Nr. 273. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando? Bierteljährl. 8,30 ML, monatl. 1.10 M., möchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Boft.Beitungs Breislifte. Unter Kreuzband füz Deutschland und Defterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Stalien. Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweben und die Schweiz Eribeint täglich außer Montage. Horwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene ftolonek geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerffchaftliche Bereinsund Berlammlungs- Anzeigen 30 Bfg Kleine Anzeigen", das erfte( fett. gedruckte) Bort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig., jebes weitere Wort 6 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is Dis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernbrecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 21. November 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Bernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die preußische Städteordnung.org on 1808 zu empfehlen. Jedoch folgten nicht mehr ſprachen die Sunderttaufende im Dienfie des Kapitals III. reaktionären Machwerk zu beglücken, und den Städten in den lich nichts weiter übrig geblieben wäre, als ihre Schuld einProvinzen nur seinen Austausch die Städte- zugestehen und um Gnade zu flehen. Durch seinen Mund als märkische Landstädtchen diesem väterlichen Rate. schuftenden Bergarbeiter, sprachen die Witwen und Waisen der Die Revolution von 1848 fegte dann das überlebte Zeug so jäh ums Leben gekommenen Opfer von Radbod, sprachen Die Städteordnung von 1808 war zunächst, wie wir schon fort, das der Städteordnung von 1808 noch angehaftet hatte, all die, deren Intereffen bislang im preußischen Landtage Yagten, für die Provinzen Ost- und Westpreußen bestimmt das spezifisch städtische Bürgerrecht, die Unterscheidung mit Füßen getreten wurden. Wohl brachten andere Parteien, und wurde dann auf die Landesteile ausgedehnt, die dem zwischen Bürgern und Schutzverwandten und ähnliches mehr. die Freisinnigen und das Zentrum, im Laufe der Sizung preußischen Staate nach dem Frieden von Tilsit verblieben Aber dafür revanchierte sich die Gegenrevolution, indem sie Anträge auf Erlaß eines Reichsberggefeßes und auf Anwaren: Pommern, Brandenburg und Schlesien. Inzwischen nun auch die gefunden Keime der Städteordnung von 1808 stellung von Arbeiterkontrolleuren ein, aber weit wirksamer aber hatte der ebenso bösartige wie stupide König Friedrich gänzlich ausrottete, in erster Reihe das gleiche und geheime als diese Anträge, die doch nur auf dem Papiere stehen Wilhelm III. das demokratische Haar in der Suppe gefunden, Wahlrecht. Die" Revision" der Städteordnung von 1853 bleiben, waren die Worte des sozialdemokratischen Redners, die ihm Stein über den föniglichen Stopf weg aufgetischt hatte, dehnte den Rückschritt, der 1831 immerhin nur für das halbe die wie Keulenschläge herniederfausten. Die bürgerlichen Mitund er dachte gar nicht daran, den neu oder wieder er- Land gemacht worden war, auf das ganze Land aus; sie glieder des Dreiflajsenparlaments glauben, sie können die worbenen Landesteilen, die durch die Beschlüsse des Wiener verfolgte dieselben Zwecke: Knebelung der städtischen Behörden Sozialdemokraten diskreditieren und ihnen den Wind aus den Stongresses 1814 an den preußischen Staat fielen, das könig- durch die staatliche Bureaukratie und Ausschließung der Segeln nehmen, indem sie ihnen die zur Einbringung von liche Geschenk der Hohenzollern" aufzubauen. arbeitenden Klassen von den städtischen Aemtern, wenn sie Anträgen erforderliche Zahl von Unterschriften vorenthalten. auch teilweise andere Formen annehmen mußte, um sich den Nun, die sozialdemokratische Fraktion hat gezeigt, daß es revolutionären Errungenschaften anzubequemen, die nun auch so geht, daß sie ihre Anschauungen vorzutragen weiß, auch einmal nicht rückgängig zu machen waren: die Dreiflaffen- wenn es ihr nicht möglich ist, bestimmt formulierte Anträge wahl ersetzte ja auch überreichlich, was die„ Revision" von 1831 einzubringen. an Zensusbestimmungen enthalten hatte. Leinert begnügte sich nicht mit einer Besprechung des Unfalls auf Radbod, er zog auch die früheren Katastrophen in den Kreis seiner Betrachtungen, er wies die Gefährlichkeit " Erst als ihn die Julirevolution von 1830 und der gleich zeitige Schneidertrawall in Berlin aufgemuntert hatten, erließ er eine Städteordnung für die neuen Provinzen, aber eine ,, revidierte" Städteordnung, von der Schön, der einen entscheidenden Anteil an der Städteordnung von 1808 gehabt hatte, kurz und bündig sagte:„ Die Städte ordnung wurde, Im Jahre 1854 fanden in Berlin zum ersten Male die so weit man das, ohne den Schein der Barbarei und der städtischen Wahlen nach diesem System statt, unter überaus Infonsequenz auf sich zu laden, nur irgend vermochte, all- schwacher Beteiligung; in der dritten Klasse wählten noch des Bergbaubetriebs nach, er schilderte die mangelhafte mählich in der Richtung einer Beamten ordnung aus nicht ganz 20 Prozent. Es war die glorreiche Zeit, wo die Grubenkontrolle, er stellte dem Minister rundheraus ein Mißgeflügelt und modifiziert". Jedoch da die Festartikel der städtischen Behörden Berlins zwar die Manteuffel und trauensvotum im Namen der preußischen Bergarbeiter aus, bürgerlichen Presse von dieser Revision" nichts wissen und Wrangel durch das Ehrenbürgerrecht auszuzeichnen verstanden, ein Mißtrauensvotum, das sicherlich ein tausendfaches Echo selbst die umfangreiche Festschrift" des hiesigen Magistrats aber sich völlig unfähig erwiesen, die Einrichtungen zu treffen, im Lande finden wird. Erschütternd waren die Aussagen der mit einigen allgemeinen Redensarten darüber hinwegfäufelt, deren die schnell anwachsende Stadt bedurfte. Hatte zehn von ihm vernommenen Bergarbeiter, Aussagen, die samt und so müssen wir schon etwas ausführlicher darauf eingehen. Jahre früher die Stadt Brandenburg eines freifinnigen sonders darin gipfeln, daß die öde Dividendenjagd, die Sorge Während man 1808 feinem unbescholtenen Einwohner der Bureaukraten bedurft, der ihrer Selbstverwaltung" auf die um den Profit das Unglück herbeigeführt hat und daß die Stadt das Bürgerrecht versagte, wurden 1831 zum Erwerben Beine half, so bedurfte Berlin- was denn auch ein netter Grube Radbod, die eine Goldgrube für die des Bürgerrechts nur diejenigen Einwohner für berechtigt Fortschritt der Zeit war- für denselben Liebesdienst eines Aktionäre war, eine Totengrube in des erklärt, die ein Grundeigentum bon 300 bis 2000 Talern durch und durch reaftionären Bureaukraten, desselben be- Wortes bollster Bedeutung für mehr denn Wert besaßen oder aus einem stehenden Gewerbe eine reine rufenen Bolizeipafchas, der den Kölner Kommunistenprozeß 300 brave Bergleute geworden ist. Einnahme von 200-600 oder aus anderen Quellen ein Jahres- gemacht hatte: unter nörgelndem Widerstande der städtischen Ueberflüssig, zu sagen, daß der sozialdemokratische Redner einkommen von wenigstens 400-1000 Talern bezogen. In echt Behörden hat Hindeldey in Berlin die Feuerwehr, die Wasser- mit Energie auf die Anstellung von Arbeiterkontrolleuren preußischer Heuchelei wurde hinzugefügt, daß auch ärmere Teufel, leitung, die Straßenreinigung, die öffentlichen Bade- und drang und daß er den Erlaß eines Reichsberggesetzes als eine die sich eines ausgezeichneten Vertrauens widig bewiesen" Waschanstalten, die Anschlagfäulen, das Zelegraphenwesen und der wichtigsten Aufgaben darstellte. Den Umstand, daß einert zwar die Aussagen der hätten, durch übereinstimmenden Beschluß des Magistrats anderes geschaffen. und der Stadtverordneten zum Bürgerrecht zugelassen und Was dann die Selbstverwaltung" in den letzten Jahr Arbeiter verlesen, die Namen aber nicht genannt hatte, suchte unter die Wählbaren aufgenommen werden könnten. Denn zehnten und Jahren an„ Männerstolz vor Königsthronen" und der Minister Delbrück unter dem jubelnden Beifall der auch das passive Wahlrecht, das 1808 jedem stimmfähigen anderen ausgezeichneten Qualitäten geleistet hat, das brauchen Mehrheit auszunuzen, indem er gegen die Sozialdemokratie Bürger zugesprochen worden war, wurde nun an einen Zensus wir unseren Lesern nicht weitläufig darzulegen. Vielleicht den schweren Vorwurf erhob, daß es ihr nicht darauf angefuüpft, der in fleineren Städten sich auf ein Jahres- erzählen die Herren Kirschner und Reide davon, wenn sie fomme, die Wahrheit an den Tag zu bringen, sondern vieleinkommen von 200, in größeren von 1200 Talern belief. heute, in Gegenwart des Kaisers und der höchsten Reichs- mehr darauf, die Oeffentlichkeit durch unwahre Behauptungen Während 1808 die Wahl nach Korporation und Bünften aus- und Staatsbehörden, im Rathause die abgeleierten Jubel- zu beunruhigen. Ein mehr als fadenscheiniger Einwand! Mit drücklich verboten worden war, ordnete die" revidierte" Städte hymnen anstimmen und auf dem kahlen Fell der Städte- dem Augenblick, wo Leinert feine Gewährsmänner nennt, ordnung solche Wahlen förmlich an. Die Veräußerung ordnung herumpaufen, daß die Motten nur so herausfliegen. fommen fie sicherlich auf die schwarze Liste, es wird die städtischer Grundstücke, die früher allein von den Stadt- Was uns anbetrifft, so find wir altmodisch genug, es mit schlimmste Art des Terrorismus gegen fie angewandt, fie verordneten abhing, wurde nunmehr von der Erlaubnis der dem alten Ziegler zu halten, der das allgemeine Wahlrecht öffentlich die Erklärung ab, daß den Arbeitern aus ihren werden dem Hungertode überliefert. Gibt der Minister Regierung abhängig gemacht. Der Magistrat, nach dem verlangte, um in den Städten aufzuräumen, fintemalen nach Aussagen keine Nachteile erwachsen, garantiert er ihnen für älteren Gefeße eine rein städtische, allein von den feiner erprobten Erfahrung die Minderheit immer nur hübsch den Fall, daß sie deshalb arbeitslos werden, Beschäftigung auf Stadtverordneten abhängige Behörde, wurde nach dem ihren Vorteil wahrnimmt und zur eignen Mästung aus den staatlichen Gruben, so steht der Nennung der Namen nichts neuen Gesetze überwiegend ein von der Regierung ab- dem gemeinen Sädel der Stadt ist. im Wege. Oder verlangt die Regierung etwa, daß ein sozialhängiges Organ der Staats gewalt". Die Regierung demokratischer Abgeordneter das Vertrauen seiner Gewährsfonnte, durch kein Gesetz beschränkt, die Wahlen der Bürger für ungültig erklären und bei„ Unangemessenheit" oder„ Vermänner mißbraucht? Wie sehr die Hiebe von Reinert gesessen haben, das zögerung" der Wahl die städtischen Aemter auf Stadtkosten bewiesen die Ausführungen des Konservativen Schulzeberwalten laffen. Die Regierung fonnte die MagistratsBelkum und des Nationalliberalen Dr. Friedberg, mitglieder wegen mangelhafter Dienstführung" absetzen und Was die Arbeiterflasse von dem Einzug der ersten die nach ihm zu Worte kamen und sich in törichten Angriffen alsdann die Größe ihrer Pension bestimmen. Der Bürger Sozialdemokraten in das Dreiflassenparlament erhofft hat, auf die Sozialdemokratie ergingen. Für Herrn Schulze steht meister, dessen Stelle infolge unangemessener" Wahl von der hat sich schon in vollem Maße erfüllt. Bei der ersten Gelegen- es fest, daß die Sozialdemokratie die Katastrophe nur ausRegierung besetzt wurde, war befugt, die Beschlüsse des heit, wo es galt, die Interessen einer bestimmten Arbeiter- genugt hat, um zu heben. Als Beweis dafür dient ihm die Magistrats aufzuheben, und dafür nur der Regierung ver- schicht wahrzunehmen, hat die sozialdemokratische Fraktion Inschrift: Wie der Löwe das Wild frißt auf der Weide, so antwortlich. Endlich stand es nach der revidierten" Städte ihren Mann gestanden. So traurig auch der äußere Anlaß freffen die Reichen die Armen", die sich auf einem den Toten ordnung der Regierung frei, die Stadtverordnetenversammlung die Besprechung des entfeßlichen Grubenunglücks auf Beche gespendeten Kranz fand eine Inschrift, die, wie Adolf bei Parteiungen in derselben" aufzulösen oder die Schuldigen Radbod gewesen ist, so innigen Anteil auch das Proletariat offmann schlagfertig erwiderte, der Bibel entnommen auszuschließen, ja selbst unter Umständen den Gemeinden die an dem traurigen Geschick der blinder Profitgier geopferten ist und sich im Buche Sirach findet. Aehnlich blamierte sich Städteordnung ganz zu entziehen. Bergleute und ihrer Hinterbliebenen nimmt, so konnten sich Dr. Friedberg, der wütend ob der gegen seine Freunde Worauf diese Revision abzielte, sprach der Staats- seine Vertreter doch nicht damit begnügen, gleich den Rednern gerichteten Angriffe nichts weiter zu sagen wußte, als daß die rechtslehrer v. Nönne, ein hochgestellter Richter, mit den der Bourgeoisie einige wohlwollende Phrasen herzuleiern. Sozialdemokratie seit dem Tode von Karl Marr sehr herunterWorten aus:„ Bei Entwerfung der revidierten Städteordnung Nein, für sie stand Höheres auf dem Spiel, für fie galt es, die gekommen fei, daß die Gewerkschaften sich immer mehr von ging man von dem Hauptgesichtspunkte aus, daß das Ober- Ursachen der Katastrophe zu untersuchen und bestimmte Vor- der politischen Partei abwenden, und daß das Dreiklassenaufsichtsrecht des Staates eine größere Ausdehnung erhalte, schläge zur Vermeidung ähnlicher Unfälle zu machen. Daß parlament es niemals an sozialpolitischem Empfinden habe daß das Bürgerrecht an Bedingungen, welche den Un- fie dadurch den Frieden des Junterparlaments gestört, daß fehlen lassen. Beide Redner wandten sich gegen Arbeiterbemittelten davon ausschließen, geknüpft und die Wahlfähigkeit sie die Rednertribüne zur Anklageftätte ge- tontrolleure und gegen ein Reichsberggesetz. beschränkt werde, um die ärmere ungebildete Klasse der staltet und unbekümmert darum, ob man sie als Hezer Vor Leinert hatte, unmittelbar nachdem Freiherr Bürger in der Regel aus dem Magistrat und der Stadt verschreit, der Regierung und den herrschenden Klassen die v. Zwidel namens des Zentrums die Interpellation be verordnetenversammlung zu entfernen." Die Regierung selbst ungeschminkte Wahrheit gesagt haben, das mögen die Sach- gründet hatte, der Handelsminister Dr. Delbrück das Wort bestätigte diese Auffassung als richtig; der Minister v. Rochow, walter des Grubenkapitals ihnen getrost übelnehmen, bei den zur Beantwortung erhalten. Im Grunde genommen war die der Mann des„ beschränkten Untertanenverstandes", empfahl Arbeitern, ja bei allen vorurteilslos denkenden Menschen, Antwort gar keine Antwort. Man erfuhr nichts über die Urdie Schrift Rönnes, aus der die eben zitierten Säge ent- haben sie dadurch an Ansehen gewonnen. sachen des Unglücks, der Minister bestritt lediglich die durch nommen sind, in einer amtlichen Verfügung angelegentlich Genosse Leinert, der den Standpunkt der Fraktion die Bresse verbreitete Mitteilung, er hätte sich dahin geäußert, zur Anschaffung durch die Behörden. Die damalige Reaftion in einer temperamentvollen, zweistündigen Rede vertrat, hat daß alles in Ordnung sei. Aber so vorsichtig fich Herr Del besaß noch den traurigen Mut der Schamlosigkeit; noch nicht sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht, er hat sich sein Urteil brüd auch äußerte, so konnte er doch mit einem leisen Tadel durch die Arbeiterbewegung bedrängt, faselte sie nicht vom nicht auf Grund von Breßberichten gebildet, sondern er ist darüber nicht zurückhalten, daß der Schacht bereits sozialen Königtum", sondern nannte die Dinge beim richtigen selbst nach Hamm gefahren und hat mehrere Tage lang an bermauert war, bebor sein Kommissar an Namen, wie es heute selbst nicht einmal mehr die Festschrift" Ort und Stelle eingehende Untersuchungen angestellt, Unter- Ort und Stelle eintraf. Warum diese Eile? Sicht des Magistrats wagt. suchungen, deren Ergebnis die Grundlage seiner Anflage die Direktion der Zeche nicht ein, daß sie dadurch den Verdacht Die Bergverwaltung auf der Anklagebank. " Auch das städtische Bürgertum hatte 1831 noch ein wenig gegen die Bergverwaltung bildeten. Eine furchtbare Anklage der Verschleierung erweckt, daß sie dadurch den schlimmen VorCourage. Der Versuch der Regierung, die Städteordnung war es, die Leinert gegen die kapitalistische Wirtschafts- wurf auf sich geladen hat, daß sie allen Grund hat, au bervon 1808 ganz durch die revidierte" Städteordnung zu erordnung, speziell gegen die Grubenmagnaten und die mit hindern, daß die Wahrheit ans Licht kommt? Daß der Misetzen, scheiterte an dem entschiedenen Widerstande der Städte ihnen verschwägerten Bergbehörden erhob, eine Anklage, die nister eine strenge Untersuchung, daß er die Veröffentlichung in den alten Provinzen; die Regierung mußte sich daran Punkt für Punkt so wohl begründet war, daß den An- einer Denkschrift über die Ursachen der Katastrophe in Ausgenügen lassen, die Städte in den neuen Provinzen mit dem aeflaaten, wenn fie nicht bartgefottene Sünder wären, eigent- ficht stellt, will nicht viel besagen, solange er sich gegen einen utttfojfetfbetctt Arbeiterschuh wendet und solange er namentlich die Einführung von Arbeiterkoutrolleuren bekämpft. Das einzige, wozu er sich entschließen kann, ist die Ergreifung ge- setzgeberischer Maßnahmen, um alle Beamten mehr als bisher für die Durchführung ihrer Anordnungen perantwortlich zu inachen. Mit anderen Worten: es bleibt alles beim alten, die Opfer sind vergebens gebracht. Aus den Knochen der Uu- glücklichen von Radbod entsteht kein Rächer. Erst der Sturz des Dreiklassenwablsystcms wird die Bahn für wirklichen Bergarbeiterschutz ebnen._ politifcbc OeberHcbt Berlin, den 20. November 1908. Sozialdemokratische Steuerpolitik. Aus dem Reichstage, 20. November. Bezeichnend für die Denkweise der bornssisch deutschen Staatsmannskuust ist, daß die Reichsregierung sich dahin bescheidet, dem prenßi- scheu Landtag bei Erörterung deS schaurigen Grubenunglücks in der Mordgrube Radbod den Vortritt zu lassen. Herr v. B e t h m a n u- H o l l w e g bedauerte, im Reichstage erst dann darüber Auskunft geben zu können, wenn die Be- sprechung im Abgeordnetenhause beendet ist. So wurde denn die Interpellation erst für den Dienstag angesetzt. Sollten die Herren glauben, die Verzögerung werde die Abrechnung mildern, so könnten sie sich doch arg täuschen. In Fortsetzung der S t e u e r d e b a t t c, in der heute Ge- uosse Geyer zum Worte kam. gab er zunächst unter kräftiger Zustinimung der sozialdemokratischen Fraktion den, Unwillen darüber Ausdruck, daß der Reichskanzler in seiner gestrigen Rede mit keiner Silbe auf die Potsdamer Verhandlungen eingegangen sei, trotzdem zur Klärung der Lage, auch zur Beurteilung der Finanzreform es durchaus notwendig sei, zu wissen, was für ein Kurs denn nun künftig eigentlich gesteuert werden solle. Geyer kündigte an, daß die Sozialdemokratie jedenfalls die Verfassungsfrage in vollem Umfange ausrollen und darauf hinarbeiten werde, daß sie jetzt gelöst wird, ehe das amtierende Burcaukratenkonsortium einen Haufen neuer Steuern zur Fortwurstelung inr alten Gleise in die Finger bekomnit. Der Reichskanzler hörte sich das an, ohne vom Papier aufzusehen. Was braucht er auch Notiz zu nehmen von sozial- demokratischen Nörgeleien. Der Block hat sich in Treue und Ehrfurcht wieder um ihn geschart. Was braucht er da einer oppositionellen Minderheit Beachtung zu schenken, waS braucht er der Volksvertretung selbst in gebührender Weise Auskunft zu erteilen I Seine Maineluckengarde schließt um ihn die Bravoreihcn zur Abwehr jedweder umstürzlerischen Kritik. Und doch müßte eigentlich, um mit dem Staatssekretär Sydow zu reden, der„kategorische Imperativ einer leideuschaft- lichen Vaterlandsliebe" diesen SlaatSstützen es zur Pflicht machen, völlig klaren Wein einzuschenken über ihre Politik. Denn Ivelcher anderen Ursache ist das ungeheuere Anschwellen unserer Staatsschuld, welcher Ursache die jährliche Vermehnmg der Ausgaben für Heer, Flotte und Kolonien zu danken, als jener phantastischen" Weltpolitik, die von dem Persönlichen Regiment zwar die auffälligste Bcgönnerung erfuhr, deren treibende Kraft aber in der Reichsregierung selbst und den herrschenden Klaffen steckt. Auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, auch das blieb dem sozialdemokratischen Redner allein vorbehalten. Die Redner der bürgerlichen Parteien drückten sich scheu vorbei an diesem heiklen Punkte. Sie alle nahmen die Notwendigkeit der Stenervermehrung als gegeben hin. Keine Silbe auf bürgerlicher Seite von A u s a a b e n V e r m i n d e r u n g zur Begleichung des Budgets. Gerade das ist aber die grund- legende Forderung, von der die Sozialdemokratie ausgeht bei der Frage der Finanzreform. Dazu kommt dann die wirkliche Reform unseres Steuer- Wesens, die nicht, wie die bureaukratischcn Finanzkünstler samt und sonders es fordern, in einer Vermehrung der in- direkten Steuern, sondern in deren Ersetzung durch direkte Steuern bestehen müßte. Unter diesem Gesichtspunkte ist ja von dem Sydow- Bukett die Erbschaftssteuer die einzige, mit der wir uns befreunden könnten. Nachdem Geyer in sachlicher Weise die sozialdemokratischen Anschauungen über Steuerreform entwickelt hatte, wandte er sich speziell der T a b a k st e u e r zu, deren Schädlichkeit er vom fachmännischen Gesichtspunkte nachwies, indem er gleich- zeitig ankündigte, daß andere Genossen noch auf die anderen Einzelprojekte eingehen würden. Von den übrigen Rednern ist besonders hervorzuheben, daß der Freiherr V. R i ch t h o f e n die agrarische Abneigung gegen eine stärkere Besteuerung des Schnapses und die un- bedingte Ablehnung der Erbschaftssteuer betonte. Wollen doch die Edlen und Besten in patriotischer Weise Stenern aus anderer Leute Taschen gern bewilligen, nur die eigenen Taschen halten sie fest zu. Morgen geht die Debatte weiter. Aus dem Entwurf des ReichshanshaltsetatS für 1909 veröffentlich die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Auszöge, noch bevor diese amtlichen Drucksachen den Abgeordneten zugegangen sind. Wir entnekimen diesen Auszögen folgendes: Beim ReichSamt des Innern betragen die fort- dauernden Ausgaben rund 78 Millionen Mark, zirka 800 000 Mark mehr wie im Vorjahre. Die einmaligen Ausgaben sind um 4 Millionen Mark zurückgegangen. Im außerordentlichen Etat werden 14 Millionen Mark, 10 Millionen weniger als nn Vor- jähre, gefordert und zwar 4 Millionen för den Bau von Klein- wohiiungen und 10 Millionen für die Erweiterung des Nordostsee- Kanals. Die Ausgaben för die Marine beziffern sich auf 290� Millionen Mark, ST'/a Millionen mehr als im Vorjahr. Von dieser Summe entfallen 144 Millionen aus laufende Ausgaben, d. h. 10 Millionen mehr als im Vorjahre. Die einmaligen Ausgaben betragen 1401/, Millionen, über 27 Millionen mehr als im Vor- jähre, und im außerordentlichen Etat werden rund 110 Millionen Mark. 23''/� Millionen mehr als im Vorjahre angefordert. För Schiffsbauten und Armierungen sind 21974 Millionen Mark angesetzt, 4W/4 Millionen mehr als im vergangenen Jahre. 50 Millionen davon müssen durch die ordentlichen Eiiniahmm gedeckt werden; der Rest von öS Millionen kommt auf Anleihe. Die Reichspost- und Telegraphen Verwaltung rechnet mit Einnahmen im Betrage von 072'/z Millionen Mark. Davon kommen ans Porto- und Telegraphengebiihren 027 Millionen; der Rest auf sonstige Einnahmen. Die fortdauernden Ausgaben bei der Reichspost sollen 573 Millionen Mark betragen. Die einmaligen Ausgaben nahezu 17 Mill. Mark. Der Ueberfchuß der ordentlichen Einnahmen über die ordentlichen Ausgaben beträgt SS7z Millionen Mark. Gegen das Vorjahr ist fast gar kerne Steigerung zu ver- zeichnen. Im außerordentlichen Etat find für Fernsprechzwecke 43 Millionen Mark angefordert. Der Etat der R e i ch Z d r u ck e r e i sieht eine Einnahme von rund 12 Millionen und eine Ausgabe von etwas über 8 Millionen Mark vor. Der Ueberfchuß weist gegen daS Vorjahr ei» Mehr von 309 000 M. auf. Ans dem wichtigen Militäretat, dein Kolonialetat und Etat der RerchSeisenbnhneii macht daö Blatt noch leine Mitteilung. Knisersorgen. Am 10. November begann im Reichstage die Debatte über das persönliche Regiment. Zu gleicher Zeit ließ sich der Kaiser in Donau- eschingen Couplets vorsingen und durch das Kommando der Höchste» flotte in Kiel folgenden Befehl an die Schiffsmannschaften ergehen: „Seine Majestät der Kaiser haben befohlen, daß das Hurrarufen innerhalb des einzelnen Schiffes absolut gleichmäßig unter Hochnehmen der Mützen zu erfolgen habe. Beim Paradieren und Hurrarufen ist daher nach folgendem Befehl zu verfahren: Es sind Posten mit Winkflaggen auf beiden Bnickennocke», auf der Hütte, am Bug, am Heck und an sonst ge- eigneten Stellen deS Schiffes aufzustellen. Auf das Kommando:„Drei Hurras für.. werden die Flaggen hochgenommen. Gleichzeitig verläßt die rechte Hand der paradierenden Leute das G e- I ä n d e r und geht an den M ü y e u r a» d. Auf da? erste Kommando„Hurra" gehen die Winlflaggen nieder, das Hurra wird wiederholt, während die Mützen durch Strecken des rechten Armes unter einem Winkel von etwa 45 Grad kurz hochgenommen und, sobald das Hurra verklungen ist, u n t e r K r ü m m u n g d e S A r m e S k u r z v 0 r die Mitte d e S Oberkörpers genommen werden. Gleichzeitig gehen die Winkflaggen wieder hoch. Beim zweiten und dritten Hurra wird entsprechend verfahre»; nur werden die Mützen nach dem dritten Hurra nicht wieder vor die Mitte' deS Oberkörpers genommen, sondern kurz aufgesetzt, worauf die rechte Hand wieder auf lhren Platz am Geländer geht. Bei der bevorstehenden Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers zur Rekrutenvereidigung ist bereits nach diesen Be- stimmungen zu verfahren. I. V.: v. Holtzcudorff." . Jetzt ist die Einheitlichkeit und Gleichmäßigkeit des Hurrarufens, Gott sei Dank, gesichert, und dadurch das Ansehen Deutsch- lands, das durch die Vorkommnisse im Auswärtigen Amt ein wenig gelitteii hatte, im Auslände wieder hergestellt.— Vielseitigkeit. Unter den jüngeren Mitgliedern des HohenzollernhaustS zeigt sich nicht nur eine außergewöhnliche Begabung für die Wissenschaft, sondern auch för Industrie und Viehzucht. Prinz August Wilhelm hat nach vier Semestern fein Doktorexamen bestanden. Der Krön- Prinz hat einen neuen Mechanismus für Manschettenknöpfe erfunden und ein Patent darauf genommen, und jetzt teilt die Presse mit, daß sich die Kronprinzessin eingehend mit der Höhnerzucht befaßt. Wilhelm H. und seine Byzantiner. Wie empfänglich daS Gemüt Wilhelms' ll. für den HuldigungS- firlefanz ist, zeigt folgende Mitteilung: „Im Auftrage deS Kaisers bringt der Amtsvorstand von D 0 n a u e s ch i n g e n zur Kenntnis, daß der Kaiser während seines jüngste» Besuches beim Fürsten zn Fürstenberg die zahl- reichen Beweist der aufrichtigen Liebe und Treue seitens der Bewohner von Donaneschingen und Allmendshofen so- wie der Bczirlögemeinde», die bei den A u S s a h r t e n und Jagdausflügen berührt wurden, dankbar eni pfunden und entgegengenommen habe. Er freue sich inS- besondere auch über die a l l g e m e i n e B e f l a g g u n g der Ge- meinden.in welchen er auch diesmal wieder s 0 gern geweilt habe. und war angenehm berührt durch die teilnahmsvolle und würdiaernste Haltung der spalierbildenden Vereine und der B e 0 ö l k e r u n g bei der Ueberfnhrung der Leiche deS Generaladjutanten und ChefS des MilitärkabmettS Grafen von Hülfen- Haefeler vom fürstlichen Schlosse zum Bahnhofe. Bekanntlich sind über die JagdauSflüge und andere Belustigungen Wilhelms II. auch ganz ändere Aeußerungen als solche der „Liebe und Treue" laut geworden. Aber diese erregen die Auf- merlsamkeit Wilhelms U. nur in geringerem Maße. Für den so leicht zu erfreuenden Kaiser ist die Beflaggung ein ausreichender Beweis für die Gesinnungen„seines" Volkes und er beeilt sich, seinen Dank abzustatten. Man muß diese echt kaiserliche Umsicht bewundem, die verhinderte, daß Wilhelm II. iu diesen Tagen, in denen daS persönliche Regiment vor dem deutschen Volke auf der Anklagebank saß, auch solche Zufriedenheitskundgebungen nicht vergaß.—_ Nur für die Walachei geeignet. Das Debüt deS Herrn v. Kiderlen-Wächter im Reichstage hat diese Kapazität der deutschen Diplomaiie so bloßgestellt, daß man im NeichSkanzleramt beschloffen hat, ihn wieder zurück nach Bukarest zu senden, da sich dort für ihn die beste Gelegenheit zur Verwertung seines Talents bietet. Die„Voss. Ztg." meldet nämlich: Gesandter v. Kiderlen-Wächter, der den Staatssekretär v. Schorn während seines KrankheitSurlanbS vertritt, wird Ende d. M. wieder auf seinen Posten nach Bukarest zurückkehren, da, wie wir gemeldet habe», Staatssekretär v. Schorn Anfang Dezember seine Tätigkeit wieder aufnehmen wird._ Gegen einen besseren Bergarbeiterschutz_ erklärt sich die„Kreuz-Zeilung". In einem langen Artikel versucht sie nachzuweisen, daß heute bereits von den Grubenherrcn alles getan wird, um die Arbeiter vor Unheil zu bewahren. Der Schluß des Artikels lautet: „ES ist Pflicht, zur Ruhe und Mäßigkeit auch angesichts der Größe des Unheils zu mahnen, nicht zu verdammen, ehe alle Tatsachen gesprochen haben, nicht„Berbesierungen" aufzdgreifen, ehe man sich Zeit zu ihrer Prüfung nehmen konnte." Es find ja keine Junker, die in der Grube Arbeit zu verrichten haben, sondern Proletarier. Zu dcrem Schutz darf der Staat nicht zu weit gehen, um nicht etwa den Profit der Altionäre zu be- schneiden.—_ Vergebliche Liebesmüh? Was zu erwarten war, ist jetzt eingetreten. Einem New Aorker Telegramm des„Berliner Tageblatt" zufolge ver- öjfentlicht der„American" unter der Angabe Londons als Herkunftsort nähere Mitteilungen über den Inhalt des Kaiser-JnterviewS. das kürzlich im„Century Magazine" erscheinen sollte, aber im letzten Augenblick noch unterdrückt wurde. Der Korrespondent versichert, daß seine Angaben authentisch seien, ihre Zuverlässigkeit muß aber erst nachgewiesen werden. Der Verfasser des zurück- gezogenen Manuskripts William Hole hat sich beeilt, zu er- klären, daß die Veröffentlichung keine richtige Wiedergabe seiner Arbeit sei. Es wird ganz interessant sein zu erfahren, warum daS Auswärtige Amt sich so viel Mühe geben mußte, die Worte des Kaisers seinem und anderen Völkern vorzuenthalten.— Lombroso über Wilhelm U. Aus Florenz wird der„B. Z." gemeldet, daß Profeffor Lombroso. der berühmte italienische Psychiater, eine Studie über Kaiser Wilhelm vorbereite. Die Studie soll demnächst in einem italienischen Blatte zur Veröffentlichung gelangen. Protestversnmmlnng der Tabakinteressenten. Verschiedene Vereinigungen von Tabakinteressenten hielten gestern abend in den„Arminhallen" eine öffentliche Versammlung ab. Als Referenten traten Rechtsanwalt Dr. Jonas- Berlin, der SyndikllZ des Vereins der Tabakinteressenten, und der erste Vorsitzende de-Z deutschen Zigarrenhändlerbundes. O. Schulz, auf. Nach ihren Ausführungen wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt: „Die aus Eroß-Berlin versammelten Angehörigen aller Zweige der Tabcikbranche( Roh-Tabakhändler, Tabak-, Zigarren- und Zigaretten-Fabrikanten, Händler und Agenten) legen nack eingehender Prüfung des dem Reichstage unterbreiteten Gesetz- enlwurfs eiiljchiedenste Verwahrung gegen die geplante steuerliche Mehrbelastung der Tabakbranche ein. Diese Sieuer wird imzweifelbaft einen Konsumrückgang einschneidendster Art herbei- siihren. Dadurch werden die ohnehin schon meist sehr bescheidencil Erwerbsbcrhältnissc von mehr als 200 000 in der In- dustrie beschäftigten Arbeitern, ebenso die der An- gehörigen der zahlreichen Nebenindnstrien weiterhin empfindlich beeinträchiigt. Insbesondere aber werden die überwiegend dem Mittelstaude angehörenden Kleiiigewerbetreibeiiden und Händler ausschließlich zugunsten weniger kapitalkräftiger Großbetriebe geschädigt. Die Versammlung erachtet insbesondere die vorliegende Baitderolensteuervorlage für unannehmbar.— Gegen die Jnserntensteuer hat sich auch der Verein„Berliner Presse" ausgesprochen. Die Wirkung der Jnseratensteuer wird in einer zur Annahme gelangten Resolution dahin skizziert: „Die Anzcigensieuer schädigt durch ihre finanziellen Wirkungen die Presse durch Erschwerung ihrer Knlturanfgabe und ist geeignet, durch die Begünstigung der verkappten Inserate die gesiindo:, moralischen Grundlagen zu untergraben, aus denen sich die Presse in Deutschland bisher entwickelt hat." Doppelbesteuernug. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung deS Reichsgesetzes wegen Beseitigung der Doppelbesteuerung vom 13. Mai 1870 zugestimmt. Nach-dem Gesetz vom 13. Mai 1870 betreffend die Beseitigung der Doppelbesteuerung können nämlich Einkommen aus Besoldungen, Penstonen und Wartegeldern, die Beamte oder Militärpersonen ans der Kasse eines anderen Bundesstaates beziehen, von dem Bundes- staat deö Wohnsitzes nicht zur Steuer herangezogen werden. Diese Bestiminnng ist namentlich von den kleineren thüringischen Staaten alö eine Beeinträchtigung ihrer Steuerquellen empfunden, da zum Beispiel in erheblicher Zahl Beamte der preußischen Eisenbahn- verivaltung in den thüringischen Staaten ihren Wohnfitz haben, ihr Einkommen aber in Preußen versteuern. Es wird daher das Reichs- gesetz wegen Beseitigung der Doppelbesteuerung dahin abgeändert. daß die Bezüge aus der Kasse eines Bundesstaates von dem Bundes- staat zur Steuer herangezogen werden, in welchem der Empfänger seinen Wohnsitz hat._ Den» Volke must die Religion erhalten bleiben, sei es auch selbst durch wirtschaftliche Zwangsmittel. In dem größten preußischen Dorfe, Hamborn am Nieder- rhein, hat seit einiger Zeit die Freidcnkcrbewegung lebhaft eingesetzt. Die dortigen Verhältnisse begünstigen diese Belyegung und sa mehren sich die Anstrittöerkläruugen ans der Kirche in einem für die Herren Pfarrer sehr bedenllichsm Maße. Welcher Art die Eegen- agitationen sind, zeigt nachstehendes Schriftstück des evangelischen Pfarramts in Hamborn: Mitteilung vom Pfarramt Hamborn an Eheleute N. N. den 11. November 1908 Hamborn. Unter dem 1. November haben Sie Ihren Austritt ans der evangelischen Kirche angezeigt. Den Gang zum Amtsgericht können Sie sich sparen, da eine Befreiung von Kirchensteuern nicht niu dem Austritt verbunden ist. Sodann wird im Falle des Todes kein freundliches Wort am Grabe gesprochen, noch mit den Glocken gelautet. Der vollzogene Austritt wird der Gewerkschaft angezeigt. <1-. 8.) gez. Fr. Stucke. Pfarrer. Daß der Herr Pfarrer versucht, die aus der Kirche Austretenden in der Gemeinde zu halten, kann man verstehen. Die in Anwendung gebrachten Mittel aber verdienen öffenilich niedriger gehängt zu iverden. Daß mit dem AnSiritt aus der Kirchengemeinschaft eine Befreiung von den Kirchensteuern verbunden ist, ist doch eine sa� allgemein bekannte Tatsache, daß man sich wundern muß. wie ein Pfarrer das direkte Gegenteil behaupten kann, obwohl ihm erst am 7. d. M. aus ein Flngdatt, in dem dieselbe Unwahrheil behauptei war, seitens der«Niedcrrheinischen Arbeiter-Zeitung" Belchrnng zu teil geworden ist. Das Ungeheuerlichste aber ist die Apdrohnng einer Anzeige an die„Gewerkschaft", d.h. an den—- Arbeitgeber: In Hamborn liegen die ElablissenieutS und Gruben der Gewerk- schaft„Deutscher Kaiser", dessen H-niptatttonär der bekannte Millionäe und Kirchenstister Thyssen ist. Die Gewerkschaft„Deutscher Kaiser" spielt eine Rolle in dem Geheimbund deS Zechenverbandes wie auch in dem Geheimbunde des HüttenvcrbandeS am Nlederrhein. dessen Praktiken jüngst erst im Reichstage durch den Abgeordneten des Duisburger Wahlkreises. Genossen Hengsbach, eingehend klar- gelegt wurden. Diese Tatsachen genügen wohl zur Eharakterisierung der Rolle, die der Herr Pfarrer Stucke in obigem Schriftstück spielt. Zentrumsba»lcrn wider die Erbschaftssteuer. Der Rheinische Bauernverein hielt am Mittwoch in N e u ß seine Generalversammlung. Der Hanptgegciistand der Ver- Handlung war die E r b s ch a f t s st e u e r. Der�entrumsabgeordnete Dr. Becker, der als erster Redner dazu daS Wort ergriff, erllärte, daß er nicht geneigt sei, für die Ausdehnung der Nachlaßsteuer auf Kinder und Ehegatten zustimmen, sosern ihm nicht einwandfrei nachgewiesen werde, daß auf andere Weise daS Defizit im Reiche nicht gedeckt werden könne. Der zweite Redner Gutsbesitzer R i p p e l b e ck faßte seine Gedanken in einer Resolution zusammen, worin es heißt: „Die Generalversammlung deS Rheinischen BanernvereinZ lehnt die Nachlaßsteuer entschieden ab, da dieselbe geeignet ist, den Zu- sammenhalt der Familie, diesen Grund- und Eckstein der chrrst- lichen Gesellscha'tSordming. zu lockern und zu beeinträchtigen. Für den Grundbesitz ist diese Steuer in jeder Forn: völlig undiSkuta bel. da sie den elementarsten Grün»'- regeln jeder staatSerhaltenden Agrarpolitik widerspricht, indem sie den schon an und sür sich stärker besteuerten Grundbesitz mit einer neuen Gruiidrente belegt und ihn gerade dann ans das empfindlichste trifft,.wenn er sich in der schwersten Krists bc- findet." Der Vorsitzende, Freiherr v. L o ö. bemerkte zum Schluß, daß der Hauptvorsland des BauernvereinS beschloffcn habe, eine große Prote st Versammlung gegen die ErbschaftS st euer in nächster Zeit einzuberufen, zu der alle Landwirte, auch wenn sie nicht Mitglieder des BauernvereinS seien, und die Angehörigen des Mittelstandes eingeladen werden sollen. Die„Rheinische Vslksstimme" ist der Meinung, daß gegen diese „ungerechte die Landwirtschaft aufs ticsste gefährdende Steuer" ein- tniilig ein machtvoller Protest erhoben werden muß. eine Massenkundgebung wre sie daS Rheinland noch nicht gesehen habe und wie sie der rheinischen Land« »virtichaft nach ihrer Bedeutung würdig sei.— Mandatsniederlegung. Der Abg. b. Chlapowo Chlapowski( Bofen, 7. SchrimmSchroda) hat sein Reichstagsmandat niedergelegt. Der Streis ist ein rein ländlicher und ist den Polen sicher. Bei der letzten Wahl erhielten die Polen 14.668 und die Reichspartei 4187 Stimmen. Die Ursache der Mandatsniederlegung soll, wir wir hören, rein privater Natur sein und mit Differenzen innerhalb der Fraktion oder der Bartei nichts zu tun haben. Ein unerhörtes Urteil. borwärts, da wir jebt den Beweis haben, daß die Türkei infolge unferes Einschreitens und seitens noch anderer Mächte wieder be. ruhigt wurde und ihre Fragen der Entscheidung Europas unter- tonferenzen, die sich ausschließlich mit der Angliederung der breiten und dort Sympathie und Aufrichtigkeit finden wird. Die sozialen Probleme. Man schreibt uns aus Konstantinopel: Aus der Parteiorganisation in Bayern. Am Sonntag tagten in Aschaffenburg awei reis. beiden Reichstagswahlkreise Aschaffenburg AlzenauObernburg- Miltenberg und Lohr- Gemünden. Die Schankvorlage. Hammelburg Karlstadt- Marktheidenfeld an den London, 20, November. Unterhaus. Die dritte Lesung Gau Nordbayern befaßten. Die beiden Reichstagswahlkreise der Schankkonzessionsvorlage wurde heute mit 350 find bisher von Frankfurt a. M. aus agitatorisch bearbeitet worden. gegen 113 Stimmen angenommen. Bremierminister Durch die zunehmende Bedeutung der Landespolitik und der Asquith erklärte hierzu, er wolle nicht zu prophezeien versuchen, Kommunalpolitik machte sich ganz naturgemäß eine engere welches Schicksal die Vorlage im Oberhaus haben werde, er Fühlungnahme unter allen bayerischen Genossen notwendig, die fönne aber sagen, daß sie die wohlüberlegte Meinung des Unter- auch seit geraumer Zeit angebahnt und erhalten wurde. Die zwei Konferenzen sollten nun über den formellen Anschluß der westhauses darstelle.( Lauter Beifall bei den Ministeriellen.) unterfränkischen Genossen an die baherische Organisation Beschluß Cürkei. fassen. Aus den beiden Kreisen waren Delegierte zahlreich crschienen. Das Agitationskomitee in Frankfurt war durch die Genossen Diehl und Gräf vertreten, während der bayerische Landesvorstand und der Gauvorstand die Genossen Auer und Walther Das türkische Ministerium zeigt nur geringe Fähigkeiten für die delegiert hatte. In äußerst fachlicher Weise wurde der Gegenstand drängenden sozialen Aufgaben. Während die Griechen für die besprochen. Ausnahmslos fast beteiligten sich die Genossen aus Pächter im Wilajet Janina das Stimmrecht forderten, allen vertretenen Orten an der Diskussion. Die Stimmung für hielten sich die Türken, nach anfänglichem Entgegenkommen, wahr die Vereinigung mit dem Gau Nordbayern war einmütig. Dic fcheinlich durch den Einfluß des Ministers des Innern dazu ver- Erfüllung spezieller Wünsche wurde den Genossen sowohl von anlaßt, streng an dem Buchstaben des ganz reaktionären Wahl. Frankfurt als von Bayern zugesichert und die Angliederung eingesetzes, das nur den Grundbesizern Stimmrecht zuerkennt. fische Vollsfreund", wird damit auch offizielles Parteiorgan für stimmig beschlossen. Unser Würzburger Parteiblatt, der FränN die beiden Streise Hoffen wir, daß es der Zusammenfassung aller und lehnten es ab, den Griechen Konzessionen zu machen. Die Türken sind weit davon entfernt, die Bedeutung der proletarischen Kräfte, dem guten Willen und Können unserer Bodenreform in den Provinzen einzusehen, die von armenischer, Freunde gelingt, in diesem zukunftsreichen Gebiet die moderne bulgarischer und schließlich auch von den nicht übermäßig Arbeiterbewegung zu einem immer stärkeren öffentlichen Faktor sozial veranlagten Politikern befürwortet wird. Wenn das Parla- au machen. ment zusammentritt, werden deshalb heftige Rämpfe, welche Gebiet umfaßt nunmehr 22 Reichstags- und 59 Landtagswahlkreise Das von dem nordbayerischen Gauvorstand zu bearbeitende die sogenannte osmanische Einheit gefährden, nicht ausbleiben. Die mit einer Bevölkerung von 2763 771 Seelen und 32 648 Quadrats, türkischen Nationalisten fangen schon an, diese Einheit als eine tilometer Grundfläche. Assimilation der nichtmohammedanischen Elemente an die türkische Stultur zu betrachten, die mit der Einsetzung der türkischen Amtsund Staatssprache beginnen soll. Wie sie sich das denken, ist ihnen selbst dunkel; denn die türkische Kultur ist islamitisch und es hat in legter Zeit Beweise genug dafür gegeben, daß sie sich dem Geist einer neuen Zeit nicht allzuleicht nähern kann. Der starte Dottrinarismus des türkischen. Liberalismus ist zudem ein arges Hindernis für die Erkenntnis der sozialen Aufgaben. Ein fast unglaubliches Urteil fällte am Mittwoch das Kriegsgericht der 1. bayrischen Division in München. Der wegen unerlaubter Entfernung u. a. schon oft vorbestrafte Infanterist der 6. Kompagnie des 1. Infanterieregiment Heinrich Marichall zog sich im Mai dieses Jahres wegen eines Vergehens eine mehrtägige Freiheitsstrafe zu. Marschall, ein auf seinen Geisteszustand schon beobachteter und minderwertig befundener Soldat, glaubte sich nun ungerecht bestraft und faßte den Entschluß, sich von seinem Regiment zu entfernen. Durch fortgesette Sticheleien seitens einiger Borgefester gereizt, führte er seinen Entschluß am 15. Mai d. 3. aus. Er erbrach erst einen einem Kameraden gehörigen Koffer, entnahm diesem einen Zivilanzug und eine Geldbörse mit 1,50 ct. Inhalt, dann sprengte er noch den im Mannschaftszimmer befindlichen Schrank und entwendete daraus ein Paar Stiefel, Soden, eine Uhr mit sette und ein Portemonnaie mit 7,50 Mr. Inhalt. Damit begab sich Marschall auf die Flucht. Das Geld ging aber bald aus und er war gezwungen wieder zu stehlen, wobei er aber erwischt wurde. Er gab einen falschen. Namen an und konnte auch einen auf diesen Namen lautenden Paß aufweisen, worauf er unter diesem Namen wegen des Diebstahls abgeurteilt wurde. Nach Verbüßung dieser Strafe tam Marschall nach Schweinfurt, wo er als fahnenfluchtverdächtig aufgegriffen wurde und sich dann auch zu erkennen gab. In das Untersuchungsgefängnis nach München gebracht, verfiel er in einen Affettzustand und zerriß seine ganze Kleidung und versuchte alles in Stücke zu schlagen. In der Berhandlung hatte er sich nun wegen Fahnenflucht und dreier Bergehen des Diebstahls zu verantworten. Der Angeklagte erzählte den Vorgang der Dinge als gang selbstverständlich. Ich wollte für immer fort, erklärte er, und dazu brauchte ich Geld und einen Anzug." Sein ganzes Benehmen mußte schon auf den Laien den Eindruck ausüben, daß man es mit einem geistestranten Menschen zu tun hatte. Der Sachverständige, der den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersucht hatte, erklärte ihn als eine psychopathische Persönlichkeit, die erblich belastet ist. Der Vater des Marschall war ein starker Trinker und endete durch Selbstmord. Der Angeflagte hat früher eine schwere Stopfverlegung erhalten und davon eine schivere Gehirnerschütterung zurüdbehalten. Der Sachverstän dige faßte sein Gutachten dann dahin zusammen: Marschall ist ein hilfloser und willensschwacher Mann, der für seine Straftat teinerlei Einsicht hat und Belehrungen unzugänglich ist. Trotzdem glaubte der Sachverständige, daß Marschall bei Ausübung der ihm gur Last gelegten Vergehen in vollem Bewußtsein gehandelt habe und er daher nur eine mildere Beurteilung verdiene.(!) Wie es um den Geisteszustand des Angeklagten bestellt war, zeigte sich aber nur zu bald. Der Bertreter der Anklage beantragte, gestübt auf das Gutachten des Sachverständigen eine Gesamtstrafe von 2½ Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust.(!!) Kaum hatte Marschall das Wort Zuchthaus" vernommen, als er wie ein Wahnsinniger von der Anklagebant aufsprang, sich wie toll geberdete und ausrief, er nehme eine solche Strafe nicht an. Erst nach langem Einreden und Erklären, daß dies ja nur der Antrag des Teheran, 19. November. Heute hat in Bageschah wiederum eine Antlagevertreters fei, gelang es, Marschall einigermaßen zu be antitonstitutionelle Rundgebung stattgefunden, und Das Schöffengericht erkannte heute auf Freisprechung, ruhigen. Wer den. Borfall mit beobachtete, konnte keinen Augen- war feitens eines Teiles der kaufmännischen Bevölkerung der Haupt- da zwar die beiden Ausbrüde an sich beleidigend seien, es aber blid mehr im Zweifel sein, daß der Angeklagte für das was er stadt, die vom Schah nach dort geladen war. Der Schah war trob entgegengesetter Gerichtserkenntnis nicht angängig sei, bas tat, nie und nimmer verantwortlich gemacht werden konnte. Er selbst anwesend, machte aber keine Andeutungen über das, was er ein einzelnes Mitglied sich beleidigt fühlen könne, wenn der Verein wurde auch bereits wegen geistiger Minderwertigkeit als dien beabsichtige. Allgemein herrscht die Ansicht, daß er durch solche als Ganzes beschimpft werde. unbrauchbar entlassen. Und troballedem verurteilte das Gericht Demonstrationen in seiner Abneigung gegen die Gewährung der ben Angeklagten zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis, Ber- Konstitution bestärkt werde, zumal er glaube, daß er die feßung in die zweite Klaffe des Soldatenstandes, Entfernung aus Geistlichkeit hinter sich habe. dem Heere und zu 4 Jahren Ehrberluft. Gegen Ins Gefängnis gebracht, berfiel Marschall wieder in einen Affettzustand und mußte ins Lazarett geschafft werden. das Urteil wurde vom Verteidiger Berufung eingelegt. Die Balkankrise. Die Rüstungen. Wien, 20. November. Wie die Zeit" meldet, ermächtigt eine taiserliche Entschließung die Kriegsverwaltung zur Einberufung der ersten Reserve und der drei jüngsten Ersaßreservejahrgänge. Fortdauer der Rüstungen. Ronftantinopel, 19. November. Bisher bestätigt sich der Beginn der gemeldeten Demobilisierung der Rebifs nicht. Die Garnisonen von Plevlje und Prijepolje sind um zwei Bataillone verstärkt worden; somit befinden sich jetzt im Sandschat Blevlje außer den Truppen des Grenzkorps vier Bataillone. Hungersnot. ist in den Bezirken Erzindjan, Mufch, Safumm, Wan, Sivas, Malatia, Konftantinopel, 19. November. Dem Blatte dam" zufolge Erzerum und Marasch Hungersnot ausgebrochen. Perfien. Um die Konstitution. Indien. ( ID enodal aerdeled Neue Grenzfkämpfe. Allahabad, 19. November. 600 Mohmands überfielen gestern nacht Schabfadr. Von Peschawar ist eine Abteilung von 200 Mann abgegangen, um den Stampf mit ihnen aufzunehmen. Aus der Partei. Parteiliteratur. Wien, 20. November. Nach Meldungen aus Serajewo sind dort trotz der serbischen Ableugnungen serbische Soeben erschien im Verlag der Wolfsbuchhandlung reguläre Truppen an die serbisch- bosnische Grenze von Albin Langer in Chemnis eine neue Auflage der weiter vorgeschoben worden; ebenso stehe bei Bojana an Wilhelm Liebknechtschen Broschüre: Was die Sozial. der Drina eine zirka 600 bis 800 Mann starte Bande, welche demokraten sind und was sie wollen!" Die Broschüre erschien zumit Repetiergewehren, Dynamitbomben und großen Mengen Dynamit ausgerüstet seien. Ein Ministerrat. Wien, 20. November. Morgen findet hier ein wichtiger Minister rat statt, welcher sich mit der Lage auf dem Balkan, insbesondere mit dem weiteren Verhalten gegenüber Serbien befassen wird. frankreich. erst Mitte der 70er Jahre, wurde im Jahre 1894 von Liebknecht auf Grund des Erfurter Programms erläutert und ergänzt und ihr im zweiten Teil das Eisenacher Programm hinzugefügt. Dieses Werkchen, abgefaßt in der Liebknecht eigenen überzeugenden Sprache, ist ein wirksames Agitationsmittel. Der Ladenpreis beträgt 25 Pf. pro Exemplar, bei Bartiebezug ist die Schrift entsprechend billiger. Gemeindewahlen. Der National" reichtum. Zu dem Ausgang der Gemeindewahlen in Grimmitschau schreibt Paris, 20. November. Nach einem vom Gebührenamt ver- bas Sächsische Boltsblatt"( 8midau): öffentlichten Bericht belief sich der Gesamtbetrag der Erb- machertum bei den Stadtverordnetenwahlen in der ersten WählerGine fürchterliche Niederlage hat das Crimmitschauer Scharffchaften in Frankreich im Jahre 1907 auf 5 461 000 000 r. abteilung erlitten. Unsere Parteigenossen hatten drei Mandate zu darunter 534 über eine Million Fr. betragende Erbschaften. Der berteidigen. Diesmal rechneten nun die hiesigen Reichsver" Eclair" schäßt auf Grund des Wertes der jährlichen Erbschaften das Gesamtvermögen Frankreichs auf 200 Milliarden. würdigen. England. wandt werden konnten. Eine Kolonialbebatte gab es am Mittwoch im Generalrat ( Vorstand) der belgischen Sozialdemokratie. Sie enta spann sich ob der Frage, ob die Partei einen Delegierten in den von der belgischen Regierung eingefeßten Kolonialrat entfenden solle. Dabei wurde auch die von der Haltung der Partei abvelde erklärte, daß er seine persönliche Ueberzeugung nicht verweichende Stellung Vanderveldes in dieser Frage berührt. Vanderleugnen fönne, er fönne höchstens seine Mandate niederlegen. Gegen dieses Angebot protestierten verschiedene Redner. Ueber Frage, ob man einem Mitgliede der Partei gestatten könne, sich von der Regierung zum Mitglied der Kolonialfommission ernennen zu lassen, gingen die Meinungen auseinander. Schließlich wurde der Beschluß gefaßt, zum Dezember einen außerordentlichen Barteifongreß einzuberufen, dem die Frage vorgelegt werden soll, wie sich die Partei in der Angelegenheit der Konaokolonie zu berhalten habe. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. dic Michaelis vom Reichsverband hatte den Genossen Redakteur Abgeblister Reichsverbändler. Der Hallenfer Generalsekretär Thiele verklagt, weil dieser im„ Volksblatt" die Gründung der Reichsverbandsfiliale in Halle als„ Gründung einer politischen Düngergrube" bezeichnet und vom Reichs lügenberband" gesprochen hatte. Liebe der Gegner. Die geringste Bemerkung, die einiger Die Muthanfer Bolkszeitung" erfreut sich der besonderen maßen geeignet scheint, das Strafgesetzbuch in Funktion treten zu lassen, wird von den Beleidigten" ausgenußt, um den§ 185 spielen zu lassen. Stand am Sonnabend der Genosse Metz vor Gericht, so hatten sich soeben der frühere verantwortliche Redakteur der„ Volkszeitung" Widy und der Gewerkschaftsbeamte Gsell zu berantworten. Der Landesausschußabgeordnete Bian war Kläger. Vor dem Schöffengericht hatte man die Beiden zu drei bezw. zehn Tagen Gefängnis verurteilt! Die Etraftammer ermäßigte die Strafe auf 100 beziv. 50 Mart. Gin Rattenkönig von Prozessen steht unserm Elsässer Parteiblatt noch bevor. Aus Induftrie und Dandel. Großhandels- und Detailpreise. preife im Kleinverkehr den Preisermäßigungen im Großhandel mög Die Konsumenten verlangen mit vollem Recht, daß die Warens lichst schnell und ausgiebig folgen. Daß tatsächlich ein Mig verhältnis zwischen der Preisbewegung im Großhandel und der im Kleinhandel besteht, das ist leicht nachzuweisen. Nach den Berechnungen in den Wirtschaftsstatistischen Monatsberichten" stellte fich der Warenpreisinber für den Großhandel feit Mai, in welchem Monat zum ersten Male eine Ermäßigung gegenüber dem Vorjahre eingetreten ist, wie folgt: Mai Juni. Juli Auguft September. 1907 5985,87 1908 5965,13 6087,78 5928,23 6189,29 5978,63 6178,63 5864,46 6213,01 5789,56 Im laufenden Jahre hat seit Mai jeber Monat eine weitere Berbilligung gebracht, und zwar nicht etwa nur für alle warengattungen, fondern auch für die Nahrungs- und Genußmittel. Auf biefe entfallen in dem angezogenen Warenpreis für September 1907 4505,99 Punkte, für September dieses Jahres 4274,83. Das ist eine Ermäßigung von 231,66 Punkten oder beinahe von 5 Proz. Sucht man dagegen nun die Preisbewegung im Detailverkehr, soweit Nahrungs- und Genußmittel in Betracht kommen, festzustellen, so macht man die Wahrnehmung, daß teilweise erst seit furzem, teil weise aber überhaupt noch nicht eine Verbilligung gegenüber dem Vorjahre eingetreten ist. Die wöchentlichen Kosten für die Ernährung, berechnet auf Grund von Detailpreifen, ergeben bei einem Blick auf sieben Städte Deutschlands nur für vier einen im September 1908 niedrigeren Betrag als 1907. Rachstehend folgen die Beträge, die den wöchentlichen Kostenaufwand einer vierköpfigen 1907 1908 mehr oder weniger 22,42 23,11 bandsscharfmacher mit aller Bestimmtheit darauf, mittels ihrer nationalen Arbeitswilligen- Garde die bestgehaßten Männer unter den Sozialisten im Crimmitschauer Stadtparlament, die Genoffen Emil Fiedler und Edmund Meisel zu beseitigen und Glemente an Die auswärtige Politik. ihre Stelle zu sehen, die wie Wachs in den Händen des reattionären London, 19. November. Der Minister des Auswärtigen, Sir Crimmitschauer Unternehmertums beliebig in dessem Interesse berEdward Grey hielt in Scarborough eine Rede, in der er zunächst herborhob, daß in den letzten deutschen Reichstagsdebatten Doch der Liebe Müh" war umsonst! Obgleich die Gegner alle Redner aller Parteien die freundschaftlichen Gefühle für England Minen springen ließen, wahre Kübel von schmachvoller Berleumhervorgerufen hätten. Man möge diefe Tatsache auch in England Dungen und Beschimpfungen über unsere waderen Genossen aus Dann sprach Grey über die Rage auf dem gossen, ihre verdienstvolle Arbeit in der Stadtvertretung auf die Balfan, ohne aber viel Neues zu sagen. Er führte aus, daß schnödeste Weise anpöbelten: Nußloses Beginnen! Die Würfel Oesterreich und Bulgarien zu einer Zeit vorgingen, als waren schon vorher gefallen. Die Crimmitschauer Arbeiterschaft die Angelegenheiten auf dem Baltan und im nahen Osten hat in den schweren Tagen nach dem heldenmütigen Kampfe im hoffnungsvoller schienen als je zuvor in den letzten Jahre 1903/04 erfahren, wer einzig treu zur Seite ihr gestanden, Familie im September anzeigen: dreißig Jahren. Es sei nicht zu vermuten, daß ihr Vorgehen ein wer ihre Interessen tühn und mit rücksichtsloser Energie vertrat, borfäßliches gewesen sei, aber es habe ein anschauliches Beispiel wenn auch alles zu verzagen fchien! Gestern hat die Crimmitschauer Arbeiterschaft eine Ehrenschuld geliefert, wie überaus empfindlich einige Gebiete der auswärtigen abgetragen auf eine Weise, für die ihr der Dant der Gesamtpartei Politit find. Es bestehe die Hoffnung, eine Konferenz werde die Folgen jenes Vorgehens friedlich regeln. Man sage, nichts werde geschehen. Es sei sehr wahrscheinlich, daß man Bei den weiteren Wahlen zu Gemeinderäten in Steuß i. 2. damit die Wahrheit spreche. Aber den Beweis hierfür könne erst ein gewiffer Beitablauf erbringen. Man fönne eine Konferenz fiegten unsere Kandidatenliften in den ländlichen Orten Franfen nicht zwingen, ein befriedigendes Ergebnis zu liefern. Gine Ston- thal und Dürrenabersdorf, wo bon je vier Kandidaten Nur für Dresden und Berlin ist die Septemberermäßigung ausferenz Fönne ein großes Beruhigungsmittel fein, allerdings je zwei Bauerngutsbesitzer gemäß der Reußischen Ge- reichend, für die anderen Bläge bleibt sie weit hinter der Verbiligung aber auch sehr aufreizend wirken. Falls sie über Be- meindeordnung gewählt werden mußten. In dem Vororte im Großhandel zurück. Nun wird man vielleicht e... venden, daß die dingungen zusammentritt, die eine oder mehrere Mächte nötigen, Pforten siegten unsere fieben Kandidaten mit 247 bis 217 Bahl der Städte zu gering ist, um das Bild zu verallgemeinern. Es frei und offen Rein" au sagen, dann wird die Konferenz statt Stimmen, die Gegner erhielten 208 bis 187. Hier haben wir die foll aber hier auch gar nicht verallgemeinert werden. Es genügt einer Beilegung der Schwierigkeiten die age schlimmer ge- Mehrheit im Gemeinderat. Dagegen haben wir in der Stadt schon festzustellen, daß es überhaupt läge gibt, in welchen die ftalten, als sie vorher gewesen. Wir werden das Ausgleich- Gera ein Wandat verloren. Hier erhielten unsere Kane entsprechend gefolgt find. Wenn wir nun noch dazu nehmen, daß Detailpreise der Bewegung der Großhandelspreise nicht oder nicht wert fortseßen, sagte der Minister, und ich spreche daher nicht, um zu fritisieren, wenn ich erkläre, daß die Dinge ohne Zweifel nur didaten 2523 bis 2004 Stimmen, die der Vereinigten bürgerlichen ber Oftober, statt bie Ermäßigung fortzufeßen, in allgemeinen langsam fortgeschritten sind. Anfangs war es wünschenswert, Zeit Parteien 3007 bis 2771, Unsere Stimmenzahl ist um durchschnitt- wieder eine Breissteigerung im Detailverkehr gebracht hat, so ist es zu gewinnen, jetzt aber ist es von Wichtigkeit, die Zeit nicht au lich 126 gestiegen, die der Gegner im Vergleich zur vorigen Wahl an der Zeit, auf diese überaus nachteilige Gestaltung der Detailberschwenden. In der verflossenen Woche ging es etwas gleichgeblieben breise aufmerksam zu machen gebührt." Danzig Berlin 9 O . 22,81 21,67 +-0,67 1,14 Dresden Chemnitz Leipzig Stuttgart München 23.56 22,82 1,24 24,86 23,58 0,83 • 23,82 23,03 0,29 22,42 22,56 22,89 28,08 +0,14 +0,19 _ ArbeiitrenNassunge«. ■ Wie dl«„Westfäl. VolkSztg." von zuverlässiger Seite erfährt, ist«ruf dem Bochumer Verein ein Hochofen ausgeblasen worden wegen Mangel an Aufträgen. Es ist 600 Arbeitern gekündigt worden; weitere Kündigungen stehen bevor, welche Geschäftslage sich sobald nicht heben wird. Se�erklcbaMicbey. Gegen die Tarifverträge tvandte sich gestern die in Berlin tagende 10. Hauptversammlung der Schiffbautechnischen Gesellschaft. Generalselretär Dr. Höchst etter hielt dort einen Vortrag über: Lohntarifvcrträge im Schiffbau Er betont, daß für die mehr handwerksmäßig betriebenen Gewerbe die Tarifverträge manche Vorteile hätten. Bei der Groß- industrie aber, namentlich bei dem mit der ausländischen Kon furrenz im schweren Kampfe stehenden Schiffbau, seien Tariß Verträge nicht geeignet. Die Löhne, welche von deutschen Werften bezahlt werden, seien in erster Linie von der Weltmarktkonjunktur abhängig. Auch die weitgehende Spezialisierung und der häufige Wechsel der im modernen Schiffbau an gewandten Arbeitsweisen und Arbeitsmittel würden jeden Versuch einer tariflichen Regelung sehr bald ver- citeln. Zu diesen beiden Hauptgründen komme noch die Erfahrung niit den auf den englischen Werften abgeschlossenen Lohntarifen. Redner kommt zu folgendem Schluß: Tarifverträge, so segensreich sie für manche Gewerbe gewirkt haben, schwächen die Konkurrenz� kraft der deutschen Schiffbauindustrie auf dem Weltmarkt und sind daher für diese Industrie unbedingt zu verwerfen. An den Vortrag knüpft sich eine längere Diskussion. Zunächst stellte Wirklicher Geheimer Admiralitätsrat Harms vom Reichs- marineamt einen Satz im Vortrage des Referenten richtig. Der Referent habe ausgeführt, der Reichstag habe in der Sitzung vom 1. Februar d. I. bei der Beratung deS Marine-Etats der von der Budgetkommission vorgeschlagenen Resolution für die Einführung von Tarifverträgen zugestimmt, ohne daß ein Widerspruch der Re- gierung erfolgt sei. Das sei in dieser Form nicht zutreffend Nach Annahme dieser Resolution habe die Reichsregierung Er- Hebungen eingeleitet, die noch im Gange seien. Sobald diese ab- geschloffen sein werden, werde die Regierung eine Antwort erteilen können Rechtsanwalt Dr. V i e l h a b e n(Hamburg) verweist auf die Beratungen des Juristentages zur Frage der gesetzlichen Regelung der Tarifverträge. Die Regelung dieser Frage stehe wohl näher vor der Tür als mancher denke. Da sei es ein Gebot der Vorsicht. sich beizeiten einzurichten. Er empfahl daher, daß der Verein eine Erhebung über die Lohnverhältnisse in sämtlichen deutschen Schiff- bauanstalten in die Wege leite. Eine solche Erhebung werde ohnehin kommen, und da sei es besser, wenn man sie selbst ver- anstaltct. als daß sie später von außen aufgedrängt werde. Geheimer Marincbaurat W i e s i n g e r(Hamburg) schließt sich dem Vorschlage des Vorredners an, spricht jedoch gleichzeitig den Wunsch aus, die Behörden mögen gegenüber der Forderung der Budgetkommission ein steifes Rückgrat zeigen.(Lebhafte Zustimmung.) Lberingenieur Rosenberger ist gegen den Vorschlag Viel- haben. Er glaubt, daß man diese Erhebungen dem Verein Deutscher Schiffswerften überlassen müßte. In seinem Schlußwort betonte der Referent, daß die Ar- beiter der Schiffbauindustrie sich unter dem jetzigen Akkordsystem sehr wohl fühlten. » Hoffen wir, daß die Schiffbautechnische Gesellschaft in technischen Dingen des Schiffbaues mit mehr Sachkunde Stellung genommen hat als in der Tariffrage. Wenn Herr Dr. H o ch st e t t e r in seinem Schlußwort konstatierte, daß sich die Arbeiter der Schiffbau- industrie unter dem jetzigen Akkordsystem sehr wohl fühlten, so steht das im Widerspruch mit seinem Referat, in dem er den häufigen Wechsel der Arbeitsmethoden und Arbeitsmittel betont. Gerade dieser ist beim Akkordsystem eine ständige Ursache der Kon- flikte und muß es unmöglich machen, daß die Arbeiter sich ohne eine gewisse Lohngarantie wohl fühlen. Daß Tarifverträge die Konkurrenzkraft irgendeiner Industrie schwächen, ist Unsinn. Gerade im Schiffbau erschließt man sich den Weltmarkt nicht durch Schmutzkonkurrenz, sondern durch hervorragende Leistungen. Dazu aber gehören qualifizierte Arbeiter, Leute, die man nur durch gute Löhne festhält. Die geplanten Erhebungen über die Lohnverhält- nisse werden zweifellos ergeben, daß gerade die leistungsunfähigsten Unternehmungen auch an unzulänglichsten Arbeitslöhnen kranken und daß umgekehrt niedrige Löhne schon im Jnlande keine Kon- kurrcnzfähigkeit bedingem Und auf dem Weltmarkt sind— ab- gesehen vom Kleinschiffbau, der dabei nicht den Ausschlag gibt— es gerade die Länder mit hohen Löhnen, die als Produzenten im Schiffbau in Betracht kommen. Wir leiden wahrlich nicht an Ueberschätzung der Tarif- Verträge. Aber dem ewigen Kleinkrieg um minimale Differenzen ist doch ein stetiges Verhältnis vorzuziehen. Und gerade im Interesse der Industrie, auch der Schiffbauindustrie, liegt ein solches Verhältnis. Wer dagegen wettert, tut dies lediglich als un- verbesserlicher Scharsmacher oder als Bahnbrecher der— Schmutz- konkurrenzl Berlin und CItngegend- Die Tariffragt im Malergcwcrbe. Die Filiale Berlin des Verbandes der Maler. Lackierer, An- streicher uiw hielt am Donnerstag im großen Saale des Gewerkschafts- Hauses eine Mitgliederversammlung ab. in der zunächst die Kandidaten zur Berbandsgeneralversammlung aufgestellt wurden, die Anfang März in Köln stallfindet. Es wurden 21 Kandidaten aufgestellt, unter ihnen ein besonderer Vertreter der Lackierer. Die Filiale hat 7 Delegierte zu wählen Die Wahlen finden am 10. Dezember statt. Als zweiter Punkt stand«Die Gestaltung des nächsten Tarifvertrages' auf der Tagesordnung. Der Referent I a c o b e i t bemerkte einleitend, daß diese Angelegenheil die wichtigste sein werde, mit der die bevorstehende Verbands- generalversammlung sich zu befassen hat. und schilderte ferner den Stand der Tarifvertragsfrage im Malergewerbe. Im vorigen Jahre ist für dieses Gewerbe ein all- gemeiner Arbeitgeberverband gegründet worden, der nicht nur bereit ist, Tarifverträge mit dem Gehilfenverband abzuschließen, sondern es sich auch zum Ziele gesetzt hat. daß im. ganzen Reiche nur unter Tarifverträgen und unter einem allgemeinen ReichSlaris gearbeitet wird. Einen großen Fortschritt zu diesem Ziele stellt der im lausenden Jahre verembarte Tarifvertrag für Süddeutschland dar. Bei seinem Abschluß haben die Arbeitgeber bereits einen Normal- taris aufgestellt, den sie über das ganze Reich eingeführt wissen wollen. Fast alle jetzt im Malergewerbe bestehenden Tarifverträge. darunter auch der verlängerte Berliner, laufen am 31. Dezember lSVS ab und die Verhandlungen über das neue Verkagsberhälinis sollen darum schon im Juli nächsten Jahres beginnen. Die Arbeitgeber wollen den Reichstarif selbstverständlich deswegen, weil sie glauben, daß sie damit den Arbeitnehmern gegenüber eine größere Macht ausüben können, wenn das VertragSverhältnis über ganz Deutsch- tand mit einem Tage abläuft. Der Redner meinte jedoch, daß der Reichstarif den Vorteil bringen werde, daß die Lohn- und Arbeits- verhälmisse tariflich geregelt würden an Orten, wo es bis jetzt nicht möglich war. Im übrigen werde es von denselben Bedingungen wie bisher, von der jeweiligen Konjunktur und der Macht und Stärke der Organisation abhängen, ob die Arbeitnehmer bei der Tarif- bewegung mehr oder minder gut abschneiden. Hauptsächlich komme eZ auf den Inhalt deS zu schaffenden Reickstarifes an, und hiermit werde die Verbandsgeneraloersammlung sich vor allem zu befassen baben. In dem Vertragsmuster der Arbeitgeber sei es haupisächlich die Leislungsklauscl, die man sich genau ansehen müsse; gegen die übrigen Bestimmungen sei im allgemeinen nichts einzuwenden. Die Lohnsätze selbst sollen von den einzelnen Orlen geregelt werden, der Normal- tarif, wie ihn die Arbeitgeber vorschlagen, bestimmt jedoch, daß, wenn ein noch festzusetzendes Maß von Arbeit nicht geleistet wird, ein Abzug bis zu 10 Proz. vom Minimallohn, und wenn über das Maß Arbeit geleistet wird, andererseits auch eine Lohnerhöhung zulässig ist. Der Reoner hob mit Recht hervor, daß ein solcher Tarif einem Akkordtarif gleichkommt, und wies dieS auch an dem für Leipzig be- stehenden Tarifvertrag nach, der eine solcheLeistungsllauiel bereits enthält, meinte jedoch, daß, da daS Verbot der Akkordarbeit sich nur an wenigen Orlen als durchführbar erwiesen habe, man prüfen müsse, ob nicht eine solche Regelung doch zweckmäßiger sei. Schon mit Rücksicht auf ihre Preispolitik könnten die Arbeitgeher nicht für eine allzu hohe Festsetzung der Leistungsklausel sein. Die Diskussion über den Vortrag wurde der vorgeschrittenen Zeit wegen vertagt auf eine Mitgliederversammlung, die noch vor dem 10. Dezember statlsinden soll. Sie wird jedenfalls sehr lebhaft werden, denn es sind schon viele Redner vorgemerkt. Achtung, Klewpucrl Die Finna Pantermüller, Char- lottenburg, Friedrich-Karl- Platz 9, ist gesperrt. Deutscher Metallarbeuerverband, Ortsverwaltung Berlin. Deutfchco Reick). Zun» Streik der Kupferschmiede in Scnsteuberg. Der Streik der Kupferschmiede, der bereits lö Wochen andauert, hat sich bedeutend verschärft, nachdem sich die Meister hinter das hiesige Grubenkapital verstecken. Die von dem Vorstände des Verbandes migebahnlen erneuten Verhandlungen wurden von de» Meistern brüsk zurückgcwlesen. Auch der Verbandlungsversuch der Streikenden selbst wurde kurz abgelehnt. Trotz alledem sind die Streikenden nicht mullos geworden, es haben sich auch noch leine Streikbrecher gefunden. Notwendig ist nur, daß die Kollegen anderer Orte auch fernerhin an die finanzielle Unter- stützung Venken und ihre SoUdarirät beweisen, dann wird es auch möglich sein, den Lohukampf im Interesse aller Kollegen durchzn- fechten und sollte er noch so lange dauern. Der Kampf der Strumpfwirker im Erzgebirge hat nunmehr mit einer zirka lbprozentigen Lohnreduktion seinen Abschluß ge- ftinden. Damit hat ein Kampf sein Ende erreicht, welcher nahezu ein volles Jahr— seit Weihnachten 1907— die Bewohner des ge- samten Erzgebirges in Aufregung versetzte. Der Kampf begann mit einem Streik in Gornsdorf und dehnte sich durch Aussperrung maßnahmen der Unternehmer auf die übrigen Orte der Strumpf- worenbranche aus. Beabsichtigt war von den Unternehmern� eine größere Lohnreduktion über das ganze Wirkergebiet. Der Streik und die Aussperrung wurden vor drei Monaten durch VerHand- lungen der Arbeiter mit den Unternehmern aufgehoben. In den Bedingungen, unter welchen der Streik aufgehoben wurde, war u. a. bestimmt, daß nach Ablauf eines Vierteljahres die Leitung der Unternehmer prüfen würde, ob die Weiterzahlung der alten Löhne noch möglich sei. Auf Grund dieser Bestimmung haben die Unternehmer vor 1-1 Tagen in allen Verbandsbetrieben oben- genannte Lohwreduktion angekündigt und ist dieselbe nunmehr in Kraft getreten. Die Unternehmer wußten, welchen montcntan un- bezwingbaren BunoeSgenosien sie in der furchtbaren WirtschaftS- krifis haben. Die KrisiS wütet dort noch immer so stark wie vor drei Monaten. Mehr als 1000 Wirker liegen auch jetzt noch auf der Straße. Ein weiterer Widerstand der Arbeiter war deshalb zunächst aussichtslos. Tie Unternehmer haben somit, wenn auch neun Monate später und nicht in dem geplanten Umfange, ihr Ziel erreicht. Der Krifis muß aber wieder ein besserer Geschäfts- gang folgen und dann werden die Arbeiter ein Wörtchen mit zu reden wissen. Das begreifen die Unternehmer. Deshalb versuchen äe die Organisation dort zu vernichten. Sic verlangen, entgegen )en vor drei Monaten ausdrücklich festgesetzten AbschlußbedinAmgcn von den Arbeitern eine Erklärung, wonach sie dem Verband nicht mehr angehören. Wer diese Erklärung nicht gibt, wird nicht ein- gestellt. Auch ein Beweis, wie Unternehmer eingegangene Ver- träge respektieren. Selbstverständlich wird das gewünschte Ziel im Wirkergebiet ebensowenig erreicht werden, wie anderwärts. ' an die Eisenbahltbchörden, durch Vertretung der Arbeiterausschüsse bei allen berechtigten Wünschen und Beschwerden möglichst günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen". Dabei wurde auch ausgesprochen, daß der Verband die ArbeiterauSscküsse zu über- wachen habe, damit diese die Interessen ihrer Mitarbeiter auch wirklich wahrnehmen. Diese Fassung rief wiederum den Wider- spruch der Generaldirektion hervor, die erklärte, daß sie keiner Privatvereinigung des Personals die Inanspruchnahme und Bc° einflussung der von ihr geschaffenen Arbeiterausschüsse gestatten könne. Gesamtvorstand und Ausschuß nahmen demgegenüber eine Resolution an, in der sie erklärten, daß die Statuten unter gc- nauer Beobachtung des§ 152 der G.-O. abgeändert seien und der Verband nicht in der Lage sei, sie nochmals abzuändern. Am letzten Tage des Jahres 1899 trat in Regensburg der erste ordent- liehe Verbandstag zusammen, auf dem schon 2150 Mitglieder in 35 Verwaltungsstellen konstatiert wurden. Der Sitz des Ver- bandes wurde nach Nürnberg verlegt, die Redaktion des Fach- blattes dem zweiten Redakteur der„Metallarbeiter-Zeitung". Ge» Nossen Rudolph, übertragen. Inzwischen hatte das bayerische Beispiel in Württemberg Nachahmung gefunden, wo eine ähnliche Organisation entstanden war. Beide Verbände traten dadurch in ein näheres Verhältnis, als sie sich ein gemeinsames Organ schufen durch Umwandlung deS bayerischen Fachblattes„Verbandszeitung bayerischer Eisenbahn- werkstättcnarbeitcr" in die„Süddeutsche Eisenbabnarbciterzcitung". Im August 1902 wurde auch in Baden ein Eisenbahnarbeiter» verband gegründet. Bald tauchte der Gedanke der Verschmelzung dieser drei Verbände auf, er wurde auch auf deren Verbandstagen rege besprochen, stieß aber zunächst noch auf Widerspruch, doch schon im Oktober 1903 wurde auf einer Konferenz zu Karlsruhe die völlige Verschmelzung für den 1. Januar 1904 beschlossen. Die Vereinigung hätte bereits im Dezember 1902 erfolgen können, wenn sie nicht im letzten Augenblick von dem damaligen Eisenbohnministcr v. Crailsheim nicht vereitelt worden wäre. Er gewäbrte den Tele» gierten zu der anberaumten Konferenz keinen Urlaub und drohte ihnen mit Entlassung. Sein Staatsrat Bals unterhandelte sogar mit den Arbeitern, daß sie sich dieser Vereinigung nicht anschließen sollten, man wolle ihnen Geldvorschüsse zur Gründung von Unter- stützungskassen zur Verfügung stellen. Als das nicht zog. wurden mehrere Arbeiter gemaßrcgclt. Die Organisation führt seit der Verschmelzung den Titel„Süd- deutscher Eisenbahnarbeitervcrband". Die Zahl der Mitglieder, die damals 5400 betrug, war Ende 1907 auf 12 332 gestiegen und hat seitdem wieder erheblich zugenommen, da der Verband immer entschiedener auftrat und schon viele Verbesserungen durchgesetzt hat, während das Konkurrenzunternehmen, der ultramontane bayerische Eisenbahnerverband, die Interessen der Eisenbahner nur sehr lax handhabt. Der Süddeutsche Eisenbahnarbeiterverbcmd wird zu seinem 10jährigen Jubiläum eine Festschrist herausgeben, an deren Schluß er bemerkt:..Es wäre kein schönerer Erfolg unserer Tätig- keit, als wenn wir bald wiederum unseren Namen ändern könnten und uns schlechtweg deutscher Eisenbahnerverband zu nennen ein begründetes Recht hätten." DaS Jubiläum einer Staatsarheiterorganifatia«. In der in Deutschland wohl einzig dastehenden Lage, daß eine Organisation von Staatsarbeitern ein Jubiläum begeben kann, befindet sich der Verband süddeutscher Eisenbahner, citz Nürnberg, der in diesen Tagen die Feier seines 10jährigen Be» tehens begeht. Die Anregung zur Gründung dieser Organisation ging von dem bei der Betriebswerkstätte in Schweinfurt beschäf- tigten Monteur Genossen Heinrich Winkler aus, der sich angesichis der vielen Mißstände bei den Verkehrsanstalten entschloß, zunächst einen Versuch mit dem Zusamenenschluß der Werkstättenarbeiter zu machen, und im August 1893 einen Aufruf an alle gelernten Arbeiter in den Bahnbetrieben richtete, einen Verein zu bilden. Bei der Aufstellung des Programms mußte vorläufig noch vor- ichtig vorgegangen werden, deshalb bezeichnete Winkler als Zweck ses zu gründenden Verbandes: Soziale Reformen und möglichst gutes Einvernehmen mit den vorgesetzten Behörden. Aber eine gewerkschaftliche Organisation sei erforderlich, um die bisher nicht berücksichtigten Wünsche durchzusetzen. Wenige Monate später, Ende Oktober, wurde in einer Versammlung zu Nürnberg die Gründung eines solchen Verbandes beschlossen. Das Statut stellte der neuen Organisation folgende Aufgaben:„Alle Handwerks- mäßig beschäftigten Arbeiter der bayerischen Staatsbahnen zu ver- einigen, um deren Interessen gemeinsam zu vertreten; möglichst günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, durch Ein- gaben an Regierung und Parlamente sowie Verhandlungen mit den Behörden die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen, Unter- 'tützungskassen einzurichten, Fachliteratur und ein Verbandsorgan zu beschaffen. Der Verein sollte sich nickt mit politischen, religi- ösen oder kommunalen Angelegenheiten befassen. Schon im Januar 1899 kam es zu einem Konflikt mit der Generaldirektion der bayerischen Staatsbahnen, die erklärte, daß sie zwar im allgemeinen keinen Einwand gegen den Verband erhebe, aber einen Passus des Statuts dahin beanstanden müsse, daß sie nicht in der Lage sei, mit Ausschüssen von Vereinen über die Arbeitsverhältnisse der Staatsarbeiter in Verhandlungen einzutreten. Der Verband lehnte jedoch eine entsprechende Aenderung der Statuten ab. Als der Verband nach siebenmonatlichem Bestehen in Nürnberg 'einen ersten außerordentlichen VerbandStag abhielt, zählte er chon über 1000 Mitglieder in 14 Verwaltungsstellen. Der Ver- bandstag schuf ein Verbandsorgan, daS im Nürnberger Parteigeschäft gedruckt wurde und noch heute gedruckt wird. Er nahm weiter einige Statutenänderungen vor, wodurch der Kreis der Mitgliedschaft ausgedehnt wurde, ferner wurde in die Bestrebungen des Verbands mit aufgenommen:„Durch Eingaben und Petitionen Letzte JVaefmebten und Depefeben« Das unterdrückte Interview? New Kork, 20. November.(B. H.) Die Hearstblätter ver- öffentlichen eine Kabelmeldung aus London, die angeblich den Inhalt deS Interviews enthält, welches Bayard Hale bei Bergon mit dem deutschen Kaiser gehabt. Sie behaupten nicht, daß sie den Inhalt des Century- Artikels, der in Berlin revidiert wurde, wiedergeben. Der Kaiser hätte England als einen Verräter an der Sacht deS weißen ManneS erklärt. England werde schließlich durch den Vertrag mit Japan einige Kolonien verlieren. Australiens Einladung an die amerikanische Flotte sei eine absichtliche Warnung gewesen. Japan nähre den Anfruhr in Indien. Der Kaiser und Roosrvelt, die sich in vollständigem Einverständnis befänden, wollen die Asiaten trennen durch die Freundschaft mit China. Die Verhandlungen über ein Abkommen mit Chma hätten seil Monaten Fortschritte gemacht. Nach dem bevorstehenden Besuch deS kaiier- lichen Sondergesandten werde der Vertrag über die Garantien für den Bestand Chinas veröffentlicht werden. Rußland habe für den weißen Mann gekämpft, er habe Sympathien für Rußland. Deutsch- tand hätte im Kampse besseren Erfolg gehabt. Ein Angriff auf Europa sei zu erwarten, wenn Japan die Oberherrichaft über China erlangt habe. Er, der Kaiser, sei ein Freund der Mohammedaner und besorge ihnen Gewehre, weil sie im Kampfe stehen zwischen Ost und West und den ersten Angriff brechen können. Er glaube. Amerika werde innerhalb eines Jahrzehnts einen Krieg mit Japan haben. Der Kaiser kritisierte England zwei Sttmdeu lang. Die„Frankfurter Ztg." bemerkt hierzu. eS sei klar, daß dieses angebliche Interview, wie auch aus der Erklär, eng des JntervieiverS Herrn Hearst selbst hervorgeht, eine wüste Mache der Hearst- Presse ist, bei der die japanfeindliche Tendenz des Herrn Hearst. der ja bekanntlich für den Ausschluß der Japaicer aus den Vereinigten Staaten eintritt, deutlich zum Vor» schein komme._ Genosse Hne schwer erkrankt. Essen a. R., 20. November.(W. T. B.) Der Reichstags- abgeordnete Hue erlitt bei der Rückkehr aus einer Bergarbeiter- Versammlung in Bochum am Bußtag in seiner Wohnung in Essen- Rüttenscheid einen schweren Blutfturz. Der Neunzigste. Wien, 20. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Nach einem harten Stichwahlkampfe wurde heute in Innsbruck Genosse Holzhammer in den Neichörat gewählt. Für unsere Partei wurden 2416 Stimmen abgegeben, die Deutschnationalen erhielten 1966 Stimmen. Wir haben nunmehr 96 Sitze im Parlament inue. Schlagende Wetter. Met«, 20. November.It nichts zu erwaNen. Das gesperrte Kabarett. Die Aera der Clemenceau zeitigt immer r«izend<"-e Blüten. Der Chansonnier Monte hus, Verfasser zahlrenyer revolutionärer Lieder, hatte vor etwa zwei Jadren auf dem Boulevard Strasbourg ein Kabarett„Le PUori"(Der Pranger) errichtet, das vorzugsweise das antimilitaristische und antiklerikale Genre pflegte und starken Zuspru» fand, besonders auch von Soldaten. Pon da ist u, a. auch das populäre Lied vom 17. Regiment ausgegangen, das die Soldaten preist, die nicht auf Vater und Mutter schießen wollten. Trotzdem das an einer der stärksten Verkehrsstraßen gelegene Etablissement allerlei Zufalls- Publikum anlockte, hat sich gleickwohl gegen die Tendenz der Vor- trage niemals eine Opposition geltend gemacht. Kürzlich hat nun der.Pranger" eine nuc'stummer in sein Programm aufgenom- r-cn. ein kleines Theaterstück, das in Anlehnung an die bekannte Aeußcrung Clcmenccar-s zu ei item Gewerkschaftsführer:.Wir stehen nutzt auf derselben Seite der Barrikade", den Titel„Tie Bann fade erhalten hatte und worin ein alter antimilitariftischer einzusetzen, wird sich die Mehrheit meiner Freunde nur dann ab- finden können, wenn der Fiskus als Erbe nur beim Fehlen naher Verwandter eintritt. Schon die Verwandten dritten Gräoes auszuschließen, geht nicht an und widerspricht dem Zivilrecht und dem Bürgerlichen Gesetzbuch.(Sehr richtig! rechts.)— Der Branntwein könnte unseretwegen noch viel höher besteuert werden, wenn es sich bloß um den Konsumcnren handelte, aber rs handelt sich um eu.en hochtvichtigen Produktionszweig und um die Ren- tabilität des Kartöffelbaues.— Der Tabak könnte ebenfalls ruhig geschröpft werden(Heiterkeit), wenn nur der Raucher in Frage käme; es handelt sich aber um die wichtige Frage, wie weit die Industrie und die Tabakarbeiter geschädigt werden. Die vorgeschlagene Banderolcnstcucr scheint uns immerhin noch die an- nehmbärste Tabaksteuer.(Lachen links.)— Gegen die Weinsteuer sind einige meiner Freunde, die Mehrzahl aber hält es für sozial notwendig, den Wein zu besteuern, wenn man den Branntwein besteuert.— Die Anzeigensteuer zerfällt in die Plakatsteuer, für die wir einstimmig sino, und in die eigentliche Anzeigensteuer, zu der wir uns Unsere definitive Stellung vorbehalten.— Für die Elektrizitälssteuer kann ich mich wohl persönlich, aber noch nicht im Namen meiner Fraktion erklären. Jedenfalls sollen alle Steuern, auch EaSsteuer, Tabaksteuer usw., so ausgestaltet werden. daß durch f i e im wesentlichen nur der Besitz getroffen wird. (Lachen links.) Im Namen aller meiner politischen Freunde er- kläre ich, daß wir mit der vorgeschlagenen Nachlaßstcuer nicht einverstanden sind.(Hört! hört! links.) Sie ist im Prinzip zu verwerfen; denn sie widerspricht unserem Volksempfinden, welches das Vermögen nur als Familienvermögen kennt. Dieser Volks- empfindung müssen wir Rechnung tragen.(Sehr richtig! rechts.) Das ist kein agrarischer Standpunkt,(Lachen links) sondern ein allgemein ethischer Gesichtspunkt. Daß das daourch entstehende Manko gedeckt werden muß, gebe ich zu. daS W i c wird in der Kommission zu erörtern sein. Tie vorgeschlagene Begrenzung der Mairikularbeiträge hat wenig praktischen Wert. Eine vernünftige Finanzreform müßte überhaupt ohne Mairikularbeiträge auö- kommen, die immer vom Uebcl sind. Sollten aber die 600 Millionen, die notwendig sind, durch neue Steuern nicht aufgebracht werden können, so werden eben die Mairikularbeiträge erhöht werden müssen. Wir hoffen, daß die Reform durch die Beratung in der Kommission zustande kommt zum Segen des Vaterlandes. (Bravo? recht?.) Abg. Geyer(Soz.); Der Herr Reichskanzler hat gestern zu den Stcuervorlagen eine sogenannte finanzpolitische Rede gehalten, deren Bedeutung nicht nur mir sehr zweifelhaft ist. Er sprach davon, daß die Stetigkeit in die Finanzwirtschaft des Reiches gebracht werden müsse, eine neue Aera der Finanzwirtschaft müsse kommen. Da erscheint es mir notwendig, dost der Herr Reichskanzler zunächst hätte Aufschluß geben sollen über seine jüngste Unterredung mit dem Kaisee.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokratemi Besonders darüber, ob und welche Garantien in dieser Unter- redung gegeben worden sind, daß die Sicherheit des Reiches und setner Finanzen nicht durch das persönliche Regiment gefährdet wird.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die persönliche Auffassung des Kaisers über Weltpolitik hat zu den kolossalen Ausgaben geführt, die für den Militarismus zu Wasser und zu Lande gemacht worden sind. Die Unzuverlässtgkeit des persönlichen Regiments schafft Verwirrung in der auswärtigen und in der inneren Politit und dringt das Reich und seine Finanzen immer mehr in Gefahr.(Sehr wahr! bei den Sozial- demoiraten. Unruhe rechts.) Das Volk, das mit seinem Gut und Blut für die Sicherheit, für die Erhaltung und Verwaltung des Reiches eintreten mutz, will Garantien haben, daß seine Kräfte nicht durch die Politik eines persönlichen Regiments vergeudet werden.(Unruhe rechts. Rufe: Zur Sache! Rufe bei den So- zialdemokrate»: Gehört zur Sache!) Im Lande erwartet man daher Aufschluß über die lünftige Gebarung der Reichspolitik. Der Reichstag darf keine Steuervorlagen, keinen Pfennig be» willigen, bis er nicht volle Garantie besitzt» daß alle politischen Unternehmungen nur mit seiner Zustimmung getroffen werden dürfen. Wir lverdcn, da der Herr Reichskanzler über diese Dinge geschwiegen hat, da er dem Reichstag kein Wort über/seine Unter- redung mit dem Kaiser sagte, demnächst diese Angelegenheit weiter verfolgen und speziell behandeln. Denn aus der Kund- gebung im.ReichSanzeiger" geht hervor, daß der Kaiser nicht nur Artikel ClemenceauS selbst auS der Sammlung seiner politischen Schriften zur Verlesung gelangte. Und höchst merkwürdiger Weise kam es diesmal zu einer Demonstration. Am Sonnabend kamen in das Theaterchen ein paar Leute, die die Aufführung mit dem Gebrüll:„Vive 1" armee" unterbrochen. Und noch merkwürdigerer Weise war die sonst gar nicht so flinke Polizei so gut informiert, daß ein Brigadier wiederholt im Vorraum erschien, um sich zu ertundigen, ob es nicht Lärm gegeben habe. Am Sonntag aber verfügte die Polizeipräfektur die Sperrung des Kabaretts. Als vor einiger Zeit die aristokratische Jugend in einem von der Lcbewelt besuchten Tingeltangel auf dem Montmartre Skandal machte, weil die ältliche Herzogin von Morich durch ihr öffent- liches Austreten in einer lcdbischen Szene die standesgemäße Diskretion verletzt hatte, ist es natürlich der Polizei nicht ein- gefallen, da» Lokal zu sperren. Die Entrüstung der fragwürdigen Eentlemcn vom Boulevard de Strasbourg fand aber sofort in ihr einen beflissenen Vollstrecker. Entkleidungsszencn, deren Objekt Herr Clemenceau ist, will die Polizei nicht dulden. Musik. Daß ein Komponist von der Bedeuwng HanS PfitznerS (geb. 1809) in Berlin nicht festgehalten wurde und schließlich als Konservatoriumsleiter nach Straßburg i. E. kam, ist für unsere Stadt beschämend. Leicht würde die königliche Oper seine.Rose vom Liebesgarten" bekommen haben; doch sie überließ dieses eigenartige Werk anderen Städten, nachdem sie mit dem„Armen Heinrich" wieder die Erfahrung gemacht, daß Respekt vor emster Kunst noch keinen äußeren Erfolg verbürgt. Kleinere Werke PfitznerS wurden gelegentlich herausgebracht, ohne eine Spur des Aufruhrs, den SensationSnummern erregen, ja selbst ohne den Lärm eines.engeren Kreises'. Hochachtung! Auch sein neues Klavierguiniett(C-dur, op. 23) ging ohne Aufsehen vorbei. Pfiyner versteht in seiner künstlerischen Rein- heit aber auch gar nicht die Rücksicht aufS Publikum. Bald trutzig und grübelnd, bald traumverloren idyllisch; so gewinnt er den vier Streichern und dem Klaviere Tonwirkungen ab. an die man bei solcher Kammermusik nicht gewöhnt ist, läßt die Streichinstrumente bald wie Schalmeien klingen und bald in Wucht dahin stürmen und dergleichen mehr. Stets hat er etwas zu sagen und zwar viel zu sagen und wird doch niemals redselig; ln seinen Abgründen und Höhen verlangt er vom Hörer den starken Atem. Das Rosü-Ouartett ans Wien, das imS am Dienstag die Pfitznersche Uraufführung mit dem Komponisten am Klavier brachte und demnächst noch einigemal kommen wird, war wohl eines der ersten, daS(seit fast dreißig Jahren) einer gemütlichen älteren Spielweise eine subtilere neuere, doch durchaus nicht etwa manierierte gegenübergestellt hat. Die hiesigen Koiizcrtgesellschoften leisten manches Wertvolle auch darin, sowie im Vorführen von Neuem. Allein an den in weiten Kreisen erfolgreichen Stellen riskiert man ungern etwa» und hält sich vielmehr an sicheren Ruhm. Wohl am unabhängigsten vom Ruhmeseffekt und in gut berusSgenossenschaftlicher Weise waltet der Berliner Tonkünstlervercin feines Amtes; seine ständigen Vortragsabende(im Theatcrsaale der Musik-Hochschule) bringen mehr Unbekanntes, als viele Konzertunternehmungen zusamincngenommell. Wir können auch ihm nicht ms Einzelne hinein folgen. Sein diesmaliger Ervffnungs- keine Garantien gegen die Politik des persönlichen Regiments ge geben hat, vulmehr ist diese Kundgebung als eine Absage an den Reichstag aufzufassen, der solche Garantien gewünscht hat.(Lebhaft: Zll« stimmung bei den Sozialdemokraten.) Handelt der Reichstag nun nach den Wünschen des Volk-cs und im Interesse seiner eigenen Stellung, dann wird er bei der demnächst stattfindenden Beratung dieser Angelegenheit seinen ent- schiedcnen Willen auf die Schaffung sicherer Garantien gegen das persönliche Regiment richten müssen und nicht«her neue Steuern bewilligen dürfen. Das muß er tun, wenn er eine ernste Re- formierung der Rcichöfinanzwirtschaft vornehmen will. Die gestrigen Ausführungen des Reichskanzlers und des Schatzsekretärs bieten keine Grundlage zu einer wirklichen Finanz- reform. Der Reichskanzler hat es überhaupt unterlasse», die Grundzüge einer Finanzreform zu zeichnen. Wohl forderte er „gründliche Arbeit",„ganze Arbeit" zu machen, aber eine Nicht« schnür dazu hat er nicht gegeben. Die Empfehlung der Sparsam- keit ist keine Richtschnur für eine Finanzreform. Volkswirte lachen darüber, wenn jemand der Volks- und Finanzwirtschast durch Sparsamkeit aufhelfen will. Der Reichskanzler hat einmal gesagt, daß die Aspiranten mehr in/der Volkswirtschaft ausgebildet werden müßten. Die Mahnungen zur Sparsamkeit in seiner gestrigen Rede zeigten mir, daß eine solche Ausbildung in der Volkswirt- schaft nicht nur für Aspiranten, sondern auch für höhere Be» a m t c sehr angebracht wäre.(Heiterkeit und Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Reichskanzler ha� gesagt, die Wehrhaftigkeit des Reiches müsse gestärkt werden. Die neuen Militärvorlagen aber sind bei der jetzigen Reichsfinanzreform nicht in Betracht gezogen worden, weder vom Herrn Reichskanzler noch vom Herrn Reickisschatzsekretär haben wir etwa» darüber ver- nommcn. Eine Richtschnur für eine Finanzreform hat der Reichs- kanzler nicht gegeben. Die Massenproduktion von Stcuervorlagen allen, tut es nicht, das ist noch keine Finanzreform.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Frage der direkten und indirekten Steuern hat der Reichs« kanzler gestern umschifft.(Heiterkeit.) Die künftige Beratung dieser Frage ist überhaupt aus seinem Expose wie aus dem des ReichsscvatzsekrctärS ausgeschieden. Um diese Frage der direkten und indirekten Steuern wand sich der Reichskanzler herum.(Heiter- keit und Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Frage der indirekten und der direkten Steuern gehört zur Reichsfinanzreform. Ter Reichskanzler hätte auch deutlicher sagen müssen, wo eigentlich die Sparsamkeit beginnen soll. Oben und unten müsse gespart werden.(Zuruf auö der Mitte: In der Mitte nicht! Heiterkeit.) Der Reichskanzler scheint eine be- sonders volkswirtschaftliche Kenntnis dabei nicht in Anwendung gebracht zu haben; denn es ist bekannt, daß, je weniger verbraucht wird im Volke, um so weniger auch die Steuern fließen. Auch die indirekten Steuern sind von dem Verbrauche abhängig, und die indirekten Steuern sind der Hauptbestandteil unserer Finanzen. Wenn das Volk Sparsamkeit üben soll, wenn die Massen ven Hungcrriemcn noch enger schnallen sollen, dann wird der Ver- brauch der Waren mehr eingeschränkt. Der Schatzsckretär hat seine Hauptaufgabe darin gesehen, das Defizit des Reiches zu decken. Aber die Deckung des Defizits ist doch nicht allein eine Finanzreform. Die Finanzreform muß auf ganz anderen Grundlagen aufgebaut werden. Wenn der Schatz- selretär imstande ist, mit den 600 Millionen das jetzige Defizit zu decken, so kann er uns doch nicht sagen, ob in einem Jahre nicht wieder ein neues Defizit vorhanden ist. Er hat sich sehr gehütet, eine genaue Berechnung aufzumachen, und die Berechnung im Finanzgesetz ist sehr zlveifelhaft; sie kennt keine Rücksicht darauf. daß die Ausgaben im Reiche steigen infolge der Zoll- und Handels- Politik, die wir so schwer zu bekämpfen hatten. Im vorigen Jahre, als noch Herr v. Stengel vor uns stand, begründete der das Defizit von 124 Millionen damit, daß die Naturalverpflegung des Heeres teurer geworden sei, überhaupt die Ausgaben in allen Ressort» für die Reichsverwaltung gestiegen find. Es ist erklärlich, daß, wenn durch die Zollpolitik alle Waren künstlich verteuert werden, auch das Reich größere Ausgaben zu machen hat. Besonders in der Naturalverpflegung des HecreS. Demzufolge müssen die Kosten des Heeres von Jahr zu Jahr infolge dieser verkehrten MrtschaftSpolitik steigen, und wenn diese Steigerung progressiv vor sich geht mit der Vergrößerung deS Heeres, dann wird auch das abend am Donnerstag führte gerade kein Himmelsstürmen vor. Beinahe das Gegenteil von Pfitzner, eine frische, freundliche Obrenweide mit weit ausgreifender Melodik und gesprächiger Bc- gleiwna, war L. V. S a a r S Klavierquartett, gespielt von Th. Spiering und Gefährten, dessen Geigenspiel doch noch temperamentvoller ist als seine Liediompositionen, und schließlich auch einer neuen, durch ernste und heitere Rhythmik wirkungsvollen Violinsonate des längst verdienstreichen H. Kaun zugute kam. ei. Humor und Satire. Im Zeitalter der Luftschiffe. Das Glück der Erfinder. Der Erfinder zum Minister; Um der Ehre Frankreichs willen, mein Modell ist wohl 6000 mehr wert. Deutschland würde nicht lange handeln. Keine Zollgrenze mehr. Der Luftschiffer fährt mit zollpflichtigen Waren über die Grenze und ruft dem protestierenden Zollbeamten zu: Schrei Du nur, Spürnase, ich zahl' keinen Zoll! In Krähwinkel. Der Gemeindediener trommelt und ver- liest folgende Bekanntmachung: Auf Befehl des Bürgermeisters hiesigen OrteS ist der Luftverkehr von 5 Uhr abends an ver- boten... Unangenehme Begleiterscheinungen. Der Lenker deS militärischen Luftschiffes, daS mit den gefährlichsten Sprengstoffen operieren soll: Wie ich den Feind zerschmettern soll, das weiß ich wohl; aber wie ich mich davor bewahre, mich selber in die Luft zu sprengen, das ist mir weniger klar. Führt schnell zum Ziel. Der Verkäufer: Meine Maschine ist billiger als em Auto und führt schneller zum Ziel... Der Käufer: Für die Erben. Nikolaus(inmitten seiner Festung): Jetzt ist man vor dem Himmel auch nicht mehr sicher.... Mauert irnr auch den Himmel zu. _(„L'assiette au beurre") Notizen. — Theaterchronik. Henry Bernsteins neuestes Dram» .Israel' wird in der ersten Dczcmberwoche im Neuen Theater seine deutsche Uraufführung erleben. �-Jm Gastspiel-Theater trat am Donnerstag Frau Hedwig Lange als Susanne in DumaS.Demimonde" auf. Die Wahl des Stückes, das heute veraltet ist, war wohl erfolgt, um Frau Lange eine ihr liegende, sogenannte brillante Rolle zu sichern. Die spielte sie denn auch mit Raffinement. Die Truppe war nicht auf der Höhe ihreö SternS.— — Ernst Hardts doppelt preisgekröntes Drama, T a t r i S der Narr' erzielte im Wiener Burgtheater einen starken, aber doch nicht den erwarteten Erfolg. — Vorträge. Da« Institut für Meereskunde, Georgen- strahe 34/36, veranstaltet in der kommenden Woche, abends 8 Uhr, folgende öffentliche Vorträge: Montag, den 23. spricht Kustos Baschin-Berlin über: Verteilung von Wasser und Land auf der Erd- kugel(mit Lichtbildern); Dienstag, den 24. Dr. Hartmeyer-Berlin über: Die TortugaSinseln im Golf von Mexiko und ihre MeercS- ticrwelt(mit Lichtbildern). Einlaßkarten find von 12 bis 2 Ub> und an den Vortragsabenden von 6 Uhr ab zum Preise von 25 Pf. in der Geschäftsstelle erbälllich. Defizit größer werden. Kann die Sicherheit nicht gegeben werden, lekten Vierteljahrhundert die indiretten Steuern veit mehr eine progressive Wirkung nach unten besitzen. Das weiß feber, Daß im nächsten Jahre nicht ein neues großes Defizit im Reichsetat als anderstvo bon 7 auf 26 M. pro Stopf gestiegen sind.( Bört! der System und Wirkung der indirekten Steuern tenut. So würde vorhanden ist, dann ist die jetzige Reichsfinansreform schon von hört! bei den Sozialdemokraten.) Und doch sollen jest wieber 400 auch Gewichtssteuer und Gewichtszoll eine doppelte Ungerechtigkeit bornherein bankrott, dann ist sie für die Kaze. Millionen indiretter Steuern bewilligt werden neben nur 100 Mil- gegen die kleinen Verbraucher sein. Ob Banderole oder erhöhter Der Schaßfefretär hat im Finanzgejeb angegeben, worin die lionen direkter. Jmmer heißt es: die schwachen Schultern sollen Gewichtszoll, die Tabatproduktion wird an den Lasten schwer zu Reichsfinanzreform bestehen soll: es sind drei Punkte, die er gestern, geschont werden, wird's aber Ernst, dann sind nur sie es, die betragen haben, und die Zigarre wird um den vollen Betrag der in Bieberholung der schriftlichen Begründung des Gefeges, hier an- lastet werden.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Steuer verteuert werden. Soviel ich weiß, haben sich bereits Abgeführt hat. Die materielle und formelle Finanzreform soll darin starken Schultern find immer verschont worden. Wollte man sie geordnete verschiedener Parteien gegen die Banderolensteuer ausbestehen, eine bejjere Megelung der Schuldentilgung herbeizuführen, aber einmal treffen, fo schrieen ihre Inhaber Beter und Mordio. gesprochen und wollen lieber den Tabat auf andere Weise mit 70 einen Ausgleich in Bedarf und Deckung für den Etat und eine( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Jezt erleben wir wieder bis 80 Millionen Mark heranziehen. Diesen sei nur gesagt, daß die bessere Regelung der Matrikularbeiträge vorzunehmen. Das ist dasselbe Schauspiel. Es war geradezu poffierlich, wie der Vor- Belastung unter jeder Form die Produktion schwer treffen wird. alles, was als Grundlage für die Finansreform vorgetragen ist. redner sich gegen die Erbschaftssteuer aussprach. Wenn die Reichs. Die geringen Bigarren von 4, 5 und 6 Pf. umfassen über 80 Broz. Aber zu einer guten Finanzreform gehört auch eine Aenderung finanzen gestärft werden sollen, wenn in unsere Finanzwirtschaft der gesamien Produktion. Von den 70 bis 80 Millionen Steuern, des ganzen Steuersystems. Die gute Grundlage einer Finanz- Stetigteit hineingebracht werden soll, wenn eine neue era der die aus dem Tabak neu herausgebracht werden sollen, werden auf reform erfordert eine gerechte Berteilung der Raften nach den wirt- Finanzwirtschaft herbeigeführt werden soll, so muß selbstverständlich diese Bigarren mindestens 50 Millionen fallen. Dadurch wird schaftlichen Verhältnissen und wirtschaftlichen Leistungen der die Sache an einem ganz anderen Ende angefaßt werden, als es jede Zigarre um mindestens einen vollen Pfennig verteuert iverden. Staatsbürger. Heute handelt man vollständig verkehrt, indem man die Reichsregierung tut. Es heißt doch, das Pferd beim Schwanze( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) die Lasten auf die unteren, auf die breiten Massen wälzt, auf die aufzäumen, wenn man glaubt, durch ein paar hundert Millionen Es ist ganz selbstverständlich, daß infolge dieser Verteuerung schwachen Schultern der Besiklofen, während die Besißenden neuer Steuern das Defizit zu decken. Durch dieses Blanchen kann die Arbeiter gezwungen sein werden, den Zigarrengenuß ein das haben wir vom Borrebner gehört sich dagegen fehren, wenn teine Finanzreform durchgeführt werden. Zu einer wirklichen auschränken. Der Schatzsekretär hat sich das gestern ja sehr einfach fie für die Basten des Reiches beitragen sollen. In der jebigen Beit Finanzreform gehört nicht nur eine Reduzierung, sondern eine vorgestellt: Erft geht man zu einer billigeren Zigarre über, und der Krise wird der Berbrauch an Waren geringer, deshalb müssen Beseitigung des stehenden Heeres. wenn einem die nicht schmeckt, kommt man doch wieber zu der auch die Einnahmen an indirekten Steuern geringer werden. Das( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das bedeutet aber ein raucht. Bei den besseren Bigarren mag sich ja dieser Ausgleich teureren zurüd, höchstens daß man anfangs vielleicht eine weniger Reich hätte alle Ursache, ein gutes Steuersystem einzuführen, bas Brechen mit dem ganzen gegenwärtigen System, und da Sie daran leicht erzielen lassen, aber nicht bei den Bigarren zu 4, 5 unb runter verstehen wir ein bireftes Stenersystem.( Sehr wahr bei nicht denken, so ist es erklärlich, daß Sie den breiten Massen des 6 Bf.; das weiß der Schatsekretär nicht, solche Stintadores raucht den Sozialdemokraten.) Wir berlangen, daß direkte Steuern ein Boltes neue Raften auflegen toollen. Wir verlangen, daß nicht geführt werden, die allein imftande sind, den Besis zu treffen. er ja nicht.( Große Heiterkeit.) ( Große Heiterkeit.) Wenn der Arbeiter, der jetzt Der Borrebner meinte, durch indirette Steuern. fann Borsorge nur die Erbschaftssteuer auf eine andere Grundlage gestellt wird. 5 f. für die Zigarre zahlt, einen Pfennig mehr zahlen soll, muß sondern wir verlangen auch eine getroffen werden, daß der Befit gerecht getroffen wird. Ich bin fondern wir berlangen auch eine er seinen Verbrauch einschränken; dazu ist er schon gezwungen erstaunt über solche boltswirtschaftliche Weisheit; denn wer lacht direkte Reichseinkommensteuer und Reichsvermögenssteuer. durch seine wirtschaftliche Lage. Der Arbeiter muß mit jedem nicht barüber, baß man die besißenden Klassen entsprechend ihrem Der Borrebner fagte, die befizende Klasse könne diese Lasten Pfennig, mit jebem Heller rechnen.( Sehr wahr! bei den Sozial Vermögen und Einnahmen belasten könnte durch hohe Lurussteuern. nicht tragen. Das ist nicht wahr! Wenn die Arbeiter von neuem demokraten, Lachen rechts.) Wenn Sie das bezweifeln, scheinen ( Bebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Oft genug sind Hunderte von Millionen aufbringen sollen, so erinnere ich daran, Sie mir anzunehmen, daß die Arbeiter mit ihrem geringen Eine Diese Lurussteuern hier berührt, die Herren von den Finanzen daß die arbeitenden Massen erst den Besitz der Besibenden geschaffen fommen noch ein luxuriöses Leben führen fönnen. Dabei hat haben uns gesagt, Burussteuern bringen nichts ein, auch wenn sie haben. Und wenn der Besiz auch mit 10 Broz. getroffen wiro, so schon vor 20 Jahren einer der Ihrigen erklärt, daß man mit einem in hohen Säßen auferlegt werden. Das haben wir von der Reift das keineswegs eine nicht zu tragende Last.( Fronischer Buruf Einkommen bis zu 900 M. ein menschenwürdiges Dasein nicht gierung gehört, und nun tommt ein Stonservativer und sagt, auf rechts: Nur 10 Broz.!) Wenn Sie wollen, sage ich auch 20 Bros. führen könne es war der Abg. Adermann im sächsischen Lands Diese Weise allein wird es möglich sein, den Besitz zu belasten und Bei einer Million Einkommen kann man sehr gut 20 Broz. ent- tage. Die Arbeiter aber find heute in großer Bahl auf noch gedie Befitlosen zu entlasten. behren, ohne daß man ein so trauriges Leben zu führen gezwungen ringeres Einkommen angewiesen, besonders in der Tabakindustrie Der Schahsekretär hat nun in der Begründung des Finanz ist wie der Arbeiter.( Buftimmung bei den Sozialdemokraten.) werden noch viel niedrigere Löhne gezahlt, die faum über 600 M. gefetes Man kann dabei noch ein sehr luguriöses Leben führen, ein wahres fteigen, daß bei einem solchen Einkommen die Tabatarbeiter ein die Schuldenwirtschaft des Reiches Luberleben,( Große Heiterkeit.) Von einer Konfiskation des Ver menschenwürdiges Dasein nicht führen tönnen, ist selbstverständlich. schwarz in schwarz gemalt. Auch der Meichstanzler hat gestern mögens fann dabei gar nicht die Rede sein.( Sehr richtig! bei den Die große Masse der Arbeiter wird ihren Konsum einschränken bie Stalamitat der Schulbenwirtschaft des Reiches betont. Man Sozialdemokraten.) Wenn Sie behaupten, die Besitzenden werden müssen, das ist bei einer früheren Beratung einer Tabaksteuervorhat nach außenhin und vielleicht auch auf den Reichstag einen au fchter getroffen, so betone ich noch einmal, daß das Einkommen lage bom Bundesratstische selber zugegeben Druck ausüben wollen, die Aengstlichkeit der Gemüter steigern der Befihenden erst aus den Arbeitern herausgeschunden worden worden. ist; Sie zahlen also die Steuern gar nicht aus Ihrer eigenen In der Tabakindustrie herrscht Handarbeit, und selbstverständwollen, bamit man um fo leichteres Spiel hat.( Sehr wahr! bei Tasche, sondern auch die Steuer der Besigenden müssen die Arlich muß bei einer Broduktionseinschränkung, die auf ein Fünftet den Sozialdemokraten.) Die Schuldentilgung des Reiches soll anders geregelt werden als bisher, lang und breit sind in ber beiter aufbringen. Immerhin ist die direkte Steuer eine ge- geschäht wird, ein Fünftel der Arbeitskräfte entlassen werden. Denkschrift darüber Ausführungen gemacht, aber wenn wir nicht rechtere Berteilung der Lasten, und Sie sollten Noblesse üben und Maschinenarbeit ist in der Bigarrenindustrie nicht möglich. Das imftande sind, die Defizitwirtschaft des Neides zu beseitigen, bann zu diesen Laften selbst beitragen. Profeffor Woolf Wagner hat Material gestattet es nicht: die Maschine würde zu viel Schaden wird auch an eine gründliche Tilgung der Schulben nicht zu denken die bürgerliche Klasse zur Scham gerufen, als sie sich gegen die an ihm ancichten. Unter allen Umständen wird also die Industrie sein. Wenn immer neue Defigits von Finanzperiode zu Finanz- Erbschaftssteuer wandte. Er hat den Konservativen geraten, die die Arbeiterzahl und die gesamte Produktion um ein Fünftel verperiode entstehen, kann von Schuldentilgung nicht die Rede sein, Erbschaftssteuer ausbauen zu helfen. Da ist er aber schön an- ringern müssen. Dann aber ist es selbstverständlich, daß die stär. Die Schuldenlast wird vielmehr immer größer. Alle Jahre tann gelommen. Mit den lächerlichsten Argumenten wurde dagegen an- teren Stapitalisten allein den Vorteil haben, werden; denn sie Eine unmoralische", eine unbolkstümliche", bie ber- fönnen die Konkurrenz bestehen, während die kleineren Unterder Schaksekretär nicht mit neuen Steuerforderungen vor den gekämpft. Reichstag treten, das weiß die Regierung und auch der Reichstag, verflich ste aller Steuern wurde sie genannt. Jebenfalls ift nehmer preisgegeben werden. Die Mittelstandseristensen Aber wenn nun neue Defizits entstehen, dann müssen sie gedeckt die Erbschaftssteuer die am wenigsten brüdende von den direkten werden vernichtet werden. Das ist eine unausbleibliche Folge der werden, und dann haben wir den schönen Ausweg, daß eine neue Steuern und kann auch weit mehr bringen, als der Reichsschatz- jetzt geplanten Tabatsteuer.( Zustimmung bei den Sozialdemo Anleihe im Finanggejet prangt. So haben wir von Jahr zu sekretär aus ihr herausschlagen will. Schon im Jahre 1905 haben traten.) Man kann das hier ableugnen, man fann sagen: es ist Jahr gewirtschaftet und Schulden auf Schulden aufgenommen. meine Parteifreunde versucht, das Unheil von Millionen neuer nur eine Bermutung, man fann sogar sagen: die Statistik, welche ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist nicht daran zu indirekter Steuern von den Arbeitern abzuwälzen, indem sie den nach der Bollerhöhung von 1879 biefe Folgen zeigte, fei nicht zudenken, die Schuldentilgung des Reiches so vorzunehmen, daß die Entwurf einer Erbschaftssteuer ausarbeiteten, die nach dem Muster treffend. Das ist übrigens lediglich Schuld der Regierung; denn Schulden des Reiches zusammenfchmelzen, folange nicht eine gründ der englischen allein fast 300 Millionen Mark bradhte. Bollen Sie längst hätte eine Produktionsstatistit eingeführt werden müssen, liche Menderung des Finanzwejens vorgenommen wird.( Sehr gerecht sein und die starken Schultern wirklich angemessen belasten, und dann hätte man auch einen genauen Nachweis, wie eine foldje richtig! bei den Sozialdemokraten.) Was hat denn die Schulden fo lönnen Sie aus der Erbschaftssteuer allein mindestens eine Steuerpolitik auf die einzelnen Industrien wirkt. des Reiches verursacht? Der Reichskanaler wie der Schatsekretär Biertelmilliarde herausschlagen. Kommt dann dazu eine Reichs Wenn der Herr Staatssekretär bestreitet, daß nach der haben die Ursachen für diesen Zustand gestern nicht aufgedeckt. bermögenssteuer, nicht einmal eine Reichseinkommensteuer, so haben Bollerhöhung von 1879 10 000 bis 15 000 Zabalarbeiter entlassen Wenn Sie diesen Ursachen nachgingen, müßten Sie zu ganz anderen Sie die ganzen 500 Millionen Mark mit einem Schlage gedeckt. In wurden, so ist das lediglich eine Behauptung. Daß es wahr Folgerungen fommen, als Sie gefommen sind, dann müßte nicht der Stommission werden wir in diesem Sinne des fleineren Uebels ist, haben wir am eigenen Reibe erfahren. Wir wissen aus eigener Sparsamkeit empfohlen werben, sondern Wenderung unserer ganzen arbeiten, nicht dem Syftem der Regierung zuliebe, sondern nur um Erfahrung, eine wie große Zahl unserer Stollegen damals entlassen wirtschaftlichen und politischen Zustände nicht nur empfohlen, das Unglüd neuer indirekter Steuern in diesen schweren Beiten ist. Wir selber haben von Ort zu Ort, von Fabrik zu Fabrik sondern vorgenommen werden.( Beifall bei den Sozial ber Not und Arbeitslosigkeit von den Arbeitern abzuwenden. Das mandern müssen, weil die Produktion eingeschränkt wurde. demokraten.) Es ist offenbar, daß die Steigerung des Geeres das aber muß ich schon jetzt sagen: Anständig erscheint es uns nicht, tann nicht hinweggeleugnet werden.( Sehr wahr! bei den Sozialungeheure Defizit hervorgebracht hat, das unsere Finanzen zu auch nur den Versuch zu machen, die Arbeiter in einer wirtschaft- demokraten.) Und wenn Sie heute der Tabatindustrie eine so verzeichnen haben. Ich erinnere baran, daß seit ein paar Jahr. lich so ungünstigen Beit so start mit indirekten Steuern belasten schwere Belastung aufbürden, so ist es sicherlich leine Uebertreizehnten, als die Militärvorlage tam, immer neue Steuern not zu wollen.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) bung, daß die Produktion um ein Fünftel eingeschränkt werden wenbig wurden. Nach dem großen Septennat 1887 iwurden neue Die Zusammenfassung der Diskussion macht, es leider un- wird. Im Jahre 1905 schien das auch dem hohen Hause einzus Steuern notwendig, als 1893 die Militärborlage fam, mußte wohl möglich, das ganze Steuerbufett der Regierung eingehend zu erleuchten, und Sie sind damals zur Ablehnung der Tabalsteuervor oder übel der Reichstag nach neuen Mitteln suchen, um die Aus- örtern. Wir bebauern es auf das lebhaftefte, daß nicht über jede lage gekommen. Ich wünsche, daß Sie die Dinge wieder in demselben gaben für diese Steigerung des Beeres au beaten. Dann tamen einzelne Steuervorlage eine Generaldistussion angesetzt worden Sinne betrachten, daß Sie die Schädigung der Tabakinduftrie ernst jene Steuervorlagen der Jahre 1893 bis 1895, als eine Steuer auf ist. Wir können das Uebel nur baburch teilweise korrigieren, daß auffassen und diese Steuer ablehnen. Wenn übrigens eine Reihe bie Tabalindustrie gefordert wurde. Wir haben dann an den jeder von uns sich auf eine bestimmte Steuer beschränkt, und so Mittelstandsexistenzen durch die Annahme dieser Steuer vernichtet einzelnen Steuern herumgedoftert, um die Mittel zu erhalten, werde ich als Fachmann ausschließlich über die Tabaksteuer wird, wie stimmt das zu der vielgerühmten Mittelstandspolitit, die die großen Ausgaben infolge der Heeresvermehrung zu decken. fprechen, und die Behandlung ber anderen Steuern meinen Sie stets im Munde führen?( Sehr wahr! bei den Sozialdemo Als dann die große Flottenvorlage fam, ba mußte natürlich ein Stollegen aus der Fraktion überlaffen. großes Loch in den Reichssäckel gerissen werden( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), und die Folge davon war, daß man bas Was die Tabaksteuervorlage anbetrifft, so muß ich zunächst im ungeheure Defizit zu beden suchen mußte durch neue Steuern. Dann kam der Zolliarif, die Regierung mußte gemeinsame Sache allgemeinen fagen: Die Begründung, die Berteidigung des Gnt mit den Herren von der Rechten machen, bloß um größere Einwurfes durch die geftrige Rebe des Reichsschapfefretärs haben auf nahmen zu erhalten. Die Zusammenwirtschaft von Regierung und mich einen sehr sonderbaren Einbrud gemacht. Es schien mir, als Konservativen hat dem Bolle damals mehr als eine Milliarde ob der Herr Staatssekretär die Banderolensteuer auf die Tabatgekostet.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)) Das sind industrie schon verloren gäbe, Es ist mir auch schon zu Ohren gebie Ursachen, die zu dem Defizit geführt haben. tommen, und ich halte mich für verpflichtet, es hier auszusprechen, Gestern sagte der Herr Schaksekretär, für die Ablösung würde Der Militarismus zu Wasser und zu Lande ist der Grund der um auch nach außen ein Warnungssignal au geben, daß beim Monopol eine ungeheure Summe notwendig sein- ich glaube, einige Herren der Tabakindustrie mit der Regierung bereits 1% Milliarden- wenn aber ein Teil der Eristenzen beseitigt und Finanzmifere. darüber unterhandelt haben, daß man die Banderolensteuer nicht ein Teil der Produktion eingeschränkt ist, so läßt sich mit ein paar ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Seer wird verstärkt, annehmen, dagegen den Tabak auf andere Weise höher besteuern Unternehmern viel leichter ein Abkommen treffen als mit tausenden nicht bloß in Sinblid auf den sogenannten äußeren, sondern wolle. Die gestrige Vertretung der Banderolensteuer hat mir von fleinen Unternehmern. Der Reichskanzler hat bebauert, daß wir haben es oft genug von der Tribüne des Bundesrats gehört diese mitteilung sehr wahrscheinlich erscheinen lassen, denn die Ver- das Monopol nicht früher eingeführt worden ist. Man hat uns auch in Sinblick auf den inneren" Feind.( Sehr richtig! teidigung war außerordentlich schwach. Auch die Haltung der ein- oft vorgehalten, daß in Ländern mit dem Monopol der Tabak rechts. Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Hat doch Caprivi zelnen Fraktionen läßt mich diese Lösung vermuten. Die Regierung Sunderte von Millionen Mark bringe. Man vergißt dabei nur, felbst die Unteroffiziersprämien von diesem Gesichtspunkte aus hat ja so oft den Verfuch gemacht, die Tabakindustrie schwerer zu daß in jenen Ländern nur eine geringe Tabatindustrie besteht, gefordert. Und ist es denn vergessen, daß an gewisser anderer belasten. Seitdem ihr Monopolvorschlag im Jahre 1882 abgelehnt dag bort taum zehntausend Arbeiter beschäftigt sind, bei uns daStelle das Wort fiel von den Soloaten, die auf Vater und Mutter wurde, hat die Regierung es nicht verschmerzen können und die gegen 200 000. Für das Monopol wäre eine Banderolensteuer also schießen müssen?( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten, Unruhe Tabatindustrie fortwährend durch neue Steuervorlagen beunruhigt. Die beste Borbereitung. Ich hoffe, der Reichstag wird dazu feine rechts.) Gine Reattionspolitik ist fostspielig; ich erinnere im Vor- Selbst wenn gerade feine neuen Steuerpläne vorlagen, haben doch hand nicht reichen. Gewiß ist die Zabatindustrie besser organisiert übergehen auch an die erhöhten Polizeitosten, die sie schafft. Und die Regierungspreffe und ihre offiziöfen Helfer immer darauf hin- als manche andere, und die Agitation gegen die beabsichtigte Steuer dann die Stosten der Kolonialpolitik! Daß der Chinafeldzug girta arbeiten müssen, daß der Zabat mehr bluten" müßte. Die ist eine umfassende. Es gibt aber leine gefährlichere Steuer ale 300 Millionen, der füdwestafrikanische Aufstand zirka 400 Millionen Fabrilaisteuer wurde in den Jahren 1893/94 vom Reichstage biefe Borlage. Ich will nicht sagen, daß die anderen indirekten gekostet hat, erklärt der Reichsschapsekretär selbst. In Wahrheit abgelehnt, weil er sich der Erkenntnis nicht verschließen konnte, Steuern annehmbar seien. Aber die Tabalsteuervorlage ist in ihren betragen die füdwestafrikanischen Ausgaben 600 Millionen, die daß sie die Industrie allzu schwer belasten und eine übermäßige Folgen die gefährlichste unter allen diesen Borlagen. Sie ist nichts laufenden Ausgaben nicht eingerechnet!( Sört! hört! bei den tapitalistische Stonzentration der Betriebe zur Folge haben würde. anderes als die Vorbereitung zum Monopol.( Sehr richtig! bei Sozialdemokraten.) Der Machttißel, bie Eroberungssucht sind es, Die Tabatindustrie hat nämlich eine große Zahl fleiner In den Sozialdemokraten.) Wenn die Regierung auch sagt, fie denke die zu dieser Art Politik treiben, einer Politik, die kostspielig uno buftrieller; der Mittelstand ist in der Tabatindustrie so start ber nicht ans Monopol, hätte sie eine Mehrheit dafür, so würde sie dem gefährlich ist und deren Gefahren neue Stoften heraufbeschwören. treten wie faum in einer anderen Industrie, und nirgends ist Reichstag sofort eine Monopolvorlage unterbreiten. Ich muß aber Jetzt freilich wird säuberlich verschwiegen, daß wohl die Zahl der fleinen Fabrikanten annähernd so groß wie in fürchten, daß die Mehrheit des Reichstages ihr die Banderolensteuer ihr. Die Fabrikationssteuer würde alle diefe Mittelstands- nicht vor die Füße wirft und sich mitschuldig macht an einer ungeans erwartet! In offiziösen Blättern war aber zu lesen, daß eristenzen ruinieren, würde sie dezimieren.( Sehr wahr! bei den heuren Schädigung der Tabatindustrie. Freilich, wenn die Steuer binnen kurzer Zeit durchgreifende und kostspielige Aenderungen Sozialdemokraten.) Eine großtapitalistische Stonzentration der nicht bewilligt wird, so befindet sich der Schatzsetretär in großer im Militärwesen nötig seien!( Sört! hört! bei ben Sozialdemo- Betriebe der Tabatindustrie müßte die Folge sein, und das ist einer Verlegenheit. Er sagte deshalb auch, er hoffe, daß der Reichstag Traten.) Der Reichsschassekretär schüttelt den Stopf, aber er kann der Gründe, warum der Reichstag damals diese Tabaffteuerborlage ihm dann selbst neue Steuerquellen nennen würde. Wahrscheinlich von uns nicht verlangen, daß wir nach allen gemachten Erfahrungen ablehnte. Dann trat im Jahre 1905 die Regierung wieder auf wird man, wie im Jahre 1905, in der Steuerkommission die einseinen Optimismus teilen. den Plan und verlangte eine höhere Gewichtssteuer und einen zelnen Parteien angehen, der Regierung Steuern auf dem PräWeber der Reichsfangler, noch der Reichsschapsekretär haben höheren Gewichtszoll. Damals habe ich im Auftrage der Fraktion fentierteller entgegenzubringen. Tun ihr die Parteien den Gedie Ursachen der Finanzmisere dargelegt. Wie dürfen sie auch das dargelegt, daß diese Steuervorlage der Regierung ihren eigenen fallen nicht, so wird die Regierung von selbst an die Ausarbeitung ganze System kritisieren? Wer aber das System will, der muß Grundsäßen widerspräche, da die Regierung selbst früher den Ge- neuer Steuervorlagen denfen müssen. In der Kommission werden auch die Folgen wollen. Für unsere afrikanischen Stolonien hat wichtszoll und die Gewichtssteuer als ungerechte Steuer bezeichnet wir bei jeder einzelnen Steuer ihre Schädigung nachweisen können. Dernburg wieder eine Riefenforderung- man sagt 100 Millionen hatte. Diese Theorie hatte der frühere Reichsschatjekretär Graf Sier im Plenum, wo alles durcheinanderwirbelt, tönnen wir nicht -in Borrat. In diesem Jahre wird man sich ja freilich hüten. Posadowsty aufgestellt, aber fein Nachfolger, Freiherr v. Stengel, so auf die Einzelheiten eingehen. Mir tam es auch nur darauf damit zu lommen. Dafür erhalten wir sie im nächsten Jahr. hat sich nicht mehr darum gekümmert.( Sört! hört! bei den Sozial an, die Tabalsteuervorlage im allgemeinen zu fennzeichnen Der Reichsschapsekretär hat sich die Sache recht leicht gemacht. demokraten.) Der Reichstag aber hat anerkannt und wird es auch und die Parteien zu warnen, der Volkswirtschaft des Deutschen ( Schallende Heiterfeit. Rufe: Er hat ja 3% Stunden gesprochen! heute anerkennen müssen, daß die höhere Belastung des Tabats Reiches einen so schweren Schaden zuzufügen. Die Schädigung Seiterkeit.) Ich meine, er hat es sich leicht gemacht mit den durch Gewichtssteuer und Gewichtszoll eine Ungerechtigteit wäre, der Tabatindustrie würde auch auf andere Industrien zurüdwirken. Dedungsvorschlägen. Der Nationalreichtum fagt er, ist daß er die fleinen Verbraucher schwerer treffen und die breite Die vernichteten Eristenzen werden dort hinflüchten und eine geftiegen; also, Wolf, greif in die Tasche und zahle, Natürlich Masse der Bevölkerung schwerer belasten muß, weil er gerade die stärkere Konkurrenz und Lohnbrud unter den Arbeitern wird die tverden wieder indirefte Steuern gefordert. Bürgerliche geringe Ware am schwersten trifft. Solche Besteuerungsart Folge sein.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das Reich Defonomen find es, die nachgewiesen haben, daß in Deutschland im wirft nach unten progreffio, wie überhaupt die indiretten Steuern foll nur nad) guten boltswirtschaftlichen Grundsäßen reglert werden. eine neue Militärvorlage Die Tabakstener. Das fraten.) Auch durch die anderen indiretten Steuern wird der Mittelstand belastet. Ueberhaupt belastet ihn jebe Berteuerung von Waren ebenso wie den Arbeiter. Mit dieser Politik beweist man mur, daß man dem Mittelstand nicht freundlich gegenübersteht. ( Bustimmung bei ben Sozialdemokraten.) Die Berringerung der selbständigen Eristensen in der Industrie bringt eine weitere Gefahr mit sich. Wenn eine tapitalistische Konzentrierung der Inbustrie eintritt, so wird es der Regierung möglich sein, das alte geliebte Monopolprojekt wieder hervora irufen. (Zuruf bti ben Sozialdemokraten: Sollte!) Vor drei Jahren lvurde dem Volk« eine ncnc Steuerlast von einer Viertelmilliarde aufgebürdet. Vor fünf Jahren ebenfalls, und jetzt will man wieder eine solche Last ihm zumuten. Das mug dem Fah geradezu den Boden ausschlagen. Solche Steuervorlagen in so kurzen Zwischen- räumen zu machen, dazu gehört ein trauriger Mut, Den besitzenden Klassen die Lasten aufzuerlegen, dazu Würde weniger Mut gehören. Denn die Regierung könnte sich dann auf die Sympathie des Volkes stützen gegenüber der geringen Zahl der Besitzenden, welche die eigenen Taschen zuhalten und die Lasten den Volksmassen aufbürden wollen. Wenn Sie der Regierung jetzt die halbe Milliarde neuer Sieuern bewilligen, so wird unsere Finanzmisere doch nicht beseitigt. Das werden Sie schon nach einem Jahre bei dem neuen Etat sehen. Dos; eine neue Militärvorlage kommt, steht heute schon fest, wenn Sie es auch ableugne». (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Tie Zickzackpolitik unserer auswärtigen Politik, unsere reaktionäre innere Politik, unsere Militärwirtschaft sind die Ursachen unsevcr Mifjwirtschafi. lbesserung kann nur geschaffen werden, wenn man sagt:«Nieder mit diesem System!"(Lebhaftes Bravo! be» den Sozial- demokraten.) Abg. Fürst Hahfeldt(Rpt.): Der Herr Vorredner hat sich über die Angelegenheiten verbreitet, die der Gegenstand der Debatten der vorigen Woche waren. Ich will ihm auf das Gebiet nicht folgen, da es stillschweigende Verabredung unter den Parteien war, auf diesen Gegenstand bei der Steuerdebattc nicht zurück- zukommen.(Sehr richtig! rechts.) Wir können es nur begrüßen, daß der neue Reichsschatzsckretär gleich ganze Arbeit"machen will und nicht einzeln« Steuern, wie die Banderolensteuer, vorweg eingebracht hat. deren Ablehnung alsdann ein ungünstiges Prä- judiz für das Zustandekommen der Reichsfinanzreforui gewesen wäre. Wir werden prüfen, ob wirklich 500 Millionen nötig sind. sowie: ob die neuen Steuern nicht einen kostspieligen Beamten- apparat erfordern, der einen großen Teil der Neueinnahmen wieder verschlingt. Der Reichskanzler, der gewiß mit Neid AsquithS Rede über Englands günstige Finanzlage gelesen hat(Heiterkeit), hat mit Recht hervorgehoben. daß mit der unge- sunden, unsere nationale Existenz gefährdenden Schuldenwirt- schaft gebrochen werden mutz. Daß der Finanznot ein Ende gemacht werden muß. darüber sind alle Parteien, auch die Sozial- demokratie. einig; aber über die Mittel gehen die Ansichten auseinander. Durch direkte Steuern kann ma» eine Riesensumme, wie die geforderten SM Millionen, nicht aufbringen. Die alkoho- tischen Getränke und der Tabak müssen die Grundlage der Finanz- resorm bilden.(Sehr richtig! rechts.) Ich habe das auch in der Wahlbewegung meinen Breslauer Wählern offen gesagt, und sie haben mich doch gewählt. Mit Offenheit kommt man am weitesten. (Sehr richtig!) Nun zu einzelnen Steuervorschlägen. Ich will mich kurz fassen und Sie nicht solange aufhalten wie— andere.(Große Heiterkeit.) Mit dem Branntweinmonopol hat die Schweiz günstige, Rußland abschreckende Erfahrungen(das Volt wird dort geradezu verpestet) gemacht. Wenn statt deS Monopols eine andere, da» Brcnnereigcwerbe schonendere Form der Branniwcinbesteucrung sich finden lassen sollte, so würden meine Freund« einer solchen den Vorzug geben.— Der Tabak ist kein unentbehrlichcö Genuß- mittel. Er verträgt eine höhere Besteuerung. Ein Tabaksmonopol scheitert an der durch dasselbe notwendig werdenden Milliarden- entschädignng, die Banderolcnsteuer aber dürste zu tragen sein; eventuell sind wir bereit, der Entschädigungsfrage näher zu treten. — Die LiMtsteucr scheint uns annehmbar, zumal doch auch das Petroleum versteuert ist. Was die Äraftsteucr betrifft, so sehen wir nicht ein, warum einseitig die elektrische und nicht vielmehr jede Kraftübertragung besteuert werden soll.(Ohol links.) Für eine Jnseratenstruer waren meine politischen Freunde stets zu haben. Der Staatssekretär schlägt nun auch direkte Steuern vor. Ter Wohlstand ist in Deutschland geringer und schlechter fundiert als in England und grantreich. Wir dürfen nicht die Henne schlachten, die die goldenen Eier legt. Der Besitz ist bereits stark besteuert. Trotzdem sind wir bereit, in eine Mrhroesteuerung des Besitzes zu willigen.— Gegen die Erbschaftssteuer haben sich sehr einflußreiche Stimmen erhoben.(Lachen links.) Eine Reichs- einkommen- und ReickiZvermögenssteucr sind auS verschiedenen Gründen abzulehnen. Gegen die Erbschaftssteuer wendet sich da» Volksempfinden(Sehr richtig! rechts), es ist aber zuzugeben, daß die meisten Großstaatcn sie besitzen.(Sehr richtig! lints.) Sie trifft freilich den Grundbesitz härter als das mobile Kapital.(Sehr richtig! rechts.) Nun schlägt allerdings die Vorlage Erleichte- rungen für den Grundbesitz vor.(Sehr wahr! l,nks.) Man könnte darin noch weiter gehen und auch Bibliotheken, Kunst- sammlungen usw. von der Nachlahsteuer ausnehmen. Trotzdem bleibt die Rachlaßsteuer fixt meine politischen Freunde unannehm- bar(lebhaftes Hort! Hort? links); wir sind aber bereit, dafür irgendeine andere Form der Besteuerung des Besitzes zu bewilligen. Einer Wrhrsteuer stehen wir sympathisch gegenüber, wir verwerfen aber ihre Vcrquickung mit der Nachloßsteuer. Zu den neuen Einnahmen muß Sparsamkeit treten. Namentlich müssen sich auch die einzelnen Abgeordneten Müßigung auferlegen und nicht immer nur Ausgaben verlangen. An Heer und Marine kann und darf nicht gespart werden! (Zustimmung rechts.) Das neue Programm des Flottenvereins kommt freilich zur unrechten Stunde.(Hört! hört!) Die Sozialpolitik muß fortgesetzt werden; Über das Tempo freilich läsit sich streitriu(So! sol bei den Sogialdemokraten.) An Dienst- Wohnungen usw. kam, gespart werden; sie werden vielfach zu luxuriös eingerichtet.— Wenn wir die bOO Millionen bewilligen, siiiv wir bis an die äußerste Grenze der sinanziellen Leistungskraft gegangen.— Wir hoffen, daß die versprochene Abschaffung der Fahrkartcnsteuer, die Ermäßigung des OrtsportoS und die Ver- V lligung des Zucker« sich durchführen lassen werden. Die Vorlage ist entscheidend für die Gruppierung der Parteien, für ihre Stel- lung gegenüber der Regierung und für die Stellung Deutschlands im Rate der Völker. Je größer die Mehrheit ist. mit der sie an-. genommen werden wird, um so größer wird der Eindruck im Auslande sein. Ich hoffe, daß sich alle bürgerlichen ißarteien zusammenfinden und einigen werden.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Raab(Wirt. Per.): Wir freuen uns, daß man uns reinen Wein«ingeschenkt und die Größe des Defizits nicht ver- schleicrt hat. Die Ereignisse, die uns in der vorigen Woche be- schäftigt haben, waren eine schlechte Einleitung der Reichsfinanz. rcsorm. Ader gerade die Blöße, die sich Deutschland in anderer Beziehung gegeben hat. muh ein Ansporn sein, wenigstens die Finanzen in Ordnung zu bringen.— Redner schlägt eine Reichsbodenrentenzuwachösteuer vor, freut sich über die versprochene Aufhebung der gahrkartensteuer und die versprochene Verbilligung des OrtsportoS und behauptet, daß es eigentlich dieselben Leute seien, die von den direkten wie von indirekten Steuern getroffen ivrrden.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Einige der neuen Steuervorschlägc sind geradezu mittelstandsseindlich. Der Redner weichet sich gegen die Tabaksteuervorlage, gegen die Bier- und Weinsteuer. Die Wehrsteuer begrüßen meme Freunde, haben aber schwere Bedenken gegen die Nachlaßsteuer. mit der sie verbunden ist. Sollte die Nachlaßsteuer fallen, so er- warten wir, daß die Regierung doch an der Wehrsteuer, festhält. Die ElektrizitätS- und GaSftcuer lehnen wir ab. sie würde in der Hauptsache eine Gewerbesteuer bedeuten. Statt der Anzeigensteuer sollte man lieber eine Anzeigen umsatz steuer einfuhren. Zu fordern ist vor allem eine Vermehrung der Reichsbetriebe; ein Reichskalimonopol würde man in weiten Kreisen geradezu als rettende Tat ansehen; daS Versicherungswesen, die Reichsbant wüßten verstaatlicht werden, das würde dem Reiche zahlreiche Millionen bringen. Ebenso wäre eS mit einem Petroleummonopol. Weiter könnten sämtliche Stempel auf das Reich übernommen werden.— Ter Reichskanzler hat gestern einer Ehr. schränkung de? Luxus' das Wort gesprochen» aber eine Luxussteuer enthält das vorgelegte Gteucrbukctt nicht. Ich gebe zu. daß alle diese Steuerborschläge einer sorgfältigen Durcharbeitung bedürfen; auch die Regierung möge sie ernstlich prüfen. Ich will damit schließen.(Allseitiges Bravol) Ja. alles nimmt ein Ende.(Große Heiterkeit.) Ich will schließen, aber betonen will ich doch, daß auch wir das Elend unserer Finanzlage anerkennen; ihre Be- scitigung ist eine Lebensfrage für unser Volk. Die Mittel hierfür zu schaffen, ist eine nationale Aufgabe.(Bravol bei der Wirt- schaftlichcn Vereinigung.) Darauf vertagt das HauZ die Wciterbcratung auf Sonn- abend ll Uhr. Schluß Uhr._ «apitalimiche verbrechen. Lebendig eingemauert! ES klingt wie ein Roman. Aber es soll grausige Wahr- heit sein, daß auf der Radbodgrube gerade wie in Courrieres lebendige Menschen eingemauert worden sind! II Um Kohlen zu retten, war man zu eilfertig mit der Vermauerung und Unterwassersetzung der Schächte. Genosse Leinert teilte gestern im Abgeordnetenhause niit, dem Bergarbeiterverband sei die Nachricht zugegangen, daß sich zwei Knappen von der Radbodgrube selbst gerettet haben. Uns wird darüber noch das Nähere mitgeteilt: Ein Lampcnmcistcr erzählte eincni Vertrauensmann der Arbeiter: am Unglückstage haben sich zwei Leute, Inhaber der Markennummcrn 563 und 598, durch Aufstieg in einem Aufbruch von der II. zur I. Sohle gerettet. Stimmt das, muß es die Verwaltung wissen, und dann wird es schier unbegreiflich, wie man die Rettungsarbeiten einstellen konnte. Daß nicht alles in Ordnung war, geht auch schon aus den diversen falschen Meldungen hervor. Die„Fftankf. Ztg." berichtete, der Bergmann Gard habe die Aussage, die er dem Berichterstatter machte, vor dem Staatsanwalt nicht aufrecht- erhalten. Von anderer Seite wurde sogar behauptet, Gard habe sich durch Flucht der Verantwortung entziehen wollen. Uns schreibt man über die Angelegenheit: Wir— der Schreiber und ein Vertrauensmann vom Berg. arbeiterverband— standen am 17. November, morgens 1l Uhr, auf dem Zechcnplatz und lasen folgenden Anschlag: „Im„Berliner Lokal-Anzcigcr" steht, das; ein Bergmann Karl Meier einem Berichterstatter u. a. erzählt haben soll, er habe im Revier deS Steigers Earrier gearbeitet. Dort sei am Montag und Dienstag voriger Woche, also während zwei Schichten, kein Tropfen Wasser im Revier gewesen. Dort habe der Kohlenstaub zuweilen fußhoch gelegen. Es fehle an richtigen Wetterkontrolleurcn. Die Wcttcrstrecken seien stellen-- weise schlecht und so klein gewesen, daß man nur auf dem Bauche kriechend durchgekommen wäre. Der Sprecher habe in der Mitte von ctiva 100 Mann gestanden, die die Worte de» Sprechers bestätigt hätten. Wir setzen eine Belohnung von 100 Mark für denjenigen aus. der uns den Sprecher derart nam- baft machen kann, daß eine gerichtliche Vernehmung des ManmeL möglich ist. Bcrgiverksgesellschaft„Trier". Janßen." Da trat ein Mann zu uns heran, las das auch und sagte: „Was wollt« denn die Leute. daS ist doch wahr, das stimmt doch ganz genau!" ES war der Bergmann Gard.— Er ging sofort zum Bureau, um sich vernehmen zu lassen. Am nächsten Tage begaben wir uns zu ihm und er erklärte uns: „Ich habe dem Staatsanwalt dieselben Tat- fachen mitgeteilt als dem Zeitungsberichterstatter, tä ist ja die Wahrheit!" Jedenfalls wäre eS interessant, zu erfahren, von welcher Seite die unwahren, augenscheinlich auf Stimmungsmache berechneten Mitteilungen lanziert werden. 9• • Mehr Bcrgarbeiterschutz! Durch das furchtbare Unglück aus der Radbodgrube ist die Forderung der Bergknappen nach Einführung der Ar- beiterkontrollcure wieder in den Vordergrund der öffentlichen Diskussion gestellt. Wieder steht man vor der Frage: wird die Regierung sich abermals dem ablehnenden Willen der Grubenkönige beugen? Im Jahre 1898, nach dem Unglück auf der Karolinen- grnbe bei Bochum, schien die Forderung der Bergarbeiter auf Einsetzung von Kontrolleuren aus dem Arbeiterstande ihrer Erfüllung entgegenzugehen. Es wurde eine Studien- kommission ausgesandt, die Ermittelungen anstellen sollte über die Erfahrungen, die in England. Frankreich. Belgien und Nordamerika mit den Arbeiterkomrolleuren gemacht worden sind. Trotz der günstigen Erfahrungen der Studienkommission wurde aber die Einsetzung von Arbeiterkontrolleuren zurück- gestellt, weil die Grubenherren sehr energisch gegen solchen Vorschlag opponierten. Statt der Arbeiterkontrolleure wurden nur sogenannte„Einfahrer" ernannt, Unterbeamte mit ganz geringen Rechten, die sich schon deshalb keitze Autorität schaffen konnten, weil sie von den Grubenherren und ihren Beamten allgemein„Grubengendarmen" genannt wurden. Immer wieder wurde der Ruf auf Einführung eines Reichsberggesetzes erhoben, auch schon deshalb, weil aus der Uneinheitlichfett der Berggesetze noch andere Schädigungen hervorgehen. Nachdem der Reichstag bei Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches in einer Resolution den Wunsch ausgesprochen hatte, daß das Bergrecht einer einheitlichen Regelung tinkerzogcn werde, nahm er iin Januar 1969— nur gegen die beiden konservativen Fraktionen— abermals einen Antrag an, der den Reichskanzler aufforderte, den Eni- wurs eines Reichsberggesetzes vorzulegen. Fünf Jahre später, im Jahre 1995, während des letzten großen Ausstandes im Ruhrrevier, forderte die sozialdemokratische Partei eine Novelle zur Gewerbeordnung, in der die hauptsächlichsten Wünsche der Bergarbeiter erfüllt werden sollten, und im Mai desselben Jahres brachten Sozialdemokraten und Zentrum sogar je einen ausgearbeiteten Gesetzentwurf ein. In 8 l des sozialdemokratischen Gesetzentwurfes war gefordert, daß auf das Verhältnis zwischen BergwerkSbcsitzer und Berg- arbeiter lediglich rcichSgesetzliche Vorschriften Anwendung finden. Es ist bekannt, daß auch nach dem Streik im Ruhr- revier im Jahre 1995 eine reichsgesetzliche Regelung durch die bürgerlichen Parteien, eiitschliesililst Zentrum, verhindert worden ist. Durch ein preußisches Landesgesetz wurden einige Umänderungen durchgesetzt, die aber von den Berg- arbeitern als durchaus unzulänglich angesehen werden. Nach dem jetzigen fürchterlichen Unglück wird die Bewegung der Bergarbeiter auf Einführung eines besseren Schutzes uno ans eine Vereinheitlichung deS Bergrechtes kaum mehr zurück- zudrängen sein. Geschäftigkeit der Polizei. Der Schreck über das Unglück hat den staatsrctterischen Eifer der Polizei nicht eingeschläfert. Auch ein Trost in der trüben Zettl Am Tage nach dem Begräbnis erschienen auf dem Friedhof zwei Gendarmen und eigneten sich von dem Massengrab, zwecks staats- rctterifcher Verwendung, mehrere-rote und weiße Schleifen an; die roten wohl wegen der gefährlichen Farbe, die weißen, weil sie Inschriften trugen, von denen man sicher den Ausbruch einer Revo- lution befürchtete. 350 Knappen sind tot aber der Staat ist gc- reitet. • �• Kohlen und Menschen! Die Katastrophe auf der Zeche Radbod hat wieder einmal ein grelles Schlaglicht auf oaS Produktionssystem getvorsen, worunter die Arbeiterklasse leidet. Für die herrschende und besitzende Klasse ist sie ein unglücklicher Zufall, den sie bedauert, der aber nach ein paar Wochen wieder bergessen ist. Tie Arbeiter� wissen, daß solche Kalastrophcn Folgen des Kapitalismus sind. Tie Wirklichkeit des kapitalistischen Systems ist, daß Menschen nichts gegen tote Dinge gelten. Am klarsten stellte sich das in der großen Eile heraus, womit die Rettungsversuche der Menschen eingestellt und mit der Rettung der Kohlen angesaitgen wurde. So hat man eS auch in CourriereS gemacht. Da hieß eS auch: Die Arbeiter sind unrettbar verloren, sie sind alle schon tot. Die Schächte wurden vermauert, um die Kohlen zu retten! Und nach- her stellte sich heraus, daß noch Arbeiter lebend in der Grube waren und sich, wie durch ein Wunder, zu retten wußten. In einem Gemeinwesen, wo das Glück der Menschen höchstes Ziel wäre, würde bei einem solchen Unglück nur daran gedacht werden, die Arbeiter zu retten, und man würde sich um etwas mehr Kohlen, die verbrennen, nicht kümmern. Aber in einer Gc- sellschaft, wo Privateigentum herrscht und Profit als höchstes Ziel gilt, kann dieser Maßstab unmöglich gelten. Kohlen verbrennen lassen? Kohlen haben Wert, sind Geld; Menschen nicht! Kohlen, die verbrennen, sind verloren; für Mcn- schen, die verbrennen, kann man umsonst neue bekommen. Sie bieten sich in dieser Krisenzeit massenweise an, flehen sogar darum, eingestellt zu werden. Ja. wenn noch die Sklaverei bestände, dann wäre es anders; dann würden die Arbeiter für den Kapitalisten ein Kapital,«ine Geldsumme bedeuten und dann würde für ihr Leben und Sicherheit besser gesorgt werden. Aber leider, müßte man fast sagen, sind die Arbeiter kein« Sklaven mehr; sie kosten dem Kapitalisten nichts und werden danach behandelt. In dieser Zeit, wo sogar zahlreiche Schichten deS Bürgertum» sich über die BerglverkSgefellschaft entrüsten, die auS Profitsucht die notwendigsten Schutzmaßnahmen vernachlässigte, müssen wir mit allem Nachdruck darauf hinweisen, daß der heutigen Gesell- schaftSordnung. und damit jedem, der sie aufrechtzuhaltcn hilft, die Schuld trifft. Mit dieser„Ordnung" ist die Profitsucht, der Trieb nach immer mehr Geld, untrcnrbar verbunden. Der Kapi- talist nimmt keine Arbeiter in seinen Dienst, um sie zu versorgen, sondern um sie auszubeuten. Arbeiter sind für ihn nicht Menschen, wie er selbst, sondern Instrumente zur Mchrwerterzeugung. Das ist die Wahrheit des Kapitalismus; und all« Entrüstung in der bürgerlichen Presse über denjenigen Unternehmer, bei dem diese Wahrheit zu einer solchen erschütternden Darstellung gelan»,.. wie jetzt auf Radbod, ist nur eine billige Methode, die Aufmerksamkeit von den wahren Schuldigen abzulenken. Aber der Staat, der angeblich für da» Leben aller seiner An- gehörigen eintritt, dessen Aufgabe eS nach der Darstellung seiner Verteidiger ist, die Scftvachen zu schützen, was wird er tun? Wird er der Direktion der Zeche einen Prozeß wegen fahrlässiger Tötung machen? Wird er auS dieser Katastrophe die Lehre ziehen, daß er weiterhin besser für die Bergarbeiter zu sorgen hat? Auch hier gilt eS. sich nicht phantastische und trügerisch- Hoffnungen zu machen, sondern die Wirklichkeit klar zu erkennen. Der Staat ist der Staat der Ausbeuter; der Profit des Kapitalisten ist ihm höchste sittliche Norm; er betrachtet das heutige AusbcutungSver- hältnis als natürliche und göttliche Weltordnung, die er mit allen Mitteln aufrecht erhält. Leicht wäre cS einer Regierung, die eS wirklich will, solche SicherheitSmaßnahnien zu treffen, daß Kata- strophen wie jetzt auf Radbod unmöglich werden! Solange aber chie erste Forderung der Arbeiter, daß von ihnen selbst ge- toählte, mit Machtvollkommenheit ausgestattete Grubcnkontrollcure für die Sicherheit sorgen, von der Regierung und den bürgerlichen Parteien abgelehnt wird, sind alle deren Beteuerungen Phrasen, ist ihr angeblicher Bergarbeiterschutz Farce. ?tur ein Ziel kennt die herrschende Klasse, deren Ausschuß die Regierung bildet: ungestört möglichst viel Millionen Profit auS den Arbeitern pressen. Nur eine Sorg« kennt sie: daß die Ar- beiter die Wahrheit dieser göttlichen Ordnung durchschauen und sich dagegen auflehnen könnten. Deshalb sucht sie durch Kund- gedungen des Bedauerns und des Beileids ihre wirkliche Rolle ver- gessen zu machen. Von der unmittelbar schuldigen Bergwerkögesellschaft hat keiner «ine Haltung des Bedauerns erwartet; das wäre allgemein als eine freche Heuchelei empfunden worden. Ihre Haltung zeugt nur von Aerger, Aerger über den materiellen Schaden, der einen Strich durch ihre Spekulationen macht; Aerger über die moralische Bloß- stcllung als Sündenbock für das ganze System. Wenn der Gruben- brand erloschen ist und die öffentliche Erregung sich gelegt hat, werden die Direktoren und Aktionäre wieder Arm in Arm mit ihren Kollegen etnherziehen, als geehrte Mitglieder der besitzenden Klasse. Sie sind ja nicht schlimmer als die anderen, sie haben bloß Pech gehabt. Mag die Bourgeoisie diese Katastrophe möglichst bald der Ver- gessenbeit überliefern wollen, die Arbeiter werden die richtig« Lehre «ms ihr ziehen. Sie können sich nicht mit Empörung über die schuldigen Unternehmer begnügen. Sie müssen einsehen� daß solche Fälle nicht aufhören werden, solange der Kapitalismus herrscht und die kapitalistisch« Klasse über die Regierung gebietet, und daß sie nur mit diesem System selbst beseitigt werden können. Sie werden daher mit größerer Energie den Kampf gegen den Kapitalismus und für den Sozialismus führen. Wenn die Riesen. katastrophe dahin wirkt, die Arbeiter zum schärferen, energischeren Klassenkampf aufzurütteln, werden ihre Opfer nicht bloß Opfer deS Kapitalismus, sondern zugleich Märtyrer für den Sozialismus, für cii« bessere Gesellschaftsordnung sein, in der im Gegensatz zu heute Menschen mehr gelten werden als Kohlen. Soziales. Vertretung vor dem KaufmannSgerlcht. DaS Gesetz über die Kanfmannsgerichte bestimmt in gleicher Weise wie das Gewerbegerichtsgesetz, daß solche Personen als Ver- trcter einer Partei nicht zuzulassen sind, die daS Vertreten vor Ge- richt geschäftSmästig betreiben. TaS Berliner KaufmannSgericht hat bisher in den weitaus meisten Fällen in der unentgeltlich über- nommeuen Vertretung seitens der Verbands funktionäre keine Gc- schäftsmätzigkeit erblickt. Magistratcrat v. Schulz, der verdienstvolle Vorsitzende de» Berliner KaufinannägerichiS, wies sogar mit Recht Handlungsgehilfen auf ihre Verbände hin, die ihnen int Falle der Behinderuitg Vertretung stellen werden. Dennoch hat die 4. Kammer unter dem Vorsitz des Assessors Döpene in einem jetzt entschiedenen Falle die Ablehnungsmöglichkeit von Vertretern»och erweitert. Es handelt sich um den Fall deS Bezirksleiters vom Deutschnationalcn LandlunaSaebilienverband Wicie- der«n am fachkundige Entscheidung über die Rechtmäßigkeit eines bestimmten| Witterungsübersicht vom 20. November 1908, morgens 8 me. Anspruchs bezweckt und durchaus den Grundsatz befolgt, daß die Parteien den Rechtsstreit felbst ausfechten. Die Urteilsbegründung ist aus den von uns wiederholt dargelegten Gründen über Zweck und Entstehungsgeschichte der geschlichen Vorschrift verfehlt. Sie zeigt aber aufs neue, wie dringend erforderlich eine gesetzliche Regelung der Vertretungsfrage vor den Gewerbe- und Kaufmannsgerichten bei Gelegenheit der RivilStationen persönlichen Erscheinen verhindertes Verbandsmitglied in einem Brozeß um Zahlung der Garantie" gegen die Versicherungsgesellschaft Victoria" vertreten wollte. Affeffor Dépène hatte im früheren Termin dem Vertreter vor der Beratung mit den Worten abgewinft:„ Wir sind uns schon einig über Ihre Richtzulassung." W. setzte die Beratung des Gerichts durch. Dies tam aber gleidh falls zur Ablehnung des Vertreters. In der jetzt schriftlich vorliegenden Begründung heißt es unter anderem: Die Klage wendet sich in fachkundiger Weise gegen einen seit langer Zeit vom Kauf- prozeßnovelle ist. mannsgericht vertretenen Standpunkt, woraus unschwer zu folgern ist, daß es sich hier nicht um eine Vertretung aus Gefälligkeit Wetterprognose für Sonnnabend, den 21. November 1908. München 763 handelt, sondern um die Verfolgung prinzipieller Interessen eines Vielfach heiter, nachts leichter Froft, am Tage wieder etwas wärmer bei Bien größeren Kreises von Personen. Das läuft aber gerade der Tendenz mäßigen südwestlichen Winden; feine oder unerhebliche Niederschläge. Der Kaufmannsgerichte zuwider, welches lediglich eine schnelle und Berliner etterbureau. ar den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 21. November. Anfang 7, Uhr. Königliches Opernhaus. Figaros Hochzeit, Königl. Schauspielhaus. Heinrich VI. Kaiser Deutsches. Die Revolution in Krähwinkel. Sammerspiele. Der Arzt am Scheidewege. Anfang 7 Uhr. Anfang 8 Ubr. Neues Schauspielhand. Blaue Berge. Nenes tgl. Operntheater. Geo schloffen. Berliner. Der Bellchenfreffer. Neues. Ahasver. Besuch. Die Silberfischchen. Leffing. Hedda Gabler. Kleines. Moral. Komische Oper. Die verkaufte Braut. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Hebbel. Hohes Spiel Schiller sanner Theater.) Die Die Zwilligsschwester. Scher Charlottenburg. Braut aon Messina. Nachmittags 3 Uhr: Julius Cäsar. Friedrich Wilhelmstädt. Schaus 40 spielhaus. Die zärtlichen Ver wandten. Schiller- Theater. O.( Ballner- Theater.) onnabend, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Sonntag, abends 8 Uhr: Kabale und Liebe. Montag, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Schiller Theater Charlottenburg. Sonnabend, nach m. 3 Uhr: Julius Cäsar. Trauerspiel in 5 Aufz. v. Shakespeare. Sonnabend, abends x 1 br: Die Brant von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 U br: Der Graf von Charolais. Montag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Zirkus Schumann. Heute Sonnabend, den 21. November 1908, abends präz. 7, Uhr: VII. Grande Soirée High Life Gala Programm. Bumbola der Wunderaffe und um Wiederum neue Debuts. 94 Uhr: Schaustück. Das glänzendste was je geboten! Das diesjährige große Pracht- Manegen. Golo, der Seeräuber und Mädchenhändler. 5 wunderbare Akte. Feenhafto und an Pracht unübertreffliche Licht- und technische Effekte. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr, wochentags 8 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. 2161b+ Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Nachmittags& Uhr: Aschenbrödel. Castan's Panoptikum oo 4 Westen. Der fidele Bauer. Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Thalia. Bruder Straubinger. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Moriz. Luisen. Die Chre Rachmittags 4 Uhr: Die Königs finder. Bernhard Nofe. Herr Paragraph. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Mar und Moriz. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. un vielbans. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overetten. Die Dollar prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Nachmitags 4 Uhr: Dornröschen. Gastspiel Theater. Demimonde. Anfang 8%, Uhr. Bürgerl. Schauspielhaus. Der Militärstaat. Anfang 8 Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Vorher: Intern. Künstler- Teil Ap no. Eine, luftige Spreewaldfahrt. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter los. tabel Wintergarten. Spezialitäten. Wange. Spezialitäten. Kafino. Die Dianabäder. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Folies- Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witte. Gustav Behreus. Echte Spree athener. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialiäten. Urania. Tandenstraße 18/19. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Rachmittags 4 1hr: Ueber den Brenner nach) Benedig. Friedrichstr. 165( Pschorrpalast). Morgen Sonntag geöffnet! Täglich: Große Variété- Vorstellung der Zwerge! Allerseelen! Ohne Extra- Entree! Beachten Sie bitte das Preisrätsel! Berliner Theater Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Lustspielhaus. Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Madame Flirt. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Bum erstenmal: Hohes Spiel. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Quisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Affen von Leo Fall. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. Berndt: Vom Werden und Vergahen der belebten Materie.( IL) Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Swmembe 756 2 Hamburg 760 Perlin 759 Franti.a M 767 N 760 ND Better Stationen 2 gabaranda 751 N 1 Betersburg 744 1 Scilly 8 Aberdeen 3 wollig 2 halb bb. 2 bedeckt 1 heiter 2 Schnee 1 Rebel 1 Baris 767 SS 762 S 7675 Better Temp. n. 6. Wop DoS HOOLD 2 beiter 19 1 Schnee 4 Dunst 1 wolfig 1 wolfen! 9 1 Orts- Krankenkasse TYPOGRAPHIA Weißensee. Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879. Chormeister Alexander Weinbaum.- M. d. A.-S.-B. Sonntag, den 22. November( Totensonntag) im Festsaale der..Neuen Welt"( Hasenbeide): KONZERT Mitwirkende: Klara Senius- Erler( Sopran) Paula Weinbaum( Alt). Anfang 6 Uhr. Eintritt 60 Pf. Kinder 20 Pf. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Eintrittskarten a 50 Pf. erhältlich im Vereinslokal, Alte Jakobstr. 75, in den Zigarrengeschäften von Horsch, Gewerkschaftshaus, G. Schulz, Kottbuser Tor, E. Schulz, Mittenwalder Str. 2, W. Kolbin, Bülowstr. 56, A. Rensky, Choriner Str. 28, Bielefeld, Gräfestr. 35, Böttger. Skalitzer Str. 107, Seidel, Bergmannstr. 59, Köhler, Urbanstr. 25, Kämmerer, Elisabethufer 37, Parske, Büschingstr. 2, Rietdorff, Rixdorf, Pannierstr. 40; ferner im Rest. Denkelmann, Rixdorf, Bergstraße, am Hermannplatz, u. im Tagesrestaurant der Neuen Welt". 66/18 XIV. Saison! Zirkus Busch. Heute Sonnabend, 21. November, abends praz. 74, Uhr: Gr. Galaabend. 1.9 1. ca: Mensch oder Affe? Das vielumstrittene Natur: wunder aus Paris. Rapitän Webbs 9 dreffierte Seelöwen! Die lessems. Ferner: Herr Burkhardt Fottit, Schulreiter. Herr Ernst Schumann, Neudrejs. Math. Renz, Schulreit. Um 9 ca.: Barbarossa!! Sonntag, 22. Rob.: Totensonntag 7 1. Nur eine Vorstellung. 7 Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Totensonntag, 22. November, abends Das glänzende: 8 Uhr: Fastnacht. Schauspiel November- Programm Luisen- Theater. Schneider- Duncker Nachmittags 3 Uhr: Die Königskinder. Abends 8 Uhr: Die Ehre. in 2 Akten von Rich. Jaffé. Er. Bild a. d. Pariser Leben i. 1 Akt von O. Métténier. 9Yankee Doodle Girls WINTREN and 14 neue:::: Variété- Attraktionen Sonntag nachmittag: Gelgloffen. Passage- Panoptikum. Abends: Die Räuber. Montag: Die Ehre Sternwarte, Invalidenitt. 57/62. DERNHARD ROSE THEATED Neues Theater. Abends 9 Uhr: Ahasver. Besuch. Silberfischchen. Sonntag und Montag: Baccarat. Kleines Theater. Anjang 8 Uhr. Moral. Sonntag: Moral. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Dorn röschen. Sr. Frankfurter Str. 182. Abends 8 Uhr: Herr Paragraph. Shauptet in 3 Atten von B. Albers. Bochentagspreise. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag( otenfonntag), 22. Rob.: Keine Vorstellung. Montag, den 23. Rovember 1908: 4 Boltsvorstellung zu balben Preisen: Ueber unsere Kraft. Anfang 8 Uhr. Opollo Theater Friedrich- Wilhelmstädtisches Eine lustige Spreewaldfahrt. Schauspielhaus. Sonnabend, 21. Nov., nachm. 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Sonntag: Wilhelm Tell Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie." Sonntag, 22. Rob.( Zotensonntag), 8 11hr: Ferréol. Schauspiel in 4 Aften von Sarbou. Burleste. Mufit b. Paul Lincke. G Lebend! Ohne Extra- Entree! Lebenb! Das Bärenweib. Simpson der lebende AmboB der Mann mit dem Steinkörper. Neapolitanische Briganten. Panophon- Vorträge: Alexander Girardi, Otto Reutter, Caruso etc. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. November DAngelo's lebende Bilder Die Kraton's Reifenpantomime OUISE BLOT. Attraktionen WOODWARDS SEELOWEN SEEHUNDE PARISER SANGERIN TOLA LA TITCOMB SANGERIN ZU PFERDE SELBINL amerikan Strandschönheit DIESLEEDES das mysteriöse Haus GOLEMANN'S DRESSIRTE HUNDE AND JAPANER TRUPPE BROS.MARTIN Xylophonisten Der Biograph. Berliner Eis- Palast Gastspiel- Theater Bon morg. 10 Uhr bis nachts 12 Uhr Lutherstr. 22/24. Ständige Eisbahn. De geöffnet. Großes Konzert. Abends 9 Uhr: Auftreten erster Kunstläufer und läuferinnen. W.Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Große Extra- Fest- Vorstellung zum 20 jährigen Bühnenjubiläum 9,80: Das Attraktions Brogramm Dir. Rob. Dill. Opern- Abend! und Siegwart Gentes als fromme Helene. Ab 1. Dezember: Mizi Gizi. Walhalla te Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr: Das neue November- Programm. Perzina m.seinen 110Tieren Im Zunnel Regimentsfapellen: c. Theaterbelucher hab. freien Eintritt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Das Nachtlager in Granada. Undine. Bedeutende Opernkr. a. G. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Bf. Festball. Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange. Demimonde. 16/ 15* Morgen u. folgende Tage 81, U.: Demimonde. Bürgerliches Schauspielhaus Raftanien- Allee 7-9. Heute: Der Militärstaat. Morgen Sonntag nachm. 3 1hr: Keine Vorstellung. Abends 8, Uhr: Neu einstudiert: Der Glöckner von Notre Dame. Wilhelm heter Brüdenstr. 2, a. d. Jannowizbrüde. Täglich Anfang 8 Uhr. Die Schöpfung. Naturwissenschaftliches Schauspiel von Prof. Joh. v. Weniger. Dalast- Theater Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Heute wegen Privatfestlichkeit geschlossen. Gebrüder Bekanntmachung. Gemäß§ 67 der Kaffenfazung werden hiermit die nachstehenden Menderungen in der Zusammensetung des Vorstandes bekannt gegeben: Neugewählt ist an Stelle des am 31. Dezember d. J. durch Ablauf der Amtsdauer ausscheidenden Tischler meisters Herrn Paul Friedrich der Gastwirt Herr Gustav Roft fopf, hier, Königchauffee 88 ( Arbeitgeber). Wiedergewählt sind die Herren: Content, Arbeitgeber, Kittler, Arbeitnehmer, Fendel, Brodtkorb, 279/20 Die Amtsdauer der Gewählten be. ginnt am 1. Januar 1909 und endet am 31. Dezember 1910. Weißensee, 19. November 1908. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Weißensee. R. Fuhrmann, Vorsitzender. Casino- Theater Lothringer Str. 87. Täglich 8 Uhr 8 11hr: Das glänzende bunte Programm. 9 Uhr: Großer Lacherfolg! Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Nick Carter. Brauerei Friedrichshain Am Königstor. Heute Sonnabend: Kein Ringkampf. Fortsetzung Montag mit vollständig neuem Spezialitätenprogramm. Gustav BehrensTheater. Goitzstr. 9. Madame Colley Ashton genannt Herrnfeld- Der weibliche Houdini Vorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Fest- Vorstellung Zum 50. Male: Die beiden Bindelbands. Borher: Künstlerteil. Morgen Sonntag: Einmalige Aufführung: Die letzte Ehre. Hausierer Jockele. Künstler- Teil. Königstadt- Kasino. Stadt- Theater Moabit. Holzmarktstr. 72. Morgen und folgende Tage: Der Seekadett. Singspiel in 2 Bildern von Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Sonntag, den 22. November: He Großer Fesselalt Größte Sensation des 20. Jahrhunderts. Außerdem das Elite- November- Programm. Schlager auf Schlager! Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Kottbuser Sanssouci, Straße 6, Direktion Wilhelm Reimer. Montag, Donnerstag und Sonntag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Einakter, Ensembleszenen. Aktuelle Vorträge in Wort und Lied usw. Beg. Sount. 5, toochent. 8U. Morgen: Große Vereins. feftlichkeit: Geschlossen. Montag: Elite- Soiree. Tanz. Dienstag: Gr. Vereinsfestlichkeit: Geichlossen. 98 98 Greift zu! ben beften Monatsanzüge.. b. 9,50M Abonnementsanzüge. D. Richter. Mufit von Guft. Steffens. Vorher um 8 Uhr: Die November- Spezialitäten mit Franz Sobanski. Folies Caprice. Reichshallen Theater Abends 8 Uhr: Die Brautschau. Bunter Soloteil. Die lästige Witwe. Sonntag, den 22. November: Einmalig. Gesamtgaftsp. u. Leit. v. William Löwe: Die Haubeulerche. Stettiner Sänger Zum Schluß neu: Der Kompagnie- Ball. Militärische Humoreste von Meysel. Auf wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Schloß Greifenstein Schauspiel in 6 Aften bon Charlotte Birch- Pfeiffer. Anf. d. Borst. 7, Staffenöffnung 6 Uhr. Konzert 6%, Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Montag, 23. November: Soiree der Lustigen Sänger. fublethanzüge Particanzüge. Gehrockanzüge 13.00 " P 11.00 12.00 • 14,50 Anzüge, Erfat f. Maj, 20.50 Winterpaletots Hofen B 9,50 2,00 Warme Winterjoppen. 6,00 Moldauer Wilhelm- Kasino 98 6r. Frankfurter Str. 98 Brückenstr. 2, a. d.Jannowitzbrücke Anfang 8%, Uhr. Familien- Biercabaret das neue November- Progr. im Laden( am Stransberger Play). -Straßenbahn- Bergütung. Berliner-Trio. Felix Scheuer U Stralsunderstr.1. Inferatenteil verantw.: Zb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 273. 25. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 21. November 1908. Abgeordnetenbaus. 8. Sizung. Freitag, den 20. November, bormittags 11 Uhr. Präsident v. Kröcher: In der Nacht vom 11. zum 12. November Ift über die Zeche Radbod ein Unglück von solcher Schwere hereingebrochen, wie es unser preußischer Bergbau noch nie erlebt hat. Weit über 300 brave Bergleute hat der Tod dahingerafft; biele liegen noch schwer verletzt, zahlreiche Familien sind mit einem Schlage in Trauer, Not und Glend versekt worden. Ich habe geglaubt, das Haus werde seiner innigen Teilnahme an dem entfeßlichen Unglüd dadurch den würdigsten und deutlichsten Ausdruck geben, daß es sich sobald als möglich versammelt und in ernste Beratung über diese beklagenswerten Ereignisse eintritt. ( Bravo!) Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. An erster Stelle steht die Interpellation. Sie lautet: " Ist die Königliche Staatsregierung in der Lage, über die Ur: sachen des Grubenunglücks auf der Zeche Rabbob, Kreis Hamm, in der Nacht vom 11. zum 12. November Mitteilung zu machen? Welche Vorschriften und Einrichtungen gedenkt die Königliche Staatsregierung zur Verhütung ähnlicher Unglüdsfälle in der Handelsminister Dr. Delbrüd erklärt sich bereit, die Interpellation sofort zu beantworten. Das Wort zur Zukunft zu treffen?" erhält Begründung der Interpellation Abg. Frhr. v. Twidel( 3.)( die Ausführungen des Redners sind auf der Tribüne sehr schwer verständlich): Die Arbeiter klagen über die große Trockenheit in der Grube und über mangelnde Wasserzufuhr. Ich frage den Herrn Minister weiter: Weshalb ist es nicht möglich, elektrische Lampen in den Gruben zu verwenden, und ist die Nachricht richtig, daß die Bergwerksverwaltung seit Jahren mit der Stadt Hamm über Lieferung des Wassers in Bers handlung steht? Gerade in den Tagen vor der Katastrophe foll fein Wasser in der Grube vorhanden gewesen sein.( Hört, hört!) Die Forderung der Arbeiterkontrolleure in den Gruben, die die Bergarbeiter dem Prinzen Eitel- Friedrich selbst vorgetragen haben, ist eine alte Forderung des Zentrums. Hoffentlich wird dieses neue Unglück dazu beitragen, daß sie endlich erfüllt wird.( Bravo!) Minister Dr. Delbrück: Ich habe zunächst dem tiefschmerzlichen Bedauern der Regierung Ausdruck zu geben über dieses große namenlose Unglüd, das den preußischen Bergbau betroffen hat. Die Trauer dieser Ichten Tage lastet schwer auf mir, als dem Chef der Bergverwaltungen, und meinen Mitarbeitern. Ich danke zugleich allen denen, die der Verwaltung ihre Teilnahme ausgesprochen haben und sich durch überreiche Spenden schon jetzt bemüht haben, die entstandene Not zu lindern.( Bravo!) " Die Erkrankungsziffer daß die Bufunft gewisse Feststellungen über die Ursache des Unglücks, über den Gang, den die Explosion genommen hat usw. Trotzdem bedaure bei den Bergleuten beträgt: 65 Proz.! An diefe große Unfall und ich, daß man mit dieier Maßnahme nicht gewartet hat, bis meine Strankheitsziffer haben sich offenbar die Bergwerksbefizer bereits ge= Kommission zur Stelle war. Das würde zu meiner und zur Be- wöhnt. Ich erinnere an eine Aeußerung des Generaldirektors ocr rubigung der Deffentlichkeit beigetragen haben. Der eigentliche Germania bei Gelegenheit des Boruffia- Unglücks: Man treibt doch Träger folcher großen Explosion ist, wie durch die bisherigen Be- schließlich nicht Bergbau, um die Gefahren des Bergbaues zu beobachtungen bei früheren Unglücksfällen feſtgeſtellt ist, der Kohlen- tämpfen, man will doch sozusagen auch Kohlen fördern!"( Hört! itaub. Es sind umfassende Maßnahmen getroffen, um die Arbeiter hört! bei den Sozialdemokraten.) Das verstehen die Bergleute vor den Schlagwettern zu schüßen. Ich erinnere an das Verbot des fo: Die Bergarbeiter müssen ihr Leben aufs Spiel sezen, offenen Lichts in den Gruben usw. Um die Gefahren des Schießens fonft ist es nicht möglich, Kapitalisten verdienen. zu verringern, hat man iogenannte Sicherheitsstoffe her-( Unruhe rechts.) Das haben mir die Bergleute dort ſelbſt gesagt. gestellt. Kohlenstaubexplosionen können vor allem durch dauernde Ve-( Buruf rechts: Ale?) Sie kommen ja mit den Bergleuten über für deren Durchführung berieselung vermieden werden, haupt nicht zusammen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) stimmte Anordnungen getroffen find. Ob alle diese Maß- Also ich sage: Kohlenfördern ist die Hauptsache; denn die Kohlen Grube Radbod getroffen waren, nahmen auf der darüber bringen Geld, und alle anderen Arbeiten belasten lediglich die Ausenthalte ich mich vorläufig eines Urteils. Sollte es der Fall gewesen gaben des Grubenbetriebes. Schon die fein, so würde die Notwendigkeit noch weitergehender Sicherheitsaußerordentlich große Kohlenausbeute in Radbod vorschriften für besondere Verhältnisse erwogen werden müssen. Daß die Verwaltung alles tun wird, um derartige Vorkommnisse mußte die Bergbehörde darauf aufmerksam machen, daß vielleicht nach Möglichkeit zu vermeiden, werden Sie mir ohne weiteres nicht alles andere in Ordnung war. Es wird behauptet, daß glauben. glauben. Auf eine stramme Durchführung der bergpolizeilichen die Wasserleitung Befugnisse wird ein starker Druck ausgeübt. Es gibt Bechen, von vornherein nicht ausgereicht hat, um so viel Waffer herbeibei denen die Durchführung der Sicherheitsvorschriften geradezu zuschaffen, wie zu einer ordentlichen Beriefelung notwendig war. Die zum Sport geworden ist! Sie erfolgt ohne jede Rück- Bergbehörde hätte die Verpflichtung gehabt, das zu prüfen. Dazu ficht auf die Kosten, weil Bergwerksbefizer wie Bergleute kommt, daß daran das gleiche Interesse haben. Wenn trotzdem immer wieder die Grube ganz besonders staubreich Dieser der Ein anderer Klagen über mangelhafte Durchführung der bergpolizeilichen Vor- war. Am 9. November hat ein Arbeiter gesagt:„ Wenn noch einmal schriften laut werden, so liegt das offenbar an der Schwierigkeit der fein Wasser da ist, dann arbeite ich nicht mehr." Kontrolle, die mit der großen Ausdehnung der Gruben zusammen- Arbeiter erklärte: Wir hatten soviel Staub, daß beim WeiterArbeiterstande nicht beseitigt werden würde. In anderen Ländern, einmal eine Latte herunterfiel, war es nicht möglich, den Drahtkorb hängt und auch durch die Anstellung von Polizeibeamten aus dem schaufeln der Kohle niemand mehr etwas sehen konnte." Wenn wo eine solche Anstellung von Arbeiterkontrolleuren erfolgt ist, find der Lampen ohne weiteres vom Kohlenstaub zu reinigen. Das ähnliche Unglücksfälle auch nicht ausgeblieben. Gelöst kann die beweist, wie groß die Staubentwickelung gewesen ist. Am 9. NoFrage nur dadurch verden, daß das Verantwortlichkeitsgefühl der vember hat ein Schießmeister, als ihm erklärt wurde, es sei tein in der Grube tätigen Beamten, Werksleiter und Arbeiter Wasser da, geantwortet:„ Dann schieße ich auch nicht." Ein anderer gestärkt wird. nicht, Es genügt Betriebsführer für alles verantwortlich gemacht wird. daß, wie bisher, ein Bergarbeiter hat die am 11. November darauf hingewiesen, daß sich Wetter trägt auch Verantwortung für alle Anordnungen höheren Beamten, der Inspektoren, Direttoren und Generalangesammelt hätten! direktoren. Alle diese Beamten und auch alle Beamten in Er hatte geriefelt, weil Kohlenstaub da war, aber nach furzer Zeit den Gruben selbst, die irgend etwas zu befehlen haben, müssen auf tam tein Wasser mehr, und frisches Waffer hat es am 11. November gesetzlichem Wege verantwortlich gemacht werden können für die dort nicht mehr gegeben.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Konsequenzen ihrer Befehle.( Sehr richtig!) ( Sehr richtig!) Gewiß ist das Gros Bugegeben wird, daß das Wasserleitungsrohr über Tage zeitweise der Beamten von hohem Verantwortlichkeitsgefühl erfüllt, aber es eingefroren war. Das beweist eine gibt auch Ausnahmen, und diefe miffen auf gefeglichem Wege begroße Nachlässigkeit der Verwaltung. fämpft werden. Ich habe die Absicht, in Kürze gefeßliche Maß( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bum mindesten hätte man nahmen in dieser Richtung vorzuschlagen. Ueber die Forderung dann die Arbeiter für die Zeit der Betriebsstörung ausfahren lassen von Arbeiterkontrolleuren habe ich mich schon geäußert. Ich müssen. Von einem anderen Arbeiter ist mir gesagt worden, daß an halte es für ausgeschlossen, Arbeitern, die nicht Beamte find, polizei- feiner Arbeitsstelle in den letzten Oktoberwochen überhaupt nicht beliche Rechte einzuräumen. Dagegen halte ich eine Mitwirkung der rieselt worden ist.( Sört! hört!) Er hat es dem Steiger gemeldet, Arbeiter bei der Kontrolle der Betriebssicherheit, wie sie in den der erklärte aber: Ja, ich habe auch kein Waffer." Einzelne Arfistalischen Saargruben eingeführt ist, für sehr erwünscht. Diese beiter hatten die Möglichkeit, den Wafferarm mit Maschinenschlüsseln Einrichtung besteht darin, daß für bestimmte, festbegrenzte Teile des aufzumachen und beobachteten, daß dann kein Wasser tam!! Ein Betriebes, die der Arbeiter genau fennt, Vertrauensmänner aus folcher Arbeiter ist dann nach einem anderen Flöz verlegt worden den Arbeitern bestellt werden, die von Zeit zu Zeit in Begleitung und hat festgestellt, daß es auch dort tagelang kein Wasser gab. des Grubenbeamten die Grube befahren und die Arbeiter über etwaige Das war zwei Tage vor dem Unglück! Mißstände in der Betriebssicherheit befragen, die, wenn sie nicht sofort abgestellt werden, in der nächsten Sigung des Arbeiterausschusses( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein eigenartiges gudurchgesprochen werden... Wir müssen unter allen Umständen fammentreffen ist es, daß, vermeiden, daß unsere sozialen Einrichtungen politisch ausgenugt wenn die Kontrolle kam, immer Wasser da werden können.( Bravo! rechts.) Diese sozialen Einrichtungen sollen war! Einmal wurde den Arbeitern bei der Einfahrt zur Morgendem guten Einvernehmen zwischen Arbeitern und Verwaltung schicht gesagt: dienen, und dieses Ziel muß denen, die ihm widerstreben, so lange vorgehalten werden, bis wir es erreicht haben.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Auf Antrag des Abg. Herold( 8.) wird die beschloffen. ( Bravo! rechts.) Besprechung der Interpellation Heute komut Besuch, also rieselt fleißig!" Um 8 Uhr war aber noch kein Wasser da, und als endlich das Wasser lief, kam eine Viertelstunde später auch der Beamte. Die Arbeiter sind der Meinung, daß das Wasser nur dort lief, wo der Beamte fuhr; denn wenn der Beamte weg war, war Ganz unhaltbar ist das System, daß die ganze Verantwortung, auch das Wasser weg.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) wenigstens für das Gericht, nur auf den Betriebsführern ruht. Die Direktion muß auch verantwortlich gemacht werden. Den ersten Teil der Anfrage kann ich heute noch nicht erschöpfend beantworten. Trotzdem bin ich der Meinung, daß Sie nicht früh genug in die Lage versetzt werden konnten, sich über den Stand der Dinge, wie er sich augenblicklich darstellt, zu unterrichten. Man hat mir in der Presse borgeworfen, daß ich vorzeitig der Oeffentlichteit gegenüber zu der Frage des Verschuldens der Zeche und der Bergverwaltung Stellung genommen hätte. Dieser Vorwurf wäre begründet, wenn seine tatsächliche Voraussetzung richtig wäre. Ich habe in dieser ganzen Zeit nur zweimal einem Vertreter des„ Berliner Tageblatt" empfangen und zwar einmal bevor ich nach Hamm fuhr. Damals fonnte ich natürlich kein Urteil abgeben, zum zweitenmal, als ich von Hamm zurückkam. Er befragte mich, ob die Betriebseinrichtungen völlig versagt hätten. Ich habe geantwortet, ich wäre überhaupt nicht imstande, heute ein abschließendes Urteil zu fällen. Nach den mir bis jetzt vorliegenden Aussagen der Beamten scheine alles in Ordnung zu sein. Eine derartige Erklärung kann ich der Bresse nicht vorent- Abg. Krause Waldenburg( fr.): Es ist bedauerlich, daß auch halten; denn ich halte an sich das Bestreben der Presse, rechtzeitig in diesem Falle die Presse auf Grund unkontrollierbarer Angaben informiert zu sein, für berechtigt. Es ist dann ein Resumé eines schwere Angriffe gegen die Grubenverwaltung erhoben hat.( Sehr Vortrages veröffentlicht worden, den ich dem Prinzen Eitel richtig! rechts.) Auch wir erwarten, daß die Untersuchung in boller Friedrich gehalten habe. Ich habe dieses Resumé nicht gelesen. Deffentlichkeit und ohne Ansehen der Person durchgeführt werden abteilungen vorhanden gewesen und in jeder hätten nicht über 60 Mann Die Verwaltung der Zeche behauptet, es feien 10 gefonderte Wetter( Große Heiterfeit links.) Auch in diesem Vortrage habe ich selbst wird. Wir werden alle Maßnahmen billigen, die zur Berhütung gearbeitet. Danach wäre die Höchstzahl 600 gewefen. Es ist aber unwider verständlich fein abschließendes Urteil abgegeben. Eine irgendwie solcher Unglücksfälle getroffen werden fönnen, aber wir wenden uns prochen durch die Zeitungen gegangen, daß in der Morgenschicht etwa dezidierte Stellung zu der Frage kann ich auch heute noch nicht dagegen, daß aus Anlaß dieses Unglücks erneut parteipolitische 1000 Arbeiter eingefahren find. Sehr merkwürdig ist, daß sich einnehmen. Ich kann auch nicht auf alle Fragen des Herrn Vorredners antworten, ohne die Sache noch mehr zu verwirren. Ich eines Reichsberggesetzes und der Anstellung von Arbeiterkontrolleuren! strom ausreichend war, bestreitet niemand, aber es wird bemängelt, Forderungen erhoben werden. Dazu rechnen wir die Forderung da gegen die Verwaltung gar nicht gesträubt hat. Daß der Lufthabe von vornherein für möglichste Klarheit gesorgt. Ein Beamter ist damit beauftragt worden, alle Mitteilungen in der Presse über angebliche Mängel in dem Betriebe zu sammeln. Diese werden unglüd ist die allgemeine Teilnahme des In- und Auslandes. Auch an ihre Vorgesetzten meldeten, wurden diese Meldungen vielfach Abg. Eickhoff( frf. p.): Das einzig Tröstliche bei dem großen daß er nicht überall hingekommen ist; seine richtige Verteilung ist die Hauptfache. Wenn die Steiger das Vorhandensein von Wettern den betreffenden Behörden zur Beantwortung eingesandt. Bis wir erwarten, daß die Untersuchung auf das strengste durchgeführt nicht beachtet.( Buruf rechts: Beweise!) jest laufen stündlich noch Telegramme ein. Was heute vorbehalt wird. Redner spricht sich des weiteren für die Anstellung nicht von mir, daß ich Ihnen die Namen der Bergleute nenne. ( Buruf rechts: Beweise!) Verlangen Sie doch lich einer Korrektur durch noch kommende Aussagen als feststehend von Arbeiterfontrolleuren aus. angesehen werden tann, ist folgendes Vorher bemerke ich, Forderung ist die bedauerliche Tatsache, Ein großes Hemmnis dieser( Lachen rechts.) Ich habe in meinem Konzept alle Namen verdaß daß die Schließung des Schachtes erfolgt ist, bevor Bergarbeiterverband fozialdemokratisch ist. der größte zeichnet, aber auf meinem Plate liegt eine schwarze Liste, die ent Die Sozialdemo- hält 5300 Namen( hört! hört! bei den Sozialdemokraten), und ich mein Kommissar an Ort und Stelle angelangt war! fratie erweist sich damit wieder als die Macht, die Der Minister verliest nunmehr ein längeres Schriftftüd, in werde nicht dazu beitragen, daß auch diese Arbeiter, die mir das Gute will und das Böse schafft.( Lachen bei dem zunächst die befannien Tatsachen über das Unglück und die Sozialdemokraten.) Wären die Bergarbeiterverbände neutral wie( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) bei den die Mitteilungen gemacht haben, auf die schwarze Liste kommen. Rettungsversuche wiedergegeben werden. Ein Vordringen der in England, so wäre diese Forderung sicher längst durchgeführt Rettungsmannschaften nach der zweiten und dritten Sohle erwies worden. Solche Arbeiterkontrolleure müssen in direfter und geheimer Einstimmig sind die Arbeiter darin, daß fich als unmöglich. Die zur Berieselung dienende Wasserleitung Wahl gewählt werden, wie wir das beantragt haben. Ich hoffe, bie Kontrolle in den Bergwerksbetrieben nicht ausreichend war leider infolge der Explosion zerstört worden. Es mußte daher daß dieser Antrag, wenn er zur Verhandlung fommt, eine Mehrheit ist. In einer Broschüre des Steigerverbandes heißt es z. B.: An Wasser, das in Eimern herbeigeholt wurde, zum Löschen verwandt in dieiem Hause finden wird. Ebenso haben wir seit Jahren die ganz schlimme Stellen wird überhaupt nicht hingegangen". Wetterwerden. Da man fürchtete, daß bei Offenhalten des Schachtes der Schaffung eines Reichsberggefeges berlangt.( Bravo! bei den kontrolleure follen auf der Zeche abbod überhaupt nicht vorhanden Brand die ganze Grube ergreifen und alle Verunglückten einFreifinnigen.) gewesen sein. Von einem Berginspektor Holländer ist erflärt worden, äschern würde, wurde der Schacht geschlossen. Eine Erklärung daß er die Verantwortung für die Berieselung im Betriebe nicht über den Ursprung des Unglüds ist bisher nicht möglich gewesen. Es ist fein sicherer Anhalt dafür vorhanden, daß sich Kohlenstaub Ich habe zunächst namens der sozialdemokratischen Partei das mehr übernehmen könne, und zwar kurz vor der Katastrophe.( Hört! Die„ Bergarbeiter- Zeitung", durch einen Schuß oder auf andere Weise entzündet hat. Vom tiefste Mitleid auszusprechen für die Hinterbliebenen der verunglückten hört! bei den Sozialdemokraten.) 3. bis 11. November find an teinem Buntte Schlagwetter au be- Bergarbeiter. Als das Unglück bekannt geworden, machte sich aller welche dies berichtet, fügt hinzu, daß, wenn die Rettungsmanns merten gewesen. Noch am Dienstag hat der Revierbeamte einen Orten ein Entsetzen bemerkbar darüber, daß ein solches Unglüc fchaften sofort reichlich Wasser zur Verfügung gehabt hätten, Teil der Grube befahren, hat keine Schlagwetter bemerkt und auch überhaupt passieren fonnte. als das Unglück in Courrières höchstwahrscheinlich der unterirdische Brand bald gelöscht gewesen paffierte, erflärte man allgemein, in Deutschland sei ein solches fein würde. Auf die Aussage des Berginspektors Holländer hat die ,, an der Beriefelung nichts zu monieren!" Unglüd unmöglich. Daß das möglich geworden, ist ein Beweis Bergbehörde, nach der" Rheinisch- Westfälischen Zeitung", erklärt, es gehabt! In der Presse ist behauptet worden, daß die Beriefelung für die Sorglosigkeit der Bergverwaltung, zu der umfoweniger An- fei unwahr, daß der Berginspektor irgend welche Mitteilungen von wegen Wassermangels ungenügend sei. Der Bergmann Karl laß gewesen wäre, weil im Laufe der letzten Jahrzehnte sich eine Arbeitern in der angegebenen Form erhalten habe, die Angaben Meher, der dem Lokal- Anzeiger" darüber Mitteilungen gemacht Reihe von Massenunglücken ereignet haben, die feien völlig aus der Luft gegriffen. Es ist aber gar nicht behauptet haben sollte, ist vernommen und hat ausgesagt, daß er feinem Beworden, was die Bergbehörde berichtigt. Als ich diese Berichterstatter derartige Angaben gemacht habe.( Hört, hört!) Nach richtigung las, habe ich mit den Beamten noch einmal ge einem mir zugegangenen Telegramm heißt der Gewährsmann des teilung im preußischen Landtag vorbringe, so muß fie unter sprochen und ihnen erklärt:„ Wenn ich eine derartige Mit" Lokal- Anzeiger" Karl Gard, er ist sofort vernommen worden allen Umständen wahr sein. Da wurde mir geantwortet: Sagen und hat seine Angaben im wesentlichen Sie das ruhig, die Tatsache steht fest, aufrecht erhalten! haben! Abg. Leinert( S03.): 1990 Arbeiter ums Leben gebracht das läßt sich eidlich beweisen." Ja war in diesen Tagen im Bezirk des Unglücks und da haben mir die Bergleute erklärt, es sei als ein Glück zu betrachten, daß dieses Massenunglück nicht mehr im Saarrebier, sondern diesmal im Ruhrrevier vorgekommen ist. Das sagen sie deshalb, weil im Ich will mich auf diese Darlegungen beschränken. Auf die Saarrebier 1907 die Wahrheit nicht an den Tag gekommen sein soll. Fragen des Herrn Vorredners kann ich, wie gesagt, nicht eingehen, Sie find der Meinung, daß die Ruhrbergleute doch etwas mehr( Hört! hört! links.) Wenn das eidlich bewiesen werden kann, so und auf ein Urteil möchte ich mich nicht einlassen. Dieses wird Selbständigkeit befizen und dazu beitragen werden, daß die Urfachen trifft die Bergbehörde ein gewaltiges May von Schuld.( Sehr erst gefällt werden können, wenn alle Zeugen bernommen sind, des Unglücks bekannt und die Mißstände völlig wahrheitsgemäß wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dann steht diese Behörde nicht wenn es möglich gewesen ist, die Grube zu besichtigen und ver- dargestellt werden. Nicht das Unglück allein hat die Arbeiter so be- mehr als objektive Behörde da, sondern als Hauptangeklagte. Und fchiedene Sachverständige zu hören. Die Aussagen, die der Staats- unruhigt, sondern die fortgesetzte Nichtbeachtung ihrer Wünsche, die diese selbe Bergbehörde hat jetzt die Untersuchung bei dem Unglück anwaltschaft gemacht werden, sollen dem Hause und der Deffent- fie jahraus jahrein an den Landtag haben kommen laffen. zu leiten, fie muß selbst untersuchen, ob sie schuldig oder unschuldig Yid, teit mitgeteilt werden. Wenn Mißstände sich herausstellen, ist! Gin jeder Nichter würde sich, falls er in eigener Sache zu sollen sie mit fester Faust angefaßt werden.( Bravo!) untersuchen hätte, für befangen erklären, die Bergbehörde tut es Die Frage, ob von seiten der Rettungsmannschaften getan ist, find so häufig, daß es durchaus nicht erst solch großen Unglüds be- nicht. Es ist auch eine Vernachlässigung der Pflichten der Bergwas getan werden konnte, möchte ich bejahen. Die Rettungs- durfte, um Maßnahmen zu ihrer Verhütung zu veranlassen. Bei behörde gewesen, daß sie die Mitteilung der Blätter von der mannichaften haben unerschrocken und mit Todesverachtung gefämpft der Knappschaftsberufsgenossenschaft waren angemeldet 1901: angeblichen Erflärung des Herrn Ministers, die er heute in Abrede bis zum äußersten. Daß dieser Kampf von so geringem Erfolge 68 818 Unfälle, davon 1289 tödlich; 1902: 67 686, davon 1080 stellte, vom 14. bis 20. November unberichtigt gelassen hat.( Sehr begleitet gewesen ist, darf unsere Anerkennung nicht mindern.( Bravo!) tödlich; 1903: 74 461, davon 1159 tödlich; 1904: 80 204, davon 1178 richtig! bei den Sozialdemokraten.) Arbeiter sind bis zum 16. NoDie Zurückziehung der Mannschaften und das Unterwassersezen der tödlich; 1905: 81 871, davon 1235 tödlich; 1906: 87 892, dabon 1211 vember von den Kommissaren des Ministers überhaupt nicht verGrube hatte ich nach eingehender Prüfung des mir vorliegenden tödlich und 1907: 92 457 Unfälle, davon 1743 tödlich. Diefe großen nommen worden. Erst als man hörte, daß der Bergarbeiterverband Materials ebenfalls für gerechtfertigt. Aller menschlichen Berechnung Zahlen tödlich verunglückter Bergleute müßten schon allein Ver- eine Untersuchung anstelle, hat man am 17. schnell auch Arbeiter nach war damals kein Lebender mehr in der Grube. Die Schließung anlaffung geben, das Augenmerk auf die gefahrbringende Tätigkeit vernommen. Der Herr Minister kann Erklärungen abgeben so viel des Schachtes ermöglichte eine Erstickung des Feuers und für die der Bergleute hinzulenten er will, zu ihm haben die Arbeiter fein Vertrauen mebr.( Unruhe Die Unfälle im Bergbau Sin rechts.) Die Bergbehörbe ist arbeiterfeindlich. Nach der heutigen diese Serren hier genannt, um ihnen das Gewissen zu schärfen.[ Beifall; Zurufe von den Sozialdemokraten: Neif für den Adlerorden! Zuruf des Abgeordneten Leinert: Erflärung des Ministers über die Arbeiterfontrolleure wird auch der Was 1905 an Verbesserung des Berggefeßes geschehen ist, genügt Schwarzen Rest des Vertrauens schwinden, den die Bergarbeiter haben könnten, nicht. Selbst die christlichen Bergarbeiter haben jett gefagt, Schwarze Listen!) die mit Herrn Eickhoff noch auf den Minister gebaut haben.( Sehr der Landtag habe den Arbeitern Steine statt Brot gegeben. Der Abg. Schulze- Pelkum( f.): Wir sind mit der großen Mehrgut! bei den Sozialdemokraten.) Der Bergarbeiterverband ist die Landtag könnte den Arbeitern auch einmal eine Freude machen heit dieses Hauses einig in der Ueberzeugung, daß solche traurigen einzige Stelle, zu welcher die Arbeiter Vertrauen haben, und mit mit Hilfe des Ministers, indem er nämlich auf die weitere Berg- Katastrophen nicht parteipolitisch ausgeschlachtet werden dürfen, ihm lehnen die Behörden prinzipiell jeden Werkehr ab.( hört 1 hört! gefeßgebung für Preußen verzichtet und dies dem Reiche über- wie es die Sozialdemokratie tut.( Schr wahr! rechts.) Auch die bei ben Sozialdemokraten.) Die Kontrolle durch die Einfahrer, von läßt. Damit würde der Landtag sich ein dauerndes Denkmal in Sprüche auf den roten Schleifen der Kränze für die Opfer des der der Minister sprach, ist ganz ungenügend, Sie verstehen es sehr den Herzen der Bergarbeiter sehen. Grubenunglücks beweisen, wie die Sozialdemokratie für ihre Die Arbeiter haben dem Prinzen Eitel- Friedrich gesagt, daß Parteiziele Kapital aus dem Unglüd schlägt. Der Redner verliest gut, die Interessen der Bergwerksbefizer wahrzunehmen, das Vers trauen der Arbeiter haben fte nicht gewonnen. fie beauftragt seien, die Forderung der Bergarbeiter dahin zu einige dieser Sprüche; bei dem einen wird ihm aus den Reihen der Seit Jahren wird mit Leben und Gesundheit der Bergarbeiter präzisieren: Sozialdemokraten zugerufen: Das ist ein Bibelspruch!"( Große Schindluder getrieben. Auf der Zeche Nadbot passierte schon am Reichsgesetzliche Regelung und Grubenkontrolleure! Heiterkeit.) In den Versammlungen wurden von Sozialdemokraten 9. Oftober ein Unglüd, bei dem vier Personen verlegt wurden. Der Prinz hat ihnen darauf geantwortet, daß er seinem Seyreden gehalten, als sich das Grab über die Opfer des Unglüds Ich war erstaunt, daß der Herr Minister nur diesen Fall er Vater genau Bericht erstatten werde und daß er hoffe, die Berg- noch nicht geschlossen hatte.( Zuruf bei den Sozialdemokraten: wähnte; denn auch am 30. Oktober, vormittags 10 Uhr, wurde den Arbeitern der Befehl zur Ausfahrt gegeben. Man fagte, es sei arbeiter würden zufriedengestellt werden. Es ist anerkennenswert, Doch! Sie waren ja schon ein gemauert!) Der Abgeordnete baß diefer Einfluß geltend gemacht werden foll Wenn wir aber Leinert hat in unverantwortlicher Weise beweislose Beschuldigungen eigentlich nichts passiert, es sei nur ein Schuß ausgefallen. Heute daß dieser Einfluß geltend gemacht werden foll Die in Aussicht find die Arbeiter der Meinung, daß man damals schon eine Wetter- sehen, daß selbst der Reichskanzler keinen Einfluß auszuüben ver- gegen die Bergbehörde erhoben.( Sehr richtig! rechts.) mochte, so ist diese Hoffnung doch eine außerordentlich schwache. Reichsberggesez lehnen wir ab explosion befürchtete. Auch hierüber hätte längst Aufklärung ge- Die Forderung nach Grubentontrolleuren wird immer wieder er- gestellte Vorlage über die erhöhte Verantwortlichkeit der Beamten schaffen werden müssen. Vor allem wird zu untersuchen sein, warum denn die ganze Grube auf einmal durch die Explosion betroffen hoben werden und immer wieder ertönen, bis ihr Gerechtigkeit werden wir prüfen. Hoffentlich bleibt dem preußischen Bergbau in worden ist. Die Arbeiter find überzeugt, daß das unmöglich gewesen wir sagen können: Sorgt dafür, daß die und die waan strenge und gerechte Untersuchung. Doch muß auch den Angewiderfährt. Die Arbeiter sagen: Wir müssen Männer haben, denen Zukunft eine solche Satastrophe erspart.( Beifall rechts.) Mißstände abAbg. Dr. Friedberg( natl.): Wir fordern eine gründliche, wäre, wenn alle Vorschriften beachtet worden wären. gestellt werden. Ich verstehe gar nicht, wie es möglich ist, daß den Bergarbeitern diese Forderung abweisen kann. Ich verstehe griffenen Gelegenheit aur ausgiebigen Selbstverteidigung gegeben werden. Wenn Herr Leinert nicht die Namen seiner Gewährsnicht, wie man zu der leberzeugung fommen konnte, daß noch etwas höher stehe als das Leben der Arbeiter. Wenn die Arbeiter männer nennt, so beweist er, daß es ihm weniger auf die Auffolche Kontrolleure fordern, kann man doch nicht sagen, wir flärung der Sache, als auf die Agitation ankommt, brauchten sie nicht. Die Arbeiter werden doch besser wissen, was richtig bei den Nationalliberalen.) Der Vorwärts" berichtete, daß ihnen gut tut, als diejenigen, die sich sonst nicht um sie fümmern. bei der Anwesenheit des Prinzen Eitel- Friedrich sich ein Mann ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Nach der Katastrophe mit patriotischen Reden habe in den Vordergrund drängen wollen, auf Rarolinenglüd" hat der damalige Handelsminister Brefeld von den Arbeitern aber zurückgewiesen wurde. Das sei der„ bcerklärt, daß er Arbeiterkontrolleure einführen würde. Einige Zeit fannte Arbeiterfeind Hilbd" gewesen. Dabei ist Herr Hilba, der später erklärte er aber plötzlich, das sei nicht möglich, weil die Ston- im übrigen die Interessen der Arbeiter stets wahrgenommen hat, feit fast einem halben Jahre tot( große Heiterkeit) und der trolleure doch gemaßregelt werden würden. Vorwärts" hat ihm selbst, natürlich von seinem Standpunkt aus, einen Nachruf gebracht.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Drudfehler!) Hedenfalls werden Sie zugeben müssen, daß das eine außerordentliche liederliche Redaktion ist. Wenn Herr Leinert hier eine Reihe von Männern mit Namen genannt hat, die im Aufsichtsrat von Bechen sind, so beweist das nur, daß die Sozialdemokratie seit dem Tode von Karl Mary wissenschaftlich sehr heruntergekommen ist. Marg hat immer betont, daß das Kapital unbedingt notwendig sei und daß die Kapitalisten natürlich ihre Interessen bertreten. Herr Leinert sollte ein Privatissimum bei seinem Freunde Eduard Bernstein nehmen.( Sehr gut! rechts.) Daß der Bergarbeiterschutz nur bei Grlaß eines Reichsgesetzes genügend gewährleistet sei, müssen wir bestreiten. Das Abgeordnetenhaus hat es niemals an sozialpolitischem Empfinden fehlen lassen.( Lebhafier Beifall bei der Mehrheit, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Darauf wird die Besprechung verlagt. Die Tatsache, daß kein Waffer vorhanden war, wird zugegeben. Am Tage des Unglüids nachmittags gegen 4 Uhr tam der Generaldirektor mit dem Betriebsführer herunter und sagte zu den Arbeitern:„ Es muß doch jeder vernünftige Mensch sehen, daß hier nichts mehr zu machen tit! Wir müffen einbämmen, sonst ist die gange Beche verloren." Die Arbeiter sind der Ueberzeugung, fie feien hinausgeschickt worden, weil kein Waffer mehr da war, nicht deshalb, weil nichts mehr zu retten war. ( Sehr Ich teile das Bedauern des Herrn Ministers, daß der Schacht Wenn gesagt wird, politische Gründe verhinderten die Einfo schnell geschlossen wurde. Aus der Aeußerung des General- führung, weil der Bergarbeiterverband zum größten Teil aus direktors spricht die bange Sorge um das Kapital. Die Sorge, daß Sozialdemokraten bestehe, dann ist es Tatsache, daß Sie die dort unten noch lebende Arbeiter gewesen find, als der Schacht zu Grubentontrolleure bewilligen würden, wenn die Arbeiter nicht gemacht wurde, können Sie den Arbeitern nicht nehmen. Diese Sozialdemokraten wären. Wenn das Ihr Wille ist, dann sprechen Sorge hat auch der Herr Minister, wenn ich ihn recht verstanden Sie es öffentlich vor dem ganzen Lande aus, daß Sie nicht den habe. Mein Freund Sachse hat heute ein Telegramm bekommen, Willen und die Absicht haben, Leben und Gesundheit der sozialwonach am Abend des Unglücstages zwei Mann von der zweiten demokratischen Arbeiter zu schüßen.( Sehr richtig! bei den SoSohle nach der ersten geklettert und gerettet seien. Wenn diese gialdemokraten.) Die Arbeiterschaft wird sich auf andere Weise Angabe auf Wahrheit beruht, dann steht fest, daß Bergleute leben- Die Verwirklichung ihres Willens verschaffen.( Sehr richtig! bei big eingemauert sind!( Lebhaftes hört! hört! links.) Alle diese den Sozialdemokraten.) Das furchtbare Unglück hat eine folossale Sachen hätten innerhalb weniger Tage nach dem Unglück festgestellt Erregung hervorgerufen; glauben Sie mir eins: Wäre die Orwerden müssen. Eine Unterlassungsfünde der Bergverwaltung ist ganisation nicht gewesen, Sie hätten etwas im Ruhrrevier erleben es, daß nicht sofort nach dem Unglüd sämtliche Betriebe in gang fönnen! Die Organisationen sind es gewesen, die zur Ruhe Preußen ausgiebig revidiert worden sind. Als bei einem Eisen mahnten.( Unruhe rechts, Zustimmung bei den Sozialdemobahnunglück, bei dem nicht nur Arbeiter verunglückten, ein Tunnel frafen.) Tut die Arbeiterschaft einmal etwas, was dem UnterAbg. Leinert( Goz.)( persönliche Bemerkung): Ich will dem einfürzte, wurde sofort mitgeteilt, daß sämtliche Tunnels unternehmer angenehm ist, wie in diesem Falle, dann meint die Unternehmerschaft aber, dies auf ihr. Konto setzen zu können. Gehezt Herrn Handelsminister die Namen meiner Gewährsmänner nennen, sucht worden feien. hat die Sozialdemokratie und der Bergarbeiterverband nicht.( Sehr wenn er mir die Zusicherung gibt...( Präsident v. Kröcher: Das wahr! bei den Sozialdemokraten.) Je wüfter man mit der Geist nicht persönlich!) Ich glaube, der Sache zu dienen, wenn ich befundheit der Arbeiter umgegangen ist, desto höher sind die Divi- merke, daß ich die Namen nennen will... Präs. v. Kröcher: Der Sache dienen, das ist auch nicht perbenden geworden. Beseitigen Sie das persönliche Regiment in den Bergwerken, das unverantwortliche Regiment, das von den In- fönlich.( Seiterkeit) fpektoren, Generaldirektoren und dem Bankhaus ausgeübt wird! Diese Personen müssen für die Ausführung der bergpolizeilichen Bestimmung verantwortlich gemacht werden. Ich bezweifle, daß dies in Preußen geschehen kann, schon mit Rücksicht auf den anderen Faftor der Gesetzgebung, den wir hier haben. Selbst das Organ des Steigerverbandes hat darauf hingewiesen, daß die Steiger tun müßten, was die Banken verlangten, wenn sie nicht zum Teufel gejagt werden wollten. Ich habe schon betont, daß, wenn fontrolliert werden soll, die Beamten vorher angemeldet werden, und dann werden ihnen nachher Potemkinsche Dörfer gezeigt.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Man rechnet auch mit solchen Unfällen. Auf einer Zeche hat der Betriebsführer zu den Arbeitern ganz offen gejagt: " Ihr braucht nicht so hohen Lohn, weil 3hr ja nicht mit Unglüdsfällen zu rechnen habt." Möge die Regierung doch ihre Stom. missare in die Bergarbeiterversammlungen schiden und kontrol. lieren lassen, was dort vorgebracht wird! In den Gruben herrscht off eine Betriebsweise, die geradezu anarchisch ist und auf Leben und Gesundheit der Arbeiter nicht die geringste Rüdsicht nimmt. Auf der Zeche Radbod ist jeder Arbeiter, der sich gemeldet hat, angenommen worden, ganz gleich, ob er etwas vom Bergwerk ver stand oder nicht. Der starke Wechsel ist ja fogar in den Zeitungen hervorgehoben worden. Diese Grube ist ein Goldgrube für bie Kapitalister gewesen, sie ist geworden. eine Tobesgrube für die Arbeiter so Nach den Mitteilungen, die mir vorliegen, hat der Bergarbeiter, der sich dem Lokal- Anzeiger" Berichterstatter gegenüber geäußert hat, feine Angaben vor dem Staatsanwalt mit ganz fleinen bänderungen wiederholt Richtige Beugenaussagen tann man aber nicht bekommen, wenn die Zeugen vom Staatsanwalt eidlich vernommen werden. Als ich einmal von einem Staatsanwalt vernommen wurde, sagte er mir, Wie die Bergverksbefizer Arbeiter bekommen, zeigt ein Aufruf eidlich dürfe er mich gar nicht vernehmen. Und doch hat der an die Mafuren. In diesem Aufruf ist gesagt, die Masuren möchten Minister von eidlichen Vernehmungen gesprochen. Wenn doch mitkommen in das Ruhrrevier, fie erhielten außerordentlich solche Unrichtigkeiten sich schon in das amtliche Protokoll ein viel Geld, so daß sie noch Geld auf die Sparkasse bringen könnten. schleichen, können auch andere Unrichtigkeiten vorkommen.( Sehr Diese Zeche sei diejenige, welche die höchsten Löhne zahle, Feier- richtig! bei den Sozialdemokraten.) Gorge man endlich für Beffe schichten tämen nicht vor, wohl aber eberschichten. Mit rung durch Schaffung eines Reichsberggesetzes.( Beifall bei den folchen Versprechungen zieht man die Arbeiter nach den Revieren. Sozialdemokraten.) Das Arbeitersekretariat in Essen hat die Bergbehörde einmal darauf aufmerksam gemacht, daß eine Stelle in einem Schacht lebensgefährlich sei. Die Bergbehörde hat darauf den Betrieb au dieser Stelle still legen lassen. Wie wäre es nun gewesen, wenn bert nicht organisierte, sondern unorganisierte Arbeiter beschäftigt wären? Die ungeübten, ungeschulten Arbeiter, die in den Gruben beschäftigt werden, bilden die größte Gefahr.( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Radbod ist zwar nicht in den schwarzen Listen berzeichnet, das ist wohl aber nur daher gekommen, weil dort über haupt feine Arbeiter zu entbehren waren. Jest tommt der Aufsichtsrat und spenbet 60.000 mt. Es wäre wohl richtiger gewesen, man hätte vorher dafür gesorgt, daß Geld ausgegeben würde, um die Betriebsgefahren zu mindern. Die Zeche Rabbod gehört aur Trierer, Bergwertsgesellschaft, zur Internationalen Bohrgesellschaft, die wiederum mit dem Schaaffhausenschen Bankverein in Verbin dung steht. In den Bankkontoren wird heute festgefeßt, wie viel ausgegeben werden muß, nicht auf der Zeche selbst, das ist das Unglück. Alle diese Unternehmungen stehen in engster Beziehung zur Bergbehörde. Die Herren von der Behörde heiraten hinein und spekulieren darauf, später mit fabelhaft hohem Gehalt als Direktoren in den großen Bergwerksgesellschaften angestellt au werden. Wenn man die Verantwortlichkeit wirklich derartig durch führt, daß die wirklich Schuldigen vor Gericht gestellt werden, bann werden wir vielleicht einmal vor dem Gericht Leute finden, die man sonst dort nicht sieht. Man muß diese Männer hier nennen, um ihnen öffentlich auzurufen, daß fie sich nicht nur um die Dividende, sondern auch um das Leben der Arbeiter zu fünt. mern haben. Rebrer verliest die Namen der Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder der Internationalen Bohrgesellschaft und des Schaaffhausenschen Bantbereins. Als er den Namen Guillaume nennt und bemerkt, daß dieser ja Beziehungen zum Raiser habe, unterbricht ihn Bräsident b. Se rocher mit dem Bemerken, daß er den Kaiser aus der Debatte laffen möge. Der Redner fährt darauf fort: Die toloffalen Dividenden der Internationalen Bohrgesellschaft sind ein öffentliches ergernis geworden. Heute kann man sagen: An diesen hohen Dividenden flebt das Blut der Arbeiter. Ich habe Präsident v. Ströcher: Nach dem Stenogramm hat der Abge. ordnete Leinert der Bergbehörde bewußte rreführung vorgeworfen. Ich kann das nur als unzulässig bezeichnen. Minister Dr. Delbrück: Handelsminister Dr. Delbrück erklärt, er könne die noch auf der Tagesordnung stehende Interpellation über die Arbeitslosigkeit frühestens am Freitag nächster Woche beantworten, da er bisher infolge des Grubenunglücks vollauf in Anspruch genommen gewesen sei. Nächste Sigung: Sonnabend 11 Uhr.( Tagesordnung: Forta fehung der heutigen Besprechung, fleinere Vorlagen). Schluß 4 Uhr. Aus der Frauenbewegung. Eine Frauenwahlrechtsdeputation beim dänischen Ministerpräsidenten. Der dänische Landesverband für Frauenwahlrecht, der jekt gegen 10 000 Mitglieder zählt, sandte am Freitag eine Reputation zum Minifterpräsidenten Neergaard mit dem Ersuchen, dafür au forgen, daß nach in dieser Reichstagssession den Frauen das politische Wahlrecht auteil werde. Der Antrag wurde unter anderem damit begründet, daß es zur Lösung der Landesverteidigungsfrage notwendig sei, daß jowohl die Frauen wie die Männer als vollberechtigte Staatsbürger ihre Meinung geltend machen könnten. Der Ministerpräsident lehnte es jedoch ab, im gegenwärtigen Zeitpunkt einen Vorschlag über das politische Frauenwahlrecht einzubringen oder zu unterstüben, da feine Möglichkeit zu dessen Durchführung vorhanden sei. Er, Neergaard, sei fein prinzipieller Gegner der Forderung. Die Frauen müßten aber erst das allgemeine kommunale Wahlrecht, das sie ja in der letzten Session erhalten. haben, richtig fennen lernen und benutzen, ehe man zum politischen Wahlrecht vorwärtsschreiten fönne. Das sei der„ historische" Weg. Ueberraschend ist die Antwort nicht; Neergaard gehört von alteraher zu den gemäßigten Bolitikern, und die Mäßigung ist dann am stärksten, wenn es sich um demokratische Fortschritte handelt. Leseabende. Der Abgeordnete Leinert hat meine Mitteilung bemängelt über die Feststellungen, die ich bei meiner Anwesenheit auf der Beche Rabbob gemacht habe. Ich habe dazu zu bemerken: Mein Stommiffar war am Donnerstag abenb auf der Zeche eingetroffen, ich selbst am anderen Nachmittag. Ich hatte unterwegs eine Reihe von Breffeäußerungen gelesen und darunter auch die Behauptung, die Rieselanlage sei in Unordrung gewesen. Ich wandte mich des halb unmittelbar nach der Ankunft auf der Beche an meinen Sommissar: Was wissen Sie darüber? Er antwortete: Mir ist biese Angabe auch entgegengetreten, und ich hatte mich an die Be- Tegel. Montag, den 23. November, 8%, Uhr, bei Halfes, Brunowamten und Mitglieder des Arbeiterausschusses gewendet, habe aber bisher die Antwort erhalten, es sei alles in Ordnung gewesen. Herr Leinert meint weiter, die Bergbehörde habe die Untersuchung nicht führen dürfen, weil sie befangen ist. Von der Berg behörde ist aber nur die Voruntersuchung geführt worden. Auf Grund des§ 158 ber Strafprozeßordnung ist die Staatsanwaltschaft berechtigt, selbständig die erforderlichen Ermittelungen anzustellen, sobald sie Anzeichen von dem Verdacht einer strafbaren Sandlung erhält. Uebrigens hat nicht der Staatsanwalt die eidliche Vernehmung der Beugen vorgenommen, sondern er hat den Richter darum ersucht. Straße 28. Freireligiöfe Gemeinde. Sonntag, den 22. November, vormittags 9 Ubr, in der Halle der Gemeinde, Pappelallee 15-17: Freireligiöse Vorlefung. Bormittags 11 Uhr in der Schule, Kleine Frankfurter Straße 6: Bortrag von Herrn Prof. Dr. A. Gebrke: Zum Totenfest. Herren und Damen als Gäste sind sehr willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbefasse der Metallarbetter ( 0.20 Hamburg). Filiale Berlin 3. Heute abend 8, Uhr bei Stayser, Reichenberger Str. 157. Filiale Berlin 4. Heute abend 81, Uhr bei erfomstt, Andreasftr. 26. Filiale Berlin 6. Heute abend bei Ertelt, Gleim und Graunstraßen- Ede. Filiale Berlin 9. Heute abend 9 Uhr bei Gundlach, Waldenserstr. 24. Filiale Rigdorf. Heute abend 8 Uhr bei Thiel, Bergstr. 151. Filiale Charlottenburg. Heute abend 9 Uhr im Boltshause, Rosinenstr. 3. Briefkaften der Expedition. Nun eine Witte an Herrn Leinert. Er hat hier eine ganze Reihe von Aussagen von Bergleuten über die Zustände auf der Beche und die vermutliche Ursache des Unglüds vorgetragen. Ich sehe es als selbstverständlich an, daß er bereit sein wird, mir diese Zeugen zu benennen, da ich nur so in der Lage bin, ein. zugreifen.( Lebhaftes sehr richtig! Bachen bei den Sozialdemo fraten.) Wenn er nicht die Namen bekannt gibt, dann habe nicht ich die Schuld, wenn die Wahrheit nicht an den Tag kommt,( lebhafte Bustimmung) sondern die, die die Oeffentlichkeit durch alle möglichen unwahren Behauptungen beunruhigen und dann nicht unter dem Eid. für ihre Behauptungen eintreten wollen.( Lebhafter| Monat neu eingesandt werden. die noch während des ganzen nächsten Monats in ber Heilstätte bleiben, Patienten in Beelik, Buch usw. Diejenigen unserer Abonnenten, woken uns wegen der leberweisung von Freiegemplaren fofort ihre Adresse einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Monais von der Poft nicht geliefert werden. Alle Adressen müffen jeden Selbst die raffinierteste Reklame der Konkurrenz tann an der Tatsache nicht rütteln, daß Kathreiners Malzkaffee fich feit über 18 Jahren bewährt hat, sich der Gunst aller Bevölkerungstlaffen erfreut und von Millionen Menschen getrunken wird. Wer ihn noch nicht kennt, mache einen Versuch. 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Arbeitsnachweis: Berwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: of I. Amt 3, 1239. Achtung! Charitéstraße 3. Sof III. Amt 8, 1987. Achtung! Schlosser! Montag, den 23. November, abends 8 Uhr, in den Musiker- Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 18m: Allgemeine Schlofferversammlung der Schlosser Berlins u. Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Adolf Cohen: Die wirtschaftliche Strife und der Metallarbeiterverband. 2. Aufstellung der Delegierten zur Drtstrankenkasse der Schloffer. 3. Verschiedenes. Da auch verschiedene Vorkommniffe betreffs des Schloffertarifs und die Rechtsprechung beim Innungsschiedsgericht besprochen werden sollen, ist es Bilicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Vor allem werden diejenigen aufgefordert, die als Delegierte aufgestellt sind, zur Stelle zu fein. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß am Sonntag, den 29. November, vormittags 10 Uhr, eine Urania- Borstellung statt. findet. Billetts a 60 Pf. find in unserem Bureau, Charitéftr. 3, und bei den Vertrauensleuten zu haben; auch in der Bersammlung werden noch Billetts ausgegeben. Zur Aufführung gelangt: An den Seen Oberitaliens." Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß folgende Bahlitellen verlegt wurden: Bahlstelle 27 nach Lehmann, Krautftr. 3. " 71 Meißner, Reinidendorf Dft, Residenzftr. 102. 113 Hübscher, Freienwalder Str. 7. D . " 01 216 Freudenberg, Lübecker Str. 11. 124/20 Die Ortsverwaltung. = Orts Krankenkasse| Orts- Krankenkasse Boxhagen- Rummelsburg. Min Montag, 30. November d. 3., abends 8 Uhr, im Lotal des Herrn Schieffer hierselbst, Hauptstraße 4: der Klempner. Am Montag, den 30. November, abends 8, Uhr, findet im Gewerks schaftshause, Engelufer 15, Saal 1, 28175 eine General- Versammlung Versammlung Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wah! des Vorstandes( Neuwahl von einem Arbeitgeber und 3 Arbeitnehmern. 3. Wahl von 3 Revisoren zur Prü jung und Abnahme der Jahresrech nung. 4. Bericht von Krantentaffen der großzjährigen Mitglieder unserer Staffe behuss Wahl von 180 Vertretern für das Jahr 1909 statt. Das Quittungsbuch legitimiert. Am Mittwoch, den 25. November, abends 8 Uhr, findet Köpenider Straße 100 eine Longreffen Berlin und Braunschweig. Versammlung der Arbeitgeber, 5. Statutenänderung( Abänderung der welche Beiträge für angemeldete Mit §§ 41 und 31 des Statuts). 6. Berglieder zu unserer Staffe leisten, be jchiebenes. 280/3 bufs Wahl von 90 Vertretern Einladungstarte legitimiert. Ohne für das Jabr 1909 statt. dieselbe tein Zutritt. Billig! Der Vorstand: D. John. Invalidenstr. 185 Robert Bohn loppen! Bessere Herren- Garderoben Riesen- Auswahl. Spottbillig fertig u. nach Maß. Reell! Die Arbeitgeber tönnen sich auch durch ihre Geschäftsführer oder Be triebsbeamte vertreten lassen. Der Vorstand. Orts Krankenkasse ber Handschuhmacher u. verw. Gewerbe zu Berlin. Allgemeine Mitglieder- Versammlung am 28. November cr., abends 9 Uhr, bei Selle, Brunnenstr. 41. Tagesordnung: 1. Wahl von 22 Delegierten für 1909. Hosch! 2. Berichiebenes. 279/19 Reste! Zu dieser Versammlung find bie wahlberechtigten Mitglieder und deren Arbeitgeber hierdurch eingeladen. Hieran anschließend und in dem felben Lotale: Ordentliche General- Versammlung der Delegierten. Tagesordnung: Damentuche, schwarz und farbig. 1. 2ablen zum Vorstande( 2 Neu Costumes- Stoffe( neueste Muster, zu jeder Saison), Astrachan, Krimmer, Wollplüsch, Seidenplüsch, Velvet etc. Confektion wahlen, i Erfahwahl der Arbeit nebmer, 1 Neuwahl der Arbeitgeber). Velours du Nord, Sammet, Seide, 2. Wahl der Neviloren für 1909. 4147L 3. Antrag des Borstandes auf Er weiterung der Leistungen aus §§ 13 und 20 bes Statuts: Streichung des Baffus im§ 13 des Statuts betreffend die Ent ziehung der Unterstütung bei Paletots, Jacketts, Costumes und nur dreitägiger Strantheit. Costumesröcke in großer Auswahl 4. Berfchiedenes. C.Pelz, Kottbuser Straße 5. Berlin, den 21. Robember 1908. Der Vorstand. 3..: Hermann Hinz, Borfigender, Brinzen- Allee 88. P Orts- Krankenkasse Danksagung. Orts- Krankenkasse für das Bierbrauer- Gewerbe Refinabme bei der Beerdigung meiner der Bureauangestellten zu Berlin. Zu der am Montag, den 30. b. Mits., abends 8 Uhr im Saale Sebaftianstr. 39, Hof, stattfindenden zu Berlin, Montag, den 30. Novbr. 1908, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause. Engel ufer 15, Gaal 8, linfer Seitenf. III: Ordentliche General- Versammlung General Versammlung werden hiermit die für das Jahr 1908 gewählten Vertreter der Kasse eingeladen. Sages Drdnung: 1. Bahl des Ausschusses zur Brifung der Jahresrechnung der Stasse pro 1908. ber am 16. d. M. gewählten Delegierten. Tages Ordnung: 1. Erfazwahlen zum Borstande( 3 Arbeitgeber und 6 Arbeitnehmer, fo toie 2 Arbeitgeber- und 4 Arbeitnehmer- Stellvertreter). 2. Wahl der Revisionskommission 2. Berwaltungsangelegenheiten. 3. Vortrag über die Reform der zur Prüfung der Jahresrechnung pio 1908( 1 Arbeitgeber und 2 Arbett Arbeiterversicherung. nehmer). 4. Wahlen von Vorstandsmitgliedern pro 1909/10 an Stelle der Herren Buschold, Liebknecht( Arbeitgebervertreter) und der Herren Bauer, Obie, Marg, Waffer( Arbeitnehmervertreter); Erfazwahl an Stelle des ausgeschiede nen Herrn Spieß( Arbeitgebervertreter) bis 1909. 280/11 Berlin, Stralauer Straße 56, den 21. November 1908. Der Vorstand. J. A.: Bauer. 279/18 3. Berschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kaffenbücher oder Aften notwendig ist, müssen mündlich oder schriftlich, be bufs Beantwortung derfelben in der Generalversammlung, bis 24. Nobember dem Vorstande mitgeteilt werden. Einladungskarte legitimiert! Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. Dtto Ullrich, Borfizender. RefteWoche Herzlichen Glüdwunsch zur Ber Für die vielen Beweise herzlicher 4 mählung unserem Genossen lieben Frau Amalie Dost sage allen meinen herzlichsten. Dant. 51332 Der trauernde Gatte. Für Daufjagung. Barbie bielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dant. 28225 Kindern. Witwe Anna Schütt ebit Für die vielen Beweise herzlich er Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Richard Jacob fage allen Berwandten, Freunden und Befanuten, besonders ben Kollegen in der Firma Bee!& Cloppenburg meinen innigsten Dank. Witwe S. Jacob. 28216 Die Betriebs- Krankenkasse der Stadtgemeinde Berlin bleibt heute der städtischen Feierlich, feiten wegen von 12 Uhr ab ges 280/2 fchloffen. Um alle während meines Total- Ausverkaufs in grosser Menge angesammelten Reste und Coupons V. wollenen Kleiderstoffen, Seidenstoffen, Velours, Mousselines, Wasch to fen, Züchen, Inletts, Hemdentuchen, Bettdamasten, Gardinen, Läuferstoffen, Spitzen, Besätzen usw. schnell u.radikal zu räumen, werden dieselben in dieser Woche zu spottbilligen Preisen Beginn: Sonnabend, 21. Nov. Ein Posten Reste u. Coupons für Blusen ca. 21 Meter ausverkauft. Toone) Le jeder Rest 68 Pl 00037 jeder Rest 98 Pla PL Ein Posten Reste u. Abschnitte Hemdentuche, Linons Hemdenbarchend, Züchen u s. w. 3-5 Meter. Ein Posten Reste und Coupons für B.usen Wollene stoffe, glat u. gemustert, 2-2, Metér, doppeltbreit jeder Rest Ein Posten Reste und Coupons ausreichend zum Kostümrock 128 168 jeder Rest Ein Posten einzelne Roben u. Roben 190 250 300 350 knappen Masses, 5-7 Meter Robe Auf alle Artikel Norden- Marken H.Marcus ReinickendorferStrasse 14= Katz Gebrüder Filiale: Große Frankfurter Str. 121. 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November, nadjut. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verhand Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 16. November unfer Stollege, der Martthallenarbeiter Fritz Wegener an Lungenlähmung verftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 21. b. Ms., nachmittags 24, Uhr, van der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes, Rigdorf, Hermann straße, aus statt. 57/16 Die Verwaltung II. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Max Benz am 18. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. Rovember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 125/1 Kranken- Unterstützungs- and Begräbnis- Verein für Bau- und gewerbliche Hülfsarhelter Berlins und Umgegend. Nachruf. Den Kollegen aur Nachricht, daß unser Mitglied Karl Alwardt am 14. Movember geftorben ist. Ehre seinem Andenken! 87/7 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, Schwester, Schwägerin, Tante und Tochter Marie Jessat geb. Löchert im Alter von 46 Jahren nach schwerem, langem Leiden fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Montag, ben 23. d. M., nachmittags 8 Uhr, von der Reichenballe bes neuen Jakobi- Stirchhofes, Hermannstraße aus statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. D. Jeffat, Auguste Löchert und Berwandten. Beigen hiermit an, daß unsere Schwägerin 51842 Lucia Burkert geb. Broczynska am 18. November verstorben ift. Die Beerdigung findet am 22. November, 12%, Uhr, bom Strantenhause Westend aus statt. Im stilles Belleid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Kollegen und Genossen sowoh dem Zentralverband ber Maurer Deutschlands, Zweigverein Berlin ( Sektion der Buter) meinen herzlichsten Dank für die Kransspenden und rege Teilnahme an der Beer digung meines verstorbenen Mannes August Noreisch. 28260 Witwe Noreisch geb. Borchert A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Wir geben unseren Kunden schon jetzt Gelegenheit zum besonders billigen Weihnachts- Einkauf und verabfolgen trotz billigster Preise bei Einkäufen noch die Doppelte Bei Drüsen, Skropheln, englischer Krankheit, Blutarmut, zur Stärkung schwächlicher, in der Entwickelung zurückbleibender Kinder, empfehle eine Kur mit meinem beliebten Lahusen's Lebertran 99 JODELLA" [* Der beste und wirksamste Lebertran. Leicht zu nehmen und zu vertragen. Preis 2,30 und 4,60 M. Alleiniger Fabrikant! Apotheker Wilh. Lahusen, Bremen. Man achte auf den Namen ,, Jodella". Alle anderen Präparate sind nicht echt. 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Wir müssen alle zurüd zu größerer Sparsamkeit ( Lachen links). Ich nehem da niemanden aus. Ich weiß ja, es wird schon jetzt viel gespart. Aber es muß noch viel mehr gespart werden, denn Reichtum ist Macht, er ist von Wichtigkeit für unsere politische Stellung, für die Gruppierung der Völker.. Solcher Lurus ist eine des deutschen Volkes unwürdige Sitte oder richtiger Unfitte." von den Bezirkslokalen aus. Termine für die einzelnen Vorstellungen sind festgesetzt der 29. November, 6. und 13. Dezember, 3. und 31. Januar, 28. Februaar, 14. und 28. März, 4. April. Die Verteilung der Eintrittstarten ist auch diesmal der Zentralstelle für Volkswohlfahrt übertragen worden. Wenn die Veranstalter der Vorstellungen wirklich die Absicht hätten, den Arbeitern billige Voltsvorstellungen zu bieten, so Was die arbeitende Bevölkerung betrifft, so ist der Appell hätten sie die Verpflichtung, sich einfach an die Berliner GewerkBülows an deren Sparsamkeitssinn verfehlt, denn diese hat taum schaftskommission zu wenden als der berufenen Vertretung der geso viel, um sich satt effen zu können und wie die dieser Tage er- wertschaftlich organisierten Arbeiter. Indem man sich aber der in Berlin und den bestimmten Vororten statt. folgte Arbeitslosenzählung bewiesen hat, haben Zehntausende nicht Bentralstelle für Bolkswohlfahrt bedient, muß man zu der Da ein großer Teil der Arbeiter, welche in den Vororten das geringste Einkommen, um sich troden Brot kaufen zu fönnen. Meinung kommen, daß andere Nebenzwede mit dem Arrangement verfolgt werden. wohnen, das Wahlrecht in Berlin ausüben, so ist all. Richtig ist dagegen, daß in den herrschenden Klassen Ueberfluß seitige Zeilnahme der Partei- und Gewert- und Berschwendungssucht herrscht, was aber zum Wesen unserer fchaftsgenossen auch in den bestimmten Bor- heutigen Ordnung gehört. Was man in der sogenannten guten Gesellschaft unter Sparorten an der Verbreitung unbedingte Notwendig- samkeit versteht, beweist eine Notiz, die dieser Tage in der„ Daily As Legitimation gilt Mitgliedsbuch der Gewerkschaft News" über die Roben der deutschen Kronprinzessin zu lesen war. Dort hieß es: Der Zentralvorstand. teit! oder des Wahlvereins. 22 Zur Lokalliste. Am 22. November( Totensonntag) veranstaltet der Theater- und Vergnügungsverein Einigfeit" in Charlottenburg in den dortigen Germania- Sälen". Inh. Modrich, Spreestraße ein Vergnügen und ist man lebhaft be= müht, Billetts hierzu in Arbeiterkreisen abzusehen. Wir weisen darauf hin, daß das genannte Lokal der Arbeiterschaft zu Verfammlungen nicht zur Verfügung steht, mithin find alle dortigen Beranstaltungen zu meiden. Die Lokalfommission. Rigdorf. Achtung! Stadtberordnetenwahl. Die Kuvertverbreitung für die am Montag, den 23. und Dienstag, den 24. November stattfindende Stadtverordnetentahl wird am Sonntag früh 8 Uhr von den bekannten Lokalen aus vorgenommen. Es wird erwartet, daß jeder Genosse sich rechtzeitig zu dieser Arbeit einfindet. Das Zentralwahlbureau befindet sich am Wahltage bei Hoppe, Hermannstr. 49. Das sozialdemokratische Wahlfomitee. Tharlottenburg. Zu den Vororten, in denen am Sonntag, den 22. November, das Flugblatt zur Gewerbegerichtswahl ver breitet werden muß, gehört auch Charlottenburg. Die Genossen finden sich morgen früh 8 Uhr in den betreffenden Lokalen ein. Der Vorstand. Charlottenburg. Die Gruppe 6 des Wahlvereins veranstaltet heute abend ein Vergnügen im Volkshaufe, Rosinenstr. 3. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Briz- Buckow. Der Sozialdemokratische Wahlverein veranstaltet heute abend 29 Uhr bei Nofter, Chauffee Straße Nr. 39 einen Lichtbilder- Vortrag: Die Freiheitsfämpfe in Rußland". Billetts a 30 Pfennig find bei den Mitgliedern zu haben. Treptow- Baumschulenweg. Die Genoffen des Ortsteiles Baum schulenweg werden ersucht, sich am Sonntag früh in den Bezirkslokalen zur Flugblattverbreitung einzufinden. Der Vorstand. Lichtenberg. Auch hier findet am Sonntag, früh 8 Uhr, von den Bezirkslokalen aus Flugblattverbreitung statt. 9 Stralau. Dienstag, den 24. November, abends 8 Uhr, öffentfiche Versammlung in den Markgrafenfälen. Tagesordnung: Die innere und äußere Politik Deutschlands". Montag abend 8 Uhr findet in allen Bezirken zu dieser Versammlung eine Handzettelberteilung statt. Der Vorstand. Rummelsburg. Den Bezirksführern und allen Parteigenossen zur Nachricht, daß morgen, Sonntag, früh 8 Uhr auch in Rummelsburg von allen bekannten Lokalen aus eine Flugblattverbreitung ( Gewerbegerichtswahlen) über den ganzen Ort stattfindet. Der Vorstand. Dber- Schöneweide. Sonntag, den 22. b. M.( Totenfonntag), findet im Wilhelminenhof eine Theateraufführung: Das verlorene Paradics" statt. Der Eintritt fostet 50 f. Die Genossen werden ersucht, sich vorher mit Eintrittskarten zu versehen. " Ebenfalls findet auch in unserem Ort Sonntag früh 8 Uhr Flugblattverbreitung von den Bezirkslokalen aus statt." Der Vorstand. Friedrichsfelde. Sonntag früh 8 Uhr Handzettelverbreitung von den Bezirkslokalen aus. Gleichzeitig machen wir nochmals auf den am gleichen Tage, abends 6 Uhr beginnenden Volksunterhaltungsabend aufmerksam. Karten hierfür sind nur von den bekannten Genossen zu haben. Der Vorstand. Ertner. Dienstag, den 24. November, Bolksversammlung. Hierzu findet am Sonntag, den 22.( Totensonntag) HandzettelDer Vorstand. berbreitung statt. Weißenfee. Am morgigen Sonntag früh 8 Uhr findet in allen Bezirken von den Zahlabendlokalen aus eine Flugblattverbreitung für die Gewerbegerichtswahlen statt. Der Vorstand. Niederschönhausen. Am Sonntag, den 22. November, früh 8 Uhr, findet eine Flugblattverbreitung und Agitation für den Vorwärts" von den Bezirkslokalen aus statt. Der Vorstand. Wilhelmsruh- Nieder- Schönhausen- West. Montag, den 23. No bember, findet im Lokal von Oskar Deutschmann, Hauptstraße 1, eine Volfsversammlung statt. Die Handzettel zu dieser Versamm lung werden für alle Bezirke vom Lokal Barth, Vittoria Straße 7, aus berteilt. Der Vorstand. Bankow. Am Sonntag, 8 Uhr morgens, Flugblattverbreitung. Materialausgabe heut abend bei Abendroth. Sämtliche Sammellisten find umgehend an die Abteilungsfaffierer abzuführen. Die für den nächsten Dienstag fälligen Mitgliederversammlungen finden acht Tage später statt. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. ,, Sparsame Leute". " Die deutsche Kronprinzessin bestellte neulich bei Madame Baquin, der berühmten französischen Firma, einige Modelle und beorderte danach eine große Anzahl, die von diesem Hause in dem Londoner Lokale, Dover Street zur Schau gestellt wurden. ( Obgleich die Figur der Prinzessin, die sehr groß und fchlant ist, für die enganschließende Empire- Robe wie geschaffen ist, sieht man doch aus dem Schnitt der Kleider, daß sie irgendtvelchen übertriebenen Moden nicht huldigt". Anscheinend zieht sie grün vor, denn zwei auffallend schöne Modelle waren in diefer Farbe eine feidene Nachmittagsrobe mit tiefen Franzen besetzt und eine prächtige Teerobe von Miroir- Samt, mit einem Deffin von fleinen Goldperlen über einem einfachen Unterfleide von weißem Marquisette.) Die Ordre schließt einige prächtige Abendroben exquise Tagestoiletten und mehrere wunderbare Mäntel ein. Blau in allen Nüancen scheint ebenfalls eine Lieblingsfarbe zu sein, von dem zartesten Blauweiß eines Kleides nebst zugehörigem Nod bis zu den fatten Tönen einer malerischen Theaterhülle, mit Altfilber bestidt und Labrador- Belzbefab. gebung Berlins gemeldet. Trotzdem durch bas eingetretene TauSchon wieder werden zwei Unfälle auf dem Eife aus der Unt worden ist, versuchte ein 14jähriger Knabe gestern vormittag mit wetter das bereits vorhanden gewesene Gis wieder morsch geeinem Zweirade über die Eisfläche der Krampe, eine Ausbuchtung des Müggelfees, hinwegzufahren und brach ein. Es gelang, den Knaben, wenn auch besinnungslos, aus den Fluten zu ziehen. Ein zweiter Unglücksfall ereignete sich am Bußtag auf dem Beskower See. Dort brach ein 12jähriger Stnabe beim Schlittschuhlaufen ein und ertrant, bevor ihm hilfe gebracht werden konnte. Eröffnung eines Straßenbahnbetriebes Treptow- Charlottenburg. Ginen durchgehenden Straßenbahnbetrieb vom Blag am Spreetunnel bis zum Wilhelmsplay in Charlottenburg eröffnet die Große Berliner Straßenbahn am Sonnabend, den 21. November, früh. Es ist ein Anschlußbetrieb der Großen Berliner Straßenbahn mit der Westlichen Berliner Vorortbahn und Berlin- Charlottenburger Straßentbahn. Der Betriebswechsel findet an den Grenzpunkten mit Wagenübergang in den Betrieb der anschließenden Verwaltung ohne Ümsteigen der Fahrgäste statt. Der neue Durchgangebetrieb kommt dadurch zustande, daß die bisherigen Linien 89 Treptow- Wilmersdorf und 90 Schlesisches Tor- Wilmersdorf zu einer einzigen Linie unter der Nummer 90 vereinigt werden. Die vereinigte Linie tvirb von ihrem jebigen Endpunkt in der Parifer Straße verlängert. Sie geht über die Uhlandstraße bis zum Sturfürstendamm, durch die Grolmanstraße, ferner im Schleifenbetrieb über die Bismard, Die Prinzessin foll von allen Roben entzüdt sein. Ein Wilmersdorfer, Scharrenstraße, Wilhelmsplag, Berliner und LeibnizBelzrod von Zobel, der auf 3000 Pfund Sterling( 60 000.) ftraße. Die Linie erhält die Bezeichnung Treptow( Platz am Spreetariert wird und vom modernsten Stile ist, war in dieser inter- tunnel oder Schlesisches Tor- Charlottenburg( Wilhelmsplay). Der essanten Ausstellung enthalten." Betrieb beginnt morgens Werktags vom Schlesischen Tor 5.25, bon Welche Summen mögen wohl in diesen Roben stecken, wenn Treptow 6.13, von Charlottenburg 6.23. Sonntags beginnt der Betrieb in Treptow 6.50, am Schlesischen Tor 7.01, in Charlottenallein ein Belzrock 60 000 M. koftet? Das nennt man" Sparfam- burg 7.55. Der Betrieb wird im allgemeinen bis Mitternacht auffeit". Gs foll aber nicht verschwiegen werden, daß auch im kron- recht erhalten. Die erweiterte Linie 90 wird zwischen dem prinzlichen Hause an anderen Stellen sparsamer gewirtschaftet wird. Es ist noch nicht allzulange her, daß wegen der Höhe der Kosten eines Frühstücs, die ein Bahnhofsrestaurateur in Desterreich forderte, der Kronprinz sehr ungehalten war und außerdem wollen wir, der Wahrheit die Ehre gebend, gern registrieren, daß der Betrag, den der fünftige Thronfolger für die Opfer der letzten Bergwerkskatastrophe gespendet hat, so groß" ist, daß ihn niemand erfahren hat. Einen weiteren Beitrag zu diesem Kapitel liefert eine Notiz, die wir im Lofalanzeiger" finden und die lautet: Sochintereffante Schauftücke birgt die Ausstellung bei Keller u. Reiner, welche die Gesellschaft zur Bekämpfung der Säuglingsfterblichkeit" zugunsten des guten Zweds veranstaltet hat. Bor allem fällt da der vielberufene, berühmte Perlenschmuck der Frau Gräfin Wartensleben in die Augen, diefe herrlichen Perlen, die ihresgleichen nicht leicht in der Welt finden. Alle Damen betrachten es mit höchstem Interesse. Kaum geringere Anteil nahme als dies gewissermaßen historisch gewordene Perlen halsband werden die Surroben und Schleppen finden. Da ist bor allem die filberne Robe" der Frau Kronprinzeffin, Schleppenrod und Cortage, die langen, fließenden, filbernen Linien des wundervollen Brokats werden von aller Welt bewundert. Dieses funstgewerbliche Erzeugnis ist ein Gedicht!" meinte eine Dame fchwärmerisch. Der wunderschöne Silber brofat stammt aus Mostau, wo die Weberkunft dieser Spezialität nach altrussischer Manier in höchster Blüte steht. Der Brofat ist ein Geschenk vom Großvater der Braut, dem Großfürsten Michael. Dann bewundern wir die beiden berühmten Spitzenschleppen der Frau Fürstin von Hendel- Donnersmard, die eine ganz mit Venetianerfpigen, die andere mit point à l'iaguille- Spigen bedeckt." Und so geht es fort in der Aufzählung der kostbaren Kostüme der Damen der Gesellschaft. Sparfame Leute!" Schlesischen Tor und der Kaiser- Allee bis zur Ede der Pariser Straße durch die Wagen der Linie 82 Schlesisches Tor- 8oologischer Garten zu einer Wagenfolge von 7 Minuten ergänzt. Für 10 Pi. fährt man im Betrieb der drei Gefellschaften von Treptow oder vom Schlesischen Tor bis zum Savignyplatz und vom Stottbuser Tor bis zum Wilhelmsplay in Charlottenburg. Eine Fahrt auf der ganzen Linie foftet 15 Pf. Besuch englischer Arbeiter. Eine Abordnung von Arbeitern der englischen Wollen- und Kamangarnidustrie trifft, wie der Conf." mitteilt, heute, Sonnabend, aus Yorkshire in Berlin ein. Die Abordnung unternimmt eine Reise durch die Hauptpläße der deutschen Wollen und Kammgarnindustrie, um die Verhältnisse in bezug auf Löhne, Arbeitszeit, sozialpolitische und hygienische Frage zu studieren. Der Verein für Kindervollstüchen hat am Dienstag, den 17. November, in der Hochmeisterstraße 16a feine 17. Kindervolks füche eröffnet. Während seiner Tätigkeit vom 15. Auguft bis 1. November 1906 hat der Verein 339 556 Portionen Mittagessen an bedürftige Kinder berteilt. Seitens der Schulen find an bedürftige Schulkinder 177 898 Marten ausgegeben worden, gegen welche die Kinder in den Kindervollstüchen Mittagessen erhielten. An die Schüler der oberen Klaffen ist am Jubiläumstage der Städteordnung eine Festschrift der Stadt Berlin" verteilt worden, in der Professor Dr. Schwarz die Geschichte und Wirkungen der preußischen Städteordnung schildert. Die Jubiläumsausgabe war als dauerndes Andenken gedacht. Da wäre es aber zweďmäßig gewesen, für eine beffere Ausstattung zu sorgen. Es hätte doch wirklich reine Unsumme getoftet, wenn für besseres Papier, befferen Druck und anständige Heftung der Schrift gesorgt worden wäre. Das Opfer einer Gasvergiftung ist das 20jährige Hausmädchen Pauline Born, das bei dem Kaufmann K. in der Straße NeuStölln a. M. 23 in Stellung war, geworden. Das junge Mädchen Aus Anlaß des Totensonntags werden, wie bereits bekannt- schlief in der Küche und als es sich in der gestrigen Nacht zu Bett gegeben, im Stadtringbetriebe eine größere Anzahl Sonderzüge in legte, ließ es aus Verfehen einen der Gashähne am Kochherd offen. der Zeit von 1-6 Uhr nachmittags abgelassen werden. Auch die Es schlief bald ein und sollte nicht wieder erwachen. Morgens übrigen Berliner Verkehrsgesellschaften treffen umfassende Maß- wurde es von der Herrrschaft leblos auf dem Lager aufgefunden. nahmen, um den voraussichtlich sehr starken Andrang zu bewältigen. Man holte sofort von der Unfallstation einen Arzt herbei, der aber Die Große Berliner Straßenbahngesellschaft wird dem Verkehr nach nur noch den infolge Gasvergiftung eingetretenen Tod bei der S. den in Frage kommenden Vororten durch Einfahlinien, und zwar feststellen konnte. Die Beiche ist von der Polizei beschlagnahmit nach Weißensee vom Dönhoffplab und Alexanderplat, nach Rigdorf und nach dem Schauhause gebracht worden. bom Spittelmarkt, Morigplak, Behrenstraße, Kottbuser Tor und Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen cinem Rollwagen Alexanderplatz, nach Mariendorf vom Belle- Alliance- Plaz usw. und einem Straßenbahnwagen, wobei mehrere Personen verlegt Rechnung tragen. Auf der Siemens u. Halste- Bahn ist ein Fünfminutenbetrieb vorgesehen, der sich durch Einfügung von Sonder- wurden, ereignete sich gestern nachmittag gegen 4 ihr in der LeipGin hochbeladener Rollwagen, der durch die Markzügen bis zu einem Dreiminutenbetrieb verdichtet. Für die Strede siger Straße. nach Hohenschönhausen ist ein Fünfminutenverkehr in Aussicht ge mit solcher Gewalt gegen den Anhänger eines Etraßenbahnwagens, grafenstraße fahrend die Leipziger Straße kreuzen wollte, fuhr nommen und werden die Züge mit je zwei Anhängern fahren. Außerdem werden Motoromnibusse zwischen den Kirchhöfen und dem daß die Deichsel durch die Fenster hindurch in das Innere des Wagens drang. Erschroden sprangen die Fahrgäste, deren sich Stadtinnern verkehren. Der außerordentlich starke Verkehr nach den Rigdorfer Kirch eine wahre Panik bemächtigte, von ihren Sißen auf. Einige von höfen gibt auch in diesem Jahre wiederum Veranlassung zu be- ihnen wurden durch umberfliegende Glassplitter leicht verlebt. fenderen polizeilichen Maßnahmen und Verkehrsablenkungen. Die der Deichselspike getroffen und am Kopf nicht unerheblich verlebt. Der Kaufmann Gädice, Köpenider Straße 3 wohnhaft, wurde von Bersonenwagen nach den Begräbnisplägen in der Hermannstraße Er erhielt auf der nahen Unfallstation 13 die ersten Notverbände. werden durch die Wigmannitraße und von dort aus durch die er Karlsgartenstraße geleitet, während die von den Kirchhöfen in der Der Unfall ist dadurch herbeigeführt worden, daß der Rollwagen, Richtung nach Berlin fahrenden Wagen durch die Steinmez, Ueberlastung nicht mehr rechtzeitig zum Halten gebracht werden der fich in ziemlich schneller Fahrt befand, infolge der starken Bieten- oder Jägerstraße, nach der Falk, Mainzer und Berliner Ueberlastung nicht mehr rechtzeitig zum Halten gebracht werden Straße geführt werden. fonnte. Der Reichstanzler Fürst Bülow ist am Donnerstag in feiner Reichstagsrede zur Begründung der von der Regierung geforderten 500 Millionen neuer Steuern auch auf den herrschenden Lurus Wer trägt die Kosten der behördlichen Nachbesichtigung ber zu sprechen gekommen und hat an das deutsche Wolf einen Appell Zur Sundertjahrfeier der Städteordnung bleiben heute, Sonnzur Sparsamkeit gerichtet. Nachdem er darauf hingewiesen hatte, abend, sämtliche städtischen Kassen und Bureaus von 12 Uhr mit Apotheken? Diese Frage ist wiederholt aufgeworfen worden. Jn. der ministeriellen Anweisung vom 18. Februar 1902 ist allerdings daß Reich und Kommunen sparsamer wirtschaften müßten, fuhr tags ab geschlossen. bestimmt(§ 23 Abs. 1 und§ 24), daß die Kosten der Nach= er fort: Theatervorstellungen für Arbeiter follen auch in diesem besichtigung der Apotheken. Die beim Vorfinden grober Unregel " Die gleiche Mahnung richte ich aber an jeben einzelnen Winter tie es heißt auf Befehl des Kaisers im Neuen mäßigkeiten angeordnet werden können, dem Apothekenvorstand zur Deutschen. Wir waren zu lange arm, um nicht der Versuchung Königlichen Opernhause stattfinden und zwar zu dem Preise von Last fielen. Das Oberverwaltungsgericht hat sich aber schon verzu erliegen, co unseren reichen Nachbarn gleich zu tun. Ich 50 Pf. Im Vorjahre haben sechs derartige Vorstellungen stattge- fchiedentlich auf den Standpunkt gestellt, daß jene Vorschriften spreche cs offen aus: Es war bei uns eine Zeit des Luxus, der funden. Zur Aufführung sind folgende Stücke in Aussicht ge- rechtsumvirksam seien, indem es davon ausging, daß sowohl die Ueberschäßung des naturellen Genusses eingetreten, die jeden nommen:" Prinz Friedrich von Homburg"( Eröffnungsvorstellung), Kosten der Apothekenrevisionen als auch die Nach revisionskosten mit Sorge erfüllt, dem die intellektuelle Kultur unferes Volkes 3opf und Schwert"," Minna von Barnhelm", Was ihr wollt", als Bolizeifoften zu betrachten und vom Staate zu tragen feien. am Herzen liegt. Es ist das aber der Fehler der Uebergangs. Die Jäger", Maria Stuart", Jungfrau von Orleans". As Ju einer neueren Entscheidung blieb cs dabei, Die Ver Großes Aufsehen rief gestern abend ein Wahnsinniger in der für Straßenbeleuchtung 264 882 mb für die Straßenbahn 1 648 420| jagen zu wollen. Die Drei sind der frühere Versicherungsdirektor Friedrichstraße hervor. Gin etwa 35jähriger Mann, der durch Stilowattstunden, Fechner, der Gemüsehändler Gohlke, der Fabrikant Hirschmeyer. fein feltsames Gebaren die Aufmerksamkeit des Publikums her- Nimmt man nun an, die Steuer würde, wie es der Regierungs- Herr Fechner hat eine Zeitlang in dem Bureau, das die„ Deutsche vorgerufen hatte, begann sich zwischen der Straße Unter den entwurf vorsicht, pro Kilowattstunde einen halben Biennig betragen, Stranten- Unterstüßungstaffe zu Caffel" hier in Berlin( Alexander Linden und der Mittelstraße plöblich auszufleiden. Mitten auf so würden in diesem halben Jahre in Charlottenburg allein straße 14c) unterhält, den Bosten eines Betriebsdirettors" innedem Fahrdamm stehend riß er ein Kleidungsstück nach dem anderen 26 258,78 M. Glektrizitätssteuern fällig geworden sein. Inwieweit straße 14c) unterhält, den Posten eines Betriebsdirektors" innevom Leibe herunter und bald stand der Kranke im Adamskostüm das die einzelnen Betriebe belastet, läßt sich freilich nicht feststellen. gehabt, er gehört also zu den Wissenden. Herr Gohlte und Herr auf der Straße. Ein Polizeibeamter, der herbeieilte, schaffte mit Aber die gewerblichen Unternehmungen würden davon am stärksten Sirschmeyer find weiter nichts als Mitglieder der Kaffe gewesen. Hilfe von Bassanten den Wahnsinnigen in eine Droschfe und betroffen werden, denn der auf den Kraftverbrauch der Sie und andere Mitglieder aus Berlin waren unzufrieden mit transportierte ihn nach der Polizeiwache. Von dort wurde der Glektrizität entfallende Steuerbetrag würde für diese Zeit der Geschäftsführung, die sie bei der Staffe beobachteten. SchließUnbekannte der Jrrenanstalt zugeführt. 10 467,98 9. ausmachen. Der Stadt jedoch würde die elektrische lich kam in Berlin eine Versammlung hiesiger Mitglieder zustande, Zwischen Gräbern vergiftet hat sich die 68 Jahre alte Witwe Straßenbeleuchtung für diefe fechs Monate nur 1324,16 M in der gegen die Direktion" schwere Vorwürfe gerichtet wurden. Augufte Pitt aus der Grünthaler Straße. Die alte Frau hatte den teurer gekommen sein. Auf das volle Jahr berechnet, würde der E3 wurde geklagt, daß Kranken zu Unrecht unter haltlosen BorEntschluß gefaßt, ihrem kurz vorher verstorbenen Manne in den Betrag aber mehr als das Doppelte ausmachen, da in den Winter- wänden das Krankengeld vorenthalten worden sei. Tod zu folgen. Auf dem Sophienfriedhof in Bankow vergiftete monaten der Straftbebarf größer ist und auch für Beleuchtung mehr sammlung forderte Auskunft von der Berliner Betriebsdirektion" und auch von der Casseler Hauptdireftion", an die das Verhand sie sich neben dem Grabe ihres Mannes mit Lysol. Als ein Strom erforderlich ist. Ferner stellen diefe 26 258,78 M. Halbjahrssteuern auch nur Friedhofsbeamter die Lebensmüde entdeckte, war fie bereits tot. einen Teil der Elektrizitätssteuer daz, denn außer der Abgabe auf lungsprotokoll überfandt wurde. Aber aus Caſſel kam die grobe Ein schwerer Automobilunfall hat sich gestern abend auf dem ben verbrauchten Strom soll auch noch eine Steuer auf die Brenn- Antwort, die Berliner hätten dem Caffeler Direktor" gar nichts Poisdamer Platz zugetragen. Der taubstumme Kunstschüler apparate erhoben werden. Wie hoch ber barauf entfallende Betrag 3 fagen. Indes, die Berliner waren entschlossen dem Casseler Stabermann, Reue Noßstraße 1 wohnhaft, hatte beim Ueberschreiten für Charlottenburg sein würde, fönnen wir momentan nicht feit nicht länger tributpflichtig zu bleiben. Sie wollten ihre eigene des Plazes die Warnungssignale eines herannahenden Privat- stellen, da sich diese Steuer nach der Stärke der Brennförper staffelt Stasse haben oder mindestens eine eigene örtliche Verwaltungsautomobils nicht hören können und infolgedessen wurde er von und eine Spezialisierung der Brennapparate nach dem Grade ihrer stelle der Casseler Kaffe, nicht ein bloßes Bureau, das in allem hinten angefahren und niedergerissen. Die Mäder des schweren Stärke in ben Angaben des Statistischen Amtes fehlt. Aber inter- und jedem von Caffel abhängig war und alles Geld dorthin abSeraftwagens gingen dem bebauernswerten Menschen über Arme effant dürfte es fein zu wiffen, daß mit dem Strom aus dem liefern mußte. Schon bestand, auf dem Papier zunächst, die von und Beine hinweg. Schwerverletzt wurde der Berunglückte nach städtischen Elektrizitätswerk im Monat September 240 504 Glüh ihnen neu gegründete Märkische Unterstüßungskaffe", die dem der nahen Rettungswache in der Köthener Straße geschafft. lampen und 3899 Bogenlampen gespeist wurden. Auch diese Bahlen Cafeler„ Direktor" den Groß- Berliner Mitgliederbestand ent Der Selbstmordversuch eines Arbeitslosen rief gestern nach- laffen auf eine starke Belastung durch die geplante Steuer schließen, winden sollte. Zum provisorischen Vorstand dieses neuen Untermiltag Unter den Linden allgemeines Aufsehen hervor. Der die mit jedem Jahre brückender werden würde. Denn im September nehmens gehörten die drei genannten Herren Fechner, Gohlke und Tischler 1907 197 815 197815 Hirschmeyer. Sie fassierten bereits für die„ Märlische Unterschon seit längerer Zeit ohne Beschäftigung war, vergiftete ich auf gezählt. der Promenade mit Lysol. Er leerte die Giftflasche bis auf den ftüßungskasse" die Beiträge derjenigen Mitglieder der Casseler letzten Tropfen und brad bewußtlos ausammen. In einem Staffe ein, die sie zu den Ihrigen rechnen zu dürfen glaubten. Krantenwagen wurde der Lebensmüde nach der Charité überge Das schmedte natürlich dem Casseler Direktor" ganz und gar. nicht, und so sorgte er dafür, daß die Drei auf die Anklagebank führt. Sein Zustand ist hoffnungslos. famen. Sie sollten als Mitglieder des Vorstandes einer örtlichen Verwaltungsstelle der Casseler Kasse sich mit dieser Ginkassierung der Beiträge gegen Bestimmungen des Gesetzes über die freien Hilfskaffen vergangen haben. Die Gerichtsverhandlung brachte leider nicht den erwarteten Aufschluß über die Betriebsweise der Deutschen Kranken- Unterstüßungstasse zu Caffel". Der Ange flagte Jediner, der gewiß manches hätte erzählen können, beschränkte sich darauf, dem Gericht die von ihm geleistete Bureautätigkeit zu schildern und dabei zu versichern, daß er als Berliner Betriebs. tirettor" feine Selbständigkeit gehabt habe, so daß von einer örtlichen Verwaltungsstelle im Sinne des Gesetzes nicht die Rede sein konnte. Er habe Krankmeldungen entgegengenommen, Krankenscheine ausgestellt, auch Beschwerden angehört, aber Entscheidungen Zeugen gesucht! Am Sonnabend, den 14. November, abends gegen 7 hr wurde der Stuckateur Hermann Schwarz in der Potsdamerstraße, Ede der Eichbornstraße von der Elektrischen Straßenbahn angefahren. Schwarz ist an den Folgen gestorben, ohne das Bewußifein wiedererlangt zu haben. Die Ungehörigen bitten Augenzeugen des Vorfalls bringend, ihre Wahrnehmungen, eventuell ihre Adresse an den Bruder des Verstorbenen, Gustav Schwarz, Berlin NW. 21, Emdenerstraße 17, Seitenfl. IV. gelangen zu laffen. Auf der Treptow- Sternwarte spricht Direktor Archenhold am Sonntag, ben 22. November, nachmittags 5 Uhr über: Die Be. wohnbarkeit der Welten", abends 7 1hr über:" Wolfen, Blige und Zuttelettrizität“ und am Montag abend" 9 Uhr über: " Saturn und fein Ringsystem". Der Hörsal der Treptow- Stern warte befindet sich im Restaurant Snape, vormals Benner, Treptower Chaussee 21-22. Die Vorträge sind gemeinverständlich und mit vielen Lichte und Drehbilbern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr werden am Tage die Sonne, nach Eintritt der Dunkelheit Doppelsterne und der interessante Planet Saturn" gezeigt. Gegen Ende der nächsten Woche ist auch der Mond wieder günstig au beobachten. Kleinere Fernrohre stehen aur Beobachtung beliebiger Objefte allen Besuchern unentgeltlich zur Verfügung. " Feuerwehrnachrichten. Wegen eines großen Kellerbrandes wurde gestern die Wehr nach der Rughavener Straße 2 gerufen. Dort brannten verschiedene Kellerverschläge mit Inhalt. Der 15. Zug hatte längere Zeit zu löschen und mußte tüchtig Waffer geben, um die Flammen an weiterer Ausdehnung zu verhindern. Die Ent ftehung wird auf Unvorsichtigkeit zurückgeführt. Eine anscheinend geiftestrante Frau wurde aus dem Landwehrlanal gerettet, nach der Feuerwache in der Wilmsstraße gebracht, dort von den Samaritern behandelt und dann nach dem Urbanfrankenhause gefchafft. Berner hatte die Wehr in der Rosenthaler Straße 15, Rosenstr. 1 und anderen Stellen zu tun. Ganz außer Betracht bleiben bei diesen Feststellungen noch die Abgaben, die auch auf den Verbrauch der in Brivatbetrieben er zeugten elektrischen Straft gelegt werden sollen. Ueber deren Umfang fehlen ebenfalls noch bestimmte Angaben. Aber schon die auf Grund der sicheren Zahlen gemachten Berednungen dürften bewiesen haben, daß auch die städtischen Körperschaften in Charlottenburg alle Urfache haben, gegen diefe Steuer energisch zu protestieren. Groß- Lichterfelde. Bon einem Eisenbahnzuge überfahren nnd getötet wurde in der geftrigen Nacht der 52jährige Arbeiter Rowalsti von hier, deffen Beiche in entfeßlich verftlimmeltem guftaube auf dem Bahnförper der Anhalter Bahn in der Nähe von Groß- Lichterfelde aufgefunden wurde, Allem Anschein nach liegt ein Unglidsfall vor, da St., der bier in guten Berhältnissen lebte, teine Veranlassung hatte, Selbst mord zu berüben. Es wird angenommen, daß der Arbeiter, um den Weg nach seiner Wohnung abzukürzen, die Bahnstrecke entlang gegangen und dabei von einem vorbeifahrenden Zuge erfaßt und überfahren worden ist. Vor einer außerordentlich gut besuchten Bersammlung sprach am Bußtag Genosse zubeil über Das persönliche Regiment und die neuen Steuervorlagen". Die Bersammlung gab ihrer Bummung au den treffenden Ausführungen des Referenten durch stürmischen Beifall am Schluffe feines Vortrages Ausdruck. Lichtenberg. Die Hindernisse des Krankenhausbaues. Seit mehr als zehn Jahren wird der Bau eines Krankenhaufes erörtert, und doch ist es bisher zu einem pofitiven Resultat nicht gekommen. In den letzten beiden Jahren war die Frage schon bis zu " Brojelten" vorgeschritten. Seit Anfang dieses Jahres besteht fogar eine Krankenhausbaukommission. Wer jedoch geglaubt hat, daß das Projelt eines Straufenhausbaues jetzt einer Löfung entgegengehe, der hatte sich getäuscht. Die bürgerliche Mehrheit behauptete bereits, bie fozialdemokratischen Stadtverordneten trügen an der Berschleppung des Krankenhausbaues die Schuld. Diese dreiste Behauptung fonnte natürlich fein Mensch ernst nehmen. In Wirklich. feit sind die Hintertreiber des Vaues eines Krankenhaufes ganz tvo anders zu suchen. Die Haus befigerintereffen der bürgerlichen Stadtverordnetenmehrheit sind es, die den Bau bis zum heutigen Tage zu bereiteln gewußt haben. Bekanntlich befinden sich Tausende von Morgen unbebauten Terrains in den Händen von TerraingesellZur Jahrhundertfeier der preußischen Städteordnung wurde am fchaften. Als die Stadt einen Platz für das Strantenhaus benötigte, Donnerstagabend eine besondere Sigung der Stadtverordneten und wurde ihr von diesen Terrainfpefulanten auch nicht ein Angebot gedes Magistrats im Stadtverordnetenfigungsfaale abgehalten. Oberdes Magistrats im Stadtverordnetensizungsfaale abgehalten. Ober macht. Einige der hiesigen Erbeingefeffenen" waren bereit, ihren bürgermeister Bilbe hielt die Festrede, die dahin austlang, gemacht. meinsam dahin zu streben, die Selbstverwaltung weiter auszubauen. Grund und Boden für gutes Geld aus der Hand zu geben, doch Stadtverordnetenvorsteher Lohausen ging auf die Alenderungen diesen konnte die Stadt nicht gebrauchen, weil der Bauplatz nicht geettvas näher ein, die die Städteordnung im Laufe der Zeit erfahren eignet war. In einer der letzten Sigungen machte nun der erste hat. So wies er namentlich darauf hin, daß das Dreillaffenwahl Bürgermeister der Krankenhauskommission eine Mitteilung, die die recht in der Steinfchen Städteordnung nicht vorgefehen war. Mert Terrainspekulanten in eigenartigem Lichte erscheinen läßt. Er würdigerweife fam aber der Stadtverordnetenvorsteher zu dem betonte: Schöneberg. Vorort- Nachrichten. 12 au treffen und selbständig Krankengelb auszuzahlen, sei ihm nicht erlaubt gewesen, diefes Recht habe der Gaffeler Direktor" sich vorbehalten. Herr Fechner machte auch die oben von uns wiedergegebenen Mitteilungen über die Protestversammlung von Berliner Mitgliedern. Aehnlich wie er befundete ein Zeuge Stepphuhn, der der Kasse als Agent dient, daß der Casseler Direktor" zu ent scheiden habe. Reider famen wir um das Vergnügen, auf dem Beugenstand auch den jetzigen Berliner Betriebsdirektor" Peter zu sehen, denselben Herrn Peter, aus dessen Feder kürzlich im Vorwärts" ein geradezu toller Brief veröffentlicht wurde, den er an ein auf Zahlung von Krankengeld drängendes Mitglied gerichtet hatte. Herr Peter hatte sich frant gemeldet und hatte dem Gericht besagten Herrn Stepphuhn als Ersatzmann angeboten. Der wurde dann tatsächlich vernommen. Aber schon seine Ausjage tar dem Amtsanwalt Anlaß genug, aus formellen Gründen felber bie Freisprechung zu beantragen, weil Fechner usw. gar nicht Borstand einer örtlichen Verwaltungsstelle gewesen seien. Das Gericht erkannte aus denselben Gründen auf Freisprechung. " Vermischtes. Schiffsunglüd. Der franzöfifche Postdampfer, Martinique, mit Rolonialfrachten beladen, erlitt, einer Meldung aus Reggio di Calabria zufolge, gestern nacht vier Meilen von Caulonia entfernt, Schiffbruch. Das Geschick der Besagung, die aus 21 Berfonen besteht, ist unbekannt. Man fürchtet, daß nur sieben Mann gerettet find. Im Eisgang gesunken ist im Büyfee Hinter Alt- Friesad ein Koblenfahn des Schiffers Maß aus Alt Ruppin, der mit einer Kohlenladung für die Neu- Ruppiner Gasanstalt unterwegs war. Als der Kahn die durch Eisbrecher gefchaffene Fahrstraße passierte, stauten Schluß, daß die Städteordnung nach 1808 wesentliche Verbesserungen Daß Lichtenberg damals einen geeigneten Bauplag nicht er- fich die Eisschollen und beschädigten den Schiffsrumpf, so daß der erfahren habe. Zum Audenten an die Hundertjahr feier der Städte halten fonnte, lag daran, daß zwischen den Terrain- fuhr, gelang es nur mit Mühe, die Familie des Schiffers an Bord Sahn binnen wenigen Minuten fant. Dem Dampfer, der vorausordnung wurden 250 000. zur Bekämpfung der Tuberkulose gehalten ftiftet. Ein Teil diefer Summe foll zum Ausbau der Erholungs. gefellschaften eine Abmagung bestand, auch zu zu nehmen. ftätte in Sternberg berwandt werben, während der größere Teil ber guten Preifen an die Gemeinde ein größeres Nichts Gewiffes weiß man nicht. In Wiener Hoffreifen glaubt Gumme bazu blenen foll, eine Erholungsstätte für schwächliche Terrain zum Krankenhausbau nicht abzugeben, man, daß König Leopold von Belgien, feine Beziehungen zur Kinder an der Nordiee auf der Insel Föhr zu errichten, die bereits um nicht in der Verwertung des Ganzen be- Baronin Baughan jest endgültig abgebrochen habe. Der im Juni nächsten Jahres eröffnet werden soll.- Die berlängerte hindert zu werden". Zur Erbauung einer Kirche und eines König habe erfahren, daß das sind, das die Baronin vor Mühlenstraße, an der das neue Rathaus errichtet wird, foll den Amtsgerichte wurde das Terrain fostenlos aufgelaffen! Hier decken einigen Monaten geboren hatte, nicht ihn zum Bater habe. Namen Freiherr v. Stein- Straße" erhalten. fich ja wohl die Jutereffen der Herren Spekulanten mit denen der Das Material zu dieser Entdeckung soll dem König von seiner Zöblich verfest wurde in der gestrigen Nacht der 24 Jahre falte Gemeinde? Tochter, der Brinzessin Klementine, übergeben sein. Infolge Maurer Nichard Becker, Grunewaldstraße 118 wohnhaft. B. hatte Angesichts diefer Tatlache nimmt sich der Verfuch der Bürger- diefer Wendung der Dinge sollen auch Schritte zu der Versöhnung fich abends in einer Gastwirtschaft in der Cherusterstraße auflichen Majorität, den fozialdemokratischen Stadtverordneten die Ber- des Königs mit der Gräfin Lonyah und der Prinzessin Luise gehalten, als zivei junge Burschen bas Lotal betraten, sich aber ihre quälenben Sorgen. bann so rüpelhaft benahmen, daß fie gewaltsam hinausbefördert Schleppung der Krankenhausbaufrage in die Schuhe zu schieben, recht von Koburg angebahnt worden sein. Man sieht, auch Könige haben werden mußten. In demselben Augenblid verließ auch B. die Gast wunderlich aus. Nachdem es nun endlich gelungen war, in der wirtschaft, der nun von den beiben Rowdies überfallen und durch Stommission den Verhandlungen einen Abschluß zu geben und der Briefkaften der Redaktion. Messerstiche am Kopf, an der Brust und am Rücken schwer verlegt Stadtverordnetenversammlung Bericht zu erstatten, entstanden neue In einer Vorversammlung hatte die bürgerliche Sof, dritter Cingang, vier Treppen, murde. In befinnungslosem Zustande wurde Beder nach der Unfall. Hindernisse. station in der Herbertstraße gebracht. Wie bort festgestellt wurde. Majorität sich geeinigt und brachte die Vorlage der Kommiffion in wochentäglich abends von 2 bis 9½ the tatt. Geöffnet? Uhr war er durch einen Messerstic in die Zunge verlegt worden. In der Versammlung gegen wenige Stimmen zur Bertagung. Wieder Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 be. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe nad cine 3abl ale wiertzeichen beignfügen. Briefliche Antwort fast hoffnungslosem Zustande wurde B. nach dem hiesigen Kranken- ist es gelungen, den Krankenhausbau auf unbestimmte Zeit hinaus wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten tönnen 14 Tage hause übergeführt. vergeben. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Wilmersdorf. Das amtliche Resultat der Stadtverordnetenwahlen für die dritte Abteilung torrigiert unseren geftrigen Bericht über den Ausfall dieser Wahlen. Wie nämlich mitgeteilt wird, hat eine Serfplitterung unter den Bürgerlichen, der man anfänglich wenig Bedeutung beilegte, doch die Folge gehabt, daß unser Barteigenoffe Niedel mit dem Rechnungsrat Kleitle in Stidhiwahl tommt. Auf Riebel entfielen 1240 Stimmen, auf Slettle 1857 und auf einen Dr. Sabath 141 Stimmen. Die absolute Majorität von 1869 Stimmen ist somit von feinem Standidaten erreicht worden. Wie mitgeteilt wird, soll die Stichwahl am 15. Dezember, vormittags von 11 bis 1 Uhr und nachmittags von 4 bis 8 Uhr stattfinden. Unsere Parteigenoffen müssen die nächsten Wochen zur Agitation nach Kräften ausnutzen. Charlottenburg. aufchieben. Wieder beginnt das Wettrennen der Grundstücksagenten, ivieber der Interessenstreit. Dieses Treiben einer bestimmten Clique fängt nachgerade an gemeingefährlich zu werden. Gegen eine solche Vergewaltigung muß die Mehrheit der Bevölkerung entschieden Einspruch erheben. Köpenick. Bei dem am Buẞtag stattgefundenen Kunstabend ist eine fleine Sandtasche verloren gegangen. Es wird ersucht, dieselbe im Stadt theater abzugeben. Der unter dem Verdacht der Lelchenberaubung am 29. Oftober verhaftete Fischer Edert befindet sich wieder auf freiem Fuße. Wie uns E. mitteilt, hat er damals die der Leiche gehörige Uhr und Stette dem Vater des Verunglüldten überreicht; dieser hat sie indes nicht angenommen, weshalb er die Sachen behalten hat. Bon einem Reicheuraub tönne daher feine Rede sein. Gerichts- Zeitung. Ste furifile Evrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gweites Gabri G. St. 1. Vor Gericht hat der Angeklagte stets das Recht, sich au verteidigen. Ihm muß das lekte Bort vor Berkündung des Urteils eiteill werden. 2. Gegen eine Berurteilung in Strafsachen ist die Berufung Es genügt, innerhalb einer Woche nach Berkündung des Urteils zulässig. an das Gericht innerhalb dieser Wo be, am besten unmittelbar nach dem Termin, zu fchreiben: Begen das Urteil vom in der Straf fache A. wider S.( Attenzeichen.) lege ich Berufung ein. S. 8. at das Gericht vor der Berhandlung einen Entlastungsbewels abgelehnt, to tanu der Beweisantrag in der Berhandlung wiederholt werden. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Bafferftand Meme!, Kilft Bregel, Zniterburg eichiel, Thorn Dder. Ratibor Strossen Frantiuri Landsberg art be. eye. Mordamm am fett 19.11. 18. 11. cm cm) 1638)-11 133) 0 -34 62 -6 63)-20 77+14 -10+-10 -20°-7 -8+14 -89-4 Dresden -203 4-7 Barby 8+1 Magdeburg 28 Bafferftand Saale, Grochlig avel, Spandau) Natbenow³) Spree, Soremberg) Beeskow Beier. Münden Minden am feit 19.11 18.11 CD1 cm³) 70+10 45+8 24 4-18 <-2 68 59+3 -102+6 -38 bein, Mariniansau 290 Raub Gegen die Einführung der Elektrizitätssteuer erhob auch die hiesige Stadtverordnetenversammlung fofort Einspruch, als dieser Teil des Eydowichen Steuerbntetts bekannt wurde. Und das mit vollem Mecht! enn in welchem Maße unter diefer Steuer auch Die Deutsche Kranken- Unterstügungskaffe zu Caffel" gehört Charlottenburg die Stadtkasse wie die privaten Bezieher bon zu jenen Hilfefcantenfassen, mit denen wir uns immer wieder elettrischer Straft- zu leiben haben würde, ergibt sich aus folgenden beschäftigen müssen. Näheres über ihre Betriebsweise zu erfahren, Zahlen. Nach den legten Mitteilungen des hiesigen Statistischen Emtes versprachen wir uns von einem rozeß, der am Freitag vor gab das Charlottenburger Gleftrigitätswert in den Monaten März, tent Amtsgericht Berlin- Mitte( 131. Abteilung) April, Mai, Juni, Juli und Auguft dieses Jahres elektrische Straft verhandelt wurde. Angeklagt waren die Männer, die das Wagnis bon insgesamt 5251 756 Stilowatiftunden ab. Davon tamen in unternommen hatten, dem in Gassel residierenden Direktor" Betracht für Beleuchtungszwede 1 550 007, für Straft 2098 597, Buffien einen Teil seiner Mitglieder samt ihren Beiträgen ab eisfret, oberhalb von Thorn Elsstand.) Grundels.Treibets Elbe. Leitmerig + bedeutet Wus, Fall. 79 Köln 50 Nedar, Heilbronn Main, Wertheim Mojel, Trier 96 13 Eisstand. Unterregel. Jeder Arbeiter, jeder Handwerfer follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Unerreichte Leistungsfähigkeit. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. 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( Nachdruck verboten.) 514 779 971 1017 29 125[ 500] 79 739[ 500] 839 73 2053 143 676 883 3413 4156 255[ 10 000] 951[ 500] 5111 258 303 463 611 32 807 6063 73 451 58 69 645 740 824 75 7412 698 930 57 8124 61 249[ 300] 406 603[ 500] 47 710 98[ 3000] 861 902 9104 442 620 730 10203 619 825 63[ 8000] 996 11013 461 97 552 55 737 829 12040 373 630 714 27 86 833$ 7 85 958 13055 83 153 98 397[ 500] 543 64 744 810 907 14141 498 525 93 628 822 15174 541 672 732 845 59[ 500] 984 93 16427 85 799 818 17126[ 300] 74 328 49 468 860 932 74 18277 340 81[ 3000] 458 773 98 19084 152[ 500] 355 97[ 500] 870 83 95 130008000] 789-851 50 563 20045[ 3000] 389 789 851 21239 50 302 592 656 63 767 90 943 55 22028 149 402 833[ 15 000] 23078 92[ 500] 295[ 1000] 499 530 713 18 814 24032 223 803 25125 60 92 300 44 695 761[ 1000] 828[ 500] 34[ 1000] 87 913 72 91 26054 84 577 638 957 27106[ 1000] 19 41[ 500] 472 920[ 500] 28347 584 642 723 824 905 45 33 29247 379 467 593 680 762 831 64 922 30131[ 500] 538 89 854 31094 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Damm 24. Schöneberg, 10 Hauptstraße 10. 9 Rosenthalerstr. 9, Ecke Auguststraße. 11. Zlehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie.[ 1000] 676 703 904 147048 201[ 5001 32 505 466 90 717 Ziehung vom 20. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 284 325 84 442[ 500] 65 522 79 600 50 937 44 55 74 1136[ 500] 292 320 66 88 427 89 626 788 880 2079[ 1000] 411 39 598 632 43 761 3221 425 740 950 54 4603 725 44 875 5277 305 90 408 28 505 11 772 6020 210 55 369 806 63[ 1000] 913 15 7264 77 543 66 787[ 500] 858 8019 427 961 84[ 1000] 9118 43 88 609 11 62 10016 210 429 570 11075 102 79 322 76 445 60[ 500] 519 24 751 800 32 12244 94 396 424 63 85 528 652 825 13180[ 500] 273 408 65 539 948 14187 200[ 500] 389 694 829 915 15012 38 139 288 309 535 831 907[ 3000] 44 16022 120 417 624 58 96 755 952 66[ 1000] 17086 157 70 263 83 396 425 312 693 833 51 18130 229 628 883 19023 237 604 44 882 20234 72 589 627 791 640 015 21031[ 500] 187 221 65 76[ 1000] 80 857 980 22272 846 413[ 500] 17 89[ 3000] 744[ 1000] 924 64 23061 173 868 452$ 7 519 635 730 48 634 24052 208 31 333 529 713 64 858 25108 488 92 729 04 26096 97 252 804 673[ 500] 772 884 27204[ 500] 90 388 535 754 88 815 79 83 957[ 500] 70 28227 698 754 854 29037 175 258 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952 56 98 208015 35[ 500] 97 S79 405 52 725 942 75 209012 330 31[ 500] 420[ 500] 56 87 779[ 1000] 210243 350 575 621 87 899 211053 77 235 84[ 1000] 383 430 600[ 500] 41 46 788 91 953[ 500] 212176[ 1000] 255[ 500] 458 690 818 44 213096 224 364[ 500] 637 701 214212 375[ 500] 76 542 832 215204 361 429 516[ 3000] 955[ 3000] 74 216173 315 408[ 1000] 562 77 674 828 953 84 217244 75 338 406 505 15 53 693 99 952 218076 154 243 352 62[ 3000] 524 625[ 1000] 715 51 219017 169 764 802 996 220110 13 438 60 63 936 44 221288 335 480 061 222020[ 1000] 313 23 52 91 758 81 835 223213-54 459 97 500 65 701 835 224170 206[ 500] 445 537 991 225187 240 412 809 58 902 226038 57 92 108[ 500] 27 249 453 521 604 7 792[ 5000] 813 976[ 500] 227109[ 500] 210 310 652 845 938 57 228007 48 164 90 268[ 500] 96 416 638 734 49 229030 68 94 177 592 830 230063 105[ 1000] 39 240 335 49 765 231138 99 226[ 1000] 54 302 716 911 35 232053 189 208 436 766 800 924 233026 771 831 2340.6 361[ 500] 632 712 15 18 28 805 235051 138[ 500] 453 531 738 832 236005 14 234 774 850 902 93 237 223 406 16 96 684 806 31 88 238039 91 424 67[ 1000] 511 41 972 239078 107[ 1000] 340[ 1000] 79 422 81[ 3000] 614 958 240861 82 455 542 60 92 605[ 3000] 764 98 241225 [ 1000] 82 346[ 1000] 92 718 48 79 837 242176 409 21359 186[ 1000] 202[ 1000] 32 317 39 400 529 603 66[ 500] 722 [ S000] 79 884[ 1000] 244251 476 245016 42 272 589 673 822 906 246171 378 454 589 953 247166[ 500] 546 609 36 49 94 808[ 1000] 37 79[ 500] 248056 175 396 613 999 249054 72[ 3000] 182 412 22 736 250154 322 52 493 653 714 890 251036[ 500] 17 221 347 684 260[ 1000] 70 252062 431 49 748 864 961 [ 15000] 253061 207 315 756 836[ 500] 983 254105 323 588 866 255029 175 667 771 905 256060 103 92 210 19[ 3000] 41 89[ 1000] 98 408[ 3000] 568 257101 613 850[ 1000] 980 258038 70 188 269 432 700 93 259150 [ 1000] 264 303[ 500] 98[ 300] 526 49 866 260022 80 83 128 247 570[ 500] 606 791 971 261237 86[ 500] 632 789 811 59 956 262025 32 101 417 538 616 [ 500] 17 912 263229 403 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November, vormittags, lics 92667 statt 92967 und 214715 statt 214750. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Budbruderei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW Br. 273. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 21. Bovember 1908, ihn als Arzt benutten, so hat sich doch ergeben, daß auch ver- Wahrnehmung berechtigter Interessen im Sinne des§ 193 des Sind Ausländer in Preußen vogelfrei? dächtige darunter waren. Da Dr. Sch. verdächtig war, so wurde Strafgesetzbuchs gehandelt hat. Aus der Form der gewählten Aus am 1. November bei ihm eine Haussuchung zur Vorbereitung der Um diese Frage brehte sich eine Verhandlung vor dem Ober- Ausweisung vorgenommen. Es bestätigte sich der Verdacht, daß er berwaltungsgericht. an den Umtrieben der russischen Sozialdemokratie fich beteiligte. Dr. med. Schitomirsky, ein Russe, der seit 7 Jahren in Berlin Ein Strafverfahren ist nicht eingeleitet. Da er sich verdächtig ges twohnte und hier ärztliche Pragis hatte, wurde am 2. No- macht hatte, wurde er ausgewiesen." So der Bericht. Er ergebe bember 1907 ausgewiesen. Er sollte sich lästig gemacht haben. Die klar, führte der Anwalt aus, daß der Grund der Ausweisung am ursprünglich auf eine Woche bemessene Frist wurde auf Beschwerde 2. November der Verdacht gewesen sei, daß sich Dr. Sch.„ an den bis zum 1. Dezember 1907 verlängert. Eine weitere Verlängerung Umtrieben der russischen Sozialdemokratie" beteiligte. Der Bes der Frist wurde abgelehnt. Dr. Sch. vefließ um Ende November richt des Herrn v. Arnim widerlege aufs deutlichste, was der das preußische Staatsgebiet. Seine Ehefrau blieb vorläufig in Bolizeipräsident und Oberpräsident als Grund angegeben hätten. der Wohnung in der Biegelstraße zurück. Dort erschien am 10. De- Die Eingriffe der Polizei vom 10. Dezember 1907( Wegnahme der sember der Kriminalschuhmann Schramm im Auftrage des Krimi- Photographien usw.) seien demnach rechtswidrig mit den Vornalkommissars b. Arnim und forderte Frau Sch. zur Hergabe einer schriften der Strafprozeßordnung unvereinbar gewesen. Photographie ihres Mannes auf. Troß ihres Protestes bemächtigte Nach 8½stündiger Verhandlung und Beratung verkündete der der Beamte sich des in einem Fache des Schreibtisches stedenden Senat, die Entscheidung werde ausgefegt mit der Maßgabe, daß Schlüssels, öffnete ein anderes Fach und durchsuchte es. Er fand sie den Parteien schriftlich zugestellt werde. zwei Bhotographien und nahm sie mit. Nachdem photographische Abzüge davon genommen waren, erhielt Frau Sch. die Original Profeffor Dr. Ruhland zurück. Der Sachwalter Schitomirstys, Rechtsanwalt Dr. Dstar Cohn, erhob Beschwerde beim Polizeipräsidenten. Dieser erteilte abschlägigen Bescheid. Die vorübergehende Fortnahme der Photographien, führte er aus, sei aur Durchführung des damals noch gelegen. brücke in der Broschüre geht zwar eine Beleidigung hervor, die müsse aber straffrei bleiben, da es sich um eine auf der Stelle ers widerte Beleidigung handelt. Der Angeklagte wird deshalb der Beleidigung zwar für schuldig befunden, aber für straffrei erklärt. Die Kosten des Verfahrens tragen die Parteien je zur Hälfte. Parlamentarifches. Die Gewerbeordnungsnovelle, Die Kommission zur Beratung der Gewerbeordnungsnobelle fette nach längerer Pause am Freitag ihre Arbeiten wieder fort. Von den Nationalliberalen und Konservativen wird beantragt, für den Fall einer besonderen Häufung der Arbeit(§ 138a) Ausnahmen über die vorgeschriebene Arbeitszeit für Arbeiterinnen an 60 Tagen im Jahr zuzulassen. Die Kommission hatte, einem jozialdemokratischen Unterantrag entsprechend, solche Ausnahmen auf 40 Tage im Jahr beschränkt. Unsere, Barteigenossen nahmen ihren Hauptantrag aus der ersten Lesung wieder auf, die Ausnahmen nur an 30 Tagen zu gestatten. Moltenbuhr bes nügen; braucht der Arbeitgeber an mehr Tagen eine Verlängerung der Arbeitszeit, so mögen mehr Arbeitskräfte eingestellt werden. Stadthagen weist darauf hin, daß nach den Fabrikinspektionsberichten jetzt für solche Ausnahmen über 40 Tage im Jahre im Durchschnitt gar nicht beansprucht werden; durchschnittlich werden noch nicht 20 Tage für solche Ausnahmen in Anspruch genommen. Für die Konfektionsindustrie, die vielfach die ihr jetzt zustehenden 60 Ausnahmetage ausnußt, wird von den Fabrikinspektoren ein Bes dürfnis hierfür nicht anerkannt. Für diese treffe aber§ 138a nicht zu, da dieser Paragraph ja die von der Konfektionsindustrie in Großstädten ausgenußte Sonnabendarbeit überhaupt nicht gestattet. Mit großem Nachdruck treten die Regierungsbertreter für die 60 Ausnahmetage ein. Abgeordneter Freiherr b. Hey!( natl.) behauptet, daß die Arbeiterinnen daran intereffiert sind, ueberstunden zu machen, und daß es gar nicht gern gesehen wird, wenn zur Bewältigung außerordentlichen Arbeitsandranges noch andere Arbeitskräfte herangezogen werden. Bei der Abstimmung werden die Anträge unserer Genossen, aber auch die Verschlechterungsanträge abgelehnt: es bleibt bei dem ursprünglichen Stommissionsbeschluß, der die Ausnahmetage auf 40 beschränkt. kontra Profeffor Dr. Biermer. bet diesen Antrag damit, daß die Ausnahmen für 30 Tage geDer braunschweigische Regierungsvertreter verlangt, daß die auf Antrag unserer Genossen in erster Lesung auch für die Ausnahmen in Konserbenfabriken, Fischräuchereien beschlossene Ruhezeit von 11 Stunden für Arbeiterinnen im§ 139a Biffer 5 aufgehoben wird. Danach kann der Bundesrat für gewisse Gewerbe zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitserzeugnissen Nachtarbeit für Arbeiterinnen ourch allgemeine Verordnung zulassen, doch muß nach den Kommissionsbeschlüffen eine elfistündige Ruhezeit eingehalten werden. Die Regierungsvorlage wollte jede Festseßung einer Nachtruhe aufheben. Wiederherstellung der Regierungsvorlage wird besonders mit den Verhältnissen in der Konservenindustrie begründet, da Gemüse, insbesondere Spargel, und Früchte sehr schnell dem Verderb ausgesetzt sind. Wolfenbuhr hält eine Ruhezeit gerade dann für notwendig, wenn bereits eine übermäßige Arbeitszeit die Arbeiterinnen starf erschöpft hat. Die Erledigung der Frage wird zur nächsten Sizung zurückgestellt, nachdem regierungsseitig anerkannt war, daß eine Regelung der Ruhezeit bis zu einem gewissen Umfange angezeigt erscheine. Bon unseren Parteigenossen wird der in erster Lefung ab gelehnte Antrag wiederholt, nach dem für Ueberstunden, die nach der Gewerbeordnung gestattet sind, Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern ein Lohnaufschlag bezahlt werden muß, der oie Sälfte des üblichen Lohnes beträgt. Stadthagen weift, darauf hin, daß eine ähnliche Bestimmung in der Seemannsordnung und in ausländischen Gefeßen enthalten ist. Die Lestimmung foll denjenigen Arbeitern, die durch die Gewerkschaft eine Regelung ihrer Lohnverhältnisse nicht herbeiführen fönnen, einen Schuß bieten. Im Tarifvertrag find ja folche Ansprüche bereits vielfach zur Durchführung gelangt. Vom Abgeordneten Mugoan wird der Antrag befürwortet, auf Wunsch der Sentrumsabgeordneten Die weitere Beratung des Antrags zurückgestellt. die weitere Beratung des Antrags zurückgestellt. über Arbeiterausschüsse auch auf die Gärtnereien auszu Bu§ 154 beantragt Behrens( Wirtsch. Bgg.), die Vorschriften behnen. Moltenbuhr ergänzt diesen Antrag dahin, daß auch für das Verkehrs., fowie Gast- und Schantgewerbe die gleichen Bestimmungen gelten sollen. Die Anträge werden fchavebenden Ausweisungsverfahrens erforderlich gewesen. Des In der gestrigen Verhandlung gab als Sachverständiger Gehalb fänden die Vorschriften der Strafprozeßordnung feine An- beimer Nat Prof. Dr. Conrad- Halle ein Bild von dem Werdegang wendung. In der weiteren Beschwerde wurde geltend gemacht: die des Privatklägers und den Wandlungen, die er durchgemacht hat. bolizeipräsidiale Begründung widerspreche den Tatsachen. Denn Daß solche erstaunlichen Wandlungen vorliegen, sei ganz unschon im November fei ja die Verlängerung der Aufenthaltsfrist steifelhaft. Prof. Brentano habe die unvermittelten Gegenfäße über den 1. Dezember hinaus abgelehnt worden und Ende No- in der wissenschaftlichen Ueberzeugung des Privatklägers mit bember habe Dr. Sch. schon Preußen verlassen. So sei zur vollster Klarheit dargelegt und er tomme zu denselben Ergebnissen. Durchführung des Ausweisungsverfahrens" gar fein Anlaß mehr Es liegen ganz bestimmte verschiedene nationalökonomische Auf gewesen. Später sei Dr. Sch. nur ganz vorübergehend hier ge- faffungen des Privattlägers vor, die unvermittelt und gegenfäßlich wesen, um seine Frau zu holen. Die Bilder seien polizeilicherseits seien und für die man damals ein richtiges Bild über die Motive dem Agenten Bollmann vorgelegt worden mit der Frage, ob er in der Wandlung sich nicht machen konnte. Er selber sei über diese Dr. Sch. den Besteller von Papier erkenne, das bei dem„ berühmten" Wandlung in hohem Maße frappiert gewesen und habe sich gefragt: Bolizeifunde in einem Hause der Bankstraße vorgefunden wurde. Wie ist so etwas möglich? Man dürfe nicht außer acht laffen, Ein Strafverfahren aus Anlaß jenes Papierfundes sei nicht einge- daß diese Wandlung in berhältnismäßig furzer Zeit eingetreten treten. Durch feine gefeßliche Borschrift sei die Wegnahme der war und diese Frage, wie so etwas möglich sei, damals in jeder Photographien, ihre Benutzung und ihre Vorlegung bor Bollmann manns Munde war. Ein Beweis, daß dieser Wechsel nicht aus gerechtfertigt. Der Beamte habe wiüfürlich in den Hausfrieben innerer Ueberzeugung fich vollzogen hat, lasse sich natürlich nicht und in das Eigentumsrecht anderer eingegriffen. erbringen, aber ein gewiffes Mißtrauen sei berechtigt gewesen. Der Oberpräsident wies aber diese Beschwerde mit der Be- Wandel in den Auffassungen auch in diesen Fragen sei fortdauernd gründung ab, die Fortnahme der Photographien und ihre Ver- vorgekommen bei den wissenschaftlichen Männern und an und für wendung hätten dem sicherheitspolizeilichen Bwede gedient, weiteres fich fönne man ihnen daraus einen Vorwurf nicht machen. Aber Material zur Begründung der Ausweisung des Dr. Sch. zu be- bei dem Privatfläger treten die Gegenfäße zu unvermittelt hervor, schaffen und die dauernde Durchführung der Ausweisungsmaß beispielsweise in der Währungsfrage. Der Privatläger nahmen zu sichern. Auch außerhalb der strafprozessualen Bor- habe sich früher zweifellos entschieden gegen die Doppelwährung schriften liegende Maßnahmen seien hierbei zulässig. Die dem ausgesprochen, während später das Gegenteil der Fall gewesen. Abgebildeten oder sonstigen Personen zustehenden Rechte an Photo- Selbst die Kreise, denen er fich anschloß, feien darüber stubig graphien ständen den Maßnahmen der Behörden zur Durchführung geworden. Ihm sei es auch nicht gelungen, diese Bandlung hinter der öffentlichen Sicherheit nicht entgegen. her aufzuklären und der Gegensah sei ihm, dem Gutachter, bis Gegen diesen Bescheid strengte ber Anwalt Klage beim Ober- zum heutigen Tage vollständig unverständlich. Ganz ebenso liege verwaltungsgericht an. Es wurde beantragt: 1. das Gericht solle die Sache bei der Frage: Freihandel oder Schußzoll. Auch hier die Anordnung, Photographien wegzunehmen, für rechtswidrig er habe der Kläger, der früher als Bekämpfer der Schußzölle und der tlären; 2. es foffe entscheiden, die nach den Photographien herge Getreidezölle sich ausgesprochen habe, in furzer Zeit sich zu ganz stellten Bilder sowie dabei verwendeten Blatten feien an die Ehe- anderer Auffassung bekannt. So stoße man auf Widersprüche und leute Sdjitomirsty herauszugeben zu Händen des Anwalts; 3. die Gegenfäße, die sich nicht erflären lassen. Im Vaterunser" sei von Anordnung, die Photographien des Klägers dem Agenten Boll- irgend welcher Wissenschaftlichkeit in den Ausführungen absolut mann vorzulegen und die Vorlegung selbst feien für rechtswidrig feine Rede und es sei unbegreiflich, wie jemand, der einen wissenzu erklären; 4. sei für rechtswidrig zu erklären jede fernere Vor- schaftlichen Standpunkt einnehmen will, derartiges schreiben fann. legung der Photographien und der danach gefertigten Bilder gegen Bedenklich und auffallend sei ferner die Habilitation des Klägers über Dritten. In der Klage wurden im wesentlichen die Gründe in Zürich, ohne daß er von seinem Dozententum Gebrauch gemacht der Beschwerde wiederholt. Der Oberpräsident beantragte Ab- habe und die Tatsache, daß er sich von Freiburg i. Schw. nach weisung der Klage. Die Beschwerde, die bei ihm gegen die Aus- furzer Zeit beurlauben ließ und nicht wieder zurüdfehrte. Dies weisung selbst erhoben war, sei erst nach dem Vorgang bom 12. De rechtfertigt den Verdacht, daß die Sabilitation nur dazu dienen zember abgewiesen worden. Solange wäre das Ausweisungsver- follte, ihm ein gewiffes wissenschaftliches Relief zu geben. So etwas fahren als schwebend anzusehen. Solange es aber geschwebt habe, werde in den Streifen der Professoren außerordentlich scharf be. hätten Anordnungen getroffen werden können, welche den Nachweis urteilt. Sie sträuben sich gegen nichts mehr, als daß Persönlich liefern sollten, daß sich Dr. Sch. im Inlande lästig gemacht habe. feiten an Universitäten lommen, benen dies nur als Mittel zum Die Verfügungen hätten im Rahmen des Ausweisungsverfahrens 8wed dient. Der Kläger sei mit vollem Recht ein Agitator genannt worden, der sich zur Bertretung einseitiger Interessen seiner Auf In der Verhandlung am Freitig vor dem ersten Senat bes traggeber hergebe. Der Berdacht sei berechtigt gewesen, daß der Oberverwaltungsgerichts führte der Klägerische Anwalt folgendes Kläger, um sein Ziel zu erreichen und Gindrud auf Hörer und aus: Festzuhalten sei von vornherein, daß sich die Klage nicht Lefer zu machen, oft etwas ausgesprochen und geschrieben habe, gegen die Ausweisungsverfügung richte, denn die Ausweisung was er bei ruhiger Ueberlegung nicht aufrecht erhalten fönnte. eines Ausländers fei ja nach der bestimmten Vorschrift des Ge In den wissenschaftlichen Kreisen herrschte dieselbe Auffassung, setzes nicht durch Klage anfechtbar. Angefochten würden aber die wie sie aus der Broschüre des Prof. Biermer herausflinge; lepterer polizeilichen Verfügungen, die der Klageantrag bezeichne. Solche habe darin zweifellos feine fefte Ueberzeugung ausgedrückt, es sei polizeilichen Verfügungen seien aber auch gegen Ausländer an nur zu beklagen, daß er in seinen Ausdrücken zu weit gegangen greifbar, wenn sie sich gegen Ausländer menden. Indem das sei. Es liege eine große Zahl von Bemerkungen des Brivat Gesetz nur die Klage der Ausländer gegen ihre Ausweisung aus flägers vor, in welchen er die Vertreter der nationalökonomischen drücklich ausschließe, arvinge es zu der Annahme, daß auch Aus- Wissenschaft durchaus falsch darstelle, so daß jeder, der die VerVon den Zentrumsabgeordneten wird folgende Resolution länder gegen sonstige, sie bedrückende und schädigende polizeiliche hältnisse wissenschaftlich übersicht, sich fragen müffe: wie tann in Vorschlag gebracht. Der Reichstag wolle beschließen: Die verVerfügungen das Beschwerde recht und das Klagerecht haben sollten. jemand, offenbar gegen seine bessere Ueberzeugung, die Vertreterbündeten Regierungen zu ersuchen, mit dem Infrafttreten des Ge Die Verfügungen feien aber materiell unhaltbar. Ueber den der Nationalökonomie auf die Anflagebant stellen, um bei seinen feßes über die Abänderungen der Gewerbeoronung eine VerordBankstraßenfund sei im deutschen Zeitungswald großer, wie sich Befern Eindruck zu machen. Wer da sage: ich habe ein Allheilgezeigt hat, unberechtigter Lärm geschlagen. Wenn auch nur die mittel, dem sei zu erwidern: es gebe ein solches bekanntlich über- nung zu erlassen, durch welche die in eilstätten und Ge. nefungsheimen beschäftigten Personen bestimmte Ruhetage entfernte Möglichkeit bestanden hätte, ein Strafverfahren einzu- haupt nicht! und Ruhezeiten erhalten. Abgeordneter Dr. Mugdan( frs. Vp.) leiten, so wäre es sicherlich geschehen. Es sei aber feins anhängig Nach längeren Debatten über dies Gutachten erstattet Gewünscht nicht eine Verordnung, sondern ein Gefeß, welches die gemacht worden. Objektiv habe also nicht das Merkmal einer heimer Nat Prof. Dr. Legis- Göttingen sein Gutachten. Es schließt Frage regelt. Auch Moltenbuhr und Stadthagen halten ftrafbaren Handlung vorgelegen. Ohne Berechtigung fet also sich im großen und ganzen dem Gutachten des Prof. Dr. Conrad bie Resolution für ungenügend und fordern gefeßliche Regelung polizeilicherseits eingeschritten. Die Vorschriften der Strafprozeß- an. Prof. Dr. Legis erwähnt, daß der Privatfläger ein Schüler der Arbeitsverhältnisse aller in Strantenanstalten usw. ordnung über Durchsuchungen seien mißachtet. Der Ausländer habe von Schaeffle sei und sucht unter eingehender Würdigung der vom beschäftigten Bersonen, gleichviel, ob diese Anstalten gewerblichen basselbe Recht auf Beachtung dieser Vorschriften wie der In Privatkläger herausgegebenen Schriften, Aeußerungen desselben oder anderen Charakters feien. Abgeordneter Graberger ändert länder. Die gegenteilige Ansicht der Polizeiorgane über völlige auf Kongreffen usw. gleichfalls nachzuweisen, daß Ruhland früher die Resolution demgemäß ab. Sie wird darauf angenommen. Rechtlosigkeit von Ausländern in Ausweisungssachen verletze die der freihändlerischen Richtung zuneigte und gegen die Getreidezölle Die weitere Verhandlung wird auf Dienstag vertagt, Normen der Staatsverträge und der Gesittung und führe zu uns sich erklärte, nachher aber darin eine vollständige Wandlung statt. haltbaren Zuständen. Denn es wären danach die ohne Begehung gefunden habe, dasselbe sei bei der Währungsfrage der Fall. strafbarer Handlungen hier lebenden Russen rechtlos, Ausländer Daß er dabei gegen seine beffere Ueberzeugung gehandelt hätte, aber, die strafbare Handlungen hier begehen, genössen.der Kautelen lasse sich nicht nachweisen. Er zeigte eine gewisse Sonnivenz gegen der Strafprozeßordnung. Mit anderen Worten: Bei Frau Sch. die Anschauungen seiner agrarischen Freunde, aber folgte doch nicht fönnten, weil sie eine anständige Frau ist und ihren Stubien lebte, willen los dem allgemeinen Strome, fondern mache immer wieder In einem Privatbeleidigungsprozeß, der fürzlich in Stettin nach jener falschen Auffassung Polizeibeamte jederzeit, auch nachts, feine Vorbehalte. Andererseits habe aber auch der Angeklagte im berhandelt wurde, tamen Ünregelmäßigkeiten zur Sprache, die ein eindringen, Photographien ohne Gegenfiegel wegnehmen usw. usw. guten Glauben und nicht gegen besseres Wissen gehandelt, wenn bezeichnendes Licht auf die in der dortigen Schlofferinnung Wenn sie aber feine anständige Frau wäre, sondern eine Dirne, er dem Privatkläger in bezug auf Schutzoll und Bimetallismus herrschende Wirtschaft warfen. Der Schlossermeister Moll batte die die entsprechenden Vorschriften übertreten hätte, dann fämen einen Gesinnungswechsel vorwarf, der durch seine Stellung beim dem Vorsitzenden Krumbhola und dem Schriftführer Splitt. thr die Segnungen der Strafprozeßordnung zugute. Diese Moral- Bunde der Landwirte veranlaßt sei. Der Kläger erscheine in gerber in einer Quartalsversammlung den Vorwurf der wissent auffassung fönne unmöglich die eines Kulturstaates sein. Die feiner ersten Periode den Schutzöllen abgeneigt und als Kritifer Lichen Unterschlagung gemacht, weshalb ihn diese vor den Begründungen des Polizeipräsidenten und des Oberpräsidenten des Bimetallismus, nach 1894 aber, nachdem er zu dem Bunde der Kadi schleppten. Moll erbrachte für seine Behauptung den Wahrfetten sich ferner mit den Tatsachen in Widerspruch. Wahrschein- Landwirte in Beziehungen getreten war, stimmte er in beiden heitsbeweis. Danach hatte der Obermeister einen ihm gelich hätten die unteren Beamten sie falsch informiert. Am 1. No- Rüdsichten einen wesentlich verschiedenen Ton an. Seine Schriften lieferten Kranz einfach auf die Rechnung der Innnng setzen und sich Laffen! Wie bember sei bei Dr. Sch. Haussuchung gewesen, am 2. November nahmen jetzt auch einen überwiegend agitatorischen Charakter an, den Betrag dafür mit 14 Mark auszahlen sei die Ausweisungsverfügung ergangen. Dann sei die Anwesen was wohl durch seine Stellung bedingt war, fie zeigten in ihrer der Verteidiger Angeklagten behauptete, foll er sich heitsfrist bis 1. Dezember verlängert worden und am 28. November Beurteilung des Handels, des Kapitals, des Bankwesens entschieden dabei auch einer Urkundenfälschung schuldig gemacht habe Dr. Sch. Preußen verlaffen. Am 25. Novmeber aber erst sei große Einseitigkeit und Mangel an wissenschaftlicher Objektivität. baben, indem er auf die feinen Namen tragende Rechnung das Lager in der Pantstraße gefunden worden. Auf das Papier Auch an dieses Urteil knüpften sich lange Erörterungen. schrieb: Für die Schlofferinnung. Von einem Schlossermeister, sei man erst am 8. Dezember aufmerksam geworden, und da erst Nach Schluß der Beweisaufnahme fuchten Rechtsanwälte dessen Sohn ausgelernt hatte, versuchte Strumbholz, den Betrag für sei der Gedanke lebendig gemacht, Dr. Sch. damit in Verbindung Dr. Meyer und Ulrich nachzuweisen, daß die Broschüre außer das Auslernen in Höhe von 9 M. zweimal einzufaffieren. Einen zu bringen. Aus diesen Daten ergebe sich im Gegensatz zu den einer Reihe von Verbalinjurien auch eine große Zahl von Behaup- Regenschirm, der ihm bei einer Versammlung abbanden fam, ließ Angaben des Polizeipräsidenten und Oberpräsidenten, daß die tungen enthalte, die falsch seien und deren Unrichtigkeit dem An- sich Krumbholz mit 11,50. einfach aus der Kaffe bezahlen, obWegnahme der Photographien weber bestimmt noch geeignet war, getlagten auch bekannt sein mußte, so daß dieser nicht nur aus wohl gar fein entsprechender Beschluß gefaßt worden war. im Ausweisungsverfahren eine Rolle zu spielen. Ein helles Licht§ 185 und 186, sondern auch aus§ 187( Werleumdung) zu be- Schriftführer Splittgerber veranlaßte Krumbholz, sich die Entauf die ganze Angelegenheit werfe ein Bericht des Polizei- ftrafen sei. Der Schuß des§ 193 sei ihm nicht zuzubilligen, da- fchädigung für eine Sigung, der er gar nicht beigewohnt tommiffars von Arnim, der zu den Akten in einer Straffache gegen gegen sei ihm auch eine an den Kläger zu entrichtende Buße auf- hatte, im Betrage von 1,60 m. auszahlen zu laffen! Dabei er den Russen Mirsty gegeben wurde. Es handelte fich um einen zulegen. halten die Vorstandsmitglieder sowieso schon 40 beztv. 80 M. jähr Bericht über den jezigen Kläger Dr. Sch., der mit jenem Ange Ihrer Auffassung traten Rechtsanwalt Gottschal? und Ge- licher Remuneration! flagten als Arzt in Berührung gefommen war, während die heimer Justizrat Dr. Gutfleisch- Gießen in längeren Ausführungen Polizei bezw. der Staatsanwalt aus dem Zusammenkommen der entgegen. Beiden politische Schlüsse zog. In diesem, am 24. November er- Nach längerer Beratung fällte das Gericht in später Abendstatteten Bericht fage v. Arnim u. a. folgendes: Dr. Sch. muß stunde das folgende Urteil: eine in Rußland sehr bekannte Person sein. Viele zureisenden Russen haben ihn aufgesucht. Wenn dabei auch solche waren, die Das Gericht nimmt an, daß dem Angeklagten der Wahrheitsbeweis im großen und ganzen gelungen ist und ferner, daß er in angenommen. des Soziales. Innungs- Miswirtschaft. Den Das Gericht fam zu der Feststellung, daß man zwar nur in einem Falle bon Unterschlagung sprechen könnte, da sich die anderen eher als Betrug charakterisieren, daß dem Angeklagten aber der volle Wahrheitsbeweis geglückt sei. Außer dem sei ihm der Schutz des§ 198 zugebilligt worden, sodaß er frei gesprochen werden mußte. Mira 182/83 Kaufhaus Wedding Müllerstr. Müllerstr. 182/183 14F Sonnabend, den 21. bis Montag, den 30. November, Schluß unserer hervorragend billigen Serientage. 95 PL. 195 PL. 295P PL. Sämtliche enorm billigen Verkaufsartikel sind in unseren 10 Schaufenstern und 80 Schaukästen dekoriert. 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