Nr. 270. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerandos Bierteljährl. 3,30., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt 10 Big. Bot. Abonnement: 1.10 Mart bro Monat Eingetragen in die Bolt Zeitungs. Breisliite. Unter Kreuzband füre Deutichland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Betrügt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 60 Big., für bolitische und gewerlichaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erite( feit. gedruckte) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengefuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Big., jebes weitere Wort 6 Vfg. Borte über 18 Buchstaben zählen für zwei Borte Inferate für die nächste Nummer müffen, bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. Jm Monat Oktober gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Dienstag, den 17. November 1908. Das Branntweinmonopol. II. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Sydow erklärt ganz offen: die Zentrale wird niemals alle Beteiligten umfassen und vermag auch sonst für die in Betracht kommenden Gewerbe nicht zu leisten, was eine entsprechende staatliche Drganisation leisten würde". Gewiß, wenn es ans Schröpfen geht, versteht das die., staatliche Organisation" auch weit besser als eine private! Aachen- Land. Eupen, fozialdemokr. Verein 3. Quartal 08 37,84. Der Reichsschatsekretär Sydow kommt mit seinem MonopolAltona, sozialdemofr. Verein für den 8. und 10. fchlesw.- holstein. entwurf wie das Mädchen aus der Fremde. Jedem teilt er Das beweist ja die Vorlage. Hat schon die Zentrale die Wahlkreis 1. Quartal 1908/09 1882.26. Aachen- Stadt, fozialdemokr. eine Gabe, dem Früchte, jenem Blumen aus. Agrarier und Preise in die Höhe getrieben, die Konkurrenz der Brennereien Verein 3. Quartal 08 86,94. Groß Berlin a tonto feiner acht Wahlkreise 10 000,-( darunter Alt 8,-, Dstar 8,-, H. Roeder, Spritfabrikanten halten sich an die Früchte: sie bekommen unter einander eingeschränkt, so übertrumpft die Regierung Reichenberger Straße 5,-, Strang 1,-, B. 4. Duartal 3,-, mit hohe Preise und Abfindungen. Der deutschen Sprache aber die Zentrale um ein Bedeutendes. Zunächst wird der glieder der Union- Druderei 7,20, Alimbimverein durch Lewin, beschert Herr Sydow eine neue Wortblume. Der Spiritus freie Wettbewerb ganz ausgeschaltet. Da die Regierung Andreasstr. 10 3,66, von den Argus- Motoren 8,- Stranz- soll fünftig nicht mehr denaturiert, sondern ver- in Zukunft der einzige Abnehmer ist, kann auch überschußz Chorin 2.90, vom 787. Bezirk durch Gen. Falt, Kranz gälIt" werden. Der III. Abschnitt des Entwurfs handelt sie ganz allein den Preis bestimmen. Nach oben fonds 5,25, Stranglaffe des 730 Bezirks 6,50, alter Strangfaffenbestand von der Vergällung des Branntweins, die fünftige Be- ist ihr eine sehr weite Grenze gezogen durch den Des 527. Bezirks 8,75, A. B. Mister 1,-, D. 8. 3, 558. Bezirk, zeichnung für Denaturierung, die den Spiritus durch Eingangszoll. Bisher betrug dieser 160 M., das ist 90 M. Besuch der Wohlfahrts- Ausstellung 2,-, von Bag- Karl durch Vogel Busatz von Bitterstoffen zum Trinken unverwendbar macht. mehr als die Inlandssteuern auf Spiritus. Der Entwurf 5,- 580. Bezirk durch Henkel 1,20, Otto Kapphammel 50, Das Trinken selbst will aber Herr Sydow durchaus nicht ver- steigert den Zoll auf 225 Mart! Und daß der 653. Bezirk Laag 10,-, J. Cafar, Alt- Moabit 3,-, bom verkrachten Statflub 3,-, Zellersammlung Ballschmieder 71,47, desgl. Moabit gällen. Ausdrücklich betont er, daß die Regierung gerade Preis nicht zu niedrig festgesetzt wird, dafür birgt schon die 102,15, desgl. Gewerkschaftshaus 68,51, desgl. Friedrichshain 103,15, Deshalb von der Einführung einer Fabrifatsteuer agrarierfreundliche Regierung an sich. Sie bekommt aber desgl. Germania 92,72, desgl. Bodbrauerei 88,10, besgl. Feenpalast ohne Monopolisierung absieht, weil dadurch eine sehr hierzu noch einen Beirat aus 20 Mitgliedern, von denen 178,90,. 10,-, tranzip.- leberschuß der Werkzeugmacher A. B. 20,25, erhebliche Steigerung des Verkaufspreises für den Trink fünf vom Bundesrat, fünf aus Kreisen der landwirtschaftlichen Forschungszwede 3,-, Tischlertaffe Berlin. 40,-) Berlin, diverse branntwein eintreten würde, die wieder einen Rückgang Brenner auf Vorschlag einer vom Bundesrate zu be Beiträge: Dr. K. R. 25,-. Amerif. Auft. b. Knechtel, Waffertorstr. 14 3,50. in der Nachfrage und damit eine Verminderung stimmenden Vereinigung, fünf auf Vorschlag des BetriebsUebersch. der Strangfp. f. Frau Müller durch St. 1,20. Uebersch. der des Verbrauches nach sich ziehen müßte". Strangfp. f. d. verstorbenen Kollegen St. b. d. Beamten der Ortstaffe diese Verminderung des Verbrauches fönnten die mittleren agrarische Mehrheit ist stets gesichert! Und amtes und fünf vom Reichstag entfendet werden. Also die der Maschinenbauarb. 3,-. Ridzahl. v. 5., 3. Streis 10, bt." und fleineren Brennereien nicht vertragen, fie müßten dem 10,-. Abt." 5,-... 2,-. Machetes, Sept.- Dftbr. 10,-. Dr. L. A. Bisher hat die Zentrale den Preis in die Höhe 100,- Wiefenstraße 12,85. Sommerfest d. Samb. Kranken- u. erliegen" und könnten sich nicht ausdehnen". Es ist also gewuchert, fünftig besorgt das weit gründlicher und beffer Sterbefasse d. Metallarb., Filiale 6 u. 8 Berlin 10,-. Arbeiter d. Reise- eitel e u che lei, wenn es in der Begründung der Vorlage die Regierung. Bon 1888 bis 1899 war der Berliner effeftenfabr. Heinr. Stöhr 11,80. Gutenberg, Sept. Oft. 81,05. Rauch drei Seiten vorher heißt: Börsenpreis für Spiritus durchschnittlich 38,46 M. Dann riß flub„ Ohne Zwang", Weinstr., durch G. 20,- Aus der Groschen-" Führt die höhere Belastung des Trinkbranntweins dazu, die Zentrale den Markt an sich und trieb die Preise bis auf kasse der im D. M.-B. organisierten Hobler der Fa. Schwarzkopff. daß der Trinf verbrauch von jett 2,9 Millionen Hektoliter 43,26 M. In diesen Preisen, fagt die Vorlage, find enthalten Bert Wildau 10,-. Abt. Falzerei Uftein u. Co. 22,55. Die etwas zurüdgeht, so wäre auch das nicht zu be 12 M. Maischbottichsteuer, bis 2,50 M. Brennsteuer und Stontobucharbeiter vom Wedding 5, May 3, Abt. Falzerei lagen. Es würde dann das Gesetz an seinem Teile hierzu tritt der Vorteil aus dem Kontingent". Lokal- Anzeiger" 85,-. G. D., Guhrau 3,-. Snabe 5,-. B. G. 50,-.. 28. 50,- Barmen, N. 8. 2. Breslau, fozial dazu beitragen, dem übermäßigen Branntwein. Damit wird zum zweiten Male offiziell zugestanden, daß dic demofr. Verein Breslau Ost und West 3. Quartal 08 885,20. genusse zu steuern." Liebesgabe tatsächlich existiert und preissteigernd wirkt. Bromberger Agitationsbezirt, Wahlkreise: Hohensalza 3.50; Wirsiz- Wie jeder wirkliche Kenner der Ursachen der Branntwein- Der fünftige. Preis aber foll noch neuc Schubin 2,82; Pofen 18,84; Riffa 4,85; Rawitich 3,50; Summa peft weiß, hängt der Trintverbrauch nicht allein Liebesgaben bringen, hauptsächlich für Of. 32,51. Bergheim- Euskirchen, sozialdemokr. Verein, 3. Quartal 08 bom Preise des Branntweins, sondern in erster el bien! 16,16. Brandenburg- Westhavelland, Zentralrahlberein, Viertel- Linie vom Elend der Bevölkerung ab. Es sind be Wie die Vorlage verkündigt, sollen nämlich Preise für den jahrsbeitrag 288,66. Buzzbach i..,. y. 8. 10.- timmte, auf einer gewissen Tiefe der Lebenshaltung be- Branntwein bewilligt werden, die die Herstellungs. Bern 50,- Bonn Rheinbach, Wahlkreisbeitrag 30,-. Biberach, findliche Schichten, welche sich durch Branntwein betrinken, tosten decken." Beitrag des 16. württemb. Wahltr. für das 8. Quart. 08 Und zwar soll dieser Preis berechnet " 11,28. Chemnitz, J. G. 2,-. Cannstatt- Ludwigsburg, Wahlkreis- auch wenn er noch so teuer ist. Nur daß fie, je höher werden nach Startoffelbrennereien mittleren Umfanges, beitrag für 3. Duart. 08 868,52. Crefeld, sozialdemokr. Volksverein der Preis des Branntweins steigt, um so weniger Geld für die jährlich durchschnittlich 800 Settoliter für 3. Quart. 08 196,08. Coblenz, Wahlfreisbeitrag für 8. Quart. 08 ihre Ernährung übrig behalten und dadurch nun erst Alkohol erzeugen." Dieser, Branntwein Grund. 28,- Dresden- Land, 6. fächf. Wahltr. 2100,- Dresden- Altstadt, recht aus förperlicher Schwäche wie feelischem Unbehagen fich preis", den die Regierung den Brennern zahlen soll, wird fozialdemokr. Berein für 3. Quart. 08 700,-. Düsseldorf, sozialdemofr. dem Trunt ergeben. Die Verteuerung des Branntweins ver- staffelweise bis zu 6 Mark für das Hektoliter erhöht, se Verein für 1. Quart. 1908/09 458,55. Duisburg, Wahl ringert demnach nicht den Alkoholmißbrauch, sondern sie tleiner die Brennerei ist, und er wird gekürzt, fe Treisbeitrag 463,80. Dortmund- Hörde, Beitrag des sozialdemofr. steigert seine Wirkung. Wenn also Herr Sydow die größer als 800 Heftoliter Jahresproduktion sie ist. Es werden Vereins 770,-. Danzig, Beiträge der Provinz Westpreußen für das 3. Quart. 08. Wahlkreise: Elbing- Marienburg 20,56; Danzig- Land Begründung seiner Vorlage mit den Worten beginnen läßt: also alle Großbetriebe, vor allem die gewerblichen 12,90; Danzig- Stadt 128,12; Neustadt- Starthaus 8,72; Stuhm Bei der ungünstigen Finanzlage des Reichs ist Brennereien lahm gelegt gegenüber den mittleren und Marientverder 9,64; Rosenberg- Löbau 2,56; Graubeng. Straßburg es unabweisbar notwendig, den Branntwein stärker fleineren. 23,20; Thorn- Kulm 2,88; Schweb 9,76; Koniz- Tuchel 5,53; Schlochau- zu belasten," so erklärt er rund heraus, der Militarismus, Aber damit noch nicht genug! Es kommt nun noch Flatom 3,80; Berent- Stargard 4-; Deutsch- Serone 6,-; Summa der ja diese ungünstige Finanzlage verschuldet, wird aufrecht er- eine nagelneue Liebesgabe! 237,67. Effen a. Ruhr, sozialdemokr. Verein für 8. Quart. 08 halten durch die Verelendung des Volkes. Die Der fünftige Preis soll nämlich derart sein, daß er nicht 533,- Elberfeld- Barmen, Wahlkreisbeitrag für 3. Quart. 08 750, bon Engels schon vor drei Jahrzehnten bewiesene Seelen- allein die Herstellungskosten deckt, sondern die Schlempe Falkenberg( Oberschl.) 2,50. Freiberg, 9. fächi. Wahltr. a tonto des gemeinschaft zwischen Schnapsbrenneret und Preußens Herr- soll dem Brenner tostenfrei bleiben." Was Restbeitrages für 1907/08 145,-. Freiburg i. Br., sozialdemokr. Kreiswahlverein f. d. 5. badischen Kreis für 2. Quart. 08 38,90. Frank- lichkeit wird also von Herrn Sydow aftenmäßig bewiesen. das bedeutet, darüber bringt die Vorlage keine Silbe! furt a. M., zurückgezahlter Zuschuß zur Landtagswahl 588,87. Und noch ein zweites attenmäßiges Eingeständnis bringt Es bleibt also allen, die nicht Brennerei- Sachverständige sind, Goch- Geldern, Wahlkreis Cleve- Geldern 22,55. Hechingen( Hohen- diese Begründung: die Existenz der bisher vom Minister verheimlicht, welche Bedeutung dieses Ge. zollern), Parteibeitrag 9,42. Hagen Schwelm, fozialdemokratischer tisch wie von den Schnapsbrennern abgeleugneten 45 Millionen- fchent hat. Das ist eine Hintergehung der Volksvertretung, Verein( darunter von Frauen 12.12) 483,84. Harburg, 17. hannov. Liebesgabe". Freilich spricht Herr Sydow noch von wie sie dreister nicht gedacht werden fann. Wahlfreis 1. Duartal 1908/09 800,-. Halle und Saalkreis der sogenannten" Liebesgabe, aber ihre Tatsächlichkeit be- Diese fostenfreie Schlempe ist nämlich nichts anderes als der 500,- Ipehoe, sozialdemokr. Zentralverein des 5. schleswig weist er durch die Bestimmungen über die künftig zu ge- Erfaz der bisher durch die Kontingentierung holfteinischen Wahlkreises für 3. Quartal 08 825,04. Köln a. Rh. währende Entschädigung", sobald die fogenannte" entstehenden Liebesgabe! Reg. 28. 20,- Kattowig, Parteibeitrag der P. P. S. für drittes Liebesgabe in Fortfall fommt. Durch Hintertüren, so wie Quartal 08 71,62. Starlsruhe, Beitrag des 10. bad. Wahlkreifes für bisher, heimliche Vorteile den Brennern zuzutragen, hält er Maische zurückbleibende Brühe, welche die unvergorenen Schlempe heißt die bei der Destillation der vergorenen 2. Quart. 08 155,80. Leipzig, fozialdemokr. Verein des 12. fächs. Wahlkreises 1. Quart. 1908/09 500,-. Lüneburg, sozialdemokrat. für überflüssig. Vor diesem Reichstag geniert er sich nicht Bestandteile der Kartoffeln und des zu ihrer Verzuckerung Streisver. des 16. hannov. Wahlfreifes für 3. Quartal 1908 38,50. und gibt offen, mit vollen Händen. Gerwendeten Malzes enthält. Die Vorlage bezeichnet, fie Lüdenscheid, Zentralwahlverein des Wahlkreises Altena Iserlohn Zu einem von ihr bestimmten Preise kauft die Regierung ausdrücklich als ein wertvolles Viehfutter. Professor für 3. Quartal 1908 63,54. Memel Heydefrug, fozial den Spiritus von den Brennereien. Diese bleiben Privat Maerter, der Begründer der wissenschaftlichen Methoden der Mülhaufen im Elsaß, sozial betriebe; technisch werden sie günstiger wie früher arbeiten Spirituserzeugung bewertet die Schlempe, die von 100 demokr. Streisverein für 3. Quart. 08 93,44. M.- Gladbach, Wahl fönnen, da alle Belästigungen durch die Steuer, als da find: Doppelzentner vergorener Startoffeln zurückbleibt, mit 1 Mart freisbeitrag für 1. Halbjahr 08 84.15, desgleichen für 8. Quart. 08 Begrenzung des Maischraumes und der Gärgefäße wegfallen. 8 Pfennig. 41,62 Meerane, 17. fächf. Wahlkreis 125,-. Mannheim, a fonto bentofratischer Verein 12.20. " F " " oer Beiträge des 11. bad. Wahlfreifes 700,-. Mülheim Wipper- Nur der Destillierapparat tommt nach ruffischem Muster unter Zur Herstellung von 800 Hektoliter Spiritus werden unfürth Gummersbach, fozialdemokr. Wahlverein 100,- Nürnberg, Verschluß. Der abdestillierte Spiritus wird von der Re- gefähr 7000 Doppelzentner Startoffeln und 105 Doppelzentner für Mitgliedsbuch 3,-. Nordhausen Grafschaft Hohenstein, sozial- gierung den Brennern abgenommen, gleichviel ob sie dafür Gerste( für Malz) verbraucht. Es bleiben demnach einer demokratischer Verein für 1.- 3. Quart. 08 228,15. Nordische Verwendung hat oder nicht. Der Brennerei besizer solchen Brennerei von 800 Hektoliter Spirituserzeugung jähr Bañerfante 58 687.40. Ottenfen, fozialdemokr. Bentralwahlverein für ist jeder Sorge um den Verkauf seines Pro- lich für 7600 Mark Schlempe kostenfrei! Mithin entfallen auf Den 6. schlesw. holst. Wahltr.( Elmshorn- Pinneberg) 2. Quart. 08 1462,- bufts enthoben! Kein einziger Gewerbetreibender im jeden Hettoliter erzeugten Spiritus etwa 9½ bis Oldenburg, 1. oldenb. Wahlkreis, 3. Quartal 08 129.85. Potsdam Reiche genießt solche Begünstigung! Das Vertriebsamt des 10 Mart Schlempewert, die der Brenner als GeOsthavelland, Wahlkreisbeitrag 152,83. Recklinghausen, Wahlfreisbeitrag für 3. Quart. 08 119,38. St. Johann a. Saar, Wahlkreis- Reiches übernimmt den Branntwein in den Brennereien; ich ent, als neue Liebesgabe erhält! beitrag für 8. Quart. 0869,58. Saargemünd Forbach, Wahlkreisbeitrag weder um Transport noch um Lagerung und Reinigung braucht Außerdem aber sollen noch alle bestehenden Brennefür 3. Quart. 08 4,04. Solingen, Wahlkreisbeitrag für 8. Quart. 08 fich der Brenner fünftig zu fümmern. Er bekommt von der reien für jeden Hettoliter Alfohol ihres bisherigen 213.44. St. Johann, Rückzhlg. der Vollswacht" 600,-. Stuttgart, Regierung sein Tischlein, deck dich" beschert. Sie holt den Stontingents auf zehn Jahre hinaus jährlich zehn Mark G. 11. 10, Staßfurt, Wahlkreis Quedlinburg- Aschersleben- Calbe Branntwein, sie versendet ihn, sie lagert ihn, sie reinigt ihn, Entschädigung" erhalten. Die füddeutschen Brennereien aber für 3. Quart. 08 204,70. Spende von einem Rumänen noch nach fie vergällt" ihn, wenn erforderlich, und die Hauptsache: fie nach Ablauf dieser zehn Jahre einen Zuschlag träglich für Opfer des russischen Befreiungstampfes 800,- bertauft ihn. Das heißt: ob sie ihn an die Konzum Branntweinverkaufspreise von sieben Mark für den Trieberg, sozialdemokr. Verein für 2. badischen babischen Wahlkreis fumenten los wird, ist ihre Sorge; der Brennerei- ettoliter! 30, Tönning 89.60." Vorwärts"-Ueberschuß 3. Quartal 1908 Diese sieben Mark sind der Staufpreis, mit denen 44 855,85. Wiesbaden, Wahlkreisbeitrag für das 3. Quartal 1908 besiger bekommt von ihr, sobald er ihr den Spiritus zur 180,-. Weimar, 1. weimarischer Kreis 8. Quartal 1908 99,50. Verfügung stellt, sofort seine Bezahlung!' S gibt man die Zustimmung der Süddeutschen zur Aufhebung ihres Würzburg, G. W. 3,-. 3ittau, fozialdemokr. Verein des 1. fächs. fein schön'res Leben als solch Brennerleben! bisherigen für sie vorteilhaften Reservatrechtes bezahlt. Bahltr. für das 8. Quart. 1908 191,46. Der Gesezentwurf", rühmt Sydow, eröffnet den Das sind also die neuen Liebesgaben! Auf jeden HektoBerlin, den 14. November 1908. Brennern die Aussicht, an der Verwaltung einen sicheren liter Spiritus für etwa zehn Mark Schlempe toftenAbnehmer zu erhalten." frei, dazu zehn Mark Entschädigung", macht zuUnd nicht allein einen sicheren Abnehmer, sondern sammen wiederum die zwanzig Mart, die schon auch einen, der leistungsfähiger ist wie die bisher zur bisher jeder Hektoliter Kontingent- Spiritus als Liebesgabe Ausplünderung der Branntweintrinfer geschaffene 8entrale. brachte. Die letzteren 10 Mart Entschädigung" sollen nur Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. auf li) Fahre gewährt werden. Wenn nach 10 Jahren wieber solch ein agrarischer Reichstag beisammen sitzt» wird er selbst- verständlich diese Frist weiter verlängern. Und die 10 Mark kostenfreie Schlempe bleiben stets! Dazu noch Spirituspreise, die höher sein werden wie die. welche schon die Zentrale erreicht hatte. Denn das ist ja der ganze Zweck des Monopols, die Preise noch höher zu steigern als es die Zentrale vermochte, der es trotz allem Terrorismus nicht gelang, sämtliche Brennereien zu vergewaltigen. Und all diese Vorteile sollen in steigendem Maße den Brennereien von 300 Hektoliter Produktion abwärts zufallen. Wer aber sind diese Glücklichen? Wo liegen diese Brennereien unter 800 Hektoliter? Das wird ebenfalls in der Vorlage verschwiegen, mit Absicht verschwiegen! Es sind nämlich die vielgeliebten Ostelbier, auf die der r e i ch st e Segen hernicderströmt. Dies amtlich feststellen zu lassen, ist bisher nur ein einziges Mal gelungen, nämlich bei Beratnng der Brannt- weinstenervorlage von 1891, wo in der Kommission ans An- trag der Linken die Regierung eine llebersicht über die Ver- teilung des Kontingents aus die Brennereien vorlegte. Diese Nachweisung erstreckte sich auf die Jahre>887,90. Im Reichstage muß dringend gefordert werden, daß die Regierung auch jetzt einen Nachweis über die Verteilung des Kontingents dem Reichstage vorlegt. 1887—1890 entfielen von den da- maligen 40 Millionen Mark Liebesgabe aus Preußen 70 Prozent gleich L8 Millionen Mark für l a n d w i r t- s ch a f t l i ch e Brennereien und davon auf die in O st e l b i e n gelegenen unter 800 Hektoliter Jahresproduktion etwa 18 Millionen Mark, das sind 45 Prozent I Gegenwärfig ent- fallen an vier Fünftel der gesamten Erzeugung der deutschen Kartoffel brennerei und fast zwei Drittel der ge- samten Branntiv einproduktion des Reiches auf die 6 oft elbischen Provinzen! Der angebliche«Schutz der Ländlvirtschaft" erstreckt sich also hauptsächlich auf die Interessen der Vranntlvelnbrenner Ostelb iens. Auch die Förderung des Anbaues der Kar- t o f f e l n. die von der Regierung stets als wesentlich für ihre Begünstigung der Brennereien angeführt wird, erweist sich als ein lä ch e r lt ch e r B o r w a n d. 1906 betrug die Kartoffelernte im Deutschen Reiche 48 Millionen Tonnen, davon wurden zur Spirituserzeugung verbraucht nur 3'/» Millionen Tonnen, also nur 7 Prozent! Und selbst in den oft elbischen Provinzen wurden nur 13'/, Prozent der geernteten Kartoffeln zu Spiritus verarbeitet. Aber immerhin haben Ostelbiens Gutsbesitzer das größte Interesse und den größten Vorteil von einer Branntweingesetzgebung, die so wie die bisherige und das neue Monopol ganz und gar auf die Bevorzugung Ostelbiens zugeschnitten ist. Und diesmal soll gründlich geplündert werden I An 100 Millionen Mark mehr Steuern wie bisher. so daß 220 Millionen Reineinnahme n in die Rei ch skasse fließen, dazu all die A b f i n d u n g e n an die Angestellten der Spritsabriken. die nicht in Reichsdienst treten, Abfindungen, die sich bei der vielgeliebten Zenlrale sogar aus die Geschäftsführer erstrecken, während diese bei den Aktiengesellschaften von jeder Abfindung aus- geschlossen sind. Der Erfolg all' dieser Schröpfnngen— es soll auch noch eine Anleihe von l92 Mill. Mark für die Ab- findnngen und Ankäufe gemacht, verzinst und amortisiert werden— wird von Herrn Sydow mit 50 M für das Hektoliter Verteuerung gegenüber dem gegen- Wärligen Preise berechnet, das sind etwa 15—20 Pf. Ver- t e u e r u n g für den Liter Triukbranntwein im Groß- Handel! Wohlgemerkt: Verteuerung gegenüber den Segenwärtigen Preisen! I» diesen ist aber bereits ie bisherige Steuer und die Liebesgabe enthalten I Da 2'/, Millionen Hektoliter Spiritus jährlich sür Trinkzwecke verbraucht werden. beträgt die künstige Verteuerung noch 115 Mill. Mark. Davon entfallen aus die Reichs- kasse 100 Mill. Mark, bleiben noch 15 Mill. Mark, die noch zu den bisherigen 120 M i l l. M a r k Steuern und zu der bisherigen Liebesgabe von rund 50 Mill. Mark dazu kommen! Im ganzen wird also der Spiritus um 235 Mill. Mark mindestens verteuert! Herr Sydow will uns damit trösten, daß im Auslände der Schnaps meist noch höher besteuert ist. Nichtig I Aber ebenso richtig ist. daß in Deutschland am m eiste n Schnaps getrunken wird. Fast 4 Liter Alkohol komme» im Deutschen Reich auf den Kops der Bevölkenuig! Nur Dänemark mit (3�/z und Ungar» mit 4'/, Liter verbrauche» meh» Schnaps pro Kopf, alle anderen Staaten weniger, und zwar deshatb. weil,»nie namentlich in England, nicht so breite Schichten der Bevölkerung noch Schnaps trinken wie bei uns, wo in Ostelbien und ähnlichen Agrarprovinzen der SchnapS fast von der gesamten arbeitenden Bevölkerung ge- trunken»vird. Und diese in Armut verkommenden Schichten sollen nun. wie Herr Sydow in der Begründung seiner Vorlage kühn behauptet, die im Deutschen Reiche geplante Verteuerung des Branntweins gar nicht merken, weil sie„weit zurückbleibt hinter der allgemeinen Zu- nähme des Wohlstandes seit 1887." Wem will Herr Sydow das vorreden? Wenn der Wohlstand jener brauutweintrinkenden Schichten gestlegen wäre, dann würden sie eben weniger als bisher Bräunt- wein getrunken haben, der Verbrauch iväre also stark zurück- gegangen. Das ist er aber nicht! Um kaum l0 Proz. sank er seit 1838! Das ist wahrlich kein Zeichen dafür, daß sich der Wohlstand hob. Und am allenvenigsten bei der bra nnt mein trinken den Bevölternng, die sich Haupt- sächlich aus den ungelernten Arbeitern und de» Land- a r b e i t e r n zusauunensetzt. Durch die Verteuerung desBrannt- Weins wird sein Verbranch gerade in diesen ärmsten Schichten nicht eingeschränkt. Und wenn Herr Sydow sich brüstet, er wolle durch..tunlichste" Reiuignng des Branntweins„eine Forderung der GcsimdheitSlehre verwirklichen", so ist das lächertich gegen- über der Tatsache, daß von den änusten Bevölkernngsfchichten des Reiches zu den bisherigen 170 Millionen Mark noch neue 115 Millionen herausgepreßt werden, so daß also uni ebenso viel das ihnen für die Ernährung zur Verfügung stehende Einkommen gekürzt und deiueutsprcchend ihre Gesundheit geschädigt wird. Der Monopolentwnrf ist ein neues Liebesgabengeschenk für die Brenner, hauptsächlich für die osteldischen und für die Spritfabriken. Für das Volt, und zwar gerade für seine ärmsten Schichten ist eS eine neue Beraubuna. ein ivürdioe« Seifenstück zum Brot- und Fkeischwucher. Nur daß beim Schnaps sich noch der Slaat zum O b c r v e r w a 1 t e r der gesamten Wucherei macht! ver Kampf Milchen Kaller und Kanzler. Der Tod des Grafen von Hiilscn-Haoseler hat die lustigen Festtage Wilhelms II. in Donaueschingen mit ihren Kabarett- Vorstellungen, Jagdvergnügungen und frohen Festmählern jäh unterbrochen und den Kaiser zu einer Aendcrnng seiner Reise- Pläne bestimmt. S. M. fährt nicht nach Kiel zur Rekruten- Vereidigung, sondern zunächst nach Berlin, und wird dort wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch— der Zeitpunkt steht noch nicht fest— Biilows Vortrag über die gegenwärtige Lage entgegennehmen. Obgleich der Kaiser über das Ver- halten Biilows noch immer sehr aufgebracht ist, scheinen sich doch die Chancen für den Kanzler, sich vorläufig noch einige Zeitlang auf seinem Posten zu halten, wesentlich gebessert zu haben, wenigstens der Haltung jener Blätter nach zu urteilen, die zum Hof gute Beziehungen unterhalten. Allerdings muß anerkannt werden, daß der Kanzler den Gegenstoß gegen die Hospartei mit einer gewissen Gewandtheit und noch große- ren Skrupellos! gkeit zu führen weiß. Mit Geschick bat er den Bundesratsausschuß dazu bewogen, sich aus seine Seite zu stellen, und zugleich das preußische Staatsininisterium zu einer Solidaritätserklärung gezwungen. Aus diese Unter- stützungen pochend, tritt er dem Kaiser entgegen, während gleichzeitig seine Offiziösen in der ihm ergebenen Presse, von der„Post" bis zur„Franks. Ztg." und der„B. Z. am Mittag", mit Hochdruck für ihn arbeiten und ihn als den hinstellen, der die Hoffnungen und Wünsche des deutschen Volkes vertritt und es allein vermag, dem Kaiser das Zugeständnis abzuringen, daß er fortan weniger reden will. Dabei sind die Rollen zwischen den für den Kanzler arbeitenden Blättern sehr geschickt verteilt: in der„vornehmen"„Köln. Zeitung" wird Vülow als der Entschlossene geschildert, der, besorgt um das Wohl des Landes, dem Kaiser rückhaltlos die «timmung des Volkes mitteilen und als kon- stitutioneller Minister seine Stellung einsetzen will. um das Verlangen des Volkes durchzusehen: in der „Frankfurter Zeitung" wird Bülow als der selbstlose„Man- datar" des Volkswillens hingestellt, und die„B. Z. am Mittag" hat die Ausgabe zuerteilt erhalten, die Gegner und Nebenbuhler des Kanzlers verächtlich zu machen und allerlei kleine unangenehme Vorfälle ans ihrem Lebenslaus auszu- plaudern. Wie gut die Rollen verteilt sind und wie schön die Sache klappt, mögen folgende Beispiele veranschaulichen: Die„Kölnische Zeitung" schreibt: „Diesen Ausführungen werden zweifelsohne die Vorstellungen enisprechen, die Fürst Bülow dem Kaiser in Kiel unterbreiten wird, und er wird darauf hinweisen können, daß die Wünsche aller Parteien im Reiche sich in der gleichen Richtung bewegen. In der Presse und im Reichstage sind sie klar und unzweideutig zum Ausdruck gebracht worden, und wenn die nachfolgenden Verhandlungen im preußischen Staatsmini st erium und dem Ausschuß des Bundesrates für die auswärtigen Angelegenheiten sich auch unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit vollzogen. so sind über deren Verlaus doch Mitteilungen bekannt geworden, die wir für zuverlässig halten. In eingehender Ausführung hat Fürst Bülow sowohl im Ministerrat als im Ausschuß seine Auf- fasiung über die jetzt alles zuriickdrängende Frag« dargelegt, und in beiden Körperschaften hat er volle und rück. haltlose Billigung gefunoen. Der Reichskanzler wird somit nicht nur in der Lage sein, über die latsächlichen. der Ocssentlichkeit bekannten Borgänge und seine persönliche Mei- nung Borlrag zu halten, sondern er wird hinzufügen können. daß diese Meinung vom Ausschuß sür die aus- wärtigen Angelegenheiten geteilt wird und daß das preußische StaatSministerium s i ck solidarisch damit einverstanden erklärt hat. Aus diese Grundlage» hin wird nun der Kaiser seine Ent» schlicßungen zu fassen haben, und es hieße ihm zu nahe treten. wenn man glauben wollt«, daß er den Ernst der Lage nickt erkennen sollte. Wenn die Wünsche, die jetzt an den Kaijer herantreten, nur von solche» Parteien getragen würden, deren monarchische Gesinnung und Anhänglichkeit an das Königshaus einer Anzweiflung unterworfen werden könnten. so könnte vielleicht die Meinung auskommen, als ob es sich um den Versuch einer unberechtigten Perminderung der Königsgewalt handle. So wie die D»ngs liegen, kann das nicht der Fall sein. Es handelt sich um di« ernste Sorge um das Wohl des Landes, die unterschiedslos daS Volt bewegt bis in jene Kreise hinein, die monarchistisch sind „bis in die Knochen" und die sich stet» als treu, Diener des Kaisers bewährt haben. Es erscheint ausgeschlossen, daß der Kaiser angesichts dieser Lage nicht� in eine ernste Prüfung ein- treten sollte, die hoffentlich der ganzen KrisiS einen befr ie» d i g e n d e u Abschluß geben wird." Etwas andere Register zieht die„Franks. Ztg.": „Fürst Bülow hat in den zweitägigen Debatten des Reichstages wenig gesagt. Diejenigen, die ihn aus der vermeintlichen Schweigsamkeit einen Vorwurf machen, verkennen, wie wir glauben. Wert und Bedeutung, die unter den ge- gebe neu Umstände» in diesen ernste» Stunden auch da? Schweigen des ersten Ratgebers der Krone hat. Was der Reichskanzler aber gesagt hat, und waS dem Sinne nach doch hieß:..Ich und irgend ein Nachfolger kann die tatsächliche Verantwortung für die Leitung der Politik nicht übernehmen, wenn der Kaiser sich nicht der persönlichen Engrisfe in die Politik enthält," da? bedeutet dem Reichstage und dem Volke gegenüber eine Berpftichtung. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß Bülow sofort zurücktreten muß und wird, wenn er nicht in dieser Begegnung mit dem Kaiser von ihm die Garantien erhält, die er als die Bedingung sür eine verantwortliche Leitung der Geschäfte bezeichnet hat.... Er- hält Fürst Bülow diese genügenden Zusagen vom Kaiser nicht. dann geht er. und dann fällt der Mann, dessen Charakterbild als Mensch und Staatsmann schwankend und viel umstritten ist. tatsächlich doch als der Mandatar der Wünsche und Forderungen. über di« alle Parteien des Reichstages und im Landtag, dos pr«uß>sche StaatSmini st erium und der Bundesrat eines SinneS sind.... Es hat keinen Zweck, über den Ausgang der Besprechung in Kiel mit Ja oder Nein zu prophezeien; aber man sollte meinen, daß der Kaiser, der sür das Reich und seine Größe und Gedeihen ein warmes und begeisterungsfähiges Herz hat, sich unmöglich den vereinten Wünschen und Vorstellungen versagen kann, als deren Vertreter sein Reichskanzler vor ihm erscheint."•' 1" Die„V. Z. am Mittag" verdächtigt dagegen die Löwei� seid, Wedel, Marschall usw. sowie die„Pythia mit den reaktio- nären Instinkten"(die Fürstin Irma zu Fürstenberg). Und der Schivindel hat bereits Erfolg. Selbst die wenigen liberalen Blätter, die sich bisher noch einigermaßen kühlen Kops bewahrt haben, fangen schon an, in Bülow den sogenannten„M a n d a t a r" des Voltes zu sehen und sein Verbleiben im Amte als einen Sieg des Volkswillens über das persönliche Regiment zu betrachten. Tatsächlich handelt es sich nicht im geringsten um das Volkswohl, s o n d er n um einen Kampf zwischen Kaiser und Haus meier. Zieht der Kaiser zurück, macht er dem Kanzler sogenannte Zusicherungen und hält er sich im Hintergrund, so gewinnt unter den bestehenden Um- ständen nicht das Volk, sondern der Kanzler. Er ist es, der allein profitiert. An die Stelle des persönlichen Regiments des Kaisers tritt das persönliche Regiment des Kanzlers. Des Freisinns Siiljneforderung. Am Sonntag hat wirklich ein freisinniges Fraltionsorgan sick; bewogen gefühlt, den Fall Schücking durch die kritische Brille zu betrachten. Die„Freisinnige Zeiwng" hat eine halbe Spalte ihres kost- baren Raumes für den unbequemen Husumer Bürgermeister er- übrigt und bezeigt ihm etliches wohltemperiertes Wohlwollen. Sie konstatiert, daß die Verurteilung„großes Aussehen" zu erregen„nickst verschien" wird. Großes Aussehen, wohlgemerkt, nicht etwa große Entrüstung, die jetzt, wo der Blockvater Bülow wackelt, nicht angebracht wäre. Es folgt eine Kritik einzelner Stellen des Urteils und einiger Schönheiten des Versahrens, deren Enlschiedenheit sich zu der eifrig gepflegten Polemik der«Frcis. Ztg." wider die Barthianer verhält, wie ein Flötensolo zum Schlag der großen Pauke und zu der erfrischenden Sprache des Schückingschen Buchs wie unentwegt voll und ganzer freisinniger Bezirkvereinspathos zur ehrlichen Sprache lebendigen Zorns. Dann aber kommt daS Hauptstück: die Maßregel, die der Freisinn fordern muß, damit seine verletzte Ehre wieder hergestellt werde. Und die„Freisinnige Zeitung" fordert unentwegt und voll und ganz— eineReformderganzenDiSziplinargesetz- g ebu n gl Der ganzen! Man bedenke! Nicht weniger! Mit Halb, Helten läßt sich der deutsche Freisinn nicht abspeisen I Die ganze Disziplinargesetzgebung muß daran glaubenl Ter Freisinn weiß, was er seiner Ehre schuldig ist.L Armer Schücking! Der IProlefl gegen das persönliche Regiment, In Dresden wurde in drei äußerst stark besuchten' Volksversammlungen. in denen die Reichstagsabgeordneten Eichhorn. Lehmann und Stückle» unter großen: Beisall der Versammelten referierten, die Protestresolution Einstimmig angenommen. In Chemnitz tagten am Sonntag vier überfüllte Versamm- lungen. E? referierten die Reichstagsabgeordneten Binder- LudwigShajen. Lehmann- Wiesbaden, N o s k e- Chemnitz und Genosse Bartels unter lebhafter Teilnahme der An- wesenden, lvie die häufigen zustimnienden Ztvischenriife zeigten. Am Schlüsse wollte der Beifall nicht enden. Ein? längere Resolution, die in allen Versammlungen begeistert aufgenommen und einstimmig angenommen wurde, sagt zum Schluß: ....Die Vecsammlung lehnt es ab. sür die berrschenden Klassen und ibre Regierung neue, die breiten Mafien belnsteiiden Sleuern zu bewilligen, wie sie in der neuen Reichsfinanzreform wiederum ge- korderl werden. Die Versammlung demonstriert für den Frieden, gegen den Krieg; für das Volk, gegen das persönliche Regiment; für die Sozialdemo- tratie. als die einzige Vollspartei gegen alle bürger- llchen Parteien, als die direkt oder indirekt VeranlworUichen der gegenwäUigen Zustände im Deulichen Reich." In H a l l e a. S- protestierte an» Sonntag eine von lOOO Demonstranten besuchte Versammlung, in der der Reichs» tagsabgeordnete Genosse Ledebour referierte. Der Vor- trag wurde mit slürniischem Beifall aufgenonimcn und eine Protestresolution gegen das persönliche Negiineut fand ein- stinunige Annahme. In Breslau referierte im Gewerkschaftshause Genosse B e r n st e i n über das Tbema:„Der Kaiser, der Kanzler und das deutsche Volk". Der 1800 Personen fassende Saal war bereits lange vor Beginn der Versammlung überfüllt. Die Resolution wurde e i n st i m m i g angeiionimen. In O s j e n b a ch sprach Genosse Ulrich über die Kaiscrkrise. Es erregte Aussehen, daß zur Ueberwachung ein hoher Polizcibeamter in Uniform mit zwei Schreibern erschien. Eine scharfe Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Sozialdemokratie Hessens wird einheitliche Kund- gedungen im ganzen Lande veranstalten. I»» Mannheim war die Protestversammkung, die am Sonntag im Rosengarten stattfand, von nahezu 5000 Per- sonen besucht. Genosse Reichstagsabgeordneter Dr. Frank referierte unter stürmischen ZnstiminungS- und Beifallsknnd- gedungen. Die Protestresolution fand demonstrative Znstinnilinig. In Karlsruhe war die Versammlung äußerst stark besucht. Genosse K o l b verlangte, daß man bei Kaiser- empsängen nicht mehr Hurra ruse, sondern das allgemeine. gleiche Wahl licht für Pieußc» und Beachtung des Volks- willens fordere. Die Versammlung nahm die Mi'mcheucr Resolution an._ poUtifcbe GcberHcbt. Berlin, den 16. November 1908. SluS dem politischen Kabarett. Gorode In dem Momente, wo die N»hrichten über den Kaiser politisches Jnterelie gewinnen, beginnen uns die ossiziösen Quellen, dle früher io reichlich slojsen. im Stiche zu lassen. Und doch wäre so manches so Charakteristische zu ver- melden. So weiß das„Verl. Tagebl." einige amülante Details aus dem kaiserlichen Zeitvertreib mitzuteilen. Es erzählt von der Ka b a r e t t v o r st e l l u n g im /Rauchzimmer dcö Schlosses von Donaueschiiigen, das den kaiserlichen Gast in so heitere Laune versetzte. Ganz besonderen Beifall, so erzählt das Blatt, fand das von Nudols Nelson komponierte Lied vom Ladenmädel", das mit den Versen beginnt:- „Sie war in der Leipziger Straße In einem Modesalon. Ein Sprühtcufcl, keck und voll Nasse. «Sie hatte Schick und Fasson." � DaS Lied berichtet, wie ein Zerr dieses Fräulein zufällig «am letzten Lager, ganz hinten", entdeckte: „Erst kamen die Svitzcn und Kleider- Und dann die Jupons voller Pli, Darauf die Dessous und so weiter» Und dann kam siel" Natürlich wird die Bekanntschaft intimer, und die beiden sitzen bald in stiller Verborgenheit beim Sekt. Und der Refrain zählt, diesmal von zahlreichen Gedankenstrichen unterbrochen, wieder lustig und listig auf: „Taraus die Dessous und so weiter--- Und dann— kam sie!--" Es ist schade, daß diese Nachricht nicht offiziös mit- geteilt worden ist. Denn das„B. T." mißbraucht seine Kennt. ins zu ironischen Bemerkungen über das leidige Thema, daß diese Käborettvorstellungen gerade zur Zeit der Reichstags- Verhandlungen stattfanden. Hätte aber etwa Scherl den Be- Ticht appretieren können, es wäre ein Leichtes gewesen, au dem Interesse der hohen Gesellschaft für ein Ladenmädchen das große Verständnis und Mitgefühl hervorzuheben, das man der Arbeiterinnenfrage entgegenbringt. Wir möchten doch raten, wieder die offiziöse Berichterstattung aufzunehmem Daß der Kaiser übrigens sich mit Fuchsjagden und anderen Vergnügungen beschäftigt, ist wirklich nicht wahr. So berichtet die„Morgenpost": Anläßlich des Besuches des Kaisers in Kiel hat sich das Kommando der Hochseeflotte mit einer derzeit außerordentlich wichtigen Frage beschäftigt, nämlich mit der Hurrafrage. Ein Befehl vom lg. Oktober d. I. besagt: Seine Majestät der Kaiser haben befohlen. daß das Hurrarufen innerhalb des eigenen Schiffes absolut gleichmäßig zu erfolgen habe. Das Kommando der Hochseeflotte gibt genaue Anweisungen über die Ausführung deS kaiserlichen Befehls und schreibt vor, daß bei der bevorstehenden Rekrutenvereidigung nach dieser Ver- fügung zu verfahren sei. Wir finden, daß die Gleichmäßigkeit des Hurra rufen s in der Tat von großer Wichtigkeit ist. Denn eine Ungleichinäßigkcit der Hurrarufe stört die Gleichmäßigkeit der Stimmung desjenigen, für den die HurraS bestimmt sind. Vielleicht wäre eine absolute Gleichmäßigkeit und Allgemeinheit der Hurrarufe eine viel sichere Gewähr für eine gleichmäßige Stimmung und— da die Politik von dieser Stimmung abhängt, auch für eine gleichmäßige, ruhige und stetige Politik— als Reichstags- debatten und Kanzlervorstellungen. Ei« Belehrbarer. Ms kürzlich Lord A s q u i t h bei Erörterung der neuen Schank- g-setzgcbung seine persönlichen Anschauungen als Nichtfachmann allzu vordringlich vorgetragen hatte und dafür gebührend abgeführt wurde, bequemte er sich zu folgender, unter großer Heiterkeit auf- genommener Erklärung:„Ich posiere nickt als juristischer Sachver. ständiger und be da u r e. über eine Rechtsfrage eine persönliche Ansicht ausgesprochen zu haben. Aber ich hoffe, daß ich eine Lektion, die gewisse Leute anderwärts erhalten haben, beherzigen und künftig mit mehr Reserve sprechen werde." Bülow mag wohl bei dieser Nachricht den Wunsch gefühlt haben, von„gewissen anderen Leuten" auch eine solche Erklärung erhalten zu können._ Der„aufrechte Hanseatengeist". In den letzten Tagen war in bürgerlichen Kreisen Hamburgs Viel die Rede vom„Bürgerstolz vor Königoihronen". vom„aufrechten Hanseatengeist", der nicht davor zurückscheue, auch dem Träger der Kaiserkrone die Wahrheit zu geigen. Wie schon mit- gcleilt, ist auch eine Indiskretion'der»Hamb. Nachr." unzeitig bekanntgegeben worden, daß die Hamburger Bürgcrsck�ft sLaiches- Parlament) eine Kukidgcbung gegen das persönliche Regiment ver- anstalten wolle. In Handelskreisen spricht man nämlich offen aus, daß durch die Redseligkeit des Kaisers die transatlantischen Geschäftsaktionen in Mitleidenschaft gezogen würden, und beim Geldbeutel hört auch in Hamburg die»ersterbende Ehrfurcht" aus. In Hamburg gibt es aber auch viele Sportsexe. die, falls eine solche Kundgebung zustande käme, einen kaiserlichen Boy- ikott der Hamburg-Horner Rennbahn befürchten, deren Sommcrmeetings der Kaiser in den letzten Jahren besucht hat. Dieser Bombenreklame möchte man sich nicht begeben— Geschäft bleibt eben Geschästl Aus diese Kreise sollen die Jndis- kretionen zurückzuführen sein. Die beabsichtigte Kundgebung hat nicht in allen Fraktionen der Bürgerschaft den nötigen Resonanzboden gefunden, und da eine einheitliche Aktion nicht zu erzielen gewesen wär«, läßt man die Sache aus sich beruhen. Die für nächsten Donnerstag geplant gewesene Sitzung findet mithin nicht statt. Der nationalliberale Reichstagöwahlverein zu Hamburg von 11884, der vor 10 Jahren durch den Mund des Reichstagsabgeord- neten Dr. Eemler den Umsturz von oben. d. h. die Ersetzung deS jetzigen RcichstagswahlrechtS durch ein reallionäres forderte, be- reitet eine Adresse an den Reichstag vor, in der verlangt wird, der Reichstag solle sich als Vertretung des Volkes fühlen und an den Kaiser eine Kundgebung richten, damit des deutschen Volkes Meinung nicht auf dem Umwege durch Telegraph, Presse und be- amtete Lerichterstattung, sondern durch den Mund der Abgesandten der Volksvertretung zur Kenntnis des Kaisers komme. Immerhin sind auch diese.Demonstrationen" in der Geld- - sackscepublik ein Zeichen der Zeit. ES sind dort bei verschiedenen Einweihungen dem Kaiser Ovationen und protzige Prunkfeste be- reitet worden, die an das römische Zäsarcnzcitaltcr erinnern. Als der Kaiser 1895 Hamburg besuchte, wurde mitten in der Alfter eine künstliche Insel, die.Aeglrinsel"— gebaut, die viele Hundert- tausend verschlungen hat, und vor einigen Jahren erfreute man Wilhelm II. durch die„Bunte Kuh", eine Nachahmung des alten hanseatischen KriegSkonvoy, das sich bekanntlich im Kampfe gegen die Seeräuber ausgezeichnet hat.— Generaladjutant v. Hülsen-Haeseler. An« Donauc'chlngen kommt die Nachricht, daß dort am Sonn« tagabcnd der Generaladjuiant deS Kaisers, der General der Jnfaiileiie, Gros v Hülsen-Haeieler. Chef de» Militär- kabineits. vo» einem Schlaganfall getroffen und gestorben ist. Gras Dieterich v. Hüllen-Hacseler wurde an,>8. Februar 1852 als Sohn des bekannten Gencralinteiidanten der lönigl,chen' Schon- spiele Botho v. Hülsen geboren. Er wurde am tO. September 1870 Leutnant und nahm am Felszng von 1870/71' teil. Nach dem Feld- zug besuchte er die Kriegsakademie, wurde zum Großen Generalstab kommandiert und 1882 Hauptmann. 1889 wurde er dienslluender Flügeladjutant des Kaisers, mit dem er schon als junger Olfizicr in nahe Beziehungen getreten war. und blieb fünf Jahre in dieser Stellung, bis er MNiiärrntacho bei der Votschaft in Wien wurde. 1894 erhielt er den Grafcntitel mit dem Zusatz.Haeselcr". 1897 erfolgte seine Er- nennimg zum Kommandeur de« Garde-Füsilier-NegimentS. 1800 wurde Gras Hülsen zum Generalmajor und General ä la snits des Kaisers befördert, in den Generalstab versetzt und zum Chef des Stabes der Garde ernannt, erhielt aber schon nach wenigen Monaten die 2. Garde-Jnfanterie-Brigade und wurde zwei Jahre später Chef des MNilärlabiiiettS und vortragender Geuc-raladjuiant als Nachfolger deS zum Gouverneur vo» Berlin erntnmlen General- obersten V. Habnke. Seine militärische Stellung verdankte Graf Hülsen-Haeleler weniger irgend welchen besonderen Fähigkeiten, als seinen Familien- beziehmigen. Sein Onkel, der ihn später adoptierte, ist der be- kamile Feldmarschall Gras Haeleler. Der Platz, aus dem er sich am sichersten bewegte, war nicht das Muuöverseld, sondern da» Hof- parkett. Mit Gewandtheit wußle�er sich den Ansichten Wilhelm II. anzupassen und diejenige» Elemente, die nicht zur Aristokratie zählten, von hohen Posten feniznhalten, während er für das Treiben der Lyuar und Hohenau leine Augen hatte.— Eine kuriose Nichtigstellung. Die„Konserv. Korresp." veröffenliicht folgende? komisches Dementi: In-einigen Blättern wird behauptet, an die konservative Parteileitung sei eine Depesche aus Touaueschiugen gelangt und diele habe in der Hallung der Partei eine Schwenkung herbei- gcsübrt. Ferner wird mitgeteilt, der in irnierer Nummer vom Donnerstagabend entbaltcne Artikel„Ein letztes Wort zu ernster Simide" sei das Ergebnis einer Beratung der konservative» ReichstagSsraktion. Diese Behauptungen sind Wort für Wort unwahr. DaS Dementi ist noch wertloser, als die gewöhnlichen Ab- leugiiuugen der»Nordd. ASgem. Ztg." Erstens ist gar nicht be- hauplet worden, das Telegramm aus Doiiaueschingen sei an die .konservative Parteileitung" gerichtet gewesen, sondern an einen Worlführer der kouiervatiuen Reichslagsfrakiion: und zkveilenS hat so viel, wie wir wissen, kein Blatt behauptet, der Artikel„Ein letztes Wort zu ernster Stniide" sei das Ergebnis einer Beralung der lonservaliven Reichslagssraktion, sondern dieser Artikel sei von Herrn von Heydebrand nach Rücksprache mit eiliigen ailberen Herren der lonservaliven Parteileitung verfaßt worden. Die schöne Richtig- stellung dementiert also eiwaS, was gar nicht behauptet worden ist.— Massenprotest gegen die Brausteuererhöhuug. Den ZirkuS Busch füllte Montagnachmittag eine Massen- Versammlung der Gastwirte und Vertreter der Brauereien, die Protest erhob gegen die in der Reichsfinanzreform geplante abermalige Erhöhung der Braustener. Die Versamnilung war einberufen vom Schutzverband der Brauereien und ver- wandten Gewerbe, sowie von verschiedenen großen Gastwirts- verbänden. Es sprachen nicht weniger als acht Referenten. Als einer von ihnen, der Stadtrat Lamm aus Potsdam. Vertreter der kleinen und mittleren Brauereien, im Laufe seiner Rede sagte:„Wir haben das Vertrauen zu unseren Volksvertretern"— scholl ihm aus der Versammlung der stürmische Zwischenruf entgegen:„Nein, das haben wir nicht." Erst als der Redner vollendete:„daß sie sich es wohlweislich durch Kopf und Herz gehen lassen werden, ob die Brausteuer- erhöhung durchführbar ist." schien die Versammlung halbwegs mit den! Redner einverstanden zu sein. Besonders starker Beifall erscholl, als der Vorsitzende L i t f i n des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte erklärte, daß die Anwesenden nicht allein schärfsten Protest gegen die Brausteucrerhöhung erheben, sondern auch alle die anderen Steuerprojekte der geplanten Reichsfinanzreform mit aller Energie bekämpfen müßten, so auch besonders die Gas- und Elektrizitätssteuer, die ebenfalls gerade die Gast- wirte schwer schädigen müsse.— Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an. in der es heißt: „Sämtliche an der Herstellung und an dem Vertriebe von Bier beteiligten Gewerbe sind der Ueberzeugung und erklären, daß weder daS Norddeutsche Braugewerbe noch das Gastwirts- gewerbe eine neue Mehrbelastung und die damit verbundene Beunruhigung zu tragen vermögen, umso weniger als die letzte Brausieuererhöhung nicht auf den Konsum abgewälzt werden konnte. Auch in dem vorliegenden Brausteuergesetzentwurf, deren Ertrag die Regierung auf di« Verbraucher abgewälzt wissen will, wird ein gangbarer Weg für eine Abwälzung der Steuer nicht nachgewiesen, im Gegenteil muß die Behauptung der Re- gierung, der vorgelegte Entwurf piete die Möglichkeit einer an- gemessenen Abwälzung der Steuer, als durchaus irrig be- zeichnet werden. Aber selbst im Falle der Möglichkeit einer Ab- wälzung würde ein gewaltiger Rückgang des jetzt schon stark verminderten Konsums und damit eine Verringerung des be- absichtigten Sleuersolles um 80— 40 Proz. die Folge sein.... Jede weitere Steigerung der Brausteuer steht in schärfstem Widerspruch mit dem Bestreben der Regierung und des Reichs- tages. den gewerblichen Mittelstand vor dem Untergange zu be- wahren. DaS in der Versammlung vertretene gesamte Brau- und GastwirtSgewerbe appelliert an alle Mitglieder des Reichstages, daß sie jede Erhöhung der Brausteuer strikte ablehnen." Gegen die Gas- und Elektrizitätssteuer. In Dortmund protestierte am Sonnabend der außerordentliche westfälische Städteiag gegen die Gas- und Elektrizitätssteuer. Er erblickt in ihnen eine einseitige, durcki nichts berechtigte Belastung und schwere Schädigung der wirtschastlichen Jnleiessen der Siädte und ihrer Industrie. Der Vorstand wurde beauslragt. gemeinsam mit dem Bor stände des rheinischen StädtetageS in einer Eingabe an den Bundesrat»ad den Reichstag gegen�die drohenden Steuern Einspruch zu erheben. Sozialdemokratischer Wahlsieg im Landtagswahlkreise Kaiserslautern. � Die pfälzische Sozialdemokratie hat daS durch den Tod des Genossen Ehrhart erledigte Mandat zum bayerischen Landtag für den Wahlkreis Kaiserslautern behauptet. Bei der Ersatzwahl am Sonntag erhielt ihr Kaudidat. der Genosse Hoffmann, ehemaliger Volksschullehrcr. 5738, der liberale Kandidat Werkmeister Wolf 3594 Stimmen. Genosse Hoffmaim ist also gewählt. DaS Zentrum hatte Stimmenthaltung proklamiert. Graf Zeppelin und die dentfchen Arbeiter. Eine die Arbeiterschaft stark inleressierende Nachricht bringt die in Karlsruhe erscheinende, Badische Preise". Sie berichtet über die Bautätigkeit in Manzell und sagt dann: Aus dem neuen Gelände wird tüchtig gearbeitet. Etwa 80 Ar- beiter sind beschäftigt, die vordere sumpfige Hälfte durch Dramageröhren trocken zu legen; das ganze Vorgelände ist von Gräben durchzogen nud ,on Hause» kleiner Röhren besät. In nächster Zeit sollen etuq>00 kroatische Arbeiter hierher kommen, da die Italiener der Kälte«vcgen nach dem Süden streben. Well in der Stadt für so viele Maunschaflen kein Platz vorbanden ist, so werde» für die Arbeiter auf dem neuen Ge- lände Baracken hergestellt werden. Danach nim nt der Herr Graf nur Italiener und Kroaten in seinen Dienst.—_ Preußens früherer Juftizministcr, Dr. Hermana v. Schilling, ist gestern in Berlin gestorben. Herr v. Schelling war als jüngster Sohn de« berühmten Philosophen Wilhelm Josef Schelling am 1V. April 1324 geboren. Er studierte erst Philosophie, dann Jura. 1844 wurde er AuSkliktator, 1849 Assessor, 1854 Staatsanwalt. Im Jahre 1857 erhielt er mit seinem Vater zusammen den Adel. 18L6 ivurde er, nachdem er bereits einige Zeit Hilfsarbeiter gewesen war, Geheimer Justizrat und Boitragender Rat im Justiz- Ministerium. 1874 kam er als Appellaiionsgenchtspräsident nach Halberstadt, wurde aber schon am Schlüsse des Jahres als Obertribimalsvizcpräsident nach Berlin zurückversetzt. Ende 1876 wurde er zum Unterstanlssekretär im Justizminifterunn befördert und am 19. November 1879 wurde er als Nachfolger FriedbergS, der das preußische Jilstiziniiiisteriilm übeniabm. Uiilerslaatssekrelär des Neichsjuslizamts mit dem Tilel eines Wirtlichen Geheimen Rats, um dann, als am 31. Januar 1889' v. Friedberg den Abschied nabm, wiederum besten Nachfolger als Juslizminister zu werden. Im November 1894, kurz vor seinem 50jährigen Dienstjubiläum, nahm er seinen Abschied._ Kein Neichsberggesetz. Prinz Eitel Friedrich hat den Bergarbeitern in Hamm ver- sprachen, daß er seinen Vater von dem Verlangen nach einem Reichsberggesctz Mitteilung machen werde und daß er hoffe, eine Erfüllung deS Verlangens herbeiführen zu können. Die„National- Zeitung" erklän jetzt:»Demgegenüber erfahren wir von zuständiger Seite, daß dieser Wunsch keine Aussicht auf Er« s ü l l u n g hat. Alle verbündeten Regierungen sind gegen ein Reichsberggefetz."_ Tie Balkankrise. Kämpfe in der asiatischen Türkei. Konstantinopcl, 15. November.„Jcni Gazetta" meldet auS Dschidda einen Kampf zwischen einem Beduinen st am m und 2600 Soldaten, in dem die Bodninen zahlreiche Tote und Verwundete hatten, darunter vier Schelks, während die Truppen 50 Mann verloren. Tie Ruhe sei angeblich wiederhergestellt.— Koiistantinvpel, 15. November. In der Umgebung von Mekka wurden alle Wachhäuser von dem abgesetzten Emir Ali Pascha an- gegriffen, wobei die Angreifer größere Verluste erlitten. Die Ruhe soll aber durch das Eingreifen eine? Scherisen bereits wiederhergestellt sein.— Serbisches Pulver. Belgrad» 16. November. Die»Stampa" richtet an die Ocsfent- lichkeit einen Appell, worauf die Aufmerksamkeit auf einen Verrat gelenkt wird, welchen der Direktor der staatlichen Pulverfabrik in Obiliceve bei � Kruschevatz, Oberstleutnant Stanojevicz, zur Erzeugung von zur Kriegsmunition un» brauchbarem Pulver begangen habe. Der Landesverrat sei um so schlimmer, als diesem Offizier der Vorstand der artilleric. technischen Sektion deS KricgSmtnisteriumS, Oberst Wlajic, an die Hand gegangen sei. Die mit unbrauchbarem Pulver ge° füllten Palronen müssen jetzt in Kragujcvatz m i t neuem Puloer gefüllt Waden. In eingeweihten Kreisen herrscht wegen dieser Affäre eine wahre Panik.— Das unvermeidliche Dementi. Belgrad, 16. November. Infolge der Angriffe der „Stampa" gegen den Direktor der staatlichen Pulverfabrik in Obiliceve, Oberstleutnant Stanojevicz, und den Vorstand der artillcrie-technischen Abteilung deS Kriegsmmistcriums, Oberst Wlajic, wegen der Erzeugung und Lieferung von'angeblich un- brauchbarem Schicßpulver hqt der KricgSminister eine Unter- suchungslommission eingesetzt, die gestern die vollkommene Grund- losi gleit der Angriffe festgestellt hat. Das KricgSministerium hat gegen die„Stampa" die Verleumdungsklage eingereicht. Man muß es der serbischen Demcntierspritze lassen, daß sie mit wunderbarer Geschwindigkeit arbeitet. An demselben Tage, als die Angriffe erschienen, war auch schon die Untersuchungö- tommission gebildet und mit ihrer Arbeit fertig. Jedenfalls geht die Dementierspritze eher los, als die serbischen Kanonen und Gewehre, und daS ist gut so.— Oesterreichische Gegenmaßreaeln. Wien, 16. November. Oesterreich trifft umfassende militärische Maßnahmen an der serbischen und montenegrinischen Grenze. Serbien soll unter Androhung eines Winterfeldzuges, auf den eS gänzlich unvorbereitet ist, zur sofortigen E i n st e l- lung seiner Rüstungen gezwungen werden.— Die Wahlen in Konstantinopel. London, 16. November.„Daily Telegraph" meldet auü Kon- st a n t i n o p e l: Heute beginnen die Wahlen, welche wahr- scheinlich zehn Tage dauern werden. ES handelt sich darum, 830 Wahlmänncr zu wählen, welche dann zehn Abgeordnete zu wählen haben, nämlich fünf Muselmanen, zwei Griechen, zwei Armenier und einen Juden.— China» Der Thronwechsel. Fast gleichzeitig mit der Nachricht vom Tode des chinesischen SchattenkaiserS kommt die Kunde, daß auch die wirklick)« Ncgentin des volkreichsten Staates der Welt, die Kaiserin Tse-'hsi gc- starben ist. Dies« Frau, der auhwordentliche Klugheit und Energie nachgerühmt wird, hat seit l86l fast unumschränkt die Geschicke Chinas geleitet. Sie war ursprünglich eine Ncbengemahliu niederen Ranges des Kaisers Jchu. Als der Kaiser starb, gelang cz ihr, ihren fünfjährigen Sohn Tsai-Chun zum Kaiser zu machen, für den sie bis zu seinem Tode, von 1861— 1875, die Regentschaft führte. 1875 wurde der jetzt verstorbene Tsai-tien im Alter von 3 Jahren Kaiser und die Kaiserin blieb bis 1831 Rcgcnlin. Als dann Tsai-tien resormfreundlichc Bahnen einschlug, ritz die Kaiserin 1898 gewaltsam wieder die Regierung an sich, sperrte den kranken rnd schwachen Kaiser in einen Palast, ließ eine große Zahl der rcformsreundlichen Ratgeber hinrichten und herrschte seitdem wieder unumschränkt. Ob ihr Tod nur zufällig mit dem des Kaisers zusammenfiel oder ob nicht eine Palastrevolution sich im Bezirke der„verbotenen Stadt" abgespielt hat, ist unbekannt. Kaiser wird der Prinz Puyi. ein Kind, für das sein Vater T schun die Regentschaft führen wird. Die Wirkung der Todesnachricht. Peking, 16. November. Die fremden Gesandtschaften werden von ihren Truppenkontingenten bewacht. Die englische Gc- saudtschoslswache ist durch 50 Mann auS Tientsin verstärkt worden. Unruhen sind bisher nicht vorgekommen. Der Tod der mächtigen Kaiserin-Witwe hat tiefen Eindruck auf das Volk gemacht. Es ist eine dreijährige Trauerzeit festgesetzt worden. Die alten Hofge- brauche werden in dem Stcrbezimmer des Kaiser? streng beobachtet. Di« Kaiserin-Witwe starb allein und ohne Beistand, trotzdem ein Kreis demütiger Z-rngen sich nur wenige Schritte von ihr be- fand, sich jedoch mit Rücksicht auf die Heiligkeit ihrer Person nicht zu nähern vermochte., Tkingtau, 16. November. Die Nachricht vom Tode der Kaiserin-Witwe ruft hier große Erregung hervor. Diese wird durch daS unter den Chinesen von Tsmgtau und Schantung umlaufende Gerücht über einen Giftmord und«inen damit im Zusammenhang stehenden Staatsstreich gesteigert. Tie Bevölkerung des Schutzgebietes ist außerordentlich ruhig. Tie Europäer find gnch. falls Unruhen entstehen sollten, hier nicht gekähxdet. Deh Handel stagniert vorlmifig. Der Panzerkrevzer.'Fürst Bismarck' gibt voraussichtlich seine geplante Reise nach dem Süden aus. Marokko. Die Casablanca-Afsüre. PariS. 18. November.„M a t i n" verösfentllcht den Text des Berichts des Polizeikommissars Borde über die Angelegenheir der Deserteure in Casablanca. Der Bericht kommt zu folgen- den Schlußfolgerungen: Aus den verschiedenen Stücken des Dossiers geht hervor, daß Just sich in ein Haus begeben hat, wo sich Deser» �-eure befanden, daß sich der Dragoman Maenß ebenfalls in dieses taus begeben hat, daß ein schweizerischer Deserteur zum deuischen onsulat geführt wurde dtirch den eingeborenen Kawassen desselben Konsulats, daß Maenß die Deserteure bei sich empfangen und ihnen die Mittel zum Entweichen verschafft hat, daß der Konsul Lüderitz zugibt, die Deserteure zu decken. Außerdem ist festgestellt, daß Just einen Unteroffizier der Fremdenlegion tätlich angegriffen hat, daß er zwei französische Matrosen angegriffen hat. von denen einer zur Erde gefallen ist. und oatz der eingeborene Kawaß Gewalttätigkeiten begangen hat, die erst aufhörten, als er gebunden war. daß der Passierschein deS deutschen Konsuls sich nur an die Deutschen richtete und endlich, daß Just niemals in irgendeiner Weise von den französischen Matrosen geschlagen worden ist, die sich doch im Recht befunden hätten, wenn sie die Gewalttätigkeiten erwidert hätten. IZuktralien. DaS Arbeitermiuisterium. London, 14. November. sEig. 23er.) Wie den„Times" aus Sydney berichtet wird, ist Premierminister Fisher nicht geneigt, das Parlament aufzulösen. Die Anhänger DeakinS haben ihre Unterstiitzung versprochen. Der Korrespondent gibt auch den Grund an, warum jene bereit sind, das Arbeiter- kabinett zu unterstützen: die imperialistischen Schutzzöllner sind noch nicht genügend organisiert, um in die Wahlen eintreten zu können. Die Arbeiterminister gehören folgenden Berufen an: Fisher war Bergmann; Pearce— Tischler; Bachelor— Maschinenbauer; Tudor— Hutmacher; Thomas— Bergmann; Hughes— Schulmeister; Mahon und Hutchinson— Zeitungsschreiber. Alle gehören sie dem gemäßigten Flügel der Arbeiterbewegung an. Ausgesprochene Sozialisten sind im Kabinett nicht vorhanden. Hmmfea. Der Terror gegen die Ehrlichkeit. San Francisco, 13. November. Der Bezirksanwalt Francis H ene y, der gegen den Bürgermeister von San Francisco Schmitz und gegen andere betrügerische Beamte Klage geführt hatte, wurde das Opfer eines Anschlages. ES besteht wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten.— Die Tarifreform. Washington, 18. November. Taft erklärte, er beabsichtige, so- bald dies nach seinem Amtsantritt tunlich sein werde, eine besondere Session des Kongreffes zum Zweck der Revision der Tarife einzube- rufen. Kuba. Die Wahle«. Havana, 16. November. Die allgemeinen Wahlen endeten mit einem Siege der Liberalen. General Joss Miguel Gomez wurde zum Präsidenten» Dr. Alfredo ZayaS zum Bizepräsidenten von Kuba gewählt. Huö Induftrlc und Handel Berliner elektrische Straßenbahnen. Zu unserer Notiz in Nr. 258 des„Vorwärts" vom 4. Oktober 1908 unter vorstehender Ueberschrift, die sich mit dem Geschäfts- bericht des Unternehmers beschäftigte und worin mit Hinweis auf die Aufführung der„reinen Betriebsausgaben" die Frage gestellt war: was sind reine Betriebsausgaben? schreibt man uns: Der Geschäftsbericht gibt hierüber Aufklärung, indem unmittelbar yinter den reinen ZZetriebsausgaben die gesamten Ausgaben ein- Uhließlich der Abgaben, Mieten, Versicherungen usw. aufgezählt ssiid. Die„nicht reinen" Betriebsausgaben sind die Ausgaben für Steuern, für die Abgabe an die Stadt Berlin, für Mieten und An'erkennungsgcbühren, für Haftpflicht, Feuer, und Einbruchs- tvrsicherung und für die Beiträge an die Berufsgenossenschaft. Unter den„nicht reinen" Ausgaben finden sich auch die Kosten ver- rechnet, welche die Betricbsführerin als Beiträge für ein Winter- fest und ein Sommerfest der Angestellten, für Unterstützungen, für die Wcihnachtsbescherung armer Kinder, für Sanitätskosten usw. bezahlt hat. Die Auslagen, welche die BctriebSführerin Siemens u. Halske für die Oberleitung(Verwaltung des Unternehmens) erhält, sind in den reinen Betriebsausgaben verteilt enthalten und betragen im Jahre 1907 rund 22 000 M. Dabei hat die Firma Siemens u. Halske, wie aus dem Geschäftsbericht ebenfalls her- vorgeht, einen Zuschuß von über 130 000 M. für dasselbe Geschäfts- jähr leisten müssen. Was die Tantiemen anbelangt, welche die Veröffentlichung des„Vorwärts" erwähnt, so fließen die sämt- lichen, den Mitgliedern des Aufsichtsrates zustehenden Tantiemen dem Pensionsfonds der Angestellten zu, da die Aufsichtsrats- Mitglieder zugunsten dieses Fonds ein für allemal auf ihre Tantiemen verzichtet haben. Weiter wird mitgeteilt, es sei unzutreffend, daß der Wagen- park von der Stadt Berlin mit 2 Millionen Mark erworben worden sei. Das Konto Wagenpark stand am 31. Dezember 1807 auf 1527 868 M. Von dem Ankauf aller Wagen im Jahre 1805 sei der Verwaltung der Bahn nichts bekannt. Auch sei es unzu- treffend, daß Siemens u. Halske vor Jahren vergebens versucht haben sollen, schlechtes Waizenmaterial aus Kosten der Stadt Berlin auszumerzen. Sodann se» noch zu erwähnen, daß für Gehälter und Löhne im Jahre 1807 wie alljährlich, 14 800 M. mehr bezahlt worden seien als im Vorjahre. Ein landrätlicher, oberbürgermeisterlicher Aussichtsrat. Die Rheinisch-westfälifchen Elektrizitätswerke bereicherten in der letzten Generalversammlung ihren Aufsichtsrat durch ZuWahl von drei Landräten, nämlich Landrat v. Wulfing-Ruhrort, Land- rat Sncthlage-Essen und Landrat Lucas-Solingen. Bisher ge. hörten der Körperschaft schon an, der Bürgermeister Holle-Essen, Dr. Lembke-Mülheim und Machens-Gelsenkirchen. Hugo Stinncs über die Elekirizitätssteuer. In der General- Versammlung des Rheinisch-westfälifchen Elektrizitätswerkes gab Stinnes über den Licht- und Kraftsteuerentwurf der Regierung folgendes Urteil ab: Man werde zwa� in der Lage sein, einen wesentlichen Teil der Abgaben auf die Verbraucher abzuwälzen, aber eS werde dies doch nicht völlig gelingen, und das sei charakte- ristisch für die wenig gründliche Arbeit, mit der die Steuervorlage gemacht worden sei. Die Gesellschaft verkaufe natürlich den Strom zu den verschiedensten Preisen und sei nach der Vorlage berechtigt, Maximal 0,4 Pf. Abgabe pro Stunde abzuwälzen, wenn überhaupt die Steuer 0,4 Pf. pro Stunde beträgt. Bei allen Großabnehmern könne sie sich also überhaupt nicht schadlos halten für die Steuer, sondern müsse die Differenz selbst aufbringen. Nach der Vorlage könne man nicht wissen, ob nicht der Stromverlust, der bei Dreh- stromanlagen etwa 20 Proz. beträgt, nicht auch steuerpflichtig ist, hierfür könne sich die Gesellschaft natürlich überhaupt nicht schad- tos halten._____ Berantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: GewerKscbaMiebe�. Berlin und Cljngcgend. Tie Krise und der Deutsche Metallarbelterverband. AuS dem Bureau des Metallarbeiterverbandes schreibt man uns: Der„Vorwärts" vom 15. d. M. brachte über die Verhandlungen des Reichstages betreffend die Interpellationen über die Arbeitslosig- keit einen Bericht, der an einer Stelle lautet: „Der Deutsche Mctallarbeitervcrband hat im Jahre 1807 an Arbeiisloseuuiiterstützuiig bezahlt 33 728 M.. dag-gen in den ersten drei Quartalen des Jahres 1803 1 70 7 32 M. I(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.)" Dieser Satz in der Rede deS Genossen Severin g ist nicht zutreffend und zweifellos hat der Geiiosie Severing, der die richtigen Zahlen kennt, so auch nicht gesprochen. Richtig ist folgendes: Der Deutsche Metallarbeiterverband hat im Jahre 1807 be- zahlt:- An auf der Reise befindliche Arbeitslose 284 887.82 M. An am Orte befindliche Arbeitslose.. 852 828.50„ Zusammen 1 247 818,32 M. Berlin ist an dieser Summe beteiligt wie folgt: An auf der Reise befindliche Arbeitslose 22 810,45 M. An am Orte befindliche Arbeitslose.. 488 377,05„ Zusammen 512 287.50 M. Für da? Jahr 1808, die ersten drei Quartale, liegt eine Zu- smnmenstttlung aus dem Reiche zurzeit noch nicht vor. Aber aus den Zahlen verschiedener Industriezentren läßt sich schon ermessen. wie gewaltig die zur Auszahlung gelangten Summen im Jahre 1808 gestiegen sind: So zahlte Berlin: Im ersten Quartal 1808: für Arbeitslose aus der Reise... 2 528,— M. „„ am Orte..... 201 567,—, Im zweiten Quartal 1808: für Arbeitslose auf der Reise, i,.. 5 855,— M. „, am Orte 241 307,65, Im dritten Quartal 1808: für Arbeitslose aus der Reise.... 5817.60 M. „. am Orte....... 184 863,55, Zusammen: 70 113,80 M. ES wird also wahrscheinlich(die Ausgaben für Oktober zeigen wieder eine Steigerung) im Jahre 1903 gegen 1807 die doppelte Summe für Arbeitslosenunterstützung ausgegeben. Da nun in ver- fchiedenen Gegenden Deutschlands sich die Krise überhaupt erst im Jahre 1808 bemerkbar gemacht hat und deshalb auch für das Jahr 1803 erst eine erhebliche Steigerung der Arbeitslosenzahlen, so ist sicher, daß die relative Steigerung im gesamten Verbände eine noch größere sein wird als wie in Berlin. So wurden beispielsweise im ganzen Jahre 1807 im Königreich Sachsen ausgezahlt an Arbeitslose auf der Reise.... 27264.36 M. „„ am Ort...... 94 701,22, Zusammen 121965,57 M. Im 3. Quartal 1908 aber find gezahlt an Arbeitslose auf der Reise... 11 200.60 M. „„ am Ort.. �-• 122 092,61„ ................ Zusammen IS3AS.21 M. Also im 3. Quartal 1808 mehr als im ganzen Jahre 1907. So ließen sich noch eine ganze Reihe von zahlenmäßigen Beweisen dafür anführen, wie gewaltig die Steigerung der Arbeits- losigkeit des Jahres 1008 gegenüber dem an und für sich auch schon schlechten Jahre 1907 ist. Diese Zahlen zeigen aber auch, in wie hohem Matze die Ge- werlschaften eS verstanden haben, die Frage der Arbeitslosen- Unterstützung praktisch zu lösen. Eine Frage, an die sich die Re- gierung nach den AuSführuugen des Staatssekretärs v. B e t h- mann-Hollweg nicht herantraut. Um jede Mißdeutung zu verhüten, sei ausdrücklich darauf auf- merksam gemacht, daß die oben angeführten Summen als reine Arbeitslosenunlerstützung gezablt sind. Die ausgezahlten Summen für Umzüge, für Maßregelungen, für Streils, für Kraule, für Rechtsschutz usw. sind besonders geführt und haben mit obigen Summen nichts zu tun._ Lohnbewegung der Militiirsattlcr. Mit den zurzeit bestehenden Verhältnissen in der Militärsattler- brauche beschästigte sich eine von 600 Personen besuchte öffentliche Sonntagsversammlung im Gewcrkschastshause. An der Hand eines umfangreichen Tatsachenmaterials und mit großer Sachkenntnis entrollte der Referent Riedel ein Bild von der Entwickelung der Militäresscktenindustrie von den ersten Anfängen bis zu dem heutigen Stand derselben. Mit einer gründlichen Kritik zeigte er, wie wenig rosig die Lage der Sattler in diesem Berufe von jeher gewesen«st, wie diese sich zwar schon früher zusammengeschlossen haben zu einer Organisation, daß aber die Bewegung infolge der periodischen Lieferungen, die plötzlich eintrafen und ebenso schnell wieder erledigt waren, immer wieder sich auflöste. Mitte der 80er Jahre aber traf die Heeresverwaltung eine andere Regelung, nchem die Lieferungen auf Jahre hinaus verteilt wurden und dadurch stabilere Verhältnisse eintraten, die es ermöglichten, daß sich in dieser Branche ein fester, eingearbeiteter Stamm von Spezial- arbeitern bildete. Im Jahre 1887 fand in Erfurt der erste Militär- arbeiterlongreß statt. Eine Petition ging an die deutschen Kriegs- Ministerien und an das Ministerium des Innern, wo sie zurück- gewiesen wurde. Darauf fiel auch aus dem Munde des Kriegs- Ministers v. G o h I e r das in Berufskreisen bekannte Wort von den„unbekannten Sattlergesellen", mit denen er nichts zu tun habe. Die Organisation aber sorgte dafür, daß die„Unbekannten" bekannt wurden. Durch die Verteilung der Arbeit auf Jahre hinaus und durch lange Lieferungsfrist hatten die Unternehmer den Vorteil, daß sie die Heimarbeit bis auss äußerste einführen und die Löhne drücken konnten, bis selbst die genügsamen Heimarbeiter vor Hunger rebellisch wurden und es 1880 zum Streik kam. Da- durch mußten die Fabrikanten sich zur Anerkennung einer Tarif- kommission bequemen, die bis heute voll und ganz ihrer Pflicht nachgekommen ist und in jeder Weise für die Interessen der Militärsattler eintrat. DaS Ersuchen an die Militärbehörden, die Heimarbeit und das Zwischenmcistersystem zu unterbinden, lehnten diese mit dem Einwand ab, sie wollten nicht eingreifen in die privaten Verhältnisse. 1804 brachten die Südwestasrikaabenteuer größere Bestellungen und damit auch bessere Zustände. Es gelang, für Berlin ein Tarifabkommen zu treffen, für die Provinzen aber nicht, deshalb wandte sich die Kommission an das Kriegsministcrium. Eine Audienz wurde abgeschlagen, jedoch die Verfügung erlassen, daß bei der Vergebung von Arbeiten nur solche Firmen zu berück. sichtigen seien, bei denen auskömmliche Löhne gezahlt würden. Wie wurden aber die Bestimmungen durchgeführt? Die Polizei- bcamten(I) recherchierten, aber nicht bei den Arbeitern, sondern bei den— Fabrikanten. Nach Ablauf des Tarifs verlangten die Unternehmer einen Tarif für ganz Deutschland und wollten die Heimarbeit rtieder eingeführt sehen. Auch die Behörden änderten nun auf cmmal wieder ihre Ansicht über die Heimarbeit, was bei der engen Füh- lung der Fabrikanten mit den hohen Herren niemand zu wundern braucht. Der„ortsübliche Durchschnittslohn" sollte von nun an ge- zahlt werden. Eine Resolution der Budgctkommission vom 11. Je- Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt! bruar 1903 bewilligte der Reichstag am 30. März 1903. Darin wurde an den Reichskanzler das Ersuchen gerichtet. Militärliefe- rungen nur an Firmen zu vergeben, die die gesetzlichen Bestim- mungen einholten, sowie daß die Bestimmungen hinter denen eiwa bestehender Tarifverträge nicht zurückbleiben und bei Neu- ordnung der Arbeitsbedingungen in Militärbetrieben die Arbeiter- ausschüsse hinzuzuziehen sind. Konflikte gab es stets, indem die Artilleriewerkstott in Spandau die Löhne erhöhte, die Berliner Fabrikanten aber nickst. Besonders der frühere Stadtverordnete Franz Pretzel zahlt die schlech- testen Löhne und erhält sich nur durch Heimarbeit und hat oben- drein die ungeeignetsten Arbeitsräume. Nähmaterial(Wachs, Garn usw.) wird in Spandau geliefert, bei den Fabrikanten nicht, bis auf einige, doch wurden diese jetzt gezwungen von den anderen, solches auch nicht mehr zu liefern. General Gallwitz sagte ein- mal mit Bezug auf diesen Zustand:„Die Behörde müsse eigene Betriebe einrichten, damit sie den Faden auf seine Haltbarkeit prüfen könne, was bei den Kleinbetrieben nicht möglich sei." Die Arbeiter kaufen natürlich den billigsten Faden, was man ihnen nicht verdenken kann. Tie Artikel liegen dann jahrelang auf der Kammer, stellt sich endlich die Minderwertigkeit des Material? heraus, so ist die Sache verjährt und der Unternehmer kann nicht mehr haftpflichtig gemacht werden. Die Klagen, daß dem Klein- Handwerke geholfen werden müsse, haben bewirkt, daß ganze drei Sattlermeister heranSgegrissen und so mit Arbeit überhäuft wurden. daß sie 78—88 Leute beschästigen und nun mit einem Schlage zu Großfabrikanten heraufgerückt sind. Auch gibt es, trotz des Reichstagsbeschlusses,„Fabrikanten", die auch nicht ein Stück in ihren eigenen Räumen anfertigen lassen, sondern alles an Zwischen meist er ab- geben. Bei Neubestimmnngen muß die Behörde unbedingt die Arbeiterausschüsse hinzuziehen, nur dann ist es möglich, die ge- schilderten Mißstände abzuändern. Win haben alle friedlichen Wege und Mittel benutzt, um unsere Forderungen durchzusetzen. Wir werden den letzten Versuch unternebmcn; gelingt es nicht, dann müssen wir eben im Kampf unser Recht suchen. In der Diskussion erwähnte M ü n t n e r unter anderem einer Fall, nach dem der Fabrikant C o b a u einen Zuschneider cingestclli hat, aus Drängen der anderen Unternehmer diesen aber wieder entlassen mußte, da der Arbeiter bei einem dieser Herren vorher beschäftigt war. Einige Redner verlangten, daß am Montag die Arbeit nickst mehr aufgenommen werden soll. Die Versammlung stimmte aber dem Vorschlage zu, noch weiter zu arbeiten und in den Werkstuben- sitzungen am Montagabend die Kommissionen zu wählen, die mit den Unternehmern zu verhandeln haben. Eine Resolution, die auf das herausfordernde Benehmen der Fabrikanten hinweist und be- tont, daß die Forderung auf Gleichstellung der Löhne mit den in den Staatsbetrieben gezahlten voll und ganz aufrechterhalten wird und die die Tarifkommission beauftragt, sich an daS Kriegsministerium und an den Reichstag zu wenden mit dem Ersuchen, zu veranlassen, daß die festgelegten Beschlüsse dieser beiden Körper- schatten seitens der Unternehmer auch hochgehalten werden, ferner, daß oie Werkstubenkommissionen nochmal eine Verhandlung mit den Fabrikanten berbciführen sollen, von deren Resultat es abhängen wird, ob die Forderungen erzwungen werden müssen, wurde ein- stimmig angenommen._ Achtung, Töpfer! Die Firma Adomeit u. Kreiß führt zurzeit wieder in der Emser Straße, Ecke Jlsestraße, Rixdorf, einen Bau aus. Dieselbe beschäftigt aber Gelbe und die Gewähr dafür, daß der Tarif bezahlt wird, ist nicht gegeben. Unsere Kollegen seien deswegen vor der Firma gewarnt. Die Verbandsleitung. Dentfchcs Reith. Pfe Aussperrung der Lederarbeiter in Elmshorn Surdi aufgehoben, nachdem die Firma die Erklärung abgegeben hatte. -daß ose strittige. Arbeit im Tagelohn ausgeführt werden solle. Wir teilen dies noch besonders mit, damit nicht der Anschein entsteht. als wären die Lederarbeiter bedingungslos zur Arbeit zurück- gekehrt. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Geraer Webereien sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Gefordert wird, daß alle am schlechtesten entlohnten Artikel angemessene Lohnzulagen erhalten; diese Zulagen sollen aber nicht als Vergütung oder in cxtracr Lohnliste geführt werden, sondern sofort in den jetzt bestehenden Mindestlohntaris eingereiht weroen. Weiter wird gefordert, daß der„Verband sächsisch-thüringischer Webereien" den von der Arbeiterschaft im vorigen Jahre eingereichten Mindestlohntaris an- erkennt und zur Einführung bringt. Für Putzerinnen sowie für alle Abteilungen der Vorbereitung werden ebenfalls einheitliche Lohntarife verlangt. Die Sonnabendnachmittage sollen freigegeben werden bezw. die Arbeit ruhen. Alle Fabrikanten erklärten, daß erst der Arbeitgebervcrband zu dem eingereichten neuen Lohntarif Stellung nehmen werde, bc- vor sie den Arbeitern Bescheid geben. Ausland. Eine neue Massenaussperrung in Schweden. Weil die Buchbinder in Stockholm und Eskilstuna, die seit dem 13. Juli ausgesperrt sind, den von ihren Arbeitgebern vor. geschlagenen Tarifvertrag nicht anerkennen wollen, hat die schwe- dische Arbeitgebervereinigung eine Masienaussperrung beschlossen. die sich über das ganze Lano erstrecken- und vom 23. November ab unter anderen auch die Arbeiter und Slrbciterinnen der Litho- graphischen Aktiengesellschaft in Norrköping, vom 26. November ab die Papier- und die Z c I l u l o s e fabrikarbeiter, vom 30. No- vember ab sogar sämtliche Mitglieder des Textilarbeiter- Verbandes umfassen soll. Zehntausenoe von Arbeitern und Arbeiterinnen der verschiedensten Berufe sollen also jetzt in der Zeit der schwersten Wirtschaftskrise auf die Straße geworfen werden, weil die Buchbindereiarbciter und-Arbeiterinnen i» zwei Städten des Lanoes von ihren Arbeitgebern halbwegs auskömm- liche Löhn- fordern. Die Landesorganisation der Gewerkschaften hat auf den heutigen Sonntag zur Beratung über die Lage eine Repräsentantschaftssitzung einberufen. Letzte JVachnchtcn und Oepefchea Gegen das persönliche Regiment. Stuttgart, 16. November.(B. H.) Stark besuchte Versamm- lungcn der Sozialdemokratie in Cannstatt und Stuttgart nahmen nach Referaten von S t r ö b e l- Berlin eine Resolution an, in der die Ersetzung deS Fürsten Bülow durch einen vom Reichslage selbst vorzuschlagenden ncurn Reichskanzler, die Er» nennung und Entlassung deS Kanzlers und der Staatssekretäre auf Borschlag deS Reichstages, der Erlaß eines Ministervcrantwort- lichkritsgesetzeS und die Entscheidung über Krieg und Frieden durch den Rcichstag gefordert wird. München, 16. November.(33. H.) Am gestrigen Sonntag haben im südlichen Bayern insgesamt sieben Protestversammlungeu gegen daS persönliche Regiment stattgefunden. Endlich gefunden! London. 16. November.(B. H.) Die„Time S' meldet aus Kapstadt: EL errege die Aufmerksamkeit der Polizei, daß viele Eingeborene Diamanten haben, die nicht aus Kimberley oder Transvaal stammen. Man argwöhne, daß die Steine ans einer bekannten Fundstelle auf deutschem� Gebiete kommen._ !aul Singer Lr Co., Berlin L W. Hierzu 3 Beilagen u.UnterhaltungSbl. Nr. 270. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Arbeitslofenzählung in Berlin und Vororten. Adlershof Bri Dienstag, 17. November 1908. wahlen eine Volksversammlung statt. Referent ist nung gestellt wird, damit der Fabrikant bei seinem Stadtverordneter Schubert: Berlin; auf der Tagesordnung steht Monopol feinen Schaden erleidet. Die Angehörigen müssen die wichtige Frage: Hat die Arbeiterschaft ein Recht auf Ver- also hiernach beispielsweise für einen Sarg, der 20 M. Wert tretung im Stadtparlament? hat, 30 m. bezahlen! Da selbst Friedhofsangestellte in Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlbereins Friedrichsfelde hiervon erzählen, scheint doch an der Sache Heute am 17. November haben sich alle Arbeitslosen, auch findet am heutigen Dienstag, abends 8 Uhr, im Rheinschloß", etwas dran zu sein. Es würde auch stimmen mit der unenddiejenigen, welche Arbeitsmangel halber an diesem Tage zeit Rheinstraße 60, statt. Der Vorstand. lich oft bemerkten Erscheinung, daß bei Armenleichen" die weilig aussehen mußten, in den vom Magistrat angegebenen Groß- Lichterfelde. Am Mittwoch, den 18. November Ertrajärge offensichtlich nicht den bezahlten Stellen unter Vorzeigung ihrer Invalidenkarte zu melden. ( Bußtag), nachmittags 3 Uhr, findet im GSaale des Wert haben. Die Berliner Sargfabrikanten wenden beDie Zählung findet außer in Berlin in folgenden Vor- Herrn Richter, Chauffeestraße 104, eine Bolts- fanntlich so viele Geschäftskniffe an, daß die vorstehende starte orten statt: versammlung statt mit der Tagesordnung: Persönliches Vermutung sich fast zur Wahrscheinlichkeit verdichtet. Regiment und neue Steuern". Referent: Reichstags= abgeordneter rik Zubeil. Freie Aussprache. Der Einberufer. Schmargendorf. Formulare zum Austritt aus der Landes kirche sind bei den Genoffen Paul Hildebrandt, Zoppoterstr. 14, vorn II, und Theodor Reck, Hundefehleftr. 12, Seitenflügel II, zu haben. Dort werden auch die nötigen Informationen erteilt. Johannisthal. Morgen, Mittwoch, früh 8 Uhr: Handzettel verbreitung. Treffpunkt bei A. Gobin, Roonstr. 2. Am Freitag, den 20. findet in Ritterhaus Festfälen eine Boltsversammlung statt, in welcher Genosse A. Stormer über:" Wie verhält sich die Arbeiterschaft zur Kirche und zur Gemeindepolitik" referieren wird. Adlershof. Den Genoffinnen und Genossen zur Nachricht, daß am Mittwoch( Bußtag) eine Besichtigung der Arbeiter- Wohlfahrtsausstellung geplant ist. Der Besuch ist unentgeltlich. Abfahrt vom Bahnhof Adlershof, mittags 12.28. Charlottenburg Dahlem Friedenau Johannisthal Lichtenberg Mariendorf Nieder- Schönhausen Ober- Schöneweide Pankow In den Vororten Friedrichsfelde Köpenick Mahlsdorf Nieder- Schöneweide Reinickendorf Rigdorf Rummelsburg Schöneberg Tegel Tempelhof Treptows Baumschulenweg Weißensee Wilmersdorf Lantwit Schmargendorf Spandau Zehlendorf Steglit Ferner findet am Sonntag, den 29. November, nachmittags Komödie Kater Lampe" von E. Rosenow statt. Der Eintrittspreis beträgt inkl. Theaterzettel und Garderobe 50 Pf. Die Verlosung der Pläße beginnt um 2 Uhr. Billetts sind bei den BezirksAls Legitimation und Beweismaterial für die Arbeits- führern und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Tofigkeit dient die Invalidenkarte. Arbeiter, welche nur zeitFriedrichshagen. Morgen, Mittwoch, den 18. November, nachweilig aussehen mußten und denen eine Einforderung der mittags 3 Uhr, im Saale der Witwe Lerche( Rundteil): Bolks. Karte nicht genehm ist, legitimieren sich durch eine Bescheini- versammlung mit der Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Die gung des Arbeitgebers, daß sie zum Ausseßen gezwungen gegenwärtige politische Lage"; Referent wird in der Bersammlung waren. Formulare für diese Bescheinigungen erhalten dieselben bekannt gemacht. 2. Freie Aussprache. Pflicht der Parteigenossen durch alle Arbeitsnachweise der Gewerkschaften. ist es, zahlreich zu erscheinen. Die Einladungshandzettel sowie Die Zählung erfolgt in Zählbureaus in allen Teilen der die Märkischen Boltskalender werden morgen vormittag 8 Uhr Es ist Ehrenpflicht jedes Stadt und der Vororte, doch werden die Arbeits- von den Bezirkslokalen aus verteilt. lofen ersucht, sich möglichst an den Stellen Parteigenossen, sich an der Verbreitung zu beteiligen." zählen zu lassen, in welchen sie ihre Bobbie in welchen Partei und Gewerkschaft ohne Hilfe der Gepräzise 3 Uhr, in Wollsteins Lustgarten eine Aufführung der meinden zählen, haben sich die Arbeitslosen gleichfalls in den festgesetzten Lokalen einzufinden. nung haben. Die Zählung für die männlichen Arbeitslosen beginnt um 8 Uhr vormittags und schließt um 12 Uhr mittags. Die Zählung für die weiblichen Arbeitslosen beginnt um 12 Uhr mittags und schließt um 3 Uhr nachmittags. Die Zählbureaus haben wir in unserer Sonntagsnummer veröffentlicht; fie sind außerdem in Berlin an den Anschlagfäulen angeheftet. In den Vororten tommen für die Zählung außer den am Sonntag bekannt gegebenen Zählstellen noch folgende in Betracht: Charlottenburg: 1. Gemeindeschule 3, Schloßstr. 2. 2, Gemeindeschule 17, Dandel shannftr. 48. 8. Bürgerhaus". Sophie- Charlotten- Str. 115. 4. Ge Straße 40. 6. Gemeindeschule 9, Goethestr. 22. 7. Gemeindeschule 19, Allee 4a, Genossen am Bugtag früh 8% Uhr in Glieni de bei Heinrich Bezirk Waidmannsluft. Zur Kalenderverbreitung treffen fich Schulz, in Hermsdorf im Forsthaus, in Waidmannsluft im Schweizerhaus, in Wittenau bei. Schulze, Hauptstraße, in Borsigwalbe bei A. Reuter. Der Vorstand. Neuenhagen und Umgegend. Am Mittwoch, den 18. d. M., früh 8 Uhr, findet für den ganzen Bezirk eine Kalender und Handzettelverbreitung statt. Für Fredersdorf- Petershagen Ausgabe des Materials bei M. Girfe, für Neuenhagen beim Spediteur Hübscher, in den übrigen Orten bei den Bezirksführern. Berliner Nachrichten. Der Armenfarg". " Sobald in einer städtischen Anstalt eine dort auf stäbki meindeschule 21, Wizlebenstr. 35. 5. Gemeindeschule 13. Bestalozzische often verpflegte Person stirbt, erhalten die AnBleibtreustr. 48. 8. Gemeindeſchule 7, Joachimsthaler Str. 31/32. gehörigen auf dem gewöhnlichen Bostwege eine gedruckte 9. Gemeindeschule 15, Krummestr. 10. 10. Statistisches Amt, Berliner Todesanzeige. Es wird darin eine dreitätige Frist gesetzt, Straße 71. 11. Gemeindeschule 23, Hallerstraße. 12. Oberreal- um die Beerdigung ganz nach Wunsch vornehmen zu lassen. schule II, Guerideſtr. 32. 13. Gemeindeschule 5, Kaiserin- Augusta- Verstreicht diese Frist, so wird der verstorbenen Person in den Morgenstunden des nächstfolgenden Tages ein Begräbnis auf Kosten der Kommune auf dem Gemeindefriedhofe in FrieIn den Turnhallen folgender Schulen: Knabenmittelschule, drichsfelde bereitet. Von den dieser Todesanzeige nach Mühlenstr. 15. 2. Gemeindeschule, Kyffhäuserstr. 33. 4. Gemeinde gedrudten näheren Bestimmungen ist die folgende von beſchule, Kolonnenstr. 28. 6. Gemeindeschule, Apostel Paulus- Str. 10. fonderem Interesse:" Sarg und Zubehör an Leichen- Be8. Gemeindeschule, Rubensstraße. 10. Gemeindeschule, Feurigstr. 57. fleidungsgegenständen können an jeder beliebigen Stelle an 12. Gemeindeschule, Hohenstaufenstr. 49. 13. Gemeindeschule, gekauft werden. Es ist gestattet, auch zum Armen- Begräbnis Berchtesgadener Str. 10/11. 15. Gemeindeschule, Tempelhofer Weg. einen besseren Sarg zu beschaffen und am Tage vor der Schöneberg. Wilmersdorf. Jn Gemeindeschule I- IV. Für männliche Arbeitslose bon 8-12 Uhr vormittags und für weibliche von 1-3 Uhr nachmittags. Wilhelmsruh- Rosenthal- Nordend. Für die drei Ortsteile findet die Arbeitslosenzählung in Wilhelmsruh im Gemeindebureau, HauptFriedrichsfelde. Jm Lokal von Subbrint. Reinickendorf- Oft und West. In der Turnhalle der 1. GemeindeReinickendorf- Ost und West. In der Turnhalle der 1. Gemeindefchule, Lindauer Straße.( Hinter dem Rathaus.) ftraße 16, statt. " 1 " Am besten sollten alle harten Bestimmungen über die Sargbeschaffung unter den grünen Tisch fallen. Auch der unwürdige Zustand, daß Sargfabrikanten in städtischen Bureaus empfohlen" werden und damit ein Monopol erlangen, sollte ein Ende nehmen. Die sehr beliebte Vorschrift, daß Armen Teichen" auf dem Friedhof nicht besichtigt werden dürfen, will man damit begründen, daß hierbei übermäßig viel Wehklagen entwickelt wird, sowie daß ferner manche Leute nicht mal den eigenen, Angehörigen im Sarge erkennen und dann stets unliebsame Auftritte hervorrufen, obwohl alles in Ordnung ist. Bei Beerdigungen, für die bezahlt wird, hegt man doch nicht dieselbe Befürchtung. Also werden bei Armenleichen" nur die Umständlichkeiten gescheut. Man will so wenig wie mög lich Arbeit haben, und damit ist die Beerdigung armer Leute noch immer ziemlich gleichbedeutend mit dem Verscharren. Wer nur einmal in der Friedrichsfelder Reichenhalle die gelb angepinselten Eierkisten" aus den Krankenhäusern, Jrrenund Siechenanstalten zu Dußenden nebeneinander hat stehen sehen, dem ist es klar, daß an derartiger moderner Bestattungsmeise alle so überlaut gepredigte Nächstenliebe jämmerlich zu schanden wird. Baderstein- Stiftung. Der verstorbene Rentier Abolf Baberstein hat eine Stiftung begründet, welche zum Zweck hat, solchen hilfsbedürftigen Bewohnerinnen der Stadt Berlin, welche verarmten Familien angehören, und insbesondere Hilfsbedürftigen gebildeter Stände christlicher und jüdischer Religion, Nähmaschinen und andere Handwerksgeräte zur unentgeltlichen Benutzung zu gewähren. werden daher Hilfsbedürftige hiesiger Stadt der vorerwähnten Kategorie, welche sich um die unentgeltliche Ueberlaffung von Nähmaschinen oder sonstigen Handwerksgeräten aus der. Badersteinschen der Religion bis zum 81. Dezember d. 38. einschließlich an die Stiftung bewerben wollen, aufgefordert, ihre Gesuche unter Angabe städtische Stiftungsdeputation, Poststr. 16, einzureichen. Gesuche ohne Angabe der Religion und des vollständigen Nationals, sowie verspätete Anträge werden nicht berücksichtigt. Tie Verteilung der Maschinen erfolgt im Laufe des Januar/ März Quartals t. Js. Etwa inzwischen eintretende Wohnungsveränderungen der Bittstellerinnen find mitzuteilen. worden. Die Wände haben Ohren. SP Brettern auf die Eisfläche der Unfallstelle nähern fonnten. Der In der legten geheimen Sigung der Stadtverordnetenversamm lung teilte der Vorsteher nach dem Gemeindeblatt" mit, es sei wiederholt, namentlich auch in neuester Zeit vorgekommen, daß die Beitungen Berichte über Ausschußßigungen gebracht hätten, obgleich über die Ausschußverhandlungen Amtsverschwiegenheit proklamiert sei bezw. es im allgemeinen Intereffe gelegen babe, über die Verbandtangen nichts in die Deffentlichfeit gelangen zu laffen. Jufolge dieser Borkommnisse babe man festgestellt, daß. es frog der verschlossen ges haltenen Türen im fleinen Beratungszimmer möglich sei, Einzelheiten aus den Ausschußverhandlungen, namentlich bei lautsprechenden Rednern, auf dem Flure und in den Rebenräumen zu verstehen. Um hierin für die Zukunft Wandel zu schaffen, sei angeordnet, daß die nach dem Flur führende Tür des Kleinen Beratungszimmers derartig start gepolstert werde, daß der Ton nicht mehr hindurch dringt, sondern vollständig, abgefangen wird. Außerdem fei den Zeitungsreportern der Aufenthalt auf den Fluren und in der Garderobe unterfagt und für sie während der Dauer der Ausschußfizungen die Vorhalle vor dem Stadtverordnetensizungssaale als Aufenthaltsort bestimmt Drei Opfer des Eissports. Drei Knaben haben am letzten Sonntag bei Ausübung des Schlittschuhsports den Tod gefunden. Beerdigung hierher zu liefern; derfelbe darf jedoch einschließ. Der zehnjährige Schüler Gehrlof in Spandau hatte anläßlich feines Zehlendorf. 1. Gesellschaftshaus W. Mied, Karlstr. 12; 2. Laden lich der Füße nicht höher als 63 Zentimeter fein, Geburtstages Schlittschuhe geschenkt erhalten und begab sich mit der Konsumgenossenschaft, Teltower Str. 2; 8. Löbell, Grunewald- weil er sonst nicht verwendet werden kann." Das ist biefen nach dem Festungsgraben. Er hatte kaum die Eisfläche bestraße 2; 4. Benno Midley, Botsdamer Str. 25; 5. Dstar Kühne, eine Bestimmung, welche dem verarmten Toten noch im Tode treten, als die Decke nachgab und der Junge in den Fluten berFlensburger Str. 7. Die Zählung findet von 8 bis 1 Uhr statt. schwand. Bei den Nettungsversuchen, an welchen sich Mannschaften Bankow. In den Turnhallen folgender Gemeindeschulen: II, den Stempel seiner Armut aufdrückt. Man will es nicht der Feuerwehr und der Garnison beteiligten, brachen noch fünf Grunowstr. 17; III, Kaiser- Friedrich- Straße 58; und IV, Schmidt dulden, daß ein solcher Tote ebenso zu Grabe geleitet wird, Männer ein, die jedoch schnell aus ihrer Lage befreit werden ftraße 11. wie ein anderer, der weniger arm war. Die Angehörigen fonnten. Der Knabe wurde nach halbstündigem Suchen als dürfen den teuersten Leichenwagen bestellen, aber am Sarge Leiche geborgen. Beim Eislaufen auf dem Lehniẞsee brach ein muß man troßdem die Armenleiche" erkennen. Noch ein etwa zwölfjähriger Schüler, angeblich der Sohn eines Arbeiters aus letter Fußtritt ist es, der den Geist unserer vielgerühmten Oranienburg, ein und ertrant, obwohl zahlreiche Augenzeugen des Humanität fennzeichnet. Selbst städtische Beamte, die tag- Borfalls zur Rettung herbeieilten und sich auch durch Legen von täglich mit solchen Dingen zu tun haben, erklären offenherzig, britte Unglüdsfall ereignete fich auf dem Drankefee an der Grenze mung nicht für richtig halten. Weshalb fann ein höherer alte Start Schröder hatte mit anderen Kindern die noch ziemlich daß sie diese, die Armut noch im Tode demütigende Bestim- zwischen Weißensee und Hohen- Schönhausen. Der zehn Jahre Sarg nicht verwendet werden? Angeblich nur deshalb, weil dünne Eisfläche des Gewäffers betreten, war eingebrochen die Gruft für Armenleichen" nicht so tief ausgehoben wird und sofort unter dem Eise verschwunden. Auf die Hilfeals bei anderen Leichen. Das ist natürlich durchaus nicht stich- rufe der Kinder hinzukommenden Männern gelang es nicht, die Leiche haltig. Der Unterschied gegen das sonst allgemein übliche Sarg- au landen. Die Gendarmerie in der Umgebung Berlins ist aumaß beträgt 15 bis höchstens 20 8entimeter. Um so viel fann gewiesen worden, das unbefugte Betreten nicht freigegebener Cisdie Gruft der Armen ohne Schwierigkeiten sehr wohl tiefer flächen zu verhindern und Personen, welche die polizeiliche Bestimmung übertreten, festzustellen. Natürlich ist es ausgeschlossen, ausgehoben werden. Aber man will eben die Armut unter daß die Beamten ständig fämliche Wasserflächen überwachen, und da allen Umständen drakonisieren. Das geht schon daraus her- ist es die Aufgabe der Eltern wie auch der Lehrer, die Kinder vor, daß es nichterlaubt ist, Kränze auf den Sarg energisch zu warnen und ihnen das Betreten des Eises der Flüsse und in die Gruft zulegen. Die Kranzspenden müssen und Seen zu untersagen. in Erdhöhe zurückbleiben und werden über den bekannten schwarzen Pfahl gelegt, wo sie sehr häufig mit auffallender abend zum Sonntag in der töniglichen Charité ab. Eine tolle Szene spielte sich in der Nacht vom letzten SonnSchnelligkeit verschwinden. Es ist festgestellt worden, daß 7. November 1908 nach Berlin zugereiste Tischlergeselle Seibel aus fämtliche Kränze schon am Tage nach der Beerdigung nicht Stettin, Sohn eines Tischlermeisters in Stettin, nahm in der mehr vorhanden waren. Wo sie geblieben sind, darüber lassen herberge des Gewerkschaftshauses Quartier. Von dort mußte er sich nur Vermutungen anstellen. Wird denn nun das vor- am 11. November 1908 infolge einer schweren Lungenentzündung geschriebene Sargmaß von 63 Bentimetern stritte inne- nach der ersten medizinischen Universitätsklinik der Charité geschafft gehalten? Auch hierin sind sehr merkwürdige Erfahrungen werden, wo er auch die gefährliche Krisis verhältnismäßig gut gemacht worden. Wird nämlich bei einem bestimmten überstand. In der vorerwähnten Nacht zwischen 1-12 Uhr sprang fürstenstraße 48 nicht mehr zur Verfügung, mithin ist dasselbe es, daß es bei der Beobachtung der Vorschrift nicht so genau er erklärt hatte, bas Bett fei elektrisch, zu bewegen, sich wieder In Oranienburg N.-B. steht uns das Lokal von Braun, Kur- Sargfabrikanten ein recht teurer Sarg gekauft, so heißt plötzlich Seibel aus dem Bette und behauptete, von einem Schlage gerührt worden zu sein. Der Batient war erst nach langem Sträuben, nachdem zu meiden. In Neuenhagen ist nur das Lofal von Aug. Wünsche frei, darauf ankomme". Sobald also der Fabrikant entsprechend hinzulegen. Als er anscheinend ruhig war, sprang er trop der deßgleichen in Petershagen das Lokal von Giefe( Bum alten verdient, wobei sich vielleicht noch andere Personen die Hände doppelten Wache mit einem Satze aus dem Bett und zur Tür Dessauer"). Bräsite und Schubert sind zu meiden. In waschen, tritt die Vorschrift stillschweigend außer Kraft. hinaus. Es entspann sich mun eine wilde Jagd hinter dem llnFredersdorf ist nur das Gasthaus Girte frei, Granau, Aeußerst merkwürdig ist es auch, daß nicht alle Sarg glüdlichen, der zufällig in das Klosett des Hörsaales gelangte und Hörnide und Wendt sind gesperrt. Die Lokalfommission. fabrikanten Särge bon 63 8entimeter Höhe bon dort aus mit einem Sprunge durch das Fenster vom zweiten Nigdorf. Heute abend 8% Uhr findet im Lokal von Felich, liefern, womit die Bestimmung, daß der Sarg an jeder Stockwerke in die Tiefe stürzte. Glücklicherweise scheint er ohne Knesebedstr. 48/9, eine öffentliche Frauenversammlung statt, beliebigen Stelle" gekauft werden kann, ins Wasser fällt. Das innere Verlegungen von diesem Sprunge davon gekommen zu sein. in welcher der Stadtv. Genosse Boeste über das Thema: Welches steht eben nur auf dem Papier. Es heißt einfach:„ Solche Berzweiflungstaten. Weil er seine Stellung verloren, hat sich der Interesse haben die Frauen an der bevorstehenden Stadtverordneten. Särge machen wir nicht,... da müssen Sie sich an den und 20jährige Mechaniker Max Wurr aus der Fontanestr. 48 erschossen. wahl" sprechen wird. Wir ersuchen unsere Parteigenossen, ihre den wenden." Und nun wird man genau zu jenem Fabri-. war in einem Betriebe in der Badstraße tätig gewefen und vor Frauen und Töchter auf die Wichtigkeit der Versammlung bes fanten geschickt, der mit der betreffenden städtischen Anstalt einigen Tagen wurde ihm die Arbeitsstelle gekündigt. Er wanderte fonders aufmerksam zu machen. Das Wahlkomitee. in„ Fühlung" steht. Es geht sogar das Gericht, daß der Preis nun von einer Fabrik zur anderen, aber vergeblich sprach er überall Wilmersdorf. Heute, Dienstagabend 8% Uhr, findet im des Nasenquetschers", den ja nun die Stadt nicht zu liefern um Arbeit vor. In der Verzweiflung wußte der Wermste keinen Luisenpart, Wilhelmsaue, zu den Stadtverordneten. braucht, den Angehörigen stillschweigend mitin Rech anderen Ausweg als zum Revolver zu greifen. Auf dem Kelde an Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am Mittwoch, den 18. d. Mis.( Bußtag) veranstaltet die" Neue Schauspielervereinigung" - Walter Jahns, Carl Ristow, im I. Kriegervereins: Haus", Chauffeestraße 94, eine Theatervorstellung( Die Hauben lerche"). Nach der Vorstellung findet ein Tanzkränzchen statt. Für diefe Beranstaltung wird seitens der Leitung obiger Vereinigung eine äußerst lebhafte Propaganda betrieben, u. a. hat man die Vereine mit Billetts förmlich überschwemmt. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß das Kriegervereinsaus" ber Arbeiterschaft feit seinem Bestehen beharrlich verweigert wird. Es sind daher alle angebotenen Villetts zu dortigen Ber. anstaltungen entschieden zurüdzuweisen. Bei den am Bußtag stattfindenden Ausflügen und Partien der Vereine ersuchen wir die Parteigenoffen, die Lokalliste genau zu beachten. 9 Der am der Kopenhagenerstraße jagte er sich eine Kugel in die Schläfe. Ein Bolizeibeamter, der durch den Schuß herbeigelodt worden war, fand den jungen Mann als Leiche auf. den verhängnisvollen Schritt der G. verantwortlich. zu: Eisenbahnmißstände. Im Auftrage zahlreicher Arbeiter, die bei der Firma Schwarzkopff in Wildau beschäftigt sind und von Berlin aus täglich die Eisenbahn benußen müssen, geht uns folgende Klage " Seit Anfang Ottober bezw. feit Eintritt der tälteren Witterung wird uns zu unserer täglichen Fahrt nach Wildau ein Zug zur Beförderung gestellt, der auch nicht im geringsten geheizt wird. Der Bug fährt morgens etwa 54 bon Westend und ist zirta um 7 Uhr in Wildau; abends fährt derselbe Bug von Wildau 5,52 über den Nordring nach Berlin. Vorige Woche, am 7., 9., 10., 14. und verschiedene Tage zuvor waren die Waggons talt und wir tamen halb erfroren in Wildau an. Auf Beschwerde beim dortigen Bahnvorsteher griente sich der Herr eins, fab uns an und ging in seine Bude. Einige der Wagen stehen in befonderem Verruf. Die Nummer 8335 ist be fonders gefürchtet, ähulich ist es mit 8340, 2240 und 2242. Am 10. d. M. ist der ganze Bug falt befunden worden und auch am 14. b. M. mehrere Wagen." Seitens der Revisoren wird gefordert, um die Fertigstellung des Grundstüd liegt zwischen der Rüftern- und Plantanen- Allee, nördlich Jahresberichtes nicht zu gefährden, daß die Vereine unverzüglich der Kastanien allee. " gehen bald anschließen werden. Von einem Vertreter aus Tempel" SP Die mit dem ersten Staffierer Seifrit( jezt Rigdorf, Sobrech to Das Haus, das bereits seit einigen Tagen bezogen ist, zerfällt Aus Not fuchte gleichfalls in voriger Woche die dreißigjährige it ra e 8) abzurechnen haben, anderenfalls die zeitige Versendung in drei Teile: Das Säuglingsheim in dem der Tiefe des GrundStickerin Frida Goepel aus der Wolgaster Str. 13 sich und ihrem des Geschäftsberichts in Frage steht. Kenntnis gegeben wurde von der Verschmelzung der Vereine füids nach sich entwickelnden Flügel; dort haben 40 Mütter mit Kinde das Leben zu nehmen. Wie uns berichtet wird, war die Lorbeerfranz" und„ Tegtilia"( 85 Mitglieder); ebenso wurde mitgeteilt, ihren 40 Säuglingen ihr Heim. Dies ist die eigentliche Anstalt, die Aermste vorher beim Armenvorsteher um Unterſtügung eingekommen, daß sich der Buchbinder Männerchor" und" Sängerglück" unter dem Mütter darin find Glieder dieser Anstalt, haben, solange sie ihr anaber abgewiesen worden. In ihrer Berzweiflung griff das arme Namen„ Liberté" zu einem aus girta 70 Mitgliedern bestehenden gehören, sich als Pfleglinge zugleich mit Arbeiten zu betätigen. Weib zum Gift. Nach Verabfolgung wirksamer Gegenmittel wurde Chor vereinigt haben; desgleichen haben sich in Lichtenberg vereinigt Haben die Kinder das Säuglingsalter überschritten, so erfolgt fie als Polizeigefangene nach der Charité gebracht. Der Knabe ist freie Sänger" und" Borwärts"( 60 Mitglieder) und hoffnung" für sie mit ihren Wüttern die Aufnahme in das Mütterheim, das außer Lebensgefahr. Dieser Tage wurde die G. wieder entlassen. und Frisch auf"( 35 Mitglieder). Der Ausschuß spricht die Erwartung in dem Flügel an der Rüstern- Allee untergebracht ist. Dort finden Wird ihr nun von der Gemeinde die Hilfe zuteil, die sie längst be- aus, indem er mit Befriedigung von den Vereinigungen Kenntnis Mütter und Kinder ihre Unterkunft und zwar in dem Sinne, daß nötigte? Ist es richtig, daß die Arbeiterin in ihrer Not vom Armen- nimmt, daß sich die noch reserviert verhaltenden Vereine diesem Vor- die Mütter tagsüber auf Arbeit geben, auch für ihren Unterhalt vorsteher abgewiesen worden ist, dann ist der Armenvorsteher für hof wird gewünscht, daß der Vorstand Schritte unternehmen solle, forgen, während die Kinder unter der Obhut von Schwestern versorgt um eine Vereinigung der Vereine in Tempelhof und Mariendorf bleiben. Auch hier ist Raum für vierzig Mütter mit ihren vierzig Ein Familiendrama wird aus der Schönhauser Allee 104 ge- herbeizuführen; diefes wird augefagt. Wegen der Einigungs- Kindern. Jm Mütterheim wie im Säuglingsheim bilden immer zehn meldet. Dort versuchte gestern abend die am 10. Juni 1874 zu verhandlungen in Friedrichsfelde wird der Vorsitzende demnächst weiteres Mütter mit zehn Kindern eine Gruppe. Die Kinderzimmer find Bärwalde geborene Witwe Emma Weichelt geborene Höpfner in ihrer veranlassen. Um einen besseren Besuch und einen pünktlicheren mit ihren Fenflern direkt am Garten gelegen, die Mütterzimmer im zweiten Quergebäude belegenen Wohnung ihr einjähriges Töchter- Beginn der Ausschußßißungen herbeizuführen, gelangt der Antrag: daneben haben vor sich die Liegehallen für die Kinder. Freundlich chen Gertrud durch Einflößen von Salmiafgeist zu töten. Dann Nur die bis um 1,11 ühr erschienenen Vertreter werden in der und hell sind die Flure und Treppen und alle Räume durch eine trank sie selbst von dem Gift, nachdem sie sich noch einen am Bett Bräfengliſte als anwesend geführt; später erscheinende gelten als wohlüberlegte, gut eingerichtete Zentralheizungs- und Lüftungspfoften befestigten Strick um den Hals gelegt hatte. Hausbewohner fehlend" einstimmig zur Annahme. Wiederholten Anfragen zu riefen einen Arzt herbei, der bei der Frau nur den Tod feststellen begegnen und einem vielseitigen Wunsche nachtommend, teilt der anlage bestens den Forderungen der Gesundheitspflege entsprechend fornte. Das Kind, das noch Lebenszeichen von sich gab, wurde nach Vorstand hierdurch mit, daß sich die Vereine Einigkeit"," Mai- eingerichtet. der Charité gebracht. Die Leiche der Frau Weigelt wurde nach dem glöckchen" und" Morgenrot"( Stöpenic) schon im Juli d. J. unter Der dritte Teil des Hauses zwischen den beiden Gebäudeflügeln Schauhaufe gefchafft. Die Ursache soll darin bestehen, daß ein dem Namen Männerchor Köpenid" bereinigt haben; dieser Chor des Säuglings- und Mütterheims enthält alles, was im Herzen der bei der Frau wohnender Schloffer fie verließ, um wieder zu feiner zählt zurzeit zirka 90 Mitglieder. ganzen Anstalt liegen muß: die Wohnung des Arztes und der Frau zuückzukehren. Lysol getrunken hat die in der Böttcher- Wilhelm- Theater ist das frühere Steidl- Theater in der Brücken- Schwestern, vor allem den Schwesternerholungsraum. Der Pförtner straße 20 wohnende 21 jährige Frau Helene St. Cheliche Bwiftig straße getauft worden. Es ist aber start zu bezweifeln, ob's unter wohnt nächst dem Haupteingang. Dort liegt die Aufnahmehalle teiten sollen Frau St. zu ihrem Entschluß beranlaßt haben. Ein diesem Namen in den Räumen belebter wird als unter dem früheren mit dem Bureau, das Operationszimmer nebst Vorraum und herbeigerufener Arzt konnte nur den Tod feststellen. Was am Sonnabend anläßlich der„ Eröffnung" dem Publikum ge im Dachgeschoß an einer den Betrieb sonst nicht belästigenden boten wurde, ist nicht dazu angetan. Das Programm ließ darauf Stelle die Dampfwäscherei mit der Roll- und Plättstube. schließen, daß man es mit fo einer Art Ableger der Urania zu tun Stelle die Dampfwäscherei mit der Roll- und Plättstube. bätte, denn es stand auf demfelben zu lesen: Die Schöpfung". freundlichen hellen Fassaden aus Kalkfandstein mit teilweiser VerNaturwissenschaftliches Schauspiel in vier Abteilungen( mit er- wendung von Werksteinen hinter dem Grün der Bäume, die rote läutender Musik) von Professor Johann den Wenninger. Und mum Biegeldeckung des Mansarddaches, die blaugrünen Fensterläden warteten wir gespannt der Dinge, die da fommen sollten. Das Licht geben dem Hanse ein einladendes Aeußeres, dessen Juneres bei wird ausgedreht und drüben, neben der Bühne, fängt ein Herr an, aller Rücksicht auf die angewandte Gesundheitspflege anheimeind vorzulesen, schlecht vorzulesen über den Ursprung der Welt be- bleibt. ziehungsweise des Sonnensystems nach der Kantschen und Laplaces ichen Hypothese, dabei seine angeblich eigene neue hypothese Nieder- Schöneweide. mit besonderer Berücksichtigung der Sonnenmaterie bortragend. wir nahmen diefe Einleitung hin in der Hoffnung, daß das Nach folgende besser sein werde. Wir Optimisten! Einen Dialog zwischen dem Weltgeist und dem Genius der Menschheit sollte die zweite Abteilung darstellen; die Aufführung artete aber aus in einen unglaublichen Humbug. Vor der Bühne erscheint eine Geftalt in weißem Gewande, hinter der Szene beginnt mit mächtiger Stimme der Weltgeist die gwiefprache. Wir hören da etwas von der Be stimmung des Menschen, von Zentrifugalkraft, Materie und Atomen. Die auf dem Theaterzettel angekündigten prächtigen naturwiffenfchaftlichen Erscheinungen" haben wir vergeblich gesucht, es sei denn, manche Leute haben bas blaue und rote Licht, mit dem die Leins Weißensee. wand auf einen Augenblic bedeckt war, als solche gehalten. Was hierauf folgte, tonnte unier Urteil nicht mehr ändern. Bei den liche Anträge unterbreitet: 1. In Anbetracht ber augenblicklich Unsere Genossen haben der Gemeindevertretung folgende drings Bildern über Gögenanbetung, Molochopfer, das Zeitalter von herrschenden Arbeitslosigkeit sind unverzüglich Notstandsarbeiten vora Christus usw. fonnte man sich in einen Klientopp" beriezt fühlen. zunehmen. Die Hoch- und Tiefbau, die Wohlfahrts- und Finanzals wir von der neuen Kunststätte" schieden, jammerten wir nur tommissionen werden beauftragt, gemeinsam für die nächste Gemeinde2. Die Ges bertretersizung entsprechende Vorlagen borzubereiten. über einen verlorenen Abend. Feuerwehrnachrichten. In der Nacht zum Montag brannten in meindevertretung bewilligt die erforderlichen Mittel, um bedürftigen der Wriezener Straße auf dem Gesundbrunnen ein Kinematographen Schullindern vom 1. Dezember d. J. ab ein Frühstück unentgeltlich Theater sowie Teile eines angrenzenden Karuffels auf einem Tummel zu verabreichen. Tas Feuer tam 12 Stunden nach beendeter Vorplaz nieder. ſtellung zum Ausbruch und foll angeblich von den dort das Publikum Mahlsdorf a. d. Oftbahn. die Schaubudenbefizer arg belästigenden halbwüchsigen Mit folgender Interpellation unserer Genoffen wird sich die am und Burschen boriäglich angesteckt worden sein. Als die Fener- heutigen Dienstag, den 17. November, im neuen Schulhaufe ftattStand das Kinematographenzelt auf dem findende Gemeindevertretung beschäftigen: Welche schleunigen MaßIn lautloser Spannung fab man dem Beginn des fehr glüd- wehr erschien, bereits in Flammen und war nicht nahmen gedenkt die Gemeindeverwaltung zu ergreifen, um den durch lich zufammengestellten Programms entgegen. Die Einleitung Grundstück Nr. Von dem Täter fehlt natürlich jede Spur. Der die wirtschaftliche Krise arbeitslofen Gemeindemitgliedern Erwerbs Menuetto all' antico..." Slaviervortrag von Herrn Kapell mehr zu retten. meister James Rothstein, wurde mit rauschendem Beifall auf Schaden ist bedeutend. Die Feuerwehr mußte mit mehreren Schlauch gelegenheit zu verschaffen?" genommen; desgleichen die Gesangsvorträge, von Herrn Robert leitungen Waffer geben, um eine weitere Gefahr und Ausdehnung Koppel sehr wirkungsvoll zu Gehör gebracht und von Herrn Roth- des Feuers zu verhüten. Die Gewerbegerichtswahlen finden heute Dienstag im Restauraat stein am Klavier begleitet:„ Sie faßen und tranten am Teetisch", Während der gestrigen Abendvorstellung im Neuen Berliner Nachtwandler", Herr Duncan" und die Hofequipage". Besonders Operetten- Theater fam im Borderhause Feuer aus. Tort brannten Bellevue", früher Ringel, Breite Straße statt. Und zwar wählen das lettere, das eine glänzende Satire auf unsere jezigen Byzantiner in einem Steller Strohhülfen von Weinflaschen. Die anwesende die Arbeitgeber bon 10-1 Uhr mittags und die Arbeitnehmer von bildet, immer wieder von neuem stürmische Heiterfeitsausbrüche Feuerwehr löschte den kleinen Brand, ohne daß eine Beunruhigung 6-9 Uhr abends. Die von der öffentlichen Gewerkschaftsverfammhervorrufend. Großen Anflang fand auch Fräulein Bozena des Bublifums entstand. Nachts um 1 Uhr mußte Frobenstraße 4 lung am 5. November aufgestellten Kandidaten der Arbeitgeber sind Bradsty mit ihren gefanglichen Vorträgen: Moderne Treue", ein Stellerbrand gelöscht worden. Müll war dort in Brand geraten. die Genossen Albert Janite, Gustav Söhner und Otto Der Kavalier"," Der Aeppel- Seppel"," Didel- Dudel", deren drolliger In einem Sellerschacht Friedrichstraße 46 brannte Papier. Der fünfte Engel. Arbeitnehmerkandidaten sind August 8immermann. Löschzug hatte in der Köpenider Straße 77 zu tun, wo in einer Sumor nachhaltig auf die Lachmusfeln der Zuhörer einwirfte. Mit den Rezitationen„ Der Koblenwagen“ und„ Das Baby" Wohnung Bücher, Regale u. a. brannten. Im Keller des Hautes Paul Spiekermann und Mar Döring. Es wird ersucht, von Ludwig Thoma, vorgetragen von Herrn Robert Koppel, ügener Straße 126 ging eine Matraße u. a. in Flammen auf. daß sämtliche eingeschriebenen Wähler ihre Stimmen für obige erreichte der erste Teil des Programms seinen Abschluß, und dem Betten gerieten in einer Wohnung Demminer Straße 30 in Brand. Kandidaten abgeben. Bublifum blieb Zeit, fich die Tränen zu troduen, die es bei den Am Maybach- Ufer 5 brannte es in einer Kistenfabrik. Die Nixdorfer Französisch- Buchholz. Feuerwehr löschte das Feuer. Thomaschen Dichtungen gelacht hatte. Wir wollen hoffen, daß es nur dieses öffentlichen Hinweises bedarf, um die Eisenbahndirektion zur Abhilfe dieses Mißstandes zu veranlassen. Die Delegiertenwahlen zur Generalversammlung der Drtstrantentaffe der Schneider und Schneiderinnen endeten mit dem Siege der Liste des Schneiderverbandes. Auf sie entfielen 693 Stimmen, während für die„ chriftlich- nationale" Lifte 229 Stimmen abgegeben wurden. Winterfest der Freien Volksbühne". Die Freie Vollsbühne" hatte am Sonnabend in den prächtigen Räumen der Happoldtichen Brauerei ihr diesjähriges Winterfest arrangiert. Die Veranstaltung wies einen erfreulichen Besuch auf. In dem feenhaften Glanz der vielen Glühlämpchen wogte und drängte fich lachend und grüßend das zahlreiche Bublifum. Markante Gefichter aus der Berliner Arbeiterbewegung tauchten dazwischen auf. Jugendliche Gestalten, in buftig bellen Kleidern und erwartungsfroher Stimmung leuchteten gleich Maienblüten aus Der dunklen, festlich gepnzten Menge. 17 66 42 Zwischen den Buffern germalmt. Ein Opfer feines Berufs ist der 26 Jahre alte Rangierer Edwin Auert aus der Kaiser WilhelmStraße 4 geworden. Der junge Mensch war auf dem hiesigen Bahnhofe beschäftigt gewefen. Bei dem Zusammenstellen eines Stadtbahnzuges geriet er durch ein verhängnisvolles Versehen zwischen die Buffer der Lokomotive und eines Waggons dritter Selasse. Der Brustkasten wurde dem Unglüdlichen fast vollständig eingedrückt. Sterbend wurde der Schwerverlegte in das Krankenbaus am Urban eingeliefert. Pankow. Ueber das Thema: Botalorganisationen und Parteitag" Wegen eines Dachstuhlbrandes wurde die Feuerwehr nach der Aus dem zweiten Teil find hervorzuheben: eine Serenade von Herri I Rothstein am Klavier zu Gehör gebracht, und aus den Ge- Sidingenstr. 72 in Moabit alarmiert. Dort stand der Dachstuhl des referierte in der legten Mitgliederversammlung des Wahlvereins In der Diskussion wurden die lofalfangsvorträgen„ Das Lied"," Das nüchterne Mädchen", vorgetragen zweiten Seitenflügels in Flammen. Um diese zu löschen, mußte die Genosse Neumann. von Fräulein Bradsty. Herr Stoppel wirfte mit feinem Vortrag: Feuerwehr tüchtig und längere Zeit Wasser geben. Die Entstebung organisierten Genossen ersucht, sich den gentralverbänden anzu Klein Elschen und die Viere", ferner mit seinen Rezitationen: war nicht zu ermitteln. Fast gleichzeitig fam in einer Lampenfabrit schließen, da sonst der Ausschluß aus der Partei erfolgen müßte. Uufer guter, alter Herzog is a Rindvieh", von 2. Thoma, und in der Alten Jakobstr. 1c Feuer aus. Dort brannten bei Ankunft An Stelle des nach Düsseldorf verzogenen Genossen Höke wurde Mit einer Schlauch der Genoffe Otto Wartig, Berliner Straße 46, als Bibliothekar gedurch die Scherzgedichte" von Alex. Moszkowski, die dröhnende des 17. Buges Regale, der Fußboden u. a. Die Genossen werden ersucht, Bücher dort in Empfang zu Lachfalven entzündeten. Der nachfolgende Tanz gab dem schönen leitung fonnte dieser Brand auf die Fabrikräume beschränkt werden. wählt. Vergnügen einen fröhlichen Abschluß, das allerdings erst in den Der Brand soll durch Fahrlässigkeit entstanden sein. In der Meyer Str. 42 nehmen und die noch in ihrem Besiz befindlichen Bücher dort abe Die Wahl eines Schriftführers an Stelle des bisherigen hatte der 3. Bug zu tim. Stästen mit Inhalt, Stoffe ufw. waren dort zuliefern. frühen Morgenstunden sein Ende erreichte. in Brand geraten. Die Feuerwehr nahm fofort eine Schlauchleitung foll in der nächsten Generalverjaminlung erfolgen. bor und durch ihr energifches Borgehen gelang es, den Brand an Dieser Brand wird auf Un weiterer Ausdehnung zu verhindern. Zwei Kellerbrände famen Sonntag in vorsichtigkeit zurückgeführt. Engelufer 2c zum Ausbruch, beiden Stellen. Ferner hatte Außerdem wurden Sonntag der Straße Mariannenplag 10 und am Holz, Stroh und anderes brannten an die Wehr am Maybach- Ufer zu tun. noch mehrere fleinere Brände gemeldet. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Gerichts- Zeitung. Die Erschießung eines Landarbeiters vor dem Schwurgericht in Insterburg. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Die Ausschuß figung vom 15. November beschäftigte sich vorerst mit der Abrechnung vom Sängerfest, welche gedruckt vorlag. Hierbei wurde feitens der Rebiforen auf die erhöhten Ausgaben hingewiefen. In folge der ungünstigen Witterung haben sich die Einnahmen gegen die Vorjahre bedeutend verringert. Bemängelt wurde weiter, daß für die Musik so hohe Summen ausgeworfen werden; es sei un begreiflich, wie aus bem Sängerfest eine außergewöhnliche Ver Unsere Leser erinnern sich der Schießaffäre auf dem Gufe anstaltung, bei welcher ein erhöhter Tarif zu gelten habe, hergeleitet Grünblum am 8. Juni d. J. Der Gutsbefizer Walter Lohrenz werden fönne; für die Folge müßte hierin Aenderung eintreten. aus Grünblum, der seinen Schweizer August Arbeit, als er mit Desgleichen müßte die Saumfeligkeit der Vereine wegen des späten diesem am Tage der Landtagswahl in Streit geriet, mit einem Abrechnens gerügt werden, sowie daß einzelne Vereine in der Ab Jagdgewehr erschoß, hatte sich am Dienstag wegen Körperverlegung setzung von Vorverkaufsbilletts sich keine Wühe geben. Haben doch Die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung finden für die mit Todeserfolg vor dem Schwurgericht zu Insterburg zu ver3 Vereine tein Billett, 15 Vereine unter 10 und nur 8 Vereine über 100 Billette abgelegt. Aufs schärffte wurde gerügt, das dritte Abteilung am Donnerstag, 19. November, von vormittags antworten. Es waren 16 3eugen und 4 Sachverständige geladen. Die Vereine" Flora"-Pankow und Freies Lied", welch letzterer 9 Uhr bis abends 8 Uhr statt. Das Wahllokal steht auf der Aus- Die Verhandlung dauerte von morgen 9 bis nachmittags gegen in der Ausschußüßung vom 11. Oftober ausgeschlossen wurde, trotz- weistarte verzeichnet, die dieser Tage den Wählern amtlich zugestellt 5 Uhr. Als die Beweisaufnahme, die den Vorgang der Erfchießung dem beide Vereine wiederholt gemahnt seien, noch mit je 50 Billetts worden ist. in allen Einzelheiten so darstellte, wie wir ihn geschildert hatten, abzurechnen hätten. Für ihre Wühewaltungen beim Sängerfest Barteigenoffen! Agitiert mit ganzer Straft für die Wahl unserer beendet war und man das Plaidoyer des Staatsanwalts erwartete, wurden der Arbeiter- Samaritertolonne 100 m. und dem Arbeiter beiden Kandidaten Delar Riedel und Dr. med. Starl Westphal! beantragte der Staatsanwalt, gestützt auf ein Gutachten eines SachSchwimmerbund 50 W. überwiefen. Zum Stiftungsfest, welches am Diejenigen Genoffen, die am Donnerstag, den 19. November, verständigen Dr. Bierfreund, der den Angeklagten für einen nervös 12. Dezember in der Brauerei Friedrichshain stattfindet, hat auf wollen, hohen fich übereizten Mann hielt, diesen auf seinen Gesundheitszustand durch Beschluß des Ausschusses jeder Verein Pflichtbilletts zu entnehmen, bei der Stadtverordnetenwahl tätig sein welche unter feinen Umständen zurückgenommen werden. 9 Vereine morgens 8 Uhr im Zentralwahlbureau, Louisenpart, Wilhelms- einen Psychiater untersuchen zu lassen und die Verhandlung bis hätten ihre Mitwirkung zugefagt und ferner feien 2 Solisten. Herr aue 112, einzufinden. nach erfolgter Beobachtung des Angeklagten in einer Anstalt aus: Alle weiteren Hilfskräfte, die erst im Laufe des Tages oder am Brofessor Krüger- Nystedt( Fagott und Violine) und die Sängerin Frau Striger( Sopran), gewonnen. Da der Eintritt für Mitglieder Nachmittag Wahthilfe leisten fönnen, melden fich im Louisenpark Bufeten. Denn so begründete der Herr Erste Staatsanwalt seinen und deren eingeführte Gäste nur 20 Bf.( intl. Tang) beträgt, fo ist oder in folgenden Schlepplofalen: Dton, Uhlandstr. 106; Selfe, Antrag: falls der Angeklagte infolge des nervösen Zustandes den rege Beteiligung erwünscht. Die Generalversammlung, welche am Brandenburgische Str. 100; Ratufch, Uhlandstr. 71; Hoffmann, Schweizer erschossen hat, tann der§ 53 Abs. 8 zur Anwendung 17. Januar stattfindet, wird sich auch mit Statutenänderung zu be- Prager Str. 12; Arndt, Berliner Str. 160; Fischer, Durlacher gebracht werden und seine Freisprechung erfolgen. Der Abfah dieses Paragraphen lautet:„ Die Ueberschreitung der Notwehr schäftigen baben. Der Vorstand empfiehlt den Vereinen, über eine Straße 8; Fiebellgw, Hildegardstr. 17a; Reiche, Binger Straße. Beitragserhöhung zu diskutieren, sowie ebenfalls über eine Da die Gegner alle träfte heranziehen werden, um uns zu ist nicht strafbar, wenn der Täter in Bestürzung, Furcht oder andere Organisierung ber lebungsstunden; eine verschärfte überflügeln, haben sich alle Genoffen in den Dienst der Sache zu Schreden über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist." Kontrolle der lepteren folle stattfinden und zwar derart, daß jeder stellen. Jeder sei also frühzeitig zur Stelle. Gegen diesen Antrag wehrte sich der Verteidiger des Angeklagten Verein einen bestimmten Prozenting feiner Mitglieder zu senden Die Verklindigung des Wahlresultates findet am Donnerstag, ganz entschieden. Schließlich wurde man sich dahin einig, ben berpflichtet ist; ebenso sollen in den Ülebungsstunden seitens einzelner abends 9 Uhr, im Louisenpart statt. Angeklagten bis Sonnabend, den 14. d. Mts., durch den Psychiater Vereine bestimmte Bundeslieder gesungen werden. Lied und Verein Professor Dr. Puppe aus Königsberg untersuchen zu lassen und wird eine Woche vor der lebungsstunde vom Vorstand bestimmt. Anträge zur Generalversammlung sind bis spätestens 15. De Das hiesige Säuglings- und Mütterheim ist am Sonntagmittag die Verhandlung dann fortzusetzen. Gestern verfiel der Prozeß sember an die Adresse des ersten Borsigenden einzufchiden. j 12 Uhr im neuerrichteten Sause in Westend eröffnet worden. Das jedoch der Bertagung, weil der Gutachter nach der Beobachtung Charlottenburg. en einer nur 10 Furzen Zeit zur Abgabe eines Gutachtens auker. tande war. eid 60 Pfennig Betriebskapital. # Unschuldig verurteilt und hingerichtet. Südamerika. 1. Bir Mittelalterliches aus Herscheid," ftellung des Bescheides der Aufsichtsbehörde angestellt werden. Db die Unter dieser Ueberschrift hatte der Redeckteur der West- Alage Aussicht auf Erfolg hat, ist aus Ihren Angaben nicht zu ersehen. fälischen Neuesten Nachrichten", Otto Grund, mehrere Artikel ver, ben Sie dem Arzt mitgeteilt, daß Sie Mitglied der Kasse sind, so er öffentlicht, durch welche sich die Mitglieder des Gemeindevorstandes staffe wäre zu verurteilen, die ärztlichen Bemühung n zu bezahlen. Hatte scheint eine Forderung auf Rückerstattung gegen den Arzt angebracht. Die Eine schwindelhafte Geschäftsgründung, durch welche mehrere in Herscheid beleidigt fühlten. Das Landgericht Hagen hat aber die Staffe fich geweigert, und batte, ein Dringlichkeitsfall vorgelegen, je In Herscheid mar würde die von Ihnen gegen den Entscheid der Aufsichtsbehörde anzustellende auswärtige Holzhändler um insgesamt 35 000 m. betrogen worden am 11. April den Redakteur freigespruchen. find, lag einem umfangreichen Strafprozeß zugrunde, der bis in eine Verordnung erlassen worden, welche die Einwohner zu Hand- Klage Aussicht auf Grfolg haben... 135. 1. Saalfelder Volksdie Abendstunden die vierte Straffammer des Landgerichts III und Spanndienſten berpflichtete. Diese Dienste tonnten durch blatt in Saalfeld und Thüringer Volksfreund" in Conneberg. 2. Ja. Geld abgelöst werden. Dies wurde als ungerecht im Orte ge- 3. Nur, wenn er auf Antrag durch das Vormundschaftsgericht vor unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Reichhelm beschäftigte. tadelt und schließlich wurde die Verordnung abgeändert. In den vollendetem 21. Lebensjahre für großjährig erklärt ist, fann ein Angeklagt wegen gemeinschaftlichen Betruges und Konkursvergebens betreffenden Artikeln wurde gesagt, es sei toieder etwas Morsches noch nicht 21 Jahre alter Mann heiraten. waren der Kaufmann Franz Jablonski und der Architekt Erich und Ueberlebtes aus der Rumpellaminer hervorgeholt worden. ist Einspruch an das Amtsgericht, von diesem Beruiung an das Landgericht 2. y. 3. Nein. 29.iter 67. Beide haben unrecht. Gegen ein polizeiliches Strafmandat Stüchling. Der Angeklagte Jablonski ist völlig vermögenslos Der dritte Artikel war humoristic satirisch. Das Gericht war der und gegen das Urteil der Straffammer des Landgerichts Revision beim und hat erst vor nicht allzu langer Zeit den Offenbarungs- Ansicht, daß durch die beiden ersten Artikel nicht die Gemeinde- Oberlandesgericht( dasselbe heißt in Berlin Kammergericht) zulässig. Möglich geleistet. Diese Tatsachen hinderten ign aber nicht, vertreter beleidigt sein tönnten, da sie sich nur gegen die Ver- ist es aber, daß die Straffache wegen eines polizeilichen Strafmandats mit schleunigst wieder ein neues Geschäft zu gründen. Hierzu ordnung richteten. Im dritten Artikel feien sie zwar selbst an einer Strafsache verbunden wird, die in erster Instanz vor der Straf brauchte er vor allen Dingen einen Strohmann", der seinen gegriffen, aber hier handle es sich nur um ein liberales Urteil fammer des Landgerichts verhandelt wird. Dann ist gegen das gesamte Ramen für die Firma hergeben sollte, da er feinen eigenen Namen über ihre politischen Sandlungen, also um berechtigte vitit. Urteil Revision an das Reichsgericht zuläffig. aus guten Gründen nicht anwenden wollte. Ein Strohmann fand Die Nevifion der Nebenkläger wurde am Freitag vom Reichs halten die Auskunft der amtlichen Austunftsstelle Schellingstr. 4. für zu fich auch in der Berfon des 25 jährigen Architekten Küchling, der gericht als unbegründet verworfen. läffig. 2. Ja, Sie müßten gber Ihren Wohnort der Beruisgenossenschaft wohl in seinem Berufe tüchtig war, aber von einem taufmännischen mitteilen. 3. Rein. O. 24. Den Antrag müßten Sie balbigst an die Betriebe teine Ahnung hatte. Es wurden nun schöne Briefbogen Versicherungsanstalt richten. Die monatliche Rente würde etwa 12 W. betragen. gedruckt, auf denen stolz die Firma Küchling u. Co." prangte. Die Lichtenberg 421. 1. Der Antrag auf Austritt aus der katholischen In unserer Mitteilung in Nr. 263 über die unschuldige Ver- Landeskirche war richtig. Verlangen Sie von der evangelifden Kirche, die Geschäftseinlagen wurden von vornherein als Nebenfache behandelt, urteilung und Hinrichtung eines Handus erfsburschen wegen eines an zu Unrecht von Ihrer Frau Steuern verlangt hat, Rückzahlung derselben. dagegen enthielten die Briefbogen den vielfagenden Baffus Giro- dem Pfarrer Goll verübten Naubmordes und über das angebliche Nicht notwendig, aber ratiam wäre es, in einer zweiten Erklärung unter konto Dresdner Bant". Dieses Girokonto wurde in der Weise er Geständnis eines in Holland lebenden Deutschen, er sei der Mörder Darlegung, daß die evangelische Kirche Sie als zu fich gehörig betrachtet, möglicht, daß die beiden Kompagnons einen Betrag einzahlten, ihn gewesen, hatten wir hervorgehoben, do ß wir der Notiz Raum ge- auszutreten. weil sie Steuern von Ihnen verlangt hat, auch aus der evangelischen Stirche bald darauf aber bis auf- 60 Bf. abboben. Whit diesem Betriebs- geben hatten, weil von amtlicher Seite diese vor einigen Wochen in vom Mai 1895 an bedürftige, ehemalige Striegsteilnehmer zu zahlen. Gine F. B. Der sogenannte Ehrenfold ist nach dem Gesetz kapital" wurde nun darauf los bestellt. Der Geschäftsbetrieb wurde verfchiedenen Zeitungen gebrachte Erzählung nicht bestritten fei. bestimmte Einkommensgrenze ist im Gesetz nicht angegeben. in der Weise gehandbabt, daß sich die Firma auf Annoncen von Von befreundeter Seite wird uns mitgeteilt, daß eine folche amtorhagen. Das Kind würde lediglich weds Teilnahme am Unterricht 5. W., Holzbändlern, die in der Zeitschrift Der Holzmarkt" Bauhölzer an- liche Bestreitung doch erfolgt ist. Der Staatsanwalt hat in einer der Anstalt überwiesen werden können. A. B. In der Regel nein. boten, meldete und größere Aufträge in Aussicht stellte. In dem von uns nicht gelesenen hessischen Zeitung die Historie als unwahr Wains 28. 1. und 2. Ein Recht auf zurückbehaltung hat der Wirt. ersten Briefe ficherte die Firma Richling Barzahlung acht Tage bezeichnet. Die Gegenstände werden feineswegs sein Eigentum. 8. Ja. A. 3. Ja. nach Eingang der Hölzer zu und machte gleichzeitig eine Bestellung 2. W. Wie wir wiederholt mitgeteilt haben, schwankt die Rechts auf einen Probewaggon. Die beteiligten Holzhändler glaubten sprechung des Reichsgerichts. Das Reichsgericht hat Urteile bestätigt, durch cs mit einer großen Berliner Firma zu tun zu haben melche Gastwirte wegen Duldens von Automatenspielen verurteilt waren, Die und lieferten Bauhölzer in Bosten von mehreren Hundert Mart, es hat aber auch Ürtelle im entgegen, efekten Sinne gutgeheißen. Entscheidung hängt von dem Ermessen des Gerichts ab, ob Geschicklichkeit Un Stelle der zugeficherten Barzahlung erhielten sie jedoch einen oder Zufall die wesentlichste Rolle spielen. Und dies Ermessen fällt ver Wechsel zugefandt, der bei der Vermögenslage der Angeklagten nicht Aus Leipzig wird hierüber vom gestrigen Tage gemeldet: fchieden aus. B. 6. 47. Die Höhe der Invalidenrente richtet sich einmal mehr den Papierwert hatte, da er schon beschrieben war. te heute nachmittag 8 Uhr der 4. Zivilfen at des Reichsgerichts eine nach der Höhe und der Unzahl der Marken, a. Wenden Sie sich an Wenn sich ein Holzlieferant mit diesem Zahlungsmodus nicht einbas Arbeiterfefretariat, Engelufer 15. 8. J., Brunnenstraße. Leider verstanden erklärte, so wurde er von Jablonski durch die falschen Erbschaftsflage Groffer wider Wachholz berhandelte, zog der Kläger ist nur der von Ihnen bereits eingeschlagene Weg gangbar. Eine Pfändung Angaben beschwichtigt, daß er ein größeres Konto bei der Grosser, nachdem er mit seinem Anspruch abgewiesen worden war, vor der Entscheidung ist möglich. R. G. 38. Ja. B. W. 41. Der Dresdener Bank babe, seine Frau außerdem ein Vermögen von einen Revolver und feuerte auf die Richter. Reichsgerichtsrat Name der betreffenden ist St., nicht W. Das uneheliche Kind erhält den 50 000. befize. Da Namen seiner Mutter. die über Jablonski eingezogenen Maenner wurde schwer verlegt. Wegen der Auszahlung des Nachlasses lann fie fich bereits jetzt an das Vormundschaftsgericht wenden. 1000. Nein. Auskünfte außerdem gut lauteten, ließen sich die Liefe Eine weitere Meldung aus Leipzig besagt: Bei dem Angriffe 5. N. K. 4. Sie müßten aus der Landeskirche austreten, um nicht ranten auch zu weiteren Lieferungen verleiten. Diefe guten auf die Richter des vierten Bivilfenats des Reichsgerichts ist, wie Kirchenfteuern zahlen zu müssen. O. C. 9. Solch Blatat tönnte von Auskünfte batte Jablonski in der Weise herbeigeführt, daß sich nachträglich herausgestellt hat, nicht nur Reichsgerichtsrat 2. Klagen Sie beim Amtsgericht auf Gewährung der vermieteten Räume der Polizei beanstandet werden. R. R. 4. Ja. O. G. 23. 1. Nein. er fich selbst zu einer in faufmännischen Streifen sehr Maenner schwer verlegt, sondern auch Bekannten Auskunftei begeben und dort falsche Angaben über seine der Gerichtschreiber und Herstellung des Hauses in bewohnbaren Zustand sowie auf Schaden. Berfon gemacht hatte, die er durch irgendwelche Schriftftüde unter- Rechnungsrat Straßburg durch einen Schuß in den Unterleib erfa 0. 6. 28. Die Kirchensteuer ist in Ihrem Falle nur für die ftügte. Die auf diese betrügerische Weise erlangten wertvollen Bau- getötet worden. Der Täter, Kaufmann Grosser aus Berlin, Zeit bis zum 31. Dezember dieses Jahres, nicht bis zum 1. April nächsten Jahres zu zahlen. 23. R. 110. Etma 100 M. monatlich werden por= hölzer wurden nach wenigen Tagen bei einer hiesigen Firma hat im ganzen zehn Revolverschüsse abgegeben. aussichtlich vom Gericht für notwendig und angemessen erachtet werden. Lombardiert und tamen später zur Versteigerung, da Jablonski an F. G. 68. Colch Institut ist uns nicht bekannt, M. 12. 1. und 2. eine Rückzahlung des Lombarddarlehens natürlich nicht bachte. Erst ein." 2. B. 23. 1. Der Alimentenanspruch besteht. 2. Der Anspruch aus Alimente verjährt erst in dreißig Jahren. Als angemessene Alimente werden etwa 25 W. monatlich erachtet. 3. Nein. W. M. 333. 1. Nein. Beirat erfolgen, aber nur wegen des Nachlasses des Vaters. 2. Ja. Wegen der unmündigen Kinder mnß eine Auseinanderlegung vor der C. 8. 119. I. Rein. 2. Sa. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marttballen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Marftballen. Martilage: Fleisch: Zufuhr start, Geschäft ruhig. Breise für Hammelfleisch nachgebend, fonit unverändert. Bild: Bufuhr ſehr reichlich, Geschäft lebhaft, Breise feft. tag) finden für Berlin zwei öffentliche Fleischergefellein- Berfammlungen ftatt. Zentralverband der Fletscher. Mittwoch, dem 18. November( Buß- Geflügel: Bufuhr über Bedarf, Geschäft schleppend, Preise nicht be friedigend. Fische: Bufuhr sehr mäßig, Geschäft ziemlich rege, Breise Für Engrossglägter nachmittags 2 Uhr im Elysium, Landsberger wenig verändert. Butter und Stäies Beſchäft ruhig, Breife unver lee 40/41, für Laden låter nachmittags 5 Uhr im Englischen Geschäft sehr still. Breise behauptet. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend. Garten, Aleganberstr. 27c. Vermischtes. Eine Revolveraffäre vorm Reichsgericht. Berzweiflungstat eines Negers. Um der Verhaftung zu entals die Geschäftsschulden des Angeklagten die Summe von zirfa gehen, hat, wie ein Telegramm aus Ofmulgee( Oflahama) meldet, 35 000 Mart erreicht hatten, erfolgte der Zusammenbruch. Der dort ein Neger mehrere Bluttaten verübt. Als der Scherif mit seinen Konturs verlief für die Gläubiger natürlich sehr mager, da Leuten den Neger wegen eines Angriffs auf einen Indianertnaben anger 60 Pfennigen Bankguthaben so gut wie gar feine festnehmen wollte, verbarrikadierte sich der Neger in seinem Haus Masse den Baffiven gegenüberstand. Bor Gericht bestritt Jablonsti noch, sich strafbar gemacht zu haben. Die Straf- und fchoß von dort. Er tötete den Scherif into fechs andere Pertammer hielt ihn jedoch des Betruges und des Konturs fonen, unter denen sich mehrere Neger befartden. Dann steďte er bergebens für überführt und erkannte mit Rücksicht darauf, das Haus in Brand und fam in den Flammen um. daß er fich eines ganz gemeingefährlichen Schivindels und eines schweren Berstoßes gegen Treu und Glauben schuldig gemacht habe, auf ein Jahr und drei Monate Gefängnis und 3000 Mart Geldstrafe, eventuell noch einen Monat Gefängnis. Küchling, der sich an den betrügerischen Manipulationen nicht beteiligt hatte, wie die Beweisaufnahme ergab, wurde von der Anklage wegen Betruges freigesprochen, dagegen wegen Konturs bergebens zu 60 Mart Geldstrafe berurteilt. Bötzow wider Douglas. ändert. Die Genoffen, welche mit Fleischergesellen zufammen fommen, werden ersucht, dieselben auf diese beiden Bersammlungen aufmertjam zu machen. Witterungsübersicht vom 16. November 1908, morgens 8 Uhr. Eingegangene Druckfchriften. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Nummer 24 vom Süddeutschen Boftillion"( Verlag M. Ernst, München) ist soeben erschienen. Der Serbenpring auf dem Titelbild fiebt 250 000 Bajonette, doch muß ihn fein treuer Striegs"-famerad halten, sonst fallet er um bor Rausch. Ein weiteres Vollbild stellt den Fischfang ber Sminembe 776 GSD 3 wollen! Berliner Sozialdemokraten im Falle Paduf Ganoffe Bublmann" dar, Samburg 774 D das legtfeitige Vollbild, das Verbot des Vortrages des Profeffors Forel Berlin 776 050 durch die fächsische Bolizei. Ein halbfeitiges Gefe fchaftsbild lagt blaues rant.a.. 772 Blut sprechen. Einige ausländische Saliren beleben die Nummer. Das Leitgedicht Entrüstungssturm, Briefe aus Sachsen, ie man in Deutschland auswärtige Politit macht, Gloffen zum diplomatisch en Jena", Was in der und Gesellschaft. Welt vorgeht und eine ganze Anzahl fleinerer Beiträge behandeln Politik Peter Nansen, Jugend und Liebe. Ausgewählte Novellen. S. Fischer, Verlag, Berlin, Bülowftr. 90. Beb. 3,50 M., geb. 4,50. Briefkaften der Redaktion. Vor der 145. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte stand Jestern als Brivatkläger der Privatier Julius Bößow dem Ritt meister a. D. Sholto Douglas und dessen Bruder Theobald Douglas gegenüber, von denen nur der lettere persönlich zur Stelle war. Rittmeister a. D. Sholto Douglas hatte in Era fahrung gebracht, daß der Privattläger angeblich über ihn in seiner Familie fowie gegenüber dem Grafen Frankenberg und dem Brinzen von Sachsen- Weimar sehr beleidigende Aeußerungen gemacht habe. Darauf erging eine Forderung an Herrn Bözom, die dieser im Prinzip annahm. In seinem Auftrage verbandelte Herr v. d. Marwig mit dem Bruder des Rittmeisters Sholto Douglas, der dessen Kartelträger war, und erklärte ihm, daß Herr Bößow absolut nichts wisse und fich irgendwelcher ehrabschneiderischer Aeußerungen nicht bewußt fei. Bei diesen Verhandlungen legte Herr Theobald Douglas dem Herrn b. d. Marwig ein Schriftstid vor und verlangte, daß dieses bom Privatlläger unterschrieben und seinem eigenen Vater, dem Kommergieurat Böbow, sowie dem Prinzen von Weimar und dem Grafen Frankenberg vorgelegt werden folle. In diesem Schriftstid Die juriftifche Evrechstunde fuder Linderstraße Nr. 3, stvetter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, DEF Gabritub! G follte Herr B. bekennen, daß er ligenbafte Aeußerungen und Verwochentäglich abende von 7 bis 9% br ftats. Geöffnet 7 1hr Lendungen" über Herrn Sholto Douglas verbreitet habe und diese Sonnabende beginnt die vrechstunde um 6 Ube. Jeder Anfrage ift ein mit Bedauern zurücknehme. Als es abgelehnt wurde, eine Buchstabe und eine Rabl als werkzeichen beignisqen. Briefliche Aurwort solche Erklärung zu unterzeichnen, wurde eine zweite Erklärung vor vergehen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage gefchlagen, in welcher Herr Bößow auf Ehrenvort befunden sollte, Daß er niemals etwas Ehrenrühriges über Herrn Sholto Douglas gesagt habe und deffen Ehrenhaftigkeit in jeder Beziehung anerkenne. Die Verhandlungen scheiterten, hatten aber die Folge, daß Herr Bözow auf Grund der ersten ihm vorgeschlagenen Erflärung die Beleidigungsflage gegen die Brüder Douglas anstrengte. Die VerHandlung endete damit, daß das Verfahren gegen Herrn Theobald D. wegen eines formfehlers eingestellt, Herr Sholto D. aber freigesprochen wurde, weil ihm nicht nachgewiesen werden konnte, daß er an der Abfassung der beleidigenden Erklärung mitgewirkt habe. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 17. November. Anfang 7, Ubr. Königliches Opernhaus. Zannhäuser. Königl. Schauspielhaus. Maria Magdalene. Dentiches. Die Revolution in Sträh. wintel. Rammerspiele. Gyges und fein Ring.( Auf. 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Fauft I. Zeil. Anfang 8 br. Nenes tgl. Operutheater. Der Ameritasepp'l. Berliner. Herodes und Mariamne. Renes. Ahasver. Besuch. Silberfischchen. Leffing. Michael Stramer. Westen Der fidele Bauer. Kleines. Lady Frederic. Komische Oper. Tiefland. Die . München 773D Zemp. n. E. 5° 4° R I Stationen Barometer fland mm quis richtung Windtarte Better Temp. n. C. 4 bedeckt 8 8 bebedt 1 1 halb bd. 10 1 wolkig 2 bebedt 9 2 -7 Qabaranda 746 W 5 wolkenl-7 Petersburg 765 5 3 wolfeni 5 Scilly 1768 DND 2 wolkenl-3 lberbeen 761 WN 3 wolfent-5 Baris 768 D 782 SD 8 beiter 4 Wetterprognofe für Dienstag, den 17. November 1908. Barmer, veränderlich, vorwiegend trübe mit geringen Niederschläges und lebhaften füdwestlichen Winden. Berliner Betterbureau Bien Waferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Bewäffertunde, mitgeteilt vom Basserstand Memel, Tilf Bregel, Insterburg eichiel. Thorn Ober, Natibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Rege, Bordamm Berliner an feit 15.11. 14. 11. em cm ¹) 220º)-16 12)+8 14-18 64<-6 56-2 695)-2 -10%) 0 -10-11 25)+6 -804-13 -206-2 etterbureau. Bafferftand Saale, Grochlit Havel, Spandau) Rathenow³) Spree, Spremberg³) Beeskow Bejer, Münden Minden cm cm) am felt 15.11.14.11. 70+2 45 +-7 4-16 70 47 -103 42 6ein, Maximiliansau 293 Staub Köln S. 40. Benden Sie sich an den Stadtverordneten August Hinze, Banfitraße 31 b. Organisation. Wilhelm Börner, Ritterstraße 14. 7. B. 59. Ihrem Zwede dürfte die Deutsche landwirtschaftliche Geflügel- Beitung, Steinmeßitraße 2, entsprechen. 21. 9. 16. Leider müssen von vornhinein 50 Mart eingezahlt werden. Wenden Sie fich doch einmal an das Bureau des sechsten Streises, Ravenéstraße 6. Eibe. Leitmerit G. P. Viet. Auf Verlangen der Eltern müßte blesen bas Geld ausgezahlt werden. Dem Minderjährigen erst nach Entlassung aus der Haft. Töff- Töff. Eine Frau, die täglich einige Stunden als us wärterin beschäftigt wird, unterliegt der Spvalidenversicherungspflicht, nicht aber der Strantenversicherung. 23. 23. 1. und 2. Nein. 9+ bedentet Buchs, Fall. W. Sch. 100. Die Klage müßte innerhalb vier Wochen nach Bu-) Grundeistreiben) starkes Grundeis) Grundeis. Die Brautschau. Schiller 0. allner beater.)| Folies- Caprice. Die Zwillingsschwester. Die lästige Witwe. Schlter Charlottenburg. Der Gustav Behrens. Echte Spree schwarze Stavaller. athener. Spezialitäten. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Parodie. Die Bauberflöte. 2X2-7. Friedrich Wilhelmstädt. Schaus ( teht Stopp. Anfang spielhaus. Die zärtlichen Ver. wandten. Thalia. Bruder Straubinger. Luisen. Stolz der Stadt. vielhaus. Die Tür ins Freie. Trianon. Die Liebe wacht. Neaes Overetten. prinzessin. Berlin 8 Uhr. Carl Saverland. Spezialiäten. Urania. Tanvenstraße 18/19. Abends 8 Uhr: Jerusalem. tecumarte, Ruvaudenr. 67/62. Dresden Barbo Magdeburg Schiller- Theater. Q( Ballner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Luftpiel in 4 Aus. von Ludwig Fulda. Mittwoch, abends 8 Uhr: Konzert. Donnerstag, abends8ubr: Nedar, Heilbronn 79 56 21 10+8 28-8 46+5 Main, Wertheim Mosel, Trier ) Eisstand. Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Epiel in 3 Atten von Heinrich Lilienfein. Mittwoch, abends 8 Ubc: Konzert bes Berliner Lehrer- Gesangvereins. Donnerstag, abends8ubr: Der schwarze Kavaller. Die Zwillingsschwester. Die Dollar Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Gast piel Theater. Einfall. Cin Neues Theater. Abends 8%, Ubr: toder Ahasver. Besuch. Silberfischchen. Bernhard Rofe. Die Jungfrau Don Orleans. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Ahasver. Bürgerl. Chauspielhaus. Die Silberfischchen. Herren Söhne.( Anfang 8 Uhr.) Gebrüder Herrufeld. Die beiden Bindelbands. Künstler- Teil Besuch. Borher: Sutern Kleines Theater. Apuo. Eine luftige Spreewald. fahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter 108. Wintergarten. Spezialitäten. tabel Abends 8 Uhr: Musik. Mittwoch: Musit. Rajine. Die Dianabäber. Spezia Lustspielhaus. Kasino. litäten. Residenz. Sümmere dich um Amelie. Reichshallen. Stettiner Sänger. Die Hebbel. Erda. Abends 8 Uhr: Unterpegel, Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstraße 48/49. 8 Uhr zum erstenmal: Jerusalom. Nenes Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Berliner Theater.| Theater des Westens. Operette in 8 tien von Leo Fall Abends 8 Uhr: Herodes und Mariamne. Donnerst.: Herodes a. Mariamne. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Stolz der Stadt. Wttwoch: Gefchloffen. Dionnerstag: Freiheit. Freitag: Eine tolle Nacht. Ennabend nachm. 4 Uhr: Die Rober. Abends: Die Ehre Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Bußtag: Elias m. Alexander Heinemann. Anfang 7, Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Dienstag. 17. Nov., Anfang 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Dir Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Seine Hobelt. Freitag: Als ich wiederfam. Hebbel- Theater ( Bonntag nachmittag: Geschlossen. Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr: Die Räuber. Stettiner Sänger. Die Tür ins Freie.Woning: Die Chra Walhalla. Spezialitäten Erde. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Kümmere Dich um Amelle." Schwank in drei Aften( vier Bildern) pon Georges Feydeau. Mittwoch( Bußtag): Gefchloffent. Donnerstag und folgende Tage Kümmere Dich um Amelie. Sonntag, 22. Rov.( Totensonntag), 8 Uhr: Ferréol. Berliner Ik- Trio. Felix Scheuer U Stralsunderstr.1. Zirkus Schumann. Heute Dienstag, den 17. November 1908, abends präz. 7, Uhr: Das Sensations- Programm und Bumbola als Radfahrer, das größte Naturwunder. Ausstattungs- Pantomime 9% Uhr: Beginn der großen diesjährigen PrachtGolo, der Seeräuber und Mädchenhändler. Fünf wunderbare wirklich märchenhafte Schluß- Apotheose. Akte und die Grand- Hotel- Festsåle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 80 Pfennig. 2161b+ Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. XIV. Saison! Zirkus Busch. Dienstag, 17. November 1908, abbs. praz. 7, Ubr: Gala- Abend. Um 9 Uhr ca: Zizi Bamboula! Das vielumstrittene Naturwunder! Phänomenal! Die Uessems! Stapitän Webbs 9 dreifierte Seelöwen. Um 9 ca.: Barbarossa!! Donnerstag, abends 7, Uhr: Gr. Gala- Wohltätigkeitsvorstellung zum Besten der Hinterbliebenen 5. Grubentataftrophe v. Nadbod. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Totensonntag, 22. November, abends 8 Uhr: Fastnacht. Schauspiel in 2 Akten von Rich. Jaffé. Er. Bild a. d. Pariser Leben i. 1 Akt von O. Mètténier. apollo Theater Abends 8,13 Uhr: Eine lustige Spreewaldfahrt. Burleste. Mufit D. Paul Lincke. Progr. O Kliems Fest- Säle, Hasenheide 13-15: Kunst- Abend Leitung: Margarete Walkotte Mittwoch, den 18. November( Bußtag). Mitwirkende: Baron von Wolzogen( Mitglied des HebbelTheaters), Fräulein Florence Frankl, Violinvirtuosin, Herr Schröder- Plön, Rezitator, Margarete Walkotte. Am Flügel: Herr Bernhard Nitzsche. Entree 50 Pf. Beginn 7 Uhr abends. Abendkasse 60 PL Vorverkauf bei Kliem, Hasenheide 13/15, und bei Herrn Horsch, Engelufer 15. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Allabendlich: Stürmischer Jubel Die beiden Bindelbands. Komödie in 2 Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Vorher: Künstlerte u. a.: Gebr. Renzoni, Marga u. Milli Bliẞ' Ballett: Ein Walzertraum. Kun Arpad, jugendlicher Geigenvirtuose. Wacker u. Wackers' Gebirgs Typen. The Rockets, Gesangs- und Tanz- Sextett. DERNHARD ROSE THEATED 9: Das große Attrations Reichshallen Theater Gr. Frankfurter Str. 182. Abends 8, Uhr: Die Jungfran von Orleans. Bochentagspreise. Mittwoch: Gefchloffen. Donnerstag: Baronin Gisela. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Donnerstag, den 19. November: Lolas Vater. Boltsstud in 4 Aften von L'Arronge. Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brunnenitr. 16. Große Extra- Vorstellung. mit Siegwart Gentes als fromme Helene. WINTREN November Angelo'slebende Bilder. Die Kraton's. Referpantomime louise BLOT. Attraktionen WOODWARDS SEELOWEN SEEHUNDE PARISER SANGERIN LA TITCOMB SANGERIN ZU PFERDE JOLA SELBINL amerikan Strandschenheit Der Müller und sein Kind DIE SLEEDES, das mysteriöse Haus oder: Cin Opfer b. Aberglaubens. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Mittwoch( Bustag): Gefchloffen. Donnerstag: Mathilde, ein deutsches Franenhers. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theater faal Moabits. Donnerstag, den 19. November: Schloß Greifenstein Schauspiel in 6 Atten von Charlotte Birch- Pfeiffer Anf. d. Borst. 7, Staffenöffnung 6 Uhr. Konzert 6%, Uhr. Nach der Borstellung: Ball. Bürgerliches Schauspielhaus Staftanien- Allee 7-9. Die Herren Söhne. Bellsst. in 3 ft. v. Walther u. L. Stein. Anfang 8% Uhr. Donnerstag, 19. Nov., nachmittags 2 Uhr: Maria Stuart( als Schülervorst. mit kleinen Preisen.) Abends 8 Uhr: Oper: Der Frei Schün. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Das glänzende bunte Programm. 8 Uhr: Großer Lacherfolg! „ Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Nick Carter. Folies Caprice. Die Brautschau. Bunter Goloteil. Die lästige Witwe. Sonntag, den 22. November: Ginmalig. Gelamigaftsp. u. Leit. v. William Lome: Die Haubenlerche. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 17. November 1908: Muttersegen eder: Die Perle von Savoyen. Schauspiel mit Gesang in 5 Atten von W. Friedrich. Berliner Eis Palast Lutherstr. 22/24. Ständige Eisbahn. Bon morgens 10 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Großes Konzert. Abends 9 Uhr: Auftreten eriter Kunstläufer and -läuferinnen. GOLEMANNS.DRESSIRTE HUNDE AND JAPANER TRUPPE BROS.MARTIN Xylophonisten Der Biograph. Gastspiel- Theater Köpenicker Straße 68. Heute 8 Uhr: 16/5 Ein toller Einfall. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Gastsp. Hedwig Lange. Zum 1. Male: Demimonde. Wilhelm Cheater Bridenstr. 2, a. d. Jannowizbrüde. Täglich Anfang 8 Uhr. Die Schöpfung. Naturwissenschaftliches Schauspiel von Prof. Joh. v. Weniger. Königstadt- Kasino. Holzmarftftr. 72. Heute und folgende Tage: Der Seekadett. Singspiel in 2 Bildern von D. Richter. Mufit von Guft. Steffens. Borher um 8 Uhr: Die November- Spezialitäten mit Franz Sobanski. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Das glänzende: November- Programm Schneider- Duncker 9Yankee Doodle Girls und 14 neue:::: Stettiner Sänger Bum Schluß nen: Der Kompagnie- Ball. Militärische Humoreste bon Meysel. Anf. wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Walhalla Wardle Theater 292/ 11* alast- Theater Pala Burgstr. 24, 2 Min. b. Bhi. Börse Crosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, 2 Riffen) mt boppeltgereinigten neuen Bett febern, beffere Betten 15, 19, 24..; 1 Schl. Betten 15, 20, 23, 29, 86 E fw. Bersand geg. Nachnahme. Preis. lifte, Proben, Berpackung foftenfrei. Berlin S. 890 Gustav Lustig, Prinzenstr, 48 Größt. Spezial- Geschäft Deutscht. Bruch- Pollmann empfiehltiein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehattern, Spritzen. Suspensorien fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. j. 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November, mittags 12, Uhr, von der Leichen. balle des Friedens- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen- Nordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 93/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin 1. Todes- Anzeige. Unferen Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 57/14 Richard Jacob verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, den 18. b. Mts., nach mittags 3 Uhr, von der Halle bes St. Thomas- Kirchhofes, Her mannstraße, aus. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Rich. Stahl am 6. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 124/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes Karl Schwarz fage allen Verwandten und Belannten, insbesondere der Direktion der Firma Keyling u. Thomas meinen innigften Dant. 50882 Frau Berta Schwarz nebst Kindern. 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Hiernach fonnten nun die Geschworenen unter Hinweis auf die damaligen Differenzen entscheiden, ob die Leute, welche gegen den Angeklagten gezeugt im Hamburger Hafen, ein Interesse daran habe, hatten, folche Parteifanatiker sind, und die durchsichtige Frage, die Familie Ballin bloßzustellen. Solche perfide Machenschaften haben stattgefunden, aber Ball Die Geschworenen haben den des Meineides angeklagten Ar. welche Rechtsanwalt Loewe an den Beugen Schneider gerichtet beitsvermittler der Bäderinnung für nichtschuldig erklärt. Rad batte, tonnte den Geschworenen als Wegweiser zur Auffindung der stellte in der erwähnten Hauptverhandlung in Abrede, die betrefa jenden Briefe, die in seinem Berliner Bureau verfaßt sind, berans dem in der zweitägigen Verhandlung des Schwurgerichts eine Fülle im Sinne des Angeklagten richtigen Lösung dienen. von Beweismaterial gegen Vogel zutage gefördert worden war, Betrachten wir das Ergebnis der Beipeisaufnahme rein ob- lagt zu haben. Die nach diesem Prozeß von Ball entlassene Kassics werden viele, die den Prozeß verfolgten, eine Verurteilung des jeftib, so ergibt sich folgendes Bild: Vogel hat seinerzeit bererin denunzierte ihren früheren Chef wegen Meineids, indem sie Angeflagten erwartet haben. Dem aufmerksamen Beobachter der chworen, er habe niemals 8uwendungen von Arbehauptete, all habe seinen Kontorlehrling mit der Mission zubeitsuchenden anger.ommen. 8wölf 8eugen haben wie gunsten Ballins betiaut und ihn am 26. Juni 1907 mit nach HamBerichtsverhandlung fonnte jedoch schon in den ersten Stunden in früheren Prozessen so auch jetzt wieder beschworen, daß sie der burg genommen, habe die Briefe veranlaßt und Fälschungen und der Sitzung taum noch zweifelhaft sein, daß die Geschworenen die bera einen Freispruch fällen würden. Wir wenigstens haben das Re- artige Zuwendungen an Vogel gegeben haben, die auch von ihm Rafuren im Staffabuch vorgenommen, um die Spuren zu vernichten. fultat vorausgesehen. Nicht weil wir Bogel für unschuldig hielten, angenommen wurden. Einige der Zeugen haben sich in Neben ausgabten Spesen für den Lehrling sächlichkeiten geirrt, sind jedoch in der Hauptsache sicher gewesen. In der Verhandlung behauptete Ball, die Kassiererin, eine auch nicht weil seine Schuld nicht erwiesen worden war, sondern Andere Zeugen fonnten nicht einmal in Nebensächlichkeiten des Frau rücke, sei aus Rache gegen ihn borgegangen, während Frau vielmehr deshalb, weil in diesem Prozeß die gewerkschaftlichen Irrtums geziehen werden. Sie machten in allen Punkten einen 3. bei ihrer zwei Tage dauernden Vernehmung aussagte, Ball habe Kämpfe der Bäcker, die wirtschaftlichen Gegenfäße zwischen Meistern sicheren, 1a, wie der Staatsanwalt fagte, einen außer die ganze Sache inszeniert, wobei sie eine große Anzahl belastender und Gesellen hineingezogen und vom Angeklagten sowie von seinen ordentlich zuverlässigen Eindruck. Reinem einzigen Momente vorbrachte. Es standen Aussagen gegen Aussagen. Der Berteidigern so subjektiv gefärbt dargestellt wurden, daß die Beugen ist widerlegt worden, daß er Vogel Geld gegeben. Danach Lehrling ist an demselben Tage in Hamburg gewefen wie sein Stimmung der Geschworenen es waren Fabrikanten, hätte als erwiesen erachtet werden müssen: Vogel ist des Meineids Chef, aber der junge Mensch behauptet, die Früde habe ihn nach Kaufleute und andere Personen aus unter- schuldig. An diesem Urteil fonnte logischerweise dadurch nichts Hamburg geschicht, weil sie einen fetten Rebbach von dem Generalnehmerfreifen von vornherein eingenommen werden mußte für den Angeklagten und gegen die Belastungszeugen. Weit geändert werden, daß 10 bis 12 Beugen auftraten und befundeten, direktor zu machen gedachte. Die F. sagte aus, der Lehrling so. ficherem Instinkt hatte der Angeklagte erkannt, daß es für ihn sie hätten bergebens versucht, Vogel zu bestechen. Denn dadurch, wohl wie andere Beugen seien von Ball bearbeitet" worden. daß Vogel in 12 Fällen aus irgend welchen Gründen die Annahme Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten, der fünf Monate in feine bessere Verteidigung geben fönne, als wenn er an das Gefühl, von Geld zurücwies, ist doch nicht widerlegt, daß er in 12 anderen Untersuchungshaft war, in hohem Maße für verdächtig, aber er an die politischen und sozialen Vorurteile seiner Klaffengenossen Fällen Geld angenommen hat. beantragte mangels ausreichenden Beweises die Verneinung der auf der Geschworenenbanf appelliere. Schuldfrage. Troß dieses Antrages und der glänzenden Verteidi gungsreden erklärten die Geschworenen den Angeklagten des Meineids unter Bejahung der strafmildernden ebenfrage für schuldig. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Buchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und dauernde Eides unfähigkeit. Als das Gericht über das Strafmaß beriet( am Sonn abeno in später Stunde), berfiel der Angeklagte in einen frampfartigen Bustand, so daß ärztliche Silfe requiriert und die Verhand lung auf Montag ausgesetzt werden mußte. Bei einer streng objektiven Betrachtung des Falles fönnen wir aufeinem anderen Schluß fommen, als daß der Wahrspruch der Geschworenen in diesem Falle objektiv ein Fehlspruch war. Selbst. verständlich haben die Geschworenen nach bester Ueberzeugung ihren Wahrspruch abgegeben. Aber der Umstand, daß ein auf Ehre und Gewissen abgegebener Wahrspruch unserer Meinung mit ber durch die Beweisaufnahme festgestellten objektiven Wahrheit in so trassem Widerspruch stehen fann, zeigt, daß die heutige 8usammenfebung der Geschworenengerichte teinen Schutz gegen Fehlurteile bietet, namentlich in solchen Fällen, wo politische und wirtschaftliche Gegenfäße, wo die Klassenunterschiede mit hineinspielen. Als erprobter Vermittler von Streifbrechern, als eine feste Stüße der Arbeitgeber im Stampfe gegen die Arbeiter stellte sich der Angeklagte den Geschworenen vor und behauptete, die wirtfchaftlichen Gegner im Bäderverband hätten ein Komplott gegen ihn geschmiedet, um ihn zu stürzen. In den Ton, den der Angeflagte anschlug, stimmte sofort der eine Verteidiger mit einem Antrage ein, deffen momentane Wirkung die war: Sier fibt ein Mann auf der Anklagebant, der von seinen Gegnern der Be techung beschuldigt wird. Gin Führer dieser Gegner aber hat früher selber als Gehilfe eines bestechlichen Arbeitsvermittlers Beftechungsgelder eingestedt. 8war mußte der Verteidiger furg bor der Fällung des Urteils diese Angabe als unhaltbar zurüdnehmen. Aber ihre Wirkung hatte sie inzwischen getan. Nachdem durch solche Mittel die Verhandlung stimmungsvoll eingeleitet war, fonnte man taum etwas anderes erwarten, als daß die Geschworenen den Belastungszeugen mit einem großen Mißtrauen gegenüberstanden. Das tam denn auch bei der Vernehmung jedes einzelnen Belastungszeugen zum Ausdrud. Die Angaben der Zeugen betrafen Borgänge, die zum Teil 10 bis 12 Jahre zurüdliegen. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, unsicher und schwankend in ihren Angaben waren. In dem Hauptpunkte aber, auf den es allein antam, nämlich barin, daß die 12 Zeugen dem Angeklagten Geldgeschenke gegeben haben und dafür in der Arbeitsausgabe bevorzugt werden wollten, blieben alle diese Zeugen fest. In diesem Punkte gab es trot vieler Man bedankt sich für eine Gefälligkeit, für ein Geschent, für Kreuz- und Querfragen bei keinem der Zeugen ein Schranken. eine Gnade, aber nicht dafür, daß einem gewährt wird, was man Aber die unsicheren Angaben über Rebensächlichkeiten, über Beit, nach Recht und Gesetz zu verlangen hat. Wer sich seiner Unschuld Dertlichkeit und sonstige unbedeutende Umstände wurden von der voll bewußt ist- und das hat Vogel stets behauptet dem wird 3wed hatten, bie Beugen als unglaubwürdig erscheinen zu lassen. durch den Freispruch nur sein gutes Recht auteil und er kann den Berteidigung zum Gegenstand eingehender Fragen gemacht, die den Fast ebenso ausgiebig wie der Berteidiger machten die Geschwore. Gerichtssaal erhobenen Hauptes und freien Blickes verlassen. Er Fast an jeden Beift feinen Richtern feinen Dant schuldig. nen bon ihrem Fragerecht Gebrauch. Laftungszeugen stellte einer oder mehrere Geschworene Fragen. Aus der Art, wie diese Fragen gestellt und aus der Form, in die fie eingefleidet wurden, war zu erkennen, daß es den fragenden Geschworenen immer darauf antam, die Beugen als unglaub. swürdig erscheinen zu lassen. Mehrmals haben wir beobachtet, daß einzelne der Geschworenen, wenn ihre Ansicht, die sie meist durch bie Art der Fragestellung zum Ausdrud brachten, durch die Ant. tort des Beugen bestätigt wurde, fich mit sichtbaren Beichen der Befriedigung fetten. Wir konnten uns des Eindrudes nicht erwehren: Auf der Geschworenenbank sipen wenigstens einige Herren, die sich, ohne daß es ihnen zum Bewußtsein fommt, mehr als Berteidiger, denn als Richter des Angeklagten fühlen. Uebrigens hielt es auch der Präsident für nötig, einmal nach einer Sizungspause den Geschworenen namens des Richterfollegiums nahezulegen, fie möchten doch an ihre Fragen feine Grörterungen fnüpfen, sondern nur fragen. Um die Mittel der Stimmungsmache ganz zu erschöpfen, hielt ca die Verteidigung für angebracht, noch im lebten Augenblick der Berhandlung durch eine Frage an den Zeugen Schneider an die alte bekannte Verleumdung zu erinnern, einem Sozialdemokraten, oder in diesem Falle einem Mitgliede des Bäderverbandes fäme es nicht darauf an, im Interesse seiner Partei Meineide zu leisten. Zwar machte sich die Verteidigung in dem Plaidoyer diese Behauptung nicht zu eigen. Aber- fagte Herr Sello es gibt in jedem Lager Leute, die aus Parteibaß auch vor einer falschen Aus fage nicht zurüdschrecken und dem Grundfak huldigen: Der Bwed ONE Der Ausgang des Prozesses zeigt, daß sich der Angeklagte Bogel in feiner Spekulation auf das Gefühl der Geschworenen nicht getäuscht hat. Er hat von den Angehörigen seiner Klasse, die über ihn zu Gericht faßen, von vornherein nichts anderes als eine Freisprechung erwartet. Vogel ist kein hervorragend intelligenter Mann. Es ist ihm voll zuzutrauen, daß er die Anflagebant be. treten hat in der Erwartung: So eine feste Stüße des Unternehmer tums, wie ich es bin, wird man auf das Zeugnis von sozialdemo tratischen Bädergesellen hin nicht verurteilen. Als nun das ein getreten war, was der Angeklagte erwartet hatte, da fühlte er sich eine Dantesrebe an die Geschworenen zu halten, die der Präsident natürlich abschnitt. Dant für eine Rechtsentscheidung! gedrungen, Ein merkwürdiger Meineidsprozeß. Am Montag teilte der Vorsitzende mit, daß der Angeklagte sich noch in bewußtiosem Zustande befinde. Es kommt zwischen dem Staatsanwalt und der Verteidigung zu längeren juristischen Auseinandersetzungen über die Frage, ob in diesem Falle, wo die Abe wefenheit des Angeklagten nicht auf eigenes Verschulden zurüdzuführen ist, ein Urteil verkündet werden darf. Der Staatsanwalt bejaht diese Frage, während Justizrat Dr. von Gordon hervorhebt, daß die Verhandlung noch nicht beendet gewesen sei, denn die Berteidigung hätte noch immer, bis vor der unmittelbaren Berkündung des Strafmaßes, Anträge stellen können. Das Gericht vertrat jedoch die Ansicht, daß, da die Sache durch verhandelt fei, das Urteil auch in der Abwesenheit des inzwischen erkrankten Angeklagten verkündet werden könne und berurteilte Ball zu 9 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 8 Monaten Untersuchungshaft. Soziales. Was dem Gefinde" zugemutet wird. Die Dienstmago Ulrich, so berichtet man uns aus Halle a. G., hatte von dem Amisvorsteher ein Strafmandat über 10 M. erhalten, weil sie auf einem ländlichen Gute in Osendorf ohne Kündigung ben Dienst verlassen hatte. Gegen das Strafmanbat hatte bie lirich vor dem Schöffengericht Berufung eingelegt mit der Begründung: Den Kleiderschrank der Mädchenkammer habe auch der Knecht zum Aufbewahren seiner Sachen mitbenutzen sollen. Das sei für sic äußerst genant gewesen. Um Belästigungen in fittlicher Beziehung aus dem Wege zu gehen, habe sie eines Abends, bevor sie zu Bett In der ganzen vorigen Woche und am Montag hat vor dem ging, die Sachen des Knechts vor die Tür ihrer Stammer gelegt. Schwurgericht zu Hamburg eine Verhandlung gegen den des Meine Tarauf habe sie der Knecht gefchimpft und gefchlagen. Unter diesen eios angeklagten Direktor Ball von den Berliner Ausstellungs. Umständen habe sie fich bollberechtigt gehalten, den Dienst sofort gallerien" stattgefuaden, die reich an Zwischenfällen war. Direftor au berlaffen. Der Vater des Mädchens wies darauf hin, daß es Ball ist ein zahlungsfähiger Mann, der sich brei Verteidiger, fich doch unter feinen Umständen schide, dem Knecht zu geftatten, darunter Justizrat Dr. von Gordon- Berlin und Rechtsanwalt Grün- seine Sachen in der Mädchentammer aufzubewahren. Der Dienst spach- Berlin, leisten tonnte. Zu der Verhandlung waren 74 8eugen aus Berlin geladen. Den Meineid soll Direktor Ball am 10. Ja. nuar 1908 in einem Strafprozeß in Hamburg gegen den des Sittenverbrechens angeklagten Kaufmann Heinrich Ballin, Neffen des Generaldirektors der Hamburg- Amerika- Linie, geleistet haben. Mit diesem wegen Knabenschändung zu einem Jahre Gefängnis verurteilten Ballin stand Ball in Geschäftsverbindung, und als Ballin verhaftet wurde, soll Ball Schritte zugunsten seines Freun. des, gegen den noch ein Meineidsverfahren schwebt, eingeleitet haben. Peide sollen die Vereinbarung getroffen haben, es solle von Berlin ein Beauftragter nach Hamburg reifen und dort die Knaben auffordern, im Prozeß gegen Ballin recht scharf auszusagen, wo. bei Geldversprechungen gemacht wurden. In der Hauptverhandlung solle dann der Beweis für die stattgehabte Beeinfluffung der Knaben erbracht und gefagt werden, der Beauftragte sei von der sozialdemokratischen Partei abgesandt, die, herr hätte aus sittlichen Gründen so etwas nicht zulassen dürfen. Das Gericht erachtete die Gründe des Mädchens zum fofortigen Verlassen des Dienstes aber nicht für ausreichend und bestätigte das Strafmaß. So hebt man die Sittlichkeit auf dem Lande. Krematorium in Nürnberg. Jm Stadtmagistrat von Nürnberg war vor einiger Zeit bes antragt, ein Strematorium au erbauen und, falls die Inbetrieb nahme desselben verboten werden sollte, eine verwaltungsgerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Die Sache wurde damals einer Kom mission übergeben. Am Freitag gelangte sie wieder an der Magistrat zurück, der beschloß, fept fofort eine Aschenurnenhalle mit Urnenfriedhof um 47 000 m. zu erbauen und weiter die Gr bauung, eines Krematoriums vorzubereiten, für das bereits ein allgemeiner Plan ausgearbeitet wurde, und das 147 000 W. tosten soll. ZONOPHO Z RECORD INTERNATIONAL ZONOPHOM COMPANY ZONO GERMAN HONE SOPRANO with Orch. 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