St.«79. RBMMnnU'BcdliWinsffl: ÄSonnfmmM• Pret» ptteumexonJa> eteacljdftü. 8.30 SRI, monaU. 1.10 Mk, wöchentlich 28 Psg. frei ins HauS, Einzelne Nummer S Pfg. EomUagS» nummer mU Äuiirierler EomuagS» Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post« Abonnement: 1,10 Marl vro Monat, Eingetragen in die Post. ZeitungS. PreiSlilie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesleaeich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Marl vro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien. Dönemard Solland. Italien. Luxemburg. Portugal, MMSttten. Schweden und die Schwei» CrfUtti, tSillft uBcr Blootiat. «F. Zahrg Verlinev Volksblakk. Vit lnIerNonz-Lediilit telrügt für die fcchSgespaltene Kolons gelle oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerlichaflliche LereinS« und BersammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Hnotigtn", das erste(fctt- gedrucktef Wort 20 Pfg., jedes weitere Boil 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. flellen�Anzeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über Ib Buchflabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Ii Uhr nachmittags in der Expedition «(gegeben werden. Die Expedition ijl bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: »ZStlZlöllllSlllil Kitt!»". Zentratorgan der fozialdemokrat» fchcn Partei Deutichlandd. Redaktion: SAl. 68, Lindenstrasst 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. CnUvurf eines Meitskammer. gcictzes. Gestern abend ist dem Reichstag der bor wenigen Tagen an- gekündigte Entwurf eines Arbeitskammergesetzes zugegangen. Der Gesetzentwurf schafft keine A r b e i t e r k a in m e r n. keine Wer- tretung von Arbeitern, sondern auf sogenannter paritätischer Grundlage aufgebaute, im weseutlichen lediglich begutachtende Kammern. Die Arbeitskammcrn sollen nicht die gesamte Arbeiterklasse umschlichen, vielmehr sind von der Teilnahme an der Arbeits- kammer die im Handel und Verkehr, in der Land- und Forstwirtschaft, in der Fischerei und Schiffcrei, im Eisenbahnbetriebe be- schäftigten Arbeiter, Bureauangestellte, Gärtner und andere a u L- geschlossen. Im Gegensatz zu der am 4. Februar d. I. im „Reichsanzeiger" veröffentlichten Vorlage ist der Handwerksbetrieb hinzugezogen. An Stelle von Arbeiterkammcrn, die für alle groß- jährigen Arbeiter und Arbeiterinnen in der gesamten I n- dustrie, im Gewerbe, im Bergbau, im Handel, Ver- kehr und der Landwirtschaft auf Grund eines geheimen Wahlrechts zusammengesetzt sind, um Gutachten über die Ar- beiter betreffende Angelegenheiten abzugeben, Anträge zu stellen, Erhebungen zu veranstalten, bei der AuS- ge staltung, Durchführung und Beaufsichtigung des Arbeiterschutzes und der Förderung korporativer Ar- beitsverträge milzuloirkcn, will der Gesetzentwurf' keine Vertretung von Arbeitern, keine selbständige Interessen- Vertretung. Unter dem Vorwande der Parität will er Arbeit- geber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl zu Arbeitskammern heranziehen, denen nicht die Wahrnehmung von Interessen der Arbeiter, sondern im wesentlichen dekorative Aufgaben zufallen sollen. Der Vorsitzende soll ein Beamter sein. Die so gebildeten Kammern sind weit entfernt davon. Arbeits- kammern zu sein, welche die Interessen aller Arbeiter wahrnehmen könnten. Ja, nicht einmal die Interessen der Industriearbeiter sind sie bei der geschilderten Zusammensetzung wahrzunehmen ge- eignet. In den Gcwerbckammcrn, in den Handelskammern, in den Landwirtschaftskammern und in den Handwerkskammern ist es der Regierung nicht eingefallen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter dem Vorsitz eines Beamten zu vereinigen; selbständig vertreten die Arbeitgeber ihre Interessen. Da, wo es gilt, die Interessen der Arbeiter zu vertreten, findet zunächst eine Zersplitterung der Ar- beiter dahin statt, daß lediglich Industriearbeiter den Kammern angehören sollen, ferner wird die Wahrnehmung der Ar- beiterintcresscn durch die Besetzung der Kammern mit einer gleich grossen Anzahl von Arbeitgebern und einem Beamten zum Vorsitzenden nahezu unmöglich gemacht, auch wenn nicht im Gesetz die Aufgaben der Arbeitskammern so abgegrenzt und ein. geengt wären, dass eine Vertretung der Interessen der Arbeiter in diesen Arbeitskammern unmöglich ist. Viel eher ist aber unter dem Scheine paritätischer Gleichheit die Wahr- nehmung von Interessen der Arbeitgeber durch die sogenannten Arbcitskammern ermöglicht. Die Anlehnung der Arbeitskammcrn an die Einteilung der Bezirke der gewerblichen Berufsgenossenschaften, wie sie der am 4. Februar£>. I. veröffentlichte Entwurf vorsah, ist fallen gelassen. Der Inhalt des 45 Paragraphen umfassenden Gcsetzent- Wurfs besteht im wesentlichen im folgenden: Für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Gcwcrbezweiges oder mehrerer verwandter Gewerbezweige sind auf fachlicher Grundlage, soweit nach dem Stand der gewerblichen EntWickelung ein Be- dürfnis besteht, Arbeitskammern zu errichten. Die Arbeits- kammern sind rechtsfähig. Als Aufgaben der Arbcitskammern führt der Entwurf auf: Pflege des wirtschaftlichen Friedens. Wahrnehmung der gemeinschastlichen wirtschaftlichen und gewerblichen Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der in ihm vertretenen Gewerbezweige, sowie„die auf dem gleichen Ge- biete liegenden besonderen Interessen der beteiligten Arbeit- nehmer". Den Arbeilskammern soll eS obliegen, ein gedeihliches Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu fördern. die Staats- und Gemeindebehörden in der Förderung der gewerb. lichcn und wirtschaftlichen Interessen von Arbeitgebern und Ar- beitnehmern, sowie der besonderen Interessen der Arbeiter durch tatsächliche Mitteilungen und Erstattung von Gutachten zu unter- stützen. Entgegen dem Entwurf vom 4. Februar sollen die Arbeits. kammern nicht einmal befugt sein. Erhebungen über die gewerblichen und wirtschaftlichen Ver- Hältnisse der in ihm vertretenen Gewerbezweige in ihrem Bezirk zu veranstalten. Aus Ansuchen von Staats- und Gemeindebehörden sollen sie Gutachten nicht etwa über Gesetzgebungsfragen, sondern über den Erlass von Ausnahme- bcstimmungen von dei Sonntagsruhe, über behördliche Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit und Sittlichkeit der Ar- beiter, über Schutz von Arbeiterinnen und Jugendlichen, über Aus- dehnung des Fabrikarbeitcrschutzes auf Werkstätten und dergleichen, erstatten dürfen. Gestattet ist den Arbeitskammern auch, Wünsche und Anträge, die ihre Angelegenheiten berühren, zu beraten, und Massnahuien, welche die Hebung der wirtschaftlichen Lage und der allgemeinen Wohlfahrt der Arbeitnehmer zum Zweck haben, „anzuregen". Danach sind die Arbeiter völlig außerstande, in oder durch die Arbeitskammern ihre speziellen Jnter- essen irgendwie vorzunehmen. Sie sind unter Vor- mundschaft der Arbeitgeber und eines beamteten Borsitzenden ge- i stellt. Das Ergebnis der so gestalteten Arbeitskammern kann nicht Wahrnehmung von Arbeiterinteressen sein. Die Arbeitskammern sollen ferner als Einigungsamt angerufen werden können, wenn es an einem Gewerbegericht fehlt oder die beteiligten Arbeitnehmer in den Bezirken mehrerer Ge- wcrbcgerichte beschäftigt sind, oder wenn die Einigungsverhand- lungen des zuständigen Gewcrbegerichts erfolglos verlaufen sind. Als Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Sinne des Arbeits- kammergesetzcs sollen die gewerblichen Arbeiter im Sinne der Gewerbeordnung erachtet werden. Die Handelsgeschäfte, land- wirtschaftlichen Betriebe, die Eisenbahnen und die Betriebe, die unter der Heeres- oder Marineverwaltung stehen, sollen von der Arbeitskammer ausgeschlossen werden. Die Errichtung von Arbeitskammern erfolgt durch Ver- fügung der Landeszentralbehörde. Nach der Vorlage vom 4. Fe- bruar erfolgte die Errichtung der Arbeilskammern durch Beschluß des Bundesrates. Wahlberechtigt sollen Deutsche beiderlei Geschlechts sein, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben, im Bezirk der Ar- bcitskammcr tätig sind und denjenigen Gcwerbezweigen als Arbeit- geber oder Arbeitnehmer angehören, für welchen die Arbeitskammcr errichtet ist. Wählbar sind diejenigen Wahlberechtigten, welche das 30. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens einem Jahre denjenigen Gewerbezweigen als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer an- gehören, für welche die Arbcitskammern errichtet find und in dem der Wahl voraufgegangenen Jahr für sich oder ihre Familie Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen oder die empfangene Unterstützung erstattet haben. Die Wahlen sind unmittelbar und geheim und finden nach den Grundsähen der Verhältniswahl statt. Die Mit- gliedcr der Arbeitskammer und ihre Ersatzmänner werden auf sechs Jahre gewählt. Die aus der Errichtung und Tätigkeit der Arbeitskammern er- wachsenen Kosten sind für jede Arbeitskammer von denjenigen in ihrem Bezirk belegenen Gemeinden zu tragen, in welchen sich Betriebsstätten der in ihr vertretenen Gewerbezweige be- finden oder Arbeitnehmer dieser Gewerbezweige den Wonsitz haben. Die Gemeinden sind ermächtigt, durch Ortsstntut zu bestimmen. daß die nach dem Vertcilungsplan für die verschiedenen Gemeinden auf sie entfallenden Kostenanteile von den Inhabern der in der Gemeinde belegenen beteiligten Betriebsstätten und denjenigen beteiligten Arbeitnehmern erhoben werden, welche in der Ge- meinde den Wohnsitz haben. Die Sitzungen der Arbeitskammern werden von den Vorsitzenden anberaumt, auf Antrag von zwei Dritteln der Mitglieder muß die Einberufung einer Sitzung der Arbeits- kammee oder-Abteilung erfolgen. Die Sitzungen der Arbeits. kammern und ihrer Abteilungen sind öffentlich. Die Beschlüsse werden durch Stimmenmehrheit gefaßt. Zu den Sitzungen kann die Aufsichtsbehörde einen Vertreter entsenden, der auf sein Verlangen jederzeit gehört werden muß. Aufsichtsbehörde ist, falls die Landes. Zentralbehörde keine andcrweiten Bestimmungen trifft, die höhere Verwaltungsbehörde, in der die Arbeitskammer ihren Sitz hat. Der Vorsitzende kann die Beschlüsse der Ar- beitskammern mit aufschiebender Wirkung be- a n st a n d e n. Die Aufsichtsbehörde entscheidet über seine Be- anstandung endgültig. Die Aufsichtsbehörde kann ferner, wenn die so eigenartig zusammengesetzte Arbcitskammer dennoch den Wünschen der Behörde nicht ganz folgsam ist, oder wie es im§ 4l heißt,„wenn d:e Arbeitskammer wiederholte Aufforderungen der Aufsichtsbehörde ungeachtet die Erfüllung ihrer Aufgaben ver- nachlässigt, oder sich gesetzwidriger Handlungen schuldig macht, durch welche das Gemeinwohl gefährdet wird, oder andere als die gesetzlich zulässigen Zwecke verfolgt", eine Auflösung der Kammer vornehmen und Neuwahlen anberaumen. In der Zwischenzeit werden die Geschäfte der Arbeitskammer von deren Borsitzenden allein ohne Beisitzer als Dekorat'vn geführt. Die Vorlage ist also weit davon entfernt, eine Vertretung der Interessen der Arbeiter oder auch nur einer Arbeitergruppe dar- zustellen. Weit entfernt selbst von dem Verlangen des kaiserlichen Erlasses vom 4. Februar 1890. der die Errichtung von Arbeiter- kammern, nicht von Arbeitskammcrn, durch folgende Worte verhieß: welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung geineinsamer An- beitnehmern sind gesetzliche Bestimmungen über die Formen in Aussicht zu nehmen, in denen die A r b e i t e r durch Ve r t r e t e r, welche ihr Vertrauen besitzen, a nder Regelung gemeinsamer An- gelegcnheiten beteiligt und zur Wahrung ihrer Jnter- essen bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern und mit den Organen Meiner Regierung be- fähigt werden. Durch eine solche Einrichtung ist den Ar- beitern der freie und friedliche Ausdruck ihrer Wünsche und Be- schwerden zu ermöglichen und den Staatsbehörden Gelegenheit zu geben, sich über die Verhältnisse der Arbeiter fortlaufend zu unterrichten und mit den letzteren Fühlung zu behalten." Der Entwurf erfüllt nicht einmal die in diesem Erlaß als not- wendig anerkannten Forderungen, er ist der Selbstverwaltung der Interessen der Arbeiter durch die Arbeiter durchaus feindlich und nicht geeignet, Interessen der Arbeiterklasse oder der Allgemeinheit zu fördern._ Rhelnbabcn und lein Cidcshelfcr. Der preußische Finanzminister, Herr von Rheinbaben. spielte sich in der Tonnerstagsitzung des Reichstages als Kenner der sozialistischen Literatur auf, er zitierte mehrfach Engels und Kautsky. Und diese Zitate hatte er weder aus Bülows gesammelten Reden noch aus deren Originalausgabe, dem Büchmann, genommen. Expedition» 8M. 68. L-indenstraase 69. Fernsprecher: Amt IT. Nr. 1984,. Gleichwohl entstammten diese Lesefrüchte nicht dem Studium sozial- demokratischer Schriften, sondern einem Artikel SchippelS in der Parteitagsnummer der sogenannten„Sozialistischen Monatshefte". Schippe! wollte nach dem Titel seines Artikels„die Reichsfinanz- reform und die Arbeiterklasse" behandeln. In Wirklichkeit aber nahm Schippe! das Thema nur zum Vorwand, um nach gewohnter Manier durch allerhand Zitate den Anschein zu erwecken, als ob ausgerechnet Schippe! kommen müßte, um der Partei klarzu- machen, daß für die Aufbringung der fünfhundert Millionen neuer Steuern die besitzenden Klassen herangezogen werden könnten und müßten. Welches war der Inhalt der Zitate SchippelS und Rhein- Habens? Zunächst eine Aeußerung von Friedrich Engels aus dem Jahre 1872, daß die Steucrfrage für die Arbeit von sckun- därer Bedeutung sei, da, was der Arbeiter an Steuern zahle, a u f die Dauer in die Produktionskosten der Arbeitskraft eingehe, daher vom Kapitalisten mit gezahlt werden müsse. Diese Aus- lassung befand sich in einer Streitschrift Engels gegen proudho- nistische Konfusionen, die geeignet waren, die soziale 5iardinalfrage des Kampfes gegen das kapitalistische ProduZtionsshstem überhaupt hinter allerhand Ncbenfragen verschwind-in und an die Stelle des grundsätzlichen Kampfes gegen den Kapitalismus und der grund- sätzlichen Aufklärung über das Wesen dieses Kampfes allerhand soziale Quacksalbereien treten zu lassen. Vom Standpunkt der grundsätzlichen Betrachtung des modernen Klassenkampfes aus war Engels Aeußerung ebenso richtig, wie bei dem damaligen Stande der sozialistischen Bewegung durchaus notwendig. Daß Engels bei der späteren Ausbreitung der Sozialdemokratie und der daraus folgenden Anteilnahme am politischen Tage stampf es für selbstverständlich hielt, daß das Proletariat auch bei der Verteilung der Steuerlasten auch seine T a g e s interessen nach- drücklichst wahre, beweist seine Kritik an dem Programmentwurf des deutschen Parteivorstandcs aus dem Jahre ILV1, wo er die Forde- rung progressiver direkter Steuern und der Abschaffung aller in- direkten Staats- und Lokalstcuern ausdrücklich gutheißt! Denn Engels konnte ja gar nicht verkennen, daß das Proletariat alle Ursache hat, nach Kräften eine Steucrausplünderung ab- zuwehren, für die es erst durch erbitterte, opferreiche Lohnkämpfe in der Erhöhung seines Lohnes einen allzu späten Ausgleich durch- setzen kann. Wogegen sich Engels 1872 wandte, war nichts als der Versuch, den, an den Zielen und Aufgaben des proletarischen Klassenkampfes gemessen, kleinlichen Notwehrkampf des Tages den prinzipiellen Kampf um Beseitigung der Klassengesellschaft überwuchern zu lassen! Also SchippelS Belehrung kommt günstigstenfalls volle 17 Jahre zu spät! Vollends überflüssig und nur hämischer Nörgelsucht cnt- springend war aber der Nachweis aus Engelschcn und KautSkyschen Zitaten, daß es innerhalb der kapitalistischen Gesell- schaft unmöglich sein werde, alle Staats- und Gemeinde- ausgaben aus direkten Steuern zu bestreiten. Wenn Engels im Jahre 1894 bei seiner Besprechung des französischen Agrarpro- gramms und K a u t S k h vor einigen Jahren in seiner Broschüre „Die soziale Revolution" diese brutale Tatsache betonten, so geschah das natürlich nicht, um die denkbar größte Befreiung der Arbeiter- klaffe von Steuerlasten und die denkbar schärfste Heranziehung des Besitzes zu direkten Steuern auch schon innerhalb des Klassen- staats zu hindern, sondern lediglich, um keinerlei Jllu- s i 0 n e n über das im Klassen st aat Erreichbare auf- kommen zu lassen und gerade dadurch dem Kampf gegen die Aus- beutung durch die kapitalistische Gesellschaft selbst den kräftigsten Ansporn zu geben! Auch Schippe! bildet sich natürlich nicht ein, daß die 3399 Millionen Steuern, Zölle usw. im Reich, den Bundesstaaten und Kommunen, die schon jetzt, ohne die 599 Millionen Mark neuer Steuern, aufgebracht werden müssen (von den Bctriebsüberschüssen gar nicht zu reden), im Klassen- st a a t allein durch direkte Steuern aufgebracht werden können. Aber ebensowenig kann Schippe! wähnen, daß Kautsky es nicht für durchaus möglich und notwendig halte, die 599 Milli- onen Mark neuer Steuern in Gestalt direkter Steuern auf- zubringen. Daß das möglich wäre, ohne den Akkumulations- Prozeß des Kapitals zu gefährden, ist ja z a h l c n m ä ß i g in der PartcitagSnummcr der von Kautsky redigierten„Neuen Zeit" nachgewiesen worden! SchippelS Zitate haben also keinen anderen Zweck, als den Marxisten Ansichten anzudichten, die sie nicht hegten, und den Effekt, Klopffechtern der Bourgeoisie vom Schlage Rheinbabens scheinbare Waffen gegen die Partei zu liefern! Das ist ja seit langen Jahren das Wesen und der Erfolg der mit allerhand Zitaten sich spreizenden Asterkritik des braven Isegrim! vekichleppungzmanöver. Die bevorstehende Behandlung der von der Sozialdemö- kratie, dem Zentrum und dem Freisinn im Reichstage ge- stellten verfassungsrechtlichen Anträge ist den Konservativen und Nationalliberalen höchst unbequem. Für sie ist mit der Interpellationsdebatte am 1l). und 11. Rovember und dem Ergebnis der zwischen Kaiser und Hausmeier gepflogenen Unterhandlung in Potsdam die sogen, konstitutionelle Frage erledigt. Weiter daran zu rühren, dazu fühlen sie sich nicht veranlaßt— nicht nur aus Rücksichten auf den 51aiser, sondern weil sie für die Schaffung konstitutioneller Garantien nicht das geringste Interesse haben und den Patron des Blocks, den Fürsten Bülow. jetzt vor der Reichssinanzresorm keine Verlegenheiten bereiten möchten. Tatsächlich ist deshalb in den letzten Tagen zwischen den Führern der Blockparteien und dem Neichstagspräsidenten Gras Stolberg hinter den politischen Kulissen eifrig der handelt worden, pb sich nicht eine Verschleppung der Berat ilng der gestellten versa ssungsre cht- Ii ch e n Antrag? v i ö n a ch Weihnachten h e w e r k« stelligen lasse. Vielleicht rechnete man darauf, daß sich dann die Möglichkeit biete, die Anträge ganZ unter den Tisch fallen zu lassen, Dies? hinter dxn Kulissen betriebene perfide Absicht hat jedoch nur eigen Teilerfolg gehabt. Es sind die Ver- Handlungen nur um vier Tage verschoben Wörde u. In der vorigen Sitzung des Seniorenkonvcnts hatte man sich dahin verständigt, die aus Anlaß der Kaiserlnterview- Debatte eingegangenen Anträge auf Erlaß eines Kanzler- verantivortlichkeitsgesetzes, Aenderung der Verfassung und der Geschäftsordnung des Reichstages, unmittelbar nach Er- ledigvng der ersten Beratung der Finanzreform zur Ver- haudlnng zu bringen. Dem gestern zusammenberufenen Senioremkonvent machte der Präsident jedoch plötzlich den Vorschlag, nach der am Sonnabend zu Ende gehenden Finanz- refoc»id«5batte erst noch den Bericht der Gewerbeordnungs- tomnussiot« über die auf Grund der Berner Konvention not- ivendig getuordenen Aenderungen der Gewerbeordnung bezüg- lich der Btstchästigungszeit der Arbeiterinnen zu erledigen. was etwa zwei Tage in Anspruch nehmen wiirde. Nack drn Intentionen des Präsidenten sollten die zuerst bezMnetru Anträge dann SM Mittwoch nächster Woche zur Verhandlung gelangen. Rur wie Vertreter der sozialdemokrati- schsn Fraktion erhoben wiederholt ener- zischen Widerspruch gegen diese ganz un- motivierte Verzögerung, die in Verbindung mit den in der Prslj'e. verbreiteten offiziösen und von den Re- gieruogsparteien ausgehende«, Notizen den Verdacht recht- fertige, als oö man geneigt sei, die voni Volke verlangte und dringend gebotene weitere Ausspräche über die Kaiserasfäre und die damit znsavnmenhän'Zenden Dinge überhauptzu verhindern. Von keiner Seite fand die sozialdemokratische Stell, liignahrne Umterstützung. Alle Blockparteien, auch dasZentrum, erklärten sich mit dem Vorschlag des Prä- stdenten einverstanden, allerdings unter Betonung des Ver- laugens, daß am n äi ch st e n Mittwoch ganz bestimmt die Änträge zur Beratung kommen sollten. Die definitive Ent- schcidung wird das Pöönum bei Festsetzung der Tagesordnung für Montag zu treffen haben, indes unterliegt es schon heute reinem Zweifel, daß die Mehrheit sich dem Votum ihrer Ver- treter im Seniorentonucnt anschließen wird. Wenn also aus der Wilhelmstraße dem Block nicht seue Befehle erteilt werden — die einen nochmaligen Umfall der konservativ-liberalen -Paarungsparteien zur Folge haben—. wird es sich in der nächsten Woche zeigen, welche konstitutionellen Garantien die bürgerlichen Parteien des Reichstages gegenüber dem„persönlichen Regiment" jür nötig erachten und welche Sicherheit der Reichstag den, Volke dafür bietet, daß es ihm s e l b st e r n st i st mit der B e- seitignng des persönlichen Regiments, mit der Ministerverantwortlichkeit und der wirksamen Gestaltung seiner eigenen Geschäftsordnung, die jetzt eine sofortige Aktion gegen den Reichskanzler, mich in dringenden Notfällen, ver- hindert. Daran, die Beratung der verfassungsrechtlichen Anträge um mehrere Tage zu verschleppen, haben es sich die Führer der Blockparteien jedoch nicht genügen lassen. Es haben im Laufe des gestrigen Vormittags vertrauliche Besprechungen zwischen ihnen stattgefunden, in denen sie dahin überein- gekommen sind, daß die Fraktionsredner die Person des Kanzlers wie auch die Hausmeierpolitik Bülows aus dem Spiel lassen und sich auf akademisch- st aatsrecht- liche Erörterungen beschränken sollen. Es soll also dem Volke von seinen Beauftragten lediglich ein Scheingefecht vorgeführt wer- den. Eharakteristisch für die Zentrumspartei ist, daß sie die Verschleppungstaktik des Blocks begünstigt. Noch vor wenigen Tagen hat sich ihre Presse energisch gegen jede Verzögerung ausgesprochen, jetzt unterstützt sie das Bestreben der Blocke Parteien, die Verhandlungen hinauszuschieben. In ihrer gestrigen Morgennummer schrieb noch die«Köln. Volksztg.": „Was schon in den letzten Tagen in parlamentarischen Kreisen als Gerücht erzählt wurde, scheint sich zu bewahrheiten. Wie Präsident Graf Stolberg nach Verhandlungen mit den Nationalliberalen mitteilte, beabsichtigt er, die Anträge auf Vor legung eines Gesetzentwurfs betreffend die Ministerverantwort lichkeit auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Der Präsident will statt dessen nach Beendigung der ersten Lesung der Finanz reformvorlage die in der Kommission durchberatene Gewerbe ordnungsnovelle auf die Tagesordnung bringen. In Abgeord netenkreifen sieht man in dieser Verschleppung, die doch wohl nur mit Zustimmung der Freisinnigen erfolgen kann, den Versuch, die Beratung über Weihnachten hinwcgzubringen und nach Weihnachten überhaupt unmöglich zu machen.(Wenn die Frei finnigen sich nicht unsterblich blamieren wollen, werden sie gut tun. klarzustellen, daß sie mit einer solchen Verschleppung, die nach den Ankündigungen gouvernementaler Blätter lediglich als ein Versuch angesehen werden können, die Beratung dieser An- träge, darunter auch des freisinnigen Antrages, überhaupt zu vereiteln, nicht einverstanden sind.) Wir sind neugierig, was jetzt das rheinische Blatt zur Verzögerungstaktik der Zentrumskapazitäten sagen wirdi Sie«lresste Erfindung der „norddeutschen flilgemelnen Zeitung". Wie wir gestern bereits nachwiesen, versucht die„Nordd. Allg. Ztg." ganz vergeblich, den Staatssekretär Sydow von dem Vorwurf reinzuwaschen, daß der Branntweimnonopol-Entwurf ganz auf die Interessen der Zentrale für Spiritusverwertung zugeschnitten sei. Stun— die Kontur renken der Zentrale, die ring» freien Spritfabriken, die über die Vorgänge hinter den Kulissen sehr gut Bescheid wissen, protestieren ebenfalls gegen die Art und Weise, wie der Monopolentwurf entstanden ist. Vor kurzem haben diese ringfreienSpritfabriken folgendeResolution angenommen: „Wir konstatiere» mit Bedauern, daß die regierungS» fettig gema6)ten Versprechungen, unS vor ver Einbringung dieses Gesetzes über unsere speziellen Verhältnisse zu hören, unerfüllt geblieben sind. Wir erblicken in dem vorliegenden Entwurf die einseitige Bevorzugung der Spiritus- ! zentrale, m-Zbesondere einiger dominierenden F i r m e n, deren Einfluß auf die Gestaltung vieler wich- tigen Paragraphen unverkennbar ist. Unsere Ver- hältnisse sind von denen der Spirituszentrale sy grundverschieden, daß ei» näheres Eingehen hierauf unerläßlich ist: es miisseu deshalb auch diejenigen Firmen unter uns, welche einem Staats-- Monopol prinzipiell nicht unfreundlich gegenüberstehen, den vor- liegenden Gesetzentwurf insolange entschieden zurückweisen, biß unsere berechtigten Interessen gebührende Berücksichtigung gesunden haben." Ferner haben die der Spirituszentrale nicht an- geschlossenen süddeutschen Spritfabriken in einer am 14. d. M. in Berlin abgehaltenen Versammlung folgeuden Be- schluß gefaßt: „Der dem Reichstage zugegangene Entwurf eines Gesetzes über den Zwischenhandel des Reiches mit Branntwein(Brannt- Weinmonopol) ist für die süddeutschen Spritsabriken in seiner jetzigen Fassung unannehmbar, weil er den ver- schieden artigen Interessen der in Betracht kommende» Er- werbskreise nicht gerecht wird, sondern nur auf be- stehende Verhältnisse einzelner Gruppen zu geschnitten ist." Außerdem hat der Verband deutscher Spiritus» und Spirituosen, Interessenten eine Erklärung an die Presse versandt, in der e-Z heißt; „In befremdlichem Gegensatz zu der Fürsorge der Regierung für das a l t p r i v i l e g ie r se Brennereige werbe, dessenBertreter von Anfang an zurBeratung der Borlage herangezogen wurde», steht die Behandlung, die sie den Spiritus verarbeitenden In- dustrien in der ganzen Angelegenheit hal angedeiben lasse» die. wie die Eingabe mitteilt, in keinem Stadium der Verhandlung gehört worden sind." Und eben weil die Regierung nur die eine Gruppe der Interessenten, eben die Zentrale, die Interessenvertretung der oft- elbischen Gutsbrennereien, gehört hat, eben deswegen hat die Handelskammer zu Berlin vor einigen Tilgen folgenden Beschluß gefaßt, der einem direkten Mißtrauensvotum gegen die Unparteilichkeit der RegierungS- vorläge gleichkommt: „Die Handelskammer hat beschlossen, zunächst einen gröberen Kreis von Sachverständigen über die Frage zu hören. in dem die verschiedenen beteiligten hiesigen Jnteressentengruppen vertreten sein sollen, also sowohl die der Zentrale angehörenden, als auch die von ihr unabhängigen Spritfabriken, der Spiritus- ?andel. die Destillateure und Liqueurfabri- anten, sowie die verschiedenen Verbraucher von Spiritus für gewerbliche Zwecke(Eisig-, Parsümerie-, Lackfabrikation und sonstige chemische Jndustne). Unter Berücksichtigung und Abwägung der Ansichten der unmittel- bar beteiligten Gewerbe wird doim die Kammer selbst ihre Stellung zu dem Monopolprojekte nehmen." Wenn die Handelskammer so ausdrücklich hervorhebt, daß sie nicht allein die Zentrale, sondern auch die von der Zentrale un- abhängigen, also die ringkreien Spritfabriken erst anhören will. ehe sie Gtellung zum RegterungSentwurf nimmt, so deshalb, weil offenbar die Handelskammer genau so wie wir zu der Ansicht ge» kommen ist. daß der Gesetzentwurf Sydoivs nur die Interessen der Zentrale und der ihr angeschlossenen Spritsabriken wahrnimmt. Da wir an Gedankenleserci nicht glauben, kamen wir deshalb in Nr. 209 mit Fug und Recht zu dem Schluß: Der Gesetzentwurf ShdowS ist offensichtlich von den Sach- verständigen der Zentrale fabriziert und von Herrn Sydow nur ab- geschrieben worden. Die Ableugnung der„Nordd. Allg. Ztg."'b e st ä'r k t uns nur in dieser Auffassung, die. wie wir soeben zeigten, von allen nicht zum Ring gehörigen Gruppen geteilt wird. politische Cleberficbt. Berlin, den 27. November 1908. Konstitutionelle Garantien oder nicht? Aus dem Reichstage. 27. November. Auch heute wieder spielte die Frage der konstitutionellen Ga- rantien in die Erörterung der Finanzreform hinein. Nach der gestrigen Verlesung des Kompagniebefehls durch den Blockfeldwebel Schwerin- Löwitz war man einigermaßen gespannt. ob der freisinnige Zug mit hörbarem Ruck nach rechts einschwenken würde wie der nationalliberale Zug, oder ob er den Gehorsam verweigern würde. Zunächst hatte der Volksparteiler M ü l l e r- Meiningen Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Er benutzte sie aber erst am Schluß seiner Ausführungen, da er es für nötig hielt, vor allem dem Zentrum ausführlich vorzurechnen, daß es an der finanziellen Mißwirtschaft mindestens ebenso schuldig fei wie die Blockparteien. Dann wandte er sich gegen den Grafen Schwerin-Löwitz. indem er betonte, daß die Zumutung an das Volk, 500 Millionen neue Steuern zu bewilligen. es veranlassen müsse, endlich seine politische Mündigkeits- erklärung zu fordern. Leider schränkte Herr Müller diese Rechtsverwahrung erheblich dadurch ein, daß er das Bestreben seiner Fraktionsgemeinschaft dahin präzisierte, sie verlange die„Mitarbeit des Parlaments" und„eine größere A n Näherung an den Parlamentarismu ö". Den unverfälschten Parlamentarismus selbst zu fordern, dazu langt offenbar der freisinnige Mannesmut noch nicht. Weit schärfer zog darauf der freisinnig-vereinigte M o m m s e n gegen den Blockbruder Schwerin-Löwitz vom Leder. Er verbat sich nachdrücklich die junkerliche Anmaßung, den Liberalen Vorschriften machen zu wollen.„Wie wir unsere Politik einrichten wollen, darüber bestimmen wir selbst," rief er zur Rechten hinüber. Die paar Zuhörer auf den Bänken der Konservativen nahmen diese liberale Gehör- samsäufkündigung mit ungläubigem Lächeln entgegen. Es muß sich ja bald zeigen, ob die liberalen Wünsche sich zur Tat- bereitschaft verdichten oder ob sie auf dem Weae der Ereignisse zerfließen werden wie eitel Schaum. Aus dem Reichshaushaltsetat. Der Etat für das preußische MUitSrkontingrnt weist an Ein« nahmen im ordentlichen Etat nach: 6 856 481 M.(— 1 739 978 M.) für Rechnung der Bundesstaaten mit Ausschluß von Bayern. 1 642 622 M. H» 1 193 538 M.) für Rechnung aller Bundesstaaten, im außerordentlichen Etat 3 813 413 M.(-j- 547 127 M.) Die fortdauernden Ausgaben des ordentlichen Etats betragen 528 59t 438 M.(-f- 5 335 205 M.), die einmaligen Ausgaben 74 842609 M.(— 20 514 661 M.); im außerordentlichen Etat werden 34 260 200 M.(— 5 743 100 M.) verlangt. Der Etat für das sSchsische Militörkontingent weist an Ein- nahmen im ordentlichen Etat 389 850 M.(-st 10 350 M.) nach. Die fortdauernden Ausgaben betragen 43 458 145 M.(— 2824 M.). Die einmaligen Ausgaben betragen 8 619 911 M.(— 4 446 202 M.). Ein außerordentlicher Etat ist nicht vorhanden. Der Etat für daS württrmbergische Sontiugent weist 1911 900 M. (+ 383 500 M.) Einnahmen nach. Die fortdauernden Ausgaben betragen 24 725 570 M.(— 56 750). Die einmaligen Ausgaben belaufen sich auf 4 623 618 M.(— 551 482 M.). Im außerordentlichen Etat finden sich keine Forderungen. Im Reichstage soll der Etat für 1009, der am 3. Dezemvct eingehen wird, vom 7. Dezember an in erster Beratung erledigt werden. Nach Verabschiedung der Gewerbeordnungsiiovelle in dritter Lesung beginnen— vermutlich spätestens am 15. Dezember— die Weihnachtsferien._ Die Wirkung des Zolltarifs. Daß der agrarische Schutzzoll den Pächtern nichts nützt, sondern nur di« G r u» d r e n t e erhöht, dadurch aber in einer gewissen Zeit infolge der Güterpreissteigerung den Schutz wieder illusorisch macht, ist von uns häufig dargeta» worden. Wir können heut« einen kleinen amtlichen Beleg dafür beibringen. Der„Rostocker Anzeiger" brachte kürzlich folgenden kleinen Artikel: Hosverpachtungen. Mit allerhöchster Genehmigung ist der Kameralpachihof Sülten, DominialamlS Warin, an den bisherigen Pächter I. Petersen unter der Hand ans eine neue Pachtperiode von 1909 bis Johannis 1923 verpachtet worden. Für die 299 Hektar große Toinäue wurden bisher 8500 M. an JahreS- pacht gezahlt, dle für die neue Pachtperiode auf 10000 M. erhöht ist. Die iu diesem Herbst zur Neuperpachtung gekommenen Kamera!- wie HauShaltspachthöfe sind sämtlich unter der yanl» verpachtet worden. Wir gebe» noch«iiimal eine Ucbersicht über die vcr- pachteten Domänen und ihre Pacht: a) Kameralpachthöfe: alte Pacht neue Pacht mehr oder weniger Höfe Alt-Farpen.. Friedrichsruhe Karbow.... Lehnen.... Liiningshof.. Roggentin... Rüvn.... Gr.-Strömkcndorf Sülten.... Zweedorf... Hoppemade Nix... Jürdenstorf Ravensberg 22 200 M. 25 000 M. 11000.,-14 500 0000« 12 OOO 9 000„ 13 200 11400, 14 000 6 600„ 10 000 11 400„ 12 600 27 100„ 25000 8 500„ 10 000 . 11 100. 13 600 zusammen mehr b) HauShaltspachthöfe: 2 800 M. 3 600. 8 000„ 4 200„ 2 600, 3 500„ l 100„ 2 100„ -st 1 600„ 4-2400„ mosw De» hier gegebenen Zahlen wohnt umsomehr Beweiskraft inne. als sie nicht zu Zwecken des Beweises zusammengestellt sind, sondern eine sachlich zusaiiunengehörige Gruppe bilden. Im Durchschnitt sind die Pachtsummen 15,6 Proz. höher geworden. 2Se,m_ der einzige Pachtrückgang(Hof Strömkendorf) durch besondere Umstände bewirkt sein sollte und bei der Betrachtung ausscheiden dürfte, so wäre eine Erhöhung von 19,5 Proz. im Durchschnitt festzustellen. Eine ent- sprechende Erhöhung des Ertrages haben natürlich alle Pachtgütcr erzielt, nicht nur die Kameralgütcr Mecklenburgs. Und selbst- verständlich entspricht der Mehrertrag aller agrarischen Beiriebt der Pachtsteigerung bei den angeführten Beispielen. Der unklare Reichstagsabgeordnete. Die Tabakarbeiter in Meißen hatten anläßlich einer von ihnen veranstaltete» Protestversammlung gegen die neuen Steuern auch den antisemitisch-agrarischen Reichstagsabgeordneten für den siebenten Kreis, Gutsbesitzer G ä b e l-K lc ss i g, eingeladen. Er antwortete, daß er nicht erscheinen könne! außerdem sei er„zur Zeit" noch nicht in der Lage, sich für oder gegen die «teuervorlagen entscheiden zu können. Landtagswahlen im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Bei den LondtagSivahlen am Donnerstag wurden sechs Sozialdemokraten und neun bürgerliche Kandidaten gewählt. Die Sozialdemokratie gewinnt einen Wahlkreis und verliert zwei, nämlich Schloiheim und Königsee-Land. Im Wahlkreis Sradt- Ilm findet Stichwahl zwischen dem Genossen Scholl und einem Agrarier statt. Der 26. November hat den Erwartungen nicht entsprochen, die man sowohl von sozialdemokratischer als auch von gegnerischer Seite auf ihn setzte. Während die zusammengeschlossenen Bürger- lichen in de» letzten Tage» noch alleü aufboten, um die Sozial- demokratie im Landtag einflußlos zu machen, hofften unsere Gc- nossen, durch Gelvinnung des einen oder anderen Mandats die Hälfte aller Mandaie zu erobern. Beide Erwartungen sind getäuscht worden. Unsere Partei verlor zwei Man- date, die in Königsee-Land und Schlotheim, das letztere mit 14 Stimnien Minderheit, gewann aber dafür die zweite Hälfte der Residenz. Rudolstadt-West, so daß sie im neuen Landtag immer nach sechs Sitze inne hat und ohne Zustimmung der Sozial- demykraten keine VeriastungSänderung vorgenommen werden kann. Eine nicht ganz aussichtslose Stichwahl ist im Wahlkreise Stadtiln?. so daß die Möglichkeit, die sozialdemokratischen Mandate wie im verflossene» Landtag, wieder auf sieben zu bringen, immer noch gegeben ist. Die Wahlbeteiligung war diesmal etwa« geringer als 1906, wo eS sich um die Apaiiage de» Fürsten handelte. Damals wurden 6586 sozialdemokratische und 6509 bürgerliche, diesmal zirka 6809 sozialdemokratische und 6200 bürgerliche Stimmen abgegeben. Alle Parteien haben also eine geringe Abnahme der Stimmen zu ver- zeichnen. So viel hat aber auch die Wahl am 26. November gezeigt: Hätten die Bürgerlichen nicht daS Privi- legium, vier Hoch st besteuerte in den Landtag zu senden, dann wäre eö mit ihrer Majorität vorbei. In der allgemeinen Wählerklasse wurden 6 Sozialdemokraten und nur 5 Bürgerliche gewählt und zwar in: Rudolstadt-Ost: Genosse Hartmann, Nudolsstadt- West: Genosse Krame. Blankenburg: Genosse Hartmann 627, Römgiee- Stadt Ge- nasse Benter 735, Oberweißbach: Genosse Möller. Katzhütte: Genosse Kaiser. In Stadtilm hat Genosse Scholl 540. die beiden gegnerischen Kandidaten 661 Stimmen, die Stichwahl findet zwischen Scholl uni einem Agrarier statt._ Bürgerschaftöwahlen in Bremen. Der zweite Wahltag, der 26. November, gehört; der Sozial- demokrolie. ES wurde in zwei Außenbezirken gewählt, die bisher schon sozialdemokratisch vertreten waren. Beide Bezirke wurden behauptet. Bemerkenswert ist, daß trotz der Wahlgesetzverschlechterungen d!c Stimmenzahl in den beiden Bezirken um 86 zugenommen hal. Tie Genossen Rose und W e i g a n d erhielten 390 bezw. 360, die bürgerlichen Kandidaten 179 und 260 Slinunen. Ein dummer Schwindel macht gegenwärtig durch die auf dem Niveau des Reichslügen- Verbandes stehende OrdnuugSpresse die Runde. So schrieb z. B. die „Tägliche Rundschau" am Mittwoch: Die gemütlichen„Genossen" in Schwaben. Die sozialdemo« kratische„Schwöb. Tagwachl" ereifert sich in den stärksten Ausdrücken über einen„Skandal", der in der Stuttgarter Kommunal- Vertretung vorgekommen sein soll. Dieser Skandal besteht darin, daß für das 100 jährige Jubiläum des 7. württembergischcu � Jnfanlerie-NegimentS Nr. 125 von den bürgerlichen Kollegien 6000 M. bewilligt sind. Nun geht aus dem osfiziellen Sitzungsbericht hervor, daß diese 6000 Mark gar nicht etwa dazu dienen sollen, den Offizieren und Mannschaften des Regiments einen lustigen Tag zu verschaffen, sondern daß sie für die Begrüßung und Bewirtung der alten Kameraden bcZ Regiments bestimmt sind. Aber abgesehen davon: bis„Genossen' in Heilbronn, wo neulich ebenfalls cm militärisches Erinnerungsfest gefeiert wurde, haben genau dasselbe getan, was die„Schwäo. Tagwacht" jetzt den bürgerlichen Kommunalvertreter« tu Stuttgart zum Vorwurf ge- macht hat. Ja, sie gingen sogar»och weiter. Die stimmten nämlich einmütig dem Beschluh zu, den König ein» » u l a d e n, ferner die Stadt auszuschmücken und au Mann- schaften und Offiziere Geschenke der Stadt zu verabreichen! An der pikanten Geschichte aus Heilbronn ist kein Wort wahr. Unser dortiges Parteiorgan, das„Neckar» Echo", stellt fest, dah die sozialdemokratischen Gemeindevertreter zu Heilbronn vor zwei Jahren beim Jubiläum der 122er gegen die Einladung an den König und die Verabreichung städtischer Geschenke an Offiziere und Maniischaften gestimmt haben. Dielen Standpunkt haben sie auch im letzten Frühjahr bei der Garnisonfeier beibehalten,»vi« dies für Sozialdemokraten selbstverständlich ist. Di«„Tägliche Rundschau" und Konsorten werden also berich. tigen müssen— oder auch nicht. Auf«ine Verleumdung mehr oder weniger kommt'S ja schltetzlich nicht an. Keine zweijährige Dienstzeit bei den berittenen Truppen. Eine Nesolution, die der Reichstag in seiner verflossenen Tagung angenommen hat. verlangte die Vorlegung einer Denkschrift über die Einführung der ztveijährigen Dienstzeit bei der Kavallerie und der reitenden FeldarlilleRc. Diese Denkschrift ist dem Etat beigegeben und bewegt sich in fol- gender Richtung: Die Herabsetzung der Dienstzeit auf zwei Jahre würde die Leistungsfähigkeit der beiden Waffen erheblich schädigen, und ihre Krlegsbrauchbarkeit ernstlich gefährden. Die zwei- jabrige Dienstzeit bei den Fußtruppen mache es nötig. bei der Ausbildung des einzelnen Mannes alle Kräfte anzuspannen. Die Ausbildung des Reiters erfordere aber bedeutend größere Aufmerksamkeit. weil der Kavallerist daS Pferd vollständig beherrschen lernen müsse. Der Kavallerist müsse aber auch für das Gefecht zu Fuß ausgebildet werden und dürfe hierin nicht allzu sehr hinter den Leistungen des Infanteristen zurückbleiben. Schon daraus ergäbe sich die Unmöglichkeit, den Kavalleristen in zwei Jahren Felddienst tüchtig auszubilden. Die Heeresverwaltung ist also nicht geneigt, sich auf eine Herabsetzung der Dteilstzeit bei den beritteilen Truppen- teilen einzulassen._ Vorbereitungen zur badische« LandtagSwahl. Karlsruhe, 2S. November. Für die im nächsten Herbst stattfindenden LandtagSwahlen in Baden(Gesamterneuerung der Zweiten Kammer) trifft die sozialdemokratische Partei bereits ihre Vorbereitungen. Der Landesporstand forderte die Wahlkreise auf, mit der Er» nennung der Kandidaten zu beginnen, damit die Landesversamm« lung. welche Ende Februar in Offenburg zusammentritt, die fertige Kandidatenliste vor sich hat. In einer gut besuchten Ber» sammlung begann am Mittwoch die Karlsruher Partei» genossenfchaft nach einem Referat des Genossen K o l b mit der Festsetzung der Kandidaturen in den vier Landtagswahl« kreisen der Stadt Karlsruhe, von denen zwei(Ostbezirk 41 und Südstadt 44) daS letzte Mal auf Grund der direkten Wahl im zweiten Mahlgang den Genossen Frank- Mannheim und K o l b. Karlsruhe zugefallen waren. Beide Genossen wurden wieder auf» gestellt. Für den Bezirk 42(Mittelstadt) und 43(Weststadt), welche vom liberal-freisinnigcn Block erobert wurden, aber nicht aussichtslos für unsere Partei sind, kandidieren die Genossen Eugen Geck. Verleger des.Volksfreunds", und Albert Willi. Arbeitersekretär, beide in Karlsruhe. Diese vom engeren Ausschuß vorgeschlagenen Kandidaturen sind einstimmig in der Versammlung gutgeheißen'worden. Gegen den obligatorischen Fortbildungsschulunterricht sprachen sich die bäuerlichen und industriellen Abgeordneten im Meininger Landtage ouS. Nach dem neuen Aolksschulgesetze sollen in ollen Gemeinden des Lande« Mädchen-FortbildunaSichulen, neben den Kiiaben-Fortbildungöschulcn errichtet werden.— Hiergegen besonders wehrten sich die ländlichen Vertreter. Die Industriellen forderten Verlegung des Unterrichts in die Abendstunden. Die sozial» demokratische Fraktion mußte im Interesse der Volksbildung und der Volkswirtschaft sowie um der AuLbelltung der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen entgegenzutieten. der Regierung den Rücken decken.— Baterlandslose Gesellen. Magdeburg, 27. Noveinber. Bor kurzen, wurden zwei Rcser» bisten wegen Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft vom Kriegsgericht zu je drei Wochen strengen Arreste« verurteilt. Die Beiden, die eine vierwöchentliche Uebnng gemacht hatten, hatten sich beim EntlassungSappell geweigert, den, ftompagmechef Hanpt- mann Suche und dem Leutnant Riemann die Hand zum Abschied zu reichen. Einer der Reservisten, der auf dem Krupp-Gruson-Werk beschäfligt gewesen war, wurde, als er sich wieder zum Arbeits» antritt meldete, abgewiesen mit der Bemerkung, daß man solche Vaterlandslosen Gesellen, die ihren militärischen Bor- gesetzten die Hand zum Abschied verweigerten, nicht gebrauchen könne I Mit Leuten, die gegen Kaiser und Reich deinonstrierlen, wolle man nichlÄ zu tun haben I Woher die Betriebsverwallung die Kenntnis von dem Vorfall bei dem EullassungSappell hatte, entzieht sich der Kenntnis der Orffentlichkeit, Militärjnstiz. Das Kriegsgericht der SO. Division zu Straßburg i. E. verurteilte zwei Sergeanten, die die Soldaten wegen geringfügiger Ber- sehen mit F au st schlagen und Ohrfeigen traltlert hatten. zn drei und vierzehn Tagen Mittelarrest. Ein Soldat dagegen, der sich von der Wache entfernt, in der Stadt angetrunken und in diesem Zustande einige Widersetzlichkeiten begangen hatte, erhiell zwei Jahre einen Monat Gefängnis!— Die Balkankrise. -•' Eine türkische Erklärung. Wien, 27. November. Der türtiiche Geschäfts- träger Hikmet Bey erklärte einem Mitarbeiter der„Neuen Zreien Presse", die ottomanischc Regierung habe beste Disposition zu loyalen und konzilianten Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn und wolle zugunsten der Milderung des Boykotts alles tun, was gesetzlich möglich sei. Hikmet Bey bezeichnete es als jehr wünschenswert, daß Oesterreich-Ungarn und die Türkei be- züglich der Konferenz und der dabei zu regelnden Fragen sich verständigen. Tie Türkei wolle sicherlich der Konferenz keine Hindernisse in den Weg legen. Ter Geschäftsträger betonte weiter, die maßgebenden Kreise in Konstantinopel haben sowohl Serbien wie Dkontenegro geraten, matzvoll zu bleiocn und Ruhe zu halten. In der Frage der von Serbien und Montenegro ge- wünschten Kompensationen gebe eL zwischen der türkischen Re» gierung und Oesterreich-Ungarn keinen Gegensatz. Hikmet Bey gab schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß � die Harmonie, die zwischen beiden Staaten sich vorbereitet, wachsen werde.—- Eine neue Intervention? Paris, 27. November. Wie der„Petit Parij'ien" meldet, habe die österreichische Regierung die Intervention der Mcht? 1 und speziell Frankreichs in Konstantinopcl nachgesucht. DaS Blatt fügt hinzu. Frankreich werde im Prinzip nicht dagegen sein, aber nur für den Fall, daß internationale Handelsverträge seitens der Türkei verletzt worden seien. Tagegen sei die Hoffnung auf eine Einmischung ohne diese Vorbedingung eine illusorische. Weiter bemerkt das Blatt, es sei unwahrscheinlich, daß Oesterreich seine Drohung, die österreichischen Handelsschiffe durch Kriegs- schiffe begleiten zu lassen, durchzuführen gedenke, da dieS in Widerspruch zu den internationalen Verträgen stehe.«' OeftemicK. DaS Arbeitsprogramm deS ReichSratS. „ Wien, 27. November. In der heutigen Sitzung der Ob» maniierkonferenz wurde nach längerer Debalte der Vorschlag des Präsidenten Weisküchner anaeiiommen, wonach das Budget- Provisorium ohne AuSschußberatung in allen Lesungen er- ledigt werden soll, während die bosnische Vorlage, sowie das handelspolitische Ermächtigungsgesetz Ausschüssen zur Bc- ratung zugewiesen werden sollen.— frankreich. Sozialistische Kritik. Paris, 26. November. In der Debatte über die aus» wärtige Politik kam heute Genosse P r e s s e u s 6 zu Wort. Er hob zuerst den Sieg der Schiedsgerichtsidee in der Frage des Casablanca-ZwischcnfallS hervor. Dann sagte er: «Ich glaube nicht, daß sich das Schicksal stets verhängnisvoll zwischen Deutschland und Frankreich stellen wird. Die f r a n» gö fischen Regierungen haben den Revanche. krieg niemals gewollt.(Bewegung.) Ich habe von einem Minister des Aeuhern erfahren, daß die französisch» russische Entente auf der endgültigen Anerkennung des territorialen ststus quo i» Europa gegründet sei und auf der endgültigen Anerkennung des Frank- furter Friedens.(Bewegung.) Ich gebe die Versiche- rung, daß das Proletariat durch und durch anti- militaristisch ist.(Lärm.) Hierauf sprach der Redner längere Zeit gegen den Krieg und sagte zum Schluß: Das Proletariat, da« die Republik mehrmals gerettet hat, der» langt von Frankreich, daß es sich zu Deutschland so st e l l t, wie es sich zu England gestellt hat. um ein neues Metz, ein neues Scdan zu vermeiden.(Widerspruch auf allen Bänken, auf der äußersten Linken Beifall.) Nach PressensS ergriff JaurdS das Wort zur Kritik der Marokkopolitik. Er führte aus: Die Marokkopolitik der Regierung sei durchaus wider- spruchsvoll. Er bedauere die Opfer an Geld und Menschen, die Frankreich während der letzten beiden Jahre dort gebracht. Frankreich müsse sich jetzt großmütig zeigen, um sich die vcr- lorene Sympathie Marokkos wieder zu erwerben. JaurZS sprach sich dann anerkennend über die Umwälzung in der Türkei aus und forderte die Regierung auf. Rußland Uneigennützigkeit gegenüber P c r s i e n zu empfehlen. Pichon suchte die Regierungspolitik zu verteidigen: Die Politik Frankreichs sei stets einheitlich gewesen. Wenn JauräS sich über das Vergangene nicht verbreitet hat, so forderte er von uns Verpflichtungen für die Zukunft. Er hat uns hinsichtlich Marokkos Mäßigung, ein Regime des Friedens und guten gegenseitigen Willen empfohlen. DaS ist ja daS Pro- gramm unserer Politik. Wir wollen keineswegs der marokka- uischcn Regierung Hindernisse bereiten. Niemand könnte es vorteilhafter finden als wir, mit Marokko in Frieden und Freundschaft zu leben.(Sehr gut!) Wir hoffen ebenso wie ganz Europa in der Lage zu sein, den neuen Sultan an- zuerkennen. Wir warten hierzu nur auf seine Annahme ver gewiß maßvollen Bedingungen, die ihm gestellt worden sind. Sobald er anerkannt sein wird, werden wir mit ihm in Be- Ziehungen treten, um die Lage in seinem Reiche in entgegen- kommender Weise und wohlwollend zu regeln, wobei uns nur unsere internationalen Verpflichtungen und unsere beson- deren Rechte zur Richtschnur dienen sollen. DaS ist, was ich auf JaureS Ausführungen über Marokko erwidern kann. Prcssense muß ich erwidern, daß die Regierung in der letzten Krise die Rechte de« Landes und das Interesse der ganzen Welt verteidigte, da es sich um das Prinzip der schiedsgerichtlichen Regelung, d. h. des Friedens und der Gerechtigkeit gehandelt habe. Keine andere Regierung würde anders gehandelt haben, da keine in eine Demütigung oder Minderung ihres Ansehens hätte einwilligen können.(Lebhafter Beifall.) Der Minister verlas im Namen der Regierung eine sehr lange Erklärung über die O r i e n t a n g c l e g e n h e i t, in welcher es heißt: Von dem ersten Augenblicke der Revolution be- glückwünschte die französische Regierung die ottomanische und sprack ihr daS Vertrauen zu dem neuen Regime aus.(Beifall.) Die Erklärung zählt sodann die Ereignisse auf dem Balkan auf. Frankreich intervenierte ans Verlangen der inter- essierten Mächte selbst, insbesondere des Fürsten Ferdinand, als Vermittler. Wie Frankreich arbeitete auch Italien in dem Sinne einer Konferenz, die alle Fragen regeln würde. Frankreich ist an der freien Entwickclung der jungen Türkei interessiert und denkt nur an die Erhaltung des Friedens in Europa. Es vermischte die Angelegenheiten der Türkei mit keiner anderen des Auslandes.(Beifall.) Frankreich hat in diesem Sinne in Wien, Konstantinopcl, Sofia und Belgrad inter- veniert. Es wird versuchen, für Serbien und Montenegro eine Berücksichtigung ihrer Interessen zu er- langen, und wird sich bemühen, eine Störung des Friedens zu verhüten.(Beifall.) Die Regierung hoffe, daß die vier Schutz- mächte die Angelegenheit zwischen der Türkei und Griechenland regeln werden. 'Nach einer Rede Ribots wurde sodann die Debatte geschlossen und daS Budget deö Ministeriums des Auswärtigen angenommen. englanck. Das Unterrichtsgesetz. Landen, LS. November. Unterhau». Die neue Unter- richtSgesetzvorlage ist in zweiter Lesung mit 323 gegen IS7 Stimmen' a n g en o m in e n worden. Die Minderheit setzte sich zusammen aus den Nationalisten, einigen radikalen Nonkonfor. misten und Unionisten. Ein Teil der Unionistcn stimmte für die Vorlage._ DaS Schankgesetz. London, LS. November. Oberhaus. Obwohl das Schicksal d«Z SchankstättengesetzeS bereits durch die gestern in der Vcrsamm- lung der unionistischen LberhauSinitglieder gefaßten Beschlüsse ent- schieden ist, war das Haus heute abend dicht besetzt, als Earl of Crewe die zweite Lesung dieser GesetzcSvorlagc beantragte. Er v e r u r t e i l t e streng das Vorgehen der Opposition, welche die Vorlage im voraus verwerfe, und wicö darauf hin, daß dies nicht dazu beitragen werde, den Kredit des Hauses als einer beratenden Versammlung zu erhöhen. Lord LanSdowne verteidigte das Vorgehen der Opposition und erklärte, er selbst sei gegen die in der Vorlage zu Tage tretenden Grundsätze. Die Debatte wird zwei oder drei Tage in Anspruch nehmen. perllen. Revolutionäre Erfolge. TSbriS. 27. November. Nach hier eingegangenen Meldungen haben die Aufständrfcheg ohne besonderen Widerstand C ho i bejctzk.*— � � �-.--- GewerklckaftttcdeSs Staats« und Gemcindehilfe für die ArbeitStosett. Das System, durch Zuschüsse ans öffentlichen Mitteln zu den Arbeltslosenkassen der Geiverkschaften die Folgen der Arbeitslosigkeit zu mildem, ist wohl nirgend so gut durch- geführt, als in D ä n e m a r k. Hier ist es zunächst der Staat, der den Arbeitslosenkasscn. die sich den leicht zu er- fttllenden Vorschriften über die Staats- und Gemcindeztischüsse anpassen, ein Drittel ihrer Unterstützungs- und Vcrwaltungs- ausgaben ersetzt. Als das Gesetz im April vorigen Jahres zustande kam, wurden zu diesem Zweck 25, 000 Kronen aus Staats Mitteln bewilligt, für das laufende Budgetjahr aber sind es bereits 400000 Kronen, die den Arbeitslosen zu gute kommen. Das ist für ein kletueö Land mit nicht viel nichr als 2Vs Millionen Einwohnern und einer Industriearbeiter- schaff, die lange nicht so zahlreich ist als die Berlins, eine verhältnismäßig hohe Summe. Dazu kommt, daß ja außer- dem die Gemeinden noch ein Sechstel zu den Ausgaben der Kassen beitragen können, diese also, wo KaS geschieht. zur Hälfte auS öffentlichen Mitteln aufgebracht werden. Er- freulich ist es, daß bereits eine große Anzahl Kommunen, namentlich solche. Ivo die Sozialdemokratie stark vertreten ist, von diesem Rechte Gebrauch macht. Wie der vom Staat au- gestellte Arbeitslosigkeitsinspektor mitteilt, haben bereits U Kommunen— darunter Kopenhagen, �rederikSberg, AarhuS, eine Anzahl Kleinstädte sotvie auch einzelne Land- gemeinden— den Maximalzuschnß bewilligt. 11 andere Kommunen haben sich an den Inspektor mit dem Ersuchen Sewandt, für sie den Maximalzuschuß zu berechnen, und drei ommunen haben Zuschüsse betvilligt, die allerdings das gesetzlich zulässige Maximum nicht erreichen. Der Inspektor ist jedoch der Meinung, daß er nicht von allen Kommunen, die Zuschüsse bewilligt haben, Nachricht erhalten habe. so daß ihre Zahl tatsächlich noch größer sein wird. UebrigenS fand vor einigen Tagen in Kopenhagen eine Konferenz von Bürgermeistern und Vertretern sämtlicher Provinzstädte Dänemarks statt, in der der ArbeitslosigkeitS' inspektor verschiedene Aufschlüsse über die Anwendung des Gesetzes gab, und die schließlich einstimmig beschloß, samt- lichen Kommunen zu empfehlen, den anerkannten Arbeitslose tlkassen den höchsten uschuß, den das Gesetz zuläßt, zn gewähren. ier kleiilstädtische Bürgermeister enthielten sich zwar der Stimme, doch offenbar nur, weil sie sich für ihre Gemeinden nicht zu dem Maxtmu>n des Zuschusses verpflichten wollten. Die Arbeitslosigkeit gewinnt gegenwärtig in Kopenhagen, wie in ganz Dänemark, immer größeren Umfang, lieber ihre Ausdehnung lvird zurzeit vom Verbände der dänischen Ge- werkschaften eine allgemeine Umfrage veranstaltet. Die Stadt Kopenhagen hat bereits, außer den Zuschüssen zu den Arbeits- losenkaffen, 240000 Kronen außerordentliche Mittel zur Linderung der Not bewilligt. Bei den städtischen Unter- nehmungen sucht man soviel Arbeitslose wie möglich zu be- schäftigcn. Auch hat Kopenhagen von dem in diesem Früh- jähr beschlossenen Gesetz über Staatsdarlehen zum Abriß und Umbau zu dicht bevölkerter, ungesunder Stadtteile Gebrauch gemacht und daraufhin beschlossen, ein altes Stadtviertel von mehreren Straßenzügen niederreißen zu lassen. Dadurch ivird, »venu auch erst zum Frühjahr, eine große Anzahl Arbeiter Beschäftigung erhalten..Die ungeheuere Arbeitslosigkeit wird dadurch allerdings nur sehr wenig gemildert. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen ist eS keinem Menschen, der irgendwie auf Verdienst angewiesen ist, zn empfehlen, sich in Kopenhagen ansässig zu machen. Um so mehr muß eS Aufsehen erregen, daß Kopenhagens Grund- besitzcrverein durch Plakate an den Anschlagsäulen Berlins bekannt gibt, daß in der dänischen Haupt- stadt 11000 Wohnungen für billige Mieten zu haben seien, daß die Stadt viele Vergnügungen und hervorragende Kunst- sammlungen biete, das Leben billig, die Abgaben gering, die hygienischen Verhältnisse vortrefflich seien. Die Arbeiter wie die Geschäftsleute Kopenhagens haben natürlich nichts dagegen, lvenn wohlhabende Ausländer dorthin kommen, um von ihrem Gelde zu leben. Aber es scheint, daß die Berliner Reklame der Hausagrarier Kopenhagens mit ihrer Anpreisung der „billigen" Lebensverhältnisse auch auf andere Leute berechnet ist, und unter dieser Voraussetzung wird sie von unserem Bruderorgan„Socialdemokratcn" mit Recht als verwerflicher Bauernfang bezeichnet.__ Berlin und vmgtgend« Tie Arbeiter und Handwerker des Zentral-Magazins der stiibtischen Gaswerke hielten am Dienstag eine von der Ortsvertvaltung deS Gemeinde- arbeiterverbandes einberufene überaus gut besuchte Versammlung mit der Tagesordnung:„Wo bleibt die neunstündige A rbeitSzcitr, ab. Ter Referent M. Bufackcr kritisierte die Verfügung de« Magistrat«, wonach für den Slußenbetrieb nur für das Rä h r e n f y st c m, öffentliche Beleuchtung und die R e v i e r- I n s p e k t i o nc n die neunstündige Arbeitszeit vom Dezember d. I. eingeführt wird, während das Zentral- Magazin davon ausgeschlossen ist. Wenn der Maaistrai von Berlin eüoaS anläßlich der Jahrhundertfeier der Stäbtcordnung tun wollte, warum bann nickt für alle städtischnr Arbeiter. Warum schließt man selbst dann bei den Gaswerken, wo nunmehr außer dem Jnnenbctricb auch der größte Teil des Außen- betriebe« die neunstündige Arbeitszeit hat. das noch übrig bleibende Zentralmagazin aus? Im weiteren führte der Refereut aus, daß wenn im Magistrat eine Unklarheit üoer die zum Außenbetrieb ge- hörenden BetriebSzlveige herrschte, eS nunmehr der Direktion und Deputation obliegt, diesem von den Beschäftigten als Zurücksetzung empfundenen Mißstand ein Ende zu machen, und auch hier die neunstündige Arbeitszeit zu beschließen. In der Diskussion kam die Erregung seitens der Beschäftigten spontan zum Ausdruck. Irgend lvclche Gründe, die gegen die Verkürzung sprechen, liegen nicht vor. Die Versammlung nahm daher eine im obigen Sinne gehaltene Resolution an und beauf- tragte das Bureau,'diese den zustäudiaeii Verwaltungsstellen zu übermitteln. Durch das Verhalten des Magistrats wurde den An- wesenden die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation besonder« vor Augen geführt und verpflichteten sich die Versammelten, für Ausbreitung und Stärkung derselben zu sorgen. Arbriteraubschuß und Mißstände bei Butzke u. Co. ■ä-ie Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Butzke u. Co., Aktiengesellschaft für Metallindustrie, Ritterstraße 12. hielten am Dienstag eine Betriebsversammlung ab, die hauptsächlich dazu dienen sollte, eine bessere Grundlage für die Wahl des Ar- beiterausschusseSzu schaffen. Nach den bei dieser Weltfirma geltenden Bestimmungen sind nur solche Arbeiter fähig, Ausschuß- Mitglieder zu werden, die seit mindestens sechs Jahren bei der Gesellschaft beschäfligt sind, und die Wahl wird in der Weise vor- genommen, daß die Firma in den einzelnen Abteilungen Listen ausgibt, die die Namen aller Arbeiter enthält, die nach icner Vor- schritt wählbar sind, und die Wahler dann bei den Namen, für Sie sie stimm«» wollen, einen Strich machen. Keiner der auf» gestellte» Kandidaten wird gefragt, ob er das Amt annehmen will oder nicht. Unter solchen Umständen ist es begreiflich, daß die Arbeiterschaft des Betriebes den Ausschußwahlen keine Bedeutung beimißt und sich am liebsten gar nicht daran beteiligt. Die Meister und Obermeister aber drängen die Arbeiter förmlich zur Wahl, und das hat auch einmal dazu geführt, daß die Arbeiter in einer Abteilung übereinkamen, einen notorischen Trunkenbold, der nebenbei als Streikbrecher bekannt ist» zu wählen, offenbar in der Meinung, daß ein solcher Mensch am besten in die Karikatur eines Arbeiterausschusses hineinpaßte. Das war der Firma aller- dings auch nicht angenehm, weil das Konferenzzimmer allzusehr nach Schnaps stank, wenn dies Ausschutzmitglied zugegen war. Uebrigens ist der Mensch inzwischen wegen unverbesserlicher Trunk- sucht entlassen worden.'Wie groß im Betriebe die Abneigung gegen die Wahlbeteiligung ist, zeigte sich auch darin, daß ein Ar- beiterausschuß mit nur acht Stimmen gewählt wurde. Gegen- lvärtig besteht der Ausschuß ans zwei Verbandsmitgliedern und fünf Personen, die als Streikbrecher bekannt sind. Er ist gänzlich unfähig, seiner Aufgabe, die Interessen der Arbeiter wahrzunehmen, irgendwie gerecht zu werden, und er hat auch innerhalb zweier Jahre keine einzige Besprechung abgehalten. Als im vorigen Jahre die Firma eine Betriebskrankenkasse errichten wollte, forderten die Arbeiter den Ausschuß auf, dagegen vorstellig zu werden; der Aus- schußobmann H e m l e p p wollte aber nicht,„weil," wie er sagte, „das den Arbeiterausschuß nichts angeht." Selbst die Direktion war darin anderer Meinung und brachte die Sache zur Sprache; der Ausschuß hielt es jedoch nicht einmal für nötig, den Arbeitern nachträglich darüber zu berichten. Selbstverständlich wünschen die Arbeiter durchaus nicht, daß die unglückliche Zersplitterung im Krankenkassenwesen noch durch eine neue Betriebskasse vermehrt werde. Bor acht Tagen hielt der Ausschuß mit der Direktion eine Sitzung ab, in der die Beseitigung der sechsjährigen Karenzzeit, in der die Arbeiter die Hauptursache der Unfähigkeit des Arbeiter- ausschusses erblicken, angeregt wurde. Der Direktor Blum war jedoch nicht dafür zu haben, erklärte vielmehr, daß, wenn heute das Statut festgelegt würde, er die Karenzzeit sogar auf 10 Jahre festlegen möchte. Mit den Leuten, die in der Versammlung sprächen, würde er auch fertig werden, meinte der Direktor weiter. Im übrigen wollte er, daß der Ausschuß sich ein Zt o t i z b u ch anlegt, worin alle Beschwerden eingetragen werden sollten, damit sie dann der Direktion vorgelegt werden könnten. Dem Ausschuß fehlt es jedoch so sehr an Vertrauen, daß kein Arbeiter mit einer Beschwerde an ihn herantritt. Gründe zu Beschwerden sind aber in dem Betriebe offenbar im Uebermaß vorhanden. Eine ganze Reihe krasser Mißstände wurden in der Versammlung besprochen. So wurde berichtet, daß die Kantine unzulängliche Waren liefere; ferner, daß in verschiedenen Abteilungen des Betriebes die Fenster- scheiden fehlten und durch Papier ersetzt seien. In der Gürtlerei- lverkstatt sei auf der einen Seite keine Heizung vorhanden, aus der anderen sei es übermäßig warm, und in der Gießerei sei der Qualm beim Abgießen so stark, daß er sich über die ganzen Treppen und besonders über den Aufzug 5 verbreite. Es fehle dort eben an jeglicher Abzugsvorrichtung, an Exhaustoren, wie sie in anderen derartigen Betrieben angebracht sind und sehr gut funktionieren. Ferner wurden das Strafenshstem und die Lohn- Verhältnisse scharf kritisiert, und es wurde unter anderem erwähnt, daß in der Stanzerei der Meister Zetlitz, wenn er zwei Arbeiter nur einen Augenblick zusammenstehen sieht, ihnen Strafen von W Pf. zudiktiert. Dabei beträgt der Anfangslohn gelernter Ar- beiter bei der Firma 40 Pf., der Durchschnittslohn 50 Pf. und die Werkzeugschlosser sollen mit 45 Pf. Stundenlohn auskommen. In der Glühstrumpfabteilung wurden die Arbeiterinnen kürz- lich dadurch in große Erregung versetzt, daß man sie sämtlich als Diebe behandelte. Wie in der Versammlung berichtet wurde, soll sie der Direktor Nowak angebrüllt haben: wo sie die gestohlenen Glühstrümpfe gelassen hätten, und sie in demselben Ton auf- gefordert haben, ihre Taschen zu zeigen. Man will bemerkt haben, daß in der Abteilung 1300 Glühstrümpfe abhanden gekommen sind, und meint, daß Abend für Abend ein paar Hundert gestohlen wurden. Die Arbeiterinnen mußten sich eines Abends sämtlich bor der Direktion gänzlich entkleiden. Gefunden wurde dabei nichts; der Direktor Nowak aber soll nachher gesagt haben, es wäre wohl nicht genau genug nachgesehen worden. Aufgeklärt ist die Sache nicht. Merkwürdig finden es die Arbeiterinnen, daß, seit- dem der alte Meister, der erkrankt war, wieder da ist, auch die Zahl der in Arbeit gegebenen und abgelieferten Glühstrümpfe wieder stimmt. Vielleicht hat sich die Direktrice, die vorübergehend die Kontrolle ausübte, nur verrechnet. Aus der Glühstrumpf- abteilung wurde ferner berichtet, daß die Ankleideräume höchst ungenügend sind, daß sie nebenbei zur Aufbewahrung von Hülsen dienen, an denen die Arbeiterinnen sich die Kleider zerreißen, und daß sie sich genötigt sehen, sich außerhalb des Raumes aus- und anzukleiden. Nach gründlicher Besprechung aller dieser und verschiedener anderer Mißstände, und nach einem Vortrage Cohens über Aufgaben und Bedeutung der Arbeiterausschüsse nahm die Ver- sammlung eine Resolution an. die dem Arbeiterausschuß zur Pflicht macht, nochmals bei der Direktion wegen Beseitigung der sechsjährigen Karenzzeit vorstellig zu werden, und im übrigen be- sagt, daß, wenn diesem Verlangen nicht stattgegeben wird, kein Arbeiter sich an der bevorstehenden Ausschußwahl beteiligen wird. Lolinreduktionen in der Krise. Die Arbeiter der vor dem Schlesischen Tor gelegenen Maschinen- fabrik von Beermann hatten sich am Mittwochabend sehr zahl- reich im großen Saale der„Drachenburg" versammelt, um sich über ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse auszusprechen. Wie der Referent S ck I i n s k y ausführte, steht diese Firma schon lange bei der Arbeiterschaft in so schlechtem Ansehen, daß viele sie in Zeiten guter Konjunktur nur als eine Durchgangsstation betrachten, wo man einmal vorübergehend arbeitet, weil im Augenblick nichts besseres zu haben ist. Nun aber benutzt die Firma, die Militär- arbeit liefert, und der es keineswegs an Aufträgen mangelt, die allgemeine Krise dazu, einen noch viel ärgeren Druck aus die Ar- beiter auszuüben. Von den so wie so schon unzureichenden Akkord- löhnen werden Abzüge über Abzüge gemacht, als wollte man die Arbeiter zum Verhungern verurteilen oder zur Verzweiflung treiben. Es scheint auch, daß Sachverständige bei der Berechnung überhaupt ausgeschaltet werden, und nur die schreibgewandten Leute im Kontor zu bestimmen haben, wie eine Arbeit bezahlt wird. Der Redner führte für diese Lohndrückercien eine ganze Reihe von Beispielen an, die in der Diskussion vollauf bestätigt und in manchen Punkten noch ergänzt wurden. Die Schmiede erhielten früher für Protzöfen 7,50 M., der Preis wurde dann aus 5,88 M.. und ist jetzt aus 5,30 M. herabgesetzt. Für eine andere Arbeit, die früher 1,40 M. kostete, erhalten sie jetzt nur noch 1 M. usw. Die Stellmacher erhielten bei Jnfanteriemunitionswagen für Anferti- gung des Hintcrwagens früher 18,96 M.. jetzt sollen sie sich mit 15,80 M. begnügen, und der Lohn für das Ausputzen ist von 1,20 Mark auf 1,05 M. hcrabgedrückt. Bei ihrer schweren Arbeit ver- dienen die Stellmacher im Durchschnitt nicht mehr als 30 M. die Woche, einige sogar nur 22 M. bis herunter zu 14 M. Für Kehr- maschincngestelle war der alte Preis 7 M., der neue ist nur 2 M. Die Schlosser erhielten für Hinterwagen früher 75 M., jetzt er- halten sie 65 M., und für Stiftdrahtmaschinen ist der Lohn von 56 auf 44,80 M., für Wagenstützen von 9,42 M. auf 7,15 M. herab. gesetzt. BesckNveren die Arbeiter sich über die allzu niedrigen Löhne, so ist die Antwort in der Regel:„Wem�s nicht paßt, der kann gehn." Peinlich saubere Arbeit wird verlangt, man betrachtet ein Wagenrad so genau, als handle es sich um ein kunstvolles Uhr- werk.„Und wenn es gar nichts für die Arbeit gibt. sauber muß s i e s e i n ,* soll der Meister G e s ch e in der Stell- nwchcrei gesagt haben. Ferner wurde berichtet, wie auch der Schlossermeister C l a j u s sich durch sonderbare Antworten aus- zeichnet.„Das mach ich, wie ich will," soll er geantwortet haben. als Arbeiter sich darüber beschwerten, daß sie am Wochenschluß auf ihre fertige Arbeit einen viel zu niedrigen Vorschuß erhielten. Zwei Arbeiter hatten Räder angefertigt, und gerechnet, daß sie für Verantw. Redakteur: Ha»« Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: zwei Stück mindestens 9 M. erhalten würden, sie erhielten nur 4,02 M. und hatten damit kaum 25 Pf. die Stunde verdient. Auf die Beschwerde über den niederen Verdienst sagte ihr Meister: „Sie haben doch nur 49 Stunden gearbeitet."„Ja, aber zwei Mann zusammen," erwiderten die Arbeiter.„Da kann ich auch nichts dafür," meinte der Meister. Wohl ist es Vorschrift, daß kein Arbeiter eine Arbeit eher beginnen soll, als der den Akkord- zettel in Händen hat, fragt er aber danach, so heißt es:»Den Zettel kriegen Sie nachher." Es wurden ferner, teils vom Referenten, teils in der D's- kussion, noch eine ganze Reihe anderer Mißstände besprochen. Die Maschinen. Drehbänke, Schraubstöckc usw. sollen fast sämtlich mangelhaft und reparaturbedürftig sein, und ebenso wird über niangelhafte Beleuchtung sowie über Unrcinlichkeit geklagt. In der Abteilung des Meisters Clajus, wo ein Hilfsarbeiter fehlt, soll seit Wochen nicht ordentlich aufgeräumt sein, und die Wasserleitung vor Schmutz starren. Des weiteren wird berichtet, daß an einem der drei Fahrstühle des Betriebes auf dem Hofe das Schutz- gitter fehlt, so daß man jederzeit einen schweren Unfall be- fürchten muß. Die Schmiede klagen bitter darüber, daß das Dach ihrer Werkstatt ssanz zerfetzt ist, so daß es hineinrcgnet und sie bei ihrer Arbs.it naß werden. Um das Regcnwasser aufzufangen und um nicht in tiefem Wasser stehen zu müssen, stelle» sie an der Esse Eimer auf, die aber bald überlaufen, wenn sie nicht rechtzeitig geleert werden. — Bei solchen Mißständen muß es den Arbeitern natürlich noch schwerer werden, einen halbwegs annehmbaren Verdienst zu er- zielen. Dazu kommt, daß die Werkzeugausgabe auf die Zeit von morgens 8;h bis 11 Uhr und nachmittags 2 bis 4 Uhr beschränkt ist, der Arbeiter in der übrigen Zeit auch für sein gutes Geld kein neues Werkzeug erhalten kann. Bricht einmal ein Bohrer ab, so niuß der Arbeiter der Firma mehr dafür bezahlen, als er ihr kostet, und der Preis wird einfach vom Lohn abgezogen. Gegen alle diese Mißstände kann natürlich nur mit Erfolg vorgegangen werden, wenn die Arbeiter sämtlich treu zu ihrer Organisation halten, und dies wurde auch in der Versammlung ganz besonders hervorgehoben._ Achtung, Lithographen und Steindrucker! Die Differenzen in der Firma Alfr. Silbermann, Berlin, Alexanderstraße, sind noch nicht beigelegt. Die Firma ist noch gesperrt! Die Verwaltung. Deutsches Reich. Die Verschmelzung des PortefeuillcrverbandeS mit dem Sattlerverband ist perfekt. Eine Urabstimmung der Mitglieder des Portefeuiller- Verbandes ergab folgendes Resultat: 80 Proz. haben an der Ab- stimmung teilgenommen, davon stimmten 66 Proz. dafür, die anderen dagegen.. Am 13. April 1909 findet in Köln der gemein. same Verbandstag beider Verbände statt, vorher am 12. April 1909 die 7. ordentliche Generalversammlung der Sattler und der 3. außerordentliche Verbandstag der Portefeuiller. Wenn auf beiden Tagungen die Verschmelzung gutgeheißen wird, haben beide Verbände vom 1. Juli 1909 ab gemeinsame Geschäftsführung. Ter Streik auf Grube Saar und Mosel. Der Kreisdirektor fLandrat) von Forbach, Herr von W o e l l w a r d t hat in allen Ortschaften, die vom Streik betroffen sind, durch öffentlichen Maueranschlag folgende Erklärung bekannt- gemacht: „Um der in der Bevölkerung bestehenden Annahme, daß durch die Flözbrände im Schacht V eine besondere Gefahr für die Bergarheitcr besieht, entgegenzutreten, mache ich hiermit be- kannt, daß nach eingehenden Feststellungen an Ort und Stelle durch den Herrn Brrgmeistrr in Saargemünd, eine Gefahr für die Sicherheit des Betriebes nicht vorhanden ist. Merlenbach, den 25. November 1908. von Woellwardt." Herr von Woellwardt. der höchste Beamte des Kreises. den die streikenden Arbeiter sogar um Vermittlung angerufen hatten, gibt öffentlich die Erklärung, daß eine Betriebsgcfahr nicht besteht, ohne auch nur einen Arbeiter gefragt zu haben, noch ohne sich persönlich davon zu überzeugen, ob die Angaben des Herrn Bergmeistcr auch zutreffend sind. Als er die Bekanntmachung in Merlenbach anschlagen ließ, trat der Wettermann F. an ihn heran und sagte ihm: „Herr Kreisdirektor! Ich übe seit Jahren die Wetterkontrolle aus, tenne de» Betrieb sehr genau und erkläre Ihnen, daß Sie mit diesem Anschlag keinen Glauben finden.-Herr Bergmeister von Braünmühl kann unmöglich alle Betriebspunkte befahren haben, denn sonst würde er ein solches Urteil nicht mit seinem Name,, decken. Wenn der Herr Bergmeister und Sie, Herr Kreisidirektor, auch tausendmal jede Betriebögefahr bestreiten, so besteht sie dennoch." Ein zweiter Wettermann und mehr als 20 Bergleute be- stätigten dem Krcisdirektor die Angaben F.'s; aber dennoch blieb die Erklärung unverändert hängen. Gegen diese offene Erklärung der Regierungsvertreter, die 1500 Bergleute einfach Lügen straft, waren die Vertreter der Or. ganisation machtlos; sie mußten zu einer Aenderung ihrer Forde. rungen schreiten oder sie fallen lassen. Deshalb beriefen sie eine Sitzung der Wettermänner und noch einiger älterer Bergleute, und legten denen erneut die Frage vor, ob der Bergmeister nicht doch recht haben könnte und in der Tat keine Gefahr mehr bestände. Die Leute beharrten jedoch darauf, daß direkte Lebensgefahr be- stände, und verlangten eine sofortige Besahrung der Grube in Gegenwart einer von der Belegschaft gewählten Kontrollkommission. Da in dem ersten Antwortschreiben die Direktion einige Zugeständ- nisse gemacht hat, schlug die Streikkommission der Velegschaftsver» ammlung folgend« neue Forderungen vor: „Nachdem der Herr Kreisdireltor von Woellwardt durch öffentliche Erllärung an die Bevölkerung das Urteil des kaiser- lichen Bergmeister von Braunmühl unterzeichnet hat, wonack keine Betriebsgefahr in Schacht V besteht, hält die Belegschaft nach wie vor die Behauptung aufrecht, daß direkte Lebensgefahr besteht und bezweifelt ernstlich, daß der kaiserliche Bergmeister alle Betriebspunkte befahren haben kann, der Kreisdirektor di- Zustände nicht kennt, sonst würden die Herren eine derartige Erklärung mit ihrem Namen nicht gedeckt haben, fordert die Belegschaft nunmehr. Laß eine sofortige Besahrung der ganzen Grube vorgenommen tvird in Gegenwart einer Kontrollkom- misston von drei aus der Belegschaft gewählten Kameraden, des Herrn Bergmeister von Braünmühl, des Kreisdircktors und der Grubcnverwaltung. damit die Oessentlichkeit ein wahres Urteil erhält. Lohnregulierung dahingehend, daß die heutigen Lohnunter- schiede beseitigt werden und Hauerlöhne unter 5 M. pro Schicht nicht mehr zur Auszahlung gelangen. Die Gesamtstrafen dürsen monatlich den Betrag von 5 M. nicht übersteigen. Die bisherige Praxis, daß zum Nachfüllen der Förderunz jeder Kameradschaft mehrere Wagen ohne Auswahl fort- genommen oder geviertelt öder gehalbt werden, muß abgeschafft werden. Lieferung der HauSbrandkohlen zum Selbstkostenpreis. Arbeiterausschüsse, denen auch die Grubenkontrolle obliegt, find bis 1. Januar 1909 einzusrtzen. Wählbar ist jedes Beleg- schaftsmitglied. das drei Jahre Bergarbcit verrichtet, wahlberech. tigt jedes Belegschaftsmitglied. Die Wahl ist direkt, allgemein und erfolgt in geheimer Abstimmung. Maßregelungen wegen Beteiligung an diesem Ausstand, noch Einbehaltung des Lohnes für 6 Schichten dürfen nieht erfolgen. Den auswärtigen Kameraden muß für diesen Monat das Fahrgeld vergütet werden." IHJGlockr. Berlin. Druck u. Verlag-Vorwärts Buchdr. u. VerlägsanftalT In einer von über 1000 Personen besuchten BelegschafiSder» sammlung am 26. November in Merlenbach stellte Genosse Leim- p e t e r s die Frage, ob die Erllärung des Kreisdirektors der Wahr- heit entspreche, worauf ein tausendstimmiges„Nein!" erschallte. Einmütig erklärte die Versammlung die Behauptung des kaiser- lichen Bergmeisters wie die Erklärung des Kreisd'irektors für un- wahr und nahm die Forderungen in obiger Form an. Als Wetter- kommission wurden die drei von der Verwaltung angestellten Wettermänner gewählt, die nicht organisiert sind und denen nicht nachgesagt werden kann, sie seien von den Sozialdemokraten be- cinslutzt. Lehnt die Verwaltung die Besahrung mit ihren eigenen Wettermännern ab, weiß die Ocffentlichkeit, was sie von der Er- klärung des Kreisdirektors und dem Urteil des Bergmeisters zu halten hat. In der Versammlung wurde noch mitgeteilt, daß einzelnen Kameradschaften in einem Monat 30— 60 Wagen zum Nachfüllen gestohlen wurden, daß Strafen von 20, 23. 27 bis 32 M. in einem Monat über einen Bergmann verhängt worden sind. Am 25. war Lohntag und hatten eine Anzahl Kameraden ihr Lohnbuch der Streikkoinmission abgegeben, von denen einzelne folgende„Riesen- löhne" aufwiesen: 00,64 M., 3.77 M.. 00,06 M.. 26.06 M.» 00.04 M.. 00,49 M.. 14,23 M.. 2.61 M.. 00.05 M.. 6.80 M.. 23,09 M.. 00.03 Mark. 17,31 M., 12,32 M.. 16.15 M. Also Löhne von 3. 4. 5 und 6 Pf. gelangten zur Auszahlung; aber dennoch liegt offiziell kein Grund zum Streiken vor. Ein Kamerad zeigte ein Lohnbuch, das für den vorigen Monat 55%. Schicht mit 198,90 M. aufwies; der Mann behauptet nun, er habe nur 20 Schichten verfahren und nur 113,90 M. ausgezahlt erhalten. Wohin die 85 M. gekommen feiea, die fein Lohnbuch weiter enthalte, wisse er nicht. Aehnliche Un- regelmäßigkeiten sollen mehrfach vorgekommen sein! Genosse Hausmann- Eichlinghofen bei Tortmund, der als Vertreter des Verbandes im Revier weilt, besprach die Forderungen zum Schluß noch, wobei er die Unglücksszenen von Rädbod so er- greifend schilderte, daß die anwesenden Bergmannsfrauen laut weinten. Er forderte die Kameraden auf, an ihren Forderungen festzuhalten, denn was hier gefordert werde, sei längst den Berg- leuten in Sibirien bewilligt. Jubelnd stimmte die Versammlung, im Streik auszuharren. ?uslanck. Ende der Buchbinderaussperrung in Schweden. Die Buchbindcreiarbeitcr und-Arbeiterinnen in Stockholm und Eskilstuna haben nun dem Tarifvorschlag der Arbeitgeber zu- gestimmt, der zwar einige Lohnerhöhungen bietet, die jedoch durch Einführung von Stundenlöhnen statt der Wochenlöhne wieder ver- loren gehen. Die Arbeit ist Anfang dieser Woche wieder auf- genommen worden, eS blieben jedoch vorläufig noch etwa 100 AuS» gesperrte arbeitslos. Der Lohnkampf hat über 18 Wochen ge- dauert. Um ihn zu beenden, hatte die Arbeitgebervereinigung eine Massenaussperrung beschlossen, die sich unter anderem sogar auf die Textilindustrie des ganzen Landes erstrecken sollte. Die Buchbinder wollten eS vermeiden, daß ihretwegen Zehntausende von Arbeitern anderer Berufe nun in der Zeit der schwersten Wirtschaftskrise von dem brutalen Unternehmertum auf die Straße gesetzt wurden, und nahmen deshalb das Angebot der Arbeitgeber an.__ Versammlungen. Deutscher Holzorbcitcrverband. In der am Mittwoch ab» gehaltenen VertrauenSmännerversammluiig hielt Eugen Brückner einen mit Beifall aufgenominenen Vortrag über die GewcrbegericbtZ- Wahlen.— Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit dem Un» Wesen der Ueberstunden in verschicdeneii Betrieben. Leopold führte hierzu aus: Nach früheren Beschlüssen des Verbandes seien die Mitglieder verpflichtet, der großen Arbeitslosigkeit dadurch nach Möglichkeit entgegenzuwirken, daß sie ihre Arbeitgeber zur Ver« kürziing der Arbeitszeit und Einstellung arbeitsloser Kollegen ver- anlassen. Dieser Beschluß sei. wie man erwarten konnte, von den Unternehmern bekämpft worden. Bedauerlicher« weise werde der Beschluß aber auch von den Kollegen nicht genügend beachtet. Ja ein Teil der Kollegen habe sich sogar bewegen lassen, jetzt, zu einer Zeit, wo etwa 3000 Holzarbeiter in Berlin arbeitslos sind, Ueberstunden zu machen. ES handele sich um einige Betriebe, welche augenblicklich etwas eilige Arbeit haben. Anstatt neue Kräfte einzustellen, hätte» die betreffenden Meister ver- langt, daß Ueberstunden gemacht werden, und die Kollegen seien auch darauf eingegangen. Auch Sonntags sei sogar in manchen Werkstätten gearbeitet worden. DaS habe natür- lich in den Reihen der Arbeitslosen mit Recht große Entrüstung bervorgerufen. DaS Verhalten der Kollegen welche jetzt Ueberftunden- und SonntagSarbeit verrichten, sei ganz entschieden zu verurteilen. Die betreffenden Kollegen seien ver« pflichtet, in den Werkstätten, wo dringende Arbeiten vorliegen, die Ueberstiiiidei, zu verweigern und zu verlangen, daß statt dessen einige der arbeitslosen Kollegen eingeilelli werden. Hierzu wurde folgende Resolution angenommen: Die Gefainivertraueiisinännerversainmlung der Berliner Holz- arbeiter nimmt mit Entrüstung davon Kenntnis, daß zu einer Zeit, wo in Berlin 3000 Holzarbeiter arbeitslos sind, in mehreren großen Betrieben Ucberstiliidcn gemacht wurden. Die Veriamm- linig spricht den Kollegen dieser Werkstätten ihre schärfste Miß- billigiing aus. Sie macht eS allen Kollegen zur Pflicht, die Vecbandsbeschlüff» einzuhalten und die Ueberstunden abzulehnen. Letzte JVacbricbtcn und Depcfcbcn» Weitere Opfer von Radbod. Hamm, 27. November.(W. T. B) In der vergangenen Nacht. beziehungsweise heute früh, sind im kalboliichen Kranlenhause noch drei der aus der Zeche Radbod verunglückten Bergleute gestorben. Damit sind von den ansänglich Gerettelen insgesamt acht ihren Verletzungen erlegen.__ Wirkungen der KriflS. H-aisi a. M.. 27. November.(B. H.) Die Maschinenfabrik H. Breuer u. Co. bat 1011 Arbeitern gekündigt und oie Arbeitszeit der übrigen aus 8 Stunden täglich eingeschränkt. Auch in anoerea Betrieben macht sich die Krisis sehr bemerkbar. Bergmanns Ende. Reckltnghonscn, 27. November.(B. H.s Auf Zeche„Waltropp" wurden durch einen Block, der aus dem Hangenocn stürzte, zwei Hauer vcrschllltet. Erst nach Verlauf von mehreren Stunden war es möglich, die beiden Verunglückten als Leichen zu bergen. Die Finsternis in neuer Auflage. Hannover, 27. November.(W. T. B.) Heute nachmittag Uhr versagte abermals da? elektrische Licht infolge eines erneuten Kabeldefelts in der elektrischen Zentrale. Infolgedessen wieder- holten sich im öffentlichen Vcrkchrsleben die gestrigen Mißstände. Des Hofthcaler mutzte wiederum die Vorstellung ausfallen lassen. Als der Hofzug in den Bahnhof einlief, war dieser infolge ver Lichlstörung in Dunkel gehüllt. Um 71,a Ubr war die Störung noch nicht behoben._ Ein fetter Bissen. Budapest, 27. November(B. H.) Unbekannte Täter sind nachts in die Räume der Sparkasse in Marczali eingebrochen, sprengten die eiserne Kasse und raubten Wertpapiere und Bargeld in Höhe von Vi Millionen Kronen. aul Singer& Co» Berlin SW. Hierzu i Scillaen u.Uaterbaltunasbk' Ii. 279. 25. Zahrgimz. (Jtiliip i>ts Lmärls" Jittliiift öollisliliilt. Reichstag 170. Sitzung vom Freitag, den 27. November, nachmittags 1 Uhr. Sm BundeSratstische: v. S y d o w. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Beratung der ReichSfinanzreform. Abg. Dr. MüUer-Meiningen(frs. Vp>: Im Gegensatz zu dem Optimismus des Herrn v. Gamp möchte ich von den Steuervorlagen mit Wilhelm Busch sagen: .Hier sieht man ihre Trilmmer rauchen, Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen."(Heiterkeit.) Zu diesen rauchenden Trümmern kann ich das Branntlvein- Monopol und die Zigarrenbanderole rechnen: ich wollte, ich könnte auch die Elektriziiätssteuer und die Jnseratensteuer dazu rechnen. aber mit aller Gewalt werden wir uns dagegen sträuben, daß auch die Erweiterung der Erbschaitssteuer dahin gehört. Mit aller Gewalt bestehen wir darauf, daß bei einer Erhöhung der indirekten Steuer auch eine direkte Steuer eingeführt wird(Sehr richtig I bei den Freisinnigen); ihre Form ist uns weniger wichtig, aber bei den Herren rechts ist die Furcht vor der Erbschaftssteuer ihrer politischen Weisheit Anfang. Die vorgeschlagene Nachlaßsteuer mag eine schlechte Form sein, man hätte einlach den Z 12 des Erbschaftsgesetzes auch aus Ehegatten und �Deszendenten anwenden sollen. Die Herren rechts wollen daS größte Stück aus der Borlage heraus- reißen und fordern von uns dann ein Opfer der Uebcrzeugung (Sehr gut! bei den Freisinnigen); sie bekämpfen die Erbschaftssteuer heute noch mit denselben Argumenten wie vor 2000 Jahren Plinius, trotz der Umwälzung aller staatsrechtlichen und sozialen Verhältnisse. Im Jahre 1736 erklärte der Minister Pitt die Erbschaftssteuer für Ehegatten und Kinder für undenkbar— neun Jahre darauf wurde sie i» England eingeführt, und heute ist sie die Grundlage des englischen Etats, in den sie mit 300— 400 Millionen Mark eingesetzt ist. In fast allen Äullnrstaaten ist sie eingeführt. Man sagt, die Land- Wirtschaft würde besonders darunter leiden. Aber alle angeführten Be- denken richten sich gegen die Nachlaßsteuer und fallen fort bei der Bestenerung des Erbanfalls. Die geplante Erweiterung der Erb- schaftSsteuer geht uns nicht weit genug; die im Gesetz von 1906 eutbaltenen Lucken müssen beseitigt werden. Ich appelliere hier wie der Reichsschatzsekretär an die Vaterlandsliebe: Der Landesfürst und die Landessürstin dürfen sich nicht Privilegien geben lassen, die in schneidendem Gegensatz zu den Finanznöten des Reiches stehen.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Auch das Privileg der toten Hand, dieses Ueberbleibfel des absoluten und kirchlichen Staates, muß be- seitigt werden. Während man die offiziellen Kirchen bevorzugt, er- schwert man den freien religiösen Gemeinschaften das Leben. Neben der Erweiterung der Erbschaftssteuer verlangen wir eine ReichSvelmögenSsteuer. Ohne sie. fürchte ich, ist die ganze Reform vereitelt.— Der Redner des Zentrums, Herr Speck, hat sich hier als umschmeichelte Schönheit hingestellt.(Große Heiterkeit.) Wen« man ihn hörte, konnte man glauben. daS Zentrum sei an der Finanzmisere ganz unschuldig. Aber gerade unter der glorreichen Herrschaft deS Zentrums von 1800—1906 sind unsere Schulden von einer auf fast vier Milliarden gewachsen I(Sehr gut I bei den Freisinnigen.) Wir verlangen also eine Reichsverniögenssteuer, und die Regierungen hoben sie mit der Tantieme-Steuer, die eine partielle Reichsvermögensstcuer ist, auch scbon einmal akzeptiert. Ich habe nun noch den Auftrag, über die Elektnziläts- und Jnseratensteuer zu sprechen, zwei Originalwerke deS gegenwärtigen Reichsschatzsekretärs, bei denen hoffentlich die Tücke des Objekts die Kühnheit der Idee überwinden wird.(Heiterkeit.) In Süddeutschland zeigt sich nicht gerade eine Reichsverdrossenheit, aber eine„Simpli- cissi»lUs"-Stinimung. zu der ein Partikularismus der wirtschaftlichen Interessen getreten ist. In einer solchen Zeit die öffentliche Meinung durch eine solche Steuer aufzuregen, scheint uns baherischen Liberalen nicht nur ein politisches Bergehen zu sein, sondern eine politische Torheit. So komisch es klingen mag, Bayern steht heute unter dem Zeichen des Wassers.(Große Heiterkeit.) Die bayerische Regierung geht daran, durch Ausnutzung der Wasserkräfte, der weißen Kohlen, den Mangel an schwarzen Kohlen zu ersetzen. Das besonders Gehässige an der ElektrizitätSsteuer ist, daß sie eine Besteuerung des technischen Fortschritts ist. Sie schädigt ferner das Kleingewerbe, das nur mit Hilfe der Elektrizität gegen die Konkurrenz des Fabrik- betriebes bestehen kann. Auch das Gas spielt.seit der Einführung Rleines feuitteron. Sie die Schauspieler auf der Bühne sterben. Die„Peter- Eurgskaja Gaseta" hat eine kleine Umfrage veranstaltet, um zu ergründen, wie die Petersburger Bühnengrößen auf der Bühne sterben. Wie machen es die Bühnenkünstler auf der Bühne, um mög- lichst realistisch zu sterben? Machen sie Studien im wirklichen Leben, in Hospitälern? Diese Meinung ist im großen Publikum weit verbreitet. Alle Bühnenkünstler, die darum befragt wurden, gaben aber eine verneinende Antwort. Sie erreichen die Wirkung des natürlichen Sterbens auf der Bühne durch instinktives künst- lerischeS Empfinden. Tie Ssawina erklärte:„Wenn man den Tod durch Gift markieren soll, muß man wissen, an welchem Gift er erfolgt und welche Wirkungen dieses Gift ausübt. Gewöhnlich hole ich dazu den Rat eines Arztes ein. Ich habe gehört, daß Schau- spieler den Tod am Sterbebett eines Menschen studiert haben. Ich habe nie zu solchen Zwecken Krankenhäuser besucht, und die Aerzte haben immer gefunden, daß ich das � Sterben auf der Bühne naturwahr darstelle." Gegen das Stu- dium des Sterbens in Hospitälern sprach sich auch Dalmatow entschieden aus:„Wem es durch fein Talent gegeben ist". sagte er,„der wird von selbst die richtige Wiedergabe des Sterbens aus der Bühne erreichen." P. W. Ssamoilow. der vorzugsweise„dekadente" Bühnenfiguren zu spielen hat, schloß sich den Ansichten seiner Bühnengenossen über die Markierung des Todes auf der Bühne an. Auch er will das Studium der Todesart nur aus Erkundigungen bei tlerzten beschränken. Diese seien aber in vielen Fällen unerläßlich. So müsse man bei der Darstellung des Oswald in Josens„Gespenstern" vor dem Sterben an progressiver Paralyse nicht vergessen, die charakteristische�Bewegung des Tastens_ nach dem Hinterkopf zu machen. Irr„Sodoms Ende", wo der Held des Stückes am Herz- schlag stirbt, müsse man sich, damit dieser Tod dem Publikum nicht unerwartet kommt, vorher mehreremal ans Herz fassen. Alles übrige müsse einem aber der künstlerische Instinkt eingeben. In seinen weiteren Ausführungen vertrat Ssamoilow den Standpunkt, daß der Schauspieler nie über die Grenzen der Aesthetik hinaus- gehen dürfe. Das viele Blutvergießen, wie es in den alten Echauerdramen üblich war, sei in modernen Stücken nicht mehr angebracht. Die Szenen, in welchen der Bösewicht dem Helden das Messer in das weiße Hemd stößt und dadurch ein paar Beeren zer- drückt, deren roter Säst herausspritzt, sind mit den alten Melo- bramen von der Bühne verschwunden. Der Opernsänger Dawydow sprach die Ansicht aus. daß in Opern mit dem Sterben der Helden geradezu Mißbrauch getrieben werde:„Gestern", sagte er,„hat man mich als Lenski im„Jewgeni Onegin" im Duell erschossen, heute tötet man mich als„Dubrowski". Im„Onegin" ist es leichter zu lterben, weil man dabei nicht, wie in anderen Opern, noch zu singen hat. In Gounods„Faust" fingt der Valentin noch lange, nachdem er schon tödlich getroffen ist. Ebenso setzt in der„Pique-Dame" xr erstochene Hermann-roch einige Zeit seinen Gesang fort. DaS kst unnatürlich— die Komponisten wollen aper von dieser Geber Gasautomaten eine sehr große Rolle für die Arbeiter- j bedölkerung. Ferner verlangt die Elektrizilätssteuer einen großen Kontrollapparat, der aber noch größer ist bei der Jnseratensteuer, die zu einer Verschlechterung unserer politischen Presse führen niuß. Das ist durchaus keine—„Schwarzseherei", sondern der Bundesrat soll ja Maßregeln erlassen können, die durch ihre Schikanen— Schnüffeln nach der Abonnentenzahl usw.— mißliebige Blätter geradezu vernichten können. Am meisten wird die kleine Provinz- preffe unter dieser Steuer zu leiden haben. Bei den geplanten Kontrollmaßregeln muß man sogen, jeder Verleger steht täglich mir einem Bein vor dem Strafrichter.(Heiterkeit.) Und die Erträgnisse dieser Steuer würden sehr unbedeutend sein, das zeigen ihre Er- gebniffe in den Kulturstaaten, welche sie haben: Serbien und die Türkei.(Heiterkeit.) Der Bedarf wird sich auf 300—350 Millionen herabdrücken lasten. Freilich sagt der Schatzsekretär, dann geht das Elend in einigen Jahren von neuem los. Es gibt viele, die meinen, das kommt so wie so, wenn nicht eine Aenderung unseres ganzen Systems angebahnt wird.(Zustimmung bei den Freisinnigen.) Statt hier seine Rede gegen den Luxus zu halten, hätte der Reichskanzler uns mitteilen sollen, wie er auf dem Gebiete der Militär- Verwaltung Ersparnisse durchführen will. Will der Reichsschatz- sekrelär mit seinem uoo habeo peouniam(ich habe kein Geld) auch den Anforderungen deS Militärkabinetts widerstehen? Glaubt er. dafür sorgen zu können, daß mit den geradezu krankhasten Veränderungen an den Uniformen und dergleichen aufgehört wird, die mit der militärischen Tüchtigkeil garnichts zu tun haben? Dazu bedarf es der Kräftigung der Stellung deS Staats- iekretärs. Er ist nur Kalkulator für das, was die andern ausgeben. Steht der Reichskanzler hinter ihm, so mag eS noch gehen. Ist das nicht der Fall, so hängt er vollständig in der Luft.(Große Heiter- keit. Zuruf: Er muß angeseilt werden!) Wir müssen einen verantwortlichen Reichsfinanzminister bekonnnen. gegen der Reichstag auch mit einer Klage vorgehen kann; daS würde seine Stellung gegenüber den anderen Ressorts stärken. Damit werde ich instinktiv auf die große Frage der konstitutionellen Garantien zurückgeführt. Sie steht in allerengster Verbindung mit der Reichsfinanzreform. Ein Volk, dem solche Opfer zugemutet werden, kann verlangen, daß seine politische Mündigkeit anerkannt wird.(Sehr richtig! bei den Frei- sinnigen.) Fürst Bismarck hat die Armee, die Finanzen und die Zu- friedcnheit als die Mittel zur Aufrechterhaltung der Größe des Reiches bezeichnet. Aber weder die Armee noch die Finanzen können bestehen, wenn nicht die Zufriedenheit gewahrt wird durch eine ge- rechte Lastenverteilung und die gesteigerte Anteilnahme des Volkes an den Staatsgeschäften.(Sehr richlig! bei den Freisinnigen.) Wenn die linksliberalen Parteien die Parallelaktionen, von denen Herr v. Payer in voller Uebereinstimmung mit der Fraktionsgemein- schaft gesprochen hat, in diesem Sinne durchführen, so werden sie dem Volke und Reiche wertvolle Dienste leisten.(Lebhaftes Bravo I bei den Freisinnigen.) Abg. Schmidt-Altenburg(Rp.)(auf der Tribüne sehr schwer ver- ständlich) wendet sich gegen'die weitere Ausdehnung indirekter Sonder- steuern, die entweder zur Konsumentenschädigung oder zur Belästigung und Schädigung d e r Gewerbezweige führen weroe, die die Be- lastiing nicht auf die Konsumeinen abwälzen können. Bon diesem Gesichtspunkte aus fei die Tabaksteuer zu verwerfen, zumal in der vorgeschlagenen Form der Banderolensteuer. Abg. Mommscn(frs. Vg.): Der Herr Vorredner hat eine sehr sachliche und scharfe Rede gegen die indirekten Steuern gehalten. Ich wünschte, es ständen recht viele Parteigenoffen auf seinem Stand- punlt, dann könnte eS wirklich einen dauernden Block geben. Aber so lange es so wenige sind, glaube ich nicht an die Dauer deS Blocks. Die Regierung braucht viel dringender als jemals die Mit- arbeit nicht nur der sogen. Regierungsparteien, sondern des ganzen Volkes, und diese Mitarbeit kann sie haben in dem Moment, wo sie dem Verlangen des ganzen Volkes auf anderen Gebieten in richtiger Weise Rechnung trägt.(Sehr gut! links.) Der Herr Reichskanzler hat sehr recht: das deutsche Volk kann stärkere Lasten tragen, nur muß man die Lasten anders verteilen.(Lebhafte Zustimmung links.) Der Reichskanzler mahnt uns zur Sparsamkeit. Aber das Deutsche Reich und Preußen steht seit zehn Jahren unter seiner verantwortlichen Leitung, er hätte also zunächst an seine eigene Brust schlagen müssen. Es kann eine große Anzahl von Beamten gespart werden. (Bravo j links.) Am wenigsten verständlich ist die Mahnung zur Sparsamkeit an die Kommunen, höchstens verständlich vom Standpunkte dessen, der Anleihen zum hohen Kurse zu verkaufen hat. (Sehr gut! links.) pflogenheit nicht lassen. Reales Spiel kann man von Opernsängern nicht verlangen: in der Oper ist kein Platz für Realistik. Denken Sie an Othello: Verdi läßt ihn noch mit zerschnittener Gurgel singen!..' Theater. Friedrich. Wilhelm städtisches Schauspiel- Haus:„I r m i n g a r d", Drama von Herbert von Berger. Die schlimmen Ahnungen, die der germanische Jungfrauenname im Verein mit den Römern und deutschen Kriegern auf dem Theaterzettel hervorrief, wurden durch die Aufführung pünktlich bestätigt. Dies Drama ist typisch für die Art und Weise wie die Eymnasiastenreminlszenzen ganz gut begabter junger Leute unter Beihilfe jener„gebildeten Sprache, die für uns dichtet und denkt", sich zu dramatischen Konflikten und Trauerspielen umsetzen. Ein „tragischer Ausgang" läßt sich in Zeiten, wo das Schwert so locker in der Scheide sitzt, im Handumdrehen finden und ebenso auch die Beziehung einer blutigen Handlung zu irgend einer Art„Idee", vor allem aber, man kann da seine Geschöpfe handeln und reden lassen, wie man will, ohne jene lästige Kontrolle des psychologisch Möglichen, die der Zuschauer aus eigener Erfahrung ausübt. Von einer Anna glaubt doch jeder etwas zu verstehen, aber wer will ermessen, was alles bei einer Jrmingard möglich ist? Als der römische Feldherr Flaminius, durch den Anblick der gefangenen deutschen Fürstentochter Lasch veredelt, in unwiderstehlich-süßem Goldschnittlyrikton das Herz der Spröden bestürmt, gibt sie sich nach langer Gegenwehr dem Feinde ihres Landes mit den schönen Worten hin:„Morgen töte mich!" Mit der„tragischen Schuld" ver- bindet sich sogleich der wohltuende Ausblick auf die poetische Ge- rcchtigkeit, die schgn für Sühne sorgen wird. Da Flaminius be- greiflichcrweise ihren Wunsch nicht ausführt, wählt das Schicksal Jrmingards Vater, de» alten Fürsten Jrmin, zum Vollstrecker. Sie erfährt von ihm den Handstreich, den ihre Volksgenossen gegen die Burg der Römer planen und büßt, indem sie das Geheimnis vor Flaminius bewahrt. Der Uebcrsall gelingt und ein gewaltiges Morden hebt an. Etagenweis häufen sich die Leichen auf der Bühne. Den Anfang machen ihre beiden unmündigen Brüder, die Geiseln. Zum Schluß kommt sie heran. An der Seite des ge- fallcnen Geliebten, vor ihres siegreichen Vaters Augen erdolcht sie sich. Die Abschiedsszcne zwischen Jrmin und den beiden kleinen Söhnen, die wissen, daß sie als Geiseln den Ueberfall mit ihrem Leben zahlen werden, war die einzige, die einen gewissen Nach- hall im Fühlen hinterließ, sonst herrschte unumschränkt die Phrase und die Langeweile. Di? Inszenierung war stimmungsb-ll. ckt. Humor und Satire. — DaS rote Röcheln und der verkitschte Heilige. In einer Musikkritik der Zeitschrift„Morgen" liest man wörtlich: „In der Balalaika spielt alles mit. was es an greifbaren Dingen gibt. Dieser Ton ist die Melodie menschlichen Röchelns hinter roten Samtvorhängen.— Wenn die Balalaika in Europa spielt, werden die Männer rot und unruhig, und die Frauen lehnen sich zurück mid verdrehen die Augen. DaS Balalaika-Orchester erotisiert einen Was die einzelnen Steuern anbelangt, so habe ich dabei von einer neuen Aera nichts merken können. DaS ungeheuerlichste ist die Elektrizitäts- und GaSsteuer. Ich bedauere, daß ein solcher Ent- lvurf überhaupt gedruckt werden konnte. Ebenso liegt eS mit der Jnseratensteuer. Hier werden vor allem die Fachblätter getroffen, also wieder das Gewerbe und vor allem das kleine und mittlere Gewerbe. Den Tabak halte ich allerdings für ein gutes Stenerobjekt, nur müßte eS wesentlich anders angefangen werden als bei der vorgeschlagenen Banderolesteuer. Jnicressant ist. daß die einzige direkte Steuer, die alle Besitzenden trifft, abgelehnt wirb von den Vertretern des Großgrundbesitzes, denselben Leuten, die das Spiritusmonopol verlangen und dabei vom Reich obendrein noch ein großes Geschenk bekommen sollen. (Hört! hört! links.) Das Ziel unserer Wirtschaftspolitik muß sein: Beseitigung, wenn auch allmähliche, der LcbenSmittelzölle, Auf- Hebung der Salzsteuer und ihre Ersetzung durch wirklich ausreichende Konsumsteuern und direkte Steuern.(Bravo! links.) Abg. Schwrickhardt(siidd. Vp.): Zur Gesundung unserer Finanzen muß eine gründliche Einschränkung in den Ausgaben vorangehen. (Sehr richtig! links.) Das Spiritusinonopol verwerfen wir wie jedes Monopol als Eingriff in die Gewerbefreiheit. Für die Ent- icbödignngen werden dabei noch 190 Millionen Mark verlangt, die wieder durch Anleihe anfgebracbt werden sollen—, als ob wir noch nicht genug Schulden hätten. Man will mit dem Monopol die Ver- güiistigungen für die Großgründbesitzer verewigen.(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Die Gas- und Elektrizitätssteuer lehnen wir als durchaus verfehlt ab. In Süddeutschland braucht die Industrie billige elektrische Kraft, und man sollte die Entwicke- lnng nicht durch Verteuerung der elektrischen Kraft stören. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim Gas, das in Süddeutschland vielfach an Stelle der teuren Kohle und des teuren Holzes zum Heizen ge- braucht wird.(Bravo! bei den Freisinnigen.) Direktor im Reichsschatzamt Kühn erklärt, da? Reichsschatzamt habe sich bei der Bearbeitung der Branntweinmonopolvorlage mit Männern der SpirituHzentrale in Verbindung setzen müssen, da diese die einzigen waren, die Erfahrung auf diesem Gebiete besaßen. Deshalb sollte man also nicht, wie der Vorredner getan, Borwürfe gegen das Reichsschatzamt erheben. Abg. Bogt-Crailsheim(wirtsch. Vg.) erklärt sich für eine Reichs- Vermögenssteuer, gegen das Branntweinmonopol und die Weinstcucr» der die württembergische Regierung leider zugestimmt habe. Abg. Bindewald(Antis.): Nicht das persönliche Regiment allein ist schuld an unserer Finanzmiserc, wie der Abg. Südekum meinte; wir sollten nicht vergessen, daß die Regierung fortgesetzt durch den Reichstag zu Ausgaben gedrängt ist. Wir stehen heute vor der furchtbaren Gefahr, in die Schuldknechtschaft der goldenen Horde zu geraten.(Sehr richtig! bei den Antisemiten.) Tragen wir die Schulden nicht ab, so haben wir in den nächsten 32 Jahren lediglich an Schuldenzinsen 10 Milliarden Mark zu bezahlen. An- gesichts dessen ist die gegenivärlige Forderung von'/a Milliarde nicht zu hoch, und eS wäre sehr gut, wenn die Summen für die Schuldentilgung verdoppelt werden könnten. Die Lasten bei den Steuern sollen aber auf die trag fähigen Schultern kommen, daS ist das Großkapital. In der Vorlage sucht man vergebens nach einem sozialen Gedanken. Das Großkapital wird geschont und die Lasten werden dem Mittelstände aufgebürdet. Das zeigt sich bei der Brannt» weinsteuervorlage, bei der Tabaksteuervorlage. beim Brau- steuergesetz, beim Weinsteuergcsetz. Man sollte eine Getränlc- steuer einführen, der aber vor allem auch die a l t o h o l» freien Getränke unterworfen werden müssen, die mit einem Gewiim von 500 Proz. und mehr hergestellt und verkauft werden. Eine Nachlaßsteuer sollte erst bei 100000 M, gefordert werden, bei einem niederen Satze müßte mindestens immobiler Nachlaß freigelassen werde». Die Gas- und ElektrizitätSsteuer kommt nur genau so vor wie die Fahrkartensteuer; sie bewilligen bedeutet den gesunden Fortschritt hemmen. Für durchführbar halten wir eine Reichs- Vermögenssteuer, welche den Kapitalismus trifft. Auch eine Reichs- zuwachssteuer sollte das Reich einführen. Eine dem Volke sympathische Steuer ist vor allem die W e r t st e u e r. Der Bergwerksberricb sollte zur Reichssache gemacht, die Bergwerlsbesitzer sollten ent- eignet wären. Der Appell an den Patriotismus wäre auch berechtigt gegenüber den Fürsten des Deutschen Reiches, die freiwillig ver- zichten sollten auf ihre veralteten Privilegien.(Bravo! bei den Antisemiten.) Hieraus vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend. 11 Uhr. Schluß 6'/z Uhr. Wiener Walzer aus seiner geheimniskrämerischen Galantrie zu fleischlichen Grimaffen. Ein einziger Geigenstrich hinein in daS katzenhast schleichende Brustdunkel dieses Naturklanges müßte wirken wie das weiße Lächeln eines verkitschten Heiligen." — DaS richtige Buch.„Dies würde gerade das richtige Buch sein, das Sie Ihrer Frau vorlesen könnten," meinte der Kol- porteur.—„Ich lese nicht und habe auch keine Frau l" schnauzte Herr NobbL.—„Nun, wenn Ihre Frau tot ist, sind doch vielleicht Kinder da. Und Kinder finden gerade dieses Buch——„Kinder sind auch nicht dal ES ist keiner da außer mir und der Katze."— „Nun," versetzte der verzweifelte Kolporteur,„brauchen Sie denn da nicht manchmal ein gutes, schweres Buch, um es nach der Katze z» werfen, bloß so zur Beruhigung Ihrer Gefühle? Bei den meisten Büchern würde e» Ihnen leid tun, sie auf diese Weise zu ruinieren. aber dies—_(„Answer S.'j Notizen. — K u n st a b e n d e. In der Reihe der Tondichter-Abende de! Schiller-TheaterS wird am Sonntag im Bürgersaale des Berliner Rathauses ein„Hugo Wols-Abend" veranstaltet. Es werden außer Liedern auch Partien aus seiner Oper„Corrigedor" vorgetragen. Den einleitenden Vortrag hält Dr. Max Burckhard.— Im Schiller- Saal. Charlottenbürg, findet Sonntag 8Vz Uhr ein Theodor Körner-Abend statt. — tl r a u f f ü h r u n g en. Julius Babs Drama„ D a K Blut" vermochte im Stuttgarter Hostheater nicht tiefer zu interessieren.— DaS Trauerspiel„Thersites" von Stefan Zweig wurde gleichzeitig in Kassel und Dresden mit Erfolg auf- geführt. — Was Milton für sein„Verlorenes Paradies" bekam. Am 9. Dezember werden 300 Jahre seit der Geburt deS großen puritanischen Dichters Milton verflossen sein. Im Britischen Museum ist jetzt schon eine Ausstellung von Milton-Reliquicn er- öffnet. Auch der Vertrag vom 27. April 1667, den Milton mit dem Drucker des„Verlorenen Paradieses" abschloß, ist zu sehen. Laut diesem Vertrag bekam Milton für die erste und für jede weitere Auslage 100 M., eine auch bei Berücksichtigung der höheren Kauf- krast des Geldes von damals sehr bescheidene Summe. In Deutsch- land freilrch erreichten die Autorenhonorare noch beträchtlich spätei nicht diese Höhe. — Die Drahtseilbahn auf den Fuj'iama. AuS im fernen Osten vollzieht sich die Entwickelung zum industrie beherrschten Zeitalter auf Kosten der Unberührtheit der alten Natur schönheiten. Der Fuji, der berühmteste Berg der japanischen Inseln der mit seinem mächtigen Kegel iveithin sichtbar über das Mee! emporragt und zu einem Wahrzeichen Japans geworden ist, sol jetzt mir einer modernen Drahtseilbahn versehen werden. Dil „Minerva" berichtet, daß der Barr bereits begonnen hat. Auf dem Gipfel des Fuji soll ein mächtiger elektrischer Leuchtturm eingerichtet werden, der zur Nachtzeit seine Strahlen weithin über das Land ergießen wird. . unserem Bericht über die Sitzung vom Mittwoch dieser ÄZdche(„Vorwärts" Nr. 277) war eine wichtige Stelle aus der „denkwnrdtgeD" Rede des Staatssekretärs von Bettzmann-Hollweg durch Satzfehler usw. verstummelt, so daß wir eS für erforderlich halten, sie nach dem Stenogramm zu wiederholen: „Der Sinn und der Ätortlaut meiner Erklärungen ist dahin gegangen, dach das nationale Interesse, welches für den Sprachenparagraphen matzgebend gewesen ist, gerade auch gegenüber den Arbeitern polnischer Zunge im Weste» des Reichs zur Geltung kommen müsse, weil, wie ich das im ganzen Verlauf der Ver. Handlungen über das Bereinsgesetz lviederholt betont habe, ich nicht anerkennen kann, datz die polnischen Gelverkschaftsorgani- sationen, namentlich rm Westen des Reichs, ausschlietzlich geWerk- schaftliche Zwecke verfolgen(Unruhe links und bei den Sozial. demokmten), sondern well es sich bei ihnen überall darum handelt, politisch-nationalen Zielen nachzugehen.(Sehr richtig! rechts.— Unruhe und Zurufe bei den Sozicildemilkraten.� parlamentarircbed* Zur Gewtrbeordnnngsnovelle. Der an das Plenum des Reichstages gelangte Teil der Gelverbeordnungsnovelle will aus Anlaß der Berner Kou- vention die zehnstündige Maxi malarbeitSzeit für Arbeiterinnen mit dem 1. Januar 1910 einführen und die bislang nur für Fabrik- arbeiter gültigen Vorschriften der Gewerbe- ordnung auf alle Betriebe ausdehnen, in denen mindestens zehn Arbeiter beschäftigt tv e r d e n. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat zu der in der nächsten Woche beginnenden zweiten Lesung des Gesetz- entwurfes im Plenum eine Reihe Anträge gestellt, deren Im halt folgender ist: Es soll an Stelle der zehnstiindigcn Höchst- arbeitszeit am 1. Januar 1909 eine nenn» stiindiqe und vom 1. Januar 1912 eine acht- fmndtge treten. Die Vorschriften sollen ferner für alle Betriebe gelten, für die(nicht nur in dcnkv I) mindestens fünf Arbeiter beschäftigt sind. Dieser Abänderungsantrag soll ver- hindern, daß mit Hilfe der Heimarbeit die Schutzbesttnunungen umgangen und die Heimarbeiten ausgedehnt werden. Die Sckmtzbestimmungen, die heute für Jugendliche von 14 bis zu IL Jahren gelten, sollen auf alle jungen Leute bi« z« 18 Jahre» ausgedehnt werden. Den Wöchuermnenschutz. den die Kommisston von sechs auf acht Wochen ausdehnen will, wollen die Anträge der Sozial- demokrnten auf 12 Wechen erstrecken und gleichzeitig die Ein- führung von Krankengeld für diese Zeit als ein Obli gatorium für Gemcindekrankendersicherungen und alle Kranken lassen durchsetzen. Die Kommission sieht Ausnahmen von der gesetzlichen Höchstarbeitszeit für 40 Tage bei außer gewöhnlicher lleberhäufung mit Arbeit. Unterbrechung des Betriebes durch Naturereignisse und für Saisonbetriebe vor. Der sozialdemokratische Antrag will die Ausnahmetage au 30 herabsetzen. 139» Ziffer 5 ermächtigt den Bundesrat, für Gewerbe zweige, in denen die Nachtarbeit zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeits- erzeugnissen dringend erforderlich erscheint, Ausnahmen von den Schutzbestimmungen für 60 Kalendertage zuzulassen. Auch diese Zahl auf 30 herabzusetzen, wird von unserer Fraktion beantragt. Wettere Anträge verlangen, daß bei Gestattung vonAuS nahmen wegen außergewöhnlicher Häufung von Arbeiten Arbeit nicht bis 9 Uhr, sondern höchstens bis 8 Uhr gestattet werde. Die elfstündige Ruhezeit der Arbeiterinnen und Jugend lichen wollen weitere Anträge auch für die Ausnahmefälle ge wahrt wissen. Die Ermächtigung der unteren Verwaltungsbehörde, von dem Arbeitsschluß um 6 Uhr an Sonnabenden und den Vor abenden von Festtagen Ausnahmen zu gestatten(§ 138a Abs. 6 G.-O), soll beseitigt werden. Endlich soll die elf stündige Ruhezeit, entgegen dem Kommissionsbeschluß, auch auf das Gast- und Schankivirtfchaftsgewerbe sowie aus das Verkehrsgewerbe erstreckt werden. Weingefehkommissio». In der Donnerstagsitzung verbreitete Professor K u l t s ch als Sachverständiger sich ausführlich über den jetzigen Umfang und über die Wirlungen der Zuaerung: __. ES liege ein erdrückende« Be weismaterial dafür vor, datz mit Vorbedacht grotze Mengen von GSure erzeugt werden, um Zucker ver wenden zu können I In welcher Weise mit der Zuckerung Mi brauch getrieben wird, gehe u. a. daraus hervor, datz eine gro Wetnftrma zugestanden habe, den besten Jahrgang ISVO u m b> s Pro z. gestreckt zu haben I Genoste David führte aus, datz man durch gestsetzung einer Höchstgrenze die Zuckerung bis zu dieser Grenze immer gestatte. auch wenn die Trauben überreis wären; deshalb erscheine es gel boten, datz der guckerwasserzusatz nur soweit gestattet werde, als eS zur Milderung des herben Geschmacks erforderlich sei. Nach längerer Debatte wurde mit 14 gegen 11 Stimmen beschlossen, in das Gesetz eine Zweckbestimmung für das Zuckern einzufügen. Eine noch einzusetzende Snbkommffston soll dem Plenum der Kam Mission entsprechende Vorschläge machen, ob die Fassung der Re gierungsvorlage, die zur Voraussetzung mangelnde Keife der Trauben hat. oder ob einer der vorliegenden Anträge, welche die Zuckerung nur zum Zwecke der Verbesserung, nicht der Verlängerung deö Weines gestatten wollen, oder ob eine ganz neue Formulierung des Begriffs versucht werden soll. Die Höchstgrenze der zulässigen Zuckerung wurde aus Antrag Staufcr mit 1b gegen IL Stimmen auf ein Fünftel des fertigen Produktes festgesetzt.— Tie schön Uikeitierien Weinflaschen zierten wieder einen Tisch im KommissionSztmmer Niemand würdigte sie jedoch nach den Srsahrungen vom Mittwoch eines Blickes! Am Freitag beriet die Kommisston über den Zeitraum, in dem die Zuckerung zugelassen werden soll. Bis jetzt besteht darin keinerlei Beschränkung. Die Regierungsvorlage schlägt vor: vom Beginn der Weinlese bis zum 81. Januar des folgenden Jahres, während die Winzer meist eiiie» kürzeren Zeitraum wünschen. Ihren Argumenten wurde entgegengehalten, datz gerade die Zeit- beschränkung der Zuckenina zu deren BermehrunZ beitrage) denn mancher Winzer, der im Zweifel sei, ob der betretende Jahr- ang deS ZuckernS bedürfe, werde, um sicher zu gehen, auf alle Fälle zuckern. Beschlossen wurde ichlietzlich mit 14 gegen 10 Stimmen 1. datz bei der Zuckernng über den Schlutz des Kalenderjahres nicht hinaus- gegangen werden dürfe; 2. einmal gezuckerter Wein darf nicht noch- maiS gezuckert werden(mit allen Stimmen)', 0. ältere ungezuckerte Weine dürfen vom 1. Oktober an bis zum 31. Dezember gezuckert werden; bei neuen Weinen ist die Zuckernng mit dem Beginn der Weinlese gestattet. Gegen die Beschränkung der Zuckerung wehrten sich am meisten die Vertreter der Mosel, die behaupten, datz ihre Trauben wegen ihre» starken Säuregehalts einen ganzen Monat später reif werden als die auf anderem Rebgelänoe gezogenen. Da nach der Vorlage in Zukunft die Zuckerung mir innerhalb des Weinbaugcbietes vorgenommen werden darf, aus weichem die Trauben staninien, so darf der fremde Wein in Denlschtand überhaupt nicht mehr I' gezuckert werden! Auch dars Wein, der beispielsweise aus dem Elsaß stammt, nicht mehr an der Mosel gtznckert werden, wenn— was nicht an- zunehmen ist— beide genannten Bezirke nicht zu einem Weinbau- gebiet vereinigt werden. Weiter ist noch bestimmt, datz die Absicht. Traubenmaische, Most oder Wein zu zuckern, der Behörde anzuzeigen ist. lieber die Einteilung der Weinbaubezirle wurde die Debatte »och nicht zu Ende geführt.—- Nächste Sitzung Dienstag. Die Budgcttemmissten des AbgeorbneienhauseS hat am Freitag zunächst die Gehälter det Universitätsprofessoren anders geregelt. Den Unterschied zwischen der Universität Berlin und den Landes- Universitäten, den die Regierung beibehalten wissen wollte, hat die Kommission aufgehoben, sie hat ferner auch für diese Staats- beamten G e h a l t s s k a l e n festgesetzt(2600 bis 4800 M. für autzerordentliche und 4800 bis 7200 M. für ordentliche Professoren). Prinzipiell hielt die Kommission daran fest, datz die Professoren von den für ihre Kollegien eingehenden Honoraren einen Teil in einen Fonds abführen, aus dem ihre schlechter gestellten Kollegen Zuwendungen bekommen, doch erhöhte sie die Summe der Honorar«, die sie voll erhalten, von 3000 auf 4000 M., von dem darüber hinausgehenden Betrag fällt ihnen nur die Hälfte zu, die andere Hälfte geht in den genannten Fonds. Ausgenommen von der nuen Gehaltsordnung sind die Professoren, welche 1. auher oder neben der ihnen übertragenen Professur ein mit PensionSberech- tigung verbundenes anderweitiges öffentliches Amt bekleiden oder ein solches bekleidet haben und Penston oder Wartegeld beziehen; 2. ein Extragehalt bei der Akademie der Wissenschaften oder der Göttinaer Gesellschaft der Wissenschaften beziehen; 3. mit ihrem Einverständnis vom Halten der Vorlesungen entbunden sind, oder bei denen nach Entscheidung deS UnterrichtSministerS Voraussetzungen vorliegen, unter denen nicht richterliche Beamte in den Ruhestand versetzt werden können. Von sonstigen Beschlüssen ist zu erwähnen die gegen die Stimmen der Konservativen und einigen Vertretern des Zentrums zustande gekommene Erhöhung des Gehalts der Direktoren beim Abgeordnetenhause und beim Herrenhause von 7200 auf 7800 M. Abgelehnt wurden die von der Regierung beantragten Stellenzulagen in Höhe von je 1000 M. für die Eisenbahndirektions- Präsidenten, Berghauptleute und Beamte in ähnlichen leitenden Stellen, sowie die beantragten Erhöhungen der bereits gewährten Stellenzulagen an die Oberprästdenten, Regierungspräsidenten und den Berliner Polizeipräsidenten. Die Regierungspräsidenten be- kommen also»ach wie vor 12 000 M. Gehalt und Stellenzulagen von durchschnittlich 2000 M.,.der Berliner Polizeipräsident 12 000 Mark Gehalt und 3000 M. Stellenzulage, die Oberpräsidenten Ll 000 M. und 3000 M. Zulage. Nicht bewilligt wurden ferner die Gehaltsaufbesserungen für die Direktoren der OberrechnungS- kammer, die Senatspräsidenten beim Oberverwaltungsoericht, die Oberlandespräsidenten, die Unterstaatssekretäre und den Präsidenten des Kammergerichts. Die Abstimmung ist aber nur als eine vor- läufige anzusehen; bis zur zweiten Lesung wird sicher noch für einen Teil der höheren Beamten, wenn nicht für alle, etwas herausgeschlagen werden. Einstimmig abgelehnt wurde die für den Chef des Geheimen ZivilkaVinettS beantragte Gehaltserhöhung um 0000 M.—— Hert von Valentins wird sich also ebenso wie sein Vorgänger Lu eanus mit 20 000 M. jährlich begnügen müssen. Tie Lehrerbesoldungskommission des Abgeordnetenhauses be faßte sich am Freitag zunächst mit der im 8 20 geregelten Natural- leistung, Wohnung, Feuerung, Ackernutzung usw. Der Magde- burger Lehrertag hat seinerzeit die völlige Beseitigung verlangt und reine Barbezüge gefordert. Diese Forderung fand nicht einmal Unterstützung bei den Freisinnigen, die die völlige Aufhebung als nicht empfehlenswert bezeichneten. Es bleibt also beim alten Verhältnis. Ein« längere Debatte entspann sich beim 8 27, die Alters- zu lagen betreffend. Die Freikonservativen machten den Ver- such, nach den gescheiterten Besoldungsiassen wenigstens etwas zu retten. Der Antrag geht dahin: für die gesamte Monarchie eine Alterszulagekasse zu schassen, daß aver Der Staatszuschutz nicht, wie bisher, nach Schulstellen gezahlt wird, fondern nach der Leistungsfähigkeit der Gemeinden; auch soll der Beitrag der Ge- meinden und der Schulunterhaltungspflichtigen in Prozenten der Einkommensteuer erfolgen. Von anderen Parteien und von der Regierung wurden tpieoer Verfassungsbedenken erhoben, einer der freisinnigen Redner sah sopar den sozialdemokratischen ZukunftS- staat anmarschieren, weil dle unausbleibliche Folge die Staats- schul« sei.— Der Versuch, diesem Antrag Gesetzeskraft zu ver» schaffen, zeiyt wieder einmal, mit welcher Leichtfertigkeit in Preußen Gesetze fabriziert werden, denn selbst die Antragsteller sind sich über die Wirtuna eines solchen Gesetzes nicht im Reinen! Du Mi nisterialdireltor Schwartzkopff sagte, daß möglicherweis« die um- gekehrt« Wirkung eintreten b" ______________„__________!önnte, welche dt« Äntragsteller bab sichtigen, nämlich: eine große Entlastung der großen Städte. Von allen Seiten, namentlich von der Regierung, wurde darauf hin« gewiesen, daß die Einkommensteuer gar keine Unterlage für eine gerechte Heranziehung zu den Lasten abgebe, weil tn dem Ertrag der Einkommensteuer die LetstungSfähigkett nicht voll zum Ausdruck kam. So konnte ein freisinniger Redner daraus hinweisen, daß von den Konservativen behauptet worden sei(allerdings von ihrem Standpunkte aus recht unvorsichtig), daß in einem wohlhabenden Dorf durchschnittlich höchstens 100—300 M. Ertrag an Einkommen- steuer herauskomme: das ließ« doch erkennen, daß die Veranlagung recht wenig sorgfältig sei. Der Finanzmtnister nickte dem Redner verständnisinnig zu.... Es wird sich wohl noch Gelegenheit stnden, diesen Zustand Hess« unter die Lup, zu nehmen. Bisher ist die wiederholt verlangte Nachweisung der Gemeindin uno ..... a rüber, welche Staatsunterstützung st« beziehen, Schulverbänd« darüber, W>»WMWWW>>WWWW nicht gebracht worden, jetzt wird st« unbedingt gegeben werden Zu einer Abstimmung kam e» nicht; dt« Sitzung wurde auf Ml' Montag vertagt. Drucksachen. Au» tzem Reichstag.(Nr. 1048.) Entwurf eine» Ar- beitSkammer-Gesetze»(nebst Begründung und Anlagen). Hiid der Partei. Hen>6 gegen Jnurö». Baris, 20. November.(Sig. Ber.) Eine ungeheure Menge— wohl 8000 Männer und Frauen— hatte sich gestern im Tivoli- Vaurhall zusammengedrängt. Aus der Tagesordnung der von der sozwlistischen Selne-göperalion einberufenen Versammlung stand ein Referat Jaufä« über den Kongreß in Toulouse. Zugleich aber hatte sich Hervä als Gegeiiredner angemeldet und eine eifrige Propaganda brachte den ganzen Heerbann der Pariser Antipatnoten gnd Anarchisten auf die Beine. So war eö nicht verwunderlich, daß sich die Versammlung überaus stürmisch gestaltete. Jaurüö Ausführungen wurden alle Augenblicke durch Zwischen. rufe gegen die Parlamentarier unterbrochen und einigemal dauerte es etliche Minuten, bis der Redner fortfahren konnte. Nur der kaltblütigen Leitung S e m b a t S gelang es. die Versammlung zu Endo zu führen. Nach JaureS kam H i r v ö zu Worte. Er ver- spottete die parlamentarische Aktion, behauptete, die sozialreforma- arischen Forderungen hätte dw sozialistische Partei dem— bour- geoisradikulen Programm entnommen, beklagte sich über die Ge- nassen, die in Toulouse den Ausschluß der..Antipatnoten" gefordert hätten, weil diese mit den„anarchistischen Kameraden" nicht brechen die einzig die Befreiung d«S Proletariats bewirken könne. Trotzdem die einzig die Befreinng des Proletariats bewirken knne. Trotzdem Herve die Popularität auszuspielen hatte, die ein im Kerker der- brachteö Jahr verleiht, wirkte seine Rede ziemlich enttäuschend und cS regnete derbe Zwischenrufe. Als JaurhS ihm in feiner Replik entgegenhielt, daß die Gewalt wohl eifw Geburtshelferin fei, ver- rühte Geloalt aber zu einer Fehlgeburt führe, erscholl hat tzie Versammlung gezeigt, datz die anarchistische Flut auch in Paris schon stark zurückgewichen ist. Um so eigentümlicher ist es. daß die von R e n a u d e l vorgelegte Tagesordnung wohl die Rcsohition von Toulouse bekräftigt, aber in ihren ausführenden Sätzen gerade die entscheidenden Stellen über die Notwendigkeit der Eroberung der politischen Macht und die Wahlarbeit ausge- lassen hat. Auf diese Art wurde freilich eine fast einstimmige Annahme erzielt. Aber wozu hat denn Jaures die sozialistische Parlamentspolitik verietdigl? Und welchen Zweck hat ein Partei- beschluß, wenn man ihn nachher den Parteigenossen nur in abge- schwächt« Form unterbreitet?_ Gciiieindcwahlc». In Lichtendorf im Kreise Hörde siegten die sozial- demokratischen Kandidaten in der zweite» Abteilung. Die gegnerischen Kandidaten brachten ganze 8 Stimmen auf. In Barop bei Dortmund, wo, wie wir bereits meldeten, beide Mandate der dritten Klasse von der Sozialdemokratie erobert wurden, ihre Kandidaten aber in der zweiten Abteilung(die für aussichtslos galt) mit nur 6 Stimmen Minderheit unterlagen, ist der Sieg der Bürgerlichen auf Ungehörigkeiten zurückzuführen, die wohl zur Ungültigkeitserklärung der Wahl der zweiten Abteilung führen werden. Bei der Wahl der Stadtverordneten dritter Klasse in Kalk bei Köln erhielt die Sozialdemokratie 847 und 853, das Zentrum durch- schnlitlich 1030, die Liberale» 201 und 303 Stimmen. ES ist somit Stichwahl zwischen unseren Genossen und den Kandidaten des Zentrums erforderlich. Die Wahl brachte abermals eine Ver- doppeln ng der sozialdemokratischen Stimmen gegen die votige Wahl. Bei der Gemeindewahl in Schweinfurt beteiligten sich 92 Proz. der Wähler. Gewählt wurden 7 Liberale und 3 Sozial- demokraten. Die Liste der„Schwarzen", die sich mit unzufriedenen Liberalen verbündeten, fiel trotz deren schoflen Kampfesweise durch. Gewählt wurden die Genossen S ä ck l e r, Landtags- abgeordneter Lang, Grschäftsführer, und Pfister, Kassengebilfe. In Freist« g(Bayern) wurde bei den Gemeindewahlen zum ersten Male ein Sozialdemokrat gewählt. In Leithausen(Bayern) wurden bei der Gemeindewahl zwei Sozialdemokraten gewählt. Der Gemeinderat zählt jetzt vier Sozialdemokraten. Zur Gemeindewahl tn Werder a. H. wird uns noch ge- schrieben: ES erhielten die sozialdemokratischen Kandidaten Gast- wir« Max Kock. Maurer Albert Näther und Arbeiter Karl Schwerickc 204, 203 und LOS Stimmen, die liberalen Kandidaten 145. 146 und 129 Stimmen; 13 Stimmen waren zersplittert. Bei den GemeinderatSwahlen tn Rottleben bei Franken- Hausen siegte die sozialdemokratische Liste, so datz in Zukunft fünf Arbeiter und ein Landwirt im Gemeinderat sitzen werden. Eine sozialdemokratische StadtratSmajorltSt. Infolge des Sieges der Sozialdemokratie be! der letzten Stadt- ratswahl in F r a n k e n h a u s e n am Kyffhäuser Häven unsere dortige» Genossen die Majorität im Stadtrat. Von 10 Mandaten sind 6 in ihrem Besitz._ Ein„Opfer der Sozialdemokratie". AlS„Opfer der Sozialdemolraiie" bezeichnet das ZenlrumSblatt „Oberelsässische Landeszeilung" in Mülhausen i. E. den in: Jahre 1905 von dem damaligen Bürgermeister RegierungSrat K a v s e r im Disziplinarwege ohne Pension eitttasienen städtischen Badever Walter Schlegel, dein der sozialistenreine Gemeinde- rat aus sein Ansuchen letzt die volle Pension tn Höhe von 1622 M. jährlich bewilligt hat. In der 1. Koinmiiston de» Gerneiiiderat» wurde eS, wie das ZenlnimSvlalt meldet, als Pflichi der Stadl bezeichnet, das an diesem„Opfer der Sozialdemokratie" begangenes Unrecht durch Beivilli�ung der vollen Pension„wieder gutzumachen." Dezeichnender- weise stinimte, was das Blatt dabei nicht ermähnt, der verantwortliche Redakteur der„Oberels. LandeSzeitrmg" im Gemeinderat gegen diese Pension. Ursache der plötzlichen Entlassung des slädrischen BadeverwalterS Schlegel war im Jahre 1905 die amtliche Feststellung, daß Schlegel lange Jahre hindurch Arbeiter- frauen, die im städtischen Badedienst aushalfen, gelegentlich in seinem PrivathauShalt beschäftigte, indem er diese Arbeits- stunden für die Stadt aufnotierte und aus der Stadt- lasse bezahlen ließ; ferner, daß Schlegel öfters die Kassiererin durch die eigene Tochter vertreten lieh, wozu er nicht berechtigt war. Nach seiner E»tlossu»a verweigerte Schlegel die Vorlegung der Kassenbücher, die er beieittgt hatte, wozu noch kam. daß bei Prüfung der Jahrberechiiniig 1904, über welche im November 1905 im Geineinderat Bericht erstattet wurde, sich der Verbrauch auffällig grotzer, mit der Zahl der verbrauchten Bnder nicht in Ein- llang zu bringender Mengen von Mlneralien ergab, so datz der Geineinderat die Abnahme dieses Teiles der JahreSberechnuiia ablehnte und Nachprüftma durch eine Kominisston veichlotz. Auch bleser Kommission händigte Schlegel dt« Kassenbücher nicht auS, vernichtete sie vielmehr. Die dann später von ihm trotz alledem«tngereichte» Pensionsanlräge lehnte die sozialdeniokratilche Gemeiilderarsmehrheit natürlich konsequent ab. indem ihre Redner betonten, datz Schlegel zufrteden damit sein tömite, nicht dem Slrafnäiter übergeben zu werden. E» ist kennzeichnend für die Moral der jetzt herrschenden vürgerlichen Parteien, datz sie trotz dieses öfsenilich bekannten Sachverhaltes dem Manne die volle Pension bewtll taten unter dem Vorgeben, er sei«in „Opfer der Sozialdemokratie", und eS illiistrien de» sittlichen Tief- stand der ZeiilrumSpresse. datz sie diesen schmutzigen Schwindel mitmacht. olnvohi der verantwortliche Leiter des Blattes in Mülhausen seiner besseren Ueberzeiignng gemätz im Genieinderat mit zwei graktioustollegen gegen die Pension gestimmt hatte I Den, Relchsverband gegen die Sozialdemokratie sei dieser typische Fall zur Ausschtachlung in den Gemelndewahtkämpfen wärmstenS empfohlen._ donnernder Beifall. Im ganzen A»S den Organisationen. Der Wahlverem für den zweiten hannoverschen und zweiten oldenbu ratschen ReichStagswahlkreis halte im Gefchäslsiahr 1007/08 eine Gesamteimiahme von 12 683.75 M., eine GesaiiitaiiSgabe von !0 590.47 M..(0 datz eiu Ueberschuß von 2093.28 M. verbleibt. Der Mitgltede> stand betrug in dem Berichtsjahre 1776 mäiuiltche und 800 weibliche, gegen daS Borjahr mehr 238 männliche und 58 weibliche. poU-ettiriu», Gerichtliches ukw. Eine Spitzelgefchichte. Am 6. März d. I. wurde Genosse Alwin Brandes vom Schöffengericht zu Magdeburg wegen„Bs- lejdigung" des Konsumvereinsretters Bernard« zu 100 M. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängnis verurteilt, weil et angeblich In einer Versammlung Herrn Beruardö einen Spitzel genannt hgben soll. Da Brandes alö langjähriges Mitglied des Konsum- Vereins dem schädigenden Treiben Bernard»' gegenüber in Wahr- n e hm ung berechtigt et Interessen gehandelt hat. auch der bestimmten Meinung war, das Wort„Spitzel" den» BernardS gegenüber nicht gebraucht zu haben, legt« er gegen da» erstinstanzliche Urteil Berufung ein, und zwar— mit Erfolg. Am Montag fand die Berufungsverhandlung vor der Straf, lammet statt. Der Zeuge Roether. früher Chefredakteur de» „Zentral-AnzeigerS"(Magdeburg), stand mit dem Konsumverein auf KriegSsntz. Er hatte den Privatkläger kennen gelernt und aus seinen Gesprächen entnonimen, datz er ebenfalls dem Konsum- verein feindlich gesinnt war. Zeuge gab dem BernardS den Rat, als Mitglied in den Konfumverein einzutrete» und über alle Ber. sammlungen und internen Vorgänge gegen Honorar Bericht für den„ZentralAnzeiger" zu erstatten! Bernards wurde dann > auch Mitglied und berichtete, wobei er äußerte. eS sei ihm gelungen. Vertrauensmänner zu bekommen, die ihn mit Nach- richten versähen. Auf die Frage des Verteidigers, Rechtsanwalts Landsberg. an den Zeugen:„Wenn Ihne» nun jemand eine derartige Zu- mutung gestellt hätte, wie Sie dem Bcrnards, würden Sie darauf eingegangen sein?" erwiderte Roether:„Nein, unter keinen Um- ständen!!" Wetter bekundete der Zeuge Roether:„Mir hat ein- mal der Lehrer Siering zu Sommerschenburg gesagt, BernardS fei zwar intelligent, aber feine Charaktereigenschaften seien sehr bedenklich." Mit erhobener Stimme:„Ich bedauere auf das leb- hafteste, mich mit BernardS eingelassen und ihn engagiert zu haben!" Der Verteidiger beantragte hierauf, das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und den Angeklagten von Strafe und Kosten frei- zusprechen. In längerer Rede schilderte er die äußerst Zweifel- haste Tätigkeit, die Bernards im Konsumverein ausgeübt hat. Demgegenüber habe der Angeklagte nur recht gehandelt, wenn er als langjähriges Mitglied, dessen Saftsumme auf dem Spiele stand, diese Angriffe alevehrte. Zweifeilos hätte er dabei in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt. Ein Spitzel sei der Kläger ge» ivesen, das stehe unter allen Umständen fest. Zwar nicht ein Spitzel im Dienste der Polizei, ober doch einer im Dienste des „Zentral-Anzeigers". Der Beweis der Wahrheit sei erbracht. In objektiver wie subjektiver Beziehung müsse deshalb Frei- sprechung erfolgen. Das Urteil des Gerichts lautete auf Freisprechung, da der Beweis, daß Bernards tatsächlich gespitzelt habe, als er- bracht angesehen werden müsse. Auch müsse dem Angeklagten der Schutz des Z 193 des Strafgesetzbuches zugebilligt werden. Die Kosten habe der Privatlläger zu tragen. Die beleidigt« Königsberger Strafkammer. ' Der verantwortliche Redakteur der„Königsberger Volkszeitung'. Genosse Schiffer, wurde wegen gngeblicher Beleidigung der Königsberger Strafkammer zu MV M. Geldstrafe oder vv Tagen Gefängnis verurteilt.— Seit Jahren sind in Königsberg die Bau- Unternehmer, die die gemeinsame Ortskrankenkasse um größere Be- träge geprellt haben, außerordentlich milde bestraft worden. Wenn sie 100 bezw. 150 oder 200 M. und noch mehr unterschlagen hatten, erhielten sie gewöhnlich 30 M. und, wenn es hoch kam, 50 M. „Strafe". Ueber diese Art von Rechtsprechung hatten sich in der letzten Generalversammlung selbst die Arbeitgeber aufgehalten und verlangt, daß dagegen in der Presse Front gemacht werde. Als am 22. August d. I. ein Bauunternehmer, der ISO M. unterschlagen hatte, 30 M. Geldstrafe erhielt, während ein Dienstmädchen, das Wäsche und andere Gegenstände gestohlen hatte, 1 Jahr Gefängnis, und ein Hafenarbeiter, der 8 M. entwendet hatte, 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis erhielten, beleuchtete die„Volkszeitung" diese drei Urteile unter der Uebersckrift„Gerechtigkeit" in einem Artikel. Die Herren Richter fühlten sich beleidigt und stellten Straf- antrag. Zu der Verhandlung waren als Zeugen auch zwei Land- gcricbtsrätc geladen. Ihnen wurde vom Verteidiger, Genossen Haase. die Frage vorgelegt, ob Herr LandgerichtSdircktor Schubert niit ihnen außerhalb des Dienstes darüber gesprochen habe, daß die gemeinsame Ortskrankenkasse immer mehr eine sozialdemokratische Einrichtung werde, daß daher ihre Anzeigen gegen Bauunternehmer usw. mit Vorsicht aufzunehmen seien und daß, wenn irgend möglich, von der Eröffnung des Haupt» Verfahrens Abstand genommen werden solle!! Die Gefragten verschanzten sich hinter daS.Dienstgeheimnis" und verweigerten die Auskunft.— Ter Kassenführer Braun sagte als Zeuge aus, daß die Straf- kammer öfter aus ganz sonderbaren Gründen die Anträge des Staatsauwalts auf Eröffnung des Hauptversahren« abgelehnt habe. Am Sckilusse einer sehr scharfen Rede beantragte der Staatsanwalt 0 Monate GefängniSl Das Gericht erkannt, wie oben mit- geteilt. Soziales« Aus dem Ausschuß des KaufmannSgrrichtS. Der Ausschuß dcS Berliner KaufmannSgerichtS beschäftigt« sich in seinen letzten Sitzungen mit sozialpolitischen Anträgen, die sich auf die Ausnahmen von dem Achtnhrladensckzluh und von der Mindeftruhczctt, auf das Existenzminimum und auf Berufsver- tretung bezogen. Beantragt war, die Zahl der AuSnahmetage vom Achtnhrladen. schluß von 15 auf 10 herabzusehen. Dieser Antrag wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen. Das Verlangen, die Ausnahmen für otc Mil.destruhezelt von 15 auf 10 Tage herabzumindern, ge. langte nur mit einer Stimme Mehrheit zur Annahme, nachdem der Antrag der Prinzipalsbctsitzcr abgelehnt war, es bei der heutigen Ausnahmezahl zu belassen. Das Gehalt ist heute bl« zu einem Jahreseinkommen von 1500 Mark unpfändbar. Einstimmig wurde beschlossen, zu bcan» tragen, da» Gehalt bis zum yahrcSverdienst von 1800 M.. sowie be, Einkommen bis 3000 M. ferner% de» 1800 HJl. llbersteigend«n Teils unpfändbar zu lasse», hingegen bei 3000 M. übersteigenoem Einkommen den 1800 M. überragenden Teil de» Gehalt» in voller Höhe der Pfändungsmöglichkeit zu unterwerfen. In der MitlwochSsitzung wurde vor Eintritt in die TageS- ordnung dt« Tatsache gerügt, daß ein Mitglied deS Ausschusses (Prinzipalebcisttzer) in einer Versammlung, an der auch ein Per- treter der Regierung tetlnahm, den Ausschuß dadurch zu dISkredt» tiercn suchte, daß er dem RegierungsvertreUr öffentlich mitteilte. daß alle Antrüge, die jetzt tm Ausschuß angenommen werben, nur durch die Stimme de» sozialdemokratischen ReichstagSadgeovdnetcn Singer zur Annahm« gelangten; der Herr möge dementsprechend die Anträge bewerten. Diese Mitteilung rief den lebhasten Un- willen aller übrigen Beisitzer hervor. ES wurde dem Herrn beveutet, daß eine derartige Kritik des Ausschusses von einem seiner eigenen Mitglieder unter allen Umständen zu unter- lassen sei. Die Sitzung beschäftigte sich dann mit einem Antrage, der von den Beisitzern des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes dahin gestellt war, beim Reichsamt dcS Innern, dem Bundesrate und dem Reichstage zu beantragen:„Den Handlungsgehilsen möglichst bald oi, in Aussicht gestellte staatlich geordnete Beruf». Vertretung zu schaffen, die aus einer gleichen Zahl von Kasfleuten und Handlungsgehilfen zusammengesetzt sein soll."— Dieser Antrag wurde auf Seiten der PrinztpalZbetsitzer auf daS heftigste bekämpft. Von dieser Seit« wurde empfohlen, man solle statt dessen beantragen, die Kompetenz der AuSschllsse der KaufmannSgerichte zu erweitern, dann hätten die Gehilfen ja, was sie wollten. Man solle doch endlich aufhören. Mit derartigen Anträgen die Kaufmann- schaft immer mehr herabzudrücken, solle doch nicht alles in den große« Topf der Arbeiterbewegung werfen, der Handelsstand sei doch rtivas Besseres I Wer diese Anträge unterstütze, befinde sich im Schlepptau der Sozialdemokratie. Von den Gehilfenbeisitzern wurde den Herren klar gemacht. die Furcht vor der Sozialdemokratie schrecke sie nicht; man nehme das Gute, woher man es bekommen könne, auch eventuell von der Sozialdemokratie. Räch langer Diskussion wurde der Antrag in seinem ersten Teile angenommen, der zweite Teil dagegen, der bei einem Teil der Gehitfenbeisitzer auf Wioerspruch gestoßen war, von den An- tragstellern zurückgezogen. Nochmals die Landflucht! Auch der neueste Bericht der VersickierungSanstalt»Ost- Preußen" befaßt sich mit der Frage der Abwanderung der Land- arbeiter nach dem Westen. Wie man die Zahl der Versicherten bei der elenden Organisation deS Jnvalidengesetzes ,, statistisch" feststellt, dafür ein Beispiel. Der Bericht erklärt kaltblütig:„Ende 1907 befanden sich in der Aufbewahrung 5 504 702 O»ittiiugskarten. darunter 98? 005 Karten Rr. 1. Demnach sind bis Ende 1907: 987 905 Personen bei der Versicherungs- a n st a l t Ostpreußen versichert." Das ist ja eine sehr einfache, aber etwas sehr—»kühlte" Statistik I Dann heißt eS weiter: „Von den hier aufbewahrten OuittungSkarten sind aus den Be- zirken fremder Versicherungsanstalten, also von solchen Personen, die uns Ostpreußen verzogen find, eingegangen: biS Ende 1900. 789 550 OuittungSkarten(darunter 76 428 Rr. 1) im Jahre 1907. 91 576_„_(, 4 507„ 1) zus. Ende 1907 881 120 Ouinuugstarlen(daruiucr 8> 025 Nr. l) Demnach haben seit dem Inkrafttreten der Invalidenversicherung (1891) insgesamt 81025 Personen, für welche die erste Ouiltiiugs- karte in ihrer Hcimalprovinz Ostpreußen ausgestellt worden ist, ihren Wohnsitz endgültig in den Bezirk einer fremden Versicheruiigsaustall verlegt. Gegen das Jahr 1900 ist die Gesamtzahl der Karlen dieser abgewanderlen Verstcherten um 5100 im Jahre 1907 gestiegen und sind an Versicherten, die ihre erste-Karte im fremden Bezirk haben aufrechnen lassen, also an Personen, die größtenteils tm jugendlichen Alter abgewandert sind, allein im Jahre l907 4697, also 108 mehr als im Jahre 1900, hinzugekommen. Diese Zahlen beweisen die bedauerliche, fortgesetzt steigende Abwanderung unserer Versicherten und NameiNlich unserer Landarbeiter. AilderericitS sind von Versicherten, die au» fremden AnstaltS« bezirken nach Ostpreußen verzogen sind, eingegangen und an die be- treffenden Anstalten abgegeben: bi» Ende 1906. ISS 107 OuittungSkarten(darunter 16998 Rr. 1) im Jahre 1907. 14 109_(. 906, 1) zus. Ende 1907. 162 000 Ouillungskarlen(darunler 17 904 Nr. I) Diese 17 964 Ve> sicherten sind demnach auS fremde» Provinzen gekommen und in Ostpreußen geblieben. Gegen 1900 ist die Gesamtzahl der Karlen dieser zugewanderten Versicherten um 405 zurückgegangen, an zugewanderten Versicherte», die ihre erste Karte >m hiesigen Bezirk haben aufrechnen lassen, die also größtenieils im jugendlichen Alter stehen, sind im Jahre 1907 Mir 900. mithin 12 weniger als im Jahre 1900 hinzugelommen. Demnach steht einem Bestände an abgewandertil» Versicherten von.... 81 025 ein solcher von zugewanderten Versicherten von 17 904 gegenüber, so daß das Mehr an Abgewanderten 03001 beträgt. Unter den jugendlichen Versicherten serner. die im Jahre 1907 ihre erste OuittungSkarte umgetauscht haben, befinden sich die qus Ostpreußen abgewandert sind.... 4597 die nach Ostpreußen zugewandert sind.... 900 so daß auch hier ein Mehr an Abgelvanderten von 3031 zu verzeichnen ist. Sehr bemerkenswert ist endlich die Tatsache, daß die Zahl dieser jugendlichen Veisicherten bei den Abgelvanderten um 108 zugenommen hat. bei den Zugewanderten um 12 zurück- gegangen ist. Alle? dies bedeutet nicht allein für die Provinz einen fortgesetzt steigenden verlust an Arbeitskräften, sondern zugleich für die Lalidesversichcruugsanstalt einen stets wachsenden Verlust an Beiträgen, der um so enipfiudlicher ist. als die Ab Wanderung gerade in demjenigen Alter erfolgt, in dem die Versicherten noch weit von der In- Validität entfernt sind, und daher die BeitragSleistimg für st« nach Höhe und Dauer für die Anstalt besonders wertvoll ist." Daß aber die soziale Lage, die Rechtlosigkeit der Landarbeiter die Ursache der großen Abwanderung ist. davon ist im Bericht kein Wort zu lesen l Hus Industrie und Handel WohlfahrtShcuchelei. In einer zum LOOjöhrigcn Jubiläum der BergwcrkSgesellschaft „Georg von GtescheS Erben" herausgegebenen Festschrift schreibt der Generaldirektor Geheimer Bergrat Friedrich Bernhardt:„Der Verfasser diese» hat stet» auf dem Standpunkte gestanden, daß«s Heuchelei ist, wenn Großindustrielle, wie e» in der neueren Zelt üblich ist, die Herstellung von ArbeiterwohlfahrtSeinrichtungen als einen Hauptzweig ihrer Tätigkeit bezeichnen. Dt» BcrgwerkS- esellschaft Gearg von GtescheS Erben war von der Zeit Ihres ründcrS bis zum heutigen Tage eine Erwcrbsgesellschaft, und die Besitzer hätten sich stets sehr gewundert, wen» die Werksleiter die sogenannten humanitären Bestrebungen in den Vordergrund ge- schoben und die«pwerbltche Seite vernachlässigt hätten. Wenn die Gesellschaft trotzdem sehr viel zur Beförderung des Wohls ihrer Arbeiter und auch zur kulturellen Entwtckelung der gesamten hiesigen Bevölkerung getan hat, so liegt da» viel weniger auf dem Gebiet der sogenannten ArbetterwohlsahrtSbestrebungen als in ihrer Stellung als Arbeitgeberin.. Ganz recht! Die sogen. Wohlfahrtseinrichtungen haben als Motiv die Sucht, den Profit dt? Unternehmer» zu erhöhen. Um die Arbeiter besser, gründlicher, intensiver ausnutzen zu können, legt man sie an WohlfahrtSkstten. damit sie sich nicht regen können, willenlos sich allen Anforderungen der WerkSgewalttgen unter- werfen._ Zur Lag« in der Porzellanindustrte. Von der herrschenden allgemeinen Krise Ist die Porzellanindustrte besonders stark in Mitleidenschaft gezogen. DaS äußert sich auch in den beträchtlich gefallenen Gewinnen der Aktiengesellschaften. Im allgemeinen ge- höre» die Porzellansabriken mit zu den einträglichsten Industrie- Unternehmungen. Im Jahre 1900 standen die Aktiengesellschaften der Porzcllanindustrie mit einem durchschnittlichen Dividendensatz von 13)4 Prag, an der Spitze der Rentabilitätstabelle für sämtliche Industrien. Einzelne Unternehmungen, wie die Aktiengesellschaft Kahla, zahlten 35 Proz. Dividende. Andere 25, 20, 18, 12 und 10 Proz. Dividende. Die Folge dieser hohen Rentabilität war Erweiterung der Industrie durch Neuanlagen und Vergrößerungen der vorhandenen Betriebe. Fusionen in bedeutendem Umfange fanden statt. Es bildeten sich gewisse Konsortien von Gesellschaften, die bestimmte Gebiete beherrschten, so daß gewisse Monopolstellungen einzelner Unternehmungen sich herausbildeten. Aber unter der Einwirkung der Krise ist manches anders ge- worden. In erster Linie haben die Gewinne der Unternehmungen gelitten. 21 Porzellanfabriken, die über ein Aktienkapital von 24,03 Millionen Mark verfügen, haben gegen das Vorjahr 1907 700 000 M, Dividende weniger verteilt. Die Dividendcnsumme ist von 2,95 Millionen Mark auf 2,25 Millionen Mark zurückgegangen. Der Durchschnittssatz der Dividende dieser Unternehmungen ist von 12 Proz. auf 9,1 Proz. gefallen. Die Arbeiter in der Porzcllanfabrikation merken diese Un- gunst der Verhältnisse natürlich noch weit stärker als die Aktionäre, die ja im schlimmsten Fall nur einen Teil ihrer Dividende ein- büßen. Tie Porzellanarbeiter haben unter einer umfangreichen Arbeitslosigkeit zu leiden. Der Verband der Porzellanarbeiter zahlte bei 14 000 Mitgliedern in den drei Quartalen deS laufenden Jahres insgesamt 95 094 M. an Arbeitslosenunterstützung aus. An eine baldige Besserung der Lage in der Porzellanindustrie kann noch nicht gedacht werden. Die deutsche Porzellanindustrie ist zum großen Teil aus die Ausfuhr nach Nordamerika angewiesen. Eine Reihe von namhaften Porzellansabriken in Thüringen und Obcrfranken produzieren fast ausschließlich für den amerilanischen Markt. Und solange die Verhältnisse in Amerika sich nicht bessern, wird auch die deutsche Porzcllanindustrie keine Erbolung erfahren. Man hatte einen baldigen Umschwung von der Beendigung der Präsidentenwahl erhofft. Damit ist es jedoch auch nichts. Taft mußte den in einzelnen Gegenden Amerikas besonders starken und einflußreichen keramischen Unternehmungen vor der Wahl das Versprechen geben, den ohnedies schon 00 Proz. des WerteS betragenden Schutzzoll auf deutsches Porzellan noch mehr zu er- höhen. Hinzu kommt ferner, daß die billig arbeitende japanische Keramindustrie die deutschen Muster nachahmt und ihre Waren zu niedrigeren Preisen auf dem Weltmarkt anbietet. So wird es denn schließlich noch dahin kommen, daß selbst die schon sprüch- wörtlich gewordene Genügsamkeit des thüringer Porzellanarbeiters nicht mehr ausreicht, um die deutschen Porzellanezportwaren als die billigsten erscheinen zu lassen. Im übrigen ist die Lage in der Porzellanindustrte nicht nur in Deutschland zurzeit eine so mißliche. Auch in Böhmen und vor allen Dingen in Frankreich, namentlich in LimogcS, müssen die Porzcllanarbeiter massenhaft feiern. Submissionen. Im ersten Drittel dieses Monats sind wieder bei Vcrdingungen durch Eisenbahndirektioncn große Preisdifferenzeui konstatiert worden. Wir führen nur einige an, wo die Differenzen im Höchst- und Niedrigstangebot besonders ausfallen. So vergab am 5. No- vember die königlchc Eisenbahndircktion Köln Lieferung von Eisen in verschiedenen Posten, z. B. Verdingung V: 230 000 Kilogramm Eisenblech. Von zwölf Angeboten war Joseph Nöther u. Co., Straßburg, mit 25 070 M. am billigsten, bei 31 602 Mark Höchstforderung. Dieö ist ein Unterschied von rund 21 Proz. Die Direktion der städtischen Vorortbahnen. Köln, bergab am 7. November die Lieferung von Signalschienemveichen und Gleis- Verbindungen. Von dreizehn Angeboten war der Bochumer Verein. Bochum, mit 19910 M. am billigsten, bei 23 853 M. Höchst- forderung. Ein Unterschied von 31 Prozent. Dasselbe Ergebnis hatte eine Ausschreibung der Stadtbau- Imputation Breslau über die Lieferung von Eisenbahnschienen und Weichen. Unter acht Angeboten war da» dar Vereinigten Königs- und Laurahüite, KönigShütte, mit 19 912 M. am geringsten, gegenüber 28 101 M. Höchstforderung. Dies ist eine Differenz von 36 Prozent. Tie Lieferung einer Wagenwage wurde der Firma Böhmer u. Co., Magdeburg, als billigste unter neunzehn Angeboten für 2790 M. zugeschlagen. Da die Höchstsorderung aus 4550 M. lautet, so ergibt sich ein Unterschied von rund 46 Prozent. Die großherzogliche Verwaltung der Eiscnbahnmoaazine, Karlsruhe, vergab die Lieferung I. 200 Tonnen Rundeisen. an die Firma L. Weil u. Reinhardt, Mannheim, mit 28 300 M., gegenüber der Höchstforderung von 33 000 M.. also mit einer Differenz von 15 Prozent. Lieferung IV: 400 Tonnen Winkeleisen. Die Firma Cahn u. Goldmann, Mannheim, erhielt den Zuschlag bei einet Forderung von 37 800 M. Die Dtsferenz mit dem Höchst- angebot von 50 040 M. beträgt rund 23 Prozent. Lieferung VI: 500 Tonnen Roststäbe. Pon sünszckm Angeboten war Voigt u. Co., Niederbronn, mit 5t 000 M. am billigsten, bei 70 000 M. Höchst- also mit einer Unterbiet, ing derselben um. 28 Prozent. leseruna VIl, 900 006 BremSklöye, schießt die Gelsen- kirchener Gußstahlfabrik den Vogel ab. sie unterbietet �die Höchst- gegenüber Lieseruna forderung von 129 690 M. um 38 Prozent mit 80 550 M.I Die königliche Etsenbahndirektion Berlin erzielte bei der Vergebung der Lieserung von Eisen ähnliche Resultate. So bei Pcrdingung II: 549 000 Kilogramm Stabeisen. Von dreizehn Firmen war GutchoffnungShütte, Oberhausen, mit 55 993 M. um 29 Prozent niedriger als die Höchstsorderung von 70 800 M. Lieferung V: 1 232 000 Kilogramm Stabeisen. Von 25 Angeboten waren Gebr. Stumm, Reuntirchen, mit 110 880 M. am billigsten. 140448?N. Höchstforderung. Differenz 22 Prozent. /!: 1089 000 Kilogramm Eisen- und Grobbleche. Bon MI cn war Thyssen u. Co., Berlin, mit 114 127 M. um 21 Prozent unter der Höchstsorderung von 144 202 M. Die königlichen Sächsischen StaatDeisenbahnen, Dresden, vergaben Mitte Oktober die Herstellung und Lieferung eines Eisen- Überbaue», rund 1012 000 Kilogramm; von 23 Gesamtforde- rnngen war die von W. Dietrich, Hannover, mit 205 000 M. um 28 Prozent billiger als die Höchstsorderung, die 300 344 M. betrug. Betriebseinschränkung. Die österreichischen Baumwollspinnereien beschlossen, nach Neujahr eine Ibprozeutige BelriebSreduktion vorzu- nehme»._ Amtlicher Marktbericht der ftädtischen Rcnftballen.DtreMon über den Großliandel in den stenwal-Maiktbiillen. Markilage: Flelich: Zukiibr reichlich, Geichäst schlevvend, Breiie unverändert. Wild- Zufuhr genüaend, Geichäsi ziemlich lcbdajt, Preise wenig verändert. G e s l ü g e I l Zusupr In Gänsen über Bedars sonst genügend, Geschäft sehr schleppend, Preis» in Gänsen gedrückt, sonst bcstledigend. F 1 1 ch ei Znsndr sehr reichlich. Geschäst sehr schleppend. Preise gedrückt. Butter und Käse: Geichäst ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Süd- i r ü ch t e- Zulubr genügend. Geschäft ruhig. Prelle kaum verändert. Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Sie legen einen Kronen �Würfel in eine Tasse, begießen ihn mit kochendem Wasser: schon— haben Sie die vorzüglichste Bouillon Marke Krone Deutscher Metallarbeiter-Verband Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III, 1239. TerwaUnugsstelle Berlin, Charitestraße 3. Hauptdureau: Hof IH. Amt III, 1987. Gemerbegenchtswlchl! Kollegen! Unsere im gestrigen„Vorwärts" ansgesprochene Vermutung, wonach man am Sonntag bei der Wahl versuchen wird, unsere Mitglieder zu täuschen, hat sich bestätigt. In mrr am Donntrstagalirnd von den Wiefenthalern nnbrrnsrnrn Ktsprtchnng ist die Anmrisnvg erteilt, die Liste II, also die Liste der Wiesenthaler, als die Liste des Metallarbeiter- Verbandes am Sonntag den Wählern anBielen. So wie seit Jahr und Tag mit dem Namen unserer Organisation Nosttäuscherknnststücke versucht werden, so soll es auch am Sonntag versucht werden. KnHexen! Laßt Encli niclit tänsclien! Die Liste, die für uns allein in Betracht kommt, ist die ILJM« Mnmincr i. Die Liste der freien Gewerkschaften. Stimmt nur für diese Liste und weist aiie anderen Zettel zurück! 125/B Wir ersuchen die Vertrauensleute dringend, die Kollege« genau zu informieren. Die Ortsverwaltung« ArdettsnaNiweiS: Hol I. Amt 3. IL3S. Montag, de« 30. November 1008, abends 6 Uhr: Versammlung: alter in Metallgiestereien beschäftigten Former und Ktrussgruossttl bei Qraumann, Naunynstraße 27. TageS-Ordnung: 1. Bericht bcS Branchcnoertreters. 2. Neuwahl der AgitationS« lommilston. 3. Verbands- und Branchcnangclegenheilen. 4. Verschiedenes. Kollegen l Wir ersuchen Sie. vollzählig und Pünlilich zu erscheinen. l- ZUtAUollobnol» lvzxlNmIert! �......■ 12311 Die Ortsverwaltung. Gratis!! Eine hochelegante bunte Weste erhält jeder Herr beim Einkauf eines Paletots»«er Anzug:es. Durch große Fachkenntnisse und geringe Unkosten ist es mir möglich, dem verehrlichen Publikum nur gute und reelle Waren zu staunend billigen Preisen zu liefern. »|« £ w oo M t/1 o i. 5'> 1�5- •» 5 Geschäflsprinzip: Stet* da* Xeuestcl Haltbare Stoffe! Gate Zutaten! Beute Verarbeitung! Streng teste Preise! Berliner NS Ä Berliner Straße II Ä|_ VgMtfg|* Straße 11 am Hermannplatz W an, Hermannplalz - früher in Firma I/eske& I.ehrcr- Speziians wnelir öerren- u«il llaadMeWq fertig; und nach Maß. Zweigverem Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Montag, den 30. November, abends 8 Uhr. in den„Neuen Arminhalle»", Kommaudantenstr. 58/30, groher Saal: UM- Kvnvral- Versammlung. Tage»«Ordnung! t. Berichterstattung wer da» Ergebnis der Tarisverhandiunge» vor des EintgungSamt deS Gewerbe» gerichtS und unsere Stellungnahme hierzu. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. MM- Mitgliedsbuch legitimiert.-WG Zahlreichen Besuch erwartet Der Sektionsvorstand. Werte Kollegen! Am Sonntag, den 20. November» findet die Gewerbe- gerichtswahl statt. Wir forder« jeden Kollege» auf, sick beizeiten mit einer Wahl- legttimatiou z« versehen und am Sonntag nur für Liste Numtner I der freien Gewerkschaften, auf welcher die Kandidaten unseres Verbandes mit auf- geführt sind, zu stimmen. Kein Kollege darf am Sonntag fehlen, jeder mutz sein Wahlrecht ausüben! 14017*__ Ter SektionSvorstand. I. A.: Otto ISae*e. Maschinisten b. Heizer sowie Berufsgenossen sämtl. Betriebe. Sonntag, den 29. November er., vormittags 9 Uhr, in Ober- Sclittneweide, Schloßpark Wtthelmiucnhof x nachm. 4 Uhr. Berlin, im»Englischen Garten«, Alcxanderstr. 27c: Große IProtcit-UcrfatnmlungeD. TageS-Ordnung: „Die geplante Elektrizitätssteuer und ihre Ein- Wirkung auf das Maschinenpersonal". Referent: Kollege PiUard. Die Kesselexpwsion in der Elektrizilälszentrale llussinstrahe. Die BetriebSverhälwisse in den Zentralen der B. E.>W. 116-3 Der Eiuberuser: H. Schwlttau. Allen Parieigenvssen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitieilung. dah ich im Hause Lekönlemstr. 34 Zigarrengeschäft cröfsuct habe. Um gütigen Zuspruch bittet rrltio Sedveaike. 72.- Saal tuS COO Pers. fassend, prachtvolle Bühne mit 2Z Verwand!., i-t in diesem und nächstem Jahre noch an mehreren Sonnabenden an Vereine und Gesellschajten zu vergeben. Fritz Wilke, Brmnieustr. 1öL, amÄoseMhal.Tor. LtuN S.chÄö. z BlitS-Selinell »kommiman mil dcrHochbahn zu lVe>»sartea, IZitsciiinerztr. S Station im Hause. Hallestelle Prinzensirage. Empfiehlt: t I Posten Monats-Anzüge, 1 Posten Monats-Paletots, «1 Posten Monats-Beinklsiderzn staunend billigen Preisen s—— auch sür korpulente Herren pasiend. t""..... S Dicselbca find von seinen zeavalieren und Reifenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 4S5gL�. Fahrgeld wird vergütet. G Bitte auf Hausnummer zu achten.£ •MSMSSSSMMMSWSSSSSOMMWVMM Invalldenstr. lZb 'Robert Bohn� Bessere BerreD-CanleroIien Biesen- AuHwahl. Spottbillig; fertig u. nach MaB Billig und gut kaufen Sie nur Im prOieten Spezlal- Getch&ft fOr moderne Ken en• Bekleidung (•rtlo and nach Man gegen Dar n. aal TeUxaUnng Wochenrat» von 1 Hark an. J. Kurzbsrs Roeeatfaaleratrasac 40,1 Qireki am Hackeacbtn Markt. An der JannowItzbrUcko 1,1 Markgrafen-Säle Berlin 0. 98, Markgrafendamm 34. Im Reifauranl jeden Abend musi. kalischc Unlerhalllmg. ff. Speisen und Gelränke, zwei Kegewuhnen, BorcinSzimmer. � SonnlagS: Ball. Amt 7. 4277. Geschäfts- 6röf f nung. CVfllen Freunden und Bekannten zur MitleUung. V«»!»»«» dasi ich am Freitag, de» 37. d. M., das gFNV l20 M. Day Sämtliche txHnsc-Artikcl."VE Gänscflciscli ohne Keule». a Pfund i« Pf. «änacNcisch mit Keulen. a Pfund 70 Pf.<»ai„ekletn u,w. ßßvnmsnn ß.vissnv?', Lerlill C., 18/16 Klostcrstr. 95. Eckhaus Kaiser-Wllbelm-Str. 11._ Werantwoptfjchex Scia.'ieut; Hanl Vcbkk, Serlin, Trnck u. Lcrlag: Vorwärts Luckdruck-rci u. VcrlagZcmstalt Paul Sinacr L- Co„ Lcrlill SW> i..??». 25.mw 2. Ktilllge des„ftomirls" Jerlinet Mlksdlllü. Radbod. Wenn im Abgeordnetenhaus die Radbod-Katastrophe wieder erörtert wird, werden die Minister das Törchen ver- schlössen finden, durch das sie jetzt noch entschlüpft sind. Die Vorsichtigen, sie wollen erst das Ergebnis der Untersuchung abwarten! Wird durch diese die objektive Wahrheit nicht stranguliert, ähnlich wie mittels der Untersuchungs- kommission, die nach dem großen Bergarbeiterstreik im Jahre 1905 eingesetzt worden ist, dann muß sie grobe Sünden der— Bergbehörde ans Tageslicht bringen. Daß es auf der Radbodgrube an Wasser gemangelt hat, das wird ja nicht mehr bestritten. Für den Mangel ist zu- nächst die Verwaltung verantwortlich. Und die Bergbehörde mußte die Betriebsstillegung anordnen, wenn die Verwaltung nicht für genügend Walser zur Berieselung sorgte. Auf die Anfrage an den Minister, ob unsere Meldung, die Zechen- Verwaltung schachere seit zwei Jahren mit der Stadt wegen einer Wasserleitung, der Wahrheit entspreche, ist die Ant- wort ausgeblieben. Jnforination war aber doch sehr leicht zu erlangen. Eine telephonische Anfrage bei der Stadt- Verwaltung in Hainm hätte dazu genügt. Anscheinend hat die Regierung zu solcher Anfrage bis heute noch keine Zeit ge- fundcn. Daß die Fahrlässigkeit der Bergwerksverwaltung und der Bergbehörde in diesem Punkt noch größer ist, als nach unserer Mitteilung— Nr. 272 des„Vorwärts"— angenommen werden mußte, das wird bestätigt durch einen Artikel, den der Vorsitzende des Steigerverbandes, Werner, in der„Sozialen Praxis" veröffentlicht. Vorweg mag be- merkt werden, daß Werner die Verwaltung der Zeche im all- gemeinen sehr in Schutz nimmt. Um so gravierender sind die Anklagen, die seine sachlichen Feststellungen enthalten. Werner schreibt u. a.: „Infolge der großen Teufe und der vollständig unverritzten Flöze war der Gasaustritt äußerst stark. Im Anfang dieses Jahres war es kaum möglich, die Baue schlagwelterfrei zu halten, und die Beamten gingen daher jeden Tag mit Angst und Bangen zur Zeche. Der Bau der Tagesanlagen konnte dem schnellen Vor- anschreiten der Grubenbaue nicht folgen, so daß die Ventilations- cinrichtungen vollständig ungenügend waren. Dieser Zustand war der Bergbehörde bekannt; da aber eine vorübergehende Still- legung der Zeche die Abkehr vieler Arbeiter veranlaßt hätte, wurde er geduldet."(!!!) Wir haben die markantesten Stellen durch Fettdruck her- borgehoben. Wenn die Beamten„mit Angst und Bangen" zur Grube gingen, weil„die Ventilationsanlagen vollständig ungenügend waren", kann man dann noch behaupten, es seien keine Mißstände vorhanden gewesen und es sei nicht freventlich gesündigt worden? Gesündigt von der Verwaltung und von der Behörde! Diese mußte die Zustände kennen, und wenn sie ihr bekannt waren, durfte sie nicht, um der Verivaltung Beschwerden wegen der Erlangung neuer Arbeitskräfte zu ersparen, hunderte Menschenleben aufs Spiel setzen. Ueber die Wasserversorgung für die Berieselung schreibt Werner: „Die Zeche besaß eine provisorische Leitung zur Lippe, durch die sie ihren notwendigsten Bedarf an Wasser decken konnte. Genügend Wasser konnte sie erst durch den Anschluß an die Wasserleitung der Stadt Hamm bekommen. Der Vertrag dar- über war schon seit mehr als zwei Jahren fertig(l), die Zeche unterschrieb jedoch vorläufig nicht, da sie durch ihr Zögern einen Druck auf die Stadt wegen des Baues der elektrischen Straßen- bahn und der Abgabe von elektrischem Strom ausüben wollte. Zur Berieselung benutzte die Zeche das Wasser, das durch ein Stichrohr in der Schachtwandung aus dem dem„Fließe" unterlagernden Gebirge quoll. Das Wasser wurde in ein un- mittelbar über dem Äohlengebirge liegendes Bassin geleitet und aus diesem die Berieselungsleitung gespeist. Das Stichrohr setzte sich hin und wieder zu, so daß die Wasserzufuhr ausblieb. So- bald nun in der Erde das Wasser fehlte, wurde das Hochbassin über Tage angeschlossen. Ehe jedoch wieder berieselt werden konnte, vergingen immerhin einige Stunden. Je mehr sich nun die Leitungen infolge des schnellen VoranschreitenS der Betriebe verlängerten, um so mehr Wasser wurde gebraucht und um so geringer wurde der gesamte Wasserdruck. Um so bemerkbarer und häufiger wurde der Wassermangel. Wurde für den anderen Tag der Besuch der Behörde angemeldet, so wurde des NachtS mehr als sonst berieselt, so daß eS morgens vor 8 Uhr selten wieder Wasser gab. In der zweiten Novembcrwoche waren ein- mal die Rohre zugefroren, so daß ebenfalls einige Zeit nicht bc- rieselt werden konnte. Die verantwortlichen Steiger konnten an diesen Zuständen nichts ändern. Sie haben auch bei Be- fahrungen den Vertretern der Bergbehörde gesagt, daß sie jeg- liche Verantwortung für die Berieselung ablehnen mvsitcn." Diese Mitteilungen enthalten die allerschwersten Vor- würfe. Unbekümmert um Gesundheit und Leben der Arbeiter sorgte die Verwaltung nicht für ausreichende Wasserzusuhr, die sie erlangen konnte, wenn sie auf das Zugeständnis un- billiger Vorteile verzichtete. Ist das nicht geradezu unge- heuerlich? Und Werner wiederholt die Behauptung, daß Steiger den Beamten der Bergbehörde gegenüber die Ver- antlvortung wegen der nicht vorschriftsmäßigen Berieselung abgelehnt haben. Wiederum die Bergbehörde auf der An- klagebank! Und die Regierung schweigt! Der erwähnte Artikel schließt mit folgenden Sätzen: „Es wäre zu wünschen, daß anläßlich dieses großen Un- glückcs eine durchgreifende Reform unserer Berggesetzgebung er- folgte. Die alten Forderungen: Einführung von Arbeiter- kontrolleuren und Wegfall des Prämiensystems müssen erfüllt werden. Die Hauptsache aber ist, daß die Bergbehörde den ver- antwortlichen Beamten den Rücken gegen die Besitzer deckt. Heute hilft sie mit, den Steigern das Rückgrat zu brechen. Wehe dem- jenigen Steiger, der den Rat befolgt, den mir der Handels- minister im vorigen Jahre gegeben hat: Die Steiger sollten sich beim Revicrbcamten beschweren, falls ihnen Unrecht geschehe. Für den Beschwerdeführer wäre im Deutsche» Reich kein Platz mehr als Grubenbeamter. Die Bergbehörde verpflichtet ihn eben nicht mehr, da sie einen Menschen, der sich beschwert, in moralischer Hinsicht nicht für qualifiziert zum Grubenbeamten hält." Das ist das tollste, was nur existieren kann. Demnach ist die Bergbehörde das größte Hindernis zur Aufdeckung von Mißständen, und sie schlägt— den Rekord in Verrufs- erklärungen und wirtschaftlichem Terrorismus. Alles dem Grubenkapital zur Freude. Gegen BertuschungSversuche. Die Dortmunder„Arbeiterzeitung" bemerkt zu der Meldung von einer angeblich strengen Untersuchung, daß nur eine Be- sprechung in einer Kommission stattgefunden habe, bei der Arbeiter dickt vernommen wurden. In der Bergarbeiterversammlung in Castrop seien neue Anschuldigungen erhoben, die erkennen lassen, wie es auf Ruhrgruben zugeht. Auf Zeche„Graf Schwerin" sei auf der ersten Sohle beim Steiger Peter ein Ort zugenagelt ge- Wesen, der voll Wetter gestanden habe; ferner sei auf einer benach- karten Zeche in jüngster Zeit ein Landarbeiter aus Paderborn als Streckenwärter angestellt und nach 14 Tagen bereits als Wetter- kontrolleur beschäftigt worden! Auch der Sprecher der Radbod-Deputalion bor dem Prinzen Eitel Friedrich, Bergmann Pilgrim, erklärte in einer Versamm- lung in Dahlhausen gegenüber den Behauptungen gewisser Preß- organe, daß die beklagten groben Mißstände auf Radbod er- funden oder doch übertrieben seien, daß davon keine Rede sein könne. Die Vernehmung der Zeugen würde die Nichtigkeit der Klagen vollauf bestätigen. •.« Zerstörungen. Wie die„Rh.-Westf. Ztg." berichtet, wird die Zeche ununter- brachen von Gendarmen bewacht. Zu diesem Zwecke ist eine stän- dige Wache von 10— 12 Gendarmen, die sich ablösen, auf der Zeche stationiert. Die gewalligcn Wirkungen der letzten Explosion sind noch deutlich zu erkennen. Steine und Holzleile wurden weit wcggeschleudert. Da die Betondecke des Ventilatorschachtes zer- trümmert wurde, und wegen der Gefahr weiterer Explosionen eine neue Eindeckung nicht möglich ist, gelangen die aufsteigenden Gase nicht mehr durch den Wetterkanal oberhalb des Schachtgebäudes ins Freie, sondern entströmen der zu ebener Erde liegenden Ocff- nung, die durch die Explosion geschaffen wurde. In der Nähe der beiden Schachtgebäude vernimmt man das gewaltige Tosen der in die Tiefe stürzenden Wasscrmengen. In den Schacht I ergießt sich das Wasser einer starken Rohrleitung und eines hölzernen Kanals, der bis zur zirka 400 Meter entkernten Lippe führt, wo er durch sieben Pumpen gespeist wird. SericKts- Reitling. Abermals: Streikposten und Schutzmanns Majestät. Die Töpfer Tillatt und Pohl und der Arbeiter Kahl hatten während des Streiks in den Ton- und Steiiizeugwerkcn zu Krausch- witz Streikposten gestanden und Ivaren einer Aufforderung des Gendarmen, sich zu entfernen, nicht unbedingt gefolgt. Sie wurden deshalb vom Landgericht Görlitz auf Grund der Polizriverordnung zu Muskau vom 12. April 1008 zu Geldstrafen verurteilt. Es handelte sich um die bekannte Stratzenpolizeivorschrift. Das Land- aericht führte begründend aus:- Anläßlich des Ausstands habe die Wcrkverloaltung versucht, mit einer Anzahl Arbeitswilliger den Betrieb fortzusetzen. Die Streikenden versuchten diese zur Wieder» abbreise zu bewegen. Um sie zu kontrollieren und in persönliche Beziehung mit den Arbeitswilligen zu kommen, hätten Streikposten die Umgebung der Werke und den Weg zum Bahnhof besetzt ge- halten. Man habe auf die Arbeitenden einzuwirken versucht, sich der Bewegung anzuschließen. Hierzu seien sie berechtigt gewesen, aber die Ruhe, Ordnuirg und-Sicherheit auf der öffentlichen Straße hätten sie nicht stören dürfen. Andere Streikende hätten nun an anderen Tagen wiederholt die Ruhe, Ordnung, Sicherheit und Bequemlichkeit erheblich gestört. Arbeitswilligen sei zugerufen worden, kein Mensch würde sie mehr ansehen, wenn sie weiter arbeiten würden. Auch hätten Streikende in großer Zahl das Werk umlagert und allein schon durch ihre Anzahl Leute an, Betreten des Werks gehindert. Sie hätten ferner in größerer Zahl Arbeits- willige umstanden. Nach einigen Arbeitswilligen seien auch mal Flaschen geworseu worden. Es sei nicht zweifelhaft, daß das Streikende getan hätten. Durch die mchrwöchentliche Dauer des Streiks seien die Streitenden erregt gewesen. Die Ailgeklagten hätten nun vor dem Werk auf der Straße gestanden, die zum Bahn- Hof führe. Mit Rücksicht aus die allgemeine Erregtheit habe die Gefahr bestanden, daß, wenn sich Arbeitswillige näherten, sie be- uncuhigt und belästigt werden würden, und daß so der Verkehr usw. gestört werde. Die Aufforderung des Gendarmen, sich zurückzuziehen, sei ergangen zur Erhaltung der Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Tie Angeklagten legten Revision ein. In der Verhandlung am Donnerstag vertrat sie Rechtsanwalt Dr. Herzfcld vor dem Kammergericht. Er legte dar, daß das Streilpostcnstehen ein Recht sei, das aus dem Recht der Koalition gemäß§ 152 der Gewerbeordnung folge. Dieses Recht als Reichsrecht könne durch eine Sträßenpolizeiverordnung nicht aufgehoben werden. Er bitte das Kammergericht, dessen Judikatur er selbstverständlich kenne, die ganze Frage der Anwendung von Straßenpolizeiverordnungen gegen Streitposten noch einmal nachzuprüfen. Es handele sich nicht um die paar Mark Strafe, sondern darum, daß ein wichtiges Wirt- schaftliches Grundrecht der Arbeiter nicht durch das Ermessen von Polizeibeamten illusorisch gemacht werde. Hier sei nicht festgestellt, daß die Streikposten am fraglichen Tage irgendwie mit Arbeits- willigen in Berührung gekommen seien. Ganz ruhig und ordnungs- mäßig hätten sie sich verl)alten. Dennoch seien sie weggewiesen worden, bloß weil andere an anderen Tagen wegen ihres Ver- Haltens Anstoß erregt hätten. So etwas könnte doch unmöglich als berechtigt gelten. Das komme ja auf dasselbe hinaus, als weim ein Schutzmann jemand auf der Leipziger Straße das Gehen oder Stehen verbieten wollte, weil dort acht Tage vorher andere die Straßenordnung verletzt hätten. Die Angeklagten hätten nur das Reichsrecht des 51valierens ausgeübt. Eine Polizeiverordnung) die zulasse, daß sie daran gehindert würden, verletze die Gewcrbeord- »ung. Auf jeden Fall aber dürfte keine Bestrafung eintreten, wenn sich das Ermessen des Schutzmanns als objektiv unrichtig heraus- stelle. Dem Gericht wäre die Feststellung vorzubehalten, ob objekiw die Ruhe, Ordnung und Sicherheit gestört worden sei: und wenn dies nicht der Fall wäre, dann müßte Freisprechung erfolgen, wenn der Streikposten nicht Folge leistele. Eine Störung durch die Ange- klagten sei nicht festgestellt. Ter erste Strafsenat verwarf nach längerer Beratung die Revision mit folgender Begründung: Daß das Gericht seine be- kannte Rechtsprechung, die es seit Jahren übe, im einzelnen Falle durchprüfe, sei selbstverständlich. Insbesondere sei es jetzt geboten gewesen, da der Senat ganz anders besetzt sei, wie srüher. Im übrigen aber sehe der Senat keinen Grund, seine bezügliche Recht» sprechung irgendwie zu ändern. Dadurch, daß jemand streikt oder Streikposten steht, erlange er kein höheres Recht, als ein anderer Mensch, der nicht Streikposten stehe. Der§ 152 der Gewerbeordnung werde ja agitatorisch immer so verwertet, daß die Leute, die das Recht zum Streiken hätten, aus der Straße machen könnten, was sie wollten. Der Z 152 spreche nicht von Straßen. Es solle aber keineswegs behauptet werden, daß Streikposten nicht stehen dürften. Indessen könne der Senat dem nicht folgen, daß sie straffrei sein sollten, wenn sie die Sicherheit, Ordnung oder Leichtigkeit des Ver- kehrs gefährden könnten, dann wcggewiescn würden und nicht folgten. Mit der ganzen Frage des Etreikpostenstehens habe die Frage rein gar nichts zu tun, ob Störungen auf der öffentlichen Straße entgegengewirkt werden könne. In der Stadt und auf dem Lande seien soviel Möglichkeiten für Gefährdungen des Verkehrs und der Sicherheit auf der Straße vorhanden, daß es notwendig sei, Vorkehrungen zur Erhaltung der Sicherheit usw. zu treffen. Der Senat bleibe auch dabei, daß entscheidend bleiben müsse, ob der Beamte auf Grund eigenen Ermessens glaubte, er müsse zum Zweck der Erhaltung der Ordnung usw.so vorgehen. Hier sei festgestellt, daß an den Tagen vorher Streikende allerlei Repressionen ausgeübt hätten und daß eine große Erregung geherrscht habe, so daß die Beamten im Interesse der Ordnung und Sicherheit es für not- wendig hielten, die Angeklagten wegzuschicken. Wäre der Streik anders verlaufen, barm hätte die Polizei sich vielleicht anders be- nehmen können. Es wäre dann vielleicht für das Gericht die Mög- lichkeit vorhanden gewesen, zu sagen:„Du, Polizeibeamtcr, hast nicht so gehandelt, um die Sicherheit usw. zu schützen�sondern weil es Streikposten sind!" In solchen Fällen habe es der Senat niemals unklar gelassen, daß die Leute deshalb nicht weggewiesen werden dürften. Hier seien aber die Feststellungen andere; daran sei der Senat gebunden.— *•• Das Kammergericht verbleibt also bei seiner durchaus irrigen, das Koalitionsrecht verletzenden Rechtsansicht. An Stelle der richterlichen Prüfung, ob die Ordnung und Sicherheit verletzt fei, fetzt es das Ermessen des Schutzmanns. Die Annahme des Kammer- gerichts, daß behauptet werde, die Streikende» könnten auf der Straße machen, was sie wollen,-ist uns noch nicht begegnet. Zu» treffend ist hingegen, daß der Effekt der kammergerichllichen Praxis der ist, daß das Stroikpostcnstehen unter dem Vorwand, die Ord» nung usw. werde gestört, verhindert wird. Das ergibt die Beant- Wartung der Frage: würden die Angeklagten, wenn sie ebenso wie festgestellt auf der Straße gestanden hätten, fortgewicsen seien, wenn kein Streik gewesen wäre? Da diese Frage unbedenklich zu verneinen ist, so ergibt sich hieraus, daß das im§ 152 G.-O. festgesetzte Recht des Arbeiters verletzt ist und ferner: daß die Ange- klagten deshalb bestraft sind, weil sie das ihnen gewährleistete Recht gebraucht haben. Darüber kann auch eine Heiligsprechung Polizei- lichen Ermessens nicht hinloegtäuschen. Jliis der frauenbewegung* NationalliberalismuS und Frauenstimmrecht. Die moderne Entwickclung mit ihrer stetig steigenden Ein- beziehung der Frauen in das Erwerbsleben, hat selbst in einer so reaktionären Partei, wie die nationalliberale es ist, zu einigen kleinen Zugeständnissen an die Frauenbewegung geführt. Wenig- stens trifft dies zu aus den linken Flügel dieser Partei, die so- genannten Jungnationalliberalen, die sich vor einigen Jahren zu» sammengetan haben, um einige der alten nationallibcralen Rechts- und Freiheitsforderungen vor dem völligen Verschimmeln und Ver- modern zu retten. Ueber die Stellung der Nationalliberalcn zu den modernen Forderungen der Frauen machte Rechtsanwalt Dr. Marwitz,„ein bekannter Vorkämpfer für die politische Mitarbeit der Frau in der liberalen Bewegung"— wie ihn der„Hamburgische Corrcspondent" nennt— kürzlich in einer Hamburger Versammlung einige bc- merkenswerte Ausführungen. Danach will man so gnädig sei», die Frauen zur öffentlichen-Armen- und Waisenpflege heran- zuziehen, ihnen volle Gleichberechtigung für die Wahlen zum Ge- werbe- und Kaufmannsgericht zu gewähren, sowie für die An- stellung weiblicher Gewerbe- und Fabrikinspektoren einzutreten. Auch„für die Verleihung des kirchlichen Stimmrechts an die Frauen ließen sich mancherlei Gründe anführen", wie der Redner meinte. Anders steht es dagegen mit der Verleihung des Reichstagswahlrechts an die Frauen. Hierzu könne der Libc- ralismus nicht die Hand bieten,— nicht, weil die Frauen etwa nicht reif wären für das Wahlrecht, sonder» weil das Vaterland darunter leiden würde. Warum? Weil die Verleihung des Reichs- tagswahlrechtS an die Frauen ein gewaltiges Anwachsen des Zentrums und der Sozialdemokratie zur Folge haben würde. Auch glaubt der Redner, daß die Interessen der Frauen bei dem jetzigen Männcrwahlrecht genügend gewahrt würden. Jedenfalls lägen die Verhältnisse nicht so schlimm, daß den Frauen deshalb das Stimmrecht verliehen werden müßte. Diese so oft gehörten und ebenso oft widerlegten Einwände und Beschwichtigungsversuche sind also der»ationalliberalen Weis- heit letzter Schluß! To kann cS auch nicht weiter Wunder nehmen, wenn die Nationalliberalen die Frauen noch ganz wie in dem ver- slossenen alten Vereinsgcsetz mit den Unmündigen aus eine Stufe stellen. Hat doch die Elbcrfelder Tagung des nationalliberaleu Reichsverbandes die Aufnahme der Frauen in die Vereine der nationalliberalen— Jugend beschlossen. Also in Theorie und Praxis vollkommene Geringschätzung der politischen Frau! Die Logik der Tatsachen, die geschichtliche EntWickelung werden freilich vor solcher parteipolitischer Beschränktheit nicht Halt machen, son- dcrn früher oder später die politische Gleichberechtigung im Frauen- stimmrecht doch zur Tatsache werden lassen.— Katholische Dienstboten-Interessenvertretung. Das München er Organ für katholische Dienstboten brachte kürzlich einen Keuschheitsartikel, in dem die Mädchen vor Lieb- schaften, und besonders vor solchen mit Soldaten, gewarnt werden. Ueber„Bekanntschaften", soweit sie Dienstboten— nicht etwa Ge« heimratstöchter— betreffen, urteilt der Artikel folgendermaßen: „Für gar viele Dienstboten sind sie nichts anderes als Gc» legenhcit zum- Amüsieren, zum Umherschwärmen während der Nachtzeit, nichts anderes als Befriedigung der niedrigsten Lust und damit oft die Quelle der Schande und des Unglücks. Und leider Gottes gibt es gerade im dienenden Stande genug, die nur deshalb die ländliche Einsamkeit verlassen und das Stadt- leben aufsuchen, um dort dieses ungezügelte und leichtfertige Leben führen können. Gehören auch Leserinnen dieses Blattes dazu? So Gott will, keine einzige." Und dann folgt der Absatz über die Vatcrlandsvcrtcidigcr: „Ja, das„zweierlei Tuch", das wirkt auf manches ein» fältige und eingebildete Mädchen gerade wie das rote Tuch auf den Stier, nur in umgekehrter Richtung.... Wie„herrlich", wenn man in Gesellschaft anderer, gleich leichtfertiger Paare in einem Biergarten sich amüsieren kann, oder im Tabaksanalm einer Wirtschaft bis spät in den Abend hinein zweifelhafte Reden und Späße mit anhören muß und dann Arm in Arm. durch die geistigen Getränke erregt, laut schäkernd und schreiend heimwärts zieht! Und dann erst die verschiedenen Tanz- vergnügen, bald da. bald dort. So gefällt� gewissen Dienstmädchen, und so ist es schön in der Stadt, zumal, wenn man nachts noch ausgehen darf, oder ohne Wissen der Herrschaft Gc- legenheit dazu findet. Ja, und wenn es nur immer bei diesen recht zweifelhaften„Vergnügen" bliebe, aber.... doch nein, schweigen wir darüber aus Anstand und Taktgefühl." Wenn das„zweierlei Tuch" wirklich auf die Mädchen wirkt wie das rote Tuch auf den Stier, so trifft wohl die geringste Schuld die unwissenden Töchter vom Lande; die Schuld trifft jene, die selbst einen übersinnlichen Kultus mit den bunten Lappen und den glitzernden Kinkerlitzchen treiben. Hält nicht gerade die Kirche im Verein mit der weltlichen Reaktion die Bewohner des Landes in Unwissenheit? Hat sie nicht jederzeit den kulturellen Aufstieg der Menschheit gehemmt? Was die Klagen des Schreibers betrifft, so hilft diesen die freie Dienstbotenbewegung in fortschreitendem Matze ab, indem sie die Mädchen durch gute Vorträge aufklärt, ihren Geist schult und sie zu tüchtigen Mitkämpferinnen erzieht, die an der Um- gestaltung der heutigen Weltordnung wacker mitstreitcn. Vermischtes. Hochwasser. Nach einer Meldung aus Duderstadt führen infolge mehrtägiger Regengüsse die Leine, Rhune und Dicmel sowie die Harz- flüsse Hochwasser. Viele Mühlen stehen still- Auch der Rhein ist, wie aus einer Meldung aus Köln hervorgeht, erheblich gestiegen- Ermordet aufgefunden. Die Witwe des Rentners Löwe in Liegnitz wurde, einer Meldung der„Schlcsischcn Zeitung" z'tts-olgc, gestern früh in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Ihr in dem- selben Zimmer schlafendes Dienstmädchen war durch Schläge auf 'den Kopf betäubt worden. Aü» den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. CKeater. Sonnabend, 38. November. ginfang?>/, Uhr. Königliche» Opernhaus. Bohdme. Königliches Schauspielhaus. Kaiser Heinrich VI. Deutsches. Die Revolution in Krähwinkel. Komm erspiele. Erwache» Ansang S Uhr. Lesstug. Baumeister Solnetz. tinfang 8 Ubr. Neue» kgl. Operutheater. Ge. schloffen. Neues Schauspielhaus. Julius Cäsar. Komische Oper. Tiefland Berliner. HerodeS und Mariamne. Stenes. Wahrheit. Kleines. Moral. Residenz. Kiimmere dich um klmelic. Hebbel. HohiS Spiel. Schiller it. iWnünei• Theater.) Der schwarze Kavalier. Tch»er«harlottendurg. Die Zwillingss.-tiwcster. Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Friedrich-»Hilhelwftädt. Schau- spielhanS. Jrmingard. Nachmittags 4 Uhr: Max und Moritz. TSesteu. Der fldel» Bauer. Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Thalia. Künstlelblut. Nachmittags Morttz. 4 Uhr: Max und ltoritz.' Luisen. Die Ehre. Nachmittags 4 Uhr: Die Königs- tinder. Bernhard Rose. Wohltäter der Menschheit. Ansang S1/, Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Grete!. Wilhelm. Theater. Die Schöpfung. p»ti'»>ieIb»»S. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overrttr». Die Dollar- Prinzessin. Nachmittag» 8 Ubr: Den König drültt der Schuh. Berliner Operetten-Theater»Ks. Havana. Ansang 8'/, Ubr. Nachmittags 4 Uhr: Goldhii Himmctsahrt. Vaftipiel- Theater. irchenS mmelsahrt. :iel> Theater. Demimonde. Ansang 81/, Mr. Bürgerl. SchanspiclhauS. Der Wilitärstaat. Ansang 8»/. Mr. Gebrüder Herrnseld. Di« beiden Bindelbands. Vorher: Intern. Künstler-Teil. Parodie r" «pe fahrt. Spezialitäten. Mrteoool. Donnerwetter-» lade!- loö. Wintergarten. Spezialitäten. Pabogr. Spezialitäten. Kasino. Die Dlanabäder. Spezia- lttätm. Reichsballe«. Stelttner Sänger. Walhalla. Svezialiläien. FolteS-Caprice. Die Brautschau. Die lästig« Witwe. Gustav Behren». Echte Spree- athener. Spezialitäten. Earl Haverlaud. Spezialitäten. Urania. T"»or»Iirast« t»<4v. SlbendS 8 Uhr: Jerusalem. Nachmittag» 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. glbends S Uhr im Hörsaal: Dr. W. Berndt: Vom Werde» und Ver« gehen der belebten Materie. DaS sexuelle Problem. Sternivurte, Jnoalidenstr. 67102. Neues Theater. AbendS 8 Uhr: Wahrheit. Sonntag zum 7&. Male: Baecarat. Montag- Wahrheit. Nleines Theater. ginsang 6 Uhr. Moral. Thealer des Westens. 4 Uhr kleine Preise: Dornröschen. Allabendlich 8 Uhr: De? fidele Bauer. Urania. WißBenschaftiiches Theater. Taubenstraße 48/40. Nuchinittags 4 Ubr; Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: jern.aleni. Hörsaal 8 Ubr? Dr. W. Berndt: Vorn Werden und Vergehen der belebten Materie. Da« sexuelle Problem. Frledricti-WillteliRstädtlsches Sctiauspieltiaus. Sonnabend, 23. Nov.. nachm. 4 Uhr: Max und Moritz. Irmlngard. Sonntag 3 Uhr: Madam« Sans« (96nc. 8 Uhr: Seine Hoheit SerUner theater. Abends 8 Uhr: Herode« und Barlarane. Morg. 3Ubr: Oer Traum ein Leben. • 8„ Herodet und Mariamne. Hebbel-Theater Köuiggrätzer Str. 57/68. Ans. 8 Uhr. II«h«s Spiel. Keuea Operotten-Thcnter. >schifibauerdamm 85, a. d. Luiienstr. 4 Uhr: 0en König drllvkt der Lestuh. 8 Uhr: Ble I»o>larpria»e»Bla. Operette in 3 Akten von Leo Fall. W.ftoacUs Theater Dtretlw» Hob. Dill, ömimtnrtc. 10. Grosie Extra-Borftellung. Ein feste Bnrg ist unser Gott! Historisches Vollsstück w 5 Akten. Llnsang 8 Uhr. Entree 30 Ps. Tanz. LusispieBhaus. SlbendS 8 Ubr: Madame Flirt. Residenz-Theater. -- Direktion: Richard Alexander.— Täglich abends 8 Uhr: „KOmitiers Dich um Amalie." Schwank in drei Alten stier Bildern) von Georges Fehdeau. Sonntag. 20. Nov., nachm. 3 Uhr: Habe» Sie nichts zu verzollen? Luisen-Theater. Nachmittags 4 Uhr: Grosse Kinder-Vorstellung: Die Llönigskinder. SlbendS 8 Uhr: jDiv Ehre. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Aus« gewiesen. AbendS: Die Ehre. Montag: Stolz der Stadt._ MMtlWtTHHT Gr. Franttuner Str. l32 Abend« g:/, Uhr: HVeliUtlter der nennchbeit. Schauspiel in 3 Akten v. F. Pblllppl. ■MT WochenIagSpretse."VW Nachm. 4 Uhr: Kmdcr-Vorftellung: Hunzel and Oretel. Gastspiel-Theater Köponioker Straße 68. S'/i Ubr: Gastspiel Hedwig Lange, Demimonde. Sonntag 8'/, Uhr: Ein toller Einfall, Helronol-Theater Tttglfch 8 Uhr: DoDomller-Hos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musib von Paul Lincko. Regie Direktor Schultz. Sonntag, 29. November, nachm. 3 Uhr: Durclilaucbt Radieschen. fi Sanntag, den 29. November: ni Anfang 3 Chr. Ermäßigte Preise! kür Erwachsene Kinder Terrasse.... 8.— S— Loge...... 8.— 2.— Parkett-Fauteuil. 2.50 1.60 Seiten-Terrasse. 2.50 1.50 Fauteuil.... 2.— 1.— Reserviert. Platz. 1.——.50 Entree.....—.76—.40 _ Novemöcr- AtrraWK ) AnqflO�iebende Bilder �RtTTll SMKAA i»4 � .Ätmlil *nS" |pif\ C0�6�"T-ic- , Dit�lLf-OÖ. daiiflyskeniuf Heu» GOtiMAIV HUNDt» lAPAMta-THUPPt ßfl&./WRTlN Xylophonisren fe.Der Biograph.� Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien-Sillee 7—9. Der Militärstaat. Morgen, Sonntag: Nachm. 3 Uhr zum erstenmal: Her Glückner von Notre-Dame. SlbendS 8 Uhr: Ausgewiesen. Reichsiialien-Tlieater Stettiner länger Zum Schlich neu: Der Rompagnle-Sall. Militärische Humoreske von IkI«w»«I. Ans. wochentags 8 Uhr. Sonnlag» 7 Uhr. Schiller 0.(Wallner-Theater.) Sonnabend, abends 8Ubr: vor achwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Alten von Heinrich LUienfein. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Oer rote I-eutaaut. Sonntag, abend« 8 Uhr: Der Famillentag. Montag, abend» 8 Uhr« Zum 1. Mole: Tater and Sobn. Theater. Schiller-Theater Charlottenburg. Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Die.fuugfrau v. Orleans. Sonnabend, abends 8 U h r: Die TwIUlngaeebHvester. Lustspiel in 4 Ausz. von Ludwig Fulda. Sonntag, nachm. 3 Ubr: Ovt« von Berllchingen. So ii n lag, abtue« 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Montag, abend« 8 Übe: Der schwarze Kavalier. Luisens Theater. Sonntag, den 20. Kovember, nachmittags 3 Uhr: Sonntags-Aufführung! Die BOttcherechen sozialen Stücke„AUSgCWlOSün!" rraihoit f"«te. stehen Ihrer Tendenz nach firunrieUio u> IV'IIVIl i streng auf dem Boden der„VUlNUsaiöS und Forderungen der Sozialdemokratie". Soziales Drama ans der Zeit des Sozialistengesetzes von Karl Böttcher. 12 Jahre wegen„Gefährdang der tflfentllchen Ord- nnng" polizeilieh verboten gewesen! „Ausgewiesen". Die Leser des„Vorwärts" edhlen �...,..,, gegen Vorzeigung dieses Inserats OUf vO Stil. lUT I. PaTKetL an der Theaterkasse_ R_ Auf alten Übrigen teueren Plätzen 25 Pf. ErmäBigung des Kassenpreises Ansschnelden! Gntscheln für 1—8 Personen. Zirkus Sehumatm. Heute Sonnabend, den 28. November 1908, abends präz. 71/, Uhr: Till. Grande Soirde High I-lfe— Gala-Programm und zum 17. Male: Boge- gi/� Lißr:"MG EOolo, der Seeräuber und Mädchenhändier. 3S iders hervorzuheben; Pompöses Fest beim Maharadscha. Neu: Feenhafte Balletts. Salcmbos Optertanz. Zerstörung der Burg Leica. UM- Noch nie gesehene technische Effekte."Mtztz Sonntag: Zwei GalarVorstellungen. In beiden Vorstellungen: Riesenprogramm.(Nachmittags ein Kind frei.)_ Panoptikum □ □ � � Friedrichstr. 165(Psohorrpalast). Ohne£xtB*a-£nt;i*ee! Große Vari6t6-VorsteIlung der Zwerge! Allerseelen! Beacbteo Sie bitte das Preisrätsel! Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz... B. Jehmllch. Jeden Sonntag und Dienstag:[2161� Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 61/, Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Ooltigkeit. XIV. Saison! b Zirkus Busch. Sonnabend, den 28. November, abend» piäz. 7>/, Uhr: Lala-Verateitung. U. 9 Uhr ca: Zizi Bamboula! Das gröstte Naturwunder ans Parts. Kapitän �Vehhs» dressierte Geelüwen! Die Uesiems. Ferner Mathilde Renz, Schul» retterin. Herr Ernst Schumann mit d. neuesten Dressuren. Gerard und gontana, RettlünsUer. Um 9»/. ca.: Barbarossa!! Grotze Origln.-AussL'PantomIme de« ZirkuS Busch in K Bildern, Burleske. Musik d. Paul Llncho. Abend» 9.» Uhr: Die bedeutenden Attraktionen und Siegwart Gentes als fromme Helene. Ab 1. Dezember: Mlzl Glzl. PassagB-Ilieafer. Abends 8 Uhr: Das glänzende; November-Programm Schneider- Duncker SYankeeDoodle Girls ond 14 neue -..> Varldtd-Atiraklionen Stadt-Thealer Moabit, Alt-Hoablt 48. Größter und vornehmster Theater- saal Moabit». Sonnabend, den 28. November: HVllhrlm Teil. Schauspiel in 5 Akten v. Fr. v. Schiller. Ans. d. BorsL 3, Kassenosfnung 7 Uhr. Konzert 71/, Uhr. Nach der Vorstellung: Hall. Montag, 30. November: Soiree der Luftige« Säuger. Rixdorter Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 29. November 1908: Wiitttnftkiiis Ted. Ansang Vj. Uhr._ Passage-Panoptikum. Ohne Extra-Entree! Ledend I DaS Lebend t vSreiZHvelb. glrnpeon der lebende Ambe» der Mann mit dem StelnkSrper. Neapolitanische Briganlen. Panophon- Vorträge: Alexander Glrardt, Otto Keutter, Caruso eto. Alles ohne Extra-Gntree! Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. Gs BT B last-Theater Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr: her Biesen-November- Spielplan. U. a.t Istvan Bdliks Sprung au» d. VI. Eloge I Vendaeos Wunderaffen I llärndlse vornp., Jongleure! Schmidt- Hawklne I Die Frau mit den drei Männern! und 12 Attralttonen I Ranges. Familirnkartcn, wochentags halbe Preis«, überall gratis. Gchrttdcr Remseld- K' Theater. Ä 57 Konunandantenstr. 57. Hrrrnftlds größte: Erfolg Die beiden Bindelbands. Vorher; KUnstler-Tell. Nuhlmanns Ttzeater und Festfale (früh. Fröbel, Jnh.: I. Leichkoweki). Schönhauser Allee 148. Heule Sennabend 0 Uhr: DVl. großer Theaterabend.-W> Die Htlnher. Drama w 5 Alte« v. Fr. o. Schiller. Gewerksehaf tshans, Engelnfer 15. Sonntag, den 29. November, abends 7% Ubr: KUNSTsABEND arrangiert von MärgllTCte WfllkottC unter gefl. Mitwirkung von Herrn Leo Gollanin, Konzertsänger; Frau Amalie Birnbaum, Violin- Virtuosin, Herr Fritz Lachmann, Rezitator; am Flügel: Herr Bernhard M i t s 0 b e. Nachher; Tanz. Eintritt im Vorverkauf bei Herrn H o r B e h, Ilgarrea« handiiino. fTAOT«rTr«nhflffsVifln«aSft Pf. A.fl A hßnHVnssA ßft Pf. alhalla Variete-Theater Weinbergsweg 19J20, Rosenth. Tor.{ Ansang 8 Uhr: Das neue November-Programm. Perzina m. seinen IIOTieren 1 Im Tunnel RegimenISlapellen ic. Thealerbelucher Hab. freien Eintritt, j 8c?f!merEi5'R3lssf Lutherstr. 22/24. Ständige Eisbahn. Bi« nacht« 12 Uhr geöffnet. Auf. treten erster Kunstläufer und -Läuferinne», u. a. nur wenige Tage: Broor Meyer, der beste Kunstläufer der Welt. Mv Behrens- Theater. Madame ColIeyAshton genannt Oer weibliche Houdini GGT Großer FeflelaN 9J Größto Sensation des 20. Jahrhunderts. Außerdem daS Elite> November- Programm. Schlager aal Schlager! Ansang 8'/« Uhr. Sonntag« 6 Uhr. Sanssouci, Ä"r Direktion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Neue» Programm. Gr. Elite-Soiree Ä von HoIIii!aDnsNori!il.Sängefn Morgen: Gr. Elite• Solree. Tanzkränzchen. veg. Sonnt. 5. wochent. SV. Königstadt■ Kasino« . olzmarktstr. 72. Heute und folgende Tage: Der Seekadett. Singspiel in 2 Bilder» von O. Richter. Musik von GusL Steffens Vorher um 8 Uhr: Die November-SpezialitSten mit Praaz SobanubL Casino-Theater Lothringer Str. 87. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Da» glänzend« bunte Programm. 9'/, Uhr:_ gpy Großer Lachersolg I"MG „Die Diarmbadei-'. Sonntag 4 Uhr: Die fidele Kiste. ftities Caprice Lwienstr. 132, an d. Friedrichstr. Zum U. Male: Die lästige Witwe.] Die Brautschau. Ankang 8 Uhr. Nathan Oland 129 Staliper Str. 129. Die schönften 40962* Herren-Winter-Paletots und Anzöge Monats-Garderobe oonKaoalieren getragene Sachen, ja st neu. für jede Figur paffend. jveziell Bauchanzüge find in großer Auswahl stet» zu staunend billigen Preisen zu have». Nathan Wand 112» Stalltet Str. 129.■ Hochbahnstatiou KottbuserTor.■ Sitte auIHauSnumn-er zu achten. M Partei- Speditionen: ZeniTJim I: Fritz Zinke. Mauerstr. 39..... Tcntran, II: Aib-ri Höhnisch. Auguststr. 50. Ewgang JoachimsNaße. 2. Wahlltr«»», Westen: Gustav Schmidt. Kirchbachstr. 14. Hoch. parterre.. Süden und Südwesten: Hermann Werner Gneisenaustr. 72. Laden. 8. Wahl Irrel«: St. Fritz. Prwzenstr. 31. H°f recht» pari. 4. Wahlltrcl»: Ollen: Roberl Wenge 18, RuderSdorierftr. 3, am Küstrinerplatz.- Wilhelm Mann. Petersburgerplatz 4(Laden). 4. Wahl Irrel», Südosten: Pau! Böhm, Lausttzerplatz 14/15 8. �ahlirrcl»: Leo g u ch I. Jmmanuelktrchstr. 12(Hos). «. Wahl Irrel»(llleahlt und Haauavlertel): Karl ANderS, Salzwedelerstr. 8. im Laden... Weddlng: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Heuenthaler und Dcaaleuharger Vorataat: Hermann Naschte, Ackerslr. 36, Eingang Anklämerftraße. Gcuandhranaea: F. Trapp. Stettinerstr. lll. SchUnhaaucr Ver»tadti Karl Mar«. Lychenerilr. 123. Alt-Glienicke: Wilhelm Dürre. Rudowerftr. 83 ll. Gharlettcaharg: Gustav Scharnberg. sesenheimtrsiratzt I, Tcke Goethestraße, Laden. �. %I'llnicr»darr-llalrn»ee: Tölle, Sigmarwgenstr. 5. I-Ichtcnhcrg, Prledrleh»relde, HVUI»eIz»»»hergi Otto Seilet, itronprinzenstraße 4, l..__.. Rvminielsbiir�, lloxhaicen:A. Rosenkranz, M-�oxHagen 56. (•rUnau: Franz Klein. BaHnHosstr. 3 UI... H»hn»derr und Palheuherg: G. Pseiser, Bohnsdorf, Ge« noffenichastShauS. Hlzderl: M. Heinrich, Nedaiftrcße 2, im Laden. Schniargemlorf: Gustav K a in i n« I y, Eunostraße 2. Schlincberg: Wilhelm Bäumler, Marlin Lmherstr. 5l, st» Laden. Tempelhof: M. Müller,»erlinerstr. 41/42., Obep-Scht»neweido: Juliu» Gruncw, Edisonsir. 10. I. Meder-Sclibncnoide: BonalowSky, Haffelwerdcrstr.& JohanniBthal: SB ie Ii de, Kaiser-Wilhelm-PIatz 4. Adlerclior: Erich Steuer. Hadenbergslr. 5. IL Kltaig»-VV a»terliaa»ea: Friedrich Baum an». Qmlegarien 3. Ubpenlcl«: Friedrich W c i ck. Kietzerstr. S. Laden._._ Frlcdrichshagen: Otto Schröder. Friedrichstr. 50. Stfi. ll. l'rledenaa- Steglitz- Sildende: H. Berns e«. Schtoßstr. 119, Hos 1, in Sieglid. Bestellungen nebinen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelftr. 32. und Fr. S ch e I l h a s e.«hornitr. 15». naplendepf: August Leip, Cbausseestr. 296. H»!- Hau aiuciiiilenn eg: H. Hornig, Marienlhaterstr. 13, l. Tpcptew: Rod. Gramenz, Kiesholzftraße 412. Lasen. IVeu»4VelUe»»ee: Kurt Fuhrmann. Sedanstr.>05, parterre. Iteinickeiidorf- 0»t, WilhcIuiHrub und Scbtfnbolz: P. Gursch, Kamekettr. 12, I. Tegel, BorHlgwalde, Wlttenao, TTaldiuannelaBt, licrniBdorf und Helnlckendorf• went: Paul Sttenast, Borsigwalde, Nauschstratze 10. Panko w-\ iodcPHohilnliaaKcn: Mühlen sir. 73. llernau-ROntgental: Heinrich Brost, Hohesteinstr. 74, pari. Illchwaldc,«eutheu, Hler«d»rk und Hankel» Ablage: Erich Zimmermann, Eichwalde, Naiser-Fricdrich-Siratzt 8. Teltow: Wilhelm Kepler, Hohersleinweg 7. Kowawc»; Wilhelm Jappe. Pnefterstr. 49. Spandau: Siöppen, Jagoroftr. 9._... 3luiii»dorr und Koaladorf: Hugo Scheide, Mahlsdorf, Walderseestr. 14. Sämtliche Parteiliterawr sowie alle wissenschaftlichen Werke werden gesiesert. Annahme von Inseraten für dtv.»Norwarts�. WM» Bitte»«»»cltQeldea.»MW 245/1« Todes- Anzeige. Men Freunden und Ber-innten ! die traunge Mtteilung, daß meine liebe Frau und unsere gute Mutter Bunn geb. Ziege plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 29, November, nach- mittags 4 Uhr, aus dem katholischen Kirchhos, Mariendorser Weg, statt, l VI« tlefbetrObten Hinterbliebenen I Gustav Bunn nebst Kindern. Sozialdemokrat. tfatM für den 4. Sörlitzer Viertel, Bezirk Nr. 227. Test I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Frau Lucie Bonn Reichenberg« Str. 95 gestorben ist. Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonntag. den 29, November, »achmiilagS 4 Uhr, von der Leichenhalle de» neuen Michael- Kirchhofes, Mariendorser Weg, auS statt. 222/lS Der Torstand. Verband d. baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zweigvereln Berlin n. Umgegend. Bezirk Osten. % Todes• Anzeige. Am 26. November verstarb infolge eines Unfalles unser lang- jähriges Mitglied, der Kolleg« iUigu»� Roth im Alter von 60 Jahren, Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, ! den 29. November, nachmittags 3 Uhr, von de» Leichenhalle de» MarkuS.FriedhoseZ in Wllhelms- j berg aus statt. 31/16 Um recht rege vetelltgung«sucht Der ZwelgvereinSvorftnad. -M An> 26, November starb an sd-n Folgen eines SchlagansalleS unser s Kollege, der Drechsler llermaaa Klösser. Wir verlieren in ihm einen �braven Kollegen. Ehre seinem Andenken! Die Arbeiter der Firou Vogt a. Söhne. immmmmmmmmggmmmmmmm Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, dast uns« Kollege, der Drechsler Hermann Klösser am 26. November gestorben ist, Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, de» 29, November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des JohannlS-KirchhoseS In Plötzensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 94/6 Bio Ortsverwaltung. Hen» MeD-ii.Sterlie- kassed. Drechsler D.BeruIsgeo. Am 26. d, M, verstarb unser Mitglied Hermann IIQsser. Ehre feinem Andenten! Die Beerdigung findet Sonntag, den 29, Rovemo«, nochmtllagS 3 Uhr, von der Leichenhalle de» St. Johaiinis-MrchhosS in Plötzen- sce aus statt. 293/5 Die Ortöverwaltnng. 'mmm Orts-Krankeskasse iilr DL-lmersdorl u. ümgegeod. Bekanntmachung. Vom 1. Dezember d. I. befinden fich unsere Geschitstöräunie Kaiser'Allee 173a. Am Montan, den 80. Rovdr. d. I., bleibt die Kasse wegen Um- zugeS geschlossen. 250/3 Der Borstand. !«rofier Weihnachts- x Verkauf Sehr Yorteilhafte Angebote in Damen-, Kleiderstollen, Trikotagen, Voilwaren, Krawatten, Putz, Weißwaren, Raufhaus Wedding zu X nie wiederkehrenden � Preisen. Mädchen-, Herren- und Knaben- Konfektion, • Wäsche, Leinenvaren, Handschuhen, Peizwaren, Gardinen, Teppichen, Tischdecken. Auf alle Artikel gewähre 10 0/« Rabatt oder dOppCltC Nordenmarken. Einen eleganten Kalender gratis! f O f Irntialurrbauh druWr Wilarliritfr. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedttn zur Nachricht. daß unsere Kollegin Klai's Hanke SetzeAn, am 26. November ge- starben ist. 197/8 Ehre ihrem Andenke»! Die Beerdigung findet ani Sonntag, den 29. November, nach Um rege Betelligung ersucht Die Ortsverwaltnng. Dr. Lvhünemann ' Sveztal-Älrzt Ifir 45032' Haut- and Harnicldeo, Frauen Uran k Ii vi tcn. Friedrichstr. 203, Ecke Schüyenstr. 10-*, 5-7, Sonnl 10-1* Uhr. Ossericre in nur frischet, schöner Ware, solange Vorrat reicht: extra starke, für nur... 3,30 M. sauber gespidte, von... 3—4, Gänse, bis 15 Pfd. schwer, pro Psd. 0,60 M. Gänseriimpse, halbe Gänse. Enten, fleischvoll und fett, von. 2,50 M. Hühner in ganz besonders schön« Auswahl, W egner, SQ.. Mariannenstr,34. Ausnahme-Ängebot! Antarktis Von Or. Karl Fischer. Die Erforschung drs Snhpoinrgkhirtts. Mit zahlreichen Jllustrallonen und Karten. Elegant kartoniert statt S.— M. nur 1�- M. Euedition des Dorwätts. Berlin L«, 63, Lindenftr. vv. Laden. ?el!' «iiirell eigener Fedrlk Veihanfe nach beendeter Engros- Saison Pelz-StolM, üluircn, Klndergarnitnren zu«ehr falll. Preis. Enorm grolle Ausw. H. Bonin, Kürechnennstr,, Welllenburgerst. 66 (Kein Laden). Kep. werd. i ei�. Werkst, ang. Vorzeiger dieses ins. _ erhalten trotz d billigen Preise extra 5 0/0 Rabatt. � Allen Freunden und Bekannten die traurige Nach- u rieht, daß unier Sohn 2925b Kurt im Alter von 68/« Jahren nach neuntägigem Leiden an den Folgen einer Blinddarmentzündung verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 28. November, nachm. VsS Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. Wilhelm and Anna Simmel geb. Sternfeld. Mbraiihtniuife für den Gemriitbetritb der Kauf- ieute, Haudtisieutt uud Apotheker. Bekanntmachung betreffend die Wahl der Vertreter der Kafienmitglteder und Arbcitgeb«. Mit dem 31, Dezember 1908 lausen die Mandate sämtlicher Bertret« der Kasscnmitglieder und Aibeitgeh« sür die Generalversammlung ab. ES haben deshalb aus Grund d«§§ 48 u. st. deS KastenstatutS die Neuwahlen derselben stattzufinden. Zu wählen find 372 Vertret« der Kassenmilglied« und 177 Vertreter der Arbeitgeber sür die nächste drei- jährige Wahlperiode, welche mit dem 1. Aanuar 1909 beginnt und am 3l. Dezember 1911 endigt. Die Wahlen d« Kassenwitglleder finden am 230, 10 Sonntag, den 6. Dezember 1008 statt. Gewählt wird in zwei Ab> ieilungen, Abteilung I umsaht die Kassenmitglieder, welche in Betrieben Beschäftigt find, die rechts der Spree ltegcn. sowie alle freiwilligen Mitglied«, die rechts der Spree wohnen(also die Post- bezirke 0,, KO,, N., sowie ein Seil von 0. und NW.). Das Wahllokal befindet fich in DrSselS FestfSlen. Reue Artedrtchftrafte 33. Abteilung Q umsaht alle Kassenmitglieder, welche in Bettleben bcschästigt find, die links der Spree liegen, sowie alle freiwilligen Milgli-der, die links der Spree wohnen(also die Posibezirke SO.. S., 8W., sowie ein Test von 0. und NW.). Das Wahllokal befindet fich in der .Lebcnsquelle'(frühere Armin, hatten), Kommandantenstr. 20. Die Wahlversammlungen werden um l0 Uhr vormittag» eröstnet und die Wähl«Iisten um 4 Uhr nach- mittag» geschlossen. Um Zweisein vorzubeugen, machen wir ausdrücklich daraus aufmerksam. daß die Gesamtzahl der Delegierten in beiden Wahllokalen zu wählen ist. Wahlberechtigt und wählbar sind nur dicsenigen Kaffenmitglicd«, welche whjähi ig und im Besitze der bürg«- 'en Eh'.emechte find. 418 Legitimation dient eine Wahl- karte, welche aus Verlangen in unserem Kassenlolale, Georgenkirch- sttahe 40, Hos 2 Treppen, tn den Dienststundcn wochentags von 8 bis 2 Tlhr gegen Vorzeigung des Mit« gliedsbucheS od« einer Bescheiuigung deS Arbeitgeber» ausgestellt wird. aus welch« hervorgeht, dah Antrag- stell« tn versicherungspflichtiger Belästigung stehen.(Datum, Unter- rist d« Lirma bezw. Stempel.) stetwilllge Mitglied« haben zur Er- angung der Wahlkarte im Kasten» IlllaI ihr Mitgliedsbuch vorzuzeigen. grl lic! fin Di Die Wahlen den am der Arbeitgeber ieustaa. den 8. Dezember 1008. tn Kastenlokale Georgrukirchstr. 40. vor» 4 Dr.. statt. Zu wählen sind 177 vertret«. ES werden hierzu die Arbeitgeb« eingeladen mit dem Bemerken, dah um 6 Uhr abcndS der Wahlakt be- ginnt mid die Listen um 3 Uhr abend» geschlossen werden. W ahlberechtiAt sind olle Arbett- gebet, welche für die bei ihnen be- schästtgten Personen Beiträge au» eigenen Mitteln zu obengenannler Kaste zahlen. Die Arbeitgeber find berechtigt, sich bei der Wahl zur Generalveriammluilg durch ihre Geschäslslübrer od« Be- tticbSbcamten verircten zu lasten. Bon der B«ttetung ist dem Kasten- vorstände vor Beginn der Wahl- versammlinm Anzeige zu machen. Die Arbeitgeber sind fern« be» rechttgt. zu Milgliedern der au» V«» trelern bestehenden Generalversammlung und de» Vorstandes GcschästS- führ« od« BettiebSbeamte d« zu Beiträgen verpsltchtelen Arbeitgeber zu wählen. Der Borstand. R. MBrnberg, Vorsitzender. lones Stahl, Schrisljllhrer. felz-Stolas Mulfeu I sowie alle sonstigen ftearen empfiehlt nach beendeter En gros- Saison zu au6er- oewShnl.blll. Preis. Kürschncrmstr., Cr. Frankfnptep- straße 89. 1 u. D, am Strausb.-Platz. [El GEJ Greift zu! den besten MonatSanzüge... v. 0.50 M Rvonnementsanzüge.. 13.00, Pfandletdanzüge... 11.00. Partieanziige..... IL.OO. Gehrockauzüge.... 14,50. Anzüge. Ersatz f. Mast. 20,50, WtnterpaletotS.... 0.50. Hosen........ 2,00. Warme Winterjoppen, V.00. Moldauer 98 Gr. liankfurtfrStr. 98 im Bade«(am Strausberger Platz). — Strabenbahn-Bcrgüwng.— ß Enorm billig •iDllg II! i»t uoier Angebot 1 für Herron jeden Standosttl Täglich. Sonntag veikaofon »na felnston Uadstoflan{ »ornehmsl golortigto Harraa- Anzüge Paletotsl d*r*a MaSpiai* ■onttiger «0-70 M.»». Jetzt 18-83 M, QabrookauzSgs|elzt21—«0 M. Herren-HoMn letzt 7—12" Oentaobas Vereaadhane. Jararstr. 69, 1 Trapp». Firm» BHiitonmmer cctiton. Das läßt man sich gefallen! Aus Deilzaltlnng billiger al» ander- weitig per Kassa liejert nur da» Bersandhaus Berliner Herren- Moden, Sttalauer Strotze 28 I, am MoUenmartt, an durchaus zahIungS- sähig« Kunden. Garderobe fertig und nach Matz. Eigene giischneiderei und Werkstätten, daher konkurrenzlos. Ver- arbeitung haltbarer Stoste, Garantte sür tadellosen Sitz. Nicht gelieferte Maßanzüge, Paletots (MonntSgarderobe) werden im Kon- siimhaus, Franksurter Allee l8S, Ecke Müggelstr., zu RäumungSpreisen nur gegen Kassa v«kaust. Besuch mit Muslern jederzeit,— Nachdruck verboten. Wtt- Stoff-h«t seidige Anzüge«ach Mass SO M. Tadelloser Sitz, halibare.Zu.lersachen, Lei Siofiliescru.ig billigste Preise. rrausic, Ackerstrabe 113, 44622» Ecke Jnvatidenitrotze. HHtSoHnger SfahlwarenHHF j X l empfehle In größter Anssvaltl. J Ii Tiachbesteoke, Löffel, Traoohier-, Hack- u. Wiegemesser, Scheren, Haarschneide-Masobinen, Taschen- und Rasiermesser. ♦ Nickel-Service, Aluminiumgesohlrrs, Wagen, Haushaltungsmasehinen, Tablette, Kassetten, Revolver, Teeohings, tultbUehsen, Munition, Sehlittsehube usw. HfÜheilD DietZ. s««ozek Statilwaren. Uranaeastraße 0, am Rosenthaler Ter mzmmmmm Arbeiter- Kofif-Solenliet 1909■■ Geb. KV Pf. Porto 10 Pf. Sin ofleitcber Ratgeb«,«tn unentbehrliches Raq-" «n. für alle tn Partei und®c»«l- ichaftea organisierten Arbeit«. ©er dteSjäbrige Kalender ent- hält u. a.: Die ReichUtagC» len 190? und die Rachwahlen. iogr. Rotlzen unserer Reich». eagsabgrordneteu.— Reichs» »«einSgeseh.— Di« Bedeutung d« Landtage.— Sozialdem». kratifche u.«ewerkschaftspresse. — Die Seweckschaften Deutsch» land».— Internationale Streit- slönde der Zentralverbünde.— Die deutschen Gewerbe-Znspek. toren.— Kalendarwm und«e. schichtskalender.— Mtinj- und Gewlchrstabelle.— Pvrtotar«.— Vielseitige» Adressenmaterial. Außerdem«ntbdlt der träte». b« ein künstlerisch ausgeführtes Rarr» Portes«. Zu bezlrhr» durch srd« Partei» buchhandlung und bei den Kol- pon euren. Der Verlag» Buchhandlung Vorwärts BerUa SM. 68. Kunstgclgcnbaucr E. Toussaint BERLIN C. Joachimstraße HC, liefert Reparaturen. aus Wunsch zugleich mit vorzgl, Tonverbesterung. Spezialität: Erzeugung de» alt, ttaltrinschen DimbreS für große Säle an alten u und neuen Getgeu. u Mütziges ttonorer.» Knnakme-Stellen Cllr„Kleine)Zn2eigen". Ztzvuti>aa>: ktzritz Zinke, Mauerstr. 89. A. Hahnisch. Auguststr. 56. H!V««t«a: G. Schmidt. Ätrchbachstr. lt. Oatoa: CO. Mann, PeterSburgerplatz«. R. WengelS, RüderSdorserstr. 3. Gustav Bogel. Koppenstr. SS. ?lQD«la»t«a: L. Zucht. Jmmanuellirchstr. 12. I. Neul, Bartümstr. 42. Na»'«I«n: S. Raschke. Ackerstr. 36. . Trapp. Steltinerstr. 10. Karl Mars, Lvchenerstr. 123. Karl ilOcistr, Nazarethlirchstr. 49. L. Dechand, Ziubcplatzstr. 24. >. Vogel, Lortzlngstr. 37. !l. Dietz, Jnoalidenstr. 124. Wordwcstea: Karl Anders. Salzwedelerstr. 8. Weckert. GotzkowSlystr. 29. SU«Ivrv»t«a: H. stverner. Gneilenauftr. 72. Taehn, Hagelbergerstr. 27. Giidva: St. gsrltz. Prinzenstr. 31. Rich. Schmidt. Kottbuser Damm 8. SUdoittvii: Paul Böhm. Lamitzer Platz 14/15. P. Harsch. Eugel-Ujer 15. OharlOttouOun»-: G. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1. k's-ledrlelHnherg: O. vcikct. Kronprillzeustr. 4. NlxdurF: M. Heinrich, Rcckarstt. 7. Eonrad. Hermanustr. 50. llaniiavtahai'g: A. Rosenkranz, All-Boxhagen 56. l8al>5n«:dvs>g: Wtlh.vü«mier.MartlnLulherstr.S1 4Veivenn«!«: K« Fuhrmann, Sedanstr, 105. Jnl. Schiltrrt- Köuig-Chaustee S9a Itvlnl«leondv>>k: P. Gurjch, Kamclestr. 12. R. Gramenz -vpte»' Kiesb otzstr. 412 Mer Arbciltr. jeder Handwerker sollte zur Hrbclt die Ledcrhose Herknien trage«. Unerreichte LeistungslBhigksit Alleiii-Verlaus. Sehr starke» Leder In praktischen grauen u. braunen Streifen, auch eiiisarbig. Am Bund aus enicm Stück gearbeitet. Sehr feste Kapp» nähte. Haltbarste Pilot» Tasche». Große Flicken umsonst. M � Die Herkules» Hose Tt"ü Monteur- Jacketts„Edison-,_„ echlblau Köper ober Stell 3 M. 65 Moiilour-Hosen„Edisoii-, echtblau Köper oder Drrll 2 M. oo Manchester-HosenGambnnus 0 M. 50 Maiichejt.-JackettSEambrinusllM.Sv Maler-Kittcl.... M. 2.75.» M. 25 Mechaniter-Ktttel(braun) 3,35, L M, 75 Weiße Lederhosen..... 4,50, 3 M. Kessel-Anzüge•. 7,25, 6,50, 5 M. 50 Weiße Jacketts für Friseure. Kellner, Konditoren, Köche usw. Die Preisegelle» sür normale Größen. CS»«!' Sohn Chausseestr.S0,zo. Bruckenstr.44. Gr. Fraiiksurterstr. SO. Haupt-Katalog gratis und franko. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schritilänge, bei Jackett« und Kitlein die Brustweite anzugeben. 45232» verbot«» t R: estei Oementuche, schwan and farbig. Coslumes-Stolfo(neueste Muster, zu jeder Saison), Astrachan, Krimmer, WollplOsch, Seidenplüsch, Velours du Nord, Semmel, Seide, Velret etc. 41471.* c onfektion Paletots, Jacketts, Costumes and CostumesrScke in großer Auswahl COz*!-» Kottbuser C »& Htratte 5dJ,C.K06li� Koblen-Groß-Handiung gegründet 1803. Hanpt. Kontor und I. Geschäft t Berlin 0. 34, Brombergerstr. l«. »I. Geschäft: 0. t7, Fruchtstr. 13. Preise sür nur la Kerken ab Platz von 10 Ztr. an: 49682* Prima la Halbsteine(b-kani.Ie Marken),. pr. Ztr. 07 Pj. . Ferdinand-Briretts ' pr. Ztr. 07 Pf. „ Anna cd. IkvaidmannSheil pr. Ztt. 00 Pf. . Pfännerschast.... 101 Pf. , la Diamant pr. Ztr.(UV bi« t20 Sick).. 105 Pf. , la Ilse o.AUv.pr.ZIr, 105 Ps, . laAnthrnzltCadbp.Z, 235 Ps, Koks. Steinkohlen usw. z» den hllligslen Tages- und Konventions- preisen. Anliesernng frei Keller je nach Quantum pr. Ztr. lv— 15 Ps. mebr.— Bei Originalwaggons und größeren Abschlüssen verlange» Sie meine Spezial-Osterte. IVeae Friedrichstr. 85, neben der Zcntral-Markihalle, liefert an jedermann elegante Heri'euDsl'lisi'Dbeu fertig imd nach Mast unter Ga- ranue für ladekloscu Sitz gegen «itchenll. Teilzahiung von t M. an. Zuschueiderei».Wertstälten i.Hause. Aus Wunsch Besuch de« Reisenden mit neuesten Stostmustern. ���SonntagSaeössnett�� II aste a, lleiserheitl beseitigen «tunderdarlcivhck und schnell f die berühmten Husteutropfen von Otto Reichel. Nur echt mit! Marke „nedioo14. FI.50Ps.U.,M,j Bor Nachahmungen jeder AR sei jedoch dringend gewarnt. In den meisten Cronerlen und bei Otto Reichel, BerllaFS, tlsenbahnstr. i, Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 Sonnabend □ Sonntag □ Montag verabfolgen wir auf unsere bekannt billigen Preise Doppelte abatt-Marken Bit AasubM tm Lebensmitteln und einiger Netto- Artikel Ferner stellen wir für diese Tage mehrere Waggons in als ganz besonders vorteilhafte Gelegenheitsposten sehr billig zum Verkauf Steingut Oemüsetonnen»nfl. wen w» 1.00 s«. 25«. Oewürztönnchen«« wortw.«ptst 8«. Salz- und Mehl-Metzen lt Holzrfickvaad, regulirar Wort JQ 1......................... St, to P1 m i t Salz- und Mehl-Metzen,..st 32« Essig- u. Oelf laschen bmtdecor.st 18« Salatieren tun«ad bot.. sati�tst 98 pt Milchtöpfe ba«.............. st 18« Speiseteller tief oder flach........ stück 5 Abendbrotteller................ 4 Waschgarnituren 1.35 Nachtgeschirre.................. stück 28 p«. Porzellan T assen dokoriort............ s«-» 18« Kinderbecher dokorfort...... smck 8« U ntertassen amt«.......... stock 4«. Kaffeetöpfe dokoriort........ stock 15«. Satz-Kruge-» 6 stock, goM oder buni 95« Kaffeeservice stomg. gau wu% dekoriert...................... 2.75 Dejeuneurs goid............... 95« Ober- u. Untertassen«1.1,310» 10«. Grosse Kaffeekannen«i», stock 30«. Speiseteller tief oder flach vei«..... stück 10 w. Abendbrotteller.................*** 8 pt Kompotteller................... � 6 pt Suppenterrinen-v-......... stock 95«• I. ETAGE: Ausstellung von Spielwaren und Puppen rCYTT empfehlen wir In 1000 taeh. Auawahl elegante Herren- 1 Dnnen-Mrobe Garantie für besten Sitz und tadelloee Verarbeitung auch bei dam billigsten Stück. Gleichfalls empfehlen wir unsere Aoteilung tür Pelz-RonfeMlon v-- Garnlluren.KnMiitten. Hütten ett. In Jeder Preislage und Ausführung. Bei Bedarf berOckelehtlga man vor altem Die erste Grossmacht bestehend aus nachfolgt M. Glogau C. Wachsmann« C»• bestehend aus nachfolgenden 3 Rle.enflrmen nur Alte Jakobstr.73 Ecke DresdenerStr Keine Filialen Reinlckendorfarstr. 15 direkt ano Weddlagplata acbea der Feuerwache. Paul Neugebauer Nacht. A Unsere märchenhaft grossen Läger In Konfektion bilden das Entzücken der gesamten Damen- und Herrenwelt von Grote-Berlin. Die fabelhaft niedrigen Preise und lächerlich geringen Anzahlungen ermöglichen e» jedermann, sich elegant und schick xu kleiden. 4883L« Erprobt und bewährt <. Sampen u. Brenner SpirituS'Zentrale gjl y Berlin NW. 7, Frfedrichstr. 96, gegenüber dem Centrai-Hotel l'rt'inliwlc koNlrntoN! AciHnachtS' IPrämkn für die Leser des „Vorwärts44# •Hacklanders Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. Freiligraths sämtl. Werke 3 Bände eleganl geb. 3.— M. KerstäLkers Werke 2 Bände illustrier! 3,50 M. Griilparcerssäinll. Werke 2 Bände illustriert 3,— M. Goethes Werke 2 Bände illustriert 3,50 M. Beuters sämtl, Werke 2 Bände tllustrierl 3,— M. Schülers Werke 2 Bände illuslrierl 3,50 M. I iirluiin Zwischen Himmel LUÜWig, um) Erde. Tieg. geb. statt 12 nur 3,— M ExpeöiliöD lies Jorwärls" Lwdenftr. 69(Laden). 0 Spezial-tienebkil tur«jlirro v —- 1 neu« I» 75täft.* l«tue l.br Sctfti. Ib PI». 1 neue« Urr.*la8. 10 PK. 1«mei IlHr.Rin«. 10 Pia. I neuer Udr-Zelaee 10 PI« I neuer Uhr-LltlllNel b Pia Nene Ufaren L ocBttcr au»o. penall reguliert E-Möbis,! 14 Beuthstrasse 14 leb.Oa'AAactoaupr.a.Spjttelinarkt »«««««»»«»««»»OSDS» Die verpfändet gewesenen Waren werden wegen vollständiger Auflösung des Blitz E. i Iis zn 50% unter Preis Rinder-Joppen Berren-flosen Berren-lnzige Herren-inzllie Berren-ÄnzBie Berren-inziige Berren-Anzige warm q, gefütt. Stück Bnckskin Stück Wert bis 21 M. jetzt Wert bis 30 M. jetzt Wert bis 36 M.. jetzt Wert bis 42 M. jetzt Wert bis 50M.jetzt Stück von y- 180 ian 20 'an 180 ■ an 12 50 17 50 21 00 28 00 QQ 00 I* Kinder-Paletot stück von Burseheo-Änztiie � Bnrscben-Paletot St� Berren-Paletot Berren-Paletot Berren-Paletot XÄ Berren-Paletot Wert bis 42 M. jetzt Wert bis 55 M. jetzt 2 Berren-Paletot Berren-Paletot Wert bu 60 >an 340 an 360 an 3 00 ,30. 177s 22'" 23« >4°° 85 Chausseestraße 85. 137 Große Frankfurter Straße 137. 24 Wuser Damm 24. Schöneberg, 10 Hauptstraße 10. 9 Rosenthalerstr. 9, Ecke Auguststraße. LcriuUwortlichcr Redakteur: Han» Berlin. Aür d« Inseratenteil derantw.: Tb.VUck», Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt« Buchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer& 60« Berlin SW, Ar. 279. 25. Jahrgang. 3. Irilifr ks Dwilrls" Jttliutt llilbtlilt. An die Arbeiter Grotz-Kerlins! Die Gewerbegerichtswahl für Arbeitnehmer findet am Sonntag, den 29. November 1908, von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags statt. Es ist Pflicht eines jeden Genoflcn, sich an der Wahl zu beteiligen. Auch die auswärts wohnenden, aber in Berlin arbeitenden Genossen haben das Recht und die Pflicht, ihr Wahlrecht in Berlin in dem Bezirk, in welchem sie arbeiten, auszuüben. Die Liste Dr. I und Gelverkschaftsgenosse zu wählen hat. Um jede Wahlmogelei ZU verhindern, werden die Stimmzettelverteiler Liste der freien Gewerkschaften, ist die einzig richtige Liste, die jeder Partei- der Liste I eine rote Schleife mit einer I versehen als Abzeichen tragen. Dn ergebnis der Wahle» der ürbeitgeberbeifitzer. Gestern wurden die Wahlen der Arbeigeberbeischer zum Gewcrbegericht vollzogen. Die freien Arbeitgeber hatten der bürgerlichen Liste ihre eigene— die Liste II. gegenübergestellt. Das Ergebnis ist für die Liste der freien Arbeitgeber ein imnierhin recht erfreuliches. Es wurden im ganzen 7llK Stimmen abgegeben, davon waren 29 ungültig. Von den 7087 gültigen Stimmen erhielt die bürgerliche Liste 5ii5. die Liste der lreicn Arbeitgeber 16-12. Da 70 Beisitzer zu wählen sind, würoen 54 Beisitzer von der bürgerlichen und 16 Beisitzer von der Liste der freien Arbeitgeber gewählt sein. Wenn also manche Leute glaubten, uns durch die Ein- führung der Verhältniswahl irgetidivie Abbruch tun zu können. so haben sie sich sehr verrechnet. Im Nachfolgenden veröffent- lichen wir das Ergebnis nach Stadtbezirken. Partei- �ngelegenkeiten. Vierter Wahlkreis. Am 6. Dezember findet eine Urania-Dor- stellung statt. BilleltS. die bis zum 30. d. M. nicht zurückgebracht. werden als verkauft betrachtet und müssen unbedingt bezahlt werden. Der Vorstand. Der Vorstand. Zehlendors. Heute abend: Aufflüjning deS Theaterstücks.Ausgewiesen� bei Wiek. Es wird ersucht für rege Beteiligung Sorge zu tragen. Gewerkschaftskommission und Vorstand deS Wahlvereins. Rieder-Schönhausen. Heute. Sonnabend, abends S'/z Uhr, findet tm Lokal„Neu-!larlshos' der Lichtbildervortrag des Genossen Roth über.Im Reiche der schwarzen Diamanten" statt. Räch dem Bortrag Tanz. Eintritt 20 Pf. Der Wahlverewsvorstand. Tegel. Morgen, Sonntag, den 20. November, vormittags 8 Uhr. findet von den bekannten Bezirkstokalen aus eine Flugblatlverbreitung statt. Der Kursus über soziale Gesetzgebung findet am selbigen Tage Vormittags 9 Uhr statt. Der Vorstand. Bezirk Waidmannslust. Am Sonntag, den 29. November,' vor- mittags ühr, findet für die Orte Hermsdorf, WaidmannSlust und Borsigwalde von den bekannten Lokalen zur Agitation für die K o n I u m V e r e i n e eine Flngblattverbreitnng statt.— Die BillettS Vom Siistungsfest müssen in allerkürzester Frist abgerechnet sein. Wilhelmsruh. Der Wahlberein feiert heute abend 8Vz Uhr im Lokal von Deutfchmann sein 7. Stiftungsfest. Die Genossen werden ersucht, für einen guten Besuch des Festes Sorge zn tragen. Der Borstand. Friedrichsselde. Die Bibliothek des Wahwereins befindet sich nicht mehr bei dem Genossen Steffen, sondern bei dem Genossen Hutter, Prinzenallee 47, 1. Berliner J�acbricbten» Zu den Gewerbegerichtswahle«. Achtung vor Wahlmogeleien!!! Die Wiesenthaler haben in Berechnung auf Düpiemng den Namen„Allgemeiner deutscher Metallarbeilerverband" angenommen. DaS beweist ein Beschlufi, den sie in einer am Donnerstag statt- gefundenen Versammlung gefafit haben. Danach sollen bei der Gewerbcgerichtswahl am Sonntag ihre Stimmzettelverteiler fort- während die Stimmzettel unter der Bezeichnung„Liste des Deutschen Metallarbeiterverbandes' anbieten, in der Hoffnung. dadurch von mit den Verhältnissen nicht ganz ver- trauten Metallarbeitern Stimmen zu ergattern. DaS ist natürlich nur ein Wahlmanöver. Auch werden von der genannten Richtung Wahlkontrollmarlen herausgegeben, die eine ihnen allerdings an- gcpatzte Farbe— blau—- haben. Die Wahlkontrollmarke der freien Gewerkschaften ist rot l Die Arbeiterschaft wird ersucht, auf diese Machinationen ein besonderes Augenmerk zu richten. Sehe sich jeder Wähler seinen Stimmzettel genau an. Die Liste I ist die allein richtige. D i e Stimmzettelverteiler tragen rote Schleifen mit einer 1 in derselben. Beschwerden über eventuelle Unregelmäßigkeiten sind dem Bureau der Gewerkschaftskommission. Engelufer 15, Amt IV 3733, möglichst sofort zu melden. DaS Wahlresultat wird am Sonntagabend im Gewerkschafts- Hause verkündet._ Das Alte stürzt. Wie ein Zwerg zwischen zwei Riesen stand das kleine zweistöckige Haus in der belebten Straffe, eingeklemmt von zwei modernen vierstöckigen Gebäuden. Rechts und links der Straffe zogen sich in pfeilgerader Flucht die kolossalen Ge- schäftsbauten hin, mit ihren hohen Spiegelscheiben und ihrer stolzen Front. Und nur das eine kleine Häuschen hatte bis jetzt der Spitzhacke getrotzt. Es sah zwischen den beiden hohen Prachthäusern so unscheinbar, so schief und winzig aus. als wäre ein Riese darüber hinweggeschritten und hätte es mit einem mächtigen Fufftritt kläglich zusammengedrückt. Alle Kameraden hatten der pietätlosen Neuzeit weichen müssen, nur das grüngetünchte, armselige Hüttchen, mit dem schmalen, dürftigen Vorgarten,»es blieb aus alten Zeiten" in dieser Straffe zurück. Rechts von dem engen Türeingang stand eine Bank, auf der mehrere Körbe mit Gemüse und Obst ein liebliches Stilleben bildeten, und hinter den blitzblank geputzten, kleinen Fensterscheiben war auf einem Plakat zu lesen:„Hier kann gerollt werden!" Auf der anderen Seite befand sich eine von den alten charakteristischen Weiffbier- stuben, deren Urgemüttichkeit in den rührendsten Tönen am meisten von jenen beweint wird, die sich in den groffen, neu- zeitlichen Prunkrestaurants am wohlstcn fühlen. Blickte man im Vorübergehen durch die Fenster, so sah man in blendend- weiffcr Schürze die rundliche, stets vergnügte Wirtin mit ihren strammen Armen, die an Hcbcbäume erinnerten, an dem Schenktisch emsig hantieren, um den gewöhnlich einige Droschkenkutscher stehend einen flüchtigen Jmbiff nahmen oder sich mit einem derben Schluck für die nächste Fahrt stärkten. Auf dem Fcusterbrett aber lockte ein knuspriger Schweinebraten, eine Schüssel mit Rollmöpsen und ein Teller. den ein Dutzend mehr oder minder frischer Knobländer krönten. An der Tür prangte in stolzen Lettern die inhaltschivere Ankündigung, daff es hier einen „kräftigen Hausmannstisch für 50 Pf. mit Bier" gebe.— Vorbei.— Eines Morgens waren die gastlichen Pforten geschloffen, der knusprige Schweinebraten, die Rollmöpse, die Knobländer und auch Obst und Gemüse verschwunden. Fortan konnte auch hier nicht mehr gerollt werden. Aus den niedrigen Fenstern gähnte eine öde. melancholische Leere. Und noch einige Tage später kamen fleiffige, wetterhartc Arbeiter und errichteten an dem Gartenzaun ein hölzernes Schutzdach. Ein Settel verkündete: Hier sind Baumaterialien abzugeben l nd nun verschwand zusehends mit jedem Tage ein Teil des Häuschens nach dem andern. Das Dach war abgedeckt. in den ehemaligen kleinen Stübchen hing die zerfetzte, verblichene Tapete von der Wand. Durch die zerbröckelten Mauern konnte man in einen engen Hof sehen, der in malerischer Unordnung allerlei Gerumpel barg. Nicht lange, dann waren auch die letzten Mauerreste beseittgt, das Ausschachten begann. Die Straffe hallte wider von den lauten Zurufen der Kutscher, die die Pferde antrieben. Während sie vorn noch Schutt und Erde wegschafften, wurde hinten schon der Grundstein gelegt. Hier darf nicht gezögert werden, sollen der Profit und die Zinsen nicht Schmälerung erleiden. Hier ist Zeit im tvahrsten Sinne des Wortes Geld. Bald wuchsen die ersten Mauern aus der Tiefe empor, und wer einige Wochen nicht an der Stelle vorüberkam, stand vor einer ziemlich vollendeten Tatsache. Vom schwindelnden Dachgebälk winkte ein grüner Baum und farbige Bänder flatterten lustig im Winde. In eiliger Hast.schritt der gewaltige Bau seiner Vollendung entgegen. Em riesiges, weitverzweigtes Eisengerippe bildet die Front und Glasflächen von gewaltigen Dimensioneil stillen die eisernen Rahmen aus. Ein neues Warenhaus feiert seine Auferstehung. Gewandte Dekorateure entfalten Geschmack und Kunst, vollziehen die„Ausmachung", locnden alle Tricks und Kniffe an, um Straffenpassanten in Schaulustige und Schaulustige in Kauflustige umzutvandeln. Ein Schaufenster mit Galanteriewarm, eins mit Hütm. die kleinsten 70 Zentimeter im Durchmesser, ein drittes mit Stoffen und Roben, schillernd und glänzend, in kunstvollen, Faltenwurf, ein viertes mit Spiellvaren, mit Puppen, die Mama und Papa rufen und„richtig schlafen" können usw. Und Kinder bleiben stehen und drücken sich die kleinen Näschen an den Scheiben platt, und distinguierte Damen geraten beim Anblick der Toiletten in Verzückung und stellen tiefgründige Betrachtungen darüber an, wie„himmlisch" ihnen doch der weiffe Federhut mit seinen 90 Zentimetern Durchmesser„stehen" müsse. Die Straffe zeigt nun ein einheitliches Gepräge und die beiden Hausivirte rechts und links schmunzeln vergnügt, daff die alte Baracke endlich weg ist. SeelenrettungSversuchc bei KirchenauStrittserklärungetk. Die Einsicht, daff es ein Gebot der Ehrlichkeit ist, nach innerer Loslösung von der Kirche auch die äuffere Trennung von ihr zu vollziehen, ist längst nicht mehr auf die Männer beschränkt ge- blieben. Auch die Frauen gelangen in immer wachsender Zahl zu dem Entschluff, sich offen als gottlos zu bekennen und ihren förmlichen Austritt aus der Kirche zu bewirken. Ebenso mehren sich rasch und immer rascher die jugendlichen Personen beiderlei Geschlechts, die beizeiten aus der Kirche austreten. Bereits mit Vollendung des 14. Lebensjahres wird die„Religionsmündigkeit" erreicht, und von diesem Zeitpunkte an darf jeder selber über seine Stellung zur Religion entscheiden, also auch nach eigenem Er- messen sich von der Kirche lossagen. Merklich häufiger als bisher kommt aber auch das vor, daff Eltern schon für ihre nicht r e l i g i o n s m ü n d i g en Kinder den Austritt aus der Kirche erklären. Daff das gleichfalls zulässig ist, wird noch nicht mal allgemein bekannt sein, sonst würde die Zahl dieser Fälle sich wahrscheinlich noch viel rascher steigern. Denen, die die Kirche als ein Bollwerk der besitzenden Klasse gegen die„Begehrlichkeit" der Besitzlosen zu schätzen wissen, ist diese Loslösung schon der Jüngeren und Jüngsten ganz besonders schmerzlich. Mit welchem Ingrimm mancher solchen Verlusten nachschaut, das zeigt ein Erlebnis, das eine Frau E. auf dem Amtsgericht Berlin-Tempelhof(am Halleschen Ufer in Berlin) hatte, als sie für sich und zugleich für zwei noch nicht religionsmündige Kinder den Austritt aus der Kirche erklären wollte. Sic hatte vorschristsgemätz die Absicht des Austrittes für alle drei dem Gericht angemeldet, und es waren ihr dann auch für alle drei die Vorladungen zum Termin zugesandt worden. Innerhalb der ihr gestellten Frist ging sie zum Gericht und nahm auch die Kinder mit, weil sie meinte, daff deren persönliche An- Wesenheit nötig sei. In Zimmer 10 legte Frau E. die Vor- ladungcn samt den erforderlichen Ausweispapieren über die Reli- gionszugehörigkeit einem jungen Beamten vor. Der Kommando- ton, den dieser ihr gegenüber anschlug, erregte ihre Verwunderung, aber den kann man ja auch bei anderen Gelegenheiten in den Bureaus unserer Behörden zu hören bekommen. Noch schlimmer erging es der Frau E. im Zimmer 10 mit einem älteren Beamten, dem sie zugeführt wurde. Dieser fixierte sie einigemale, dann be- gann er sie zu e x a m i.n i e r e n, und eS entwickelte sich zwischen ihm und ihr ein höchst eigenartiges Zwiegespräch.— Der Beamte, die Papiere nehmend:„Sie sind Witwe?"— Frau E.:„Ja."—„Und Sie wollen aus der Landeskirche aus- treten?"—„Ja."—„Sind daö Ihre Kinder?"—„Ja."— Zur Tochter:„Wie alt sind Sie?"—„Ich bin 13 Jahre."— Zum Sohn:„Und Du?"—„12 Jahre."— Zur Mutter, ärgerlich: „Was sollen die Kinder hier!? Die bräuchten Sie nicht mit- zubringen!" Er fuhr fort zu examinieren:„Wollen Sie über- treten oder austreten?"—„Austreten!" antwortete sie daraus. —„Die Kinder auch??"—„Ja."— Der Beamte, mit strengem Blick und in tadelndem Ton:«Das macht istan doch nicht! Hier kommen Bäter her, die aus der Landeskirche austreten, aber sie sagen, ihren Kindern überlassen sie das selber. Und nun wollen Sie solchen Einflutz auf die Kinder ausüben und sie mit aus der Kirche austreten lassen!?"—„Na, ich bin doch die Mutter! Auffcr- dem brauch' ich gar keinen Einfluff auszuüben. Meine Kinder sind schon so erzogen, daff sie selber wissen, was wir hier wollen." —„Ha, ha," spottete er,„solche Kinder! Die haben überhaupt noch keinen Willen." Dann, väterlich mahnend:„Also nicht wahr, Sie unterlassen das noch? Lassen Sie die Kinder erst ein paar Jahre älter werden, dann können sie es aus eigener Uebcrzeugung tun."—„Nein! Ich als Mutter wünsche, daß meine Kinder jetzt mitaustreten. Es bleibt ihnen ja überlassen, später wieder einzutreten, falls ihre Meinung sich dahin ändert. Ich denke doch, das kann dann nicht schwierig sein."— Der Beamte, unwillig:„Wicdcrcintrcten, wenn sie mal erst drauffen sind!? Das kennen wir schon!" Darauf schlug er einen anderen Ton an. Er sagte der Frau E., sie solle sich nur nicht so aufs hohe Pferd setzen", und begann jetzt, ihr Schwierigkeiten zu machen. Frau E. ist selber die Vormünderin ihrer Kinder.„Ich verlange jetzt," erklärte der Beamte,„Papiere vom Obervormund- schaftSgericht als Ausweis darüber, daff Sie wirklich die Vor- mülflicrm Ihrer Kinder sind." Frau E. verabschiedete sich mit kurzem Gruff und wollte gehen. Aber da fuhr der Beamte auf: „Wollen Sie denn nicht selber jetzt Ihren Austritt erklären?" Richtig! Bald hatte sie's in der Erregung übersehen, daff ihr, wenn sie gleichfalls jetzt ihre Austrittserklärung verschoben hätte, wahrscheinlich die Kosten deS vereitelten Termins auferlegt worden wären. Sie gab ihre AustrittScrklärung zu Protokoll und wurde dann entlassen. , Wir können der Frau E. nur raten, sichüberdcnseelcn» rcttcrischen Eifer dieses Beamten zu be- schweren, damit dem Herrn von höherer Stelle klargemacht wird, daff sein Verhalten ungehörig war. Er durfte iu die Absicht der Frau E., für ihre Kinder den Austritt zu er» klären, absolut nichts hineinreden. Er Halle lediglich die vorgeschriebenen Formalitäten zu erfüllen und im übrigen zu schweigen. Gegen die Einforderung besonderer Papiere, die ihm erst hinterher als notwendig erschienen, loird am Endo nichts zu sag«n sein. Frau E. wird es sich durch die entstehenden Umstände selbstverständlich nicht verleiden lasten, ihre Absicht der Austritts- erkläcung für die Kinder auszuführen. Kinematographische Borführnngen an Sonn- und Feiertagen. Soweit die Verordnungen über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage die.öffentlichen Schauste lhinge»" beschränken, finden diese Verfrominungsvorschriften nach Entscbeidnngen des Kannner- gerichtS auch auf öffentliche kineniatograph'schc Vorführungen An- Wendung. Sie fallen nach Ansicht des Äammergerichts mit unter den Begriff der öffentlichen Schaustellungen. Kürzlich hatte der erste Strafsenat die für die Provinz Hannover erlassene VerfroninningSverordnnng in einem Strafverfahren gegen Mest anzuwenden. Sie geht soweit. daß sie öffentliche Schaustellungen U. a. an den ersten Tagen der drei großen Feste verbietet, ohne eine» Unterschied zwischen solchen ernsten und heiteren Charakters zu machen. Der Senat billigte die Verurteilung des Herrn Mest, der am ersten Ostertage in seinem Kinematographen- Theater in Hannover Bilder auS der christlichen Legende vorgeführt hatte. Bei einem so allgemeinen Verbot für die höchsten Feiertage, meinte der Senat, käme es nicht darauf an, daß im gegebenen Falle der ernste Charakter gewahrt sei. Postbahnhof MüHlenflrasje. Ein eigener Bahnhof für den Post» päckereiverkehr ist am Schlesischen Bahnhos im Anschluß an den Bau dcS großen Umlade-PostamtS in der Mühlenstraße errichtet und seit kurzem in Betrieb genommen worden. Zu diesem Ziverk ist durch Verlängerung eines der Bahnsteige des Schlesischen Bahnhofs ein neuer 200 Meter langer überdeckter Bahnsteig geschaffen worden, zu dessen beiden Seiten Gleisanlagen hergestellt sind. Dieser neue Bahnhof dient ausschließlich zur Abfertigung der Postzüge. Von dem Umladepostann führen Aufzüge nach dem Bahnsteig zur bequemen Beförderung der Pakete von resp. nach den Bahnwagen. Dle Gleise für die Postzüqe sind völlig unabhängig von denjenigen für die Staalsbahnhvse und mit letzteren zu Rangierzwecken nur durch Weichen verbunden. Die Neuanlagc ermöglicht eine weit schnellere Erledigung des Päckereivcrkehrs. Es können täglich 10 bis tZ besondere Postzüge fertiggestellt und vom Schlesischen Bahnhof abgelasten werden, eine Möglichkeit, die besonders für den bevor- stehenden Weihnachtspäckereiverkehr von großer Bedeutung ist. Der Pakctverkehr ist in den, Dezcmbermonat in Berlin so umfangreich. daß allnächtlich eine ganze Reihe von Paket-SonderzÜgen zu 30 bis ß0 Achsen Länge nach den verschiedenen Richtungen des Deutscheu Reiches abgelassen werden. Bisher war der Raum zur Beladung der PostpaketwaggonS ungenügend, und es kam infolgedessen vor. daß die einlansenden Pakete Stunden hindurch lagern mußten und, weil sämtliche vorhandenen Räume gefüllt waren, ans der Straße zur Aufstapelung kamen.. Derartige Widerwärtigkeiten werden durch den Bau deS Umlade- PostantteS und des Poltbahu- Hofs Mühlenstraße kür die Zukunft gänzlich vermieden Direkte Zu- gänge vom Schlesischen Bahnhof nach dem Wriezener Bahnhof in der Fruchtstraße sind durch Tunnclbäuten geschaffen und auch bereits dem öffentlichen Verkehr übergeben worden. Von den Bahnsteigen für die Stadibahnzüge sowohl für die Ost- wie Westrichtung sind Laufgänge über die Frnchtstraße hinweg z» den Tunneleingänge» angelegt worden, lvetch letztere unter dem Bahnkörper der Schlesischen und Stadtbahn nach dem Wriezener Bahnsteig führen. Der sehr starke Unisteige- verkehr zwifcheN Wriezener und Stadtbahn erfährt durch die Neu- einrichtUitg eiue wesentliche Erleichterung. Der Doktortitel als Garntreiber. Vor mehreren Wochen(in Nr. 202 des.Vorwärts") nahmen wir Bezug auf ein durchsichtiges Inserat im., Berliner Lokalanzeiger", wonach zur Gründung einet Firma ein„Doktor" gegen Honorar für die Gefälligkeit seiner NaMettShergabe gesucht wurde. Wir gaben dabei gleich der Per- mntung Ausdruck, baß der Doktortitel des vorgeschobenen„Mit- inhSberS" den zu rupfenden Goldfasanen als Lockspeise dienen solle. Die Aufklärung, die unsere Vermutung voll bestätigt, ist ziemlich schnell gefolgt. Im gestrigen„Vokalanzeiget" finden wir nämlich eine offenbar von derselben Seite ausgehende Annonce, wonach eine„handelsgerichtlich eingetragene Firma mit Doktortitel für 2500 M. abzugeben" ist. Ein glattes, leichtes Geschäft, zu dem sich selbstverständlich der erforderliche DuMme finden wird. Wenn er zu spät seinen Reinfäll bemerkt, mag er sich bei August Scherl für dessen Mithilfe an dem eigenartigen Handel bedanken. Im selben Blätt wird auf dem Wege des Inserats eine„Idee zum Geld- verdienen" gesucht. Es gibt doch noch humoristische Leute in unseren srnstett Zeiten! Die Defraudationen Sei den städtischen Gaswerken, über die wir berichteten, sind erheblich umfangreicher, als man anfangs an- genmnme» hatte. VorläUsig ist sesigestellt, daß der Magistrats- bureau-HilfSarbeiter Fritz Hmtkwirth. der nur in Vertretung einen Bncbhalterposte» versah, etwa 20 000 M. veruntreut hat. Doch ist es nickt unwahrscheinlich, daß sich die unterschlagenen Beträge noch höher stellen. Die Defrandationen sind vor zwei Tagen durch einen Zufall ans Tageslicht gekommen. Die großen Unterschlagunge» in der Mirngesellschast Tattrrkall am Knrfvrfteiidamm fanden gestern vor dem Kriegsgericht der kgl. Kommandantur ein Nachspiel. BekaMiitich hatte der Buchhalter Prang, der läuorke Zeit in der Gesellschaft tätig war. eS fertig ge« bracht, im Laufe der Zeit zum Schaden der Gesellschaft 20 000 M. zu unterschlagen. P. verdeckte die Unterschlagungen dadurch, daß er cinesteils Einnahmen nur zum Teil buchte und den Rest in die eigene Tasche steckte. Auch ganze EiUnahmen eignete er sich an uüd buchte sie gar Nicht ein. Dagegen schrieb er Ausgabeposlen in den Büchern nieder, die gar nicht gezahlt waren. DaS Geld wanderte Vielmehr in seine eigene Tasche. Da P. ein guter Besucher der Rennplätze war Und bei den Welten hohe Summen verlor, wurden die Unterfchlagungen immer häufiger und bald hatten sie die Höhe von 20>>00M. erreicht. IM Sommer b. I. wurden sie endlich entdeckt und P. wurde zu einem Jahre GefäNaNis verurteilt. Das Kriegsgericht hatte gestern darüber zu entscheiden. ob der Angeklagte, der Unteroffizier der Landwehr ist, auch noch fernerhin diese Charge bekleiden dürfe und ob P. zu degradieren sei- DaS Gericht kam auch zur Degradation deS Angeklagten. Ein Kindesmord liegt anscheinend einem Leichenfunb zugrunde. der in dein Hanse Oranienstraße 145 gemacht wurde. In e>.»er ver- borneneN Ecke deS TreppenflnrS entdeckte ein. Hausbewohncr ein Pakei. däS beii Leichnam sincs neugeborenen Kindes enthielt. Ein- gehüllt war der tote Körper in einen Unterrock und in ZeiinngS- poplet. Die Leiche wulde nach dem SchauhauS gebracht, wo sie obdnziert«Verden soll. Im Inte esse deS radfahrenden Publikums ntacht der Polizei- Präsident darauf aufmerksam, daß die biS zum 1. August d. I.. dem Tage des JNkrasilreteus der PolizeiverordniiNg über den Rad- sah! Verkehr boiU 19. ZNlli d. I., äUSgestellten RadfahrkärteN am 1. JÖlitiär 1909 ihre Gültigkeit verliercu. Es sind alsv vom 1. Jannär 1909 ab«Nr noch solche RadfahrkartoN gültig, die Mch dem 31. Juli d. I. misgeferttgt worden sind. Gtsßsetter kam gestern vormittag um 10 titzr in bsr Landwehr- sirnsie Ii zutn ÄUSbrüch. Das Feuer kam angeblich durch llnbör- fichtigkeli in der Kartonfabrik von E. Jacobsolm auf diitN Hofe veß Grundstücks äNS und fand an de» Kartöns usw. schnell reiche Näh- rUNg! Als der erste Löschzug uttter Leitung des Bröiidinfpeliors Lehboldt an der Brandstelle ankam, hatten die Klammen schon eine große Ausdehnung erlangt. Das Personal hatte sich nlir durch eilige Flucht in Sicherheit bringen können. Der leitend« Offizier ließ sofort noch einige Züge nach der Brandstelle beordern. Mit melirereN Dampfsptitzen wurde dann kräftig Wasser gegeben und große WasscrMeNgen in die Gluten gespritzt. Das Gebäude glich um tv'.� Uhr eiiieti, glühenden Hochofen, in dem die Flammen förmlich wühlten. Mächtiger Ounlm füllte die angrenzenden Höfe und Häuser. Tie llciue Uüd schmale Steaste War niigeiiillf von den Fahtzötigeu der Wehr uüd mußte VVU oee Pölizei ahqefbebrt werden. Erst nach mehtstündiaer Tätigkeit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Die gavrtiraume sind total ausgebrannt. Feuerwehrnachrichten. In der lebten Nacht um 2 Uhr wurde die Feuerwehr böswilligerwcise nach der Kurfürstenstr. 136 alar- miert. Der Täter ist entkommen. Gleichzeitig hatte die Feuer. wehr in der Spandaucr Straße 70/71 mit einem Tischlcreibrande zu tun. Es gelang, den Brand durch kräftiges Wassergebcn auf die Tischlerei zu beschränken. Auf dem Boden des Hauses Pankstr. 71 brannten Matratzen, der Fußboden u. a. und in der Schönhauser Allee 167 Gardinen usw. Hinter dem Hause Lcvctzowjtr. 13 war auf freiem Felde eine Laube in Brand geraten.' Der 1ö. Zug löschte die Flammen mit einer Schlauchleitung. Vorort- INacbrlcfetcn* Nixdorf. Mit dem Wahlergebnis in der zweiten Abteilung beschäftigte sich am Mittwochabend eine Versammlung des Haus- und Grund- besitzervereins. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, was der im Südbezirk durchgefallene, aber in der ersten Wählerklaffe noch aufs Schild erhobene Herr Zt a h m i g über den Ausfall der Wahl äußerte. Wir lassen zur Erheiterung unserer Leser die Ausführungen dieses Herrn au» dem„Rixdorfer Tageblatt" folgen: „Herr Stadtv. Rahmig bemerkte, die bürgerlichen Parteien hätten bei den diesmaligen Stadtverordnetenwahlen gezeigt, daß sie für ihre Interessen nicht das richtige Verständnis be- sitzen. Namentlich müsse man sich wundern, daß sich wiederum Hausbesitzer gefunden hätten, die sich den Sozialdemokraten zur Verfügung gestellt haben. Allerdings würden dieselben froh sein, wenn ihre sechs Jahre um sind. Die Laschheit der bürger- lichen Parteien sei lebhaft zu bedauern. So hätten H a u S- bcsitzcr nicht gewählt, weil ihnen von Sozialdcmo- kraten der Unsinn vorgeredet worden sei, daß ihre Woh- nungen leer bleiben würden, wenn sie gegen die Sozialdemokratie stimmen sollten. Aufs schwerste seien aber die Geschäftsleute drang- fa l i e r t worden, um für die Sozialdemokratie zu stimilicn." In dieselbe Kerbe hieb auch der Schmiedemeister Herr D e t e r. Auch er malte gräßliche Bilder vom Terrorismns der Sozialdemo- kratie an die Wand. Damit haben sich die Herren wenigsten? kostenlos über ihren Reinfall hinweggeholfen. Daß ihre Aus- führungcn von der Wählerschaft ernst genommen werden, dürften sie wohl nicht erwarten. Nur das„Rixdorfer Tageblatt" macht sich die Argumente der Rahmig und Detcr zu eigen. Auch dieses Blatt klagt die Sozial- demokratie an,„jeden Geschäftsmann mit Boykott bedroht zu haben, wenn er nicht sozialdemo- k r a t i s ch wähle". Im übrigen gibt das im Dienste der bürgerlichen Parteien stehende Blatt unsere Bemerkungen über den Ausfall der Wahl in der zweiten Abteilung wieder, bis auf die Stellen, die auf die„Unparteiische Kampfcsweise" des Blattes Bezug haben. Wir verstehen es, wenn das„Rixdorfer Tageblatt" darüber hinweggeht und sich mit einer allgemeinen Bemerkung begnügt. Es gehört zum Charakter eines nach außen hin un- parteiisch sein wollenden BlatteS, alles zu vermeiden, was seinen Profit zu schmälern geeignet wäre. Wik haben eS auch nur für unsere Aufgabe gehalten, die teilweise versteckte KampfeSweise des„Rixdorfer Tageblattes" niedriger zu hängen. Die Stichwahl im Wcstbczirt de» zweiten Abteilung findet am Freitag, den 11. Dezember, von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends im Lokale der Vereinsbraueret statt. Bis dahin wollen unsere Genossen unermüdlich tätig sein, damit auch diese Mandate Besitztum der Sozialdemokratie werden. Rachwahl in der dritten Abteilung. Bekanntlich ist der Genosse Wilhelm Schuch iit der dritten Abteilung zweimal und in der zweiten Abteilung im Südbezitk gewählt. Genosse Schuch bat die Wahl in der zweiten Abteilung angenommen. Es findet sähet in der dkiiten Abteilung in den Bezirken 4b und 17 Nachwahl statt. Der Termin für die Wahl ist auf den 14. Dezember, votmittags von 10 bis abends 1 lthk. festgesetzt. Eine waurlge Aufklärung hat jetzt das Berschwinden deS zwölf- jährigen SchulkNaben Kurt Ebirt, Bvdestraße 16, gefunden. Die Befürchtung, daß sich E. ein Leid angetan hat. Hai sich leider be- Näligt. Nach nahezu sechs-Wochen ist die Leiche des vermißte» Knaben jetzi bei Teinpelbof aus dem TeltoMkannl gelandet worden. Der kleine E. hatte sich seinerzcit nach der Turnstiinde von srineU Schulkaiiieraden verabschiedet und auch von seinen Eltersi hatte er vorher schrifilich Abschied gefivmMeN. TchSneberg. lieber die ReichsfiaanzeefotM sprach in der sehr autbesuchttn Mitgliederversammlung des WahlvereinS Genosse Bttzv. In trefflichen Züge?, kennzeichnete der RedNer zunächst die Schulden- Wirtschaft der Reichsreäierung und deren Ursachen und übte qt?- daNil eine scharfe Kritik NN dem neUei, SteUeiprogramin. Dicseni 500 MillloneN-FischzUg, der der arbeitenden Bebölkerung Nur Wieder neue Lasten aufbürde, köNNe uiitet keinen UmstflNdeti zugestimmt werben. Das ewige Rüsten für Ärwee. Marine UNd dek- gleichen müsse nun endlich eingestellt, desgleichen.für bip Ein» führUng einer Erbschaftssteuer Und einer progressiven Reichs- eiiikommensteuer Sorge getragen werdeM Auch an de» ZibillistrN könne gespart werden. Der Referent schloß seine» Vortrag Mit bek Aufforderung an die Versammelten, die gegenitzärtige Zeit gu intensiver Agitation für die Sach� hör Arbeiterklasse auszunützen. Die Ausführungen würbe» mit lebhaftem Beifall aufgenoMMc». IN der DtSkusstoU wandte � stch Genosse Küter gegen die Aus- fühtungen deS FiNaüzminIsters Freiherr» von Rhciubabe», bis oieser i» bezUg auf die Gewerkschaft� und Päriribeiträge der Arbeiter geinacht. Auch Genosse Brey Nahm iii seinem Snann-N»waweS. Er beleuchtete in eingehender Weise die letzten Vorkommnisse auf der politischen Bühne und ging besonders mit dem persönlichen Regiment und der feigen Haltung der bürgerlichen Parteien in und autzerhalb des Reichstages scharf ins Gericht. Die Versammelten bezeugten durch Zwischenrufe und lebhaften Beifall am Schluß des Vortrages. datz sie mit de» Aussührnngen des Referenten voll und ganz ein- verstanden waren. Eine Diskussion fand nicht statt. Genosse Specht gab den Bericht von der Arbeitslosenzählung. Ferner wird darauf hingewiesen, datz auch im hiesigen Ort in nächster Zeil eine Agitation für den Achtuhr-Ladenschlutz eingeleitet werden soll, wozu sich die Genossen dann zahlreich zur Verfügung zu stellen haben. Treptow-Baumschnlenweg. Ein Schauturnen hält die 2. Männer-Abteilung de? Turnvereins „Jahn" sMitgl. d. Arb.-Turnerbundes) am Sonntag, de» 2g. November, nachmittag» von 3— b Uhr, in der Turnhalle der t. Gemeindeschule (Bouchbstratze) ab. Freunde und Gönner der Turneret find will- komnien. Eichwalde. Ueber daS Thema:„Der Knlliirwert in der Arbeiterbewegung" sprach in der Mitgliederversammlung des Wahlvereins für Eichwaide. Zeuthen und Micrsdors Genosse K i m m r i y. Der Vortrag fand den Beifall der Versammelten. In der DlSlilssio» wurden noch die Ausführungen des Reserenten vom Genossen Mahle wirksam ergänzt. Dann beschäftigte sich die Ver>ai»»il»ng mit dem Aitttage der Zeuthener Genossen, behufS besserer Agitation den Wahlverein in zwei selbständige Wahlvcreine Eichwaldc und Zenthen-MierSdorf zu trennen. Seitens de« Vorstandes wurde der Verlaminliing empfohlen, von einer derartigen Trennung Abstand zu nehmen. In Wirklichkeit würde dadurch die Agitation infolge Zersplitterung der zur Ver- fügung stehenden Kräfte nur erschwert, die Kassenveihältmsse verschlechtert und die gemeinsamen Aufgaben nicht gcsördert werden. Nach einer anSgiebigcn Diskussion an dsr sich die Genossen Mahle. Neumann. Handsche, Kimmritz, geiertag, Molkenthin und Witte bc- teiligten, wurde der Trennmigsantrag gegen zwei Stimmen ab- gelehnt. Nachdem der Borsitzeiide uuter verschiedenem der Ver- saminlung den Bescheid deS ZentralvorstandeS in Sache» Ausschlutz des Genossen Host'mann aus dem Wahlverein mitgeteilt hatte und ein Antrag angenommen wurdr, der den Vorstand ermächtigt, in dies« Angelegenheil die notwendigen Iveiteren Schritte zu unter- nehmen, erfolgte Schluß der ziemlich gut besuchten Versammlung. Weistensee. Bei der Wahl der ArbeitgederbeislHer wurden im ganzen glS Stimme» abgegeben. Es erhielten die Kandidaten deS Ge- werlschasiskariells 62. die der Gegner IVS Stimmen. Die Wahl- beteiligung war eine flaue. In den einzelnen Bezirken hatten die Gegner alles aufgeboten,»m den Sieg auf ihrer Seite zu haben. Nieder-SchSnhausen. I« der Mitgliederversammlung des Wahlvereins hielt Ge- noffe Denhcr-WaidmannSlust einen mit grotzem Interesse aufge- nommenen Bortrag über„Die politische Lage und die Pflicht der Sozialdemokratie." Unter VersinSangelegenheiten gab der Vorsitzende Genosse Hellrich belannt, datz trotz zweimaliger Vorladung die Mitglieder Maurer Karl Tiebecke. Arbeiter Otto Drcget, Arbeiter Albert Pawloivslh und Arbeiter Gustav Herfer t eS nicht für notwendig hielten, sich wegen Fernbleibens von der letzten Genieindebcrtreterersatzwahl zu verantworte«. Auf ANitag wurden dieselben einstimmig ausge schlössen. Einen großen Raum irt det Debatte über die örtlichen Angelegenheiten und die Agiläiion am Orte nahm die zeitweise stattfindende„Vor- wärts"-AgitatioN ein..... Die Genosse« Vesper Md Joachimslha! gäben der Auffassung Ausdruck, datz diese vierseitige» LgitatioNtzexemplare sehr wenig Erfolg hüben könnten, da sich niemand sin Bild von dem sonstigen Inhalte des„Vorwärts" machen könnte. Durch Verbreitung des ganzen„Vorwärts" an einigen aufeinanderfolgenden Tagen, an einen bestimmten Kreis von Personen, etwa an alle diejenigen, die bei Wahlen sozialdemokratisch gestimmt hätten, würde man weit bessere Resultate erzielen wie bisher. Es mutzten endlich einmal Mittel zur Verfügung gestellt werden, um eine derartige durch- greifende Agitation zu ermöglichen. Solle die bürgerliche Presse aus dem Hause der bielen"Arbeiter herausgedrängt werden, so müsse zu einer derartigen Agitationsfvrm gegriffen werden. Im allgemeinen wurde auch von mehreren anderen Dis- kussionsrcdnern der Wunsch gcäutzert, bei sich bietender Gelegen- heit dem Kreise demrntsprechende Anträge durch unsere Vertreter zu unterbreiten.— Des weiteren wurde nochmals darauf hin- gewiesen, datz der Gemeindevorstand der Anregung unserer ts!e- nossen zufolge dem Bauunternehmer des Nathausbaucs es zur Bc- dingung gemacht habe, bei Bedarf die am Ort ansässigen Bauarbeiter zu berücksichtigen. Bei Abweisungen wolle man sich sofort an den Vorsitzenden Genossen Hellrich wenden. Hohen- Schönhansen. Persönliches Regiment und»cur Stenern lautete da? Thema. welches Genosse Ditnner in einer besonders stark von Frauen de» iuchlen Versammlung besprach. Mit beitzendem Spott kritisierte Redner das persönliche Regime und brandmarkte dann die neuen Stcuervorlagen, welche der arbeitende» Klasse wieder neue Lasten aufbürden. Lebhafter Beifall lohnte den Redner am Schlüsse seiner treffenden Ausführungen. Verlarmnliingen. Deutscher Metallarbeitervrrbanb. In der am Sonntag ah« gehaltenen Generalversammlung der VeuvaltungSstelle Berlin er» stattete der Kassierer Henning die Abrechnung vom dritten Quartal. Die Abrechnung der Hauptkasse schließt in Einnahme und Ausgabe mit 448 b42,M M., die der Lokalkasse mit 737(räg.Sl Mark. Für Untcrsiützungszwecke wurden aus beiden Kassen zu- lammen folgende Posten ausgegeben: An Kranke 126 957 M., an Arbeitslose l84 863 M., an Reisende 6324 M., an Streikende 45 892 Mark, an Gematzregclte 34 316 M.. in Notfällen 18 267 M., bei Umzügen 2208 M., Sterbegeld 2395 Di.. Rechtsschutz 46.34 M.— Der Bestand der Lokalkasse ist von 556 770 M. auf 626 905 M. gestiegen.— Für Krcmkenunterstützung sind im dritten Ouartal 10 000 M., für Arbeitslosenunterstützung 50 000 M. weniger gezahlt worden als im zweiten Ouartal. Im vierten Ouartal aber steigen die Aufwendungen für diese beiden UnwrstützungSzweige wieder. Wie der Kassierer bemerkte, geht aus der Anzahl der ein- gegangenen Mitgliedcrbeiträgc hervor, datz trotz der Krise eine Zunahme an Mitgliedern zu verzeichnen ist. In den ersten drei Quartalen deS JahreS 1008 gingen von männlichen Mitgliedern 2 004 632, von weiblichen 1 12 174 Beiträge ein. In den ersten drei Quartalen des Jahres 1007 dagegen betrug die Zahl der Beiträge männlicher Mitglieder 1993 228, der tveiblichen 109 923. Es ist also gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme von 111 404 Beiträgen männlicher und 2791 Beiträgen lociblicher Mitglieder gu ver- zeichnen.— In der Diskussion wandte sich Hofmeister dagegen, datz der Rohrlegerstreik aus der Lokalkasse bezahlt wurde, ohne datz die Generalversammlung danach befragt worden sei. Vicht gegen den Streik selbst, auch nicht gegen dessen Unterstützung aus lokalen Mitteln wollte sich der Redner wenden, sondern nur dagegen, datz die Ausgabe auf die Lokalkasse übertragen worden sei ohne Zu- stiminung der Mitglieder. � Eohen bemerkte hierzu, die Rohr- lcgerbewegung habe sich so schnell zum Streik entwickelt, datz es nicht möglich gewesen sei, die Generalversammlung wegen der Unterstützung zu befragen. Die Lokalkasse sei deshalb mit dieser Ausgabe belastet worden, weil in diesem Falle nicht alle statuten- mähigen Bedingungen für die Heranziehung der Hauptkasse ge- geben ivaren und die Qrtsverwaltung glaubte, dashalb in diesem Falle die Hauptkasse nicht in Anspruch nehmen zu sollen.— Ein anderer Diskussionsredner, Scharf, kam auf die Frage der Jugendorganisation zu sprechen. Er trat dafür ein, daß der Ver- band eine besonder« Jugendsektion mit eigener Leitung bilde, damit die Interessen der jugendlichen Verbandsmitglieder in wünschenS- werter Weise vertreten werden können.— Hierzu bemerkte Cohen: Die Vertretung der gewerkschaftlichen Interessen der jugendlichen Arbeiter sowie der Lehtlingsschutz sei natürlich Sache der zuständigen gewerkschaftlichen Organisation. Diese Interessen habe der Verband schon nnmer vertreten und tue es auch jetzt UNb in Zukunft. Auch die Erziehung der Jugend lasse sich die Gewerk- schast angelegen sein. Ueber die Einrichtungen, welche zu diesem gioeck gemäß den Beschlüssen des GewerkschastSlongresseS und deS Parteitages zu treffen seien, hätten sich die iN Frage kommenden Instanzen bereits verständigt. Die örtlichen Gewerkschaftskartelle tollen JngeNdschutzkommIssionen bilden. Ob in Berlin eine solche kontmission für alle Gewerkschaften ausreichend sei, oder für jeden in Betracht lommenden Beruf eine besondere Kommission zu bilden sei. werde die Gcwerkschaftskommisston gu entscheiden haben.— Die Einrichtung einer besonderen Jugendsektion nach dem Beispiet deS TvanSportarbeiterverbandeS hält Cohen nicht für nachahmenswert. Im übrigen weiche«r von den Befürwortern der Jugendorganisation darin ab, daß diese Meinen, die Jugend Müsse sich selber erziehen, während er der Ansicht sei, die Jugend lönne nur durch dazu fähige Erwachsene erzogen werden. Im Vorsiaiide ist das Amt eines Beisitzers erlebigt. Die Ver- sammlung proklamierte die Kollegen WegNer und Glitsche als Kandidaten für die Beisitzcrwahl, welche statutenmäßig durch Ur- abstimMUng vorzunehmen ist. FretreltgtSse Meiiieinbe. Sonntag, den 29. November, vormittags 9 Uhr, In der Halle der Eemeluve, Pappelalee: strcii ellgiölt Bor- lesting. BoimmagS tl Uhr irt der Schule. Kleine Flankimter Sstahe 6- Vortrag von Herr» Adolf Stent über Wesen Und Ursprung deS sittlichen Ldcals. Herten und Damen sind als Eälte sehr willkoniMen. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter (®. H. 29 Hamburg). Filiale Baumschnlenweg. Heute abend B/z Uhr bei Käding, Baiimichulenstrasje 67: Mitglicdei veisammlung. Theater-Berei»ig»»g„Freie Bühiie"(Mitulied des DundeZ der Arbeitcrihrateivereine DeiUschlaiids.k Sitzung jede» Soniiabendabcild 9 Uhr bei Schade, Aopenhageuerstrage 74. Gäste willkoinmen. Eingegangene Vruckfckriften. Die Neichsfilianzreform. Eine nationale Frage. Von Gral E. v. Rcventlolv. 30 Pf. Perlag: Dcutichc Zukunft in Leipzig. Cancer. Internal ionale Monatsschrift der Vereinigung für Krebs- orschung. Heft l. Bureau der Vereinigung. Berlin. Bendlerstr. 13. Der soziale Gedanke. Leitsätze aus den Schrislen der Begründer des Sozialismus. Von Dr. jur. C. Larday und Dr. Phil. E. Max. Herausgegeben von Ed. Bernstein. Geb. 1,80 M. Verlag Soziales Erkennen, DrcSden-A. 16. Kulturgeschichte des deutschen Volkes. Von Dr Otto Henne am Rhhn, Staatsarchivar i» St. Gallen. Mit 1822 authentischen Abbildungen im Text und aus 135 Taseln. Neue billige Volksausgabe in 12 Lieserungen a 1 Mark. In zwei Bänden gebunden 18 Mark. Berlin, Historischer Verlag Bauaigärtel. Der öffentliche ArbettSnachwetS in der Schweiz. Von Dr. K. LesteS. 47 Helten. Verlag> Rascher u. Cie. in Zürich. Lmfluften der Redaktion. Sit wtiftlfrti» Svrechftnnde flnvet Liudeaktraffe Nr. S, zweiter ®ef, dritter Eingang, vier Trepzien, gJflT" Fahrstuhl"Wl «vchrntiiglia, ad-livs von 7>/i»t»»>/,»tu- ftat«.(«föirtitl 7 Ulir C on»<>>»«»»» beginn, dt« Evrechiinnve um 6 Utir. Jeder'Uufrag- ist ei» Vuidstad« NN»«m« Jlnfil al? Sl.crtzenti,» beizntiigen.«rieili vir Antwort «>r» niiNi mriti. Bis zur Veantwortniig im Briefkasten können 44 Tage vergeben. Eiltae ffrageu«rage man in der Svr-giklunve vor. O. B. 1. Zur Zahlung würden Cie mir Beipflichtet teilt, wenn eine KrantcnbauSdehandluug ersordertich war. Lehnen Sie die Bezaiblung unter Hinweis darauf, das, die Tochter Pflege im elterlichen Hause hörte erhalten können, ab und lasse» Sie e» aus eine Klage ankommen. Für den Fall einer Klage lassen Sie sich Wege» der Streitigkeit der Ncä�ölnge durch einen Anwalt vertreten. Nimmt man an, daß Sie zahlungs pflichtig seien, so hört diese Zahlnngspflicht auch nach erreichter Volljährigbnt der Tochter nicht aus.— Konkordia. Unseres Erachtcns nein.— A. B. Ad». Die sozialdemokratische Fraktion hat im Rathaus s Ü r die Berqäitniswahl ge» üimmt.— W. it. 1001. Moralisch ja. nach dem Gesetze nein.— Q. F.. Rixdorf. Das Verhalten der Zollbehörde ist u. E nicht gerechtfertigt. Legen Sie Beschwerde bei der Zolldirektion ein.— P. F. 17. Nein. — O. F. 365. Nein, cS sei denn, daß ein gerichtliches Anerkenntnis der Baterlchast vorliegt.— Platz 166. Die Klage könnte auch von hier aus angestellt werden. Ohne genaue Kenntnis des Sachverhalts können wir Ihnen leider nicht mitteilen, ob die Klage Anopcht aus Ersolg haben wird. — A. M. 16. Wenn linder- und elternlose Ehegatten sich nicht Wechsel- sclttg zu Erben eingetetzt haben, so wären i»tc Gcschwistrr erbberechtigt. Die Halste fällt dem Gatten zu; autzcrdem erhält er als Boraus die Hoch- zcitsaefchenke und das zum gcmciiischastlichen Haushalt benutzte Mobiliar. —®. 166. Nachteiliges Uber den von Jbncn gewannten Verein ist uns nicht bekannt ocivorden. Indessen raten wir, vor dun Beitritt Er» kuudiguiigen bet Genossen SimanowSki, Engeluser 15, einzuziehen. — Tchmargrudorf 1V6. Ihre Anfrage ist durch die gestrige Notiz über die Angelegenheit erledigt.— M. P. 78. 1. bis 8. Nein.— G. Nt. Rein.— Erbrecht A66s ES werden nicht die einzicknen Gegenstände, son- der» der gesamte Rachlaß geerbt. Liegt lein Tesinlinent vor, so erbt daS Kind'/,, die Witwe oder der Witwer st, deS NachiasseS. Das persönlich» Eigeiilum des Ucberlcbende» gehört nicht«um Rachlatz.— Sch. 4. Da» i-or IbOO hier aiigesittigte Testament ist. luenn e» nicht dem Gericht übergeben ist, ungültig.— A. IW. 1666. Versa brung liegt nicht vor. Ein, aus- geklagte Forderung verjährt erst in 30 Jahren, von der letzten Pfändimg ab gerechnet.— Nr, Tharrstraste. Liegt der Sachverhalt so, wie Sie ihn schildern, so haben Sie vollberechtigt den Vertrag-zelöst. Der Ar- beitgeber könnte nicht gegen Sie, sonder» Sie gegen den Arbeitgeber aus Zahlung des Lohn« sür 14 Tage klagen. W. K. 76. 1. Rein. 8. Ja. 8, Wenn wegen des Ehebruchs die Ehe geschieden Ist, so ist die Heirat zwischen den Ehebrechern verbulen. jedoch kann da« Ehescheidungsgericht Dispens erteilen.— P. G. AS. 1, Rein. Die Verjährung ausgektagler Forderungen tritt erst in 80 Jahren nach der letzten Psändung ein. 8. DaS Kind ist dazu berechtigt. 3. Das Urteil ist einem Gerichtsvollzieher zur Pjändung zu übergeben.— A. O. SS. Leider würde die Forderung des ArzteS in Höhe von 15 bis 25?Jt. für angemessen erachtet werden.— A. D. 1876. Ja: Heimarbeiterinnen sind leider lediglich aus Gnmd von Ortsstatuten krawkenversicherungSpflichlig. — P. S. Ihre Mutter mlltzte sich direkt mit einer Klinik in Verbindung setzen. Allgemeine Bestimmungen und ein allgemeiner ArbeltSnnchlveiS bestebt nicht.— X. A. Z. Das wäre aussichtslos. — F. B. SS. Fordern Sie nochmals»»ter Androhung eventuell durch Nachschlüssel zu öflnen, die Abholung deS Kastens und Herausgabe des In- Halts innerhalb einer von Ihnen zu fetzenden angemessenen Frist und führen Sie diese Drohung eventuell ans.— E. D. SS. Rein. Sie können nur aus Abnahme klagen.— F. L, IS. Ein Antrag auf Invalidenrente erscheint nicht erfolglos,»vcnn mindestens 200 Marken getlebt sind.— Steuer B35. Sie müssen bei der itaierdeputativn unter Darlegung des S ach Verhalts um Nieder schlaguna der Steuer einiommen.— M. Nk. J{0. Nach den« von Ihnen angeführten Paragraph bleibt bor Verkäuser für die Miete bastbat.— K M. 100. Da über die Kündigungs- trist nichts vereinbart ist. to konnten Sie bis am 15. zum Ersten als Ehambregarnist kündigen. Sie haben also für den Monat Dezember nichts zu zahlen. Sollle die Wirtin Sachen clnbehaltm, f« hätten Me beim Amtsgericht dagegen zu Nagen. WttrrrungvNderstcktt vvm«7. Rvbember I66K. morgen« K Itkir. «taffonen R- Vetter Swmenitzt! 782 WRW Hamburg i78SWNW vertw IM WN« Franff.a M 771 SW Rünchtu>773 SW Wien WN 4woma 4 bedeckt «balbbd. 3 bedeckt 5 bedeckt 7 bedeckt Ii £Sr »tatlonen 2| ve«er «-->» t-waranva 747 SSW, s Nebel! 1 ettrsburg 751 S SO l Schnee—1 Motz iderdeta Part« 756 S SW 75t S 772 Still >>> 5 bedeckt 1 wolkig Nebel It 7 2 esetkerprognoke Nie Sonnabend, de« S». vkovembee 1668. Trocken Und vteljäch heiter, nachts etwa» kühlet, am Tage wieder wild Set schwachen südwestitchen Winden. Beritner Wetterb nreau. 'ü iw», WarenhauB Wilhelm Stein Berlin Rl.f ChaueseestraBe 70-71. tmm Anläßlich des Weihnachtsfestes verabfolgefl Wh* vöfi Sonnabend, den 28. November bis Freitag, den 4. Dezember » VV ClllllCIOill.MCaiC& VClttUlUI�CIl» II VUll Doppelte Anzahl Sparmarhen Wir geben sonst bei einem Einkauf von 1 Mark 4 Sparmarken, an diesen Tagen jedoch....... 8 Sparmarken Vorzugspreise in Lebensmittel. ■ *) Ausgenommen sind einige Artikel. ni iit riii in Paletots In allen Urössen fertig am Lager. Ser. I Dunkel melierter Cheviot mit farbigen Streifen.. Ser. II Marengo-Cheviot, sehr solide Qualität...... Ser. III Dunkelgrau meL Cheviot mit bräun 1. u. grünl. Streifen Ser. IV Mittelgrau meL t hevic.t m. dunk i. Streif., vorz. i. Trag. Ser. V Dunkelbraun mel. Cheviot m. färb. Eflekten, sehr mod. Ser. V Schwarzgrau meL Cheviot mit feinen dunklen Streifen Ser. VI Dunkelgrau mel. Cheviot m. br. Fisohgr.-Must», s. eleg Ser. VI Eskimo schwarz u. dunkelgrau meliert vorz. Qualität Ser. VT1 Mittelgrau meL Cheviot m. flunkl Streif.,«ehr elegant Ser. VII Braun meL Cheviot mit br. Fisehgr.-Muster, sehr mod Ser. VIH Eskimo, schwarz u. grau meliert, begond. gute Qualität Ser. VIH Dunkelgrau meL Cheviot, ts Qu»:., bes. zu empfehl Ser. IX Olivbrauner Cheviot m. gi ünlioh. streifen, neue Farbe Ser. IX Dunk.- u. mittelgr mel. Chev. m. sohm. u-br.Str.. s.eleg Ser. X Eskimo, schwarz u.graumel la Qual., bes zu empfehlen Ser. X Marengo-Cheviot mit dunklen Streiten, senr elegant Ser. XI Dklgr. meL Chev. m. br. Streit, u. br. Etitd., Ers, L Mass Ser. XI Schw.Eskimo, m. Seide durch w.,eretkL Fbr.. Ers.f.Mass Ser. XII Dunk.- u, mittelgrau meL Chev. mit dkl. Streif., sehr elegrnt, eratkL Ausstattung volik. Ersatz für Maas 12 M. 14 M. 17 M. 30 M. 33.VI. 33 M, 36 M. iü M. 30 M. 30 M. 33 M. 33 M. 3s M. 38 M. 43 M. 43 M. 48 M. 48 M. 53 M. Oben angeführte Artikel sind auf„Kosslinar" verarbeitet. loh ver- und Achsel und erziele eine Elegana die selbst der besten Massarbeit Ulster In allen Grössen fertig am Lager. III Dunkelgrau mel. Cheviot mit bräunlichen Streifen. IV Brann mel.< heviot mit breitem Fischgrätemnuzter und dunklen Streifen, sehr modern....... IV Grau meL Cheviot mit färb. Effekten, sehr elegant. V Olivbrauner Cheviot mit gninl. BUektL, neueste Färb V Mittelgrau mel. Chev. m. b eit. Streifen, vorz. uTtageu VI Braun mel Cheviot mit feinen Streifen... VI Grau meL Chev. m. breit. Fischgrätenmuster, sehr eleg. VII Dunkelgrau meL Chev. m. färb. Efl.besoncL z.empfehL VII Olivbrauner Cheviot m breit. Streifen, neueste Farbe VII Mittelgrauer Chev mit grünl. Effekt f. vorzügL QuaL VIII Dunkel gr. meL Chev. m. br, Fischgr; teumust.. sehr e>eg VIII Dunkelbr. mel.Cbev m. grüulioben Streifen, sehr mod. VIII Mai eogo-Cheviot mit dunklen Streifen, sehr vornebm LX Oliv brauner Cheviot m. grünlichen Effekt., sehr mod, Mittelgr. Cbev. m. sohm. Fisch gräten must� sehr z. empf. Dunkelgrauer Chev. mit färb. Effekt., prima Qualität Dunkel-rann mel Cbev, m fem Streifen, Ersatz f.Mass Mittelgran m»LCliev. m. dnukl Streifen. erstkiVerarb. Olivbrauner Cheviot mit breitem Fisohgrätenmuster meide dadurch das hässliobe Einfallen d. K eidnngs-tückes aal Soh alter nicht nachsteht u. sich auch durch iahrelan_'«a Tragen nicht verliert, Chaussee-Str. 63 D. Perleberg Ecke Liesen-Str. Enorme Auswahl in Jünglings- Paletots und Ulster sowie Knaben-Paletots und Pyjacks. 17, Ziehung 5. KI. 219. Kgl. Preuss. Lotterie, Ziehung voni 27. November 1908, vonnillagt, Kur die Gewinne über 140 Mark sind den betreffeodeo Nunimem In Klammern beigefügt (Ohre Gewähr.)(Nsehdrutk verboten.) 222 852 69 408 70 628 797 899 909 43 1 079 Ml 4»! flOOO) 651 854 915 2 010 140 868 665 889 3 020 110 M 519 67 1600) 746 994 4136 237 39(50«1 311 28 85 541 63 779 827(30001 920 5)52 70 391 433 83 672 73 603 780 88 906[500] 12[ 30001 0107 628 745 68 807 7070 268 IM [30001 523 99[1000] 752 55 77 805 45 8174 244 70 83 94 395 611[500] 08 90 813[500] 37 9304 530 651 52 949 10677 11034 103 291 799 837 972 86[1000) 120« 326 89[ 3000] 418 876 13043 102 93 214 349 515 615 710 831 14'60 488 572[500) 718 982 95 1 5087 177 259 320 813 130001 716 26 1 0132 838 954 58 67[1000) 17005 54 230 97[1000] 380 474 729[ 30001 89 836 1 8077 105 178 406 72 529[ 3000] 676 719 90 967 1 9003 12 178 208 620 62 772 88 901. 2O053 107 482[500] 543 603[1000] 758 911 2 1 022 [500] 328 50 69 423[3000] 83 560 2 2,31 852 23132[500] 263[1000] 385 420 570«17 731 2 4087 441«15 26 80 2 5 099 320 474 703 30 61 6« 891 985 2 0128 84 322 64 96 508 48«18 61 70 778 861 73 27192 877 600 797 865 923 66[5001 28090 55 153 83 498 501[600] 618 13 55 825 32[3000] 2 9074 468 30140 780 818 76 3 1 053 57 291[1000] 342 427 505 792 3 2067 1(0 61« 724 813 3 3013 46[1000] 148«37[500] 500 634 890 930 34041[1000] 43[1000] 76 707 43 3 5020 93 173 92 400 88 641 56 3 0035 181[1000] 307 425 667 70«10 851[500] 50 37100[ 500] 85 205[600] 91[500] M 410 691 38266[500] 361 483 505 848 3 9038 44 79 87 127 309 11 515 608[1000] 78 851 951 40034 87 173 39 38« 497 610 42 4111« M 314«27 778 824 997 4 2027 141 350 961 43073 146 69 95[3000] 213 387 585 909 71[500] 79 44318[ 3000]«84 530 616 924 45039 114 492 718 906[500] 4009» 161 258 455 650 47189 289 332 93[1000]«31 80«[500] 932 48167 36» 411 565 75 660 855 922 49109 47[500] 246 384 707 975 5O021 61 66 289 509 609[1000] 741 51128 72 255 39« 576 99 883 81« 5 2037 128 35[500] 89 48 890«81 529[1000] 807 66 5 3087[1000]« 121 211 13«98 710 [300] 830 54147 531 923[ 500] 69[ 3000] 65017[ 500] 23 99[500] 152 53 422 82 672 824»97 5 0704 837 5 7108 13000) 418 780 962[1000] 58011 1«8 11000] 442 M 9» [500] 526 700 95 818 4« 59153 5« 223 389 1500) 7«J 10 938(5001., 09078 82«77 849»59 0120» 30 9»«4»»4»03[5001 9.3 933 91 6 2 753[1000] 98[ 3000] 811 942 58 63 164 04008 176 208 806 560[500]«48 58 703 6 5 227 38« 458 11000) 87 564«70 740 50 804 79 915 6 0187 46» 538«23 S2 998 0 7036 43 82 64 85 284 855 691 923 59 6 8149 294 99 391 436 61 513 656[ 3000] 758 76 973 tlOOO] 84 09 122 62[1000] 82 210 559 84 762 911 87 7 0211 520 77 652 749 7 1323 657 919 28 7 2079 88« 6:,3 700[500] 926 7 3072 85 163 305 430 568 849 7 4096 *61 215[3000] 83 396 59 407 8»»4 824 801 44 54 7 5210 «6 361«08 33 944 85 89 7 0172 219 460[500] 702 77152 [500] 270 308 469 731 64 82 935 7 8075 941 338[500) 59 75 416 30[1000] 61 523 99 695 7 9 240 45 451 533[1000] 05 741[500] 858 80161 233 U 96 395 495 613 8«0«8 81286 34» 624 31 81) 93,[1000] 8 2089 227 32 367 751 904 8 3045 103 503 40 771 82 899 943 57 8 4000 19[500]«5 133 35 7» "72 333[1000] 717 33 997 8 5043 233 8 0120 296 370 SO 430 681 87123 232 87 463 679[1000] 605 789[1000] 8814« 200 61 352 541 607 38 914 89183 225 27 89 65» 3:8 90157 222 53 557»36[500] 873 9 IIS« 598[500] »21 88 980 9 2075 293 177 914 9 3190 237 932 78 9 426, 97 322 52[3000] 445 72 540 620[1000] 22 784 9 501« 118 42 221 341 682 784 9 0020.".19 121 llOOO] 67 97164[ 3000] 237 9 7 500 633 9 8122[500] 204 71 303 57 521 69 99125 113 61 611 21 35 776 831 61 100192«80 681[500] 81« 990 101139 215 5« 80 85 376 7 7 497 832 51 102161[3000] 293 514[3000] 63 867 923 1 03173 466[500] 619 713 829[1000] 33[500] 104135 W1[500] 512 44 089 1 0 5052 215 23[500] 85 368 432 92 S00 16 32 639 40 753 69 897 979 1O02O1 908 412 628 3 7 808 74 1 07055 104 274 362 417 23[ 3000] »6[3000] 665 711«0 967 1 08052 353 413«On 809 10990« 313 570 649 88 702 815 69 110044 92[500] 122 273 306 17 91 709 70 885 96 509 1 1 1020 268 453 59[3000] 508 75[500] 112036 174 "7.9 755 831 113093 130[500] 4 1 00 489 562.609 34 889 114168 202 78 656[500] 882 91« 1 15276[600] 96 50« 833 130007 17 982 110025 38(5001 375 405 83 647 73 75 833 911 Ii[3000] 82 117014 215 65 403 21 60 542 «42 57 999 118198 93 266 153 816 119016 356«12 702 849 54 995 I SO064 203 94 388 523 767 934 75 121220 44 778 91[200 000] 0(4 50 1 22 373 1 23 205 3,9[3000] 61 419 683 820 1 24398 683 62 904 7 4 92 1 25112 33 252 78 656[500] 663 938 90 1 2 0039 43 81 261 448 69 744 1 27295 [ 300] 929 595 710 91 951 12 8008 40 43 SS2 86 749 852 937 129289 411 544 714 81[500] 130 96 201 13[500] 320 94 462 6? 56? 610 834 131111 237 578 700 927 1 3 2037[ 500] 69 871[3000] 414 699 803 918 133 000 107 35 309 76 451 737 1 34370 71 604 713«59 914 1 3 5007[5000] 40 64 66 07 281 873 425 639 802 908-13 0235 53 67 314 26 43 487 748 803 925 137095 128 46 299 327 621 723 874[1000] 138095[3000] 731 s;3 1 3 9232 467 753 140434[1000] 668 971 14 1 005 72 150»)»1 131 815 620 85 687 719 58 811 930 1 42117 59 76 858 77, 14 3 300 573 603 81« 70 1 4 4090 101 24[500] 28» 45» 629 51 73 86 767 986 1 45331 691 79« 802[ 1000) 140011 21« 427 860 978 147264 734[1000] 61 807 954 148286 140091[looo] 406 11«0 509>11 751«8 88» 15O0S0 127«5 48»««4 76» 902 1511»««•* 760 872 1 5 2057 83 14» 404 II»4» 8» 3», 153«83 953 011 98[1000] 154124 6« 234»9 4t«7 867 1 5 5044 175 95 228 525 68 611 774 1 5 0209[ 500] 871«81 720 50»29 [500] 60 157090 263 441[300»] 75 540 153»»««»0»7 531 95««-' 926 1 59 140 322[500] 40, 690[500] 699 100063 210 98 360 788 924«0 77 1 6 1041 204 2» 5» 499 1 3000] 629 44 162119 206 312 45 785 103057 194 223 86 361 507[1000] 10[500] 56 707 95, 164120 354 430[500] 559[500] 90 1 6 5248 89[500] 305 662 770 84[ 500] 851 160097 459«00 2 17»63 902 19 23 4, 167065 130 54, 66 762 74 814 67 1 6 8018 61 4SI 7, 788[1000] 962 1 09169 287 420 68 80 710 866 918 17O102 204 528 823 48 915 28 39 1 7 1 201 93 421 607 49 675 811 902 1 7 2248 61 72 351 72 927 1 73034 48 217 321 474 702 15 73 1 74025[500] 215 328 616 802 34 1 7 5420[1000] 535 98 713 971 17 0481 97[3000] 585 608 56 066[SOo] 17 7058 62 118 70 246 356 80[500] 444 792 816 1 7 8015[1000] 260 1500] 77 301 659 747 380 927«7 1 7 9027 229 901 33 18OI60 91 397 454 77 92 98 58« 87 699 867 1 81152 789[ 3000] 95[9000] 182040 167 433 604 735 808 941 183094 191[500] 375 441 47 864[30001 978 1 84007 66 346 501 43[500] 797 1 85067 343 461 713 42 974 18 0010 267 87 375[lOOO] 468 502[1000] 962[5000] 98 187125 93[3000] 214 331 545 90 626 1 88198 824 338 403 48 077 1 89090 479 839 100076 387 768 191476 1920«4 953 434 78««2 »17( 3000) 19 3028 190 215 38 320[500) 727 877 1 9 4314 78«07 28 SO[1000] 770 8»S[10001 995 1 9 5226 563 826 926 1 90029 154 96[5001 264 371 680«31 63 731[500] 80» 927 36 197151»II 16<«0 602 762 88« 1O8004 49 [500]«1 854 97 462 604 764«5 854( 5001 19 9037 78 154 74 333 506[500] 44 50 91 602 43[500] 51«3[500] 701«49 200111 98 55«[1000] 815[50«]«43 201148 [1000] 430 518 841 71 846 940 55 2 0 249, 577«71 81, 945 73 83 2 0 3 084 85 128 274 42(1 98 52»<31 33 918 2 041,1 5, 54 210 77 401 5, 681 49»2» 5« 75, 205328 45 599 791 838 44 79 93 948[1000] 20007« 97 149 70 (8000) 321 45» 74 551 702 85 886 2 07«»(500) 42 157 335 94, 2 O 8170 78 235 389 4« 85 481[500] 77 1500] 617 618 989 2 09119 ,74 4,8 678»4, 210059 81, 543 7» 750«03 88 211047 21,[500] 20 409 563 689 719 821 929 2 1 2026 5«7 806 964 2 1 3013 [5000] 336[500] 73 59« 924 2 1 4127 477 95 698 713 965 2 1 5117 207 389 75 566 778 881 900 2 1 0055 651 76 90 1500] 737 96 860 5» 98 2 1 7 305 470 627 772 811 38 218330[1000] 864 90 943 56 76 2 1 9124 73 693 752 945 22O034 88 235 441 623 45 718 930 62 221181 611 87« 904[lOOO] 232025 46« 505 608 757 2 2 3929 61 2 2 4109 285(5001 361 76 418[1000] 21 90 670 79« 801 963 2 2 5003 35 29» 374 604 712 14 M 58 979 220187 252[500] 560 84 630 73[5001 715 17 2 2 7032 164 578 753[lOOOl 800 43 llOOO] 228000 6t ,17 99 31? 44 85 844 61 229336 68 80 528 723 25 230075[ 3000] 166 289 62 46, 5«4 758 81 830«0 926 2 3 1 201 60 465 725 384 902 2 3 2277 348 738 971 2 33197 277 435 71 53? 81[500] 716 978[ 3000] 77 2 3 4157 74 212 608»4 82, 84 98 998 23 5354 625 80 707 881 971 46 2 3 0074 588 770 2 3 7191[3000] 338 49 411 640 41 764[lOOO] 878 970 2 3 8099 106[3000] 347[500] 503 718 82 89 2 3 9 429 679 24 0076 166 273 507 43 718 894[1000] 915 17[500] 24 1 036 87[1000] 287 484[3000] 513 93 738[ 3000] 818 242388 642 611 92 243017 123[1000] 389 479»35 902 244001 71 119[1000] 205 525 936[ 3000] 39[500] 42 24 5387 452 552 661 882[500] 240011 203 81 350 487 850 941 2 4 7038 183 262 77 379 679 608 911 2 4 8008 [3000] 504 824 2 49100 68 87 308 63 496 516 39 58 717 19 823[3000] 81 250057 70 97 885 88 703 895 995 2 5 1 357 721 2 5 2008 54 196 200 348 69 416 711 36 51 848 936 2 5 306» 136 323 62 463 93 634 821 49[500] 075 254153 88 388 [500] 717 981 93 255417 54 92 558 801[500] 818 250,73 513 2 5 7156 442 660 727[1000] 804 28[1000] 258426 51 602 842 2 5 9080 234 77 388 621 694 740 829 200171 78 294[500] 409 648 811 26 1 021 130[500] 70 97 279 505 062 67 87 850 094(lOOOl 262187 267 513 605 7 34 89»15 937[3000] 78 263154[ 3000] 63 330 97 599 707 56. 2 64101 472 732[500] 89[lOOO] 265317 51 [1000) 496 658 87[lOOOl 610 924 2 0 0143 327 486 874 80 2 67147 314 flOOOl 450 536 90 702 853[ 3000[ 268425 37 4 4 602 967 2 6 9030 100 310 95 436 77[1000] 677 83 933 270171[500] 475 760[500] 805 271131 41 223 83 453[10001 597 622 743 82 2 7 2144 281 460 88 677 750 870 937 2 7 3157 259(lOOOl 503 19 832 73 2 7 4553 734 [30000] 802 62 923[lOOOl 27 5051 68 104 99 407 583 842 935 2 7 6059 146 62 215[10001 333 415 32 611 710 2 7 7127 328 38 542 607 737[300]»8 915 22 2 7 8013 109 213 43[ 500] 581 653 945 74 2 79150 226 324 593 015 28 0169 77 220 48 023 496 554 2 8 1 236 88 96[1000] 554 88 697 776 922 2 8 2045 425 670 71 95 955[500] 283784[1000]»43 95? 2«4"3>l 103 400 789 285 13 122 605 865 C![1000] 050 286512 49 287273 83 597 793 949[ 3000] Im Gewiunrade verblieben: 1 Prämie zu 300 000 M 1 Gewinn a 100 000. 1 ä 75 000, 2 ä 60 000, 2 ä 50 000, 3 5, 40 000, 8 ä SO 000, 10 4 15 000, 29 4 10 000. 41 ä 5009 71» i 3000, 1101 4 1000 1616 ä 500. 17. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 27. November 1908. naehmittse«. Nur die Gewinne über 240 Mark eind den betreSeodez Nummern in Klammern befgefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten,) «6« 884[3000] 97««4 87 I.I07 530[ 3000] 36 611 60 80 8"! 2070 306 63 74 461 84 525 42[1000] 650 968 3166 [500] 214 449 500 9 902 4107 224«02 88 92[500] 616 [3000] 607 746 5034 88 72 368 431 55[500] 627 1500] 90 6017 128 69 211 394 493 859 928 7 079[ 3000] 142[ 3000] 435 55 62« 815 904 8069 121 61 263 73[300] 333 61 453 010 24 694 867 957 9 136 10941 199 448 62, 701 37 67 1 1139 24» 73 487 606 901 13 1 2057 292 385[1000] 450 567 617[500] 21 849 995 99 1 3186 220[6000].31 653 84 757 1 4022 55 1 5301 ,21 II 686 621 947 10009 66 170 216 60 436 68[600] 703 817 925 1 7006 92 185 215 308 413 579[lOOOl 629 809[500] 901 26 1 8480 508 58 609 736[ 600] 80 821 19092 141 353 629 [1000] 69[500] 853 2000« 157 203 634 666 771 884 93 21270[1000] 76 [500] 349[3000] 83 83 526 66, 793[500] 874 2 2 030 267 »76, 43 648 722 54 62 812 962 2 3007 102 336 7 6 423 628 791 904 38 51 903 2 4291 627 87[1000] 610 57 790 2 5026 40 121 76 22? 876 92 947[1000] 2 0847 2 7180 305 468 9,0 [500] 49 81 28177 870 81 406 594 777[5000] 859 2 9 23« 404[ 3000] 670 808 3 0069 205 491 629 4 2 64[1000] 766 3 1 208 392 444 501 Tl 27 95 876 80 3 2100 53 408 20 528 37 60 805 79 919 3 3287 472 729 88 3 4153 361 70 638 672[500] 738 924 64 3 5129 309 671 783 978 3 0108 470 955 3 7 219 622 4 7 63 609 66 3 8057 67 307 666 94«45 932 3 9 487 517 797 95![600] 40154 53 363 42» 71 818 9« 909 4 1 052 150[lOOO] ,51 90 300 446 547[500] 79 653[3000] 928 63 4 2 225 19 304[ 500] ,88«56 4 3168 371 6,3 96 4 4133 284- 481 555 67 726 45111 69 469 56? 756 811 40086 185 S82 426 85 506 681 711<4[500] 86 SM[3000] 47011 218 19[500] 65 309 1« 58 689 99 811 23 957[1000] 48157 232 4« 62 394 45,[1000] 588 848 45 731 49 081 82 192 272 84«07 76» 827 913 6 2 50026 28! 570 797»93 51 13« 49 639 8«5 52068«34 44 705 801 918 5 3385 555 5 4 708 841 41! 564 764 65 808 [1000] 75 86[500] 951 5 5073 132 88 594 676 858 963 61 [500] 94 5 0036«92 520 71» 58 810 57048 540 750 58055 250[1000] 393 109 13 5« 831[1000] 65 88 832 71 5 9 333 544 65 1 87[500] 799 00196 356 824[500]»63 7, 01070 120 85 107 19 [1000] 604 7 2 766 961 02128 156 771 811 98 6 3039«5 411 906 6 4074 229 37 583[1000] 53 559 639 77 890 926 6 5327 98 626 778 80 895 909 16 0 0245«23«3 65 98 [3000] 662 93 850 0 7022[500] 52 70[500] 217[500] 510 17[SOOOi 21 6««00 20 756 964 6 8175[3000] 503 679 96 882 6 9021 114 350 647 750 76 958 65 70527 85 799[ 600] 7 1 036 US 05 408 47 523 726 i 70 83 809 927 7 2 239 401[3000] 670 861[500] 915 10 95 73033[1000] 151 212 21 37 47[500] 70 337[500] 69 76[1000] 85 452 682 823 7 4260 301 24[SOOO] 37 91 601 75040 73 375 581 671 750 85 95 819 63[1000] 70,92 656 57 96 815 10 95, 92 7 7 U7[oOOl 53 208 121 613 98[1000] 701 13«13 915 78111 691 700[500] 1« 51 995[1000] 79296 367[3000] 637 63 702 80022 65[500] 180 271«57 88 81118«2 98 292 402 [500] 48 745 890[500] 82 063 80 178 426 71.3[3000] 806 83188 237 480 515 081[500] 737 76 922 8 4018 61 169 489[500] 695[lOOOl 679 94 981 96 85202 17 327 747 61 886 8 0111 260 377 422 75« 807 8 7037[3000] 60 185 95 207 91[1000] 573 638 818«0 81[1000] 94 99 8 8293 402 41 58' 829[500] 89110 349 505 601[1000]« 757[.500] 909 9O0S5[500] 181 412 7 2 92 571 843 051 83 9 1 008 136 473 500 651 72 818|500l 92161 276 563 69 911 9 3026 95[500] 230 518 782[500] 970 9 4069 102 209 325 103 [500] 651 9 5 203 89 8,8[600] 63 112 9 0078 178 28 140 672 710 813 9 7 259 95 439 636 95 710[500] 18 98112 19 91[300-1 539 465 76 525 668 989 9 9053 S74 M8 51,<-36 100113[500] 282 319 78 501 656 89 91 1O1068 317 4» 906 88 1 02018 96 309 723 1 03146 50 81 291 589 628 62 996 1 0 4010 61 6G 645 1O5000 SO 150[1000] 521 62 90 1 0 0073 117(5001 617 61[500] 895 971 10 7237 46 353 963 1 08085 255 830 950 1 09016 150 367 571 719 813 11O010 374[1000] 525 056 59 790 937 111085 [1000] 222 134 61[1000] 698«08 112005 18 239[3000] 379 5S3 96 610 872 965 81 113152 221 360 93 526 709 896 956 114191«85 488 6S9 810 12 981 115218 30 400 33 537 43[3000] 609 57 771 888 110410[IflOO] 731[300] 90 988 117231[509] 416 702[1000] 639 118239 70 371 580 659 746 835 119019 17. 12 0323 520 017 742 68 1 2 1 253 306 87 450 58 1221S5 289 410 48 523 03 98 000 21 27 721[500] 802 902 123181[500] 98 254 306 409 05 645 94 638[3000] 47 [500] 12 4234 53[500] 453 508[500] 622 766 841 12500? 202 26»0 338 43, 571[5CO] 73 9? 120:107 72 619[500] 45 llOOO] 733 82 875 903 67 1 2 7090 399 423 739 858 128200 SO 369 426 SO 515 614 731 902[3000]«f. 129f|5l ,.290[ 500] 619 703 840 ISOOH 33? M8 725[ 500] 53 71 819 924 1 3 1 015 «30 00 333 633 132100 43 SM 404 725 853[1000] 133049 t» 02 442 76 522 31 46 64 696 1 3 4033 59 171[500] 341 425 683 704 821[30001 909 39 1 3 5068 140 274 304 400 661 762 835 914 98 1 3 0061 222»9 359 475 55S[500] 96 718 1 3 7294 408 20 75 817 49 1 3S024 185 257 303 453 503 849 81 139098 251 372 529 48 758 69 819 140o5i 105 25« 834 66«27 762 883 1 41171 631 728 39[500] 92 688 1 4 2004 80 371 755[lOOO] 14315' 883 461 597 627 736 928 64[500] 144004[3000] 114 35 279 503 792 1 4 5686 634 909 82 70 J 40122 465 559 63 606 1 47078 122[500] 261 97«01 148035[lOOO] 67 168[3000] 69 324 SO 46 425 603 726 1 49314[500] 43 [3000] 739 60 83 150158 821 67 8 4 558 671[lOOO] 75«[lOOO] 663 151010 163 218[500] 75(1000] 94 306 867 726 818 922 15 2237 43 67 397[3000] 506 78 612[SOno] 625 Di 153168 367 672 852 71[500] 75 85 90 1 5 400, 208 13 422 632 016 1 5 5023 279 408 791 95 1 5 0009 482 812 58 157021 38[500] 61 218 61 433 67 643 602 27 65[500] 946 1 5 8060 61 331«78 685 727 81» 159037 187[500] 718 35 604 31 903 10OO7O[500] 308«02 707 1 01191 331 411 597 803 54[500] 73 1 02191 414 73 77 594 938 1 03123 441 517 09[3000] 641 779 862 89[3000] 164039[ 500] 383[3000] 490[500] 561 888 937[1000] 16 5041 78 89 189[500] 244[1000] 372 84 659 751 86 906 1 6 0063 222 528 837 [600] 97 978 1 6 7057 91[1900] 251 460 726 957 1 68126 [50000] 467 006 12 784[300] 86 877 1 69032 607 SO 870 950 170111 264 545 780 920 1 71193 SSI 68 49« 660 744 [1000] 837 42 1 7 2008 9 SO 55 181[1000] 229 88 360 429 [500] 580 939 1 73110 28 86 294 568 915 84 1 74130 418 50 517 57 661 728 17 5080 102 318 432 628 88 772[500] 78 916[3000] 17 0076 132 288 398 443 596 664[500] 892 1 77168 240 307 090[500] 927 178111 90[500] 208 [3000] 568 516 09 681 799 1 79127«X[3000] 69 299 683 795 180235 817 70«10 791 18 1 263 308 809 14 967 18Z104 250 374 4SI 584 649 769 891 18 3 430 569 7,0 870 936 1 84356[600] 414 62 699 618[500] 187014 43 117 295[500] 391 675 726[10 000] 41[500] 18021, 26 463 561 661 810 66 90 1 8 7015 54 404 652 879 1 83114 79 314 443 564 680 762 880 968 1 89162 ,57 4,2 624 833 972 19O018 878 637 71T 8« 19100» 164[8060] 897 [3000] 447 72[1000] 627»72 l«2l8! 262 611 617 737 193114 880 426 616 791 19 4000 II» 98 292»17 150 785 856 78 963 195128 536 57 968 190127 500 197060 95[1000] 330 8» 188 738 47 63»52 198265»27 973 199396 457 84«16 807 2OO207[1000] 381[1000] 133 50 98 71»»8[500] 817 201054 104 769 96 202121 751 90« 9! 203o;i 02 73 282 64[500] 333 69[1000] 420 518 712 42 888 959 67[SOCOl 2 0 4379 432 76» 82 85 836 940[500] 205081 [1000] 261 307 417 12 672 917 85 2 0 0897 663 85 2 0 7 350 82 155 621 723 686 2 0 8 328 660 757 97 838 920 44 65 20 9316 418 552 641[500] 88 754 9X3 2 1 0429 533 38 663 737 21 1140 6« 80 290»07 764 2 1 2543 51 679 798[3000] 811 982 2 1 3008 235 51 655 63 041 72 80 2 1 4085 1X8[1000] 77 373 450 820 2 1 5066 202 3X2 779 813 966 93 2 1 0015 1S2[SOOO] 291 709 971 2 1 7036 203 23 48 78 173 81 542 669 910 2 1 8»» 610 41 718 80 2 1 9183 208 533 657 799 841 81 220«31 141 227 465[3000] 85 22100! 48 189 4X2 532 38 47 2 3 2272[1000] 624 32 739 2 2 3 043 390 408 731 828[10001 33 70 2 2 4053 204 66 932 2 2 5014 6» 133 237 891 961 2 2 0037 112 59 648 58 676 2'7031 697 609 881 2 2 8026 74 2X4 42 869»75»4[500] 2293X4 60 475 819 958 23 0008 125 431 35 763 858 937 2 3 1 050 22, 69 62 360 84 514 625 03 982»7 232055 68 421 718[lOOO] 933 80 2 3 3 001 206 69 72 300 613[1000] 711 17 870[5001 2 3 4082 257 809[1000] 158 587 618 70 850 2 3 501» 303 [1000] 83 42 568 678 800 17 72 2 3 0089 146 237 361 710 917 89 2 3 7210 339 83[500] 110 575 619 64 80 790 917 68 230120 CO 371 418 601 711 97 818 91 2 191-3 95 747 240133 52 303 91 845 64 900 24 2 4 1 037 105 63 57 573 721 884 91 2 4 2076 04 179 99 293 339 465 45 84 2 4 3024 132 301[300«] 74 381 499 701 97 244014 358 492 691[10 000] 859 031 92 2 4 5676 984 2 4 6010 402 32 99 583[500] 668[ 3000] 781 803 2 4 7021 35 50 [5001 98 795 855 041 2 4 8 CM 121 92 305 638[3000] 605 68 2 4 9037 221 29 318 85 99 142 703 25O0-I0 61 328 02[500] 151 605 732 88 45 251288 [10001 91 325 28 407 508 29 914 2-' 2,15 2 99 Sil 90 93 459[1000] 814 942 253008 259[10001 83[lOOO] 343 73 425 561[500] 652[ 500] 91[500] 878 93 254067 127 372 460 804 6 25 2 5 5026 119, 01 602 607 716 807 95, 250012 57 68[lOOO] 777 133 450 598 684 604 257004 99 173[500] 624 818[1000] 31 258045[3000] 66 166 [3000] 242 468[1000] 521 675 839 01 78 049 2 5 91S, 275 377 561 734 612 21 2 601,2 517 776 603 DS8 201 74 241 06 324 3» 51? 99 630[500] 810 927. 262117|0Ü.<] 23 234[ 500] 99 427 744 912 2 6 3063 204 Ii 577 07 732 42 47 935 62 Dl 2 6 4573 265395[500] 631 63 266069 173 206 10 309 724 815 42 2 6 7078 90 281 889 90 2 6 8122 82[3000] 200 81 [500] 317 68 490 908 2 6 9012 114 886 510 6-4 t 5» 743 91 92 802 33 270039 III 343 4C8 566 602 5 709 97 820 97» 27 1 208 652( 5001 707 35 2/ 2291 317 5, 433 092 2 7 3,09 612 616[500] 01 06 79 607[IOOO] 961 1560) 274110 [500] 289 320 13000] 69 488 552 608 720 900 39 270000 870 107 76 528 679 708 80 916 92[61:0] 277029 6S 11« [1000] 6» 573 715 2 7 8091 121 422 2 7 9 215 300 86 409 041[500] CO 798 810«7 28O001 285032 151[1000] 92[1000] 353[1000] 443 60 096[IOOO] 805 934 2 8 2170 06 07 151[1000] 121 571 82 llOOO] 872 2 8 3086 221 41 357 88 486 700 83 057 2 8 4070 131 338 453 623 2 8 5084 128 32 401 83« 911 47 286359 606 761[500] 804[1000] 6, 287104 59««74 779 S45 WekcGenr• frnns TOfh«, B-rlin. güc denZnserlttenteil verantw.: Tb. Berlin. Druck u. Verlag: VorwartSBuchdruckeresüTÄcrtagsanstalt Paul Einger& CiL. Berlin SW. Nr. 279. 25. Jahrgang. 4. WM kf Jonnätts" Wtlintt taoM, 28. Pmniliti 1908. Die Parlier fiiordaffäre Sleinheil hält gegenwärtig die Oeffentlichkeit in Spannung. Um unsere Leser über den Fall zusammenhängend zu informieren, teilen wir noch einmal in Kürze die Vorgeschichte dieser Mordaffäre mit. In der Nacht zum 30. Mai wurden in ihrem einsam zwischen Gärten gelegenen Hause in der Sackgasse Ronsin der Maler Ttdolphe Steinheil und seine Schwiegermutter, Frau Japh, er- mordet. Ein junger Diener, Remy Couillard, der um 0 Uhr morgens die Zimmer betrat, fand zuerst Frau Steinheil röchelnd. mit Bindfaden am Pfosten ihres Bettes festgebunden, unfähig zu sprechen, da der Mund mit blutiger Watte vollgestopft war. Remy Couillard stürzte ans Fenster und schrie um Hilfe, und während er Frau Steinheil losband, entdeckten ein in der Nachbarschaft wohnender Künstler und ein Polizist, die auf die Hilferufe herbei- geeilt waren, die Leichen des Malers Steinheil und der Frau Fapy. Der Maler und seine Schwiegermutter waren mit dünnen Stricken erwürgt worden. Die Schränke waren erbrochen und ausgeraubt. Hatten die Mörder eS auf den Raub abgesehen, so mutzte eS zweifelhaft erscheinen, datz sie zum Hause gehörten, denn Herr und Frau Steinheil wollten am nächsten Tage nach ihrem Landhause übersiedeln, wo ihre lOjährige Tochter bereit» weilte, und Diebe, die mit den häuslichen Borgängen vertraut waren, hätten vermutlich noch die 24 Stunden gewartet. Bald darauf wurde der Diener SteinheilS unter dem Ver- dacht, den Mordausgeführt zu haben, verhaftet. Gestützt wurde der Verdacht, weil in der Tasche deS Dieners die Ringperle Stein- Heils gefunden wurde. Jetzt, nach langer Zeit, ist erst Licht in die dunkle Affäre gekommen. Das Rätsel deS Mordes ist von der Frau des Ermordeten selbst gelöst worden. Bereits in der vor- gestrigen Nacht hatte Frau Steinheil gegenüber zwei Journalisten, und zwar einem Redakteur deS.Matin" und einem Redakteur des«Echo de Paris", in einer dreistündigen qualvollen Unter- redung endlich daS Geständnis abgelegt, datz sie es selbst gewesen ist. die die Perle in die Brieftasche ihres Kammerdieners gesteckt hat, um den Verdacht auf ihn zu lenken. Sie machte den Mörder ihre? Gatten und ihrer Mutter namhaft und bezeichnete als den Mörder den Sohn ihrer Köchin namens Alexander Wolff. Am Donnerstag früh wurde Frau Steinheu vom Unter- fuchungSrichler vernommen und gab zu, die Perle in die Brief- tasche deS Kammerdieners Couillard gebracht und einen Diamanten auf dem Bo>d-n versteck: zu haben, um die Gerichtsbehörden irre- zuführen. Sobald Frau S-einheil die ersten Geständnisse abgab, unterzeichnete der Untersuchungsrichter den Freilassungsbefehl für Cou'llart� Nach dem Verhör konfrontierte der Untersuchungs- richter Frau Steinheil mit der Köchin Mariette Wolff. Die Kon- frontation verlief sehr bewegt, ergab aber kein Resultat. Auch der Sohn der Köchin, Alexander Wolff, wurde Frau Steinheil gegenübergestellt, wobei diese ihre Beschuldigung aufrecht erhielt, während Wolff zu leugnen fortfuhr. Wolff und dessen Mutter Mariette Wolff wurden darauf in Hast genommen. Am Freitag wurde auch Frau Steinheil in das Gefängnis eingeliefert und gegen sie die Anklage wegen Mordes erhoben. Wolff ist,»achdem eine Durchsuchung seiner Wohnung keinerlei belastendes Material zutage gefördert hat, endgültig aus der Haft entlassen worden. Manche Blätter, wie daS Journal„Libertö", erinnern jetzt an die besonderen Vorkommnisse beim Tode des Präsidenten Faure, die, wenn sie wahr sind, in Anbetracht der jetzigen Um- stände gewissermahen als Enthüllungen wirken werden. Am 17. Februar 189S empfing Präsident Faure um 6 Uhr nachmittags den Besuch der mit ihm befreundeten jungen Frau Steinheil und führt« sie in ein Zimmer, daS an sein Arbeits- kabinett anstictz. In einem weiteren benachbarten Salon befand sich der Chef deS Sekretariats des Präsidenten, Le Gall, und in einem dritten Gemache einer der Ordonnanzoffiziere, der gerade den Besuch eines Verwandten, eines ArzteS, bei sich hatte. Plötzlich hörte Le Gall einen Schrei. Er öffnete die Tür und fand den Präsidenten Felix Faure in seinem Lehnstuhl ohnmächtig liegen. Vor ihm stand zum Tode erschrocken Frau Steinheil. Beim Ein- tretey des Sekretärs fiel sie in Ohnmacht. Der Sekretär rief den Ordonnanzoffizier um Hilfe, der sofort den ihn besuchenden Arzt holte. Dieser stellte fest, datz Präsident Faure an einem Herz- schlage infolge Aderuverkaltung plötzlich verstorben sei. Der Präsiden! röchcltc noch, der Arzt erklärte aber, datz jede Hilfe vergebens lei. Man legte den Präsidenten auf eine Matratze auf den Boden. Frau Stcinheil wurde durch eine Hintertür aus dem Elisee hinausgeführt und in einem Wagen nach ihrer Wohnung gebracht. Manche Blätter behaupten deutlich, datz Präsident Faure zu Frau Steinheil engere Beziehungen unterhalten habe.„Liberte" erinnert daran, datz der Frau Steinheil befreundete Untersuchungs- richter Lemercier gelegentlich eines Alpenmanövers sie mit Felix Faure, zu dem sie später in besonderen Beziehungen gestanden hat. bekannt machte. Was von all diesem wahr ist, wird wohl nie sicher bekannt werden, zur Beurteilung der Frau interessiert eS jedoch auch als Gerücht. Ueber den mutmaßlichen Geliebten der Frau Steinheil wissen die Blätter zu melden, datz sich unter den Bekanntschaften des Ehepaares Steinheil auch ein reicher In- dustrieller befand, der die Scheidung dev Steinheil erwartete, um die Frau zu heiraten. Steinheil wollte aber in eine Scheidung nicht willigen. Jener Bewerber hatte keine Kenntnis von dem geplanten Verbrechen, dessen Ausführung Frau Steinheil der allgemeinen Ansicht nach einem ihrer Hausgenossen übertragen hat. rvailerttandS-Nachrichten der LandeSanltalt<ür Wewässerlunde. mitgeteilt vom Berliner Wetterburcau. Wasserstand M e m« l. Tilstl V r e g e I, Jnsterdurg «eichsel, Tborn Oder. Ratibor , Krassen , Frankiur« Warthe, Schrimm. . Landsberg Netze, Bordamm Elb«, Leitmeritz , Dresden , Barby , Magdeburg am !6.n. cm �2») 26') 86 61 70 80 14 2 —61 -186 34 48 feil 25. Ii. om') "0 +6 +10 +4 +2 45 « +12 +3 +7 +8 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Svandau'l , Rathenow') S p r««, Svremberg') , BceStow Weser, Münden , Minden Rhein, MaximAanZan , Kaub , Köln Neckar, Heilbron» Main. Werthetm Mosel, Trier am 26 li Cm 105 63 12 74 62 —64 —7 373 159 132 75 113 131 ieit 25.11. cm1) +19 +16 0 +2 +1 -10 —3 —33 +45 +49 -30 +3 —8 •)+ bedeutet Wuchs.— Kall.—•) Unlerpegel.—•) EiSstanb.- *) EiSsret, oberhalb von Thorn Eisstand. H. Joseph& Co. Berliner Straße 54-55 RIXDORF Berliner Straße 54-55 W eihnachts verkauf. Außergewöhnlich preiswertes Angebot in allen Abteilungen! Spielwaren- Ausstellung Sonnabend— Montag— Dienstag soweit Vorrat: verabreichen wir bei Einkauf von 2 M. an, unseren Kalender für 1909 in Form einer; reizenden Zeitungsmappe Gratis (Inserat bitte euHaehnelden nnd safbe wahres.) (Deilinoclits- Kommission Hr. 48 » Pfund Im Boeturaeher h 0.00.............. M.—.IS 1 Pfand Snltana Nr. 1 0.72, Nr. B 0.82, Wr. S......... M.-.0« " M.-.05 M.—.40 M.-JM IL-.40 IL-.SO 1 Pfand Heia.......................... » Pfund ta Welaesaenl(EUerado) 4 0.81....... SO Hehaehteto Schweden.................. « X ov« x chjttj or(v.B«uanMiouvu wn. a Soda ft O.Ol.......... l. IL a arebr. Kajtee D. W. 8. ▼. B.. i...... H virinad F»lf»««o xxx v« 1 Pfand Hetard C Lichte Oer, Her oder I2er..... IL Wir > empfehlen dringend ( I eine nneerer Mbw •t«b Pfand J# Uxrsipuitixrtoflalo 0.10 1 Pfand In nene WallnOtee.......... od« 1 Pocb Tboro« Kxlbarioohtn 08) • Pfand ta Soda& O.Ol >/V Pfund la od« V;_____ ■d Hetard C Lichte Oer. Her od« I Dom O&o.ftUb.rp.in bt>8 1(r. Brot le es. 4 Pfnnd.............. odor 1 Ooxe hOQdoo.forM Uiloh OBS Tafel Herbeltn(Pfianeeabutter)........ odor 1 Pfand Ix domx Arriko.oo 0X5 » Pfand» Bene la Prcleelbceren,»,.»,».. od« I Ptatid Dom dir Mxrmxlxdcn. DoW ODO 1 Pfnnd la WUrfeliMicker.............. 1 freOea Pnhet la Hpaich___ odor l Pfand la Btarbxodatideln 038 IL—NO IL-M XL-.05 IL—.78 pfelM«........... WWW__ la Hoaictcochen dir........... IL d ta Biflrf*XDdoa'3o!n 1 Deee la Sardinen ca. Vs Pfand od« l Pfund la Rinpdpf.I 058 1 Pfand la Rela,«rannen oder Bahnen IL od« 1 P>a»ul>« Pluf» 0 10, oder 1 Dm« taaolio 0.1(x od« I Do»» Sohohoranu 0.U 1 Pfnnd la Abfnllaelfe.................... H od« 1 kL Paek dir. la Honigkuchen Pack 023_____ 4 Bahattmarken h.ti Pf. sratta In Gamma M. — J18 -A* -X* -so — JBO -OS Konlsküchen-StDdt-Koiflinlsslon Hr. Lac. L Rrenabertretr.SO Fe—-- >. WW. (Oranienburger Tor) Lac. i. Lelpalfer HtraSe fernapr. Amt VI, Nr. 1620 Lag. 2, Chauaseeatr. (ör.n 101-0(Ecke Priedrioh- »traße, Equitable) Lag. 6, Oranlenstr. 00 (am Moiitsplatx) Lag. 6, Schöne berg, HanptatrnBe ISO(«. Kai»er• Wilhelm■ PUt« Fturljttf. JB, Foraepr, 5 Pfnnd la Keohaneker 5 0 PI..., a st. Paeh braune Lcbknehen... 1 er. Pack feinste Baader Lebkneh. 1 er. Paek feine Boeder Lebkneh. 1 gr. Pack SehokoUdeDknehon... 1 er. Pack WalnuBknehea...... 1 gr. Paek UasdnaBknchea..... I gr. Paek Marleabader-....... 1 kl. Paek branne Lebknebea... I kl» Paek tdnst. Baseler Lebkneh. 1 kl. Paek reine S-hokolaileakneh, I kl. Pack WaiaaBknehen a Paek T 1 Pfd. la "«5 dB a gt a*«teaer tt.,»•• orner Katksrlnehoa 5 80 Amt ottr. 16, VI, 9858). V, Pfand la�Sfaralp" nkartolfein >/t Pfund la Haratipan-OebBok DPnnfl?M 7K Jt.' rt Ä cn■>ne«i1fnA kSun*n aack 8 P»ck in bollobig. Zmxm- monttollang gow&hlt wardoo. LSonoo ooch I Fook lo bo- Hobig. Zoom- nanttsllg go wiblt verdon o P, r) Pfand la Manrtpan Prallndg 1 Elerohr oder Splegdetnl gratis tn .,»»• la Bommo Prospekte Sbor waitoro Komralodo lone Ldgara gratla. Um die noch vorhandenen großen Bestbeistände des f-ST Äff O W o Reinickendorfer Kaufhauses K MG if&drM wU-S Straße 14 bis Weihnachten vollständig zu räumen, sind die Preise nocinnals wesentlich herabgesetzt S aus Tuch, Cheviot und engl. Stoffen(J 85 � 75 1 Posten Damen* KOStOma früheref Preis 24.— bis SO.— M., jetzt Ein Mädchen• Kleider hL�0 pTe.sv0"i W iW! jetzt 38-f. bis 8.00 Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten früherer Preis!.— bis 18.— M., Jetzt für 3 bis 14 Jahre früherer Preis 4.— bis 17.— M Jetzt Knaben-Anzöoe Elegante Unterröcke ss'hIMlrfc-AÄÄ 75 n w Pelz-Coliiers a"en Kleiderstoffe I.95 vu S." 8.50 ,«« l.75 Z4.°° früherer Preis 4— bis 64.— reinwollene Cheviots, Cover-Coats etc. QQ früherer Preis 2— bis 4.— jetzt durchweg Meter 30 Pf. Große Posten Baumwollwaren, Teppiche, Tischdecken, Kaffeedecken, Normalwäsche und viele andere Artikel |Mr für fast die Hälfte des Werteso Außerdem erhält jeder Kunde von Sonnabend, den 28. bis Montag, den 20. November, ein schönes iWeihnaclitsgescIienk gratis! Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnle!dea. PriiizeDSlr.4!, 10—2, 6—7. Sonntags 10—12, 2—4 Urbeitsr finde» m Mntsr gute nnd billige Unterkleider in grosser Auswahl Srunnvnstr. lSS» ysldsr Lsäsn. A. JANDO Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurt erstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Wir geben unseren Kunden schon jetzt Gelegenheit zum besonders billigen Weihnachts-Einkauf und verabfolgen trotz billigster Preise bei Einkäufen noch die Rabattmar Von dieser Vergünstigung sind nur wenige Artikel ausgeschlossen. Geschenk!!!!! erbaltes Sie eines Spreehapparat Modell 1008 bis inr elegasteaton Auefßhrung:, vreas Sie anf eise kleine Ansah] 253/, cm grosser doppelseitiger Platten» bestes Fabrikat» anm Original- Preise von IM. 8*» pr. Stück abonnieren. Absah ms - Ii tAglg 1 Platte-- Aach liefere Sprechmaschliieii, eolbst- sptelcnde Mnsikwcrke, nourle Platten ohne Apparate gegen Bar und auf Kredit an sehr billigen Preisen. IVocIaenrate nur 1.— Mark«—— J. Kurzberg Rosenthalapsirasse 40/4', I ouckeioiur mu*« «ad An der Jannowitzbriicke I, I» Nur 1 Treppe, kein Laden. Bei TmU,. dluea Urnat« 6% Eine Narkl wBcSientliche Teilzahlung Li.icr« tntkluue. Spre cKmascHinen MuslKwerKe Grosse Auswahl In Platten. Mm f3l]i3D, Gr. Frankfufterstr. 37, IL Bei Toris,# dieses laserata G°|a B.bstt Bei Drüsen, Skropheln, englischer Krankheit, Blutarmut, zur Stärkung schwäch lieber, in der Entwlckelung zurückbleibender Kinder, empfehle eine Kur mit meinem beliebten[' liahnsen's liebertran JODELLA it Der beste nnd wirksamste Lebertran. Leicht cn nehmen und zn vertragen. Preis 2,30 und 4,60 M Alleiniger Fabrikant! W Apotheker Willi. Lahusen, Bremen. Man achte auf den Namen„Jotlella". Alle anderen Präparate sind nicht echt. Frisch zu haben in allen Apotheken. Haupt-Niederlage in Berlin: SSÄ'1"*.!?.: Apotheke, N., Anklamer Str. 39; Greif-Apotheke, NO., Barnirastr. 33; Krugs Apotheke, O., Zomdorfer Straße 56; Bismarck-Apotheke, SO., Oppelner Straße 38, Samariter-Apotheke, SW., N euenburger Straße 41. Abbas 3 Pf?. Chic 4 Pf? Gibson Girl 5Pf?. Paul Drenske Nachfolser Otto Berlctt Hutfabrik Oramcnftraße 172 empfiehlt sein großes Lager in[ssssl« Kufen, Witte», Schinnen, felzwaren. Sämtliche hervorragenden Erzeugnisse des In- und Auslandes stets am Lager. Reparaturen schnell, sanber nnd billig. Prima 7. A. Greiner A Co. Optisehes Institut Koramandasteittr. 23, Ecke AHe Jakobstrsto. Lieferant slntlicher Krankenkassen. Ol» neuestes•rthocsnlrlscti«» Kneifer) spott. Gewissenhafte Untersuchung u. Anpassung I billig. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(lettgedruckt) 20 Ptg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 3 Ptfl., das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen[ ANZEIGEN tllr die nlc—ste Nummer wwden ia des___ stelle» ifir Bertin bis I Uhr, Wr dk Vsrsrt.__ 13 Uhr, In der Haupi.Ezpetiltlon, Llndeastrasse», bis S Uhr angenommes. Verkäufe. Teppiche!(sehlerhaste) in allen Größen für bie Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn. Hackefcher Mar« 4, Bahnhof Börfe. 264,11* Gaskronen. Petroleumfronen odne «nzadlung. Woche t.00. Riefenlager. Louis Böttcher(f elbft): BetrtebSIettung Boxhageneiflratze 32(Badnoerbin- düng Warichauerttraße). Potsdamer. ftrage 81, schöndaufer Allee 79. Bad- ftraße 8a. Nixdorf. Kaifer Friedrich- ftrage 247.__ Ohne Anzahlung. Woche bvPfennIg, Bilder, Spiegel. Ferner: Pföbel, Polfterwaren, Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Tifchdecken, Belldezüge, Portieren, Ubren, Gasfronen, Herren- oarderobe. Weber, Prenzlauerftr. 49, Besuch, eventuell Postkarte. 1337it* Mvnnisgnrderobendaus Andreasstraße 54. Elegante Monals- anzüge, MonatspaletotS, einzelne Beinkleider zu f-hr dilligen Preisen. Rur Andreasstraße 54 an der Markt- halle 1388K* Bücher des deutschen Hauses. Sine Sammlung guier Erzählungen, Geschichten, Novellen usw. Gut aus- gestattet, zirka 300 Seilen umfassend, zum Teil illustriert und gebunden, 75 Pfennige pro Band. Expedition, Lindenslraße 69, Laden.- aJlefaUbctten, Kinder, Erwachsene 7,00. Andreasstxaße 53. 12335t* Teppiche, sarbsehlerhasl, für halben Wert. Vorwärtstesern 5 Prozent Extrarabatt. ThomaS. Lranien. st rage 160, Oranienplatz. 1431K* �Herrenanzüge, HerrenpaleiotS, zurückgesetzte, aus feinsten Moßflossen 18 bis 38,00 täglich. Sonntagverkaus. Deutsches Versandhaus Jägerftr. 63, 1 Treppe. t375K Teppiche(Farbenfehler), Gaidwen, Tischdecke Stepp- decken, Gatdinen, Tischdecken, Tüll- bettdecken, Uebergardinen, Sosastost- refte spotldtllig Fabrtkniedertage Mauerboss. Große Franksurterstraße 9. Flureingang._ 1386R* �Befanutmachung. Humboldt- sctqhaus, weil und brest bekannt, nur Brunnenstratze 58, Eckhaus �tral- lunderstraße. Großer Psänderoerkaus, wunderbare Pelzftolas spottbillig. hochelegante Nlnterpaletots, Gebrock- anzüge. JackeUanzüge, riesengroßer Beilenverkaus, Aussteuerwäsche, Teppichauswahl. Plüschlischdecken, goldene Damenuhren, Herrenuhren, Freischwinaer, ReUenverkaus, Schmuck- achen, großartige Weihnackisges ch enke. Geöffnet ganzen Tag, auch Sonntags.!, 'Mingerbobdtn, Ringschisschen, tadel» koS, 18,00. Oranienslraße 19, Konopka. I " Verantwortlicher Redalteur: Nionatsanzuge uno WimerpaletotS, Joppen von 5 Marl sowie Hoien von 1,50, Gebrockanzüge von 12,00. Fracks von 2,50, sowie für lorvulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, auS Psandleihen oertallene Sachen kaust man am billigsten bei Naß, Mulackstraße 14 Psanderverkausk Hermannplatz 6. PsandleihhauS Staunendbillige WinierpaletötS I RieienauSwahl I Jackettanzüge! Gebrockanzüge I Herren- hosen I Pelzsloias I Slllerbilligster Beilenverkaus I Gardinenverlaus I Brautgeschenke I TepvichauSwahl I Wäscheauswahl I Plüschtischdecken I Steppdeckenl Nähmaschiiienl Wand- uhren I Taschenuhren I KettenauSwabl l RmgeauSwahII Anerkannt:.Groß- berlin» Ewkaufsvorteil\' Hermann- platz 6. Sonntags ebenfalls geöffnet. Steppdecken, Wollatlas und Smull seide 3.25, 3.85, 4.35, 5.00, 5,75.' Portieren, Violetlatuch, 2 ShawIS, t Lambrequin in allen Farben 3.25, 3.85, 4.75, 5.50, 6.75. Große Frank- surlerstraße'125._ 147451* Plüsch- und Tuchtischdecken mit kleinen Slicksehlern. Riesenauswahl. 1.65, 1.95, 2.50, 3.50, 4.85. 6.50, 7,25. Düllbettdecken in weiß und erZme 1.95. 2.25, 2.75, 3.25, 4.50. 147651* Englische Tüllgardinen, Meter 35, 40. 45. 50, 60, 75 Pfennige. 14775!* Abgepaftte Gardinen und StoreS Ri»«freie BriteltS. 100 0,85, 1000 8 00 ab Lager. Henze Donan- straße 106, Einfahrt Schönstedt- straße 15. Daselbst auch Obstverkaus engroS.___+97* Puppenwagen. Sportwagen, Riesenauswahl, konkurrenzlos billig. Zurückgesetzte. Andreasstraße 53.* Klassifer-AuSgabe», Goethe. Hein«, Reuter, Schiller. Shak-tpeare, je Pier Bände 6,- Mark. Eichendorss, Hauff, je zwei Bände 3.00 Mark. Burger. Kielst, Lenau. Uhland, Wieland und andere, je ein Band 1,75 Mark. Ex» pedition. Andenstraße 69, Laden. Anzüge, Paletots nach Maß. Aus 1» Stoffresten, Monats- und nicht abgebolte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Voß, Brunnenstratze 3, eine Treppt, am Rosenlhalertor._* Federbetten. Stand 11,00, große 16,00. Gardinen, Wäsche, Kleidungsstücke, verfallene Pfänder spotwillig, PsandleihhauS Krebber, ttüstrmer- platz 7._ 14475t* Winterpaletots. Uhren, Schmuck- sachen. Decken spottbilllg. Psandleih- hauS Küstrinerplatz 7. 1448K* Pfaudleihbans:! Rirdors. Berg. straße 53. Psänderv erlauf I Fest- geschenkt I Goldtachenl Ubrenverkaus l Freijchwinger I WinlerpaletolS I Herren- garderobe! Teppichoerkauj l Aussteuer. Wäsche I Betteilverkaus I Gardinen- auSwahII Spoltpreisel_ 1482K* Wo kommt der beste Anzug her? Er tomml von Heermann S Reintckendorserstraße 48 uni straße 58. chlesinger I ad Turm- 128051* WinterpaletotS. MonaiSanzüge. wenig getragene, von 5 M. an, groge IluSwabt für jede Figur, auch neue elegante Garderobe auS erster Be- zugsquelle, 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider» meifter Paul Fürstenzell, nur Roien- 1,65, 2.25, 2.85, 3,65, 4.35, E, WeitzenbergS TeppichhauS, Franksurterstraße 125. 1478K* h?5. Große Länferrefte in allen Bresten und Prelstagen jetzt bedeutend unter Preis. Teppiche. Riesenauswahl, mit kleinen Webesehlern 3.15, 3.85, 4.65, 5.85. 6.00, 7.50. E. WeißenbergS TeppichhauS, Große granksurler- straße 125. 1480K« Kinderwagen, gebraucht, spott- billig. Andreasstraße 53. 14425t* Gaskronen, dreiflammig 4.50, Salongaskronen 7.50, GaSzuglainpen 8.00, GaSlyren 1.45, Gaswandarme 0.55. Fabriklager Große Franksurterstraße 92, Filiale Ziavenöstraße 6.* Sofastosireste, Wolle, Plüsch, Moequelt, spotlbillig. Teppichhaus Emil Lesövre, Oranienstraße 158.* Pianino, hohes, kreuzsaitig, 130,—, «mbauhalber Turmslraße 3, l. (.VorwärtS'-Leser Rabatt.) 18/14* Lvrjahrige Herrenanzüye, neu, nach Maß bestellt und nicht ab- geholt, verkaufe schleunigst. Mehrere Llo. malfiguren Eüikaus 48,— für 20,—. Mehrere Bauchsizuren Etnkaus 55,— für 25,—. Hosen 18,— für 9,—. Frackweste, weiß. 12,— für 3,—. Feinste englische Matzgarderobe. Prenzlauer straße 23, II, Alexanderplatz. 18/15 Einrichtung für Seisengefchäft billig zu verkaufen. Offerlen Zigarren- geschäst tzagelbergersbaße 27.+461 thalerstraße 266/8» Pfandleihhans. Prmzenstraße 86 StaunendbiUige Jackellanzüge l Geh- rockanzüge! Spottbilligster Betten- verkauf! Brauwellen I Großartige AuSsteuerwäsche l Wunderbare Gar- dinenl Steppdeckenl Plüschtischdecken I Teppichauswahl I Goldene Damen- uhren I Herrenuhren I Freischwinger! Schmucksa�en. Bis acht geghnet._* Christbaumschmuck für Wieder- vertänser billigst Rungestraße 18. Kinderwagen, nagelneu, notge- drungen, 16,00. Exerzierstraße 25. III links.___+147 Harmonium, Pianino verkaust billig Frankfurter Allee 103, parterre links._+36 Die Grundbegriffe schafiSlehre. runi 40 straße 69. ' der Wirt- Qesctaflftsverkfiufe. Schnell, diskret verkaufen Geschäfte, Grundstücke GornMewicz Sr To., Oranienstraße 149. Telephon 4, 11611. Vermittle mW mseriere jeden Geschäfts- und Grundstücksverkaui. Verlangen Sie, bitte, meinen Besuch. Nur durch mich lausen und verkaujen Sie vorteilhast. AuSkunstSbureau, Müllersttatze 3a. Amt III. 4703.• Seisengeichäs« mit Rolle. 400,00, verkäuflich Pasteursttaße 19. L929b Restaurant ttankbeUshalber zu verkaufen. Erfragen Zigarrengeschäft, Kottbuser Damm 3. 2123 Familienverhältniffe halber ist gutgehendes Restaurant an Genossen zu verlausen, Vahlverein. Offerten A. B., Postamt 50, Petersburgerstraße.___+118 Eckdeftillatioo verkauf! wegen Verzug»ach Amertka Solötner- straße 16.....+95 heiiswegen j straße 41. MottgehendeS teuerunl preis i , krank« kappen- 296 VeremSzimmer, billige Miete, erfragen bei straße 13. Restaurant mit bei gkollem Umsatz osort verkäuflich. Zu truwe, Niederwall- 2927b Parteilokal, schöne Räume, Hand. Offerten Postamt 51. Miele 1400 Mark. 15 Jahre ta letzter unter A. B. 2000. 29266 Schankge.chaft. für Anfänger paffend, Brauereihilse, sofort billig verkäuflich Rltterstraße 30a, Lokal. Möbel. Ans Teilzahlung. Möbel einrichtung, Club«, Küche. Anzahlung 15 Mark an. Verliehen gewesene Möbel spott- billig..Berolina-. Kaslmnenallee 49. Umftäudehalber. spottbillig, fast neu: 2 Bettstellen mit Matratzen, Kleiderschrank, Vertiko, Trumeau, Sofa, Tisch, sechs Stühle, Spiegelspind, Spiegel. Gaskrone, komplette Küche. Bötzoivst.aße 30. I links. 1409K* PahirÜder. Sefchhftsdrelrad. äußerst stabil, S0,00 an. Holz. Blumenstraxe 36d.* Herrenfahrrad, Tamemobrrad wie neu, 4ö.00. Holz, Blumen- straße 36 d._ 139751* Musik. Konzertplatte». Walze», staunend billig, Lotbringerfttaße 40. I469K* Sprechmaschinen, Phonographen, Teilzahlungen ohne PreiSauffchlw Lolhringersttaße 40. Violiunnterricht(neue, dopoell fördernde Methode btS zurVollendung) gw! erfahrener Künstler wöchentlich, aus Wunsch auch nur ewe Lektion a 1,25 M.. bei zwei Schüler» je 75 Pf. Offerten unter v. 2 Expedition beS .Vorwärts*._[* KlavterkurfuS, MonatSpret» Klavierüben freil 20 Awrecht» Mufikakademie, Oranienstraße 147. 3,00. illavtere Morttzpwtz, Verscdieäenes. ElSholz. Komiker> Gropiussttaße 6, Gesellschaft. 2917b* Lernt du MulteAprache deberrichenl Ertolgreichen, letchl saxlichen Unterricht w Van und Schnft der deuttchen Svrache eneill Damen und Herren (separat) auch abendS ein tüchtiger und gewissenbaster Pnoatledrer. Die Stunde kostet eine Mark. Eine Unter- nchlSstunde wöchentlich genügt Gefällige Angebote find umer Q. 4 an Exvevttion de».Vorwärts' zu rtckilen. Patenianwalt Wehet. fttaze S4a Gluanner- 2555K» Teilnebmer an eh:em engtische» Zirlel(monatlich 4 Mark) werden ge. sucht. Privatslimden sür Anfänger und Fortgeschrittene werden erteilt. G. Swienty, Schöneberg, Sedan- straße 57. III._ 100351* Kunilstopfcrei von Frau Kolosttz, Sckilachtensee. Kurstraße 8, M. Platina, Gold. Silber, Gebisse. Kehrgow, pbotographische Rückstände, sämtliche gold- und silberhaltigen Ab- fälle kaust Goldschmelze, Köpenick er. straße 29, Telephon 4, 6958. 18/6* Wer Stoff hat? Fertige Herren- Anzüge 15,00. Wagner, Schneider- Meister. Lichlenbergerstratze 9. t8/7* Platin abfülle, Gold-, Silbcrsachcn, Tressen höchstzahlcnd. Schcideanstalt Markgrascnstraße 26. 2903b* Tauzlehrkurse.' Gruppe, Annen- strage 16. SonntagSkurse. Dienstags- kurse, Schiiclllehrkurse. Herren 5.00. Damen 31)0, 191/8* � Erkläre Frau Becker geborene Friedland, Greisenhagenerstraße 13, sür ewe ehrcnhasle Frau. Albert Ludwig. Schliemannsttage 46.+70 Vermietungen. Stube- Küche vermietet vorn IV. Wotantragen. halber en Zimmer. Möblierte», separate« vorder« ztmmer, 12,00, Schliemannsttatze b, II. HöhnS._+70 AlöblierteS Ztmmer, zwei Herren, a 10,00. Llldecke, Graunjtratze 24, vorn IV.__+95 valkonzlwmer für Herr» Donöül straße 7, vier Treppen. Krause.+97 Schlafstellen, Tempelhof, möblierte Schlafstelle, 2 Herren. Berlwersttatze 119, vorn III recht?._ 29056« tcrrn, Sttree 2934b Schlafstelle, 7, vorn II. Möblierte Adawertfttatze Wolske.__ Möblierte Schlafstelle, Herrn, vermietet Haute, Sttautzbergerstt. 5. Schlafstelle. feparat(Herrn). ......-----,(Nähe Oranienstraße 157, IV linkt Moritzplatz). +136 Mletsgesncbe. Herr sucht möbltette Schlafstelle allein, Südosten. Preisofferten er- beten unter Schltk, Lausitzer Platz 14/15, Parteisp ebttion.+123 Ardeitsmarkt. Stellenangebote. Varockvergolber, Barock- Ver« golderw verlangt. Rixdorf, Berliner- stratze 89.+g7 Im'Arbeitsmarkt durch besondercu Druck hervorgehobene Anzeige» kosten SO Pf. die Zeile. Wir suchen Migen Luckenwald«. Ferliplierer. Gebr. Niendorf. Pianosortesabrik. HanS Weber. Berlin. Für den Jnieratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck U.Verlag: vorwärts Buchvruckerei u. VertagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW,~