Mr. 287. Abonnements- Bedingungen: Bonnements Preis pranumerando, Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in die Bost- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Iniertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Big., für politische und gewerfichaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für groei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist 613 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zur preußischen Verwaltungsreform. Wie es heißt, wird zurzeit in allen Zweigen der preußischen Staatsverwaltung daran gearbeitet, durch übersichtlichere Gestaltung der Behörden, durch Dezentralisation und durch Vereinfachung der Geschäftsformen auf Ersparung von Ausgaben hinzuwirken und die Verwaltung den Anforderungen des Lebens in vollkommenerer Weise anzupassen. Dienstag, den 8. Dezember 1908. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. 12 und Parlamentariern. So heißt es z. B. in einer Darlegung stöhnen beginnen, daß sie der zum Teil unnüßen Arbeit, die des Regierungskommissars Dr. Hahn vom 7. Februar 1856: sie leisten, überdrüssig werden. Daher das Streben nach Die Einwirkung der Landräte ist allerdings das wichtigste Vereinfachung des Geschäftsganges, nach Beseitigung überMittel gewesen, welches die Regierung benugt hat, um den Einflüssiger Instanzen, nach Verminderung des Schreibwerks, fluß in der vorher angedeuteten Weise, nämlich zur Erhaltung der nach Anpassung an die Anforderungen des Lebens. öffentlichen Meinung in ihrer Reinheit, auszuüben. Sie hat die Auch die Arbeiterschaft hat ein starkes Interesse Landräte durch ein an sie gerichtetes Zirkular geradezu auf- an einer zeitgemäßen Verwaltungsreform; gefordert, daß sie in ihren Kreisen sowohl bei den Urwahlen, als weniger aus wirtschaftlichen oder öffentlich- rechtlichen, denn bei den Abgeordnetenwahlen offen und entschieden sich als Mittel- aus politischen Gründen. Das jezige System mit dent punkt der konservativen Partei gerieren sollten, daß sie in Ge- Landrat als Kristallisationspunkt hebt fast alle Errungenmeinschaft mit den anderweitigen konservativen Autoritäten des schaften der Stein Hardenbergschen Gesetzgebung für das Kreises die konservative Partei fammeln und auf ein einiges Ziel Bürgertum wie für die Arbeiterklasse auf. Solange der Landhinzuführen suchen sollten. Sie hat den Landräten geradezu ge- rat die Polizeigewalt besikt, bleibt auch der unnatürliche Die preußische Verwaltung ist, von der städtischen ab- fagt, daß der Einfluß, den sie bei dieser Gelegenheit üben, recht Gegensatz zwischen Stadt und Land bestehen, der die oftgesehen, noch brutaler und dabei doch widerspruchsvoller als eigentlich ein Probierstein sein könne, in welchem Maße sie sich elbischen Provinzen zu sicheren Domänen des junkerlichen das preußische Wahlrecht. So ist die Ausscheidung der Guts- das Vertrauen des Kreises zu erwerben gewußt haben." Feudalismus macht. Die natürliche Autorität" des bezirke aus den Dorfgemeinden eine Maßnahme, durch die der Und diese Verfügung haben die Herren Landräte bis in Landrats gibt der Brille des Landbewohners die politische Gutsherr in den Stand gesetzt wird, die Schul- und Armen- die neueste Zeit befolgt und befolgen sie noch heute. Da aber Färbung. Die vereinzelten Anhänger freiheitlicher Ideen laften auf ein Minimum herabzudrücken und gleichzeitig die das Vertrauen des Kreises" sehr schnell erworben müssen dem Absolutismus immer wieder ihre Reverenz beGrund- und Gebäudesteuern zu sparen. Diese kommunale Ent- werden muß der Herr Landrat will nämlich bald in die zeugen, wenn sie nicht wirtschaftlich vernichtet werden wollen. Taftung hindert ihn aber nicht, als„ Amtsvorsteher" die Polizei höheren Verwaltungsstellen so wird die regierungstreue Das könnte anders sein, wenn die Interessen des Volkes im befugnisse nicht nur über seinen Gutsbezirt, sondern auch noch Gesinnung eben mit den verwerflichsten Mitteln erzwungen. Streise nicht durch den Landrat, sondern durch ein Organ über eine Anzahl der benachbarten Dörfer auszuüben. Dabei Wozu bearbeitet denn der Landrat auch Militär- und Steuer- wirklicher Selbstverwaltung vertreten würden, handelt es sich nicht selten um Drtschaften, die an fommunaler fachen, wozu erteilt er Wirtschaftskonzessionen durch den Amts- wenn der Vertreter der Selbstverwaltung nicht von der ReEnergie bedeutenderes leisten als manche Kreisverwaltung. vorsteher, wozu widmet er als Aufsichtsbehörde dem Dorf, gierung eingesetzt, sondern von den kommunalen VerUm nur ein markantes Beispiel herauszugreifen: noch in den in dem schlecht gewählt worden ist, eine besondere Aufmert- bänden des Streises gewählt würde. Freilich müßte. siebziger Jahren durfte Nixdorf, damals ein Drt mit 17 000 Gin famteit? Er weiß, wenn er nicht den von der Regierung er- eine Reform des Kreistagswahlrechts vorauswohnern, feinen selbständigen Amtsbezirk bilden; die Polizeis wünschten Erfolg erzielt, ist es um seine Karriere geschehen. gehen, das heute den Junkern und Junkerfreunden Einfluß Das Amt des Landrats ist der Kristallisationspuntt, um entscheidenden einräumt. Auch im gewalt wurde einem Gutsbesizer übertragen, dessen Gut man Kreise eigens zu diesem Zwecke mit Rigdorf zu einem Amtsbezirk den sich die übrigen Verwaltungsbehörden eigentlich nur als darf heute nicht mehr der Ruf nach dem allgemeinen, vereinigt hatte. Aber schon die Tatsache, daß zu fast jedem Deforation gruppieren. Da ist zum Beispiel die Selbst- gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht einschlafen. Amtsbezirt, dessen Vorsteher ein Gutsherr ist, mehrere Land- verwaltungsinstanz des Kreises, der Kreisausschus, Ferner müssen die Gemeinden und ihre Vertreter dem Eingemeinden gehören, berechtigt auch heute noch zu der Auf- der die Verwaltung führen und als Verwaltungsgericht fluß des Landrats als polizeilicher Aufsichtsbehörde entzogen fassung, daß die Amtsbezirke nicht nach den gemeinschaftlichen fungieren soll. Ihm gehören sechs Mitglieder an aber werden. Die heutigen Selbstverwaltungskörper find zu einent Intereffen benachbarter Orte gebildet sind, sondern nach der der Landrat ist Borsitzender. Bei Stimmengleichheit gibt er eigenen fommunalen Leben viel zu klein. Nach dem Muster Person des Gutsbesizers, den man zum Amtsvorsteher machen also den Ausschlag. So fann es fommen, daß sich jemand der rheinischen Bürgermeistereien müßten Bezirke gebildet wollte, um in ihm ein Gegengewicht gegen die kommunale beim Streisausschuß über den Herrn Landrat beschwert und werden, die sich teils mit den Grenzen der bestehenden AmtsSelbstverwaltung der Landgemeinden zu haben. der Herr Landrat selbst als Verwaltungsrichter weist die Be- bezirke decken, teils nach dem Bedürfnis diese erweitern und Ja, die Selbstverwaltung! Von den Ministerien herab schwerde ab. Damit nicht genug. Zur Beschlußfassung berengern würden. Die Verwaltung dieser Bezirke, die auch bis zum Amtsvorsteher ist man eifrig bestrebt, jede, auch die brauchen außer dem Landrat nur zwei Mitglieder des Kreis- eigene Polizeigewalt haben, leitete dann ein gewählter Amtsfleinste ihrer Lebensäußerungen zu unterdrücken. Und fast ausschusses anwesend sein, Leute, die auf Grund der Akten bürgermeister, und über diesen und den städtischen Bürgerstets mit Erfolg. Denn abgesehen von der Tatsache, daß die des Herrn Landrats entscheiden. Wenn das nicht eine Stari- meistern stände der schon erwähnte Kreisbürgermeister, der zwei Millionen Preußen, die in den Gutsbezirken wohnen, fntur auf die Selbverwaltung ist, dann gibt es keine. Auch die unter der Assistenz eines Ausschusses, kontrolliert vom Streisnicht das geringste fommunalpolitische Recht haben, genügt erweiterte Streisvertretung, der Streistag, ist nur dazu be- tage, die Verwaltungsgeschäfte zu erledigen hätte. schon die Ueberweisung der Polizeirechte an einen staatlichen stimmt, um den landrätlichen Absolutismus zu verdecken. Stommissar, um jede selbständige kommunale Tätigkeit einer Denn die Zusammensetzung bedingt, daß der Landrat fast stets Landgemeinde zu unterbinden. Und wenn dies nicht möglich eine Mehrheit hat, die aus den Grundbesizern und den Verist, d. h. eine Landgemeinde oder Stadt selbst Bolizeihoheit tretern der Landgemeinden sich zusammensetzt. Die ersteren besitzt, dann ist es die nächsthöhere Instanz der Verwaltung, stimmen aus Solidarität, die letzteren aus ihrem Abhängig richtiger gesagt, die Verwaltungsbehörde Preußens, der feitsgefühl heraus für den Kreishaushalt und die Steuern, die Landrat, der einzugreifen hat. Der Landrat ist das eigent- der Landrat vorschlägt. Die städtische Opposition, wenn sie fiche Charakteristikum der preußischen Verwaltung. Um die überhaupt vorhanden ist, kann mit ihren Vorschlägen gegen Ursache der sozialen, fulturellen und politischen Rückständigkeit den Willen des Landrats nur in den seltensten Fällen durchPreußens zu bezeichnen, genügt es, diesen Titel zu nennen. dringen. Auch die Grenzen der Streise würden sich, um leistungsfähige Gebilde zu erhalten, erheblich verschieben müssen. Es schadet gar nichts, wenn zwei oder noch mehr Streise je nach den wirtschaftlichen Verhältnissen in einen einzigen neuen auf gehen. Das staatliche Interesse würde ein Regierungskommissar wahrnehmen können, der auf Grund der Verwal tungsvorschriften ein Einspruchs, aber nicht etwa ein Verbietungsrecht hat. Die Verbindung zwischen ihm und dem Ministerium stellt die Bezirksregierung her. Die zwischen den Privatpersonen und den Kommunen, oder zwischen verschiedenen Der Landrat ist schlechthin absolut. An ihm Die nächste Instanz über dem Landrat wird durch vier Stommunen, oder zwischen Kreis und Regierung entstehenden scheitert sogar der Wille der Krone. Wenn früher von Glieder dargestellt: die Regierung, den Regierungspräsidenten Differenzen würden durch ein Verwaltungsgericht entschieden, dem friderizianischen Staate gesagt worden ist, dieser( dem persönlich die wichtigsten Regierungsgeschäfte übertragen das von der reinen Verwaltung, der es heute( Kreisausschuß, absolute Staat höre beim Kreise auf, d. h. die abfolute Ge- find), und die Selbstverwaltungsorgane, über die dasselbe zu Bezirksausschuß) angegliedert ist, losgelöst und zu einer rein walt der Krone müsse hier der absoluten Gewalt des sagen ist, wie über die des Streises: der Bezirksausschuß und richterlichen unabhängigen Körperschaft umgewandelt wird. Feudalismus in den Kreisvertretungen weichen, so trifft dies der Bezirkstag. Dieser Instanz vorgesetzt sind dann für die So müßte, turz sfizziert, ein Verwaltungssystem aussehen, heute mit der Einschränkung noch zu, daß an die Stelle des Provinz der Oberpräsident, für die Selbstverwaltung der das dem Interesse des Volkes und vor allem dem der feudalen Kreistages der Landrat getreten ist. Das hat die Provinzialausschuß, der Provinziallandtag und der Landes- Arbeiterschaft zu dienen geeignet ist, das im Sinne der ThronKanalrebellion bewiesen. hauptmann. rede den Anforderungen des Lebens in vollkommener Weise Diese Macht des Landrats beruht einerseits auf der Ge- Jeder dieser Instanzen ist ein Teil Verwaltungsarbeit angepaßt ist. Jede andere Regelung wäre ein Stückwerk, das walt, die er als obere Polizeibehörde des Kreises besigt, in zugewiesen, nicht eigentlich deshalb, um diese Arbeit auf über furz oder lang neue Hemmungen, neue Unzuträglichdem Aufsichtsrecht über Stadt- und Landgemeinden, und mehrere Schultern abzuwälzen, sondern mehr aus historischen feiten im Gang der Verwaltungsmaschinerie hervorrufen muß.. andererseits in seinem Charakter als oberster Repräsentant Gründen und aus Gründen verwaltungstheoretischer Natur. Die preußische Verwaltungsreformt ist ein ziemlich verder kommunalen Selbstverwaltung. Die eigenartige Ent- Es entspricht dem Wesen des preußischen Verwaltungs- wickeltes Problem, das sich in ein paar Spalten nicht auf wickelung des preußischen Staates hat hier eine unglückliche systems, eine sorgfältig gegliederte Hierarchie zu be- rollen läßt. Nicht weniger als alles ist an dem herrschenden Vermischung des englischen und des französischen Verwaltungs- fizen und der sogenannten Symmetrie wegen auch dort System reformbedürftig. Es wird Aufgabe der parlamentarisystems geschaffen: dort der Lordleutnant, wenn auch von der Instanzen zu schaffen, wo sie absolut unnötig sind und schen Arbeit unserer Genossen im Landtage sein, allmählich Regierung ernannt, so doch nur ausführendes Organ des den Gang der Geschäfte nur berlangsamen. Sowohl im ein neues demokratisches Gebäude der Verwaltungsorganisation self- government in der Grafschaft- hier der Präfeft als reiner Streise wie im Regierungsbezirke genügte eine Stelle zur Er- aufrichten zu helfen. Für heute galt es nur den wichtigsten Regierungstommissar. Auch der Landrat war ursprünglich ledigung der Geschäfte. Die Provinzialbehörden könnten Punkt des alten Systems zu zeigen, auf den unser Angriff nichts als Vertreter feines Streises, ein von den Ständen gänzlich fortfallen, da sie nur dekorativen Rücksichten ihre gerichtet sein muß, den Hort aller Reaktion in Preußen, den gewählter Deputierter bei der Kurfürstlichen Regierung. Entstehung verdanken und die Provinzen heute durchaus kein Landrat. Solange der Landrat im Streife gleichzeitig als Als sich aber während des dreißigjährigen Krieges der frühere selbständiges wirtschaftliches oder politisches Leben führen. Polizeiherr und als Vertreter des Volkes fein Wesen treibt, Feudalstaat zur absoluten Monarchie entwickelte, der Monarch Aber nein lieber schafft man noch ein paar Instanzen wird an eine Gesundung unserer innerpolitischen Verhältnisse in den Streifen einen Repräsentanten haben mußte, was lag mehr, als daß man den Gang der Verwaltungsgeschäfte er in Preußen nicht zu denken sein. da näher, als dieses Amt dem Landrat zu übertragen, der als leichtert. So will es bisher der Geist der preußischen BureauVertrauensmann der Stände doch einen gewissen Einfluß im fratie. Gedämpfte Bülow- Flötentöne. Der Reichskanzler hat im Reichstag gesprochen, nicht über Sinne monarchischer Interessen auf diese ausüben fonnte. Um die Befugnisse aller dieser Behörden zu regeln und Dieses monarchisch- ständische Amt wurde dann bei der Neor- gegenseitig abzugrenzen, war ein besonderes Gesetz neben dem ganisation des preußischen Staates durch Stein- Hardenberg allgemeinen Landesverwaltungsgesetz nötig, das Zuständigkeitsüber die neuen Verwaltungskörperschaften gesetzt und durch gesetz vom 1. August 1883, das am besten charakterisiert wird die Verfassungsfrage, nicht auch über seine Spartheorie, nur die Interessenkämpfe in diesen der Inhaber auf die Seite seiner durch das Wort von Eugen Richter, daß bei der Vorüber auswärtige Politik. Aber in seiner Rede war nichts zu feudal- reaktionären Klassengenossen gedrängt. Als Vertreter beratung dieses Gesetzes niemand außer der Stommission spüren von dem triumphierenden Geschmetter, mit dem er der Interessen des Grundbesißes gegenüber der Regierung und es verstanden habe und in der Kommission vielleicht auch die sonst die riskantesten Zickzackereien der panzerfäuftigen Weltden anderen Bevölkerungsschichten nugt er seine Macht nun dazu Hälfte der Mitglieder nicht ganz. Diese Tatsache resultiert politit zu affompagnieren pflegte. Es ging mit gedämpftem aus, die feudal- ständischen Ideen in monarchischer Aufmachung in aus dem unnatürlichen Bestreben, das Prinzip der Selbst- Flötenton, müde und matt; nur das scharrende Rrr seiner seinem Streise zu verbreiten und jede Aeußerung liberaler oder gar verwaltung mit dem der Staatsverwaltung zu verbinden erkünftelten Rhetorit flang unharmonisch dazwischen wie ein sozialistischer Tendenzen zu unterdrücken. Dabei ist ihm jedes und dabei eine Anzahl von Instanzen zu schaffen, die Echo aus alten Zeiten. Mittel recht, wenn es nur zum Ziele führt. Einen besonderen geeignet scheinen, die Willkür der landrätlichen Verwaltung Er gab sich sichtliche Mühe, nicht anzustoßen Ansporn zu dieser Tätigkeit erhalten die Landräte durch den möglichst zu verdecken. Nur hat man sich dabei in die niemand. Seine Erwiderung auf die sozialdemokratische Rückhalt, den die Regierung ihrer politischen Tätigkeit gibt. Nesseln gesezt. Die Verwaltung ist durch den Zidzad Kritik hielt sich in rücksichtsvollen Grenzen. Er behauptete, Die Protokolle des preußischen Landtages enthalten darüber gang der unzähligen Instanzen so schwerfällig geworden, daß nirgends Deutschland mit seinen Interessen in den Hinterso manche denkwürdige Aeußerung von Regierungsvertretern daß allmählich die Verwaltungsbeamten selber darunter zu grund gedrängt fet, nicht in Ostasien, nicht in der Türkei. bei nicht in Marokko. Uebcrall können sich die Auguren des Auswärtigen Amtes berufen auf die bekannten„guten Be- Ziehungen", die stets vorhanden sind mit allen den Mächten, mit denen man sich nicht gerade gegenseitig die Köpfe ein- schlägt. Aber das ist in keiner Weise eine Widerlegung der Tatsachen, daß diese äußerlich guten Beziehungen nur Mangel- Haft das tiefeiugefressene Mißtrauen verschleiern, das die panzersäustige Renommierpolitik bei allen fremden Völkern erzeugt hat. und daß heute schon der deutsche Handel im Auslande dadurch schwer benachteiligt wird. Auch über die Nachweise deS Genossen Scheidemann, daß die deutsche Diplomatie sich in Marokko schwere Blamagen zugezogen hat, huschte der Kanzler leicht hinweg und suchte dadurch die Situation zu retten, daß er erklärte, die schiedsgerichtliche Regelung der Casablancafrage müsse doch das Herz aller Friedensfreunde mit Freude erfüllen. Ter Gute vergaß ganz zu erwähnen, daß die deutsche Diploniatie sich auS ganz nichtigen Gründen gegen die schiedsgerichtliche Regelung'gesträubt hat. Gar nicht ging er ein auf die Anerkennungsaktion. Das war sehr vorsichtig, denn da hätte sich beim besten Willen nichts wegdeuteln lassen. Wie Scheide- niann aus den Akten nachaeiviesen hat, war von dem Staats- sekrctär v. S ch o e n dem französischen Botschafter die Zusiche- rung erteilt worden, daß das Deutsche Reich nicht zugunsten der A n e r k e n n'u ng von Muley Hafid die Initiative ergreifen werde. Und doch t st das dann geschehen! Diesen Widerspruch aufzu- llären, hat Bülow gar nicht versucht. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es wird sich ja noch Gelegenheit bieten, den Herren v. Büloiv und v. Schorn die Zunge zu lösen. Mit dem,»vciS der Reichskanzler über die Absichten der deutschen auswärtigen Politik sagt, kann man glücklicherweise einigermaßen zufrieden sein. Keine Prahlerei mehr, daß man überall dabei sein müsse, wo es in der Welt einen Krmvall gibt 1 Dagegen Eintreten für die Politik der offenen Tür für den deutschen und der übrigen Länder Handel in allen Weltteilen! Wenn'S nur dabei bleibt I Mit dem Dreibund steht es— nach Bülow— keineswegs schlecht. Italien und Oesterreich werden die gegen- wältige Verstimmung übertvinden. und für Oesterreich hat die deutsche Politik iirsbesondere die freundschaftlichsten Gefühle. Die Balkanivirren»verden voraussichtlich durch eineKonferenz geschlichtet»verden. Die großen Mächte hätten keine Lust zun» Krieg, und die kleinen, die wohl Lust hätten, könnten ihn nicht wagen. Uebrigens fand Bülo>v für die Aussichten der Konferenz die überraschend richtige Forniel, entlveder werde sie zum Kriege führen oder zum Frieden. Offenbar hat er diese Weisheit dem Gockelhahn abgelauscht, von den» die Bauernregel sagt: Kräht der Hahn auf dem Mist, wird's gut Wetter, oder es bleibt»vie's ist! TaS eine Gute klingt jedenfalls aus diesem Bekenntnis einer müden Seele heraus, daß zunächst keine panzersäustige Extratouren zi» befürchten sind. Voralif gingen der Kanzlerrede zwei Blockreden. Graf K a n i tz ließ deutlich erkennen, daß auch die konservative Partei die bisherige Geldvergeudung für»veltpokitische Zwecke nicht»veiter»vettmachcn will. Er»vill an der Flotte sparen. Ob aber die Agrarier sich die neue Kanitz-Parole„Keine Kähne mehr!" nicht wieder durch irgenluvclche Zu- gcständnisse abhandeln lassen wollen, wird die nächste Zeit zeigen. Schließlich griff auch Graf Känitz in den Materialien- sack der„Sozialistischen Monatshefte", um sich Waffen gegen die Sozialdemokratie zu holen. DaS geht nun fast Tag für Tag so. Wurde Bernstein von Naumann zitiert, so läßt der Agrarphilosoph Kunitz der Abwechselung halber nial wieder Calwer und Schippel aufinarschieren. Ob dies Spiel unseren Gegnern nicht schließlich langiveilig wird, da sie doch so gar keinen Eindruck auf die Sozialdemo- kratie damit erzielen? Der ziveite Blockredner war Herr W i e m e r. Der Clou seiner Rede»var die Verlesung einer sorgfältig aufgesetzten Erklärung zur Rechtfertigung von Beth- ,na,»n-Holl>vegs Verhalten dein» Vereins» g e s e tz. Er erzielte jedoch»nit dieser verunglückten Mohren- »väsche nur den Emdruck, daß der Herr Staatssekretär Mit- schuldige hat. Man wird,»vcnn die Wiemersche Er- klärung im Wortlaute vorliegt, sie in aller Ruhe zu prüfen haben. Der Abrechnung wird sich niencand entziehen können. Sie Verschleppung der Geschäfts- ordliilugs- und Verfallungs-Hnträge. Die auf 28 Mitglieder verstärkte CeschäftSordnungSkommisfion trat Montag vormittag zu einer Sitzung zusammen, um sich über die geschäftliche Behandlung der Anträge auf Aendcrung der Ver- fassung und der Geschäftsordnung zu verständigen. Sehr bald trat zutage, daß idie Mehrheit von einem derart brennenden Eifer nach gründlicher Beratung auch der einfachsten Dinge erfaßt worden ist, daß die beschlossene Befriedigung dieser GrttndlichkeitSsehnsucht notwendigerweise zu einer B e r« schleppung dieser brennenden TageSfrage führen muß. Die Sozialdemokraten gingen von der Voraussetzung aus, daß die Aenderung der Geschäftsordnung auf Grund der unsererseits eingebrachten Anträge zum Z 32,§ 83 und§ 48 sofort vorgenommen werden könne und müsse, da sie ausschließlich in der Hand deS Reichstages liegt, während zur Aenderung der Verfassung die Zu« stimnuing des Bundesrates erforderlich ist und deshalb, aber auch »vegcn der»veittragenden Bedeutung der Anträge, längere Zeit erfordert. Die Sozialdemokraten verlangten deshalb, daß zunächst die Kom» misston in die Beratung der Anträge aus Verbesserung deS JnterpellationSrechtS eintrete, sie noch in dieser Woche zu Ende führe, so daß auch das Plenum noch vor den Weih nachtSferien in deu ersten Tagen der nächsten Woche darüber beschließen könne. Dann könne im Jan u a r sofort an die Verfassungsanträge herangegangen werden. Genosse Singer empfahl in Begründung dieses Antrages noch, den freisinnigen Antrag Ablaß auf Vornahme einer gründlichen Revision der Geschäftsordnung überhaupt abzulehnen oder doch bis nach Erledigung der BcrfassungSstagen zu Verlagen, da eine solche allgemeine Geschäftsordirungsrevision ins Uferlose auSwachsen»vürde. Wie gefährlich daS sei, gehe ja auS der Mitteilung des Vorsitzenden (Junck) hervor, der Direktor des Reichstages sei mit einer Sammlung von Materialien zur Geschäftsordnung beschäftigt, mit der er bis zum Herbst fertig zu werden hoffe. In der Diskussion, die sich an den sozialdemokratischen Antrag knüpfte, bekundeten alle Parteien ein prinzipielles Interesse für die sozialdemokratischen Anträge zuin JnterpellationLrecht. Die Frei- sinnigen. Nationalliberalen und das Zentrum waren auch damit einverstanden, daß diese Anträge vorweg erörtert und dann nach Beendigung der Kommissionsberatung sofort vor baZ Haus gebracht würden. Nur die beiden konservativen F ra kti o n en wollten davon nichts wissen. Sie verlangten, daß erst alle GeschäftSordnungs- und Verfassungsanträge gründlich durchberaten und erledigt würden, ehe das Plenum sich damit befassen solle. Vollständig auf dem Boden des sozial- demokratischen Vorgehen stellte sich nur der Vertreter der Polenfrattion Gras Mielzynski. Geradezu rührend war eS auzubören. mit welch' heißem Be- mühen die verschiedenen bürgerlichen Parteien Gründe über Gründe für eine gründliche Beratung herbeischleppten. Gleich der freisinnige Dr. Müllcr-Meiningen warnte vor Ueber- hastung. Nach den Ferien sei auch noch Zeit genug. Auch habe der Seniorenkonvent sich für die Vertagung Ende dieser Woche aus- gesprochen. Während Herr Müller sonst sich im Prinzip für den sozialdemokratischen Vorschlag aussprach, schlug er doch vor, man solle an die Erörterung des JnterpellationSrechtS noch die Be- schlußfasiung über sonstige noch einzubringende Einzelanträge zur Geschäftsordnung anschließen. Herr Haußmann(Vollspartei), im Einklang mit Herrn Spahn lZ.). regte an, das Eintreffen des Herrn Gröber, der in Stuttgart mit Bearbeitung der württem- belgischen Geschäftsordnung sich befasse, für die Erörterung des JnterpellationSrechtS abzuwarten. Das sei aber vor Weihnachten nicht zu erwarten. Am eifrigsten für Gründlichkeit legte sich Herr v. Dirkscn(fr!.) inS Zeug, indem er Vorlegung der englischen und französischen Bestimmungen forderte. Genosse Lrdrbonr bekämpfte die Müllersche Anregung, da sie auf Umwegen die nach der Verfassungsfrage vorzunehmende Total- revision der Geschäftsordnung doch wieder mit der Reforin des JnterpellationSrechtS verquicken wolle. Den Rufen nach Gründlichkeit begegnete er mit dem Hinweise darauf, daß die Durchpeitschung der Lex A i ch b i ch l e r gerade von denjenigen Fraktionen bewirkt sei, die sich jetzt aus Gründlichkeitsbedürfnis nicht getrauten, sofort zu- zufassen. Wem eö ernst mit der Sache sei. müsse sofort an die Arbeit gehen, damit das JnterpellationSrecht noch vor Weihnachten verbessert werde. Herr Roeren(Z.) redete darauf von genauer Präzisterung des Begriffs Interpellation und von den Gefahren des MißbrauchS des Rechts, Anträge zu stellen, welche Bedenken der Genosse Singer als Beweis dafür anführte, wie durch Anhäufung von Bedenken es leicht sei, jede Tat zu hindern. Wozu erst historisches Material beschaffen? Es komine auf sofortige Befriedigung eines dringenden Bedürfnisses des Reichstages an. Bei der Abstimmung entschied sich das Haus zunächst dafür, in die Beratung erst am Freitag der ersten SitzungSwoche nach den Ferien(also nach sechs Wochen) einzutreten. Dagegen stimmten nur die Sozialdemokraten und Polen. Die Reihenfolge der Anträge soll aber die von den Sozialdemolraten vorgeschlagene sein; über die JnterpellalionSanträge toll sofort nach der Kommissionserledigung ans Plenum berichtet »verden. Hiergegen stimmten nur die S Konservativen und Frei- konservativen. Die beiden Antisemiten fehlten. Dann brach der Gründlichkeitsdrang hervor in einem konfer- vativen Antrage auf Beschaffung von ausgiebigem Material aus allen parlamentarischen Ländem. Genosse Ledrbour verwahrte sich dagegen, da das nur auf eine neue Verschleppung hinauskomme, worauf der freisinnige Herr G h ß l i n g mit warmem Eifer erklärte, daS sei ein unberechtigtes Mißtrauen LevebourS. Kein Abgeordneter habe eine Verschleppung getvllnscht. Ledebour erwiderte, daS Mißtrauen sei nur zu berechtigt, da die konservativen Blätter dieUeberweisung an die Kommission bereits als ein Begräbnis der Anträge gefeiert hatten. Die Motive zu ihrem Vorgehen hätten die Herren allerdings nicht angegeben; er könne deshalb nur sagen. daß die gesainten Einwendungen gegen die sofortige Erledigung tatsächlich auf eine Verschleppung hinausliefen. Herr Kreth(k.): DaS fei wohl nur«ine Verschiedenheit im Ausdruck und was den Sozialdemokraten alZ„Berichleppung" gelte, nennten er und seine Freunde„gründliche Beratung". ES wurde dann dem Berichterstatter für das Plenum Herrn LInck überlassen, ob er den Mitgliedern der Kommission„Material" zugänglich machen wolle. Fazit: HinauSschlednng der Kommissionsberatung um S Wochen! veruburg als lliärcheneraShler. Auf einem FestessenderDeutschenKolonial- g e s e l l s ch a f t hat Staatssekretär Dernburg wieder einmal eine seiner Verherrlichungsredcn über die deutschen Kolonien gehalten und dabei auch nicht an Selbstlob gespart. Der Scherlsche„Lokalanzeiger" berichtet darüber: „Der Staatssekretär.... wandte sich dann den realen Ver- Hältnissen deS dortigen Gebietes zu. Die Diamantfelder, die man gefunden, seien viel reicher, als die Welt bisher ge- glaubt. Die Finanzen des Schutzgebietes feien den Wirrnissen eines langjährigen Krieges zum Trotz sehr gut..... Er ging vom Jahre seines Amtsantrittes ans und zog folgende Bilanz: Im Jahre 1907 erforderte Ostafrika einen Zuschuß von 6 Mil- lioncn Mark, der 1908 auf 4 Millionen Mark herabsank und für 1909 auf Millionen Mark angesetzt ist. Kamerun erheischte 1907 3 Millionen Mark, im nächsten Jahre 2 700 000 M. und begnügt sich für 1909 mit einem Zuschuß von 1000 000 M. Süd- Westafrika hatte 1907 0ö Millionen Mark erfordert, 1908 ver» langte eS 38 Millionen Mark und wird 1909 deren noch 18 Mil- lionen Mar! bedürfen. Aber immerhin auch hier ein rapider Rückgang in dei» Forderungen. Bei Neuguinea blieben mit 111 000 M..die Zuschüsse sich gleich. Bei den Marianen hatte 1907 daS Reich noch 340 000 M. Zuschuß zu gewähren und für das kommende Jahr ist ein Ueberschuß von 02 000 M. zu er. warten. Samoa erheischte 1907 noch 180 000 M. und wiro 1900 einen Ueberschuß von 08 000 M. gewähren. Als er in das StaatSfekretariat eintrat, waren 70 Millionen Mark für die Kolonien erforderlich, und 1909 werden cS nur noch 2 3 Millionen Mark sein. Und lasse man Süd- Westafrika aus dem Spiel so habe das Deutsche Reich im kom- mcndcn Jahre für seine Kolonien im ganzen 0 Millionen Mark aufzuwenden. Der Staatssekretär erwähnte sodann, daß Süd- Westafrika eine Gemeinde- und Landverfaffung erhalten hat/ und daß er sich davon die reichsten Erfolge verspreche. Er berührte die Eisenbahnfrage und behandelte die Eingeborcnenpolitik, die dahin geführt habe, daß ohne jede Erschütterung des Arbeits- Marktes jedes Unternehmen heute gewagt werden könnte. An der Spitze aller Kolonie» ständen jetzt tüchtige Männer, denen jedes Vertrauen entgegengebracht werden dürfe." Dernburg hat damit wieder einmal den Befähigungs- Nachweis als Märchenerzähler abgelegt. Ein Glück. daß ihn die Darmstädter Bank losgeworden ist, denn Bilanzen dieser Art hätte das Unternehmen sicherlich nicht lange aus- gehalten! Daß die Zahlen im einzelnen nicht stimmen, wäre noch nicht das schlimmste, wenn wenigstens die Aufmachung im ganzen annähernd richtig wäre. Aber auch das ist nicht der Fall! Dernburg renommiert damit, daß der R e i ch s z u s ch u ß für die Kolonien mit seinem Amtsantritt von 7ö aus 2Z Millionen herabgegangen wäre. In Wirklichkeit beträgt er nach dem Etatsentwurf für 1909 My2 Millionen, wozu noch 2 Millionen für Verzinsung der zirka<50 Millionen Kolonial- schulden kommen, die sich die Kolonien seit dem vorigen Jahre zugelegt haben! Das sind bereits 96� Millionen! Er würde aber gar 38,7 Millionen betragen, wenn nicht die 2 147 488 Mark, die bisher für das o st asiatische Marine- dotachement durch Zuschuß für K i a u t s ch o u aufge- bracht wurden, in dem Etat für 1309 auf den Marine- etat übernommen worden wären! Der Zuschuß ist also gegenüber den 50,7 Millionen des Jahres 1908 nur auf 38,7 Millionen hcrabgegaugen, hat sich also nur um 19 Mil- lionen vermindert, nicht um 33 Millionen, wie Herr Dernburg— erzählte! Und wie kam diese Verringerung des Reichszuschusses zu- stände? Durch Dernburgs geniale Verwaltung? Ach, nem! Ganz einfach dadurch, daß sich für Südwestafrika die M i l i- tä rausgaben um fast 20 Millionen verringerten! Durch das Erlöschen des bei Dernburgs Amtsantritt-noch nicht beendeten Krieges erklärt sick auch ganz allein die Herabmindcrung des Reichszuschusses gegen- über 1907! Gegenüber der Zeit vor dem Kriege hat sich der Zuschuß nicht vermindert, sondern seit 1903/1904 vielmehr um II1/» Millionen erhöht! Und wenn die Eisenbahn- bauten, die früher im Kolonialetat in Erscheinung traten, jetzt nicht durch das famose System der Kolonialschulden ver- s ch l e i e r t würden, würde die Erhöhung des Zuschusses noch eine ganz andere fein! Wenn es mit den Dernburg-Diamanten ebenso steht wie mit den Dernburg-Zahlen, so können wir baldigst eine böse Minenpleite erleben!_ poUtifche Qebcrlicht. Berlin, den 7. Dezember 1303. Eine Etatüberschreitung in Samoa. Im Etat des Schutzgebietes Samoa für 1900 wurden 1000 M. bewilligt für die Einfriedigung eines Grundstücks beim Ein- geborenenhospital in Apia. Beabsichtigt war die Herstellung eines Holzzaunes. Der Gouverneur Dr. Solf war jedoch der Meinung, daß ein Holzzaun nicht lange.halten dürste. Er ließ deshalb zur Umfriedigung ein eisernes Gitter aus Europa kommen, das nicht weniger als 10300 M. kostete. Damit hat er die Bewilligung im Etat eigenmächtig um 8800 M. überschritten. Die Kolonialabteilung hielt ihn zur Ersatzleistung an. Dr. Solf erstattete auch die eigen- mächtig verausgabte Summe, aber unter Vorbehalt. Unterdessen hat die Kolonialverwaltung eingesehen, daß der eiserne Zaun doch zweckmäßiger sei, als der geplante hölzerne. Sie verlangt null vom Reichstage, daß dem Gouverneur Dr. Solf der Betrag von 8800 M. rückerstattet wird. Dieser Fall bedeutet ein Präjudiz für den Fall Liebert, der den Reichstag im Laufe der Kolonialberatungen beschäftigen dürfte. Abgeordneter v. Liebert hat als Gouverneur von Oftafrika gleich- falls Summen ausgegeben, die der Reichstag nicht bewilligt hatte. Aus bisher noch unbekannten Gründen ist aber ein Ersatz der eigen- mächtig verausgabten Gelder nicht gefordert worden. Das soll jetzt nachgeholt werden, und man wird sich dabei auf den Fall des Dr. Solf beziehen können. Die Summe, für die Liebert haftbar gemacht werden muß, ist allerdings erheblich höher. Wenn nicht in dieser Weise konsequent Verfahren wird, dann hörte die eigen- mächtige Wirtschaft einzelner Kolonialbcamtcr überhaupt nicht auf. Dentsch-portugicfischer Handelsvertrag. Das Deutsche Reich hat am 20. November mit Portugal«ineu Handelsvertrag abgeschlossen, der beiden Staaten grundsätzlich die Meistbegünstigung zusichert. Eine Ausnahmestellung nehmen in Portugal Brasilien und Spanien ein. Ter portugiesische Zolltarif ist, wie ofsiziös mitgeteilt wird, für die Dauer des Vertrages gc- bunden, mit Ausnahme einer Anzahl von Artikeln, bezüglich deren die Zölle bis zu einem vertragsmäßig festgelegten Betrag erhöh. werden können, wofür dann andererseits die Zölle auf eine Reihe andere, ebenfalls besonders aufgeführte Waren ermäßigt werden müssen. Deutschland hat dagegen Portugal das Zugeständnis gc- macht, daß die Weinmarken„Port" und„Madeira" als Her- lunftSbezeichnung im Sinne des� deutschen Gesetzes zum Schutze der Warenbezeichnungen anerkannt und ihre Anwendung nur für Weine des portugiesischen Tourogebiets und der Insel Madeira gestattet werden, sofern diese Weine mit Ursprungszeugnissen über die Häfen von Oporto und Funchal ausgeführt sind. Sr. Majestät Fackelzug. Daß sich gewisse studentische Kreise, die den Offizieren da; Spucken abgucken, wie diese auch eine„besondere Ehre' zugelegt haben, weiß man längst. Daß zu der«besonderen Ehre" aber auch besondere Pflichten koinmen, dürfte nicht jeder wissen. Vollends nicht, welcher Art die Pflichten eine« solchen teutschcn Studenten bis- weilen sind. Ein Rundschreiben deS Ausschusses der königl. akadc- mischen Hochschule für die bildenden Künste gibt darüber nähere Auskunft. ES lautet wörtlich: Dienstag, den 24. November IVOS. Euer Hckchwohlgeboren I Die Studentenschaft von Groß-Berlin plant einen Fackelzug zum 00. Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs. Der Gedanke dazu ging aus von dem Zentralausschuß. einer Vereinigung von Vertretern der Ausschüsse sämtlicher Berliner königlicher Hochschulen. Nach Maßgabe deS alphabetischen Ringe? hat unsere Hoch- schule im laufenden Semester den Vorsitz, wird also auch im Fackelzuge an erster Stelle stehen. Es ist nicht nur nationale Notwendigkeit sondern auch Pflicht jedes einzelnen Studierenden sich persönlich an diesem Unternehmen zu beteiligen.— vornehmlich aber die Tatsache, daß unsere Hochschule an der Spitze stehen wird, läßt eö bedingsloS als erforderlich er- scheinen, daß eine allgemeinevollzählige Vetei lig ung Platz greift. A>n nächsten Sonnabend, den 28. November.'/zO Uhr nachmittags, findet im Vortragssaal eine Versammlung'statt, welche vornehmlich diesen Pimkt auf der Tagesordnung hat. Mit Hochachluiig zeichnet Der Ausschuß der königl. akademischen Hochschule für die bildenden Künste. Stempel. 1. Vorsitzender. Peter Bartosik. Ein Orden für den braven Bartosik erscheint uns nationale Notwendigkeit 1 Frei ist der Vursch I Hurra! Rcichsländische Parlamentsarbeit. Das Programm der reichsländischen Regierung, daS sie dein LandcSausschuß in der kommenden Session zur Beratung vorzulegen gedenkt, ist mehr als dürftig ausgefallen. Die dringend notwendige Steuerreform wird mit Rücksicht auf die Rcichs-Finanz- reform abermals vertagt. Ein Kommunalabgaben. g e s c tz soll zwar geschaffen werden, doch auch hier hat der Reichö- schatzsekretär den elsaß-lothringischen Steuersuchern das Feld bereits abgegrast. WaS er noch übrig gelassen, reicht nicht aus, den reichs- ländischen Gemeinden auf die Strümpfe zu helfen. Ohne Ein- führung der progressiven Einkommensteuer mit Gc- meindezuschlägen geht es keineswegs, so sehr sich auch die Wohl- situierten dagegen sträuben. Die Regierung kündigt denn auch für 1910 eine dementsprcchende Vorlage an. Weiter wird die längst versprochene Gehaltsaufbesse- rung für die Elementarlehrer angekündigt, sowie ein neues Berggesetz, ein Gesetz betr. die Fürsorge für die Hinterbliebenen der Universitätsprofessoren, ein Vogelschutzgesetz und ferner außer einigen kleineren Vorlagen noch die endliche Einführung deS Unterstützungswohnsitz- gcsetzes in Elsaß-Lothringen.— Wahlrechtsverschlechterung. Der Landtag deS Großherzogtums Oldenburg hat das oll- gemeine, gleiche und direkte Landtagswahlrecht angenommen. Die Agrarier und die Ultramontanen versuchen nun. das Gesetz in der Weise zu ergänzen, daß das Pluralwahlshstem eingeführt wird, uno zwar sollen die Haus- und Grundbesitzer eine Zusatzstimme bc- kommen. In der Kommission ist der Antrag mit L gegen S Stimmen zur Annahme gelangt._ Volksrechte und Blockfreifinn. Ueber das persönliche Regiment und denReichs» tag redete am Sonntag Dr. Theodor Barth in Köln in einer überfüllten Volksversammlung im Kristallpalast. Er führte unter anderem auS: DaS persönliche Regiment hängt nicht zusammen mit der Person des gegenwärtigen Trägers der Krone, sondern liegt im System. Bismarck hat es großgezogen und bei der Volks. Vertretung das Gefühl ihrer eigenen Bedeutung für das politische Leben völlig unterdrückt. Auch die Kommunalverwaltungen haben ein gerüttelt Maß von Schuld an dem heutigen Vorherrschen des Untertänigkeitsgefühls. Es gehört sich nicht, daß der Bürger- meister einer Millionen st adt sich wie der Portier e,neS vornehmen Hotels mit dem Hute in der Hand an das Brandenburger Tor stellt, um vor jedem Fürstchen oder Prinzlein seine Reverenzen zu machen. Der Reichstag hat sich bei den jetzigen Debatten in keiner Weise seinen Aufgaben gewachsen gezeigt. Niemals war es notwendiger als jetzt, die in der Berfafsung gegebenen realen Machtmittel anzuwenden, um die konstitutionelle Bewegung vorwärts zu bringen. Auch der König von England hat das Recht, genau wie der deutsche Kaiser und König von Preußen, seine Minister zu ernennen. Er ernennt aber keinen Minister, der nicht von vorn- herein das Vertrauen des Parlaments hat, weil das Parlament jeden anderen ohne Bewilligung der zum Regieren nötigen Geldmittel heimschicken würde. Das ist daS parlamentarische Regiment, das sich auS dem StruerbewilligungS- recht entwickelt hat. Dieses Recht haben wir genau so, und wenn 'Volk und Reichstag wollten, hätten wir daS parlamen- tarische Regiment am morgigen Tage genau so wie im englischen Unterhaus. Aber der L i n k S l i b e r a l i ö m u S hat sich als g ä n z l i ch unfähig zur Durchführung dieser alten libe- ralen Forderung erwiesen. Des linken Freisinns„Kampf" gegen daS persönliche Regiment begann mit einer Verbeugung vor dem StaatSmanne, unter dem all das Un- heil der letzten Jahre geschehen, derber Repräsentant diese« Systems ist. Herr W i e m e r hat ihm sein Vertrauen aus- gesprochen. Der Träger der Krone würde sich nie so geführt haben, wenn das Volk es nicht gewollt hätte. Aber wie ist es anders möglich bei soviel Speichelleckerei und Byzantini s- m u s. Cäsar wär kein Leu, wenn nicht die Römer Schafe wären! Es hat noch nie einen politischen Fortschritt gegeben, ohne daß er erzwungen worden wäre. Das sollte man bei der jetzigen „Neureform" bedenken. Statt dessen redet Herr Müller- M e i n i g e n. dieser große Staatsmann Mitteleuropas, von„Er- Presserpolitik". Auch in der äußeren Politik haben wir seit Jahren nichts als diplomatische Unfähigkeit und Mißgriffe erlebt. Fort mit Bülowk hätte es auch hier heißen müsien. Statt dessen ein Vertrauensvotum l Weshalb? Man war ja im Block, wo man bisher eine Ohrfeige nach der anderen be- t-mmen hat. Der„schwarze Mann", das Zentrum steht in der Ecke! Machen nicht trotz des Blocks Konservative und Zentrum nach wie vor klerikale Pelitik?! Mit Ausnahme des Zylinders deS Herrn Spahn, der nicht mehr im Vorzimmer des Reichskanzlers steht, ist alles beim Alten geblieben. Wie will man auf diese Art die Ucbertragung deö ReichStagSwahlrechtS auf Preußen auch nur einen Schritt weiter bringen? Der Redner befaßte sich weiter mit der grundsätzlichen AuS- schliehung der Sozialdemokratie auS allen Berwaltungsiimtern? ein Sozialdemokrat könne nicht einmal zu dem geringsten Amt berufen werden, nicht mal Nachtwächter werden. Eine ganze Dreimillionenpartei sei einfach boykottiert. In keinem anderen Lande der Welt sei dieser verfassungswidrige Skandal möglich! Der Fall Hoffmanu- Kaiserslautern. München. 7. Dezember. lPrivatdepesche deS„Vorwärts".) Die„Münchener Post" schreibt zu dem„VorwärtS"-Artikel vom Sonnabend:„Zerstörte Legende": „Wir finden, daß das Zentralorgan sich unnötig aufregt, indem eS sich, obwohl im Reiche und in Berlin noch manches andere zu schaffen wäre, gerade jetzt in unfruchtbarer Schulmeisteret übt. Wie der Fall Hossmann zu bewerten ist und welche parteipolitischen Folgerungen daraus zu ziehen sind, darüber zu urteilen, wird der „Vorwärts" schon den bayerischen Parteiinstanzen überlassen müssen. Zunächst liegt noch gar kein endgültiger Entscheid vor. Wie der„Vorwärts" weiß, ist gegen die Verfügung der Kreis- regierung Beschwerde beim Ministerium eingelegt worden. Damit ist deutlich genug gezeigt, daß die Angelegenheit mit aller Energie auSgefochten werden soll. Wir halten es nicht gerade für weise, durch eine Aufregung nach dem Muster des„Vorwärts" dem Minister Wehner und der Regierung die Stellungnahme zu er- leichtern. Wir werden daher den Ausgang der Angelegenheit erst abwarten, ehe wir weiteres unternehmen. Die Aeußerungen des „Vorwärts" find nicht dazu angetan, uns aus dieser Auffassung zu bringen.".................. Wir finden in dieser Abkanzelung, die uns unser Münchener Parteiblatt zuteil werden läßt, kein Wort darüber, ob ihm bekannt ist. daß dem Volks schullehrer Hoffmann die Amtsent- lassung angedroht war, falls er für die Sozialdemokratie kandidiere. Das aber ist der Kernpunkt der Sache, um dessentwillen wir sie vorgebracht haben. Denn soviel im Reiche und in Berlin auch zu schaffen ist, so erscheint uns doch auch nicht ganz unwichtig, daß die Partei über den wahren Stand der staatsbürger- ltchen Gleichberechtigung, die der Sozialdemokratie in Bayern zu- gebilligt wird, richtig informiert werde. Die Drohung der bayerischen Regierung gegen den Volks schullehrer Hoffmann enthält die grundsätzliche Weigerung, der Sozialdemokratie die staatsbürgerliche Gleichberechtigung auf dem Gebiet des Schulwesens zuzugestehen. Und von dieser wichtigen programmatischen Handlung der bayerischen Regierung hat die Oeffentlichkeit durch die bayerische Parteipresse bishor nichts erfahren, Im übrigen ist es uns nicht entfernt eingefallen, die bayrischen Genossen zu schulmeistern oder uns in ihre Kompetenzen zu mengen. Aber es wird uns wohl noch erlaubt sein, die Ruhe in der bayrischen Parteipresse etwas seltsam zu finden, tvenn wir sehen, daß gleich- zeitig die badische Parteipresse den Fall des Lehrers Rödel, der nicht wegen sozialdemokratischer Gesinnung gemaßregelt wurde, mit aller gebotenen Schärfe erörtert. Eitle Beleuchtung der GermanisierungSpolitik. Bekanntlich betreibt die Regierung ihre Germanisierung in den östlichen LandeStcilen mit polnischer Bevölkerung nach wie bor mit großem Eifer und mit Unterstützung der evangelischen Kirche, was der katholischen Presse zu fortgesetzten Angriffen auf die Re- gierung und die evangelischen Geistlichen Anlaß gibt. Den letzteren wird ganz unverblümt der Vorwurf gemacht, daß sie die German!- sierung der polnischen Bevölkerung alS Vorwand benutzen, um für die evangelische Kirche Propaganda zu machen und die Katholiken u verdrängen. In einem Artikel vom 4. Dezember deleuchtet das acholische Blatt, die„E r m l ä n d i s ch e Zeitung" nun diese christliche Agitation und GermanisierungSpolitik der preußischen Regierung in folgender Weise. Es heißt da unter anderem: „In den letzten Jahren sind Tau sende von Hektaren in den„gefährdeten" Kreisen Neidenburg, Ortclsburg und Oste- rode von der Domänenverwaltung aufgekauft und werden aus dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Rrntengutsbildunz an deutsche(lies: evangelische) Bauern weiter vergeben. Eine leb- haste Agitation ist dafür im Gange, daß die m a s u r i? ch e n Kreise der Ansiedelungskommission unter- stellt lv erden»nögen, und verkrachte GutSbe- s i tz e r nützen den Polenkoller aus, indem sie die Regierung mit einem polnischen Käufer graulich machen, um so einen u n v e r- schämten Kaufpreis stir ihre verlotterte Wirtschaft herauszuschinden. Die Demoralisation, die dieses elende System im Gefolge hat, Denunziationen von Beamten, Lehrern, Guts- besitzcrn, geschäftlicher und gesellschaftlicher Boykott usw. giassie- ren in diesen Kreisen schon jetzt ebenso wie in Westpreußen und Posen. Trotzdem empfahlen evangelische Geistliche noch besonders, daß tüchtige Redner geworben werden sollen, die umherziehen, Protestantenversammlungen veranstalten und das deutsche Ge- wissen der Leute aufrütteln sollen, die jetzt noch nichts Schlimmes darin fänden, ihr Grundstück, ihr Gut an einen Polen(lieS: Katholiken) zu verkaufen." Nette Zustände!_ Das Zentrum als VolkSPartei. Das Zentrum hat sich bei den letzten Wahlen zum prenßi« schen Abgeordnctenhause dazu verstanden, auch einige Arbeiter- kandidaturen aufzustellen. ES sind dann in der Tat sechs katholische Arbeiter zum Landtag gewählt worden, davon zwei aller« dingS mit Hilfe der Sozialdemokratie in der Stichwahl gegen die Nationalliberalen. Das Zentrum hat von diesen Arbeitervertretern. die seiner LandtagSstaktion angehören, ein großes Wesen gemacht, und sich als diejenige bürgerliche Partei herausgestrichen, die allein Verständnis habe für die Gleichberechtigung der Arbeiterklasse. Was in Wirklichkeit die Arbeiter beim Zentrum zu bedeuten haben, zeigt die Zusammensetzung des jetzt eingerichteten Landes- ausschusses deir preußischen Zentrumspartei. Diesem gehören an die Vorstandsmitglieder der Zentrumsfraktion des preußischen Abgeordnetenhauses, unter ihnen ist kein Ar- bcitcr; die preußischen Vorstandsmitglieder des Reichstags- Zentrums, unter ihnen ist ebenfalls kein Arbeiter; die Vor- sitzenden der ProvinzialauSschüsse des Zentrums, auch hier kein Arbeiter, und endlich sieben hinzugewählte Mitglieder, darunter ebenfalls kein Arbeiter. In der Organisation der preußischen Zentrumspartei haben also die Arbeiter nichts zu sagen. Dagegen sind in dem ultra- montanen Landesausschuß vertreten vier Grafen, ein Freiherr, vierzehn Juri st en. vier Geistliche, vier Fabrikanten und Kaufleute, ein General- d i r c k t o r usw. So versteht das Zentrum die„Gleichberechtigung der Arbeiter"._ Zur Stärkung monarchischen Sinnes. Die preußische Krone braucht Geld. Zu diesem Zwecke will sie sich einiger Schlösser im Rhcinlande entledigen, die schon seit lange nicht mehr Von der Königsfamilie besucht oder benutzt werden, dafür aber in ihrer Erhaltung viel Kosten verursachen. Es kommen hier vor allem das Schloß Swlzcnfels bei Koblenz, das Schloß Benrath bei Düsseldorf und der Jägcrhof in der letztgenannten Stadt in Betracht. Die„Kölnische Zeitung" führt mancherlei Gründe gegen den Uebergang dieser Schlösser, deren Parks der öffentlichen Benutzung freigegeben sind, in privaten Besitz an, und meint dann u. a.: „Aber über alle diese Dinge hinaus beschäftigt unS ein anderer Gedanke, und dieser ist es, der vor allem diese Met- nunasäußcrungen veranlaßt hat. Solche Schlösser, Paläste«nv Parle des Landesherrn, mögen sie nie bewohnt fein, spinnen leise Fäden zwischen der Provinzbcvölkerung und dem Monarchen in seiner Hauptstadt. Sie sind wahre Symbole, di« immer wieder an das Vorhanden- fein des Monarchen erinnern und der Loyalität einen Wink geben. Die Rheinlande sind weit von Berlin, sie führten lange ein geographisch von Preußen losgetrenntes Dasein, bei der der Royalismus mehr oder minder eingeschläfert schien. Aber nach 1866 haben sich die Beziehungen zum Gesamt- Königreich immer inniger gestaltet. Es will uns nun gar nich: zweckmäßig erscheinen, diese erfreuliche und wichtige Wendung dadurch wieder abzuschwächen, daß man jene Fäden zerschneidet, die Symbole ihres Charakters entkleidet und der Bevölkerung diese hübschen Beziehungen zum Königshause nimmt." Das Blatt weist hin auf die neuerdings viel betonte Pflicht deS Denkmalschutzes und der Heimatpflcge, auf das Streben von Staat und Gemeinde „den Mitbürgern den Wert ihrer geschichtlichen Bauten, ihrer Naturdenkmäler klar zu machen und ihnen die in unseren Tagen so sehr abgekommene Pietät wiedeveinzuflößen, in die Blutleere des modernen Denkens wieder einmal die An- regungen gefckichtlicher Phantasie zu bringen und damit auch eine gesunde Beimischung konservativen Den. kons, das auch der freiocnkende Mann, wenn er nicht ins Uferlose des Radikalismus gelangen will, nicht entbehren kann. Ist es da nicht sonderbar, wenn gerade die Krone gegen eine solche Stärkung des konservativen Sinnes sich betätigt." Tie Geschichte der rheinischen Fürstenschlösser, die vorwiegend aus der galanten und üppigen Zeit des achtzehnten Jahrhunderts stammen, scheint uns kaum geeignet zu fein. die Besucher von der Fürtrefflichkeit und Notwendigkeit der Mon- archie zu überzeugen._ Eine Kundgebung für die Präger Studenten. Gegen die nationalistischen Exzesse in Prag nahm eine von zirka 2000 Studenten und zahlreiche» Professoren besuchte Versammlung Stellung, die Sonntag i» der Philharmonie stattfand. Das Referat hielt der Jurist L o e w e n t h a l, der selbst in Prag Insulten aus- gesetzt war. In der Diskussion sprachen die Prvfcssore» R o e t h e. «d. Wagner. Lenz und v. LiSzt. Dieser beantragte folgende Resolution: „Wir, die am 6. Dezember mit ihren Professoren versammelte Studentenschaft der Stadt Berlin sind mit Entrüstung den Vorgängen in Prag gefotgt, die in ihren Angriffen aus Professoren und Studentenschast eine ernste Gefährdung deutscher Bildung und Kultur bedeuten. Wir erkennen als Pflicht jedes Deutschen an, den bedrohten Brüdern jensiitS der Grenzen zu helfen. Wir fordern die Kommilitonen auf, zu diesem Zwecke möglichst zahlreich in den Verein für das Deulschium im Auslände beizutreten. Wir beabsichtigen von dieser Resolution der deutschen Universität zu Prag Kenntnis zu geben zugleich mit dem Ausdruck unterer wärmsten Sympathie für die mannhaften akademischen Vorkämpfer für deutsche Bildung und Kultur gegen Rassenhaß und Fanatismus." Es ist natürlich, daß die deutschen Studenten sich gegen die Be- drohungen ihrer Kollegen in Prag entrüsten. Nur möchten wir wünschen, daß diese Abwehr des Chauvinismus sich nicht nur dann äußert, wenn ihn Slawen gegen Deutsche betätigen, sondern auch im umgekehrten Falle. Wir haben aber nichts davon gehört, daß eine große Studentenversammlung je gegen die VerfolgungS- sucht der preußischen Regierung den Polen gegenüber protestiert hätte._ Die„Münchener Post" gegen PeterS. München, 7. Dezember.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die erste Strafkammer des Landgerichts München I hat den Termin für die Beratung der im Münchener PeterSprozeß von der „Münchener Post" eingelegten Berufung von Mittwoch, den 16. Dezember, auf Mitttooch, den 13. Januar 1909 verlegt. Landtagsstichtvahl in Schwarzburg-Rndolstadt. Am Montag unterlag bei der Landtagsstichtvahl im Wahlkreis Stadtilm der Genosse Scholl mit 640 gegen 660 Stimmen, die auf einen Agrarier fielen._ Die Balkankrise. Die österreichische Politik erlebt wenig Freude, seitdem Herr Aehrenthal die Dummheit begangen hat, die Olknpation Bosniens in eine Annexion umzutaufen. Nachdem in der italienischen Kammer der Unwille über den„Bundesgenossen" zum stürmischen Ausdruck gekommen und die Verkündung der italienisch« russischen Entente gerade wegen ihres gegen Oesterreich g e- richteten demonstrativen Charakters fo beifällig aufgenommen worden ist, nimmt jetzt auch Herr I s w o l s k i, der russische Minister deS Auswärtigen, in außerordentlich scharfer Weise gegen Oesterreich Stellung. Entgegen den österreichischen Erklärungen, wohl auch entgegen seinem eigenen früheren Verhalten erklärte er in einer Unterredung, er habe nie die Zustimmung zur Anuexion gegeben. In Uebereinstimmung mit England, Frankreich und JtalieO'ei Rußland der Ansicht, daß diese Frage vor eine europäische Konferenz gehöre. Selbst wenn diese die Annexion an- erkenne, so würde Rußland für Kompensationen an die Balkan stallten eintreten. Da nun Oesterreich sowohl die DiS- kussion über die Annexion als namentlich auch die Kompensationen ablehnt, so stehen die Aeußerungen JswolSkiS in schärfstem Gegensatz zur österreichischen Politik, ein Gegensatz, der noch verschärft wird durch eine äußerst unfreundliche und in dieser Form sehr un- gewöhnliche Kritik, die der russische Minister im einzelnen an dem Vorgehen seines österreichischen Kollegen übt. Ueberboten wird diese Kritik aber noch durch die Besckmldigung, daß am österreichischen Hofe eine große kriegerische Partei bestünde, welche einen Konflikt mit der Türkei und Serbien herbeiführen wolle. Zum Schluß kündigt JSwolSki an. daß ein formelles Bündnis Englands mit Rußland und Frankreich bevorstehe; es sei notwendig, da Deutschland die. österreichische Balkanpolitik jetzt noch intensiver unterstütze. ES ist kein Wunder, daß die Stellungnahme aller Mächte— Deutschland natürlich ausgenommen~ gegen Oesterreich die Balkan- staaten und die Türkei in ihrem Widerstände nur bestärkt. DaS spürt vor allem Oesterreichs Handel, dem der türkische Boykott schwere Wunden schlägt und der trotz aller�Vorstellnngen des öfter- reichischen Botschafters ungeschwächt fortdauert. ES taucht auch wieder die Nachricht auf, daß der ö st er reichische Botschafter demnächst von Konstantinopel abreisen werde, wodurch daS österreichisch-türkische Verhältnis sich neuerdings verschärfen würde. Um so dringender wird eS die Pflicht Deutschlands und Frankreichs, der beiden Mächte, deren Interesse vor allem die Ausrechterhaltung des Friedens im nahen Osten ist, durch vermittelndes Eingreifen der drohenden Katastrophe vor- zubeugen. Für die deutsche Politik wäre dies zugleich ein erster Schritt zu einer Annäherung an Frankreich, die auch auS tausend anderen Gründen wünschenswert wäre. Aber die deutsche Diplomatie scheint auch diese günstige Gelegenheit ungenützt vorübergehen zu lassen und nur darauf Bedacht zu nehmen, einen neuen Beweis für ihre Unzulänglichkeit zu erbringen. flranbreicb. Eine Maßregelung. Die französische Regierung hat den Admlral G e r m i n e t. den Chef des Mittelmeergeschwaders, seines Amtes entsetzt. Der Grund dafür ist, daß der Admiral in einem Interview verschiedene Mißstände über die Ausstattung der Schiffe mit Munition erörtert hatte. Die Regierung kann zwar die Richtigkeit der Aeußerungen nicht ableugnen, hat sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß der Admiral durch die öffentliche Erörterung die Disziplin ver- letzt hat. Das Vorgehen der Regierung findet aber m der Presse eine überwiegend ungünstige Beurteilung und wird mich in der Kammer zur Sprache gebracht werden. Cnglancl. DaS Scheitern der Unterrichtsbill. London, 7. Dezember. In der Sitzung des Unterhauses zog Premierminister Asquith die UntcrrichtSbill formell zurück und gab hierbei dem tiefen Bedauern darüber Ausdruck, daß die Hoffnungen der Regierung auf Regelung der Unterrichts- frage be r e i t e l t feien. Redner wies ferner auf mehrere Schwierigleiten, die sich in dieser Frage erhoben hätten, hin und zollte den Bemühungen RuneimanS und des Erzbifchofs von Canterbury warme Anerkennung. Ich habe nie, fuhr ASquith fort, eine schwerere Enttäuschung erfahren. aber ich bcdaure nicht den Versuch, der gemacht worden ist; es ist mir lieber, ihn gemacht und mich getäuscht zu haben, als den Ver- such aus Furcht vor einem Mißlingen unterlassen zu haben. K-uManä. Die Anleihe bewilligt. Petersburg. S. Dezember. Der Budgetausschuß der Duma beschloß in der gestrigen Sitzung nach vom Finanzministcr ab- gegebenen Erklärungen, diesem Kreditoperationeu bis zum Betrage von 4 50 Millionen Rubel zur Tilgung der fünfprozcntigen Schatzscheinc und zur Deckung des Fehlbetrages für außerordent- liche Ausgaben im Jahre 1909 zu bewilligen. CUrlrn. Sultan und Parlament. Konstantinopel» 6. Dezember. Jenigazetta kündigt an, der Sultan werde am 14. d. M. der Eröffnung des P a r l a» m e n t s beiwohnen und jeden dritten oder vierten Tag in der Sitzung anwesend sein._ Unterdrückte Meuterei. Konstantinopel. 6. Dezember. Eine Meldung der Jenigazetta auS K o e p r u l i c besagt, daß R e s e r v i st e n am 8. d. R.. trotz- Sem die Offiziere fich ihnen gewaltsam widerfekten, das Publikum gewaltsam aus dem dortigen Theater vertrieben haben. Am Tage darauf wurden die Reservisten in ihrer Kaserne umzingelt und überwältigt. Ein Offizier und sechs Mann wurden getötet, ein Offizier und acht Mann verletzt. Haiti. Der Einzug der Sieger. Port au Prince, 5. Dezember. Ein Heer von 8000 Revolutionären zog heute früh unter Führung des Generals Simon in die Stadt ein. Die Truppen befanden sich in guter Ordnung. Die Bevölkerung brachte dem General Huldigungen dar. Eine Abordnung des öffentlichen Sicherheitskomitees entbot ihm offiziel den Willkommensgruß des Volfes und übergab ihm den Regierungsbalaft. Einberufung des Parlaments. Bort au Prince, 7. Dezember. Die Behörden von Haiti haben die Mitglieder des Parlaments einberufen. Man hofft, daß innerhalb 14 Tagen genügend Mitglieder eingetroffen sein werden, um die Wahl des Präsidenten vorzunehmen. Hierzu sind 24 Senatoren und 67 Abgeordnete notwendig. General Simon har noch nicht seine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl aufgefter. Nachrichten aus dem Inneren berichten, daß die Einwohner den Sturz Nords im günstigen Sinne aufnehmen. Aus der Partei. Gemeindewahlen. In Aschaffenburg wurde neben vier Liberalen und sechs Bentumsleuten ein Sozialdemokrat gewählt. Einen erfreulichen Erfolg erzielte die Sozialdemokratie in Ebersten bei Oldenburg i. Gr. Dort wurden zum ersten Male Sozialdemokraten als Gemeindevertreter gewählt. Und zwar eroberten die Genossen von neun Mandaten sechs. Nur infolge der Bestimmung, daß zwei Drittel der Gemeindevertreter Grundbesizer sein müssen, sind noch drei bürgerliche Landwirte gewählt worden, andernfalls wären in den Gemeinderat, der aus 18 Mitgliedern besteht, neun Sozialdemokraten gewählt. Die sozialdemokratische Liste erhielt bei zirka 80 prozentiger WahlBeteiligung 371 bis 384 Stimmen, die liberal- agrarische bis 350 Stimmen. Dabei besteht hier in Oldenburg eine dreijährige Karenzzeit für die Wahlberechtigung. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Einstellung des Berfahrens. Von der Görlitzer Staatsanwalt schaft war vor zirka einem halben Jahre wegen eines Artikels Gardeprügel", der von Soldatenmißhandlungen und den Zuständen in den Garderegimentern handelte, Anklage erhoben worden auf Antrag des preußischen Kriegsministeriums. Es haben auch in der Sache verschiedene Vernehmungen stattgefunden, dann aber hörte man lange Monate nichts mehr davon, bis jetzt die Nachricht fam, daß das Verfahren gegen den Genossen Größsch eingestellt worden ist. Die Görliger Staatsanwaltschaft hat bisher in ihren Preßfeldzügen gegen die Görlitzer Volkszeitung" nicht gerade viel Lorbeeren gesammelt. " Jugendbewegung. Der Jugendlichenparagraph. holen. Dieferhalb müssen sich die Kollegen mit ihren Be- Nachgeben zingt, gibt man schließlich solche Selbstverständlich. zirksleitern, und zwar nur mit diesen, in Verbindung setzen. feiten zu und flucht über den Schaden, den man selbst angerichtet Tabatarbeiter Deutschlands! Den von uns hat. Wann wird, das deutsche Unternehmertum zu seinem eigenen schon angekündigten Vorteil den Werksabsolutismus aufgeben? Wenn die Arbeiter sich einig sind! Kongreß der Tabakarbeiter Deutschlands mit ihren Nebengewerben berufen Unterzeichnete hiermit zu Montag, den 18. Jaunar, morgens 9 Uhr, nach Berlin. In welchem Lokal der Kongreß stattfindet, geben wir Später genau an. In den Orten, wo Delegierte hierzu noch nicht gewählt sind, muß dieses jezt nachgeholt werden und Geldsammlungen zur Bestreitung der Unkosten des Kongresses borgenommen werden. Der Reichstag hat die Reichsfinanzreformvorlage einer Kommission von 28 Mitgliedern übertragen, welche wahr. scheinlich am Freitag, den 11. Dezember 1908, mit dem Reichstag in die Weihnachtsferien geht, die bis zum 12. Januar 1909 dauern. Kollegen! Diese Zeit müßt Ihr noch tüchtig zur Agitation und zur Abwehr des uns drohenden Ruins ausnuten. Die Zentralfommission der Tabakarbeiter Deutschlands. J. A.: Wilh. Boerner Berlin S. 42, Ritterstraße 15. Lohnbewegung der Münchener Brauereiarbeiter. Die Münchener Brauereiarbeiter stehen vor einem harten Lohna fampf. Sie haben in einer am 25. September abgehaltenen Vers fammlung den am 31. Dezember dieses Jahres ablaufenden Tarif gekündigt. Eine Kommission wurde beauftragt, einen neuen Tarif für alle in der Brauerei beschäftigten Arbeiter auszuarbeiten und den Münchener Brauereibejizern vorzulegen, was bereits am 9. November geschah. In diesem neuen Tarif wurden hauptsächlich eine Arbeitszeitverkürzung und eine magvolle Lohnerhöhung ges fordert; denn die jetzt bezahlten Löhne in den Münchener Brauereien, den überall als Hungerlöhne bezeichnet. Man rechnete sicher darauf, namentlich die der Brauereihilfsarbeiter( die Stunde 28 Bf.), werdaß die Herren Besizer bei der diesjährigen Tariferneuerung ein den heutigen Verhältnissen entsprechendes Angebot an Lohnaufbesserung und Arbeitszeitverkürzung machen werden. Aber weit gefehlt. Am 20. November ließen sie durch ihren Syndikus der Organisation eine mit allerlei Ausreden gespickte, nichtssagende Antwort über mitteln, die seitens der Arbeiter kurz und treffend beantwortet wurde. Um nicht die ganze Bewegung auf die lange Bank zu schieben, wurde seitens der Arbeiter am 28. November das Gewerbegericht Alle Arbeiterblätter werden freundlichst um Abdruck ge- als Einigungsamt angerufen. Am 2. Dezember hat das Gewerbe beten. Berlin und Umgegend. Achtung! Metallarbeiter! Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß bei der Wahl eines Beisigers für die engere Ortsverwaltung, welche am Sonntag stattgefunden hat, der Kollege Gutsche 3553 Stimmen, Stollege als Beisiger gewählt. Wegner 5788 Stimmen erhielt. Sollege Wegner ist somit Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Former und Gießereiarbeiter! In Budapest droht unseren Kollegen eine Aussperrung. Wir ersuchen, den Zuzug nach Budapest fernzuhalten. Jedes Arbeitsangebot nach dort bitten wir, uns sofort zu melden. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Zirkus Schumann für Musiker gesperrt! Jm Zirkus Schumann ist 15 Musikern gekündigt worden. Am 7. Rovember war von 12-4 Uhr Probe, von 7-11 Uhr Vorstellung. Nach dieser achtstündigen Arbeitsleistung sollten die Musiker noch zu einer Nacht probe bleiben. Am Tage darauf waren zwei Vorstellungen. Das erschien den Musikern zu viel 15 von ihnen blieben der Nachtprobe fern, worauf ihnen seitens der Direktion gekündigt wurde." Das Präsidium des Allgemeinen deutschen Musikerverbandes warnt nun alle Musiker davor, vor Austrag des Konfliktes im Zirkus Schumann Engangement anzunehmen. Deutsches Reich. Gewerbegerichtswahlen in München. n München, 7. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts"). Bei den Gewerbegerichtswahlen am Sonntag wurden neun unternehmerbeisiger gewählt, die vom Gewerkschaftskartell kandidiert wurden. Die Breslauer Straffammer hat nunmehr gegen zehn frühere Das Ende des Streits auf Saar und Mosel. and gegenwärtige Vorstandsmitglieder der freien Jugendorganisation Geldstrafen von drei beziehungsweise Durch Vermittelung des Bürgermeisters Colsen von Merlene sechs Mart verhängt, nachdem sie vom Schöffengericht freigesprochen bach, wie uns telegraphisch mitgeteilt, fanden am 4. Dezember worden waren. Sie sollen fich wider den Jugendlichen- längere Verhandlungen zwischen der Grubendirektion einer paragraphen des neuen Vereinsgefeges insofern vergangen seits und den Organisationsvertretern Hausmann vom Vera haben, als in den Mitgliederversammlungen in je einem Vortrage über die Gewerkschaftsbewegung und über Jugendschutz d as politische Gebiet durch die Redner gestreift worden sein soll. Gewerkschaftliches. An die gesamten Tabakarbeiter Deutschlands! " G rette werden durch Arbeitswillige. gericht Termin zur Einigungsverhandlung angesezt. Bei dem Ane fehen des Münchener Gewerbgerichts war man allseits der Meinung, daß die Herren erscheinen und daß dann eine Einigung zustande kommen werde. Während die Arbeiterkommission sich pünktlich auf dem Gewerbegericht einfand, ließ es der Geldsack und das Probentum der Herren nicht zu, dort zu erscheinen. Dagegen schickte der scharfmacherisch angetränkelte Syndikus noch im letzten Augenblick folgendes Schreiben: " Auf die Einladung vom 28. November beehre ich mich, namens der Brauereien von München und Umgebung zu erwidern, daß der Ortsverband die Tätigkeit des verehrlichen Gewerbegerichts als Einigungsamt in den schwebenden Tarifverhandlungen nicht in Anspruch zu nehmen gedenkt. Zurzeit ist übrigens der Ortsverband noch mit den Vorarbeiten zur Revision des alten Tarifes beschäftigt und wäre daher eine Basis für Verhandlungen mit den Arbeiterorganisationen noch gar nicht geschaffen. Aus diesen Gründen bedauere ich, der Einladung für Mittwoch, den 2. Dezember, nicht entsprechen zu können. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Justizrat Mayr, Syndikus des Ortsverbandes der Brauereien von München und Umgebung." Die Mitglieder der Tariffommission der Arbeiter zogen fich hierauf zu einer längeren Beratung zurüd, worauf Geschäftsleiter Jacob namens der vereinigten freien und christlichen Organisationen folgende Erklärung verlas: Die Kommission nimmt die Zuschrift des Ortsverbandes der Brauereien zur Kenntnis und bedauert, daß der Ortsverband die Tätigkeit des Gewerbegerichtes ablehnt; sollte diese Ablehnung eine prinzipielle sein, so erbliden die Arbeiter darin in Ignorie rung der durch Reichsgeses geschaffenen Einigungsinstanz. Dieses Verhalten wäre um so sonderbarer, als gerade in diesem Jahre das Gewerbegericht München bei den Tarifabschlüssen von den mächtigsten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden mit von beiden Seiten anerkanntem Erfolg in Anspruch genommen wurde. Unter diesen Umständen sieht sich die Tariffommission veranlaßt, unter allen Bedingungen auf der Durchführung der Einigungsberhandlungen vor dem Gewerbegericht zu bestehen, wo allein die tarifliche Gleichberechtigung der Parteien gewahrt bleibt. Sollte wider Erwarten der Ortsverband der Brauereien von München und Umgebung auf seinem Standpunkt verharren, so lehnt die Münchener Brauereiarbeiterschaft die daraus entstehende unabs sehbare Schädigung des Münchener Wirtschaftslebens ab. Die Verantwortung trägt allein die Arbeitgeberschaft." Zur Begründung erklärte Geschäftsleiter Jacob noch folgendes: „ Die letzten Tarifverhandlungen haben eine Zeit in Anspruch genommen, wie in keinem anderen Industriezweige. Die VerHandlungen haben zwei Jahre gedauert, bis sich die Herren zu einer Tarifvereinbarung entschließen konnten. Es hat den Anschein, als ob die Herren auch die diesmaligen Verhandlungen wieder in dieser Art zu führen gedenken. Im Namen der vereinigten Organisationen erkläre ich hier, daß wir unter feinen Umständen wieder die Sache auf die lange Bank schieben lassen, und daß wir auf unsere Erklärung eine Antwort bis zum 9. Dezember erwarten. Es wird den Herren bis dahin unter allen Umständen möglich sein, eine Antwort zu geben, nachdem feststeht, daß am nächsten Montag die Brauereibesizer eine Sibung ab. halten, in der sie auch über diese Angelegenheit einen Beschluß fassen können. Wir behalten uns vor, am 9. oder 10. Dezember einen neuerlichen Antrag beim Gewerbegericht zu stellen." Gerichtsrat Dr. Brenner gab hierauf bekannt, daß er biefe Erklärung nebst Begründung dem Syndikus des Ortsverbandes der Brauereien zugehen lassen werde. Die Sache müsse man vorerst für beruhend erklären bis zum Ablauf des Termins oder bis zur Wiederaufnahme des bereits gestellten Antrages. Es stehe zu hoffen, daß man beim nächsten Termin in der Lage sein werde, hier in diesem Saale gemeinsam zu verhandeln. band und Effert vom Gewerkverein andererseits statt, die eine Grundlage schafften, auf welcher am 5. die Belegschaft gegen zivei Stimmen beschloß, am Montag wieder anzufahren. Durch den Unfall des Bergmeisters von Braunmühl am 1. Dezember mußte die Befahrung der Grube unterbrochen werden, die aber am 2. Dezember durch den Bergassessor Goebel in Gegenwart vonf ünf Arbeitswilligen und der Grubenverwaltung fortgeführt wurde. Das Resultat wurde in einem längeren Protokoll. nieder gelegt. In diesem Protokoll wird offiziell ebenfalls jede direkte Der Kuhhandel beginnt! Der Reichstag hat Rebensgefahr für die Belegschaft bestritten. Aber es wird zuin einer siebentägigen Debatte über die neue Reichsgegeben, daß im Flöh IV Ort 4, manchmal" mehr oder finanzreform" verhandelt. Bei der Revue über die weniger Stidwetter angestanden haben, jezt aber einzelnen Steuerprojekte dieser Reform schien es flar zutage beseitigt seien. Auch, daß es noch an manchen Stellen zu treten, daß das Zigarren Banderolesteuer- gar start nach Brandgasen riecht, aber eine LebensAn anderen Stellen seien Ab= Projekt bei den verschiedensten Parteien, vielleicht mit gefahr nicht mehr bestände. Dämmungsarbeiten borgenommen, die Gefahren Ausnahme der Konservativen, teine Zustimmung erlangen beseitigt. Im Flöh 21 bestehe„ wechselnde Schlagwettergefahr". An würde. Das Banderolesteuergesez dürfte wohl als gefallen anderen Punkten sei der Brand abgedämmt. Stidgase zu betrachten sein. Selbst aber wenn dies Wahrheit treten noch im Flöh 26 heraus; jedoch ist man auch hier mit der werden sollte, dürfen die Tabatarbeiter Deutsch Abdämmung beschäftigt. Es wird also verblümt zugestanden, daß lands sich nicht trügerischen Hoffnungen hin- tatsächlich die Gefahren bestanden haben, jedoch jest beseitigt feien, geben; denn anstelle des gefallenen Projekts, treten sofort nur soll eine Lebensgefahr nicht bestehen, auch nicht bestanden haben. einige neue andere, welche aber immer und immer wieder Die Reputation der Verwaltung wie der Bergbehörde mußten geDie Münchener Brauereibesitzer, die alle vielfache Millionäre die von dem Tabak zu erzielende Mehreinnahme von 70 bis In der Verhandlung offenbarte der Direktor, daß nicht alle sind, und ihr Bier auf dem ganzen Erdenball an den Mann bringen, 80 Millionen und möglichst auch noch darüber hinaus zu Betriebspunkte belegt würden, worauf ebenfalls zu schließen ist, hätten alle Ursache, den Arbeitern gegenüber nicht so brutal und bringen haben. Als solche neue Projekte sind von ver- daß es in diesen Betriebspunkten nicht sauber aussieht. Dann soll proßig aufzutreten. Wollen sie nun einen Kampf mit den Arbeitern schiedenen Parteien in Anregung gebracht: 3ollerhöhung in Zukunft, sobald Gefahren auftreten, der Ort stillgelegt werden. heraufbeschwören, dann haben sie damit zu rechnen, daß die bon 85 auf 150 M. pro Doppelzentner. Ebenso auch eine Dieses Protokoll wie auch die Versicherung der Direktion bietet Sympathie der Deffentlichkeit, auch im Ausland, wo Münchener Bier Erhöhung der Inlandsteuer. Als drittes Projekt ist teine Garantie, daß wirklich alle Gefahren beseitigt find, wie die verzapft wird, auf Seite der Arbeiter ist. Die Brauereibefizer in eine Rohtabat Wertsteuer vorgeschlagen worden. ganze Befahrung mit Arbeitswilligen von den Streifenden für ziem ber Schweiz und in Desterreich und auch in anderen Ländern würden lich wertlos gehalten wurde. Denn waren und sind die Zustände es freilich begrüßen, wenn es zu einem Konflitt tommen würde, Mag dieses oder jenes Projekt jenes Projekt auf der Bildfläche tatsächlich so, wie sie von der Befahrungskommission geschildert wissen sie doch, daß sie dann von der üblen Konkurrenz befreit wer erscheinen, wir müssen immer wieder das Gesagte werden, fonnte man auch Streitende zur Befahrung mit heran: den, da das Münchener Bier vielfach zurückweisung finden würde. wiederholen: Mag die neue Belastung des Tabaks einen ziehen. Aber für die Streikenden bestand keine Möglichkeit, das Der Export der Münchener Brauereien würde einen empfindlichen Ramen tragen, welche sie wolle, wir haben uns Gegenteil zu beweisen. Die Greignisse haben ihnen jedoch recht ge- Südgang erfahren. Die Münchener Brauereibefizer werden also gut gegen jede neue Belastung zu wenden. Die geben, daß die Betriebsunsicherheit bestanden hat. Das noch zu Form derselben ist gleichgültig; die Wirkung auf unseren bestreiten, wird wohl kein ehrlicher Mensch wagen und so hoffen fun, nicht mit ihren 5000 Arbeitern einen Konflikt anzuzetteln, fondern, gleich den übrigen Arbeitgebern, sich auf dem Gewerbes hungrigen Magen bleibt dieselbe. Die Regierung sucht trok die Streifenden, daß gerade diese Ereignisse sowohl die Verwaltung gericht mit den Arbeitern einigen. wie auch die Bergbehörde veranlassen, doch mehr als bisher für die des eingeleiteten Kuhhandels die Banderolesteuer durchzu Betriebssicherheit zu sorgen. drücken, umsomehr, als sie durch Festhaltung an diesem sollen, gestand Projekt die Kuhhändler zu größeren Zugeſtändnissen refpeftive die Direftion für die Streitenden von Schacht V heres Letzte Nachrichten und Depeschen. Bewilligungen in eventuell in andere Formen zu drängen zu, jedoch wollte sie ihnen die wegen Kontrattbruch verfallenen glaubt. fechs Schichten einhalten. Als die Organisationsvertreter jedoch Bern, 7. Dezember.( W. T. B.) Der Ballon Cognac", geführt An die Tabakarbeiter Deutschlands richten wir die energische kategorisch darauf bestanden, daß dieses Geld nicht eingehalten von Biltor de Beauclair( schweizerischer Aeroklub) ist am Freitag Aufforderung, an allen den Drten, wo die Agitation bis jetzt werden dürfe, andernfalls der Streit fortgesetzt werde, gab Herr bon Biftor de Beauclair( schweizerischer Aeroklub) ist am Freitag Aufforderung, an allen den Orten, wo die Agitation bis jetzt late schließlich nach, wenn am 5. Echluß gemacht würde. Er in Bitterfeld( Provinz Sachsen) aufgestiegen und am Montag bei sehr wenig oder gar zu schwach betrieben worden ist, sich auf- flagte dabei über den enormen Schaden, den die Grubenbesizer Casale( Provinz Pisa) nach 56stündiger Fahrt gelandet. Er über zuraffen, um mit uns vereint auch gegen die ferneren Projekte durch den Streit hätten, scheint aber gar nicht einzusehen, daß flog die österreichischen Alpen und das Adriatische Meer von Bola zu opponieren, damit dieselben um so sicherer zu Falle ge- er allein Schuld an dem Streit ist und auch daran, daß er so lange bracht werden fönnen. Wir dürfen uns nicht vergedauert hat. Hätte er von Anfang an mit den Organisations Zunahme der Choleraerkrankungen. hehlen, daß die Gefahr heute größer ist wie bertretern berhandelt, würde sich leicht eine Verständigung gefunden Petersburg, 7. Dezember.( W. Z. B.) Die Cholera nimmt je zubor. Mit dieser bergrößerten Gefahr haben und der Schaden blieb erfpart. Eine teilweise Stillegung muß unsere Arbeit, unsere Ausdauer in der der Grube war nach Lage der Verhältnisse nicht zu umgehen; das wieder zu. In vergangener Woche sind täglich über 20 ErtranfunAgitation gegen diese Vergewaltigung, den hätte sogleich zugestanden und überzählige Mannschaften nach gen vorgekommen. Heute sind 33 Berfonen an Cholera erkrankt anderen Schächten verlegt werden müssen. Um das zu erreichen, und 8 Personen gestorben. Der Krankenstand umfaßt 243 Personen. Ruin unserer Industrie bis zur höchsten Potenz muß erst 14 Tage der ganze Betrieb eingestellt werden. Lieber Auch eine gefehgeberische Körperschaft. gesteigert werden. Den legten Tabat Tausende verpulvern, lieber einen immensen Schaden anrichten, arbeitern und Arbeiterinnen bis in die als den Herrenstandpunkt opfern. Denn nichts anderes stand hier Teheran, 7. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Statuten für den neuen Staatsrat bestimmen, daß der Staats. dunkelsten Winkel hinein muß es tlar gemacht mehr auf dem Spiel. werden, was auf dem Spiele steht und wo ihr Für die anderen Schächte wurde bezüglich Maßregelung und rat sich aus 32 Rotabeln nub 18 Kaufleuten zusammensetzt, die Play ift. Jeder muß ein Agitator sein. An Sontrattbruch dasselbe zugestanden und außerdem, daß zum Nach fämtlich vom Schah ernannt werden. Der jebige Staatsrat bleibt allen Orten, wo nur einigermaßen Tabatindustrie vertreten, füllen der Förderung keine Wagen mehr genommen, die Seilfahrt zwei Jahre im Amt. Er hat sowohl gesetzgeberische Gewalt als auch nach der Arbeitsordnung durchgeführt werden soll. Auch das hätte die Kontrolle über die einzelnen Abteilungen der Verwaltung; Anwo bis jetzt noch keine Stommissionen gewählt worden, wo ohne Zögern sofort zugestanden werden können. Doch das Prinzip, leihen und Konzessionen bedürfen seiner Zustimmung. Sämtliche auch noch bis jetzt teine Protestversammlungen Herr im Hause zu bleiben", duldet nicht, an streifende oder organi- Entscheidungen des Staatsrats unterliegen der Genehmigung des stattgefunden haben, ist dieses schleunigst nach zu fierte Arbeiter Bugeständnisse zu machen. Erst wenn die Not zum Schahs. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil berantw.; Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr, u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. nach Besaro. 56 Stunden in der Luft. St. 287. 25. ItJrjmj.| 5fj}(|||f Reichstag. 178. Sitzung, Montag. 7. Dezember, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Bülow, v. Bcthmann-Holl- weg, Sydow, v. Tirpitz, Kraetke, v. Schoen, Dr. Rieberving. Zunächst werden die Ucbereinkommen zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn betr. den gegenseitigen gewerblichen Schutz in erster und zweiter Beratung nach einigen Bemerkungen des Äbg. Dr. Junck(natlib.) genehmigt. Weiter steht auf der Tagesordnung die Fortsetzung der ersten Beratung des Etats. Abg. Graf v. Könitz(k.): Mit Entschiedenheit fordert das Volk, daß die so oft vom Bundesratstisch versprochene Sparsamkeit in die Tat umgesetzt werde. Sparsamkeit ist eigentlich nur beim Heeres- etat zu merken, und zwar bei den einmaligen und bei den autzec- ordentlichen Ausgaben. Unser Marineetat dagegen ist in 20 Jahren um das Achtfache gestiegen. Wenn wir neben dem größten Landheere die zweitgrößte Flotte halten wollen, so kann ich mich der Besorgnis nicht erwehren, daß das über die Kräfte unseres Volkes hinausgeht. Was bei der Marine die Untersee- boote, werden beim Landheer in Zukunft die Luftschiffe sein. Es würde sich empfehlen, falls unsere Luftschiffe denen anderer Nationen überlegen sind, die Konstruktion in besserer Weise geheim zu halten, als es bisher geschehen ist. Unsere Zölle zeigen für die Zeit vom April bis Oktober eine Mindereinnahme von&0V3 Millionen Mark. Den Zolltarif kann 'man dafür nicht verantwortlich machen. Der französische Zolltarif enthält viel höhere Sätze als der unsrige, und der französische Tarif ist unter der Mitwirkung aller Parteien zustande gekommen, auch der sozialdemokratischen. Bei uns will man aber auf das Schlagwort von der Brotverteuerung nicht verzichten. Freilich sind auch bei den Sozialdemokraten manche Leute anderer Ansicht; so hat Schippe! im Jahre 1904 in einer Voltsversammlung aus- geführt, es sei nicht wahr, daß die Preise infolge der Zölle ge- stiegen sind. Nun, Herrn Schippe! haben die Sozialdemokraten von sich gewiesen, aber andere Autoritäten lassen sie vielleicht gelten, z. B. Ealwer.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Daß nicht die Zölle das Brot verteuern, sondern die Bäcker, geht deutlich aus dem Unterschiede des Brotprcises in städtischen Anstalten in Berlin und in Privatbäckcreien hervor. Sehr zu bedauern ist, daß der Staat keine Maßregeln gegen die Syndikate trifft, welche nach dem Ausland billiger verkaufen als nach dem Inland. Als Besitzer der Eisenbahneil und Kanäle hätte der Staat sehr wohl die Möglichkeit, Maßregeln hiergegen zu ergreifen.— Beim Postetat verschlingen die Ausgaben 94,3 Proz. der Einnahmen. Hier wird erheblich gespart werden müssen, und zugleich wird man an eine Vermehrung der Ein- nahmen beim Postetat denken müssen.— Sehr bedauerlich ist, daß wir über die Vertragsverhandlungen mit Amerika so lange gar Vichts zu hören bekommen haben. Im Balkan ist keine große Umwälzung zu verzeichnen, sondern nur die Fortsetzung des Zustandes, wie ihn der Berliner Vertrag geschaffen hatte. Die Okkupierung Bosniens und der Herzego- wina schafft also eigentlich kein Novum. Um die englische Armee- Verstärkung haben wir uns nicht zu kümmern. In bezug auf Ma- rokko wird man das Ergebnis des Schiedsgerichts abwarten müssen. Herr Scheidemann hat seiner Kritik durch seine Maßlosigkeiten die Spitze abgebrochen. Er hat sich auch bei der Kritik der Maroklo- Politik in Widerspruch gesetzt mit Herrn Bebel. In der auswärtigen Politik steht Volk und Reichstag hinter der Regierung. Dies Ber- trauen ist unsere Stärke. Bravo! rechts.) Abg. Dr. Wiemer(frs. Vp.): Daß Herr v. Kunitz unsere Wirt- schaftspolitik verteidigt, war selbstverständlich. Aber es ist nicht zu bestreiten, daß diese agrarisch-schutzzöllnerische Politik auf un- fercn Etat sehr ungünstig einwirkt. jScHr richtig! links.) Das Leitmotiv der Budgetkommission soll Sparsamkeit sein. Im Militüretat wird hierfür vor allem der Pcnsionsetat in Betracht kommen.(Sehr richtig! links.) Notwendig wäre ein Beirat für Lieferungen, der dafür sorgt, daß keine Monopole geschaffen Ivcrden.(Sehr richtig! links.) Im Widerspruch zu der nötigen Sparsamkeit stehen auch die enormen Etatsüberschreitungen. Vor allem müssen wir eine Aenderung der Stellung des Militär- tabinctts verlangen.(Sehr richtig! links.) Das Amt darf nicht ein kleines Feuilleton. «Was der für Raupen im Kopf hat!" hört man oft von einem sagen, der für nicht ganz normal gehalten wird. Ebenso häufig hört man die Redensart:«Der hat einen Vogel!" oder«er hat einen Käfer!" Daß in diesen Ausdrücken ein Stück Kultur- �schichte verborgen liegt, ahnen dabei wohl die wenigsten. Und doch gehen die Anschauungen, denen solche und andere Redens- arten erwachsen sind, bis in eine graue Vorzeit zurück, bis in jene Tage, wo dem Menschen alles, was ihm in der Natur gegen- übertrat, wo ihm Bach und Baum, Sonne und Ungewitter beseelte Wesen waren gleich ihm selbst, nur in anderer Gestalt. Die Rätsel in seinem eigenen Dasein suchte der primitive Mensch zu lösen, indem er von ähnlichen Vorgängen in der ihn umgebenden Natur auf sich selbst schloß: er sah im Walde die Bäume kahl werden und faulen, wenn Käfer und Larven sich darin eingenistet, oder Pflanzen welken und sterben, wenn Würmer ihre Wurzeln abgefressen haben. Da drängte sich ihm der Schluß auf, daß auch bei ihm Krankheiten und Siechtum und Tod durch derlei kleine Schmarotzer verursacht würden. Daher spricht man heute noch von„Raupen und Motten im Kopfe"; die Mitesser heißen in ver- schiedenen Gegenden Deutschlands«Zehrwürmer"; bei Ausstoßen und Magenschmerzen sagt man,„er hat eine Kröte im Bauch"; von einem, der Blutvergiftung hat, meint das Volk,„er habe den Fingerwurm, den Beinwurm". Allgemein bekannt ist auch der ursprünglich ganz wörtlich verstandene Ausdruck:„ein Würm nagt semandem am Herzen". Sollte die Krankheit vertrieben werden, so mußten die Störenfriede(man beachte, daß es meistens Tiere sind, vor denen wir heute noch einen unwillkürlichen und uner- ilärlichen Abscheu haben!) aus dem Körper des Kranken verbannt werden. Daher die große Rolle, die sie bei„Besprechungen" und dergleichen spielen. So lautet eine Beschwörungsformel gegen den „Haarwurm", die Gicht(aus den Dörfern am Müggelsee): „Birnbaum, ich klage dir, Drei Würmer, die stechen mir, Der eine ist grau, Der andere ist blau, Der dritte ist rot, Ich wollte wünschen, sie wären alle drei tot." Zwei sehr häufig gebrauchte Ausdrücke,«einem die Würmer aus der Nase ziehen und«einem die Mucken(Mücken) austreiben", sind auch nur erklärlich, wenn wir auf diesen uralten medizinischen Aberglauben zurückgreifen. Theater. Kammer spiele:„Niemand weiß es", Schauspiel von T h e 0 d 0 r W 0 l f f. Die etwa vor einem Dutzend Jahren geschriebene und damals aufgeführte dramatische Arbeit verdankt hre Aufnahme in die Kammerspiele offenbar der lockenden Gelegen- beit, die sie zur Entfaltung neuartiger japanisch stilisierter Bühnen- bilder bietet. Vielleicht Hai der Verfasser die Worte seines Stückes auch nur als Lorwand für solche Jnszenierungskünste gemeint. Aber dann hätte er nicht drei Akte damit füllen dürfen. So lange hält die Schaulust. wt:m sich beim Steden und beim Handeln des LllllMrts" Organ des persönlichen Regiments sein, sondern'muß ein- gegliedert sein in den allgemeinen Organismus der Staats- öchörden.(Sehr richtig! links.) Einer Aenderung des FlottengcsetzeS möchte ich jetzt nicht das Wort reden, sie andererseits aber nicht so schroff von der Hand weisen wie der Abg. Bassermann. Der Reichstag hat getan, was er konnte, um den Irrtum zu zerstreuen, daß die Mehrheit des deutschen Volkes englandfeindlich sei. Die Jnvasionsbefürch- tungen des Lord Roberts sind einfach absurd.(Lebhafte Zu- stimmung.) Redner freut sich über das günstige Bild dcS Kolonial- etats! Anleihen für Straßen und Bahnen in den Kolonien sind als werbende Anlage zu belracknen. Für die Beichleunigung der Zurückziehung der Truppen aus Südwcstofrika sind auch wir stets eingetreten.(Lebhafte Zustimmung bei dsn Freisiniiigen.) ES ist anzuerkennen, daß der Kolonialdirektor diesmal mit keinen große» Anforderungen kommt. In bezug auf die Diamantenfunde'scheint oer Herr Kolonialdirektor(Heiterkeit, Zurufe bei den Sozialdemo- kraten: Sie haben doch selbst für das koloniale StaatSlekretariat gestimmt'), pardon der Herr Staatssekretär(Heiterkeit) etwas sehr optimistisch geurteilt zu haben.— Vor kriegerischen Ver- ivickelungen mit den Owambos ist zu warnen.— Das Bild des Post etatS ist ungünstiger als sonst. Gegen die vom Abg. Speck geforderte Differenzierung der Telephongebühren für Stadt und Land legen wir schon jetzt Verwahrung ein.— Beim Etat des ReichSamtS des Innern wird es verniutlich zu Auseinander- setzungen über die Handhabung des Reichsvercinsgesetzes kommen, die vielfach nicht mit dem Geiste, in dem dies Gesetz gedacht war, im Einklang steht.(Sehr richtig I links.) Verstöße gegen Sinn und Buchstaben des Gesetzes sind vielfach vorgekommen.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) WaS die polnischen Gewerkschaften betrifft, so sind die nculichen Ausführungen des Abgeordneten Gothein dahin ausgelegt worden. daß er dem Staatssekretär den Vorwurf wissentlicher Täuschung unserer Freunde habe machen wollen. Im Einverständnis mit dem Abgeordneten Gothein und allen Mitgliedern der Fraktionsgcmein- schaft muß ich aussprechen, daß das nicht der Fall war.(Vielfaches Hört! hört!) Der Abgeordnete Gothein war durch Krankheit an der Teilnahme der zweiten und dritten Lesung deS VereinSgesetzcS ver- hindert und konnte nach den stenographischen Berichten annehmen, daß das Sprachenverbot auf sämtliche öffentlichen Versammlungen der Arbeiterorganisationen nicht angewendet werden soll. Bei der großen Erregung und Unruhe der damaligen Verhandlungen ist die geforderte und abgegebene Erklärung nicht mit der erwünschten Klarheit zum Ausdruck gekommen. Nach der ganzen Vorgeschichte des Kompromisses steht es fest, daß den polnischen Arbeiter- organisationen des Ruhrreviers der Gebrauch der fremden Sprache in öffentlichen Versammlungen nicht gestattet werden sollte, sofern dieser Gebrauch reichsfeindliche Bestrebungen fördern konnte.(Lebh. Hört! hörtl bei den Opposiiionsparteien.) Allerdings geht es zu weit, wenn man den polnischen Gewerkschaften auch dann den Gebrauch der polnischen Sprache untersagen wollte, wenn eS sich nur um soziale und gewerlschasiliche Fragen handelt. Erst die miß- bräuchliche Anwendung der Sprachenfreiheit(lautes Lachen bei den Polen und Sozialdemokraten) würde das Verbot rechtfertigen. Wir hoffen mit dem Staatssekretär zu einer erfrentichen Verständigung zu gelangen.(Lautes Lachen bei den Polen, Sozialdemokraten und im Zentrum. Rufe: Na also!) Die Sorge über die Behandlung der Freisinnigen Partei durch die Reichsregienmg möge Herr Scheidemann unL überlassen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wir werden über die Lehrer- Maßregelungen usw. im preußischen Abgeordnetenhause Beschwerde füvren.(Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) An dieser Stelle will ich nur kurz den Fall Schücking streifen und erklären. daß wir gegen den dabei zutage getretenen Eingriff in das Recht der freien Meinungsäußerung energisch Protest erheben.(Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Herr Scheidemaim hat die Wirkung seiner Aussührungen durch seine llebertreibungen stark beeinträchtigt. Seine Vorwürfe gegen die Un- Parteilichkeit der deutschen Richter weise ich zurück.(Lebhafte Zu- stimmung bei den Freisinnigen.) Ebenso wenig waren seine Vor- würfe gegen unsere auswärtige Politik frei von llebertreibungen. Gewiß sind von unseren Vertretern manche Ungeschicklichkeiten be- der Personen kaum irgend etwas denken läßt, nicht vor — auch dann nicht, wenn eine Virtuosin deS zierlichen Japanerstils, wie Gertrud E y s 0 l d t die Hauptrolle hat. Mit jedem Auszug läßt die aus bloßen Putz und Kling- Klang eingestellte, puppenhafte Art des Ganzen das Interesse weiter abflauen und der Schluß wirkte geradezu als Düpierung. Wie glän- z'Nd sticht von der ziel- und gestaltlosen Verschwominenheit dieser japanischen Nachahmung das erste, neulich an dieser selben Stätte ausgeführte japauische Original Terakoyaö Tragödie„Die Dorf- schule" ab! Der Vorhang hebt sich über eine entzückende, von Orlik entworfene japanische Frühlingslandschaft, ein Meer von weißen Blüten. Ein Spielmann trägt dem finster über seine ISkizze gebeugten Maler Jon eine alte Liebesmär vor, die die Melancholie des Künstlers noch erhöht. Er denkt der schönen Tajo. seiner Freundin, die. schwach und zaghaft, der Werbung eines reichen Fürsten folgen will. Sie kommt, Abschied von ihm zu nehmen, und zwiichendrein erscheinen, anmutig die lichte Farben- pracht erhöhend, singend und zum Frühlingsfest geschmückt, junge Mädchen. DaL Vage im Gespräch der Liebenden, das Süßliche. Ge- zierte befremdet; indessen mag die Freude am malerischen Ein- druck, gesteigert durch das zart getönte Spiel, die seelenvolle helle Stimme der E y s 0 l d t, die Hemmungen hier noch überwiegen. Jedoch aber nicht für lange. Fori, der seinen Schmerz vergeblich in wildem Leben zu betäuben versucht hat. dringt in den Park des Fürsten und überrascht die Ersehnte, wie sie in dem Anblick eines »einer Bilder verloren, von ihm träumt. Er möchte sie entführen, aber er erachtet den Gedanken, da der gütige Fürst ihn gastlich aufnimmt, nicht für ritterlich. Jedoch kommt Rat. Der Gatte schöpft Verdacht, zeigt Jon drohend sein blankes Schwert und verschwindet dann, das Pärchen sich selber überlassend, in höchst diskreter Weise. Jetzt fühlt der Maler sich von jeder Pflicht entbunden und hält die große Rede seiner Leidenschaft, der Tajo nicht mehr widerstehi. Der Fürst ertappt sie— und wird von dem Rivalen im Zweikampf erschlagen. Die Gattin kauert, taub gegen jede Bitte des Geliebten, am Leichnam nieder. Jori� harrt bei ihr aus und als die Diener den Toten finden, freut er sich, daß Folter und Tod ibn nun von seiner LiebeSqual erlösen werden. Warum er ihn er- schlug? Niemand weiß es. Die Sache stimmt zwar nicht, denn jeder kann bei der gegebenen Situation den Grund der Tat mit Händen greifen, aber die Parole klingt und weckt den Schein von irgend etwas Tiefem! Beregi gab den ritterlichen Liebhaber. S ch i l d k r a u t in imposanter Haltung den Fürsten. Schweigend nahm das Publikuin die Szenen auf. ät. Pariser Theater. Aus Paris wird uns geschrieben: Am Sonnabend hat das Schauspiel„Le Foyer"(Der Herd) von Octave M i r b e a u und Natanson, das schon vor seiner Auf- führung so viel Lärm gemacht und ein Vorspiel im Gcrichlösaal erlebt hat, bei der Generalprobe in der Eomedic Franaaise trotz einer glänzenden Darstellung eine laue Aufttahme gefunden. Der Titel des Stückes hat eine doppelte Bedeutung: Der„häusliche Herd" ist eine unter aristokratischer Pawonage stehende Kinderschutzanftalt, die mit allem Heuchlertum und mit allen Unfähigkeiten solcher 1$ Ü! lüL Aeilstag. 8. AeMbtr 1908. gangen. Daß die Vorgänge in Casablanca einem Schiedsgericht unterbreitet werden, eriüllt unö mit Besriedigung.(Zustimmung b. d. Frcis.) Wir sollten überhaupt mit Frankreich zu einem ständigen Schieds- gerichtsvertrag kommen. Die Ausschreitungen in Prag find in hohem Maße bedauerlich; die Berliner Sludetttenschaft hat gestern gegen diese Borgänge Prolest erhoben, aber in der Versammlung ist betont worden, daß darin keine Einmischung in die vsterreichilchen inneren Verhältnisse liegen kann. Derartiges würden wir tttts verbitten, und ebenso bat Oesterreich Anspruch darauf, daß wir u'.'s in seine Verhältnisse nicht einmischen, wohl aber müssen wir verlangen, daß unsere Regierung sich den Schutz der Reichsangehörigen angelegen sein läßt. Alles in allem: Das Bild der gegenwärtigen politische» Lage ist nicht glänzend und nicht etfrettlich. EiUmütigkeit ist notwendig. damit wir vorwärts kommen. Gelingen ivird dies durch eine volkstümliche Reformpolitik, die den Forderungen der Gegen- wart gerecht wird.(Lebhaftes Bravo I bei den Freisinnigen.) Reichskanzler Fürst Bülow: Von allen Rednern aus dem Hause sind schwerwiegende Fragen der auswärtigen Politik besprochen. Ich will darüber das Nach- stehende sagen: Die politische Lage in Europa wurde in den letzten Monaten durch den Umschivmtg in der Türkei beherrscht, über den in der Presse und im Reichstage der Wirklichkeit nicht entsprechende Ansichten geäußert worden sind. Ter Abgeordnete Scheidemann hat sich zu der Behattptung verstiegen, daß diese Bewegung angeführt worden wäre von Ver- schwörern und Swnorrern, die angeblich bei ihrem früheren Aufenthalt in Deutschland von meiner Seite eine unfreundl'che Behandlung erfahren hätten. � Die Führer der Bewegung, die ohne Blutvergießen und unter Schonting widerstrebender Elemente erfolgte und der ganzen zivilisierten Welt Achtung und Sympathie einflößten, waren keine Schnorrer, sondern meist tüchtige Offiziere, die ihre Ausbildung im deutschen Heere erhalten haben und eine ausrichtige Anhänglichkeit an Deutschland bewahrt haben und die leine Utopisten, sondern Patrioten sind. Im Auslande sind bei dieser Gclegettheit wieder Unlvahrheiten über unsere Politik ver- breitet worden. ES hieß, wir wären Gegner dieser Bewegung wegen unserer guten Beziehungen zu dem alten Regiment. Das ist eine völlige Verkeimiing der diplomatischen Gewohnheiten und des ABC aller Politik. Wir haben uns nicht in die Berfassungsverhält- niste anderer Länder einzumischen, nicht den Schulmeister zu ipiclen. Unsere Vertreter, Herr v. Marschall und Herr v. Kiderlen- Wächter, haben bei jeder Gelegenheit Reformen eiitgeführt. Wir haben auch jetzt keinen anderen Grund, als die Türkei politisch und wirtschaftlich gekräftigt zu sehen. Wir haben nie- mals ein Stück osmamscken Bodens an uns gerissen oder bean- iprucht, nicht aus Moral oder aus Genügsamkeit, sondern weil unsere geographische Lage keine Veratilassung dazu gab.(Heiterkeit.) Wenn auch die Türkei durch die österreichische Annexion keinen tatsächlichen Verlust erlttten, durch die Räumung des SaudschakS sogar etwas gewonnen hat, wenn auch die SelbständigkeitSerklärung Bulgariens keinen wirklichen Gebietsverlust bedeutet, so sind doch durch diese Ereignisse lebhafte Bewegungen auf der Balkanhalbinsel entstanden und der Diplomatie neue neue schwierige Aufgaben ge- stellt. Die deutsche Diplomatie war sich über zwei Dinge klar: Erstens haben wir. obwohl seit Bismarck unsere Interessen aus der Balkanhalbinsel erheblicher geworden sind, bei dem diplomatischen Spiel anderen Mächten die Borhand zu lassen; zweitens war die Treue zu dem trnS verbündeten Oesterreich- Ungarn nicht einen Augenblick zweifelhaft. Von der Absicht der Annexion sind wir ungefähr gleichzeitig mit Italien und Rußland benachrichtigt worden. Uebcr den Zeitpunkt und die Form der Annexion war uns vorher näheres nicht bekannt.(Hörtl hört!) Ich nehm« das dem Wiener Kabinett nicht übel, sondern bin ihm sogar dankbar dafür. Ueber solche Fragen kann und muß die österreich-ungarische Monarchie selbständig entscheiden, während wir uns zu fragen haben, wieweit wir für daS spezielle Interesse unseres Verbündeten eintreten. Wir haben nicht nur nichts getan, was den österreichischen Interessen hinderlich gewesen wäre, sondern wir haben diese Interessen nach Möglichkeit uiiterstiitzt. Ich betone das besonders gegenüber dem tmbcgrüudcteit und unberechtigten Vor- wurf des Abgeordneten Speck, daß wir erst sehr spät und erst nach längerer Verzögerung unseren Platz an der Seite. Oesterreich- Ungarns eiitgenommen hätten.— Ich habe dem russischen Minister des Aeußern Jswolski keinen Zweifel darüber Nerikalen Institute behaftet ist, aber auch eine ironische Charakteristik eines aristokratischen EhcverhältnisieS, in dem man hervorbrechende Unsauberkeiten mit unsauberen Kompromissen zudeckt. Die Autoren arbeiten mit recht groben Chargen, aber nur tvenige Szenen zeigen dramatische Kraft, und die geistreichen Worte sind zu dünn gesät, um eine Lebendigkeit der Handlung vorzutäuschen. Der Amoralismus deS Stückes— vielleicht seine angenehmste Eigenschaft— wurde von dem raffinierten Publikum der Generalprobe natürlich leichter ertragen, als ihm dies bei dem gutgesinnten, eher auf B o u r(j e t geeichten BourgeoiSseelen der Stammbesucher beschieden sein wird. 10. P. Humor und Satire. Steuermoral. Die Wahrheit liegt im Wein. Was soll das Klagen? Das liebe Vaterland wird ruhig sein, Wenn's niemand wagt, die Wahrheit laut zu sagen• Darum besteuern wir den Wein. DaS Rauchen ist das größte Laster heute. Was braucht zu rauchen denn das Lumpenpack! Für blauen Dunst, da sorgen bess're Leute � Darum besteuert den Tabak! Elektrisch kann man reden schon und hören. 'S ist höchste Zeit, daß man da Wandel schafft. Ein starkes Volk, das könnte sich empören— Darum besteuern wir die Kraft. Mehr Licht! sprach Goethe, als er sterben wollte. Ich aber weiß: Minister blieb ich nicht, Wenn's plötzlich hell in Deutschland werden sollte Darum besteuern wir das Licht. Nur mit den Reichen, bitt' ich, habt Erbarmen l Sie haben stets den Fiskus noch geprellt. Drum willst du Geld, so hol' es bei den Arme», Doch schone jederzeit— das Geld! Edgar Steiger. ---Im Kriegerverein.„Alles, was in diesen Wochen das deutsche Gemüt bezüglich der auswärtigen Politik so trüb ge- stimmt hat. fassen wir ztisanunen in den Ruf: Seine Majestät Wilhelm II. Hurra, Hurra, Hurra!"(„SimpUcissimuS.") Notizen. — Eduard Rindfleisch, ein hervorragender Schüler Virchows, der dessen Lehre von derZellclarpathologie erfolgreich aus- bauen half, ist in W ü r z b tt r g gestorben. Rindfleisch(geboren 1836 in Kothen) arbeitete 1828—1860 unter Virchoiv in dem damals neu errichteten pathologischen Institut in der Berliner Eharitö, machte« dann eine schnelle akademische Karriere und war von 1574—1996 Professor der Pathologie(ÄrankheitSlehre) in Würzburg. Als Lehrer bedetttettder denn als Forscher, hat er doch durch viele exakte Be- obachtttngen die Wissenschaft bereichert. Besonders hat er den ansteckenden Cbarakter der Tuberkulose lange vor Koch erkannt und die Be- deutung der Pilze für die Entstehung der Krankheiten nachgewiesen. gelassen. daß wkr unZ in der Konferenzfra�e nicht von Oesterreich- Ung.irn trennen würden. Im übrige» begegneten sich Herr JewolSti und ich in der Ueberzeugnng. daß die deutsche Poliiii keine Spitze gegen Rußland haben sollte und daß die allen' traditionellen trcundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Reichen auch erhalten bleiben müßten. sLebbasler Beifall rechts.) Herr Jswolski hat auch wieder versichert, daß keine— weder offene noch geheime— russiich-cnglische Abmachung bestünde. die sich gegen dir deutschen Interessen richten könnte. Die italienische Politik wird, Ivie die deutsche, durch ihr eigenes Juteresse zu einer vennittelnden Haltung geführt, wie das soeben der bewährte tllliuister deS Acußern Tittoni dargelegt hat. Ich bin überzeugt, daß sich diesmal wie sonst ein Ausgleich deS in jüngster Zeit'wieder auf- getauchten Gegensatzes zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien finden lassen wird. Italien hat ei» großes Jutereste daran. mit Deutschland und mit Oesterreich-Ungarn verbündet zu fein. Der große italienische Diploniat aus der Schule CavourS. Nigra, hat vor ein paar Jahren, kurz vor seinem Tode, zu mir gesagt: Italien kann mit Oesterreich nur der- bündet oder verfeindet sein. Diejenigen meinen es nicht gut mit Italien, die ihm zu Abenteuern raien, die die große Zukunft und die erfreuliche Entwickelung des Landes in Frage stellen.(Sehr richtig I rechts.) Der um die wirtschaftliche EntWickelung Italiens hochverdiente Ministerpräsident Giolitti hat soeben aus dir segenLvolle Wirkung deS Dreibundes hingewiesen, der ganz Europa eine lauge Periode des Friedens und des steigenden Wohl- standeS gesichert hat. Das marokkanische Problem birgt noch mancherlei Schwierigkeiten in sich. Bei dem allseitig vor- handenen guten Willen hoffe ich auf eine Verständigung in der An- erkeniiungsfrage und bei allen etwa noch austanchendeu Problemen. Der Zwischenfall mit den Deserteuren. in Casablanca ist einem Schiedsgericht überwiesen worden. Bei Besprechung dieses Zwischen- falleS hat vorgestern der Herr Vertreter der äußersten Linken Angriffe gerichtet gegen unsere Äonsnlarbehörden wegen deö Schutzes, den sie den Deserteuren haben zuteil werden lassen. Damit hat sich Herr Scheidemann auf den Standpunkt der nationalistisäien militaristischen französischen Organe gestellt.(HvrtI hörtl rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wenn es sich darum handelt, der P'olitik deö eigene» Landes Schwierigkeiten zu bereiten, so über- lovnmt Herrn Scheideniann ein militärischer Geist, von dem ich nur wünschen kann, daß er ihm auch bei der Berairnig des Militäretats treu bleiben möge.(Heiterkeit rechts, Lachen b«i den Sozialdemokraten.) Ueber die Unterbeitnng des Calabla.nca-ZwischenfalleS an das Schiedsgericht möchte ich namentlich gegenüber den Ausführungen des Abg. Wtemer folgendes sogen: So lange wir unzweiselhafte Eingriffe der fran- zösischen Organe in unsere Konsulargewalt annehmen mußten, mnßten wir zur Wahrung der Äonsulargewalt an der Forderung festhalten, daß der Ausdruck de« Bedauerns der französischen Regie- rung über die Eingriffe der Ueberweijung an ein Schiedsgericht vor- ansjnigehen habe.' Als aber ein eingebender französischer Bericht die für die Eingriffe in Betracht kommenden Tatfragen als streitig erkennen ließ, konnten wir billigerweise nicht mehr jene fran- zösische Erklärung vor Feststellung des Tatbestandes durch ein Schiedsgericht verlangen. Nunmehr kam cS daraus an. den diplo- malischen Sireit formal in einer der Würde beider Teile ent- sprechenden Weise zu erledigen. Das ist durch die von uns ge- wünschte und vereinbarte Formel geschehen, in der beide Regierungen vorweg ihr Bedauern aussprechen und die Feststellung des Tat- bestandeS und der weiteren Rechtsfolge einein Schiedsgericht über- lasten. Man hat bei diesem Anlaß wieder von einer Niederlage der deutschen Politik gesprochen. Die verständigen, friedlichen Elemente in beiden Ländern können mit dieser Lösung zufrieden sein, in der ich einen Sieg der Bermmft sehe. Man darf die so- genannte Prestigr-Politil nicht überschätzen. Wie eS Frauen gibt, die keine Schminke brauchen, so können starke Länder auf eine solche kleinliche und lmfntchtbare Politik verzichten. Suchen wir uiisere Ehre in der Erhallung der Fundamente der deutschen Machtstellung, in der Wahnntg der Zukunft des deutschen Volkes, nicht in EiteUeil und Flitter. Das japanisch- amerikanische Pacisicabkommen steht im Einklang mit den Prinzipien der de, tischen Politik im fernen Osten, der offenen Tür ans wirtschaftlichem Gebiet« dem Statu» quo deS territorialen Besitzstandes, der Integrität und Unabhängigkeit deS chinesischen Reiches. Wir betrachten das Abkommen mit Sympathie, da» eine neue Stütze dieser Prinzipien und damit eine neue Garaniie der friedlichen Eniivickelung des ferne» Osten« bildet. In keiner Weise wird Deutschland durch jenes Uebereinkominen un- angenehm berührt oder gar ansgeschaltet. Wir selbst besitzen ein ganz ähnliches Abkommen mit Japan. Japan ist nämlich dem deuisch-eiigliscken Abkommen bon lllOO, das die obenerwähnten Prinzipien entdielt, durch ansdrncklichrn Notenaustausch beigetreten. Weder in Ostasien noch in der Türkei noch anderswo ist von unserer Ausschließung die Rede. Hinsichtlich der bedauerlichen Exzesse in Prag und anderen Orten der ösierreichisch- ungarischen Monarchie haben unsere Vertreter sogleich festzustellen versucht, ob deutsche Reichs- anaehörige dabei zu Schaden gekonnuen sind und ob diesen der nötige Schutz in gebührender Weise zu teil geworden ist. Einmischung in die inneren Streitigkeiten eines sremden Landes toideriprichl unseren Interessen und den durch Bismarck festgelegten Traditionen unserer Politik. Wenn England sich in neuerer Zeit sehr freundlich zu der Türkei gestellt hat und mit uns eine gesunde Türkei anstrebt, so freut uns das und kann den deutsch-englischen Beziehungen nur zu- gute kommen. Deutschland und England führen in Konstantinopel keinen Konkurrenzkampf. Ich schließe mich dem an. was der englische Premierminister von dem Geist gegenseitigen Wohlwollens im Verkehr zwischen Deutschland und England gesagt hat. Mit dem englischen Minkstex des Acußern bin ich der Meinung, daß eine Balkankonfcrenz ein starkes Beruhigung«- oder aber Erregungs- mittel sein kann. Wir wünschen, daß sie als ein B e r u h i g u n g s- mittel wirken und daß der europäische Frieden nicht gestört werden möge. Die vielleicht Neigung hätten, ihn zu stören, sind zu schwach, und die es könnten, haben keinen Grund, es zu wollen. Unsere Politik ist einfach und klar. Wir werden unsere Interessen wahren, unseren Verbündeten und Freunden zur Seite stehen und in Uebereinstimmung mit diesem hohen Hause und mit dem deutschen Volke alle auf Erhaltung des Friedens gerichteten Be- strebungen unterstützen.(Beifall rechts.) Abg. Freiherr v. Gamp(Rp.): Auch wir hoffen, daß die Schwierigkeiten, die in der Morokkofrage noch bestehen, in fried- licher und befriedigender Weise gelöst werden. Auch das amerikanisch- japanische Abkommen ist für uns kein Grund zur Sorge, vielmehr ivird die Ausrechtcrhaltung de« Grundsatzes der offenen Tür unserm Halidel mit China förderlich sein. Was dar Reichskanzler über unser Verhältnis mit Oesterreich gesagt hat, wird, glaube ich, im ganzen Lande mit großer Befriedigung aufgenommen werden. Zum Etat sagte der RcichSschatzfekrctär, neue Aufgaben solle das Reich nur auf sich nehme.", wenn die DeckungSmittel für die dadurch notwendig werdenden Ausgaben vorhanden sind. Ferner sprach er davon, daß die einzelnen Verwaltungen modernisiert werden niüßten und daß neue Beamte nur bewilligt werden sollten, wenn ein Notstand nach- gewiesen wäre. Diesen Grundsätzen stimmen wohl alle Parteien zu; um so sorgfältiger werden wir den Etat prüfen müssen. Hoffent- lich wird der Kriegsmintster uns entgegenkommen und uns selbst die Positionen nennen, bei denen Abstriche am ersten möglich sind. «reilich wird beim Pensionsfonds nickst erheblich gespart werden können; denn die Verjüngung der Armee ist notwendig. Bta» sollt« sich aber eine bessere Zivilvcrsorgung der pensionierten Offiziere angelegen sein lassen. Sehr viel ist von dem Luxus in der Armee gesprochen worden. Illustriert wird das durch ein Genesungsheim für Offizier« in Wiesbaden, das mit«nerhSrter Pracht für 4� bt» 5 Millionen errichtet ist, und dessen NntcrhaltungSkosten jetzt auf den Etat übernommen werden solle«! Dagegen müssen wir energisch protestieren. Herr Speck wünschte eine Vcrlangsamung des Flottcnbaues. Der Ansicht bin ich nicht. Das vorsichtige Verhalten unserer Marine- vcrivaltuitg bei dem Bau von Unterseebooten gibt uns die Gewähr, daß sie auch bei dem Bau großer Schiffe mit der richtigen Vorsicht verfährt. Jedenfalls ist unsere Marine vorzüglich und ihren Auf- gaben gewachsen. Wenn freilich Lord Roberts meint, sie könnte 200 000 Mann nach England sckxiffen, so muß er doch wohl meinen, die englische Flotte könne sehr leicht 0— 400 000 Mann nach Deutsch- land schaffen, und er befürwortet die Vermehrung der englischen Landmacht wohl aus diesem Gesichtpunkte. Wenn aber England zur allgemeinen Wehrpflicht kommt, so liegt darin eine Bürgschaft des Friedens; denn Heere mit allgemeiner Wehrpflicht gehen nicht so leicht ins Ausland wie Söldnerheere. Ucbcr die Verminderung der Schutztruppc in Südwestafrika freuen wir uns ebenso wie das Zentrum; denn wir zahlen auch nicht gern Steuern.(Heiterkeit.) Mit der miserablen Defizitwirtschaft mutz ein Ende genn.cht werden. Ehe die Deckung nicht da ist, lassen wir uns auf die Witwen- und Waisenvcrsicherung nicht ein; es wird zu prüfen sein, ob ihre Ziele nicht mit erheblich geringeren Mitteln zu erreichen sind, als früher vorgesehen wurde. Den Etat der Eisenbahnverwaltung wird die Budgetkommission sehr genau prüfen müssen, werden doch lb Millionen für Werk- statten und 3,1 Millioncn für BahnhofSanlagen in einer mittleren Stadt verlangt. Die Beschwerden der Postbeamten haben eine Form angenommen, die entschiedene Mißbilligung verdient. Die Vermal- tuna der Post muß weit kaufmännischer geführt werden als bisher. An den laufenden Ausgaben im Poitetai werden sich sehr erheblich)« Abstriche machen lassen. Die Post müßte 100 Millionen mehr auf» bringe», so daß wir ruhig die Erbschaftssteuer und die Elektr-zitäts- steuer aufgeben könnten. Auch bei der Eisenbahn kann gespart wer- den. Die Eisenbahnwagen sind häufrg zu reich ausgestattet. Bielfach kommt es vor, daß Wagen so gut w,e leer fahren. Abg. Lattmann(Wirt. Vg.>: Die Erklärung deS Reichskanzlers haben wir mit Freuden begrüßt. Herr Scheidcmann erklärte, seine Partei habe zum Fürsten Bülow kein Vertrauen; aber sie hat noch nie zu einem Reichskanzler Vertrauen gehabt. Diese Partei wird ja überhaupt nur durch die ständige Verneinung zusammengehalten. (Lachen bei den Sozialdemolraten.) Der Redner geht in längeren Ausführungen auf eine Reihe von Einzelheiten des Bcsoldungs- gcsctzes ein. Darauf vertagt sich das HauS auf Mittwoch, 1 Uhr. Tages- ordnung: Dritte Beratung der Uebereinkominen mit Oesterreich und mit Ungarn betreffend den gewerblichen Rechtsschutz; dritte Bc- ratung der Novelle zur Gewerbeordnung; Fortsetzung der Etats- beralung. Schluß 6 Uhr._ Hue Induftrie und ftandel Firma Krupp. Nur 8 Proz. Dividende hat sich Herr v. Bohlen-Halbach für das letzte Geschäftsjahr— 1007,03— genehmigt. Der ausgewiesene Reingewinn beläuft sich ans 18 589 062 M., gegen 25 053 065 M. im Vorjahre In der Bilanz erscheinen unter anderem die Jmmo- bilicn nur in einem Posten ausgewiesen mit 190259 451 M. (ILO 534 552), die Wcrksgeräte und Transportmittel mit 9 807 817 Mark(9 379 232), die Vorräte, halb und ganz fertigen Waren mit 114 754 873 M.(115 499 124), die Warenbestände, Bankguthaben und Wechsel mit 12 943 415 M.(12 347 774), die Wertpapiere und Be- teiligungen mit 52 795 325 M.(55 6000 Kilogramm Eisenerze, die dann in den eigenen Hütten zu Eisen und Stahl verarbeitet tverden. Von diesen Hütten ist die bedeutendste die Frtedrich-Alfred-Hütte in Rheinhauscn, eine» der größten Hüttenwerke Europas, mit 8 Hochöfen, 1 Thomasstahlwert und 1 Martinstahlwerk. Die Hütte besitzt einen eigenen Hafen mit einem Kat von 530 Meter Länge. Außer Roheisen werden in Rhcinhauscn Halbfabrikate auf Thomas- und Martlnstahl. alle Arten Lberboumaterial für Eisenbahnen, wie Schienen, Schwellen, Laschen. Formeisen und Stabeisen jeder Art hergestellt.— Da« Stahlwerl Annen, da« 3 große Martinöfen und 2 Schmelzöfen für Tiegelstahl besitzt, fertigt Stahlformguß in Siemens-Martinstahl und Tiegelstahl bis zu einem Slückgewicht von 25 000 Kilogramm. ferner Gcwcbrlaufstabe und Walzstahl für Gewehrtelle.— Das Grusonwerk tn Magdeburg-Buckau stellt her: Hartguß jeder Art, insbesondere für Panzerungsmaterial, Artillerlematerral, Kricgd- fahrzeugc, Grauguß, Temperguß, Mctallguß, Stahlformguß, Kräne, Walzwerke, Pressen, Zerkleinerungsmaschinen. vollständPc mascht- nelle Einrichtungen kür Aufbereitung, Einrichtungen für Kabel-, Pulver-, Zementfabrikcn usw.— Die Germaniawerft in Kiel liefert Kriegsschiffe aller Typen einschließlich Unterseeboote, deren Kon- struktion und Bau sie al» alleinige deutsche Privatwerft bisher aus- führt, ferner Schnelldampfer und Handelsschiffe jeglicher Art. Dampfmaschinen. Dampfturbinen usw.— Die Gußstahlfabrik in Essen besitzt 9 Stahlwerke und zur Weiterverarbeitung de» in ihnen erzeugten Stahls l6 Walzcnstraßen, 79 hydraulisclx Pressen, darunter 8 Stück von 1300—10 000 Tonnen Druckkraft, 181 Dampfund TranSmissionShämmcr big zu einem Fallgcwicht von 50 000 Kilogramm. 7160 Werkzeugmaschinen, darunter die größten bisher gebauten. 884 feststehende und bewegliche Dampflesscl, 554 Dampf- Maschinen mit zusammen 67 556 Pferdestärken. 1991 Elektromotoren von zusammen 34 91? Pferdestärken. 84? Kräne von 400—156 000 Kilogramm Tragfähigkeit.— In der Steinkammer werden für den eigenen Dedarf täglich etwa 228 000 Kilogramm feuerfeste Steine bcrgcstellt, die Tiegelkammer liefert täglich bis zu 4500 Schmelz» ticgcl.— Der Wasserverbrauch der Gußstahlfabrik. dem vier ge- trennte Anlagen dienen, beträgt jährlich etwa 1? Millionen Kubik- meter, fast ebensoviel wie der der Stadt Köln; der Gasverbrauch fast 20 Millionen Kubikmeter oder ebensoviel wie die Stadt Mün» chen.— Daß ein privates Eisenbahnnetz vorhanden ist, ist selbst- verständlich.— In dieser gewaltigen Anlage werden hergestellt: alle Arten Geschütze. KricgSfabrzeuge. Geschützpatroncn. Panzerplatten. alle Arten Material für Eisenbahnen. Schiffbau und Maschinenbau. Werkzeugstahl. Feldbahnmaterial usw.— Die Steinkohlen für alle Betriebe liefern die eigenen Bergwerke, die 1967 eine Produktion von über 2 Millionen Tonnen hatten. Die gesamten Betriebe sind ausschließliches Eigentum der Kruppschen Familie. Belastet mit Hypotheken ist bis auf das Grusonwerk, die Germaniawerft und einige Kohlenzechen keiner der zahllosen Riesenbetriebe, deren Gesamtwert wohl auf min- bestens 300 Millionen geschätzt werden kann. Der Nettoüberschuß des JahreS 1896/97 belief sich auf rund dreißig Millioncn Mark. Das Werk wächst weiter, gerade jetzt nimmt Krupp zwecks Erweite- rung der Betriebe eine Anleihe von 50 Rillionen Mark auf. ohne daß vom Schuldner eine Sicherheit gegeben oder vom Gläubiger verlangt wiro. Mit über 60 000 Kilogramm WcihnachtSSpfcl wird der am Mittwochvormiltag zur Eröffnung kommend» letzt« diesjährige Obst- martt der La»dwirlschast«ka»i»itr für die Provinz Brandenburg in der Westhalle(Jiivalidenstraße) des LandeS-AuSstellungsparleS be» schickt sein. Eine Anleitimg über die Behandlung und Aufhewahnmg deS Obstes wird den Käufern kostenlos eingehändigt. Die Paket- fahrt-Gesellschaft hat eine Aiinahmestellc auf dem Markt zur Be- lörderung deS gekauften Obstes eingerichtet. Der Markl ist von Mittwoch bis Sonnabend täglich von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends kostenfrei geöffnet. Der Verkauf des Obstes ersvlgt in Mengen von 5, 12'/l und 25 Kilogramm. Die Landwirtschaft in Bayern. Die Ergebniffe der landwirtschaftlichen Betriebszähkiing vom 12. Juni 1907, die nmimebr veröffentlicht sind, geben einen zahlen- mäßigen Aufschluß über Stand und Eiltwickelung der bayerischen Landwirtschaft. Im ganzen wurden 669 911 landwirtschaftliche Betriebe er» mlttelt. die eine landwirtschaftlich bciintzle Fläche von 4249926 Hektar und eine Geiamifläche von 5 817 017 Hektar umfassen. Nach der Größe der landwirtschaftlich benutzten Fläche sind die Betriebe ge- gliedert in: Porzellenbetriebe(bis 2 Hektar), Klein-(2— 6 Hektar), Mittel-(5—20 Hektar), großbäuerliche(20—100 Hektar), und Großbetriebe(über 100 Hektar). Im Vergleich zur Zählung von 1895 haben sich hanpl'ächlich die mittelbänerlichcn Betriebe. das Rückgrat der bayerischen Laiidwirt'chaft. wie der amtliche Be- richt sich ausdrückt, vermehrt»nd zwar um 7640 Betriebe, gleich 8.5 Proz. Neben de» miltelbänerlichen Betrieben haben nur »ocki die Parzellcnbetriebe(bis 2 Hektar) eine Mehrung von 2.2 Proz. erfahren. Die übrigen Betriebsgrößen zeigen Verininderuiigen und zwar die kleinbäuerlichen Betriebe(2—5 Hektar) um 2977 1.8 Proz. großbäuerlichen. 120-100, um 3519----- 8.0, Großbetriebe(100 Hektar und mehr) um 84--- 13.5. Die Abnahme der kleinbäuerlichen Betriebe soll nach dem amt- lichen Bericht dadurch verursacht sein, daß ein Teil in die Klasse der inittelbauerlichen Betriebe ausgerückt sei. Für die Hanptursache des Rückganges der großbäuerlichen und Großbetriebe wird die stete Güterzertrllinmerung angesehen. Das ProzenlvcrhältniS der Betriebsgruppen ist: Parzellenvetriebe 36.1, Klein- 24.2, Mittel- 33.5, großbäuerliche 6,l und Großbetriebe 0.1. Charakteristisch für die bayerische Landwirtschast ist die Eigen- Wirtschaft. Auf 66.4 Proz. aller Betriebe erfolgt ausschließlich Eigeiiivirtschaft. Bon der Gesamtfläche der Betriebe sind 95.1 Proz. Eigenland. Betriebe mit aussäiließlich Pachtland zählen nur 3 Proz. Die überiviegende Mehrzahl der landwirtichastlichen Betriebe benutzen ihre Fläche zu rein landwirtschaftlichen Zwecken. Bon 5.8 Millionen Hektar Gesamtfläche werden nämlich 4.2 Millionen Hektar<73,1 Proz.) landwirtschasttich benutzt und zwar als Ackerland... S 790 134 Hektar 48.0 Proz.(Gesamtfläche) Gartenland.. 59 115„ 1,0,, Wiesen.... 1 332 319„ 22,9. Reiche Weiden. 45 660 ,, 0.8„„ Weinberge... 22698, 0,4, h Die häufigste Nnyiing des Ackerlandes besteht in Getreide bau(62,8 Proz.). Am ausgedehntesten ist der Anbau von Roggen (5,5 Millionen Hektar), dann folgt Haser(481 000 Hektar), Gerste> 1334 000 Heltar), Weizen(236 000 Heltar). Sozialem Die für begründet erachtete Ablehnung eines kaufmannsgertchts- beisivers. Eine Verhandlung mit sozialpolitischem Hintergrund beschäs- tlgte gestern in mehrstündiger Sitzung die 4. Kammer des Berliner Kaufmannsgertchts unter dem Vorsitz von MagistratSaffessor De- pene. Die Streitfrage, in der es sich um die Berechtigung eines von der Versicherungsgesellschaft„Bictoria" gestellten Antrags auf Ablehnung deö Beisther« Martin Meyer handelt, hat folgende Vorgeschichte: Am 11. Juli 1005 fand eine vom Berliner Bezirksleitcr des„ZentralvcrbanoeS der Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen Deutschlands' einberufene öffentliche Versammlung statt, in welcher Mißstände bei der-.Victoria" zur Sprache gebracht wurden. Das Referat hatte in dieser Versammlung Herr M. übernommen. Auf Grund dieses der Direktion bekanntgewordenen Sachverhalts stellte die Gesellschaft in einem gegen sie anhängig gemachten Rechtsstreit gegen den in der Verhandlung als Beisitzer wirkenden M. einen Ablehnungsantrag wegen Besorgnis der Befangenheit. M. trat damals im Interesse des klagenden Angestellten freiwillig zurück, damit die Entscheidung mit zwei Beisitzern nicht aufgehalten werde. Als aber am 7. Oktober d. I. die-Victoria" in einem anderen Rechtsstreit M. abrrmal« ablehnte, verlangte letzterer der prin» zipiellen Bedeutung wegen richterliche Entscheidung, und die 4. Kammer kam zur Ablehnung des Antrags, indem sie den Bei» sitzer M. nicht für befangen hielt. Gegen diesen Entscheid erhob die„Victoria" Beschwerde beim Landgericht, welch letzteres die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Kaufmannsgericht zurückverwies. Zur gestrigen Verhandlung war eine umfangreiche Beweisaufnahme, die sich hauptsächlich auf die öffentliche Stellung- nähme deS M. gegen die„Victoria" in der erwähnten Versammlung bezog, angeordnet worden. Die Gesellschaft stützt...imlich ihren Ablehnungsantrag darauf, daß M. über die bei der„Victoria" herrschenden Verhältnisse falsche Angabc» gemacht, von„Lehr- lingszüchterei" gesprochen haben soll, obgleich die Gesellschaft gar keine Lehrlinge bcschäftia«, die BetriebSkcankcnkasse der„Victoria" als ein Vcrdicustobjctt hingestellt und in bezug auf das GchaltS» stufensystrin von einer GünstlingSwirtschaft gesprochen haben solle. Als die Behauptungen des M. von einem tn der Versammlung anwesenden Angestellten der„Victoria" namens Äamisch bestritte» wurden und letzterer die Anwesenden aufforderte, dem Verbände wegen seiner hetzerischen Tätigkeit nicht beizutreten, nahm M. seine Behauptungen nicht zurück, worauf K. ihn der Verleumdung beschuldigte. Vor Eintritt in die Verhandlung ersuchte der Vertreter der „Victoria" den Vorsitzenden, zum Zwecke eventueller Ablehnunas- antrage an die Beisitzer die Frage wegen ihrer VcrbandSzngebörig» keit zu richten. Ter Vorsitzende hielt diese Frage für unzulässig. Die Beisitzer erklärten jedoch freiwillig, daß sie dem Zentralverband nicht angehören. Bei der nunmehr folgenden Beweisaufnahme erklärte der Zeuge KaliSki, der bei der Versammlung zugegen war. daß er es sehr merkwürdig fand, daß nach dem sachlichen Referat deS Parteigenossen Meyer ein Angestellter namens Kamikch auf. trat, der sich als der sozialdeinokratlschen Partei zugehörig bekannte und vom Beitritt zum Verband abriet. Er, Zeuge, nahm auch sofort gegen das Auftreten deS K. Stellung. Daß M. in der Ver- sammlung der Gesellschaft direkten pekuniären Nutzen von der Bc- triebSkassc vorwarf, sei gänzlich ausgeschlossen, er könne nur von indirekten vorteilen gesprochen haben. M. mußte ja wie jeder mit der Materie Vertraute wissen, daß sich die Gesellschaft die Kasse sehr viel Geld kosten lasse. Der Zeuge sei Gegner aller Bc- triebSkrankenkassen, selbst der mit Höchstleistungen, und zwar aus sozialpolitischen Gründen. Ter Zeuge Friedlaender war Leiter der beregten Versammlung. Er erklärt, daß eS der Tendenz deS Verbandes zuwidergelaufen wäre, wenn M. in der Kassenfrage einen anderen Standpunkt eingenommen hätte. In Uebereinstimmung mit dem Zeugen KaliSki erwähnt er noch, daß die Versammlung gerade zum Schuhe der Richtklassifizierten, d. h. der grogen Masse der Angestellten, einberufen war. M. habe a.ich nur die schlechte Bezahlung der jüngeren Angestellten mit Lehrlingszüchterei ver- glichen. Der Zeuge Komisch bekundet, daß wegen seiner Aeußerungen auf Antrag des Verbandes gegen ihn ein auf Parteiauöschluf, ge- richtet«? Verfahren eingeleitet wurde, es wurde ihm jedoch nur ein TadrlSvotum erteilt. Zeuge Witt, Angestellter der„Victoria", billigte nicht die Angriffe ocs M„ man müßte im Gegenteil der Gesellschaft wegen der Wohlfahrtseinrtchtung ein Loblied singen. Das Kaufniannögericht erachtete den Ablchnungsantrag für begründet. Nach dem Gesetz braucht nicht subjektiv Befangenheit vorzuliegen. Es genügt vielmehr, wenn Tatsachen vorliegen, die geeignet sind, die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen. Das sei hier der Falb Deutscher Sparkassenverband. Auf diese unumstößlichen Tatsachen wurde denn auch bei der letzten Arbeiterinnenschußdebatte im Reichstag von unseren sozialdemokratischen Rednern nachdrücklichst und mit Erfolg hingewiesen, was aber nicht ausschließt, daß einer oder der andere aus der parlamentarischen Leibgarde der Stapitaliftentlaffe bei nächster Gelegenheit wieder mit den alten Ladenhütern der Schmidt- Senior cufwarten wird. in feiner Weise den Wünschen der Arbeiter. Diese Wünsche wurden in der folgenden Resolution niedergelegt, die von der Versamm lung angenommen wurde. Die angenommene Resolution lautet: " Die im Gewerkschaftshause versammelten Kutscher, Mitfahrer und Stalleute aus den gewerblichen Fuhrbetrieben nehmen mit Verwunderung Kenntnis von den Vorschlägen des Beirats für Arleiterstatistit zweds gesetzlicher Regelung der Arbeitszeit in den Fuhrbetrieben und erklären: Angesichts der durch die amtlichen Erhebungen festgestellten Mißstände in bezug auf die ungeheuer lange Arbeitszeit und der damit verbundenen Gefahr für Leben und Gesundheit der in diesen Betrieben beschäftigten Personen, sprechen die Bersammelten ihr tiefstes Bedauern gegene über diesen Vorschlägen aus, weil dieselben in feiner Weise die Erwartungen der für diese Branche in Frage kommenden beschäftigten Personen entsprechen. Die Versammelten erklären weiter, daß sie die vorliegenden Vorschläge in bezug auf die erwachsenen Arbeiter innerhalb dieser Betriebe für vollständig ungeeignet und nicht weitgehend genug als zur Einführung eines gefeßlichen Schubes ihrer Arbeitstraft betrachten. Deshalb protestieren fie einmütig gegen diese Vorschläge und fordern von der Reichsregierung sowie auch vom Deutschen Reichstage, analog den Beschlüssen des lezten deutschen Transportarbeiterkongresses vom Jahre 1904, folgende gefeßliche Schuhbestimmungen für die Arbeiter in den gewerblichen Fuhrbetrieben: produzierte er als neurfte nationalökonomische Weisheit eine Am Sonnabend, den 5. Dezember, wurde im Festsaal des heorie, die ein englischer Defonom ihm schon vor 72 Jahren vorCharlottenburger Rathauses die diesjährige Mitgliederversamm empfunden hatte, und deren Widerfinn Karl Marg bereits im lung des Deutschen Sparkassenverbandes abgehalten. Aus dem Kapital" in dem Kapitel„ Seniors leste Stunde" schlagend nach- In der Diskussion wurden zahlreiche Stimmen laut, die Geschäftsbericht ergibt sich, daß der Gesamteinlagebestand der zum gewiesen hatte. bie bestehenden Verhältnisse in bezug auf die Arbeitszeit als drin. Verbande gehörigen 1676 Sparkassen bei Beginn dieses Jahres Wie Senior einft behauptet hatte, daß an der letzten Arbeits- gend verbesserungsbedürftig bezeichneten. Der Arbeiter in den 10 051 997 000 9. betrug einschließlich von 37 dem Verbande in stunde" der Reingeminn der Fabrikanten, die Existenz der englis Fuhrwertsbetrieben hat heute keine Zeit, sich seiner Familie, seiner diesem Jahre beigetretenen elsaß- lothringischen Sparkassen, infolge- fchen Baumwoll industrie und Englands Weltmachtpolitik hängen, Aufklärung, feiner Erholung zu widmen; er ist nur für den Unterdessen auch eine Vermehrung der Vorsitzenden, Beisiger usw. nötig so würde nach der Meinung feines deutschen Imitators die Bernehmer da, der das Recht zu haben glaubt, die volle Zeit des Arsei. Nach Erledigung des Geschäftsberichtes, Abnahme der Rech- türzung der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden eine Schädigung beiters in Anspruch zu nehmen. nungen für 1907, Genehmigung des Haushaltsplanes für 1909 und der Industrie bedeuten, weil sich die Einnahme des Unternehmers Wahl der Revisoren standen noch zwei Vorträge auf der Tages: dann um ein Elftel verringern würde, so daß von einem Brofit ordnung. Den ersten hielt Herr Landesbankrat Rensch aus nicht mehr die Rede sein könne. Die praktische Erfahrung hat aber, Wiesbaden über den leberweisungs- und Schedverkehr der Spar- besonders in England, längst bewiesen, daß eine Verkürzung der taffen. Er wies zunächst darauf hin, daß früher die preußische Arbeitszeit sehr wohl möglich ist, ohne die Industrie zu ruinieren Regierung fich ablehnend zur Einführung des Schedverkehrs ber und ohne daß die Herren Fabrikanten eine Einbuße an ihren Prohalten habe. Denn als im Jahre 1885 zuerst die Spartasse in fiten erleiden. Nicht nur die Intensität der Arbeit steigt Mühlheim a. Ruhr die Einführung des Schedverkehrs für ihre innerhalb einer berfürsten Arbeitszeit, fondern es findet auch eine Spareinleger bei der Regierung nachsuchte, wurde dies wohl von bessere Ausnüßung der maschinellen Kräfte statt, ganz abgesehen dem Oberpräsidenten b. Hagemeister befürwortet, aber von der davon, daß sich die Betriebsunkosten durch Ersparnisse an Beleuch Regierung unter dem Hinweis abgelehnt, daß es nach dem Spar- tung, Feuerung usw. berringern. faffenreglement von 1838 Aufgabe der Sparkassen fet, die Spartätigkeit der ärmeren Bevölkerung zu fördern; dadurch seien die Spartassen gewachsen, fie möchten also dabei bleiben. Aber dieses Wachsen der Sparkassen hat doch mit dem Wachsen der Bevölkerung nicht gleichen Schritt gehalten. Es erwuchsen den Sparkassen mit der Zeit bedeutende Konkurrenten in den großen Städten in den Großbanken und in den kleineren Orten in den kleinen Banken und den Depofitentassen, die mit ihrem Scheckverkehr und der er- Wir wünschten, alle diejenigen, welche das Interesse des Unterleichterten Geldüberweisung selbst fleinere Geschäftsleute immer nehmers so hoch über das der abgeraderten Arbeiterin stellten, mehr aus dem Kundenkreise der Sparkassen abzogen. Denn die müßten einmal nuraghtagelang dos Durchschnittsquantum Kunden bedächten dabei nicht den großen Unterschied zwischen der an Arbeit bewältigen, welches eine verheiratete und mit Kindern Geschäftsführung der Sparkassen und der Banken. Erstere seien gesegnete Fabritarbeiterin zu leisten hat. Den Tageslauf einer gemeinnützige und uneigennüßige Einrichtungen, die vollständigste inlchen Arbeiterin schilderte der Bericht eines GewerbeaufSicherheit böten. Die Banken dagegen wären nur darauf bedacht, fichtsbeamten aus bem Unterelsaß einmal wie folgt: Gewinne und hohe Dividenden herauszuwirtschaften. Deshalb Je nach der Entfernung der Wohnung von der Fabrik, nach habe auch die preußische Regierung endlich im Juli dieses Jahres dem Beginn der Fabritarbeit und je nach dem Arbeitsbeginn des ben Sparkassen des Deutschen Verbandes einen Entwurf für die Mannes steht die Frau um 3%, 4, 4% oder 5 Uhr auf. Dann wird Einführung des Schedverkehrs bei ihnen vorgelegt. Der Entwurf tas Frühstück für Mann, Frau und Kinder zubereitet und genossen, enthalte eine Reihe recht swedmäßiger Bestimmungen. Aber neben das abends vorher schon vorbereitete und angekochte Essen aufs zweckmäßigen Bestimmungen halte der Entwurf leider auch starr Feuer gebracht und wenn Mann und Frau oder eines bon an dem doch ziemlich veralteten Reglement vom Jahre 1838 feft, thnen mittags nicht heimkehren fann für diese in Blechtöpfe wodurch die Entwickelung des Schedverkehrs recht gehemmt werden gefüllt, für die Kinder zum Wärmen hergerichtet. Die Kinder würde. Darum sei eine sorgfältige Neuredaktion des Entwurfs werden dann angekleidet, wenn fie größer find, schulfertig gemacht, nělig unter weniger strengem Festhalten an dem alten Reglement. trenn fleiner und der Aufsicht bedürftig, genährt und zur Hütefrau Aber der anwesende Bertreter des Ministeriums des Innern er- getragen; wo eine Strippe vorhanden ist oder eine Bewahrschule, klärte sogleich, daß das Reglement von 1838 zwar alt, aber noch werden die Kleinsten und Kleinen diesen viel billigeren Anstalten nicht veraltet sei. Denn unter ihm haben sich die Sparkassen anvertraut. Von da geht es zur Fabrit. Entfernungen von 2 bis mächtig entwickelt und stets ihre Liquidität( Geldflüssigkeit) be- 3 Kilometer gelten als nahe, as gibt aber zahlreiche Fabrikarbeitehalten. Demgegenüber erklärten eine größere Anzahl Sparkassen- tinnen, welche täglich 10-12 Kilometer auf ihren Fabrikwegen borstände sowohl aus den verschiedenen Landesteilen Breußens zu Fuß zurüdlegen müffen." Danach bemißt sich die nur von der wie aus Medlenburg, Anhalt, Sachsen und Baden unter lebhaftem Staffe-, Vesper- und Mittagspause unterbrochene Tagesarbeit. Wo Beifall der Anwesenden, daß die Sparkassen gar nicht durch bas bie Frauen während der Mittagspause heimgehen, stellt sich diese Reglement von 1838 gefördert worden seien, sondern sich tros bes- angebliche Ruhezeit als regelmäßige Arbeit dar. Im Schnellfelben so mächtig entwidelt hätten. Eine lebhafte Entwidelung bes schritt eilt die Frau beim, macht Feuer, febt die in Scheiben geScheckverkehrs fei im Interesse der Förderung des gewerblichen schnittenen Sartoffeln auf, wärmt das vorher fertiggestellte Effen Lebens und des Gedeihens der Sparkassen notwendig. In diesem und speist mit den Angehörigen, denen fiie die weitere Hausforge Sinne sei der Entwurf umzuarbeiten. überlassen muß, um den Beginn der Fabrikarbeit nicht zu vers säumen. Manch eine hat in der kurzen Pause aber auch noch den in der Obhut älterer Kinder belassenen Säugling zu nähren oder Strante oder Altersschwache zu verforgen, bevor sie das Haus verläßt." Abende dasselbe, Abendessen, Schularbeiten der Kinder, Effens für den anderen Tag." Vor 9 Uhr endet der Arbeitstag nie, bor 10 Uhr selten und oft erst nach 11 Uhr. # In einem zweiten Vortrage sprach der Beigeordnete Dr. A de rmann aus Düsseldorf über die Beteiligung der Sparkassen bei Reichs und Staatsanleihen. Obgleich der Herr zugeben mußte, daß die Sparkassen in den letzten Jahren durch das Anlegen der bei ihnen gemachten Einzahlungen in Reichs- und Staatsanleihen liden und Waschen der Kleider und Wäsche, Vorbereitung des vielfach empfindliche Verluste erlitten haben, wenn sie genötigt waren, die zu hohen Kursen angeschafften Papiere zur Befriedigung der gemachten Rüdforderungen zu wesentlich gesunkenen Surfen wieder zu versilbern, so meinte Redner doch, daß man dem Einheitsgedanken Deutschlands doch gern diese Opfer bringen müsse, die mit der Anlage in deutschen und preußischen Staatspapieren verbunden feien. Die Zuhörer schienen indes zum großen Teil anderer Anficht au fein. Bei zehn Grab Kälte ins Sprigenhaus. Gine erbarmungslose Behandlung eines Proletariers, fo be richtet man uns unterm 7. Dezember aus Halle a. S., beschäftigte heute die zweite Biviltammer des hiesigen Landgerichts. Am Abend des 10. Januar diefes Jahres wurde der 51 Jahre alte Arbeiter Wattmann aus Giebichenstein im halb erfrorenen Zustande auf der Landstraße von dem Nachbarsdorfe Diemis aufgefunden. Der Mann war von der Arbeit getummen, hatte vielleicht etwas mehr wie notwendig getrunken und war auf der Landstraße zu Boden gefallen. Der zu Hilfe gerufene Nachtwächter Kramer ließ den Betrunkenen es war tein Kommerzienrat und auch kein Student auf einer Starre ins Sprigenhaus bringen und mit einem Sprigenplane au decken. So ließ man den jammernden Broletarier liegen. Das Arrestlokal war mit Gerätschaften eines Unternehmers belegt. Ein zu Rate gezogener Verwandter des Ortsvorstehers soll die mitleids lose Bemerkung gemacht haben:„ Soll ich ihn bielleicht mit ins Bett nehmen". Der Rat mitleidsvoller Bürger, ben in Lebensgefahr befindlichen Mann cs waren zehn Grab Stälte nicht in das falte Sprizenhaus, sondern in die Hallesche Stlinit oder in einen warmen Stall zu bringen, wurde nicht befolgt. Als der Nachtwächter am anderen Morgen das Sprißenhaus öffnete, war Wattmann tot Seine Glieder waren infolge der Kälte erstarrt und Frau und Kinder waren ihres Ernährers beraubt. Frau und Kinder klagten nun gegen den Nachtwächter und die Gemeinde Diemitz wegen Bahlung einer Jahresrente von 720 Mark. Das Gericht tam aber aus noch nicht bekannten Gründen sur Abweisung der Klage. Ein Arbeitstag von 16-20 Stunden in ununterbrochener Sete und übermenschlicher Anspannung aller Kräfte, und das durch Monate, Jahre, und Jahrzehnte jo spielt sich das Leben einer In Jn dustriearbeiterin, die Frau und Mutter ist, bieltausendfach ab. Jede Stunde, um die fie ihre tägliche Arbeitszeit berfürst, bedeutet für fie felbft einen Gewinn an Menschentum, an Gesundheit und Mutterfreude, für die Ihrigen ein Mehr an leiblicher und erzieh licher Fürsorge, an häuslicher Behaglichkeit. Der Behnstundentag, den sich die organisierte Arbeiterschaft vielfach schon aus eigener Straft erkämpfte, wirb, sowett Frauen in Betracht kommen, demnächst allgemeines Gefet werden. Es gilt run, in säher, unermüdlicher Werbearbeit die Organisationen der flaffenbewußten Arbeiterschaft so zu stärken, daß mit ihrer Hilfe dem profitgierigen Unternehmertum der Neunstundentag und in fürzester Frist auch der Achtstundentag abgetrost werden kann. Verfammlungen. 1. Die Einführung eines zehnstündigen Arbeitstages für ertvachfene Berfonen. 2. Achtstündige Arbeitszeit für Jugendliche Arbeiter unter 18 Jahren und für Führer von Motor- und Kraftwagen. 8. Unterbrechung der Arbeitszeit durch regelmäßige Pausen von täglich drei Stunden zur Einnahme der Mahlzeilen. 4. Die Zeit für Wartung und Pflege der Pferde und Instandsegung der Wagen und Geschirre ist als Arbeitszeit zu betrachten. 5. Einführung der vollständigen Sonntagsruhe für alle Bes triebe mit Ausnahme derjenigen, welche ihrer Natur nach und im öffentlichen Interesse Sonntagsarbeit bedingen. Den in leptbezeichneten Betrieben beschäftigten Personen ist ein entsprechender Ruhetag in der Woche zu gewähren. 6. Verbot des Koft- und Logiswesens und Verbot der Lohnzahlung an Sonntagen. 7. Den Arbeitgebern ist durch entsprechende Vorschriften die Pflicht aufzuerlegen, für geeignete heizbare Aufenthaltsräume und Umkleideräume, sowie auch geeignete Waschvorrichtungen Sorge zu tragen. 8. Sämtliche Fuhrwerke zum Transport von Lasten und Personen find mit festen Fuhrfißen und sicher wirkenden Brems borrichtungen zu versehen. 9. Einsetzung von Inspektoren aur Ueberwachung der Betriebe. Die Versammelten beauftragen den Vorstand des Deutschen. Transportarbeiterverbandes, diefe Resolution ben gefeßgebenden Körperschaften des Deutschen Reiches zu übermitteln und weitere geeignete Maßnahmen zur Durchführung der darin enthaltenen Forderungen auf gefeßlichem Wege ergreifen zu wollen." Bon der Leitung des Passage- Kaufhauses wird uns mitgeteilt, daß die in dem Versammlungsbericht des Deutschen Transport arbeiter- Verbandes enthaltenen Beschuldigungen nicht den Tatiachen entsprächen. Herr Klintow8fi. B. fei nicht Hausdiener, sondern Hausinfpeftor im Kaufhaufe des Westens und bei Jordan gewefen. Fluch die Lohnerhöhung sei nach Antritt der Stellung des Herrn R. freiwillig von der Geschäftsleitung vorgenommen worden. Briefkaften der Redaktion. te jnriftifdhe Evrechstunde Ander Lindenstraße Nr. 3, gweifer britter Eingang, vier Treppen, BF Fabrftuhl Bof. wochentäglich abends von 7 bis 9½ 1hr ftatt. Geöffnet 7 br Sonnabends beginnt die vrechtunde um 6 Ubr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Raul als Wiertzeichen beizufügen. Briefliche Autwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften tönnen 14 Tage vergehen. Eilige fragen trage man in der Sprechstunde vor. -O- OP 2. R. N. 3. Im einzelnen fönnen wir die Wertpapiere nicht aufführen, in der Regel aber Staatsanleihen und Stommunalanleihen. G. R. 1600. Lassen Sie sich ein Schriftenve zeichnis von der BuchEine Brotestversammlung hatte der Deutsche Transport- bandlung Vorwärts fommen. m. B. 69. Die Konfession des an arbeiterverband am Donnerstag abend im Gewerkschaftshaus bera bedingungen find ficherlich beim Einhitt in ben Dienst verabredet worden, gefragten Herrn ist uns nicht bekannt. F. R. 6. Die Anstellungsanstaltet. Die Stutscher, Mitfahrer und Stalleute aus sämtlichen andernfalls erfahren Sie dieselben beim Bräsidenten der Behō.be, gewerblichen Fuhrbetrieben Berlins und Umgegend waren ein-.. 74. 1. 25 Jahre. 2. 27 Jahre. 02. 38. 1. Zurzeit findet gelaben. August Werner hielt einen Vortrag über das Thema: eine Stino" Ausstellung am Zoologischen Garten statt. Vielleicht fragen Die amtliche Erhebung über die Arbeitszeit in den gewerblichen Ete dort ant. 2. Sie haben recht. 3. Hölzel Chriflichsozial. Fuhrbetrieben und die Vorschläge ev. gefeßlicher Regelung der O. 8. G. Der Berkäuferin steht eine fechswöchentliche Kündigungsfrist Arbeitszeit seitens des Beirats für Arbeiterstatistit". Der Redner zum Quartalseriten zu Gs fann also nicht mehr zum Januar gefündigt wies zuerst darauf hin, welche Kämpfe die Organisation der Trans. werden, sondern es batte fechs Wochen vor dem 1. Januar gekündigt werden müssen. 8. 2. 111. Uns ist die Staffe nicht befannt. Benden Sie sich portarbeiter um die so sehr wichtige Verkürzung der Arbeitszeit an Genoffen Simanowski, Engelufer 15. Nudelsburg 60. Die Kinder fchon geführt habe. Gerade bei den Kutschern wird der Arbeitstag find in 3hrem Falle nur soweit zum Erfaz der Krankenhauskosten veraußerordentlich lang ausgedehnt. Unverdrossen ist der Verband pflichtet, als dies ohne Beeinträchtigung ihres eigenen Unterhalts und des seit Jahren schon tätig, um den Kutschern bessere Arbeitsverhält standesmäßigen Unterhalts ihrer Familie möglich ist. Voraussichtlich würde niffe zu schaffen, und die Verkürzung der Arbeitszeit hat er stets also ein Prozeß auf Bahlung der Koften erfolglos fein. Die Uebertragung als eine wichtige Stulturforderung betrachtet. Bei den jeweiligen des Eigentums auf eins der Kinder wäre awedios. Nom 20. Die amtlichen Erhebungen hat sich der Verband nach Kräften bemüht, Gingehung der The war bis zum 14. Jahrhundert formios, bedurfte O. 9. 99. Rein. bie Stimme der Arbeiter zu Gehör zu bringen, denn die Unter- weber priesterlicher noch staatlicher Anerkennung. nehmer machten stets ihren Einfluß zum Schaden der Arbeiter Sie brauchen sich ja nicht um dieselbe zu fümmern. M. W. 36. Das ist unmöglich; die Verwandtschaft bleibt bestehen; geltend. Für sie tam es stets darauf an, die möglichste Ausdehnung Shnen Borgetragene ist fein Grund zur Enterbung. Würde die Ent2. 102. Das von der Arbeitszeit für den Fuhrwerksbetrieb als unumgänglich dar erbung vorgenommen, so würde das Zeftament mit Erfolg angefochten zustellen. Die Arbeit selbst wäre nur eine leichte und nicht die Ges werden fönnen. 2. 2. 79. 1. und 2. Uns ist niemand befannt. fundheit schädigende, so meinten sie. Dieser Ansicht der Unter- 3. Wir können das nicht mit Crfolg voraussagen. 66 C.. 1. Das nehmer schlossen sich auch die Behörden an, trotzdem amitlich fest. Mädchen soll sich von der Gemeindebehörde das Arbeitsbuch ausstellen gestellt wurde, daß im Fuhrwerksbetrieb vielfach 16 Stunden uns laffen. 2. Die Wirtschaft kann gepfändet verden, doch würde eine Intermehr täglich gearbeitet wird. Der Beirat für Arbeiterstafiftit hat auger Gütergemeinschaft. 3medmäßig tit es, vor der Berheiratung bas Dentionstlage des Schwiegervaters die Folge fein. Die Ehegatten leben nun allerlei Material gesammelt und Gutachten eingeholt, darunter Eigentum der fünftigen Ehefrau zu gerichtlichem oder notarteülem Broein Gutachten vom Reichsgesundheitsamt. Das letztere fieht in tofolle anzuerkennen und auf Berwaltung und Nießbrauchsrecht zu verzichten. einer Arbeitszeit bis zu 16 Stunden pro Tag für die Kutscher Billettsteuer. 1. Wenden Sie sich an die Chirurgische Klinik in der feine Schädigung der Gesundheit, weil die Leute in der freien Biegelstraße. 2. Billetisteuer wird nicht erhoben. N. 29. 1905. Benn Luft arbeiten. Der Beirat für Arbeiterstatistik hat nun seine Boronen bekannt ist, daß die Organe in Genf erscheinen, würden Sie Ihren schläge für eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit an den ved erreichen, wenn Sie dorthin schreiben... 111. 1. 2 240 000. 2 2 993 000. 8. 1579 000. 2. S. 777. Wir fönnen für solche GeBundesrat weitergegeben. Die Arbeiter wollen von diesen VorAls der freikonservative Abgeordnete Schmidt- Altenburg bei schlägen aber durchaus nichts wissen, denn dadurch würde thre chäfte Bermittelungen nicht übernehmen. Bielleicht versuchen Sie den Beg der Annonce. 8wei alte Abonnenten. Etwa acht Stunden. Beratung der Gewerbenovelle im Reichstage die Unmöglichkeit einer Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Tag für alle Arbeiter über 23. 8. 100. Brandenburger Zeitung", Brandenburg a. d. Havel. Berkürzung der Arbeitszeit für Fabritarbeiterinnen beweisen wollte, 16 Jahre festgefeht werden. Auch die übrigen Vorschläge entsprechen- Wehrere Abonnenten, Offenbach. Von 1200 M. all. 8. Relit. Raufmannsgerichtswahl in Königsberg. Bei der am Sonntag vollzogenen Kaufmannsgerichtswahl in Königsberg wurden für die Liste des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands 61 Stimmen( gegen 47 bei der letzten Wahl) abgegeben. Die Etimmenzahl, die auf die Lifte des Leipziger Verbandes entfiel, betrug 344, die Liste der Deutsch- Nationalen 120, die der Hirsch Dunderschen 21. Von den 20 Beisizerstellen fielen wie bei der letzten Wahl dem Leipziger Verband 14, den Deutsch- Nationalen 4 und dem Zentralverband 2 Stellen zu. Aus der Frauenbewegung. Schmidts Iette Stunde". JUGENDSCHRIFTEN! 7 Die in der Sonnabendnummer des„ Vorwärts" vom 5. Dezember durch den Bildungs- Ausschuß empfohlenen Jugendschriften sind in unserer Sortiments- Buchhandlung zu haben. Verzeichnisse stehen gratis zur Verfügung. Expedition des ,, Vorwärts", Berlin SW, 68, Lindenstr. 69, Laden. 3. Geffentliche politische Versammlungen. Oeffentliche Protest Versammlungen Dienstag, den 8. Dezember, abends 8 Uhr Artushof, Perleberger Straße 26. Ballschmieder, Badstraße 16. Chauffeestraße 110. in folgenden Lokalen: Boeker, Weberffraße 17. Gewerkschaftshaus( großer Saal), Engel- Ufer 15. Charlottenburg, Volkshaus, Rosincaftr. 3. Zages Drdnung: Germania- Prachtsäle( Hohenzollern- Sanl) Kabels Brauerei, Bergmannstraße 5/7. Die von der preußischen Regierung geplante Gesellschaftsstener, ein Attentat auf die arbeitende Bevölkerung! Diskussion. Referenten: Eugen Brückner. C. Giebel. Landtags- Abgeordneter Hirsch. Adolf Ritter. M. Steinschneider. II. Stühmer. E. Wurm. Frauen und Männer! Erscheint in Massen!!! Proteftiert gegen den neuesten Raubzug auf die Taschen der arbeitenden Bevölkerung! 128/13 Der Einberufer: Adolf Ritter, Engel- Ufer 15. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Wir geben unseren Kunden schon jetzt Gelegenheit zum besonders billigen Weihnachts- Einkauf und verabfolgen trotz billigster Preise bei Einkäufen noch die Belle- Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Doppelte Anzahl Kottbuser Damm Rabattmarken Von dieser Vergünstigung sind nur wenige Artikel ausgeschlossen. Unsere Spielwaren- Ausstellung ist eröffnet! Mama! Ich gehe aufs Eis! Schnell noch eine Tasse Bouillon aber nur von Bouillon- Würfel 1 Würfel für 5 Pfennig Ueberall käuflich. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Zuferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 287. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Urfachen der Radbod- Katastrophe. Gerichts- Zeitung. Der Prozeß gegen Dr. phil. Riedel, Dienstag, 8. Dezember 1908. Gegen den Strasbefehl der Staatsanwaltschaft hatte der Ar beiter jedoch Einspruch erhoben. Am 4. Dezember beschäftigte sich das Sajöffengericht zu Königsberg mit dieser Sache. Durch die Zeugenvernehmung kam es zu der Ueberzeugung, daß ein Angriff des Arbeiters auf den Besitzer nicht vorlag. Der Arbeiter wurde für eine arme Landarbeiterfamilic Die Arbeiterpresse des Ruhrreviers richtete kürzlich an die Staatsbehörden die Aufforderung, festzustellen, ob auf der Grube der die 3. Straffammer des Landgerichts I nun schon eine Woche freigesprochen. Der Besitzer aber, der den Arbeiter, ohne sich in Radbod an dem Unglückstage in der Grube noch lagerndes Ge- hindurch beschäftigte, hat plötzlich vertagt werden müssen. Der Notwehr befunden zu haben, mit einem gefährlichen Werkzeug latinedynamit gefunden sei? Dessen Benutzung war schon am Beisitzer Landgerichtsrat Busch war am Sonnabend nach Schluß wirklich schwer gemißhandelt hatte, geht nun straffrei aus und hat 30. Oktober verboten. Das Material war aber nicht zurückgesandt der Sizung auf dem Heimwege von einem Schlaganfall betroffen noch die Genugtuung, der Arbeiterfamilie mehrere Reisen zum worden. Da acht Stunden vor der Katastrophe im Revier des worden, der ihn arbeitsunfähig gemacht hat. Infolgedessen konnte Gericht und 18 M. Strafe ein erheblicher Betrag besorgt zu haben. So waltet die GeSteigers Steinbach ein Brand ausgebrochen war, so dürfte die der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Bieber, den zu gestern vorAnnahme, die Explosion fei auf eine Entzündung des Gelatine geladenen Zeugen nur die Mitteilung machen, daß eine Weiter- rechtigteit in unserm christlichen Stulturstaat. Wird die Staatsdynamits zurückzuführen, als berechtigt nicht von der Hand zu vertagt werden müsse. Ein neuer Termin ist vor Mitte Januar verhandlung unmöglich sei und der Prozeß auf unbestimmte Zeit anwaltschaft das Wiederaufnahmeverfahren in dem Beleidigungsprozeß einleiten? weisen sein, falls die Anfrage bejahend beantwortet werden muß. nicht zu erwarten. Sollte der Wiederaufnahmeantrag, den die Weiter wird die öffentliche Anfrage an die Bergbehörde gerichtet, Verteidiger des Angeklagten in der Anklagesache wegen Verleitung ob die Staatsanwaltschaft nach der Katastrophe die Dynamitbücher zum Meineide gestellt haben, Erfolg haben, so würde der gesamte der Zeche geprüft habe. Prozeß Riedel noch einmal von Anfang an verhandelt werden müssen. Gegenwärtig stand bekanntlich nur noch ein Ausschnitt aus dem Anklagematerial zur Verhandlung, da Riedel wegen der Verleitung zum Meineide rechtskräftig zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Die Verteidiger wollen nunmehr einen aftentlassungsantrag stellen. Sobiel uns bekannt, ist auf diese Anfragen bisher von noch feiner Seite Antwort gegeben worden. Merkwürdigerweise hat auch die berichtigungsfrohe Bergwerksverwaltung noch keine Beit gefunden, sich zu der Sache zu äußern. Der Staatsanwaltschaft dürfte auch zu empfehlen sein, die folgenden Darlegungen, die„ Der österreichische Volkswirt" veröffentlicht, nicht nur ad notam zu nehmen, sondern auch zu berfuchen, den Fachmann als Zeugen zu erlangen. Es ist kaum anzunehmen, daß in diesem Falle das Redaktionsgeheimnis die Nennung des Gewährsmannes verbietet. Die genannte Zeitschrift schreibt in ihrer Nr. 10: Veruntreuungen bei der Textilberufsgenossenschaft. -UP Die fortgesetten Veruntreuungen des Kassirers Hermann Spieß von der Norddeutschen Textil- Berufsgenossenschaft beschäftigten gestern die 7. Straffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte genoß bei der Norddeutschen Textilberufsgenossenschaft als fleißiger und tüchtiger Arbeiter das vollste Vertrauen. Im April d. J. wurde " Bon fachmännischer Seite wird uns geschrieben: Die Ur- bei einer unvermuteten Revision ein größeres Manto in der dem fachen des furchtbaren Grubenunglüces in Hamm in Westfalen Angeklagten anvertrauten Kasse entdeckt. Im Auftrage des Präst= find noch nicht völlig aufgeklärt. Es ist aber leider kaum zu denten des Reichsversicherungsamtes erschien am 25. April der zweifeln, daß große Fahrlässigkeiten, wenn sie das Unglüd schon Oberrechnungsrevisor Herrmann in den Räumen der Berufsnicht verursacht, so doch sehr dazu beigetragen haben, der Kata- genossenschaft. Er stellte sofort aus den Büchern fest, daß der Anstrophe eine ungeheure Ausdehnung zu geben. Die Kohle, die in geklagte schon im Jahre 1904 den Betrag von 9000 M. unterder Zeche Radbod gefördert wird, ist Fettkohle; diese hat eine schlagen und diese Unterschlagungen durch falsche Buchungen verfehr große Staubentwickelung und die Maßnahmen zur Nieder- deckt hatte. Der Direktor der Genossenschaft glaubte erst selbst schlagung des Staubes, die ja vor allem in einer ununterbrochenen nicht daran, daß der Angeklagte, der sich 14 Jahre in dieser Stellung starten Berieselung bestehen, werden schwer wirksam, weil der befand, sich vergangen hatte und glaubte erst, daß es sich um einen Fettgehalt der Kohle das Eindringen des Wassers in die unteren Irrtum handele. Bei der weiteren Revision ergab es sich jedoch, Schichten verhindert. Infolgedessen muß gerade in Fettkohle, daß der Angeklagte insgesamt zirka 15 000 M. im Laufe der Jahre schächten die Wasserzufuhr überaus sorgfältig gepflegt werden. in seine Tasche hatte wandern lassen. Er wurde sofort vom Amte Das ist auf der Zeche Radbod anscheinend nicht in genügendem suspendiert und das Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Die Maße geschehen. Im Sommer d. 3. besuchte ein öfterreichischer veruntreuten Beträge wurden von den vermögenden Verwandten Bergingenieur auf einer Studienreise durch Rheinland- West- des Angeklagten zurüderstattet. Vor Gericht war der Angeklagte falen auch die Zeche Radbod. Er hat schon damals die Gruben geständig und behauptete, daß er selbst nicht wisse, wie er zu den in einem Zustande gefunden, den er als direkt explosionsgefähre Veruntreuungen gekommen sei und wozu er das Geld verwendet lich bezeichnen mußte. Er fand in der Grube ein Staublager habe. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von drei bis zu 5 Millimeter Höhe; die Wetterführung war im Ort eines Monaten. Das Gericht ging jedoch erheblich über den Antrag des Abbaues nicht in Ordnung, und als der Ingenieur mit der Staatsanwalts hinaus, da es dem Angeklagten doch nicht mildernd Müseler- Lampe untersuchte, konstatierte er einen Schlagwetter angerechnet werden könne, wenn vermögende Verwandte für ihn gasgehalt von zwei Prozent, also einen bereits sehr gefährlichen eintreten. Es handele sich um einen ganz gröblichen VertrauensBeimischungsprozentsatz. An einer Stelle fand er die Sole mit bruch und um ein ziemlich hohes Objekt, so daß eine milde Strafe Fettstaub dicht überlagert. Diese Beobachtungen veranlaßten nicht am Plaße sei. Das Urteil lautete deshalb auf 9 Monate den Ingenieur, zu dem begleitenden Steiger die Bemerkung zu Gefängnis. machen, daß die Wetterführung nicht ganz in Ordnung sei und daß es ihm scheine, als ob an diesem Ort der Betrieb einzustellen wäre, da die Explosionsgefahr imminent sei. Der Ingenieur Der Besizer Sudan aus Drebnau im Kreise Fischhausen war erhielt nur eine wenig höfliche Antwort auf seine besorgten im September d. J. in der Wohnung des Landarbeiters H. während Konstatierungen. In der Grube in Hamm ist die Explosion deffen Abwesenheit mit der Frau desselben wegen zu leistender durch Wassermangel in ihrer Ausdehnung gefördert worden. Arbeitstage in Streit geraten. Als später der Arbeiter H. dem Aber die Wasserleitungsanlage war an und für sich unzureichend. Befiber auf dem Felde begegnete, fragte er diesen, was er von da sie nur bis zu den Querschlägen führte, während gerade seiner Frau haben wollte. Noch ehe der Arbeiter an eine Abwehr bei solchen Betrieben die Weiterleitung bis zu den einzelnen denten fonnte, schlug der Besizer den Arbeiter mit einem fast armAbbaustellen unbedingt notwendig ist. In der Grube wäre eine diden Knüppel in das Gesicht, rief:" Da hast Du Lorbak" und lief ununterbrochene Berieselung zur Niederschlagung des Staubes dann schnell nach seinem Hof davon. unbedingt erforderlich gewesen und nach den Beobachtungen des Der in so roher Weise gemißhandelte Arbeiter hatte eine Ingenieurs ist diese gewiß nicht in ausreichendem Maße erfolgt. erhebliche Verlegung erlitten und blutete sehr stark. In seiner Es ist selbstverständlich, daß eine starke Durchsehung der Gruben. Erregung fandten er und seine hinzugekommene Ehefrau dem Beluft mit Stohlenstaub und Schlagwettern an und für sich die fiber, der sich in Sicherheit gebracht hatte, Schimpfworte nach. Dann Explosionsgefahr herbeiführt und im Falle eines Unglückes dessen stellte der Arbeiter bei der Staatsanwaltschaft gegen den Besizer Folgen überaus verschärft. Bei uns in Desterreich werden die Strafantrag wegen schwerer Körperverlegung. Darauf erhielt er Maßnahmen zur möglichen Verhütung von Explosionen sehr aber vom ersten Staatsanwalt den Bescheid, daß er es ablehne, strenge gehandhabt und erst vor wenigen Wochen waren wieder gegen den Besitzer einzuschreiten. Denn dieser und sein DienstKommissionen im Oftrauer Gebiet, um die genaue Durchführung mädchen haben ausgesagt, daß der Arbeiter ihm mit der Forte in der seit dem Grubenunglüd in Courrières herausgegebenen der Hand den Weg vertreten habe und zum Schlage bereit gewesen strengen Vorschriften zu überwachen. Wo die Berieselung nicht fei. Der Besizer habe darauf mit einem Holzstück, das er vom den Vorschriften entsprechend in ausreichender Weise erfolgte, Boden aufgenommen habe, den vermeintlichen Schlag pariert und tourde auf sofortige Abstellung gedrungen. In Kreisen der dabei ihn, den Arbeiter, getroffen und verletzt. Er habe unter österreichischen Bergwerksverwaltung glaubt man, das Menschen- diesen Umständen in der Notwehr gehandelt. mögliche zur Verhütung ähnlicher Katastrophen, denen ja jeder Bergbau ausgesetzt ist, getan zu haben." Diese Angaben decken sich mit den Klagen der Arbeiter, die man als objektiv nicht gelten lassen will. Solche positiven Angaben müssen aber unbedingt gewürdigt werden, da ein späterer fogenannter objektiver Befund des Grubenbaues wegen der durch bie Explosion und durch die Unterwassersetzung des gesamten Betriebes hervorgerufenen Zerstörungen usw. bestimmte Anhaltspunkte für die Ursache der Katastrophe kaum ergeben wird. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 8. Dezember. Anfang 7%, Uhr. Rönigliches Opernhaus. garete.. Mar Königliches Schauspielhaus. Die Rabensteinerin. Deutsches. Revolutior, in Kräh winkel. Kammerspiele. Niemand weiß es. Anfang 8 Uhr. Leffing. Die Bildente. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. dem, der lügt. Romische Cper. Tiefland. Berliner. Der Bellchenfresser. Menes. Jsrael. Kleines. Moral. Beb Residenz. Kümmere dich um Amelte. Hebbel. Erde. Schiller 0. B ( Wallner Theater.) Die Zwillingsschwester. Schiller Charlottenburg. schwarze Kavalier. Der Friedrich Wilhelmstädt. Schau B spielhaus. Madame Bonivard Weften. Der fibele Batter. Thalia. Künstlerblut. Luisen. Der Sonnwendhof. Die Dollar Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overetten. prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW Havana. Anfang 8%, Uhr. Gaftipiel Theater. Baza. Bürgerl. Schauspielhaus. Ein Rabenvater. Anfang 8 Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Vorher: Intern. Künstler- Teil. Apollo. Mizi Gizt. Stegtart Gentes. Metropol. Donnerwetter tabel Los. Wintergarten. Spezialitäten. Kasino. Die Dianabäder. Spezia. Vanage. Spezialitäten. litäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Die Brautschau. Die lästige Bitwe. Das gleiche Recht für alle. Und nun geschah, was oft geschieht, wenn Landarbeiter gegen Gutsbesitzer wegen Gewalttätigkeiten klagen. Der Spieß wurde umgekehrt. Mitte November 5. J. erhielt der mißhandelte Ar beiter von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl über 6 M., weil er sich am 7. September zu Drebnau bei einem Angriff auf den Besizer S. einer Forte, eines gefährlichen Werkzeuges bedient haben solle.(§ 367 Abs. 10 St.-G.-B.) Außerdem erhob der Befiber, gegen den die Staatsanwaltschaft nicht einschritt, Privatflage gegen den Arbeiter und dessen Ehefrau wegen Beleidigung. In der Beleidigungsklage erhielt der Arbeiter und seine Frau je 9 Mart Geldstrafe. Schiller- Theater. O.( Ballner- Theater.). Dienstag, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Donnerstag, abends8ubr: Der Graf von Charolais. Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Aften von Heinrich Lillenfein. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Familientag. Donnerstag, abends8l5r: Vater und Sohn. Grand Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6, Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Gustav Behrens. Der Obersteiger. Kleines Theater. Berliner Theater. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Urania. Tanbenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Sternwarte, Invalidentt. 57/62 Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Tage: Israel. Bernhard Rose. Das bemoofte Theater des Westens. Haupt Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Luftspielhaus. Madame Flirt. Allabendlich 8 11hr: Der fidele Bauer. Mittwo, Sonnab. 4 1hr: Dornröschen. Anfang 8 1hr. Moral. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Täglich abends 8 Uhr: ,, Kammere Dich um Amelie". Schwant in brei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen u. folgende Zage: Kümmere Dich um Amelie. Sonntag, 18. Des., nahm. 3 hr: Ganz der Papa. Heute 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Morgen: Herodes und Mariamne. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Dienstag, 8. Dezember, Anf. 8 Uhr Zum 1. Male: Madame Bonivard. Mittwoch: Als ich wiederfam. Donnerstag: Madame Bonivard. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Erde. Eingegangene Druckfchriften. Dr. F. Goldstein. 2,50 M. Berlag: E. Reinhardt in München. Die Nebervölkerung Deutschlands und ihre Bekämpfung. Von Deutschland und England. Ein offenes Wort an den Kaiser. Von Regierungsrat R. Martin. 95 Seiten. Berlag: A. Sponholt in Hannover. Hyperion. Heft 5. Zweimonatsschrift. Herausgegeben von F. Blei und C. Sternheim. Verlag: H. v. Weber in München. Anleitung zur Selbstanfertigung photographischer Apparate. Bon P. Brückner. 1 Mart. Verlag: A. Michaelis in Leipzig. H. Minden in Dresden und Leipzig. Der Schusterfranzl. Bon R. Balten. Geh. 3,50 Mart. Verlag: leber allen Göttern ist Ruh. Bon R. Minles. Geh. 2 Mark, geb. 3 Mart. Verlag: F. Dümmler, Berlin. Das deutsche Jahr im Bilde. Von G. Hirth. Verlag der Jugend" in München. Frank Waldfrieds Traum. Von E. Ritter v. Dombrowski. Geh. 2 M. München 1908. J. F. Lehmanns Verlag. Die Geschichte des deutschen Jdealismus von Dr. M. Kronen1. Band. 7 M. Verlag: C. H. Beck in München. berg. Die fexuelle Not. Bon Dr. F. Wittels. 5,25 Mart. Verlag: C. W. Stern, Wien I. Neue Kleine Bilder aus dem Leben. Von Dr. Jac. Adolf. Gch. 1,50 Mart, geb. 2,50 Mart. Verlag: C. Stonegen, Wien 1. " Die sozialistische Religion". Von Carl Harz. Verlag von Gebr. Sarz. Altona- Ottensen. Brosch. 15 Pfg. Handwörterbuch der schweizerischen Boltswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung. Herausgegeben von Dr. N. Reichesberg. 3. Band. 1. Hälfte. 634 Seiten. Verlag: Encyklopädie in Bern. Verhandlungen des Kolonialwirtschaftlichen Komitees und der Baumwoütommission. Nr. 2. 66 Seiten. Selbstverlag Berlin, Unter den Linden 43. E. Kreidolf. Sommervögel. Märchen. Preis 6 Mart. Verlag von Hermann u. Friedrich Schaffstein, Köln am Rhein. Waldemar Bonsels u. Hans Hahn. Amee, die Abenteuer einer Tänzerin. Ein phantastischer Roman. Pieis 3 Mart. Verlag von Carl Friedrich Strauß, München. Der Lehrermangel nach seinen Ursachen und Wirkungen. Von J. Tews. 32 Seiten. Verlag: W. u. S. Löwenthal, Berlin. Französische Einflüsse auf die Staats- und Rechtsentwickelung Preußens im 21. Jahrhundert. Von E. v. Meier. Band 1 und 2. Beide Der Minister v. Stein, die französische Bände geb. 20,20 Mart. Revolution und der preußische Adel. Von E. v. Meier. 1,50 Mart. Berlag: Dunder u. Humblot in Leipzig. Schule der Elektrizität. Gemeinverständliche Darstellung der Elektrik. Berlag von Dr. Werner Klinkhardt, Leipzig. Geheftet 8 Mart, gebunden 10 Mark. Müller, Dr. Ernst und Dr. Gg. Schmidt: Das Vereinsgefek vom 19. April 1908 nebst den Ausführungsbestimmungen. München, 3. Schweizer Berlag( Arthur Sellier). Gebunden in Ganzleinen 7 Mart. Der Kirchenzwang in Elsaß- Lothringen. Von einem elfäffischen Freidenker. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter Verlag. Preis 40 Pfg. Und der Kaiser sprach Zur deutschen Krisis. Bon F. Titus. Leipzig. Berlag von Otto Wiegand. Kleidung Schönheit Gefundheit. Unter Mitwirkung von Dr. med. Fr. Schönenberger und B. Siegert, herausgegeben von Doris Riesewetter. Preis 2 Mart. Verlag: Lebensfunst- Heilkunst, Berlin SW. 11. Das deutsche Volk. Heft 1. Verlag von Hermann Hillger in Berlin W. 9. -w Blatt 11 der Nachlaßakten. Aus dem Staate des Ordens der Wachsamkeit. Von Dr. J. Wernsdorf. 1 Mart. Selbstverlag in Jena. Mart. Verlag: 3. Ladyedmikow Berlin, Uhlandstr. 52. Leonid Andrejew. Judas Ischariot. Geheftet 2 Mart, gebunden 3 Die Konditorei in jedem Haushalt. 20 Pfg. Verlag: P. Zimmer mann, Chemnik i S. Kießlings große Karte der Provinz Brandenburg. 2,25 Mart. Selbstverlag Berlin, Kleinbeerenstraße 26. J. Wahn, der Gewaltige. Schauspiel. Von F. Luz. Verlag: Hoffmann in Leipzig. Dreitausend Kunstblätter der Münchener Jugend. 3 Mart. Verlag: Jugend" in München. A. Josefa Met. Den König drückt der Schuh. Ein Märchenspiel. 1,60 Mart, geb. 2,60 Mart. Verlag: Haupt u. Hammon, Leipzig. Deutsche Rundschau für Geogr. phie und Statistit. Heft 3. Serausgegeben von Professor Dr. Fr. Umlauft. A. Hartleben's Berlag in Wien, fährlich 12 Hefte zu 1 Mart 15 Pfennig. Handbuch für Leiter und Leiterinnen von Frauenturnvereinen. Merkbuch der Bon Dr. E. Neuendorff. Startoniert 2,90 Mart. ranenbewegung. Herausgegeben vom Bunde deutscher Frauenvereine. Gebunden 2,40 Mark. Didaktische Ketzereien. Von Professor Dr. H. Gaudig. Geheftet 2 Mart, gebunden 2,60 Mart. Didaktische Prätudien. Von demselben. Geheftet 3,60 Mart, gebunden 4,40 Mark. Naturgeschichtliche Volksmärchen. Herausgegeben von Dr. D. Dähn hardt. Mit Bildern von D. Schwindrazheim. In 2 Bänden. Gebunden je 2,40 Mart. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Zirkus Schumann. Heute Dienstag, den 8. Dezember, abends präzise 7, Uhr: Das großartige neue Programm und um 9 Golo, der Seerauber und Uhr: Mädchenhändler. Immer noch die Sensation des Tages als größtes und glänzendstes Pracht- Manegeschaustück. Alles bisher Gebotene an Effekten bei weitem übertroffen. Urania. DERNHARD ROSE THEATER Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Nenes Operetten- Theater, Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. 3 Operette in 8 Aften von Leo Fall. ( Gr. Frankfurter Str. 132. Bei aufgehoben. Abonnem. Borzugskarten ungültig. Abends 8 Uhr: Das bemooste Haupt. Schauspiel in 4 Aften von Benedig. Wochentagspreise. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Philippine Welser. Berliner Eis- Palast Gastspiel- Theater Ständige Eisbahn. Bis 1 Uhr nachts Köpenicker Straße 68. 8, Uhr Gastspiel Hedwig Lange. Zaza. geöffnet. Auftreten erster Eiskunstläufer und läuferinnen. Mittwoch u. Freitag bis 5, Uhr: Populäre Tage. Eintritt 50 u. 30 Pf. Lustspielhaus. Berliner Ik- Trio. Abends 8 Die blaue Maus. Felix Scheuer Stralsunderstr. 1. XIV. Saison! Zirkus Busch. Dienstag, den 8. Dezember, abends präz. 71, Uhr: Gala- Vorstellung. Um ca. 9 Uhr: Zizi Bamboula! Verband der Maler. Lackierer, Anstreicher Das vielumstrittene Naturs wunder and Paris. Melchiorstraße 28. Debüt! John Hüggens. Reu! Inas- Truppe. Filiale Berlin. " รพ. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Zeilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes sage allen Genossen, Freunden, Bekannten, dem Deutschen Transportarbeiter Verband und dem Rauchllub„ Heimliebchen" meinen herzlichsten Dank. Bitme Anna Wurche. Danksagung. Ferner: Frl. Marta Mobute, Schule Donnerstag, 10. Dezember, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: legen meines Mannes, unseres Baters. reiferin. Gigerlclown Alf. Daniels, der urkomische. Herr Ernst Schumann, Meisterdreffuren. Um 9%, ca.: Barbarossa!! Große Origin.- Ausst.- Pantomime des Birkus Busch in 6 Bildern. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Der Sonnwendhof. Mittwoch: Die Ehre. Donnerstag: Der Sonnwendhof. Freitag: Geschlossen. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Rügenmäulchen und Wahrheitsmündchen. Abends 8 Uhr: Die Ehre. Sonntag nachm. 8 Uhr: Die Ehre. Abends: Kinder des Kapitän Grant. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Sonntag, 13. Dezember, nachm. 3 Uhr: Durchlaucht Radieschen. Schauspielhaus Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung in Köln. 2. Statutenberatung. 3. Verbandsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt! Sage hiermit allen denten, ins. besondere dem Meister und den Kol dem Holzarbeiter Verband und vierten Berliner Reichstagswahlkreis für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme meinen innigften Dank. Witwe Bartikowski und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die herrlichen KranzSpenden bei der Beerdigung meines allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dant aus. Kollegen, die länger als vier Wochen schuldig sind, also die 45. Woche nicht bezahlt haben, lieben Mannes( preche ich hiermit und denen die Beiträge nicht gestundet sind, haben zu dieser Versammlung keinen Zutritt. 130/18 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Zivilmusiker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Berlin N. 54, Brunnenstr. 188, Restaurant Wilfe. Amt IIIa, 4835. Achtung! 50/4 Bir empfehlen bei Veranstaltung von Bergnügen usw. den geehrten Vorständen, Komitees und Saalinhabern unseren kostenlosen Arbeitsnachweis, Brunnenstraße 188. Geschäftszeit täglich von 10%-1 Uhr mittags. Kapellen vom größten bis fleinsten Orchester stehen jederzeit zur Verfügung. Der Vorstand. NB. Unsere Mitglieder sind im Befit einer Kontrollfarte. Diefelbe ist für das 4. Quartal rosa und muß mit dem Verbandsstempel versehen sein. Alle andere Legitimation ist ungültig und ist sofort anzuhalten. Burgerliches Sethupathi Walhalla Deutscher Holzarheiter- Verband. Kaftanien- Allee 7-9. Zm Abonnement. Ein Rabenvater. Schwant in 3 Att. v. Fischer u. Jarna. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Die Herren Söhne. Freitag: Die Hidin von Toledo. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 9. Dezember 1908: 15. Gastspiel des Neuen Berliner Operetten Ensembles: Die Dollarprinzessin. Operette in drei Aften von Leo Fall. Anfang 8 Uhr. a pollo Theater Das Tagesgespräch von Berlin sind: " Mizi Gizi im Teesalon der Hapag. 10 thr: Brothers Schenk 10, Siegw. Gentes. Mittwoch, den 9. Dezember, nachm. 8%, Uhr: Frau Holle, Weih Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr: Das neue großartige Dezember- SpezialitätenProgramm. Jm Tunnel Regimentstapellen 2c. Theaterbesucher hab. freien Eintritt. Passage- Theater. Ortsverwaltung Berlin. Stockarbeiter. Donnerstag, den 10. Dezember 1908, abends 5, Uhr, bei Bercht, Ritterstr. 75: Branchen- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Bortrag: Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Krise". Referent: Kollege Richard Leopold. 2. WerkstattJeden Abendangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 8 Uhr: Bozena Bradsky und das großartige Dezember- Programm. machistindermärchen. Kleine Preise! Passage- Panoptikum. WINTERGARTEN Otto Rm Amg Senorita Florido, span. Tänzerin. Camille- Trio, kom. Reckturner. Kara, Meisterjongl. Mile. Jonia mit ihren dress. Bären. Kaufmanns 12 ladys cycle troupe. 3 Gebr. Wille, Hand- u. Kopf- Equilibrist. Dr. Angelos lebend. Porzell. Dorothy Kenton, amer. BanjoVirtuosin. Paul Conchas, Armee- Herkules. Madelaine de Nocó, französ. Sängerin. Der Biograph. ENTREE M.1 RESERV. PLATZ M2 einschliessl. Garderobe Programm Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72. Gänzlich neues Programm!!!! Franz Sobanski. Les Mandros, Gebr. Weiß, E. Charton, Grete Reimann, Mstr. Rex, Mstr. Giron. Leute von heute. Berl. Lebensbild mit Bejang in 1 ft. Mittw., Sonnab, Sonnt., n.d.B.: Tanz. 16. Dezemb. beg. d. Weihnachtsvorsillg. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Wegen großer Bereins Festlichkeit geschlossen. Montag, Donnerstag. Sonntag: Lebend! Ohne Extra- Entree! Lebend! Das Bärenweib. Neapolitanische Briganten Panophon- Vorträge: Alexander Girardi, Otto Reutter, Caruso etc. Alles ohne Extra- Entree! Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. alast- Theater Pala Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr: Der einzig dastehende Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es unbedingt Pflicht jedes einzelnen, pünftlich zu erscheinen. Der Obmann. W. Noacks Theater Folies Caprice Direktion: Rob. Dill. Brunenitr. 16. Fridolin oder: Der Gang nach dem Eisenhammer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag, 10. Dez.: Benefiz: Karl Reich. Gin Tag vor Weih. nachten. Versprechen hint. Herd. Sonnabend, 12. Dez.: Gr. Extra Borstellung: Zum erstenmal: Die Schule der Liebe. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Der Obersteiger ober: Linienftr. 132, an der Friedrichstraße. Die lästige Witwe. Die Brautschau. Freitag, den 11. Dezember 1908: Premiere. Reichshallen- Theater 815 Minna Wudecke, Adlershof. Ortskrankenkaffe der Steindrucker und Lithographen. Am Dienstag, den 15. De zember 1908, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, im großen Saale Zweite ordentliche General- Versammlung pro 1908. Sämtliche Herren Bertreter der Arbeitgeber und der Kassenmitglieder werden hierzu ergebenst eingeladen. Tages Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Jahresrechnung. 2. a) Neuwahl zum Vorstand( 6 Personen) aus der Zahl der Vertreter der Bers ficherten(§ 38 des Statuts). b) Neuwahl zum Vorstand( 3 Personen) aus der Zahl der Bertreter der Arbeits geber(§ 38 bes Statuts). er: Neumahl von 3 Borstandsmitgliedern( auf Grund des§ 49 bes Statuts). 3. Verschiedenes. 846 Berlin, den 7. Dezember. Der Vorstand. M. Stuhlmann, Bors. Innungs- Krankenkasse der Dadh, Schiefer- und Zirgeldeder zu Berlin. Um Montag, d. 21. Dezember 1908, finden im Lokale von Feind, Weinstr. 11, die ftatt. Delegiertenwahlen 282/18 1. Um 7, Uhr abends: Wahl bon 9 Arbeitgeber- Delegierten p. 1909. 2. Um 8 Uhr abends: a) Wahl von 18 Arbeitnehmer- Delco gierten p. 1909. b) Bahl von 9 Erfaßmännern. c) Wahl von 3 Stranfenfontrolleuren. Der Vorstand. 3. L: Gustav Hohdorf. Reste! zu Damentuche, schwarz und farbig. Costumes- Stoffe( neueste Muster, Astrachan, jeder Saison), Krimmer, Wollplüsch, Seidenplüsch, Velours du Nord, Sammet, Seide, Velvet etc. 4147L* Stettiner Sänger. Confektion Der Kompagnie- Ball Militärische Humoreste bon Meysel. Paletots, Jacketts, Costumes und Costumesröcke in großer Auswahl C. Pelz, Straße Kottbuser 5. Anfang C. Pelz, wochentags 8 Uhr, Sonnt. 71. Bergmanns Freud und Leid. Dr. Simmel Charakterbild aus der Neuzeit. Friedel, Obersteiger: Dir. G. Behrens. Mr. Henry: Das Wunder der Hunde- Dressur. Außerdem das Elite Dezember- Programm. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, Dezember Spielplan! Anfang 8%, Uhr. Sonntags 6 Uhr. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 11. a.: Dolorita, die schöne Spanterin. Jstván Béliks, Sturz aus der sechsten Etage. Clerson and Georgi, Boltigeure. La belle Florentine, lebende Bilder. Werthers Leiden, Burleste von Schmidt- Hawkins, und 10 Attraktionen. Familientarten, wochentags halbe Preise, überall gratis! Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57.. Ein Erfolg, wie ihn die Herrnfeld- Bühne Hoffmanns Nordd. Sänger bisher nie erreicht! und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt, 5, wochent. 8U. Donnerstag: Gr. Elite- Soiree. Die beiden Casino- Theater Bindelbands. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Corradini usw. usw. Das weltberühmte Bergère- Quartett. 9%, Uhr: Jubelnder Lacherfolg! „ Die Dianabäder". Sonntag 4 11hr: Die fidele Kiste. Vorher: Vollständig neuer Künstler- Teil: Lona Heggl. Mirzl v. Wenzl. Original Lindström- Terzett. Les Rhyants. 5 Hardinis. Neujahrs- Spitzen. allen Gesellschafts- Spiele Preisingen. Schach, Domino, Dame, Roulette, Tivoli, Boch- u. Kegelspiele 2c. Moderne Spazierfföcke und Tabak- Pfeifen aller Art. Feine Wiener Meerschaum- u. Bernstein- Spitzen. Scheunert& Wirth, Blumenstraße 4 und 5, an der Wallner- Theater- Straße. Großer Weihnachtsverkauf Hochmoderne HerrenWinterpaletots u. Anzüge aus guten, gediegenen 25-40 M. Maßstoffen Elegante Herrenbeinkleider Stoffen. a feinst. 9-12 M. Bauch- Sachen selbst für korpasind in grösster Auswahl am Lager. lenteste Herren Billige, aber streng feste Preise. Versandhaus Germania Unter den Linden 21, neben der Passage. -Fahrstuhl.KALELLDER Album- und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau Oranienstr. 30, Adalbertstr. Ecke Gr. Lager aller Arten Lederwaren und Schmucksachen zu billigen Preisen. Stolas, Kolliers, Krawatten, Muffen, Herren- u. Kinder- Garnituren, Pelzjacken, Pelze, garnierte Pelzhüte, Baretts, Pelzdecken, nur eigenes Fabrikat, in größt. Auswahl, aus bestem Material. Kein Zwischen händler, daher Fa brikpreise. Kein Laden! Sonntags geöffnet. F. Kalman, Kürschnermstr. Kommandantenstr. 15, Tel.: L, 3917, gegenüber Beuthstr., vorn 1Tr. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 5. Dezember verstarb unser Mitglied, der Kupferschmied Alfred Dreher Böttgerstraße 3. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 8. Dezertber, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem neuen St. PaulsKirchhof, Blögeniee, statt. Um rege Beteiligung erlucht Der Vorstand. 223/5 Deutscher Transportarbeiter- Verband. Ortsverwaltung 1. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Artur Gantzer am 5. Dezember an Magenleiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Rigdorfer Kirchhoies am Mariendorfer Weg aus statt. 58/4 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Böttcher Abteilung Spandau. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege und Mitglied, der Böttcher Paul Bauer am 5. Dezember, nachm. 4 Uhr, an Schlaganfall verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Dezember, nach mittags 2 Uhr, von der Leidenhalle bes Friedhofes in den Kisseln aus ftatt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 39/7 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- Unterstützungsverein der Schmiede Deutschlands ( Berlin 11). Nachruf. Hiermit zur Nachricht, daß unser 176/15 Mitglied Reinhold Grellmann am 2 Dezember 1908 berstorben ift. Die Beerdigung hat bereits ftattgefunden. Die Ortsverwaltung. Am Sonntag, den 6. Dezember, Dormittags 11 Uhr, verstarb meine liebe Frau Marie Lukowski geb. Heiseler. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. 6. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Hellands- Kirchhofes in Blötenfee aus ftatt. Der trauernde Batte Otto Lukowski, Schablonenmacher, Wilhelmshavener Str. 52. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und vielen Strangfpenden bei der Beerdigung meines lieben annes fage ich allen Beteiligten 905 meinen herzlichsten Dant. Im Auftrage der Hinterbliebenen: Witwe Bartholain. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichstet Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau fage ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Gefangverein derBimmerer, Friedrichs. berg, hiermit meinen besten Dant. 915 Fritz Klante. Danksagung. Für die innige Teilnahme and ble zahlreichen Arangspenden bei der: Beerdigung meines lieben Mannes fage ich allen Freunden und Be fannten, insbesondere den Genoffen des dritten Wahlkreises, fowie dem Pflanzerverein„ Alt- Rubleben" meinen 855 herzlichsten Dant. Winna Zimmer geb. Dietrich. Kaiser's BrustCaramellen. 5500 not begl. Zeugnisse verbürgen die sichere Wirkung bei Husten Heiserkeit, Katarrh, Keuchhusten. Paket 30 Pf. Kajeer's Brust- Extrakt Flasche 90 Pf. Zu haben in Apotheken u. Droger. Heute Dienstag und folgende Tage: b asbrow Doppelte Rabattmarken und Extra- Weihnachts- Geschenke gratis! idid Unsere geehrte Kundschaft soll zum bevorstehenden Weihnachtsfeste durch uns Vorteile erhalten, wie sie von keiner Seite geboten werden. Wir verabfolgen deshalb für einige Tage trotz der sehr billigen Preise Doppelte Rabattmarken und bei einem Einkauf von 5 Mark an Reizende Weihnachts- Geschenke gratis! Die Gegenstände liegen in der 1. Etage zur freien Besichtigung aus. H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 mit Ausnahme einiger Artikel, Eine Mark wöchentliche Tellgablung liefere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Erfaz für Maaß. Anfertigung nach Maass. Zadellose Ausführung. Julius Fabian, Snelbermeifter, Gr. Frankfurterstr. 37," Eingang Strausberger Blas. Schutzmarke Unsere echten Biere sind überall zu haben. In Flaschen à 10 Pt. In Kannen u. Syphons Ltr. 35 Pt. Wo nicht, dann direkt durch uns NO. 18. Tel. VII, 1670, 2088, 3128. BÖHMISCHES BRAUHAUS 00 Grosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, 2 Riffen) mit doppeltgereinigten neuen Bette febern, beffere Betten 15, 19, 24 W.; 1 fcht. Betten 15, 20, 23, 29, 86 m. usw. Bersand geg. Nachnahme. Preis lifte, Proben, Berpadung toftenfrei. Berlin S. 890 Gustav Lustig, Prinzenstr, 46 Größt. Spezial- Geschäft Deutfchl. Als Gefer Der 541 541 Ein Triumph der Zigaretten- Fabrikation! Selowsky's Caruso Zigaretten nur 3 Pf. per Stück! Kaufen Sie Ihre Brillen und Pincene har bei dem praktischen Optiker Läckemäcker 1. Schönhauser Allee 136 II. Kommandantenstr. 32. Rathenower Brillen unb Pincenes 1 M., bito allerfeinste 2. 58622 Zu Weihnachtsgeschenken: Prima Gold plattierte Brillen und Pincenez 5,50 Mart. Operngläser, rein achromat., 6 M. Barometer, beftes Bert, 4,50 m. an. praktische Ehe Event. Tellzahlung Sie Möbel kaufen, besichtigen Sie bitte ohne Kaufzwang Paul Burows Möbelfabrik Lindenstraße 105( Hall. Tor) Großer Räumungs- Ausverkauf wegen Umzuges zu Fabrikpreisen!! ortieren Port Spezialhaus und Türen. Uebergardinen für Fenster Imposante Auswahl ( einfacher und hochaparter Genre). Pro Fenster von 375 bis 175 M. Ein Posten reichgestickter lüschP Pro ortieren nur soweit Vorrat! 57 M. Wert Fenster 8M 1850 M. Emil Lefèvre Wer Weihnachten einen guten reellen Tropfen trinken oder verschenken will, der bereite sich schon jetzt Kognak, Rum, Liköre, Punschextrakte usw. selbst, aber nur allein mit den echten, in aller Welt berühmten OriginalReichel- Essenzen Probieren geht über Studieren. und Extrakten in höchster Man versuche eirmal einige auserwählte besonders beliebte und vornehme Spezialitäten als Allasch à la Benedictiner à la Chartreuse Danziger GoldBoonekamp Kurfürstl. Magen, Cherry- Brandy Pomeranzen 00 wasser Curaçao triple sec Pepermunt und bisher unerreichter Vollkommenheit. Weihnachtsliköre. Getreidekümmel Eiskümmel à la Eccau 00 Stonsdorfer Aromatique Steinhäger Hobro Cacao Halb und Halb Vanille Laut ersten Sachverständigen- Gutachten in Qualität und Gehalt den renommiert. Weltmarken absolut gleich! Vollendetste Feinheit. Volles edles Aroma. Tadelloses Gelingen garantiert, bei ungeahnten Ersparnissen. Gratis! Die Destillierung im Haushalt Gratis! wertvolles reich illustriertes Rezeptbuch Berlin S. 193., Oranienstr. 158 Otto Reichel, Berlin So., Eisenbahnstr. 4. WeihnachtsExtraliste und Katalog enorm billiger Geschenkartikel ( 600 Abbild.) gratis und franko. Dr. Schünemann 45032 Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schügenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ulbr. Größte Spezialfabrik Deutschlands. Fernsprech Anschlüsse Amt IV, 4751, 4752, 4753. Original- Etiketten zur eleganten Ausstattung der Flaschen liegen jeder Sorte bei. Niederlagen in den durch meine Schilder kenntlichen Drogerien etc. Wo nicht erhältlich, Versand ab Fabrik. Vor Nachahmungen sei dringend gewarnt. Reichel- Essenzen fin echt mit Lichtherz alles andere weise man nur ohne weiteres zurüd. Allen Parteigenoffen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, Hygienische Schönleinstr. 34 cm Zigarrengeschäft Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl. viel. Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 röffnet habe. Um gütigen Zuspruch bittet Weihnachtsgeschenke C bestens empfohlen: Fritz Schwemke. in Fläschchen von 10 Pfg. MAGGIS Würze bis M. 6.MAGGIS Suppen in Würfeln zu 10 Pfg. für 2 Teller.( Mehr als 30 Sorten.) zu 5 Pfg. Man achte genau auf den Namen„, MAGGI und den Krengstern. MAGGIS Bouillon- Würfel für P eine Tasse. MAGGIS gute, sparsame Küche". In dieser Welt bleibt Amor das beste Metallputzmittel Kaol beste flüssige Metallpolitur Um vielseitigen Wünschen Rechnung zu tragen, werden die allgemein beliebten VERA- CIGARETTEN peyerdings auch mit Mundstück hergestellt. STT JOSETTI VERA m.Mundstück CIGARETTEN enthalten dieselbe Köstliche Mischung wie Vera ohne Mundstück, die stets bei allen urteilsfähigen Rauchern in bestem Ruf gestanden. Erprobt und bewährt! 5255L* Josetti- Vera m/ M. 10 St. 30 Pfg. Spiritus- GlühlichtLampen u. Brenner Spiritus- Zentrale G. m. h. H. Berlin NW. 7, Friedrichstr. 96, gegenüber dem Central- Hotel. Kein Kaufzwang! Preisliste kostenlos! ZOHOPEOH Dezember- Neuaufnahmen Zonophon- Orchester Des Königs Gre 2-20704 nadiere, Marsch 2-20705 Graf ZeppelinSiegesmarsch Unter dem Sieges 2-20706 banner, Marsch Adolf Lieban Berlin 22927 Im tiefen Keller 22928 0 Isis u. Osiris, a. " Zauberflöte" mit Chor der Königl. Hofoper 2-20707 Einzug der Gla Emmy Wehlen Berlin diatoren, Marsch Automobil- Marsch aus„ Die Dollar2-20708 prinzessin" 220709 Bauern- Marsch a " Der fidele Bauer Liebe und Lens, 20720 Walzer 2-20721 Le Verre en Main, Polka v. Fahrbach Kaiser Franz- GardeGrenadier- Regt. Berlin Kgl. Kapellm. Ad. Becker Grillenbanner 220475 Marsch v. Komzak 20476 Der kreuzfidels Kupferschmied, Marschm.Schlagen auf dem Amboss, Singen u. Pfeifen der Gesellen Max Kuttner Berlin 22928 Lebe, wohl m- in flandrisch Mad chen, aus„ Czar u. Zimmermann 22924 Siciliana a. ,, Caval leria rusticana" mit Klavierbegl. Abschied von der Haiderose von 28925 Bastyr 22926 Ein Märchen vom Glück über Der letzte FrouFrou, a. Donner wetter tadellos". 23315 Paul Lincke 23316 Laufmädel- Lied aus, Donnerwetter tadellos" v. Lincke Loni v. Direggen( Ellmann), Scharnitz in Tirel Geh' is her über 28817 d' Schneid 3318 Die lustige Loni Max Kuttner, Susanne Pickelmann, Margar. Leux, Theodor Hieber u. Adalbert Lieban H Garten Quartett a 24485 Die lustig. Weiber 24456 Quartett aus Fidelio Guido Gialdini Kunstpfeifer Berlin Dollarwalzer aus Die Dollarprin29325 Bessin" 29326 Wir tansen Ringelreih'n aus Die Dollarprinzessin" Verlangen Sie Verzeichnis Weihnachtsaufnahmen Mark doppelseitige 3 kostet die Zonophon- Platte. International Zonophone Company m.b.H. Berlin S. 42, Ritterstr. 36. Ausführliche Kataloge und Prospekte bei jedem Sprechmaschinenhändler Deutschlands erhältlich, ev. werden Bezugsquellen auf Wunsch überall nachgewiesen. Katze im Kessel bestes Scheuerpulver für dieKüche Servus bestes Schuh- Putzmittel Ueberall zu haben von 10 Pf. an. Fabrik: Lubszynski& Co., Berlin. Pelzwaren!!! 119 Sonntags geöffnet. Eile zu Weile 119 Dresdener Straße Eckhaus Oranienplatz. Eigene Kürschnerei. EchtSkunksstola von 25.-M. an Ohne Konkurrenz Echt Herz- Stola von 40.- M. an Neueste Moden! Echt Nerzmurmel- Stola von 18.-M. an Schlager d. Sais. Echt Tibet- Stola von 7.50 M. an Riesenhafte Auswahl! Prima Felle in all. Fellarten stets auf Lager. Reparaturen und Umarbeitungen schnell, gut, billig Hervorragend billige Preise. Gelegenheitskäufe auf CREDIT Möbel, Komplette Betten Wohnungs Tware Einrichtun Holster Herren Damen -Confection Leichteste Zahlungsweise nu 03: Oranienstr. 1933 14 Tage auf Probe. versende a. meine Gefabrüberallhin ff. Harzer Kanarien- Vögel fomie Vogelfutter u. Einsatz- Bauer. Berlangen Sie Preisliste fostenfrei von L. G. Müller, Vogelzüchterei, Nordhausen 10 a. Hz. COCOSSPEISEFETT KUNEROL gesund und billig Ersparnik 50% Zu haben in allen Lebensmittelgeschäften Koch- und Backrezepte gratis KUNEROLWERKE in BREMEN Wien- Atzgersdorf- Dux- Verona- Odessa- Christiania GESAMTPRODUKTION: täglich 180,000 Pfund Generaldepot: Berlin SW. 48, Friedrichstr. 231, Telephon: Amt 6, 8718. Jn herrlicher Märchenpracht erftrahlt ein Weihnachtsbaum mit meinem Glas- Christbaumschmuck Bersende auch dieses Jahr nur auserlesenfte, prachtvollste Sortimente aller befferen, died jährigen Steuheiten in unübertroffener feiniter Ausführung, als: Brillantreflere, Früchte, Engetobüste, farb. prächt Schmetterling, ff. em. Rugelu u Eice, Strangfugelu, Fruchtförbchen, Weihnachtsmann, Eissu. Tannenzapfen, Geldz säde, reizende mit gliberndem Silberdraht u. Seidendhenille übersponnene vuftballons, Oliven mit Silbergirlanden, läut. Gloden, Gludspils, Bogel mit natürl. Federn, Uhren, Kronen, alle mögl funftvoll naturgetreu gebl Tiere, in hörnchen, Gold: u. Silberfische, Kugel m. furb Taube, Bortemonnaies, Lichthalter, Edelobt, Phantastefachen usw., alles franto inti loz fältiger Berpadung zu folgend. billigen teilen: Sortiment 1 mit 320 Stüd für nur art 5.-( Rauah ne M. 3.30). Sortiment mit 210 Stüd in obiger Ausführung zum felben Preis Sortiment 3 mit 120 etüd d. ob. Gegenft. in noch größ. Ausführ. M.S Sortiment 4 mit 70 Stück der größten, allerfeinsten Brachtstüde M. s Zur Weiterempfehl. lege jedem Sortiment gratis bei: 1 gr. Weihna Engel, in wallend. Lockenhaar mit der Weihnachtsbotschaft: Siebe, ich pe fundige euch große Freude", u. 1 in den natürl. Farben schillernden Bavagel aus Glas, im prächtig glitzernden Silberstrahlenring fiend, 15 cm gr., und I prachtv. Kronen- Christbaumspite mit Rometenfchweif, 21 cm gr., außerdem extra non, den Sortimenten I u. 2: 1gr. weißen Girl mit Geweih( funftvoll aus Glas geblafen), reiz. Nippesgegenstand, fowie ben Sortimenten 3 und 4: 6 Stud prachtvoll glitzernde Glasblumen in. Staubgefäßen, toie Stofen, Tulpen, Nelten, zum Montieren auf dem Christbaum( schouste Neuheiten). Diese Sortimente sind aus solid. Material hergestellt u. jahrel. immer wieder zu gebrauchen. Für Gefchenfe ut. Etückzahl wird garantiert. Viele Dantschreiben. Für Händler und Bereine Extra- Sortimente von Wiart 10.- an, Adolf Eichhorn Eugen Sohn, Lauscha( Sachs.) Nr. 61 Mein. Fabrikation und Versand von Glaewaren aller Art. Reichel's echter Wacholder- Extrakt Marke ,, Medico" wird mit vielseitigem Erfolge gegen Rheumatismus, Gicht, Jochias, Hämorrhoiden, Magenschwäche, Frauenleiden, Blafen: und Nierenleiden, Suftenleiden, Asthma 2c. gebraucht, ist schleimlösend auf Brust und Lunge, treibt Erkältungen aus dem Körper regt Appetit u. Verdauung an und ist ein Blutreinigungsmittel fondersgleichen. Unerreicht in feiner, für alle Teile des Organismus wohltätigen Wirkung. Tausende verdanken ihm ihre Gesundheit In Flaschen a 75 Pf., 1,50 und 2.50, große Blechlanne M. 6einzig echt von Berlin SO. 43, F.- Anschlüsse Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. IV. 4751, 4752, 4753, Bo in den Drogerien und Apotheken nicht erhältlich, hier frei Haus und Man verlange ausandere Füllungen. Warnung: Medico nehme feinesfalls brüdlich Darle ZONOPHONE RECORD INTERNORAL ZONOPHON COMPUTY ZONO HONE warenges Pärche Ga Man achte beim Einkauf auf nebenstehendes Platten- Etikett. השוות Berlin: Emil Bauer, Hagelberger Str. 26. E. Beckershoff, Planufer 24. Karl Chriske, Friedrichstr. 37, SW. 48. ,, Grammophon" H. Weiß& Co., Friedrichstr. 189. Grammophon- Zentrale, Alexanderplatz und Kleiststraße 27. A. Ferra, Kottbuser Damm 23. Karl Hensel, Chaussestr. 129, II. Geschäft: Badstraße 60. Hermann Hoppe, Lothringer Str. 40. Max Juhre, Britzer Str. 10. M. Juhre, Brunnenstr. 117. Juhre& König, Hauptgeschäft: Warschauer Straße 68, Filialen: N. Reinickendorfer Straße 101 und W. Göbenstr. 19. Georg Nöther, vis- à- vis Bahnhof Börse. Passage- Kaufhaus, Friedrichstraße. Hugo Pietsch, Müllerstr. 165. Reinhold Prinz, Brunnenstr. 22. Artur Nelson, Brunnenstr. 170 u. Elsasser Str. 36. Hermann Regenstein, Brunnenstr. 136. Paul Reimann, Hackescher Markt 4. Wilhelm Reuschel, Kottbuser Damm 22. Karl Röper, Petersburger Str. 2. Max Schönhueb, Reinickendorfer Straße, Eingang Weddingstr. 5. Paul Scholz, Frankfurter Allee 78b, Ecke Thaerstr. Charlottenburg: W. Becker, Wilmersdorfer Straße 127, I, Ecke Schillerstraße. C. Grosse, Wilmersdorfer Str. 138. Köpenick: Otto Hanelt, Grünstr. 20. Groß- Lichterfelde: Paul Kuhnert& Co., Chausseestr. 111 und Hermann Scharke, Chausseestr. 54. Nauen: Michael Zwickel, Ketziner Straße. Pankow: Theodor Lange, Wollankstr. 117. Potsdam: F. Görz, Charlottenstr. 36. Reinickendorf: H. Buchwald, Herbststr. 10. Schöneberg: Artur Kühn, Kolonnenstr. 7. Steglitz: Otte Baron, Albrechtstr. 10. Spandan: A. Schröter, Potsdamer Str. 50 und Breitestraße. CARMEN SOLVA JSSIR Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Berantwortlicher Mebalteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW ib. 287. 25. w w 3. Keillige des Jönnirto" leiliiict WlksdlM. Um Iftittivoci) findet für Berlin und Vororte der Zaülabend statt. Profeit gegen die GeSellkI)aftsIteuer. Die preußische Regierung PIcint die Einführung einer so- genannten Gesellschaftssteuer, die auch die Kousunigenossen- schaften treffen und sie in ihrem Bestände schwer gefährden soll. Am heutigen Dienstag finden deshalb Vcrsammlungen statt, in denen Protest gegen den Plan erhoben werden soll. Frauen wie Männer des arbeitenden Volkes werden ersucht, zahlreich zu erscheinen._• parte!- Hngclcgenbeiten. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Verlins und Umgegend. Am Sonntag, den 13. Dezember, von 8 Uhr früh an, findet in Groß- Berlin eine Flugblattverbreitung statt, worauf wir schon heute aufmerksam machen. In allen Parteispeditionen wird das Werk » Brands,„Nleubrook", zum ermäßigten Preise von 1,20 Mark an die orgaiüsicrten Genossen abgegeben, ebenso beschen die Wahlvereine noch eine Anzahl Exemplare von Lissa g ara y,„Die Geschichte der Pariser Kommune", welches gleichfalls zum reduzierten Preise von zwei Mark abgegeben wird. Wir bitten hiervon Notiz zu' nehmen. _ Der Zentralvorstand. Charlottenbnrg. Die Parteigenossen der dritten Gruppe werden darauf aufmerlsam gemacht, daß für säimliche Bezirke am Mittwoch ein gemeinsamer Zahlabend im Bolkshause, Rosinenstr. S.. staltfindet. Der Vorstand. Zehlendorf. Am Mittwoch, den S. d. M.. abends 8'/z Uhr, findet in den bekannten Lokalen der Zahlabeild statt. Es stehen wichtige Angelegenheiten zur Beratung. Der Vorstand. Schmargendorf. Morgen, Mittwoch, findet der Zahlabend im Lindcnbaum statt. Dort gelangen auch die Billetts zum Kostümfest zur Ausgabe. Die Versammlung am Schluß des Monats.fällt aus. Der Vorstand. Marienfelde. Für den Bezirk Marienfelde findet der Zahlabend am Mittwoch, den S., bei Berger. Dorfstraße, statt. Für den Bezirk Lichtenrade am Sonnabend, den 12. Dezember, bei Deter. Stralau. Morgen Mittwoch Zahlabend in allen Bezirken. Die Parteitagsprotokolle gelangen zur Ausgabe. Der Vorstand. Johannisthal. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet heule(Dieilstag) abend bei A. Trautmann, Friedrichstt. 01, statt. Frau M. Jeetzc-Aixdorf wird über»Kulturbcstrebungen der modernen Arbeiterbewegung* referieren. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß in unserem Ort der Zahlabend mit Groß-Berlin an jedem zweiten Mittwoch im Monat bis auf weiteres im Lokale des Genossen Joch, Köpenicker Straße 4S, abends 3>/z Uhr, stattfindet. Der Borslaud. Karlöhorst. Mittwoch, den 9. Dezember, abends S'/g Uhr. Zahl- abend bei Sabrowski, TreSkowallee. Der Vorstand. berliner j�acbricbten. Tie Ausstellung von Jugendschriften und Wandschmuck ist am Sonntag im Gewerkschaftshaus(Engelufer 15, Saal III) eröffnet worden. Seit 1902 werden alljährlich diese Ausst-'lluiigen von der Arbeiterbevölkerung Berlins als ein Borbote der Weihnachtszeit willkommen geheißen. Sie sollen den Müttern und Vätern, die ihren Kindern zu Weih» nachten ein gutes Bilderbuch, ein anregendes Lesebuch schenken wollen, die Auswahl erleichtern und sie vor dem Ankauf von Schund bewahren. Zugleich sollen sie die Arbeiterfamilie, die nach einem Schmuck für ihre Wohnung sucht, aufmerksam machen auf Wandbilder, die künstlerisch wertvoll und dabei verhältnismäßig billig sind. Schon am Sonntag fand die Ausstellung sofort einen recht lebhaften Zuspruch. Nachdem sie um 3 Uhr nachmittags eröffnet worden war, füllte der Saal sich sehr bald. Und bis in die späten Abendstunden hinein dauerte der Zustrom von Besuchern. Der Beweis, daß solche Veran- staltungen einem Bedürfnis entgegenkommen, ist längst ge- führt durch den Erfolg, den schon die früheren Ausstellungen in Berlin hatten. Immer mehr sind auch in den Vororten die Genossen und Genossinnen dazu übergegangen, dort eigene Ausstellungen von Jugendschriften und auch von Wand- schmuck zu veranstalten, weil in der Arbciterbevölkerung ein Verlangen danach geäußert wurde. Ueber die Nützlichkeit und Notwendigkeit dieser Ausstellungen braucht heute kein Wort mehr gesagt zu werden. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen, die der B i l d u n g s a u s s ch u ß der sozial» demokratischen Partei Deutschlands seinem diesjährigen Verzeichnis empfehlenswerter Jugend» s ch r i f t e n(ausgegeben als besondere Beilage des„Vor- wärts" vom 5. Dezember) vorausgeschickt hat. Im vorigen Jahre hatten die Veranstalter der Aus» stellung sich noch nicht völlig an das vom Bildungsausschuß zusammengestellte einstweilige Verzeichnis anschließen wollen, weil die Zahl der darin empfohlenen Bücher noch nicht sehr zahlreich war. Inzwischen ist das Verzeichnis auf mehr als das Doppelte angewachsen, es wird daher selbst anspruchs- volleren Besuchern genügen und ist denn auch der diesjährigen Ausstellung zugrunde gelegt worden. Der Bildungsausschuß hat im wesentlichen auch jetzt noch sich auf die Arbeit stützen müssen, die von den deutschen Volksschullehrern durch ihre Prüfungsausschüsse für Jugendschriften seit einer langen Reihe von Jahren geleistet worden ist. Aber seine Be» mühungen, vom eigenen Standpunkt aus zu prüfen, zu sichten, zu ergänzen, sind bereits überall in dem neuen Ver- zeichnis zu spüren. Eine Auswahl ist da zustande gekommen. die der Gedankenrichtnng der Arbeiterklasse besser gerecht zu werden sucht und dabei auch der bescheideneren Leistungsfähigkeit des Portemonnaies einer Arbeiterfamilie sich möglichst anpaßt. Die Abteilung für Wandschmuck ist in diesem Jahre leider nicht so reichhaltig beschickt, wie fnan es wünschen I möchte. Ausgestellt sind hauptsächlich die Künstlersteinzeich- nungen aus dem Teubnerschen Verlag sowie Bilder aus dem Kunstwart-Derlag und aus dem Verlag von Seemann, da- gegen fehlen diesmal diejenigen aus dem Verlag von Voigt- länder. Die Ausstellung bleibt geöffnet bis nächsten Sonntag, 13. Dezember, täglich von 3 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Der Zutritt ist, wie immer, unentgeltlich für jedermann. Kinder werden nur in Begleitung Erwachsener zugelassen. Die Bücher dürfen nicht etwa nur von außen betrachtet, son- dern von jedem Besucher eingehend geprüft werden, das ist ja auch der Zweck der Ausstellung. Im Saal sind wieder, wie in den Vorjahren, sachkundige Genossinnen anwesend, die gern jede gewünschte Auskunft geben. In einem anderen Raum(Saal II), der mit dem Ausstellungsraum in keiner Verbindung steht, ist eine Bücherverkaufs st elle ein- gerichtet. Dort kann jedes der ausgestellten Bücher sofort gekauft werden, aber nur innerhalb der für offene Läden vor- geschriebenen Verkaufszeit. Tie Bücher sind auch vorrätig in der Vorwärts-Buch Handlung(Lindenstr. 69). Zu haben sind sie ferner in allen Parteispeditionen. eventuell werden sie durch diese umgehend besorgt. Möge diese Ausstellung auch diesmal wieder ein erfolg- reicher Veitrag sein zu den dankenswerten Bemühungen, den Kindern der Arbeiter die elende Schund» literatur aus den Händen zu winden, die von spekulativen Verlegern auf den Büchermarkt geworfen wird. Berliner Asylvercin für Obdachlose. Im Monat November nächtigten im Männerasyl 29 884 Personen, wovon 9899 badeten; im Frauenasyl 4523 Personen, wovon 2371 badeten. Die Wahl Dr. MugdanS zum Stadtverordneten ungültig! Im„Gemeindeblott* veröffentlicht der Magistrat das Ergebnis der Wahl in der zweiten Abteilung des 5. Kommunalwahlbezirks; er teilt mit. daß Dr. Mugdan zum Stadtverordneten gewählt sei. Das ist vollkommen falsch. Nach der bisherigen Rechtsprechung des OberverwallnngSgerichtS besteht über die Ungültigkeit der Wahl MugdanS nicht der geringste Zweifel. Bekannttich ist die Stichwahl nur deshalb angesetzt worden, weil zwei für einen VollSscbullehrer abgegebene Stimmen als gültig mit m Rechnung gezogen sind. Da Votksschnllehrer nicht zu Stadtverordneten wählbar sind, hätten diese beiden Stimmen von der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen ab- gezogen werden und der Gegenkandidat MugdanS, Herr Richert, als gewählt proklamiert werden müssen. In diesem Sinne hat das OberverwaltungSgericht am 2. Juni 1995 in einem ganz ähnlichen Falle entschieden, der sich in Char» lottenbnrg zugetragen hatte. Hier fand am 23. November 1993 im 8. Wahlbezirk der dritten Wählerabteilung eine Wahl statt. Durch daS Los war bestimmt und öffentlich bekannt gemacht, daß ein HauS- besitzer zu wählen sei. Alle aus NichthanSbesitzer abgegebenen Stimmen waren also von vornherein ungültig. Nun erhielt ein Herr F. 491, ein Herr ßR. 387 und ein dritter Kandidat H. 292 Summen. Nur F. und H. waren Hausbesitzer im Sinne„des Gesetzes, die 887 für N. abgegebenen Slinimen waren also ungültig. Trotzdem wurde eine Stichwahl zwischen F. und R. anberaumt, ans der F. mit 545 Stimmen als gewählt hervorging, während R. 541 Stimmen auf sich vereinigte. Wegen angeblicher bei der Stichwahl vorgekommener Unregelmäßigkeiten strengten einige Bürger im BerwallungSstreitverfahren die Klage aus Ungültigleits- crllärung der Wahl von F. an. Der Bezirksausschuß wies die Klage zurück, er stellte sich mit der Stadtverordnetenversammlung auf den Standpunkt, daß F. schon im ersten Wahlgang gewählt war. daß eS also zu einer Stichwahl, hinsichtlich der allein Unregelmäßigkeiten behauptet seien, gar nicht erst hätte kommen dürfen. Anders das Oberverwaltungsgericht, bei dem die Kläger Be- rufung einlegten. Allerdings erklärte auch das OberverwaltungS- gericht die auf R. entfalleneu Stimmen für ungülttg. es entschied auch dahin, daß von RcchtS wegen F. als im ersten Wahlgang ge- wählt hätte bekannt gemacht werden müssen und daß der Wahl- vorstand gesetzlich nicht befugt gewesen sei, eine Stichwahl anzuordnen. Aber— und nun kommt daS entscheidende— .da somit die Anordnung der Stichwahl einen Verstoß gegen die Gesetze dar st eilte. so könne ihr vom Magistrat bekannt gemachtes Ergebnis keinen Anspruch auf Gültigkeit machen. Auf daS von dem Magistrat nicht bekannt gemachte Ergebnis der ersten Wahl zurückzugehen, würde für die Stadtverordnetenversamm- lung ebenso unzulässig gewesen sein, wie cS für den Magistrat ge- setzlich unstatthaft gewesen wäre— gleichgültig, ob auS eigenem Anttiebe oder auf Antrag etwa der Stadtverordnelenversammlung— an Stelle des Ergebnisses der Sttchwahl das von ihm unter Aus- scheidung der ungültigen Stimmen richtig gestellte Ergebnis der ersten Wahl bekannt zu machen.* Auf den Fall Mugdan angewendet heißt das: 1. Von Rechts wegen ist Richert im ersten Wahlgang gewählt worden, die An- beraumung der Stichwahl war also ungesetzlich. 2. Elwa Nachtrag- lich Herrn Dr. Richert als gewählt proklamieren ist unstatthaft. 3. Die Anordnung der Stichwahl bedeutet einen Verstoß gegen die Gesetze, ihr vom Magistrat bekamtt gemachtes Ergebnis hat keinen Anspruch auf Gültigkeit. Wenn also die Berliner Stadtverordnetenversammlung sich einzig und allein von rechtlichen Erwägungen leiten läßt, dann muß sie die Wahl MugdanS für ungültig erklären. Tut fie eS nicht und wird von irgend einer Seite die Klage angestrengt, dann wird das OberverwaltungSgericht. gemäß seiner bisherigen Rechtsprechung, an dem Beschlutz die erforderliche Korrektur vornehmen. Am meisten würde eS ja den» Rechtsbewnßtsein entsprechen, wenn nachträglich Dr. Richert als gewählt proklamiert würde, aber da das nach der Entscheidung deS OberverwallungSgerichlS nicht erlaubt ist, so bleibt eben nur übrig, die ganze Wahl zu kassieren und eine Neuwahl an- zuordnen._ Ueber die Sonntagsruhe vor Weihnachten und an den Festtagen ist behördlich folgendes festgesetzt worden: Im HandelSgcwerbe dürfen, abweichend von der allgemein festgesetzten Beschäftigungszeit, Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten— 13. und 29. Dezember beschäftigt werden: in Berlin, Charlottenburg, Rixdorf, Wilmersdorf und Lichtenberg von 8-�19 Uhr vormittags und von 12�3 Uhr nachmittags; in Schöneberg und Boxhagen-RummelS- bürg von 8— b'/z Uhr und von iVU—8 Uhr. Der Verkauf von Backwaren. Fleisch. Milch. Vorkost usw. ist an beiden Sonn- tagen schon von 5 Uhr. der Handel mit RoheiS von S Uhr früh gestaltet, der Handel mit Brennmaterialien nur von 5 bis 19 Uhr vormittags. Am ersten WeihnachtSfctertage dürfen Gehilfen usw. beschäftigt werden: im Milchhandel von 6 bis 19 und 12 bis 2 Uhr, im Handel mit Back- und Fleischwaren von 5 bis 19 Uhr. im Handel mit Kolonial- und Vorkostmaren, Bier und Wein, Zigarren usw. von 8 bis 19 Uhr, mit RoheiS von 6 bis ö'/a, in ZeitungSspeditionen von 4 bis 9 Uhr. im Blumenhandel von 9 bis 19 und 12 bis 2 Uhr.(In Schöneberg und Boxhagen-RummelS- bürg weichen die Verkaufs- und BeschästigiingSzeiien teilweise etwas ab.) Am zweiten Weihnachtstage finden die allgemeinen Vorschriften über die Sonntagsruhe statt. Was geben wir unseren Kindern zu lesen? Ueber diese wichtige Frage spricht heute abend der Genosse Dr. Eduard David im Saal I des Gewerkschaftshauses. Wir machen die Genossen und vor allem die Genossinnen auf diesen Vortrag besonders ausmerk- sam. Der Vortrag beginnt um 8Vz Uhr. Vorher und nachher ist Gelegenheit zur Besichtigung der Jugendschriflen-Ausstellung. Ferner sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Verkaufsstelle für Bücher nur bis Abends 8 Uhr geöffnet ist. Beschäftigung bei der Post haben auS Anlaß der bevorstehenden WeihnachlSpaketbeförderung eine Anzahl Beschäftigungslose gefunden. In einigen Zeitungen ist davon die Rede, daß 2999 Leute eingestellt worden seien und daß pro Tag 3,59 M. gezahlt würden. Das ist natürlich eine große Uebertreibung und sogar auch eine Unwahrheit. Zunächst ist die Zahl derjenigen, die angestellt wurden, eine erheblich geringere, die Hälfte der genannten Zahl wird daS Nichtige treffen. Dann aber erhalten die Leute auch leine 3,59 M. pro Tag. sondern nur 3 M. Die Reichspostverwaltung ist so knanscrig, kaum den ortS- üblichen Tageloh» zu zahlen, obwohl die Arbeit doch nur eine vor- übergehende ist und sie wirklich noch keinen fürstlichen Lohn bewilligen würde, wenn sie über den Satz hinausginge. Zu verlangen ist das unter allen Umständen, da in der Hauptsache die Arbeit doch erst vom 21. Dezember ab geleistet wird und Feiertage über ausgeübt werden muß. Dabei tvä'hlt die Postverwaltung bei ihren Einstellungen sehr auS. Acltere Leute werden von vornherein abgewiesen; dazu kommt, daß jeder Einzustellende erst ein polizeiliches Fnhrungö- zeugnis beibringen muß. Und das alles, um 3 M. täglich zu verdienen. DaS Ergebnis der Gewerbegerichtswahlen wird jetzt vom Magistrat nach den amtlichen Feststellungen veröffentlicht. Die endgültigen Zahlen weichen nur ganz wenig ab von den vorläufigen, die nach Ermittelungen der GcwerkschaftS- kommiffion im.Vorwärts' bekanntgegeben wurden. Die bürgerliche Presse hatte Zahlen gebracht, die von den jetzt amtlich festgestellten sehr beträchtlich abweichen. Wir wollen auch das amtliche Ergebnis noch mit« teilen. An der Wahl der 79 Arbeitgeberbeisitzer beteiligten sich 7118 Wähler, doch wurden 39 Stimmen für ungültig erklärt, so daß 7988 gültige Stimmen blieben. Hiervon fielen 5443 auf Liste I (bürgerliche Arbeitgeber) und 1642 auf Liste II(freie Arbeitgeber). Bei der Wahl der 79 Arbeitnehmerbeisitzer wurden 83 221 Stimmen abgegeben, 49 wurden für ungültig erklärt, eS blieben also 83 181 gültige Stimmen. Hiervon fielen 75 954 auf auf Liste I(freie Gewerkschaften), 529 auf Liste II(Wiesenthals Grüppchen), 3732 auf Liste HI(Hirsch-Dunckersche), 2763 auf Liste IV(Christlich-Nationale), 198 auf Liste V(technische Angestellte). Die Verteilung der Mandate bleibt auch nach den amtlichen Feststellungen so, wie sie im„Vorwärts* angegeben worden war. ES kommen aus je 1 Arbeitgeberbeisitzer etwa 191 gültige Stimmen(7988: 79), auf je 1 Arbeitnehmerbeisitzer etwa 1183 gültige Sttmmen(83181:79). Nach dem Verhältnis der gültigen Stimmen jeder Liste zur Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen entfallen von den 79 Mandaten der Arbeitgeber- bcisitzer auf Liste 1: 54, auf Liste II: 16. von den 79 Mandaten der Arbeitnehmerbeisitzer auf Liste I: 64. auf Liste II: 1, auf Liste III: 3, auf Liste IV: 2, auf Liste V: 9. Die Liste II bekommt hier ein ganzes Mandat, obwohl sie nach ihrer eigentlich nur einen Nest darstellenden Stimmenzahl(529) noch kein halbes wert ist. Sie verdankt ihren«Erfolg' nur dem zufälligen Um- stand, daß auch bei den Listen m, IV. V Reste blieben, die aber jeder für sich kleiner sind als die Stimmenzahl der Liste II. Die 64 Mandate von Arbeitnehmerbeisitzern, die auf die Liste der freien Gewerkschaften entfallen, bedeuten eine VertrauenSlundgebung der Arbeiterbevölkerung Berlins für die freien Gewerkschasien. deren beherrschende Stellung auch durch die wüsteste Agitation verlogener Gegner nicht erschüttert werden konnte. Daß daneben noch 16 Mandate von Arbeitgeber« b e i s i tz e r n auf die Liste der freien Arbeitgeber entfallen, daS dürfte dem liberalen Bürgertum Berlins die Freude an dem Verhältniswahlverfahren, von dessen Einführung für die Gewerbe« gerichtSwahlen eine Schwächung des Einflusses der Sozial- demokratie erwartet worden war, noch mehr verderben. Die Ursache der Benzinexplosion in der Brunnenstr. 63, bei der, wie wir berichteten, der Sohn des Herrn Hcrrmann schwere Brand- wunden erlitt, ist darauf zurückzuführen, daß Herrn Herrmann senior beim Löten einer Säge die Lampe explodierte. Anscheinend war die Lampe, die nach einer Reparatur zum ersten Male wieder w Ge- brauch war, nicht ganz dicht. AuS der Berliner BerkehrSstatistik. Die Hoch- und Untergmnd- bahnen sowie die Aittomobilomnibusse zeigen steigende Frequenz- ziffern, die Große Berliner Straßenbahn fallende. Im Oktober d. I. wurden durch die Straßenbahnen insgesamt 44.3 Millionen Personen befördert, davon 35,7 Millionen durch die Große Berliner und der Rest durch andere Gesellschaften. Die Hoch- und Untergnmdbahn beförderte 4.47 gegen 3,77 Millionen im Oktober v. I. Die Kraft- omnibusse 2'/« Millionen gegen l1/» Millionen Personen im Ok- tober v. I. Verbotene Lose beschlagnahmt hat die Kriminalpolizei gestern vor dem Hause Waßmannstt. 41. Dort waren Männer beschäftigt, eine Menge Wäsche- und Tragkörbe. Kisten und KartonZ aus einen Wagen zu laden. Eine Kriminalpatrouille stellte fest, daß es sich um einen Massenverschleiß verbotener Lotterielose handelte. Die gesamte Ladung mit den beiden Wächtern wurde nach dem Alexander« platz expediert. Im Streite erstochen ist wahrscheinlich der am 12. Oktober 1859 zu Berlin geborene Gelegenheitsarbeiter August Schlenker, der Sonntagabend kurz vor 9 Uhr in den Anlagen der AuferstehungS- kirche tot aufgefunden wurde. Zwei Arbeiter, die dort des WegeS kamen, fanden den blutüberströmten Mann östlich von der Frieden- straßc an der Diestelmcycrstraße regungslos auf einer Bank sitzen und benachrichtigten eine Schutzmannspatrouille vom 44. Revier. Der Reviervorsteher ließ mit einer Droschle den Arzt Dr. Schäfer von» der Rettungswache I holen, der aber nur noch den Tod feststellen konnte. Die Kriminalpolizei entsandte ihre Kommission für besondere Borlommnisse. Der Arzt entdeckte an dem Toten, dessen Kleidung mit Blut durchträntt war. zwei Stich- wunden im rechten Oberarm, konnte aber nicht be- stimmt sagen, ob der Blutverlust oder etwa eine Alkohol- Vergiftung den Tod herbeigeführt habe. Nach den Ermittelungen ist der Mann wahrscheinlich im Streit erstochen worden. Die Leiche wurde nachts um 2 Uhr nach dem Schauhause gebracht. Die Bank in den Anlagen Ivar noch gestern mittag an der Lehne und am Sitz mit Blut besudelt. Die Kriminalpolizei hat den Lumpenhändler Karl Kienitz und dessen Geliebte Minna Stahlberg unter dem dringenden Verdacht, den Mann erstochen zu haben, gestern nach- mittag dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Sindesmord? Zwei spielende Knaben landeten gestern nach mittag aus dein Tiergartengewässer in der Nähe der Statuen-Brücke zwischen der Charlottenburger Chaussee und dem Spreeweg ein Paket, das die Leiche eines neugeborenen Knaben enthielt. Die Leiche war in ein weistes Strickjäckchen gekleidet und in Leinwand eingeschnürt. Der Unterleib war in Watte eingewickelt. Drei Stadtbahnsledderer wurden am Sonntagabend auf frischer Tat ergriffen, die IS. 23 und 25 Jahre alten„Arbeiter" Benjamin Hanneboom, Hugo Pilz und Hans Schulz, die sich zu Raubzügen vereinigt hatten. Zunächst fuhren Hanneboom und Schulz zusammen vom Bahnhof Börse aus umher, Pilz vom Gesundbrunnen auS. Dann vereinigten sich alle drei mit den, Plane, daß der erfahrene Hanueboom„fleddern" sollte, während die beiden anderen zu beiden Seiten den Durchgang nach dem Nebenabteil besetzten und gesperrt hielten. So arbeitete eS sich dann auch am leichtesten, und wiederholt mit Erfolg, bis ein Kriminalbeamter den alten Sünder Panneboom sah und sofort erkannte. Auf der Fahrt von Berlin nach dem Savignyplatz gelang Hanneboom wiederum der Taschen- schnitt. Bevor der Gefledderte munter wurde, verließ die Bande den Zug und bestieg eiligst einen anderen, der am gegenüberliegenden Bahnsteige schon hielt. Im Nebenabteil aber fuhr der Kriminal beamte--it und nahm mit Hilfe eines Kameraden auf dem Bahnho Alexanderp. rtz die Fledderer fest. Alle drei legten gestern ein Ge- ständnis ab und wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Hanneboom bedauerte nur, daß er gerade zu Beginn der Haupt taison wieder �.alle geworden" sei. Abstempelung der Fahrscheine für das Jahr 1809. Zur Abstempelung der Fahrscheine für daS Jahr 1909 werden die Droschken- und Torwagenkutscher aufgefordert, sich vom 2. Januar kommenden Jahres ab im Bureau des Verkehrskommissariars am Alexanderplatz. Zimmer 76, einzufinden und zwar unter Vorlegung des ErkennungsschildeS und im vorgeschriebenen Dienstanznge. Die Abstempelung erfolgt nach alphabetischer Reihenfolge. Es sind zu diesem Zweck die Tage vom 2. Januar bis 22. Februar angesetzt. Die Arbeitslosigkeit. Der neue Polizeibericht meldet: In seiner Schlafstelle im Hause Koltbuser Straße 10 vergiftete sich mittags der 26 Jahre alte aus Oesterreich stammende Schleifer Eduard P. Nach- dem. ihm seine Wirtin Milch und Seifenwasier eingeflößt hatte, worauf staikeS Erbrechen erfolgt war, schaffte man ihn in einer Droschke nach dein Krankenhause am Urban. Lebensgefahr ist aus' geschlossen. Längere Arbeitslosigkeit und Nahrungssorgen sollen die Ursache des Selbstmordversuches bildeir. Der Kimstabcnd, den die Genossen des Gesundbrunnens am Sonnabend im Ballschmiederschen Lokale veranstalteten, kann im großen und ganzen als gelungen bezeichnet werden. Den musika- tischen Teil des Abends bestritt in der Hauptsache daS Berliner Elite-Orchester unter Leitung deZ Musikdirektors Herrn Fritz Blanie. Als vollendete Violinviituosin stellte sich Frau Beckcr-Samolewska vor, während Herr v. Winterstein vom Deutschen Theater seine Auf- gäbe als Rezitator tadellos löste; sein Programm war gut zu- samnieiigestellt und wurde vom Publikum lebhaft applaudiert. Den gesanglichen Teil venrat Fräulein Margarete Blume; ihre kleinen Liedchen. deren sie nicht weniger denn sechs hintereinander vortrug, waren ganz nett, während ihr beim Vortrag der Arie aus der Oper „Oberon" doch noch einiges zu fehlen schien. Etwas Besonderes tat noch Herr Blume als Klaviersolist durch Vortrag der LiSztschen Ucbertragnng: Oa Marseillaise. Die einzelnen Programinnummern fanden ein aufmerksames und auch dankbares Publikum. EtwaS beciilträchtigt wurde der Abend durch eine gewisse Neber- füllung, welche auf die ohne Sitzplatz Gebliebenen nicht gerade an- genehm wirkte. In Zukunft muß versucht werden, so schwer dies auch sein mag. dein abzuhelfen. Zum Gelingen eines Kuustabcnds ge- hört, daß jeder Besucher eineir Sitzplatz hat. Dann wird auch die nötige Ruhe geschaffen, die nun einmal vorhanden sein Muß, will jeder, Besucher von einem derartigen Abend profitieren. Daß am Büffet nach dtefer SttchAmg tfiit zeitweise äußerst rücksichtslos ver- fahren wurde, ist ganz und gar zu mißbilligen und darf sich nicht tviederholen. ES war daS erstemal, daß da draußen im äußersten Norden des Gesundbrunnens eine künstlerische Veranstaltung abgc halten wurde. Daß ein Bednrsiiis vorhanden war, hat der Besuch und der Verlauf des AbcndS bewiesen. Frncrwchrbcricht. Abermals konnte die Feuerwehr eine vor sätzliche Brandstiftung feststellen. Als sie in der Nacht zum Soniu tag um 3 Uhr nach der Gipsstr. 7 gerufen wurde, war der Zug 13 so schnell zur Stelle, daß noch festgestellt werden konnte, wo der Brand zum Ausbruch gekommen war. Au zwei Stellen hatte man alten Hausrat aus dem Boden angezündet und brannte bereits das Dachgebälk. Brandmeister Tamm ließ sofort kräftig vor- gehen und tüchtig Wasser geben, wodurch eS gelang, die Flammen aus den Dachstuhl zu beschränken. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Gleichzeitig kam in der Koppenstraße 47 dnrch Umfallen einer Petroleumlampe Feuer in einer Wohnung aus. Am Sonntag früh mußte der 16. Zug einen größeren Brand in der Laubenkolonie in der Bornholmer Straße löschen. An der Ecke der Jerusalemer Straße, Kronenstr. 35, brannten nachts in einem DamenkonfektionSgefchäst Kleider, Fuß' bödcn, Schaldecken und anderes. Die Flammen konnten mit einer Schlauchleitung gelöscht werden. Die Entstehung war nicht zu er- Mitteln. Wegen eines ÄellerbrandeS wurde die Wehr nach der Linien- straße 2/3 gerufen und wegen eines DachbrandeS nach der Pallasstr. 14, Ivo Teer und anderes in Brand geraten war. Kleider Gardinen!c. wurden in der Greifswalder Straße 30, Straßburger Straße 20 und anderen Stellen ein Raub der Flammen. Möbel gingen in der Cuvry straße 13, Slraßmann- und Koloniestraße 6 in Flammen auf. In der Cnvrystraße 34 brannten Stroh, Dung u. a. Die Schöneberger Feuerwehr hatte in der Neuen Winterfeldt- straße einen Hängcbodenbrand zu löschen und wurde außerdem nach der PallaSstratze gerufen. Die Charlottenburger Feuerwehr hatte mehrere Stunden am Nonnendamm zu tun. Dort war in der Laubenkolonie in einem Restaurant Feuer ausgekommen. Das auS Fachwerk erbaute Lokal stand noch vor Ankunft der Feuerwehr vollständig in Flammen. Der Inhaber versuchte noch einen wert- volle» Schäserhund aus einem Hinterzimmer zu retten, inußte aber davon absehen; die Flammen griffen mit ratender Geschivindigkeit um sich und in kurzer Zeit bildete das ganze Anwesen ein Flammen- meer. Die gesamte Einrichtung, darunter ein Orchestrion im Werte von 9000 M., mit allem, was niet- und nagelfest war. wurde ein Raub der Flammen und bildete, obgleich die Charlottenburger Wehr mit zwei langen Schlauchleittingen stundenlang Wasser gab, einen großen Trümmerhausen. Der Gastwirt hat alle? verloren, nicht einmal das bare Geld und die Schmucksachen konnten gerettet werden. Zu Klumpen geschmolzen wurden die Reste aus dem Brandschutt hervorgesucht. Außer dem Hunde ist auch noch Federvieh verbrannt. Die Entstehung des Feuers wird auf einen schadhaften Ofen bezw. -in Ofenrohr zurückgeführt. Der Gastwirt, der nur wenig versichert �atte, ist zu bedauern; er hat fast sein ganzes Hab und Gut ein- gebüßt.________ Vorort- JVadmehten* Wilmersdorf. Ein Schauspiel für Götter bot die vorige Woche im Lokal zum „Seebad" einberufene Komnmnalwahlcrversammlung. Seit der Hauptwahl lag unter den bürgerlichen Parteien ein Konfliktsstoff in der Luft, und an diesem Abend wollten sich die Herren gegen- seitig die Maske vom Gesicht reißen. Um eine eventuelle sozial- demokratische Kritik zu unterbinden, machte der Versammlungsleiter gleich zu Beginn der Versammlung bekannt, daß er Rednern, die für die Sözialdeuwkratie propagieren wollen, das Wort nicht erteilen werde, und stützte sich hierbei auf das ihn: zustehende Hausrecht. 'Nach einem kurzen sachlichen Referat des mit unserem Kandidaten Riedel in Stichwahl stehenden Herrn Klettke über Wilmersdorfer Kommunalpolitik ging der zweite Referent Herr Amtsgerichtsrat N a d l c r auf die Vorgänge ein, die sich im„Kaiserplatzviertel" ab- gespielt hatten. Wie bekannt, kam nämlich am Tage der Wahl— trotz gegenseitiger Verständigung— eine bürgerliche Gruppe mit dem Namen eines ganz neuen Kandidaten heraus, ugd zwar wurde den bürgerlichen Wählern anstatt Herrn Klcttke mit einem Male ein Herr Dr. Sabbath zur Wahl empfohlen. Natürlich entstand unter den Wählern eine ziemlich große Verwirrung, was nun auch eine Stichwahl zur Folge hatte. Mit dieser delikaten Kandidaten- gcschichte, mit ihrem Drum und Dran beschäftigte sich fast aus- schließlich die erwähnte Versammlung. Es war für einen Sozial- demokratcn ein Genuß, zu hör�n, wie die Herren, die sonst nicht genug über den angeblich rohen Ton der Sozialdemokratie geifern können, sich gegenseitig anpöbelten und Kulissengcheimniffe aus- kramten, aus denen man sehen konnte, auf welch unehrliche Art bürgerliche Kandidaturen zustande kommen.■— Im genannten Stadtviertel besteht außer dem„Bürgerverein Kaiserplatz" noch ein sogenannter„Haus- und Grundbesitzerverein", die wie Hund.und Katze nebeneinander leben. Und so kam nun der letztgenannte Verein auf den witzigen Einfall, plötzlich am Wahltage mit einem neuen Kandidaten die nichtsahncnden Wähler zu überraschen, um dem Herrn Klettke ein Bein zu stellen. Als die Arrangeure dieses „Bluffs" wurden die beiden Stadtverordneten Herr Maurermeistc Laage und Kaufmaim Fischer bezeichnet, die auch persönlich mit ihrem Anhang in der Versammlung waren. Speziell Herr Fischer wurde von seinen Gegnern arg zerschunden; ihm wuöde mit den denkbar heftigsten Ausdrücken erklärt: wenn er noch einen Funken Ehrgefühl besäße, müsse er sofort sein Stadtverordneten- Mandat niederlegen. Ferner wurde ihm vorgehalten, daß er sein Mandat auch dazu benutzt hätte, um für seine Person durch gewisse geschäftliche Manipulationen pekuniäre Vorteile zu erzielen. Herr Fischer suchte nun die ihn arg kompromittierende Sache damit zu- rückzuweisen, indem er sich auf eine Kommission derief, die diese Angelegenheit untersucht hat, und nichts Bedenkliches m seinen Finanzgeschäften gefunden hätte. Sofort ergriff Herr Klettke das Wort, und gab unter großer Entrüstung der Versammlung bekannt. daß, nachdem er nachträglich auf Grund von Beweisen, die ihm nach- träglich zugingen, eine bessere, cinwandssrcicre Einsicht in diese Fischersche Sache erhalten habe, er nunmehr die zugunsten Fischers abgegebene Erklärung nicht mehr aufrecht erhalten könne. Wenn er damals schon eingehend und einwandfrei informiert gewesen wäre, so hätte er niemals für Fischer ein Vertrauensvotum ab- gegeben. Für die Wilmersdorfer arbeitende Bevölkerung ist es jedenfalls sehr wertvoll, was durch diese Katzbalgereien im bürgcr- lichen Lager ans Tageslicht befördert wurde. Trifft das zu. was dem Stadtverordneten Fischer zur Last gelegt wird, dann ist eS allerdings die dringendste Pflicht, daß er mit Schimpf und Schande aus dem Stadtparlament gejagt wird. Ter Spektakel endete schließlich damit, daß Resolutionen an- genommen wurden, in denen erklärt wurde, Fischer habe als Stadt- verordneter jedes Vertrauen mißbraucht und solle sein Mandat niederlegen. Hoffentlich zieht nun die Wilmersdorfer Arbeiterschaft aus diesem bürgerlichen Skandal die Lehre und sorgt mit ganzer Kraft dafür, daß bei der Stichwahl der Sozialdemokrat ins Stadt- Parlament einzieht. Rixdorf. Die JugcndschriftenauSstcllung für Rixdorf befindet sich in der Varteispedition, Neckarstr. 2. Die Ausstellung, in welcher alle vom Bilduiigsausichuß empfohlenen Schriften zu haben siud, ist täglich bis, 8 Uhr abends geöffnet, außer Sonnlag. Charlottenblirg. Der Tod der I4jährigen Schülerin Elisabeth Reinöhl in der hiesigen Volksbadeanstalt wird nunmehr ein gericvtlickieS Nach- spiel zur Folge haben. Es handelt sich um jenen höchst bedauer- lichen Unfall, der sich am 6. März d. I. in dem großen Schwimm- bassin der städtischen Badeanstalt m der Krummestraße ereignet hatte. Die dort als Schwimmlehrerin angestellte Frau Anna Jürgens batte an dem genannten Tage die ihr von, Charlottenburger Magisttat überwiesenen Gemeiudeschülerinnen zu unterrichten. Die Schülerin Reinöhl sprang, nachdem sie von der Schwimmlehrerin Unterricht erhallen hatte, nochmals ins Wasser. Sie hatte vorher noch zu einer Mitschülerin gesagt, sie solle aufpassen, wie lange sie unter Wasser bleiben könne. Diese kümmerte sich jedoch nicht mehr um die R.. wurde aber stutzig, als nach einiger Zeit eine Badekappe auf dem Wasier schwamm. Sie machte die Schwimmlehrerin darauf aufmerksam, daß die Reinöhl untergegangen sei. Die I. soll, wie die Mädchen behaupteten, geantwortet haben:„Ihr seid ja verrückt!" und sich nicht weiter darum bekümmert haben. Erst nach geraumer Zeit holte sie den Bademeister Wegener, der nach wiederholtem Tauchen die Schülerin Reinöhl als Leiche an die Oberfläche brachte. Die Staatsanwaltschaft leitete sofort eine Untersuchung ein, die nunmehr zu der Erhebung einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung geführt hat. Die Angeschuldigte bestreitet ganz energisch, jene Aeutzerung zu den Schülerinnen getan zu haben, und will vor Ge« richt den Nachweis führen lassen, daß sie alles getan habe, um dem ertrunkenen Mädchen noch Hilfe zu leisten. Der Unfall sei ihr auch viel zu spät gemeldet worden. Sie selbst habe auch bei der großen Anzahl Mädchen, die im Wasser herumtollten und sich zum Teil auch in den Nebeiiränmen aufhielten, auf die einzelnen nicht achten können, zumal sie durch den Schwimmunterricht voll in Anspruch genommen war. Die Verhandlung findet demnächst vor der Straf- kammcr deS Landgerichts III statt. Eines starken Andranges hatte sich am Sonntag die in, V o l k S- h a u S eröffnete Jugendschrifien-AnSstellung zu erfreuen. Die ans- gestellten Werke: Bücher für Kleine und Große, Bilder von Meunier und Porttäls der Vorkämpfer der Arbeiterbewegung, fanden den lebhaftesten Beifall der Besucher. Bis zum Schluß der Ausstellung hielt der starke Besuch an. Zahlreiche Bestellungen wurden entgegen- genonimen. Wir weisen nochmals darauf hin, baß die Ausstellung auch wochentags von 5 bis 10 Uhr abends geöffnet ist. Lichtenberg. Zum Achtuhr-Ladcnschluß. Unsere Meldung in der Sonnabendnummer deS„Vorwärts" zum Zustandekommen des Achtuhr-LadenfchlusseS in Lichtenberg ehlten noch 14 Stimmen an der hierzu notwendigen Zweidrittel- Majorität, kann erfreulicherweise korrigiert werden. Die 14 Stimmen sind noch am Sonnabendvormittag gesammelt worden. Somit wären die Bedingungen zum Achttihr-Ladenschluß auch für Lichtenberg erfüllt. Das hiesige OrtSblättche», das erst am Abend erscheint, benutzt unsere Meldung dazu, um uns eine Unrichtigkeit nachzuweisen. DaS 29 tat Ich ch konnte natürlich atrf Abend wissen, daß die für den Achtuhr- Ladenschluß erforderliche Zweidrittelmajorität erreicht sei. Es unter- schlägt aber seinen Lesern, daß eS noch am Sonnabend der größten Anstrengungen bedurfte, um die nötige Stimmenzahl zu- fammen zu bekommen. So nimnit es sich denn recht verwunderlich auS, wenn daS Amtsblatt bloß mitteilt, daß die Zweidrittelmajorität vorhanden ist, aber verschweigt, seit wann. Im übrigen erbost es sich über die anscheinend vom„Vorwärts" erwähnte„Erpresser- Politik" gegenüber den Feinden deS Achtuhr-LadenschlusscS. ES hieße dem Blatt, das mit der Futterkrippe deS ReichSverbandeS schon sehr diel Bekanntschaft gemacht hat. eine zu große Bedeutung beilegen, wenn wir auf diesen Erguß eingehen wollten. Französisch-Buchholz. Rekognosziert ist nun die Leiche, welche am 30. September d. I. an der Mühlenbeckschen Grenze oufg fanden wurde. Der Tote ist der 37 Jahre alte Ricselwärter August Reiniaun: er war in Franz.- Buchholz wohnhaft. Bernau. In der Stadtverordnetenversammlung gab der Vorsteher bekannt, daß die GeschäflsordnungSkommission sich erst noch von anderen Städten Geschäftsordnungen erbitten wolle, um sie mit der hiesigen zu vergleichen. Obwohl diese Kommission schon im Januar d. I. ge- wählt worden ist, hat sie doch erst am 3. d. Mts. ihre erste Sitzung abgehalten. Schweren Herzens scheinen sich die Bürger- lichen von ihrer Geschäftsordnung trennen zu können, welche im§ 3 eine Strafe von 50 Pfennig für Zuspätkommen und eine solche von 1 Mark für unentschuldigtes Fernbleiben von den Ver- sammlungen den Stadtverordneten auferlegt. Von unseren Genossen wurde dieser Paragraph als für Stadlverordnete unwürdig erklärt und beantragt, denselben zu streichen. Ferner ist auch der§ 16 ab- zuändern, welcher die Beschlußfassung von Gehaltserhöhungen der Beamten und Lehrer nur in nicht öffentlicher Sitzung vorsieht. Als- dann gab die Versammlung ihre Zustimmung zur Dringlichkeit eines Antrages des Vorstehers, welcher die Wahl der Etat- und Rechnungskommission verlangte. In dieselbe wurden unsere Genosse» Helbig und Wünsche wiedergewählt. Der Ma- gistratövorlage wegen Bewilligung eines einmaligen Zu- schnsses von 200 Mark an den vaterländischen Frauen- verein gab die Versammlung ihre Zustimmung. Es wurde dann die Eintragung einer zinsfreien Hypothek von, Niederbarnimer Kreiskomnmnalverband in Höhe von 115 000 M. ans da-s neue Krankenhaus von der Versammlung genehmigt. Das Angebot des Eigentümers Bachstein betreffend de» Verkauf seines Grundstücks zu einer projektierten Verbindungöstraße zwischen der Bahnhof- und der Börnicker Straße wurde in einer Magistratsvorlage als zu hoch erachtet und beantragt, eS abzulehnen. Den, stimmte auch die Ver- faminlung zu. Vermischtes. Nachklänge vom Allensteiner OffizierSdrama. Eine Nachricht, die die Erinnerung an das Offiziersdrama von Allenstein wachruft, kommt aus der ostpreußischcn Garnisonstadt Allcnstein,> in der vor fast einem Jahre— am zweiten Weihnachtsfeierlag 1907— Hauptmann v. Goeben den Major v. Schönebeck erschoß. Frau v. Schönebeck, die unter dem dringenden Verdacht der Anstiftung zu diesem Verbrechen verhaftet wurde, ist jetzt aus der Haft entlassen worden. Ein Telegramm aus Allenstein meldet hierüber: Wie die„Allensteiner Zeitung berichtet, ist der am 31. Dezember 1907 gegen Frau v. Schönebeck erlassene Haftbefehl nunmehr aufgehoben worden. Frau v. Schönebeck ist bereits aus der Haft entlassen. Sie bleibt jedoch vorläufig noch in der Provinzialirrenanstalt Kortau, wohin sie wegen plötzlich eingetretener Geisteskrankheit einige Tage nach ihrer Verhaftung gebracht wurde. Frau v. Schönebeck war noch vor einiger Zeit sehr krank, in den letzten Wochen machte ihr Befinden aber große Fortschritte, sie wird sich nach dem Verlassen der Irrenanstalt in ein außerhalb Ostpreußens gelegenes Sanatorium begeben. Ein schwerer EinbruchSdiebstahl wurde einer Meldung aus Hannover zufolge gestern Nacht in Seelze verübt, wo ein sechs Zentner schwerer Geldschrank aus der Registratur deS Pfarrhauses gestohlen wurde. Die Einbrecher beförderten den Schrank durch ein Fenster nach dem Garten, von wo sie ihn auf einem gleichfalls gestohlenen Wagen auf eine Wiese brachten. Dort sprengten sie mittels einer Patrone den Geldschrank, in welchem sich für 250 000 Mark Hypothekenbriefe und 150 000 M. Obligationen befanden. Da diese Papiere für sie wertlos waren, nahmen sie nur die Zinsscheine mit, aus denen ihnen aber gleichfallS kaum ein Vorteil erwachsen dürfte, da die Banken sofort benachrichtigt wurden. Der Tat verdächtig er- scheinen drei Männer, welche nachts in der Nähe deS Pfarrhauses gesehen wurden._ Explosion im Munitionslager« AuS London wird berichtet: Den Abendblättern wird auS Calcutta gemeldet, daß sich in dem 6 Meilen nordöstlich von dieser Stadt bei Dumdum gelegenen Munitionslager eine furchtbare Explosion ereignete, durch die viele Soldaten getötet tvorden sein sollen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-DIrektion übe, den Grotzbandel in den Zenwal-Marktballen. Marktlage: Fleisch: Zusubr stark, Geschäft schleppend, Preise in Mastkälbcr und Hammelfleisch anziehend, Schweinefleisch nachgebend. Wild: Zufuhr genügend, Geschäft ziemlich lebhast, Preise etwas steigend. Geflügel: Zufuhr nicht ganz genügend, Geschäft lebhast, Preise steigend. Fische: Zufuhr sehr mötzig, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft etwas lebhast. Preise nachgebend. Gemüse, Ob st und Südfrüchte: Zusuhr genügend, Geschäst sehr still, Preise wenig verändert. «oitkernngSstbcrsicht vom 7. Dezember IN0S. morgens 8 Ilbr. 6tattonen e II c§ K Setter Zwmemde 766® Hamburg ,765 5 Serli»! 767 SSW Franft.a TO. 767 SW Äüncheu|770@ Wien i 773 SO 2 bedeckt 2 Regen 2 bedeckt 1 Nebel 3 bedeckt 2 Nebel wst dZ -? — 1 4 _ 2 2 — 1 —7 Stationen C-» t». -s» «2» Savaranda 748 Still i bedeckt J— 7 eterSburg 757 WSW 3 Schnee— 1 Scillh l 767 NNW! halb bd. 8 Äderdeen 762 SW Ibalb bd.I 3 Pari»>764® 2 bedeckt 9 Wetterprognose für Tienötag. den 8. Dezember lvv8. Zunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit geringen Niederschlägen und mätzigcn westlichen Winden; später wieder zeitweise ausllarend und ein wenig kühler. Berliner Wetterbureaa. Wasserstauds-Rachrichten der LandeZansiait für Gewässerkunde, miigeteilt vom Berliner Wctterbureau. Wasserstand M e m- l. Tilsit Pre g el, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Rattbor , Krassen . Franst urt Warthe, Schrimm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leiwieritz , Dresden , Bardo . Magdeburg -t- bedeutet Wuchs.— Fall. *) Gruildcistreibcn.—°) Schwaches — 1 Unterpegel.—') Eisstand,— Eistreiben.— GrundeiSganz. HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ soweit der Vorrat reicht Diese Woche SHA FRANKFURTER ALLEE 6 Waggon Konserven Hervorragend preiswertes Angebot, besonders für Hotels, Restaurateure und Pensionate geeignet D. D mittel. stark D. D. 1 D. D. Mirabellen. 63,37 Pt. Riesenstangenspargel.. 17° 93 Stangenspargel 118 64 P. Mirabellen.... Pf. Pf. Pf. of Prima Stangenspargel la 155 83 Pr. Riesenbruchspargel 13º 70Prima Bruchspargel... 115 63 Bruchspargel mittelstark.. 100 55 Kaiserschoten extra fein.. 125 68Feine junge Erbsen... 85, 48 Pt. Junge Erbsen mittelfeln... 55, 33, Leipziger Allerlei fein... 75,43 Pf. Pariser Karotten....... 60, 35 60, 35. Teltower Rüben........ 68, 39 pt. Schoten und Karotten 58 Leipzig. Allerlci mittel: 45 Pf. rein. Pfefferlinge... 42,26 Pt. 42,26 Pt. Spinat. 36,23 P. Wirsingkohl..... 28 Pf Kohlrabi in Scheiben, 24 Pf. mit Grün.. Birnen, weiss Frucht 65 Pf. Aprikosen 1½ ganze Frucht 85 Pt. Gem. Marmelade Pid. 115 Prd. 215 10 ca.5 pfd. Topf 85 Pf Orangen- Marmelade Topf von Grosse& Blackwell, London. Div. Jams Pt. Grosse& Blackwell, 110 London. 2 Waggon pa. Tyroler Aepfel Pf. Pa. Apfelsinen Dz. 30, 40, 50 PT. Pa Mandarinen. Kiste 55 mm 90 P Pa.Almeria- Traubenptd 35,45 Pt. Trauben- Rosinen Datteln...... Tafelfeigen..... Pfd. Karton Kiste 55 Pt. 43 34 P Pf. Pf. Schalenmandeln.. Haselnüsse 40 P Pid. Walnüsse Paranüsse Kranzfeigen lange Pfd. 75 PT. runde Pfd. Pt. Pid. 28, 35. Pt. Pf. Ptd. Pfd. 133225 25 P. Grosse Kochäpfel.. 10 Pf. 95 P Pf. Topf Pfd. D. D. Sauerkirschen ohne Stein. 90, 50 pr. Reineclauden.......... 75, 43 PT. Stachelbeeren extra..... .... 68, 39 Pflaumen, Frucht süss.... 52, 31 PP. Preisselbeeren Pfd. 3 20 5 Pfund 1,65 Apfelmus tafelfertig...... Kaiserkirschen rot, extra ohne Stein Pfirsiche Frucht geschält. Aprikosen Frucht..... 1/2 ៩ ៩៩៩ ៩898s, Pf. Pf. Pf. 115 63 pt. 130 70 PT. 130 70 PP. Erdbeeren a rote Ananas.. 135 73 Pf. Melange- Früchte extra... 115 63 Pf. Znaimer Gewürz- Gurken Glas 75P Pf. 5 Pfd. 75 Pf. 10 Pfd. 145 Pf. 80 P. Feinste Bratgänse. Pfd. 57, 63 Beste Oderbr.Fettgänse Pfd. 60, 64 Pr. Pa. Steyer, Mastputen Jg. Brathühner st. 85,95 Pr. 125 150 Junge Brathähne grosse, Stek. 175 200 Suppenhühner... Stuck 160 195 220 Pa. Fasanenhähne Stck 225 bis 260 Starke Schneehühner Stück Prima Hirschwild Ragout Blatt 105 Keule Rücken 80 Pt., 90 Pt. 150 bis 200 Pfund 30 Pf. 60 Pf. 80 Pt. Starke Wildenten stuck 2 Waggon bra bayr. Waldhasen gestreift Stück 250320 Terrine No. 15 hochprima 13 12 11 10 Star Pasteten 10 140 180 260 300 300 Präsent- Körbe... 300 Strassburger GänseleberFleisch- u. Wurstwaren Zusammenstellung nach Wahl Kolonialwaren 11 IV .. Mischung Pfd. 110 Täglich frisch gebrannter Kaffee Ptd. 120 Pfd. 170 V VI Prima Cervelat und Salami Feinste Tee- Wurst Prima Gänseleberwurst Feinste Kalbsleberwurst... Pfd. 95 Pt. Feinste Landleberwurst.... Pfd. 85 Pf. Feinste Hallesche Leberwurst Pfd. 100 Delikatessleberwurst...... Pfd. 70 Pf. Zwiebelleber- u. Rotwurst Pfd. 45 Pf. Delikatessfleischwurst.... Pfd. 90 Pt. Delikatessrotwurst... Pfd. 65 Pf. Feinste Mettwurst Braunschw Art Pfd. 95 Pt. Westfälische Bauernwurst Pfd. 95 Pl Ochsenmaulsalat in Tönnchen Tonne 90 Pf. schwer Pfd. 115 Prima Nusschinken 2-3 Pfund Feinste Prager Schinken Prager Art Pfd. 115 Geräucherte Gänsebrust... Pfd. 145 Mischung .. 11 H IV V VI ,, Marke Tietz" Karton Pfund 80 Pf. 88 Pf. 100 115 135 155 Tee, unsere Spezial- Mischungen, Pfund 115 180 220 270 350 420 Deutscher Kakao... Pfd. 80 Pf. 100 110 Haushalt- u.Bruchschokolade Pfd. 7 0 Pf. Cakes- Mischung netto 1 Pfd... 50 Pf. Prima Weizenmehl 5 Pfd. 90 Pf. 10 Ptd. 175 Pa.Kais.- Auszugsmehl 5 Pfd. 100 10 Pfd. 190 Pa. Budapester Mehl 5 Pfd. 12° 10 Pfd. 230 Feinstes Backpulver.... 4 Stück 20 Pf. Fix u. Famos fertige Kuchenmasse, Paket 55 Pf Feinstes Backobst Pfd. 33, 45, 65 Pf. Franz. Pflaum. Pid. 28, 35, 45, 55 Pf. Mandeln, Sultaninen, Rosinen, Corinthen, Zitronat, Orangeat, div. Kuchengewürze Tagespreisen zu billigsten StörKaviar Malossol Pfund 950, ShipMalossol Pfund 00 Beluga13⁰⁰ Malossol Pfund 1800 Fisch- u. Räucherwaren Frühstückssardinen ..... Dose 32 Pt. Oelsardinen ,, Marke René"... Dose 42 Pf. Oelsardinen Mark Dose 65 Pf. 1 Dose 120 Perrier Oelsardinen Marke Concorde" Dose 75% Dose 130 Sprotten in Tomaten. ... Dose 60 Pf. Lachskoteletts....... Dose 98 Pf. 155 la. Kronenhummer/ Dose 210 1/2 Dosa 125 la. Nordseekrabben: 38 Pt. 65Pt. 115 ff. Delik. Bismarckheringe Dose 42 Pf. Delikat Heringe/ Dose 50 Pf., Dose 80 Pf. Feinste Granaten in Aspic... Dose 60 Pf. Apetit- Sild.... Dose 28, 38, 48 Pt. OstseeAal in Gelee Dose 80 Pf. Dose 145 Pa Neunaugen Dose 90 Pt., Riesen, Räucherlachs prima...... Pfd. 80 Pf. prima.... Räuchertachs in ganzen Seiten, Pfd. 75 Pf. MANOLI Cigarettes Abbas 3 Pfg. Chic 4 Pfg Gibson Girl 5Pfg. Für das Weihnachtsfest empfehlen wir als geeignete Geschente folgende Prämien für die Leser des Vorwärts": 7. W. Hackländers Werke Neue illustrierte Ausgabe, 2 Bände, 3,50 M. Goethes Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Schillers Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Heines Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Freiligraths W Tämt Werke liche 3 Bände, gebunden, 3,- M. Grillparzers Werke liche 2 Bände illustriert, 3,- M. Reuters sämtl. Werke 2 Bände, illustriert, 3,- M. Gerstäckers Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Ferner empfehlen wir unser reichhaltes Lager in Jugendschriften Bilanz vom 1./4. bis 8./10. 08. Einkaufsgenossenschaft der Freien Vereinigung Berliner Milchhändler. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Attiva 19 Anteile a 50 M. Darlehen. • • 950, 1800, 21570,18 62,50 Summa 24382,68 Einnahme von der Milch Sonstige Einnahmen Paffiva. Materialausgaben Ausgaben für Milch Unfosten fürs Pferd Abfahren der Milch Darlehen zurüd Sonstige Ausgaben Aktiva Passiva. • . 1630,38 20929,45 489.25 568, 400.223,85 Summa 24240,93 24382,68 24240,93 Raffa- Konto 141,75 Die Zahl der haftenden Genossen beträgt 19. Berlin, den 12. Ottober 1908. Der Vorstand. Buth. Bühlsdorf. Tschachschall Der Aufsichtsrat. Dockhorn. Stübbe. Meilchen. Wendt. Schwemmer. Liquidations- Bilanz. Attiva. Kassa- Konto Material Binjen 247/ 9* zufammengestellt nach dem vom Bildungs- Ausschuß der Partei herausgegebenen Jugendschriften- Berzeichnis, das in unserem Geschäftslokale gratis zu haben ist. Bilderbücher find in großer Anzahl und in allen Preislagen vorhanden. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69.( Laden.) Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gastronen, Betroleumfronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Riefenlager. Louis Böttcher( felbft): Betriebsleitung Borhagenerstraße 32( Bahnverbin dung Barschauerstraße), Botsdamer ftraße 81, Schönhauser Allee 79, Badstraße 8a, Rigdorf, Kaiser Friedrich ftraße 247. Ohne Anzahlung, Woche 50 Pfennig, Bilder, Spiegel. Ferner: Möbel, Polſterwaren, Teppiche, Gardinen, Steppdecken, Tischdecken, Bettbezüge, Bortieren, Uhren, Gastronen, Herrengarderobe. Weber, Prenzlauerstr. 49. Besuch, eventuell Bostkarte. ! ZUR AUFKLÄRUNG! ERSTENS: Bitten wir genau auf unsere Marke PALMIN zu achten, da oft andere Fabrikate mit ähnlichen Namen unterschoben werden ZWEITENS: darf gesetzlich nur von uns allein PALMIN hergestellt werden Andere Fabrikate mit ähnlichen Namen sind Nachahmungen DRITTENS: trägt jedes Paket auf blauemGrund das Wort PALMIN und den Schriftzug D: Schlinck in roter Schrift als besondere Erkennung H'Schlinck& Ce, Mannheim Alleinige Produzenten von Palmin. 141,75 Leihhaus 1000, 8,80 Hafifumme der 19 Genossen 340,01 1490,56 Darlehen zurüdgezahlt.. 1000, 4 Passiva. Gläubiger- Konto 400, Zinsen und Banttonto Borto und Publikation 55,05 • 35,51 1490,56 Resthaftsumme des einzelnen Genossen 17,90 M. Berlin, den 3. Dezember 1908. Die Liquidatoren. Tschachschall. Buth. Beschlow. Blumen- und Kranzbinderei Don Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Gelegenheitskäufe verfall. Goldund Silbersachen, Brillanten etc. Seit 25 Jahren Prinzenstr.28 Ecke Ritterstr. Bruch- Pollmann empfiehltsein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. 2488* Berlin N., Liefer. f. Drts- u. Sülfs- Krankenkaſſen jekt Lothringer Straße 60. de Bruchbänder mit elaſtiſchen Be loten, angenehm u. weich am Störper. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabak fabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. zu Originalpreisen. kannten Marken Sämtliche be- Zigaretten Kleine Anzeigen Steppdecken, Wollatlas und Simil feide 3.25, 3.85, 4.35, 5.00, 5.75. Portieren, Violettatuch, 2 Shawls, 1 Lambrequin in allen Farben 3.25, 3.85, 4.75, 5.50, 6.75. Große Frantfurterstraße 125. 1523 Plüsch und Luchtischbeden mit Heinen Stickfehlern. Riesenauswahl 1.65, 1.95, 2.50, 3.50, 4.85, 6.50, 7,25. Tüllbettdecken in weiß und crême 1.95, 2.25, 2.75, 3.25, 4.50. 1525$ Englische Tüllgardinen, Meter 35, 40, 45, 50, 60, 75 Pfennige. 1526 Abgepaste Gardinen und Stores 1.65, 2.25, 2.85, 3.65, 4.35, 5.25. G. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125. 15278* Läuferrefte in allen Breiten und Breislagen jetzt bedeutend unter Preis. Hermannplah 6! Großberlins Einlaufsvorteil! Bieltaufenden Großberlins und Umgegend wird Gelegen. beit geboten, allerlei notwendigste, bielseitigfte Einkaufsbesorgungen zum bevorstehenden Weihnachtsfeste ftau nendbillig anzufchaffen. Ueberbürdete Barenansammlung erfordertwiederum den ausnahmsweisen ertrabilligen 2arenverkauf! Riesenauswahl Bfänderverkauf! Staunendbillige Winter paletots! Sadettanzüge! Gebrod anzüge Herrenhojen Belgftolas! uerbilligste festgeschenke! Goldsachen Damenuhren! Damenfetten Herrenubren! Herrenketten! Allerlei Schmud. fachen! Wanduhren! Teppichauswahl Steppdecken! Plüschtischbecken! Gar. dinenauswahl! Bettenauswahl! Wäscheauswahl! 1337S* Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse. 264/11 Puppenwagen, Sportwagen, Riefenauswahl, fonkurrenzlos billig. Burückgesezte. Andreasstraße 53. Klaffiker- Ausgaben, Goethe, Heine, Reuter, Schiller, Shakespeare, je vier Bände 6, Mart. Eichendorff, Hauff, je zwei Bände 3,50 Mart. Bürger, Seleift, Lenau, Uhland, Wieland und andere, je ein Band 1,75 Mart. Er pedition, Lindenstraße 69, Laden. Bequemste Fahr. verbindung!" Pfandleihhaus Hermann. Teppiche, Riefenauswahl, mit play 6. Sonntags ebenfalls geöffnet. Mleinen Webefehlern 3.15, 8.85, 4.65, Littauer Nähmaschinen ohne An 5.85, 6.00, 7.50. E. Beißenbergszahlung, wöchentlich 1,00, gebrauchte, Teppichhaus, Große Frankfurter gutnähend, spottbillig, Barschauer straße 125. 15298 traße 67, Staligerstraße 99, früher Wienerstraße. 876 Festgeschenke: Herrenuhren, Damenuhren, Schmucksachen, Wanduhren, Trauringe, Armbänder, Teppich verkauf, Steppdeden, Brautbetten, einzig dastehend, nur Pfandleibhaus, Weidenweg 19. Sonntag geöffnet. Plüschtischdecken, großer Weihnachts- Ausverkauf, wundervoll be stiďte, beste Dualitäten: fett 5,85, 6,75, 7,50. Richard Wolfs Teppiche haus, Dresdenerstraße 8( Stottbuser tor). Abonnenten Rabatt. 1518 Kinderwagen, gebraucht, spott billig. Andreasstraße 53. 14428 Tambouriermaschinen, Driginal Hofemeyer zur Müzen- und Hutfabritation billigst, bei Abzahlung günstigste Bedingungen. Alleiniger Fabrikant Möbel. Auf Teilzahlung. Möbeleinrichtung, Stube, Aüche. Anzahlung 15 an. Berliehen gewesene Möbel spott billig. Berolina, Staftanienallee 49. Möbel, S. Grau, Gneisenau ftraße 10, billigste und befte Bezugs. quelle. Raffa und Teilzahlung. Moebel Boebel, Oranienstraße58 ( am Morigplaz) tein Laden, dirett Fabrit, parterre, I, II, III, gegründet 1879 liefert als Spezialität Wohnungseinrichtungen von 150-6000 Mart und einzelne Möbelstücke zu Fabrik preifen. Größte Auswahl in der lieben gewesenen und zurückgelegten Gegenständen, Bettstelle mit Watrage 16, englische Bettstelle mit Matrage 44, Muscheltleiderspind, Bertiko 29, Säulentrumeau mit geschliffenem Glafe 29, Schlaffofa 33, Plüschfofa mit Satteltaschen 49, mit Stiderei bez ug 65, Paneelsofa mit Sattel taschen 59, Chaiselongues 22, Garnitur, Sofa und 2 Seffel von 75 an, farbige Süchen 44,-, Teppiche. Günstige Gelegenheit für Braufleute. Befich tigung ohne Kaufzwang erbeten. Getaufte Möbel werden bis zur Liefe rnng fostenlos aufbewahrt, frei ge liefert und aufgestellt. Sicheren Geöffnet 8-8, Sonntags 8-2 Uhr. Käufern Zahlungserleichterungen. ve Amt IV, 3014. Problem ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Möbel! alt, neu, einfachste, elegantefte, verkauft spottbillig Lombard speicher, Neue Königstraße 5, Fabrit gebäude; auch Sonntag geöffnet. Teilzahlung gestattet. Vatentanwalt Besjel, Gitichiner traße 94a. 25555 Teilnehmer an einem englischen 10035* 29036+ Leihhaus Merkur, Große Frant furterstraße 116, tauft, beleiht HerrenGarderobe, Goldmaren, Silbersachen, Uhren, Bäsche, Belzwaren, Stoffe, Bigarren, Fahrräder sowie jeden Wertgegenstand. Birtel( monatlich 4 Mar) werden ge266/ 13* fucht. Privatstunden für Anfänger Möbelangebot. Im Anhalter und Fortgeschrittene werden erteilt. Bahnspeicher Mödernstraße 25, An G. Swienth, Schöneberg, Sedan halter Innenbahnhof, bireft Hochbahnstraße 57, III. station Mödernbrüde, stehen verschie Kunststopferei von Frau Rotošty, dene Einrichtungen zum Verkauf. Schlachtensee, Sturstraße 8, III. Darunter befinden fich hochmoderne Schlafzimmer, Spelfezimmer, HerrenPlatinabfälle, Gold, Silberfachen, zimmer, auch einzelne Salongarni. Treffen höchstzahlend. Scheideanstalt furen, Baneelsofas, Bibliotheken, An- Martgrafenstraße 26. leideschränke, Nußbaumbüfette, Bron gefronen, Delgemälde, Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit prachtvoller Diwandede 22,50, wunderschöne SäuTentrumeaus 30,00, bochelegante Salonteppiche, schon 14,00 bis zu allergrößten Saalteppichen, aller liebste Bimmerteppiche 8,00, reich gold, Staubgold, Silber, Gebisse, Platina, Gold, Bruchgold, Kehrgeftidte Uebergardinen, Spachtelftores, fowie fämtliche gold- und filberTüllgardinen, Steppdeden, Salon- baltigen Rüdstände fauft Goldschmelze, bilder, Standuhren, brachtvolle Plüsch Köpeniderstraße 29, Telephon 4 6958. tischbeden 5,00. Berschiedene Gelegenheiten, Uebernahme bollständiger Barenlager, Wirtschaften, Stonturs. massen, Rachläffe zum schnellen Berlauf und Versteigerung. Otto Lidefes Auftions- und Möbelspeicher, Mödern. straße 25. Stostenloser Transport. Lagerung. 1490s Fahrräder. Zentral Pfandleihe Prinzen ftraße 86, L. Täglich Berkauf voa verfallenen Pfändern. Weltbekannte Pfandleihe! 50 Prozent billiger wie im Laden. Goldsachen, passend zum Weihnachtsgeschent. Winterpaletots, Anzüge, Behrodanzüge, Hosen, Senabenanzüge von 3,50 Mart an, Möbel, neue, gebrauchte, auch Monatsgarderobe, für jede Figur Teilzahlung empfiehlt Höfer, Admiral passend, aus den feinsten Werkstätten straße 25. Berlins, Betten, Tischdecken, Stepp. Geschäftsbreirab, äußerst stabil, Möbeltischleret liefert reelle 50,00 an. Holz, Blumenstraße 36b. deden. Fahrgeld wird vergütet. Bitte Bohnungseinrichtungen, Schlaf fich zu überzeugen. 20/ 20* simmer, bunte Küchen. Raten Herrenfahrrad, Damenjahrrad zablung. Stein Laden, nur Fabrik mie neu, 45,00. gola, Blumen. gebäude. Auch Sonntags. Harnad, traße 36b. Tischlermeister, Stallschreiberstraße 57, am Morigplak. Genossen 3 Prozent. Nähmaschinen. Bergüte bis 25,00, wer Teilzahlung lauft oder nach weist. Sämtliche Systeme. Postkarte. Brauser, Frankfurter Allee 101. Fabritlager. 896* 1533 Wert. 13468* Darunter eichene 192/13 Musik. 13975 1300st Vermietungen. Wohnungen. Brachtwohnungen, ein und zwei Bimmer hochmodern. Soldiner Straße 32/34. * Stube, Küche, Balton, allein, ber mietet billig 1. Januar 1909 Mainzer straße 41, born IV. geradezu, Nir dorf. +98 Schlafstellen. Schlafftelle Neigel, Gerichtstraße 26, born III. +95 Möblierte Schlafstelle( awei Herren) Ganzer, Graunstraße 33, +119 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Paginiererin sucht Aushilfestelle. W. 100, Bostamt 31. +133 Teppiche mit Farbenfehlern, fpoft billig, Fabrikniederlage Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Mauer hoff. Vorwärtslefern 6 Prozent Rabatt. Die Grundbegriffe der Wirt Steppdecken billigst Fabrik Große schaftslehre. Eine populäre Einfüh. Frankfurterstraße 9, Flureingang. rung von Julian Borchardt. Preis Mauerhoff. 13938 40 Pf. Expedition Borwärts, Linden Gardinenrefte, 2-4 Fenster, Große Straße 69. Frankfurterstraße 9, Flureingang. Mauerhoff. 13848 Wichtig! Gelegenheit, zu noch nie Christbaumschmuck für Wieder 5.00 prachtvolle Betten, 9,00, dagewejenen Breifen ganze Wohnungsberkäufer billigst Rungestraße 18. Bauernbetten, nur Pfandleihe An- einrichtungen, einzelne Möbel, auch 1531st zurüdgefekte und in Auktionen ers Auzüge, Baletots nach Maß. Aus dreasstraße achtunddreißig. Konzertplatten, Walzen, staunend born IV. 14698* Landbett, zwei Dedbetten, amei ftandene, zu erwerben, teilweise 60 Pro3. billig, Lotbringerstraße 40. Ia Stoffreften, Monats, und nicht Bellmann, Bollnow Rissen, zweischläfrig 18,00, große unterm abgeholte Sachen staunend billig. Sprechmaschinen, Phonographen, Maßschneiderei Boß, Brunnenstraße 3, straße 26, nahe der Landsbergerstraße. Laten 1,00, Damaftbezüge, Pfand Speisezimmer, eichene Herrenzimmer. Bertitos, Kleiderschränke 24,-, Muschel. Teilzahlungen ohne Preisaufschlag, eine Treppe, am Rosenthalertor. 1000 Teppiche, darunter große leihe Andreasstraße achtunddreißig. 14688 Posten einzelner Musterteppiche, welche Bauerndeckbett, Unterbett, mei bettstellen mit Matraße 25,-, Auszieh- Lothringerstraße 40. Grammophone, Phonographen, Teppiche, farbfehlerhaft, für halben bis zur Hälfte des regulären Listen- Stiffen 27,00, Pfandleihe Andreas- tilch 13,-, Herrenschreibtische, TruMert. Borwärtslefern 5 Prozent preises herabgesetzt sind. Verkauf nur straße achtunddreißig. Fahrgeld wird toiletten 20,- Taschensofas 45,-, werte Weihnachtsangebote, auch gegen meaus, Bücherschränke, Wasch Platten und Walzen, besonders prets. Extrarabatt. Thomas, Dranien nachmittags 2-7 Uhr in einem be bergütet. straße 160, Dranienplatz. Rohrstühle 1,50, tomplette Küchen Teilzahlung. Neanderstraße 8. 1501 fonderen Lagerraum des Teppich Taschenuhren, filberne 4,50, staunend billig. Stargardts MöbelHaupts goldene 10,50, geftempelte 585 Gold Speicher, Dresdenerstraße 107. Sonn- für. 460, fofort zu verkaufen Pianino, Hoflieferant, statt 750, Plüschportieren, Musteregemplare fabriflagers Schöneberg, für halben Wert. Borwärtslejernstraße 5/6, of lints I. 1427 13,50. Operngläser 2,70, Freischwinger tags geöffnet. Lagerung, Trans. Franzöfifchestraße 15, I rechts. 5 Prozent Extrarabatt. Thomas, Bronzegaskronen!!! Hänge Regulateure 9,00. Stinge 333 ge port frei. Stellenangebote. Dranienstraße 160, Dranienplatz. lichttronen! Musterstücke- Ausverkauf! t stempelt 1,00. Biele hundert Broschen, Gebrauchte Möbel aus Bersteige Greifswalderstraße 15. Bitherunterricht, gewissenhaft, Former. und Schleiferlehrling spottbillig! Saszuglampen! 9,00. Ohrringe, Halsfolliers; Medaillons, +127 Steppdecken, spottbillig. Borwärts- Gasrohrlyren! 1½ Bweilongas uhrtetten 1,50 bis 16,30, alles mit tungen, auflösungen in größter Ausberlangt bei gutem Kostgeld Bronze lefern 5 Prozent Extrarabatt. Thomas, tocher! 3,00. wahl, Muschelschränke, Bertilos 26, Biolinunterricht( neue, doppelt warenfabril, Dresdenerstr. 80. 192/14 Dranienstraße 160, Drantenplag. Bohlauer, Ballner. Garantieschein, so lange Borrat reicht, Taschentofas 35,-, Herrenschreibtische fördernde Methode bis zur Bollendung) theaterstraße 32. 1491 nur Bjandleihe Andreasstraße acht Farbigmacher verlangt Liebiggibt erfahrener Künstler wöchentlich, 33,-Muschelbetten miteedermatrazen +121 Bekanntmachung. HumboldtSchlafbecken( Dedbetterfak), unddreißig. Annoncenvorzeiger ber 28, Büfette, Garnituren 65,-, Auss auf Wunsch auch nur eine Leftion ftraße 6. eibhaus, nur Brunnenstraße 58, Ed- Normal( buntfarbig) 1,85-8 Mart, güte Fahrgeld. ziehtische 10,-, Küchenschränke 12,-, a 1,25 M., bei zwei Schülern je 75 Bf. haus Stralsunderstraße. Spottbilligster 23olle( einfarbig) 2,85-18 Mart. Bücherschränke, Sofas 20,-. Teppiche, Offerten unter D. 2 Expedition des Räumungsverlauf! Homelegante Spezialhaus Emil Lefèvre, DranienBorwärts. Bilder, Kronen, hundert tomplette Winterpaletots, wunderbare Belaftolas, straße 158. Wirtschaften, neue und gebrauchte, Gehrodanzüge, Jadettanzüge, riesengarantiert bedeutend billiger wie Tüllbettdecken, volle Bettgröße, großer Bettenverlauf, Wäsche auswahl, Gardinenauswahl, Plüschtischdecken, 2,50, in Erbstüll 6,35, Tüllstores 1,85, überall, bunte Küchen 55,--. Lennerts Teppichauswahl, goldene Uhren, Frei- Erbstüllstores 4,35. Teppichhaus Emil Möbelspeicher, Lothringerstraße 55, schwinger, Kettenauswahl, Ringe- Lefèvre, Dranienstraße 158. 11518* Rosenthaler Tor. Größtes Spezial auswahl, prächtige Festgeschente. +121 geschäft für Gelegenheitsläufe. Geöffnet ganzen Tag, auch Sonntags. Parteilotal trantheitswegen ber Krautstraße 50. Berlaufe bis Taschenbuch für Gartenfreunde. fauft sofort Becker, Blumenstraße 49. Mittwoch Möbel, Spiegel, Polster waren für jeden annehmbaren Breis Ein Ratgeber für die Pflege und Parteilokal, Verkehrsstraße Rig wegen Auflösung. Bertito 27,00, fachgemäße Bewirtschaftung des haus dorf, sofort. Auskunft Friedelstraße 41, Atleiderschrant 27,00, Bettstellen, reelle lichen Bier, Gemüse- und Obst. Stohlengeschäft. 198 Matrazen 20,00, Sofas 15,00, gartens von Mar Hesdörfer. Mit Heringsgeschäft, fleines, gut- Plüschsofas 50,00, Trumeau, Küchen109 Tertabbildungen. Preis 2,50 M. gehendes Heringsgeschäft zu verkaufen. möbel, Wohnungseinrichtung( bott Expedition Vorwärts, Lindenstr. 69. 7,00. Andreasstraße 53. 1233 Ziege, Neue Hochstraße 26. 20/19 billig Strautstraße 50. Kein Laden. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1152+ Bücher des deutschen Hauses. Eine Sammlung guter Erzählungen, Geschichten, Novellen usw. Gut aus gestattet, zirka 300 Seiten umfassend, zum Teil ilustriert und gebunden. 75 Pfennige pro Band. Expedition, Lindenstraße 69, Laden. Metallbetten, Kinder, Erwachsene 1534 Geschäft sverkäufe. Schnell, distret verkaufen Geschäfte, Grundstüde Gornifiewicz& Co., Dranienstraße 149. Telephon 4, 11611. Grünframgeschäft verläuflich Rummelsburg, Kantstraße 6. + Verschiedenes. [* Bernt die Muttersprache beherrschen! Erfolgreichen, leicht faglichen Unterricht in Wort und Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren ( jeparat) auch abends ein tüchtiger und gewissenhafter Brivatlebrer. Die Stunde loftet eine Mart. Eine Unter. richtsstunde wöchentlich genügt Ge fällige Angebote find unter G. 4 an Expedition des Borwärts zu richten. Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Wegen Streiks und Differenzen find gesperrt: für Bergolder Mosdorf& Bolzmann, Blumenstraße. für Klavierarbeiter, Tischler, Ma schinenarbeiter und Polierer die Firma Bogs& Voigt, Warschauer Str. 70 und Borhagener Str. 16a. Deutscher Holzarbeiterverband Ortsverwaltung Berlin.