Nr. 271. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando Bierteljährl 8,30 m, monatt. 1,10 m., möchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. numer mit Muftrierter Sonntags. De. age Die Neue Welt" 10 Bfg. Bolt. Abonnement: 1,10 Marf pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemark, Holland, Italien, Luremburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Crideint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Betrügt für die fechsgespaltene Rolone geile oder deren Naum 60 Bfg., für politische und gewerffchaftliche Vereins. und Berfammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Pig., fedes weitere Wort 6 Vfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Snlerate für die nächste Nummer müssen Bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition gegeben werden. Die Expedition if bis 7 Uhr abends geöffnet. Relegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Mittwoch, den 18. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die preußische Städteordnung. gab einen Magiftrat, der gewählt wurde, es gab Repräsen feiner Unfähigkeit gefährlichen abſolutiſtiſchen Regiments, als I. Die preußische Geschichte oder genauer die preußische Geschichtsschreibung der herrschenden Klaffen gleicht einem betrunkenen Reiter, der an der einen Seite auf den Gaul hinaufflettert, um auf der anderen Seite herabzupurzeln. Igelassen, die Verwaltung des Kämmerei und des Bürger- einig sich gegenüber sieht, berläßt es aller Mut, und lieber vermögens, die Polizei in weitem Umfange, die Justiz. Es erträgt es alle Nackenschläge eines auch ihm schädlichen, in tanten der Bürgerschaft, die Bürgerschaft, vertreten durch die daß es einen Konflikt wagen würde, einen wirklichen Stampf Bünfte, hatte das Recht zu wählen, zu beraten und zu be- um die Erringung der Demokratie. Denn es weiß, daß die schließen, die Bürger schworen einen besonderen Eid und ver- Demokratie auch die politische Macht des Proletariats zum pflichteten sich, städtische Aemter unentgeltlich zu besetzen. Ausdruck bringen müßte, und ehe es seinem Gegner diese Alles das war aber die reine Fiftion, bis auf die Machterweiterung zugesteht, eher verzichtet es auf sein poliwirklich autonome Justiz, die auch danach war, nämlich tisches Erstgeburtsrecht. Es gab eine Zeit, wo jeder liberale Bezirksverein und gänzlich berlottert. Die Stadtrichter waren miserabel bezahlt, So war es auch diesmal, und deshalb versagte der jede liberale Zeitung teine geeignete oder auch ungeeignete eine Besoldung von 100 Thalern gehörte schon zu den deutsche Reichstag so jämmerlich, deshalb weigerten sich alle Gelegenheit vorübergehen ließ, ohne den preußischen Junfern Seltenheiten; sie halfen sich mit unerlaubter Gebühren- bürgerlichen Parteien, die Machtfülle anzuwenden, die die die Schande von Jena" um die Ohren zu schlagen, und die erhebung oder gar mit Eingriffen in die Depositen- und Gunst der Stunde ihrem Parlament in die Hand gegeben Stein- Hardenbergsche Gesetzgebung als das Muster einer Mündelfassen. hat. So völlig inhaltlos und nichtig die Erklärung Bülows friedlichen und gesetzmäßigen Reform zu preisen, als be- Alles andere, was an städtischen Rechten durch das All war, der Majorität bot sie Genüge. Von dem Reichstag hatte schämendes Muster namentlich für das tumultuarische Auf- gemeine Landrecht verbürgt sein sollte, war eitel Schein. In Bülow nichts mehr zu fürchten. Hier hatte der Absolutismus räumen der großen französischen Revolution. Dagegen war die städtischen Aemter schob die Regierung- soweit die oben der Bureaukratie einen vollen Sieg erfochten. Der Verzu bemerken, daß umgefehrt der gründliche Kehraus, den die gekennzeichnete Rechtsprechung nicht studierte Juriften erantwortliche, der nichts verantworten fonnte, wurde nicht französische Nationalversammlung dem feudalen und zünftle- forderte- verabschiedete Soldaten, Offiziere und Mann davongejagt er erhielt die Anerkennung und das Verrischen Unrat tanzte, ein beschämendes Muster war für das schaften, bei der damaligen langen Dienstzeit vollständig trauen seiner Majorität. Aber von einer anderen Seite fümmerliche Flick- und Stückverf der Stein- Hardenbergschen fenile Invaliden, die, selbst wenn sie guten Willen mit drohte Gefahr. Die Herrschaft der Bureaukratie ist nicht zu Gesetzgebung. brachten, völlig unfähig waren, ihn zu betätigen. Damit behaupten, wenn durch sie beständig die wichtinsten LebensNun aber ist die Zeit vorüber, wo die liberalen Bezirks- aber noch nicht genug, so war der Garnisonchef in jeder Stadt interessen nicht der Boltsmassen allein, sondern auch der vereine und die liberalen Zeitungen so fed waren, von den der absolute Herr, vor dessen Mißhandlungen fein Bürger herrschenden Klassen verlegt werden. Diese Gefahr aber drohte Junfern in despektierlicher Weise zu reden. Sie haben sich sicher war und gegen dessen noch so freche Ausschreitungen es ihr seit dem Regierungsantritt Wilhelms II. durch das vielmehr zu Leibeigenen des Juntertums gemacht, das dadurch nirgends im Staate eine Sühne gab. Rechtlich gesinnte Eingreifen des Herrschers in immer höherem Maße, und die so üppig geworden ist wie in den Tagen vor Jena, und sich Bürger weigerten sich überhaupt, städtische Aemter anzunehmen, Veröffentlichung des Kaiserinterviews machte sie akut. Sollte demgemäß beeilt, das Urteil der Geschichte über seine würdigen wegen der unerträglichen Plackereien, denen sie dann durch vom deutschen Bürgertum nochmals der Verzicht auf seine Ahnen zu revidieren. Echte und plattierte Junker, die v. d. die militärischen Befehlshaber ausgesetzt waren. Selbstregierung, der Verzicht auf die Erweiterung der parlaGoltz und die v. Meyer, bemühen sich, in dickleibigen Werken In dieser scheußlichen Militärwirtschaft sahen Stein und mentarischen Macht errungen werden, so mußte Wandel genachzuweisen, daß die Junkerwirtschaft vor Jena eigentlich das feine Genossen die Hauptursache des Verfalls, namentlich schaffen werden gegen den Kaiser". Die Kompromittierung Ideal einer gesellschaftlichen Organisation gewesen sei, das auch auf dem städtischen Gebiete. Sie gründlich auszurotten, des bureaukratischen Absolutismus durch die selbstherrlichen nur durch den dummen Zufall der Schlacht von Jena in die war ein und vielleicht das Hauptziel, dem sie mit ihrer Eingriffe eines Monarchen, dem das Augenmaß für die Brüche geraten und dann in trübfeliger Weise von Stein und Städteordnung nachtrachteten. Das ist ihnen zunächst einmal Wirkung fehlt, mußte aufhören. Und nachdem Bülow den Hardenberg zurechtgeflickt worden sei, die zum Beispiel den Reichstag so leicht befiegt, mußte er den anderen, für ihn dank Städten nicht nur nicht neue Rechte verschafft, sondern ihnen der Feigheit des deutschen Bürgertums schweresen, Stampf führen, den Kampf gegen den Kaiser. manche Rechte genommen hätten, die das Allgemeine Landrecht den Städten gesichert habe. Wozu bemerkt werden muß, daß die Stein und Hardenberg immerhin noch großartige Sterle waren, verglichen mit den Junkern von Jena. Etwas ins Gedränge kommt diese Richtung durch die Jahrhundertfeier der preußischen Städteordnung von 1808, die auf den morgigen Tag fällt. Dies fönigliche Geschenk der Hohenzollern" gehört nun einmal zu dem eisernen Bestand der patriotischen Legende, obgleich der König Friedrich Wilhelm III. aftenmäßig mit dem Gefeße nichts zu tun gehabt hat, als daß er es unterschrieb, sobald es ihm Stein mit einigen Donnerworten vorlegte. Gefeiert werden muß das Jubiläum also, zumal da auch die Thronrede, die das Dreiflaffenparlament vor einigen Wochen eröffnete, preisend davon sprach. Aber es ist possierlich zu sehen, wie sich namentlich der Blockfreisinn dreht und wendet, das fönigliche Geschent der Hohenzollern" und die berühmte Selbstverwaltung" herauszustreichen, ohne doch bei seinen junterlichen Lehnsherren anzustoßen. " aufs Verdienstkonto zu schreiben. Der Königsberger Polizeidirektor Frey, der den größten Anteil an der Städteordnung von 1808 hatte, schrieb über diesen delikaten Punkt: Wir erwarten gang vergebens, daß der Gemeingeist der Von Anfang an hatte Bülow diefen Kampf mit aller Engländer, Franzosen und anderer bei uns erwachen werde, wenn Sorgfalt vorbereitet. Schon die Erklärung in der Nordd. wir nicht dem Militär die Schranken anweisen, die es in allen Allg. 3tg." tadelte ganz offen das Vorgehen des Kaisers, in Ländern, wo Gemeingeist herrscht, nicht überschreiten darf. So feiner Reichstagsrede sprach Bülow von dem großen Schaden, lange das Militär nicht der allgemeinen Polizei und Justiz unter den der Kaiser durch sein Interview angerichtet hatte und worfen ist, oder so lange mit anderen Worten gegen das Militär schwieg auf alle Angriffe aus dem Hause. Als die Reichstagsgerade nur soweit Polizei und Justiz gehandhabt werden darf, igungen vorbei waren, da machte die ganze ihm ergebene als die Chefs aus gutem Willen gestatten, so lange ist teine auf Presse Front gegen das persönliche Regiment, da berief Bülow innere Ueberzeugung und öffentliche Sitten gegründete Verfaffung das preußische Staatsministerium und den Bundesratsausschußz denkbar. Das Militär darf sich musterhaft betragen, aber für auswärtige Politif ein, um zwar nicht als„ Mandatar so lange es sich als Gefälligkeit und Humanität anmaßt, was der Nation" wie eines seiner Organe meinte, aber als die bloße Gerechtigkeit und die unbedingte Achtung gegen Degenz Vertreter aller Regierungsgewalt von Wilhelm II. Bürgschaft erfordert, so lange sind wir in der traurigen Alternative zwischen für fünftiges Wohlverhalten, zu fordern. Im Reichstag hatte dem fnechtischen Sinn, der das als Gefchent annimmt, was ihm als Rechtsteil gebührt, und der peinlichen Beklommenheit, die das Bewußtsein erzeugt, daß unfere Ruhe von bloßer Willfür abhänge, und in beiden Fällen ist auf unbefangene öffentliche Tätigkeit nicht zu rechnen. Der Sieg des Hausmeiers. Der amtliche Teil des Reichsanzeigers" enthält heut folgende Kundgebung: In der heute dem Reichskanzler gewährten Audienz hörte der Saiser einen mehrstündigen Vortrag des Fürsten v. Bülow. Der Reichskanzler schilderte die im Anschluß an die Veröffentlichung des Daily Telegraph" im deutschen Volke hervorgetretene Stimmung und ihre Ursachen, er erläu erte ferner die Haltung, die er in den Verhandlungen des Reichstages über die Interpellationen eingenommen hatte. Der Kaiser nahm die Darlegungen und Erklärungen des Reichskanzlers mit großem Ernste entgegen und gab seinen Willen dahin kund: er erklärt, daß ohne größere Zurückhaltung Wilhelms II. weder er noch einer seiner Nachfolger die Verantwortung tragen könne, ein Sat, durch dessen letzte Worte auch sein Nachfolger festgelegt und jeder Ausweg durch einen Ministerwechsel abgeschnitten werden sollte. Und gleichzeitig mit In der Städteordnung von 1808 steht der Saz: Sie Ueber diesen Punkt waren die Urheber der Städteordnung der Kampagne für Bülow und gegen den Staiser fegte eine ( nämlich die Stadtverordneten) bedürfen weder einer bevon 1808 bei manchen sonstigen Meinungsverschiedenheiten in unsäglich schmutzige, für das Deutschland der Eulenburgfonderen Instruktion oder Vollmacht der Bürgerschaft, noch seltener Einmütigkeit, und so lange wir nicht einmal den Standale so bezeichnende Stampagne zur Diskreditierung aller sind sie verpflichtet, derselben über ihre Beschlüsse Rechenschaft Oberbürgermeister von Verlin ebenso gegen den heutigen nur möglichen Nachfolger ein und eine Bearbeitung der Hofzu geben. Das Gesetz und ihre Wahl sind ihre Vollmacht, Militarismus sprechen hören, wie der Polizeidirektor von freise, die bis zur Beeinflussung der kaiserlichen Familie geihre Ueberzeugung und ihre Ansicht vom gemeinen Besten Königsberg gegen den damaligen Militarismus sprach, so lange gangen zu sein scheint. So war der Tag vorbereitet, an dem der Städte ihre Justruftion, ihr Gewissen aber die hegen wir bescheidene Zweifel an den Fortschritten aufrechter der Stanzler dem Staiser im Potsdamer Schloß endlich gegenBehörde, der sie Rechenschaft zu geben haben." Diesen und männlicher Gesinnung, die das deutsche Bürgertum seit übertreten konnte. Und der Erfolg? Saz hat Stein wörtlich aus einem französischen Revolutions- einem Jahrhundert gemacht haben will. Gesetze übersetzt, wozu der v. Meyer( Französische Einflüsse auf die Staats- und Rechtsentwicklung Preußens im 19. Jahr hundert II, 321) naserümpfend bemerkt, das sei so ein " Phrafenartikel", wie sie Bismard schon in seinen Dentwürdigkeiten abgetan habe, ein" Importartikel" von demselben Die politischen Krisen Deutschlands zeigen einen eigenStaliber, wie der Artikel in der preußischen Verfassung: Die artigen Charafter. Sie beginnen mit einem Standal, führen Wissenschaft und ihre Lehre ist frei. Zu diesem Importartikel zu großer Erregung und enden mit einem faulen Kompromiß. fagt nun wieder ein braver Magistratsaffessor in der letzten Es liegt eine gewisse Notwendigkeit in solcher Regelmäßigkeit. Sonntagsnummer der Bossischen Zeitung": Hm, Hm, freilich, Standale und Sensationen bilden die Einleitung, weil in der freilich. Aber das war nun einmal die der Epoche eigen Strife offenbar wird, was sonst als sorgfältigstes Staats- und fümliche Gefeßessprache". Gewiß die Städteordnung von Hofgeheimnis bewahrt wird: daß ein Kampf der Cliquen um 1808 war in vielem ein Kind ihrer Zeit, fie litt an Mängeln die Beherrschung des Staates entbrannt ist, in dem die Unmancher Art, aber wie herrlich weit haben wir es in der fähigkeit eines Bureaufraten in nicht mehr zu vertuschender furzen Spanne von hundert Jahren gebracht! Hierzu wäre Weife offenbar geworden ist; der Waffenlärm im Stampfe zu bemerken, daß die grundlegenden Gedanken der Städte- um die Macht übertönt das Gebot des Amtsgeheimnisses, und ordnung seit hundert Jahren immer rückwärts revidiert mit stannender Entrüstung erfährt die Deffentlichkeit, mit worden sind, troß des deutschen Bürgertums, das mit seiner wieviel Verstand und wieviel Redlichkeit die deutsche Welt „ Herrlichen" Selbstverwaltung bekanntlich an der Spige der regiert wird. Sobald aber der Unwille sich gegen das deutschen Zivilisation marschiert. System wendet, das solche Standale mit Notwendigkeit erWenn man die Städteordnung von 1808 mit der heutigen zeugt, sobald Maßregeln gefordert werden, die gründlichen Städteordnung vergleichen will, so muß man selbstverständlich Wandel bedeuteten und an Stelle des Absolutismus der halber Sieg. Von größerer Zurückhaltung" ist nicht die die ökonomischen Umwälzungen dieses Jahrhunderts in ge- Bureaukratie und der unumschränkten Gewalt ihrer Spigen Rede. Aber immerhin hat der Kaiser öffentlich erklären bührenden Anschlag bringen. Damals gab es in der Nur eine vom Volf fontrollierte und vom Bolk durch seine Ver- müssen, daß er die Wahrung der verfassungsmäßigen Vermark Brandenburg außer Berlin nur drei Städte mit mehr tretung bestimmte Politif fetten, da erwacht die Solidarität antwortlichkeiten sichern" werde. Und man gibt ja als 10000 Einwohnern, Potsdam, Frankfurt und Branden- der hadernden Cliquen gegen den gemeinsamen Gegner. Der fein solches Versprechen ohne das gleichzeitige Anburg; in Ost- und Westpreußen, für welche Provinzen die Zwischenfall wird auf die eine oder andere Weise erledigt und erkenntnis, daß man bisher nicht so gehandelt. Auch Städteordnung zunächst bestimmt war, fogar nur zwei Städte unerschüttert bleibt das System erhalten. Der großen Er hat der Kaiser die Ausführungen Bülows im Reichstage diefer Kategorie, Königsberg und Elbing, dazu acht Städte regung folgt der Katzenjammer und alles bleibt wie zuvor. ausdrücklich billigen müssen und damit zugegeben, daß von 3500 bis 10 000 Einwohnern, alle übrigen Städte waren So war es beim Standal des Tauschprozesses, so bei den der in ihnen enthaltene Tadel berechtigt war. Es will fleiner. In allen diesen Städten überwog ein verrottetes und Podbielski- und Kolonialskandalen, so bei der Eulenburg- demgegenüber wenig befagen, wenn sich Wilhelm II. gegen versumpftes Zunfthandwerk; sie waren tatsächlich nichts fampagne und so soll auch die neueste Strife ausgehen: mit die öffentliche Stritit verwahren zu müssen glaubt. Nur daß anderes, als eine Art Domänen. Freilich hatte ihnen das All- einem Stompromiß, das alles beim alten läßt. Denn in dem der Protest gegen die ungerecht empfundenen"( also nur so gemeine Landrecht das Patronat über Kirchen und Schulen Momente, in dem das deutsche Bürgertum die Bureaukratie empfundenen, aber in Wirklichkeit nicht ungerechten) Ueber Unbeirrt durch die von ihm als ungerecht empfune denen Uebertreibungen der öffentlichen Stritit erblicke er seine vornehmste kaiserliche Aufgabe darin, die Stetigkeit der Politit des Reiches unter Wahrung der verfassungsmäßigen Werantwort lichkeiten zu sichern. Demgemäß billigte der Kaiser die Ausfüh rungen des Reichstanzlers im Reichstage und versicherte den Fürsten v. Bülow feines fortdauern. den Vertrauens." Der Kanzler hat borläufig gesiegt. Freilich ein fretöungcti" erkennen läßt, daß Wilhelm II. bis lvirkliche Stimmung' des- Volkes auch nach dem Vortrags noch immer nicht erkannt hat. Wer nur ein halber Sieg ist cS. weil Fürst Bulow gar keine ernst zu nehmende Garantie.für die Zukunft erhalten hat. Bülom hat gesiegt, wie et eben nur siegen konnte. Ms Hansmeier gegen eine ersch nt te rt e Ä ö ni g s- macht, nicht aber als konstitutioneller Mii-ister, derber Kraft und dem Willen der Nation zum siegreichen Durchbruch vcrhilft. Er hat gesiegt infolge einer momentanen Schwächung des persönlichen Regiments, von dessen Gnade und gutem Willen er auch ferner völlig abhängig ist. Bülow hat sofort aAeL getan, um seinen Sieg zn sichern. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet' in ihrer heutigen Ausgabe: Der Ncichskemsler Fürst v. B ü l o!v hat alsbald nach feiner Rückkehr von Potsdam dos preußische Staats mini- st e r i u m zu einer vertrauliche n Besprechung zu- sammenberufen. in d-r er über das Ergebnis seines Vortrags bei dem Kaiser Mitteilung machte.' Unmittelbar hier- auf wird der Reichskanzler den Präsidenten d e S Reichs- ta.ac3 Grasen z u Stolbcrg zu einer längeren Bc- sprechnng emvfanqen. Glelchzettig macht der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatsminister v. Be t h ma n n- H o l l- w eg den siimnisührenden Mitgliedern des Bundesrats im Austrage des Reichskanzlers entsprechende Mitteilung. Bülow will sich die Faktoren der Ncichsregierung sichern und zugleich anzeigen, daß er die Zügel der Regierung mit fester Hand von neuem ergreift. Ministerium. Bundesra und Reichstag sollen sekne Stützen werden gegen jeden Ein- griff des persönlichen Regiments. Besonders begierig dar man auf die Besprechung� mit dem Reichstagspräsidenten fein. Offenbar beabsichtigt Bi»low, den Reichstag zur Festigung seiner neuen Position zu gebrauchen und nach den Er- fahrungen, die er mit der Majorität gemacht hat, ist zu er- warten, daß diese sich bemühen wird, den: Siege ihres Herrn ihre Sanktion zu geben.'Es ist deshalb notwendig, daß man den Inhalt der Unterredu»g mit dem Reichstagspräsidenten bald erfährt. Herr v. Stolberg wird jedenfalls im Reichs- tag Antwort zu geben haben, was für Ansinnen an ihn gestellt worden sind. Schon jetzt aber müßte dagegen pro- testiert werden, daß etwa Bülow nach dem Sieg die Rede- -freiheit, die er vorher so zu schätzen wußte, wieder ein- zuschränken versuchte. Als Hausmeier hat Bülow gesiegt. Stand am Beginn der Regierung Wilhelms ll. der Kampf des Kaisers gegen die absolute Gewalt Bismarcks, der mit der Niederlage des Kanzlers endete, so ist jetzt die Macht des Kanzlers gegen die Kaisergewalt siegreich' geblieben. Das ist der Kreislauf, in dem sich die Kämpfe um die Negierungsgewalt in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren abgespielt haben. Aber bei all diesen Kämpfen' stand der deutsche Reichstag abseits, war er nur der müßig zuschauende Chor, der die Taten der Handelnden mit seinen Reden begleitet. Er selbst aber war stets ausgeschaltet und soll, wenn es nach dem Fürsten Bülow geht, auch weiter zu seiner passiven Rolle verurteilt bleiben. Wilhelm II. ist von Bülow besiegt 'worden, weil die Interessen der herrschenden Klassen der Junker und Eröbkapitalisten es so verlangten/und Bülows Erfolg ist ein interessantes Beispiel, wie sich Klasseninteressen dupchsetzen, sei es durch, sei es gegen den Einzalwillen eines Herrschers. Aber die L e i d t r a g e n d en in diesem Kampfe find' die breiten Massen des Volkes, die sich wieder um ihren Anteil an der Selbstbestimmnng ihtes Geschickes ge- prellt sehen. Die Volksvertretung geht leer aus, die Macht des Parlaments ist geringer als je, in demselben Moment, wo sie größer hätte werden können als je. Der Absolutismus sucht sich nach der schweren Niederlage aufs neue aufzuraffen. Aber so einfach darf diese Krise nicht beendet werden. Ob Bülow oder ein Hohenzoller, das ist nicht die Frage. Gegen den Absolutismus der Bureau- kratie, für die Macht der Volksvertretung Muß der Kampf geführt werden. Die Kanzlerkrise mag für den Moment beendet sein, wenn wir auch glauben, daß Bülow sich seines Sieges nicht lange freuen wird. Für uns aber handelt es sich um die Ver fa s s u n g s k r i se. um die Erkämpfung der Selbstbestimmung des Volkes gegen den Kanzler und gegen den Kaiser. Es ist eine Krise, die nicht gelöst wird von oben, sondern nur gelöst werden kann von unten, von dem Volke selbst und seiner Tat, Spurlos dürfen diese Tage nicht vorübergegangen sein und auch die Kämpfenden dort oben sind nicht unverwundet aus der Schlacht zurückgekehrt. Die Schäden und Gefahren des Ab- solntismus sind enthüllt. Die Schwäche unserer Gegner 'muß benutzt werden. Von der deutschen Arbeiterklasse vor allem hängt es ab, ob sie die Lösung, die Bülow und Wilhelm II, gefunden haben, sanktionieren will. Bülows Sieg ist die Wiederaufrichtung und die Neubefestigung des alten Systems. An der Arbeiterklasse ist es, dieser Lösung ihrer Gegner ihre eigene entgegenzustellen. Die Unfähigkeit des Gegners hat die Frage der deutschen Verfassung endlich aufgerollt: Die deutschen Arbeiter müssen verhindern, daß sie anders beantwortet wird als durch die Erringung der Demokratie.__ ein einbalfamkrter. Der ehemalige Justizminister v. Schelling ist gestorben. Die Presse hat sein Ableben registriert, der„Vorwärts" hat in seiner gestrigen Nummer die Karriere des Mannes kurz geschildert. ES ist die Karriere eines ordentlichen preußischen Justizbureaukraten. der es auf der Leiter der Hierarchie bis zur obersten Sprosse ge- bracht hat. Besonderes, Bedeutendes ist von ihm nicht zu berichten. So war er denn, als er sein Amt abgab, em für die Oeffentlich- keit toter Mann. Die heutige Generation schon wußte kaum noch etlvas von ihm— die nächste kennt ihn nicht mehr. Würde ihn nicht mehr kennen, wenn nicht ein Großer dafür gesorgt hätte, daß Schellings Name auch nach Generationen noch genannt werden wird. Er hat sich einst an einen Großen heran- gewagt und der hat ihm dafür die Unsterblichkeit verliehen. ES ist dem Herr v. Schelling ergangen, wie jenen winzigen Schriftsteller- lein des 18. Jahrhunderts, die sich an Lessing heranwagten und von denen Heine in semer„Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" sagt, daß Lessing ihre Namen durch seine Polemik der wohlverdienten Vergessenheit entrissen habe, indem er sie mit dem geistreichsten Spott, mit dem köstlichsten Humor gleichsam um- spönnen, so daß sie sich in den Lessingschcn Werken nun für ewige Zeiten erhalten, wie Insekten, die sich in einem Stück Bernstein ver- sangen haben. �Der Große, an den sich Schelling heranwagte, war Ferdinand Lassalle. Von dem damaligen Staatsanwalt v. Schelling war bis Anklageschrift verfaßt und gezeichnet, die den, Prozeß zu Grunde lag, der gegen Lossalle am 16. Jaimar 1363 vor der IV. Deputation des Stadtgerichts Berlin verhandelt wurde, die»n- klage, die ihn beschuldigte, durch seine Rede„Ucber den be- sonderen Zusammenhang der gegen lv artigen G es ch i ch t Sprri o d e mit der Idee des Arbeiter- st a n d e S"(sie erschien später unter dem Titel„Arbeiter- Programm" im Druck) im Handwerkerverein der Oranienburger Vor- stadt am 12. April 1362 die besitzlosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. In feiner glänzenden Verteidigungsrede„Die Wissenschaft und d i.e Arbeiter" hat Lassolle mit Herrn Schelling abgerechnet. Gleich Lessing ein Meister der Polemik, überlegte er wie dieser nie lange, ob auch der Gegner seiner würdig war. Die jämmer- liche Anklageschrift des Staatsanwalts v. Schelling verdiente sicher- lich nicht den Aufwand von Witz und Geist, die Laffalle in seiner Verteidigungsrede an sie verschwendet hat. Er hat den unglück- seligen Gegner, der die Blöße der Klassenjustiz mit pseudowissenschaftlichem Flitter zu verdecken suchte und zu diesem edlen Zwecke die Wissenschaftlichkeit der inkriminierten Laffallcsche» Rede anzutasten wagte, mit der ganzen Schärfe seiner furchtbaren Dialekük getroffen. Er übergoß ihn mit der ätzenden Lauge seines erbarmungslosen Spottes und ließ Schelling den Sohn Spießruten laufen durch die Worte Schellings des Vaters, deS Philosophen. Es wäre eine Hinrichtung. Ein Gericht allerdings über einen Abwesenden. Herr v. Schelling mochte erfahren haben, was ihm bevorstand. Er wählte der Tapfer- keit besseren Teil und ließ sich im Termin durch einen Substituten vertreten. Aber hinterher nahm er Rache, wie sie ein preußischer Durchschpittsbureaukrat zu nehmen pflegt. Er ließ Lassalle auf Grund seiner Verteidigungsrede wegen Beleidigung der Staats- anwaltschnft unter Anklage stellen und erreichte seine Verurteilung zu einem Monat Gefängnis. Womit natürlich für alle ordnungs- liebenden Staatsbürger bewiesen war, daß die Argumente Schellings doch besser waren als die LaffalleS. Dem hatte auch das Meisterstück seiner Verteidigungsrede vor den Richtern der IV. Deputatton nicht viel gehotfen. Auf vier Monate Gefängnis lautete das Urteil, daS sie auf die Klage Schellings fällten. Das Kammergericht als Berufungsinstanz indes setzte die Strafe auf 166 Taler Geldstrafe herab. Für diese Instanz schrieb Lassalle eine Verteidigungsrede nieder, die unter dem Titel„Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klasse" erschienen ist. Sie ist in der VerHand- lung nur zum Teil gehalten worden. Aber sie hat die Schriften, die Lassalle der deutschen Arbeiterklasie hinterlassen, um ein bedeutsames Werl bereichert. Zusammen mit der Verteidigungsrede vor der ersten Instanz stellt sie noch heute ein Waffenarsenal des kämpfenden Proletariats dar, das keiner unbereichcrt verläßt. ES ist das un- gewollte Verdienst deS Staatsanwalts v. Schelling, durch seine An- klage die sozialistische Literatur um diese beiden wertvollen Stücke bereichert zu haben. So lange die Werke LaffalleS leben, so lange lebt deshalb auch daS Andenken an Schelling, den preußischen Staatsanwalt, das Insekt, daS sich verfangen hat in dem Lavastrom Laffallescher Rede. Sie Protestbewegung gegen«las persönliche liegiment. Stuttgart, 1?. November. Eine Reihe von überaus stark besuchten Protestversammlungen gegen das persönliche Regi- ment fanden in Württemberg statt. Außer den von uns bereits gemeldeten Versammlungen in Cannstatt und Stuttgart fand am Sonntagabend eine Versammlung in Göp.'Hing.en statt, die ebenfalls überfüllt war. Zu einer imposanten Demonstration gestaltete sich die Versammlung in Eßlingen am Montagabend. Auch hier zeigte sich der große Saal als zu klein, die Menge zu fassen. Auch in diesen beiden Versammlungen referierte Ge- nosse Ströbel. In allen Versammlungen wurde die Reso- lution der Leipziger Versammlung angenommen. Am Montagabend tagte in Erfurt eine von 1000 Per- sonen besuchte, von der sozialdemokratischen Partei ein- berufene Volksversammlung, in der Genosse Redakteur H e n i, i g- Erfurt über das persönliche Regiment in der deutschen Politik und über die neuen Steucrvorlagcn sprach. Eine scharfe Resolution, die sich gegen die Schäden des perspn- lichen Regiments wendet und geeignete gesetzliche Vor- kehmnjjen zur Verhütung einer Wiederholung ähnlicher Vor- kommnisse fordert, wurde e i n st i m m i g angenommen. In Gotha nahm eine außerordentlich stark besuchte Versammlung, in der Genosse Wilhelm Bock sprach, einmütig eine Protestresolution gegen das persönliche Regiment und gegen die neuen.Steuern an. Versammlungen mit gleichem Zweck fanden in Brau- d en b u r g und R a th e n o w statt! in beiden sprach Genosse P e u s. Auch hier wurden Protestresolutionen angenommen. Eine für die Hinterbliebenen der Radboder Verunglückten veranstaltete Tellersammlung ergab rund 200 M. Der finnische Candtag. Helsingfors, den 10. November. Am 31. Oktober ist die Session des finnischen Land- tags geschloffen worden. Nicht leichten Herzens gingen die De- puiierten auseinander, denn die allgemeine Rechtslage wird in stetig wachsendem Maße von der russischen Reaktion bedroht. Doch auf ihre Tätigkeit können die finnischen Volksvertreter— vor allem die Sozialdemokraten— mit Befriedigung zurückblicken: eine Reihe wichtiger Reformen sind in der verfloffenen Landtagssession m'sgearbeitet und beschloffen worden. Wir wollen hier nur die bedeutendsten Gesetzesvorlagen her- borheben und nennen an erster Stelle das A r r e n d e- oder Tor- Parigesetz. Bekanntlich befindet sich die Landwirtschast in Finn. land»och auf einer ziemlich primitiven Entwickelungsstufe: der kapitalistische Großbetrieb mit rationeller Agrikultur, mit Ma- schinen und Lohnarbeitern ist erst im Entstehen begriffen. Von den größeren Besitztümern sind Parzellen abgetrennt und Klein- dauern und Hauslern zur Ansiedelung angewiesen, die in gewisser feudaler Abhängigkeit vom Gutsherrn stehen und verpflichtet find, die Arbeiten auf dem Gute zu verrichten. Solcher Kleinbauern und Häusler(„Torpari") zählt man in Finnland im ganzen auf >66 Tausend Familien. Ihre Lage ist elend genug: die Arrende- bedingungen sind drückend schwer, die Pacht wird hauptsächlich in Naturalleistungen entrichtet und dem Frondauer kann außerdem beim geringsten Anlaß gekündigt werden. Bei der Entscheidung der Torparifrage stellte die sozialdemokratische Fraktion alz leitendes Prinzip auf: die Verteidigung der Interessen der ländlichen prole- tarischen Schichten und die Aufräumung der feudalen Ueberreste, welche dem landwirtschaftlichen Progreß im Wege stehen. Unter ihrem Drucke wurde dann auch im neuen Arrendegesetz die Haupt- bestimmung aufgenommen, daß fortan die Pachthöhe nur in Geld zu berechnen ist, und somit der Uedergang von der Naturalwirtschaft zur kapitalistischen Geldwirtschaft gesetzlich besiegelt. Der Will- kür deS Gutsbesitzers find jetzt strenge Grenzen gezogen: die früheren feudalen Hcrrenrechke aufgehoben und die Kündigung des Arrende- kontraktS kann nur nach Bestimmungen des Gesetzes vor sich gehen. Tic Arrendezeit wird auf 25 Jahre festgesetzt(bei neu zu er- richtenden Pachlstellen auf unkultiviertem Boden dauert der Ar- rendckontrakt 50 Jahre), wobei der Kleinbauer an seiner Scholle nicht gebunden ist und sie zu jeder Zeit mit Genehmigung der lo- kalen Arrcndekommission einem anderen abtreten kan.. Diese Arrcndckommission besteht aus 5 Mitgliedern: 2 werden von den Grundbesitzern gewählt, 2 von den Kleinbauern und Häuslern, den fünften als Vorsitzenden bestimmt daS KreiSgcricht. Die Koin- Mission hat den Arrendevcrtrag zu normieren, den Bodenwert ein- zuschätzen, die von den Kleinbauern ausgeführten Meliorationen zu taxieren und die Zwistigkeitcn zwischen Grundherren und Tor- pari auf stiedlichem Wege zu schlichten. Die Meliorationen werden wohl in Geld berechnet, aber dem Kleinbauern nicht bar aüsge- zahlt(wie das die Sozialdemokratie verlangte), sondern ihm durch Verlängerung der Pachtzeit und Herabsetzung der Pachtbcdingungcn vergütet. Außerdem wird eine UebergangSzeit von 9— 14 Jahren anberaumt, während der die Torpari ihre jetzigen Pachtstcllcn noch innehaben können, falls der Gutsherr den Kontrakt nicht erneuern wollte; der Torpari wird außerdem für die in dieser Zeit ausge- führten Meliorationen entschädigt. DaS ist in Hauptzügen das neue Gesetz, welches einen großen Fortschritt für die ökonomische und soziale Entwicklung Finnlands bedeutet. Das zweite wichtige Gesetz war die Durchführung deS allgemeinen Wahlrechts für die Stadt- und Land- lommunen. Als im Jahre 1905 die rcvolutio�re Volksbewegung den alten Ständelandtag stürzte und die demokratische Volksvertretung eroberte, so war es für jeden hier im Lände klar, daß auch die Tage des plutokratischen Verwaltungssystems in Stadt- und Landgemeinden gezählt sind. Sogar die klerikal- nationalistische Partei der Mtslimen sah sich gezwungen, diese Kor- dcrung in ihr Wahlprogramm aufzunehmen. Doch als man in dieser LandtagSsession an die Verwirklichung der Reform schreiten wollte, schwenkten die Altfinnen um und wollten das Kommunal- gesctz unter allerlei Ausflüchten auf eine spätere Zeit hinaus- schieben. Ein Sturm der Entrüstung erhob sich im ganzen Lande, überall fanden Demonstrationen und ProtestmectingS statt und die Möglichkeit eines Massen st reikö wurde von der finnischen Arbeiterschaft ernstlich in Erwägung gezogen. Sogar im Lager der Altfinncn wurden unwillige Stimmen laut und so Äuhtcn die bürgerlichen Parteien nachgeben. Noch in letzter Stunde vor dem Schluß der Session wurde das neue Kommunalgesetz end- gültig fertig, welches dem finnischen Proletariat das a l l g c- meine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht zusichert. DaS Wahlrecht besitzen alle finnischen Bürger(sowohl Männer wie Frauen), welche 21 Jahre alt sind; die Wahlperiode ist aus 3 Jahre festgesetzt; die Wahlen gehen nach dem Pro- p o r t i o n a l- System vor sich. Den Sieg des allgemeinen Wahl- rechts konnte die Bourgeoisie nicht verhindern, aber sie suchte es doch teilweise einzuschränken. So besteht die Kommunalverwaltung nach dem neuen Gesetze nicht aus einem repräsentativen Körper, sondern die Funktionen sind zwischen zwei Ausschüssen geteilt. Der erste Ausschuß wird von allen Bürgern der betreffenden Ge- mcinde gewählt und entscheidet prinzipielle über alle Fragen des kommunalen Lebens. Der zweite verstärkte Ausschuß hat speziell die Finanzen der Kommune zu verwalten und über die Einnahmen und Ausgaben zu bestimmen; hier nehmen an den Wählen nur die stcucrzahlenden Bürger teil. Es sei bemerkt, daß die Kon:- mpnalsteucrn in Finnland verhältnismäßig niedrig sind(steuer- pflichtig ist jeder, der ein jährliches Einkommcn von 300—500 Frank auf dem Lände und 600—900 Frank in der Stadt hat), aber dennoch schließt diese Bedingung manche proletarische Elemente aus dem Wahlrechte aus/ Doch daS mußte die Sozialdemokratie mit in den Kauf nehmen, falls sie nicht die ganze Reform scheitern lassen wollte. Am Ende der Landtagssession wäre die finnische VolkSvcr- tretung beinahe an eine gefährliche Klippe zerschellt. Es war dies die Frage von den sogenannten„Ne w a in i l l i one n", eine Summe von 2sh Millionen Rubeln, welche die russische Regierung für den Bau einer Eisenbahnbrückc über die Newa fordert. Diese Summe war schon im Jahre 1904 unter Bobrikoff verlangt worden und der damalige Senat hatte sie auch einspruchslos bewillig'. Doch nach dem Sturze der russischen Distatur im Jahre 1905 stellte sich der neue„konstitutionelle" Senat, sowie auch der zusammen- getretene Landtag auf den Standpunkt, daß über finnische Staats- gelber die russische Regierung nicht ohne Einwilligung der finnischen Volksvertretung verfügen darf. Nun ist aber die Summe von 2% Millionen schon in daS russische Budget für 1909 ausgenommen und Nikolaus II. forderte die unbedingte Auszahlung der Newa« Millionen. Ter jetzige Koalitionsscnat gab nach und brachte nach- her die Frage wieder vor den Landtag. Die Altfinnen wollten die Haltung des Senats ausdrücklich billigen, während einige radikale „Konstitutionalistcn" eine Resolution einbrachten, welche einen scharfen Protest aussprach und die strikte Verweigerung dieser Summe verlangte. Die Entscheidung dieser verhängnisvollen Frage hing von der sozialdemokratischen Fraktion ab und diese gab die Erklärung ab, daß der finnische Standpunkt nach den Be- schlüsscn des früheren Landtags in dieser Sache ganz klar ist und daß cS deshalb keiner neuen Kundgebung seitens der finnischa, Volksvertretung bedarf. ES war für niemand ein Geheimnis, daß im Falle einer offenen Protesterklärung unverzüglich von Petersburg der Befehl zu einer Auflösung des Landtags und zum Umstürze der jetzigen dem�'- kratischen Verfassung erfolgt wäre. Die finnische Sozialdemokratie hielt aber den jetzigen Zeitpunkt nicht für geeignet und die Frage der Newamillionen nicht für bedeutend genug, um einen offenen Krieg mit der russischen Regierung heraufzubeschwören. Die unnische Arbeiterpartei ist sich dessen wohl bewußt, daß sie unvcr- meidlichen Kämpfen entgegengeht, denn Stolhpin und seine Helfers- Helfer schmieden fortwährend Pläne, wie die erkämpften Rechte des finnischen Volkes zu zertrümmern seien. So kann wohl sehr bald der Moment eintreten, wo die finnische Sozialdemokratie die Pflicht hat. den Kampf aufzunehmen, auch wenn sie auf dem Schlachtplatze bleiben sollte! Denn jetzt heißt eS bei uns: für dieZukunftbereitsein.— politifebe(lederliedt. Berlin, den 17. November 1908. Wie der Kaiser reist Ein babischcr Abgeordneter schreibt uns: Am Sonntag fuhr der Hofzug mit der kaiserlichen Herrschaft. von der Donauquelle nach der internationalen Bäderstadt Baden- Baden. Ich reiste zu einer Protestversammlung wider das per- sönliche Regiment in meinen Wahlkreis und fuhr auf dem Hin- und' Herweg jedesmal in Stätionsobstand vom kaiserlichen Hofzug. Auf den badischen Bahnhöfen gab sich das bewaffnete Schutzengel- tum unnötige Mühe, von dem vorbcirollendcn Hofzug eine Ovation abzuhalten. Kein Mensch dachte an eine solche Demonstration. Nur einige bunte Wimpel flatterten auf dem Stationsgebäude zu Offenburg. Das reisende Volk auf dem Perron und innerhalb tct Knipspferche wurde genötigt, sich hinter die Mauern der Warte- säle zurückzuziehen. Alle Fenster und Türen wurden hermetisch abgeschlossen� selbst die Restauration durfte nicht betreten werden, solange sich der Kaiserzug zur Depeschencntgcgemmhme aufhielt. Die Teilnahme des neugierigen Publikums zu Baden-Baden, das man in sichere Entfernung von den kaiserlichen Gästen des badischen Hofes hielt, war gegen früher kalt; die Leute plagte nur die Neugier, wie„Er jetzt a u S s i e h t". Und man fand eine große Veränderung an„Ihm". Abends dampfte der mit zwei Lokomotiven bespannte Hofzug wieder durch das Kinzigtal auf die Höhe zurück, nicht nach Kiel, weil der Tod des Generals von Hülscn-Häseler den Reiseplan Cr. Majestät durchkreuzt hatte. Als das reisende Publikum den Bahnsteig zu Offenburg wieder betreten durfte, sah man Bahn- bedienstete mit einer Meßlatte, womit die Entfernungen einiger durch Kreidestriche auf dem Perron bezeichneten Merkmale geometrisch genau festgelegt wurden. Die Erklärung für diese Geometcrarbeit wurde mir auf Befragen erklärt. Beim Aufent- halt des Hofzuges markierte man die Stellung der Lokomotiven und den Eingang in den kaiserlichen Wagen mit Krcidcstrichen, um die nun mit der Meßlatte festgestellten Maße nach dem Bahn- Hof Donaueschingen telegraphieren zu können. Dort wurde wieder der Abstand auf dem Perronboden angekreidet, um den einfahren- den Hofzug genau so zu stellen, daß die Tür des Kaiserwagcns mit jener deZ fürstlich-fürstenbergischen Wartesalons forte spondierte.•-_ Der bedrohte Hofzug. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M teilt zu einer Meldung, daß auf dem Bahnkörper bei Station Mühlheim einige Stunden vor dem Passieren des kaiserlichen HofzugeS Patronen ge f u n d e n worden seien, folgendes mit: Sowohl am Sonntag wie am Montag wurden in den, von Hanau nach Frankfurt führenden Gleise in der Nähe der Station Mühlheim je eine Patrone ge- funden, die sofort Sachverständigen zur Untersuchung auf ihren In- halt übergeben wurden. Das GlelS war nicht dasjenige, das der Zug, in dem der Kaiser fuhr, zu passieren hatte, sondern ein ParallelgleiS. Da der Vorfall auf hessischem Gebiete sich ereignete. hat die Darmstädter Staatsanwaltschaft die Untersuchung ein- geleitet.—_ Eine Deuionstratio« für Bulow.> LluS Dresden wird vom 17. November genieldet: I» der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer forderte tlbg. Günther(Freis.) die sächsische Regierung auf, die Jmtiativc zu ergreifen, damit der Bundesrat Garantien fordere, die eine Politik, wie sie bisher im Reiche geführt worden fei, nicht mehr möglich machten. S t a a t s m i n i st e r Graf Hohen thal erwiderte u. a.: Es muß näher überlegt werden, ob jetzt der geeignetste Moment ist, aktiv vorzugchen. In der Sitzung des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten am vorigen Donnerstag hat Fürst Bülow in vierstündigem freiem Vortrage über alles eingehend Mitteilung gemacht, was sich in den letzten Jahren inbezuß auf die auswärtigen Angelegenheiten begeben hat. Diese Mitteilungen waren streng vertraulich. Ich kann aber hervorheben. daß in der Aussprache, an der sämtliche Mitglieder de» AuSl fchusseS teilnahmen, festgestellt wurde, daß die Leitung der auswärtigen Politik in denallcrbesten Händen ist tAllseitiges Bravo!), und daß der Reichskanzler, trenn er, wiewohl schweren Herzens, sich entschlossen hat, in kritischer Stunde die Bürde seines Amtes weiter zu tragen, dies aus reinem PatrtotiSNluS, Pflichtgefühl' und Anhänglichkeit an den Kaiser getan. Was geschehen ist, läßt sich nicht unge- schchen machen; aber statt hadern, wollen wir lieber einen gesunden Optimismus pflegen; ich glaube gewiß, daß auch für Deutschland wieder bessere Tage kommen werden. lBeifall.) Der Ausschuß für auswärtige A n ge�le ge» he ijte n wird künftig ö.f.ter i,ti regelmäßigen Zwischenräumen z u s,a m nHe ntrcjte n; dann wird sein Zusammentritt auch nicht, wie es dnsmal g jchehen. a s Sensation angesehen werden. lLcbhafter beisall.) Abg. Opitz gab namens der Konservativen dem Wunsche Ausdruck, daß die jetzigen Ereignisse nicht mit dem Rücktritt des Fürsten Bülow enden, sondern dieser bedeutende E t a a t S m a n n d e m Reiche auch f ü.r dft e A ulju n f,t e.r h g l t e n bleibe. Dm pslichteien die National- liberalen und die R e f o r m p a r t e i bei. M i n i st e r Graf Hohenthal bemerkte noch, er halte eine Aenderung der Ver- fassuiig im jetzigen Augenblicke nicht für tunlich. Dann wurde die Sitzung geschlossen. Die Pose des Hausmeters. Ueber die Fahrt Bülows nach Potsdam erzählen bürger- liche Blätter: Kurz nach 10 Uhr traf der Reichskanzler vor dem Potsdamer Bahnhof ein. Fürst Bülow sah sehr blaß aus; die innere Erregung war seinem Gesicht anzumer'en, aber er hatte sich völlig in der Gewalt und sprach auch noch mit gewohnter Liebens- Würdigkeit einen Bekannten an, den er auf dem Bahnsteig be- merkte. Der Bekannte sagte dem Reichskanzler, daß die herz- lichstcn Wünsche von ganz Deutschland ihn auf seinem schweren Gange begleiteten, worauf Fürst Bülow mit ernster Stimme die bedeutsamen Worte erwiderte:»Ich habe keinen anderen Gedanken, als dem deutschen Volke gegen- über meine Pflicht zu tun." Der Bekannte erwiderte, er hoffe, man werde in wenigen Stunden rufen können: Hoch Reichskanzler Fürst Bülow! Der Reichskanzler drückte ihm lächelnd die Hand und bemerkte, man Wiste nicht, wie es ausgehen werde. Man sieht: die Ersparnisse an der Stimmungsmache für Wilhelm II. sind in vollem Ausmaß dem Fürsten Bülow zu- gute gekommen.—_ Preußische BoltSschullehrerinnen. Der Landesverband Preußischer VolkSschulkchrerinnen hatte zum Sonntag seine Ortsgruppen nach Berlin berufen, um in einer außerordentlichen Versammlung gegen die neue LehrerbesoldungS- vorläge zu protestieren. In zwei Referaten wurden die jetzigen Lehrerbesoldungsverhältnisse und die geplanten Gehaltserhöhungen geschildert. Die Lehrerinnen hätten, so wurde ausgeführt, be- sonderen Grund zur Klage, denn der Prozentsatz ihrer Bezüge sei gegenüber denen der Lehrer noch um eine Bedeutendes herab- gedrückt. Die Versammlung forderte: Gleiches Grundgehalt für Lehrer und Lehrerinnen und Erhöhung des im Gesetzentwurf an- gegebenen Normalsatzes. Sll Proz. der Alters- und Ortszulagen der Lehrer und 7b Proz. der Mietsentschädigung deS verheirateten Lehrers. Betreffs der Bestimmungen über die Ortszulagen möge die Vorlage dahin geändert werden, daß alle Gemeinden be. rcchtigt seien, solche Zulagen zu gewähren, daß ihre obere Grenze nicht festgelegt werde und daß die Summe deSGrundgehaltcS mjd die Ortszulage an keinem Ort hinter dem biS jetzt gezahlten Grund- geholte zurückbleibe. Ferner müsse die Mietsentschadigung bei der Pensionierung ungekürzt zur Anrechnung kommen. In der ein, stimmig angenommenen Resolution heißt es: „Die außerordentliche Versammlung des Landesverbandes Preußischer Volksschuliehrerinncn legt Verwahrung dagegen ein, daß in der Begründung zu der Besoldungsvorlage der Satz des Grundgehaltes von Iflbi) Mark fiir Lehrer und KM Mark für Lehrerinnen� als der Porbilduug der.Lehrerschaft und der Schwierigkeit und Wichtigkeit des Lehramt» entsprechend bezeichnet wird. Vor allem aber pro- testiert die außerordentliche Versammlung auf das ent- fchiedcnste gegen d i e Bewertung der Arbeit der Bolksschul- lchrerinuen, welche in dem Normalgehalt von 1050 M. zum Ausdruck kommt. Diese Bewertung stellt die preußischen Volks- schullehrerinnen auf gleiche Stufe mit den niedrigst besoldeten unmittelbaren Staatsbeamten und widerspricht der hohen kul- turellcn Bedeutung des Berufes, aber auch den vielen aner- kennenden Urteilen, welche sowohl vom preußischen Kultusminister als auch von den Aufsichtsbehörden aller Kategorien über den unterrichtlichen und erziehlichen Wert der Arbeit der Volksschul- lehrerinnen gefällt worden sind. Den Volksschullehrerinnen aber nimmt dieses Grundgehalt die Möglichkeit ausreichender Er- nährung; es verurteilt sie zu jahrelangem Entbehren und ver- kürzt endlich ihre Pension unter das Existenzminimum," Aus dem Meininger Landtage. In der letzten Sitzung des Meiniuger Landtages kam eS zu ausführlichen Erörterungen über das Mcininger Domänengesetz. Unsere Fraktion hatte einen Antrag eingebracht, von den Domänen- überschössen einen größeren Betrag als bisher der Londeskasse zu- zuführen. DaS Domänenabkommen vom 20. Juli 1871 bestimmt. daß die Ueberscküsse je zur Hälfte in die Hof- und in die Landes- lasse fließen. Die Einnahmen waren ursprünglich verhältnismäßig bescheiden, sind aber jetzt derart gestiegen, daß daS Meininger Volk jährlich auf diese Weise für den Hos mindestens 1 200 000 M, zirka 4 M. pro Kopf der Bevölkerung, aufbringen muß. Dieses Anwachsen der Domänenüberschüsse sollte eS eigentlich ganz selbst- verständlich erscheinen lassen, daß daS Domänenabkommen neu geregelt wird. Die bürgerlichen Parteien sind dagegen einmütig der Meinung, daß diese Bestimmungen unantastbar bleiben müssen. Umsonst wies Genosse Hofmann darauf hin, daß in den 40er Jahren ein Herzog sich mit der Verwendung aller Domänenüberschüsse zu LandeSzwecken einverstanden erklärt hatte und daß im Domänen- gesetz von 1849 die Domänen ausdrücklich als Staatseigentum be- zeichnet werden. Der sozialdemokratische Anirag wurde gleichwohl abgelehnt. Für ihn stimmten nur die Antragsteller.— Eine Ordnungsstrafe des Bremer Senats. Wie bereits gemeldet wurde, ist der bremische Lehrer und Schriftsteller Heinrich Scharrelmann vom Bremer Senat unter Verzicht desselben auf ein Disziplinarverfahren in eine OrdnungS- strafe von 1000 M. genommen worden. Gegen diese hohe Strafe hat nun Scharrelmann, wie wir erfahren, unter Hinweis darauf, daß das Gesetz dem Senat zu einer derartigen Maßnahme keiner- lei Handhabe bietet, Protest einlegen lassen. Es fragt sich in der Tat, ob eine solch hohe Summe noch eine„Ordnung» strafe" im Sinne des bremischen Beamtengesetzes genannt werden kann. ES wäre ja z. B. der Fall denkbar, daß der Senat bei einem anderen Anlaß eine noch höhere Summe für angemessen erachtet, wodurch die„Ordnungsstrafe" leicht empfindlicher werden kann, als selbst die schwerste dem Disziplinargericht zustehende Entscheidung: die Amtsentsetzung. Man denke sich z. B. einen Beamten, der vielleicht das Zwei- bis Dreifache seines Jahresgehaltes als«Ord nungsstrafc" bezahlen sollte. Eventuell will Sckarrclmann gegen den Senat klagen wegen Anwendung ungesetzlicher Maßnahmen, wodurch sich ihm außerdem die Aussicht eröffnen würde, sein Material gegen die Schulbchörde auf dem Wege des Zivilprozesscs an die Oeffentlichkeit zu bringen. Der StrafvollzngSskandal von Elberfeld ist, wie sich nachträglich herausgestellt hat, doch nicht ganz so arg, wie wir eS gestern unter„Parteiiiachrichten" dargestellt haben Die Beschwerde des Genossen H o f f m a n n gegen die Verweigerung der Selbstbeschäftigung ist doch noch vor seiner Entlassung auS der zweiinonailichen Gcsäiigmshast erledigt worden— 10 Tage vor ihrem Ende traf der Bescheid vom Minister des Innern ein, daß die Beschwerde für begründet erachtet werde, daß dem Beschwerdeführer die Selbstbeschäfiigung zu gewähren sei. Der Minister hat aber der Auffassung der Boriiistmiz, daß Genosse Hosfmann wegen seiner als Preßsiinder erlittenen Vorstrafen der Sclbsibeschäftigung unwürdig sei. daß er schlechter behandelt zu werden verdiene als der Major a. D. Graf Lynar im Gefängnis zu Siegburg, nicht beizutreten gewagt. Das ist mit Befriedigung zu konstatieren. Aber der Strafvollzngskandal ist nur beendet worden, um einem Skandal der preußischen Bureaukratie Platz zu machen. Nicht weniger als s e ch s•© o ch e n Zeit hat die Erledigung der Be schwerdc in Anspruch genommen! Sechs Wochen Zeit im Zeitalter des Dampfes und der Elektrizität, der Telegraphen und Telephone? Wen wundcrtS angesichts dieser Leistung, daß ein Brief, in dem Genosse Hofsmann der„Freien Presse" zu Elberfeld die Gewährung der Selbstbeschästigung meldete und den er acht Tage bor seiner Entlassung der Gefängnisverwaltuug zur Zustellung übergab, gerade am Tage seiner Entlassung an seine Adresse gelangtel » Die Entlassung deS Genossen Hoff mann gestaltete sich, wie unser Elberfelder Partciblatt meldet, zu einer imposanten Demow tration. Als sich ihm abends Uhr die Gefängnistore öffneten, hatte sich dort eine tausendköpfige Menge eingefunden, die ihn mit einem brausenden Hoch empfing. Ein bereitgestelltes Automobil nahm den entlassenen Verbrecher nebst seinen Familienangehörigen auf. In losem Zuge begleiteten die Genossen, abwechselnd die Marseillaise, den Sozialistenmarsch und die Internationale singend, das Auwmobil. So ging es durch die ganze Hofaue, über den Wall und Markt nach dem„Volkshause", wo natürlich nur ein kleiner Teil der Begleiter Platz fand. Die übrige Menge zerstreute ich in kurzer Zeit. Die Polizei hatte sich vernünftigerweise nicht bemerkbar gemacht. Die bürgerlichen Abgeordnete« find„verhindert". Am Sonntag nahm der Berein Dresdener Zigarrcnhändler Steklung gegen die neue Tabakbesteuerung. Diese Steuer würde zur Verminderung des Konsums, zu zahlreichen Arbeiterentlassungen und zur Vernichiimg der kleineren Betriebe zugunsten einiger Groß« betriebe führen. Zu dieser Versammlung waren Genosse Reichstags- abgeordneter Kaden ebenso wie die Abgeordneten Slresemann. Wagner, Zimmermann und Heinze eingeladen. Die bürgerlichen Abgeordneten waren aber merkwürdigerweise alle am Erscheinen verhindert. Genosse Kaden sprach sich scharf gegen jede Tabak- steuer aus und verlangte, daß die sächsischen Vertreter im Bundesrat gegen die Steuer wirken.—_ Württembergs Staatshaushalt. Die Rechnungsergebnisse des württembergischen Staatbhaus- halte» vom Jahre 1906 sind heute im„StaatSanzeiger" verösfent- licht worden. Danach hat sich angesichts der steigenden Einnahmen statt des in Aussicht genommenen Fehlbetrages von rund 470 000 Riark ein Ueberfchuß von 4 003 34S M. ergeben, der etwa zur Hälfte auf die Mehreinnahme bei der Einkommensteuer entfällt. Dem Eisenbahnrcservefonds konnten aus dem Ertrage der Eisen- bahnen im ganzen rund 4 960 000 M. zugewiesen werden, was gegenüber dem im Etat angenommenen Betrage ein Mehr von 3 867 000 M. darstellt._ Bertrag zum Schutze des gelverblichen Eigentums. Heute ist im Auswärtigen Amte ein Vertrag zwischen dem Deiitichen Reiche und Oesterreich, sowie ein Vertrag zwischen dem Deutschen Reiche und Ungarn über den gegenseitige» Schutz des ge- werbliche»» Eigentums unterzeichnet worden.--- | Soldateuschinderek. Der Unteroffizier Töll vom Brandenburger Füsilier-Regiment Nr. 35 ist einer jener Coldatenschinder, wie sie unter dem gegen- wärtigen Drillsystem und unter dem bestehenden Militärstrafrccht immer wieder erstehen. Er ließ einen Füsilier, der aus Mangel an Zeit seine Stiefel nicht ordentlich geputzt hatte, hundertmal Kniebeuge machen und schlug einige Tage später denselben Mann mit einer angeblich nicht vorschriftsmäßig gereinigten Hose ins Gesicht, worauf er ihm befahl, sich auf den Bauch zu legen und in dieser Stellung Hebungen auszuführen. Endlich mußte der Soldat eine Viertelstunde lang mit einem Sckiemel Streck üb u ii gen machen, bis er ohnmächtig umsank. Nun holte der Unteroffizier einen Heilgehilsen herbei, dessen Be- mühungen eS gelang, den Mißhandelten, dem Schaum vor dem Munde stand, wieder zur Besinnung zu bringen. Am anderen Tage hatte der Soldat noch starke Schmerzen und Bruststiche, an denen er vorher nie gelitten hat. Das Kriegsgericht verurteilte den Unteroffizier zu zwei Monat einer Woche Gefängnis und Degradation. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß nicht der geringste Anlaß zu einer Bestrafung deS Soldaten vorgelegen hätte. Der Unteroffizier habe durch seine raffinierte Mißhandlung sich als un- tauglich filr feinen Dienst erwiesen.— Die Balkankrise. Die österreichischen Rüjsnnge». Wie», 17. November. Die Gerüchte von der M o b i l i» s i e r u n g einiger Armeekorps und anderen militärischen Ausnahme« maßregeln entbehren, wie daS hiesige K. K. Telegr.-Korresp.-Bureau meldet, der Begründung. Die Heeresverwaltung fand sich lediglich bestimmt. daS 15. Armeekorps, das sich auS Truppen verschiedener Ergänzungsbezirke zusammensetzt, auf den erhöhten Friedens- stand zu bringen, was eine Vermehrung der Kompagnie um 36 Mann ausmacht. Die übrigen vierzehn Armeekorps bleiben von dieser Maßregel unberührt. Die dadurch erzielte unbedeutende Er- höhung des FriedcnSstandeS bei den Grenztruppen in Bosnien und der Herzegowina ist hauptsächlich dadurch veranlaßt, daß die Grenz- bevölkerung ein erhöhtes Schutzbedürfnis empfindet, welches durch die immer hefti-ger auftretende Agitation in den füd- östlichen Nachbarländern, insbesondere durch die bedrohliche Bondenbildung geweckt wurde. Um den aufreibenden Sicherheitsdienst ohne Ueberbllrdung der Maimschasten versehen lassen zu können und der Bevölkerung das Gefühl unbedingter Sicherheit zu geben, erschien es nötig, derzeit eine unwesentliche Ber- stärkung der T r u p p e n in den Grenzgebieten Bosniens und der Herzegowina eintreten zu lassen. Oeftermeb. Zusammentritt des NcichsratS. Wie»,.17. November.(W. T. B.) Der Rcichsrnt wird am 26. November wieder zusammentreten, Schweiz. Die Wahl GrculichS. Zürich, 16. November.(föig. Ber.) An der gestrigen NationalratSwahl beteiligte sich nur ein« Minderheit von Wählern, so daß Greukich ohne Gegenkandidat mit bloß 12811 Stimmen gewählt wurde, während er im ersten Wahlgang deren rund 16000 erhalten hatte. Man ersieht daraus die Interesse- losigkeit der Wähler, auch der sozialdemokratischen, wenn es keinen Wahlkampf gibt. Mit Greulich sind nun sieben Sozial« dem o traten in den Nationalrat gewählt. frcmkreich. Regelung des Bergbaues. Paris, 17. November. Die von Minister Barthou aus- gearbeitete Vorlage über die Abänderung der B c r g b a ug e s« tz» ? e b u n g enthält U. a. folgende Bestimmungen: Der Konzessionär ann zu der auch für seinen Nachfolger verbindlichen Verpflichtung angehalten lverdcn. eine Fabrik zur Verwertung der Berg. bauprodukte zu errichten, ferner zur Ausführung von Straßen, die für sein Unternehmen vorteilhaft sind, beizutragen und Wohlfahrtseinrichtungen zugunsten der Arbeiter zu unterstützen. Falls der Konzessionär diesen Verpflichtungen nicht cirtspreck>en sollte, kann er der Konzession verlustig er- klärt werden. Das Gleiche ist für den Fall vorgesehen, daß der Konzessionär die Ausführung der ihm vorgeschriebenen Sicher heitsvorrichtungen verweigert oder das Bergwerk länger als zwei Jahre ruhen lassen würde. Ferner kann ein Berg- werk ohne vorherige Ermächtigung weder veräußert noch verpachtet werden. Behufs Beteiligung des Staates an dem Erträgnis des Betriebes wird eine provisorische Steuer auf das Reineinkommen der Bergwerke eingeführt. Die zweite Vorlage, durch welche der Staat ermächtigt wird, unter getviffen Bedingungen und Bürgschaften die Bergwerks- kon Zessionen einzulösen, bestimmt u. a., daß der genaue EinlösungSprcis vorher durch eine Schiedskommission festgesetzt werden soll, damit sich daS Parlament über die ganze Tragweite der Verstaatlichung Rechenschaft ablegen kann, Belgien. Für den Frieden.> Brüssel, den 17. November. In der heutigen Sitzung, der Deputiertenkammer kam der Deputierte Paul Janson auf die de u t s ch- fra n zösi sche ii Beziehungen zu sprechen und führte auS:„ES ist einige Tage her. daß wir am Vorabend eines Brandes zwischen zwei großen Völkern gestanden haben. Das Gewitter drohte auf unsere Häupter niederzugehen, aber die beiden Völker entschlossen sich, ihren Streitfall einem S ch i e d S- e r i ch t zu unterbreiten. Ich schlage der Kammer vor. diese beiden ölker, die«in so großes Beispiel gaben, zu beglückwünschen. Mögen alle Parlamente ein Gleiche» tun! Mögen die Könige und die Völker endlich begreifen, daß der Krieg etwas Verab- scheuungswürdigeS ist."(Lmiganhaltender Beifall.). Der F i na n z m i n i sie r nahm von diesem Antrag, für den er seine Sympathie ausdrückte, in Vertretung des Ministers des Aeußern Kenntnis und erklärte, daß er ihn dem Minister des Aeußeren übermitteln werde. Im weiteren Verlaufe der Debatte'über den Antrag Janson erklärte der sozialistische Deputierte Vandcrvelde. daß am besten der Kammerpräsident Frmikreich und Deutschland den Dank für ihre Friedensliebe ausdrücke. W o e st e (Katholik) widersprach diesem Vorschlage. Eine kleine Nation. wie Belgien, habe sich nicht in die Angelegenheiten fremder Staaten zu mischen. Damit wurde der Gegenstand verlassen. Sngland. Tie Flottenpolitik. London, 16. Noveniber.(Unterhaus.) Der Liberale ByleS kellte in der heutigen Sitzung eine Frage bezüglich der Erklärung des Premierministcrö ASquith über den Zwei mächte- Standard und regte an, Großbritannien möge vorerst unter Währung deS jetzigen Stärkeverhältnisses darauf bedacht Fein, den anderen Seemächten Eröffnungen zu machen, die auf eine gegen- eitige proportionale Verringerung der sich über- lictenden Ausgaben für die Verteidigung zur See abzielen. Der remierminister erwiderte, die anderen Seemächte seien über die Ansichten, denen die britische Regierung bezüglich der überflüssigen, den Steuerzahlern durch die einander über- bietenden Ausgaben für Schiffsbauten aufgebürdeten Lasten mehr als einmal Ausdruck gegeben habe, wohl unter» Jierlohn, Landsberg, Liegniß, Lissa, Naumburg, Oppeln, Rudolfzell, Saarbrücken, Weida i. Th. und Zeit. tichtet Jm fweiteren Verlauf der Sigung stellte Bon3dalejin ber legten Nummer aus den Ortsvereinen: Brieg, Gummersbach, ( fonservativ) eine Anfrage, in der er die Notwendigkeit des fofor tigen Baues weiterer Striegsschiffe ersten Ranges betonte, damit der Standard, von dem Asquith gesprochen habe, aufrecht erhalten werde. Lonsdale fragte, ob die Regierung beabsichtige, außer den bereits vor Schluß des Finanzjahres bewilligten Schiffen noch andere auf Stapel zu legen. Der Premierminister antwortete, nach Anficht der Admivalität bestehe eine Notwendigkeit hierfür nicht, und die Regierung habe nicht die Absicht, das für das Finanzjahr bereits sanktionierte Programm abzuändern. Perfien. D Berschlechterung der Arbeitsverhältnisse des technischen Bühnenpersonals. Laut Beschluß der Theaterleiter Berlins soll der Theaterbeginn Herr Reghäuser fürchtet, das Botum der Berliner Buch wegen des Achtuhr- Ladenschlusses auf 8% Uhr verschoben werden. drucker erkläre sich daraus, daß sie den„ Korrespondent" zu wenig Ob dieser Beschluß den Handlungsgehilfen und der Theaterkasse Wenn die lesen. Von den 10 000 Mitgliedern würden nur etwa 3000 Gremplare die ersehnten Vorteile bringt, wird abzuwarten sein. Geschäfte um 8 Uhr schließen, ist es doch wohl nur im seen abonniert. Wir fönnen leider keine Gegenrechnung aufmachen, Falle möglich, die Vorstellung, die man sehen will, pünktlich zu er wieviel Gummersbacher, Iserlohner, Lissaer, Radolfzeller usw. Buch- reichen. Oder man müßte das nächstgelegene Theater wählen, und drucker den Vorwärts" lesen. Herr Reghäuser tennt aber dann sieht man schließlich statt" Julius Cäsar" vielleicht„ Charleys ja wohl die Verhältnisse im Buchdruckergewerbe besser als wir. Tante". Die Herren Bühnenleiter wollen aber den Handlungs Und wenn das Votum der genannten Ortsvereine ihm maßgebender gehilfen nun einmal ihr gutes Herz zeigen. Sie wollen ihnen und erscheint als das des Berliner, dann müssen wir uns bescheiden. auch sich Vorteile bieten, aber leider auf Kosten der BühnenUnd die Berliner Buchdrucker werden den Dünkel fahren lassen arbeiter, die es mit ihrer ohnehin beschränkten Nachtruhe zahlen müssen, daß sie den angesehensten Gau in der Buchdruckerbewegung keinen Beruf, in dem in der kürzesten Zeit so große Arbeit geleistet müssen. Denn wie sieht es in den Theatern aus? Es gibt wohl bilden. Herr Rexhäuser will es nicht! werden muß wie hier. Morgens um 8 Uhr beginnt die Arbeitszeit des technischen Bühnenpersonals. Es muß in zwei Stunden( die Probe fängt nämlich um 10 Uhr an) diese und die Abendvorstellung eingerichtet werden. Da arbeiten dann 15-20 Personen in einem solchen Tempo, wie es sich der Außenstehende gar nicht vorstellen fann. Während der Probe wird, da die Dekorationen in den Theatern meist selbst hergestellt werden, fräftig an diesen gearbeitet, und da die Premieren sich drängen, wird nach der Probe mit einer einstündigen Mittagspause weitergearbeitet, bis zum Schluß der Vorstellung, der heute schon in die Zeit zwischen 11 und 12 Uhr nachts fällt. Berlin und Umgegend. Stimmungsmache für eine Intervention. Teheran, 17. November.( Meldung der Petersburger Tele. graphenagentur.) Am 11. November plünderten Karadschadareiter Sam Khans das dem russischen Untertanen Adil Khan Karabai gehörige von Armeniern bewohnte Dorf Zimgruschbar, das 6 Werst von Täbris entfernt liegt. Beiderseits gab es Tote und Verwundete. Der materielle Schaden Karabais beträgt 75 000 Rubel. An die organisierte Arbeiterschaft von Groß- Berlin! Der Generalgouverneur Ain ed Dauleh lehnte die Verantwortung für das Vorkommnis ab, da er nicht über die nötigen Kräfte zur Unterzeichnete Organisation der Bierabzieher ist genötigt, sich Herstellung der Ordnung verfüge. Der russische Geschäftsvegen des unter den Kollegen herrschenden Indifferentismus an träger und der englische Gesandte in Teheran richten die Arbeiter von Groß- Berlin zu wenden. Da viele Kollegen der auf vorkommende Grzesse ihre ernste Aufmerksamkeit und Organisation noch fernstehen, ersuchen wir die Arbeiterschaft, die machen die persische Regierung verantwortlich für dergleichen doch größtenteils aus Konsumenten des Weißbiers besteht, sich die Handlungen der Truppen des Schah. Mitgliedstarten, welche für das vierte Vierteljahr von weißer Farbe sind, von den Bierabziehern zeigen zu lassen und, wo eine solche Karte nicht vorgezeigt werden kann, darauf hinzuwirken, daß der betreffende Bierabzieher sich der Ortsverwaltung III( Bierabzieher) des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen anschließt. Mitgliederaufnahmen finden jeden Donnerstag nach dem 15. jedes Monats, abends 7 Uhr, im Verbandshause, Gr. Hamburger Straße 18/19, statt. Auch ersuchen wir alle Schantwirte und Bierfahrer, nur organisierte Bierabzieher zu beschäftigen. Alle über Groß- Berlin verbreiteten Gewerkschaftsblätter werden um Abdruck ersucht. Die Ortsverwaltung III( Bierabzieher) des Verbandes deutscher Gastwirtsgehilfen. China. Die Politik des Regenten. Befing, 17. November. Obwohl der Regent aufrichtig gewillt ist, Reformen zu gewähren, wird er doch nicht als ein starker Mann betrachtet. Die Herrschaft über die Truppen in Tichili ist geteilt. Eine Division ist unter der Gewalt des Thrones, zwei Divisionen werden fommandiert von dem Kriegsminister Tiehliang, der Quanshikais heftigster Gegner ist. Dies macht es für den Regenten Tichun schwierig, sich auf Quanshifai zu stügen. Unter den Revolutionären geht das Gerücht, daß einige ihrer Führer sich nach Peking zurückbegeben. Erregung im Volke. Befing, 16. November. In Befürchtung eines nw a chiens der revolutionären Bewegung hat der Regent Tichun die Zügel der Regierung mit fester and ergriffen, so daß die Aufrechterhaltung des Friedens wenigstens für einige Zeit gesichert ist. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, um cine Wiederholung der revolutionären Vorgänge vom April und Mai zu verhindern, und besondere Abteilungen chinesischer Truppen bewachen die Zugänge zu den Gesandtschaften. Gestern herrschte ein lebhafter Ansturm auf die Banken; vierzehn einheimische Bankinstitute wurden geschlossen. Unter der eingeborenen Bevölkerung herrschte große Erregung, die Polizei drängte die Menge von den Bankgebäuden zurück. 02 Die Ursachen des Todes des Kaisers und der KaiserinWitwe sind noch unbekannt. Obgleich eine Anzahl langer, für den Fremden unverständlicher Berichte ausgegeben worden ist, und obgleich andererseits die Gerüchte von un sauberen Machenschaften weit verbreitet sind, hat man keinen Grund für die Annahme, daß die beiden Todesfälle anderen als natürlichen Urfachen zuzuschreiben seien. Man fürchtet, daß die Reformpartei Keh Ming Tangs sich die gegenwärtigen Unruhen zunuze machen werde. Ein Teil der Chinesen sehen in Pulun den legitimen Thronerben. Ein Abschiedserlaß des Kaisers, der in Auanghsüs Namen vom Großen Rat" aufgefeht war, zeigt, daß der Einfluß der chinesischen Staatsmänner den Einfluß der Mandschus überwiegt. Der Erlaß muß als eine ausdrückliche Erklärung der neuen Regierung über ihre Politik betrachtet werden. Der Erlaß, der u. a. eine energischere Durchführung des Reformprogramm& vorsicht, sagt, der Kaiser habe sich während seiner Regierung mit den Schwierigkeiten beschäftigt, die sich aus dem Verkehr mit den Fremden und aus dem Verkehr zwischen Chriften und Nichtchriften ergaben, er habe das Heer und die Schulen vermehrt, die Industrien gefördert und eine Verfassung vorbereitet. Dem Vernehmen nach hat der Regent Tschun bereits manche Neuerung im Palaste eingeführt, so einen modernen Betrieb in der Erledigung der Geschäfte. Die Erziehung des unmündigen Raisers soll nach modernen Grundsäzen geleitet werden. Amerika. Trustpraktiken. Frankfurt a. M., 17. November. Wie die Franff. 3tg." aus New York meldet, verklagte die Bundesregierung den 8uder trust auf Zahlung von 3 624 000 Dollar wegen betrügerischer Gewichtsangaben bei der Versteuerung für die letzten zwei Jahre. Der frühere Betrag ist verjährt. Gewerkschaftlichen. " Die Buchdrucker und der Post- Prozeß. In der gestrigen Nummer des Korrespondent" tommt Herr Reghäuser auf die Versammlung des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer" zu sprechen, die sich mit seiner Pecson beschäftigte. Das fachliche Referat Maisinis nennt er ein seitig und zum Teil wahrheitswidrig und wirft ihm vor, er habe so gesprochen um des Beifalls der Massen willen und um die Rechnung im Falle Moffe zu begleichen". Das Ganze frönt der Treppenwiz:„ Er darf wohl jetzt im sozialdemokratischen Parteibureau den Aufgang für Herrschaften benuzen". Hoffen wir in Reghäusers Intereffe, daß die" Post" fich nicht das Vergnügen leistet, ihn abermals als 8eugen zu be nennen für die Tatsache etwa, daß der sozialdemokratische Bartet borstand einen hochluguriösen„ herrschaftlichen Aufgang nach feinem Bureau habe. " Wohltätigkeit in der A. E.-G. genommenen Der Deutsche Transportarbeiterverband hatte am Montagabend die Silfsarbeiter aus den Betrieben der Allgemeinen ElektrizitätsGesellschaft Brunnen- und Voltastraße sowie Acker- und Schlegelftraße zu einer Versammlung eingeladen, die im„ Swinemünder Gesellschaftshaus" stattfand. Auf der Tagesordnung ſtand ein Referat von Karl Fromte über das Thema:" Unsere Stellung zu der von der Generaldirektion zum 1. Januar 1909 in Aussicht Gründung einer Alters- und Pensionskasse". Der Referent stellte die Riefenprofite der A. E.-G. in Vergleich mit den erbärmlichen Löhnen, welche die Gesellschaft den Arbeitern zahlt. Am 5. November wurde in der Versammlung der Aktionäre der Geschäftsbericht besprochen und der Generaldirektor Rathenau gab seiner Befriedigung Ausdruck, daß im laufenden Geschäftsjahre der Gewinn sich gegen das Vorjahr noch um 1063 036 M. erhöht habe. Eine kleine zu sammenstellung von den Geschäftsabschlüssen der letzten sechs Jahre legt ein beredtes Zeugnis ab: Geschäftsjahr 1902/03 1903/04 1904/05 1905/06 1906/07 1907/08 • Reingewinn 5 624 385 Erhöhung des Erhöhung des Reingewinns Reingewinns seit gegen d. Vorjahr dem Jahre 1903 2 942 238 8 566 623 2 942 238 • • 10 954 676 2 388 053 5 330 291 12 888 952 1 934 276 14 868 175 1 779 228 15 931 211 1 063 036 7 264 567 9 801 790 10 306 826 Dann muß noch die Bühne abgeräumt werden, denn dies ist Polizeivorschrift und Verlangen der Feuerwehr. Die übliche feftgesetzte Arbeitszeit ist, wie schon vorgemerkt, von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags, dann von nachmittags 6 Uhr bis Schluß der Vorstellung. Ta nun aber in den meisten Fällen die Ruhepause von 2 bis 6 Uhr durch Ueberstunden ausgefüllt wird, ferner auch noch nach der Vorstellung einige Nachtstunden geleistet werden müssen, so ergibt sich für den Bühnenarbeiter eine tägliche Arbeitszeit von 15 bis 17 Stunden. So fann es fommen, daß ein Familienvater seine Angehörigen so gut wie gar nicht zu sehen bekommt. Der Lohn für die geregelte Arbeitszeit schwankt zwischen 90 und 120 M. monatlich. Wie steht es nun noch mit den Ruhetagen? Ein gefeßlicher Ruhetag besteht für das technische Bühnenpersonal außer dem Bußtag und Karfreitag nicht. Und diese beiden Ruhetage werden dem Bühnenarbeiter unter Umständen durch Veranstaltung von Vereinsvorstellungen illusorisch gemacht. Durch die Eingabe der Theater bis nach 12 Uhr nachts wird die langausgedehnte Arbeitszeit noch Direktionen beim Polizeipräsidenten um Verlängerung der Spielzeit um ein Beträchtliches verlängert und somit die Widerstandsfähig keit der Arbeiter noch mehr herabgesetzt. einnehmen können. Wenn aber die Saison zu Ende ist, so finden, wie in jedem anderen Berufe Entlassungen statt und es müssen sich diejenigen freuen, die zu Beginn der nächsten Saison ihren alten Platz wieder Bühnenpersonal gegen die Verlängerung der Spielzeit bis nachts Aus Anlaß all dieser Mißstände protestiert das technische 12 Uhr. Deutfches Reich. Außerordentliche Maßnahmen zur Milderung der Arbeitslosig feit forderte eine von zirka 1500 Personen besuchte Arbeits. losenversammlung in Frankfurt a. M. von den städtischen Körperschaften. Nach den Feststellungen des Referenten üttmann beträgt die Zahl der Arbeitslosen in Franks furt a. M. mindestens 3000. Staat und Gemeinde hätten die Pflicht, zur Milderung der Arbeitslosigkeit beizutragen. In einer angenommenen Resolution richten die Arbeitslosen an die städtis Daraus tann jeder sich am besten ein Bild machen, welchen schen Körperschaften das Ersuchen, den Anträgen der sozialdemo Mehrwert die Gesellschaft aus den 30 000 Arbeitern, die sie jeg betratischen Stadtverordnetenfrattion und des Gewerkschaftskartells schäftigt, herauszuziehen versteht. Die Aktionäre find fämtlich aur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und den sich daraus ergebenden ichwerreiche Leute, denn unter 6000 M. werden feine Aftien aus wirtschaftlichen und sozialen Schäden zuzustimmen. gegeben. An Dividenden wurden in den 6 Jahren ausgezahlt 1903: 8 Proz 1904: 9 Proz. 1905: 10 Broz. 1906: 11 Broz. 1907: 12 Broz. 1908: 12 Broz. Letzte Nachrichten und Depefchen. Der gefährdete" Hofzug. Betrachten die Hilfs- und Transportarbeiter( um die handelt es fich hier für den Deutschen Transportarbeiterverband) dagegen ihre Löhne, so ergibt sich ein Jammerbild. Im Jahre 1903 war der AnOffenbach, 17. November.( B. H.) Die Untersuchung der bei fangslohn 30 Pf. pro Stunde, und der Höchstlohn, der aber erst nach 8 bis 10 Jahren Tätigkeit erreicht werden konnte, 45 Pf. pro Stunde. Jeßt, der Station Mülheim gefundenen Patronen hat ergeben, daß es im Jahre 1908, beträgt der Anfangslohn 36 Pf. und der Höchstlohn, sich um ganz verwitterte Dynamitpatronen handelt, die aus dem der nur wenigen Leuten gezahlt wird, 52 Bf. pro Stunde. Und nun bedenke man die Steigerung der Mieten, der Lebensmittel und nahen Steinbruch herrühren. Der Umstand, daß der Sonderzug der Steuern seit 1903! Man bedenke, daß diefe kleine Erhöhung des Kaisers gestern abend auf freiem Felde gehalten, hat mit dem des Stundenlobnes nicht etwa freiwillig gegeben, sondern von den Patronenfunde nichts zu tun. Das Halten ist lediglich auf einen arbeitern ertämpft wurde! Man dente an die vielen Abzüge. an Blockfehler zurückzuführen. Nach der Meinung von Sachver Löhne bezahlen wie die A. E.-G., nämlich 40 Pf. Anfangslohn. Rede sein, denn die aufgefundenen Patronen hätten, selbst wenn Strafgelder usw., und ferner daran, daß andere Betriebe bessere ständigen fann von einem Attentat gegen den kaiserlichen Zug teine Und dann vergegenwärtige man sich, welche Wirkung es auf die Arbeiter ausübt, wenn die A. E.G. mit ihrer fie auf den Schienen gelegen hätten und der Zug darüber gefahren Wohltätigkeit" gegenüber den Arbeitern prahlt! Die r- wäre, wegen des völlig unbrauchbar gewordenen Dynamits keinen beiter wollen bon allen Wohlfahrtseinrichtungen der A. E.-G. nichts Schaden angerichtet. wissen, sie sind der Meinung, daß diese Einrichtungen nur auf den äußeren Glanz der Firma berechnet sind. Auch der beabsichtigten Ein gemaßregelter Profeffor. Gründung der Alters- und Pensionstasse zum 1. Januar 1909 fteben Darmstadt, 17. November.( B. S.) Der ordentliche Professor sie mit dem größten Mißtrauen gegenüber und wollen von vornherein lieber darauf verzichten. Entschieden ablehnen müßten sie aber, wenn etwa noch Beiträge zu der neuen Einrichtung an der technischen Hochschule, Geheimer Oberbergrat Dr. Richard von ihnen gefordert werden. Sie haben genug von den Kaffen, die Lepsius ist von der ihm übertragenen tommissarischen Ver. viel einnehmen, aber nichts herausgeben, wie die Strafgelderkaffe fehung der Amtsgeschäfte eines Mitgliedes für geologische Angein der jetzt 60 000 m. angefammelt find. Vor furzem hat sich erst legenheiten der Abteilung des Ministeriums der Finanzen für eine Versammlung damit beschäftigen müssen, daß alte Arbeiter bei der A. E.-G. einfach die Entlassung befamen anstatt der Pension, Forst- und Kameralien- Verwaltung enthoben worden. Die Ents obgleich in der Pensionskasse schon fünf Millionen liegen follen. hebung von seinem Bosten steht mit der freimütigen Kritik, die Die Arbeiter werden gut tun, sich die Bedingungen diefer neuen Profeffor Lepsius fürzlich in einem Artikel der„ Frankfurter Stasse genau anzusehen und sofort zu verlangen, daß ihnen die Kaffe Beitung" an dem Projekt der Neufassung der Sprudel in Bad Nau auch übergeben werde. daß der Arbeiterausschuß allein darüber zu heim übte, in Zusammenhang. bestimmen habe. Tas beste wäre freilich, die Direktion verschont die Arbeiter mit ihrer Wohltätigkeit, an die tein Mensch glaube, und befümmert sich um eine Erhöhung der Hungerlöhne, die jetzt ge zahlt werden. warnt wurde auch davor, daß sich die Arbeiter als Statisten ge brauchen ließen bei der großartig vorbereiteten Geburtstagsfeier des Generaldirektors, die in einigen Wochen stattfindet. vollständig zertrümmert. Reffelegplosion. Deutsche Luftschiffer in Frankreich. Ein Gutes hat die Berliner Versammlung aber schon gezeitigt: Reghäuser gibt dem Genoffen Rahn nun wenigstens Plauen i. Bogtl., 17. November.( B. H.) Wie die Neue Vogteine Ehrenerflärung. Gewohnterweise nicht, ohne dabei irgend In der Diskuffton erfuhren die Ausführungen des Referenten eine unwahrheit zu verzapfen. Er fagt nämlich, er habe der B. 8. von allen Rednern Bestätigung. Man traut den Wohlfahrtseiurich- ländische Zeitung" meldet, explodierte in der Spikenfabrik Richard am Mittag" von Leipzig aus eine Berichtigung gefchickt, und fährt tungen nicht und verlangt nur sein gutes Recht als Arbeiter. Ge- Aranz heute ein Kessel. Der Arbeiter Hermann Guth aus Priesen in Oesterreich wurde vollständig zerschmettert; eine Frau fowie ein fort:„ Wenn die„ B. 3. am Mittag" diefe Berichtigung nicht gebracht anderer Arbeiter wurden leichter verlegt. Das Mauerwerk sowie hat, was wir erst aus dem Versammlungsberichter die Fensterscheiben des Raumes, wo die Explosion stattfand, fine fahren, so hat sie unanständig gehandelt." Die Versammlung war am 12. November, den Bericht hat Herr Reghäuser am 14. gelesen, am 17. tonstatiert er das öffentlich. Am 7. November aber 10 Tage vorher schreibt er:„ Al. in Berlin: Ich habe sofort der B. 8. am Mittag" eine Berichtigung gefchict; wenn fie feine Aufnahme gefunden hat, tönnen Sie mich doch nicht verantwortlich machen. N." Der Existenz dieser Brieftastennotiz zum Troz behauptet jegt der eisenstirnige Meghäuser, er habe, was er bor zehn Tagen wußte, erst jest erfahren! In der Berliner Versammlung war übrigens die Brieftastennotig vom 7. November befannt. Aber man hatte eine so hohe Meinung von den Fähigfeiten erhäusers, daß man überzeugt war, er fönne eine Berichtigung verfassen, deren Aufnahme auf Grund des Preßgefezes erawingbar fei. Einstimmig wurde die folgende Refolution angenommen: Die Versammlung der Hilfs, Hof, Transporte, Packers und Lagerarbeiter der Allgemeinen Eleftrigitäts- Gesellschaft erklärt, daß die Direktion der Werke mit ihren Wohlfahrtseinrichtungen wohl Paris, 17. November.( B. S.) Echo de Paris" stellt eine die Deffentlichkeit zu beschäftigen weiß, daß aber die Arbeiterschaft Die ziemlich lange Liste deutscher Luftballons und ihrer Insassen zuin diesen Einrichtungen feinerlei Nuzen erblicken kann. Arbeiter versprechen sich auch nichts von der jetzt angekündigten sammen, die während der letzten Monate über die Ostgrenze kamen Bensions- und Alterstasse und verzichten gern auf alle von der und in Frankreich landeten. Aus der Tatsache, daß sich unter den Direftion protegierten Wohlfahrtseinrichtungen. Sie sind der Luftreisenden fast regelmäßig aftive Offiziere befinden und daß Ansicht, daß die beste Wohlfahrtseinrichtung für fie in einer wiederholt mehrere Ballons gleichzeitig aufgeftiegen waren, schließt günstigeren Regelung der Verhältnisse von Lohn und Arbeitszeit das genannte Blatt auf die Absicht militärischer Spionage und besteht." fündigt an, daß die Regierung strenge und wirksame Maßregeln ergreifen werde. Fromle wies zum Schluß noch auf die Notwendigkeit einer starten Beteiligung an den Gewerbegerichtswahlen hin. Explosion in einer Bulvermühle. Lorient, 17. November. In der Pulvermühle St. Michel Achtung, Lithographen und Steinbruder! Bei der Firma Die Berliner Versammlung ist übrigens mit ihrem Botum über Alfred Silbermann Berlin( Marquardt) drohen wegen terhäusers Verhalten in der Buchdruckerwelt bis jetzt allein ge- Nichtanerkennung der Abmachungen vom August 1906 Differenzen wurden heute durch Explosion einer Granate drei Arbeiter getötet. blieben. Durch drei Nummern schon vermochte Herr Reghäuser Berichte auszubrechen. Die Kollegen werden dringend ersucht, dieses mit Bertrauenstundgebungen für ihn zu veröffentlichen. So allein strengstens zu beachten. Die Verwaltung. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.; Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr, u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 271. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Katastrophe von Radbod. Was die Arbeiter sagen. In einer am Sonntag in Hamm abgehaltenen Versammlung erörterte Genosse Pokorny an Hand der von Arbeitern borgebrachten Klagen die Verhältnisse auf der Radbod- Grube. Wenn es richtig fet, was Minister Delbrück glaubte verfünden zu müssen, nämlich, daß die Verwaltung und deren Beamtenschaft feine Schuld treffe, dann sei eben die Bergbehörde die Alleinschuldige, dann müsse sie die gröblichen Mißstände nicht nur geduldet, sondern direkt begünstigt haben. Unbedingt notwendig sei die Einfühung der Arbeiterkontrolleure. Die Wasserleitung in der Grube war in Unordnung, Deutschland paradiere mit der Unfallziffer im Bergbau an erster Stelle. Zu der Verwaltung hätten die Arbeiter längst fein Vertrauen mehr, auch nicht zur Bergbehörde. Unbedingt müsse gefordert werden: Schaffung eines Reichsberggesetzes und die Verstaatlichung der Gruben. Genoffe Reichstagsabgeordneter Sachse teilte mit, daß mehrere Beileidstelegramme eingegangen find. In ergreifenden Worten gedachte er der toten Stameraden, die noch in der Grube liegen und schilderte das Elend der hinterlassenen Witwen und Waisen. Die Bergbehörde sei nicht von der Schuld an diesem Unglück freizusprechen; es sei notwendig, die Schuldigen an den Branger zu stellen.( Lebhafter Beifall.) Eine Resolution, die die Zustände im Bergbau scharf verurteilt, fand einstimmige Annahme. In der Diskussion fritisierte Genosse Pilgrim scharf die bürgerlichen Breßberichterstatter, die es versuchen, die BergTeute, die den Prinzen empfangen haben, als eine wilde Horde hinzustellen. durch Erheben bon den Plätzen. Jrreführung. Die Veripaltung von Radbod findet anscheinend im W. T. B. einen freundlichen Helfer bei den Versuchen der Reinwaschung. Es wird folgende Meldung verbreitet: Mittwoch, 18. November 1908. find an den großen Dimensionen, die die Bergwerksunglüde jest jo Rettungsapparat für Hunderte von Bergleuten feine Schuldigkeit häufig annehmen. Man glaubt mit einigen Tragbahren und einem ausreichend getan zu haben. Wäre nicht der allgemeine Betrieb gefährdet, so wären Sicherheitsvorrichtungen, Sicherheitslampen, Fang vorrichtungen, Dammtüren, Ventilatoren, Wetterlutten usw. über flüssige Faktoren. Hamm, 17. November. Die Rohrleitung von der etiva 1 Kilometer von der Grube Radbod vorüberfließenden Lippe zur Beche ist so weit fertiggestellt, daß schon heute mit dem Einpumpen des Waffers in die Grube begommen werden wird. In Es ist behauptet worden, daß in Rabbod lediglich eine Schlag zwischen ist aber schon durch die Berieselungsanlage andauernd wetterfatastrophe vorgelegen habe; dagegen sprechen aber alle BeWaffer in den Schacht geleitet worden. Die Verwaltung hofft, gleitumstände. Eine reine Schlagwetterfatastrophe hat stets einen in etwa vierzehn Tagen so viel Wasser der Grube zugeführt lokalen Charafter; sie äußert sich in ihrer weiteren Umgebung zu haben, daß die zweite und dritte Sohle unter Waffer gesetzt nur durch die vernichtende Wirkung der giftigen Nachschwaden. Die sein wird, während die erste Sohle, die als Wetterfoyle davon betroffenen Arbeiter werden ohnmächtig und erleiden, wenn biente, troden bleiben foll. Alsdann wird das Auspumpen der nicht gleich Rettung zur Stelle ist, den Tod durch Vergiftung. Zeche ungefähr zehn Tage dauern, so daß nach Ablauf dieser Fristen mit der Bergung der Leichen beziehungsweise mit den Vor- Toten gräßliche Verstümmelungen und Braudwunden aufgewiefest. haben aber alle in Radood zu Tage geförderten arbeiten dazu begonnen werden tann. Nun Wie kommt es denn, daß nun die Berieselungsanlage Damit ist der Beweis geliefert, daß es sich um die gefährlichste andanerud" Wasser liefert? Zur Berieselung des Kohlen- Form, nämlich eine Bereinigung von Schlagwetter- und Kobienstaubes hat es doch vielfach an Wasser gefehlt. Soll diese ftauberplosion gehandelt hat. Dies wird auch durch den kolossalen Tatsache etwa durch die obige Mitteilung verschleiert werden? Umfang der Katastrophe vollauf bestätigt. Die Grubendirektion foll Man kann nur sagen: Die Schuldbeweise hänsen fich! 343 Tote, 26 Berlette. berbehauptet haben, daß der Charakter der dort abgebauten Kohle eine Staubbildung nicht zulasse. Dieser Einwand zeigt sich bei genauer Brüfung als vollständig hinfällig. Der Kohlenstaub bildet sich voraugsweise und immer beim Vorhandensein schnelllaufender Kohlen nunmehr festgestellt hat, waren in der Unglücksnacht angefahren Stollen, die von Hamm, 16. November. Wie die Verwaltung der Zeche Rabbob beförderungsmittel; er zieht sich also in erster Linie durch alle 380 Arbeiter und sechs Beamte. Es wurden getötet oder starben in Sier muß in erster Linie für die Beseitigung des den Transportbahnen durchzogen tuerden. den Krantenanstalten 40 Personen. Die Zahl der unverlegt zutage hängnisvollen Staubes gesorgt werden, mögen auch Berieselungs noch 26. Somit find noch in der Grube 303. Geförderten beträgt 17. In den Krankenhänsern liegen zurzeit einrichtungen noch so teuer und umständlich sein. Geradezu kläglich muß in Radbed die Anordnung der Wetterauge gewesen sein. Eine genaue Unterweisung in dieser Hinsicht hat doch die Katastrophe bon Courrières gegeben. Daß man in Radbod schon am zweiten Lage zum letzten Mittel der Grubenersäufung greifen mußte, drückt der haftigkeit auf. Ein unbequemer Zeuge. Vermeidung derartiger Katastrophen von einiger Wichtigkeit er Nun möchte ich hier atvei weitere Fragen auftverfen, die füt fcheinen: Die Versammlung ehrte das Andenken der Verunglückten mitgeteilt, daß Montag und Dienstag voriger Woche kein Tropfen ganzen Unordnung den Stempel der Mangelhaftigkeit und Fehler Ein Bergmann der Zeche Radbod hatte einem Berichterstatter Bezeichnend für die Zustände im Ruhrrevier ist das Ver- Wasser in der Grube zu sehen war. Der Kohlenstaub habe fußhoch halten der Geistlichkeit, die bei der Beerdigung der Toten von wesen, daß man nur auf dem Bauche kriechend durchgekommen wäre. gelegen. Die Wetterstrede sei stellentveise schlecht und so flein ge Radbod mit falbungsvollen Worten und Hinweis auf Die Bechenverwaltung hat fofort eine Belohnung von 100 M. für höheren Willen die Hinterbliebenen der durch das System die Namhafimachung dieses Zeugen ausgefeßt. Der betreffende Gemordeten zu trösten suchten. Wie uns nämlich mitgeteilt Bergmann hat sich nun gemeldet und dürfte demnächst gerichtlich wird, haben Geistliche in Hanım versucht, die Abhaltung der vernommen werden. Versammlung zu hintertreiben. Es war das erstemal, daß den Arbeitern dort ein Lokal zur Verfügung stand. Die frommen" Versuche, für welche das Kapital dankbar fein dürfte, hatten diesmal nur den Erfolg, daß die Versammlung nicht zur angefeßten Zeit eröffnet werden konnte. Neue Anklagen! 4 00 "> Die Interpellation des preußischen Abgeordnetenhauses über das Grubenunglüd wird am nächsten Freitag auf die Tagesordnung gesetzt. Wann im Reichstag die gleiche Angelegenheit be handelt wird, steht noch nicht fest. Es ist kaum anzunehmen, daß die auf zehn Tage berechnete erfte Lesung der Reichsfinanzreform um deswillen unterbrochen wird. Kritische Betrachtungen. Ein Bergtechniker schreibt uns: " 1. Hat man in Radbob schon etwas gewußt von dem explosionss freien Sprengverfahren, d. h. ohne Verwendung von Pulver und ähnlichen entzündbaren Stoffen? 2. Hat man in Rabbod den Angaben der meteorologischev Stationen jemals einige Beachtung geschenkt? In Betracht gezogen hat man beide Punkte jedenfalls nie. Das explosionsfreie Sprengverfahren beruht auf der Ausnutzung hydrau lischer Kraftwirkung. Es besteht in der direkten Drudübertragung der mittels einer einfachen Handpumpe erzeugten hydraulischen Energie auf den Arbeitsstoß vermittelst einer Reihe vo. fleinen Breßkolben, die aus einem in ein Bohrloch eingeschobenen Stahlsylinder herausgepreßt werden. Mit dem nur aus wenigen Teilen zufammengefeßten handlichen und widerstandsfähigen Apparat fann ohne jede geringste Gefährdung des die Sprengung bewirkenden Arbeiters eine getvaltige Straftäußerung entfaltet werden. Die Einführung dieses Verfahrens würde auf dem Gebiete der Unfallverhütung einen wesentlichen Fortschritt bedeuten. Bon vertrauenswürdiger Seite erfahren wir," so schreibt die Bergarbeiter- Zeitung", daß ganz kurz vor der Katastrophe die in betracht kommenden Beamten dem Verginspektor Holländer erklärt haben sollen, sie fönnten die Verantwortung Wenn man sich an der Hand der Berichte über den Umfang und für die Berieselung nicht mehr übernehmen!!! Troßdem die Schwere dieser schrecklichen Statastrophe die Frage vorlegt, tvie duldete die Bergbehörde die Fortsetzung des Betriebes!!! bies überhaupt bei dem heutigen Stande der Technik und praktischer Von anderer, wohlunterrichteter Seite wird uns mit- Wissenschaft möglich ist, so kommt der unparteiische Fachmann zu geteilt, wenn die Rettungsmannschaften sofort und reich- dem Urteil: Die Grube Nadbod muß ein Raubbau allerschlimmster Wie steht es nun mit der Bedeutung der meteorologischen lich Baffer zur Verfügung gehabt hätten, würde höchft Sorte gewefen fein. Sier fcheint man tatsächlich nach dem Stationen in ihren Angaben für den Bergbau? Sterüber ist schon wahrscheinlich der unterirdische Brand gelöscht worden sein, Grundfaze verfahren zu haben: Alles für das tote Material fo viel geschrieben worden, daß man meinen müßte, die Vergbebor die Katastrophe ihre entsetzliche Ausdehnung hätte ge- nichts für die Lebenden!" behörden müßten mit der Nafe darauf stoßen. Noch in Erinnerung winnen fönnen!!! Die Rettungsmannschaften mußten not- Die technischen Schußeinrichtungen, die wir heute befigen, ist die Katastrophe auf der Saarkohlengrube Reeden. Gleichzeitig dürftig mit Eimern hantieren, eine startstromige Wasserleitung bringen uns wahrlich in die Lage, Katastrophen, wenn auch nicht mit dieser traten Explosionen schlagender Better in Biévin( Frankwar eben nicht vorhanden!!! So wird uns vertrauens gänzlich zu vermeiden, so doch auf ein Maß zurückzuführen, daß reich) und Charlestown( England) auf und stvar nicht mun aut würdig berichtet. Um dies nach Gebühr würdigen zu können, die Arbeit im Bergrevier mit nicht größeren Gefahren verknüpft felben Tage, sondern fast zur gleichen Stunde. Daß hier eine muß man wissen, daß in dieser Grube eine schnell aus- fein dürfte als im gewöhnlichen Fabritbetriebe. Freilich, die Hers gemeinsame Ursache vorhanden war, die in dem Einfluffe der feis. trodnende Hike herrschte! Dadurch auch nur kann die stellung solcher Vorkehrungen toftet Geld und steht dem Haften der matischen und atmosphärischen Erscheinungen begründet ist, liegt auf rafende Eile, mit der das Feuer um sich gegriffen hat, erklärt Unternehmer nach Besitz und Reichtum hindernd im Wege. Das der Hand. Schon feit 30 Jahren hat man nachgewiefen, daß wird niemand bestreiten wollen, daß die mangelhaften bergbaulichen Erdbeben und niedriger barometrischer Drad einen Einfluß Einrichtungen und die ungenügenden Rettungsmittel Hauptschuldig auf die Entströmung von Gas in den Gruben ausüben. Es foll verden." Kleines Feuilleton. daß er feinen Einfluß auf die Verwaltung geltend machen, daß er eine gewisse Liebe zu dem Gemeintvesen empfinden kann, für das er wirlt und schafft. Dann friegte es der Herr von Miller; Js Jenisch still, bin ich noch stiller!" Und schließlich friegte es Gerr Iehmet; Det wird gedrudt, id übernehm ct!" Herr Valentini wird erscheinen, Den Großen gilts nicht, bloß den kleinen; Die fleinen Pintscher fangen will cr, Den Jenisch, Klehmet und den Müller! melden: Bei der Zusammenfunft in Edartsau wurde am Himmel - Was die Auguren erfpähen. Die Beitungen eine Schar Wildenten erblickt, die die glückbedeutende Figur eines W bildeten. Wehnliches wunde überm Berliner Schloß beobachtet. Dort ließ das Federvieh fogar ein W- Gefchrei ertönen. Notizen. ( Lustige Blätter.") Das tönigstreue Roß. Jm Figaro" veröffentlicht seit einigen Der Komet mit den fünf Schweifen. Der nach seinem Entdecker Bochen G. Clément- Simon eine Artikelferie über die Memoiren der Morehouse benannte Komet, der auch nach der Rethenfolge feiner Gräfin de Balon. Diese Dame hat in der legitimistischen Partei, Entdedung als dritter in diesem Jahre die Bezeichnung 1908o er die in den fiebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Grafen halten hat, hält die astronomischen Beobachter fortdauernd in Devon Chambord zum französischen König machen wollte, eine wegung, man fönnte fagen, in Erregung. Hat dieser neue Himmelsgroße Rolle gespielt. Für die geistige Berfassung dieser Kreise törper auch die Erwartungen, daß er sich zu einer Erscheinung von ist ein Brief bezeichnend, den einer der Vasallen Heinrichs V." großem Glanze entwideln könnte, bisher nicht erfüllt, so sind seine Eigen an die Gräfin gerichtet hat. Er lautet wörtlich: Verehrte ichaften doch merkwürdig genug, und ein so erfahrener Himmelsforscher Frau. Erst heute habe ich die eingetourzelte und fruchtbare Macht wie Brofeffor Barnard, der ihn feit dem 2. September ununterbrochen des. Legitimitätsprinzips in seiner ganzen Stärke tennen gelernt. verfolgt und schon bis Mitte Oktober in dreißig Nächten je cine oder Hören Sie! Mein Seutscher tam ganz erschrocken zu mir und be- mehrere Photographien von ihm aufgenommen hatte, bezeichnete ihn richtete, daß mein Gaul seit 1 Uhr die Nahrungsaufnahme ber schlechthin als einzigartig. Ebenso haben die französischen Astronomen weigere. Ich fragte ihn nach der Ursache und er meinte, daß ich diesen Kometen als einen der interessantesten Besucher erklärt, die in ihnfam Morgen auf dem Nitt von Baris nach Versailles zu fehr abgeheit letzter Zeit vom Weltraum her in das System der Sonne eingetreten hätte. Ich fragte weiter. Und ivas glauben Sie, verehrten Frau, find. Borrelly hat auf Grund von Photographien die höchst mert--Musitaronit. Das Schiller Theater veranstaltet das ich entdeckte! Daß dieses Pferd, ein Veteran, der in Frohsdorf würdigen Beränderungen in der Form und der Ausdehnung des am Bußtag, abends 8 Uhr, in jedem seiner beiden Häuser ein ( dem Wohnfiz des Grafen von Chambord) beherbergt worden war, Schweiffystems veranschaulicht, das den Kometen auszeichnet. Am Konzert. Im Charlottenburger Hause wirkt der Berliner Lehrerheute mit zwei Rossen des Herrn Gambetta zusammen ein- 20. Geptember zeigte er einen Schweif mit zwei Hesten, von denen gefangverein mit. gesperrt worden war. Es hat sich geweigert, mit ihnen aus der einer geradlinig, der andere gekrümmt verlief. Am 28. SepEin falscher Rembrandt. Die Kunst des Roßfelben Raufe au freffen. Ich frage mich, ob ein republikanisches tember hatte der Doppelschweif eine Länge von fünf Grad erreicht; aber doch noch von der Kunst der Bilderfälschung übertroffen. Die täufchens genießt eines hohen und sprichwörtlichen Rufes. Sie wird ferd die gleiche Delifatesse gezeigt hätte. Niemals! Erwarten am 2. Oftober tvaren schon drei Schweife vorhanden, die aber wir also alles von der Kraft unseres Prinzips. Es lebe der wesentlich fürger waren. Die photographische Platte von 3. Ditober Gründe liegen nahe. Die Echtheit eines alten Bildes über jeden stönig! Und nochmals: Es lebe der König! und zum drittenmal: zeigte dann gar fünf Schweife, deren einer über einem Fixstern Zweifel hinaus festzustellen, ist sehr schwer. Die bef en Meister Es lebe der Stönig! Ich bin fein Diener und der, Jhrige stand und diefen etwas verdunkelte, woraus zu schließen wäre, daß mitarbeiten lajien und selbst nach ihrem Tode haben Schüler ihre haben schwache Stunden gehabt, außerdem haben sie här fig Schüler Damas d'Hautefort. Gefchrieben im Versailles des großen der Stoff, aus dem dieser Schweif bestand, etwas dichter war, als Stönigs Ludwig XIV. und in Bälde Heinrichs V., am 28. Juni 1873." es fonft bei der äußerst zarten Kometenmaterie der Fall zu fein art fortgefeßt. Ferner find fehr früh schon von mar hen Werken Es ist tröstlich zu wiffen, daß in einer Zeit, wo sich die Königs- pflegt. Auch der Astronom Rabourdin, der am altberühmten Stopien angefertigt worden. Ind die Kistler, die später auf ihrer trene bei den Menschen immer mehr verflüchtigt, auf die Rösser Obfervatorium zu Meudon bei Paris beobachtete, stellte Höhe unverkennbar ihre Eigenart entwickelt haben, find in ihren noch einiger Verlag ist. Gut beratene Monarchen follten sich darum große Veränderungen an dem Kometen fest. Auf mehreren Anfängen mit anderen leicht zu verwechseln. So ist denn für an dieses loyale Zier halten, statt gemütlose Autos zufammen- platten hatte der Schweif einen fonderbar welligen Berlauf. Irrtümer eine weite Bahn frei. Die hervorragendsten Kunstzukaufen oder gar auf unzuverlässige Luftschiffe ihre Hoffnung zu Barnard, der in der Verkes- Sternwarte den größten Refraktor gelehrten und Kenner haben sich denn auch zu wiederholten Malen jezen. Ein loyales Roß hat, scheints, noch mehr dynastisches Bewußt der Erde zur Verfügung hat, legt großes Gewicht auf die aufs gründlichste getäuscht, aber das wäre noch zu ertragen. Aber fein als ein Agrarier, der ja sicher viel schwerer zu einem Hunger Photographien, die er am 30. September und 1. Oktober erhalten einen Sais, cinen Goya haben wollen. Weils Mode ist. Die Museen da gibt es nun Leute, reiche Leute, die absolut einen Rembrandt, Streit für Gott, König und Vaterland zu bewegen wäre. bat, weil sie Zeugnis von einer geradezu wunderbaren Umformung sind in derselben Lage. Der Handel, der dazu da ist, vorhandene Auch das ablegen. Speltrimm bes Someten Bürgerfinn und Kunstinteresse der Arbeiterschaft. ift forg fchaften stopenhagens haben ihrer Stadt ein großes, kunstvoll fältig geprüft worden. Während der Komet für die Beobachtung Bedürfniffe zu befriedigen und neue au toeden, ist flugs bei der gearbeitetes Bronzebeden geichenkt, das nun die Freitreppe des Nat- mit dem Ange in der Helligkeit einen Stern sechster Größe and. Es gibt ja genug alte Schwarten, die sich herrichten lasicu, Hauses ziert. Entworfen und modelliert wurde es von dem Rathaus, gleichfant, wirkte er auf der photographischen Platte erheblich stärter. aber geschickt genug sind, alte kollegen nachzubilden und genug arme Schlucker, die ihre Bilder nicht anbringen können, spektroskopischen wiegt über 1000 Stilo, es hat eine Höhe von ungefähr anderthalb geben, indem sie einen ungewöhnlichen Reichtum an den auf die denn besonders den Amerikanern, die mit berühmten Namen progen Metern und der Durchmesser am oberen Rande beträgt zwei Meter. photographische Platte wirksamen blauen und ultravioletten Strahlen wollen, die schandbarsten Schinken zu lächerlich hohen Preisen In Kunsthändlerkreisen werden freilich Ge Ringsberum um das Becken schlingen sich in zwei breiten Manken nachwiesen. Höchst auffällig ist ferner der Umstand, daß keine Spur aufgehängt. auch berühmten Galerievon Kohlewasserstoffbändern, die sonst bei Stometen gewöhnlich find, schichten folportiert, daß ähnliches Wappen der 69 Gewerkschaften, auf der einen Seite erkennbar war. In dem ultravioletten Teil des Spektrums zeigten birektoren gern mal passiert. Zu welcher der hier möglichen Kategorien von Stadtwappen auslaufend, auf der anderen, bom appen sich auch einige Linien unbekannten Ursprungs, die aber schon früher der Rembrandt gehört, der dieser Tage in Berlin in der Geſellſchaft des„ Weiblichen Fachverbandes", auf dem man zwei Arbeitsfrauen für Literatur und Kunst angeblich für 200 000 m. verkauft wurde, sieht, die einander die Hand reichen. Das Kunstwert hat 6000 kronen beim Danielschen Kometen wahrgenommen worden sind. ist nicht sicher. Aber daß es fein echter alter Rembrandt ist, darüber find sich die Sachverständigen inzwischen einig geworden. Auch andere Bilder dieser Auktion werden angezweifelt. Bon den Kunft. hiftorifern, die als Schivurzeugen für die Echtheit genannt wurden. vill es feiner gewefen fein. Der glüdliche Stäufer aber- falls er überhaupt egiftiert wahrt ängstlich sein Antognito. Die Die Gewerk gefoftet, die durch freiwillige Sammlungen von der Arbeiterschaft aufgebracht wurden. Wie es dasteht, wird es jahrhundertelang zengen von der Einmütigkeit und Stulturhöhe der Arbeiterschaft unferer Zeit, von ihrem Kunstgefühl und Bürgersinn in einer Stadt, in der dem Arbeiter wenigstens so viel Bürgerrechte gewährt sind. Humor und Satire. Die Sündenböde. Erft fah das Manuskript Herr Jenisch; Anstößig foll das sein? ich feb nift So werben nicht behauptet werden, daß jede Abnahme deS barometrischen Druckes Ausströmungen hervorruft, aber die Lorbedingung einer Katastrophe ist immer ein rasches Fallen nach einem langanhaltcnden hohem.Druck. EZ ist verschiedentlich von Fachblättern darauf hingeiviescn worden. dag der Explosion in CmirriereS ein andauernd hoher Druck und ein hierauf folgende? rasche? Fallen voranging. Die Tage, die der Reeden Katastrophe vorangingen, der 10. bis LS. Januar, standen unter einem gleichmäßig hohe» Druck von 774 bis 780 Millimeter. Kurz vor der Katastrophe fiel da? Barometer auf 754 Millimeter. Da« ist da-5 kritischste Moment, wonach die Betrieb?- leiter gewarnt und alle Sicherheitsmaßregeln ergriffen werden müssen. Die Zahlen an jenem verhängnisvollen Tage galten— anderwärts als derart typisch und wiesen derart auf eine Gefahr hin, daß alle Betriebsleiter der belgischen Steinkohlenwerke und an der frauzSfischen Grenze den Befehl erhielten, sämtliche Arbeiten in den schlagwetterzeföhrliche» Gruben einzustellen. Sofort wurden Vorsichtsmaßregeln getroffen, die Beobachtungen verschärft, behufs Entfernung der Gase die Leistungen der Ventilatoren vergrößert und die Arbeit in de» durch gefährliche Gasentwickelung belannten Abbauen eingestellt! Diese Maßregeln wurden solange befolgt, bis neue Mitteilung von dem Berziige der Gefahr einlief. In Deutsch- land aber wurden solche Vorsichtsmaßregeln nicht getroffen. Dafür büßten auf der Zeche„Reeden" 150 Knappen das Leben«in. Die natürliche Folge der Lektion von CourriöreS war, daß man in Frankreich, ivie auch in Belgien, die Perioden hohen atmosphäri- schen Druckes kritisch verfolgt und besondere Aufmerksamkeit dem Moment der folgenden Depression schenkt. In Deutschland genügte die derbe Lehre noch nicht, da mußte zunächst noch eine gründlichere nachkomme», lind die ist denn auch nicht ausgeblieben. Wie lagen jeht die atmosphärischen Verhältnisie? Ein lange anhaltender hoher Druck hatte vorgeherrscht, dann Plötz« licheS Fallen des Barometer?; die Seismographen konstatierten allenthalben Erdbeben und der Grube„Rndbod" wurde die furchtbare Explosion beschert. ES kann gar nicht oft genug betont, nicht eindrücklich genug gesagt werden: Eine Katastrophe von dem Umfange wie die auf der„Radbod'-Gnwe muß bei den heute gegebenen technische» HitfS» und SicherheitSmittel» vollständig unmöglich fein. Die Einwände, die bis jetzt von der Grubeuverwaltung erhoben wurden, können nicht im geringsten als stichhaltig anerkannt werden. So ist behauptet worden, die Ursache sei auf einen ausblasenden Schuß, einen sogenannten Lochpfcifcr zurückzuführen, und die Mann« schaften hätten die Umgebung de? SprengschnffeS nicht ausreichend angefeuchtet. Sehr verdächtig scheint mir die Sache, wer hat daZ gemeldet, Ivo ist daL Bergmännchen, das solchen Frevel der Arbeiter verkündete? Aber wenn e? so war, wie die Bcrgherren mit Eilfertigkeit be- Haupte», wer trägt die Schuld? Die Arbeiter sind durch die ungünstigen Akkordbedingungen geradezu zu solchen Dernächlässigungen gezwungen. Die Sache geht hundertmal gut ab. bis schließlich beim hundertundcrsten Male die Katastrophe da ist. Aber auch in solchem Falle konnte die Explosion nur eine lokale sein, der bei ordnungsmäßigem Betriebe vielleicht 4—5 Mann zum Opfer gefallen wären. Aber da lag die ganzen Stollen entlang zu allen Schächten hin der feine mörderische Kohlen- staub; Luftdruck und Flamme haben ihn erfaßt, daS Riescmmheil war da. Eine andere Möglichkeit zu derartiger enormer Ausdehnung von Katastrophen ist ganz ausgeschlossen. Noch ein Wort über die Rettungsversuche! Unter den Berg- leuien gibt c? ein Sprichwort, daZ lautet:„Wo der Bergmann hin kann, da kann auch die NettungLmannschaft hin folgen." DaS ist aber in Radbod nicht zugetroffen. Lag das an den Fähigkeiten der RettungSkolonne oder an ungenügenden Apparaten? Die heute auf den Markt gebrachten RettungSapparate find so vorzüglich, daß man an ihnen mit dem besten Willen nichts aussetzen kann. Und tüchtige, aufopferungSbereite Männer haben sich noch immer gefunden, wo eS galt, den Kameraden in höchster Not Rettung und Hilfe zu bringen. Auch in Radbod l Daß sie hier nichts ausrichten tonnten. daS kann nur an einer ganz verfehlten Anlage der Wetter- züge Ovie eingangs erwähnt), dann aber jedenfalls auch in der Mangelhaftigkeit der zur Ermöglichung der Rauchabzllge gegebenen Dispositionen gelegen haben. Hier muß eine rücksichtslose Unter- suchung einsetzen, die sachliche Unterlagen zutage fördert, sonst war eben Radbod nur eine Episode in einer endlosen Reih: älnlicher Katastrophen. Ermittelungen darüber anstellt, ob Militärpflichtige in der sozial- demokratischen Bewegung tätig gewesen sind, wie sie auch sonst die schlimmste Gesinnungsschnüffelei treibt. Gang und gäbe sind die Gcsinnungscrmitteluugen bei Lchrermeldungen, bei Bestätigungen zur Schuldeputation und zum Schulkollcgium. Als notorisch bc« zeichnet eS Schürfing, daß die Reaktion stets den Versuch gemacht hat, die Gerichtshöfe zu korrumpieren, und in ber- standlicher Entrüstung darüber, daß ihm der Prozeß auch wegen des Vorwurfs gemacht wird, daß die Behörden vielfach sozialdcmo- kratische AgitationSkalcndcr konfiszieren, regt er an, durch den sozialdemokratischen Partcivorstand eine ganz genaue Statistik über rechtswidrige Beschlagnahme sozialdemokratischer Kalender in Preußen aufstellen zu lasten. Aber all das, so interessant es auch ist, will nichts besagen gegenüber den Beweisen, die Schücking für den behördlichen, bei Wahlen geübten Terrorismus anführt. Er hält seine Behauptung aufrecht, daß die preußischen Wahlmänncrwahlen nicht selten in einer Weise beeinflußt sind, die nur noch in weniger zivilisierten Ländern möglich ist. Als Miguel nach der Kanal- abftimmung gefragt wurde, ob der Landtag nicht aufgelöst werden solle, erwiderte er, das sei völlig zwecklos, konservative Landräte und die übrigen BcrwaltungSbeamten würden dafür sorgen, daß ein Landtag mindestens in derselben Zusammenstellung wieder- kehre. Im Jahre 1886 erklärte der Oberpräsident von Steinmann in Schleswig einem jetzigen Rcichütagöabgeordneten, daß für die Beurteilung der Tüchtigkeit von Oberpräsidenten, RcgierungS- Präsidenten und Landräten der Ausfall der Wahlen in ihrem Bc- zirk maßgebend sei. Ja, die amtliche Wahlbeeinslussung nimmt in Preußen sogar bestimmte burcaukratische Formen an. Neben der Wahlbczirksgcometrie, die schon 18öS der Minister von Wcstphalen im Abgeordnetenhaus« unter dem lauten Beifall der Konservativen energisch befürwortet hatte und die auch noch bei den letzten LandtagSwahle» geübt wurde, äußert sich der TerroriSmuS der Behörden namentlich in der Festlegung des WahlterminZ für die dritte Abteilung auf die denkbar un- günstigste Zeit. Treffend bemerkt Schücking, daß eS sich bei dem Dreiklaffcnwahlgesetz mehr um ein Gesetz gegen als für das Wählen handelt, und mit feiner Ironie fragt er die Anklagebehörde, warum sie denn nicht seine Behauptungen über die Behandlung von Wahlprotesten inkriminiert habe. Seine Kritik über das preußische Wahlrecht hält Schücking nicht nur aufrecht, sondern er verschärft sie noch, indem er von einer Wahlkomödie spricht und die in Preußen übliche Einmischung des amtlichen Apparates in die Wahl als direkt der Wahl abträglich bezeichnet. Berücksichtigt man ferner die zahllosen Beispiele von Saalabtretbungen und baupolizeilichen Schikanen mancher Gemeindevorsteher, so hat man eine Uebersicht über den behördlichen TcrroriZmus in Preußen, einen TerroriSmuS, der dadurch gekrönt wird, daß der Mann, der gegen ihn zu Felde zieht, kurzer Hand in den Anklage- zustand versetzt wird. Wenn Herr Fischbeck im preußischen Abgeordncienhause die an» gekündigte Abrechnung mit den Sozialdemokraten über Terra- rismus halten will, dann möge er sich vorher die Schückingschc Schrift durchlesen; sie wird ihm zeigen, an welche Adresse er sich zu wenden hat, wenn er dem Terrorismus wirklich zu Leibe gehen will und wenn es ihm um mehr als um einen WutauLbruch gegen die Sozialdemokratie zu tun ist. Diesen in der Verhandlung festgestellten Tatbestand hatte unser Bochumer Blatt festgenagelt und entsprechend glossiert. Effekte Strafantrag de? Kriegsministers. Das Gericht war staatsanwaltlicher als der Staatsanwalt(der 500 M. Geldstrafe beantragte): es vor- hängte über Steinkamp nicht weniger als zwei M o n a t e G e- f ä n g n i S! Schwer ernmgen hat sich da? Dannstadter GewerkschattShauZ seine Gartenkonzession. Der KreiSauSscbuß hatte daS Konzession?- gesuch abgewiesen. In der Bcniftmgsinstanz(ProvinzialauSschuß) ließ die Polizei ihre Kronzeugen aufmarschieren: Hausbesitzer und Privatiers: Der Betried soll„eine Belästigung für die Nachbarschaft" mit sich bringen. Von welchem Kaliber diese Zeugnisie waren, gehl daraus hervor, daß ein Herr Neustem erklärte: sein Schlaf sei durch die nächtlichen, aus dem Gewerkschaftöbaus dringenden— Hurrarufe gestört worden! Die nachgesuchte Erlaubnis wurde erteilt. Die Polizei in Höchst verbot das Anschlagen von Plakaten für eine auf Sonntag abgesetzte Versammlung mit dem Thema: „Wilhelm und seine Harrdlanzer". Hub der Partei. Sammluugen und Kuudgcbange». Frankfurt a. M., 17. November. Die Sammlung der „Frankfurter Zeitung" für die Hinterbliebenen der auf der Zeche Radbod verunglückten Berglento hat bis heute 17 866 Mark ergeben. Halle a. S., 16. November 1603. In der gestrigen Stadt- verordnetenversammlimz wurden für die Hinterbliebenen der Ver- unglllckten auf der Zeche Radbod 0060 M. bewilligt. Auch die hiesigen Zeitungen habe» Sammlungen eingeleitet. Charlotten bürg. Dem Bernehmen nach wird auch die Stadt Charlottenburg einen Bewag von mehreren tausend Mark stiften. Die Anregung ging von allen Parteien der Stadl- vcrordnetenversammlung au?. Rom. 16. November. Der italienische Konsul in Köln ist, wie die „Agenzia Stefani" meldet, von Minister Tittoni angewiesen worden. sich nach Hamm zu begeben, um den Familien der verunglückten Italiener Hilfe zu bringen. Tittoni hat dem Konsul zu diesem Zweck 5000 Fr. zur Verfügung gestellt. G Sympathiekundgebung der sozialistischen Kummerfraktion Frankreichs an die deutschen Bergleute. Genosse D 6 j e a n t e teilt im Auftrage der sozialistischen Gruppe der französischen Dcputiertcnkammcr dem Partei- vorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit, daß die französische sozialistische Kanimerfraktion in ihrer Sitzung vom l!1. November— auf daS tiefste betroffen durch das Unglück,»velches so grausam zahlreiche Familien west- fälischer Bergleute traf— dem Vorstand der sozialdemokra- kratischen Partei alle ihre Sympathien übermittelt nebst dem Ausdruck des Beileides für die Familien der durch schlagende Wetter getöteten deutschen Genossen mit dem Wunsche, diese Kundgebung den Bergarbeitervcrbänden bekannt zn geben. Kehörcklicher terrorismus. Die Verteidigungsschrift des Bürgermeisters Schücking, die soeben im Verlag der„Hilfe" erschienen ist, bedeutet eine neue schwere Anklage gegen die preußische Regierung. EL ist nicht mög- lich, an dieser Stelle auf den ganzen Inhalt de» Buches, das sich mit Recht eine Sammlung von Dokumenten zur Reaktion in der inneren Verwaltung Preußens nennt, näher einzugehen. Aufs neue wird dadurch bewiesen, wie wenig sich die preußische Polizei oft an die klaren Gesetzesbestimmungen kehrt, wie für sie das Reichsvereinsgesetz stellenweise mir auf dem Papier steht, wie sie Gemeindewahlc». Zu dem Siege in Ronneburg(S. A.) wird uns noch ge meldet, daß unsere Genossen 40 Stimmen gewonnen und die Gegner 23 Stimmen verloren. Solches StinimenvcrhältmS ist in Ronneburg lange Zeit nicht zu verzeichnen gewesen. Bei den Stadtverordnetcnwahlen in Dessau unterlag unsere Partei am Montag gegenüber den vereinigten Gegnern. Die koalierten bürgerlichen Parteien erhielten 4096, ans die sozialdemo- Watische Liste fielen 8510 Stimmen. Sämtliche 13 Mandate fielen den Gegnern zu. Bei den Stadtverordnetcnwahlen in Zwickau und in Planen i. B. machte unsere Partei gute Forlschritte. In Zwickau beträgt der Stimmenzuwachs 9 Proz., in Plauen 35 Proz. In Crimmitschau gelang eS uns. bei der Stadtverordneten- wähl zwei unserer Genossen wieder durchzubringen, und zwar mit einer viel größeren Majorität als das vorige Mal, obwohl die Gegner alle- aufgeSoten hatten, im, uns die Mandate zu entreißen. In A a l d h e i m i. S., einer Stadt mit zahlreicher Beamten- bevölkenmg, errangen wir bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlcn einen großen Erfolg. Wir eroberten drei Mandate, während wir bei der vorigen Wahl nur 1 Mandat erlangten, und zwar dadurch, daß wir auf einer bürgerlichen Liste standen. Unsere Toten. In Leipzig starb, wie jetzt gemeldet wird, am 13. November ein Veteran der Aroeiterbewegung, der Genosse L. H a s ch e r t im Alter von käst 83 Jahren. Haichcrt war noch einer von der alten Garde, den jüngeren Genoffen zwar kaum dem Namen nach bekannt, aber die alten Mitglieder des Leipziger ArbeilerbiidungSvereinS aus den sechziger und siebziger Jahren, bis 1373, konnten sich den Verein ohne Haschert nicht denken. Haschert war der fleißigste Lehrer deS Vereins. Konnte aus irgendeinem Grunde ein Vortrag haltender Lehrer nicht erscheinen. Haschert trat an seine Stelle. Besonders 1870 und!871. wo dem Verein alle Lehrer untreu wurden, entfaltete Haschert eine rege Tätigkeit. Er war Lehrer an einer Bürgerschule; nach allgemeinem lirteil war er sogar ein tüchtiger Lehrer, aber in seiner Knabenklaffe sollte er nach der Meinung deS Direktors in der deutschen Geschichte nicht genug Patriotismus entwickelt haben. Deshalb wurde er zu einer mittleren Mädchen- klaffe versetzt. Aber auch hier wurde er mehr wie üblich beaufsichtigt. Haschert quittierte diese Maßregelung mit dem Abschied. Er ging an eine deutsche Schule nach Prag. Nach kurzer Zeit sagte er auch diesem Wirkungskreis Valet und nahm eine Lebrerstelle im Klemm» scheu Institut m Dresden an. Nach Auslösung dieses Institutes ging er nach Paris, wo sein Schwiegersohn, unser Parteigenosse Dr. Karl Hirsch, ein Korrespondenzbureau hatte. Als Hirsch wieder nach Deutschland ging, kam auch Haschert wieder nach Leipzig. Seit dieser Zeit lebte er, treu dem alten Ideale, zurückgezogen in Gohlis. Nur Sonntags sammelte sich ein kleiner Kreis alter Freunde um ihn, zu denen auch der im August d. I. verstorbene Rechtsanwalt Puttrich. dessen Tod ihm sehr nahe ging, gehörte. Nur drei Monate später folgte er ihm nach. Ehre seinem Andenken! poUiciliches, emcvtiiclieo ufw, Reparierte OfslzicrSehrc. Nicht weniger als daZ gesamte preußische OsfizicrkorpS und im speziellen einen Oberstleutnant Meyer in Bochum und den Reserveleutnant Larpenmühlen soll Genosse Steinkamp vom Bochumer„Bolksblatt" beleidigt haben. Herr Larpenmühlen ist Mitinhaber deS„unparteiischen"„Bochumer An- zeigerS", der ein sozialdemokratisches Wahlinscrat aufgenommen hatte. Sofort wurde L. aufgefordert, sich über dies unerhörte Ver- ktmimni? zu äußern.... Larpenmühlen äußerte sich: Er habe keine 5kemltuiS gehabt, er hätte e>Z sonst verhindert, es solle nicht wieder vorkommen usw. Die schriftliche Erklärung wurde dem Offizierkorps zur Entscheidung vorgelegt«md fand Gnade vor den Augen der Herren Kameraden.- Hub Industrie und Kandel. Deutschlands Anßeuhandcl im Oktober 1908. Die im„Reichsanzeiger" veröffentlichte Uebersicht über den SpezialHandel Deutschlands im Oktober d. I. und in den ersten zehn Monaten d. I. läßt erkennen, daß die Einfuhr nach wie vor beträchtlich hinter der vorjährigen zurückbleibt. Während im Bor- jähre im Oktober 60 l6g 660 Doppelzentner Waren eingeführt wurden, gelangten in diesem Oktober nur 57090898 Doppelzentner zur Ein- fuhr, also 3073 762 Doppelzentner oder 5 Proz. weniger. In de» ersten zehn Monaten d. I. sind 503 609 096 Doppelzentner gegen 543 808 544 Doppelzentner i» dem Zeitraum Januar bis Oktober 1967 eingeführt worden, so baß jetzt die Abnahme der Einfuhr 45 199 448 Doppelzentner oder 8,2 Proz. beträgt. Fast bei sämtlichen wichtigen Artikeln ist eine bedeutende Mindercinfuhr zu verzeichnen. Die Ausfuhr ist dagegen, wie schon in den letzten drei Monaten, stärker als die vorjährige gewesen. Es sind nämlich 41 244 388 Doppelzentner gegen 37 421 990 Doppelzentner ausgeführt Wörden, das sind 3 322 348 Doppelzentner oder fast zehn Prozent mehr. In der Zeit vom Januar bis Oktober d. I. sind 379 827 080 Doppclzentner gegen 370760 917 Doppelzentner im gleichen Zeiträume des Vorjahres ausgeführt worden. Die Zunahme der AuZfuhr beträgt also in diesem Jahre bis jetzt etwas über neun Millionen Doppelzentner oder 2,6 Proz. Die Erträge deutscher Wftldaugett. ) Trotzdem manche Leute eilten förmlichen Abscheu vor dem geringsten Besitz von vergesellschafteten respektive verstaatlichten Eigentum au Grund und Boden haben, schen sie eS doch alle Jahre sehr gern, wenn in den StaatSctatS angenehm abgerundete Summen als Betriebsübcrschllffe verzeichnet sind. Interessant ist eS nun, einmal zu prüfen, in welchem Pcrhältnis die Einnahmen, AuSgabeii und Ueberschüss« in den staatlichen vetricbcn stehen. Die beistehende Tabelle gibt darüber Auskunft. StaatSsorften Preußen Kronforsten Preußen. StaatSforsten Latiern. , Sachten. . Vürtemberg „ Baden. . Hessen. Kroiiiorsten Hessen.. Staatosorsten Mecklm» hura-Zchioerln.. Domanialforslen Meck- lenbulg- Schtverln StaaiSsolsten Mclklcu- biirg-Streliv.. Staatesorsten Oldenbg. , Hamburg M. 24,21 19,95 24,«9 4S.SS 69,51 51,76 25,59 28,10 20,34 29,05 19,95 13,75 •8,92 84 81 «7 97 -41 ChaNikteristisch ist der Unterschied in den finanziellen Resultaten der Staats- und der Kronforsten. Die Berechnung der Personal- ausgaben ans de» Hektar ergibt ein sehr guteS Bild für die Bc- zahlung der Arbeitskräfte, da ja für jeden Hektar ein gewisses Normolquantum von Arbeit zu leisten ist. So weist diese Be- rechnung die auch schon anderweitig festgestellte Tatsache nach, daß in den Äronforsien beschäftigte Arbeitskräfte noch schlechter bezahlt werden als die der Stanlsforsten. Beachtenswert erscheint auch. daß der Ertrag der preußischen Kronforsten bedeutend höher ist als der der StaatSwaldungen. Wird die Qualität beider Arte» vou Forsten gleichgesetzt,"so erscheint der größere Reingewinn eigen- tümlich, wird angenommen, daß die Qualität der Kronforsten als bester, also ertragsreicher anzusehen ist, so ist die Annahme an sich schon genügend, uin ebensolche Perspektiven zu eröffnen. Daß der Freistaat Hamblirg unrentable Forsten besitzt, ist erklärlich. Aus dem relativ kleinen Staatsgebiet grenzen die Waldungen so nahe an die Stadt Hamburg, daß sie mehr oder weniger den Eharakter von Pack« erhalten, die ihre Ausgaben naturgemäß nicht durch ihre Einnahmen decken können._ 20 Proz. Spritdivideude. Die Breslauer Spritfabrik schlägt nach reichlichen Abschreibungen und erheblichen Verstärkungen der Reserven 20 Proz. Dividende vor. Die gleiche Dividende wurde für daö Vorjahr ausgeschüttet. AnSwaiidernttg der Industrie. Die(Auer)-GaSglühlicht Aktiengesellschaft äußer! sich zu dem Antilichtsteuer-Gesetzentwurf in ihrem Geschäftsbericht mit dem In- aussichtstellen der Acndcrung eines großen Teiles ihres Betriebes. Sie schreibt: „Mit den neuen Stenerprojekten ist soivohl eine direkte Ver- teuerung der Sclbslkostcn als eine indirekte durch Erschwerung des Betriebes verknüpft, die sich auf den Abnehmer im Auslande keines- Wegs abwälzen läßt. Da nun der größere Teil unserer Pro- dultion im Attslaiide abgesetzt wird, und zwar unter schwierige» Konkurrenzverbälmiffen. so fürchte» wir. daß eS sich bei dem Jnlrafttretc» derartiger Steuerprojckte nicht vermeiden lassen wird, den größere» Teil unserer Produktion nach dem Auslände zu verlegen, um dort konkurrenzfähig zu bleiben. Für die Gesellschaft selbst würde die-Z finanziell vielleicht keine so erheblichen Konsequenzen haben, da wir schon jetzt im Auslände ProdullionSstätten unterhalten und es sich tiur um erhebliche Ausdehnungen derselben handeln nmrde. Dagegen würde mit einer Verlegung inS Ausland in erster Reihe unser Arbeiterstamm betroffen werden. Wir beschäftigen in Berlin über 4000 Arbeiter und Arbeiierhinen. Bei einer Verlegung der Produktion inS Ausland würde eine Reduktion um mehrere Taufende von Arbeitern in Aussicht zu nehmen sein,»deren Verdienst den auS- ländischen Arbeitern zufallen würde. Klus der frauenbe�sgung. Tie Gefahre» der Freiheit in Liebe«nd Ehe. Die Beschäftigung mit erotischen Problemen, die in Anbe- tracht deS sexuellen Elends unserer Zeit nicht ernst und nicht gründ. lich genug betrieben werden kann, scheint so etwaS wie eine Mode- fache gelvorden zu sein, der man sich auch in Berlin W. nicht ent- es hieß: Herrn Oberlehrer Faubel wünsche ich, daß biefer burch ziehen zu können glaubt. So hatte sich am 13. November ein sehr meine Zat veranlaßt wird, auf ein paar Monate in eine Seilelegantes Bublifum im Saale der Gesellschaft der Freunde" ein- anstalt zu gehen und später fein Verhalten den Schülern gegen gefunden, wo Dr. Helene Stöcker vom Bunde für Mutterschuß" über zu ändern. einen Vortrag über" Die Gefahren der Freiheit in Es wurden in der Verhandlung Liebe und Ehe" hielt. Ihre Ausführungen lassen sich etwa tie folgt zusammenfassen: zwei verschiebene Vorgänge tvaren. Veranlassung gehabt. Die Tatsache, daß Mattheus in feinem letzten Beugnis die Benfur hatte Betragen lobenswert", erklärt der Zeuge dahin, daß die Zenfuren schon vor diesen Vorgängen geschrieben Professor Dr. Schafhaitlin, der Ordinarius der Sekunda: Er hat den M. als Schüler sehr gern und zu Klagen über ihn feinen denen, die im Auge behalten werden mußten. Solche temperamente herrscht. Mit Mittelalter doch weiter auf dem Gebiete der feruellen Moral, deren Schüler des Verstorbenen wie folgt abgespielt haben sollen: Am vollen Schüler hat man gern. Von anderer Seite ist manchmal Wenn wir auch angeblich in der Neuzeit leben, so besteht das erörtert, die sich nach den Befundungen der vernommenen Mit- Anlaß gehabt. Er war ein lebhafter Schüler, aber einer von 23. September hatte die Sekunda französischen Unterricht. Fünf Bankrott freilich längst offenkundig ist. Das hat sie bewiesen gegen- oder zehn Minuten vor Schluß der Stunde sollte gelesen werden. über ihn geklagt worden und er hat noch einige Tage vor der über der Prostitution und ihren Begleiterscheinungen, gegenüber der Da wurde aus den Reihen der Schüler gerufen:„ Etwas anderes Katastrophe durch einen anderen Lehrer einen Tadel erhalten. heutigen Ehe, in der zahlreiche Männer und Frauen Nebenwege machen!" Der Angeklagte wollte darauf nicht eingehen, Mattheus gehen, gegenüber der unehelichen Mutter. Eine Pseudosittlichkeit hat fie gezüchtet, die den Mann zwar die Verantwortung für sein rief aber:" Wir wollen gar nichts machen!" Dabei lachte M., es igers, daß im Anschluß an die Vorgänge eine ganze Reihe von wurde ihm dies vom Angeklagten untersagt, er lachte aber wieder Stonferenzen stattgefunden hat, in denen über das Büchtigungseheliches, nicht aber für sein uneheliches Kind tragen läßt. Diese und bekam deshalb vom Angeklagten eir Baar Ohrfeigen und der vecht der Oberlehrer verhandelt worden ist. In einer solchen " Ordnung", die doch nichts als ein Gewaltatt der herrschenden und Angeklagte soll dabei gesagt haben:" Ich schlage Sie noch tot!" Konferens habe es sich herausgestellt, daß eine allgemeine Unbesikenden Klassen und Geschlechter gegenüber den Nichtbesitzenden Dann soll der Angeklagte erklärt haben, daß er den Borgang be- fenntnis über die Grenzen des Züchtigungsrechts Oberlehrer die Alimentation des Kindes nach dem Stande der Mutter bauere und M. erklärte sich damit zufrieden. Der zweite Vorfall, ist bez ist eine ungeheure Bevorzugung der Besitzenden, diese Ordnung der einen so traurigen Ausgang gehabt hat, spielte sich am 29. No ben Büchtigungen feien nach dem Allgemeinen Landrecht zu beurStaatsanwalt Klee führte u. a. aus: Die hier in Frage stehenfoll den Gipfel und Endpunkt aller Sittlichkeit darstellen? Das vember ab. An jenem Tage war es in der Klasse sehr laut. Als beilen. Der II. Teil des Allg. L.-N. enthält nur Bestimmungen tönnen wir nicht begreifen. Wenn Sittlichkeit gleichbedeutend ist Oberlehrer Faubel eintrat wurde es still. Es war französische über die Schulzucht in den Elementar- und Gemeindeschulen und mit Berantwortlichkeit für unsere Handlungen, dann verdient nur Rettüre angefeht, aber es sollte Grammatik getrieben werden. die Sittlichkeit den Namen, die den Mann dazu erzieht, die bolle befaßt sich nicht mit den höheren Schulen. Man darf aber daraus Mattheus hatte seine Grammatit vergessen unb wandte Verantwortung auf sich zu nehmen, gleichviel, ob ſein sind ehelich sich au ſeinem Nebenmann herüber. Da rief Oberlehrer Faubel: nicht den Schluß ziehen, daß nur für die höheren Góulen Die oder unehelich ist. Lobredner der alten Zwangsmoral sagen zibar: der beste Mutterschutz ist die Ehe. Aber sie vergessen, baß alles, attheus einen Tabel wegen Sprechens!" M. soll darauf gejagt Büchtigung ad libitum der Lehrer gelassen werden solle. was außerhalb dieses Schubes vor sich geht, um so schußloser aller haben:" Ich habe nicht gesprochen!" und sich etwas ungehörig förperliche Büchtigung sich in den Grenzen eines maßvollen und dem Reichsgericht müsse daran festgehalten werden, daß eine Willkür preisgegeben ist. Diese alte Ethit seht das tiefste Mißhingeseht haben, so daß ihm der Angeklagte zurief:" Sehen Sie trauen in die Natur des Mannes voraus. Sie verlangt von der sich anständig hin! Als Mattheus dann lachte und sagte:" Ich weiß vernünftigen Schulzucht halten und durch die konkrete Sachlage Frau, daß fie immer mißtrauisch sein soll, wenn sie nicht den Ring Watthens nahm seine Mappe und seinen gut und wollte in Beute, die mit Sie" angeredet werden und eine den Erwachsenen Frau, daß sie immer mißirauisch sein soll, wenn sie nicht den Ring nicht, was Sie von uns wollen," wies ihn der Angeklagte hinaus. gerechtfertigt erscheinen müsse. Ohrfeigen gegen Untersekundaner stimmen mit einer vernünftigen Schulzucht nicht überein. Junge am Finger trägt. Und doch widerspricht Mißtrauen dem Wesen der Liebe, das in höchstem gegenseitigen Wertrauen bestehen soll. Auf Schlenkerndem Gange hinausgehen, Oberlehrer Faubel wies ihn Leute, die mit Sie" angeredet werden und eine den Erwachsenen der anderen Seite preisen dieselben Anhänger des Alten, Ueber jedoch an, die Sachen dazulassen. Dies tat Mattheus, ging aur entsprechende Behandlung in allgemeinen erfahren, und ferner lebten die„ Willenszucht" der firchlichen Moral, und doch hat diese Tür, indem er etwas murmelte und schlug etwas heftig auf die im Uebergangsstadium fich befinden, wo die Empfindlichkeit beim Laufe von vielen Jahrhunderten völlig versagt, denn die Natur Türklinte. Der Angeklagte soll ihm darauf zugerufen haben: fonders fein ausgebildet ist, müssen vom pädagogischen Standdes Mannes ist durch sie nicht geändert worden. Jener alten" Eine Stunde Arrest!" Darauf soll M. gejagt haben:" Weshalb buntte mit großer Vorsicht behandelt werden. Gs tönnte ja einmal Weltanschauung entstammt auch die barbarische Ueberschäßung der Der Angeklagte lief dem Schüler dann nach und gab ihm auf dem ber Fall aber doch nicht so, sondern es handele sich um eine Unbothabe ich Arrest bekommen? Was wollen Sie eigentlich von mir?" ein Ausnahmefall vorliegen, wo der Lehrer gewissermaßen in der Notwehr zu einer förperlichen Züchtigung übergeht. Hier liegt physischen Jungfräulichkeit; Reinheit ist gleichbedeutend mit Jung- Korribor ein Baar Ohrfeigen. fräulichkeit. Wir aber sehen die Reinheit in der Einheit von Sinnen und Seele, wir wollen keine Unterbrückung der Natur, den Wattheus mehrfach wegen feines Betragens zu ermahnen Wer- liege. Der Angeklagte fei über die Grenzen einer vernünftigen Von einzelnen Schülern wurde bekundet, daß der Angeklagte mäßigkeit eines Schülers, wie fie both in dem Nahmen des üblichen sondern die Harmonie aller geistigen und körperlichen Kräfte. Wir bekämpfen deshalb das alte Cherecht und die alte Sittlichkeit, weldelaffung hatte. Der Angeklagte wurbe von den Schülern als Schulzucht weit hinausgegangen, er habe sich von seinem TemDie Hälfte aller gefunden Frauen von der Möglichkeit höchsten ein gutmütiger Lehrer geschildert, dessen Gutmütigkeit von den perament hinreißen laffen und sich der Körperverlegung im Amte Lebensglückes ausschließt, fie au Prostituierten oder unehelichen Schülern ausgenutzt wurde. Anderseits wurde von zwei Schülern schuldig gemacht. Der Staatsanwalt beantragte 300 Mark GeldMüttern oder zu Ehelofen macht. Das legitime Cherecht tann bekundet, daß der Angeklagte sie in der Tertia auch einmal mit strafe eventi. 30 Tage Gefängnis. längst nicht mehr den modernen Bedürfnissen der Boltsgemein- Ohrfeigen bedacht habe. schaft genügen. Wir müssen darum au einer Umwandlung der Der Angeklagte selbst gab den Vorgang in der geschilderten wirtschaftlichen und damit der rechtlichen Zustände kommen. Art im allgemeinen zu und entschuldigte sich damit, daß er durch Nachdem die Referentin sich so mit den Gegnern der neuen das Verhalten des M. in eine begreifliche Erregung bersegi Ethit auseinandergefeht, wies sie eingehend nach, welche Bereiches worden sei. Das Betragen des M. sei unerhört gewesen und da rung des Innenlebens, welche Auslösung wundervoller Sträfte ben habe er sich bagu hinreißen lassen, dem Jungen ein Paar OhrFrauen zuteil werden kann, die den herrschenden Anschauungen feigen zu geben. Er glaube nicht, daß er das ihm auftehende mutig troben und sich auch ohne Garantien dem Manne ihrer Diebe Büchtigungsrecht überschritten habe und es sei ihm nicht bekannt, hingeben. Auch dann, wenn sie in ihren Erwartungen getäuscht daß förperliche Büchtigungen gegen Sekundaner verboten seien. werden sollten oder gar die schwere Last einer unehelichen Mutter- Das Provinzialschulfollegium habe ein Disziplinarverfahren gegen schaft zu tragen haben würden. Ihre Hingabe sei ebenso rein, ihn eröffnet, welches mit seiner Bestrafung zu 90 Mr. Geldstrafe ebenso fittlich wie die der Wohlbehüteten. Die Gefahren der abschloß. Freiheit in der Liebe sind schließlich nicht größer als die Gefahren des Lebens überhaupt. Keine Gefahr aber ist größer als die, am Reben vorbeizugehen. Die Enthaltsamteit als solche ist tein sittliches Gut und kann keine Besserung in den als unzulänglich erTannten Zuständen herbeiführen. Kämpfen wir gegen die alten Formeln zugunsten eines höheren inneren Gehalts und wecken und pflegen wir den Trieb zur Treuc. Laffen wir uns nicht um der Stonvention willen um unermeßliche Lebenswerte betrügen. Lieber ein Leben der großen Erschütterungen als ein leeres Leben. Denn im Leben schon tot zu sein, das ist doch die Gefahr aller Gefahren. Die Rednerin sprach schließlich den Wunsch aus, es möchten fich geistig vornehme Naturen finden, welche sich entschließen fönnen, den von ihr entwidelten Theorien nachzuleben und diesen Entschluß. fein Hincinreben des Staates in ihre heiligsten Beziehungen zu dulden, öffentlich zu befunden. Der am Schluffe von den Zuhörern aufgewendete spärliche Applaus stand im umgekehrten Verhältnis au der Stärke des bürger. lichen Radikalismus in den Ausführungen des Vortrages. Leseabende. Achtung, Genoffinnen! Freitag abend 8% Uhr finden die Leseand Distutierabende statt, und zwar im Straße 5-7. 1. Streis: Seydelstr. 30 im Restaurant, früher Engel 2. Streis: bei emp. Urbanstr. 170 und bei abel, Bergmann 3. Streis: Gewertschaftshaus, Engelufer 15, linker Seiten flügel III. 5. Streis: 1.- 2. Abteilung bei Rausch, ineftr. 19; 3.- 7. b. teilung im Rosenthaler of", Rosenthaler Str. 11/12. In allen Leseabenden werden Mitglieder für die Wahlvereine Aufgenommen. Die Lescabenbe der Frauen des 6. Wahlkreises finden am Freitag, den 20. November, abends 8 Uhr, au folgenden Stellen statt: 1. Abt. bei la ust. Schönhaufer Allee 156. Kranz, Dunderstr. 8. „ Schäde, Kopenhagener Straße 74. Leppin, Brunnenitr. 30. 2. " " 3. " 7 4. " " 5. " " Hübner, Wattstr. 7. 6. " Gölzel, Bohenstr. 12. 7. " " 8. " か Start, Waldstr. 8. Lamprecht, Butligstr. 10. 9. " 10. " 11. D » Funke, Triftstr. 63. " Glawe, Liebenwalder Straße 4. " Maaß, Wiesenstr. 27. Der Vorstand. Groß- Lichterfelde. Freitag, 20. November, 8% Uhr, im Kaiserhof", Stranoldplay 1: Vortrag. Genosse Stormer: Sindererziehung". Weißensee. Freitag, 20. November, 8 Uhr, bei Ulrich, Wilhelm- und Streustraßen- Ede. Gerichts- Zeitung. Folgen einer Schülermißhanblung. Die Schülertragödie aus dem Sophien- Realgymnasium, die feinerzeit zu öffentlichen Grörterungen Veranlassung gegeben hat, beschäftigte gestern die 10. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Unger. Unter der Anklage, als Beamter in zwei Fällen in Ausübung seines Amtes sich der Körperverlegung schuldig gemacht zu haben, hatte sich der Oberlehrer Hermann Faubel aus Charlottenburg zu verantworten. Die Anflage vertrat Staatsanwalt Klee, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Ballhorn. Der 31 Jahre alte Angeklagte gab in der Sefunda des Sophien- Realgymnasiums franzesischen Unterricht. Einer feiner Schüler, Walter Mattheus, haite am 29. November einen Konflikt mit dem Angeklagten, der dahin führte, daß der Lehrer dem Schüler ein Paar Chrfeigen gab. Der Angeklagte hat über Veranlassung und Verlauf des Konflikts dem Ordinarius- und dem Direktor Mitteilung gemacht, dabei aber zunächst verschwiegen, daß er dem M. ein paar Ohrfeigen gegeben hatte. Infolge diefer einseitigen Darstellung hatte der Direktor der Anstalt von dem Schüler verlangt, daß er dem Angeklagten Abbitte leisten sollte. Dies bekam M. nicht übers Herz, sein Ehrgefühl war durch die ihm widerfahrene Behandlung dermaßen verlegt, daß er sich in der Wohnung seiner Eltern das Leben nahm, indem er sich an cinem Kronleuchter erhängte. Außer der Berlegung seines Ghrgefühle war für den Selbstmordentschluß wohl auch die Furcht maßgebend, daß er infolge dieses Vorganges die Schule verlassen müsse. M. hat einen Brief an seine Mutter zurüdgelassen, in welchem er das Motiv zu seiner Tat darlegte. Auch einen Brief an feinen Ordinarius hat der Verstorbene hinterlassen, in welchem Der Zeuge Fris Mattheus, der Bruder des Verstorbenen, befundete: Sturz vor dem Tode des Bruders habe er noch mit diesem gesprochen. Er sei aber über die Vorgänge völlig schiveigsam gewesen, ouch der Mutter gegenüber. Der Bruder habe sich erst erhängt, nachdem er versucht hatte, fich mit einem Revolver, den er sich gekauft hatte, zu erschießen. Der Bruder habe ihm bezüglich des ersten Borganges gejagt, der Angeklagte habe thm nicht nur Badenstreiche gegeben, sondern ihn geschlagen, wohin er ihn ge troffen und fei über Tische und Bänke ihm nachgefest. Der Angeklagte bestritt dies mit aller Entschiedenheit. Gutachten über Büchtigungsrecht. Rechtsanwalt Dr. Ballhorn machte geltend, daß der Ange flagte von dem Inhalt der Verordnung und der Anwendbarkeit der Strafgeseke nichts gewußt habe. Er habe also das Bewußt sein der Rechtswidrigkeit nicht gehabt. Eventuell würde nur eine geringe Geldstrafe am Blake fein, denn eine Freiheitsstrafe würde bem angetlagten den Bebensnecb völlig abschneiden. Das Gericht verurteilte den Angeklagten tegen Körperver legung im Amte in zwei Fällen zu 150 Geldstrafe evtl. zehn Tage Gefängnis. In der Begründung hieß es u. a.: Daß Mattheus nicht aufgepast hat und den Tabel verdient, könne in feiner Weise festgestellt werden. Es sei erklärlich, daß der Verstorbene sich im leger über den ungerechten Tabel nicht so benommen haben fönnte, wie er sollte und es sei nicht gerechtfertigt, daß der Angeklagte eine Disziplinarstrafe auf die andere häufte. Nach der Entscheidung des Reichsgerichts müssen solche Büchtigungen nach der konkreten Sachlage des Einzelfalls und nach den Grundsäzen einer maßbollen und vernünftigen Schulzucht beurteilt werden. Diese habe der Angeklagte durch sein eigentlich kaum verständliches Benehmen weit überschritten. Das Bewußtsein der Rechtswidrigteit habe er gehabt, ez habe in vollem Bewußtsein gehan belt. Zweifellos habe er sich in seiner Behrerehre getränkt gefühlt und Rache nehmen wollen. Er habe twissen müssen, daß ein Sefundaner boch anders zu behandeln ift, tote ein Schier niederer Klassen. Nach Ansicht des Gerichts sind die Fälle aber nicht dazu angetan, auf Gefängnisstrafe zu erkennen, welche den Angeklagten, ber leicht reizbarer Natur ist unb es nur an der nötigen Selbstbeherrschung habe fehlen lassen, für immer im Lehreramte unmög lich machen würde. Deshalb fei, wie geschehen, erkannt. Als Sachverständiger wurde der Bizepräsident des Provinzial schulfollegiums für die Provins Brandenburg, Mager, gutachtlich über die Frage bernommen, ob nach der Dienstinstruktion das Schlagen von Schülern ber höheren Lehranstalten verboten und auch das Schlagen mit der Hand an die Bade gegenüber einem Sefunbaner nidyt zulässig ist. Er bekundet: Nach diesem Vorfall Das auffallendste aus der Verhandlung ist das Gutachten sei eine Ministerial Instruktion erlaffen, die bestimmte Borschriften des Bizepräsidenten des Provinzialschulkollegiums. Danach über die Züchtigung von Schülern enthält. In dieser Instruktion stehen ziemlich bestimmte Weisungen über diese Frage. Ders find also bom preußischen Kultusministerium Instruktionen, artige Instruktionen bestanden bis dahin nicht. Es sei nur einmal die geeignet gewesen wären, Büchtigungen einzudämmen, a us eine Verfügung des Provinzialschulkollegiums zu Danzig aus dem& urcht borstrafrechtlicher Ahndung der überJahre 1905 aur Rachachtung mitgeteilt worden. Vor vielen Jahren, mäßig züchtigenden Lehrer aufgehoben. Andere, als sich das Oberverwaltungsgericht mit der Frage der Straf auch deutsche Länder befizen derartige Instruktionen, verfolgung von Züchtigungen der Schüler durch Lehrer zu be- die unter anderem jeden Schlag gegen den Kopf und faffen hatte, sei es zu einer Konflikt zwischen den höchsten Behörden das Geficht mit Recht jedem Schüler gegenüber, gekommen. Früher wurde die Entscheidung durch das Kompetenz auch dem der Volksschule, berbieten. Ein Lehrer, gericht entschieden und da feien im allgemeinen förperliche Büchti. der solche Schläge vornimmt, mißhandelt und erweist sich ungungen nicht verfolgt worden. Nach Einführung der neuen Suftis fähig zur Erziehung. Preußens Volksschulwesen steht auf gefeße haben die Gerichte carüber verschieben geurteilt. Für die Schulverwaltung war immer die Stabinettsorder vom Jahre 1825 einer so tiefen Stufe, daß leider in der Volksschule gröbmaßgebend: daß eine Büchtigung eines Schülers burch einen Lehrer lichste Mißhandlungen gang und gäbe find und deren Urnur dann strafbar wird, wenn die Gesundheit des Schülers ges beber leider in der Regel durch die Rechtsprechung des Oberschädigt wird. Neben dieser Kabinettsorber bestanden eine Masse berwaltungsgerichts dem Strafrichter entzogen werden. Nicht Vorschriften. Die Gerichte ftellten sich auf ben Standpunkt, daß, die Frage, ob der Angeklagte zu bestrafen war, sondern die, wenn ein Lehrer von dem Züchtigungsrecht Gebrauch macht in einer wann endlich die schmachvolle Prügelpädagogik aus den Weise, die gegen eine dieser vielen Instruktionen verstößt, nicht preußischen Volksschulen schwinden wird, ist das die Allnur disziplinarisch, sondern auch kriminell gegen ben Lehrer vor gemeinheit Interessierende. Kein Staat dürfte einen gleichen zugehen ist. Sämtliche Instruktionen feien aufgehoben worden, Berteidiger der Brügelpädagogik aufzuweisen haben, wie es nicht um den Lehrern freie Hand zur beliebigen Handhabung des Büchtigungsrechts zu lassen, sondern um den Gerichten die Möglich die oberste Schulbehörde in Preußen nach dem abgegebenen feit zu entziehen, einzugreifen. Die Schulverwaltung habe noch Gutachten ist. Sie hat dadurch von neuem bewiesen, daß von teinen Fall erlebt, daß, wenn nicht der Fall einer gesundheitlichen ihr leider nicht die Förderung der Ausbildung der geistigen Schädigung vorgelegen, dann gegen den Wunsch der Behörde eine und förperlichen Fähigkeiten der der Schule anvertrauten Anflage erhoben worden wäre. Dieser Fall sei der erste, wo dies Kinder zu erwarten ist, sondern die Förderung der Knechtgeschehen. Er stehe als Schulbeamter auf dem Standpunkt: Die feligkeit von Kindern und der Roheit von Lehrern. Schule habe die rechtliche Befugnis, ihre Schüler unter Umständen zu züchtigen, und wenn nicht Mißhandlungen vorliegen, dann müsse es der Schule überlassen bleiben, Stellung zu ber Züchtigung zu nehmen. Mißbräuche, bie über die von der Kabinettsorber gezogenen Grenzen hinausgehen, mache die Schulverwaltung mit den Lehrern ab. Die Berwaltung halte den Standpunkt der Juditatur nicht für richtig; fie tönne nicht anerkennen, daß es sich um ein Vergehen handele, bas triminell zu bestrafen fei. Badenstreiche, die in Setunda ausgeteilt werden, seien nicht gerade gewöhnlich, tommen aber doch mitunter auch vor; den Lehrern werde natürlich eingeschärft, in bezug auf Büchtigungen recht zurückhaltend zu sein. Der Direktor Dr. Rosenow vom Sophien- Realgymnasium befundete unter anderem: Der Angeklagte habe das Auftreten des Schülers doch für einen so groben Eingriff in seine Autorität betrachtet, daß er meinte, er müsse das consilium abeundi( Rat, die Schule zu verlassen) gegen ihn beantragen. Der Zeuge habe darauf hingewiesen, daß das consilium nur durch die Stonferenz erteilt werden und auch der Schüler erst gehört werden müsse. Nach einer Besprechung mit dem Ordinarius und mit dem Angeklagten sei man zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Schüler bei der Witterungsübersicht vom 17. November 1908, morgens 8 Uhi. Schwere des Falles zunächst mal auf einen Tag aus der Schule verwiesen werden sollte. Der Schüler Mattheus sei ihm nach jener Besprechung auf dem Flur begegnet; er sei fehr aufgeregt gewesen, habe gleich geweint und auf seine Frage zugegeben, daß er jene Worte gebraucht habe, die den Angeklagten erregten. Der Beuge hat ihm dann gesagt:" Dann haben Sie sich eines schweren Bergehend und grober Ungehörigkeit schuldig gemacht, das müssen Sie Swmembe doch einsehen. Wenn ein Schüler das einsteht, so kann es für ihn famburg doch nichts Besonderes sein, wenn er den Lehrer um Entschuldigung ranti.a 769 8 bittet. Für heute müssen wir Sie aus der Schule ausschließen, München benn Sie haben sich vor der gangen Slaffe gegen Herrn Oberlehrer Faubel vergangen." Die Einzelheiten des Berganges sind bei dieser Gelegenheit mit dem Mattheus nicht erörtert worden; daß er eine Ohrfeige bekommen, toußte der Zeuge noch nicht. Be- und schwerden über M. hat der Zeuge sonst nicht entgegenzunehmen! Verein ehemaliger Beeliner( Abteilung B). Heute abenb 6 Uhr bei Borchert, Brunnenitr. 3. Gäfte infommen. Der Verein der polnisch- fozialistischen Partei( genannt P. B. 5.) hält heute abend 8 Uhr im Lofale des Genoffen Stuba czewski, Stall schreiberstr. 55, eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Gäste sind willkommen. Ge. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großbandel in den Sentral- Marithallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr genügend, Geschäft still, Breise unverändert. Bild: Zufuhr reichlich, Geschäft nicht lebhaft genug, Breife wenig verändert. lügel: Bufuhr reichlich, Geschäft ziemlich lebhaft, Breife befriedigend. ife: Zufuhr mäßig, Geschäft ruhig, reise zum Teil etwas an ziehend. Butter und Kase: Geschäft ruhig, Preise unvera dert. semüse, Obft und Gübfrüchte: Bufuhr genügend, schäft etwas reger, Breise faft unverändert. Stationen Berlin en Barometer Stand mm Wind richtung Windstärke Better emp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 765 2 beiter-5 Haparanda 746 Still 7644 bedeckt 767G Wetter Temp. n. 6. RORON. 38889 3 beiter bedeckt 7719 4 bedeckt 759 28 7695 3 wolten! 4 2 bedeckt 1 Petersburg 755 W 1 wolfen! 1 Scilly 2 Nebel-1 Aberdeen 1770 SND Nebel-31Barts 1775 SD 3 wolfen!-8 Betterprognose für Mittwoch, den 18. November 1908. Etwas wärmer, veränderlich, vielfach wollig mit geringen Niederschlägen lebhaften weftitchen Winden. Berliner Betterbureau. * A. WERTHEIM PORZELLAN Weiss Speiseteller le 18 P., STEINGUT muster 28 P. Speiseteller tief und flach blau Zwiebelmuster, 10 Pr.| Handleuchter Dessertteller blau Zwiebelmuster 9 Pf. Salat- u.Kompottschüsseln 5 b. 30 Pt. Kompotteller blau Zwiebel8 Pr. Küchengarnituren 22 tellig 16.50 Satz- Salatieren 6 Stück, weiss 95 Pf. Teekannen dekoriert, 80 Pf. bis 1.25 Satz- Salatieren 6 Stück, blau 1.40 Milchtöpfe dekoriert 45 Pf. bis 1 Mk. Satz- Töpfe dekorlert, 6 Stück 1.35 Zuckerschalen dekoriert Majolika- Obstteller englisch Teekannen 35 Pl. fach 12 Pr. Milchtöpfe 6, 10 P. Tassen 10 Pf. Dessertteller 8 Pf. Bunt Kompotteller 6 Pl. Bratenschüsseln oval 20 bis 75 PI. Tassen Dessertteller 20, 23, 25, 32 PL 10, 12, 15, 18 Pf. Terrinen 1.50 Kuchenteller Kartoffelnäpfe 60, 75 P. Kabarette 2 teilig Saucieren 40 Pf. Butterdosen Salatieren 18 bis 45 Pf. Salz- u. Pfeffergefäße 5 P. Kaffeekannen 35,58 Pr. 1 Mk. 38,55,95 Pr. Satztöpfe 3 Stck. 40, 6 Stck.95 Pl., 1.50 Handleuchter 45 PL. Konfektschalen 8 Pr. Zuckerdosen dekoriert Teekannen glatt, schwarz. Kaffeetassen weiss 10 Pf. Tassen glatt, schwarz 22 Pl. 28 Pf. Ein Posten für 2 Personen für 6 Personen 9 teilig 2.50 bis 4.75 75 Pt. 1.20 45 bis 70 Pf. 25 Pr. für 2 Personen Kaffeeservice 1.35, mit Tablett 2.40, 30 für 12 Personen für 12 Personen 60 78 für 12 Personen Tafelservice lig 23, 26 Mk. teilig 49 Mk. Teilig 62, 66 Mk. teilig Ein Posten Steingut Flache Speiseteller Dessertteller Kleine Schüsseln Dtz. 70 Pf. Dtz. 50 Pf. Dtz. 25 Pf. Wasch- Garnituren Steingut, dekoriert, grosse moderne Formen 5 teilig in 4.90, 5 teilig Elfenbein dekoriert 6.50, 6.90 Mic. und Schüssel Weiss Porzellan grosse Kanne Kindergarnituren bunt oder mit Gold dekoriert 1.75 Mk. 3.25 Mk. Salat- und Kompottschalen geschlifen 25, 48, 60, 75, 85 Pl. Kompotteller geschliffen 18, 22 P. Bierbecher mit Goldrand 7, 10 Pl. Bierbecher mit Bordüre 12, 20 Pf. Teebecher mit Bordüre 12 PL. Wasserbecher gepresst 5, 6 Pf. Wasserbecher geschliffen Ein Posten 18 PL. Groggläser gepresst 11 Pt. Bowlen- Kelche Groggläser geschliffen 22 Pf. Römer- Kelche Römer 18, 25, 33, 38, 45 Pr. Bierbecher 28 Pf. 30 Pl. GLASWAREN Rumflaschen geschliffen 28, 55 Pr. Sturzflaschen geschliffen 38, 45 Pr. Käseglocken geschliffen 80 Pf., 1.25 Eln Posten bemalter Bowlen mit 6 Gläsern 2.90 mit 12 Gläsern 4 Mk. glatter Kristall- Gläser Rotwein- Kelche Ein Posten gravierter Kristall- Trinkgläser mit geschliffenem Stiel Rotwein- Gläser Madeira- Gläser Likör- Gläser Salatieren rund 48 Pl. Salatieren eckig Pressglas„ Gloria" Diamantschliff- Imitation 20 bis 50 Pl. 14 bis 57 Pl. 40 Pf. Salatieren oval 25, 42, 50 Pl. 36 Pf. Kuchenteller 20, Bowlen- Gläser 50 Pf. Selterbecher( Sektbecher) 25 Pr. Biertulpen Kompotteller 35, 50 Pl. 6 und 7 Pt. 60 Pt. Konfektschalen mit Fuss Konfektteller eckig 60 Pl. 45 PL. Ein grosser Restposten 1.35 Zuckerschalen 18, 23 PL. 55 P. Kompott- u. Salatschüsseln Fruchtschalen mit Fuss 25 PL. gutes Fabrikat, zu besonders billigen Preisen. EMAILLIERTE GESCHIRRE Schmortöpfe ohne Ring 6 Grössen 45 Pl. bis 1.20 Schmortöpfe mit Ring Kasserollen ohne Ring Kasserollen mit Ring 5 Grössen 65 Pf. bis 1.35 bis 8 Grössen 28 90 Pl. 5 Grössen 65 Pf. bis 1.10 Gaskochertöpfe m. Deck. 4 Grössen 90 Pf. bis 1.50 Wasserkessel für Gas 6 Grössen 60 Pf. bis 1.50 Wasserkessel mit Absatz 4 Grössen 90 Pl. bis 1.75 Bratpfannen lang 6 Grössen 1.30 bis 2.60 Bratpfannen rund Fischkocher oval Teller fach und tief Bratenschüsseln Gemüseschüsseln 4 Grössen 50 bis 90 Pf. 4 Grössen 2.25 bis 5.25 3 Grössen 15 24 PI. 5 Grössen 40 Pf. bis 1.75 10 Grössen 20 Pf. bis 1.10 bis Kuchenschüsseln tief 8 Grössen 50 Pf. bis 1.20 Schüsseln fach Näpfe Ein Posten Ofenvorsetzer 15 bis 90 Pr. 3 Grössen 20 bis 32 Pr. Menagen 3 tellig, mit Bügel 4 Gröss. 1.75 bis 3 Mk. Tassen mit Untertassen Paar 30 Pl. Salz- u. Mehlkonsolen bellblau 1.20, marmor. 1.40 Marktkörbe 1.90 Seifnäpfe 12, 15, 25 Pr. Toiletteneimer mit Deckel, 4 Grössen 2 Mk. bis 3.25 Wannen oval 5 Grössen 1.60 bis 4.25 Durchm. ca. 65, 28 cm grau Wassereimer Durchm. ca. in verschiedenen Ausführungen, 8 Sorten 1.25 bis 10 M Mk. hellblau 85 pr. In der Lebensmittel- Abteilung: Ananas IN DIESER WOCHE Pfund 63 Pt. SPIELWARENAUSSTELLUNG Rand gesetzl geschützt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glade, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Kr. 271. 23. Iahrgaag. 2. Ktillist iles.Amlirts" Knlim AslksdlM Mittlvoch. 18. Kovember 19V8. Neri!» beim erlsß der Städteordnung von 1808. Durch die preußische Städtcordnung vom 19. November 1398, deren Hundertjahrfeier in diesen Tagen begangen wird, wurde für die ganze Monarchie Preußen die Verwaltung der Städte neu georonct. Die damals für die Städte bestehenden Verwaltung»- gustände. denen durch die Einführung einer neuen Städteverfasiung ein Ende gemacht werden sollte, waren von ganz besonderer Art *a der Landeshauptstadt Berlin. Eine eingehende Darstellung hierüber finden wir in der Festschrift»Die Städteord- nung von 1808 und die Stadt Berlin", die im Auftrage des Magistrats vom Stadtarchivar Dr. Clauswitz zur Hundertjahrfeier herausgegeben worden ist. Berlin hatte im wesentlichen die aus alter Zeit überkommene Verfassung der märtischen Städte gehabt» die himmelweit von dem eittfernt war, was man heute Selbstverwaltung nennt. Die Ver- tretung der Stadt war der Magistrat, er war selbständig gegenüber der Bürgerschaft, verwaltete allein die Angelegenheiten der Stadt und ergänzte sich durch eigene Wahl, Es gab keine etwa aus Wahlen der gesamten Bürgerschaft hervor- gegangeneVertretung.die neben dem Magistrat bestanden und ihm gegenüber gestanden hätte. Die Zünfte, die damalige politische Organisation der Bürgerschaft, wurden vom Magistrat nur befragt, wenn es ihm paßte. Allmählich mußten aber die Stadtmagistrate sich in ihrer Selbständigkeit immer mehr be- schränken lassen, nicht etwa durch die Bürgerschaft, sondern durch d>e Landesregierung, die ihnen ihre Rechte zu kürzen suchte und oft sogar selber die Magistratsmitglieder ernannte. Am weitesten gingen diese Beschränkungsgelüste in Berlin, und hier waren sie auch am erfolgreichsten. Der„Vorzug" Berlins, Landeshauptstadt zu sein, führte dazu, daß die Lande», Herren den Magistrat ihrer Residenz seiner wertvollsten Macht- befugnisse entkleideten. Wichtige Zweige der Gemeindetätigkeit blieben den Staatsbehörden vorbehalten, der Magistrat war zur Bedeutungslosigkeit verurteilt, und die von der Teilnahme an der Verwaltung ohnedies ausgeschlossene Bürgerschaft stand hier den Angelegenbciten der Kommune vielleicht noch gleichgültiger als in anderen Städten Preußens gegenüber. In diesem Zustand befand sich die Verwalkung von Berlin bei dem Zusammenbruch der preußischen Monarchie im Jahre 189 6. Als dann Ende Oktober Napoleon in Berlin eingezogen war und vor ihm die Staatsbehörden das Hasenpanier- ergriffen hatten, stand die Bevölkerung Berlins, die daran gewöhnt war. in all ihren Angelegenheiten von„oben" bevormundet zu werden, hilflos da. In der Eile war eine Neuorganisation des Magistrats versucht worden, man hatte ihn durch Hilfskräfte aus Mitgliedern höherer Staatsbehörden erweitert, in seine Hände wurde min die ganze obrigkeitliche Gewalt gelegt, und die meisten der ihm vorenthaltenen Zweige der Gemeindeverwaltung wurden ihm zu- rückgegcven. Doch Napoleon hatte sich vorgenommen, der von ihrem König im Stich gelassenen Landes- Hauptstadt eine neue und besondere Verfassung zugeben. Der Magistrat mußte 2999 der wohlhabendsten Bürger benennen, diese hatten aus ihrer Mitte 99 Personen zu wählen, die die Generalverwaltungsbehörde der Stadt bilden sollten, und au? diesen wieder wurden 7 Personen ausgewählt, die die eigent- lichen Verwalter der Stadt waren. Der Ausschuß der Sieben sollte in wichtigen Angelegenheiten mit dem Rat der Sechzig beraten, es ist aber niemals hierzu gekommen. Die Einwohnerschaft oder viel- mehr nur die wohlhabendere Klasse der Bevölkerung hätte schon da- mal? in ocm Rat der Sechzig so etwas wie eine Bürgervertretung Ln millgülcllter Verlad). Herr v. Gerlach ist ein geschickter Tagesjournalist, vielleicht sogar der geschickteste, den die bürgerliche Presse augenblicklich be- sitzt. Aber zum Biographen und Historiker hat ihn Gott nur in seinem Zorn gesoffen. Und indem er nach Lorbeeren trachtet. die für ihn unerreichbar sind, hört er auf, ein geschickter Tages- journalist zu sein. Sein„biographisches Essay"*) ist nichts als ein plumper Versuch, Zänkereien innerhalb der Partei anzustiften, was ihm nun freilich nicht gelingen wird. Herr v. Gcrlach beginnt damit,„Bebel als Bourgeois" zu schildern. Um sich von vornherein als überlegenen Historiker zu legitimieren, hebt er seine Geschichtsklitterung an wie folgt: „August Bebel wurde am 22. Februar 1849 als der Sohn eines Unteroffiziers geboren. Sein Vater stammte aus Ostrowo in der Provinz Posen, war aber kein Pole, wie Mehring in seiner Ee- schichte der deutschen Sozialdemokratie irrtümlich annimmt, son- dern gehörte einer aus Süddeutschland eingewanderten Familie an." Nun hat Mehring allerdings in der ersten Auflage seiner Geschichte Bebels Vater einen„geborenen Polen" genannt, irre- geleitet durch biographische Notizen über Bebel, die Guido Weih seinerzeit in der„Wage" veröffentlicht hat, von denen Mehring annahm! daß sie von Bebel selbst herrührten. Aber in den späteren Auflagen seines Buches hat Mehring den Irrtum längst berichtigt, waS Herr-a v. Gcrlach so wenig hindert, noch jetzt daS Versehen zu monieren,' wie es ihn hindert, die nächsten Seiten seines„dio- graphischen Essays" ouS Mehring abzuschreiben, ohne die„irrtüm- liche" Quelle seiner Weisheit zu nennen. Noch charakteristischer offenbart sich das Quellenstudium des Herrn v. Eerlach an einer anderen Stelle. Vor langen Jahren hat einmal Genosse Hepner in der„Neuen Zeit" einen kleinen Scherz veröffentlicht, worin er unter anderem erzählt, wie Lieb- kncchtS ältestes Baby Theodor durch sein mächtiges Stimmorgan die Redaktion des„VolksftaateS" gestört habe, die sich in Liebknechts Wohnung befand. Herr v. Gerlach hält eS für angezeigt, Hepner» Scherz wörtlich in seine 64 brcitgedrucktcn Seiten aufzunehmen, nur daß er aus Liebknechts ältestem Baby Theodor das älteste Baby Karl macht. An sich ist die Sache natürlich völlig gleichgültig, aber sie kennzeichnet den bürgerlickien Journalisten, der immer „pikant" sein muß und selbst ein Attentat auf die Naturgesetze nicht verschmäht, weil heute der Name Karl Liebknechts mehr in den Mäuiern ver Philister ist, als der Name Theodor Liebknechts. Soviel über den Quellenforscher Gcrlach. Sein Eigenstes dagegen ist sein Bemühen, den Genossen Bebel als einen„Pracht- vollen Kerl" zu schildern, der immer aufs praktische gerichtet sei, und zugleich als einen unheilbaren Konfusionsrat, der niemals »visse, waS er wolle.„Was er heute zum Teufel wünscht, das er- hebt er nach ein paar Jahren in den Himmel. Den einen Tag tritt er auf als der doktrinäre Marxist reinsten Wassers, und den nächsten H. v. Gcrlach: August Bebel. Ein biographisches Essay. Erstes bis fünftes Tausend. Albert Langen, Verlag für Literatur und Kunst. München 1999. 94 Seiten. Preis 99 Pf. ' haben können, durch die sie an der Gemeindeverwaltung teilnehmen durfte, aber das blieb eine Bestimmung auf dem Papier. Die neue Verwaltungsbehörde wurde Comite administratif genannt. Ihre l Hauptausgabe war freilich die, zur Befriedigung der maßlosen ' Ansprüche des Eroberers die Gelder herbeizuschaffen. Daneben nahmen auch die Mitglieder des alten Magistrats noch an der Ver- waltung teil und erledigten weiter ihre früheren Geschäfte, um die das Comite administratif sich wenig kümmerte, das Kämmerei- Wesen, die Gewerkssachen usw. Ueber zwei Jahre amtierte diese von Napoleon geschaffene Behörde. Als dann im November 1898 der Erlaß der Städteordnung kam, schickten die Franzosen sich eben an, die Stadt zu räumen, die in den zwei Jahren unter dem Druck der kaum erschwinglichen Kontributionen geseufzt hatte und eine ungeheure Schuldenlast hatte aufhäufen müssen. DaS Comite administratif bestand zunächst auch weiter, es nannte sich aber jetzt „Stadtverwaltungsbehörde". Es löste sich erst auf, als im Früh- jähr 1899 mit der Einführung der neuen Städteordnung die Neu- Organisation der Gemeindebehörden sich vollzog. Auch ohne den Erlaß dieser Städtcordnung wäre eS schwer zu denken gewesen, daß man in Berlin die frühere Stadtverfassung wiedereinzuführen versucht hätte. Im Jahre 1895 hatte Berlin 155 796 Einwohner(ohne das Militär) gehabt, darunter waren aber nur 12 862„Bürger". Sollte der da- malige Unterschied zwischen„Bürgern" und„Eximierten"(Adel. Beamtentum, Angehörigen der französischen Kolonie. Privilegierten aller Art, die sich der Bürgerpflicht entziehen durften) zurückkehren? Unter der Verwaltung des Comite administratif war dieser Unter- schied verschwunden, alle Einwohner Berlins hatten gleichmäßig nach ihren Kräften die Lasten tragen und sich den, Anordnungen der Stadtbchörden fügen müssen. Gerade in Berlin mutzte der Entschluß, durch eine neue Städteordnung die gesamte Be- völkerung zur Mitarbeit an der Verwaltung der Städte heranzuziehen, als eine Notwendigkeit erkannt werden. Die Einführung vollzog sich natürlich nicht ohne Schwierig- leiten. Schon die Aufgabe, für die Wahl der nun neben dem Magistrat zu schaffenden Stadtverordnetenversammlung die stimmfähigen Bürger nach Maßgabe der neuen Bestimmungen festzustellen, war nicht ganz einfach. Tie Stimmfähigkeit nichtangesessener Bürger war in Berlin an den Nachweis eines Reineinkommens von jährlich 299 Talern gebunden, die Ermittelungen hierüber ließen bei der Kürze der Zeit sich nur mangelhaft ausführen. Von der Selbstverwaltung der Stadt durch die gesamte Bürgerschaft, die durch die neue Städteordnung angebahnt werden sollte, blieben — wie man sieht— die Unbemittelten ausgeschlossen. Doch hatte die Städteordnnug von 1893 vor der heute geltenden von 1858 immer noch das voraus, daß sie die Einteilung der Wählerschaft in drei Klassen nach Maßgabe ihrer Steuerleistung nicht kannte. Viel Mühe wurde verursacht durch die erstmalige Zer- legung des ganzen Stadtgebietes in 192 Wahlbezirke; schon damals wurde für Berlin die Zahl der zu wählenden Stadtverord- neten auf 192 bemessen, und sie blieb so bis nach der im Jahre 1861 vorgenommenen Erlveiterung des Stadtgebiets. Der Wahl mußte eine gottesdienstliche Handlung vorausgehen, so wollte eS die Städtcordnung. Das wurde so aufgefaßt, daß die Wahl über- Haupt in die Kirchen zu verlegen sei. Da in Berlin da- mals nur 22 Kirchen vorhanden waren, so mußte fünf Tage hin- durch gewählt werden, bis jeder der 192 Bezirke seine Wahl voll- zogen hatte. Vor der Wabl wurden die Glocken geläutet, und an den Kirchtürcn standen Bürgergardisten— zur Erhöhung der Feierlichkeit. Tie Beteiligung an der ersten Wahl soll sehr groß gewesen sein, doch fehlen zahlenmäßige Nachweise hierüber. Die erste Stadtverordnetensitzung fand statt am Tag huldigt er so goldiger, praktisckter Weisheit, daß ihm jeder Re° visionist den Brudcrkuß aufdrücken kann." Das kommt aber davon,' daß Bebel bei„seiner doch immerhin nur mittelmäßigen wissen- schaftlichen Durchbildung" theoretisch nie er selbst gewesen ist, sondern immer im Banne fremder Meinungen gestanden hat. Wer ihm als der korrekteste Interpret des Marxismus erscheint, der ist seine Autorität. Einst war es Liebknecht. Jetzt ist es Kautsty. Wr müssen es natürlich dem Genossen Kautsky überlassen, falls er es für nötig halten sollte, sich mit diesem angenehmen Wider- sinn abzufinden. Hier nur ein paar Worte über Liebknecht, der ja leider nicht mehr selbst sprechen kann. Ohne den unvergeßlichen Verdiensten des Alten irgendwie zunahe zu treten, so muß doch gesagt werden, daß er am Ende der 69cr Jahre durch die„Geschlossenheit seines wirtschaftlich-politischen Systems" unmöglich den jüngeren Bebel in den Bann fremder Meinungen gezwungen haben kann. Im„Demokratischen Wochenblatt" und im„Volksstaat" wurde der Marxismus keincslvegs in„doktrinärer" Form vertreten, ganz im Gegenteil! Herr v. Gerlach selbst weiß auf derselben Seite zu er- zählen, daß Liebknecht,„überzeugter Marxist und theoretischer Revolutionär", doch nicht„mit der Tür ins Haus gefallen sei", was dann freilich nach der anderen Seite hin reichlich schief ausge- drückt ist. Sicherlich hat Bebel— und er selbst wirb es am wenigsten bestreiten— von Liebknecht gelernt, ebenso wie von KautSkh, ebenso wie von Marx, Engels, Lasialle und anderen. Aber feine theore- tische Bildung hat er sich durchaus selbständig erworben, was jedem in die Augen springt, der mit einigem Fleiß und einigem Ver- stände Bebels geistigen Entwickelungsgang verfolgt. Wenn Herr v. Gcrlach Bebels erste Schrift: Unsere Ziele„den inS Bebelsche übersetzten Liebknecht" nennt, so war sie vielmehr, wenn man sich der Gerlachschen AusdruckSwcise bedienen will, der„ins Bebelsche übersetzte Lasfalle", und gerade von Lassalle wollte Liebknecht nie viel wissen. Geradezu grotesk wird Herr von Gerlach, wenn er behauptet, Bebel habe es im Sommer 1879 der nationalen„Wurstig- keit" Liebknechts gleichtun wollen und sich deshalb bei der Beratung der Kriegsanleihe der Abstimmung enthalten. Tatsächlich wollte Liebknecht die Kriegsanleihe verweigern, was auch vollkommen be- rechHgt und keine nationale„Wurstigkeit", sondern Wahrung der nationalen Ehre gewesen wäre, wenn man damals schon gewußt hätte, was man beut: weiß, daß nämlich Bismarck die spanische Thronkandidatur deS Hohcnzollern in frivolster Weise angezettelt hatte. Da aber Bismarck schamlos log, er habe von dieser Thron- tandidatur keine Ahnung gehabt und ihm zunächst der Gegen- beweis nicht geführt werden konnte, so setzte gerade Bebel die Stimmenthaltung durch. Um nun diese ehrenvolle Tat zu verkleinern und sie als einen Ausfluß nationaler„Wurstigkeit" darzustellen, in der Bebel mit Liebknecht zu wetteifern gesucht habe, teilt Herr v. Gerlach daö motivierte Votum, daS beide zu den Akten gaben, in folgender Form mit: Als prinzipielle Gegner jedes dynastischen siriegeS, als Sozialrepublitancr und Mitglieder der Internationalen Ar- 25. April 1899 im damaligen Palais des Prinzen Heinrich, dem jetzigen Heim der Universität. Nachdem dann von den Stadtver- ordneten der neue Magistrat gewählt worden war, wurden am 6. Juli 1899 Magistrat und Stadtverordnete in einem besonderen Festakt, der in der Nikolailirche sich abspielte, in ihr Amt ein- geführt._ Kefnltate der ßetriebszählung in Preußen 1907. Die amtliche„Statist. Korresp." veröffentlicht die Hauptergeb« nisse der gewerblichen Betriebsstatistik vom 12. Juni 1997. Auch diese Gewerbestatistik ist, ebenso wie die früheren, keine Statistik der gewerblichen Unternehmungen, sondern eine Statt st ik der Betriebe in dem Sinne, daß jeder selbständige oder vom Unter- nehmer als solcher angegebene Teilbetrieb einer gewerblichen Unter- nehmung als Betrieb gezählt worden ist. Deswegen muß die Steigerung der mitgeteilten Betriebe nicht als absolute Steige- rung, sondern im Sinne der gewerblichen Konzentration verstanden werden. Festgestellt wurden am 12. Juni 1997 2 291 366 Betriebe mit 8 382 912 am Zählungstage gewerblich tätigen Personen. Die- selben Feststellungen ergaben 1895 1999 259 Betriebe mit 5815 543 Personen. Die Steigerung der Betriebe betrug von 1882— 1805 1,79 Proz.; 1895—1997 10,60 Proz. Die Personenzahl stieg im ersten Zeitraum um 37,67 Proz., im zweiten um 43,39 Proz.l Bedauerlicherweise ist die Stcigerungszahl nicht ganz korrekt ausgedrückt, weil die formalstatistische Veränderung der Zählung die Ziffern etwas beeinflußt hat. Trotzdem bleibt die rapide Steigerung besonder» der im Gewerbe tätigen Personen im Ver« hältnis zu der der Betriebe als wirtschaftliche Ursache bestehen. Es zeigt die Entwickelung der Gewerbe zum Großbetriebe. Die Gewerbebetriebe zerfallen statistisch in Haupt- und Neben- betriebe. Für diese Unterscheidung ist nicht die Beschaffenheit und der Umfang des Betriebes maßgebend, sondern lediglich das Vor- handensein von Personen. Zur Vermeidung mehrfacher Zählung kann eine in mehreren zusammenhängenden Betrieben tätige Person nur einmal da gezählt werden, wo sie hauptberuflich tätig ist. Die Hauptbetriebe haben sich von 1895—1997 um 8,73 Prozent vermehrt, dagegen die N e b e n b e t r i e b e um 23,83 Proz. Darin drückt sich Wohl hauptsächlich die Konzentrierung aus, die eine„vorindustrielle" genannt werden kann und darin besteht, daß insbesondere in den kleineren und mittleren Städten zahlreiche Kleingewerbetreibende sich ein Nebengewerbe angliedern, nebenbei ein Verkaufsgcschäft unterhalten usw. Die eigentlich„industrielle" Konzentration drückt sich darin aus, daß die Zahl der Alleinbetricbe(das heißt Betriebe ohne Hilfspersonen oder Motoren) von 951 642(1895) auf 784 197 (1997), also um 17,69 Proz. gesunken, während die Zahl der Mit- inhabcr, Gehilfen- und Motorenbctriebe von 791694 auf 1111399, also um 49,37 Proz. gestiegen ist! Sehr unterschiedlich ist der Wechsel der Zahl der Mein- betriebe in der Berichtsperiode für die einzelnen Industrien. So ist besonders die Textilindustrie, an der schon Marx die industrielle Revolution nachwies, in ihren Ergebnissen bcachtens- wert. Die Zahl der Alleinbctriebe ging von 63 629 auf 24 217, also um 62 Proz. zurück, die Zahl der Beschäftigten stieg von 441 885 auf 445 452, um 9,81 Proz. Als. Ursache kommt dabei in erster Linie in Frage, daß es gerade die Textilindustrie ist, die ihre riesige Produktionssteigerung den die menschlichen Handreichungen vervielfältigenden Maschinen zu verdanken hat. Die Industrie der forstwirtschaftlichen Nebenprodukte, Fette, Seifen, Oele und Firnisse verringerte die Zahl ihrer Alleinbc- beiterassoziation, die ohne Unterschied der lldationalität alle Unterdrücker bekämpft, alle Unterdrückten zu einem großen Bruderbünde zu vereinigen sucht, können wir uns weder direkt noch indirekt für den g-egenwärtigen Krieg erklären und ent- halten uns daher der Abstimmung. Das klingt ja einigermaßen„doktrinär", aber nur deshalb, weil es der zusammenfassende Schlußsatz deS„motivierten Votums" war und solche zusammenfassende Schlußsätze, aus dem Zusammen- hang gerissen, immer etwas„doktrinär" erscheinen. Die enlschci- senden Sätze der Erklärung aber lauteten: Der gegenwärtige Krieg ist ein dynastischer Krieg, unter- nomrnen im Interesse der Dynastie Bonapartc, wie der Krieg von 1879 im Interesse der Dtinastie Hohcnzollern. Die zur Führung des Krieges dem Reichstag abverlangten Geldmittel können wir nicht bewilligen, weil dys ein Berirauensvotum für die preußische Regierung wäre, die durch ihr Vorgehen im Jahre 1866 den gegenwärtigen Krieg vor-bercitet hat. Ebcnsotoenig können wir die geforderten Geldmittel verweigern, denn c» könnte die» als Billigung der frevelhaften Politik BonapartcS aufgefaßt werden. I Diese Sätze unterschlägt Herr v. Gerlach. WaS zwar nicht ehrlich, aber begreiflich ist. Denn da heute allgemein bekannt ist, wer den Krieg von 1870/71 angezettelt hat. so könnten am Ende auch die liberalen Philister, für die Herr v. Gerlach schreibt, aus ihnen ersehen, was es mit der„nationalen Wurstigkeit" auf sich gehabt hat. Den Gipfel der Schrift bildet das Kapitel: Bebel in Dresden.. Herr v. Gcrlach erzählt, nie sei die Partei in eine tiefere Tiefe geschmettert worden, als durch den Parteitag in Dresden, und der Hauptschuldige an diesem jähen Sturz von ragender Höhe in dunkle Tiefe sei Bebel. Er sei sehr geschickt bearbeitet worden; man habe ihn„sachlich scharf gemacht" durch den Hinweis auf die revisionistische Mehrheit in der neuen RcichStagsfraktion, dazu fei „infamste persönliche Hetzerei" gekommen, die sich gegen Wolfgang Heine gerichtet habe, so habe Bebel Georg Bernhard, Lilh Braun, Bruno Borchardt, Paul Göhre abgeschlachtet, nicht sachlich kritisiert. sondern persönlich verunglimpft, klein gemacht, verdächtigt, in den Schmutz gezogen, die Parteileitung in eine Art Raserei versetzt, die radikalen Instinkte der Unteroffiziere der Partei gegen ihre Generäle entfesselt, den größten Partciskandal angerichtet, den die Sozialdemokratie in ihrer Geschichte je erlebt habe, alles aber zu dem Zwecke, die Taktik der Partei durch den Parteitag festlegen zu lassen. Diese Darstellung ist wieder nicht ehrlich, aber begreiflich ist auch sie. Herr v. Gerlach provoziert in der unqualifizierbarstcn Weise, weil er dadurch am ehesten eine Richtigstellung hervor- zurufen hofft, die nach seiner Meinung den Zweck seiner Schrift, Zänkereien in der Partei hervorzurufen, erfüllen könnte. Aber er hat die Farben zu dick aufgetragen, als daß eS nicht genügen sollte, sein Pamphlet niedriger zu hängen, dessen einziges Verdieiift darin besteht, die Frage anzuregen, ob das Bündnis der ändert- halb Demokraten ä la Gerlach wirklich solcher zwar unschädlichen aber ästhetisch und politisch gleich häßlichen Attentate aus die Einheit der Partei wert sei, F, M. triebe um 52 Broz., dies ist daraus zu erklären, daß dies Gebiet fauf von Militäreffetten trete bodh gegenüber dem Gastwirts- und heute von der chemischen Großindustrie übernommen worden ist. Schantbetrieb völlig in den Hintergrund. Der Beklagte stellte Das Handelsgewerbe büßte 10 Broz. und die Lederindustrie 6 Bros. in der Verhandlung die auffallende Behauptung auf, daß er auf der Alleinbetriebe ein. Das Kleinträmertum muß der Entwicke- Wunsch des Bataillons- Kommandeurs mit allen Angestellten tägliche Kündigung vereinbaren müsse. Wenn die Herren Offiziere lung Tribut zahlen. Die Gehilfen- und Motorenbetriebe stiegen der Zahl der Be. mit Angestellten nicht zufrieden find, so sei er verpflichtet, die Bes treffenden fofort zu entlassen. schäftigten nach von 4 924 441 auf 7548 715, alfo um 53,29 Bros. An dieser Steigerung ist besonders die Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate beteiligt, und zwar mit einer Steige. rung, bon 329 404 auf 655 830 Personen, dies ist 99,10 Prog. Die neue Bestätigung der Anschauung, daß die industrielle Revolution sich ihres charakteristischsten Mittels bemächtigt und so Maschinen durch Maschinen erzeugt". Neben dem schon besprochenen TextilGewerbe ist es das Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe, welches, an der Zunahme der beschäftigten Personen am geringsten, mit nur 12,67 Broz. beteiligt ist. Wo der Juftisfiskus fpart. Jm, Courier für die Prignitz" finden wir folgendes Inserat: Für das hiesige Amtsgericht wird vom 1. Dezember d. Js. ab ein dritter Rangleigehilfe mit guter Handschrift gesucht; monatlicher Verdienst bis zu 40 auch 60 M. Geeignete Personen, insbesondere Militäranwärter, wollen fich unter Einreichung ihrer Zeugnisse schleunigst melden. Königliches Amisgericht Prizmalt. 40-50. Monatsgehalt für einen föniglich preußischen Kanzleigehilfen- ein wahrhaft fürstliches Gehalt. Arbeitsnachweis und Arbeitermangel. Seit 1895 hat sich die Bahl der gewerblich tätigen Bersonen um rund 42 Broz. vermehrt, die entsprechende Bu nahme der Gesamtbevölkerung beträgt nur rund 19 Pros.; also ein untrügliches Zeichen der raschen Industrialisierung im preußi- Sonnabend in Leipzig abgehalten wurde, sprach in einem Vortrage Auf dem fünften deutschen Arbeitsnachweis- Kongreß, der am schen Staate. Die einzelnen Provinzen sind bei der Steigerung über die allgemeinen öffentlichen Arbeitsnachweise und die bevon 1895-1907 verschieden beteiligt. Am stärksten ist der Bu- sonderen Facharbeitsnachweise der Landtagsabgeordnete Stadtrat wachs in Westfalen mit 60,5 Bros., darauf folgt Brandenburg mit Dr. Flesch( Frankfurt a. M.) feine Genugtuung darüber aus, daß 55,4 Prog., dann Berlin mit 54,8, Rheinland mit 48,8, SchleswigHolstein mit 41,76 Broz. Am schwächsten ist der Fortschritt in Hohenzollern mit 21,8 Proz. und Pommern mit 21,55 Broz. Bei Einteilung der Betriebe in Größentlassen ragen besonders die Riesenbetriebe über 500 Personen mit einem Zuwachse um 70,40 Proz. und der darin tätigen Personen um 89,11 Prog. hervor. Die Frage der Beteiligung der weiblichen Ber fonen an der gewerblichen Beschäftigung ist noch hervorzuheben. Von der Gesamtzahl der gewerblich tätigen Bersonen waren 1907 fast 74 Proz. männlich und 20 Broz. weiblich. Die Steigerung der Zahl der männlichen Bersonen von 1895-1907 beträgt nur 88,7 Prozent, dagegen die der weiblichen 54,2 Proz.! Besonders be achtenswert für die Gefeßgebung und den Arbeiterschuß ist, daß die Steigerung in der Industrie der Maschinen, Instrumente usw. 373 Broz, Leberindustrie 142 Bros., Baugewerbe 126 Broz., Han delsgewerbe 114 Bros., Berkehrsgewerbe 104 Bros., Metallgewerbe 91 Broz. und chemische Industrie 84 Bros. beträgt. Leider ist nicht festgestellt, wieviel von den gewerblich Tätigen weiblichen Geschlechts verheiratet und wieviel ledig find. Auf jeden Fall erfordert dieser Bunft ganz besondere Aufmerksamkeit. Soziales. Kommunales Jahrbuch, Erster Jahrgang 1908, Jena, Berlag bon Guftab Fischer. Herausgeber: Dr. H. Lindemann und Dr. A. Südefum. 888 Geiten. Das umfangreiche Wert sucht im ersten 400 Geiten umfaffenden Teil einen nach Materien ge ordneten Ueberblid über Vorgänge des in den Gemeindeverwal tungen auf technischem, hygienischem und sozialem Gebiet, insbesondere auch Literaturnachweise über die einzelnen Gebiete zu geben. Der giveite Teil ist ein nach den Namen der Gemeinden geordnetes Nachschlageleriton. Es gibt über tommunale Verhältnisse der deutschen Gemeinben mit mehr als 5000 Einwohnern Auskunft, insbesondere über die Gintpohnerzahl, die Sterblichkeit, den Flächenraum, Umfang des eigenen Grundbefizes, die Etat- und Finanzlage, die Art der Straßenreinigung, die Straßenpflasterung, über Schlachte und Biehhofeinrichtungen, Märkte und Martthallen, bas Babewesen, hygienische Einrichtungen, öffentliche Anlagen, über das Woh mungswesen, über Arbeitsnachweise, Arbeitsordnungen, über Sparfaffenwesen und sozialpolitische Einrichtungen, über das Arnien und Bildungswesen und über Feuerwehr- und Polizeiverhältnisse. Ferner sind die Namen der Gemeindevertreter und Magistrats mitglieder angeführt. Das Buch mag hier und da als Grgan gung au dem trefflichen statistischen Jahrbuch deutscher: Städte brauchbar sein. Die Suständigkeitsfrage für Angestellte von Militärkantinen beschäftigte dieser Tage die 1. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Der Kläger August 8. war Angestellter beim Defonom der Füfilier- Kantine, Carl Borst, und machte einen Klageanspruch gegen diesen beim Kaufmannsgericht geltend. Er bezeichnete fich als Berkäufer und behauptete, daß er mit dem eigentlichen Clusschant nichts zu tun hatte, dagegen das umfangreiche Lager und den Verlauf von Militäreffekten unter sich hatte. Außerdem hatte er Lebensmittel zu verlaufen. Das Kaufmannsgericht verivies den Rechtsstreit wegen fachlicher Unzuständigkeit an das Gewerbes gericht. Es tönne gang dahingestellt bleiben, ob ber Kläger über wiegend kaufmännische oder gewerbliche Arbeiten verrichtet habe, das Unternehmen des Beklagten sei auf alle Fälle als tein fauf männisches, sondern als Schankgewerbe anzusehen, denn der Verman heute nicht mehr wie früher der Ansicht sei, daß der Arbeitsnachweis nur für die großen Städte angebracht sei, sondern daß man die Arbeitslosen durch ländliche Arbeitsnachweise bereits zu faffen sich bemühe, ehe fie in die Stadt tämen. Auf diese Weise laffe sich eine Entblößgung des Landes von Arbeitskräften und der nachweis bedeute Macht, da er die Möglichkeit biete, Arbeit zu berAndrang von Arbeitslosen in den Städten vermeiden. Arbeits. schaffen oder von der Arbeit auszuschließen. Es sei deshalb von großer Wichtigkeit, das Verhältnis des paritätischen öffentlichen Arbeitsnachweises zu den übrigen au flären, die von einer Gewert fchaft oder einer Berufsorganisation oder aber von Privaten lediglich zum 8wed des Gelderwerbes gegründet seien. Der paritätische Arbeitsnachweis müsse auch in bezug auf die Gewährung von Subventionen eine andere Wertung erfahren als ein ein feitigen Interessen dienender Arbeitsnachweis, weil der erstere eine Kontrolle über die Ausübung seiner Macht gestatte. Landesversicherungsrat Hansen( Kiel) erörterte die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeiternot auf dem Lande. Die Landflucht der Arbeiter sei zunächst darin begründet, daß die landwirtschaft lichen Arbeitgeber langfristige Arbeitsverträge abschließen wollten, von denen jedoch die Arbeiter und Dienstboten nichts wissen wollten. Die Arbeiter verlangten außerdem flare Bestimmungen über Arbeitszeit, Berbienft und Lohnzahlungstermine. Wenn diesen Forde rungen, die sich mit dem landwirtschaftlichen Betrieb sehr wohl bereinen ließen, nicht Rechnung getragen werde, würden die Arbeitsnachweise schwerlich die nötigen Arbeitsträfte für die Lande wirtschaft beschaffen fönnen. Bon großer Bedeutung sei auch die Regelung der Wohnungsverhältniffe. Ein anderer Grund der Land flucht fei die vielfach bei den Landwirten herrschende Abneigung gegen eine Seßhaftmachung der Arbeiter burch Gewährung eines leinen Stückchens Land an fie. Schließlich tue die gewerbsmäßige Stellenvermittelung noch das ihrige, um dem Lande systematisch Arbeiter zu entziehen. In allen diesen Buntten feien Reformen dringend notwendig. Nur dann, und wenn vor allem auch ein gefehliches Berbot der Einführung von ausländischen Arbeitern er folge, sei gegen die Arbeiternot auf dem Lande wirksam anzufämpfen. In der regen Diskussion, die sich an den Vortrag fnüpfte, wurde vor allem bon den Gewerkschaftsbeamten Rörften und Brückner( Berlin) darauf hingewiesen, daß die Hauptursachen für den Landarbeitermangel in der Berweigerung des Koalitionsredits an die ländlichen Arbeiter, in der rigorosen Anwendung der Gesindeordnung aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, in der Rechtlosigkeit der Arbeiter sowie in den Mißständen im Wohnungsund Lohnzahlungswesen zu suchen seien. Die Bertreter ber Landwirtschafstammern von Opreußen und der Proving Sachsen traten diesen Ausführungen entgegen und bezeichneten als die wahren Gründe der Landflucht die Anziehungskraft der Großstädte mit ihren Vergnügungen und die irrige Meinung, als ob der Jn bustriearbeiter wirtschaftlich und sozial besser gestellt fei als ber Bandarbeiter. Stadtrat Glücksmann( Rigdorf) referierte so dann über die Berbindung von Arbeitsnachweisen mit anderen fozialen Einrichtungen und empfahl die Angliederung der Armenpflege, der Krankenpflege, von Schreibstuben, Wohnungsnachweisen und Rechtsauskunftsstellen an die Arbeitsnachweise. Zu dem Thema: Die Aufgaben von Reid, Staat und Gemeinde gegenüber dem allgemeinen öffentlichen Arbeitsnadweis legte der erste Re ferent, Beigeordneter Regierungsrat Dominicus( Straßburg i. 6.), nach längerer Begründung einen Gefeßentwurf bor, in bem er in allen Gemeinden, bon über 10 000 Einwohnern die Errichtung von öffentlichen unparteiischen Arbeitsnachweisen( Arbeitsämtern) als 8weig ber Gemeindeverwaltung und ihre Beaufsichtigung durch ein Reichsarbeitsamt fordert. Der Korreferent, der Rektor der Ber liner Sandelshochschule Profeffor Dr. Jastrow warnte vor einer neuen Bermehrung der Gefeße, namentlich in der Frage der Frei heit der Gewerbeordnung. An diefe: Referate fnüpfte sich eine stundenlange. Distussion, mit der der Kongreß geschlossen wurde. " Vorsicht bei Erkältung Schiller O.( Bauner Theater) und Charlottenburg: Konzert Un fang 8 Uhr. Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Westen. Oratorium. Elias. Verantwortung. Theater. Mittwoch, 18. November. Freie Volksbühne. Mittwo ( Bußta g) nachmittags 3 und abends 8 1hr 2. und 3. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Julius Galär 7. und 8. Abteilung, nachmittags 3 und abends 8 Uhr im Thaliatheater: Tedeum. Un jang 7 Ubr. Berliner Operetten SW.: Ronzert. Anfang 8 Uhr. Urania. 3 Uhr: Dr. B Schwahn: Berden und Bergehen im Belten raum. 8 Uhr: Jerufalem. Alle übrigen Theater: Gefchloffen. Donnerstag, 19. November. Anfang 7%, Uhr. Der Sch er Charlottenburg. fchwarze Kavalier. Friedrich Wilhelmstädt. Schaus fpielhaus. Seine Gobeit. Thalia. Bruder Straubinger. Lutsen. Freiheit. un vietaus. Die Tür ins frete. Trianon. Die Liebe wacht Neaes Overetten. Die Dollar prinzeffin.. Zur Beamtenbeftechhung auf den fiskalischen Saargruben teilt man uns mit, daß die Untersuchungen noch eifrig fortgeführt werden und immer neue Belastungsmomente hervortreten. kürzlich sind auf Grube„ Göttelborn" wiederum brei Beamte bom Dienst suspendiert worden, darunter zwei Fahrsteiger. Auf " Göttelborn" scheint man die Geschichte am tollsten getrieben au haben und wird im zweiten Bestechungsprozeß die Zahl der Angeflagten noch erheblich höher sein als im ersten. Weiter geht ausgedehnt sei und auch hier schon so viel Belastendes ergeben das Gerücht, daß die Untersuchung auch auf Grube, weiler" habe, daß bereits ein Beamter suspendiert wurde. Die Lawine ist im Rollen, wer tann heute ahnen, wie viele noch mit in den Abgrund geriffen werden? Die Bergbehörde ist mit dem Ergebnis des ersten Prozesses nicht befriedigt, wie deutlich aus eine. Artikel des Bergmannsfreundes", des offiziellen Organs, ersichtlich ist. Es heißt in dem Artikel unter anderem: Mit welcher Schwierigkeit es verknüpft ist, einen der artigen Mißstand an das Tageslicht zu ziehen, das zeigte sich deutlich in dem Prozeß, wo felbst die Gerichtsbehörden, denen die gewichtigen Hilfsmittel des Strafgesetzbuches und der Strafprozeßordnung zur Seite stehen, taum Licht in das häßliche Duntel bringen fonnten, da war natürlich für eine Verwaltungsbehörde ein Einblid noch viel schwieriger zu gewinnen... Ein Beamter, der von Bergleuten seiner Abteilung Geld annimmt, der muß ein Auge zudrücken, wo er es nicht darf, der muß deit Staat schädigen, um seinen Untergebenen unrechtmäßige Bora teile zuzuwenden. Zu einer Berurteilung wegen schwerer Bestechung ist das Gericht nur in einem Falle gelangt, in dem der bestechende Bergmann wegen Verjährung strajlos geblieben ist. In den anderen Fällen hat das Gericht nur den Tatbestand der einfachen Bestechung erblickt, weil nicht einzelne bestimmte Handlungen als Pflichtvidrigteiten der bestochenen Beamten nachgewiesen waren. Infolgedessen blieben die Bergleute, die diesen Beamten Geld gegeben haben, straflos. Aber wenn auch der Paragraph des Gesetzbuches fie straflos ausgehen läßt, bem Urteil ihrer ehrlichen Kameraden und ihrer pflichttreuen Vorgefesten entgehen sie nicht. Ganz besonders zu bedauern ist es, daß es selbst den vereinten Anstrengungen der in Betracht tommenden Behörden nicht gelungen ist, völlige Klarheit zu fchaffen. Die große Häufigkeit der Seugnisverweigerung be weist, daß noch weit mehr Bergleute sich schuldig fühlen, als diejenigen, deren Verurteilung erfolgt ist. Schwer ist es, in die unsaubere Heimlichkeit einzubringen, in der Beamte und Arbeiter zu einer pflichtwidrigen Interessengemeinschaft auf Kosten des Staates sich zusammenschließen." Die Bergbehörde hat also die Ueberzeugung, daß die Bc= stechereien in erheblich größerem Umfange betrieben worden find, als durch den Prozeß erwiesen wurde, und bedauert, daß nicht völlige Klarheit geschaffen wurde, daß so viele Bergleute ihre Ausfagen verweigerten. Hier hätte die Bergbehörde nachhelfen können, indem sie den Bergleuten Immunität erteilte. Der Grund der Zeugnisverweigerung liegt nicht etwa in der Furcht der Bergleute, eine Woche oder einen Monat Gefängnis su erhalten, sondern in jener benkwürdigen Frage des Zeugen Koster im HilgerKramer- Brozek: Herr Bräsident! Wer gibt mir die Garantie, daß ich nicht abgelegt werde, wenn ich unter Eid die Wahrheit fage?" Wer gibt den Bergleuten die Garantie, nicht abgelegt gu werden, wenn sie die Wahrheit sagten, und da sie diese Garantie nicht hatten, haben sie sich um die Aussage gedrückt. Will die Bergbehövde wirklich volle Klarheit, gut, jage sie den Bergleuten: Euch foll nichts gefchehen, wenn 3hr die volle Wahrheit sagt und fich herausstellt, daß die Beamten die Schulbigen waren. Dann wird man im zweiten Prozeß schon mehr erfahren. Wenn die Bergbehörde auch damit nicht recht einverstanden zu sein scheint, daß die meisten Beamten nur wegen einfacher Bestechung bestraft wurden, da ihnen keine Pflichtwidrigkeit nachgewiesen ist, so dürfte die Bergbehörde daran ein Teil Schuld selbst tragen. Der Fahr fteiger Ded hat auf Reben" einen Querschlag getrieben und wurde mitten in der Arbeit herausgeriffen. Unter feiner Führung ftand das Gebinge 80 M. pro aufgefahrener Meter, während heute unter demfelben Gebirgsverhältnisse an derfelben Arbeit das Gebinge auf 55 M. rebusiert ist! Der Nachfolger Beds fürzte das Gebinge fofort auf 70. pro Meter, rig die Kameradschaften auseinander, fezte die Hedschen Partiemänner ab und als die Bergleute trob bes um 10 M. reduzierten Gedinges noch über 7 M. pro Schicht verdienten, sette er das Gebinge auf 65 m., bat die Kameradschaft, fleißig zu arbeiten, da die Bergbehörde ein Exempel haben möchte gegen die Durchftechereien. Die Kameradfchaft arbeitete fleißig und erzielte bei dem Gebinge von 65 M. einen Lohn von über 8 M. pro Schicht!, worauf dann eine weitere Stürzung auf 55 M. erfolgte. Der Bergbehörde ist dieses Experiment doch bekannt sie weiß, daß dasselbe Gedinge, das Sed auf 80 m. nefeßt hatte, heute um 25 M. niedriger steht, dennoch derfelbe Lohn verdient wird, und trosdem hat der Sachverständige der föniglichen Bergbehörbe, Bergwertsinspektor Dr. Gerwig, ben Fall gar nicht angeführt, hat vielmehr Sed noch als einen besonders füchtigen Beamten hingestellt. Gar oft wird eine leichte Erkältung unbeachtet gelassen und die Influenza- Bazillen finden einen vorzügl. Nährboden in dem kranken Blut des erkälteten Körpers., Glas ,, Santa Lucia". Wein, vor jeder Mahlzeit genossen, gibt kräftiges Wärmegefühl u. wirkt äußerst anregend. Wer bereits eine leichte Erkältung spürt, nehme vor dem Schlafengehen ein heißes Fußbad a. trinke gleichzeitig ein Glas über Feuer erzhitzten ,, Santa Lucia"-Wein. Santa Lucia"-Kraftrotwein 99 a Flasche 1.50 und 2.00 Mark ist käuflich in Apotheken, Drogen- und Delika essen- Geschäften und steht unter ständiger Kontrolle des chemischen Laboratoriums Dr. C. Bischoff. Neues Theater. Friedrich- Wilhelmstädtisches Heute geschlossen. Donnerstag und folgende Tage: Ahasver. Besuch. Silberfischchen. Berliner Operetten- Theater Sw. Kleines Theater. Havana. Gaftipiel. Theater. Anfang 8% Uhr. Demimonde. Bernhard Moie. Baronin Gijela. Anfang 8 Uhr. Königliches Opernhaus. Metfter. Bürgert. Schauspielhaus. Der finger von Nürnberg. Anfang 7. Uhr. Königl. Schauspielhaus. Kaiser Heinrich VI Deutsches. König Lear. Sammerspiele. Clabigo. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Freischük. Anfang 8 Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Borger: Sutern. Künstler- Teil Apollo. Eine luftige Spreewald. fahrt. Spezialitäten. Metrovol. Donnerwetter [ 08. Neue Freie Boltsbühne. Nach mittags 2, Uhr im Deutschen Theater: Die Räuber; in den Kammerspielen: Medeu; nach mittags 8 Uhr: im Neuen Theater: Zahrmarkt in Pulsnig; im Neuen Nenes fgl. Operntheater. Ge- Wintergarten. Spezialitäten. Operetten Theater: Der Operna fchloffen. ball; im Schiller- Theater O.: Der Nenes Schauspielhans. Julius rote Leutnant; im Schiller- Theater Cajar. Charlottenburg: Göß von Berli- Berliner. Herodes und Mariamme. chingen; im Friedrich- Wilhelm- Neues. Ahasver. Besuch. Die städtischen Echauspielhause: Die Gilberflichchen. Nibelungen; im Hebbel- Theater: Leffing, Michael Kramer. Cyprienne. Die Stärfere; im Westen. Der fidele Bauer. Berliner Theater: Mercadet; im Kleines. Lady Frederid. Leffing Theater: Rojenmontag; Komische Oper. Die verlaufte abends 7, Uhr im Deutschen 5 Braut. Theater: Die Räuber; abends Residenz. Kümmere bich um Amelte. 8 Uhr in den Kammerspielen: Sebbel. Der Liebhaber. Clavigo. Schiller 0. uner. Ebeater.) Rönigl. Opernhaus. Konzert bes Die Zwillingsschwester. tönigl. Opernhors. Anj. 7, Uhr. Dilhelm- Theater. Die Schöpfung. tabel Pavage. Spezialitäten Kafino. Die Dianabäder. Spezia litäten. Stettiner Gånger. Metchsballen. Walhalla. Svezialitäten. Sente Geschlossen. Donnerstag:. Lady Frederick. Freitag zum erstenmal: Moral Sonnabend: Moral. Theater des Westens. Seute Bußtag: Ellas m. Allegander Heinemann. Anfang 7 Uhr. Donnerstag: Der fidele Bauer. Schauspielhaus. Heute( Bußtag): Geschlossen. Donnerstag: Seine Hoheit. Freitag: Als ich wiederfam. Sonnabend nahm. 4 Uhr: Alchen Biodel. Berliner Theater. Heute geschlossen. Donnerstag 8 Uhr: Herodes und Mariamne. Lustspielhaus. Heute geschlossen. 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Donath: Die feststehenden und fahrbaren Gleichstrommotoren im Betriebe. Sternwarte, Invalidenr. 67/62. Sonntag, 22. Nov.( Totenfonntag), 8 Uhr: Ferréol. Schauspiel in 4 Alten von Sardou. Hebbel- Theater Stoniggräger Straße 57/58. Heute geschlossen. Donnerstag: Der Liebhaber. Sr. Frankfurter Str. 182 Heute Bustag geichloijen. Morgen Donnerstap: Baronin Gisela. Drama in 3 Alten v. Grich Capelle. Anfang 8% Ubr. Wochentagspreise. Freitag: Baronin Gisela. Lolas Vater. Boltsstud in 4 Aften von L'arronge. Anfang 8 Uhr. Berliner Ulk- Trio. Fellx Scheuer Schiller- Theater. O.( Wallner Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Konzert unter Mitwirtung der Igl. preußisch. Stammersängerin Emilie Herzog, des fgl. preußischen Hofcellisten Heinrich Grünfeld, des Konzertfängers Ferd. Stallweit, des Klaviervirtuosen Gustav Lazarus u. d. Rammersängervereinig. Donnerstag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. 8.eitag, abends 8 Uor: Der schwarze Kavalier. Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Konzert des Berliner Lehrer- Gesangvereins unter Leitung ihres Dirigenten Prof. Felix Schmidt sowie unter Mitwirkung der Herren Heinz Beyer( Cello) und Albert Ritter( Harmonium). Donnerstag, abends8ubt: Der schwarze Kavalier. Freitag, abends 8 Ubr: Der Familientag. B Grand Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. 2161b+ Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. XIV. Saison! Luisen- Theater. Zirkus Busch. Heute geschlossen. Morgen 8 Uhr: Freiheit. Freitag: Eine tolle Nacht. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Die Königsfinder. Abends: Die Ehre. Sonntag nachmittag: Geschlossen. Abends: Die Räuber. Montag: Die Ehre. Wilhelm Theater BLüdenstr. 2, a. b. Jannowizbrüde. Täglich Anfang 8 Uhr. Heute Bußtag geschlossen! Morgen Donnerstag, 19. Rovbr., abends präz. 7, Uhr: Gr. Gala- Wohltätigkeits- Vorstellg! Zum Besten der Hinter blieben. d. 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Jeder Tausende von Kindern erhalten fein warmes Mittagessen, weil die Mutter außer dem Hause arbeitet, oder weil die Haupt mahlzeit erft abends gekocht wird, wenn der Vater von der Arbeit fommt. Die Kinder erhalten mittags meist Kaffee und Brotuiw. Eine solche Ernährung ist für die Kinder gesundheitsschädlich. Wir verabreichen in unseren Kinder Volksküchen für Kinder im Alter von 2-6 Jahren ein Mittagessen für 5 Pf., sowie für schulpflichtige Kinder ein Mittagessen für 10 Bf.; auch fann das Essen nach Hause. ge holt werden. 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November, von 8 Uhr früh an, findet die Flugblattverbreitung zur Gewerbegerichtswahl an Berlin und den bestimmten Vororten statt. 9 bom Gustab Wolter, Aderstr. 138; Johann Hebbe, Spandau, Schäferstraße 31; Georg Kleinschmidt, Köpenicker Str. 115; Franz Jakob, Da ein großer Teil der Arbeiter, welche in den Vororten Michaelfirchstr. 17. Der Betrieb wurde um 8 Uhr 20 Minuten in wohnen, das Wahlrecht in Berlin ausüben, so ist all- vollem Umfange wieder aufgenommen. Die Untersuchung ist einseitige Teilnahme der Partei- und Gewert. schaftsgenossen an der Verbreitung unbedingte Notwendigkeit! Als Legitimation gilt Mitgliedsbuch der Gewerkschaft oder des Wahlvereins. Der Zentralvorstand. B Schöneberg. Am Sonntag, den 22, 5. M., mittags 1 Uhr, veranstaltet der Wahlverein in der Urania. Taubenstr. 49, eine Sonder borstellung. Zur Aufführung gelangt: Ueber den Brenner bis Benedig". Billetts pro Stüd zum Preise von 70 Bf. find bei dem Genossen 2. Herter, Grunewaldstr. 42, und in der Parteispedition Martin- Luther- Str. 51 zu haben. Die Genoffinnen und Genossen woollen sich rechtzeitig damit versehen. Der Vorstand. Friedrichshagen. Heute, Mittwoch, den 18. November, nachmittags 3 Uhr, im Saale der Witwe Lerche, Friedrichstraße 112: Boltsversammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Dr. Oskar Cohn über:" Die gegenwärtige politische Lage". Distuision. Es ist Pflicht der Parteigenossen, zu erscheinen. Erfner. Die Genoffen werden auf die heute( Bußtag) früh ftattfindende Kalenderverbreitung aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Briz- Buckow. Sonnabend, den 21. November, findet bei Noster, Chauffeestr. 39, ein Lichtbildervortrag: Die Freiheitstämpfe in Rußland" statt. Billetts a 30 Pf. find bei den Mitgliedern zu haben. land" statt. Billetts a 30 Pf. find bei den Mitgliedern zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Borstand. Weißensee. Die Genoffen werden hiermit auf die beutige Ralenberverbreitung über Land aufmerfiam gemacht. Treffpunkt früh 7 Uhr beim Genossen Roßkopf, Königchauffee 38. Tempelhof. Der 8. und 4. Bezirk des Wahlvereins veranstaltet heute( Bußtag), nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Genossen Müller, Berlinerstr. 41/42, einen Familien Unterhaltungsabend. Die Genoffen des 1. und 2. Vezirts machen wir hierauf besonders aufmerksam. Ebenfalls find alle Berliner Genoffen, die heute Tempelhof besuchen, freundlichst eingeladen. Alt- Glienice. Am Freitag, den 20. November, abends 8 Uhr, findet im Lotale des Herrn Habrecht, Friedrichstr. 2, eine öffentliche Bersammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Sturt Heinig über Arbeiterschaft und Kirche. 2. Distuffion. Am Donners tag, den 19. November 1908, abends 8 Uhr, findet eine Handzettel berbreitung statt. Zu diesem Zweck haben sich die Parteigenossen bei ihren Bezirksführern einzufinden. Der Vorstand. geleitet. troffen. Der Materialschaden ist unbedeutend. Der Betrieb erlitt Mittwoch, 18. November 1908. Redefreiheit. arbeiten nahmen fast drei Stunden in Anspruch. Auf dem Süd- dieses gefährlichen Mieters alsbald zu verstehen, der Vorwärts" gleis konnte erst um 10 Uhr der Verkehr wieder aufgenommen dürfe hier nicht gehalten werden, anderenfalls müsse er werden. Auf dem Nordgleis verkehrten die Züge unregelmäßig. tündigen. Einige Tage später fragte er Herrn S. selber, ob Durch Anschläge wurde die Störung auf allen Stadtbahnhöfen er die Sache schon geregelt" habe. Ihm antwortete S., über seine bekannt gegeben. Der Zusammenstoß ist auf eine Störung im fam ein Brief, unterzeichnet von dem Kaufmann Hosemann Lektüre habe doch nur er zu bestimmen. Etwa eine Woche darauf Blocksystem zurückzuführen. Das Ausfahrtssignal ist selbsttätig auf( Aderstraße 140), der den Vereinsvorstand vertritt. Was stand Salt" heruntergefallen. darin? S. wurde nur aufgefordert, sein Hündchen abzuschaffen. Amtlich wird gemeldet: Infolge vorzeitiger Auf- Halt- Stellung Die Hausordnung verbietet den Mietern, Tiere irgendwelcher Art des Blodsignals für das Stadtgleis auf Jannowizbrüde fuhr heute zu halten. G. ließ diese Aufforderung unbeachtet, weil er nicht in den bekannten Lokalen statt. Wir erwarten zahlreiche Teil- vormittag 6 Uhr 53 Min. der von Charlottenburg nach Lichten glaubte, daß sie ernst zu nehmen fei. Da er ein ruhiger Mieter nahme der Genossinnen. berg fahrende Stadtbahnzug 1521 auf den in der Ausfahrt war, so meinte er des Wohlwollens der Herren Jahnke, Hosebegriffenen Stadtbabnzug 2721. Hierbei entgleisten mann usw. in dem Grade sicher zu sein, daß er sogar kurz danach die Bitte vortrug, man möchte ihm am nächsten Zuge 2721 der letzte, vom Buge 1521 drei Wagen mit Monatsersten die Miete stunden, er werde sie diesje einer Achse. Sieben Personen sind leicht verletzt. Die mal nicht pünktlich zahlen können, weil er augenblicklich infolge Berlegten find: Paul Lempert, Postschaffner, Brenzlauer Str. 13; Arbeitslosigkeit in Geldverlegenheit sei. Auf diese im Vertrag Richard Streit, Schwarzkopfstt. 5; Mag Preßler, Fennstr. 41; versprochene Rücksichtnahme rechnete S. um so mehr, da er sonst noch feine Miete schluldig geblieben war. Herr Jahnte aber erwiderte fühl, nach dem Vorgefallenen dürfe er nichts hoffen. Der Monatserste kam dann heran, und S. fonnte nicht zahlen. Er dachte, man werde fich gedulden, aber noch vor Mitte desselben Monats wurde ihm I age auf Bah lung der Miete und zugleich auf Räumung des die zu dem Unfall führten, wurden bald unter Mitwirkung des vurde aufrechterhalten, weil ja die Miete nicht sofort Bon anderer Seite wird uns noch gemeldet: Die Vorgänge, ogis zugestellt. S. beschaffte jest schleunigst 20 Mark und ahlte noch vor dem Termin, doch die klage auf Räumung besate Eisenbahnpräsidenten Behrendt und des Leiters der Eisenbahnam Monatsersten bezahlt worden war, wie der Vertrag es forderte. inspektion I festgestellt. Hiernach ereignete sich der Zufammenstoß m Termin machte S. geltend, den Mietern der Vereinshäuser furz vor 7 Uhr. Um 6 Uhr 55 Minuten fuhr ein Zug nach werde doch Stundung versprochen. Auch hob der Richter hervor, Niederschönewveide- Johannisthal vom Bahnhof Jannowizbrüde S. sei doch arbeitslos. Das half aber alles nichts: Der Vereinsmit einer fleinen Verspätung ab. Das Ausfahrtssignal stand vertreter Herr Jahnke, der früher so oft sein Christentum betont richtig. Die lezte Achse des ausfahrenden Zuges solte wieder das Signal zum Umlegen geben. Ein Kontaktfehler jedoch Wohnung zu räumen. Nebenbei bemerkt: daß er vertragswidrig hatte, blieb fest- und S. mußte berurteilt werden, die bewirkte, daß nicht die legte, sondern schon die erste Achie es einen Hund hielt, wurde in der Klage gar nicht vorgebracht, und umlegte. Der Zugführer fab das, wußte jedoch nicht, was geschehen auch von etwaigen anderen Vertragsverlegungen war nicht die war, und hielt, weil sein Zug jezt dem Signal nach keine Ausfahrt Rede. Als er hinterher die Gerichtskosten nicht pünktlich zahlen mehr hatte. So kam es, daß der Zug noch nicht ganz vom Bahn- konnte, wurde bei ihm auch noch eine Pfändung vorgenommen, hofe weg war, als schon der folgende, ein Zug nach Lichtenberg, die neue Kosten brachte. So erging es dem Vorwärts". starken Einlaufsbiegung konnte der Führer des Lichtenberger Buges r me", in das er aus Unkenntnis der Tendenzen des Vereins um 6 1hr 56 Minuten vom Alexanderplat her einlief. In der Leser S. in dem Musterhaus des Vereins für nicht sehen, daß der Nieder- Schöneweider Zug noch hielt. Bei der bedeutenden Geichwindigkeit, mit der die Züge in die langen Hallen hineingeraten war. einfahren, hätte deshalb ein großes Unglück geschehen können, wenn Aus Anlaß der hundertjährigen Feier der Städteordnung werden nicht der Blockwärter scharf aufgepaßt hätte. Dieser fah zum Glüd am Donnerstag Schulfeiern stattfinden. In den meisten werden den Fehler am Signal und das Halten des ausfahrenden Buges, estreden gehalten, in denen auf die Bedeutung des Tages und der lief aus der Blockbude dem einfahrenden Zuge entgegen und warnte Städteordnung, auf die Ideen des Frhrn. v. Stein und feiner ihn. Der Führer des Lichtenberger Buges überfab sofort die Lage Mitarbeiter hingewiesen werden wird. Deklamationen und Aufund ihre Gefahr, bremite was er fonnte, gab Gegendampf und verführungen in Gestalt von Zwiegefprächen zwischen Berolina und der minderte auf diese Weise die Geschwindigkeit des Buges ganz er Freiheit sind ebenfalls vorgesehen worden. beblich. Ganz vermeiden konnte er den Zusammenstoß nicht mehr. Der Anprall war aber so geschwächt, daß der legte Wagen des brang war schon jezt, wohl infolge der Stälte, größer wie er Die Wärmehallen am Alexanderplatz sind eröffnet. Der Bu auslaufenden und die Maschine des einfahrenden Zuges nur die je gewesen ist. Frierend und ausgehungert erscheinen dort Buffer verloren. Der letzte Wagen wurde außerdem mit einer Achie Hunderte von Männern, oft nur dürftig befleidet. Vielen fehlt beaus dem Gleis gedrückt und riß aus dem Bahnsteig eine Belagplatte fonders Schuhzeug. Die Verwaltung ist auf einen harten Winter heraus. Die Fahrgäste waren zum großen Teil aufgestanden, um und dadurch veranlaßten großen Zuspruch schon gerüstet. hinauszusehen. Sie wurden durcheinander geworfen und gegen die von den Scherben der Fensterscheiben, die in Trümmer gingen, gea Wände over das obere Netzwert geschleudert und zum Teil auch Bor wenigen Tagen sprach im Kaufmännischen Hilfsverein im eine Störung, die unter Zuhilfenahme des Ferngleises nach Mög- Birgerfaale des Rathauses der Abgeordnete Botthoff über„ Die lichkeit gemildert wurde und um 9 Uhr im wesentlichen beseitigt war. Neben recht Brauchbarem zeigte der Vortrag auch arge Lücken, die Bensions- und Hinterbliebenenversicherung der Privatangestellten. Musterhäuser sollen die Mietskasernen sein, die ein soge- von unseren Freunden beleuchtet werden sollten. Die Chriftlichen, nannter Verein für die Armen" in Berlin bewirtschaftet. Die immer gelb vor Wut beim Anblid eines Roten werden, wollten Gegenwärtig besitzt dieser Verein außer den älteren Häusern von einer Diskussion nichts wissen, und auch der Vorstand tat nichts, Aderstr. 139-142 und Bernauer Straße 111-114c um diese zu ermöglichen! Herr Potthoff mischte fich noch die neueren Häuser Türken ft r. 1-5. In seinen Häusern nicht ein. Morgen Donnerstag, wenn Herr Botthoff nicht da ist und das Bild der Versammlung ein wesentlich anderes sein wird, will er unbemittelten Familien gesunde Wohnungen zu ange- tann über den Vortrag diskutiert werden, meint der Vorstand des messenen Preisen zur Verfügung stellen und den Mietern auch auch in diesem Jahre erheblich zurückgegangenen Hilfsvereins. Die er, gegen Mieteschuldner nicht sofort in echter Hausagrarier. Abnahme der Mitgliederzahl ist noch immer der einzige Lichtblid miete längere Zeit zu stunden. Das kommt sogar in manier rüdsichtslos vorzugehen, sondern ihnen die geschuldete bei diesen Dunkelmännern. feinen Mietsverträgen zum Ausdruck. Diese gleichen zavar nahezu des Vorwärts" regt sich der katholische Pfarrer von Reinidendorf Ueber den Artikel ,, Kirchenregiment im Irrenhause" in Nr. 259 vollständig den in Berlin allgemein üblichen Mietsverträgen und Bruno Scheidtweiler ist sein Name enthalten daher in§ 2 auch die folgende Bestimmung, die man hat er die Absicht gemerkt und ist verstimmt geworden? Der geist ganz unnötig auf. Oder in jedem Vertrag findet: Die verabsäumte oder nicht vollständige liche Feuilletonschreiber spricht vom Vorwärts" als von bem roten Bezahlung der Miete am ersten Tage jedes Monats gibt dem Ver- modernen Bharifäer als getreues Abziehbild des alten und gibt mieter das Recht, vom Mieter die sofortige Räumung der ge- mit diefer Schimpferei deutlich zu erkennen, wie sehr ihn unsere mieteten Räume zu verlangen; Mieter haftet in diesem Fall für berechtigten Ausführungen getroffen haben. Lebhaft wurde der den Ausfall an Miete und Nebenabgaben, welche dem Vermieter hochwürdige Herr, wie er überaus geistreich schreibt, beim Lesen bis zum Ablauf der Vertragsdauer durch Leerstehen ober durch des obigen Artikels an die Gloffe über jene Frrenärzte erinnert, die anderweitige Vermietung oder Benußung der Räume gegenüber wohl fagen tönnen, der oder jener ist verrüidt, von fich felbft aber es den durch diesen Vertrag festgesetzten Einnahmen entstehen." Sie nicht einsehen wollen. Recht so, Herr Pfarrer! Wir sind ganz Ihrer machen aber, abweichend von anderen Verträgen, den folgenden Meinung, daß mancher, der sich über das Stroh im Kopfe anderer Bujazz:" Der Vermieter hat dagegen das Recht, unbeschadet der lustig macht, noch nicht mal Stroh im eigenen Schädel hat. Bestimmungen im§ 11 dieses Vertrages, dem Mieter Stundung der Mietszahlungen zu gewähren und Teil- und Abschlagszahlungen auf Mietsraten zu jeder Zeit, selbst wenn bereits wegen nicht pünktlich oder nicht vollständig erfolgter Mietszahlung die Ermissionsflage dem Gericht überreicht ist, nachträglich anzu nehmen." Damit indes der Mieter über den tatsächlichen Umfang der Hausbesiberrechte des Vereins nicht im Zweifel fei, wird segleich dahinter noch gesagt:" Alle diese Umstände heben das bom Vermieter ein für allemal vorbehaltene Recht, dennoch Räumung der gemieteten 2okali täten zu verlangen, nicht auf, sofern Vermieter bei Annahme des verspätet geleisteten Mietszinses seinem Ermissions: recht nicht schriftlich entsagt hat." Und der§ 11, auf dessen BeWird dieser Vertrag, mit Inbegriff der im§ 8 unter 1-10 entstimmungen oben hingewiesen wurde, droht in der üblichen Weise: feinen Dienstboten, Arbeitern, Schlafburschen oder Aftermietern, für welche er verantwortlich ist, nicht in allen Teilen erfüllt, so kann der Vermieter die sofortige Räumung der Wohnung ohne voranAuf dem Stadtbahnhof Jannowizbrüde hielt 6,55 Uhr der gegangene Kündigung verlangen und auf Ermission anfragen Bug 2241( Aleganderplay- Nieder- Schöneweide). Als der Zug freie( jede mündliche Verabredung ist bei Anstellung einer Klage null Ausfahrt erhielt, ließ der Lokomotivffihrer die Maschine anziehen. und nichtig), der Mieter haftet in diesem Fall für die Miete Raum hatten aber die ersten Wagen die Bahnhofshalle berlaffen, als während der ganzen Vertragsdauer." Gs läßt sich aber denken, plöglich das Ausfahrtssignal wieder auf" halt" herunterfiel. Die daß solche Drohungen, angesichts des wohlwollend klingenden zu Folge hiervon war, daß der Lokomotivführer sofort wieder bremste Mietern nicht sehr ernst genommen werden, zumal da ja auch und den Zug zum Stehen brachte. In demselben Augenblick nahte private Hausbefizer gegen Mieteschuldner nicht immer sogleich von von hinten der Zug 1521, der nach Lichtenberg fahren wollte. The der ihren kontraktlich festgelegten Rechten Gebrauch machen. Führer dieses Zuges energisch bremsen tonnte, tam es zu einem gu In einem der Häuser dieses Vereins für Arme", in der fammenstoß. Durch den Anprall wurden mehrere Wagen aus den Türkenstraße, mietete ein Arbeiter S., der die Tendenzen des Gleifen geworfen. Unter den Passagieren entstand eine Bauit. Aus allen Vereins nicht rechi tannte. 20 Mark monatlich für eine Stube Abteilen stürzten Fahrgäste heraus. Die Bahnhofsverwaltung alarmierte und Küche nebst Korridor und Kellerraum war für diese Stadtfofort einen Nettungszug, da sich nicht voraussehen ließ, ob viele gegend nicht gerade billig, aber viel billiger hätte er's anderswo Berionen verlegt waren. Auch die Feuerwehr erhielt unverzüglich vielleicht auch nicht haben können, und im übrigen zog er ja in ein Musterhaus. Als S. mehrere Monate darin ge Meldung, und bald rüdten neun göichzüge unter Führung des wohnt hatte, gelangte zu feiner Kenntnis, daß der Herr Haus Branddirektors Reichel heran. Wie fich ergab, hatten glücklicher- berwalter Jahnke ihm seine besondere Aufmerksamkeit weise nur fünf Personen Verlegungen davongetragen. Vier von widmete. Jahnke hatte nämlich inzwischen Herausa ihnen fonnten gleich auf dem Bahnhof verbunden werden, während gekriegt, daß S. auf den Vorivärts" der fünfte Verlegte nach der Unfallstation am Grünen Weg ge- or wärts"-Leser scheinen in den Musterhäusern schafft werden mußte. Die Namen der Verunglückten sind: Jo- des Vereins für die Armen" nicht geduldet zu hannes Hebbe, Gustab Wolter, May Preßler, Richard Streit werden. Es flingt zwar unglaublich, ist aber wahr, daß die " Fürsorge"", die der Verein seinen Mietern zuteil werden läßt, und Georg Kleinschmidt, der am schwersten verlegt ist, da im Reich des Herrn Jahnte sich auch auf die Zeitungslektüre erbei ihm Rippenbrüche festgestellt wurden. Der angerichtete Material haltenen Hausordnung von feiten des Mieters resp. seiner Familie, fchaden ist nicht allzu bedeutend, da nur wenige Wagen und die ftredt. Als der Verwalter die schreckliche Entdedung gemacht hatte, Lokomotive des zweiten Buges beschädigt find. Die Aufräumungs- daß ein Wolf unter feine Schafe geraten war, gab er der Frau Hohen- Schönhausen. Sonnabend, den 21. November findet der vom Wahlverein veranstaltete Kunstabend unter Leitung der Frau Margarete Ballotte im Lokal von Robert Schulze, Hauptstraße 8 statt. Nach Beendigung des Programms bis 8 Uhr Tanz. Die Genoffen und Genoffinnen werden ersucht, die wenigen Zage noch zu recht reger Agitation für den Kunstabend auszu nutzen, um so an dem Gelingen dieser erstmaligen Veranstaltung mit beizutragen. Nieder- Schönhausen. Am Sonnabend, den 28. November, findet im Lotal Neu Karlshof ein Lichtbildervortrag des Genossen Roth über Jin Reiche der schwarzen Diamanten" statt. Nach dem Bortrage gemütliches Beiſammensein mit Tanz. Billetts a 20 Pf. find in den an Blafaten fenntlichen Stellen und bei den Bezirks führern erhältlich. Der Vorstand. Potsdam. Der Zahlabend des Wahlvereine findet am hentigen Bukiag ausnahmsweise um 7 Uhr abends in allen Bezirken in den bekannten Lofalen statt. Spandau. Am Donnerstag, abends 8 Uhr, findet Habelstr. 20 the Wolfsversammlung statt, in welcher Landtagsabgeordneter Sirsch über 100 Jahre Reattion" referieren wird. Die Sigung des Gewerkschaftsfartells fällt infolge dieser Versammlung • aus. Berliner Nachrichten. Zusammenstoß auf der Stadtbahn. In der siebenten Morgenstunde erfolgte gestern auf dem Stadtbahnhof Jannowigbrüde ein Zufanmenstoß zweier Stadtbahnzüge. Fünf Personen erlitten dabei Berlegungen und mußten die Hilfe der Unfallstation in Anspruch nehmen. Auf dem Südgleis der Stadtbahn trat durch den linfall eine mehrständige Betriebsstörung ein. Wir erhalten über den Zusammenstoß die folgenden Mitteilungen: sonstige Fürsorge zuteil werden lassen. Unter anderem verspricht abonniert war. " " Wie die Fauft aufs Auge stimmts dazu, wenn Sie dem gottlosen Beilenschreiber den christlichen Rat geben: Man muß das eine tun und darf das andere nicht laffen", nämlich beten und lieben! und weiter schreibt der Herr Pfarrer ins sozialdemokratische Stammbuch:„ Sollten felbst Genossen", nachdem fie in guten Zagen uns barfch zurückgewiefen, in weniger guten Tagen die Ehefrau und ihre Kinder uns um Unterstügung aniprechen laffen, ja fogar in schlechten Tagen selbst den Weg ins Pfarrhaus gefunden haben, so find wir diejenigen, welche immer wahre Brüderlichkeit beweisen werden." Na na, Herr Pfarrer, sollte das nicht ein christliches Glatteis sein? Solche Ausnahmen von der fatholischen Regel find sehr selten. Der geschmähte Verfaffer möchte es, wenn ihm mal die Tinte eingefroren ist, doch nicht wagen, fich laffen. Der Herr Pfarrer brauchts ja selber fo nötig. Denn auch an der Pfarrhaustür von Neinickendorf statt Brot Steine reichen zu diefes giveite Reinickendorfer Stimmungsbild in der Germania" ichließt mit dem alten Refrain der fatholischen Kirche: Dreht euch berum, der Klingelbeutel geht um!" Die Heizung der Eisenbahnzüge bringt ein Erlaß des Ministers Breitenbach in Erinnerung, in welchen es heißt: Wiederholte Beschwerden über ungenügende Erwärmung der Personenwagen geben mir Veranlassung, die fönigl. Eisenbahndirektionen zu be Heizung der Züge mit Nachdruck hinzuwirken und namentlich bei Eintritt stärkeren Frostes und bei Beförderung längerer Züge für die rechtzeitige Einstellung von heizteffelwagen Sorge qu tragen. Wenn sich die Leute, die das angeht, nur auch danach richter wollten. Die königliche Eisenbahndirektion schreibt uns zu dem Artikel Die Pünktlichkeit des Eisenbahnbetriebes" in Nr. 265 unserer Beitung vom 11. d. M. folgendes: Die Verspätungen des fahr. planmäßig 7,59 Uhr vormittags auf dem Bahnhofe Putligstraße eintreffenden Buges Nr. 805 jind durch den seit dem 1. Oktober dieses Jahres neu eingelegten Vlissinger- Schnellzug, ber infolge des unregelmäßigen Seeverkehres sehr häufig Verspätungen erleidet, verursacht worden. Wir haben bereits vor einiger Zeit Maßnahmen getroffen, daß die Verspätungen des Schnellzuges auf den Zug Nr. 805 ohne Einfluß bleiben. Die pünktliche Abfahrt der bom Lehrter Hauptbahnhof abfahrenden Züge ist aus Betriebsrücksichten unbedingt geboten, eine Bartezeit auf die Stadtbahnzüge tann ihnen nicht gegeben werden." Wartezeit auf die Stadtbahnzüge kann ihnen nicht gegeben werden." Erfroren aufgefunden wurde gestern früh am Weißenseer Weg ein Handwerksbursche, der dort anscheinend genächtigt hatte. Ein Rollfutscher, der den Unglücklichen fand, brachte ihn nach der Unfall war wirklich eine fo große Eile nicht notwendig. In diesem Falle dieser Stadt erwarten, daß fie wenigstens in dem wichtigen giveige des station in Lichtenberg, wo die ärztlichen Bemühungen um den Er ist aber schnelle Hilfe unbedingt am Blaze. Unterrichts dem Beispiel minderbemittelter Gemeinden folgen und starten glücklicherweise von Erfolg waren. Der Erfrankte wurde Nach dem noch mehrere andere Redner fich für die fofortige Be- dafür sorgen werde, daß der Volksschüler ein Fremdwort richtig später nach dem städtischen Krankenhause Friedrichshain übergeführt. willigung ausgesprochen haben, sab sich der Stadtverordnete Hepner aussprechen lernt. Aber auch hier bewährt sich die Stadtverordneten veranlaßt, seinen Widerspruch aurückzuziehen. Die Bewilligung bersammlung in ihrer sprichwörtlichen Rüditändigkeit, und es wird Jerufalem, ein Charakterbild der jetzigen Stadt und Umgebung, wurde darauf einstimmig beschlossen. auch für die Ausbildung der Jugend nicht eher ein übriges getan lautet der neue Vortrag in der Urania in der Taubenstraße, der wurde darauf einstimmig befchloffen. Ein Antrag des Magistrats verlangt die Bewilligung von werden als bis einige Sozialdemokraten den nötigen An gestern zum ersten Male vor einem geladenen Bublitum aufgeführt 1200. für die Arbeitslosenzahlung einschließlich der iporn zum Fortschritt geben. Wenn jemals, so ist in Wilmersdorf wurde. Es scheint uns für ein Institut, wie es die" llrania" ist, in Stosten für die Bearbeitung und Drucklegung der Berichte. Stadtv. drastisch der Beweis dafür erbracht worden, daß es ohne.iters dem nur die wissenschaftliche Forschung Geltung hat, eine schier un- Breich( liberale Fraktion) vermißt eine genaue Spezialisierung der vertreter feinen Fortschritt im Kommunalwesen gibt, und wenn ie lösbare Aufgabe, das Publikum mit einem Lande vertraut zu stoſten; ihm wird zur Antwort, daß diese sich genau noch nicht Bevölkerung diesen beschämenden Zustand ändern will, so hat sie machen, in welchem auf jeden Schritt und Tritt auf die biblische geben lasse. bei den Wahlen am tommenden Donnerstag Gelegenheit hierzu. Sage zurüdgegriffen werden muß. Und so sehr fich der Herr VorStadtv. Magnan( Soz.) bemängelt das System, nach welcher tragende, Herr Oskar Wagner, auch bemühte, möglichst objektiv zu die Zählung erfolgt. Es fehle auch an genügender Bekanntmachung Diejenigen Genossen und Genoffinnen, die am Donnerstag, den fein, gelungen ist ihm sein Vorhaben nicht, konnte ihm auch bei der der Bählung. Eine ganze Anzahl von Arbeitslosen werden über die 19. November, bei der Stadtverordnetenwahl tätig sein wollen, haben Materie nicht gelingen. Der neue Vortrag, der mit zahlreichen Zählung nicht informiert sein. Lichtbildern ausgestattet ist, führt in das Land Jerusalem, das schon ändern, aber bei späteren Zählungen muß eben zu einem anderen Wilhelmsaue 112, einzufinden. Es laffe fich ja jezt nichts mehr fich morgens 8 Uhr im Zentralwahlbureau, Louisenpart, im Zeitalter des alten Judentums das Ziel zahlreicher Bilgerfahrten System gegriffen werden. Das einzig Richtige sei eben eine Zählung war, und veranschaulicht uns eingehend Land und Leute. Im Fluge schauen wir den Tempelplas der Vergangenheit und der von Haus zu Haus. Ein großer Teil der Arbeitslosen kenne eben Gegenwart: die Tempel des Salomo und des Herodes, die Moschee die Wichtigkeit der Bählungen nicht. Stadtrat Walger tritt den Ausführungen des Borrebners voll d- Aksà, das goldene Tor. Und dann alle die Stätten, die Wer- und ganz bei. Die Art der jegigen Zählung gibt kein richtiges Bild. treter des Christentums als die heiligen" bezeichnen, an denen nach Bei der Verteilung der Zähltarten im hiesigen Arbeitsnachweis hat der biblischen Sage angeblich Christus gelebt und gewirkt haben soll, die via dolorosa, ben angeblichen Leidensweg Chriftis, die Grabes fich eine ganze Anzahl von Arbeitslofen gefunden, die für Ausfüllung Kirche mit ihren stapellen, Golgatha, das Grab Christis und vieles der Karten nicht zu haben waren, die erklärten: fie brauchen Arbeit oder Geld. Dem jezigen Syftem habe man in Uebereinstimmung andere mehr. So sehr auch wir lebhaftes Interesse nehmen, Land und Leute und speziell Stätten der alten Geschichte fennen zu lernen, mit der sozialdemokratischen Fraktion nur zugestimmt, um einheitlich mit Groß- Berlin zu zählen. Für die nächste Zählung sind bereits die so meinen wir doch, daß ein Vortrag über Jerusalem nur in Berbindung mit der ganzen biblischen Geschichte gehalten werden kann, nötigen Schritte eingeleitet, um nach einem anderen Syſtem zu daß aber dieser Gegenstand nicht in die Urania gehört, follen nicht bestimmte Kreise vor den Kopf gestoßen werden. Der Redner schien das selbst zu fühlen, denn am Schluß seines Vortrages versuchte er sich gewiffermaßen selbst zu reservieren. Berliner Volkschor. Zu der heute in der Neuen Welt", Hafen heide, stattfindenden Aufführung der Jahreszeiten" von Haydn werden an der um 6 1hr eröffneten Abendkasse noch eine Anzahl Einlaßkarten au haben sein, die in geringer Bahl aus den Verkaufsstellen zurückgeholt wurden. Im Erziehungs- und Fürsorgeverein für geistig zurüd gebliebene( fchwachsinnige) Kinder( Vorsißender: Stadtschulrat Dr. L. H. Fischer) spricht Herr Hilfsschulleiter&. Martini am Mittwoch, den 25. November 1908, abends 8 Uhr, im Vortragssaal Mittwoch, den 25, November 1908, abends 8 Uhr, im Vortragssaal 109 des Rathauses über das Thema:" Ist es notwendig, eine be3ft fondere Fürsorge für geistig schwache Kinder auszuüben und wie ist dieselbe zwedentsprechend einzurichten?" Der Gesangverein„ Nordwacht"( M. d. A.-S.-B.) veranstaltet heute, am Bußtag, einen Kunstabend, worauf ganz besonders hingewiesen sei. Dem Verein ist es gelungen, für diesen Abend Herrn Brofessor Franz Krüger- Nystedt, einen äußerst hervorragenden Fagotivirtuofen, zu verpflichten. Herr Professor Strüger wird neben Solis für Fagott noch Duette für Gesang und Violine, sowie Gefang und Fagott in Gemeinschaft mit seiner Gattin, der bekannten Konzertfängerin Frau Tilly Krüger zum Vortrag bringen. Den orchestralen Teil des Programms übernimmt das Berliner Sin fonie- Orchester( Direktion M. Fischer). Allen Freunden guter Musik sei der Besuch des Konzerts bei dem billigen Eintritt von 50 f. auf das beste empfohlen. Die Ortsgruppe Berlin des Deutschen Arbeiter- Abstinentenbundes fritt jest in ein neues Stadium ihrer agitatorischen Tätigkeit. Durch die wohltätige Unterſtügung eines mit der proletarischen Abstinenzbewegung sympathifierenden Genoffen ist es gelungen, für jeden 1. und 8. Freitag des Monats einen Saal des Gewerkschaftshaufes zu mieten. Es ist dadurch ein schon lange gehegter Wunsch der Berliner abstinenten Genoffen in Erfüllung gegangen, den Barteis und Gewertichaftsorganisationen durch Beispiel Berfamm Lungen ohne jeden Ausschant praktisch vorzuführen. Die erste Verjammlung mit Vortrag findet an diefem Freitag abends 8 Uhr im Saal 3 bes Geweiffchaftshauses statt. Das Thema wird am Freitag durch Inferat im Vorwärts" befannt gegeben. " zählen. Die 1200 M. werden darauf bewilligt. Alle weiteren Hilfskräfte, die erst im Laufe des Tages oder am Nachmittag Wahlhilfe leisten können, melden sich im Louisenpart ober in folgenden Schlepplofalen: Dion, Uhlandstr. 106; Selfe, Brandenburgische Straße 100; Natuich, Uhlandstr. 71; Hoffman, Prager Str. 12; Arndt, Berliner Str. 160; Fischer, Durlacher Straße 8; Fiebelkow, Hildegardstr. 17a; Reiche, Binger Str. 9; für Halensee bei Wegner, Johann- Georg- Str. 13. Die Verkündung des Wahlresultates findet am Donnerstag abends 9 1hr, im Louisenpark statt. Genossen und Genoffinnen! Die bürgerlichen Parteien werden nichts unverfucht laffen, um ihre Standidaten durchzubringen. Es gilt daher alle Kraft einzufezen, wenn wir einen Sieg für unfere Standidaten erringen wollen. Dazu bedarf es aber der Mitarbeit aller Anhänger. Jeder, der ein Interesse daran hat, daß ArbeiterFür die Verlegung von Entwäfferungstanälen an- vertreter ins Stabiparlament kommen, stelle sich deshalb frühzeitig fäßlich des Baues der Untergrundbahn werden 100 000 m. bewilligt. in den Dienst der Sache. Sodann tommt ein von allen Fraktionen unterzeichneter Antrag zur Berhandlung, in welchem berlangt wird, den städtischen rbeitsnachweis derartig zu organisieren, daß alle Städte von Groß- Berlin in Bezirke eingeteilt und nach ähnlichem Muster wie der Stuttgarter städtische Arbeitsnachweis unter Berücksichtigung Der Rigdorfer Männerchor veranstaltet am nächsten Sonntag, aller örtlichen Verhältnisse eingerichtet werden. Der Magistrat wird ben 22. November, im Deutschen Wirtshaus, Bergstr. 137, fein ersucht, mit den in Frage fommenden Städten in Verbindung zu 13. populäres Konzert. Weitwirkende find u. a. Biolinvirtuofin treten. Die Unterzeichner des Antrages find der festen Ueber- Frl. Hilda Fardem und Opernfängerin Frl. Käthe Racholski( Sopran). zeugung, daß ein guter, fachgemäßer, leicht zu erreichender amtlicher Wie sonst, so ist auch diesmal für einen genußreichen Abend Sorge Qulay( liberale Vereinigung) gab eine furze Begründung des Programm und Liederterte 50 Pf. arbeitsnachweis ſehr ſegensreiche Wirkungen haben wird. Stadtv. getragen." Staffeneröffnung abends 5%, Uhr, Anfang pünktlich 7 Uhr. Antrages. igdorf. Köpenick. Zeugen gesucht. Sonntag, den 15. b. M., abends gegen 11 Ubr, Stadtb. Däumig( Sog.) tritt ebenfalls für den Antrag ein. Trotzdem in Schöneberg der städtische Arbeitsnachweis bereits über wurde der Arbeiter Gustav Huf von einer Automobilbroschte Ede zehn Jahre besteht, sei derfelbe boch sehr wenig bekannt. Einen Berliner- und Münchener Straße überfahren. Augenzeugen, die den Hauptteil der Schuld tragen bieran die einzelnen Magistrats- Vorfall beobachtet haben, werden gebeten, sich an Emil Bahu, dirigenten, bie bei Bedarf von Arbeitskräften den städtischen Rigdorf, Fuldaftr. 12 II, zu wenden. Nachweis völlig übergehen. Trogdem die Deputation des städtischen Nachweises an den Magistrat das Ersuchen gerichtet hat, bei EinEin aufregender Borfall spielte sich gestern früh auf dem hiesigen stellung von Arbeitern den Nachweis zu berücksichtigen, machen die einzelnen Dezernenten doch was sie wollen. Auch bei der Straßen- Wochenmarkt ab. Der Schlächter Schnome, der einen Verkaufsstand reinigung beziehe man teine Kräfte vom Arbeitsnachweis. Bei den inne hat, feuerte, als der Polizeisergeant Stretow bei ihm vorüber. Einstellungen scheint eben noch die Betternwirtschaft vorherrschend au fam, aus einem Revolver eine Kugel auf ihn ab. S. hielt sofort sein. Auf dem städtischen Nachweis find zurzeit über 1000 Arbeiter die Hand vor die Brust und bewahrte sich dadurch vor einer tödlichen eingezeichnet, deshalb hat man alle Veranlassung, denselben zu be- Verletzung. Das Geschoß zerschmetterte den Handrücken des Beamten rüdfichtigen. Redner glaubt, daß es nicht so leicht sein wird, die und drang durch die Kleidung hindurch in den Leib. Als Sch. noch städtischen Arbeitsnachweise nach dem Stuttgarter System auszubauen. weitere Schiffe auf S. abgeben wollte, sprangen andere Händler Er richtet an die liberalen Stadtveroroneten die Aufforderung, zunächst dafür zu wirken, daß ihre Berliner Kollegen der Errichtung Man nahm dem Attentäter die Waffe ab und brachte ihn gefeffelt und Männer aus dem Publikum hinzu und schlugen ihn zu Boden. eines städtischen Arbeitsnachweises in Berlin zustimmen. Stadtrat Walger begrüßt die Debatte, die gezeigt habe, daß sich die Anschauungen über den Arbeitsnachweis geändert haben. Der biefige Arbeitsnachweis ist lange das Stieflind der städtischen Berwaltung gewesen. Er ist nicht so verwaltet worden, wie es hätte fein müssen. Redner bedauert, daß in Berlin noch fein städtischer Arbeits nachweis vorhanden ist. Ein Verein ist nicht so leistungsfähig, wie die Ge meinde felbft. Seiner Meinung nach wird es jedoch eher möglich sein, eine Einigung unter den Großstaaten zur Abschaffung der stehenden Heere zu erzielen, als die Gemeinden Groß- Berlins zu einem Zusammengehen in derartigen Fragen zu bewegen. Auf der Treptow- Sternwarte( Restaurant Benner, Treptower Chaussee 21/22) spricht am Bugtagnachmittags um 5 1hr In der weiteren Debatte wird von unseren Genoffen in scharfen Direitor Dr. Archenhold über:" Die Bewohnbar- Worten verurteilt, daß der hiesige Arbeitsnachweis von den städtischen feit der Welten". Sofort nach Aufhören der Dämmerung Behörden übergangen wird. Dieselben hätten in erster Linie die wird der neue Komet 1908c mit dem Kometensucher gezeigt. Der Pflicht, bei Einstellungen den Nachweis zu berücksichtigen. Der Stopf ist fleiner aber heller geworden; der Schweif unterliegt antrag wird darauf einem Ausschuß von 11 Mitgliedern überschnellen Aenderungen. Mit dem großen Fernrohr wird der wiesen. Saturn und ein interessantes Doppelsternsystem beobachtet. Angenommen wird ein Antrag, den Magistrat zu erfuchen, recht Feuerwehrbericht. In der vorletzten Nacht von 1 Uhr bis um bald eine Vorlage betreffend Errichtung von Beitungstiosten 8 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr nicht weniger als vier mal einzubringen. böswilligerweise alarmiert. Der Täter, jedenfalls ein mit den Verhältnissen der Feuerwehr vertrauter Mann, ist von der Gegend des Kreuzberges gefommen und hat zunächst die Wehr nach der Teltower Straße 1 alarmiert. Dann hat er sich nach dem Werderschen Markt 4 begeben und dort den öffentlichen Feuermelder gezogen. Nirgends war eine Gefahr zu entdecken. Gleich darauf lief ein dritter Alarm aus der Klosterstr. 79 und um 3 Uhr ein bierter aus der Matthiasstraße an der Landsberger Allee ein. Vor dem Hause Alexanderstr. 69/70 brannte nachts die Karosserie eines Benzinautomobils. Der 16. Zug wurde nach dem Leopoldplak gerufen, wo junge Burschen das trockene Laub in den Anlagen in Brand gesteckt hatten. In der Prenzlauer Allee nahe Weißen fee mußte die Feuerwehr das durch Funken aus einer Lokomotive in Brand geratene Gras ablöschen. Der Brand hatte bei Ankunft der Feuerwehr schon eine große Ausdehnung erlangt. Staliger Straße 9 brannte ein Stalgebäude und in der Knieprodestraße cine Laube usw. in der dortigen Laubenkolonie. Betten, Möbel und so weiter wurden in der Stolpische Straße 35 ein Raub der Flammen, und Wäsche, Papier ufiv. verbrannten in der Strelißer Straße 30. In der Brunnenstr. 99 hatte die Wehr einen überfchwemmten Keller auszupumpen. Am Reichstagsufer 16 brannte die Balkenlage und anderes. Wegen einer Gasvergiftung lief ein Alarm aus der Bring Eugenstr. 21 ein. Die Wehr entfandte Samariter mit Sauerstoff, konnte den Mann aber nicht mehr retten. Der Tod war schon eingetreten. Ferner liefen noch Alarme aus der Fontanepromenade und verschiedenen anderen Stellen ein. Arbeiter- Samariterkolonne. Donnerstag abend 9 Uhr: 3. Abteilung in Schöneberg bei Wieloch, Grunewaldstr. 110 und 4. Abteilung in Lichtenberg bei Beckmann, Samariterstr. 10. Vortrag über: Knochenbrüche, Berrenkungen und Verstauchungen". Daran anschließend praktische Uebungen. Neue Mitglieder können noch in allen Abteilungen eintreten. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Stadtverordnetenversammlung. Darauf nimmt die Versammlung den Bericht des Ausschusses entgegen, dem die fozialdemokratischen Anträge, be treffend Vorkehrungen gegen die Arbeitslosigkeit überwiefen waren. Stadtb. Süter( Soz.) berichtet namens des Ausfchuffes und empfahl der Versammlung folgende Befchlußfaffung: Der Magiftrat wird ersucht, die für Verlegung der Stadtgärtnerei, des Straßenreinigungsparks, der Desinfektionsanstalt und Beseitigung der auf diesen Grundstücken befindlichen Gebäude fowie für die Herstellung des Stadtparks notwendigen Arbeiten foweit als möglich in eigener Regie ausführen zu laffen und schleunigst damit zu beginnen. Den dabei beschäftigten Arbeitern find die zwischen den Unternehmern und Gewerkschaften verein barten Löhne zu zahlen. Weiter wird der Magiftrat erfudit, daß Projekt für den Erweiterungsbau des Krankenhaufes zu beschleunigen und so schnell wie möglich eine Vorlage zu machen. Die Versammlung ftimnite diefem Antrage nach den Ausführungen des Referenten ohne Debatte zu. Ebenfalls ohne Debatte angenommen wird ein Antrag des Stadtv. Rheinbacher( lib. Fraft.), worin der Magiftrat erfucht wird, der nächsten Stadtverordnetenfißung einen Nachweis darüber zu geben, wie die Stadt Schöneberg hinsichtlich ihrer finanziellen Beistungen zu stehen kommen würde, falls die Errichtung der von der freifonfervativen Fraktion beim preußischen Abgeordnetenhaufe beantragten Lehrerbesoldungstaffe gefeßlich eingeführt werben würde. Wilmersdorf. Stagnation im Gemeindeschulwesen. nach der Polizeiinspektion. Sch. foll die Tat aus Rache volführt haben, weil in letzter Zeit eine häufigere polizeiliche Revision auf die von den Händlern feilgebotenen Waren erfolgte. Pankow. Durch die mutige Tat eines Knaben ist hier ein Menschenleben Der starte Frost der vom Tode des Ertrinkens gerettet worden. legten Tage hat auf allen stehenden Gewässern eine Eisbede ge fchaffen. Natürlich tummeln sich auf diesen Gisbahnen Kinder und Erwachsene. Die Eisdede muß jedoch an einzelnen Stellen nicht start genug gewesen sein, denn gestern nachmittag 4 Uhr brach hier der siebenjährige Walter Braun, Bingstr. 12 wohnhaft, in einem Teil des berüchtigten Schwarzschen Pfuhls ein. des Kleinen kam der zwölfjährige Paul Haufe, bier, Mühlenstr. 67 wohnhaft, hinzu und konnte mit Hilfe eines Stockes den Knaben aus dem Wasser herausziehen. Ter Kleine wurde sofort zu seinen Eltern gebracht; er befindet sich wieder ganz wohl. Apandau. " Das Spandauer Tageblatt", zu dessen näherer Charakteristik es angebracht erscheint, daran zu erinnern, daß ein Mitglied des Spandauer Magistrats es als eines der Blätter bezeichnete, die man nur vorsichtig mit zwei Fingern anfaffe, benugt einen Vorfall in der Stadtverordnetenversammlung dazu, um zu zeigen, wie es bei ibm in bezug auf Anstand und Ehrenhaftigkeit bestellt ist. Der Stadtverordnete Genosse Bief hatte auf Grund von Informationen, die er aus Streifen erhielt, benen zu mißtrauen er feine Veranlassung hatte, Bedenken gegen die Qualififation des städtischen Straßen inspektors erhoben. Später wurde Piet von berufener Seite darauf hingewiesen, daß er falich unterrichtet sei, und als ehrlicher Mann hielt er es für feine Pflicht, seine Behauptung an derfelben Stelle zurückzunehmen, an der er fie erhoben hatte. In den Augen jedes an ftändigen Menschen ehrte er sich durch diesen freimütigen Widerruf selbst. Das Spandauer Tageblatt" ist selbstredend darüber anderer Meinung. Es behauptet dreift, der Widerruf Bieks jei nur erfolgt, weil er sich vor einer Bestrafung fürchte, er habe den zuständigen Dezernenten des Magistrats gebeten, eine selage des Straßeninipettors gegen ihn durch seine Vermittelung zu beseitigen usw. Ntürlich ist an dem ganzen Gerede fein wahres Wort. Piek hat gar teine Ursache eine selage au icheuen, lediglich sein eigenes Pflicht bewußtsein veranlagte ihn zum Widerruf und der betreffende Dezernent war es, der Biet durch seine Aufklärung dazu Verans laffung gab. Dafür bezeichnet ihn das" Blatt" als„ Ehrabschneider", als ob es selbst die Qualifikation hätte über Ehrenhaftigkeit zu urteilen. Betreffs des Urteils der Spandauer Bevölkerung über das Spandauer Tageblatt" dürfte dessen Redaktion sich ja wohl selber flar fein. Wir wollen mur fagen, daß das unirige damit übereinftimmt. Nach Leistungen wie der obigen ist solche einmütige Ansicht auch kein Wunder. Vermischtes. Während die Stadtverordnetenversammlung von Wilmersdorf eifrig dafür sorgt, daß es auf teinen Fall an Schulen für die bemittelten Schichten der Bevölkerung fehlt, gefchieht für das Ges meindeschulwefen nicht mehr als nach den Regulativen des ridständigen preußischen Staates gerade für erforderlich erachtet wird. Man errichtet faft alljährlich Brachtbauten für Gymnafien oder Luftmord an einem 6jährigen Mädchen. Aus Pforzheim höhere Töchterichulen und bietet hier den Kindern alles Mögliche; in Baden wird gemeldet: Ein furchtbarer Luftmord ist an einem jedoch wird im Gegenfas zu anderen Gemeinden 61/ jährigen Mädchen berübt worden. Das Mädchen, namens Else Wilmersdorf streng darauf gehalten, daß die Kinder der Volksschule Bauer, wurde nachmittags gegen 5 Uhr von der elterlichen Wohnung sich über die untergeordnete Stellung, die ihnen eine reaktionäre Schulverwaltung zumutet, auf feinen Fall erheben. Vor fünf Jahren weggeschickt, um etwa 50 Meter oberhalb des Hauses bei einem wiefen bei der Etatsberatung die damaligen fogialdemokratischen Nachbar Milch zu holen. Das Kind kehrte von dem Gange nicht Gemeindeverordneten darauf hin, daß es an der Zeit sei, nach dem zurück. Borgeftern früh wurde auf dem Wege nach dem etwa Muster von Charlottenburg im Gemeindeschuletat für Erteilung von 4 Stunde nördlich der Stadt gelegenen Hochbergwald zuerst das Unterricht in fremden Sprachen Mittel bereit zu stellen. Die Antrag Milchkännchen und dann die Mütze des Mädchens gefunden. Gegen steller gingen von der Ansicht aus, daß Wilmersdorf wenigstens in Schul- Abend erst gelang es im Didicht der Schonung die schrecklich zus zwar, wenn auch in unverbindlicher Form, die Zusicherung, daß zur 100 Meter von dem Fundorte der Leiche entdeckt. Von dem Mörder wenn es auch sonst zumeist hinter ihnen zurück ist. Wan gab damals gerichtete Leiche des Kindes zu finden. Dem Mädchen war der Leib Förderung dieser Angelegenheit etwas gefchehen solle; jedoch ist es Stadtv. Külter( Soz.) tritt für die fofortige Annahme des bei dem Versprechen geblieben. Wie in allen anderen Angelegen hat man bis zur Sunde leine Spur. Antrages ein und wendet sich gegen den stellvertretenden Stadt heiten, die nicht den bemittelfen, sondern den unbemittelten Schichten Bier Kinder in den Flammen umgekommen. Gestern früh in verordnetenvorsteher Hepner, der die Ueberweisung des Antrages der Bevölkerung zum Nugen gereichen follen, so ist auch in der an einen Ausschuß forbere. Als es sich vor ganz furzer Zeit darum Schulfrage seitdem fein Schritt vorwärts getan worden. Im Gegen das Rittergut Langhelwigdorf bei Jauer( Reg.- Dez. Liegnig) ein handelte, dem Zeppelinfonds 5000 W. au bewilligen, sei von Herrn fat zu Berlin, Charlottenburg und Schöneberg ist Wilmersdorf Raub der Flammen geworden. Wie das Jauersche Stadtblatt" Hepner auf die Geschäftsordnung nicht hingewiesen worden, sondern finanziell so gut gestellt, daß es mit 90 Broz. Zuschlag zur Staats- meldet, find vier Kinder eines Arbeiters hierbei ver. man habe mit Hurrastimmung die 5000 m. fofort bewilligt. Damals leinkommensteuer austommt, und daher fonnte man mit Recht von brannt und awei Frauen schwer verlegt. Der Versammlung lag zunächst ein dringlicher Antrag der liberalen Fraktion vor, den Hinterbliebenen der in Madbod verunglüdten Bergleute 2000 Mart zu bewilligen. Stadtv. Stunity( lib. Fraft.) forderte in feiner Begründung des An trages, daß mit der ganzen Strenge des Gesetzes gegen die Schuldigen an dem Unglück vorgegangen werden muß. willigung. Nach der Geschäftsordnung müssen berartige Anträge Stadtv. Hepner( unabh. Bereinig.) ist gegen die fofortige Bezunächst einem Ausschuß zur Prüfung übertviefen werden. 17 Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Ordentl. General- Versammlung ber Orts- Krankenkasse d. Hutmacher, Hutfurniturenund Filzwaren- Verfertiger in Berlin Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. am Freitag, 27. November 1908, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1. Donnerstag, den 19. November, abends 8 Uhr Mitglieder- Versammlung im ,, Gewerkschaftshaus", Engelufer 15. Zages Drdnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung in Köln. 2. Die Ge ftaltung des nächsten Tarifvertrages. 3. Diskussion. 4. Berbandsangelegenheit. Du in dieser Versammlung die Gestaltung unseres nächsten Lobntarifs besprochen werden soll, so ist es Pflicht eines jeden Stollegen, zu erscheinen. 130/15 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. SSNA Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Dr. Simmel Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankenfeldestr. 10. Telephon: Amt 7, Nr. 6920. Donnerstag, den 19. November, abends 8 Uhr: General- Versammlung in Boekers Festfälen, Weberstr. 17. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht pro 3. Quartal 1908. 2. Distuffion. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Wir machen darauf aufmerksam, daß am 29 November die Gewerbegerichtswahlen stattfinden. Die Mitgliedsbücher sind bis zum 15. Dezember sweds Kontrolle auf dem Bureau abzuliefern. 170/2 Verband der Isolierer. Steinholzleger Deutschl. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. 9 Sages Ordnung: In getrennter Versammlung der Arbeitgeber abends 7 Uhr: a) Wahl von vier Vorstands. mitgliedern der Arbeitgeber. In getrennter Versammlung der Arbeitnehmer abends 7, Uhr: b) Wahl von acht Vorstands: mitgliedern der Arbeimehmer. Den getrennten Versammlungen anschließend findet in demselben Rofal abends 8 Uhr eine gemeinschaftliche Versammlung statt. Tages Ordnung: 1. Wahl der Neviforen zur Prüfung der Rechnungen pro 1908(§ 47 Borstandes auf Abänderung der Abs. 1 des Statuts.) 2. Antrag des §§ 11, 12, 15, 18, 23, 26, 27, 40, 41, Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 46, 50, 51, 52 und 54 des Statuts. 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Billigste Bezugsquelle gediegener Trauergarderobe in Weltmanns Trauermagazin Berlin W., Mohrenstr. 37a Berlin NO., Gr. Frankf. Str. 115 Ortsverein d. Isolierer Berlins. Gänse, Enten Mittwoch, den 18. November, nachm. 3 Uhr: Mitglieder- Verfammlung bei Freiheit, Dragonerstr. 15. Zages Ordnung: 1. Die Beendigung der Streifs in Hannover und Hamburg. 2. Die bevorstehenden Gewerbegerichtswahlen. 8. Berbandsangelegenheiten. Es ist Pflicht jedes Kollegen, dort zu erscheinen. 292/15 Der Vorstand. R. Bedmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 19. November 1908, abends 8, Uhr: General- Versammlung in Freyers Festsälen, Stoppenstraße 29. Zages Ordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht des Vorstandes, der Arbeitsvermittler und des Bibliothekars. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Berbandsangelegen heiten. 93/15 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Filiale Berlin 8. Sonnabend, den 21. November, abends 8 Uhr, bei Franke, Badstr. 19: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Besprechung über Erweiterung der Frauen- Sterbe Taffe. 2. Kaffenbericht. 8. Berschiedenes. Nachdem: Gemütliches Belsammensein. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches Erscheinen erwartet 124/9 Der Vorstand. Stukkateure! Donnerstag, den 19. November 1908, abends 8%, Uhr, bei Elsner, Kaiser- Wilhelmstr. 18m: Mitglieder- Versammlung. Tages- Drdnung: 1. Unsere Stellung zum Genter System und die feßige Arise. 2. Dis. fuffion. 3. Gewerkschaftliches, darunter: Hauptfaffenabrechnung vom zweiten Quartal 1908. Kollegen! Erscheint zahlreich in dieser Versammlung. Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stuffateure. 3. 2.: P. Krebs. Orts Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler Orts- Krankenkasse der und Pianoforte Arbeiter Gelb- u.Zinngießer zu Berlin. Donnerstag, 26. November cr., abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 7): zu Berlin. Am Donnerstag, den 26. November cr., abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, EngelUfer 15( Saal V), die General- Versammlung General- Versammlung ber Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bahl von 2 Borstandsmitgliedern der Arbeitgeber. 3. Wahl von 5 Borstandsmitgliedern der Arbeitnehmer. 4. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. statt, wozu die Vertreter für das Jahr 1908 hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Staffenangelegenheiten. 3. In getrennter Bersammlung: Nenwahl von 4 Borstandsmitgliedern der Arbeitnehmer. 27925 4. Wahl des Ausschusses zur Prü. 5. Beschlußfassung über den Antrag fung der Rechnung des laufenden 3. Bericht über die im Jahre 1908 abgehaltenen Strantenkaffen- Stongreffe. 4. Berschiedenes. 27935 Eintritt nur gegen Bor zeigung der Einladung gestattet. Der Vorstand. S. Dannheuser, Borsigender. Orts- Krankenkasse für das Barbiergewerbe zu Berlin. Donnerstag, 26. November 08, im Restaurant Hahn, Rosenthaler Straße 57: Wahl- Versammlung. Abends 9 Uhr Arbeitgeber zur Wahl von 24 Delegierten zu den Generalversammlungen pro 1909/10. Abends 10 Uhr: Kaffenmit gar. leb. Ant., 8 Mon. alt, vollkommen glieder zur Wahl von 53 Delegierten ausgewachsen, vollfedrig, fleischig, zu den Generalversammlungen pro 279/13 flachtreif. 10 St. ca. 8 Bid. Ichwere 1909/10. Gänse 81 M.; 18 schwere Enten 29. Kassenbuch legitimiert! Der Vorstand. Streisand, Dzieditz, Schlesien. 45. 3. A.: Paul Schrolle, Vorfißender. Lieb' Vaterland, magst ruhig sein! Solange der Salamander- Stiefel erzeugt wird, wird Deutschland unter den Grossmächten der Schuh- Industrie seinen Ehrenplatz behaupten. Der Salamander- Stietel ist elegant, haltbar und preisw rt, seine Formen entsprechen der neuesten Mode. fordern Sie neues Musterbuch. V Einheitspreis für Herren u. Damen M. 1250 Luxus- Ausführung M. 16,50 SALAMANDER Schuhges. m. b. H. Berlin Zentrale: W.8, Friedrichstr. 182 Sie kaufen zu teuer anderswo? 27956 Berlin, den 17. November 1908. Der Vorstand. Man achte gefl. genau auf meine Firma und Hausnummer. der lebten Generalversammlung be- Jahres. treffend Erhöhung der Leistungen und die hierdurch bebingte Be meffung der Beiträge nach Lohnflaffen. Der Vorstand. C. Königstr. 47 SW. Friedrichstr 221 C. Rosenthalerstr. 1 W. Potsdamerstr. 5 NW, Wilsnackerstr. Ecke Turmstr. 9 W. Tauenzienstr. 15 Deutscher Transportarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß am 15. d. Mts. unser Mitglied, der Lagerarbeiter Otto Luchte im Alter von 61 Jahren ver storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. d. Mts., bormittags 10 Uhr, auf dem Santt Josefs- Kirchhof in Reinidendorf, Humboldtstraße, statt. Um rege Beteiligung erfucht 57/16 Die Verwaltung 2. Am Freitagabend 8, Uhr ent fchlief nach furzem Leiben unser lieber Bater, Bruder, Groß- und Schwiegervater Christian Duckwitz im 79. Lebensjahre. Dies geigen tiefbetrübt an Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung fand am Dienstag statt. Stettin, Hohenzollernstr. 11. Ranchklub„ Verzagt nie". Mitgl. d. Arbetter- Raucherbundes. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 15. November, verstarb nach langem, schwerem Leiden die Frau unseres Rauchbruders Klara Niendorf geb. Biersack. Chre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch( Bußtag), den 18. d. M.., nachmittags 4 1hr, von der Leichen balle bes neuen Schöneberger Friedhofes( Blante Hölle) aus statt Um rege Beteiligung ersucht 292/16 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Stranza Spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Luise fagen wir allen Freunden und Bekannten, Genoffen und Genoffinnen, ins besondere dem Gesangberein Männerchor Südost"( M. d. A.-S.-B.), den Genossen des Bablvereins, Bezirk 107b, unferen herzlichen Dant. Familie Kleeblatt, Görlizer Ufer 36. Otto Krieße als Schwager. = Das Fest der filbernen Hochzeit feiert am Donnerstag der Tapezierermeister Gustav Adrian mit seiner Ehefrau Marie, geborenen Barthelt, Brunnenstr. 185. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Köpenider Biertel. Bezirk 209, Teil I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Milchhändler 222/13 Heinrich Sauer Lübbenerstraße 24 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Stirchhofes in Buiz aus statt. Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 16. November verstarb unfer Mitglied, der Gastwirt Gustav Schütt Liesenstr. 13. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Dantes Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. 231/5 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 9 Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin. Allen Kollegen zur Nachricht, daß am 15. November der Kollege Otto Lau im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. November, bormittags 10, Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelbe statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 100/6 Die Filialverwaltung. Orts Krankentasje Zentral- Kranken- u. Begräbnisber Stadt Schöneberg. Am Donnerstag, den 26. Nov. 1908, abends 8 Uhr, findet in Wiethes Westfälen, hier Haupts ftraße 5, eine 279/15 Ordentliche General- Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wahl von Borstandsmitgliedern, und awar: a) stoeter Arbeitgeber an Stelle ber ausscheidenden Herren Wöller und Bayle; Kasse für Frauen u. Mädchen in Deutschland. ( Cingefchriebene Qilfstaffe Nr. 26.) Verwaltungsstelle Berlin IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser langjähriges Mitglied Frau Amalie Dost am 15. d. Mts. verstorben ist, Die Beerdigung findet am 19. b. Mis., nachmittags 2, Uhr, von der Halle des Zentral- Fried hofes aus statt. Herren b) dreier Arbeitnehmer an Stelle ber ausscheidenden Spittel, Franke und Stenzel. 2. Wahl bon brei Revisoren gur Prüfung der Jahresrechnung 1908. 3. Statutenänderungen( siehe Anlage ber Einladungen). Um rege Beteiligung ersucht 292/17 Der Vorstand. Danksagung. Für die überaus herzliche Teil. nahme und die reichlichen Stranz fpenden bei der Beerdigung meines innigftgeliebten Mannes, Herzensguten Baters, Schwiegers und unferes Großvaters, des Buyers 4. Disluffion über den im Mai 1908 ftattgebabten 4. Allgemeinen Krantentaffentongreß in Berlin. 5. Berschiedenes. Schöneberg, ben 17. November 1908. Der Vorstand. Flamme, Borf. Geist, Schriftführer. Franz Lehmann Kranz-, Bukett- u. Girlandenbinderei. Palmenarrangements, Vereinskränze fagen wir biermit allen Beteiligten werden geschmackvoll und billig aus unseren tiefgefühlten Dant. 51032 geführt. Hans Schumacher, Witwe Amalie Lehmann Blumengeschäft, Kopenhagenerstr. 75.* nebst Stinbern. 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Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 23 114 56 307[ 500] 58 494[ 500] 802 908 35 1041 153 94 431 34[ 500] 558 755 95 995 2066 129[ 1000] 395 551 679[ 1000] 3060 78 215 569 82 923 4290 411 536 700 5214 411[ 1000] 575 6023 56 182 244 332 532 683 847 67 [ 500] 86 7083 466 544 83 618 57 69 722 8117 46 804 985 9001 7 41 79 168 239 305 34 747 920 64 10023 266 423 71 874 929 87 11114 44 90 287 342 86 403 28 870[ 500] 89 12069 89 500 58 14009 334 630 733 883 15020 90 571[ 500] 632 949 16278 452 504 63 17189 875[ 1000] 18117 55 522 888 19072 266 359 730 925 20070 239 448 70 543 676[ 500] 77[ 1000] 746 980 21016[ 3000] 233 311[ 1000] 67 73 502 855[ 3000] 88 968 22157 201[ 500] 5[ 1000] 357 561[ 500] 88 604 31[ 500] 23016 106 61 78[ 3000] 382[ 1000] 618 779 886 97 24075 371 282 658 814 991[ 1000] 25002 175[ 3000] 629 90 703 14 957 26012 212 646 732 66 860 902 27093 347 476 93 649[ 1000] 767 80 845 902 28039 63 142 436 774[ 500] 853 069 29021 24 244[ 500] 509 789 30074 107 261[ 500] 73 647 66 768 892 972 31084 85 [ 300] 122[ 500] 54[ 1000] 349 52[ 1000] 73[ 1000] 548 913 32109 30 89 203 10 15[ 500] 53 76[ 500] 363 723 33074 136 325 83 403 26 29 34046 178[ 5000] 450 555 88 628 765 87 35007 122 541 820 63 36039 175[ 500] 262 867 443 [ 1000] 617 35 963 37016 51 257 557 573 669 733 71 77 861 63 76 916 23 92 38090 129 356 448 512[ 3000] 81 628 50 772 95[ 1000] 39185 98 230 58 317[ 1000] 403 57 533 69 927 40 40566 913 41020 315 433[ 500] 83 563[ 500] 764 42319 37 85 477 779[ 3000] 96 98 929 43043 44 272 811 49 499 552 674 834 44007 192 209 585 695 907 45650 [ 1000] 870 951 46267 321[ 300] 516 658 72 752 830 47244 70 599 674 824 58[ 500] 911[ 1000] 48013-482 787 49090 [ 300] 143 250 78 426 72 684 710 61[ 500] 848 50174 215 314 483 796 51368 82 438 700 46 57[ 3000] 030 52025 212 99 317 22[ 500] 50 547 56 53017 37 77 170 236[ 500] 732 935 54029 38 400[ 500] 59 70 677 818 69 55497 514[ 500] 92 603[ 500] 8 20 709 43 56167 213 717 39 961 57062[ 500] 71 619 975 58214 54 387 456 501 $ 7 740 59130[ 300] 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Lampen u. Brenner Spiritus- Zentrale G. m. b. H. Spiritus- GlühlichtBerlin NW. 7, Friedrichstr. 96, gegenüber dem Central- Hotel. 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Preisliste kostenlos! 9. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 17. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 27 63 158 427 503[ 500] 705 897 1312 44 548 804 2003 71 85 196 375 86 494 601 742 951 3213 79 574 621 798 4117 476 801 43[ 1000] 5232 83 827 6479 538 652 70 862[ 3000] 999 7538[ 1000] 706 826[ 3000] 919[ 3000] 8061 240 890 9233 36 547 619 61 850 10150 228 69 314 579 837 79 98 928 98 11096 188 345 67 812 13 26[ 300] 946 12146 69 433 87 518 30 50 799 813 13170 97 455 93 902 5 14125 383 809 78 977 15266 386 532 62-874 16230 385 674 759 810 989 17203 394[ 500] 99 462 618[ 1000] 910[ 3000] 90[ 300] 96 18070[ 300] 142 245 328 75 437 513 88 665 71 881 19087[ 1000] 221 656 984 20050 259$ 56 60[ 1000] 514 22 36[ 500] 71 636 82 893 21118 31 83 305 417 928 98 22199 211 582 757 871 935 23109 859 94 573 999 24093 160 519[ 500] 47 70 782 822[ 500] 979 25061 174 415[ 1000] 31[ 3000] 614 51[ 1000] 99[ 1000] 735 48[ 500] 26070 124 73$ 26[ 3000] 416[ 500] 671 832 76.[ 1000] 888 27226 428 556 28113[ 500] 912 86 29068 82 152[ 1000] 57 292 343 445 697[ 500] 788 815 30028 38 291 616 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Ditbahn, OR 10 Mark an Seegefeld, am Bahnhof, OR 12 Mark Kaulsdorf, am Bahnhof, OR 10 Mark an Bahnhof Sadowa, BiesdorfKaulsdorf: Süd, OR 30 Mark an Biesdorf, Stadtbahn, a. 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Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. 150176 603 804 923 151220 S18 615[ 500] 744 820 947 152092 148 248 356 79[ 1000] 609 33 890[ 500] 961 [ 500] 153395[ 1000] 413 51 554 66 753 154001[ 500] 122 38 254 376 556 70 990 155026 75 234 354 633 79 749, 883 156073 217 829 95 514 47 58 666[ 1000] 933 157204 515[ 3000] 85 658 760 876 939 68 158244 61 337[ 500] 456 87[ 500] 831 159492 98 535[ 500] 160078 154 258 416 76[ 500] 655 736 94 868 161022 335[ 500] 78 596 678 748 802 949 162273 825 38 55 84 512 90 639 718[ 500] 163020 83 383 464 585 164163 557 439 552 651 813 906 165052 433 85 58 550 166755 804 24 167039 87[ 3000] 194 354 94 449[ 10000] 739 817 36[ 500] 77 168138 75 287 563 772 948 169329 470 603 772 876 977 170003 37 184[ 1000] 254 462 533 789 946 171094 202 50 98[ 1000] 715 874 956 76 172138 300 26 413 900 57 173158 330 536 710 47 174079 249[ 3000] 62 [ 1000] 464[ 3000] 85 679 740 85[ 500] 93 869 993 175010 68 241 86 360 80 662 859 913 74 176448 552 653 713 41 44 48 67 95 992 177005$ 8 123 455 89 538[ 3000] 996 178043 48 221 367 89 427[ 500] 542 801[ 3000] 21 179282 310 588 638 827[ 500] 86 991 180049 52[ 3000] 297 393 487 630 45 93[ 500] 831 181088 107 82 790 817[ 500] 939 182323 546 49 80 183050 303 412 50 548 58 709 851 184052 702 36 69 93 894 983[ 5001 185063 204 74[ 3000] 320 63 81[ 1000] 569 695[ 3000] 737 59 938 186058 214 79 328 687 730 43 911 187050 219[ 300] 303 10 15 406 527 923 188005 77 89 129 226 493 501 622[ 500] 705 64 862 189048 85 179 348 433 47 600 753 830 922 190089[ 500] 212 433 56 504 757 191170 250 621 192741 193078 276 746 878 90 973 194182 453 559 682 867[ 1000] 195116 228 511 97 811 40 196238 316 95 491 563 609 792 197012 26 96 256[ 500] 328 69 428[ 300] 506 38 81 695 705 198116 894 406 518 853 97 937[ 500] 44 199009 211[ 1000] 358 419[ 3000] 577 614 810 71 02 973 201 200050 175 409 36 692 973 201041[ 100] 98 185 227 416 904 202032[ 3000] 210 605 78 801 987 203099 446 740 48 942 204014[ 500] 164 275 332 422 520 71 205012 186[ 500] 339 79 609 38 68 206005 29 42 365 84 542 64[ 1000] 879 951 207092 201 314 84 923 208058 267 80 868 939 76 80 209117 43 326 451 519 97 613 707 210460 588 752 90 940 211055 234 68 695 701 28 212246 402[ 500] 559 931 44 213024 43 187 374[ 1000] 602 724 84 75 837 945 99 214147 55 202[ 500] 321 88 661 750 849 992 215559 710 66 828 57 216089 958 94 217184 232 357 97 834[ 3000] 904 81 218035 81 446[ 500] 575 77[ 500] 622 93 716 814 219176 215[ 500] 356 612 48 879 220147 375 426 45 654 55[ 300] 940 221074 322 80 495 521 26 955 58 222103 62 86 220 463 508 672 839 223032 75 110 79 389 410 515 28[ 1000] 94 665 853[ 8000] 224312 90 602 21 64[ 300] 225046 259 657 65 733 226221 303 82 452 718 31 41 64 74 227021 198 299 374 572 730 834 939 228066 110[ 3000] 88 394 551 95 700 938 229153 558 848 230122 244 325 32 644 954 80 231052 263 376 564 621 888 232323 476 657 95 96 803 20 931 45 233082 138 44[ 1000] 64 318 54 74 606[ 500] 907 234172 332 581 50 687[ 3000] 899 962[ 3000] 69[ 500] 95 2350: 2 52 58 641 50 732 813 54 98[ 500] 236025 256 309 29 608 970 237010 158 216[ 3000] 88 392 834 960 238009 50 [ 500] 361 496 537 62 636 759 800 71 964 91 239130 81 289 410 546 654 717 887 240150 219 82 400 83 582 99 781 939 241085 94 123 229[ 3000] 32 491 560 660 810 242147 280 306 496 657 921 243055 82 430 69 575 730 244102 410[ 500] 710 813 960[ 500] 245034 111 381 57[ 500] 705 61 246157 308 879[ 1000] 247162 273 406 74 557 628 745 75 87 248084[ 1000] 93 134 413[ 1000] 609 705 62 562 915 249366 863 T1000] 78 959 250113 87 200 420 536 665 860 99 251071[ 500] 129 [ 1000] 470 524 627 97 823[ 1000] 906 50 252022 251 73 [ 1000] 908 253020 117 371 689[ 500] 834 59 927 234048 93 157 74 307 577 715 1500] 28 850 56 987 255: 45$ 15 16 64 535 633 746 256182 214 379 456[ 3000] 529 53 [ 1000] 828 50 901 257312 436 674 885 258034 375 403 82 626[ 1000] 721[ 500] 59[ 500] 61 945 259107 54 279 525 92 655 827 46 260213 82 660 858[ 1000] 91 954 261111 73 93 441 421 28 62 581 674[ 500] 262174 298 329 36 500] 497 832 [ 1000] 931 263 180 569 959 264040 126 310 493 728 265073 122, 479 507 22 66 72[ 500] 885 992 266200 351 429 30[ 500]$ 3 44 673 821 267187 302 51 441 563 268010 [ 1000] 104 637 739 96 825[ 500] 904 12 95 269035 115 378 535 645 94 721 35 94 270073 115 20 36 451 80 534 697 731 39 833 53 271178 263[ 500] 315 460 806 97 935 272198 245 348 89 [ 3000] 840 909 273090 433 55 64 82 504 88 1500] 674 956 274126 39 246 478 610[ 500] 39 80 724 947, 275031[ 500] 295.[ 1000] 348 414 595 711 52 276 25 335[ 3000] 63 93 683 [ 500] 277238 SS2 519 832 94 589 905[ 500] 18 89 278167 205 596 611 720 279292 357 98 444 89 605[ 300] 56 92 811 41 280060$ 7 353 55 428 839 281057 511 786 282267 [ 1000] 366 444[ 300] 501 627 772 913 283206 14.200 590 897 910 284110 18000] 48 242 328 89 656 817 285015 241 309 26 39 61 428[ 1000] 58 518 69 644 016 85 286181 260 368 85 419 60 600 40 711 882 92 900 287200 30[ 3000] 449 89 571[ 500] 619 770 883 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 271. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 18. November 1908. Die Arbeitslofenzählung. " ber Folgen der in Berlin herrschenden Arbeitslosigkeit die Diese Zählungsergebnisse werden den Gegnern der FordeGemeinde Maßregeln treffen solle, wurde lange als un rung, daß die Gemeinden Schritte zur Bekämpfung der Arherechtigt und überflüssig zurückgewiesen. Schließlich konnte beitslosigkeit tun sollen, vielleicht als„ befriedigend" erzu scheinen. Besonders die freisinnigen Sozialpolitiker" der Neuerungen auf dem Gebiete der Sozialpolitik bieren wenigstens das erreicht werden, daß man sich entschloß, bemjenigen, der im öffentlichen Leben steht, immer inter- nächst mal die statistischen Grundlagen für die Prüfung der Arbeits- Gemeindeverwaltung Berlin werden zufrieden sein, daß essante Momente, und wer am gestrigen Tage bei der erft- lofenfrage zu beschaffen. Beschafft sollen sie werden durch periodisch es nicht so schlimm gekommen ist, wie sie selber es im stillen maligen Durchführung einer planmäßig und systematisch wiederkehrende Arbeitslosenzählungen. Der Beschluß, der in Berlin befürchtet hatten. Ihr Widerstand gegen den Vorschlag der arrangierten Arbeitslosenzählung innerhalb und außerhalb gefaßt wurde, hat dann zur Folge gehabt, daß auch in verschiedenen Sozialdemokraten, nicht Meldebureaus für die zu zählenden der Zähllofale weilte, brauchte um wertvolle Studien nicht Bororten die Gemeinden die Notwendigkeit erkannten, Bählungen von Arbeitslosen einzurichten, sondern eine Zählung von Haus berlegen zu sein. Obgleich in Groß- Berlin viele Tausende Arbeitslosen vorzunehmen, bezw. die Gewerkschaften bei ihrer Bähl zu Haus vorzunehmen und die Arbeitslosen in der eigenen In der Stadtverordnetenverfammlung Wohnung aufzusuchen, hat die Aufdeckung der vollen von Arbeitern ohne Arbeit sind, hatte sich das Straßenbild arbeit zu unterstützen. ist vom Statistischen Amt der Stadt Berlin mit einer Beschleunigung, die alle Anerkennung verdient, herbeigeschafft und zusammengestellt worden. Es ist das folgende: wenig oder gar nicht verändert. Ein Fremder hätte bei Berlins war von den Rednern der sozialdemokratischen Fraktion Wahrheit verhütet. Bei einer haufierenden Zählung, seinem Gang durch die Stadt sicherlich nichts von dieser bitter hervorgehoben worden, daß eine Zählung der Arbeitslosen sich uns für die von den Gewerkschaften dem Berliner Magistrat 24 000 notwendigen und längst ersehnten Einrichtung bemerft. Die möglich auf Berlin allein beschränken könne, daß vielmehr freiwillige Bähler angeboten worden waren, wäre noch ein weißen Bettel an den Schulen und die roten an den An- eine Ausdehnung auf Groß Berlin als ganz selbstverständ ganz anderes Ergebnis herausgefommen, das jeden Zweifel schlagsfäulen lockten von Zeit zu Zeit einen Nichtbeteiligten lich gefordert werden müsse. Eine einheitliche, gemeinschaftliche an der Größe des vorhandenen Notstandes beheran. Um so tiefere Einblide in die verheerende Krise und Bählung für Groß- Berlin ist noch nicht möglich gewesen. Es ist seitigt hätte. Das ablehnende Verhalten des Berliner Maihre furchtbaren Begleiterscheinungen boten sich dem Unter- aber erfreulich, daß wir wohl jezt hoffen dürfen, diesem Ziele nicht gistrats hat dann dazu geführt, daß auch in den Vororten die richteten und Interessierten. mehr fern zu sein Zählung durch Meldebureaus bewirkt wurde. Wenn man die Das Ergebnis oben mitgeteilten Zahlenreihen durchsieht, fann man bei einErgebnis nicht erwehren. Den Gang nach den Meldebureaus zelnen Orten sich eines verwunderten Kopfschüttelns über das haben sicherlich viele Arbeitslose nicht antreten mögen, manche wohl aus einer gewissen, durchaus törichten Scheu, andere vielleicht auch aus einer höchst bedauerlichen Gleichgültigkeit. Bezüglich Berlins wird uns versichert, daß z. B. von 800 ungelernten Arbeitern, die auf dem Arbeitsnachweis in der Gormannstraße gewesen seien, nur 200 sich haben zählen lassen. Hier wird die Furcht mitgesprochen haben, daß durch den Gang nach dem Meldebureau die Gelegenheit, Arbeit zu finden, verpaẞt werden könnte. Unsympathisch dürfte dieses 81 Bählverfahren besonders den Frauen gewesen sein. Bei ihnen ist auch zu berücksichtigen, daß jeßt in der Zeit vor Weihnachten für sie die Arbeitslosigkeit in der Tat minder groß ist. Ins Gewicht fällt schließlich noch die Neuheit der ganzen 18 Veranstaltung. Gemein ben Berlin Um die achte Morgenstunde, zu Beginn der Zählung, famen spärlich und vereinzelt die ersten der von der Arbeitslosigkeit Heimgesuchten und lenften, etwas unschlüffig, ihre Schritte nach den mollig geheizten Zähllofalen, wozu man in vielen Fällen die Turnhallen der Schulgebäude eingerichtet hatte. Je weiter aber der Vormittag schritt, um so mehr stellten sich die zu Zählenden ein. Stumm, mit ernſter Miene warteten sie, bis sie an den Tisch treten und ihre Personalien und die Dauer der Arbeitslosigkeit angeben und ihre Angaben durch die nötigen Bapiere belegen fonnten. In allen Altersklassen famen fie. Hier ein Mann mit gebeugtem Rücken und weißem Haar, der mit müdem Klang in der Charlottenburg Stimme dem fragenden Zähler die gewünschte Auskunft er- Wilmersdorf teilt. Aus seinen Blicken spricht eine erschreckende Mutlofig- Johannisthal feit, eine erschütternde, stumpfe Resignation. Einer, dessen Rigdorf Leben eine ununterbrochene Kette schmerzlicher Ent- Tablem täuschungen, immerzehrender Sorgen darstellt, den das heiße Bantow Ringen um das tägliche Brot zermürbt hat, der, wie so viele Treptow Briz Tausende, Millionen, im Räderwerk des Schicksals erTempelhof barmungslos zermalmt wurde. Ein zerschelltes Wrack, das Mariendorf hilflos und hoffnungslos hin und hergeschleudert wird, bis es die Wellen völlig verschlingen. Daneben ein rüstiger Arbeiter im besten Alter. Seine energifchen Züge verraten noch Reinickendorf tropige Lebenskraft. Dann folgen jüngere, bis herab ins Lichtenberg Jünglingsalter. Gestalten, denen man, trotz ihrer teilweise adlershof fonntäglichen Kleidung die Merkmale der Not ansieht. Ge- Friedenau fichter, in die Jammer, Hunger und Entbehrungen mit ehernem Beißenfee Griffel ihre Spuren underlöschlich eingegraben haben. Eine Tegel. Parade des Elends, wie sie graufiger und ergreifender nicht Schöneberg gedacht werden kann. Borhagen- Rummelsburg Ober- Schöneweide Zahl der Arbeitslosen überhaupt darunter insbesondere Rentenempfänger männl. weibl auf. männt. weibt. auf. 29123 1368 86 1404 2005 80 8111122228 88821802EBABSCB 12 6 9 2 1 27 10 2 27892 1231 1927 78 808 10 36 318 12 36 6 3444 219 3663 191 6 195 3 8 272 6 278 124 131 4 128 4 132 82 82 142 6 148 579 600 25 178 10 188 194 4 198 939 83 972 45 47 172 180 16 16 88 89 4 663 698 33 85 114 118 9 908 29 937 46 47 79 84 2 31 33 78 74 8 8 • 600 607 ? 82 34 1 28 680 29 28? 709 ? ? ?. Summa 39716 1752 41468 1888 50 Nieder- Schönhausen Etralau Lankwiz Spandau. Rosenthal Nieder- Schöneweide Das Zustandekommen dieser Arbeitslofen zahlung ist bornehmlich zu danken den immer wiederholten Anregungen, die in der Stadtverordnetenbersammlung Stöpenid Berlins von der sozialdemokratischen Frattion ge geben worden sind.. Ihre Forderung. daß zur Linderung Ulster u. Paletots Geschmackvollste neuzeitige Moden! Tausende Exemplare nur eigener Erzeugnisse Bestsitzende Passformen Schönste Ausmusterungen Erstklassige Fabrikate 70.- 65. 60.- 55.- 5045 40- 36.- 30.- 27.24.- 21.- 18.15 M Mark ㅁㅁㅁㅁ Feine Maß- Arbeit zu niedrigen Preisen. Echt englische hochmoderne Haarhüte 3.75 Mark BAER SOHN Spezial- Haus größten Maßstabes Chausseestraße 29/30 D 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Str. 20 Der Hauptkatalog No. 35( Wintermoden 1908-09) auf Wunsch kostenlos und portofrei STATORDABIL5217218 800 Immerhin sind auch die Ergebnisse dieser nach einem unbollkommenen Verfahren vorgenommenen Arbeitslofenzählungen noch schlimm genug. Sie verdienen die Beachtung der beteiligten Gemeinden, vor allem der Stadt Berlin. Zählungen nach einem vollkommeneren Verfahren und regelmäßige Wiederholung solcher Zählungen werden endlich dahin führen müssen, daß die Gemeinden sich ihrer Pflicht der Arbeitslofenfürsorge nicht länger herschließen. 2. Thoma. Eingegangene Druckfchriften. Geb. 2 M., geb. 3 M. Briefwechsel eines bayerischen Landtagsabgeordneten. Bon Novelle von Sumpffieber. August Bebel. Ein Arme Gespenster. Die junge Frau. Illustrierte SittenH. Bessemer, Geb. 1,50 D., geb. 2,50 M. biographischer Essay von H. v. Gerlach. Geb. 60 Bj. Novellen von P. Buffon. Geh. 2 M., Geb. 3 M. Bon Marcel Prévost. Geh. 4 M., geb. 5 M. geschichte. Lieferung 2-6. 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