Kr. S7S. RtoaneRKatS'Bfdliwiiaeii: OsnnnnRtU- Stet3 gtlmumnanbe, vieneljährl.»L0 Ml, monatl. Ulo Ml, wöchmllich 28$fg. frei ins HlUiZ. Einzelne Nummer s Pfg> EonnlagZ. Nummer tnll muftricttet konmagZ. Beilage.Die Reue Welt' 10 Big. Bai!» ilbonnemeM: l.io Marl»ro Monat. «ingeimgeu in die«oll> Zeitungs- PreiLlilie. Unter Kreuzband mr Dcrulchiand und Oesterreich• Ungarn 2 Marl, für das übrige«uSland S Marl vr» Monat,«ostadonnemem» nehmen an: Belgien. Dänemark, Holland glasten. Luxemburg,«ormgal, Rumänien. Schweden und die Schweiz, OMtllt 0iNt iuStr Ontiafc 25. Jahrg. Vevlwev Volksblatt. Z�entralorgsn cier fozialclemokratifcken Partei veutfcklanäs. vle snwNong-eedliftk lekägt Mr dl« scch?gest>allcne Kolon«!- geile oder deren Raum w Big., Mr politische und gcwerllchaflliche Vereins- und Versammlung?. Anzeigen SO Pjg. „Kldnc Hnrcigcn", da? erste((ctt- gedruckte) Sott 20«fg, jedes wciirre Morl 10 Vlg. Stellengesuche und Schiaj- pellen-Unzeigen da? erste Wart lO Psg, jede? weitere San S Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. gnleraie Mr die nächste Ruinnier müssen dl? S Uhr nachmittag? in der Erpedition abgegeben weiden Die Expedition ist bi? 7 Uhr abend? geöffnet. Telegramm> Adresse: HSulalii(inDkr)t Rtrlls". Redaktion: SA. 68» Lindenstraeac 69. Ferniprecher: Amt IT. vir. 1983. | Dienstag, den 24. November 1908.| Expedition: SA. 68, Lindenatraesc 69* Sernsvrecher:(bat IT Sir. 1984. Zum cehrerbelolckungzgelet?. In der Begründung des neuen Lehrerbesoldungsgesetzes ist auffallenderweise von der Selbstverwaltung der Gemeinden bezw. Schulverbände die Rede. Diese Selbst- Verwaltung soll angeblich nicht gefährdet werden. Bei näherem Zusehen erkennt man jedoch, daß das neue Gesetz von der Selbstverwaltung überhaupt nichts mehr übrig läßt. Es wird ausgeführt, daß die„preußische Volksschule eine Veranstaltung des Staates" sei:„sie bildet einen einheitlichen Organismus". Diesem Grundsatze entsprechend müßte nun auch ein einheitliches Lehrziel, ein einheitliches Schuljahr und einheitliche Besoldung der Lehrer und Lehrerinnen festgesetzt werden. Man würde dann wesentlich in die Bahnen einlenken müssen, die von der Sozialdemokratie in ihrem Programm vorgezeichnet sind. Die LandratSämter, Steuerämtcr, Polizei usw. sind doch auch Veranstaltungen des Staates. Hier besteht völlige Gleichheit, wenigstens bezüglich des Gehaltes. Sobald man aber gerechterweise auch die Lehrer und Lehrerinnen gehalt- lich gleichzustellen hatte, stellten sich bei der Regierung V e r» fassungsschmerzgn ein.„Eine solche Maßnahme", so sagt die Begründung,„läßt sich indes auf dem Boden der Verfassung nicht durchführen, da es eine Loslösung der Lehrerschaft und der Schulunterhaltung von den vcrfassungs- mäßigen Trägern, den Gemeinden, bedeuten würde, wenn eine einheitliche Lchrerbesoldung für den Bereich der ganzen Monarchie von Staats wegen vorgeschrieben würde." Beim Polenenteignungsgesetz riß man die Zwirnsfäden der Verfassung einfach entzwei! Wenn die Verfassung der Erfüllung einer Kulturaufgabe hinder- lich ist, dann muß sie eben geändert werden. Nichts ist doch leichter als das. Die Redensart von der Loslösung der Lehrerschaft von den Gemeinden ist nichts als ausgesuchter Hohn! Die Gemeinden— bezw. Schulverbände, die aus mehreren Gemeinden bestehen können!— haben wohl das Recht, Lehrer oder Lehrerinnen anzustellen, aber auch tveiter nichts. Sie haben selbst im Falle nachweisbarer Unfähigkeit des Lehrers nicht mal das Recht, den Lehrer zu entlassen. Trotzdem nun die Regierung beweisen will, daß eine Ein- hcitlichkeit der Lehrcrgehälter verfassungswidrig ist, hällt sie es gleichwohl mit der V e r fa s s u n g wieder für vereinbar, in allen Orten unter 25 000 Einwohnern für den Bereich der ganzen Monarchie von Staats wegen das Einheitsgehalt unbedingt und unverrückbar festzusetzen und die Lehrerschaft in allen diesen Gemeinden von den v e r» fassungS mäßigen Trägern, eben diesen Gemeinden, loszulösen! Schon diese Tatsachen beweisen, daß es der Regierung lediglich an dem guten Willen fehlt, die Wünsche der Lehrer zu erfüllen. Aehnlich liegt es mit den Zulagen, die von den größeren Gemeinden gewährt werden dürfen, nicht müssen, da ist die Höchstgrenze vorgeschrieben; der verfassungsmäßige Träger, die Gemeinde, hat nicht einmal selbst zu entscheiden, in welcher Höhe die Zulagen gewährt werden sollen. Das bestimmt die Schulaufsichtsbehörde und im Falle der Beschwerde der P r 0 v i n z i a l r a t. Dabei for- dert die Regierung nun, daß die Schulverbände bei Be- Messung der Ortszulagen Rücksicht zu nehmen haben aus die Verhältnisse in gleichartigen Orten des Bezirks, der Provinz und des Staates, damit sie die„Gesamt- i n t e r e s s e n des Volksschulwesens nicht gefährden!" Das bedeutet, daß nunmehr die Kulturbremse gleichmäßig in allen gleichgroßen Städten noch lustig weiter gehandhabt werden kann, allerdings nur innerhalb der Grenze des Min- best- und Höchstgehaltes. Und das nennt man dann noch Selbstverwaltung! Nun, die Regierung weiß ganz gut, von welcher Qualität das Parlament ist. dem sie eine derartig böswillige Verhöhnung bieten darf. Die Negierung versteht es übrigens auch, der Sache einen minder böswilligen Anstrich zu geben, indem sie die Handhabung der Kulturbremse unter Ausschaltung der M i n i st e r i a l i n st a n z dem Pro- v i n z i a! r a t endgültig überträgt. Der Minister braucht nun für seinen demnächst zu erwartenden neuen Bremserlaß nicht mehr persönlich verantwortlich zu zeichnen, da der Provinzialrat und nicht er oberste Instanz ist! Die Tendenz des neuen Gesetzes ist daraus gerichtet, den Lehrern die etwaigen Vorteile, die es bringen könnte, nicht zuteil werden zu lassen. Lehnt nämlich eine Gemeinde die Bewilligung von Ortszulagen ab, dann kann die Schulauf- sichtsbchörde einschreiten. Das soll aber nur da geschehen. Ivo eine Erhöhung über das Mindestgehalt„unbedingt" geboten ist. Die Ursache dieser Zaghaftigkeit ist— man staune— der Respekt vor der Selb st Verwaltung der Gemeinde! Das Gesetz ist ein durchaus lehrerfeindliches. Soll den Lehrern die Ortszulage von den Gemeinden be- willigt werden, dann mutz sie erst die Aufsichtsbehörde ge- nehmigen. Will aber die Gemeinde Ortszulagen nicht be- willigen, dann hat die Regierung so viel heilige Scheu vor der märchenhaften Selbstverwaltung, daß sie diese mutigen Beschlüsse der lehrerfeindlichcn Gemeinde nicht anrührt!� Was bietet nun die Vorlage den Lehrern? Zunächst allen ohne Ausnahme ein„Grundgehalt" von 1350 M. und neunmal nach je 3 Jahren eine Alterszulage von 200 M. Das Grundgehalt ist aber nicht das Anfangsgehalt! Das Anfangsgehalt beträgt immer nur% des Grundgehaltes. Den Betrag des Anfangs- gehaltes bezieht der Lehrer vom 1. bis 4. Dienstjahre, vom 5. bis 7. Dienstjahre bezieht er das Grundgehalt, und vom 8. bis 31. Dienstjahre steigt das Grundgehalt alle drei Jahre um 200 M. bis zum Höchstbetrage von 3150 M. Diese Festsetzung ist unabänderlich für alle Lehrer in Land- gemeinden und Städten bis zu 25 000 Einwohnern. Ge- meinden bis zu 50 000 Einwohnern können bis zu 200 M., die bis zu 100 000 können bis zu 400 M. und die Städte mit über 100 000 Einwohnern können bis zu 750 M. Zulage zum Grundgehalt gewähren. Demnach stellt sich im besten F a l l e die Gehaltsregelung so: Schulverband AiifangSgehalt Grundgehalt Höchstgehalt mit 1.— 4. Dienst- 6.— 7. Dienst- nach 31 Dienst- Einwohnern jähr jähr jähren bis 25 000. 1080 M. 1350 M. 8160 M. , 60 000. 1280, 1650, 8350, . 100 000. 1480, 1760. 8550. Über 100 000. 1830„■ 2100„ 3900„ Die vorstehenden Sätze enthalten bei den Gemeinden mit über 25 000 Einwohnern die Ortszulage auch schon im An fangsgehalt. Die Gemeinden können aber beschließen, daß diese Zulagen erst nach einem bestimmten Be soldungsdien st alter gewährt werden. Dann würden die AnfangSgehälter noch niedriger ausfallen. Wie sich diese Bestimmung in der Praxis ausnehmen wird, deutet ziemlich unverfroren die Gesetzesvorlage an. Nach dem Wortlaut des Gesetzes„k a n n" und nach der Begründung„s o l l" die Be- willigung der Zulage von der Zurücklegung einer bestimmten Dienstzeit abhängig sein. Da ist die Bremse schon in die Motive hineingearbeitet I Bon einem ausreichenden Gehalt kann also nicht die Rede sein, zumal Vs der Lehrer das Höchstgehalt gar nicht erreicht. Unberücksichtigt läßt ferner der Entwurf die Stellung der VorortSgemeinden und Nachbar- städte. Hier wäre notwendig, daß der Staat den Gemeinden, die nicht die Einwohnerzahl der großen Nachbargemcinden erreichen. Zuschüsse zahlte, die den Unterschied der GehäUer ausgleichen. Die Vorlage ertötet das durchaus berechtigte Streben nach höherer Lebenshaltung und Kultur bei den Lehrern. Die Bedeutung des Lehrerberufs findet keine Berücksichtigung. Die Spannung in den Lehrergehältern soll verkürzt werden. Dies geschieht aber nicht nach der vernünftigen Methode, daß die unteren Gehälter möglichst aufgebessert werden, sondern umgekehrt, indem man die Zahlung höherer Gehälter in den Städten unmöglich macht. Die Ausschaltung jeder Zulage in den Kleinstädten bis zu 25 000 Einwohnern hat übrigens auch ein politisches Moment. Zahlten jetzt liberale Stadtverwaltungen höhere Gehälter als die Landgemeinden, so bildeten die Lehrer auch die Wahlhelfer für den Liberalismus. Jetzt ist ihnen dieses Lockmittel ge- nommen. offenbar in der Erwartung, daß der Lehrer sich der konservativen Gesinnung des Landrates anbequemen würde, denn— die Rektorenernennung liegt jetzt mit wenigen Ausnahmen bei der Regierung und nicht bei der Stadtverwaltung! Sonach bildet dieses Gesetz lediglich den Schlußstein zum Schulunterhaltungsgesetze. Lieferte dieses die Schule der Kirche aus, so liefert das Lehrerbesoldungsgesetz die Lehrer der Willkür der Reaktion aus. Daß hierbei dem Verdienste die Krone nicht fehlt, dafür sorgt die Bestiinmung, daß die Gewährung von Unterstützungen und Remunerationen an einzelne Lehrpersonen aus besonderen An- lassen auch in Zukunft zulässig sein soll! Kehörclllch geförderte firpreffimg. Ungeheueres Aufsehen erregt in Hamburg eine kürzlich vom Hamburger Senat. Deputation für Handel, Schisfahrt und Gewerbe. getroffen« Entscheidung, die unter Verstotz gegen das Gesetz die Hilfslaffen und die Arbeiter ausS schwerste zu schädigen ge- eignet ist. Die Hamburger Maler« und Lackierer-Jnnung untersagte durch Beschlutz vom 28. April d. I. ihren Mitgliedern die Aus- nähme von Mitgliedern der freien Hilfskassen. die sich nicht verpflichten, von dem Recht auf Befreiung von dem Eintritt in die JnnungSkaffe wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer freien HilfSkaffe zu verzichten, und verlangte durch ihren Be- fchlutz von ihren Mitgliedern nur der Jnnungskranlenkaffe an- gehörende Gehilfen. Arbeiter und Lehrlinge anzunehmen. Die Hamburger Aufsichtsbehörde für die Innungen setzte diesen Beschwtz der Innung autzer Kraft, weil er gegen daS Gesetz lGewerbeordnung und KrankenversicheruiigSgesetz) klar verstötzt. Aus hiergegen eingelegte Beschwerde hat nun- mehr die Senatsdeputation für Handel, Schiff- fahrt und Gewerbe den Beschlutz der Innung wieder hergestellt. Die Begründung dieses Beschlusses wirkt durch die Treffflcher- heit, mit der die Deputation durchweg am Richtigen vorbeischietzt, geradezu verblüssend. Das dem Arbeitgeber durch 8 41 der Ge- Werbeordnung gewährleistete Recht der freien Auswahl seiner Ar- beiter, heißt es in dem Beschlutz, sei durch den JnnungSbeschlutz nicht verletzt. Denn in der Gewerbeordnung sei erklärt, dieser Grundsatz gelte nur..soweit die Vorschriften de» gegen- wärtigen Gesetzes nicht entgegenstehen". Z 81b Ziffer 3 G.-O. berechtige die Innung aber zur Errichtung einer Kaffe. Die von der Innung errichtete Kasse sei aber in ihrer Existenz bedroht, weil so viele Mitglieder der freien Hilfskasse angehören. Da die JnnungSlasse anders nicht auf die Beine zu bringen ist, so sei der Grundsatz der freien Auswahl der Arbeitskräfte auf diesen Fall nicht anwendbar! Kärtchen MieSnick, du bist beschämt. Aber im Beschlutz konzmt eS noch ärger. Die Rechte der Ar« beiter sind durch den erwähnten JnnungSbeschlutz formell und materiell aufS stärkste verletzt. Formell, weil der Gesellenaus- schütz entgegen dem ß 05 G.-O. nicht gehört ist. ß 05 schreibt die Beteiligung des GesellenauSschusses„bei der Begründung und Verwaltung aller Einrichtungen, für welche die Gesellen Beiträge entrichten oder eine besondere Mühewaltung übernehmen oder welche zu ihrer Unterstützung bestimmt sind" vor. Ach, meint der Beschlutz: die Gesellen sind ja freilich bei dem Beschlutz interessiert, aber doch nur mittelbar, nicht unmittelbar. Denn nicht sie, sondern die Arbeitgeber sollen ja nur Jnnungslassenmitglieder ein- stellen! Unmittelbar sollen den Arbeiiern Beiträge abgeknöpft werden, aber— sie sind nur„mittelbar" interessiert! Krasser ist Wohl noch nie§ 95 der Gewerbeordnung verletzt. Noch viel schlimmer steht es mit der Kränkung und Verletzung der materiellen Rechte der Arbeiter, ß 75 deS Kranken- Versicherungsgesetzes entbindet die Mitglieder einer freien HilfSkaffe vom Beitritt zu einer ZwangLlassc. Tut nichts, meint der Beschlutz, die Arbeiter brauchen ja nicht Mitglieder der JnnungS- lasse werden; freilich dürfen sie dann von den Zwangs- innungsinitglicdern nick)t beschäftigt werden. Liest man in der Hamburger Senats- Deputation Gesetze nur um sich den Kopf darüber zu zerbrechen, welchen Unsinn man in die Gesetze hinein- interpretieren lönne? Der von der Deputation bestätigte Beschlutz der Innung enthält nach der gegen Arbeiter, die einen anderen zum Beitritt zu einer Organisation angeblich durch Zwang veranlagten, geübten Praxis alle Tatbestands merk male strafbarer Erpressung. Es wird der Beitritt zu der MalerinnuiigSkasje beziehentlich Sc- schästignng lediglich von Arbeitern verlangt, die der Kasse an- gehören. Man verlangt von den Arbeitgebern bei Vermeidung einer Strafe andere Arbeiter nicht zu beschäftigen und man preßt von den Arbeitern Beiträge, zu deren Zahlung sie nach§ 75 des KranlcnversicherungSgesetzeS nicht verpflichtet find, unter der Drohung ab, daß sie sonst nicht beschäftigt werden. DaS ist eine Erpressung sowohl gegenüber den Arbeitgebern wie gegenüber den Arbeitern in stärkstem Sinne. Die Zustimmung der Senatsdeputation zu dieser erpresserischen Handlung soll am Mittwoch in der Hamburger Bürgerschaft zur Besprechung gelangen und wird wohl auch im Reichstag ihre Würdigung finden. Clberale SteileroppoMio». AuS dem Reichstage, 23. November. Am vierten Tage der Steuerdebatte kam die Freisinnige Fraktions- gemcinschaft in allen ihren drei Verzweigungen zum Wort. Nacheinander, nur von einem anderen Redner und den Ministern Sydow und Rhcinbaben unterbrochen, sprachen die Herren Wie m er, Schräder und P a y e r. Sie waren alle auf oppositionelle Dur-Töne gestimmt. Sie ließen an den Konsumsteuern kein gutes Haar. Nur das Bier wollten sie so bluten lassen, wie Sydow sich das denkt. Insgesamt sollen sich die Bewilligungen auf höchstens 300 Millionen, nicht 500 Millionen wie die Regierung fordert, belaufen. Da auch der Nachlaß- und Erbschastssteucr Konservative und Zentrum das Totenglöcklein geläutet haben, offerierten die Freisinnigen statt deren die V e r m ö g e n s st e u e r, wie das schon die Nationalliberalen getan. Andererseits variierten sie alle sdas Lied vom Sparen. Gespart müsse vor allem werden beim Heer und bei der Flotte. Selbst der sanfte Herr Schräder pochte forsch auf. Wir brauchten kein so starkes Heer wie bisher angesichts der Schwäche Rußlands, die einen Angnsss- krieg gegen Deutschland durch den Zweibund völlig außer Frage stelle. Aber auch mit der Flottenvermehrung müsse Einhalt getan werden, da wir England doch nicht einholen könnten. Wenn man sich erinnert, wie noch vor kurzem die freisinnigen Patrioten eifrig mitgeholfen haben, dem geduldigen deutschen Michel neue Rüstungslasten aufzubürden, so kann man sich das heitere Staunen der Sozialdemokraten ausmalen, als sie aus freisinnigem Munde plötzlich abgeblaßte Wieder- holungen sozialdemokratischer Warnungen zu hören be- kamen. Freilich, ob's vorhalten wird, ist eine andere Frage. Die bisherigen Leistungen des Blockliberalismus haben nicht gerade viel Dauerhaftigkeit der Ueberzeugung und Mannhaftigkeit verspüren lassen. Herr v. Paycr tat noch ein übriges, indem er am Schluß seiner Ausführungen betonte, ohne die Erringung konstitutioneller Bürgschaften dürfe keine Finanzrcfonn be- willigt werden. Man hätte glauben können, er wolle damit der sozialdemokratischen Taktik zustimmen. Er beeilte sich jedoch, schleunigst etwaige Optimisten auö dieser Illusion zu reißen. Denn er setzte mit Emphase hinzu, es falle ihm gar nicht ein, eine Zustimmung zu diesen konstitutionellen Bürgschaften zur Vorbedingung der Weiterbcratung der Finanz- rcform machen zu wollen. Ueber die Durchberatung der Verfassungänderungsanträge könne ja ein Jahr hingehen. Aus dieser echt freisinnigen Er- klärung zur Taktik müssen die Gegner der Verfassungsreform Mreli eins Einladung zu deren Verschleppung herauslesen. So hackte das freisinnige(."pießbürgertuni gleich selbst ängstlich, Scharten in sein Schwert hinein, kaum daß es den Mut gefaxt hat, so ein grausames Werkzeug in die zitternde Hand zu nehmen.__ Das Kaifer-Merview. Äach dem„PtmcTieint" hat jetzt auch«in anderes New Dorkcr Sensationsblatt, die„World", den angebllchan Text vcS Interviews ntib dem amerikanischen Journalisten H a l c veröffentlicht. Nach einem Bericht 0eS„Verl. Tagebl." soll da der 5wiser erzählt haben, da� 5lvnig Eduard ihn mehr als zwcu Iah« lang„ge- schnit't-en" habe, weil er über die pvlitis,che Vormachtsstellung Teutschlands m Europa höchst aufgebracht gewesen sei. Eng- land hätte versucht, dieser Stellung ein Gcgengervicht.zu bieten und habe Frankreich vollständig in der Hand gehabt, während Ruhland seit dem unglücklichen Kriege mit Hapan überhaupt nicht mehr zählte. Kaiser Wilhelm erklärte angeblich weiter: Wenn ein europäischer Krieg unvermeidlich sei, so wäre es ihm um so lieber, je seüher er auSöreche; er sei bereit und der sngetvMSw überdrüssiss. England sei seit seinam Siege über Transvaal und den Lranje-Freistaat etwe im Niedergang begriffene Nation-, weil es in diesem FeldzUge eine unehrliche nYtd gokklose Sache vertrat, inr» die göttliche Gerech- tigkeit verpflichtet war, dem mächtigen Reiche, das einen solchen Krieg müeruvmmcn hatte, enigegengutreien. Ueber das enghi-sch-tzapan ische Bündais soll sich der deutsch» Kaiser dahin ausgesprochen haben, da st eS eine schändliche, gegen die w eiste- Rasse ge richtete Aliia»» sei. England ljäbÄ damit eine Treulosigkeit bewiesen, wie man sie von einer christlichen Nation»ichs erwarte» sollte. Trotzdem sei Japan, das sich nach austen hin als Freund und Verbündeten Englands aufspiele, nur daraus! bedacht, Zn die w durch Anstiftung von Auf- ständen zi» unterwühlen und es mit seinen Spionen zu überfluten. Tis einzige Möglichkeit, dieser Allianz entgegenzuarbeiten, liege in einem gemeinsamen Vorgehen Teutschlands und Amerikas, das rechtzeikig eknfctzen müsse. Sonst würde Amerika in zehn Monaken mit den Japaiwrn zw kämpfen haben, und- im verlauft disfc5 grsstcW Krieges würde England mehrere van seinen grosten Kolonien verlieren, besonders die im Stillen Gzean. All«?, was er— Kaiser Wilhelm— bei dieser Katastrophe für Deutschland in Anspruch nehmen würde, sei Aegypten; doch würde er anch daS H eklige Land von dem Jochs des Nn- gläubigen befreien— fcvwrt Ssr Kaiser jedenfalls den Sultan meinls. Sstn Schlüsse der stnierkedang siMrts der Kaifee angeblich, di« NöSsnSvnz deS Fspstski n- Ballons würde Deutschland«inen gewaltigen Vorsprang im Kriege gewähren, and das Land sei bereit, von ihm im vollsten Am fange Gestraach zw machen. - Nach anderen Meldungen fall«an»nch im Vatikan Neuste- rangen Wilhelms Ii. kennen, die dort ssrosts Miststiimnung«regt haben. Alle diese Berichte sind aber ö-archauS unbewiesen und so ist die„Nardd. All«. Fig." auch in der Lage, sie demen« tieren zu können. Sie schreibt heute: „New porter Meldungen zufolge macht die„World' Nn- gaben über Aeußerungen, die der Kaiser bei einer den»«aaerila- Nischen S christsteil« Willi«« Hale gewährten Audienz getan haben soll. Wir sind ermächtigt, diese Angab«» von Anfang bis zu Ends als haltlose Erfindungen zu be- zeichnen." ., Hosfentlich tavcht aber auch die rtchitge Fassung deZ Jäter- Views nicht sobald auf. Den» es müssen doch reichlich anvor- sichtige Aeusterungen gewesen sein, da mau ja sonst nicht so viel Wert aas die Nntttdiiickang hätte legen müssen. In England und Frankreich lehnt der gröstle Teil der Presse es ab, sich mit solchen nicht authentischen kaiserlichen Aeustnungen zu beschäftigen. Man hat es ja auch wirklich nicht nötig, da blsh« die authentisch«« genügend Stoff zur DiSlufsion geboten haben. ES ist daher auch nicht zu verkennen, daß der Protest de» Reichs- tageZ gegen die»vilhekmiichen Anschauungen— immerhin wenigstens vsrlaufig fo viel bewirft hat, daß die Aeußerungen Wilhelms lt., von denen Bülow noch vor gar nicht lang« Zeit gemeint hatte, dag sie sowohl privat als auch politisch seien, immer mehr nur als private gewertet werden, denen keine politische Bedeutung beizulegen ist. Nur fürchten wir, das; diese Wirkung nicht von Dauer sein wird, sobald der Reichstag nicht dafür Sorge trägt, verfassungsmäßige Sicherheiten gegen das persönliche Regiment dem deutschm Volke zu verschaffen. DK frage einer lsaiallltilchen Vertretung im belgilcheo„liolonialrat". Hebet die bereit« kurz erwähnte Kolonialvebatte im Generalrat der belgischen Sozialdemolrati: wird uns von unserem Brüsseler Korrespondenten berichtet: In einer ausführlichen Debatte hat sich gestern dtt Generalrat oer belgischen Partei mit der Frage beschastiat, ob eS nötig, nützlich und der Parteiausfassung angemessen sei, daß die s o z i a I- demokratische I r a k t i o n Uni„Kolontairat" vertreten sei, dem das Parlament setnerzeit gewisse Kontrollrechte eingeräumt und die Vorlegung der Dekrete für die Kongo- kolonie zugesichert hat— wobei indes das Kolonialgesefc dafür gesorgt hat, daß die parlamentarische Kontrolle aus ein unveträcht- licheS Minimum reduziert ist.— Im Zusammenhang mit der Frage cine« sozialistischen Vertretung im„Kolonialrat" ivurde der Antrag diskutiert, daß ein außerordentlicher Kon- greß die durch das keil accomxU der Annexton geschaffene Lage beraten solle. Es lag vorerst der Antrag E o l l e a u x vor, der angefichts der Tatsache, daß die sozialistische Partei die Kolonialpolitik v« r w i r s t, eine Diskussion über die Mitarbeit von Genossen int Kolonialrat überhaupt von der Hand weist. Genosse Furncniont trat dieser Tagesordnung mit der Bearündung entgegen, daß die Gegenwart eines Sozialisten im Kolonialrat nicht als eine Mitarbeit an der Regie- r u n g s IN a ch t betrachtet werden könne, da alle exekutive Gewali in den Händen der Direktion vereinigt ist. Aber feine Argument« adgUn mehr die Machtlostgteik des Kolonialrais und die Ucbcr- ilüssigkeit der Delegierung, al« ihre Notwendigkeit. Abgesehen davon, daß. wie Genosse Dcströe später bemerne, die Teilnahme eines Sozialisten im„Kolonialrat", dessen Beratungen nicht öffeniltch sind, nur von bescheidenem Wert sein kann. Desgleichen wendete De Brauck öre ider übrigens unter gewissen Boraussetzungen nicht gegen die sozialistische Vertretung ist) ein, daß ja nicht die sozialifttschs Fraktion das Mitglied zu e r- nennen hätte, und der vom König ernannte Delegierte demnach»licht im Namen der Partei sprechen könnte. Entgegen den Auffassungen Furnemonts steht hingegen Ge- nssse Debarsy in der Mitarbeit eines Sozialisten im Kolonial- rat cine Prinzipienvcrletzuag: denn es handelte sich, sagte er, was man auch einwende, um die Mitarbeit an der Per- waltung SerKolouie, um Mc Einmischung in die Kolontal« ongclegeiiyettcu. Genosse Debarsy sprach sich scharf gegen die im„Pcuple" erschienenen Rongo-Bricfe Äanderveldeö aus(deren Kotoiilaloptimiomu« auch sonst in der Partei verstimmte und Tadel fand und schließlich nur Wasser auf dt« Mühlen der Kolontaloolitiker liefert), deren Schlußsoiae. riiugen darauf hinauslaufen, baß es notwendig wäre, Geld für \ die Kolonie zu bewilligen. Auch der Deputierte Roher spricht aus, daß die A n t i° K o l o n i a l p o l i t i k der Partei n a ch d e r Annexron ebenso wirksam sein müsse wie vordem. Ein Parteikongreß würde sicherlich bestimmen, daß die Parteideputterten keinen Centimes für den Kongo bewilligen. Royer spricht für die Beteili- g u n g eines Sozialisten. schon darum, um die Anwendung VeS Kolomalgesetzes zu überwachen. A n s e e l e, der scharf wie -mmer gegen die Kolonialpolitik ausholt, spricht für die Abhaltung incs Kongresses zur Regelung der Frage. Auf keinen Fall dürfe der Generalrat entscheiden, ohne daß die Federationen gesprochen hätten. Der Kongreß solle entscheiden, dann aber müsse» auch seine Entscheidungen gelten.— Seine scharf« Polemik klingt in ein energisches, offensichtlich gegen Vanderveldcs Kolonial- auffassuug und die seiner Anhänger gerichtetes entweder— oder aus.... Vandervelde erwiderte darauf mit seiner bekannten Verteidigung der Gewissensfreiheit und seiner persönlichen lieber- zeugung.— An de» Beratungen des Kolonialrats sich beteiligen, heiße so wenig sich an der Verwaltung beteiligen, wie daS hieße, sich an der kapitalistischen Ausbeutung beteiligen, wenn man im Jndustrierat mitarbeite. Vandervelde erklärt im übrigen ?[« g e n das Kolonienbudget stimmen zu wollen. Bezüglich einer Kolonialreform Politik beruft sich Vandervelde auf die Beschlüsse dss Stuttgarter Kongresses über die Verteidigung der Interessen der Ein- geborenen. De Broucköre will nur einem Kongreß die Verantwortung üb« cine sozialistische Delegierung überlassen. Er gab zur Vcr- öffentlichung der Rcisebriefe Vanderveldes vom K o n g o die Erklärung ab, daß die D i r e k t i o n d e s„P c u p l e", auf deren Wunsch sie veröffentlicht wurden, der Ansicht war, daß man die Meinung eines Mannes wie Vandervelde vernehmen sollte. auch wenn sie nicht mit dttjenigen der Parteimajorltät übereinstimmt. Die Tetatt«, die sich hierbei über das Recht der freien Meinungsäußerung entspinnt, endet Anseele mit den» Ausspruch, daß es sich hier nicht um die Freiheit der Meinung, sondern um die Einheit der Aktion handelt. D e st r ö e, nachdem er erklärt, daß man ihm die Aufilärung über das Jnt«esse. das die Partei an einer Delegation in denKolonialrathätte, schuldig geblieben sei, bringt darauf eine Tagesordnung ein, deren erster Absatz die V c r- werfung einer solchen Delegation ausspricht. Dieser Absatz wird verworfen. Ter zweite Absatz, die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses betreffend, der über die Haltung der Partei in oer Kongofragc be- raten soll, wird einstimmig angenommen. Ange- n o m m e n wird dann auch der Antrag Roycr, nach welchem der Generalrat bestimmt, daß die parlamentarische Gruppe wenn mög- lich einen in freier Wahl von der Partei gewählten Delegierten in den Kolonialrat entsendet. Diese Delegierung behält ihre Gültigkeit bis zur Entscheidung durch den Kongreß, der sich auch über die Wahl des Delegierten aussprechen wird.— So ist nach allem, wie die Generalraissitzung und ihr Beschluß zeigt, eine neue Aufrollung dtt Kolonialfrage innerhalb der Partei, nunmehr unter dem Gesichtspunkt der Tatsache derAnnexioa,ia Aussicht. Zu dem alten Konfliktsstoff haben sich in letzter Stunde noch die Vandervelde-Briefe aus dem Kongo als Material gesellt, über die hier noch zu reden sein wird, politikcbe üeber ficht. Berlin, den 23. 5!ovember 1903. Kommunalsteuerprivileg der Beamte« und Hastpflicht des Staates« Da» preußische Abgeordnetenhaus überwies am Montag zu» nächst die Vorlage betr. Heranziehung der Beamten zur Gemeinde- einkommensteuer an die verstärkte Gemeindekommission. Der Ge- setzenlwurf will bekanntlich das sogenannte Kommunalsteuerprivileg der Beamten einschränken, und zwar sollen die nach dem 1. April kRO zur Anstellung kommenden Beamten mit einem Zuschlag bis zu 100 Proz. zur Steuer herangezogen werden, die jetzt bereits angestellten fallen ihr Privileg weit« genießen, d. h. nach wie vor nur die Hälfte ihres Diensteinkommens versteuern, die Geistlichen, Kirchendien« und Lehr« sollen überhaupt im Besitz ihres Privilegs bleiben. Während die Vertreter der Rechten und des Zentrums eine Reihe schwerer Bedenken geltend machten, stellte sich der Redn« d« Sozialdemokratie Genosse Hirsch im Prinzip auf den Boden d« Vorlage, er forderte jedoch», daß ganze Arbeit gemacht und nicht nur das Privileg für die Beamten, sondern auch daS für die Geistlichen, Kirchendiener und Lehr« beseitigt wird. Eine Be- aerkung des Konservativen Gras o. d. Groeben über die WohnungSpoliti! der Städte gab ihm Gelegenheit, auf die Schäd- lichkeit des HausbefitzerprivilegS hinzuweisen. Den Schluß seiner Rede bildeie die Aufforderung an die Regierung, im Jubeljahr der Steinschen Städieordnung endlich, anstatt den Freihcrrn vom Siein durch fortgesetzte Festreden zu feiern, seinem Rcsormgedanken Rechnung zu tragen und eine demokratische Städteordnung zu erlassen. Die nächste Vorlage, die Borlage betr. die Haftung des Staates und andern Anbände für Amtspslichtverletzungcn von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt, rief unseren Genoffen Hugo H e i m a n n auf den Plan, der zwar als letzter Redner zu Worte kam, aber trotz der vorgerückten Stunde das Haus zu fesseln ver- stand. Der sozialdemokratische Wortführer ließ keinen Zweifel, daß eS nach Ansicht seiner Freunde besser sei. die Materie des Eni- wurfs reichsgesetzlich zu regeln. Besonders eingehend war feine Kritik des Kompetenzkonflikts. Treffend wicö er darauf hin. daß die Konfliktsgerichte doppelt und dreifach gesiebt sind und daß die Ucbcrschreitung von Machtbefugnissen der Beamten von ordentlichen G«ichten abgeurteilt werden müßten, wie cs in England der Fall ist. Die ganze Borlage, bemerkte er»veiter. beweise, daß der Staat unter keinen Umständen ein Machtmittel aus der Hand geben will, das ihm die Zeit der finstersten Reaktion, daS Jahr 1854. gegeben habe, die Zeit, in der noch die Untertanenidce spukte. Geschick» verstand er eS. bei dieser Gelegenheit auf die Auffassung des Königs von Preußen über seine Stellung anzuspielen. Ferner tadelte er e». daß an die Stelle de» Rechtsanspruchs das unklare, verwaschene Prinzip der Billigkeit treten solle. Er erkannte an. daß der Eni- wurf gegen den jetzigen unbefriedigenden Rechtszustand einen ge- wissen Fortschritt bedeutet, sprach aber sein Bedauern darüber aus, daß der Fortschritt beschwert wird mit einer Reihe einschränkender Bestimmungen, denen er eine innere Berechtigung nicht zusprechen tonn«. Die Vorlage ging a», die verstärkte Justizkommission. in der die Sozialdeinokratie nicht vertreten ist, obwohl sie in der Justizkom- »nission selbst einen Vertreter hat— auch eine Eigentümlichkeit de» preußischen Landtags. Die nächste Sitzung findet erst um de» 10. Dezember herum stati, Tag und Tagesordnung sind dem Präsidenten überlassen, der hoffentlich dem Wunsche Rechnung tragen wird, dem Gen. Borg- in a n n am Schluß der Verhandlungen Ausdruck gab, nämlich dem Wunsche, daß endlich die Interpellation über die Arbeitslosigkeit aus die Tagesordnung kommt. DaS System! Eine Zuschrift äst die»Metz« Zeitung" bringt etwas Licht in die Affäre des Militärmusikdircktors Zirchow in Netz, der bor einigen Tagen vom Kriegsgericht wegen Beleidigung in über 850 Fällen zu sechs Wochen gelinden Arrest verurteilt wurde. Wie aus der Zuschrift hervorgeht, kam die Verhandlung gegen den Musikdirektor ins Rollen durch die Angaben eines dcser- ticrten Musikers über«sein« Fahnenflucht. Dann heißt eS weiter:„Taxiere man die beim Zeugenvcrhör wieder- gegebenen Kosenamen, mit denen der Kapellmeister in immer neuen Variationen seine Leute regalicrtc, so hatte man allerdings nur selten das Gefühl, daß sie kränkend mG ehrverletzend waren; grob waren sie ja durchweg, meist aber doch im Genre der Kasernenhosblüten gehalten und teilweise von so origineller Findung, daß wenigstens der un- beteiligte Dritte sie eher belachen als bedauern mutzte." Da hätte wohl oer liebenswürdige Mufildircktor noch ein Patent auf seine „originelle Findungen" und eine Prämie dafür verdient, daß er die Soldaten nicht noch gröber behandelt hat. llnd wie lauteten. die„nicht kränkenden und nicht ehrvcrletzenden" Schimpfwörter des Musikdirektors? Dafür gibt die Zuschrift leid« nur zwei Bei- spiele:„Erfurter Runkelrübe" und„Ferkelstecher"— eS gab natürlich auch viel derbere und schlimmere in deS Kapell- meisters reichem Wortschatz—, aber darüber schweigt des mili- tärischcn Schreibers Höflichkeit. Und was sagte der akademisch gebildete, mit OffizierSehre behaftete Verhandlungsführer, Kriegs- gcrichtSrat B»jj m a n n, zu den also titulierten Mannschaften? „WaS müssen Sie aber feinfühlig sein, wenn Sie so etwa« als Beleidigung auffassen l" Und da glaubt man durch gelinden Arrest bei dem Soldaten- belcidiger eine bessernde Wirkung zu erzielen. Interessant ist auch, bei welchen Gelegenheiten die vorschriftswidrigen BeHand- lungen und Mißhandlungen von Mannschaften sich ereigneten. Durch das eidliche Zeugnis der Offiziere wurde zur Entlastung des Musikdirektors ausdrücklich festgestellt, daß sie im letzte» Sommer vorgekommen seien, in der Zeit also,„da der bevor- stehende Kaiserbesuch und die strapaziösen Vor- Übungen für Zapfenstreich, Parade und Ma° növer alles nervös machten, anscheinend nicht am wenigsten die Vorgesetzten, unter deren Druck der Angeklagte als dienstältester Stabs- hoboist der Brigade zu leiden hatte." Hier zeigen sich die Folgen des heutigen militärischen und persönlichen Systems, das zur Befriedigung der Wünsche eines einzelnen die schlimmen Eigenschaften vorgesetzter Leute geradezu entwickelt, um auS den Soldaten willenlose militärische Sklaven zu machen._ Die Lehrer tSroft-Verlins nahmen am Sonntag in ein« starkbesuchten Versammlung im LehrervcreinZhause Stellung zur Besoldungsvorlage. In dem Referate des Herrn Menzel sowie in der darauf folgenden Debatte wurden die Schädigungen bloßgelegt, die der Entwurf insbesondere den Lohrern in den Vororten briimt. Die Lehrer fordern bekanntlich Gleichstellung mit den Sekretäre»» der allgemeinen StaatSvenvaltung. Durch die Besoldungsvor- lagen verschiebt sich aber die Stellung des LehrergehaltS derart, daß der Abstand des Höchstgehalts der Lehrer von dein eines VerwaltungSsekretärS sich beispielsweise ver größert für Friedrich shagcn von 1000 auf 1800, für Köpenick von 530 auf 1100 und für Friedenau von öOO auf 1100 M. ES stellt so ziemlich alles auf dem Gebiete preußisch« Schulpolitik bish« Geleistete in den Schatten, wenn durch ein neues Besoldungsgesetz Tausende von Lehrern nicht nur nicht aufgebessert, sondern in ihrem Einkommen be- deutend geschädigt werden sollen. Wird die Vorlage Gesetz, so bedeutet das für 2400 Lehrer in 44 Vororten in 32 Dien st jähren eine Einbuße an Gehalt im Betrage von zirka 14'/» Millionen Mark. Bezeichnend«weise hat es die Unterrich tsver»valtung abgelehnt. Erhebungen üb« die Wirkungen der Besoldungsvorlage anzustellen, weil dazu die Zett zu kurz sei. Die Versammlung nahm schließlich eine scharfe Protest- resolution an.—_ Die Liebesgabe an die Spritfabriken. Wir haben bereits die Gemeingefährlichkeit des Shdowschcn Branntwein-Monopolentwurfs im allgemeinen dargelegt und gezeigt, wie in erster Linie die ostclbischen, meist in Junkerbesitz befindlichen Brennereien es sind, zu deren Gunsten daS Voll noch mehr wie bish« ausgeplündert werden soll. Wir hatten aber auch daraus hingewiesen, daß außer diesen Agrariern noch eine andere. ebenfalls einflußreiche Jnteressentengruppe auf Staatskosten abgefunden werden soll. DaS find die Spritfabriken, deren Aktien vor anderthalb Jahren plötzlich emen so günstigen Aufschwung in die höchsten Regionen des Börsenzettels machten. Und in der Tat, das Geschäft, das den Besitzern der Sprit- fabrikcn winkt, ist sehr lohnend l Die an die Spritfabrikaktionäre zn zahlende Entschädigung dafür, daß die Betriebe teils still gelegt. teils verstaatlicht werden, wird von Herrn Sydow auf 34% Millionen Mark bewertet. Er bezeichnet diese Summe als Höchstbetrag, bringt aber dann noch die»Vergütung des Wertes der Grundstücke usw." besonders in Ansatz, so daß der gesamte EntschädigungS- und Bergütungs- betrag sich kaut Borlage auf 48 Millionen Mark belausen soll I Die Entschädigung ist an und für sich schon viel zu hoch be messen, ihrer Berechnung ist eine RemigungSgebühr von 2.15 M. für das Hektoliter SpirituS zu Grunde gelegt. Selbst die Borlage muß zugeben, daß der Gewinn der Reinigungsanstalten, der ihnen mit 2,15 M. für den Hektoliter Spiritus entschädigt iverden soll. »im Durchschnitt etwas unter dem Satze von 2.15 M. liegt, so daß doch ein gewisser Betrag als besondere Eni- s ch ä d i g u n g für die dauernde Aufgabe des Geschäfts zu rechnen wäre". Doch ganz abgesehen von dieser offen en, gestandene»„besonderen" Enschädigung, ist die Abfindung der Spritfabrike» eine durchaus verfehlte Maßnahme, gegen die ganz energisch Protest ein- gelegt werden muß. Die Methode, den SpirittlS der Brennereien in besonderen Reinigungsanstalten tSpritfabrilen) zu entfnseln und hochgradiger, also wasserfreier zu machen, ist nämlich durch d i e Entwickelung der Technik ganz überflüssig ge- worden und wäre schon längst verschwunden, wenn nicht mit Hilfe der Zentrale der SpirituLverwertung eilt- gegen den technischen Möglichkeitn» künstlich das alte System heibehalten worden wäre. Das alte Systc>n der Spiritusherstellung destilliert au« der Maische nur einen SpirituS. der noch 10 bis 15 Proz. und mehr Wasser enthält. Die Großbetriebe haben schon seit mehr als zwei Jahrzehnten Destillierapparate, welche eüien Spiritus von 02 Proz.. also mit nur noch 3 Proz. Wasser liefern. Sprit soll aber mindestens 95 Proz. Spirituö, also höchstens 5 Proz. Wasser enthalten. Nim existierten bereits seit einigen Jahren Destillierapparate. welche direlt anS der Maische einen 95 prozentigen SpirituS. also Sprit liefern. Je ivasierfreier der Spiriw» ist, umso»nehr ist er auch frei von Fuiel. da sich dieser gleichzeitig mit dem Wasser abscheidet. Der neuerdings direlt aus der Mmfche gewonnene Sprit ist also ebenso fuselfrei wie derjenige Sprit, der dura) nochmalige Destillation bei dem 80- oder 85 prozentigen SpirituS in den Spritfabrilen gewonnen wurde. Bon agrarischer Seite wurde zwar behauptet, solche neuen Destillierapparate, welche sofort Sprit liefern, seien mir für ganz große Betriebe brauchbar, da sie mir in etrSchtlicher(üviifec hergestellt und ununterbroSen betrieben werden müßten. Demgegenüber erNären aber die nicht von der Zentrale für SpirltuSverwertung abhängigen Sachverständigen, daß die neue Methode auch für l l e i n e B r e n n e r e i e n anwendbar fei. die AnfchaffiingSlosten des Apparates gering und die Wirkungsweise bei dein kleinen Apparat genau so wie bei dem großen ist. Die Apparatebauanstalt Max Strauch in Neisse hat kürzlich an das„Berliner Tageblatt* eine Zuschrift gerichtet, auS der hervorgeht, weshalb diese neue Methode nicht in Aufnahme kam und weshalb es eine Verschleuderung von 48 Millionen Mark b e- deutet, wenn der Staat die Spritfabriken auf- kauft und entschädigtl Die Firma Strauch schreibt, die Anschaffung dieser neuen Apparate wurde den � � e» n e r n von der Zcutralo unmöglich gemacht, und zw�r dadurch,.daß die Zentrale den auS der Brennerei kommenden Spiritus als Rohware bezahlt, einerlei, welche Qualität er hat. Eine gröbere landlvlrtschaftliche zum Spiritusring gehörige Brennerei beabsichtigte, in diesem Jahre einen solchen Apparat an- zuschafscii und fragte daher bei der Zentrale an, w e l ch e r Preis für Prima jprit gezahlt würde. Darauf ging der Bescheid ein, daß jeder aus der Brennerei abgeführte Spiritus nur als Rohware bezahlt wird. Die Reinig» ugSgebühr stehe allein den im Ringe befindlichen Sprit- f a b r i k e n zu und müsse diesen erhalten bleiben. Man sieht hier wieder einmal, in welch unverschämter Weise die Zentrale für SpirituSverwcrtung ihre Macht ausnützt. Einmal verhindert sie die Entwickelung der Technil, sie zwingt die Brenner, minderwertige Ware zu erzeugen, nur damit die mit der Zentral« verbundenen Spritfabriken nicht überflüssig werden. sondern nach wie vor gute Geschäfte machen. Und zweitens soll jetzt bei der Monopolvorlage der Staat gezwungen werden für hohe Preise diese Spritfabrtken anzukaufen und zu ent- schädigen, obwohl sie vollständig überflüssig gemacht werden können, sobald die Zentrale nicht mehr ihren Terra riSmuS gegenüber den Brennereien ausüben kann. Dazu kommt auch, dah das neue Verfahren, direkt aus der Maische Oöprozentigen Sprit herzustellen, nicht erst wasserreichen Spiritus, der noch mal« destilliert trektifiziert) werden muh, weit billiger ist als die Reltifikation tn Spritfabrilaten. Schon die Ersparnis an den Transportkosten von der Brennerei zur Spritfabrik und von dieser erst, anstatt direkt zum Konsumenten ist ganz bedeutend. DaS neue Verfahren selber aber stellt fich auf etwa die Hälfte der Kosten, die jetzt für die Rektlstkation in Betracht kommen und tn der Vorlage mir 2,1S M. pro Hektoliter .billigst* in Rechnung gefetzt und der zu zahlenden Entschädigung an die Spritfabriken zugrunde gelegt find. Würde die Zentrale nicht bestehen, so wäre da« neue Verfahren schon längst eingeführt. Der Konkurrenzkamps hätte die Brenner dazu gezwungen. Nun soll gar noch der Staat die unrationelle Mißwirtschaft, welche durch die Zentrale künstlich am Leben erhalten wurde, nicht nur beschützen, sondern auch diese auf Kosten des Volkes mit 48 Millionen Mark„entschädigen* I Weiß Herr Gydow das alles nicht, fo ist er ein Sptelball tn den Händen der Zentrale— und nicht er, sondern die Zentrale sitzt auf dem Sessel des Neichsschatz- f e k r e t ä r s I Von dort muß sie aber schleunigst auf- und davon gejagt werden!_ Mistgestimmte Jnnnngsbruder. Der Einzug de« Prinzen August Wilhelm und seiner Frau in Potsdam soll festlich gestaltet werden. Bei derartigen Anlässen haben sich die Jummgeii stet» an der Spalierbildung beteiligt. Diesmal sind die Vertreter der Innungen nach langen Verhaus- lungen dahin schlüssig geworden, an dem Empfang nicht leilzu- nehmen, weil bei der herrschenden Stimmung eine starke Teilnahme aus JnnungSkreisen nicht zu erwarten sei.— Richter und Staatsanwälte gegen einen Minister. Die organisierten sächsischen Richter und Staatsanwälte haben Protest gegen den sächsischen Finanzminister Dr. Krüger erhoben. Der Finanzminister hatte die Agitation der Richter für höhere Gehälter unbescheiden und bedenklich ge- nannt. Tie Richter und Staatsanwälte erblickten darin eine Zurechtweisung, gegen die sie ausdrücklich Verwahrung ein- legten, weil solche Acußerungen den Richterstand herabsetzten. Sin Protest der Reichs« und Staatsbeamten. Nachdem am Bußtage die Postunterbeamten des Oberpost- tirektionsbczirkeS Hamburg gegen die vorgeschlagenen GehaltS- sähe und die beabsichtigt« Herabsetzung Hamburgs in die ScrviS- klasie v protestiert hatten, folgten am Sonntag die Reichs- und Staatsbeamten von H a mb u r g- A l tona in ihrer Gesamtheit, soweit die Versetzung in die niedrigere Servisklasse i» Frage kommt. In einer von Tausenden besuchten Versammlung pro- testierten die Reichs- und Staatsbeamten gegen diese Herabsetzung und bezeichneten in einer einstimmig zur Annahme gelanakn Resolution die seinerzeit von der Regierung angestellten Ermitte- lungen über die WohnunaSmieten in Hamburg-Altona als„ein- feitig und die wirklichen Verhältnisse nicht berücksichtigend.* Am Eckluß dieser Resolution heiß eS:„Sie(die Versammelten) haben da« Vertrauen, daß sowohl durch Vcruüttelung der Regierung als auch des Reichstage« die Orte Hamburg und Altona in gerechter Würdigung der Teuerungsverhältuifle, die in Berlin uno Ham- burg-Aliona gleich sind, nach wie vor in der TarifNasse A verbleiben.*_ Em gemeinsamer Prozest von Polizeibeamten gegen die Polizeiverwaltnng wegen Ueberbürdung im Dienst ist jedenfalls etwas, was nicht alle Tage vorkommt. In der Stadt Barmen, die— wie die meisten rheinischen Städte— kommunale Polizei besitzt, hatten 24 Polizei- sergeanten au» diesem Grunde eine EntschädigungSklage gegen die Banner Stadtverwaltung bei dem Landgericht in Elberfeld an- hängig gemacht, nachdem ihre Beschwerde vom Bezirksausschuß zurückgewiesen worden war. Das Landgericht sollte feststellen, daß die Stadt nicht berechtigt sei, die Kläger zum Nachtdienst heran- zuziehen, und weil dies seit längerer Zeit geschieht, ihnen einen Schadenersatz zuerkennen. Die Kläger stützten sich auf«inen Pertrag, den sie bei ihrer Anstellung als Polizeiscrgeanten mit der Stadtverwaltung eingegangen sind. Seit einiger Zeit gibt es bei der Barmer Polizcwerwaltung zwei„neue Herren", die ein strammeres Regiment und eine stärtere Ausnutzung der Beamten für dringend nötig halten. Einer dieser Herren ist der Beigeord- nete Dr. Marküll, derselbe, der sich kürzlich vor einem Berliner Schöffengericht wegen Beleidigung des Husumer Bürgermeisters Schücking zu verantworten hatte. Die beklagte Barmer Stadtverwaltung verlangte Abweisung der Klage, weil die Feststellung der Frage, wie die Stadt ihre Beamte» zum Dienst heranziehe, nicht Sache deö ordentlichen Ge. richtes sei. Am"20. diese» Monats wurde da» Urteil gefällt. Da» Gericht schloß sich der Ansicht der Stadtverwaltung an. es wie» die Klage der 2t Polizeisergeanten der von diesen betretene Rechtsweg unzu. il a s s i g sei. I Die klagenden Polizisten können es aber nicht begreifen, baß es für sie keinen Rechtsweg geben soll, und sie wollen sich mit dem Urteil nicht zufrieden erklären. An und für fich schadet eS den Polizisten nichts, wenn sie den königlich-preußischen„Rechts» st a a t" am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Reichseisenbahnen- Etat. Bei der Verwaltung der RcichSeisenbahnen stellen sich die Ein- nahmen im ordentlichen Etat auf 123 201000 M,(— 2241 000 Mark), im außerordentlichen Etat auf blSSOO M.(+ 148 5ÖO M.I. Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich auf 98 774 000 M. (+ 3 620 000 M.). die einmaligen auf 3015 070 M.(— 3 817 800 Mark). Bei einer Gesamtausgabe des ordentlichen Etats von 101789 070 M. verbleibt mithin ein Ueberschuß von 21501 930 M. (— 2 049 200 M.). Im außerordentlichen, Etat werden 20 709 500 Marl(-)- 1 063 000 M.) verlangt.— 400 Millionen für die herrliche i Der neue Marineetat weist gegen die Ausgaben des Vor- jahres eine ganz bedeutende Erhöhung auf. Allein bei den einmaligen Ausgaben für Schiffsbauten und Armie- rungen sind fast 50 Millionen Mark mehr angesetzt worden, als im Etat des laufenden Jahres. Das kommt daher, daß infolge der Vergrößerung der Schiffe und der Kaliber der Geschütze die Ausgaben gegenüber den Anschlägen von 1900 kolossal gewachsen sind. So werden die Ausgaben für die Marine im nächsten Jahre bereits die Höhe von �00 Millionen Mark erreichen I Für das Jahr 1911 hat der Etat für 1908 eine Flottenausgabe sogar bereits von 463 Millionen in Aussicht gestellt, d. h. nur 200 Millionen Mark mehr, als nach der Berechnung des Flottengesetzcs vom Jahre 1900 notwendig sein sollten I Znm Radboder Mafsennnglück. Die sozialdemokratische ReichstagSfraktion hatte bekanntlich bereits zu Beginn der ReichStogSsession Gesetzentwürfe vorgelegt. die auf reichsgesetzliche Regelung der Bergarbeiterverhältiiisse abzielen. AuS Anlaß des Radboder schweren Unglücks, das die völlige Unzw länglichkeit der preußischen Behörden zur Verhütung von Unglücks� fällen im Bergbau und zur Aufdeckung der Ursachen von Unfällen im Bergbau von neuem erwiesen hat, hat die Fraktion folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, di« verbündeten Regierungen zu ersuchen: dem Reichstage möglichst bald eine GesetzeSvorlage zugehen zu lassen, durch welche eine Reichsbehörde gebildet wird zur Untersuchung von Unfällen beim Berg- bau und zurAnordnung von vorbeugenden Maß- nahmen gegen Unfälle. Die Behörde soll bestehen: ») au« vom Bundesrat zu ernennenden Sachverständigen des Bergbaues, d) au» vom Reichstag zu wählenden Beisitzern, o) aus von den B e r g a r b e t t e r n zu wählenden Vertrauens- leuten.--»_ Der Alldeutsche Verband hielt gestern seiuen Verbandstag ab. Eine öffentliche Versammlung war deS Totensonntages wegen verboten worden. Auf Beschwerde beim Minister Hohenthal wurde schließlich eine nicht öffentliche Ver- sammlung erlaubt. In dieser hielt Rechtsanwalt Dr. Glas-Mainz einen Bortrag über das persönliche Regiment, in dem er ausführte, nicht nur in der auswärtigen Politik habe sich das persönliche Regt- ment schädlich gezeigt, auch in der inneren Politik Hab« eS Unheil augerichtet: Die Reichen würden bevorzugt, die Geschmeidigen be- fördert, die Sharalterlosen und Feigen verhätschelt. Der deutschen Bureaukratie sei unter der Einwirkung des neuen Kurses das Rück- arat gebrochen. Eine GünftlingSwirtichast habe fich herausgebildet Trotzdem wollte der Redner nicht» von verfassungsmäßige« Garantien wissen. Er fetzte feine Hoffnung auf rückgratfeste, selbst- bewußte Männer.—_ Tabakbcsteuerung. In einer lebhaften Protestbewegung befinden fich die badischeu Tabakintereffenten. Zigarrenfabrikanten. Tabak- Pflanzer und vor allem die Tabakarbeiter halten an allen Orten, wo nur Lokale zu erhalten sind, Protestversammlungen ab gegen die Besteuerung der Tabakindustric. In vielen gut be- suchten Versammlungen referierte der Borfitzend« deS Deutschen Tabakarbeiterverbandes, Kollege Deichmann-Bremen. Scharfe Protestresolutionen fanden überall einstimmige Annahme. Die Balkaukrise. Die Situation auf dem Balkan bleibt andauernd kritisch. Das Zustandekommen einer europäischen Konferenz ist heute zweifelhafter als je. Die diplomatischen Intrigen nehmen ihren Fortgang, die Rüstungen in der Türkei, in Serbien und Montenegro dauern fort, die türkisch-bulgarischen Ver> Handlungen verlaufen äußerst schleppend und das Verhältnis zwischen Oesterreich und der Türkei ist andauernd gespannt, da der Boykott österreichischer Waren und Schiffe an Umfang immer mehr zunimmt und trotz aller österreichischen Proteste von der türkischen Regierung heimlich gefördert wird. Der Streich Aehrenthals hat bisher nur die internationale Span nung verschärft, die Beziehungen Oesterreichs zu Rußland und England verschlechtert und den österreichischen Handel arg geschädigt. Dabei wird je länger je mehr das Verhältnis zu Serbien und Montenegro unerträglicher. Beide organi- sieren den Bandenkrieg und die serbische Regierung hat be- reits den Goldschatz aus Belgrad, der fast unter den öfter- reichischen Kanonen liegt,«ach Nisch bringen lassen. Oester- reich versucht es zunächst mit erneuten diplomatischen Vor- stellungen und droht auch mit handelspolitischen Repressalien gegen Serbien. Es ist aber nicht zu vertennen, daß auch von diesen Drohungen kein allzu großer Erfolg zu erwarten ist. So bleibt die Lage auf das äußerste gespannt und die Gefahr gewaltsamer Ereignisse ist um nichts geringer geworden.— Ocftemich. Eine Schießerei in der Universität. Wie», 23. November. Zwischen italienischen Studenten, welche für die Errichtung einer italienischen Univerfität in Trieft demonstrierten, und deutschen Studenten kam es heute vormittag an der hiesigen Universität zu einem Zu- sammenstoß. Die Italiener fangen die Garibaldihymne, die Deutschen die Dacht am Rhein. Während deS Handgemenges fielen plötzlich von feiten der Italiener Revolver- schuf fe, durch die mehrere deutsche Studenten mehr oder minder verletzt wurden. Zahlreiche Studenten wurden auch durch Stockhiebe verwundet. Die Italiener wurden schließlich aus der Aula verdrängt. Die Polizei nahm auf der Straße mehrere Verhaftungen vor. Die Regierung hat die Schließung der Univerfität der- fügt.— England. Tie Flottenpolitik. London, 23. 11. Unterhaus. Murratz und Mac- donald(beide liberal) stellten tn der heutigen Sitzung an den Premierminister Asqntth die Anfrage, ob er, als er kürzlich die Auffassung vertrat, daß unter dem Zweimächtcstandard ein I Uebergewicht von zehn Prozent über die Kombination der Flotten» stärke der zwei nächst größten Mächte zu verstehen sei. die Aus- legung, die er zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahre ge- geben habe, dahin habe erweitern wollen, daß der Standard, den England aufrecht zu erhalten habe, ein solcher sei, der ihm die völlige Herrschaft zur See gegen jede denkbar mögliche Kom- bination von Mächten sichere. Der P r e m i c r m i n i st e r er- widerte, die Aeußerungen, auf die die Redner anspielten, seien nach seiner Ansicht dem Sinne und der Wirkung nach gleich- bedeutend. Lee(kons.) fragte an, ob der Premierminister mit den Worten„die zwei nächst stärksten Mächte" gemeint habe, die zivei nächst stärksten Mächte, einerlei welche und einerlei, wo sie gelegen seien. Asquith erwiderte, unter den gegenwärtigen Berhältnissen und allen Verhältnissen, die man voraussehen kann, bin ich allerdings dieser Ansicht.(Beifall.) Macdonald fragte hierauf, ob der Premierminister jede nur denkbar mögliche Kom- bination von Mächten gegen England in Betracht gezogen habe. worauf A s q u i t h erwiderte, der maßgebende Gesichtspunkt sei. daß England seine Heber'' mheit zur See aufrechterhalten solle. Wie von allen Verantwortrichen Stellen oft auseinandergesetzt worden sei, betrachte die Regierung den Zweimächtestandard als den hier- für gangbaren Weg. Rußland« Gegen die offene Tür. Petersburg, 21. November. Die Finanzkommission der Reichsduma befürwortete die Aufhebung des Frei- Handels in den ostasiatischen Häfen Rußlands als notwendige Schutzmaßregel gegen die chinesische Konkurrenz und gegen die chinesische Einwanderung in die ojtasiatischcn Besitzungen Ruß- lande. OrKei. Griechische Demonstrationen. Kvnstantlnopel» 22. November. Wegen verschiedener Schikanen bei den gegenwärtig hier vorgenommenen Parlaments- wählen fanden bereit» vorgestern und gestern griechische Kundgebungen statt, welche ohne besonderen Zwischenfall ver- liefen. Die Griechen drohten aber für heute, falls die Wahl- mißbräuche nicht aufhörten, die Veranstaltung großer Temonstra- tionen an, weshalb umfassende M i l i t ä r m a ß n a h m e n ge- troffen wurden. Da die griechischen Beschwerden nicht berücksichtigt wurden, fand heute mittag eine große Volksversammlung vor der griechischen Kathedrale in P e r a statt. Gegen mittag durchzogen mehrere tausend Griechen Stambul und demon- strierten vor der Pforte, wo eben Ministerrat stattfand. Der Ackerbanminister Mavroeordato. ein Grieche, wurde vom Ministerrat beauftragt, die Demonstranten zu beruhigen. Der Großwesir empfing später eine Deputation der Griechen und er- klärte, sie könnten die Wahlen im Parlamente anfechten und in- zwischen das Wahlskrutinium durch Vertrauensmänner kontrollieren. Ein Individuum zertrümmerte ein Fenster des Wagens Mavro- cordato», welcher sich nach Pera begeben wollte, um ein Ein- vernehmen zu erzielen. Der in demselben Wagen befindliche griechisch« Bischof wurde mißhandelt. Die Demonstranten wurden endlich von den Truppen zerstreut, und die Ruhe wurde nicht weiter gestört.—_ Juagtürkische Erfolge. London» 23. November. AuS Konstantinopel meldet die „Times*, daß in der Mehrzahl der Wahlbezirke der europäischen Provinzen das jungtürkische Komitee gesiegt habe; auch in Anatolicn und selbst in Kleinasien habe cS starke Erfolge erzielt.>—_ Zollerhöhuog. Konstantinopel. 28. November.„Jkdaiu" meldet, daS Finanz» Ministerium habe der Pforte eine Erhöhung des Zolles für Massenartikel auf IS Prozent, für Luxusartikel auf 20 PrÄtznt vorgeschlagen. perlten. Der Eidbruch deS Schahs. Als Mohammed Mi am 3. Juli 1907 zur Regierung kam. mußte er cnnen feierlichen Eid auf die Verfassung ablegen. DaS hat ihn nicht gehindert, alles daranzusetzen, um den Despotismus wiederherzuftellen und sobald er der russischen Unterstützung sicher war, das Parlament niederzukartätschen. Daß er das Versprechen, neue Wahlen auszuschreiben, das er da- mals gab. nicht halten iverde, konnte niemals zweifelhaft sein. Nun hat er den neuen Staatsstreich vollzogen. Aus Teheran meldet der Telegraph: „Morgen wird in allen Moscheen eine Proklamation de? Schahs angeschlagen werden, von der die Hanptstelle folgende.: Wortlaut hat:„Wir hatten versprochen, das Parlament zum 14. November emziiberufen, und waren bereit, unser Wort zu halten: da aber Vertreter unseres Volkes haben wissen lassen und schriftlich bekundet haben, daß sie keine Komstitntiou haben wollen, mid da uufer ganzes Volk uns gebeten hat. das Parlament nicht emzuberufen, haben wir beschlossen, ihre Wünsche zu erhören." Hierauf wendet sich die Proklamation an die Geistlichkeit und sagt: Da Ihr die Einsetzung eine» Parlaments als eine Herausforderung der Gesetze deö JslamS erkannt habt, lvaS von der gesamten Geistlichkeit telegraphisch und schriftlich erklärt worden ist, so stehen wir von einem solchen Plane ab. Em Parlament soll in Zukunft unter keinem Vorwand eingesetzt werden. Nichtsdestoweniger habe» wir die nötige« Befehle zur Wahrung der Gerechtigkeit gegeben. Wir berufen die Berircrer der Geistlichkeit, um dem ganzen Volke Mitteilnng von unserem Entschlüsse zu machen, die Rechte unserer Untertanen zu schützen und nach den ReligionSvorschristen alle übelwollenden Pläne zu vereiteln. Die Anspielung auf die Aufrechterhaltuug der Gerechtigkeit scheint sich auf einen schon länger bestehenden Plan, ein Gesetzbuch einzuführen, zu beziehen.* Die„Wünsche der Vertreter des Volkes*, auf die sich der Schah beruft, sind auf sehr durchsichtige Art zustande ge- kommen. Es wurden Versammlungen reaktionärer Cliquen arrangiert, die dem Schah den Wunsch nach Abschaffung der Konftiintton ausdrücken mußten. Die Komödie soll jetzt als Vorwand für den Staatsstreich dienen. Die eigentliche Ver- antwortung für die Erdrosselung der jungen persischen Ver- fassung trägt Rußland, das dem Schah feinen Kosatenoberst Liakoff und Geldmittel zur Verfügung gestellt hat unter der stillschweigenden Duldung Englands, das der zarischen Freundschaft die persische Freiheit zum Opfer bringt. DaS Vorgehen des Schahs zeigt auch, wie wenig Werr dem Emst der englisch-russischen Vorstellungen, doch endlich die Parlamentswahlen auszuschreiben, beizumessen ist. Das brutale Vorgehen des Schahs wird wohl zunächst die Wirkung haben, die revolutionäre Bewegung zu verstärken. Diese hat m letzter Zeit immer neue Fortschritte gemacht und von ihrem Zentrum Täbris auS haben die Revolutionäre verschiedene Städte erobert und am 2t. November die Stadt Marand befetzt. Aber es ist zweifelhaft, ob es den Re- volutionären gelingen wird, sich in den vollständigen Besitz der ffcgierungsgelvalt zu fetzen. Solange daS aber nicht geschieht, die Kämpfe zwischen den Revolutionären und den räuberischen Truppen de» SchahS andauern, solange besteht auch der Vor- wand für ein gewaltsames Eingreifen Rußlands. Ter rnfsisch- englische Vertrag hat Nordpersien als russische Einflußsphäre ÄJteülaimf, und trotz der Petersburger Dementis ist eZ nicht unwahrscheinlich, daß Rußland Nordpersien, wo die revolutionäre Gärung am stärksten ist, zum Schutz seiner bedrohten Interessen" und zur„Wiederherstellung der Ordnung" besetzen und die revolutionäre Bewegung gewaltsam ersticken wird, während England sich dann„gezwungen" sehen wird, zur„Her- stellung des Gleichgewichts" sich am Persischen Golf zu ent- schädigen. Der Persische Golf aber sollte der Endpunkt der Bagdadbahn sein, an der das deutsche Kapital in erster Linie interessiert ist. Daß diese Bahn dem englischen Einfluß entrückt sein sollte, wollen die Engländer nicht zu- eben. Wie die ganze russisch-englische Entente aus dem eutsch-englischen Gegensatz entsprungen ist, so erklärt sich auch das passwe Verhalten Englands aus seinem Wunsch, sich die Herrschaft im Persischen Golf ungeschmälert zu erhalten. Es läßt Rußland im Norden freie Hand, um im Süden selbst ungestört vorgehen zu können. Daß das persische Volk einen Kampf um die Verfassung vielleicht mit dem Verlust seiner nationalen Selbständigkeit bezahlen muß, ist für den englischen Imperialismus kein Grund, sein Ziel aus den Augen zu lassen. Nur durch einen raschen und umfassenden Erfolg der Revolution wäre Persien vielleicht noch vor den Folgen der russisch-englischen Freundschaft zu schützen. IVUroKKo. Ein neues Gclbbnch. Paris, 22. November. Das morgen zur Verkeilung gelangende G e l b b u ch über M a r o k k o enthält unter anderem den Bericht des Gesandte» Negnault über die Mission nach Rabat, die Berichte des Generals d' A m a d e über die militärischen Ope- rationen im Schaujagebiete, eine genaue Darstellung der Kämpfe im Gebiete der Beni Snassen, Schriftstücke über die Verhand- lungen mit Deutschland bezüglich der Entschädigung der durch das Bombardement von Casablanca Betroffenen und schließlich die Dokumente über die Anerkennung Mulay Hafids. In einer offi- ziösen Note wird erklärt, das Gelbbuch biete einen beredten Beweis für die Loyalität und die genaue Befolgung der Algecirasakte seitens Frankreichs, denn es zeige, daß Frankreich wiederholt von den Ministern Abdul AsiS auf. gefordert worden sei, gegen Fes zu marschieren, dies aber stets verweigert habe. IZtnmka. Gompcrs wiedergewählt. Die letzte amerikanische Wahl bedeutete nicht nur den �u- saminenbruch der demokratischen Partei, sie war auch eine Niederlage der Politik G o m p e r s', der versucht hatte, die Stimmen der organisierten Arbeiter den Demokraten zuzu- führen. Die Hoffnung aber, daß die amerikanischen Gewerk- schaftcn schon jetzt mit dieser Politik der Feindschaft gegen die sozialistische Partei abrechnen werden, ist anscheinend nicht in Erfüllung gegangen. Der amerikanische Arbeiterverband, der jetzt in Denver seinen Kongreß abhält, hat Samuel Gom- pers mit allen gegen eine Stimme zum Präsidenten des Verbandes wiedergewählt. Man wird die genaueren Berichte abwarten müssen, um zu erkennen, welchen Wider- hall die von einigen Delegierten angekündigte Opposition gegen die bürgerliche Politik unter den Delegierten ge- funden hat.— Rai«. Revolution. Kingston(Jainaica), 22. November. Nach hier aus Haiti eingelaufenen Meldungen ist dort eine Revolution zugunsten des in der Verbannung lebenden Generals F o u ch a r d aus- gebrochen. Die Bewegung, die von L e s C a h e s ausging, breitete sich über den ganzen Süden aus, dessen Bevölkerung ein- mütig den Verzicht des Präsidenten Nord und die Wahl Fouchards fordert. New Aork, 22. November. Wie ein Telegramm aus Port-au- Prince von gestern meldet, läßt die Regierung die Stadt Les C a y e S» von wo aus General Simon den Aufstand leitet, blockieren. Truppen haben die Stadt umgeben. Es ist nicht un- wahrscheinlich, daß die Vereinigten Staaten intervenieren werden. Ruq der parte!. Das Verzeichnis empfehlender Jugendschriften, das der Bildungsausschuß alljährlich herausgibt, ist soeben erschienen. ES ist gegen das Vorjahr erheblich erweitert worden und weist jetzt 18t Nummern auf. Ein Vorwort wendet sich an die proletarischen Eltern, denen dringend empfohlen werden muß. bei Bllchcreinkäufen zum Weihnachtsfest nach dem Verzeichnis auSzu- wählen._ Zu einer imposanten Trauerkundgebung, so berichtet man unS unterm 22. November aus Halle a. S., gestaltete sich am Sonntag das Begräbnis unserer Genossin Ida G r o t h e. Weit über 1000 Personen folgten dem Sarge. Genosse Reichstagsabgeordneter A l b r e ch t hielt die Grabrede. potizetUcheo, 0emfctUcIic9 ulw. 100 M. Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis verhängte am Freitag die zweite Strafkammer des Magdeburger Landgerichts über den Redakteur Genossen W i t t m a a ck wegen Beleidigung der vier Vorstandsmitglieder des Landwehrvereins in Langen- weddingcn. Die Beleidigung wurde in einer Notiz der„Volks- stimme" vom 8. September d. I. gefunden, überschrieben:„Ar- beiter als Staffage". Die Notiz bezog sich auf die Scdanferer>» Längenweddingen, die vom Lanowehrverein arrangiert war. Sewerkfckafttiedes« Ein„soziales Mnsterinstitnt"! Es ist in einer Versammlung der„Victoria"-Angestellten bereits auf die Tatsache hingewiesen worden, daß dieses Institut schon längere Zeit angestellte Beamte auf ihren Ge- sundheitszustand untersuchen läßt, um diese, falls das Votum des Arztes nicht günstig ausfällt, unnachsichtlich zu kündigen. Es scheint nun fast, daß Leute, die sich krank und deshalb nur als geduldet fühlen, nicht die Energie ausbringen, sich einer gewerkschaftlichen Organisation anzuschließen. Das haben sie mit sich selbst auszumachen. Wir sind aber der Ansicht, daß die Maßnahme der Direktion sozial so extrem rückständig ist. daß sie geeignet ist, Empörung weit über die Reihen der Ar- beiter hinaus zu erregen. Man bedenke nur. daß offenbar doch ein Angestellter, der nach fast fünfjähriger Tätigkeit ent- lassen wird, natürlich bei Antritt einer neuen Stellung auf Schwierigkeiten stößt. Gibt er Krankheit als Grund der Entlassung an, so kann er sicher sein, nicht angestellt zu werden, anderenfalls macht er sich eventuell einer Täuschung schuldig, die als Anfechtungsgrund für den Vertrag gelten und zur sofortigen Entlassung führen kann. In eine ähnliche Zwickmühle kommt die Direktion der„Victoria", wenn sie eine Spur von sozialem Empsuiden hätte in dem Falle, daß Verantw. Redakteur: Haas Weber, Berlin. Inseratenteil verantw. der neue Arbeitgeber sich bei ihr nach dem Entlassungsgrunde erkundigte. Gibt sie Auskunft, so bringt sie den Beamten um die neue Stellung, anderenfalls entsteht natürlich die Ver- mutung. daß womöglich Unredlichkeiten des Entlassenen vor- ! liegen. Denn daß ein Beamter bei einer Riesengesellschaft wie die„Victoria" ohne schwerwiegenden Grund nach Jahren entlassen wird, glaubt außer den Beteiligten und denen, die es leider mitansehen müpen, kein Mensch. Seit die ersten Mitteilungen über das Vorgehen der „Victoria" an die Oeffentlichkeit gelangten, hat sich die Situation in dieser Angelegenheit für die Beamten noch er- heblich beunruhigender gestaltet. Die„Victoria" zwingt jetzt auch Angestellte, die 12Jahreund länger im Dienst der Gesellschaft(I) stehen, sich untersuchen zu lassen. Eine Entlassung nach so langer Tätigkeit kommt einer Ver- urteilung zum Hungertode fast gleich. Solche Entlassungen sind möglich, da die Pensionseinrichtungen der„Victoria" nicht ohne Grund jeglichen Rechtsanspruch aus- schließen. An dieser Möglichkeit wird durch die zeitweise Zurücknahme der Kündigung, die in einzelnen Fällen erfolgt ist, nichts geändert. Solchen Beamten kann natürlich später auf Grund irgend eines unbedeutenden Verstoßes gegen die Dienstvorschriften doch gekündigt werden, was ihre Situation nur verschlimmert und der Direktion aus den oben ver- merkten Schwierigkeiten bei Nachfragen anderer Chefs heraushilft. Die„Victoria" ist wirklich ein soziales Muster- institut, das alle Ursache hat, sich die„Einmischung" einer gewerkschaftlichen Organisation vom Halse zu halten! Ob das aber andauernd möglich sein wird? Oeutrdics Reich. Ein Notwehrstreik gegen Grubenmißstände. Die Belegschaft der Grube Saar und Mosel. Schacht 5, Merlenbach(Lothringen)— Hauptaktionär Hugo Stinnes- Mülheim a. d. Ruhr— hat am 21. d. M. die Einfahrt verweigert und ist in einen Ausstand getreten, der um so bedeutungsvoller ist, als es sich wohl um den ersten Streik handelt, den Bergleute um Sicherheit im Betrieb führten, und als Folge des Unglücks auf Radbot ausbrach. Die Saar- und Mosclgrube ist seit jeher ein Golgatha für die Bergleute und erst vor drei Monaten führten sie einen Streik, hauptsächlich um Abschaffung grober Mißstände. Die Direktion gab damals in allen Hauptpunkten nach, so daß der Streik nach zweitägiger Dauer beendet wurde, aber als die„Kum- pels" wieder eingefahren waren, dachte man nicht daran, die ge- machten Zugeständniste auch zu halten, sondern es blieb beim alten Schlendrian. Die Erbitterung der Bergleute wuchs aufs neue und ein neuer Streik drohte schon vor Wochen auszubrechen. Der Bezirksleiter Berg des Verbandes machte die Direktion auf die Situation aufmerksam und forderte, daß die im Streik gemachten Zugeständniste seitens der Verwaltung gehalten werden, anderen- falls er einen neuen Streik nicht verhindern könnte. Die Direktion hat auf diese Eingabe nicht geantwortet, dafür nahm aber die Be- zirksleitung des christlichen Gewerkvereins in der„Saarpost" das Wort, um zu erklären, wenn es wegen der Forderungen des Ver- bandes zum Streik kommen werde, machten die Christen nicht mit. Nun ist der Streik aber gerade auf demjenigen Schacht ausgebrochen, wo der christliche Verband seine Mitglieder hat. Der Schacht Merlenbach ist übermäßig naß und kolossal heiß, so daß fortwährend, bald in diesem, bald in jenem Revier ein Grubenbrand ausbrach, durch den sich große Mengen Stickgase ent- wickelten und eine ständige Bctriebsgcfahr bildeten. In letzte: Zeit haben sich die Grubenbrände derart vermehrt, daß nach Mei- nung der Bergleute der Betrieb eingestellt werden mußte. Gruben- brände sind vorhanden in den Revieren 1, 3, 4, 5 und 7. Sie erzeugen eine solche Menge von Stickgasen, daß die Bergleute wie die Fliegen umfallen und fortgeschleppt werden müssen. Ist zufällig ein Kamerad allein wenn er hinsinkt, dann steht er nie wieder auf, wie erst vorigen Dienstag einer so sein Leben eingebüßt hat. Die aufgeführten Dämme werden durch die sich hinter ihnen ent- wickelnden Gase immer wieder umgeworfen, so daß alle Versuche, die Grubenbrände zu löschen, bisher erfolglos geblieben sind. Die Belegschaft ist mehrfach an die Verwaltung herangetreten. mehr Betriebssicherheit zu schaffen, andernfalls den Betrieb ein- zustellen, und als aus eine solche Beschwerde hin Betricbsführer Schmidt antwortete, daß es mit der humanen Behandlung sein Ende habe, er die Saiten schärfer ziehen werde, legte die Beleg- schaft die Arbeit nieder. In einer gutbesuchten BelegschaftSver- sammlung am 2t. d. M., in welcher Leimpeters vom Verband und A tz vom Gewerkverein sprachen, wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt und beauftragt, der Direktion folgende Fragen und Wünsche vorzutragen.: „Die Belegschaft hat die Anfahrt verweigert, weil sie durch die zahlreichen Grubenbrände die Betriebssicherheit derart ge- fährdet hält, daß sie eine Katastrophe wie aus Radbod befürchtet. und da seitens der Verwaltung nicht für die erforderliche Sicher- heit gesorgt wird, hielt die Belegschaft sich verpflichtet, durch Verweigerung der Anfahrt sich selbst zu schützen. Die Beleg. schaft fragt die Direktion, was diese zur Sicherheit des Betriebes zu gedenken tut und welche Garantien sie geben kann, daß eine Katastrophe unmöglich wird? Bei der Verunglückung des Kamerad Bier hat cS sowohl an Rettungsapparaten wie an Sauerstoff gefehlt, was bei einer Katastrophe unabsehbare Folgen haben müßte. Die Belegschaft fordert, daß Rettungsapparate wie auch Sauerstoff ständig in genügender Anzahl und gebrauchsfähigem Zustande vorhanden find, und daß eine erforderlich? Anzahl Kameraden in der Hand- habung der Rettungsapparate ausgebildet werden. An Tragbahren und Verbandszeug hat es bisher ständig gemangelt, weshalb die Belegschaft fordert, daß stets Tragbahren wie auch Verbandszeug ausreichend vorhanden fein muß. Die Verwaltung wird verpflichtet, die Seilfahrtzeit nach den Bestimmungen der Arbeitsordnung durchzuführen und darauf zu achten, daß nicht erst mittags 3',b Uhr die Abfahrt erfolgt, während die Arbeitsordnung vorschreibt, daß die Seilfahrt um 2� Uhr beendet sein soll. Die Ordnung der Seilfahrt ist durch einen Beamten zu überwachen, wie es die Arbeitsordnung vor- schreibt. Die Verwaltung hat dafür zu sorgen,'daß die Querschläge stets trocken und passierbar sind. Bei einem Brand im Quer- schlag(Schlag» oder Stickwetter) mutz jedem Arbeiter die so- fortige Ausfahrt aus seinen Wunsch gestattet werden. Rcservclampen, die in den einzelnen Revieren fehlen, sind möglichst bald zu beschaffen und ständig in genügender Anzahl und gebrauchsfähigem Zustande zu erhalten. Äbortkübel sind in allen Strecken aufzustellen, in gcbrauchs- fähigem Zustande zu erhalten und stets rechtzeitig zu leeren. Kameraden, die eine Doppelschicht im Anschluß an die Mittagsschicht verfahren, erhalten diese Ueberschicht mit einem Dreivierteljchichtlohn vergütet. Lieferung der Hausorandkohlen, pro Monat einen Förder- wagen zum Selbsttostenpreis. nach westfälischem Muster. Weitere Lohnreduzierungen dürfen nicht mehr erfolgen Maßregelungen wegen Beteiligung an dem jetzigen AuS- stände dürfen nicht erfolgen; auch darf keinem von auswärts kommenden Kameraden die Vergütung des monatlichen Fahr- gcldes wegen Beteiligung cm diesem Ausstand vorenthalten werden." Mit diesen Forderungen hat sich die Kommisston clln Nach« mittag des 21. d. M. zum Direktor F lacke begeben, von dessen Antwort die weiteren Entscheidungen abhängen. Die erste Forde« rung charakterisiert unsere Grubenzustände und Grubenkontrolle derart, daß jeder Kommentar überflüssig ist, Hueland. Unternehmcrlogik. Der Verband der belgischen Bergwerksvesitzcr hat auf eine Um» frage der parlamentarischen UlitcrsuchungSkommlssion betreffend die Verkürzung der Arbeitszeit in den Bergwerken eine umfangreiche Antwort gegeben, deren Quintessenz das folgende ist: Bei einer Verkürzung der Arbeitszeit müßten, wenn unstre Profite die gleichen sein sollen, entweder der Lohn herabgesetzt oder die Preise der Kohlen erhöht werden. Reduzieren wir die Löhne, so werden die Arbeiter geschädigt, erhöhen wir die Preise der Kohlen, so werden andere Industrien darunter leiden und damit wiederum die Arbeiterschaft. Die Bergwerke gehören uuS und demzufolge habe» wir das Recht, so viel wie möglich Profit auS denselben herauszuioirtschaften.— Das ist klar und deullich, der echte, rechte Uillernehinerftandpunkt, aus dem alle Unternehmer stehe», wenn sie auch nicht immer so deutlich ihn zum Ausdruck bringen. Massenaussperrung in Norwegen. Die Norwegische Arbeilgebervereinigung hat am Freitag eine allgemeine Aussperrung für die gesamte Zellulose« industrie des Landes angekündigt. Davon werden ungefähr SOOO Arbeiter betroffeit. In drei Fabriken sind 600 Ar- beiter schon seit Mitte November ausgesperrt, weil sie sick nicht eine Lohnherabsetzung, die bis zu 1 Krone den Tag. also 300 Kronen im Jahre, betragen soll, gefallen lassen wollen. ES sind nun zwar neue Verhandlungen angelnüpft, doch ist eS zweifelhaft, ob sie zur Einigung führen werden, da die Unternehmer der Zelluloseindustrie den schlechten Geschäftsgang zu einer allgemeinen Verschlechterung der Lohn« und Arbeitsverhältnisse ausnutzen wollen. Wird die AuS- sperrung nicht beizeiten verhindert, so wird sie wahrscheinlich auch aus die Papierfabrilen übergreisen. Letzte JVacbricbten und DepeFcben« Der Wahnsinn des Wettrüstens. London, 23. November.(W. T. B.) Oberhaus. Lord Roberts brachte heute eine Resolution ein, in der es heißt, die Frage der Landesverteidigung erfordere die unverzügliche Aufmerksamkeit der Regierung zum Zwecke der Beschaffung eines Heeres, daS so statl an Zahl und so wirksam durch seine Eigenschaften sei, daß die stärkste fremde Macht zögern würde, eine Landung an de» Küsten Englands zu versuchen. Redner sagte, der Punkt, auf den er die Aufmerksamkeit des Hauses zu lenken wünsche, fei: ob eine In- vasio» möglich sei oder nicht. Balfour habe am 11. Mai 1905 ge« sagt, daß eine ernstliche Invasion nicht möglich sei. Diese Schluß- folgerung habe auf Taten beruht, die von der Admiralität int Hinblick aus Frankreich, das nächstgelcgene Land, geliefert worden seien, da von dort aus ein Einfall am leichtesten auszuführen sei. Eine in jüngerer Zeit angestellte Untersuchung habe aber gezeigt, daß Balfours Feststellung, wenn sie auch bezüglich Frankreichs im Jahre 1905 zutreffend war, bezüglich Deutschlands im Jahre 1908 nicht zutraf. Die Bedingungen, die Balfour in seinem Ur« teil bestimmten, hätten sich vollkommen geändert, und England könne sich nicht länger vor der Möglichkeit einer Invasion sicher fühlen. Lord Roberts fuhr fort: Ich habe die Frage unter dem Gesichtspunkt geprüft, daß die einfallende Macht von Deutschland herkommen werde. Balfour hat Frankreich als Beispiel angeführt, ohne daß er dabei an eine Feindschaft gegenüber Frankreich oder an eine vor diesem Lande zu hegende Befürchtung dachte. Für meine analoge Beziehung auf Deutschland nehme ich dement« sprechend in Anspruch, daß sie weder Feindseligkeit gegen Deutsch, land noch Furcht vor ihm einschließt. Siegreiche Wahlen. Nürnberg, 23. November.(Privatdepesche deZ„Vorwäris".) Soweit sich das Ergebnis der heutigen Gcmeindcwahlen über» sehen läßt, sind gewählt: 9 Sozialdemokraten, 8 Liberale, 1 Mittelständler, 1 Zentrumsmann und 1 Demokrat. Unsere Nürnberger Genossen haben mit dieser Wahl, die auf Grund des neuen bayerischen Wahlgesetzes nach dem Proporz vor sich ging, zum erstenmal sozialdemokratische Vertreter in das Nürnberger Stadtparlameut entsandt. Nach den Resultaten marschieren wir an der Spitze aller Parteien. Das bisherige Regiment der„Liberalen" auf dem Rathause ist erschüttert. München, 23. November.(Privaldcpesche des„Vorivärts".� Bei den gestern stattgefundenen Gemeindewahlen errangen unsere Genossen einen glänzenden Sieg. Mit der Herrschaft der liberalen Rathausmajorität ist eS nun vorbei. Von den 12 ausgeschiedenen Liberalen dürften nur 7. von den 7 Ultramontanen 6 in oaS Kol- lcgium zurückkehren. Den Sozialdemokraten, die nur 1 Mandat zu verteidigen hatten, dürften nach den vorläufigen Ergebnissen 6 Mandate zufallen, so daß nunmehr das Gemeinoekollegium auS 23 Liberalen, 14 Sozialdemokraten, 13 Ultramontanen und 5 Ver- tretern verschiedener Parteigruppen zusammengesetzt sein wird. Im Magistrat ist die Zusammensetzung wie folgt: 11 Liberale, 6 Sozialdemokraten und 3 Zentrümler. Der Wahlkampf wurde mit großer Heftigkeit geführt. Die Liberalen kämpften mit den gemeinsten Mitteln; sogar die Waffen des ReichslügenverbandeS waren ihnen nicht zu schmutzig. Unsere Genossen hielten glänzende Disziplin im Gegensatz zu den Liberalen. Während von den libe- ralen Wählern über 59 Proz. der abgegebenen Listen abgeändert waren, war von unseren Wählern nur 1 Proz. aller abgegebenen Listen geändert. Frankcnhause» a. Kyffhäuser, 23. November.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Bei der heutigen Stadtratswahl siegten die fünf Kandidaten der Sozialdemokratie mit 708 bis 588 Stimmen. Die Gegner erhielten 564 bis 388 Stimmen. Stettin, 23. November.(Privatdepesche des»Vorwärts".) Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen, bei denen wir von neun Mandaten fünf zu verteidigen hatten, gewannen wir sechs Mandate. Die Beteiligung war eine sehr große. Unser Stimmenzuwachs beträgt etwa 1999. Wandsbek, 23. November.(Privatdepesche deS.vorwärts".) Bei den heutigen Stadwerordnetenwahlen wurden drei Bürgerliche hioausgewählt. Ihre Mandate übernahmen die Genossen BruhnS, RoSbitzki und Efftinge. Beschlagnahmter Dampfer. Hamburg, 23. II.(W. T. B.) Der Hainburger Staat hat den englischen Dampfer„Federation", der den Staatsbagger Nr. 12 zum Sinken brachte, wobei drei Mann ertranken, für einen etwaigen Schadenersatz von einer halben Million Mark mit Beschlag belegen lassen._ Eingeäschertes Dorf. Budapest, 28. November.(V. H.) Heute morgen brach bei orkanartigem Sturme in der Ortschaft Szasztelek ein Brand (ins, durch den die ganze Ortschaft eingeäschert wurde. Zwei Personen sind in den Flammen umgekommen. Der gesamte Liehbestand sowie die Futtermittel wurden ein Raub der Flammen. : Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. LerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu S Beilage» u. UnterbaltungSU, 5r. 275, ZZ. Aehrgallg. IJtilap to„WmSlls" KcrliM plliülilitl. Rcicbota� 166. Sitzung vom Montag, den 23. Nobemver. nachmittags 1 Uhr. «m DundeSratstische: Sydow, v. Rheinbaben. Die erste Beratung der Reichsfinanzreform wird fortgesetzt. Abg. Dr. Wiemer sfrs. Bp.): Der preußische Finanzminister wies vorgestern auf die Äulturaufgaben der Einzelstaaten hin. Nun, gerade Preußen hätte noch weit mehr auf kulturellem Gebiet leisten kennen, trenn es nicht Hunderte von Millionen durch seine grund- verkehrte Polenpolitik vergeudet hätte.(Sehr richtig! links.) Die Einzelstaaten wollen bei dieser Reichsfinanzreform ein sehr gutes Geschäft machen. Sowohl die Ueberweisungen aus der Erbschafts- steuer als die aus dem Branntweinmonopol sollen bedeutend erhöht toerden. Dann sollten fie die erhöhten Beträge mindestens zum Teil dafür verwenden, die gestundeien Matrikularbeilräge in absehbarer Zeit zu tilgen.ed die Heranziehung der Beamte» zur Gemeindeeinkommensteuer. Minister des Innern v. Moltke: Der Entwurf ist bereits von dem Herrn Fiaanzminister hei der Beratung der Peamtenl-esolduns, gesetze angekündigt Wörde». Es mußte von einer Regelung der Materie in der Weise adcjesehen werden, daß bei Aufhebung des ÄommunalfteuerprivilegS der Beamten diese eine Entschädigung aus Staatsmitteln erhielten. Es wäre dazu ein Bedarf von jähr- lich 10 Millionen Mari mffwendig gewesen. Der Entwurf bc- schränkt sich daher auf Einschränkung deS Kommunalsteuer. Privilegs in der Weise, daß für die bis zum 1. April lövS an- gestellten Beamten es bei dein bisherigen Zustand bleibt, während die nach dem 31. März 190S eünzustellenden Beamten zur Gemeinde« einkommenstinmr herangezogen werden sollen, sosern nicht mehr als 100 Prozent Zuschlag erhoben wird. Abg. Her,w(Z.l: Durch die Borlags werden zwei Kategorien von Beamten emgeführt. solche, die vor und solche, die nach dem 21. März t9v0 angestellt jindr Diese Differenzierung scheint mir sehr unglücklich gewählt; denn sie bleibt für eine ganze Generation bestehen und wird in dieser Zeit viel Unzufriedenheit unter den betroffenen Beamten erregen.;jZm übrigen ist es gewiß berechtigt, daß die Beamten an der Enwickelung der Gemeinde, in der sie wohnen, interessiert werden daburch, daß sie wie die anderen Bürger Steuer zahlen. Vielleicht könnte man bei ihrer Besteuerung den halben Steuerfich zugrunde legen. Ich empfehle die lieber» Weisung der Vorlage an die mn sieben Mitglieder verstärkte Ge- meindekommission.(Bravo k im Zentrum.) Abg.». d. Gnxebrn(f.): Meine Freunde sind von jeher gegen die von der Linken gewünschte völlige Beseitigung des Kommunalsteuerprivilegs der Weamten gewesen. Wir haben auch schwere Be. denken gegen die Borlage, wollen uns aber zurzeit nach keiner Mich- tung binden, sondern werden die Borlage eingehend in der Kom. Mission beraten. Abg. Dr. Schröder-Kassel(natl.): Das Einkommensteuer- Privileg der Beamten war früher durchaus berechtigt, weil das Ein» kommen der Beamten im Etat klar zutage lag. Nach Einführung der Selbsteinsckiätzung ist dieser Grund fortgefallen und nur noch der andere bestehen geblieben, daß die Beamten sich ihren Wohn« sitz nicht selbst wählen können. Eine sofortige Aufhebung des Kom« munalsteuerprivilegS wirre ohne Entschädigung nicht denkbar; andererseits aber ijt die Zahlung einer solchen Entschädigung bei der augenblicklichen Finanzlage nicht möglich. Daher bleibt uns nichts übrig als der Wegp den die Vorlage vorschlägt. Die An» regung des Herrn Herold erscheint mir sehr anerkennenswert; zu prüfen wäre noch, ob man nicht den halben Steuersatz nach oben festlegen müßte, um eine zu große Belastung der Beamten zu ver- meiden. Eine patriotische Tat wäre eS. wenn auch unsere Standes Herren auf ihre Steuerprivi- legien, und zwar ohne Entschädigung, ver- zichten würden.(Bravo I links.) Zugleich erinnere ich an den in Aussicht gestellten Entwurf, wonach die Standesherren zu den Schul lasten herangezogen werden sollten.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Ziethen(fk.): Meine Freunde begrüßen die Vorlage mit Freuden. Die Gründe, die gegen die sofortige gänzliche Auf- Hebung des BeamtenstenerprivilegS sprechen, haben nnS überzeugt. Den Hauptvorteil von der Vorlage werden die wohlhabenden Ge- meinden mit geringem Einkommensteuerzuschlag haben, in denen besonders viele Beamte wohnen. Immerhin bedeutet der Entwurf einen kleinen Fortschritt auch für die armen Gemeinden. Deshalb hat«in großer Teil meiner politischen Freunde auch mit Bedauern bemerkt, daß nicht für alle Beamten, zum Beispiel nicht für die Geistlichen, die Aufhebung des KommnualsteuerprivtlegS angebahnt wird. Ministerialdirektor Schwarhlopff: Die Heranziehung der Standcsherren zu den Koinmunallaften und VollSschnllasten kann nur bei einer Gesamtrevision des Kommunalabgabengesetzes erfolgen. Schwierigkeiten bieten nur die Fälle, in denen die Standesherren früher zu den Schullasten beitrugen, aber nach dem neuen Bolksschulunterhaltungsgesetz nicht mehr dazu gezwungen werden können. Doch lohnt es nicht, deswegen die Gesetzgebung in Bewegung zu setzen. WaS die fortbestehende Steuerfreiheit der Geistlichen und der Lehrer angeht, so entspringt sie dem mittel» alterlichen JmmunitätSrecht der Kirche überhaupt. Ich halte es nicht für ratsam, die Privilegien der Kirche an diesem einen Punkte in die Debatte zu ziehen. Auch wünscht der Oberkirchenrat nicht, die Geistlichen noch mehr in die sozialen und politischen Kämpfe hineinzuziehen. Die Heranziehung der Lehrer zur Kom- munalsteuer würde eine Belastung der Lehrer mit insgesamt SVi Millionen Mark bedeuten. Eine solche Belastung in diesem Augenblick stände in zu großem Widerspruch zu der geplanten Erhöhung der Lehrergehälter. Es ijt daher daS beste, an dem historisch Gewordenen nicht zu rütteln. Abg. Sieinbachcr(frs. Vp.): Wir sehen in der Vorlage eine Verbesserung, die aber nicht entfernt unseren Erwartungen ent- spricht. Die Summe von 10 Millionen Mari Entschädigung bei der völligen Beseitigung des Kommunalsteuerprivilegö schreckt uns nicht. Zudem würde die Entsckstidigungsrente von Jahr zu �ahr geringer werden. Davon, daß die größten Gemeinden am meisten Vorteil von der Beseitigung des 5tommnalsteuerprivilegs der Be- amten hätten, sollten Sie sich nicht bceinslussen lassen; denn diese Gemeinden sind doch auch die leistungsfähigsten, sie sind die wahren Kulturträger. Man sprickst von der Berechtigung dcS knitorisch <5ieworde>ren. ES handelt sich hier aber lediglich um metischliche Einrichtungen, hie seinerzeit gegen den Willen der Gesamtheit ge- troffen worden sind. Wir wollen aber nicht ewig die Ketten ver- gangener Jahrhunderte herumschleppen.(Sehr gut! links.) Zum mindesten sollte das Kommunalsteuerprivileg der mittelbaren StmiMegntten sogleich völlig beseitigt werden..(Bravo! links.) Äbg, Wölff-Ltssa(frs.%)'t DaS KMsittmalsteuerpribikeg ist nach dem Gesetze hpn 1822 nicht anderes als ein Zuschuß der Gemeinden zu den unzureichenden Gehältern des Staates. Ter autokratische Gesetzgeber von 1822 konnte den Kommunen Lasten auferlegen, wie er wollte. Der konstitutionelle Gesetzgeber von heut? wird sich auf den Standpunkt stellen müssen, daß der Staat seine Pflichten gegenüber den Beamten selbst zu erfüllen und nicht andere dazu heranzuziehen hat. Daraus crg,bt sich, daß das BeamtenprivUeg heute keine Berechtigung mehr hat, sondern daß der Staat die Mitte» zu beschaffen hat, um die Beseitigung des Sieuerprivilegs der Beamten durchzuführen. Dazu kommt, daß inzwischen noch ejn großes Heer von mittelbaren Staaret- beämten dazu gekommen ist. Die Beamten wünschen vielfach selbst die Aushebung dieses Privilegs, weil sie es als ungerechtfertigt empfinden.(Bravo! links.) Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Mit der Tendenz der Vorlage sind wir einverstanden, bedauern es aber, daß die Regierung auch hier wieder auf halbem Wege stehengeblieben ist und nicht die Steuerfreiheit der Beamten völlig aufgehoben hat. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß die 10 Millionen, die für die Entschädigung gebraucht würden, sich im Laufe der Jahre vermindern würden. Gras v. d. Groeben sprach von einem Geschenk an die großen Städte. Man könnte umgekehrt sagen, daß bisher die großen Städte dem Staat ein Geschenk gemacht haben; allerdings nicht freiwillig. Ein Drittel der 10 Millionen Entschädigung würde allein auf Berlin und Umgegend entfallen.— Bon dem Borschlag Herold, die Hälfte des Steuersatzes von den Beamten zu erheben, verspreche ich mir nicht piel. Wir verlangen die völlige Beseitigung des Sieuerprivilegs. Die Beamten werden die Aufhebung des Privilegs ebenfalls begrüßen; denn sie erhalten dann auch die sollen Reckte ln den Gemeinden. Wenn Beamte durch höhere Steuerzuschläge in einzelnen Gemeinden benachteiligt werden, so ist es Sache der Staats- regierung, diesen Nachteil durch Ortszulagen auszugleichen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Bon verschiedenen Rednern ist bereits dagegen Einspruch erhoben, daß nicht auch den Geistlichen und Lehrer» das Privileg genommen wird. Auch wir sind der Meinung, daß«S sich empfiehlt, diese Klasse von Beamten nicht anders zu behandeln als die anderen Beamten. Di? angeführten historischen Gründe, die ich augenblicklich nicht nachprüfen kann, könnten jedenfalls höchstens für die G e i st l i ch e n in Betracht kommen. Natürlich müßte de» Lehrern dann auch das Recht ge- geben werden, als Stadtverordnete gewählt zu werden. DaS wird übrigens den Gemeinden nur zum Borteil gereichen. terr Neinbacher meinte: wenn wir die Wahl hätten zwischen tädteordnung von 1808 und der heutigen, würden wir ohne weiteres die van 1803 nehmen. Dem kann ich doch nicht so ganz beistimmen: denn die Städteordnung von 1808 enthielt ein Zensus- Wahlrecht und das Hausbesitzerprivileg in viel stärkerem Maße als die heutige. Wenn ich aber die Ausführungen des Herrn Rein- bacher dahin interpretieren kann, daß es notwendig sei. die Ge- danken, die der Städteordnung von 1808 zugrunde lagen, mehr aus das heutige Gesetz zu übertragen, können wir damit wohl ein- verstanden sein. Ich würde es mit Freuden brgüßen.»venn es zu einer prinzipiellen Aenderung der Siädteordnung unter Be- seitigung ihrer reaktionären Bestimmungen käme, wie es den Wünfchen der weitesten Kreise deS Polles entspricht. Gelänge eS, den Geist, von dem Freiherr vom Stein beseelt war, auf die heute geltende Städteordnung zu übertragen, so wäre das für daS An- denken des Freiherrn vom Stein die würdigste Feier.(Bravo! links.) Abg. Streffer(k.) wünscht, daß die Staaisregierung mehr als bisher von ihrem Rechte Gebrauch mache, den Kommunen die Cr- Hebung von Steuerzuschlägen über 100 Proz. zu untersagen. Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Haußmann(natl.) wird eis Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Die Porlage geht an die verstärkte Gemeindekommisfion. Es folgt die erste Beratung deS Gesetzentwursö über die Haftung de» Staates und anderer Verbände für Amtspflicht. Verletzungen von Beamten bei Ausübung der össentltchen Gewalt. Justizminister Beseler: Der Entwurf enthält im wesentlichen dasselbe wie die von dem letzten Landtag wegen Schlusses der Session nicht verabschiedeten Vorlagen. Die Regelung dieser Materie ist wiederholt von verschiedenen«eiten dringend gefordert. Abgesehen von dem Beschluß des deutschen Juristentages und einer Anregung aus kaufmännischen Kreisen hat auch diese» hohe Haus diesen Wunsch wiederholt geäußert. Auch ein entsprechender Ent- wurf für die Reichsbeamten, der sich im wesentlichen mit dem preu- ßischen deckt, liegt vor. Eine Hastung des Staates für Amtspflicht- Verletzungen seiner Beamten kann daö Ansehen des Staates nur hebem Die Vorteile im übrigen liegen aus der Hand. Der Ge- schädigte wird stets einen zahlungsfähigen Gegner vor sich haben, und auch die Beamten werden die Neuregelung zweifellos vorziehen. Es ist nicht Zweck des Gesetzes, die Hastpslicht deö Beamten, die ihm nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch obliegt, aufzuheben, sie soll nur ander? geregelt werden. Dem Staate bleibt dre Regreßpslicht gegen den Beamten, sonst läge die Gefahr vor, daß die Beamten es an der nötigen Sorgfalt fehlen ließen. Bei Kommunalbeamten tritt an die Stelle des Staates der Kommunalverband, bei Lehrern und Lehrerinnen der Schulverband. Gegen die Haftung des Schul- Verbandes hatten sich damals lebhafte Bedenken erhoben. Die Re- giernng glaubt aber, von dieser Haftung nicht absehen zu können, zumal in der Praxis solche Fälle selten vorkommen werden und bei weniger leistungsfähigen Gemeinden auch der Staat helfend ein- zugreifen hat. Die Regierung ist gewillt, in den Etat einen' De- trag einzustellen, der ausschließlich diesem Zwecke dienen soll. Ich hoffe, daß der Entwurf von dem Hause mit Wohlwollen auf- genommen werden wird. Abg. Bothmer(kons.) beantragt die Ueberweisung der Vorlage an die auf 21 Mitglieder zu verstärkende Justizkommission. Bei Vergehen von Staatsbeamten, insbesondere von Gerichtsvollziehern, erkennen wir eine Haftung des Staates als berechtigt an. Dagegen stimmen wir entschieden gegen eine Haftung der Kommunal- verbände, denen die'Zweckverbände, Gutsbezirke und Amtsbezirke gleichgestellt werden; denn hierdurch würden sehr häufig schwache Schultern getroffen werden. Es wäre z. B. nicht ausgeschlossen, daß ein Dorf für einen Standesbeamten wegen Ausstellung eines ■alfchen ErbscheineS für eine hohe Summ« haften müßte.(Hört! hört! rechts.) Ganz unannehmbar ist für uns die Haftung der Sckulverbände, für die Lehrer sollte vielmehr der Staat di« Haftung übernehmen. Uebrigens wird die Frage bezüglick der Kirchengcmeinden durch den Entwurf nicht geregelt; daher könnte man auch die Schulverbänd« fortlassen.(Bravo! rechts.) Abg. Reinhard(Z.): Wir find mit dem Antrag auf Ikeber- Weisung der Vorlage an die verstärkte Justizkommission einver- tanden. Da fast alle größeren Bundesstaaten und auch daS Reich liefe Materie regeln, halten wir diese Regelung auch in Preußen ssir notwendig. Aber auch wir haben schwere Bedenken gegen den borliegende» Gesetzentwurf. Heber die Frage, ob ein Beamter sich ein Verschulden hat zuschulden kommen lassen, muß der ordentliche Richter entscheiden, die Erhebung d«s Kompetenzkonfliktes lehnen wir ab. Auch den Bedenken des Herrn Vorredners gegen die Haf- tung der Kommunal- und Schulvcrbände schließen wir uns an, wir sind aber durchaus keine prinzipiellen Gegner der Vorlage, öndcrn hoffen, daß sie in der Kommission eine Gestalt erhält, die uns die Zustimmung ermöglicht.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Dr. Röchling(nall.): Meine Freunde sind mit der Vor- läge einverstanden. Die Fälle, welche Herr Bothmer vermißte, habe ich seinerzeit aussührlich angeführt, und gerade daraufhin hat Herr Boehmer erklärt, seine Freunde würden dem Antrag auf Vorlegung eine« solchen Gesetzentwurfs zustimmen.(Hört! hört! links.) Be- denken im einzelnen haben auch wir. insbesondere gegen den Kompetenzkonflikt. Abg. Mertin(sk.)': Wir hakten da? Gesetz für nützlich, teilweise für notwendig. Gegen die Gefahren der Haftung können sich die Schulverbände usw. leicht versichern. Llbg. Cassel(frs. Vp.): Das Gesetz entspricht einer allen Programm» fordernng meiner Partei. Ueber hie Berechtigung des Schadenersatz- anspruchs müssen auch nach unserer Meinung die ordentlichen Richter enttcheiden. Für unbillig halten wir. daß Gemeinden basten sollen sül Vergehen von Lehrern, die gar nicht von ihnen angestellt sind; hier muß die Haftung des Staates, der die Anstellung vornimmt, ein- rreten. In der Kommission werden wir Herrn Boehmer eine ganze Reihe von Fällen vorführen, welche dies Gesetz als eine Notwendig- keit erweisen.— Von einer großen Belastung der Stencrzahler durch die Vorlage kann keine Rede sein; wir haben das Vertrauen zu unserem Beamtentum, daß solche Fälle nur selten vorkommen werden.(Bravo! links.) Abg. Lippmann(frs. Vg.): Wir halten das Gesetz ebenfalls für notwendig und nützlich. Die Erhebung deS Kompetenzkonfliktes lehnen wir ab. In allen anderen Bundesstaaten und auch im Reick wird die Entscheidung, ob eine Smtspflichtverletzung vorliegt, durch die ordentlichen Richter getroffen. Abg. Heimaun(Soz.): Trotzdem meine Freunde in der verstärkten Fnsiizlommissson keinen Sitz haben sollen, werde ich mich bemühe», mich kurz zu fassen. Für uns ist die fast einhellige Freude der bürgerlichen Parteien über diesen Entwurf ein Zeichen dafür, wie außerordentlich bescheiden man in Preußen geworden ist. Der Grundsatz, daß der Staas hafte für Vergehen seiner Beamten, scheint mir eine ganz sclbstversiäudliche Forderung jeder Gerechtigkeit zu sein und es dürfte wohl in keinem anderen Parlament möglich sein, daß die Notwendigkeit eines solchen Entwurfs noch bestritten wird. Die Staatsregierung ist sich ja schon seit zehn Jahren darüber klar, daß der bestehende Zustand nicht haltbar ist; aber sie hat nach dem bequemen Grundsatz gehandelt: qulata non movere.(Das Ruhende nicht bewegen.) 1l»S wäre eS weit erwünschter, wenn die Materie reicks gesetzlich geregelt werde» könnte. Dann wäre vor allem die Möglichkeit gegeben, anzukämpfen gegen die Bestimmung deS s 6 der Vorlage, die eine außerordeirt- ticke Härte gegen die Arbeiter bedeutet. Wenn nämlich ein Arbeiter infolge der Anordnungen eines Beamten verunglückt, so kann er im äußersten Falle auf Grund deö Uuso llversicheruugSgesetzes nur eine» Anspruch aus h ö ch st e n S drei Viertel de» erlittenen Schadens stellen. und nur in dieser Höhe hastet nach dieser Vorlage der Staat, abgesehen von dem Fall, daß derSchaden von den, Unternehmer oder Betriebsführer aus Borsatz herbei- geführt ist und daß dies durch strasgerichtliches Urteil festgestellt wird, was natürlich nicht vorkommen wird- Wird«in reicher Mann, ein Millionär, durch AmiSüberschreitung eines Beamten geschädigt, so tritt der Staat in voller Höhe für diesen Schaden ein. Ich habe dies nur erwähnt, um auch an dieser Stelle aus die Ungerechtigkeit eines solchen Zustandes hinzuweisen; im Rahmen diese» Gesetzes ivird dagegen leider nicht viel zu machen sein. Die schiversten Bedenken haben wir gegen die Zulassung der Erhebung des Kuiiipetenzkonflikles in 8 3. Der Justtzminister hat bei der damaligen Konnnitsioiisderatliiig auf das bestimmteste erklärt. daß ohne den§ 3 die Vorlage für die Regierung unannehinbar sei. Der innere Grund für dieses starre Festhalten an dem 8 L kann nur in einem Mißtranen der Staatsregierung gegen die ordentlichen Gerichte liegen.(Sehr wahr I b. d. Soz.) Früher mag die Erhebung des KonipetrnzkonflikleS gerechtfertigt gewesen sein, als man dadurch die einzelnen Beanilen vor Bermögenslchädigung durch Vexationen infolge »»berechligter Ansprüche schützen wollte. Dieser Grund fällt»ach dcr allgeineinen StaatShastung doch fort.(Sehr richtig I linlS.) Aber die ordentlichen Gerichte find eben nicht so doppelt und dreifach gesiebt, wie daS LberverwallniigSgericht. und die staatliche Burcaukratie sträubt sich steiS, von thren Machtbefugnissen auch nur«in Tipselchen aufznaeben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Möglichkeit gegeben wäre, jeden— auch nur vermeinilichen—- Uebergriff von Beamten vor den ordentlichen Richter zu bringen, so würde gerada dadurch das Ansehen der Beamten im Volke er- höht werden. In England, wo diese Möglichkeit besteht und wo die ordentlichen Gerichte häufig mit geradezu drcKoniicher Strenge gegen Beamte vorgehen, hat gerade dieser Umstand noch meiner Ueoerzeugnng zu dem hohen Ansehen geführt, da« auch die unteren DicherdettSorgane de» Staate» in England genießen. Die KonfliltSerhebung geschieht aus Grund deS Gesetzes von l8S4. Sie stammt also aus der Zeit der finstersten Reaktion, in dcr die Staaisregierung mehr noch als heute sich als Herrin deS Staates fühlte und die Bürger als ihre Nnterta»en ansah. Wenn man freilich manche Reden Wilhelms II. liest, wird man finden, daß auch heute die Uutertanrnidee noch nicht ganz ausgestorben ist.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Bor allem spricht gegen den 8 2 auch die Tatsache, daß für Reichsbeamte der Konflikt nicht erhoben werden kann! Auch ist dir Tatsache nicht bestritten worden, daß man in anderen Bundesstaaten den Konflikt überhaupt nicht kennt. Die Motive des Entwurfs sagen, man brauche das Sicherheitsventil des Konflists. weil sonst die Ansprüche an den Staat sich zn sehr steigern würden. Andererseits aber betont man. daß die Kommunalverbände die Haftung für Verfehlungen auch von solchen Beamten, die vom Staate unter nur ganz geringer Mit- Wirkung der Kommunen angestellt werden, iZbeniehinen löni.ten, weil die Kosten doch nur sehr geringe sein würden. Dann ist um- soweniger einzusehen, warum der Staat fürchtet, ihm würden durch die Uebernahme der Hastnna zu große Kosten entstehen. Alle diese Gründe, deren innere Hohlheit und Fadenscheinigkeit offen zutage liegt, werden eben nur herbeigeholt, weil man ein Machtmittel, da- man seit 1854 in Händen gehabt hat, nicht aus der Hand geben will. Ungenügend erscheint uns weiter die Bestimmung des§ 1 Absatz 2, wonach der Staat den Schadenersatz bei Schädigungen, die der Beamte im Zustande der Bewußtlosigkeit oder bei krankhafter Störung der Geisteetätigkeit verursacht hat. nur übernehmen soll, falls eS die Billigkeit erfordert. Dadurch wird da« Grundprinzip des Entwurfs über den Haufen geworfen. An Stelle des RechlS- anspruchs des Geschädigten tritt hier da« unklare Prinzip der Billigkeit.(Sehr wahrk bei den Sozialdemokraten.) In anderen Staaten wie Bayern und Württemberg ist man nickt so zaghast. Daß in Preußen die Billigkeit nur recht selten anerkannt werden«oird. geht klar a»S den Motiven hervor, in denen es ausdrücklich heißt, daß in solchen Fällen eine Haftung des Staates nur in gewissem Umfange anerkannt werden könne. Wir erkennen also an. daß da« Gesetz gegen den bestehenden Zustand eine Verbesserung bedeutet, bedauern aber, daß dieser Fort- ichrilt beschwert wird mit einer Reihe einschränkender Bestimmungen. denen wir eine innere Berechtigung nicht zuerkennen können.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Debatte. Die Borlage geht an die verstärkte Justizkommission. Die Tagesordnung ist damit erledigt. Vizepräsident Dr. Krause schlägt vor. die Festsetzimg des Zeitpunktes und der Tagesordnung der nächsten Sitzung dem Präsi- deuten zu überlassen. Abg. Frhr. v. Zcdlib(frk.) wünscht, daß beim Wiederziisammeu- treten des Hauses die Anträge auf Aenderung des Berggesetzes aus die TaacSordnnng gesetzt werden.(Vizepräsident Dr. Krause sagt Erwägung diese» Wunsches zu.) Abg. Borgmnu»(Soz.) regt an, daß die Interpellation des tentrimiS über die Arbeitslosigkeit auf die Tagesordnung der nächsten itznng gesetzt werde,»nd fuhrt Beschwerde darüber, daß in die verstärne Juitizkommission kein Sozialdemokrat entsandt werden solle, obgleich für die Jnstizkommisfion die Mitgliedschaft eintS sozialdemokratischen Abgeordneten vorgesehen war. Vizepräfident Dr. Krause: Es handelt sich hier um eine neue 21 er Kommission, und nach de» Vereinbarungen war eine andere Besetzung nicht möglich. Die andere Anregung deS Herrn Vorredners wird auch erwogen werden. Soviel ich weiß, einspricht eS der Absicht des Herrn Präsidenten, diese Interpellation aus die nächste Tagesordnung zu letzen. Der Borschlag dcS Präsidenten wird angenommeil. Schluß 4'/, Uhr. \ Für den Inda« der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. �IKeater. Dienstag, 21. November. Ansang VI, Uhr. Htöniglichcs Opernhaus. Madama Butlcrfly. Königl. Schauspielhaus. Kaiser Heinrich VI. Deutsches. Die Revolution w Krähwinkel. Kamm erspiele. Der Arzt am Scheidewege. Ansang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Faust. l. Teil. Ansang 8 Ubr. Neues kgl. Operntheater. Ge. schlössen. Berliner. HerodeS und Mariamne. Neues. Wahrheit. Lessing. Michael Kramer. Kleines. Moral. Komische Oper. Tiefland. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Hebbel. Erde. Schiller«.«Wallner. Xbtaln.) Der schwarze Kavalier. Sch«et Charlottenburg. Der Familienlag. Friedrich. Süilhelmstädt. Schau- ipielhaus. seine Hoheit. Westen. Der ftdele Bauer. Thalia. Künstierblut. Luisen. Die Ehre. Bernhard Roie. Phillppine Welser. Ansang 8>,. Uhr. Wilhelm-Theater. Die SchSpsung. L»>iwietd»tiS. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Onerette». Die Dollar» Prinzessin. Berliner Operetten-Thcater LVl. Havana. Ansang 81/, Uhr.. Gastspiel> Theater. Demimonde. Ansang S'l, Uhr. Bürgerl. Schauspielhaus. Aus- gewiesen. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden BindelbandS. Vorher: Intern. KünsUcr-Teil. Parodie. Die Zauberfldte. 2XS— 7. Berlin steht Kopp. Ans. 8',, Ubr. Apoll«. Sine lustig« Spreewald- fahrt. Spezlalstäl«». Met to not. Donnerwetter— tadel- lo«. Wintergarten. Epezialitäten. Pa>>agc. Spezialitäten. Kasino. Die Dianabäder. Spezia- litäien. Reichsiintten. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialltäien. FolieS-Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witwe. Gustav Behren«. Echt« Spree» athener. Spezialitäten. Carl Haverlaud. Speztaltäten. Urania. T»>,n,t>str»str lt»/lv. Abends S Uhr: Jerusalem. Hörsaal: Pros. Dr. B. Donath: Akustik. Ansang 51/, Uhr. Ste>»warte. ,>nval>den«» S7/S2. Heues fdesler. Abend» S Uhr: Mttiwoch i Baccarat. Donnerstag: Wahrheit. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Moral. Mittwoch: Moral.__ Ideiuei' des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fldelo Bauer. Mittwoch und Sonnabend nachm. 4 Uhr ficine Preise: Dornröschen. friölltiMiiylMiSlülMliss Schauspielhaus. DIenStag, 24. Nov. Ansang 8 Uhr: Seine Hoheit. Mittwoch: Im weihen Röhl. Donnerstag 1. Male: Jrmwgard. Freitag- Jnningard._ Isrlinsr Theater. Abends 8 Uhr: Ilerodea und Idariarane. Morgen: Der Vcilchenfreaser. Hebbel-Theater KSniggrStzer Str. 57/58. Ans. 8 Uhr. Erde. Scne« Opcrrltcn-Theaicr. Schtssbaurrdamm 25, a. d. Luisenftr. AbendS 8 Uhr: Die Doltarprtnueualu. Operelle in 8 Alten von Leo Fall. Luisen-Theater. AbendS 8 Uhr: Hie Ehre. Mittwoch: Die Ehre. Donnerstag: Die Ehre. FrellagPremlerc: Villa Benkendors. sonnabcnd nachm. 4 Uhr: Die Köuigstinder. AbendS: Die Ebre. Sonntag»achniillags Z Uhr: AuS- gewiesen„bendS: Die Ehre. Montag: Stolz der Stadl. miirasETiiui Sr. Frankiurler Str. lZ2. AbendS 8'/. Uhr: Phiiippiilt Welser. es Schauspiel in 5 Alten von O. v. Redwttz. WochentagSpretse.-W> Urania, Wissenschaftliches Theater, Tanbcnstraße 46/19. Abends 9 Uhr: Jerusalem. Hörsaal'/jß Uhr Professor Dr. B. Donath: Akustik. Schtiler-Tfeeater. Lusispielhaus. Abends 8 Ubr: Madame Flirt. Residenz-Theater, Direttivn: Richartf Aleiandcr.— Abends 8 Uhr: „KOmmere Dich um Amelie." Schwant in drei Akten(vier Bildern) von George» Feydeau. Sonntag. 29. Nov., nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzo»en? Rixdorfer Theater Bergstrahe 147. Mittwoch, den 25. November 1908: Ditiino. Lustspiel in 4 Akten von(5. v. Moser. Freitag, den 27. November 1908: Die DollurprinzeHaln. Operette in 3 Akten von Leo Fall. Ansang 8 Uhr._ r; Passage-Theater. i » Abends 8 Uhr; I » Das glänzende;> November-Programm» 1 Schneider-Dunckeri ISYankeeDoodie Girls * uns 14 nene:: n ! Varidtd-Attraktionen! Passage-Panoptikum. Ohne Sxtra-Eutree: Lebend I DaS Lebend I KSrenweib. 8>mp«on der lebende Ambolr. der Mann mit dorn Stcinkörpe Neapolitanische Briganten. Panophon-Vorträge: Alexander Glrardl, Otto Keutter, Carunoetc. Alles ohne Extra-Entree l Eintritt S0 Pf. Kinder. Soldaten SS Pf. Metropot-Ttlelll TUKlich 8 Uhr: er Bovuo in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Uincke. Regie Direktor Schults. Sonntag, 29. November, nachm. S Uhr: Durehiaucht Radieschen. Novemcer- AtfraRltonfni RAngeloswunteBiidB D«)(r«tanl.(lplrH«ls*TO ,yv ';ouist Bist. «o�lTin t dabmyjhnbit Hauz 6OLf.MANI�5.0Rt»tRTt MUNOt, ßfi&.m JAPANER-TftUPPt .MfifiT/N Xzlophoflisfen a�Der Biograph.� O.(Wallner-Theater.) Dienste g, abend» 8 Uhr: Der»eUwarxe Kavalier. Ein deutsche» Spiel in 3 Alten von Heinrich Lilienseiu. Mittwock. abend»8Uhri Die Swlllliig»scl»we»ter. Donnerstag, abendSLUHr: Das Opferlamm Schiller-Theater Charlolienburg. Dienstag, abend» 8 Uhr: Der FamlJlentne. Lustspiel in 3 All en v. Gustav Äadelburg. Mittwoch, a b e n d« 8 U b r: Dl« Braut von IScssina. Donnerstag. abendS8 Ubr: Die Kwillinptaschwcstcr. freie Vollisbühne Vis Mitglieder der Abend- Abtetlnn gen er- gj-ÖF halten in den Zahlstellen Eintrittskarten, die zur Teilnabrae an den Naclimtttags-Yorstellancns im Tlialia-Theater berechtigen. Einige Nenmeldnngen zu den Nnchmittags- Abteilungen werden noch in den Zahlstellen angenommen. i Aufführungen; Xachmtttags: j Abend«: Neues Schauspielhaus: Julius Cäsar. I Weh' dem, wer lügt. 242/3 Oer Vorstand. In Vertr.: G. W i n k 1 e r. Zirhns Setrainann. Heute Dienetag, den 24. November«908, abends präz�TV, Uhr: UW" Dan 8«nNatlons-Pi-<>g;rainm!-WUs Mp MüPapfoc Affon ald Kunstradfahrer und Schlittenschellen. luF. Nltistnl IVs HllCll Virtuosen, musikalische Clowns usw. ? Der lebende Kreisel? O1/, Uhr: Da« dlcajähr. gr. Pracht-naiie|;enncbaaHtflch Lieht, szenischen n. technischen Effekten an Pracht, Ausstattun. alles bisher Gt- totene bei weitem ttbcrtrefTend: f!5r€poIo, der Seeräuber und �ädcltenitandler. XIV. Saison! Zirkus Busch. Heute Dienstag. 24. November, abends praz. VI, Uhr: Gala* Abend. U. 9 U. ca: lizi Bamboula! Meusch-de. Affe? Das viclumstrittcne Statur, wunder auS Paris. Kapitän 4Vebbs O dressierte 8ccltttven I Die UeslemS. Herr Ernst Schumann, Reudrefs. Um ö*/, ca.: Barbarossa!! Große Origln-Ausst-Pantomime i de» Zirkus Busch ln G Bildern.| berliner Eis-PalasT Lutheritr. 22/24. Ständige Eisbahn. Bi» nacht» 12 Uhr geöffnet. Auftreten erster Kunstläufer und »Läuferinnen, u.a. nur wenigeTage: Broor ltlez-er, der beste Kunstläufer der Welt. Morgen Miilwoch nachm. 4 Uhr: ». Jugcnbrunstlaufen. Ztzdi-Thestes hitoshil. Alt-Boaktt 48. Größter und voruehmster Theater» saal Moabits. Donnerstag, den 20. November: P« Pfarrer vou Kirchfeld. Stuf. d. Vorst. 7, Kaffenöffnung G Uhr. Konzert G>/, Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Montag. 20. November: Soiree der Luftigen Sänger. m Wilhelm-Kasino Brückonstr. 2, a. d.Jannowitzbrlioke Anfang 8'/, Uhr. Familien-Biereabarel dae neue November-Progr. Borgsrliclies Schauspielhaus Kastanien-Allet 7—9. Ans�ewlesen. Soziale» Drama au» der Zell deS Sozialistengesetzes. UV U® Jahre wegen Gefährdung der ösicntlichxn Ordnung polizeilich verboten gewesen! Ansang 3'/, Uhr. W Zur gest. Beachtung! m Nur die Abonnenten diese» vlaUeö zahlen ausnahmsweise heute Dienstag.«4. November, I bei Vorlegung dieser Annonce halbe Kassenpreise! Burletke. Musik v. Baut Llncke. Abend« 9.» Uhr: Die bedeutenden Attraktionen und Siegwart Qentes «18 fromme Helene. Ab 1. Dezember: 71 Int Gisi. GebrUder Herrnfeld- Anfang ThpafOP Vorvark. 8 Uhr. HlCmCl. f 1.2 Uhr. 57 Koffimandantenstr. 57. Hrrrufkids größter Erfolg Die beiden Bindelbands. Voriitr; Künstler-Teil. Sanssouci, swK Direltion Wilhelm Reimer. Heute DlenSIag: Wegen grober Vetein». sestlichkeit: lZesehlosson. Sonntag. Moniag und Donnertlag: HoftansIWlSäiip' und Tanzkränzchen. Dez. Sonnt, ö. wocheni.8U. Donnerstag: Or. Elite- Soiree. Tann. Gastspiel-Theater Köpenicker Straßo 68. 8'/. Uhr: Gastspiel Hedwig Lange. Demimonde. Morgen: Oemimonde. Singlis Variete-Theaf er Wembergsweg 18/20, Rosonth. Tor. Ansang 8 Uhr: Das neue November-Programm. Perzinam. seinen notieren Im Tunnel RegimriilSkapellcn ic Theatcrdeiuchct Hab, freien Eintritt. W.Koaeks Theater «irelluni Rob. Olli, vrimiieiiilr. 16. Aus allgemeinen Wunsch l Wiederholung der Jubiläums- Vorstellung! Da» Nachtlager in Granada. Uubine. Bedeutende Overnkr. a. V. Ansang 8 Uhr. Entict 30 Bs. Mittwoch neu einstudiert: Haube«- ____ fs last-Theater Burgstrabe 84, 2 Minuten vom Bahnhos Börse. Täglich 8 Uhr: ttsr Riesen-November- Spielplan. U. a.: Istvan Bfillks Sprung au» d. Vl. Etagel Vendaros Wunderafsen I Rämbler Comp.. Jongteurel Schmidt- Hawkins I, Die Fraa mit den drei Männern! und 12 Attraktionen I. Range». Famiti, nerton, wochentags halbe Preise, ttbcrall gratis. kusw Rehssgz- Thesies. GqIU. Reichshallen-Thealer Stettiner Sänger Zum Schlug neu: Oer Kompayiiie-Ball. Militärische Humoreske von ffRoA'««!:. Ans. Wochentag« 8 Upt, Sonnlag« 1 Uhr. Madame Cottey AshtonTen«'«14 Der weibliche Houdlni mr Grober Fesselakt-7JBS CrbälB Senealien des 20. Jahrhunderts. Auherdem da» Elite• November- Programm. Schlager auf Schlager! Ansang 81/. Uhr. Sonntags 6 Uhr. Folios Gaprice. Abend» 8 Ubr � Die lästige Witwe. Bunter Soloteil. Die Brautschau. Allen Freunden und Belannten, Genotseu und Genossinnen die traurige Mitteilung, das, meine innig geliebte Frau und gute Mutter, unsere liebe Tochter, Schwester und Schwägerin Wilhelmine Sllberschmidt geb. Jänicke 28906 am Sonntag, den 22. November. nach schweren Leiden im Met- von 36 fahren gestorben ist. Um stille Teilnahme bitten Ute trauernden Hinterbliebenen Hermann Sllberachmtdt nebot Kindern Familie Jünlcko. Die Beerdigung findet«nn Mittwoch, de« 25. November, nach- mittag? 3 Uhr, von der Leichen- halle des städtischen Friedhoses in Schöncberg, Maxstraße, aus statt. dem Bruder« und Schwager« Karl Jurk sagen tote unseren herzlichste» Dank insbesondere allen Beiwandten und Bekannten, den Kollegen der Unna Grassow und dem Gesangverein »Hilarita»'. Familie Jurk. Kinittrn-»itd fttaitiliiuhrrri vo« Robeii Meyer,. nur Uariaunkn-Slraße 2. (Soeben erschienen: Das pttfönlidK RlSi«>clit vor dem ileDisehefl Reichstage. Die Verhandlungen des deutschen Reichstages vom 1«.«. II. Novbr. 08. Prci» 25 Pf. hpsdltion des„Vorwärts" Lindeuftr. 69. Laden. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Das glllnzende bunte Programm. 91/« Uhr: gflT" Groher Lachersolg!"MO „Die Dianabäder�. Sebdnbnnoer Allee 148. Oer Trompeter vou Säekingen. Romantische» Schauspiel in 8 Akten (7 VUdern) von Emil Htldebrand und gultu» Keller. Musil von Brenner. Künixstsclt» Kasino. Hotzmarllstr. 72, Morgen und folgende Tage: Der Seekadett. Singspiel In 2 Bildern von O. Richter. Mustl von Äust. Ttessens. Borher um 8 Uhr: Die Rovember-Speztaritäteo mit Frann Sobanskl. Brauerei Friedrieh shain 91m Königotor. Heute Dienstag, 19. Tag d. lZr.!nlgrris!lonslso ningliätttpf-!(dltlturrsi» um den Grollen Frei» von Berlin- 6000 71. In bar. Heute ringen 4 Paars: par Nnälekämps». Elitschetdungskampf: HVaebturoir-Rublnnd geg. Petroflr-SuIgtnUn. Pyllasinski-üßinichnu gegen Van Oem-Belgieit. Neger llipps-Nord-Amerika gegen Van 0»k-Holland. k\i Oglu, lutfestnn gegen Deridder Jikson. Bor den Ringkämpscn: Voll- stSiidlg neues SperielitSten- Progrsrnm. Ansan« 8 Uhr. Entree I M. Res. Platz 1.50 M. Puhlmmms Theater und Festfale (srtlh, Fröbel, gnh.: t. tesohkswski)- JScls«iih«ii»ep Allee 148. OBtr Heute Dienstag: Gn»t»plel de» BerniiArdkose-IiieAlers 1» 7sgö suf Trode vsrsendc a. meine Gesahrüberalthin IT. Barver Xanarien-Vögel sowie Vogsliutter ullnsati-Vauer. Verlangen Sie Preisliste tosten- frei von* L. O. Bf 811 er, Dogelzüchterei, Nordhaueen 10 e». II», SozMdefflflkFaflscherffaMTerelti für den l BeflinerllEielistags- Wahlkreis. Den Mitgliedern zur Kenntnis, dab unser Genofle, der Invalide Zrnst Ltern Elff-betbut« 51(Bezirk LSS) gestorben ist. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung findet am DienZ.ag, den 24. November, nachm. 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle deS Thoma»- Kirchhofe», Hermannstrabe, au» statt. 213/17 Der Taratand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzelge. Den Kollegen zur Nachricht, dab unser Mitglied, der Werlzeugmacher frnsf Kittel gestorben ist Die Beerdigung findet heute DienStag, den 24. November, nach. mittag» 3 Uhr, von der Leichen- balle de» neuen St. Michael- Kirchhos», Mariendorser Weg, an» statt. Siege Beteiligung wird erwartet. BTachrnr. Den Kollegen zur Nachricht, dab unser Miiglied, der Echletser Richard Obcuans gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k 125/5 Oie Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannte» I dte traurige Nachricht, dah unser lieber Sohn und guter Bruder Oeorg ItJMlke nach langem, schwerem Leiden am Sonntag, 22. November, nachm. 5>/. Uhr, im LI. Lebensjahre sanft cntschlajen ist. Oie trauernden Hinterdllebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch nachm. 4 Ubr von der Leichenhalle des allen Michacl-ktirchhos», Her- mannstrabe, au» statt. L8»Sb liFitt, Todes■ Anuclgc. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, dag der Turngenosse QvOTg Radke Mitglied der 7. Männer-Abteilung. am 22. d. Mt». nach langem schweren Leiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken t Di« Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittag« 4 Uhr, von der Leichenhalle de« alten Sankt Michaels- Kirchhosei. Hermann« st rage au» statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Zsütral-feM der Maurer Zweigvrrein Berlin. Sektion der Putcer. Unseren sowie den Mtgliedcrn de» Sesangverein» zur Nachricht, dab unser Mitglied Gustav Klitscher im kllter von 66 Jahren am U>. November an Herzlähmung verftorocn ist. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. November, nachmitlag» 4 Uhr, von der Leichen» Halle de» EmmaüS-Friedhoses in Rixdors, Hermannstrabe, au» statt. Um rege Btteiiigung ersucht 135/10 Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dab mein lieber Mann und unter guter Bater, Schwiegervater und Grob» oater, der Gastwirt Gustsv Meidom nach kurzem Leiden sonst ent» schlafen ist. Di« Beerdigung findet am Mittwoch, den 25. d. M., nach- mittag» 3 Uhr. von der Leichenhalle der EmmauS-Seuttind« in «ritz au» statt. 287Sd Um stille Teilnahme bitten Die traurrndrnHinterblicbenen. Allen Verwandten und Bc- kannten die traurige Nachricht, dab meine liebe Frau Eirnmi kayser geb. lIobofT am 21. November gestorben ist. Die vecrdigmiz findet am Mittwoch, den 25, November, nachmittag»!! Uhr, aus dem neuen Thoniaskirchhoj in der Hermann- ftrab- statt. L877b Oie trauernden Hinterbliebenen. HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER. PLATZ FRANKFURTER ALLEE Besonders preiswerte Spielwaren Soweit Vorrat m» Uhrwerk. K Q P\ antrieb...*+0, v7 O Pf. Strassen bahn ooo ■fit eutomatlecheffl Orehwerh «fein lackiert mit Glasscheibe, Gummlrad O90 u. bestem Uhrwerk � Rahnhnf mit 8 Hauen, Dannnor Beleuchten D7ii« vor-undrOok- O®0 •"■�uO wärte fahrend ab Auto»Gmnibus 2eo Liegender Kessel gas mit Pfeife Laterna mapica m. 12 Stck. 6 em er Bll- O QQ dem starkes Objektiv ab yfrr— � f. Lushsca OiruwwtlpetBrspie Plattensprechmaschlne 1250 Doppelseitige Schallplatten... 95 pf. Gesellschafts-Spiele Klnematograph 3 bunten Filmt und iblldern.........•"+ mit Glasbildern Stehender Kessel mit Pfeife< 2- Pelzwarenll! il Reinickendorfer Straße N ' am Weddlns-Plat», Bertin N. Eigene Kür�clmerel. Pelzwaren, die von Dauer, Kauft man bei Krakauer! - GD- Eeht Skunks-Stola von... SS Fabelhafte Auswahl. Echt Rerzmur-Slola von.. 18 Enorm billige Preise. Eehl Tibel-Slola von.... s Ohne jede Konkurrenz. Größtes Lager 1 Pelze, Pelz-Hosen, Pelz-Jacken. Prima Felle aller Arten. Reparaturen'S1' V■■■... v D■ ___-■ na m mM. *'-fj r'i*-I-'l*. �.1'j. I■■•*,■ I' J>' ,: 1*1"«a Ii M. an. M. an. 50 Event. Teilzahlung Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie bitte ohne Kaufzwang Paul Burows Möbelfabrik Lindenstraße 105(Hall. Tor) Großer Raumungs-Ausverkauf wegen Umzuges zu Fabrikpreisen I! '■ AbbasSPf?. Chic 4 Pfe GibsonGirl 5 PF? COCQSS REISE FETT KUNEROZj gesund und billig Ersparniß 500/0 Zu haben in allen LeoansmlitelgeEchäften Koch- und Backrezepts gratis Kunerolwerke>n Bremen Wlen-Alzgersdort-Ouk-Verene-Odeesa-ChrUtlanla GESAMTPRODUKTION! täglich 180.000 Pfund Generaldepot: Berlin SW. 48, Friedrichstr. 231, Telephon: Amt 6, 3718. Bei BleichsocM, Blntammt. Appetitlosigkeit, Nervosität gebrauche man Ortgj du neu« auf elektrischem Wege hergestellte Eisenpräparat, ein von ärztlichen Autoritäten glänzend begutachtetes KrSftijunäsmiUel. .'natflaechen t Mk. 1,75■ Mk. 3,— n den Apotheken erhältlich, Or. Wa Oeneral-Drpot für Deutschland- Merzug, Frankfurt a./M., ThcaterpUB 5 Viktoria-Apotheke, Dr. Laboschin, Friedrichstr. 19. Apotheke zum gekr. schwarzen Adler, Auguststr. 60. Jungs Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 50. Dr. Kortums St. Georgen- Apotheke, L. Wollenberg, Landsberger Str. 39. Roland-Apotheke, N. Bermann, Turmstr. 18. Adler-Apotheke, Artur Auerbach, am Weddingplatz. Humboldt-Apotheke, Potsdamer Straße 29. Elefanten-Apotheke, Leipziger Str. 74, am Dönhoffplatz. Hertha- Apotheke, Schöneberg, Hauptstr. 162. Hohenzollern-Apotheke, Dr Hans Virchow, Königin- Augusta- Straße 50. Schweizer- Apotheke, Friedrichstr. 173. Dennewitz-Apotheke, Biilowstr. 35a. Stein- Apotheke, Rosenthaler Straße 61, Ecke Stoinstraße. Apotheke zum weißen Schwan, Spandauer Str. 77. 4� Hygienische öeuansarQiiei. neuest. Katalog iehl. viel. Aerzte u.Prof. grat. uJg a. ÜDger, GumiaiwarenlabrOc Geriin NW.. Friedrichsirass� 91/92 |�(Q. Dr. Schünevtiann äbejinUairjl für 45032* Bant- an- 16 353 708). Auf den Bahnen, deren Rechnungsjahr mit dem Kalenderjahr zusammen- fällt, betrugen in der Zeit vom 1. Januar 1908 bis Ende Ottober 1908 die Einnahmen aus dem Güterverkehr 144 729 503 M. l— 3821 519), aus dem Personenverkehr 77 512 887 M.(4. 41 455). Nach diesen Ziffern ergibt sich aus dem Personenverkehr ein Mehr von rund 1614 Millionen Mark und aus dem Güterverkehr eine Mindereinnahme von rund 33i/Q Millionen Mark. Die deutschen Waggonfabriken haben neuerdings von der preußischen Eisenbahnverwaltung einen Auftrag über Lieferung von 2690 Personenwagen, 985 Gepäckwagen und 72 Drehgestelle für die bestehenden Bahnen, sowie 134 Personenwagen und 41 Ge- päckwagen für neu zu erbauende Bahnen hereinbekommen. Das Material soll bis zum 31. März 1909 geliefert werden. Neben den eigentlichen Waggonbauanstalten bringt dieser Auftrag den Fa- briken, die das rollende Eisenbahnmaterial herstellen, eine er- wünschte Bereicherung ihres Arbeitsstockes. Es wird sich dabei um 8900 bis 10 000 Achsen und 16 000 bis 20 000 Räder handeln. Ein Quantum Arbeit, das immerhin schon einige Bedeutung hat. Ueberhaupt haben die deutschen Werke am Fiskus den besten Auftraggeber der Welt. Im Reichstage sang Reichskanzler Bülow am Donnerstag ein Hohelied der Sparsamkeit. Dabei ist der Staat der allergrößte Verschwender, speziell bei seinen Geschäften mit der Großindustrie. Im Oktober vergangenen Jahres hat er mit dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat einen langfristigen Vertrag aus Abnahme von Syndikatslohlen zu den höchsten Kon- junkturpreisen abgeschlossen, und mußte nun selbst als Kohlen- Verkäufer, dem Zwange der Verhältnisse nachgebend, die Preise reduzieren. Also der Fiskus selbst verkauft jetzt billiger, aber an das Privatunternebmertum muß er weiter die hohen Vertrags- preise zahlen. Damit wiederholt sich ein Vorgang aus der letzten Krise. Auch damals, als kein Mensch mehr daran zweifelte, daß wir uns am Vorabend einer Periode wirtschaftlichen Abstieges be- fänden, und ein allgemeiner Prcisfall unvermeidlich sei, pcrfektierte der Eisenbahnfislus noch schnell einen für mehrere Jahre geltenden Kohlenabschluß, der die höchsten Konjunkturpreise festlegte. Dies- mal begnügte man sich nicht damit, die bis dahin geltenden hohen Preise auch für den neuen Vertrag zu übernehmen; der FiskuS bewilligte für drei Jahre sogar noch einen Aufschlag von durch- schnittlich 1,25 M. pro Tonne. Und genau so wie der preußische Eisendahnfiskus mit dem Kohlensyndikat Geschäfte macht, treibt er es mit anderen Lieseranten. So hat er zum Beispiel auch mit dem Stahlwerksverband einen Vertrag abgeschlossen, der dem Vcr- band den gesamten Bedarf des Fiskus an Schienen und Schwellen aus die Dauer von drei Jahren, insgesamt zirka 700 000 Tonnen Schienen und 400 000 Tonnen Schwellen, zur Lieferung überweist, und zwar zu einem Durchschnittspreise von 120 M. für Schienen und 111 M. für Schwellen. Das bedeutet gegenüber den bisherigen Preisen einen Ausschlag von 8 M. für Schienen und von 6 M. für Schwellen. Als dieser Abschluß unterzeichnet wurde, standen wir schon im Zeichen beginnender Arbeitslosigkeit und Insolvenzen; und heute»Verden auf dem Weltmarkt Schienen bis zu 20 M. pro Tonne unter dem vom Fiskus zugestandenen Preis angeboten. Zu solchem Preise bat nämlich, nach einem Bericht des„Jron Monger", kürzlich ein russisches Werk einen großen Posten Schienen für Lieferung nach China hereingenommen. Und die hohen, vom Fiskus bewilligten Inlandspreise nutzen sowohl das Kohlensyndikat als auch der Stahlvcrband dazu, auf dem Auslandsmarkt die Pro- dukte zu wesentlich billigeren Preisen anzubieten, als den heimischen Verbrauchern bewilligt werden. Daraus kann man ersehen, wie der FiskuS. zum Nachteil deutscher Kohlen- und Stahlkonsumenten, — Verschwendung übt. Um sich darin nicht stören zu lassen, darum sollen die Angehörigen der breiten Masse ihre Lebenshaltung ein- schränken. Die Kapitalsmagnaten, die an den Staatslieferungen Riesenprofite machen, loben natürlich solche Politik; Volkswirt- schaftler dagegen schütteln den Kopf über Bülows Spartheorien, die in die Wirklichkeit umgesetzt, einen gewaltigen tvirtschastlichen Rückschritt bedeuten, die Krise verschärfen und ganz ungewöhnlich verlängern würden. Die Bewegung am Getreidcmarkt hat sich weiter in der Rich- tung der Ausfuhrsteigerung gehalten. Die Ein- und Aussuhr Deutschlands an Brotgetreide gestaltete sich in den beiden letzten Jahren, in der Zeit vom Januar bis zum 10. November, folgcndxz? maßeni Einfuhr Ausfuhr in 1000 äs Weizen 190?...... 23 044 1 038 1908...... 20 150 1 230 in 1908 Zu- oder Abnahme. 2 894-j- 192 Roggen 1907...... 5 620 1969 1908...... 8 209 5135 in 1908 Zn- oder Abnahme.— 2 420+ 3 146 Bei Weizen ist der vorjährige Einfuhrüberschuß, von run? 22 Millionen Doppelzentner, in diesem Jahre auf rund 19 Millionen Doppelzentner, oder um 3 Millionen Doppelzentner, zurück- gegangen. Noch ungünstiger ist das Ergebnis für den deutschen Konsum bei Roggen. Der Einfuhrüberschuß von 3,6 Millionen Doppelzentner im Jahre 1997 ist einem Ausfuhrüberschutz von 1,9 Millionen Doppelzentner im laufenden Jahre gewichen. Ins- gesamt ergibt sich eine Minderversorgung des deutschen Getreide- Marktes von 8,6 Millionen Doppelzentner. Dieses Manko wird auch nicht durch größere Jnlandsernte aufgewogen. Das Erntcmehr macht nämlich nur 6 Millionen Doppelzentner aus. Und dabei ist die Bevölkerung Deutschlands um fast eine Million Köpfe ge- wachsen. Die schlechte Lage im Baugewerbe wird gekennzeichnet durch die Klagen der Sägewerksbesttzer und Holzexporteure in Schtoeden, Norwegen und Finnland. Die Werke haben, wegen Mangel an Ab- satz in Bauhölzern, teilweise die Betriebe ganz stillgelegt, sonst aber zu umfangreichen Einschränkungen sich gezwungen gesehen. Selbst die gegen das Frühjahr 1997 stark gefallenen Preise haben dem Baugewerbe keine Anregung geben können. Und es sind bisher auch noch gar keine Vorbereitungen getroffen worden, die darauf schließen lassen könnten, daß im nächste» Frühjahr die nun schon> lange anhaltende Stille einer größeren Lebhaftigkeit im Bau- gewerbe Platz machen werde. Für die norddeutschen Länder ist das langanhaltende Daniederliegen der Bautätigkeit von großem volkswirtschaftlichen Einfluß. Für Schweden berechnet man den Ausfall in der Handelsbilanz, infolge der HolzexportvcrminderuNg, auf 25 Millionen Kronen. In Norwegen ist die Produktionsein- schränkung verhältnismäßig noch größer als in Schweden. Die diesmalige Krise hat internationalen Charakter. Das muß bei ihrer Abmessung mit bsrücksicksilgt werden. Dann erkennt man erst recht, wie falsch es ist, anzunehmen, die kapitalistische Gesellschaft befinde sich mit ihren Organisationen, als da sind: Ringe, Trusts, Syndikate usw., auf dem Wege einer kriscn» vorbeugenden oder auch nur mildernden Produktionsregelung. O. Der pMeiiäbel hatte am 7. September, abends um%10 Uhr, in der Stralauce Allee wieder einmal blutige Arbeit verrichtet. Am anderen Abend las man darüber in der bürgerlichen Presse den folgenden, von der Polizei selber verfaßten Bericht:„Wegen groben Unfugs und Lär- mens vor dem Hause Stralauer Allee 47 sollte abends der 29 Jahre alte Dreher Emil Elstermann von dem Schutzmann Skiello fest- genommen werden. Er leistete jedoch heftigen Widerstand und griff den Beamten an. Er konnte erst durch einen Säbelhieb über den Kopf gebändigt iverden und wurde, nachdem man ihm die leichten Wunden auf der Unfallstation in der Warschauer Straße verbunden hatte, nach seiner Wohnung entlassen. Dem Beamten ist der Helm zerschlagen und ein Hosenbein vollständig aufgerissen woroen." Elstcrmann stand am Montag vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte(131. Abteilung) unter der Anklage des groben Unfugs, der llcbcrtrctung der Straßenordnung und des Widerstands und tätlichen Angriffs gegen einen Schutzmann. Er sollte aus der Straße mit zwei anderen Männern einen Tanz aufgeführt haben, der die Passanten belästigte; er sollte dem Schutzmannsbefehl, weiterzu- gehen, nicht Folge geleistet, sondern über die Festnahme des einen der„Tänzer", des Metalldrückers Kapito, geschimpft haben; er sollte schließlich den Schutzmann Skiello angegriffen haben, ihm an die Kehle gesprungen sein, ihn gewürgt und ihn zu Boden zu werfen versucht haben, nach ihm geschlagen haben, ihm den Helm vom Kopf gerissen»nd ihm die Hosen zerrissen haben, so daß Sk. ihn durch vier Säbelhiebe kampfunfähig machen mutzte. So schil- derte die Anklage den Vorgang, wobei aus dem„einen" Säbelhieb schon„vier" wurden. Der Angeklagte schilderte ihn so: Ich hatte mit zwei Kollegen getrunken, aber betrunken war ich nicht. Auf der Straße ver- abschiedete sich der eine, wobei er uns aus Scherz umarmte. Da schrie ein Schutzmann uns an:„Gehen Sic weiter, Sie alte Soff- köppr!" Ich sagte:„Gehn wir nur." Aber schon drohte der Schutz- mann:„Wenn Sie jetzt nicht wettergehn, trete ich Sie ins Kreuz." Kapito antwortete:„Dazu haben Sie kein Recht." Darauf wurde er sofort verhaftet. Ich bat einige Passanten, die hierüber empört waren, um ihre Adresse und ging dann hinterher und riet Kapito. ruhig mitzugehen, da ich ja Zeugen hätte. Jetzt wollte einer der Schutzleute mich festnehmen. Ich lief weg, aber auf der Obcrbaum- brücke hielt ein Herr im Zylinder mich fest. Er übergab mich einem der Schutzleute, und der schlug mich sofort mit dem Säbel über den Arm. Der Herr und der Schutzmann faßten mich an den Armen und führten mich ab. Ich bat den Herrn:„Fassen Sie doch nicht sy grob an, der Arm tut ja furchtbar weh." Da schlug der Schutzmauu wieder auf mich los, und er schlug immer zu, auch als ich schon am Boden lag. Nachher packte er mich in eine Droschke. Ich schrieb mir noch Zeugen aus und packte mein Notizbuch in die Tasche; als ich aber auf der Unfallstation ankam, war cL vericlMmnden. Dem Angeklagten hielt der Vorsitzende vor. er sei ja am anderen Tage nochmal zum Polizeiburcau gegangen und habe um Milde gebeten; das sei doch ein Eingeständnis seiner Schuld. E. erwiderte, einer der Schutzleute habe ihm das geraten und gesagt/ so könne die Sache vielleicht ans der Welt gebracht werden. Der Leutnant habe dann freilich erklärt, nachdem mal vom Säbel Ge- brauch gemacht worden sei, müsse nun Anzeige erstattet werden. Das sei nicht wahr, behauptete der Vorsitzende, und er drohte, den Leutnant zu laden. E. antwortete, das solle er tun. Die Beweiserhebung begann mit der Vernehmung der be- teiligten Schutzleute. Schutzmann Skiello, der den Säbel so er- folgreich geschwungen hatte, bekundete: Die drei Männer tanzten auf der Straße umher; ich sah das zirka 10 Minuten mit an, schließlich aber forderte ich sie auf:„Bitte unterlassen Sie das, gehen Sie weiter." EL lmn dann noch ein Schutzmann, und wir brachten sie auseinander. Elstermann und ein anderer gingen. Kapito aber blieb stehen und sagte, als Steuerzahler dürfe er hier stehen. Darauf brachten wir ihn zur Wache. E. lief hinterher: der sei unschuldig, er selber sei Zeuge. Ich sagte:„Bitte, bleiben Sie zurück, machen Sie keinen Radau." Da bekam ich einen Stoß von ihm. Er lief dann auf den Damm und nahm eine drohende Haltung an. Ich schlug ihn mit dem Säbeh er lief weg, wurde aber auf der Brücke von-einem Herrn fest- gehalten, und wir beide brachten ihn dann zur Wache. Unterwegs widersetzte er sich, schlug um sich, stieß mich vor die Brust, ich schlug ihn wieder mit dem Säbel; « chgrf sich zur Erde Md xiß mir die Hose auf. Vom Zeugest TchußmsM Großmann wurde der Hergang ganz ähnlich ge- schuoert. Neide Veamt« wurden von E.'S Verteidiger, dem Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, in ein Kreuzverhör genommen. Beide bestritten die Acußerung:.Wenn Sie jetzt nicht weitcrgehn. trete ich Sie ins Kreuz." Beide erinnerten sich auch nicht, dem Angeklagten geraten zu haben, er solle kommen und um Milde bitten. wurden dann ein paar Zivilpersone» vernommen, die gleichfalls als Belastungszeugen geladen ivaren. Eine Waschfrau Regel stimmte den ÄuSsagen der Schutzleute bei, doch hatte sie nur den ersten Teil dcS ganzen Auftrittes genauer gesehen. Nachher sah sie genau nur noch das. dasi „der Schutzmann feste auf ihn einschlug." « r. Lehrling Görtz bestätigte. E. habe den Schutzmann ge, stoßen. Er schilderte, wie der Schutzmann zuhieb. Auf des Vor» sitzenden Frage nach dem Grund antwortete er:«Nun, der Schutz- mann ist höchsttvahrscheinlich sehr gereizt gewesen." Sehr interessant waren die Aussagen des Kaufmanns Baskie- wicz. des Hern, im S»li»dcr, der den fliehenden E. aufgehalten hatte. Er bekundete: Ich habe den Ntann festgenommen, weil ich es für meine Pflicht biet», der Obrigkeit zu helfen. Ich griff ihn -ins Genick med"" schlug ih« zu Bouen, daß er Hinslog. � �l:,..Jch gehe ja schon so mit, schlagen Sie mich nur nicht." �.er Griff nteincc Hand muß ihm wohl zu fest gewesen sein, darum lagt« er, ich follte nicht so zupacken. Ich antivortrte ihm: „Wenn Sie sich noch einen Mucks rühren, dreh« ich Ihnen den Arm um." Er konnte aber gar nichts versuchen, so fest hielt ich ihn. Schließ» lich machte er eine Belocgung. wie wenn er damit sagen wollte: „Fetzt wird mir's aber zu arg." Ta mußte ich auch schon zur Seite springen, denn der Schutzmaii» holte sofort seinen Säbel heraus und schlug ein. E. blieb dann liegen, eigentlich wie tot. Borsitzender: Weiter soll E. nichts getan haben/ Zeuge: Rein. Borsit, ender, zweifelnd: Weiter gar nichts? Zeuge: Na, ich bin doch auf Seiten der Polizei! Ter Verteidiger des Angeklagten ließ nun dem Zeugen Tkiello die Frage vorlegen, ob denn E. auf dem Transport zur Wache den anderen Arm frei gehabt habe. Sk. gab keine bestimmte Anwort; BaSkirwirz aber sagt«: Ich meine, Sie hielten den Arm fest. K. schildert« dann weiter, wie Sk. eingehauen habe: Es können zehn, zwölf, auch zwanzig Schläge gewesen sein. Er hat ivenigstenS fo lange geschlagen, bis E. am Boden lag. Er hat ihn gleich über den Kops geschlagen. Das Blut lief runter, blutend rannte E. weg, aber der Schutzmann holte ihn ein und schlug dann nochmak, so daß er zu Boden fiel. Borsitzender: Schlug der Schutzmailn noch weiter, als E. am Boden lag. Zeuge, iiachsinnend: Ja, ich habe ja die Ueberzeugung, daß er es getan hat, aber— ich steh« hier unter meinem Eid--.«kiello: Ich schlug, als E. sich wieder setzte. BaSkirwirz: Ich hatte den Eindruck, daß er nur loskommen wollte. Er ioar ein wehrloses Opfer, er torkelte ja hin und her und war von den Schlägen schon entkräftet. So lautete die Aussage dieses Zeugen, der nach seiner eigenen Angab« aus Seiten der Polizei stand, und es für seine Pflicht ge- halten hatte, der Obrigkeit zu helfen. Es folgte auch die Vernehmung einiger Zeugen, die dem An- geklagten sich zur Verfügung gestellt halten. Mechaniker Preuß bestätigte, ein Schutzmann habe»Sosfkhppel" geschimpft. E. sei ganz willig mit dein Herrn im Zylinder mitgegangen, sei aber dann mit dem Säbel geschläge» worden. Borsitzender: Was machte denn als der Schutzmann schlug. Zeuge: Na, er brach zusammen. Zeug? bemah die Zahl der Schläge auf 10, 15 oder 20. Er machte vor. wie E. sich geduckt habe, als die Schläge niedersausten. Ein Zeuge Locft bestätigte, ein Schutzmann Ijabe„Soffköppel" ge- schimpft, habe gedroht, den Männern„in? Kreuz zu treten". Stiello habe, als er E. verfolgte, selber den Helm der- loren. Gegen E. habe er. als der Herr ihn festhielt, sofort den Säbel gebraucht, und als E. später bat. den Griff der Hand etwas zu lockern, Habs Sk. wieder den Säbel gezogen und im«r. über de» Kopf gehauen. Zeuge Gastwirt Barr begann seine Aussagen mit Schilderung der Säbelarbeit, aber der Borsitzeude unterbrach: Nns kommt'S aus den Widerstand an. der geleistet wurde; den mit dem Säbel ge- schlugen wurde» interessiert weniger. B. bekundete dann, der fliehende E. sei schließlich vor seinem Lokal hingefallen, und schon liegend und uiiderstnudsuafähig, sei er noch drei-, vier-, fflnfmol über den Kopf geschlagen worden. Ter Vorsitzende hielt jetzt dem Angeklagten vor. warum er denn, wenn das alles wahr fei. nicht Anzeige gegen Sk. erstattet habe. E. antwortete: Weil ich mußte, daß ich da doch nicht Recht bekommen würde. Das Recht, das er vor Gericht bekommen sollte, wurde vom RmtSanwalt dahin forniuliert. daß nach SkielloS Bekundungen E. des Widerstcuideö usw. schuldig sei, aber wejjen Trunkenheit mildere Behandlung verdiene- Er beantragte: zweimal je 10 Mark Geldstrafe(rvrntncll je zwei Tage Haft) und zwei Wochen Ge fäugniö. Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, führte aus: Die Verhandlung hat deutlich ergeben, daß hier ein Fall von veberschrcitung der Amtsgewalt... Vorsitzender, unterbrechend: ES handelt sich nicht darum, ob der Schutzmann seine Amtsgewalt überschritten, sondern nur darum, ob der Angeklagte Widerstand 'geleistet hat. Verteidiger, unbeirrt fortfahrend:... ein Fall von Ucberschreitung der Amtsgewalt vorliegt.— Verzeihung, ich 'muß dabei bleiben, daß daö für die Beurteilung der Sachlage... Borsitzender: Bezüglich dieser Ausführungen schneide ich Ihnen das Wort ab. Angeklagt ist nicht per Schutzmann, sondern Elster- manu. Hierauf beantragte der Verteidiger eine» Gerichtsbeschluß. Er gab zu Protokoll, prinzipiell bestreite er das Recht des Gerichts, den Verteidiger in seinem Plaidoyer zu beschränken. In dem vor- liegenden Fall komme es ihm darauf an, durch die beanstandeten Ausführungen die Glaubwürdigkeit der Beamte» zu erschüttern. �Ietzt lenkte der Bor sitzende ein: Ja, wenn nur das der Zweck ist, Ijabe ich keine Machl, die Ausführungen zu beschränken: ich ziehe nieineu Eiyspruch zurück. Liebknecht führte dann auS, Skiello habe kein Recht gehabt, die Waffe zu gebrauchen, da BaSkiewicz ihm ja beistand. Von Widerstand iömie keine Rede sein, da E. fest- gehalten wurde. Beide Beamten seien an dem Ausgang des Prozesses interessiert, ihre Aussagen seien schon durch andere Zeugen widerlegt. E. sei in allen Punkten freizusprechen, eventuell seien noch weitere Zeugen zu laden. Das Urteil lautete: Freisprechung von der Anklage, die Straßenordiiuiig übertreten zu haben. Verurteilung wegen groben aufugs zu 10 Mari(oder ztvei Tagen) und wegen Widerstands zu zwei Wochen Gesängnis. Die Aussagen der Beamten seien durchaus glaubwürdig. ES sei des Schutzmanns gutes Recht, den Säbel zu gebrauchen, er trage ihn nicht zum Spaß. E. habe die Stöße vor die Brust ausgeführt und auch am Boden liegend habe er wohl noch Abwehrbewegungen gemacht, so daß Stiello auch hier noch zuschlug. Die Trunkenheit falle nicht strafmildernd, sondern strafschärfend ins Gewicht. Togegen feien ein Milderungsgrund die„sehr erhebliche Prügel", die E. bekommen habe. Die BerusungSinstanz wird hoffentlich das empörende Urteil beseitigen; die vom Vorsitzenden beiseite geschobenen Fragen, ob der Beamte in rechtmäßiger Ausübung sich befunden hat. ist selbstverständlich auch für die abgeurteilte Frage von Erheblichkeit. Zur siechtloiigkeit des Gelindes. Selbst dem Kammcrgericht geht die Rechtlosigkeit des GcsindeS. die sich in Gerichtsentscheiden widerspiegelt, zu weit. Dieser Tage hob eS«ine Entscheidung deS Kösliner Landgerichts auf. die von vollständiger Unkenntnis deö Gesetzes. seitens der gedachten Richter Zeugnis ablegt. Tos Dienstmädchen Kumde hatte vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit seinen Dienst beim Fleischermeister Klotz in Belgard verlassen und war deshalb wegen Uedertretung deS Aus» nahmestrafgesetzes gegen das Gesinde und gegen ländliche'Arbeiter angeklagt worden. Dieses Gesetz vom 24. April 1854 stellt u. a. unter Strafe das Verlasien des Dienstes ohne gesetzmäßige Ursache. Tie Angeklagte machte geltend, sie habe Ursache genug gehabt. Klotz habe sie geschlagen und in ihre Stube eingeschlossen. TaS Land- gericht Köslin verurteilte sie jedoch zu einer Geldstrafe von 15 M. Matzgebend war dem Gericht die eidliche Aussage des Dienstherrn. daß er ihr.nur" eins.leichte" Ohrfeige gegeben habe und daß dir Tür ihrer Stube nur geklemmt habe und nicht verschlosien worden sei. Die Ohrfeige, so meinte das Gericht, hätte der«Herr" dem Gesinde verabreichen dürsen. weil ihm das Recht zu einer gelinden Züchtigung zugestanden hätte. Das Kammrrgcricht hob auf die Revision der Angeklagten das Urteil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. ES wurde ausgesührt: Das Vorderurteil stelle deutlich die Behauptung auf. es stünde der Herrschaft ein ZllchtigungSrecht zu. Dadurch werde aber Artikel 95 Abs. 3 des EinsührungsgefetzeS zum Bürgerliche» Gesetzbuch per- letzt, worin ausdrücklich bestimmt sei:»Ein ZllchtigungSrecht steht dem Tieuftberechtigteu gegenüber dem Gesinde nicht zu." Ferner habe das Landgericht unterlassen, festzustellen, ob die zwar über 18 Jahre, aber unter LI Jahre alte Angeklagte zu dem Dienst, vertrag mit Klotz die Genehmigung ihres gesetzliche» Vertreters (Vaters. Vormunds usw.) hatte. Es sei nicht beachtet worden der z 107 des Bürgerlichen Gesetzbuchs:»Der Minderjährige bedarf zu einer Willenserklärung, durch die er nicht lediglich einen recht, lichen Borteil erlangt, der Einwilligung seines gesetzlichen Ver- treters." Es wäre also zu erörtern gewesen, wie der Dienstvertrag zustande gekommen sei; ob die Angeklagte überhaupt berechtigt ge- Wesen sei, den Dienst anzunehmeu. Wenn nicht, dann hätte sie ihn schon deshalb jederzeit verlassen können. Dam, fei auch vom Land- gericht nicht geprüft worden, ob nicht der Tatbestand der 83 138 und 137 der Gestndeordnung vorliege. Danach könne das Gesinde den Dienst ohne vorherige Kündigung verlasicn: 1. wenn es durch Mißhandlungen der Herrschaft in Gefahr des Lebens oder der Gesundheit versetzt worden sei; 2. Venn die Herrschaft das Gesinde auch ohne solche Gefahr, jedoch mit anSschweifender und»«gewöhn, licher Härte behandelt habe. Es hätte hier geprüft werden müssen. inwieweit das Gesinde etwa mit ausschweifender Härte behandelt worden sei. Und der Einwand der Angeklagten, sie sei eingesperrt worden und habe auch auS diesem Grunde den Dienst verlassen. hätte gleichfalls nicht damit abgetan werden dürfen, daß die Tür nur eingeklingt worden sei und nur gesperrt habe. Bei der Fest, stellung deS subjektiven Verschuldens der Angeklagten wäre eS darauf angekommen, was die Angeklagte glaubte. Wenn sie der Meinung war. sie sei eingesperrt gewesen, und wenn darin eine Behandlung mit ausschweifender Härte gefunden werden würde (was daS Revisionsgericht nicht nachzuprüfen habe), so käme in Be, tracht, ob Angeklagte nicht wegen des BerlassenS des Dienstes straf- frei bleiben müsse, weil der DoluS fehlte.— Alle diese Erwägungen muffe die Voriustanz bei der neuen Verhandlung berücksichtigen. Ungeheuerlich ist. daß die drei gelehrten Richter von der seit dem 1. 1. 1900 in Kraft getretenen Aufhebung des ZüchtigungS- rechts nichts wußten, aber dem Mädchen ansannen, eS müffe die Gesetze in der vom Gericht beliebten Auslegung kennen» Soziales« Wie gegen Krankenkassen agitiert wird. Bekanntlich waren doch die Vertreter der Regierung ganz bäff. daß auf der ReichSlonserenz über die Reform der Arbeitervers, che- rung die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einmütig sich gegen jede Verschlechterung deS SelbftverwalwnaSrechts aus- sprachen. Der Borsitzend« der Konferenz. Herr Ministerialdirektor Easpar. erklärte zum Schlüsse: � .Wider alle» Erwarten hat der«erlauf der N-ratnngen er- geben, daß Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die Vorschläge oer Re- gierung auf Halbierung der Krankenkaffenbeiträge. paritätische Besetzung der Vorstände und unparteiischen Vorsitzenden ob- lehnen.".. Dock, diese seltene Einmütigkeit will unsere«gute Preye in Deutschland nicht gelten lassen. So berichtet z. B. die.Berliner Universal-Korrespondenz". deren Geschreibsel jetzt die Runde durch alle Kreiddlätter genmckit hat: „Wiederholt kam es ZU erregten Auseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der Vorsitzende. Herr Ministerialdirektor Caspar» hatte Rühe, die erregten Gemüter zu beschwichtigen." Gutgläubig lesen dies natürlich die Spießer und find wieder mehr«überzeugt" davon, daß das SelbswerwaltungSrecht der Krankenkassen beseitigt werden muh. Bülow hatte ja auch vom .Terrorismus" der Arbeiter gesprochen und wird dies.Zitat" der „Berliner Nniverfal-Korrespondcnz" sicher zu einer neuen Rede benutzen._ Kamps um die Invalidenrente. Der Schriftsetzer C. erkrankte am 28. Dezember 1906 an einem Nerveuleiden, das besonders den rechten Arm ergriffen hatte. Der von ihm bei der Landesversicherungsanstalt Berlin erhobene An- spruch auf Gewährung der Invalidenrente wurde abgewiesen, weil C. noch imstande sei. Vi dessen zu verdienen, was Arbeiter mit der gleichen Ausbildung zu verdienen Pflegen. Der vcliaiidelnde Arzt Dr. I.. sowie der von der unteren Ler- «altungSbehörd- gehörte Sanitätsrat Dr. I. erklärten G. infolge seine« Nervenleidens für vorübergehend erwerbönnsähig im Sinne des JnvalidenversicherungSgesetzeS. Dir untere Berwaltungsbehörde mit den Beisitzern erachtete demg-iuätz C. für invalide. Die LandesversicherungSanstalt Berlin holte jedoch noch ci» weiteres Gutachten von ihrem Vertrauens- arzt ein. der dem C. gleichfalls für nervenleidend erklärte, ober noch nicht iür invalide. E. legte durch das Arbeitersekretariat Berlin gegen den ab- lehnenden Bescheid der Landesversicherungsanstalt Berufung beim Schiedsgericht für Arbeitcrversicherung ei». In dem Termin zur mündlichen Verhandlung war der SanitätSrat Dr. W. zugezogen, der den Zustand deS(5. begutachtete und die ErwerbSbefchränkung auf 20 Proz. schätzte. Dr. W. war der Ansicht, daß daS Leiden deS E. rheumatischer Natur sei. Auf Grund dieses GutachtetiS wurde C. mit setne», Anspruch vom Schiedsgericht abgewiesen. Gegen diese Entscheidung wurde Revision beim NeichSversiche- rungSamt eingelegt, mit dem Erfolge, daß die Entscheidung wegen Verstoß gegen§ 17 der kaiserlichen Verordnung aufgehoben und an daS Schiedsgericht zurückverwiesen wurde. DaS Reichsversichc- rungSamt sagt in seiner Entscheidung: „Der Sachverhalt ist nicht genügend aufgeklärt."«Nach dem Antrage vom V. 7. 07 leidet der Kläger an Nervenschwäche. Auch die ärztlichcn Gutachten des Dr. I. und des SanitätSrats Dr. I. und des Dr. Fr. nehnien das Bestehen eines Nervenleidens im rechten Arm an.... Wenn demgegenüber dos Schiedsgericht dem Gutachten des SanitätSrats Dr. W.... gefolgt ist, wonach die Schmelzen im rechten Arm rheumatische sind, und demnach fest- stellt, daß bei dem Kläger Erwerbsunfähigkeit im Sinne der§§ 15, 16 des JnvalidenversicherungSgesetzeS noch nicht vorliegt, so ist diese Feststellung ohne die notwendig erscheinende Aufklärung deS Wider- ipruchs zwischen den ärztlichen Gutachten erfolgt." Im erneuten Verfahren vor dem Schieosgericht wurde noch- mals Herr Sanitätsrat Dr. W. aufgefordert, ein Gutachten zu er- statten. Herr Sanitätsrat Dr. W. sagt nunmehr zur Begründung scincS StandvunkteS u." «Wie auS der Fassung menicS Gutachtens Com L8, Dezember hervorgeht, habe ich mir nicht augemaß»,»ach einmaliger kurzer Untersuchung die Tiaanose anderer Begutachter umzustürzen; demr ich bemerttr ausdrücklich, wenn Kläger sonst gesund ist.... liegt. soweit der Arm in Betracht kommt. Erwerbsunfähigkeit im gesetz, lichen Sinne nicht vor. Damit war mein Gutachte» abgeschlossen, und nur auf die Frage des Herrn Vorsitzende» nach meiner Ansicht über die Art der Schuierzen. machte ich den für die Beurteilung der Erwerbsfähigkeit gänzlich nebensächlichen Zusatz, daß ich an rheumatisch« Natur der Schmerzen glaubte." Nach gründlicher Untersuchung des E. erklärte Herr Sanitäts- rat Tr. W.:..«• ist seit dem 28. Dezember 1300 unuuterhrochei, erwerbSulitäbig im Sinne des g 18 des Gesetzes geweieu." Da» Schiedsgericht sprach nunmehr dem S. die Reute 4«. � Der Wert ärztlicher Gutachten ist. wie der geschilderte Fa2 zeigt, ein recht niedriger, wem, eS sich auf eine flüchtige Unter- suchung stützt, Ter Gutachter hätte ein Gutachten qbkehnen sollen. bevor er eine eingehende Untersuchung vorgenommen hatte; das um so mehr, als zwei einwandsfrsi begründete Gutachten vsrlagen- Bus Inckuftrie und Handel. Eisen und Kohle. Die Erschütterung des Marktes, welche die Gewißheit über his Auflösung der Roheijeusyndikate und das Scheitern der VerhavS» lunge» zur Gründung eines allgemeinen deutschen Roheisen» syndikats hätte herbeiführen können, ist nickst eingetreten, weit bis zu», Jahresschlüsse noch alle Roheisengeschäste zu de» Stzvdikats- preisen vorgenommen werden müssen. Durch das dreimonatliche Zwischenstadium wird zur syndikatslosen Zeit ein lledergang her-. gestellt, der ein allmähliches HerabgUiten her Preis« begünstigt und eine» Preissturz lstntanhäkt. Die Eisenmagnaten koonen also der Entwickelung der Dinge mit Gleichmut gegevübersteheni die großkapitalistische Katze fällt immer wieder auf die Pfote». Zu «chaden kommen werden nur die klaine», kapimi schwachen Merke. Riesenbetriebe, wie Gelfenkirchen, Phönix. Bochum uiw., haben hie Zukunft für sich. Da nutzen den kleinen Ko»!a, reuten alle Senti- mentalitäte» nichts, der Kampf ist ein unerbitUich«. Ebenso unfruchtbar sind aber auch die Klagen über die Preispolitik der Roh- itofsverbände: wenn auch jetzt infolge der Krise und der Beschlüsse über die Auflösung der Verbände eine für dch Hiscnverbraucher etwas günstigere Marktlage eingetreten ist, ja können sie aber wegen der Krise davon keinen oder nur spärlichen Gehrauch wacheu. Andererseits ist es selbstverständlich, daß die StahIwerkSMamlaren die Preisschraube sobald als möglich wieder anziehen. Gegen- lvärtig ist dies allerdings nicht tunlich. Die Düsseldorfer Pro- duktenbörse stellte kürzlich fest, daß angestchts der völligen Zerfahrenheit auf dem Eisenmarkt eine zuvertässigs Notierung der Preise ausgeschlossen ist. Den scharfen P rechst,(1 veranschaulicht folgend» Aufstellung: � � s. Quartal 4. Quartal t. Quartal. Gegen 1900 1907 1903 1900 Mark per Tonne Spiegekeisen-.., 93—93 80-93 78—80— 14 Puddelroheisen.., 7» 7»«3--10 Stahleisen...., 80 80 70— 10 Luxemburgisches Gießerei- eisen..... 68 68 54-14 Deutsches Gießereieifen Nr. I..... 81 85 73- 13 Deutsches Gießereieisen Str. III.... 78 78 68— 8 Hllmatil...... 85 88 75— 13 Rohblöcks..... 87.50 97.50 83,50-15 ............... 92,50 103,50 83,50- 15 Knüppel...... 100 110 95—15 Plannen..... 102,60 113.50 97,50- 15 Stabeis«»... zirka 150 125 IVO— 50 Schweißeise».. 165-170 160 127.50- 43,50 Flußeisenbleche. zirka 150 190 110—40 Krsselblechö.... 165 140 IIS-50 Feinbleche.... 160-165 135 133- 43 Walzdroht..... 143 140 137.50—17,50 Die Preise für Fertigware haben als»«inen viel stärkeren Abschlag erfahre» als die Rohstoffe. Dabei sind für. Eise«arten, die nicht durck, Verbände sestgelegt sind und für die daher ei» eiu» Zeitlicher Preis nicht angegeben werden kann» die höchsten No- tierungen angenommen worden. Daß unter solchen' timständen der Eisenexport, insvesondece nach Oesterreich, sich envrm gesteigert hat. verstellt sich von selbst. Nicht minder bezeichnend liegen die Tinge auf dem Sohle!»« markt; auch hier ist eine Abschwächung eingetrestn. die sich in Feierschichten für die Arbeiter umsetzt. Mit großem Eifer wird auch an neuen Schachtanlagen gearbeitet, und bis zum Jqhr« 1813. wenn neue Syiidikatsverhandlunj,en aufgciiopime« und die Hütten- zechenfrage ihrer Lösung zugeführt werde» soll, wird eine rocht stattliche Anzahl neuer Grube» tätig sein. Wie im Eise»-, geht auch im Kohlenbergbau der Weg nach der Konzentrati«,, nach dein Riesentrustt_ Der türkische Import. Einer der wichtigsten türtischen Jmportplätzs ist T«raz.w» Ivohin jährlich zirka 2000 Orutals zLIOS Pud) Baumwollwaren Gesamtwerte von 1100 600 Frank gebracht werden. Lieferanten von Baumwollwaren sind hauptsächlich England. Frankrhich, Amerika. Italien und Oesterreich-Ungarn. Wollen- und Halbwoll- waren werden nach Durazzo fast ausschließlich auS Deutschland eingeführt, welches im Jahre 1907 über 6000 Bieter, im Preise von 8 bis 8 Frank pro Meter, dorthin absetzte. Wollen» und halb- wollene Tucher zweiter Sorte wurden von England, Italien und zum Teil auch von Deutschland geliefert. Eisen und Stahl werde» fast ausschließlich aus Oesterreich- Ungarn geliefert. Der Eisenkonsum von Durazzo»st aber recht gering. So wurde z. B. im Jahre 1907 nur für zirka 45000 Fr. Eisen dorthin eingeführt. Der türkische Petroleumimport nach Durazzo im Jahre 1807 stellte sich auf zirka 95 000 Frank. Lieferantc» waren Vorzugs- weife Oestcrreich-llngarn und Italien. Aach Janina wurden im Jahre 1907 eingefülirt: aus Oeftcrreich-lknaarn, England. Italien und aud der Schweiz: Wollwaren und Tücher für-ilOOOO Frank, aus Oesterreich-Uugarn, Deutschland. England. Italien. Belgien und Bulgarien; Metalle und Metallwaren für 490000 Frank aus England, Belgien. Oesterreich-Ungarn. Deutschland, Italien und Frankreich. Petroleum 89 200 Kisten aus Oesterreich-Ungarn und Italien. Bis z»im Jahre 1904 wurden zlvei Drittel des ganzen Petroleumbedarfs der Türkei von Rußland geliefert. Di« revo- lutionäre Bewegung in Baku hat die Sionkurreuz Rußlands voll- ständig vom türkischen Petroleummarkt verdrängt. Nach Saloniki wurden eingeführt Manufakturwaren für Ungarn; Wollwaren für 3 000000 Frank und Eisen und Eisen» waren für 1600 600 Frank. Ileslüb importierte Manufalturwaren für 13 000 000 Frank und zirka 100 Waggons Eisen. Aleppo hat in den letzten Jahren für v bis 6 Millionen Frank Manufakturwaren importiert. Smhrna für 4 bis b Rillionen Frank und Trapezunt etwa ebensoviel. «mkliche» Marktbericht her städMchen Martttzallen-Vtrewo» HO« den wrotzbandel in den Zcntral�!0arNiall«n. Morktlage: ftltllch: Zusiihr stark. Geschäft stau. Preise stie Kalb- und Schweinefleisch nachgebend. sonst unverändert. Wild: Zufuhr reichlich, Eeschäst schleppend,. Prei!« gedrückt. G e sl ü g e l: Zujubr genügend. ltzänst über Bedarf am Markt, Geichäsl still, Preise schlecht. Fische: Zusuhr mähig. Gtidjäjt etwa» belebt, Preise wenig verändert. Butter und Käs«, Gelchili ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südsrüchte: gustzhr«nbgind, Geschäft ruhig, Presse wenig verändert. Sozialdemoftratiseher Verein im S. Berliner Wahlkreise. Dienstag, ilen 94. November, i| bends S'I, Uhr, im„Alten Schiitzcmbanse�, liinlen-Steafle 5: SP Versaimmlung lH ZIa.g«S»Ordnung: 1. Die augenblickliche politische Kiwatiou. Referent Genosie Landtagsabgeordneter 8t]*iH!>ei. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. _ Gäste willkommen. DaZ Erscheinen alster Mitglieder erwartet_ Der Vorstand. Sozialdemokra tisehsr Wahberem des Yl. berliner Jlieiehstags'Wahlkreises. Dienstag, den 94« Stoveniber, abends 8Vs Uhr; Mitglieder"Versammlung in der Kerliner Kockbrnntnei, Abteilnng II, E�anffttAr. üL Tage»»Ordnung: I. DaS Volk und die neuen Steu>?r». Ref.: Genosse Fxitz Kunert. 2. Diskussion. stu zahlreichen» Besuch ladet ein_[231/7*]___ Der Bopstaod Deutscher Holzarbeiter-Verband. Mittwoch, de» 25. November, aberSS 8'/a Uhr, stet Freyer, Koppenstraße 29: liiMni-lniiiliiii i M* Mi i ImitaL Tages-O�rduung.: 1. Die Gewerbergerichtswahle«. Referent Genosse E. Brüekoer. 2. Die Ueber., stundenarbeit in einigen gröberen Betrieben. 3. Verbandsangelegenheisteu. Jede ffiterkstatt mnst pertrete» sei«.— Mitgliedsbuch«nd BertvauenSin-bnnerkart« legitimiert. 23/29 MLdslpoNvn've'. Donnerstag, de» 29. November, abend« 8 Uhr, in den AndreaS-KchsLe», SlndreaSstraste 81: Branchen-Vei-sammluiig d. Möbel- u. Stuhlpol lerer sowie Magazinarbeiter und Beizer. TageK-Oxdrrung: I. Bortrag. 2. DiSklnssiou. 8. Berbaudst- und Brancheuaugelegeach-tte». Zahlreiche« und vttnetltcheS Erscheinen erwartet__ JMe fla�anchepieUiMig. Große DolKs-Dtrsa«!uiiz für Münuer und Frauen Dienstag, den Lt. November, abend« Sl;2 llhr, in* Swiuemünder GesellschoftöhauS, Swinemünder Straß« 4L. Vortrag de« ReichStagSaKgeordueten Gen. Dt'. Ddtt&fd DäVtd. Der Kampf gegen die wirtschaftliche Hot. Uta zahlreichen&c[u& quch der Frauen, chittvt iüBfl* i __ l>er JBIitberoCov.' Arbeitsnachweis: SZerwaltnngSitclte Berlin» Hauptburean: Hol I. Sicht S. 1239. edariiealraSs 3. Hos HL Amt 3, 1987 Mittwoch, den SS. November, abends« Uhr: VunsseennHlnanV äer ehirurgisehet« Sranche im Rosenthafer Hof, Nosentl)alerstr. 11/1S. T a g e s- O r d n u r, g: 1. Vortrag. 2. DiSkuiston. S. VcrbanHSangeleginheite» mb t3t:> (chptbcrteä._ Mittwoch, den SS« November, abends 8 Uhr: Allgemeine Versammlung »ler IZe'alHGeee»tH«Itvi» Berlins und Utrv»«rt üder Sozialpplitlsche sttsch- \ gebung. 2. DiSkusston. 3. Verschiedenes. Sonnabend, den»8. November: GdetUges Keifammenfeln mit Canz. Um rege Vrleillgmig wjxd ersucht. Die Metallarbeiter-Notiz-skaleuder für ISO» Pud iSdüöisdss Äe Lose älMk. LWS"Ä? «... Iiü-U. Loh emptehlso end.ei'wo4w M Mer 8 Co., BtsitgucuhBerliB« TcUgt. Air. CUrtMiOUor._ Eine ftiark pdtzhi iiiriifji TriliadUlSg ätkee dtconulmige iMaa Refren-bufderobea tcMiofe toUUina Uatiüiaai. Julius Fabian, ® chccibcrmnttnr, 6r. kiMWskSlf. 37," Cwwno Uat Bruch-PoHinan« euwjiebltleio SiagtrinBruohbandagBn, LslbtHaden, Cradeliallerii, Spritzen. Scitpensorion sowie fämtliche Artikel zur Krankenatlege. Eigene Werkita«. 8i«t«r.t. OrtS.»Ml!?-Kranl«utaste» Bei-Ii» 2i68y» jrftt Lsthriugtt Siküßk �0. Alle Bruchbänder mit elastischen Pe» loten, angenehm n. weich am Körper. erschiene»«»d zum Preis« von till Pf. px» Stück»« Lnrean «nd bei aLep BezirkSkasfierer« zu habe«. Wahllegitimation«« 123,-1 Die Ortoxernaltung. Wa WMM-IM Venvaltnn�satclle Berlin U. Mitglieder aller Bruiehen! Donnerst» g. den 8(5. November, abeuvö S'J,«Hr. in den „Miisiteifälc«", Kniser.Withelm-Ttrlche 18 m; ßrdentüehe ßeneral-Venianmiittng. «nb Tag�S-Ordvnng: Kqstenbericht.-2. ätettuiti gu dem'Antrag 1 der Bez waltungenW Sr den Dezi» WWWWW��WWW�W�W solle�u und K»lleguinen! Eir erwarten,-d� Besuch der46 313[500] 87 433 63? 72 636 931[10CO] SS 2 7 279 336 18 61 407[ 5000] 618 61 98 759 801 93 918 28034 197 99 411[1000] 501 725 69 83 911>2 69 78 29490[1000] 677 98 990 3007.[500] 197[500] 287 SSO 62 806 87[3000] 31080 s 1000t 83 91 297 361 621 758 84 816 87 3 2387 611 847 914 33023 840 61 692[30(ffi] 740 34199[8000] 217 418 90 608 706[1000] 858 838 3 5054 58 108 227 IIS 15 591 857 83 3K0 8 102 278 404[ 600] 517[500] 603 51 861 37032 34 [1000] 75 337 70 703->88 3 8075 342[3000] 60 732 61 806 »Ol 12 99 3 0 039 261 353 661 761 40185 88 640 84 41043 109 68 78 347 81[600] 186 607[?U00] 716 850 81[500] 42608 TU[500] 43109 878 119 42 671 826 27 08 4 4014[1000] 7» 12« 377 547 61 99 «66 90 824 988 4 5026[500] 195 281[1000] 90 722 28 32 31 45 9 4 4 6138 95 211 75 333 461 88[1000] 532 28 601 47002 18 III 493 610 641[500] 919 48141 471[1000] 655 615 725 822 4SI 52 851 439 749 71[500] 815 SOoSO 83 98 286 90 419[1000] 819 918 5 1008 208»8 833 431 58«46 702 82 901 5 2016[ 3000] 396 480 61« 741 46 70 896 931[500] 53 5 3011 48 122[1000] 246 781»21 54220'0 92 876 980 5 5006 979[500] 56090 267 489 621 988 5717« 29« 333 80 564 608 810 48 5 8084 70 81 171 88 539 59«04 35 715[ 3000] 87 5B074 609 68 768 CO023 187 331 443 605 34 72 746 81[500] 823 98 6 1 079 171 899 834 97 904 97 6 2018 199 292«24 6 3 241 43 358 649 734 827[500] 40 937 44[500] 64006 79[ 500] 98 131 245 312«78 74« 64 6 5138 97 203 410 84« 66339 63 481[1000] 942 6 7 370 457 523[500] 41 863 837«3 68210 523 80 9« 604 713 68 880 63 964 89 6 9348 78 80 651 79« 967 73 70047 167 371[1000] 432 66«08 3t 88 49 61 904 11 26[500] 87 71151 94 245 681 87 609 789 868 72142 81 [1000] 291 831[500] 921 14 73138 68 71 25» 78 363 418 ew 615 790 7 4112 80 322 7 8 472 789 811[500] 20 45 7 5 044 129 322[510] 77»23 700 7 6122[ 3000]»2« 717 [500! 28 7 7042 5» 352 d«2»3»35 712«90 73040 1500] 834[1000] 943[3000] 7S113 288 422[500]«05 785 92« 84 80010 29 59 622 751 81 US«03[3000] 400( 600) 10 OOS 10 922 8 2047 834 83141 878»21 87 772 990[500] 84008 128 400[1000] 13 8» 381 721 849 78 972 8 6324 84 497 872 728[500] 74 996(600) 88125(500) 20, 70 418«0 545 Gl 84 764 82 8 7 072 447 618 4««Ol[500] 720[1000] 8t SM 954 87 8 8068 36«[1000] 62« 778 89007[3000] 68 £5« 319 473 534 681 76 735[ 500] 48»86 8« 80713[ 500] 952 91194[ 3000] 80«»T(600) 421 M 519 I« 618 885 907 9215» 490 811 58[1000] 9M 63022 [500] 29 47 7« 238 492 868 781»94 9 4002 40 208 518 41 [1000]«06 718 9 5166 752«8»[500] 52 9604t 397 688 «51 799 812 81 991 97 82»[3000] 49««41 M7 909 98116 64«9 882 774 9 9 051 208 28 334 640«2 98 603[300] 36 8» 711 813 100375 731 101182 SM 504 17 7*0 811 10X416 8«8 853 1 03 158 22»[500] 77 845[1000] 618 78 104028 74 497«08 25 712 98[ 500]»SO 1051» 170 85« 401 818 31 60[3000] 65 771 854 961 106(32 76 223 48[ 3000] 30« 443«02 80 761 66 85« 95« 107034 4« 480 672«84 916 10 8 031 234[1000] 389 620 1300»] 23[1000]«09 71 836 947 10007«[500] 2s« 1600) 415 59«72 79« 809 23 90 110270 367«3« 1 1 1140 57 373«96 8«9 971 1 1X038 SS 85C 90 543 81 795 90« 18 4« 113032 140 217 851«5« 723 819 1 14070 80 516 5« 115136 97 878 469 505«16 817 48 959 70 116129 418 671««3 70«11 992 117165 294 409 645[500] 742 858 77 928 1 18215[lOOO]»0 £B0 471«64[500 1 87 886 923 119140 884[8000]«0 485 614 81 r>O0 76 79 754 120182 911 121160[600] 8! 88[lOOO] 92 226 306 78 477 828 77 1 2 2014 88 174 522 437 640 604 782 833 12 3069 231[5001 303 691 644 83 762 857 612 60 1 24014 179[ 500] 86[500] 469 611 86 87 684 764«7[ 500] 80« 18 12 5 271 366 552 68«47 SOS 62 12628««51 874 127181 [500] 757 888»52 128059[500] 107 482 42 97«39 47 43 744 45 S63 1 29101 816 94 409[500] 554 675 700 943 130015[500] 110 243 90 419 85 807 80 848 09 920 58 131.148 820 998 1 32112 463 92 641 708»8»7 8«5 67 133278[1000] 83 466 640 78 901 134««9 826«98 (1000) 135038 268 319[500] 744 77 1 3 6230 640 1 3 7081 444 SS 534 779 956[500] 1380SO 186 283 436 747 961 139023 183 275 363 933 140235 304 587 1 41138 67 93 248 479 862 1 42310 74 408€ 50 60 743 832 1 43347 498 507 72[500] 144067 BIS 860 1 45061 96 10«[600]»1>53 806 42 421 692 785 306 Ii[500] iRuvll IWJ 4.0 611| IUujJ 8..U 55°8?->=* 147018 77 151 521 841 14832« 407 603 782 344 1 49125 ,17 15O106 20« 1« 71 828 81 401«2»70«18[500] 778 988 151013 IIS 67 219[500] 879 448 511[500] 39 839 62 65 968 1 5 2025 250[lOOO]«4 653 760 933 1 5 3046 334 665 029 1 54094 448 54 825 1 55030 136 94[1000] 258 351 453 63[500] 91 518 57 853 972 1 5 6236[3000] 6««73 948 89 1 57125 305 417 57 625«Ol 87 789 9«T»8 158054 71 182 253 322 402 591«37 805 80»83 1 59240 408 66 780 67 160581 56 62« 824 41 16 1020 185 213 385 445 708 851 944 45 1 6 2 213 21 408 1 63038 76 147 269 478 508[600]«76 778 910[500] 53 71 164159 242 427[500] 842 1 6 5018 895 529 80 610 1 6 6012 107 201 50[500] 54[500] 379 454 721 612 1 67146 358 99 606 61» 168191 234 82 342 466 513 643 842 81 928 72 1 69120 L»00l 32 242 85 434 862[ 3000] 61 927 170055 105[1000] 362[500] 617 771[600] 833 171288[500] 96 424 674 693[lOOO] 803[1000] 50 881 172178 308 520 626[500] 702»35 4» 173884[500] 482[500] 804 16 174388 468 698 764 908 175070 122 87 63 461 747 900 5 42 1 7 6033 111[1000] 156 601 866 177087[ 3000] 78 96 131 48 66 200 44 92 88« 878[300] 875«22[ 500] 178063 178 602[500] 40 84 681 725 929 t« 179817[ 80001 18 44 433[600] 78 97 569 77 95 784 11 806[MO] 8 180 10» 288 626 841«14 181050 8« 210 526 650 737 871 995[lOOO] 182166 357 4SI 678 89 710 81 839 45 1 83038 359 423 677[1000]«10 957 184250 52 42« 53«[500] 840 49 1 85117 265 358 487 785 654 1 86130 859 416[3000] 78 583 602 82 753[lOOO] 889 18712« 411 889 1 88071 99 318 530«83[500] 754 77 988 1 89072 166 400 56 620 61 707[1000] 870 190198 291[500] 98 69« 801 959 191211 42 358 434 813[1000] 79 975 1 9217« 238 74 942 1 9 3081 125 432[lOOO] 690 915 1 9 4528 860 1 9 5017 342 453 661 85 »ÖS 196092 125[1000]»4[600] 293 591[lOOO] 701 2[500] 197235 878 607 774 835»77 87 1 98133 517 625 31[1000] 78[500] 720 19932»[1000] 512 730 75 [500] 819 46 82 986[500] 200399 538 634 722 838 2O10I0 248 39« 532 44 88 980[1000] 202199 68 300 63 90 501 610 762 2 0 3144 217 2 0 4577 66 861 757 810 900 2 05143 393 534 853 206(183[ 500] 191 219«2 78 385 488 607 27 87»0« 207002 435 770 919 208133 SOI 678[lOOO] 718 853 59 2 00(104 65 174 222 628 008 35 98 2 1 0162 232 423 746 211035 138[500] 81 337 81 [500] 92[500] 460[1000] 654 734 30 8« 212407 34 571 796 970 2 1 3009 124 381 478 78« 839 932 2 1 4074 110 70 845«37 734 9« 838 960 2 1 595»«11 988 21802« 49 104 840 54 434 36(5001 39 650 65 894 2 1 7020 71 [5001 175 250 368 518«73 721 85 97[500] 851»24 5« 218(118[3000] 90 230 499 668[1000] 717 926 219122 [8000] 207 13 31 400 759 827 29 22026« 404 528 830 62[500] 86[500] 221411 764 78 903 2 2 2581 87[MO] 707 49 86 2 23141«24 70 816 34 2 2 4347 616 815 2 2 5152 294 387 98 538«7 904 16[5000] 19 226417[500] 98 635 81 891 812(500] 15 86 91 227000 107 88 213 81 486 228507 63 97 TIS 948 229027 188 494 384 814[ 3000] 977 84 230119 68 224[1000] 88 660 643 741[3000]«14 U 231004 150 244 807 83 649 781[3000] 887 900 232288 802 2 3 3 107 41 211 879 48«[500] 783[500] 904[500] 66 91 234179 140 804 10 17(1000] 3» 553 773[3000] 235-99 3ue 456 75 84 635 43 91 747 65[500] 230097 237005 86 94 179»14[1000] 85 622[1000]«08 83»»00 40 238209<00 20 30 359 870 803 3«70 239025 92 IN 242 47 381 417 547«2 828 840020 34 72 373 480 521 880 241«! 482 87«6 814 40 748 42«8»87»1 242(04 514 7»»>« 50«22 243151[500] 203[500] 533 62« ,62 2 4 4 222 31, 47 [500]<20 755 57 803 2 4 50»2 417 541 846525 92[500] «82 87 2 47102 13 578 750 88» 248050 88 170>87 545 704 42 848»7 249821»11 256274 43« 582 77 717»N[»00] E510«« 10, «58[3000] 85 744 252078 94 89« 317«99 729 74«04 45 25314« 454 502 703 2 5 4099 353 415 550 859 79 872 2"5 5048«3 248 90 400 80 58 89 884 88« 256062 120[3000] 212 00 747 79 006 78 2 5718» 594«IS 842 «97 268(105 270 565 88 654 259092[500] 136 65 91 425 760 260037 72 210 SO 874 312[3000] 712 48 M9«TT 261211 3« 322 901[1000] 24 758[lOOO] 262002 ST 84 309 422 396 186 998 263038 80 155[500] 6« 406 88 947 2 6 4 438 55 818 461 585 705 2 6 5032 197 75« 371 483 51» 670 880«20[500] 266041 I»4 271 760[500] 883 994 267008[500] 445 83 5.5 610 55 69 826 75»06 7 268103 68»6 242 45 880 32[500] 442 581 684 269345 62 513 69 634 815 270387 531 084[500] 780 48 57 271357 686 272027 60 178 407 2 7 3 203 338 477 2740(6 549 707 275002 [3000] 148 321[500] 581 785 867[500] 80 98[-000](138 2 7 6000 34 325 609 602 935 2 7 7180 232 61 347 7»«41 [500) 63 766 2 7 8040 140 223 54 464 2 7 9130[lOOO] 841 404[1000] 714 28 0036 87 64 368 548 712 S6 861[5001 78 281016 17 280 430 646 87[500] 686 282145 243[1000] 416 88 69 565«22 34 73 769 864»87 2 8 3295 360 516 71[Iflon] 920[1000] 28433««2 66 604 31 48 702[300 1 005 41 [1000] 28 5254 82 407 71 585 716 817 96 2 8 6014 124 317 IS 78 09 418 21[500) 629 2 87171 201 7 471 65« 82» 62 022 54 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie tn 800 000 if. 1 Gewinn a 200 000, 1 4 150 OOO, I* 100 000 ,1 4 75 000 2 4 60 000, 2 4 50 000, 8 4 40 000, U 4 SO 000. l« 4 15 000* 48 4 10 000, 70 4 5000, 11» 4 8000, 1710 4 1000, 2581 4 500 Id. /.iwituiig 5. Ki. 4.i9. i\gl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 28. November 1908, nacbmtltan. Nur die Gewinne Uber 240 Mark alnd den betreSendea Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 17 101 11 23» 66 68 323<88 634 76 60[ 500] 86[3000] 1135 30> 677 84 716 98 801[1000] 2130 390 92 576 612 74 763 3027 122 28 241 78 412 568[3000] 88«59«8 4470 7»[oOO] 833 84 5 138£94[1000] 330 511 24 675 993 6095 114 50« 829 733[1000] 870 918 7 183 IM 601 8081 34» 584 81» 83[15 000] 744 808 43 9256 495 828 3« 968 lOOCS 168 378 402 7 67 539 9(3 83[1000] llOOT 11« 87 449 6f0 92 834 63[500] 907 44 7 7 87 1 2191 431 539 «99 884»79 13l»5 203 53 677 830[4000] 932 1 41 47 93 [SOOOl 231 65 123 94 627 15078 84 126 ,73 341 1C9 801 16117 201 399[1000] 523 88 741 892 1 7083 176 228 57 504 43.5[ 5001«21[10 000] 66 79» 18283 813 175[500] 62« 19008[ 3000] 124 417 72 50» 69 2 0083 64 178 371 454 58 661 801 85[lOOO] 21075 114 2-0 437 566 655 969 2 2093 231 403«65 98 760 2 3 030 255 59 328 637 42 688 906 97 2 4093 100 38 304 555 797 852«8 18000] 93! 2 5270 360 71[500] 87 494 812 936 2 6035 608 97« 2 7050 72 75 129 302 13 588 42 641 95 842 982 2 8128 208 5« 578 63 2 9286 614[1000] 82« »65 96 30100 27 210«7 57» 88 31086 191 29» 886 480 5M 74« 831 3215« 38» 455 519 95«92 809 3 3 544 95 767 74 843 3 4025 412 742 937[ 500] 65 78 3 3 294 337 93 403 76« 884 37 93 970 36051[500] 74 106 9 202 345 503 73«44 »30 3 7614 17 86« 956 91 3 8049 220 351 710 90 852 3 0037 64[500] 74 91 133 284 316 476 644 782 860 975 40218 881 4116« 299[500] 311 14 468 69 761 81 [500] 4 2020 127 538 49 56[500] 713 948 4 3 008 153 57 »2[1001] 881 406 51» 779 934 44180[3000] 306 735 91 841 4 5036 141 508 806 95« 46013[500] 198 291 337 43 77[500] 540 610 54 869 4 7012 94 351 406[500] 81 8» €03[1000] 744 48204 11 42b 601 29[ 600] 745 98» 4921» [SOOOl 378 63 420 702[ 500] 69 967[lOOO] 98[ 500] 50171 622 711 74 5 1 080[500] 210 474 541[300] 8«3 755 81[1000] 5 2 263 71 563 75 606 38«6 722 649 5 3099 27« 339 608 63[ 500] 715 37 5 423« 555 794 822 55016 142 241 561 63 921 56915[500] 57111[lOOO]«8 407[500] 654 839[3000] 49 54 5 1233 62 317 99 402 634 87« 59000 21» 79 93 491 588[3000] 693 967 60204 74 393 869 999 6 1 002 47 12» 325 434[3000] 863 9 0 62113 15 215[500] 309 537 650 66 795 850 969 63158 292 504[1000] 716 852 925 64(32[500] 65 80 £20[500] 732 821 972 80 6 5007 288 478[3000] 822[500] 40 6 6(06 411 48 6 7019 100 82 283[500] 520 6(1 808 34 39[500] 88 90[1000] 999 6 8003 115 281 377<56 93 510[ 500] 37 59 828 62 63 790 6 9014 8« 166[500] 292 843[8000] 708 842 70(99 809 115»9 323 37«0[500]»88 7 1 225 411 1» 8«»8 72074 440 534[1000] 7» 84«[500] 99 810 75 960 7 3035 44 57 88 97 20t 17 43 9«2«10 74064 79 330 «17 783 807 7 5 218 458«2 759«1 610 908 7 6(94 584 781 77520 773 910 12 78118 74 2I44»7 868 114 45 728 36 80 89? 930 7 9200 338[10 000]<77 9» 543 76» 70 870 60038 84 234 828 458 618 801 83 8 1 220 432 71 577 «22 82098 167 279 46 1 70 691 874 926[500] 83110 43[3000] 238 65 78 300 83 627 1500] 63 722 SOI 84183 204 53 370 414 55 534«39 91« 85001 1« 52 154 205 404 32 48 508 81[500]«95 8601« 152 482 505[500]«95 730 [1000]»6»«1«««8 87438«05 8 S05I 97 174 234 344 [3000]«7 80 81[500] 478 81« 63«71 767 80206[500]«7 893 4»5 685«4» 708 9 0077 220«SO 87»»17 6««« VI 038 288 64«[600] 85»71[5000] 9 2025 1,7 2,8 858 595 718 28 94, 34 VS22« 37» 7««20 717 56 9 4024 S» 193 242 70 82« 71 436 SS««11 92 740[500] 839 95« 9539«[500] 439 80 508 733«2 88 857 75 9 6001 327 41 435 49[500] 5?9 760 80«Ol 1» 969 9 7054 154 287 893 605 64 760 9 1084 123 40 2'2 414(SOOl 810 972 9 9 054 44, 259 8"»[500] 7->s 10001? 125 368 609[500] 97» 10 1 096 151£29 4?[500] 800<70 1 0 2 251 376 430 528 641 6, 80 793 850[ 8000] 59 7? IVZ272 749 025 86 1 04104 59 SO 31»<43[500] 668»52 105303 71<49 584 800 59 1 0 9094 167 275[8000]«11 804[lOOO] 107 289 578 810[500] 52 984 1 0 8045 101 29« 720 817 1 09153 208 417 61 673 772 69(500) 845 110042[8000] 43[500] 58 21« 437«81«IS 741»12 111094[500] 75« 423 649[600] 783 112058 79 833 6» 73[15000]«07 819 113718 808 935 44 114057 104 93 [500] 802 963 61 115147 85 260 SM 52 4!>0 520 63 844 118037 108 85 215 344 766[500]«18»35 37 117105 279 335 93[1000] 472 90 629 870[500] 966 1» 89 118009 [1000] 89 320 93 560 627 970 119005 161£38. 97 630 «15[500] 12 0023 74 215 430«45 86« 12 1 249 348 428 695 eil[1000] 78 05 929 1 2 2088 457 791 817[500 1, 123089 [500] 715 888 1 2 4246 67 353 417 678 1 25262 462 76 870 1 26181 93 296[ 500] 34»»00»4[500] 127083£30 87 370 506 650 753 1 2 8060 283 882 88<11.[1000] 57 992 129070»8 III 84 497 865 130942 433 506[500] 78 600 80 8»[600) 963[3000] 131099[1000] 461[1000]«43=50 132987 421 43«33 13307S 501 721 79 063 134112 219 23 Sil 44 717 849 900 135178 rsooo) JOS 447 61 049 94 725<3[11000] 136094 294 485 514 728 88[lOOO] 803 983 89 137578 415 526 61 180 948 69 1 38534 810 IS» 817 138710 140(115 133 67 250 73 841 53[3000] 169 530 UvOÜJ 795 853[ 500] 14 1 028 745 997 1 4 2000 207 631 64 891 987 1 43277 877 438 91 648 723(lOOO) 53 813 969 73 »8 1 44177 250 319 517 741 83 829 CO 145001 66 97 19- £21 73 309 724 07»02[3000] 4 146113[3000] 89 242 70 304 86 425[600] 611 42 63 734 819 920 1 47 558 017 148053[1000] 329 34 4(15 92 872 1 49127 68£83 321 37[500] 424[300] 53 541[lOOO] 68? 011__ 15 0005 171 600 710 1 5 1099 6S6 152155£97 620 876 936 1 5 3 027 703[8000] 053 1 54202 503 25 638 07 717 64 1 5 5559 834 1 5 6037 162 208 27 328[500] 420 72 633 851 78 1 57217[500] 505 99[500]«43[lOOO] 731 158126 66 205 453 577 717 814 908 1 59106 227 417 20 621 34 089,,„„ 160179[1000] 220 680 613[500] 866[500] 9S3 161104 9[500] 16 26£18 855 81 453 llOOO] 683 740 908 162048 225 50 407 674 630 762 1 63113 34 596[500] 626 736 48 53 SIC 39[1000] 83 013 59 1 6 4019 119 531 72 1 6 5036 557 630 652 56 1 66247 338 70 71 463 517 96 619 78 782 87(lOOOl 972 1 67075[3000] 185 634 86 657 942 1 68140 87 207 389 424 65 503 77«52 169024 [SOOOl 221[3000] 455 526 698[ 500] 723 179130 345 571 866 1 7 1 264 578 611 15«84 ,3j 172169 464[600] 603 708 17 976 1 7 3026 32 476 495 582 023 33 41 65 746 857[500] 174366 95 618 700 823 919 67 99 175(42[IMO] 266 W 176182[ 500] 81 271 406 5S6[3000] 611 69 758 1 77090 184 249 514[500) 178200[3000] 68 7 3 318 764 833 63 1 7 8083«00 17 U 784 013 II) 923 45 IlCKiüJ 180093 574 737 8(6[300] 181104 14 88»3 287 313 492 503 728 31 55 1 8X049 165 247[500]<00 88 516[500] 913[1000] 18 1 8 3010 141 75 358 588 696 742 63 936 914 18 4203 41 67 490 637 84 739 61 52 800 68 1 8 5 225 505 186256 69«6 307 666 1 87 049 167[3000] 92 471 709 834 1 83182 444 588 658 718 811 61 189018 8« ,93 ,24<91 627[1000] 77 714 981... 190131 97[590] 305 400 8« 664 77» 81[8000] 839 80 1 9 1 020[500] 22[500] 131 386 406 1 9 2 251[500] 308 42[ 4000] 773 878 1 93116 213 37 455 80 8» 796 194263<13 833 911 96 1 9 5016 3 2 207€3 379 448 56j [1000] 344[5901 922 57 1 96(71 93 527 71 610 719 197113 201[3000] 8 82 60[1090] 368 444 1 9 8 729 97 967 199051 BS 152£02 395 417(lOOO) 509 657 710 SCI 200182 230 03 958 201045[3000] 160 210 08<97 690 710 b81' lOOO] 2 0 2209 309 67 568 640 702 2 03121' 235 831 47 204125[ 4000] 434 951[1000] 205(130(lOOOl 118 463 656 737 837[lOOO] 20P155 817 75 453[1000] 76 99 501 63 617 28 40 738 811 207134«34 579 784 869 939 203050£37 51 305 493 960 97 2 09157 254 305 [500] 534 69 624 845[1000]»36 2 1 0130 346 47 566 655[3000] 90« 21 211148 391 581 610 14 49 709 24 57 930 2 1 2165 669 89 781 813 88»41 2 1 3061 132 62 846 690 OHO 21402« 107[500] 43 44[500[ 143 505 947 2 1 5119 211 15 827 452 82 617 75 834 21 B»4S l«? 322 621 632 724 BIO 15 77 9««[1000] 217043[öOOl 73 167 812 75 593 66« 826 67 2 1 8445 74 510 773 810 34 906 2 1 9366[30001 91 460 58« 645[»000) 910[ 3000] 62 220(0, 421 79 726 51 679 2 21197 25» 30, 44t 722 858 2 2 2023 288 328 54 775 833 2 2 301» 84« 510 735 817 6»»03 224293 531 68 647 853»12 1« 225023 153 225[ 500] 8»[500] 799 842»56 2 2 6112 377 94 482 519 704 79 808 43 58[8000] 81[50'] 947 227714 943 228223 971(ÖOOl 229055[500] 137[1000] 78 533 711 816 993 2307C! 89« 981 231011 24? 443 738 813[SoOO] 33 94« 232165 218 810 507 19 23.1916 18[50u] 89 SO» 30 53 534 41 644 71[500] 623 234-07 84 6» 486[3000] »5 734 235065 286 547 814 236018 289 63 71 77 451 SM«74 612 82 OK 237211[500] 430 639 5«[10 000] 89 785»38[ 500] 2 3 8213 37 61 325 43* 35 IM[1000] 629 68[1000] 2 3 9055 500 454 62, 804 24 0085 340 58 496 577«78 753 241)84 280 314 71 456 983 2 4 2040 675 614 33 43 776 807 18 9« 243173 269 638 834 2 4 4687 321[1000] 445 600 010 738 53 C4 921 245183 214 314 41 86(.38 731 2 4 0014[lOOOl 113 416 95 677 07[500] 623 75(SOOO) 985 88[lOOOJ 247153 245 61 409 79» 83« 918 99[lOOOl 243280 8»[lOOO] 477 509 866 912 87[SOOO] 249281[SCOOj 93 881 775 25004« 235 157 526«44 738 56 94- 54 2 5 1 065 27? 541 040 ISO 252511 841 44 92 843 614 253?2»<81«73 709 969 2 5 4231 345[ 500] 410 53««25 821 964 2 5 5,«« 523«93 780 8« 830[50>'0] 919 60(1 00] 250119[lOOd] 32« 476 762 78 878»35 92[500] 257049 174 2'« 365 473[500] 81 664 720[lOOO] 35 54 57»05 258147»9 £9»<31 782 814 75 938 2 5 9 039[lOOO] 87 141(lOOO) 636[5"0] 746 831»5 260092 177 4SI«15 854 261028 145«5 711 940 20 20.54 70[500] 184 290 895(lOJOl 2 6 3027 74 811 77 85 657 61 806 204463 940 2 6 5 215 398<97[5000] 517 78 049 921 65 2 6 601«[509] TS 86 UOOO) 112 93 332 467 91 515 41 619 988 2 67158£93 407 641 7S4 88 208512 642 9 7 766 969 2 9 53 457 683 759 689 95» 2 70(39 241 373 641 48 771 27 1 012 281 323 67 592 625 907 iSOOO] 272003 46 Ii» 236 430 55 73 6112 273165 233[509] 41 631[500] 46 638[ 3000] 910 274IW.9 323 41 89 442 7« 812 59 275397 617 848 917 36 278279 318 448 537[lOOO] 927 2 7 7032 181 201 9 892 643 880 929 278075 8« 152 97 217[500] 365 443 777 90» 78 27 9051 128 87 405 600 42 280160 548 708[1000] 833 28130« 688 282015 [500] 230 70 363 407[600] 967 2 8 3026 80 121 319[3009] 508 25 724 828 05 054 67 2841 5 378 700[500] 923 EO 285026[500] 219 313 57 623 727 SO 12 56 P«1 280118 48 70 656 IMOO] 743 2 8 7 915 141 88 377 387 34I> Berantwortlicher Siedakteur: H-n» Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th.Sl, de, Berlin. Druck u. Lerbig: Vorwarf« Buchdruckern u. LerlagSanKalt Bcml Einaer& So.. Berlin SW. Nr. 275. 25. Jahrgang. 3. gcilap des Jomiätlo" Knlim WIKsdiM Uruslag, Zt. Nwmbn IM. Zü den G(werbcgerki)tswal)l(D. Die Wahlen zum Gewerbegericht finden bekanntlich für Arbeitgeber am Freitag, den 27. November, von nachmittags 3 bis abends 7 Uhr, für Arbeitnehmer am Sonntag, den 29. November, von vormittags 1V bis nachmittags 3 Uhr statt. Da die diesmalige Wahl auf Grund des Verhältniswahl- Verfahrens vollzogen wird, hat diesmal eine lebhafte Wahl- bewegung eingesetzt. Alle möglichen Organisationen bemühen sich, durch Aufstellung einer besonderen Liste und Aufbringung möglichst vieler Stimmen einen recht hohen Prozentsatz von Beisitzern zu erhalten. Es stehen fünf Listen in Konkurrenz. Die Liste I ist die der freien Gewerkschaften und eS muß alles aufgeboten werden, damit diese Liste der Arbeitnehmer eine möglichst hohe Stimmenzahl auf sich vereingt. Am Sonntag fand zugunsten dieser Liste eine Flugblatt- Verbreitung statt. Zu gleicher Zeit trugen auch die Gewerkvereinler ein Flugblatt aus.„Eine nackte Zeichnung" betitelt eS sich;.Nackte Lügen" wäre eine würdigere Bezeichnung gewesen I Wir haben schon in der EonntagSnummer des.Vorwärts" die Lügen der VoltSzeitung" und ihrer Hintermänner gebrandmarlt. In der SonnlagSnummer berichtigt die„Volkszeitung" auch ihre falsche Nachricht, die sie von den Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinen er- halten hat. Dessen ungeachtet verbreiten die Herren Erkelenz und Genossen dieselben schon berichtigten Lügen von neuem. Ja, man geht noch über die ersten Lügen hinaus und behauptet im Flugblatt, dem Gewerbegericht seien kl Anträge eingebracht, von denen 7 durch Verschulden der Arbeiterbeisitzer noch nicht erledigt wären. So, wie eS eine Lüge ist, daß der Antrag der Hirsch-Dunckerschen,„be- treffend die Erhöhung des ortsüblichen Tagelohncs" noch immer nicht erledigt sein sollt«, während das Gutachten längst abgegeben ist, so ist auch diese Behauptung«ine neue Lüge. Von 7 unerledigten Anträgen weiß im Gewerbegcricht niemand etwas. Dann schwingen sich die Schubherren des GewcrkvercinS zu Denunzianten gegen die Mitglieder der freien Geivcrkschaften auf, indem sie die Strafen veröffentlichen, die angeblich gegen freie Arbeiter verhängt wurden, die ihre Rechte gegen die arbeitswilligen Mitglieder der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvercine vertraten. Pfui Teufel! Wie tief sind sie gesunkenl Und das wollen Vertreter von Arbeiterorganisationen sein? Und dieselben Leute, die hier das Lied über TerroriSmuS der Arbeiter gegen Arbeiter singen, wagen eS in demselben Flugblatt den bisherigen Beisitzern vorzuwerfen, diese seien bisher im Ge- werbcgericht zu milde aufgetreten, sie hätten nicht genügend die Interessen der Arbeiter gelvahrt. Sie wollen die Richter auf die Höhe der Erkenntnisse der sozialen Verhältnisse bringen? Da«, was den Beisitzern der freien Gewerkschaften trotz jahrelanger Mühe nicht so gelang, wie eS sein müßte. Die HarmonicduSler. die bisher bei den meisten Streiks als Arbeitswillige stehen blieben, denen der Kampf um bessere Lohn. und Arbeitsbedingungen, wie er von den freien Gewerkschaften geführt wurde, inimer als zu scharf geführt erschien, sie hängen sich plötzlich ein Löwenscll um und sagen:„Wir weiden das Unterlassene nachholen!" O. Ihr SchmockS. Ihr Leisetreter, bildet Ihr Euch ein, daß Euch das auch nur ein Mensch glaubt? Nein! Euer Handwerk ist der Arbeiterschaft in den letzten Jahren zu gut bekannt geworden, als daß Ihr auch nur einen Arbeiter damit einsangen könntet!„Knieschlotternde Angst" hätten die Beisitzer, daß sie nicht wiedergewählt werden, so heißt eS in dem Flugblatt!" Vor solchen Jainniergestalten, wie sie die Führer a la Erkelenz und Genossen sind, die nur auf Wohltaten und daS angewiesen sind. waS von der Arbeitgeber Tisch fällt, hat kein Kind Angst, geschweige denn ein denkender und aufgeklärter Arbeiter! Sie spotten ihrer selbst und wissen nicht wie! In ihrem Flug. blatt beziehen sie sich aus die Kritik, die von den Arbeiterbcisitzcrn geübt worden ist, nur verschweigen sie. daß daS schon immer der Fall war. Sie lesen nicht einmal ihr eigenes Organ, die„Volkszeitung", sonst müßten sie wissen, daß darin schon vor Jahresfrist ein Artikel, betitelt:„Der Kampf um den§ 8S4 sAufrechnung) des Bürger. lichen Gesetzbuches" erschienen ist. in tvelchem der Kamps der Ar- beiterbcisitzer gegen das Gericht geschildert wird. Tie„Volks- zcitung" brachte diese Notiz allerdings im Sinne der Arbeitgeber, deren Vertreterin sie auch ist. Also hinterlistig, wir sich das Flug- blatt geschmackvoll ausdrückt, sind nicht die A'rbeiterbeisitzer. sondern hinterlistig sind die Leute, die da wissen, daß alles, waS sie schreiben, unwahr ist. Sie berichtigen selbst ihre Un- Wahrheit in der„VolkSzcitung" und lügen dann von neuem die Arbeiterschaft an. Von solchen Leuten kann man sich nur mit Abscheu abwenden! Die freie Arbeiterschaft wird am 2g. November bei der Gewerbegerichtswahl solchen Lügnern die richtige Antwort geben. Ob sie dann noch daS voreilige Triumphgeschre« fortsetzen, werden wir abwarten!_ parte!- Hngelcgenbeitcn. Zweiter Wahlkreis. Sonntag, den 2g. November, abend« 6 Uhr. im Lokal von Raab«. Fichleslraße 2S: Vortrag des Arbeilersekreiärs Karl Giebel. Noch dem Bortrage geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintritt frei. Tanz 20 Pfennig. Vierter Wahlkreis. Heute. Dienstag, abend« 8'/, Uhr. findet in den Markgrasensälen, Markgrafendannn 34. eine Boilsversannnlung statt. Tagesordnung: Die innere und äußere Polittk. Reserent: ReichStagsabgeardueter Binder. Am 6. Dezember findet«ine Urania-Vorstellung statt. Billet«. die biS zum 80. November nicht zurückgegeben sind, werden als ver- kaust betrachtet und müssen unbedingt bezahlt werden. Der Borstand. Fünfter KrriS. Heute, Dienstag, den 24. Ro- vemder, abends S>/, Uhr. findet im Alten Schützen- hause, Linienstr. 5. eine Belsaniiiilung des WohlvereinS statt. LandlagSabgrordneter Genosse»tröbel spricht über:„Die a u g e n btickliche politische Situation." Gäste er« wünscht. Da auch sonst wichtige Partei- und BereinSongelegen- heilen erledigt werden müssen, so erwarten wir das Erichemen aller Mitglieder. Der Vorstand. Schinederg. Heute. DienStog. den 24. November, abend« SVt Uhr findet die Wahlvri rinSversommlung in den Neuen RarhouS- säten. Meininger Straße S statt. Die Tagesordnung lautet: Die Reichssinanzresorm. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse B r e y« Hannover. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Ver- schicdene». Der Vorstand. Treptow- Baumschukenweg. Heute Dienstag, abends S'/, Uhr. (indet in Speers gestjälen. Baumschulenstt. 78. ein« össentliche Ver- ainmlung statt, in welcher Reichs- und LandtagSabgeordneler Adolf Geck über:»Das persönliche Regiment vor dem Forum deS Reichstages" sprechen wird. Der Borstand. Stralau. Heute, abends 8 Uhr: Oessentliche Versammlung in den Markgrafen« Sälen, Markgrastndamm 34. Tagesordnung: .Deutschlands innere und äußere Politik". Referent: Reichstags- abgeordneter Binder« Ludwigshafen. Der Votstand. Rieder-Schönhaufen. Heute. Dienstag, den 24. November, abends 8Vs Uhr. findet im Lokal.Neu-KarlShof", Beuthstratze. Ecke Char- lotteiistraße. die Mitgliederversammlung deS WohlvereinS statt. Tagesordnung: 1. Die politische Lage und die Pflicht der Sozial- demokratie. Referent: Genosse Dentzer. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes.— Die Billetts zu dem Lichtbildervortrag.Im Reiche der schwarzen Diamanten' werden für die arbeitslosen Ge« nassen in dieser Versammlung ausgegeben. Köpenick. Heute abend 8'/, Uhr Versammlung deS Wahlvereins im Lokale des Herrn Echeer,.Wilhelnisgarten". Reserent: Genosse I. Hildebrand. Der Vorstand. Grünau. Heute Dienstag, abends 3 Uhr: Große öffentliche Versammlung im.Jägerhaus". Genosse Kurt Heinig spricht über die Bedeutung der Kirche im politischen und wirtschaftlichen Leben. Nieder-Schöneweide. Heute DienStag, den 24. d. M.. abends 8Vj Uhr, findet die Mitgliederversammlung deS Wahlvereins beim Genossen Stahlberg. Kölmschestr. 65, statt. Hohcn-Schönhausen. Heute Dienstag, den 24. d. M., abends 8 Uhr: Oessentliche Versamnilung im Restaurant. ParadieSgarten", Berliner Straße 68/60. Tagesordnung: 1..Persönliches Regiment und neue Steuern". 2. Diskussion. Referent wird in der Ver- sammlung bekannt gegeben. Biesdorf. Heute, Dienstag, den 24. November, Zahlabend bei Gustav Berlin, Marzahner Straße. Der Vorstand. Bernau. Zu der am Donnerstag, den 26. d. M., abends S'/j Uhr. im Schlltzenhaufe ftattsiudenden Volksversammlung werden morgen Mittwoch, abends von 7 Uhr ab. Handzettel von den Bezirks- lokalen aus verbreitet. Der Vorstand. Potsdam. Am Mittwoch, den 25. d. M.. abends 8 Uhr. findet im„Viktoriagarten" eine große öffentliche Versammlung statt. TagrS- ordnung: 1. Protest wider das persönliche Regiment und die neue Steuervorlage. 2. Los von der Kirche. Dislussion. Der Vorstand. Berliner]Vacbricbten« Am Totensonntag gestaltete sich der Verkehr nach den Kirchhöfen Groß-VerlinS zu der üblichen, diesmal vom Wetter begünstigten Völker- ivanderimg. Die Kirchhöfe an der nördlichen Weichbildgrenze und in Rixdorf sowie der städtische Zcntralfriedhos in Friedrichs- felde erhielten wie immer den meisten Besuch. Zeitweise war der Verkehr aus den dorthin führenden Fahrverbiudungen be- ängstigend. Im Krauzhandel sind diesnial lange nicht so große Umsätze wie in den Vorjahren erzielt worden. Viele Familien, die gern das Grab ihrer Lieben geschniückt hätten, mußten davon abstehen, weil die Zeitverhältuisfe die AuS- gäbe nicht gestatteten. Bor und auf den großen Kirch- Höfen hatten natürlich wieder die unvermeidlichen Traktätchen- Verteiler Posto gefaßt. Hunderttausende dieser von Frömmigkeit triefenden Wische wurden verbreitet, aber nur von den wenigsten näherer Beachtung gewürdigt. Die hohe Geistlichkeit hielt an zahlreichen Stellen schwülstige An- sprachen— fiir die große Menge der mehr neugierigen als mitfühlenden Zuhörer Schall und Rauch. Tausende von Kirch- hossbesiichern, die nicht aus dem Boden der Kirche stehen, ver- zichteten überhaupt auf diesen zweifelhaften Genuß, der ihnen »ur daS Empfinden der wahren Bedeutung des TageS störte. Besonders bemerkt wurde diesmal die Rührigkeit der Heilsarmee, die außero: deutlich viele Mannen nach den Zufahrtsstraßen der Kirchhöfe entsandt hatte. Es ist jedoch alles ver- geben? Liebesmüh'. Das denkende Volk läßt sich mit leeren frommen Redensarten nicht mehr abspeisen und erkennt immer deutlicher, daß die wohlgenährten Wortprediger Gottes nur Parasiten am Geldbeutel der Steuerzahler sind. Tischlergewcrbe und Staatsbehörden. Der Minister B r e i t e n b a ch hat dem Obermeister der Tifchlcniinung Rahardt folgenden Bescheid zugehen lassen: „Ich bin gern bereit. daS Berliner Tijchlergcwerbe bei der im nächsten Jahre zu veranstaltenden gewerblichen AuS- lt e l lu n g in dem gewünschten Sinne zu unterstützen. Wegen der Auswahl geeigneter Ausstellungsgegenstände, deren An- f e r t i g u n g und Ueberlassung für die Zeit der Ausstellung werde ich das Weitere veranlasstn. Im übrigen habe ich, behufS Schaffung vermehrter Arbeitsgelegenheit aus Anlaß der gegenwärtigen un- günstigen Lage de« A r be i t S m a r k t e s die beirefseirden Behörden bereits durch Erlaß vom 31. Januar dieses JahreS und neuerdings nochmals durch Erlaß vom LS. dieses Monats mit Weisungen verseben." Wenn es nur mit den„Weisungen" allein getan wäre. Wir haben erst in unserer Sonntagsnummer in dem Artikel:„ßangl samkeit bei Staatsbauten" näher illustriert, wie die„Weisungen" beachtet werden._ Bertrögr der Stadt Berlin mit BarortSgemeindea. Die Vor orte Schömoalde, Schänerlinde, Mühlenbeck. Schildow an der Reinickendorf-Licbenwalder�jr.-Schönebecker Eisenbahn haben einen großen Aufschwung genommen durch die Zunahme deS Verkehrs; Mühlenbeck, das einen großen Berliner Zentralfri«df)of erhält, soll mit Berlin durch eine Straßenbahn verbunden werden. Die fiskalischen Waldungen bei Schönwalde in einer Größe von 4606 Morgen hat der Berliner Magistrat gekauft, der dort bereits den Gorinsee besitzt. Diese? schöne Terrain hat schöne alte Eiche n- und Kiefernbesiände und würde sich ausgezeichnet zur Anlage von WalderholungSstötten, Waldschulen usw. eignen. Schönerlinde besitzt jetzt schon l>00 Einwohner und ist in einer sehr günstigen Entwickelung begrissen. Dieses trifft doch mehr für Schildow zu. wo sich eine große Zahl von Berlinern schon angekauft haben. Diese vier Orte haben jetzt mit dem Berliner Magistrat einen Vertrag geschlossen, wonach die städtischen Gaswerke die Gas. Versorgung übernehmen. Die Stadt Berlin verpflichtet sich, da? Gas für die öffentliche Beleuchtung und zum Privatgebrauch auf 56 Jahre zu demselben Preise l12.3d Pf. pro Raummeter) wie in Berlin abzugeben. Durch diesen Vertrag wird eine günstige Weilerentwickelung dieser vier Orte, die südlich an Buch und Biantensetde und westlich an Hermsdorf usw. grenzen, gewähr> leistet. Gläubige unter sich. Bürgerliche Blätter berichten:„Eine Skondalassäre innerhalb der Kaiser Wilhelm- Gedächtnis- Kirchen« gemeinde beschäftigt weitere Kreise deS Westens. In der letzten Vertretersttzung der Kirchengemeinde kam eS zu heftigen Auseinander- seyungen zwischen den Geistlichen und den liberalen Gemeinde- Mitgliedern. Bei dem Streit dreht es sich um die Frage, ob ohne Genehmigung der Stadlshnode eine bauliche Veränderung deS Ge- meindehauseS vorgenommen werden darf. Die Geistlichen, die sich, ohne jeden Grund übrigen», über zu große Beengibeit ihrer Dienst- Wohnungen beklagten, erstrebten se»t längerer Zett den Anbau eines neuen Seitenflügels an das Gemeindehau«, der die erforder« tichen Räume enthält. Die Stodtlhnode hätte hierzu sicherlich nie« mal? ihre Genehmigung gegeben, da daS Gemeindehaus jährlich über 7000 M. Zuschuß erfordert. So bildete sich ein Konsortium, an dessen Spitze der Geheime Kommerzienrat Hardt und ein Baurat Hetze stehen. Diese erboten sich, den neuen Seitenflügel zu bauen und für MietSzwecke zur Verfügung zu stellen, wenn die Kirchengemeinde die Mitbenutzung ihre« Treppenhauses gestattete. Ferner lösten die eistlichen einen Stiftungsfonds der Gemeinde auf. der zum Zwecke des Erwerbs eines Nachbargrundstücks ge- bildet war. Dieses Geld wurde dem Komitee deS Baurats Hetze! zur Verfügung gestellt, damit er den Seitenflügel für die Wohnungen der Geistlichen errichten kann. Ohne die Znstimmnng der Gemeindevertretung ist daS Bauwerk aufgeführt worden; in der letzten Sitzung der Kircheuvertretung wurde ein Vertrag vorgelegt, der die Beziehungen zwischen dem Baurat Hetzel, der übrigens selbst Kirchenratsmitglied ist, und der Kirchengemeinde regeln sollte. Es kam zu scharfen Auseinandersetzungen; wie verlautet wird die An« gelegenheit ein recht unangenehmes gerichtliches Nachspiel haben." Erschreckend hoch ist die Zahl der Opfer der kurzen Eispcriode im November innerhalb deS preußischen Staatsgebietes. Beim Be- treten von Eisflächen haben in dem Zeitraum von einer Woche 31 Personen, zumeist Kinder im Alter von g bis 16 Jahren, den Tod im Wasser gefunden. Neun dieser Unfälle haben sich in der näheren Umgebung Berlin? ereignet und sind hiervon aus- schließlich schulpflichtige Kinder betroffen worden. In den Provinzen Ost- und Wcstpreußen sind 12 Personen beim Schlittschuh- laufen eingebrochen und ertrunken. Diese große Zahl tödlicher Un- fälle ist zum Teil darauf zurückzuführen, daß infolge deS ungewöhn- lich niedrigen Wasserstandes die Wirsenflächen vielfach trocken liegen. Die Kinder, die sich sonst nach dem ersten Frost aus diesen ungefährlichen Eisflächen tummelten, suchten in Ermangelung des WieseneiseS die Seen und Flußläufe auf. deren Eisfläche natürlich noch nicht die erforderliche Widerstandsfähigkeit be- sitzen konnte. Die furchtbar große Zahl der Opfer deS Eissports sollte für alle Eltern und Vormünder eine Warnung sein, mit allen Mitteln auf die Kinder einzuwirken, daß diese nur polizeilich freigegebene Eisbahnen betreten.—- Nach einer Verfügung deS Regierungspräsidenten von Potsdam sollen nur die- jenigen Eisbahnen betteten werden, die durch Schilder oder Plakate als polizeilich freigegeben gekennzeichnet sind. Der Zugang zu solchen Eisflächen soll möglichst von einer einheitlichen Stelle aus erfolgen. Die KindeSleiche im Ofenloch. Eine schaurig« Affäre beschäftigt gegenwärtig die Polizei. In einer Wohnung deS Hauses Gericht» straße 80 fand die Wuwe Schulz im Kachelofen in ei»em Sack und in alte Lumpen gehüllt die Leiche eines neugeborenen Kindes. Frau Sch. hatte die Wohnung neu bezogen. Die Polizei ermittelte als die Mutter des KiudeS die 86 Jahre alte unverehelichte Marie Frei- marck, die in der fraglichen Wohnung als Astermielerin seghast gewesen war. Die Fremiarck wurde in Hast genommen und vor dem Unlersuchungsrichter gab sie an, das Kind in dem Hause Reinicken- dorser Str. 43 bereits am t7. Juli d. I. geboren zu haben. Nach ihrer Behauptung war das Kind bei der Geburt, wobei niemand zugegen war. tot. Sie versteckte nun die Leiche zunächst in der Flurkammer ihrer Wirtin und als sie später zu der Witwe Sch. zog, nahm sie die Leiche mit nach der neuen Schlafstelle. Sie ver- barg hier den toten Körper im Ofeuloch. Da mit Bestimmtheit nicht festgestellt werden konnte, ob das Kind einen gewaltsamen Tod gesunden hat oder ob eS tatsächlich bereits bei der Geburt tot war. wurde die F. wieder aus der Haft entlasten. Die Obdultion im Leichenhrnise ergab nichts Positives. Dagegen wurde nachträglich durch die Untersuchung festgestellt, daß von Nachbarsleuten seinerzeit auS dem Zimmer, in dem die F. schlief, Kindergeschrei herausdrang. Der Fund eines toten Zwillingspaare» bedarf ebenfalls der Aufklärung. Auf dem Loubengelände zwiichen der Ludwig-Lchmann» Straße und dem Bahnlerrain wurde von einer Frau ein Paket ge- funden, das die Leichen zweier neugeborenen Kinder enthielt. Die Umhüllung bestand auS Packpapier. Auch in diesem Falle scheint eS sich um ein Verbrechen zu handeln. Von der Mutter des Zwillings- paares konnte noch nichlS ermittelt werden. Durchstechereien am Humboldthafen in erheblichem Umfange find von der Kriininatpolizei ermittelt worden. Es handelt sich um große Mengen von Kaffee, Zucker, Schmalz usw. Schiffer sollen mit be- stiininlen Abnehmern in Verbindung gestanden haben. ES sind bereits mehrere Verhaftungen erfolgt. Zum Ankauf von Bildern Walter LeistikowS hat die Kunst» deputalion der Stadl Berlin die Summe von 15 060 Mark bereitgestellt.. Die Auswahl der Bilder wird im Laufe dieser Woche erfolgen. Pferdebesuch im ZigarrrngeschSft. Ein durchgehendes Doppel- ?«spann rief gestern früh in der Friedrichstraße große Aufregung ervor. Gegen 8 Uhr sprengte vom Belle-Alliance-Platz her ein mit zwei Pferden bespannter Eiswagen der Norddeutschen Eis- werke im Galopp die Straße entlang. Niemand wagte die scheuen Tiere aufzuhalten. In wilder Fahrt ging es bis zur Ecke der Kochstraße. Da hier um diese Zeit der Verkehr ein sehr starker ist, so vermochte» die Pferde den geraden Weg nicht fortzusetzyi, sondern stürmten über den Bürgersteig hinweg in das Schau- senster deS im Eckhause belegenen Zigarrengeschäftes von Richter u. Franke. Die große Scheibe ging in Trümmer und daS Hand- pferd stürzte blutend auf daS Trottoir, wo es bald darauf verendete. DaS andere Pferd kan mit leichteren Verletzungen davon. Nach dem Polizeibericht hat daS Dienstmädchen Pauline Horn, deren Tod infolge GaSvergistung wir dieser Tage mitteilten, sich selbst daS Leben genommen. Die Polizei hat festgestellt, daß daS Mädchen die GaShähne am Kochherd selbst geöffnet hat. Große Erregung unter dem Publikum rief am Sonnabend abend aus dem Dönhoffplatz daS Verhalten eines Schutzmannes hervor. DaS Publikum hatte einen schwer betrunkenen Arbeiter, der hin- und hertaumelte, diesem Schutzmann übergeben, damit er ihn zur Wache führe. Der Schutzmann begnügte sich jedoch damit, den Mann eine Strecke weiter zu führen und ließ ihn dann los, so daß der Betrunkene hinfiel und sich eine blutende Wunde an der Schläfe zuzog. Einige Augenzeugen baten den Schutzmann, den Mann doch mit zur Wache zu nehmen, waS aber mit den Worten, daß die Wache kein Asyl sei, barsch abgelehnt wurde. Zu einem der Herren, die sich um den Betrunkenen bemühten, �sagte er:„Wenn Sie nicht ruhig sind, werde ich Sie mit zur Wache nehmen." Dann führte er den Mann zu einer Bank am Dönhoff» platz, damit er sich ausruhe. Das Publikum wollte ihn jedoch nicht sich selbst überlassen sehen und einige Herren führten ih» ein Ende weiter. Er fiel jedoch wieder und stürzte von neuem aus seine blutende Wunde. Nun wurde ein zweiter Schutzmann alarmiert, der daS Verhalten seines Kollegen tadelte und sofort veranlsthte, daS der Verunglückte per Droschke zur Unfallstation geschafft wurde. Die Automobildroschke in der Spree. Ein eigenartiger Un- glücksfall ereignete sich am Sonntag am Spreeweg. unweit der Lutherbrücke im Tiergarten. In der elften Vormittagsstunde raste eine unbesetzte Automobildroschke, die von den Zelten herkam, plötzlich auf die Bordschwelle, durchschlug daS Eisengitter am Ufer und stürzte mit voller Gewalt in die Spree. Der Chaufkeur konnte durch herbeieilende Schiffer noch rechtzeitig auS dem Wasser ge- zogen werden. DaS Automobil selbst wurde erst im Laufe des gestrigen TageS wieder an Land gebracht. Der Vorfall hatte große Menschenansammlungen im Gefolge. Allem Anschein nach ist der unfreiwillige Sturz durch das Versagen der Steuerung herbei» geführt worden. Durch Ofengofe getötet wurde gestern nachmittag der Portier Lippke au» der Hagelverger Straße. Er hatte sich gegen 4 Uhr nach dem Kesselraum der Zentralheizung deS HauseS begeben und kam nicht wieder zum Vorschein. Als seine Frau etwa eine Stunde spZter nach ihm suchte, fand sie den Mann vor dem Ofen liegend leblos vor. Der ganze Raum war mit Kohlendunst gefüllt. Lippke wurde nach der Uniallstation am Tempelhofer User gebracht, doch waren die dort mittels SauerstoffapparaleS angestellten Wieder- belebungsversuche ohne Erfolg. Die 13. städtische Lesehalle wurde am 1. November d. I. tm Schulgebäude, Kurfürstenstr. 160, eröffnet. Der Zutritt zur Lese- Halle steht unentgeltlich jeder Person frei, die mindestens 14 Jahre alt ist. Di» �eszhalle ist geöffnet: an den Wochentngen von 6 bis S Uhr abends, an den Sonntagen von 10 bis 12 Uhr vormittags. Radmarder treiben auch in Wilmersdorf ihr Unwesen. Am Freitag, den 20., abends'/zO Uhr. wurde vom zweiten Hofe des Fernsprechamtes Wilmersdorf eine Maschine gestohlen, die die Marke »Frisch Auf' Nr. 2b8 220 der Genossenschaft des Berliner Arbeiter- RadsohrervereinS trug. Wer näheres niiiteilen kann, wolle Nachricht an daS Fahrrad-HauS»Frisch Auf". Brunneirslratze LS, gelangen lasten. Feucrwehrbcricht. Am Sonnabend wurde die Feuerwehr nachmittags nach der Leipziger Straße 110 gerufen. Dort war in dem Maleratelier von Fräulein Bert Feuer ausgekommen, bei dem dieses Brandwunden an den Händen erlitten hatte, die der Dame von Samaritern der Feuerwehr verbunden wurden. Die Flammen, die Papier, Kleidungsstücke und Materialien für Brandmalerei erfaßt hatten, konnten bald gelöscht werden. Gleich darauf brannte das Schaufenster eines Hutgeschäftes in der Neuen Roß- straße 27; der Brand soll durch Unachtsamkeit entstanden sein. Abends mußten gleichzeitig zwei Kellerbrände in der Zossener Straße 29 und Stolpischen Straße 63 gelöscht werden. Stroh, Gebälck und anderes brannte dort. Etwas später stand in einem Keller in der Großen Frankfurter Straße 4 die Schaldecke und anderes in Flammen. Der achte Zug wurde wegen eines kleinen Wohnungsbrandes nach der Reichenberger Straße SS alamiert. Betten. Wäsche. Möbel, Tapeten usw. gingen in der Fidicinstraße 8 in Flammen auf. Ein Küchenbrand beschäftigte die Feuerwehr in der Steinmetzstraße 21. In der Gollnowstraße 27 waren gestern Betten, Möbel, Kleider und anderes in Brand geraten. In der Lothringer Straße S6 kam gestern im zweiten Stock lAü�aang 2) Feuer aus. Bei Hartmann wurden Kleider und Immobilien ein Raub der Flammen. Weitere Brände wurden aus der Neuen Königstraße SS/SO, Brunnenst raste 192, Jnvalidensträtze 7, Grunewaldstraße 11 und anderen Stellen gemeldet. In der Nacht zum Sonntag wurde die Feuerwehr zweimal nach der Holzmann- straße 34 alarmiert. Um 10 Uhr brannten dort in einer Bett- federn-ReinigungSanstalt Säcke und Körbe mit Federn, das Dach und anderes. Die Gefahr konnte bald beseitigt werden. Nachts um 3 Uhr brannte dann dort die Dachversichalung im Kesselhause. Ein Kellerbrand mußte in der Falckensteinstraße 37 gelöscht werden. Stroh und anderes war dort in Brand geraten. Nachmittags hatte die Wehr längere Zeit zu tun; in der Passauer Strotze 4 brannten Preßkohlen, Brennholz, Papier usw., so daß tüchtig Wasser gegeben werden mutzte. Mit Erfolg wurde in der Johannis- straße 13 Sauerstoff bei einem Kranken benutzt. Kleinere Brände wurden auS der Reichenberger Straße SS. Luxemburger Straße, Lindenstratze 65 und anderen Stellen gemeldet. Vorort- JVacbrichtcn# Charlottenburg. Ein gefährlicher Brand, bei dem eine Person verunzlllckte, kam in der Nacht zum Sonntage in der Holzbearbeitungsfabrik von F. Zimmermann u. Sohn in der Kaisenn-Aiigusta-AOee 2/3 zum Ausbruch. Als der Platzwächter gegen 3 Uhr früh die Runde machte. sah er aus dem Spähnevorratsraum, der sich an das Hobelwerk anschlicht, Flammen Hervorschiesten. Er schlug sofort Feuerlärm und sorgte auch für die schleunige Alarmiernng der Charlottenburger Feuerwehr. Noch ehe diese eintraf, versuchten Angestellte der Firma den Brand zu bekämpfen. Dabei fiel der Schneidcmühlenmeister Leopold Siahlberg durch daS Glasdach des Hobelwerks und zog sich schmerzhaste Verletzungen an der rechten Hand zu. Der Verunglückte fand aus der Unfallstation in der Berliner Straße die erste Hilfe, DaS Feuer wurde von der Wehr innerhalb einer Stunde mit zwei Schlauchleitungen gelöscht, noch bevor eS auf das Hobelwerk selbst übersprang. Die EntstehungSursache deS Brandes konnte bisher nicht ermittelt werden. Schöneberg. Aus der vierten Etage herabgestürzt und doch nur leicht verletzt ist der 32 alte Kassierer Otto Zubeil aus der Belziger Straße 62. Z. stand vorgestern gegen 4 Uhr nachmittags an dem offenen Fenster, wurde Plötzlich von Krämpfen erfaßt, verlor. daS Gleichgewicht und stürzte über die Fensterbrüstung hinweg in die Tiefe. Er fiel in den Vorgarten, in dem am Tage vorher der Erdboden gelockert worden war, und blieb dort besinnungslos liegen. Auf der Unfallstation in der Herbertstraße, wohin man den Verunglückten brachte, konnte nur festgestellt werden, daß Zubeil nur ungefährliche innere Verletzungen erlitten hatte. Er wurde nach dem Schönebergcr Krankenhause übergeführt. Rixdorf. » Die Stadtverordnctenwahleu in der zweiten Abteilung finden heute, am 24 November, in der Zeit von 12 Uhr nlittags bis 7 Uhr abends statt. Die Gegner setzen alle Mittel in Bewegung, um das Eindringen der Sozial- demokratie auch in diese Abteilung zu verhindern. Es ist nun Sache der Arbeiterschaft, den Eifer der Gegner durch rastlose Tätigkeit zu überbieten. Stelle sich jeder zur Verfügung und sorge dafür, daß auch die zweite Klasse nicht mehr sozialisten- rein bleibt.. Die Kandidaten der Sozialdemokratie mit den einzelnen Bezirken haben wir in der Sonntagnummer bekannt- gegeben, worauf wir nochmals verweisen. Also vorwärts an die Arbeit! Die gestrigen Stadtverordnctenwahlcn der dritten Abteilung er- gaben folgendes Resultat: ES wurden gewählt: Im 2. Wahlbezirk Genosse Hoppe mit 487 gegen 6 St., im 4. Wahlbezirk Genosse S ch u ch mit 663 gegen 6 St.. im 5. Wahlbezirk Genosse Fleischer mit 486 gegen IS St., im 6. Wahlbezirk Genosse Roß mit 674 gegen 12 St., im 7. Wahlbezirk Genosse Runge mit 483 gegen 1 St., im 8. Wahlbezirk Genosse E s ch m a n n mit 512 gegen 3 St., im 11. Wahlbezirk Genosse Heller mit 432 gegen 4 St., im 12. Wahl- bezirk Genosse Stieler mit 720 gegen 9 St., im 14a. Wahlbezirk Genosse Schwarze mit 789 Stimmen, im 14d. Wahlbezirk Genosse Scholz mit 734 Stimmen, im 17. Wahlbezirk Genosse S ch u ch mit S4S gegen 12 St. Genosse S ch u ch ist doppelt gewählt; für ihn mutz also eine Nachwahl staltfinden. Lichtenberg. Die Geschichte des KrankenhauSbaueS bietet ein lehrreiches Kapitel für den Klassencharakter unserer Kommunalverwaltung. Als die Vertreter der stüheren Dorfgemeinde Lichtenberg die Stadt- iverdung befürworteten, wurde neben der Erbauung eines Kranken- Hauses auch die Beschleunigung deS Baues eines Gymnasiums und einer höheren Töchterschule für notwendig erkannt. An den Bau eines Krankenhauses erinnerte im besonderen auch der Regierungs- Präsident bei Einführung der ersten Stadtverordneten. Nun sind die Projekte des Baues der höheren Töchterschule im Prinzip ge- nehmigt, die des Gymnasiums ihrer Vollendung nahe. Die besten Bauplätze sind gefunden, gefunden ohne Streit um den etwaigen Preis, die Größe oder Lage der Bauplätze! Die Vertreter der ersten und zweiten Wählerllasse, deren Kindern diese Standes« schulen dienen, sind einig, nicht auf Grund von Beschlüssen— die find offiziell noch nicht gefatzt— aber in ihrem Klasseninstinkt. Wie ganz anders verhalten fich die Herren beim Bau eines Kranken Hauses. Hier ist auch Einigkeit vorhanden und zwar insofern, als die Vertreter des Besitzes den Bau noch Möglichkeit zu hemmen suchen. Ein von der Konimission berusener Sachverständiger, Baural Niippel-Hambiirg, weist in dem erstatteten Gutachten nach, daß Lichtenberg mit seiner großen Jndiistrie in zehn Jahren eine Seelen- zahl von 17S 000 aufzuweisen habe, welche Zahl bei vollpändiger Bebauung des Gemeindegebieles sich auf 300 000 erhöhe. Unter Zugrundelegung von L'/z Betten pro Tausend müsse das Kranken- haus rund SOO Betten beherbergen. Derselbe Sachverständige rechnet pro Bett 100 Ouadralmeter— im Krankenhause Friedrichs!, ain ftnd 120 Quadratnieler pro Bett gerechnet— »lid weist nach, daß ein Bauplatz von mindestens 20 Morgen nur 10' Jahre ausreiche. Trotz dieses Gutachtens steht für das zu erbauende Krankenhaus nur ein Bauplatz von 9 Morgen zur Verfügiiiig. Das ist der beste Beweis dafür, wie kurzsichlig und rückständig die Beschlüsse der bürgerlichen Sladlverordiielcimieörheit sind. Zu dieser Rückstäiidigkeit loinint das Bestreben der Griilld- stücksspelulauten. den Boden zu möglichst hohe» Preisen zu per- lausen. In zehn Jahren dürfte eS kaum möglich sein, einen geeigneten Platz zu erwerben. Die Nliionäre der Terraingesellichaften haben sich darangewöhnt, neben den Zinsen ihrer Kapitalien Dividenden von 30, SO bis 100 Prozent für jedes Geschäftsjahr einzustecken. Soll doch schon jetzt einer Gesellschaft, in deren Geschäslsberrch! der Mvrgen mit etwa SO 000 M. zu Buch steht, 95 000 M. gezahlt werden. Für jene Leute kommen nur eigene Interessen in Frage, sie fragen nicht danach, ob eine zum großen Teil mir werktätiger Bevölleruiig bewohnte Stadt ohne Krankenhaus ist; für sie genügt es schon, wenn sie die Koiiimunen aus Kosten der Allgemeinheit schröpfen können. Und diese Klasse wagt es noch bei jeder Gelegenheit, sich als die Wahrnehiner der Allgemeininleresten hinzustellen. Der Stadtbaurat Kiiippmg ist in Bochum einstimmig zum Stadt- baural und Mitglied des Magistrats gewählt worden. Mit rhm ver- liert Lichtenberg einen der wenigen, die namentlich dem Kraulen- Hausbau einiges Verständnis entgegenbrachten. Weifiensee. > Notslimdsarbeiten sollen nach einem einstimmig gekaßten Be- schluß der Hoch- und Tiefbau», sowie Wohlfahrtskonimission vor- genommen werden. Zugleich werden die aufzilführenden Hochbauten baldigst in Angriff genommen. Tie Arbeiten für dos Real- gynmasium und für eine Gemeindeschule im alten Ortsteil find bereits vergeben. Die Arbeiten für das SäuglingSkrairkenhauS und kür die neue Pumpstation werden ausgeschrieben und der Beginn der Arbeilen möglichst beschleunigt. An Erdarbeiten werden in eigener Regie ausgeführt: die Regulierung der neuen Stratze am Kreuzpfuhl bis zum Realgymnasium, die Anlegung einer Straße an der Falkenberger Straße bis zum Gemeindeschul- grundslück, die Regulierung der Hohen- Schönhausener Straße, ein Teil der Seeuferstraße von der Badeanstalt bis zum Trianonpark, eventuell soll auch das Schloßgrundstück in Angriff genommen werden, desgleichen werden KanalisationSarbeiten in der Großen See- und Parkstraße und die Verlegung des DruckrohreS in der Falkenberger Straße vorgenommen. Die Entlohnung der Arbeiter für die Erd- arbeiten soll in der ersten Woche pro Stunde 3S Ps. betragen, von der zweiten Woche ab 40 Pf. Bevorzugt werden einheimische Arbeiter, auch sind die bauauSfübrenden Unternebmer verpflichtet worden, möglichst einhenmsche Arbeiter zu beschäftigen. Es sind ferner Verhandlungen eingeleitet mit denjenigen Terrain- besitzen!. die in Kürze Straßen erschließen wollen, die vorzunehmenden Erdarbeiten schon jetzt auszuführen. Es kommen hier in Frage die Verlängerung der Linden- allee und der Mctzstraße; die Straßen dl und T des neuen Bebauungsplanes deL alten OrlStcils, die teilweise mehrere Meter ab- znschachten find und große Erdverschiebungen verursachen.— Weiter ist beschlossen worden, vom 1. Dezember ab an bedürftige Kinder ein warmeS Frühstück, bestehend aus Milch und Semmeln, oder auch ein Mittagbrot, bestehend aus Gemüse und Fleisch, zu verabreichen. Durch Umfrage an die Rekloren soll die Bedürftigkeit festgestellt werden. Die Wahlen der Arbeitgcderbeisitzer zum Gcwerbegericht finden am Donnerstag, den 26. November, nachmittags von 4— 5 Uhr, die der Arbeiwehmerbeisitzer am Sonntag, den 29. November, mittags von 1— 3 Uhr statt. Für die Arbeitnehmerwahlen werden Wahllegitimationen ausgegeben; dieselben sind in folgenden Lokalen zu haben: Franz Content. Lehderstr. 5; Gustav Noßkopf, König- Chaussee 38; LouiS Jsberner, Rölkestr. 130; Adolf Gartz, Generalstraße 96; Alfred Gerhardt, Rennbahnstr. 4; Otto Schmidt, Sedan- straße 52. Genannte Genossen sind auch bereit, die Legitimation der Polizeibehörde zur Abstempelung vorzulegen. Heut« Dienstag, den 24. November, abends 8 Uhr, findet im„Prälaten", Lehderstr. 122, eine öffentliche Versammlung statt, in derselben wird der Gewerk- schaftSsekrctär Adolf Ritter einen Vortrag über die Bedeutung der Gewerbegerichte halten. Ferner werden die Kandidaten der Beisitzer aufgestellt. Pflicht jedes Parteigenossen ist, zu dieser Versammlung zu erscheinen. DaS Gewerkschaftskartell. Grünau. Zu lebhasten AnScinandersetzunge» kam eS in der letzten Ge- meindevertretersitzung. Die Kirchengemeinde hatte an die politische Gemeinde daS Ansinnen gestellt, zu den laufenden Unkosten bei- zutragen. Es kam bei den Verhandlungen zur Sprache, daß der Voranschlag zur Erbauung der Kirche weit überschritten worden ist und daß die Gemeinde zu den bisher beigesteuerten Summen noch weitere leisten soll. Da ein genauer Etat seitens der Kirche bisher noch nicht vorliegt, lehnte die Gemeindevertretung für dieses Jahr eine Unterstützung ab. Jedenfalls droht unserem Ort die Einführung einer Kirchensteuer. Außer einigen nebensächlichen Punkten kam dann noch die Erbauung der neuen Leichenhalle zur Sprache. Die im Wege der Submission eingelaufenen Angebote bewegen sich zwischen 5500—10 400 M., jedoch hat der Mindestfordernde in der Zwischen- zeit sein Augebot zurückgezogen. Von einem Vertreter wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß eine öffentliche Verhandlung zu un- liebsamen Erörterungen führen könnte, eS soll daher ein Beschluß erst in geheimer Sitzung gefatzt werden. Im Anschlutz an diese für die Einwohnerschaft bedeutungsvolle Sitzung wird die Arbeiterschaft am heutigen Dienstag, den 24. November, in der öffentlichen Ver- sammlung im Restaurant»Jägerhaus" zu der drohenden Kirchen- steuer Stellung nehmen. Reiltickendorf. Ein zertrümmerter Geldschrank ist auf einen, unbebauten Grund- stück in der Waldstraße aufgefunden worden. Wie festgestellt werden konnte, stammt der Gelddehälter aus einem in der vorigen Woche in Wittenau verübten Einbruchsdiebftahl in dem Fabrikkontor der Firma Buhr. Die Diebe hatten die Tür zu den Fabrikräumen mittelst Nachschlüssels geöffnet, erbrachen dann die Konlortür, hoben den etwa vier Zentner schweren Geldschrank von dem Untersatz ab und schafften ihn auf die Straße. Aus einem Handwagen, der eben- falls in Wittenau gestohlen war, wurde der Schrank befördert. Da? Fuhrwerk wurde am folgenden Tage in Reinickendorf aufgefunden. Die Verbrecher hatten die Tür des Geldschrankes vollständig demoliert, erbeuteten jedoch nur etwa 200 M. Die in dem Schrank eingeschlossenen Bücher hatten sie in diesem zurückgelassen. Pankow. De» Gemeindevertretern ist«in Nachweis über die Ein» nahmen und AuSaaben des veraangenen Halbjahrs April— Oktober zugegangen. Der boraussichtliche Abschluß des Rechnungsjahres 1908 wird sich danach wie folgt gestalten: Einnahme l 786 327,29 Mark, Ausgab« 2 067 102,38 M.; es ist also ein Fehlbetrag von 220 775,09 M vorhanden. Die Zusammenstellung der Ausgabe ergibt ein Weniger von 18 697,62 M., darunter befindet sich die Armenverwaltung mit 1350 M., die Tiefdauvertrallung mit 5200 Mark, die Schuldenvcrwaltung mit 10 000 M., die Amts, Verwaltung mit 2191 M. und die Gemeindeverwaltung mit 1952 M. Mehrausgaben sind unter anderem für die Schulverwaltung 4493 M. zu verzeichnen. Die Zusamnrenstcllung der Einnahme schließt mit einem Ausfall von 239 472,41 M. ab, darunter sind Mindereinnahmen aus dem Rechnungsjahr 1996 22 999 M., Amts- Verwaltung für Strafgelder 3000 M., Gebühren für Neubauten 10 000 M., Sleucrverivaltung, für Forensensteuer 3300 M., Be» triebssteuer 500 M., Gruiidwcrtsteucr 3000 M., Umsatzsteuer 130 000 M., Wcrtzuwachssteuer 100 000 M. und Viersteuer 1400 M. Der Hauptaussall besteht in 10 000 M. für Gebühren bei Neu- bauten, 100 000 M. für Wcrtzuwachssteuer, 130 000 M. für Um- satzsteuer. Hierin dokumentiert sich also auch für unseren Ort die bestehende Krise. Ganz besonders macht sich dieselbe aus dem Bau» markt bemerkbar. Während im Jahre 1905 an Umsatzsteuer 470 000 M., 1906 300 000 M.� 1907 nur 150 000 M. eingekommen sind, werden auch für das laulcndc Jahr voraussichtlich nur 150 600 Mark vereinnahmt werden. Dieser Zustand konnte doch sicher bereits bei der Aufstellung des Etats 1908 vorausgejehcn werden. Bei der Vorberatung de§ Etats war bekannt, daß die Umsatzsteuer vom Rechnungsjahr 1907 eine Mindereinnahme von mindestens 100 000 M. bringen würde. Unser Redner warnte ganz besonders davor, sich in bezug auf den Baumarkt trügerischen Hossnungen hinzugeben, da wir mitten in der Krise stecken. Trotzdem wurden beide Posten wieder so hoch eingesetzt wie 1907. Jedenfalls ist hier» aus zu ersehen, daß die Gemeindevertretung mehr wie bisher die wirtscbaftliche Lage in Betracht ziehen mutz. Für diesmal können ja schließlich die Verluste noch gedeckt werden. Allerdings ist bei der endgültigen Abrechnung pro 1907 ebenfalls noch mit einem erheblichen Aussall zu rechnen, trotzdem wird es möglich sein, mit dem vorhandenen Fonds einen Ausgleich zu finden. Der Wert- zuwachssteuersonds mit 25 000 M. könnte sofort herangezogen werden. Ferner ist ein Pflastcrfonds von über 100 000 M., ein AusgleichfondS von über 200 000 M. vorhanden. Ist also von einer augenblicklichen Gefahr noch nicht zli sprechen, so dürfte es doch schwer möglich sein, unter diesen Verhältnissen den neuen Etat aufzustellen. Neue Steuern heranzuziehen, wird nicht angängig sein, werbende Anlagen sind kaum vorhanden. Wasserwerk und Kanalisationsverwaltung arbeiten noch mit Zuschuß. Eine Gas» anstalt und ein Elektrizitätswerk besitzt Pankow nicht. Di« Ge» meinde mutz der Frage nähertreten, einzelne Arbeiten ständig in eigener Regie auszuführen und sich dabei die Erfahrungen anderer Gemeinden zunutze machen. Jedenfalls haben die Arbeiter alle Ur- fach«, der Gemeindevertretung ihre Aufmerksamkeit entgegen, zubringen. PotÄdam. Ein scheußliches verbrechen, da? in der Nacht am Bußtag verübt worden ist. kam gestern zur Kennwis der Potsdamer Kriminalpolizei, der eS noch am selben Tage gelang, den Täler dingfest zu machen. Im Hause Jäger-Allee 34 war der 32jährige Klempner Franz DrewS aus Lobsenö mit Reporaturarbeiten beschäftigt. Im Hause befindet sich nur ein Blumengeschäft. AlS einzige Partei wohnt dort die Witwe E. Schischkoff. Gegen Mitternacht wurde sie durch die Rufe: „Es brennt I es brennt!" aus dem Schlafe geweckt und eilte zur Tür. Kaum hatte sie geöffnet, da eilte ein Unbekannter herein und warf die Greisin aufs Bett. Um sie am Schreien zu verhindern, preßte er ihr eine Steppdecke aus den Mund. Dann warf er die alte Frau zu Boden und vergewaltigte sie. In ihrer Todesangst flehte die Greisin um ihr Leben, und bot dem Verbrecher ihr ganzes Geld an. Unter den schrecklichsten Drohungen suchte die alte Dame ihr Bargeld zusammen und übergab dem Scheusal 16 M., mit denen er die Wohnung verließ. Angsterfüllt verbrachte die Frau die Nacht. Erst am anderen Morgen teilte sie ihren Angehörigen, die in Klein- Glienicke wohnen, den Vorfall mit, die nun sofort die Kriminal« Polizei in Kennwis setzten. DrewS wurde vorgestern nachmittag verhaftet und einem Verhör unterzogen. Kaum war er dem Kommissar vorgeführt, da kam eine neue Meldung von einem Ver- brechen. Ein Maler auS NowaweS zeigte an, daß er am vorigen Abend w der Babelsberger Straße, am sogenannten Räuberweg, von einem Fremden mit den Worten:„Geld oder Blut I" an- gefallen, zu Boden geworfen nnd beraubt worden sei. Der Räuber entriß ihm sein Portemonnaie mit 20 Mark. Da man sofort Verdacht schöpfte, wurde Drews mit dem Anzeiger konstontiert und dabei konnte DrewS auch dieses Verbrechens überführt werden. Gerichts-Leitung. BahnhofSfledderer. Mit der Verhandlung einer Anklage wegen Straßenraubes begann gestern eine neue Tagung des Schwurgerichts am Land» gcricht II unter Vorsitz des Landgerichtsrats Ellendt. Der Fall illustrierte wieder einmal die Gefahren, die vielfach fremdsprachigen Arbeitern durch Berliner Gauner bereitet werden. Ein biederer Galizier, der kein Wort deutsch spricht, der Arbeiter Peter KaschowZki, kam am 31. Juli hier auf dem Schlesischen Bahnhof cm und stand nun wie ein hilfloses Kind in dem Bahnhofsgewirr. Er war seelenvergnügt, als er einen polnischen Landsmann traf, der» seine Unbeholfenheii dauerte und der ihn in seiner Muttersprache anredete. Der so überaus freundliche Landsmann tat sogar noch ein übriges und erklärte sich bereit, dem Fremdling eine gute Ar» beitSstätte bei einem Schachtmeister zu verschaffen. Der hilfs» bereite Mann wandte sich dabei an zwei andere Männer, die ihm seine Angaben bestätigten und gemeinsam mit dem K. einen Vor» ortzug bestiegen, um das weitere in der Angelegenheit an Ort und Stelle zu besprechen. Bei Johannisthal stieg man aus und schlug mit K. einen Weg in den Wald ein. Plötzlich fielen zwei des Triumvirats über K. her, packten ihn an der Kehle, warfen ihn zu Boden und raubten ihm sein Portemonnaie, in welchem sich eine kleine Summe Geldes in Rubeln befand. Nach dieser Heldentat verschwanden die drei nach verschiedenen Richtungen. Der Ka- schowski hatte noch so viel Geld in einer Westentasche, daß er mit dem nächsten Zuge nach Berlin zurückkehren konnte. Auf dem Bahnhof klagte er einem der polnischen Sprache mächtigen Straßen» mädchen sein Leid. Während beide über die Frechheit, der der Fremdling zum Opfer gefallen, noch sprachen, bemerkte der letztere den freundlichen„Landsmann" plötzlich auf dem Bahnhof. Er löar anscheinend mit demselben Zuge von seiner Exkursion nach Johannisthal wieder zurückgekehrt und wurde nun durch'einen Schutzmann, den das Straßenmädchen von der Sachlage in Kennt- nis gesetzt hatte, festgenommen. Auf der Polizeiwache fand man bei ihm ein leeres Portemonnaie bor, welches der Beraubte als sein Eigentum erkannte. Der Festgenommene war der Arbeiter Matthias Kohn, zu dessen Vernehmung die Mitwirkung eines Dolmetschers der polnischen Sprache erforderlich war. Er be» hauptcte, daß er gar keine böse Absicht gegen K. verfolgt habe und zwar Zeuge gewesen sei, wie die beiden ihm angeblich unbekannten Männer'den Ucberfall ausführten, sich aber nicht daran beteiligt habe. Das Portemonnaie habe ihm einer der Entfliehenden zu- gesteckt. Die Ueberführung des wegen Raubes bezw. Hehlerei An- geklagten scheiterte daran, daß Peter KaschowZki und das polnische Straßenmädchen auffälligerwcise weder durch die Staats- anwaltschast noch durch die Polizei aufzufinden waren! Da die Geschworenen infolgedessen ein zuverlässiges Bild von den Gescheh- nisscn nicht erhielten, verneinten sie die Schuldfragen und der seit fast vier Monaten in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte mußte freigesprochen werden._ DarlehnSschwindel. Ein Darlehnsvermittler, der auf die Dummheit der Leser der sogenannten parteilosen und der durch den Reichslü�enverband ge, speisten Blätter spekuliert hatte, mußte fich aestern in der Person Sei«gentniNdolf«4tK)et bot der 7. Straflammer deS Land- gerichts I verantworten. Der Angeklagte erlieh in mehreren Pro- vinzzeitungen der gekennzeichneten Sorte Inserate, in denen er mitteilte, dah er an sichere Leute Darlehen gegen ratenweise Zurückzahlung gebe. Diese Inserate hatten zur Folge, dah der Angeklagte ganze Stühe von Tarlehnsgesuchen erhielt. Nach einigen Tagen erhielten die Darlehnssuchenden von dein Ange- klagten einen Brief, in welchem dieser ihnen mitteilte, dah er gern gewillt sei, das gewünschte Darlehn zu geben, nur mühe er sich uaturgemäh etwas näher über den Geldsuchenden erkundigen. In sehr höflichem Tone hieh es dann weiter, dah die Angelegenheit nicht eher erledigt werden könne, bevor der Darlehnssucher für Auskunftsgebühren, Porto usw. den Betrag von 2,(30 M. eingesandt hatte. Darlehen erhielten die Leute nie. Der Kassierer M. in Stettin hatte in dem dortigen Generalanzeiger die Annonce des Angeklagten gelesen und hoffnungsvoll die verlangten 2,60 M. ein- gesandt. Nach mehreren Wochen erfuhr er durch die Staatsanwalt- schaft, iwh er einem betrügerischen Darlehnsvennittler in die Hände gefallen war. In gleicher Weise wurden zahlreiche andere Personen durch den Angeklagten betrogen.— Vor Gericht bestritt der Angeklagte erst, sich überhaupt strafbar gemacht zu haben, legte schliehlich aber aus die eindringlichen Ermahnungen des Land- gerichtsdirekwcS Splettstöher ein offenes Geständnis ab. Das Gericht erkannte auf nur 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten der Untersuchungshast, auch wurde der Angeklagte aus der Haft entlassen._ Hua der f rauenbewegung« Kapitalismus und Liebe. Im Saal der„Gesellschaft der Freunde' sprach am Freitag Dr. Helene Stöcker über„Kapitalismus und Liebe'. Ihren Ausführungen lag etwa folgender Gedankengang zugrunde: Unsere Zivilisation ist erkauft mit der Knechtschaft, der Leibeigenschaft der Frau. Ist doch nach Stuart Mill die Ehe„die einzige wirkliche Leibeipenschast, die wir noch kennen'; fügen wir hinzu, dah dies auch für die Prostitution gilt. Diese Leibeigenschaft der Frau aufzuheben, ist unser Ziel. Wenn die Frau das erste Wesen war, das in die Knechtschaft kam, so ward damit auch der Liebe dasselbe Los zuteil; bis aus den heutigen Tag hat sie sich nicht in ihrer vollen Schönheit zu entfalten vermocht. Verbinden wir doch mit dem Begriff der Liebe das Freisein von allem äußeren Zwang, an dessen Stelle die innere Gebundenheit zu treten hat. Gestützt aus die Ergebnisse der Forschungen von Morgan und Back- ofen, die von Friedrich Engels in seiner Schrift über den„Ur- sprung der Familie, des Privateigentums und deS Staates' dar. gelegt und historisch begründet wurden, gab die Vortragend« einen Abriß der Entwickelungsgeschichte der Ehe und der Stellung der Frau in den verschiedenen Entwickelungsperioden; von der Urzeit an. wo die Männer in Vielweiberei und ihre Weiber in Viel. männerei lebten, bis zw der schon aus höherer Stuf« stehenden Gruppenehe, die dann abgelöst wurde durch die Einzelehe. Immer hat die Lage der Frau den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnifle» entsprochen. Die verhältnismäßige Freiheit, welche sie in alter Zeit besaß, hörte auf. als sie mit der Entstehung deS Privateigentums unter die Herrschaft des Mannes kam. Wohl war die Monogamie ein großer geschichtlicher Fortschritt, aber sie nahm der Frau die alte Geschlechtsfreiheit. Im Ehebruch und in der Prostitution haben wir die Fortsetzung der alten Geschlechtsfreiheit. Ihre Verdam. mung ist ein gesellschaftliches Grundgesetz, das allerdings niemals die Männer, sondern immer nur die beteiligten Frauen trifft. So besteht die Monogamie in Wirklichkeit nur für die Frauen, während die Männer— nach Engels— bis aus den heutigen Tag auf die Annehmlichkeiten der Gruppenehe nicht verzichtet haben. Die milderen Formen, welche die Männerherrschaft im Verlaus der Entwickelung der Monogamie allmählich annahm, führten dann zu dem höchsten sittlichen Fortschritt, zu der Entwickelung der modernen persönlichen Geschlechtsliebe, die den alten Völkern fremd war; setzt sie doch Gegenliebe und eine Intensität voraus, die beiden Teilen Nichtbesitz und Trennung als unerträgliches Leid erscheinen läßt. Allerdings war diese Geschlechtsliebe als Leiden» schaft— wie wir u. a. aus den Liedern der Troubadours wisien— schon im Anfang durchaus nicht auf die Ehe beschränkt, die meist Sache der Konvention war. Erst mit der Renaissancezeit er- wetterten sich die Entwickelungsmöglichkeiten der Liebe und heute erkennt man wenigstens offiziell an, daß die Liebe das Motiv der Eheschließung sein soll. Doch wurde die Entwickelung zum Ideal der Liebe gehemmt und erschwert durch das Entstehen des Kapita» lismuS, der alle Dinge in Waren umwandelte und ein Ueber- wiegen der materiellen Interessen schuf, vor dem die Liebe zurück- treten mußte; am tiefsten wurde hierdurch die Frau getroffen. Das erste tiefe Verständnis für die Bedürfnisse der Frau finden wir im Saint-SimonismuS, der die volle Befreiung der Frau forderte. Mit deutscher Gründlichkeit haben dann vor einem halben Jahrhundert die Klassiker des Sozialismus. Marx und Engels, ihre Ideen von der Erlösung der Frau ausgesprochen; war doch Marx insbesondere zu der niederschmetternden Erkenntnis ge. langt, daß unsere Zeit sich nur in der Form von der der Sklaverei unterscheidet, daß die moderm Produktionsweise bei ihrer Ein- .die seinem ...... zum Mittel ihrer Sklaverei und ihres Leidens gemacht hatte'. Marx und Engels haben trotz alles durch die moderne Industrie ge- schasfenen Elends dem zuversichtlichen Glauben Ausdruck gegeben, daß sie die ökonomischen Grundlagen für eine Reform der Familie und des Verhältnisses der Geschlechter schassen wird. Seit dieser frohen Botschaft ist ein halbes Jahrhundert vergangen; nun aber ivollen die Frauen nicht mehr geduldig auf das Jenseits deS ver- schwundenen und überwundenen Kapitalismus warten. Sie treten selbst in den Kampf ein, um die Liebe von der Herrschaft des Geldes und der Konventierung zu befreien. Gibt es eine furchtbarere Karikatur der Liebe, als die Prostitution, die billige Liebe für diejenigen Männer, welche aus wirtschaftlichen Gründen nicht heiraten können? Wir aber wollen weder billige Liebe, noch teure Liebe, sondern vom Gelde befreite Liebe. Die heutige Abhängigkeit der Liebe vom Kapitalismus dokumentiert sich am krassesten in der entsetzlichen Sklaverei des Mädchenhandels, gegen den alle Kon- gresse bisher nichts ausrichten konnten, in der Sklaverei der regle- mentierten Prostitution. Kann man es sich wohl denken, daß ein Mann wegen einer in sexuellen Ausschweifungen verbrachten Jugend für immer sein bürgerliches Ansehen verliert? Bei der Prostituierten gilt dies als selbswerständlich. Niemand gibt ihr Arbeit, steht sie einmal unter Kontrolle, so bleibt ihr nichts anderes als der Geschlechtsverkehr. Eine ähnliche Form der Liebe als Brot- erwerb finden wir bei der verheirateten Frau im Hause, die noch wie in alter Zeit in Naturalien entlohnt wird. Für die Leistung der ehelichen Pflicht übernimmt der Mann die offizielle Versorgung der Frau. Ihr Gewinn ist um so größer je mehr persönliche Befriedigung sie dem Manne verschafft. In dieser pekuniären Abhängigkeit und Unselbständigkeit der Frau liegt aber ein Hemm. nis für den Fortschritt der Menschheit, das wir beseitigen müssen. Die Zeit ist gekommen, in der die Liebe den Platz einnehmen will, der ihr gebührt, in der die ungeheure und unnatürliche Herrschaft des Geldes gebrochen wird. Zustände gilt es zu schaffen, in denen nicht das Geld die Menschen, sondern die Menschen das Geld be- herrschen. Freilich wird der Kampf, den wir führen, kompliziert durch den Herrscherwillen aus der einen und den altererbten Stlavensinn aus der anderen Seite, aber verschwinden wird er nicht eher, als bis die Einheit von Liebe und Ehe erreicht ist, als bis das Wort wieder Geltung erlangt:„Wenn die Ehe nicht da wäre, dann würden wir sie jetzt ersinden.'— Versammlungen. Die arbeitende Jugend. Zu einer imposanten Kundgebung gestalteten sich zwei für den letzten Sonntag einberufene Versammlungen für die jugend- lichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Im großen Saal der..Arminfyallen' drängten sich Kopf an Kopf die lugendlichen Gäste und schon lange vor Beginn der Versammlung war der Saal samt der Galerie vollbesetzt. Das Thema lautete in beiden Versammlungen: Christliche Jünglingsvereine oder freie Jugendorganisation? In den„Arminhallen' hatte Genosse Paul Göhre da? Re- fevat übernommen. Der Gesangverein.Jugend' leitete die Ver» sammluna mit d«m sehr stimmungsvoll zum Vortrag gebrachten Liebe:„Krönt den Tag' ein. Der Redner erntete am Schlüsse seines Vortrages großen Beifall. In der nachfolgenden Diskussion langweilte ein deutschnatio- naler Dauerredner die Versammlung ziria l Stunde, indem er sich abmühte, den Beweis zu evbringen, daß die freie Jugendorgani- sation sozialdemokratisch sei, und sie Jug«ndschutz ja gar nicht be- treiben könne, wofür er als Kronzeugen R. Schmidt und Legten anführte. Maschke erwiderte ihm; schilderte nochmal» die Ziele der freien Jugendbewegung und forderte zur regsten Mitarbeit auf. Redner unterbreitete folgende Resolution, die gegen eine Stimme angenommen wurd«: Die in den.Arminhallen' tagende, von Lehrlingen, jugend. lichen Arbeitern und Arbeiterinnen überaus zahlreich besuchte öffentliche Versammlung erklärt: »Zur Wahrung der wirtschaftlichen und geistigen Jnter» essen der arbeitenden Jugend kommen die sogenannten christ- lichen Jünglings- und Jungfrauenvereine nicht in Betracht. Vielmehr sind diese Vereine ein wesentliches Hindernis für das Bestreben, die arbeitende Jugend ohne Unterschied des Ge, schlechts und der Religion zur selbsttätigen Mitarbeit am prakti. fchen Jugendschutz und zur geistigen Weiterbildung zu vereini. gen; die Versammlung verpflichtet sich daher, über den jugend- feindlichen Charakter der christlichen Jünglings- und Jung- frauenverewe in den weitesten Kreisen der arbeitenden Jugend Ausklärung zu verbreiten. Der Kampf gegen die Bestrebungen der Kirche und anderer herrschenden Gewalten, die Arbeiter- jugend von der Aufklärung über ihre wirtschaftliche Lage und von der Aneignung des Wissens, das zur Erkenntnis der gegen- wältigen Zustände und zum Aufstieg der Arbeiterschaft not- wendig erscheint, abzuhalten, wird am nachdrücklichsten dadurch geführt, daß die Freie Jugendorganisation, die auS Jugend- lichen ohne Unterschied des Geschlechts oder der Konfession ge- bildet ist und ohne Rücksicht auf Unternehmer oder andere rück. haltlos die Gesamtinteressen der arbeitenden Jugend vertritt, durch Masseneintritt gestärkt wird. Die Versammelten verpflich- ten sich daher zur regsten Agitation und kräftigen Mitarbeit in der freien Jugendorganisation." In den„PharnS-Sälcn' war der 1200 Personen fassende große Saal bis auf die Galerie gefüllt. Auch hier leitete der Gesang- verein„Jugend' mit einem Liede die Versammlung ein. Redak- teur D ü w e l l referierte. In der Diskussion kam ein versammlungsnotorisch bekannter Herr Schneider jun., wie er sich auf seiner Visitenkarte nennt, vom hundertsten aufs tausendste, nur nicht auf das Referat zu sprechen. Die Versammlung amüsierte sich köstlich über die Rede- blüten dieses angestellten christlichen Vereinsleiters, als der er sich vorstellte. Nachdem noch Peter« gesprochen hatte, schloß die Versamm. lung mit einem brausenden Hoch. Unter begeistertem Gesang leerte sich der weite Saal. Vernulcdtes. Einbrecher im Schlosse des Grafen von der Schulenvnrg. Einen großen Einbruchsdiebstahl im Schlosse des Grafen do» der Schulenburg in Trampe bei Eberswalde haben Berliner Ein- brecher_tn einer der letzten Nächte unternommen. Das Schloß ist gegenwärtig unbewohnt und nachts schläft nur ein einziger Diener in einen, abgelegenen Flügel. Die Einbrecher, die dies jedenfalls .ausbaldowert' halten, waren auch im ührigen über die Ortsver- Hältnisse des SchloßgrundstückeS gut orientiert. Vom Park auS drangen die Täter in das Schloßgcbäude ein. Sie brachen die Portal» türe aus und gingen dann mit aller Ruhe an die Arbeit. Im Parterregeschoß suchten sie fast sämtliche Räume nach Wertobjekten ab. Eine alle Truhe, in der Fainilienschinuckgegenstände von ganz bedeutendem Werte lagen, brachen sie auf und raubten sie fast voll- ständig auS. Unter den Wertobjekten befinden sich auch königliche Geschenke auS. dem Besitz der Vorfahren der Familie von der Schulenburg. Der genaue Wert der gestohlenen Beutestücke konnte noch nicht festgestellt werden, man nimmt jedoch an, daß er weit über 10000 Marl beträgt. Lnefkakten der Redahtion. St« InrtftllA« CBrrdifttinvi finde« Ltodenftrahe Me. IS, zweite» vol. deine» tsingang. vier Treppe», tfStr S a Ii r f« u» I-MW tooiprniäalidi abende von?»/, dt» 1»'/, Übt Bat». Wcüffncl 7 Übe eonnabrnd» beatniii die Sprcrfifimibc um 0 Übt. Jeder»infran» ift ein Vurtiftabr und ein» Jtabl al? I'ierfuftrtien betznliioe».«bncflirbe iininior» Sir» niibi erieil». BIS zur Beuntwortung im«vricskusten können IS Tag« vergeben,(fillqe Arn gen trüge man in der Sprea, stunde vor. — B. W. 41. Der Vorfitzende des Verbandes freier Gast- und Echanlwirle ist Paul Liifin, Memeler Straße 67.— Z. Nein. T»itternnasiil>erNcht vom 23- Novemdor l»08, morgens 8 Ubr. liationen II SZ Srmnemb» 740 ZW Hamburg j 740 sW Berlin 1 743 538 (Jranfl.o M 747 sW Manchen j7S3 W W>ei> 1749 Still Wetterprognose für Dienstag, den L-t. November 1S08. Kübler, vtelsach heiter, jedoch sehr unbeständig mli Regen-, Echnet» oder Sraupelfchauem und ziemlich scharfen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterburea» WasserftandS-Nachrichten der LandeSanliaU für Newälierkunde, mitgetelll vom Berliner Weiierburea«. Wasserstand Newel. TUM P r e g e l. Jnfterbmg W e i ch I e 1. Tborv Oder, Ratibor , Krassen , Frankwrt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leirmeritz , Dresden , Bardo , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel. Spandau») , Rathenow») Spree, Svremberg») , Biestow Weser. Münden , Minden Rhein, MaximUlantau , Kaub Köln Neckar, Halbron» Main, Werlhet» Mosel. Trier am 2 211 cm 76 46 14 70 66 —95 —36 291 84 65 17 100 24 seit 21.11, cm1) +4 —4 —8 0 —1 +24 —4 +1 -6 0 +3 l)+ dedeutei«uch».— stall.—•) llmerpegel.—•) EiSstand.— *) Schwaches EiStreibeiea.—•) EiSfrel. gofastoffe Rlesenautwahl aller OualltStea. Wolle- Dacffll loquett«. PIOach-KCMCI SaUeltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. Emil lÄe. o?Ä IS8. liefert(reo. 5 Kg.- Korb, täglich ge- schlachtet, sauber geruppt, i Schmalz. od. BratganS mit Kleingeflügel. 3—4 Schmalz- Enten od. Poularden od. Suppenhühner je M. 6,25. Nutur- Kuhbutter 10 Psd.-Kiste M. 7,60. Dettini Andermann, Buczacz j via Breslau 2. 261/19 O Spealal.Geacbftlt lOr Ulircn 1 neue Ubr-ftebet la 74 l»nie U brüeplel.>4 I neue« U br-«la». 10 I Ntuet Uhr- Ring, 10 Ufq. 1 neu« ltbr-Leiget 10 PK 1 neues Ubt-Sdjlüssel S Pfg. Nene L'lirrn t flttMct Jluam. genau reguliert E. Möbis, MBeuthstrasse 14 nub.CaU Asch muer.a-SpUtelm« rkt' Stempel-Yabrfr von 3634»« Mösl Hecttf, Berlin S., Oranie.istr. 143, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester AuSssthrung, «autschut-Tvpe«„Perfekt» C Zusammensetzen einzelner Wärter ie ganzer Sätze von i,SV M. an eii> il«i> Haß öer Konwrrenten ist der beste VeweiZ dafür, wie unangenehm sie es empfinden, daß„Kathreiners Malzkasfee" sich der steigenden Beliebtheit der nach Millionen zählenden Anhänger erfreut. Wer„Kathreiners Malzkaffee" noch nicht kennt, mache einen Versuch und kaufe ein Paket für 10 Pf. überall erhältlich!— Ein Greuel: Eine Wonne: „Verlängserte" Sappe SST Bouillon-WF Marke pf„Krone" Sine Tasse für 5 f f9» P�Beste BeMtUIimg�l stud dl, vorzüglich füllenden, ledr elasttfchen, echt chincstlchcr» Mmßäßum (fifttl gefchüht) Pfund TOf. 8,8S. li—« Pfund genügen, gr Oberbet«. geg. Nachnahme. Verpackung frei. Gustav Lustig Berlin S.390 Prinzenatr. 46 Dr Grdhle4 lSelif«»ern-spc,I«l> A |���>cich4st�eutlchlan»»��� WeihvaclitS' Uoeerc echten Bier» lind überall tu heben. la Flescbea i 10 Pf. I In Kennen a. Syphons Ltr. 35 Pf. i j V» nicht, denn direkt durch nne *j NO. 18. TeL VII, 1670, 2068, 3128. iBMSCHESl BRAUHAUS främiei) für die Leser des „Vorwärts". Hackländers Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. freiligraths sämtl. Werke 3 Lände elegant geb. 3.— M. Gerstackers Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. Grillparzers sämtl. Werke 2 Bünde illustriert 3,— M. Goeihes Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. Reuters sämtl. Werks 8 Bände illustriert 3— 311. Schillers Werke 2 Bände illustriert 3.50 M. I nliuiifi Zwiachca Hlmmol LUQnig, und Erde. Sieg. geb. statt 12 nur 3,— M. Linden str. 69(Laden). Kaw'm Sie Ihre Brillen und Pincenez nur bei dam praktlaohen opiiker Läckemäcker I SchOnbanaer Allee 130 II. Uomnianduntcnatr. 88. Sathenower Brillen nnb Pincenez» M., dito allerlelnste 8 M. Zu Weihnachtsgeschenken: Prima Seid plattierte Brillen und Plneenea 5,50 Marl. OpernglSaer, rein achtomat., 6 M. Barometer, bestes Wert, 4,50 M. an. ERSTENS: Bitton wir genau auf unsere Marke PALMIN zu achten, da oft andere Fabrikate mitähnlichen Namen unterschoben werden ZWEITENS: DRITTENS: darf gesetzfich nur von uns allein Wgtjettesftiketailf blaueniC rund das Wort PALMIN PALMIN hergestellt werden Andei der« Fabrikate mit ähnlichen Namen sind Nachahmungen und den Schriftzug OC Schlinck in roter Schrift als besondere Erkennung, HSchiinck&Ci£. Mannheim Alleinige Produzenten von Palmin. (Leihhaus Golegonhoitsk&uii und Sllbereachen, Brillanten eto. e : Gelegonheltskaufe verfall. Gold n, Brillanten ete Ick�Ri�Priiizeflstriö1 MaflgkMgel! Sütter! sranko überall per Nachnahme: Eine LchnialzganS, oder 4— 5 Enten, Poularden oder Suppenhühner, zari u. seit, srisch geschlachiet, gerupst. per 10 P|uiid-!torb M. b.—. Kuhmilch, Naiurbutter per lk> P|d.-Kiste M. 7.75. Flau B. MaiguieS, Buczacz SS via Myswwitz(Schiesieu)._ Dr> Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PrlBiensir.«,,'X"o, 10— 2. 5— 7. Sonntags 10— 12. 2— 1 Beiohers echter Wacholder-Extrakt............ wird mit vieifeitigem Erfolge Ischias, Hämorrhoiden, Atageusl cgen Rheumatismus, Gicht,! wache. Frauenleiden. Blasen. und Nierenleiden, Huftenieiden. Asthmo-e. gebraucht. Ist|chlctm> lösend aus Brust und Lunge, treibt Erkältungen aus dem Körper, i regt Appetit u. Verdauung an und ist ein Blutreinigungsmittei sondersgleichen. Unerreicht in leiner. für alle Teile des Organismus wohlläiigen Wirwng. Taufende verdanken ihm ihre Gesundheit!> In Flasche»« 75 P|,. l.50 und 2.50. groge Blechtanne M. 6,- einzig echi von 0«» Ifefebel, Wo w den Drogerien und Apotheken nicht erhältlich, hier frei Hau» UilMIItltl' Man verlange au». Moftinn und nehme keineSlall» » nm llUiljj. drücklich Marke tBClltU) andere Füllungen.« Jedes Wort 10 Pfennig. Du erste Wort(iettgedruckt) 28 Ptg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.i das erste Wort (fettgedruckt) lOPfg. Worte mit mehr als 15 Buchslaben zählen doppelt Kleine Anzeigen f ANZEIGEN Ihr die nächste Nummer werden In den Aoeahmc- stellen für Berlin bis I Uhr. für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Expedition, Llndenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Steppdecken, Wollatla» und Simili- feide 3.25, 3.85, 4.35, S., b.7S.» Po?! irren, Bioletiatuch, 2 shawIS, X Lcunbrequin in allen Farben 3.25, 8.85, 4.75, 5.50, 6.75. Grohe Front. surterstrabe 125._ 14741t» Plüsch- und Tuchtischdecken mit kleinen Siicksehlern. RiefenauSwahl. I.KS, 1.95. 2.50. 3.50, 4.85, 6.50, 7,25. Tüllbettdecken in weih und creme 1.95, 2.25. 2.75, 3.25. 4.50. 1476K» Englische Tüllgardiuen, Meier 35, 40, 45, 50, 60. 75 Pfennige. 147751» Abgrpahte Gardinen und Sivres 1.65. 2.25,. 2.85, 3.65, 4.35, 5.25. S. WeihenbergS TeppichhauS, Grohe Frantfurterfiratze 125._ 14785t* Lünferrefte in ollen Breiten und Preislagen jetzt bedeutend unter Preis. Teppiche, RicsenauSwahl, mit kleinen Webel-Hlern 3.15. 3.85, 4.65, 5.85. 6.00, 7.50. E. WeitzenbcrgS TeppichhauS. Große Frankfurter. straßc>25._ 148057» Tcppiche mit Farbenfehlern, spott. billig, Fabrikniederlage Große Fr surterstraße 9, Flureingang Mo rank« lauer« Host. VorwärtSle|crn6 Prozeni Rabatt. Gardtn enrefte. 2— 4 Fenfter.Gröge �ranifurterstraße 9, Flureingang. ötauerhoff._ 138451» " 5,00 prachtvoll- Beilen, 9,00 Bnueinbetten, nur Pfandlethe An- dreaSstratze achtunddreißig. 146151» �«»dbett. zwei D-ckbell-n, zwei Kisten. zwestchläsrig 18,00, große Laken 1.0li, Aussteuer. Damast. bezöge, Plüschdecken, Gardinen, Por- tieren, Steppdecken. Psandleihe An- dreasstraße aditunddreißig. 14S1K' Banerndeckdett. Uineebe«. zwei Kisten 27.00. große Fr-i|chwtnger, l>icgulatoren9,00. Pjandlethe AiidreuS. st.raßk achiunddreißig. Fahrgeld wird vergütet_ 146351» H. losten zu BveS GuyotS und Stgivnmiid Lacrov.Die wahre Ge. stall des EhristeniumS', von August Bebel Preis 7b P|.. billig« Ausgabe 30 Ps. Expedition Lindenftraße 69, Laden. Puppenwagen, Sportwagen, RirsenauSwahi, ioniurrenzloS billige Zurückgeletzte. Andreasstraße 53. WtonaisgarderabenhanS An- dreasstraße 54. Elegante MonalS- anzüge, MoiialSpaielolS, einzelne Beuilieider zu sehr billigen Peeilen. Rur AudreaSstraße 54 an der Marli. Halle._ 138851» Teppiche I ilebleehaste) in allen Anzüge, PaleiotS nach Maß. Au» la Siostresten, Monat»« und nicht abgeholte Salben staunend billig. Maßschneiderei Boß, Brunnenftraße 3, eine Treppe, am Rosenlhalertor.* Teppiche, sarbsehlerhasi, für halben Wert. Vorwärtslesern b Prozent Extrarabatt. Thoma», Omnlen- strotze 160, Oranienplatz. 143151* Bekanntmachung. Humboldt« lelhhau», weit mid breit bekannt, nur Brunneustraße 58, Eckhau» Slral. sunderstraße. Großer Psäudervertaus, wunderbare Pelzslola» hochelegant« Winterpalelot», Gehrv, anzüge, Jackellanzüge, riesengroßer BeNenvertaus, AuSsteuerwäsch«, Teppichauswahl, Plüschtischdecken, goldene Damenuhren, Heere unhren, Freischwinger. 51etlenverlaus, Schmucksachen, grotzarligeWelhnachlSgeschenke. Geöffnet ganzen Tag, auch Sonnlag». Wie wird die StaalSangehörlaleil erworben 1 Ein Führer durch da» Recht der Siaat». und Reichs- angehörigkest. von H. Belm». Preis SS Ps, Expedltioo Lindenskaße 69. Laden. .Kinderwagen, gebraucht, spoit- billig. Andreasstraße 53. U4251» Steppdecke», Wollatla». Simili. seid« usw. 2.75, 3.85. 4,65 bis 9.00 (Werf bis 15.00). Richard Wois» au». DreSdeuerstraße 8(Koll- Te buser tor Abonneuien Rabatt. I Piantuo.Hoslleserant. stall 750,00 Jr 460.00 Marl sos ort zu verkunsen sranzöstschesti aße tS, 1 rech IS. 13/4» Tambourterinaschinen, Original Holemeyer zur Mützen, und Hut. fabrlkation billigst, bei Abzahlung günstigste B-dwgiingen. Alleiniger Fabritant Bellniann, Gollnow» straße 26, nqhe der LandSbergerftraße. Nähmaschtue«. Vergüte bl» 20,00, wer Teilzahlung kaust oder nach- Sämtliche Systeme. Brouser, weift. Fransturier Alle- 101 Fabriklager. Zigarren, sechs bis zwöls Pfennig, umständehalber für Hälfie.„Ge. legenheil» Gerftmann, Alexander. platz.__ 190/19» Pfändervertaufl Hermaimplatzö. PtandleihhauS l Staunendbtvige WInlerpaletotS I RiefenauSwahl I Jackettanzügel Gehrockanzüa« I Herren. hosen I PelzstolaS I Allerbilllgster Bettenperkauj I Gardiiienverkaus I Braulgeschenke l Tepplchauswahl I WäscheauSwahl I Plüschtlfchdecken I Steppdecken I Nähmaschinen I Wand» uhren I Taschenuhren I KellenauSwahl l RingeauSwahIl Anerkannt:»Groß- berllnS ElnkaufSvorleU I» Hermann. platz 6. Sonntag» ebensallS geöffnet. SesckSktsverküuke. Schnell, diskret verlausen Ge. schälte, Grundstücke Gornikiewicz t So., Telephon 4, 11611. wferlere Oranienftraße 149.___ Bermltti« und inseriere jeden Gelchäsl«» und GrundstückSverkaus Verlangen Sie, bitie, meinen Besuch Rur durch nisch lausen und oerkausen Sie vorieslhust. Ausluiffisbureau, Müllerstraße 3a. Amt III 4703 Parteilökäs verkaust preiswert Kunze, Ehodowieckistraßt 3(an der Gr eisswaider straße). 2S81b Grüntramgeschäft verkäuflich RIxdori, fvsort billig Weserstraße 2i2. Kohleugefchäft verkauft Malplaguetslratze>8, Ouergebände Ii. �Stehbierhalle, alle» GeschSfi, für Alstäuger paffend, erforderlich 500 Mark, Rstlerftraße��Oa, Lokil. S883b Restauraito», große LoialilSien, zum Parlrilokal gecignel. hillig ocr- täufsich. Auskunft gigarleogeschüfl Geist. Ltnienstiaße 3a 2S87b Schlafdecken(Deckbcllerfatz), Normal(bunstarbig) 1,85— 3 Mark, Wolle(etiisarblg) 2,85—4 Mark. Spezlalbau» Emst Lcsäore. Oranlen. straße 168. 1 15251» Tüllbettdecken, volle vettgriße. 2,50, l» ErbSlüll 6,35, Tüllswre« I.SS, ErbSIülllloreS 4.35. TeppichhauS Emil Lesävre, Oraiiienstraße 158. tlSIK» Saskroue». Pelroleumtronen ohne Anzahsung. Woche 1,00. Rlcseulager. LouisBöUäirl(selbst): BelriebSlrilung Boxbagener straße 32(«adnoerdin- düng WarschauerNratzej, Poledamer. ftratz« 81. Schönhauser Allee 79, Lad- straße 8a. Rixdors. Kaiser Anedrrch. straße 247._ "Ohne Anzahlung. Woche 50Psennig. BUder, Spiegel. Ferner: Möbel, Polster waren, Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Tiichdecken, Leilbezüge, Portieren, Uhren. GaSkronen, Herren- garderobe. Weber, Pienzlauerstr. 49. Besuch, eventuell Postkarte. 133751 Gaskroneu, dreiflammtg 4.60, Salongaslronen 7.60, GaSzugiampen 8.00, Guslyren 1.45, Gaswandarme 0.55. Fabriliager Große Frantjurter. flraße 92, Filiale Ravcnöstraße 6.• Steppdecken billigst sranisurierstraße 9. Ii auerhoff._ Fabrik Große Flureingang. >89351» Bauernkrieg, Der dculsche, von Friedrich Engels Broichtert t. 60 Mark, gebunden 2,— Mark. Expedition, Lindenftraße 69, Laden.__ �Wkelalldeüeu. Kinder, Erwachsene 7,00. AudreaSstraße 63. 123351» Reslliuration zu oerkauseti Rigaer« straße 80.__ t86 Diödeltifchierrt iiesert reelle Wohnungseinrichtungen, Schlaf. zirnmer, bunle Küchen. Ratenzahlung. Kein Laden, nur Fabrik- febäude. Auch Sonntags. Harnack, tschlermeister, Siallschreiberftraße 57, am Moritzplatz. Genoiscn 3 Prozenl. Billige Möbelau» Vcrstcigerimgen Aiisiösunaen, Schränke, Bertikos, Taschenjosa» 45,—, Düsette, Schreib. tische 35.—, Bücherfchrünt« 58,—, Trumearrt 30,—, Bettstellen, Tische, Lederstühle 12,—, Gannturen 65,—, buntt Küchen 56,—, konkurrenzlos große Auswahl lompletter Wirt- schalten, billiger wie überall Lenneri» Möbelspeicher, Loihringerstraße 55.* Möbel, neu«, gebrauchte, auch Teilzahlung empstehlt Höfer, Admiral- straße 25. 1346K» Singerbodbin. Rlngschistchen, ladei- lo», 18,00. Orantenslraße 19, Konopka. Gelegenhetiskäni«- Palelol». Anzüge, Holen. Koster. Revolver, Tesching», Brillant-Ziinge, Broschen. Uhren, Göldschen. Kessel ipaliblllig Lücke, Orantenslraße 131. 2880b» Opern«lä irr, RÄsegläser, Reiß» zeuge. Regulaloren. Frclschwlnger, Harmanika», Gelgen. Zilhern spall. billig Lücke. Oraiileiistraße 13l.» Ltttauer- Nähmaschwen ohne An- znbliiiig, wöchenliich i,00, gebrauchte, gutnäheud, spolldlllig, Warichauer« strage 67, Skalitzerstraß« 99, früher Wienerttraße. 28856 Lokal krnnkbeilshalbcr sofort zu vcrtause» Slrglitz, Schlldhornslraße 86. Ziga?rengeschÜft ver-tauft Riegel. Gubenerftraße 26(Existenz.)+96 Möbel. Möbel,®. Ar au, Gnestenau- straße l0, billigste und beste Bezug»- quelle, Kassa und Teilzahlung.» Moedel-Boebel. Oranleiiftratzeäd (am Maritzplatz) kein Laden, direkl Fabrik, parlerre l. II. III. gegründel 1879 licsen alS Speziallläl Wadnung«- eilirichlungen oo» ISO 6000 Mark und einzeln« Möbelstück« zu Fabrik« preisen. Größte Auswahl In oer. liehen gewesenen und zutückgesetzlen Gegenslönden. Benftelle mtl Mairabe 16, englische Bettstelle mll Matratze 44, Muschelllciderspind. Beriiko 29. Zönlenlrumeau mll geschlisteaem Glase 29. Swiassosa 33. Plüsch'osa mit Sallellaschen 49. mit Stickeiei- bezug 65, Paneelsosa mit Sattel- laschen 59, Ebaiselongue« 22, Garni» iur, Sosa und 2 Sessel von 75 an, sardige Küchen 44,—. Günstige Gelegenheit für Braulleute. Bestch. tiguiig ohne Kauszwang erbeien. Gekaufte Möbel werden bis zur Liese- rnng kostenlos ausbeivahii, frei ge- lscserl und ausgestellt. Sicheren Käusern ZahiungSerleichterungyn. Geüftnel 8—8, SonnIagS 8—2 Uhr .uuAt-usfv— ncyevi U110 iwmcHCiu.-siajercn~ Nähmaschiue, gebrauchte. lbMart. Käufern Zahlungserleichterungen. Konzertplatten. Walzen, staunend üUner, AudreaSstraße 79. 1470K» Geöftnet 8—8, SonnIagS 8—2 Uhr billig. Loidringei flraße 40.»dSK lverantworilicher Redalteur: Häris Webcr�Berlin. Für den Inseratenteil oerantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag ivorwärtt Tie billigste WohnungS-Einrlchtung bat immer noch HafemannS Gelegen- hell»-Käufe tn sämtlichen Möbeln Lothringei straße 26. Trotz der bil- Ilgen und guten Möbeln gebe auch, wenn man nicht gleich alle» bezahlen kann, ans ZahlungS> Srleichlerung. Sonst nur Kusta-Geschäst. Bin bil- liger last alle M öbclhändler. Gute lampleit« WohnungS-Einrichtung mii moderner Küche 260 Mark, bessere 325- 400- 460—500— 1600. Befichti- guna tn fech» Etagen. Enorme An». wähl Loihringerstraße 26. Schön- hauser Tor. f281bb» Gelegenheitskauf! Schlliszlnuner, elchen, srühcr 460,00, jetzt 350,00. Mübeljabtil Slallschrelbechraße 67.» Kinderdrahtbett, neu. Grüner Weg 50,51. Hos I. tzüttel f-121 Möbel! all, neu, cinsachste, ele- ganiefte. vertausl spollbillig Lombard- jpeichcr, Reue KöniMraße 5, Fabrik- gkbäude� auch sonnlag geöstnet. TeUzahiung geilgttel.___ 266/7* Krautstraße 50, Kleiderschrank 27,00, Veiiiko 28,00, vellpellen. reelle Matratzen 20.00, Sosas>6.00 an. Kücheumöbcl, Tiumcau, Spiegel, WobnungSeinrichtiing für 100,00. Besichliguiig lohnend, nur bis Fieilag. Kein Laden. 2884b Sprechmajchiuen, Pbonographen, Teilzahlungen ohne PreiSaustchlag. Loihringerstraße 40. 14s Biolinunterricbt(neue, doppelt fördernde Melhode bis zur Vollendung) gib! erjahrener Künstler wöchentlich, aus Wunsch auch nur eine Lellion a 1.26 M., bei zwei Schülern je 75 Ps. Offerten unter D. S Expedition de» .Borwäri»». f» Versekieclenes. �rbeitsmarkt. Elshalz, Komiker, frei, Gesell. schast, GropiuSstratze 6,_ 28616* l>a>e»i»uwalt Weisel. Ailidnner- stratze S4a S666K» Wichtig! Geiegenheft. zu noch nie dagewesenen Preisen ganze Wohinnigs- eilirichlungen sowie einzelne Möbel, auch zurückgesetzte und in Auklionen erstandene, zu erwerben, iellweise 60 Prozenl nnterm Wert. Darunter ein eichenes Speffezminicr, komplett, ein eichene» Herrenzimmer hervor- ragend billig. Außerdem Beriiko, Kleiderschränke 24.—. Mnichelbellslellen mll Malratzen 25,—. Ausziehlilch 13,—, Herreuschreiblffche, TrumeauS. Wasch- loilelien 20,—, Taschenlosa» 46,—, Rahrstühle 1.50, tamplelte Küchen staunend billig IlaigaidlS Möbel- Ipeicher. vresdenerftiaße 107. Sonn- lag» geöffnet. Lagerung. Transport frei 121/2 psbii'üdei'. Gcfchaftsdretrad, äußerst stabil, 50,00 on. Hotz, Biumenftraße 36b.» Herreuiabrrad. Daoi«>abrrad wie neu. 4b,00. Holz, Blumen- itiatze 36 b. 139751» Musik. Lrrni dir Mutteriprackie beherricheni Srloiarerchen. leicht latziichen Unlerruht m Wort und Schrill der beutlchen Sprach« eneilt Damen und Herren (separat) auch abend» An tüchtiger mid geivissenbaster Brwatlebrer. Die Stunde kostet eine Marl Eine Nnter- riwitstund« wöcheiiliich genäal Ge- fällige Angebot« ftnd unter Q. 4 an Expeomon des.Borwäri»- zu richten. Teiiuebmer an«wem englische» Ziriel(wonailich 4 Mark) werden ge- iuchl Prioaistunden sgr Ansänaer und Forigeschriliene werden erteilt. G. Swieniy, Schöneberg, Sedan- 7, llT. straße 67 100351» «»niisiovierei von Frau KokoSky, Lwiachlensee. Kurftraße S, III. »Leihhaus Merkur». Große Frank« smierstraße 118, laust, beleihl Herren. Ga> detobe. Go dwaren, SilbeAachen, Udren, Wäsche, Pelzwaren. Stoffe. Zigarren, Fahrräder sowie jeden Weligegenilanb_ 13(1051* Rptn 11 c*, billig, wohn! Köpenicker. straße 147. Schwor»._____ 28886* Tnnzlebrknrle! Zum Weihnacht». jest iö Wiche Rnndlänze 5.00. Grnpe. Aliiienstraße 16. 191/1 Die Aeugeruiigen gegen Frau Scholz. Boxhagcner Siiaße>1. nehme ich zurück und erkläre dtejelbe als EKienjrau. Aljred Slober, Thaer- straße 12._ Wa chansiall Frau Seiler, Köpenick, Eharwiienslraße 23, 4 Hand« lücher, 4 Taicheulücher 0,10. Ab- holung Doiuterstag. 137 1K Vermietuu�en. Zimmer. Loggiazimmer, Bad. ein oder zwei Hei ren,>6.00, nerniieletLychener- straße 83, vorn U litil», f79* Schlafstellen. Schlafstelle(ttt Herren, vdmiral- straße 38, vorn IV, Schuber! 2882b Möblierte Schläfftell«. Herrn. Faickenfteinftraße 16. vorn lll. Hart- uiann. 2883b» �Möblierte Schlafstelle vermietet Manteuffelslraße 10. vor» parlerre rechts, jfl23 Stellenangebote. Dirigent für Gesangverein ge. fuchl, Freiiag«. Reftauranl Schäfer, Weißenfee, Fiiedrtchstraße 5. f-141 Stenotypistinneu, flott und ge- wandt, zum lofolligen Antrftt ge- sucht. Meldungen scheisilich mit ge- Nauen Angaben ober persönlich 1—2 mittag» oder 7— 8 Uhr abends. A. Jandorf a To., Bellealliance- straße>/2. 1472K Korbmacher mt| Geschoßkorb. Reparaturen wird oerlangl. Schall, Spandau, Schönwalderfiraße. 148lK �GeüblV�Farbiamacherin verlangt Goldieistenfabrtk, Reichenbergerstr. 83. �Barockvergöldert» wird verlangt Neumann, tzennig u. To., Zeughos. straße 21. F123 FungeS Mädchen für leichte Hau»- arbeil und Laden gesucht, weiche» zu '>ause Ichläst. Sparrftraße 25. fgarrenladen._+182 Iungeii Mädchen, welche« gewillt ist. die seine Damenschneiderei gründ- lich zu erlernen, unciilgeilltch. sucht Charlotte Schultz«, Nollendorsstr. 34. "Ttenographin mii Sprachkennt- nisten, eigener Schreibmaschine, suche Beschäsitgung. Offerten abzugeben unter O. 17 Parleljpedition. Marlin- Lulherstraße 61.+126 Im«rveitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Ps. die Zeile. m [üt Offizier- llnlsormeo werden ge° snchi. 2874b+» Erfurt�_ Anger 42« Silberarbeiter nuriürGroMberware PK I os o r« gesucht. Krrlintr Kübrrlvarknfadnk AickoU JDasiicksi-. Lnsveun, erstklassig, sür Kupfer und Stahl. wird für größeres Etadltsjement w Schweden gesucht. Aniwort mit Piodcn, die ziirückgeiandl werden, nebst Auskunft Uber GedaitS- ansprachen usw. wird mii Tbiffre .Erstklassig» an Rudolf Masse, Berlin tzjtzV. erbeten. 17,13 Schlafstelle, saubere, junge Mao chen. Farr, Prinzenallee 27.+La Möblierte Schiasslelle, Herrn, Frau Ganzer, Graunstraße 33. vorn IV._+126 iep Streiks mi DiflereiizeD sind gesperrt: für Bautischler und Einsetzer: Willas'd>n Sieglitz, giurmer» mannstraße. sür Korbmacher Firma IT»»«»» in Lichiendera', w Marzahn: Bennilckl, Dresdener» straße 82. sür K lavierarbeitrr, rtschler.Ma» schineiiardriier und Polierer die Firma Aas" � � Warschauer©it. TO und Box- hagener Sir. 16a. Denlscher Holzarbeiterverbaud LrtSverwaltuug Berlin. Luchdruckerei u. VcrlagSanftalt Paul Singer St Eo.. Lerlrn S>V.