Nr. 64. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 t, wöchentlich 28 Pfg frei It's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Name Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder deren Maum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlu 3mt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 16. März 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Die„ Belastung des preußischen seit gegangen zu sein. Diese haben wohl ben Unfug übrig bleibt, daß man die Freiheit bewundern muß, mit Kohlenbergbanes. ganzen Anzahl von Unternehmern und Zechenbesitzern zu ihren fürstlichen Einkünften so lächerlich geringe Summe vorausgesehen und gar feine Angaben über ihre welcher die Herren Mitleid für ihre Lage zu erwecken vers Belastung" gemacht. Für diese sind die Zahlen suchen. " " Nachdem die preußischen Agrarier das Schreien" als schäßungsweise" oder nach sonstigen Quellen des Be Ihr Generalsekretär schließt seinen Kommentar zu der Parole ausgegeben haben, dürfen die preußischen Kohlen- arbeiters eingesetzt, der sich bitter über die beklagenswerthe Flunterstatistik mit den Säßen: Kein anderes deutsches barone doch nicht ruhig sein. Sie könnten sonst des füßen Gleichgiltigkeit" der Zechen beschwert. Nun wem's Gewerbe fennt auch nur annähernd eine solche Belastung. Genusses reichlichen Profits zu verdächtig werden. Die schlecht geht, der ist gewöhnlich nicht beklagenswerth gleich Seine Beurtheilung muß die Industrie der Gerechtigkeit der preußischen Kohlenbarone schreien also auch, und zwar giltig", und so bestätigt diese Angabe des eifrigen General- öffentlichen Meinung überlassen." Ja, es ist gut, daß es tüchtig. Sie veröffentlichen soeben in ihrem Zechenorgan, sekretärs nur, daß sich die Kohlenzechen trotz aller Be- doch noch eine von den Herren Kohlenbaronen unabhängige dem Effener„ Glück auf", durch den unseren Lesern wohl lastung" sehr wohl fühlen, und ihre Aktionäre mit. öffentliche Meinung giebt. Diese öffentliche Meinung kann bekannten Generalsekretär Reiß mann- Grone eine Riefen- An einer anderen Stelle heißt es noch, daß weit mehr ruhig sagen, daß die Sache der preußischen Zechenbarone, statistik über die Belastung des preußischen Bergbaues". als, die Hälfte der Bechen zuverlässige Angaben" die von einer unerträglichen Belastung" sprechen wollen, Belaftung nennen die Herren die öffentlich- rechtlichen Ab- machten. Die andere Hälfte machte also unzuverlässige? ungefähr gerade so schlecht ist, als das Deutsch der Schlußgaben, für welche ihnen der Staat unumschränkte Aus- und mit solch einer Statistik will man die Gesez- fäße ihres Generalsekretärs. beutungsfreiheit gewährleistet, Ausbeutung der Rohlen gebung beeinflussen? Das ist ja ganz nach berühmten gruben, Ausbeutung der Arbeiter und Schutz vor den Be- offiziellen Mustern! gehrlichkeiten" der letteren durch Polizei und Soldaten. Wenn die Abgaben für diese Ausbeutungsfreiheit sich nicht mehr lohnten, ſo wären die Kohlenbarone die Erſten, welche streikten bloß unzuverläſſig, ſondern direkt zum Zwecke einer Politische Uebersicht. Aber wir haben oben noch mit anderer Absicht gesagt: Wenn diese Summen richtig sind." Sie find nämlich nicht und den Kohlenabbau sein ließen, wo er ohne sie auch Täuschung zusammengestellt: in den 25 Millionen Ausgaben wäre. Unter diesem Gesichtspunkte muß man folgende An- für Arbeiterversicherung steden nicht weniger als Berlin, den 15. März. gaben der funkelnagelneuen Statistik betrachten. ca. 10 Millionen Beiträge der Arbeiter zur Amtliche Stimmungsmache. Wie wir von zuver Der Generalsekretär der Herren hat herausgerechnet, R na ppschafts-( Kranken) sowie Inlässiger Seite erfahren, petitioniren die Arbeiter der daß sie im Jahre 1891 an Bergwerks, Kommunal- und validitäts- und Altersversicherung. Diese Spandauer Militärwerkstätten in der üblichen Weise Sonstigen" Abgaben( was die sonstigen" eigentlich find, Groschen" der Arbeiter, die von deren saurem Berdienste für Annahme der Militärvorlage. Es versteht sich am wird nicht gesagt) etwa 12 Millionen Mark, für die drei abgezogen werden, haben die Herren Kohlenbarone bezw. Rande, daß diese Petition ein urwüchsiges Ergebniß des Arbeiterversicherungen etwa 25 Millionen Mart zahlten, im deren Generalsekretär die Ünverfrorenheit, sich auf eigenen Entschlusses jener Arbeiter ift. Oder wäre jemand Ganzen also ca. 37 Millionen Belaftnng" zu tragen ihrem Konto abzubuchen"! So macht man Statistit, so lasterhaft zu glauben, diese Kundgebung sei nicht aus hatten; er rechnet dann noch 4,2 Millionen Einkommen- allerdings Unternehmerstatistik! Und zwar sind bei freien Stüden von eben denen in's Wert gefeßt, auf Steuer, die eigentlich erft 1892/93 fällig wären, hinzu, der Knappschaft die Beiträge der preußischen Berg- benen als Angehörigen der Arbeiterklasse die Hauptlast des und kommt auf diese Weise zu einer Gesammitarbeiter sogar höher als diejenigen der Unternehmer( 8,9 Mill. neuen Moloch- Opfers wuchten wird? Nein, dieses Gesuch belaftungs"-Summe von 41,4 Millionen im Jahre gegen 7,6 Millionen im Jahre 1891), bei der Invaliditäts- um Steigerung der Heereslasten, um Erhöhung des Drucks 1891 bezw. 1892/93 für den preußischen Bergbau. und Altersversicherung genau so hoch, wie diejenigen der der indirekten Steuern ist so spontan, wie ihrer Zeit die Wenn diese Summe richtig ist, worüber gleich noch zu Rohlenbarone( 1,4 Millionen bei den Zechen, die Auskunft Arbeitergaben zur Bismarck Spende. Wer's nicht reden sein wird welchen Profit müssen dann die Kohlen- gaben). Und mit solchen Zahlen wagen die Unternehmer glaubt, dem wird der schneidige Spit, Generalbarone aus dem preußischen Bergbau herausschlagen; das ein Klagelied anzustimmen! Die richtige Berechnungsart lieutenant und Bevollmächtigter beim Bundesrath, muß ja in die Milliarden gehen und geht auch so hoch. wäre doch die, daß festgestellt würde, wieviel die Unter den Kopf schon zurechtschen, wenn er überhaupt Die lumpigen 41 Millionen sind sicher nur eine verschwin- nehmer und die Arbeiter, je de klasse von ihrem fähig ist, sich belehren zu lassen". Die ultras dende Risikoprämie, die das Ausbeuterthum an den christlich- Einkommen, für Versicherung zc. hergeben müssen. montane Trierer Landeszeitung schreibt:„ Biele fozialen Staat zahlt. Rechenkunststückchen, wie dasjenige, Wie verschwindend würde dann die Summe bei den Unter- Eisenbahnbeamte klagen über die Art und Weise, daß die 41 Millionen die 4,1prozentige Verzinsung eines nehmern aussehen, und wie hoch bei den Arbeitern. wie ihnen die Petition zu gunsten der Militärvorlage zur Kapitals von 1000 Millionen darstellen und daß deshalb Die Statistik bezieht sich auf 243 349 Arbeiter, die Unterschrift unterbreitet wird. Es wird uns versichert, daß „ eine Milliarde von dem in den preußischen Bergbau mehr als 10 Millionen Mark Versicherungsbeiträge im sehr viele Beamte gegen ihren Willen und nur gesteckten Kapital abzubuchen" sei, verfangen dem vorletzten Jahre aufbrachten, also rund 41 M. pro Kopf. deshalb unterschreiben, weil sie im anderen Falle Unannehm gegenüber nicht. Die aufgezählten Abgaben werden Das ist ein doppelter Wochenverdienst für die meisten Arlichkeiten befürchten." Die hier erwähnte Petition ist, wie aus den laufenden Betriebseinnahmen und aus dem Mehr- beiter; für den Unternehmer eine Summe, die er gelegentlich berichtet wird, mit 1520 Unterschriften versehen etwa so werth gezahlt, welchen die Kohlenbarone aus ihren Arbeitern an einem Abend für ein gutes Souper im Freundeskreis viele Beamte giebt es in Trier- an den Reichstag abherauspressen. Sie haben gar kein Recht, ein Kapital für ausgiebt. Wenn man ferner bedenkt, daß die künstlich gegangen. Wie viele Hundert der vorstehend gekennzeich die Abgaben zu rechnen und dieses riesenhafte Kapital sich aufgemachte Statistik auf der einen Seite schon 4,2 Millionen neten 3wa ng 3 unterschriften, fragt die Germania", dann abzuschreiben. Wenn sie es den Arbeitern ab- Einkommensteuer( wie ist diese Summe übrigens festgestellt?) mögen sich darunter befinden? schrieben, aus deren Schweiß zum größten Theil die Ein- von 1892/93 mitberechnet, während sie die künstig in Weg" nahmen der Herren fließen, dann wäre es recht; die oben fall kommende Bergwerkssteuer( 7,5 Mill.) ruhig hinzuzählt, Der Reichskanzler, so lesen wir in der Freis. 8tg.", angeführte Abbuchung" aber ist die reine kapitalistische so tommt man zu dem Resultate, daß an eigentlich er hat am Dienstag Konferenzen mit Mitgliedern verschiedener Flunkerei. Diese Flunkerei scheint übrigens auch einer Belastung" der Kohlenbarone eine im Verhältniß zu Parteien( Auch der freisinnige Hinze war dabei. N. d. V.) " Feuilleton. Nachbrud verboten.) [ 40 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersetzung. " Gefangenen noch nicht außerhalb der Festungsthore wären. Dies sollte darüber entscheiden, ob die Befreiung an diesem Wassilij, den Andrej nicht sehen konnte, befand sich schon Tage überhaupt versucht werden durfte. an dem andern Ende der Gasse auf seinem Posten und Watajko, welcher bis jetzt die Rolle eines Spazierempfing von der Wachenlinie, die sich bis zum Gefängnißgängers gespielt hatte, indem er die Bilder in dem Schauplage erstreckte, Signale. Andrej stieg ab und führte sein fenster eines Buchhändlers betrachtete, gab alle Versuche, Pferd am Zügel um den Play herum, als ob er es nur seine Ruhe zu bewahren, auf. So stand er denn in der Nihilisten. ein wenig ſpaziven führte. Ein bewegungsloser Reiter wäre Mitte der Gasse und überwachte mit athemloser Aufein zu ungewöhnlicher Anblick gewesen, nm nicht die Aufmerksamkeit Wassilij's Bewegung. Als das gewünschte merksamkeit zu erregen. Unter dem Hemde des kurzen Signal gegeben war, wandte er sich um und lief, die gute russischen Bauernrockes, den er trug, ließen sich die Waffen Nachricht Andrej mitzutheilen. leicht verbergen. Als er die Gasse passirte, welche zu der Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Seine Mission war damit beendet. Er hatte auf tein Allee führte, sah er Watajko an seinem Posten. Den Signal mehr zu warten, da Wassili sich rasch vors Als sie außerhalb des Thores waren, nickten sie sich Filzhut hatte er noch auf dem Kopfe, ein Zeichen, daß die wärts bewegt hatte, um am Drte des bevorstehenden eilig ein Lebewohl zu, ohne auch nur einen Blick auszu- Gefangenen sich noch innerhalb der Gefängnißmauern befanden. Kampfes zu sein. Dieser mußte vorher seinen Blaz tauschen. Sie wußten nicht, ob sie einander je wieder sehen In demselben Moment nahm aber Watajko die Müze ab einnehmen, um beim Vorübermarschiren der Estorte würden. Aber jeder war in diesem Moment von der Auf- und stand, einen Strohhalm von derselben abzupfend, bar- dort gesehen zu werden. gabe, die ihm bei dem Werk zugefallen, ganz erfüllt. Sie häuptig da. Andrej's Herz pochte; die Gefangenen hatten Andrej war dagegen gezwungen, fich die ganze Zeit zu wandten sich verschiedenen Richtungen zu, da sie verschiedene das Gefängniß verlassen; sie näherten sich. bewegen. Er mußte es so einrichten, daß er die Eskorte Punkte einzunehmen hatten, bevor sie sich den andern an- Er bestieg jedoch das Pferd noch nicht. Es am Bügel am rechten Blaze traf. Noch war es zu früh, um sich in In zehn Minuten erreichte Andrej einen fleinen, ab- führend, ging er ruhig weiter; er mußte noch ein anderes, der Allee zu zeigen; es galt noch fünf oder sechs Minuten höchst wichtiges Signal abwarten. zu warten. Das Pferd am Bügel führend, machte er noch seits gelegenen Platz, auf welchem früher Märkte abgehalten wurden und von dem aus nicht sehr weit zur Allee war. Der Schließer hatte es übernommen, den Gefangenen einmal die Runde auf seinem kleinen Blaze und versuchte, Watajko, der dort als Wächter angestellt war, befand sich furze Revolver zuzustecken. Da sie aber, bevor sie das Ge- feinen gewöhnlichen Schritt beizubehalten. Watajko schritt bereits auf seinem Posten. Er hatte soeben den Wagen, fängniß verließen, genau durchsucht wurden, war dies sehr ihm zur Seite auf dem Pflaster. der ihn hergeführt hatte, fortgeschickt und war in einer schwer auszuführen. Der Schließer, der bei der Flucht be= Entferne Dich nicht weit von dem Ausgang der schmalen aufsteigenden Gasse, welche den Platz mit der hilflich war, machte den Vorschlag, ihre Waffen in die Gasse" Andrej wiederholte ihm nochmals die letzten Allee verband, verschwunden. Da Watajko in der Mitte Taschen ihrer Ueberzieher zu stecken, welche er ihnen in der Instruktionen ,, und sei nicht aufgeregt. Wenn nichts der Gasse stand, konnte er alles übersehen und auch von Halle, wenn alle Formalitäten vorüber wären, über die geschehen kann, wirst Du's Sina eilig mittheilen. Du weißt beiden Enden gesehen werden, so daß er alle Signale von Schulter werfen würde. doch, wo sie wartet? Auf dem Boulevard, bei der dritten der Allee her Andrej übermitteln konnte. Bank vom Eingang." schlossen. Als Andrej die Mündung der Gasse durchritt, sah er die Mache an ihrem Poften. Sie gab ihm ein Signal, daß die Alles hing von dem Erfolg dieser List ab. Wenn die Gefangenen an der ersten Wache vorüber gingen, mußten sie ein Zeichen geben, ob sie im Besiz der Waffen seien. " Ja, ich besinne mich sehr wohl." Dies bezog sich auf die Möglichkeit, daß die Ausführung " abgehalten. Uebereinstimmend wird berichtet, daß die Re- tann sogar in dem Dämmerschein seines Marasmus senilis bung finden. Die Stettiner Regierung bringt beshalb bie gierung nur in Nebendingen nachzugeben gewillt ist, und( seiner Greisenschwäche) das altgewohnte Apportiren nicht hierauf bezügliche Verfügung vom 12. Januar 1884 aufs daß der Reichskanzler selbst die weitgehendsten Anerbietungen lassen. Sein 76 Jahre hindern ihn nicht, eine entseßlich neue zur Kenntniß aller Schul- Aufsichtsbeamten, damit diese des Abg. v. Bennigfen für nicht genügend erklärt hat. Es öde Druckschrift: Die Militärvorlage von 1892", in die der darin ertheilten Weisung, dafür Sorge zu tragen, daß gilt daher in parlamentarischen Kreisen als völlig fest- Welt zu schicken, worin der altersschwache Byzantiner ein Schulversäumnisse aus dem bezeichneten Anlaß nicht vorstehend, daß die am Donnerstag beginnende zweite Be. Langes und Breites für die Militärvorlage tommen, fich erinnern. Aber weiß denn die Regierung rathung der Militärkommission ebenso wie die erste Berathung mümmelt. Es hieße seine Zeit verschwenden, wollte man nicht, daß die nothleidenden pommerschen Junker die Kinder völlig negativ verlaufen wird." dem Gebafel dieses Sprachrohrs der Bourgeoisie auch nur ein für das edle Waidwerk nöthig haben wie das liebe Brot? Dutzend Druckzeilen opfern. Nur eine Anmerkung sei Auf dem nächsten Tivoli- Tage wird, so hoffen wir, irgend herausgehoben, worin Gneist seine Hoffnung ausspricht, ein Buttkamer oder ein anderer Vertreter des alten bedaß die Sozialdemokratie sammt und sonders zum festigten Grundbesizes" eine wirkungsvolle Klage gegen die Gottesglauben zurückkehren und erkennen werde, daß der Stettiner Bureaufratie vorbringen. Uebrigens wenn zu Gottesglaube das einzig Wesentliche ist, was den Menschen Treibjagden in der Nähe Berlins Soldaten gebraucht vom Thiere scheidet." Armer Ludwig Feuerbach, beklagens: werden, warum soll der pommersche Adel nicht die Kindlein werther Arnold Ruge, unfeliger D. Fr. Strauß, der zu sich kommen lassen? Gneist klassifizirt euch nach Gebühr unter die- Thiere. Herr von Bennigsen soll sein Angebot von 40 000 auf 48 000 Rekruten gesteigert haben. Es langt aber immer nach nicht; die Stegierung will alles und bekommt dabei vorläufig wenigstens nichts.. = " " " " Der dentsch russische Handelsvertrag. Die National Beitung" schreibt: Aus zuverlässigfter Quelle können wir konstatiren, daß die in freisinnigen Blättern enthaltene Behauptung, der Handelsvertrag mit Militaristische Empfindlichkeit. Aus Roblenz Rußland sei bereits, auf grund diesseits aufgestellter maß- Soldatenmißhandlungen. Zur Kreuz- Zeitung" ge- wird der Frankfurter Zeitung" geschrieben:„ Der Schutz loser Forderungen, als abgelehnt zu betrachten, jeder Be- fellt sich die Kölnische Zeitung", felbander vertheidigen sie des§ 193 rettete einige hiesige Bürger vor Strafe wegen gründung um so mehr entbehrt, als die deutschen Forde das geheime Berfahren der Militärgerichte und suchen durch Beleidigung" eines Hauptmannes der hiesigen Garrungen zur Zeit noch nicht einmal in Petersburg eingetroffen fühne Entstellungen, und böse Trugschlüsse furchtbare Uebel nison. In den überaus heißen Tagen Ende Mai des versein dürften." Mit boshafter Freude bemerkt dazu die stände aus der Welt zu fabeln. Die Rölnische" schreibt zu floffenen Jahres tamen zwei Abtheilungen des hier garniKreuz Beitung": Aus zuverlässister Quelle", dann wird dem Falle von Salisch:" Wir möchten nur bemerken, fonirenden Königin Augusta Garde- Grenadier- Regiments es doch offenbar seine Richtigkeit damit haben, und die be- daß das Märchen, daß ein Offizier wegen gemeinen Meuchel- Nr. 4 nach einer anstrengenden Uebung von der Kartheuse fanntlich am 3. März dem Grafen Schuwalow abgegebene mordes, auf dem bekanntlich die Todesstrafe steht, zu neun und mußten auf dem Markenbildchenplatz nachererziren". Antwort der deutschen Regierung auf die russischen Vor- Monaten Festung verurtheilt worden sein soll, auch der Unter den Kommandos eines Feldwebels und eines Lieute schläge ist noch immer nicht eingetroffen, obgleich doch Graf echteste Sozialdemokrat nicht glauben kann. Wir erinnern nants geschah dies nun so, daß einige Grenadiere vor Schuwalow am 4. d. Mts direkt mit dem Schnellzuge nach uns auch aus den Mittheilungen, die seinerzeit über den Mattigfeit austreten mußten und mit hochgeröthetem Kopfe Petersburg reiste. Sollte er sammt der Antwort noch immer Fall in der Presse gemacht wurden, daß der tödtlichen Ver- aus der Front schieden. Drei Gärtner sahen dem außerunterwegs sein, oder ist ihm vielleicht ein Unglück unterwegs legung, der der verstorbene Handlungsgehilfe erlegen ist, gewöhnlichen Drill zu; sie fanden darin eine Mißhandlung zugeftoßen, oder hat er gar die deutschen Gegenvor- ein thätlicher Streit mit dem Offizier unmittelbar voran der schon durch die vorhergegangene Uebung gänzlich er Sie erstatteten deshalb Anzeige bei schläge verloven? Da Graf Schumalom längst glücklich in gegangen ist." Der Kölnerin wollen wir zur Belehrung wie matteten Soldaten. Petersburg angelangt und vom Baren empfangen worden selbst die Bourgeoisgesetze über Mordbuben lauten, die Bes dem Hauptmann der 6. Kompagnie, zu der die Nachererzirer ist, muß er also, da die Nachricht der National- Beitung" ftimmungen des für Bürgerliche geltenden Strafgesetz gehörten. Der Herr Hauptmann zeigte jedoch die Bürger auf zuverlässigfte Quellen" zurückgeht die deutschen buchs in Erinnerung rufen: nach§ 211, wird wer vorfäß der Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung" an. Das Forderungen verloren oder vergessen haben. Wie schrecklich! lich einen Menschen tödtet, wenn er die Tödtung mit Ueber Schöffengericht sprach am 11. März die Bürger frei, weil Oder sollte die National- Beitung" die Entfernung zwischen legung ausgeführt hat, megen Mordes mit dem Tode sie in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hätten. Berlin und Petersburg überschäzt haben? Ihre Notiz bestraft, ganz gleich ob dem Mord ein Streit Der Vertheidiger der Angeklagten führte treffend aus, daß ist sicherlich gut gemeint aber ungeschickter, als selbst vorangegangen ist oder nicht. Selbst der, der den Bürgern doch unzweifelhaft das Recht zustehe, Beschwerde der National Beitung" nachgesehen werden kann. Sie vorsätzlich einen Menschen tödtet, ohne die That mit zu führen, wenn sie Kenntniß von Soldatenmißhand wird gut thun, in Zukunft selbst ihre zuverlässigsten Ueberlegung ausgeführt zu haben, wird wegen Todtschlags Iungen erhielten." Quellen" etwas tritischer anzufaffen." Die Junker scheinen nach§ 212 mit 8uchthaus nicht unter fünf Fortschritt und Jesuitismus". Man staune, bie die sichere Auskunft über das Scheitern der Verhandlungen Jahren bestraft. Die Kölnerin zeigt eben ein rührendes bereits im Sack zu haben, ansonsten sie nicht so üppig fich Mitgefühl felbft für Mörder, Todtschläger und Lumpen Rölnische Beitung" tritt ein für die Freiheit der geberden würden. Die Freisinnige Beitung", gesindel jeder Art; sobald diese Sorte dem ber Kölnerin Forschung, für den unendlichen Fortschritt der Wissen schaft", die unerschrocken die Ueberlieferung auf ihren Werth von der jene von uns gestern mitgetheilte Nachricht stammt, gesellschaftlich nahe stehenden Gesellschaftskreise angehört. prüft und am Alter rückhaltslos Kritik übt. So zu lesen erklärt u. a.: Die Norddeutsche Allgemeine Aus dem Saarbrücker ,, Muster" betrieb. In der in derselben Zeitung, die sich mit Zähnen und Nägeln Beitung" fchreibt, Differenzen zwischen den Staats die moderne Erkenntniß des wissenschaftlichen und Reichsinstanzen seien bei Aufstellung der Forderungen Frankfurter Beitung" liefst man:„ Die Ab mel gegen an Rußland nicht hervorgetreten. Wir hatten einfach ungen im Rechtsschußverein dauern fort; die Sozialismus wehrt, die dessen Theoretiker beschimpft und gesagt, daß nicht im Reichsamt des Innern, sondern felt- Belegschaften verschiedener Gruben, darunter auch Ver- die Arbeiterklaffe nur als Gegenstand der Ausbeutung be samer Weise von seiten des preußischen Handelsministeriums trauensmänner sind neuerdings ausgetreten. Die neueſte trachtet, die den Normalschwäger Julius Wolf heilig spricht unter Buftimmung des Herrn Miquel ein ellenlanges Nummer des Bergmannsfreund" veröffentlicht wieder über und den Fortschritt der Kultur auf das Bähefte bekämpft. Register von Gegenforderungen an Rußland aufgestellt sei, 300 Namen Ausgetretener. Ueber die Freiwillig. Gemach! Die Kölnische" schreibt über" Fortschritt und wie es die heißblütigften Agrarier länger nicht hätten feit" vieler dieser Abmeldungen werden allerdings mert- Jesuitismus", fie ächzt: Begierig sind wir zu erWir verweisen auf die fahren, welcher nicht ultramontan gesinnte Deutsche, welche wünschen können, um ihren Zweck zu erreichen, den Handels- würdige Dinge erzählt." vertrag zum Scheitern zu bringen. Graf Caprivi aber habe Petition der Grubenarbeiter, die reinen Wein einschenkt und parlamentarische Partei den Wuth haben wird, den unglücklichen, dem preußischen Staatsministerinm nachgegeben. Dabei den von der Behörde auf die Bergleute geübten Druck verfolgten Jesuitismus zu schüßen." Als ob die alte Dame bleiben wir einfach stehen." scharf kennzeichnet( siehe Borwärts" Nr. 63 vom nicht wüßte, daß die Sozialdemokratie gegen das 15. März: Die Saarbrückener Bergarbeiter- Petition). Jesuitengefeß, wie gegen jedes Ausnahmegesez überhaupt stimmen wird, die Sozialdemokratie, deren Anhänger gewiß Herrn v. Stephan ins Stammbuch. Man schreibt nicht verdächtig sind, ultramon tan gesinnt" zu sein? Der uns: Herr von Stephan hat sich in der Postdebatte Beerbann der Jesuitophoben( den an Jesuiten Scheu viel darauf zu gute gethan, daß er den, Erholung 3- Leidenden) jammert über die mittelalterlich- scholastische urlaub" bei der Post eingeführt habe. Aber dieser Ur- Weisheit" der Gesellschaft Jesu. Ei, weshalb sorgen denn laub findet sich auch bei anderen Verwaltungen; die Sub- diese Angstmeier nicht dafür, daß die moderne Bila alternbeamten der Amtsgerichte erhalten sogar 3 Wochen. Dung Gemeingut der Nation, daß die Volks Es ist aber feinesfalls gerechtfertigt, daß im Hamburger erziehung verständig umgestaltet werde? Aber ihnen liegt Bezirke, dessen Geldsack Klüngel ja die Stephan'sche die Volksverdummung viel zu sehr am Herzen, Mufteranſtalt" in seiner Dankadresse in den Himmel ge- und sie fämpfen gegen den jesuitischen Wettbewerb aus purem hoben hat, die angestellten Assistenten nur 10 Tage und die Brotneid. Das Volt aber läßt sich weder bourgeois- liberal noch Oberassistenten nur 12 Tage Urlaub bekommen, während klerikal feudal am Narrenseil führen. Und mit Verlaub, den anderen Subalternbeamten dieses Bezirkes 14 Tage be- wenn man einen ernsthaften Vergleich zieht zwischen dem willigt werden. Auch in allen anderen Bezirken bekommen unsäglichen Quart, den die Willibald Beyschlag sämmtliche angestellte Beamte 14 Tage Urlaub. Mit der und die anderen Theologie- Professoren seines Schlages zuAssistentenklasse des Hamburger Bezirks macht man also im sammenschreiben, mit etwelchen Werken der ttt Jesuitenganzen Reiche eine Ausnahme. Aber was thut das? Der Literatur vergleicht, so steckt doch in einem einzigen SchriftGeneralpostmeister tröstet sich mit der Anerkennung der chen des Ignatius von Loyola, seinen„ lebungen", mehr Hamburger Rheder, der Norddeutschen Bank" und anderer Geist, Tiefe und Folgerichtigkeit, als in den vermufften Größen". Bücherballen, die als Erzeugnisse lutherischer Gottesgelahrtheit auf den Lagern der Leipziger Buchhändlermesse trosilos verstauben. " Gegen die Agitation der Kriegervereine für die Militärvorlage bringt die Parole", das Organ des Kriegerbundes, in Nr. 10 unter dem 10. März folgende Erklärung des Vorstandes des Kriegerbundes: Bon seiten einer Reihe von Verbands- und Vereinsvorständen ist dem Bundesvorstande die Absicht zu erkennen gegeben, zu gunsten der Militärvorlage Petitionen an den Reichstag richten zu wollen. Der Bundesvorstand sieht sich veranlaßt, hierzu folgendes zu bemerken: Den Kriegervereinen steht fazungsgemäß die Erörterung politischer Angelegen heiten nicht zu. Das Eintreten in einer politischen Frage bezw. der Erlaß einer Petition betreffs einer solchen Frage an eine politische Körperschaft wie den Reichstag von seiten unserer Verbände und Vereine ist daher sagungswidrig." Diese schönen Worte sind eitel Dunst und nur ein verspäteter Fastnachtsspaß. Die Offiziösen der Norddeutschen" haben ja erst fürzlich gezeigt, daß den Kriegervereinen erlaubt sei, was allen anderen Organisationen verboten ist. Rein Staatsanwalt fräht nach der Militärvorlage Agitation der teutschen Krieger. I # Herr Gneift, einer der Profefforen, die der Regierung Wozu braucht Neuf älterer Linie ein Sozialisten jebe volksfeindliche Maßregel apportiren, so gewandt und gesetz? Daß die Hochmögenden in Greiz wegen etwelcher demüthig wie irgend ein Bedienter, er, der Mann, Häteleien mit Preußen im Bundesrath stets gegen das welcher alles beweisen kann", was die Reaktion fordert, Sozialistengeset gestimmt, was sie aber nicht hinderte, es geordnetenhaus beschloß einstimmig morgen, als am für den Rückweg nach dem Gefängniß aufgeschoben werden mußte. Andrej hoffte aber zuversichtlich, daß keine Noth wendigkeit zu solchem sicherlich nicht wünschenswerthen Aufschub vorliegen würde. Die Zeit ist gefommen", rief er aus. Er sprang leicht in den Sattel, während ihm Watajko das Pferd hielt. Leben Sie wohl", sagte der Bursche, der Tag hängt von Ihnen ab." Und von meiner Rosinante", sprach Andrej lächelnd, ben Hals des Pferdes streichelnd. Mit einem freundlichen Kopfnicken eilte er im Trabe in die Gasse, in der Watajko gestanden. Als er um die Ecke der Allee bog, hielt er sein Pferd im Schritt und sah vor sich hin in die Straße: sie war ganz sicher. Seine Augen richteten sich, wie von magnetischer Kraft angezogen, auf eine fleine Kolonne, welche bei der großen Entfernung bewegungslos schien, sich jedoch in regelmäßig militärischem Schritte näherte. " Das find fie ohne Zweifel," sagte sich Andrej. Was auch geschehen mag, der Tag wird nicht verloren fein." im Greizer Ländchen schneidigst anzuwenden. Nun tommt die Regierung auch ohne das Oktobergesetz aus, hat sie doch ein Vereinsgesetz, das mit reaktionären Bestimmungen gespickt ist wie ein Rehziemer mit Spec. Das fürstliche Landrathsamt in Greiz erließ gegen unseren Genossen Schent folgenden Utas: An Herrn Robert Schent in Beulenroda. Auf Ihre Anzeige vom 8./9. b. Mts., die Einberufung einer öffentlichen Bersammlung auf den 18. d. Mts. betreffend, wird Ihnen hiermit zur Resolution eröffnet: Märzfeier in Ungarn. Das ungarische Ab1848, feine ahrestage der Erhebung von Sizung zu halten. Sowohl in Peft als in der Provinz wird der 15. März als nationaler Festtag gefeiert; in den Schulen wird der Jugend die Bedeutung des Tages durch die Lehrer erklärt, sodaß die Feier des 15. März einen amtlichen Charafter gewinnt. Das Volksreferendum wird in Belgien fortgesetzt. Letzten Sonntag fand wieder eine Anzahl von Abstimmungen und zwar in wichtigen Industriezentren statt und überall war das Resultat eine überwältigende Majorität Die Kosten werden von für das allgemeine Stimmrecht. Privatvereinen getragen. Man will das Referendum der daß Ihnen mit der Befugniß zur Eröffnung und Leitung Reihe nach in allen bedeutenderen Orten und auch in den öffentlicher Versammlungen, sowie zum Sprechen in den felben zugleich auch die, jene bedingende Berechtigung zur dichter bewohnten Theilen des flachen Landes vornehmen, Einberufung öffentlicher Versammlung aus dem Grunde so daß so ziemlich ganz Belgien Gelegenheit bekommt, fich abgesprochen werden muß, weil Sie sich durch das am über die Frage des allgemeinen Stimmrechts ausSchluffe der am 23. Januar ds. Js. von Ihnen ver- zusprechen. anstalteten öffentlichen Arbeiterversammlung ausgebrachte Hoch auf die internationale revolutionäre Sozialdemo fratie" als Anhänger dieser Umsturspartei ausdrücklich befannt haben, folche Personen aber nach§ 8 des bier ländischen Versammlungsgesetzes vom 3. Januar 1887 überhaupt nicht zum Worte gelassen werden dürfen. Hiernach gilt die geplante Versammlung als nicht an: gemeldet. Greiz, den 9. März 1898. Fürstlich Reuß Plaui. Landrathsamt. v. Dietel. Mit seinem scharfen Auge vermochte er jeden der Gefangenen zu unterscheiden und bemerkte, daß Boris eine furze Jacke und keinen Ueberzieher trug. Wahrscheinlich hatte er teine Waffen. Das war zu bedauern. Bei Lew- Wie lieblich ist es, in Hinterrußland zu hausen! Der schin und Klein aber befand sich alles in Ordnung. Sie Landrath aller Reußen weiß mit der Versamm würden genügen. Die Gefangenen dachten augenscheinlich lungsfreiheit fertig zu werden. Wie lange noch soll die ebenso, fie gaben ja das Signal, daß sie bewaffnet wären. absolutistische Vereins Gesezgebung das Auf der linken Seite der Straße fah Andrej Wassilij's freie Wort unmöglich machen? Wagen und auf dem Bocke Wassilij selbst. Er konnte von ihm nur den breiten lässig gekrümmten Rücken und Schulkinder als Treiber. Wie die Stettiner den glänzenden Hut sehen. Seine Stellung war genau die Regierung befannt giebt, werden im schulpflichtigen. eines überarbeiteten Kutschers, der gleichgiltig auf einen Alter stehende Kinder tros des vor einigen Baffagier wartet. Jahren ergangenen Berbots wiederholt dem Unterricht badurch entzogen, daß sie bei Treibjagden Berwen( Fortsetzung folgt.) Der Panamaskandal ist für das französische Abgeordnetenhaus zu groß geworden er hat seine Schmutzwellen nun auch in die heiligen Hallen des Senats ergossen, po gestern anläßlich des Cottu- Zwischenfalls ein höllischer Spektafel war. Die praktische Folge dieser letzten Auftritte wird wohl die sein, daß die Regierung jezt endlich die Auslieferung des Herz und die Verhaftung des Arton wird bewerkstelligen müssen. Der Bien' muß. Ueber den Panama Prozeß liegen folgende spezielle Meldungen vor. Wolff's telegraphisches Bureau meldet aus Paris unter'm 14. b. M.: Boullay, einer der Advokaten der Zivilparteien, beschwor Charles Lesseps, die volle Wahrheit ans Licht zu bringen. Sodann wurde die Aussage des Liquidators der Panamas Gesellschaft, Monchicourt, vor dem Untersuchungsrichter vera lefen. Aus derselben ergiebt sich, daß Lesseps fich weigerte, Monchicourt die Namen der Empfänger von 7 Millionen Frants in Bons mitzutheilen. In der nunmehr verlesenen Aussage Cottu's wird konstatirt, Lesseps allein habe sich mit Der Gerichtshof der Bertheilung dieser Summe befaßt. beschloß, Monchicourt, der erkrankt ist, in feiner Wohnung B - In der Deputirten tammer wurde am 14. d. m. ohne bestimmtes Ergebniß über die Angelegenheit der Frau Cottu debattirt. 0 über mehrere Punkte vernehmen zu laffen. Der Advokat feiner Behörde unabhängiger machen foll, hat sich die Ber Von der Agitation. Eine größere Bahl von Barteigenossen Lascazes forderte ein strenges Urtheil gegen Barhaut, waltung, wenn nun auch vergeblich gefträubt, weil dadurch die aus dem Leipziger Westbezirt vertheilten am Sonnabend Béral, Sans- Leroy, Dugué, Gobron und Proust, die er als Disziplin leiden würde. Mit einem Anfangsgehalt von 700 m. mit gutem Erfolge die Rede Bebel's über den Zukunftsstaat" in wahre Verbrecher bezeichnete. Loustaneau, Advokat Moncht in den Städten, von 650 M. auf dem Lande erfolgt die etats- der Umgegend von Bitterfeld( Preußen). court's, sprach das Verlangen aus, der Gerichtshof möge be- mäßige" Anstellung der Unterbeamten,- Säge, die den Durch Aus Bonn wird uns berichtet, daß die dortigen Genossen stimmen, daß die veruntreuten Summen an die Kaffe der schnittsverdienst eines guten Arbeiters noch lange nicht er die Rede Bebel's und andere Schriften in einer Anzahl von Panama- Gesellschaft zurückerstattet und nicht, wie sonst üblich, reichen, die zur Ernährung einer Familie abfolut unzureichend Ortschaften vertheilten. Die Bertheilung verlief in bester Ordnung. der Armenkasse übergeben würden. Darauf wurde die Sigung find und die bie Sorge der Kapitalisten, daß fie Genossen aus Strasburg in der Uckermark vertheilten aufgehoben. durch den Hinweis auf bie höheren Löhne in die Rede Bebel's in den Dörfern Wismar, Hansfelde, Groß- und Paris, 15. März. Panama Beftechungs- fistalischen Betrieben in die Enge getrieben werden Klein- Bucon Blumenhagen, Groß- und Klein- Spiegelberg. Auch prozeß. Bei Beginn der heutigen Sizung nahmen die Ver- tönnten, feineswegs rechtfertigen. Ein Wohnungs Geldzuschuß hier ging die Vertheilung gut von statten. Nur in Blumenhagen theidiger der Zivilparteien ihre Plaidoyers wieder auf. Lagaffe von 240 M. in Berlin bis herunter zu 60 M. auf dem Lande verweigerten einige Conservative Bauern die Annahme der beklagte sich darüber, daß die Regierung nicht alle Schuldigen foll die Miethe, wenn auch nicht decken, so doch dem Stande der Schriften; sie suchten auch, indem sie sich vor die Fenster der habe bekanntgeben wollen, und behauptete, der Standal werde Miethspreise entsprechen. Ist das mit einem derartigen Betrage Arbeiterwohnungen begaben, die Arbeiter zu bestimmen, ebenso erst dann sein Ende erreichen, wenn die ganze Wahrheit be- denkbar? zu handeln wie fie, hatten damit aber nur in einigen Fällen tannt würde. Lagaffe verlangte schließlich die Bestrafung aller Herr Dr. Fischer hat uns in feiner Entgegnung auf die Glüd. Der Boden im Kreise ist dem Sozialismus günstig, er Angeklagten. Der Vertheidiger Rousselle sprach sich in dem Interpellation des Abg. Bebel felbft das Material zur Beurthei- muß nur- so wird uns geschrieben- tüchtig bearbeitet werden. felben Sinne aus. lung dieser Frage gegeben. Für 1056 Unterbeamte in Berlin, und daran werden es die Strasburger Genossen nicht fehlen fagte er, ergeben sich folgende Berhältnisse: Lassen. von 240 M. entweder die ganze Miethe oder wenigftens bis Für 525 Unterbeamte deckt dieser Wohnungs- Gelbzuschuß Todtenliste der Partei. In einer Klinik in Sachsenhausen zu 4/5 der Miethe, indem die Miethe bei dieser Hälfte der ist am Sonntag der erprobte Genosse Philipp Gichenauer England. Einem Privatbrief entnehmen wir folgen- Unterbeamten sich bis auf 300 m. jährlich erstreckt; Unterbeamte aus Bieber gestorben. des: Die Maffen gerathen mehr und mehr in Bewegung zahlen, find 466, also ungefähr die andere Hälfte ermittelt welche hier in Berlin Miethe im Betrage von 300 bis 480 M. Bolizeiliches, Gerichtliches c. und die Ereignisse treiben fie voran, Die legten all- worden. Bei allen diesen Unterbeamten deckt der Wohnungs- Das Sozialdemokratische Lieberbuch von gemeinen Wahlen brachten den Arbeitern zuerst vor die Geldzuschuß also mindestens noch die Hälfte der Map Regel beschäftigte am 13. März die Erfurter StrafAugen, welche Macht sie besitzen, wenn sie nur wollen. zablbaren Miethe, ein meines Erachtens nicht un- tammer. In der Straftammer- Sigung vom 15. Oftober 1892 Dann die beiden Wahlen in Huddersfield und Grimsby, günstiges Verhältniß." war der Geschäftsführer der Thüringer Tribüne", Genoffe wo die Arbeiter den Liberalen die Hilfe versagt und damit Dann fährt Herr Fischer fort: Stegmann, als Verbreiter des Liederbuchs, wegen der 3 Lieder: die Wahl verdorben haben, weil die Herren Liberalen die Von dieser zweiten Hälfte der Beamten, die mehr als Fahnenlied( Seite 8), Der letzte Krieg( Seite 21 und 22), BundesArbeiter als politische Nullen zu behandeln fortfuhren, 300. jährlich Mietbe bezahlen, haben 299 vermiethet lied( Seite 16 und 27) auf grund des§ 130 Str.-G.-B. zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt, und weiter war auf Unbrauchbarkeit der haben auf beiden Seiten viele Augen geöffnet, namentlich an nicht zur Familie gehörige Personen". Das ist der Grund, weshalb die Behörde von der Kafer- Blatten refp. des ganzen Liederbuchs erfannt worden. Gegen aber bei den Arbeitern das Selbstgefühl stark gehoben. nirung der Unterbeamten Abstand genommen hat, sie würde lettere Bestimmung wurde seitens des Vertheidigers RechtsEs ist jetzt so weit, daß die Massen die Einigung der ver- dadurch, sagt Herr Fischer anwalts Dr. Harmening Revision eingelegt. Das Reichsgericht schiedenen sozialistischen Sekten erzwingen werden, und wer ihnen und ihren Familien damit die von hatte dann auch die Revision für begründet anerkannt und die nicht mit will, der wird draußen gelaffen, Krakehl und ihnen hochgeschäßte Gelegenheit entziehen, Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer zu Kampf wird's noch geben, aber wir sind über den Berg, durch Bermiethen von Stuben oder durch son- Erfurt zurückverwiesen. Es handelte sich diesmal nur darum, ob ganz entschieden, und jetzt geht's vorwärts!" ftige Silfeleistungen wirthschaftlicher Art ihr es möglich sei, die brei inkriminirten Lieder allein auszuscheiden, Einkommen zu verbessern". ohne das ganze Liederbuch unbrauchbar zu machen. Dies wurde durch Borlegung eines neuen Liederbuches, in welchem die drei Lieder ausgeschieden waren, bewiesen, und erfannte die Straffammer beshalb dahin, daß nur die Unbrauchbarmachung der Blatten dieser drei Lieder ausgesprochen wurde, im übrigen verbleibt es bei der obengenannten Strafe. Serbien. Das liberale Ministerium hat trotz der ge waltigen Anstrengungen bei den Wahlen nur eine Mehrheit von drei Stimmen erreicht, so daß, falls die Stupfchtina nicht einige raditale Mandate für ungiftig erflärt, die Fortschrittler mit ihren fünf Stimmen ausschlag gebend werden. Parlamentarisches. In der Kommiffion für die Novelle zur Abänderung der Gewerbe- Ordnung( Antrag Gröber- Ackermann) stand gestern der neue§ 56aa zur Berathung. In diesem Artikel wird beantragt, von dem Handel im Umherziehen in der Regel" aus zuschließen: 1. Material- und Kolonialwaaren, 2. Manufakturwaaren, 3. Qurus und Putwaaren. Ausgenommen von diesem Verbote sollten die handwertsmäßig hergestellten Waaren fein. Die Debatte gestaltete fich zu einer Art Generaldebatte über die Zulässigkeit des Hauftrhandels überhaupt. Von den Rednern des Zentrums wurden die bekannten Klagen vorgetragen, während von freifinniger und sozialdemokratischer Seite diese reaftionären Anwandlungen energisch zurückgewiesen wurden. Bei der Abstimmung wurde der Antrag mit 8 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Der fonservative Abgeordnete von Gültlingen stimmte mit der Linken, während der nationalliberale Tröltsch mit dem Zentrum ging, Abgesehen von der durch diese Worte erfolgten Sanktionirung des Nebenerwerbs giebt Herr Dr. Fischer ausdrücklich zu, daß das Einkommen der Unterbeamten als Eristenzminimum unzureichend ist. Aber er denkt an leine Erhöhung des Gehalts, bequemeren Weg gefunden, der zum Biele führt, er verweist des Wohnungsgeldzuschusses, nein bewahre, er hat einen weit Ihr hört es Alle, Ihr Unterbeamten er ver weist Guch auf den Weg des Abvermiethens, auf den Weg des Nebenerwerbs. Eine famose Art Sozialpolitik! Die Crefelder Genoffen batten zu Pfingsten vorigen Jahres einen Ausflug nach Süchteln unters nommen und waren dort von der Polizei in jedenfalls nicht liebenswürdiger Weise behandelt worden. Die Elberfelder Freie Breffe" rügte das und zog sich dadurch eine Beleidigungstlage Als der Abg. Bebel dann auf die Urlaubsverhältnisse der des Bürgermeisters von Süchteln und seiner gesammten BolizeiUnterbeamten einging und besonders die standalöfen Vorgänge mannschaft zu. Der Staatsanwalt beantragte gegen den ver in Leipzig zur Sprache brachte, wo vier Unterbeamten der Urlaub antwortlichen Redakteur Gewehr vier Wochen Gefängniß als verweigert wurde der eine wollte an der Beerdigung seiner Zusatzstrafe. Das Gericht erkannte auf 100 Geldstrafe wegen einTochter, der zweite an der seines Vaters theilnehmen, der dritte facher Beleidigung. Ob die Polizei forrekt gehandelt habe, wollte wollte sich trauen lassen und der vierte an das Sterbebett feiner es nicht untersuchen; ein Recht zum Räumen des Plazzes, wo Frau eilen, da überging Herr Fischer diese Dinge als ihm fich die Ausflügler in Süchteln niedergelassen hatten, habe sie unbekannt. Aber der Vorwärts" wird doch auch im Reichs. jedenfalls gehabt. Ob nun das Verfahren der Süchtelner Polizei, postamt gelesen Herr von Stephan ist mit seinen Strafbie nach den Aussagen vieler Zeugen auf die aus Familien beanträgen gegen ihn doch nicht zurückhaltend, da hätte es stehende wehrlofe, hin und her flüchtende Menge eingeschlagen ihm doch unmöglich entgehen können, daß in Nr. 159 vom hat, am Plaze gewesen ist oder nicht, ergiebt sich am besten aus 10. Juli v. J. diese Vorfälle ausführlich gebracht und erörtert der Zeugenaussage des Bürgermeisters felbst. Diefer beworden sind. fundete, wie die Freie Presse" mittheilt, daß auf den Süchtelner Höhen jedes Jahr am Pfingstmontag heitere Menschen sich verfammeln, daß Vereine dorthin Ausflüge machen, und daß dann dort gesungen wird und gewöhnlich auch Mufit spielt. Die Sozial demokraten von Grefeld und Umgegend seien nun in so großer Zahl angerückt, daß er gefürchtet habe, es tonne(!) eine Versammlung unter freiem Himmel abgehalten werden". Denn(!) gar viele der fremden Gäste hätten rothe Kravatten gehabt, Frauen und Mädchen auf weißen Röcken rothe Bänder getragen, auch auf manchen Aber die Stellungnahme der anderen Parteien, besonders Frauenhüten habe er rothe Bänder gesehen( wie hier auch fast alle der antisemitischen, zu den Fragen, die die Unterbeamtentlasse Tage). Besonders habe die Steinrath'sche Wirthschaft ihm Anlaß zu bewegen, ist bezeichnend für ihre Arbeiterfreundlichkeit". Schon schweren Bedenken geboten, der ganze Saal derselben sei von Aus in einer antisemitischen Versammlung im Frühjahr 1891 wurde flüglern besetzt gewesen. Er habe das zwar gar nicht selbst gesehen, Sind der absoluten Staatsgewalt auch immerhin die Flügel der Abg. 3immermann während seiner Rede über die Ver- aber es fei ihm gejagt" worden und da habe er die Steinrath'sche beschnitten, so hat sich der Absolutismus in den einzelnen Verhältnisse der Postassistenten zu verschiedenen Malen fürmisch Wirthschaft schließen lassen. Desgleichen habe er sofort die Süch waltungstörpern doch noch vollständig erhalten, als ein Staat im Staate. Humanität" nennt Herr von Stephan den Grundsatz, der ihn in der Behandlung eines Personals von 130 000 Röpfen leitet; als das Prinzip: Zuckerbrot und Peitsche stellt sich dieser Grundfaz für die unteren Beamten bar, und nur zu treffend bezeichnete der Abgeordnete Singer in der Kommissionsfizung diese Humanität" als aufgeklärten Despotismus vermischt mit einigen wohlwollenden Instinkten." Nachhlänge zum Post- Etat. Man schreibt uns: " Wir haben schon in verfchiedenen Artikeln das Recht der Unterbeamten auf einen Erholungsurlaub dargethan, ein Recht, das um so eher vorhanden ist, als den Unterbeamten thatsächlich eine härtere Arbeit obliegt und sie eine größere Dienststundenzahl abzuleisten haben, als die Beamten. Gewährt doch auch der Grafschaftsrath von London seinen Angestellten in jedem Jahre eine Woche Urlaub bei vollem Lohn. Und dieses Recht der Unterbeamten werden wir auch weiterhin vertheidigen. Besonders unterbrochen, und aufgefordert, auch die Verhältnisse der Unterbeamten entsprechend zu würdigen. Er that das nicht, er vertröftete auf einen späteren Vortrag. Nun, auf diesen Vortrag warten die Unterbeamten heute noch, aber inzwischen wird der Abg. Bimmermann sich wohl eines anderen besonnen haben. Wie tönnte er auch für die Rechte der Unterbeamten eintreten? Das fann nur derjenige, der das Recht, der die Grundsäge der Ar beiterklasse vertritt. Die Unterbeamten gehören selbst zu dieser Wir sehen dies nur zu deutlich aus den Reichstags- Ver- Arbeiterklasse. Die Hebung ihres Niveaus ist abhängig von handlungen am 3., 4. und 6. d. M. Die Bewegung, worin dem Fortschreiten der Arbeiterbewegung. Je mehr und je er habe daher auch gar nicht gestattet, den Bierwagen abzuladen die Postassistenten stehen, bezweckt eine Verbesserung ihrer schneller lettere sich zu voller Macht entfaltet, je eher die ArLage auf dem Boden der Selbsthilfe. Das hierzu noth- beiterklasse durch ihre Vertreter ein energisches Veto gegen die wendige Koalitionsrecht tönnen sie als gefeglich gewährleistet heutige Mißwirthschaft und Ausbeutung der unteren Klaffen einfür sich in Anspruch nehmen. Trogdem arbeitet die Postverlegen fann, je früher die Sozialdemokratie in die Lage fommt, waltung mit allen Mitteln, um dieser farblosen Ber die Produktionsverhältniffe umzugestalten, je gründlicher und einigung den Todesstreich zu versetzen. Wir haben sie mit Ver- schneller geht die Verbesserung auch der Verhältnisse der Unter sprechungen, Drohungen und schwarzen Listen à la Rühnemann beamten vor sich. Und unsere Unterbeamten haben in ihrer dem hantiren sehen; ja wir haben sie( Vorwärts Nr. 29) fogar dabei Boftdienst voraufgegangenen Beschäftigung in der Industrie, dem ertappt, als ihre Organe ihre als Vorstand des Spar- und Handwerk zc. die Härten des Kapitalismus fennen gelernt; fie Borschußvereins gewonnene Renntniß dazu benutzten, die haben erkannt, daß, ob Jude, ob Chrift, jeder auf Kosten seiner Echulden" einiger Mitglieder benebst ganz vagen Schlußfolge Untergebenen rücksichtslos fich zu bereichern sucht: sie wissen, rungen an die große Glocke zu bringen. Die Art, wie der auf weffen Seite sie sich zu stellen haben. Herr Staatssekretär auf diesen Berein zu sprechen gekommen ist," sagte der Abg. Bebel, hat ein Maß von Feindseligkeit, ja von Gehässigkeit zum Ausdruck gebracht, wie ich sie bei einem solchen Beamten am wenigsten für angezeigt halte." Parteinachrichten. " telner Höhen räumen lassen, aber den Befehl gegeben, feinen Gebrauch von der Waffe zu machen. Die Leute seien nach Süchteln zurückgetrieben und auch dort die Wirthschaften geräumt worden. Nach der Ursache befragt, erklärt der Bürgermeister, man habe Rufe wie Hoch die Sozialdemokratie!" gehört, und da habe er gefürchtet(!), es tönne bei der großen Uebermacht der Genoffen die ganze Polizeimannschaft in Gefahr fommen. wenn(!) erft die Menge Getränt, welche der große Bierwagen brachte, vertilgt worden wäre, hätte es schlimm werden können(!), und Getränke auszuschenken. Der Bierwagen habe sofort wieder umkehren und abfahren müssen. Der zweite Zeuge, der Polizeifommissar von Viersen, erklärte, im Saal der Steinrath'schen Wirthschaft fei Klavier gespielt und gesungen worden. Auch habe man Reden" gehalten. Der Rommiffar tonnte aber nicht sagen, was der Inhalt der angeblichen„ Reden" gewesen ist. Die Störung der Ordnung" erblickte er auch darin, daß die Melodien der ge fungenen Lieder nicht zum Pfingstfeste paßten(!). Ferner habe er mehrere rothe Fahnen im Zuge der Crefelder Genossen gefehen und auch vom Dache der Steinrath'schen Wirthschaft habe eine rothe Fahne gewebt. Dazu seien noch zahlreiche rothe Schleifen gefommen. Er habe das Kommando zum blank ziehen erst gegeben, als ein Polizeisergeant einen Schlag erhalten habe und gestürzt sei. Polizeisergeant Schoren bestätigt diese Ausfagen, er will nicht gehauen haben. Gendarm Lohse dagegen hat wohl gehört, daß Siebe gefallen find, weiß aber nicht, wer Der Kampf der Bostassistenten ist ein Kampf um das Recht; gefchlagen hat. Die übrigen Zeugen dagegen erflärten, daß die ihr Hunger nach Recht will befriedigt sein. Aber wie Herr von Crefelder Genoffen der Polizei keinen Anlaß zu derartigem VorFordenbed den ersten Verhungerten zu sehen verlangte, so ver Proteftversammlungen gegen die Militärvorlage find gehen gegeben haben, und das ist auch zweifellos, denn wenn Arlangte Herr Dr. Fischer im kategorischen Tone die Vor- abgehalten worden in Leinfelden und Echterdingen beiter mit Weib und Kind eine Pfingstpartie unternehmen, so bringung tonfreter Fälle. Freilich, als sie ihm dom Abg. Bebel,( Württemberg), Wildsachsen( Ref. Brühne- Frankfurt), fann nur ein, Polizistenhirn" vermuthen, daß sie die„ Ordnung" umwie wir weiter unten sehen werden, vorgeführt wurden, da agsfeld und Rintheim i. B.( Ref. Ge of Offenburg). stürzen wollen. fonnte doch Niemand verlangen, daß er auf einzelne Fälle ein- Die Eisenacher Bezirksdirektion verbot die für letzten Sonntag Der frühere Vorstand der Barmer Orts- Krankenkasse gehe, denn wohin follten wir tommen, wenn wir hier nach dem Dorfe Seebach einberufene Boltsversammlung, weil hatte gegen einige Mitglieder der Generalversammlung Straf jeden einzelnen Fall.... einer eingehenden Erörterung unter- durch deren Abhaltung die öffentliche Ruhe gestört werden antrag wegen Beleidigung gestellt, weil diese in der Iber ziehen wollten? , fönnte". Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Bock felder Freien Preffe" eine von der Vertreterversammlung anDas Ergebniß dieser dreitägigen Verhandlungen? Es wird follte über die Zukunftsstaats- Debatte und die Militärvorlage genommene Resolution zum Abdruck gebracht haben sollten, Iuftig weiter gemaßregelt, oder wie der Abg. Wurm fagte, versprechen. welche für den derzeitigen Borstand allerdings nicht schmeichelschickt" werden. haft war. Die Staatsanwaltschaft ließ jedoch, jedenfalls wegen Trotz des wenigstens auf dem Papiere stehenden gleichen Der sozialdemokratische Zukunftsstaat." Die unter Mangels an Beweisen, daß der fragliche Artitel von diesen Ber Rechtes keine Aenderung! diesem Titel im Verlage der Vorwärts" Buchhandlung ersonen eingesandt fei, die Anklage gegen dieſe fallen, und erhob Und nun die Post- Unterbeamten. Hier hat die Ver- schienene Broschüre, enthaltend fämmtliche Reden, welche gelegent- folche gegen den Rebatteur Gewehr. Letzterem ist nun von der waltung fich alle Machtmittel gewahrt, hat ben Unterbeamten lich der Zukunftsstaats- Debatte im Reichstag in den Tagen vom Straftammer mitgetheilt worden, daß die Gröffnung des Hauptvollständig in der Hand. Der Post- Hilisbote fann von der Behörde 81. Januar bis 7. Februar gehalten wurden ist in kurzer Zeit verfahrens abzulehnen sei. In der Begründung heißt es, daß die nach ihrem Ermessen jederzeit entlassen" werden; in zwei Auflagen von je 20 000 Exemplaren vergriffen worden. fragliche Resolution ohne jede Bemerkung wiedergegeben wäre er dagegen hat seine Entlaffung bei der Ober- Poftdirektion Da die Nachfrage noch immer eine sehr lebhafte ist, und zur Zeit und die Generalversammlung in Wahrung berechtigter Interessen nachzusuchen" und legtere bestimmt den Zeitpunkt bereits wieder Bestellungen auf mehrere Taufende vorliegen, fo gehandelt habe. Das zuständige Organ, die Freie Presse", habe des Ausscheidens". Nur dem ständigen Post- Hilfeboten steht soll eine neue dritte Auflage gedruckt werden. Um deren Höhe aber diesen Beschluß verbreiten dürfen, weil die Generalversamm eine vierwöchige Kündigungsfrist au, aber auch erit, nachdem er annähernd bemeffen zu können, werden die Genossen, welche Be- lung aus Vertretern bestehe und diese den Mitgliedern ihre Be 6 Monate der ersteren Bestimmung unterworfen gewesen ist. ftellungen machen wollen, ersucht, dies recht bald zu thun, damit schlüsse bekannt geben müsse. Bon Bebel's Rede über den Auch hier kann das Dienstverhältniß seitens der Behörde ohne eine Verzögerung vermieden wird. weiteres gelöst werden, wenn der Posthilfebote fich grober Dienst- Bukunftsstaat find 12 Millionen hergestellt und verfandt worden, widrigkeiten schuldig macht oder durch sein Verhalten außer dem deren Verbreitung in den lezten Wochen in ganz Deutschland Amte der Achtung, die sein Beruf erfordert, unwürdig erweist". stattgefunden hat. Er tann etatsmäßig angestellt werden auch hier der PferdeM fuß der vierwöchigen Kündigungsandrohung-; er tann Aus Apolda wird uns geschrieben: Der vor ca. 11, Jahren unfündbar angestellt werden nach ca. 28 oder auch 30jähriger von hier abgereifte Genoffe May Büschel ist jest von Dienstzeit. Dagegen ist wohl sein Gehalt ein nach feststehenden Brasilien aus seinen Verbindlichkeiten gegen die Partei nachGrundfäßen bemessenes? Auch das nicht. Gegen die Einführung gekommen, des Altersstufen- Systems, das den Unterbeamten von -Wegen gegenseitiger Beleidigung verurtheilte das Stemnizer Landgericht den Redakteur des" Beobachters", Genossen Emi! Rosenow, und den Antisemiten Dr. Paul Förster, su je 100 m. Geldstrafe event. 10 Tagen Gefängniß. Das Reichsgericht verwarf die gegen das Urtheil der Strastammer zu Weimar eingelegte Revision des Apoldger Genossen August Baudert, der wegen Beleidigung eines Pfarrers zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt worden war. Baudert verbüßt gegenwärtig wegen Fabrikantenbeleidigung 10 Tage Saft. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 16. März. Opernhaus. Der Freischüh. Schauspielhaus. Narzis. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Der Hüttenbefizer. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Die Großstadt Iuft. Kroll's Theater. Fra Diavolo. Residenz- Theater. Die beiden Champignol. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Zagen. Neues Theater. Adrienne Lecoupreur. Friedrich- Wilhelmtädt. Theater. Die Fledermaus. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas Theater. Ihr Rorporal. National Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Alexanderplat- Theater. Die Konfettioneufe. Circus Renz. ( Karlstraße.) Donnerstag, den 16. März, Abends 71/4 Uhr: Gr. brillante Vorstellung. Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Wasser- und Lichteffecten. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. 3. 1. Male: Miss Edith als Jockey. Concurrenzschule, ger. v. d. Damen Frl. Clotilde Hager u. Oceana Renz 2c. Sozialdemokratischer Wahlverein Zentral- Kranken- u. Sterbetale für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. der Tischler u. s. w. ( E. H. Hamburg.) Oertl. Verwaltung Berlin H. Am 13. März verstarb im Alter von 35 Jahren unser Mitglied, der Tischler August Hess. Die Beerdigung findet heute Nachm. 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 306/4 Die Ortsverwaltung. Morgen, Freitag, Abends 744 Uhr: 18396 Danksagung. Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkustasse u. beim„ Invalidendant", Markgrafen straße 51a. Fr. Renz, Direktor. Gratweil's Bierhallen Rommandantenstraße 77-79. Täglich: Allen Freunden und Bekannten, fowie meinen Kollegen der Pianofabrik von Herrn Klinkmann u. Co. sage ich meinen tiefsten Dank für die rege Theilnahme am Grabe meiner lieben Frau. Friedrich Budack n. Tochter. Bum 18. Märs empfehle den Ge noffen mein Geschäft in frischen Blumen und Kränzen. Germania- Konzert- u. 1829b] Nimtz, Friedenstr. 68. Kouplet- Sänger sowie Auftreten des musikal. Clown Mr. Barna und Damen- Imitator Willy Wilson. Frühstücks- u. Mittagstisch. 3wei Säle Theater der Reichshallen. Spezia- zu Versammlungen und Vergnügungen, fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen. Apollo Theater. Vorstellung. litäten- Vorstellung. Spezialitäten Gr. Kanfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. 3um 79. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Moritz F. Sodtke. Morig Play. Etablissement Blat. Buggenhagen. Täglich auftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- n. Mittagshofer Lagerbier, hell und dunkel. Spezial- Ausschant von PatenAn Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den, oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerje, Festlichkeiten 2c. bin ich am 1. 2. amd 15 Mark Belohnung. Sonnabend, den 4. März, ist in der Garderobe des Eiskellers aus Versehen ein schw.Radmantel mitgegeben. Wiederbringer obige Belohnung, oder wer nachweist, wer denselben bekommen hat. 18376 E. Schuster, Potsdamerstr. 13. Freitag, den 17. März, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wach über die Bedeutung des 18. März. 370/ 7* 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Volks- Versammlung für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis am Freitag, den 17. März, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Schultheiß- Brauerei( Tivoli). Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referent: Reichstags- Abgeordneter August Bebel. 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet Zellerfammlung statt. 345/ 4* Die Vertrauensperson. Maurer! Gr. öffentliche General- Versammlung Sonntag, den 19. März, Vorm. 10 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Zages Ordnung: 1. Abrechnung der Vertrauensmänner über die Verwaltung des GeneralFonds der Maurer Berlins und Umgegend vom 1. März 1892 bis 8. März 1893. 2. Neuwahl der Vertrauensmänner und Revisoren. 3. Stellungnahme zur Streit- Kontrollkommission. Zu zahlreichem Besuch dieser äußerst wichtigen Versammlung Die in dem Lokal von Ziegler un laden ein überlegt gemachten Beleidigungen gegen den Schankwirth A. Gen nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben 242/10 für einen Ehrenmann. C. Neumann. Achtung, Rixdorf! Laut Bekanntmachung im redaktionellen Theil erlaube mich zum Umzug den Genossen bestens zu empfehlen. Bestellungen nimmt entgegen Retzerau, Berlinerstraße 63, 2 Tr. Uhrmacher 3842b Meissner, Reichenbergerstr. 137, Achtung! Die Vertrauensmänner der Maurer Berlins und Umgegend. J. A.: H. Huras, Putbuserstr. 17. Deffentliche Achtung! Versammlung für Frauen und Männer heute, Donnerstag, Abends 8 Uhr, 庭 in Schneider's Salon, Belforterstr. 15. Vortrag über: Die Cholera in Hamburg. Referent: Herr Stüve- Hamburg. Entree 10 Pf. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Versammlungen mit dem gleichen Thema finden Freitag Abend American- Theater. Noch frei eng bend hat die billigſten Preise, weil fein Laden. Thurmstr. 26 und Sonntag Abend 6 Uhr Badstr. 58 statt. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg Die Trockenwohner. Passagebitte ich freundlichst, mich zum Vortrag meiner Original- Rouplets berücksichtigen zu wollen. Mäßige Ansprüche. R. Heise, Volkshumorist, 1825b] N., 3ionskirchstr. 11, v. 3 Tr. Ein größeres Lokal mit 25 Betten ist an eine Genossenschaft als Herberge zu vergeben. Für gute Behandlung u. rein Uhr reinigen 1 Mart. 1826b Kinderwagen, größtes Fabrillager, billigste Preise, auch Theilzahlung, Oranienstr. 3 im Korbgeschäft. 17895* Größtes Lager Berlins Kinderwagen. Andreasftr. 23. Sv Hp 2,00, Beisige, Finken, Staare Singlerchen 1,25, Stieg lige, Rothhänflinge, Kanarienweibchen. Heckbauer billig. F. Schnelle 1840b Staligerstr. 132, am Rottbuser Thor. liche Betten ist bestens gesorgt. Auch tann daselbst ein Vereinszimmer eingerichtet werden. Werthe Off. sub 376 Postamt 61 erbeten. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 88061 am biesigen Platze wie bekannt grösste Auswahl! Panopticum. Preise! Sämmtliche im Handel Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. 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Gierzu eine Beilage Beilage zum„Vomiirts" Berliner Bolksblatt. ftg* �_ Donnerstag, den 16. März 1893. 16. Jahrg. Vnvlmnentslrertllhke. Deutscher Neichstag. 67. Sitzung vom 15. März 1893, 1 Uh». Am Bundesrathstische: v. M a I tz a h n. . Die zweite Berathung des Reichs-Haushaltsetats wird fort- gesetzt beim EtatdesReichs-Schatzamtes. Bei den Ausgaben für das Münzwesen kommt Abg. Gras Mirbach auf die gestrige Debatte zurück und weist es zurück, daß Abg. Büsing gestern ausgeführt, daß die Deihrungssrage nur dem Großgrundbesitzern zu gute käme. Solche Unterscheidung zwischen großem und kleinem Grundbesitz sei sonst nur bei anderen Parteien als bei der Partei des Herrn Busing zu finden gewesen. Er habe nur ausgeführt, daß der bei der Landschaft verschuldete Grundbesitzer besser daran sei, als der be, Privatgläubiger». Die Landschaft beleiht aber große Guter ebenso wie Bauerngüter. Redner wendet sich dann gegen Bamberger. der ihn wohl mißverstanden habe. Er habe ihm durchaus keinen Vorwurf gemacht; eine Verletzung würde nur dann vorliegen, wenn er(Redner) einen Volksstamm als schlechter als den anderen bezeichnet hätte, was nicht ge- schehen ist. Was Herr Bamberger sonst persönlich ausgeführt habe, falle aus ihn selbst zurück und mache jede sachliche Tis- kwsion unmöglich. Abg. Brömel(bfr.) konstatirt, daß der Abg. Bamberger eines Augenleidens wegen augenblicklich eine ärztliche Konsultation habe. Er werde wohl Gelegenheit haben, bei der dritten Lesung zu antworten. Abg. Büsing(ntl.): Ich habe gesagt, die Doppelwährung komme nur den Großgrundbesitzern zu gute. Das ist geschehen aus grund der Ausführung des Grafen Mirbach, daß die bei der Landschaft verschuldeten Besitzer davon einen Vortheil haben. Tie Landschaften sind nicht überall vertreten, namentlich sind die Bauern nicht überall bei der Landschaft betheiligt, und es giebt auch Schulden, welche hinter der Landschaft eingetragen sind. Graf Mirbach hat darauf gesagt: Den Grundbesitz, der nicht bei der Landschaft ist, gebe ich preis.(Hört! links.) Danach war meine Folgerung vollkommen gerechtfertigt. Wenn Graf Mirbach gestern auf meinen Privatberuf angespielt und mir vorgeworfen hat. daß ich deswegen der Goldwährung anhänge, so ist das ein Beweis dafür, daß die Herren(rechts) überhaupt nicht mehr glauben, daß man im Interesse der Allgemeinheit etwas vertritt. Abg. Graf Mirbach bestreitet, eine solche Aeußerung über die nicht bei der Landschaft betheiligten Grundbesitzer gemacht zu haben, während Abg. Büsing seine Behauptung ausrecht erhält. Ter Titel wird genehmigt, ebenso der Rest des Etats des Rcichs-Schatzamtes. Ohne Debatte wird der Etat der Reichsschuld genehmigt. Beim Etat des Reichsbankwesens weist Abg. Graf Mirbach daraus hin. daß bei Uebernahme der Reichsbank aus das Reich dem Reiche aus dem Bankwesen 1892 S'/,. aus dem Jahre vorher 5 Millionen Mar! mehr als jetzt zugeflossen wären. Die Sparsamkeit sei also in dieser Frage auf seite derjenigen gewesen, welche die Sieichsbank verstaatlichen wollten. Der Etat wird genehmigt; ebenso ohne Debatte die bayerischen Quoten, die Erstattungen auf aus Landesmitteln angewendete Kasernenbau- u. s. w. Kosten und die Betriebsfonds. Für die Vervollständigung des deutschen Eise n b ahnnetzes im Interesse der Landesver- theidigung sind 29 749 260 M. ausgesetzt, deren Bewilligung die Kommission beantragt. Hierzu liegt eine von den Abgg. Lender und Hug beantragte, von sämmtlichen badische» Abgeordneten unterstützte Resolution vor: Der Reichstag wolle beschließen: „Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, für die auf grund von zwischen dem Reich und einem Bundesstaate abgeschlossenen Verträgen erbauten Eisenbahnen, welche im Interesse der Vertheidigung Deutschlands oder im Interesse des gemeinsamen Verkehrs für nothwendig erachtet worden sind, Beiträge aus Reichsmitteln wie zur Erbauung, so auch zur Unterhaltung und zum Betriebe dieser Eisen- bahnen dem einzelnen Bundesstaate zu gewähren, sofern die dazu erforderlichen Kosten die Betriebseinnahmen übersteigen und den Staatshaushalt des Bundesstaates belasten." Abg. Hug(Z.) führt aus, daß diese strategischen Bahnen durchaus keinem wirthschaftlichen Bedürfniß entsprächen, ja, daß sie unnöthiger Weise den badischen Staatsbahnen Konkurrenz machen; sie erfordern in jedem Jahre einen erheblichen Zuschuß. Deshalb sei es nothwendig, daß das Reich die Kosten allein trage. Die Bahnen in den Gebirgsgegenden haben immer mehr gekostet als sie veranschlagt waren; der Zuschuß ist dadurch ein unbestimmter und besonders bedenklich ist es, daß Baden alle Erneuerungs- bauten bezahlen soll. Wenn der badische Staat oder die badi- schen Eisenbahnen so belastet werden, dann kann die Un- abhängigkeit Bavens in Gefahr kommen, und wieder das Projekt auftauchen, die badischen Staatsbahnen auf das Reich zu über- nehmen. Nach Artikel 41 der Reichsvcrfassung kann das Reich Eisenbahnen, welche im Interesse der Vertheidigung Deutschlands oder im Interesse des gemeinsamen Verkehrs für nothwendig er- achtet werden, kraft eines Reichsgesetzes auch gegen den Wider- spruch der Bundesglieder, deren Gebiet die Eisenbahn durch- schneidet, unbeschadet der Landeshoheitsrechte anlegen. Aber daraus geht nicht hervor, daß die Einzelstaaten den Betrieb solcher Eisenbahnen übernehmen müssen, der vielleicht einen er- h-blichen Zuschuß erfordert. Redner empfiehlt deshalb die vor- geschlagene Resolution. Staatssekretär v. Malhahn: Solche strategischen Bahnen sind nicht erst in neuerer Zeit gebaut worden, sondern von Preußen aus Landesmitteln ohne einen Pfennig Zuschuß aus Reichsmitteln schon früher. Erst in neuerer Zeit sind solche Bahnen mit Reichszuschuß gebaut worden in Staaten, welche sich in bezug auf ihre Ausdehnung und ihre Mittel nicht mit Preußen »>essen konnten. Es sind darüber Verträge abgeschlossen und auch vom Reichstage gebilligt worden. Dabei ist man immer in der Weise verfahren, daß man den betheiligten Staaten ein Pauschquantum gegeben hat, daß das Reich sich damit ein für alle Mal abfand und keine Verpflichtung übernommen hat zu etwaigen Mehrkosten der Anlage oder des Betriebes. Wenn das Reich zum Betriebe etwas zuzahlen soll, so muß es auch die billigste und kürzeste Linie verlangen und kann auf die Wünsche der Lokalinteressen keine Rücksicht nehmen; das Reich müßte dann auch dauernd den Betrieb kontrolliren, was wohl in den Einzelstaaten nicht als erwünscht angesehen werden würde. Der Vertrag mit Baden ist abgeschlossen, ohne daß irgendwie bemerk- bar gewesen wäre, daß Baden mit dem Entgegenkommen des Reichs nicht zufrieden gewesen wäre. Allerdings hätte ohne den Bau der Bahn der Umbau des Bahnhofs Karlsruhe noch etwas warten können; aber Baden hat einen höheren Zuschuß be- kommen als andere Einzelstaaten; deshalb kann ich nur bitten, die Resolution abzulehnen. Präsident des Reichs-Eisenbahnamtes Schulz bestreitet, daß Baden einen erheblichen Zuschuß für die in Rede stehenden strategischen Bahnen leisten müsse. Das Defizit der badischen Staatseisenbahn sei ein sehr geringes und auf die früher ge- bauten badischen Bahnen entfalle davon nur ein geringer Bruch- thcil, ja, die Bahnen hätten zum theil einen erheblichen Neber- schuß gebracht. Uebrigens müsse man bedenken, daß das Reich 95 pCt. der Baukosten als Zuschuß gewährt. Badischer Bevollmächtigter v. Brauer: Trotz des Reichs- zuschusses zu den Baukosten decken die Einnahmen der Bahnen die Betriebskosten nicht, und so weit dies geschieht, werden da- durch Einnahme-Zlusfälle bei den fünf alten Stammbahnen her- vorgerufen. Deshalb wäre der Antrag wohl wünschenswerth, aber bei Abschluß des Vertrages ist das alles erörtert worden. Es wurde anerkannt, daß das Reich nichts Unbilliges verlangt und daß Baden die Kosten, die ihm entstehen, im Interesse der Sicherheit decken müsse. Abg. Lender(Z.): Ich kann den Antrag, der von Ab- geordneten aller Parteien unterstützt ist, nicht als ungerecht an- erkennen. Es soll kein Einzelstaat belastet werden zu gunsten des Reiches. Wenn die Bahnen im Interesse der Landesvertheidigung nöthig sind, muß auch das Reich die Kosten des Betriebes tragen. Staatssetretär v. Maltzahn: Wenn das Reich die Betriebs- kosten mittragen soll, dann würde es weniger Zuschuß zu den Anlagekosten geben; es müßte serner den Betrieb beaufsichtigen können. Die Abgg. Lender(Zentr.) und Hug(Zentr.) halten es für nothwendig, daß der Grundsatz ihres Antrages wenigstens in Zukunft angewendet wird. Der Titel wird darauf genehmigt; der Antrag aber gegen die Stimmen des Zentrunis und der sozialdemokratischen Abge- ordneten Dreesbach und H i ck e l abgelehnt. Ohne Debatte werden die übrigen Etatskapitel: Besonderer Beitrag„von Elsaß-Lothringen. Zinsen aus belegten Reichs- geldern, Ueberschüsse aus früheren Jahren, Matrikularbeiträge und außerordentliche Deckungsmittel genehmigt, ebenso das Etats- und das Anlcihegesetz. Der Etat schließt ab in Einnahmen und Ausgaben mit 1257 699 611 M. und zwar betragen die laufen- den Ausgaben 1 005 419 231 M., die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 82 796 694 M., des außerordentlichen Etats 169 474 776 M. Damit ist die zweite Berathung des Etats erledigt. Die allgemeine Rechnung für 1839—99 wird der Rechnungs- kommission überwiesen; die Vorlage zur Erwägung der Gesetze betreffend die P o st d a m p s s ch i f f s- V e r b i n d u n g e n mit überseeischen Ländern wird in dritter Berathung endgiltig an- genommen. In zweiter Berathung wird der Gesetzentwurf betreffend die Abänderung der Maaß- und Gewichtsordnung angenommen. Hierzu liegt ein Antrag der Abgg. Brömel und M e r b a ch vor: Den Reichskanzler zu ersuchen, die gesetzliche Einführung einer in das metrische System passenden Bezeichnung sür 199 Kilogramm in Erwägung zu ziehen und dem Reichstage eine daraus bezügliche Vorlage zu machen. Abg. Brömel(dfr.): Aus der neuen Gewichtsordnung ist der Ausdruck„Zentner" vollständig verschwunden, Landwirlh- schaft und Statistik haben aber an einer kurzen Bezeichnung für 199 Kilogramm ein großes Interesse; deshalb kann ich die Resolution mit gutem Gewissen empfehlen. Abg. Merbach(RP.) weist darauf hin, daß eS noch manche Stätten im Deutschen Reich gäbe, wo das Pfund noch eine gesetzlich ganz unberechtigte Existenz fristet. Man solle damit endlich ein Ende machen. Ueber die Resolution wird erst bei der dritten Berathung abgestimmt werde». Die zweite Berathung des Gesetzentwurfes betreffend die Revision in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten wird ohne Debatte erledigt. Schluß SV« Uhr. Nächste Sitzung Donner st ag 1 Uhr (Handelsvertrag mit Columbien und erste Lesung der Novelle zum Unterstützungswohnsitz-Gesetz). DoKsles. Auf Requisition der Staatsanwaltschaft des Amts- aerichts I wurden gestern die zur Ausgabe am 18. März be- stimmten Blätter: 1. ein von Fritz Wille herausgegebenes rllustrirtes Blatt, 2. die rothe Festausgabe des„V o l k s b l a t t s sür Teltow- Beeskow u. s. w.", 3. die rothe Nummer des „Sozialist" mit Beschlag belegt und wurde nach den Exem- plaren der Blätter angeblich auf 49 Stellen gehaussucht. Von dem ersten Blatte nahm die Polizei die noch im Druck befindliche zweite Auflage, soweit sie hergestellt war, weg. Vom„Volksblatt" fielen ihr in der Expedition 4999 Exemplare in die Hände. Nach Angabe der haussuchenden Beamten wäre die Maß- regel in erster Linie veranlaßt durch die falsche Notiz, die über die Beschlagnahme des Wilkc'schen Blattes am Dienstag durch die Zeitungen gegangen war. Auf die seitens des„Volksblatts für Teltow-Beeskow u. s. w." ergangene Anfrage an die Staatsanwallschaft, welches der Grund zur Beschlagnahme sei. ist Antwort noch nicht ergangen. Der Antrag aus Aushebung der Beschlagnahme ist bei Gericht gestellt. De« Genossen zur Kenntuist, daß für Rixdors die Ernennung einer Person nothwendig wurde, welcher der Ver- trieb unserer Tagespresse besonders am Herzen liegt. Diese Aufgabe habe ich dem Genossen R e tz e r a u übertragen. Der- selbe nimmt alle Bestellungen auf unsere Tagesliteratur ent- gegen. Es ist ihm zur Pflicht gemacht, keine gegnerischen Schriften zu verbreiten. Gleichzeitig mache ich noch die Parteigenossen darauf aufmerksam, daß Sonnabend, den 13. März, der Sozial- demokratische Verein„Vorwärts" sein diesjähriges Winterfest veranstaltet, wozu ganz besonders die Genossen eingeladen sind. RobertKöppen, Vcrtrauensperson. Auf eine Ketzerei des orthodoxen„ReichSboten" macht uns ein kirchenkundiger Atheist aufmerksam. Den Antisemiten ist es ein großer Aerger, daß Jesus selbst Semit ist, und ist des- halb auch schon der Versuch gemacht worden, Jesus als Arier hinzustellen. Damit wird nun wieder an den Fundamenten der christlichen Lehre gerüttelt, und Stöcker und Genossen ergießen ihren Zorn über dergleichen Versuche. Der christlich- orthodoxe „Reichsbote" sucht sich damit zu Helsen, daß er behauptet, daß Christus wegen seiner Göttlichkeil überhaupt keiner Rasse zu- gerechnet werden dürfe. Das ist vom theologischen Standpunkte eine Ketzerei, und es ist drollig, daß der„Reichsbote" von „Judenlnechten" und„Atheisten" darüber belehrt werden muß. Nach der Lehre der Kirche von Christus sind in ihm zwei Na- turen, er ist wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich; als Mensch ist er vom Weibe geboren und gehört durch seine Mutter einem Volk und einer menschlichen Rasse an. Wer das leugnet, bekennt sich zur„Irrlehre" der Monophysiten, die von der katho- tischen wie von der lutherischen r-vche in gleicher Weise ver- dämmt wird, wie die Lengnung der Göttlichkeit Christi. GeschäftSfreisinnlge werden im„freisinnigen Bezirksverein Nen-Kölln" gezüchtet. Vor uns liegt em vertraulich versandtes Zirkular seines Vorstandes, das von elf Herren, darunter drei freisinnigen Stadtverordneten, unterzeichnet ist. Dasselbe giebt den Zweck des Vereins, neben der Organisation der Wohlthatig- keit, so an:„Ferner Zweck des Vereins ist, die Bewohner der oben genannten Stadtbezirke untereinander bekannt zu machen und sie geschäftlich und gesellschaftlich näher zu führen". Der Vor- stand eines politischen, freisinnigen Vereines fordert also hier dazu auf, aus geschäftlichen Beweggründen dem Freisinn beizutreten. Diejenigen, die dem freisinnigen Verein beitreten, sollen ein Ge- schäst machen, die anderen werden also indirekt gedoykottet. Man theilt uns übrigens mit, daß ähnliches in den Zirkularen frei» sinniger Vereine schon wiederholt gesagt worden sei. Die von unS sowie mehreren andern Blättern gebrachte Reporternotiz, wonach infolge einer Denunziation beim Fabri- kanten Warnecke eine polizeiliche Haussuchung nach Dynamit- bomben stattgefunden, stellt sich als eine Ente heraus. Herr Polizeipräsident v. Richthosen sendet uns folgende Berichtigung: „Die in der Beilage zu Nr. 62 des„Vorwärts Berliner Volksblatt" Seite 2. Spalte 2 unter der Ueberschrist:„Ein Miß- vcrständniß" abgedruckte Notiz, es sei bei der Polizei Anzeige erstattet worden, daß bei dem Cuxhavenerstr. 3 wohnhasten Fabrikanten Warnecke Bomben angefertigt würden und es sei infolge dessen bei Warnecke eine Durchsuchung durch Polizei- beamte vorgenommen worden, ist unwahr." Arbeit nm jeden Preis ist heute die Sehnsucht so vieler Tausende. Die Roth lehrt sie, jede Rücksicht darauf zu ver- gessen, daß sie dadurch nur den Lohn herabdrücken und die all- geineine Roth vermehren. Die Erhaltung des eigenen Lebens, der nagende Hunger, der augenblickliche Befriedigung verlangt, läßt die Abwägung des allgemeinen Interesses, den Gedanken an morgen, das Gefühl der Solidarität gar nicht aufkommen. Die augenblickliche Roth will befriedigt sein, und leider steht die große Masse der Arbeiter noch jeder Organisation fern, die ihnen einen Halt gewähren könnte. Solch ein unter taufenden in gleicher Lage Befindlicher isolirt dastehender Arbeiter nimmt schließlich jede Arbeit unter allen Bedingungen an. Oft aber ist er selbst hierzu nicht in der Lage, denn mit der Arbeit erhält er noch kein Brot, wie folgendes Beispiel lehrt. Ein junger Mann von 24 Jahren tritt am Donnerstag gegen 9 M. Wochenlohn als Hausdiener in einer Stcindruckerei ein. Am Sonnabend ist Lohnzahlung; nach der Fabrikordnung wird ein Tagelohn einbehalten. Der Hausdiener hat also nur für zwei Tage Lohn zu erhalten. Aon diesen werden ihm aber für Krankenkasse, Einschreibegeld, Altersversicherung:c. 2,38 M. ab- gezogen, so daß ihm nur noch 62 Pf. bleiben. Ein kleiner Vor- schuß wurde ihm verweigert. Er kündigte sofort zum Montag; da erhielt er wenigstens den Lohn für zwei Tage. Was blieb ihm sonst übrig? Wovon sollte er bis zum nächsten Sonnabend leben, wenn er bei der Arbeit blieb? Um leben zu können, mußte er die Arbeit aufgeben. Bon zehn Milchplantschern veröffentlicht daS Polizei» Präsidium unterm 13. d. M. die Namen, bei denen wiederholt Milch entnommen wurde, welche den Bestimmungen der Polizei- Verordnung vom 6. Juli 1887 nicht entsprach und die deshalb mehrfach bestraft wurden. Es sind dies Karl Beutel, Strom- straße 36; Theodor Brunn, Blumenftr. 21; Heinrich D i e r i g, Bernauerstr. 73; August Fehmer, Koppenstr. 62; ranz List, Pasewalkerstr. 11; Dorothea Mühlen- e r g, Koppenstr. 38; Karl Päschel, Pallisadenstraße 16; einrich Schröder, Posenerstr. 11: Louis Schumann, aunynstr. 69 und August Steinrcke, Stralauerplatz 17. Wie aus den angeführten Straßen ersichtlich, ist es auch hierbei die arbeitende Bevölkerung, welche das Ausbeutungsobjekt ab- giebt. Auch die Butterhändler Robert Garlipp. Grünauer- Iiraße 49 und Eisenbahnstraße 39 und R. Kutschera, Man- teuffelstr. 195 und Falckensteinstr. 23 sind auf grund des Nahrungs- mittel-Gesetzes wiederholt bestrast worden, weil ihre Butter mit Margarine verfälscht und selbst reine Margarine als Naturbutter verkauft worden war. Die Verlegung deS ViehmarktS auf den Montag hat unter den Schlächtermeistern eine große Bewegung hervorgerufen. Am Dienstag Abend fand eine große Versammlung der Schlächter- ineister statt, welche die Begründung einer„Viehmarkts- b a n k" aus Aktien mit einem Grundkapital von 1 Million Mark beschloß.— Der Vorschlag, mit den Viehkommisstonären in Ver- Handlung einzutreten, fand nicht die Zustimmung der Versamm- lung. Auf dem hiesigen Viehhof ist unter den bedeutenden Ueber» ständen an Rindern und Schweinen vom letzten Hauptviehmarkt die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen, infolge dessen dürfen Thiers vom Viehhof nicht lebend entfernt werden. Die Zufuhr ist selbstverständlich gestattet. Bezüglich deS gestern gemeldeten Unglücksfalles in Rixdors, Treptowerstrahe, wird uns berichtigend mitgetheilt, daß das einjährige Kind, welches aus dem Fenster gefallen war. noch am Leben ist, und voraussichtlich wieder hergestellt werden wird. Verschwunden ist feit Donnerstag, den 9. März, der Geld« schrankfabrikant Richard Koppe. Große Hamburgerstr. 29 wohn- hast. K., dessen Geschäft unter der Ungunst der Zeit zu leiden hatte, hatte sich eingebildet, daß er seinen geschäftlichen Ver- pflichtungen nicht mehr nachkommen könne und nicht mehr in der Lage sei, sich und seine Frau zu ernähren. Diese fixe Idee machte den Mann so tiefsinnig, daß er nur mangelhaft Nahrung zu sich nahm und gänzlich von Kräften kam. Am Donnerstag wollte er sich nach seiner in der Oranienburgerstr. 5 belegenen Werkstatt begeben, wohin ihm seine Gattin wenige Minuten später folgte; die letztere traf jedoch K. dort nicht mehr an, welcher nach kurzem Aufenthalt das Geschäft wieder verlassen, angevlich nm sich ein wenig in der frischen Lust zu erholen. Seitdem ist der Fabrikant, welcher 36 Jahre zählt, verschwunden. Es wird vermuthet, daß der Bedauernswerthe in einem Anfall von Geistesstörung sich das Leben genommen hat. Einen schaurigen Tod erlitt am Dienstag die 17jShrige Martha Nadecke, welche Lützowplatz 12 bei einer Ber- wandten im Geschäft und in der Wirthschaft thätig war. Die Unglückliche war in der Waschküche dem Herde, rückwärts gehend, zu nahe gekommen und stand plötzlich in Flammen. Ehe ihr Hilfe werden konnte, war sie von Brandwunden so bedeckt, daß auch die ihr im Elisabeth- Hospital zu theil gewordene liebevolle Pflege sie nicht zu retten vermochte. Nach kurzer Zeit erlag sie ihren Verletzungen. Die Landung deS Ballons„Humboldt" ist. wie eine telegraphische Meldung aus Rogasen(Provinz Posen) besagt, gestern Nachmittags 3 Uhr 29 Minuten daselbst glücklich von statten gegangen. Die wissenschaftliche Ausbeute dieser Luftfahrt dürfte eine sehr große sein, da der Ballon die kolossale Höhe von über 6999 Metern erreicht hat. Nähere Angaben fehlen noch. Marktpreise in Berlin am 14. März, nach Ermitte- lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 199 Kg. guter von 15,60-15,10., mittlerer von 15,00-14,60 m., geringer von des Gerichtshofes auf odesstrafe und Ehrverluft 14,50-14,00 2. Roggen per 100 Stg. guter von 13,20-13,00., lautete. ・ Soziale Uebersicht. mittlerer von 12,90-12,70 m., geringerer von 12,60-12,40 M. Der Verurtheilte nahm das Erkenntniß mit sichtlicher Bes Gerste per 100 kg. gute von 17,50-16,30 m., mittlere van wegung entgegen, er vermochte sich taum auf den Beinen zu 16,20-15,10., geringe von 15,00-13,80 W. Safer per 100 Kg. halten. Auf einer Bank auf dem Korridor wand sich eine beguter von 15,80-15,20 M., mittlerer von 15,10-14,60 m, tagte Frau im tiefsten Seelenschmerz. Es war die Mutter des geringer von 14,50-14,00 M. Stroh, Richt per 100 g. von Berurtheilten. 4,50-4 M. Heu p. 100 Kilogr. von 7,10-5 M. Erbsen, gelbe zum Rodjen per 100 Rg. von 40,00-25,00 m. Speisebohnen, weiße per 100 g. von 50,00-20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 m. Kartoffeln per 100 Kg. von 6,00-4,50 M. Hindfleisch von der Reule per 1 Kg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30-0,90 9. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50-1,20 M. Kalbfleisch per 1 Rg. von 1,60-0,80 M. Hammel fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 bis 1,80 M. Eier per 60 Stück von 5,00-2,60 m. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 m. ale von 3,00-1,20 Bander von 2,40-1,00. Sechte von 1,80-1,00 m. Barfche von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 bis 0,60 M. Krebfe per 60 Stück von 10,00-3,00 m. Polizeibericht. Am 14. b. M. Nachmittags fprang ein an einer unheilbaren Krankheit leidender Kaufmann von der Lichtensteinbrücke in den Landwehrkanal, wurde jedoch, anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Waffer gezogen und nach seiner Wohnung gebracht. Im Laufe des Tages fanden drei fleine Brände statt. Gerichts- Beifung. Versammlungen. um zum Mittwoch im Philipp'schen Saale versammelt. Der frühere Die Kellner Berlins waren in der Nacht vom Dienstag Reliner, jezt Gastwirth M. Herzberg als Referent tadelte das gegenwärtige Stellenvermittelungswesen, welches sowohl von Privaten als auch von Berufsvereinen, an deren Spize der Berliner Verein vom deutschen Gastwirthsverband marschire, dazu benutzt werde, den Kellner auszubeuten. Als bestes Mittel empfehle er den Beitritt zum Verein Berliner Gastwirthsgehilfen, der den Arbeitsnachweis fostenlos betreibe. Kollege Pöfch berichtete dann über die im Bürgersaale des Rathhauses stattgefundene von Konferenz Vertretern folcher Bereine, welche fich mit Achtung, Gewerkschaften Berlind! Arbeitsnachweis befaffen, am Schlusse bie Bergarbeiter, sowie Sammellisten für die Gewerbegerichts- Wahlen öffentliche Versammlung der Diejenigen welche noch Sammedisten für die ausgesperrten Annahme folgender Refolution zu empfehlen: Die heutige Kellner und Berufsgenossen in Händen haben, werden hierdurch aufgefordert, diefe Listen steht den Bestrebungen des Herrn Magistratsassessor Dr. Freund, bis spätestens zum 1. April an nachfolgende Stellen ab- die Regelung der Berliner Arbeitsnachweise betreffend, sympathisch anfiefern. R. Millarg, Tischler, Lebrterstr. 22; M. Maffini, gegenüber, ist aber der Ansicht, daß der Magistrat selbst verBuchdrucker, Belle- Allianceftr. 66; D. Völkel, Hutmacher, Pappels pflichtet ist, für eine radikale Lösung dieser Frage dadurch zu allee 3/4; 2. Körsten, Former, Staligerstr. 63/64; G. Busse, forgen, daß 1. auf Kosten der Stadt eine Arbeitsbörse erbaut Lederzurichter, Gophienstr. 28; H. Faber, Goldarbeiter, Grü- werde, in welcher den Gewerkschaften Bureaus eingeräumt wernauerstr. 4. Außerdem machen wir unsere Genossen, welche in den, 2. daß die Arbeitsvermittelung in den Händen der Gewerkder Gewerbegerichts- Wahl zu Beisitzern gewählt worden sind, schaften selbst verbleibe, während einem eventuell zu wählendarauf aufmerksam, daß am Montag, den 20. März, eine Ver- den Ausschuß der Arbeitgeber nur gewisse Funktionen einzus fammlung der Gewerbegerichts- Beisiger stattfindet, zu welcher die räumen sind. Die Versammlung hält es außerdem für nöthig, daß Einladung noch durch Postkarte erfolgen wird. Wir ersuchen die von Gesezeswegen jede private Stellenvermittelung gegen Ent Eingeladenen, sämmtlich zu erscheinen. gelt als Wucher verboten werde." Nach der im Sinne der Borredner gehaltenen Diskussion, wurde die Resolution ein stimmig angenommen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Streit Kontroll Kommission. Im Auftrage: Hermann Faber, SO, Grünauerstr. 4, S. L. Achtung, Metallarbeiter! = " Unter Verschiedenes" gelangten die Arbeitsverhältnisse des Ausschanklokals der Brauerei Friedrichshain( früher Lips) zur Raubmordprozeßt. Das Schwurgericht des Landgerichts I Sprache und wurde von mehreren Rednern getadelt, daß ebenso verhandelte gestern gegen den Dienstinecht Karl Friedrich Wilhelm Unter den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiter- Ber- wie die bürgerlichen Blätter, der Vorwärts" es abgelehnt habe, Kühn, welcher beschuldigt war, in Gemeinschaft mit dem nicht bandes macht sich eine lebhafte Bewegung bemerkbar gegen die einen dieses Lokal betreffenden Auffaz zu veröffentlichen, in ermittelten Töpfer Otto Hahn auf offener Landstraße einen Raub felbitändige Stellung der Berliner Metallarbeiter; es wird ver- welchem kritisirt wird, daß die Beköftigung( und Belohnung) nicht mord begangen zu haben. Der Angeklagte befindet sich noch im langt, daß die Berliner Kollegen sich der Zentralisation, dem mehr als alles zu wünschen übrig lasse.( Siehe„ Gast= jugendlichen Alter, er hat taum das zwanzigfte Jahr erreicht. Deutschen Metallarbeiter Verband anschließen, und wird auch, wirthsgehilfe" Nr. 9).") Aus seinem Geständnisse in Verbindung mit dem Ergebnis der wie aus der großen Anzahl der hierzu gestellten Anträge zu er Harmoniedusels segelnden vereinigten Fachvereine" der KelluerBetreffs der gegenwärtig im Kreise der unter der Flagge des Beweisaufnahme läßt sich folgender Sachverhalt wiedergeben: Der Fouragehändler Mühelburg aus Berpenschleuse warten steht, voraussichtlich die am 3. April d. J. in Altenburg schaft zirkulirenden Fragebogen, wodurch wegen Regelung der stattfindende Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiter fuhr häufig nach Berlin, bezw. Neu- Weißenfee, um Futter Berbandes den bisherigen Zustand des friedlichen Nebeneinander Arbeitszeit dem Herrn Minister v. Berlepsch Material zur Auszu verkaufen. Im letztgenannten Drte pflegte Mügelburg bei dem bestehens der beiden Organisationen aufheben, obwohl der all: Arbeiter verschafft werden soll, stimmte die Versammlung folgenarbeitung eines Spezial- Schutzgesetzes für gastwirthschaftliche Schankwirth Backhaus auszuspannen. Dies geschah auch am der Resolution zu: feiner Mutter, der Wittwe Kühn, lebende Angeklagte hatte fur furz vorher neugefchaffene Organisation, unfern Verband, aner gegen das Vorgehen der Bereinigten Berufsvereine" in bezug Gonnabend, den 29. Oktober v. J. Der in Neu- Weißensee bei gemeine Deutsche Metallarbeiter- Kongreß zu Frankfurt a. M. 1891 Arbeiter verschafft werden soll, stimmte die Versammlung folgen den Berliner Metallarbeitern ihre Selbständigkeit beließ und die " Die Versammlung der Berliner Gastwirthsgehilfen protestirt zuvor bei Mügelburg als Pferdefnecht gedient, seinen Dienftherrn fannte. aber in Unfrieden verlassen. Er war nun feit 14 Tagen ohne Arbeit gewesen. Sein gleichaltriger Freund, der Töpfer Otto ob wir dem Verlangen der deutschen Kollegen Rechnung tragen Hierdurch werden wir vor die hochbedeutsame Frage gestellt, Bohn- und Arbeitsverhältnisse, weil man die Fragebogen der der gegenwärtig stattfindenden statistischen Erhebungen über Hahn, hatte ihn am Morgen des 29. Oftober besucht und ihm und uns dem Deutschen Metallarbeiter Verband anschließen, Deffentlichkeit vorenthält und darum die zu erzielenden Resultate erzählt, daß er 14 Tage wegen Diebstahls in Untersuchungshaft fich befunden habe. Sie hatten fich gegenseitig ihr Leid geklagt, oder, ob wir unsere bisherige Organisation auch fernerhin hoch- unvollständige sein werden." Die Agitationskommission wurde beauftragt, sich solche Frage weil sie fein Geld besaßen. Am Abende des genannten Zages rüftete Mügelburg fich zur Rückfahrt nach Berpenschleuse. 19. März, Vormittags 10 Uhr, eine außerordentliche Generalver Um diefe Frage zu entscheiden, findet am Sonntag, ben bogen zu verschaffen und für Ausfüllung derselben zu forgen. Der Bericht des Delegirten zur Streit- Kontrollkommission Er stand in der Backhaus'schen Gaststube und ließ sich ein paar sammlung des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäf- und Neuwahl desselben, sowie Neuwahl der Agitationskommission, Bigarren geben, als ein Nachbar hineintrat und bat, ihm einen tigten Arbeiter Berlins und Umgegend statt, mit der Tagesord- wurde wegen vorgerückter Morgenstunde der nächsten BersammHundertmarkschein zu wechseln. Mügelburg erbot fich dazu und wechselte den Schein. Hierbei warf der Gastwirth Backhaus einen nung: 28ie stellen wir uns zum Anschluß an den Deutschen lung übertragen. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung schloß die gut Blick nach dem unverhüllten Fenster. Er sah, daß Kühn und Hahn vor dem Fenster standen und das Wechselgeschäft be verlaufene Versammlung. obachteten. Der Beuge befundete, daß die Gesichter der beiden Buschauer einen so begehrlichen Ausdruck angenommen hatten, daß ihm unwillkürlich der Gedanke gekommen fei, die beiden Burschen feien eines Verbrechens fähig. Bevor Müzelburg abfuhr, machte er ihm von dem Geschehenen Mittheilung und halten wollen. Metallarbeiter- Verband?" fammlung zu erscheinen, und selbst zu bestimmen, unter welcher Kollegen! Es ist an Euch, Mann für Mann in dieser VerFlagge wir in Bufunft weiter marschiren wollen, zu entscheiden, welcher Weg der bessere ift. Da die Versammlung im Zentrum stattfindet, so ist es jedem Mitglied möglich, dieselbe zu besuchen. Mitgliedstarte legitimirt. Mit Gruß Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins u. Umgegend. J. A.: Otto Räther, N. Fehrbellinerstr. 24. Der Gemeinderath von Eisenach beschloß die Errichtung Versammlung, die von annähernd 400 Personen besucht war, Eine öffentliche Filzschuharbeiter und Arbeiterinnentagte am 13. März. Sie nahm zunächst den Bericht über den Stand des Streits bei der Firma Landsberger entgegen. Nach bemselben dauert der Streit fort und ist begründete Hoffnung warnte ihn. Ach was", erwiderte Mügelburg, was wollen die vorhanden, daß er siegreich durchgeführt wird. Die Herren Jungens mir wohl thun". Er bestieg seinen Leiterwagen und Schmolling, Lange und Valerius gingen näher auf die Mißstände ein, welche den Streit veranlaßten, und ermahnten fuhr fort. Inzwischen hatten die beiden Burschen thatsächlich ein Werbrechen geplant." Du, das Geld müssen wir haben und wenn die Streitenden zur Standhaftigkeit. Die Versamm wir ihn falt machen follen". So hatte Hahn zu seinem Genoffen beim Anblick des Geldes geäußert und Kühn war sofort dazu eines Gewerbegerichts. lung erflärte sich mit den Streifenden solidarisch und ver pflichtete sich, für dieselben mit allen Kräften einzutreten. bereit. Sie begaben sich auf den Hof des Gastwirths Backhaus Herr Menzel referirte darauf über die Lage der in der und suchten dort geeignete Instrumente. Kühn fand einen Der Ausstand der Steinbildhauer des BIöger'schen filsfchubbranche thätigen Personen. Es habe sich in diesem schweren Spatenstiel von Buchenholz, den er sich an Steinmeßplates hat mit einem Siege der Ausständigen geendet. Industriezweige die Saisonarbeit eingebürgert. Zweimal im eignete, Hahn einen anderen dicken Knüppel, mit dem Die Herren Gebrüder Knoll unterzeichneten als Unternehmer ein Jahre würden auf kurze Zeit die vorhandenen Arbeitser fich bewaffnete. Sie lauerten dann dem Mügelburg Schriftftüd, wonach fie fich verpflichteten, feinen Bildhauer unter fräfte benust, während der andern Zeit schlössen sich die Thüren am Ausgange des Ortes auf. Derfelbe tam auch bald einem täglichen Lohn von 6 M. zu beschäftigen, die ausstehenden der Fabriken und Werkstellen für zwei Drittel derselben. Ein angefahren. Die Wegelagerer hatten verabredet, dem Wagen zu Bildhauer sämmtlich zu gleicher Beit wieder einzustellen, und der Krebsschaden in unserem wirthschaftlichen Leben, unter dem folgen und den Mügelburg unterwegs zu überfallen. Zunächst von den Gehilfen gewählten Rommission Vorbehalt und Kontrolle gerade die Filzschubarbeiter sehr zu leiden hätten, fei die Zuchtwurde ihnen ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn zwei über etwaige Entlaffungen zu gestatten. Ferner versprachen die haus- und Gefängnißarbeit. Ein Fabrikant beschäftige eine ganze von Mügelburg eingeholte Fußgänger erhielten auf ihre Bitte Herren Gebrüder Knoll auf Ehrenwort, jegliche Maßregelungen Menge Straußberger Korrigenden und zahle pro Tag und Mann die Erlaubniß, eine Strede Weges mitzufahren. Die Begleiter oder Handlungen, welche als solche anzusehen sind, zu unterlassen. 70 Pfennig. Der Herr thue fich noch groß damit, daß er für des Mügelburg verließen ihn in Französisch Buchholz, Mügel Die Agitationstommission der Bildhauer Berlins diesen Preis dieselbe Menge täglich gearbeitet erhalte, wie von burg fuhr alleine auf dem Wege nach Schönerlinde weiter. Die einem freten" Arbeiter, der viel mehr beanspruche. Mehrere beiden Mordgesellen folgten ihm unbemerkt. Der Wagen tuhr Die von den Mainzer Brauergehilfen in einer Ver- Fabrikanten ließen theils in Sonnenburg, theils in Straußberg Langsam auf dem Sommerwege weiter, der Mond beleuchtete fammlung am 25. Februar aufgestellten Forderungen find jetzt arbeiten. Die Konkurrenz der Opfer der heutigen Gesellschaft, den Weg und zeigte den Burschen, daß die Gegend von der Lohnkommiffion der Gehilfen formulirt und den hiesigen welche dort gefangen gehalten werden, fönne der vielgepriesene fonft menschenleer war. Sie hielten die Gelegenheit Brauereigesellschaften per Birtular zugestellt worden. Die freie Arbeiter" natürlich nicht gut vertragen. Darauf ftügten sich zur Ausführung ihres Mordplanes für günstig und schlichen fich Forderungen lauten: Behnftündige Arbeitszeit, und zwar vom schon die Fabrikanten, wenn von ihren Arbeitern beffere Arbeitsnäher an den Wagen heran. Müzelburg war auf seinem Sig. April bis 1. Oktober von Morgens 5 Uhr bis Abends 6 Uhr, bedingungen gefordert wurden. Herr Schlizweg habe einfach ereingefchlafen, fein Kopf hatte sich auf die rechte Seite geneigt und inkl. 8 Stunden Pause, und vom 1. Oktober bis 1. April von flärt, er laffe dann in Straußberg arbeiten, wenn seine Arbeiter hing über den Leiterwagen hinaus. Rühn näherte sich von der Morgens 6 Uhr bis Abends 6 Uhr mit 2 Stunden Pause. Die nicht mit dem von ihm gezahlten Attordpreis austämen. Von rechten Seite und führte mit dem Spatenstiel einen furchtbaren Sonn- und Feiertagsarbeit soll möglichst und zwar auf höchstens der Regierung erwartet Redner teine Hilfe, die Arbeiter müßten Sieb von hinten gegen den Kopf des Schlafenden. Der Getroffene awei Stunden beschränkt werden. Diese zwei Stunden wollen die sich selbst helfen. Zunächst sei die neunstündige Arbeitszeit fant etwas zurück und machte stöhnend mit der Rechten eine Gehilfen umsonst arbeiten; die nöthig werdenden Ueberstunden durchzuführen, die übrigens in einigen besseren Fabriken schon abwehrende Bewegung. Kühn schlug aber noch breimal sollen Sonntags mit 60 Pfg., Werktags mit 50 Pfg. pro Stunde ver- bestehe. Auch die miserablen Lohnverhältnisse müßten aufzu, Mügelburg sank röchelnd in den Wagen zurück. gütet werden. Jedem Gehilfen sollen täglich 6 Liter gutes Bier, gebessert werden. Das Frühjahr sei die beste Beit, in dieser Nun sprang Hahn, der inzwischen die Pferde gehalten, wie solches den Wirthen geliefert wird, verabfolgt werden. Smficht etwas zu erreichen. Wenigstens müsse der Versuch einer auf den Wagen und führte auf den Ohnmächtigen, Die bisher übliche monatliche Lohnzahlung foll abgeschafft Auseinandersetzung mit den Fabrikanten gemacht werden. An der noch röchelte, vier weitere Hiebe mit seinem Knüppel. Als und an deren Stelle ein wöchentlicher Mindestlohn von der Debatte betheiligten sich die Herren Büttner, Lange, er zum fünften Schlage ausholte, fiel ihm Kühn in den Arm 24 m. treten, die Lohnzahlung soll Sonnabends erfolgen. Schmolling, Jeschke, Willner, Mad, Zunter, mit den Worten:„ Laß sein, er hat genug!" Sie führten den Weiter wird verlangt: Abschaffung der Zwangsküchen, voll Dahlmann, Wolf, Krause, Rübne, Schröder, Wagen dann auf eine benachbarte Wiese, Hahn durchsuchte den ftändig freies Koalitionsrecht und für die in den Brauereien Niederauer. Einige der Redner erörterten die geStörper des Erschlagenen und fand bas Portemonnaie. Mit wohnenden Gehilfen freies Besuchsrecht und zwar Werktags von sellschaftlichen Mißstände im Allgemeinen, bie meisten diefer Bente entfernten fich die jugendlichen Räuber, den Wagen 6-8 Uhr Abends und Sonntags von 10-12 Uhr Vormittags. In bagegen übten scharfe Kritik an den Fabrik und Werkstättenauf der Wiese stehen lassend. Das Fuhrwert wurde in der mehreren Versammlungen haben sich die Mainzer Gewerk verhältnissen in der Filzschuh- Branche. Grauenhafte Uebelſtände, Frühe des folgenden Morgens gefunden; der Rasen unter dem- schaften, so die Schreiner, Schuhmacher, Schneider, Bildhauer, vornehmlich in fanitärer und fittlicher Beziehung, felben war mit dem Blute des Erschlagenen benetzt und Blut- Metallarbeiter, der Verband der nichtgewerblichen Arbeiter und wurden zu Tage gefördert. Durch die Schilderung der Zustände spuren führten nach der Stelle, wo die grause That geschehen. Der Frauenverein, mit den Forderungen der Brauer solidarisch in der Gräfe'schen Fabrit( Köpenickerstraße), fab sich der über Stühn und Hahn begaben sich zunächst nach Bankom. Unter erklärt und in Refolutionen beschlossen, im Falle eines Ausstandes wachende Beamte veranlaßt, die betreffende Firma feinem Notiz einer Gastaterne öffneten fie das Portemonnaie und theilten die fie zu unterstützen. buche einzuverleiben. Die Entlassung von fünf Arbeitern der Beute, Kühn will etwa 37. erhalten haben. Dann gingen sie nach) Berlin und trieben sich in Nachtlokalen umber. Swei westfälische Gerichtsurtheile. Während des Streits Firma Krause tam ebenfalls zur Verhandlung. Sie wurde als hat der Bergmann Stephan Chraftet aus Ober- Castrop arbeitende Seiten wurde der Vorschlag gemacht, daß ein einheitlicher Lohnindirefte Maßregelung von einem Redner erklärt. Von mehreren folgenden Morgen tauften fie fich neue Anzüge und begaben sich Bergleute auf dem Rückweg von der Zeche zur Theilnahme am tarif ausgearbeitet und den Unternehmern vorgelegt werde. Dazu nach Hause. Während Rühn sich schlafen legte, zog Hahn sich Streit zu nöthigen versucht und sie dabei mißhandelt. Die wurde von einem Redner vorgeschlagen, erst eine Statistik um und ging davon. Er ist nicht wieder ermittelt worden. Als Bochumer Straftammer verurtheilte ihn deshalb zu nicht weniger über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufzunehmen, damit eine die That ruchbar wurde, äußerte der Gastwirth Backhaus sofort: als drei Jahren Gefängniß. Genau so, wie Chraftet Grundlage für die Tarifausarbeitung vorhanden sei. Das haben Kühn und Hahn gethan!" Er machte bem gethan, mißhandelte der Bergmann Dornfeif in Lütgen- Dort- allen gegen eine Stimme wurde folgende Resolution Gendarm Mittheilung von dem, was er Abends zuvor mund Bergleute. gefehen, Rühn leugnete nach seiner Berhaftung anfangs davon. Warum? Er hat die arbeitenden Bergleute durch Miß: Filafchubarbeiter immer schlechter wird, was zum Theil der Rons angenommen:„ Die Versammlung erfennt an, daß die Lage der beharrlich. Er hatte die Belle mit einem zweiten Gefangenen zu theilen. Während der Nacht führte Kübn im handlung ftreifender oder zum Streit aufmunternder Kameraden furrenz der Gefangenenarbeit zu verdanten ist. Da die VerSd lafe fo wirre Reden, daß sein Mitinfaffe thn weckte, Kühn Richter recht entschieben? Dumme Frage. Natürch entschieden aiebung feine Abhilfe zu erwarten ist, beschließen sie, das Heft vor der Betheiligung am Streif schüßen wollen. Haben die fammelten erfannt haben, daß von der Regierung in diefer Be= mußte nun seinem Herzen Luft machen, er geftand die That ein fie recht. Das Recht im Klaffenstaat Don ist und wiederholte das Geständniß vor dem Amtsrichter. der in die Hand zu nehmen und sich selbst zu helfen. In Anbetracht herrschenden Klasse gefchrieben, die Richter find im gleichmüthig, er schränkte nun sein früheres Geständniß dahin halb objektiv fowohl wie fubjektiv im wirthschaftlichen Kampfe beschließt, für die Einführung der neunitündigen Arbeitszeit und Im Verhandlungstermin benahm der Angeklagte sich höchft Geifte diefer herrschenden Klaffe aufgewachsen, fie fehen des dessen beschließt die Versammlung, gegen die schlimmste Lohn. drückerei in diesem Frühjahr vorzugehen. Die Versammlung ein, daß er und Hahn nicht die Absicht gehabt hätten, ben des Arbeiters gegen den sogenannten Arbeitgeber, eben der Verfür die Einführung eines einheitlichen Lohntarifs einzutreten." Mügelburg zu tödten, sondern sie hätten ihn nur betäuben treter der herrschenden Klaffe, ein Vergeben gegen die Weltordnung, und dann berauben wollen. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt als deren Hüter fie fich betrachten, und deshalb fällen fie folche Lademann, nahm hieraus Veranlassung, die Unterfrage auf vorfäßliche Körperverlegung mit tödtlichem Auswähnten. Inhaltlich find beide Urtheile aus einem und dem renzen mit den Unternehmern zunächst dem Urtheil der gewerks äußerlich widerspruchsvolle Urtheile wie die beiden eben er" Es ist in der organifirten Arbeiterschaft Gebrauch, Diffe gang zu ftellen und in diesem Sinne au pläbiren, fchaftlichen Organisation zu unterbreiten und dieselben erst mit während der Staatsanwalt für zweifellos hielt, daß ein wohl felben Buffe; fie find Afte der Justiz, wie sie im Klassenstaate renzen mit den Unternehmern zunächst dem Urtheil der gewerks nicht anders sein tann. überlegter Raubmord vorliege, wie er schlimmer faum gedacht nicht anders sein kann. beren Einwilligung an die Deffentlichkeit zu bringen. Auf werden könne. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des diefen Weg haben wir die betreffenden Genoffen verwiesen.( Die Mordes und bes schweren Raubes schuldig, worauf das Urtheil Redaktion.) Am Er tam mit 30 M. Geldstrafe Mit Der Berein aller in der Schäfte branche be- Unternehmerthum schlagen. An die Forderung des Achtstunden- Werkstatt Kontrollkommission und vom Vorstand anerkannt fchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am tages sei aber in diesem Jahre nicht zu denken. Erst sei die Er worden sind. der Rednerin. " SHOP " Das Die 1. März nach längerer Paufe wieder eine Versammlung ab. In ringung der neunstündigen Arbeitszeit und des Stundenlohnes derfelben referirte Kollege Gabriel über das Kleinhandwerker- von 60 Pf., um welch' beide Forderungen schon vor Jahren ge In Rigdorf fand am 7. März eine öffentliche Versammlung thum und die Proletarijirung der Volksmaffen. Nach beendigter fämpft wurde, zu versuchen. Genoffe Obst glaubt aus allen der Arbeiter und Gewerbetreibenden sämmtlicher Branchen statt. Diskussion wies Krause auf die Werkstellenfrage hin und be- vorhandenen Anzeichen schließen zu können, daß in diesem Jahre Auf der Tagesordnung stand: Wie stellen sich die Arbeiter tonte, daß die Kollegen neben der Beseitigung verfchiedener Miß- die Bauperiode den Bauarbeitern noch mehr Enttäuschungen hiesigen Orts zu dem Schiedsgerichte, nachdem die Einführung stände hauptsächlich die Erhaltung des Neuniundentages im Auge bringen werde, wie sie die vorjährige Saison gebracht habe. beffelben von der Gemeindevertretung abgelehnt ist? behalten müßten. Zu einer lebhaften Debatte kam es über die Firma Es sprachen dann noch die Genossen hönow, Bod, Referat hatte der Berliner Stadtverordnete Th. Mehner Loger und Wernicke in Berlin und Malmö, welche fürzlich, wie Tamm, Geffrois, König und andere. Alle bedauerten übernommen. bekannt sein dürfte, auf die Veröffentlichung der Malmöer Kollegen, den Indifferentismus der Kollegen und betonten die Nothwen gang des bisherigen Verfahrens in gewerblichen Streitig= in der verschiedene Mißstände gerügt wurden, eine von ihren digkeit des Zusammenhaltens gegenüber den Unternehmern Ge- feiten vor Augen und betonte die Nothwendigkeit eines hiesigen Arbeitern mitunterzeichnete erwiderung im Borwärts" warnt wurde vor dem Bufprechen" in Hohen- Schönhausen. schnellen und fachlichen Verfahrens im Intereffe der Arbeiter. erlassen hat. Es wurde den biesigen Kollegen vorgeworien, daß Denen, welche dort an ben Arbeiterwohnungen arbeiten, seien Doch wo es bei den besitzenden Klaffen üblich sei, jeden, auch den fie ohne vorherige richtige Prüfung der Thatsachen ihre Unter die Löhne gekürzt worden. Nach Schluß der Debatte, in deren geringsten Fortschritt in sozialpolitischer Hinsicht mit scheeleu schrift zu der Entgegnung der Firma hergegeben hätten. Nach Berlauf noch die Agitation von Mund zu Mund als die zur Augen anzusehen, tönne es auch nicht Wunder nehmen, wenn die dem noch die Veranstaltung einer Dampfertour befchloffen worden Beit beste empfohlen wurde, nahm die Bersammlung einstimmig gegenwärtige Majorität in der Gemeindevertretung sich gegen war, gab der Vorsitzende bekannt, daß fortan alle 14 Tage Ber- eine dem Referat Roland's zustimmende Resolution an, in wel die Einführung des Gewerbegerichts sträube. Intereſſant feien fammlungen stattfinden werden. cher sie sich zum Anschluß an eine Organisation verpflichtete. nach der Mittheilung der Arbeitervertreter im Gemeinderath die Weiter verpflichteten sich die Versammelten, nach Kräften zu dem Gründe gewesen, die man für die Ablehnung angeführt habe. In einer öffentlichen Versammlung für Männer und Generalfonds zu steuern und möglichst auf die Beseitigung derleber- Außer daß in den Augen der Majorität der Kostenpunkt zu Franen, die am 5. März tagte, hielt Frl. Baader einen mit zeitarbeit hinzuwirken. Genoffe Geffrois berichtete darauf über die riesiger Höhe emporschweüte, habe auch ein Rechtsanwalt mit alseitigem Interesse verfolgten Vortrag über das Thema: vom Assessor Dr. Freund arrangirte Konferenz, betreffend die Aufwendung all feiner Gelehrsamkeit haarscharf bewiesen, daß Utopien und Wirklichkeit. Die Rednerin ging auf die Be hiesigen Arbeitsnachweise und die Schaffung einer Arbeits- ohne juristischen Beistand ein derartiges Gericht unmöglich sei! strebungen Fouriers und Owens ein und zeigte an dem Scheitern nachweisstatistik. Von einer Stellungnahme dazu rieth Redner Folgende Refolution gelangte einstimmig zur Annahme: der von letterem hervorgerufenen philanthropischen Schöpfungen, ab; die Zimmerer hätten ja keinen ständigen und geregelten Bersammlung spricht ihre Mißbilligung über die Majorität der daß zur Schaffung neuer gesellschaftlichen Zustände die ökono- Arbeitsnachweis. Obst gab bekannt, daß von den Vertrauens. Rixdorfer Gemeindevertreter, in betreff des ablehnenden Verhaltens mischen Bedingungen vorhanden sein müssen, wenn dieselben leuten Fragebogen ausgegeben würden solche wurden in der gegenüber der Einführung des Gewerbegerichts aus, und erachtet Bestand haben sollen. Reicher Beifall folgte den Darlegungen Versammlung schon vertheilt was den 3wed bätte, einiger die Gründe, welche zur Ablehnung angeführt wurden, nicht für maßen eine Uebersicht über die Arbeitslosigkeit zu erlangen. Die- ftichhaltig. Die Versammlung erflärt vielmehr, daß ein GewerbeDie Branchenversammlung der Rohrleger und deren felben sind, wie auch die Marken des Generalfonds bei folgenden gericht für Nixdorf durchaus nothwendig ist und ersucht die GeVertrauenspersonen zu haben: Norden: Tamm, Wollinerstr. 13; meindevertretung, bei tünftigen Fällen, wo es sich um die InterGehilfen fand am 5. März statt. Genoffe Dr. Pinn referirte Schulze, Aderfir. 183;& igner, Gremmenerstr. 5; Often essen der Arbeiter handelt, gesunde Verhältnisse zu schaffen. Die über das Thema„ Nationalität und Internationalität" unter dem leve, Blumenstr. 36a( Bertebrslotal: Cangestr. 65); Süden: Versammlung beauftragt daher die zu wählende Kommission, die Beifall der Versammlung. A13 Mitglied zur Fachkommission. Wirth, Möckernstr. 103( Verkehrslofal: Schönleinstr 6 und Angelegenheit eifrig zu verfechten, damit ein Gewerbegericht in wurde der Kollege Mutschke für die Gas- und Wasserbranche 2üttge: 3offenerstr. 10); Westen:. Stolle, Golastr. 27 Rigdorf zu stande kommt." Es wurde eine Kommission von gewählt. Ferner machte Kollege Gutsch te bekannt, daß sich Werkehrslokal: Kulmstr. 36). 5 Personen gewählt, welche in dieser Angelegenheit alle nothan der vom„ Verband der Metallarbeiter veranlaßten Statistik( Verkehrslokal: Kulmstr. 36). wendigen Schritte zu unternehmen hat. 47 Rohrleger aus 24 Wertstätten und 25 Gehilfen aus 13 Wert- Die Steinbildhauer waren am Sonntag zahlreich verftätten betheiligt haben. Die gesammte Statistik würde in nächster sammelt, um zu dem bei der Firma Plöger ausgebrochenen Eine Bezirksversammlung des Verbandes aller in der Zeit in Broschürenform herausgegeben. Kollege Nather er- Streit Stellung zu nehmen. An den vom Kollegen Winkler er- Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins tagte am suchte die Kollegen, zu der am 19. März im Feenpalast statt- statteten Bericht über diese Angelegenheit schloß sich eine ausge- 9. März in der Königsbant. Genosse Robert Schmidt sprach findenden außerordentlichen Generalversammlung zu erscheinen, dehnte Debatte, in welcher das Vorgeben der Kollegen als durchaus über das Thema: Warum sind die Arbeiter mit ihrer Lage un da sich diese mit einem Punkt zu befaffen habe, welcher das berechtigt anerkannt wurde. Folgende Resolution hierzu fand zufrieden? In der Diskussion schilderte der Kollege Wolf die Intereffe eines jeden einzelnen Mitgliedes in Anspruch nehmen einstimmige Annahme:" Die Versammlung erklärt sich mit dem Verhältnisse in der Werkzeugmaschinen- Fabrik von G. Kärger. Vorgehen der Kollegen bei den Subunternehmern Gebr. Knoll, Die Gesellen sollen dort mit einem Stundenlohn von 20 bis Die Pofamentiere Berlins hielten am 8. März ihre legte in Firma Blöger, vollkommen einverstanden. Die Anwesenden höchstens 85 Pf. eingestellt werden. Wie Kirmes I berichtete, Versammlung ab. In derfelben wurde die Stellung erörtert, verpflichten sich, die Ausständigen nach Kräften zu unterstügen, hätten sich die Arbeitsbedingungen namentlich seit der Anstellung erwarten, dagegen welche nach dem Anschl ß der hiesigen Kollegen an den Textilie eines neuen Aufsehers verschlechtert. Ja, ein Kollege, der zum gemaßregelt สิน arbeiter- Verband der Posamentiver- Organisation gegenüber ein betrachtenden Kollegen, baß fie sämmtlich nicht eher Mitglied des Gewerbegerichts gewählt worden sei, sei gemaßNäther berichtete über die schlechte Bezahlung zunehmen ist. Der endgiltige Beschluß in dieser Angelegenheit die Arbeit wieder aufnehmen, bis ihnen der geforderte regelt worden. wurde ausgefeßt, bis eine Klärung zwischen den Vorständen der Minimallohn zugesichert ist, und alle Kollegen, die dort der bei Siemens und Halste beschäftigten Arbeiterinnen. Als beiden Organisationen erfolgt ist. Sodann wurden die bei den beschäftigt waren, wieder eingestellt sind." Hierzu nahm Ruriosum wurde noch berichtet, daß die bei Keiling und Thomas Da beschäftigten Arbeiter für die Reinigung des Klosets einen Beitrag Firmen W. u. G. Keßler, Plischte und Röstermann u. Baranzinsty die Verfammlung ferner folgenden Antrag einstimmig an: herrschenden Mißstände in den Lohn- und Arbeitsverhältnissen die Organisation bei Ausständen erst nach dem siebenten Zage sablen müssen. Von allen Rednern wurde betont, daß derartige einer scharfen Kritik unterzogen. Der bestehenden Lohnkommission unterstüßt, wird beantragt, den ausständigen Kollegen des Plages Bustände erst beseitigt werden können, wenn die Arbeiter fich wurde aufgetragen, die nöthigen Schritte zur Anbahnung befferer Blöger von seiten der Lohnkommission der Bildhauer, welche die Organisationen geschaffen haben, die kräftig genug sind, für die Verhältnisse zu unternehmen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses Mittel dazu in Händen hat, vom ersten Tage an den vers Rechte ihrer Mitglieder einzutreten. Zum Schluß wurde der der Listensammlungen für die Bergleute wurde die Versammlung beiratheten Kollegen 2,25 M. und die Lebigen 1,50 m. pro Tag Besuch der am Sonntag, den 19. März im Feenpalaft statta geschlossen. zu bewilligen" Nachdem nach turzer Debatte der Antrag an findenden außerordentlichen Generalversammlung empfohlen. genommen war, während der Dauer des Streits Sammellisten auszugeben, erging die Aufforderung an die ausständigen Kollegen, sogleich ihre Unterstützung in Empfang zu nehmen. muß. Eine öffentliche Versammlung der Maurer und Bußer, welche zum Sonntag nach dem Feenpalaft einberufen war, um die am 26. Februar in den Konfordia- Sälen gepflogene Diskussion über die in diesem Jahre zu stellenden Forderungen fortzuseßen, war so gering besucht, daß sie vertagt werden mußte. Die Fort segung der Berathungen über die auf die Tagesordnung gesetzte Frage erfolgt nach Ostern. St von den als In einer öffentlichen Versammlung für Männer und Franen aus Schlesien, die am Donnerstag Abend in Brochnow's Lofal in der Sebastianstraße stattfand, sprach Genoffe Adler über: Sozialpolitische Bilder aus Schlesien." Der Zentralverband der Bauarbeiter und Berufs Redner schilderte eingehend die agrarischen Verhältnisse des Landes genoffen Deutschlands, Zahlstelle Berlin, hatte am 5. März eine und fam zu dem Schluffe, daß keine preußische Provinz befferen Bersammlung, in welcher zunächst die Wahl eines Schriftführers Boden für die Sozialdemokratie gewähre als Schlesien. Sache vollzogen wurde. Sodann wurde über Organisationsangelegen der in Berlin wohnenden schlesischen Genossen und Genoffinnen heiten berathen und beschlossen, in der nächsten Zeit eine öffent sei es nun, das ihre dazu beizutragen, daß dieser Boden beackert liche Bauarbeiter- Versammlung abzuhalten. werde und politische sowie geistige Bildung die Schlesier reif " im Fuhrgewerbe beschäftigten Arbeiter fand am 10. d. M. Eine öffentliche Versammlung der Kutscher und aller im Saale der Brauerei Friedrichshain" in Fortsetzung der f. 3. Die Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins beschloß in der Königsbank" stattgehabten Verfammlung statt. Zu dieser in ihrer Versammlung vom 12. d. W., daß der Genosse Stein- Versammlung war der erste Vorsitzende des Vereins Berliner berg am 18. März namens der Organisation auf den Gräbern Droschtenkutscher, Herr Redakteur Schütte, persönlich einder Märzgefallenen einen Krana niederlegen soll. Kollegen, welche geladen und auch erschienen. Referent war Stadtverordneter sich dem Genossen Steinberg anschließen wollen, werden ersucht, 3ubeil. Derfelbe wurde vor Eintritt in die Tagesordnung sich morgens zwischen 7 und 8 Uhr bei Wernau, Rosenstr. 30, durch einen Geschäftsordnungs- Antrag des Herrn Schulz ersucht, einzufinden. auf die Angriffe gegen Herrn Schütte in der vorigen Versammlung zurückzukommen. Diesem Wunsche wurde seitens des Refe renten Rechnung getragen. Derfelbe wies die Unterschiebung der persönlichen Angriffe zurück. Er habe uur allgemein getadelt, daß der Verein der Berliner Droschkenkutscher und das Fachorgan deffelben trotz des Beschluffes, auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung zu stehen, diefem Beschluffe zu wenig nachgekommen sei und zwar infolge der Leitung beider Institutionen. Eine große Anzahl der Mitglieder genannten Vereins wären mit seiner mache, dem einzigen Biele zuzustreben, daß diesen Zuständen ein In der Mitgliederversammlung der Filiale Berlin des Tendenz nicht mehr einverstanden und diesen könne nicht das Recht Ende machen könne, der sozialistischen Gesellschaft. An allgemeinen deutschen Zapezirerverein3 am 6. Mär genommen werden, sich einer ihnen mehr zufagenden Organisation Den mit großem Beifall aufgenommenen Bortrag schloß sprach Genosse Robert Schmidt über Gewerkschaftskartelle anzuschließen. Deshalb forderte er alle Droschtenfutscher auf, sich eine eine lange dauernde Debatte, in der die Genoffin und Industrieverbände. Der Redner vertrat die Anficht, daß die die mit der Tendenz des Vereins Berliner Droschkenkutscher nicht Frau Dumdei und die Genoffen Feller, Sosna, Idee der Induſtrieverbände nothwendig an der verschiedenen einverstanden sind, nicht die Flinte ins Korn zu werfen, sondern Schigolsti, Marowski, Grosche, sirfchmeyer, sozialen Stellung und Beitragsfähigkeit der in diesen Verbänden die Biele der Allgemeinheit im Auge zu haben und sich der Gutsche und Löwe sprachen. Sämmtliche Redner waren zusammengewürfelten Organisationen scheitern müßte. Der Kern Freien Vereinigung der Kutscher 2c. anzuschließen. Herr der auch vom Referenten ausgesprochenen Ansicht, daß die wirt punkt der Gewerkschaftsbewegung seien die Berufsorganisationen. Schütte trat der Behauptung des Referenten, daß der Verein lichen Verhältnisse in Schlesien vielfach noch schlimmer feien, als Die Hauptkraft sei darauf zu verwenden, die jetzt bestehenden Berliner Droschtenkutscher nicht auf der Höhe der Zeit stehe, daß fie sich aus den angeführten Thatfachen ergäben. Besonders Bentralorganisationen beffer auszubauen. Im Ganzen fei übernur Vereinsspielerei getrieben werde entgegen. Der Verein sei empfohlen wurde die Thätigkeit der Vereine der schlesischen haupt das Organisiren selbst das wichtigste und nicht die Form noch niemals den Brinzipien der allgemeinen Arbeiterbewegung entSozialdemokraten sowie der Polen, die bemüht seien, Geld und desselben. Fast alle Redner sprachen im Sinne des Referenten gegengetreten, habe sich vielmehr nur durch vereinsgefeßliche Literatur nach den unzugänglichsten Gegenden zu schaffen. Nach mit Ausnahme des Kollegen Göschte, welcher einige bekannte un Stücksichten und aus Rücksicht auf die abhängige Stellung der dem darauf hingewiesen worden, daß Genoffe Gutsche, Herms- abhängige Phrasen zum Besten gab. Genoffe Schmidt besorgte die Droschtenkutscher der Polizei gegenüber bestimmen lassen, den dorferstraße 11, jederzeit Agitationsmaterial entgegen Widerlegung dieses Herrn in bester Weise. Folgende Resolution rein fachgewerblichen Standpunkt zu bewahren. Die Vorwürfe nehme, wurde angeregt, in alien Stadttheilen Sammelstellen für wurde einstimmig angenommen: Die heutige Filialversammlung gegen die Augemeine Fahr- Zeitung" feien ebenso binfällig, wie Agitationsmaterial zu errichten. Nach der Versammlung fand erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden Die gegen den Verein, da die Allgemeine Fahr- Zeitung" ein gemüthliches Beisammensein statt. und erklärt sich gegen den Anschluß an den Holzarbeiterverband. Mitglieder der Reichtagsfraktion zu ihren Mitarbeitern zähle. Ferner behält sich die Filiale einen Beschluß betreffend Anschluß Wem es in dem Verein nicht gefalle, könne in demselben Um zur Lohnbewegung der Schneider die erforderlichen an ein Startell bis nach Tagung des Kasseler Holzarbeiter- Kon= felbstverständlich nicht zurückgehalten werden, doch sei die ThatArbeiten vorzunehmen und zu regeln, waren am Freitag die greffes vor. Sodann wurde der Protest des Kollegen Grimpe fache zu tonftatiren, daß viele aus dem Verein ausgetretenen Werkstatt- und Geschäftsbelegirten im großen Saale bei Gratieil gegen die Auflösung des Arbeitsnachweise- Bureaus erörtert. Mitglieder sehr gerne zurückkehren würden. Die Majorität der zahlreich versammelt. Zum Bunft: Ausfüllung der Lohutarife, Grimpe wunderte sich über ein solches Vorgehen, nachdem die Mitglieder habe der Vereinsvorstand hinter sich und werde sich gab der Kollege Timm bekannt, daß die Formulare dazu noch Filiale Berlin von der Generalversammlung des All- dieser von dem bisherigen Wege nicht abbringen lassen. Herr nicht von der Druckerei fertig gestellt feien. Die Kollegen der gemeinen deutschen Tapezirervereins im vorigen Jahre, beauf Schütte ging sodann auf die von ihm geförderten Vereinsverschiedenen Geschäfte hätten somit ihre Tartie nur in einem fragt fei, ein Arbeitsnachweis- Bureau zu eröffnen.( Bekannt gründungen ein und wandte sich gegen die Gründungen neuer Exemplar dem Bureau einzureichen; die Arbeit der Ausfüllung lich erfolgte die Auflösung zu gunsten eines öffentlichen Bereine. Auch die Freie Vereinigung habe weder in politischer der Tarife falle der Agitationstommiffion zu. Ferner erklärte Bureaus.) Redner ist der Ansicht, daß die jetzigen Verhältnisse noch gewerkschaftlicher Beziehung Mennenswerthes geleistet. Die der Reiner, daß die Kollegen derjenigen Werkstätten, die erst Sonntag nicht von langer Dauer sein werden und daß die Filiale über furs Angriffe gegen ihn feien in erster Linie auf Rechnung der Mißzusammenkommen können, bis spätestens Montag Mittag ihre Tarife oder lang doch gezwungen sei, wieder ein Bureau zu eröffnen, gunft gegen feine angeblich fette Pfründe" zu stellen. Man babe einzureichen haben. Sodann empfahl er die Berbreitung des da ein folches das vornehmste Agitationsmittel einer Gewert fich auf einen einseitigen" Standpunkt gestellt ohne BeweisFlugblattes, und wies auf die Nothwendigkeit hin, aufmertfam fchaftsorganisation sei. Diese Ausführungen riefen eine lebhafte material. Der Verein habe das Parteiprinzip noch nicht ver den Bekanntmachungen im Vorwärts" au folgen. Nachdem Debatte hervor, an welcher sich die Kollegen Wachsen, Dembowosti legt. Alle gegentheiligen Behauptungen feien als unwahr zurückfämmtlichen Fragestellern ausgedehntefter Befcheid zu theil ge- und Friedmeier betheiligten. Hierauf wurde noch bekannt ge zuweisen. Die Ausführungen des Redners wurden mit Beifall worden, gab der Vorüßende, Kollege Timm, die Zusicherung, daß geben, daß die Sammellisten für die nothleitenden Hamburger und Bifchen entgegengenommen. Die durch die beiden Refür Fernhaltung des Zuzugs nach Berlin gebührend Sorge ge- Kollegen fämmtlich eingelaufen find. Gesammelt wurden im ferate berührten Streitigkeiten wurden in der folgenden sehr tragen sei; der Mangel an Arbeitsfräften habe fich auch bereits Ganzen 156,85., davon gingen ab 60 Bf. für Porto, mithin lebhaften Debatte in ausreichender Weise zum Austrag gebracht. in Arbeitgeberfreifen empfindlich fühlbar gemacht. Man fehe wurden nach Hamburg gefandt 155,75 M. Die Sammlungen Das Wort nahmen die Herren Schulz, Schulz, Kulnig, somit, daß durch festes Zusammenhalten, Energie und Ausdauer sind hiermit geschlossen. Nachdem noch Wachsen auf die Orts Rant, Kranz, Ditersdorf, Stiller, A. Schulz, jezt etwas zu erreichen sei. faffen- Bersammlung vom 12. März aufmerksam gemacht hatte, Buri( Buchdrucker), Schütte und 3ubeil. Die Auserfolgte Schluß der Versammlung. führungen der Redner bewegten sich vorwiegend auf persönlichem Die Zimmerlente hatten am 12. März eine öffentliche Gebiete. Versammlung, die von etwa 150 Kameraden befucht war. Auf Nach Erledigung der gegenseitigen AuseinanderDer deutsche Tischlerverband, Zahlstelle Berlin, hatte am fegungen brachte Rant die zwecks Grmöglichung des Anschlusses der Tagesordnung stand: 3ft in der gegenwärtigen Krife der 7. März eine außerordentliche Generalversammlung, in welcher aller Rutscher an die Freie Vereinigung veränderten Statuten Achtstundentag eine berechtigte Forderung?" Genoffe Roland beschlossen wurde, folgende Statutenänderungen zu beantragen: aller Rutscher an die Freie Vereinigung veränderten Statuten referirte in der eingehendsten Weise über die Nothwendigkeit der Bu§ 1-8 foll hinzugefügt werden, daß Mitglieder ähnlicher sur Kenntniß der Versammlung. Berkürzung der täglichen Arbeitszeit auf acht Stunden. Als bestes Korporationen, welchen denselben Zweck verfolgen, anstandslos gleichzeitig Aufnahme von Mitgliedern und Verausgabung von Mittel zur Durchführung der achtstündigen Arbeitszeit empfahl in den Verband auizunehmen find. Der§ 5 foll babin ab- Statuten erfolgt, werden demnächst im Vorwärts" bekannt er die Schaffung einer fräftigen Organisation. Seine Aus geändert werden, daß in den ersten 5 Tagen der Arbeitslosigkeit gegeben werden. führungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Genosse feine Reise- Unterstügung zu gewähren ist; im§ 17 sollen die In der Ethischen Gesellschaft" sprach am Sonntag in Leonhardt konstatirte dann, daß die Arbeitsverhältnisse im legten 4 Wochen" gestrichen werden. Bu§ 21 wurde die Auf- äußerst gut befuchter Versammlung, die mindestens zur Hälfte aus Bimmerergewerbe augenblicklich miserable sind. Die Krise werde hebung des Obligatoriums für Berlin und die Erhöhung der Frauen bestand, Dr. Bütgenau über„ Das Mutterrecht". Der Vorvon den Unternehmern benutzt, um die Löhne immer mehr zu Verwaltungsgelder auf 45 pt. beantragt. Der§ 28 soll dahin trag, ben wir aus räumlichen Gründen nicht ausführlich wiedergeben brücken. So verlange zur Zeit ein Zimmermeister Arbeits- abgeändert werden, daß der Siz des Ausschusses vom Verbands tönnen, behandelte das Wesen des Mutterrechtes, die Beweise Träfte für 45 Pfennig die Stunde. Schlenbrian, tag bestimmt wird. In der Versammlung wurde ferner die vor feiner Griftens, seiner Widerspiegelung in den Religionen, die welcher in der Bewegung der Zimmerleute eingeriffen gelegte Geschäftsordnung gutgeheißen. Nachdem die Maßregelung Ursachen seiner Verdrängung durch das Vaterrecht zc. in faßlicher fei, müsse aufhören. Beständen auch in Berlin auch in Berlin zwei Des Rollegen Ulbricht als eine jolche anerkannt worden war, be Weise. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. getrennte Organisationen, so dürfe sich dadurch doch niemand schloß die Versammlung auf Antrag des Kollegen Heß, daß es abhalten laffen, sich überhaupt zu organisiren. Troß des ge- nicht mehr nöthig sein soll, der Generalversammlung Maß- Der deutsche Tischlerverband( 3ahlstellen S., SW. und trennten Marschirens würden beide im gegebenen Moment das regelungsfälle zur Prüfung vorzulegen, wenn dieselben von der W.) batte am 12. Mara eine Versammlung, in der die Kollegen Der Die Zahlstellen, in denen " 1 Günther, Rüdiger, Rlint und Jung zu Werkstatt- jezige Bertreter des Wahlkreises seine wohlverdiente Ruhe ge- flüglich zu schweigen und so die zentralpatriotische Unschuld Kontrolleuren gewählt wurden. Es wurde hierauf befchloffen, nießen tann. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie fand vom Lande als ein„ Opfer der Verleumdung dieses Sigl" er die Versammlungen fortan wieder Sonntags abzuhalten. Im die Versammlung ihren Schluß. Unter den Klängen der Arbeiter- scheinen zu lassen, was gewiffe geistliche Beschützer dieses reinen Anschluß hieran forderte der Bevollmächtigte die Mitglieder auf, Marseillaise verließen die Genossen den Saal. Engels des Zentrums schon wieder fertig gebracht hätten. Einstfräftig für einen zahlreichen Besuch der am 26. d. Mts. bei Habel, weilen antwortet die M. Post", daß sie allerdings davon" Bergmannstraße, tagenden Versammlung zu agitiren. Zum Schluß Zur Einführung der Schuhmarke der Tabakindustrie etwas weiß und zwar mehr, als für die Heiligen und Scheinwurde bekannt gegeben, daß die Zahlstelle, welche sich bisher bei wird gegenwärtig von seiten der organisirten Tabatarbeiter eine heiligen vom Zentrum gut ist. Die" Post" will noch nicht jede Haase, Königgrägerstraße, befand, nach der Ecke der Alten Jakob- lebhafte und aller Voraussicht nach erfolgreiche Agitation be- Rücksicht auf den zentralpatriotischen Vertheidiger der Ehe und straße und Hollmannstraße verlegt worden ist. trieben. Ueber die gute Aufnahme, welche die Propaganda in Familie" fallen lassen, sieht sich aber gezwungen, ihre als„ haltder Provinz Brandenburg gefunden, sind die Leser des Vor- lose hämische Berdächtigungen" hingestellte Mittheilungen über Die Möbelpolirer hatten am 12. März eine Versammlung wärts" erst fürzlich durch einen längeren Situationsbericht unter den frommen Zentrumsmann näher zu substanziren". Das Bemit der Tagesordnung: Stellungnahme zu dem am 4. April in richtet worden, desgleichen ist bekannt, daß vielfach in Berliner gebniß mit seiner zur Mutter gemachten ehemaligen Kellnerin ist Raffel stattfindenden Kongreß Deutscher Holzarbeiter. Auf dies Partei und Gewerkschafts- Bersammlungen auf die Bestrebungen, nämlich feine Erfindung, nachdem er derfelben bereits 500 m, Referat des Genossen Robert Schmidt folgt eine Diskussion, welche die Tabatarbeiter mit der Schuhmarke verfolgen, hin- Schweigegeld gegeben und weitere 500 Mark versprochen hat, die in welcher sich sämmtliche Redner gegen die Errichtung eines gewiesen worden ist. Heute liegt uns ein weiterer Bericht vor, er nun nicht zahlen will und ersparen zu können hofft, weil Industrieverbandes in der gegenwärtigen Zeit erklärten. Folgende aus welchem hervorgeht, daß auch in Kiel, Neumünster und das Kind kränklich ist und vielleicht bald sterben kann. Item hat Resolution fand einstimmige Annahme: Lübeck Volksversammlungen stattgefunden haben, in denen Genoffe der fromme Zentrumsdeputatus seiner geliebten Kellnerin eine Die Versammlung erblickt in der so schnellen Bildung eines A. v. E Im aus Hamburg über die Bedeutung des erwähnten Urkunde zur Unterschrift vorgelegt, in welcher fie erklären soll, Holzarbeiter- Verbandes vorläufig feinen Ausbau der gewerkschaft- Kampfmittels mit einem Erfolg referirte, der zu der Annahme daß nicht er, der heutige Deputatus, sondern ein anderer der lichen Organisation und beschließt demzufolge von einer Be- berechtigt, daß die Genossen die daß die Genossen die für eine Verbesserung Vater zu dem Kindlein sei; wenn sie diese Urkunde unterschreibe, schickung des Kongresses Abstand zu nehmen. Etwaige Anträge ihrer überaus traurigen Lage fämpfenden Tabatarbeiter fo folle sie 100 m. Extrabelohnung erhalten, eine Zumuthung, so werden wir einem Vertreter eines verwandten Berufes mit nach träftig und nachhaltig unterstützen werden. Zur Agitation die zwar nicht echt- katholisch, dafür aber echt zentralpatriotisch Kassel geben; die vorgelegten Entwürfe weisen wir gänzlich für die Schuhmarke wurden in allen Bersammlungen ist. Im übrigen ist nicht nur eine Reihe von Zeugen voreine aus Tabak- und anderen Arbeitern zusammengesezte handen, welche den Umgang des frommen Ehe und Robert Schmidt erklärte sich bereit, eine ihm übertragene Kommission gewählt und fand überall folgende Resolution ein- 3entrumsmanns mit dem geliebten Mädchen bezeugen, Vertretung zu übernehmen, und erhielt vom Bureau der Ver- stimmige Annahme: sondern diefer leugnet ihn auch selbst nicht; nur der sammlung Vollmacht ausgestellt. Unter Gewerkschaftlichem er- Die Versammlung spricht den organisirten Tabatarbeitern Bater zu dem Kindlein möchte er nicht sein!( In diesem suchte zunächst Kollege Weber, mehr als bisher zur Deckung des ihre volle Sympathie aus für ihr mannhaftes Eintreten zur Falle kann nämlich seine Frau nicht blos mit Erfolg Defizits der Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutschlands Berbesserung der traurigen Lage der Tabatarbeiter. Dieselbe aner- auf Scheidung lagen, sondern auch das eingebrachte große beizusteuern. Marken seien bei ihm zu haben. Dann erstattete tennt, daß gegenüber den schlimmen Mißständen im Tabatarbeiter Vermögen sich wieder herauszahlen lassen, und dann ist der Kollege Frante Bericht über die lehte Sigung der Streit Gewerbe und den Versuchen der Zigarrenfabrikanten Deutschlands, Deputatus futsch, ganz futsch.) Das mag einstweilen dem Kontrollkommission, in welcher bekanntlich das Submissionswesen die Tabatarbeiter immer tiefer hinabzudrücken in ihrer Lebenshaltung, frommen Schüßling gewiffer zentrumsbegeisterter geistlicher zur Sprache gebracht wurde. Franke forderte die Kollegen auf, die Organisation derselben durch Maßregelungen und Ausschlüsse zu Herren genügen, aber auch dem Frdbl.", das nun schwerlich alle ihnen zu Gehör kommenden Mißstände mit Beweisen ver- zerstören, die Einführung der Schutzmarke der Tabatindustrie mehr behaupten wird, daß wir die Ehre eines Abgeordneten fehen bis zum 15. April an seine Person zu übermitteln. Nach eine Nothwendigkeit ist. Die Theilnehmer der heutigen Ver- grundlos in den Roth gezogen haben". Uns kann es auch ge dem mehrere derartige traffe Fälle, sowie die Schäden der Ge- fammlung erklären deshalb, nur mit Schußmarfe versehene nügen, um dem arg gebrannten Herrn, seinen Beschützern und fängnißarbeit für den freien Arbeiter eingehend besprochen Waaren zu kaufen und die Agitation für den Abfah von Wählern und dem Zentrum hochachtungsvollſt ergebenst zu waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bigarren mit Schuhmarke in ihren Kreisen aufs Energischste fondoliren. Denn wir sind gerächt!- Im Uebrigen meinen fördern zu wollen." wir, wenn man einmal, wie's im Liede heißt, in der Liebe selbst einem frommen Zentralpatrioten pafsiren! allzu glücklich war" denn wie Figura zeigt, kann so was so läßt ein Mann das arme Mädel nicht im Stich, sondern thut, was seine Und solche verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist. Tugendbolde wollen eine lex Heinze machen helfen!" von uns." " den 16. März, Abends 9 Uhr, bet Herrmann, Elifabethstr. 30: Stzung mit Geselliger Verein der Kassirer und Berufsgenossen. Donnerstag, Damen. Aufnahme. Fidelitas. Lehrkursus der Berliner Arbeiterinnen tur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 16. März, Abends 8% Uhr, bet Boly, Alte Jafobftraße 75: Bortrag des Herrn Dr. Christeller. Oeffentliche Versammlungen für Frauen und Männer. Donnerstag, den 16. März, Abends 8 Uhr, in Schneider's Geſellſchaftshaus, Belforterstr. 15. ftraße 26. Am Sonntag, den 19. März, Abends 6 Uhr, in Pape's Lotal, Am Freitag, den 17. März, Abends 8 Uhr, in Ahrend's Braueret, Thurm Badstr. 58. In allen Versammlungen: Die Cholera in Bamburg. verein Berlin. Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 16. März, Abends Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher, Swetga 10 Uhr, Rofenthaleritr. 58. Eine öffentlicheSteinmegenversammlung tagte am 12. März Dieselbe erörterte zunächst die Mißstände, welche das Submissionswefen zeitigt, und beschloß, einschlägiges Material der StreitKontroll- Kommission zur weiteren Veranlassung zu überweisen. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung wurde beschlossen, daß vom 15. März ab wieder zum Generalfonds gesteuert werden soll. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: In Erwägung, daß es das Prinzip der Meister ist, diejenigen Kollegen, welche für unsere Intereffen eintreten, zu maßregeln, erachten wir es als unsere Pflicht, diese Kollegen materiell zu unterstützen. Ueber die Höhe solcher Unterstützung bestimmt die jeweilige Versammlung." Um ficheres Material über das Lebensalter, welches Steinmetzen erreichen, zu bekommen, wurden die Herren Wandscher und Albrecht damit beauftragt, eine Statistit über das Alter der in den nächsten zwei Jahren sterbenden Kollegen zu führen. Einem Kollegen, der den Unternehmern gegenüber stets für die Intereffen der Arbeiter eingetreten ist, dafür aber bis vor wenigen Tagen ca. 18 Wochen hat feiern müssen, wurden 75 M. Unterstüßung bewilligt. In der sodann vorgenommenen Abstimmung zur Wahl des nächsten Kongreßortes fielen von 94 abgegebenen den Arminballen, Kommandantenstraße 20: Vortrag des Herrn Rechtsanwalts Naturheilverein 2. Donnerstag, den 16. März, Abends s½ Uhr, in Stimmen 78 auf Frankfurt a. M. und 11 auf München; die Lothar Voltmar gegen Einführung des Seuchengefeßes. übrigen zersplitterten. Ein Vorschlag des Vertrauensmannes, demnächst ein Flugblatt über die Lage im Steinmetzgewerbe zu verbreiten, wurde mit Freuden begrüßt; die Kosten dazu wurden bewilligt. Ferner wurde Mittheilung von dem Ableben des Kollegen Bohsmann gemacht, der sowohl, wie von verschiedenen Seiten betont wurde, in der gewerkschaftlichen wie in der politischen Bewegung seine Schuldigkeit gethan hat. Die Verfammlung ehrte sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Hier nach wurde die Versammlung gegen 12 Uhr Mittags geschlossen, um den Kollegen die Theilnahme an dem auf zwei Stunden später anberaumten Begräbnisse zu ermöglichen. Bonentarif, Verein für Eisenbahnreform. Generalversammlung am Depeschen. ( Depeschen des Burean Herold.) Große öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins. Donnerstag, den 16. März, Abends 8% Uhr, in Hensel's Salon, Invalidenstr. 1a, Ede Wien, 15. März. Die von der österreichischen Arbeiterschaft Brunnenstraße. Tagesordnung: Die Antwort der Gewerbebeputation auf vergangene Nacht in den hiesigen Sofiensälen abgehaltene Erunsere Beschwerde über den Arbeitsnachweis. Housdiener, Packer und Berufsgenossen. Heute große öffentliche innerungsfeier anläßlich des Todestages Karl Mary war äußerst Bersammlung bei Bolz, Alte Jakobftr. 75. Vortrag des Genoffen Rudolf zahlreich besucht und ist in größter Ordnung verlaufen. Nach Röfter. Die Bariser Kommune von 1871. Wahl eines ertrauensmannes. einem Vortrage des Chores hielt Leuthner die Festrede, in Donnerstag, den 16. März, Abend 8% Uhr, im Restaurant Zettenborn, Wall- welcher er Karl Mary als Lehrer pries. Deffen Lehren hätten Straße 91, Ecke Neue Grünstraße. die Arbeiter von. dem Vorurtheile der Bourgeoisie abworrenen Dunkel des Naturrechts vergangener Zeitepochen gebracht, welche ihre Rechtsanschauungen aus dem ver= ableite. Darum werde man die Arbeiterschaft auch nie mehr im Gefolge irgend einer reaktionären Partei erblicken. Hierauf sprach Doktor Adler, welcher Karl Mary als den Vorkämpfer und als den Schöpfer der internationalen Sozialdemokratie pries. Redner gedachte ferner der Todten des Jahres 1848 und der Opfer der Julirevolution und schloß mit dem Rufe:„ Es lebe die internationale revolutionäre Sozialdemokratie!" Sodann wurde die Absendung eines Beglückwünschungstelegramms an Engels befchloffen. Vermischtes: Bum Kampfe der Schule gegen die Sozialdemokratie brachte fürzlich die Magdeburger Boltsstimme" einen ergöglichen Beitrag aus einer Magdeburger Mädchenschule: schule. Beit: Naturgeschichtliche Unterrichtsstunde. Die Lehrerin Szene: Die vierte Mädchenklasse einer vorstädtischen Bürger. tritt auf und hält einen Vortrag, der hier nach dem Berichte eines Genoffen wiedergegeben ist: " Heute wollen wir einmal den Schmetterling und die Grille besprechen, bitte hübsch Acht zu geben! Der Schmetterling sowohl als die Grille sind von Gott erschaffen und in die Welt gefeßt. Woltersdorf. Wenn es während der letzten großen Wahlfampagne noch möglich war, den ersten Versuch, hier eine sozial. demokratische Versammlung abzuhalten, mit dem Sozialistengeseh, fel. Andenkens, zu ersticken, wenn es ferner für die Folgezeit aus Gründen des so lästigen Raummangels" nicht möglich war, an die Deffentlichkeit zu treten, so ist es dem beharrlichen BeDer Schmetterling mit feinem von Gott ihm verliehenen mühen der wenigen vorgeschritteneren Genossen doch endlich bunten Kleide flattert von Blume zu Blume und scheut nicht den gelungen am Sonntag, den 5. d. M., im Saale des Restaurants erwärmenden Sonnenstrahl, er ist fortwährend thätig und beWilhelmshöhe"( früher Kamerun) die erste öffentliche Volksver- müht, Neues und Schönes aufzufinden. fammlung zu stande zu bringen. Trotz des Biertisch- Lamentos Die Grille dagegen ist mit einem schmußigen, grauen Kleide der Gegner war der Erfolg unser! Von nah und fern zwei versehen, fie verbirgt sich vor dem Lichte der Welt, hält sich in Meilen weit zu Fuß sind Leute gekommen, um", wie sie aus- dunklen Gebüschen und Sträuchern auf und schreit von hier aus drücklich bemerkten, zu hören, was wir wollen" strömten fie unheimlich in die Welt.(!) herbei: der Industries und Landproletar, Handwerksmeister, Schiffer Die Schmetterlinge gleichen den wohlhabenden, gut geund auch der geistige Proletarier repräsentirte sich. Ginträchtiglich leideten, auf Reinlichkeit und Sauberkeit haltenden Menschen, faßen oder standen sie beisammen und lauschten alle gleich welche stets bemüht sind, etwas Neues und Schönes zum Nußen begierig dem in äußerst leicht faßlicher Sprache gehaltenen Vor- der Menschheit zu erfinden und mit Gottes Hilfe zu schaffen. trage des Genossen Riesop Berlin, der an stelle des ver- Die Grillen dagegen gleichen den schmutzigen unzufriedenen hinderten Reichstags- Abgeordneten Stadthagen erschienen war. Arbeitern, welche am liebsten an schmutzigen und dunklen Orten Wie sehr der Vortragende es verstand, unter Berücksichtigung weilen, nicht mehr thun, als zu ihrer dürftigen Ernährung und der eigenartigen Zusammensetzung der Versammlung vom Herzen schmutzigen Existenz erforderlich ist und lieber ihre Unzufriedenheit zum Herzen zu sprechen, bewies der begeisterte Beifall und die laut in die Welt hinausrufen. einstimmige Annahme nachstehender Resolution: = Beispiel: Ein Fabrik herr gleicht dem Schmetter Die Versammlung erflärt sich mit den Ausführungen des ling, er hält sich sehr reinlich, trägt gute Kleider, fährt in Referenten vollkommen einverstanden und spricht die Ueber- Rutschen u. f. w., weil er das muß und es durch die göttliche zeugung aus, daß nur die sozialdemokratische Fraktion des Reichs Ordnung so bestimmt ist; dafür ist er aber auch fortwährend tages allein die Intereffen der arbeitenden Bevölkerung ernsthaft bemüht, Neues zu schaffen, er hat viele Sorgen, wie er vertritt. Ferner ertennt die Versammlung in dem Uebergang das Eisen, die Kohlen und vor Allem das viele Geld für zur sozialistisch organisirten Produktion bas einzig rationelle die Arbeiter beschafft; er ist deshalb aber nicht unzufrieden, hält Mittel zur Beseitigung des heutigen qualvollen Zustandes und fich nicht an fchmuhigen Orten auf und schreit vor Allem nicht zur Erringung eines menschenwürdigen Daseins. Weiter so laut in die Welt hinaus, wodurch die göttliche Ordnung gestört wird dem Bentrums Abgeordneten Bachem und dem werden könnte. Deutschfreisinnigen Richter der gute Wille sowohl, als auch die Fähigkeit abgesprochen, ein maßgebendes Urtheil über den so genannten„ Butunftsstaat" haben au fönnen, und endlich erklärt die Versammlung die sozialdemokratische Partei in jeder Weise unterstüßen zu wollen, bis das Endziel, die Befreiung der Arbeiterklasse, erreicht ist. An Schriften gelangten zur Vertheilung die Rede Bebel's in der Zukunftsstaats- Debatte" und das" Volksblatt". Nachdem der Vorsitzende zum regen Abonnement auf letteres und ebenso zur Unterstüßung des Saalinhabers, Herrn Gillmann, der den Muth gezeigt, der Polizei die Spitze zu bieten, aufgefordert hat, schließt die in musterhafter Weise verlaufene Verfammlung mit einem brausenden Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Der Ueberschuß der Tellersammlung wurde mit 1,25 M. dem Volksblatt" überwiesen. " Die Arbeiter aber gleichen den Grillen, sie haben gar feine Sorgen und brauchen sich auch feine zu machen, denn für sie muß ja der Fabrikant forgen. Sie arbeiten aber auch nur so viel, als zu ihrer Erhaltung nöthig ist, dafür bezahlt fie der Fabrikant reichlich, womit sie sich einrichten fönnten, wenn fie wollten. Obgleich sie nun gar keine Sorgen haben, hören sie doch nicht auf, ihr häßliches Geschrei ertönen zu lassen. Sie sind auch wie die bösen Buben, welche hinter dem lieben Schmetterling einherjagen, ihn erhaschen und zu vernichten drohen, nur seines bunten, hübschen und besseren Kleides wegen." Da soll noch einer sagen, daß unsere Gegner teine geistigen Waffen hätten! Was ist Richter's" Spar- Agnes", was find feine Irrlehren" gegen die Wucht der Morte dieses Magdeburger Blaustrumpfes! " mündenden 32 Eisenbahnen haben beschlossen, alle durch den anChicago, 14. März. Die Generaldirektoren der hier ein. gekündigten Streit der Weichensteller entstehenden Berlufte pro rata ihrer Betriebskosten gleichmäßig zu tragen. Wenn der Streit nur auf einzelnen Linien ausbrechen sollte, so partizipiren Weichensteller beträgt etwa 2000. Das Komitee derselben wird die Anderen an den entstehenden Verlusten. Die Zahl der sich binnen kurzer Zeit über den Streit schlüssig machen.. Briefkaffen der Redaktion. R. P., Berlin. Sie erkundigen sich nach dem Ursprunge des Herrn v. Stephan schmückenden Beinamens:„ Der Auerhahnschütz". Das dem Generalpoftmeister sehr zum Dank verpflichtete offiziöse Wolff'sche Telegrabenbureau hat vor etwa Jahresfrist neben anderen Haupt- und Staatsattionen auch die Nachricht in alle Welt gedrahtet, daß Stephan, der nicht blos ein schlechter Reimschmied, sondern auch ein trußiger Waidmann ist, irgendwo einen balzenden Auerhahn geschossen habe. Sie können selbst erwägen, von welch' hervorragender Wichtigkeit für den Gang der europäischen Staatsgeschäfte, ja für das Schicksal unferes Erdrunds dieser Meisterschuß gewesen ist. Ob Herr von Stephan auch Böcke schießt, fragen Sie. Lesen Sie doch die Reichstags- Verhandlungen vom 3., 4. und 6. März ds. Js., Sie fleiner Schäfer, Sie! Aug. Mertens. Der Zuftände in der Schmiedeherberge werden wir in dem Bericht über die Donnerstags Versammlung erwähnen. Ein Hut ist am Montag Abend auf der Redaktion des Borwärts" vertauscht worden. Der Vertauscher wird gebeten, ihn baldigft wieder zurückzubringen. " Genossen vom Heinrichsplatz." Dunkel ist Eurer Rede Sinn. Was mißfällt Euch denn an dem Inserat? 2. S. 100. Auf Ihre Anfrage wurden uns genannt: Die Zentral- Krantentasse für Frauen und Mädchen Deutschlands zu Offenbach a. M.( Ging. Hilfskaffe Nr. 26)( näheres bei Fr. Grünewald, Prinzen- Allee 27); der Kranten- Unterstützungsund Begräbnißverein für Frauen und Mädchen. Vors.: Friedr. Freudenreich, Reichenbergerstr. 3 H. 3 Tr., Rendant: Otto Köppen, Gitschinerstr. 109, Laden. B. S. 99. Sie müssen beim Festungs- Kommando barum nachfuchen; ob dasselbe es gestattet, fönnen wir nicht wissen. Die Praxis ist verschieden. A. K., Franjeckistraße. Die Benennung eines bestimmten Spezialarztes wäre eine Reklame für diesen, die wir grundsäßlich vermeiden. F. C., Rummelsburg. Der sozialdemokratischen Partei gehört das betreffende Wigblatt jedenfalls nicht an. E. M., Köpenick. Wir haben keinen Anlaß, der Vergangenheit des Mannes nachzuspüren. Ueber den vierfachen Mord in Salmsdorf bei München wird gemeldet, daß am Dienstag Abend in einem dortigen In Landsberg a. W. fand am 9. März eine zahlreich Wirthshaus ein Bursche von München, als des vierfachen Raubbesuchte öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt, mordes verdächtig, verhaftet worden ist. Das Signalement S. G. So sehr wir Borkommnisse, wie die von Ihnen in welcher Genosse Koopmann( Berlin) einen mit reichem Beifall stimmt zu dem Burschen, welcher, in der Brandnacht eilig von mitgetheilten, verurtheilen und bedauern, so begreiflich sind uns aufgenommenen Vortrag über unsere wirthschaftliche Lage" hielt. Salmsdorf kommend, durch Feldkirchen seinen Weg nahm und dieselben. Sie sind auch noch Nachwirkungen der Zeit des Eine lebhafte Diskussion schloß sich dem an, die anwesenden auf die Haltrufe nicht achtete. Er will für ein Münchener Geschäft Stroh Sozialistengesetzes, in der man die Arbeiter außerhalb des Gegner( Antisemiten), welche bisher zum größten Theil die einkäufe gemacht haben. Nach Angabe der Verwandten der Er- Rechtes stellte und sie den Einwirkungen der Sozialdemokratie Schuld trugen, daß 12 von 17 stattgefundenen Versammlungen mordeten dürfte der Mörder nur die Sparkasse der Töchter, zirka entziehen wollte. Letzteres ist insofern erreicht, als in einer ganzen der Auflösung verfielen, hatten trotz wiederholter Aufforderung 50 Mark, gefunden haben. Die angebliche Verhaftung dreier Anzahl von Arbeitern statt aller anderen Empfindungen nur nicht den Muth, die vorzüglichen Ausführungen des Referenten Schreiner ist Erfindung. Troß und Haß wachgeblieben sind. Es ist das die Kehrseite der zu widerlegen. Des weiteren erstattete Genoffe Koch den Rechen- Ueber den neulich erwähnten Zentrums Tugendbold Schneidigkeit", die sich in den oberen Klaffen in der brutalsten schafts- Bericht als Vertrauensmann des Kreises. És ergab sich schreibt das Bayerische Vaterland": Von Berlin aus hat man Gemeinheit offenbart und selbst im Parlament unter eine Einnahme pro 1891/92 von 65,85 M., dem gegenüber steht die zentrumsmäßige- Unvorsichtigkeit begangen, die ueulichen Junkern und Industriebaronen in unmenschlicher Weise zum eine Ausgabe von 71,35 M. Für das Jahr 1892/93 beträgt die Mittheilungen über die Kinderei des frommen Reichstags- Ausdruck gelangt. Die Rohheit, die Sie schildern, kommt doch Einnahme 200 M. Hierauf wurde Genosse Koch wieder zum Abgeordneten des Zentrums als eine„ elende Verleumdung" ausnahmsweise vor und trifft das Gros der Arbeiter nicht, am Vertrauensmann gewählt. Ferner wählte die Versammlung brei und versuchte Erpressung" zu erklären, mit der beigefügten allerwenigften aber die in der Schule der Sozialdemokratie AufGenossen als Komitee zur Maifeier. Vor Schluß der Verfamm- captatio benevolentiae, daß M. Post" und" Vild."" ja davon gewachsenen. Ein junges Mädchen, die sich in einem Koupée lung ermahnte Genosse Koopmann noch, für eine rege Agitation nichts wissen konnten." Der Zentrumsdeputatus und das allein unter einer Schaar gebildeter" Lebemänner befindet, kann einzutreten und diese im besonderen in der Umgegend zu ent- Frobl." hätten aber weit beffer gethan, von der Kinderei noch schlimmeres erfahren. Die ungebildeten Strolche sind nur falten, damit schon bei Zeiten dafür gesorgt wird, daß der überhaupt und insbesondere von„ Verleumdung“ und„ Erpressung" ein Abbild der gebildeten Strolche. " Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin SW., Beuthstraße 2.