Nr. 274. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pranumerands Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit Wuſtrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Boft- Beitungs. Breislifte. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Elusland 8 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien Danemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz, Cridcint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Big., für bolitische und gewerffchaftliche Vereins. und Berlammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 6 Bfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für gei Borte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist Bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm. Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Anzeigensteuer. Sonntag, den 22. November 1908. 1 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Aunt IV, Nr. 1984. In dem Gesetzentwurf der Anzeigensteuer fehlt also nichts, was man fulturell vor die Türkei stellen könnte. Wenn wir einen Vergleich ziehen dürften, so würde er lediglich dahin gehen, daß die Türkei zirka 90 Broz. Analphabeten als Einwohner hat, während in Deutschland diese Spezies fast ausschließlich noch in Ostelbien vorkommt. Die Katastrophe von Radbod vor dem Landtage. bildet der Ertrag der Anzeigen einen 8uschuß zu den Kosten der Herstellung; je mehr der Zuschuß beschnitten wird, umjo prefärer gestaltet sich die Lage des Verlegers. Wir wollen das an der Hand eines Beispiels beweisen. In der Begründung zu§§ 6 und 7 wird ausgeführt, daß In dem Reisigbündel neuer Steuern, den der Reichs- durch die für die mehr als einmal wöchentlich erscheinenden fchatsekretär Sydow in den Reichstag hineingeworfen hat, um Anzeigeblätter vorgesehene Staffelung die Steuer für den daran die Krankensuppe für die leidenden Reichsfinanzen zu überwiegenden Teil der in der Provinz erscheinenden Tagestochen, verdient auch der abgedorrte Zweig einer Anzeigen- zeitungen so niedrig ausfallen wird, daß sie keine nennenssteuer nähere Betrachtung. Daß die Presse, die es an- werte Belastung der Anzeigenden darstellt. So würde z. B. geht, sich bisher wenig dazu äußerte, mag wohl daran für eine Anzeige von 10 Zeilen 10 Pf. pro Seile die liegen, daß sie sich im Glauben befindet, die Steuer werde Steuer in Zeitungen mit einer Auflage bis zu 5000 Stück feine Gesegestraft erlangen, der Reichstag könne nicht so nur 2, die Steuer in Zeitungen mit einer Auflage bis zu So ganz ohne Einwirkung auf die Bergverwaltung und die borniert sein, der Presse eine Kette ans Bein zu hängen, die 10 000 Stüd nur 4 Pf. betragen. sie nicht zu ertragen vermag. Wo hat die Regierung ihre Kenntnis geschöpft, daß in gefeßgebenden Körperschaften Preußens, wie es die früheren Die Presse wird gut tun, nicht allzu vertrauensselig zu der Provinz die Anzeigen mit 10 Pf. pro Zetle bezahlt Grubenkatastrophen gewesen sind, wird das Unglüd von Radbod sein, sondern Lärm zu schlagen und sich wacker gegen das werden? Am Kopf der Zeitung mag das zu lesen sein, denn doch nicht bleiben. Was geschehen wird, läßt sich heute frei drohende Unheil zu wehren, sonst kann es über Nacht vielleicht auch in den Katalogen der Annoncen- Expeditionen, lich nicht sagen, aber das eine scheint festzustehen, daß eine sorgfältigere Untersuchung eingeleitet wird, als es sonst üblich ist. Daß passieren, daß der dürre Stab grüne Blätter treibt zum in der Wirklichkeit ist das ganz anders. Nuzzen der Bankrotteure und zum Schaden des freien Die wirklich bezahlten Anzeigenpreise liegen zwischen 2 wenigstens fobiel erreicht ist, ist dem Gindringen von SozialWortes, das wir in Deutschland heute nötiger denn je und 5 Pf., mur ein geringer Teil der fleinen Presse wird demokraten in das Dreiflaffenparlament zu danken. einen Ertrag über 5 Pf. pro Zeile zu verzeichnen haben. brauchen. Was will das Gesetz? Anzeigen, die in inländischen Zeitungen oder Zeitschriften enthalten find, Sonderbeilagen der Zeitungen, sowie Platate, die im Inlande öffentlich angebracht werden, mit einer Anzeigensteuer belegen. Herausgerechnet wird, daß sich für Anzeigen . Sonderbeilagen Plakate usw. 9 . 29 246 682 2. 100 000 4 700 000 34 046 632 0. Die 10 zeilige Musteranzeige a 2 Pf. bei 5000 Auflage ergibt danach 0,4 Bf. Steuer 3 " 17 " 4 5000 5000 " B 27 " 1 " 7 ए " 5 5000 " " U " " 0,6 0,8 1,0 D " b 2 13 " Nachdem Leinert am Freitag in einer persönlichen Bemerkung angedeutet hatte, er würde seine Gewährsmänner nennen, wenn der Minister die Garantie übernähme, daß ihnen keine Nachteile aus ihren Aussagen erwüchsen, gab der Handelsminister Dr. Delbrüd am Sonnabend, bevor die Beratung über die Inter pellation fortgesetzt wurde, die bemerkenswerte Erklärung ab: er tönne sich zwar nicht dafür verbürgen, daß die Arbeiter nicht auf Es geht aber noch weiter: Vielfach werden an die die schwarzen Listen kommen; denn er habe auf die privaten fleineren( auch größeren) Provinzblätter Anzeigen in der Grubenbefizer keinen so weitgehenden Einfluß, wohl aber sei er Form eines Klischees ausgegeben in der Größe von, nehmen bereit, die Arbeiter, die ihm Genosse Leinert namhaft macht, soweit wir an, 25 Beilen doppelspaltig 50 Beilen nach dem sie es wünschen, auf den fistalischen Werken im Ruhrrevier oder rund 34 Millionen Mark netto als Ertrag der Anzeigen- Steuergeset. Geboten wird dem Verleger für eine anzulegen und ihnen nicht zu fündigen, wie auch ihre im Prozeß steuer ergeben. 52 malige Aufnahme im Jahre 25 Mart. Er nimmt gemachten Aussagen ausfallen mögen. Gleichsam als Entschuldigung wird angeführt, daß auch den Auftrag an, da er Sagtoften nicht zu bezahlen braucht Um zu beweisen, daß es ihm mit der Grmittelung der Wahrandere bankrotte Staaten eine Inseratensteuer haben, und einmal in der Woche den Raum für das Inserat in beit ernft sei, ging einert auf den Borschlag des Ministers wie Portugal, Spanien und die Türkei. Bedingterweise existiert seiner Zeitung zu finden gedenkt. Er registriert das Inserat, ein; er sprach die Erwartung aus, daß die Bergarbeiter natürlich fie auch in Italien und Serbien; dort werden private An- entrichtet dafür 2 vom 100( macht ganze 50 Pf. im Jahre 1) zu den gleichen Bedingungen angestellt werden, wie ihre anderen zeigen in amtlichen Blättern einer Steuer unter- und schließlich macht der Auftraggeber bankrott, so daß der Kollegen, und daß ihnen auch sonst keinerlei Nachteil aus ihren worfen, ein Verfahren, das im Intereffe einer unabhängigen Verleger nicht nur um die Inseratengebühr, sondern auch um Aussagen entsteht. Presse manches für sich hat. Sonst weiß die Begründung den Betrag der Steuer geprellt ist. Auf die von der Rechten und den Nationalliberalen gegen ihn des Gesezentwurfs von einer Anzeigensteuer in den Kultur- Und zu diesen jämmerlichen Erträgen, die aus tausenden gerichteten Angriffe konnte Leinert nicht antworten, da ihm hierzu ländern Europas nichts zu erzählen, es sei denn, daß eine von schwer um die Existenz ringenden Blättern erhoben nicht das Wort erteilt wurde. Aber aufgeschoben ist nicht sogenannte Affichen- oder Plafatsteuer sich noch in Frankreich, werden sollen, eine etelhafte kontrolle, eine aufgehoben- Gelegenheit zur Abrechnung wird sich später Belgien und Luxemburg vorfindet, die im Verhältnis zu der Bespigelung der Korrespondenz und der finden. dem Publikum auferlegten Plage einen armseligen Ertrag Geschäftsbücher der Verleger! liefert. Wenn die Begründung noch auf die Inferatensteuer in den Hansestädten verweist, die infolge des Inkrafttretens des Preßgefeges 1874 aufgehoben wurde, so erfährt damit der Gesetzentwurf die allerherbste Kritik. Der§ 30 des Preßgefeges lautet: Vorbehaltlich der auf den Landesgefeßen Beruhenden allgemeinen Gewerbesteuer findet eine befondere Besteuerung der Breffe und der einzelnen Breßerzeugniffe( Beitungs- und Kalender Stempel, Abgaben von Inseraten usw.) nicht statt. Bon den Rednern aus dem Hause, die noch zu Worte famen, Der Ertrag der Anzeigensteuer aus der mehr als einmal traf nur der Pole Korfanth den richtigen Ton, indem er ebenso wöchentlich erscheinenden politischen Preffe( diese kommt hier wie der sozialdemokratische Redner dem Mißtrauen der Bergwohl ausschließlich in Betracht) soll rund 10 Millionen Mart arbeiter gegen die Regierung und den Landtag Ausdruck verlich. brutto betragen, deren größter Teil aufzubringen ist von der Abg. Dr. Pachnide von der freisinnigen Vereinigung dagegen Breffe, die in einer Auflage von 10 bis über 100 000 Grem- bielt es für seine vornehmste Aufgabe, gegen den Vorwärts" und plaren erscheint. Auch hier, namentlich bei der Presse die den Genossen Leinert au polemisieren, und Herr Brust vom Zenzwischen 10-20 000 Auflage bat, zeigen sich ähnliche trum erklärte sich sogar zeigen sich ähnliche trum erklärte sich sogar selbstverständlich auch unter einigen törichten Angriffen auf die Sozialdemokratie von der Antwort Erscheinungen, wie bei der kleinen Presse. Den Löwenanteil an der Steuer( zirka 22 Millionen des minifters borläufig voll befriedigt: eine Bescheidenheit, für die Mart brutto) sollen diejenigen Blätter bringen, die wöchent- den Bergarbeitern das richtige Verständnis fehlen dürfte. Welche gefehgeberischen Maßnahmen sind nun zu erwarten? Das soll jetzt anders werden, denn die Besteuerung lich einmal oder in längeren Abschnitten erscheinen. Es trifft der öffentlichen Anzeige und Reklame, besonders in den borzugsweise 3eitungen für das Gewerbe. Statt Bon Arbeiterkontrolleuren und dem Erlaß eines Reichsberggesebes Formen des Inserats und Blatats, ist schon seit geraumer des direkten Birkulars bedient sich der Kleinindustrielle dieser will die Regierung, wollen die Mehrheitsparteien nichts wissen. Zeit in zahlreichen an die Regierung gerichteten Eingaben Anzeigenblätter; die Propaganda für die einzelnen Geschäfts- Das einzige Bugeständnis des Ministers besteht darin, daß er sich aus allen Bevölkerungsfreifen und Gegenden Deutschlands empfohlen worden, so daß angenommen werden kann, daß gerade diese Steuer dem allgemeinen Voltsempfin sen feines wegs widerspricht". apeige dienen also ganz besonders dem Mittelstand, der bereiterklärt, nach Art der Einrichtungen auf den fiskalischen Saar nicht wie die Großkaufleute oder die großen Fabrikanten in gruben die Arbeiterausschüsse so auszubauen, daß etwa jebe Steiger. der Lage ist, fich direkt an die Abnehmer wenden zu können. abteilung in geheimer, direkter Wahl aus ihrer Mitte ein Mitglied Hier mag es zutreffen, daß die Steuer( und zwar der höchfte in den Ausschuß schickt und daß dann diese Ausschußmitglieder das Es ist geradezu rührend, wie die Regierung sich dem Sat, 10 b. H.) den Anzeigenden aufgebrannt wird. Nicht Recht haben sollen, zu bestimmten Zeiten an einem von ihnen zu allgemeinen Voltsempfinden" anschmiegt, das unter dem wenige mögen darunter sein, die je nach der Größe ihres bestimmenden Tage eines jeden Monats ihre Abteilung in GegenAusschluß der Deffentlichkeit ganz geheimnisvoll das Dhr der Geschäfts 1000, 2000, 3000 mt. pro Jahr für die Propaganda wart eines Beamten zu befahren und die Ergebnisse ihrer Be Regierung gesucht und gefunden hat. aufwenden müssen, was einem Steuerfaß von 100, fragung der Bergleute in ein Fahrbuch einzutragen, das der BergJedenfalls gehört das Dhr einem jener preußischen Geheim- 200, 300 ME. ausmacht. Die Wirtschaftliche Vereinigung", polizei zugänglich zu machen ist. die für das„ allgemeine Volksempfinden" sonst eine feine Viel wird dadurch kaum erreicht werben, aber immerhin geigt räte an, die das Gras wachsen sehen und die Flöhe huften hören, sich aber dabei in einem Wald von drei Bäumen ver- Witterung zu haben scheint, wird sich wohl zweimal bedenken bies Zugeftändnis, daß der Minister selbst der Meinung ist, daß es irren, denn sonst fönnte er nicht die elegische Frage an den müssen, der mittelstandsfresserischen Anzeigensteuer ihre Bu- so wie bisher nicht weiter gehen kann. Ein Antrag, der sich in der Richtung der Vorschläge des Ministers bewegt, ist inzwischen bereits § 30 des Preßgesetzes knüpfen, daß weder aus der Bestimmung zu geben. daß ,, weder Biel besser, als mit der Anzeigensteuer sieht es auch eingegangen. Die Freikonservativen haben beantragt, daß Mit gründung des Gesetzes, noch aus den Verhandlungen im mit der Plakatsteuer nicht aus. Auch uns getallen manche gliedern der Arbeiterausschüsse die Befugnis beigelegt wird, die Reichstage ersichtlich ist, wodurch diese Vorschrift veranlaßt bemalten Säuser usw. nicht und manche Affichen blieben Grubenbaue su befahren und bei der Kontrolle der für die EicherDer einfache Wortlaut des§ 30 des Preßgefeges gist besser ungedruckt. Das kann uns aber nicht abhalten, ent- beit der Bergarbeiter zu treffenden Maßregeln mitzuwirken, und daß schiedenen Brotest gegen die geplante Steuer einzulegen. ferner im Berggesek die Berantwortlichkeit der Betriebsbeamten Antwort darauf und hält jede besondere Begründung für Schon aus dem einfachen Grunde des gleichen Rechts für alle. schärfer abgegrenzt und die Verantwortlichkeit der Werksbesitzer und überflüssig: die besondere Belastung der Presse in der Form Was würden die Gewerkschaften und die eingeschriebenen ihrer Bertreter des näheren geregelt wird. einer Anzeigensteuer ist eines Kulturstaates unwürdig. Silfskaffen wohl dazu sagen, wenn sie eines schönen Tages Es liegen also jest nicht weniger als drei Anträge zum Schuße Die prattische Durchführung der Anzeigensteuer, wie sie ihre Tausenden von Plakaten mit den Aufforderungen, in der Bergarbeiter vor. Ist es den Mehrheitsparteien damit ernst, in der Begründung beschrieben wird, verrät den gleichen Grad die Gewerkschaften oder die Kaffen einzutreten, mit einer fommt es ihnen auf mehr als auf eine bloße Demonstration an, von Weltfremdheit. Die Steuer soll angeblich von den Anzeigenden und nicht Stempelmarke au bekleben hätten? Und das müßten fie, bann müffen fie für eine baldige Beratung der Anträge sorgen. wenn die Mißgeburt der Anzeigensteuer am Leben bleiben von den Anzeigenblättern( diese schöne Bezeichnung sollte. für Zeitungen und Zeitschriften verdient ganz besonders unterstrichen zu werden) getragen werden. war?" 0 Die Besteuerung ausländischer Anzeigenblätter im Nachdem die Besprechung der Interpellation geschloffen war, Inland wird unseren Diplomaten noch Nüsse zu knaden geben, überwies das Haus noch nach kurzer Beratung die Entwürfe betr. Das mag vielleicht bei den größten Blättern zutreffen, denn auch die Auslandspresse soll in der Regel" nicht un- Abänderung des Gesetzes über die Gewährung von Wohnungs. die die Steuer als Zuschlag zu dem Anzeigenpreis schlagen geschoren davon kommen. Ist das ausländische Blatt steuer- gelbzuschüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten und fönnen, aber bei dem allergrößten Teil der Blätter ist das technisch nicht zu paden, so kann die Verbreitung dieses betr. bie Gebühren der Mebiginalbeamten an die verstärkte nicht der Fall; die Konkurrenz zwingt die Zeitungsheraus. Blattes in Deutschland durch den Reichskansler berboten Budgetkommission bezw. an eine besondere Kommission von 14 Mitgeber, die Steuer zum Teil, wenn nicht ganz zu tragen. werden, bis den Anforderungen der Steuerbehörde wegen gliedern. Je fleiner und bescheidener das Blatt ist, um so mehr Sicherstellung für die Abgabenbeträge und die etwaigen wird es sich zu Ronzessionen an das inserierende Publikum Strafen genügt worden ist. herbeilassen. Die Folge davon ist, daß Ersparnisse auf der Welch wunderbare Aussicht, ausländische Blätter, die in andern Seite gemacht werden müssen, an der Ausstattung, Deutschland nicht beliebt sind, au schifanieren oder von der dem Inhalt und dem Arbeitslohn. In den meisten Fällen deutschen Grenze fernzuhalten. Auf der Montage- Tagesordnung stehen die Borlagen betr. bie Seranziehung der Beamten zur Gemeindeeintommensteuer und über die Haftung des Staates und anderer Verbände für Amtspflichtberlekungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt. Die ertappten Monopol- Liebesgaben zutreten hinter den kapitalistischen Inkereffen, die man bei Leitung der Partei zu. Es foll nicht geleugnet werden, daß die empfänger. den Republikanern besser gewahrt wähnt. " Wie weit es schon gekommen ist, dürfte folgender Zwischenfall zeigen. Gestern sollte eine sozialistische Versammlung in Holborn Town Hall( im Mittelpunkt von London) stattfinden. Als Redner waren gemeldet: Hyndman, Grayson und Hardie. Die zwei ersteren lehnten es indes ab, mit Hardie auf einer Tribüne zu erscheinen, so daß dieser es vorzog, von der Versammlung wegaubleiben. Die urfache der Ablehnung Hyndmans und Graysons war, daß Hardie es unterließ, Grayson bei seiner bekannten Demonstration im Unterhause zu unterstützen. Wahlpolitik der Arbeiterpartei und die Haltung der Arbeiterfraktion Und doch war die Kandidatur Bryan die einzige mit im Parlamente energischer, selbständiger und sozialistischer sein einem Schimmer auf Erfolg; ein sogenannter„ fonservativer fönnten. Allein es fragt sich, ob die in der Arbeiterpartei organisogenannter ,, fonservativer Die Enthüllungen, die wir am Sonntag und Dienstag über Kandidat" hätte von vornherein auch nicht die geringsten fierten Massen schon soweit seien, in ein revolutionäres Tempo einbas Branntweinmonopol und seine Liebesgabenempfänger brachten, Chancen gehabt. Daran ändert auch der Sieg der konser- treten au tönnen. Die Sozialisten allein fönnen und sollen keine haben selbstverständlich die auf ihren Schlichen Ertappten bis zur bativen Demokraten" bei einzelnen Staatswahlen nichts, proletarische Partei bilden. Sie sind nur die Vorhut der Arbeiterflasse. Jit es ratsam, daß sich die Vorhut zu weit von der HauptBut gereizt. Da sie nun unsere Beweise und Schlußfolgerungen weil hierbei ganz andere Fragen in Betracht kamen. nicht zu viberlegen imftande sind, vertrauen sie wie stets auf die Noch schwerer als Bryan ward Gompers, der Präfi- armee entfernt? Und darum handelt es sich jetzt tatsächlich. Die Sozialisten Hyndman, Grayson, Blatchford und mit ihnen Dummheit derer, die ihnen glauben, und erzählen lang und breit in dent der Federation of Labor( Arbeiterbund), von dem der„ Korrespondenz des Bundes der Landwirte", daß unsere Berechnung Ausgang der Wahl betroffen. Seine krampfhaften Versuche, die Sozialdemokratische Partei, ein Teil der Unabhängigen Arbeiterdes Wertes der Schlempe ein, Schwindet" fei. Das heißt, bei der demokratischen Partei die Arbeiterstimmen auszuliefern, partei( Independent Lobour Party), sowie die Intellektuellen der Beginn ihres Gefchimpfes läßt die torrefponbenz" auch die Wahl find kläglich fehlgeschlagen. Weder das in Millionen Erem- New Aye" find jeyt eifrig an der Arbeit, eine rein fozialistische frei, ob das Sozialistenblatt zu einem großen Rechenfehler" oder plaren verbreitete Flugblatt der Federation, das mit der Auf- Partei zu schaffen, die aber nur auf Kosten der nach so vielen zu einer beabsichtigten Fälschung" seine Zuflucht nahm". Am forderung schloß: Haltet treu zu unseren Freunden( Demo- Jahren der Propaganda entstandenen Arbeiterpartei zustande kommen Schluß aber heißt es bereits ganz bestimmt:" Solchen Schwinder fraten) und bereitet unseren Feinden eine Niederlage", noch tann. Auf der anderen Seite steht Keir Hardie, der meines Erachfens Teistet sich das fozialdemokratische Zentralorgan in der sicheren gu die zahllofen Wahlreden Gompers haben die geringste versicht, daß seine zu blindem Kadavergehorsam erzogenen Genossen Wirkung gehabt. Ja, wo immer Gompers persönlich in den den Grundgedanken des modernen Sozialismus besser erfaßt hat niemals wagen werden, eine Rechnung nachzuprüfen, die ihnen von Wahlkampf eingriff, schnitten die Demokraten besonders als diejenigen englischen Sozialisten, die sich marristisch oder ihren geistigen Oberhäuptern vorgelegt wird." schlecht ab. Ein gleich negatives Resultat hatte der von der revolutionär nennen. Harbie hält an dem Gedanken der ArbeiterUnd weshalb das Geschrei und Geschimpfe? Weil es in Federation geführte Feldzug gegen jene Volksvertreter, die partei fest und er ist nicht weniger revolutionär und charakterfest wie unferem Artikel vom Dienstag heißt, daß die Schlempe- Nüldstände während der letzten Kongresseffionen eine besonders arbeiter feine Gegner. Ihm zur Seite steht Macdonald, der Sekretär der von 100 Doppelzentner bergorener Startoffeln für den Brennerei- feindliche Tätigkeit entfaltet hatten. Joseph Cannon, der Arbeiterpartei. Ich habe mit ihm schärfer abgerechnet als alle feine befizer einen ert von 1 M. 8 Pf. haben und infolge dessen die feitherige Sprecher des Repräsentantenhauses, den Gompers Gegner, dennoch kann ich nicht umhin, au fagen, daß seine allgemeine Brennereien, welche 800 Heltoliter Spiritus erzeugen und dagu 7000 mit feinem Hasse verfolgte und in dessen Wahlkreis er ver Politif im gegenwärtigen Augenblid die richtige ist. Doppelzenner Kartoffeln und 150 Doppelzentner Malzzuder ge- fchiebene Reben hielt, zieht mit erhöhter Majorität in den brauchen alljährlich Schlempe im Werte von 7600. to stenfrei Rongreß ein. Nirgends auch nur der geringfte Erfolg! Wie weit dadurch Gompers dominierende Stellung in der amerikaals Gefcjent, als reine Liebesgabe, erhalten. Nun ist ja bekannt, daß die torrespondenz des Bundes der nischen Gewerkschaftsbewegung gelitten, dürfte der in den Landwirte" von Sachverständigen bedient wird. Und jeder nächsten Tagen zusammentretende Jahreskonvent der Fede Sachverständige weiß, daß das von uns ausgerechnete Resultat, ration of Labor lehren. Nur eine, wenn auch ungewollte also der Wert von 7600 watt für bie Glempe einer gute Folge dürfte der bei der diesjährigen Wahl ein800 Settoliter Brennerei richtig ist. Wir hatten auch noch, geschlagene Weg haben: mit dem Gebot, feine Politif inner um zu zeigen, daß wir nicht will! ürliche Schäzungen beshalb der Gewerkschaften" ist es endgültig borbei. Und das Eine Anzahl von Organisationen der Independent Labour Party) nußen, uns auf die für jeden Brenner größte Autorität, ist gut fo. Der dritte Leibtragende im Bunde ist William Randolph hat den Antrag gestellt, einen außerordentlichen Kongreß der Partei Professor Maerder, berufen und geschrieben: „ Professor Maerder, der Begründer der wissenschaftlichen Searst, der Führer der Independence League( Un- einzuberufen, um die Zattit der Partei festzustellen. In der laufenden Nummer der Socialist Rebieto" schreibt ihr Methoden der Spirituserzeugung, be to ertet die Schlempe, tie abhängigkeits- Liga). Die Hearst Bewegung ist vollständig von 1 Doppelzentuer bergorener Kartoffeln zurüd- sufammengebrochen. Der Zusammenbruch dieser, auf dem Redakteur( Macdonald):„ Der vorsichtige Sozialist, der die gegengröbsten politischen Schwindel beruhenden Bewegung hat sich wärtig wirkenden Einflüsse ftudiert... steht, daß die Entstehung Durch einen Druckfehler wurde mun aus dem gefchriebenen ungemein rasch und gründlich vollzogen. Vor drei Jahren in einer sozialistisch- linksliberalen Gruppe( Socialist- Radical) au einer Durch einen Druckfehler wurde mun aus dem geschriebenen New York von dem millionenreichen Zeitungsherausgeber und ernsten Erschütterung aller politischen Berechnungen führen könne. 1 Doppelzentner gedruckt: 100 Doppelzentner! Daß dies ein Erzdemagogen Hearst ins Leben gerufen, erlangte die Die Ausscheidung bes rechten sozialistischen Flügels, die durch bie Druckfehler ist, der das Resultat der Rechnung nicht ändert, Independence League im ersten Wahlkampf( New Yorker fortgefehten Angriffe, fowle durch das Gefühl, daß man ihn nicht geht aus dem ganzen Bufammenhange hervor und das wiffen Bürgermeisterwahl im Jahre 1905) eine Stimmenzahl, die braucht, veranlagt werden kann... ist für die Entwickelung einer gerabe die Sachverständigen der„ Korrespondenz des alle Welt in Erstaunen sette; selbst die sozialdemokratischen sozialistischen Politik und Organisation gefährlicher, als die AusBundes der Landwirte" ganz genau. Denn Wentit ber Wert der Schlempe von 100 Doppelzentnern Kartoffeln nur 1,08 m. Im darauffolgenden Jahre dehnte fich die Belegung auch ein wohldurchdachter Plan fehlt. In einem Lande, das burch die Wert der Schlempe von 100 Doppelzentnern Kartoffeln nur 1,08 m. Reihen wurden durch den Hearstschen Schwindel erschüttert. fcheidung des linken Flügels, beffen Methode unwirksam ist und der wäre, während aus ihnen gleichzeitig für etwa 220 m. Spiritus ge- auf andere Staaten aus und entfaltete dort beträchtliche Stimmen der Boltsmaffen regiert wird, hängt der Erfolg des wonnen wird, so wäre dieses Gefchent, bas bann nur ein halbes Stärke. Seitdent hat die Wählerschaft das Demagogentum Gozialismus davon ab, ob er zum Sterne einer großen politische Prozent des Spirituswertes betragen würde, nicht der Rede wert und Hearsts durchschaut, und deffen Stern begann rasch zu finden, straft werben fann einer fojialreformerifchen( Socialistic) Straft, würde auch von der Regierung in ihrem Monopolentwurf nicht erst so daß heuer die Independence League auf ihre Standidaten gleich der Arbeiterpartei, aber nicht notwendigerweise einer fozinstraft werden kann in den gesamten Bundesstaaten nicht so viele Stimmen vereinigte, als Hearst im Jahre 1905 in der Stadt New York allein erhalten hat. Und diefes flägliche Resultat trop der Tatsache, daß die Independence League über unbeschränkte weittel zur Agitation verfügte und daß die Hearst gehörigen Beitungen in Millionen von Exemplaren erscheinen und im ganzen Lande gelesen werden. O bleibt, mit 1 Mart 8 Pfennig." erwähnt worden sein. Die„ Korrespondenz des Bundes der Landwirte" weiß dies, aber fle flammert sich an den Druckfehler und tut jo, als ob wir ent weder nicht das Einmaleins kennen oder absichtlich fälschen. Das ist freilich eine zwar sehr bequeme Methode, den Gegner gut bekämpfen, aber unter anständigen Leuten gilt sie als infam. Und wir wiederholen: Die Korresponoenz des Bundes der tebensächlichen Drudfehler Genugt. Denn fie schreibt: listischen." und Revisionisten gleichgestellt werden. Aber dem ist nicht so. Hier Dem Auslande könnte dieser ganze Streit dem der Maryisten handelt es sich bielmehr um die Frage: Sind die in der Arbeiterpartei organisierten Waffen in eine sozialrevolutionäre Taktik hineinaugivingen, oder soll man sie zum Verständnis des Sozialismus beranreifen lassen? Politische Ueberficht. Landwirte" hat gewußt, daß sie einen für das Endresultat ganz Mehr Befriedigung hat der Ausfall der Wahl der Es ist selbstrebend für einen Sozialisten immöglich, in einer Sozialistischen Partei bereitet. 8war ist die von Wir halten uns ohne weitere Prüfung nur an die vom den Gegnern befürchtete und vielleicht auch von einzelnen derartigen Frage unparteiifd zu bleiben. Aber mit scheint die orwärts" feinen blindgläubigen Genossen borgeführten Optimistent im eigenen Lager erhoffte Millionengiffer an Politit Sarbles der gegenwärtigen geistigen Verfaffung der Gewerk3iffern, und lönnen dann nicht verstehen, wie ein der auch nur die in feber Bollsschule gelehrten bier Stechen- Wählerstimmen nicht erreicht worden, jedoch Tassen die bis jetzt schaften beffer au entsprechen, als bie ber revolutionären SuGeichent bon borliegenden Resultate einen erfreulichenortfchritt telleftuellen. Macdonald darf allerdings zum Revisionisten gestempelt werden, 7600 Mart tommen tann. Jeder Volksschüller, bem die Auf- erkennen. Unsere Stimmenzahl ist von 402 000 im Jahre gabe geftelt wäre, auszurechnen, wie groß der Wert der 1904 auf etwa 550 000 genaue oder amtliche Riffern liegen allein im gegenwärtigen Augenblid handelt er im Intereffe der Schlempe bon 7000 Doppelgentner Kartoffeln ist, wenn er für noch nicht vor gestiegen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Einheit der Arbeiterpartei. 100 Doppelgentner 1 9. 8 f. fein soll, wütbe faum den Rechenstift durch die Aufstellung des fonservativen Demokraten Parker anzusehen brauchen, um feinem Lehrer zu antworten: Der im Jahre 1904 uns viele Stimmen von Bryan- Demokraten Schlempewert bei 7000 Doppelzentner ver augefallen waren, die sich bei der diesmaligen Wahl wieder gorener Kartoffeln ist genau 70mal jo grobins demokratische Lager schlugen. Am günstigsten für uns Bertin, den 21. November 1908. als derjenige von 100 Doppelgentnern. 70 X Rheinbabens Doppelfälschung. 1,08 m. aber finb 75,60 wt., nicht 7600 m., wie bet Bor lauten die Nachrichten aus den Staaten Oklahoma, Oregon, wärts"-Rechenfünfiler mit mehr als 100 facer lebee- Washington, Nevada, Californien und Pennsylbanien. Eine Aus dem Reichstag( 21. November). Würde mai me mäßige Stimmenzunahme ist in New York zu berzeichnen, treibung in Fettbrud heraus0ringt." Die„ Storrespondeng" fucht sich eine intertüte, indem fie während im Staate Illinois unfere Stimmen zurüdgegangen nach den bisherigen Reben der Parteibertreter der fagt, fie hatte sich ohne weitere Prüfung" an unfere giffern. Das find. Eine eingebendere Würdigung des sozialistischen Votums Sydowschen Finansreform das Soroftop stellen, so bliebe heißt: ste will so tim, als babe fie nicht gemerkt, daß ist erst nach dem Bekanntwerden der genauen Ziffern möglich. herzlich wenig davon übrig. Die Sozialdemokratie wie die es fich um einen Drudfehler handle, während sie in Wirklichkeit Einen Parteigenoffen in das nationale Repräsentantenbaus Bolen lehnen die Vorlage überhaupt ab, da sie keinerlei Berganz genau weiß, bag bas enbrefuitat unferer tech wählen, ist nicht gelungen, dagegen wurden im Staate frauen zur Regierung haben. Aber auch bon ben übrigen nung richtig ist und jebe Brenneret, welche 800 Dettoliter Wisconsin fünf Vertreter in die Staats- Segislatur Parteien wurden so viel Ausstellungen an den Einzelheiten gemacht, daß eine fofortige Abstimmung höchstens die AnSpiritus erzeugt, durch die toftenfreie Schlempe eine berstedte gewählt. Größere Beränderungen in der Bufammenfehung des nahme der Tabatsteuer, aber die Ablehnung jeder anderen #tene Liebesgabe bon 7000 9. erhalten foll! Die„ Storrespondenz" tbagt auch nicht, diefes Resultat für unrigtig nationalen Repräsentantenhauses haben die Wahlen nicht ge- Steuer, natürlich mit verschiebenen Weehrheiten, ergeben bracht. Die Republikaner haben war einige Give an Sie würde. Besonders verbient hervorgehoben zu werden, bai gut erklären, sondern sie spricht nur von der Berechnung! Und zwar mit Berechnung! Sie hofft wohl, daß die Reichs Demokraten berloren, berfügen aber immer noch über eine Herr Spahn namens des Zentrums fich auch gegen die Ingenpreffe ihren infamen Schwindel weiter verbreiten wird! Gin beträchtliche Majoritat. Unter diesen Umständen haben die Erbschafts- und nach I a site iter erklärte. Offenbar anber wert sind sie ja und aus derfelben Strippe werden sie ja Aussichten für eine Tarifreform und eine Herablegung der labiert das Sentrum zu den Konservativen hinüber, obgleich) auch gespeist. Aber für uns ist das Gefchrei der„ Storrespondena" bestehenden Zollsäge durch das Wahlrefultat eher eine Ber- es sonst nicht so bewilligungsluftig ist wie die Junker- und nur ein Belveis mehr dafür, daß wir die geplante Schnapswucheret chlechterung denn eine Besserung erfahren. Unsere Sofpartel. Schutzöllner und mit ihnen die Stapitalisten überhaupt fühlen Herr Paasche war zwar regierungsfreundlicher als ihrer Junker gründlich bloßgeftelt haben! sich nach dem neuesten Erfolg stärker als je zubor. The Nubel das Zentrum, aber von der Bindung der Matrikularbeiträge ist berständlich. Taft war the Mann. In der ersten Nebe, wollte doch auch er nichts wissen. Dagegen trat er für eine die er nach seiner Erwählung zum Präsidenten gehalten, ließ te ich bermögenssteuer ein. er feine Zweifel darüber, daß die Kapitalisten auf ihn rechnen fönnten. Die Arbeiterschaft wirds zu spüren bekommen, Die amerikanische Wahl. New York, 5. November.( Fig. Ber.) Zum dritten Male ist Bryan gefchlagen worden. Das Experiment der demokratischen Partei, es mit dem Bryan- Eine fozialiſtiſche Krife 17 Das brachte den preußischen Finanzminister v. St heinBaben auf die Beine. Er hielt int Intereffe der EinzelStaaten" die nämliche Rebe gegen direkte Reichssteuern, die wir seit Jahren bei jeder solchen Gelegenheit von ihm zu hören bekommen haben. Dann aber wandte er sich gegen Geyers gestrigen Protest, daß die deutschen Arbeiter nicht fchen Scheinradikalismus zu bersuchen, hat ebensowenig zum Biel geführt, wie das bei der vorigen Präsidentschaftswahl in Großbritannien. noch mehr durch indirekte Steuern belastet werden dürften. bersichte Manöver, die Wähler um das Banner bes konfer bativen demokratischen Kandidaten Parker zu jammeln. Unfer Bonbonet torrefpondent schreibt unte: Er glaubte, durch die bekannten Statiftiten über die SteiDie Demokratie hat ihre Stolle endgültig ausgespielt. Nicht Die fojialistische Arbeiterbewegung Großbritanniens geht jezi gerung des Nomina I wertes ber kleinen Einkommen bas mehr länger vermag fie die heterogenen Clemente, die sie hitischen Tagen entgegen. Unzufriedenheit mit der Wahlpolitik bes Blühen und Gedeihen der deutschen Arbeiter berweisen au jahrzehntelang ungeachtet ihrer widerstreitenden wirtschaft Worstandes der Arbeiterpartei und mit bet parlamentarischen fönnen. Dieses Argument war nicht neu. Gerr b. Sheinlichen Interessen zu vereinigen wußte, zusammenzuhalten. Saltung der Arbeiterfraktion; fozialliberale Bestrebungen, die auf baben bewies durch dessen abermalige Verwendung Indes Im Jahre 1904 rebellierte ein großer Teil der Arbeiter und ein Bufanimengehen der Arbeiterpartei mit ben infsliberaten nur, daß alle früheren Nachweise von der Relativität Farmer und versagte bem von den Kapitalisten der Demo( Rabikalen) abgielen; fogialrevolutionäre Agitation, bie auf die Los diefer Einkommensteigerung bei ihm auf taube Ohren gefratie aufgebrungenen gefunden und sicheren Standidaten" töfung der Sosialisten von der Arbeiterpartel virkt fo äußert stoßen find. Barker die Gefolgschaft und vereitelte feinen Steg. Diesmal fich gegenwärtig bas erste Auftreten ber Strife, bie die Geistens Neu und deshalb einer besonderen Würdigung wert bereiteten die solidarischen Groß- und Kleinkapitalisten dent der Arbeiterpartei Bebroht. Es scheint, als ob auch bie fogia- war aber ein Trid, den der geschniegelte Berwalter der Volksmann aus Nebraska"( Bryan), den die Geschäfts liftische Arbeiterbewegung Großbritanniens die Swiftigkeiten butch preußischen Finanzen anivandte, um die Gewerkschafts- und welt" wegen seiner Ziraden gegen die Trusts für einen gemachen müßte, bie in allen tapitatifiifchen Ländern ein einheitliches Parteibeiträge der sozialdemokratischen Arbeiter den ihnen fährlichen und nicht vertrauenswürdigen Menschen hält, eine Vorgehen der Sozialisten und Arbeiter erfchweren. abverlangten Steuern entgegenstellte. Schon diefe GegenNiederlage, weit schwerer denn die früher erlittenen. Während Abgefehen von persönlichen Wisverständniffen und Borurteilen, überstellung an fich ist unberechtigt. Denn für die GewerkBryan feinen republikanischen Gegnern im Jahre 1896 mit die nun einmal nicht aus ber Welt zu schaffen find, faffen fich die fchaft und die Partei zahlt der sozialdemokratische Arbeiter 601 854 Stimmten und im Jahre 1900 mit 849 790 Stimmen Unstimmigkeiten in Großbritannien barauf zurückzuführen, bag ber Beiträge, um fich in Fällen der Rot und Arbeitslosigkeit unterlegen ist, erhielt diesmal ber Republikaner Taft um Grundgebante des modernen Sozialismus hier bletfach mißverstanden eine Beihilfe zu sichern, um die Kampfmittel aufzubringen 1 100 000 Stimmen mehr als Bryant. Ind selbst die unein- wieb. Aus der durchaus ehrlichen und fobenswerten Abficht der zur Erringung einer besseren Lebenshaltung, um Waffen 3!! nehmbar fcheinende demokratische Hochburg, der von den Sozialisten, bas Temps der Bewegung zu beschleunigen, greift bei schaffen für den politischen Kampf, der schließlich auch auf früheren Sklavenbaronen beherrschte folide Silben", beginnt ihnen eine gewiffe Mißachtung bes reinen arbelterelementes Berbefferung der Lebenshaltung hinarbeitet. Es find das bereits zu wanten. Der alte Groll der fübftaatlichen Rapita statt. Sie wollen teine Arbeiterpartet, fondern eine foglalistische also gewissermaßen Unkosten der Lebenshaltung, überhaupt. listen gegen die republikanische Partei, welcher aus der Belt Bartel. Die Belegung geht ihnen au tangfam und fie auch das ist schon oft genug ben Schülern des Reichsverbandes der Aufhebung der Negersklaverei datiert, beginnt zurück- fchreiben die Langsamkeit dem Vorherrschen der Arbeiter in der zur Bekämpfung der Sozialdemokratie erwidert worden, " 1 menn, fie mit diesem abgeftandenen Argument haufieren gingen. = Stadtteil reserviert bleiben. Reichstag und Techniker. Galafäde, in Saarbrüden die Hochfinans der Statmopartei, in Was die Techniker von diesem Reichstage zu erwarten haben, dret Städten auch nicht einen Sitz innehat. Die St. Johanner Malstatt- Burbach die Hütte, während die Arbeiterschaft in allen Die besondere Rheinbabensche Leistung war aber erörterte gestern abend der Reichstagsabgeordnete De. Botthof Bourgeoisie Befürchtete, daß bei einer Städtevereinigung die Burdas Rechenkunststück, das er bei Herausrechnung der einander in einer großen Versammlung des Deutschen Technikerverbandes. bacher Hütte im Verein mit der Saarbrüder Hochfinanz, mit Hilfe gegenübergestellten Zahlen verwandte. Er rechnete nämlich wenn die ganze Techniferbewegung auch nur ein Teil der großen der Bergiverksdirektion die erste und zweite Staffe auf dem Ratheraus, was was jeder einzelne fozialdemo sozialen Bewegung sei, bie fich in unserer Zeit als eine notwendige haus an sich reißen, wodurch die St. Johanner Kaufmannschaft fratische Arbeiter durchschnittlich an Gewerkschafts- Folgeerscheinung ber Großbetriebe auf allen wirtschaftlichen Gebieten zurückgedrängt und als milchgebende Kuh ausgenutzt würde. Um beiträgen( 25 W.) und an Parteibeiträgen( 17.1), also geige, fo nehme sie in der staatlichen Gesetzgebung doch eine besondere ben Einfluß der Hütte zu brechen, sollen die Stadtverordnetentzusammen 42 M. jährlich zu zahlen habe. Demgegenüber stellte Stellung ein. Das gelte in erster Linie von dem Pensions- wahlen in der zufünftigen Großstadt nach den drei Stadtteilen er, was von den geforderten neuen Konsum steuern jähr gefez für die Brivatangestellten. Um dies Gesetz unter vorgenommen werden und jeder Stadtteil 15 Stadtverordnete konsumsteuern ählen, anstatt 24 wie bisher. Weiter soll die Steuererhebung lich auf den Kopf der Bevölkerung entfalle, nämlich Dach und Fach zu bringen, sei fein Reichstag fo geeignet wie ber auf 15 bis 20 Jahre getrennt bleiben, was nur der Bereicherung nur 4,50 M.! Wenn also, so schlußfolgerte er mit feierlichen gegenwärtige. Er, der Redner, könne wohl sagen, daß, nachdem die der St. Johanner Grundstückspetulanten dient. Die KommunalPaihos, der Arbeiter jährlich 42 M. für Partei- und Ge Regierung den Wünschen der Privatbeamten soweit entgegengekommen steuerfähe bleiben somit für den Stabtteil St. Johann auf Jahre vertschaftszwecke zahlen kann, dann ist es doch nicht zu viel sei, der Entwurf vielleicht schon binnen Jahresfrist Gesez geworden hinaus niedriger, als für die anderen Stadtteile, was zur Folge verlangt, daß er dem Reich jährlich 41 W. zahlt! sein werde. Dagegen fönne es wohl als ausgefchloffen gelten, daß hat, daß alle Battioten, die nicht gerne Steuern zahlen, in In diesem Rheinbabenschen Rechenkunststick stedt eine fich in diefem Reichstage eine Mehrheit für ein einheitliches St. Johann Wohnung suchett, wodurch die Wohnung miete ge zwiefache Fälschung. Gestens ist es eine Fälschung, bei großes Gesek, betreffend den Privatdienstvertrag finden steigert wird, die Hausbefiber ihr Geschäfichen machen. Außerdent der Gegenüberstellung sozialdemokratischer und gewerkschaft werbe, so wünschenswert und nötig ein solches auch fein möge. follen bie Geträgniffe des St. Johanner Staditvaldes für biefen licher Beiträge und der Reichssteuern in dem ersten Falle den Auf Teilwünsche aber werde ber Neichstag nicht nur eineinzelnen zahlenden Arbeiter der Durchschnitts- gehen, sondern, soweit fie jest in der Novelle aur Im Zeichen des Protestes. berechnung zugrunde zu legen, in dem zweiten Falle aber Gewerbeordnung zum Ausdrud kommen, werbe er In den letzten Tagen fanden in Hamburg große Proteft Säuglinge und Greise, überhaupt die gesamte unpro weit über die Regierungsvollagen hinausgehen. So zum berfammlungen der Gast- und Schankwirte sowie der Tabak- und duktive Bevölkerung mit in den Divisor hin- Beispiel beim Zeugnisrecht. Der Angestellte soll das Recht auf ein Bigarrenladeninhaber gegen die neuen Steuern statt. Erstere vereinzuziehen. Dadurch hat er bei der Steuerberechnung Beugnis schon vom Tage der Kündigung an haben. Ferner foll ihm warfen grundfäßlich jede weitere in dirette Steuerbelastung und die Durchschnittsleistung für die Vergleichung um das Drei- das Recht auf monatliche Gehaltszahlung gewährt werden, wenn berlangten vom Reichstage die Einführung direkter Steuern, bis Bierfache zu niedrig eingefchäßt. auch in der Regierungsvorlage nur ein Recht auf vierteljährliche Gelettere wandten fich scharf gegen die Bigarren- Banderolesteuer, durch Doch nicht genug mit dieser einen Fälschung, er hat ihre baltszahlung zugestanden wird. Die Einziehung zu militärischen bie ein großer Teil der in der Tabatindustrie tätigen Berfonen schwer geschädigt werden würde. Wirkung noch verstärkt durch die zweite, indem er bei der uebungen bis zur Dauer von acht Wochen wird weiterhin fünftig fein Beitragsverrechnung die gesamten Beiträge für Gewerk- Grund mehr zur Entlassung sein dürfen. Zweifelhaft dagegen sei es, Profefforen und Sozialdemokratie. schaften und Partei überhaupt, bei der ihr gegenübergestellten wie fich ber Reichstag zum Kündigungsrecht und zur Fortzahlung Auf dem deutschen Hochschullehrertag in Jena hatte Steuerberechnung aber nur die Mehrforderung der bes Gehaltes während der militärischest Uebungen stellen wird. In Prof. Weber Heidelberg verlangt, daß man Hochschullehrer nicht Reichsregierung bei der Sydow schen Finanzreform in An- Krankheitsfällen werde die Novelle sicherlich den großen Fortschritt deshalb von der Zulassung zum Lehramt ausschließen dürfe, weil sie fab brachte. Um diese Gegenüberstellung auch in der Hinsicht bringen, daß wie bei ben Handlungsgehilfen bas Gehalt auf die fich zur Sozialdemokratie bekennen. Diesem Verlangen tritt Professor auf gleiche Werte zu basieren, hätte Serr b. theinbaben der Dauer von sechs Wochen fortzuzahlen sei, wobei allerdings alle Dr. Bornbat, Rechtslehrer an der Berliner Universität, scharf ente Gesamtheit der Jahresbeiträge auch die Gesamtheit der Versicherungsbegilge abgerechnet werden dürfen. Die ernfteften gegen, weil es völlig ausgefchloffen fei, daß ein Sozialdemokrat reine Wissenschaft treibe. Es dürfe nicht im Namen der Wissenschaft jemano Reichssteuern, ja nicht nur der Reichssteuern, sondern stämpfe werbe wohl bie sonturrenstlaufet bringen. auf Staat und Gefellschaft fosgelaffen werden, ber der geborene aud) der Staats- und Kommunalsteuern auf den Die Borlage der Regierung sei hier durchaus unbefriedigend. Man Feind auch einer freien Wissenschaft sei. Stopf der Steuerzahler, nicht natürlich auf den Kopf der Be- bürfe aber vom Reichstag erwarten, daß hier mindestens biefelben völkerung, gegenüberstellen müffen. Durch die zweite Bestimmungen, wie sie für die Handlungsgehilfen gelten, festgesezt Fälschung hat er die Wirkung der ersten aber zahlenmäßig werden würden. wird aus dem fleinen württembergischen Babeorte Mergentheim noch um das etwa Behnfache berstärkt! Den 42 W. Jahresgemeldet. Die in Mergentheim erscheinende Tauberzeitung" bebeiträgen stehen nicht 4 M. an Steuersägen, sondern tatGegen die Elektrizitäts- und Gassteuer. richtet unterm 16. November, daß dort in der Nacht zum Dienstag fächlich 150-200 m. gegenüber. So hätte Gerr b. Rhein- Unter den Aufpigien der Berliner Handelstammer hat sich ein der Unteroffizier Santet von der G. Kompagnie einen Arbeiter, der baben rechnen müssen, wenn er überhaupt nach gleichartiger Steuerausschuß ber beutschen Gleftrigitäts- und feine atvei stinber bei fich führte, mit gezogenem Seitengewehr ver Methode die Bergleichszahlen hätte herausziehen wollen. Gasintereffenten( Gefchäftsstelle: Berlin SW. 11, Safett folgte. Der Arbeiter flüchtete mit seinen tindern in eine wirtschaft. Dann hätte er allerdings gar nichts damit ausrichten können, plaz 10) zur Vertretung der beteiligten Industriezweige und Kon- Als er sie nach geraumer Zeit wieber verließ, wurde er abermals wobei jedoch immer wieder zu betonen ist, daß Partei- und fumenten gegenüber dem Elektrizitäts- und Gassteuer- Gesezentwurfe von dem Unteroffizier angefallen. Das Wehgeschrei der Kinder rief Gewerkschaftsbeiträge gebildet, der alle einschlägigen finanzpolitischen und statistischen die Gäste aus der Wirtschaft auf die Straße. Sie kommen bent einerseits Steuerleistungen und Unterlagen sammeln und zur Geltung zu bringen fuchen wird. Bedrohten zu Gilfe und dabei erhielt der Maurer Hein, der als andererseits ihrer ganz verschiedenen Zwecke wegen überhaupt Gleichzeitig foll er die Austauschstelle für alles von den verschiebenen ruhiger, fleißiger Mensch bekannt ist, von dem uniformierten Rauffeine bergleichbaren Größen sind. Wir schrieben neulich, bas low mit seiner Spar- purationen und Interessenverbänden aufammengetragene und be bold, ber mit dem Seitengewehr wie ein Wilber herumschlug, einen daß it arbeitete Material bilden. furchtbaren Hieb über den Kopf, an beffen Folgen Hein, ber eine theorte den Tiefstand bureaukratischer Leistungen auf voltsalte Mutter gut ernähren hatte, am nächsten Tage in Hospital verstarb. wirtschaftlichem Gebiete erreicht habe. theinbaben hat jedenfalls den Liefstand der loyalität in der Polemik erreicht. Auch das ist ein in jeziger Zeit doppelt interessanter Beitrag zur Kennzeichnung bureaukratischer Staatsmannstunft. Jubelfeier im Berliner Rathause. Was wir im Leitartikel unserer Sonnabendnummer als ziemlich ficher in Aussicht stellten, daß die Herren Kirschner und Reide heute bei der Jubiläumsfeier der Städteordnung im Berliner Rathause vor dem Kaifer und Stronprinzenpaar sowie den an der Feler teilnehmenden Wirdenträgern des preußischen Staates Jubelhymnen über bie preußische Städteordnung umb bie erlauchten Borfahren Wilhelms II. antimmen würden, hat sich in allen Teilen bestätigt. Besonders Herr Kirschner teistete recht Beträchtliches im Schweifwebein. Go fagte er z. B. und Frankfurter Zeitungs- Monarchismus. In einem Artikel über die Ergebnisse der Kaifer- Debatten wünscht die Frankfurter Beitung", daß im Parlament zu dem alten Brauch urüdgefehrt wird, den Monarchen nicht in den Bereich der Erörterungen zu ziehen. Das fogeitannte bemokratische Blatt legt es ber Wehrheit des Parlaments und bem Seniorentonvent nahe, entsprechende Schritte in biefer Richtung zu tun. Das Kaiser- Juterview. Eine Brüfetigiade " Am Nachmittag wurde der Unteroffizier an die Leiche geführt. Beim Zurüdbringen in die Saferne wurde er von einer großen Menge angefallen und blutig gefchlagen. Nur mit Mühe tönnten ihn bie Begleitmannschaften. Sen empörten Einwohnern entreißen. Gbre wabren" gu müffen? Bei der famofen militärischen ExDb ber Unteroffisier, wie seinerzeit Brüfewig, glaubte, feinte ziehung ist's sehr wohl möglich, daß die Tat aus verschrobenen militärischen Ehrbegriffen entsprang! Weigert sich doch auch die Die Mitteilungen des American" fcheinett Birthaus nieeresverwaltung, den Soldaten außer Dienst die gefährliche blanke aus ber Suft gegriffen zu fein. Die Vortvilke gegen Eng- affe abzunehmen um des militärischen Ehrgefühls willen fanb, baß es burch fein Bündnis mit Japan fo eine et Muffen. Die Poftunterbeamten und die Besoldungsvorlage. berrat begangen hätte, entsprechen ja auch den romantiſchen Bot- Die im Oberpofibirektionsbezirk Samburg tätigen Bostumtertedungen Wilhelm II., feiner Bewunderung des Stuffenphantaften beamten hielten am witlivochabend eine große Versammlung ab, in Chamberlain, seiner Hunnenrede, feiner Aufforderung an die Völker ber fie in bezug auf die Besoldungsvorlage thren Wünschen AnsEuropas, ihre heiligen Güter zu wahren, und ähnlichen mit brud verliehen. Nach biefer Vorlage foll Hamburg aus ber stlaffe „ Es ist das unsterbliche Verdienst Eurer Majestät et nüchterner politischer Erwägung unvereinbaren Reußerungen. A in die staffe B verfept verbell, was die Herinterfegung bes Tauchten Borfahren, des Königs weiland Friedrich Wilhelm III., Der" American" erklärt heute gegenüber den Anzweiflungen der Wohnungsgelbaufchuffes für Unterbeamte um 120 Wt. Bebentet. deffen wir heut in inniger Dankbarkeit gedenken, daß er diesem Authentizität feines Berichtes, daß die von ihm wiedergegebenen Die Reichstagsabgeordneten Dr. Barenhorst und Dr. Heckscher Bertrauen zu feinem Bolte sein era geöffnet, eußerungen der er ften Gestalt bes Interviews entstammen, erklärten, fit bie berechtigten Wünsche ber Beamten eintreten au ben preußischen Städten in Betätigung dieses Vertrauens die wie es err Gate ursprünglich abgefaßt hatte. Die meisten biefer wollen, worauf eine Refolution angenommen wurde, welche fich Städteordnung und in ihr die Selbstverwaltung gegeben hat, aumreußerungen felen bom Berliner Auswärtigen Umt gestrichen gegen die Serableyling des Wohnungsgeldes wendet und diese Forderungen enthielt: Heile für die Stäble und zum Segen für das gesamte Vaterland. worden. Für Landbriefträger 1200-1500 02.; für Boffchaffner, BriefEuere Majestät haben es wiederholt mit huldvollen, gnädigen Jebenfalls ist es auffällig, daß von deutfcher amtlicher Seite träger und Leitungsauffehr 1600-2200' Dr. ats Wohnungsgeld Worten auszusprechen geruht, daß die Städte im bergangenen Jahrhunderte dieses Vertrauen gerechtfertigt haben. Diese Anerkennung och teine Aeußerung fiber biefe veröffentlichung vorliegt. Denn 00% Prog. desjenigen der mittlerent Beamten. ermutigt uns zu der ehrfurchtsvollen Bitte, Guere Majestät wollen auch diese neueste Befcherung ist in hohem Maße geeignet, unfere auch in 8ufunft den preußischen Städten und Politik im Auslande zu diskreditieren und unser Verhältnis zu Japan insbesondere unserer Stadt eine vertrauensvolle, und China zu verschlechtern. Man sollte also meinen, daß eine Ji ber niederrheinischen Bergarbeiterstadt bergaufen gnädige Gesinnung bewahren. Une aber, bent Bertretern amtliche Stellungnahme fehr angezeigt wäre, die, wenn sie schon findet biefer Tage Stabt berordneten wagten ftalt. Wenn ber Bürgerschaft Euerer Majestät Haupt und Residensstadt Berlin ist nicht ste stichtigkeit der Wiedergabe bestreiten könnte, boch jede bisher die Stadtverwaltung ständig so zufammengefegt war, bag bie es am heutigen Festtage ein Herzensbedürfnis, Euerer Majestät Solidarität ber verantwortlichen Leitung unferer aus Gerren Stohlen und Gifenbarone ihre Freude daran haben konnten, das Gelübde zu erneuern, daß die Bürgerschaft diefer Stadt auch wärtigen Bolitit mit den taiserlichen Anschauingen tar zurüd- so droht ihnen diesmal infolge einer energischen Wahlbeteiligung fünftig in guten und in schweren Zeiten mit allen Kräften unablässig bemüht sein wird, in unwandelbarer Treue weisen müßte. und Singabe an das Baterland und bas an= gestammte Königshaus sich des Vertrauens Euret Majestät würdig zu zeigen." 糖 Großftabt Saarbrücken. Wie Wahlen gemacht werden. Eine neue Beamtenkategorie. Vor wenigen Monaten wurde ber Grundfag proflamiert, daß der Sozialdemokratie die Gefahr, daß dieser einige Site zufallen fönnten. Da heißt es also vorbeugen. Wie das gemacht wird, geigen am besten einige Steiger ber Beche Kontordia. Es wird Nach jahrelanger Berhandlung hat am Montag, den 16. b. M., ben Bergleuten bireft gefagt: Wenn Du nicht wählt, fo Tiefbewegt fritt, wie mitgeteilt wird, bet Statfer oder vielmehr hie Städtevereinigungskommiffion bee Städte Saarbrüden, barfst Du nicht mehr einfahren! Die Arbeiter müffen der stönig von Preußelt benn nur als folcher trat er hier in St. Johann und Malstatt Burbach unter Mitwirkung auch ihre Echichten wechseln, nur um ihre Stimmen den Zechen- und Aftion= gum Bobium, nahm aits der Hand Bülows, in genauer des Regierungspräsidenten von Trier und eines Ministerialrates Güttenbirettoren geben zu können. Die Steiger verteilen in Der Beachtung der jogenannten berfaffungsmaßigen Beraus Berlin einstimmig beschlossen, daß die brei Stübte fich am Grube bie Stimmzettel, nehmen einzelne grbeiter beiseite und sprechen antwortlichteiten" bas Manuftript feiner Rede entgegen 1. April 1909 zur Großstadt Saarbrüden beteinigen, und von Entlassungen und sonstigen Maßnahmen. Sie das bei der und las daraus mit fchallenber Stimme folgende Antwort ab: givar unter Bedingungen, über die bie einzelnen Stadtverordneten„ Mein verehrter Herr Oberbürgermeister! Es war mir eine follegien die lebte Entscheibung treffen. Man nimmt jedoch an, ießigen Strife wirken muß, darüber besteht wohl kein Zweifel. Die befondere Freude, durch Ihre Einladung Gelegenheit zu erhalten, daß jämtliche Stadtberordnetenkollegien dem Vereinigungsbeschluß Beche Konkordia hat allein biet Schächte und beschäftigt mehrere an der heutigen Feier des hundertjährigen Bestehens der Steinfchen einstimmig auftimmen werden, bas also mit Sent 1. april die Taufend Bergarbeiter. Unter blefen Umständen darf man sich über den Wahlausfall feinen aufionen hingeben. Städteordnung teilzunehmen und unter den Bürgern meiner Haupt- Großlabi an der Saar ersteht. Diese Städtebereinigung ist eine Schwergeburt eigener Art Den Heuchlernt, die über sozialdemokratischen Terrorismus und Residenzstadt zu weilen. Ihren Worten über die Bedeutung diefer Stäbteorbitung für unser Baterland ftimme ich aus boller und häfte wahrscheinlich das Licht der Welt noch lange nicht ergeten, ist biefer Terrorismus ber Grubenbarone nattetidh fehr sect. Ueberzeugung zu. Der mit der Gewährung der Selbstverwaltung blidt, wenn nicht die Regierung mit Sochdruck auf die Bereinigung von meinem hnen feinem Bolte gegebene Beweis gedrängt hätte. Obfchon die brei Städte tatsächlich längst ein gedes Vertrauens und ber samit berbubene chloffenes Ganzes bilden, obschon sie durch einen zusammenhängen. Appell an die geistige unb fitttime raft des ben Säuferkomplex zur gemeinsamen Stadt verwachsen sind und ein Fremder nicht weiß, ob er sich in St. Johann, Saarbrüden bas Beamtenbeer Preußens noch weöglichkeit reduziert werden solle. Echtes Gold Bürgertums hatte reiche richte gejeiligt. wird flar im Feuer." Das echte Gold beutscher Treue und oder Walstatt- Burbach befindet, find bie wirtschaftlichen Unter- Sehr im Gegensatz zu dieser Weldung flest hun ble starlet, bas Züchtigkeit, welche die Bürgerschaft ber preuzifchen Stable er schiebe jeder diefer einzelnen Städte so bedeutend, daß die Ver- bei den Provinzialregierungen Bizepräsidenten geschaffen werdeit füllen, ist im geuer der Befreiungsfriege gettart und in sunbert einigungsversuche immer wieder an diesen Unterschieben fchei follen, die mit einem Gehalt bon 7500 bis 10 000 9. ausgestattet jähriger, ernster, opferfreudiger Arbeit für bas Gemeinwont terlent. St. Johann ist bon ben drei Glädten an Gimbohnerzahl werden sollen. Was man unten erfpart, gibt man auf diese Weise bewährt. Diese Erkenntnis gibt mir die Zuversicht, daß bie und Umfang ole fleinjte, witlichaftlich- Dank seiner günstigen oben wieder aus. Das Ganze nennt sich dann Preußisches Sparpreußischen Städte und ihnen voran und ihnen voran meine Haupt- und age die bedeutendile. St. Johann hatte Desember 1907 24 449 fyftem". Residenzstadt Berlin auch in Butunft bie großen Aufgaben aber bennoch hing es allein von St. Johann ab, ob und unter Einwohner, Saarbrüden 29 048 und Malstatt- Burbach 41 223, tominunaten und staatlichen Borivärtsschreitens in Treue, welchen Bedingungen eine Vereinigung auftande fommen werde. Das Königsberger Gewerkschaftskartelt hatte sich geftigt auf Gewiffenhaftigkeit und Straft erfüllen werden. Und weiter hege ich das fefte Vertrauen, daß bas Band der Treue und Bun St. Johann liegt der Wahnhof, hier münden die Straßenbahn- umfangreiches Fatfachenmaterial über den herrschenden Rotstand an Gersweiler- Burbach- bie tablbehörbe mit einer Reihe Forderungen zur Linberung bes neigung, weldes in unferem Waterlande bon altersher König und linten Louisenthal- Burbach- St. Johann, St. Jobann, Brebach- St. Johann, Friedrichtal- Sulzbach- Dubweiler- Motstandes gewandt. Es wurde verlangt, toiftandsarbeiten in Bürgerschaft, Fürft und Bolt fo eng verbindet, fich immerbar als St. Jobann und St. Arnunt- Bahnhof, jo baß bet gange Verkehr Angriff zu nehmen, Weiszufchiffe an arbeitstofe zu zahlen, arme unzerreißbar erweisen wird. Wenn nach den Worten des Breußenliedes nicht immer fich in St. Johann ergießt; dieses gur andels- und Kaufmanns Schuifinder zu speisen usw. Die freisinnige Stadtverwaltung in Königsberg hat am heller Sonnenftein teuchten fann und es auch ſtadt auswachsen mußte, we fich mit ber Beit eine wohlhabende, trübe Tage geben muß. fo follen aufsteigenbe Wolfen behäbige Bourgeoisie breitmachte. Saarbrüden ist bie Beamten Donnerstag alle diefe Winfche abgelehnt. Dlan fönne eine angers ibre Schatten niemals trennend to ischen mich unb mein tabt und der Sib ber Sochfinans, aber schon mehr Arbeiterstadt gewöhnliche Arbeitstoffgfeit nicht anerkennen, und überdies tönnten wie St. Johann, während Malstatt- Burbach eine reine Arbeiter- bie Erbeitslofen bech aufs Land gehen, wo frbeitermangel herrsche. stadt ist, in welcher die Burbacher Hüttenberibaltung absolutistisch Die Stabiverordnetenverfammlung Hahm eine Stefotution an, regiert und wo fominunalpolitisch in jeder Beziehung die Ver- in bet biefer Standpunkt zum Aussens fall, unb bie fich mit bec baltniffe am fechtesten find, frozdem der Kommunaliteuer- bficht bes Magistrate, tim Notfade Arbeitstofe mit Gebarbeiten gu aufchlag fast 60 Bros. höher steht, als in St. Johann. Auf dem beschäftigen, einverstanden erklärt. St. Johanner Rathaus herrschen die faufmännischen Pfeffers und wolt werfen." Dann hielt noch Gert Dr. Heide eine lange Stebe, bereit toefent lichste ausführungen unfere Lefer im Lotalteit des Vorwärts finden, und darauf schloß mit Gefang und ben üblichen Hochs die Jeier 1 Freifinn und Notstand. 糖 Zur H-mdhabung de» ReichS-VereinSgesetzeS. Der Landrat des Kreises Hildburghausen hatte an eine Anzahl Vereine, auch gewerkschaftliche und nichtpolitische, die Aufforderung ergehen lasten, die Mitgliederlisten einzureichen, und bei Nicht- befolgung Strafe angedroht. Da da? landrätliche Vorgehen dem Reichs-Bereinsgesetz nicht entsprach, interpellierten unsere Genossen im Meininger Landtag, worauf der Staatsminister erwiderte, daß das Vorgehen unstatthaft sei und der Landrat Anweisung erhalten habe, seine Verfügungen zurückzuziehen. Die Balkankrise. Die Bahnfrage. Köln, 2!. November. Wie der„Kölnischen Zeitung" aus Konstantinopel von heute telegraphiert wird, haben die türki- s ch e n und bulgarischen Unterhändler und die Ver- treter der Orientbahn sich dahin geeinigt, daß der Vertrag wegen der Entschädigung für das ostrumelische Bahnstück cm die Orientbahn und wegen Ablösung des Eigentums der Türkei zwischen der Türkei und Bulgarien abgeschlossen werde, wobei die Orientbahn sich in verbindlicher Form einverstanden mit dem Ver- trage erklärt. Die finanzielle Regelung soll dann, soweit sie die Orientbahn angeht, direkt zwischen Bulgarien und der Orientbahn geschehen.— Portugal. Republikanische Demonstratioue«. Oporto, 21. November. Bei der Rückkehr des Königs von Coimbra nach Oporto kam es zu D e m o n st r a t i o n e n für und gegen i h n. Die Cafös und öffentlichen Plätze wurden von Truppen geräumt, mehrere Verhaftungen vorgenommen. Einige Personen wurden verwundet. Die Ruhe ist wiederhergestellt. Bon den Ver- Haftungen ist keine aufrechterhalten worden. R.ulUatid« Der Kampf um de» Tod. Die grauenhafte russische Wirklichkeit hat eine neue Er- scheinung gezeitigt— den Kampf um den Tod aus eigener Hand. Lkast täglich liest man in der Zeitung, dag bald hier bald dort ein zum Tode Verurteilter Selbstmord begeht oder sich auf die Aufseher stürzt, um im offenen Kampf den Tod zu finden. Weder die eisernen Fesseln, noch die sorgsame Bewachung sind imstande, die Gefangenen vom Selbstmord abzuhalten. Um sich das Recht zu erkaufen, ihrem Leben mit eigener Hand ein Ende zu niachcn, greifen die Verurteilten zu Mitteln, die jenseits der menschlichen Vorstellung liegen. Vor einigen Tagen unternahm der Gefangene Selensky, ein Mann von 47 Jahren, im Zarizyner Gefängnis einen Selbstmordversuch. Trotz der sorgfältigsten Bewachung zerschnitt er sich am Taye vor der Hinrichtung mit einem Stückchen Stahl, das er am Körper verborgen mit sich herumgetragen hatte, die Kehle und stürzte sich, als man ihn daran hindern wollte, blut- überströmt auf die Aufseher, um sein Todesrecht zu ver- teidigen. Er rang mit einem ganzen Haufen von Aufiehern, die sein Leben dem Henker erhalten wollten, und wälzte sich, die Gegner mit seinem Blute begießend, im wahnsinnigen Ver- zweislungskampf auf dem Fußboden. Der Gefängnisdirektor stürzte sich mit gezogenem Säbel auf ibn und brachte ihm zahl- reiche Wunden am ganzen Körper bei. Ter Kampf hörte aber nur auf, als der Gefangene bewußtlos am Boden lag. Es ist nicht bekannt, ob das Todesurteil an Selenskh pünktlich vollstreckt wurde. Jedenfalls ist es in Rußland keine Seltenheit, daß auch Schwerkranke oder verwundete Personen auf Trag- bahren zum Galgen geschleppt werden. Der Krieg ohne den„Kriegszustand". Bei der Aufhebung des Kriegszustandes in den Ostsee- Provinzen war es ja leicht vorauszusehen, daß der Blutkönig von Riga, Möller-Sakomelski, den Krieg trotzdem weiterzuführen wissen wird. So geht es denn auch tatsächlich nach der alten Art fort. Die auf die Dauer des Kriegszustandes ausgewiesenen Bürger und Arbeiter sind zum Teil zurückgekehrt. Man beobachtet sie aber durch Spione und wird wohl bald einen neuen Ausmeisungsgrund gefunden haben. Die zurückgekehrten Arbeiter werden in den Fabriken ohne ein Zeugnis der Polizei nicht angenommen. Solche Zeugnisse erhalten aber die Arbeiter nicht. Man zwingt sie also zum Hungertode oder zum— Verbrechen! Das ist die letzte Etappe auf dem amtlichen Wege zur Demoralisafion der ehrlichen Bevölkerung.— Aus Dorpat wurde der junge Advokat L u i O l e j k nach der Aufhebung des Kriegszustandes nach Wologda aus- gewiesen! Ein ehemaliger Redakteur des sozialdemokratischen Organs„Undijed", I. K o t j a r, der bereits zu drei Jahren Ge- fängnis verurteilt war, wurde dieser Tage abermals zu w e i t e r e n drei Jahren verurteilt. Kotjar büßt eben die ersten drei Jahre ab! Desgleichen sind mehrere Bauern, Schullehrer usw. in den letzten Tagen wegen politischer Delikte auf Jahre verurteilt worden. Das Kriegsgericht von Reval„arbeitet" nach wie vor, kurz, es ist keinerlei Aenderung auf dem Schlachtfelde ein- getreten.— 72% Jahre Katorga. Man schreibt uns aus Petersburg vom 17. November: Wenn in der Provinz überhaupt jetzt zahllose schmachvolle Urteile gefällt werden, so zeichnet sich doch das Kriegskreisgericht von Nischni-Nowgorod in der letzten Zeit darin besonders aus. So hat es im neuesten Prozeß gegen eine Organisation der Sozialrevolutionäre, nämlich gegen die Wolgaschi ffahrts- gruppe, über 15 Personen das entsetzliche Urteil von insgesamt 72% Jahren Zwangsarbeit in Sibirien ver- bängt.— Cürfeei Wahlmache. London, 21. November.„Daily Telegraph" meldet aus Kon- stantinopel: Unter den Griechen herrscht große Er- regung und Entrüstung gegen die Türken, welche von ihnen be- schuldigt werden, die Wahlen zu beeint rä chtigen. Die griechischen Wahllisten sind tatsächlich während eines Zeitraumes von 4 Stunden zurückbehalten worden, angeblich zur Jdentifi- zierung der Wähler. Infolgedessen konnten die Griechen nur in beschränkter Zahl an der Abstimmung teilnehmen, was die Türken und Armenier vorteilhaft ausnutzten. Die Lage wird als kritisch bezeichnet, da die Griechen drob-n, Gewalt anzuwenden.— Persien. Erfolge der Revolutionäre. TäbriS, 21. November.(Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur.) Die Revolutionäre besetzten die Städte Binab und Diiman. In Maraga, wo die russischen Untertanen, die eine Plünderung befürchteten, die russische Flagge hißten, nahmen die Revolutionäre zwei Geschütze, 600 Gewehre und 400(XX) Patronen weg. Weitere Abteilungen»narschieren gegen Choi und Marand. China. Persönliches Regiment. Prtuig, 20. November. Es tritt immer mehr zutage, daß Prinz T s ch u n die Regierungsgeschäfte in die eigene Hand nimmt und jede Einmischung der Kaiserin Dehhonala oder des Großen Rates zurückweist. Seine Art und Weise, mit dem Großen Rate umzugehen, wird täglich entschiedener. Der Prinz gibt seine Entschlüsse im Rate nur in Form von Befehlen kund. Perantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Amerika. Rockefeller vor Gericht. New Aork, 2V. November. In der heutigen Verhandlung des Prozesses aus Auslösung des Oeltrusts vor dem Obersten Gerichtshof gab Rockefeller im Kreuzverhör zu. daß das ur- s p r ü n g l i ch e Kapital der Standard Oil Company 56 M l l l i o n e n Dollar betragen habe, während sich die Gewinne in den Jahren 1309 bis 1007 auf 570 Millionen belaufen hätten. Den Gewinn des letzten Jahres schätzte Rockefeller auf 80 Millionen. Das Gedächtnis RockefellerS. das bisher wunderbar schien, ließ ihn wiederholt im Stich, als er über den Rabatt bei den Trust- abschlüssen befragt wurde._ ßcwcrhrcbaftUcbca. Die„Bolkszeitung" und ihre Kritik an dem Berliner Gewerbcgericht. Ihre Kritik soll mehr die Arbeiterbeisitzer treffen, als das Gericht. Trotz des„Herrn Körsten und der Beisitzer ist die Tätigkeit des Gerichts bisher nichts Rechtes gewesen. Wartet nur, wann wir Hirsch-Dunckersche hinein kommen, dann wird's anders I" In dieser Tonart sind nun schon einige Artikel erschienen. So wird in einem Artikel der Nr. 547 geschrieben:„Die Arbeitnehmer täten nichts, um einen von ihnen eingebrachten Antrag zur Erledigung zu bringen. Tatsächlich ist dieser Antrag längst erledigt; nur weiß das die„Volkszeitung" nicht! Daran kann man ersehen, auf welcher Höhe ihre Artikel stehen! Man weiß nichts, aber man schreibt darum desto kühner drauf los, es sei„nichts geschehen". Warum auch nicht? Handelt es sich doch bei der„Volkszeitung" nicht um wahrheitsgemäße Feststellungen, sondern um Wahlmanöver! Man schreibt in den Artikeln, die Beisitzer hätten nichts getan in den Jahren, darum hinweg mit solchen Beisitzern. In der„Volkszeitung" stand allerdings nichts von der Tätigkeit der Arbeiterbeisitzer. Dagegen brachte sie Artikel der Arbeitg eher- Beisitzer, gerichtet gegen die allzu scharfe Tätigkeit der Arbeitnehmerbeisitzer bei dem Aufrechnungs- Paragraphen. Das hat die„Volks�eitung" vergessen, oder: sie kann schreiben rechts, sie kann schreiben links! Das Gewerbegericht und seine Tätigkeit ist in den ver- gangenen Jahren wiederholt sehr eingehend und scharf kritisiert worden. Wir erinnern nur an den vorjährigen Kampf um den Aufrcchnungsparagraphen und das Zurück- behaltungsrecht. Auch früher ist das geschehen. Sind doch selbst Klagen der Richter gegen Beisitzer, die angeblich zu scharf in ihrer Kritik waren, bis ans Reichsgericht gegangen. Aber was können Arbeiterbeisitzer erreichen, wenn die Arbeitgeber und Richter Hand in Hand gehen bei der Ab- stimmung, oftmals ohne Anhörung der Gegengründe. Der Ausdruck:„Wir sind einig und die Majorität" ist nur zu oft das Endergebnis der Klagesachen im Be- ratungszimmer. Davon wissen die Artikelschreiber der „Volkszeitung" allerdings auch nichts; sie behaupten, alles liege an den Arbeiterbeisitzern. Jedoch, warum soll man sich hier mit der„Volkszeitung" und ihren Hintermännern, deren Urteil durch Kenntnis der Sache nicht getrübt ist, herum- schlagen. Sich dagegen verteidigen, heißt, sich anklagen. Gewöhnliche Wahlmachc ist es, wenn man jetzt die man- gelnde Kenntnis unserer Richter über die bestehenden sozialen Verhältnisse auf das Konto der Arbeiterbeisitzer zu schieben versucht. Die Arbeiterschaft wird sich diese schäbige An- griffsweise merken und den Beisitzern, die durch das Ver- hältniswahlsystem aus den Gcwerkvereinen in das Gewerbe- gericht hineinkommen, sehr scharf auf die Finger sehen, da- mit diese nicht die sonst bei ihnen übliche Art der Harmonie- duselei zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fortsetzen. Es ist ein Schauspiel für Götter, sehen zu müssen, daß die Beisitzer der modernen Gewerkschastsorganisationen, die scknst von den Gewerkvereinen als zu scharf angeschen wurden, denen man nachredete, sie betonen zu sehr den Klasscnstand- Punkt, jetzt plötzlich als zu milde auftretend betrachtet werden. Ja, daß man plötzlich vor der Wa h I entdeckt, sie hätten nichts getan. Daran erkennt man den Pferdefuß! Wahlmache ist es, Wahlmanöver, weiter nichts! tterlin und llmzegend. Schlechte Behandlung von Lehrlingen. Aus der Nähmaschinen- fadrik von H e r r m a n n, Grüner Weg, kommen zahlreiche Klagen über die Behandlung der dort in die Lehre gegebenen jungen Leute. Hcrrmrann hält 10 Lehrlinge bei 16 Gehilfen und 7 Hilfsarbeitern. Diese hohe Zahl macht allein schon eine gewissenhafte Ausbildung der Lehrlings nicht wahrscheinlich. Die Lehrlinge beklagen sich bitter darüber, daß sie häufig in einer Weise geschlagen werden, die deutlich« Spuren auf ihrem Körper zurückläßt; dazu müssen �sie die gröbsten Schimpfworte hören. Häufig werden sie mit häuslichen Arbeiten bescksäftigt, wie zum Beispiel mit dem Klopfen von Tep» pichen und Matratzen, dem Streichen von Fußböden, dem Einkaufen von Lebensmitteln und dergleichen. Die nötigen Ruhepausen werden nicht eingehalten; nach Feierabend müssen die Lehrlinge oft noch viel Besorgungen machen. Kommen sie zu spät, werden ihnen Straf- gelber abgezogen, 10 bis 20 Pf. Auch Abzüge anderer Art müssen sich die Lehrlinge gefallen lassen. Die Eltern der jungen Leute sind über diese Behandlung entrüstet und sehr besorgt, ob ihre Söhne bei Herrmann auch als tüchtige Mechaniker ausgebildet werden können. In vier Versammlungen wurden die Mißstände schon besprochen. Ein eingeschriebener Brief wurde Herr mann zugesandt, der jolgenden Wortlaut hat: „Die Unterzeichneten erlauben sich, Ihnen als Lehrherrn unserer Söhne folgendes zu unterbreiten. In einer Besprechung der bei Ihnen beschäftigten Lehrlinge, die in Gegenwart der Unterzeichneten stattfand, kam unter anderem zur Sprache: daß die Zahl der Lehrlinge im Vergleich zu den vorhandenen Lehr- kräften viel zu groß ist, um jedem Lehrling eine genügende Aus- bildung zuteil werden zu lassen. Denn nach einer von Ihnen den Gehilfen gegebenen Anweisung sollen die Gehilfen sich nicht um die Lehrlinge kümmern. Auch die Beschäftigung mit häus- lichen Arbeiten: Teppichklopfen, Einholen. Fußbodcnstrcichcn, Matratzenklopsen, Wringmaschine drehen— das letztere stundenlang ohne jede Pause zum Essen—, dient der Ausbildung der Lehrlinge zu Mechanikern in keiner Weise. In der Besprechung kam weiter zur Sprache, daß grobe Miß- Handlungen, die das Maß des Zulässigen weit übersteigen, vor- gekommen sind. Die Mißhandlungen unserer Söhne, welche von Ihnen und Ihrem Angestellten Herrn Schulz vorgenommen sind, waren nach der Schilderung derartig, daß wir befürchten müssen, daß, wenn unsere Söhne morgens gesund von Hause fortgehen, sie abends als Krüppel wiederkommen. Wenn schon bis zu einem Grade dem Lehrherrn, also Ihnen, ein Züchtigungs- recht zusteht, so geht doch das Schlagen mit der Riemenlattc, das Werfen mit Metallstücken sowie das Schlagen mit einer großen Feile weit über das zulässige Maß hinaus. Auch daß Sie auf die Be- schwerde eines Lehrlings über die Mißhandlung durch den Tech- niter Herrn Schulz antworteten, der Herr solle nur kräftig zuschlagen, beunrubigt unS._ Th. Glocke, BÄm. Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdr. u. VerlagSanstalt Ferner wurde in der Besprechung festgestellt, daß die gesetz- liche Bestimmung betreffend die Lohnbücher der jugendlichen-Ar- beiter nicht innegehalten wird. Schließlich wurde auch erwähnt, daß den Lehrlingen Straf- gelder für Zuspätkommen abgezogen werden, ohne daß die Be- treffenden zu spät gekommen sind. Alles dieses und noch eine Reihe weiterer Uebelstände, die anzuführen, zu weit gehen würde, veranlaßt uns, Sie höflichst zu ersuchen, zu einer...... gegenseitigen Aussprache und Ver- ständigung erscheinen zu wollen......" Der Einladung zu einer Besprechung ist Herrmann nicht ge- folgt, er hat den Brief nicht einmal beanttvortet. Die Eltern er- wägen nun, ob sie ihre Söhne noch länger in der Obhut dieses „Lehrherrn" lassen dürfen. Achtung, Bretterträger! Die Kollegen der Firma Sommer- gut u. Aschner befinden sich noch immer im Abwehrstreik. Bis wtzt hat es die Firma noch nicht für nötig gehalten, mit den alten Arbeitern in Verhandlung zu treten, obgleich sie mit dem vom Arbeitgeberverband geschickten Arbeitswilligen augenscheinlich sehr schlecht zurechtkommt. Arbeiten, zu welchen sonst 2 bis 4 Mann erforderlich waren, werden jetzt von 10 bis 12 Mann erledigt. Auch ist es höchst ergötzlich, die Arbeitsausdauer der Herren Arbeits- willigen zu beobachten. Der Platz macht den Eindruck eines' Taubenschlages; 10 kommen, 12 gehen. Bei dem gelieferten Menschenmatcrial ist das nicht weiter verwunderlich. Wenn man die Arbeit mitansieht, muß man sich wundern, daß sich bis jetzt noch keiner der Leute die Knochen gebrochen hat. Aber wenn die Firma der Vieinung ist, daß die alten Arbeiter zu Kreuze kriechen und vor den Augen der Chefs ihre Verbandsbücher zerreißen, was sie als Bedingung stellen, dann haben sich die Firmeninhaber dies- mal gründlich geirrt. Nebenbei möchten wir auch einmal über die Vielseitigkeit der Polizeihunde ein paar Worte mit einflechten. Daß sich dieselben zu Zirkusnummern gut, zum Einfangen von Per- brcchern weniger gut eignen, ist uns bekannt. Wahrscheinlich genügen aber der Charlottenburger Polizei diese Leistungen noch nicht, und man bildet die Hunde nun auch noch zur Bewachung von Streikbrechern aus. Auch zum Transport der Streikbrecher vom Arbeitsplatz nach der Bahn scheinen sie sich sehr gut zu eignen. Kollegen! Es ist Eure Pflicht, diesen Platz zu meiden und Zuzug streng fernzuhalten. Perband der Hafenarveiter und verw. Berufsgenoffen Deutschlands, Mitgliedschaft Berlin. Oeutlcbeo Reich. Die Buchdrucker und der„Post"-Prozeß. In seiner Sonnabendnummcr zählt der„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker", wie er sich geschmackvoll ausdrückt, die „Nester" auf, die bis jetzt Vertraucnsrcsolutioncn für Herrn Rex- Häuser angenommen haben. Es sind: Leipzig, Hamburg-Altona. Köln, Bielefeld, Mainz, Bunzlau, Gevelsberg, Göttingen. Grafen- Hainichen, Jmmenstadt, Rcustrelitz, Saarlouis, Tondcrn, Tübingen, Ulm-Neuulm, Werdau, Witten, Blankenburg a. H.. Bocholt. Ellwangen, Koblenz, Neudamm. Oldenburg, Rheydt, Brieg, Gummers- dach, Iserlohn, Landsberg a. W.. Liegnitz. Lissa. Naumburg, Oppeln, Radolfzell, Saarbrücken, Weida, Zeitz, Konstanz, Hannover, Königsberg, Kiel, Halle a. S.. Breslau. Posen, Krefeld, Düsseldorf. Münster, Magdeburg, Stuttgart, Freiburg i. Br., Weimar, Wesel, Jena, Hagen Trebbin. Apolda, Neunkirchen. Eßlingen, Regensburg, Allenstem, Wcißenburg. Kissingen. Guben, Viersen, Schmallalden, Swinemünde, Tübingen, Völklingen. Schwabach, Rothenburg o. T., Schönebcrg, Brandenburg a. H., Liebcnwerda, Nordhausen, Reut- lingen, Mülheim a. Ruhr, Halberstadt, Delmenhorst, Elmshorn, Heide i. H.. Oberhausen. Güstrow i. M.. Waldenburg i. Schl., Limbacb. Uelzen. Ingolstadt, Eichstätt. Merseburg, Offenburg. Mittiveida, Ludwigslust. Itzehoe. Bernburg. Aue i. L.. Heidelberg, Osterwieck, Stargard i. P., Mühlhausen i. Thür.. Bayreuth, Kempten, Gotha. Wenn in dieser Aufzählung ein Ort fehlen sollte, liegt S nicht an uns. � Herr Rexhäuser versucht übrigens das Kampffeld zu ver» lassen und uns zu einer Auseinandersetzung darüber zu provo- zieren, wer 1006 bei der Tarifkritik recht behalten habe. Wenn wir auch eine Polemik auf diesem Gebiete nicht zu scheuen hätten. wollen wir vorläufig doch lieber bei der ,.Post"-Affäre bleiben, bei seinem Verhalten dazu vor Gericht und im„Korrespondent". Von unserem Urteil in dieser Beziehung haben wir trotz der neuerlichen Stellungnahme der OrtLvereine Osterwieck und Uelzen nichts zurückzunehmen._ Fürsirge für Streikbrecher. Der UnternehmerverbandMannheim-Ludwigs- hafen hat an seine Mitglieder folgendes Rundschreiben erlassen: „Zwischen den Vertretern der Mctallindustricllen Mannheim» Ludwigshafen, Holzindustriellen, Chemische Industrie usw. wurde beschlossen, nachfolgende Gegenstände anzuschaffen und den Mit, gliedern kostenlos leihweise bei Streiks zu über» lassen: 18 Betten, 146 Matratzen, 213 Decken, 147 Kopfpolster, 168 Bettücher, 82 Handtücher, 4 Eimer. 14 Wasserkannen. 36 Schüsseln. 101 Waschbecken. 14 Milchkannen. 160 Kaffeetassen, 151 Teller, 25 Schöpflöffel, 120 Löffel, 123 Gabeln, 74 Messer, 4 Senfbehälter, 81 Bierkrüge. 2 Kaffeekannen, 2 Etztragegeschirre. 11 Gläser, 2 Kochtöpfe, 37 leere Ströhsäckc. 37 leere Kopfteile. Die Gesamtcinrichtung kostet 3624,53 M." 81 Bierkrüge und 2 Kaffeekannen! Die Herren Unternehmer kennen ihre Pappenheimer! Revolver und Schlagringe fehlen übrigens auf der Liste. Finden sich die in einer anderen Auf- stellung?_ Die Arbeitslosigkeit in München 1007. iüne stark die Münchener Gewerkschaften im verflossenen Iah« von der Arbeitslosigkeit betroffen wurden, weist eine Zusammen. stellung des dortigen GcwerkschaftSvereins aus. Den freien Ge- werkschaften waren 52 502 Arbeiter und Arbeiterinnen angeschlossen. Auf Gewerksck>aften. die Arbeitslosenunterstützung gewähren, ent- fallen hiervon 38 285<72,8 Proz). Insgesamt wurden 100 910 arbeitslose Tage gezählt. Nach Abzug der Karenzzeit(88 277 Tage) wurde für 102 633 Tage die Summe von 151 086 M. ver- ausgabt._ Letzte J�acbrichtcn und Depefeben. Warum unwahrscheinlich? New Dork, 21. November.eschneiden, so müssen die verschiedensten kulturellen Aufgaben Schaden leiden, und das kann Ihr« Absicht nicht sein. Beim Zkrankfein der Etnzelzlieder ist eine Gesundung des ganzen Reiches nicht möglich. Aus diesen Gründen hat auch ein Parteigenosse de? Herrn Dr. Paasche, Geheimrat Witting, ebenso Professor Aaband sich gegen die direkten Reichs- steuern ansgesprocheu.— Die Zahl oer Städte, die Kommunal- zuschlüge über 100. ja über 200 Pro,), erheben, hat sich erschreckend vervielfacht, und dies« Zuschläge sind im wesentlichen durch Auf- Wendungen für die ärmere Bevölkerung verursacht. Herr Geyer klagte über die Last der indirekten Steuern und schilderte die Lage der Arbeiterklasse als außerordentlich ungünstig. Aber die Zahl der preußischen Zensiten hat sich in 12 Jahren von 3 auf 10 Millionen erhöht.(Hört! hörtl recht?.) Der Sozialdemo- krat EaUver hat ausgerechnet, daß die Kosten der Lebenshaltung um 25 Proz. gestiegen sind, während die Arbeitslöhne im Durch« schnitt um 08 Proz. gestiegen sind.(Höril hört! rechts.) Die sozialdemokratischen Gewerkschaften nahmen 1803 2 Millionen. 1007 51 Millionen«in.(Hörtl f$rtl rechts.) Die sozialdemokratisch« Partei besteuert ihre Mitglieder mit 17 M. pro Kopf, die Gewert- hat", nicht etwa strenge Bestrafung der»unsittlichen Person' zu der- langen, sondern gegen die Provozierung eines Skandals, der da« ganze Bürgertum kompromittiere und die Autorität unter- grabe und bei den Massen den Respekt erschüttere. zu protestieren- Da aber der Assessor sich um derartige Sentiinentalitäten nicht kümmern mag. stiehlt Herr Beer- mann in einem günstigen Moment da« verfängliche Tage- buch. Der Polizeidirektor und der Adsutant seiner Hoheit des Erbprinzen sorgen dann weiter dnfllr, den bockbeinigen Assessor zur Einsickt in die wahren Aufgaden der Polizei- mödie" genannt werden kann, so ist diese LustspielhauS-Rovität eine — Komödie. Die Leute rede, drei Akte lang Phrasen. AuS diesem öden Gewäsche destillieren die Verfasser dann eine Art kamelien- damenhafter Rührgeschichte, die alle Merkmale eines fast- und kraftlosen Epigonentums an sich hat. Die Titclhsldjn flirtet mit fünfzig hohliöpfigen wohlfrisierten Löwen, Assen und Eseln der so- genannten Gesellschaft aus einmal— ohne Feuer zu fangen. Wer glaubt das? Freilich, wenn man alle diese Ritter van der traurigen Gestalt sieht, so gewinnt die Ungesährlichkeit deS Flirts sehr an Glaubwürdigkeit. Doch lver vermöchte solch« Mannkarikaturen ernst zu nehmen? Ja. wenn die Verfasser wenigstens noch eine satirische Tendenz verfolgienl Aber alles verschwimmt: und zum Schlüsse bleibt—«in« tödlich« Langweilet Ob das frauzöstsche Orianal wirklich so ledern beschaffen war. oder ob die.Der. deutscherw" alles, was doch vielleicht nach Pikanterie und Esprit schmeckte, wegrewuchiert hat— wer weiß«s? Wenn sich doch einiae Lacher fanden und wenn zum Schlüsse lebhaft geklatscht wurde, so nur, weil die Tarstellung einen hübschen Rahmen bot e. k. »TantriS.derNarr." Man schreibt unS aus Wien: DaS loar im Wiener Hofburgtheater seit langer, langer Zeit ein Abend, der nicht für die Komtessen, nicht für die Kommerzien- rät«, sondern auch für die da war. die außer den Zeitungen auch Bücher, außer den AuSstellunaSerösfnungen auch die Bilder der Meister genießen. DaS Burgtheater, unter Laube noch die edelste deutsche Bühne, ist unter Scfilenlher zu einem vulgären Ver- anügungSetablisscment für wohlhabende Familien geworden. Kein Wunder, daß ein jahrelang zum Gewöhnlichen dressiertes Stamm- Publikum vor der dramatischen Dichtung.TantriS.derNarr" von Ernst Hardt verwirrt, besangen und beinahe verständnislos dasaß. Schienther hatte die Aufführung sehr gründlich vorbereitet. Bon ihm ist die Anregung ausgegangen, Schönherr und Hardt mit Die Opfer. Hamm, LI. November. Eine von der Bergwerksgeseltschast „Trier" veröffentlichte Liste der auf Zeche„Radbod" Verunglückten enthält 841 Namen, darunter 280 Deutsche und 81 Ausländer. Gestern ist im Krankenhause wieder einer der Schwerverletzten ge- starben: die Zahl der ihren Leiden erlcgenen Schwerverletzten beträgt somit jetzt fünf.— Bei den hiesta?" Sammelstellen sind bis jetzt rund 100000 Mi. eingegangen. Schlagwetter- und Kohlettstandexplosionen. Wie und wodurch entstehen Wetterexplosionen? Die sogenann- ten schlagenden Wetter sind«in Gemisch von jtvhlenivasserstoff und atmosphärischer Luft. Die Explosionsfähigkeit ist bedingt durch die Mischung. Der Druck, der auf die durchritzten Kohlenseldex wirkl. treibt den Kohlenwasserstosf aus den anstehenden Äohlenpfeilern berauS und mischt ihn unter die im Bau vorhandene atmosphärische Luft. Bei einem Verhältnis von 1: 1ö wird das Gemisch brenn- bar. Wenn eS angezündet wird, brennt es ab. ohne Explofiom DaS Verbrennen des Gasgemisches ist natürlich für die m der Nähe befindlichen Personen recht gefährlich. Für entfernter arbeitende Personen sind solche Wetterbrände jedoch ungefährlich. Am gefähr- lichsten ist das Gasgemenge bei einer Mischung von 1:0 und 1:8. Bei noch stärkerer Beimischung von Kohlenwasscistoff nimmt die Explo- sionsfähülkeit wieder ab und hört bei einem Gemisch von 1: 4 ganz auf, weil es dem GaSgemeng« an hinreichendem Sauerstoff fehlt. Ist die Mischung eine für die Explosionsfähigkeit günstige, so explodiert es. lvenn entzündet, mit furchtbarer Gewalt. Die Streckcnzimmerungen werden geknickt und weggerissen, als wären es Streichhölzer; die Sohle(der Boden), obwohl er zumeist aus festem Gestein besteht, wird aufgebrochen, die Schienenleitung aufgerollt wie eine Spiralfeder. Ganze GebirgS- oder Äohlenwände werden losgelöst und stürzen ein. Daß Menschen und Tiere, die in dem Bereich einer solchen Explosion sich befinden, umkommen, ist selbstverständlich. Die Körper werden mit furchtbarer Gewalt gegen die Stöße(Wände) geschleudert und zerschmettert. Dazu tritt dos inordende, verwüstend« Feuer und der giftige. Leben vernichtende Nachschwaden. Betritt der Bergmann einen Betriebspunkt, wo sich explosionSfähige Gasgeinenge befinden, so dringen letzter« durch das Drahtgeflecht der Sicherheitslampe und entzünden sich an der Flamme. Es füllt sich der ganze innere Raum der Lampe mir einer blauen Flamme, und da dann der Sauerstoff fehlt, erlischt di« Lampe. Da» ist ein an sich ganz ungefährlicher Vorgang. Auch durch Sprengschüsse, sofern Sichcrheitsspreiigftoffc zur Verwendung gelangen, werden die Wetter nicht entzündet. Gefahr liegt vor, ivenn die Lampe irgend einen Defekt hat. Ein lleineS Loch im Drahtlorb läßt die Flamme herausschlagen und das Unglück ist da. Wird an Schlagwetter cnthaltendcn Betriebspunkten mit Dynamit geschossen, erfolgt unfehlbar«ine Explosion der etwa sich«mg«- san'.melten Wetter. Der böse Bruder der Schlagwetter ist der Kohlenstaub. Wird dieser in trockenen Gruben nicht ständig feucht gehalten, so wirbelt er bei der Wetterexplosion auf, entzündet sich an den brennenden Gasen und jagt als Feuersäule durch weit« Strecken deü Gruben- betriebeS. Findet die Feuersäule auf ihrem Weg« noch weitere Sammelplätze von Schlagwettern, werden dies« ebenfalls entzündet und dann reiht sich unter Umständen Explosion an Explosion. Der Kohlenstaub gibt der Flamme immer neue Nahrung, trägt sie weiter, überall Tod und Zerstörung verbreitend. So können Riesenunglück« zustande kvmmcn, wie das ia Eourrieres und jetzt auf„Radbod". Reine Schlagwetterexplosionen sind stets nur lokaler Natur. bleiben auf einen Beiriebspunkt beschränkt und werden meist nur den direkt dabei beteiligten Arbeitern gefährlich. Sind diese geschilderten Gefahren gar nicht zu bannen? Di« Unfälle durch Explosionen können vermieden werden I Der Kohlen- siauv ist sehr leickt unschädlich zu machen, indem er ständig feucht gehalten wird. Vor GaSexplosioncn bietet die SichcrheitSlampc schon einige Sicherheit. Durch fallendes Gestein usw. kann aber unversehens der Glaszylinder der Lampe zertrümmert werden, ein Unglück kann die Folge sein. Der beste Schutz bleibt eine gute Wetterführung� Und wenn die nach dieser Richtung vorhandenen bergpolizeilichen Vorschriften befolgt werden, sind Explosionen fasi umnöglicy. Vorschriftsmäßig sollen jedem ArbeitSpun« in der Minute drei Kubikmeter frische Wetter(Lust) zugeführt werden. Geschieht das. dann werden die der Kohle entströmenden Gase ständig fortgeführt urrd wenn sie sich der Luft auch beinnschen, so doch nur in so geringem Maße, daß da» Gemisch nicht«xplosione- fähig wird. Wo sich explosionSfähige GaSgemeng« ansammeln, dort ist die Wetterführung oestnnmt nicht intakt. Gegen die oben«mgc- zogene Bestimmung wird in fast allen Gruben gesündigt. Gewiß wird die erforderliche Wettermenge in die Grube hineingeführt, aber nicht so. daß sie all« Betriebspunkte genügend bestreicht. Eö gibt Gruben, wo durch die Hauptwetterstreckcn ein Sturmwind rast. so daß einem der Staub in» Gesicht getrieben wird, aber vor manchen Betriebspunkten brennt die Lampe kaum, so gering ist die derselben zugeführt« Akttermenge. Und solche Punkte find dt« Herde für Explosstmem dem kaiserlichen Schillcrprcis auszuzeichnen, er hat(vorsichtsweisc) das Hardtsche Drama auch im Richlsrkollegium de» Volksschillcr- prciseS zu lanzicrrn gewußt. Was Tchlenther tn zehn Jahren einer innerlich frivolen, äußerlich trägen Regierung aus dem Wiener Burgtheater gemacht hat. das sollte mit der Entdeckung dieser Dichtung verhüllt und gesühnt werden.... Ernst Hardr ist in Wien von Ansang an beachtet worden. Sein Jugendschauspiel „Der Kamps umS Rosenrote", ein schwächliches Jünglingsdrama, das— ins jüdische übersetzt— von Georg Hirschfeld sein könnte. ist am hiesigen Lustspieltheater gegeben wordein Zweimal. Tan» gab Schlenther einen Einakter»Ninon de L'Enclos" von Ernst Hardt. Die Geschichte von dem Sohn, der sich in seine Mutter vergafft. Ein Literatenstück. Ninon ist ja von einem Halden Dutzend Literaten, die für die großen Courtisanen bescheiden schwärmten, zu gleicher Zeit entdeckt worden. Nun kam dieses Tristandramai Es verdient seine Preise.(Nie find die gaiv, I rohen, nie sind die eigen gefühlten, eigen geformten Kunstwerke chnell getränt worden!) Nun. Ernst Hardts Drama ist ein drama- isch packendes, sprachlich wohltuendes Werk. Kein Vcr» hat so viel Musik, daß man bezaubert wäre, aber nie sind die Worte gemein aneinandergejügt. cm gewählter Geschmack hat an diesen Versen gearbeitet, so daß keine Rede je konventionell, freilich auch keine hinreißend klang. Gesamtresultat: Die kalte Schule der Hofmanns. thal und George hat einen geschmackvollen Mftgänaer gewonnen. Die journalistischen Gelehrten werfen Hardt vor. er habe bloß daö EpoL des alten Gottfried von Straßdurg und einen neuen Tristan- roman des Franzosen Bedier nachgedichtet, aber der Vorwurf trifft Hardt nicht mehr als irgend einen anderen der neueren Umdichier. Die ganze Schule lebt ia von. Umdichten. Am Ende würde das toohlhadrnde Pöblikum, wie Arne Garborg zu sagen Pflegte, einen Tristan von eigenen Gnaden, eine Eleetra von eigener Kraft des Dichter« belachen. Aber im Schatten von Sophokles und Gottfried von Straßdurg wagen sie nicht einmal zu lächeln! llebrigenS ist Hardt verhältnismäßig selbständig verfahren. Daß Isolde den TantriS nach zehn Jahren nicht mehr als Tristan erkennt, da» ist psychologisch ergreifend motiviert. Die lange Harrende liebt am Ende nur mehr ihre Vorstellung vom Geliebten, nicht mehr diesen selbst. So zieht Tristan, der unter unsäglichen Gefahren, unter Masken und Entstellungen zu Isolde vorgedrungen, als ein bis tn den Grund Enttäuschter von Markes Schloß fort, in die leere Welt.... DaS Schauspiel wurde im Burgtheater prachtvoll dar» gestellt. Hedwig B l e, b t r e u als Isolde. Josef K a i n z als TantriS. so schön gesungen(diese Sprache wurde Sang) wird doch tvohl an fast keinem anderen deutschen Theater. Auch die Ruinen von Sonnentdalv einstiger Große, mit denen König Marke» Bild zusammengefügt wurde, find noch einmal bewundert worden. Das Publikum, unter Schlenther zehn Jahre lang verwahrlost. konnte nicht recht mit._ Lt. Gr, L-penden für dle Hmterbltebcncn. Eft»«, Tl. November. In der heutigen quhervrdentlichen Generalversammlung deZ Bergbauvercins schlug der Vorsitzende der Versammlung im Namen des Vorstandes vor, anläßlich der Katastrophe einen UnterstiitzungsfondS im Betrage von 100 000 M. zu stiften, aus dem für den vorliegenden Fall sowie bei späteren Unfällen— auch Einzelunfällen-- über die Leistungen der Unfall- Versicherung hinaus, Unterstützungen gewährt werden sollen, wenn eine besondere Notlage der Hinterbliebenen sich ergibt.— Ferner wurde auf Vorschlag des Vorstandes von der Generalversammlung einstimmig die Bereitstellung von SM 000 M. gutgeheißen, um die Pensionswitlven» und-Waisentasse des Verbandes technischer Grudcnbcamter wieder leistungsfähig zu gestalten. Münster, Tl. November. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte für die Hinterbliebenen der auf der Zeche Raobod Bcr- unglückten 2000 M. Essen, 81. November. Die Stadtverordnetenversammlung be- wtlligtc für die Hinterbliebenen der auf der Zeche Radbod Ver- unglückten bOM Mk. 0er botest gegen äs; persönliche Regiment und die Steuerplünderung. Fünf große, stark besuchte Protestversammlungen tagten am Dienstag in Magdeburg. Sie nahmen sämtlich einstimmig die folgende Resolution an: Die boulige Versammlung erklärt: Die sprunghafte, Widerspruchs- voll« miöwärnge Politik der deutschen Regierung ist der ständige An» laß zu Beunruhigungen und Kriegsgefahr. Eine solche, die Interessen des deutschen Volkes schwer schädigende Polittt, die das Hohngeläckter aller zivilisierten Staaten entfesselt, ist nur in einem Staate möglich, in dem der Absotutisnms das Regiment ausübt. Dies« Politik ist auch die Ursache der ständigen Rüstungen zu Wasser und zu Lande, durch die die Sieichsfinanzen völlig zerrüttet worden sind. Die Versammlung bedauert tief, daß der Reichstag bei der Be- ratung der eingebrachten Interpellationen betreffend die Veröffeiit> lichungen im..Daily Telegraph« vollständig versagt hat. Die bürger- lichen Fraktionen des Reichstages haben gezeigt, daß sie weder die Kraft, noch den guten Willen haben, ein parlamentariiches Regiment zu erringe», durch das die Luellsn des jetzigen Uebels in der Hauptsache verstopft werden. t Die Versammlung verlangt deshalb als mindestens vom Reichs tage, daß er dem von der sozialdemokratischen Fraktion vorgelegten Gesetzentwurf über Minislerverantwortlichkeit seine Zustimmung er- teilt und eine Aenderung der Verfassung anstrebt, nach der der Reichstag über Kriegserklärung und Friedensschluß sowre Berufung und Entlassung der Minister entscheidet. Am Wahlkreise Görlttz-Lauban tagten am Bußtage zwei überfüllte Protestversammlungen. Die in Görlitz war von über l&D Personen besticht, viele hundert Personen mußten wegen Uedersülluna deS Lokals wieder umkehren Das Referat des Genossen Geyer wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. Eine der Tagesordnung entsprechende Resolution fand einstimmige Annahme. Die Bersanimlung in L a u b a n war gleichfalls überfüllt und verlief»vie die Görlitzer. Im Laufe der Woche finden noch drei Protest Versammlungen im Wahlkreise statt. In einer von über 1500 Personen bestichten Versamm> lung zu Bielefeld rclerierte Rcichstagsabgeordueter Genosse N o S k e- Chemnitz über„500 Millionen neue Steuern- KnegSgeschrei— Auswärtige Politik." Eine gegen das persön liehe Regiment und die RetchSfinanzpolitik gerichtete Resolution lvurde c i n st i m m i g angenommen. Für R ü st r i n g c n- W i l h e l m s h a v e n fand in Heppens eine stark besuchte Versammlung statt, in der Genosse Hu g« Bant über Absolutismus und Verfassungsfrage sprach. Er wie» u. a. darauf hin. daß die Englandhetze nicht von ungefähr komme, träume hier doch schon seit langem jeder Maat von einem natürlich siegreichen Kriege mit Eng- land. Bei der Besprechung der Reichöfinanzreform wies der Redner darauf hin. daß durch ein Festhalten an der bisherigen Politik die Arbeiterschaft schließlich mit dem Generalstreik zu antworten gezwungen sein würde. In einer Resolutlon fordert die Versammlung, daß der Reichstag nicht eher in die Beratung des Budgets und der Finanzgesetze eintreten möge, ehe nicht Fürst Biilow durch einen vom Parlament gewählten Reichskanzler ersetzt ist und die von der Sozialdemokratie aufgestellten Forderunzen zur Sicheruiig vor dem Absolutismus erfüllt sind. In D a n z t g ging am Freitag Genosse LipinSk i-Letpzig mit dem Bankrott der deutschen ReichSpolitit in einer über- füllten großen Volksversammlung scharf ins Gericht. Seine Ausführungen fanden stü> mischen Beifall. Einstimmig nahm die Versammlung die Resolution der Leipziger Partei- genossen an. Am Freitagabend erhob eine vom Liberalen Verein zu Hamburg embernfene. von etwa 8000 Personen bcsuhte öffentliche Bersamm- lung scharfen Piotcst. Nach einleitenden Referaten von Dr. B r a b a n d. dessen wirklich liberale Gesinnung für unvereinbar mit seiner Lualität als Reierveleutnänt erklärt worden«st. weshalb er sich nur noch als gewöhnlicher Zivilmensch zeigen darf, und Dr. Petersen sowie eingehender Aussprache über das aktuelle Thema „Kaiser und voll« wurde gegen einig« Stimmen folgende Resolution angenommen: „Gegenüber den Schaden, welche die Ausübung der kaiser- lichen Macht dem Deutschen Reiche gebracht hat. fordern wir für das deutsche Volk Stärkung seiner Macht und Schutz setner hoffen, daß alle fortschrittlichen Kräfte im deutschen Volke die Demokratisicrung d-s Staats iji allen Gliedern als ihre Aufgabe erlsnnen." Jn Olkenbach nahmen auf Antrag des Bürgermeister» die Stadtverordneten den Beschluß, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat wegen de» Kaiser-Jnterviewö im„Daily Telegraph« Stellung zu nehmen, zurück. Em der Partei. Sozialdemokratische Erfolge in der Gemeindeverwaltung. In der etwa 8000 Einwohner zählenden Borortgemetnde Debschwitz bei Gera sind unsere Genossen seit Jahren maßgebend in der Ge- meindeverwaltung. Die sozialdemokratischen Mitglieder de» Ge- ,neind,rat«S haben nun. ohno daß der Steuersatz erhöht werden mußte, zahlreiche Verbesserungen durchgesetzt! sie habe» für den Bau einer Wasserleittttig gesorgt, dl« Straßen sind in mustergültigem Zustand, gegen vielsache Widerstände der Regierung nnd de» LandbauamteS ist oer Bau einer modernen Schule durch- geiührt worden, nach einem Verlrage mit der Stadt Gera ist Gas- beleuchtimg eingeführt, eine Kinderhewahranstalt und ein großer Spielplatz sollen demnächst eröffnet werden. Auch auf de» wetleren Gebieten de» Schulwesen» und der Gesundheitspflege habe» unsere Genossen hübsche Fortschritte erreicht. Der finanzielle Stand der Gemeinde hat sich gegen frübcr sehr gebessert. Das habe» selbst dir Gegner in einer Versammlung de» Bürgerverein» offen an- erkannt. Man erklärte dort; Früher bei der bürgerlichen Mehrheit seien Fehler und Unterlassungssünden vorgekommen, oer Tätigkeit deS fozialdemo« lratischen GemelnderateS aber müsse man An- erkennungzollen. Das hinderte biestlben bürgerlichen Gegner freilich nicht, ganz im geheimen alle Kräfte, bis aus den letzten Mann zu sammeln, und bei der letzten Wahl eilten Vorstoß gegen unsere Genossen zu, nachen, der indessen nicht glückte: denn die sozialdemokratische Liste drang wieder mit großer Mehrheit durch. Gemeindewahlcn. Bei den Stadtverordiletenwahlet, in Itzehoe erzielten die Gegner Mt und 598, die Sozialdemokraten 009- und 6t l Stimmen. so daß die beiden sozialdemokratischen Kandidaten gewählt sind. In H o h e n st e i n- E r n st t h a l(Sachsen) verloren bei den Stadtverordiieteinvahlen die vereinigten bürgerliche» Parteien zwei Sitze an die Soziatdcmotraten. deren Stimmen- zunähme ganz erheblich ist. Parteiliteratur. Da» persönliche Regiment vor dem Deutsche» Reichstage. Steno- graphischer Bericht über die Verhandlungen im deutschen Reichstage am 10. und 11. November IVOS. Verlag: Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Preis 25 Pfennig. Die Broschüre einhält den stenographischen Bericht über die Verhandlungen der Interpellationen zum Kaiser- Interview, bei denen die Genossen Singer und Heiire den Slaudpunlr der Sozialdemotratt« verlralcn._ Genosse Hue sollte, nach einer Meldung de» Wölfischen Telegrapven-BureauS. am Mittwoch, nachdem er in einer großen Bergarbeiterveri'aunnlung in Essen gesprochen hatte, einen schweren Biulsnirz ertitren haben. Die Meldung ist glücklicherweise falsch. Genosse Hne wurde nach der Versammlung lediglich von einein leichten Unwohlsein befallen, das schnell vorüberging. Er hat sich daher in guter Gesundheit an den Sitzungen des Reichstages be- reuigen können. Unsere Tote». In Halle a. S. starb die Genossin Ida G r o t h e, die Besitzerin des langjährigen Parteilolalö„Weißes Roß", im Alter von 50 Jahren. Das„VolkSblatt* für Halle widmet ihr folgenden ehrenden Nachruf: „Der Tod hat ein an Entbehrungen und schweren Kämpfen reiches Leben abgeschlossen. Denn unterm Sozialistengesetz wurde ihr Mann, al« sie im Berliner Krankenhaus lag, au« Berlin ausgewiesen. worauf er sich hierher nach Halle wandte und auf seinem Beruf als Tischler tälig war. Schlecht und recht kämpften sich Mann und Frau durcb, schließlich das Restaurant zum kühlen Brunnen, später den Händelpark bewirtschaftend, bis sie beide vor Jahren das „Weiße Roß" übernahmen, das nun eine sichere gufluchlsstätte der Partei und Gewerkschakten wurde. Die Verstorbene war auch die erste mit. die an der Spitze der sich langsam entwickelnden Frauen- bewegung stand und vor etwa zrhn Jahren war sie die Letterin derselben. Infolge ibreS leidenden ZustandeS konnte sie allerdings die letzten Jahre nicht mehr aktiv tätig sein, aber die politischen Vorgänge verfolgte sie aufmerksam und teilte gern aus dem Schatze ihrer Erfahrungen mit. Die Halletche Arbeilenckast wird der ver- ftorbenen Geilossin wie ihrem Mau« ei» ehrendes Andenken be- wahren." poUzeilicbtS, Gerichtliches uftv. Wegen Polizeibeleidigung hatten sich am 17. d. M. bor dem Landgericht Altcnburg die Genossen LandtvgSabgeordneter K ä p p l e r und Redakteur D i k r e i t e r(von der„Astb. Volks- zeitung") zu verantworten. ES handelt sich um einen Fall, der nlit dem neuen Vereinsgesetz zusammenhängt. Am 8. September sollte Genosse KäPPler in emer Mitgliederversammlung de« So- zialdrnwkratlschen Vereins Altenburg über den bevorstehenden Nürnberger Parteitag einen Vortrag halten. Die«angekündigte Tagesordnung scheint das Interesse der Polizei in besonderem Maße erregt zu haben, denn was sie seit dem 15. Mai, dem Tage de-Z Inkrafttretens des Reichsvereinsgesetzes, nickt mehr getan wtte, das tat sie an diesem Tage zum ersten Male wieder. Sie schickte einen Schutzmann zur Uederwachung ab. Genosse Käppler erörtert« tn akademischer Weise die Möglichkeit, die Ueberwachung loszuwerden und führte dabei auö, daß man den Schutzmann am Aermel nehmen und hinausführen könne, weil er in der Ver- fammlung nichts verloren habe. Er sei bereit, das zu tun(so fügte er scherzend hinzu, und die ganze Versammlung stimmt« lachend bei), trenn sich»och ein paar handfeste Leute fänden, denn er allein fühle sich dem Schutzmann nicht gewachsen. Der Vor- schlag war scherzend gemeint und wurde auch von dem Schutzmann selber so aufgefaßt. Die zweite Möglichkeit, von der Ueberwachung befreit zu werden, so führte Käppler weiter au», fei die Ein« reichung einer Beschiverde, die aber keinen Erfolg haben würde, denn eine Krähe hacke der anderen nicht die Augen aus. Der dritte Weg fei, Anklage wegen Hausfriedensbruchs zu erheben gegen den Polizeideamten, der auf die Aufforderung, das Lokal zu verlassen, das nicht getan habe.— Wegen der„Aufforderung(l), den Schutzmann am Aermel zu nehmen", wegen de» Vergleich» mit den Krähen und weil er gesagt haben sollte:«ine Beschwerde einzureichen habe den gleichen Wert, wie wenn man den Teufel bei seiner Groß- mutier verklagte(eine Aeußerung, die nicht Käppler. sondern ein «anderer Genosse gemacht hatte), wurde gegen Käppler Straf, antrag wegen Beleidigung der Polizei gestellt! Genosse Dtkretter hatte die polizeilichen UeberlvackungSgelüste in der..Volkszeitung" scharf gekennzeichnet, was zur Folge hatte, daß er mit dem Ge- nassen Käppler die Anklagebank zierte. Außerdem war Ditreiter noch der„Beleidigung" des Stadtrates von Kahla angeklagt, weil es in der„Volkszeitung" geheißen hatte, man habe in Kahla, als der Herzog von Altenburg seinen Besuch ansagte, eine Woche lang Tag und Nacht die Straßen gefegt und so sei der Dreck, der sich jahrelang ungestört in den verschiedenen Winkeln habe anhäufen können, mit einem Male verschwunden. Der Staatsanwalt hielt«S für notwendig, daS Moerste Geschütz gegen den Genossen Dikreiter aufzufahren: er sprach von schweren Beleidigungen der Behörden, von fortgesetzten Anrempe- lungen. von Geschmacklosigkeiten und von Sudeleien, vor denen die Behörden geschützt twrden müssen, weshalb eine fühlbare Strafe— sechs Wochen Gefängnis— am Platze sei! � Dikreiter erwiderte, daß, lvenn der Staatsanwalt ihm hier Vorlesungen über den guten Ton zu halten für nötig erachte, er eben selbst seinen Ton prüfe» möge: Er sei wegen harmloser, ge- ringfügiger formeller Beleidigungen angeklagt, aber nicht wegen Geschmacklosigkeiten»nd am letzten wegen Sudeleicni DaS Urteil lautete: Käppler wird zu SO M.. Dikreiter wegen Beleidigung in zwei Fällen zu 120 M. Geldstrafe verurteilt. Zu zwei Monaten Getäiisni» wurde Genosse Uhlig, Redakteur unseres Zittauer ParteiblatteS. verurteilt, weil er bürgerliche Familien beleidigt haben soll.-- Soziales. Gewerbegericht. t Ei» gesetzwidrige» Kolonnenshsiem. Mit einem eigenartigen Kolonnenshstem bei der Firma Efrem, Maschinenfabrik, hatte sich am Donnerstag die Kammer V des Ge- wervcgerichts unter Vorsitz des MagistratöratS Dr. Wolbling zu beschäftigen. Drei bei der genannten Firma als Klempner be» schäftigte Arbeiter klagten Lohnforderungen ein. Die Firma be- schafligt unter anderem in der Regel fünf bis sechs Klempner, die sämtlich eine Kolonne bilden. Der Vorarbeiter P. soll der Führer dieser Kolonne sein. Mit diesem vereinbart auch die Firma die Löhne für sämtliche Akkordarbeiten. Wie die Vcrhtindluna ergab, erhält der Kolonnenführer P. einen Stundenlohn von 75 Pf. Die Arbeiter haben wiederholt über die niedrigen Akkordsätze bei der GesckzäftSlcitung Klage geführt, wurden aber von ihr immer an den P. verwiesen. P.. der sämtliche Klempnerarbeiten übernahm. hatte auch die Verteilung der Arbriten vorzunehmen. Dabei kam e» vor, daß wenn der größere Teil der Kolonne mit der Auü« sührung einer Arbeit beschäftigt wurde, während ein bis zwei Arbeiter eine eiligere Arbeit ausführten; kam dann eine noch eiligere Arbeit dazwischen, so wurden die für diese benötigten Arbeiter aus der bei der eigentlichen Arbeit der Kolonne verbliebenen Anzahl der Arbeiter entnommen, während der zurückbleibende Teil an dem zuerst übernommenen Akkorde weiter arbeitete. Da nun fortgesetzt eilige Arbeiten eingingen, wurden die Arbeiter bald mit dieser, bald mit jener Arbeit beschäftigt und fortgesetzt schwankte auch die Zahl der mit der Ausführung einer bestimmten Arveit beauftragten Arbeiter. Wie der Vertreter der Beklagten geltend machte, ist dieses Verfahren auch durch den oft eintretenden Materialmangel bedingt. Durch diese Ardeitveinteilung wird aber dem einzelnen Arbeiter die Möglichkeit genommen, die vcn ihm gelieferten Arbeiten wöchentlich zu berechnen. Die Arbeiter verrechneten deshalb den mit ihnen vereinbarten Lohn von 05 Pf, pro Stunde als Abschlags- zahlung. Dem trat die Firma Anfang September mit einer Aenderung bezw. Ergänzung der Fabrikordnung entgegen: So wird unter anderem in ihr gesagt, daß für jede Arbeitsstunde, die für die angefangenen, jedoch mcht fertiggestellten Akkordarbeiten aufgewandt wiod. nur 50 Pf. als Abschlagszahlung verrechnet werden dürfen. Dadurch wurde eine weitere Schädigung der Ar- beitcr bewirkt, so daß nun ein Teil von ihnen da» Arbeitsverhältnis mit der Firma löste. Die Firma weigerte sich, die Forderungen, die die Arbeiter bei der Lösung des Arbeitsverhältnisses noch au sie hatten, zu erfüllen. So mußten die Arbeiter beim Gewerbe- gcricht gegen die Firma klagbar werden. Der Kläger D. hatte 53 Blechgcfäße angefertigt und forderte den dafür auSbcdungenen Akkordlohn von 83 32 M. Der Vertreter der Beklagten will die Forderung nicht anerkennen, weil der geforderte Betrag bereits an die Kolonne gezahlt worden ist. Was der alö Zeuge geladene Vorarbeiter P. zugibt, sich jedoch darauf nicht zu entsinnen oermag. ob D. den Betrag nun auch erhalten hat.— Das Gewerbegericht oerurteilte die Firma, an D. abzüglich deS erhaltenen Vorschusses den Betrag vo» 17,50 M. zu zahlen. In der Begründung wurde ausgeführt, daß-das System, wie es im Betriebe der Beklagten zur Anwendung kommt, den Arbeitern überhaupt jede Möglichkeit nimmt, ihre Arbeiten zu berechnen. ES ist deshalb alö ein Verstoß gegen ß 115 der Gewerbeordnung zu betrachten, der die Be- rcchnung der Löhne vorscheeibt- Außerdem werden die Arbeiter dadurch dem Kolonnenführer schutzlos preisgegeben. Die Forde. rung des Klägers D. ist deshalb berechtigt. Er habe die Arbeit allem ausgeführt und somit stehe ihm auch der alleinige Anspruch auf den Lohn zu. Gegen die Forderung des Klägers Sp., ihm für 58 Stunden, die er an drei verschiedenen Akkordarbeiten auf- gewendet. 29 M., die übliche und ihn« nach der Fabrikordnung zu- stehende Abschlagszahlung, zu leisten, wendete der Vertreter der Beklagten ein, daß Sp. die übertragenen AKordarbeiten nicht vollendet habe und die Firma darum andere Arbeiter mit der Vollendung der Arbeiten habe beschäftigen müssen. Nach dem Vertrag habe der Arbeiter vor Beendigung des Akkordes nicht kündigen dürfen. Das Gericht verwarf diese Einrede. Würde der Einwand berechtigt sein, so würde, so hieß es in de» Gründen. den Arbeitern dadurch, dag, obwohl die übertragenen Akkord« noch nicht fertiggestellt seien, fortgesetzt neue Arbeiten der Kolonne zu- geteilt werden, die Lösung des Arbeitsverhältnisse» überhaupt nicht möglich fein. Die Abrede enthält also einen ungültigen Verstoß gegen die Vorschrift gleicher Kündigungsfristen für beide Parteien. Die Beklagte sei deshalb zur Zahlung des vom Kläger geltend ge- machten Lohnanspruches verpflichtet. 2. Die Beleidigung durch de» Ehemann als Entlossungsgrund! Die Stepperin S. war in einer Damenhutfabrik beschäftigt, deren Inhaber ein Herr Ratz ist. Sie kündigte das Arbeit«. Verhältnis. Zehn Tage vor Ablauf der Kündigungsfrist wurde sie von der Direktrice Ncuburg entlassei,, Sie klagte nun beim Berliner Gewerbegericht auf Zahlung einer LohnentschLdignng von 26,66 M. Der Beklagte wandte ein, die plötzliche Entlassung sei berechtigt, weil der Ehemann der Klägerin mit ihrem Wissen und Willen an die Direktrice einen sie sehr beleidigenden Brief ge- schrieben habe. In dem Pries beschwerte sich der Mann der Klägerin darüber, daß die Direktrice wohl ihren Unmut an sein« Frau auslassen wolle. Er verbitte sich das. ES folgen einig« Aeuherungen, die die Direktrice Neuburg und ihr Chef als grobe Beleldigunacn der Direktrice ansehen. Die Klägerin erklärte, sie habe den Inhalt deS Brieses nicht gekannt. Allerdings hätte sie ihrem Manne geklagt, daß die Direktrice sie schlecht behandelt und geschimpft hätte. Seitdem sie gekündigt hatte, habe die Direktrice sie fortwähret» geschurigelt. S>e habe genau wie früher gearbeitet und habe daö der Direktrice gesagt, als diese von ihr mehr Arbeit verlangte. Darauf habe die Direktrice«in Schimpfwort gegen sie gebraucht und ihr den Mund verboten usw. Sie habe ihrem Manne alles erzählt, worauf dieser erklärte, er wolle mal schreiben, damit sie in Ruhe gelassen werde. Sie habe ihrem Manne noch gesagt: „Schreibe aber keine Beleidigungen." Nachdem sie bereit» zur Arbeit gewesen sei, habe ihr Mann, der zu Hause blieb, den Brief geschrieben, und er habe ihn auch in ihrer Abwesenheit abgesandt.-- Der Mann, als Beistand zugegen, bestätigte dies und meinte, daß der Inhalt de» Briefe» nur fein Werk sei, wofür man seine Frau nicht verantwortlich machen könne.— Der Brief ist der Klägerin vor ihrer Entlassung seitens der Direktrice mit den Worten vor- gehalteii. ob sie von dem Brief wisse, den ihr Mann geschrieben habe. Sie gibt zu. geantwortet Zu haben:„Jawohl, ,ch weiß davon; denken Sie denn, ich habe meinem Manne nicht erzählt, wie Sie mich triezen!" Damit habe sie natürlich nur sagen wollen, daß sie von der Tatsache eines Briefe» ihres Mannes wisse.— Die Direktrice beschwor folgendes: Die Klägerin sagte:„Ja, ich weiß davon; denken Sie denn, ich lasse mich triezen i" Im Verlaufe des Gespräches hat die Klägerin, wie ich bestimmt versichern kann, unter anderem eine Aeußerung dahin getan, daß sie den Schritt ihre» Mannes billige. Den Wortlaut der Aeußerung kann ich nicht mehr angeben. Ich bestreite, daß ich zur Klägerin„dämliches Frauen» zimmer" gesagt habe. DaS Gericht unter dem Vorsitz des GewerberichtcrS Le Biseur wieS am Sonnabend die Klage mit folgender Begründung ab: Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß die Klägerin sich mit dem Schreiben ihres Mannes ivenfiziert habe. Dadurch sei sie für den Inhalt mit verantwortlich geworden, auch wenn sie von dem Inhalt keine Kenntnis hatte. Und wenn er Beleidigungen enthalte, so habe sie die Beleidigungen sanktioniert. Daraus folge die Ab- Weisung der Klage, denn der Brief enthalte eine grobe Beleidigung der Stellvertreterin des Chefs, die nach§ 123 der Gewerbeordnung zur sofortigen Entlassung berechtige. * Dies Urteil verstößt klar gegen den Wortlaut des§ 123 der Gelverbeordnung. Nach 8 183 Ziffer 5 der Gewerbeordnung können Arbeiter ohne Einhaltung der Kündigungsfrist eutlaiscu werden, wenn sie fich grober Beleidigungen gegen den Arbeitgeber oder feine Vertreter zuschulden kommen lassen. Abgesehen davon. daß die angeblich beleidigte Direktrice bei Empfang des Briefes nicht als Vertreter des Arbeitgebers anzusprechen ist, ist cS durch keine gesetzliche Vorschrift gerechtfertigt, einen Arbeiter für Beleidigungen, die seine Frau, oder eine Arbeiterin für Beleidi- gungen, die ihr Mann verübt hat, verantwortlich zu machen. EL ist, zumal eine Berufung gesetzlich unmöglich ist, recht bedauerlich. daß das Berliner Gewerbcgericht ein so total ungcreckffcS Urteil hat fällen können._ Delirium tremens al« Unfallfolge. H. verunglückte am 14. Februar 1907 dadurch, daß et beim Aufsteigen auf einen mit Brettern bcladenen Wagen abrutschte und aufschlug. ES entstand eine Verletzung der linken Schulter und des Hinterkopfes. Der Tot trat infolge„Herzschwäche" ein. Die Witwe machte ihren Anspruch aus Hinterbliebenenrente geltend. Die Verufsoeiiofienschaft wieS diesen zurück und sühne aus:„H. war Gewohnheitstrinker gewesen. Am 24. Februar 1S07 machten sich Anzeichen von Delirium tremens(Säuferwahnsinn) geltend. Die Herzschwäche sei eine Folge des Delirium tremens." Geyen den ablehnenden Sescheid wurde feiten» de» Arbeiter. s-kretarlatS Berlin Berufung beim Schiedsgericht für Arbeiterver- ficherung eingelegt. Ein Gutachten des Privatdozenten Dr. Sch� über den Zusammenhang des Todes deS H. mit dem erlittenen Unfall kam zu dem Ergebnis, daß:„die tödliche Herzschwäche eine Teilerscheinung des Delirium tremens" war. Er sagte u. a.: „Der Ausbruch eines Delirium tremens erfolgt fast nie bei Säufern, ohne daß ein äußeres auslösendes Moment bestände. Solche Momente sind: plötzliche Entziehung des Alkohols, plötzliche Veränderung der Lebensweise, übergroße Anstrengungen, seelische Aufregungen, akute fieberhaste Krankheiten sowie schließlich Ber- lctzungen. Liegt bei einem Delirium tremens eine Verletzung, besonders eine Kopfverletzung vor. so nehmen wohl alle Gerichtsärztc an. daß di Verletzung an dem Ausbruch des Delirium schuld sei, sofern nicht gewichtige Gründe gegen einen solchen Zusammenhang sprechen...... Mit hinreichender Sicherheit ist festgestellt zu erachten, daß daö Delirium tremens als Folgeerscheinung des Un- falls vom It. Februar 1907 aufzufassen ist. Daraufhin wurde die Berufsgenossenschast verurteilt, an die Witwe die Hinterbliebenenrente zu zahlen. Die Borteile deö Regiebetriebes für die Arbeiter. Die Stadt Zürich führt feit einigen Jahren einen Teil lhrer Arbeiten in Regie aus. worüber das Unternehmertum sehr ungehalten ist. Zu den Gründen, die zum Regiebetrieb führten. gehörte auch die Beschäftigung von Arbeitslosen mit sogenannten Rotstandsarbeiten. Um wirklich die Beschäftigung von Arbeits- losen zu erlangen und ihnen einen gewissen Minimallohn zu sichern, ferner den Unternehmeraewinn zu sparen, wurde der Regiebetrieb gewählt. In der Annahme, ihn diskreditieren zu können, setzten die Bürgerverbäudler im Großen Stadtrat den Auftrag an den Kleinen Stadtrat durch, über die Verhaltnisse und Erfahrungen deS Regiebetriebes zu berichten. Der Bericht liegt nun vor, aber das Unternehmertum und seine Anwälte werten nur sehr mäßige Freude daran haben. Mehr als 80 öffentliche Arbeiten sind in den letzten Jahren von der Stadt Zürich aus- geführt worden und nur in 28 Fällen wurden die Voranschläge überschritten, während in 48 Fällen die Ausgaben unter der bud» getierten Summe blieben. In eingehenden, die in Betracht kommenden vielseitigen Umstände berücksichtigenden Ausführungen werden diese Feststellungen näher beleuchtet. Dabei wird auch bewnt, daß die Frage, ob der städtische Regiebetrieb teurer oder billiger gebaut hat, als Privatunternehmer die Arbeiten ausgeführt hätten, nur beantwortet werden könne, wenn für Regiearbeitcn auch private Offerten vorliegen. Ein solcher Fall wird nun an- geführt. Für die Ausführung einer Straßenkorrektion verlangte die niedrigste Unternehmerofferte 178 000 Fank, während das städtische Bauamt seinerseits die Kosten auf 147 000 Frank ver- anschlagt hatte. Eine neuerliche Berechnung kam auf 187 200 Frank, immer noch 108V0 Frank weniger als die niedrigste Unternehmer- offerte, und so wurde die Arbeit in Regie ausgeführt. Das Rech- nungscrgebnis blieb dann noch etwas hinter dieser Summe zurück. obwohl auch die Verlegung von Leitungen mit inbegriffen war. die der Privatunternehmer nicht hätte ausführen müssen. In einer ganzen Reih« anderer Fälle lagen die Verhältnisse ebenso, der Regiebetrieb erwies sich für die Stadt vorteilhafter als die Sub- Mission. Dabei beschäftigt aber die Stadt auch viele Schwache und Ungeschickte, die von den Privatunternehmern abgelehnt würden. weil sie nur die Tüchtigsten haben wollen. Der Bericht kommt schließlich zu der selbstverständlichen Folgerung, daß die Stadt, weil sie be: der Regiearbeit den Unternehmergewinn erspart, ent- weder ohne Schaden den Arbeitern einen entsprechenden höheren Lohn ausrichten oder billiger arbeiten kann. Ferner bleiben ihr bei Abweichungen vom Voranschlag nicht nur die Mehrausgaben, sondern auch die Ersparnisse, während der Privatunternehmer bei günstigerer Gestaltung der Umstände den erzielten Mehrgewinn in seine Tasche steckt, bei ungünstigerer Gestaltung derselben aber von der Stadt nachträglich noch eine„Aufbesserung" verlangt und auch erhält.„Die Sache liegt mithin so, daß beim Regiebau der wirk- liche Schaden und der wirkliche Gewinn die Stadt treffen, bei Ver- gebung der Arbeit dagegen der Unternehmer den Gewinn behält, den Schaden dagegen auf die Stadt abzuwälzen trachtet." Woraus folgt, daß soweit als nur möglich Gemeinde und Staat ihre Ar- bciten unter Gewährung günstiger Arbeitsbedingungen für die Arbeiterschaft selbst ausfuhren und nicht mehr fette Gewinne den Unternehmern zukommen lassen sollten. Hus der Frauenbewegung. Tie Frau i« der Arbeiterbewegung. Die moderne Großindustrie zeitigte die Frauenerwerbsarbeit als Massenerscheinung. Schwere Schäden erwuchsen daraus für die Arbeiterfamilie. Kein Wunder, daß angesichts der schweren Schäden, die gegenwärtig die Frauenerwerbsarbeit für die Arbeiter- schaft mit sich bringt, lange Zeit der Ruf erscholl:„Fort mit der Frauenerwerbsarbeit!" Je mehr die Erkenntnis über das Wesen des Kapitalismus, seiner treibenden Kräfte und Entwickelungsgesetze in Arbeiter- kreisen zunahm, desto klarer erkannte man auch, daß die Frauen- mwerbsarbeit eine notwendige"Folge der heutigen Produktions- weise(Warenerzeugung) ist. Man begriff ferner, daß die schlimmen Begleiterscheinungen der Frauenerwerbsarbeit als eine Folge ihrer kapitalistischen Ausbeutung zu betrachten ist. ' Ist einer sozialistischen Gesellschaft, in der die gesamten Mittel, die zur Produktion, zur Verfertigung der nötigen Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände benutzt werden, nickt mehr Privatper- soncn, sondern der sozialistischen Genossenschaft gehören, da ver- schwinden nicht nur die Schäden der Frauenarbeit, sie schlagen in ihr Gegenteil um. Erklärlich genug: Gehören die Produktions- mittel der Gesamtheit, so hat auch die Gesamtheit bei gemeinsamer Arbeit alle notwendigen Produkte, alle Gebrauchsgegenstände zu verfertigen. Es wird nicht mehr im Dienste des Kapitalisten ge- arbeitet, um dessen- Profit zu sichern und zu erhohen, sondern alle arbeiten für alle, um die gesamten Bedürfnisse durch gemeinsame Arbeit zu befriedigen. Je mehr Arbeitskräfte dann zur Verfügung stehen, desto leichter und schneller ist die Arbeit getan, desto größer ist die Pro- duktenmenge, die erzeugt wird. Je größer also die Zahl der mit- sckaffenden Frauenhände, desto kürzer kann die Arbeitszeit, desto leichter die Arbeit für alle sein. Je kürzer die notwendige Ar- beitszert, um so mehr Zeit bleibt übrig für ein geistiges Empor- steigen, für ein harmonisches Zusammenleben, für die Erziehung der Kinder, für Ruhe und Erholung. Dank zunehmender Erkenntnis in Arbeiterkreisen trat an Stelle des Rufes:„Fort mit der Fraucnerwerbsarbeit!" die Parole:„Durch zum Sozialismus!" Um dieses Ziel schneller und sicherer zu erreichen und damit die Arbeiterschaft von der Aus- beutung zu befreien, gilt es, die Kräfte aller Glieder der Arbeiter- klaffe nutzbar zu machen für den Befreiungskampf.„Hinein mit der Frau in die Arbeiterbewegung!" heißt deshalb zunächst die Losung. Damit die Frauen zur Teilnahme am Befreiungskampf, zur Teilnahme an der Arbeiterbewegung veranlaßt werden, muß ihnen die Notwendigkeit derselben klar sein. Sie müssen den Druck, die Knechtschaft der Lohnsklaverei nicht nur empfinden, sondern als unerträglich, als unwürdig und schmachvoll bekämpfen lernen und bekämpfen wollen. Die Erkenntnis des Notwendigen den Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse zu vermitteln. ist die vornehmste Aufgabe der Arbeite rbcwe- gung. Durch die Erwerbsarbeit wird die Arbeiterfrau und Tochter zur Lohnfklavin, aber als solche wird sie auch um so leichter Klassenkämpferin, wird ihr um so leichter das Bewußtsein ver- mittclt, welch wichtige geschichtliche Aufgabe ihre Klasse, die Ar- beiterklasse, zu erfüllen hat. um der Totengräber des Kapitalismus zu werden. «verfammlutige«— Veranstaltung e«. Berein für Frauen nnd Mädchen der Arbeiterklasse. Jugend- abteilung. Sonntag, den 22. November, nachmittags 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 1b: Vortrag und geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. Sonntag, den 20. November— nicht 22. November— vormittags 10% Uhr, in den Sophiensälen: Vortrag des Herrn Dr. Gutmann über„Entwickcluna der Musik".— Anschließend, nachmittags 4 Uhr, GratiS-Orgelkonzert in der Kaiser-Wil- helm-fIedachtniLkirchc am Zoologischen Garten. Versammlungen. Die Kompottschüssel der städtischen Parkarbester. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der städtischen Parkverwaltung hielten neuerdings abermals eine allgemeine Versammlung im „Englischen Garten" ab. Sie war so zahlreich besucht, daß der Saal kaum ausreichte, und das ist um so bemerkenswerter, als die Partarbeiter zu eine- Teil tatsächlich so traurig gestellt sind, daß sie nicht über die paar Groschen verfügen, die zum Versammlungs- besuch notwendig sind. Auf der Tagesordnung stand:„Die Schädigung der Parkarbeiter durch das System der Stundcnlöhn e". Der Referent Polenske bemerkte zunächst, daß. wem, auch die vorige Versammlung den Erfolg ge- habt habe, daß die damals vorgenommenen Herbstentlafiungen rück- gängig gemacht wurden, doch jetzt wieder, und zwar in der nächsten Woche eine große Anzahl Frauen entlassen werden sollen. Die städtische Parkverwaltung oder die einzelnen Revier- leiter scheinen also nicht begriffen zu haben, daß«S ebenso grausam ist. jetzt zum Winter und in der Zeit der schwersten Wirtschaftskrise Arbeiterinnen zu entlassen, wie Arbeiter außer Lohn und Brot zu bringen, obwohl dies deutlich genug in der von der vorigen Park- arbeiterversammlung gefaßten Resolution zum Ausdruck kam. Der Redner schilderte sodann ausführlich die Lohnverhältnisse, die unsere Reichshauptstadt ihren Parkarbeitern und-arbeiterinnen bietet. Berlin hat sich noch immer nicht dazu auffchwingen können, Wie Charlottenburg und Rixdorf,«inen Mindestlohn von 4 M. ein- zuführen. Ein Teil der Parfarbeitcr erhält 3 M., andere erhalten 3.50 M., und die Frauen, die ja ebenso wie die Männer in Wind und Wetter tätig sein müssen, bekommen 2 Aü für den vollen Ar- beitstag. Eigentümlich ist es. daß die Invaliden- oder Altersrenten- empfänger, obwohl es sich um Leute handelt, die dieselbe Arbeit verrichten wie ihre Kollegen, soviel Lohn weniger erhalten, als ihre Rente ausmacht. Ein Rentenempfänger, der sich über diese Ungerechtigkeit beschwerte, soll von dem betreffenden Obergärtner die Antwort erhalten haben:.LLenn Sie denselben Lohn haben wollen, müssen Sie auf die Rente verzichten." Nun ist ja die Park- deputation bereit, die Tagelöhns von 3 HO M. auf 8,70 M. zu erhöhen, aber die Rentenempfänger sollen sich nach wie vor mit 30 Pf. die Stunde begnügen. So unzureichend die Löhne im allgemeinen sind, erhält ein großer Teil der Parkarbeiter doch noch viel weniger, als man nach den Tagessätzen annehmen müßte. Als nämlich im Jahre 1908 die Arbeitszeit von 11 Stunden auf 10 verkürzt wurde, fübrte man statt der Tage- oder Wochcnlühne Stundenlohne ein, und nun wird den sogenannten Saisonarbeitern, unter denen Leute sind, die schon eine Reibe von Jahren in den städtisckien Parks arbeiten, in einzelnen Revieren sehr gewissenhaft jede Viertel- stunde vom Lohn abgezogen, um die die Arbeitszeit im Winterhalb- jähr kürzer ist als im Sommer. Seit dem 1. Oktober wurde von 8 bis 0% Uhr gearbeitet und demgemäß bei 30 Pf. Stundenlohn 90 Pf., bei 35 Pf. 1,05 M. die Woche abgezogen. Seit dem 10. No- vember wird von 7 bis 0 Uhr gearbeitet, wobei die Vcsperzeit um hi Stunde vertürzt ist, und demgemäß wird die Woche für 49% Stunden Lobn gezahlt, also bei 39 Pf. 14,80 M., wovon, nach Abzug von 81 Pf. Äassenbeiträgen, 14,94 M. übrig bleiben. Dazu louunt dann noch, daß auch die Feiertage abgezogen werden, wonach man sich leicht ausrechnen kann, was diese städtischen Proletarier in der laufenden Woche, und um wie viel weniger sie noch in der Weih- nachtSwoche verdienen werden. Es ist, wie der Redner hervorhob, tatsächlich so, daß Leute, die im Dienst der Stadt tätig sind, neben- bei die Armenunterstützung in Anspruch nehmen, oder etwas bessergestellte Kollegen um ein Almosen bitten müssen. Merkwürdig ist es, daß das Stundenlohnsystcm nicht in allen Park- rcvieren durchgefiihrt ist. Wenigstens wurde in der lebhaften Tis» kussion, die dem Vortrag folgte, bemerkt, daß z. B. in Moabit nur Tagelöhne bezahlt werden. Dort soll der Obergärtncr auch versichert haben, daß keine Frauen entlassen werden. Unter den Frauen, die in den städtischen Parks und Anlagen arbeiten, gibt es solche, die, treil sie sich auf andere Weise durch- helfen können, in der rauhen Jahreszeit auf die Arbeit verzichten. Ein großer Teil von ihnen ist aber so sehr auf den geringen Ver- dienst angewiesen, daß sie auch bei stärkster Kälte nicht darauf ver- zichtcn können.— Ferner wurde mitgeteilt, daß das Stundenlohn- shstem auch in der Weise angewandt wird, daß eine Anzahl Park- arbeiter,-die nun bei den städtischen Wasserwerken beschäftigt sind, wo die neunstündige Arbeitszeit durchgeführt ist, auch nur für 9 Stunden Lohn erhalten; also bei 35 Pf. statt 3,50 nur 3,10 M., für die schwere Arbeit bei den Rohrlegern. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die im„Englischen Garten" versammelten Arbeiter und Angestellten der städtischen Parkvcrwaltung haben zum System der Stundenentlohnung im Winter Stellung genommen. Die Versammelften bedauern auf daS lebhafteste diesen unsozialen Beschluß der Verwaltung. Die Entlohnung nach Stunden an Stelle der früher üblichen Tagelöhne bedeutet für einen großen Teil der Arbeiter eine bedeutende Schmälcrung ihrer ohnehin schon niedrigen Löhne. Wochenverdienste von 15 M. bis herab zu 8 M., wie sie in)- folge der Bezahlung nach Stunden zu verzeichnen sind, genügen bei den jetzigen Tenerungsverbältnissen in keiner Hinsicht zur Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse, geschweige denn zur Ernährung einer Familie. Die Versammelten erachten es für unwürdig der Stadt Berlin, als der ersten Stadt des Reiches, daß städtische Arbeiter zur Fristung ihrer Existenz die öffentliche Armenpflege in An» spruch nehmen müssen. Die Versammelten erwarten bestimmt von der Verwaltung eine Regelung ihrer Lohnverhältnisse auf Grund der cinge- reichten Lohnanträge zum Etat 1899. Sie beauftragen den Arbeiterausschuß, diesen Beschluß der heutigen Versammlung den zuständigen Stellen zur Kenntnis zu bringen." Selbstverständlich wird der ArbeiterauSschuß auch die geplanten Entlassungen zur Sprache bringen. Hierzu wurde nock, hervorgc- hoben, daß die Parkarbeiterinne» doch zur Winterszeit im Rathaus beschäftigt lverden könnten.— Man bedauerte eS, daß zu der Ber» fammlung kein Stadtverordneter und kein Mitglied der Parkver, waltung erschienen war. Lese- und Diskutierklub„Moabit". Montag, den 23. November, abends 3 Ubr: Sitzung bei Bachstein, Salzivedelcr Straße IS. Allgemeine Familten-Ttrrbekasse. Heute Zahl- und Slusnahmcwg Aiferttr. 123 und Marianncnstr. 48 im Restaurant von 3— S Nhr. WasseriiandS-Siackrtchte» der LandeSansialt für<»«wäsl erkunde. mitgeteR vom Wasserstand M e m« l. TiMi Pregcl, Jnstcrburg Weichsel, Tvorn Oder, Ratibor , Krossen , Fransturt Warthe, Schrimm . LandSberg Netz«, Vordamm Elbe, Leilmeritz , Dresden , Bardo , Magdeburg 9+ bedeutet Wuchs,— stzall.— 9 Unterveget.— 9 EiSstand.— 0 Eissiei,— oberhalb von Thorn Eisstand.—') Eisfrei.—') Schwaches Treibeis. Rabitzpiitzer selbständig, als Teilhaber cwes gut eingeführten sp-zial. Geschäft« gesucht. 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Herr Leinert wird sehr wohl wissen, daß ich eine derartige Garantie nicht über» nehmen kann, weil es völlig außer meiner Macht liegen würde, die Beteiligten dazu anzuhalten, diesem meinem Versprechen zu entsprechen. Ich bin aber bereit, diejenigen Bergleute, die mir Herr Abg. Leinert unter Angabe der aufgestellten Behauptungen namhaft machen wird, soweit sie dieö wünschen, auf fiskalischen Werken in der Ruhr anzulegen(Bravo!) und ihnen nicht zu kündi- gen. wie auch die Aussagen ausfallen mögen, die sie im Prozeß abgehen.(Bravol) Ich hoffe, Sie werden daraus entnehmen, wie ernst es mir mit der Ermittelung der Wahrheit in dieser schweren Angelegenheit ist.(Bravo!) Bei Durchsicht der Presse habe ich den Eindruck gehabt, als wenn es mir nicht gelungen ist, den Gedankengang des zweiten Teiles meiner Ausführungen mit der mir wünschenswerten Klar- heit Ihnen verständlich zu machen, namentlich bezieht sich das auf den letzten Teil, aus die Beteiligung der Arbeiter bei dem Arbeiter- schütz. Ich will deshalb mir wenigen Sätzen meine Ausführungen rekapitulieren. Der Gedankengang meiner Ausführungen war der folgende: Ich habe die Frage aufgeworfen: Warum sind wir nickst in der Lage, die Masienunglücksfälle in den Bergwerken sowohl wie die einzelnen zu beschränken, trotz des Bestrebens der Zechenver- waltungen, soviel Unfallverhütungseinrichtungen wie möglich zu treffen, und trotz des Interesses, das Zechenverwaltung und Berg. leute an einer gewissenhaften Beobachtang der Verhütungsvor. schriften haben. Ich habe ausgeführt, daß eS außerordentlich schwer ist, mit Rücksicht auf die besonderen Eigentümlichkeiten in Berg- werksbetrieben, diese Betriebe dauernd und erfolgreich zu kon« trollieren, daß auch ein Heer von Einfahrern niemals in die Lage kommt, unterrichtet zu sein über das, was an jedem einzelnen Tage sich in dem Bergwerk und seinen einzelnen Betriebspunkten ereignet. Daraus habe ich gefolgert, daß jede Einrichtung, die auf periodischer Revision durch polizeiliche Beamte basiert, uns nicht zum Ziele führen kann. Taraus habe ich die Konsequenz ge- zogen, daß die Arbeiterkontrolleure, wie sie von uns verlangt werden und in anderen Ländern bestehen, die ähnlich wie Polizeibeamte, nur periodisch in gewissen Zwischenräumen die Gruben befahren, ebensowenig in der Lage se»n werden, das von uns gewünschte Ziel zu erreichen. Daher habe ich gesagt: Ich kann mir auS diesem Grunde von den Arbeiterkontrolleuren keine erfolgverheißende Tätigkeit versprechen und kann sie infolgedessen, abgesehen von den grundsätzlichen Bedenken, nicht empfehlen. Aber ich habe mich nicht auf diesen negativen Standpunkt beschränkt, sondern habe darauf hingewiesen, daß die Einrichtungen auf den fiskalischen Saar- gruben uns nach meiner Meinung ein Vorbild für eine eventuelle gesetzliche Regelung dieser Angelegenheit geben können. Auf Grund meiner Erfahrungen dort bin ich überzeugt, daß diese Einrichtung die Mißstände beseitigen würde, die jeder periodischen polizeilichen Revision, von wem sie auch ausgehen möge, anhaften. Ich denke mir die Sache so, daß man die ArbeiterauSschüsse dahin ausbaut, daß etwa jede Steigerabteilung in geheimer, direkter Wahl, wie sie ja jetzt schon für die Ausschüsse besteht, auS ihrer Mitte ein Mitglied in den Ausschuß schickt und daß dann dies« Mitglieder des Ausschusses das Recht haben sollen, zu bestimmten Zeiten, an einem Tag in jedem Monat, den sie zu bestimmen haben, ihre Ab- teilung in Gegenwart eine» Beamten zu befahren und die Er» gebnisse ihrer Befragung der Bergleute in ein Fahrbuch eintragen, das der Bergpolizei zugänglich zu machen sein würde. ES wäre daS auch eine wirksamere Beteiligung der Arbeiter an dem Ar» beiterschutz. als sie je durch die bisher verlangten Arbeiter- kontrolleure erreicht werden kann, weil diese Vertrauensleute ver» antwortlich sind für einen bestimmten, ihnen genau bekannten, von ihnen täglich genau gesehenen Teil der Grube. DaS wollte ich zur Vermeidung von Mißverständnissen hier noch einmal feststellen. (Bravol)' Abg. Korfanth(Pole) begrüßt die Erklärung deS Ministers über die Aufnahme der Arbeiter, die Aussagen machen und gemäß- regelt werden, in die staatlichen Gruben, erwartet aber, daß sie auch denselben Lohn erhalten wie bisher. Die Hauptsache bei der Kontrolle ist. daß die Ankunft der Kontrollcure nicht vorher an- gemeldet wird. ES ist zu begrüßen, daß der Herr Minister jetzt feMmsrichsII und Gründer. In letzter Zeit ist wieder recht viel von den»alt- preußischen" Traditionen die Rede und auch unser zitaten- froher Reichskanzler fordert ja zur..altpreußischen Spar- samkeit" auf. Zu den altpreußischen Grundsätzen gehört sicher auch der, daß man die kleinen Spitzbuben hängt und die großen laufen läßt. Mit der sogenannten„Gründerzeit" sind die klangvollsten Namen der„Edelsten und Besten" preußischer Nation innig verflochten. Auch„Paladine" des„großen Kaisers" machen hiervon keine Ausnahme. Dafür legen eine Reihe von ver- gilbten Briefen, die der Feldmarschall von Manteuffel einst an den Geheimrat Moritz Simon in Königsberg schrieb und die uns vorliegen, beredtes Zeugnis ab. Sie beweisen zu- gleich auch,"wie mächtige Fürsprecher die großen Diebe in Preußen von jeher gefunden haben. Besagter Moritz Siinon mar einer der vielseitigsten Gründer, der im Anfang der 7(1er Jahre des vorigen Jahr- Hunderts an den schlimmsten Schwindelunternehmungen be- teiligt war. Er verwandelte sowohl die„f o r t s ch r i t t- l i ch c"„Königsberger Hartunasche Zeitung" als auch die konservative„Ostpreußische Zeitung" in ein Aktien- unternehmen. Er war als„konservativer" Mann mit dem Adel der Provinz Ostpreußen eng verbunden und mit Manteuffel. der vor dem Kriege 1870-71 in Königsberg kommandierender General war, intim befreundet. Die Staatsanwaltschaft beschäftigte sich mehrfach mit Simons Gründungen und wurde er auch wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankerott seines national- liberalen Mitgründers Jacob zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt. Hierauf dürften sich äugen- schcinlich die nachstehenden zwei Briefe Manteuffels an Simon beziehen, die wir im Wortlaut folgen lassen: 1. Brief: Lieber Herr Geheimrat! Ich danke Ihnen nochmals für Ihren Besuch und beklage nur, daß Sie die Wochentage nicht kamen und dabei meinen Wagen eine andere Auffassung über die Mitwirkung der Arbeiter bei der Kontrolle gewonnen hat. er hat sich offenbar gewissenhafter mit der Materie befaßt als früher. Es müssen aber auch Garantien geschaffen werden, daß die Vertrauensleute der Arbeiter, die die Interessen der Arbeiter wahrnehmen, nicht entlassen werden, wie das heute fast täglich geschieht.(Sehr richtig I links.) Vielfach hängen die Unglücksfälle auch damit zusammen, daß Tausende unserer polnischen Landsleutc, die durch die Politik der preußischen Regierung aus ihrer Heimat vertrieben werden, durch Agenten verlockt, nach Westfalen gehen und dort Bergleute werden obgleich sie von dem Betriebe keine Ahnung haben.(Sehr richlig! bei den Polen.) Ich muß leider bestätigen, daß die Bergarbeiter zu der Regierung und zu diesem hohen Hause kein Vertrauen haben. (Hört! hört!) DaS kann man den Arbeitern angesichts der Er- fahrungcn, die sie noch bei der letzten Berggcsetznovelle gemacht haben, nicht verargen. Daher wünschen wir ein Reichsberggesetz. (Bravo! bei den Polen.) Abg. Dr. Pachmcke(frs. Bg.): Das letzte Wort über die Ur- fachen des beklagcnstvertcn Unglücks wird jedenfalls das Gericht hal>en. Tie Verwaltung und mit ihr das Parlament haben das dringendste Interesse an der Aufklärung, und Herr Leinert hat die Pflicht, seine Zeugen zu nennen. Ich habe mich gefreut, daß der Herr Handelsminister sich bereit erklärt hat, Arbeiter, die auf Grund solcher Aussagen entlassen werden, in die fiskalischen Gruben aufzunehmen. Nur durch die eidliche Vernehmung dieser Zeugen lann der Eindruck der Einseitigkeit, den die gestrige Rede des Herrn Leinert machte, beseitigt werden. Herr Leinert meinte, die Sozial» demokratie hetze nicht. Wie steht damit im Einklang die heutige Bemerkung des„Vorwärts":„Wenn die Bergwerksverwaltung ihr Bedauern über das Unglück ausspreche, so sei das freche Heuchelei." (Psui-Rufe rechts.) Dagegen sprach auch das gestrige Wort des Herrn Leinert:„An den Dividenden klebt das Blut der Arbeiter." (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn es irgendwo ein gemeinsames Interesse der Arbeitgeber und Arbeiter gibt, so ist es doch das Interesse an der Betriebssicherheit.(Sehr richtig! bei den Freisinmgen.) Die Bergwcrksbesitzcr haben doch selbst große Verluste infolge eines solchen Unglücks. Wir begrüßen es, daß durch eine gesetzliche Regelung, wie sie der Herr Minister in Aussicht stellte, nun endlich eine Besserung der Verhältnisse herbei- geführt werden soll. Nur sollte die Kontrolle durch die Vertrauens- lcute der Arbeiter häusiger als einmal im Monat erfolgen. Abg. Leinert(Soz.): Ich bedauere, daß es mir nicht gestattet ist, auf die maßlosen Angriffe zu antworten, die gegen mich gerichtet sind. Ich habe nämlich nur das Wort erhalten, um auf die Erklärungen des Handelsministers antworten zu können.(Hört! hört! bei den So- zialdemokraten.) Der Handelsminister hat erklärt, vaß er eine Garantie dafür nicht übernehmen könne, daß die Arbeiter nicht auf die schwarzen Listen gesetzt würden. Ich gebe das zu. Ich hoffe aber noch die Zusicherung zu erhalten, daß der Haiidelsminister diese Arbeiter zu gleichen Bedingungen in Bezug auf die Lohnhöh« in den fiskalischen Werken anstellen wird, und weiter die Zusiche» rung, daß diese Arbeiter auf den fiskalischen Werken nicht geschu- rigelt werden. �ch habe inzwischen neue Mitteilungen bekommen, und erkläre, daß ich dem Herrn Handelsminister die Namen noch im Laufe der heutigen Sitzung mitteilen werde. Ich habe mir bereits gestern telegraphisch die Adressen kommen lassen. Damit wird die un- erhörte Behauptung widerlegt, daß ich hier beweislose Behauptungen aufgestellt habe. Ich erwarte, daß die Herren, die mir das vor- geworfen haben, ihre Vorwürfe mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehmen werden.(Lachen rechts. Sehr gut! bei den Sozial- demotraten.) Ich bin ebenso wie alle Mitglieder dieses Hauses von der Pflicht der Abgeordneten, die Wahrheit zu sagen, durch- druagen, und diese meine Ehrenhaftigkeit hat man gestern in Frage gestellt.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Brust(Z.): Mit der Beantwortung der Interpellation durch den Herrn Minister sind wir vorab zufriedengestellt. Die in Aussicht gestellten gesetzlichen Maßnahmen, wodurch die Bergwerks» direktoren usw. ebensvllS für die Betriebssicherheit verantwortlich gemacht, und die Arbeiter an der Kontrolle in den Gruben �teiligt werden sollen, begrüßen wir m«t Freuden. Bedingung ist für uns, daß die Vertrauensleute in geheimer Wahl und daß sie tun- lichst gegen Maßregelungen geschützt werden. Wenn Herr Leinert behauptete, nur der sozialdemokratische Verband besitze das Ver- trauen der Arbeiter, so ist er offenbar nicht genügend informiert. Ich stelle demgegenüber fest, daß der christliche Bergarbeiterverband immer mehr an Mitgliedern zunimmt. Daß die infolge ihrer Aussagen etwa gemaßregelten Arbeiter in die fiskalischen Gruben übernommen werden, halte auch ich für richtig. Sollte das aber auch nicht geschehen, so haben die Organisationen die Pflicht, sich dieser Bergleute anzunehmen. Die Zurückziehung der Rettungsmannschaften und die rechtzeitige Schließung deS Schachtes wird jeder Fachmann nur für gerechtfertigt erklären müssen. (Bravol im Zentrum.) Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen. nickt auf der Eisenbahn gefunden und Mittags den Topperschen nachdem nicht bekommen haben. Ihren Entwurf und die Bcmcr- kungen des Herrn Ronncberg habe ich nun heute früh nochmals durchgelesen. Ich bin mit demselben, wenn er nach den Bcmer- kungen deS Herrn Ronncberg, wie sie in dessen Briefe vor- geschlagen, umgeschrieben wird, ganz einverstanden und habe nur a» einer Stelle ein Fragezeichen gemacht, weil ich glaube, daß dieser Satz lieber ganz wegbleibt. Hätte der Gcneralstaatsanwalt wegen beider Vergehen auf Freisprechung angetragen, so könnte die An- führung nicht schaden, so macht?s keinen guten Eindruck auf den Leser, wenn der Gcneralstaatsanwalt wegen des mit Geld belegten Vergehens auf Freisprechung, wegen des mit Gefängnis belegten auf Bestrafung anträgt oder wenigstens nicht für Freisprechung stimmt. Wenn nun der König unter dem Eindruck des Lesens— denn Se. Majestät lesen solche Sachen selbst— die Ansicht faßt: gut, wir wollen nach dem Votum des GencralstaatSantvalts ent- scheiden und die Geldstrafe erlassen, während es bei der Gefängnis- strafe verbleibt? So unwichtig die Anführung des Ausspruches ist, daß die Gr- richte beider Instanzen b-züglich des ersten Vergehens anerkennen, daß die Ihnen zur Last gelegte Handlung nicht des Borteils wegen begangen ist, so wenig Gewicht lege ich auf den Ausspruch des Gcneralstaatsanwalts. Wollen Sie ihn anführen, so muß derselbe wenigstens als im Zusammenhang mit der Anführung der Anerkennung der Gerichte beider Instanzen hingestellt werden. Also z. B. bezüglich des ersten Vergehens erkennen die Gericht: erster und zweiter Instanz ausdrücklich an, daß die mir zur Last gelegte Handlung nicht des Vorteils wegen begangen worden ist usw. Bezüglich des zweiten Vergehens aber hat bei der öffentlichen Verhandlung vor dem Königl. Ober-Tribunal der Generalsmats- anwalt sogar auf Freisprechung angetragen. Dies sind meine Sentiments betreffs des Entwurfs des Gnadengesuchs. Nun das Wie der Uebcrreichung desselben Da haben Euer Hochwohlgeboren verschiedene Wege, und wie Sie wissen, bin ich einer der in Vorschlag s-icnden. Nun, auch hierüber habe ich heute Nacht nochmals nachgedacht. Was ist heutzutage Person gegen Korporation. Sie haben mir gesagt, daß die Kaufmannschaft noch uncnt- schieden sei, ob sie durch Absendung einer Deputation oder bloß durch Absendung eines Schreibens Ihr Begnadigungsgesuch unter- stützen solle. Nun. ich erachte es am wirksamsten und für alle Zukunft be- dcutendsten, wenn die Kaufmannschaft durch eine Deputation Ihr ES folgt die erste Beratung der Novelle zum Gesetz betreffend den Wohnungsgeldzuschuß für die unmittelbaren Staatsbeamten. � Abg. v. Hcnnigö-Tcchlin(k.) begrüßt den Entwurf im all- gemeinen. Nur einige Ungerechtigkeiten bei der Klasseneinteilung müßten noch beseitigt werden. Abg. Dr. Köiiig-Krefeld(Z.) wünscht eine Differenzierung der verheirateten und unverheirateten Beamten in bezug auf den Wohnungsgeldzuschuß. Abg. Dr. Schroedcr-Kassel(natl.): Wenn man hier von einer Differenzierung der Verheirateten und Unverheirateten ab- sieht, so muß dasselbe jedenfalls auch bei den Lehrern geschehen. Gegen die Klasseneinteilung haben auch wir verschiedene Bedenken. Abg. Dr. Wagner(k.) bezweifelt als Mathematiker die Richtig- keit der Berechnung der Druchschnitissätze. Schon daher sei eine Verweisung der Vorlage an die Budgetkommission notwendig. Unterstaatssekretär Tombois entschuldigt die Abwesenheit des Finanzministers.— Eine Ortstlasseneinteilung, die alle befriedigt, ist ausgeschlossen. Zweifellos muß die Ortsklasseneinteilung, die im Reiche erfolgt, auch für Preußen gelten. Es würde sonst immer die eine Einteilung gegen die andere ausgespielt werden. ES kann auch nur das System des Reiches im ganzen angenommen oder verworfen werden. Der Vorschlag, alle jetzt heruntergesetzten Orte um eine Klasse zu erhöhen, würde zur völligen Systemlosigkeit führen. Eine Differenzierung der verheirateten und unverhei- rateten Beamten würde dem Rechtsbewuhtsein der Beamten wohl kaum entsprechen. Auch würden sich dabei große praktische Schwic- rigkeiten ergeben. Abg. Gyßling(frs. Vp.): Was den Beamten recht ist, muß den Lehrern billig sein. Daher verlangen wir auch die Aufhebung der Difscrcnzicrung verheirateter und unverheirateter Lehrer.(Sehr richtig! links.) Eine verschiedene Klasseneinteilung im Reiche und in Preußen würde in der Tat zu den größten Unzuträglichkeitc» führen, aber da wir zuerst mit der Vorlage beschäftigt sind, können wir doch Aenderungen vornehmen in der Erwartung,, daß das Reich dann diesen Aenderungen zustimmt. Die nächste Revision des WohnungsgcldzuschusseS sollte nicht erst nach zehn, sondern schon nach fünf Jahren erfolgen. Vor allem müssen wir verlangen, daß die preußischen Beamten mindestens denen in Baden und Bayern gleichgestellt werden. Die Regierung sollte unseren An- trägen in bezug auf die Besserstellung namentlich der Unterbcamtcn mehr Entgegenkommen beiveilen.(Bravol links.) Abg. Pcltasohn(frs. Vg.): Die Klasseneinteilung bedarf der Nachprüfung. Am besten wäre eS, man gäbe statt des Wohnung?- geldzuschusses Ortszulagen. Damit schließt die Debatte. Die Vorlage geht an die Budget- konuinssion. ES folgt die erste Beratung deS Gesetzentwurfs betreffend die Gebühren der Mcdizinalbeamten. Abg. v. d. Osten(k.) wendet sich vor allem gegen die Bestim- mung, daß der Tarif für die den.Kreisärzten zustehenden Ge- bühren durch den Kultusminister und nicht durch Gesetz festgesetzt werden soll. An dieser Bestimmung sei bereits ein früheres Gesetz vom Jahre 1904 gescheitert. Der Redner beantragt die Ucber- Weisung der Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Abg. Schmedding(Z.) fürchtet, daß der Entwurf eher zu einer Schädigung als zur Besserstellung der Kreisärzte sichren wird. Abg. Schröder- Kassel(natl.) schließt sich den Vorrednern an: Der Entwurf beseitige die jetzige Rcchtsunsicherhcit auf diesem Gebiete nicht. Abg. Dr. v. Woyna(fk.) tritt dafür ein, daß der Entwurf noch vor Verabschiedung der Besoldungsvorlage erledigt wird. Abg. Rosenow(frs. Vp.): Auch meine Freuirde haben erheb- liche Bedenken gegen die Vorlage, vor allem können wir es nicht verstehen, weshalb man allein den Mcdizinalbeamten Nebenbezüge für ei:« auheramtliche Tätigkeit verbieten will. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Montag 11 Uhr.(Erste Beratung des Entwurfs betreffend daS Kommunal st euerprivileg der Beamten und des Entwurfs über die Haftung des Staates für A m t S p f l i cht v e r l e tz u ng en von Be- amten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt.)� Schluß 4)4 Uhr. parlamentarifcbed. Die frcikinservativc Fraktion beb Abgeordnetenhauses hat einen Antrag eingebracht, durch den die Vorlegung eines Gesetz- entwurfcs zur Abänderung des allgemeinen Berg- g e s e tz c s noch in dieser Session verlangt wird. Durch den Ent- wurf soll erstens die Verantwortlichkeit der Betricbsbeamten schärfer abgegrenzt und die Verantwortlichkeit der Werksbesitzer und ihrer Vertreter(Generaldirektoren, Direktoren usw.) des näheren geregelt werden; zweitens„nach dem Vorbild der in den Gnadengesuch Sr. Majestät vorlegt und in ihrem Anschreiben, und wird sie vorgelassen, auch mündlich, dem Kaiser sagt: Sie seien verurteilt und bäten Se. Majestät um Begnadigung. Die Kauf- Mannschaft von Königsberg fühle sich aber gedrungen, Ihnen öffentlich einen Beweis Ihrer Achtung zu geben und Zeugnis dafür abzulegen, wie sie die Ucbcrzeugung habe, daß Sie ohne Wissen und Wollen gegen das Gesetz gefehlt hätten. Die Kauf- Mannschaft hal« sie daher aufgefordert, ihr Ihr Gnadengesuch zur Vorlage an Sc. Majestät zu übergeben. Dieses Gnadengesuch überreicht sie jetzt dem Kaiser und bittet im Namen der Kauf- Mannschaft von 5tönigsberg um Genehmigung desselben. Ei» solcher Schritt ist ein Fürspruch der Genossenschaft, der 10 Urteile vou Gerichten anfwicot, der für Ihr ganzes Haus von hoher Bedeutung ist und der von Einfluß auf die Entscheidung Sr. Majestät sein müßte. Daß ich mich dann bei diesem ZLege nicht passiv verhalten werde, versteht sich und die Anmeldung der Deputation würde durch Minister Graf Eulen- bürg oder Oberhof- und Hausmarschall Graf Pücklcr erfolgen. An beide würde ich schreiben und zweifle nicht, daß der Kaiser die Herren empfangen wird und daß die Sache so auch am schnellsten entschieden wird und alle unangenehmen sozialen Folgen für Sie und Ihre sehr verehrte Frau Gemahlin am besten und ckbatan- testen tot gemacht sind. Teilen Sie und teilt die Kausinannschaft diese meine Auf- fassung nicht, so bedarf es keiner neuen Versicherung, daß ich sehr gern bereit bin, Ihr Gnadengesuch Sr. Majestät vor- zutragen, und für diesen Fall bitte ich nur um die Abschriften der Eingaben der Kaufmannscksaft oder doch Mitteilung der Schritte, die noch von anderen Seiten für Sie geschehen. Und nun noch einen Rat: Was geschehen soll, muß rasch geschehen. Briefe an mich bitte ich immer mit der Aufschrift: durch besonderen Boten abzugeben, zu verschen, sonst bleiben sie hier oft liegen. Die Anlagen für Entwurf und Brief an Herrn Ronneburg. Und nun Gott befohlen und Empfehlung an Frau Gemahlin. Spiegelberg, 14. November 1874. F. Manteuffel(Feldmarschall). 2. Brief: Lieber Herr Geheimrat! Ich empfing im Augenblick meiner Abreise nach Berlin Ihren Brief vom 17. Es führen viele Wege nach Rom, und nur das steht fest, tpß wenn man die Zeit scher die Auswahl irgendeines verliert, man zuletzt gar nicht nach Rom kommt. Also, schicken Sie mir Ihr Gnadengesuch und Abschrift des Gnadengesuchs der Kaufmannschaft und Bürger von Königsberg und dann drauf los. slskalischcn Bergwerken bewährten(?) Einrichtung" Mitgliedern ocr für die einzelnen Bergwerke vorhandenen Arbeiterausschnsse die Befugnis beigelegt werden, die Grubenbaue zu befahren und bei der Kontrolle der für die Sicherheit der Bergarbeiter zu treffenden Mahregeln„mitzuwirken".» Auf deutsch: Der Pelz soll gewaschen, aber nicht naß gemacht Werden. Drucksachen. Aus dem Reichstage.(Nr. 1) Verzeichnis der Be- vollmächtigten zum Bundesrat usw.(ö. Auflage, abgeschlossen am 19. November 1908). (Nr. 1943) 3. Teil des Denkschriftenbandes zur Begründung des Entwurfs eines Gesetzes betreffend Aenderungen im Finanzwesen.' Hirn Induftrie und F)andeL Der amerikanische Kapitalismus. Amerika ist ein kapitalistisches Land in seimer höchsten Voll- fliimng. Jede kapitalistische Eigenheit zeigt sich hier in seinen schärfsten Formen. In keinem Lande der Welt haben die Trust- Gesellschaften sich eine derartige Machtfülle sichern können, nirgends ist das Erwerbsleben derartig rücksichtslos geworden in seinen ?Nitteln, wie in Amerika. Amerika ist das Land der Europamüden geworden. Alle diejenigen, denen in der Heimat die Verhältnisse zu enge waren, gingen hinüber, um dort ihr Glück zu versuchen. Was sie mitbrachten, war ein rastloser Drang nach Betätigung, nach wirtschaftlichen Erfolgen. Der wirtschaftliche Daseinskampf toird drüben brutal uno rücksichtslos geführt. Der Unternehmer findet eine Arbeiterschaft, die in ihrem Erwerbssinn nur von heute auf morgen rechnet, deren krasser Einzelegoismus kein Gemein- samkeitsgefühl und kein Klassenbewußtsein aufkommen läßt. Der amerikanische Unternehmer ist vor allen Dingen tätig ge- Wesen auf dem Gebiet der Fabrikorganisation. Auch bei uns in Teutschland beginnt man, sich in dieser Beziehung zu amerika- visieren. Besonders jetzt in den Zeiten des wirtschaftlichen Nieder- gangeS kommt der Industrielle zu der Erwägung, ob er das Aus- beutungsgeschäft auch in wirklicher Vollendung ausübt. Der Amerikaner ist Anhänger der StandardfabrikatioU. Ein neues Fabrikat wird in allen seinen Einzelheiten sorgfältig durch- konstruiert und dann in Massenfabrikation hergestellt. Eine große Auswahl von Typen auf den Markt zu liefern, erscheint dem Unter- nehmer unrationell. Ferner wird in der Massenfabrikation die Werkzeugmaschine ganz anders in den Produktionsprozeß eingefügt, als bei uns. Für jede Arbeit bemüht man sich, Sonderwcrkzeuge und SpezialVorrichtungen zu bauen. Charakteristisch ist die Art der Gewinnbeteiligung, die der amerikanische Unternehmer anwendet. Jeder Arbeiter oder An- gestellte hat bei einer neuen Erfindung Anspruch auf entsprechende Entschädigung. Aber hierbei spielen sozialpolitische Erwägungen oder ethische Momente keine Rolle. Das unmittelbare Geschäfts- '.ntcresse ist Triebkraft. Wenn zum Beispiel einem Arbeiter ein Akkord überwiesen wird, so mag er zunächst soviel verdienen, wie er will; man wird ihm von seinem Akkordbetrag nichts abziehen. Der Arbeiter sinnt darauf, sich möglichst gute Werkzeuge und Vor- richtungen herzustellen, um die Herstellungszeit abzukürzen, den Stundenvcrdienst zu erhöhen. Für jede brauchbare Erfindung er- hält er eine Prämie, Lizenz oder eine einmalige Abfindung. Da- für wird dann der Akkordbetrag gekürzt, der Unternehmer hat so- mit das beste Geschäft gemacht. Ucberhaupt sucht der amerikanische Arbeitgeber durch die raffiniertesten Entlohnungsmethoden den größten Raubbau mit der Arbeitskraft zu treiben. Die meisten Prämiensysteme sind aus Amerika gekommen und erst in letzter Zeit wurde in einer Fachzeitschrift ein neu impor- tiertcs Prämiensystem zur Nachahmung empfohlen. Der deutsche Arbeiter hat daher diese Dinge aufmerksam zu verfolgen, um nicht von unliebsamen Neuerungen überrascht zu werden. Den Wcchselfällen der Konjunktur ist der Arbeiter in Amerika ganz besonders ausgesetzt. Ter amerikanische Unternehmer läßt nicht auf Lager arbeiten, sondern nur für den direkten Bedarf. Tie Zahl der beschäftigten Arbeiter richtet sich fast von Stunde zu Stunde nach dem Umfang der jeweils vorliegenden Aufträge. So werden Knall und Fall 199, 299, 599, 1999 oder mehr Arbeiter entlassen; gehen nach einigen Tagen neue Aufträge ein, so wird die erforderliche Anzahl von Arbeitern-einfach wieder eingestellt. Wie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Mensch zu Mensch nur vom Gesichtspunkt des Gelderwerbes bestimmt werden, so ist auch das politische Leben im Lande der Freiheit ein Geschäft. Sombart und West haben in ihren Studien davon recht anschau- liche Schilderungen gegeben. Es gilt auch in der Politik der echt amerikanische Satz: Was Vorteile bringt, wird gemacht! Das hat zur Folge, daß in der Politik wirtschaftliche Interessen um so mehr Berücksichtigung finden, je stärker sie durch geldliche Zuwendung die politische Maschine speisen. Ter amerikanische Kapitalift bringt deshalb den politischen Geschäften Opfer in seiner Weise. Die großen und mächtigen Kartelle und Trusts lassen den Wahlfonds enorme Summen zukommen und sichern sich dadurch einen Einfluß auf alle öffentlichen Angelegenheiten. In Amerika mußte sich der Kapitalismus erst bis zu seiner jetzigen Phase voll ausreifen, ehe der Sozialismus an Boden ge- Hier sende ich Ihnen einen Brief an Graf Pückler, den die De- putation mitnimmt und in Berlin an ihn abgibt. Ich bin über- zeugt, Graf Pückler wird meine Bitte erfüllen. Sollte der Graf P. nicht in Berlin sein, so bitte ich die Herren, den Brief an Hofmarschall Graf Pcrponcher abzugeben und ihn zu bitten, ihn zu öffnen, mir evenwell zu telegraphieren. Die Deputation muß nach meiner Ansicht dann dem Minister des Innern, dem Minister der Justiz und dem Geh. Rat von Wilmowski ihre Besuche machen. Eine Anmeldung von Königsberg aus, um zu bestimmtem Termin nach Berlin hinzureisen, ist nicht zweckmäßig. Dieselbe reist 3 Tage, nachdem Sie Ihr Gesuch an mich abgeschickt, nach Berlin, und dann wird alles ungefähr klappen. Aber Zeit ver- lieren geht nicht. Herzlich Adio. Ich bin, so Gott will, Freitag 20. Kuj wieder hier. Empfohlen. Spiegclverg, 18. November 1874. F. Manteuffel. Tie Deputation muß ftüh 9 Uhr im Schloß bei Gwf Pückler sich melden zur Ikcbergabe meines Briefes. Manteuffel hatte sich in der Wirkung seiner Fürsprache nicht getäuscht, denn Herrn Geheimrat Simon wurde wirklich durch königliche Gnade die Gefängnisstrafe erlassen und dem vielfacheu Millionär nur eine Geldstrafe von 10 000 M. auferlegt. Gerechtigkeit über Alles! Der Feldmarschall hatte sein Eintreten für den„braven Manu" nicht zu bereuen, denn bis zu seinem Tode blieb ihm derselbe ein treuer Berater und Helfer in finanziellen An- gelegenheiten und Nöten. So schreibt Manteuffel am 18. Dezember 1874 an Simon wie folgt: Lieber Herr Geheimrat? Warum stürmt Georgenburg? Die Aktien liegen nicht günstig. Ist es wahr, vaß„Ostpreußische Zeitung" ursprünglich zu 79 999 ry(Thaler) gekauft und dann zu 199 999 rx an eine Akticngescll- schaft, so daß die ersten drei Käufer 39 999 rx haben schinden können? Nun aber ganz im Vertrauen, Umwandlung in Geld hoffe ich durchzusetzen vor Weihnachten, und das ist doch die Hauptsache. Nicht wahr? Ja keine telegraphische Antwort. Die schadet. Empfehlen Sie mich Frau Gemahlin. Berlin, den 18. Dezember 1874. F. Manteuffel. Ter preußische Feldmarschall zwischen den Gründungen immer„mitten mang". Aus den weiteren Briefen, die bis zum Jahre 1885, dem Todesjahr Mantcuffels, vorliegen, Winnen konnte. Die Vorgänge der letzten Fahre belehren u'nS, daß aber auch die Macht des amerikanischen Arbeitgeb'ertums in der dortigen Arbeiterbewegung ihre Grenze finden wird. (DCvichtQ-Zcitumg. Professor Ruhland Wider Professor Biermer. Das in dem Beleidigungsprozeß des Prof. Dr. Ruhland gegen Prof. Dr. Biermer in später Abendstunde ergangene Urteil des Schöffengerichts haben wir bereits kurz mitgeteilt. Aus der Schlutzverhanolung fei noch nachgetragen, daß Rechtsanwalt Ulrich als Rcchtsheistand des Prof. Ruhland gegen den Angeklagten 1 Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung beantragte! Prof. Biermer betonte u. a., daß ihm nach dem Erscheinen seiner Streitschrift von hervorragenden Professoren Zustimmungskundgebungen zu- gegangen seien und er verlas einen Brief des Kurators der Uni- versität Bonn, Exzellenz v. Rottenburg, in dem ihn dieser in seinem Kampfe gegen den Privatkläger beglückwünscht. Aus den Auslassungen des Privatklägers und seines Ver» treters sei noch die Behauptung Hervorgehoben, Ruhland habe sich im Jahre 1893/94 nur oeSbalb in München den leitenden Persön- lichkeiten der dortigen Sozialdemokratie, insbesondere der„Mün- chener Post" genähert, um den sogenannten Revisionismus in der Sozialdemokratie hervorzurufen. Ihm, Ruhland, sei es auch allein zu verdanken, daß Männer wie von Vollmar, Bernstein usw. Revi- sionisten seien!! Der Verteidiger des Professor Viermeri bestritt diese wahrheitsreinen Flunkereien und bezeichnete sie als Ausfluß eines Größenwahns. Das ergangene Urteil wurde vom Vorsitzenden, Amtsgerichts- rat Jockisch, kurz wie folgt begründet: Der Gerichtshof habe den Wahrheitsbeweis im allgemeinen für geführt erachtet und nicht das geringste Beoenken gehabt, die Richtigkeit der Aussagen der ver- nommenen Sachverstandigen voll anzuerkennen, denn es könne nicht angenommen werden, daß Männer wie Brentano, Conrad und Lexis unter ihrem Eide etwas Unwahres bekunden würden. Aus der Beweisausnahme habe das Gericht die Ueberzeugung geschöpft, daß der Privatkläger tatsächlich große wissensckmftliche Wandlungen durchgemacht habe, die wesentlich auf äußere Motiv« zurückzuführen seien. Für die Richtigkeit dieser Tatsache spreche die große Wandlung, die der Privatkläger 1894 durchmachte, als er in den Dienst des Bundes der Landwirte trat. In diesem Punkte seien sich alle Sachverständigen einig gewesen. Nebenbei habe sich der Privat- kläger an die Zeatrumspartei herangemacht und zu gleicher Zeit auch Verbindungen mit demokratischen und sozialdemokratischen Blättern, gesucht. Schließlich sei er als Protestant und Reichs- deutscher an eine nichtdeulsche Universitär zu einer Zeit gegangen, als selbst gutkatholische Professoren diese Universität gemieden hätten. Die Aussage des Redakteurs Oeser von der„Frankfurter Zeitung" habe außerdem deutlich ergeben, daß Kläger Anfang 1894, also kurz bevor er in den Dienst des Bundes der Landwirte trat, die„Frankfurter Zeitung" für eine antiagrarische Liga ge- Winnen wollte. DaS Gericht sei auch der Ueberzeugung, daß der große Urlaub, den Kläger sich von der Universität Fveil-�rg (Schweiz) habe geben lassen, um ein großes wissenschaftliches Buch herauszugeben, ein nicht begründeter Urlaub sei. Denn der Kläger habe ihn nicht zu wissenschaftlichen Studien benutzt, sondern zu politischen und agitatorischen Arbeiten. Trotz dieser Tatsachen habe der Privatkläger die behaupteten Wandlungen immer in Abrede gestellt. Wenn er nur aus inneren Motiven zu anderen wissen- schaftlichcn Anschauungen gekommen wäre, so würde nicht einzu- sehen sein, warum er etwas Derartiges leugne. Ter Kläger habe sich in seinen Angaben auch wiederholt mit der Wahrheit in Wider- spruch gesetzt und Tatsachen bestritten, die jetzt von dem Geschäfts- führer der„Münchener Post", Cohn, und vom Redakteur Oefer von der„Frankfurter Zeitung" unter Eid bestätigt seien. Wenn nun Kläger sage, der Angeklagte habe ihn in seinen Schriften falsch verstanden und er habe in seinen Ausführungen etwas ganz anderes sagen wollen, so sei das seine eigene Schuld. Ebenso wie der An- geklagte faßten die Professoren Conrad, Brentano und Lexis die Bücher des Klägers auf und ihnen könne man doch wohl zutrauen, daß sie einen Mann wie den Privatkläger nicht mißverstehen. Täs Gericht nahm ferner als erwiesen an, daß schon vor dem Erscheinen der Streitschrift des Prof. Biermer in der Presse der verschiedensten Parteien gegen den Kläger scharfe Angriffe gerichtet wurden und er dagegen nichts getan habe. Der Zeuge Abg. Köhler habe unter seinem Eide ausgesagt, daß er zu seinem Antrag in der hessischen Kammer weder direkt noch indirekt vom Privatkläger bestimmt worden sei. Es liege kein Anlaß vor, an dieser Aussage zu zwei- feln, aber nach Ansicht des Gerichts liege eine intellektuelle un- beabsichtigte Beeinflussung vor. Der Abg. Köhler wurde zu seinem Antrage durch einen Artikel des Schriftstellers Klapper in der „Deutschen, Agrarzeitung" veranlaßt. In diesem Artikel wurde der erste Band des wissenschaftlichen Werkes des Prof. Ruhland. „Systeme der politischen Oekonomie", lobend erwähnt. Dieser Artikel stamme aus dem Bureau des Bundes der Landwirte, und wenn der Gerichtshof auch nicht annehme, daß der Kläger den Artikel selbst verfaßt habe, so sei er doch von seiner nächsten Um. gebung verfaßt worden. Jedenfalls habe der Angeklagte annehmen können, daß der Antrag Köhler mit Wissen und Willen des Kläger? gestellt wurde, zumal in dem Antrage auch der Name Ruhland genannt worden sei. Es sei eine ganz ungewöhnliche Erscheinung, geht hervor, daß letzterer vielfach mit finanziellen Verbind- lichkeiten sich zu plagen hatte, bei denen sich Simon immer als Retter in der Not erwies. Bald will ein Löwenthal aus Brieg Manteuffel verklagen, bald will ein anderer Manichäer Geld von ihm haben. Interessant ist nachfolgende Stelle in einem Brief vom 11. September 1879 an Simon. der nach einer Anwesenheit des Kaisers in Königsberg zu einem Manöver geschrieben wurde. „Daß wenigstens die Kaiserin gegen Ihre Foau Gemahlin und gegen Sie gnädig gewesen, freut mich wieder, daß der Ober- Präsident Ihre Präsentation nicht erleichtert, wundert mach nickt. daß Sie keinen Orden bekommen, finde ich unrecht, da Sie viel für die Provinz hin; Hütten Sie aber nicht den Leichtsinn bc- ganzen, Kl. Topper für mich zu kaufen, so hätten Sie trotz Ober- Präsident doch vielleicht einen Orden bekommen. So haben Sie aber mich, bis eS mir gelungen sein wird, 45vü9rx zu sparen und meine Schuld abzuzahlen, brach g e l e g t."' Auch den Familienangehörigen des Feldmarschalls gegenüber war Herr Simon generös. Denn am 11. November 1879 schreibt Jsabella v. Manteuffel aus Straßburg: „Meine selige Mutter ist gestern sanft eingeschlafen, hat mir aber vor ihrem Tode noch ausgetragen, Ihnen die 2999 M., die Sie nns einst so gütig gegeben und die selbst einzusiegeln sie zu schwach geworden, mit tausend, tausend Tank zu schicken. Ich tue dies hiermit." In zwei Briefen bedankt sich Manteuffel für gesandten Kaviar. Tagegen freut sich letzterer, daß Simons Sache— welche wird nicht gesagt— so vorwärts geht, und teilt zu- gleich mit, daß er, Manteuffel, an Fürst Dolgorucki ge- schrieben,„so daß die Sache nicht einschlafen wird". Man sieht: eine Hand wäscht die andere! Zu guterletzt kommen noch zwei Briefe Manteuffels vom 28. Februar und 4. März 1885 in Betracht, aus denen her- vorgeht, daß Herr Simon auch der Tochter. Jsabella v. Man- teuffel gegenüber, sich als Goldonkel bewährte. Ein Geheimrat Osche in Berlin war der Verwalter des Ver- mögens von Fräulein Jsabella v. Manteuffel gewesen. Er war inzwischen gestorben und hatte bestimmt, daß die Briefe Fräulein v. Manteuffels an ihn nach seinem Tode verbrannt -daß ein solcher Antrag mit Nennung eines bestimmten NamenS gestellt werde. Da heute die Parlamente mit� der Besetzung akademischer Lehrstühle nichts zu tun haben, so habe ein solcher An- trag dem Beklagten Anlaß zu scharfen?lngriffeu geben können. Ter Gerichtshof habe auch erwogen, daß für den Angeklagten seine ganze Existenz und wissenschaftliche Ehre auf dem Spiele stand. Unmittelbar nach der Einbringung des Antrages Köhler im hessi- schen Parlament habe der Privatkläger in den„Giesiener Neuesten Nachrichten" einen Artikel für die lex Köhler geschrieben und sich mit dieser lex Köhler identifiziert. Er habe in diesem Artikel die schärfsten Angriffe gegen den Angeklagten gerichtet und behauptet, daß dieser von der Notlage der Landwirtschaft nichts verstehe, er selbst dagegen das Allheilmittel in seiner Hand habe. Auch werde in dem Artikel dem Angeklagten vorgeworfen, daß er mit Börsen- kreisen in Verbindung stehe. Dieser Artikel sei am 7. Februar erschienen und der Angeklagte habe die Angriffe auf der Stelle er- widert. Nach Ansicht des Gerichts liege also hier eine Erwiderung auf der Stelle vor, eine solche könne auch schriftlich erfolgen.— Hiernach sei der Gerichtshof zu dem Endergebnis gekommen, daß der Angeklagte für straffrei zu erklären sei, einerseits, weil die ihm zugefügten Beleidigungen von ihm auf der Stelle erwidert worden, andererseits aber auch, weil der Wahrbcitsbeweis im großen und ganzen als gelungen anzusehen sei. Außerdem habe der Gerichtshof dem Angeklagten auch den Sckutz des§ 193— Wahrnehmung berechtigter Interessen— zugebilligt, wenn er auch in der Form etwas weit gegangen sei und Ausdrücke gelwaucht habe, um feine Mißbilligung über die Form, in der der Angeklagie den Angriff zurückgewiesen, zum Ausdruck zu bringen, die Kosten- Verteilung so vorgenommen, daß jede Partei die Hälfte der Kosten tragen soll._ Wieder einmal die Spielautomaten. Wegen Vergehens gegen§ 284- sind am 29. Juni vom Land- gericht Bachen der Gastwirt H. und der Kaufmann G. zu je einem Tage Gefängnis verurteilt worden. Es handelte sich um einen Automaten, bei welchem man Zigarren gewinnen konnte. Auf die nur von H. eingelegte Revision hob am Freitag das Reichsgericht daS Urteil gegen beide Angeklagte auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Die Aufhebung erfolgte, weil nicht der Tat- bestand des Z 284(gewerbsmäßiges Glücksspiel), sondern der des § 286, 2(Ausspielung beweglicher Sachen) festgestellt ist. WettbureauS. Vom Landgericht l in Berlin sind am 11. Februar d. I. 29 An- geklagte wegen gewerbsmäßigen Glücksspieles resp. Beihilfe dazu in Tateinheit mit Vergehen gegen das Stempelgesetz verurteilt worden. Der Hauptangeklagte Kaufmann Karl Weiter erhielt 6 Monate Gefängnis und 9999 M. Geldstrafe. Die übrigen Strafen schwanken zwischen 3 Tagen und 2 Monaten Gefängnis und Geld- strafen bis zu 1999 M. Gegen das Urteil hatten 19 Angeklagte Revision eingelegt. Welter betrieb seit 1993 bis zum Erlaß des neuen Wettgesetzes zuerst das Wcttburcau Rhenania, dann die Sportbörse. Er hatte zahlreiche Filialen in Berlin, Frankfurt am Main, Hannover, Düsseldorf, Breslau usw. Die Mitangeklagten waren dort Filialleiter usw. Welter schloß im Mvnat für etwa 369 999 M. Wetten ab. Seine Vionatseinnahme betrug etwa 29 999 M. Aus der Beteiligung an den Gewinnen hat das Gericht das Vorliegen von Glücksspiel gefolgert. Die Revision der 19 An- geklagten wurde vom Reichsgericht für begründet erklärt. Es hielt die eben erwähnte Folgerung des Gerichts für irrtümlich. Erst wenn Weiter auch am Verluste, damit also an den Wechselfällcn des Spieles beteiligt gewesen wäre, liege Glücksspiel vor.— Das Reichsgericht war der gleichen Meinung. Es hob am Freitag das Urteil gegen alle 20 hier in Frage kommenden Angeklagten auf. Amtlicher Marktbericht der{Wdfischen Marktballen-DireMon übe? den Grohbandcl in den ZenNal-Marttballen. Martilage: Fletsch: Zufuhr schwach, Gelchäst still, Preise unverändert. Wild- Zufuhr genügend, Geschäsl ziemlich ledhast. Prelle normal. G e s l ü g e l: Zufuhr reichlich. Weichäst schleppend, Prelle nachgebend. Fisch«: Zusuhr ge- niigend, Gelchäsl ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käse Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Ob st und Südjrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft etwas reger, Preise behauptet. «SltterunaSüdersicht vom 21. November 1908, morgeuS 8 Uhr. Wetterprognose für Tounutag, den 22- November 1908. Ziemlich kühl, zeitweise ausklurend aber noch veränderlich mit geringerer Niederschlägen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. werden sollten. Das bedeutete ein Niederschlagen von Schulden, die die Tochter Manteuffels gemacht hatte. Denn Manteuffel schreibt selbst am 4. März 1885: „..... Denn unbegreiflich scheint es mir doch wieder, daß Herr Osche das Geld meiner Tochter zur Bezahlung von Schulden für ihren Bruder verwandt haben sollte, wenn sie selbst Geld schuldig war und sich darum vis-ä-vi« de rien(gegenüher dem Nichts— D. R.) befand zur Bezahlung ihrer Schulden. Osche hat mein und meiner Tochter Vermögen verwaltet und sie und ich haben unterschrieben, was er vorschlug. Aber so viel lzatte ich doch im Kopfe, daß die Rechnungen meiner Tochter höher waren als die Summen, die Osche zur Be- zahlung verwenden konnte neben der Bezahlung von Johanns Schulden. Nun hat mir meine Tochter gesagt, Sie seien beim damaligen Arrangement auch beteiligt gewesen, nun habe ich unter den mir in dem Kuvert geschickten Papieren auch eine» Brief von Ihnen gefunden, der bestätigt, daß Osch? von Ihnen Uebernp-hm« von Depots auf Fhr Depot erbeten hat und daß Sic darein gewilligt haben, dann findet sich auch auf einem Notizvlatt von Osche die Bemerkung: Geh. Rat Simon 389- M. und auf einem Kuvert, woraus steht: Beläge zur Sckiuldenrc nilierung von Frl. Jsab. v. Manteuffel die eigenhändige Bemerkung von Osche: Geh. Rat Simon 39iX> M. Also müssen Sie diese Summe jeden- falls gezahlt haben, aber es kann auch leicht sein, daß Sie mehr gezahlt haben. Kurz ich werde nicht klug in der Sache, habe aber keine Ruhe und schlafe nicht und bin in meinen Arbeiten gestört. Ich bitte Sie also recht kerzlich, lieber Herr Gehcimrat. mir zu sagen, wieviel Sie zur Regulierung der Schulden meiner Tochter beigetragen haben...... Sie baben mir oft von Dank ge- sprochen. zu dem Sie sich mir gegenüber verpflichtet fühlten. Ich babc diese Verpflichtung nie anertannt, denn was ich damals tat. geschah, weil ich die Ueberzeugung hatle, daß einem braven Mann unrecht geschähe und daß es deshalb meine Pflicht sei, für ihn einzutreten."— Die Freundschaft zwischen Feldmarschall und Gründer trägt also alle Merkmale einer rein„idealen" an sich: Der eine Teilhaber des Kompagniegeschäfts sorgt für Bc- gnadigungen und Orden, der andere für den Ankauf von Gütern. Kaviar und Schuldcnrcgulierungen. So sehen die „altpreußischen" Tugenden und Traditionen hinter den Kulissen aus»_ Kegelbahn mit Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN neuerdings auch mit Mundstück hergestellt. JOSETTI VERA Kassenbäder jeder Art AugustaJ.B Bad, Ropeniderstr. 60 J. Baer Ecke Badstr.26.Prinz- Allee Herren- und KnabenModen, Berufskleidung, Eleg. Joppen u. 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Achten Sie in Ihrem eigenen Interesse auf die Hausnummer. Nr. 274. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 22. November 1908. Verfammlungen. trauriger würde das Bild im Monat November ausfallen. Irre führend und rosig gefärbt sind die Frequenzzahlen der Innungsnachweise. Da wird zum Beispiel angeführt, daß im Jahre 1902/03 30 861 Gehilfen Stellung suchten, 19 106 Stellung erhielten, 11 755 nicht; mogegen behauptet wird, daß im Jahre 1906/07 von 26 691 Eine Bersammlung der arbeitslosen Friseurgehilfen, Stellungsuchenden nur 1312 feine erhielten. Wie der Referent fand am Freitag nachmittag im Rosenthaler Hof statt. Der große hierzu bemerkte, wird es in den Innungsnachweisen meist so Saal bot taum Plaz genug für die Masse der Anwesenden, und, gehandhabt, daß man jeden Gehilfen, der nach einer Stellung gewie der Vorsitzende Liere durch Befragen der Versammlung fest- fchickt wird, als in Stellung gebracht verzeichnet, selbst wenn er sie stellte, waren sie alle arbeitslose Friseurgehilfen mit Ausnahme gar nicht annimmt, während das erneute Stellenangebot des eines einzigen, der seine Mittagspause benutte, um so weit wie Meisters immer wieder von neuem eingetragen und gezählt wird. möglich der Versammlung beizuwohnen. Auf der Tagesordnung Dann pflegen die Innungsmeister noch fortgesetzt über Mangel an stand: Die Ursachen der Arbeitslosigkeit, wie sie Gehilfen zu klagen, obwohl sie selbst größtenteils gar feinen Ge beseitigt, und wie sie gemilbert werden können. hilfen beschäftigen fönnen, ja manche Meister selbst an fünf Tagen Der Referent, Verbandsvorsitzender forn, wies in einem sehr der Woche tatsächlich arbeitslos sind und nur Sonnabends und ausführlichen Vortrag auf Grund reichhaltigen statistischen Ma- Sonntags zu tun haben. Die stellungslosen Gehilfen ziehen terials nach, daß die Hauptursache der ständigen großen Arbeitslofig- natürlich meist nach den Großstädten, wo sie wenigstens Aussicht feit im Barbier- und Friseurgewerbe die grenzenlose Lehrlingszüch haben, am Wochenschluß etwas Aushilfsarbeit zu finden. Zudem terei ist. Den Beweis dafür liefert die Statistit des Bundes deutscher sucht eine Menge tüchtiger Friseurgehilfen in allen möglichen Barbier, Friseur- und Perückenmacherinnungen. Schon im Jahre anderen Erwerbszweigen Beschäftigung, und dazu werden sie umso1897 ift der Münchener Gelehrte Dr. Schrader auf Grundlage mehr gezwungen, als die Meister nur junge, billige und in jeder der Angaben des Innungsbundes über die Zahl der Meister und Hinsicht willige Gehilfen einstellen. Die allgemeine Wirtschafts. Gehilfen sowie der neueingeschriebenen Lehrlinge zu dem Ergebnis frise hat die Arbeitslosigkeit im Friseur- und Barbiergewerbe noch gefommen, daß die Zahl der alljährlich von den Innungsmeistern gesteigert, aber wenn die Arbeiter anderer Berufe wenigstens Ausausgebildeten Lehrlinge den Bedarf an neuen Arsicht haben, nach Beendigung der Krise wieder Arbeit und Verdienst beitsträften um das Fünffa che übersteigt. Diese Feststel zu finden, ist das lebel bei den Friseurgehilfen permanent. Um lung hat den Jnnungsbund zwar nicht dazu veranlaßt, die Lehr- dem entgegenzuwirken, ist vor allem eine Einschränkung der Lehrlingezüchterei einzuschränken, wohl aber dazu, die Zahlen über die lingszüchterei notwendig. Die Hauptsache aber ist, daß die Gehilfen jährlich neueingeschriebenen Lehrlinge nicht mehr zu veröffent- sich ihrem Verbande anschließen, der seit 1903 allgemein die Arlichen, sondern nur noch die Zahl der in jedem Jahre vorhandenen beitslosenunterstüßung eingeführt hat und nach besten Kräften für Lehrlinge, wie die der Meister und Gehilfen. Nach der in dieser Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse sorgt, so daß, soweit Weise eingeschränkten Statistit stieg die Zahl der Lehrlinge von sein Einfluß reicht, auch die Aushilfsarbeit besser bezahlt wird, 6783 im Jahre 1898 auf 9541 im Jahre 1907, die Zahl der um eine, wenn auch geringe Vergütung für die Arbeitslosentage Jnnungsmeister und ihrer Gehilfen im selben Zeitraum von 19 753 zu schaffen. auf 31 912. Es läßt sich daraus schon schließen, daß die Lehrlingezüchterei noch immer in Blüte steht. Uebrigens geht aus der Bundesstatistik auch hervor, daß kaum die Hälfte der Innungsmeister auch nur einen einzigen Gehilfen beschäftigt. Zum Beispiel wird für das Geschäftsjahr 1907/08 die Zahl der Innungsmeister auf 19 881, die der Gehilfen auf 12 031 angegeben, wobei zu bedenken ist, daß diese Statistik im Monat Mai, in der besten Ge schäftszeit, womöglich um die Pfingstzeit aufgenommen wird. Viel An die arbeitende Bevölkerung. Tausende von Kindern erhalten fein warmes Mittagessen, weil die Mutter außer dem Haufe arbeitet, oder weil die Haupt mahlzeit erst abends gekocht wird, wenn der Vater von der Arbeit kommt. Die Kinder erhalten mittags meist Kaffee und Brot usw. 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Die Versammelten verurteilen entschieden die strupellose Lehrlingswirtschaft, wie sie insbesondere von den Mitgliedern des genannten Bundes betrieben wird, wie auch das Vorgehen des Bundes, die unter den Friseurgehilfen ständig herrschende Arbeitslosigkeit zu verleugnen und durch völlig unbegründete Klagen über Gehilfenmangel die öffentliche Meinung irrezuführen. Die Versammlung fonstatiert, daß der Innungsverband nicht nur nicht das geringste dazu beiträgt, die Not unter den arbeitslosen Gehilfen zu lindern, sondern durch seine Lehrlings. züchterei und die fast ausnahmslose Beschäftigung nur junger, billiger und williger Arbeitskräfte die Zahl der arbeitslosen Gehilfen fortgesezt vermehrt. Trotzdem nur noch die Hälfte der dem Innungsbunde angeschlossenen Mitglieder im Sommer durchschnittlich je einen Gehilfen beschäftigen fann, und in Berlin hunderte von Gehilfen nur noch des Sonnabends und Sonntage aushilfsweise beschäftigt werden, werden in den Provinzbezirken des Innungsbundes immer mehr Gehilfen herangebildet und die Großstädte mit stellungslosen Gehilfen überhäuft, die älteren Ge hilfen zur Etablierung einer fragwürdigen selbständigen Eristeng gedrängt, so daß der ständigen Vermehrung der Zahl der Ge hilfen eine ständige Verminderung der Arbeitsgelegenheit gegen übersteht. Die Versammelten verurteilen ferner den Mißbrauch der Arbeitsnachweise der Innungen zu dem sogenannten Erfennungs dienst, wie auch die Ausnüßung der Arbeitslosigkeit durch gewerbsmäßige Stellenvermittler. In dem Zusammenschluß aller Gehilfen in der Organisation, dem Verbande der Friseurgehilfen Deutschlands, erbliden die Vers sammelten den ersten und notwendigsten Schritt auf dem Wege zur Beseitigung der beruflichen Mißstände und damit zur Ein schränkung der ständigen Arbeitslosigkeit unter den Friseur. gehilfen; in der lleberwindung der tapitalistischen Wirtschaftsweise durch die sozialistische Gesellschaftsordnung die einzige Mög lichkeit zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit überhaupt. Von der Erwägung ausgehend, daß Staat und Gesellschaft verpflichtet sind, die Arbeiterklasse vor den Schäden der Arbeitslosigkeit zu schüßen, begrüßt die Versammlung die von der Ber liner Kommune geplante Einführung des Genfer Systems und die damit verbundene Errichtung eines Kommunalen Arbeitsnachweises und erwartet, daß diese Einrichtung alsbald getroffen und zwedmäßig gestaltet wird, um den schlimmen Folgen der Ar beitslosigkeit möglichst wirksam zu steuern. 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Abteilung, nachmittags 3 Uhr im Leffing- Theater: Die vera funtene Glode. ntag, den 23. November. 15.( IV.) 2 bendabteilung: abends 8 Uhr im Neuen Schaufpielhause: Julius Gäfar. Neue Freie Voltsbühne. Nachmittags 2, Uhr im Deutschen Theater: Kettenglieder; in den Stammerspielen: Clavigo. Nach mittags 3 Uhr im Neuen Operetten Theater: Der Opernball; im Renen Theater: Jahrmartt in Bulsnig; im Schiller- Theater O.; Der rote Leutnant; im Berliner Theater; Der Traum ein Leben; im Hebbel Theater: Cyprienne unb Die Stavlere; im Friedrich Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Montag 8 Uhr: Jerusalem. Hörsaal 8 Uhr: Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Sonntag, abends 8 Ubr: Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel in 5 Alten von Friedrich Schiller. Montag, abends 8 11 br: Der schwarze Kavalier. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Graf von Charolais. Trauerspiel in 5 Alten von Nigard Beer Hofmann. 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Nov.( Totensonntag) Volkstümlicher Theater- und Lieder- Abend Kottbuser ber beftrenommierten und beliebtev Direktion Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Wegen großer Vereins. feftlichkeit: Geschlossen. Morgen Montag: Elite Soiree bolt Hoffmanns Nordd. Sängern Auf Wunsch: Am Brunnen v. b. Tore. Großer Erfolg! ,, Berliner Volksbühne" unter Leitung des Herrn Franz Mor Bur Aufführung gelangt: Arbeit sehängt nicht ober: Der Arme. Boltsftud aus dem Leben der Groß stadt von Reichart. unter Mitiviefung taht. Berl. Künstler Saalöffnung 6%, Uhr. Anf. 7%, Uhr. Entree nur 30 31. Es labet ergebenft ein F. Böhle. Men! Der Mann m. b. 3 Frauen Paul Töbs, Schneidermeister Luftspiel in 1 ft. Tanzkränzchen. Beg. Somnt. 5, wodjent. 8 Uhr. Dienstag: Wegen großer Bereins. feftlichkeit: Geichloffen. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Sonntag: Großer Ball Großes Drdjefter. Anfang Sonntage 5 Uhr. A. Zameltat. Justerburger Straße 16.. 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November, nach mittags 3 Uhr, von der Leichens halle des Emmaus Stirchhofes in Nirborf, Hermannstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet 125/2 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 20. November verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Louis Malkowitz Kopenhagenerstr. 67. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, ben 23 November, nach mittags 1, Uhr, von der Leichenballe des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt, Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Zigarrenmacher Louis Malkowitz nach langen, schweren Leiden fanft entschlafen ift. Die Beerbigung findet Montag, den 23. 6. M., 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried hofs in Friedrichsfelde aus statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Louis Schönfeld am 18. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 22. November, nach mittags 2 Uhr, von der Reichen halle bes Baulus- Kirchhofes in der Seeftraße ausstatt. Um rege Beteiligung ersucht 93/18 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, ben 17. November, verstarb der Stuffateur Hermann Schwartz im Alter von 31 Jahren an Schabelbruch infolge eines Un glücksfalles. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag, Bormittags 11 Uhr, von ber Leichenballe des neuen Schöneberger Gemeindefriedhofes( Blanke Sölle) aus( tatt. 28735 Ant Bußtag verstarb plöblich unfer Freund und Kollege Hermann Witte. Die Beerdigung findet am Totenfonntag, nachmittags 21%, Uhr, bon ber alle bes neuen Bauls- Kirchhofes, Plötzenfee aus 28456. statt. Kranz-, Bukeft- u. Girlandenbinderei. 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November, nach mittags 14 Uhr, vom Trauer hause, Rigdorf, Prinz- HandjeryStraße 66/ 67, aus nach dem alten Rigdorfer Kirchhofe, Rudower Straße, ftatt. Rege Beteiligung erwartet 125/3 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Calmon Hansa Gummischuhe Marke Salamander nach neuem Verfahren aus feinstem Gummi hergestellt, sind leicht u. schmiegsam u. zeichnen sich durch besond. Widerstandsfähigkeit aus. Wir haften für die Güte jedes Paares. Fordern Sie neues Musterbuch. V od MARKE IS Salamander Für die Beweiſe herzlicher Zeil OM og name bei der Beerdigung meines lieben Mannes 51452 Heinrich Sauer fage ich allen Freunden und Betannten, insbesondere den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Wahlbereins für den 4. Berliner Neichstagswahlfreis meinen herzlichsten Daut. Wwe. Sauer geb. Winkler. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und bie reichlichen Strangfpenden bei der Beerdigung meiner inniggeliebten Frau sage ich hiermit allen Be telligten meinen tiefgefühlten Dank. Witmer Wilhelm Apitz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Strangspenden bet der Beerdigung meiner lieben, unvergeßlichen Frau und unserer guten Mutter 28445 Klara Niendorf geb. Biersack fagen wir allen, welche ihr die lette Chre erwiesen, unseren herzlichsten Dant 20. Niendorf und Kinder. Danksagung. Für die liebevollen Beweise Berglicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden beim Hinfcheiden meines eben, unvergeblichen Mannes, unferes guten Baters, Bruders und Schwagers, bes Gastwiries Friedrich Langanke fagen allen unseren herzlichsten Dant, besonders aber dem Gesangverein für ben erhebenden Gesang sowie dem Berband der freien Gast- und Schant wirte und dem Wahlverein des vierten Stretjes. Witwe Agnes Langanko 51472 nebst Sohn. Empfehlen den Genoffen unser Sargmagazin Beerdigungsinstitut Solidi" H. Fischer& Kreutzberger, Rixdorf, Pflügerstraße 70, Ede Friedelftr. Amt Rigborf jebt 495 FrackVerleih- Institut: Friedrichst.115/ 1, a.Urabg. Tor. Eleg. 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Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 2. November 1908. Heute, Sonntag, den 22. Movember Flugblattverbreitung von 8 Uhr früh an für die Arbeitnehmerwahlen zum Gewerbegericht Partei- Angelegenheiten. Bersammlung des Bahlvereins mit folgender Tagesordnung statt: 1. Geschäftliches. 2. Kommunales. 3. Berschiedenes. Der Vorstand. Sur Lokalliste. Am 22. November( Totensonntag) veranstaltet 8% Uhr, findet im Lokal„ Neu- Karlshof", Deuth, Ede CharlottenNieder- Schönhausen. Am Dienstag, den 24. November, abends ber Theater und Bergnügungsberein Einigkeit" in Charlottenburg in den dortigen Germania- Sälen", Inh. Straße, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. TagesWodrich, Spreestraße ein Bergnügen, und ist man lebhaft bea ordnung: 1. Die politische Lage und die Pflicht der Sozialdemomüht, Billetts hierzu in Arbeitertreifen abzuseßen. Wir weisen 3. Berschiedenes. Die Billetts zu dem Lichtbildervortrag Im katie. Referent Genosse Denzer. 2. Vereinsangelegenheiten. darauf hin, daß das genannte Local der Arbeiterschaft zu Ber- Reiche der schwarzen Diamanten werden für die arbeitslosen Gefammlungen nicht zur Verfügung steht, mithin find alle dortigen nosen in dieser Bersammlung ausgegeben. Veranstaltungen zu meiden. Ebenfalls am heutigen Tage( Totensonntag) veranstaltet der Verein armonia" im Lofal Schloß Schönhausen" in Nieder- Schönhausen einen onzertabend"; auch dieses Lotal wird uns seit Jahren beharrlich verweigert, worauf mir besonders die Berliner Arbeiterschaft beim Besuch der dortigen Friedhöfe aufmerksam machen wollen. Die Lofalfommission. Rigdorf. Die Besucher der heutigen Vorstellung im Rigdorfer Theater, Bergstraße 147, werden ersucht, recht pünktlich zu erscheinen. Die Aufführung" Nora" nimmt 2% Uhr ihren Anfang und muß der Saal wegen anderweitiger Arrangements gegen 6 Uhr geräumt fein. Billetts a 60 Pf. inklusive Garderobe und Theaterzettel find noch bis 2 Uhr in beschränkter Zahl im Lotal von Herm. Thiel, Bergstraße 151/52, au erhalten; ebenfalls find die Einführungshefte a 5 Pf. daselbst zu haben. Kinder unter 10 Jahren haben feinen Zutritt. Der Vortragsabend vom Genossen Mag Grunwald findet der Stadtverordnetenwahl am Montag, den 23. d. Mts., wegen nicht statt, sondern erst am Montag, den 30. d. Mts., abends 8% Uhr. Wir bitten, dieses zu beachten. Der Bildungsausschuß. Der 7. und 17. Bezirk hält am Mittwoch, den 25. d. mets., abends 8% Uhr, bei Thiel, Bergstraße 151/152, im großen Gaal eine öffentliche Versammlung ab, in der Genoffe Paul Göhre über„ Christentum und Sozialdemokratie" referieren wird. Hierzu find ganz besonders die Frauen eingeladen. Die Einberufer. Schöneberg. Der Wahlverein veranstaltet heute mittag 1 Uhr in der Urania, Taubenstraße 49, eine Sondervorstellung: lleber den Brenner bis Benedig". Billetts zum Preise von 70 Pf. infl. Garderobe find bei dem Genossen H. Herter, Grunewaldstraße 42, fomie bis 12% Uhr am Eingange des Theaters zu haben. Billetts, die bis dahin nicht verrechnet sind, gelten als verkauft. Am Dienstag, den 24. b. Mis., abends 8 Uhr, findet in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, die Wahlvereins bersammlung statt. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die Reichs finanzreform. Referent: Reichstagsabgeordneter Brey. 2. VerDer Borstand. Wilmersdorf- Halenfee. Die Mitgliederversammlung des Wahl. tereins fällt diesen Monat aus. Am Montag, abends 28 Uhr, findet von den bekannten Bezirkslokalen aus noch eine wichtige Flugblattverteilung statt. Der Vorstand. einsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Steglib. Donnerstag, den 26. November, abends 8 Uhr, wird Reichstagsabgeordneter Genosse Sachse im Rheinschloß" über das legte Gruben unglüd sprechen. Wir erwarten eine intensive Propaganda für einen starken Besuch. von den Bezirkslokalen aus. gehörigen Denkmals verdeden mutet uns das nicht wie ein Anachronismus an? Die Stadt Berlin ist schon seit Jahren mit den trefflichsten Aufsichtsbeamten gesegnet, die man sich denken fann. Aber nicht überall tann das Auge dieser oder ähnlicher Männer hinreichen. Und auch die Geseze felbft, nach denen fie regieren müssen, wie weit sind sie noch von jenem so einfachen und so vernünftigen Jdeal der Steinschen Städteverfassung ent fernt, wonach die ganze Einwirkung des Staates sich auf die bloße Aufsicht zu beschränken hat, daß nichts gegen den Zweck des Staates vorgenommen und die bestehenden Geseze befolgt werden" Der Vorstand. ein Zustand, der zum Beispiel in der Stadt Wien schon lange verfaffungsmäßig rechtens ist und sich vortrefflich be währt hat. Reinidendorf. Die heutige Flugblattverbreitung findet früh 8 Uhr von den bekannten Stellen aus statt. Zahlreiche Beteiligung crtartct Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Zotensonntag. Ghauben wir nicht, es handele fich dabei um Kleinigkeiten! Es handelt sich oft um fundamentale, um Lebensfragen. Lassen Sie mich nur eine einzige nennen: Groß- Berlin". Wer es cre fahren hat, welche Unsumme von Verhandlungen, von Schreibes reien, bon Ronzessionen, von Beschlüssen, Genehmigungen dazu erforderlich ist, damit eine einzige diefer Gemeinden ein Rohr durch das Gebiet einer anderen leitet, eine Fluchtlinie festsetzt, die das Gebiet einer anderen berührt, ein neues Verkehrsmittel cinführt, das allen zu dienen bestimmt ist, der muß die Unnatur, die Widersinnigkeit des feßigen Zustandes empfinden. Aber eine behördliche Mengstlichkeit, die mit Bureaukratie und Bes bormundung Geschwisterkind ist, scheut noch immer vor der Frage zurüd, und nicht einmal die Eingemeindung des Tempelhofer Feldes, die Berlin so blutnötig hat, weil es sonst, von allen Seiten eingeengt, nur auf dem neuerdings der Bebauung gewidmeten Teil des Feldes endlich Gelegenheit findet, vor dent Lande, vor der ganzen Welt, in voller Freiheit und mit vollem Gefühl für die Größe der Aufgabe zu beweisen, wie eine modern, nach ethischen, fozialen, ästhetischen Gesichtspunkten vernünftig gebaute Stadt aussieht, scheint und zuteil werden zu sollen. Der Großstädter foll feine Pietät mehr haben? Ihm soll nichts mehr unantastbar sein, und rücksichtslos soll seine and rütteln am Althergebrachten, das den Ahnen lieb und teuer war? Oft will es fast so scheinen. Und doch wie unendlich tief kommt die Bietät gerade des Großstädters zum Ausdrud an jenem einzigen Tage im Jahre, der unseren Toten geweiht ist. Etwas Rührendes ist es um diese alljährliche Massenfundgebung einer Zweimillionenstadt, die in ihrem Getriebe nicht stille steht, nicht stille stehen darf und doch das gefühlvolle Bestreben hat, nicht bloß äußerlich sich in härenes Gerrand zu fleiden nein, auch innerlich andere Menschen zu zeigen. Tagelang, ja wochenlang vorher macht Wenn man dem gegenüber Worte hört, wie von ungesunder fich diese Grundstimmung für alle, die sehen wollen und Entwickelung, von Berlin als dem Wasserkopf, so ist es vielleicht felbst Gefühl haben, klar bemerkbar. Wohl kaum eine Fa- nicht unangebracht, an die Worte zu erinnern, die Steins vormilie gibt es, die sich nicht das stille Versprechen ablegt, ihr trefflicher Mitarbeiter, der Minister b. Schön, im Jahre 1808 niederschrieb, als er die allgemeine Organisation nicht gleich Scherflein beizutragen zum stillen Gedenktag der Toten. auf Berlin ausgedehnt wiffen wollte: Berlin ist eine künstlich Kostbare Kranzspenden sind es nicht, die den Wert der Gabe an die Toten machen. Und wenn ein altes Mütterchen erzeugte große Stadt, die nur allmählich in einen natürlichen fich ein paar Groschen am Munde abgespart hat, um mit Zustand zurüdgebracht werden kann!" Damals hatte Berlin 150 000 Einwohner. Heute dürfen wir über solche Mengstlichkeit billigstem grünen Gewinde hinauspilgern zu können zum Bügel des unvergeßlichen teuren Lebensbegleiters, wenn lächeln. Sollen es unfere Nachfahren einftmals ebenso machen?" Herr Reide hätte noch viel mehr fagen fönnen. Er hätte Schulkinder in ihre Spartaffe greifen, um das Grab des erzählen können an der Hand zahlreicher Beispiele, wie in Berlin ihnen fo früh entriffenen geliebten Baters zu schmücken, dann faum ein Stein nach einer anderen Stelle hingesetzt werden kann, hat die Gabe treuer Erinnerung, herzlicher Liebe tausendmal ohne daß erst aus dem Schloß die Genehmigung erteilt wird, er hätte mitteilen können, daß die Städte in puncto Schulivesen, mehr Wert als die teuerste Modespende des Gefühlsproken. Bolizeiwesen nur zu bezahlen, aber nicht das geringste zu sagen Gewiß doch, es mag sein, daß auch am Totensonntag mit haben. Er hätte gerade in Gegenwart des Kaifers hinweisen Kränzen und Blumen vielfach ein nicht recht begreiflicher fönnen auf die Schwierigkeiten, die der Stadt Berlin auf den GeLurus getrieben wird. Es soll sein, daß mancher nur ge- biete des Verkehrswesens gemacht werden, mit einem Worte, daß zwungen oder halb zur Zerstreuung und ohne tiefen Ge- es mit der so viel gerühmten Selbstverwaltung nicht mehr weit her danken den großen Massenspaziergang nach den Friedhöfen ist und daß gerade die Stommunen, nicht zulest Berlin, auch durch Groß- Berlins mitmacht. das persönliche Regiment außerordentlich stark beeinträchtigt werden, allerdings vielfach durch die Feigheit des freie sinnigen Bürgertums. Das alles hätte er sagen fönnen, fagen müffen, hätte er den gegenwärtigen Verhältnissen einigermaßen gerecht werden wollen. Daß er das nicht gesagt hat, tennzeichnet unsere Situation; unfere Blodpolitiker machen die Faust in der Tasche, fühlen fid) aber im übrigen dabei gana wohl. Es ist ein schöner Charakterzug des Großstädters, der im Streit ums Brot, bei den weiten Entfernungen der Millionen stadt, nicht immer Zeit hat, Gefühlsregungen nachzugeben, und nun vieles oder alles in seinem Herzen, das er für die Lichtenberg. Heute, Sonntag, den 22. November, findet im Hingeschiedenen noch übrig hat, aufipart zum Totensonntag. Lokal von P. Schwarz, Dorfstraße 25-26, ein Kunstabend( Heine- Die arbeitende Bevölkerung hat den Totensonntag feines Abend) statt. Mitwirkende sind: Gertrud Bischoff, Gesang; Fris kirchlichen drum und dran entkleidet, denn die Totenverehrung Unser Bürgertum ist überglücklich, daß der Kaiser zu der Richard, Rezitator; Heinrich Schulz, Vortrag; 220 Kestenberg, ist nicht kirchlichen Ursprungs. Die Leichenfelder reden auch Feier erschienen ist und sieht schon bessere Zeiten für die Kommune Klavier. Anfang präzise 7% Uhr. Der Vorstand. eine zu furchtbare Sprache, die nicht geeignet ist, Versöhnung hereinbrechen. Die Enttäuschung wird nicht ausbleiben. Bei der Gelegenheit verteilte der Minister des Innern vers Treptow- Baumschulenweg. Am Dienstag, den 24. November, zu erwecken, sondern Haß; Haß gegen eine Gesellschafts- fchiedene Orden. Es haben erhalten: Minister a. D. Hobrecht den abends 8% Uhr, findet in Speers Festsälen, Baumschulenstr. 78, ordnung, in der der Tod den Arbeiter infolge mörderischer Roten Adlerorden 1. Al. mit Eichenlaub, Oberbürgermeister cine öffentliche Bersammlung statt, in welcher Reichs- und Land- Ausbeutung in den besten Jahren dahinrafft und der Familie Kirschner den Stern zum Kronenorden 2. Kl., Stadtverordneten tagsabgeordneter Abolf Ged über:" Das persönliche Regiment den Ernährer, den Kindern den Vater raubt oder in der die vorsteher Michelet und dessen Stellvertreter Geh. Justizrat Caſſel vor dem Forum des Reichstages" sprechen wird.-Genossen, Mutter infolge übermäßiger Mitarbeit frühzeitig von den ben Roten Adlerorden 4. KI., der Direktor des Arbeiterhauses forgt für Maffenbesuch dieser Versammlung. Der Vorstand. Die Genoffen treffen fich heute früh 8 Uhr in den Bezirks- Kindern geriffen wird, oder aber die Kinder durch Not und Goesche und der Direktor des Waisenhauses Schuster den Kronenlokalen beider Ortsteile zur Flugblattverbreitung für die Entbehrung im jugendlichsten Alter sterben müssen. Man orden 4. Kl., den außerdem noch einige Bürgerdeputierte erhielten. bevorstehende Gewerbegerichtswahl. blicke nur nach dem Ruhrrevier, wo Hunderte von Frauen Ober- Schöneweide. Die Mitgliederversammlung des Wahl- und Kinder den Vater verloren, weil der Kapitalismus mit vereins findet am 24. November, abends 8% Uhr, im Wilhelminen. Mitteln geizt zur Sicherung des Lebens der Bergarbeiter. hof statt. Der Vorstand. Nicht stumme Klage kann es deshalb sein, der sich die ar Schmargendorf. Am Dienstag, den 24. Rovember, abends beitende Bevölkerung an den Gräbern ihrer Lieben hingibt, 8% Uhr, findet im„ Staffee Bein", Hubertusbaderstraße 8, die Mit- sondern das Gelöbnis im Kampf ums Dasein fich an die gliederversammlung des Wahlvereins statt. Vortrag und Referent Seite derer zu stellen, die für die Lebenden und nicht zuletzt werden in der Versammlung bekanntgemacht. Der Vorstand. für die nach uns kommenden Zustände herbeiführen wollen, Zehlendorf. Am Dienstag, den 24. d. Mts., abends 8% uhr, die ein gesunderes, kräftigeres Menschengeschlecht berbürgen. findet im Lokale von B. Midley, Potsdamer Straße 25, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht der giveite Vortrag des Genossen E. Brüdner:„ Das Inbalidenversicherungsgeseh". Der Vorstand. Friedrichshagen. Mittwoch, den 25. November, abends 8% Uhr. im Saale der Witwe Lerche, Rundteil: Wahlvereinsber sammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Baul Barthel über:" Bildung und Arbeiterschaft." 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Städteordnungsfeier im Rathause. Langfamkeit bei Staatsbauten. Das neue Kammergericht soll bekanntlich im alten botanischen Garten, hart an der Elgholzstraße gelegen, erbaut werden. Mit den Vorarbeiten und der Bildung des Baubureaus wurde bereits im Juli 1906 begonnen; lekteres befindet sich feit April dieses Jahres im Erdgeschoß des alten botanischen Museums in der Brunewaldstraße. Seit dieser Zeit sind bereits allein an Gehälter bis heute zirka 20000 22. für Vorarbeiten gezahlt worden. Verschiedene Projekte wurden ausgearbeitet, genügend durch gesprochen, bis wieder über Nacht einer der hohen Herren Juristen Mus Anlaß der vor hundert Jahren erfolgten Einführung der einen anderen Wunsch geltend machte und das ganze Projekt Städteordnung fand gestern im Rathause ein Festakt statt, zu dem wurde wieder über den Haufen geworfen! Die vielen Arbeiten, Adlershof. Den Genoffen zur Kenntnis, daß auch für unseren außer dem Magistrat und den Stadtverordneten auch die Bertreter der Mühen und Gelder waren dann jedesmal natürlich auf Kosten des Ort heute eine Flugblattverbreitung für die Arbeitnehmerwahlen staatlichen und Reichsbehörden geladen und erschienen waren; unter aum Gewerbegericht stattfindet. Der Vorstand. Testeren befanden sich der Reichskanzler, Staatssekretär v. Beth Steuerzahlenden Bublifums dahin! Seit 2½ Jahren wurstelt man v. Rheinbaben, die Staatssekretäre Stratte und b. Tirpik Ober- lich endgültiges Biel geſtedt zu haben. Einmal soll der Kammermann- Hollweg, die Minister Beseler, Breitenbach, v. Moltke, nun an den Vorarbeiten hin und her, ohne sich bis jetzt ein wirke präsident v. Trott zu Golz, Unterstaatssekretär v. Loebell, Polizei- gerichtspräfident bloß 20, dann wieder 25 Wohnräume erhalten präsident v. Stubenrauch, Geheimrat Friedheim, Geheimer Ober- usw. usw.! Diefe Frage wäre jedoch bei einigem guten und ernften regierungsrat Freund und andere. Willen im Handumdrehen zu erledigen, da die Raum, BodenAuch das Kaiserpaar mit Gefolge, der Kronprinz mit Gattin und Grundverhältnisse vollständig geregelt sind. Und sollte Mt- Glienicke. Der hiesige Wahlberein veranstaltet am Sonn- hatten der Einladung der städtischen Behörden Folge geleistet. 3- man hier wirklich noch fleine Einwendungen geltend machen, so abend, den 28. November cr., abends 8 Uhr, im Lokal Knochen nächst hielt der Oberbürgermeister Kirschner eine Ansprache, in man hier wirklich noch fleine Einwendungen geltend machen, so fein diesjähriges Wintervergnügen, bestehend in Konzert von den der er dem Kaiserpaar für das Erscheinen dankte und in furzen ist auch nicht der geringste Grund vorhanden, nicht umgehend mit Mitgliedern des Neuen Tonkünstlerorchesters Berlin und komischen Worten auf den Zweck der Feier hinwies. Nach einer Ansprache den Vorarbeiten zum eigentlichen Neubau zu beginnen. Die vor einigen Wochen ergangene, gewig Lobenswerte Berträgen von der Komiter- und Ensemblegesellschaft Elsholz- Berlin des Kaisers, die wir an anderer Stelle unseres Blattes wiederEntree 25 Pf. Herren, die am Tanz teilnahmen, zahlen 50. Pf. geben, hielt der Bürgermeister Dr. Reide die Festrede, in der ministerielle Verfügung besagt, daß im Bereiche der preußischen Das Komitee. er versuchen wollte zu zeigen, welches der Geist der Städteordnung Bauberwaltung überall da, wo bereite Baugelder für dieses Etatsbon 1808 war und was von diesem Geiste noch lebendig geblieben jahr bewilligt find, wegen der herrschenden Arbeitslosigkeit möglichst ist. In lekterer Beziehung fagte der Festredner unter anderem: fofort begonnen werden soll. Was nüßt aber eine Verfügung, Wie zu Zeiten Steins, nur in anderer Weise, gilt es auch beute wieber, jenen Abwehrkampf zu führen, den auch er ge- venn diefelbe nicht befolgt wird; sie bleibt dann nur Blendivert führt hat. Denn der Geift der Bureaukratie geht mehr und mehr für die Massen. wieder um in unserem lieben Baterlande.... Wenn Laien im Für das neue Kammergericht sind nun durch die beiden Regiment fäßen, wären die vielfachen Gängelungen der Bolle Häuser des Landtags als erste Baurate für dieses Etatsjahr schule nicht denkbar, wäre es a. B. nicht möglich, daß in einer 750 000 M. bei Beratung des Bauetats bewilligt worden. In vier großen Stadt die ich nicht nennen will es feit Jahren Monaten läuft dieses Etatsjahr ab und berbraucht ist von diesem und Jahren Verfügungen regnet, mittels deren auf Grund eines Gelde noch nichte! Wie lange foll der Schlendrian noch dauern? geheimnisvollen Rechenegempels ganz bestimmte Vergrößerungen Es ist Pflicht des Staates, in dieser so traurigen, elenden, Ser Nebenräume in den Schulen gefordert werden. Sollte wirk lich der gesunde Sinn gebildeter Laien in solchen Dingen nicht arbeitslosen Zeit wenigstens an feinem Teil für Arbeitsgelegenhelt schon allein das Richtige finden? Oder, wenn im Aufsichte 3 forgen. Selbst bei cintretendem startem Frostwetter tönnte wege eine Stadtverwaltung angehalten wird, die allzu üppigen hier mit dem Abholzen und Ausroden der Bäume, Herstellen der Efeuranken zu entfernen, die die Architektur eines der Stadt 3u und Abfahrtswege, Ausschachtungsarbeiten, Abfuhr bes nach. Eichwalde. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 24. November, bei Lier, Miersdorf, statt. Auf der Tagesordnung steht die Trennungsfrage. Der Borstand. Reuenhagen und Umgegenb. Heute nachmittag 4% Uhr- findet tm Lotal von Mar Girke, Fredersdorf, eine öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Störmer über Bidzad- Bolitit in Breußen- Deutschland und die Arbeiter" spredjen wird. Hohen- Schönhausen. Die Handzettelverbreitung zu der an Dienstag, den 24. November, angefeßten öffentlichen Boltsversamm lung findet erst am Montagabend 7% Uhr von den Bezirkslokalen aus ftatt. Nowawes- Renendorf. Mittwoch, den 23. November, abends 8 Uhr, findet im Schmidtschen Total, Wilhelmstraße 41-43, dic Wenn jedoch in einer Bäckerei oder Konditorei ein sogenannter zirka 50 Liter Wasser Inhalt auseinanderreißt, so daß plötzlich aus Kupfer oder Weißblech hergestellter Schweeltessel mit ein Ausgleich der Spannung stattfindet, trotzdem dabei nicht eine Fliege nerunglückt, ist das eine Steffelexplosion. Diese wird gea wissenhaft registriert und in dem Explosionsnachweis des Reichs. statistischen Amtes jedes Jahr, wenn solche Explosion stattgefunden, veröffentlicht. Alles ist hübsch in Ordnuna nach dem berühmten Schema F. Kandidat: Emil Noß, Hermannſtr. 168. 62-72, Leffingite. 1-12 und 33-43, Mittelweg. Brinz- Handferh- Str. 1-19 Wahlbezirk 7: Bergstr. 1-26 und 140-163, Stopfstr. 1-12 und und 70-87, Stelumegite 1-19 und 106-126, Straße Nr. 204, 207b, Baßmannsdorferstraße, Siethenstr. 1-18 und 67-85. Babllokal: Thiel, Bergstr. 151. Kandidat: Hermann Nuuge, Münchener Str. 23. Hohenzollernplak, Kirchhofstr. 1-9 und 35-50, Rosenstraße, Schöneweider Wahlbezirf 8: Bergstraße 27-42 und 127-139, Goethestraße, Straße. Wahllofal: Dstar Bolli, Kirchhoffte. 41( Gesellschaftshaus). Kandidat: Augast Eschmann, Barthestr. 60. Bodens usw. sofort begonnen werden, und viele arbeitslose Männer Nach dieser Definition ist eine Refselexplosion in dem Betriebe| 161-194, Kölnisches User 18-49, Richardftr. 1-23 und 98-120, ofegger hätten hier wochenlang Arbeit und Brot für die Lieben daheim. der Berliner Elektrizitätswerte am Schiffbauerdamm nicht erfolgt, ftraße, Stuttgarter Straße 1-19 und 43-61, Baiganduser 17-35, WeserDazu kommt noch ein anderes. Je rechtzeitiger der Reubau weil fein plöblicher Ausgleich der Spannung stattgefunden ftraße 59-90 und 132-163, Wildenbruchplat Wahllotal: Friz Walther, Kaiser- Friedrich Straße 181 bes Kammergerichts fertiggestellt ist, desto früher kann derselbe hat, sondern wie es naturgemäß bei Wasserröhrenkeffe! bei Auf( Restaurant zum Zurm). bezogen werden. Die Mehrzahl der Beamten vom jebigen gebauert, bis die Dampffpannung in dem explodierten Messe! reißen eines Siederohres ist, hat es eine erheblich lange Zeit alten Stammergericht wären recht froh, wenn sie die alten Löcher auf Null gesunken ist; deshalb kann nach dem Beschlusse des recht bald mit Diensträumen der Neuzeit entsprechend vertauschen Bundesrats feine Explosion stattgefunden haben und man wird fönnten. Da nun diefes alte Gericht in der Lindenstraße bei auch vergeblich später diese Dampffefselexplosion in den amtlichen weitem nicht mehr ausreicht, so zahlt der Staat für anderweitig Aufzeichnungen finden. gemietete Räume in der Markgrafenstraße usw. pro Jahr zirka 80 000 M. Miete. Statt aber nun den Neubau zu beschleunigen, um diese Mietslast recht bald los zu werden, wird verfügt, den Neubau recht langsam zu fördern! Soll aber nun zu guter Leht der Bau trotz des langen Hinhaltens doch zur be ftimmten Zeit fertig fein denn ein Baujahr ist bereits verloren gegangen, da im vorigen April schon bestimmt begonnen werden follte so wird im lekten Jahre unter ganz bedeutenden Mehr. foften für den Staat Tag und Nacht gearbeitet werden müssen, Wo bleibt da die soviel in letzter Zeit gepriesene preußische Sparsamkeit? Wäre hier etwas schneller vorgegangen worden, und dazu gehört gewiß nicht viel, so hätte schon im vorigen Winter mancher Arbeitslose Arbeit und Berdienst gehabt und der preußische Staat hätte obendrein viel Geld gespart. Vielleicht nimmt man die leitenden Herren der preußischen Bauberwaltung einmal im Landtage bei den Ohren und sagt ihnen deutlich, was ihre Aufgabe ist. Einer fortgefesten Belästigung sind wir in legter Zeit durch die Gläubiger des Inhabers der Krawattenatademie Herrn Steinberg unterworfen. Bekanntlich hat Herr A. Steinberg unseren Genossen Davidsohn als verantwortlichen Redakteur unseres Blattes wegen Beleidigung, begangen durch Veröffentlichung eines Artikels, verklagt, und das Schöffengericht ist tatsächlich zu einer Ver urteilung gekommen, außerdem aber erkannte es unglaublicherweise steht zu hoffen, daß die Berufungsinstanz anders urteilt als das auf Zahlung einer Buße von 300 M. Berufung ist eingelegt und es Schöffengericht. Staum war aber das Urteil bekannt geworden, als fich auch Steinbergs Gläubiger bei uns einfanden und die Buße Die chriftlichen Jünglings- und Jungfrauen- Bereine mit Beschlag belegten. Wir haben fürzlich bereits mehrere der finb jetzt, nach der Schulentlassung, besonders emsig tätig. Das artige Pfändungsbeschlüsse mitgeteilt, aber die Belästigung durch Ideal unserer Geistlichkeit ist ja, die Jugend aus dem Ston- Steinbergs Gläubiger hört nicht auf. Gestern erhielt Genosse firmationsunterricht in die Jünglingsvereine zu übernehmen. In Davidsohn schon wieder eine Zustellung durch den Gerichtsvollzieher, manchen Fällen gelingt das auch. Mit den süßlichsten Locmitteln nach der ein Fabrikbefizer Wegener in der Stralauerstraße die ivird gearbeitet. Gefellige Zusammenkünfte natürlich bei vollster 300 M. mit Beschlag belegt. Wie wir das anfangen sollen, mit Trennung der Geschlechter mit„ Erbauung an Gotteswort". Tee- den 300 M. Buße 1000 M. Forderungen zu begleichen, das wissen die abende, Posaunenchöre, billige Mittagstische und andere Dinge Götter. Selbst wenn also das Berufungsgericht das Urteil des mehr sollen die arbeitende Jugend über ihre Lage hinwegtäuschen. Schöffengerichts bestätigen sollte, was wir für ganz ausgeschlossen Die Jugend soll den Wert von Wohltaten" schäzen lernen. Auch halten, wird Herr Steinberg seiner Buße nicht froh werden; für Bildung" wird in den christlichen Jünglingsvereinen der Jugend uns bedeuten die fortgesetten Zustellungen ausgeflagter Forde beigebracht. Aber wohl kein Vortrag dürfte gehalten worden fein, rungen der Gläubiger Steinbergs durch den Gerichtsvollzieher eine fet es über die Stednabel, den Alkohol oder die Elektrizität, bei starke Belästigung. dem nicht die Almacht des Schöpfers" zu ihrem Rechte kommt. Neben der himmlischen muß natürlich auch die irdische Autorität In der Stadtbahn( Nordring) liegen geblieben ist gestern abend der Jugend näher gebracht werden. Politische Vorträge, immer eine rotbraune attentasche, enthaltend eine Anzahl Schriftftüde. im Sinne wütendsten Hurrapatriotismus, Herrscherbeschreibungen Der Finder wird gebeten, die Tasche gegen Erstattung der Uns find die Geschichtswissenschaft" in den christlichen Jünglings- und fosten an Bernice, Waldstraße 5, abzuliefern. Jungfrauen- Vereinen. Durch die Vorträge von Missionaren wird Im städtischen Asyl vom Tob überrascht wurde der 30 Jahre der Sinn der Jugend für die Bedeutung der Kolonien" gewedt alte Schleifer Hermann Barttowati. 9. hatte, da er wohnungslos unb gestärkt. Ueber die Ausbeutung der arbeitenden Jugend in war, nachts in dem Ashl Buflucht gesucht. Als er sich zu Bett legen der fapitalistischen Wirtschaftsweise aber wird den Jugendlichen wollte, brach er plöblich leblos zusammen. Er war auf der Stelle fein Wort gesagt. Wie sollte es auch anders sein! Von Kapitalisten tot. Die Leiche wurde zur Feststellung der Todesursache nach dem und der den Gegenwartsstaat stühenden Kirche ausgehalten, müffen Schauhaus gebracht. die Jünglingsvereine eben eine demütige, gehorsame, willensschwache Jugend heranbilden. Leider gibt es noch zahlreiche Arausbiener Stanislaus Chlinski, Invalidenstraße 124, geworden. Das Opfer eines schweren Unglüdsfalles ist gestern abend der beitertinder, die für die Zwecke der herrschenden Klasse mißbraucht G. war in dem erwähnten Hause in einem Restaurant angestellt. werden. Aufklärung über den wahren Charakter der sogenannten Als er gestern abend die vor der Gastwirtschaft angebrachte eletchristlichen Jünglings- Vereine" bez schulen lassenen Jugend trische Lampe reinigen wollte, ftürzte er von der Leiter herunter bringen, tut bitter not. Diesem Zweck dienen zwei BersammLungen, die am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr in den Pharus- Sälen, Müller str. 142, und Arminhallen, Kommandanten ftr. 58/59, stattfinden. Es sprechen die Genoffen W. Düwell und Paul Göhre über Die christ= lichen Jünglings- Vereine". und fiel unglücklicherweise auf den Kopf. Der Bebauernswerte erlitt einen schweren Schädelbruch sowie Rippen- und Armbrüche. Sterbend wurde er in das Birchow- Krankenhaus eingeliefert. Banik bei einem Brande. In der Camphausenstr. 5 tam gestern früh gegen 9 Uhr ein größerer Stellerbrand zum Ausbruch, der Mögen diese Versammlungen von den Lehrlingen, jugend- mehrere Personen, in ernste Lebensgefahr brachte. Das Feuer lichen Arbeitern und Arbeiterinnen recht zahlreich besucht werden. wütete im Keller des rechten Seitenflügels, wo der Malermeister ,, Luftige Stellen sind verboten", in der Komödie und am Toten- Thrakowski Farben, Lade usw. lagern hatte. Bei Ankunft des sonntage. Das hat der Berliner Benfor einem Ausfrager eines ersten Löschzuges war die Situation eine sehr kritische. Das Treppenhaus des rechten Seitenflügels war vollständig verqualmt, bürgerlichen Blattes als Bolizeimagime berkündet. 3mleinen fo baß den zahlreichen Mietern jeder Rückzug abgeschnitten war, Theater" war nämlich für Sonntag die Aufführung von Thomas Ga entstand eine förmliche Panit. Ant schwersten bedrängt war die neuer Stomödie„ Moral" verboten worden, dagegen wurde Wieds im ersten Stock wohnende Frau Jensen mit ihrem sechs Wochen luftige Stomödie 3X25 augelaffen, aber mit Ünterdrückung der alten Kinde und der 51 jährigen Mutter. Die ganze Wohnung besonders luftigen Stellen". Jit das nicht ulfig? Die Bolizei hat war bereits mit erstidendem Qualm angefüllt. Brandmeister Berg doch nicht etwa das Thomaiche Stüd wegen feiner Tendens ließ sofort einen Stedleitergang am Seitenflügel herstellen, über gegen die Polizei verboten Gewiß nicht, denn das wäre doch eine ben hinweg die Sappeure in die einzelnen Wohnungen vordrangen zu durchsichtige Blamage. Aber wir würden gern wissen, warum und die geängstigten Mieter beruhigten. Frau Jensen, ihr Kind Thomas Satire einen weniger ernsten Charakter hat als die Wieds. und ihre Mutter mußten schleunigst ins Freie geschafft werden, Unserem Empfinden nach ist die gute Komödie immer ernsthaft, weil da ein Aufenthalt im ersten Stod unmöglich war. Alle drei hatten fie unhaltbare Zustände lächerlich macht und z. B. Heuchelei an den unter der Raucheinwirtung schon sehr gelitten. Während des Branger stellt. Das beforgt aber die im Grunde sehr moralische Rettungsmanövers sorgten andere Löschmannschaften für den AbRomödie Thomas unserem Empfinden nach im reichsten Maße. Also aug des Rauches. Nachdem Menschenleben nicht mehr in Gefahr warum wird ihr der für den Totensonntag vorgeschriebene ernste waren, erfolgte die Ablöschung des Brandes mit zwei Schlauch Charakter" abgesprochen? Leitungen. Wie die Untersuchung ergab, ist das Feuer durch Um fallen einer Lampe entstanden. Die Stichflamme ergriff einen Ballon mit Terpentin, wodurch der Brand schnell an Ausdehnung gewann. Reffelegblosion in der ,, B. E. 23." Aus Interessententreisen erhalten wir zu dem von uns in der Donnerstagnummer( 19. 6. M.) gebrachten Bericht über den Un glüdsfall folgende beachtenswerten Ausführungen: Der Gesangverein Unverzagt"( M. d. A.-S.-B.) hält heute In ben Monaten Rovember unb Dezember, bei naßfaltem, in den Brachtsälen Nord- West", Wiclefstr. 24, ein Stonzert ab. früben Wetter ist der Stromverbrauch der Konsumenten der au dem Eintrittskarten 30 Pf. fosten. B. E. B. ein so erheblich großer, daß die älteren elektrischen Arbeiter- Samariterkolonne. Montag abend 9 Uhr: 2. Abtei Zentralen, wozu auch die Zentrale Schiffbauerdamm gehört, nur lung Brunnenstr. 154 und 5, bteilung Rigdorf. Bergstr. 161/152. durch Anspannung aller verfügbaren Sträfte der Stromlieferung Vortrag über Knochenbrüche, Berrenkungen und Verstauchungen. nachkommen tönnen; dies ist gleichbedeutend mit dem Forcieren Daran anschließend praktische Uebungen. Neue Teilnehmer fönnen der Dampffeffelfeuerung, alle Reservetessel sind mit im Betriebe. noch in allen Abteilungen eintreten. Donnerstag: Monatssitzung Die Dampfspannung ist die denkbar höchste. Was nur irgend der diensttuenden Abteilung im Dresdener Garten", wozu alle möglich ist, wird in puncto Dampferzeugung geleistet. Für den Mitglieder derselben zu erscheinen haben. ficheren Betrieb eines Dampftessels ist es nicht gleich, wieviel Silogramm Dampf per Quadratmeter Seigfläche der Steffel ere zeugen muß. Die Steffel werden so hoch getrieben, daß nicht allein das Manometer auf den roten Strich zeigt, sondern auch noch darüber. Daß das nicht ohne zeitweiliges Belaften der Sicher heitsventile vonstatten geht, ist dem Stenner dieser Verhältnisse llar. Rigdorf. Steffel, welche Tag und Nacht forciert in Anspruch genommen Vorort- Nachrichten. Die Stadtverordnetenwahlen ablbezirk 11. Bendanraße, Bruno- Bauer- Straße, Delbrücftraße, Edmundstraße, Glafomstraße, Herthaftraße. Juliusstraße, nefebedit age 6 bis 34 und 120-146, Stranoldplay, Stranoldstraße, Reinholdstraße, Ringbahnstraße, Siegfriedstr. 1-24. Wahllofal: Emil Boigt, Sinefededir. 135. Sanbibat: Adolf Heller, Beichlelstr. 8( 3dealpaffage 18). Wahlbezirt 12b: Boberstraße, Emferfte. 38-106. Sermame ftraße 113-158. Strefebedite. 35-119, Mariendorfer Weg. Reiseftrage Netze ftrage, Oberstr. 1-13, Oberstraßenbride, Siegfriedftr. 25-59, Straße Rr. 166, 167a, 167b, 168, 170, zarthefiraße. Bahllotal: Richard Felich, Snelebedftr. 48-49( GesellschaftsKandidat: Paul Stieler, Beifeftr. 21. haus). weg, Herrfurtyplas, Herrfurth raße, Hermanufte. 53-83 und 179-210, ablbezir? 14a und 14b: Allerstraße, Am Wasserturm, Grünere Leinestraße, Lichtenrader Straße 12-49, Dterstraße, Oberstr. 14-52, Schillerpromenade 7-36, Steinmetstr. 43-80. Beiseftr. 16-51. Wahllotal: Maroippe, Hermanniir, 199 Standidat für 14a: Fricbrich Schwarze. Weiseftr. 65, für 14b: Alfred Scholz, Beisestr. 23. Steuterstr. 1-8 und 89-98. ahlbezir 17: Berliner Str. 32-81, Boddinvlag, Boddinftr. 1 bis 22 und 42-66, Erlanger Straße, Jägerftr. 1-10 und 65-81, far fraße, Mainzer Str. 27-36, Münchener Str. 1-18 u. 36-55a, Nedarstraße, Bahllotal: Albert Kühne, Münchener Str. 8( WaidKandidat: Erust Näht. Schillerpromenade 27. bember in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends Die Wahlen der zweiten Abteilung finden am 24. No mannslust). statt. Gewählt wird im Nordbeairt, umfassend die Bouchéstraße, Donaue take 1-34 und 99-131, Elbestraße, Friedelstraße, Fuldaftrake, Harzer Straße 1-3, 14-25 und 96-98, Hermannplay. Sobrechtstraße. Janjastraße, Stailer- Friedrich Str. 1-55 und 195-248, Stöllnisches Ufer 50-69 und 72-74, Rottbuser Damm, Laubestraße, Lenaustraße, Liberdaftraße, Loh mühlenplay, Lohmühlenste. 25-36, Manitinsstraße, Maybachufer, Nanfenftraße, Bannierstraße, Pflügerstraße, Reuterplag. Reuteritr. 18-77, Rütli traße, Sanderstraße, Schandauer Straße, Schinkestraße, Schönstedtstraße, Tellitraße, Weichselplatz, Beichselstraße, Weigandufer 1-16, Beferstr. 1-58. und 161-217, Wiesenujer, Wildenbruchstraße. Wahllofal: Dtto Franfe, Kaiser- Friedrich- Str. 16( Weltfugel). Kandidaten der Sozialdemokratie find: K. Janiszewski, Kaifer Friedrich- Str. 9, War witscher, Weserstr. 50. Berthelsdorfer Straße. Söhmische Straße, Brufendorfer Straße, Canner Dit begirl: ngengruberstraße, Bergfir. 1-49, 69-106 u. 127-163, Chauffec, Canner Straße. Donaustr. 35-98, Drorystraße, Elſenſtr. 42-88, Einerftraße, Erfstraße, Finomstraße, Gärtnerſtraße, Goethestraße, Grenzlee, Harger Str. 26-95, Heidelberger Str. 14-81. Herzbergplak, Derb bergstraße, Hohenzollernplay, Innstraße, Johann- Huß Straße, Kaisers Friedrich- Str. 56-194, nefebedftr. 1-5 und 147-150, stiefbolzfte. 53-113, Kirchgaffe, Kirchhofftr. 1-9 und 35-50, Kölnisches Ufer 1-49, Stopj ftrage 1-12 und 62-72, Lahnstraße, Leffingstr. 1-12 und 33-43, Maresch traße, Mittelbuschweg, Mittelweg, Naumburger Straße, Niemenstraße, Straße, Roseggerstraße, Saalestraße, Schöneweider Straße, Schudomaftraße, Brinz- Handjery- Str. 1-19 und 70-87, Richardplas, Richardstraße, Rosens Steinmetstr. 1-19 und 106-126, Straße Nr. 15, 16, 22a, 25, 37, 52, 52a, 54, 55, 56, 59a, 60, 62, 65, 66, 180, 180b, 180c, 180d. 180e, 181, 181a, 181b, 185, 185a, 187a, 187b, 188, 204, 207b. Stuttgarter Straße, Teupiger Straße, Treptower Str. 1-44 und 50-106, Thüringer Straße, Walters ftraße, Baßmannsdorfer Straße, Weigand- User 17-45, Weferfir. 59-163, Wildenbruchplas, Wipperstraße, Beizer Straße, Bietheuftr. 1-18 und 67-85. Bahllofal: B. Selemfe, Bergftr. 136/137( Deutsches Wirtshaus). dealpaffage 6, Frin Pfeifer, Ertitr. 3. Kandidaten: Franz Engel, Böhmische Str. 6, Max Zirkel, bis 68 und 107-125, Boberstrage, Bodeftraße, Bruno- Bauer Straße, Sabbezirk: Am Wasserturm, Aerftraße, Bendaftraße, Bergftr. Delbrückstraße, Edmundstraße, Glasowftraße, Emferstraße, Fallſte. 1-3 und 24-26, Grüner Weg, Helaftraße, Herrfurtoplab, Derriurthitraße, Hermann straße 53-210, Herthastraße, Ilfeftraje. Jonasstraße, Juliusstraße, Kirchhoftraže 10-34, Senefebedit. 6-146, Stopfite. 18-01, Stranoldplak, Stranold. fraße, Leinoftraße, Leffingftr. 13-16 und 29-32, Lichtenvader Str. 13-49, Martendorfer Weg, Neißestraße, Regesta aße, Rogatstraße, Oberstraße, Oder Reinholdstrage, Ringbahnstraße, Schillerpromenade 7-86, Selfeftraße, ftragenbrüde, Dierstraße, Bring- handjerg- Straße 20-34 und 54-69, Siegfrieditrage, Steinmetzste. 20-105, Straße Nr. 166, 167a, 167b, 168, 170, 202, 207, Stubenrauchplag, Thomasstraße: Barthestraße, Weise ftraße 16-51. Babllokal: Karl Regenttein, Germannfic. 158. Sanbibaten: Wilhelm Schuch. Oferstraße 3, Karl Rohz. Selchower Str. 16. Gustav Zepmeisel, Hermannftr. 177. ftraße, Erlanger Straße, Falfitr. 4-28, Fontanestraße, Hafenbeibe, bermanns S Bestbezirf: Berliner Straße, Biebrichstraße, Boddinplay, Boddine Straße 1-52 und 211-258, Jägerstraße, Sfarstraße, Startsgartenstraße, Leffingftraße 17-28, Lichtenrader Str. 1-11 und 50-62, Wablower Str., Mainzer Straße, Münchener Straße, Redarftraße, Bring Handjern Straße 35-53, Reuterstr. 1-17 und 78-98, Schillerpromenade 1-6 und 37-49, Selchower Straße, Wanglifitraße, Weiseftr. 1-15 und 52-06, Wigmannstraße, Zicthen ftrage 19-66. Babllokal: Max Wendt, Hermannftr. 214-219( Vereinsbrauerei). Kandidat: Otto Franke, Prinz Handjery- Straße 58; Fri Hoppe. Hermannstr. 40; Van! Fischer, Karlsgartenftr. 16. Für die erste Abteilung, umfassend das ganze Stadtgebiet. findet die Wahl am 26. November in der Zeit von 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends in den„ Bürgerfälen". Bergstraße 147, statt. Standidat der Sozialdemokratie ist Dr. Raphael Silberstein, pratt. Arat, Berliner Straße 93. Parteigenossen! Agitiert mit ganzer Kraft für die werden, erleiden in der Struttur ihres Materials eine Umformung in der dritten Abteilung finden am Montag, den 23. November Wahl unserer Standidaten. Diejenigen Genossen, welche bei die man in der Technik auch als Analterung bezeichnet und die die Haltbar- und Widerstandsfähigkeit aufs äußerse herabmindern. dieses Jahres in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 7 1hr der Wahl tätig sein wollen, haben sich am Montag, den Ein Dampfkessel, der nicht groß in Anspruch genommen wird, abends statt. Es handelt sich, wie unseren Lesern bereits 23. November, vormittags 9 Uhr, und am 24. November um tann unbeschadet seiner Stabilität Jahrzehnte benutzt werden. bekannt sein dürfte, um zehn Bezirke, in denen Ergänzungs- 11 Uhr im Zentral Wahlbureau bei Hoppe. Anders bei forciertem Betriebe, wo die Dampftefiel Tag und Nacht wahlen stattfinden, und um einen den 7. Wahlbezirt Sermannstr. 49, einzufinden. Da die Gegner, besonders im Betriebe mit höchfter Spannung gehalten werden. Da ist bei in welchem eine Erfagwahl vorgenommen wird. Sur Drien in der zweiten Abteilung, alle Kräfte heranziehen werden, spielsweise ein 10 Jahre alter Rejjel nicht 10, sondern 20 Jahre tierung unserer Wähler bringen wir die Einteilung der ein haben sich alle Genossen in den Dienst der Sache zu stellen. im Betrieb. Durch das forcierte Feuern ist die Analterung der Steffelbleche nicht ben 10 jährigen Steffeln, sondern den 40 jährigen zelnen Wahlbezirke, die Wahllokale und die von der Sozial- eber sei also frühzeitig zur Stelle. Steffeln gleichzuachten. Die Haltbarkeit des Dampfteffels ist mit bem o tratie aufgestellten Kandidaten zur Kenntnis: anderen Worten auf das Bierfache herabgefeat. Der 2. Bab1bezit! umfaßt die Friedelftr. 1-17 und 47-61, Deshalb ist die Forderung der Maschinisten und Geiger, ver- Hermanuplas, obrechtstr. 1-23 und 63-84, Kaifer- Friedrich- Straße 1-12 treten durch ihre Organisation, dem Bentcaiverbande, toohl be- und 240-248, Rotibufer Damm 62-72, Reuterplay, Reuterstr. 18-77, rechtigt, daß bei den Wasserröhrenfesseln, welche in der Glektrizitäts- Beferftr. 1-9 und 209-217. sentrale im Gebrauch sind, mindestens alle vier Jahre fämtliche Straße 15. abilolal von Karl Stein, Beferftr. 212, Ede Sobrecht. Röhren des Keffels neu au ergänzen sind, nicht, wie dieser Unglüds. Randidatit Genosse Frit Soppe, Hermannstr. 49. fall lehrt, erst dann ein neues Rohr eingezogen wird, wenn eins 23ahlbezir! 4b: Donauftr. 1-23 mb 111-131, Fuldaftraße, auseinandergeriffen ist und Menschenleben zugrunde gegangen sind. Gins wollen wir nicht unerwähnt laffen, troßdem doch durch das Aufreißen eines Siederohres des Steifels unzweifelhaft eine Explosion stattgefunden hat, dieselbe dem Sinne der Verordnung des Bundesrats nach nicht existiert. Der Bundesrat hat, und das ist höchst interessant, 21 Jahre gebraucht, bis der große Stab der Ingenieure und technischen State es fertig gebracht haben, einen definitiven Begriff einer Dampfteffelexplosion zu finden, die nicht einmal einwandfrei erfcheint. Nach den Bestimmungen des Bundesrats vom 21. Januar 1897 liegt eine Dampftesselerplosion vor, wenn die Wandung eines Kessels durch den Dampffesselbetrieb eine Trennung in solchem Umfange erleidet, daß durch Ausströmen von Wasser und Dampf ein plöblicher" Ausgleich der Spannungen innerhalb und außerhalb des effets stattfindet. Harzer Str. 1-3, Janfaftrage, Staffer- Friedrich- Str. 16-37 und 213-235, solnisches Ufer 66-69 und 72-74, 2ohmühlenplay, Rohmühlenstr. 25-86, Maybachufer 46-66, Bfligerfte, 26-51, Rütliftraße, Telluraße, Weichselplas, Weichselstraße, Beferftr. 17-41 und 181-200, leſenufer, Bahilotal: Reinhold Schüße, Weichselftr. 54, Ede Wefer Straße 81. Kandidat: Wilhelm Schuch, Dferstr. 3. Glbeitrage, Dargerstr. 14-25 und 96-98, Kaiser- Friedrich- Str. 38-55 und Wablbezir! 5: Donauitr. 24-84 und 99-110, Bouchéftraße ,, 195-212, Kölnisches User 50-65, Laubeftrane, Schandauer Straße, Schöntebtitraße, Weigand- Ulfer 1-16, Weferir. 42-58 und 164-180, Bilben bruchstraße. 13 abllokal: Karl 8emtus, Clbestr. 8, Ede Weserstr. 01. Standidat: Friedrich Fleischer, Bodestr. 25. ablbesirt 6b: ngengruberstraße, Berthelsdorferstraße, Donauftraße 85-98, Elfenftr. 49-88, Grlitraße, Sinowoftraße, Sarger Str. 26-95, Heidelberger Straße 14-81, Snnftraße, Kaiser- Friedrich- Straße 56-86 und Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Das Wahlresultat wird an beiden Wahltagen um Soppefchen Lotal verkündet. Bon der Straßenbahn überfahren und erheblich verletzt wurde vorgestern abend die 40 Jahre alte Ehefrau Minna Drews aus der Emfer Straße 48. Frau D. hatte einen Straßenbahnwagen der Linie 28 benust und am Moritplab wollte sie den Wagen verlassen. Während sich der Wagen noch in Bewegung befand, wollte sie von Trittbrett herunterspringen und blieb mit den Kleidern hängen. Sie tam zu Fall und wurde ein Stüd mitgeschleift. Mit schweren inneren Berlegungen wurde die Verunglüdte in das Sirankenhaus am Urban eingeliefert. Warthestr. 67 wohnhafte Ehefrau Auguste Leinhebel geb. Schmidt. Den Tod in den Flammen suchte vorgestern mittag die in der Tie Lebensmübe begab in die zu ihrer Wohnung gehörige Sellers tammer, schichtete dort Bapier und andere leicht brennbare Stoffe gleichsam zu einem Scheiterhaufen zusammen, und begoß diesen mit Petroleum; auch ihre sämtlichen Kleidungsstüce hatte sie durch und durch mit Betroleum getränkt. Dann sette fie den Scheiterhaufen und ihre Kleider in Brand, und in einem Nu lohten die Flammen Am empor, so daß sie alsald einer Fenersäule glich. Während der Brand von hinzufonemenden Hausbewohnern gelöscht werden konnte, war die unglückliche Selbstmörderin nicht mehr zu retten. Sie starb unter gräßlichen Quaken. Ihre Leiche wurde ins Schauhaus geschafft. heutigen Sonntag veranstaltet der Gesangverein „ Schneeglöckchen"( M. d. A.- S.- 8.) in den Gesamträumen von Fris Hoppes Festsälen, Hermannstraße 49, ein großes Votalund Instrumentalfonzert. Außerdem haben die besten Sträfte der Artistenvereinigung„ Union" ihre Mitwirkung zugesagt. Für einen genußreichen. Abend ist bestens Gorge getragen. Eröffnung 5 Uhr, Anfang 6 Uhr. Groß- Lichterfelde. 6ado Der Leichenfund auf der Anhalter Bahn, über welchen wir gestern berichieten, hat nunmehr feine Aufklärung gefunden. Der erstorbene ist der Bauunternehmer Kowalsti, der sich geschäftlich in Steglit aufgehalten hatte und von dort mit der Bahn nach GroßLichterfelde gefahren war. Von hier aus wollte er sich nach seiner vei Seehof belegenen Wohnung begeben und ging, um den Weg abzufürzen, eine furze Strecke auf dem Bahnkörper entlang. Hierbei ist er jedenfalls von den Trittbrettern des von Leipzig kommenden D- Buges erfaßt und unter die Räder geschleudert worden. Der Verstorbene war verheiratet und hinterläßt sieben noch unmündige Kinder. Rummelsburg. Bon einem Wagen überfahren und getötet wurde der Kutscher Albert Pieper aus der Kanistraße 25,., der in einer KohlenHandlung befchäftigt war, wurde bei der Ausfahrt aus dem Koblen Tager fo unglücklich vom Bock heruntergefchleudert. daß er unter die Räder des schweren Wagens zu liegen fam. Das Gefährt ging ihm über den Kopf hinweg und zermalmte diefen fast vollständig." Kurz darauf trat bei dem Berunglückten der Tod ein. Storkow. Einen Stelettfund machte beim Nigolen der Obstzüchter Seffe auf seinem Grundstück. In einer Tiefe von einem halben Meter stieß er auf ein noch gut erhaltenes Stelett einer Frau. Man glaubt damit einem Verbrechen auf die Spur gefonimen zu sein. behandelte. Treffend wies der Redner nach, wie die heutigen Ber-, der elle. Abends, Donnerstag und Freitag: Dayana. Sonnabend, nad treter der Religion in ftrifteften Gegensatz zu dem Begründer der mittags 4 Uhr: Goldhärchens Himmelfahrt. Abends: Havana. Sonntag, felben geraten feien. In der mun folgenden Disfuffion ergriff au- nachmittags 3½½ Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends und Mantag: nächst ein Herr Dr. Wegener, cand. theol., das Wort. Auch er Havana. Gaftspiel Theater. Täglich abends 8, Uhr: Demimonde. Donnerstag: erflärte fich zu der Ansicht, daß das heutige Christentum ein Talmis Baza christentum fei und er baher in vielen Bunten mit dem Referenten Bürgerliches Schauspielhaus. Sonntag: Der Glodner von Notreübereinstimme. Im übrigen meinte er, daß die Kirche von der Dame. Montag: Die Herren Söhne. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Schule getrennt werden müsse. Der nun folgende Herr Pastor Ausgewiefen. Freitag: Beh' dem, der lügt. Sonnabend: Ausgewiesen. Christiansen geftand ebenfalls die Sünden der Kirche ein, wußte Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. aber sonst nichts Positives zu der Nede des Referenten zu fagen. Moniga av Stofe- beater. Sonntag und Montag: Die Sungfrau von außerdem hatten sich noch einige Redner gemeldet; ihre aus Drleans. Dienstag Philippine Belfer. Mittwoch, nachmittags 3 Uhr: Die führungen hatten jedoch zu dem Thema teine Beziehung. Nachdem Jungfrau von Drleans. Abends: Wohltäter der Menschheit. nnerstag: Genosse Kreuzberg die Gegner noch über einiges zurechtgewiefen, Das bemoofte Haupt. Freitag: Wohltäter der Menschheit. Sonnabend, ergriff Genosse Störmer das Schlußwort und forderte die Ver nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Abends: Wohltäter der Menschheit. fammelten zum Austritt aus der Landestirche auf. Formulare find Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Drleans. Abends: beim Genossen Greulich zu haben. Wohltäter der Menschheit. Spandan. an " Bernhard Folies Caprice. Täglich: Die Brautschau. Die lästige Witwe. Easing Theater. Sonntag: Nic Carter. Jeden Abend: Die Diana bäder. Nächsten Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Die fidele stifte. Gebr, Serrufeld Theater, Sonntag: Haufierer Jodele. Leyte Ehre. Mabenbitch: Die beiden Bindelbands,( anjang 8 Uhr.) tabellos. Metropol Theater. Allabendlich: Donnerwetter Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Apollo Theater. Sonntag: Das blaue Bild. Elfentücke. Bis auf weiteres täglich: Gine luftige Spreewaldfahrt. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Paijage Theater, Allabendlich 8 Uhr: Spezialitäten. Sonntag, nachmittags 3 br: Spezialitäten. Walhalla- Theater. Spezialitäten.( Anfang 8 Uhr.) Carl Saverland- Theater. Spezialitäten. Anfang Uhr. Sonntags zwei Vorstellungen. Palast Theater. Allabendlich; Spezialitäten.( Anfang 7½ Uhr.) Sleichshallen Theater. Alabendlich: Stettiner Sänger. Gustav Behrens Theater. Spezialitäten. # Parodie Theater. Täglich: Die Zauberflöte. 2X3= 7. Berlin steht Stopp.( Anfang 8 Uhr.) Iranta- Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag: Jerusalem. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Statarakt. Abends: Wissenschaftlicher Berein. Prof. Dr. Ed. Buchner; Das Problem der Gärung. ( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. 3ur 100 jährigen Feier der Städteordnung hatten sich am Donnerstag der Magiftrat und Stadtverordnete im Stadtverordneten Sigungsfaal zufammengefunden. Der Oberbürgermeister& Delge leitete die Versammlung und würdigte in längerer Rede die Bes deutung des Tages. Für die Hinterbliebenen der in der Grube Nadbod bei Hamm verunglückten Bergarbeiter wurden 1000 Mart bereitgestellt. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten hatten Festveriammlung nicht teilgenommen, bagegen batten fie fich zu ber am Abend von der Partei ein berufenen öffentlichen sehr start besuchten Bere iammlung im Böhleichen Lofale eingefunden. Hier sprach Genosse irsch Charlottenburg über das Thema: undert Jahre Reattion". Der Genosse leitete feine Nede damit ein, daß er auf eine Lassallesche Schrift hinwies, in welcher dieser die bürgerlichen Feite mit dem römischen gefte der Saturnalien berglich, an welchem Tage die römischen Sklaven für diesen einen Tag ihre Freiheit erhielten, während sie am anderen Lage wieder in die Fron mußten. So treibe es auch heute die Bourgeoisie. Deren efte dienen nur dazu, die tatsächlichen Verhältnisse zu vers fchleiern. Go fei es auch jezt bei der Hundertjahrfeier der Städteordnung. Wenn das Bürgertum noch Rückgrat beiähe, müßten es an diesem Tage Protestversammlungen einberufen gegen die Regierung, die es verstanden, dem Volke in 100 Jahren alles wieder zu nehmen, was man 1808 gewährt hatte. Mit Freuben könne man Wie wenig Verständnis unfere Gemeindebehörden bezw. ihre es begrüßen, daß es noch eine einzige Klaffe, nämlich die Arbeiter unteren Organe von dem neuen Vereinsgesch baben, bewies wieder flaffe, die Sozialdemokratie gibt, die entschloffen ist, die alten Rechte einmal eine Versammlung, welche vom Arbeiter Turnverein Eiche" zu wahren und neue Rechte zu erfämpfen. Das Referat wurde mit Die Hinrichtung des Frauenmörders Koch, der zweimal zum einberufen war. Bei Eröffnung der Bersammlung fragte der Vor- großem Beifall aufgenommen. In der Diskussion sprachen die Tode verurteilt worden war, fand gestern morgen 7 Uhr im Hofe fizende den anwesenden Amtsdiener Albrecht, ob er als Gaft an- Genoffen Schmidt und Pieper, die beide eine Reihe tommu- des Weimarer Landgerichtsgebäudes von dem Scharfrichter Hirsch wefend oder von der Behörde beauftragt fei, die Veriammlung zu ualer Augelegenheiten zur Sprache brachten. Insbesondere forderte statt. Stoch war, wie aus Weimar gemeldet wird, sehr gefaßt und überwachen. Da A. angab, den Auftrag zu haben, die Versammlung Genosie Schmidt die Verfammelten auf, Tchon jet eine rege Tätigkeit fchien teine Neue zu empfinden. Stoch hat vorgestern abend, kurz zu überwachen, wurde er vom Borsigenden aufgefordert, unverzüglich für die im nächsten Jahre stattfindenden Stadtverordnetenwahlen zu bevor ihm das Abendmahl gereicht wurde, drei weitere den Saal au verlassen. Doch trotz dreimaliger Aufforderung lam entfalten, damit es gelinge, den Einfluß der Sozialdemokratie im rauenmorde eingestanden. Im ganzen hat der Mörder Albrecht diesem Verlangen nicht nach. Es wird nun gegen A. Bes Stadtparlament an verstärken. Sierauf wurde unter begeisterter schwerde erhoben werden, da er auf Grund des Vereinsgefches kein Stimmung die Bersammlung gefchloffen. fünf Morbtaten eingestanden. Recht hatte, die Versammlung zu überwachen. Das Thema:" Die Entwickelung der Arbeiter- Turnvereine und das Verhalten der Polizei ihnen gegenüber, wie auch die Art der Einberufung ließen Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. erkennen, daß es sich um einen bestimmten Berfonenkreis von BVer fammlungsbefuchern handelte. Diefe überwachen zu laffen, hatte die Behörde auf Grund des Vereinsgefehes kein Recht. Allem Anschein nach hatte weber Albrecht noch feine Behörde von den Bestimmungen des neuen Vereinsgefetzes Kenntnis. Schöneiche- Fichtenau. Trebbin( Kreis Teltow), 11. Aus der Stadtverordnetensitung. Die Anlieger der Schüßen ſtraße haben auf den ablehnenden Bescheid der städtlichen Körper schaften betreffs Erlaß der Pflastertoften eine erneute Betiton an den Magistrat gerichtet, in welcher wenigstens die Bezahlung der Hälfte der Dammloften gefordert wird. Der Magiftrat hat auch diefes Gefuch einstimmig abgelehnt mit dem Bemerken, daß das bestehende Ortsstatut nicht umzustoßen sei, da sich sonst wieder eine ärte gegen alle anderen Einwohner der Stadt ergeben würde. Während i die Herren Nibbed und Nathnow gegen die Petition aus sprachen, schlug der Borsteher Binge die Einführung einer Grundwertsteuer vor. Die Versammlung trat dem ablehnenden Beschluffe des Magistrats bei. In die gemischte Deputation zur Vorberatung des Schulhausneubaues wurden vom Magistrat Bürgermeister Baudach und die Ratmänner Schurig und Jork, von der Stadtverordnetenverfammlung die Stadtverordneten Binge, Haafe, Buchner, Schönfce, Rathnow, Schottmüller gewählt. Der Schuhmacher Scholz hat sein Amt als Stadtverordneter nicht angenommen. Die Versammlung erflärte fich hiermit einverstanden. 20 M. Geldstrafe oder 5 Tage Gefängnis erhielt der Maurer Gustav Bergemann von dem hiesigen Schöffengericht audiftiert, weil er am 17. September d. J., dem Tage der Stadtverordnetenwahl, den Maurer Willy durch die Worte: Na Du Blauer" beleidigt haben soll. Der Amtsanwalt, Bürgermeister Baudach, hatte ſogar 40 M. beantragt. Tegel. Aus der Gemeindevertreterſibung. Der Bürgermeister gebachte bei Eröffnung der Sihung des Radboder Grubenunglücs und er juchte um Vorschläge zu einer Beihilfe für die Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute. Genosse Balfes beantragte dazu 500 M. Dem Schöffen Meichelt war die Summe zu hoch, er ersuchte um Berücksichtigung der finanziellen Lage. Herr Schenk wollte eine Beihilfe von 85 M. geben. Gr meinte, wenn Berlin 10 000 m. gegeben habe, so täme prozentual auf Tegel berechnet obige Summe. Ter Bürgermeister befürwortete noch eine Crts- und eine Schul Pfennigfammlung. Genosse Lichtenberg sprach fich gegen beide Sammlungen aus und wurde dabei vom Genossen Salfes unters flügt. Der Bürgermeister erwiderte ihnen, daß, wenn die Gemeindevertretung der Orissammlung nicht beitreten würden, er dieselbe dennoch veranstalten würde. Bezüglich der Schulsammlung war er der Anficht, daß sie erzieherisch wirken würde. Bewilligt 10urden 300 9. Unter Mitteilungen ist hervorzuheben, daß die " eu erbaute Brücke über den Hafen und das Mühlenflies vom 1. bis 7. November eine Einnahme von 174,10 M., vom 8. bis 14. November eine folche von 103,00 2. zu verzeichnen hatte. Der Poste fistus hat wieder einmal die Einbeziehung Tegels in den Nachbarortsverkehr abgelehnt. An Stelle des ausgeschiedenen Genossen Modeite wurde Herr Schuhmacher in bas Kuratorium für die Fort bildungsschule gewählt. Zu derfelben törperschaft waren als Arbeitnehmer von unserer Seite die Genoffen Barndt und Grell vorgeschlagen. Es wurden mit 9 gegen 9 Stimmen die bisherigen Serren wiedergewählt. Der Hermsdorfer Weg joll bis zur Freien. Scholle Beleuchtung erhalten. Obenfo soll in der Brunowstraße die Beleuchtung verbessert werden. Zum Straßenbahnprojekt Zegel. 28eidmannnsluft sollen Sachverständige gehört werden, Der Frauenverein von Groß- Berlin ersuchte um eine Unterstüßung aur Bekämpfung des Altoholismus. Der Gemeindevorstand schlug jährlich 15 M. vor. Genosse Lichtenberg sprach gegen diefe Unter fügung, ba teine Kontrolle über die Verwendung des bewilligten Geldes bestehe. Gr forderte weiter, daß die Gemeinde selbst Merka blätter verteilen foll. Here Gutstein war gegen jede Bekämpfung des Alkohols. Mit dem ihm eigenen Bathos bemerkte er:„ Meine Serren, das Reich will 100 Millionen aus dem Alkohol beraus schlagen, und wir sollen hier zur Befämpfung desselben Mittel bewilligen, das geht doch nicht." Der Vorschlag des Vorstandes wurde abgelehnt. Der Bürgermeister bemerkte noch, daß er die 15 M. aus seiner Tasche geben wird. Wir haben absolut nichts dagegen. Dem Pastor Bodelschwingh wurden 25 M. betvilligt. Der Entwurf zur Grundsteuerordnung wurde angenommen. Die Rechnungsprüfung vom Jahre 1006 wurde genehmigt. Lichtenrade. Das Christentum und der Sozialismus war das Thema, das Genosse Stormer in einer bei Deter stattgehabten Boltsverfammlung Königl. Opernband. Sonntag: Arba. Montag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr) Dienstag: Madame Butterfly, Mittwoch: Fidelio. Donnerstag: Tristan und folde.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Carmen. Sonnabend: Bohème. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Vermischtes. Des fünffachen Frauenmordes geständig. Die von dem Frauenmörder Koch eingefiandenen brei Mordtaten beziehen sich auf die Holzhändlerin Schmidt aus Neustadt am Renn fteig, die Salabändlerin Buff aus Unter- Alba und eine Frau Müller aus Apolda. Koch hat auch diese Frauen in seine Wohnung gelodt. erschlagen und zerstückelt. Die Ueberschwemmungen in Süditalien, Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Maria Stuart.( Anfang 7 Ubr.) Aus Nom wird gemeldet: Die Unglüdsnachrichten aus Sild. Montag: Macbeth. Dienstag: Staifer Heinrich VI. Mittwoch: Die Welt, italien und Sizilien dauern an. Bei Catania wurde ein Eisenin der man sich langweilt. Donnerstag: Die Rabensteinerin. Freitag: Auf babuzug vom Waffer zum Stehen gebracht. In Giarre stürzten die Strafurlaub. Sonnabend: Staifer Heinrich VI. Sonntag: Der Gwissens Wafferströme in den Stirchhof, wühlten die Gräber auf und spillten wurm. Montag: phigenie auf Tauris. Nenes tönigl. Overn- Theater. Sonntag: Der Meineldbauer.( An die Leichname über das ganze Gefilde dahin und schließlich ins fang 8 Uhr.) Sonntag, den 29. November, nachmittags 2, Uhr: Bring Meer. Außerdem sind 25 Personen ertrunken, darunter eine Lehrerin, Friedrich von Homburg. Abends: Der Postillon von Lonjumeau. Montag: bie unter den Trümmern ihres Hauses begraben wurde. In Nivosto Die Jäger,( Anfang 7 Ubr.) Deuriches Theater. Sonntag: König Lear, Montag, Dienstag, wurden 50 Fischerbarken, bie an das Land gezogen waren, von der und Mittwoch: Revolution in Krähwinkel. Donnerstag: Der Kaufmann von Brandung ins Meer gefchwemmt. Einige Fischer fanden dabei den Benedig. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Revolution in Stäbwinkel. Tob. Die Bevölkerung flüchtet in die Stirchen. Auch am Golf von Montag: König Lear. Deutsches Theater.( Stammeriptele). Sonntag: Der Arzt Neapel richtete bas Unwetter Schaben an. Die nieberen Stadtteile am Scheidetege. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag und Mittwoch: von Neapel find überschwemmt, ebenso die am Fuße des Besuvs Der Arzt am Scheidewege. Donnerstag: Glaviga. Freitag und Sonntag: liegenden Drtschaften. Der Arzt am Scheidewege. Sonnabend: Frühlings Erwachen. Montag: Clavigo. Stramer. Diontag: Der Raub der Sabines innen. Mittwoch: Nova. heitag: Leffing.Theater. Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Michael Rosmersholm.( Anjang 7 Uhr) Sonnabend: Baumeister Solnes nächsten Sonntagnachmittag 8 Uhr: Die Weber, bends: Michael Stramer. Berliner heater. Sonntag: Herodes und Mariamne. Montag, Mittwoch und Freitag: Der Beilchenfresser. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Herodes und Mariamne. Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends und Montag: Herodes und Mariamne. Nones Theater. Sonntag, Montag, Mittwoch und Freitag: Baccarat. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Wahrhelt. Nächsten Sonntag: Baccarat. abenb: Sulius Cafar. Dienstag, Donnerstag und Freitag: Bauft I. Teil, Nenes Schauspielhaus. Sonntag, Montag, Mittwoch und Sonn( Anjang 7 Uhr) Nachften Sonntag: Faust I. Tell.( Anfang 7% Uhr) Montag: Beb' dem, der fügt. Kleines Theater. Sonntag: 2X2= 5. Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend Moral. Donnerstag: Labh Bredevid. Nächsten Sonntag, nachmittags 8 Uhr: 2X9= 5. Abends: Moral Montag: Laby Grebevid. Romische Oper. Sonntag, Dienstag und Sonnabend: Liesland. Montag: Pelleas und Melisande. Mittwoch: Die verkaufte Braut. Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Baza.( Anfang 7% Uhr.) Nächsten Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Baza. Montag: Hoffmanns Erzählungen, Montag: Unbestimmt. Eingegangene Druckfchriften. hanblung Borwärts erscheinenden Romanbibliotbet liegen uns bie " In freien Stunden". Bon diefer im Berlage ber Bud. efte 45 und 46 vor. Der Hauptroman Der Saidud" von Bueura Dumbrava neigt fi feinem Ende entgegen. Dede Woche erscheint ein Heit sum Preise von 10 Pfennig. n Briefkaften der Redaktion. te invitilme Ebrechstunde findet indenstraße z. B. Cueiter wochentäglich abende von 7 bis 9% Uhr statt, Sof, britter Eingang, vier Trebyen, Gabr# ubl Geöffnet The ounabends beginnt die Goreftunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl ale Wierfzeichen beizufügen, Briefliche Antwort rb ich erteilt. 18 sur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage vergeben. Eilige Fragen wrage man in der Evrehitunde por. St. 7.23. 1. Der Vater und die beiden Schwestern. 2. 3a, geschieht bie Enterbung ohne Grund so tann fie angefochten werden. 3. Das Geld würde den Erben bes Kindes zufallen, 23. 6. 100. Gegen die Ante 3.2. 50. bringung des beabsichtigten Zauns liegen Bedenken nicht vor, 1-8, Chebruch wird beſtraſt, wenn wegen des Ehebruchs die ge ge fchieden ist und ber beleidigte Ehegatte Antrag auf Bestrafung stent. Das Gefes bebroht beide am Chebruch Schuldigen mit Gefängnis pon einem age bis au iechs Monaten, 4. Etwa die Hälfte des Einkommens. Streitfragen, 1. Nach Ansicht der Stirche: Nein. 2. Nein, 3. 3a, Sie tönnen aber auf Ihren Antrag von der Steuerdeputation freigestellt werden. O. 9. 10. 1. Das Gericht hat von Fall zu Fall über die Göhe der Alimente zu enticheiden. 2. Swedmäßig ist es, fich das Armenrecht erteilen zu laffen. Zuständig für die Stlage ist das Amtss oder Landgericht, in dessen Begiet der Ehemann wohnt. 2. 5. 16. 1. Sa. 2 und 3. On biefen beiben Fällen ist Pfändung zuläffig, indes würde auf Outerventionsflage der Chefrau die Freigabe der Gegenstände erfolgen. D. P. 107, 1. On dreißig Jahren verjährt eine ausgetlagte Forderung. Die Pfändung fann beliebig oft piederholt werden. 8. Mein. . B. 65. 1. 30. 2. Nein. Sie tounen aber Aujtlärung verlangen und fich event. an bas Amtsgericht wenden. 3. G. 5022. 1. Der Vertrag Luftspielhaus, illabendlich: Madame Flirt. Nächsten Sonntag, nache fann mündlich oder schriftlich geschloffen werden. 2. Sit in bem Mietsmittags& Uhr: Die blaue Waus, abends und Montag: Mabame Flirt pertrag Ihnen gegenüber die Verpflichtung zur Renovierung ausgesprochen, Theater bed 20eitene. Ullabendlich: Der fidele Bauer, Mittwoch und fo verlangen Sie deren Ausführung, jegen eine Frist und drohen, daß Sonnabend, nechmittags 4 uur: Dornröschen. Nächsten Sonntag, nach Sie nach Ablauf der Frist auf Kosten bes Wirtes die Ausbefferung vore mittags 3 Uhr Die luftige Witwe. Abends und Montag: Der fidele Bauer, nehmen laffen würden. Die Stoften tönnen Sie, falls nicht im Be trage Schiller Theater O. Sonntag: Stabale usb Liebe. Montag, Dienstag, Gegenteiliges ftebt, von der Miete abzieben, sonst bei Gericht einflagen. . 26. 1. Nein, 2. 34. Freitag und Sonnabend: Der ich warze Kavalier. Mittwoch: Die Zwillings Genoffen 700. Zweds Wiedervers wester. Donnerstag: Das Opferlamm. Nächsten Sonntag, nachmittags beiratung eines Witwers oder einer Bitwe ift die Erteilung eines Aushe: Der vote Leutnant. Abends: Der Jamittentag, Montag: Das einanderlegungsscheines erforderlich, wenn eheliche, minderjährige Kinder Stiftungsfeft. porhanden sind, sind nur großjährige, ober feine Stinder vorhanden, so Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag: Der Graf von ist ein Auseinandersetzungsschein nicht erforderlich. In dem Antrag bes Charolais. Montag und Donnerstag: Die Bwillingeichwester, Dienstag Bitwers auf Erteilung eines Auseinandersetzungsscheins teilt der Antrag und Freitag: Der Familientag. Mittwoch: Die Braut von Messina. fteller dem Amtsgericht mit, daß er sich wieder berbeiraten will, beantragt Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau van Deleans. Abends: Die die Auseinandersehung mit feinen minderjährigen Kindern vorzunehmen und willingsichweiter, Sonntag, nachmittags 8 Uhr: Gös von Bertigingen. ihm den Auseinanderlegungsfein zu erteilen. wedmäßig ist es, zur BeAbends: Der schwarze Stavalier. Montag: Die Braut von Messina. ichleunigung der Sache eine bestimmte Person als Teilungspfleger vorzuFriedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag: Wilhelm schlagen, Die Sterbeurtunde der Frau sowie die Geburtsurlund der Tell. Montag Dienstag: Seine Hoheit. Mittwoch: Im weißen Bögl tinder und ein Vermögensverzeichnis über den Nachlah der Ehefran und Domerstag und Freitag: Ormingard. Sonnabend, nachmittags 4 lbr über das etwa der Berwaltung des Ehemannes unterliegende Bermögen Mag und Movie, Abends; Jimingard. Sonntag, nachmittags 3 Ube: der Kinder ist beizufügen. In der Regel empfiehlt es sich, zugunsten der Madame Sans Gêne. Abends: Seine Hoheit. Montag: Srmingard. Stinder auf die Erbschaft aus dem Bermögen der Ehefrau zu verzichten, Thalia Theater. Sonntag und Montag: Der Verschwender. Dienstag: wenn der Nachlaß ein unbedeutender ist. 23. S. 42. Uns unbekannt. Künstlerblut. Mittwoch, nachmittags 4 Uhr: Häntel und Gretel, bends, St. 2. 50. Der Vertrag ist leider Ihrer Frau gegenüber gültig. Sie Donnerstag und Freitag: stinstlerblut. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: selbst ballen aber für das Staufgeld nicht, 21. Sch. 7. Wiedervolen Sie Max und Moriz. Abends: Künstlerblut. Sonntag, nachmittags 3 Uge: Ihre Anfrage unter Ergänzung, in welchem Verwandtschaftsverhältnis zu den Berstorbenen diejenigen stehen, welche Erbansprüche ergeben. Dollor Slapperftorch. Abend und Montag: Künstlerblut. guiien Theater, Sonntag: Die Räuber. Montag, Dienstag, Mittwoch 0. 6. 27. 1. Durch das Gesch vom 12. März 1893 ist der Bußtag auf umb Donnerstag: Die Ehre. Freitag: Billa Bentendorf. Sonnabend, nach den Wittwoch bor bem legten Trinitatissonntag verlegt. 2, wenn nicht mittags 411: Die Stöntgefinder. Abends: Die Ehre Sonntag, nach etwa in Shrem Bertrage das Gegenteil abgemacht ist, baftet ber Birt für mittags 8 Uhr: Ausgewiesen. Abends: Die Ehre. Montag: Stolz der den Gefab der durch Dritte zerbrochenen Sch.lben, 23. 2. 3. 4. 1. Eventuell bie Bersicherungsanstalt, fonft der Armenverband. 2. 200, Berliner Operetten- Theater SW, Sonntag: 3m Forsthause. 3. Der Antrag ist an ben Magistrat, Abteilung für Bnvalidenversicherung, Montag und Dienstag: Havana. Mittwoch, nachmittags 3%, Uhr: Nathan 1 Stöllnischer Bart, au richten. Residenz Theater. Sonntag: Ferreol. Von Montag bis Sonnabend: Kümmere dich um Amelie. Nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Haben Sie nichts au verzollen Abends und Montag: Kümmere dich um Amelie Hebbel Theater, Sonntag, Dienstag und Freitag: Erde. Montag, Mittwoch und Sonnabend: Hohes Spiel. Nächsten Sonntag: Der Liebhaber. Trianon Theater. Sonntag: Monfieur Alphonse. Von Montag bis Sonnabend: Die Liebe wacht. Nächsten Sonntag, nachmittags 8 Uge: Seine erste Frau. bends und Montag: Die Liebe wacht. Neues Operetien Theater. Sonntag: Bater. Bon Montag bis Freitag: Die Dollarprinzeffin, Sonnabend, nachmittags 8 Ube: Den Stonig. brückt der Schub, Sonntag, nachmittags 3 Uhri Der Opernball Abends und Montag: Die Dollarprinzessin. Stadt. Extra billiges Angebot für den Weihnachtsbedarf Pren Sie die Preiss 110 cm breit. Moderne Plissee- Stoffe für Faltenröcke, aparte Streifen, 1.50 1.75 1.95 Großkarierte Stoffe auf Kammgarn, Cheviot- und Tuchgrund, 1.00 1.25 1.50 Woll- Blusen- Flanelle Streifen, Karos und Bordürenmuster, 1.25 1.50 1.70 90-110 cm breit. 70 cm breit Meter Meter Ein großer Reinw. Cheviots u. Chevrons große Farbensort. 75 Pf. 1.00 1.35 Posten neue Gewebe Mtr. Prüfen Vergleichen Sie die Qualitäten. Elegante Damentuche größte Neuheit in feinen Streifen- Karos Meter 1.25 Farbige Taffet- Chiffons in großem Farben- Sortiment Reinseidene Karos mit und ohne Atlasstreifen. 9 · ... Meter 1.45 • Meter 1.65 1.95 Lindener Velvet Große Neuheit, garantiert haltbar in allen 1.50 1.85 Farben. 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( Nachdruck verboten.) 73 217 29 723 33 38 64 1267 91[ 1000] 816 28 923 67 2033 280 86 92 311 76 89 491[ 5000] 619 780 85 914 23 88[ 3000] 3081 165 208 313 42 98 645 734 801 2 4116 264 827 673 119 842 5132 83 48 53 461 520 56 802 900 87 95 6098 715 801 12 17 936 7053 67 93 207 59 713 966 8615 751[ 300] 966 9114 475 552 942 10208 99 608 12 702[ 500] 50 975 11078[ 500] 109 [ 500] 858[ 1000] 97 661 66 782 902 12076 251 407 987 13014 63 287 591 688[ 500] 757 874 914 14076 229 87 450 508 724 919[ 500] 32 63 73 15127$ 5 96 469 99 510 [ 500] 31 684 92 742 902 16 16091[ 5000] 354[ 3000] 533 685 897[ 1000] 17282 494 609 39 703[ 500] 859 18041 53 299 351 59[ 1000] 98[ 500] 19132 91 345 481 35 696 726 83 20073 141 21039 447 529 80 22282 319 736[ 800] 818 936 23223 36 320 924 24054 72 151 537 635 733 95 25199 221 27[ 1000] 331 34 5856 776 861 26062 222 557 630 709 810 79 27283 440 537[ 3000] 89[ 10 000] 28247 61 812 81 494 5 6 82 664 724 95[ 500] 866 905 66 29545 57 642 916[ 3000] 71 30040[ 1000] 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( Nachdruck verboten.) 99 204 47 345 36 1000] 428 79 840 94 810 201122 472 547[ 1000] 74 750 951 2562[ 3000] 741 913 3023[ 1000] 335 440 629 711 824 79 4008 637 847 58 949 5041 168 219 325 27 401 46[ 500] 81 738 6028 57 141 81 303 531 730 822 [ 1000] 7223 62 316 26 36 415 30 508 88 668 814 71 89 8179 317 32 610 792 94.879 9064 415 531 827 947 10014 304 60 424 641[ 3000] 18 11039 480 633 717 61 T1000] 807 81 998 12281 379 604 19[ 3000] 47 737 856 89 13017 142 262 99 656[ 3000] 62 94 975 14024 246 68 338 681 712[ 1000] 15049 119 57 65[ 500] 315 705 832 982 16173 97[ 300] 405 12[ 1000] 17104 62 584 658 18129 804 80 927 19019 125 379 470 541 824 959 67 206[ 500] 426 85[ 3000] 515[ 3000] 638 41[ 1000] 48 727 20041 164 491[ 300] 617 918 21336 446[ 3000] 512 19[ 500] 58 708 911 96 22178 894 558 602 70[ 1000] 700 19 23127 328 32 459 619 998 24125[ 500] 604 832 99 913 25232[ 3000] 43 414 71 612[ 1000] 726 63 808 26031 [ 300] 133[ 3000] 213 383 626 62 721 803 90 27034 257 69 408 86 786 904 28147[ 500] 209 98 320 440 601 798 833 29286[ 500] 428 81 645 814 96 904 21 40 3025[ 3000] 457 510 19 77 758 904 88 31100 300 [ 500] 55[ 500] 492[ 500] 96 520 48 32118 201$ 15[ 1000] 09 430 501 86 624 707 828 76 91 953 33008 15 44 60 113 544 787 63 91 887 93 34031 234 642 708 818 66[ 500] 949 35215 588[ 1000] 36040 46[ 1000] 499 60 666 83 908 37030 371 472 19 760 83[ 1000] 38042 318 67 423 39036[ 500] 51 94 107 12 75 265[ 500] 70 48 770 890 977 40146 766 939 64 41003 14 485 532 717 44 885 95 42376[ 1000] 332 808 44 43064 177[ 500] 356 82 598 615 81 44176 871 95 503 812 941 45088 151 62 275 95 405 68 525 718 899 930 46107[ 1000] 379 463 591 47022 54 664 73 702 897 948 55 48130 701 844 49017 312 793 894 966 86 50084 137 395 559 58 762 78 51242 393 452 822 30 52017 43 352 500 616 86 880 53155 83 295 308 483 84 821 48[ 500] 53 54027[ 500] 319 49 441 526 719 55118 270 480 557 871 88 56046 232 89 459 70 698 706 897 57110 [ 300] 201 76[ 1000] 465 72 89 721 58140 202 599 788 837 [ 1000] 964 59116 202 315 508 11 39 655 862 89 91[ 500] 60035 205 87 662 774 882 61004 28 51 115 221 481 78 582 637 878 906 62037 385 434 66 63152 522 685 89 93 738 64007[ 300] 48 312 54 614 798[ 1000] 65189 282 875 440 523 53 699 774[ 1000] 898 941 66140 45 287 504 447 67 586[ 3000] 652 783 67004 50 76 305[ 500] 76 91 534 885 68031 362 401[ 1000] 88 529 642[ 500] 80 905 69003 136[ 500] 224[ 1000] 35 397 463 71[ 1000] 518[ 3000] 30 89 664 77 861[ 300] 951 78 70123 54[ 3000] 225 69 93 849 504 35 81 876 71015 140 483 85 595 660 758 897[ 3000] 72072 131[ 1000] 36 367 530 773 884[ 500] 963 73178 509 689[ 1000] 720 77 998 74052 111 62[ 1000] 361 479 514 48 784 804 75266 505 28[ 500] 76248 521 687 758 77028 117[ 1000] 63 209 82 614 833 78343[ 500] 534 49 610 79026 85 127 34 429 625 799[ 1000] 936[ 3000] 80091 219 406[ 1000] 52 589 81148 378 574 678 856 [ 8000] 82321 744 87 820[ 500] 900 36[ 1000] 83018 473 586[ 500] 754 832 84042 364 727 87 803 90 85123 44 433 [ 1000] 583 692 751 895 951 86068 133 57 75 210 64 87008 145 361 428[ 500] 658 792 825 28[ 1000] 79 917 88091 111 91 227 548 620 84 874 86[ 500] 89106 768 801 24 45 90133[ 500] 225 341 37 62 488 782 806 91102 40 60 $ 14 79[ 1000] 643[ 500] 70 919 27 72 92088 155 244 852 413 654 961[ 3000] 93000[ 1000] 21 59 122 234 48 59 307 67 43 64 892 972 94081 165 94[ 1000] 271 879 598[ 500] 618 749 973 95017 50 201 93 494[ 500] 538 971 81 96684 878 915[ 3000] 97175 99 628 83 779[ 3000] 98220 41 615 798 99280 439 618 712 100098 685 760 879 101025[ 500] 39 105 69[ 500] 380 483 527 702 102011 13[ 3000] 24 34 112 381 103187 222 344 611 719 73 893 985 104037 171 88 229 55 57 335[ 300] 404 643 105242 317 54 612[ 1000] 25[ 300] 106163 289[ 1000] 107488 630 718 59[ 1000] 108159 [ 1000] 207 356 93 742 1500] 91 862 76 932[ 500] 109037 98 145 83 223 82 502 61 85 620 742 80 99 807 42 80 110400 570 681 702[ 500] 848 111065 292 536 57 58[ 1000] 661 92 743 47 878 969 112224 88 341[ 3000] 64 467 563 790 820 113690 48 863 926 114235 315 [ 500] 828 115114 15 204[ 10001 450 501 24 708[ 500] 934 55 116032 77 112 779 936 117197[ 10000] 225 80 358 87 510 5000 648 710 74 90 906 118005 221 90 502 940 57 119181 491 384[ 500] 646 855 120592 601[ 500] 961 77 121068 97 801 549 602 [ 300] 753 955 122555 86 790 832 123093 259 836 39 80 187[ 1000] 606 703 69 124153 282 356 411[ 500] 67. 652 65 750 831 988 125042 79 277 813 85 481 554 95 756 126250 88 836 91 499 127104 11 29 358 410 69 [ 1000] 540 52 84 625 56 62 65 128019 239[ 3000] 577 821( 1000] 129058 218 97[ 3000] 581 750 851 87 969 130004 467 316 657 131047 74 132 58 310 32 74 457 93 565 794 937 132169 205 073 976 133211 407 14 585 699 816[ 10001 134170 86 437 705 18 65 876 135347 436 82[ 3000] 85 539 136149 221 442[ 300] 571 1000] 961 137160 247 68 354 427 636 763 262 138072 197 868 697 787 911 139314 453 035 Preisliste kostenlos! 140115 97 248 454 91 570 701 13 85 970 74 141038 303 83 401 91 586 90 767[ 500] 98[ 500] 806 58 142115 341 54 451 918 68 143088 94 201 316 483 652 144044 71 213 80 304 579 634 81 724[ 1000] 900 20 52 98 145023 66 105$ 2 574 87 146129 303 9 55 97[ 1000) 570 618 89 147150[ 500] 295 315 642 719 92[ 5001 805 14 904 21 148281 323[ 1000] 641 80 149027 54 87[ 500] 157 150388 597 151279[ 1000] 419 636 702 152084 114 523 631 731 99 153095 154 242 69 86[ 500] 87 98 301 418 58 728 47 83 154070 179[ 3000] 414 526 618( 500] 868 938 155022 171 334 455 673 709 859[ 500] 156001 380 556 621 708 816 72 934 157109 812[ 3000] 489 780 834 58 158215 55 607 29[ 1000] 768 976 159013 274 91 SCS 482 588 787 830 66 160098 106 467[ 3000] 576 660 752 875 974 161097 164 67 251 86 304 523 26 54 619 733 904 51 162194 885 655 940 163170 241 662 818 22 32 57 164108[ 500] 205 413 672 843 165660 79 740 844 934 166013 70 624 998 167088 829 480 903 168064 78 184 206 54 348 416 675 791[ 500] 937 44[ 1000] 169164 88[ 500] 352 554 628 74 [ 30000] 823 94 170248[ 1000] 379 95 424 61 80 817 48 62 993 171017 97 115 23 680 709 835 920 172029 49 479 355 606 775 858 173005 17 402 81 63 699 174276 276 [ 1000] 417 696[ 500] 807 42 175271[ 1000] 581 498 176218 470 177034 192 220 90 97 397 402 17 617 58 805 178219$ 75 449 556 97 874 905[ 50000] 34 60 70 [ 500] 179111[ 3000] 231 642 50 70 778 906 180173 877 413 647 706 18 891 95 181178 835 442 58 612 76 753 892 182039 142 530[ 500] 690 18338503 554 628 184032 237[ 1000] 62 401 46 558 676 879[ 500] 907 18 62 185024 32 256 852[ 500] 83 462 813 30 83 961 69 186197 521 60[ 500] 737 837 187642 844 916 36 188241 453 92 583 801 75 189167 256 81 819 58 [ 500] 503 828 942 190006 64 134 78 366 435 581 655 191045 95[ 500] 178 210 896 521 702 91 192017 82 283 345 794 811 193538[ 500] 58 922[ 3000] 194071 248 62 578 631 792 902 8[ 500] 195036 253 481 88 621 81.993[ 3000] 196070 162[ 1000] 280 478 615 914 197381 560 78 81. 71 905 15 66 198136[ 500] 281[ 500] 481 987 199011 144 213 22 38 834 907 200143 290 405 730 824 87[ 500] 915 201119 68 4: 2 [ 500] 69 704 202006 19 31 84 102 33[ 500] 87 267 83 318 41 410 51 696 203042 146 328 596 735[ 1000]$ 18 974 204133[ 1000] 70 355 655 85.762 205362 489 513 703 27 65[ 500] 888 206146 419 571 893 938 207083 [ 500] 397 652 81 89 840 63 991[ 5000] 208412 29 58 655 958 209156 82 237 44 369 411 83 97 615 47 210247 925[ 3000] 492 628 49 710 39 889 914 211015 49 150 351 415[ 500] 528 84 601 716 78 962 212225 31 [ 500] 61 80 492 729 87 854 213071 266 494 600 30 85 788 50 74 2142: 6[ 300] 87 417 578 621 24 215060 231 598 646 729 216152 268 501 715 92[ 3000] 217519 642 994 218364 692 740 99 936 219258 300[ 1000] 3 627 137 220121 324 554 686 937 221088[ 3000] 413 75[ 500] 85 555 768 69 899 927[ 3000] 222225 553 93 729[ 1000] 96 815 22 81 955 223072 88 211 554 737 923 224240 395 469[ 8000] 755 88 225040 129 255 845 447 688 798 868 967 226036 188 509 610 227056 278[ 1000] 860 650 822 25 228022 280 92 408 94 657 816 229025 854 528 687 873 230688 719 852[ 500] 983 231785 232274[ 3000] 92[ 1000] 587 689 726 958 88 2331: 6 57 385[ 3000] 526 48 978 86 234116 500 690 729 802 79 235002 12 183 588 626 801 60 63 67 993 236168 375 605 77 84 237050 98 117 690 238029 30 197 207 12 654 79 826 961 239075 139 255 62 437 74 86 650 60 927 32 240331 441[ 500] 523 44 740 970 73 241004 851 66 916 242406 68 515 74 620 746 243145 200 17[ 500] 87 426 524 90 639 899 244029 228 506 72 670 79 723 26 [ 500] 38 898 964 81 245166 214 65 90 386 585 622 57 63 835 246019{ 1000) 883 66[ 300] 247230 443 668 776 955 248045 592 935[ 3000] 249041 492 928 250158 230 609 711 917 35 36 73 83 251058 142 505 59 740 59 70[ 5000] 934[ 1000] 252018 399 467 587 82 623[ 500] 719[ 1000] 27 45 919 43 253034[ 3000] 66 486 732[ 500] 904 43 254125 719 21 864[ 500] 82 970 255024 164 282$ 13 631 47 74 77 875 256272 93 320 428 77 257241 387 540 746 90 258021 88 213 361 514 259018$ 32[ 5000] 589 623 728[ 1000] 260103 222 800 730 261136 290 91 305 414 56 65 83 262132 65 222 41 468 500 629 871 983 263047 [ 1000] 460 61 713 34 818[ 500] 99[ 500] 904 264140 58 369 688 96[ 3000] 844 969 265025 85 512 37 266010 $ 38 435 579 693[ 500] 706 947 267132 286 490[ 1000] 712 62 92[ 1000] 849 954 268255 320 31 536 850 57 60[ 300] 992 269154 757[ 500] 270020 275 575 806 99 946 79 271069 997 459 584 761 952[ 1000] 272 138 40 63 588 92 273096[ 500] 121 365 74 85 473 627 57 702 20 86 843 955 274081 104 [ 1000] 92 320[ 8000] 495 548 50 60[ 1000] 891 929[ 1000] 275355 641 722[ 500] 884 276149 206 34 54 318 588 277042[ 500] 811 19 53 428 517 829 278180 38 838( 1000) 458[ 1000] 16 513[ 3000] 24 70 810 934 279187 650 757 970 280187 298 480 591 613[ 500] 747 50[ 500] 67 853 [ 300] 964 28134 220 601 806 932 282082 56 217 74 95 433 554 602 762 79 837[ 500] 901 16 30 283246[ 3000] 458 621 49 850 284130 33 202 350 436 99 795[ 5000] 814 285469[ 1000] 79 570 286221 30 452 681 1500] 772 287093 225 63 447 82 527 635 T22 81[ 500] 934 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 274. 25. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 2. November 1908, Verfammlungen. Die wirtschaftliche und fanitäre Lage der Arbeiter der chemischen Industrie. Am Sonntag fand im Balasttheater eine öffentliche Vers sammlung der in den chemischen Fabriken, den Farben-, Seifen-, Gummi., Schallplatten-, Glühlicht, Magnesia- und Glimmerfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen statt, die der Aufklärung über die wirtschaftliche Lage und die Gesundheitsverhältnisse der Arbeiterschaft der chemischen Industrie, sowie der Agitation für ihre Organisation, den Fabrikarbeiterverband, diente. Die Versammlung war zahlreich besucht, man meinte jedoch, daß der Andrang noch stärker gewesen wäre, wenn nicht am selben Tage der„ Handels- und Transportarbeiterverband" für Rummels burg eine Versammlung der Anilinfabritarbeiter einberufen hätte. Merkwürdig war es, daß die Polizei in der Gegend des Palast theaters wieder einmal außerordentlich starke Besorgnis um die öffentliche Sicherheit zeigte, und eine Masse von Schuhleuten samt ihren Vorgesetzten sich teils auf der Straße und an den Brücken zum Schloßplaz aufhielt) teils in der Börse und anderen Gebäuden untergebracht war. Vermutlich hat dazu der Umstand beigetragen, daß diese gewerkschaftliche Versammlung in der Vorwärts" Anzeige irrtümlicherweise unter die Ueberschrift Oeffentliche politische Verfammlungen" geraten war. Irgendwelche Gelegenheit zum Ein schreiten fand das zahlreiche Polizeiaufgebot natürlich nicht. Als Referent sprach der Verbandsvorsitzende und Reichstagsabgeordnete August Brey. Er schilderte die großartige Ent widelung und Rentabilität der chemischen Industrie im Gegensatz zu der meist höchst elenden Lage ihrer Arbeiter. Im Jahre 1882 zählte man in der chemischen Industrie Deutschlands 1999 Betriebe mit 62 884 Arbeitern und Angestellten, und im Jahre 1905 war die Zahl der Betriebe auf 8278, die der beschäftigten Personen auf 188 386 angewachsen. Für die Unternehmer ist diese Industrie außerordentlich gewinnbringend Im Jahre 1906 wurden Divibenden von durchschnittlich 17,04 Broz. ausgezahlt. Auch die allgemeine Wirtschaftskrise scheint ziemlich wirfungslos an der chemischen Industrie vorüberzugehen. Zahlten doch die Höchster Farbwerke ihren Aktionären noch für das Jahr 1907 30 Proz. Dividende, die Badische Anilin- und Sodafabrit ebenfalls 30 Broz., Schering in Berlin 17 Broz., Beyer in Elberfeld und Leber- Lohnverhältnisse der Scheringschen Fabrit, der„ Chemischen fusen im Volte Jammerfusen" genannt statt 36 Broz. im Fabrit auf Attien". geschildert und behauptet wurde, daß hier 1906, nicht weniger als 56 Proz. Bei solchen ungeheuren in diesem Jahre der Stundenlohn von 35 Mehrwerten, die ja in den Dividenden nur teilweise zum Ausbrud fommen, belief der Durchschnittslohn der Arbeiter sich im Jahre 1905 auf nur 3,54 M. pro Tag, 1906 auf 3,71 M. In vielen Betrieben der chemischen Industrie wird Tag und Nacht gearbeitet, und auch Sonn- und Feiertags. Arbeitsschichten von 10% bis 12 Stunden find die Regel, und oft müssen Arbeiter ohne Schicht wechsel 24, in einzelnen Fällen sogar 36 Stunden tätig fein. Noch trauriger wird die Lage der Arbeiter dadurch, daß die Erfrankungs und Unfallgefahr weit stärker ist als in anderen Industrien. So ergibt ein Krankenkassenbericht der Badischen Anilin- und Sodafabrit, daß bei ihrem Arbeitspersonal faft fünfmal soviel Ertran fungen vorkommen als in den Krankenkassen durchschnittlich, und mehr als doppelt so viele wie in den Knappschaftskassen der Berg leute. Soweit die Organisation der Arbeiter Einfluß gewonnen hat, sind die Löhne erhöht, die Arbeitszeiten verkürzt, die fanitären Einrichtungen verbessert worden. Aber wenn auch der Fabrikarbeiterverband schon mehr denn 136 000 Mitglieder zählt, so hat doch ein großer Teil, besonders die Arbeiter und Arbeiterinnen der chemischen Industrie, den Wert der Organisation noch nicht begriffen, während die Unternehmer schon lange nicht nur in Kartellen und Syndikaten, sondern auch zusammengeschlossen sind in ihren Berufsorganisationen, die bestimmt sind, zu ihren Gunsten die Gesetzgebung zu beeinflussen und den Bestrebungen der Arbeiter fchaft entgegenzutreten. Von der Regierung sind die Unternehmer schon über die Pläne zu einer neuen Bundesratsverordnung, die dem Schuße der Arbeiter chemischer Betriebe dienen soll, unterrichtet worden. Als der Redner sich an den Staatssekretär BethmannHollweg wandte, damit auch der Arbeiterschaft Kenntnis davon gegeben werde, erhielt er die Antwort, daß zunächst ein Plan noch nicht vorliege, daß man nur verschiedene Industhelle und Werkmeister chemischer Betriebe aufgefordert habe, Ausfünft über den Stand der Technik zu geben. Es steht jedoch feft, daß die Unternehmer schon eine Reihe von Bedenken gegen zum Schuße der Arbeiter und Arbeiterinnen geplante Vorschriften geäußert haben. Sweds Agitation für die Versammlung hatte der Verband in Maffen ein Flugblatt verbreitet, worin unter anderem auch die Jahre worden ist, und daß kein Arbeiter, felbst wenn er 10 bis 20 pre in der Fabrik tätig war, mehr als 40 Pf. erhält. Dagegen hatte die Firma eine Berichtigung an den Referenten gesandt, die dieser auch in der Versammlung verlas. Die Firma erklärt darin, daß, was über ihren Betrieb im Flugblatt gefagt werde, den tatsächlichen Verhältnissen nicht völlig entspreche. Es sei feine allgemeine Lohnherabfeßung erfolgt, sondern nur seien im Mai dieses Jahres die Löhne für Neueingestellte etwas herabgejezt worden. Andererseits hätten trop des schlechten Geschäftsganges verschiedentlich Lohnerhöhungen stattgefunden. Auch erhalte ein großer Prozentsaz der Arbeiter mehr als 40 Pf. ohn die Stunde. Der Redner jagte demgegenüber mit Recht, daß die Herabsehung des Anfangslohnes auf 32 Pf. doch eine Serab feßung des Minimallohnes in fich schließt, und daß es jedenfalls nur wenige Arbeiter feien, die wirklich über 40 Bf. erhalten In der regen Diskussion, die dem inhaltreichen Vortrag folgte, bemerkte ein Arbeiter, der mit den Verhältnissen bei Schering sehr gut vertraut ist, daß ihm keiner bekannt sei, der dort mehr als 40 Pf. Stundenlohn habe; fogar ein Arbeiter, der schon 34 Jahre in dem Betriebe tätig sei, erhalte feinen höheren Lohnjazz. Biels leicht habe die Firma mit den Befferbezahlten die Vorarbeiter gemeint, aber sie erhielten ja Monatslöhne. Ferner wurden in der Diskussion besonders auch die traurigen Lohnverhältnisse mehrerer Seifen wie Gummifabriken geschildert, wo Stundenlöhne von 25 bis 35 Pf. gezahlt werden und für Leben und Gefundheit der Arbeiter ebenso schlecht gesorgt ist. Dabei wurde unter anderen auch die Seifenfabrit von Hermann, Inhaber Stobwasser, genannt, die durch religiöse Sprüche an und in ihrem Fabrikgebäude ihr praktisches Christentum leuchten läßt. Außer dem machte der Vorsitzende Bruns bekannt, daß in einigen chemischen Fabriken, als man von der Verteilung der Einladungs. zettel zur Versammlung erfuhr, die Parole ausgegeben wurde, daß Sonntag gearbeitet werden müsse, offenbar nur um die Arbeiter von der Versammlung fernzuhalten. Die Polizei, die so zahlreich am Feenpalast aufgeboten war, hätte vielleicht besser getan, sich einmal um jene wahrscheinlich nicht zugelassene Sonn. tagsarbeit zu befümmern. Mit noch nie dagewesenen Mitteln domablaiso trüglicher Beweis für die find Kathreiners Ma‍zkaffee- Fabriken von ihrer Konkurrenz angegriffen worden Konkurrenz angegriffen worden- ein untrüglicher Beweis für die Bedeutung und den Wert des echten Kathreiners Malztaffees. 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Gäste willkommen! 293/2 Freie Jugendorganisation Berlin. der ber 1. Die augenblickliche politische Situation. Referent Genosse Orts- Krankenkasse Orts- Krankenkaffe Landtagsabgeordneter Ströbel. 2. Disfussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Borstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 6. Dezember 1908, vormittags von 10 bis 2 Uhr, findet im Graveure usw. Berlin. Am Montag, d. 30. November, abends 7 1hr, findet im„ Dresdener Garten, Dresdener Straße 45, die Ordentliche Gewerkschaftshause, General- Versammlung Engelufer 15, Saal 1, eine des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Wahl- Versammlung Dienstag, den 24. November, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in der Berliner Bockbrauerei, Abteilung II, Chauffeeftr. 64. Zages Drbnung: ftatt. Gemeinsame Orts Krankenkasse für Köpenick und Umgegend. Zu der am Montag, den 30. Nov mber cr., abends 7 1hr, im Lokal Franz Kähne, Adlershof, am Bahnhof, stattfindenden ordentlichen Lages Drbnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht vom IV. allgem. Rongreß der Krankenfämtlicher großjährigen Kassen: faffen Deutschlands. 3. Bericht von mitglieder statt. ber XV. Zahresversammlung der General- Versammlung Drts- Krantenfassen. 4. Wahlen zum laden wir hiermit die Vertreter der Tages- Ordnung: Wahl von 408 Vertretern zur Vorstand( 2 Arbeitgeber, 4 Arbeit: Arbeitnehmer und die Vertreter der Generalversammlung für 1909. nehmer). 5. Wahl von drei Mit. Arbeitgeber ein. (§§ 49 und 49a des Statuts.) gliedern zur Prüung der Jahres6. Die Krankenkontrolle ( Nach§ 38 des Statuts ist die rechnung. Bahl geheim und durch Stimmzettel vorzunehmen.) im Jahre 1908. 7. Verschiedenes. Auszahlung der Diäten. Die Legitimationsfarte ist mitzuDie Herren Arbeitgeber werden bringen. ersucht, den Mitgliedern zum 280/7 Zwerke der Legitimation bei der Der Vorstand. Zages Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2. Ne u wahl von 5 Bor ftandsmitgliedern und zwar 2 Arbeit geber und 3 Arbeitnehmer. 3. Er. at wahl von 2 Vorstandsmitgliedern der Tagesordnung gelegenheiten. 280/4 Adlershof, den 20. November 1908. Der Vorstand. K. Haufen, Vorsitzender. 1. Das Volk und die neuen Steuern. Ref.: Genosse Fritz Kunert. 2. Diskussion. Wahlhandlung die Mitgliedstarten Orts- Krankenkassend zwar a Arbeitnehmerine AnBu zahlreichem Besuch ladet ein [ 231/7] Der Vorstand. Schöneberg! Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 24. November 1908, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den ,, Neuen Rathaus sälen", Meininger Straße 8. Tages Drdnung: 16/5 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Brey- gannover: Die Reichsfinanzreform." 2. Bereinsangelegenheiten. 8. Berschiedenes. Der Vorstand. Heute Sonntag, den 22. November, mittags 1, Uhr, Taubenstr. 49: Urania- Vorstellung. Billetts das Stüd 70 Pfennig sind am Eingange des Theaters beim Genossen L. Herter zu haben. D. O. Cinzano echter Torino- Vermouth- Wein als magenstärkendes Getränk zu jeder Zeit für Jedermann nützlich u. stärkend. Cinzano Cinzano Cinzano Cinzano Cinzano Cinzano wird ärztlich empfohlen als tägliches Frühstücksgetränk allen schwächlichen blutarmen magenleidenden Personen. vor Tisch wirkt appetitanregend und kräftigend. vor kaltem Bier erwärmt und schützt vor Erkältung des Magens. mit Mineral- oder Selterwasser ist das beste Erfrischungsgetränk. wird erzeugt aus reinem Naturwein unter Zusatz von ausgewählten heilkräftigen Kräutern. ist auf der ganzen Welt bekannt und eingeführt. Wer Cinzano trinkt hat das Richtige gewählt. Zu haben in besseren Geschäften und Lokalen. oder eine Bescheinigung zu ver absolgen. Ohne Legitimatlon kein Zutritt. Bum 8med der Kandidaten- Aufstellung zur vorstehenden Wahlversammlung findet eine Versammlung der Schloffer und verwandten Gewerbe. Die Mitglieder obiger Staffe werden auf Grund des§ 34 des Kassenstatuts vom 26. Juli 1906 aufgefordert, am Montag, den 30. November er., abends 8 Uhr, sämtlich. Rassenmitglieder im Gewerkschaftshauſe, Engelufer 15 statt am Donnerstag, den 26. November 1908, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Woll heim über Luft und Leben". 2. Aufstellung der Kandidaten. Die Kassenmitglieder werden gebeten, die aufzustellenden Kandidaten genau mit Namen, Bornamen, Wohnung, Kassennummer und Betriebsstätte zu bezeichnen. Am Montag, den 7. Dezember 1908, abends von 7 bis 9 Uhr, findet im Kaffenlokal, Bormann. straße 29, born 1 Treppe, eine Wahl- Versammlung bebuss Wahl von 315 Delegierten sich einzufinden. Wahlberechtigt find nur diejenigen Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben und im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte find. Die Wähler haben sich durch das Kranken- Legitimations- und Quittungsbuch zu legitimieren. Die Wahl ist eine geheime. Die Herren Arbeitgeber, welche aus thren eigenen Mitteln ein Drittel zu den Beiträgen der bei ihnen be fchäftigten Mitglieder der Ortskrankenkasse der Schloffer und verwandten Gewerbe sablen, werden ersucht, am Montag, den 30. November cr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15 behufs Wahl von 153 Delegierten zu sämtlicher Arbeitgeber, eriheinens Legitimation dient die zuletzt gezahlte Beitragsquittung welche Beiträge aus eigenen Mitteln zahlen, statt. Sagesordnung: Wahl von 198 Vertretern zur Generalversammlung für 1909. (§§ 49 und 49a des Statuts.) ( Nach§ 38 des Statuts ist die Bahl geheim und durch Stimmzettel borzunehmen.) Die Herren Arbeitgeber fönnen zu Vertretern auch Geschäftsführer oder Betriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber wählen. Die letzte Beitragsquittung ist als Legitimation vorzulegen. Ohne Legitimation kein Zutritt. Bum Zwed der Kandidaten- Aufstellung zur bevorstehenden Wahlversammlung findet eine Versammlung der Arbeitgeber am Montag, den 23. November. 1908, abends 8, Uhr, im Restau rant Richard Brandenburger, Münzstr. 17, statt. Tages Drbnung: Aufstellung der Kandidaten. 2. Berschiedenes. 280/5 Berlin, den 22. November 1908. Der Vorstand. 1. J. A.: Mag Gutsche, Vorsitzender. Ordentliche Generalversammlung der Orts- Krankenkasse der Dachdecker Berlins findet am Mittwoch, den 25. No: vember 1908, abends 8, Uhr, im Saale des Herrn Dalg, SO., Skalitzer Str. 53, statt. Zages Drdnung: 1. Wahl für zwei Borstandsmitglieder für Arbeitnehmer auf 2 Jahre. 2. Wahl für ein Vorstandsmitglied für Arbeitgeber auf 2 Jahre. - Die Wahl ist eine geheime. 278/66 Der Vorstand. B. Heinrich, Vorsitzender. Günftiges Kaufangebot. Gasthofsgrundstück mit gr. Lokalität., mit macht. gr. Saal u. Garten, in start. Industriestadt Anhalts, 13 000 Einw., einz. Parteilofal ohne Kontur., ca. 400 Heftol. 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November, abends 7, Uhr, 62/ 7* im City- Hotel, Dresdener Straße 52-53. Nach dem Vortrage: Diskussion. Zur Deckung der Unkosten Entree 10 Pf. A. Hoffmann, Blumenstr. 14. Vertrauensmänner- Versammlung Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands für sämtliche Branchen und Bezirke bei Freyer, Koppenstraße 29. Kistenmacher Korbmacher. Zahlstelle Berlin. Montag, den 23. November 1908, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung der Schuhmacher und Schäftearbeiter in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17/18. Zages Drdnung: Montag, 23. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshanfe, Montag, den 23. November, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaufe, fluß auf die geistige und materielle Hebung der Arbeiterklasse." Engelufer 15, Saal 8: Engelufer 15: 1. Bortrag: Die Gewerkschaftsorganisationen und ihr Ein Referent Kollege C. Hermann. 2. Disfuffion. 3. Berschiedenes. Zu dieser Versammlung find befonders die in und Der Einberufer. Branchen- Versammlung. Branchen- Versammlung. Safeftepperelen befäftigten Stodegen und Roleginnen eingelaben. Zagesordnung: Zages Drbnung: 1. Bortrag des Kollegen Langhammer über: Die gegenwärtige der Kommiffion. 8. Brancheuangelegenheiten. Wirtschaftsfrisis und die Aufgaben der Organisation. 2. Verbands. angelegenheiten. 1. Die neuesten Vorgänge in der Geschoßkorb- Branche. 2. Wahl Bürstenmacher. Montag, den 23. November 1908, abends 8%, Uhr, bei Preuß, Holzmarktstr. 65: Branchen- Versammlung Sages Drbnung: 1. Vortrag über Krantenversicherung. 2. Branchenangelegenheiten. Maschinenarbeiter. Montag, den 23. November, abends 8 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4: Uhr, Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: Kammacher. Montag, den 23. November, abends präzife 8, Uhr, im Gewerk schaftshause( Saal 5), Engelufer 15: 170/1 Deutscher Kürschner- Verband Filiale Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Barnimstraße 21, b. pt. Tel.: Amt VII 6789. Mittwoch, den 25. November 1908, abends 8 Uhr: Branchen- Verfammlung Mitglieder- Versammlung der Kammacher und aller in der Zelluloid= Haarschmuck- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Die Lage der deutschen Rammacher nach der statistischen Aufnahme der Zentralkommiffion. Referent: Julius Hildebrandt. 2. Distuffion. 3. Werkstattangelegenheiten. im " Alten Schützenhause", Linienstraße 5. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Schriftsteller Heinrich Schulz über: ,, Jugenderziehung und Jugendorganisation." 2. Dis fuffion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Zahlreiche Beteiligung erwartet 102/14 Die Ortsverwaltung. Modell- und Fabriktischler Verband der Sattler. sowie Modelldrechsler. Die Donnerstag, den 26. November 1909, pünktlich abends 8 Uhr: Branchen- Verfammlung. 1. Vortrag des Arbeiterfekretärs Genossen G. 2int über: Unfallversicherung und ihre Bedeutung für die Arbeiter. 2. Dis. Iuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Kollegen von SW. find ganz besonders hierzu eingeladen. Die Branchenkommission. Branche der Näh- und DamenSchreibtischmacher. Montag, den 23. November, abends 8 Uhr, bei Kluge, Langestraße 53: Versammlung. Ortsverwaltung Berlín. Donnerstag, den 26. November 1908, abends 8%, Uhr: Allgemeine Mitglieder- Versammlung im Verbandshause der Gastwirtsgehilfen, Große Hamburgerstr. 18/19. in den Armin Hallen", Kommandantenstraße 58-59. Zages Ordnung: NO 1. Bortrag des Genoffen Schenk über: Jugenderziehung und Volksbildung. 2. Bericht der Kommission. 3. Branchenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Perlmutter-, Horn-, Steinnuß- Knopfarbeiter und-Arbeiterinnen. Donnerstag, 26. November, pünktlich abends 6 Uhr, im Gewerk schaftshause, Engelufer 14, parterre( Arbeitslosenraum): Zages Drdnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl eines Revisors. 3. Die Situation. in der Militärbranche. 4. Antrag der Militärbranche bezüglich, der Arbeitsvermittelung. 5. Verschiedenes.. 158/8 Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Towarzystwo Socyalistów Polskich w Berlinie. Posiedzenie w poniedziatek d. 23 t. m. wieczorem, ogodz 8% Das Erscheinen sämtlicher Stollegen wird erwartet. Die Kommiffion. Branchen- Versammlung. Merkowskiego. w lokalu Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Wyktad tow. Fr. Vergolder. Montag, den 23. November, abends 8 1hr, in den Nenen Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Mitgliedsbuch legitimiert. Jalousiearbeiter. Donnerstag, den 26. November, abends 8, Uhr, bei A. Boeker, Weberstr. 17: Branchen Versammlung. Branchen- Verfammlung. Zages Drbnung: Bortrag des Genossen Schütte über:" Römische Geschichte." 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Zages Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Krise und ihre Folgen. Referent: Genoffe Adolf Ritter. 2. Distuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Ringfreie Kohlen • 28365 X Salonbriketts, gr. 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