Kr. 27a übslinementz-keckinglingen: Wdonnemcnls• Steiä ptänumctonS«> Lisneljährl. 3,30 Sc'.. monatL 1.10 Mk, wöch-nllich 28 Big, irei in? Haus, Sinzeine Nununer 6 Big, SonniagS- nummei mü illustrierter Somuagä. Beilage.Die Neue fflcU* 10 Big, Bosi- AbannemeM: 1,10 Marl vro Monat. eingetragen in die Post. Zeitung?. Breisiiiie. Unter Kreuzband iür Deutichiand und Oeiierreich- Ungarn 2 Mar!, für das übrige Ausland 3 Marl vro Monat. PostabonnememS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg Boriugal, Rlunünien. Schweden und die Schweiz. Crtmciiit äaiiA uBtr nontist. 25. Jahrg. Verlitrev Volksblatt. Zcntralorgan der rozialdemokrati fehen parte« Deutfcblands. Die Tnlertions-GfbQhf beträgt für die iechsgelvaltene UolottS- »eile oder deren Raum öv Big., lüt VoNliiche und gewerllchaitliche Verein?- und Veriammlungs.Anzeigen 30 Big. „Meine Sn-eigen", das erste liett- gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Wort 10 Big. Etellengestiche und Schlaj« stellen Anzcigen daS erste Wort 10 Big,, jedes weitere Won 6 Big, Worte über lS Buchstaben zählen iür zwei WoNe. Inierate iür die nächste Nunimer müssen bis 5 Uhr nachmitlagS in der Trvedition »bgegedei, werden. Die Ervedition ijl bis 7 Uhr abendS geossnet, Delegramm- Adresse: „ZsiIslSemolisZl ssttll»". Redaktion: 8AI. 68» I.indcnsrrasse 69. Fernsprecher: N111» IV. Nr. ISttZ. Freitag, de» 27. November 1908. Expedition: 6CQ. 68, Lindenstrasee 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1884. Unoere und äußere Schwierigkeiten. Aus 23 ten wird vom 25. d. M. geschrieben: � Ter österreichische Himmel hängt voll Geigen, und wenn man den bürgerlichen Zeitungen trauen wollte, so herrscht im Staat eitel Freude, denn in wenigen Tagen wird„jubiliert" werden. In Wahrheit war die politische Situation in Oesterreich-Ungarn schon lange nicht so düster und trübe wie in den Tagen, da sein Monarch die Feier des sechzigjährigen Regierungsjubiläums begehen soll. Das innere Leben Oester- reichs ist von der bangen Sorge beherrscht, ob das neue, mit so viel Hoffnungen begrüßte Parlament nicht plötzlich zu- sammenbrechen wird. Es war nicht schwer und keine große Kunst, den erfahrenen Beck zu stürzen; aber jemanden zu finden, der das komplizierte Getriebe beherrscht und die aus- einandertreibenden Kräfte zu einer Einheit bindet, ist un- gleich schwieriger und ist, wenigstens bisher, nicht gelungen. Die geplante Bildung eines parlamentarischen Koalitions- Ministeriums ist gescheitert, obwohl es die Parteien an Eifer, zur Macht zu kommen, und die Personen an Streberei, zu Würden zu gelangen, sicherlich nicht haben mangeln lassen. Aber wenn einmal die Risse in der Koalition offenbar sind, wenn sich die Differenzen unter den Koalitionsvarteien mani- festieren: dann ist der Ring nicht mehr zu schließen und eine Parteiverbindung mit der Tragkraft, einer Regierung die Grundlage und den Stützpunkt zu bieten, nicht mehr herbei- zuschaffen. Die nationalen Parteien haben an der Beckschen Koalition so lange gerüttelt und gezerrt, bis sie zusammen- gebrochen ist. Run sind sie aber die Gefangenen ihrer Schlag- worte, und das alte Spiel ist nicht mehr erneuerbar. Vor- läufig hat man ein subalternes Beamtenministerium unter Führung des ganz unzulänglichen Freiherrn v. B i e n e r t h eingesetzt, welches deni Hause, das Donnerstag seine Arbeiten wieder aufnimmt, die zwei„Staatsnotwendigkeiten", das Budgetprovisorium und die Vorlage über die Genehmigung der bosnischen Annerion, erpressen soll, um dann, wenn es nur halbwegs möglich, im Januar einem parlamentarischen Ministerium Platz zu machen. Es ist sicherlich ein merk- würdiges Schauspiel: daß sich um die Etablierung eines par- lamentarischen Regierungssystems die Krone bemüht, wo- gegen die parlamentarischen Parteien die Uebernahme der Herrschaft eigentlich weigern. Aber in Oesterreich stehen eben alle Dinge auf dem Kopf, und was sonst paradox erschiene, wird durch die österreichische Erfahrung bestätigt. In Ungarn, dem nicht jubilierenden Teile des Habs- burgischen Imperiums— man feiert in Ungarn die Thron- besteigung deshalb nicht, weil die Eigenschaft Franz Josefs als König von Ungarn erst von der Krönung des Jahres 18(Z7 datiert—, heißt die große Sorge: Wahlreform. Zwar das Geschäft zwischen der Krone und der Reichstags- Mehrheit ist glücklich zustande gekommen, und der König, der den Völkern in Ungarn das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht in den feierlichsten Worten verkündet hatte. schwankte mit der Vorsanktion für eine Wahlreform nicht, die die Analphabeten vom Wahlrecht ausschließt, die dreifache Pluralität enthält und die öffentliche Abstimmung über- nimmt, also das strikte Gegenteil jener Reform ist, die durch ein Königswort verbürgt worden war. Nach den Macht- Verhältnissen im Reichstage ist es auch nicht wahrscheinlich, daß das Andrassm'che Schandwerk einem großen und gefähr- liehen Widerstand begegnen werde; soweit wäre der Handel perfekt. Aber die Wahlreform, die im ungarischen Reichstag eingebracht worden ist, ist ein so schweres llnrecht gegenüber den nichtmagyarischen Nationen und ein solches Verbrechen an den breiten Masten des Volkes, daß die Wirkung ihrer Gesetzwerdung die Ausbreitung einer wahren Verzweiflung�- stimmung in Ungarn sein müßte. Wird doch unter der. Rumänen und Slovaken, die als Nationen die Kosten des schmählichen Handels zwischen Krone und Magyarenelique zahlen sollen, ja auch unter den Sozialdemokraten, ganz. ernstlich der Gedanke ventiliert, sich det Pafsivitätspolitik hinzugeben, sich an den Wahlen überhaupt nicht zu beteiligen, vielmehr alle Kräfte auf die Aktion und Organisation außer- halb des Parlaments zu konzentrieren. In der Hosburg mag man meinen, daß die Versöhnung mit der herrschenden Clique, die die Rekruten bewilligt, ein Unermeßlicher Nutzen sei; aber man vergewaltigt ganze Völker nicht ungestraft und beschwört nicht ohne die traurigsten Folgen für alle Schul- digen die Stimmung der Verzweiflung hervor, die sich aller Rücksichten und Verpflichtungen entbunden fühlt. Die Unter- schrist für das Papier ist bald gegeben, aber ungerächt würde der Verrat solcher Versprechungen, die Verleugnung solcher- Verpflichtungen, nicht bleiben. Grau und trübe ist aber auch die auswärtige Situation Oesterreich-Ungarns, die durch das Abenteuer der Annerion der ehemaligen Okkupationsländer herbei- geführt worden ist. Ter Katzenjammer über die glorreiche Heldentat der Souveränitätserstreckung, über die sich die Patrioten in Entzücken nicht genug tun konnten, ist nun auch allgemein. Denn wie steht ihre Bilanz? Man könnte einen Preis darauf setzen, auch nur den geringsten Vorteil zu nennen, den Oesterreich-Ungarn. der Staat und die Völker. durch die berühmte Erstrcckung der Souveränität erlangt hat: es würde sich ihn niemand verdienen. Aber die Passivposten des aus eitler Ruhmsucht entsprungenen Schrittes sind un- geheuer. Vorher war Oesterreich-Ungarn ein, wenn man so sagen darf, allgemein beliebter Staat, der mit der ganzen Welt in Frieden lebte und von niemandem beunruhigt wurde. Heute stößt er überall auf Haß und Feindschaft; und seine Nachbarn auf dem Balkan, die sich zum Kriege rüsten, finden dabei in halb Europa freundliche Ermunterung. Daß Serbien und Montenegro militärisch für eine Großmacht keine ernstlichen Gegner sind, ändert nichts daran, daß ihr Kriegsfanatismus allmählich eine ernste Gefahr wird, denn was für Folgen sich angesichts der gesamten Lage aus dem kleinsten Zusammenstoß entwickeln können, ist gar nicht abzu- sehen. Dazu die Boykottbewegung in der Türkei, die immer � schroffer und herausfordernder wird, und die, wie heute an- I gekündigt wird, bereits zum Abbruche der diplomatischen Be- � Ziehungen führen soll, die Schwierigkeiten, die die Annexion der Provinzen, die man der dualistischen Monarchie faktisch gar nicht einverleiben kann, im Innern bereitet: wohin der Blick fällt, sieht er nur traurige und unheilvolle Folgen eines Schrittes, für den nicht die geringste sachliche Not- wendigkeit gesprochen hat. Feinde ringsum und Zerrissenheit und Desorganisation im Staate selbst: zum Jubilieren just die richtige Stimmung nicht! Mehrer des Reiches wäre für Oesterreich-Ungarn nur der, der für seine Völkerschaften die Bedingungen eines er- träglichen Nebeneinanderlebeiis schaffen könnte. Aber diese Leistung hat die Habsburgische Herrschaft nicht zuwege ge- bracht, und am Ausgange der sechzigjährigen Regierung steht es um die Ordnung im Innern nicht viel anders als an ihrem Beginne.___ Freisinn und volkzrechte. Noch einmal hat der Freisinn Gelegenheit, zu zeigen, ob es ihm mit liberalen Forderungen ernst ist. Ungeheuerliche Zu- niutungen werden dem Freisinn in steuerpolitischer Hinsicht gestellt. Er soll eine halbe Milliarde neuer Steuern bewilligen, die zum größten Teil wiederum die nichtbesitzenden Klassen belasten werden. Wird der Freisinn dem Volke diese ungeheure Last aufbürden helfen ohne die geringste Gegenlei st ung?! Zwei Gegenforderungen sind es, die der Freisinn im Interesse des Volkes und seines eigenen Programms unbedingt durchzuseihen versuchen müßte: Die Schaffung parlamentarischer Zustände im Reiche und die Einführung des Reichs- tags Wahlrechtes für Preußen. Wenn die Klagen des Freisinns über das persönliche Regiment etwas anderes sein sollen als wehleidige Phras.n, so muß der Freisinn seine Zustimmung zu den neuen Steuern abhängig machen von der Einführung ge- setzlicher Garantien gegen Monarchen- und Ministerabsolutismus im Reich und den Junkerabsolutismus in Preußen. Beides gehört zusammen! Ohne Volksrechte in Preußen wären alle formalen Zugeständnisse für das Reich nur ein Phantom. Alle denkenden Köpfe des Freisinns stimmen denn auch in dieser Auffassung überein. Theodor Barth sagt im„März": „Es wäre eine ebenso dankbare wie historisch ge- g ebene Aufgabe des Liberalismus, vornehmlich, des Links- liberalismus, sich an die Spitze aller demokratischen Kräfte zum Zwecke der Erkämpfung des parla"- mentarischen Regierungssystems zu stellen.. Tie Beseitigung des persönlichen Regiments ist ein Teil der notwendigen Demokratisierung Preußens und Deutschland s." Auch Herr Naumann verweist auf das verfassungsrechtliche Programm des Liberalismus, das folgende Forderungen enthalte: I. Ministerverantwortlichkeitsgesetz. 2. Mitwirkung des Reichstags bei Einsetzung und Entlassung des Reichskanzlers und der Reichsstaatssekretäre. 3. Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstage? zur Vermehrung des politischen Einflusses. 4. Neuciuteilüng der ReichstagSwahlkreise. S. Reichstagöwahlrccht in Preußen. Er fährt dann fort: ..Wir dürfen es nicht dahin kommen lassen, daß die Sozialdemokratie die Vertretung des libe- raten Staatsgedankens uns aus der Hand nimmt.... Der deutsche Liberalismus � ist an einem Wendepunkte angelangt, wo er aus oer Tiefe seiner Grundsätze neu erstehen oder vergehen muß. Mit kleiner Alttagsvorsicht allein ist jetzt nichts geschehen.... Was bedeutet in einer solchen Zeit die Idee des Blockes? Sie ist in jeder Hinsicht brüchig geworden.... Wir müssen deshalb Prinzipienpolitik treiben... Auch Konrad Haußmann bertritt die Auffassung, daß demokratische Einrichtungen erkämpft werden müßten» auch wenn darüber der Block zugrunde gehe: „Was ist nun erreicht worden? Sichere Garantien, daß ähnliche Dinge nicht mehr vorkommen können, fehlen uns noch.... Unsere Sorgen sind nicht beseitigt durch Ver- sprechungen, die nur auf dem Papiere stehen. Wie können wir weiter kommen, das ist heute die Frage.... Das persönliche Regiment muß ausscheiden. An Stelle deö Scheinkonstitutionalismus muß der wahre Konstiiu. tionaliSmus treten.... Der Kanzler muß eine st e t i g e Politik und der Kaiser gar keine treiben. Das ist ein- fach Sache des politischen Charakters. Aber seien wir ehrlich, wir alle haben in den letzten Jahren nicht i m m e r politischen Charakter gezeigt.... Für die National liberalen wird es eine Lebensfrage sein, ob sie an dem Ausbau der Verfassung mitarbeiten werden. Tun sie es nicht, so müssen, sich unsere Wege von ihnen trennen." Wird der Freisinn diese Mahnungen der Barth, Naumann und Haußmann beherzigen? Wird er entschieden für die Schaffung wirklich parlamentarischer Zustände im Reich und in Preußen ein- treten? Wird er seine Forderungen zur unerschütterlichen Vorbedingung der ferneren Mitarbeit am Block machen? Wird er im Falle einer Verweigerung den Kampf gegen die Reaktion aufnehmen? Oder wird er auch jetzt wieder, um mit Naumann zu sprechen, die Vertretung des liberalen Staats- gedankens der Sozialdemokratie überlassen? Wir werden ja auf die Entscheidung nicht lange zu warten haben l Sozinlpolitiiches ans der Hamburger Hurgerichatt. Hamburg, LS. November 1908. Am heutigen Abend kam es in diesem illustren Geldsacks» und Privilegiertenparlainent zu lebhaften Auseinandersetzungen über einige sozialpolitische Anträge der sozialdemokratischen Fraktion. Zunächst interpellierte Genosse Grosse über die schon von uns mitgeteilte und gebührend kriti- sierte, gegen öffentlich-rechtliche Bestimmungen zwingender Natur verstoßende Entscheidung der Deputation für Handel und Schiffahrt als oberer Verwaltungsbehörde, wo- nach den Malerinn ungsmeistern das„Recht" gewährt wird, nur JnnungSkassenniitgli eder zu beschäf. t i g e 11. Obwohl der Interpellant unter Anführung reichsgesetz- licher Bestimmungen(§§ 73, 7S, 80 des Krankenversicherungsgesetzes und 41 der Reichsgewerbeordnung) die UnHaltbarkeit des Entscheides nachwies, erklärte ein Mitglied der genannten Depu- tation, daß eS sich um e i n e 11 A k t der Rechtsprechung handle, der nur zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen ist, und da eS sich außerdem um eine nicht zur Kompetenz der Bürgerschaft gehörige Reichs- angelegenheit handle, werde Die Beantwortung der Interpellation abgelehnt. Die weiteren Ausführungen unserer Genossen Grosse und Z a f f k e suchten die Anhänger dieser Ver- gewaltiguiig durch lauten' Lärm zu überiönen. namentlich als letzterer den Nachweis erbrachte, daß das Verfahren der Innung gemäß der üblichen Rechtsprechung als Erpressung und Betrug angesehen werden müsse. Ein Herr Reimer, der bei der letzten Reichstagswahl als Turchfallskandidat für Hamburg II fungierte, verdächtigte die Verwaltung der Ortskrankenkassen durch die„Genossen" und freute sich über das energische Vorgehen der Innung und deren„Sieg". Darauf wurde mit 90 gegen 40 Stini- inen ein Schlußantrag angenommen, womit die Sache„erledigt" war. Sie wird aber noch an anderer Stelle zur Erörterung ge- langen. Wie schon durch Telegramm mitgeteilt, hat die Bürgerschaft einen Senatsantrag auf Ueberweisung von 10000 M. an die durch das Grubenunglück in Westfalen Geschädigten einstimmig angenommen. Von der richtigen Erwägung ausgehend, daß die Schar.dwirtschaft im Berglverksbeiriebe beseitigt werden müsse, ver- langten unsere Genossen, der Senat möge im Bundesrat für die Einführung eines Reichsberggesetzes eintreten. In fach- licher Weise begründete Genosse H. Stubbe diesen Antrag, der aber tauben Ohren begegnete. Nach außen hin glänzt man durch Wohltätigkeit, aber im übrigen muß alles hübsch beim alten bleiben. Die Ursachen dieser durch krasseste Ausbeutungsgier herbeigeführten Massenunfälle zu beseitigen, dazu kann man sich ms naheliegenden Gründen nicht verstehen. Ein Großkauftnann erlaubte sich den billigen„Witz", unserer Fraktion vorzuwerfen, sie handle nur aus agitatorischen Beweggründen, was ihm ein lebhaftes„Bravo I" seitens seiner Klassengenossen eintrug. Für diesen Antrag stimmten außer unseren Genossen nur einige Links- liberale. Eine umfangreiche sozialpolitische Debatte verursachten die von unserer Fraktion gestellten Anträge betreffend die Arbeits- l 0 s i g k e i t i m Winter. Da die Arbeitslosigkeit auch in der Handelsmetropole riesige Dimensionen angenommen hat, wie die vor kurzem stattgehabte Ricsenversammlung der Arbeitslosen, die großen Angebote bei den Arbeitsnack/weisen sowie die von den Ge- werkschaften gezahlten großen Summen an Arbeitslose beweisen, was Genosse P. Hoffmann in einer vorzüglichen Rede nach- wies, vermochte man diese Frage nicht mit einer Handbewegung abzutun. Zur Annahme gelangten um Mitternacht diese Anträge: I. sofort Vorkehrungen zu treffen, der für den Winker drohenden großen Arbeitslosigkeit dadurch zu begegnen, daß die in Aussicht genommenen staatlichen Arbeiten mit größter Bc. schleunigung in Angriff genommen werden, um so vermehrte Arbeitsgelegenheit zu schaffen; 2. baldmöglichst eine statistische Feststellung des Umfanges der Arbeitslosigkeit zu veranlassen und Einrichtungen zu treffen, um diese Feststellungen periodisch zu wiederholen. Ferner ein Antrag der vereinigten Liberalen, den Senat um eine Vorlage zu ersuchen, welche geeignete Mittel in Vorschlag bringt, um für den bevorstehenden Winter in erhöhtem Maße den Kindern bedürftiger Eltern an den hamburgi» schen Schulen Spe isung zu gewähren; die zu ge- währenden Mittel dürfen aber yicht den Charakter einer offen?» lichen Armenunterstützung tragen. Endlich wurde noch ein Antrag angenommen, daß bei den im Winter in Angriff zu nehmenden staatlichen Arbeiten Arbeiter zu beschäftigen sind, die in Hamburg ihren Unterstützung?, n> 0 h n s i.tz haben, Abgelehnt wurde dagegen cm Antrag der Sozialdenuz� traten auf Einsetzung eines Ausschusses zwecks Prüfung der Frage, welche Mittel anzuwenden seien, um der periodisch wiederkehrenden Arbeitslosigkeit vorzubeugen und ihre Wirkungen zu mildern, im besonderen auch, ob und unter welchen Bedingungen eine staat liche Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ein geführt lverden kann. Daß solche Fragen in diesem Parlament überhaupt erörtert werden, ist nur dem energischen Eingreifen unserer Fraktion zu zuschreiben. Früher existierte für die Bürgerschaft kein„Not stand" Die Liener Revolution von IM auf der preußifchen flnRIagebanh. Zu der von uns gestern schon telegraphisch mitgeteilten Ver urieilung de-Z Genossen T h i e m e- Frankfurt a. M. schreibt uns unser Frankfurter Korrespondent: Als am 2. Oktober d. I. ein halb Dutzend Kriminalbeamte in der Buchhandlung der. V o l k S st i m m e" in Frankfurt a. M daS erste Licferungshcft der„Geschichte der WienerNe Volution" von Max Bach konfiszierten, da schrieben selbst bürgerliche Zeitungen, die Konfiskation könne unmöglich aufrecht erhalten werden. Riemaird nahm an, daß ein historisches Werk, das seit einem Jahrzehnt auch in Preußen-Deutschland unbehelligt blieb nun auf einmal staatsgefährlich sein könnte. Aber die Frank furter Staatsanwaltschaft ist anderer Ansicht, sie wollte daS Gleichgelvicht des Staates«viederherstellen und erhob gegen den Geschäftsführer der Buchhandlung„Volksstimme" Anklage Die Veranlassung zu der grohcn Staatsaktion gab ein dem Bach schen Werke beigefügtes faksimiliertes Flugblatt aus den heijzen Oktobertagen des JahreS 1S48:„An das Militärk" In diesem historische» Dokument, das mit dein Rufe nach einem konstitutionellen Kaiser schließt, heißt eS u. a.: „Brüder, Freunde, Soldaten! Ist es nicht größer, für ein freies Volk zu kämpfen, daS aus Menschen besteht, und nicht auS Knechten? Ist es nicht erhabener, für ein Volk zu sterben,«venn die unerbittliche Kugel trifft, daS aus Männern besteht, die selbst ihren letzten LebenShauch ausatmen für Freiheit und Recht? Brüder! Unsere Wünsche, unsere Hoffnungen sind ja dieselben. Wir wollen Menschenrechte, Menschenwürde für alle gleich. Keiner sei bevorzugt, leiner zurückgesetzt; nur daS Verdienst gelte. Könnt ihr anders wollen, wenn ihr Menschen seid?... Darum Freunde, laßt euch nicht aufstacheln gegen eure Brüder, die nur die Freiheit wollen im edelsten Sinne, die sie für alle wollen, ohne Ausnahme I Laßt euch nicht zu Mördern machen an euren Mitbürgen, die nichts wollen als Wahrung der unveräußerlichen Menschenrechte im Volke wie im Herrn!" Und weil die Buchhandlung„Volksstimme" diesen der Re volutionögeschichte als Beilage angesügten Ausruf mit dem ersten LieferungShcste in ihrem Schaufenster als Reklame für daS Werk aushängte, hatte sich ihr Geschäftsführer, Genosse Thieme, heute vor der hiesigen Strafkammer wegen Vergehens gegen den§ 110 des Strafgesetzbuchs zu verantworten. Nach diesem Paragraph «vird mit Geldstrafe bis zu 600 M. oder mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft, wer öffentlich oder durch öffentliche AuS> stellung von Schriften zum Ungehorsam gegen Gesetze auffordert, Ursprünglich war Anklage wegen Vergehens gegen§ 112 erhoben «vordcn, der den für strafbar erklärt, der eine Person des Soldaten- standeö des deutschen Heereö auffordert oder anreizt, den« Befehle des Oberen nicht Gehorsam zu leisten. Ein Delikt, das nur mit Gefängnis und zwar bis zu zwei Jahren bestraft wird. Eröffnet «vurde aber das Verfahren auf eine Beschwerde hin nur wegen Ver gehenS gegen den§ 110. In der Verhandlung stand dem Angeklagten Rechtsanwalt M e r z b a ch als Verteidiger zur Seite; den Vorfitz führte Land gerichtsdirektor KomorowSki. Dieser richtete vor Eintritt in die Verhandlung die Frage ai« den Staatsanloalt, ob er beantrage, die Ocffcntlichkeit auszuschließen. Der StaatSanIvalt ver- »einte das. Der Gerichtshof zog sich dessenungeachtet zur Bc rawng zurück und verkündete nach seiner Rückkehr: Die Oeffent- lichkeit ist wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung und derStaatSsicherheit ausgeschlossen. Den Vertretern der Presse ist Zutritt unter den bekannten Be- dingimgen sBeschränkuug in der Berichterstattung) gestattet. Der Angeklagte erklärte nach Verlesung deS konfiszierten HeftcS auf Befragen, daß er den Aufruf„An daS Militär" lediglich zu Reklamezlvccken im Schaufenster aufgehängt habe. Der Inhalt sei ihm bekannt gewesen. Er sehe ich dem Flugbatt keine Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Vorgesetzten und könne auch nicht an- nehmen, daß ein Aufruf, der vor sechzig Jahren an das österreichische Militär gerichtet war, heute aufreizend wirken könne. In seinem Plädoyer betonte der S taatö an«v alt, der Aufruf sei aufreizend. Mit wichtiger Miene meinte er: Von einein großen Teil der sozialdemokratischen Partei wird neuerdings offen und ver- steckt antimilitaristische Propaganda betrieben, und Soldaten auf- gefordert, den Befehlen der Vorgesetzten im Falle eines Konfliktes nicht Folge zu leiste««. An dieses mußte man denken, wenn man den Aufruf im Schaufenster der Buchhandlung„Volksstimme" sah, und der Angeklagte hat «vohl nur aus diesenGründendaS Flugblatt öffentlich ausgehängt. Dieses wirkt heute noch aufreizend und der An- geklagte hätte wissen müssen, daß Vorübergehende, die den Aufruf lesen, ihn, eventuell Folge leiste««. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 200 Mark. Der Verteidiger vertrat nochmals den Standpunkt, daß in dem Faksiinile«ine Aufforderung zum Ungehorfain nicht liegt. Er wies nach, daß daS Bachfche Werk seit einem Jahrzehnt unbehelligt«nit dem Aufruf auch in Deutschland erscheinen konnte und in vielen öffentlichen Bibliotheken steht. Die Geschichte der deutschen Revolution enthalte ähnliche FaksiniileS als historische Dokuniente und lein Staatsanwalt habe sie bisher als staatSgefährlich be- trachtet. Aus objektiven und stlbjektiven Gründen müffe Freisprechung erfolgen. Nach langer Beratung wurde das Urteil dahin verkündet: Der Angeklagte wird zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Die beschlagnahmten Broschüren werden nach Entfernung deS Aufrufs„An das Militär" freigegeben und nur dieser beschlagnahmt. Im Urteils- tenor wird gesagt: Der Aufruf hat nach Ansicht des Gerichtshofes emen aufreizenden Charakter. Die Soldaten werden aufgefordert, den Befehlen ihrer Vorgesetzten keine Folge zu leisten. Darin liegt eine Ausreizung zuin Ungehorsam gegen die Gesetze, gegen die Kriegsartikcl. Die« ist konkret auS den« Ausruf ersichtlich. Objektiv liegt daher ein Vergehen gegen den K 110 vor. In subjektiver Hinsicht nimmt daS Gericht als erwiesen an, daß der An- geklagte daS Bewußtsein hatte, daß der Aufruf zum Ungehorsam gegen die Gesetze auffordert. Er hat auch Kenntnis von dem Inhalt gehabt. Der Aufruf ist a u ch f ü r die heutige Zeit nicht ohne Bedeutung, denn eS sind in der letzten Zeit von sozialdemokratischer und anarchistischer Seite Aufforderungen an die Sol- baten ergangen, den Befehlen der Vorgesetzten nicht zu gehorchen und eventuell in dieLuft zu schießen. Diese Motive habe» den Angeklagten berankaßt, den Aufruf aufzuhängen, wenn er sich dabei auch mit vom buchhändlerischen Interesse leiten ließ. Die große Haupt- und Staatsaktion der Frankfrirter Staats- anwaltschaft hat also unglaublicherweise mit einer Verurteilung geendet. Jinmerhin ist das Urteil derart, daß der Ausgang einen« Rückzüge ähnlich sieht. Nichts geändert wird dadurch freilich an der Ungeheuerlichkeit, daß ein dmtsches Gericht die bürgerliche Revolution von«843 nach 60 Jahren verurteilt. Unverständlich, daß ein historisches Dokument, wie der Aufruf„An das Militär l" 60 Jahre nach seinein Erscheinen in Oesterreich, in Deutschland als aufreizend und staatSgefährlich bezeichnet werden kann. Der Militarismus inuß beschützt«verden, das war die Triebfeder der An- klage und der Antimilitarismus wurde verurteilt ohne Rücksicht dar« auf, daß der Aufruf sich an die Soldaten von 1848 wendet und seit zehn Jahren in ihm noch kein Staatsanwalt eine Staatsgefährlichkeit erblickte. Die Herrschenden sind offenbar durch da» Gespenst des Anti- Militarismus aufs äußerste erschreckt und gereizt, und ihre Angst äußert sich in einer Weise, daß die Gegner des MilitariSinuS sich die Hände reiben können. Denn etwas KompromittierlichereS, als daS Zeugnis, das sich das herrschende System und die deutsche Justiz durch diese Aktion gegen das 1848er Flugblatt ausstellte««, läßt sich nicht gut erfinde««._ politifcbe dcbcrlicht. Berlin, den 26. November 1908. Finanz- und Blockverwirrnng. Aus dem Reichstage, 26. November. Nach der Radbod-Debatte lenkte der Reichstag heute wieder in die Erörterung der Finanzreform ein. Als ztveiter Zentrums- redner verbreitete Herr Speck sich ausführlich über die einzelnen Steuerprojekte, die. wie sie gestaltet sind, zu einer großen Blamage führen müßten. Auch von der Erbschafts- stcuer wollte er nichts wissen, und betonte dabei besonders die agrarische Uebereinstimmung seiner Partei mit den Konservativen. Diese Situation nützte der Konservative Graf Schwerin- L ö w i tz aus. um den Freisinnigen die Zügel fester zu ziehen um ihrer blockividrigen Seitensprünge willen. Er kanzelte sie ab wegen der Erklärungen der Herren Traeger und Schräder zugunsten konstitutioneller Reformen. DaS gehe durchaus nicht an: die Verfassungsfrage habe nichts zu schaffen mit der Finanzreform. Beharrten die Freisinnigen auf ihrem Bestreben, dann würde der Block gesprengt und Platz geschaffen werden für einen anderen Block! Ob nun die Zentrumspartei wirklich bereit ist, sich mit der konservativen Partei im gegenwärtigen Augenblick zu einem antikonstitutionellen Block zusammenzuschließen, kann Wohl füglich bezweifelt werden. Eigentlich sollte man ihr eine solche kapitale Dummheit nicht zutrauen, denn die Herrlich- keit könnte doch nur von sehr kurzer Dauer sein. Aber der Agrargraph hatte seine Worte auch wohl nur im Hinblick auf die beivährte Schreckhaftigkeit der Freisinnigen gemünzt. Da muß es sich ja bald zeigen, ob sie die gewünschte Wirkung ausgeübt haben. Dem Genossen Südekum gab dieser Schlverinsche Vorstoß in die hohe Politik jedenfalls den Anlaß, seinerseits nachzuiveisen. wie innig Finanzreform und Ver- fassungsreform miteinander verknüpft sind und wie ehr das persönliche Regiment die Rcichsfinanzvertvirrung ver- chuldet habe. Er rechnete auch gleich mit dem preußischen Finanzminister v. R h e i n b a b e n ab wegen dessen an dieser Stelle bereits gekennzeichneten wunderbaren Rechenkunststücke. Südekum brachte insbesondere reiches Material herbei, um nachzttweiseit, z u«velchen Zwecken denn eigentlich die Gewerkschaften ihre Beiträge vertvenden. Dann zerpflückte er unbarmherzig die einzelnen Steuerpläne der Regierung und nagelte auch den nationalliberalen Herrn e b e r darauf fest, daß er die L i ch t st e u e r überhaupt nr diskutierbar erklärt hatte. Herr v. R h e i n b a b e n, der aus Erfahrung wußte, )aß mit ciiter Verteidigung der Steuerpläne nur Unbehagen iin Hause zu erzeugen sei, warf sich in echt demagogischer Manier ausschließlich auf das Thema der Sozialistenhetze, von üem er weiß, daß damit, trotz seiner Abgedroschcnheit, bei de«, anspruchslosen junkerlichen und bürgerlichen Durch- chnittsparlamentariern immer Beifall zu erzielen ist. Er chüttete einen ganzen Zitatensack aus, um zu beweisen, daß die Arbeiter in den letzten Jahren materielle Fortschritte ge- «nacht haben, waS niemand unter uüs bestritten Hai. Er kann oder will aber nicht begreifen, daß zur Würdigung des Wertes dieses Fortschritts es auf die Relativität der Lohn- erhöhung und Erhöhring der Lebenshaltung ankommt, auf !>ie Relativität also des Geldwertes und darauf, daß die Lebenshaltung der Besitzenden sich noch unverhältnismäßig höher gesteigert hat als die der Arbeiter, so daß der be- ,«rückende Unterschied des Lebensgenusses immer größer ge- worden ist. Gegen die Besteuerung des Einkommens glaubte er ein Zitat ans K a u t s k y s Schriften ausnutzen zu können, in üein jedoch weiter nichts als die von jedein Kapitalisten an- erkani«te Tatsache ausgedrückt ist, daß in der kapitalistischen Gesellschaft sich die Besteuerung der großen Einkommen nur bis zu einer gewissen Grenze steigern läßt, an der sie versagen muß. Auch irgend welche Bemerkungen von Engels wurden ohne kontrollierbare Quellenangaben von dem zitatengespickten Minister verwertet, durch welche auf die Abwälzbarkeit der Steuern hingewiesen wird. Auch da übersah der national- ökonomisch offenbar recht ungeschulte Herr, daß z«tr Abwälzung der Steuern der Arbeiter seiner gewerkschaft- lichen und politischen Organisationen und langer kostspieliger Kämpfe bedarf und daß sich nie und nimmer aus der Ab- wälzungsmöglichkeit an sich irgend eine Steuer rechtfertigen läßt. Entlvickelt sich die Finanzreformdebatte im Rheinbaben- schen Stil weiter, so werden wir wohl noch in eine uferlose Zukunstsstaatsdebatte hineintreiben. Eine dreiste Ablengnung. Die„N o r d d. A l l g. Z t g." schreibt; Gegenüber dem Bramitiveinmonopol arbeitet der„VorlvärtZ" systematisch mit der Unterstellung, die Spirituszentrale habe den Gesetzentwurf ausgearbeitet, und zwar natürlich so. daß er ganz auf ihre Interessen zugeschnitten sei. Diese Behauptung ist eine dreiste Erfindung. Daß die Regierung bei der Ausarbeitung des Entwurfes Sachverständige der Sp«riüiszrntrale ebenso wie Sachverständige der andere«, beteiligten Gciverbe gehört hat. ist selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich ist et, daß jene auf die Ausarbeitung deö EntivurfeS im ReichSschatzaint und auf die Beschlüsse der ver- kündeten Regierungen keinerlei bestimmenden Einfluß ausgeübt haben. Das offiziöse Organ hat sehr viel Zeit gebraucht, um sich zu unseren Artikeln über das Branntiveinmonopol zu äußern. Diese Artikel erschienen am 15. u«ld 17. November. Und iu seiner Nummer vom 27. November erst findet das offiziöse Organ einige Stammelworte zur Entgegnung. Daß das Regierungsorgan die„Behauptung" des«Vor- wärts", der Entwurf sei offensichtlich nach dem Gutachten und den Wünschen der Spirituszentrale ausgearbeitet worden, eine „dreiste Erfindung" nennt, ist nichts als eine d r e i st e Ab- l e u g n u n g. Unsere Artikel bewiesen ja unwiderleglich, daß der Entivurf in der idealsten Weise die Absichten erfüllt, die unsere schnapsbrennenden Ostelbier durch die Spiritus- zentrale vergeblich zu erreichen versuchten. Dieser Nach» >v e i s läßt sich durch ein läppisches Scheindementl nicht ent- kräften i_ Agrarische Liebesdienste des Militarismus. Der von den Agrariern eindringlich verlangte landwirt- schaftliche Unterricht in der Armee ist durch kaiserliche Verordnung genehmigt worden. Der Unterricht soll die Liebe zur heimatlichen Scholle stärken und den an den K«lrsen beteiligten Soldaten eine Erweiterung ihrer Berufskenntnisse verschaffen. Die Teilnahme ist freilvillig, an die Vorträge soll sich eine Besprechung aiischlicgen. Als Lehrer sind neben landwirtschaftlichen Beamten und Lehrern an landwirtschaftliche«, Unterrichtsanstalten auch aktive und inaktive Offiziere ausersehen. Kosten entstehen der Heeres- Verwaltung mis dieser Neuerung angeblich nicht. Unser Heer soll also künftig den Agrariern nicht nur in der Form des Ernteurlaubes billige Arbeitskräfte und Lohndrücker gegenüber dem Landproletariat liefern, sondern auch noch für eine berufliche Vorbildung sorgen. Daß die Teilnahine an diesen Kursen eine„sreiimllige" sein soll, tut nichts zur Sache. Mai« braucht nur die Nichtteilneh», enden ein weiiig schärfer anzupackeir, um ein Obligatorium zu schaffen. Außerdem sollen sogar aktive Offiziere Lehrer sein! Dieser famose neue Liebesdienst für die Agrarier beweist aber vor allem, daß die zweijährige Dienstzeit zu langt st, daß sie v er kürzt werden muß! Wir erwarten, daß««icht nur die Sozialdemokratie diese Forderung mit allen, Nachdruck erheben «vird I—_ Agrarischer Sturmlauf gegen die„Trauer-Tteuer". DaS Schicksal der Nachlaßsteuer, in der Form, wie sie dem Reichstage vorliegt, ist nach der Meinung k o n- s e r v a t i v e r und ultra nion tan er Blätter nicht mehr zweifelhaft. Die Vorlage gilt als gefallen! Derselben Meinung ist auch die„Deutsche Tages- zeitun g", sie warnt aber ihre Anhänger dringend davor, sich trgendivie in Sicherheit lviegen zu lassen. Die A g i- tatton müsse in« Gegenteil mit aller Schärfe weitergeführt werden, und zlvar sei dies deshalb nötig, weil,«vie das Blatt behauptet, große Anstrengungen gemacht«verden, um den Gedanken der Nachlaßsteuer dim bisherigen Gegnern schmackhaft zu machen. Die Nachlaßsteuer ist von dem ganzen Steuerbukett der Reichsfinanzreform die einzige Steuer, die nur den B c- sitz, den W o h l si a n d besteuern will. Sic ist die einzige gerechte Steuer. Aber gerade deshalb ist sie den Be- sitzenden widcrivärtig, in erster Linie dem heißhungrigcil Agrariertum, das sich von dem Raub des Zollivuchers mästen möchte, ohne auch nur die geringste Gegenleistung zu gc- währen I Möchte die durch die neuen Verbrauchssteuern in ihrer ohnehin so kärglichen Lebenshaltung aufs schiverste bc- drohte VolkSmasse nur einen Teil des Widerstandes gegen die neuen Steuerattentate betätigen, den die Stipendiaten des Brot- und Fleischwuchers gegenüber der von ihnen so« genannten Tranersteuer entfalten!— Tagegelder für das Dreiklassenparlament? Im pre«lßischen Landtag hatten alle Parteien einen Antrag ein- gebracht, in den, Tagegelder und freie Eisenbahnsahrl nach Maßgabe der für Reichstagsabgeordnete bestehenden Einrichtung, auch für die Mitglieder deS preußischen Abgeordnetenhauses verlangt wurden. Die Regierung hat auf diese» Antrag noch keine Antwort gegeben,«»«d man vermutet. daß der Widerstand hauptsächlich von« preußischen Finanzministcr v. Rheinbaben ausgehe. Eine Stütze für diesen Widerstand findet der Fiuanzininister in einer kleinen Gruppe von Kon- servativen, die unter Führung des Abgeordneten v. Heydcbrand stehen, die diesen Antrag nicht unterschrieben hat. Auch der K ö N i s soll von dieser Abänderung nichts wissen wollen.— Prinz Oskar als Professoren-Erzieher. Wie der„Berl. Börseu-Courier" meldet, hat der zweit» jüngste Sohn Wilhelms IL, der in Bonn Jura studiert, dieser Tage eine Einladung zu cinem Rektoressen, daS der neue Rektor der Universität gegeben, dazu benutzt, dem versammelten Lehrerkollegium der Universität eine Vorlesung über Professorenpfltchten zu halten. Er sagte unter anderem: „Wir alle wissen, daß ernste Zeiten«ins bevorstehen, und daher ist es unsere Pflicht al« gute Patrioten, fest in die Zllkunft zu schaue««. Gerade die Universitätslehrer. die den schönen und verantwortungsvollen Beruf haben, die akademische Jugend heranzubilden, können in dieser Richtung unendlich viel Guteö wirken. Und wenn jeder an seinem Teile in diesein Sinne weiterarbeitet, und auch in s ch«v c r e n Tagen, wenn die Probe an uns gestellt wird, tre» zu Kaiser u n d Reich steht, dann wird, wie Zieten einü sagte, der Alliierte droben im Himmel un» nicht ver- lassen." Prinz OSkar ist am 27. J«tli 1888 geboren, also gerade zwanzig Jahre alt!—_ Ter gefährliche Weltskandal in der deutschen Justiz. Aus Gera(Rcuß) wird vom 26. November gemeldet: In de: Druckerei der„W e i m a r i s ch e n V o I k S z e i t n n g die sich in Gera befindet, wurde gestern eine Haussuchung nach demManuskriPt eines Artikels:.Weltskandal in der deuschen Justiz" vorgenominen. Der Artikel befaßte sich ,„it dem Prozeß gegen den Dr. Wernsdorf in Jena wegen Beleidigung einer An- zahl Rechtsanwälte und hoher richterlicher Be- amter in« Großherzogtum Weimar. ES wird darin Bezug gc- nominen auf die konfiszierte Broschüre Wernsdorfs und auf die auffällige Tatsache, daß die Prozeßverhaudlunge» immer wieder vertagt werden. Die Haussuchung erfolgte auf Antrag deS Staatsanwalt» in Weimar verlief aber natürlich erfolglos.— Erklärungen und kein Ende. In der Zioeiten Kammer des sächsischen Landtags wurde der Ertlärungsspektakel am Tonnerstag fortgesetzt. Unter höhnischem Gelächter und Zwischenrufen der Konservativen verlas der Vorsitzende der nationalliberalen Fraktion. Abg. Schick, eine kurze Kundgebung, die besagte, daß durch die konservativen Er- Körungen der von den Nationalliberalen festgestellte Tatbestand nur bestätigt worden sei, außerdem wurde die Bemerkung in der konservativen Erklärung, die Nationalliberalen wollten die öffentliche Aufmerksamkeit nur von den peinlichen Vorkommnissen ablenken, als eine unwürdige Unterstellung bezeichnet. Mit Hohnlachen und Lärm nahmen die jeonservativen die Erklärung auf. Abg. L a n g h a m m e r. der ebenfalls mit einer Erklärung anrückte, stellte im wesentlichen eine Abrechnung mit den Konservativen bei der Debatte über die Wahlrechtsreform in Aussicht, die Montag be- ginnen soll. Schließlich wartete»och der freisinnige Günther mit einer Erklärung auf, die hauptsächlich den Zweck hatte, der Leffentlichkeit zu zeigen, daß die paar Freisinnigen an der er- weiterten Präsidialsitzung teilgenommen und dort auch ihren von der Mehrheit etwas abweichenden Standpunkt vertreten hätten. Schließlich hielt eS Wg. Günther noch für nötig, der Welt zu er- zähle», wie er sich benommen haben würde, wenn ihm das Mach- werk des Agrariers Schmidt in die Hände gefallen wäre. Er hätte das moralisch verwerfliche Schriftstück zwar dem Abg. Schmidt zurückgegeben, aber die schlimmsten Stellen daraus öffentlich ge- kennzeichnet, also wohl so ziemlich dasselbe getan wie die Abgg. Langhammer und Kickelhayn. Nicht ungeschickt stellte der Abg. Günther am Schlüsse noch fest, daß die Konservativen in ihrer Er- ilärung über das Schmidtsche Schriftstück, das ein politisches Schandmal sei, kein Wort des Bedauerns gefunden hätten. Die Konservativen lärmten wieder nach Noten und der Abg. Ulrich schien es für angebracht zu halten, etwas zur Verbesserung des Toneö beizutragen, denn er rief dem Abg. Günther zu: Schand» maul, wodurch er wohl ausdrücken wollte, daß Günther ein Schandmaul habe. In der Wahlrechtsdebatte wird der Spektakel nun fortgesetzt werden. Vielleicht kommt dabei auch etwas Wahr- heit über den Wahlrechtskuhhandel zutage. Ter Verfassungskampf. Das Organ für Brotwucher, monarchisches Gefühl und hohe Fleischpreise ist neuerdings über die Anträge, mit der Ministerverantwortlichkeit endlich ernst zu machen, sehr erbost und es dekretiert bereits, daß diese Anträge, sollten sie auch im Reichstage die Mehrheit finden, vom Bundesrat unter keinen Umständen angenommen werden dürfen. Das wäre nun abzuwarten, und jedenfalls könnte der Reichstag auf die Annahme seiner Beschlüsse durch den Bundesrat noch immer eher warten als uingekehrt. Wenn schon durch den Wider- stand des Bundesrates eine Zwangslage geschaffen würde, so wäre nicht der Reichstag in dieser Zwangslage, sondern die Regierung, die um eine Finanzreform bittet. Tie„Deutsche Tageszeitung" ist natürlich auch von der Aussicht entzückt, daß die Regierung sich ail der Beratung der Anträge nicht beteiligen wird. Auch hier möchten wir ab- warten, ob die Regierung in der jetzigen Situation den Mut zu dieser Provokation finden wird. Lorläufig scheint sie noch unschlüssig zu sein, und aus die gestern mitgeteilte Fanfare der„Köln. Ztg." folgt heute eine Chainade im„Lok.- Anz." und der„Franks. Ztg.". Danach sei die Frage der Beteiligung der Regierung an der Debatte noch nicht cnt- schieden. Man neige aber in gut unterrichteten Kreisen der Annahme zu, daß Fürst v. B ü l o w sich bei dieser Gelegen- heit im Reichstage vertreten lassen dürfte. Er werde im Reichstage zu erkennen geben, daß die Frage der Minister- Verantwortlichkeit eine ernste politische und st a a t S- rechtliche Angelegenheit sei, über die man sachlich beraten könne, die übrigens den Bundesrat vor eine sehr c r il st e E n t s ch l i c'ß u n g stelle, sobald sich herausstellt, daß die Mehrheit des Reichstages sich auf bestimmte Bor- schlage einige. Man sieht, so leicht wird es diesmal Bülow nicht, das Iunkergebot zu erfüllen. Dazu ist die Bewegung für die Verfassung und die Machterweiterung des Reichstages im Volke denn doch zu stark. Im übrigen aber liegt die Ent- scheidung nicht bei dem Herrn Kanzler, sondern beim Reichstag. Er hat die Pflicht, seine Macht zu gebrauchen. um sich durch Abänderung seiner Geschäftsordnung Be- wegungsfreihcit zu verschaffen und durch Annahme des sozial- demokratischen Verfassungsantrages auch in Deutschland das parlamentarische Regiernngssystem zu erkämpfen. Daß die Junker das absolutistische System vorziehen, braucht inan nicht erst aus der„Ttsch. Tagcsztg." zu erfahren. Aber er- fahren muß man, ob sich auch jetzt noch die bürgerlichen Parteien des Reichstages unter das Joch der Ostelbier und ihrer Bureaukratie werden beugen lassen. Die Baltankrise. An den österreichischen Börsen herrschte heute eine Panik, zu der ungünstige Gerüchte über die zunehmende Spannung in den Beziehungen zu der Türkei den Anlaß geben. In Budapest wurden von der Regierung die Gerüchte über die Mobilisierung eines oder mehrerer Armeekorps offiziell demontiert; ebenso in Wien, wo der Minister des Aeußeren ourch den Börsenkommissar noch außerdem erklären ließ, er werde die Börse sofort verständigen lassen für den Fall, daß tatsächlich wichtige Ereignisse sich voll- ziehen sollten. In der Tat sind die Beziehungen zu der Türkei sehr schlechte. Der österreichische Botschafter wiro, wenn seine Vor. stellungen über die offizielle Unterstützung des Boykotts durch die Pforte wie bisher erfolglos bleiben, Konstantinopel verlassen. So- �lange aber zwischen der Türkei und Oesterreich keine Verständigung erzielt ist. bleibt auch die Beendigung der Krise in weiter Ferne, loa die Türkei an England und hie kleinen Balkanstaaten an Ruß. land eine starke Stütze gefunden haben. Die Antwort Ruß- l a n d Z aus das österreichische Konferenzprogramm geht von der -Forderung, daß die Annexion Bosniens und die Kompensation». Forderungen Serbiens und Montenegros auf der Konferenz dis- -kutiert werden sollen, offenbar nicht ab und hält damit an TL» dingungen fest, unter denen Oesterreich seine Teilnahme ver- weigert. Und so ist man vorläufig von dem Zustandekommen der Konferenz weiter entfernt als je. Die Stellung Frankreichs. Paris, 26. November. Deputiertenkammer. Des. chanel berichtet über die Balkanereignisfe. Frankreich, sagte er, habe eine vermittelnde Rolle gespielt, indem es einen Krieg verhinderte und zwischen der Türkei, Bulgarien, Rußland, Oesterreich-Ungarn und England intervenierte. Die Um- wälzung in der Türkei habe einen Wechsel ihrer inneren und äußeren Politik herbeigeführt. Frankreich werde das neue Regt- ment stützen. Es fei erfreut übpr. das Ende des jahrhunderte- langen Druckes, der die Ursache der Unruhen und des Streites gewesen sei, müsse aber den vielen in der Türkei lebenden Fran. zosen eine volle und unparteiische Justiz solange gewährleisten, VIS sie ihrer sicher seien.(Beifall.) Ocrtcmicb. Die neue Regierung. Wien, 26. November. Das Abgeordnetenhaus ist heute wieder zusammengetreten. Ministerpräsident Freiherr von Sienerth stellte das neue Kabinett vor, dessen wichtigste Auf. gäbe, wie der Minister ausführte, eS ist, ein regierungsfähiges Gebilde zu schaffen, welches nicht nur eine äußerliche Cooperation, sondern eine reale Grundlage für ein dauerndes Zu- sammenwirken der Parteien darstellen soll. Hierzu ist vor allem eine wohlwollende Neutralitätspolitik und die Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens notwendig und ferner eines B e la s s u n g s z u sta n d e s in nationalen Fragen, damit die Gegensätze auf wirtschaftlichem Gebiete nicht das natio- nale Friede nölverk stören, und andererseits nationale Zusammen- slöße die Erreichung von wirtschaftlichen und sozialen Zielen nicht behindern. Der Grundsatz der strengsten Gesetzlichkeit muß die oberste Richtschnur der Tätigkeit aller staatlichen Organe bilden. Der Ministerpräsident kündigte Entwürfe eines Sprachengesetzes sowie eincS Gesetzes über Schaffung von Kreisregie- rangen in Böhmen an. Er appellierte auf das dringlichste an das Parlament, die versöhnlichen Absichten, welche gerade in den letzten Beratungen zutage getreten sind, zu nützen, und die äußere Lage zu beachten, die daran gemahne, sich von den störenden Ein- flüssen der häuslichen Zwietracht zu befreien.(Zustimmung.) Ge» lingt der Regierung ihre schwierige Aufgabe, daiw ist die Grund- läge für den dauernden Bestand eines Konzen trationS. Ministeriums der staatserhaltenden Parteien gefnnden, das den ernsten Pflichten des Augenblicks sowie den großen Aufgaben der nächsten Zukunft gewachsen ist. Der Minister» Präsident hob die Notwendigkeit der Erledigung der Alters. und Invalidenversicherung, der Beendigung der E i so n ba h n var staat l i chu ng Sa k t i o n unch der Sanier rung der Landesfinanzen hervor. Er erklärte, die Regierung werde eine Politik der allgemeinen Wohlfahrt und des inneren Friedens treiben. Er erbat hierzu die Unterstützung drS Hauses(Lebhafter Beifall.) Ein Antrag auf Eröffnung der Debatte über die Erklärung der Regierung wurde abgelehnt und das HauL begann die Be- ratung eines Dringlichkeitsantrags betveffend da? Budget- Provisorium._ � Sozialdemokratische Anträge. Wie», 26. November. Die Sozialdemokraten werden heute im Abgeordnetenhause«ine Interpellation einbringen, ob die Negierung bereit ist, einen ausführlichen Bericht über die europäische Lage vorzulegen. Sie werden von der gemein- samen Regierung ferner die schleunige Kundmachung einer dem o. kratischen auf der Grundlage des allgemeinen. gleichen Wahlrechts beruhenden Verfassung für Bosnien verlangen. Die italienischen Abgeordneten werden eine Interpellation einbringen, in'der sie die Freilassung der italienischen Studenten und die Lösung der italienischen Universitätsfrage verlangen. Italien. Die Kundgebungen gegen Oesterreich. Rom, 26. November. Die gestrigen Kundgebungen arteten zu argen Exzessen aus, namentlich vor der österreichischen Botschaft, wo andauernde Schmührufe gegen Oesterreich aus- gestoßen wurden. Gegen die Fenster der Botschaft wurden allerlei Wurfgeschosse geschleudert, wobei die Tochter des Botschafter» durch Glassplitter leicht verletzt wurde. Die Polizei ging energisch vor und verhaftete 27 Personen, unter denen sich mehrere Journalisten befanden�— Rom, 26. November. Ministerpräsident Giolitti hat den Polizeikommissar, welcher die Angriffe auf die österreichische Bot- schafl nicht verhindert hatte, seines Postens enthoben.--- Bnglaml. Daö Unterrichtsgesetz.>■«; London, 25. November. Im Unterhaus begann heute die zweite Lesung des neuen UnterrnhtSgesetzes. Im ganzen ist der Gesetz- cntwurf günstig, aufgenommen worden.-. o. s? o:*'cxxw) 4« tM Rußland. � Ein angebliche? Attentat. Petersburg, 26. November. Die«Nowoje Äremja"' meldet aus Riga vom 26.- November: Auf der Station Ponderh zwischen Dwinsk und Rjeshiza wurde kurz vor dem Eintreffen eines btz» sonders wichtigen- Eisenbahnzuges ein verdächtiger mit einem Re- volver bewaffneter Mann festgenommen, der sich der Verhaftung energisch widersetzte und dabei einen Polizeibeamten durch einen Revolberschuß tödlich verwundete. Der Verhaftete nennt sich Awotin und ist lettischer Herkunft. Die„Nowoje Wremja" deutet au, daß eS sich offenbar um den mißlungenen Versuch eines Attentats auf die Kaiserin-Witwe handle, die zu dieser Zeit aus Kopenhagen zur Beerdigung de? Großfürsten Alcxet Alexandrowitsch eintraf. Eine neue Ricscnanleihe. Petersburg, 26. November. Der Finauzminister brachte be der Reichsduma einen Gesetzentwurf ein betr. die Aufnahme einer auswärtigen Anleihe im Betrage von 456 Millionen Rubel zur Deckung des Defizits des Reichsetats von 1666 und zur Konvertierung älterer Anleihen. Die Einzelheiten des Gesetz- entwurfs, der in nicht öffentlicher Dumasitzung verkgndclt werden soll, werden geheim gehalten werden. perlleu. Englische Erklärungen. London, 26. November. Unterhaus. Der Minister des Aeußern Sir Edward Grey erwiderte auf die Anfrage de? Ab- geordneten Dillon) ob er von dem Charakter der Pe r s i e n�zuge- sicherten Verfassung Kenntnis hätte, daß dies nicht der Fall fei. O'G r a d y(A r be i t e r pa r te i) fragte, ob die Schriftstücke über die Vorstellungen, die dem Schah wegen der Verfassung gemacht worden seien, veröffentlicht werden würden. Der Minister ant- wartete, e» seien von Zeit zu Zeit Vorstellungen gemacht worden und er könnte natürlich die Persien betreffenden Dokumente ver- öffentlichen, doch würde ihr Inhalt sehr ungünstige Kommen» tar e zu der Tätigkeit des Schahs und der Minister, sowie zur Haltung des MedschliZ- liefern. Er sei sicher, sie würden keiner Partei in Persien angenehm sein und er glaube nicht, daß.ein: Veröffentlichung Persien dienlich sein würde. Auf weitere An- fragen sagte Sir Edward Grey, England und Rußland hätten sich zu gemeinsamen Vorstellungen beim Schah zusammen- getan, um ihn zu bewegen, sein Versprechen hinsichtlich Einberufung des Parlament» auszuführen, doch sei er über die Klugheit dieses Schrittes im Zweifel gewesen, da es ein Abweichen vom strengen Buchstaben der Nicht intervention ivar, andererseits könnten die Unruhen in Persien bei längerer Dauer dadurch eine größere Gefahr hervorrufen, daß sie zur Intervention einer oder der anderen Macht führten. Hua der partes. Gemeindcwahlcn. Bei den Wahlen in Würzburg errang die Sozialdemokratie am Mittwoch zwei Mandate. Bei der letzten Wahl erhielt sie nur ein Mandat, und das mir mit Hilfe der Bürgerlichen. Im übrigen verteilen sich die 14 Mandate WiirzburgS wie folgt: 4 Liberale. 6 Zentrum. 2 Burgervereinigniig. Die Gemeindewahl in Augsburg brachte am Mittwoch der Sozialdemokratie zwei Sitze. Dem Zentrum fielen 6, den Liberalen S Mandate zu. Es ziehen zum erstenmal Sozialdemokraten in da» Augsburger Rathaus dn. Gewählt sind die Genossen Rollwagen und Simon. Die Wahlbeteiligung betrug 65 Proz. In Werder an der Havel wurden bei der Gtadtver- ordnetenwahl am Donnerstag drei Sozialdemolratev gewählt. In Solingen behaupteten unsere Genossen am Donnerstag in der dritten Abteilung ihre fünf Sitze mit 2166 gegen 456 bürgerliche Stimmen. In Kiel verstärkten unsere Genossen ihren schönen Erfolg noch um ein Beträchtliches: sie eroberten am Donnerstag, dem zweiten (und letzten) Tage der Kommunalwahlen, sämtliche drei zur Wahl stehenden Mandate! Pro Mandat wurden 6675 St. abgegeben. Unsere Kieler Genossen haben cm Mandat behauptet und fünf neu gewonnen, so daß ihre Stadtverordnetenfraktion nun- mehr e l f statt bisher 6(unter 36) Stadtverordneten zählen wird l Bei den Gemeindewahlen in Nürnberg, Heren amtliches Ergebnis jetzt vorliegt, wurden folgende Sozialdemokraten gewählt: Geschäfts- sührer Dorn, Redakteur Gärtner, Kassenbeamter Rudolph, Arbeiter- sekretär Max Schueeder, Gastwirt Biermann. Sleinhauer Merkel, Mechaniker Haugensiein, Kassierer Hellwarth, Einkassierer Trummert. Als Ersatzleute wurden die Genosse» Parteisekretär Treu, Friseur Mex, Gauleiter Maar, Verbandsbeamter Herrmann, Geschäftsführer Fentz gewählt. Die Liberalen haben acht Sitze, die Mitielständler einen Sitz, von der ZentrumSliste ist der Polizeikommissar Herner gewählt, der kein Zeiunimsmann ist, sondern vom Zentrum übernommen wurde, um dir städtischen Beamten und Bediensteten zu fangen. Das interessanteste sind die Schiebungen aus der liberalen Liste. Man hatte zwei Arbeiter mit auf die Liste gesetzt und damit in Arbeiter- kreisen Fischzüge versucht. Die sozialdemokratische Liste wurde von den Freisinnigen gehässig angegriffen, weil keine„wirklichen" Arbeiter daraus ständen, sondern meistens Parteibeamte. Nun sind die Arbeiterkandidaten deS Freisinns aber jämmerlich durchgefallen, weil sie durch Streichungen an die letzte Stelle gelangt sind. Soziales. NotstaiidSarbeiten. Im Gemeinderat Mülhausen i. E. erklärte in einer mehr- stündigen Nachtsitzung, in welcher niemand an der Ver- schleppung der Notstandsarbeiten schuld sein wollte, der Beigeordnete für die städtischen Bauangelegenheiten, die Stadt könne jetzt für längere Zeit zu den in den letzten Tagen bereits eingestellten Notstandarbeitern noch 256 Arbeitslose be- schästigen. ES wurde für alleinstehende Arbeiter ein Tage- lohn von 2.66 M., für solche, die Angehörige zu unterstützen haben, ein Tagelohn von 6 M. festgesetzt. Die Kundgebungen der Arbeits- losen blieben also doch nicht ohne Wirkung. In derselben Sitzung beschloß der Gemeinderat, an Stelle der vierzehntägigen Lohn- zahlung für alle städtischen Arbeiter die wöchentliche Lohn-- zahlung einzuführen. Das Duisburger Stadtberordnetenkollegium bewilligte gestern 26 666 M. für Notstandsarbeiten. Die von der Stadt zu den Not- standSarbeiten eingestellten Arbeitslosen erhalten aber nur 2,25 M. pro Tag, soweit sie verheiratet-sind. Die Unverheiratetrn bekommen, gar nur 1,56 M. Ter ortsübliche Tagelohn beträgt in Duisburg 3,25 M. Durch die schlechte Bezahlung nimmt die Bc- schäftigung der Arbeitslosen den Charakter von Almosen an und die Stadt, die Wegebauarbciten im Stadtwalde vorncbmm läßt, hat billige Hände._ Sonntagsruhe für städtische Arbeiter. Die Stadtperord>retenyersqmmlung yon Halle beschloß gestern gegen ffe SnminÄr der ToMldSstiorrärsy oi« Ablehnung einer sonntäglichen Ruhepause von- Lö- Stundew für die städtischen Ar- veiter._ .:' ftKoiffu�e�tns.vNd KonzessiMSstener.- Äach dem preußischen Gesetz vom 23. April 1966 können die Kreiso Steuern legen auf die Erlangung der Erlaubnis zum selb- ' ständigen.Betxixbe dop Kaste. und SclMikivirtschaft aber des Klein- Han dels mit B'r-anmtw etn. Viele Kreise haben von dieser Befugnis Gebrauch gemacht. Hinsichtlich des Kleinhandels mit Branntwein haben die Konsumvereine ein erhebliches Interesse daran, ob und inwieweit diese Steuer von ihnen' erhoben werden kann. Die Frage war in einem Prozeß de« Konsumvereins zu Breslau zu entscheiden. Dieser Verrin hat eine große Anzahl Vcr- kaussstellen in Breslau und vier Verkaufsstellen im Landkreise Breslau. Als in zlvei dieser Vorortsniederlagen die Lagerhalter Iveckrfeltcn, mußte die Konzession zum Kleinhandel mit Branntwein für sie, dq diese Konzejsion gleich der Schankkonzession nur phystschc» Personen erteilt wird, von neuem nachgesucht werden. Sie wurde für den Direktor der Konsumgenossenschaft nachgesucht und diesem auch erteilt. Der Kreisaussckrnß des Kreises Breslau zog nun den Konsumverein zur Konzessionssteuer heran, und zlvar für jeden der beiden Fälle mit 756 M. Der Konsumverein klagte gegen den KrciSanSschnß auf Freistellung von der KonzcsstonSsteuer.— Der Bezirksausschuß erkannte auch dementsprechend. Das Ober-BerwaltnogSgericht bestätigte das Urteil dieser Tage mit folgender Begründung: Der Konsumverein könne schon deshalb nicht zur Konzessionssteuer lierangezogeit werden, weil nicht ihm, waS ja unmöglich wäre, sondern dem Direktor die Konzession erteilt sei. Aber auch der Direktor(oder die Lagerhalter! als Konzesstonsträger könnten nicht in Frage kommen als diejenigen, die zur Kreiskonzessionssteuer herangezogen werden könnten, denn der Direktor beziehungsweise die Lagerhalter seien ja keine Gewcrbetrciberrde. Nun sei eingewendet worden, daß die Konzession unmittelbar zwar für den Direktor, tu Wirklichkeit aber doch für den Konsumverein nachgesucht sei. Wollte man auch diesem Einwände folgen, dann müßte mau doch zur Freistellung kommen. Denn es hairdele sich hier um schon bestehende Betriebs- slätten des Konsumvereins, die von Anfang an seine Betriebsstätten gewesen seien. ES könne also nicht die Red« davon sein, daß der Konsumverein aus Anlaß dcS Wechsels zweier Lagerhalter»schon bestehende Betriebsstätten anderer übernommen" habe. Huö Induftne und Handel. Berliner Brauereien. Da? Böhmische Brauhaus erzielte im letzten nur neun Monate umfassenden Geschäftsjahre einen Bruttogewinn von 1756147 Mark (im ganzen Vorjahre 2575 234 M.) ES verbleibt ein Gewinn von 1484 M. Eine Dividende gelangt nicht zur Verteilung, während für da» Vorjahr 5 Proz. ausgeschüttet wurden. Nach dem angen- blicklich in Kraft befindlichen Gesetz zahlte die Gesellschaft inS- gesamt 333 125 M. Brausteuern und nach dem neu vorgeschlagenen Gesetze der Regierung würde sie 795 256 M. zu zahlen haben. In der Generalversammlung der Schultheiß' Brauerei bemerkte der Vorsitzende: Er sei eS bisher bei der Schultheiß' Brauerei nicht gewohnt gewesen, ei» gegenüber dem Vorjahre verschlechlerieS Er» aebnis de» Aktionären vorlegen zu müssen. Aber dank der abscheu- lichen Wirtschaftspolitik und dank der Gesetzgebung, die da« Brauerei- gewerbe immer al» die milchende Kuh ansieht, sind wir nicht in der Lage, über ein Geschäftsjahr mit aufstetgeiidem Resultat berichten zu können. Elm Dividende von 14 Proz. gelangt sofort zur Aus- zahlung._ Elektro- Treuhand- Aktlengrfellschaft. Die GriindungSprotokolle dieser Geseüschaft, über welche bereits wiederholt berichtet worden Ist, sind gestern vollzogen. Als Gründer fungierten die Allgemeine EleltrizitätS-Geseüschaft, Siemen» u. Halske, Akt.-Gcs., Siemen»- Schuckertiverke G. m. b. H. und die Herren Geh. Baurat Dr. Rathenau und Geh. Regiernngsrat Dr. W. v. Siemens. Das Sltieickapital beträgt 36600006 M. EleltrlzitStZ-Mieu-Gcsellschaft«arm. Schurkcrt u. Co. iit Niiru- oerg. Der Johresabschlud ergibt für 1907/03 einen Briittogeiniim von 5»18 208 M. fim Vorjahre 5 330 232 27?.), wozu 1 198 045 M. (im Borjahre 965 716 M.) Gewinnvorlrag kommen. Eö verbleiben 3 866 593£D?.(3 882 424 27?.) Reingewinn. Nach Verteilung von 5 Proz. Dividende(wie im Vorjahre) werden 1206414 M. (1 198 045 M.) auf neue Rechnung vorgetragen. SewerKscKattlkdeg« Berlin und Umgegend. Hirsch-Dnnckerscher Schwindel. Seitdem der bekannte Herr Erkelenz, der Vater Hirsch- Dnnckeischer Verratstaktik, die Berliner Beivegung der Hirsche leitet, hat die Kampfcsweise moralisch nicht gewonnen." Aber sie erfreut sich der dankbaren Anerkennung der ausgesprochensten Arbeiterfeinde. Vorspanndienste leisten die Hirsche der Reaktion. Und der Wirkung ihrer Schtvindelcien sind die Hirsche sich sicher bewußt; sie können so dumm und einfältig nicht sein. nicht zu wissen, daß sie Wasser auf die Mühlen der Scharf- macher liefern. Man muß also annehmen, daß das in bewußter Absicht geschieht. Das vervollständigt das Bild von den Gewcrkvereinen. Wie skrupellos von jener Seite gehetzt und geschwindelt wird, davon liefern Berichte in der„Volks- Zeitung" vom 26. Oktober über eine in den„Prachtsälen des Ostens" abgehaltene Geiverbegerichtsivählerversammluug neuen, umviderleglichen Beweis. Im Stile einer Mordgeschichte wird da unter der Stichmarke„Zu Gelvalttätigkeiten" behauptet. unter Führung der Genossen Haudtke, Blaus und Wuschick sei die vom Hirsch-Dunckerschcn Gewcrkvercin am 25. Oktober einberufene Versammlung gesprengt worden, und es sei zu Tätlichkeiten gegen die anwesenden Mitglieder des Gewerk- Vereins gekommen. Diese Behauptungen der„Volks-Zeitung" entsprechen ebenso wenig der Wahrheit, wie die in dem Ung- blatt des Gewerkvcreins:„Eine nackte Zeichnung" aufgestellten. Wahrist vielmehr, daß der Redner desGeiverkvcreius, derbe- kannte Herr Gleichauf. in der unerhörtesten Weise die anwesenden Mitglieder der Sozialdemokratie svivie die bisherigen Beisitzer des Gelverbegerichts provozierte und beschimpfte. Die Ruhe, die von den Versammlungsbesuchern während der Rede des Herrn Gleichanf trotz seiner Provokalionen bewahrt wurde, war geradezu beivnuderungslvürdig. Nachdem Gleichauf durch sein Verhalten die Versammlung aufs äußerste gereizt hatte, wurde aber auch noch die in den Einladungen versprochene freie Aussprache nicht gewährt. Nach Herrn Gleichauf sollte noch ein Herr Schumycher— schimpfen und dann die Ver- sammlung nach Hause gehen. Solche verräterische Feigheit rief allerdings einen Sturm der Eutrüstung hervor. Uin einen ruhigen Verlauf der Versammlung zu ermöglichen, begaben sich die vorgenannten Genossen auf das Podium und ver- suchten die Einberufer der Versammlung zur Jnnehaltung ihres Versprechens der freien Aussprache zu de- ivegen. Das wurde' von den Herren strikte abgelehnt! Bei dem Tumult, der jetzt ausbrach, taten sich die amvesenden Geiverkvereinlcr in einer Weise hervor, daß bei jedem objektiv urteilenden Zuschauer der Eindruck erweckt wurde: das ganze ist inszeniert, um wieder recht beweglich über den„Terro- rismus" der freien Gewerkschaften jammern zu können. Erkelenz-Taktik I Ferner wird in der„Volksztg." behauptet, es sei versucht worden, die anwesenden Gewerkvereinler mit Stühlen zu bearbeiten. Auch das ist freche Lüge und hat nur den Zweck, den Scharfmacherschleifstein in Beivegung zu setzen. Es soll sogar ein Gewerkvereinler nicht unerheblich verletzt worden sein. Jedenfalls hat man diesen Gewerkvereinler dem eisernen Bestand des„Regulators" oder der ReichSlngen- oerbandspresse entnommen.— Und das nennt sich immer noch Arbeiterorganisation!-- Die ganze Notiz der„Volkszeitung" ist lveiter nichts, als ein dreister Schwindel, ein echtes Charakteristikum der schoflen Kampfesiveise unserer Gegner. Die Urheber der Notiz werden das Gegenteil dessen ernten, was sie erwarten. Das Ver- halten der Vertreter der Hirsch-Dunckerschcn Gcwerkvereine läßt cS angebracht erscheinen, zu empfehlen, den Vcrsamm- lUngen der Hirsche fern zu bleiben, denn es ist in keiner Weise eine freie Aussprache gewährleistet. Um lediglich das Geschimpfe der Gleichauf und Genossen anzuhören, das lohnt vahrlich nicht der Mühe._ Die Gcwcrliegerichtswahl macht cS notwendig, daß die Genosien, velche am Sonntag zum Barbier gehen, dies schon am Vor- nittag tun, jedenfalls n i ch t e r st k u r z v o r 2 U h r. da es sonst unseren Niitgliedern erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gemacht vird, rechtzeitig zur Wahl zu gehen.—' Uebrigens wäre sehr vünschenswert. wenn die Genossen diese Mahnung allgeinein beherzigten. damit unseren 2>titgliedern die ZtrbeitLzeit des Sonntags .licht unnütz bis weit über 2 Uhr hinaus verlängert wird, was im Linter stets der Fall ist infolge des späten Kommens der Kundschaft. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgebung. veurkebes Reich. Streik auf Grube Saar und Mosel. Ein Streik, den die Vertreter der Bergarbeiterverbände mit aller Gewalt verhindern wollten, ist durch das hochfahrende und heraus- , ordernde Verhalten der Grubendirektion nun doch beschlossene Tat- fache geworden. Als am Sonnabend die Belegschaft deS Schachtes Merlenbach plötzlich die Anfahrt verweigerte, rieten die Vertreter der Verbände den Arbeitern, angesichts der Krisis Abstand von etwaigen Lohnforderungen zu nehmen und sich hauptsächlich auf die Forderung zu beschränken: Sicherheit des Betriebes, Beschaffung von Rettungsapparaten. Verbandszeug usw., lauter Forderungen, die man in einem Rechtsstaat und unter geordneten Verhältnissen als Selbstverständlichkeiten betrachtet, wo- für im„Rechtsstaat" Deutschland die Arbeiter erst wochenlang streiken müssen I Die Arbeiter, die nicht organisiert sind, erklärten sich sehr ungern damit einverstanden, obschon sie wünschten, daß auch die Lohnfrage als Gegenstand des Streiks gemacht werde, da die Kämeraden sich eine noch weitere Lohnreduzierung nicht mehr gefallen lasten wollten. Der neue Direktor V o g e l s a n g hat seine Aufgabe seit Monaten darin erblickt, die Löhne herunterzusetzen, wahrscheinlich weil er glaubte, mit dieser Arbeiterschaft Schindluder spielen zu können. Schicht- löbnern ist der Lohn um 30--40 Pf., Haueni vielfach bis eine Mark gekürzt worden. Dazu herrscht ein fast unglaublich willkürliches Strafsystem und eine Behandlung, die vielfach der Beschreibung spottet. So klagte eine Kameradschaft, daß ihr im vorigen Monat 48 Wagen direkt gefehlt hätten, und als sie sich beim Betriebsführer beschwerten, seien sie dazu noch mit 8 M. bestraft worden I Bei dem Streik im April wurde mitgeteilt, daß einer Kameradschaft in einem Monat 147 Wagen genullt, einer anderen 144, dazu noch hohe Strafen verhängt wurden I Das Nullen ist durch diesen Streik beseitigt worden, aber dafür bestraft man die Kmnpels um so höher wegen Förderns von unreinen Kohlen, so daß die Berg- Berantw. Redalteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil vergntw..: leute auch jetzt wieder die Forderung stellen wollten: Strafen wegen unreiner Förderung oder Mindermaß dürfen fünf Mark im Monat nicht übersteigen. Bei Ausbruch des Frühjahrsstreiks spielte sehr viel mit. daß ein Beamter einen Arbeiter, der um Lohnvorschuß vorsprach, blutig schlug, daß er mehrere Tage zu Bett liegen mußtel Auch diesmal wurden Klagen von Mißhandlung vorgebracht und gewünscht, sie sollten als Streiksorderungen mit aufgenommen werden. Trotz alledem riet der Vertreter des Verbandes davon ab, weil ein Teil der Klagen durch die Organisation auch ohne Streik bekämpft werden könne, die Zeit jetzt nicht angetan sei. Lohnforderungen zu stellen. Die Belegschaft war damit zufrieden; wenn nur die Betriebssicherheit erreicht würde, wollte sie wieder an- fahren. Genügsamere Menschen wie diese Aermsten der Armen, die von den Agenten des Herrn S t i n n e S aus allen Teilen Europas zusammengeschleppt wurden, gibt eS kaum noch. Untergebracht sind diese Lohujklaven in großen Werkskolonien, in denen das grenzen- loseste Elend herrscht. Die Wohnungen machen von außen den Eindruck riesiger Mietskasernen, imien sind sie kahl und leer. Oft findet man in einer solchen Wohnung anßer der von der Zeche gelieferten Kochmaschine nnr ein schmutziges Bett als HauShaltungs- gegenstände. Kinder und Kostgänger schlafen auf dem Fußboden auf Lumpen. Als Tische dienen die Fensterbänke, als Stühle ein roheS Brett I Wer ein derartiges Sklavenquartier durchwandert, kann sich ein Bild machen von dem— Segen kavitalislischer Wohlfahrt. Die Organisationsvertreler ließen nichts unversucht, den Bergleuten zu ihrem Recht zu verhelfen. Sie teilten dem kaiser- lichen Bergmeister in Saargemünd, Herrn v. B r a u n m ü h l. die ganze Sachlage und auch die Forderungen mit. ersuchten ihn, für die Sicherheit des Betriebes zu sorgen. Herr Braunmühl, anstatt sich mit den Arbeitern in Verbindung zu setzen, fuhr zur Direktion und attestierte dieser, daß die Betriebssicherheit nicht gefährdet sei. Die Direktion lehnte die von der streikenden Belegschaft gewählte Kom- Mission ab. so daß die Belegschaft am DienStag entscheiden m»bte, ob sie bedingungslos wieder anfahren, oder ob sie streiken wollte. Eine von über tausend Bergleuten be- suchte Versammlung in Merlenbach entschied sich ein- stimmig für den Streik, obgleich sie auf alle Folgen, Kontraktbruch. Abzug von sechs Schichten, keine Streikunterstützung, aufmerksam gemacht worden war. Die Bergleute sagten, wenn die Direktion und der kaiserliche Bergmeister offiziell„festgestellt" hätten, daß es sich um„unbedeutende Grubenbrände" handele, so sei bisher noch vor allen Katastrophen und auch nachher offiziell„festgestellt" worden, daß keine Gefahr bestäube. Auf Reden, aus Rösseln, auf Grünberg. Kar olinenglück, Kaiser st uhl, Ranken- holz und jetzt auf R a d b o d hätten die Bergleute wachenlang vorher daS Unglück vorausgesagt, während die Bergbehörde„fest- stellte", daß keinerlei Gefahr vorhanden sei. Sie wollten nicht erst warten, bis einige Hundert im Schacht verbrannt und zerschmettert und als Leichenreste zu Tage gefördert würden. Der kaiserliche Bergmeister könnte die Grube nicht befahren haben, denn anders sei sein Urteil nicht zu verstehen. Eure weitere Vermutung in Spittel, wo es sich um die Belegschaften der Schächte II und VI handelt, nahm denselben Verlauf. Vom Verband ist der Genosse Hansmann, bekannt als Mitglied der Siebenerkommission eingetroffen, die die Führung des Streiks übernehmen wird. Beamte der Grube gehen, mit Revolvern ausgerüstet, durch die Kolonie und suchen ostentativ Krawalle zu provozieren. Sie schießen abends und hetzen dann die Gendarmen auf die bekannten Käme- raden, die sich dann eine Leibesvisitation gefallen lasten müssen- Des Morgens geben die Beamten herdenweise nach dem Bahnhof, um die von auswärts Kommenden in ihre Mitte zu nehmen und nach dem Schacht zu führen. Am Dienstag fand sich 1 Streikbrecher ein, den mehr als l2 Beamte in ihre Mitte nahmen, dazu noch 4 Gendarmen, also 16—20 bewaffnete Mann, um einen Streik- brecher nach der Zeche zu führen 1 1 Bleibt die Belegschaft standhaft. muß sie innerhalb acht Tagen ihren Kanipf gewinnen, weil die Ge- birgsverbältnisse ein längeres Stillstehen des Betriebes nicht ver- tragen können._ Eine FnhrradarbcitcrauSspcrrung ist in Nürnberg angedroht. Tie Fabrikanten benützten die Zeit der schlechten Koniunktur, um erhebliche Lohnreduktionen durckizusetzcn. In den Viktoriawerken wurde es den Arbeitern schließlich zu bunt, so daß sie in den Streik traten, der schon seit vielen Wochen andauert. Dieser Tage sahen sich auch die Arbeiter der Marswerke veranlaßt, die Arbeit niederzulegen, weil ihre Versuche, wegen der ungerechten Abzüge mit der Firma durch eine Kommission zu unterhandeln, mit weiteren Abzügen beantwortet wurden. Nun hat der Baqerische Jndustriellcnverband das Ultimatum gestellt, daß auch die übrigen Werke am 26. November geschlossen werden, wenn in den Mars- toerken nicht zu diesem Termin die Arbeit zu den„jetzigen Bedingungen" wieder aufgenommen ist. Der Kongreß der italienischen Postbeamten. In der vorigen Woche hat in Florenz der zweite Kongreß des Verbandes der italienischen Postbeamten getagt. Zugegen waren 115 Delegierte, die 12 816 Organisierte vertraten. Die Ein- nahmen des Verbandes aus Mitgliedsgeldern, die im Jahre 1905 29 729 Lire betrugen, sind im Jahre 1907 auf 39 985 Lire gestiegen. Vräsidcnt des Verbandes ist seil seinem Besteben Genosse F i l i p p o Turati, der dem Kongreß erklärte, die Wiederwahl nicht an- zunehmen. Da aber die Verbandsmitglieder von dem Siucktritt Turatis nichts wissen wollten, dürfte er wohl die Präsidentschaft bis auf weiteres fortführen. Dem Kongreß hatten die Postbeamten- organiiationen Englands. Frankreichs und der Schweiz Begrüßungstelegramme gesandt. Die Diskussion und Beschlußfassungen bewegten sich natürlich vorwiegend auf dem Gebiete der Fachinteressen der Postbeamten. Es wurde ein Votum gegen die administrative Verschmelzung des Postwcsens mit dem Telegraphen- und Telephondienst angenommen, weiter ein solches für die seit Jahren in Aussicht gestellte Ver- Minderung der Telegrammgcbühren, die heute für jedes Telegramm von höchstens 16 Worten 1 Lire betragen, lieber die politische Altion der Beamten im Postdicnst wurde beschlossen, man'olle im nächsten Wahlkampf die Kandidaten unterstützen, die sich verpflichteten, sür die Forderungen der Bcaintensckiast und namentlich gegen die Miliiärausgaben zu stimineu. Der Streik als Mittel zur Erlangung wirtschaftlicher Vorteile wurde abgelehnt, aber als ultima ratio zum Schutze der politischen Rechte der Beamtenschaft offen gehalten. Der Kongreß hat in sofern ein interessantes und vielleicht folgen- schweres Nachspiel gehabt, als daS Ministerium es für gut gefunden hat, einen der Kongressisten, den Referenten Campanozzi auf dem Disziplinarwege des Dienstes zu entheben! Diese Maßregel, die in der Geschichte der italienischen Beamienbewegmig einzig dasteht, wird mit einer Bestimmung des neuen Gesetzes über die RechlSstellnitg der Beamten motiviert. Eampanozzi soll in seinem Referat D i e n st g e h e i m n i s s e verraten haben. Nun hat aber Genosse Campanozzi lediglich hervorgehoben, wie ungiinstig sür den Staat der Vertrag mit der Firma P i r e l l i über die Instand- Haltung der Telegraphenkabel sei und daß dieser Vertrag von der Sachverständigenkommission zurückgewiesen wurde. Seit wann sind denn diese Dinge, die jeder mit diesem Sonderfach Vertraute wissen kann und deren Kenntnis im öffentlichen Jnteresie liegt, ein Dienst- gehcimniS? Bloß, weil dem Minister ihr Bekanntwerden nicht in den Kram paßt I ES ist noch nicht bekannt, in welcher Form der Verband der Postbeamten gegen die Maßregelung Stellung nehmen wird. Glocke, Berlin- Druck U-Verlcg: Vorwärts B�ckjdr, tz, VrrlagSgiiWt Versammlungen. Tie Eisen-, Metall- und Nevolverdreher, die im Deutsche« Metallarbeiterverband organisiert sind, hielten am Sonntag in den Musiler-Festsälen eine gutbesuchte Mitgliederversammlung ab. Genosse Max Grunwald referierte über;„Wirtschaftliche Krisen und Gewerkschaften". Ter Vortrag gewährte sehr lehr» reiche Einblicke in das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise, indem er in interestantcr Weise die in ihr wirkenden ökonomischen Bewegungsgesetze klarlegte. Durch gut verwandtes Zahlenmaterial verstärkte Redner den Eindruck bei der aufmerksamen Zuhörer- schuft. Er zeigte, wie die wirtschaftlichen Krisen mit Namr- Notwendigkeit aus dem Wesen der kapitalistischen Produktion herauswachsen. Was könnten nun die Gewerkschaften, die sich die Arbeiter im bewußten Gegensatz zum Kapital geschaffen hätten, in der kritischen Periode tun? Je länger je mehr hätten ja die Gewerkschaften durch ihre Erziehung dem früheren Zustande ein Ende gemacht, daß in der kritischen Periode die Arbeiter, wie auf der Flucht, ihre Organisation verließen. Die Arbeiter hätten er- kennen gelernt, daß die Gewerkschaften in der Zeit der Krisis ihre Stütze seien. Nicht nur in materieller Beziehung. Gewiß sei die materielle Unterstützung durch die Gewerkschaften auerkennens- wert und notwendig. Daneben aber sei von noch höherer Bedeutung die moralische Unterstützung, die die Arbeiter in der kritischen Periode durch die Gewerkschaften erfahren, die Unterstützung ihres Denkens und ihrcL Fühlens. Die Gewerkschaften seien in dieser Zeit völlige Lcbcnsanker für sie, daß sie nicht den Mut überhaupt verlieren, nicht in das Lumpenproletariat herabsinken. Gegen die Unterstützung der Arbeitslosen habe ja der Kapitalist nichts, aber dagegen habe er etwas, daß die Leute noch während der Krisis an ihre Gewerkschaften dächten, daß sie das Solidaritäts- und Kampf- bcwußtsein behielten. Deswegen gehe ja auch das Bestreben deS Kapitalismus dahin, die Gewerksckaften in dieser Zeit zu schädigen. Die Gewerkschaften seien daS beste Mittel, in der Krise dem 2lr- beiter sein Kraftbcwußtsein zu erhalten, ihm moralisches Rückgrqj zu bewahren, ihn vor der Verzweiflung des Elends zu schützen. Damit er in den Reihen der Kameraden stehen bleibt, das Elend gemeinsam mit ihnen kostet, aber auch weiß, daß er durch den Zusammenhang und Zusammenhalt in der Organisation über das Elend hinwcgkomml. Und zur Erleichterung hierbei, nicht als Selbstzweck, hätten die Gewerkschaften die Unterstützung gegen Arbeitslosigkeit eingeführt. In der Hinsicht hätte die Unterstützung ihre Bedeutung, nnr dürfte sie nicht Selbstzweck werdeti. Diese Einrichtungen könnten immer nur Mittel sein, die Organisation kampfbereit zu erhalten. Eine Kampfesorganisation müsse es bleiben. Da nur durch Ueberwindung des Kapitalismus der Ar- beiter zum vollen Ertrag seiner Arbeit kommen könne, so müsse auch jeder Gewerkschafter sich der politischen sozialdemokra- tischen Organisation anschließen. Redner schloß mit der Auf- fordcrung, den Verband zu stärken und zu imnicr höherer Leistungs- fähigkeit cmporzubringen.(Lebhafter Beifall.)— Nach kurzer Diskussion und einem Schlußwort des Referenten wählte die Ver- sammlung zur ErgänzungderLlgitationskom Mission die Mitglieder B r ü m m e r und Z i r p e l.— Unter Branchen- angelcgenheiten wurden Verhältnisse und Vorkommnisse in der A. E. G. besprochen. Namentlich kritisierte man, wie das in der Brunnenstraße eingeführte aniecikanische System(schnellster Lauf der Maschine und größerer„Vorschub") dazu benutzt worden ist, mit der Lohnberechnung(Akkord) immer mehr herabzugehen, so daß nicht mal mehr der übliche Durchschnittsverdienst von 90 Pf. pro Stunde erreicht werde, sondern der größte Teil der Kollegen nur 00 und 70 Pf. erziele.— In der Turbinenfabrik, wo schon fort- während Abzüge erfolgt seien, habe man auch dies System ein- führen wollen. Damit verbunden sei das Bestreben, eine be- stimmte Intensität der Arbeit, die daS zulässige 27?aß überschreite, gewissermaßen vorzuschreiben. Darüber sei es schließlich zum Streik der Llbteilung Fuhrmann gekommen. Die Angelegenheit sei ja beigelegt. Von den 455 Ausständigen sei aber erst ein Teil wieder irn� Betrieb; die andern, ungefähr die Hälfte, würden nach Bedarf wieder eingestellt.— Unter anderm wurde auch hervor- gehoben, daß die 2l. E. G. bei ihrem großen Reingewinn es nicht nötig hätte, so sehr auf die Vermehrung des Mehrwerts bedacht zu sein.— Eine andere Branchenangelegenheit, die Verteilung von Akkordverdiensten bei Schichtwechsel betreffend, wurde wegen vorgerückter Zeit vertagt. Der Zentralverband der Dachdecker hörte am Sonntag vor» mittag einen Vortrag von Buchs über die bevorstehenden Ge» wcrbcgcrichtsbeisitzcrwahlen für Berlin. In der Diskussion stimm» tcn öle Redner der Mahnung des Vortragenden, sich an den Wahlen eifrig zu beteiligen, bei. Einige Fragen wurden zufriedenstellend beantwortet,— Darauf erfolgte die Abrechnung vom Stiftungs» fest, dessen Ueberscknß dem Streikfonds zufiel. Ein Antrag, daß die Arbeitslosen sich während der Wintermonate jeden s e ch st e n Tag(anstatt wie bisher jeden dritten Tag) beim Arbeitsnachweis zur Kontrolle zu melden haben, wurde angenommen. Henkel wurde als Mitglied zum Verbandsausschnß wiedergewählt; er hatte sich veranlaßt gesehen, sein Amt nieoerzulegen; die Versammlung stellte ihm aber mit 40 gegen 27 Stimmen und mehreren Stimm- cnthaltungcn ein Vertrauensvotum aus. Letzte Nachrichten und Depcfchcn. Unterschlagungen bei den Berliner Gaswerken. Der Buchhalter Hauswirt von den Gaswerken hat Unter» schlagungen verübt und i st flüchtig. Er hat die Bücher gefälscht und ist daim, als die Fälschungen aufgedeckt wurden, ge- flohen. Nach den bisherigen Feststellungen handelt eö sich bei den Veruntreuungen nnr um kleinere Beträge. Finsternis. Hannover, 26. November.(W. T. B.) Infolge Kurzschlusses in der Hauptleitung der elektrisckien Zentrale versagte heute abend gegen 5?� Uhr plötzlich in allen Teilen der Stadt das elektrische Licht, wodurch die Hauptstraßen in Duutcchcii gehüllt wurden und im Geschäftsbetrieb eine cmpfmdliche Störung eintrat. Eine größere Anzahl Kontore und größere Geschäfte sahen sich genötigt, vorzeitig zu schließen. Auch in den Cafes und Restaurants, die vom städtischen Elektrizitätswerk mit Licht versorgt werden, stockte der Betrieb. Das Hoftheater konnte seine Pforten nicht öffnen. Die Telephonzentrale war� gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die nähere Ursache der Störung, die um 8 Uhr noch andauerte, konnte bis dahin nicht festgestellt werden. Ter Ptcitegcicr. Köln, 26. November.(W. T- B.) Der„Kölnischen Zeitung" zufolge hat die Bonner Bank für Handel und Gewerbe den Konkurs angemeldet. Die für morgen in Aussicht genommene Gläubiger- Versammlung fände nicht statt. Köln, 26. November.(W. T. B.) Wie die„Kölnische Volks- zeitnng" meldet, macht die Firma Kaiser u. Co., Puddel- und Walzwerke zu Weidenau(Sieg) durch Anschlag bekannt, sie müsse ihren sämtlichen Arbeitern kündigen; das Werk solle gänzlich still. gelegt werden. Die italirntsche Presse gegen die Studcntenkrawalle. Rom, 26. November.(W. T. B.) Alle Blatter, einschließlich des sozialistischen„Avanti", tadeln die Kundgebungen der Stu- deuten vor den Botschaften scharf und fordern zur Achtung vor der Unvcrletzlichkcit der Botschaften auf. Vermißt. New York, 26. November.(W. T. B.) Von dem bei Sandy Hook gesunkenen Dampfer„Finance" werden sechs Passagiere und zwei Man» der Besatzung als vermißt gemeldet., ßaü! Singer& S W,— Hietzu 3 Beilagen u.Untrrhaltuugsbl, It. 278, 25. Iahtgallg. t KcilNt Ks Juriuärts" kreitag. 27. Nooembtt IM. Reichstag, 169. Sitzung vom Donnerstag. den26. November, nachmittags 1 Uhr. Hm Bundesratstische: v. S y d o w. Eingegangen ist der Entwurf des ArbeitSlammer- Gesetzes. Die erste Lesung der „Reichsfinanzreform" und der Steuervorlagen wird fortgesetzt. Abg. Speck iZ.): Noch nie hat eine Finanzreform in den weitesten Kreisen des Volkes größeren Unwillen erregt wie die vorliegende. (Sehr richtig!) Schon die Inszenierung war sehr wenig glücklich. Zuerst wurde das Volk nur löffelweise mit den geplanten Steuern bekannt gemacht, und die Veröffentlichung selbst erfolgte dann in dem allerungünstigsten Moment: als die Aufdeckung groher Mst stände in unserer äußeren und inneren Politik das Ver trauen in die Regierung erschütterte.(Sehr wahr! im Zentrum.) Herr Schräder meinte, die reichen Leute würden gern Steuern zahlen. Nun, die Aulomobilstcuer hat das Gegenteil bewiesen; ich erinnere daran, daß der kaiserliche Automobilklub Stellung gegen diese Steuer genommen hat und daß die Steuer dann auch heruntergesetzt worden ist.(Hört I hört! im Zentrum.) Die Hinweise des Reichskanzlers aus das Ausland be- weisen für unsere BerhälMisse nichts; nicht bei den Steuern soll man das Ausland zu Vergleichen heranziehen, sondern die parlamen- .rarischen Einrichtungen des Auslandes sollte sich der Bundesrat zum Muster nehmen!(Lebhaftes Sehr richtig! im Zentrum und links.) Di- lürke Seite des Hauses will unsere Zollpolitik für die allgemeine Preissteigerung verantwortlich machen(Zustimmung links), aber die Preissteigerung ist auf der ganzen Welt vorhanden, sie ist eine Folge der allgemeinen Konjunktur. Unsere Industrie hat einen großen Aufschwung genommen gerade nach der Einführung unserer Schutzzollpolitik.(Zuruf iinks: Trat, derselben!) Die Grundlage jeder gesunden Finanzreform muß die Frage des Bedarfs fem. die sehr genau zu prüfen ist. Redner wendet fich deS weiteren gegen die ElektnzitätS- und Gassteuer. Alle Korporationen in Bayern haben gegen diese Steuer protestiert. Diese Steuer würde nach der Elektrisierung der Bahnen nicht weniger alö 37.5 Proz. de« Reingewinns absorbieren. Auch der Mittelstand wird durch diese Steuer erheblich geschädigt: denn gerade die Elektrizität ermöglicht dem kleinen Handwerker durch den Betrieb mit Kleinmotoren die Konkurrenz.— Gegenüber den Dar- legungen de» Reichsschaysekretärs hätte der Vertreter der bayerischen Regierung ihren Standpunkt hier darlegen sollen(Sehr richtig! im Zentrum), zumal da dieser Standpunkt der des ganzen bayerischen Volkes ist.(Lebhaste Zustimmung im Zentrum.) Beim Reichs- vereinsgesetz ergriff er das Wort, ohne daß diese Uebereinstimmung inst der bayerischen Bevölkerung vorhanden war! Redner belänipft sodann die Rachlaßsteuer: fie sei geeignet. gerade auf dem Lande die Familienmitglieder vom Mitarbeiten für das gemeinsame Vermögen abzuhalten und so überhaupt der Land- arbeit und dem Lande zu entfremden.— Das Branntweinmonopol soll nur der erste Schritt zu wetteren Monopolen und damit zur Verstaatlichung der Produktion, zur sozialistischen Wirtschaft sein. Wir können dem Monopol daher nicht zustimmen, wir empfehlen vielmehr eine Fabrikat st euer oder VerbrauchSabgabe. aus ethischen Gesichtspunkten verwerfen wir das Branntwein� Monopol. Wir bekämpfen die Schnapspest und dürfen eS nicht zu lasten, daß eS schließlich dahin kommt, daß daS Reich aus fiskalischen Gesichtspunkten den SchnapSkonium zu heben sucht. Dazu kommt, daß man für die notwendigen Entschädigungen 130 Millionen Mark auswenden will in demselben Moment, wo man über unsere Anleihe- Wirtschaft klagt. Der Reichskanzler hat hier lebhast auf S p a r s a m k e i t ge- drungen, er soll auch einen entsprechenden Erlaß an die einzelnen Ressorts gerichtet haben. Es wäte interessant, zu wisten, waS darin steht. Als der Reichskanzlers schon am 25. Februar 1907 die Ratwendigkeit des SparenS betonre und sagte, auch durch Ver- einfachung in der Armee könne gespart werden, erläuterte der Hriegsminister in der Budgetkommission das dahin: wenn die Neu- uniformierung durchgeführt, die Festungen ausgebaut, die Neu- bewaffnung eingeführt sei, könne an Ersparnissen in der Armee gedacht werden!(Große Heiterkeit.) Es entspricht nicht dem Ernst, kleines feuilleton. Wie man Bilder fälscht. In München wird em umfangreicher Prozeß verhandelt, in dem die Praktiken moderner Bilderfälscher ans Licht kommen. Man ist erstaunt, wie leicht Händler und die Käufer getäuscht loerden. Aber man erinnert sich auch, daß die Fälschungen von jeher zur Kunst gehörten. wie der Schatten zum Licht. Aber diesen Niesenumfang und diesen gewerbsmäßigen Charakter haben die Fälschungen doch erst mit dem Hochkonimen der Bourgeoisie angenommen. Erst der Kapitalismus machte alles zur Ware und schuf andererseits eine große Klasse von Menschen, die alle Schätze der Welt, auch die seltensten Kunstschätze aller Zeiten zu sammeln die Mittel und das meist nur von niedrigsten Prunk- und Luxusbedürfnissen genährte Streben hatten. Ganz davon zu schlveigen, daß die Kapitalsanlage in Kunstwerken oft zugleich eine rein spekulative ist. Werke, die nur einmal vorhanden sind und den Kulturbesitz der Völker bilden sollten, die sie geschaffen haben, sind heute täglich in Gefahr, von irgend einem Kapitalprotz irgend- ivohin verschleppt zu werden, wo sie nur seine Intimen zu Gesicht bekommen. Aber, o Ironie, die Kunst rächt sich an diesen Mäcenen, indem sie ihre Gier und ihren Unverstand mit Fälschungen be- schwindelt. Die Methoden der Fälscher, die heute ganz modern, arbeitS- teilig und cngroS arbeiten, sind raffiniert und ihre Resultate oft verblüffend. Es ist nicht immer leicht, gemeine Fälschung von weitherziger Restauration zu trennen. Schlecht erhaltene Gemälde können in sachkundiger Weise wiederhergestellt, sie können aber auck durch skrupelloses Uebermalen zu ganz neuen Bildern gemacht ivkrden, die man dann gewöhnlich unter einem hochberühmten Namen in den Handel bringt. Manche Maler sind besondere Lieb- linge der Fälscherkunst, so Dürer, so Claude Lorrain, besten Ruhm und leicht nachzuahmende Manier schon zu seinen Lebzeiten ganze Fälscherbanden ausnützten. Er suchte sich dagegen zu wehren, indem er in seinem„Buch der Wahrheit*(jetzt im Besitze deS Herzogs von Devonshire) eine genaue Skizze aller seiner Schöpfungen mit Angabe der Besitzer und ihrer Wohnorte eintrug. Doch haben sich die Fälscher nicht abhalten lassen, nach Claudes Bildern und Skizze» tapfer weiterzuarbeiten. So erzählt Graf Schock, wie er durch seine Aufträge einen jungen deutschen Maler in Rom gerettet habe, den sein Hausherr zur Herstellung von falschen Claudes und i'iuysdaels mißbrauchte. Bon einer großen Werkstälte. in der wert- lose alte Bilder durch llebermalen zu Meisterwerken gestempelt wurden, erzählt Julius Schnorr von Carolsfeld in einem Briefe vom Jahre l8lH aus Florenz. Unter den modernen Meistern sind besonders Corot, Meisioiäer, Lenbach der Vorliebe von Fälschern anheimgefallen; doch schreckt der Betrug vor keinem Namen zurück, der hoch im Preise und hoch im Ruhme steht, wie auch diesmal wieder die plumpen Kopien BöcklinS und Menzels beweisen. Es hat sich i« diesem mm schon so lange getriebenen Gewerbe eine direkte Gcheimkunst heranSgebildst, die mit tausend Mitteichen und Anden eine Einrichtung wie daS Heer hat, wenn man die Uniform mit allerlei Firlefanz ausstattet.(Sehr richtig I im Zentrum.) Der mammonistische Zug unserer Zeit findet von oben keinen Wider- stand, sondern weilgehende Förderung. Herr Wicmer hat hier von der verkehrten Polenpolitik Preußens gesprochen. Noch verkehrter ist sie. wenn sie auf das Reich übertragen wird. Aber gerade Herr Wiemer hat mit seinen Freunden für den Spracheiwaragraphen des Vereinsgesetzes und für die Ostmarkenzulage gestimmt!(Sehr richtig! im Zentrum.) Ebenso bat Herr P a y e r früher die Polenpolitik bekämpft, aber dann doch für das Vcreinsgesey gestimmt. Ich fürchte, wenn das schwärze Ge- spenst wieder an die Wand gemalt wird zum Schrecken politischer Kinder, wird so manches schöne Wort aus den letzten Tagen vergessen werden.(Sehr gut! im Zentrum.) Zu den einzelnen Steuervorschlägen behält sich das Zentrum seine Stellung vor.(Lachen links.) Für eine Reichsvermögenssteuer sind wir unter keinen Umständen zu haben. Derselbe Effekt kann durch eine Erhöhung der Matrikularbeiträge erreicht werden, ohne daß in die Finanzhohcit der Einzelstaalen eingegriffen wird.— Herr Paasche hat an das nationale Empfinden des Zentrums appelliert. Vor Tische las man's anders.(Sehr gut! im Zentrum.) Da wurden wir von rechts und links als vaterlandsfeindlich herab- gesetzt. Man glaubte uns ausschalten zu können aus der Gesetz- gebungSmaschine. Heute aber sehen wir, daß man von rechts und von links das Zentrum einlädt, niilzuarbeiten an diesem schweren Werke. Wir machen uns über die Gründe, die zu diesem plötzlichen Wandel geiührl haben, natürlich unsere eigenen Gedanken.(Sehr wahr! im Zentrum.) Jedenfalls werden Sie selbst nicht erwarten, daß wir nun Arm in Arm mit Ihnen stisch und fröhlich auf die Steuersuche gehen werden.(Heiterkeit und Sehr gut! im Zentrum.) Nach der scharfen Kritik, die die Steuervorlagen erfahren haben, ist auf Enbloc-Ai, nähme nicht zu rechnen.(Große Heiterkeit im Zentrum.) Wir beantragen, die gesanuen Vorlagen einer Kommission von 28 Mitgliedern zu überweisen.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Graf v. Schwcrin-Löwitz(kons.): Als gerechte Ergänzung der Branntwein-, Bier- und Weinsteuer verlangen meine Freunde auch eine Besteuerung der alkoholfreien Getränke!(Unruhe bei den Sozialdemokraten. Zuruf: Warum nicht auch eine Steuer auf Trinkwasser?!) Der durch die Herabsetzung der Zucker� steuer verursachte Ausfall wird schließlich durch verstärkten Konsum wettgemacht werden. Ich wundere mich sehr, daß eine Anregung, diese Herabsetzung wieder fallen zu lassen, gerade von einer Seite ausgeht, welche sonst stets gegen eine Belastung von Volks Nahrungsmitteln mit Zöllen austritt.(Sehr gut I rechts.) Der Hauptgrund unserer schlechten Finanzverhältniffe ist nicht unsere Wirtschaftspolitik, sondern unsere verkehrte Finanzpolitik, unsere Anlechewirtichaft. Der höheren Heranziehung der Besitzenden werden wir uns nicht widersetzen, aber nur in der Form erhöhter Matrikularbeiträge. Die Hauptsache ist kür unS eine ausgiebige Besteuerung deS Luxusverbrauchs.(Sehr richtig! rechts.) Nun noch ein ernstes Wort. Sowohl in der steisinnigen Presse als auch von einigen Rednern im Hause, namentlich von den Herren Payer und Schräder, ist die Absicht ausgesprochen worden, ihre Bewilligung von Steuern abhängig zu machen von der Gewährung konstitutioiieller Garantien und der Erfüllung anderer parteipolitischer Wünsche, die mit der Finanzreform in gar keinem sacdlichen Zusammenhang stehen.(Sehr richtig! rechts.) Ein solcher Standpunkt ist mir angcsicbrs der Bedeutung, welche das Zu- standekommen oder Scheitern der Finanzreform für die ganze Zukunft des Reiches besitzt, geradezu unverständlich.(Bravo! rechts.) Von einem Scheitern der Finanzreform würden doch die verbündeten Regierungen, die Minister nicht den Schaden haben, sie haben ihre Schuldigkeit getan und beziehen ihre Gehälter weiter. Aber das Reich würde in seiner Sicherheit und in seinem Ansehen und das Land in seiner wirtschaftlichen Wohlfahrt einen geradezu tödlichen Schlag erhalten.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Und worauf stützt sich diese ganze politische Kombination der Verkoppelung von parteipolitischen Wünschen mit der Finanzreform? Doch ganz allein auf die Annahme, daß diesen großen Schaden für das Land die verbündeten Re- gierungen nicht so leicht auf sich nehmen würden als der Reichstag, daß ihr Verantwortlichkeitsgefühl größer wäre als das des Reichstags. Für mich und meine politischen Freunde weise ich diese Unterstellung mit aller Entschiedenheit zurück, und ich hoffe, daß der ganze Reichstag und namentlich die Parteien, die Anspruch darauf erheben, auf nationalem Boden zu stehen, im Interesse des Landes und im Interesse ihrer Parteien den gleichen Standpunkt einnehmen. Zu meiner Freude haben die Herren Müller-Meiningen und Kopsch m ihren Reden und Veröffent- leitungen dem Betrüger Hilst. Das wichtigste ist natürlich, dem Pro dukt ein altehrwürdiges Aussehen zu geben. Zu diesem BeHufe empfahl man früh daS»Einräuchern* der Gemälde. Kommt das Bild aus der warmen Ofenröhre, wo es auch noch die schönsten Riffe und Sprünge bekommt, so wird es mit einem Absud von Milch, Asche, Ruß, Süßholzextrakt bestrichen und durch geschicktes Anbringen von Schmutz-, Schimmel- und Fliegen- flecken.verschönt*. Besondere Schwierigkeiten macht die Herstellung von künstlichem Wurmstich im Holz. Alter Wurmstich läßt sich so schwer hervorbringen, daß der geschickte Fälscher lieber daraus ver- zichlet und sicb ein echtes altes Malbrett mit gutem richtigen Wurm- stich zu verschaffen sucht. Eine andere schlimme Sorge für den Fälscher ist eine gute Kopie jener Sprungbildung. die sich auf allen echten alten Bildern findet. Während man bei alten Meistern gern auch alte Leinwand verwendet und sich so einen echten Malgrund sichert, benutzen bei modernen Meistern die Fälscher nicht selten unvollendete Studien und Skizzen, die flüchtig zu Ende ge- mall und dann als fertige Meisterwerke des Künstlers verkauft werden. Viele Kenntnisse und Sorgsamkeit erfordert die Anbringung eines korrekten Signums(Künstlernamens). Dürers charakteristisches Monogramm wurde von einem geschickten Nachahmer so täuschend auf einem Bild deS dornengekrönleu Christus angebracht, daß die Arbeit lange Zeit als eigenhändiges Werk DürerS galt. Wie dieses Gemälde, so kamen im Anfang deS siebzehnten Jahr- Hunderts noch zahlreiche andere Pseudo-Dürersche Gemälde in Handel. und eine ganze Reihe von Künstlern scheinen sich mit diesem ein- träglichen GefchSst befaßt zu haben. Am besten lassen sich Signa- turen herstellen, indem aus den Monogrammen aus weniger wertvollen alten Bildern durch möglichst geringfügige Aenderungen be- deutendere Künstlernamen gemacht werden. AuS einem„Cuylen- borch* läßt sich leicht ein wertvollerer Poelenborch machen. Natürlich muß das schlechte Bild dann stark übermalt werden. In den großen Fälscherwerkstätten, die ganze Schiffsladungen.echter alter Meister* nach Amerika verkaufen, gibt man sich freilich nicht mit so subtilen Praktiken und Kuiffen ab. Da wird fabrik- mäßig und engroS gearbeitet. Ein Maler macht nur Köpfe nach RubenS, ein anderer nur Hände nach van Dyck, ein dritter nur silber- graue Corots usw. Das Bild lvandcrt vom„Gesichtsspezialisten" zum„Kleiderverfertiger*, vom„Signierer" zu dem Manne, der die Patina des Alters hervorbringt, und so entsteht gar schnell und funkel- nagelneu der.alte Meister". Das Lexikon der Affensprache. Aus New Dork wird berichtet: Der durch seine Versuche, die Sprache der Affen zu erforschen. be- kannt gewordene Professor Garner, der seit Monaten im französischen Kongogebict seine Experimente mit den Affen fortsetzt, hat jetzt Nachricht nach Amerika gegeben. Er teilt mit, daß er nunmehr aus- reichende Beweise für die Existenz einer Sprache unier den Affen ge- funden habe. Sieben Affcnworte will� er bereits entdeckt haben. Für Mangel oder Hunger sagen die Affen: Qhui, die Frage: Wo bist du? heißt Ourch, für hier dient das Wort Eu'uh, für Vorsicht oder Achtung Khi-iu, zur Mahnung zum Rückzug das Wort Khi-st»-hou, als Wink zur schleunige» Flucht der Ruf A-ou-hou und lichungen diesen„Kuhhandel" oder diese.ErpressungS« Politik", wie sie Herr Kopsch noch richtiger bezeichnete, entschieden abgelehnt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) �lber die Aeußerunge». die wir hier von einigen anderen Herren gehört haben, »öligen inich doch, mit aller Bestimmtheit zu erklären, daß unS die Wiederaufnahme dieser Politik den Boden für eine sachliche Verständigung über die Reichsfinanzreform vollkommen entziehen würde, daß wir cL entschieden ablehnen müssen, auf dieser Basis überhaupt eine Verständigung mit den Herren zu suchen. (Lebhaftes Bravo! rechts.) Wenn dann wirklich die Finanzreform scheitern sollte, so fällt die Verantwortung ganz allein auf jene Parteien, die die Finanzreform mit parteipolitischen Forderungen verkoppeln. Ich hoffe jedoch, daß wir zu einer Einigung kommen. Dazu gehört aus allen Seiten viel guter Wille und Opferfreudigkeit. (Zuruf links: Auf beiden Seiten! N a ch l a ß st e u e r!) Ich laim diese Opferfreudigkeit für mich und meine Freunde in sichere Aussicht stellen.(Lebhaftes Bravo! reckts.) Abg. Dr. Weber(natl.): Auch die Ausführungen des Redners des Zeulruiils hatten einen Einschlag dahin, als ob das Zentrum seine Stellung zur Finanzreform abhängig mache von der Erfüllung von Wünschen, die damit nichts zu tun haben. Für meine Partei lehne ich ebenso wie der Vorredner ein derartiges Verhalten ab.(Bravo! rechts.) Herr Speck sprach von einem Liebeswerben um das Zentrum. Es handelt sich aber nur darum, das Zentrum aufzufordern, mit- zuarbeiten an der Beseitigung der Finanzmiscre, die durch sein eigenes Verhalten mit entstanden ist.(Sehr gut! bei den National« liberalen.) Statt der Matrikularbeiträge könnte man eilten anderen beweg» lichen Faktor in unsere Finanzen einführen, nämlich durch eine Reichsvermögenssteuer. Die Einkommensteuer ist in den einzelnen Staaten bereits so ausgebaut, daß wir sie ihnen überlassen müssen. Herrn Kollegen Geyer bemerke ich, daß Millionäre oft nicht nur 20 Proz., sondern sogar 25 Proz. ihres Einkommens als Steuern bezahlen. Auch zahlen die indirekten Steuern nicht nur die Arbeiter.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Die Minder» b e nl i t t e l t e n!) Gewiß, aber das sind nicht nur Arbeiter. Deshalb verlangen wir ja auch eine NeichsvermögenSsteuer, freilich nicht in unbegrenzter Höhe. WaS die einzelnen Steuern anlangt, so lehnen wir die Nachlaß- stencr zugunsten einer Vermögenssteuer ab. Wenn wir mit der Witnien- und Waisenversicherung die Bedürftigkeit der Familien gerade beim Tode des Ernährers anerkennen, stände damit die Rachlaßsteuer in Widerspruch. Auch ein Mann, der 20 000 bis 30 000 M. hinterläßt, läßt doch seine Familie nicht in glänzenden Verhältnissen. — Beim Branntweinmonopol handelt eS sich darum, daß ein schon bestehendes Privatmonopol auf den Staat übergeht; aus praktischen Gründen akzeptieren wir diese Vorlage! Da- gegen halten wir die Braustouervorlage nicht für geeignet, den kleinen und mittleren Brauereien ihren Kämpf mit den großen zu erleichtern. Auch der B a n d e r o len st e u e r, der vor- geschlagenen Tabaksteuer, können wir nicht zustimmen. Die Ver- hältnisse- der Tabakindusirie sind bei uns eben ganz anders als in den Ländern, welche diese Steuer haben: bei uns sind weit mehr Personen in der Tabakindusirie beschäftigt. Mit der Inseraten- steuer will ich mich nicht eingehend beschäftigen; sie erscheint unS in ihrem Aufbau so verfehlt, daß an eine annehmbare Umarbeitung in der Kommission kaum zu denken ist. Auch über die Wein- steuer will ich kurz hiniveggehen. Einer Erhöhung der Schaumweinsteuer würden wir zustimmen.— Ganz un- annehmbar ist aber für uns die vorgeschlagene ElektrizitätS- steuer. Industrie und Gewerbe würden durch sie eine schwere Belästigung erfahren. In der Kommission werden wir in eine ernste Prüfung der einzelnen Vorlagen eintreten. Wir haben den ernsten Willen, an den: Zustandekommen gesunder Finanz- Verhältnisse mitzuarbeiten.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Südckum(Soz.): Graf Schwerin-Löwiy lehnte jede Verbind», ig der Steuervorlagen mit der Paarung konstitutioneller Garantien, die er als lediglich parteipolitische Wünsche hinstellte, ab, und als Diktator im Block diktierte er den Herren von den vereinigten freisinnigen Parteien, daß sie diese parteipolitischen Wünsche aufgeben müßten, widrigenfalls — die Steuervorlagen von einem anderen Block gemacht würden! (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Nun, ich habe den großen Vorzug, nicht zum Block zu gehören(Heiterkeit), ich brauche also auch den Weisungen deS Herrn v. Schwerin-Löwitz nicht zu folgen, wie der Herr Vorredner von der narionalliberalen Partei. der alles, was konstitutionelle Garantien betraf, sang- und klanglos als Wink zum Aushorchen, zum Lauschen der Laut Chu-h. Die Affensprache ist sehr konzentriert und nach Professor GarnerS Meinung ersetzen diese kurzen Ausrufe ganze Sätze. So heißt zum Beispiel Our'h: Hallo da, mein Freund, wo steckst du denn? und wenn darauf die melodische Antwort En— nh ertönt, so bedeutet daS: hier bin ich unter der Palme, ganz nahe", worauf dann unfehlbar das Ohui folgt, das da heißt: Schön, warte einen Augenblick, ich komme zu dir." „Ich habe es gelernt", so schreckt der Amerikaner,.diese Laute gut genug nachzuahmen, um mich mit meinen gezähmten Affen zu unterhalten, und ich erkenne sie auch wieder, wciinffch sie im Waloe von den wilden Affen höre."(Mit Hilfe dieses Vokabulariums haben mehrere der prominentesten Reporter voin„Lvk.-Anz." sofort mtt_ den prominentesten Berliner Affen ein Interview angestellt. Zizi Bambnla gab zu verstehen, daß sie einen anderen Dialekt be- Vorzüge und daß es sich offenbar um eine Art Affeuesperanto handle, das in ihrer Heimat noch nicht eingeführt sei. Missie da- gegen erwies sich als gute Kennerin der Garnerschen Sprache. Sie drückte ihre Freude aus, endlich ihren Donk abstatten zu können. besonders für die regelmäßige Zusendung der„Woche*. die sie.mit großem Interesse verfolge. Sie hofft indes, daß die kürzlich vom„Lok.-Anz.* verbreitete Entdeckung der „Gedankenpholographie" den Verkehr zwischen Affen und Menschen noch wesentlich mehr erleichtern lverde als die für moderne Bcdürf- nifse etwas arme Affensprache. Prof. Garner wurden die schönen Erfolge drahtlos vermittelt.)_ Notizen. — Wann soll da« Thealer beginnen? Diese Frag- wird in Berlin jetzt vielfach erörtert. Es ist die Verlegung des Theatcrbeginns auf'/„S llhr vorgeschlagen worden, um den Schichten die den Achtuhr-Ladcuschiuß erzielt haben. Gelegenheit zum Theater- besuch zu geben. Die Schillertheater werden über die Zweck- Mäßigkeit der Verlegung ihre Besucher abstimmen lassen.(Aber gerade die am späteren Beginn Interessierten, die jetzt vielleicht nicht inS Theater kommen, tverdcn so nicht zu Worte kommen.) .— Oeffentliche„SchönheitS- Abende* loerden für d,e nächste Zeit wieder angekündigt. In den Abgeordnetcnkreiscn ioä ein Umschwung der Meinungen, die durch übertriebene Nach- richten einer Korrespondenz irregeführt waren, eingetreten sein. Auch die Polizei soll.keine besonderen Schwierigkeiten mehr cm den Tag legen". Der parlamentarische Abend scheint danach geholfen zu haben. Vielleicht lassen sich solche Abende auch für andere Zwecke nutzbar machen. — Abend niuscen. Eine bemerkenswerte Neuerung hat der Pariser Gemcindcrat bcschlojsen. Die im Petit Palais untergebrachte städtische Kunstsammlung soll in Zukunft auch am Abend zugänglich sein, ließet die ausgestellten Kunstwerke werden gemein- verständliche Vorträge gehalten werden. Wenn sich der Versuch be- währt, wird dieser Plan zu einer umfassenden Einführung in die Kunstgeschichte, mit Zuhilfenahme von Abgüssen, Photographien usw. erlveitert werden. herunterfallen ließ, nachdem Herr v. Schwerin-Löwig ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dag daZ nicht opportun sei. sLachcn bei den Nakl.) Er hat eS sa selbst im Anfang seiner Rede gesagt. Die sogenannten„ernsten Worte" des Grafen Schwerin sind für mick ein be- sonderer Anlaß, nun gerade diesen Zusammenhang ausdrücklich zn betonen. Aber nicht allein diese Worte, sondern auch andere Ereignisse, die in den letzten Tagen zu unserer Kenntnis gekommen sind, einmal die offiziöse Mitteilung der„Kölnischen Ztg.", daß die verbündeten Regierungen sich ungefähr auf denselben Standpunkt stellen würden wie Graf Schwerin, dann auch Vorgänge in der aus- wältigen Politik— ich erinnere an daö Auftreten'des Lord Roberts im englischen Oberhause, das in Zusammenhang mit dieser Borlage nicht nur gebracht werden kann, sonder» muß. Solange daö heutige System de-Z persönlichen Regiment?, daS uiisere Jinanzmiscre verschuldet hat sLachen rechts), bestehen bleibt, ist eine Steuererhöhung in irgend einer Form für die Bolls- Vertretung völlig indiskutabel, weil'wir mit absoluter Sicherheit voraussehen kömwn, daß alleö. wag wir hier beschließen, nutzlos ist. Als vor wenigen Tagen mein Freund Geyer Ihnen sagte, daß wir ja, wenn so erhebliche Geldmittel bewilligt werden, in ganz kurzer Zeit schon eine neue MilitSrvorlage haben würden, bestritten da» gerade die Herren von der Rechten mit auf- fallender Geschäftigkeit. Würden Sie das heute auch noch be- streiten? Glauben Sie nicht, daß die eben erwähnten Vorgänge Anlaß geben werden, eine neue Verstärkung unserer Rüstungen zu Wasser und zu Laude herbeizuführen? In dein Augenblick, wo die verbündeten Regierungen mit der höchsten Steuarforderung. die jemals einem Parlament etneS modernen Staates vorgelegt loorden ist, vor uns treten, genügt es für uns nicht allein zu rechnen, da heißt es vor allem einmal erst: abrechnen! jSehe wahrl bei den Sozialdemokraten) Der Reichskanzler glaubte freilich. eS genüge zur Begründung der Forderung einer halben Milliarde neuer Steuern, wenn er auf die gespannte internationale Lage hinweise. Das kann uns noch nicht genügen, wir müssen auf die Ursachen dieser Spannung zurückgehen.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Daun finden wir. daß die jetzige finanzielle Lage mit unserer unheilvollen aus- wärtigcn und inneren Politik unter dem jetzigen Regime zusammen- hängt. Ein berühmter französischer Politiker hat einmal gesagt: „Gebt mir gute Finanzen, ich werde Euch eine gute Politik macheu." Niemals hat ein Staatsmann bessere Finanzen beim Beginn seiner Amtstätigkeit vorgefunden als Fürst Büloiv.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)„Wir schwimmen im Golde!" hieß es damals. Aber Fürst Büloiv begann sein Amr damit, daß er Abbitte leisten mußte für einen verfassungswidrigen Akt feines Vorgängers, an dem er selbst hervorragend beteiligt gewesen war. DaS ist der Anfang unserer Finai�kalamilät. Seit jenem China- seldznge ist die Reihe der Fehlschlüge miserer auswärtigen Politik niemals abgerissen, und auf jeden Fchlschlag war die Antwort: Neue Sckifsc, neue Rüstungen, neue Ausgaben, neuer Glanz und neuer Prunk und neue Lasten für da? Volk! jSehr richtig! b. d. Soz.) Jede Be- tvilligung neiicr Mittel würde geradezu eine Billigung dieser Politik be- deuten. Die beständigen Eingriffe des— sagen wir einmal-— sehr beweglichen Faktors der auswärtigen Politik �Heiterkeit.) in die äntzercu Angelegenheiten unseres Reiches und fremder Völker zwangen die fremden Völker tatsächlich zu einer Selbstverslcherung gegen uns. Wir waren— und ich spreche da ivohl nicht allein für meine Fraktion— subjektiv felsciisest davon überzeugt, daß das Bestehen einer.deutschen Gefahrk" zu bestreiten sei. weil wir gewiß wußten, daß die große Masse unseres Volkes auch nicht das inindeste kriegerische Gelüsie hegte. Aber zu unserem Entsetzen mußten wir ja sehen, daß diese deutsche Gefahr, die wir ableugnen konnten, in der Tat bestanden hat und daß mit Fug und Recht andere Mächte auf sie hinwiesen und sich dagegen rüsteten. Denn da der Reichskanzler als der verantwortliche Träger der deutschen Reichs« Politik in den ganzen Jahren die erstaunlichen Handlungen des Monarchen ohne Widerspruch geschehen ließ, obwohl er sie kannte...(Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Dr. Paasch«: Dies« Fragen sind vor wenigen Lagen hier außerordentlich ausführlich erörtert worden und gehören auch nicht zur Fmanzpolitik. lWiderspruch bei den Sozialdemokraten.) Ich bitte Sie daher, sie möglichst kurz zu behandeln und nur im Zusammenhang mit der Ftnanzreform. Mg. Südckum(fortfahrend)! Meine kurzen Ausführungen dienen dem Nachweis, daß dieser Zusammenhang vorhanden ist, ich kann sie übrigens auch erheblich abkürzen. Obschon also der Reichskanzler über alle diese Vorgänge unterrichtet war. sagte und tat er niemals etwas dagegen. DaS hat die auswärtigen Regierungen veranlaßt, sich zusammenzuschließen und ihre Rüstungen zu stärken, ES hieße an der Emwickelung der Menschheit und der Menschlichkeit verzweifeln, wenn wir diesen Zustand so weiter gehen lassen würden, wenn wir. wie unter einem blinden Fatum, diese sinnlose SinstungSwirtschaft weiter treiben und hier mcht auf die Ursachen zurückgehen sollten. ES ist in den englischen Debatten hervorgetreten. daß der einmütigen Friedens- erllärung des deülschen Reichstages bei der letzten Gelegenheit die Engländer von ihrem Standpunkt aus die Bemerkung entgegen- setzen mußten: Ja. was nützt uns das alles? Der deutsche Reichstag ist friedlich gesinnt, die offizielle deutsche Re- gierung vielleicht auch noch, und doch sind wir nicht vor Ueber« raschungen sicher. Darum sage ich, der einzige Weg. zu einer Ver- Minderung der Rüstungen zu kommen, zugleich der einzige Weg. um Ordnung und Stetigkeit in unser Finanzwesen zu bringen, � 16 Schaffung konstitutioneller Garantien l (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) So ist die Reform unserer Finanzen mit einer Reform der Versasiung auf da« innigste verbunden. In der Borlage der verbündeten Regierungen findet sich ja auch staatsrechtlich eine Verfassungsänderung, natürlich nicht unter Berufung auf bestimmte Artikel der Berfastung. aber wer das Budgctrecht des Reichstages so außerordentlich beschneiden will wie diese Vorlage, der ändert die Verfassung (Zustimmung bei den Sozialdemokraten), und wenn die eine Seite das tun will, brauchen wir aus der anderen Seite uns auch keine» Zwang aufzuerlegen, sondern können tun, was das ganze Volk geradezu von uns verlangt.(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten,) Unser Volk würde nicht verstehen, wenn daS Parlament diese erst- Gelegenheit, Nachdruck hinter seine Forde- rangen nach konsntutionellen Garantien zu legen, ungenutzt vorübergehen lassen würde. Die Annahme der RegiernngS- vorläge in der vorliegenden Form würde eine vollständige Kräfuverschiebuug nach sich ziehen und den Reichstag zu einen Diskntierklub herabzudrücken.(Sehr richtig! bei den Sozial« demokraten) Natürlich haben die verbündeten Regierungen allen Anlaß, so zu tun, als ob diese Vorlage nur finanztechnische und keine allgemeine politische Bedeutung habe. Indessen stehen die drei Herren, welche die Vorlage hier vertreten haben, � ausfallend isoliert da. Wo sind denn die Minister der Einzel- staaren?(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die älteren Mitglieder deS Hauses werden sich erinnern. daß ein solcher Zustand wie bei der Vertretung dieser Borlage noch vor wenigen Jahren ganz undenkbar gewesen wäre. Bei Vorlagen von viel geringerer Bedeutung gaben die Vertreter der Einzelstaaten Aus- lunft über die Stellung ihrer Regierungen. Schon bei der Debatte über das Kaiserinterview hätte ich die Minister der Einzelstaaten gern hier gesehen(Sehr richtig! bei den Sozialdemolrmen), daß sie aber auch jetzt fehlen, läßt auf Absicht schließen! sie. die gewohnt sind, unter dem Feuer eines konstitutionellen Systems zu stehen, wissen sehr gut, ivie sie unter dem gegenwärtigen System gestöhnt haben. Die Zeit des Stöhnens ist aber vorbei, wir rufen ihnen zu, ob sie gewillt sind, die Verantwortung für die bisherigen Zustände und die sich ergebenden finanziellen Konse- quenzen zu tragen.(Sehr richtig! be, den Sozialdemokraten.) Eine Annahme der Vorlage in ihrer jetzigen Form würde, da? sagte ich schon, einfach einer Abdankung des Reichstages gleichkommen. Dieser Beschränkung des Bewilligungsrechts würden andere Beschränkungen folgen, Abgeordnet« aber, die dem zustimmen, würden nach einer ungeschriebenen Bestimmung unserer Verfaisung ausgeschaltet werden, das heißt: sie könnten sich pensionieren lassen.(Große Heiterkeit.) Ich verstehe vollkommen, wenn die Ver- treter der Regierung den allgemein-politischen Charakter dieser Vor- läge zu verschieben' suchen und eS so darstellen, als ob eS sich bloß um eine finanziechiiische Vorlage handelt. Dann muß aber hier eine rationelle Arbeitsteilung eintreten, und was die Regierung nicht tut. müssen wir um so deutlicher tun.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn wir nun auch sagen: erst konstitutionelle Garantien, dann Steurrvorlagcn, so wollen' wir uns deswegen doch nicht der Kritik der einzelnen Vorlagen entziehen. Da muß ich mich nun in der Schätzung des Bedarfs Herrn Spahn und Herrn Payer anschließen. Die Schätzung von bOO Millionen ist eine ungeheure Uebectreibung. Der Schatzsekrelär weiß ebenso gut wie jeder im Hause, daß auch bei dem bestehenden System ohne weiteres 1(X> Millionen Mark beim Heerwesen gespart werden könne», ohne daß die Schiagfertigkeit von Heer und Marine beeinträchtigt würde. Dieselbe Uebertreibnng finden wir bei der Darstellung der Leistungsfähigkeit. Die Tatsache des aufstrebenden Wirtschaftslebens wird von niemand ge- leugnet. Ich könnte, um ein GladstonescheS Wort zu gebrauchen. von einer berauschenden Steigerung des Reichtums reden. Die Frage ist nur. ob sie gleichmäßig verteilt und auch bei den Minderbemittelten zu finden ist.(Sehr wahr! b. d. Sozialdemokr.) Der Herr Reichskanzler konstatiert sie aus der Zunahme des Sekt- konsumS!(Heiterkeit,) Der Reichsschatzsekretär rn seiner Denkschrift gar aus dem Zunehmen im Konsum von Apfelsinen l I(Große Heiterkeit,) Unser preußischer Finanzminister: aus den Leistungen der Arbeiter für Gewerkschaft und Partei. Daraus will er die Be- rechiignng dieser neuen indirekten Steuern von sechs Mark pro Kopf ableiten. Da sie heute schon 22 bis 24 Mark pro Kopf aus- machen, so beträgt daS für eine Familie bereiiS über 100 Mark! Die neue Steigerung würde bei einer fünfköpfigen Familie 80 Mark hinzufügen, das heißt also eine Steigerimg von 2S Prozent, und dazu kommen noch die direkten Steuern.... Freilich sagt man, auch die Arbeitslöhne seien gestiegen. Der Finanz- minister Rheinbaben z. B, behauptet, der Arbeitslohn sei in der Zelt von 1593 bis 1903 durchschnittltch von 651 auf 894 Di,, also um 37 Proz. gestiegen. ES kommt aber nicht auf die relative, sondern auf die absolute Steigerung an. Eine Lohnsteigerung von 2 auf 3 M. ist auch eine solche von 50 Proz., und niemand wird be- haupten, daß der Arbeiter, der sie bekommen hat, kein Hungerleider ist,(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten,) Bei einer fünf- kvpfigen Familie bedeutet der Lohn von 897 M. noch nicht !80 M. auf den Kopf. Glauben Sie, daß davon heute noch jemand leben kann? Und dabei haben die meisten Arbeiter noch viel weniger? denn es ist ja bloß daZ Durchschnitts- Einkommen. Der Minister v. Rheinbaben berief sich auch auf meinen Freund Calw er. der ebenfalls die Steianng der Arbeits- löhne festgestellt habe. Daß sie stattgesunden hat, bestreitet niemand, aber Calwer hat immer und immer wiederholt, daß er diese Zu- sammenstcllung gemacht hat, um die Energie der Kämpfer zu stählen, die sich nicht fatalistisch in ihre Lage finden, sondern daran? den Mut zum lveiteren Kampf schöpfen sollen. Niemand weiß besser als er, daß diese relative Besserung der Lage der Arbeiter in Deutsch- land nur durch die aewertschaftliche Organisation geschaffen ist. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Minister meinte, eine Arbeiterschaft, welche soviel für die Gewerkschaften leiste, könne leicht auch die 0 M. indirekte Steuer ausbringen. Sie, meine Herren(nach rechts) spendeten ihm Beifall, während ich hoffte, Sie hätten bei solcher BeweiSfLhrunä vor Verlegenheit mit roten Köpfen dagesessen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Sachen rechts.) Der Minister vergaß, daß die indirekten Steuern nicht bloß von dem Familienvater aufgebracht werden müssen, sondern von allen Mitgliedern de? Hauses, während die Beiträge für die Gewerkschaften und die Partei von dem Familien« vater allein bezahlt werden. Es ist also von vornherein schon unzulässig— um keinen anderen Ausdruck zu gebrauchen und um die subjektive EhrliÄkeit des Ministers nicht anzuzweifeln(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten)—. diese Beiträge mit den indirekten Steuern in Verbindung zu bringen. Mindestens hätte der Minister doch die Steuerleistung der Familie damit vergleichen müssen. Gewiß haben unsere Gewerkschaften große Einnahmen und ein großes Vermögen, leider ein noch viel zu kleines meiner Meinung nach.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber was leisten sie auch dafür!'Im Jahre 1907 hatten die 61 Zentralverbände mit rund 1 Mlllion und 800000 Mitgliedern ein Vermögen von 33 Millionen und eine Einnahme von 55 Millionen. Hiervon waren sie aber verpflichtet z» bezahlen an MaßrcgelungS- Unterstützung eine Million(Hört! hört! bei den Gozialdeniokraten), an Reiseunterstützung 900 000 M., flu Arbeitslosenunterstützung Ö'/j Millionen(Lebhafte» hört! hört! bei den Sozialdemokraten), an Krankenunterstützung 3V, Millionen(Hört! hört I bei den Sozialdemo- kraten), an Briisilsen in Not und Sterbesällen 1 Million und 100 000 Mark, und für Streiks mußten sie ausgeben nicht weniger als 13 Millionen Mark.(Lebhaftes Hört I hört! auf allen Seiten des HailscS, das sich rechlS zu wahrem Lärm auSwächst.) Sie scheinen iiber die Bedeutung diese« Postens sich sehr im Unklaren zu befinden. Wenn Sie sich mit der Geschichte der deutschen Arbeiterschaft etwas eingehender besaßt hätten, so würden Sie, auf welchem Standpunkt Sie auch politisch stehen, als unbestreitbare Wahrheit annehmen, daß die Vervesserung der Lage der Arbeiterschaft ausschließlich daS Verdienst der Arbeit ihrer Gewerkschaften und ihrer politischen Partei ist. (Lebhafte Zustiminung b. d. Soz,. Widerspruch rechts.) DaS hat Ihnen ja auch schon der alte Bismarck gesagt. Wenn Sie uns nicht glauben wollen, so glauben Sie d e m.(Sehr gut I bei den Sozial- demotraten.) Diese Streikunterstützung ist notwendig gewesen, um das Lebensniveau der Arbeiterschaft aufrecht zu erhalten. ES zeugt von dem hohen Idealismus der Arbeiterschaft, daß sie eS auf sich genommen hat, auch daö Los der U n v r g a n i s i e r t e n zu ver- esiern.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Die Lohnerhöhung von 37 Prozent bezieht sich übrigens auch aus einen Zeitraum von 15 Jahren. Aber kurz vor den letzten Zolldebatten befand sich eine der kräftigsten Gewerkschaftsorganisationen, die der Buchdrucker in der Lage, einen neuen Tarif auf zehn Jahre ab» zuschließen. Um eine Grundlage dafür zu gewinnen. verschaffte sie sich eine amtliche Aufstellung über dle Lebensmittelpreise in 500 Orten, großen und kleinen. Da ergab sich eine Steigerung der Lebensmittelpreise von 25 bis 30 Prozent. Den Buchdruckern gelang es trotzdem nur. obwohl sie eine der besten Organisationen haben, eine Lohnerhöhung von 10 Pro,. zu erhalten(HörtI hört,! bei den Sozialdemokraten), sie bekamen also nicht eine Verbesserung, sondern eine Verschlechterung ihrer Lage. und wohin wären sie erst gekommen, wenn sie die gewerkschaftliche Organisation nicht gehabt hätten? Ohne die gewerkschaftlichen Organisationen wäre die ganze bürgerliche Gesellschaft ja längst zusammengebrochen!(Lachen rechts.) Glauben S:e denn, daß Sie mit Ihrer unzureichenden Annenpflege den Schäden der Arbeitslosigkeit wirksam entgegentreten konnten, wenn nicht die Gcwertschaftcn die größten Lasten der Arbeitslosigkeit aus sich nähmen?(Sehr wahr! bei den Sozialdemokralen.) Ganz undenk- bar wäre eS, die Arbeitslosen in den Kommunen zu erhalten, wen» sie sich nicht selbst versicherten. Aber der preußische Staat ist freilich (nach rechts) ebenso weit davon entfernt, diese segensreiche Tätigkeit der Gewerkschaften anzuerkennen wie Sie! Ehe der Herr Minister mit Durchschnittsberechnungen kommt. sollte er eine genaue Lohustatistik über die Arbeitslöhne der einzelnen Kategorien von Arbeitern vorlegen, z. B. darüber, wie die Löhne in de» saarabischen Kohlengruben gestiegen sind.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Wer auS den hohen Gewerkschaftsbeitrngen den Schluß ziehen will,«S gehe den Arbeitern gut, der komm! mir ebenso vor wie jemand, der sagt: Herrn$ muß es doch sehr gut gehen, er hat 300 M. für Arzt und Apotheker ausgegeben!(Große Heiterkeit.) Wer behauptet, die deutsche Arbeiterschaft befinde sich in günstiger oder auch nur in befriedigender Lage, der hat keine Ahnung von den Zuständen. Denken Sie nur an die Wohnungsnot, denken Sie daran, daß Zehntausende von Familien in Berlin in einem einzigen Raum wohnen(Zuruf rechts: Sie sollen aufs Land gehen!), daß Hunderte von Familien mit einem nngeheizien Raum sich begnügen müssen. Denken Sie an die SäuglingSsierbliwkeit, daran, wie wenig Arbeiter Allersrenie be- ziehen, denken Sie an den Rückgang der Militärtauglichkeit, dann können Sie unmöglich behaupten, das deutsche Volk sei fraglos so leistmigSsähig, daß eS ohne weiteres diese_ neuen Steuern auf sich nehmen kann.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten) Aucki dem Mittelstand geht es nicht besser, das wissen wir sehr wohl. (Znstiiiunung bei den Sozialdemokralen.) Der Reichskanzler sagt freilich, man brauche bloß zu sparen! Dieses Sparprogramm verdankt er wohl einem Defekt in seinem Büchmann.(Heiterkeit.) Es fehlt dort das Lessingschc Zitat: „Ein Geizhals und ein fettes Schwein kann llur im Tode nützlich sein." (Große Heiterkeit.) Der Abg. Schräder wieS darauf bin. daß die Franzosen gegen im? in großer Ueberlegenheit sind. Sie haben eine» Präsidenten— mag er nun Müller oder Schulze heißen— er kostet jährlich 1 Million Franks. Wir aber haben eine erhebliche Anzahl von Fürsten, deren Zivilliste so viel ausmacht, daß wir davon 1000 Millionen Mark Schulden verzinsen könnte» I(Sehr richtig I bei den Soziaideinokralen.) Frankreich hat es übrigens auch dem preußischen Herrn Finanz- minister angetan. Er wie? darauf hin, daß ein Mann der sozial- demokratischen Partei betont habe, wie außerordentlich stark Frankreich mit indirekten Steuern belastet ist. Damit wollte er beweisen, daß wir jetzt völlig erichosien sind und gar nicht» mehr sogen können. Er hat dabei an eine Aeußerung schippel« angeknüpft. Als darauf Zurufe von unserer Seite kanten, sagte der Finanzminister:„Sie sehen, wie loyal jene Seite ist, selbst gegenüber Männern von der eigenen Partei, welche die Tal- lachen so angeben, wie sie sind." Der Herr Finanzminister weiß sehr gut, daß ich es an Loyalität für Schippe! sicher nicht fehlen laffen werde, aber ich muß sagen, die Verhältnisse liegen keineswegs so, loie sie Schippel dargestellt hat. Schippel hat bei seinem bedauerlicherweise sehr oberflächlichen Vergleich folgendes außer acht gelasicn. Wir haben in Deutschland und in Frankreich eine vollständig verschiedene Lebensart. Die Zahl der Familien- glieder ist eine ganz andere, die Franzosen haben einen enormen fremden Zustrom in ihrem Lande, der uns fehlt, usw. Wenn der deutsche Familienvater für 6 Köpfe die indirekte Steuer aufbringen mutz, so zahlt der französische nur für vier. Sie werden nicht bestreiten, daß das ein enormer Unterschied ist. Der Familien- vater in Frankreich hat auch für seine Wohnung viel geringere Aufwendungen zu machen als der deutsche. Die Franzosen sind ein stagnierendes Volk, das daher nicht immer neue Wohnungen baut, und die Preise der Wohnungen sind deshalb erstaunlich viel niedriger als in Deutschland.(Abg. Dr. Arendt ruft: Die Wohnungspreise in Frankreich sind höher als in Deutschland!) Sie. Herr Dr. Arendt, kennen vielleicht zwei BourgeoiSwohnungen in Paris(Große Heiterkeit bei den Sozial- denrokraten) und wollen mir mm erzählen, daß die Wohnungen in Franfteich teurer find als die in Deutschland. Was die Belastmtg der Arbeiter durch die Wohnungsmiete anlangt, so will ich, um nur ein Beispiel herauszugreifen, Ihnen die Steigernng der Wohnmigsmieten in den Jahren 1903 biS 1905 in der Nmgebimg von Berlin mitteilen. So sind die Wohmingspreise für eine Wohnung, bestehend auS Stube, Kammer und Küche, gestiegen in Köpenick um 12 Proz. in Friedenau um 27 Proz.. Fürstenwalde 25 Proz., Weißensee 39 Proz.! Dort wohnen sicherlich keine Unternehmer, sondern nur Arbeiter. Auch in den kleinen Städten und auf dem Lande sind die Preise der Wohnungen erheblich gestiegen.(Lebhafter Widerspruch rechts.) Lesen Sie den letzten Bericht de-Z großherzoglich-hesstschen Zentral» wohnungSinspeklorS. und die hessischen Verhältnisse sind nicht so ab- sonderlich, daß sie mcht auch für unsere Gegend gelten, abgesehen vielleicht von Ostelbien. Daraus ergibt sich, dag die WohnungS- mieten heute einen immer größeren Teil des ArbeitereinkommenS verschlingen. 1 In seiner Empfehlung dtr Sparsamkeit kam der Reichs- kanzler auch auf die Gemeinden und ihre angeblich maglosen Anleihen zu sprechen. Heute, in dieser Zeit der Arbeitslosigkeit. den Gemeinden Sparsamkeit empfehlen, heißt, den Arbeits- losen statt Brot Steine geben.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Und ihnen generell Sparsamkeit empfehlen, heißt gerade daS lebensvollste Stück deutscher politischer Gestaltung, das Gemeindewesen, völlig in seiner Bedeutung verkennen. Daran zweifelt niemand, daß die Gemeinden fich in schlechter finanzieller Lage befinden, aber der Grund liegt wesentlich darin, daß die gc° rechteste aller Steuern von ihnen noch gar nicht eingeführt worden ist. nämlich die Wegnahme des Wertzuwachse» von Grund und Boden für die Zwecke der Allgeiiieiilheit. Das wäre gewiß längst geschehen, wenn nicht die Hausbesitzer in den Gemeindeverwaltungeil die Mehrheit hätten.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Hätten wir in den Genieinden ein freies Wahlrecht, würde man ihnen das Maß von Autonomie geben, das sie heute vielleicht in Festreden bei StädteordnungSjubiläen, nicht aber in Wirk- lichkeit besitzen(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), dann könnten wir von jeder Rücksichtnahme auf die Gemeinden bei unserer Finanzpolitik absehen. Dort läuft das ganze Problem in letzter Linie auf genau daS>elbe heraus wie im Reiche, nämlich auf Vermehrung der Selbstverwaltung.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Und wenn auch die Leistungsfähigkeit des Volkes noch viel größer wäre, so müßten wir die vorgeschlagenen Steuern doch ablehne» auS Gründen, die in diesen Steuern s e l b si liegen. Ich beginne mit der Bierstener. In der Begründung dieser Steuer und auch in den Aue- führungen des Grafen Schwerin wird immer von dem Bier als einem Gcmißmittel, das für den LebenSunterhalr nicht unbedingt notwendig sei. gesprochen. Dabei macht man gar keinen Unterschied zwischen der phnsiologischen Nolwendigkeit und der sozialen Notwendigkeit eines Genußmittels. Physiologisch ist der Bier- gcmiß allerdings nicht notwendig, wahrscheinlich nicht ein- mal empfehlenswert. Aber etwa« ganz anderes ist es mit der soziale n Notwendigkeit. Dieses liegt in unseren politischen Zustände» begründet. ES ist heute unmöglich in Deutschland, daß sich politisches Leben entfaltet, ohne daß dabei alkoholische Getränke genossen werden.(Gelächter rcchtö.) Ihre Heiterkeit würde nur berechtigt sein, wenn ich vom Alkohol- gemiß im Ueber maß gesprochen hätte, wenn ich nur an das W a h l b i e r gedacht hätte.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Zuruf rechts: Parteibndiker!) Sie wissen, daß das Versammlungs- wesen aufgebaut ist auf der Benutzung von Sälen und daß diese Säle heule in Deutschland nicht zugänglich sind ohne Alkoholgenuß. (Sehr richtig! bei den Sozialdemolraten.) In Frankreich allerdings stellt man den politischen Parteien öffentliche� Säle zur Per- tüglMg, in denen kein AlkoholauSschank notwendig ist, bei uns aber zivingl die Rückständigkeit der herrschenden Klasieu daS politische Leben in die Kneipen. Versetzen Sie sich nur in die Lage eines Arbeiters der Textili»d»sUie, der tagaus, tagein dieselbe eintönige, geisttötende Arbeit vollziehen muß, dessen Familie vielleicht in einen, einzigen Wohnräume Hausen muß. Daß der den Zwang in sich fühlt. Alkohol zu genietzen, ist nicht nur selbstveritäii stich, sondern auch— Ihr Scuutz! Wenn die Leute den Allohol nicht mehr hätten, würden sie sich ganz anders gegen Ihre Herrschaft anflehncit. lSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Tatsache, daß in allen Kulturländern dnrchsctmttllich ziemlich gleich viel Alkohol geiiofle» wird, sollte doch warnen, von einer Ueber- flüssigkeit deS Alkohols zu sprechen. Wenn Sie aber dem Arbeiter daS Bier unmäßig verteuern, muß er wieder zum SSnaps greifen. sZurufe bei den Sozialdemokraten: Das wollen die ja!) Der Schnaps aber wäre für den Arbeiter nicht nur ge- fährlich, er müßte zerrüttend auf ihn wirken. Doch der lieber- gang zum Sltmaps scheint den Herren von der Rechten ja außer- ordentlich am Herzen zu liegen. tWiderspruch rechts.) Wie anders könnte man sonst zu dem Vorschlag der Besteuerung der alkohol- freien Getränke kommen(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten). damit sie noch teurer werden, als sie leider schon ohnedies find. Wollen Sie etwa auch das wichtigste alkoholfreie Getränk. daS Wasser, verteuern? Ausgenommen hat es Graf Schiverin- Lölvitz nicht, und nach Ihrer Gesinnung Ikölinte man es fast an- nehmen. Bei der Branntwelnficuer muß ich den Vorwurf des ReichsschatzsekretärS zurückweisen, daß es Schuld des Reichstages sei, daß der Gesetzenlivurf gegen die Abbrvckelung der Maischraumsteuer nicht verabschiedet worden ist. Nicht die Schuld des Reichstags, sondern die Schuld der Rechten war eS.(Sehr wahr I links.) Sogar schriftlich haben die Äbgeord- neten der Linken den Vorsitzenden der Konnuission. den Abg. Rösicke, aufgefordert, eine Sitzung der Kommission einzuberufen und das Gesetz zur Verabschiedung zu bringen. Er ist nicht daraus eingegangen— ich glaube nicht, daß er daran gedacht hat, daß die Verabschiedung des Gesetzes etwa das Einkommen der Branntweinbrenner mindern würde!(Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Fürst Hatzfeldt hat behauptet, die Branntweinbrennerei sei eine Lebensfrage für den Osten. Das ist sie nicht, sie ist nur eine Lebensfrage für eine bestimmte Kategorie der Bevölkerung de? Ostens.(Sehr wahr I bei den Sozialdemo- kraten.) Wir sind nicht dazu da. die Eigentumsformen an Grund und Boden in Ostslbieu zu sichern und den dortigen Grund- besitzern daS ganze Volk tributpflichtig zu machen. Sie sind jederzeit bereit, die LebenSverbältuiffe Tausender von Tabakarbeitern und Brauereiarbeitern umzustürzen und mit einem einzigen Feder- strich die Leute praktisch zum Hungertode zu verurteilen, und wir sollten auf die Branntweinbrenner in Ostelbien solche Rücksicht nehmen? Die LiebcSabgabe war unhaltbar geworden, diese Ber- schwcndung der Volksgroschen, diese Vergeudung von 47 bis 60 Millionen l« Jahre wäre sowieso durch einfache Aufbebung der Liebesgaben bald be- seitigt worden. Da kam den Branntweinbrennern der Monopol- gedanke wie ein Geschenk deS Himmels: er soll die Liebesgaben in die prcilßisch-dnitsche Ewigkeit iveiter bestehen lasten. Wer aber der Fortdauer der Liebesgaben zustimmt, versiiudigt sich an der freihcit- lichen Enlwickelung Teutschlands.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Deshalb und weil diese Monopolvorlage einer rationellen Braimtweinbesteusrung den Weg versperrt, lehnen wir das Branntweinmoiiopol ab.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Auch gegm die Nachlaßfieuer haben wir Bedenken, nicht etwa, weil wir die Aufhebung des Familienlebens davon befürchten, die ja auch in England nicht ein- getreten ist, sondern weil die Vorlage technisch nicht gut aus- gearbeitet und eine Reihe von Bestimmungen rein chikanösen Charakter tragen. Die Belästiamigen des nichtlachenden Erben durch die Erbslbaftssteuer lasten sich sehr wohl umgehen, weuii die Progression der Besteuerung nach der Höhe de? Ver- mögenS und der Entfernung de» Verwandtschaftsgrades ordentlich ausgebaut wird. Hier kann man eher als bei jeder anderen Steuer auf die Erfahrungen des Auslandes Bezug nehmen. Wir find gern bereit, auLdie Jnteresteii der kleinen süddeutschen Bauern, von denen Herr Speck sprach, jede Rücksicht zu iiehmen, aber wir verlangen eiiw wirksam« Erbschastsbestcuerung. die diesen Namen verdient und weit über die geringen Beträge der Vorlage hinausgeht. Dir GaS- und ElektrizitätSsteucr ist von dem Vertreter der nationalliberalen Partei nur sehr obenhin behandelt worden. Nehmen Sie dies« Steuern nur ruhig an. Sie werden Ihr blaueS Wunder erleben l Glanben Sie doch nicht, daß eine Steuer, die so empfindlich wie diese vor allem den Mittelstand trifft, jemals vergeben würde!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) vor allem aber möchte ich den Abgeordneten au» Süddeutschland sehen, der für diese Vorlage seine Stimme abgeden könnte. Di« Regierungen und Volksvertreter au« Süddrutsthland. die das täten, könnten sich für den Rest ihres Lebens am äußersten Ende Ostelbien« eine Hülte, billeicht einen der berüchtigten„Gchulpaläste" aussuchen und dann trauernd darüber nachdenken, wie das Volk die Annahme einer Steuer rächt, die es alS eine unredliche Benachteiligung eines Teiles des Reiche« ansteht.(Sehr gut! bei den Sozialdemokralcn.) Wir sind ni»t gegen neue Steuern, wir wissen genau, daß große Zwangsorganisatiouen nicht ohne erhebliche Mittel Wirlungen erzielen lömicn. Wir haben der Regierung sogar stet» neue Sieucrn a n g e b o t« n: Vermögens- und Einkommenssteuer. Aber da kouunt dt» Furcht vor den drrekten Steuern, die doch auch im Reiche kommen werden.(Widerspruch recht«. Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Diese Steuern werden kommen, weil Sie (nach recht«) Ihren egoistischen Standpunkt übertreiben, und um so rascher, j e mehr Sie ihn übertreiben. Wenn Graf Schwerin- Löwiu gewagt hat zu lagen, daß nur, soweit die indirekten Steuer» nicht ausreichen sollten, auch der Best» für einen Bruchteil de» Bedarfes herangezogen werden wüste, so ist daS eine Uebertreibuug de« Egoismus, die diesem selbst da» Grab grabe» mriß.(Abg. Graf Schwerin- Löiviy ruft: Reich« ver- fassung!) Die Reichsvrrfasiung hat nie ein Wort gegen die direkten Steuern gesagt! st- stellt ausdrücklich die Steuerhoheit dcö Reiches fest und geswtlet ihm jederzeit direkte Steuern einzuführen. (Sehr wahr! bei ven Sozialdeinokralen.) Aber die Furcht vor den direkten RkichSsteuern treibt die sonderbarsten Blüten. Der Abg. Raab ist sogar zu den pseudosozialistischen Vorschlägen der Verstaatlichung von Kohle und Kali gekommen, nur damit er um die direkten Steuern herumkäme. Wir babcn es nicht nötig, solche Vorschläge zu machen. Wir werden bei der weitere» Verha-idlung dieser Finanzvorlage unsere Schuldigkeit tun, die wir darin sehen, entgegen dein Stand- punkt der Herren von der Rechten unser Volk vor einer neuen Massenbelastung durch indirekte Steuern zu schützen und den Weg für konstitutionelle Garantien und direkte Relchssteuern zu bahnen. In diesem Ziel sehen wir unsere Aufgabe und wir werden auf dem Posten sein, dieses Ziel zu erreichen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Finanzminister Freiherr v. Rheinbabeu: Ich habe mich nicht gegen die Banderolcnsteuer ausgesprochen, sondern gegen daS amerikanische Shstein. Was die ElektrizitätS- steuer anlangt, so müssen wir vorsichtig sein, um hier nicht wieder den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, wie seinerzeit bei dem vom Fürsten Bismarck vorgelegten Tabakmonopol.— Der wirtschaftliche Aufschwung der Arbeiter wird durch die großen Ausgaben, die für die Gewerkschaften aufgebracht werden, unwiderleglich de- wiesen. Die Einnahmen der freien Gewerkschaften für 1007 be° tragen 53 Millionen(Hört! hört! rechtS), sie sind seit 17 Jahren um daS Fünfzigfache gestiegen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Arbeitslosenunterstützung!) Im übrigen sind die Ge» werkschafts. und Parteibeiträge Zwangsbeiträge, während bei den indirekten Steuern jeder durch Verminderung des Konsums eS in der Hand hat, seine Belastung zu vermindern! Hier ist also, wie Bismarck sagte, jeder sein eigener Steuerexekutor.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Auch bleiben die indirekten Steuern nur teilweise auf den Arbeitern haften, sie werden zum anderen Teil in den Löhnen auf die Arbeitgeber abgewälzt.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich kann Ihne» dafür einen großen Heiligen der Sozialdemokratie anführen(Heiterkeit rechts): Engels:„An den Steuern sind die Arbeiter Nur sehr wenig interessiert. Das, waS der Arbeiter an Steuern zahlt, geht in den Produktionskosten ein, muß also vom Unternehmer mit vergütet loerdea."(Hört! hört! rechts.) Wenn Herr Südckum von der sozialen Notwendigkeit des Bier- konsums sprach, so meine ich doch, daß es eine viel größere soziale, politische und moralische Notwendigkeit ist, daß die Arbeiter für die eminenten Bedürfnisse deS Reiches auch interessiert einen Oboluö entrichten.— Herr Südckum fragte nach den Löhnen der staatlichen Betriebe. Diese sind von 138 Millionen 1895 auf 326 Millionen 1907 gestiegen oder pro Kopf der Arbeiter von 2,39 M. auf 3,18 M.(Zurus bei den Sozialdemokraten: Jammer- löhne!) Das Gcneralrezept oeS Herrn Südelum war dann wieder: man solle alle Ausgaben durch direkte Steuern decken. Auch hier kann ich mich darauf berufen, daß Engels gesagt hat:„Keine Regierung kann so etwas unternehmen, außer einer sozialistischen." Uno Karl KautSkh hat darüber gesagt:„Wenn wir zur Durch- führung dieser Absicht heute die Kraft erhalten würden, so würden wir doch dabei auf große Schwierigkeiten stoßen. Es ist eine be- kannte Tatsache, daß je höher die Steuern sind, desto größer auch die Versuchung zur Steuerdcfraudation ist. Auch könnte es durch Abwanderung der großen Vermögen dazu kommen, daß der Staat eine Vermögenssteuer, aber ohne Vermögen hat. Ucber ein ge« wisseS Maß kann man also da heute nicht hinaus."(Hört! hörtl rechts.) Dr. Südckum sprach von der„Deutschen Gefahr". ES §ibt nur eine deutsche Gefahr(laute Zurufe bei den Sozial- emokraten: Preuhen! Unruhe und Lärm recht»), nämlich, daß den deutschen Arbeitern ihr Vaterland verleidet wird. Glücklicher- weise hat die Sozialdemokratie nicht daS Recht, im Namen aller deutschen Arbeiter zu sprechen.(Lautes Bravo! bei den bürger- lichen Parteien, namentlich rechts.) Es gibt noch genug deutsche Arbeiter, dir sich ihr schönes Vaterland nicht verekeln lassen.(Stür- Mischer Beifall rechts. Zurufe bei den Sozialdemokraten: Hurrai Hurra! Große Heiterkeit. Unruhe im ganzen Hause.) Hierauf tpird die Westerberatung auf Freitag, 1 Uhr vertagt. Schluß 7 Uhr.__ parlamentarisches. I» der Budgctkommission des Abgeordnetenhauses, in der cd blöhcc sehr friedlich zugegangen ist. herrscht seit DonnrrLtag eine gewisse ÄampfeSstimmung. Die Konservativen sind darüber ver- schnupft, daß die Nationalliberalen die gehobenen Stellen in der Verwaltung abaelehnt haben, die Nationalliberalcn wieder ärgenr sich darüber, daß die Konservativen bei verschiedenen ihrer Anträge Etimmentbaltuna geübt haben. Die Folge dieses gespannten Per- hältnisses ,st, daß die für ein« Reihe höherer Beamten beantragten Gehaltöauibeiscrungen keine Mehrheit fanden, wenigstens nicht in der ersten Lesung. Bis zur Zwesten Lesung wird schon eine Ber» ständigung zustande kommen. Die ersten, die der Verstimmung zum Opfer fielen, waren die OberprSsidalräte, die jetzt 7600 bis 9300 M. Gehalt beziehen und nach der Regierungsvorlage bis auf It000 M. aufrücken sollt«. Trotz der eindringliche» Bitten d-S Ministers de» Innern, der darüber klagte, das, heute vielfach nicht die tüchtigsten, sondern dt« reichsten Beamten t» dt« gehobenen Stellen einrücken, und der seinem Bedauern darüber Ausdruck gab. daß alle Augenblicke tüchtige VecwaltungSbcamte zur P r i v a t i n d u st r i e übergehen, wo sie besser bezahlt werden, wurde die Regierungsvorlage mit 11 gegen IS Stimmen abgelehnt. Selbst Herrn v. Rhcinbaben gelang cö nicht, die Nationalliberalcn für seine Vorlage zu ge-- Winnen. Um die„Parität" zu wahren, stimmten nun die Konser- vativen gegen die von den Nationafltbevalen beantragte Aufbcsse- rung der Senatsprästdenten bei den Oderlandevgecichten, der Oberstaatsanwälte, der LandgerichtSpräsidcnten, der Amtsgerichts- prasidenken beim Amtsgericht Berlin-Mitte und des Ersten Staats. -nstwalts beim Landgericht I in Berlin.— Auch die armen Ministerialdirektoren, der Präsident der Hauptverwaltung der Staatöschuldeil, der Präsident der Justizprufungskommission und der— Oberlandstallmcister müssen unter dein Bruderzwist leiden: sie sollen nach wie vor„nur" 15 000 M. bekommen, während die Re- gierung ein Gehalt von 11 000 bis 17 009 M. gefordert hatte. Einzig und allein der Präsident der Seehandlung fand Gnade vor den Augen der Mehrheit: sein Gehalt wurde von 15 000 M. auf 17 000 M. nach sechs Jahren, seine Ilichtpenstonssähige Stellen- Zulage von 3000 M. auf 4000 M. aufgebessert.— Die Debatte wandte sich sodann zu den Gehältern der nicht voll besoldeten Kreis- und Gerichtsärztc, die 1800 M. bis 3000 M., im Durchschnitt 2700 M. und Stellenzulagen von durchschnittlich 450 M. erhalten sollen. Urner dem Widerspruch der Regierung ging die Kommission darüber hinaus und beschloß einstimmig, daS Gehalt auf 2400 M. bis 4200 M.. im Durchschnitt 3300 M., zu bemessen. Den Schluß der Sitzung bildete eine Besprechung der Gehalts» Verhältnisse der Universitätsprofessoren. Die außerordentlichen Professoren i» de» Provinzen beziehen zurzeit im Durchschnitt 2750 M.; ihr Gehalt soll auf 3250 M. erhöht werden. Die außer- ordentlichen Professoren in Berlin haben jetzt 3250 M., sie sollen i» Zukunft 8750 M. beziehen. Die Gehälter der ordentlichen Professoren lin den Provinzen durchschnittlich 5500 M., in Berlin durchschnittlich 6500 M.) sollen so bleiben wie bisher. Außerdem soll für alle etatsmäßigen Professoren der ihnen garantierte Be- trag der Mindesteinuahme aus Nebenbczügcn von 800 M. auf 1000 M. erhöht werden. Ein Antrag des Zentrums, der Frei- sinnigen, Nationalliberalen und Frcikonscrvativen will das Gehalt für alle außerordentlichen Professoren auf 2400 M. bis 4800 M., für alle ordentlichen Prosessoren aus 4800 M. bis 7200 M. bemessen. Außerdem sollen sie ihre Kollegienhonorare bis zu 4500 M. ganz beziehen und von dem darüber hinausgehenden Betrag die Hälfte bekommen. Zu einer Abstimmung über den Antrag, den die Rc- gierung entschieden bekämpfte, kam es noch nicht. Die„LehrerdcsoldungSkommission" de« preußischen Abgeordnete»- Hauses(11. Kommission) erledigte am Mittwoch den Rest deS§ 4 und den K 11. In der Beratung am Donnerstag erfuhr der K 12 eine redakiionelle Aeudernng. Zu lebhaften Auseinandersetzungen führte ß 16. der die MietS-ntschädigiina der Lehrpersonen regelt. DaS Zentrum forderte in einer giesoluiion, eS sollten über Größe und AuSftaltnug der Dienstwohnungen Vorschriften erlassen werden. Von den Freisinnigen wurde beantragt: „AlS Mietsentschädigung für Lehrer ist eine Geldsumme zu gewähren, die eine ausreichende Entschädigung für die nicht ge- währte Dienstwohnung darstellt und die in jedem einzelne» Falle mindestens dem Betrage des WohnnngSgeldschusseS für mittlere Beamte der betreffenden Ortsklasse gleichkomme» muß." Die Regierung erklärte, daß eS ihr darauf ankomme, auch auf dem Gebiete des WohmmgsgeldcS Ruhe zu haben, deswegen soll dem Provinzialrat aufgegeben werden, von vornherein feste Sätze zu schaffen. Ferner erklärte sie sich gegen die Bestrebungen, die Lehrer auf Umwegen in die Klasse der Subalternbeamten zu bringen, wie es ein Antrag Cassel-Hoff anstrebe. Von den Frei- sinnigen wurden lebhafte Klagen über den Zustand der Dienst- Wohnungen geführt; eS sei keinem jungen Lehrer möglich, sich zu verheiraten, selbst wenn er angestellt sei: denn meist bestehe die Wohnung nur aus einer Stube ohne Küche: wolle er diese nicht beziehen, so erhalte er auch kein WohnungSgeld I Konservative und Regierung verteidigten den jetzigen Zustand. Der RegienmgS- Vertreter' führte aus. daß. weirn den Wünschen Rechnung getragen werden solle, u-indeftens 36 000 Schulhäuser umgebaut werdcir müßten!(Und da wundert man sich noch über die Landflucht der Lehrer!) ES könne doch nicht verlangt werden, so wurde»och von konservativer Seite auSgesührt, einein, der heiraten wolle, eine Dienstwohnung zu schaffen.— Sämtliche freisinnigen Antrage wurden abgelehnt bis auf einen, der in der Fassung, wie sich nachher herausstellte, falsch war.... Zu den ßs 17, 18. 19 lagen keine Anträge vor. Sie wurden ebenso wie der§ 16 nach der RegterungSvorlag« angenommen. Nächste Sitzung: Freitag. Amtliche Korrektur. Nach unserem Bericht über die Reichstags« sitzuug vom letzten Montag(„Vorwärts" Nr. 275) hat der Fmauzmiuister Herr v. Nbeiubaben sich auf einen Artikel berufen, der in den„Sozialistischen Monatsheften" stand und von Calwer verfaßt sein sollte. Im amtlichen Stenogramm jener Sitzung(Seite 5655 B) hat Herr v. Rhcinbaben stillschweigend aus Calwer Schippe! gemacht und so seinen Lapkus vom Montag korrigiert. Das ändert nicht« an derTalsache, daß er tatsächlich.Calwer" gesagt hat. Wir hätten diesen Passus der Rheinbabeuschen Rede aus seine Richtigkeit nachgeprüft, wenn zu vermuten gewesen wäre, daß der Finanzminister sich so mäßig präpariert, daß ihm „Irrtum" trotz der lebhaften Zwischenrufe an jener Stelle nicht zum Bewußtsein kommen mußte. Drucksachen. Aus dem Reichstag.(Nr. 1046.) Uebcrsicht der Ein- nahmen und Ausgaben des Schutzgebietes Kiau« tschou für das Rechnungsjahr 1907. Eln«?e& imM» Wir heben besonders hervor: unsere auf das beste und reichhaltigste eingerichtete ferner unsere Lebensmittel� Abteilung SpielwarensAusstellung � � 4» 4-*4 C* � des Rixdorfer Rabatt- Spar-- Verein« AV il I?<1 1 T Iii*1 r ro 6 Ii und des Eigenen RabatfrSparsystems JANDORF&Cs Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Wir geben unseren Kunden schon jeizt Gelegenheit zum besonders billigen Weihnachts- Einkauf und verabfolgen trotz billigster Preise bei Einkäufen noch die Anzahl Rabattmarken Von dieser Vergünstigung sind nur wenige Artikel ausgeschlossen, ß Enorm billig «ioslflr M! Ut anstT Angebot I für Herren jeden Stanoae!!! ragjich. Sonntag Ter kaufen 1 ans feinsten UaBstoflen| | vornehmst gefertigte Herren* Anzöge Paletots dura aonitiger UkSpraia 10-70 dl. Ut. Jetzt IS-Sü M.. öebrockautflge Jetzt 21— 10 dl. Herren- Ho»enJelzt 7— 11 dl oeatsehes Vereeadheae. Jdgeretr.«3. I Trepp«. Kirm« Henennmnier echteo SCHULTH EISS' BRAUEREI AKTIEN-GESELLSCHAFT. Die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 1907/08 und zwar von 14 Prozent für die alten und 3Va Prozent für die neuen Aktien erfolgt vom 1. Dezember d. J. ab in den gewöhnlichen Geschäftsstunden an der Couponskasse der Deutschen Bank in Berlin mit M. 42.— gegen Auslieferung des Dividenden Scheines der Aktien über M. 300-, mit M. 140.- gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über M. 1000.-, mit M. 168.- gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über M. 1200,- und mit M. 35.— gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über M. 1000.- der Emission von 1908. Der Vorstand. ......- Boehme. Sautner. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PrinzensiMlÄpISz. 10— 2.5— 7. Sormtairs 10— 12. 2— 4 Offeriere in nur frischer, fchöner Bare, solange Vorrat reicht: II»««», extra starke, für nur... 2,30 M. sauber gespickte, von... 3—4, Gänse, bis 15 Pfd. schwer, pro Psd. 0,00 3Z Gänserümpse, halbe Gänse. IZ«t«», slcischvoll und seit, von. 2,50 M. Hühner in ganz besonders schöner Auswahl. AVojji»«t, SQ., Mariannenstr. 34. 16. ZiJmng 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 58. NoTember 1008. Tormltt«*». Hur die Gewinne Uber 510 Mark aind den becreSendra Nummern ln Klammern beigefügt. (Ohne Grwühr.l(Naehdruck rerboten.) S3 576 746 96 868 IIIS f 1000 5 863 85 514 87»Ol U 2013 673 810 909 3138 488 47 53 61[30001 751 900 4034 166 304 1 5000s 403 4 7 7 99 707 73 887 5087(SOOs 101 413 19 80[500] 6189 98 823 75 414[500] 595 978 7l« 511 69 71 658 895 8037 148 365 470 80 687 9055 144 494 736 11000] 70 982 87 10257[3000] 474 771 850 11258[500] 881 888 4»»7 685 1 2185 369 483 563 605 48 50 956 60 1 3051 386 886 928 90 1 4173[8000] 347 51 414«80 96 97[500] 714 835 73 957[1000] 15318 688 8,6 19 60 1 6106 53 404 882 928 1 7066 445 646«7 898 1 8379 449 71 84 97[500] 548 [5001 19048 l� 88 269 SS" 526 34«90 751 76 20035 103[1000] 34 53 65 471[1000] 784 806 72 928 8 1 066 63 128[500] 38 342 409[600] 751 64 97 81« 28 73 22047 237 4U 39 500 688 879 85 2 3340 488 661 810 23 934 2 4093[1000] 156[500] 243 160 515 876»2 2535« 325 50 79[500] 468[ 3000] 80«62 96 653 917"26087 [1000] 119 511 852[1000] 928 27091[500]«99 791 90« 77 94 2 8294 97[500] 804 74 454 628 900 2 9380[500] 494 660 772 92 838 92 30021 45[1000] 238 748 3 1 425 922 24[3000] 32035 149 437 87 94 800 33140 81«[500] 508 099 745 927 3 4210 378[500] 498[500] 508 629 825 82[1000] 35712 911[3000] 3 6053 177 855 448 621 709 950[3000] 37021 18(1[500] 223 35 88[8000] 800 409 553[1000] 985 3 8484 691 706 3 9043 136 287 535 88 40041 79 116 404 60 704 874 4 1 085»7 277 81[500] »19 685 871 935 96 4 2212 507 4 3010 28« 423«00 2 780 823 83 4 4045 56 290 538[1000] � 614 41 956 45157 218 805 28 62 498[500] 50-1[1000] 13 67 818 6« 46041 285 312 28 519 649[600] 47186 376 616 784 840 4 8028 195 207 307 846 906 40165[1000] 91 708 SO044 865 749 811 980 5 10S7 109 19 80 955 972 710 918 52163 214[1000] 53 208 706 944 80 5 4020 126 20 204 74[ 500] SSS 85 511 701 816 5 5007 436 51 66[1000] 940 CO 69 5 6059 138 62 636 59 787 883 5 7047 86 93 229 349 530 743 844[500] 916 58108[ 500] 337 68 435 666 897 989 59259 361[500] 679 737[1000] 39 43 800 974 60567 61(156 168 202 12 678 785 811 62098 402 532 85 94[1000] 619 88 883 936 97 6 3002 91 167 207 44 682 746 82 S« 64106 8«3 365[3000] 477 654 912 70 8 5 236 46 56 304 407 811 6 6037 155 292 583 82 871 67297 725 824 919 6 8059 169 376 503 960 60167[500] I 618 760| 7O01S 178 95 SO« 58 97 429 691[500] 788 867 7 1 289 363[500] 89 511 618 29 743 805 58[3000] 72075 i 397 441 617 60 768[500] 821 45 7 3021 123 30 295 450 [1000] 870 74013 61[1000] 666 992[600] 75223 25 319 48[500] 61 483 521 23 35 635[500] 60 716 824 38 98 917 7 6061 161 253 365 75 451 573 66 843 951 77128 68 361 588 618 741 846 942[500] 7 8364 492 551 712 32 33[8000] 89 969 7 9044 400 9 60 1 9 820 28 80146 202 45[500] 602 48«71 729 839 77[500] 81114 588[1000] 702 906 8 2179 220[3000] 645 801 83051 177 331 612[3000] 46 62 72 726 901 84103 84 209 617 714 75 866 8 5428 511 31 645 860 8 7204 13 48 354 489 91 604 47 692 697 991 93 8 8021 364 007 746 996 88123 205 342 419 SO 553 634 39 743 87 9O07S 373 439 46 522[3000] 799 804 48 81170 271- 75 367 403 095 736 8 2167 522 673 73 700 39[500] 83161 850[3000] 83 628[ 500] 719[500] 872 96 986[ 3000] 93 [500] 95 94108[500] 244 804 12 66[500] 444 385 861 915 63 9 5158 65 232 515 647 754 77 95 878 90 8 609« 283 [500] 307[600]«8 405[30(10] 8 10 61 606 54 841 742 9 7851 98 992 9 8807 613 617 929 53[1000] 99148 74 96 246 633 743 100 105 224 841[1000] 512 772 840 57 1 0 1 284 524 «19 36 712 1 02 110 846 406 716 924[500] 103283 88 577[ 3000]429 508 618[500] 769[1000] 88 104051 58 95 275 77 425 40 587 723 S38 99 1 05131 455 53 320 959 95[3000] 106241 301[500] 82 615 993[600] 107020 72 163 424 366 945 90 1 08029[3000] 60 201 59 391 418 770 804 80 944«8 109148[500] 56 212 32 47[1000] 397 31 450 559[500] 70[1000] 80 789[1000] 807 90[1000] 11O0I2 282[500] 386 551 96 704 75 806 111079 522[11)00] 701 841 92 112184 237 454 692 113008 295 353[500] 541 663 708 76 947 114052[1000] 73 110 12 227 365 674 83 t 921 115120 29 284 SO«[1000] 045 800 75 77 89 98 116000 228 309 39 435 43 525 60 782 831 908 117385 90 401 50[509] 501 757 72 800»27 29 118070 333 ,02 447[1000] 11 9 50;} 28 476 92 716.899 120117 821 450 544 876[500] 80 959 80 1 2 1 071 304 40 60 89 573 850 1 2 2079 07» 926 123021 187 226 140025 95 50« 50, 91 750 81, 86 ,14[ 5000] 54 141065[500] 90 180 905 76 529 468 661 96 755 44 805 142005 10 754 933 1 43112 84 403 750 59 959 1 44253 41 77 380 489 592[500] 919 52 93 1 4 5219 54[1000] 87 343[10«] 436 718 140006[1000] 21 47 74 107 95 492 705 808 1 47067 260 481 511 638 751 919[600] 148094 121 592 677 1 49007 84 296 355[1000] 472 99 861 160233 524[5000] 51 595 831 968[500] 15 1411 50 596 639 715 556 012 79[lOOO] 15 2354 69 445 72 619 743 999 1 53044[500] 62[500] 155[500] 59 215 372 97 459«29 55 154008 IIS 274 579 770 950 1 55176 541 741 804 19 1 50190[500] 554 425 608 25 775[560] 1674124 48 79« 910 16 49 54 1 58083 265 54 317 65 478 85 638 906 1 59171 320 336 44 464[500] 95 645 [5000] 636 63 774 849[500] 100151 57 482 64»«92 101061 IM 50 502«07 754 915 162025 68[500] 53[300] 770 842 103318 913 104015 302 18 83«89 723 105057 154 565 10610} 408 44 549 95 1 0 7063 72 195 415 852 919 1 6 8072 415 670 795 871 938 73[600] 169007 59 322 84 458 75[500] 899 17O0I7«49 779[1000] 17 1 039 117 73 90 837 33 5« 428 570 865 1 72025 670 723 44[300] 869 924 173069 229 31 88 329 451 662 95[3000] 870 96 1 74189 62 278 757 803 978 1 7 5 281 447 700 889 1 7 0017 106 81 285 411 664 757 855»45 1 77372 669 999[5000] 170564 83 601 179564 855 64 948 180U72 77 182 39 51 84 Ml 575 9,[5006] 869 992 1 8 1 267 837 480 68}[1000] 711 872 908 48 1 82185 464 65 613 700 836 940 72 82 88 1 83206 351 408[500] 24 87 562 661 714[500] 15[SOOOl 876 935 1 84176 93 654 825 1 8 5344[1000] 619 45 822 940 1 80160 876 494 530[500] 73[1000] 656 832 1 87140 48 85 608 60«[51*1] 41 188150[3000] 286 88[500] 501 744 888 90[1000] 189031 61[SOOOl 66 84 92 105 328 546 718 38 190014 256 84 316 482 550 7(2 53 808 955 1 9 1048 [500] 107 65 08 43«[500] 730 69 800 969 1 92(34 401 68 575 663 779[500] 933 50[lOOOl 193005 122 869 917 194067[500]«73 813 19 1 95124[1000]«4 221 385 466 85 59« 715 36 55 870 1 9 0062 248 53« 711 951 197159 «21 711 4« 8« 839[1000] 198015 171[1000] 60» 1« 775 90 199181[500] 557 96 673[500] 88[300] 200236 315 464 20160« IIS 9« 344 91 4S««9« 753 890 98 2 O2038[500] 40 75«1 103 70 flOOO] 181 514 [5000] 401 82 505 47 729 58 2 0 3030[ 500] 505[3000] 510[500] 854 204 088 385 558 601 51 820 994 2 0 5591 891 2O0O73 199 230[1000] 393 455 207477 525 200018 84 183 409 85 687 925 2 0 9 303 668 59[3000] 755 881 2 1 0210 19 57 500 69[3000] 519 855 92« 66 7» 211195 382 474 684 713 81 2 1 2017[500] 157[3000] 222[5000] 328[500] 87 498 689 605 75» 2 1 3509 657 92 794 897 917 77 2 1 4109 502«4Z 84 702«57 915 21S081 102 79 206 8 496 736 57 2 1 004« 158 8« 503 46 618 83 [500] 750[500] 888 97« 217025[500] 59 84 411 38[lOOO] 606 7 929 2 1 0049 82 132 6«[500] 73 565 97 2 1 9120 38 299 315 503 18 776 220296 320 88 884[1000] 22 1 868 597 6SO 81 733 47 834 2 2 2126[600] 335 452 81 560 83«19 30 734 97 984 2 2 3 245 921 60 2 2 4323[500] 439 548 83 675 831 57 66 225123 45 97 260 314 41 429 616 629 727 2 2 0"«» 80 200[500] 439 752 88 917 50 70[1000] 227174 239 519 794 818 2 2 0255 315 762[3000] 82 902 229141 583 862 948 23055» 708 801 19 23 1 553 59 93 544 2 3 2051 107 51 68 364[ 500] 467 789 810 98? 23 3012 268 815 94 582 [500] 601[30000] 913 234175 335[1000] 61 451 573 97 714»73 926 53 2 3 516S[1060] 201 302 441 750 74 230176 250[500] 97[6001 Sil 730 975 2 3 7071 207 48 535 630 6« 83 850 955 2 3 8095 301 11 316 457 520 659 838 905 2 3 9049 141 292 306<«3 735 855 240025[3000] 83 131 489[1000] 58««54 90 783 [1000] 825 24 1 301 454 518[1000] 872 242284[1000] 362 684 767 71[30000] 970 2432.16 579 580 864 918 244120 501 752 841 945 240327 504 735 805 2 4 0042 345 372 599 «10«1 91» 84 247013 IM 59» 418 57 79 671 651 788 240041 55 411[50001 590 708 45 73 858 2 4 9005[10000] 199 204 25 435 603 779 960 25O000 30 67 79 189[600] 527 48« 585 953[ 3000] 251096 30» 339 53 453 510 668 887»M[506] 252106 [5000] 17 54 338 498 710 80? 929 253181 805 85.515 877 254344 68 548[3000] 755 803 46 024 34 89 255000 26 44 41« 330[3000] 627 65 80[lOOO] 743 250023 567 720 53 968[500] 257063[500] 126 555 73 619 91 757 843 953 250174 260 784 259057»8[500] 25O011 146[lOOO] 320 33[500] 54 731 49 88 9« 20 1 341 464 578[500] 669 2 62195 371 95 572 519 663 810 263037 46 90 106 254 518[1000] 547«03 11[3000] 68 912 264223[lOOO] 810 60 633[500] 669 90[1000] 727 917 2 6 5010 00 99 114 454 694[500] 894[1000] 260021 187 581[500] 665 880 50 2 0 7056[500] 22« 400 9[ 500] 547 92» 45 2 8 0096 339 43 459 606 953 2 0 9203 540 731 903 13 270135 260 364 70 604 33[3000] 795 989 27 1 068 124[lOOO] 344 465 74 552 702 00 93 97 828 2 7 2002 213 470 690 786[1000] 2 73178 332 60 909 82[3000] 274' 50 520 96 495 599 ilOOOi 811 O&l 124031 138[1000] 63 SO»| 0« 482 723 83 652 275073[5001 169 91 353 403 7 8 593 r. r..1 1.1....... fi7( TAH r,onl Owflnio... f.nnl Q. oa 73 721 800[500] 07[3000].79 8S 911 50 62 77[1000] 12500:1 23[500] 210 4SS[90001 51 tMOO] 581»3 664 [1000], 815 929 51 1201(93 237 494 500 75 779 653 975 12 7030 240[ 500] 340 511 77 liOü] 061[3000] 83[3000] im 13 1 2 8025. 3 235 09 603 705 85 935 1 29179 662 [560]»12 OSO 130 6 i.71 7.3 8.2[SCOO] 910 23 53 131089 197?3 iSl IlCCOI»..2 972 13600) 13 2 27:) 823 452 SO 13316) 13 217 7) 307 443 701 864 Ol-? 57 1342U 31« CG 5-1 611 66 707 55 135 0 UCO) 625 1 30045 29!) 41?."»i? 137101-20 96 362.6» 302 68) 913[500 j 138265 SV. 92 519 53 09 725 81 139071[590] 121 220[300] 326 491 515[5C9J 32 622 754»Ou 671[5000] 748»sä[500] 270019 143 75[500] 35 96 259 91 468 823 2 7 7004[500] 14 81 86 98 186 044 803 270214[500] 16 646 469 356 93 639 743[3000] 72 81 805 952 279563[3000] 27» 591['-00] 677»69 904[500] 2 8 0074 174 214 54 71 339 512 669 765 28 1 013 471 631 836 282014 463 629[lOOO] 69 283275[jOO] 452 659 [1000] 00 002 10 787[500] 977 2841»[500] 5«, 5 97 730 285(0»[1000] 301 422 664 721 10 48»82 280051 62 »3 260 93 479[1000] 791 2870)1 ZU 36 71[lODO] COj 11[500] 79 782 12 Im Gewinn rede veri. lieben; 1 Prämie zu Sooooo M., 1 Gewinn i 200 000, 1 ä 100 000, 1 ä 75 000, 2 ä 00 000, 2 ä 50 000, S ä 10 000, 9 5 SO 000, 10 4 15 000, 31 ä 10 000, 43 ä 5000, SU 4 3000, 1245 ä lOOO, 1S56 ii 300. 16. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebnng rom 15. November 1908. nachmittags. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den beireckenden Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)[Nachdruck verboten.) 28i 502 632 717 1 181»6[1000] 619 71 965 77 2057 259 332 35 73 510 898 933 3070 93 506 783 854 1500] 78 4018»84 380»0 467 550[300] 638 720 47 65 99?[500] 5205 822 33 75[500] 450 584 931 0012 444 95[500] 712 894 901 7073 458 502 96 687 757 980 009? 145 63 238 438 96' 9l22 57 94 232 303 40«[500] 82 603 69 91[3000] 1011» 95 354 499 633 802 11015 153 364 503 60« 32 804»0 961 62 82 1 2053 112 l» 280 4® 770 71 905 1 3150 94 226 878 445 654 1 4169 225 645 873 81 944[500] 15023 240 90[3000] 807 415 720 98 975 1 0008 41[80001 187 628 445 639 41[10601 17008 34[500] 298 SOI[1000] 58 [5001 610 26 637 77 953 1 0695 718 58 886 970 84 1 9053 IM 639 896 997 20046 364 474 714 21159[500] 229 73 405 81«14 52[5000] 2 2 245 68 460 647 652 783 989 2 3019 349 51 610 657 740 56 85« 58[500] 63 93» 92 2 4261 944 56 25025[5000] 102 282 40 2 85 572 716 60 399[1000] 2 6287 79 506 663[500] 92 789 933«9[1000] 27124 51 420[600] 520 25 781 873 953 2 0056 89 223 38 54 92 510 610 70C 81 29023 112[3000] 372 497[3000] 526»66 SO"30«6 370 435 600 784 813 3 1 26 1 92 319[500] 435 668 99'18 3200«[3000] 291 314 43 463 69« 33080 154 61 502[3000] 794 880 3 4162 75 309 475 32 568 3 5 260 343 86[500] 88 455 95 682 700 3 0339 93 424 564 732 45 835 56 919 3 7026 184 579[1600] 93 112 3 3020 2 5 75 122 300 85 438 503 830 75 914 61[1000] 39113 876 662 901 40658 255 672 97 744 854 4 1 005[500] 628 634 03 787 4 0 880 88 4 2072 81 582 83[3000] 651 80 933 43013 90 105 Sil 407 628 719 888 902 44113 32 70 229 423 563 «3 61« 72«83 920 50 69 76 4 5188 518 62 684 760 855 69 4 0006 394 557«51 840 747«2 966 4 7075 333 433[500] 522 611«5 808 40518 70« 977 49227[500] 87 363 433 [500]«77 933 50255 65 507 40«5 82 445«11 MO[5000] 5» 51015 17« 255 71 740 802»25 55 5 2261[500] 805 48 43« 72« ,7[1000] 862 5 3068 125 52 72 267«56 65 85 590[500] 54I95«2 81 630[500] 92« 25 5 0220 68[500] 92 836 «7 532 75« 865 5 0005 3«9 89«15 28 757[509]»35 9«2 [3000] 57103 288 SS0«0 199 530«30 570 608[500] 2«5 59072«58 796 909 3?[500] 00038 173},? 807 585«5 52» 7«T[1000] 88 01111 [1000]«11[1000] 88«»11[600] 0219« 598 781 931 03120 338[1000] 68« 04269«57 551 65«17 65090 IST 51 7« 767 60085 88 13« 88 7« 201 542 69[1000] 178 95 800 84 911 0 7292 6 0 211 554 708[1000] 20 912 0 900««27 76(03 270 630 79 7 1 003«8 292 37« 55« 725 67 8« 823«08 13 72(51 682 871 73170[1000] 917 20 53 74 74013 HO 177 539«78 748 59 606 30 932 7 5000 255 674 (500) 774 813 23[500] 906 7 0 033 84 322[500] 426 553 617 823 938[300] 77183[3000] 83[3000] 973 7 0067 104 53 26 7 309 20 603 6 664[500] 838 7 9023'163 213 512 [500] SS[500] 444 886[500] 95 80129 432 777 889 933 72 88 0 1 050 58 570«77 706 71»37 02085[3000] 222 58«[1000] 4SI 39 5IG 89[1006] 60« 29 812 906 8 3033 24 168 286 603 37 710 824 35[300] 84066 177 326 558[ 3000] 8 5027 763 8 0077 326 CO 708 800 9"S 87463 627[500] 842»85[500] 88058 102 9« 209 718 806[1000] 12[1000] 89823 92 910 90160[lOOO] 347 473[500] 548 745 876 9 1 065 71 90 199[500] 213 464 67 509 27[lOCO] 655 771[1000] 80 [1000] 96 848 903 8 9 2 093 245[500] 61[500] 81 82 434 560 887 9 3097 165[5000] 256[500] 337 431 32 603 13 70« 87« 95«[500] 94132 425 548[lOOO] 778 9 5 021>1000] 169[300] 567 409 13000] 985 90116 105 79 8« 760 82« 97l«l«38 70 917 98041 7« 121 555 727 903 9 9327«1 «3« 707 69 808 1OO09«[1000] 295[500] 551«81 985 lOll«« 60 (5001 US 5« 3«« 83 6«S 66[5001 752 902 1 02 447 sSOOO] «8 595 60« 93»«•»5[3000] 103172 24« 378 95 483 70 68? 95 823 977 1 04145«6 293 369«02 549 603 27 86 746 946 1O5011 82 107 580 460 627 831 925 9« 106010 592»50 691 107378 545«58 56« 65«67 887«1 47 985 JOSttO 836 76 821 737 955 1 09040 28««13«3 540 55 81««1 8) 82 870 979 110133 838 5« 675 711 89 92 98 111358 81«98 [1000] 678 112195 248[1000] 80 312 540 50[500]«57 76[500] 767[ 3000] 835 113113 97[500] 456 651(1000] 807 ,79 114065 390«11 785 893 säOO) 988 115049 251 340 44 47« 826[1000] 969 110267 812 117170 270 714 50 80 85» 922 slOOOl 1 1 8>(SZ 136«0 95 24« iSOCO] 61 88«28 77 590 843 52 119090 332 735 71 815 52[3000] 973 120310 85 885[500] 52 462 632 858 935 1 2 1 087 67« 60« 20 70 957[500] 12 2003 73 285 330 90 63« 92 755 66 911 35 6«[3000] 71 12 3053 57 209 5» 124211 340 «1 8»(1000) 685 651 829 1 2591« 120198 340 479 512 77 94 713 1500] 839 40 JlCOO] 127016 7G1 937 12803« 72 36««2« 70 73 565[1000] 129027 HD 26[1000] 66 290 321 743 136130 388«39 66 87 623 707 59 957 1 31001 267 .87 861 418 51 90 302 4 20 09«[300] 755 872 73 1 32(122 102 37 UOOOj 210 SO 399 539 753 819 slOOO] 996 133070 145 59 631 717[3000] 43 1 34116[SOOO] 218 312 5«ute für diese Patienten bc- sondere Liquidationen; sie machen Gebrauch davon auf Grurw eines Beschlusses des letzter: AcrztetageS. Hält man für möglich, daß diese Patienten 7 M. pro Tag zahlen können? Ich halte es für ausaesHlojstui. ßojjs Mittelst»» lldsMitft Iöiuki» wir mK treifeuj, Wird irgend jemand von diesen Herren von einer schweren Krank- heit heimgesucht, so bitte ich ihn, in einem unserer städtischen Krankenhäuser sein ftrarrkcnlager zu beziehen, dann werden auch die letzten M!ä>»gel allmählich noch beseitigt werden, die diesen Häusern noch anhaften. Das Geld für die kostspieligen besonderen Anlagen aber würde vergeudet sein.(Beifall bei den Soz.) Stadtrat Weigert: Die Angelegenheit hat auch den Magistrat beschäftigt. Es ist zur Sprache gekommen, daß in unseren Kranken- Häusern nicht wenig Personen Aufnahme finden, für die sie»richt berechnet iind, Personen besserer, gebildeter Stände, Militärs, Beamte, Gelehrte, Kaufleute, die zu dem allgemeinen Satze von 2,50 M. aufzunehmen, keine Veranlassung'kst. während sie einen größeren Beitrag zahlen könnten; und dann wurde auf die Not- wendigkeit verwiesen, die Krankenhäuser dem sogenannten Mittel- stand zu eröffnen,»oeil die hohen Krankenkosten zum Beispiel in einer Bcamtenfamilie das finanzielle Gleichgewicht häufig für immer stört lZustiminung). Die Zahlung, die zu verlangen ist, n üßte nach Meinung des Magistrats, mindestens den Selbstkosten gleichkommen. Noch anfangs der 70er Jahre war in dem ersten großen Krankenhaus Friedrrchshain nur ein kleiner Teil für zahlende Kranke reserviert. Das hat sich seitdem sehr geändert; die Zahl der Kassenkranken geht heute in ernigen Krankerrhäusern bis zu 50 Prozent und mehr. Die Preise haben sich in den 35 Jahren auch sehr geändert, die hygienischen und wissenschaftlichen Anforderungen sind andere geworden. Die Frage ist eine brennende, aber auch schwer wiegende, die nicht leichten Sinnes entschieden»Verden kann. Der Magistrat hat neuerdings wieder beraten, einen Beschlutz aber noch mcht gefaßt; er hält die Sache ernster Erwägung wert, verkennt aber die Schwierigkeiten nicht, die ihr entgegenstehen. Wir»Verden uns zu fragen haben, ob wir bemittelte Kranke gegen die Selbstkosten aufnehmen sollen unter der Bedingung, sich den gewöhnlichen Einrichtungen zu fügen, oder bemittelte Kranke in Einzelzimmern gegen höhere Sätze aufnehmen. In einem Ausschuß läßt sich diese wichtige und dringende Frage ja lveiter erörtern. Stadtv. Runge(A. L.): Wir stehen dem Antrage sympathisch gegenüber. Kollege Wehl muß doch aus seiner früheren Mitglied- schaft in der Krankenhauskommission wissen, daß»virklich schwer Kranke nicht abgewiesen werden; das haben die dirigierende»» Aerzte stets eRlärt.(Zuruf:„Statistik I") Geschlechtskranke können wir in so großem Maßstabe nicht aufnehmen,(Zuruf: „Schwerkranke I") Auch»vir wollen nicht, Laß es Krankheiten erster und zweiter Klasse gibt;»vir»vollen den Kranken nur in einen Kreis bringen, wo er sich auch trotz der Krankheit wohl fühlt, wo er sich nicht heruntergedrückt fühlt durch eme ihm nicht angenehme äußere Umgebung. Stadtv. Prof, Lniida»,(A. L.): Prinzipiell würde ich dem Antrag keinen Widerstand leisten, wenn»lachgcwiesell werden könnte,'daß unsere Krankenhäuser das Gewünschte zu leisten ver- möge»». Die große Ziffer der Abweisungen lehrt, daß bis heute unsere Krankenhäuser nicht imstande sind, der gegeiuvärtigei» Not abzuhelfen, geschweige denn, eine neue Rubrik aufzunehmen. Trotz der vorgenommenen und beabsichtigten Evah'ationen gewisser Arten von Kranken ist noch keine genügende Abhilfe geschaffen. Würde sich im A»lsschuß ergeben, daß»vir unsere Krankenhäuser nach der Richtung ummodeln müssen, daß»vir große Räume in kleine ver- »vandeln, dann werden sich auch die Räume finden, in welche Besser- situierte hineinkommen fönnen, und dann erst werden wir auch die Frage erörtern können, ob wir den Preis differenzieren können oder nicht. Stadtv. Dr. Nathan(soz.-fortschr.) erkennt an, daß es schwer sei für einen gebildeten Mensche»», in» Falle der Erkrankung sich mit einer Umgebu»»« abzufmden, die einer andere» sozialen Schicht entstammt; aber welchen deprimierende», Eindruck»»ache es andererseits, wenn einem Unbemittelten auch im Kranken- Hause die Tatsache fühlbar gemacht werde, daß er zeitlebens ein armer Teufel sei!(Sehr richtig!) Das demokratische Empfinde»» unserer Zeit sei so stark entwickelt, daß sich ein Sturm in der Bevölkerung erheben würde(Allgeineines Oho— Es ist gut, daß Sie jetzt schon widersprechen, Sie würden es später nicht können—), wenn man für die reichen Baucrnsöhne beim Militär, besondere Stuben einrichtete! Es sei nicht zu er- ivartcn, daß der Freisinn das billigen würde.(Zuruf von den Soz.: Ist ihm doch zuzutrauei»!) Dies Pertrauen setze er noch in den Freisinn. Im ganzen spricht er sich gegen diesen Antrag toegeq seines plutokratischen Charakters aus. Stadtv. Dr. Langerhans(A. L.): Die Zahl derer, die die Durchführung des Antrages wünschen, ist recht groß; dazu gehören z. B. auch die Vergnügungsreisendcn, die hierher kommen und krank werden. Die folgenden Ausführungen des Redners sind auf der Tribüne im Zusammenhange nicht zu verstehen; er scheint der tunlichst schnellen Durchführung der Maßregel unter eiiügen Vorbehalten das Wort zu reden. Stadtv. Rosenow(N. L.): Aus den Mitteilungen deS Stadt- rats ergibt sich, wie schwer die Durchführung der Forderung ist. Wir halten die Sache der Erlvägung für lvert, stimmen deshalb für Aüsschußberatung. Die Zahl der Abtveisungen, die wegen Platzmangels von der Zentrale erfolgen, sollte doch authentisch mit- geteilt werden. Stadtv. Dr. Zabek(Soz.): Der Antrag soll auch auf die Irrenanstalten ausgedehnt werden. In einer Konferenz haben sich die Direktoren der Irrenanstalten zu meiner großen Freude gegen den Vorschlag erklärt. Noch 2000 irre Kranke sind da, die wir nicht in städtische Zlnstaltc» aufi»chmen können, sondern prwaten An- stalten überweisen müssen, und es lväre eine verkehrte Welt,»vcnn dafür andere Kranke aufgenommen werden dürften. Der Plan der Ausdehnung auf die Irrenanstalten muß also abgelehnt werden; von uns allen lvird keiner erleben, daß die Stadt ihren Verpflichtungen voll nachgekommen sein wird gegen die, die aufzu- nehmen sie verpflichtet ist. Noch ein Wort zu dem bösen Punkt der Honorierung der Aerzie, Der Aerztetag hat den Nerzten verboten, »inrsonst ihre Dienste zahlenden Kranken zur Verfügung zu stellen. Prof. Landcm hat es als selbstverständlich hingestellt, daß bei solchen 5kranken die Aerzte liquidieren, und das Gemurmel in der Versannn- lung, welches dieser Bemerkung folgte, belvies doch wohl, daß dieser Punkt den Freunden des Antrages recht unangenehm ist. Ul»d er i st auch recht unangenehm. Entweder die Herren dürfen nicht liquidieren, dann haben sie den ganzen Aerztcstand gegen sich; oder man gestattet ihi»ei>, zu liquidieren, dann schaffen Sie eiircn klaffenden Gegensatz in unseren Krankenhäusern, einen Interessengegensatz, der über kurz oder lang zu einem Konflikt führen muß. Diese Erwägung sollte Sie von vortihcrem veranlassen, den Antrag al'zulehiuB. Städte Cassel(ST. S.): Keiner von unZ will, daß durch AuS, führung des Gedankens des Antrags es für die übrigen Kranken mi Raum gebrechen soll. In bczug auf irre Kranke ist der Antrag nicht so dringlich. Aber deshalb können wir sehr wohl den anderen Kategorien zu Hilfe kommen, die ja übrigens eine Wohltat von der Stadt nicht verlangen, sondern die Selbstkosten zu erlegen bereit sind. Die Regelung der Honorarfrage wird noch genau- Prüfung erfordern. Stadtv. Dr. SiZcyl(Soz.): Die Leerung des Krankenhauses in der Gitschinerstratze soll allerdings erfolgen, aber deshalb, weil es für Kranke überhaupt ganz ungeeignet ist. Schon gegenwärtig bc- trägt der Durchschnittssah der städtischen Aufwendungen b M., nach Durchführung der verlangten Verbesserungen steigt der Satz auf mindestens 7 M. Den können große Masten von Angehörigen deL Mittelstandes nicht aufbringen.(Widerspruch.) Herr Cassel Übersicht auch, daß unsere Bevölkerung jährlich um SO 000 Seelen wächst. Die von mir gegebenen Zahlen betreffen tatsächlich Schwerkranke. Stadtv. Dr. Nathan tritt den Ausführungen deZ Stadtverordneten Cassel entgegen. Der Antrag wird einem Ausschuß von lö Mitgliedern über- wiesen. Die Schulbaracken in der Bremer Straße, die so- lange für das Friedrichswerdersche Gymnasium benutzt wurden, sollen der Pflichtfortbildungsschule des Bezirks über- Wiesen werden. Stadtv. B-rgman»(Soz.):£!ch habe nicht die Absicht, gegen die Borlage zu spreche», da wir für die dortige Fortbildungsschule. absolut Räume gebrauchen. Wir geben aber unsere Zustimmung zu der Vorlage nur unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß auch diese Schulbaracken nur ein Notbehelf sind, daß wir sie nur der Not gehorchend und nicht etwa als dauernde Einrichtung in Bc- Nutzung nehmen wollen. Die Vorlage wird darauf angenommen. Für die durch das Grubenunglück auf Zeche Radbod betroffenen Bergmannsfamilien will der Magistrat 10 000 M. bewilligen, um die erste dringendste Äot lindern zu helfen. Vorsteher Michelet: Das entsetzliche Unglück auf der Grube Radbod hat nach der Zeit stattgefunden, wo wir zum letzten Male hier tagten. Wir haben deshalb heute erst Gelegenheit nehmen können, unserer Teilnahme an dem Schicksal der Opfer der Kata- strophe und an dem Schicksal der Hinterbliebene» Ausdruck zu geben. Wenn wir dieisen Unglücklichen unsere herzlichste und innigste Teilnahme aussprechen, so sollten wir es doch nicht dabei bewenden lassen. Bei der Größe des Unglücks sollten wir auch unserer Meinung dahin AuSoruck geben, daß bei dieser Gelegenheit auch auf ernsteste Untersuchung der Veranlassung des Unglücks gedrungen wird und. wenn möglich, gesetzlickic Maßnahmen getroffen werden, um der Wiederkehr solchen Unglücks vorzubeugen oder doch dessen Folgen soweit als möglich zu mildern. Der Herr Staats- minister hat ja bereits in der Volksvertretung ein dahingehendes Versprechen abgegeben. Wir können wohl vertrauen, daß er es auch einlösen wird.(Beifall.) Stadtv. Singer(Soz.): Ich hatte nicht die Absicht, das entsetz- lichs Unglück selbst hier zum Gegenstand einer Diskussion zu machen. Nachdem aber der Vorsteher der allgemeinen Trauer Aus- druck gegeben und hinzugefügt hat, daß durch die Erklärungen dcö preußischen Ministers die Zuversicht gegeben sei. es werde alles geschehen, um derartige Vorkommnisse von nun an unmöglich zu machen, muh ich aussprechen, daß ich dieses Vertrauen nach den bisherigen Verhandlungen durchaus nicht haben kann. Ich bin im Gegenteil ver Meinung, daß, wenn nicht die Parlamente, Abgeordnetenhaus und Reichstag,-mit allein Nachdruck nicht nur das Vertrauen besserer Untersuchung, sondern auch gesetzlicher Vorbeugungsmaßregeln zum Ausdruck bringe», sich solche Unglücksfälle, die nicht nur als Elementar- erctguisse, sondern als solche anzusehen sind, die sehr gut vermieden werden konnten, sich wiederholen werden. Nach den vor- liegenden Erfahrungen kann ich nicht zugeben, daß von diesem Saale aus einem Minister ein Vertrau ensvotum gegeben wird, der wie die Regierung infolge einer ungeheuren Menge von Unterlassungssünden auf diesem Gebiet alles andere, nur kein Vertrauensvotum verdient! Meine Freunde haben die Vorlage mit tiefem Bedauern entgegengenommen, sie aber doch begrüßt. Vor allem hat es einen sympathischen Eindruck gmacht. daß der Berliner Magistrat der erste war unter den Städten, der durch einen solchen Beschluß die allgemeine tatkräftige Teilnahme zum Ausdruck brachte. Zu unserer Freude konnten wir konstatieren, daß der Magistrat auch schnell arbeiten kann(Sehr gut!); während das Unglück am 10. November passierte, hat der Magistrat bereits am 13. seinen Beschluß gefaßt. Wir stimmen gern für die Vorlage und hoffen, daß im Magistrat auch in andere» wichtigen Angelegenheiten stets im ähnlichen Tempo gearbeitet werden möge.(Beifall.) Oberbürgermeister Kirschner teilt mit, daß bereits zwei Dank- schreiben aus Hamm eingegangen sind; er verliest die in warmen Worten gehaltene Zuschrift des OberbürgernieisterS von Hamm. Stadtv. Goldschmidt(N. L.) spricht ebenfalls mit bedauernden Worten für die Opfer in Radbod seine Zustimmung zu der Vorlage aus und fügt hinzu, er müsse dem Stadtv. Singer darin bei- pflichten, daß von dem preußischen Minister zur Abwehr solcher Katastrophen nicht viel zu erhoffen sei, weil dieser viel zu sehr unter dem Einfluß der Berg. h e r r e n k r e i s e stehe, die doch in letzter Linie dafür ver- antwortlich zu machen seien. Die Spende wird einstimmig beschlossen. Schluß%0 Uhr. Sericdts- Leitung» Betrügerei und Schiebung. Wege» Betruges und strafbarem Eigennutz stand gestern der Kaufmann Ernst Wessel vor der zehnten Strafkammer des Land- gerichts I. Ter schon wegen Betruges und Hehlerei erheblich vor- bestrafte Angeklagte kaufte, nachdem er kurz vorher aus dem Ge- säugms entlasse» war, von einem Arbeiter Göthek das von diesem in der Hermsdorfcr Straße 9 betriebene Kolonialworengeschäft für den Preis von 225 M., worauf er nur 100 M. anzahlte, den Rest aber/ der später nicht einzutreiben war, schuldig blieb. Er ließ sich dann Postkarten drucken, die auf der Vorderseite den Aufdruck trugen:„E. Wessel, Berlin dl., Hermsdorfer Straße 0, Kolonial- waren, Butter- und Fleischwaren, Spirituosen- und Weinhandlung, Fabrikation von Eier-Kognak". Auf einer solchen Karte forderte er einen Butterhändlcr G. in Ostpreußen zur Lieferung von Butter aus und stellte ihm in Aussicht, daß er„bei Zufriedenstellung größerer Abnehmer sein würde". ES kam dann auch eine Geschäfts- Verbindung zustande. Der Angeklagte bezeichnete auf seiner Karte dos Geschäft Hermsdorfcr Straße 9 als„Hauptgeschäft", sich selbst aber als„Vertreter auswärtiger Häuser" und rief dadurch den Anschein herbor, daß der Lieferant es mit einem größeren, leistungs- fähigen und kreditwürdigen Hause zu tun habe. Es wurden zu- nächst täglich zwei Kolli und dann wöchentlich ein Zentner Butter geliefert und wöchentliche Zahlung verabredet. Als die erste Zahlung nicht innegehalten wurde, beauftragte Herr G. feinen in Berlin wohnenden Bruder, sich nach der Bonität deS Geschäfts Hermsdorfcr Straße 9 zu erkundigen. Diesem widerfuhr das komische Mißgeschick, daß er sich nach einem ganz anderen Geschäft erkundigte und über dieses sehr gute Auskunft erhielt, die er dem Bruder in Ostpreußen mitteilte. Daraufhin erfolgten dann noch weitere Butterscndungen. bis Herr G. von feinem Bruder die Nach- richt erhielt, daß er sich geirrt habe. G. zedierte dann seine Forderung in Höhe von 3sö M. an den Bruder, dieser klagte sie auch mit Erfolg gegen den Angeklagten ein, die Schuldtitel konnten aber nicht zur Vollstreckung gebracht werden, da der Angeklagte in- zwischen dafür gesorgt hatte, daß sein Geschäft durch„Kauf" in den Besktz eines Bekannten übergegangen war.— Staatsanwalt JonnS hielt derartige Verstöße gegen kaufmännische Treu und Glauben für äußerst strafwürdig und beantragte mit Rücksicht auf die Vorstrafen deS Angeklagten ein Jahr und drei Monate Zucht- hauS und 399 M. Geldstrafe. TaS Gericht verurteilte den An- geklagten zu neun Mannten Gefängnis unter Anrechnung von drei Wochen Untersuchungshaft.__ Das HauSrecht der Bcrsawmlungsveranstaltcr. Einen netten Hereinfall erlebten der Fabrikdirektor Kusel und vier kaufmännische und technische Angestellte der Aktien-Spinnerei Gelenau im Erzgebirge, die wegen gxmeinschastlichcn Hausfriedens bruchS vom Schöffengericht Ehrenfriedersdorf zu je acht Tagen Gefängnis— das ist die Mittdeststrofe— verurteilt wurden. Sie waren ohne Recht in eine für die Arbeiterschaft der Firma ein- berufene Fabrikbesprechung gekommen und hatten der Aufforderung des Veranstalters, des Geschäftsführers des Textilarbeiterverbandes, Genossen Wolfram, das Lokal zu verlassen, nicht Folge geleistet, auch dann nicht, nachdem sie auf den HauSfriedenSbruch-Paragraphen aufmerksam gemacht worden waren. W. stellte Strafantrag gegen die neugierigen Herren. Das Resultat war das oben mitgeteilte Urteil. TaS Landgericht Chemnitz als Verufungskammer verwarf die gegen das Urteil eingelegte Berufung. Bei der Urteilsverkündigung bedauerte es, daß es nach dem Gesetz nicht in der Lage war, auf Geldstrafe zu erkennen, da der Fall außerordentlich milde gelegen habe.— Wenn Arbeiter wegen noch milder liegender Fälle ver- urteilt wurden, hat man von solchem Bedauern noch nicht? gehört. vnanwcndbare Polizeiverordnung. Eine Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu SNarienwerder bedroht die Hebcammen mit Strafe, welche die Vorschriften des Hebcammenlehrbucheö und der ihm beigegebencn Instruktion nicht beachten. Dagegen sollte sich die tzebcamme Pähl in Könitz vergangen haben, indem sie beim Fehlen wesentlicher Teile der Nachgeburt zu einer Entbindung den Arzt nicht hinzuzog. Das Kammcrgericht als Revisionsinstanz'sprach jedoch in Uebereinstim- mutig mit älteren Urteilen die Angeklagte dieser Tage frei. Die Polizeiverordnung sei nicht anwendbar, weil sie lediglich auf das Hebeammenlehrbuch und die Instruktion verweist. Solcher Hin- weis auf ein Buch, das im Buchhandel erschienen sei, genügt nicht. Sollte das Lehrbuch und die Instruktion zu einem Teil der Polizei- Verordnung werden, dann hätte es in gleicher Weise publiziert werden müssen. Da dies nicht geschehen sei, so wäre die fragliche Pölizeivorschrift ungültig. OrdnungSstützcn. l. In Neustadt, Oberschlesien, hatte sich der Stadtsteucr« fckretär Sperling vor der Strafkammer zu verantworten, weil er sich der Urkundenfälschung, Untreue und Unterschlagung von lb000 Mark schuldig gemacht hatte. Er erhielt zwei Jahre Gefängnis. Sperling war eine besonders eifrige Ordnungsstütze und spielte in allen patriotischen und Klimbimvereinen eine große Rolle. Be- sonders die Schützengilde wird ihn noch lange im Gedächtnis be- halten: denn diese ist von seinen Betrügereien am stärksten be- troffen. Die Untersuchung hat m Jahre gedauert. Sperling ist übrigens auch guter Katholik und Geselleiwereinker. 2. Vor der Beulhencr Strafkammer stand der 56 Jahre alte Rechnungsrat Hentschel, der alS Vertreter deS Zentralbureaus der Kattowitzer Eisenbahndirektion 6596 M. unterschlagen hatte. Das Urteil lautete auf acht Monate Gefängnis unter Anrechnung von sieben Monaten Untersuchungshaft. 3. Ter Schuhmachermeistcr Hofmeister in Gramschütz wurde von der Glogaucr Strafkammer zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, weil er sich an seiner neun- jährigen Tochter mehrere Male unsittlich vergangen hat. Der Wüstling ist bereits mit fünf Jahren Zuchthaus vorbestraft. Haftpflicht der Eisenbahn für einen Unfall beim Verlassen eines haltenden Zuges. Der Kaufmann L. von Köln war auf dem Westbahnhofe zu Köln beim Absteigen von der Plattform eines der älteren Bauart angthörigen Wagens dritter Klasse auf dem Bahnsteig zu Fall gc- kommen und hatte sich dabei eine Verletzung am Knie und einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Er hatte infolgedessen mit Erfolg SchadenScrsatzansprüchc bestehend in einer jährlichen Rente von 1000 Mark gegen den Eisenbahnsislus geltend gemacht. Das Landgericht jlöln hatte erst die Klage abgewiesen, dem- gegenüber aber das Oberlandesgericht Köln den Anspruch des Klägers dem Grunde noch für gerechtfertigt erklärt. Gegen das Urteil des OberlandeSaerichiS hatte der beklagte EisenbahnfiSkus Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der siebente Zivilsenat des höchsten Gerichts bestätigte daraufhin das Urteil des OberlandeSgrrichts. Es legen die Entscheidungsgründe dar, daß das Berufungsgericht ohne Rechtsirrtum einen Betriebs- Unfall gemäß§ 1 des HaftpflichtgesetzcS angenommen habe. Was die Benutzung der Wogen alter Konstruktion bctrefse. so könne daraus freilich dem FiSkuS kein Vorwurf gemacht werden. Denn auS der Beweisaufnahme erhelle nichts weiter, als daß ein Zeuge von der Treppe eines Wagens, seines ErinnernS älterer Bauart. einmal herabgeruscht sei. ohne sich zu verletzen, und daß ein anderer Zeuge beim Verlassen des Wagens seine Jagdgeräte auf die Platt- form niedergelegt habe und rückwärts abgestiegen(«i. Angesichts der Tatsache, daß aber viele Tausende von Reisenden aussteigen. ohne Schaden zu nehmen, reichten diese Ausführungen nicht aus. um eine Kennzeichnung der Wagen als verkehrsgefährlich zu recht- fertigen. Dahingegen sei«in Mitverschulden deS Klägers zu dem Betriebsunfall mit Recht verneint worden. WaS das Aussteigen deS Klägers nach vorwärts betreffe, so könne ihm dieses nicht als Berschulden angerechnet werden.weil das Absteigen nach vorwärts allgemein üblich sei. ES könnte höchsten Sache der persönlichen Anlage sein, ob sich ein Absteigen nach rückwärts leichter ausführen lasse. Insbesondere könne bei dem Kläger ein Verschulden nicht angenommen werden, wenn er ohne Gepäck von der Plattform eines Eisenbahnwagens nach vorwärts abgestiegen sei.** Bus der frauenbenegung. Für die Gleichberechtigung der Frauen. Die Jahresversammlung der badischenAnwaltSkammer lehnte einen Antrag des Vorstandes ab. welcher eine Subvention von 100 M. für den'Vereinöverband badischer A n w a l t S g e h i lf e n zwecks Unierstützmig hilfsbedürftiger Mitglieder verlangte. Interessant ist die Begründung dieser Kundgebung. Es wird dem verein zum Vorwurf gemacht, daß er weibliche Gehilsen grundsätzlich nicht aufnimmt.— Vielleicht erklären sich die Anwälte bereit, durch Er- höhung des in Aussicht gestellten Beitrages ihrem Wunsche größeren Nachdruck zu verleihen._ Versammlungen— Veranstaltungen. Bereia für Frauen und Mädchen der ArbelterNasse. Dienstag, den 1. Dezember, S'/j Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandanten- straße 72. Vortrag:„Die Vorläufer des modernen Sozialismus und die Frauen." Gäste willkommen. Leseabende. Steglitz. Wegen öffentlicher Versammlung nächster Leseabend am 30. November bei Wahrendorf. Schloßstr. 117. eingegangene vruckfckriften. Wissenschaft und Bildung. Bd. 2S. Praktische Grzichuug. Bon Dr. A. Pabft.— Bd. 35. Das klassische Weimar. Von F. LIenhard.— Bd. 38, Billranilchc Gewalten der Erde und ihre Erscheinmigen. Von Pros. Dr. H. Haas.— Bd. SS. Der Mittelstand und seine wirtschastliche Lage. Von Syndikus Dr. I. Wernicke. Einzelband ach. t M., geb. l.LS M. Verlag: Quelle u. Meyer in Leipzig.— Allerlei Geigergefchichten. Novellen und Skizzen von Paul Sweving. Broich. 3,sc> M., geb. 4,S0 M. Verlag: Chr. F. Vieiveg in Groß-Lichterscide. Ringstr. 47a. Schiickings Verteidigung und die AnschuIdigungSschrist der preusölchen Regierung. 1.80 M. Buchverlag der«Hilfe-, Beriin-Dchöneberg. Betrachtungen eines amerikauischen DonksinftlerS. Von H.Lombard.>37 Seiten. Verlag! C. Wigand, Lcwzig-Bcrlin. Heinrich Lilieufein: Derschwarze Kavalier— Olympia«. Zwei Dramen. Verlag von Egon Fleiichel u. Eo. Berlin V. Preis 3 M. Kunst und Künstler. Hcst 2. Monawschrist Rr bildende Kunst und Kunstgewerbe. Einzelheit 2,50 M. Verlag; B. Lassirer, Berlin W. Winter in Bayern. Von Dr. A. Dessau«. 20 Pj. Verlag! Verew zur Förderung des Fremdenverkehrs in München. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei 'Verantwortung. Ansang 8>l, Uhr. heater. Demimonde. Zbcater. griiiag, 27. November. Ansang 7,/j Uhr. Königliches Opernhaus. Carmen. Königliche« Schauspielhau«. Aus Strasurlaub. Deutsche«. Di« Revolution in Krähwinkel. Kam ni erspiel«. Der klrzt am Scheidewege. Anfang 8 Uhr. Neue» Schanspielhaus. Faust. I. Teil. Komische Oper. Zaza. Lessing, RoSmersholm. Anfang 8 Udr. Reue« kgl. Op-rntheater. Ge- VerlNier/ Der Beilchensresser. Reue«. Baccarat. «leine«. Moral. Residenz, kümmere dich um Amelie. t ebbet. Hohes Spiel. chiiler»». rralln«- Theater.) Der schwarz« Kavalier. Sch»er Eharlottrnburg. Der gamilientaa. Frirdrich. Wtlhelmstädt. Schau, 'viel bau». Jrmingard. Westen. Der stdei« Bauer. Dhalia. KünMerblut. Luisen. Villa Benkeiidorf. Bernhard Roir. Wohltäter der Menschheit. Anfang 8>/. Uhr. Wilhelm Dheater. Die Schöpfung. tinü'vieidnn«. Madame Flirt. Arianon. Die Liebe wacht. Nene« Operetten. Die Dollar- Berliner �Operetten-Dheater Sitz. Havana' s. Gastspiel.»heater. Aniang 8>/, Uhr. Bürgerl. SchanspielhauS. Minna von Barnbelni. Ansang 8'/« Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindclband«. Borher: Intern. Künstier-Teil. Parodie. Die Zauberflöte. 2X8— 7. Berlin steht Kopp. Ans. 8'j, Uhr. Apollo. Sine lustige Spreewald- fahrt. Spezialitälen. Metropol. Donnerwetter— tadellos. Wintergarten. SpezialitSIe». Paliage. Spezialitäten. Kasino. Die Dianabäder. litäten. Reichsliallen. Steitiner Sänger. Walhalla. Sveziaiitälen. Foltes-Eaprice. Die Brautschau. Die lästiae Witwe. Gustav Behrens. Echte Spree- athener. Spezialitäten. «art Haverland. Spezialitäten. Urania,»»»oeiisir.iste ttstsv. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Sternivartr. Jnoalidennr. 57/62, Spezla- Neues Theater. AbenbS 8 Uhr: Baccarat» Sonnabend: Wahrheit. Sonntag«. 76, Male, Baccarat. flieste!' lies Vezleos. Allabendlich 8 Uhr: Der fldele Bauer. Mittwoch und Sonnabend nachm. 4 Uhr kleine Preise: Dornröschen. tUeiues Theater. Ansang 8 Uhr. Sonnabend: Moral. Lerliner Thsatsr. Ahonda 8 ühr: Der Veilchenfresser. Morgan: iisroöe» und Marlamne, Friedrlch-Wllheltnstädtiscliss Schauspielhaus. Freitag, den 27. Nov., Ans. 8 Uhr: Iritilngard. Drama in 4 Aktcn v. Herbert v. Berg«. Sonnabend nachm. 4 Uhr t Max und Moritz. 8 Uhr: Jrmingard. Hebbel-TKester königgrätz« Str. 67/58. Ans. 8 Uhr. Hohes Spiel. Kcnes Opcrctten-Thentcr, Schiffbauerdamm 25, o. d. Luisciistr Abend» 8 Uhr: Bio Dollui'prln-esnlii. Operette tn 3 Asten von Leo Fall. WMMMW Nr. Frankturier Str. 132. Abends 8>,, Uhri HVeiiUitter der HonMchhcit. I Schiller-Theater. O.(Wallner-Theater.) Freitag, abend» 8 Uhri Ben»clnvariev Kavalier. Ein deutsche» Spiel in 3 Akten von Heinrich LUIensein. Sonnabend. abends«Udr: Bor Bchwarzo Kavalier. Sonnlag. nachm. 3 Übe: Bor rote Lentnant. Sonntag, abend« 8 Uhr: Ber Faiwil lewtag. Schiller-Theater Charloltenburg. Freitag, abend« 8 Uhr: Ber W'ainlllentag. Lustlpicl inSAtlcnv.Guftav Kadelburg Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Ble Jungfrau v. Orlean«. Sonnabend, abend» 8 U h r Bio ZwilllngBscIiweKter. Sonnlag, nachm. 8 Udr: Vtit, von Berllchlngon, Sonntag, abend» 8 Udr: Ber uelwarne Kavalier. Residenz-Theater. — Direktion! Richard Alexander.— Abend« 8 Uhr: „Kümmere Dich um Amelie." Schwank in drei Akten(vier Bildern) von George» Fcydeau. Sonntag. LS. Nov., nachm. 3 Uhr: Haben Dir nicht« zu verzollen? Lustspielhaus, AbenbS 8 Udr: Madame Flirt. Schauspiel in 3 Akten v. g. Vhillppi. OW Wochenlagspretfe.-W» Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien-Allee 7—8. Zum erstenmal: Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Akten von Lcssing. Ansang d'U Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr z. ersten, «ai« Dar Glickntr von Notre-Oame. AbenbS 8 Uhr: Autgewiewn, Urania. WiBsensohaftliohoa Theator. TanbenatrnOe 48(19. Abonda 0 Uhr: Jerusalem. Metropol-Theater TUglleh 8 Uhr: '-Ii ReviieinlOBildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincko. Kegie Direktor SobulU. Sonntag, 29 November, nachm. 3 Uhr: Durclilauchl Radieschen. Gastspiel-Theater Köpenioker Straße 68, S'/j Ohr: Gastspiel Hedwig Lange. Demlnumde. Morgen: Benilmondo. Sonntag S'/a Uhr: Ein toller Einfall. Luisen-Theater. Premiere: Villa Benkendorf. Sonnabend 4 Uhr: Gr. Kindervorst, i Die Königstinder. Abend«: Die Ehr«. Sonntag nachmittag« 3 Uhr: Ausgewiesen. AbcndS: Die Ehre. Mouiag: Stolz der Stadt. Rixdorfer Theater Bttgstrahe 147. Freitag, den 27. November 1908: 3. Gnstipiel de« Neuen Berliner Operetten-EnsembleS: Bl« BolIarprlnzoMBln. Operette in 3 Alten von Leo Fall. Ansang 8 Uhr. Sonnlag. 29 November: Walleu- fteinS Tod. Ansang?'/< Uhr. IV. Tfoaehs Theater vnetlio»«ob. Olli. Önnmcnttt. 16. Zum letzlenmai: Die Hanbenlerche od«: Die Ehre eines armen Mädchens. Aniang 8 Uhr. Sntre« 30 Ps. Gonnadend, 28, Roo Ojhaoovfl. I Premiere: Ein feste Burg ist unser Gott. venlinsrl Ilh-Ifio. Felix Soheaer Sirtliubnir.t. XI V. Saison! Zirkus Busch. Kreiag. den 27. November, abends prSz.?>/, Ubr: Lsla- Voestoiluvg� U. g Uhr ca: Zizi Batnbouia! Das gröftte Naturwunder aus Paris. Kapitän IVokks S dressierte Se«l««en: Die Uessems. ferner Mathilde Renz, Schul- reiterin. Serr Ernst Schumann mit d, neuesten Dressuren. Gerard und Fontana, ReitlünsUer. Um S'U ca.; Barbarossa!! "ägin.-Ausst-Pantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. ß Sonntag, den 29. NoYember: Anfang 3 Chr. Ermäßigte Preise! für Erwachsend . Terrasse Loge..... Parkett-Fanteuü Seiten-Terrasse Lauteuil... ßeserviert. Platz 8.— 3.— 2.50 2.50 2._ l— Entree.....—.75 Kinder 2.— 2_ 1.60 1.50 1.— —.50 —.40 Novemücr- AirraKtlonenj CfAnqelobitbcnjtBiid«. � OitKMtons.RolMiwiratet Jouel Bist,..�ir » w? OL. ö�,-, � ' SudTdi'.dofthril Dit-�LL�DES. das myit'encst Haus GO LEMAN N�.DRtiy RTL MUNOt* A"HH� JAPANER TRUPPe. BffS. MARTIN Xylophonisren n�Der Biograph.«£ Brunnen-Theater Vadslrahe 58. Direktion: Willy Voigt. Freitag, den 27. November 1903 s Der Trompeter von Säckingen. Romantisches Schauspiel in 3 Akten (7 Bildern) von Emil Hildcbrandt und Sulius Keller. Musik von Brenner._ Folies Gaprice. Abend» 8 Übt: Die lästige Witwe. Bunter Soloteil. Die Brautschau. Üasino-Theaier Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Das glänzende bunte Programm. O'l, Uhr: SjSF" Großer Lachersolg!~W> „Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Die fidcle Kiste. Pulilmanns und Festfale (srllh. Fröbel. Jnh.: 1. lejchkowekl). ÜichUnhauKrr Alice 148. Morgen Sonnabend 8 Uhr; ' 1. großer Theaterabend."90 Die RHnber. Drama in 5 Akten o. Fr. v. Schiller. Königstadt-- Kasino. yolzmarltstr. 78. Morgen und folgende Tage: Der Seetadett. Singspiel In 2 Bildern von O. Richter. Musik von töust. Stessen». Vorher um 8 Ubr: Die November-Spezialitäten mtt Crann Sobnnakl. u(".: n- r*.f Lulherslr. 22/24. StHndige Eisbahn. Vi» nachts 12 Uhr geöffuet. Auftreten eriier Kunstliiuser und -Ä-Suferlunen.u. a. nur wenige Tage: «rot»' Mezsör, der beste Kunstläufer der Welt. villigste Bezugsquelle sür KLSieniseke Ledsch- Artikel D,-»ge5'le Xaeeuba, Lertii, kl.. Weinderzsvex 1. Ein Versuch==• fuhrt zu dauernder Kundschaft Gewerkschaftshaas, Engelnfcr 15. Sonntag, den 29. November, abends?'/, Uhr: KUNST-ABEND arrangiert von Margarete Walkotte unter gefl. Mitwirkung von Herrn Leo Gollanin, Konzertsänger; Frau Amalie Birnbaum, Violin- Virtuosin, Herr Fritz Laohmann. Rezitator; am Flügel: Herr Bernhard N i t s c h e. Eintritt im Vorverkauf bei Herrn H o rs o h., Zigarrenhandlung, Qewerksohaftshaus 50 Pf. A. d. Abendkasse 60 Pf. Zirkus Schumann. Heute Freitag, den 27. Novenbor 1908, abends präz. TVj Uhr: Große außerordentliche VorHtellnne, Ganz hervor- ragende« Ppogi-umm und___ 91/,,___ DM" DW»- Mach wie vor einzig-MM /g thr. dastehender Erfolg! Das gr.«.glänzendste Pracht. Wanegenwchanstück M!€rolo, der Sseräuber und Mädchenbändler. � Wirklich feenhafte, noch nie gesehene Licht- und technische Effekte. Zum Schluß: Kln III ärc heu ans lOOl Nacht. Sonntag In beiden Vorstellungen: Biesen- Programm. Vachin. oin Kind frei.__ ürsnö- ttote!- �estsäle lim Alesanderplatz.—— 0. Jehmllch. Joden Sonntag und Dienstag:(2161b+| Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6'/» Hbr, wochentags 8 Uhr. i Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit.| »www www www. alhalla- y.irif1e-TJieater BurleSIe. Muli! v. Pani f-inoke. Abend» 9.» Uhr: Die bedeutenden Attraktionen und Liexwsrt(ieates a» kromine Helene. Ab 1. Dezember: lilizl GIzl. Passage-Theater. Abends 8 ühr: Das glänzende: November-Prograitim Schneider- Duncker SYankeeDoodle Girls and M neue Variete-Altraktlooen Passage-Panoptikum. Cime Extra-Entree! Lebend I Das Lebend I BSrenv�eib. Simpson der lebende AmboB der Mann mit dem StelnkSrper. Noapolitanisohe Briganten. Panophoa-VortrUgo: Alexander Girardl, OttoKeutter, Caruso ete. Alles ohne Egtra-Entree l Gintrltt 50 Ps. Kinder, Soldaten«5 Pf. Stadt-Theates Moabit, AU-Hoabit 48. Größter und vornehmster Theater» saal Moabit». Sonnabend, den 28. November: Wilhelm Teil. Schauspiel in 5 Akten v stfr. v. Schiller. Ans. d. Borst. 8, Kassenoffnung 7 Uhr. Konzert 7'/, Uhr. Nach der Vorstellung:»all. Montag, 29. November: Soiree der Lustigen Sänge». [ Weinbergsweg 19/29, Rosemh. Tor.| Ansang 8 Uhr: Das neue November-Programm. j Perzina m. seinen notieren j Im Tunnel RegimentSkapellen:e. I Theaterbelucher Hab. sreien Eintritt. Reichshallen-Theater Stettiner Sänger Zum Schluß neu: llei' hWSPie-hll. Mtlitärische Humoreske von!!!Ie>sei. Ans. wochentags 8 Uhr. Sonntag» 7 Uhr. Gehrhder Herrilfeld- Anfang fhpsfpi9 Vorvark 8 ühr. IllCfllcr. fi-g Uhr, 57 Kommandantonstr. 57. Htrruftlds größter Erfslg Die beiden Bindelbands. Vorher: KUnstler-Teil. Sanssouci, Direktion Wilhelm Reimer. Montag, Donnerstag und Sonntag: Hotflnsrins Einakter, Ensembleszenen. Aktuelle Vorträge in Wort und Lied usw. Veg. Sonnt. 5, wochent. 8 U. Brauerei Friedriclisbaln I Am KouIgStor. Heute Mrellog. SS. Dag der Kr. luternztioiiglgtt Rinykatnpf- Konkurrenz um den Großen Preis von Berlin— OOOW 71. in bar. Schlalstkäaaapfe. Houte ringen 4 Paare: Entscheldungskampf t Pptia«in«ki, Aeltmeister, Warschau, gegen Neger LHi»p«-Nord>Amerila. Fenier ringen: Petr»If- Bulgarien gegen � JohnPohlAb« II-Deutschl. Wachturoff-sRußlanb gegen Sabatie-Franireich. Aatonitvd-Bosnlen gegen Van Uern-Belgien. Bor dcu Ninglämpsen: Aultr. d. neuesten u. besten SpezialltSten- Ansang 8 Uhr. Entree 1 SR. Res. Platz 1,50 SB. Rum. Tisch S M. Orts-Krankenkasse der Schlosser «nd verwandte» Gewerbe zu Berlin. Nachstehende in der Generalver- sammlung am 1. September d. I. beschlossene zweite Abänderung de» Kassenstatiit» hat die Genehmigung der Aussichtsbchörde erhalten und tritt am Montag, den 30. No- uember d. I.. in Krast. § 28 de» Statuts erhält folgende Faisung: Bei Zugrundelegung de» unter h 12 Teil h angesährten Tagelohncs betragen die Wochenbciträge: i. Klasse pro Woche 0.96 Marl II.„.. 0,72„ 171. o» n 0,57 r, IV..„. 0.36. V.„.. 0,27.. Der Vorstand. I. A.: Pani Kelnrich, Vorsitzender. Rud. brenniann, Schrislsührer. „Berliner Irlleiter- Ratlfalirer-yereintt Mitgiiev de» Arbeiter» Radsabrer-BundeB .Sotidarttüt". Touren zum Sonntag, den 29. November. 1.— 5. Abt. l Uhr: Hungrigen Wols. 6.-10. Abt. 1'/, Uhr: Köpenick (Jchweizergar en). 9/1 Starts an den bekannten Stellen. Heute abend Fahrwartfltzuug, Ärdeiter- W Berat«• Kieldang Aettcstes SpczlahGeschSt 3 Ufiahlendamm 3 2. Geschäft;* 08 Kottbngerciamm 08. Adolf Necker. Cftal r* last-Theater Burgstraße 24. 2 Minuten vom Bahn hos Börse. Täglich 8 Uhr: Dsl Riesen-November- Spielplan. U.«.: Istvan Belik« Sprung au» b. VI. Etage! Vendaros Wunvcrassen! Rämbler Comp., Jongleure t Schmidt- Hawkint I Die Frau mit den drei Männern! und 12 Attraktionen L Range». Familirnkarten, wochentags halbe Preise, überall gratis. Gustaf ßehrens- Thealef. Glitt 9. Madame ColleyAshton genannt Oer weibliche Houdini mr Großer Fesselakt-�bq GröBte Sensation des 20. Jahrhunderts. Außerdem da» Elite- November- Programm. Schlager anf Schlager! Ansang 8'/, Uhr. Sonntag» 6 Uhr. Saal fnä 600 Pcrs. sassend, prachtvolle Bühne mit 23 Berwandl. ist in diesem und nächstem Jahre noch an mehreren Sonnabenden an Vereine und Gcselllchasten zu vergeben Fritz Wllke, Brunncnstr. 188, am Rosenthal. Tor. Amt 3, 4835. Ardeiter».n Winter 48282' gute und billige DnSLl'KIöidLl' in grosser Auswahl Zrunnenstr. ISS. Gelder Laden. mmmammmmmmmmKmmmmmmm Die allerbeste fuppe erhlilt man, wie seit Jahren bekannt-, in der Puppen-Fabrik Otto Kreyssigr 83 ßrunnenslr. 88.#�.Ä«.i.G.s*,i,Ö#B Reparaturen erbitte schon jetzt, gratis! SS *(©){ und dürfen keinen Kaffee trinken. Schweren Kerzens haben Sie den lieb gewordenen Genuß aufgegeben und täglichmit neuem Wider» willen den Kaffee durch ein Surrogat, z. B. Malzkaffee, vergeblich zu ersetzen versucht. Dieser Pein sind Sie jetzt enthoben, Sie dürfen wieder Kaffee trinken, seit es„Kaffee Kag" coffeinfrei, gibt. „Kaffee Hag" coffeinftei, ist wirklicher von den besten Plantagen Zenttal-Amerikas und Brasiliens bezogener Kaffee, dem das auf Herz und Nerven schädlich wirkende Coffein entzogen ist: hierdurch Lparvemn „Gute Einlage" Berlin. Todes-Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Alikeim Dingsüidl \ am 24. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn- ! abend, den 28. d. M., nachmittag» H1!, Uhr, von der Leichenhalle des Smmau»- Kirchhofes, Rixdors, I Hennanititrahe,' aus iiatt. ! Um rege Beteiligung ersucht i23>5b Der Vorstand. Geukschr Metallarbeiter-Verband' Verwaltungastelle Berlin. Todes» Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß | unser Mitglied, der Schlosser Budoil Brummund am 23. d. MtS. an Herzleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet an, Freitag, den 27. November, nach- mittags ü'/s Uhr, von der Leichen- halle des Getbsemanc-Kirchhoses in Nordend- Nieder-Schönhauscn au» statt._ Den Kollegen zur Nachricht, daß' unser Mitglied, der Bauanschläger Ludwig firunzel am 25. d. MtS. an Leberleiden gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Eonnabend, den 28. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- hall« des DankeS-Kirchhoss in der Gcharnwcberstraße aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet 125/9_ Die Ortsvorwaltung. absolute Unschädlichkeit! Der Geschmack dagegen ist in keiner Weise beeinflußt. Allen Freunden und Bekannten nge lieber Sohn die traurige Nachricht, daß unser Franz Moskopf nach schwerem Leiden im Alter von 12 Jahren am 2t. b. Mts. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. November, »achmirlagS 3'/, Uhr, von der Leichenhalle in Fricdrichsselde au? stall. 2912b Die tiesbetrübten Eltern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Mannes, deS Oastwir Gustav Heidorn sage ich allen Freunden und Be- kannten sowie dem Wahlverein de» 4. Wahlkreise» und der Zentral- Kraulen- und Elerbekasse der beut« scheu Wagenbauer meinen besten Dank. 29139 Frau K. Heidorn nebst Kindern. Für die zahlreichen Beweise herz» licher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau und Mutter sagen wir allen verivandten, Freunden, Bekannten und Stammgästen sowie meinen ehemaligen Kollegen der Firma Förste, den Kollegen der Firma Pul», den Kollegen von Heide, den Rauchklub».Kollegia" und„Rote Rose', dem Sparverein„Fester Stamm", den Angestellten der Firma Ettberstein, den Kollegen von der Hamburger Kaste und dem sreien Gastwirtsverband hiermit unseren ausrichtigen Dank. L914b Julius Kayser Margarete Kayser. * Danksagung. Allen Teilnehmern bei der Beerb!» gung unseres lieben Vater« Lonts Slalkowitx Insbesondere den Genossen de» sechsten Wahlvereins sür die rege Beteiligung unseren herzlichsten Dank. sblülL Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für dleBewelse herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres unvergeß« lichen Sohne» und Bruder» Georg Batike sagen wir allen verwandten. Freunden und Bekannten, dem Turnverein besonders der 7. Männer- Abteilung, der Sängerschast„Fichte" und dem Mandoltnenklub„Mcnkenkc" unseren herzlichsten Dank. 2922b_ Familie Radke. U Tage auf Probe »ersende Nesahrü ff. Hi versende a. meine Gesadrüberallhin Harzer Kanarien-Vdgel sowie Vogelfutter u. Einsatz-Bauer. Verlangen Sie Preisliste kosten» sret von* Ii. G. Müller, Bogelzüchterri, Nordhauaen 10 a. Hz. in allen Knie R. Weidtier, Kottnacber. DresdEiiersLlüD,,™™,,. Deutscher Metallarbeiter-Verband Arbeitsnachweis: Hof I. Amt M, 1239. Terwaltaugsstclle Berlin, Charitestraße 3. Hauptburean: Hof HL Amt Hl. 1987. Gewerbegerichtswalfl! Kollegen! Am Sonntag, den ZV. November, ist GewervegerichtSwahl! Die Wichtigkeit der diesmaligen Wahl macht die Beteiligung jedes wahlberechtigten Arbeiters notwendig. Da möglicherweise am Wahltage von anderer Seite mit Täuschungen operiert wird, ist es erforderlich, dast jeder sich genau merkt: Die Stimmliste, ans welcher die Kandidaten unseres Verbandes mit geführt sind, trägt die UsiMIMGI« i. Es ist die Liste der freien Gewerkschaften. Deshalb kann für uns nur diese Liste in Frage kommen. Kollegen! Laßt Euch durch nichts tauschen und stunrnt am Sonntag nur für ILfcte Miaanmer i. Alle anderen Listen kommen von gegnerischer Seite. 12518 Die Vertrauensleute werden ersucht, unsere Kollegen genau zu informieren. Die Ortsverwaltnng. Heute Freitag, abends 8'/z Uhr, iw BewerlschaftShause, Sngtluscr 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Einsetzer! Der am Sonntag, den 29. d. MIS. statlfindenden G-wervegerichtSwahl wegen, an der sich alle Kollegen zu beteiligen haben, sindet unser« 0415 Branchen- Versammlung am Mittwoch, den 2. Dezember, im GewerkschaftShause, Saal 7 statt. Tagesordnun'g: t. Vortrag über GcwerbegerichtSbarkcit. L. VcrbiiiidSangelegcnhciten und Verschiedenes. v-> BSeletacM, Blatarait Appetitlosigkeit Nervosität gebrauche man OHaf; dM nena auf elektrischem Wege hergesteilte Elsenpräparat, ein von ärztlichen Autoritäten glänzend begulacbtetos KrSFtijunSsmittel. Iflalflaseheni Mk. 1,75 o Mk. 3�— n den Apolhekei» erhältlich. Oenerai Depot für Deutschland: Or. Waaaerz-.ig, Frankturt a./M., Theaterphö b � Viktoria- Äpothoke, I)r. Laboschin, Friedrichstr. 19. Apotheke zum gekr. schwarzen Adior, Anguststr. CO. Jungs Apotheke zum schwarzen Adler, Neue Königstr. 50. Dr. Kortums St. Georgon- ApotheHe, L. Wollenberg, Landsberger Str. 30. Roland-Apotheke, N. Bomiarm, Tormetr. 18. Adler-Apotheke, Artur Auerbach, am Weddingplatz. Humboldt-Apotheke, Potsdamer Straße 29. Elefanten-Apotheke, Leipziger Str. 74, am DönhoSpIatz. Hertha- Apotheke, Scböneberg. Hauptstr. 162. Hohenzollern-Apotheke, Dr. Hans Virchow, Königin- Ängusta-Straße 50. Mohren- Apotheke, J. Gebhardt, Qrimmstr. 9. Apotheke zum weiBen Kreuz, Dr. Hugo Coro, Chnusseostr. 13. Luisenstädtische Apotheke, Dr. Manfred Havel, Köpenicker Str. 119. Dr. Wilh. Warton- berg, Marggrafts Rote Apotheke, Bosentbaler Str. 46/47. Simons' Apotheke, Spandauer Str. 33. Kdnia Salomon-Apotheke, Char- lottenstr. 54. Westend-Apotheke, Kurfürstenstr. 30. Schweizer- Apotheke, Priedriohstr. 173. Oennewitz-Apotheke, Biüowstr. 35 a. Stein• Apothek», Rosenthaler Straße 81, Ecke Steinstraße. Apotheke zum weiBen Schwan, Spandauer Str. 77. wWMiiM w Mlerstßl H iHMl. Nktivn (E. G. m. b. H.) Bilanz-Konto Possiva Wechseltassen-Konto. Dresdner Bant-Konto Kassa-Konto.... Wuicn-Ko»to: Waren zum Einlauss« werte..... Ausstehende Forderungen..... Inventar-Konto.. Gci ichtShiuterlegungS» Konto..... Muthaben-Konto: GrosicinlausS-Gesell- schast..... Sparkassen-Konto. HauS-Konto.... 'M7 26 341,22 907.19 1 175,15 575.— - i)/,- 270,— 186,71 1022,68 27 248,41 7 700,— 107,25 1 750,13 24 330,89 Prehtohlen-Konto.. 225.60 HauSbau-Konto.. 1020,90 SterbeunterstützungS- Konto..... 410,— Spartassen-Konto.. 7 583.05 HauSanteil-Konto.. 420,— Lieterantcn-Konto.. 11 357,98 lScschäsiSanteil-Konto 20 739,63 I ReservesoiidS-Konto. 2 362,30 !.Kautions-Konto.. 1 625.— Darichns-Konto.. 1 714,91 Reingewwn.... 15 156,62 Summa 62 616,99 Summa— 62 616,99 Mitglieder-Bewegung. Mitgliederbestand am 1. September 1907........... 1058 Neu eingetreten.................... 401 Summa 1459 Freiwillig ausgetreten zum 1. Juli 1903........ 106 Durch Tod................... 4 Nach§ 4, Abs. 3 ad d ausgeschlossen......... 31 141 Am SO. Juni 1903 waren Mitglieder vorhanden....... 1318 Zunahme 260 DaS Geschästsguthabe» betrug am 1. September 1907... 12 460.06 M. und am 1. Juli 1903.............. 20 739,63„ Zunahme 8 279,57 M. Die Haftsumme betrug am 1. September 1907..... 21 160,— M. und am 1. Juli 1968............... 39 540,—„ Zunahme 18 SsO,— M. Verteilung deS Reingewinnes. 5 Pro». Rückvergütung aus 291 751,77 M........ 14 587,62 M. Der Reierocsonds soll erhalten........... 269,—. HausbausondS-Konlo.............. 300,—„ Summa 16 156,62 M. Die Auszahlung der Rückvergütung im Kontor der Genossenschaft. AdlerShos, Hackenbergstr. 29 1, ersolgt am Freitag, den II. Dezember IGOS, nachmittags von 3—7 Uhr. Kindern unter 12 Jahren wird kein Geld ausgezahlt. Zur Auszahlung mutz daS Milgliedsduch mitgebracht werden. 128/10 Der Borstand. Hermann Hildcbrandt. Wilholm Kohl. Paul Baumann. Der AufftchtSrat. Karl Jagnow. Jobl Gerhard. Ernst Zobel. Arbeiter» Bekleidung- Berufskleidung. Größtes Spezialgeschäft. [Kein Familienvater verfäuroe haS Geschenl der treuen Fürsorge w Form einer Lebenspolice auf den Weihnachtstisch zu legen. Kostenlose Auskunft erteilt Suddireltor Alptaona atanasse, Merlin S-, Hasenheide 59._____ 17)16 " jßttgiitworUicher Sttialieut: figae Weber. Lerliu. gut de» anifMltnleit vercuUw.g SthCUMtbiSczUa. Diuck u. LcUaaiVoLvärt« Kolmen& Jörlug, Älexanderstr. 12. Filialen; Laudsbcrscr AIlco 140.* Reu eröffnet!«««m Rlxdorf:«CPestraBc VN Ringlmhnhof. Partei-Speditiotten: I: Fritz Z I n l e, Mauerslr. 89. >1: Albert Höhnisch. Auguststr. 50, Mngang Joachimstratze L. tzVadllirvl», Westen: Gustav Schmidt. Kirchbachstr. 14, Hoch« parterre. . Süden und Südwesten: Hermann Werner Gncisenaustr. 72, Laden. 3. Wahlkreis; St. Fritz. Prinzenstr. 31. Hos rechts parL 4. Wahlkreis s O« e n: Robert WengelS. Rüdersdorserstr. S. am KüstHnei platz.— Wilhelm Mann. Petersburgerplatz 4(Laien). 4. Wahlkreis. Südosten: Paul Böhm, Laufltzerplatz 14/15 (Laden). 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanuellirchstr. 12(Hof). 0. Wahlkrei*(Moabit und llansavlcrtel): Karl Ander S, Salzwcdelerslr. 8, nn Laden. Weddlng: Karl Weihe. Nazarelhkirchstrahe 49. vosoathaier und VraniQahurxvr Vorstackt: Hermann Raschle, Ackerftr. 36, Eingang Älnttamcritrahe. OeMimdbi'unncn: F. Trapp, Stettiiicrjtr. 10. htchttahaassr Vorntadt.: Karl Mars, Lychenerstr. 123. -Slt-OHciiicke: Wilhelm Dürre, Rudoweritr. 83 II. Ciiarloticiiburg: Guftoo Scharnberg, Sesenheimerstrahe 1, Ecke Goetdeftrahe, Laden. Wila>rr>»dorr-IiaI<-nsrv: Tolle, Sigmarwgenstr. 5. i.ichtonhQrjr, p'i-irdrtclist'eldv, WilhoiiushcrA i Cito Seitcl. KronprinzenstraHe 4, L Itunrinelnburg;, Boxhaem:A. Rosenkranz, Mt-BoxHagen 56. Briinan: Franz Klein. Bahuhosstr. 6 UL Bohni-dort und reelkvadvrs: G. P seif er, Bohnsdorf, Ge« nossenschasiShau». Blxd ort: M. Heinrich, Neckarstrahe 2, Im Laden. hirhniarxoadoi-r: Gustav K a m! n s k y, Cunostrahe 2. dichNnohon«: Wilhelm Bäumler, Marti» Lutherstr. 51, tm Laden. Domprlhot': M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Bhor-dir-hilaosvoide!: Julius Grunoro, Edisonftr. 10, 1. .Mrder-dirhttncn fidc: BonakowSky, Hasselwerderftr. 8. dohaaai»thaI: Pielicke, Kaiser-Wllbelm-Platz 4. �dlorihot: Erich Steuer, Hackcnbergstr. 5, IL KöniKH- W OHtcrhaiiMcn: Friedrich B a u m a n N, Amts garten 3 k Opt-nick: Friedrich W o i ck. Kieyerstr. 6. Laden. rrledrlchshag/vn: Otto Schröder, Friedrichstr. 60� Stst. II. Ii'rirdrnaa- SKrt-litr.- �ildnidv: H. Bernjee, Schiogstr. 119, Sos I. in Steglitz. Bestellungen nehmen entgegen in d»tv«lit»; . Mohr, Düppclstr. 32. und Fr. S ch e I l h a I e, Ahonistr. 15a .TIariondorP: August Leip. Cvoussccstr. 296. Hos. Bauno-chuloa», eg: H. Hornig, Marienlhalerstr. 13, L Treptow: Rob. Gramcnz, Kicsholzstrahe 412, Laoen. Xru-tzb«iliens««: Kurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. ItointckSiidonr-«st, Wilheliusn,!» uns �ediiahoi»: P. G u r t ch, Kameteftr. 12, 1. Tceel, Borsisw alde, Wlttenan, Waidmannslast, llcrmsdorf und Kolnickendorr-West; Paul Ktenaft, Borngwalde. Ziüuschstrastc 10. I�ai»kow-X iodorsohtiahanson: MüHIenstr. 73. Boi-xan-Biinttroaial: Heinrich Ar ose. Hobeileinstr. 74. pari. I2loh»aIdc, Zeuthen. Blicrsdurf und llunkols Ablagt/: Ei ich Zimmermann, Eichwalde, Kaiser-Friedrich-Strahe 3. Teltow: WUhetm Kegler, Hohei-slcinweg 7. Ist'owawes: Wilhelm I a p p e, Priefterstr. 46. »paadao: K ö p p e n, Jagowstr. 9. Nahtsdoor und itaulsdorf: Hugo Scheibe, MahlSdvis Waldecseestr. 14. Sämtliche Parlellltcratur sowie alle wiffenschastllchen Werke werden gelleserl Annahme von Inseraten fiir drn„Korwarts�. WM- Vitt« attsttoltaeldea."MQ 2151V ruckerei u. BettaaLsMaV Soul Sinaer& Co SBiulin SW »m 3, KilGt Ks Jotisirts" ßerliiifr Psllisilrtl. Fttitllg, 27. Dsormber 1908. Zur Gewerbegsr!chtsWahi! Am heutigen Tage findet in Berlin die Wahl der FlrbcitgcbcHßeintzer zum Gewerbcgcricbt in den Swnden von 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends statt. fjum ersten Male wird für diese Körperschaft nach dem Proportianalwahlsyslem gewählt, jede einzelne Ttimme fällt dabei ins Gewicht und darf kein Parteigenosse, welcher in die Liste eingetragen ist, der Wahl fernbleiben. Die Wahl ist eine geheime. Als Legitimation dient vor allein die vom Magistrat erhaltene Karte, mangels derselben Militärpapicre oder Steuerquittung. Wir erwarten, daß alle Genossen, denen es die Zeit erlaubt, sich in den angegebenen Partcibureans den Wahlleitern von'/z3 Uhr nachmittags an zur Verfügung stellen und gewohnte Wo hl Hilfe leisten, namentlich ergeht dieser Ruf speziell an alle Parteimitglieder, welche sich wirtschaftlicher Selbständigkeit erfreuen. Die Wahllokale resp. Parteibitreans befinden sich an folgenden Stellen: Bezirk l: . 2: „ 3: / 4« 5: „ 6: 7; ' 8: - o: . 10: „ U: . 12: . 13: .. U: . 15: . 16: „ 17: .. 18; „ 19: . 20: . 21: „ 22: „ 23: . 21: . 25: . 26: . 27: . 28: „ 29: , 80: . 81: . 82: „ 33: » 34: „ 35: . 86: „ 37: . 38: . 39; . 10: „ u: . 42: „ 13: . Ii: . 15; , 46: . 17: . 18: Turnhalle Wahl Gemeindeschule, Realschule, Gemeindeschule, Viktoria-Schule. Gemeindeschule, Realschule. Gemeindeschule, lokal: . Gariiisonkirche 2, Riederwallstr 6/7, Wilhclinstr. 117, Geiithiner Str. 4, t Sleiiunetzstr. 79, j Tempelhoser Ufer 20, Hagelberger Str. 31, Wilmlstr. 10, Vergmannstr. 28/29, Dieffenbachstr. 60/61, Marianneustr. 18, Reichenberaer Str. 44/45, Waldemarltr. 77, Köpenicker Str. 2, Förster Str. 15, Wassertorstr. 31. , Prinzeustr. 51. Stallschreiberstr. 51, Schmidstr. 38. Markusstr. 49, Koppeustr. 84, SlrauSberaer Str. 9, Riidersdorfer Str. 1/5, Memeler Str. 24/25, Petersburger Str. 4, Olivaerstr. 19, Georgenlirchstr. 2, Keibelstr. 8l/32, Gipsstr. 23a, 1 Koppenplay 12, j ilhoriner Str. 71, Ruppincr Str. 48, Schönhauser Allee 166a, Seuefelderstr. 6/7. Greifeuhagenerstr. 78/82 Putbuser Str. 23, Etisabethkirchstr. 19/20, Wattstr. 18, Kesselstr. 8/1, Raveiiöstr. 12, Albrechtstr. 20, Alt-Moobit 23, SiemenSstr. 20, Bremer Str. 13/17, 1 Slephaustr. 3, Milllerstr. 158/159, 18, Prinzen-Allee 8. Parteidurcau: Boß, Klostcrstr. 101. Grimm, Sprecstr. 8. Withclmstr. 117. Drahn, Kurfürstenstr. 26. Hein, Teltowcr Str. 35. Thicdke, Hanclbcrgcr Str. 23. Niidiqer, Wiliiisstr. 1. Frilschc, Marhciiicke Platz 5. Reim, Urbanstr. 29. Voigt, Nnuittinstr. 67. Bartcusiiß, lsicicheulerger Str. 47. VaSler,'Lausitzer Play 1. Hoffmann, Oppelner Str. 47. Schulze, Förster Str. 17. Buchholz, Alexaudrincnstr. 114. Wille, Dresdener Str. 105. Kubaczcwsli, Stallschreiberstr. 55. MoschmSly, Michnclkirchplatz 19. Welkisch, MarknSstr. 47. Nicht, Koppenstr. 13. Blesing, Palisadcnstr. 23. Iah», Niider-Zdorser Str. II. Greive, Romintener Str. 2. Wiltschus, Petersburger Str. 4a, Beycrsdorf, Elbiuger Str. 9. Becker, Gcorgcukirchstr. 67. Seiigespeik, Keibelstr. 39. 2ßirth, Auguststr. 51. Behrend, Choriner Str. 7. illackwitz, RheinSberger Str. 66. Koffak, Schüiihaiiscr Allee 21. Goetzc, Scnefeldcrstr. 3. Fleischer, Buchholzrr Str. 5. Hoffiuann, Swiucmiinder Str. 47, Korff, Elisabethlirchstr. 13. Secliger, Wnttstr. 17. Weg»er, Kessel str. 42. Kaczorowski, Navcnostr. 0, Paschen, Charitöstr. 3/4. Cäsar. Alt-Moabit 43. Nichter, Wiclesstr. 24. Schulz, Bremer Str. 62. Mattncr, Müllerstr. 163a. Pftiigncr, Milllerstr. 130. Stripp, Prinzen-Allee 17. Welche Strasienzüge zu jedem Bezirk gehören, ist aus dem Wahltableau zu ersehen, das gestern dem „Vorwärts" bcilag.— Für Llrbeitgeber- und Arbeitnehmerwahlen(letztere finden am Sonntag statt) sind die gleichen Lokale bestimmt. Die Liste der freien Arbeitgeber trägt die Bezeichnung ii. Liste Sie beginnt mit dem Namen Oskar Jensch und schließt mit Leonhard Zucht und ist durch den Magistrat veröffentlicht. Stimmzettel werden auch noch vor den Wahllokalen verteilt! Parteigenossen I Wir appellieren an Euren gewohnten Eifer, an die Opferwilligkeit und daS Pflichtgefühl, das die Sozialdemokraten Berlins stets betätigt haben. An die Arbeit, auf zur Wahl, zur Wahlhilfe, zum Kampf, zum Sieg. Soziale Ideen und Prinzipien sollen auch Richtschnur für das Berliner Gewcrbegericht werden. verbsnii sozialdemokratischer Aahlvereine Berlins und llmgegend Der Zentralvorstand. Der schlafende Herr Crkclcnz und fein Organ, die„Volkszeitung". Ein Führer der Hirsch-Dunckerschen. Herr Erkelenz, sieht sich der» anladl, in der gestrigen.Voltszeitung' auf die den Gelocrkvereiuieni aus ihr Flugblatt gewordene Absuhr zu erividern. In der Einleitung seines mit der Ueberschrift»Der schlafende Geiverkvereinler' ver- sehenen Artikels weist er darauf hin, daß in Düsseldorf ein Beisitzer der freien Gewerkschaften während der GcrichlSsitzuug ciugcschlafen sei. um daraufhin 210 Berliner Arbeiterbcisitzcr der Schlafsucht be« zichligen zu können. Dieser Hinweis auf den schlafenden Düffel- dorser Gewerbegerichtsbeisitzer hat zwar mit der Tätigkeit der Berliner Gewerbegcrichtsbeisitzer nicht daS mindeste zu tun, aber er ist keniizrichuend sür die Kanipfeswrise der Hirsch-Dunckerschen, inS- besondere ihre? Führers Erkelenz. ES ist tatsächlich in Düsseldorf einmal ein solcher Fall vorgclommen, und zwar vor 10 Jahren. Damals nahm ein Arbeiterbeisitzer an der Sitzung des GewcrbegerichtS teil, der einen Tag und eine Nacht vorher hatte ununterbrochen arbeiten müssen. Dieser so abgemattete Mann war infolge der über 24 Stunden währenden Arbeitszeit so ermüdet, daß er tatsäch- lich einnickte. Das ist damals und auch später wiederholt in der Presse festgestellt worden, auch Herr Erkelenz weiß daS. DaS ficht aber den angeblichen Arbeiterführer nicht an, öffentlich davon Gebrauch zu machen. ES ist eine unglaubliche KampfcSweise, einen derartigen Vorfall nach 10 Jahren auSzuschkachten und einem Arbeiter, der eine mehr als 21 stündige Arbeitszeit hinter sich hat. den Bor- Wurf der Pflichtvernachlässigung zu machen, wenn er in einem solchen Falle sich von der Müdigkeit überwältigen läßt. Und ein solcher Vorwurf liegt in dem Hinweis des Herrn Erkelenz. Das Verfahre» des Herrn Erkelenz ist um so unerhörter, wenn man weiß, daß der so übermüdete Arbeiter dem Vorsitzenden deS Gerichts vor der Sitzung mitgeteilt hatte, er sei nicht in der Lage, an dem betreffenden Tage der Sitzung beizuwohnen, daß ihm aber seine erbetene Dtspcnsterung nicht gestattet werden konnte. Wenn jemand den Vorwurs verdient, wirklich geschlafen zu haben, so Herr Erkelenz, wenn er in der gestrigen Nummer der ,VvlkS-Ztg.' von einem im September lll08 abgeschlossenen Jahresbericht des Gewerbegericht« schreibt:»Der letzte erschienene Jahresbericht des Gewerbegerichts berichtet die Tätigkeit deS Jahres 1907 mit dem Titel Elatsjahr 1907 und schließt mit dem 81. März 1908 ab." Langsam kämmen unsere Gegner dahinter, daß sie sich verhauen habe», denn nun schreiben sie nur noch von einer dreimonatlichen Ruhe ihres Antrages. Wie steht die Sache in Wahrheit? Am 18. Februar dieses Jahres wurde der Antrag der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvercine, betressend Abänderung deS ortS- üblichen TngclohncS behandelt und die Arbeilerbeisttzcr stimmten einstimmig für Annahme des Antrages. Also das Gegen- teil von dem. waS in dem Flugblatt der Hirsch-Dunckerschen gesagt wurde. Die Arbeitgeber erklärten, nicht dafür stimmen zu können, trotz« dem sie die Schutzherren der Hirsch-Dunckerschen smd. sondern erst Erhebungen vornehmen zu wollen. Also von der Behandlung deS Antrages bis Jahresschluß deS Berichtes sind fünf Wochen verstrichen; wie kann man da von Ver nachlässigung reden! Wenn wirklich davon geredet werden könnte, wen träfe dann die Schuld? Doch nur die Arbeitgeber, die Schutzpatrone der Hirsche, i und niemals die Arbeiterbeisitzer t* Nun fragt die.Volkszcitung" in ihrer Berichtigung:„Warum sagt uns Herr Körsten nicht, wann der Antrag erledigt wurde? I" Körsten ist doch nicht der Sekretär der Hirsch-Dunckerschen, der ihre Arbeiten zu machen hatl Das Gutachten i st abgegeben, und zwar stimmte» die Arbeiter» beisiher wieder eiiistiminig, wie beim ersten Male, für den Antrag der Hirsch-Dunckerschen in seiner Fassung, die Arbeitgeber und der Vorsitzende stimmten für einen um durchschnittlich 10 Pf. geringer feslznieyenden Tagelohn. Auch die Angabe über die noch ruhenden 7 Anträge ist und bleibt falsch. Wenn man über solche Dinge schreiben will, muß man doch etwas, davon verstehen. Warum hat man sich denn nicht im Ge- Werbegericht erkundigt, wie eS um die sogenannten ruhenden An- träge steht? Da hätte man erfahren können, daß die Anträge in der Haupt- fache erledigt sind, zwei, von deney einer einer Unterkommission überwiesen ist, noch ihrer Erledigung harren. Greift nian auf das Jahr 1907 zurück, da halten laut«BolkS- zcitungS"bericht die Arbeilgeberbeisitzer allerdings beichlossen, keinen Antrag zur Verhandlung zuzulasseck, ehe nicht der Antrag, die Auf- rechnung betreffend, debattiert sei. Will man also monieren, so müßten sich diese Monitas gegen die Arbeilgeberbeisitzer richten. Aber man scheint selbst im gegnerischen Lager langsam ein« zusehen, daß eS nicht an den Arbeiterbeisitzern liegt, wenn nicht alles im Gewerbegericht so ist, ivic es sein müßte. Man sagt zu seiner Entschuldigung, die„Breslauer Volksmacht' fiele stets über die Hirsch-Dunckerschen Beisitzer im Gelverbegericht zu Breslau her, wenn ein Urteil gefüllt werde, daS ihr nicht gefiele, und deshalb müsse man hier dasselbe tun. Wir wissen nicht, ob daS wahr ist, sind aber der Meinung, daß die dortigen Arbeiterbeisitzer allein nicht für solche Urteile verant- wortlich gemacht werden können; denn das liegt, wie schon betont, an der Art der Abstimmung, bei der der Vorsitzende entscheidet- Sollte eS sich aber um eine Verletzung der Sozial- und Arbeiter- schutzgcsctze seitens der Arbeiterbeisitzer handeln, so hätte die„Bres- lauer Volk-Swacht" nur ihre Pflicht getan. Was bleibt also von der Behauptung übrig? Nichts I Sagen Sie, Herr Elkelenz, doch selber in der.Volkszeitung', „die Breslauer Arbeiterbeisitzer haben es natürlich ebenso wenig in der Hand wie die Berliner, die Urteile allein nach ihrem Gutdünken zu gestalte»'. DaS gleiche trifft auch auf Berlin zu; auch die hiesigen Beisitzer können die Anträge nicht nach ihrem Gutdünken zur Berhandluttg bringen. Das weiß die Gesellschaft auch. Sie weiß ferner, daß, wenn eS ihnen aus Grund des Verhältniswahlsystems gelingt, einige Beisitzer in das Gewerbegericht hineinzubringen, diese den Zustand eher ver- schlechtern, als verbessern. Aber negieren ist leichter als besser machen. Darum feste drauf loö geschrieben; nachher werden wir uns schon herausreden l Das ist ihre Parole! Ist es doch vor der Wahl I Die Arbeiterschaft Berlins wird diesen Klopffechtern am Sonn- tag zeigen, wo sie hingehören! InS alte Eisen mit ihrer Harmonie zwischen Kapital unk Arbeitt Das Schiffsungltick bei Kalta. Ueber das bereit? in unserer gestrigen Nummer gemeldete Schtffsunglück liegen jetzt genauere Meldungen vor. Danach ist der größte Teil der Passagiere und Mannschaften des in Brand geratenen Dampfers„S a r d i n i a" umgekommen. Ein Tele- gramm aus Malta besagt: Um 8 Uhr abends strandete der noch brennende Dampfer„Sardinia". Bisher sind 2 7 Leichen geborgen. 52 Ueberlcbende wurden ins, Krankenhaus gebracht, wo ihnen Schiffs-, Militär- und Zivilärzte und die Geistlichkeit Beistand leisten. DaS ganze Personal des Maschinenraumes ist«mgekommrn mit Ausnahme von 5 Heizern, die nicht im Dienste waren. Die Ptnassen und Schlepper der britischen Flotte beteiligten sich an der Rettung derjenigen, die ins Meer sprangen. Ganz nahe heranzukommen war infolge der stür» mischen See und der niederstürzenden Spieren nicht möglich. Die Araber weigerten sich, über Bord zu springen, obwohl dieS die einzige Möglichkeit einer Rettung war. Naphtha war auf dem Schiffe nicht verladen. Eine Meldung aus London besagt: DaS Feuer auf der„Sar- dinia" brach unter einer großen Naphthaladung im vorderen Teil deS Schiffes auS, kurz nachdem eS den Hafen verlassen hatte. Un- geheure Rauchwolken hüllten den Dampfer vollständig ein. Die Mehrzahl der Paffagiere bestand aus maurischen Pilgern. Die bis jetzt aufgefundenen Leichen tragen furchtbar« Brandwunden sowie Spuren des entsetzlichen Kampfes, der offenbar infolge der Panik unter den Mauren ausbrach. Die europäischen Passagiere und die Mannschaft benahmen sich mit bewundernswürdiger Geistesgegenwart und verteilten ReltungSgürtel cm die vom Schreck überwältigten Passagiere. Kapitän Lazzolo weigerte sich standhaft, seinen Posten zu verlassen. Als der Dampfstcueropparat vom Feuer zerstört wurde, ging er zum Handsteuerapparat auf dem Hinterdeck und bemühte sich selbst auf das äußerste, die„Sardinia" ans Land zu bringen, was ihm schließlich mit Hilfe seiner Ossi- ziere gelang. Die Militärbehörden entsandten schleunigst Rettungs- abteilungcn und Ambulanzen; im Hafen liegende Kriegsschiffe halfen nach Kräften beim Nettungswcrk. Die Pilger waren in Tanger und Algier an Bord gegangen, um nach Alexandrien zu reisen. Die Ursache deS Feuerausbruchs ist noch unbekannt; man glaubt an eine Explosion, da auch Schießpulver beim Naphtha verstaut war. Das brennende Schiff wurde vom Hafeueiugang ferngehalten, da man Gefahr für das dortige Pulvermagazin fürchtete. Vermißt werden 5 europäische Paffagicre, 18 Mann von der Besatzung und 199 Araber. Es sind bereits über 59 Leick/en geborgen, darunter die des K a p i t ä-n s Lazzolo. der das Schiff seit acht Jahren geführt hat. Szenen beim Untergang der„Sardinia". Hierüber wird später aus London berichtet: Als die Naphtha- linmassen an Bord des Dampfers explodierten, versuchten die Araber, die Europäer von den Rettungsbooten zurückzudrängen und sich selber in Sicherheit zu bringen. Bei diesem Kampf ums Leben spielten sich schreckliche Szenen ab. /Trotzdem entgingen neun Europäer, einundzwanzig Mann der Besatzung und vierzig Araber dem Tode. Der Kapitän hielt bis zum letzten Augenblicke auf der Kommandobrücke aus und ging mit seinem Schiffe unter. Das RctiungSwerk der Malteser Hafcnmannschaften wurde dadurch wesentlich erschwert, daß bo» dem Dampfer eine außerordentliche Glut ausströmte und die Reltungsmannschastcn in die Gefahr des Erstickens gerieten. Partei- Hngdegenbeiten* M-Glienicke. Der Wahlverein veranstaltet ain morgigei, Sonn- abend, abends 8 Uhr. im Lokal von Knochen, Rudowcr Str. 53, fein Wintervergnilgen. Durch die Mitwirkung von Mitgliedern des Neuen TonkünstlerorchesterS und der Komiker-Enfemblegesellschaft Elsholz ist für Unterhaltung gesorgt. Entree 25 Pf. Nach dem Konzert Tanz. Mittenwalde. Am Sonntag, den 29. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale des Herrn Gastwirt W. Kranich eine öffent- liche Versammlung statt, m welcher der Reichstagsabgeordnete Genosse Fritz Zubeil über:„Das persönliche Regiment" referieren wird. Männer und Frauen, erscheint in Manen! Der Einberufer. Schenkendorf bei KönigS-Wusterhausen. Die Mitgliederver- sammlung des Wahlvereins findet Sonnabend, den 23. November, «bends 8 Uhr, im Lokal von Otto Paetsch statt. Der Vorstand. Nicder-Schünhausen. Am Sonnabend, den 28. November, abends 8Vz Uhr, findet in„Neu-Karl§hof", Beuth- Ecke Charlotteustraße, ein Lichtbildervortrag über:„Im Reiche der schwarzen Diamanten" fiatt. Eintritt 29 Pf. Nach dem Vortrage groger Ball. Der Vorstand. Mühlcnbeck(Bezirk Nieder-Schönhausen). Sonntag. 29. November, nachmittags 4 Uhr, findet im Gasthof zur Sonne(Inhaber A. Bärsch) die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Gcmeindevertreter. 2. Vereinsangelegenheiteir. 3. Verschiedenes._ Der Vorstand. Berliner ffachricbtem Im Paradies des Gnmmikniippelmanncs. Ueber das Obdach der Stadt Berlin. daS dem Kom- tnando des Stadtrats Fischbeck unterstellt ist, hat der frei- finnige„Bezirksverein im Spandauer Stadtrevier" sich von Herrn Jäkel, dem Oberinspektor des Obdachs, einen Vortrag halten lassen. Die Absicht dieses Vortrages, zu dem der Herr Lbcrinspeltor sich gern bereit erklärt hatte, wurde von vorherein gekennzeichnet durch die Worte, mit denen er ihn begann. Eine übelwollende Presse, so deklamierte er, und eine gewisse Sorte unserer Mitbürger, die dos warme Herz für die Armen gepachtet zu haben meinen, nehmen besonders daS Obdach immer wieder zum Anlag, die Stadt anzugreifen. Er nannte das „Berliner Tageblatt", das im vorigen Winter Heijcrmans ab- fällige Kritik des Obdachs gebracht habe, und die„Welt am Mon- tag", in der erst ganz kürzlich wieder eine Betrachtung über das Obdach veröffentlicht worden sei. Von dem Verfasser dieses Artikels der„Welt am Montag" behauptete Herr Jäkel, er sei ein wegen SittlichkettSvergehen und Unterschlagung bestrafter Mensch, also wohl nicht geeignet, das Obdach zu kritisieren. Wir kennen den Mann nicht, und auch sonst würden wir es ihm selber überlassen, sich zu wehren. Aber wir glauben, jene Sleufiernng des Herr» Jäkel erwähnen zir sollen, um zu zeigen, mit welchen Waffen der Herr Oberinspektor des Obdachs kämpft. Er ist in diesem Punkt ein gelehriger Schüler seines Meisters Fischbcck. Auch am„ V o iv ä r t s", dem meist- gehabten, versuchte er sich zu reiben, indem er schalt, das; der „unseren lieben Stadtrat Fischbeck" letzthin wieder einen„Gummiknüppelin ann" genannt habe. Uns will scheinen, das; hier der Herr Oberinspektor doch wohl ein biszchen über das Ziel hinausgeschossen hat. Wir vermuten, das; fein „lieber" Stadtrat Fischbeck den Beinamen„Gummiknüppel- mann" nicht als eine Verunglimpfung ansieht, sondern als einen Ehrentitel schätzt. In der Stadtverordnetenversammlung hat er kein Geheimnis daraus gemacht, das; er geradezu stolz ist auf Maß- regeln, die dazu diene», den Obdachlosen den Aufenthalt in dem Obdach der Stadt zu verleiden. Aus dem Reiche dieses Gummikuüppelmannes erzählte nun der Herr Oberinspektor Jäkel Wunder und Streiche, die bei den lauschopden Fuhörern teils StmmenteilS Entrüstimg hervorriefen. DaS Staunen galt den Einrichtuligen des Obdachs. Sie wurden von dem Vortragenden als in jeder Beziehung musterhaft und geradezu groß- artig geschildert, sodaß diese Anstalt dem, der sie noch nie selber gesehen hat, wie ein Paradies erscheinen muß. Entrüstung aber wurde geweckt durch die Schlechtigkeit der Obdachlosen, von der der Herr Oberinspektor manche Probe zum besten gab. Die meisten, meint er, haben keine Lust zur Arbeit, wollen auf Kosten der Stadt leben, möchten womöglich auch die Mielsunter- stützung noch verjubeln, und so weiter. Von den„Brüdern der Landstraße", die nach Berlin kommen, sagte Herr Jäkel, daß sie hier„in vollen Zügen die Herrlichkeiten des städtischen Obdachs genießen." In der Abteilung für Familien sei daS Essen so gut, daß z. B. ein Dienstmädchen, das hier mal entbunden hatte, später m der Charitö einem Arzt erzählt habe, im Obdach schmecke es besser, da gebe es Kotelettes, Beefsteaks, zwei Eier pro Tag und so weiter. Solchen Unsinn durste der Herr Oberinspektor vortragen, ohne ausgelocht zu werden. Er vergaß allerdings, seine Zuhörer darüber zu be- lehren, daß z. B. im Etatsjahr 1997/98 die Familicnabteilung auf volle Beköstigung von früh bis spät nur 53 Ps. pro Kops verwendet hat. Kann niau dafür Obdachlose mit Kotelettes, Beefsteaks, Eiern usw. mästen? In der Abteilung der nur nachts beherbergten Obdachlosen erforderte das Abendbrot samt Frühstück sogar nur 6>/z Pf. pro Kopf. Ein billige„Herrlichkeit", die da„in vollen Zügen genossen" wird. Jäkel kündigte an, im bevor st ehe n den Winter werde der Andrang zu diesem Paradies ganz besonders stark werden, schon jetzt müsse man oft 3999 Personen in einer Nacht beherbergen. Da begreift man'S, daß auf immer neue Mittel gesonnen wird, dem Andränge zu wehren. In dieser Absicht ivird jetzt für die Gäste des Gummiknüppelmannes, besonders für die jüngere», A r b e i t S z w a» g eingeführt. Daß ein Fischbcck für ArbeitSzwang schwärmt, ist wirklich originell! Bon der FortbildungSschulpädagogik. In den Pflichtfortbildungsschulen stehen die Schüler unter der Volksschuldisziplin, sie dürfen daher von ihren Lehrer» noch g c- prügelt werden, wie sechsjährige Schulrekruten. Fortbildungs- fchullchrcr, denen die Befähigung fehlt, mit ihren vierzehn- bis siebzehujährigen Schülern ohne Ohrfeigen und Stockhiebe fertig zu werden, machen denn auch fleißig Gebrauch von dem ihnen eingeräumten Recht, gegen die jungen Leute noch diese„Erzichungs- mittel" anzuwenden. Bereits früher ist im„Vorwärts" ausgeführt worden, daß die Prügelpädagogik, wenn sie schon für die Volksschule verwerflich ist, für die Fortbildungsschule geradezu als eine Ungeheuerlichkeit be- zeichnet werden mutz. Wir sehen uns genötigt, jetzt von neuem auf diese Zustände aufmerksam zu machen, weil uns mitgeteilt wird, daß in einigen der Pflichtfortbildungsschulen Berlins sogar auö ganz geringen Anlässen geprügelt werde. Als Prügler werden uns genannt aus der Fortbildungsschule in der Langen Straße der Lehrer Bernecker, aus der Fort- bildungs schule in der Petersburger Straße der Lehrer Plank, aus der Fortbildungsschule in der George n kirch st raße der Dirigent Schulze. Besonders schlimm scheint es Herr Bernecker zu treiben, der schon für„schlechte Schrift" Ohrfeigen gegeben und einmal für dasselbe„Vergehen" sogar Stockhiebe qngcdroht haben soll. Ueber diesen Herrn wird uns erzählt,.geohrfeigt habe er auch einen Schüler, der im Unterricht vor Müdigkeit eingenickt zu sein schien. Die Frage der Prügclpädagogik in Fortbildungsschulen hat gerade jetzt ein neues Interesse gewonnen, nachdem in dem Pro- zetz gegen den Oberlehrer Faubel vom Sophien-Rcal- ghmnasium, dessen Prügelpädagogik den Sekundaner Matthen? znin Selbstmord getrieben hatte, der Staatsanwalt und das Gericht einen so vernünftigen Standpunkt eingenommen haben. Ter Staatsanwalt führte aus:»Ohrfeigen gegen UntersekunSaner stimmen mit einer der. ii u n f t i g e n Schulzucht nicht übcrein. Junge Leute, die mit„Sie" angeredet werden und eine den Erwachsenen cnt- sprechende Behandlung im allgemeinen erfahren, und ferner i m U e be r gan g s sta d i u m sich befinden, wo die Empfindlichkeit besonders fein ausgebildet ist, müssen vom pädagogischen Stand- Punkt mit großer Vorsicht behandelt werden. Es könnte ja einmal ein Ausnahmefall vorliegen, wo der Lehrer ge- wiffermahen in der Notwehr zu einer körperlichen Züchtigung über- geht. Hier liegt der Fall aber doch nicht so, sondern es handelt sich um eine Unbotmäßigkeit eines Schülers, wie sie doch in dem Nahmen des Ueblichen liegt." Und in der Begründung des Urteils, das den angeklagten Lehrer schon wegen bloßer Ohrfeigen, die keine körperliche Schädigung längerer Tauer zur Folge hatten, der Körperverletzung im Amt schuldig sprach und eine Geldstrafe von 159 M. über ihn verhängte, wurde gesagt:„Er hat wissen müssen, daß ein Sekundaner doch anders zu behandeln! ist, wie ein Schüler niederer Klassen." Wenn das alles Geltung hat für Schüler einer Untersekunda, in die man schon mit vierzehn Jahren hineingelangen kann, so ist nicht einzusehen, warum vierzehn- bis siebzehnjährige Fortbild u ngsschülcr, die gleichfalls mit„Sic" angeredet werden, nicht dasselbe Anrecht haben sollen, anders als Schüler niederer Klassen behandelt zu werden und eine den Er- wachscnen entsprechende Behandlung zu erfahren. Oder glaubt man, daß bei Fortbildungsschülern das Ucbergangsstadium, das ihnen ja gleichfalls nicht erspart bleibt, nicht zu einer besonders feinen Ausbildung der Empfindlichkeit führt und eine besonders vorsichtige Behandlung erfordert? Derselbe Staatsanwalt, dem Ohrfeigen gegen Sekundaner als nicht übereinstimmend mit einer vernünftigen Schulzuckt gelten, sagte über die von dem Schüler Mattheus begangene„Unbotmäßigkeit" gegen seinen Lehrer Faubel, daß sie„doch in dem Rahmen des Ueblichen liege". Ein Fort- bildungsschüler sollte gegenüber seinem Lehrer sich mal die von Mattheus begangene„Unbotmäßigkeit" erlauben, da könnte er was erleben Kein Staatsanwalt würde da den prügelnden Lehrer zur Rechenschaft ziehen. Gegen Fortbildungs; ch ü I c r, die noch viel Harmloseres verschulden, als Mattheus verschuldet hatte, gelten nicht nur Ohrfeigen, sondern auch Stockhiebe als über- einstimmend mit einer vernünftigen Schulzucht, Stock- hiebe, die den jungen Leuten auf das Gesäß gegeben werden. Das darf kein Staatsanwalt bemängeln, da ja diese jungen Leute— ungeachtet aller Empfindlichkeit ihres Uebcrgangsstadiums— noch unter Volks schuldisziplin stehen, die nun mal von Ohr- feigen und Stockhieben das Heil erwartet. Daß auch Lehrer diese Sorte Fortbirdungsscknlpädagogik für richtig halten, wird manchen überraschen, der sich erinnert, wie man in Lehrerkreisen über Prügclpädagogik in Präpa- r a n d e n a ii st a l t cn denkt. Präparandenanstalten sind Institute für junge Leute von vierzehn bis siebzehn Jahren oder darüber, die ihre in der Volksschule erworbenen Kenntnisse noch vervollständigen müssen, uni in ein Lehrerseminar eintreten zu können. Es handelt sich hier also um Schüler ungefähr desselben Alters und nieist der» selben Vorbildung, wie in den Pflichtfortbildungsschulen. Trotzdem eifert die L e h r e r p r e s s e dagegen, daß auch in Präpa- raudeuaustaltcn manchmal ein Lehrer prügelt, der anders keine Er- folge zu erzielen vermag. Noch kein Jahr ist es her, daß in der „Pädagogischen Zeitung" über einen Pastor gescholten wurde, der als Ortsschuliuspektor und Lehrer einer Präparanden- anstalt seine Schüler gcohrfcigt hatte.„So behandelt ein Orts- schulinspcktor zukünftige Lehrer!" wurde da geklagt. Das ist sehr verwerflich, ohne Zweifel. Aber dieselben Berliner Gc- meindeschullehrcr, in deren Organ dieser vernünftige Standpunkt vcrircteii! wird, finden es durckiauS nicht verwerflich, als Lehrer von Fortbildungsschulen ihre Schüler mit Ohrfeigen und Stockhieben „erziehen" zu wollen. Hier haben sie eS freilich auch nur mit„zu- künftigen Arbeitern" zu tun. Theatervorstellungen für Arbeiter. Zu der unter vorstehender Spitzmarke dieser Tage veröffentlichten Notiz schreibt die Zentrale für Volkswohlfahrt: ...„Nachdpyi es bekannt geworden fft, daß in di«se.m Winter auf allerhöchsten Btfeht' wieder Theatervorstellungen f ü r d i e Berliner Arbeiterschaft staltsinden, wird die mit der Ver- teilnng der Eintrittskarten betraute Zentralstelle für Volkswohlfahrt durch fchriftlicke. nnnidjjcho und telephonische Anfragen bestürmt. Die Zentralstelle bringt deshalb zur öffentlichen Kenntnis, daß tele- phonische oder müiidliche Anfragen nach Karlen nicht angenommen werden. Alle Gesuche sind schriftlich einzureichen. An Einzelpersonen werden Eintrittskarten überhaupt nicht abgegeben. Die Billetts gelangen lediglich in Fabriken, Arbeiter- vereinen usw. zur Verteilung. Natürlich kann nur ein kleiner Teil der Bestellmigeii berücksichtigt werden. Zu den 19 in Aussicht genommenen Vorstellungen sind rund 16 999 Plätze zu vergeben. Nimmt man die Zahl der Neslektaiiten ganz gering mir 200 000 an, dann mag jeder sich selbst die Wahrscheinlichkeit, ein Billett zu er- halten, ausrechnen." Durch diese Mitteilung wird nur bestätigt, waS wir schon kürzlich über den Charakter der ganzen Veranstaltung andeuteten. Indem Eintrittskarten nicht ohne weiteres an Arbeiter ohne jede Ausnahme abgegeben werden, sondern erst aus dem Umwege durch die Arbeitgeber zu erhallen sind, wird der Glaube bestärkt, daß nur ganz bestimmte Kreise berücksichtigt werden sollen; vielleicht werden sich die Gelben besonderer Bevorzugung erfreuen. Interessant wäre, wenn die Zentralstelle mitteilen wollte, mit welchen„Arbeiter- vereinen" sie in Verbindung getreten ist. Zur vollständigen Be- urtcilung der WohlsahrtSveranstaltung wäre eine Aufklärung sehr wünschenswert. Im übrigen ist angesichts der großen Zahl Berliner Arbeiter die zur Verfügung stehende Zahl der Plätze eine so niinimale, daß davon kein sonderliches Aufheben gemacht werden sollte. Die staatSgcfährlichen Efeurauken. In der Rede, die Bürger- meister Reicks bei der Jahrhundertfeier im Berliner Rathause hielt, findet sich auch ein PasiuS. der eine nicht uiiintcrcssante Vor- geichichte hat. Der Fall ist in der Tat eine überaus charakteristische Jllustrierung des Geistes, der heute die Staats- behörden gegenüber der Stadt Berlin erfüllt. Dr. Reicke führte aus:„Wenn im Aufsichtswege eine Stadtverwaltung angehalten wird, die allzu üppigen Efeuranten zu entfernen, die die Architektur eines der Stadt gehörigen Denkmals ver- decken— mutet uns das nicht wie ein Anachronismus an?"— Das Denkmal, von dem hier gesprochen wird, ist nach dem„B. T." daS bekannte Gräfe- Denkmal. dessen prächtige Anlage eine der schönsten Zierden im Straßcnbilde Berlins ist. Dieses dem großen Augenarzt geweihte Denkmal wird von einer dichten Efeuhecke um- rahmt, deren Zweige sich in den letzten Jahren immer mehr über die farbigen Terrakottareliefs zu beiden Seiten der Statue Gräfes ranken. Jeder Vorübergehende freut sich an dem feinen Bilde, zu dem sich hier Natur und Kunst vereinen. Mag sein, daß der dichte Efeu die Allegorien neben dem Denkmal ein wenig zu sehr überwuchert. War es deswegen aber gleich nötig, die Stadt Berlin durch eine— wohl von dem zuständigen Minister ver- anlaßte— amtliche Verfügung des Oberpräsidenten in aller Form zu ersuchen. die„allzu üppigen Efeuranken am Gräfc-Deiikmal zu entfernen? Die städtische Kunstdeputatioii, an die diese Bersiigung zur Erledigung gegeben wurde, nahm sie schweigend zu den Akten. Sie wählte damit das bessere Teil als die Staatsbehörde, die in ihrem BeaussichtigungSeifer wieder einmal mit Kanonen nach Spatzen geschossen hatte. Ein Gewitter zog gestern nachmittag nach 2 Uhr über Berlin herauf. Infolge der eiiurctcndcn Finsternis mußten zahlreiche Ge- schäfte schon Licht anzünden. Zu den Tnnnclcntwürfcn. Die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft hat im August eine Denkschrift über die Bedeutung und Notwendigkeit des Strassenbahiitunucls im Zuge der Straße Unter den Linden veröffentlicht. Sie richtete sich hauptsächlich gegen die im Auftrage der Stadt Berlin verfaßte» Arbeiten de» RegierungSratS a. D. G. Kcmmann. Eine Erwiderung auf jene Denkschrift ist soeben erschienen, wiederum ans der Feder Kemmanns, unter dem Titel„Die Tunnelcntwürfe der Großen Berliner Straßenbahn. Der Entwurf für den Tunnel Unter den Linden Mordtuimel)", mit zwei Tafeln und sieben Textabbildmigen. Die Schrift ist 49 Druckseiten stark. Das Ergebnis seiner Unter- siichungen faßt Kemmann wie folgt zusammen:„1. Für die Aus- führung des Tunnels Unter den Linden(Nordtumiels) ist ein Be« dürfnis nicht vorhanden. 2. Infolge der Ausführung des Tunnels würden Teile der Innenstadt des Verkehrsmittels der Straßenbahn be- raubt und im Bereich des Tunnels selbst die Zahl der Zugangsstcllen auf ein unzulässiges Maß eiiigeschränlt. 2. Der Tunnel würde die Ausführung dringend notwendiger Schnellbahnen, welche die Richtung des Tunnels kreuzen, in hohem Grade erschweren. 4. Der Nordlunnel besitzt bei weitem nicht die ihm zugeschriebene Leistungsfähigkeit. 5. Die Schleifenvcrschlinguiigen des Nord iunnels beeinirächtige» nicht allein die Leistungsfähigkeit, sondern sind auch eine Quelle schwerer Betriebsgefahren." Eine peinliche Szene ereignete sich am Totensonntag auf dem Lichtcnberger Kirchhos am Krugslege. Au diesem Tage wollten die W. scheu Ebeleute aus Lichtenberg das Grab der am 17. Juli ver- storbcnen Mutter der Frau W. besuchen. Am Beerdigungsrage war den Eheleuten als Ortsbestimmung des Grabes angegeben worden: Abicilung 9 Reihe 1 Grab 4. Der Vorsicht halber halte Herr W. den Namen der Verstorbencn an den Grabpfahl geschrieben. In den verflossenen Monaten war auch die Grabstätte von den Angehörigen gepflegt worden. Um so mehr erstaunten die W.schen Eheleute, als sie am Toleiisonntage das Grab der Verstorbenen in einer unglaub- lichen Verfassung fanden. Der Kranz war heruntergerissen, die Blumen in alle Winde zerstreut und zum Teil mit den Füßen zer- treten. Am Grabe standen zwei schwarzgekleidete Daiiicn, die soeben das ZerstörungSwerk beendet hatten und dem W.schen Ehepaar das Recht auf die Grabstätte der Mutter bestritten, indem sie behaupteten, das Grab sei das ihrer Mutter, das der Mutter 2B.3 befinde sich nebenan. Frau W. verfiel ob der Anfreguiig in Weinkränipfe, weil nach der ihr gegebenen Ortsbczeichnuiig nur daS von ihr bisher gepflegte Grab als daS ihcer Mutter in Frage kommen konnte. Der zur Entscheidung angerufene Kirchhossinspektor erwiderte kühl und trocken:„Dann habe ich mich eben seinerzeit geirrt." An dem be- treffenden Becrdigungstage seien zwei alte Damen ungefähr zur gleichen Zeit nebenan beerdigt ivorden und Irren ist doch menschlich. Wenn daS der Fall ist, wer garanliert dann den W.S dafür, daß er sich gerade in ihrem Falle geirrt hat und nicht im anderen Falle? Die Betroffenen wollen sich mit dieser Antwort des Inspektors nicht zufrieden geben;. sie wisicu so nie, ob tvirklich unter dem Hügel, den sie nniiiiicbr pflegen sollen, die Leiche ihrer Verstorbenen liegt. Eine schöne Wirtichast muß demnach schon auf dem Friedhofe herrschen. Die Automoliildroschke in der Spree. Die unter vorstehender Spitzmarke in unserer DicnStagnuinmer enthaltene Notiz veranlaßt die Automobil-Droschkenführer uns zu bitten, initznteileii, daß eS sich in diesem Falle um ein Privatautomobil der Firma B c d a g gehandelt habe. Tot aiifgcfiiiidcn wurde gestern im Bureau dcS Postamts 9 am Potsdamer Platz der Oberpostsekretär Tan, der in Steglitz wohnt. Die Leiche lag in einer großen Blutlache. Dem T. war das Blut aus dem Munde gedrungen. Am linken Unterarm wurden mehrere Schnittwunden festgestellt, die auf Selbstmord hindeuten. Arbeiter- BildungSschule. Sonntag, 29. November, Vormittags 19 Uhr, findet der Unterricht im Gcwcrkschaftswcfen für die am Bußtag ausgefallene Unterrichtsstunde statt. UnterrichtSthema:„Die gegnerischen Gewerkschaften." In der am Sonntag, den 22. d. M.. stattgefmidcncn Gcncral- versannnlung des Deutschen Metallarbeitev- Verbandes, welche im Lokale von Frehcr(früher Keller), Koppenstr. 29, tagte, hat ein Kollege seinen Regenschirm stehen lassen. Der Eigemüiner dieses Regenschirmes kann sich denselben im Bureau dcS genannten Verbandes. Charitvstr. 3, Zinimer III, abholen. Auf der Eisenbahnfahrt von Johannisthal nach Berlin ist einem Parteigenossen das Buch:„DaS Gewerbegericht in Berlin" verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe in der Bibliothek deS TraiisportarbeiterverbaiidcS im GewcrkschaftshauS oder bei Bode, Ober-Schöncweide, Deulstr. 2, abzugeben. Feucrwehrbcricht. Wegen eines großen D a ch st u h l« b r a n d e S wurde heute vörmittag um Ol/a Uhr die 4. Kompagnie noch der Brüsseler Straße 59 gerufen. Die erste Meldung lief un- deutlich mit dem Fernsprecher ein: es wurde erst Zossencr- und dann Dresdener Straße verstanden, bis dann vom Feuermelder in der Togo- straße nahe der Müllerstraße die richtige Meldung einlief. In- zwischen waren bereits Züge nach der Dresdener Straße ausgerückt; zwei andere eilten dann sofort nach der Brandstelle, die fast an der Weichbildgrenze im sogenaiiiiten afrikanischen Viertel liegt. Als die Wehr dort ankam. stand der Dachstuhl schon in großer Aus- dehuung in Flamiiien. Der 13. � und 18. Zug unter Leitung des Brandiuspektors Julius nahmen sofort drei Schlauch- leitungcn über zwei mechanische Leitern und die schon total vor- qualmten Treppen vor. Es bedurfte längerer Löschläligkeit, um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Der Dachstuhl war nicht mehr zu retten. Der Schaden ist bedeutend. Als Ursache des Brandes wird Brandstiftung angenommen. Nach Aussagen von Hansbewobnern soll es gleichzeitig an zwei Stellen gebrannt haben. Erst um Mittag konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Ferner hatte die Feuerwehr in der Alexaiidrincn« straße 89 zu tun, wo auf dem Treppeuflur Feuer ausgekommen war. Der 7. Zug wurde nach dem Ostbahuhof am Küstriner Platz gerufen. Dort waren die Bureauräume im Bahnhofe verqualmt; eine Feuersgefahr lag aber bei Ankunft der Wehr nicht vor. Bettey u. a. brannten in einer Wohnung in der Sieboldstr. 1 und Kleider, Gardinen usw. in der Oderberger Str. 23. Außerdem wurde die Wehr nach der Mühleustr. 09a u. a. Stellen alarmiert. Vorort- I�acb richten. Charlotteubnrg. Die Belastung des Armenetats durch die Wohniingsvcrhält'.iisse, auf die wiederHoll hingewiesen ist, wird auch in dem soeben ver- öffentlichten Bericht der Charlottenburger Armenverwaltung von neuem konstatiert. Die Verwaltung hat festgestellt, daß wie bisher so auch diesmal das geringe Augebot lleiner Wohnungen und die Höhe der Wohiiungsmietcn auf die Höhe der Unterstützungen nicht ohne Einfluß geblieben ist. Allerdings hat die Zahl der leerstehenden Wohnungen von Stube und Küche bei den Zählungen im Mai und Dezember 1997 gegen das Vorjahr etwas zugenommen, aber der Prozeinsatz derselben bleibt auch jetzt noch hinter dem als normal angesehenen weit zurück und die Preise der Mieten, soweit sie von der Armenverwaltung kontrolliert werden konnten, zeigen, ob- wohl schon von Jahr zu Jahr eine Steigerung festzustellen war, 1997 eine erneute Erhöhung. DaS gleiche Bild einer fort- gesetzten Steigerung der Mietspreise weist die durch das Statistische Amt weiter fortgeführte Auszählung der Wohiningsvephälttiisfs der Arnienbevölkerung auf. ES ergab sich wieder, daß die Wohnungen im Vorderhaus fast durchioeg billiger waren als die imHiuterhaufe, ein Zeichen, daß eS sich dabei fast immer um minderwertige Woh- mmgcn handeln muß. Ferner zeigt sich die in den letzten Jahren beobachtete Erscheinung, daß die Mietspreise der Wohnungen, in die Aftermieter aiifgenommen werden dürfen, stets höher sind alS die der von den Familien allein bewohnten Wohnungen. daS heißt also, daß für daS Recht, Aftermieter aufitehmcn zu dürfen, für Woh- nungen derselben Art eine höhere Miete gefordert wird als ohne diese Erlaubnis. Die hohen MielSpreife zwingen kinderreiche Familien, sich im Raum auf daS denkbar geringste überhaupt noch mögliche Maß zu beschränken. So sind dem, eine Reihe Wohnungen voll ®faiBe und Küche von nicht weniger acht, zwei solche Wohnungen sogar von zehn Personen bewohnt gewesen. Durch den sehr lehrreichen Bericht wird aufs neue der Beweis dafür erbracht, daß die Arinenunterstützungeu häusig gar nicht den Armen, sondern ihren Hauswirten zugute kommen. Der Arme aber verliert dadurch sein höchstes staatsbürgerliches Recht, während der Hausbesitzer sogar besondere Vorrechte in der Gemeinde besitzt. Vielleicht empfiehlt es sich, bei den noch ausstehenden Festreden zur Jahrhundertfeier der Städteordnung auf diese gewist nicht un- interessante Tatsache hinzuweisen— selbst aus die Gefahr hin, daß dadurch etwas Wasser in den JubilaumSwein gegossen wird. Wilmersdorf. Zum Bau der Untergrundbahn Rankeplatz— Dahlem. Mit einem heiteren, einem nassen Auge hat die Stadtvcrordneten-Versammlnng von Wilmersdorf, wie wir gestern schon in Kürze meldeten, dem Vertrage zugestimmt, der die Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen zum Betrieb der von der Stadt zu erbauenden Untergrund-Schnellbahn verpflichtet. Mau hielt hierbei an dem ursprünglichen Plan fest, wonach die Bahn von der vor- läufigen Endstation Fehrbelliner Platz nicht nach Halcnsee oder Schmargendorf, sondern über das Rheingauviertel nach Dahlem geführt werden soll. Um diese neue Grunewald-Kolonie weiter zu erschließen und sie in einen Schnellverkehr mit Berlin zu bringen, will der preußische FiskuS 2'/» Millionen Mark auswerfen. Aller dingS kommt für Wilmersdorf auch bei dieser verlockenden Summe das Sprichwort von dem Sperling aus dein Dache in Betracht, denn der FiskuS bat zwei Eisen im Feuer, da nicht allein Wilmersdorf, sondern auch Schöncberg seine Schnellbahn nach Dahlem fortführen will, und d i e Stadt den fetten Bissen zu ergattern hofft, die am meisten Konzessionen anbietet. Aus diesem Grunde waren denn die von verschiedenen Rednern angestellten Betrachtungen weh mutiger Natur ziemlich zwecklos. Man sprach von einen: Zusammen- , gehen mit Schöneberg, um so dem Fiskus das Geschäft zu verderben. und blickte andererseits neidvoll auf Charloltenburg, das feine Ver- kchrSpläne zur Erschließung der Grunewaldkolonie an der Döberitzer Heerstraße durch den relativ wohlfeilen Erwerb eines beträchtlichen Hinterlandes schmackhaft zu machen verstanden habe. Ferner be� dauerte man sehr in der Sitzung vom Mittwoch, daß die Stadt die Tcrraingesellschaftcn nicht in genügendem Maße zu den Kosten habe heranziehen können. Diese Gesellschaften sind im Besitz von 76 200 Ouadrawuten Land, wovon ihnen nach Abzug des für Straßeubauzwecke usw. zu ver- wendenden Gebietes immer noch 20 000 Duadratruten bleiben. Der von ihnen zur Zeit der Ernte zu erzielende Verkaufspreis läßt sich schwer berechnen; er mag 200, aber auch 1000 Mark und noch mehr für die Quadratrnte betragen. Ist doch in der Gegend des nörd- iichen Teils der Kaiserallee ein Preis von 2000 Mark keine Selten- heit. Aber auch bei dem niedrigsten Satz erzielen die Gc scllschaften einen gewaltigen Gewinn; und daher muß man sich in der Tat darüber wundern, daß die relativ geringe Suimne voil 1 602 000 M, das für etwa 20 M. für die Ouadrute, bei ihnen als Opfergabe für den Vahnban ul§ genügend erachtet worden ist Nun stellte zwar Stadtbaurat Müller recht glänzende Rentabili- tätsberechnungen auf, wie denn anderseits der Stadtverordnete Professor Leidig davon sprach, daß der Grundbesitz von den ge- lvaltigen Gewinnen, die er erzielen lverdc, sein Teil opfern müsse; doch löste dieser Fühler bei den Vertretern des Grundbesitzes sofort die beweglichsten Klagen über ihr angebliches Elend aus. Nach unserer Meinung ist hier eine geradezu flassische Gelegenheit zur Einführung einer einträglichen Wertzuwachs- st e u e r gegeben. Die Stadt Wilmersdorf vergütet der Gesellschaft für eleklrische Hoch- und Untergrundbahnen in den ersten Jahren durchschnittlich 36 Pfennig für jeden Wagenkilometer und rechnet für diese Zeit mit beträchtlichen Zuschüssen zum Betriebe der Bahn, deren Herstellung 7,9 Millionen Mark kosten soll. Hingegen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Grundbesitz recht bald sehr erhebliche Gewinne erzielen wird. Es wird sich daher zeigen. ob der Einfluß der Grundstücks fpekulanteii stark genug ist, um eine notwendige und für die EntWickelung der Stadt außerordentlich einflußreiche Maßregel hintertreiben zu können oder ob man bei der sich jetzt bietenden Ge- legenheit gerecht genug ist, eine Steuer einzuführen, die sich in Wilmersdorf mehr als in irgendeinem anderen Orte bewähren wird. Die Stadtverordnetenversammlung nahm in ihrer Sitzung vom Mittwoch einen Magistratsantrag an, wonach den Hinterbliebenen der auf Grube R a d b o d verunglückten Bergleute 3000 M. über- wiesen werden sollen.— Ferner erklärte sich die Versammlung damit einverstanden, daß die zweite reale Lehranstalt am Orte zu einer Oberrealschule ausgebaut wird. �iixdorf. Seit dem 1. Oktober besitzt Rixdorf eine Pflicht-Fort b ildun gs schule, die in: Laufender Zeit weiter ausgebildet werden soll. Gegenwärtig wird die Schule von etwas über 200 Schülern besucht. Am 1. Oktober waren in Rixdorf 660 schul cutlaffene Knaben, davon sind nur 30 zur Pflichtfortbildungsschule angemeldet, die anderen Schüler sind Freiwillige. Nach Berufen ge- ordnet, sind die Metallarbeiter mit 60 Schüler» vertreten; Tischler, Zimmerer und Stellmacher zusammen mit l8 Schülern; gemischte Berufe: Schneider, Schuhmacher, Sattler usw. mit l2 Schülern, Bäcker mit 3 und Fleischer mit 2 Schülern, Die Klasse der un- gelernten Arbeiter ist mit 60 Schülern besetzt. Der Stundenplan für ungelernte Arbeiter ist folgender: Verkehrsunterricht(Post-, Eisenbahn- und Frachtverkehr), Gesundheitspflege; weiter soll jähr lich ein Vortrag über sexuelle Gefahren von einem Arzt ge* halten werden. Für die Lehrlinge sind wöchentlich vier Pflicht stunden vorgesehen, im Zeichnen, Rechnen, Korrespondenz, Kalkulation, Entwurf von Arbeitsplänen, Lehrverträaen sowie über Krankenkassen- wcsen, Unfallverhütung, deren Vorschriften und Versicherungswesen. Dazu kommt freie Wahl in Stenographie, Buchführung usw. Au den fakultativen Kursen können auch andere als Schüler, z. B. kleine selbständige Gewerbetreibende usw., teiluehmcu. Lehrbücher hat der Schüler selbst zu zahlen, nur Bedürftige erhalten dieselben gratis Die Bücher sind dem System des Leipziger Fortbildungsschulvereins entnommen, weil man dieS System für das praktischste hält. Außer« dem solle» für Schüler- und Lchrerbibliothck 400 M. und für Schülerwanderung und Jugendspiele 300 M. eingestellt werden. Die Gewerbedeputation stimmte dem Lehrplan sowie den Anträgen des Dezernenten auf eine bessere Bezahlung der FonbildungS- schullehrer einstimmig zu.— Der städtiiche Arbeits- und Wodnungsnachweis soll einer Reorganisation unterworfen werden, da derselbe bis auf den Heuligen Tag ein .Blümchen im Verborgenen" ist. Eine Unterkommission von vier Stadtverordneten und einem Magistratsmitglied soll für die Vorarbeiten zur Neuregelung einen Plan ausarbeiten, welcher auch Rücksicht aus eine noch zu eröffnende Schreibstube nimmt; zu diesem Zweck sollen wiederum extra 200 M. eingestellt werden. Die Aufsicht über das Ganze wird einem Vorsteher mit einem Jahres- gehalt von 2400 M. übertragen. Im weiteren wurde beschlossen, die RechtSauskunslsstelle vom Gemeinnützigen Verein Berlins und Umgegend loszulösen und in städtische Regie zu übernehmen. Bei den gestrigen Stadtverordnetcnwahlcn in der I. Abteilung wurden die Kandidaten der vereinigten kommunalen Vereine: Zander, Just. Müller, Niemetz, Niyschke, Serno, Wagner, Dr. Dietrich, Richard Heinrich. Küllmann, TrieS und Rahmig mit je 164 Stimmen gewählt. Dr. Silberstein erhielt 2 Stimmen. Lichtenberg. Arbeiter-Vildungsschule, Berlin. Der Unterricht in National- ökononiie wird heute abend fortgesetzt. Weifjensee. Mit der GewcrbcgerichtSwahl beschäftigte sich eine öffentliche Versammlung, in welcher Geuosse Ritwr die Notwendigkeit der Gewerbegerichte hervorhob. Redner ermahnte die Anwesenden, so- weit sie in Berlin arbeiten, ihr Wahlrecht auch dort auszuübeil und für die Liste der freien Gewerkschaften zu stimmen. Desgleichen sei eS Pflicht der in Weißensee arbeitenden Arbeiter, am gleichen Tage — Sonntag, den 29. Siovember— in Weißensee ihre Stimme ab- zugebeil. Diejeiligen Arbeiter, die am Orte lvohnen und arbeiten, haben in dein Bezirk ihre Stimme abzugeben, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Die Kandidaten der Arbeitnehmer sind im 1. Bezirk: Max Schmädicke, Metallarbeiter, Paul Schulz, Tischler, Albert Rostin, Maler.— 2. Bezirk: Hermann Kittler, Tischler, Hermann Teuber, Maler, Max Meinicke, Tischler, Georg Winkler, Märmorarbeiter.— 3. Bezirk: Wilhelm Gutb. Metallarbeiter, Theodor Hörning, Schlosser, Max Oley, Klempner, Heinrich Brodtkorb, Tischler.— 4. Bezirk: Paul Kufahl, Zimmerer. kommunales. Die Stadtverordnete» hatten gestern wieder einmal eine inhaltreichere Sitzung. Sie brachte Erörterungen über wichtige Fragen des Vildnngs- wcsens und des Gesundheitswesens. Dem Plan des Magistrats, in den Wahlfort- bildungsschnlen das Schulgeld zu erhöhen, wurde nicht so ohne weiteres zugestimmt, wie man eS sich im Magistratskollegium gedacht haben dürfte. Widerspruch gegen diese Maßregel wurde erhoben von der sozialdcnio- kratischen Fraktion, deren Gründe von unserem Genossen Bruns vorgetragen wurden. Bruns hob hervor, daß gerade in dem gegenwärtigen Augenblick, wo die Wirtschaft- Iichen Folgen des Beschäftigungsmangels die Arbeiter- bevölkerung bedrücken, eine Schulgcldcrhöhung manchen jungen Arbeiter sehr fühlbar treffen würde. Bedenken gegen die Erhöhung wurden dann auch von Herrn P r e u ß(Sozial- fortschrittler) und Herrn Sonnenfeld(Alte Linke) vor- gebracht. Echt freisinnig war Herrn Sonnenfclds Vorschlag. lieber für die bisher schulgcldfreien Kurse künftig gleichfalls eine Gebühr, ivenn auch nur eine geringe, zu erheben. Ein Unterricht, für den man gar nichts zu zahlen brauche, werde — so meint er— nicht geschätzt. Stadtschulrat Michaelis kam mit einem Hinweis auf die Freistellen, die nicht mal voll ausgenützt würden. Warum sie's nicht werden, das weiß man: nicht weil es an Bedürftigen fehlt, sondern weil mit der Bewilligung zu sehr gekargt wird. Die Magistrats Vorlage über die geplante Schulgelderhöhung wird nun in einem Ausschuß, dem sie auf Antrag der Sozialdemokraten überwiesen wurde, erst genauer geprüft werden. Zu einer sehr eingehenden Debatte führte der von Mit- gliedern der Versammlung eingebrachte Antrag, in den Krankenhäusern und Irrenanstalten besondere Klassen kür Bemittelte ei ir zu richten. Die Bevölkerungsschicht, der man hiermit einen Dienst er- tveisen will, wurde von Herrn G e l p ck e, dem Hauptantrag- steller, dreist als„Mittelstand" bezeichnet. Kann ein Pflege- geldchon 7 M. pro Tag— so hoch ungefähr würde es in den besonderen Klaffen sein müssen— noch von denen bezahlt werden, die sich zum„Mittelstand" rechnen? Genosse Wey l setzte namens der sozialdemokratischen Fraktion dem Antrag aus grundsätzlichen Bedenken ein glattes Nein entgegen. Einstweilen könne in den Krankenhäusern noch lange nicht von Ucberfluß an Betten die Rede sein. Die Einrichtung bc- sondercr Klassen für Bemittelte werde nur dazu führen, daß den minderzahlenden Patienten noch weniger als bisher ge- währt werde. Je mehr auch die bessersituierten Bcvölkcrungs- kreise die Mängel unserer Krankenhäuser zu fühlen bekommen, desto eher sei auf Abhilfe zu rechnen. Für den Ma- gistrat gab Stadtrat Weigert zwar noch keine bindende Erklärung ab, aber seine Darlegungeil ließen erkennen, daß dort leider viel Neigung vorhanden ist, den Gedanken— dessen geistiger Vater ja der Kämmerer ist—, auszuführen. Sehr beachtenswert waren die Ausführungen des Stadt- verordneten Landau, der für eine, allerdings wohl sehr geringe Minderheit der„Alten Linken" sich gegen den An- trag erklärte. Der Standpunkt der Mehrheit dieser Fraktion wurde am unverhülltesten dargelegt von Herrn Cassel, der den echt freisinnigen Grundsatz proklamierte, es heiße eine„Wohltat" erweisen, wenn die Stadt Kranke zu den jetzigen Preisen behandle, bei denen sie noch zusetze. Der Antrag fordert, daß auch in den Irrenanstalten den Be- mittelten eine Extraklasse bereitet werde. Genosse Z a d e k wies nach, daß hier noch viel weniger als in den Kranken- Häusern von Ueberfluß an Betten die Rede sein kann. Die Mehrheitsfraktionen überwiesen den Antrag einem Ausschuß, gegen die Stimmen unserer Genossen. Im letzten Teil der Sitzung wurde einstimmig beschlossen, aus Anlaß des Grubenunglücks auf Zeche Rad- b o d den Betrag von 10 lXK) M. für die Hinterbliebenen zu bewilligen. Vorsteher Michelet erinnerte an die Er- klärungen, die im Reichstag vom Minister abgegeben ivorden sind. Er hat zu ihnen das Vertrauen, daß Aehnliches sich nicht wiederholen werde. Genosse Singer erwiderte, daß an- gesichtS der großen Menge der bisher begangenen Unter- lassungssünden diese Vertrauensseligkeit leider ganz und gar nicht berechtigt sei. Der Herr Vor- stehcr machte ein verdutztes Gesicht, als er merkte, wie sehr ihm die beabsichtigte„Verbeugung nach oben" mißglückt lvar. Vermischtes. Eine neue Schiffskatastrophe lvird auS New Dork gemeldet: Ein Dampfer, vermutlich der der Panama-Linie angehörende Dampfer„Finance", ist nach einem Zu- sammenstoß mit dem Dampfer der White Star Linie„Georgic" in der Hauptfahrstraße bei Sandy Hook gesunken. Die„Georgic" ist leicht beschädigt. Man glaubt, daß Passagiere und Manschast des gesunkenen Schiffes von Rettungsbooten aufgenommen worden sind. Die.Finance" war am Montag nach Colon abgegangen und hatte wahrscheinlich in der unteren Bucht wegen Nebels Anker geworfen Sie hatte hundert Passagiere an Bord. Großfeuer in Wandöicck. Nach einer Meldung aus Hamburg wurde in der letzten Nacht die Hamburger Feuerwehr zlveiinal hintereinander zur Hilfeleistung nach dem benachbarten WaudSbeck aufgeboten. Dort brannten zunächst die großen Oelwerke, die einem belgischen Konsortium gehören und etwa zweihundert Arbeiter bc- schäftigen, total nieder. Die Löscharbeiten wurden wesentlich dadurch erschwert, daß nicht genügend Wasser vorhanden war und erst aus einer Entfernung von l1/* Kilometern herangeholt werden mußte. Das Feuer wütete bis um 4 Uhr und verursachte einen Schaden von ll/s Millionen Mark, der durch Versicherung gedeckt ist. Das zweite Feuer kain eine Stunde nachher auf einem Zimmerplatze aus, der gleichfalls total niederbrannte. Eine Schwebebahn über das Rieseugcbirgc. Ein Trauteuauer Konsortium plant den Bau einer 18 Kilometer langen Schwebebahn über da? Riesengebirge von Spindelmühle nach Warinbrunn. Die Baukosten sollen l1/« Million Mark betragen. Nach der„Breslauer Ztg." rechnet man jährlich auf eine Vicrtelmillion Reisende zu je einer Krone(80 Pf.) Fahrpreis. Verein der Buchdrucker und Schriftgics-er zu Rixdorf-Britz» Sonnabend, den 28. November, abends 0 Uhr: VereiuSversautmlnng be Hoppe, Hermannstr. 49._ eingegangene vi'ucstlckriften. Don der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer)- ist soeben dai 9. He st des 27. Jahrgangs erschicncii. Es hat solgeiidcn Anhalt: Die Saat des Kädinos.— DaS prolctariichc Elend in England und Deuttch- Innd. Von Th. Rothsteln.— GewerlschaftSbeamte und Partei. Von S>. Jäckcl.— Die Nationalratswahlen in der Schweiz. Von Dionys Zinner.— Grobe Fälschung. Von K. Kautsky.— Frauenelend und Frauen.schütz" in Italien. Von Fricdr. Kleeis.— Literarische Rundschau: W. Wercssajew.«'leine Erlebnisse im Ruisisch-Japanischen Kriege. Don K.K. H. v. Gerlach, August Bebel. Von K. Kautsly. Mohammed Aischin, Die Freiheitsbewegung in der Türlei. Von?.— Zelischristeiischau. Die„Nene Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlniigeck, Postanstaltcii und Kolporteure zum Preise von Z.'ia M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann bieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hcjt kostet 3» Pf. Probenutnuiern stehen jederzeit zur Vcrsügung. Von der„Gleichheit--. Zeitschrist für die Interessen der Arbeiterlnn-n (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist unS soeben Nr. 4 dcS 19. Jahr« ganzes zugegangen. Tic hat folgenden Inhalt: Hie Schauspiel, hie Kamps I— Der Arhelicrinnenschuv in der Kommission des Reichstags. L Von g. h.— Die LandtagSivahlen in Nicderösterrcich. Von Adelheid Popv.— Die Aussperrung in der Baumwollmdllstric in Lancashire. Von H. Jäckcl.— Von der sozialistischen Jugcndbcivcgnng in der Schweiz. Von-tr.-Ii.— Zur Lage der iveiblichen und jugendlichen ArbcitStrasic in Baden. Von Pli. H.—.Hexenglauben und Hexcnprozcssc. Eine knltur« historische Slizze von Anna Bios.(Fortsetzung.)— Aii§&«■ iVclvcgunfl: Von der Agitation.— Von den Organisationen.— Sechste Konserenz sux den Agitationsbezirk Franksurt a. M.— Politische Rnndschau.. Von lLB. — Gcwerkjchastliche Rundschau.— Genossenschastliche Rundschau. Von H. Fl.— Notizenteil: Dieiistbotensraae.— Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen.— Frauenstimmrecht.— Die Frau in öffentlichen Aeintern. Für unsere Mütter u n d H a u S s r a u e n: Chor der Toten. Von C. F. Meyer.— Robert Owen als Erzieher.— Das Auge deS Kindes. Von Dr. Richard Susimaim.— Die Mutter als Erzieherin.— Feuilleton: Der Arbeit Tag. Von Ernst Preczang.— Owens Stellung zur Fraucnfragc.— Der Hoisel-Loisel. Bon Ludwig Anzengruber.(v>ort« * F�ü r unsere Kinder: Spnich. Aus Goethe?.Faust".— AuS der Schule: StadlmauS und Feldmaus. Von Brand.— Herbsttage in den Berncr Alpen. Eine Hundcgcschichte. Voii I. V. Widmann.— Meet-tZ- strand. Von Thcod. Storm. Gedicht.)— Stiesel auf der R-ise. Von Ernst Almsloh.— Zwei Treibhauspflanzen. Von Hebe.(Schlug.)— Die kleine Hex.(Gedicht.)„.. Die„Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., diirlb die Post bezogen beträgt der Al>oniicme»tSpreiS vicrteliahrlich ohne Bestellgeld üö Pf., unter Kreuzband 85 Pj. JahreSabonncinenl 2,80 M._ ßmfhaften der Redaktion. Die(nviftifrtic evrechfliiiide Nude» Lindtii straffe Nr. S,»weiter ©of, dritter Eingang, vier Treppen, tfSF" Fahrstuhl T3B8I wochentäglich abend» von?>f, bi» t»'/z Ilde statt.(«eöfsnet? Uhr SonnadeildS beginiil die Evrcchiinnd«>i»> 0 Nor. Jeder Aufrage ist ein «Ilchstnbe Iliid clilc Znbl ni» Merkzeichen beizilinge». briefliche Antwort wird»ich» erteil». Bid zur Beantwortung ii» Briefkasten können ll Tage vcrgclicn. Eilige Fragen trage man in de? Evrcchstnndc vor. A. F. 73. 1. Nein. Ist zlvischen Herrschcksten und Dienstboten� eine Küildigungssrist nicht vereinbart, so heträgt- dieselbe sechs Wochen zum Ersten des Quartals. ES hätte atzo am 15. nur zum 1. Januar gclündigl werden können. 2. Nicht das Geiverbegccicht, sondern das Amtsgericht ist zu- ständig.— K. W. 10. Sie inüßtcn fich von neuem einen Trauschein geben lassen. Die Frage des Landesversicheruiigsbeamten bezog sich aus die Bestimmung, dag Urkunden zwecks Erlangung von Invalidenrente usw. imcntgeltlich sind.— M. B. 09. Wenn der Man» wegen Ehebruchs aus Ehescheidung klagt und die Eye wegen des. Ehebriichs gZchieden ivird, so kann er Bcsträsultg'der bilden Verlan Kttk;" W.'K. 100.'Da«lt NN Jahre 1908 aus der Landeskirche ausgetreten sind, haben Sic seit dem 1. Januar 1908 Kirchensteuer nicht zu zahlen. Reklamieren Sie gegen die völlig irnberechligt», Vermiiaglmg.und waibmo» Si«.«.-st s«»»«ro.Pckksugu«g. — Stiftung. 1. Sie wttrdcn ffich�Kit einer Beschwerde an dic Regierung wendeii können. 2. Soweit ersichttich, stehen Ihnen Rechte nicht zu.— A. X. 25. Sie können Ihren Schuldner zur Ableistung dcS Offen» banmgSeidcS laden.— G. St. 100. Die Ucoertragung wäre zulässig, abctz eine Altsechturig ttiöglich.'— E. P. 07. Lege» Sie gegen die zweite Veranlagung Berusiliig cm. Vom 1. Januar 1910 ab hat Ihre Frau über« Haupt keine Kirchensteuer zu zahle», weil sie in diesem Jahre ausgetreten ist.— N. P. 0500. Zur Zahlung sind«ie verpflichtet.— B. 4». 1. Ja, aber nur unter Zusti»iniung des Schiedsgerichts. 2. In der Buch- Handlung Vorwärts erhalten Sie sämtliche Bücher. Setzen Sie sich mit ihr direkt in Verbindung.— Sö. 9i. 103. Antwort erhalten Sie später. — O. R. Ihi85. Wenn die Frau und die Kinder der Erbschaft nicht cnt- sagt haben, so tonnen eüe dieselben alö Erben verklagen. ES genügt der Nachweis, dasi sie Elben geworden sind. Die Empsangnahme einer Ver- sicherungSsilmnic beweist noch nicht, datz die Betreffenden Erben geworden sind.— Gharlottenburg 100. Leider ja.— H. 3)1. 1334. Klagen Sie zunächst bei dem Gcwcrbcgcricht. Weist dieses wegen Unzuständigkeit ab, so Ist das Amtsgericht znsländig. Waren Sie für das Waren- haus angestellt, so ist das Gcwerbegcricht zuständig.— I. 8. In fünf Jahren.— P. T. 01. 1. bis 3. Wenn keine Oeffent- lichkeit vorliegt, nein. 4. In gcfchloffeneu Gcsellfchaflm ja. Zlmtlicher Marktbericht der städtifchcu Marklhallcil'Direktion übet den Groghandel in den Zeniral-Marktballen."Marttlagc: Fleisch: Zufuhr stark, Geschäft flau, Preife für Schivelnefleisch anziehend, sür Kuh- und Hammelfleisch»achzebcnd. Wild: Zufuhr gcniüzcnd, Gefchäst still, Preise wenig verändert. Geflügel: Zufuhr in Gänsen über Bedarf, sonst nicht ausreichend. Eicschäft still, Preise wenig verändert. Fische: Zufuhr sehr reichlich, Geschäft sehr schleppend, Preise gedrückt. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft anhaltend still, Preise fest. Wltterungsüberficki» vom 30. Siovember 1908. morgen« 8 Ulir. Swmemde Hamburg Berlin Aranks.a M München Wien 758 SW 758 WSW !76i W 787 SW !789SW 783 Still 3 wolkig 7 bedeckt 2bedcckt ä Dunst 5 Regen Nebel Hadarauda 714 SW Petersburg 757 S Scillq Werbaeu Pari» 7ö8WSW 755W 770SSW t 2 halb bd.— 1 2 Schnee 1 3 heiter i 10 4ivolicnl 2 wolkcnl Wetterprognose für Freitag, den 37. November 1908. Etwas kühler, vielfach heiter, jedoch noch unbeständig mit gcringcreu Niederschlägen und irischen westlichen Winden. Berlitlv Welle rhnreall. WafserstaiidS-Rachrjchten der LandeZanitalt für Gewässerlunde, mitgelcllt vom Berliner Wctlcrbureau. Wafferstand M c m e l. Tilsit P r e g e I. Jnsterburg Weichsel, Thom Oder, Ratibor , Kroffen Franksurt Warthe, Schrimm Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg Wafferstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') . Rathenow') Spree, Sprcmberg') , Beesloiv Weser, Münden , Minden Rhein, ZllaximilianSau » Kaub , Köln Neckar. Heilbronn Main, Wertbcim Mosel, Trier ani 25.il. cm 86 47 12 72 61 — 51 ■—6 406 114 88 105 110 fest 21.11, oin') +« —7 -9 0 +3: —41 +11 +36 +21 +12 +83 +1 ')+ bedeutet Much»,— Fall.—«j Unlerpegei.—'j ElSstand.— *) EiSjrei, oberhalb von Thor» EIS stand. �ß'Ä/�rpm�M��/�vvC �vJ/W/�tW'/i�W(PwHijr/ Omw(H�tvh/ lfmnhi'W.£vu$pm/! tßwßmwwi /fiiMv/jvJwvL ij J4 üvvWhwjm''ißCMjj|mWl s iliss ad Kredil! s trtceHar _ billiger � Monatsgarderoben sind mein« im Preise zurückgeseteten Herren- U sonstiger Maßproie ♦0-60, jetzt 15— 80 Mark. Adolf Raitzig. Grüner Weg 90, Ecks Andreaspiatz. ♦ Christliches Geschäft Größte Puppeo-Fabrik Berlins. P. Ha Zier€iwf Berlin N. 37, Schöntieuser Alles 179. Kiffene Fabrikation. ärflBtes Lager vsn Kugelgelenkpuppen, Bilgen, Küplen, Perücken, gekleideten Puppen, Puppenartikeln und allen Ersatzteilen. t8i6L* OonarKittraM bitte schon jetzt an meine (iSU| btl Fü-mn gelangen zu lassen. Engros- u. Einzelverkauf. Kein Laden. , SCHARRENSTR.3G Achtung i Zigarrenhändler! Achtung Größtes Lager in abgelagerten Zigarren Größtes Lager in Weihnachtspackungen Max Ziegenhals,~ dicht am::: Alexandcrplatz. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen S Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden In den Annahme« stellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bif 12 Uhr. in der Haupt-E.pedUion, Lindenstrasse 69. bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. 5.00 prachtvolle Betten, 9,00 Bauernbctten, nur Pfandleihe An. drcasftratze achtunddreißig. t4(5l5f Landbett, zwei Teckbetten, zwei Kifien. zwellchlcifrla 18,00. große Laken 1.00. Sluiffcutr, Damast. bezüge, Plüschdcikcn, Gardinen, Por. tieren, Steppdecken, Pfandleihe An< dreaSstraße achiunddreißlg. 14S1A» Banerndeckbctt, Unterbett, zwei Kissen 27,00, große Frelfchwinger, Regulatoren 9,00. Piandleibe Andreas. straße achtunddreißig. Fahrgeld wird vergütet._ 1463$* 6;lojfen zu Joes Guyols und SigiSuiund Lacroix'.Die wahre Ge- stalt des Christentums', von August Bebel. Preis 7b Pf., billige Ausgabe 30 Pf. Expedilion Lindenstrahc 69, Laden.__ Tcppiche!(seblerhafte) in allen Erös,.. für die Hälfte deS Wertes im Teppichiager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse. 264/ 11* G nSkronen, Pelroleumkronen obne Anzablung, Woche 1,00. Riesenlager. LouiSBöticherlielbstl: BeiriebSleitiing Boxhageneritraße 32(Babnoerbin- duitg Warschauerstraße), Potsdamer. straße 81, Schönhauser Allee 79, Bad. straße La, Rixdorf, Kaiser Friedrich» strage 247._ Ohne Anzahlung. Woche bOPsennig, Bilder, Spiegel. Feruer: Möbel, Volsterwaren, Teppiche, Gardinen, Steppdecken. Tischdecken, Bettbezüge, Portieren. Uhren, GaStronen, Herren. garderobe. Weber, Prenzlauetslr. 49, Besuch, evenluell Postfarte. l3H7St* Vionatsgarderobcnhau« An« dreaSstraße 5,4. Elegante Monats« anzüg«, MonatspalelotS, einzelne Bemtleider zu sehr billigen Preisen. Nur Andreassttaße 54 an der Markt. halle._ 1388$* SZerbrcchen und Prostitution als soziale KranfbeitSerscheinungen von Paul Hirsch. Preis 2,— Mark, geb. 2,50 Mark. Expedition Vorwärts, Liiidenstraße 69. ?crmannp!ais6. ndbl Pfniiderverknuf! PfaudieibdauS I Etauneudbilltge WinterpaletolS I RieienauSwahl I JackeUauzügel Gehrockanzüge! Herren« bösen I PelzstolaS I Allerbtlligster Betlenverkaus I Gardinenvcrtaui I Brautgeschenke l TevvickauSwahI l Wäscheauswahl I Plüschtischdecken l Steppdecken! Nähmaschiucnl Wand- uhrcn l Taschenuhren I KettenauSwahI I NingcaitSwahll Anerkannt:„Groß. berlinS ElnkaufSvortcU I' Hermann. plap 6. Sonntags cbensalls geöstnet. Herrenanzüge. HerrenpaletotZ, zurückgesetzt«, au» selniten Maßstosten 13 biS 38,00 täglich. Sonntagvertaiif. Deutsches Versandhaus Jägerstr. 63. 1 Treppe._ 1375$ Teppiche, sarbseblerhast, für halben Wert. VorwärtStesern 5 Prozent Extrarabatt. Thomas, Oranlen- strage 160, Oranienplatz. 1431$* Aefanntmachung. Humboldt« leihhau», weit und breit bctannl, nur Brunnenslraße 58, EckhauS DIral« stinderstraße. Großer Pfäiideroerkaus, wunderbare Pelzstola» spottbillig, hochelegante WinIerpaietotS, Gehrock. »nzüge, Jackettanzüge, riclengroßer Bcllcuoertaus. AuSsteuerwäsche, Tcppichauswahl. Plüschlilchdccken, goldene Damenuhrcn, Herrenuhren, Freischwlnger. Ketlenvcrkaus. Schmuck- fachen, großartige Weihnachlsgeichcnke. Geössnet ganzen Tag, auch Sonntags. Bauernkrieg. Der deutsche, von Friedrich Engels. Broschiert 1,50 Mark, gebunden 2,— Mark. Expedition, Lindenstraße 69, Laden._ Pfandlellihaus Schönhauser Allee 110. Spottbilliger Verlaus ver. iallcner Psänder, Herrengarderobe, Gardinen, AuSsteuerwäsche, Schmuck» lachen, Betten, Teppiche, Uhren.* Siähmaschtnen. Vergüte bis 20,00, wer Telljahlung kaust oder nach. weist. Samlliche Systeme, vrauier, Franksurter Alle« tot. Fabrillager. Tcppiche(Farbensebler), Stepp decken, Gardinen, Tischdecken, Tüll« bettdccken, llebergardincn, Sosastoff- rcste spotlbillig Fabrikniedcrlage Mauerboff, Große Franlsurterstraße 9. Flureitigang. 1386$* NionatSanzüge und Wlnterpaictot», Joppen von 5 Mark sowie Ho en von t.50, Gebrockanzüa« von 12,00. Fracks von 2,50. sowie iür tomiicme .siguren Reue Garderobe z» staunend billigen Preiien. aus Piaiidieiben oeriallene Sachen taust man am billigsten bei Naß, Mulackitraße 14. Wasch- und Wringmaschinen, billigste Preis«, prtma Qualität. Bei Abzahlung größte» Entgegenkommen. Bellmann. Gollnowstraße 26.• Rtesenposten Teppich«. Sosa« und Salongröße, 4,35, 6,75, 10, 800 Mark. Eine Partie mit fleinen Wcbsediern spottbillig. TeppichhauS Emil Lcsöore. Oranienstraße 168._ 1166$* Wie wird die Staatsangehörigkett erworben? Ein Führer durch das Recht der Staats- und Reichs. angchörigkett, von H. Beim». Preis 25 Ps. Expedition Lindenstraßr 69, Laden. Singerbobbin, Ningschiffchen, tadellos, 18,00. Oranienstraße 19, Konopka. Ringfreie Brikett», 100 0.85. 1000 8.00 ab Lager. Henze, Donau- straße 106, Einfahrt Schönstedt« straße 15. Daselbst auch Obstverkaus engroS.___ f-97* Tameuhemdeu mit gestickter Passe 1,20, Herrenhemden 1,15, Bettlaken 1,20, Normaiwäsche, Arbetierhemden, sowie elegante Reiscmuster spottbillig. Wäschejabrik Salomonsky, Dircksen- straße 21, Mexanderplatz. Sonntag« geöffnet._ 191s?* --- Wo-- kommt der— beste Anzug her--- Er kommt von Herrmann Schlesinger—— Reinickendorserstratze 48 und--- Turmstraße 58. 1484$* Qeschiftsverkfiufe. Restaurant. Zahlstellen und Ver« eine, billige Miele, wegen Krankheit der Frau billig zu vcrkausen. Er- fragen ZIgatrengtschäst Rewickcn- dorserstraße 106._ 18/9 Restauration, Tanbenbörse, muß todessallSdalber für jeden Preis, mit Btauereihüse, spottbillig verlausen. Miele 1300,00. Näheres Wlllner, Lebuierstraße 3.- 18/8 Schnell, diskret ver! liufen Ge. schäsle. Grundstücke Goniiklewicz k Co., Orantensttaße 149. Telephon 4, lt3t 1. flabrits> Restauralion, 30 Jahr« bestrhend, ist zu oerkausen. Preis 2500,00. Schönhauser Allee 167«, värwaldt.-s-70 Grünframgeschdft mit Feuenma, alleinstehend. 800 Mark ersorderlich, sofort verkäuslich. Woller, Rixdors, Seichowerstraße 29. 2S23b ölödel. Möbel t alt, neu, einfachste, Lomba ele« ard« lönlgstraße 5, Fabrik« gebäiide; auch sonntag geöffnet. Teilzahlung gestattet. 266/7* ganleste, verkausi spottbillig speicher, Neue Ruf Teilzahlung. Möbeletnnchtung, Slube, Küche. Anzal lnua l5 Marl an. Verliehen gewesene Möbel spolt. dillig.»Berolina*. Kastanienalle« 49. Tie billigste Wvhnungs.Einilchlung bal immer noch HasemannS Gelegen« heitS-Känle in sämtlichen Möbeln Lolhringerstraße 26. Trotz der bil. ligen und guien Möbeln gebe auch, wenn man nicht gleich alle» bezahlen kann, aus ZablungS> Erkichlevung. sonst nur.iiaffa-Geschäft. Bin bil- liger säst alle Möbelhändier. Gute komplette WohiiungS-Sinrichtung mit modentrr Küche 250 Mark, bessere 325-400-460-500—1500. Bestchli. gung in sechs Etagen. Enorme Aus- wayl. Loihringerstrake 26, Schön. Häuser Tor._[28156* '"Berfanse umgehend zwei englische Bettstellen, Säuienwumeau, Kleider. schrank, Vertiko, Plüschsosa, AuSzieh. tisch, Teppich, Portieren, Stühle, Kanarienvogel, moderne Küche billigst, Möbel fast neu I Chausjeestraße 52, vorn ll, Flureingang, Hasemann. Händler verbeten. 29196 Musik. Konzertplatte«, Salzen, staunend billig, Lolbrwgetstraße 40. 1469K* �Sprcchmaschincn�PbonograPhcu, Teilzahlungen ohne Preisausschlag. Lotbrlngeritraß« 40.>468$* Biolinunterricht sucht. Meldungen 9—1 Nettelbeck- straße 18, Gartenhaus links parterre. Für Düngemittel jindcn tüchtige Reisende gegen hoheProvision dauernde Anstellung. Hoher Verdienst I Mol- düngen unter L. E. 5751 an Rudots Mosse, Breslau. 18/4* Geübte F arbigmachertn. Gold» leistensabrik Reichenbergerfftraße 88. Uge w.-------- M D» w._»v/v__-l,-�y«.---- ,.~r-----...........,------ u--i-------- Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für dm Jnserätcnteil verantw.: Th. Glscke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Vcrlagdaiistait ii.aul Singer& Co., Berlin SW,