Nr. 281. Abonnements- Bedingungen: • abonnements Preis pramumerande Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1.10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich, Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Injerate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Bergherrenschutz vor Bergarbeiterschutz. Das ist und bleibt der leitende Grundsatz der preußischen Regierung. Wie seinerzeit die Borussiaaffäre, wie 1907 die Verhandlungen über das Massenunglück auf der Saargrube ,, Reden", so haben es jetzt wieder die Antworten des preußischen Handels- und Bergwerksministers auf die Interpellationen über die furchtbare Ratastrophe von Radbod unzweideutig gezeigt. Aus Rücksicht auf die Interessen der Grubenbefizer soll für die Bergleute, für ihren Schutz vor den schrecklichen Gefahren der Grubenarbeit nichts geschehen! Nichts! Denn was der preußische Handelsminister unter dem Druck des grauenhaften Ereignisses den Bergleuten verheißen hat, ist so gut wie nichts! Es gibt kein Reichsberggesez, es gibt keine Arbeiterfontrolleure! Das ist das Wesentliche an den Erklärungen des Ministers. Was er statt dessen geben will, ist wertlos, nuglos. Die Vertrauensmänner saarabischen Systems, die Herr Delbrück jest wahrhaftig auch den Privatgruben gesetzlich aufzwingen will 1907 war er noch der Ansicht, er sei felbst dazu nicht berechtigt sind eine echt preußisch- bureaukratische Verfälschung des Gedankens der Beteiligung der Arbeiter an der Grubenkontrolle. Man kann die Institution nicht einmal ein Surrogat der Einrichtung der Arbeiterkontrolleure nennen. Sie ist nichts weiter als eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, die Ausflucht einer Bureaukratie, die in der Klemme zwischen der durch entsetzliche Unfallziffern aufgeregten öffentlichen Meinung und dem rücksichtslosen Widerstand der mächtigen Grubenbarone wenigstens den Anschein retten möchte, als komme sie den Forderungen der Arbeiterschaft wenigstens etwas entgegen. Alle Monat einmal soll der Vertrauensmann in Begleitung eines staatlichen Bergbeamten den Teil der Grube, in dem er arbeitet, befahren und seine Rügen in ein Buch eincragen dürfen, worauf seine Beschwerden, wenn die Grubenverwaltung nicht gleich für Besserung sorgt, in der nächsten Sigung des Arbeiterausschusses verhandelt werden sollen! Eine treffliche Einrichtung zur Verhütung von Unfällen in Bergwerfen, wo die Verzögerung einer Maßregel um Minuten Tod und Verderben für Hunderte von Knappen bedeuten kann! Dienstag, den 1. Dezember 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Hilger erläutert dann das System der Sicherheitsmänner einig, daß der Bergarbeiterschutz unterzuordnen ist dem Bergund fagt, Engel habe den Unfall befonders zu Protokoll herrenschutz! geben können, das habe er aber nicht getan; in das Fahrbuch Denn das ist's, was in diesen Sätzen Delbrücks proflaHabe die Bemerkung nicht hineingehört.. Was den Unfall anlangt, so hat übrigens Krämer bei der bergpolizeilichen Untersuchung nicht, wie es feine Pflicht war, erklärt, daß jemand seiner Ansicht nach Schuld trug an dem Unfall. Engel: Meine Pflicht als Arbeiter ist aber doch auch, nur zu antworten, wenn ich gefragt werde. miert wird! Keine Einrichtungen für Bergarbeiterschuh, die politisch mißbraucht werden könnten, keine Schußeinrichtungen, die dem sozialen Unfrieden dienen öfnnten! Das heißt: höher als der Schutz der Bergarbeiter steht der preußischen Regierung die Pflicht, die Bergherren zu schüßen vor den Forderungen der Arbeiter! Nicht weil die Arbeiterkontrolleure nicht Bergwerksdirektor Stöder: Als Engel die Eintragung in das Fahrbuch gemacht hatte, war ihm bedeutet worden, daß all- das leisten können, was die Bergleute von ihnen erwarten, gemeine Eintragungen und Wünsche nicht in das Buch gehörten. nicht weil die Institution unpraktisch, unwirksam oder unFahrsteiger Reinshagen: Die Schuld an dem Unfall traf durchführbar wäre, lehnt die preußische Regierung sie ab, niemand. Als Engel bei einer späteren Vernehmung seine sondern deshalb, weil sie den Zechenbesigern unbequemt frühere Aussage vorgehalten wurde, erbat er sich Bedentzeit und verden könnte, weil sie den Einfluß der Bergarbeiterging dann weg. Von einem Unwohlsein, wie er später sagte, organisationen stärken, weil sie die Alleinherrschaft der hat er nichts gesagt. Grubenbarone in der Grube gefährden könnte! Bergrevierbeamter Eichhorst bekundet: Der Holzpfeiler, um Die Sorge für das Leben der Grubensflaven muß zurückden es sich hier handelte, diente als Prellblock und nicht als treten hinter die Sorge für den sozialen Frieden", d. h. Stüße. Deshalb liegt in dem Wegnehmen keine Unvorsichtigkeit. hinter die Sorge für die Erhaltung der absoluten Herrschaft An dem Unfall trägt niemand schuld. der Zechenbesizer! Erst dann wird alles, was möglich ist, zur Sicherung der Bergleute geschehen, wenn die Bergleute sich gegen die Autorität der Grubenbarone nicht mehr auflehnen werden, wenn sie sich demütig und zufrieden ducken unter die harte Hand der Kirdorf, Thyssen und Stinnes. Es entspinnt sich eine lebhafte Debatte, in der Kraemer und Engel ihre Ansicht verteidigen, daß der Pfeiler auch als Stübe gedient habe, und deshalb nicht hätte fort genommen werden dürfen, ohne daß das Hangende genügend abgestützt war. Bergmann Michel Heinz aus Dudweiler:" Ich war 1903 In den Augen preußischer Bureaukraten, preußischer Vertrauens- und Sicherheitsmann. Als solcher wollte ich eine Junker und preußischer Stapitalisten haben die Vergleute nicht Eintragung ins Fahrbuch machen. Der Ober= steiger sagte, ich sollte ihm diftieren, was ich eintragen wollte. das selbstverständliche Recht auf das größte Maß von Schutz, Ich sagte, daß die Strede teilweise sehr schlecht und lebens- das möglich ist, sondern sie haben sich diesen Schutz durch gefährlich wäre. Das müßte geändert werden, das hinge auch artiges Verhalten erst zu verdienen! Als Prämie, als Wohltat mit dem Lohn zusammen. Das wurde mir vom Obersteiger soll ihnen einmal das werden, was sie jetzt fordern, verboten. Ich sagte, wenn ich nicht eintragen dürfte, wenn sie sich vorher entmannen lassen, wenn sie weder auf was die Wahrheit wäre, dann könnte ich nur ein- politischem noch auf wirtschaftlichem Gebiete etwas unterschreiben, es wäre alles gut. Dies tat ich auch. die Lohnverhältnisse, sondern nur über den Bau. Hilger: In das Fahrbuch gehören nicht Bemerkungen übernehmen, was den Herrschenden gefährlich ist. Arbeiterschutz als Gegenleistung für Arbeiterkastration! Zeuge: Es waren aber viel gebrochene Stempel in der Mag sich im Sohlenrevier Massengrab auf Massengrab wölben, Strede und wenn ein Schlepper mit dem Wagen dagegen stieß, Arbeiterkontrolleure gibt es nicht, ehe nicht die aufsässigen fonnte das Hangende herunterkommen und den Mann erschlagen. Bergarbeiter Demut und Zufriedenheit gelernt haben! Das wollte ich eintragen. Der Obersteiger sagte aber, das wäre eine Frechheit, das käme nicht hinein. Beuge Obersteiger Ries: Mit Heinz habe ich Differenzen wegen des Fahrbuchs nicht gehabt, wohl mit einem anderen. Heinz: Es ist genau so, wie ich sage. Ries( nach Wiederholung der Aussage von Heinz): Das ist nicht wahr. Heinz: Mein Abteilungssteiger war ja dabei. Ist eine schärfere Aufreizung zum Klassenhaß denkbar, als sie in den Worten: des preußischen Bergwerksministers steckt?! Und solange das Dreiflaffenhaus in Preußen steht, solange wird sie dauern, die Devise: Bergherrenschutz vor Bergarbeiterschutz! Darum: Nieder mit dem Dreiflassenunrecht! Der Kolonialetat. " Ries: Ich kann mich aber nicht mehr darauf besinnen. Die Episode besagt genug! Was die Vertrauensmänner Doch sehen wir von der lächerlichen Winzigkeit der Be- eintragen dürfen, das bestimmen die Zechenbeamten, die es jugnisse, die den Vertrauensmännern beigelegt werden sollen, schon verstehen, die Widerspenstigen zur Eintragung„ AIIes Die von der Nordd. Allgem. 3tg." mitgeteilten Zahlen des ganz ab. Auch wenn sie öfter inspizieren dürften, auch wenn in Ordnung!" zu bringen. Denn hinter den Ein- neuen Haushaltungsetats der deutschen Schutzgebiete" beweisen, daß fie das Recht haben würden, in Fällen dringender Gefahr wendungen der Beamten lauert die Kündigung und zur Erhaltung seiner wertvollen Plätze an der Sonne" das deutsche provisorische Anordnungen zu treffen, sie würden nie das hinter der Kündigung die schwarze Liste! Volk auch im neuen Rechnungsjahre wieder tief in seine. Taschen verden können, was die Arbeiterkontrolleure sein sollen, die Den Bergleuten anstatt der geforderten unabhängigen greifen muß. Das Stolonialamt hat unter dem Druck des Reichsdie Bergleute aller politischen und gewerkschaftlichen Rich Arbeiterkontrolleure abhängige Vertrauensleute geben, schatzsekretärs alle nicht dringend notwendigen Kolonialausgaben vor sungen einmütig fordern. Sie würden nie das bieten können, das heißt, wiederholen, was ihnen mit der letzten Novelle zum läufig bis nach der Durchführung der Reichsfinanzreform zurückvas die Bergleute von den Arbeiterkontrolleuren erwarten. preußischen Berggesetz geschah, heißt ihnen Steine statt geschoben; dennoch fordert die Regierung allein für die Die erste Bedingung für eine wirksame Betätigung der Brot geben! sogenannten ordentlichen Zwede der Kolonien einen ReichsArbeiterkontrolleure ist ihre wirtschaftliche unab- Und weshalb gibts keine Arbeiterkontrolleure? Sie zuschuß von ungefähr 34 Millionen Mart hängigkeit von den Zechenbesizern! Die Bergleute haben in anderen Ländern ähnliche Katastrophen, wie die zu( im vorigen Etat 48 Millionen Mark). Eine in Anbetracht fordern, daß der Staat die von ihnen in geheimer, freier Radbod, nicht verhindern können, sagt Herr Delbrück. Sie der jetzigen wirtschaftlichen Krise sicherlich recht respektable Summe, Wahl erkorenen Arbeiter besoldet. Die Vertrauensmänner können die Gruben nicht täglich und nicht in allen Teilen und doch kann dieser Zuschuß des Deutschen Reichs zu den Eindes Herrn Delbrück sollen weiter Arbeiter auf der Zeche kontrollieren! nahmen der Kolonien nur als ein provisorischer gelten. Ist erst die bleiben, davon sie einen Teil alle Monate kontrollieren Triftige Gründe fürwahr! Wer hat je gesagt, daß Reichsfinanzreform erledigt, dann wird die Regierung mit Fordes dürfen. Das gibt sie völlig in die Gewalt der Zechenherren. die Arbeiterkontrolleure eine absolute Sicherung vor Unfällen rungen kommen, daß gegen sie die obige Summe als eine Bagatelle Wird solch ein Lohnsklave unangenehm, ist er der Bechen- darstellen? Niemand! Was die Bergleute behaupten, ist erscheint. Direktion zu eifrig und zu rücksichtslos in der Aufdeckung von dies, daß die Anstellung von Arbeiterkontrolleuren eine er- Insgesamt beläuft sich die ordentliche Einnahme und Ausgabe Mängeln und Mißständen, wer kann sie hindern, sich des Un- hebliche Vermehrung und Verbesserung der Kontrolle und der Schutzgebiete auf 68 792 509 m.(-9 356 442 M.). Davon entbequemen durch Entlohnung einfach zu entledigen? Wer des Arbeiterschutzes bedeutet! Und daß es der Fall ist, fann fallen auf Ostafrifa 13 978 637.(+ 2465 387 M.), Kamerun will sie hindern, den Hezer", den Aufwiegler" auf die kein Mensch mit fünf gesunden Sinnen bestreiten. Daß die 7 208 366 m.(+598 127 m.), Togo 2 334 490 W.(+ 115 930 M.), fchwarze Liste zu setzen? Der Minister Delbrück nicht! Bergleute aber das Recht haben, das höchste Maß von Schuß Südwestafrifa 27 630 240 2.(-15 924 318 M.), Neu- Guinea Sämtliche Staatsanwälte und Nichter des Kohlenreviers zu fordern, das im Bereich der Möglichkeit liegt, ebensowenig! 1808 835 07.(+ 285 366 m.), Karolinen usw. 609 458 W. nicht! Und wenn es nicht möglich ist, daß die Arbeiterkontrolleure(+ 50 918 M.), Samoa 763 530.(+58 948 M.), Kiautschou Im Juni des Jahres 1904 fand zu Saarbrücken der Be- jede in ihrem Bereich befindliche Grube täglich und in ihrer 12 352 597.(+886 844 M.), die Schutzgebietsschuld 2 106 356 2. leidigungsprozeß Hilger- Krämer statt. Die Klage des ganzen Ausdehnung befahren, ist deshalb zu folgern, daß der Der Reichszuschuß für die ordentlichen Zwede Oberbergrats Hilger, des Leiters der fiskalischen Gruben an abhängige Vertrauensmann, der jeden Monat einmal unter der Schutzgebiete beläuft sich auf insgesamt der Saar, wider den Bergmann Krämer führte zu einem Aufsicht eines staatlichen Beamten kontrollieren darf, eine 34408 084 m.(-14 130 691 m.) Davon kommen auf Ostafrika Prozeß, der eine furchtbare Brandmarkung des Systems größere Garantie gegen Unfälle gewähren wird, als der un- 3 578 804 M.(-903 987 M.), Kamerun 2292 107(-488 032 M.), der Gewissensknechtung und Ueberzeugungsvergewaltigung abhängige, öfter einfahrende Arbeiterkontrolleur? Logo 90 000 M., Südwestafrika 18 595 338 M.( 19 471 134 M.), wurde, das Herr Hilger nach dem Vorbild Stumms im Saar- Fadenscheinigere Gründe, als sie der Minister hier vor- Neu- Guinea 1064 835 W.(-76 734 M.), Karolinen usw. nichts revier aufgerichtet hatte. Aus dem Bericht über die mehrere gebracht hat, sind nicht aufzutreiben. Sie sind ohne weiteres(-383309 M.), Samoa nichts(- 144 482 M.), Riautschou 8787000 W. Lage dauernde Verhandlung seien die folgenden Stellen als Verlegenheitsausreden zu erkennen, die die wahren Gründe(-952 953 M.). Im außerordentlichen Etat betragen die Einzitiert: verbergen sollen. nahmen und Ausgaben für Ostafrika 17450000 M.(-12 875 000 M.) Zeuge Bergmann Engel aus Sulzbach: Jch bin. Knappschafts- Die wahren Gründe hat Herr Delbrück nur angedeutet. Kamerun 5 000 000 m.(+1000 000 m.), Logo 4 265 000 M. ältester und Mitglied des Grubenausschusses( Vertrauensmann). Aber aus seinen vorsichtigen Andeutungen lassen sie sich dennoch(+265 000 M.), Südwestafrika 3 600 000 2.( 4 200 000 m.), zuAls solcher hatte ich die Strecke meiner Steigerabteilung befahren Teicht erkennen. Diese Andeutungen finden sich am Schlusse sammen 30 315 000 m.(-15 810 000 202.). und schrieb in das Fahrbuch: " Da die nötigen Vorsichtsmaßregeln vielfach außer acht der Rede, die er bei der Interpellationsverhandlung im gelassen werden, halte ich eine öftere Kontrolle ohne preußischen Dreiklaffenhause hielt. Dort sagte der Minister: Abteilungssteiger für angebracht." $ Die Einnahmen und Ausgaben des ordentlichen und außer ordentlichen Etats zusammen betragen 99 107509 M.(-25 166 442 Meine Herren, wir müssen bei allen unseren sozial- Mart). politischen Maßnahmen immer von der Auffassung ausgehen, sie fo zu gestalten, daß sie nicht zu politischen Einrichtungen ausarten( Sehr richtig!) und daß sie nicht statt zur Förderung des sozialen Friedens zur Förderung des sozialen Infriedens ausfallen.( Sehr richtig Vreine Herren, ich habe die Ueberzeugung, daß das mit den Arbeiter Kontrolleuren, wie sie immer von uns verlangt werden, sicher der Fall sein wird Für die einzelnen Kolonien ergeben sich folgende Ziffern: Ostafrikanisches Schutzgebiet. Die eigenen Einnahmen betragen 9 237 991 m.(+3 151 491 m.). Als Einnahme wird weiter eine Ersparnis aus dem Rechnungsjahre 1906 von 1161 842 M. eingestellt. Als Reichszuschuß sind für die Zwecke der Militärverwaltung und für Grenzvermessungen 357 880 m.(-903 987 m.) erforderlich. Die Summe der Einnahme des ordentlichen Etats beläuft sich, danach auf 13 978 637 m.(+2 465 387 W.). Von den Ausgaben entGinige Tage später werde ich deswegen auf die Inspektion gerufen; der hinzukommende Direktor sagte:„ Solche Eintragungen lassen Sie nur sein, wir brauchen niemanden, der uns Vorschläge macht oder Kritik übt." Im Dezember 1903 befuhr ich mit dem Steiger die Strecke, als ein Unfall passierte, der zwei Arbeitern das Leben kostete. Die Arbeiter nahmen auf Veranlassung des Steigers einen Holzpfeiler fort, ohne daß lekterer vorher für gehörige Absteifung gesorgt hätte. Das Hangende bradh infolgedessen herunter. Ich wollte diesen Unfall und die Ursache ins Zechenbuch ein- bürgerlichen Mehrheit unseres Dreiflajsenhauses. Krautjunker fallen auf die fortdauernden 13 338 517 M.(+2943 716 M.), auf tragen, wurde aber vom Obersteiger daran verhindert..... und Schlotjunker sind mit der preußischen Regierung darin die einmaligen 640 120 M.(-464 180 M.). So sprach Delbrück unter dent lebhaften Beifall der Bei den Ausgaben des außerordentlichen Etats find zur Fortführung der Usambarabahn von Mombo bis zum Panganifluß als 2. State 1 850 000 m.(-150 000 m.), ferner als Darlehen an die Ostafrikanische Eisenbahngesellschaft zur Fortführung der Eisenbahn Dar- es- Salaam- Morogoro bis Tabora, 2. Rate, 15 000 000 m. (+7 000 000 M.) und zur Anlegung von Erschließungswegen 600 000 M. angefordert. als 1800 M. Einkommen. 2. Aus ten Wählern, die 2200 M. Einkommen bersteuern. 8. Aus den Staats-, Gemeinde- oder Privatbeamten mit mehr 4. Aus den ſelbſtändigen Gewerbetreibenden, die zur Gewerbekammer wählen dürfen.( Dazu ist 600 m. Einkommen nötig.) 5. Aus den Wählern, die im Besitz eines Einjährig- Freiwilligen Zeugnisses sind. Es soll also den Besitzenden, den engherzigen Bünftlern und den abhängigen Beamten, also allen den Leuten, von denen man annimmt, daß sie„ national" wählen, ein vierfaches Stimmrecht verliehen werden, während hauptsächlich die Arbeiter mit einer Stimme abgefunden, also nur ein Vierte! des Stimmrechts der Privilegierten erhalten sollen. Dieses Wahl unrecht ist speziell ein 3ahlsystem gegen die Arbeiter. 11 auf 10 Stunden gekürzt wäre, verringere fich die Einnahme um ein Elftel, so daß dem Unternehmer aller Profit flöten gehen könne. Stadthagen wies den beiden unwissenden Herren aus dem„ Kapital" von Karl Marr nach, wie der Chartismus die Geburtshelferrolle bei den englischen Arbeiterschutzgesetzen in den vierziger Jahren gespielt hat. Die Ansichten Schmidt- Altenburgs entlarvte er als unbewußte Imitationen der volkswirtschaftlichen Faseleien des englischen Nationalökonomen Senior, die schon tödlicher Lächerlichkeit verfallen waren, als Karl Mary sie als Seniors lette Stunde" verspottet hatte. Zur Abstimmung kam es nicht; morgen geht die Debatte weiter. Bethmann- Hollwegsche Ausreden. Kamerun. Der Etat ist im Ordinarium in Einnahme und Ausgabe auf 7 208 366.(+598 127 2.) veranschlagt. Die eigenen Einnahmen des Schutzgebietes belaufen sich auf 4 400 000 m. (+569 000 M.). Die Ersparnis aus dem Rechnungsjahre 1906 beträgt 516 259 m. der Reichszuschuß 2 292 107 M.(-488 032 M.). Die fortdauernden Ausgaben sind mit 6 621 066 m.(+1 109 402 M.) angesetzt, wovon für die Zivilverwaltung 3 321 728 M.(+901218 M.). für die Militärverwaltung 2 214 707 m.(+340 593 M.) vorgesehen Die Wahl soll direkt fein; in den 5 Großstädten des Landes sind. Die einmaligen Ausgaben belaufen sich auf 587 300 M. und ihren Vororten( 24 Wahlkreise) ist die Verhältniswahl vor- Die Offiziösen sind losgelassen, um Herrn Behmann- Hollweg (-501 221 M.). Jm außerordentlichen Etat sind 5 Millionen Mart gesehen. Im ganzen sind 96 geplant. Durch die Verhältniswahl aus der peinlichen Klemme zu reißen, in die ihn der Angriff des (+1 Million Mark) angesetzt, wovon 4 500 000 2.(+500 000 m.) in den 24 großstädtischen Wahlkreisen könnte voraussichtlich auch die Abg. Gothein wegen der Anwendung des Sprachenparagraphen und als zweite Rate zum Bau der Eisenbahn Duala- Widimenge und Arbeiterschaft auf etwa 5 Vertreter rechnen, dagegen ist die Aussicht die nachdrückliche Unterstreichung dieses Angriffs durch den Genossen 500.000 M. zum Bau von Erschließungswegen erforderlich sind. sehr gering, in den anderen Kreisen noch einen oder den anderen Ledebour gebracht hat. Der Herr Staatssekretär des Innern sieht Togo. Das Schutzgebiet Togo schließt im ordentlichen Etat in Kandidaten durchzubringen. offenbar ein, daß der Kurs seiner Versprechungen bei fünftigen Einnahme und Ausgabe mit 2 334 490 m.(+115 930 M.) ab. Ein Gleichzeitig mit diesem Privilegierten- Scheufal soll eine neue gejekgeberischen Aktionen unter Null sinken muß, wenn er den Reichszuschuß ist in diesem Rechnungsjahre in Höhe von 90 000 m. Wahlfreiseinteilung durchgeführt werden, durch die zwar Vorwurf, daß er den Reichstag bei der Beratung des Sprachenerforderlich. Die fortdauernden Ausgaben betragen 1896 396 M. eine Vermehrung der Wahlkreise von 82 auf 96 vorgesehen ist, die paragraphen im Vereinsgesetz absichtlich getäuscht habe, nicht wider(+161 121 M.). Die einmaligen Ausgaben des Ordinariums be aber die bäuerlichen Distritte in einer empörenden legen kann. Und so hat er denn nach einigem Zögern die„ Nordtragen 488 094 M.(+62 455 M.). Jm außerordentlichen Etat find weise begünstigt. Während sin bäuerlichen Gegenden die deutsche Allgemeine Zeitung" mit der Aufgabe betraut, ihn herzum Bau von Erschließungswegen 265 000 m. und zur Fortführung Wahlkreise nur 20 000 bis 25 000 Einwohner umfassen, weisen die auszupaufen. der Eisenbahn von Lome nach Atalpame als zweite Nate 4 000 000 m. städtischen und industriellen, besonders aber die großstädtischen bedenklichkeit an diese schwierige Aufgabe herangegangen. Das Blatt der Regierung ist denn auch mit gewohnter UnEs eingesetzt. Wahlkreise 65 000 bis 80 000 Einwohner, also beinahe viermal Südwestafrika. Die eigenen Einnahmen sind auf 7 078 050 2. mehr auf. trifft Feststellungen", daß sich die Balfen biegen. Die Abgeordneten (+1774 050 M.) veranschlagt. Dazu treten Ersparnisse aus den Für die Eventualvorlage treten nur die Konfervativen Graef und Müller- Meiningen, die in jener Debatte Anfragen Rechnungsjahren 1905 und 1906 in Höhe von 1956 852 M. Bur ein, die zwar die Mehrheit im Landtage haben, aber in diesem Falle wegen der Anwendung des Sprachenparagraphen auf die GewerkBalanzierung der Ausgaben des ordentlichen Etats in Höhe von auf die Gefolgschaft der in den Großstädten gewählten Fraktions- fchaften an den Staatssekretär stellten, sollen damals von vorn27 630 240 2.(-15 924 318 M.) ist ein Reichszuschuß von mitglieder nicht rechnen können. Es ist daher sehr fraglich, ob für die herein die polnischen Gewerkschaften stillschweigend ausgenommen 18 595 338 2.(-19 471 134. nach Ausscheidung der Ausgaben Eventual- Spottgeburt eine Mehrheit zustande kommt. Für die neue haben, weil das keine Gewerkschaften, sondern lediglich politische für außerordentliche Bede in 1908: 11 271 134 M.) erforderlich. Wahlkreiseinteilung wird zwar auch ein Drittel der nationalpolnische Vereine seien. Und also habe der Staatssekretär Von den Ausgaben entfallen 26 406 440 W.(-5 967 671 W.) auf nationalliberalen zu haben sein, doch bedarf diese zur Annahme diese Vereine ebenso selbstverständlich stillschweigend ausgenommen, Es find verzweifelte Fechterkunststückchen, mit denen das fortdauernde, 1 223 800 m.(-9 929 300 M. nach Ausscheidung der einer 8 weidrittelmehrheit, weil eine Verfassungsänderung Ausgaben für außerordentliche Zwecke in 1908: 1729 300 m.) damit verbunden ist. Db die Bwveidrittelmehrheit zustande kommt, offiziöse Blatt den Staatssekretär vor der Anklage der abfichtlichen auf einmalige. Der Referbefonds ist fortgefallen. An den fort ist ebenfalls noch sehr unsicher. Mit der Ablehnung der Eventual- Täuschung des Reichstages zu retten sucht. Sie werden zunichte, bauernden Ausgaben ist die Zivilverwaltung mit 6,891 460 M. vorlage würde aber die Wahlrechtsvorlage für diesen Landtag über- sobald die Dokumente, die stenographischen Berichte des Reichshaupt ins Waffer fallen. Die nächsten Wahlen würden nochmals tages, sprechen, wie Genosse Ledebour in der Sonntagsnummer des Jm außerordentlichen Gtat werden zur Fortführung unter dem Dreillaffenwahlrecht, einem Geldsackwahlsystem schlimmster" Borwärts" gezeigt hat. der Eisenbahn Lüderitzbucht- Kubub nach Keetmanshoop, insbesondere Art vor sich gehen. Besonders pikant wird die Affäre aber erst dadurch, daß nicht für die Abzweigung von Seeheim nach Kaltfontein als vierte und Die Konservativen haben, um eine Anzahl National nur die berufsmäßige Offiziöse für Herrn Bethmann- Hollweg, son Tetzte Rate 3 600 000 m. verlangt. Bei dem Bau der Strecke Aus- liberale für die Eventualvorlage zu födern, einen Antrag ein- dern auch die freiwillig- offiziöse demokratische Frankfurter Kubub- Keetmanshoop würde eine Ersparnis von voraussichtlich gebracht, den die konservative Presse als Vermittelungsversuch be- 3'e itung" fich ins Beug legt. Ihr Berliner Korrespondent springt 3 000 000 m. eintreten, welche für die Abzweigung mit zur Verzeichnet. Danach soll neben der privilegierten Wählerklasse noch dem Staatssekretär wider den Freifinnigen Gothein bei und„ bewendung gelangt. eine Altersklasse gebildet werden, und zwar follen weift" frisch und munter, daß die Freisinnigen für den Sprachen (-55 515 M.) beteiligt. Ob stimmte. Das wesentliche ist zunächst, daß von freifinnig- demokra tischer Seite eine Rettungsaktion für den Staatsvertreter gegen den freifinnigen Fraktionsgenossen Gothai aternommen wird eine Rettungsaktion, der sich auch die Freifinnige Zeitung" an schließt, indem sie einen Auszug aus dem Artikel der„ Nordd. Aug. 8tg." wiedergibt, ohne ein Wort dazu zu sagen, und ihm eine Stelle aus dem oben angeführten Artikel der Frankfurter Zeitung" anſchließt. Neu- Guinea. Die eigenen Einnahmen betragen 744 000. alle Wähler, die der Privilegiertenklasse nicht angehören und paragraphen gestimmt haben, trotzdem sie wußten, daß die Gewerk(+362 100); als Reichszuschuß sind 1064 835 M.(-76 734 W.) fünfzig Jahre alt find, eine Buschlagsstimme auf schaften der Polen damit drangfaliert werden sollten! Wir wollen erforderlich. Die fortdauernden Ausgaben betragen 1124 738 M. Grund des Alters erhalten. Weiter fordert der Antrag eine Ans- borläufig nicht entscheiden, ob es für den Freifinn blamabler ist, (-263 731 M.), die einmaligen Ausgaben 684 097 M.(+533 097 M.). schließung der selbständigen Gewerbetreibenden, die weniger als daß er sich durch Bethmann- Hollweg täuschen ließ, oder daß er Samoa. Die eigenen Einnahmen des Schutzgebietes Samoa 1000 M. Ginkommen haben, aus der Privilegiertenklasse mit dem wissend der Ausnahmebehandlung der polnischen Gewerkschaften zufind auf 607 000 m.(+47 600 M.) veranschlagt. Als Ersparnis Bierstimmenrecht. Dann würden die kleinen Handwerksmeister mit aus dem Rechnungsjahre 1906 find 155 830 M. eingesezt. Ein zu den Entrechteten gestoßen. Den nationalliberalen Sonderwünschen Reichszuschuß( 1908: 144 482 22.) ist nicht erforderlich. Von den Aus- tommt der konservative Antrag etwas entgegen; ob es aber gelingt, gaben in Höhe von 763 530 M.(+58 948 m.) entfallen 651 460 M. Mitglieder der nationalliberalen Fraktion durch ihn zu gewinnen, (+87 562 M.) einschließlich eines Betrages von 57 932 M. zur Aus- muß noch abgewartet werden. stattung eines Ausgleichsfonds auf fortdauernde, 112.070. Ueber den Gang der Verhandlungen über die fächsische Wahl (-26 130 M.) auf einmalige Zwede. Kiautschou. Die eigenen Einnahmen sind auf 3565 597 m. (+1839 797 M.) veranschlagt. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß unter ihnen 1 430 017 M. Bruttoeinnahmen aus dem Betriebe der Tsingtauer Werft nebst Dock erscheinen, denen eine gleich hohe Ausgabe für ihren Betrieb gegenübersteht. An direkten Steuern( Grundsteuern) sind 155 000 m.(+20 000 m.), an fonstigen Abgaben, Gebühren und verschiedenen Verwaltungseinnahmen 1386 580 (+480 780 M.), an Anteil an den Einnahmen des chinesischen Seezollamts 525 000 2.(-100 000 M.) angesetzt. An Reichszufchuß find 8 787 000 m.(-952 353 M. erforderlich. Bei einer Gesamtausgabe von 12 352 597.(+ 886 844 m.) entfallen auf die fortdauernden Ausgaben 9 466 297 M.(+2088044 m.), auf die einmaligen 2 886 700 M.(-1 151 200 M.) Dazu kommen noch die Kosten für die Verwaltung des Ostasiatischen Marinedetachement, die sich für 1907 auf 2147 488 m. stellen. Vor der Enticheidung. Dresden, 29. November. rechtsvorlage werden wir furz berichten. Die sächsische Arbeiterschaft wird fich Dienstagabend in einer großen Anzahl Massenversamm lungen mit der Wahlrechtsfrage befaffen und nochmals in legter Stunde wuchtig gegen das sächsische Wahlrechtselend protestieren. Politische Ueberficht. Berlin, den 30. November 1908. Die gewerbliche Arbeitszeit der Frauen. Aus dem Reichstag, 30. November. Die Novelle zum Gesetz über die Gewerbeordnung, die sich mit der Neuregelung des Arbeitsschutes für Arbeiterinnen befaßt, tam heute zur zweiten Resung. Die Debatte drehte sich, nachdem einige andere Punkte vorläufig zurüdgesetzt waren, hauptsächlich um die Regelung der Arbeitszeit der Arbeiterinnen(§ 137 der Gewerbeordnung). Der bisherige Zustand ist der, daß die Nachtarbeit für Arbeiterinnen in Fabriten von 81 Uhr abends bis 512 Uhr morgens ausgeschlossen ist. An den Vorabenden der Sonn- und Feiertage dürfen sie nur bis 52 Uhr nachmittags beschäftigt werden. Am Tage ist für Arbeiterinnen unter 16 Jahren die Höchstzeit 11 Stunden und an den Vorabenden der Feiertage 10 Stunden. Die Regierung wollte daran nichts weiter ändern, als nicht bloß Arbeiterinnen in Fabriken, sondern Arbeiterinnen überhaupt von der Nachtarbeit ausschließen. Am Montag, den 80. November, beginnen in der Zweiten Rammer des sächsischen Landtages die Schlußberatungen über die Wahlrechtsreform. Mehrfach haben wir schon dargetan, daß die ganze Wahlrechtsmache in Sachsen gründlich verfahren und für das entrechtete Volt so gut wie nichts von ihr zu erwarten ist. In den kommenden Beratungen wird die Entscheidung über die Eventualvorlage gefällt werden, die so genannt Die Kommission hat die Schutzbestimmungen dahin wird, weil sie die Regierung nur für den Fall der Ablehnung ihres erweitert, daß für Arbeiterinnen das Verbot der Nachtarbeit ersten Entwurfs gelten laffen will. Nach dem ursprünglichen Re- ausgedehnt wird auf die Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr gierungsentwurf sollen 40 Abgeordnete durch die fommunalen morgens, daß also die Zeit der Nachtruhe von neun Körperschaften und 42 auf Grund eines Pluralwahlrechts mit einer Stunden auf zehn Stunden verlängert wird. Buschlagsstimme für die Wähler gewählt werden, die mehr als 1600 m. Ferner soll die Arbeit am Tage die Dauer von zehn Einkommen haben, und zwar soll bei diesen Wahlen das Proportional- Stunden und an den Vorabenden der Sonn- und Feierverfahren angewandt werden. Dieser Entwurf ist von der Wahl- tage die Beit von acht Stunden nicht überschreiten. rechts deputation abgelehnt worden, troydem besteht die Regierung Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, auf seiner Beratung im Plenum der Zweiten Kanimer. Es tann sollen am Sonnabend höchstens sechs Stunden beaber kein Zweifel darüber bestehen, daß im günstigsten Falle schäftigt werden. Die Sozialdemokraten haben diese zaghaften höchstens ein halbes Dugend Stimmen für diesen RegierungsVerbesserungsbemühungen wesentlich weiter zu treiben geentwurf zu haben sind. Die sogenannte Eventualvorlage nun, um die sich die sucht, indem sie gemäß ihrem Vorgehen in der Kommission Debatten ausschließlich drehen werden, ist das Ergebnis halbjähriger neue Anträge einbrachten, die die Nachtarbeit auch für Verhandlungen in der Wahlrechtsdeputation. Ursprüng- jugendliche Arbeiter im Alter von 14 bis 18 Jahren einlich hatte sich diese auf Grund eines Kompromisses auf ein Plural- gefchränkt sehen wollen und für die tägliche Arbeitszeit wahlrecht mit ein bis vier Zuschlagsstimmen geeinigt. Die Regierung zunächst das Höchstmaß auf neun Stunden und vom wollte aber von einem fo abgestuften Mehrstimmenwahlrecht nichts 1. Januar 1912 ab auf a cht Stunden fürzen wollen. wissen, weil die Aufstellung der Wählerlisten zu schwierig, zum Teil Um diese Fragen hauptsächlich drehte sich die Debatte. undurchführbar sei. Sie forderte ein Privilegierten Wahl Die Zentrumsredner Fleischer und Giesberts bersystem, bei dem die eine Klasse durchweg ohne jede teidigten die Kommissionsbeschlüsse, den nationalen Parteien Abstufung vier Stimmen erhalten sollte, die breite ging auch das zuweit. Für die Sozialdemokratie traten mit Masse der Wählerschaft aber nur eine Stimme. ausführlichem Material und großem Nachdruck die Genossen Unter dem Widerspruche der Nationalliberalen, die von einem solchen Schmidt und Stadthagen in die Schranken. System eine Gefährdung ihres Besigstandes befürchten, wurde in der Wahlrechtsdeputation von der konservativen Mehrheit die Wahlrechtsvorlage den Eventualwünschen des Grafen Hohenthal gemäß Nach der so zustande gekommenen Eventualvorlage soll die Klasse der Privilegierten, die durchweg 4 Stimmen erhalten sollen, alfo zusammengesetzt werden: umgestaltet. D 1. Aus den Grundstücksbesigern mit mehr als 100 Steuereinheiten oder mehr als 4 Heftar Land, auf denen Land, Forstwirtschaft oder Dbstbau betrieben wird, oder weiter 1 Hektar Land, auf dem Gärtnerei oder Weinbau betrieben wird. Will etwa die freisinnige Fraktionsgemeinschaft im Reichstag den unbequemen Störer des Blodfriedens, ben Abg. Gothein, ab schütteln? Man darf auf die weitere Entwidelung der Affäre im freisinnigen Lager sehr begierig sein! Die Inferenten gegen die Anzeigensteuer. Im großen Saal des. Vereins Berliner Kaufleute und Jn dustrieller, Jägerstraße, fand gestern( Montag) abend eine Vera Sammlung des Verbandes Berliner Spezial. geschäfte statt, die sich mit der geplanten Anzeigensteuer be schäftigte. Als Referent trat der Schriftsteller Georg Bernhard auf. Zur Annahme gelangte folgende Resolution: " Der Verband Berliner Spezialgeschäfte erblidt in der geplanten Anzeigensteuer eine Sondersteuer, gerichtet gegen einen ohnehin bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit mit Abgaben belasteten Stand. Die Einführung dieser verkehrsfeindlichen Steuer würde nicht nur die Reklameberbraucher auf das schwerste, schädigen, sie würde auch der deutschen Presse und der Plakatindustrie einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zufügen. Der Verband Berliner Spezialgeschäfte erwartet vom Deufschen Reichstage, daß er dem übrigens in allen Teilen gänzlich verfehlten Entwurf die Zustimmung bersagen werde. Sollte wider alles Erwarten der Deutsche Reichstag fich dennoch für: eine Besteuerung der gegenwärtig unentbehrlichen Form bes Angebots bereit finden lassen, so erwarten wir, daß die Steuerfäße und Ausführungsbestimmungen nach Anhörung von Ver tretern derjenigen Stände, die die Steuerlast zu tragen haben, in eine Form gebracht werde, die dem modernen Geschäftsleben Rechnung trägt." Das Linienfchiff„ Nassau gesunken. Das im März d. I. auf der kaiserlichen Werft Wilhelmshaben von Stapel gelaufene Linienschiff Nassau" ist Sonnabend mittag im Werftbassin daselbst gefunken. Es liegt mit dem Hinterteil auf Grund, etwa 10 Meter tief. Dampfer und Dampfsprißen wurden sofort nach der Unfallstelle beordert, um das vollständige Sinken zu verhindern. Taucher find damit beschäftigt, die Stellen, durch die das Waffer ins Schiff dringt, zu dichten. Der Unfall ist auf einen Baufehler am Bodenbentil zuriidzuführen. Bitter rächte es sich, daß seinerzeit die Nassau" vom Stape! lief, bevor sie vollständig mit den Panzerplatten versehen war. Durch die zahlreichen NietIöcher drang das Wasser mit in das Schiffsinnere und veranlaßte das rasche Sinken. Zwei Hauptmaschinen, die bereits eingesett waren, sowie auch zahlreiche Hilfsmaschinen dürften schwer in Mitleidenschaft gezogen sein. Menschen sind bei dem Unfall nicht zu Schaden gekommen. Steuerreform in Preußen. Nachdem die verstärkte Budgetkommission des Abgeordnetenhauses nunmehr die erste Lesung der Besoldungsvorlagen beendet hat, wird sie am Mittwoch mit der Beratung der Steuer= vorlagen beginnen. Wie erinnerlich, schlägt die Regierung neben dem neuen Gesellschaftssteuergesetz einen Buschlag zur Einkommen steuer für Einkommen von mehr als 7000 m., der sich zwischen 10 und 25 Broz. bewegt, sowie einen 25 Prog. Buschlag zur Er gänzungssteuer vor. Eine Hauptrolle in den Auseinandersetzungen spielten die englischen Verhältnisse. Herr Fleischer, der Generalsekretär der bischofstreuen katholischen Arbeitervereine ließ sich verleiten, in den Fußtapfen Rheinbabens zu wandeln. Er behauptete dem Genossen Robert Schmidt gegenüber, daß Seitens des Vertreters ber fozialdemokratischen nur ganz ungewöhnlich günstige Verhältnisse in England um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Kürzung der Arbeits- Fraktion in der Budgetkommission sind verschiedene Anträge zeit bei Frauen auf 10 Stunden ermöglicht hätten ohne eingebracht. Der erste Antrag bezweckt die völlige Steuerfreiheit für Schädigung für die Industrie. Noch mehr ent- alle Ginformen unter 1200 2., der zweite die Beseitigung der gleiste der freifonservative Abg. Schmidt- Altenburg, gegen die Arbeiter gerichteten Bestimmungen des§ 23 des EinDer es fertig brachte zu behaupten: wenn die Arbeitszeit von tommensteuergesetzes. Drittens wird beantragt, daß den Renfiten, die entsprechend der Regierungsvorlage wegen Unterhaltungspflicht von Kindern oder anderen Angehörigen um 1 bis 3 Sturen in der Steuer herunterkommen, bei der Aufstellung der Wählerlisten für die Stadt- verordneten« und Landtagsivahlen der Steuerbetrag angerechnet wird, den sie zahlen mützien. wenn ihnen diese Vergünstigung nicht gewährt würde. Es soll dadurch verhindert werden, daß die Wahl- gesetze einen noch plutokratischeren Charakter annehmen. Der vierte Antrag fordert die Verdoppelung der Ergänzungssteuer(jetzt ganze 60 Pfennig aus 1000 Mark Vermögen! I). der fünfte endlich die Befreiung der Arbeiterkonsuinvereine von den Vorschriften des GesellschaftssteuergesctzcS. Die Freikonservativen beantragen die Ablehnung deS Gesellschaftssteuergesetzes und die Aufbringung der erforderlichen Mittel durch einen Löprozentigen Zuschlag zur Ergäuzungssteuer und durch Zuschläge zur Einkommensteuer in allen Stufen, und zwar soll bei Einkommen bis 10 500 M. 10 Proz., von mehr als 10 500 bis 20 500 M. 15 Proz., von mehr als 20 500 bis 30 600 M. 20 Proz. und darüber hinaus 25 Proz. Zuschlag erhoben werden. Hiernach hätten also Zensiten, die ein Einkommen von 901 M. haben, 60 Pf. Extrasteuer zu zahlen, nur damit die reichen Aktiengesellschaften geschont werden. Uebrigens wollen die Freikonservativen die Steuerznschläge nicht dauernd, sondern nur als eine vorübergehende Maßregel bewilligen, die nur so lange in Gültigkeit bleibt, bis eine innerhalb zwei Jahren ein- zubringende Borlage über eine endgültige Neuordnung der Finanzen die gesetzliche Regelung erfahren hat.— Mehr Bibelsprüche. Die KreiSregiernng in M i n d e n hat an die Kreisschulinspeltoren ein Reglement hinausgegeben, wonach von vielen Seiten bemerkt worden sei, daß die Volksichnler beim Verlassen der Schule einen ver- hältnismähig geringen Schatz von Sprüchen aus der Bibel und noch weniger von Sinnsprüchen aus der vaterländischen Literatur ihr eigen nennen.— Es wird daher bestimmt, daß jede deutsche Stunde nur der E i n p r ä g u n g eines W o ch e n s i n n s p r u ch e s zu be- ginnen habe. Die Kreisregierung hat auch gleich ein Verzeichnis solcher Sinnsprüche beigefügt. Man will also ein neues Mittel zur künstlichen Verblödung ver- suchen I—_ Ter Freisinn vor der Entscheidung. Die konservativen Blätter ermahnen die Freisinnigen, sich bei der Beratung der KcmzlerverantwortlichkeitSanträg« im Reichstage möglichst reserviert zu verhalten und nicht den Sozialdemokraten in der Vertretung der Volksinteressen irgend welche Hilfe zu leisten, da anderenfalls sich ein ernster Konflikt zwischen Reichstag und Re- gierung ergeben könnte, der die Konservativen zwingen würde, den Freisinnigen das bisherige KonkubinatsvcrhältniS zu kündigen und den Block zu sprengen. Am schärfsten spricht sich natürlich das Blatt der Epigonen HammersteinS, die„Kreuzzeitung", gegen den Versuch auS, die gegenwärtige Lage zur Schaffung konstitutioneller Garantien gegen das persönliche Regiment zu benutzen. Sie richtet an die freisinnigen Fraktione» folgende drohende Verwarnung: .Tie Sozialdemokratie verfolgt mit ihren aussichtslosen Än- trägen ganz offensichtlich den Zweck, eine wenn möglich verschärfte Wiederholung der Kritik des Kaisers im Rcichsrage herbcizu- führen. Dabei wird eS zu einem Konflikt mit dem P r ä s i d e n t e n k o m m e n, der entschlossen ist, nichtwieder zuzulassen, dah die Person des Kaisers in die Debatte ge- zogxn wird. Die„Mngdeburgische Zeitung" spricht bereits von einer drohenden Präsidentenkrisis. Der F r c i s i n n ha t e°s� in der Hand, sie abzuwehren odtzr herbeizu- führen. Der Präsident wird voraussichtlich in die Lage kommen, bei einem dreimaligen Ordnungsruf das Hau? zu be- fragen. Stellt sich dann die bürgerliche Linke nicht auf seine Seite, so ist die Pr äs i de n t e n t r i s i s da. Von diesem Punkte aus könnte sich, würde sich sogar wahrscheinlich ein ernster politischer Konfllikt erheben, der für den Freisinn in allererster Linie bedenkliche Folgen haben wll'rde. Zunächst aber würde Fürst Bülow. wenn das Haus beschließt, über die Person deS Kaisers zu debattieren, vor die Wahl gestelli sein, entweder die Persm des Kaisers zu verteidigen oder, wie bei der Jnterpellationsdebatte, die demokratischen Reden schwei- gend über sich ergehen zu lassen. In beiden Fällen wäre seine Lage überaus schwierig, was nicht erst auseindergesetzt zu werden braucht. Hier also steht der Freisinn am Scheidewege. Will er auch ferner in der demagogischen Agitationsform mit der Sozial- deniokratie wetteifern und sich im Kamps die Waffen von dieser Partei vorschreiben lassen, so wird er an demselben Tage denBlockendgültigspr engen, den Rücktritt des Fürsten Bülow unvermeidlich machen und sich von jeder künftigen Mehr- hcitsbildung im Reichstage ausschließen. Will er sich aber von der sozialdemokratischen Pfeife emanzipieren, so muß er deut- lich seine Blockfarbe be? c nnen und den Vorstoß der Sozialdemokratie gegen den Kaiser und gegen den Fürsten Bülow abwenden helfen." Es wird sich zeigen, wie weit der Freisinn dies« Verwarnung beherzigt und sich selbst aufgibt.— Die„Gleichberechtigung" der Sozialdemokratie in Bayer». Die„Pfälzische Post"(Ludwigshafcn) meldet: „Dem Genossen H o f f m a n n. Landtagsabgeordncter für Kaiserslautern, ist von der Regierung die weitere Ausübung des Unterrichtes an der städtischen fachgewerblichen Fort- bildungSschule untersagt worden. Zur gegebenen Zeit wer- deiiUvir auf die Angelegenheit näher eingehen.' Auf die näheren Darlegungen der„Pfälz. Post" sind wir sehr vegierig. Wir erwarten, daß die„gegebene Zeit" recht schnell ge- geben sein wird._ Die bayerische Steuerreform. Am 1. Dezember tritt der S t c u e r.a u S s ch u ß des bayerischen Landtages zusammen, um die Gesetzentwürfe zur Reform der direkten Steuern in Bayern durchzulx'raten. Die RegierungSvor. läge steht vorr Einkommen-, Gewerbe-, Kapital- reuten-, Grund-, HauS-, Umlage-, Warenhaus». Wertzuwachs-, BesitzveränderungS- und Hunde- stc u e r. Die Einkommensteuer ist als H a u p t st e u e r und die Beibehaltung der Ertrags st euer als Ergänzung gedacht. Einen Entwurf über eine progressive Vermögenssteuer hat der Finanzminister v. Pfaff vergessen. Um das Versäumte noch nachzuholen, wird die sozialdemokratische Fraktion deS Land» tages sofort einen Antrag stellen, der die Staatsregierung ersucht, möglichst bald: 1. Als Ergänzung zur allgemeinen Einkommensteuer einen Ge» sctzentwurf zum Zweck der Einführung einer Vermögens. st e u e r mit P r o g r e s s i o n und Zulassung des Schuldabzuges, 2. einen Gesetzentwurf, betreffend die Ueberweisung der reformierten Ertragsstcuern an die Gemeinden, vorzulegen. In dem Referat des Berichterstatters Abg. Dr. Heim(Z.) sucht man vergeblich nach einer Empfehlung der Einkommensteuer. Das Referat erweckt den Eindruck, als ob seine Parteifreunde, d. h. die MchrheitSpartei, die Regierungsvorlage bereits grundsätzlich akzeptiert hätten. AbändsrungSanträge bringt Dr. Heim nur be: etnigen Kapiteln. An Stelle der bedingten Steuerfretheit, wie sie der Entwurf vorsieht, will Heim für Einkommen bis 300 M. 50 Pf. und von 300 bis 600 M. 1 M. Steuer. Die Sozialdemokraten werden hierzu beantragen, daß der Steuersatz für Einkommen bts 1200 M. aus 50 Pf. festgesetzt wird. Steuerfreiheit bis 1200 M. kann nicht gefordert werden, da das Wohlrecht von der Errichtung einer Steuer abhängig gemacht wurde. Die Konsumvereine sollen noch schärfer wie bisher zur Steuer»' leistung herangezogen werden, wogegen auch der Berichterstatter, der sich gerne mit einem demokratischen Mantel kleidet, nichts ein- zuwenden hat. Aber für die von ihm selbst ins Leben gerufenen landwirtschaftlichen Genossenschaften verlangt er Steuerfreiheit. Als ein wesentlicher Fortschritt darf in der Vorlage die Er- Weiterung der Steuerermäßigung mit Rücksicht auf die Kopfzahl der Familie angesehen werden. Der Referent geht hier über die Regierungsvorlage hinaus und fordert, daß„ein Steuerpflichtiger, dessen steuerbares Einkommen nicht mehr als 4000 M. beträgt und der auf Grund gesetzlicher Verpflichtungen Abkömmlingen Unterhalt gewährt, kann verlangen, daß ihm Steuer- ermätzigung bei 3— i Abkömmlingen um 2 Tarifstufen bei 5—6 Abkömmlingen um 4 Tarifstufen bei 7 und mehr Abkömmlingen um 6 Tarifstufen gewährt wird, und wenn er hiernach in keine Tarifstufe mehr ein- zureihen ist, in die unterste Tarifstufe(50 Pf.) eingereiht wird. Unsere Genossen im Ausschuß werden verlangen, daß Steuerzahler, die über 13 Wochen erwerbslos sind, auf Autrag für dle Dauer der Erwerbslosigkeit in die unterste Klasse eingereiht werden. Ferner verlangen sie die Besteuerung der königlichen Zivilliste und der übrigen Mitglieder des königlichen Hauses, Vereine des bürgerlichen Rechtes, welche Einkünfte aus Grundbesitz, HauSbcsitz, Gewerbe oder Kapitalvermögen erzielen. Im Laufe der Verhandlungen, die sich wohl bis ins Frühjahr 1009 hinziehen werden, dürfte sich noch häufig genug Gelegenheit bieten, Verbesserungen in die Regierungsvorlage hineinzubringen, damit zum Schluß auch wirklich von einer Steuerreform ge- redet werden kann._ Die Arbeitslosigkeit in Dresden greift in erschreckender Weise um sich. Nach den am 12. Oktober, vorgenommenen Erhebungen wurden 5801 Arbeitslose, 4427 in ä n n l i ch e und 1374 weibliche gezählt, das sind 1,07 Proz. der Gesamtbevölkcrung. Bei den um dieselbe Zeit erfolgten Er- hebungendeS Vorjahres wurden 8623 Arbeitslose gezählt, das sind 0,68 Proz. der Gesamtbevölkerung. Damals wurden 2614 männliche und 1006 weibliche Arbeitslose festgestellt. Gegen die gleiche Zeit des Vorjahres sind also 2178 Arbeitslose mehr vorhanden. Seit dem 12. Oktober dürfte sich die Zahl der Arbeitslosen aber noch vermehrt haben.— Der dentsch-portugicfische Handelsvertrag ist einem Telegramm aus Lissabon zufolge heute von den Vertretern beider Mächte unter- zeichnet worden. Herr H. v. Gerlach bittet uns um Veröffentlichung folgender Notiz: Der„Vorwärts" bringt in seiner Nummer vom 18. 11. eine mit IE." unterzeichnete Kritik meiner Schrift über Bebel. In dieser Kritik heißt es: „Vor langen Jahren hat einmal Genosse Hepner in der „Neuen Zeit" einen kleinen Scherz veröffentlicht, worin er unter anderem erzählt, wie Liebknechts ältestes Baby Theodor durch sein mächtiges Stimmorgan die Redaktion des„Volksstaates" gestört habe, die sich in Liebknechts Wohnung befand. Herr v. Gcrlach hält es für angezeigt, Hepncrs Scherz wörtlich in seine 64 breit- gedruckten Seiten aufzunehmen, nur daß er aus Liebknechts ältestem Baby Theodor das älteste Baby Karl macht. An sich ist die Sache natürlich völlig gleichgültig, aber sie kennzeichnet den bürgerlichen Journalisten, der immer„pikant" sein muh und .selbst, ein Attentat aus die Naturgesetze. nicht.. verschmäht,. wett.. heute der Name Karl Liebknechts mehr in den Mäulern der Philister ist, als der Name Theodor Liebknechts." Die in diesen Ausführungen gegen mich erhobene Beschuldigung ist ungerechtfertigt. Ich weiß sehr wohl, daß in der ersten Ver- öffcntlichung Hcpners von Theodor Liebknecht die Rede war. Aber als mir Herr Hepner sein Manuskript zur Verwertung übergab, bat er mich selbst, den Namen Theodor in Karl umzuändern, da ihm Frau Liebknecht mitgeteilt habe, eS liege eine Namensverwechselung vor. Zum Beweise für die Richtigkeit meiner Aus- führungen füge ich eine Karte Hepners bei, um deren Rück- sendung ich Wohl bitten darf. Mit vorzüglicher Hochachtung _ H. v. Gerlach. Kantsky— Schippel. Aus einigen Zuschriften ersehen wir, daß die Polemik des Genossen Kantsky in der letzten SonntagSnummer vielfach als eine Antwort KautSkyS auf die ihr voranstehende Schippelsche Einsendung anfgefaßt wird. Wir möchten demgegenüber bemerken, datz KautSkys Zuschrift vor der Schippelschen in der Redaktion eingelaufen ist und demnach dem Genossen Kautsky bei der Abfassung seines Artikels die Schippelsche Einsendung nicht vorgelegen hat.— Die Balkankrise. Friedlichere Erklärungen. Konstantinopel, 29. November. Der Minister des Auswärtigen erklärte einem Redakteur der„Jeni Gazetta* gegenüber, daß der frühere serbische Ministerpräsident Paschitsch auf seiner Heimkehr über Koiistantinopel dem Großwesir und ihm selbst nur einen einfachen Höflichkeitsbesuch gemacht habe. Der Besuch habe mit einer Entente nichts zu tun. Sowohl der Groß- wesir als auch er hätten Pasckitsch Ruhe und Vorsicht em- pfohlen, alle anders lautenden Gerüchte seien falsch. Der G r o ß w e s i r erklärte gestern gegenüber dem italienischen Botschafter, daß sich die Regierung bemühen werde, die Boykottbewegung gegen Oesterreich-Ungarn zu unterdrücken. Paris, 30. November. Infolge neuer Schritte des deutschen Botschafters hat(der Sultan an den Großwesir die Anfrage gerichtet, ob er nicht neue Verhandlungen mit dem vster- reichischen Botschafter durch Vermittlung der deutschen Botschaft ein- leiten könne. Kiamil Pascha sagte zu und Tewfit Pascha wurde in seiner Eigenschaft als Minister des Aeußeren mit den weiteren Maß- nahmen beauftragt. Teiofik Pascha erklärte, sobald die Türkei sich mit Bulgarien verständigt habe, werde auch eine Einigung mit Oesterreich erfolgen. Die türkische Flotte. Koiistantinopel, 29. November..Jeni Gazetta" veröffentlicht daS vom Mariiieministerium für eine» Zeitraum von acht Jahren ausgearbeitete Flottenprogramm. Die Gesai>,tausgaben bettagen 17 860 000 Pfund, von venen in daS Budget deS nächsten Jahres 2 232 000 Pfund einzustellen sind. Ohne die bei Schneider und der Ansaldo-Werft bereits bestellten Kriegsschiffe ist der Bau von insgesamt sechs Kriegsschiffen, zwölf Torpedobootszerstörern, zwölf Torpedobooten, sechs Unterseebooten, zwei Minenschiffen, zwei Schulichiffen. vierundzlvanzig Kanonenbooten, vier Flußkanonen- booten, einem Hospitaischiff und sechs Transportschiffen vorgesehen; ferner ist der Bau von Marinewerkstätten und Arsenalen geplant. Oeftemieb. Reif für das gleiche Recht. DaS österreichische Parlament hat den Kaiser zu seinem 60jährigen Regierilngsjiibiläum beglückwünscht. Aus der Autwort Franz Josephs auf die Ansprache deS Präsidenten des Abgeordnetenhauses ist folgender Passus bemerkenswert: Der Kaiser erinnerte an den Entschluß, den Bürgern seines Reiches die politische Selbstbevimmung zu verleihen und ihnen vollen An- teil an der Gesetzgebung und VerlvaltnngSkonirolle einzuräumen. In dem Glauben an den höheren Wert wohl an- geivendeter konstitutioneller Einrichtungen sei er seither ttotz mancher Wirrnisse nicht wankend geworden. AlS er gesehen, daß seine V ö l ker reif seien für die vorgeschrittenen Formen deS Verfassungslebens, habe er die Anträge der Regierung genehmigt, die auf volle politische Gleichberechtigung der B ü r g e r abzielten und das AbgeorduetenhanS zu einem wahren V o l k S h a u s e machen sollten. Dieses Haus solle ein Sinnbild der lebendigen Mannigfaltigkeit der Völker, ihrer gesellschaftlichen Schichtungen, zusammengefaßt in die höhere Einheit gemeinsamen Strebcns und gemeinsamer Ziele sein. Es solle dartun, wie gerade die verschiedenartigen Begabungen der Völker Oesterreichs einander glücklich ergänzen und zum gemeinsamen Nutzen aller ver- wendet werden können. In diesem Gedanken werde das Abgeordnetenhaus den Leitstern seines ferneren glücklichen Wirkens finden. Durch nützliche ernste Arbeit für den Staat und die Völker werde es das Ansehen der Volksvertretung am besten festigen und vertiefen. Man sieht, der Habsburger kann sich da mit einem gelvissen Recht auf ein Verdienst und auf eine Einsicht in die politische Not- wendigkeit berufen, auf die sich ein H o h e n z o l l e r bisher nicht berufen kann. Vielleicht schärft aber eine energische proletarische Wahlrechtsbcwcgung auch in Preußen daS Verständnis für den höheren Wert wirtlich konstitutioneller Einrichtungen, wie es die stürmische Bewegung unserer Genossen in Oesterreich getan hat.— Nationalistische Exzesse. Der Prager Pöbel ließ sich auch gestern sein nachgerade obligates Sonntagsvergnügen nicht entgehen. Bei dem Bummel der deutschen Swdenten auf dem Graben kam cS ivieder zu großen Aus- schreitungen der Tscheche», wobei deutsche Studenten insultiert und mißhandelt wurden. Um 12 Uhr mittags wurde bei dem Gebäude der LandeSbank der Kordon der Gendarmen durch- brachen, und die Studenten wurden angefallen. Ein Techniker erhielt einen Stockhieb über den Kopf, durch den der Schädelknochen zersplittert wurde. Auf dem Wenzelsplatz wurde ein sechsjähriger Knabe von dem Säbelhieb eines WachinspektorS ge- troffen und verletzt. Der Student Ernst Veit aus Straßburg erlitt Verletzungen an Kopf und Händen. Auch ein Redakteur der „Bohemia" wurde insultiert. Die Ausschreitungen dauerten am Abend noch fort. Die Polizei erweist sich als machtlos. Bei den Ausschreitungen am Vormittag wurde militärische Hilfe in Anspruch genomnien. Anderen Nachrichten'zufolge nahmen die Demonstrationen auch einen a n t i d h n a st i s ch e n und antiösterreichischen Charakter an. Schmährufe auf den Kaiser wechselten mit Hoch- rnfen auf— Serbien. Die Exzesse haben sich auch heute wiederholt. In den deutsch-böhmischen Städten finden Gegen- demonstrationen statt, die von der Regierung Schutz für die Deutschen Prags verlangen.—_ Für die italienische Universität. Trieft, 80. November. Gestern vormittag fand im Theatro Politeama Nossetti eine von italienischen Hochschülern ein- berufene öffentliche Versammlung statt zugunsten der italienischen Hochschulforderung. Nach Schluß der Versammlung fand ein U m- z u g durch die Hauptstraßen statt, an dem achttausend Per- sonen sich beteiligten. Abends erfolgten dann neuerliche Demonstrationen. An viertausend Demonstranten zogen, die Garibaldi- Hymne singend, mit italienischen Fahnen durch die Stadt. Um Wz Uhr abends erfolgte ein heftiger Aiistürin gegen die d e u t s ch e V o l k S s ch u I e in der Via fontana. Gegen zwei Wachleute würden bei der Vornahme einer Verhaftung aus uimültelbarer Nähe sieben Revolverschüsse abgegeben. Ein Wachmann wurde an der Hand verwundet. Gegen die Demoiistranten wurde sodann aufs entschiedenste vorgegangen, worauf diese die Flucht ergriffen.' � Auch in Roin, Mailand, Florenz, Padua und Palermo wurden Protestversammlungen abgehalten, die ohne besonderen Zwischensall verliefen. Englancl. Gegen das JnvafionSgespenst. London, 20. November. Kriegssekretär H a l d a n e hielt gestern in Cambridge eine Rede, in der er ausführte, die Möglichkeit einer Invasion, die Lord Roberts als so leicht geschildert habe, sei auf das eingehendste geprüft worden, und zwar nicht nur von der Regierung ollein, sondern zusammen mit Armee und Marine- offizieren, und man habe mit Genugtuung festgestellt, daß eine der- artige Expedition unmöglich ohne rechtzeitige Kenntnis der englischen Regierung ins Werk gesetzt werden könne, solange Eng- land die Seeherrschaft behaupte. Es könne wohl später irgend jemand versuche», die Verteidigungskraft des Landes, die er ge- schaffen habe, noch weiter zu erhöhen, aber der, der das unternehme, möge sich hüten, sie bis zu einem Grade auszudehnen, der über das Notwendige hinausginge � und die Erhaltung einer starken Flotte, welche die Grundlage von Englands Macht bilde, gefährden rönne. Der Konflikt mit dem Oberhaus. Der Chefsekretär für Irland, Augustine B i r r e l I, hielt heute abend in Warrington eine Rede, in der er sagte, die Regierung werde die Schankkonzessionsbill mit jedem in ihrer Macht stehenden Mittel betreiben. Sie habe das Schwert gezogen und die Scheide weggeworfen. Da sie die Stimmung im Lande kenne und wisse, daß sie die gesamten Kräfte der Nation hinter sich habe werde sie dem Volke Gelegenheit geben, bei den Wahlen zi zeigen, welches seine Anschauungen seien. Da diese 5ttiegsansage des Ministers als Ankündigung voi. Neuwahlen aufgefaßt werden könnte, hat sich die Negierung, die sich ihrer Sache gar nicht sicher fühlt, beeilt, diese Erklärungen ab- zuschwächen. Offiziös wird erklärt, daß die Entscheidung über die Auslösung des Parlaments bei dem Premierminister Asquith ruhe und darüber durchaus nichts bestimmt sei. perfieu. Eine neue Komödie. Der Schah bleibt ttotzig. Die Intervention der englischen und russischen Gesandtschaft, an deren Emst man freilich wird Zweifel hegen müssen, ist vergeblich geblieben; der Despot weigert sich, ein Parlament einziibcmfen. Statt dessen hat er eine„beratende Ver- sannnlung" gebildet, die aus seinen Kreaturen zusaininengesetzt ist. Sie besteht anS etwa vierzig Prinzen, Notabeln und K a u f l e u t e n, die vom Großwesir ernannt und voni Schah bestätigt werden. Die Sitzungen dieser Bersamm- lung sollen geheim sein und den Zweck haben, über Ver- bessernngen in verschiedenen Verwaltungszweigen zu beraten. Ein Wahlgesetz zu entwerfen, hat die Versammlung keinen Auftrag.— mm. Niederlage der RegieruugStrnppen. Port-au-Prinre, 28. November. Bei Anfe ü Vcau erfolgte ein schwerer Zusammenstoß zwischen Revolutionären und Regier nngStr upen unter dem Kriegsminister Celeilin, bei dem die RegierungStnippen unterlagen. New Dork, 30. November. Wie anS Port-au-Prince berichtet wird, bleiben die Revolutionäre nach wie vor siegreich. Die Ortschaften Miragoane und Pitit-Goave sind in ihrem Besitz und die Ausständigen nähern sich der Hauptstadt, die befestigt wnpde. Man glaubt, daß von den Kriegsschiffen im Hafen Streitkräfte landen werden, um Plünderungen und Angriffe gegen Ausländer zu verhüten. Aus Industrie und Handel. Arbeitsmangel bei Krupp. In den Kruppschen Hammerwerken in Effen sind Feierschichten eingelegt worden. Ursache Arbeitsmangel. Aus demselben Grunde wird in den Kanonenbetrieben schon seit einiger Zeit nur 8 Stunden gearbeitet. Die Direktion hat auch die zweite Kommission abgewiesen,| Berlin, und der Bergarbeiter Dölle. Senftenberg referierten dafür aber mit dem katholischen Fachabteilungsüber Deutschlands politische, wirtschaftliche und Bantinsolvenzen. In Hildesheim sind wiederum zwei Banken in fetretär loos verhandelt. Ob Herr Kloos, der er Nachweis erbracht, daß auch in den Kohlengruben des Senftensoziale Rückständigkeit". An vielen Beispielen wurde Bahlungsschwierigkeiten geraten. Ein Zeichen der Zeit. schon im April Streitbrecher geliefert, wieder den Auftrag zur der Lieferung von Streifbrechern erhalten hat? Dieser Herr hatte berger Reviers Mißstände ärgster Art vorhanden, die der Abhilfe den Mut, den Gewerkschaftsführern gegenüber zu prahlen, daß dringend bedürftig und der Bergbehörde zur Kontrolle empfohlen Generaldirektor i ate ihn empfangen hätte, während er diese ab- wurden. Nachstehende Resolution fand einstimmige Annahme: Die heutige Bergarbeiterversammlung protestiert entschieden wies. Eine Befahrung der Grube in Gegenwart der von der Vergegen den schon wieder von Vertretern der Bergbehörde unterwaltung angestellten Wettermänner hat die Direktion und wohl nommenen Versuch, bevor auch nur die eigentliche Untersuchung auch der Herr Bergmeister abgelehnt! Das ist ein offenes der Unglücksursachen beginnen konnte, die Zechenbesizer, BeSchuldbekenntnis, ein flarer Beweis, daß weder Bergbehörde noch triebsleitung und Bergbehörde von jeder Schuld rein zu waschen. Grubenverwaltung ein reines Gewissen haben. Die WetterDie Versammlung erblickt darin eine Beschimpfung der toten männer sind Vorarbeiter, Vertrauensmänner der GrubenKameraden im Schachte Radbod. verwaltung, nicht der Belegschaft, und einer davon macht sogar den Streifbrecher, und mit ihren eigenen Wettermännern wagt die Direktion die Befahrung der Grube nicht!! Damit hat auch die Grubendirektion sich moralisch gerichtet. Sollten mit dem Gelde, was die Bergleute Stinnes verdient haben, diese ausgehungert und niedergerungen werden, de n moralischen Sieg haben, sie glänzend gewonnen! Die lothringer Tagespresse, allen voran die katholische Zeitung„ Der Lothringer", hehen in der infamsten und niederträchtigsten Weise gegen die Streikenden und suchen die öffentliche Meinung systematisch zu fälschen! Unterm 26. November schreibt " Der Lothringer" aus dem Streikgebiet: Soweit die bisher von wirklich betriebskundigen und fachs verständigen Leuten mitgeteilten Einzelheiten über die Zustände in dem Unglücksschachte ein Urteil zulassen, kann es nur lauten: Die Bergbehörde muß neben der verantworte lichen Werksdirektion auf die Anklagebant. Für die erfahrenen Bergarbeiter steht fest, daß ein derartiges Riefenunglück sich unmöglich ereignen konnte, wenn die gesehlich und bergpolizeilich vorgeschriebene Betriebssicherheit zu jeder Zeit vorhanden war. Alle gegenteiligen Erklärungen führen die öffentliche Meinung irre und sind lediglich geeignet, den bitter notwendigen Bergarbeiterschutz zu hintertreiben. Wir fordern den Reichstag und namentlich auch den Bundesrat auf, nunmehr allen Einreden der Grubenkapitalisten zum Trotz an die Schaffung eines Reichsberggesehes heranzutreten, tas den modernen Grubenbetriebsverhältnissen vollauf Rechnung trägt. Wir fordern die denkbar weitgehendsten gesetzlichen Vorschriften zum Schuße der Bergarbeiter vor kapitalistischer Willfür und den immer mehr sich häufenden Betriebsgefahren. Wir fordern, um die exakte Durchführung der verlangten Schuhbestimmungen überwachen zu können, das Recht, aus den Reihen der Arbeiter Hilfskontrolleure wählen zu können. Ohne eine unmittelbar von den Vertretern der Arbeiterschaft ausgeübte Werkskontrolle würden auch die besten Geseze für die Praris unwirksam bleiben. Wir appellieren an die berufene Voltsvertretung, wir appellieren an jeden fühlenden Menschen! Wenn auch die fürchterliche Katastrophe auf Schacht Radbod, wie die früheren Massen= unglücke, nicht Veranlassung zur Erfüllung unserer Forderung nach gründlichen Lebensschuß sein wird, dann überliefern die Verhinderer des Bergarbeiterschuhes die Grubenarbeiter der Verzweiflung. Drei große Bergarbeiterversammlungen in 3 widau, in denen der Redakteur der Bergarbeiterzeitung", Genosse Po torny, sprach, befaßten sich mit dem Unglück auf Zeche Radbod. Der Behauptung des sächsischen Finanzministers, daß auf den fächfischen Kohlengruben alles in bester Ordnung sei, wurde scharf besonders die Bergarbeiter im 3 widauer Revier jederzeit den entgegengetreten. Das Gegenteil sei die Wahrheit, dafür könnten Peweis antreten. Aus der Elektrizitätsindustrie. In der Generalversammlung der Berliner Elektrizitätswerte äußerte Geheimrat Rathenau über verfchiedene Fragen sich folgendermaßen: Es ist nicht in Abrede zu stellen, daß das Unternehmen unter der allgemeinen wirtschaftlichen Depression, über die Handel und Gewerbe auch unserer Stadt flagen, zu leiden hat. Sie drückt sich weniger in einem Stillstande des Stromverbrauchs als in der verringerten Progression der Zunahme gegen die Jahre der Hochkonjunktur aus. Da einen gewissen Anteil an der Verzögerung die Verwendung sehr ökonomischer Glühlampen trägt, und nach früheren Erfahrungen die notorische Billigkeit des Lichtes den Ausgleich bald wieder herstellt, so dürfen wir vertrauensvoll der zukünftigen Entwickelung entgegensehen. Von tiefer einschneidendem Einfluß auf die Stromabgabe ist der Achtuhr- Ladenschluß. Nach Aufzeichnungen an 16 Tagen des November hat die Einführung desselben für genannten Zeitraum einen Ausfall von 106 730 erzeugten Kilowattstunden ergeben. Nach dem Brennkalender werden unter Berücksichtigung der Sonnabende, Sonn- und Festtage Bedauerliche Vorfälle werden aus Spittel von der dortigen von dem frühen Ladenschluß 217 Tage betroffen, so daß der Strom- Streitbewegung gemeldet. In aller Form bestand ein Komplott ausfall voraussichtlich 1447 500 erzeugte und unter Berück mit dem Endzweck, eine Schachtanlage durch Dynamit zu zerfichtigung der Stromverluste rund 1 100 000,- nugbar abgegebene stören. Schulkinder brachten die Sache rechtzeitig zur Anzeige. Kilowattstunden betragen dürfte. Der Einnahmeausfall dürfte sich Bei einer sofort vorgenommenen Haussuchung wurden zahlreiche auf rund 400 000 m. beziffern. Für das laufende Geschäftsjahr Dynamitpatronen entdeckt... Die Wohnung des Bergwerkstommen nur acht Monate gleich 265 000 M. in Betracht; dagegen dürfte direktors wurde bestürmt und mit Steinen beworfen; an ver= das Sinken der Kohlenpreise eine Ersparnis von zirka 350- bis 450 000 schiedenen Stellen wurden Dynamitpatronen angelegt und teilMark für das laufende Jahr und eine noch größere für 1909/10 her- weise zum Explodieren gebracht. Einer der Ausständigen hat beiführen. Die Elektrizitätssteuer darf nach den Motiven des Ent- einen Revolverschuß auf einen Betriebsführer abgefeuert und wurfes auf die Konsumenten abgewälzt werden. Bei der einmütigen ist sofort verhaftet worden. Sieben Bergleute, bei denen SprengOpposition aus fast allen Schichten der Bevölkerung wird das Gesetz stoffe gefunden worden sind, befinden sich ebenfalls im Arrest!" hoffentlich nicht zur Verabschiedung kommen. Die Besteuerung der An dieser schauderhaften Tatarennachricht ist auch nicht ein Beleuchtungsmittel schädigt die darin tätige Industrie; gewisse Arten wahres Wort. Die Streifenden verhalten sich einfach musterbon Glühlampen, die bisher am meisten verwendet wurden, werden gültig und befolgen peinlich die Anweisungen ihrer Führer, mit Einführung der Steuer gänzlich aus dem Markte verschwinden, was sogar von der„ St. Johanner Volkszeitung", einem Zentrumsandere einer der rationellen zuwiderlaufenden Entwickelung entgegen blatt, dem wahrhaftig niemand Gewerkschaftsfreundlichkeit nachgeführt. Die Besteuerung von Brennstiften für Bogenlampen mit 1 M. pro Kilogramm schaltet die billigen Fabrikate gänzlich aus. rühmen kann, lo bend anerkannt wurde. Die Bergleute Wie die neue Steuer die Abnehmer der B. E. W. belastet, sind über diese schamlose und systematische Irreführung der öffentwenn man die Zahl des vergangenen Geschäftsjahres zugrunde lichen Meinung empört und stempelten in awei öffentlichen Verlegt, ergibt folgende Zusammenstellung: 41 000 000 Kilowattstunden sammlungen den„ Lothringer" als ein gemeines Lügenblatt! Wie Lichtstrom a 0,4 Pf. 164 000 m., 53 700 000 Kilowattstunden Betriebs- wenig Gefahr für den Direktor und die Beamten besteht, beweist traft a 0,4 f. 214 000., 55 900 000 Kilowattstunden Strom für wohl am besten, daß Direktor und Streikende mit einem und demStraßenbahn a 0,4 f. 223 600 m., der nicht steuerfreie Selbstver- selben Zug zwischen Karlingen, Spittel und Merlen= brauch der B. E. M. von rund 1 600 000 Kilowattstunden 4800 M. Die Besteuerung der Betriebsverluste durch Fortleitung und Um- bach fahren, ohne im geringsten belästigt zu werden. Dasselbe formung der Elektrizität 158 000 m., Steuer auf Glühlampen fann man von den Beamten und Gendarmen den Streikenden 145 000 2., Steuer auf Bogenlampen 242 000 m., hierzu die Straßen- gegenüber nicht sagen; so gehen sie im Gegenteil mit aller Rückbeleuchtung: a) Bogenlicht- Stromverbrauch 1 700 000 kilowattstunden sichtslosigkeit gegen die Streifposten vor. Am 28. November morgens a 0,4 f. 6800 M., Kohlenverbrauch 29 000 Kilogramm a 1 M. wurde am Bahnhof Fröschweiler der Bergmann Berg von einem 29 000 m., b) Glühlichtstromverbrauch 50 000 Kilowattstunden Gendarm in den Unterschenkel geschossen, daß er zusammenbrach a 0,4 f. 200 m., Glühlampen 300 M.. das sind zusammen 1 187 700 und in die Bahnhofswirtschaft gebracht werden mußte, wo er daMark. Eine schädigende Wirkung übt die Lichtsteuer auch auf die niederliegt! An demselben Morgen feuerte der arbeitswillige Reklamebeleuchtung, besonders auf Schilder, die mit einer großen Zahl fleiner Lampen ausgestattet sind. Ein Schild mit Schachthauer Meyer am Bahnhof Merlenbach seinen Revolver auf 1000 fleinen Lampen würde unter der Annahme, daß sie jährlich die Streikenden ab, ohne zu treffen! Die Steiger Gräfer und einmal ausgetauscht werden, eine Steuer von 50 M. zu tragen Emmig schossen am 27. morgens am Karlsbrunner Weg auf zwei haben, abgesehen von dem Stromverbrauch. Bei fünfferzigen Lampen Streifpoften! Auf der Spitteler Straße fragten zwei Streifende erhöht sich die Steuer auf das Doppelte, wobei nicht zu übersehen einen Streitbrecher:„ Kamerad, wo gehst Du ist, daß Lichtschilder nicht nur der Besteuerung durch die Elektrizitäts- hin?" Der Streifbrecher 30g einen Revolver heraus und feuerte Bei der Gewerbegerichtswahl in Zwickau wurde die Liste der Steuer, sondern auch einer Belastung durch die Juferatensteuer unter sechs Schüsse auf die Streifenden ab, ohne zu treffen, und nahm freien Gewerkschaften mit 386 Stimmen gewählt. Das christlich liegen. Für die Installationsfirmen, die auch Beleuchtungsmittel dann Reißans! Als die Streifenden dem Schießhelden nachsetzten, nationale Kartell hatte es nicht gewagt, eine Gegenliste aufs verkaufen, bildet die Steuer eine außerordentliche Belästigung, da wurden sie von einem Förster an der Verzustellen. ihr Vertrieb der Anzeigepflicht unterliegt und eine Kontrolle der Borräte dem Steuerbeamten jederzeit gestattet werden muß. Solche folgung gehindert; der drohte, sie niederzuschießen!! Am Maßnahmen werden besonders schwer den Mittelstand belasten, der 26. abends tam der Bergmann Due in Merlenbach am Kasino sich solcher Kontrolle noch schwerer anpassen kann als die größeren vorbei, wo ihm zwei Steiger und zwei Gendarmen begegneten. Ein Gendarm rief: Halt! Hände hoch!" und hielt dem Due den Karabiner vor die Brust!! Der andere Gendarm untersuchte den Mann und als er nichts von ihm erwünschtes fand, fragten sic ihn nach seinem Namen, den er angab. Ein Gendarm antwortete: Der Name scheint mir verdächtig. Das beste ist, wir nehmen Sie gleich mit nach Beningen zur Wache." Der Bergmann erwiderte: hier ist der Steiger Deich, bei dem ich gearbeitet habe. und der bestätigen muß, daß ich meinen Namen und meine Wohnung richtig angegeben habe." Als Steiger Deich dies bestätigte, sagte der Gendarm:" Dann machen Sie, daß Sie im Laufschritt nach Hause kommen." An demselben Abend ging ein anderer Bergmann mit seiner Frau auf dem Wege nach dem Bahnhof spazieren, wo ihnen der Gendarm Sämpf begegnete und ihnen im Namen des Gesetzes" den Weg verbot! Den Mann nahm der Gendarm Kämpf dann mit ins Beamtenkasino, wo bei ihm eine Leibesvisitation vorgenommen wurde! Ein Grubenbeamter meinte, man sollte auch die Frau visitieren, was jedoch unterblieb! Dem Arbeiter wurde mit der Ausweisung gedroht! Firment. Siemens- Schuckert- Werke. Die Protoswerke mit ihrem gesamten Material- und Produktionsmittelbestand sind in das Eigentum der Siemens- Schuckert- Werke übergegangen. Die Herstellung der Protoswagen soll von dem Automobiliert am Ronnendamm übernommen werden. Gutehoffnungshütte. Der Abschluß für das letzte Geschäftsjahr ergibt einen Betriebsgewinn von 14 708 019 M.( i. 23. 13 651 729 m.). Der verbleibende Reingewinn von 6 713 384 m.( 6 129 319) wird wie folgt verwandt: 20 Broz.( wie im Vorjahre) Dividende auf 24 ( 18) Millionen Mark Kapital. Ueberweisung an die Rücklage zufolge Beschlusses der Hauptversammlung vom 24. September 1906" 1 000 000 m.( 1 300 000), Abschreibung auf Beteiligungen 0 M. ( 285 000 M.) und Vortrag 213 384 M.( 209 319). Gewerkschaftliches. Der Streit auf Grube Saar und Mosel. 17 So behandelt man im Rechtsstaat Deutschland die Bergleute, die um Sicherheit des Betriebes in einen Verzweiflungskampf getrieben wurden. Von Versammlungsteilnehmern wurden Mißstände in großer Zahl vorgetragen. Die Versammlungen nahmen folgende Resolution an: " Die heutige öffentliche Bergarbeiterversammlung spricht. ihr Bedauern aus, daß die sächsische Stegierung in ihrem, dent sächsischen Landtage vorgelegten Berggesetz- Entwurf die wichtigen Anträge der Bergarbeiter so gut wie gar nicht berücksichtigt hat. Und da auch keine Aussicht vorhanden ist, daß die Zweite Kammer den Anträgen der Bergarbeiter Rechnung tragen wird, so erwarten die sächsischen Bergarbeiter unter diesen Umständen nunmehr von einem Reichsberggeses die Erfüllung aller ihrer wichtigen Forderungen und ersuchen die sächsische Regierung, unter Zurüdziehung ihrer Vorlage im Landtage, die fäch sischen Vertreter im Bundesrate für die Schaffung eines Reichsberggesetzes einzutreten." Die Hungerpeitsche! " Die Mannheimer Volksstimme" veröffentlicht das folgenbe Geheimzirkular der dortigen großindustriellen Organisation: Mannheim, 25. November 1908. An die Herren Vereinsmitglieder! Wir haben in Erfahrung gebracht, daß jedesmal beim Auss bruch eines Streiks die Frauen und Töchter der Streikenden, welche bisher die Hausarbeit besorgten, aber sonst ohne Bea schäftigung waren, als Fabrikarbeiterinnen Beschäftigung suchen, um so auf diese Weise ihre Männer beim Streit zu unterstützen. Es dürfte sich daher empfehlen, die Arbeiterinnen bei der Einstellung nach dem Vor- und Zunamen des Vaters zu fragen, und diese in die letzte Rubrik unseres Formulars B., welches wir in der Anlage beifügen, einzutragen. Die Vereinsmitglieder werden dringend gebeten, die mit der Einstellung von Arbeiterinnen beauftragten Beamten darauf hinzuweisen, daß jede Einstellung einer Arbeiterin sofort dem Arbeitsnachweis mitzuteilen ist. Hochachtungsvoll Arbeitsnachweis der Industriellen Mannheim- Ludwighafens. Dr. Moebius." Letzte Nachrichten und Depefchen. In einer Riesenbersammlung am 28. November in Merlenbach wurden der Streifleitung wiederum eine Anzahl Lohnbücher vor- Stadtverordnetenwahl in Frankfurt a. M. gelegt, nach denen am Lohntage( 25.) folgende Riefenlöhne" zur Frankfurt a. M., 30. November.( Privatdepesche des VorAuszahlung gelangten: 2,32 M., 0,03 M., 5,27 0,17,31., wärts".) Bei den heutigen Stadtverordnetenstichwahlen gelang es 12,32 m., 16,10., 4,85 M., 13,72 2., 23,08 m., 0,84 2., 20,88., unseren Genossen zu den am 12. November eroberten 4 Mandaten 13,59 M. So sehen die Löhne dieser Parias aus, so die Behand- noch 5 Mandate zuzugewinnen. Die Sozialdemokratie ist in der und dazu noch die direkte Lebensgefahr, und der Staat, der die Stadtverordnetenversammlung nunmehr durch 15 Genossen ver= Armen schüßen soll, schickt seine Gendarmen hinaus, um die Ar- treten. Die Wahlen brachten uns einen Gewinn von 9 Mandaten. beiter ins alte Glend hineinzutreiben. Wie auch der Verzweiflungs- Die Demokraten verlieren 7, die Freisinnigen 1, die Nationalkampf dieser Wermsten der Armen enden mag, er hat Zustände liberalen 3 Mandate. Auch das Zentrum büßt ein Mandat ein, ans Tageslicht gefördert, die man sich in Afrika kaum noch träumen während die Mittelständler 3 Mandate gewinnen. sollte. Wirklich, Deutschland in der Welt voran in der Ausbeutung und Entrechtung der Arbeiterschaft. Deutfches Reich. Die Nemesis waltet doch noch ihres Amtes, denn schneller als es jemand geahnt hätte, hat sie den kaiserlichen Bergmeister von Saargemünd, Herrn v. Braunmühl, und den Kreisdirektor von Forbach, Herrn v. Woellwardt, vor der ganzen Oeffentlichkeit moralisch gerichtet. Am 25. d. Mts. gab der Kreisdirektor durch öffentlichen Maueranschlag die Erklärung ab, daß der Bergmeister von Saargemünd die Flößbrände im Schacht V an Ort und Stelle untersucht habe, daß feinerlei Gefahr mehr bestünde, und am 27. mußten vier Streif brecher, von Stickgafen betäubt, aus der Grube geschafft werden!! Der Arbeitswillige Wahl, den man besinnungslos zutage förderte, wurde unter dem Hohngelächter der Frauen im Kutsch wagen des Direktors nach seiner Wohnung geschafft, wo er sich nachträglich wieder erholtel Wahl, den man erst vor 14 Tagen als halb erstickt aus der Grube gebracht und der über eine Woche an Stickgasvergiftung trant gefeiert und am 27. wieder seine erste Schicht verfuhr, hat dem Streitkomitee er ist durch den Vorfall bekehrt und streitt jekt mit unterschriftlich mitgeteilt: ,, Als ich am Freitag( 27.), in die Grube kam, sah ich sofort, Bei der Arbeitslosenzählung in Magdeburg, die am Sonntag daß noch alles voll Wetter stand, und bat den Betriebsführer, von Haus zu Haus vorgenommen wurde, hat man 2796 Arbeitser möchte mir einen Feuerhelm( Sauerstoffapparat) geben, mit lose gezählt, von denen 1417 verheiratet sind. Einschließlich der dem ich es versuchen wollte, vorzugehen. Betriebsführer Schmidt 2819 Kinder haben insgesamt 7032 Personen unter den Folgen der fagte jedoch:" Ach was, das muß auch ohne Feuerhelm gehen!" Arbeitslosigkeit zu leiden. Ich erwiderte:" Gut, ich werde in das Feuer hineingehen und wenn ich dabei mein Leben laffen sollte!" Zwei Stunden später Wilhelm II. hat auf seinem Gut Cadinen eine Ziegelei und schleppten meine Kameraden mich bewußtlos und für tot nach eine Majolikafabrik. Die bestbezahlten Arbeiter sind die Former, sie erhalten pro Stunde 35 Pf. Lohn; ungelernte Arbeiter bekommen Eflatanter und vernichtender ist die totale nzuläng- nur 20 Pf. pro Stunde. Die Arbeitszeit beträgt 8% Stunden. lichkeit der Grubenkontrolle in Deutschland noch niemals Die Arbeiter sind der Meinung, daß der Kaiser von diesen jämmerbewiesen worden, als durch diesen Fall, und deutlicher und ein- lichen Löhnen nichts wisse. Nur wenn der Kaiser in Cadinen weilt, dringlicher wie selbst Neden und Radbod zeigt uns dieses erhalten die Arbeiter pro Tag 3 M. Auch sonst bestehen mancherlei Vorkommnis, daß die Bergleute fähiger sind, die Gefahren Klagen über diese Betriebe. Die Arbeiter meinen, daß Wilhelm II. der Gruben zu erkennen, als die theoretischen Bergmeister, und wer Ursache hätte, einmal der Lage der in seinen Privatbetrieben angesichts solcher Vorkommnisse noch Gegner der Grubentontrolleure tätigen Arbeiter seine Aufmerksamkeit zu schenken. aus dem Arbeiterstande ist, treibt die Bergleute in den Tod! Und daß zu einer solchen Vergbehörde die Arbeiter fein Vertrauen mehr haben, fein Vertrauen haben können, braucht wahrhaftig niemand dem Schacht!!" zu wundern. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Die gefüllte Kompottschüssel. Die Bergarbeiter rühren sich. Für besondere Verdienste um das Vereinsgesek. München, 30. November.( W. T. V.) Das Gesetz- und Verordnungsblatt beröffentlicht die Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone an den Staatssekretär des Reichsamts des Innern Dr. v. Bethmann- Hollweg. Bierpantscher. Aachen, 30. November.( B. H.) Die Nahrungsmittelpolizei hat bei neun hiesigen Brauereien Nahrungsmittelfälschungen bei dem sogenannten Frischbier durch Zujas von Saccharin und Salicyl festgestellt. Erhebliche Mengen Saccharin wurden beschlagnahmt. Außer der Bestrafung wegen Nahrungsmittelfälschung und Bergehen gegen das Saccharin- und Salycilgesetz dürften auch erhebliche Strafen wegen Steuerhinterziehungen verhängt werden. Landfriedensprozeß. Regensburg, 30. November.( W. T. B.) Jn. dem Marhütte. Prozeß gegen 64 Arbeiter, die wegen Landfriedensbruchs aus Anlaß des Streits im Mai dieses Jahres angeklagt waren, ist heute nachmittag das Urteil verkündet worden. 46 Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von einer Woche bis zu drei Monaten Eine imposante Versammlung der Bergarbeiter des Senf verurteilt; die übrigen 18 wurden freigesprochen. Das Strafmaß tenberger Reviers fand am Sonntag in Sano Senften- richtete sich in der Hauptsache nach den Anträgen des Staatsberg statt. Der Kandidat des Kreises, Hermann Schubert- lanwalts. Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 4 Beilagen u. Unterhaltunasb ir.28L W-MM, i. Keilllge des.Fgrulillls" Kerliner NollisdlM. � �» Reichstag 172. Sihung. Montag, den 30. November, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Bethmann-Hollwcg. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetz- entwurfs betreffend Abänderung der Gewerbeordnung. 2iüe Diskussion beginnt bei Z 137, für welchen die Kommission folgende Fassung borschlägt. „Arbeiterinnen dürfen nicht in der Nachtzeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgens und am Sonnabend sowie an Vor- abenden der Festtage nicht nach 5 Uhr nachmittags beschäftigt werden. Die Beschäftigung von Arbeiterinnen darf die Dauer von 13 Stunden täglich, an den Vorabenden der Sonn- und Fest- tage von 8 Stunden nicht überschreiten. Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, dürfen am Sonnabend höchstens 6 Stunden beschäftigt werden. Zwischen den Arbeitsstunden muß den Arbeiterinnen eine mindestens einstündige Mittagspause gewährt werden. Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit ist den Arbeite- rinnen eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zu gewähren. Arbeiterinnen, welche ein Hauswesen zu besorgen haben, sind auf ihren Antrag eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen, sofern diese nicht mindestens IVs Stunde beträgt. Arbeiterinnen dürfen vor und nach ihrer Niederkunft im ganzen während 8 Wochen nicht beschäftigt werden. Ihr Wieder- eintritt ist an den Ausweis geknüpft, daß seit ihrer Niederkunst wenigstens 6 Wochen verflossen sind. Arbeiterinnen dürfen nicht in Kokereien und nicht zum Transport von Materialien bei Bauten verwendet werden." Hierzu beantragen die Abgeordneten A l b r e ch t und Ge- Nossen(«oz.) im Absatz 1 zu setzen nach„Arbeiterinnen"„und jugendliche Arbeiter im Alter von 14 bis 18 Jahren", im Absatz 2 zu setzen statt„13 Stunden täglich":„9 Stunden täglich und vom 1. Januar 1912 ab 8 Stunden täglich", im Absatz 6 statt„8 Wochen" zu setzen„12 Wochen" und dem Absatz hinzuzufügen„eine Ent- lassung der Arbeiterin darf während der vorgedachtcn 12 Wochen nicht erfolgen; die von ihr innegehabte Stelle ist ihr offen zu halten." Die Abgeordneten Ablaß und Genossen(steif. Vp.) beantragen, im Absatz 2 die Worte zu streichen:„Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, dürfen am Sonnabend höchstens S Stunden beschäftigt werden." Die Abgeordneten Dr. Fleischer und Genossen(Z.) be- antragen, hinter Absatz 2 einzufügen: „Jedoch ist die Beschäftigung bis zu 8 Stunden gestattet, so- weit betriebstechnisch dadurch die Weiterarbeit anderer Arbeiter bedingt ist." Abg. Manz(steif. Vp.): Die bayerische Industrie ist in ihrer Produktionsfähigkeit durch die vielen Feiertage sehr benachteiligt. Daher dürfen wir mit der Beschränkung der Arbeitszeit der Frauen nicht allzuweit gehen. Angesichts der Tatsache, daß die Vorlage eine erhebliche Verkürzung der Arbeitszeit für Frauen bringt, bitte ich Sie daher, unserem Antrag zuzustimmen. Abg. Robert Schmidt(Soz.): Ich bitte, den Antrag Manz abzulehnen. Allerdings ist durch die Kommissionsbeschlüsse eine erhebliche Herabsetzung der Ar- beitSzeit für Arbeiterinnen vorgesehen, aber die deutsche Gesetz- gebung führt diese Verkürzung recht spät ein, die in anderen Staaten längst besteht. So schreibt die englische Gesetzgebung seit 1891 für die Textilindustrie die bbstündige Arbeitszeit pro Woche vor. Ich halte es für gar keinen so besonderen Uebelstand, daß wir in Süddeutschland so viel Feiertage haben; das tut den Frauen sehr gut. Nachteile in bezug auf den Lohn sind auch bei der Ver- kürzung der Arbeitszeit nicht zu erwarten. Die Erfahrung lehrt, daß solche Nachteile meist bald eingeholt werden. Dagegen be- stehen in allen Berufen oder Distrikten, wo die Arbeitszeit sehr lang ist, auch außerordentlich niedrige Löhne. Dieser Zusammen- hang ist kein willkürlicher, sondern bei der langen Arbeitszeit ver- lieren die Arbeiter und Arbeiterinnen die Widerstandsfähigkeit gegen die Versuche der Arbeitgeber, die Löhne herabzusetzen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Unser Antrag will nun noch einen Schritt weiter gehen als die Vorlage und mit einer Ueber- gangszeit bis 1912 die achtstündige Arbeitszeit durchführen. Auf die Verkürzung der Arbeitszeit in der englischen Textilindustrie habe ich schon hingewiesen. Sehr interessant ist die Gesetzgebung in Australien. � Hier ist Kinderarbeit bis 14 Jahre überhaupt ver- boten. Es besteht die ööstündige Arbeitszeit pro Woche für Ar- beiterinnen. Am Sonnabend nachmittag haben sie frei. Besondere Entlohnung für Ucberstunden ist gesetzlich festgelegt. Ueber die Folgen dieser Sozialpolitik schreibt Prof. Georg Adler:„1831 bis 1933 ist der Wert der neuseeländischen Fabrikate von 8 Millionen auf 17 Millionen gestiegen, der Außenhandel von 16 auf 27 Millionen, der Betrag der Einkommensteuer von 67 333 auf 233 333 Pfund. Als das Heimarbeiterschutzgesetz 1896 in Kraft trat, gab es in Neuseeland noch nicht 33 333 Fabrikarbeiter, 1933 wurden 69 333 gezählt, ungerechnet 22 333 in den Staatswerkstättcn. Die Preise der Waren sind gestiegen, aber die Löhne sind noch stärker gestiegen. Nur ein Produkt hat Neuseeland nicht recht aufzu- bringen vermocht: einen Millionär!"(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Mit unserer Gesetzgebung kommen wir nur dem gegenwärtigen Zustand entgegen, wie er zum guten Teil durch die gewerkschaft- lichen Kämpfe schon herbeigeführt worden ist. Nach der Statistik von 1932 hatten wir den Neunstundentag bereits für 86 191 Ar- beiterinnen und den Neun- bis Zehnstundcntag für 347 333 Ar- beiterinnen., Nur in der Textilindustrie sind rund zwei Drittel der Arbeiterinnen über 13 Stunden beschäftigt, aber auch hier wird nach und nach die Arbeitszeit auf 13 Stunden herabgesetzt. Dort, wo die Arbeiter Tarife abgeschlossen haben, ist vielfach der Arbeitstag für Arbeiterinnen auf 9 und ÜM- Stunden herabgesetzt. Die Gesetzgebung sollte doch nicht immer warten, bis solche Verbesserungen durch die Gewerkschaften durchgeführt werden, sondern sollte selbst vorbildlich wirken.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Mit dem Arbeiterinnenschutz muß auch der Mutterschutz ver- bunden werden. Wir haben in Deutschland die betrübende Er- scheinung zu verzeichnen, daß mehr als% der verstorbenen Kinder »och nicht ein Jahr alt sind, also eine außerordentlich hohe Säug- ltngssterblichkeit. In England beträgt die Säuglingssterblichkeit nur Vi der Gesamtzahl der Verstorbenen. Ein Fünftel der Lebend- geborenen sterben bei uns im Alter von einem Jahr. Auf 1333 Lebend- geborene kommen 31 Totgeburten. Diese Erscheinungen hängen unzweifelhaft mit unseren ganzen wirtschaftlichen Verhältnissen zu- sammen. Es widerspricht unserem ganzen Empfinden, und ich glaube, jeder human denkende Mensch wird unangenehm berührt sein davon, daß eine so große Zahl von verheirateten Frauen in der Fabrik tätig sind, ganz abgesehen davon, daß auch viele Frauen im hochschwangeren Zustande arbeiten müssen, wozu dann noch die ungesunden Wohnungsverhältnisse, ungenügende Ernährung kommen. Die große Höhe der Säuglingssterblichkeit ist nach dem Urteil der Aerztc vor allem darauf zurückzuführen, daß die Fabrik- arbeitcrinnen ihre Kinder nicht stillen können. Diese traurige Tat- fache legt es uns nahe, bei dem Arbeiterinnenschutz einen Schritt weiter zu gehen als die Vorlage. Die Krankenkaffenstatistik beweist ebenfalls, daß dort, wo Arbeiterinnen beschäftigt sind, die Belastung der Kasse eine viel größere ist als durch die männlichen Arbeiter, weil eben vielfach die Arbeitsleistung in der Fabrik für den Orga- nismus der Frauen viel schädlichere Folgen zeitigt als beim Manne. Finanzielle Nachteile für die Arbeiterinnen werden durch die Ar- beitszeitverkürzung nicht eintreten. Ebensowenig wird die Leistungsfähigkeit der Industrien und ihre Konkurrenzfähigkeit mit dem Ausland herabgesetzt werden. Diese Leistungsfähigkeit liegt weniger begründet in niedriger Arbeitszeit als in den Fortschritten der technischen EntWickelung. Nur infolge ihrer hohen technischen EntWickelung können die englischen Spinnereien bei ihrer bbstündigen Arbeitszeit pro Woche die Konkurrenz mit der deutschen Textil- industrie aufnehmen. UebrigenS ist auch wiederholt nachgewiesen worden, daß bei verkürzter Arbeitszeit die Arbeitsleistung der Ar- beiter infolge ihrer gesteigerten Regsamkeit und Aufmerksamkeit nicht geringer wird. Weiter kommt in Betracht, daß wir heute auch dort, wo sehr viel Maschinen verwandt werden, doch vielfach in- telligente, im Betriebe angelernte Arbeiter brauchen, einen in- telligenten Arbeiterstamm aber wird sich die deutsche Industrie nur erziehen können, wenn der Arbeiterschaft die nötige freie Zeit zur theoretischen Durchbildung gegeben wird. Ich will weiter darauf hinweisen, daß die Preise nicht wesent- lich vom Arbeitslohn abhängig sind. Namentlich in den kartellierten Industrien spielt der Arbeitslohn eine ganz geringe Rolle. Be- sonders kraß ist das Beispiel des Bergbaues, wo für die Bcrggerecht« same außerordentlich hohe Preise gezahlt werden, wo rein"spckula- tives Kapital in die Industrie hineingesteckt wird und der Arbeits- lohn gar keine Rolle spielt, sondern mit den vorhandenen Schätzen. die eigentlich der Nation gehören(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten), Raubbau getrieben wird. Wo die Preisbildung wesent- lich vom konstanten Kapital abhängt, ist sie nicht vom Arbeitslohn abhängig. In der Tat steigen die Warenpreise auch dauernd stärker als der Arbeitslohn, trotz der Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Früher hatten wir in der Warenproduktion die Erscheinung, daß mit der Vervollkommnung der technischen Mittel der Preis sank und ein neues Absatzgebiet erobert wurde; jetzt kommt die modern: Industrie immer mehr dazu, den Preis in die Höhe zu treiben, ohne daß in den Produktionsvcrbältnissen ein Zwang dazu vor- liegt, und sie beengt sich selbst ihr Absatzgebiet durch die hohen Preise infolge der Kartellierung. Durch den achtstündigen Arbeits- tag würde die Konkurrenzfähigkeit der Industrie nicht leiden(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), für die Arbeiterinnen aber wäre er ein außerordentlicher Schutz von großer Tragweite. Wenn Sie auch— woran ich nicht zweifele— unseren Antrag ablehnen, so behaupte ich doch, daß die Frage des Achtstundentages für die Gesetzgebung nicht indiskutabel ist. Vielleicht werden Sie sich noch auf Jahre hinaus mit dem Zchnstundentag beschäftigen, den wir schon in den achtziger Jahren verlangt haben. Deswegen wird aber der achtstündige Arbeitstag aus der Diskussion nicht mehr verschwinden, und auch die deutsche Gesetzgebung wird sich mit ihm beschäftigen müssen in dem Sinne, daß er nach unseren An- trägen eingeführt wird.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Fleischer(Z.): Es ist nicht zu verkennen, daß die Rede des Kollegen Schmidt und die sozialdemokratischen Anträge eine Fülle beachtenswerten Materials enthalten.(Abg. Molkenbuhr: Dann stimmen Sie doch dafür!) Wir sind gezwungen, mit der konkreten Sachlage zu rechnen, und da wissen wir, wie doch auch die Sozialdemokraten, daß die Mehrheit dieses Hauses nicht für diese Anträge zu gewinnen ist und daß, selbst wenn dies der Fall sein sollte, die Zustimmung des Bundesrats nie und nimmer zu erlangen wäre.(Sehr richtig!) Wie schön wäre es, hier den Achtstundentag zu beschließen! Aber das wäre nur eine leere Demonstration. Rücksicht auf die auswärtige Lionkurrenz müssen wir leider nehmen. Die Berncr Konvention hat übrigens nicht den Zehnstundcntag, sondern nur die Elfstundenpause für Arbeite- rinnen verlangt. Man soll doch den sozialpolitischen Fortschritt nicht verkennen, den diese Novelle bringt. Selbstredend stehen wir damit nicht am Ziele, sondern müssen einen weitergehenden Schutz der weiblichen Arbeitskraft,-erstreben. Ich habe mich gefreut, daß der Abg. Schmidt die Gefahren der Fabrikarbcit für die verheiratete Frau so eindringlich dargestellt hat, nur hätte er die Konsequenz ziehen müssen und in der Kom- Mission mit uns für den Neunstundentag der verheirateten Ar- beiterin stimmen. Wenn dies nicht einmal erreichbar ist, kann man dem Antrag auf einen Achtstundentag nicht zustimmen; dies könnte zu einer Katastrophe für unsere Industrie führen. Herr Manz hat sich dagegen gewandt, den Arbeiterinnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, am Sonnabend die Arbeitszeit auf sechs Stunden zu verkürzen, weil er davon eine vollständige Umwälzung der Sonnabend-Arbeit befürchtet. Diese Befürchtung ist aber sehr übertrieben; die verheirateten Arbeiterinnen bilden ja nur einen Bruchteil der gesamten in der Industrie beschäftigten Arbeiterinnen. Außerdem ist auch heute bereits in weitem Um- fang eine Differenzierung in der Bcschäfti�ungszeit verheirateter und unverheirateter Arbeiterinnen durchgeführt. Ein Ideal stellt unser Antrag und stellen die Beschlüsse der Kommission nicht dar, aber sie sind der erste Schritt auf dem Wege zum Ideal einer weit- gehenden Beschränkung der Fabrikarbeit der verheirateten Frauen. Dazu sollte jeder mithelfen.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Stresemann(natl.): Durch die Differenzierung von ver- heirateten und unverheirateten Arbeiterinnen werden die ersteren zu unbeliebten Arbeiterinnen gemacht. Das Ideal könnte höchstens sein: Verbot der Frauenarbeit in der Fabrik, nicht aber Verbot der Arbeit der verheirateten Frau. Das erstere ist aber nicht mög- lich und deshalb auch das letztere nicht. Wird für die verheiratete Frau eine kürzere Arbeitszeit eingeführt, so kann sie nie als Direktrice beschäftigt werden. Ich bitte deshalb um Annahme des Antrages Ablaß und Genossen. Der zehnstündigen Ntaximalarbcitszcit für die Arbeiterinnen wollen meine politischen Freunde keine Schwierigkeiten entgegen. setzen; eS wird dadurch vielfach auch der Zehnstundentag für die RUities f cinllcton. Jnama-Stcrucgg f. Aus Wien kommt die Nachricht, daß Pro- fessor v. Jnama-Sternegg, unter den profesioralen Wirtschaftshistorikern einer der bedeutendsten, Sonntag in Innsbruck an Herzschlag ge- starben ist. Jnama-Sternegg war� am 23. Januar 1343 in Augs- bürg geboren. Er studierte in München Geschichte und National- ökonomie. 1868 wurde er als außerordentlicher Professor nach Innsbruck berufen und wirkte seitdem in Oesterreich. 1881 übernahm er die Leitung des Statistischen Bureaus in Wien. Jnama- Sternegg ist einer der besten Vertreter der historischen Schule der NaNonalökonomie, von deren reaktionären Tendenzen er sich aber stets freizuhalten gesucht hat. Auf dem Gebiet der Wirtschaftsgeschichte ist sein Hauptwerk die„Deutsche Wirtschafts- geschichte". deren erster Band 1879 erschien, während der dritte erst 1931 herauskam. Leider hat Jnama-Sternegg sein Werk nicht über das Mittelalter hinaus vollenden können. Die„Wirtschaftsgeschichte" ist schon deshalb bedeutend, weil sie die einzige zusammenfassende Arbeit über ein Gebiet ist, dessen Spezialliteratur bereits einen fast unübersehbaren Umfang angenommen hat. Von großer Bedeutung war die Wirksamkeit Jnama- Sterneggs als Statistiker. Er hat die amtliche österreichische Statistik, soweit es die beschränkten Mittel zu- ließen, zu großer Vollendung gebracht. Eine Reihe wertvoller� tri- tischer und systematischer Arbeilen aus seiner Feder hat die Wissenschaft der Statistik gefördert. Gerade in Oesterreich, wo die psychologische Schule der Nationalökononne die wirtschaftSgcschichtlichen und . statistischen Forschungsgebiete vollständig vernachlässigt hat, war das Wirken dieses Anhängers der historischen Schule, der aber zugleich wirklich historischen Sinn besaß, fruchtbringend. Jnama-Sternegg ist als Politiker wenig hervorgetreten. Er war Mitglied des Herren- hauseS, in dem er der liberalen Verfassungspartei angehörte. Sein Interesse galt namentlich dem Problcm der Verwaltung. Von reaktionären Treibereien und billiger Tendenzmacherei hat er sich stets ferngehalten; im Kampfe um die Wahlreform gab er seine Stimme für das gleiche Wahlrecht ab. Theater. Lessingtheater:„Baumeister Sokneß". Ibsen. Der vor Jahren begonnene Zyklus_ von Neueinstudierungen Jbsenscher Dramen schloß mit dem rätselhasten„Solneß" als letztem Gliede ab. Die Anfführung war aufs sorgfälligste durch- gearbeitet und abgetönt. Eine ganze Reihe von Momenten, deren Seltsamkeit überzeugender Bühnenveranschaulichung unübersteigtiche Schwierigkeiten in den Weg zu stellen schien, erhielt in dieser Wiedergabe einen Ansdnick. der diese Zweifel im Augenblick des Sehens wenigstens verstummen ließ. Aber wenn eS so der Kunst der Schauspieler gelang. die Illusion im einzelnen weit über die Erwartungen, dfe yie Lektüre weckt, zu steigern. vermochte sie dem Werk als Ganzem doch keinen neuen Lcbcnsodem einzuhauchen. Zu guter Letzt geht eS dem Zuschauer nicht anders als dein Leser, in die Bewuiiderung mischt sich kopsschüttelndes Ver- wundern. In keines seiner anderen modernen Dramen, auch nicht im Epilog„Wenn wir Toten erwachen" hat Jbien so viel hinein- geheimnist, als eben in den„Solneß". Die Fülle der symbolischen Beziehungen, von denen Persönlichkeit und Schicksal des Baumeisters in dem Stück umrankt wird, schließt sich weder untereinander, noch mit der Handlung zu organischer Einheit zusammen. Das Interesse wird mehr gereizt als befriedigt. Die gehäufte Gedankenlast, der die Figur zum Ausdrucksmittel dienen muß, sprengt die Geschlossenheit des individuellen Umrisses. Der Held des Dramas soll die Angst, die ein an seiner eigenen Schaffenskraft verzagendes Alter vor der nachdrängenden Jugend empfindet, und zugleich die Sehnsucht des Alters nach der Jugend, soll den rücksichtslos zerstörenden Egoismus des ehrgeizigen glückgehärteten Strebers und die grundlos selbst- quälerische Grübelsucht eines überzarten Gewissens, den Höbentrieb phantasievoll-genialen Menschentums und die trüben Phantastereien eines Abergläubischen, die Verrücklheit eines angehenden Monomanen und das große Pathos einer alles wagenden und durch den Tod von jedem Rückschlag irdischer Enttäuschung erlösten Liebesleidenschaft in sich verkörpern. Aber daS komplizierte widerspruchsvoll Ganze all dieser Solneß aufgehalsten Pflichten läßt ihn naturgemäß zu der Erfüllung der allerersten dramatischen Menschenpflicht, eine glaubhaste Individualität zu sein, nicht kommen. Am stärksten tritt der innere Widerspruch im Schluß hervor. E§ wird uns zugemutet, in den Exaltationen der jugendlichen Hilde, die ihren Baumeister in königlicher Positur hoch oben auf der höchsten Zinne seines Turmes zu schauen begehrt, nicht nur eine verstiegene Laune, sondern auch ein Symbol für den Jdealisterungsdrang weiblicher Liebe zu sehen. So weit kann wohl die Phantasie noch mit. Aber wenn Solneß. der betagte Mann, der weiß, daß ihm ein solches Wagnis Kopf und Kragen kosten kann, sich selbst an diesem Kletterbild als einem herrlichen Symbol seiner Liebe und künftigen Größe begeistert, dann bricht die Möglichkeit eines Kontaktes ab. Der Todessturz schlägt denn auch ins Groteske um. Gewiß hat wohl Ibsen hierin an die tiefe Tragik, die alles Streben über unsere Kraft im Sckioße trägt, erinnern wollen. Doch der Aus- druck schließt soviel Willkürliches, soviel Hemmungen in sich, daß die gewollte trogische Erschütterung ausbleibt. Im Rahmen dieser durch das Stück gezogenen Schranken war BafsermannS Solneß eine hervorragende Leistung. Keine volle in sich ruhende Gestalt, aber in jeder der buntschillernden Aeußerungen voll feinsinniger anregender Nuancen. Vorzüglich wirkte, am stärksten im ersten Akte, Ida O r l o s f in der ungleich dankbareren Rolle der Hilde. Die naive Keckheit des kleinen, auf Raub ausziehenden Fräuleins kam mit erstaunlicher Natürlichkeit heraus. Und auch für Hildes Träumereien. wie die ungezügelte Wildheit ihres Tempera- ments fand ste oft überraschend wahre Laute. Unter den Neben- rollen erschien die Kaja des neuen, sehr talentvollen Mitgliedes Hilda H e r t e r i ch am interessantesten. ät. Humor und Satire. Hamm. Mit Frömmigkeit grub man die Unser» ein; Der liebe Gott mag zufticden sein, Ist alle Ehre ihm widerfahren Von feinen Leuten, die dabei waren- Sie wollten im Unglück, das uns geschehen. Sein unerforschliches Walten sehen. fand auch der Pastor sich einen Spruch; äe Bibel ist so ein dickeS Buch, Daraus man seine Erbauung zieht, Wenn armen Leuten recht weh geschieht. Der liebe Herrgott hat wohl getan; So viele Reiche flehten ihn an Und führten auf eine halbe Stunde Den Allerbarmer in ihrem Munde. Um diese Ehre mochte er's wagen Und konnte dreihundert Arme erschlagen. Ludwig Thoma. — Zu früh.„Ich weiß nicht, ob eS richtig ist, den Grafen Zeppelin als den größten Deutschen des XX. Jahrhunderts zu bezeichnen. Es kommen doch noch massenhaft Hohenzollern auf die Welt." — Der glückliche Clown.„Ich bin am 11. November in Donaueschingcn als deutscher Michel aufgetreten. Nee, was Majestät gelacht haben._(„SimPlicissimnS" Notizen. — Wie für die Moral derUutertanen geforgtz wird. Auf Antrag der Münchener Staatsanwaltschaft ist die Uebersetzung des russischen Romans S s a n i n von A r tz i b a s ch e w als unzüchtig beschlagnahmt worden. Wir haben in unserer kürzlich im Unterhaltuugsblalte erschieneucn Besprechung gegen die tendenziöse AuSschlachtung des Romans als Evangelium der russischen jungen Intelligenz energisch Protest erhoben und auch seine künstlerische Bedeutimg nicht allzu hoch eingeschätzt. Auch sonst sind allmählich Stimmen gegen die Ucberschätzimg dieses Buches erhoben worden. Nun greift die Staatsanwaltschaft mit plumper Hand in eine literarische Angelegenheit, verhindert, daß sich die Ansichten klären und erregt im besten Falle die Aufmerksanikeit derer, die auf Verfängliches aus sind, aber bei diesem Buch nicht auf ihre Kosten komnien werden.— Damit die deutsche Einheit des Polizeiknüppcls zwischen Süd und Nord wiederhergestellt werde, hat der Polizei- Präsident von Schöneberg den für Montag, den 33. November, angekündigten Schönheitsabend verboten. — Der Literarische Ratgeber des Kunstwarts, oder wie er jetzt heißt, der Dürerbund-Ratgeber, ist dieses Jahr wieder erschienen. Er will, unbeeinflußt von geschäftlichen Rücksichten (Annoncen), über neue und alte Bücher beraten. Ein halbes Hundert„von Hochschullehrern und anderen Fachmännern" hat bei der Auswahl und Beurteilung der Bücher mitgewirkt. Solange wir nicht einen eigenen literarischen Wegweiser besitzen, ist dieser Führer von den vorhandenen am besten geeignet— natürlich unter gebührender Kritik—, auch in unseren Kreisen zur Orientierung zu dienen. — Die Neue Freie Volksbühne veranstaltet ihr zweites Klafsikerkonzert am Donnerstag, den 3. Dezember, 8llt Uhr, im Blüthnersaale als Mozart-Schubert-Abend. Arbeiter herbeigeführt werden; wir sind uns aber bewußt, daß dies 1 Jahren, 1844 wurde er auf alle Arbeiterinnen ausgedehnt, 1847 1 Abg. Kulerski( Bole): Wir stimmen dem Antrag Albrecht auf für die Industrie nicht unerheblich ist, da vielfach noch eine 10% fem die Verkürzung der Arbeitszeit für alle Arbeiterinnen und die Einbeziehung der jugendlichen Arbeiter, auf allmähliche Einführung und 11 ftündige Arbeitszeit besteht und die Länge der Arbeits- jugendlichen Arbeiter auf 11 Stunden, und am 1. Mai 1848 die des Achtstundentages und Verlängerung des Wöchnerinnenschutzes dauer feineswegs gleichgültig für die Produktion ist. England Beschränkung auf 10 Stunden. Nach dem Niedergang der Char. zu. In bezug auf die Beschäftigung verheirateter Arbeiterinnen fonnte den Schritt, ben wir heute tun wollen, schon vor einem halben tistenbewegung gelang es den Unternehmern zwar wieder, gegen am Sonnabend find wir für die Kommissionsbeschlüsse, eventuell Sahrhundert tun, weil es damals eine Monopolstellung hatte; für diese Beschränkung anzustürmen und einig. Verschlechterungen für den Zentrumsantrag. Wir bedauern, daß die Wirtschaftliche uns aber tommen als Konturrenten England und auch noch andere durchzuführen das Bertrauen der Arbeiterklasse in thre Organi- Vereinigung, die in der Kommiffion für die fortschrittliche Bestim Länder in Betracht.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) fationen war eben nach dem Niedergang der Chartistenbewegung mung gestimmt hat, jest umgefallen ist, obwohl doch in ihren Reihen erschüttert. ein Arbeiterfekretär, Herr Behrens, siht! Staatssetretär v. Bethmann- Hollweg: Auch wenn man Anhänger eines weitgehenden Schußes des Familienlebens ist, fann In England haben wir also von 1844 bis 1850, innerhalb sechs man der Meinung sein, daß die von der Kommission vorgenommene Jahren, die Arbeitszeitverfürzung von 12 auf 10 Stunden, bei uns Differenzierung bon verheirateten und unverheirateten Frauen aber ist seit 1891, also fast seit 20 Jahren, nichts geschehen, und da sehr bedentlich ist. Der Einfluß, den solche Scheidung auf die wird sogar auch vom Vertreter des Zentrums Zetermordio gerufen Samilie ausüben wird, ist noch ganz ungeklärt, auf die Arbeits- und gesagt, die Industrie könne nicht bestehen, wenn wir jetzt unter verhältnisse aber wird er sehr groß sein. Durch die von der Kom- den Zehnstundentag herabgehen. Bereits 1902 sind Erhebungen mission gewählte Fassung:" Arbeiterinnen, welche ein Hauswesen veranstaltet worden, damals haben sich von 84 Gutachtern 66 für zu beforgen haben" werden nicht nur verheiratete Frauen betroffen, die Verkürzung der Magimalarbeitszeit von 11 auf 10 Stunden sondern auch vielfach verwitwete und andere Arbeiterinnen, welche ausgesprochen, und jetzt wollen Sie nicht weiter heruntergehen, ob für unverforgte Kinder zu forgen haben. Es wäre bedenklich, gerade mohl doch der Neunstundentag für eine große Zahl von Arbeitediesen Aermiten und am schlechtesten Gestellten die Arbeitsmöglich rinnen bereits durch die gewerkschaftlichen Kämpfe errungen ist. feit noch zu berringern. Der Antrag des Zentrums erscheint Schon 1902 hatten 53,3 Broz, also mehr als die Hälfte aller Ar sympathisch, aber es fragt sich, wer soll darüber entscheiden, ob die beiterinnen, für sich mehr erkämpft als den Zehnstundentag, und Beschäftigung bis zu acht Stunden betriebstechnisch bedingt ist? ba foll jeht der Neunstundentag undurchführbar sein!? Wenn Herr Nach der Gewerbeordnung könnte darüber nur der Strafrichter Fleischer die Geschichte der Arbeiterschußgefeßgebung in England entscheiden, und das würde doch manche Uebelstände zur Folge nachaelefen hat, so boffe ich, wird er in diesem Punkte sich zu haben.( Sehr richtig! rechts.) Ich würde mich daher für den Un- unjeren Anschauungen bekennen. Mit Erstaunen habe ich bemerkt, trag Ablaß erklären. Sächsischer Bevollmächtigter Bistum v. Einstaedt: Die Kom gebracht sind, die bereits 1883, 1844, 1854 in England damit abdaiz sogar von seiten des Zentrums diefelben Argumente vor miffionsbeschlüsse würden zweifellos dazu führen, daß die ver- gefertigt wurden, daß sie mit den Tatsachen in Widerspruch stehen, heirateten Arbeiterinnen aus den Fabriten entlassen würden. und daß, wenn es sich um das Interesse des Vaterlandes, um die Andererseits find diese Arbeiterinnen meist auf Arbeit außerhalb des Hauses angewiesen. Der Antrag des Zentrums soll jedenfalls Gesundheit der Arbeiterklasse banbelt, der Mehrwertsgebanke des Hauses angewiesen. Der Antrag des Zentrums soll jedenfalls ein Bermittelungsantrag sein, aber ich teile die juristischen Bedenken urücktreten muß.( Rebhafte Zustimmung bei den Sozialbemo traten.) des Herrn Staatssekretärs dagegen und bitte Sie daher, der ReHerr Schmidt- Altenburg scheint nachgeahmt zu haben, was im gierungsvorlage zuzustimmen. Arbeitszeit vorgebracht hat, der die letzte Stunde der Arbeitszeit Jahre 1836 der Nationalöfonom Senior gegen die Verkürzung der als die angab, in welcher der Profit geschafft wird. In dem Kapitel ausSeniors lebte Stunde" ist ihm in Marg Rapital" as führlich geantwortet, er mag es nachlesen, ich will nur eine Stelle aitieren: " Ihr seid gar zu verrüdte Pessimisten, wenn Ihr fürchtet, mit der Rebuftion des Arbeitstages von 11% auf 10% Stunden werde Euer ganzer Reingewinn in die Brüche gehen. Beileibe nicht. Alle anderen Umstände als gleichbleibend vorausgesetzt, wird die Mehrarbeit von 5% auf 4% Stunden fallen, was immer noch eine ganz erfleckliche Rate des Mehrwerts gibt, nämlich 82 Pioz. Die verhängnisvolle lebte Stunde" aber, von der Ihr mehr gefabelt habt als die Chiliasten vom Weltuntergang, ist all bosh"( lauter ungereimtes Zeug). Ihr Verlust wire weder Euch den Reingewinn" noch den von Euch verarbeiteten Kindern beiderlei Geschlechts die Seelenreinheit kosten." Abg. Schmidt- Altenburg( Rp.): Wenn man auf England berAbg. Schmidt- Altenburg( Rp.): Wenn man auf England ver. weist, so ist zu berücksichtigen, daß der Wohlstand und die wirt schaftliche Entwidelung Englands viel weiter fortgeschritten find. Der Abfah, daß Arbeiterinnen nicht zum Transport von Materialien bei Bauten verwandt werden dürfen, ist wohl nur aus ästhetischen Gründen befchloffen worden. Wir lehnen diesen Absatz ab, zumal da die Frauen für solche Arbeiten einen besonderen Lohn be= tommen.(?) Dem Antrag Ablaß werden wir zustimmen.( Bravo! rechts.) " Abg. Schack( Wirtsch. Vg.) bestreitet, daß er vor dem Augen zwinkern des Staatssekretärs zusammengeknickt sei. Ihm käme es vor allem darauf an, etwas zu erreichen. Hierauf vertagt sich das Haus. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Fleischer( 3.) bestreitet gegenüber dem Abg. Stadthagen, daß er den Abg. Schmidt( Soz.) absichtlich falsch verstanden habe. Außerdem habe er ausdrücklich betont, daß er eine weitere Werfürzung der Arbeitszeit für diskutabel halte. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Fortsehung der heutigen Beratung.) Schluß 5% Uhr. Parlamentarifches. Die Lehrerbesoldungskommission des Abgeordnetenhauses feßte am Montag die Beratung über die Altersbesoldungskassen fort. abgab, daß es dem tonservativen Antrag seine Zustimmung nicht Die Frage wurde sehr bald geklärt, da das Zentrum die Erklärung geben könne. Dies veranlaßte den Führer der Freikonservativen zu einem heftigen Ausfall gegen das Zentrum. Er führte aus: Die Saltung des Zentrums gegen die gemeinsame Altersbesoldungskasse würde die Wirkung haben, daß feinerlei Aufbefferung für die Lehrer über die Regierungsvorlage hinaus durchgeführt werden fönnte. Man werde Gelegenheit finden, in der Presse und im zu Wahrscheinlich wird sich aber auch Gelegenheit finden, die LehrerPlenum diese Lehrerfeindschaft in das rechte Licht ju rüden. freundschaft" dieser Herren zu beleuchten! Die Nationalliberalen brachten einen umfassenden Antrag ein, freundschaft" dieser Herren zu beleuchten! dem fich auch die beiden konservativen Parteien anschlossen, der also Aussicht auf Annahme hat. Der Antrag will die Staats zuschüsse zu den Lehrergehältern aufgehoben und neu verteilt wissen. Hierdurch sollen die Mittel gewonnen werden, um Berbesserungen über die Regierungsvorlage hinaus gewähren zu können. Dabei würden die großen Städte ihre bisherigen Zuschüsse, auch die für die 25 Schulstellen, verlieren. Dieser Antrag scheint mit Hilfe der Staatsregierung zustande gekommen zu sein, die die Zahlen lieferte. Der Antrag hat einen bösen agrarischen Pferdefuß; denn den Gemeinden unter 7 Lehrstellen soll der Staatsbeitrag ohne Brüfung der Bedürftigkeit überwiesen werden. Drucksachen. Abg. Henning( f.): Wir sind bereit, aus humanitären Gründen soweit wie möglich für den Schuh der Arbeiterinnen und Jugendlichen einzutreten. Aber wir dürfen den realen Boden der Verhältniffe nicht außer acht laffen. Man darf auch nicht so human" sein, den Arbeitern Wohltaten aufzuzwingen, die sie gar nicht wollen.( Sehr richtig! rechts. Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wünschenswert ist der Achtstundentag für weibliche Arbeiter ge= wiß, aber unsere Industrie kann eine solche Herabsehung der Ara Es ist traurig, daß man bei einer so minimalen Festlegung beitszeit ohne große Schädigung nicht ertragen. Die ArbeiterAus dem Reichstag. Hebersicht der Reichsausgaben organisationen und die Arbeiterausschüsse werden schon bafür sorgen, deffen, was die Gewerkschaften schon errungen haben, auf Argudaß, wo es notwendig und möglich ist, die Arbeitszeit der Arbeite- mente zurückgreift, die in England vor 100 Jahren erhoben wurden, und Einnahmen für das Rechnungsjahr 1907. ( Nr. 1050.) 1. Teil des Berichts der 26. Kommission zur Vorrinnen eingeschränkt wird. Das Verbot der Beschäftigung von jest aber dort befpöttelt und verlacht werden. Ich hoffe, daß selbstberatung des Entwurfs eines Gesetzes betreffend die Abänderung Wöchnerinnen acht Wochen vor der Niederkunft halten wir für ganz der Kollege Schack, der auch nicht einmal versuchte, irgendein Argu finnlos; denn wie soll man acht Wochen vorher bestimmen, wann ment gegen die Dringlichkeit und Möglichkeit eines Neun- und der Gewerbeordnung( gewerbliche Frauen arbeit). die Niederkunft stattfindet? Auch halten wir eine Nichtbeschäftigung Achtstundentages anzuführen, sich eines Besseren besinnt und der Wöchnerinnen sechs Wochen nach der Niederkunft für genügend.( Bravo! rechts,) Abg. Schack( Wirtsch. Vg.): Die Interessenten haben doch Beit genug gehabt, ihre Stellung zu den Kommissionsbeschlüssen zu nehmen, und haben das auch vollauf getan. Wir haben in der Kommiffion dafür gefämpft, die Arbeitszeit der verheirateten Frauen am Sonnabend möglichst zu vertürzen, aber wir geben zu. Saß die geäußerten Bedenken gegen den Kommissionsbeschluß in dieser Beziehung berechtigt find. Die Sozialdemokraten glauben gewiß selbst nicht, daß sie für ihre Anträge eine Mehrheit finden, sie haben sie offenbar nur zur Reklame gestellt.( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Stadthagen( Soz.): Der Herr Borredner meinte, wir glaubten selbst nicht, eine Mehrheit für unseren Antrag auf Einführung des Achtstundentages in einiger Beit zu finden. Es ist wiederholt betont worden, daß dieser Antrag eine Forderung der ganzen Arbeiterklasse ist, die im Interesse ihrer geistigen, fittlichen und körperlichen Gesundheit liegt. Ich würde es lebhaft bedauern, wenn der Block noch start genug wäre, fich gegen solche Anträge zu stemmen. unserem Antrage zustimmt. Bedenken Sie, es handelt sich hier nur um den gesetzlichen Arbeitstag für Arbeiterinnen; für männliche Arbeiter ist mit einer Regelung noch nicht einmal der Anfang ge. macht. Wir sind für die gefebliche Regelung gerade deshalb, um den Gewerkschaften möglichst viel Stämpfe zu ersparen, während Sie uns immer vorwerfen, wir wollen den Kampf.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Unſere weitere Forderung, auch den jugendlichen Arbeitern von 14 bis 18 Jahren die Nachtruhe zu garan tieren, ist ebenso dringlich wie notwendig. In dieser Beziehung find wir hinter England weit zurück, das diesen Schub feit 1833 hat. Beim Vereinsgefen haben Sie angenommen, die Arbeiter feien bis zum 18. Jahre gewissermaßen unmündig, nun schüßen Ste fie wenigftens auch hier bis zu diesem Alter.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aus der Partei. Gemeindewahlen. In Grebel bei Dortmund wurden in der zweiten Abteilung awei Sozialdemokraten gewählt. In Brüninghausen( Wahltreis Dortmund) siegte die Sozialdemokratie in der dritten Abteilung mit großer Mehrheit. In Sölde erhielten ihre Kandi daten in der dritten Abteilung 220 Stimmen, die vereinigten Gegner nur 16. Jm ganz schwarzen Sodingen( Wahlkreis Dortmund) fiegten die sozialdemokratischen Kandidaten in der dritten Abteilung über Zentrum und Polen, die vereint gegen uns borgingen. Unseren Antrag auf einen Gesamtschutz von 12 Wochen für 2öchnerinnen und Schwangere haben wir bereits beim Kranken- Sozialdemokraten drei, auf die Liberalen elf Mandate. Bei den Gemeindewahlen zu Hof in Bayern entfielen auf die Die versicherungsgesetz ausführlich begründet. Er ist dringend not- liberafen Arbeiter unterlagen mit ihrer eigenen Liste. wendig mit Rüdsicht auf die große wendig mit Rücksicht auf die große In Schwabach gewann die Sozialdemokratie von acht Mandaten drei. Säuglingssterblichkeit. In Deutschland sterben durchschnittlich von den Kindern unter einem Jahre 34,7 Proz., in Sachsen sogar 41 Broz. In Köthen wurde zum erstenmal ein Genosse in den Die fozialdemokratischen Stimmen Gemeinderat gewählt. stiegen von 586 bis 630 im Jahre 1906 auf 885- bis 984 bei der diesjährigen Wahl. In Serbien dagegen sterben nur 25 Bros., in Rumänien 30 Prozent, in Italien 25 Broz, in der Schweiz, wo schon ein erhöhter Wöchnerinnenschutz besteht, 19.7 Broz, in Frankreich nur 15,5 Proz. in Belgien 25,3 Bros., in Schweden 15,3 Prog., in Norwegen 15,9 Der Gesundheitszustand des Genossen Goldstein fängt an, sich Prozent, in England 22 Prog., in den Vereinigten Staaten 19,2 Pro gent, in Australien: in Bictoria 14,1 Proz., in Queensland 18,7 allmählich wieder zu heben. Der plöglich erfrankte Genosse ist Brozent, in Südaustralien 16,9 Proz. Auch unser Antrag, die bereits so weit wiederhergestellt, daß er kleine Spaziergänge in Entlassung von Schwangeren oder Wöchnerinnen zu verbieten, ist Freien zu unternehmen vermag. Auch die Gebrauchsfähigkeit der notwendig. Eine solche Bestimmung besteht sogar in Spanien. rechten Hand stellt sich langfam wieder ein. Die Aufnahme irgendDen Grund, daß sowieso anständige Arbeitgeber eine Entlaffung welcher Tätigkeit steht aber noch in weitem Felde. Ein längerer in diesem Falle nicht vornehmen würden, tönnen wir nicht gelten Landaufenthalt dürfte die völlige Genesung, die nicht mehr zu be lassen. Warum wollen Sie die unanständigen Arbeitgeber schußen? zweifeln ist, wesentlich beschleunigen. ( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) Soziales. Ortstrantenfaffen und Sozialdemokratie. Die Hetze gegen die Ortstranfenfaffen, wie sie namentlich von folg gezeitigt. Die erhobenen Anllagen über sozialdemokratische Mißwirtschaft haben sich als völlig haltlos erwiesen. Das muß jest felbst einer der Hauptscharfmacher, Stommerzieurat Meud, zugeben, der eine Zuſchrift an die„ Deutsche Arbeitgeberzeitung" richtet, der wir einige Stellen von allgemeiner Wichtigkett entnehmen: Mein Parteifreund Robert Schmidt meinte, auch die ents fchiedensten Wegner der gefeßlichen Regelung der Arbeitszeit würden doch den Achtstundentag für diskutabel halten. Daraus schließt der Libg. Fleischer mit nicht ganz unabsichtlichem Mißverstehen, wir halten den chiftunbentag nur für bistutabel. Ach nein, Robert Schmidt hat vielmehr fehr deutlich dargelegt, daß wir den Achtstundentag für durchführbar halten, und wir haben sogar geglaubt, baß Sie( zum Zentrum) dafür stimmen werden.( Buruf im Zen trum: Er ist nicht erreichbar!) Ja, Sie müssen durch eine böse Miene bom Regierungstisch aus sich nicht zum Rückzug veranlaßt fehen.( Sehr richtig! bei ben Sozialdemokraten.) Der Achtstunden tag ist sehr wohl durchsetzbar und erreichbar. Wir sind Ihnen im weitesten Maße entgegengekommen. In der Kommission bean tragten wir den Achtstundantag. Sie verlangten dann den Neun Im letzten Absah des§ 137 ist das Verbot der Befchäf. stundentag für verheiratete Frauen. Da haben wir Ihnen erklären tigung bon Arbeiterinnen in Stokereien und beim müssen, daß der Unterschied zwischen verheirateten und under- Transport von Baumaterialien seitens der Kommission vorHeirateten Arbeiterinnen unmöglich ist, denn er würde dem Verbot geschlagen. Diesem Vorschlag bitte ich Sie, zuzuftimmen. In der der Frauenarbeit überhaupt gleichkommen. Wir kommen nun mit Stommission habe ich dargelegt, daß für das System der GewerbeIhrem eigenen Antrag auf den Neunstundentag. Warum ver- ordnung solches Verbot nicht paßt. Der Bundesrat und die Polizei- der Arbeitgeberzeitung" betrieben worden ist, hat bisher keinen ErLeugnen Sie denn jest The Stind?( Zuruf im Zentrum; Für Verbehörden haben nach der Gewerbeordnung das Recht und auch die Heiratete verlangten wir es!) Sehen Sie denn nicht ein, daß der Pflicht, dem weiblichen Organismus fchädliche Arbeiten zu ver auf Verheiratete beschränkte Antrag dahin führen würde, daß bann bieten. Zu diesen gehören insbesondere nach den Gutachten bayes die Berheirateten überhaupt aus der Fabrik und noch mehr in die rischer Gewerbeinspektoren und des Obermedizinalrats Grabsheh Heimarbeit gebrängt würden? Gtwas anderes ist es mit der Ar- die Beschäftigung von Arbeiterinnen im Baugewerbe mit Tragen beitszeit am Sonnabend nachmittag. Da haben wir für schwerer Lasten, wie Mörtel, Stud, Stein, Wasser usw. Der Unfug Ihren Antrag mitgestimmt, denn wenn da der Achtstundentag für un- solcher Arbeit besteht wesentlich in Bahern, ist aber auch nach Oberverheiratete und der Sechsstundentag für verheiratete Arbeiterinnen schlesien, ja nach Sachsen gedrungen. Leider hat der Bundesrat eingeführt wird, so würde das dahin führen, daß allmählich auch die ein Berbot nicht erlassen. In der Sommission regte ich vergeblich Unverheirateten den Sechsstundentag bekommen.( Sehr richtig! ein allgemeines Verbot an gegen alle der Gesundheit der Arbeitebei den Sozialdemokraten.) Jezt aber haben Sie wieder einen rinnen schädlichen Arbeiten, also auch für jeden Transport schwerer Antrag eingebracht, der das Gegenteil erreicht, indem Sie ber. Lasten in gewerblichen oder landwirtschaftlichen Betrieben. langen, daß auch die Verheirateten acht Stunden arbeiten follen, wendig ist es infolge der Untätigkeit des Bundesrats auf diesem wenn es durch das Weiterarbeiten der anderen Arbeiter betriebs- Gebiete, nun wenigstens in dem von der Kommission vorgeschlagenen technisch bedingt ist. Wer soll das denn feststellen?( Sehr richtig! Umfang gesehgeberisch vorzugehen. Ich bitte deshalb, dem letzten bei den Sozialdemokraten. Dieser Zufaß macht es unmöglich, daß Ablaß des§ 137 augustimmen. Ich bitte Sie zum Schlußz überhaupt der Sechsstundentag eingeführt wird. Die Mehrheit in lebhaft, fich von dem Gedanken loszulösen, als ob unsere Anträge Der Stommission bestand aus denen, die den Sechsstundentag für nicht sofort durchführbar sind. Denken Sie daran, daß eine große alle Arbeiterinnen wollten, entgegen denen, die überhaupt nicht die Reihe von Bestimmungen der Gewerbeordnung auf unseren An Verkürzung der Arbeitszeit wollten. Aus welchen Gründen kommen regungen beruhen. Und je mehr Sie den Arbeiterschutz verbessern, Sie( zum Zentrum) denn den letteren entgegen? Wenn Sie ein desto größer wird die Hebung der Vollegesundheit und der geistige Stompromiß machen wollen, so tommen Sie doch uns entgegen, die und fittliche Fortschritt der Arbeiterklasse sein. 1891 bereits wurde wir für alle Arbeiterinnen den Sechsstundentag am Sonnabend die Arbeiterschaft darauf vertröstet, daß in 10 Jahren der Achtwollen. Ihr Zufab aber würde das wieder aufheben, was wir in stundentag fommen würde, und heute ist die Situation ebenso. der Kommission durchgefeht haben. Ich erwarte, daß sich die Mehrheit des Reichstages nicht reattio närer zeigen wird, als vor 70 Jahren die Engländer. Herr v. Rheinbaben warf uns neulich vor, wir sollten den Arbeitern das Waterland nicht berefeln. Ich bitte Sie, machen Sie den Arbeitern das Vaterland dadurch teuerer, daß Sie ihnen den notwendigen Schutz ungedeihen lassen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Not Es wird immer von den großen Mißständen in den Drtsfranfenfaffen gesprochen und es sind auch eine Anzahl Einzelfälle an die Deffentlichkeit gebracht, sieht man aber genauer bin, so macht es den Anfchein, als wenn diese Antlagen über wiegend aus den Kreisen unzufriedener Krantenfaffenärzte und unzufriedener Krantentasjena beamten stammen. In der vom Reichsamt des Innern berufenen Konferenz forderten die antefenden Sozialdemokraten stürmisch die Vorlegung von Belegen für die erhobenen Anklagen und es fonnten teine gebracht werden, mit der einen Ausnahme, daß in einer Strankenkasse der Vorstand den Beamten die Teilnahme an der Maifeier geftattet hatte. Da bürgerliche Kassenvorstände wohl nichts Schlimmes darin sehen würden, den Kaffenbeamten die Teilnahme an der Sedanfeier zu geftatten, so handelt es sich in diesem Falle gar nicht um einen Krankenkassenmißstand, sondern um eine politische Demonstration. Wenn man berücksichtigt, daß in der Konferenz feine mit BeLegen ausgestatteten Anflagen gegen die Ortskrankenkassen vorgelegt werden konnten, und andererseits eine große Anzahl von Arbeitgebern, welche in den Vorständen der Driskrankenkassen sigen, diese Kassen in der entschiedensten Weise in Schutz nahmen, so muß man zugeben, daß es mit den Mißständen in den Orts. trantentassen allau arg bielleicht doch nicht ist." Milde Strafe für Sonntagsruheschänder. Der Abg. Fleischer behauptet: Afte in England die Arbeitszeitberkürzung eingeführt wurde, haben die Verhältnisse dort anders gelegen. England fei ohne Konkurrenz auf dem Weltmarkt gewefen und es sei dort nach dem Niedergang der Chartistenbewegung politische Ruhe eingetreten. All das ist unrichtig. In den Jahren 1883, 1834, in den 40er und 50er Jahren hatte England in weitestem Abg. Giesberts( 8.): Wit Herrn Stadthagen werden wir uns Maße mit der Konkurrenz zu rechnen. Genau wie jebt bei uns über das Maß des Notwendigen und Erreichbaren nicht verständigen. wurde auch dort von den Unternehmern geflagt, ihr lebtes Stünd- Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Gesetzgebung das festlegen lein habe gefchlagen, wenn solche Arbeiterschutzbestimmungen in das soll, was die Praxis als durchführbar erwiesen hat. Die Durch Gesetz hineinfämen. Herr Fleischer möge in der Geschichte der Ar- führung des Achtſtundentages haben nicht einmal die Maurer in beiterbewegung doch nicht den Spuren des preußischen Handels Berlin erreichen können. Bedauern muß ich, daß sich um drei ministers folgen. Auch in England sind die politische und die wirt. Stunden weniger Arbeit am Sonnabend für verheiratete Frauen schaftliche Arbeiterbewegung nicht getrennt gewesen, gerade die eine so grausame Debatte entspinnt.( Sehr gut! im Zentrum.) Chartistenbewegung bat erst die Arbeiterschubgefehe hervorgerufen. Die Entscheidung darüber, ob die Weiterbeschäftigung der Arbeite- bestimmungen angezeigt worden war, wurde ihr Geschäftsführer mun 1832 lebie die Chartistenbewegung auf und dauerte bis 1848. 1833 rinnen betriebstechnisch geboten ist, können sehr wohl die Gewerbewurde der Zwölfftundentag eingeführt für Arbeiter unter achtzehn| inspektoren übernehmen In der am Kottbufer Damm belegenen Filiale des Warenhauses Jandorf arbeiteten in der Nacht vom Sonnabend, den 12. September zum Sonntag eine große Anzahl von Angestellten, die bis 1/3 Uhr nachts bei der Arbeit beobachtet wurden. Nachdem die Firma Jandorf wegen lebertretung der Sonntagsruhefürzlich mit 15 M. Geldstrafe, eventuell 3 Tagen Haft belegt. Diese Strafe erscheint sehr milde angesichts der Leicht ferttgTeit, mit der die ohnehin schon so spärlichen Schutz-- bestimmungen für die Handlungsgehilfen umgangen werden. Für die Untergrabung der Gesundheit der Angestellten durch übermäßige Arbeitszeit und Entziehung der Nachtruhe erscheint eine so niedrige Geldstrafe durchaus unangemessen. Der betreffende Geschäftsführer wird sich hüten, die drei Tage Hast anzutreten. Gegen den Gewinn, den die Firma Jandors aus der Nachtarbeit ihrer Angestellten ge- zogen hat, fallen die 1b M. Strafe gar nicht ins Gewicht. Wie die Arbeitslosigkeit behörlich dekämpft wird, lehrt ein Inserat der Igt Gefängnisverwaltung in Bittrichhausen (Kreis Lennep), das wir in dem Fachblatt„GUntersche Tischlerzeitung- finden. Hier ivird bekannt gemacht, daß sofort 50 Gefangene mit Strafzeit von drei Monaten und mehr zur Beschäftigung durch Unter- uehmer zu vergeben sind. Bewerber werden aufgefordert, versiegelte Angebote bei der genannten Behörde einzureichen. Während Hundert- tausende von Arbeitslosen immer tiefer in Not und Elend versinken, bietet man hier die Arbeitskräste der Gefangenen wie irgend eine Ware aus und vergrößert dadurch noch die Arbeitslosigkeit. Wir leben im Zeitalter der Sozialreform. Die widersinnigen Bestimmungeu gegen die Prostituierten wurden wieder einmal beleuchtet durch eine vor dem Schöffengericht in Halle a. S. stattgehabte Verhandlung gegen die 29jährige Marie G renile. Das Mädchen hatte das Leben im„Freudenhause" satt, beabsichtigte zu heiraten und hatte in der Seifenfabrik von Stephan u. Flügge Arbeit genommen. Als sie aber die Beschäftigung auf- nehmen wollte— so klagte sie vor Gericht— habe man ihr die Papiere wiedergegeben mit dem Bemerken, die Polizei habe nachgefragt, und da sei man zu der Ansicht gekommen:„Solche könnte»nan nicht beschästigen". Das Mädchen, das nun mit der Entfernung aus dem ihr widerlich gewordenen Prostituiertenhause jene schon oft gegeißelten Bestimmungen verletzt hat, wurde zu einer Woche Hast verurteilt.— Der„Erfolg" des polizeilichen Eingriffes ist, daß die Unglückliche, die ehrlichen Erwerb und den Weg zur Besserung suchte, wieder auf den Weg des Ver- derbens getrieben werden kann.— So heilt man die Schäden der Prostitution.________ Hus der frauenbcwegimg. Ein eigenartiges Plaidoyer für das Franenwahlrecht. Ein wegen seiner Form interessantes Plaidoyer für das Frauen- Wahlrecht finden wir in der englischen Arbeiterinnenzeitung„The Women Worker". Es ist eine Plauderei des sozialistischen Schrist- stellers Robert Blatchford. Die Nutzanwendung auf deutsche Ver Hältnisse zu finden, wird Lesern und Leserinnen des Artikels nicht schwer fallen. Genosse Blatchford schreibt: Meine Frau war auf vierzehn Tage nach Nordengland verreist gewesen. Sie kam bleich und abgespannt zurück nach einer Fahrt von 200 Meilen, sie hatte Schnupfen, Kopfweh, und ihr Herz saß ganz schief. Auch ivar sie hungrig, denn sie hatte seit dem Frühstück nichts genossen, und es ivar acht Uhr, als sie ankam. Was tat sie nun? Stürzte sie in meine Arme und rief:„Mein Liebling, ich habe Dich so sehr entbehrt?" Nein. Sank sie in einen Stuhl und sagte:„O, ich bin ganz erschöpft. Gib Du mir eine Tasse Tee?" Nein. So ist sie nicht geartet. Sie ging in das Borderzimmer und als sie eintrat und wir uns crhoberi. um sie zu begrüßen, sagte sie:„Run, ich glaube nicht, daß in der Ecke hinter dem Pianino der Staub weggewischt worden ist, seit ich das Haus verließ." Dann duldete sie mit zerstreuter Miene, daß eine ihrer Töchter fie küßte, aber bevor noch die andere zum Angriff übergehen konnte, segelte sie schon in die Küche, fragte, ob die grüne Steppdecke gewaschen wäre, bemerkte, daß am Messerputzer eine Schraube loS war und sagte, die Scheuerfrau könnte am Donners- tag kommen. „Lege doch ab und nimm etwas Abendbrot zu Dir," sagte ich. Meine Frau löste ihre Boa, zog eine Nadel aus dem Hut und /agte in mütterlich strengem Tone zu mir:„Hast Du auch reine Socken an?" Und es gibt Männer, die denken, daß man den Frauen das Stimmrecht nicht geben sollte!— Das Stimmrecht! Ich bitte darum, ein Amendement vorschlagen zu dürfen. Ich schlage vor, daß in Anbetracht der Tatsache, daß die Frauen unser Haus, unsere Familie und uns selbst so geschickt, pünktlich und erfolgreich versorgen, wir gut daran täten, die Männer aus dem llnterhause zu entfernen und ihre Plätze mit Parlainentarierinnen zu besetzen. Glaubt Ihr, Ihr ungalanten und törichten Männer, daß die Frauen, die Haus und Familie versorgen, einen Mann ernähren. beraten und ermahnen, sich und ihre Kinder kleiden und für zehn Mark mehr Waren einkaufen als ein Mann für 20 Mark jenials kaufen könnte, daß diese Frauen nicht besser geeignet sind, da? Land zu regieren und die Nationaleinkiinfte zu verwalten, als die 670 rülpsenden, schwatzenden und faullenzenden männlichen Wesen, welche weder die Kinder ernähren, noch die Frauen schlitzen, noch Arbeit für die Männer schaffen können? Trollt Euch, sage ich. Trollt Euch! WaS wir brauchen, ist ein Parlament britischer Matronen.— Außerdem... Außerdem arbeitet eine Frau nicht so viel nach Formeln und »ogischen Prinzipien wie der Mann. Sie läßt ihren, gesunden Verstand mehr Spielraum. Sie trifft ein Problem, wie ein Sportsmann einen Vogel, ohne langes Ziele», vielmehr instinktiv abdrückend. Setzt ein Frauenparlament ein, damit es die Arbeitslosenfrage behandele oder damit es die Mittel finde für die Speisung der Schulkinder. Die Frauen werden von Nationalökonomie nicht so- viel verstehen wie die Männer; sie werden eine holde Unkenntnis Ricardos, JevonS und Mills zeigen; sie werben so wenig vom römischen Recht oder der Eroberung von Peru wissen und verstehen. Ivie wir von Fruchlmarmelade oder Chiffonichleiern verstehe» oder wisien; aber sie werden über die wesentlichen Punkte voll- kommen klar und entschieden denken. Es genügt ihnen, daß die Kinder unglücklich sind, daß dies eine Sünde und Schande ist und daß die Dinge nicht so bleiben können. Sie werden reden und Lärm schlagen, sie werden sich auch einmal widersprechen; aber in weniger Zeit als unser Unterhaus braucht, um zu beschließen, daß die Tcühter eines Methodisten gegen ihren Willen nicht einem römisch» katholischen Goitesdicnst bei- zuwohnen braucht, wird ein Frauenparlament alle Kinder in Eng- land gewaschen und gekämmt, gespeist und getränkt und in reinen Kleidern und trockenen Schuhen zur Schule gescbickt haben. Warum machen die Männer so viel Wesens davon, daß sie ins Parlament gehen? Wir machen uns keine Gedanken über den Waschtag und den Kaminteppich im Schlafzimmer und die Bäcker- rechnung. Wir würden die häusliche Ordnung nur durcheinander bringen, wenn wir es versuchten. Im parlamentarischen Haushalt haben wir es nicht besser gemacht. Seht Euch Herrn Asquith an, Herrn Lloyd George, Herrn Gladstone, Herrn John BnrnS I Wozu find sie nütze? Ihr Lieblingswort ist:„unmöglich". Unsere Frauen würden alle ihre„Unmöglich" in einer Session in vollendete Tat- fachen verwandeln. Wir schwatzen vor dem Winkel hinter dem Pianino. Es gibt Winkel in unserer Reichsverfassung, wo sich der Staub seit Jahr- Hunderten angesammelt hat. Wie viel Zeit ivürden wohl unsere Frauen dazu brauchen, um das Oberhaus zu säubern?— Ein S-zialrcsormer zur Dienftbotcustage. In Köln redete vieser Tage im Verein für S o z i a l r e f o r in der Vorsitzende der Aachener Ortsgruppe. Professor Dr. Kahler. Es ist begreiflich, daß der Herr sich stellenweise in Bahne» bewegte, die der bürger lichen Sozialreform nicht zuwiderliefen. Vielfach erg'ng et sich jedoch in Ausführungen, die geradezu philisterhaft waren und den engherzigsten„Herrschaften"standpunkt hervorkehrten. In der Dis- kussion traten dein Herrn denn auch drei Redner entgegen, die ihm entschieden widersprachen. Dadurch in Rage gebracht, legte er im Schlußwort in einer Weise gegen die Dienstboten los. wie eS sonst nur auf dem Kaffeeklatsch befchränktester Bourgeoisdamen geschehen mag. Der Herr Professor erzählte, daß seine beiden Dienstmädchen in einer Woche mehr Butter gebraucht hätten als im ganze» übrigen Haushalt verwendet worden sei; cS fei ihm sogar ein Fall bekannt, wo ein Dienst- Mädchen in kurzer Zeit so üppig geworden sei. daß ihm an den Kleidern die Nähte platzten.— Tiefer als auf daS Niveau des ödesten KaffeekränzchentratscheS kann man als«Sozialreformer" allerdings nicht sinken._ Franenbewegmig in Böhme». In Bodenbach tagte am vorletzten Sonntag die erste Konferenz der sozialdemokratischen Frauen in Dentsch-Böhmen. Es waren nicht weniger denn 64 Delegiertinnen und viele Frauen als Gäste er- schienen. Außerdem hatte die deutsche und die slavotschechische Partei- leitung ihre Vertreter entsandt. Beschlossen wurde, überall, wo es möglich ist, politische Frauenorganisatioiren zu gründen, welche die besondere Aufgabe haben, die Frauen und Mädchen zur politischen Tätigkeit heranzuziehen nnd somit auch den Gewerkschaften zuzn- führen. Der Monatsbeitrag soll 30 Heller betragen, wofür die Frauen die„Arbeiterinnen-Zeitung" geliefert erhallen. Gerade diese neueste Gründung der Arbeiterklasse wird sehr viel dazu beitrage». die nationalen Gegensätze, die ja auch in der Arbeiterschaft nicht fehlen, auszugleichen. Politische Aufklärung bringt eben auch Klar- heit über die nationalen Fragen. Ckrlcbts- Leitung. Ein Meineidsprozeß gegen einen Lehrer gelangte in der gestrigen Schwurgerichtsperiode des Landgerichts I zur Verhandlung. Auf der Anklagebank mußte der Gemeindeschnl- lehrer Gustav Etzerodt zu Borsigwalde und die Geschäftsinhaberin Minna Lippert geb. Füllgrabe Platz nehmen. Die Anklage gegen Etzerodt lautete auf Meineid in zwei Fällen und gegen die Mit- angeklagte auf Anstiftung zum Meineide. Am 8. Juli d. I. erschien der Angeklagte Etzerodt bei der Kriminalpolizei mit der Angabe, daß er zwei Meineide geleistet habe. Er wurde einstweilen in Haft genommen. Da diese Selbstbezichtigung etwas sonderbar erschien, wurden sofort Ermittelungen angestellt, die folgendes ergaben. Der Angeklagte Etzerodt Ivar am 3. Juni 1905 in einer Ehescheidungs- klage, welche die Mitangeklagte Lippert gegen ihren Ehemann an- gestrengt hatte, vor dem Landgericht I als Zeuge geladen. Der Ehemann Lippert hatte Widerklage erhoben und diese mit Ehebruch begründet. Etzerodt sagte damals unter seinem Eide aus, daß er niemals mit der Frau L. in näherem Verkehr gestanden habe. In einem zweiten Termin am 4. November beschwor Etzerodt, daß er angeblich gesehen hatte, wie der Ehemann L. seine Frau mißhandelte. Etzerodt behauptete vor der Polizei und blieb auch später vor dem Untersuchungsrichter dabei, daß er diese beiden Eide auf Anstiftung der Frau L. wiffentlich falsch geschworen habe. Der Angeklagte wurde dann.svüter gegen eine Sicherheit von 5000 M. aus der Unrersuchungstzaft entlassen. In der gestrigen Verhandlung ergab sich folgender Sachverhalt: Frau L. vermietete an den Angeklagten ein möbliertes Zimmer. Schon nach kurzer Zeit kam es zwischen ihm und der zehn Jahre älteren Frau zu einem intimeren Ver- kehr, der sich dann über zwei Jahre hindurch hinzog. Schließlich kam der Ehemann L. hinter die Untreue seiner Frau und leitete die Scheidungsklage ein.— Vor Gericht behauptete der Angeklagte, daß er vollständig unter dem Banne der Frau L. gestanden habe, während diese wiederum bestritt, ihn beeinflußt oder angestiftet zu haben.— Die Geschworenen bejahten bezüglich des Etzerodt die Schuldfrage nach Meineid in einem Falle unter Anwendung des strafmildernden§ 157i des Strafgesetzbuches. Gegen Etzerodt lautete das Urteil auf sechs Monate Gefängnis, unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Frau Lippert wurde freigesprochen._ Eine Bluttat, die am 4. September in Eharloltenburg im Hause Wallstraße 14 sich abspielte und auf verschmähte Liebe zurückzuführen ist, be schastigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts III in de: ersten Sitzung seiner neuen, unter Vorsitz des LandgcrichtsdirektorS Neichhelm begonnenen Tagung. Auf die schwere Anklage des ver- suchten Mordes hatte sich der Friseurgehilfe Wilhelm Wndick zu verantworten. Dieser bisher unbestrafte und harmlos aussehende junge Mann hatte am 7. Februar eine Bekanntschaft mit der Ar- beiierin Emma Marsch gemacht. Sie gefiel ihm. Man traf sich öfter, ging zusammen spazieren und suchte auch gemeinschaftlich Schanklokale auf. Das Mädchen fand keinen rechten Gefallen an ihm und wurde immer abweisAider zu ihm. Er lauerte ihr wieder- holt auf, wenn sie von der Fabrik in der Franklinstraße nach Hause ging, und versuchte das. was er in Güte nicht erreichen konnte, nun durch Drohungen zu erreichen. Er drohte dem Mädchen wiederholt daß er sie und einen etwa von ihr bevorzugten Liebhaber erschießen würde und schlug sie eines Tages auch in Liebesraserei mit einem Stock über den Kopf. Am 4. September suchte der Angeklagte das von ihm verfolgte Mädchen in der Wohnung ihrer Freundin auf Dort öffnete ihm die Marsch. Sie floh, als sie den Angeklagten vor sich stehen sah, mit dem Rufe:„er schießt!" in die Küche zurück. Der Angeklagte verfolgte sie mit vorgehaltenem Revolver und gab plötzlich einen Schuß ans sie ab, der sie zu Boden streckte. Dann entfloh er, und es fielen bald daraus noch zwei Schüsse, die der Angeklagte angeblich auf sich selbst gerichtet hatte, ohne zu treffen. Er wurde bald nach der Tat festgenommen. Die Angeschossene wurde nach dem Krankenhause auf Westend transportiert. Sie hatte einen von hinten schräg nach vorn gehenden Schuß in die linke Brustseite erhalten. Nach dem Gutachten des Oberarztes Dr. Neupert ist dabei die Lunge leicht verletzt worden. Fräulein Marsch konnte am 24. Oktober in arbeitsfälligem Zustande aus dem Krankcnhause entlassen werden, und nachteilige Folgen sind für die Zukunft für sie aus der Verletzung nicht zu befürchten. Die Ge- schworcncil gaben ihr Verdikt nur aus schuldig Weyen gefährlicher Körperverletzung unter Zubilligung mildernder Umstände ab. Der Angeklagte wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Verlammlungeti. Massenprotest der Lithographen und Steindrnckcr gegen die neuen Stcuerpläne. Die Lithographen, Steindrucker und verwandten BenifSgenoffen protestierten am Freitag in einer Massenversammlung gegen die neuen Sleuerplänc der Reichsregiernng, vor allem gegen die Tabak- banderolensteuer und die Plakalsteuer. die, wenn sie wirklich bescblossen werden, das Sieindruckgewerbe aufs schwerste schädigen müssen; Taufende von Arbeitern und Arbeiterinnen mit Vernichtung ihrer Existenz bedrohen. Die Masse der Bernfsangehörigen hat offenbar diese Ge- fahr begriffen, denn die Versammlung war so zahlreich besucht, daß der große Saal des GewerkfchaftshanseS kaum Platz genug bot. Zunächst hielt der Reichstagsabgeordnete Hermann Molken- b u h r einen inhaltreichen mld feffeluden Vortrag über die Zoll- Politik, die neue Reichsfinanzreform und die Arbeiterschaft. Der Redner schilderte aussühr- lich, wie sich im Deutschen Reiche daS System der in- direkten Steuern, der Finanz- und Schutzzölle allmählich entwickelte, wie die Lasten, die so dem arbeitenden Volke auferlegt wurde», immer mehr ins Uiigeheure wüchsen, und wie gleichwohl das Reich, das bei seiner Geburt mit den 5 Milliarden Frank Kriegsentschädigung gesegnet war, vor allem durch die grenzenlosen Ausgaben für Heer und Marine. Kolonial- und Weltpolitik an den Rand des Bankrotts getrieben wurde. Der Redner zeigte auch, wie empörend ungerecht dieses Steuersystem samt der Liebesgaben- wirtschnst ist, wie verderblich besonders die Tabaksteuer und die fortgesetzte Beunruhigung der Tabakindustrie auf die Arbeiterschaft dieser Industrie gewirkt hat, und welche ichlinnnen Folgen die vor- geschlagene Banderolensteuer bringen muß, die als Wertsteuer gleich- sain eine Prämie ans Lohnherabsctzungen bilden und, da die Tabak- industriellen natürlich vor allem auch an der Ausstättnng sparen werden, nebenbei auch das Steiudrnckaewerbe außerordentlich schädigen wird. ebenso wie die geplante Plakatsteuer. Scharf krinsierte der Redner auch die übrigen Steuerpläne sowie der Abneigung der Regierung und ihres Anhanges, das so gewaltig gewachsene Vermögen der Besitzenden zu den Lasten des Reiches heranzuziehen. Er schloß mit den Worten, daß mit diesem ganzen Regierungssystem gebrochen werden muß, um der bankrotten Fmanzwirtschafr ein Ende zu machen. Hierauf sprach der OrganisationSvertreier Haß über die Wirkungen der geplanten Tabakbau deroleu- und der P l a k a t st e u e r. Er führte unter anderem anS, daß das Steindruckgewerbe schon ungeheuer unter der Einführung de» bestehenden Zollivuchcrtarifs gelitten hat, die eine Reihe von Staaten wie Frankreich, Oesterreich. Belgien, Italien, die Schweiz veranlaßte, so hohe Steuern auf die Erzengnisse des deutschen SteindruckgewerbeS zu legen, daß damit die wichtigsten ans- ländischen Absatzgebiete verschlossen wurden. Selbst in Nordamerika macht sich jetzt eine Strömung zur Erhöhung der Steuer auf diese Produkte geltend, und Rußland produziert selbst schon in solchem Umfange, daß in diesem Artikel kein Geschäft mehr für die Deutschen zu machen ist. So wird daS deutsche Steindruckgewerbe immer mehr auf den Inlandsmarkt angewiesen. Die Arbeitslosigkeit wächst immer mehr an, die Gewerkschaft bringt immer gewaltigere Summen ans. um die Massen der Arbeitslosen zu unter« stützen, aber ein Finanzminister schämt sich nicht, diese Kulturarbeit der Gewerlschaften zu verdächtigen und ver- sucht sie zur Begründung seiner ungeheuerlichen Steuer- Pläne auszunutzen, ivelche dem Steindruckgewcrbe nun auch den In- landSmarkt gewaltig einschränken sollten. Eine große lithographische Anstalt für Tabakpacknngen in Hanau läßt jetztbereits mit Rück- d.icht auf die geplante Banderolensteuer ihre samt- lichen Fabrikate, die früher in 8Farben gedruckt wurden, sreifarbig herstellen. Die Tabakindustriellen sparen also jetzt schon an der Ausstattung, um auf die Steuer gerichtet zu sein. Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen werden natürlich arbeitslos gemacht, wenn diese Steuer kommt, und dieselbe Wirkung muß die Plakat- steuer mit sich bringen. DaS Organ des Unternehmer» schutzverbandes für das Steindruckgewerbe, dessen Vorsitzender der blockliberale Abgeordnete Dr. Gerschel ist, schreibt bereits. daß infolge der Steuer Entlgssungen stattfinden müssen, und daß dann das Ueberau gebot von Arbeitskräften erhebliche Lohnrcduktionen zur Folge haben werde. Die Unternehmer bereiten sich also sclwn darauf vor, die Lasten der Steuer auf die ArbeiteN'chaft des Berufes abzuwälzen.— Der Redner wies am Schlüsse seines Vortrages darauf hin. wie notwendig unter diesen Umständen die gewerklchastliche wie die politische Organisation ist. Die Versammlung spendete beiden Rednern lebhaften Beifall und nahm einstimmig folgende Resolution an: Die im großen Saale des Gewerkschaftshauses tagende Lffentlickie Versammliing der Lithographen, Steindrnckcr und ver- wandten Berufe Berlins protestiert nach Anhörung eingehender Referate über die Finanzreform auf das entschiedenste gegen die Steuerpolitik der Reichsregiening, insbesondere gegen jede Er- Höhimg der Taboksleuer, des Tabakzolles, der Einführung der Banderolestener»nd der geplanten Plakatsteuer. Alle diese Steuerprojekte würden»ach fachmännischer Be- rechnung als Gesetze die Produktion der lithographischen Er» zeugnisse ganz erheblich einschränken. DaS Gewerbe hat durch die bisherige Zoll- und Handelspolitik des Reiches bereits so gelitten, daß eine weitere Einschränkung der Produktion dem Ruin dieser Industrie gleich käme. Die Folgen dieser Politik machen sich schon jetzt durch große Arbeitslosigkeit bemerkbar, die den nie erreichten Stand von mehr als 10 Proz. der im Gewerbe Beschäftigten ausmachen, Tie Versammlung erwartet deshalb vom Reichstage die Ab- lehnung der gewerbe- nnd volksfeindlichen Regierungsvorlagen. Die Stukkateure Berlins hielten am Donnerstag ihre Mit- gliederversainnilung ab. BerbandSvorsitzender Krebs referierte über das Genter System der Arbeitslosenunterstützung und über die Krise im Stukkateurberuf. Redner schilderte die ungeheure wirtschaftliche Depression, unter der auch das Baugewerbe leidet, und wies dann auf die unumgängliche Notwendigkeit hin, aus all- gemeinen Mitteln im Verein mit den Gewerkschaften eine Arbeits- losenunterstützung einzurichten, die es ermöglicht, einigermaßen wenigstens der großen Not in den betroffenen Schichten zu steuern. So wie im Krankenkassenwesen ist es auch in der Frage der Er. werbslosenunterstützung die organisiert? Arbeiterschaft gewesen, die den Anstoß gegebe» hat. Redner gibt eine Skizze des vorgenannten Genter Systems, schildert, wie dort, unter Aufwendung von öffent- lichen Mitteln, zu denen alle Bürger beisteuem, eine solche Unterstützung ins Leben gerufen ist. Straßbnrg i. Elf. folgte dem Bei- spiel, und der Magistrat überwies die bewilligten Mittel an die Geivcrkschaften zur Auszahlung an die Arbeiislosen. Allerdings werden nur organisierte Leute unterstützt. Die Gemeinde richtet sich ganz nach den Satzungen der Gewerkschaften. Man sage nun. eS müßten doch eigentlich die Ausgesteuerten unterstützt werden. Das ist aber eine Frage, die erst in zweiter Linie zu erwägen ist, die aber in Zukunft wohl auch noch gelöst wstd. Bei Streiks, Aussperrungen usw. wird nichts aus öffentlichen Mitteln gezahlt. Die Gewerkschaften haben sich diesen Satzungen angeschlossen, er. Redner, könne nur dasselbe tun. Der Zuschuß aus Gemeinde- Mitteln wird nur an solche gezahlt, die mindestens ein Jahr in Stratzburg ansässig sind. Für Berlin wüßte» natürlich die Vororte mit einbegriffen werden. Der Zuschuß hört auf, wenn die Arbeitslosigkeit aufhört, was ganz selbstverständlich ist. Das System kommt nur für die Berufe in Geltung, die die Arbeitslosen- Unterstützung schon auö eigenen Mitteln eingeführt haben. Bei den Stukkateuren trifft dies nicht zu, doch sei dies für sie kein Grund, eine solche Einrichtung abzulehnen, sondern der Verband muß ebenfalls darangehen, die Arbeitslosenunterstützung einzu- führen. Hier muh sich die Solidarität bewähren. Die Kassen- und Geschäftsführung muß bei einem derartigen System getrennt sein, was jedem sofort einleuchten muß. wenn es auch absolut aus- geschlossen wäre, daß städtische Mittel zu anderen Zwecken ver» wendet würden. Ein« regelrechte Durchsicht unserer Bücher wäre ja technisch absolut nicht inoglich; cS könnte sich nur um Stichproben bandeln. Damit sind alle Bedenken in dieser Richtung hinfällig. Es ist schon ein Fortschritt, daß die einsichtigen Elemente des Bür- gertums das Genter System befürworten, hieß es doch gewöhnlich, derartiges wäre eine Prämie für die Faulheit. Das Abtragen von Angern und dergleichen sei unzureichend und kommt für fach- gewerblich vorgebildete Arbeiter nicht in Betracht. Leider werden große Arbeiten, Bauten usw. immer zurückgestellt von den Be- Hörden. Die Arbeitslosenunterstützung wird auch noch im Stukka- teurberuf kommen, dann wird das Genter System auch für uns Bedeutung erlangen. In der nachfolgenden Diskussion machten mehrere Redner Be- denken gegen einzelne Satzungen dieser Einrichtung geltend, die aber im Schlußwort von dem Referenten zerstreut wurden. Daran schlössen sich Erörterungen internen Eharakters. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck«.Verlag-Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 Heute Dienstag beginnt unser Großer Weihnachts- Verkauf hervorragend preiswerter Artikel Auf unsere bekannt billigen Preise verabfolgen wir bei Einkäufen Kostümröcke 1.95, 2.95, 3.95 Barchent- u. Velourblusen 95 Pt., 1.95, 2.95 Farbige Stoffblusen mit Krawatte, sehr elegant. 2.95 Weisse Wollbatistblus, 2.95 Eleg. Spitzenblusen 6.75 Kinder- Pyjacks do. Doppelte Rabatt- Marken 2.95 warm ge- 4.75 füttert. welche Kleider- Roben in Präsent- Kartons 1.75, 2.75, 3.50 Kleider- Roben in Präsent- Kartons, schwarz u. farb., Wert bis 10.00 5.70 Linon- Taschentücher mit farbig. Streifen,/ Dtzd. 95 Pt. Seidenbatist- Taschentücher für Damen u. Herren, ½, Dtzd. 1.15 Batist- Taschentücher mit Buchstab.. Stück 18 u. 22 Pt. Gestr. Kinderkleidch. 95 Pt. Gestrickte reinwoll, Korsettschoner. 48 Pf. Unterröcke arniert Volant 2.95 Halbtuch Moiré Pa. 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So ist die„ robe" ausgefallen, die sie vor aller Welt ab Die Gewerbegerichtswahlen für Berlin wurden am Sonntag schaftskommission wenden müssen, die es dann durchseßte, daß noch legen wollten! Nach Maßgabe der erzielten Stimmenzahlen verteilen die neu zu vergebenden 70 Beisigermandate sich so fortgesetzt und beendet. Am Freitag waren die Arbeitgeberbeisiger im letzten Augenblick die Legitimation gewährt wurde. Während der Wahlhandlung muß bei den Wahlen der Arbeit auf die Parteien, daß die freien Gewerkschaften gewählt worden, am Sonntag war die Wahl der Arbeitgeberbeisiger die Agitation der Parteien sich darauf beschränken, mindestens 64 bekommen, während den Hirschnehmerbeister zu vollziehen. Ihr wurde mit besonderer vor den Wahllokalen den Wählern die Stimmzettel mit einem Duderschen ganze 3 und den Christlich- Nationalen ganze 2 zufallen. Spannung entgegengesehen; denn diesmal sollte ja die Macht und letzten Wort der Empfehlung anzubieten. Wählerlisten gibt's ja Bleibt noch ein Mandat übrig, von dem man einstweilen noch nicht Herrschaft der freien Gewerkschaften so hatten unsere Gegner nicht, ein Heranschleppen saumiger Wähler ist hier also taum mög- sicher sagen kann, wer es zu beanspruchen hat. Erst aus den endgebrochen werden. So Großes erwarteten die licht. Die Werbearbeit vor den Wahllokalen wurde am gültigen Ziffern amtlicher Feststellung wird zu ersehen sein, ou es Hirsch- Dunckerschen, die Christlich- Nationalen usw. von dem Ver- auffälligsten von den Hirsch- Dunderschen betrieben. Sie priesen der Liste II der Wiesenthaler zufallen wird, die nach Maßgabe ihrer hältniswahlverfahren, das in Berlin eigens zu dieſent ihre Liste III nicht nur mit möglichst lauter Stimme an, sondern Stimmenzahl noch kein halbes Mandat wert ist. Bürgerliche Zweck für die Gewerbegerichtswahlen eingeführt worden war und auch durch Platate, mit denen sie sich behängt hatten. Die Christ- Blätter geben etwas andere Ziffern und melden, Liste I habe sogar nun hier zum erstenmal erprobt werden sollte. Die Agitation vor den Wahlen war mit einem Eifer be lich- Nationalen ließen ihre Liste IV vorwiegend durch Personen 65 Mandate zu beanspruchen, so daß Liste II und V( technische trieben worden, wie man ihn seit Bestehen des Berliner Gewerbe- anbieten, die anscheinend aus den Betstuben der Jünglingsvereine Angestellte) ganz leer ausgehen müßten. Jedenfalls ist durch den Ausgang dieser Wah! erwiesen, daß herbeigeholt worden waren. Für Liste III wurde übrigens auch gerichts noch nicht gesehen hat. Infolgedessen war auch die Be an den Anschlagfäulen geworben. Ein großes rotes Plakat re- den freien Gewerkschaften die beherrschende teiligung der Arbeiter bevölkerung an den Bei- nommierte dreist:„ Jeder Berliner Arbeiter wählt Liste III, Stellung, die sie bisher am Gewerbegericht fiberwahlen so außerordentlich stark, wie nie zuvor. Deutsche Gewerkvereine." Die drollige Marktschreierei hatten, durchaus zukam. Die Berliner ArbeiterbevölkeDie Kampfesstimmung, die in die Wähler hineingetragen worden wurde von den Wählern viel belacht. Stopfschüttelnd lasen sie das rung hat mit überwältigender Mehrheit den freien Gewerkschaften war, hatte bei den Mitgliedern der freien Ge- Plakat und gingen dann zum Wahllokal, um Liste I, die Liste der aufs neue ihr Vertrauen bekundet. Selbst unter dem Verwertschaften das alte Pflichtgefühl gewedt, hältniswahlverfahren, dessen Einführung all unsere das sie auf ihre Posten rief. Unter dem Verhältniswahlverfahren Als in den Wahllokalen die mühselige Arbeit des Stimmen Gegner au äußerster raftentfaltung ange. kommt es ja auf jede Stimme an, im vollsten Sinne des Wortes. zählens vorgenommen wurde man kann sich denken, was spornt hat, sind von 70 Mandaten auf die Minderheiten nicht Gewählt wurde diesmal in ganz Berlin, während unter dem bis- es bedeutet, 3000-4000 Stimmzettel zu entfalten und zu zählen mehr als 6 entfallen, die im übrigen durch unseren Gewinn an herigen Verfahren alle zwei Jahre je ein Drittel der Stadt zur verlängerten sich bald die Gefichter all der kleinen Schreier, die Mandaten der Arbeitgeberbeifiber mehr als aufgewogen werden. Wahl ging. Vor zwei, vier und sechs Jahren waren zusammen zum„ Sturm" gegen die Schanzen der freien Wir können zufrieden sein mit dem Ausfall dieser Wahlen, zuInapp 23 000 Stimmen für die ganze Stadt abgegeben worden, Gewerkschaften gerufen hatten. Hier ist das Ergebnis, frieden mit dem Ergebnis des„ fröhlichen diesmal aber wurden über 83000 Stimmen abgegeben. dem zur Vergleichung für jeden Bezirk die Stimmenzahl der letzten agens", zu dem ein prahlerisches Flugblatt der HirschIhren Prozentanteil an der Gesamtzahl der Wahlberechtigten der Gesamtzahl der Wahlberechtigten Wahl beigefügt ist: fann man natürlich nicht Berechnen, weil bei den Gewerbegerichtswahlen, wie bekannt, für die Arbeitnehmer keine Wählerlisten angefertigt werden. freien Gewerkschaften, zu wählen. -Abgegebene Stimmen für 1908 Wahl- Liste Liste Liste Liste Liste Un über Vorige II. III. IV. V. gültig haupt Wahlen Für diese gewaltige Wählermasse waren nur 48 Wahl- bezirk ftellen eingerichtet worden, an denen sie in fünf Stunden abgefertigt werden sollte. Das hatte zur Folge, daß während der Wahl das Straßenbild in der Umgebung der Wahllokale sehr viel auffälliger beeinflußt wurde als bei anderen Wahlen. In denjenigen Stadtteilen, die fast ausschließlich von Arbeitern bewohnt werden, in den Außenbezirken des Südens, Südostens, Ostens, Nordostens, Nordens, Nordwestens, ergoß sich in die Wahllokale ein nicht endentvollender Strom von Wählern. Die Zahl der abgegebenen Stimmen war an vielen Wahlstellen über 2000, an manchen über 3000, an einigen sogar über 4000. In solchen Bezirken erwiesen sich in den Stunden des stärksten Andranges die Wahllokale meist waren es Turnhallen von Gemeindeschulen als viel zu klein, die Zahl der Wartenden zu fassen. Hunderte standen in Reih' und Glied bis hinaus auf den Hof und die Straße und schoben sich langsam vor bis zu dem Wahltisch, den mancher erst nach stundenlangem Ausharren erreichte. Solche Zustände dürfen sich nicht wiederholen. Bei fünftigen Gewerbegerichtswahlen wird der Magistrat durch Einrichtung einer sehr viel größeren Zahl von Wahlstellen dafür sorgen müssen, daß die Wahlhandlung sich überall in flottem Tempo abwideln kann. Erträgliche Zustände fanden wir nur in Bezirken des Stadtinnern und des Westens, wo die Arbeiterbevölkerung ganz spärlich vertreten ist. Bezirk 4 ( westlicher Teil des Potsdamer Viertels) brachte es nur auf 260 Stimmen, die kleinste Zahl unter allen Bezirken. Sein 28. Gegenstück ist Bezirk 47( nördlicher Teil des Weddings), der mit 29. 4540 Stimmen die Höchstzahl hatte. In manchen Bezirken mit solchen und ähnlichen Beteiligungsziffern mußte die Wahlhandlung nach dem um 3 Uhr erfolgten Schluß der Wahllokale noch stundenlang fortgesetzt werden, bis der letzte anwesende Wähler seine Stimme abgegeben hatte. 62421 111111111 Dunderschen aufgefordert hatte. Amüsant ist übrigens, daß die Volks- Zeitung" aus den Kreisen der Hirsch- Dunderschen Gewerkvereine hört", auch diese seien„ bollauf zufrieden". Schon? Sie hoffen" sogar, daß den Minoritätsparteien nunmehr im Ausschuß des Gewerbegerichts Pläge eingeräumt werden. Je ein Platz im Ausschuß entfällt auf 21 Beifizer, da werden die zufriedenen" Sirsch- Dunderschen wohl noch ein Weilchen warten müssen. Eingegangene Druckfchriften. Die ferbische Auffassung der bosnischen Frage von Dr. B. Marto. witsch. 14 Seiten. Verlag E. Ebering, Berlin, Mittelstr. 27. The Salvation army and the Public by John Manson. 198 Seiten. Verlag George Rontledge& Sons, Ltd. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Basserstand Saale, Grochlitz avel, Spandau) Rathenow) am feit 29.11. 28.11 cm cm³) 95+5 I. 1. 661 24 38 729 2. 559 11 15 2 27 591 87 36 3. 1610 33 47 2 1696 461 4. 232 18 7 260 47 5. 698 11 38 30 2 779 289 6. 802 8 39 28 10 887 153 7. 1214 51 89 1431 336 8. 865 12 63 1000 273 9. 1372 9 96 72 1552 514 10. 2244 16 103 60 2423 736 11. 1222 14 60 1834 394 12. 2037 5 81 58 2182 971 13. 2013 9 85 2186 735 14. 2509 16 111 124 2769 1101 15. 2685 14 122 63 1 2885 1317 am jeit 16. 1804 11 59 52 3 .1 1930 364 Bafferstand 29.11. 28. 11. 17. 1254 6 56 47 1363 295 18. 990 8 21 29 1051 264 Memel, Tilfit 19. 1187 3 41 43 1277 278 Bregel, Insterburg 20. 846 12 32 33 924 216 eichsel, Thorn cm cm¹) 2833) 10°)+1 52-6 +6 54 Dber, Ratibor 80 +2 Spree, Spremberg) 74 21. 1242 7 40 38 1329 490 Aroffen 67 22. 880 2 22 39 943 242 Frankfurt +1 80 0 Beeston 64 Beser, Münden -71+3 23. 1236 1 47 53 1338 895 Barthe, Schrimm 24. 3533 17 149 149 3855 956 Landsberg 24 40+2 +6 Minden -2 Rhein, Maximiliansau 334 25. 26. 2942 19 93 91 3146 722 Nete, Bordamin Kaub 145 3750 15 161 118 3 4049 735 E1be, Leitmeriz Köln 1685) -25 27. 988 6 62 25 1 1082 Dresden 394 -171+4 Nedar, Heilbronn 44 -10 Barby 48-1 Main, Wertheim 124 0 650 7 30 18 705 174 Magdeburg 65 Mosel, Trier 355 9 25 16 1 406 96 30. 573 12 35 22 645 154 3) Eisstand. 31. 708 2 51 31 797 . 194 32. 1339 16 89 43 1489 439 33. 911 5 64 41 1021 398 34. 2109 13 79 42 2245 586 35. 3770 2254 14 32 167 74 2 4053 538 121 42 2438 1119 37. 1180 26 103 84 7 1350 287 Stationen 2418 12 174 99 22 2725 675 39. 1068 7 75 43 17 1210 288 40. 1352 12 98 29 1501 447 41. 417 6 17 12 8 461 45 42. 425 10 47 46 19 547 116 2941 7 210 187 3351 1329 Berlin 44. 1713 8 122 241 8 2092 436 45. 694 8 43 55 807 292 Swinembe. 771 98 Hamburg 773 WSW 773 Still Franff.a. M. 776 SW München 778 52 Bien 2 bedeckt 5 Haparanda 749 Stil wolfen!-0 4 bededt 1 bebedt 2 bedeckt 11 3 Rebel -1 Aberdeen 2 Nebel -5 Baris 770 SS 734 Still 1 halb bd. 7 Nebel 774 Still Nebel 14 103 2733 4280 16 2743 7 131 75958 529 3732 2766 207 51 2907 907 192 50 2 4540 586 46 10 2937 1081 26 83218 22988 Die Wahlborstände hatten keine leichte Aufgabe, manche arbeiteten buchstäblich im Schweiße ihres Angesichtes, um die Wählermassen zu bewältigen. Bei der Prüfung der WahI= 38. legitimationen zeigten sie wohl meist ein verständiges Entgegenkommen und ersparten den Wählern unnüße Schererei. Eine Ausnahme wird uns berichtet aus Bezirk 27( Königstor), wo der Vorsteher Hausdiener und Packer der Firma Herzog, Jsrael und Jordan nicht als Wähler zulassen wollte, weil er meinte, fie unterständen nicht dem Gewerbegericht. Einer wandte sich an ein Mitglied der Gewerkschaftskommission 46. und durch dessen Eingreifen wurde der Herr Vorsteher 47. eines Besseren belehrt. Aergere Schwierigkeiten wurden, so 48. scheint es, vielen Arbeitern schon bei der Beschaffung der WahlMANOLI Cigarettes Abbas 3 Pfg. Chic 4 Pfp Gibson Girl 5Pfg Nicht mehr entbehren. Rit Ihrem Cacaol bin ich sehr zu Trteben. Ich habe dasselbe sehr empfohlen und werde es auch weiter tun, ich habe mich so daran gewöhnt, daß ich es gar nicht uiehr entbehren fann. Jerijau bei Glauchan, den 18. Mai 1908. Frau Minna Schmiedel. für Deutschlands Spezialgeschäft grösstes Bettfedern Erste Bettfedernfab. m. elekt. Betriebe Cacaol if in%, Vib- Wareten jut.# 1 Gustav Lustig in 1 Bfb.- Bateten zu 50 Pfennig durch alle einfaläg. Handlungen zu beziehen. 14 Tage auf Probe bersende a. meine Gefahrüberallhin fr. Harzer Kanarien- Vägel fowie Vogelfutter u. Einsatz- Bauer. Berlangen Sie Preisliste fostenfrei von * L. G. Müller, Bogelzüchterei, Nordhausen 10 a. Hz. BERLIN S. 390 Prinzenstr. 46 bersendet geg. Nachnahme garantiert neue und gut entſtäubte, gut füllende Bettfedern p. Pfd. 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Zunächst etwas fühler, später wieder mild, teils heiter, teils nebelig bei schwachen westlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbit reaut. Haemacolade! Ueberall, wo man sie prüfte, war man entzückt, endlich ein Getränk für die Familie, für Groß und Klein gefunden zu haben, welches alle trefflichen Eigenschaften: Wohlgeschmack, kräftigende und appetitanregende Wirkung neben billigem Preis in sich vereinigt. Haemacolade hat noch niemanden enttäuscht, sie ist ein Segen für Gesunde und Kranke. Etwas Besseres, Wohlschmeckenderes oder Preiswerteres wird man vergeblich suchen. 1 Pfund 2.- M. 5 Pfund in Konsumdose 9. M. Die neue Tafelform zum Rohessen( Tafel 50 Pf.) schmeckt ganz hervorragend. Man nennt sie: die Delikatesse als Kräftigungsmittel! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, den 2. Dezember, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen. Zages Drdnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 4. Verbands Angelegenheiten. Bekanntmachung. X. Nachtrag zu dem Statut der Durchschnittswert von der unteren Verwaltungsbehörde festzusehen ist, hinzuzurechnen. Der durchschnittliche Tagelohn ist Gemeinsamen Orts- Krankenkasse bis auf weiteres feſtgeſeht: für die für Mariendorf I. Stlasse auf 4,00 M. II. III. IV. " 3,00 " " " " " 2,00 1,80 und Umgegend. Diese Säße bleiben in Geltung, bis Beschlossen in der Generalversammlung fie durch die höhere Verwaltungs bom 15. Juni 1908. behörde anderweitig festgestellt werden. In diesem Falle find die neuen Säge Bu§ 10 Absatz II erhält der Bassus durch die im§ 66 des Statuts be für die Anmeldungen folgenden Wort- zeichneten Blätter bekanntzumachen. laut: 3. Werkstatt Angelegenheiten. Art 94/9 Die in den Vororten arbeitenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden ersucht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner- Versammlungen ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt aus am nächsten einberufene Bezirksvertrauensmänner- Versammlung. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Tischler. Süd- Westen bei Habel, Bergmannstr. 5/7. Süden bei Gliesing, Wassertorstr. 68. Die Versammlungslokale find folgende: Südosten I u. II in den Naunyn- Festsälen, Naunynftr. 6, und im ,, Südost", Waldemarstr. 75. Osten I( wischen Zentrum und Fruchtstraße) bei Walter, Andreasstr. 21. Maschinenarbeiter Engelufer 14, parterre, im Arbeitslosensaal. MusikinstrumentenArbeiter Saal 8. Die Anmeldung muß enthalten: Den Vor- und Zunamen, Geburtstag und Ort, die derzeitige Wohnung, die Art der Beschäftigung, den Tag des Eintritts in diese, den täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Arbeitsverdienst, die Benennung der Natural gewährungen, Lantiemen usw., soweit solche neben dem Rohn gewährt werden, für die anzumeldende Person. Außerdem Namen, Stand und Wohnung des Arbeitgebers oder dessen Stellvertreters als Unterschrift. Der Anmeldung sind beizufügen das etwa vorhandene Mit gliedsbuch der Kaffe oder das derjenigen Kaffe, bei der diese zulegt Mitglied gewefen. Bu§ 10 wird hinter dem Absatz IV als Abfah V eingeschaltet: Jedes Kassenmitglied wird auf Grund seiner Anmeldung, nach Maßgabe des darin angegebenen Arbeitsverdienstes, einer Kaffe zugeteilt, welche in das Quittungsbuch einzutragen ist. Die Ueberweisung in eine höhere oder niedrigere Selasse findet bei ver ändertem Arbeitsverdienst, jedoch nur von Woche zu Woche statt. § 29, Abschnitt I, enthält folgende Fassung: Diejenigen, welche Mitglieder der Rasse werden, haben ein Eintrittsgeld im Betrage von 2,00 M. für die I. Klasse, je 1,50 M. für die II. und III. Selasse und 0,75 M. für die IV. Slaffe zu entrichten. § 30, Absatz I, enthält folgende Fassung: Die wöchentlichen Staffenbeiträge werden auf 3, Proz. des im§ 12 festgesetzten durchschnittlichen Tages lohnes festgesetzt und betragen Mart für die Mitglieder der I. Klaffe 0,84 " " " " " " 11 II. III. IV. " " 0,63 0,42 0,27 Verändert sich der Arbeitsverdienst oder die Naturalgewährungen usw. einer zur Krankenversicherung gemeldeten Person derart, daß diese in eine höhere oder niedrigere Selaffe zu versehen ist, so hat der Arbeitgeber diese Veränderungen innerhalb dreier Tage nach der erstmaligen Zahlung des erhöhten Lohnes usw. bei den im § 32 wird hinter Abjat, II folgenAbfaz I bezeichneten Geschäftsstellen der Baffus als Abfaz III eingefügt: Gegen diejenigen Arbeitgeber, die Der§ 12 erhält folgende Fassung: mit den Stassenbeiträgen im RüdFür die Bemessung der Höhe der ftande bleiben, wird das MahnKassenleistungen und der Beiträge verfahren ebentl. durch Beitragswerden die Mitglieder in vier Klassen fammler in die Wege geleitet und geteilt, und zwar für den Arbeits- dürfen hierfür als Mahngebühren von der Kasse erhoben werden: für einen Beitrag Oeffentlich werden folgende werkstellen geladen: Sämtliche um 8 Uhr abends im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, der Kasse schriftlich umzumelden. Rollegen vom Hause Langestraße 91 und die Kollegen vom Hause Fruchtstraße 72. Osten II( zwifchen Fruchtstraße und Friedrichsberg) bei Pirnau, Frankfurter Allee 106. Friedrich- Karl- Straße 11. Oestliche Vororte bei Wildner in Friedrichsberg, Nordosten bet Boeker, Weberstr. 17. Kammacher bei Lehmann, Nene Friedrichstr. 1. Bodenleger Jede Sargtischlerei muß einen Vertrauensmann nach dieser Versamm- im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. lung senden. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt bei Obiglo, Schwedterstr.23. Wedding u. Moabit: bei Fahrow, Ravenéstr. 6. Bautischler. bei Möhring, Süden, Westen, Südosten, Bez. 1: admiralstraße 18c. Osten, Bez. 2: bei Zietz, Warschauer Str. 61. Norden, Bez. 3: bei Karl Hube, Kopenhagener Str. 74. Wedding u. Moabit, Bez, 4; bei Sachse, indower Str. 26, Bahnhof Wedding. Drechsler, Treppengeländer- und Luxusmöbelbranche Norden bei Döhling, Brunnenstr. 79. Osten bei Schneider, Griebenstr. 67. Südosten u. Südwesten bei Stramm, Ritterstr. 123. Stellmacher bet Hahn, Rosenthaler Vereinshaus, Nosenthaler Straße 57. Kistenmacher bei Baudach, Breslauer Straße 28. Korbmacher bei Eichhorn, Koppenstraße 47. Bürstenmacher bei Preuß( Bilfebein- Ausschank), Holzmarktstraße 65. Vergolder bei Merkowski, Andreasstr. 26. Jalousie- Arbeiter bel Walter, Adalbertstr. 62. Perlmutt-, Horn- u. Steinnußarbeiter Modell- und Fabrik-, ur bei Ernst Thomas, Welchiorfit. 5. Tischler im Verbandshause der Gastwirtsgehilfen, Große Hamburger Straße 18/19. Möbelpolierer, Beizer und Magazinarbeiter. Die Versammlungen der Bezirke fallen aus. Dafür findet eine kombinierte Vertrauensmänner- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 5, statt. Zages Drdnung: 1. Bortrag:" Der Vertrauensmann als notwendiges Bindes glied von Organisation und Werkstatt." 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Die Tischler werden gebeten, die Polierer ihrer Werkstatt auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Produkten- Händler u. Händlerinnen! Donnerstag, den 3. Dezember cr., abends 9 Uhr, bei Merkowski, Andreasstr. 26: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Adolf Ritter über: Die Notwendigkeit der Berufsorganisation". 2. Diskussion und Verschiedenes. Da die Versammlung sehr lehrreich und intereffant, erwartet zahlreichen Besuch Der Vorstand. [ 298/ 7*] NB. Zur Dedung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Charlottenburg. Mittwoch, den 2. Dezember er., abends 19 Uhr: Frauen- Versammlung für die weibl. Mitglieder des sozialdemokr. Wahlvereins im ,, Volkshaus", Rofinenftr. 3. 99 Vortrag der Genoffin Frau Regina Krauß- Friedländer über: 99 Die Frauen und die Politik". Um zahlreiches Erscheinen ersucht Leihhaus Gelegenheitskäufe verfall. Goldund Silbersachen, Brillanten etc. Seit 25 Jahren Prinzenstr.28 Ecke Ritterstr. [ 250/7] Der Vorstand. Dr. Schünemann 45032* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Bilderrahmenmacher bei Natteroth, Ritterstr. 32. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Stockarbeiter bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 16 Uhr. Einsetzer. Mittwoch, den 2. Dezbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 7: Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichtsbarkeit. 2. Branchenangelegenheiten. CARMEN SYLVA Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Ehe Event. Teilzablung Amt 4, 3014. 45971* Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie bitte ohne Kaufzwang Paul Burows Möbelfabrik Lindenstraße 105( Hall. Tor) Großer Räumungs- Ausverkauf wegen Umzuges zu Fabrikpreisen!! verdienst: 1. Staffenmitglieder, deren Arbeits verdienst für den Arbeitstag 3,50 M. und mehr beträgt, I. Klaffe. 2. Kaffenmitglieder, deren Arbeitsberdienst für den Arbeitstag 2,50 M. bis 3,49 M. beträgt, II. Stlasje. 3. Stassenmitglieder, deren Arbeitsberdienst für den Arbeitstag 1,50 M. bis 2,49 M. beträgt, III. Selaffe. 4. Staffenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag bis 1,49 M. beträgt, IV. Klasse. In die erste Lohntlasse gehören alle Staffenmitglieder mit einem Tagelohn bon 3,50 M. und mehr oder einem Wochenlohn von 21 M. und mehr oder einem Monatsgehalt von 91 M. und mehr. In die zweite Lohntlasse gehören alle Kaffenmitglieder mit einem Tagelohn von 2,50 M. bis 3,49 M. oder einem Wochenlohn von 15. bis 20,99 m. oder einem Monatsgehalt von 65 M. bis 90,99 m. In die dritte Lohnklasse gehören alle Kaffenmitglieder mit einem Tagelohn von 1,50. bis 2,49 M. oder einem Wochenlohn von 9 M. bis 14,99 M. oder einem Monatsgehalt von 39 M. bis 64,99 M. In die vierte Lohnklasse gehören alle Raffenmitglieder mit einem Tagelohn bis 1,49 M. oder einem Wochenlohn bon 8,99 M. oder einem Monatsgehalt bon 38,99 M. bis 3,00 M. " " " " . 0,10 " " von über 3,00-15,00.. 0,20 15,00-150,00 M.. 0,40 150,00. 0,75 Sofern die Zahlung nicht innerhalb einer Woche nach der Mahnung erfolgt, werden diese Mahngebühren, gleich den rädständigen Stassenbeifrägen und Eintrittsgeldern, im Wege des Zwangseinziehungsverfahrens bei getrieben. Diese Statutenänderung tritt nach erfolgter Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und nach Vollendung der Borarbeiten für diese bei der Stasse mit dem 1. Montag des jenigen Monats in Kraft, der auf die Bekanntmachung ordnungsmäßige dieser Statutenänderung folgt; fie bleibt jedoch für die Mitglieder, die zu diesem Zeitpunkt bereits erfrankt waren, außer Wirksamkeit. Mariendorf, den 20. Mai 1908. Für den Vorstand ( gea.) P. Saadler,( gez.) Fr. Fischer. Schriftführer. Borsitzender. " Genehmigt." Potsdam, den 25. August 1908. ( L. S.) Der Bezirksausschuß B. 10 535.( gez.) Joachimi. Diese Statutenänderung tritt nun mehr mit dem 4. Januar 1909 in Straft. Das Stassenlokal ist von diesem Tage ab nur werktags von 8 bis Dem täglichen Arbeitsverdienst, Wochenlohn oder Monatsgehalt find die als Gehalt und Lohn im Sinne 2 Uhr geöffnet. der§§ 2 und 5 des Statuts geltenden Tantiemen und Naturalbezüge, deren Mariendorf, den 1. Dezember 1908. Fr. Fischer, Borsitzender. Reichel's echter Wacholder- Extrakt Marke ,, Medico" wird mit vielseitigem Erfolge gegen Rheumatismus, Gicht, Ischias, Hämorrhoiden, Magenschwäche. Frauenleiden, Blasenund Nierenleiden, Hustenleiden, Asthma 2c. gebraucht, ist schleimlösend auf Brust und Bunge, treibt Erkältungen aus dem Körper, regt Appetit u. Verdauung an und ist ein Blutreinigungsmittel fondersgleichen. Unerreicht in seiner, für alle Teile des Organismus wohltätigen Wirkung. Taufende verdanken ihm ihre Gefundheit! 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Ferner empfehlen wir unser reichhaltes Rager in Jugendschriften 247/ 9* zufammengestellt nach dem vom Bildungs- Ausschuß der Partei herausgegebenen Jugendschriften- Verzeichnis, das in unserem Geschäftslokale gratis zu haben ist. Bilderbücher sind in großer Anzahl und in allen Preislagen vorhanden. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69.( Laden.) Geffentliche politische Versammlungen. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 1. Dezember, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, großer Saal: Oeffentliche Versammlung. Zagesordnung: 1. ,, Der Kampf um die Rechte des Reichstages." Referent: Genosse Reichstagsabgeordneter Wolfgang Heine. 2. Freie Diskussion. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 213/ 18* Der Einberufer. Aug. Pohl, Naunynftr. 30. Sozialdemokratischer Wahlverein Eröffnung der neuen Verkaufsräume des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Mittwoch, 2.Dezember Dienstag, den 1. Dezember, abends 8% Uhr, in Ballschmieders Etablissement, Badstraße Nr. 16: Außerordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 237/ 6* 1. Beschlußfassung über die Umänderung der Ausführungsbestimmungen. 2. Wahl der Vertreterinnen der Frauen. 3. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Emmel- Mülhausen über Finanz- und Verfassungskrisen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Mittwoch, den 2. Dezember 1908, abends 5% Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59 den mittags 3 Uhr Um meiner werten Kundschaft besondere Vorteile zu bieten, gebe ich von heute an auf meine extra billigen Eröffnungspreise Außerordentliche Mitglieder- Versammlung doppelte Marken 1. Abstimmung über die Verlegung des Bureaus nach dem Gewerkschaftshause. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in der Versammlung zu erscheinen und ersuchen wir, die weiteste Agitation dafür zu betreiben. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. 135/ 11* Der Vorstand. J. A.: E. Schulze. Zentral- Verband der Zimmerer Zablftelle Berlin und Umgegend. Am Mittwoch, den 2. Dezember 1908, abends 8 Uhr, finden für Berlin und Vororte 4 außerordentliche Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen statt: Im Swinemünder Gesellschaftshause, Berlin N., Swinemünder Str. 42. Zages Drdnung: 1. Bom Stlaventum zum forporativen Arbeitsvertrag. Referent: Kamerab August Kemmer. München. 2. Diskussion. In Muhs' Festfäle, Berlin SO., Manteuffelstr. 95. Tages Drdnung: 1. Der Entwickelungsgang unseres Verbandes und die Kampfesweise unserer Gegner. Referent: Kamerad Hermann Schmidt- Breslau. 2. Diskussion. In Graek Festfäle, Berlin O., Große Frankfurter Str. 30. Zages Drbnung: 1. Kulturzustände am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Referent: Stamerad Richard Rösch- Dresden. 2. Disfuffion. Im Königshof, Berlin W., Bülowstr. 37-40. Tages Drbnung: d 1. Sozialpolitik und Arbeiterschaft. Referent: Kamerab Viktor Jantzen Düsseldorf. 2. Distusson. Rameraden! Sorgt dafür, daß diese Bersammlungen gut besucht werden. Der Vorstand. Zur Beachtung! aut erstmaliger Bekanntmachung sowie der Annonce im Simmerer sollte die Versammlung für den Osten in der Germania- Brauerei, Frankfurter Allee 53 stattfinden. Umständehalber tann die Versammlung dort nicht tagen. Diefelbe findet vielmehr wie hier im Vorwärts" befannt gemacht, in raes eftfäle, Frankfurterstr. 30 statt. 255/7 oder 10: Mittwoch Vormittag bleibt mein Geschäft geschlossen. Kaufhaus Verband der Maler, Wilhelm Joseph Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Am Donnerstag, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: Mitglieder- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Fortsetzung der Beratung über„ Die Gestaltung des nächsten Tarifvertrages. 2. Verbandsangelegenheiten. Da in dieser Bersammlung die Gestaltung unseres nächsten Lohntarifs besprochen werden soll, fo ist es Pflicht eines jeden Stollegen, zu erscheinen. Berlin W. Schöneberg 1 Groß- Görschenstraße 1 163 Hauptstraße 163. 130/16 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.= Die Ortsverwaltung. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle- Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Weihnachts- Roben Hauskleiderstoff Kleiderstoff doppeltbreit Robe 6 Meter in englischem Geschmack Robe 6 Meter Cheviot 110 cm breit, Reine Wolle", ca. Chevron Gingham schwarz oder farbig, Robe 6 Meter im Karton 1.95.2.75| Velour gute Qualität, in aparten Dessins Robe 7 Meter 4.50, 5.75 Blusenstoff hübsche Muster .... Bluse 212 Meter 5.75.8.50 Blusen- Flanell Meter 5.90,9.75 Sammet ,, Reine Wolle" Robe 6 Meter *** doppeltbreit, in grosser Ausmusterung.... 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Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. fam Br. 281. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gegen Abenteuerpolitik und Revanchepatriotismus. Paris, 27. November.( Eig. Ber.) V Dienstag, 1. Dezember 1908. -O Pressensé erklärt, daß die sozialistische Partei nicht die Tränen und die Trauer der Frauen gegen sich, aber man hat zugeben fönne, daß es zwischen Frankreich und Deutsch die absurde Legende vom Ruhm der Waffen und land die Notwendigkeit eines Konfliktes gebe: Jch von der Schönheit des Lorbeers zur Geltung gebracht. erinnere mich wohl des Tages, da ich die fast einstimmige Miß-( Erneuter Lärm auf allen Seiten, nur die Sozialisten applaudieren. billigung dieses Hauses und der französischen Presse auf mich Aber heute hat der Krieg das Proletariat gegen sich. Verleunden heraufbeschwor, als ich wagte, zu erklären, daß die Idee Sie dieses Proletariat nicht! An dam Tage, wo der Krieg notder Revanche wohl ein in manchen Augenblicken wendig sein, wo französisches Land bedroht sein wird, werden Während des aus Anlaß der Deserteuraffäre aufs neue gehätschelter Lieblingsgedante der franzöfifchen es die Proletarier und nicht die Ausreißer der Bourgeoisie ausgebrochenen deutsch- französischen Konflikts hatte die Fraktion Bevölkerung gewesen sei, daß aber feine von den fein( Lärmende Unterbrechungen), die es verteidigen werden. der geeinigten Partei beschlossen, die nächste Gelegenheit zu Regierungen, die einander gefolgt find, diese Revanche wir warnen Sie. Sorgen Sie, daß die Sie, daß die Geschichte benutzen, um gegen die chauvinistische Heze und für die An- jemals gewollt hat. Nein, niemals! Man hat sie an der nicht einst schreibe:„ Die Republik hat Frankreich in das Ein Abenteuer, aus dem es näherung zwischen dem französischen und dem deutschen Volt leitenden Stelle weder 1876, noch 1880, noch 1888, noch auch 1905 fchlimmste Abenteuer gestürzt. zu manifestieren. Diese Gelegenheit bot sich gestern bei der gewollt, und nicht einmal jegt, trotz des triegerischen Bluffs, nur zwei Ausgänge gibt: eine Zerstfidelung wie die Polens oder Verhandlung des Budgets der auswärtigen Angelegenheiten. der vielleicht organisiert worden ist, um einem Ministerium, das brutale Zäfarentum eines glücklichen Soldaten.( Protestrufe.) bas zu llnrecht glaubte, man könne seine Mitglieder noch der Wir warnen Sie. Nicht nur im Namen des Proletariats der ReDer Sprecher der Partei war Francis de Pressensé, Treue gegen ihre eigene Vergangenheit verdächtigen, volution und der Republik, sondern in dem Frankreichs selbst, deſſen und Jaurès assistierte ihm. Ihre Reden waren eine die patriotische Jungfräulichkeit zurückzuerstatten. wahrem Geist wir nie treuer sind, als wenn wir gegen einen blödenergische Abrechnung nicht nur mit der von kapitalistischen( Beifall bei den Sozialisten, Lärm im Zentrum.) Aber wahr ist, daß sinnigen Krieg und für den Frieden und das Recht eintreten.( Die Interessen beherrschten Diplomatie im allgemeinen, sondern auch unsere Regierungen aus dieser Idee, die sie in der Seele des Sozialisten applaudieren, die Bourgeois deputierten heulen Proteſt. mit der zweideutigen, grundsazlosen Marottopolitit französischen Volkes Wurzeln fassen ließen, eine Fittion gemacht Bressensé erhebt sich noch einmal von seiner Bank und ruft: Herr im besonderen. Genosse Pressensé namentlich rief mit haben, womit fie unsere innere und unsere auswärtige Politik zu Thiers hat 1870 die gleichen Proteste gehört!) Die Rede Pressensés hatte bei den professionellen feinen Ausführungen wahre Wutausbrüche der„ Patrioten" der beherrschen suchen. So hat man bei uns eine geistige Verfassung Rechten, des Zentrums und der„ demokratischen" Linten hervor. geschaffen, die denjenigen, die für den Ruin und die Berstückelung Patrioten" eine Wut erregt, die sich erst einigermaßen legte, Diese haben ihm noch die Rede nicht verziehen, worin er vor Frankreichs verantwortlich sind, die Macht beließ; so hat man den nachdem Herr Ribot behauptet hatte, daß der von dem Kultus des Militarismus gezüchtet und lange Jahre hindurch in den vier Jahren die konventionelle Lüge des Revanchepatriotismus Schulen unsere Jugend jener abscheulichen Berfälschung des sozialistischen Redner zitierte russische Minister über die Veraufdeckte, und so war denn auch, als er gestern wiederum auf patriotismus ausgeliefert, die sich Nationalismus nennt, handlungen der beiden Staaten nicht informiert gewesen sein diesen Gegenstand zu sprechen kam, der Lärm am größten. und die die Seele der Jugend beinahe vergiftet hätte. Und was fönne, denn nie hätte sich ein französischer Minister bereit geDer Redner ließ sich indes nicht terrorisieren und replizierte unsere auswärtige Politit anlangt, wissen Sie nicht, unter welchen funden, eine solche Bedingung zu unterschreiben. Als ob es auch auf die hernach von dem trivialen Pichon und dem Bedingungen die französisch russische Allianz geschlossen sich um Siegel und Unterschrift handelte. Die getrösteten Zartüff Ribot vorgebrachten Entrüstungsphrasen mit einer wurde? Ich habe diese Allianz nicht getadelt, weil sie mir in Patrioten applaudierten indes aus Leibeskräften. In der für die gerechten Kammacher des Parlaments schmerzhaften gewissem Sinne das europäische Gleichgewicht wieder herzustellen bürgerlichen Presse aber werden heute Pressensé die wütendsten schien. Aber wissen nicht alle, Entschiedenheit. Zu einer Spezialdebatte über Marotto affären auf dem Laufenden find, daß die von der ruffischen die über die diplomatischen Beschimpfungen an den Kopf geworfen. Sie sind die WeltAffären auf dem Laufenden sind, daß die von der russischen es nicht, da Pichon erst bei Verhandlung der Diplomatie geforderte Grundlage. ihre erste Bedingung- ich sprache des kapitalistischen Patriotismus. Nachtragskredite für die die dortigen Operationen Rede habe das Recht, es auszusprechen, was mir einmal ein russischer stehen will, aber trotzdem drückten die jüngsten Er- Minister der auswärtigen Angelegenheiten anvertraut Briefkaften der Redaktion. eignisse der Diskussion ihren Stempel auf. Die sozialistischen hat die endgültige Anerkennung des Status quo Redner verlangten aber auch, hierin von dem bürgerlichen in Europa, d. h. die endgültige Anerkennung des Die furiftifche Evrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3. zweiter Redner Des chanel unterstüßt, daß die französische Balkan- Frankfurter Friedens und seiner Konsequenzen sot. ( Bewegung.) Und was hat man damals gesagt? Hätte wochentäglich abende von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 libr politik kein Schacherobjekt für Vorteile in Marokko bilde, und Bichons lange Erklärung, worin er seine Orientpolitik als nur Gleichheit gehabt. Aber man sagte uns, wir müßten vor den garen wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage man die Wahrheit gesagt, hätten wir eine Allianz auf der Basis der Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Babl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort vom Geist der Friedensliebe und der Sympathie für die und ihren Ministern in die Knie sinken, weil sie uns in der rechten verschen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. freiheitliche Entwickelung der Balkanvölker hinstellte, kann Hand Elsaß und in der linken Lothringen brächten. Und in diesem 5. 11. Wegen der böswilligen Verlassung allein könnten Sie nur auf wohl als eine Zusage in diesem Sinne angesehen werden. Augenblick gerieten wir in das Schlepptau der zarischen Rückkehr flagen und erst wenn das eheliche Leben innerhalb eines Jahres Politik und begingen in Ostasien und im Orient Fehler über nach Rechtskraft des auf Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft Fehler. Und zulegt um des republikanischen Megito lautenden Urteils nicht hergestellt ist, auf Eheschesdung flagen. Liegt Ehe Dieser bruch vor, so laden Sie zum Sühnetermin vors Amtsgericht; nach fruchtlos willen, das Marokko heißt. Und sollte man es glauben? ausgefallenem Sühneversuch erwirten Sie das Armenrecht und flagen Unternehmung wegen, in der Sie weder vorwärts zu gehen, noch dann beim Landgericht auf Ehescheidung. Die fortgenommenen Sachen seien jenseits des Rheins zurück zu weichen wagen, bon weder der wir erfahren fönnen Sie zurückholen oder auf Herausgabe lagen. 2. F. 13. Ein fawere Fehler begangen worden, aber man dürfe nament- tönnen, was Sie getan, noch was Sie nicht getan haben und in Grund zur Aufhebung des Vertrages würde in dem von Ihnen dargelegten lich auch die verhängnisvolle Rolle der offiziösen Breffe nicht der Sie schließlich nicht einmal Ihren Interessen, oder besser Umstande nicht liegen. Ob der betreffende in der Tat mit dem von Ihnen übersehen, der Reptile, die die Fragen in Verwirrung bringen, in den Interessen gewisser französischer Spekulanten dienen Gemeinten identisch ist, erfahren Sie am besten durch Nachfrage auf der Polizei. dem sie Friedenswillen heucheln:„ Aber noch ernster ist der Umstand, fönnen, ohne gleichzeitig den Interessen des Hauses Sie sich nicht gefallen su lassen und können wegen Beleidigung gegen den Spitzbuben N. A. H. O. Sch. Ein derartiges Verhalten brauchen daß die Regierung nicht ihre Offiziösen dirigiert, sondern von diesen Krupp zu dienen ( stürmischer Beifall auf der äußersten untersuchungsluftigen Portier lagen. 2. T. 28. 1. Sie leben außer geführt und beherrscht wird." Die sogenannte große Breffe" miß- Linken). dieser Unternehmung wegen, sage ich, hätten wir beinahe Gütergemeinschaft. 2. Ja, aber auf Interventionsflage der Frau hin sind braucht die Autorität, die sie in den Staatskanzleien hat. Sie ver- die Schrecken und Qualen des furchtbaren Jahres 1870 wieder die Gegenstände freizugeben, wenn sie ihr Eigentum nachweist. 3. Ja. öffentlicht Depeschen und Nachrichten, die von der Regierung den erlebt! 4. Ein bestimmter Betrag ist im Gesetz nicht angegeben. Es muß bei Vertretern der Nation vorenthalten werden, in verstümmelter Form Aber eine neue Macht ist erstanden, die sich dem Krieg Pfändung des Lohnes wegen Alimente wegen außerehelicher Kinder dem und deckt mit ihrer Autorität sogar ausgesprochene Lügen. Wenn widersetzt: das revolutionäre Proletariat, das seiner Manne soviel gelassen werden, als er für den standesmäßigen Unterhalt D. D. 200. Frankreich unwissentlich an den Stand des Abgrundes geführt worden Rechte und Pflichten bewußt worden ist. Das bewußte, organisierte seiner ehemaligen Familie und für sich selbst braucht. ift, trifft ein Teil der Schuld daran den Minister des Auswärtigen, Proletariat ist von Grund auf antimilitaristisch und mit 1. Es muß die Gebühr für die Klageanfertigung gezahlt werden. 2. Keineswegs. 2. S. G. 12. Voraussichtlich würde der Arbeitgeber auf erhobene der das Vertrauen, das er dieser privilegierten Bresse gewährt, miß- Recht, denn der Militarismus ist eine Schande, eine Geißel und Klage hin zur Zahlung verurteilt werden. M. 327. Eine Pfändung fann brauchen läßt, aber nicht minder verantwortlich ist die Volts eine Gefahr.( Lärm rechts und im Zentrum, Beifall auf der beliebig oft wiederholt werden, wenn sie feinen Erfolg hatte. Benden Sie sich vertretung selbst. Wir nennen uns ein freies Volt, wir äußersten Linken.) Ich habe es erwartet, Antipatriot genannt zu an die Gerichtsschreiberei des Gerichts, in dessen Bezirk der Beklagte wohnt. spotten über die Enthüllungen der benachbarten Autokratien, und werden. Erlauben Sie mir zu fragen, welche Heuchelei die doch werden wir morgen vielleicht Enthüllungen über die Autokratie republikanische Partei erfaßt hat. Feiert sie nicht am 14. Juli eine Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über dieses republikanischen Landes erleben. Ich wage es nicht, hier das Rebellion berleiteter Soldaten, verleugnet sie nicht den den Großhandel in den Bentral- Marttballen. Marktlage: Fleisch: Beispiel des englischen Parlaments anzurufen, wo man Tag für Tag 4. September, der eine Insurrektion im Angesicht des Zufuhr stark, Geschäft flau, Preise für Schweinefleisch anziehend, sonst unan den Minister des Auswärtigen präzise Fragen stellt und nicht Feindes war? Ja, das Proletariat ist von Grund auf antimilitaristisch. verändert. Bild: Bufuhr genügend, Geschäft ziemlich lebhaft, Preise beduldet, daß er sich ihnen durch faule Ausflüchte, durch bloßen Wider- Wir haben genug vom professionellen Patriotismus. hauptet. Geflügel: Zufuhr weit über Bedarf, Geschäft schleppend, Preise spruch oder durch Schweigen entziehe. Wir wissen sehr gut, welcher( Protestrufe bei den bürgerlichen Parteien.) Wir wollen den nicht befriedigend. Fife: Zufuhr mäßig, Geschäft matt, Preise wenig berändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Kraft der Trägheit wir hier begegnen, wenn wir diese Fragen auf- Patriotismus im erweiterten und erhöhten Rahmen des Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft werfen. Die Lektion von 1870 hat nichts gefruchtet." Internationalismus betätigen. Ehedem hatte der Krieg ruhig. Preise wenig verändert. Prensensé verwies zunächst auf den Mangel einer parlamentarischen Kontrolle, der die Ursache gewesen sei, daß eine künstliche Erregung in demselben Augenblick erzeugt werden konnte, wo man schon in Verhandlungen eingetreten war, die einen Ausgleich verbürgten. Unserem Genoffen Sicherlich Adolf Kopp und Frau zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Die Genossen des 355. Wahlbezirks. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Stralauer Biertel. Bezirk Nr. 339. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Wilhelm Lorenz Soppenstraße 28 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeinde Friedhofe in Ober Schöneweide statt. Um rege Beteiligung ersucht 222/20 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Lorenz Bezirk IV nach langen Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhojes in OberSchöneweide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 51/4 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Görlitzer Viertel. Bezirk Nr. 165. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schneider Franz Feldbinder Dranienstraße 10 geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhojes in Rigdorf, Hermannstraße aus statt. am 222/19 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Richard Barthel ( 11. Bezirk) verstorben ist. 237/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 8 Uhr bom Trauerhause Delbrückstraße 66 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden, Berivandten und Genossen die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Walter Valeske nach schwerem Leiden im Mter von 8 Jahren am 29. d. Mts. verstorben ist. 86 am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 4 Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. Die tiefbetrübten Eltern. war? Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Max Hoffmann gestorben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. Dezember, nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause, Exerzierstr. 5, aus nach dem neuen Pauls- Kirchhof, See straße, statt. Den Kollegen zur Nachricht, dah unser Mitglied, der Mechaniker Richard Barthel am 28. d. Mts. an Lungenleiden gestorben ist. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause in Rigdorf, Delbrüdstr. 66, aus nach dem Friedhof Mariendorfer Weg ftatt. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Franz Kuszinski geftorben ist. Ehre ihrem Andenken! 125/12 Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin l. Nachruf. Den Mitgliedern geben toir Brandenburgischer Maschinensetzer- Verein Sitz Berlin. Berichtigung. Durch Verfügung der Friedhofs inspektion findet die Beerdigung unseres am 23. November bers storbenen Stollegen Albert Lauer erst am Mittwoch, den 2. Dezember, nachmittags 1, Ubr, auf dem Nixdorfer Gemeindefriedhof, Mariendorfer Weg, statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meiné innigstgeliebte Frau, gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante, die Frau Gastwirt 29016 Anna Herrmann geb. Schultrich im 32. Lebensjahre verstorben ist. Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, schmerzerfüllt an Die trauernden Hinterbliebenen Adolf Herrmann nebft Kindern. Die Beerdigung findet hente, Dienstag, den 1. Dezember, nach mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Wallstraße 2, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil: nahme und die vielen Stranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes Franz Moskopf fagen wir allen Freunden und Betannten unseren herzlichsten Dank. Adolf und Marie Moskopf. dritter Eingang, vier Treppen, Danksagung. " Für die innige Teilnahme und die zahlreichen Strangspenden bei der Beerdigung unseres lieben Vaters sagen wir den Genossen des vierten Wahlfreises, dem Sparverein Gute Einlage", dem Holzarbeiterverband, dem Gesangverein ,, Norddeutsche Schleife", der zweiten Abteilung des Turns vereins Fichte", seinen Tischgenossen und den Kollegen der Firma Grund, sowie feinen Bekannten hiermit unseren herzlichsten Dant. 52402 Die Kinder Langfeldt. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinfcheiden meines lieben Mannes 29985 Ludwig Brunzel fage ich allen Berivandten und Kollegen meinen herzlichen Dank. Witwe Brunzel. Danksagung. Fahrstuhl Eine Mark vichentliche Teilzahlung lefece elegante fertige 13528 Herren- Garderoben Erfaz für Maaß. Anfertigung nach Masss. Tabelose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeifter, Gr. Frankfurterstr. 37," Gingang Straußberger Blat. Ziehung 5. Dezember. Für die vielen Beweife herzlicher Schlesische Lotterie Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters fagen wir allen Freunden, Bekannten und Vereinen, insbesondere den Kollegen der Firma Bogt u. Söhne 52822 unferen herzlichsten Dant. Witwe Klösser und Kinder. 11 Lose 10 Mark Lose à 1 Mk. Porto u. Liste 25 Pt. 8953 Gewinne. Gesamtw. Mark 60000 89 Pferde und 5 Equipagen Mark Santiagung 35000 Für die innige Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters August Rausch fagen wir allen Ber wandten und Bekannten sowie dem Gesangverein„ Frisch auf"( Weißensee) unseren herzlichsten Dank. 52512 Witwe Bertha Rausch nebst Kindern. biermit belannt, baß ber stollege Dr. Simmel H.Pfau, Bandagist Friedrich Braun am 26. November d. J. im Alter von 31 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 164/7 Die Ortsverwaltung 1. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. C., Berlin Dircksenstraße 20 zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium. 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Wir weisen darauf hin, daß unsere Versammlung am Kittwoch zugunsten der öffentlichen Gewerkschaftsversammlung am Donnerstag bei Schellhase, in der Genosse Pappe-Berlin über»Die Gewerkschaftsbewegung einst und jetzt" spricht, ausfällt. Der Vorstand. RummelSburg. Heute Dienstag, den 1. Dezember, abends S Uhr. spricht ver Genosse Paul Göbre, Pastor a. D.. im Saale der Wilwe Weigel über das Thema.Kirche und Arbeiter". Die Geistlichen der Gemeinde RummelSburg find zu dieser Versammlung schriftlich geladen. Der Einberufer. KarlShorst. Heute, Dienstag, den 1. Dezember, abends 8'/? Uhr. Wablvereinsvcrsammlmrg bei Fr. Bartels, Restaurant„zum Fürsten- bad". Tagesordnung: Vortrag über:„Die Jnteressenpolitik der Grundbesitzer in der Gemeinde Friedrichsfelde-Karlshorst". Beschluß» fassung über die»Vorwärts"-Spedition. Der Vorstand. Pankow. Heute abend Uhr finden die Mitgliederversamm- lungen in den Abteilungen statt. Versammlungslokale:. Gesellschafts- bauö", Kreuzstr. 3-4.»Zum GewerkschaftshauS", Kaifer-Friedrich» Straße 12. Tagesordnung: 1. Bortrag der Genossen W. Siering und Johann Haß-Berlin über:„Die politische Situation und das Erfurter Programm". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Potsdam. Am Mittwochabend'/zS Uhr findet die Wahlvereins- Versammlung statt. Bildungsangelegenheiten. Ergänzungswahl zum Vergnügungskomitee, Verschiedenes. I Schlafburschen aufgefallen, an die abvermietet wird. Ein un. verheirateter Mann würde in England unweigerlich bei einem verheirateten, wahrscheinlich in derselben Fabrik arbeitenden Kollegen wohnen. Hier aber nehmen die Familienväter nur un- gern Schlafgäste ins Haus, obwohl durch das Logisgeld das Ein- kommen des Arbeiters immerhin gesteigert würde. Daraus folgern die Engländer, daß die deutsche Auffassung deS Familien- lebenS ein« gesündere als die bei ihnen übliche sei. Ein Mann, der da behauptete, daß er„selbst für zehn Mark die Woche keinen Logiergast aufnehmen würde, und wenn seine Frau ihn auch noch so quälte," imponierte den Engländern ganz besonders." Müssen das aber gutsituierte„Arbeiter" sein, die die Herren in deren Vier- und Fünfzimmcrlvohnungen aufgesucht haben und die nicht einmal Schlafburschen brauchen, um derartige Wohnungen bezahlen zu können. Auch die A. E.-G. in Schöneweide besuchten sie und fanden dort„allens in Butter". Desgleichen in den Tcxtil- fabriken in Forst. Nirgends fanden sie etwas zu bemängeln, alles ist besser wie in England, und die Arbeitgeber ließen die fremden Gäste sogar in die Lohnbücher schauen. Ob ihnen da nicht die Augen übergegangen sind? Von hier wollen sie nach Sachsen und wir empfehlen den Herren, sich auch mal in den Heimindustrie- distrikten umzusehen, und da sie auch nach Crimmitschau kommen, statt bei den Fabrikanten bei den armen Webern einzukehren» sie können da wertvolle Eindrücke sammeln. Berliner IVacfmebten* Spechte im Grunewald. Aus grauem Himmel senkt sich nebliger Dunst zwischen die hohen Stämme deS Grunewaldes. Ohne Laut gleitet der Fuß über den durchfeuchteten Boden, über Sand und kümmer- lichen Grastruchs. Aber dennoch ist eö nicht still im Walde. Ein mißstimmiges Konzert von Krähen, die zwischen den Baumkronen hin- und hcrfliegen, gellt dem Wanderer von Zeit zu Zeit in die Ohren und wird von ihm unter Umständen sogar als erträgliche Unterbrechung der Stille des schlafenden Waldes empfunden. Weit angenehmer aber ist der große Schwarzspecht mit dem feuerroten Hinterkopf, der oft recht schweigsam ist. sich dafür aber durch seine Arbeit hörbar inacht. Seit im Grunewald nicht mehr gejagt wird, hat die Verminderung des Jagdlärms den sonst so scheuen Vogel ent- schieden umgänglicher gemacht. Wir werden leicht auf das große Tier aufmerksam, wenn wir uns abseits von den breiten Wegen halten, wie es in geringer Höhe von Baum zu Baum flattert, dabei häufig nach Eichkätzchenart auf die Rückseite klettert, so daß es nicht gesehen werden kann, um dann Plötz- lich lvieder zu erscheinen. Der Specht fliegt nicht gern weit, eine Eigenschaft, die es»ms sehr erleichtert, ihm lange Heit langsam nachzufolgen. Wo ein Baumstumpf sichtbar wird. fliegt er selten vorbei. Wir können ihn dann gemächlich auf das morsche Holz einhauen sehen. Dabei unterbricht er sich aber fortwährend, um zwischendurch rasch prüfende Blicke auf uns zu werfen. Alles an diesem Tiere ist für den Zweck, in Holz und Rinde nach Nahrung zu suchen, in der vollkommensten Weise angepaßt. Ties zeigen schon die derben Füße mit den langen, kräftigen Zehen, von denen je zwei nach vorn, zwei nach hinten gerichtet und mst scharfen Krallen versehen sind. Weniger gehend als kletternd, bewegt sich der Specht damit ruckweise am Stamm entlang. Wo er Halt macht, stemmt er den Schwanz mit den harten, starren Federn gegen die Rinde, um sich darauf zu setzen, wie der Jäger auf den mitgebrachten Jagdsitz. Dann kann er seinen nicht zu kurzen und nicht zu langen Hals ordentlich nach vor- und rückwärts schwingen und diesen Bewegungen mit dem mcißelartig geformten Schnabel den gehörigen Nachdruck verleihen. Leicht sehen wir die Späne fliegen, wenn dieser„Zimmermann des Waldes" zu arbeiten beginnt, und fast jeder morsche Baumstumpf des Grunewaldes zeigt uns an den umherliegenden abge- hämmerten Splittern seine Tätigkeit. Den Abschluß der Ausrüstung des Spechtes bildet die Zunge, die am Ende in eine hornartige, mit Widerhaken versehene Spitze ausläuft. Damit holt er die Larven aus den ausgemeißelten Gängen. Mit Hilfe seiner Kunst zimmert er sich auch seine Bruthöhlen, und da er auch sonst überall in alte und kranke Bäume Löcher haut, so schafft er,. wenigstens in Wäldern, wo die Forstkultur noch alte Bäume und Stümpfe stehen läßt, zahlreiche Nist- gelcgenhciten für andere Vögel. Denn gesunde Bäume hackt der Specht höchstens ausnahmsweise an, und seit man dies allgemein anerkennt, vermehrt sich auch dieser scheue Vogel wieder bei uns. Eine erfreuliche Erscheinung in unserer von der mitleidslosen Kultur so arg mitgenommenen Tierwelt. Verfehlte Studienreise. Man ist es igjon gewohnt, daß, wenn Ausländer zu uns kommen, um unsere deutschen Einrichtungen zu studieren, ihnen in der Regel potemkinsche Dörfer vorgeführt werden, so daß die Betreffenden statt eineö objektiven und natürlichen Eindrucks ein verschwommenes, in dem rosigsten Lichte schimmerndes Urteil gc» Winnen, das in Wirklichkeit nur ein Zerrbild ist. So berichtet der„Lokal-Anzeiger", daß seit einigen Tagen eine „englische Arbeiterkommission" in Berlin weilt,„die es sich zur Aufgabe gemacht hat. die Tcxtilfabriken Deutschlands zu besuchen und Vergleiche anzustellen einerseits zwischen der Art der Fabrikation in Deutschland und England, andererseits zwischen den Lohnverhältnissen und der Lebenshaltung der deutschen und eng. lischen Arbeiter." Als Führer dieser Kommission fungiert ein eng. lischer Journalist und Mtglied der konservativen Partei Englands, der die Gelegenheit wahrnehmen will,„ihnen zu beweisen, daß der deutsche Arbeiter durchaus nicht auf Pferdefleisch, Schwarzbrot und Vier angewiesen ist, wie gewisse englisch« Politiker es verbreiten." Die Kommission hat auch Gelegenheit gefunden,„sich von dem Wohlergehen der deutschen Arbeiter zu uberzeugen." Mehr kann man von den guten Leuten in den paar Tagen, die sie hier weilen, sicher nickt verlangen. Nur ist eS uns nicht recht klar, wo die Kommission ihre Studien gemocht hat, da wir als ansässige Bürger oon diesem„Wohlergehen der Arbeiter, gerade in der jetzigen Zeit, absolut nichts bemerkt haben. Aber die Herren sind gründlich vorgegangen. ES heißt da: „Unsere Gäste haben 2S Arbeiterwohnungen besucht; sich namentlich die Zlvei-, Drei-, Vier- und Fünszimmerwobnungen angesehen, um sie mit englischen Wohnungen vergleichen zu können. Und da ist ihnen ganz besonder? das Fehlen sogenannter Zu was die Soldaten da sind. In der„Morgenpost" beklagt sich ein ehemaliger Feldwebel, jetziger Oberbahnassistent, zu früh geheiratet zu haben und schildert seinen Werdegang beim„Militär", wo es ihm noch„vorzüglich" ge- gangen sei: „Aus der Küche des Bataillons durften sich die verheirateten Unteroffiziere Kartoffeln und Suppe holen lassen, ich hatte weder Wohnungs- noch Kleidersorgcn und meine Frau Bedienung voll- auf. Die Musketiere schleppten Wasser und Kohlen, wiegten die Kinder, schneiderten ihre ersten Anzüge, besohlten ihre Schühchen, kurz wir hatten ein wunderbares Leben." Reckt treuherzig meint der Schreiber, daß sich das geändert habe, als er aus dem Militärverhältnis schied und die Beamten- laufbahn einschlug. Vielleicht sorgt der Reichstag dafür, daß auch den Herren Beamten Vaterlandsverteidiger zur Verfügung gestellt werden, damit sie Wasser schleppen, Kohlen holen, Kinder wiegen, schneidern, Stiefel besohlen, kurzum, den Äeamtenfamilien ein „wunderbares Leben" verschaffen.-Diese werden dann in ihren loyalen Gesiihlen nicht mehr wankend, wie dies heute vielfach geschieht, und die Verteidiger der zwei- bezw. dreijährigen Dienst- zeit sind dann wenigstens um triftige, durchschlagende Argumente nicht verlegen. Der Herr Oberbahnassistent hat sich nachher durch die an- geführten Umstände schlechter gestanden als in der Kaserne, konnte auch nicht die oberste Sprosse seiner ehrgeizigen Wünsche erreichen, und seine Kinder konnten infolgedessen nichts„Besseres" werden. nicht studieren:„Ich habe also den Fortschritt der Generation auf- gehalten, und das ist ein Nachteil für die Volksentwickclungl" Schrecklich? Man sieht, kleine Ursachen, große Wirkungen! Itebet feie VerkehrZmisere bei feer Großen Berliner gehen uns fortgesetzt Klagen zu. Diese Klagen beziehen sich darauf, daß eine ganze Reihe Linien nicht in der Lage sind, dem Berkehr, speziell in den frühen Morgenstunden, auch nur einigermaßen gerecht zu werden. So wird uns berichtet, daß die Wagen, die vom Gesundbrunnen nach dem Innern der Stadt fahren, vielfach schon vor der Stralsunder Straße vollkommen überfüllt sind und daß das Publikum durch diese ungenügende Beförderungsgelegenheit in die schwierigste Lage kommt. Es sind uns eine Anzahl Fälle vor- getragen worden, nach denen schon mancher Arbeiter, der infolge Ueberfüllung der Straßenbahn nicht befördert worden ist. seine Arbeit verloren hat. Auch auS Moabit kommen derartige Klagen, eine, die recht anschaulich die Zustände schildert, soll hier Platz finden, sie lautet:„Die Berliner haben Geduld, staunenswerte, riesige, unfaßbare Geduld! Und das ist ein Glück! Wäre nämlich das nicht der Fall, so könnte man täglich beobachten, wie Hunderte von jenen Unglücklichen, die die Straßenbahn Scnutzen müssen, durch den damit verbundenen Aerger zur Raserei gehracht werden. Wenn es den Statistikern einmal an Arbeit fehlt, möchte ich ihnen raten, die Unmenge Zeit festzustellen, di�dem Publikum jährlich durch die mißlichen VerlchrSverhältnisse der Großen Berliner ver- loren geht; ganz abgesehen von den damit verknüpften Unannchm- lichkeiten. Beschwerden über bestimmte Fälle gelangen selten vor die Oeffentlichkeit. wohl hauptsächlich auS dem Grunde, weil sich das Publikum im großen und ganzen darüber einig ist, daß eS gleich- bedeutend ist, von der Katze zu verlangen, sie solle das Mausen lassen, oder von einer privaten Verkchrsgesellschaft, wie sie die Große Berliner Straßenbahn darstellt, zu erwarten, sie solle das Drangsalieren des Publikums unterlassen. So lange eben eine so wichtige Verkehrseinrichtung wie die Straßenbahn in Händen pri- vatcr Unternehmer ist, die als höchstes Ziel nur den Profit kennen, werden die noch so berechtigten Beschwerden ungehört im Winde verhallen. Aus diesem Grunde schweigen zahlreiche meiner Leidens- genossen, ergehen sich höchstens einmal in einem grimmigen Fluch und nehmen nachher wieder alle ihre Geduld zusammen, um das ihnen widerfahrene Ungemach zu ertragen. Aus demselben Grunde hpbe auch ich bis jetzt geschwiegen; aber nun ertrage ichs nicht mehr länger. Aus verschiedenen Gründen bin ich mindestens einmal, gewöhn- lich mehrere Male in der Woche gezwungen, in die Gegend des AlcxanderplatzeS zu fahren. Meine Wohnung ist in Moabit, von wo nur die einzige Linie 11 als Verbindung mit dem Alexander- platz in Betracht kommt, was allein schon eine Rücksichtslosigkeit gegen die Moabiter Bevölkerung ist. Davon wissen ganz besonders die im Innern der Stadt wohnenden und in Moabit beschäftigten Arbeiter, deren Zahl nicht gering ist. ein Lied zu singen, wenn sie nach Feierabend nach Hause fahren wollen. Solange jedoch die Wagen in einem Abstand von 7� Minuten fahren, geht es noch an. Aber der Straßenbahn ganzer Jammer bricht über die Moabiter herein, wenn abends nach 8 Uhr der 1ö Minutenverkehr einsetzt. Volle 33 Minuten stand ich vorigen Donnerstag an der Haltestelle Bremer Straße. Ein kleines halbes Dutzend Leidens- Sefährten neben mir. An der Wilhelmshavener, an der Strom- raße dasselbe Bild. Es ist geradezu eine Verhöhnung, wenn schließlich ein Wagen mit 23 oder 24 Sitzplätzen ankommt, der natürlich an der weiter zurückliegenden Oldcnburger Straße schon überfüllt ist. Und an allen folgenden Haltestellen bis zun, Stettiner Bahnhof, ja selbst bis zur Brunncnstraße, wiederholt sich bäufig dasselbe Bild. Es gehört, wie eingangs gesagt, eine außer- gewöhnliche Gemütsruhe dazu, das dem wartenden und frierenden Publikum schon von einem oder zwei vorbeifahrenden Wagen aus lakonisch zugerufene„Alles besetzt" geduldig hinzunehmen. Warum läßt man die Wagen zwischen 8 und 3 Uhr abends nicht durchweg mit Anhänger fahren? Oder warum wird der VA Minutenverkehr nicht bis 3 Uhr ausgedehnt? Legen Sie doch bitte diese Fragen der„Großen Berliner" vor und fragen Sie gleichzeitig, ob sie ihre Aufgabe wirklich nur darin erblickt, mit dem Publikum Schindluber zu spielen." Wir kommen dem Wunsche des Einsenders um Abdruck seines Hilferufes gern nach; ob es hilft, ist sehr fraglich. Die Große Berliner sö�rt sich wenig um Beckebrsinteressen, das beweist die ganze Geschichte dieser Erwcrbsgesellschaft, ganz besonders die in den letzten Jahren, Die Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten der 2. Abteilung im 6. Gemeiudewahtbezirk Dr. Mugdan und dem sozialfortschritt- lichen Professor Dr. Richert findet am Mittwoch, den 2. De- zember statt. Mängel im Rettungswesen. Ein Leser schreibt uns:„Als ich am Sonnabend, den 28. November, von der Arbeit nach Hause ging, kam ich kurz vor S'/z Uhr auf der Treptower Ringbahu-Brücke dazu, als ein Arbeiter in die Spree sprang. Der Unglückliche wäre unlcr allen Umständen zu retten gewesen, wenn ein Rettmigsball oder ein Rettungskahn zu haben gewesen wäre. Da dies nicht der Fall war, so standen wir gegen 1b Personen ratlos da und mußten zusehen, wie der Betreffende nach vergeblichem Kampfe ertrank." ES wäre nach vorliegender Mitteilung in der Tat notwendig, dem Mangel an Rettungsvorrichtungen so bald wie möglich abzuhelfen. Die diesjährige Ausstellung empfehlenswerter Jugend- schrifteu wird am Sonntag, den 6. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Saale III des Gelverkschaftshauses eröffnet. Sic ist bis einschließlich Sonntag, den 13. Dezember, täglich von 3— 10 Uhr unentgeltlich zu besichligen. Mit der Jugend- schriften-Ausstellung ist wiederum eine Ausstellung von Wand- schmuck verbunden.— Am Dienstag, den 8. Dezember, abends 8V, Uhr, spricht Genosse Dr. David über das Thema:„Was geben wir unseren Kindern zu lesen?" Dieser Vortrag findet im Saale l des Gewerkschaftshauses statt. Feuerwehrleute zum U Neichen angenommen hat der Prediger Berlich, der gestern seine Wohnung von der Krefelderstraße nach der Seestraße verlegte. Als ob es nicht genug freie Arbeiter gäbe, die diesen Umzug hätten besorgen können, daß unter allen Umständen Mannschaften der Feuerwehr als Transportarbeiter genommen werden mußten. Die Feuerwehr hat andere Aufgaben, als den steuerzahlenden Bürgern das Brot wegzunehmen. Für den christ- lichen Herrn, der sich ihrer bedient hat, ist dieses Verfahren recht bezeichnend. Mit Fußtritten getötet. Der bereits oft mit dem Gesetz in Konflikt geratene dl Jahre alte Händler Paul Graubaum geriet am Sonnabendabend um 8 Uhr in seiner Wohnung Kastaniennllee 42 mit der ebenfalls häufig vorbestraften 47 Jahre alten Händlerin Helene Zahn, mit der er in wilder Ehe lebte, in Streit und miß- handelte sie dermaßen durch Fußtritte, daß sie schwere innere sowie mehrere äußere Verletzungen am Kops und Gesäß davontrug. Diesen Verletzungen ist sie gegen 13 Uhr erlegen. Nunmehr holte Grau- bäum erst einen Arzt, der nur noch den Tod feststellen konnte. Graubaum ist noch in der vergangenen Nacht dem Polizeiptäsidium übergeben worden. Er soll geisteskrank sein. Der Berliner Kimarienziichter- und Vogclschutzvcrem.hält seine diesjährige Ausstellung vom b. bis 8. Dezember 1333 Kommandanten- straße 20 ab. Ausgestellt werden außer edlen Kauarien Exoten seltene Schmuck- und Ziervögel. Bei der Delcgicrtenwahl zur Ortskrankcnkasse feeS Schlächtcr- gewcrbcs am Somnag sind 566 Stimmen abgegeben worden. Hiervon entfielen auf die Kandidaten des Zentralverbandes 385 Stimmen, auf die Liste der vereinigten Gegner s„Gelbe",„Brüderschaft", Katholischer Gesellenverein usw.) 165 Stimmen, 19 waren ungültig. Danach sind die Kandidaten des ZentralverbaudeS gewählt. Fcuerwehrnnchrichten. Am Sonnabendabend kam in der Komischen Oper an der Weidendammer Brücke Feuer aus, das gleich von, Posten gelöscht wurde, so daß die Gefahr vom Publikum nicht bemerkt wurde. Die Isolation eines ZufllhciingSdrahtes für eine Glühbirne war an der EinrührungSstelle am Reflektionskasten beschädigt, da- durch war Kurzschluß entstanden und daS JsolationSmaterial in Brand geraten. Der Posten bemerkte die Gefahr und beseitigte sie schnell durch Ausgießen der Flammen und Ausschalten deS Stromes. Am Sonntagnachmittag mußte in der Reichenberger Straße 28 ein WohnungSbrand gelöscht werden, der bei der Ankunft der Feuerwehr schon eine große Ausdehnung erlangt hatte. In der GipSstr. 8 brannte Papier in einer Drückerei und in der Bergstr. 19 Fett u. a. in einer Kücke. Zwei Brände, die in Badestuben ausgekommen waren, beschäftigten die Wehr in der Sckivelbeiner Str. 21/25 und Camphausenstr. 19a. Ferner wurde die Wehr nach der Antwerpener Straße 16. Vergmannstr. 51 u. a. Stellen gerufen. Die Schöneberger Feuerwehr hatte zwei Alarme zu verzeichnen. Einen nach der Bahnstr. 45. wo eine Küche brannte und einige Vögel, darunter Papageien und Kanarien vom Rauch erstickt waren, und einen nach der Cranachstr. 23, wo ein Zimmer brannte. Vorort- I�admdrteit. Charlottenbnrg. Speisung bedürftiger Schulkinder. Die auf Beschluß der Stadt- verordneteiiversammlung vom Magistrat veranstaltete Enquete dar- über, wieviel Gemeindeschulkindcr ohne erstes Frühstück in die SchnIe kommen und wieviele zu Hause kein warmes Mittagbrot erhalten, ergibt ein trauriges Bild. Von insgesamt 23 360 Schulkindern er- hielten 314 regelmäßig und 221 häufig kein warmes erstes Früh- stück, 245 regelmäßig und 141 häufig überhaupt kein erstes Frühstück. Die Ursache hierfür war in 230 Fällen Krankheit feeS Vaters oder der Mutter, in 323 Fällen die Art der Beschäftigung der Eltern, in 243 Fällen Armut, in 48 Fällen trafen mehrere dieser Ursachen zu- sammen, 87mal lagen sonstige Gründe vor und 21mal fehlt die An- gäbe der Gründe. Kein warmeS Mittagessen erhielten rcgel- mäßig nicht weniger als 1233 Kinder, dazu kommen 652."die häufig kein warmes Mittagessen erhielten. 1124 von ihnen bc- kamen allerdings deS Abends warmeS Essen als Ersatz, 292 dagegen bekamen auch deS Abends regelmäßig keinen Ersatz. 32 bekamen wenigstens bisweilen Ersatz. Die Ursache war hier 233 mal Krankheit des VaterS oder der Mutter, 1145mal die Art der Beschäftigung der Eltern. 821 mal Armut, 54 mal lagen mehrere der genannten Ursachen. 63 mal sonstige Ursachen vor und 44 mal sind die Ursachen nicht bekannt. 155 Kinder erhielten regel- mäßig, 166 häufig weder wanncS Frühstück noch warmes Mittag- essen. Um diese Zahlen richtig zu würdigen, muß man in Betracht ziehen, daß Charlottenburg keine Arbeiterstadt ist, sondern daß zu ihren Einwohnern Beamte und wohlhabende und reiche Leute in verhältnismäßig hohem Maße zählen. Kein Wunder, daß der Fonds „Beitrag an die Volksküche oder ähnliche Veranstaltungen gegen die Vcrpklichtung, Kindern in der Gemeindeschule Frühstück und im Falle besonderer Unterernährung auch Mittagbrot zu liefern". dauernd verstärkt werden muß. Nachden� er im Dezember 1907 um 2333 M. verstärkt und im laufenden Etat von 9333 auf 12333 W. erhöht ist, stellt sich jetzt die Notwendigkeit heraus, neben 1030 M. zur Vervollständigung der Küchen— usw. Einrichtungen 16 300 M. nachzufordern, also eine Erhöhung um mehr als daS Doppelte. Und das, obwohl vor der Gewährung von Mittagessen die häuslichen Verhältniffe der Eltern sehr genau geprüft werden untz obwohl eS nicht mehr, wie srüher täglich, sondern nur»och zweimal in der Woche Fleisch, an den übrigen Tagen aber Gemüse gibt! Die Speisungen. die auch in den Snmmermonaten fortgesetzt werden, sind dem Verein .Jugendheim" übertragen. Vom 1. August bis Ende Oklober find nur 50 800 Mittagsportionen ausgeteilt, Bis Ende März werden vor Jeine längere Debatte. Genosse Gramenz wies darauf hin, daß ein genommen, ferner burdy brei weitere Handlungen brei funge aussichtlich, noch 63 690 Portionen hinzukommen. Im verflossenen Beschluß schon vor längerer Zeit gefaßt worden fei, das Gelände äbchen unter 16 Jahren verführt und durch zwei felbständige zum Selbstkostenpreise abzugeben, es sei mithin die Sache erledigt. Handlungen es unternommen zu haben, zwei junge Arbeiterinnen Sommer erhielten ferner 416 Kinder an allen Schultagen ein Früh- Genosse Gerisch betonte, daß es ihm und seinen Fraktionsgenossen zur Begehung eines Meineides zu verleiten. Die Straftammer hatte ftück, bestehend aus 14 Liter abgefochter, warmer Milch und einer als Dissidenten egal sei, ob eine Kirche gebaut wird oder nicht, nur ihn in einem Falle der Vornahme unzüchtiger Handlungen an Schrippe. Zurzeit empfangen täglich etwa 850 Kinder Frühstück in feien sie dagegen, wenn aus öffentlichen Mitteln für den Bau minderjährigen Mädchen und in einem Falle der verfuchten Verder Schale, doch wird die Zahl voraussichtlich im Laufe des Winters Gelder bewilligt werden. Desgleichen müsse man sich vergegen- leitung zum Meineide schuldig befunden. Die gegen das Urteil einToch tveiler steigen. wärtigen, daß auch Katholiken und andere Sekten Mittel ber- gelegte Revision hatte das Ergebnis, daß das Reichsgericht die Die Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden, die bereits langen können. In namentlicher Abstimmung wurde mit 9 gegen Strafe von zwei Jahren Zuchthaus, die für die Verleitung zunt 4 Stimmen und einer Stimmenthaltung das Gelände unentgelt- Meineide erkannt war, bestehen ließ, im übrigen dagegen das Urteil, in einer Reihe anderer Städte besteht, wird nun in nächster Zeit auch für Charlottenburg obligatorisch eingeführt werden. Auch lich abgetreten, unter der Bedingung, daß der Kirchenförperschaft auch bezüglich der Gesamtstrafe, aufbob. Infolgedessen gelangte keinerlei Zuwendungen mehr gemacht werden. der Prozeß nochmals gestern zur Verhandlung. 74 8eugen waren diefer Fortschritt ist auf die positive Mitarbeit der sozialdemo= Ein Nachtrag zur Grundsteuerordnung, wonach unbebaute geladen. Zur materiellen Verhandlung gelangte die Sache aber trafischen Vertreter in der hiesigen Stadtverordnetenver- Grundstücke die doppelte Steuer zu zahlen haben, fand einstimmige infolge eines eigenartigen sammlung zurückzuführen. Am 11. März d. J. brachten unsere Annahme. Genossen einen dementsprechenden Antrag bei der Stadtverordnetenversammlung ein, welchen dieselbe einstimmig annahm. Weißensee. Bur nächsten Stadtverordnetenfibung legt der Magistrat einen dem Antrage folgenden Entwurf vor. Ablehnungsantrages nicht, den vor Verlesung des Eröffnungsbeschlusses Rechtsanwalt Der Kartoffelkrieg ist vorläufig zu Ende. Vor Wochen be- Dr. Alsberg begründet. Es sollen wegen Befangenheit abelehnt richteten wir, daß der Bürgermeister von Liebenwalde, Dr. Albert, werden: Landerichtsdirektor Dr. Lieber, sowie die Landgerichtsräte Dieser Entwurf ist aufgebaut auf die Erfahrungen, welche früher juristischer Hilfsarbeiter in Weißensee, den Ort verließ, ohne Busch und Neumann, sowie Assessor Schaumburg. Es werden in dent bisher in anderen Städten durch die orteftatutarische Regelung an eine alte Startoffelschuld zu denken. Trok mehrmaliger Mahnung Ablehnungsantrag mehrere Gründe angeführt, die geeignet feir der obligatorischen Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden bequemte er sich nicht zu zahlen, sondern machte den Einwand, die sollen, das bei dem Angeklagten vorhandene Mißtrauen gegen die ( Sausindustriellen) gemacht wurden. Die Vorlage enthält im von dem Riefelgut gelieferten Kartoffeln waren minderwertig und Unparteilichkeit der genannten Richter zu rechtfertigen. Bei der Entwurf fünf Artikel, welche in flarer Weise die Versicherungs- er wollte für drei Zentner 1,50 M. einbehalten. Der angedrohten Vernehmung einer Zeugin Kaminski seien prozessuale Verstöße pflicht, die Meldepflicht, die Beitragspflicht, die Einzahlungspflicht, Klage sah er mit Ruhe entgegen. Der Gemeindevertretung war vorgekommen, im Protokoll aber nicht zum Ausdruck gelangt. Die den Maßstab der oiftungen und die Beit des Inkrafttretens des diese bürgermeisterliche Anschauung doch zu arg und so wurde schriftlich festgestellten Urteilsgründe hätten nun, um die prozessualen Statuts regeln und bestimmen. Ob der Entwurf jedoch voll- denn die Klage angestrengt. Am Sonnabend war Termin, und wie Berstöße zu verdecken, eine an betr. Stelle vorgenommene Einständig den Ansprüchen den Antragsteller genügt, wird die Ver- nicht anders zu erwarten, erlebte der Bürgermeister von Lieben- schaltung zur Folge gehabt. Der Angeklagte stehe ferner mit den handlung am Mittwoch zeigen. Jedenfalls ist die Vorlage felbst walde einen derben Reinfall. Nun hat er nicht nur die Kartoffeln abgelehnten Richtern in einem Zivilprozek, dem die vom Angeklagten zu begrüßen; denn sie füllt endlich auch für die Charlottenburger zu zahlen, sondern auch die Kosten des Prozesses. Als erfahrener als rechtswidrig bezeichnete Ueberführung ins Zuchthaus zugrunde Hausgewerbetreibenden eine Lüde aus, welche das Kranken- Jurist wird er den Berufungsweg beschreiten und da wollen wir liege. Durch diese Ueberführung des dem Gerichtshofe als frant versicherungsgefeb der Gemeinde zu verstopfen überlassen hat. Am ihm empfehlen, seinem Freunde Dr. Pape die Vertretung zu über- bekannten Angeklagten sei diesem seine Verteidigung in diesem besten würde freilich eine gemeinsame, über Groß- Berlin sich er tragen, denn dieser vom Amt dispensierte Schöffe hat sich mit Verfahren erheblich erschwert worden. stredende Regelung dieser Frage gewesen sein. Aber daran ist, einem Berliner Rechtsanwalt foaliert und macht für seine Person wie an so manches andere, das gemeinsam geregelt werden müßte, in dem neu entstandenen Blatte Reklame, die dem Redakteur und nicht zu denken. Verleger vom Gemeindevorstand usw. angestrengten Klagen vor Gericht zu vertreten. Die beiden Freunde haben im Krankentaffenstreit so gut harmoniert; nun fann es im Kartoffelkrieg doch auch geschehen. Groß- Lichterfelde. Die Gewerbegerichtswahlen finden am Dienstag, den 15. Des zember d. J., von 6 bis 8 Uhr abends statt. Wahlberechtigt ist, wer Staatsanwalt Dr. Schindler: Jch beantrage, den offenbar une begründeten und durchsichtigen Antrag abzulehnen. Auf eine sachliche Bekämpfung lasse ich mich nicht ein. Die Ueberführung des Angeklagten ist lediglich durch das Untersuchungsgefängnis und nicht durch mich oder das Gericht erfolgt. Der Angeklagte hätte eigentlich nach Sonnenburg übergeführt werden müssen, er ist aber hier nach der Strafanstalt in der Lehrterstraße gebracht worden, Der Vorsitzende läßt darüber weitere Erörterungen nicht zu. Das Hierauf verlangt der Angeklagte die Bestrafung der Richter. Gericht lehnt den Antrag des Verteidigers, diese Anordnung um zustoßen, ab, weil der Antrag auf Bestrafung der Richter nicht zur Sache gehöre. Der Verteidiger Dr. Werthauer beantragt, den Staatsanwalt wegen der Schwere des in seinen Ausführungen liegenden Vorwurfs zur Verantwortung zu ziehen. Das Gericht beschließt, auch diesen Antrag abzulehnen. d. H. in dem Gemeindebezirke der Stadt Teltow und der Land- war mit dem Einfahren eines Pferdes beschäftigt. Als die elektrische das 25. Lebensjahr vollendet und im Bezirke des Gewerbegerichts, Gustav- Adolf Straße. Der in Nr. 160 wohnhafte Gastwirt Schlüter damit sein Verkehr mit den Verteidigern nicht unterbunden werde. gemeinde Groß- Lichterfelde, Wohnung oder Beschäftigung hat. 8um Straßenbahn herannahte, scheute das Tier. Sch. wollte es festhalten, Zwede der Wahlen werden vom Gemeindevorstande Listen angelegt. fam hierbei zu Fall und unter das Pferd zu liegen. Hierbei erlitt In diefelben werden alle Wähler eingetragen, deren Stimmberechti er so schwere Verlegungen am Fuße, daß seine Ueberführung in das gung unter Vorlegung der erforderlichen Bescheinigung innerhalb hiesige Strankenhaus notwendig wurde. zwei Wochen, vom Tage der Bekanntmachung ab gerechnet, Friedrichshagen. an den Wochentagen während der Stunden von 8 Uhr vormittags * Zuhälterei und Gefangenenaufficht. Aus der Gemeindevertretung. Das Gemeindegrundstück am Die Verhandlung wird dann unterbrochen. Nach drei Stunden bis 3 1hr nachmittags in der Gerichtsschreiberei des Gewerbe- Müggelsee gegenüber der Kaiserstraße war als Dampferanlegestelle traten zur Entscheidung über den Ablehnungsantrag drei Richter gerichts, Amtshaus, Schillerstr. 32, mündlich angemeldet wird. Am an den Zimmermeister Basedow auf die Dauer von zwei Jahren unter Vorsiz des nicht abgelehnten Landgerichtsrats Muftol zu 4. und 5. Dezember 1908 tönnen auch Anträge zur Eintragung in für eine Jahressumme von 100 M. berpachtet. Da der Pachtver- fammen. Es wurde beschlossen, dienstliche Aeußerungen der bedie Wählerliste während der Zeit von 7-9 Uhr abends angebracht trag abgelaufen, beantragt Basedow, denselben auf fünf Jahre zu treffenden Richter und des Gerichtsschreibers über die vom VerM. werden, ebenso am Sonntag, den 6. Dezember, von 9-12 Uhr vor. Die Vertretung beschloß einstimmig, den Pachtvertrag nur noch auf schluß am Mittwoch 9½ 1hr zu verkünden. werden, ebenso am Sonntag, den 6. Dezember, von 9-12 1hr bor berlängern und die Jahrespacht von 100 auf 50 2. herabzusehen. teidiger aufgestellten Behauptungen herbeizuführen und den Be mittags, und zwar an diesen Tagen in den Zimmern 11, 12 und 13 ein Jahr abzuschließen zur bisherigen Bachtsumme von 100 M. des Amtshauses. Bei unterlaffener rechtzeitiger Anmeldung ruht Der Bächter ist jedoch vertraglich zu verpflichten, dafür Sorge zu Die Behandlung des Ablehnungsgesuchs dürfte, soweit der das Stimmrecht. Zur Anmeldung der Stimmberechtigung getragen, daß für die Nachbarschaft keine Rauchbelästigung statt Angeklagte an Ausführungen behindert wurde, weder dem Geſetz nügt für die Arbeitnehmer ein Zeugnis ihres Arbeitgebers findet. Da das Grundstüd nur als Dampferanlegestelle verpachtet entsprechen, noch zweddienlich sein. Auch gegenüber Leuten, deren oder der Polizeibehörde, durch welches bestätigt wird, daß der ist, hat der Bächter kein Recht, das Betreten des Grundstückes zu Handlungsweise so tief steht wie die des Riedel, müssen die wenigen Arbeiter innerhalb seines Wahlbezirks in Arbeit steht oder wohnt. berbieten, sondern jedermann unbehinderten Zutritt bis zur formellen Rechte zugunsten des Angeklagten streng innegehalten Dampferbrüde zu gestatten. Auch darf der Pachter das Grund- werden. Dazu gehört aber die vollste Freiheit der Verteidigung, Formulare zu diesen Zeugnissen werden während der Dienſtſtunden ſtück nicht mit Laftfuhrwerk befahren und dasselbe nicht als Kohlen- auch wenn der Angeklagte nach Ansicht des Gerichts nicht Sachdien. im Amtshause, gimmer Nr. 28, tostenlos berabfolgt. plab benutzen. Ein Antrag des Krüppelheims und Fürsorge- liches vorbringt. Ueberbies hätten die abgelehnten Richter nicht Ferner findet am Donnerstag, abends 8 1hr, im Restaurant vereins in Berlin um Bewilligung von Geldmitteln, da der Verein darüber mit zu befinden, ob der Angeklagte zur ihrer Ablehnung Gesellschaftshaus, Inhaber Friedrich Wahrendorf, Bäkestr. 22, eine gezwungen ist, zur Unterbringung seiner Pfleglinge Neubauten Genügendes vorträgt. Das geschah aber durch den oben erwähnten auf öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse B. Bruds einen borzunehmen, wurde angenommen und der Jahresbeitrag auf Beschluß. Vortrag über die Bedeutung der Gewerbegerichte halten wird. Auch 30 M. festgefeßt. Dem Antrag des Gemeindevorstandes, für die werden die Kandidaten der Beisiger aufgestellt. Pflicht jedes Bartei- Boltsbibliothek Mietsräume zu beschaffen, da der bisherige Bibliothetsraum im alten Schulhause zu einer Schulklasse eingerichtet Unter der Anflage der Zuhälterei und der Mihhandlung feinet genoffen ist, zu dieser Versammlung zu erscheinen. werden muß, wurde zugestimmt. Auf die Ausschreibung nach ge- Chefrau stand der Gefangenenauffeher Auguft Martin gestern vor eigneten Räumen ist nur die Offerte des Arztes Dr. Schueler ein- der fünften Straftammer des Landgerichts I. Der Angeklagte war gegangen. Derselbe ist bereit, sein Gartenhaus in der Friedrich- seit 1895 als Gefangenwärter im hiesigen Stadtboigteigefängnisfe straße 116 für eine Jahresmiete von 400 M. Herzugeben. Der Ge Eine Untersuchung der hiesigen Schulverhältnisse durch den meindevorstand hat die Räume besichtigt und dieselben für die angestellt und ist am 4. Mai d. J. borläufig vom Amte suspendiert Kreisschularzt Dr. Schulz hatte ein Ergebnis, welches jedenfalls Boltsbibliothet geeignet befunden. Die Vertretung beschloß, das worden. Der Angeklagte wurde von dem Bergehen der Zuhälterei geeignet fein dürfte, den ablehnenden Standpunkt der Gemeinde- Gartenhaus des Dr. Schueler zum Jahrespreise von 400 M. auf die freigesprochen, aber wegen Körperverlegung in zwei Fällen zu drei vertretung zur Errichtung von Klassen für Minder Dauer von drei Jahren zu mieten. Die Eingemeindung der im begabte wantend zu machen. Es ist ein großer Teil Kinder Gutsbezirk Köpenick Forst belegenen Barzellen gegenüber der Königfestgestellt, welche förperlich oder geistig so beschaffen sind, daß fie lichen Biologischen Station in den Gemeindebezirk Friedrichshagen dem Unterricht in teiner Weise folgen fönnen und so einerseits wurde ohne Debatte beschlossen. Einer vom Provinzialschul selbst schwer benachteiligt werden und andererseits ein Hemmnis follegium beantragten redaktionellen Abänderung des Nachtrages für den Unterricht der übrigen Kinder bilden. Als gute Einzum Statut betr. die Fürsorge der Witwen und Waisen der Lehrer richtung kann die in der 3. Gemeindeschule untergebrachte Koch- und Beamten des Realghnasiums wurde debattelos zugestimmt. fchule angefehen werden, in der sämtliche Mädchen des leßten Am Sigungstage wurde auf Anordnung des Landrats von meldet ein Telegramm aus New York. Nach einer Depesche aus Schuljahres Unterricht finden, und die es auch ermöglicht, nebenbei zwei Beamten des Landratsamts eine außerordentliche Revision Tschifu stießen auf dortiger Reede zwei japanische Dampfer armen Kindern warmes Mittagbrot zukommen zu lassen. Eine der Gemeindekasse sowie eine Prüfung der Kassenbücher vor- zusammen. Einzelheiten fehlen noch, doch verlautet, daß zweite Hochschule ist in der im Bau begriffenen 4. Gemeindeschule genommen. Die Rebifion währte von vormittags 8 Uhr bis nach 700 Berfonen dabei ertrunten fein follen. projektiert. mittags 4 Uhr. Die Revisoren fanden die Kaffe, Bücher und Belege in bester Ordnung und bezeichneten die Kassenführung als musterhaft. Seit vielen Jahren ist seitens des Landratsamts hierselbst feine unvermutete Revision vorgenommen. Nowawes. Das Gewerkschaftskartell Groß- Lichterfelde und Umgegend. Ober- Schöneweide. Treptow- Baumschulenweg. Monaten und zwei Wochen Gefängnis berurteilt. Vermischtes. Eine neue Schiffskatastrophe Die Grubenerplosion in Amerika. Nur spärlich laufen die Nachrichten über die bereits in unferer Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer lebten Sonntagsnummer gemeldete Grubenerplosion in Pennsylvanien ein. Sigung hauptsächlich mit höheren" Schulangelegenheiten. Die Noch weiß man nicht genau, ob die 250-275 Bergleuten in der Errichtung einer Borschule im Berliner Ortsteil wurde vom Bürgermeister damit begründet, daß man bestrebt sein müsse, die Ueber die Jnangriffnahme von Notstandsarbeiten hatten die Grube unrettbar verloren sind. Eine Meldung aus Pittsburg besagt: iteuerfräftigen Einwohner zu halten und neue heranzuziehen. Bau- und Wegekommission der Gemeindevertretung unseres Von den auf Zeche Marianna verunglückten Bergleute sind bereits Sierüber entspann sich eine lebhafte Debatte. Unsere Genossen Ortes kürzlich zu beraten. Infolge der großen Arbeitslosigkeit, Der Inspektor der Grube erklärte, daß wenig Gramenz, Gerisch und Karow betonten, daß die Volksschule für die auch in Nowawes herrscht, und zwar nicht nur in der Textil- zwei Leichen, die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren, gejeben als Vorschule zu gelten habe, dieselbe müsse ausgebaut und industrie, insbesondere der Hausweberei, sondern auch unter den borgen worden. die Klassenfrequenz herabgesetzt werden. Diejenigen, denen es sonst in Berlin und seinen Vororten beschäftigten Bauarbeitern, Hoffnung vorhanden sei, von den 275 eingeschlossenen Bergleuten dann nicht passe, ihre Kinder nach den Volksschulen zu schiden, nahmen die sozialdemokratischen Mitglieder der genannten Kom- auch nur einen zu retten. Die Rettungsmannschaften, die in der mögen sich aus eigenen Mitteln eine andere errichten. Einige missionen Veranlassung, auf den allgemeinen Notstand hinzuweisen Grube Marianna die Rettungsarbeiten sofort nach dem Unglüd bebürgerliche Gemeindeverordnete meinten, die Sozialdemokraten und die sofortige Inangriffnahme der erft für spätere Zeit in gonnen haben, fönnen wegen der großen Hige nicht vore feien von der Notwendigkeit einer Vorschule doch nicht zu über- Aussicht genommenen Straßenregulierungen zu fordern. Der Geringen. Die Behörden veranschlagen die Zahl der Opfer auf zeugen. Triftige Gründe, weshalb nur ihre Kinder für höhere meindevorstand und die bürgerlichen Mitglieder der Kommissionen 270 bis 280. Schjulen in rage fämen, vermochten sie nicht anzuführen. Die erkannten die Forderung als berechtigt an, doch wurde vom GeVorlage wurde gegen die Stimmen unserer Genossen angenommen. meindevorstand betont, daß die geforderten Arbeiten nicht sofort Zur Steinheil- Affäre Das Schulgeld ist auf jährlich 80 M. festgesetzt. in vollem Umfange begonnen werden können, da z. B. zur ReIm Anschluß hieran wurde der Antrag, eine höhere Snaben- gulierung der Scharnhorststraße, welche forstfistalisches Eigentum wird aus Paris berichtet: Der neue Untersuchungsrichter im Falle schule zu errichten, verhandelt. Der Bürgermeister führte hierzu ist, erst die Genehmigung der Regierung einzuholen ist. Der Steinheil hat angeordnet, daß die Leichen des Malers Steinheil und aus, daß der Gemeindevorstand sein Bestreben darauf gerichtet habe, Bürgermeister gab aber das Versprechen, alle Mittel und Wege feiner Schwiegermutter, der Frau Japh ausgegraben und durch den die Voltsschulen vollkommen auszubauen, letteres fei nach seiner einzuschlagen, um so schnell wie möglich die Genehmigung zu er- Gerichtsarzt noch einmal unterfucht werden sollen. Es soll festgestellt Meinung auch geschehen. Es sollen noch Klassen für Minderbegabte halten. Borerst werden einige Arbeiter mit Aufräumungsarbeiten werden, ob sich Spuren von Gift in den Körpern finden. Gleich eingerichtet und die Pflichtfortbildungsschule zum 1. April 1909 an der Klärstation beschäftigt, auch soll demnächst die Regulierung zeitig werden die Gläfer, aus denen die Familie Steinheil am Abend cröffnet werden. Run wäre es auch Pflicht, eine höhere Lehr- der verlängerten Luisenstraße vorgenommen werden, so daß die des 30. Mai getrunken hat, und die sich unter Siegel bei den auftalt zu eröffnen. Unsere Genossen entgegneten, daß sie nicht Soffnung besteht, daß in Sturze wenigstens ein größerer Teil der Beweisstüden befinden, durch die Sachverständigen untersucht gegen höhere Lehranstalten seien, nur müßten sie auch jedem be- Arbeitslosen von Gemeinde wegen wird beschäftigt werden können. werden. Es wird angenommen, daß Frau Steinheil ihren Gatten fähigten Schüler zugänglich gemacht werden. Die finanziellen An Lohn sollen für diese Gemeindearbeiten 35 Pf. pro. Stunde be- und ihre Mutter entweder vergiftet oder betäubt hat, und daß dann Berhältnisse sind jedoch in der Gemeinde äußerst ungünstig, so daß zahlt werden, und zwar sowohl an ledige als auch an verheiratete das Berbrechen mit Hilfe eines Vertrauten inszeniert worden sei. es fich empfehlen würde, noch damit zu warten. Nach den Aus- Arbeiter. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß es unbillig In den Gläsern war angeblich ein Narkotikum, und die re führungen des Bürgermeisters soll die Schule zunächst mit der wäre, das System unserer Nachbar- und Residenzstadt Potsdam droffelung der Unglücklichen soll nach der Annahme während Sexta eröffnet werden und sich innerhalb 9 Jahren zu einer Vollanstalt entwideln. Die jetzigen Ausgaben würden sich auf 6000 m. nachzuahmen, die an ledige Arbeiter einen geringeren Lohn zahlt ihrer Betäubung erfolgt fein. Dafür fprechen einige Tatsachen als an berheiratete. und einige Teile der Zeugenausfagen von Couillard und Mariette belaufen, denen eine Einnahme von 3000 m. gegenübersteht. Der Wolff. Antrag wurde angenommen unter der Bedingungen, daß sich bis gunt 15. Dezember d. J. mindestens 20 Schüler für die Serta ane gemeldet haben. Als Form der Schule wurde das Realgymnasium und als Schullokal das Haus Elsenstr. 3, unmittelbar am Ringbahnhof Treptow, bestimmt. Das Schulgeld beträgt pro Kind 110 M. Für Freistellen ist schon eine Summe vorhanden, welche in nächster Der biel erwähnte Prozeß Riebel begann heute in zweiter Zeit durch Zuwendungen erhöht wird. Ueber den Bauplan zweier Auflage vor der 3. Straffammer des Landgerichts I unter Vorsit Schulen und einer Kirche und zweier Pfarrhäuser auf dem Grund- des Landgerichtsdirektors Dr. Lieber. Der 55jährige Rentier stück Baumschulenstr. 79 bis 83 referierte Gemeindebaumeister Dr. phil. Hermann Viktor Riedel, aus Posen gebürtig, ist bekanntViens. Det Bürgermeister bemerkte noch, daß mit dem Bau der lich am 18. Juni d. J. von der 3. Straftammer wegen Verbrechens Schulen in einigen Jahren begonnen werden müsse, wenn sich wider die Sittlichkeit in zwei Fällen und wegen unternommener herausstellt, daß in Baumschulenweg die Gemeindeschulen nicht Verleitung zum Meineide in einem Falle zu 4 Jahren Zuchthaus mehr ausreichen und daß nach dem Entwurf die Bauten nicht teurer und Verlust der bürgerlichen Ehrenrcate auf die Dauer von zehn ausgeführt werden als die bisherigen. Die Uebereignung des er- Jahren verurteilt, im übrigen freigesprochen worden. Er war forderlichen Geländes von 2800 Quadratmeter an die Kirchen- beschuldigt worden, Ende 1906 durch acht selbständige Handlungen förperschaft, welches der Gemeinde 38 219 M. gefoftet, verursachte mit einer dreizehnjährigen Schülerin unzüchtige Handlungen vor Gerichts- Zeitung. Prozeß Riedel. Aus Seenot gerettet. Nach einer Meldung aus Vigo rettete ein englischer Dampfer, der von Lissabon fam, auf hoher See eine mit 20 Matrofen besezte Schaluppe, die zur Bemannung eines gesunkenen Holländischen Dampfers gehören. Eingegangene Druckfchriften. Soebent ersäjienen Nummer 25 des„ Süddeutschen Postillon". Aus dem Inhalte heben wir hervor: Die beiden Zaren( Titelbild), Toujours, fidéle et sans souci, Bollbild, Ultima ratio( Bild), Bohltätigkeits- VorRabbod," Glüd", eine Stizze von Bratsch, Chinesische Zustände, Lebensstellung( Bild). Das Leitgedicht behandelt das Grubenunglüd der Zeche weisheiten, Lob der Sparsamkeit, was in der Welt vorgeht, Reichstags Duo, Leopolds Liebestraum, Die Rausreizer, Deutsche Bescheidenheit und eine Menge fleinerer Beiträge. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 1. Dezember. Anfang 7, Uhr. Königliches Opernhaus. Salome. ( Anfang 8 Uhr.) Königliches Schauspielhaus. Die Rabensteinerin. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 9 Uhr: Jerusalem. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Täglich abends 8 Uhr: 120 Deutsches. Die Revolution in Kümmere Dich um Amelie." Krähwinkel. Kammerspiele. Der Arzt am Scheidewege. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Ubr. Reffing. Baumeister Solnes. Neues Schauspielhaus. Julius Cäsar. Komische Over. Zaza. Berliner. Der Veilchenfreffer. Neues. Jsrael. Kleines. Moral. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Hebbel. Erde. Schiller 0.( Wallner. Der schwarze Kavalier. Theater.) Schler Charlottenburg. Zwillingsschwester. Die Friedrich Wilhelmstädt. Schan: = spielhaus. Seine Hoheit. Westen. Der fidele Bauer. Thalia. Sünstler blut. Luisen. Villa Benkendorf. Bernhard Nose. Wohltäter der Menschheit. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Luitpielhaus. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Operetten. Schwank in drei Alten( vier Bildern) von Georges Feydeau. DERNHARD ROSE THEATED Br. Frankfurter Str. 132. 8 Uhr. Wochentagspreise. Wohltäter der Menschheit. Schauspiel in 3 Aften v. F. Philippi. Morgen 3. 1. Male: Die Entgleisten. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 2. Dezember, 8 Uhr: 4. Gastspiel des Neuen Operetten. Ensembles: Die Dollarprinzeffin. Operette in drei Alten von Leo Fall. Bürgerliches Schauspielhaus Kaftanien- Allee 7-9. Jm Abonnement! Die Dolar Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Aften von Leffing. prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Anfang 8 Uhr. Gaftipiel: Theater. Demimonde. Anfang 8, Uhr. Bürgerl. Schauspielhaus. Minna von Barnhelm. Anfang 8 Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Vorher: Intern. Künstler- Teil Apollo. Eine lustige SpreewaldMetropol. Donnerwetter- tabel Los. Wintergarten. Spezialitäten. Vanage. Spezialitäten. Kafino. Die Dianabäder. Spezia litäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialitäten. Folies- Caprice. Die Brautschau. Die lästige Witwe. Gustav Behrens. Echte Spree athener. Spezialitäten. Carl Haberland. Spezialitäten. Urania. Tonbenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Sternwarte, Juvalidenr. 67/62. Neues Theater. Bum erstenmal: Israel. Anfang 18 Uhr. Mitttooch: Jsrael. Donnerstag: Israel. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Moral. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Mittw., Sonnab. 4 Uhr: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Dienstag, den 1. Dezember, 8 Uhr: Seine Hoheit. Mittwoch: Jrmingard. Donnerstag: Anteros. Freitag: rmingard. Anfang 84 Uhr. Mittwoch, Donnerst.: Ausgewiefen. Freitag 8. 1. M.: Ein Rabenvater. a pollo Theater 913: Die neuen Attraktionen mit Mizi Gizi. Prolongiert! Siegwart Gentes. Borher 8 Uhr: Eine luftige Spree waldfahrt. Mufit von Paul Lincke. Passage- Theater. Heute: Premiere Bozena Bradsky Und das großartige Dezember- Programm. Passage- Panoptikum. Ohne Extra- Entree! Lebend 1 Das Lebend! Bärenweib. Simpson der lebende AmboB der Mann mit dem Steinkörper. Neapolitanische Briganten. 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Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Musik von Paul Lincke. Regio berühmte Bergère- Quartett. Direktor Schultz. Sonntag, 6. Dezember, nachm. 3 Uhr: Durchlaucht Radieschen. 8 Uhr: Corradini usw. ustov. 9, Uhr: Jubelnder Lacherfolg! Die Dianabäder". Sonntag 4 Uhr: Die fidele Rifte, Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Alten von Heinrich Lilienfein. Mittwoch, abends 8 Uhr: Vater und Sohn. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Mittwoch, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Donnerstag, abends8ubr: Die Braut von Messina. Neue Freie Volksbühne. Donnerstag, 3. Dezember, abends 8, Uhr, im Blüthner- Saale, Lützowstr. 76: Mozart- Schubert- Abend unter Mitwirkung des Blüthner- Orchesters. Leitung: Kapellmeister Oskar Fried. Solisten: Dora Nyst, Konzertsängerin( Brüssel), Bruno Hellberger, Pianist. Eintrittskarten zu 1 Mark( einschließlich Garderobe, Liedertexte und Programm) sind in allen Zahlstellen und an der Abendkasse zu haben. 150/13 Der Vorstand. I. A.: Heinrich Neft. Zirkus Schumann. Uhr: Heute Dienstag, den 1. Dezember, abends präz. 7 Die großartigen neuen Spezialitäten, Hohe Schule verXIV. Saison! Zirkus Busch. Dienstag, den 1. Dezember, abends präz. 7, Uhr: Gala- Vorstellung. Um ca. 9 Uhr: Zizi Bamboula! Das größte Naturwunder aus Paris. Alfred Daniels, Gigerl clown. Inas- Truppe. Ferrier Mathilde Renz, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann mit d. neuesten Dreffuren. Gerard und Fontana, Reitfünstler. Um 9%, ca.: Barbarossa!! Große Drigin. Ausst. Pantomime des Zirkus Busch in 6 Bildern. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Wegen großer Vereins: festlichkeit geschlossen. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Donnerstag: Große Elite- Soiree. Tanz. 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Trikothandschuhe 0 65, 85, 98 PL. 65 Kniewärmer. Donnerwetter! = tadellos 19. Ziehung 5. Kl. 219. agi. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 30. November 1908, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 892 1115 40 311 624 2125 240 352 555 72 723[ 1000] 50[ 1000] 989 3341 089 4019 485 612 894 905 35 5031 50 314 579 618 55 880 6039 82 110 294 372 683 290 738 811 942 7075 126 46 702[ 8000] 886 8099 165 71 269[ 500] 368 92 476[ 500] 98 507 87 882 907 9062 252 466 540 55 771[ 3000] 10088 144 47[ 600] 292[ 3000] 388 415 691 742 85 39 991 95 11073 160 222 50 827 79 12200 85 385 78 588 903 1500] 13135 641 99 996 14011 179 95 298[ 500] 430 621 808 80[ 500] 917[ 500] 15152[ 1000] 210[ 3000] 16 82 847 74 559 604 29 812 095 16031 514 70 655 89 0T( 1000] 704 861 17151 520[ 500] 25 73 622 40 44 95 788 95 18180 385 024[ 500] 738 890 903[ 500] 19189 361 566 983 20183 81 247 417 658[ 500] 737 65 21277 88 611 85 781 808 86 22001 228 497 704 50 959 23056 159 584 612 [ 500] 737 88 24647 755[ 300] 63[ 500] 818 88 42 63 25018 187 67 87 286 351 417[ 500] 519 55 59 878 80 702 800 96 26155 97 276[ 300] 317 31 491 683 27070 178 503 625 734 973 28007 276 365 731 842 68 81 29110[ 1000] 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000, 20 à 10 000, 30 à 5000, 51T& 8000, 792& 1000, 1210 à 500. schmeckt die Bouillon von Bouillon- Würfel Marke ,, Krone" 1 Tasse 5 Pfennig 19. Ziehung 5. Kl. 219. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 30. November 1908. nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 7 200[ 10001 386 420 84[ 500] 601 70 96[ 500] 99 900 98 1134 501 2145 47 275[ 1000] 521 663[ 1000] 905 57 3075 410[ 500] 64 532 79[ 3000] 738 4143 293 627 721 42 844 901 5157 83 295 312 508 61 88 95 747 801 933 6096 452 558[ 500] 67 612 701 872 7310 597[ 1000] 831 8095 274 344 467[ 500] 540 780 9225 372 720 10031 67 614 71 11036 60 158 93 277 331 53 778 932[ 1000] 38 80 12070 111 65 380 40 426 575 80 744 882 13168 250 304 415 810 97 14100 3 208 372 646 89 815 [ 3000] 929 15118 248 65 413 22[ 1000] 580 979[ 1000] 16093 174 720[ 1000] 49 982 17084 218 326 93 429 69 18057 143 285 490[ 3000] 853 947 19024 38 456 600 20 780 20116 99 400 43 699 994 21010 23 140 251 881 517 690 753[ 500] 875 84[ 3000] 22351 603[ 3000] 25 732 921 87 23848 93 835 39 24082 86 111 47 99 328 60 650 25108 56 296 840 476 82 26290 347 432 805 27084 317 411 77 575 28118 308 60 29092 132[ 500] 303[ 500] 6 424 661 887 30164 260 489 546 684 756 971 31070 207[ 500] 58 69 80 397 406 69[ 500] 657 64 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.