abgab. heißt Haas und erklärte bei seiner Verhaftung, Heneh habe ihn ruiniert. unterstützt worden. Der schlichte Mann aus der Werkstatt, Stadtv.| tennung seiner Arbeit während seiner 25jährigen Tätigkeit im| Fallgeli htsvorrichtung nicht bedarf, indem er lediglich mit Hilfe der Pauli, war seit 14 Tagen ein anderer geworden, denn während Magistrat gezollt. Die Bäume in der Manger und verlängerten Schraubenflügel aufflog. er in voriger Sißung warm für Tarifverträge eintrat, somit also Weißenburger Straße sollen beseitigt Die akte Eine andere Meldung befagt: Wilbur Wright gewann heute auch in bezug auf Lohnabmachungen sich zustimmend äußerte, fand nachmittag den Höhenpreis von 1000 Fr., indem er sich 60 Meter er diesmal, daß der vom Magistrat festgesette Hungerlohn vollüber den Erdboden erhoben hat. tommen genügend sei. Auch behauptete er wider besseres Wissen, daß seitens der Gewerkschaften die Arbeiter abgehalten würden, den Arbeitsnachweis aufzusuchen. Das Gegenteil ist gerade der Fall. Zugleich suchte Herr Pauli für die kleinen Potsdamer Meister eine Lanze zu brechen, indem er meinte, an der hiesigen Arbeitslosigkeit trage nur der Magistrat Schuld; denn dieser vergebe alle größeren Arbeiten nach außerhalb, und würde hierdurch den hiesigen Arbeitern ein größeres Arbeitsfeld verlustig gemacht. Wenn selbst bei Submissionen die Potsdamer Meister höhere Bezahlung als die auswärtigen fordern, sei eine Berücksichtigung der hiesigen am Plaze. Wäre dies so gehandhabt worden, dann hätte man heute eventuell nicht nötig, die Summe von 10 000 M. zu bewilligen. Dem Mann aus der Werkstatt wurde sofort die nötige Abfuhr zuteil. Unter anderem gab der Oberbürgermeister einen Fall zum besten, bei welchem bei der Ausschreibung einer Arbeit die Potsdamer Meister, unter welchen sich ebenfalls Herr Pauli befunden hat, über 20 Proz. mehr als die auswärtigen verlangten; auch bei der Vergebung der Steinjeharbeiten habe man haarsträubende Sachen erlebt. Ueber Herrn Enders, welcher in der vorigen Situng sich so recht als Feind der Gewerkschaften entpuppte und von einer Arbeitslosigkeit nichts bemerkt haben wollte, scheint der Geist der Erleuchtung gekommen zu sein, denn auch er erfennt jetzt die Arbeitslosigkeit an und zeigte sich auch in anderer Beziehung ziemlich wohlwollend. Schließlich fand die Magistratsvorlage Annahme. Der unbesoldete Stadtrat Hinge hat aus Gefundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Seitens des Oberbürgermeisters wurden ihm Worte des Dankes und der AnerMax Kliem's Festsäle, Hasenheide 13/15. 13wvei Sonnabende zum Maskenball find frei geworden. ,, Hoffnung 自 舶 Berliner Schneiderei- Genossenschaft Zwischen Rosenthaler E. G. m. b. H. Tor u. Invalidenstr. Brunnenstr. 185 Zwischen Rosenthaler Tor u. Invalidenstr. Gegr.i. Februar 1906 v. organisiert. Schneidergehülfen Berlins. Empfiehlt ich allen Arbeitern, Parteigenossen and Mitbürgern zur Anfertigung eleganter Herren- u. Knabengarderobe Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder- Anzüge. Große Auswahl in Winter- Paletots, Ulster, Radfahranzigen u. Fant.- Westen in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufskleidung. Die Herstellung unsere Fabrikate erfolgt in eigenen Betriebswerkstätten unter den von unserer Organisation festgelegten Bedingungen. 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Amtlich wird aus Halberstadt vom gestrigen Tage gemeldet: Gestern den 13. d. M., wurde ein der Bierbrauerei Gebr. Kühne in Oschersleben gehörendes Fuhrwerk auf dem unbewachten lleberwege bei Stilometer 30,6 der Nebenbahn Nienhagen- Jergheim zwischen den Stationen Schwanebeck und Nienhagen durch den 5 Uhr 56 Minuten nachmittags in Nienhagen fälligen Personenzug 868 überfahren. Der Fuhrwerksführer, Vierfutscher Suske aus Oschersleben, wurde aus dem Wagen geschleudert und ichwer verlegt. Das Fuhrwerk und ein Pferd wurden start bes Swinembe 774 D schädigt. Der Verunglückte, welcher den Unfall aus eigener Un- amburg 770DGD 5 bedeckt Berlin 771 DSD achtsamkeit verschuldet hat, wurde im Packwagen des Zuges nach Franfi.a M 766 D Halberstadt befördert und dort im Salvator- Strankenhause untergebracht. Personenzug 868 erlitt durch den Unfall eine viertelstündige Bien Verspätung. München 4 heiter 4 4 bedeckt aparanda 775 SB 0 Petersburg 778 N <-0 Scilly 1 halb bb. 4 moltig -Rebel 5 berbeen 7 Baris 31 763NW 762 WNW 764 S Better Temp. n.. 2 wolfen!-8 1 bedeckt-7 5 wollig 12 2 bedeckt 4 2 bedeɗt 8 767 SW 767 Still Wetterprognose für Sonntag, den 15. November 1908. Ein neuer Flug Wilbur Wrights. Einer Meldung aus Le Mans Stalt und veränderlich, vorherrschend wollig bet ziemlich frischen öftlichen zufolge erbrachte vorgestern Wilbur Wright den Nachweis, daß er der Winden; feine erheblichen Niederschläge. Atelier künstlichen für Seidene Blusen 150° Anstatt 40-50 M. Zahnersatz brauchen Sie nur 15-25 M. für eine schicke, seidene Bluse anzulegen, wenn Sie solche direkt im Seiden- Engros- Hause Hermann Herzog, Leipziger Str. 79 I, einkaufen. Spezialität: Seidene Konfektion fertig und nach Maß, und zwar: Schicke, seidene Blusen für Gesellschaft und Theater in allen Macharten und Größen 15, 20, 25, 30 M. 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Der Redner führte u. a. aus, daß die Gewerbegerichte für die Ents scheidung gewerblicher Streitigkeiten weit besser am Blaze sind als die ordentlichen Gerichte, weil bei den Gewerbegerichten das sachIm Kreise Sensburg in Ostpreußen liegen die Ortschaften Gewerkschaftshause seine Generalversammlung ab. Der Arbeiter gewählten Beifiber, mitzuwirken haben. Hieraus ergibt sich, welch Der Zentralverband der Maurer hielt am Freitagabend im verständige Laienelement, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern Kamiacken und Kobulten. Hier sind in diesem Jahre Steinlager sekretär Adolf Ritter hielt einen Vortrag über:„ Die bevor- große Wichtigkeit die Wahl der Gewerbegerichtsbeisiger für die aufgebrochen, um Material zum Oberbau für die neue Bahnstrecke stehende Wahl der Beisitzer zum Gewerbegericht. Der Redner er- Arbeiter hat. Es gilt bei den bevorstehenden Wahlen, solche Ortelsburg- schofsburg zu gewinnen. Auch zum Neubau von klärte zunächst die Wirkungen des Propertionalsystems und betonte Männer zu Beifißern zu wählen, die das Vertrauen der Arbeiter Chausseen wird später viel Material gebraucht werden, darum die Notwendigkeit einer starken Beteiligung von seiten der freien haben, Männer, die in der Lage sind, sich ein unbefangenes Urteil suchten die Unternehmer mehrere Hundert Arbeiter, die hier auf Gewerkschaften. Diese haben eine Wählerschar von 150 000 bis zu bilden und die so gewonnene Anschauung auch den Beisibern einige Jahre Beschäftigung finden sollten. Aber die Gegend liegt 180 000 zur Verfügung, wenn man von den 235 000 organisierten der Arbeitgeber und dem nicht immer unbefangenen Vorsißenden im Reiche der Junker Bieberstein und Mirbach, auf deren Güter Arbeitern und Arbeiterinnen die Frauen, die Ausländer, diejenigen, gegenüber zu vertreten. Der Redner verwies darauf, daß bei den sehr niedrige Löhne gezahlt werden. Es ist wohl infolge dieses die nicht 25 Jahre alt sind, und die dem Schiedsgericht unterstehen bevorstehenden Wahlen zum erstenmal in Berlin das System der Umstandes erwirkt, daß in den Steinlagern teine heimischen und andere, die nicht wahlberechtigt sind, abrechnet. Arbeiter angenommen wurden. Auch solche Leute, die vorigen Wahl haben sich nur etwa 7500 Genossen bereit gefunden, auch den kleinsten Minderheiten der Wähler eine entsprechende Bei der Verhältniswahlen zur Anwendung kommt. Dasselbe ist der irt, daß mit den Gütern der Junker gar nichts zu tun hatten, wurden von ihr Wahlrecht auszuüben. Eine solche flaue Beteiligung darf Anzahl von Beisitzern zuteil wird. Wenn die Mitglieder unserer der Bauverwaltung abgewiesen. Leuten, die in eigenen Häusern natürlich diesmal nicht stattfinden, sonst erhalten die Gegner nach Gewerkschaften sich nicht in stärkerer Zahl an der Wahl beteiligen wohnen und nur gelegentlich Gutsarbeit annehmen, ging es nicht dem neuen System eine Vertretung, die ihre Stärke durchaus nicht wie in früheren Jahren, so wird die Folge davon sein, daß die besser. Die Verbitterung unter den Arbeitern war natürlich groß, entspricht, zum Beispiel die Hirsch- Dunderschen, die in ihren Ge- Zahl unserer Beisiber viel geringer wird, als sie nach der Stärke zumal die Schachtmeister ganz offen erklärten, daß sie werkvereinen etwa 20000 Arbeiter organisiert haben. Die Wich- unserer Mitgliederzahl sein müßte, während den unbedeutenden Gefeine Leute aus den Kreisen Ortelsburg und tigkeit der Entscheidungen des Gewerbegerichts ist für die Arbeiter werkschaften anderer Richtungen eine ihrer Stärke nicht entBischofsburg berücksichtigen könnten. In den offensichtlich, wenn sie bedenken, wie viel oft von der Auslegung sprechende zu große Zahl von Beisitzern zufällt. Darum muß in Steinbrüchen gibt es 30 bis 32 Pf. Lohn pro Stunde. Die der gefeßlichen Vorschriften abhängt. Da müssen die Arbeiter als unseren Reihen für eine lebhafte Beteiligung an der Wahl agitiert heimischen Arbeiter müssen nun zusehen, wie ausländische Reisiber Männer wählen, zu denen sie volles Vertrauen haben. werden. Einige Anfragen, welche über Einzelheiten der Wahl an Arbeiter, zumeist aus dem benachbarten Polen, einen guten Der Redner erläuterte seinen Vortrag durch zahlreiche Beispiele den Referenten gestellt wurden, beantwortete derselbe zur ZuVerdienst haben, während sie selbst bei Hungerlöhnen auch noch ver- und zeigte auch die Nachteile des Innungsschiedsgerichts gegenüber friedenheit der Fragesteller. pflichtet sind, den ewig leeren preußischen Steuersäckel zu füllen. dem Gewerbegericht, er erörterte ferner die örtliche und fachliche Zuständigkeit der Gewerbegecichte, worüber viel Unklarheit unter den Arbeitern herrscht. Den gewünschen Bescheid in zweifelhaften In Fabriken dürfen nach§ 135 der Gewerbeordnung Kinder Fällen erhält jeder Arbeiter von seiner Organisation. Zum Schluß anter dreizehn Jahren überhaupt nicht und solche über dreizehn forderte der Redner die Anwesenden auf, am 29. November der Nunmehr wurden verschiedene, aus den Reihen der Mit Jahren nur dann beschäftigt werden, wenn sie nicht mehr zum Liste 1 der freien Gewerkschaften, zu einer überwältigend hohen glieder gestellte Anträge beraten. Ein Antrag verlangt, daß alle Besuche der Volksschule verpflichtet sind. Wegen Beschäftigung Stimmenzahl zu verhelfen, indem jeder eine eifrige Agitation Mitglieder, welche am 1. Mai d. J. ausgesteuert sind und infolgeeines zwar schon dreizehn Jahre alten, aber noch schulpflichtigen dafür fich angelegen sein läßt. dessen in diesem Jahre keine Arbeitslosenunterstüßung mehr beJungen in einer Fabrik war Herr Falk, der Geschäftsführer der Eine Diskussion fand nicht statt. ziehen können, im Oktober, beziehungsweise November wieder eine Bianofortefabrik Trautwein, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Der Kassierer Wartenberg erstattete dann den Kassenbericht: Arbeitslosenunterstüßung erhalten. Um die hierzu nötigen Mittel in Berlin, angeklagt worden. Der Werkführer hatte den Knaben Die Einnahmen für die Zahlstellen und Sektionen für das dritte aufzubringen, sollen alle Mitglieder, welche in der beitragsfreien angenommen, der mit Botengängen und daneben auch mit Quartal 1908 betragen 157 281,98 M., die Ausgaben betragen Zeit in Arbeit stehen, pro Woche 25 Pf. zahlen. Der Antrag Reinigungsarbeiten beschäftigt wurde. Das Landgericht verurteilte 9910,77 M., somit bleibt ein Bestand von 147 371,21 M. Die wurde abgelehnt, weil man ihn zurzeit nicht für durchführbar den Angeklagten Falf, nachdem es festgestellt hatte, daß er von der Zweigvereinskasse hatte eine Einnahme von 133 759,80 M., eine hält. Mehrere Anträge verlangten, daß die Mitglieder, welche Annahme des Jungen wußte und die Beschäftigung duldete. Das Ausgabe von 78 013,09 M., somit bleibt ein Bestand von 55 746,71 dem Verbande den Rücken kehrten und sich dann wieder zur AufGericht berief sich auf die Judikatur des Reichsgerichts, wonach zu den Mark. Unter den Ausgaben der Zweigvereinskasse stehen ver- nahme melden, ein wesentlich erhöhtes Eintrittsgeld zu zahlen Fabritarbeiten nicht nur die Tätigkeit gehöre, die unmittelbar auf zeichnet für Rechtsschuh 1381,90 M., für Inhaftiertenunterstüßung haben. Herstellung von Fabrikerzeugnissen gerichtet sei, sondern auch alle 1436,35 M., für Strantenunterstüßung 23 577,75 M., für Unter- wünschten Zweck, der Fluktuation vorzubeugen, nicht erreichen Auch diese Anträge wurden abgelehnt, weil sie den ge= Hilfs- und Nebenverrichtungen, die vom Zweck des Fabrikbetriebes stüßung in Sterbefällen 3070 M., bei Maßregelungen 1672,65 M. mit umfaßt würden. Dazu gehörten Botengänge und Reinigungs- Der Kassenbestand in den Zahlstellen und Sektionen betrug also Am 27. Dezember findet in Berlin eine Provinzialfonferenz 147 321,21 M. In der Zweigvereinskaffe befinden sich 55 746,71 des Verbandes statt. Dazu wurden als Delegierte gewählt: Der Angeklagte legte Revision ein und betonte, daß der Mart, dies gibt einen Gesamtbestand im Zweigverein von 203 117,92 Klosowsky, Wilh. Schmidt, Alb. Hübner. Junge, der nachmittags beschäftigt wurde, nur Räume gereinigt Mart. Die Zahl der Mitglieder betrug am Schlusse des Quartals machte auf die am 17. d. M. stattfindende, vom Magistrat verDer Vorsitzende Witt habe, wo die Klaviere ständen, damit das Publikum sie sich ansehe. 10 021. Davon waren 6583 Maurer, 1834 Puter und 1604 in der anstaltete Arbeitslosenzählung aufmerksam und ersuchte die MitDas sei der kaufmännische Teil des Betriebes. Das Kammer: Gips- und Zementbranche tätig. glieder, welche in der Lage sind, als Zähler zu fungieren, sich im gericht verwarf die Revision, indem es die vom Landgericht( und Reichsgericht) vertretene Auffassung teilte. Was nun die strafVerbandsbureau zu melden. Zentralverband der Zimmerer. In der am Freitag abgerechtliche Haftbarkeit angehe, so hafte Falt als Geschäftsführer haltenen Delegiertenversammlung der Zahlstelle Berlin erstattete einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung im gleichen Maße, wie der Kajsierer Wells om die Abrechnung vom 3. Quartal. Gin- Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über ein Gewerbetreibender, nach§ 151 Absatz 1 der Gewerbeordnung. schließlich eines Bestandes von 80 471,34 M. beläuft sich die Ein- den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Danach sei bei Uebertretungen neben Betriebsleitern und Aufnahme auf 115 352,88 M., die Ausgabe beträgt 34 073,58 M., es zufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Zufuhr über sichtspersonen im Sinne dieses Paragraphen der Gewerbe- bleibt ein Bestand von 81 279,30 M. Unter den Ausgaben befinden Bedarf, Geschäft nicht rege genug, Preise nachgebend. Geflügel: Zutreibende strafbar, wenn die lebertretung mit seinem Vorwissen sich unter anderen Posten 2833,75 M. für Arbeitslosenunterstützung. Bufuhr mäßig, Geschäft rubig, Preise wenig verändert. Butter und fuhr weit über Bedarf, Geschäft schleppend, Preise nachgebend. Fische: begangen sei oder wenn er bei der nach den Verhältnissen mög- 126,50 M. für berbranntes Werkzeug, 286,30 M. für Rechtsschuß. Käse: Geschäft ruhig, Breite unverändert. Gemüse, Obst und lichen eigenen Beaufsichtigung des Betriebes usw. cs an der Nachdem die Abrechnung entgegengenommen war, hielt Genoffe Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft etwas reger, doch nicht be erforderlichen Sorgfalt habe fehlen lassen. A. Körsten einen Vortrag über die Bedeutung der Gewerbe- friedigend, Preiſe feft. arbeiten. werden. Die günstigste Einkaufsgelegenheit Ganz besonders billig! Ein Posten Reinseidene Blusen in sehr schicker Verarbeitung. 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November, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Heilands Kirchhofes, Plößensee, aus statt. 57/12 Die Ortsverwaltung II. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser treues Mitglied, der Schneidemühlen- Kutscher Gustav Schmidtchen am 12. b. M. im Alter von 26 Jahren gestorben ist. 57/13 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 16. d. M., nachmittags 2, Uhr, von der Leichenballe des Rigdorfer GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Verwaltung II. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Die Beerdigung unferes Sollegen August Norreich findet nicht heute Sonntag, sondern Montag, den 16. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Heilandefriedhof in Plößensee statt. Auch wird die erlaubnis gum Singen nicht erteilt. Wir ersuchen, recht rege an der Beerdigung teilzunehmen. Der Vorstand. Verband der Tapezierer. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 10. d. Mts., Schieb freiwillig aus dem Leben unfer Kollege Bernhard Pläschke im 19. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 15. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Rigdoifer GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus ftatt. 178/3 Um zahlreiche Beteiligung der Stollegen bittet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 12. b. W., vormittags 3%, Uhr, mein innigftgeliebter Mann, unser berzensguter, treusorgender Vater, Schwieger- und Großvater, der Buzer 50792 Franz Lehmann im 65. Lebensjahre nach langem, schmerem, mit großer Geduld er tragenem Leiden fauft ent schlafen ist. am Die Beerdigung findet. Sonntag, den 15. d. M., nach mittags 3 Ubr, von der Kapelle des St. Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernde Gattin nebst Kindern, Berlin O., Borndorfer Str. 47. Für die zahlreiche Beteiligung sowie für die reichen Spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Paul Neumann fage allen Beteiligten meinen tiefgefühlten Dank. 50802 Weißensee, Straßburgstr. 103. Marie Neumann nebst Kindern. Danksagung. Für die freundliche Teilnahme an der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen werten Genossen und ben sonstigen Teilnehmern meinen herzlichsten Dant. me. Pauline Sprick. nebst Kindern. Danksagung. Für die erwiesene Teilnahme und reiche Kranzfpende bei dem Begräbnis meines lieben Mannes, des Formers Ludwig Müller sage ich hiermit allen Freunden und Kollegen unseren herzlichsten Dant. Fran Rosa Müller, geb. Günther. Blumen- und Kranzbinderei von Aug. Krause Wienerstraße 7. Bereinskränze, Palmen- Arrangements, Girlanden usw. liefere zu ben billigsten Breisen. 16462* Empfehlen den Genoffen unser Dr. Schünemann Sargmagazin Beerdigungsinstitut " Solidi“ Svezial- Arzt für 45032* Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. 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Demgegenüber stehen in Deutschland die Schweinefleischpreise durchweg höher als im Vorjahre, und das nicht allein, es ist auch im Laufe der letzten Monate eine erneute Aufwärtsbewegung der Preise zu beobachten. In Berlin kostete ein Kilogramm Schweinefleisch geringster Sorte im August 1,10 M., Mitte Oktober aber 1,30 M. Ernte im Kartoffelbau. Die Klagen der Landwirte über die geringen und von Jahr zu Jahr niedriger werdenden Verdienste erfolgen mit solcher Regelmäßigkeit, daß sie schon seit langer Zeit das Schlagwort von der notleidenden Landwirtschaft ausgelöst haben. Die Herren Agrarier haben auch eine gewisse Routine darin, statistisch der Agrarier Notlage zu illustrieren, indem sie ein Jahr sehr günstiger Ernte als Vergleichsmaßstab benutzen. Solches Verfahren ist ebenso unzulässig, als wenn man an dem Ertrag einer sehr schlechten Ernte die Resultate günstiger Jahre messen wollte. Nachfolgende Tabelle zeigt für zwanzig Erntejahre in der ersten Rubrik den jährlichen durchschnittlichen Kartoffelertrag des Deutschen Neiches in Doppelzentner pro Hektar. In der zweiten Rubrik erscheint der Durchschnitt von fünfjährigen Perioden, in der dritten von neunjährigen und in der letzten von fünfzehnjährigen Durch schnitten. 1 Jahr 5 Jahr Ertrages umwandeln, je größer die Vergleichsperioden genommen werden. Die Zahlen der fünfzehnjährigen Vergleiche zeigen flar und sicher eine regelmäßige Steigerung des Ernteertrages. Da auch die Preise gleichen Schritt gehalten haben, so ist die Steigerung eine doppelte, die auf keinen Fall durch erhöhte Betriebskosten auf9 Jahr 15 Jahre gehoben worden sein können. 1878 85,7 1879 68,5 1880 70,5 76,4 1881 92,1 76,4 1882 65,3 79,2 81,4 1883 85,7 84,3 81,5 1884 82,6 83,1 82,2 1885 95,9 87,4 84,5 81,6 1886 86,2 85,3 83,2 83,0 1887 86,6 87,0 83,0 84,8 1888 75,0 83,9 84,1 87,1 1889 91,2 79,3 86,7 87,3 1890 80,3 81,1 86,7 89,5 1891 63,5 87,4. 88,7 90,6 1892 95,5 88,3 89,7 1893 106,3 98,1 92,2 1894 96,0 99,6 93,6 1895 104,2 99,9 95,9 99,3 97,1 103,2 .1896 1897 1898 Es ist deutlich zu ersehen, daß die einjährigen großen Schwanfungen in den durchschnittlichen Ernteerträgen in Doppelzentner pro Hektar sich umso deutlicher in eine regelmäßige Steigerung des Preispolitik des Stahlwerksverbandes. Seit Monaten findet man bald keinen Jahresbericht irgendeines größeren Werkes der wichtigeren Industrien, der nicht Klage zu führen gezwungen iväre gegen die rücksichtslosen Preisfest= setzungen des Stahlwerksverbandes und des Kohlensyndikats. In den letzten Tagen war es wieder der Vorstand der Lothringer Eisenwerke in Ars an der Mosel, der sich in seinem Gee schäftsbericht über das Jahr 1907-1908 der Oeffentlichkeit gegenüber beschwert. Er schreibt: " Der allgemeine Mangel an Arbeit verschärfte den Wettbewerb besonders in den nichtsyndizierten Artikeln und drückte ganz empfindlich auf die Preise. Bei Roheisen z. B. bewegte fich das Preisniveau ungefähr in der Höhe der Notierungen des Stahlwerksverbandes für Halbzeug, aus dem Roheisen erst ge= walzt werden muß. Auch die Kohlen- und Kotspreise würden unnatürlich hoch gehalten." So ist der Stahlwerksverband dem Preisrüdgang für Halbzeug nicht in dem Maße gefolgt wie mit Stabeisen. Trotzdem wird er sich bei der nächsten Gelegenheit wieder als guter Freund der reinen Werte bezeichnen. Konfektion direkt aus der Fabrik ist viel billiger Kein Laden. Uebergangs- Paletots Capes Kostüme Mädchen- Paletots Abend- Mäntel Kostümröcke Pelz- Stolas Robert Baumgarten Hausvogtei- Platz 11, I achrägüber UntergrundBahnhof. Gegen dies 50 RabattverInserat 10 gütung. Auch Sonntags geöffnet Café Meyer Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10u. 15, Bier, bellu. dunt. 10 Bf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne. Weihnachts- Wäsche als Geschenk geeignet für Familien- Angehörige, Angestellte, Wohltätigkeitszwecke Verbürgt, gute, tadellose Ausführung Außerordentlich billige Preise in allen Abteilungen Bestellungen für besondere Anfertigungen, auch für Namen- Stickereien, erbitte möglichst frühzeitig Versand in die Vororte erfolgt täglich kostenfrei Bitte die Weihnachts- Preisliste No. 183, günste Angebote enthaltend, zu verlangen F. V. 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Erschütternd wirkte der Massenschrei der gequälten Lohnsklaven: Mehr Berg- arbeiterschutzl-- Diesmal wird der Ruf erhört: die Forde- rungen können nun nicht mehr achtlos beiseite geschoben werden I So dachten viele und Hunderttausende hofften l Warum auch nicht? Die Regierung sandte Vertreter in das Reich der Grubenbarone. Im Namen der Staatsmacht sollten sie die Grubcnmagnaten auffordern, in gütlicher Verhandlung mit den Arbeitern die Difserenzpunkte zu beseitigen. Herr Oberberghauptniann v. Velsen, der Beauftragte der Regierung, wurde wie ein Lakai behandelt: Wir lassen uns nicht drein reden! Wir verlangen bedingungslose Unter- wersung— der Arbeiter und der Regierung—: das war der Sinn der Antwort, die Herr Bergmeister Engel, der Kohlenbarone Wortführer, gab. Die Vertreter des Staates muhten abziehen wie hinauskomplimentierte Schnorrerl DeS deutschen Reiches Kanzler war empört. Wollten die Herren nicht freundlichem Rat folgen, dann sollten des Staates Ge- setze sie zwingen, auch im Knappen des Menschen Würde zu achten. Fürst Bülow kündigte einen Rcgierungsentwurs an, der den berechtigten Forderungen der Arbeiter Rechnung tragen werde. Mancher glaubte den Zusicherungen.... Der Streik wurde ausgehoben und bald zeigte sich: Die Bergarbeiter waren wiederum betrogen I Wie schon ofti In heftigen Angriffen gegen die Regierung tobte das Unternehmertum. Bcrgmeister Engel war sein Sprachorgan. Und die Einschüchterungen hatten Erfolg. An ein Reichs- berggesetz wagte die Regierung sich erst gar nicht heran. Und die Volkspartei Zentrum leistete Handlangerdienste bei diesem ersten Verrat. Die Bergarbeiter erlebten noch mehr Eni- täuschungcn. Es war nicht viel, was der Regierungsentwurf zur Re- form des preußischen Berggesetzes brachte, aber er enthielt doch Verbesserungen. Und Fürst Bülow, der den Entwurf am 26. Mai 1905 im Abgeordnctenhause verteidigte, bat die bürgerlichen Parteien flehentlich, zu verhindern, daß die Ar- beiter„mit Recht sagen" könnten: „... seht, was sind Hoffnungen, wo» sind Entwürfet Die Regierung hat... nur leere Versprechungen gemacht." Vergeblich bat Bülow. daS Prestige der Regierung zu wahren, nicht den berechtigten Unwillen der verratenen Ar- beiter heraufzubeschwören I Der ganze Chorus kapitalistischer Interessenvertreter— Konservative. Zentrümler, Nationalliberale usw.— pfiff ldaraus: er machte aus dem Schutzentwurs einen Arbeitertrutz- gesetz.... Steine statt Brot gab man den Bergarbeitern! So sagte der christliche„Bergknappe"! Höhnisch schrieb das Unternehmerblatt, die„Rhein.-Westf. Ztg.". von dem„ge- rupften Vogel" der Regierung. Die Arbeiter waren belogen und betrogen. Gründlich. Vollständig! kleines feuilleton. Theater. Deutsches Theater:»Dt« Revolution in Krähwinkel", Posie von Johann R e st r o q. Ein lustiger, noch mehr ein bedeutsamer Theaterabend! So wenig revolutionärer Geist in dem, alles von der spaßigen Seite nehmenden Wiener Possendichter steckte, so fern ihm jede Abficht politisch agitatorischer Wirkung lag. in dem respektlos kecken Spotte des Schwankes ist trotzdem etwa» vom Hauche jener kurzen Freiheitszeit, in welchem «r stand, zu verspüren. DaS Stückchen. vaS die Wiener„Freie Volksbühne" zum vvjährigen Jubiläum der Wiener Revolution in der vorigen'vaifon zur Aufführung brachte, ist im Mai 1848, als das alte österreichische Regime definitiv zusammengebrochen schien. geschrieben. ES wurde am S. Juni als Benefizvorstellung für den Schauspielerdichter gespielt und dann im Herbst nach dem Sieg der Reaktion sofort verboten. Wie primitiv die Formen sind, in denen die Ncslroysche Satire, mit allerhand farblos neutralem Pasfeniilt versetzt, sich hier bewegt, die bloße Tatsache eine« großen politischen Sintergriinde» auf den die Anspielungen deuten, scharst die Emp' fänglichkeit. erregt die Stimmung. Die Aufführung bei Reinhardt, die zu gar keinem passenderen Zeitpunkte hätte kommen können, gestaltete sich— darin lag ihre Bedeutung— zu einer Temonstration. wie sie in den zensur- dehüteten Bühnenstätten dcS deutschen, an Phlegma und Geduld fo unerfckiöpflich reichen Vaterlandes bisher wohl kaum noch statt. gesunden hat. Man lauerte mit heimlicher Begier auf Wendungen, die ihre Spitze wider die allerneuesten staunenSwürdigen Offen« barungcn des GottcSgnadcntums lehrten. Die barock parodistische Tonart der Szenen gab einen Rahmen, wie man ihn stilgemäßcr für derlei Erkurse ins Zeitgenössische nicht wünschen konnte. Und die Gelegenbeij ward wacker ausgenutzt. Jede» Wort, da» diese Dinge spöttlich streifte, fand begeistertes Echo. Wie Harry W a l d e n, der Held de» Abends, in einem Tanzcouplet die Rc» volutionsmanicr der verschiedenen Nationen mimisch veranschau» lick>te, und dabei als revolutionärer Tcutschcr, die Hände an die Hosennaht gepreßt, ein Bild versteinert militärischen Gehorsams, rechts und linls mit seinen Augen salutierte, steigerte sich der Applaus zum Toben. Tag ganze Haus erdröhnte. An manchen Stellen hatte cö gar nicht einmal besonderer Einschiebsel bedurft. um aktuelle Pointen zu erzielen. So wenn Viltor Arnold als Bürgermeister, daS sanite Antlitz im Schmucke einer ungeheuren Glatze erstrahlen lassend, den Hut derart herabzog»nd auf flräh« wiirtels Marliplatz vor der osicncn Sänfte de» einziehenden Russen. fürstcn die Huldigungsrcdc stanmiclt«. Auch der Beamten, der Minister, die nicht zur rechten Zeit da» rechte Wort dem rechten Mann zu sagen sich gelraiirn, wurde wie des Blockes liebevoll ge. lockt. In der polillschen Presse ist daS alle» schärfer, in den Witz- blättern witziger gesagt. Aber daß man. was alle Welt denkt, nun auch van der Bühne harte, im MaSkenfpiele und Couplet vilr einer großen Menge vorgrlragen, gab den Ausfällen eine neue, ganz besondere Resonanz. Ter Boden ist vortrefflich vorbereitet. Wann wird der Dichter lammen, der daS brach? Feld bestellen und die politische Satire im Sinne unserer Zeit, ein neuer Aristo. phane». gestalten lann? Die Schauspieler zeigten vortreffliche Laune, man merkte ihnen die Freude an. sich in derben Karikaturen einmal ordentlich aus- toben zu lönnen. Nach Harry Waiden, der durch den unver- gleichlich munteren Charakter seiner Persönlichkeit die Herzen er. oderw, gebührt, was Possenkomit anlangt, Herrn BienSfeldt als schmachtend-sentimentaler Snbalternbeamier Siegl die Palme. Glänzend waren, wie sich bei Reinhnrdtscher Regie von selbst ver. steht, die Massenszenen, in denen die behutsam revolutionäre Kräh- Und Bülow, der tapfere Recke, ließ auf der Gruben- gewaltigen Gebot den Handelsminister Möller, der jener Un- willen sich zugezogen, in den Orkus verschwinden. Und Berg- meister Engel wurde beamteter Vertrauensmann der Regie- rung. Tie Magnaten des Kohlenkapitals regieren. Un- beschränttl Absolut! Und sie haben Glück. Auch die Berg- bchörde ist seit jener Zeit von der Untodelhaftigkeit des linier- nehmertnms überzeugt. Schnell fertig ist sie mit dem Urteil, das Aktionäre und Werksverwaltung erfreut. Kaum hatte der Draht die Kunde von dem Unglück auf der„Borujsia"-Grube der Welt verkündet, lag auch schon das nachher so gründlich desavouierte bergbehördlicke Gutachten vor: die Unternehmer trisst keine Schuld, die Schutzvorrich- tungcn waren in Ordnung! Nach dein Reden-Unglück»nd der Katastrophe in Klein-Rosseln vernahm man dieselbe Kunde. Und in allen Fällen wurden schwere Verstöße und Fehler festgestellt! Dasselbe Spiel der Unternehmerentlastung auch jetzt wieder! Wenige Stunden nach dem Unglück begann nian mit dem Vermauern der Schächte, weil angeblich es un- möglich sei, in die Grube einzudringen. Trotzdem: die Ver- treter der Bergbehörde wußten doch schon, daß in der Grube alles in Ordnung warl Und das. obwohl wenige Tage vor- her auf derselben Grube eine Wetterexplosion sich ereignet hatte und die Arbeiter über schlechte Berieselung klagten! Aus welchen Tatsachen konstruiert die Bergbehörde ihr Urteil? Genügen ihr die Behauptungen der interessierten Unternehmer? Schon sucht man die Schuld aus die Arbeiter abzuschieben. Es wird behauptet, die Bergleute der Nacht- schicht hätten in einem der Ouerschläge Sprengdynamit gelegt, jedoch unterlassen, diesen genügend zu bericselNt Sonderbar, man kann in die Grube nicht hinein, aber man kennt die unmittelbare Ursache der Katastrophe! Zeugen dafür gibt es nicht, wofür es aber Zeugen gibt— Mißachtung der Schutzvorschristen aus der„Radbod"- Grube—, das existiert anscheinend für die Bergbehörde nicht. Das muß zu denken geben! Nicht nur die Regierung beugt sich vor der Gruben- fiJnige Macht. Justiz, Verwaltung, alleS steht zu ihren Diensten. Der Einfluß treibt durch die tausende Kanäle finanziellen Jnteressiertseins. Repräsentanten verschiedener Behörden sind direkt oder indirekt bei den Unternehmen de- teiligt. Entweder als Aktionär oder durch verwandtschaftliche Bande. Das beeinflußt das objektive Urteil. Charakteristisch für die Denkweise und das. Urteil in manchen einflußreichen Kreisen sind die Auslassungen des Landrichters Lindemann in Bochum in einer Broschüre über den Streik im Jahre 1905. Der Hüter des Rechts, der die objektive Wahrheit zu er» gründen berufsmäßig verpflichtet ist, schreibt da u. a.: „Die sozialdemokratische Partei betreibt die Erregung von Lohnkämpfen in allen Gewerben vollständig systematisch, nicht um das Los der Arbeiter wirtschaftlich zu verbessern, denn da» Individuum gilt ihnen ll) nichts, sondern nur um parteipolitische Erfolg« zu erzielen." « .Bei den anerkannt vorzüglichen SicherheitSeinrlchtungen unserer Kohlengruben, den strengen bergbaupolizcilichen Vorschriften der regelmäßigen Aufsicht durch staatliche. Beamte ist die hohe Unfallziffer ganz wesentlich auf die Qualität der Bergarbeiter zurückzuführen." winkler Bürgersthast aufmarschiert, herausgearbeitet. Der Farben- reichtum und die Drelerie dieser stimmungsvoll von einer humo- ristischen Krähwinkler Landsturmmusik umrahmten Bilder ent. schädigte für die mancherlei hier aiü unterlaufenden Fadheiten und PhilisterreminiSzenzen des Nestroyschen Textes. du Neues Theater: Drei neue Einakter von drei Autoren auf einmall CS war klug, den„Ahasver" von Hermann HeijermanS vorangehen zu lassen. Der niederländiiche. nun in Berlin ansässige Dichter, dessen erschütterndes Drama„Or» et labora"(Bete und arbeite) den Mitgliedern der Freien Volksbühne bekannt ist, gibt in dieser„dramatischen Episode" einen Vorgang auS dem bedrückten Leben der Juden in Rußland. Neu ist unS keinS von beiden: weder daS brutale, von leiten des zaristischen Regiment» zum Prinzip erhobene System der Mussakrierung und Austreibung, noch das zähe Festhallen der Juden an ihrem Glauben. Den tragischen Konflikt, meinetwegen dramatischen Höhepunkt bildet hier der Moment, al« Karalyk nebst seinem Wribe von Kosaken weggeschleppt, dem Sohne flucht, der Tags vor- her heinilich au» Angst Christ geworden ist. Der krasse Naniralis- mnS wirkte aus die Zuschauer peinlich, abgesehen davon, daß daS novellistliche Motiv zum Drama nicht ausreicht. Eriolgreicher war Adolf GrabowSky, der Verfasser des nächsten Einakter«: „Besuch". Wieder mal eine Epiivde auS dem preußischen Schul« biireaukratiSnius I Dessen bis zur Erstai rung lähmende Macht zeigt sich an dem Gymnasial-Oberlehrer sowie an seiner Frau»nd Tochter. Alle» Menichtiche in diesem Pädagogen ist durch das staatliche System, durch die Regierungsmaicbine erstickt worden und führt nur noch i» stillen Sehnsüchten und Träumen ein bescheidene» Dasein. Wie es rebellieu« möchte gegen den Zwang einer drakonische» Disziplin, das versucht der Verfasser durch Verlebendi- gimg aus der Bühne darzniun. Ter Oberlehrer peinigt den Schul- rat, der ihm zu Hause einen Besuch gemacht hat, wie wenn dieser der wahrhastige Teufel wäre. Indes ist da» nur— im Traum geschehen. Da» Schulmeisterdasein wird weiter so geführt werden müssen wie bieder. Die kecke Satire belustigte sehr, und der Amor konnte siw mehrmals vor der Rampe dankend verbeugen.— Den giößlen Erfolg trugen ober„Die Silberfischchen", Groteske von B e r n> ö r e'deutsch von S. Laute» bürg) davon. Da» ist eine beißende Satire ans die Gewinnslvraktile» des AdvolalenstandeS. Nicht einen Prozeß zu führen, sei da« Wahre, sondern wie em Prozeß gewissermaßen au» dem„Nichts" heransdesti liiert wird: die» sei die höchste juristische Finesse und die größte Knust. Diese„Kunst" läßt der äußerst wiyjge Verfasser seine Advololen in einer Handlung vor- reiten. Einer von ihnen bat zwiichen zwei Klageparieien eine Einigung und iomit friedliche Beilegung de» P>ozeises er- äelt. Den Anwälten unter sich ist diese Wendung etwas unbequem. Indem sie in ihren aegenikiiigen Einwendungen spitzfindig jedeS Wort aus de» Kops stellen, bezwecken sie schließlich, daß die beide» Kläger sich in die Haare fahren und ans Vergleich ver- zjchlen. Wer sich nun die Hände reiben lann, da» find die Advokaten. Mit Ausnahme einer zu lang ausgeiponneneii Eingangsszene ist die ganze Groleste höchst amüsant. Di» Regie aller drei Stückchen halte William Mauer. Es waltete ein ge- wiiler Stil darin. Von erfreulicher Tüchtigkeit war daS Spiel, daS Beispiele prächtiger Charakterdarslellung bot. s. Berliner Theater:„HerodeS und Mariamne"' von Friedrich Hebbel. Ii» Jabre 1848 geboren, ohne Znsammen- Yang mit der Revolution, � der Hebbel fremd gegenüber stand, ist diese Tragödie doch im höchsten Sinne revolutionär. Der Kamps der Geschlechter, der Hebbels immer wiebei lehrendes Problem ist, wird hier im Sinne der Frau entschieden. Ihr gleichberechtigter Anspruch aus Menschenwürde, auf die Anerkennuna der Verjönlichteit,. „Die Verhältnisse in den Gruben sind auch nicht annähernd derartig, wie sensationslüsterne Berichterstatter sie vielfach ge- schildert haben." » „Die Organisation, die jahrelange systematische Verhetzung, die vor keiner Verleumdung und Lüge im Kampfe gegen unsere Gescllschofls- und Staatsordnung zurückschreckt, hatte eine solche Summe von'mberechtigler Unzufriedenheit, Haß und Erbitterung aufgespeichr».,„aß der Ausstand ausvrechen mußte." « . Man darf annehmen, daß nicht nur Fürst Bülow, son- dern auch die übrigen Regicrnngsorgane solche Hctzurteile zu lesen bekommen— und beachten. Die Summe der gekenn- zeichneten Widerstände gegen einen ernsthaften Bergarbeiter» schütz ist so stark, daß die Regierung den Kampf mit den Grubenmagnaten längst aufgab, ihn nie ernstlich ausnahm. Daß der direkte Appell der Bergknappen an den Prinzen die Kohlenkönige ängstigen wird, glauben wir nicht. Haben die Bergarbeiter doch früher schon dem Kaiser selbst ihre Wünsche vorgetragen, ohne zum Ziele zu kommen. Die Herrsch- gewaltigen im Ruhrrevier erklärten: Wir geben nicht nach, und— ihr Wille blieb Gebot! DaS Soll, und Prämiensystem. Vor allen Dingen sind eS zwei Faktoren,„Gollförderung" und „Prämiensystem", die im Bergbetneb eine große Rolle spielen. Unter..Sollförderung" ist das Quantum Kohle zu verstehen, das der einzelne Steiger täglich fördern soll. DaS„Soll"«wird von dem Vorgesetzten des Steigers, dem Reviersteiger, für jeden Monat besonders festgesetzt. Als Maßstab hierfür wird die Leistung des einzelnen Kohlenhauers pro Schicht des Vormonats genommen. Von Einfluß sind dabei die örtlichen jeweiligen Verhältnisse in der Grube, wie Mächtigkeit des Flöhe», Härtegrad der Kohle, Be° schassenheit de» Nebengesteins. Mit der„Soll"sürderung ist das Prämienshstem innig der- bundcn. Man unterscheidet hier zwei Arten von Prämien, eine Förderprämie und eine Selbstkostenprämie. Die Fö.derprämie ist eine Belohnung für„viele»" Fördern, die Selbstkostenprämie für „billiges" Fördern. Der angestellte Grubenbeamte bekommt ein niedriges Gehalt a!» Fixum, welches vielfach weit hinter dem Lohn des Hauers zu- rückbleibt, so daß der Beamte auf die Prämie direkt angewiesen ist. Charakteristisch ist die Art. wie die Berechnung einer solchen Sollförderung zustande kommt. Der Steiger macht die Aufstellung und legt sie dem Betriebsführer zur Begutachtung vor. Der Be- triebsführer als strebsamer Oberbeamter sucht diese Sollaufstellung de» Steigers nach Möglichkeit hinaufzutreiben. Er weiß natürlich im Betrieb besser Bescheid wie sein Steiger, die Sollaufstellung wird umgeworfen. Der Steiger hat eine neue anzufertigen, wo- bei mehr Tonnen herauskommen. Dieses Soll wird der Direktion gemeldet und der Steiger hat dafür zu sorgen, daß das aufgestellte Quantum auch täglich das Licht der Welt erblickt. Die Kolonne eines jeden Steigers setzt sich zusammen auS produktiven und unproduktiven Arbeitern. Unter produktive Ar- beiter sind die Leute zu verstehen, die unmittelbar im Kohlen- gewmnungSbctricbe arbeiten. Als unproduktive Arbeiten sind alle VorrichtungSarbeiten zu betrachten. Dazu gehört die Anfertigung von Barrieren, Wetterverschlägen und Wettertüren, die Auf- ans Selbstbestimmung ist hier zum ersten Male in der deutschen Literatur zum Gegenstände hoher dramatischer Kunst erhoben worden. DaS Nora-Motiv, da» Ibsen, der Ausgestalter Hebbelsäier Gedanken, in unser Alltagsleben gerückt und uns menschlich näher gebracht hat, ist hier beinahe ins Uebern, enschliche gesteigert und in ein Milieu verlegt, in dem zwei Welten auf euiander stoßen: Barbarei und die höhere Stufe der Men'chlildkeit. DaS HerodeS- moliv, die in« Maßlose gesteigerte Selbstsucht deS grausamen und mißtrauischen Tyrannen, der an sich selber zugrunde geht, steht für uns in zweiter Linie. Das mit allen Mitteln Hcbbelicher Dialektik zum unerbittlich notwendigen tragiswen Ausgange geführte Thema von der in ihrem Heiligsten verratenen, zum Objekt männlicher Herrschast erniedrigten Frau, die daS Leben opfert, da eS seinen Wert verloren, steht für unS im Mtteipuult de« Interesses. Und wenn die Kompliziertheit der Motive, die Kälte der Reflexion