Nr. 292. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Brets pranumerando Bierteljährl 3.30 ML., monatl 1.10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat Eingetragen in die Boft.Beitungs. Breisliste. Unter Areusband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark bro Monat Bostabonnements nebmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien. Luremburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgefbaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerffchaftliche Vereins. und Berfammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 16 Buchstaben gablen für zwei orte Inserate für die nächste Nummer müssen Bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 lbr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Gewitterwolken im Bergwerksrevier. I. Sonntag, den 13. Dezember 1908. Mann in das Fahrbuch für Vertrauensmänner" einzutragen oder zu Protokoll zu geben. Was war der Erfolg dieser Reform? Wer hat was von diesen Arbeiterkontrolleuren" gehört anläßlich des vorjährigen großen Unglücks auf der fiskalischen Saargrube Reden"( 150 Tote, 26 Verlegte!)? Notorisch ist, daß im fistalischen Bergbau seit Einführung der Reform" die Unfälle nicht geringer wurden, sich vielmehr wiederholt höher wie in anderen Revieren „ Wenn auch jetzt noch die Hoffnung auf reichsgesetzliche stellten! Daran trifft die Arbeiterkontrolleure" keine Regelung der Bergarbeiterfragen und auf Schaffung von Ar- Schuld, denn der einmal im Monat unternommene Kontrollbeiterkontrolleuren von der Regierung getäuscht würde, dann gang ist so gut wie bedeutungslos für die Unfallverhütung, würde sich in boller Uebereinstimmung der da sich auf dessen Befund kein zuverlässiges Urteil über die Mitglieder und Führer aller Gewerkschafts. Betriebszustände abgeben läßt. Durch die Presse geht die Nachricht, der Gewerkschaftsfekretär. Effert habe in Hannover gesagt: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. strafbar sind, empfehlen wir die Aufhebung der Sperre, um die Familienangehörigen der darin verzeichneten Berg arbeiter nicht in das größte Elend zu stürzen. Hat doch der Herr Bergrat Hilger schon des öfteren über Arbeitermangel in Oberschlesien geklagt, welcher durch ausländische Arbeiter be seitigt werden soll. Sollen nun jest zirka 500 Arbeiter auf den Oberschlesischen Berg- und Hüttenwerken mit Hilfe der schwarzen Listen keine Beschäftigung erhalten, so ist diese Maßnahme ges eignet, den Arbeitermangel noch zu steigern, indem die Berg leute von den Sozialdemokraten nach dem Westen überwiesen werden könnten, was nicht nur zum Schaden der Familien. angehörigen der Bergleute selbst, twohl aber der hiesigen Ins dustrie zum größten Schaden gereichen dürfte." Darauf erfolgte diese bezeichnende Antwort: Kattowi, den 24. August 1907. An Herrn Arbeiterfekretär Mufiol zu Königshütte. Auf das gefl. Schreiben vom 19. d. M. erwidern wir er gebenst, daß unseres Wissens die oberschlesischen Werksberwaltungen stets den Standpunkt vertreten haben, in Angelegenheit der Arbeiter entweder nur mit den Arbeitern selbst oder mit den zur Vertretung der Interessen der Arbeiter nach § 80f Allgem. Berg.- Ges. vom 24. Juni 1865 am 19. Juni 1906 geschaffenen Arbeiterausschüssen zu verhandeln. Aus diesem Grunde ist auch der oberschlesische Berg- und Hüttenmännische Verein nicht in der Lage, näher auf Ihre Ausführungen eine zugehen. Hochachtungsvoll richtungen bei Beginn einer besseren Ron- Wenn diese Reform" der Grubenkontrolleure eine„ gejunttur im Ruhrrebier ein Kampf abspielen, feßliche Einrichtung" wird, dann belastet man diese Arwie ihn die Welt noch nicht gesehen hat, und beitertontrolleure" lediglich mit einer wenn auch das Erwerbsleben der Nation furchtbaren Verantwortung. Die Grubenum Jahrzehnte zurüdgeworfen würde. Die Are zustände selbst werden eher schlimmer als beffer! Das Recht, beiterschaft wolle die Ausnahmegefeße abwerfen. Darum sei jederzeit zu kontrollieren, sollen die Kontrolleure nicht erfie zu allem entschlossen, denn zu verlieren habe sie nichts mehr." halten, unabhängige Kritik an den vorgefundenen MikWiderrufen ist die Mitteilung nicht. Aber wenn Effert ständen zu üben, auf deren sofortige Abstellung zu drängen, auch nicht so gesprochen haben sollte, so drücken doch die ihm ist den Leuten verboten, sie dienen also nur als zugeschriebenen Worte unzweifelhaft die Stimmung der Blizableiter für die Werksbesizer! Bergarbeitermassen aus. Der impulsiv ausgebrochene Streik Ob die Bergarbeitermassen, zur Verzweiflung getrieben, der überwiegend unorganisierten Bergleute auf den„ Saara fich in einer gewaltigen Arbeitseinstellung besseren Lebensund Mofelgruben" bei Forbach, die sich in diesem merf. schuß erkämpfen, oder ob ihnen ihre doch so natürliche würdigen Ausstand manifestierende Erbitterung der Arbeiter Forderung bald auf reichsgesetzlichem Wege bewilligt wird, über die lebens, fährlichen Betriebsverhältnisse, ferner die daran hat das ganze Volk ein ungeheuer großes Interesse. Der Vorstand. A. A.: Knochenhauer." in Schlesien, Mittelpreußen, Königreich Sachsen und im Im deutschen Bergbau waren 1907 nicht weniger als 734 903 Also auch die allerzahmste Arbeiterorganisation findet feine Ruhrgebiet stattgefundenen, massenhaft besuchten Versamm- Arbeiter beschäftigt, davon 514 226 unterirdisch. In dieser Gnade vor den Augen der Unternehmer im Bergbau. Auch lungen: alle diese Tatsachen beweisen, daß sich ein gewaltiges Gesamtzahl find auch 11 483 weibliche Arbeiter enthalten. mit Beamtenverbänden, wenn sie sich selbständig auf den Wie die großen Streits 1889 und 1905 lehrten, schließen sich Boden des gesetzlichen Rechtes stellen, lehnen die IndustrieUnwetter im Bergbau Deutschlands entwickelt. Unmittelbar erregt sind die Bergleute durch die grauen- der Bewegung in der Regel 90 Proz. der Untertagsarbeiter herren jedes Verhande ab. Die Erfahrung machte der am hafte Radbodkatastrophe. Die versagenden Erklärungen der an. Sind die Knappen gezwungen, um den Schuß ihrer Haut 5. März 1907 im Ruhrbecken gegründete Steigerverband. Regierungsvertreter haben nur noch Del ins Feuer gegoffen. und Knochen zu fämpfen, dann wird die Flut alle Bedrohten 1890 und 1895 find seine Vorgänger von den Zechenherren Das unausgesette Bestreben der verantwortlichen Inter- mitreißen. Ein Kampf, wie ihn die Welt nie gesehen! Des- durch Maßregelungen unterdrückt worden. Auch gegen den essenten, im Falle Radbod eine elementare Gewalt" als Un- halb muß das deutsche Volk aus humanitären Gründen wie Steigerverband werden jetzt alle Geschütze aufgefahren, weil glüdsursache vorzuschieben, mußte bei den sachkundigen Ar- in Wahrung der berechtigten Boltsinteressen von der Reichs- er in bezug auf die Radbod- Katastrophe nicht in das Horn regierung berlangen, daß sie es nicht auf einen gewaltigen der Grubenbesitzer und der Bergbehörde stieß, sondern freibeitern Erbitterung auslösen. Jährlich werden Tausende getötet und Stampf zwischen Arbeit und Kapital im Bergbau ankommen mütig die Betriebsschäden besprach. schwer verfrüppelt! 1907 find in Deutschland 1743 läßt, sondern die Bergarbeiterforderungen bewilligt. Kein Vertreter der Bergarbeiterorganisationen verlangt Dem größten Teil des Unternehmertums geht fein aus parteipolitischen Erwägungen die gründliche Reform Bergarbeiter sofort getötet, 11 382 getötet und verfrüppelt worden!!! Jeden Monat 145 Tote!!! Also allmonatlich scheidensten Ansprüche der Beauftragten der Arbeiterschaft geforderten Arbeiterkontrolleure als parteipolitische AgitaHerrenrecht", über alles. Tatsache ist, daß auch die be- unserer Bergarbeiterschutzgesetzgebung; keiner denkt daran, die die Opfer eines Mafienunglüds! Ueber dies Furchtbare geht brüst zurückgewiesen werden von den Instanzen, die berufen taren" zu mißbrauchen. Es herrscht volle llebereinstimmung die Deffentlichkeit nur zu leicht hinweg. Um die Tausende, die einzeln im Schacht verbluten, fümmern sich nur noch die wären, die Brücke zur Verständigung zu schlagen. Zwei darüber, daß der Arbeiterkontrolleur ein fachmännis engeren Angehörigen und die Berufsgenossen! Kaum Beispiele hierfür: Gemäß einer Arbeiterbeschwerde bom tüchtiger, sorgsam alle Möglichkeiten abnehmen die Zeitungen noch Notiz von Einzeltötungen im Schacht II der Gesellschaft Saar und Mosel bei Forbach ent- wägender Bergarbeiter sein muß! Bergbau. Die Bergleute fühlen das. Sie empfinden, wie wickelte sich dieser Schriftwechsel: gering ihr Leben eingeschäßt wird. Das erbittert sie. Beharrt die Regierung auf ihrem unter dem Einfluß der " Forbach, den 10. November 1908. Bechenbefizer gefaßten Entschluß. lehnt sie die von den BergHerrn Bergmeister und Bergassessor v. Braunmühl! arbeitern gestellte Forderung der Betriebsinspektion durch sachMit gegenwärtigem Schreiben habe ich die Ehre, Ihnen fundige Arbeiterkontrolleure ab, so übernimmt sie damit nicht. folgendes mitzuteilen: Der Bergmann Johann Wagner hat nur die Verantwortung für die weiteren Massenopfer, die nicht mich gebeten, Ew. Wohlgeboren mitteilen zu wollen, daß in ausbleiben werden, sondern auch für die unter den BergSpittel am Schacht II 104 Drähte am Förder- arbeitern herrschende Gärung und deren drohende Folgen. seil zerrissen seien. Trotzdem sich die Leute beschwert hätten, wäre noch nichts in der Sache geschehen. Johann Wagner teilte mir u. a. noch mit, daß er sich fürchten würde, einzufahren. Ich bitte den Herrn Bergmeister, bet einer eventuellen Untersuchung den Mann nicht nennen zu wollen, damit der Mann nicht noch schließlich seine Abkehr erhält. Mich der angenehmen Hoffnung hingebend, schon bald Ew. Wohlgeboren zusagenden Bescheid in Empfang nehmen zu dürfen, zeichnet Hochachtungsvoll Die Cabakfabrikatiteuer und die Kautabakinduſtrie. Die Zechenbefizer laufen trog alledem Sturm gegen eine Reformierung der Berginspektion, sie wollen feine unabhängigen Arbeiterkontrolleure. In der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" vom 8. Dezember 1908 fommen eine Anzahl Industrieherren zu Worte; alle wenden sich gegen die Einführung von Arbeiterkontrolleuren, die, geschützt von der Autorität des Gefeßes, unabhängig nach jeder Richtung, die Grubenbaue zu kontrollieren haben. Die bis zur Verblödung wiederholten Behauptungen: ein solcher Arbeiterkontrolleur würde politischer Agitator, zerstöre die Autorität der Werksherren, untergrabe die Disziplin, veranlasse die Arbeiter zu ,, noch weitergehenden Forderungen" und sei außerdem nicht fähig, die Unfälle zu vermindern: alle diese Behauptungen werden wieder hervorgeholt. Mit fast denselben Argumenten: Untergrabung der Autorität und Disziplin, parteipolitische Ausnußung des Gewährten, haben die Regierungen feinerzeit die Forderungen der Bergwerksunternehmer nach Heinr. Aak, Gewerkschaftssekretär. Aufhebung des bureaukratischen Bevormundungs-( Direk Der Unterzeichner ist Angestellter des Gewerfvereins tions-) Systems bekämpft. Wie vor einem halben Jahr- christlicher Bergarbeiter! Auf sein Schreiben erhielt Aat hundert die alten, staatlich bevormundeten Gewerfe von der folgende Antwort, datiert vom 13. November d. J.: absolutistischen Bureaukratie beschuldigt wurden, eine Schädigung der vaterländischen Interessen durch die geforderte Bergbaufreiung herbeizuführen, so rufen heute die Söhne und Enkel dieser Gewerke den nationalen Furor" gegen die besseren Lebensschuß fordernden Arbeiter auf. Alles sei in bester Ordnung, heißt es dabei steigt die Blutwelle fortStatt erfreut zu sein, daß ihm von einem gefährlichen gejezt! Dem Schrei nach besseren Lebensschutz setzen die In- Betriebszustande Mitteilung gemacht wird, lehnt der Herr dustrieherren ein hartes Nein entgegen. Und die Re- kaiserliche Berginspektor die Vermittelung des Gewerkvereinsgierung will abermals den Willen der sekretärs ab und verweist auf den Instanzenweg". Derselbe Unternehmer respektieren. Berginspektor hat anläßlich des eben beendeten Lebensschutz büchern der Rautabalarbeitergenossenschaft in Nordhausen zuWir legen unserer Berechnung Auszüge aus den Geschäfts Was die Regierung" plant, ist eine„ neform" nach dem streits der Arbeiter auf den Spitteler Schächten der Zechen- grunde. Hiernach wird am Schlusse des laufenden Geschäftsjahres Muster der Bekanntmachung der Königlichen Bergwerks- direktion bescheinigt ,, es befänden sich keine gefährlichen Gafe ein Umsatz von 64 918 Kilo im Werte von ungefähr 250 000 m. direktion Saarbrücken vom 15. Dezember 1902. Danach in der Tiefe, wurde aber dann, als er selbst inspizierte, nach zu verzeichnen sein. Diese Produktion verteilt sich auf die in der find ab 1. Januar 1903 die Arbeiterausschußmitglieder be- Angabe der Arbeiter betäubt zu Tage geschafft! fugt, einmal(!) im Monat in Begleitung eines Betriebs- Der zweite Fall betrifft den Sekretär der fatholischen Regierungsvorlage festgesetten Staffeln wie folgt: Auf das gefällige Schreiben vom 10. d. M. stelle ich Ihnen anheim, dem Bergmann Johann Wagner mitzuteilen, daß ihm ein Bescheid auf seine Beschwerde erteilt werden wird, wenn er fie selbst mündlich oder schriftlich bei der Bergbehörde vorbringt. Braunmühl." beamten(!) die betreffende Steigerabteilung( der einem Fachabteilungen in Oberschlesien, bekanntlich eine Steiger unterstellte unterirdische Grubenteil) zu befahren, Arbeiterorganisation, die prinzipiell den Streit wobei der Arbeiterfontrolleur" nur die Baue zu unter- berwirft. Der Sekretär, Herr Mufiol, schrieb am fuchen, also teinerlei Fragen an die Arbeiter über den son- 22. August 1907 an den Vorstand der oberschlesischen Werksstigen Zustand des Betriebspunktes zu stellen hat. Auch fann bereinigung: sich der Mann bei vorkommenden Unglücksfällen, wieder nur in Begleitung eines Beamten, an die Stelle begeben. Fragen zu stellen an die Arbeiter, überhaupt sich Auskunft zu holen über die etwaigen Beschwerden der Arbeiter ist dem Kontrolleur" verboten. Seine Beobachtungen" hat der Seit die Regierung vor fünf Wochen dem Reichstag ihren Entwurf eines" Tabatverbrauchsteuergesetzes" zugehen ließ, haben wir wiederholt nachgewiesen, daß die vorgeschlagene Mehr belastung des Tabats einen Rückgang und eine Verschiebung der deutschen Zigarrenfabrikation zur Folge haben würde, die Zehntausende von Zigarrenarbeitern zwänge, sich in anderen Gewerben Unterschlupf zu suchen: ein 3wang, der fie um so härter treffen würde, als in der Zigarrenindustrie vielfach schwächliche und träufliche Arbeiter beschäftigt sind, die förperliche Sträfte erfordernde Arbeiten nicht leisten können. Sast noch tiefer, als in die Bigarrenindustrie, würde jedoch die in Aussicht gestellte Fabrikatsteuer in die Kautabatfabrikation eingreifen, denn hier kommt nicht nur eine Verteuerung des Produktes, sondern eine völlige Umwälzung in der Herstellungsart, mit diesen eine Veränderung im Rohn- und Arbeitseine Renderung der Abfassungen der Kautabakröllchen und verhältnis der Arbeiter in Frage. Zunächst einiges über die Berteuerung des Rautabats. Gewicht in Kilo Steuerbetrag 19-926 44 718 a 50 f. 100 " 274 200 Gesamtberrag der Steuer 9 963,00, M. 44 718,00 548,00 " " 64 918 Kilo 55 229,00. Wie wir vernommen, hat der Berg- und Hüttenmännische Das Produkt wird natürlich nicht nur mit den 55 229 M. Verein aus Anlaß des Ausstandes auf den fiskalischen Stein- belastet, sondern Vater Staat hat bereits in Form des Tabat. fohlengruben zu Königshütte sogenannte schwarze Listen an- 3olles rund 54 000 M. erhoben. Diese beiden Zahlen gelegt und den Hütten- und Grubenverwaltungen zugesandt dem Umsatz von 250 000 m. gegenübergestellt, lassen erkennen, und vor Anlegung der darin berzeichneten Arbeiter gewarnt. daß bald von einer 50ptogentigen Belastung dea Abgesehen davon, daß dergleichen Maßnahmen Rautabats durch den Staat geredet werden tann W i e findet sich nun der Fabrikant ab. wenn die Vorlage Gesetzeskraft erlangt?— Bekanntlich werden in den meisten Kautabakfabriken zehn verschiedene Arten — die von 1 bis 10 numeriert werden— von Gespinsten an- gefertigt, die. je dünner sie werden, desto höher im Verkaufspreise steigen. Nehmen wir nun beispielsweise Nr. 3 heraus(jede andere Nummer würde sich dazu ebenfalls eignen), so wird sich folgender Prozefe vollziehen(als Voraussetzung gilt für jeden Fachmann, das; die„Fünfpfennig-Nolle" verschwindet): Bisher bekam der Händler 48 Röllchen(a 10 Pf. im Detailverkauf) pro Kilo, für die er 4,80 M. vereinnahmte und 3,60 M. an die Firma bezahlte. Der Gewinn betrug also 1.20 Mk. Da nun aber der Staat in Form der Banderole 100 Pf. für da? Kilo(Nr. 3 gehört zur Staffel II) verlangt, steigt selbstverständlich der Preis des Produktes— ab Fabrik— von 3,60 auf 4,60 Pt. pro Kilo. Der Händler lehnt es natürlich ab. seinen Verdienst um 100 Pf. kürzen zu lassen, denn das wäre gleichbedeutend mit keinem Verdienst; er lehnt e« überhaupt ab, einen Nachteil zu haben. Der Fabrikant kommt darum herbei und läßt nunmehr statt 43 Röllchen 58 aus das Kilo des Gespinstes Nr. 3 anfertigen und der Händler leidet sonach keinen Schaden, denn er verdient an dem Kilo genau noch wie früher 1,20 M. In diesem Vorgang spiegelt sich zugleich der Rückgang b»S Konsums. Nehmen wir folgendes Beispiel: Ein Händler setzt pro Monat 500 Kilo von der oben angezogenen Nr. 3 ab. Bisher be- kam er auf dieses Quantum(pro Kilo 48 Röllchen) 24 000 Stück Röllchen; wird der Entwurf Gesetz, erhält er(das Kilo zu 58 Röllchen) 29 000 Stück Röllchen. Da er bisher 30 Tage be- nötigte, um 24 000 Röllchen umzusetzen, müßte er, dieselbe Kund- schaft vorausgesetzt, im neuen Verhältnis 36� Tage haben, um die 29 000 Röllchen an den Mann zu bringen. Während der Händler also bisher 120 Zentner in einem Jahre umzusetzen ver- mochte, wird das künftig erst in W/j Monaten möglich sein. Das ist gleichbedeutend mit einem Konsumrückgang von 20 Prozent. Nach dieser unumstößlichen Wahrheit wird der Eintritt einer Arbeitslosigkeit der Kautabakarbeitcr selbst nicht von denjenigen bestritten werden können, die aus„Patriotismus" den Tabak absolut bluten lassen wollen. Mit der Vermehrung der Stückzahl pro Kilo muß logischerweise auch die S t ä r k e deS Gespinstes vermindert werden, die Verkleinerung deS Röllchens ist aus mancherlei Gründen so gut wie ausgeschlossen. DaS Gespinst muß bedeutend schwächer gesponnen werden als früher, anderenfalls würde die vermehrte Röllchenzahl daS Gewicht übersteigen. Von diesem Augenblick an kommen nun auch die Löhne der Kautabakarbeitcr in Mitleiden- schaft» denn der Spinner kann bei schwächerem Gespinst nicht mehr daS Quantum liefern, da» er früher bei stärkerem Gespinst vermochte. Nach dem Spinner kommt der Röllchenmacher, der da? Gespinst verkaufsfertig macht. Auch dieser kommt in Nachteil. Während er früher von Nr. 3 nur 48 Röllchen auf das Kilo anzufertigen brauchte, muß er jetzt 58 schaffen und dadurch geht Zeit und mit dieser Lohn verloren. Sollen die Spinner sowohl wie die RöllcheNmacher schadlos bleiben— was nicht mehr wie recht ist—, dann müssen ent- sprechende Lohnerhöhungen vorgenommen werden. Hierzu werden sich aber schon deshalb nur wenig Fabrikanten verstehen, weil ja das Heer der Brotloswerdenden durch den Konsumrückgang zunimmt, und dadurch daS Angebot gesteigert wird. Die Folgen wer- den wirtschaftliche Kämpfe, verbunden mit persönlichen und materiellen Opfern sein. Hierneben steigt, besonders für die Röllchenmachelr, noch die Gefahr herauf, daß die Zahl der weib- lichen Röllchenmacher, dt.' in verschiedenen Fabriken schon heute vorhanden sind, vermehrt und die männlichen Arbeiter brotlos gemacht oder die Löhne tief herabgedrückt werden. Die Fabrikanten wenden den weiblichen Arbeitern um so mehr Aufmerksamkeit zu, als sie 25 bis 30 Proz. billiger und— weil sie fast immer nur ein und dieselbe Abfassung zu arbeiten haben— leistungsfähiger als die männlichen Röllchenmacher sind. Haben doch 35 Mädchen in einer hiesigen Fabrik in einem Zeitraum von dreiviertel Jahren 3500Z«ntnerNr. 7(i Pfund 65 Röllchen) und 80 Zentner T w i st(ä Pfund 70 Röllchen) gearbeitet. Da Nordhausen in der Kautabakproduktion für das ganze Reich tonangebend ist, liegt die Befürchtung nahe, daß auch die übrigen Fabrikanten des Reiches dem vorteilbringenden Beispiel NordhausenS folgen, und sich mehr als seither der weiblichen Arbeitskraft zuwenden werden. Ferner ist zu berücksichtigen, daß Hilfskräfte zum Banderolieren erforder- lich werden. Hinzu kommt die mit Geldkoften verbundene Ver- Packung, deren Form der Bundesrat zu bestimmen hat. Ferner ist nicht ausgeschlossen, daß im Laufe der Zeit— durch den Konkurrenzkampf hervorgerufen ähnliche Verpackungsarten wie bei den Zigaretten zur Einführung gelangen. Mit all diesen Kosten wird daS Fabrikat beschwert, zum Nachteil der Kautabak- vrbeiter und-Konsumenten. Wenn auch heute schon als feststehend bezeichnet w.'rden kann, daß die Banderole nicht kommen wird, so dürfte aber selbst dann, wenn der Rohtabakzoll und die-Steuer eine Er- höhung erfährt— das„Hamburger Fremdenblatt" hat ja schon geradezu wahnsinnige Vorschläge gemacht; sie hält e« mit der Vernunft vereinbart, den Zoll auf 255 M. und die Steuer auf 135 M. hinauf zu schrauben—, in der Kautabalindustrie eine gewaltige Umwälzung in der Art hervorgerufen werden. wie wir sie in vorstehendem gekennzeichnet. Es steht eine Um- wälzung bevor, die Tausenden von Kautabakarbeitern- und -Arbeiterinnen einen Schlag verfetzt, durch den sie auf lange Zeit hinaus, wenn nicht für immer, wirtschaftlich gelähmt weretm. Es ist daher alle Ursache auch für die Kautabakindustrie vorhanden, die Augen offenzuhalten und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu versuchen, den Schlag zu parieren, der der Existenz der Kau- tabakarbeiter droht. Geständnisse und Drohungen. Die offiziöse Presse setzt den Kampf gegen die Kamarilla mit einer Energie fort, die deutlich die Größe der Gefahr beweist, die dem Kanzler droht. Die.Kreuz-Ztg.". die im Gegensatz zu einer anderen Richtung innerhalb der konservativen Partei, in diesem Kampfe zwischen HauSmeiertum und Kaisertum auf Seite Wilhelms II. steht, hatte mit jener Loyalität, die ihr immer dann zu Gebote steht, wenn sie sich davon einen Nutzen verspricht, vor einiger Zeit ge- schrieben:„Man erlennt eS aus dem Verhalten fast der ganzen Presse und anS den Reden aller ReichStagSabgeordneten, daß überall das monarchisch gesinnte Volk mit einem Gefühle der Scham an die„Uebettreibungen" denkt, die in der Erklärung im„Reichs- anzeiger" mit einem königlichen Worte, das verzeiht, indem es straft, zurückgewiesen worden sind." Dagegen wendet sich der»Hamburgische Korrespondent' mit folgenden Ausführungen: O nein! Hier yab eS— von feiten des Kaisers-- nichts zu verzeihen, nichts zu strafen. Ein Gefühl der SHam wäre auf feiten derer, die gegen das persönliche Regime aufgetreten find, unangebracht, unmöglich gewesen. Wir verzichten auf eine Untersuchung darüber, wer sich damals geschämt hat, und bedauern, daß keine Aussicht dafür bor- Händen ist, daß sich die H i n t e r m ä n n e r dieses frivolen Zeitungsartikels schämen werden. Sie hätten dazu wirk- lich Anlaß. Denn im Gegensatz auch zu dem angesehensten Führer der Konservativen arbeiten sie daran, den Kaiser wieder in die Sphäre der GotteSgnade zu erheben. Aber die reaktionäre Gefahr, die nicht das Volk, wohl aber der Kaiser zu fürchten hätte, ist in unseren Tagen leichter zu be- kämpfen als vor hundert Jahren. Alle zu ihrer Bekämpfimg notwendigen Waffen sind in den Händen ihrer Gegner, nämlich Presse, Bersammlungs- und Wahlrecht. Publizistisch ist die Reaktion unendlich viel schwächer alS die nationalen Kreise. Diese sind so stark, daß sie in den letzten Wochen Wirkungen erzielt haben. die in alten Zeiten nur mit Revolten möglich waren. „Kreuz-Zeitungs"«Artikel können beim Publikum der nationalen Sache nichts schaden, wohl aber beim Kaiser. Ihm vorzureden, er habe verziehen, indem er strafte, ist heute geradezu ein Ver- brechen gegen den Monarchen. Wenn er das nun wirk- lich glaubt? Und man sagt es ihm ja, damit er eS glaubt. Welche Konsequenzen soll er dann ziehen? Nun, toir wissen genau, was jene Übeln Dunkelmänner wünschen. Er soll.. in Zorn geraten gegen Yen Kanzler, den eine zäh arbeitende Gruppe aus allerlei, aber nicht aus nationalen Motiven stürzen möchte. Es ist der alte Kampf von Neid und Mißgunst gegen den Mächtigen. Je stärker die Position des Kanzlers wird, um so erbitterter kämpfen die Gegner. Und wenn sie vielleicht wahr- zunehmen glauben, daß der Kaiser sich durcharbeitet zu der Er- kenntniS von der Größe des Dienstes, den Fürst B ü l o w am 17. November der Monarchie geleistet hat, dann gibt es nur ein Mittel: dem Kaiser muß eingeredet werden, die Situation sei da- mals gar nicht so schlimm gewesen, daß ein solcher Schritt nötig war. Das erzählen ihm die Intriganten Wider besseres Wissen. Ja, sie wissen selbst ganz genau, daß sich von der einheitlichen Stimmung der Nation nichi einmal das Osfizierkorps fernge- halten hat. Der Kaiser selbst ist sehr genau informiert über die Stimmung, die uns an den Rand des Abgrundes ge- führt hat. So kann den einstweilen auch nicht angenommen werden, daß die falschen Freunde ihn überzeugen werden von der Reue des Volkes, dein er verziehen habe. V e r a n t- wörtliche Ratgeber werden es nicht zum zweitenmal dahin kommen lassen, daß vom Kaiser als Volkeöstimme angesehen wird, was gewissenlose Schranzen und zynische Jnter- essenjäaer ihm mit Augenaufsch lag vorreden. Der Bann ist gebrochen. Jetzt hat nicht mehr der Höf- l i n g das Wort, sondern der Staatsmann. Zu ihm haben wir das Vertrauen, daß er den Versuch, den Kaiser in die Weihrauch atmosphäre zurückzulocken, im Keime ersticken wird. Aber eine feste Hand, ein scharfes Auge gehören dazu, und zugleich ein sehr, sehr feines Gehör. Dem Fürsten Bülow werden alle nationalen Politiker im Parlament und Presse aufpassen helfen. Die ganze Nation hat ein Interesse daran, die Gefahr deS Konfliktes nicht wiederkehren zu sehen. Denn daS nächste Mal würde er nicht wieder s o verlaufen, daß die Grundpfeiler de? monarchischen Empfindens unerschüttert blieben. Diese„ernsten Bemerkungen" gibt die hochoffiziöse»Köl« nische Zeitung" unter dem bezeichnenden Titel»Eine Ge» fahr für Kaiser und Volk" vollinhaltlich wieder, ebenso wie sie kürzlich die Auslassungen der„N. Ges. Korresp." veröffentlichte, die in die Warnung vpr dem etwaigen»Bankott der Krone" aus- klangen. In der Tat. die Ausführungen des»Hamb. Korresp.' verdienen alle Aufmerksamkeit. Sie enthalten zwar nichts ReueS. Denn der Zustand an dem kaiserlichen Hof ist aus den Enthüllungen, die die Kampagne gegen die Eulenburg-Kamarilla brachte, zur Genüge be- kannt. Aber es ist immerhin bemerkenswert, daß diese Zustände heute gerade von jenen offen zugegeben werden, die sie während der Sulenburgprozesse so entrüstet geleugnet haben. Noch klingen uns ja die Versicherungen der ganzen.nationalen" Presse in den Ohren, daß der Fall Eulenburg nur eine„Ausnahme", ein ganz besonderes„Unglück" gewesen, daS gerade durch das energische Eingreifen Seiner Majestät cm für allemal beseitigt worden sei; jetzt denunzieren dieselben Leute selbst, die den Kaiser umgarnen und den verantwortlichen Kanzler zu stürzen drohen. Die Tage EulenburgS sind also wiedergekehrt und mit ihnen der Kampf der Kamarillen. Aber wie anders wird dieser Kampf heute geführt. Vorbei ist die vorsichtige Zurückhaltung, �orbei daS Versteckenspielen, vorbei die dunklen Andeutungen. Mit aller Offenheit wird daS dunkle Treiben enthüllt— nur die Namen werden noch nicht genannt— und mit Drohungen und Einschüchterungen wird nicht gespart. Wurde neulich von dem„Bankrott oer Kröne" gesprochen, so diesmal von der„Erschütterung der Grund- pfeiler deS monarchischen Empfindens", und erbarmungslos wird daS Treiben der„gewissenlosen Schranzen" und„zynischen Interessen- jäger" am Hofe Wilhelms II. geschildert, die den Kaiser mit Augen- aufschlag von der Notwendigkeit. Bülow fortzuschicken, überzeugen wollen. Und da» ganze Machtbewußtsein, die dem Sieger die Niederlage des Kaiser» einflößt, prägt sich in den zuversichtlichen Worten aus:»Der Bann ist gebrochen". Aber sollte die Befestigung der Stellung deS Kanzlers wirklich der ganze Ertrag der polinschen Ermannung breiter Schichten des deutschen Volkes sein? Nicht ob Bülow oder Wilhelm II. das persönliche Regiment ausüben, darf der Inhal« des Kampfes bleiben. Daß daS persönliche Regiment überhaupt beseitigt wird, das ist die politische Aufgabe, deren Durchführung vom Reichs- tage verlangt werden mutz. pditilcke GeberHcht. Berlin, den 12. Dezember 1908 Tie preußische Heanitenbesoldung. Die verstärkte Budgetkommission des Ab- g« o r d n e t e n h a u s e« hat am Sonnabend ihre zweite Lesung begonnen. Es fand zunächst nur eine Generaldistussion statt. Auf eine konservative Aufroge erllärte der Minister v. Rheinbaben, daß die Beamten, und Lehrerbesoldungsvorlage der Regierung u n- annehmbar sei, wenn der Mehrbedarf nicht durch dauernde Einnahmen gedeckt würde. Auch könne die Regierung auf die Ge« sellschastSsteuer nicht verzichten. Zentrum, Nationalliberale und Freisinnige erklärten, daß sie an den BestWiissen der ersten Lesung festhalten müßten, durch die die erforderlichen Mittel durch Zuschläge für einstweilen zwei Jahr« gebilligt würden. Bon nationalliberaler Seite wurde ferner angeregt, die Ge- hälter der höheren Beamten dadurch zu erhöhen, daß man dem dienstältesten Drittel aller Verwaltungsbeamten eine p e n s i o n 3. fähige Zulage von 600 M. gewähre. Eine Subkommission soll mit der Regierung ein Einverständnis herleizuführen suchen. Bei der Generaldiskussion über die Gehälter der unteren Beamten wurde von verschiedenen Parteien gesoroert, daß die Gehälter auch übler die Beschlüsse der ersten Lesung hinaus erhöht werden müßten. Diesen Forderungen traten die Konserva» tiven lebhaft entgegen. Auch Herr v. Rheinbaben vertrat die Auffassung, daß den berechtigten Ansprüchen der unteren Beamten genügendes Entgegenkommen bewiesen worden wäre. Die Nationalliberalen machten den Vorschlag, durch eine Verbesserung des Wohnungsgeldzuschusses den unteren Beamten dasjenige Entgegenkommen zu beweisen, daS die BesoldungSrefovm vielfach vermissen lasse. Die ganze Debatke machte den Eindruck, als ob eS sich bei ssen bürgerlichen Parteien mehr um platonische Wünsche als um den ernsten Willen handele, gegenüber der Regierung und den Konserva- tiven die Interessen der unteren Beamten nachdrücklich zu ver- treten.— Am Montag wird in die Einzelderatung einjzetrctcii werden.»« Die großindustrielle Fronde. Die., N h e i n.- W e st f. Z t g." schreibt über die letzte Rede Bassermanns: „Vier Wochen nach dem MartinStag haben Volksboten und Kanzler über die auswärtige Politik geredet.—(Juas nmtatio romm! AlleS in der Welt ist wieder rosig und hanitloS und nirgends will man dem Deutschen Reich übel.— Und die leichtgläubigen Volksboten beklatschen diese Wendung freudig. Es ist gelegentlich der Kaiser- und KanzlerkrisiS mir Recht gesagt worden, daß nicht allein der Reichstag, sondern auch das Volk an den Zuständen die Schuld trägt. Da der Reichstag wieder versagt, so ist die Frage aufzuwcrsen: Will daS deutsche Volk sich wieder den Vorwurf der politischen Unreife machen lassen? Man sollte meinen, die Zeit, in der vom beschränkten Untertaiien- verstand geredet werden konnte, sei nach den letzten Ereignissen erst recht vorüber. Wir haben es hier am Rhein mit der n a t i o n a l l i b e- r a l e n Partei zu tun, die zur Zeit der Wahlen beanspriicht, daß man ihren Mann in den Reichstag wählt. Die Hal- tung des Führers der Nationalliberalen. deS Abgeordneten B a s s e r m a n n. bei Besprechung der auswärtigen Politik kann einen hierzu nicht ermutigen. Dieses vorsichtige Lavieren, als wenn ein Jongleur mit scharfen Messern wirft, dieses bescheidene Hoffen und Wünschen, wo euer- gischeS Verlangen und Fordern am Platze ist, dieses„man meine hier und im Ausland", während wir doch seine eigene rückgrntfeste Meinung, die er sich nun gebildet hat. hören wollen, läßt leider erkennen, daß man seit Sattlers Reden zum Auswärtigen Etat nicht viel Neues gelernt hat. Eine Partei, die sich national nennt und viel von ihrer Tradition redet, hat zu erwarten, daß man an sie g r o ß z ü g i g e r e An- fordcrungen stellt." Man würde sich allerdings täuschen, wenn man glaubte, daß diese Kritik an den eiertänzerischen Iongleurkünsten des Herrn Bassermunn demokratischen Mottven entstammt. Die„Rheiii.-Westf. Ztg." als Organ der Gruben- und Panzer- plattcnmngnaten bekämpft die Bassermänncrei des National- liberalismuo hauptsächlich deshalb, weil der Nationalliberalis- muS nicht mit derselben Rücksichtslosigkeit speziell für die Interessen der rheiiiisch-weslsälischen Großindustrie eintritt wie die Konservativen für die Interessen des agrarischen Junker» tums. So scharf auch die..Rhein.-Westf. Ztg." die Ivunder- ltche Zickzackpolitik deS persönlichen Regiments gebrandmarkt hat, so wenig geschah daS aus Abneigung gegen die Politik der gepanzerten Faust. Nicht diese Politik deS rücksichtslosen Draufgängertum? kritisierte man. sondern die U n st e t i g k e i t, daS I r r l i ch t e r i e r e n der persön- lichen Politik. Den rhetnisch-ivestfälischen Jndustriemagnaten bangt nicht vor internationalen Verwickelungen, sondern vielmehr vor nutzlosen Blamagen. Die Kohlen- und Panzei Plattenbarone verlangen eine stetige Politik. Führte diese Politik auch zu Konflikten— um so besser, denn um so üppiger würde dann ja der Wetzen dieser Jndustriellengruppe blühen! Es ist interessant, festzustellen, daß nicht nur die Agrarier alle heilige Scheu vor dem GottcSgnadeutum verlieren, sofern eS ihnen nicht zu willen ist, sondern auch die Geivaltigen der Großindustrie. Die Masse des Volkes sollte daraus endlich lernen, mit welcherRücksichtslosigkeit auch sieden politischen Kampf zu führen hat!-» Eine infame Wahlkassierung. In der Block-Aera glaubt das deutsche Bürgertum sich eine polittsche Skrupellosigkeit leisten zu dürfen, die auch die letzten, bisher noch beachteten Anstandsgrenzen überspringt. Wir haben erst kürzlich den Fall erlebt, daß Herr Mugdan unter Notzüchtiguug der Ver- nunft künstlich ins Berliner Stadtparlament hiueinbugsiert wurde, und jetzt hat sich die Mehrheit des Gothaer Landtages das gleiche Stückchen geleistet. Unser Genosse Bock ist bei der letzten Wahl mit einer Stimme Mehrheit Abgeordneter des achten Gothaer Bezirks geworden: es waren nämlich 42 Stimmzettel abgegeben worden, davon einer unbeschrieben, also nach ß 24.4 der Wahlordnung von Gotha ungültig. Von den gültigen 41 Stimmen hatte Bock 21 erhalten, es unterliegt also nicht dem geringsten Zweifel, daß er korrett gewählt war. So ent- schied auch der Wahlkommissar, Amtögerichtsrat Schaaff. Dieser klare Sachverhalt hinderte die Mehrheit der Wahl- Prüfungskommission nicht, die Ungültigkeitserklärung deS Bockschen Mandats zu beantragen, und eS geschah das Ungeheuerliche, daß auch die Majorität des Plenums sich am letzten Donnerstag auf eben diesen brutalen Machtstand- Punkt stellte. Der Beschluß kam zustande, obgleich bewiesen wurde, daß die Bürgerlichen Gothas in ebenso gelagerten Fällen, bei denen es sich allerdings um ihre Parteigänger haiidelte, durch umgekehrt zu entscheiden gewußt haben. Wie die Blockleute sich über solche„Kleinigkeiten" hinwegsetzen, das illustrierte Genosse Schauder, in- dem er eine Aeußerung des Abgeordneten Leut- Heuser anführte, der die Festnagelung der bürgerlichen Doppelmoral mit den Worten entschuldigte:„Wir sind mit der Zeit eben gescheiter geworden I" Das Mandat des Genossen Bock ist also kassiert und da- mit der Grundsatz proklaiinert, daß ein unbeschriebener Zettel laut Wahlordnung zwar ein ungültiger Stinimzettel ist. daß er aber doch als— gültige Stinime mitzählt.. So „gescheit" sind die Leutchen vom Block, wenn eS gilt, einem Sozialdemokraten sein Mandat zu stehlen.— Zur Finanzlage des Reichs und der Einzelstaaten. Der angekündigte vierte Band der Denkschriften zur Begründung der ReichSfinanzreform ist erschienen. Aus dem Inhalte sei hervor- gehoben: Die Entimckelung des Marktes für deutsche RcichSanleihen; Anleihen der Bundesstaaten; kommunale Anleihen; die öffentliche!'. Garalitieschulden; halböffentliche Obligationen; Obligationen der Hypothekcnaktienbanken; Eisenbahiiobligationen und Altienweseu. Ferner ist darin enthalten: eine Uebersicht über die Kursbewegung der Anleihen an den Hauptbörsen der wichtigsten Länder. Schließlich noch eine Uebersicht über die EntWickelung de» Bank- und MarktdiSkonteS der Hauptplätze und endlich werden die Gründe angeführt für den Kurs- stand der deutschen Anleihen. AuS den Vorbemerkungen ist folgendes zu entnehmen: „Die Eniwickelung des öffentlichen Schuldenwesens zu einem dauernden, allgemein anerkannten, nicht mehr den Charakter der Anomalie an sich tragenden Faktor im Staatshaushalt hat in Deutsch- land erst im dritten Viertel deS 19. Jahrhunderts begonnen; erst im letzten ist sie, wesentlich infolge zum Teil veränderten CharolterS der Betätigung von Reich, Bundesstaaten und kommunalen Körper- schasten, zu einem fiir die Lage des Geldmarktes und damit des gesamten Wirtschaftslebens mitbestimmenden Faktor geworden. Während die Wechselbeziehungen zwischen Geldmarkt und WirtschaftS- leben einerseits und dem heimischen Anleihewesen andererseits in einigen anderen Hauptstaaten, vor allem in Holland, England, Frankreich, auch Oesterreich und Nordamerika, eine IVO bis 200 Jahre alte Tradition aufweisen, ist die Bewegung in Deutschland in erheblichem Umfange erst nach der Reich-Zgründnng, im großen Stil aber erst parallel mit der ganzen modernen Entfaltung seit den 80er Jahren eingetreten." Die Schulden betragen heute: des Reiches........... 4 253,5 Mll. Mark der Einzelstaaten......... 14 362,4„, der ikommunen und höheren Kommunal- verbände.......... 7 420,0», Insgesamt sind also zu verzinsen... 26 035,9 Mill. Mark' Zur bayerischen Steuerreform. Die Debatten im bayerischen Steuerausschuß gestalten sich recht interessant, namentlich durch das Verhalten der Vertreter des Blocks und des einzigen Demokraten Dr. O u i d d e. Der Versuch der Blockparteien, das Wahlrecht zu verschlechten:. indem den Steuer- Pflichtigen mit einem Einkommen bis 600 M. freigestellt wird, ihr Einkommen zu versteuern, ist. wie wir gestern bereits berichteten, an den, Widerstand unserer Parteigenossen und des Zentrums gescheitert. Gleich darauf hat sich der.Demokrat' Dr. Ouidde einen Streich geleistet, bei dem ihn selbst die Nationalliberalen und Konservativen im Stich gelassen haben. Nach dem jetzigen Steuergesetz sind Stiftungen, die im Kapitalvermögen ihren Fundus haben, frei von der Einkommen- und Kapitalrentensteuer, wie auch von den Gemeindeumlagen. Dagegen sind Stiftungen, deren Vermögen m Grundbesitz besteht oder die ein Gewerbe betreiben, zur allgemeinen Einkommensteuer mit ihrem gesamten Einkommen aus Grund- vermögen oder Gewerbeerträgsnis steuer- und umlagepflichtig. Diese ungünstigere Behandlung der Stiftungen, deren Einnahmen ' aus Grundbesitz oder Gewerbe fließen, hat in der historischen Ent« Wickelung des Landes ihre Begründung. Wenn nun eine konfessionelle Partei, wie das Zentrum, versucht. die.Parität' herzustellen durch einen Vorstoß gegen die Be- steueruug von Grund und Boden, so kann man das begreiflich finden, wenn auch selbstverständlich diese Ausdehnung von Privilegien zurückzuweisen ist. Der Referent Dr. Heim beantragte die Steuer- sreiheit der Stiftungen auch auf Grund und Boden und Gewerbe auszudehnen. Dadurch würde nicht nur ein neues Privileg. Haupt- sächlich für die Klöster und ähnliche Stiftungen geschaffen, sondern der Staat um mindestens 100000 Mark geschädigt und den Brauereien und ähnlichen gewerblichen Unternehmungen der Klöster die Konkurrenz mit den relativ hoch besteuerten Privatbetrieben wesentlich erleichtert. Selbstverständlich wurde der Antrag von unserer Seite nachdrücklich bekämpft, denn was man auf diese Art den Klöstern schenken würde, inüßten die Steuerzahler mehr ausbringen. Zur all- gemeinen Ueberraschung erstand den Klöstern aber ein Bundesgenosse in Herrn Dr. Ouidde, der wiederholt für Ausdehnung de» klöster- lichen SteucrprivilegS auf Grund und Boden und Gewerbetrieb das Wort ergriff. Wie bereits bemerkt, wurde Ouidde selbst von den Blockleuten, deren Wortführer er ist, dabei desavouiert. Nicht einmal die ZentrumSmitglieder hatte Dr. Heim alle auf seiner Seite. Bier der angei-hensten Mitglieder des Zentrums stimmten gegen den Antrag Dr. Heim, weil sie eine derartige Eriveiterung an sich ungerechter Privilegien nicht unterstützen wollten. Dagegen stimmte Dr. Ouidde stramm mit Dr. Heim, jedoch ohne seinen Zweck zu erreichen. Der Antrag Dr. Heim wurde vielmehr mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Für die Sleucrpflicht der Gewerkschaften wurde eine Erleichte- rung geschaffen: Bei der Veranlagung der Einkommensteuer bleiben die Einkünfte der juristischen Personen und nicht rechtsfähigen Per- eine, soweit sie sotzimgsgemäß für Arbeitslosenunterstützung. Kranken- Unterstützung usw. verwendet werden, außer Ansatz.— Wahlterroriönms. Bei der Stadtberorduetenwahl in der rheinischen Stadt Dülken ging es diesmal hart zu. da mit dieser Wahl eine Vermehrung der Stadtverordnetensitze verbunden war und es sich zugleich entscheiden sollte, ob die Liberalen die Mehrheit, die sie seit 30 Jahren innehaben, behielten oder sie an das Zentrum abgaben. Das Zentrum hat in der zweiten und dritten Abteilung gesiegt und damit die Mehrheit an sich gerissen. In der ultramontanen Presse waren während des Wahttainpfes Schauerdinge zu lesen von den Gewaltstreichen, die von den Liberalen zur Einschüchterung der Wähler begangen worden waren. Die.Kölnische Zeitung' findet eS lehr verständlich. wenn nach den Erfahrungen im Wahl- kämpf die Liberalen mehr als bisher zusammenhielten und dem Volitischen Gegner den Rücken kehrten. Dann heißt eS: »Demgegenüber ist eS Pflicht der liberalen Presse, daran zu erinnsrn, daß daS hiesige ZentrnmSblatt, der»Sprecher am Niederrbein", schon lange vor der Wahl enipfohlen hat. sich die- jenigen Gewerbetreibenden zu merken, die nicht in zenlrumsfreund- lichem Sinne wählen würden. Das Blatt hat in seiner Nr. 105 vom 1. September 1908 geschrieben:»Hoffentlich wird aber auch nach der diesjährigen Stadtratswahl genau veröfsentlicht, wer liberal, wer Zentrum, wer nicht gewäblt hat. damit die Bürgerschaft sieht, von wem sie ihrer Rechte beraubt wurde.' Dieser Satz hat mächtig gewirkt. Hypotheken ließ man kündigen, Bäcker und Metzger wurden gesperrt und die schwarzen Bärte dursten nicht mehr von einem liberalen Barbier eingeseift werden. Wenn man selbst mit solchen Mitteln kämpft und sie als felbstve''ländlich zu betrachten scheint, so darf man sich nicht darüber ent- ilcn, wenn liberale Leute ihre Ge« siunuiigsge.offen bevorzugen. Jedenfalls steht es da den hiesigen Führern deS Zentrums schlecht an, die gekränkte Unschuld zu ff iclen.' Liberale und Ultramontane sind in dieser Beziehung einander wert. Um so lächerlicher nimmt es sich aus. wenn ste sich gegenüber den Sozialdemokraten als die Gerechten aufspielen und über»sozial- demokratischen Terrorismus' zetern.— Nichts zu handeln? Die»Kölnische Zeitung', das Weltblatt der Gebildeten und Besitzenden nationaler Färbung, bringt zwischen Anpreisungen von �Baumkuchen, pommerschen Bpatgänsen und gerittenen Schimmel- ftuten unter anderem folgendes Inserat: »Literarischen Namen können sich Nichtschriftsteller schnell und leicht erwerben. Vollständige Ucbertragung mit Autor- rechten von ungedruckten Romanen, Novellen. Gedichtsamm. lungen, wissenschaftlichen, politischen oder industriellen AuS. arbeitungen usw. Reflektanten werden um Angab« ihrer Adresse unter Zusich. ehrcnwörtl. DiSkr. unter Z O 199, Vossische Ltg., Berlin C, Äreitestraße, gebeten." Ter Handel erinnert lebhaft in den ehemaligen national- liberalen„Freiheitsdichter" Alfred Meißner, dessen litera- rischer Ruhm auch für koschere Groschen erworben war, und dessen Stern erblaßte, als d er Fabrikant der Meißnerschen Geistes- Produkte nicht mehr liefern konnte. Eine Kugel machte dem Dasein dieser literarischen»Größe" in Bregenz am Bodensee ein Ende. Gegen das Arbeitskammergesetz. Der Vorstand des Vereins Deutscher Arbeit- geberverbände hat beschlossen, dem Ausschuß deS genannten Verein? vorzuschlagen, gegen den dem Reichstag zugegangenen neuen Entwurf eines Arbeitskammergesetzes entschieden Verwahrung ein- zulegen. Maßgebend für diese Stellungnahme war die Ueberzeuguug, daß der Entwurf auch in der abgeänderten Fassung die Interessen der Industrie und des Gewerbes nur zu schädigen vermöge._ Die Treppe hinaufgefallen. »Die ganze Gesellschaft, der Beamten sind.DöSköppe' und „Rindviehs". Sie dösen hier herum und wissen gar nicht, was sie tun"— diese sehr wenig schmeichelhafte Charakterisierung deutscher Reichsbeamten hatte sich der Postdirettor Weithase in Viersen gegenüber einem Postsekretär erlaubt und damit die ihm unter- stellten Postunterbeamten und mittlere Beamte gemeint. Im allgemeinen ist eS sonst um die Beamtenehre eine kitzliche Sache. Wehe dem sozialdemokratischen Redakteur, der sich auch nur in an- nähernd so herabsetzender Weise und in so klobiger Form über eine ganze Beamtengruppe äußern würde I Doch dem Herrn Posidirektor nahm man die Aeußerung nicht sehr übel. Das Schöffengericht Viersen verurteilte ihn nur zu 30 M..Geldstrafe eventuell 3 Tagen Haft. Obendrein aber wurde der Herr Postdirektor aus seinem .dösköppigen' Viersen nach der Jndustriemetropole Duisburg versetzt. Vielleicht hat man dort in den Kreisen der ihm dann unterstellten Postbeamten besseres Verständnis für burschikose Um- gangssormen.—_ Wie man Geständnisse erlangt. In welch' geradezu unerhörter Weise bei dem Kriegsgericht der l. Division in München Untersuchungen geführt, bezw. Ge- ständnisse erlangt werden, kam gelegentlich einer Verhandlung vor dem Obcrkriegsgericht zur Sprache. Ein Soldat, der von dem 5triegsgericht verurteilt, gegen dieses Urteil aber Berufung er- griffen hatte, widerrief in der obertriegsgerichtlichen Verhandlung das in der Voruntersuchung abgelegt« Geständnis. Auf Vorhalt. warum er denn früher ein Geständnis abgelegt habe, erklärte der Angeklagte, er habe sich nicht mehr anders zu helfen gewußt. Als er nämlich in der Voruntersuchung vernommen worden sei, habe ihn der betreffende KriegSgerichtsrat derart angeschrieen, daß sich vcr dem offenen Fenster an der Artilleriestraße zahlreiche Müschen angesammelt hätten. Gleichwohl habe ihn der KriegSgerichtSrat weiter angefahren, so daß die Leute auf der Straße drohende Be- merkungen hereingerufen hätten. Dadurch sei aber der ihn ver- nehmende KriegSgerichtSrat noch erregter geworden; er habe das Fenster schließen lassen, und nun habe er sich nicht mehr getraut, dem Herrn Rat zu widersprechen. Auf diese Aussage des Soldaten hin wurde nun der betreffende Kriegsgerichtsrat sofort als Zeuge vernommen, und er mußte die Angaben deS Angeklagten bestätigen. Katholische Fußballklubs. Wie der lokale Ableger der»Kölnischen VolkSzeituna' meldet, sind in Niehl, einem Kölner Vorort, sieben Fußballabtei» luugen katholischerJünglingSvereinezu einem Spieler- verband zusammengetreten; Vertreter von vier anderen, im Entstehen begriffenen Abteilungen waren bei dieser Gelegenheit anwesend. Ferner haben sich der dortige katholische Jünglingsverein und der Niehler Fußballklub zu einem»katholischen Jugendkartell" zusammcngetan..... Sollte daö Kölner Beispiel Nachahmung finden, bann erleben wir es vielleicht, daß der spätere Gesamtverband katholischer Fuß- ballkubs offiziell an den Katholikentagen teilnimmt und durch seine Künste verschönen hilft.—_ Vierzehn Tage strenger Arrest wegen Neugierde. In Halle a. S. wurde ein Musketier des Infanterieregiments Nr. 93 in Dessau zu 14 Tagen strengem Arrest verurteilt, weil bei einer Spinorevision ein im Verlag« vsb.LipinSki...in/ Leipzig er. schieneneS Liederbuch„Singe mit!" vorgefunden wurde, das poli- tische Kampf- und gewerkschaftliche Lieder enthielt. T«r Angeklagt? erklärte, nicht gewußt zu haben, daß es sich um eine„sozialdemo- kratische" Schrift handele, er habe das Buch bei einer Urlaubsreise in seine Heimat von seinem Bruder erhalten. Trotzoem der Feldwebel dem Angeklagten b e st ä t i g e n mußte, daß er nie- malS Ungehorsam gegen einen dienstlichen Befehl bekundet, noch sich jemals sozialdemokratisch betätigt habe, erfolgte die Ver. urteilung zu 14 Tagen strengem Arrest, da das Kriegsgericht an- nahm, daß der Angeklagte den Inhalt des Buches gekannt habe. Auf die milde Strafe— beantragt waren zwei Monate Ge- fängniS!— wurde nur deshalb erkannt, weil der Angeklagte das Buch aus.Neugierde" eingeführt habe und ihm sozialdemo- kratische Gesinnung nicht nachzuweisen sei. Wahrscheinlich wird der Verurteilte während der vierzehn- tägigen Tortur über manche Dinge nachdenken, über die er sich früher keine Skrupel gemacht hat. Wahrscheinlich wird er nach seiner Entlassung nicht nur das Liederbüch, das ihm zu vierzehn- tägigcm Aufenthalt auf der Pritsche verholscn hat, mit besonderer „Neugierde" lesen, sondern auch andere Schriften, die ihm bei seiner Rückkehr in die bürgerliche Freiheit nicht mehr vorenthalten werden können!—_ Die Balkankrise. Die Verhandlungen. AuS Wien kommt heute eine Nachricht, die beweist, daß die österreichische Regierung endlich sich ihrer Verantwortung bewußt zu werden beginnt und ihren unnachgiebigen Standpunft gegenüber der Türkei nicht mehr aufrecht erhält. Ein halbamtliches Communiquä kündigt die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der Türkei an. Die Ankündigung nimmt zuerst, um den Rückzug, den die Vernunft schon lange gefordert hätte, zu verdecken, bezug auf offizielle Erklärungen der türkischen Regierung, daß die Pforte, in den Grenzen der ihr gesetzlich zustehenden Befugnisse alles auf- bieten werde, um dem Boykott zu steuern. Daran wird die völlig überflüssige Drohung geknüpft, daß wenn die türkische Regierung diesen von ihr anerkaunlen Verpflichtungen nicht nachkommen sollte, sie für alle etwa daraus entstehenden materiellen Schäden haftbar wäre. Dann fährt die Erklärung fort: Mit Rücksicht daraus, daß infolge der Erklärungen der türkischen Regierung und unserer Erwiderung über die Frage des Boykotts eine prinzipielle Divergenz nicht mehr besteht, hat die österreichisch« ungarische Regierung, um einen Beweis freundschaftlichen Ent- gegenkommens zu geben, sich bereit erklärt, die bisher unterbrochen gewesenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. Der österreichisch- ungarische Botschafter in Konstantinopel hat demnach die entsprechenden Weisungen erhalten, und eS würde hier lebhaft begrüßt werden, wenn die bald zu gewärtigenden VerHand- UtUgen zu einem vollen Einvernehmen führen und in gleichem Schritt auch die wirtschaftlichen Beziehungen wieder in ein normales Gleis zurückkehren würden. Es ist nur zu hoffen, daß die österreichische Regierung diese Ver- Handlungen auch in einem Geiste führt, der ein Resultat erwarten läßt. Fürst Bülow hat sich ja beeilt, die BundeSlreue Deutsch« landS nochmals zu versichern. ES kann aber gar keinem Zweifel unterliegen, daß daS deutsche Volk diese Versicherung sicher nicht dahin auslegt, daß eS Aufgabe Deutschland» wäre, für die Dummheiten AehrenthalS auch nur das gering ste Opfer zu bringen. Wir verlangen vor allem das eine, daß der Friede da miten unter allen Umständen gewahrt bleibe und wir meinen, daß diese Aufgabe, bei der Deutschland und Frankreich Hand in Hand arbeiten können, sogar für die bescheidenen Fähig« ketten der deutschen Diplomatie durchaus lösbar ist. Auch auS P e t e r S v u r g kommen Nachrichten, die zeigen, daß man auch dort endlich von der panslawistischen Hetze, die zu einem Teile auch für die scrbisch-monteuegrischen Treibereien verantwortlich ist, abzurücken beginnt. Das Zugeständnis, das die österreichische Antwortnote in der Frage der Diskussion der Annexion gemacht habe, biete die Grundlage zu Verhandlungen, die bereits vor der Konferenz zu einem Einvernehmen führen könnten. Ein solches Einvernehmen ist um so dringender, da die serbischen Kriegs- treibereien noch ungeschwächt fortdauern.— franhrcicb. Die nene Blockorgamsation. PariS, 12. Dezember. Von den Fraktionen der Linken in de» Kammer beschloß die demokratische Union und die Gruppe der„unabhängigen" S o z i a l i st e n, die Bemühungen zur Wiederherstellung eines Vertraueusmänuerkonvents zu unterstützen. Die geeinigtenSozialisten beschlossen dagegen, sich fern- zuhalten. Cnglancl. Die Gewerkschaften und die politischen Beiträge. London, 10. Dezember.(Eig. Wer.) Die Verbands- leitung der E i s e n b a h n a n g e st e l l t e n, gegen die das Urteil des Appellhofes gefällt wurde(dah Gewerkschaften kein Recht haben, ihre Mitglieder zu parlamentarischen Zwecken zu besteuern), hielt gestern eine Sitzung ab, um über die weiteren Maßnahmen zu beraten. Sie beschloß, einen Rekurs bei den Oberhausrichtern einzulegen. Das Urteil des Appellhofes hat inzwischen einige kon- servative Bergleute in Südwales veranlaßt, auf Rück- crstattung der von ihnen zu parlamentarischen Zwecken er- hobenen Beiträge zu klagen. Die Ansicht ist indes vor- herrschend, daß die Richter die Verhandlungen über alle der- artigen Klagen verschieben werden, bis der Rekurs an das Oberhaus erledigt ist._ Zur politischen Lage. London, 11. Dezember.(Eig. Ber.) In den letzten acht Tagen ist es ziemlich klar geworden, daß die Regierung und die liberale Fraktion die demütigende Lage, in die sie durch die Lords und die TorieS gedrängt wurden, schmerzhaft empfinden. Allein eS ist noch nicht ganz klar, was sie dagegen zu tun beabsichtigen. In einem demokratischen Lande muß eine Regierung außer einer parlamentarischen Mehrheit auch eine moralische Autorität besitzen, die ihr die Zustimmung des Volkes sichert. Ohne dieses moralische Ansehen verliert sie~ trotz der parlamentarischen Mehrheit— die Macht, ihre Aufgaben zu erfüllen. Und durch die letzten Ereignisse — die Ablehnung der Schankvorlage und das Scheitern der Schulvorlage— hat die liberale Regierung viel von ihrem Ansehen eingebüßt. Sie ist nicht mehr in der Lage, neue Vorlagen durchzusetzen und die Geschäfte deS Landes zu leiten, außer wenn sie sich zu einem Kampfe gegen die Lords entschließt oder sich sonst das Vertrauen der Wähler wieder erwirbt. Ohne in die inneren Beratungen' der Liberalen irgend- wie eingeweiht zu sein, läßt sich doch aus den Aeußerungen und Kundgebungen ihrer Führer der Schluß ziehen, daß ein derartiges Vorgehen tatsächlich geplant wird. Der Premier- minister Mr. Asquith will vor allem eine Anzahl von Vorlagen passieren lassen, die im Oberhause auf keinen Widerstand stoßen dürften. Unter diesen Gesetzesvorlagen befindet sich.such die. A cht stu nd e n v o r l a g e für Bergleute. Die Opposition gegen die letztere ist zwar erheblich, aber es wird angenommen, daß sie doch Gesetzes- kraft erlangen wird. Dagegen ließ Asquith vorläufig die irische Bodenreformnovelle fallen. In der nächsten Tagung, die vor allem dem Etat für daS Finanzjahr 1909/19 gewidmet lein wird, gedenkt die Regierung eine demokratische Wahlrechtsreform(mit Frauenstimmrecht) einzubringen und im Falle ihrer Ablehnung durch das Ober- Haus zur ultiwu ratio zu schreiten und das P a r l a m e n t aufzulösen. Auch in Kreisen der Arbeiterpartei wird gerechnet, daß der nächste Sommer eine Parlamentsauslösung bringen wird. � Was den Kampf gegen das Oberhaus betrifft, so zir- kuliert gegenwärtig unter den Liberalen eine Denkschrift, in der die Regierung aufgefordert wird, den Kampf gegen die Lords aufzunehmen. Die Denkschrift ist bereits von mehr als 200 liberalen Parlainentsabgeordneten unterzeichnet worden. Unabhängig von dieser Denkschrift fassen die ver- schiedenen liberalen Organisationen des Landes Resolutionen, die zum kühnen Vorgehen gegen das Oberhaus auffordern. Am 11. d. M. spricht Asquith im National-Liberalen Klub in London, wo er, wie allgemein erwartet wird, sich über die Maßnahmen der Regierung aussprechen wird. Die ganze politische Lage wird als ernst aufgefaßt. Man nennt sie eine„Verfassungskrise", da sie, wenn sie andauert, zu einer Vernichtung der Autorität deS Unterhauses führen muß._ Der Kampf gegen das Oberhaus. London, 11. Dezember. Auf dem heutigen Festessen des nano» nalen liberalen Klubs hielt Premierminister Asquith eine An- spräche, in der sagte, man habe sich nicht in buhfertiger Stimmung zusammengefunden. Die Regierung habe das An- sehen Englands als eines Freundes des Friedens auf der höchsten Hohe erhalten und in Südafrika Briten und Buren zusammen- gebracht. Asquith richtete sodann Angriffe gegen das Oberhaus, weil dessen Mitglieder die Schankkonzessionsvorlage abgelehnt hätten, bevor sie an das Oberhaus gelangt war. DaS Verhalten der Oberhausmitglieder habe nicht der hergebrachten Form einer öffentlichen Debatte entsprochen und sei ein demütigendes Schauspiel gewesen für alle diejenigen, die die ersten Grundsätze einer volkstümlichen Regierung schützten. Im weiteren Verlaufe seiner Rede führte Asquith ans, wenn es sich um die Verwerfung der Schankkonzessionsbill allein handelte, so würde die? schon ein Grund sein, zu den Waffen zu rufen, aber es handle sich nicht allein um diese Vorlage. Der Herr- schaft der LordS müsse ein Ende gesetzt werden. Er lehne eS ab, das Parlament aufzulösen, weil dies eine Anerkennung des Anspruchs des Oberhauses, Zeitpunkt und Anlaß der Auflösung zu bestimmen, bedeuten würde. Die Finanzfragen müßten einen großen Zeitraum der kommenden Session in Anspruch nehmen. Aufgabe des Schatzkanzlers sei eS, sehr genau zu sein, aber er habe keine Fürsorge für Defizite zu treffen, wie sie bei den beiden größten schutzzöllnerischen Ländern vor- handen seien. Zum Schluß seiner Ausführungen nannte ASquith das Oberhaus eine unverantwortliche Körperschaft, die keinen Anspruch darauf machen könne, die Wählerschaft zu ver- treten. Die liberalen Blätter begrüßen diese Kampfansage mit Jubel, während die konservativen über die blinden Schüsse, bie Asquith abgefeuert hätte, höhnen; der Minister getraue fich nicht, 1 babmunglid am 25. September hätte nichts ergeben, was der Ver- 1 den Appell an das Land ergehen zu lassen und so würden seine Angriffe wirkungslos bleiben. Türkei. Jungtürkischer Wahlfieg. Den Hauptpunkt in den Berhandlungen bildeten die Löhne der Einschalwandputer und der Träger 75 Pf. Bei den Puthern fowie den Trägern soll. nun eine Lohngleichheit geschaffen werden, und zwar 90 Pf. und 72% Bf." waltung zum Vorwurf gemacht werden könne. Die Versicherungsfumme von 300 000 m2. habe im wesentlichen zur Befriedigung der Ansprüche ausgereicht. Der Vorstand berichtete über die Notwendigkeit der neuen Kapitalbeschaffung zur Begleichung der Bank- Gegen diesen Vorschlag erhob sich eine heftige Opposition und schuld und der für die ausgeführten neuen Erweiterungslinien noch fast alle Redner forderten die Ablehnung desselben. Böm el. fällig werdenden Zahlungen, sowie für die Verstärkung ihrer burg vertrat in einer äußerst wirksamen Nede die Ansicht, daß Konstantinopel, 12. Dezember. Heute nacht sind die vom Betriebseinrichtungen, endlich zu Vorbereitungsarbeiten für neue es zurzeit das flügste sei, diesem Vertrage zuzustimmen. In der fungtürkischen Komitee in Konstantinopel aufgestellten Linien. Notwendig fei, das Aftienfapital um 10 Millionen Marf nachfolgenden Abstimmung stimmten 217 für und 116 gegen die zehn Parlamentskandidaten gewählt worden. zu erhöhen; ferner ist beabsichtigt, 15 Millionen Mat Obligationen Annahme des Vertrages. Tanach war derselbe angenommen und Es sind dies fünf Türken, darunter der Justizminister und der zu schaffen, von denen zunächst 10 Millionen Mark ausgegeben die Arbeit sollte am nächsten Tage wieder aufgenommen werden. werden sollen. Bezüglich der späteren Bauaufgaben der Gesellschaft Maßregelungen sollen nicht stattfinden. Redakteur des„ Tanin", Dschahid, ferner zivei griechische und berichtete der Vorstand, daß es sich zunächst um die Fortführung der Große Entrüstung löste die Bekanntmachung aus, daß der zwei armenische Advokaten sowie ein bei der Tabafregie an- pittelmarfilinie zum Alexanderplatz und zur Schönhauser Allee frühere zweite Vorsitzende der Gipsseftion, jebiger Vorsien. gestellter Israelit. Der Großwesir und der Unter- handelt. Bei der stetigen und durch jede neue Linie wachsenden der des neugegründeten Charlottenburger Ge. der Lokalorganisierten, richtsminister sind unterlegen. Verkehrszunahme der Bahn wird der Bau eines neuen Kraftwerkes an der wertschaftsfartells der Unteripree und eine Vermehrung des Wagenparks und der Aufstellungs- Wilhelm Pranzfat, Charlottenburg, Nehringstraße 4, icti bahnhöfe notwendig. 10 Millionen Mark neue vollgezahlte Attien mit bei dem Streit als Arbeitswilliger fungiert. Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1910 sollen den Inhabern der alten vollgezahlten Aftien angeboten werden, während die Elektrische Licht und Kraftanlagen- Aktiengesellschaft im Befiz von 10 Millionen Marf 25prozentiger Aftien mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1909 verbleibt. Die Generalversammlung erflärte sich mit den Vorichlägen der Verwaltung einverstanden. Zechenlegen. Indien. Abgelehnt! Gegen die Unabhängigkeitsbewegung. Calcutta, 11. Dezember. Während der heutigen Debatte über Am Donnerstag fand eine Vertrauensmännerfonferenz der den Gesezentwurf betreffend Einführung eines schnelleren VerStraßenbahnangestellten mit der Direktion der Großen Berliner fahrens gegen Anarchisten und Unruhestifter" erklärte der VizeStraßenbahn statt unter Leitung des Direktors Meyer. Die Anfönig Earl of Minto, die gegenwärtigen Gefeße seien unzulänglich, gestellten hatten Wünsche betreffe Lohnaufbesserung gestellt, die um den stets drohenden Gefahren zu begegnen. Die Entdeckung der jedoch aus folgenden Gründen abgelehnt wurden: Die Direktion geheimen Waffenniederlagen, der Anschlag auf den Lieutenanthabe beabsichtigt, die Löhne der Ersatzbediensteten und der in den Governor von Bengalen und die Ermordung des Polizeiinspektors Die Logik der kapitalistischen Produktionsweise, die in der Syn- unteren Lohnstufen stehenden Angestellten aufzubessern, müssc hätten ein neues Kapitel in der Geschichte des Aufstandes eröffnet und eine weitverzweigte Verschwörung aufgedeckt, deren eingestan- dikatswirtschaft ihren schärfsten Ausdruck findet, will es, daß Volks- aber davon Abstand nehmen, weil die finanzielle denes Ziel die systematische Ermordung der Regierungsbeamten vermögen verschwendet wird. Das Kohlensyndikat hat die Peteili- nahme sei in den letzten zwei Monaten bedeutend zurückgegangen, Volks- 2age der Gesellschaft es nicht gestatte(!) Die Eins und die Beseitigung der britischen Regierung in gungsziffer zu einem Handelsobjekt gemacht. Die Frage, ob ein was auf die Konkurrenzgesellschaften, besonders auf die Erweite Indien sei. Der Vizekönig forderte alle Rassen und alle Gefell- Bergwerf weiter betrieben oder stillgelegt und die Beteiligungs- rung der Hochbahn, zurückzuführen sei.(?) Es ist eigentümlich, schaftsklassen auf, sich zu vereinigen, um den geheimen Anschlägen aiffer verkauft wird, löst eine mathematische Formel. Eine ganze daß der Herr Direktor den Vertrauensmännern nur die Einnahme und Gefahren ein Ende zu machen, durch die das tägliche Leben Reihe von Rechenstillegungen als Folge der Verkäuflichkeit der Bedes Volfes lahmgelegt würde. Durch die neuen Geseze wird in Indien ein Ausnahmezustand teiligungsziffer ist bekannt. Es scheint, als ob nun wieder eine geschaffen, der dem Programm der liberalen englischen Regierung neue Periode des Zechenlegens beginnen sollte. Kürzlich ist die aufs schärfste widerspricht. Man errichtet für politische Vergehen Stillegung der Zeche Altendorf beschlossen worden. Die Verwaltung Spezialgerichte ohne Geschworene und ohne ein wirk der Zeche Ewald wird demnächst die Zeche Eiberg außer Betrieb liches Anklageverfahren und gibt dem Gericht die Vollmacht, jich jetzen. Das hat die Kugenbesitzer von Zeche Charlotte veranlaßt, den Schuldbeweis zu erleichtern. Gleichzeitig erhält die Regierung die Befugnis, jeden Berein, den sie der Einmischung in die Ver- auch an den Verkauf ihrer Beteiligungsziffer zu denken. Charlotte waltung für verdächtig hält, aufzulösen und die Mitglieder ist zwar betriebsgut und arbeitet rentabel, aber sie kommt in die proffribierter Verbände zu bestrafen. Die Regierung schätzt die Gefahr, unter enormen Wassereinbrüchen zu leiden, sobald Eiberg, Mitgliederzahl der Terroristenverbände in Benaalen auf 10 bis ihr unmittelbarer Nachbar, stillgelegt wird. Als Erwerber für 15 000 Personen. Charlotte tritt Johann- Deimelsberg auf. Das Angebot lautet auf 800 M. pro Kug; die Beteiligung von Charlotte beträgt 170 000 Tonnen. Die Verwaltung von Johann- Deimelsberg will zunächst Aus der Partei. Sur Affäre Hoffmann schreibt die Dortmunder Arbeiter aus Charlotte noch herausholen, was nur zu schaffen ist, und dann Beitung": Es ist unglaublich, daß die bahrische Parteipresse, die die Reaktion im Reich mit so scharfen Worten zu befampfen weiß, so überaus mild und nachsichtig ist der Reaktion in Bayern felbst gegenüber. Oder vielmehr: es ist gar nicht so unglaub lih, sondern einfach die logische Konsequenz der revisio. nistischen Politit, die schließlich, wie von uns immer wieder vorausgesagt wurde, dahin führen mußte, den Kampf fo gut wie ganz einzustellen. Ist man erst einmal auf die abgegen die Regierung, der man soeben erst hohe Loblieder sang, schüssige Bahn gekommen, dann gibts auch kein Halten mehr! Die Fränk. Tagespost" schreibt unter der Stichmarke„ Das Wort hat der Herr Ministerpräsident!": * Seit dem ersten Auftreten des Falles Hoffmann bemüht sich die ultramontane und die liberale Presse, das Recht der pfälzischen Streisregierung nachzuweisen. Die sozialdemokratische Presse hat von der Staatsregierung berlangt, daß sie sich äußert und fundgibt, ob sie an ihren eigenen Erklärungen Treulosigkeit üben will. Wir waren loyal genug, vor dieser Aeußerung aus ihrem Stillschweigen feine Folgerung zu ziehen, die selbstver ständlich die ganze Haltung unserer Partei, die gesamte bayerische Landespolitit umfassen würde. Aber das Schiveigen daucrt zu lange! Wir haben Anspruch darauf, die Stellungnahme des Gesamtministeriums fennen zu Ternen. Der Herr Ministerpräsident hat das Wort! Beitragserhöhung. Unsere Offenbacher Genossen haben am Donnerstag in der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins den Wochenbeitrag bon 10 auf 12 f. erhöht, um für die Stadt das für die Landtagswahl provisorisch errichtete, mit einem Beamten besetzte Parteisekretariat dauernd zu erhalten. Diese Beitragserhöhung während der wirtschaftlichen Krisis zeugt von dem bekannten Opfermut unserer Parteigenossen, um den uns die Gegner so sehr beneiden. Sozialdemokratische Organisation in Glaz. Der Fränkischen Tagespost" wird aus Schlesien geschrieben: Seit die schlesische Festung Glah die Ehre hat, den Hochberräter 2iebtnecht hinter ihren Mauern zu beherbergen, fängt es auch in den Köpfen der bisher mit rührender Treue dem Zentrum dienenden Arbeiterschaft an, Tag zu werden. Dieser Tage fonnte seit 18 Jahren zum ersten Male wieder in der Residenz des Waterlandsverräters eine Volksversammlung stattfinden, die sich sehr zahlreicher Beteiligung erfreute und als Frucht die Gründung cines sozialdemokratischen Wahlvereins zeitigte, dem sofort 45 Genoffen beitraten. Sur Landtagswahl in Baden. In einer zu Forchheim abgehaltenen sozialdemokratischen Vertrauensmännerkonferenz wurde der Eisenbahner- Gewerkschaftsbeamte August Schwall in Karlsruhe als Kandidat für den 39. Landtagswahlbezirk aufgestellt. Der in Frage stehende Kreis Ettlingen- Karlsruhe- Ra statt war bereits in der Landtagssession 1901/05 im Besitz der Sozialdemokratie( Abg. Luß- Baden), fiel aber im Oktober 1905, da er infolge der neuen Wahlbezirkseinteilung inzwischen eine Umgestal tung erfahren hatte, mit 2419 gegen 1947 fozialistische Stimmen an das Zentrum. Unsere badischen Genossen hoffen, daß es in dem start mit Eisenbahnarbeitern durchsetzten Kreis der Kandidatur Schwall gelingt, das Mandat für unsere Partei aurückzuerobern. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. den Betrieb einstellen. Gewerkschaftliches. Kein„ lettes Mittel" mehr! In den Statuten der Reichstreuen" Bergarbeitervereine des Waldenburger Reviers wurde früher der Streif als letztes Mittel" zur Verbesserung der Lage der Arbeiter nicht Bersammlungen dieser Reichstreuen" gar fürchterlich gegen vollständig verworfen. Seit einiger Zeit wird aber in allen jede Streifidee gewettert, und aus den Statuten ist jeder Gedanke an einen Streif streng berbannt worden. Lange Zeit blieb den Uneingeweihten die Ursache dieses prinzipiellen Frontwechsels" gänzlich verborgen, bis jetzt der Breslauer Volkswacht" von einem günstigen Winde folgendes Schreiben auf den Redaktionstisch geweht wurde, das der Generaldirektor der Fürstlich Pleßschen Gruben und Vorsitzender des Vereins der niederschlesischen Grubenmagnaten, Regierungsrat Keindorff, an den Sekretär der Reichstreuen Bergarbeitervereine, den bekannten Herrn Gustav Ermert, gerichtet hat. Geehrter Herr Ermert! der lesten Monate vor Augen führt und von den übrigen Wo naten, die eine bedeutende Mehreinnahme aufweisen, nichts erwähnte. Man kann es nur verstehen, wenn die Angestellten mit derartigen Redensarien abgespeist werden, wenn man weiß, daß die Mehrzahl der Vertrauensmänner( 34 an der Zahl) dem gelben Verein angehören und nur 4 der modernen Arbeiterorganisation. Die Gelben hatten angeblich schon lange vorher die Rohnzulage in der Tasche und glaubten jest endlich etwas mit ihrer Kriccherei und Schmarotzerei erreicht zu haben. Als sie zu ers wähnen wagten, daß doch die Arbeiter in den Fabriken im Durchschnitt mehr verdienten als die Straßenbahner, erwiderte der Herr Direktor:" Sie dürfen sich nicht mit den gelernten Ar beitern vergleichen, die Stundenlöhne bis 80 Bi. verdienen, sondern nur mit denen, die 35--40 Pf. verdienen und als Hilfsarbeiter in Frage kommen. Es wurde darauf mit Recht von einem Vertrauensmann angeführt, daß die Ausführungen des Direktors Meher mit den früher gemachten Ausfuhrungen des Ministerialdirektors Mide schwerlich in Einklang zu bringen seien. Dieser sagte:„ Meine Herren, Sie sind Beamte und dürfen sich nicht mit den Arbeitern, auf gleiche Stufe stellen; das sind Sie ihrem Rod schon schuldig." Das klingt schön. Aber wenn die Straßenbahner Beamte sein sollen, wo ist die Teuerungszulage und der Wohnungsgeldzuschuß, die sonst Beamte erhalten? Die Hoffnung der Gelben ist also wieder einmal zu Waffer geworden. Es wurde nichts bewilligt, was für die Gesellschaft mit Geldausgaben ver Mubegehaltskaffe von ein Viertel auf ein Drittel zu erhöhen. Der fnüpft wäre. Aber man hat ein Beruhigungspulver verabfolgt, und zwar in der Form, daß man beabsichtigt, die Leistung der Gesellschaft kostet diese Leistungserhöhung keinen Pfennig. Die folossalen Abzüge, die man den Angestellten macht, haben bei der geringen Ausgabe an Ruhegehalt die Kaffe in die Lage versetzt, mehr zu leisten als bisher. Die wirtschaftliche Lage der Straßenbahner zu verbessern, ist ohne eine stramme Organisation auf moderner Grundlage nicht möglich. Zentralverband der Steinarbeiter. Berlin II. Unsere fällige Mitgliederversammlung wird bis auf weiteres verschoben, da am Donnerstag, den 17. D. M., abends 8 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses die kombinierte Versammlung von 1 und II stattfindet. Die Kollegen werden ersucht, sich an dieser Versammlung recht Die Ortsverwaltung. zahlreich zu beteiligen. Im Anschluß an die letzte Unterredung mit Ihnen habe ich mir die Frage der Stellungnahme des Arbeitnehmerbundes zu den Streits noch einmal im Hinblick auf die im Laufe der Unterhaltung Ihnen erwähnte wirtschaftliche Unterstützung dieses ArWie man der Arbeitslosigkeit abhilft! beitnehmerbundes überlegt. Ich bin dabei zu dem Schluß gekommen, daß eine derartige Unterstützung von hier aus nicht Zu den Berufen, die mit am meisten über Arbeitslosigkeit .in Aussicht genommen werden fann, solange der Verein in den zu flagen haben, gehören die Bildhauer. Daß aud) für diese durch Sazungen den Streit als zulässige Möglichkeit aufführt und er- unsere Behörden mehr als jetzt getan werden könnte, ersieht man suche Sie deshalb, nicht nur mit Rücksicht auf eine Unterstüßung, aus folgender Mitteilung, die uns aus Bildhauerkreisen zugeht: sondern im Hinblick auf die Stellungnahme des sicherlich über- Eine ziemlich große Arbeit in dem föniglichen Schloß am Lust wiegenden Teiles der Arbeitnehmer zu dem neuen Bunde über- garten ist den Berliner Bildhauern dadurch entzogen worden, daß haupt dringend dahin zu wirken, daß die jetzige, den Streit eine reichgeschnitte Renaissancedede für den Apollofaal in Venedig nicht direkt abwehrende Bestimmung aus Ihren Sabungen angefertigt wurde. Auf diese Weise ging für mehrere tausend herauskommt und daß ein diretter Beschluß gefaßt wird, wonach Mark Arbeit nach dem Ausland, wofür das Geld in erster Linie die Streifs grundsäßlich mißbilligt und von seiten des Bundes doch erst von den preußischen Steuerzahlern aufgebracht wird. nicht unterstützt werden. Es ist das, wie ich Ihnen ja schon mündlich anführte, meiner Ueberzeugung nach unbedingt nötig, wenn der Bund eine andere Würdigung seitens der Arbeitgeber erlangen will, wie sie die chriftlichen Gewerkschaften, schließlich auch die Hirsch- Dunderschen Vereine zurzeit haben, was ich im Intereffe der Sache für außerordentlich wünschenswert halten Hochachtungsvoll ergebenst Keindorff. möchte. Herr Ermert, der Bülow der Gelben" wurde also durch die Androhung einer Budgetverweigerung durch die Grubenmagnaten zu einer Verfassungsänderung an seinen gelben Vereinen gezwungen. Das ist der Grund, warum seit längerer Beit der Streik als„ lettes Mittel" aus der Verfassung" der Reichstreuen Bergarbeitervereine ganz ausgeschaltet worden ist. " Berlin und Umgegend. Friede in der Zementindustrie. Deutfches Reich. Ein fdjwerer Kampf droht in der Glasindustrie auszubrechen. In Weißwasser ist den Arbeitern in fünf Glashütten für Beleuchtungsartikel von den Unternehmern der Tarif zum Ablauf dieses Jahres gekündigt morden. Die Unternehmer verlangten den Abschluß eines neuen Tarifs, wonach eine Lohnreduktion bon fünfzehn Prozent und eine Berlängerung der Arbeitszeit von neun auf zehn Stunden er folgen soll. Verhandlungen, die der Vorsitzende des Glasarbeiterberbandes mit den Unternehmern führte, hatten zur Folge, daß lettere die Forderung auf Verlängerung der Arbeitszeit fallen ließen und eine Lohnreduktion von durchschnittlich 7% Proz. forderten. Gehen die Arbeiter nicht darauf ein, dann soll Sonnabend, den 12. Dezember cr., sämtlichen Arbeitern gefündigt werden. Die Arbeiter sind nicht gesonnen, in die erhebliche Lohnreduktion zu willigen. Der Kampf scheint demnach nicht zu umgehen zu sein. In Betracht kommen zirfa 700 Arbeiter. Die Sektion der Gips- und Zementbranche hatte zum 11. DeDie Maßschneider in Elberfeld beschlossen, den im Jahre 1906 zember eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, die fich mit der derzeitigen Aussperrung in der Gipsbranche durch mit dem Arbeitgeberberband abgeschlossenen Vertrag zu fündigen den Berliner Betonverein" befaßte und den Bericht über die Ber- und einen neuen Tarif mit günstigeren Lohn- und Arbeitsbedingun Reichsverbändlerehre vor Leipziger Schöffen. Durch einen handlungen mit den Unternehmern entgegennahm. Seltions- gen einzureichen. Ein beauftragtes Mitglied des christlichen VerGerichtsbericht in der Leipziger Volkszeitung" über eine Klage, vorfibender Haese gab ein ausführliches Bild über die ganze bandes gab die Erklärung ab, daß sich derselbe diesem Vorgehen die der Ortsgruppenvorsitzende des Reichsverbandes, Justizrat Situation sowie über die Sigungen mit den Vertretern der Unter- anschließen werde. Die organisierten Barmer Maßschnei. Kleinrath in Hannover, gegen die Genossen Wesemeher und nehmer. Bömelburg, ante und von der Sektion biz der beabsichtigen, ihren Vertrag gleichfalls zu fündigen, und soll Friedrich vom Braunschweiger Parteiblatt angestrengt hatte, fühlte Sd, lichtungstommission nahmen daran teil. Seit Mittwoch batte sodann für beide Wupperstädte ein einheitlicher Tarif ge fich Kleinrath fowie der Generalsekretär des Reichsverbandes, eine Art Waffenstillstand zwischen den beiden Parteien bestanden, schaffen werden. Komoll( ebenfalls in, Hannover wohnhaft), beleidigt, und sie indem die Unternehmer während der Verhandlungen keine StreitParteiblattes Klage an. In der Verhandlung vor dem Leipziger der Verhandlungen entsprach auf keinen Fall dem, was man erSchöffengericht wurde dem Komoll vorgehalten, daß er früher auf strebt habe. Doch sei es bei der jetzigen Wirtschaftslage durchaus den Vorwurf, Reichsverbandslügner zu sein, nicht gezudt nicht möglich gewesen, mit den, wenn auch noch so berechtigten habe: Als er für den Reichsverbandsgeneral Liebert den Wahl- Ansprüchen durchzubringen. Er sei beauftragt, der Versammlung wurden für den konservativen Kandidaten, Grafen West arp, fampf 1907 im 14. Wahlkreise führte, hat ihn Genosse Schöpflin folgenden Abschluß zu unterbreiten und könne in Anbetracht der 11 506 und für den Kandidaten des Zentrums, Propst Rön in den Versammlungen mehrfach als den Reichsverbands- gesamten Verhältnisse nicht anders, als denselben den Kollegen spieß, 10 211 Stimmen abgegeben. Graf We starb ist somit Iügner hingestellt und ihn sogar 3 ur Klage aufgefordert, zur Annahme zu empfehlen. Unter wachsender Erregung verliest gewählt. Komoll flagte aber nicht. der Redner folgenden Vertrag: strengten gegen den verantwortlichen Redakteur unseres Leipziger brecher mehr anwerben wollten. Rebner erklärte, bas Resultat Letzte Nachrichten und Depefchen. Wegen formaler Beleidigung verurteilte das Leipziger Schöffengericht den Genossen Bahrdt im Falle Kleinrath zu 75, im Falle Somoll zu 40 M. Geldstrafe. Aus Induftrie und Handel. Hoch- und Untergrundbahn- Gesellschaft. In der am Sonnabend abgehaltenen Generalversammlung erflärte der Vorsitzende, Staatsminister a. D. Hobrecht, die von den staatlichen Behörden vorgenommene Untersuchung über das HochBerantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Reichstagserfahwahl. Meserit, 12. Dezember. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl Studentenspäße. " Die 8stündige Arbeitszeit bleibt bestehen. Die Fahr- und Laufzeit soll nicht mehr bezahlt werden. Die Lemberg, 12. Dezember.( W. T. B.) Der Statthalter, GeAffordarbeit wird im Vertrag nicht aufgenommen. Das Fahr- heimrat Bobrzynski, der heute vormittag einer Dottor- Progeld wird ersetzt für alle Arbeitsstellen, welche außerhalb motion in der Universität beiwohnte, wurde beim Verlassen der der 1000- Metergrenze liegen und nicht mit der Aula von einer Anzahl Studenten mit Eiern beworfen und mit Straßenbahn zu erreichen sind. Bis zum 1. April 1909 foll Pereatrufen empfangen. Später wurden im Statthaltergebäude für die Rabizputer und-Spanner eine Lohnreduktion von und im Palais des Landmarschalls einige Fensterscheiben einges 2½ Pf. eintreten, bom 1. April 1909 bis 31. März 1910 wird dann worfen. Die Demonstranten gaben an, daß es sich um eine KundDer alte 2ohn weitergezahlt. Für Träger und Hilfsarbeiter gebung zur Wahrung des polnischen Charakters der Lemberger. foll der alte Lohn von 72% Pf. bezt. 50 Pf., für Wasserträger Universität handle, der durch die angekündigte Errichtung von zivei 55 Pf. bestehen bleiben." neuen ruthenischen Lehrkanzeln bedroht sei. Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 7 Beilagen. j,.292. 25 1.1,9..,. i. Dtilllge i>es ,KMts" Ktrlilltl Ulllksllllltt. . Pticmlitt 1908. Vaterland! Sprach man im Kreise alter Krieger von einem »deutschen Vaterland", war'S mir, als säh ich Totes lebend sich erheben, und sinnend lauschte ich den Er- zählern, so wie man wunderschönen Märchen lauscht. Es liegt ein Land mit grünen Eichenwäldern, In blauen Fluten rauscht manch' stolzer Fluß, Und über Auen. Wiesen, Berge, Felder Ertönt des Seemanns und des AelplerL Gruß. Und echte Freundestreue. Hand in Hand, Erhebt ein Manneswort zum heilgen Schwur. Ich wollt', es war mein Vaterland, Dies eine wollt' ich nur. Es liegt ein Land in Schlotenrauch gehüllt. Zerwühlt, entstellt, man kennt es kaum. Des Schweißes Odem breit in Wolken schwillt, Geschwärzt, verdorrt steht Strauch und Baum. Wo jedes Volk sich, jede Sprache fand. Wo Rang und Dünkel Mensch vom Menschen trennen, Da sagt man mir: dies sei mein Vaterland— Ich Hab' es nie empfinden können. Es gibt ein Land, wo reiche Protzen wohnen, Kommerzienräte. Millionärs, Bankiers. Die ihre Arbeitsleute schlecht entlohnen, Es ist das Land der leeren Portemonnaies. Und wenn die Scharen unzufrieden werden, Geht eine Liste, schwarz, durchs ganze Land.... Wenn ich mix eines wünsch' auf Erden.. Nur dieses nicht als Vaterland! ES gibt ein Land mit vielen Polizeiern, Mit einem steifen Bureaukratenheer, Mit viel Geschreibsel, furchtbar hohen Steuern— Die Freiheit geht gebeugt einher— Wo man den Mann der Heimat fühlloS jagt, Ihn kalt durch fremde Arbeitskraft verbannt, Ich Hab' gefühlt mit ihm, mit ihm geklagt, Da griff man mich, zu dienen diesem Land. Man hat ein Schwert mir um den Leib gebunden, Auch eine Flinte in die Hand gedrückt. Den Buckel hat man weidlich mir geschunden, Mit ödem Drill den müden Leib gezwickt. Mit SriegSarttkeln Tod und Zuchthaus angedroht. Für ew Verzagen, wenn des Krieges Fackel loht. Und wie ich trauernd sang:»Ich Hab' kein Vaterland. DaS mich geboren, nannt ich nie mein eigen." Hütt' ich beinah' den Schnabel mir verbrannt: Ich war Soldat l Soldaten müssen schweigen.... 0. dl. kleines Feuilleton. Eine furchtbare Gefahr bedroht die Menschheit. Die s ü d» afrikanischen Millionäre sterben merkwürdig jung� So hat eS einer mit ernstem Bedenken in der»Köln. Ztg." konstatiert. „Wenn man an die Männer allein denkt, die ihre Hand bei der Gründung der De Beer? Company mit im Spiel gehabt haben, so findet man, daß Cecil RhodeS bei seinem Tode nicht das 4g. Jahr erreicht hatte und Alfred Beit wenig über fünfzig war, als er ab. gerufen wurde. Barney Barnato war 4S Jahre alt, als er auf der Heimkehr vom Kap in einem Anfalle von Wahnsinn ins Meer sprang und ein nasses Grab fand. Sein Neffe Woolf Joel wurde in Johannesburg mit 34 Jahren in seinem Bureau von dem Manne, der lange unter dem Namen v. Veetheim eine Rolle ge- spielt hat, erschossen, und hinterließ damals schon ein Vermögen von 1 226 lX>0 Pfund Sterling. Nun ist auch in diesen Tagen Harry Barnato, der Senior der letzteren Sippe, gestorben, und hat eS auch nur bis an die Schwelle der sechzig gebracht." Arme Millionäre I Kaum haben sie für das Wohl der All. gemeinheit, unter Entbehrungen und Strapazen, ihren Dienst ge» tan, so müssen sie schon dahin I Ohne daß sie alles genossen haben, wozu ihr Reichtum sie berechtigte, ohne daß sie die Macht ihres Kapitals voll ausgekostet haben. Wer wird da noch Lust haben, in Südafrika Millionär zu werden. Schreibt Traktate, ihr Ethiker des Kapitalismus, worin ihr die Kinder der Armen vor solchen Gelüsten warnt. Bloß 46 und 49 oder auch gelegentlich 69 Jahre wird einer alt, der sich der skrupellosen Hetzjagd des Geldmachens. des Gründens, des privilegierten Raubens, überläßt! Wenn diese Krankheit, der frühzeitige Millionärstod, anstecken sollte, so werden bald alle unsere Millionäre ausgestorben sein. Und da niemand weiß, ob er im Eifer der Mehrwertaneignung nicht täglich Millionär werden kann, so muß dieser verdienstvollste und höchst patriotische Beruf mitsamt seinen Vorstufen bald verschwunden sein. Was soll aus unserer Kultur, unserer Volkswirtschaft, aus der ganzen heutigen Gesellschaftsordnung werden, wenn es keine Millionäre mehr gibt? Man wage es sich vorzustellen. Wer soll die gefälschten Bilder kaufen, wer die kostspieligen Damen unterhalten, wer die fruchtbaren Gehiete der Spekulation abernten und den Akkumulationsprozeß des Kapitals besorgen, wer die guten Bei- 'spiele in allen Tugenden geben und dem Staate die Steuern be- loilligen— die die anderen bezahlen müssen? Es wird der heutigen Gesellschaft und ihren Funktionären bei Strafe ihrer Vernichtung taichts anderes übrig bleiben, als mit allen Mitteln diese uncnt- behrliche Schicht künstlich zu züchten, zu fördern, ja mit Zwang und Gewalt zu schaften. Da der Mensch im Bereich des Kapitalismus durchschnittlich'bei weitem nicht das Alter der so jung dahinsterbenden afrikanischen Millionäre erreicht— es gibt Arbeitcrschichten. die mit einigen dreißig Jahren dieser Gesellschaft die Todesstcuer zahlen müssen — so werden sich ja vielleicht doch noch einige Leute finden, die sich von einem künftigen„Verein zur Züchtung von Millionären" zu diesem gefahrvollen Berufe werden heranbilden lassen. Kai?,, ahmen zugunsten der Arbeitslosen forb erte eine am Freitag abgehaltene Versammlung der G ewerkschaftskommission. Auch der Zentralvorstand ues Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine sowie die sozial- demokratische Frattton der Stadtverordneten Berlins war in der Versammlung vertreten. Die Tagesordnung lautete:„Die Arbeits- losenzählung, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?" Körslen, Vorsitzender des Ausschusses der Gewcrkjchasts- kommission führte hierzu aus: Das Ergebnis der Arbeitslosen- Zählung vom 17. November ist in der bürgerlichen Presse gar nicht und selbst im„Vorwärts" nur wenig gewürdigt worden. Die Ge- Werkschaftskommission war in den letzten 14 Tagen durch die Ge- wcrbegerichtswahlen stark in Anspruch genommen und kann deshalb erst jetzt zu der Arbeitslosenzählung Stellung nehmen. Es ist nun die Frage, ob man die Zahlen, welche die Arbeitslosenzählung vom 17. November ergab, als richtig ansehen kann, und ob es wirklich nicht mehr als 41 999 Arbeitslose in Groß-Berlin geben sollte. Wir sind der Meinung, daß kaum zwei Drittel aller Arbeitslosen durch die Zählung festgestellt worden sind. Daß das Ergebnis der Zählung so weit hinter der Wirklichkeit zurückblieb, das mag seine Ursache haben in dem zur Anwendung gekommenen Meldesystem. Viele der Arbeitslosen hielten manche der an sie gerichteten Fragen für verfänglich; sie iürchtetcn, dieselben sollten einer schärferen Heranziehung zur Steuer dienen und beteiligten sich deshalb nicht an der Zählung. Ein anderer Teil der Arbeitslosen blieb der Zählung fern mit dem Gedanken: Das nutzt uns ja doch nichts. Arbeit wollen wir haben, das ist die Hauptsache. Trotz aller Aufforderungen, zur Zählung zu gehen, blieben die Arbeitslosen in den Lokalen der Arbeits- nachweise sitzen. Sie wollten die Gelegenheit, vielleicht Arbeit zu bekommen, nicht versäumen. Aus all diesen Gründen konnte das Meldesystem natürlich bei weitem nicht die volle Zahl der Arbeits- losen ermitteln. Wir halten das System der Hauslisten für das Richtigt und wünschen, daß es bei der für den 16. Februar in Aussicht ge- nommenen erneuten Arbeitslosenzählnng angewandt wird. Da- durch ist eine zutreffendere Feststellung des Umfanges der Arbeits- losigkeit möglich, als wie bei Anwendung des Meldesystems. Die Gewerkschaften in Verbindung mit der Parteiorganisation sind in der Lage, so viele Zähler zu stellen, als bei der Hauszählung ge- braucht werden. Wenn man diesen Zählern nicht trauen sollte, so könnten von der Behörde Vcrtraucnspersoncn, vielleicht die Haus- besitzer und-Verwalter, zur Kontrolle der Zählung bestellt werden. Was ergibt sich aus der Arbeitslosenzählung vom 17. No- vember? Wir wissen, daß nach der Zählung die Arbeitslosigkeit einen größeren Umfang angenommen hat. Was ist demgegenüber zu tun? Es gilt, die staatlichen und städtischen Behörden aufzu- fordern, daß sie schneller und energischer als es bisher geschah, Not- standsarbciten in Angriff nehmen, um der immer verheerender auf- tretenden Arbeitslosigkeit zu steuern. Es ist zwar erklärt worden, daß alle Arbeiten, deren Ausführung möglich ist, in Angriff ge- nommen werden sollen, aber wir sehen nichts davon. Wir müssen also die Behörden wieder an ihre Pflicht erinnern und ihrem Eiser nachzuhelfen suchen. Der Magistrat von Berlin hat eine gemischte Deputation eingesetzt, welche sich mit der Frage der Arbeitslosig- keit befassen soll. Es scheint, daß es der Magistrat dabei bewenden lassen und weiter nichts tun will. Damit ist den Arbeitslosen na- türlich nicht geholfen. Sie verlangen, daß Notstandsarbeiten in Angriff genommen werden. In Rixdorf ist die städtische Be- Hörde praktisch vorgegangen. Dort sind Notstandsarbeiten be« gönnen. Es mutz verlangt werden, daß auch die anderen Ge- meinden Groß-Berlins diesem Beispiel folgen. Unsere Partei- genossen in den Gemeindevertrewngen haben sich damit cinver- standen erklärt. In Berlin könnten verschiedene größere Arbeiten angefangen werden. Seit zwei Jahren liegt der Beschluß vor. einen Tunnel unter die Görlitzer Bahn hindurchzuführen. Warum geht man jetzt nicht an die Ausführung? Es ist ja beschlossen, unter der Die Wiener Freie Volksbühne, die in diesen Tagen ihre dies- jährige Generalversammlung abhielt, zählt bereits an 7999 Mit- glieder. Da sie erst vor 2 Jahren begründet wurde, ist das ein sehr schönes Resultat. Das Ziel der Volksbühne ist, wie Genosse Großmann hervorhob, das Theaterpublilum der arbeitenden Schichten zu organisieren und damit der fortschreitenden Ver- schlechterung der Theater, die vom guten Schauspiel, dem Volksstück und den Klassikeraufführungen immer mehr zur geschmacklosen Posse, der Zote und der Operette übergehen, ein Paroli zu bieten. Man hofft mit der Zeit, wenn etwa der„Theaterkonsumverein" 29999 Mitglieder zählt, zur eigenen Produktion übergehen zu können— im eigenen Hause. Im letzten Jahre hat daS Unterrichtsministerium der Freien Volksbühne 2699 Kronen Unterstützung gewährt. Das ist zwar wenig, aber prinzipiell eine große Errungenschaft. Man vergleiche nur, um das richtig einzuschätzen, die preußische Kunstbeförderungs- Methode damit. Zur höheren Ehre der Hohenzollern werden be- kanntlich in Berlin jetzt auch schon Arbeitervorstellungen gegeben. Aber die Billetts werden nicht den berufenen Vertretern der Ar- beiterschaft zur Verteilung überwiesen, sondern unter gelbe, schwarz- weiße und sonstige Klubs patriarchalisch-herablasscnd als eine Art Almosen und gleichzeitig Prämie für Klassenverrat verteilt. Und dann ist diese neueste sozialpolitische Heldentat— hoffentlich schreibt uns bald ein Professor ein Buch über„Volkskunst und die Hohenzollern seit Joachim II."— im Verhältnis zum vorhandenen Bedürfnis eine geradezu groteske Lappalie. Die Berliner Arbeiter- schuft, die Selbstgefühl hat, pfeift denn auch auf diese Bcgönnerung und fordert Bolksvorstellungen zu ermäßigten Preisen in den Theatern, die sie mit ihrem Gelde unterhält, im Schauspielhaus und in der Oper. Wie ganz anders mutet da das Vorgehen der öfter- rcichischcn Regierung anl Paul S ch l e n t h e r, einst der gefürchtete Theaterkritiker der „Voss. Ztg.", der alles herunterwitzelte, was nicht..hauptmännisch" war, wurde in der Generalversammlung der Volksbühne als falscher Gönner entlarvt. Ter Direktor des Burgthcaters hat nicht genug an dem Ruhm, das früher führende Theater l>ald auf das Niveau eines Provinztheaters gebracht zu haben. Er weiß nicht einmal, wozu er die Macht und den Beruf haben sollte, den nach der Kunst verlangenden Volksschichten helfend entgegenzukommen. Er ver- spricht vieles— hält nichts; ja er hat sogar, irgend einem höfischen Winke folgend, den Schauspielern der Burg die Mitwirkung an der Volksbühne verboten. Herr Schienther repräsentiert somit glücklich in Wien den Typus eines preußischen Bureaukratcn. Tbeater. Hebbcltheater:„Thummelumsen", Komödie In 4 Akten von Gustav Wied. Björn Björnson, der Sohn des Dichters und neue Regisseur des Hobbeltbeatcrs, hatte die liebevollste Sorhfalt auf die Einstudierung des figurenreichen Stückes ver- wendet. Tie Dekorationen, vor allem das Kleinstadtbild des ersten Aktes, waren höchst stimmungsvoll und stilccht; aber die behagliche Laune, welche die einleitenden Milieuszenen, von ein paar lebrn- digen Lämmern und Hundegcbcll im Hintergrunde unterstützt, er- regten, schlug bald in peinliche Verwunderurig und dann in aus- weglose Langeweile um. Bei der Ausschlachtring seines humori- stischen Romans„Die leibhaftige Bosheit" in ein Lustspiel hat Wied den Geist so gründlich abgeschlachtet, wie man eS nicht für Potsdamer Bahn einen Tunnel zu bauen. Auch diese Arbeit könnt« in Angriff genommen werden. Eine Anzahl von Brückenbauten, besonders über die Oberspree, wo solche sehr nötig sind, könnten be« gönnen werden. Früher haben wir Versammlungen der Arbeitslosen ab. gehalten, um die Oesfentlichkeit auf die Arbeitslosigkeit auf- merksam zu machen und Abhilfe zu fordern. Die Einberufung solcher Versammlungen hält der Ausschuß der Gewerkschafts« kommission jetzt nicht für angebracht. Es mutz etwas für die Arbeitslosen geschehen. Diese Forderung stellen wir an die Staats- und Gemeindebehörden. Wenn die Arbeitslosigkeit so zu« nimmt wie bisher, dann ist es für manche Gewerkschaften fraglich, ob sie den ganzen Winter hindurch ihre Arbeitslosen unterstütze» können. Deshalb ist es Pflicht der Behörden, hier helfend einzugreifen. Wir machen die Gesellschaft auf» merksam auf den ungeheuren Notstand, der aus der Arbcitslosig- keit entsteht, die eine Folge des Systems der bürgerlichen Gesell« schaft ist. Sie ist verantwortlich für die Folgen, die sich daraus ergeben. Eugen Ernst, der als Vorsitzender deS Verbandes sozialdcmo. kratischer Wahlvcrcine anwesend ist, bemerkt, daß der Zentral- vorstand des Verbandes mit einer Anzahl sozialdemokratischer Stadtverordneter darüber beraten hat, was in der Frage der Ar- beitslosigkeit zu tun ist.— Selbst wenn die Zahl der Arbeitslosen nicht größer wäre als 41 999, so würde das eine ungeheure Fülle von Elend bedeuten. Wir sind jedoch überzeugt, daß viel mehr Arbeitslose in Groß-Berlin vorhanden sind. Wir meinen, unsere Stadtverordneten sollten schon jetzt darauf hinwirken, daß für die Zählung am 16. Februar das System der Hauslisten in Anwendung kommt. Auch in den Vororten soll die Agitation in dieser Richtung einsetzen. Es wurde uns gesagt, in den Vororten haben wir es mit Gegnern zu tun, welche den Wert und die Bedeutung der Arbeitslofenzählung nicht kennen, und deshalb eher für unsere Vorschläge zu haben sind wie die bürgerlichen Vertreter von Berlin, die eben deshalb eine durchgreifende Zählung der Arbeitslosen nicht wünschen, weil ihnen die Resultate einer solchen unbequem sind. Obwohl wir das Meldesystem nicht für das richtige halten, haben wir von der Be» tciligung an der Zählung vom 17. November nicht abgeraten, da» mit sich unsere Gegner nicht auf die niedrigen Zahlen, welche sich dann ergeben hätten, berufen können, um unter Hinweis auf die- selben jede Maßnahme gegen die Arbeitslosigkeit abzulehnen.— Wenn die künftige Zählung ein annähernd richtiges Bild geben soll, so ist es nötig, daß beizeiten für die Beteiligung an derselben agitiert wird durch Flugblätter und Versammlungen, damit nicht wieder ein großer Teil der Arbeitslosen der Zählung fern bleibt.— Was in der bürgerlichen Gesellschaft gegen die Arbeitslosigkeit auch unternommen wird, das sind natürlich nur Palliativmittcl, die eine durchgreifende und dauernde Besserung nicht schaffen können. Trotzdem muß aber alles getan werden, und soll auch von unserer Seite alles getan werden, was geeignet ist, die äugen- blickliche Not der Arbeitslosen zu lindern. Wir haben beschlossen, daß unsere Stadtverordneten an die Gemeinden herantreten mit der Forderung, alle nur irgend ausführbaren Arbeiten in An» griff zu nehmen und für solche Arbeiten, auch wenn sie noch nicht im Gemcindeetat vorgesehen sind, Geldmittel bewilligt werden. Es gibt Arbeiten genug, die in Angriff genommen werden können. Seit Jahren ist die Anlegung des Schillerparks in Berlin be» schlössen, aber man sieht nichts von der Ausführung. Auch ver» schiedene Schulbauten, die geplant sind, könnten angefangen werden. Wenn auch Rixdorf und Schöncbcrg die Ausführung von NotstandSarbcitcn beschlossen haben, so gibt das doch nur Be« schäftigung für ungelernte Arbeiter. Auch für die gelernten Ar» beiter, die arbeitslos sind, muß gesorgt werden. Zu bekämpfen ist die Bestimmung, daß bei den Notstandsarbeiten nur orts- angehörige Arbeiter beschäftigt werden. Diese Bestimmung ist für Groß-Berlin, wo es eigentlich gar kerne Gemeindegrenzen mehr gibt, ganz unangebracht. Dagegen muß verlangt werden» daß die Notstandsarbcitcn nicht an Unternehmer vergeben werden» die billige Arbeitskräfte aus entlegenen Gegenden heranziehen. möglich halten sollte. Mit psychologischen Möglichkeiten nahm er es auch in seinen früheren Komödien, von dem kleinen Meisterwerke „Abrechnung" abgesehen, nicht sonderlich genau. Aber in den Seitensprüngen, die er sich cax erlaubte, war meist so originelle Munterkeit im Karikieren, so viel treffsichere Beobachtung deS Wesentlichen, daß seine Willkür mehr ein Ueberschuß an Kraft, als ein Manko in der Gestaltungsgabe erschien. Die Willkür aber, die in„Thummelumsen" das große Wort führt, ist von ganz anderer Art: ein bequem-gcdankenloscs Sichgehenlassen, das zu den billigste» und abgebrauchtesten Effekten greift, um den Theaterabend aus- zufüllen. ES sieht so aus. als habe der Verfasser die günstige Kon» junktur nach dem brillanten Schlager„2x2-: 6" so rasch und leicht wie irgend möglich nutzen wollen. Drei Akte läßt Wied seinen Helden allerhand bunt zusammen« gewürfelte Narreteien begehen, ohne die Gestalt nach irgendeiner Seite hin entscheidend zu akzentuieren, ohne Andeutung, wohin er eigentlich mit ihr hinaus will. Der pedantisch gespreizte, groß, tuerische Wicht, der seine gute Mutter ebenso unverschämt hoch- fahrend behandelt, wie die im Klub der„dänischen Frcßsäcke" ver- einigten Honoratioren mit ihm selber umspringen, träumt von dem Rückkauf eines ehemaligen Familiengütchens als höchstem Erden. glück, gewinnt ein gut Stück Geld in der Lotterie und spielt dann, ohne auch nur einen Finger für die Erfüllung seines Planes zu rühren, zwei Akte lang nach ältestem Posienrezept den bauernstolzen Parvenü, bis eine von ihm verschmähte kinderreiche Witwe, um sich zu rächen, hinter seinem Rücken den Hof ersteht. Die Schluß- Pointe, die immerhin doch noch einige Züge spezifischer Prägung aufweist, ist: Thummelumsen als dummer Hans im Glück. Er bört, wie es um das zerrüttete Anwesen und um die Käuferin steht,� die, halb bankerott, den unbesonnenen Streich schon lang verwünscht. Indessen, statt dem Schicksal zu danken, daß er sein Geld behalten hat, ist er beseligt, als er merkt, daß er um den Preis einer Heirat noch Eigentümer der Besitzung werden kann. Weder die fünf schreienden Kinder, die sie mitbringt, noch das stramme junge Bauernmädel, seine frühere Braut, die sich freilich bald trösten wird, erschüttern ihn in dem Entschlüsse. Die ersten Kräfte des Hebbeltheater". Nissen, Rosa Ber.tcns, Maria Maier, Guido Herzfeld wirkten mit, doch keiner in einer dankbaren Rolle. Den Thummelumsen spielte Herr Leopold, indem er die Figur, die keine Handhabe zu ein» heitlicher Durchführung bot, nach Möglichkeit mit drolligen Mätzchen putzte. Der Beifall, der sich hören ließ, mag der Aufführung ge, gölten haben._ dt. Notizen. — D i e Berliner Schattenspiele werden am 16. Dezember ini Choralionsaal eröffnet werden. Man wird so- wohl ein Repertoire für Erwachsene wie für Kinder einrichten. — Harro Magnus scns Nachlaß ist in seinem früheren Atelier in Grunewald, Jagowstr. 2, vom 12. bis 29. Dezember(von 9 bis 4 Uhr) zum Verkauf ausgestellt. — D i e Luftschiffahrt als Lehrfach. An der Tech. nischen Hochschule zu C h a r l o t t e n b u r g soll die Luftschiffahrt als offizielles Lehrfach eingeführt werden. Man hofft mit der Zeit� eine ordentliche Professur oasür schaffen zu könnt». Unter allen Umständen müssen auch bei den Notstandsarbeiten die gegangen sind. Von den Organisierten werden nicht viele der waltung des Deutschen Textilarbeiterverbandes um Schutz. Der tarifmäßigen, oder wo solche nicht bestehen, die ortsüblichen Löhne Zählung ferngeblieben sein, wohl aber die Vorstand, dem der Angeklagte als Mitglied angehört, untersuchte bezahlt werden. Auch müssen die Arbeitsnachweise der Gemeinden große Masse der Unorganisierten, die Sache und beauftragte den Angeklagten, auf Grund der ihm und der Gewerkschaften bei Einstellung der Arbeiter berücksichtigt die zu nichts zu bewegen sind. Wie groß diese Masse ist, könne bon feinen Kollegen, eben den bei Gebauer beschäftigten organisier werden. Wir müssen auch zeigen, daß die Arbeiterschaft mit dem man daraus ermessen, daß den 600 000 Krantentassenmitgliedern, ten Arbeitern, überbrachten Angaben, das Flugblatt zu verfassen. Vorgehen unserer Stadtverordneten einverstanden ist und daß diese die ungefähr die Zahl der Berufstätigen darstellen, nur 200 000 Das Flugblatt wandte sich an die gesamte Arbeiterschaft der Firma im Auftrage der Arbeiter handeln. Es wird sich empfehlen, daß Gewerkschaftsmitglieder gegenüberstehen. Durch eine Hauszählung Gebauer, forderte diese auf, sich auch der Organisation anzunicht nur von dieser Stelle, sondern auch von den einzelnen Ge- würden alle die Arbeitslosen getroffen, die feine Zeitung lesen und schließen, um dadurch die Position der bei der Firma beſchäftigten, werkschaften Refolutionen in diesem Sinne beschlossen und den auch sonst von einer Zählung nach dem Meldesystem keine Kenntnis schon organisierten, Arbeiter zu verstärken. Nach Lage der Sache Gemeindebehörden eingereicht werden. Nachdem diese Fragen in den Gemeindevertretungen angeregt sind, müssen nochmals Ver- erhalten. Bei der fünftigen Zählung werde es darauf ankommen, wie der, ein Flugblatt an sie zu richten, nicht eingeschlagen werden. fammlungen zu denselben Stellung nehmen. Es soll auch erörtert werden, ob und wie die Arbeitslosenversicherung allgemein durchgeführt werden kann. Ueber alle diese Maßnahmen hat sich der Ausschuß der Gewerkschaftskommission mit dem Zentralborstand des Werbandes sozialdemokratischer Wahlvereine verständigt. Es soll in den Gemeinden so schnell wie möglich vorgegangen werden. Wir hoffen, daß dabei wenigstens etwas für die Arbeitslisen geschehen wird. Stadtverordneter Glode führte aus: Vielleicht hätte die Bählung am 17. November ein richtigeres Resultat ergeben, wenn mehr für die Beteiligung agitiert worben wäre. Ohne Agitation ist so etwas nicht durchzuführen. Wenn für die Zählung im Februar ordentlich agitiert wird, dann wird sie ein zutreffenderes Resultat ergeben. In der Stadtverordnetenversammlung haben wir uns längst bemüht, die Gemeinde zu durchgreifenden Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit au beranlassen. Aber unser Borgehen hat wenig Erfolg gehabt, denn es ist ungeheuer schwer, die bürgerliche Mehrheit zu derartigen Maßnahmen zu bewegen. In der gemischten Deputation haben wir verschiedene Anträge gestellt, aber die Herren von der Mehrheit fagen, sie müssen die Materie erst studieren und können einstweilen nichts tun. Es sind Herren in der Deputation, die auf einem sozial sehr rückständigen Standpunkt stehen. Denen gegenüber können wir nichts erreichen. Wir geben ja zu, daß die Beschaffung von Notstandsarbeiten schwierig ist, aber den Gemeinden stehen fo viele Mittel zur Verfügung, daß sie bei gutem Willen manche Arbeitsgelegenheit schaffen könnten. Der Bureaukratismus ist es, welcher der Ausführung von Arbeiten, die bereits beschlossen sind, hindernd im Wege steht. Vieles wird dadurch unnötigerweise berzögert, daß bie Projekte erst die bureaukratischen Instanzen passieren müssen, ehe mit der Ausführung begonnen wird. Wie verständnislos die Bertreter des Bürgertums der Frage der Arbeitslosigkeit gegenüberstehen, das haben ja auch die Debatten im preußischen Landtage gezeigt. Diese Leute kennen nicht den Zusammenhang ber Arbeitslosigkeit mit den Produktionsverhältnissen in der heutigen Gesellschaft, fie fönnen deshalb auch nicht zu einer richtigen Auffassung dieser Frage kommen. Wenn hier vorgeschlagen wird, jest feine Arbeitslosenbersammlungen abzuhalten, so wird das doch zu gegebener Zeit notwendig sein, um einen Drud auf die Behörden auszuüben, und sie zu entsprechenden Maßnahmen zugunsten der Arbeitslosen zu drängen, denn unsere Anträge und Vorstellungen allein nuben wenig. Es würde sich auch empfehlen, daß die Gewerkschaften eine Deputation zum Oberbürgermeister von Berlin senden, um ihm die Lage klar zu machen und die Forderungen der Arbeitslosen vorzutragen. Natürlich werden unsere Vertreter in der gemischten Deputation fortfahren, im Interesse der Arbeitslofen zu wirken. Wir werden auch im Plenum beantragen, daß, wenn größere Arbeiten nicht in Angriff genommen werden, den Arbeitslosen Unterstübungen gezahlt werden, die nicht als Armenunterstützung gelten sollen. Auf diese Weise denken wir doch einiges zur Linderung der Not zu erreichen. Dittmar hält die Einführung des Center Systems für die Hauptsache. Dafür müsse gewirkt werden. Durchführbar sei das System auch in Berlin. Es würde auch durchgeführt werden, wenn bie Arbeiter mehr Einfluß in der Stadtverwaltung hätten. Wenn Berlin erst das Genter Syftem eingeführt habe, würden auch andere Städte folgen. Deshalb müsse auf die praktische Verwirklichung dieser Frage der größte Nachbruck gelegt werden. Störsten bemerkte, der Ausschuß habe sich auch mit dieser Frage beschäftigt, er sei aber zu der Ansicht gekommen, es müsse erst geprüft werden, ob nicht gewisse Anhängsel des Genter Systems für die Gewerkschaften nachteilig find. Budach hält die Zählung mittels Hauslisten nicht für unbedingt Iution an: konnte ein anderer Weg, an die Arbeiter der Firma heranzukommen, daß diese Leute in ihren Wohnungen aufgesucht werden. Hierauf traten noch einige Redner für die Zählung durch Haus. Mithin liegt in dieser Handlungsweise des Angeklagten die Wahrlisten ein. Me te meinte, wenn durch die Zählung eine doppelt nehmung eines berechtigten Interesses. so große Zahl von Arbeitslosen festgestellt worden wäre, dann würde Urteils eine Absicht der Beleidigung des Privatklägers hervorgeht. Nun ist ja noch die Frage zu prüfen, ob aus der Form des auch nichts für dieselben geschehen sein. Innerhalb der bürger. Diese Frage hat das Gericht für den Fall der Annahme, daß dem lichen Gesellschaft fönne ja auch nichts gegen das lebel der Arbeits- Aläger die Aktivlegitimation zustehe, geprüft und ist zu einem verlosigkeit unternommen werden. Schließlich sei die Hauptsache, neinenden Resultat gelangt. Es sind ja in dem Flugblatt ver immer wieder dafür zu agitieren, daß die bürgerliche Gesellschaft schiedene scharfe Stellen enthalten, gehe man ihnen aber näher aut in die sozialistische umgewandelt werde. Ernst und Körften traten in ihren Schlußreden nochmals dafür den Grund, so findet sich nirgend eine Form, die auf die Absicht ein, daß in den Gemeinden für die Anwendung des Systems der scharfen Stellen in Fettbrud hervorgehoben sind, kann keine Abder Beleidigung schließen lasse. Auch darin, daß einige dieser Hauslisten bei der Zählung im Februar hingewirkt werde, unter ficht der Beleidigung erblickt werden. Denn es ist allgemein bes anderem auch deshalb, weil nur bei diesem System festgestellt werde, fannt, daß es gerade zu den charakteristischen Merkmalen eines in welchem Maße unter berfürster Arbeitszeit die Betriebe fort- lugblattes gehöre, Ausführungen, auf die man besonderes Gegeführt werden. Es werde in vielen Betrieben bei so herabgesetter wicht lege, in Gett- ober Sperrbrud hervorzuheben. Arbeitszeit gearbeitet, daß der Verdienst der Arbeiter auch nur Nun ist allerdings noch eine Stelle in dem Flugblatt enthalten, ein Hungerleben erniöglicht. Diese Seite der Krise könne durch die sich wie eine Verhöhnung ausnimmt, jene Stelle nämlich, wo das Meldesystem gar nicht in die Erscheinung treten. Hierauf nahm die Versammlung einstimmig folgende Reso- ausgeführt wird, daß es dem Vollarbeiter, der 32 Pf. Stundenlohn bekomme und in 10 Stunden 32 Stücke liefern muß, deshalb, weil er mit den 32 Pf. Stundenlohn nicht auskommen könne, gnädigst" gestattet fet, pro Tag 24 Ueberitüde zu machen, die mit nur 5 Pf. pro Stück bezahlt werden. Indessen auch aus dieser höhnisch klinDenn gerade an dieser Stelle handle es sich um eine Sache, welche genden Stelle tann keine Absicht der Beleidigung hergeleitet werden. die Arbeiter als sehr wunden Punkt empfanden. Es handelt sich um das Lohnsystem, nämlich darum, daß den Arbeitern bei 32 Stüd pro Stück 10 Pf. gezahlt werde, und bei den 24 Ueberstücken nur 5 Pf. pro Stüd. Das ist von den Arbeitern als ungerecht empfunden worden, und es ist erflärlich, daß bei der Beleuchtung solcher ungerecht empfundener Zustände, die Feder etwas schärfer ansett. Was den Wahrheitsbeweis anbetrifft, so ist dieser zwar nicht in allen Punkten des Flugblattes erbracht. Die Beweisaufnahme habe aber ergeben, daß der Angeklagte bei der Abfassung des Flugblattes sorgfältig zu Werte gegangen sei. Er hat das zum Inhalt des Flugblattes gemacht, was ihm von seinen Kollegen, die bei der Firma in Arbeit standen, mitgeteilt wurde. Er hat sich in gutem Glauben befunden. Zudem ist festgestellt, daß der Trockenraum in der Zeit von 6-7 Uhr morgens nicht genügend beleuchtet war und daß auch der Verdienst der Arbeiter: 3,20 M. fefter Lohn, dazu 1,20 M. für Ueberstüde, im ganzen also 4,40 M. pro Tag, für hiesige Verhältnisse als ein minimaler bezeichnet werden kann. " Die am 11. Dezember 1908 versammelten Vertreter aller Bentralorganisationen Groß- Berlins mit einer Mitgliedschaft bon zirka 230 000 Personen ersuchen die staatlichen wie die städtischen Behörden um sofortige Anordnungen zur Inangriffnahme aller zulässigen Arbeiten. Begründung. Das statistische Amt der Stadt Berlin und die Behörden beinahe aller Vororte Berlins haben am 17. November 1908 eine Arbeitslosenzählung vorgenommen, welche ein Ergebnis von 41 000 Arbeitslosen in Groß- Berlin zeigte. Ist diese Zahl der Arbeitslosen an sich schon groß, so sind es doch bei weitem nicht die wirklichen Zahlen der Arbeitslosen, da viele von ihnen ferngeblieben sind. Das Meldesystem bringt Erschwerungen aller Art, die hier vorzubringen das Ersuchen zu umfangreich gestalten würde. Doch ist in den Arbeitsnachweisen festgestellt, daß Hunderte nicht zur Bählung gingen, um die einlaufenden Nachfragen nach Arbeitern nicht zu versäumen. Seit jener Zeit ist die Arbeitslosigkeit aber noch bedeutend geftiegen. Von Woche zu Woche werden selbst in den großen Betrieben Arbeiter zu Hunderten entlassen, so daß unter Tausenden Arbeitern mit ihren Familien Not und Verzweiflung Plak ge= griffen hat. Den Kassen der Organisationen, die bis jetzt helfend eingegriffen haben, werden, wenn die Arbeitsnot so weiter steigt, faum erschwingliche Lasten auferlegt werden, um den Winter hindurch die Unterstüßung zahlen zu können. Unterzeichnete glauben deshalb ein Recht darauf zu haben, die staatlichen und städtischen Behörden an die ihnen aufommende Pflichterfüllung gegen die Arbeiter zu erinnern, damit die Arbeitslosen nicht in Not und Elend verkommen. Ferner beschließt die Versammlung, diese ihre Anschauungen durch eine Deputation an den Oberbürgermeister von Berlin sowie an die weiter in Frage kommenden Instanzen zu vertreten." Bur Frage der Jugendorganisation teilte titter mit, daß sich infolge des Parteitagsbeschlusses und des Abkommens zwischen Barteivorstand und Generalkommission in Berlin eine Kommission gebildet hat, welche zusammengesetzt ist aus Vertretern der Partei, der Gewerkschaften, der sozialdemokratischen Frauen und der jugendlichen Genossen, im ganzen 20 Bersonen. Diese Kommission wird im Januar mit einer Publikation an die Oeffentlichkeit treten. Die Gewerkschaften, welche Behrlingsund Jugendabteilungen haben oder solche au bilden beabsichtigen, werden ersucht, sich bezüglich ihrer Veranstaltungen für die Jugendlichen mit der Kommission in Verbindung zu sehen. In der Versammlung fehlten nach Feststellung der Präsenzliste die Bertreter der Dienstboten, Xylographen, sowie die Interfoma missionen von Rummelsburg und Wilmersdorf. * * Herr Gebauer ist da also mit seinem Prozeßfeldzug gegen die Organisation der Arbeiter gründlich abgeblikt. Freigesprochen ist der Angeklagte, der sich der von der Firma ihres Koalitionsrechtes wegen terrorisierten Arbeiterschaft annahm, verurteilt sind die Zutände bei der Firma Gebauer. Und gerade der Umstand, daß der Brivattläger, Herr F. Gebauer, sowie sein Vertreter Justizrat Gut in dem Verhandlungstermin betonten, die Firma wolle keine organisierten Arbeiter, dem organisierten Arbeiter Kühne sei verboten worden für die Organisation zu agitieren, er habe sich aber nicht an das Verbot gehalten, sei also ungehorsam gewesen und deshalb entlassen worden gerade das ist dem Privatkläger zum Verhängnis geworden. Das Gericht hat dieses Verhalten der Firma mit Recht als ein mit dem Gesez unvereinbares mißbilligt und den Kampf hiergegen, den Genosse Wasewitz im Auftrage des Organisationsvorstandes und auf Ersuchen der organisierten Arbeiter führte als einen vollberechtigten bezeichnet. Für die organifierten Arbeiter ist dieser Ausgang des Prozesses eine Genugtuung. Er ist gewissermaßen eine Vergeltung für das, was die Firma Gebauer an den organisierten Arbeitern gesündigt hat. Es ist zu wünschen, daß nunmehr die wegen ihrer Zugehörigkeit zur Organifation gemaßregelten Arbeiter eine Schadenersaktlage anstrengten und daß der Verbandsvorstand Klagen auf Unterlassung der rechtswidrigen Terrorisierung der organisierten Arbeiter gegen die Fima Gebauer in die Wege leitete. Soziales. ,, Es tut mir leid, daß ich Sie danach gefragt habe." Am Schiedsgericht des Allgemeinen Snappschaftsvereins in Invalidität gegen den Vorstand, der seinen Antrag schon zweimal abgelehnt hatte. erstrebenswert, weil den Zählern manchmal Unannehmlichkeiten Wahrnehmung berechtigter Intereffen Bochum flagte der Steiger Friedrich B. auf Anerkennung feiner wurde von durch die Gezählten bereitet werden. Ritter als unhaltbar bezeichnet. Die Hauptsache sei die Grmittelung eines zutreffenden Resultats. Um das zu erreichen, könnten selbst einzelne Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden. Platte empfahl für die nächste Zählung eine lebhafte Agitation, damit ein richtiges Resultat herausfomme. Krebs meint, jedes System der Zählung werde seine Fehler haben, auch das System der Hauslisten. Das Meldesystem sei auch für fünftige Fälle brauchbar. Miesbach ist der Meinung, daß die Zählung der Arbeitslosen nicht für die Gegenwart, sondern erst für die Zukunft praktische Folgen haben werde. Die Ergebnisse der jebigen Arbeitslosendebatte würden erst bei der nächsten Krise Verwertung finden. Wenn wir in der Gegenwart etwas erreichen wollen, bann müßten wir mehr agitieren. Die Entsendung einer Deputation an den Oberbürgermeister werde nichts nüßen. Der Oberbürgermeister könne persönlich nichts tun für die Beschaffung von Arbeit. Das sei Sache der einzelnen Verwaltungs- Deputationen. Die Hauptsache sei, daß die Stadtverordneten und die Bürgerschaft zu Maßnahmen für die Arbeitslosen drängen. Am neuen Berliner Rathause seien eine Menge Bildhauerarbeiten auszuführen, die bereits an Unternehmer bergeben seien, aber noch nicht angefangen werden. Ob sie für die arbeitslosen Bildhauer in Berlin überhaupt in Frage kommen, fei zweifelhaft, denn der Stadtbaurat Hoffmann habe eine Vorliebe für Münchener Bildhauer. Von den Berliner Bildhauern fei gegenwärtig der dritte Teil arbeitslos. Wels verweist darauf, daß auffallenderweise bei der Arbeitslofenzählung vom 17. November sehr wenig arbeitslose Frauen festgestellt durch Gewerkschaftsbeamte. Am 15. Oktober berichteten wir unter der Ueberschrift Jammerlöhne" über die Verhandlung in der Privatklagesache des Fabrikbesiters Gebauer in Charlottenburg gegen ein Vorstands. mitglied des Textilarbeiterverbandes, Genossen Wafewis. Anlaß zu der Anflage gab ein vom Beklagten verfaßtes Flugblatt, das sich mit den Zuständen in der Gebauerschen Fabrik beschäftigte. Der Beklagte legte durch Antritt des Wahrheitsbeweises für die Be hauptungen klar, daß in der Fabrik böse Mißstände vorhanden find. Es herrscht dort ein eigenartiges Lohnsystem, bei dem erwachsene Arbeiter teilweise nur 33 Pf. Stundenlohn erhalten. Das System ist auf die Notwendigkeit, Ueberstüde zu machen, zugeschnitten, die Arbeiter fingen im Winter um 6 Uhr im Trockenraum mehrmals bei bölliger Dunkelheit zu arbeiten an. Ueberstunden wurden in folcher Ausdehnung gemacht, daß die tägliche Arbeitsgett wiederholt auf 15, 18, ja einmal sogar auf 20 Stunden ausgedehnt ist. Organisierte wurden hinausbrangfaliert. Troß alledem war das Schöffengericht, in dessen Verhandlung die weltfremden Reuße rungen des Amtsgerichtsrats Wollmer auffielen, nach denen das Leiden der erwiesenen Mißstände auf dem freien Willen" der Arbeiter beruhen, zu einer Berurteilung des Beklagten gelangt. Nach der Verurteilung gaben wir der Ansicht Raum, daß das eigenartige Urteil, das dem Angeflagten den Schuß des§ 193 Str. G.-B. bersagte, bor der Berufungsinstanz schwerlich aufrecht erhalten würde. Unsere Meinung ist bestätigt. Die Straffammer hob am Freitag das Urteil auf und sprach ben Angeklagten frei. Dem Steiger B. ist vor längerer Zeit die Qualifikation als Steiger genommen worden, gegenwärtig wird er als Bergc= ausklauber beschäftigt. In der Sizung des Schiedsgerichts am 28. November fragte nun der Borsigende Oberbergrat Kreisel den B.:„ Warum wurden Sie als Steiger entlaffen?" Antwort des B.: Weil ich gewissenhaft die bergpolizeilichen Berordnungen befolgte." Darauf der Oberbergrat Kreisel:„ Das glaube ich nicht! Es tut mir aber leid, daß ich Sie danach gefragt habe." Die Bemerkung des Oberbergrats ist sehr verwunderlich. Wenn seine Frage auch nicht zur Sache gehörte, so war sie doch zu unwesentlich, als daß sie ihm leid zu tun brauchte. Die Behauptung des Steigers wird man allerdings auf sich beruhen lassen müssen, weil sie auf ihre Richtigkeit wohl faum nachfontrolliert werden tann. Wir sind auch sicher, daß die in Frage kommende Behörde oder Zechenverwaltung einen anderen Grund für die Entlassung des Steigers angeben werden, der für uns aber auch nicht beweisfräftig sein kann. Wenn die Grubenherren einen Mann magregeln wollen, sind sie um Gründe nicht verlegen, aber den wahren Grund werden sie wohl selten angeben. An der Sizung des Schiedsgerichts nahmen bekanntlich auch Arbeiter teil und Herr, Kreisel glaubte wohl, sie tönnten der Behauptung des Steigers Glauben schenken. Richtig ist, daß die große Masse der Arbeiter weder zu den Behörden noch zu den Bechenverwaltungen Vertrauen haben. und Herr Kreisel hätte sich sagen sollen, daß seine sehr mertwürdige Aeußerung nur zu geeignet ist, das Mißtrauen der Arbeiter zu stärken und zu steigern. setzen sind. Ein glänzendes Angebot. In der Urteilsbegründung folgte das Gericht den Ausführunworden sind, obgleich doch unter den Heimarbeiterinnen eine große gen des Verteidigers, Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, daß dem Arbeitslosigkeit herrsche. Besonders leide die Konfektionsbranche Angeklagten der volle Schuß des§ 193 Str.-G.-B. zur Seite steht unter großer Arbeitslosigkeit, woran nicht nur die allgemeine Krise, und daß der Kläger als Mitinhaber der Firma nicht flageberechtigt Die königliche Eisenbahn- Betriebsinspektion in Bromberg ersondern die Befürchtungen von kriegerischen Verwickelungen mit fei. Die allgemein interessierenden Gründe des Urteils gingen im läßt unter der Ueberschrift: Wohnung und Land für Arbeiter" England schuld seien. Nachdem die Konfettionsindustrie im all- wesentlichen dahin: gemeinen erheblich zurückgegangen, feien immerhin noch etwa in der„ Ostdeutschen Volkszeitung" einen Aufruf, wonach auf 50 000 Frauen in der Konfettion tätig, bon denen gegenwärtig Rede, niemals aber von dem Privatkläger. Da brei Inhaber der Land mit Bahnunterhaltungsarbeitern zum 1. April 1909 au bcIn dem Flugblatt ist lediglich von der Firma Gebauer die Station" Slesien"-Bromberg Wohnungen mit Zubehör von 25 Ar nach Angabe des Vertreters der Schneider 25-30 000 arbeitslos Firma vorhanden sind, so liegt kein Grund für die Annahme vor, seien. Durch Zählung seien. daß gerade der eine lagende Inhaber, dessen Berson das Flugblatt Die Arbeiter müssen unter 30 Jahre alt, törperlich gesund, noch nicht 10 Proz. der Heimarbeiterinnen erfaßt nicht erwähnt, durch die Ausführungen des Flugblattes persönlich torden. Sie mögen in der Mehrzahl eine Scheu gehabt haben, getroffen fei. Es fehlt also an einer Aftiblegitimation für den unbescholten, schuldenfrei sein und eine gefunde Familie haber. Die Eisenbahnverwaltung verlangt also erstklassige, vollständig zum Zähllokal zu gehen. Besonders mit Rücksicht auf die Heim Privatkläger. Aber auch wenn man eine solche Bezugnahme anarbeiterinnen müsse die nächste Bählung mittels Hauslisten bor- nimmt, ist die Freisprechung geboten. Denn der Schuß des§ 193 einwandfreie Arbeitskräfte. Und welchen Lohn bietet sie dafür? genommen werden. Es werde zweckmäßig sein, daß 8-14 Tage muß dem Angeklagten zuerkannt werden, denn er hat in Wahrung Der Anfangstagelohn beträgt 2,10 m. Solch ein königlich preubor der Februarzählung Versammlungen veranstaltet werden, welche berechtigter Interessen gehandelt. Wahrung berechtigter Interessen ßischer Eisenbahnstreckenarbeiter hat also Aussicht, falls er 312 Ardie Deffentlichkeit aufmerksam machen und die Arbeitslofen auf liegt allerdings nicht schon dann vor, wenn der Angeklagte die Inter- beitstage im Dienst ist, jährlich 655,20 M. zu verdienen. Davon die Zählung hinweisen. effen einer Bartei, wie der Sozialdemokratie, ohne weiteres ver muß er der Eisenbahnverwaltung jährlich 42 m. Miete für WohRitter bemerkt, der Ausschuß habe von der Abhaltung von Ver- tritt. Aber hier ist mehr geschehen. Die Beweisaufnahme habe er- nung und Band zahlen. fammlungen vor der verflossenen Zählung Abstand genommen aus geben und das hat auch der Privatkläger erklärt- daß die Entschädigung für Umzug gibt es erst nach einem Jahr zurüc Gründen, die auch bei der künftigen Zählung vorhanden sein Firma Gebauer organisierte Arbeiter nicht haben wolle. Der Beuge erstattet. Die Verwaltung ist aber noch großmütiger. Sie gibt fönnen. Angst vor der Polizei komme dabei nicht in Frage. Es Stühne ist entlassen worden, weil er eine Versammlung geleitet den Arbeitern zur Anschaffung von Vich 30 M. Darlehn, welches sei schwer, das Heer der Arbeitslosen, welches die Arbeitslosigkeit hatte, die sich mit den Verhältnissen in der Mangelei der Firma aber innerhalb eines Jahres in Monatsraten abzuzahlen ist. würdig demonstrieren könne, in die Versammlungen zu bekommen, Gebauer beschäftigte. Bei der Firma waren nur wenige Organi- Wer auf diese glänzenden Bedingungen hin eingestellt werden diejenigen, die lange arbeitslos find, feien so niedergebrüdt, daß sierte, die sich nun nach dem Vorgehen der Firma gegen Kühne will, muß bis zum 16. Dezember dieses Jahres seine selbstSie nicht in die Versammlungen gehen, wie sie nicht zur Zählung bedrängt fühlten. Sie wandten sich daher mit Kühne an die Ver- geschriebene Meldung mit Lebenslauf einienden. GehPelze Vorzügl. SatinBezug. Echter Sealbisam-Krag. Imitiert Breitschwanz- Futter. 55 Mk. BAER SOHN Chaussee- Straße 29-30 Zwischen Invalidenstraße und Theater 11 Brückenstraße 11 Zwischen Jannowitzbrücke und Köpenickerstraße PelzJoppen Durchweg mit Pelzfutter. Soweit Vorrat. 45-36.- 27.15 MK. Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstraße, am Bürger- Hospital. Günstige Weihnachts- Angebote, Winter- Ulster viel billiger und besser, als in den auf Täuschung des Publikums berechneten Ausverkaufs- Veranstaltungen. 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Rand gesetzl geschützt Berantwortlicher Reballeur: Sans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: 2. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchbruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW . Nr. 292. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. Dezember 1908. Wirtschaftlicher Wochenbericht. CORSO Weltfönnen. Wie die Dinge sich weiter gestalten werden, läßt sich noch Futterrüben zu rechnen; für das Deutsche Reich werden die Vers nicht überschauen. hältniszahlen mit 6,6 resp. 25,7 Broz. angegeben. Danach würde Während für die Arbeiterschaft im allgemeinen die Ver- die Preissteigerung für Futtermittel erheblich werden können und hältnisse auf dem Wirtschaftsmartt sich andauernd ungünstiger ge- der Preis der Speisekartoffeln bleibt davon nicht unbeeinflußt. stalten, winkt den Großgrundbesitzern goldige" Ernte. Die schon Die Konsumenten und die kleinen Landwirte tragen die ungünstige Getreideernte der Welt in den beiden Borjahren hat für Kosten. Müssen lektere in großem Umfange Futtermittel eindas letzte Jahr einen noch schlechteren Ausfall. Zwar liegen amts kaufen, dann wird für sie der Zollfegen teilweise sogar in Unsegen liche Mitteilungen aus allen in Betracht kommenden Staaten noch umschlagen. Dagegen wird die Zöllerei Ströme von Gold in nicht vor, aber trotzdem tann man, auf Grund von Berechnungen, die Taschen der Großgrundbesißer fließen lassen. Sichert doch mit einem Minderertrag an Brotgetreide rechnen. Die nachstehende allein die diesjährige Ernteertragssteigerung bei Brotgetreide eine Busammenstellung bringt die Berechnung für 1908 mit dem Er- Mehreinnahme durch Zollwirkung von über 200 Millionen Mark. trage des Vorjahres und der Durchschnittsertragsmenge des Jahr- Bringt man von der Ernte 2 Millionen Tonnen für die Aussaat fünfts 1903/07 in Vergleich.( Menge in Millionen Tonnen.): in Abzug und berechnet die übrige Menge für den Konsum, so hat dieser eine durch die Zölle hervorgerufene Belastung von Weizen Roggen Gerste Hafer Mais iber 800 Millionen Mark zu tragen. Für die Großgrundbesizer ist demnach keine schlechte Stonjunktur; im Gegenteil: während die Arbeiterschaft recht trüben Tagen entgegensieht, ergießt sich über die Junker in überreichem Maße des Glückes Füllhorn. 1903/07 1907 1908 88 84 40,4 39,4 29,5 29.8 52 87 53 86 82 39,- 30,5 53,8 91 Berlin, den 13. Dezember 1908. Widerfinnigkeiten- Berkehrsfragen Neue Sorgen getreideernte Ernte in Deutschland Zollsegen Inters nationaler Arbeitsmarkt. Man mag der Organisation des Wirtschaftslebens, der Technik feiner Gliederung Berounderung zollen, selbst der fanatische Anhänger der kapitalistischen Produktionsweise wird aber nicht leugnen fönnen, daß sie voller Widersprüche und Widersinnigfeiten stedt. Und manche davon erweisen sich als Konsequenz der Privatwirtschaft. Da sieht man zum Beispiel, wie Menschen sich in erbarmungswürdiger Weise abmühen, indem sie auf schwerfälligem Handwagen oder gar lediglich durch Aufwendung der physischen Kraft, Gegenstände transportieren und vorbei sausen unbeladene, von Pferden gezogene oder motorisch bewegte Fahrzeuge. Das Demnach bleibt die lehtjährige Ernte bei Brotgetreide um 6½ Daß sich die Verhältnisse am internationalen Arbeitsmarkt Privateigentum an den Produktionsmitteln ist die Ursache solcher Millionen Tonnen hinter dem Durchschnittsertrage der vorauf nicht gebessert haben, das bezeugt der andauernd minimale Umfang Erscheinungen. Es gibt jedoch auch Widersinnigkeiten, nugloſe gegangenen fünfjährigen Periode zurück; dagegen verspricht die der überseeischen Auswanderung. Während zum Beispiel über Verschwendung manueller und motorischer Arbeitskräfte, die ganz letzte Erute für Futtergetreide einen Wehrertrag von annähernd Hamburg und Bremen im November der beiden Vorjahre über gut im Rahmen der bestehenden Ordnung überwunden werden 6 Millionen Tonnen. Der Ausfall bei der Brotgetreideernte 40 000 Personen auswanderten, blieb die Zahl für den November könnten. Viele belebte Straßenkreuzungen der großen Städte sieht garantiert den deutschen Produzenten die ungeschwächte Wirksame dieses Jahres auf 17 747 beschränkt. Eine bergleichende Zusammen man, um wieder nur ein Beispiel anzuführen, umfränzt von feit des Schutzolles bor 50 M. für Roggen und 55 M. für Weizen. stellung der Ergebnisse aus den letzten fünf Jahren für die Zeit tleineren und größeren, eleganten und minder eleganten Bigarren- Um diese Beträge will sich der Inlandpreis über den Weltmarkt von Januar bis Ende November ergibt dieses Bild: läden. Wer will behaupten, daß solcher Aufwand von Arbeitskraft, preis erheben. Die bessere Ernte in Futtergetreide berechtigt wohl bon fachlichen und persönlichen Arbeitskosten notwendig ist, um zu der Erwartung, daß die ausführenden Länder wenigstens einen das Bedürfnis der Zigarrenraucher zu befriedigen? Auf diesem Teil des Bolles tragen, den die Importländer erheben, wenn nicht Gebiete tann noch viel reformiert werden. schr starker Begehr in diesen Ländern die Folgen reichlichen Angebots auf dem Weltmarkt korrigieren. Und auch in dieser Beziehung sind die deutschen Produzenten wohl daran. Sie erfreuen ich einer sehr guten Ernte an Brotgetreide, für welches die Konstellation am Weltmarkt lukrative Preise sichert; andererseits zeigt die inländische Futtergetreideernte einen ziemlich erheblichen Ausfall, was durch des Geschickes Fügung auch nicht zum Unsegen der Großgrundbesizer ausschlagen wird. Was zunächst die deutsche Ernte nach der Schäzung für 1908 und den entsprechenden Erträgen anlangt, gibt darüber diese Tabelle Aufschluß.( Menge in 1000 Tonnen.): Weizen Roggen Gerste Hafer 1903/07 4157 1907 3937 1908. 4200 Die leberwindung einer Rüdständigkeit im öffentlichen Verfehr ist fürzlich gelungen durch Schaffung eines deutschen Staatsbahnwagenverbandes. Dieser Verband entspricht zwar noch lange nicht dem, was vernünftigerweise sein sollte: Unterstellung der gesamten Eisenbahnen unter eine Verwaltung, die Schaffung eines Reichsbefizrechtes auf alle Verkehrsmittel, aber es wird doch mit der Unsinnigkeit aufgeräumt, daß die Wagen einer bundesstaatlichen Eisenbahnverwaltung auf den Strecken anderer bundesstaatlichen Verwaltungen als Beermaterial laufen müssen. Die Abmachung, die am 1. April 1909 rechtswirksam wird, stipuliert ein gemeinsames Benutzungsrecht des gesamten deutschen Wagenparts. Hoffentlich ist das der Anfang auf dem Wege zur Reichseisenbahn. Welcher Unsinn liegt darin, daß zeitweilig bewegliche Klagen er tönen über Wagenmangel, während gleichzeitig tausende Wagen als Beermaterial die Streden belasten. Dieser Mißstand wird durch den Staatsbahnwagenverband kaum ganz behoben werden; größeren Verkehrsfortschritt darf man sich nur von der wirklichen Bentralisierung des Eisenbahnwesens unter Reichskontrolle versprechen. Zu den alten wirtschaftlichen Sorgen ist eine neue getreten. Die Gestaltung der Dinge auf dem Balkan nahm in der letzten Zeit eine für Oesterreich sehr unerfreuliche Wendung. Der in der Türkei provagierte Boytott österreichischer Waren hat nämlich einen faum bermuteten Erfolg gehabt. Der Boykott macht sich so merklich fühlbar, daß sogar die Wiener Börse sehr starke Berstimmungen äußert. Und es ist die Befürchtung laut geworden, daß der Boykott auch noch auf deutsche Waren ausgedehnt werden könne, weil man im Reiche des Halbmondes in Deutschland den einzigen Freund Desterreichs erblickt, den man des direkten Feindes wegen ebenfalls tekämpfen und strafen müsse. Andererseits glaubt man in Deutschland, den gegen Oesterreich gerichteten Bontott zugunsten einer Erportsteigerung deutscher Waren nach der Türkei ausnuten zu 9791 3161 7887 9758 3498 14125 3170 9149 7300 1904 19071908 1905 1906 239 421 807.145 855 517 411 143 134 288 Der enorme Rückgang in diesem Jahre ist der Ausfluß der Krise in Amerika. Eine energische Wendung zum Besseren ist dort noch ebensowenig zu erbliden, wie in Deutschland. Briefkaften der Redaktion. D. Die juriftife Evrechstunde Ande: Lindenstraße Nr. 3, gtueiter Bof, Dritter Eingang. vier Treppen, wochentäglich abende von 7 bis 9%, thr statt.( Seöffnet 7 1hr Sonnabende beginnt die Ebrechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine 3abi ale Werkzeichen beizufügen. Brierliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften tönnen 14 Tage bergeben. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. -UP Uebernimmt ein neuer Der A. G. 131. Der Antrag ist an den Vorstand der Versicherungsanstalt zu G. D. 103. Ber richten, der nach freiem Ermessen entscheidet. pflichtung zur Anmeldung des Gewerbes liegt vor. Unterlassung ist mit Hier ergibt die Schäßung für 1908 einen Mehrertrag an Geldstrafe bedroht. Die Verjährungsfrist beträgt in Ihrem Falle drei Lenchen 35. - P. P. 91. Nein. Brotgetreide von 4 377 000 Tonnen gegenüber dem Durchschnitt des Monate. letzten Jahrfünfts. Gerste zeigt teine großen Ernteschwankungen; Birt bas Haus, so laufen dennoch die alten Mietsverträge weiter. dagegen ist der Ertrag bei Hafer gegen die vorjährige Ernte um neue Wirt hat nur in dem Falle das Recht vorzeitiger Kündigung, wenn 1849 000 Tonnen zurüdgegangen. Das Minus gegenüber dem an. er das Haus in der Subhaftation erftanden hat. Hat er in dieser Weise gezogenen Durchschnitt beträgt etwas über eine halbe Million das Haus im laufenden Quartal erstanden, so könnte er bis am 3. Januar zum 31. März länger dauernde Mietsverträge fündigen. Ein Recht, die Tonnen. Die schlechte Weltbrotgetreideernte und die schlechte in- mieten für die Zeit bis zum 1. April zu steigern, hat er auch in diefem ländische Haferernte garantieren den deutschen Produzenten für jede Falle nicht. F. F. 4. 1. Bom 31. Dezember 1909 ab brauchen Sie Getreideart hobe Preise. Die kleinen Landwirte, die bisher aus Kirchensteuer nicht mehr zu zahlen, weil sie im laufenden Jahre ausgetreten minimalem Brotgetreideverkauf etwas von dem Zollfegen ver- find. 2. Das volle Gehalt ift zu zahlen. spürten, der vielleicht durch gesteigerte Futtermittelpreise nicht ganz willigung des Wirtes tönnen Sie den Bertrag nicht aufbeben. 2. Der Wirt absorbiert wurde, machen nun wohl andere Erfahrungen. Die tann die Einrichtung wegen der für die Mietszeit zu zahlenden Miete cinAussichten für die kleinen Besitzer, die auf starten Zutauf an- behalten. 3. 3ft nicht etiva, wie es in Berlin üblich, in Ihrem Vertrag gewiefen sind, werden auch durch den letzten Bericht der Preis- ausgemacht, daß Sie für Schäden aufzukommen haben, so hat der Wirk W. Schmidt. Sie haben durch Zufall zerbrochene Scheiben zu ersezen. berichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats nicht gebessert. das Recht, dem Richter vorgeführt zu werden. Begeben Sie sich nochmals Nach diesem Bericht ist infolge von Frostschäden in Preußen mit auf das Gericht und verlangen Sie, wenn der Gerichtsschreiber wieder ab einem Verlust von 7,4 Proz. bei Kartoffeln und von 29,6 Proz. bei lehnen sollte, Ihre Beschwerde dagegen zu Protokoll zu nehmen. R. K. M. 8. 1. Ohne EinPraktische Weihnachts- Geschenke Tisch-, Bett- und Leibwäsche • • Damen- Taghemden elegante Fassons... 1.70 1.45 bis 110 Damen- Beinkleider in Renforcé u. 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Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. F. Rathgen:( I. Teil.) Der Kohlenstoff und seine wichtigsten Wasserstoffverbindungen. Leuchtgas. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 13. Dezember 1908: 6. und legtes Gastspiel des Neuen Berliner Operetten- Ensembles: Ermäßigte Preise. Die Dollarprinzeffin. Operette in drei Atten von Leo Fall. Anfang 7 Uhr. Passage- Theater. Bulsniz; im Schiller- Theater O.: Jeden Abend Der rote Leutnant; im Berliner Theater: Mercadet; im HyebbelTheater: Cyprienne und Die Startere; im Friedrich- Wilhelm städtischen Schauspielhaus: Die Nibelungen( III. Zeil); im Schiller- Theater Charlottenburg: Göz von Berlichingen. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Tage: Israel. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Moral. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Mittw., Sonnab. 4 Uhr: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, 18. Dez., nachm. 3 Uhr: Kriemhilds Rache. Abends 8 Uhr: Madame Bonivard. Montag: Madame Bonivard. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Herodes und Mariamne. Nachmittags 3 Uhr: Mercadet. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 1hr. 8 Uhr: Bozena Bradsky und das großartige Dezember- Programm. Metropol- Theater Nachm. 3 Uhr: B. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in 3 Akten v. Ed. Goldbeck und H. Kienzl. Sonntag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Montag, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Richter von Zalamea. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nadm. 3 U br: Götz von Berlichingen. Schauspiel in 5 Aufzügen v. Johann Wolfgang v. Goethe. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Montag, abends 8 br: Die Zwillingsschwester. Dienstag, abends 8 Uhr: Vater und Sohn. Choralion- Saal, 2. Weihnachtsfeiertag, 26. Dezbr., 8 Uhr: Märchen- Abend Musikalische Mitw.: Maria Holgers Prof. Arthur Egidi( Orgel), Johanna Plockroß( Gesang). Billetts 4, 3, 2, 1 M. b. Bote& Bock und Wertheim. Heute, Sonntag, 8 Uhr, im Saal Bechstein, Linkstr. 42, Premiere: Die Liebeskunst ein lustiger Sang des Ovid, 95 deutsch von Karl Ettlinger nebst Meisterwerken v. Tolstoj, Maupassant u. a., frei rezitiert v. Dr. Alfred Daniel Karten 1, 2, 3, 4 M. ab 7 Uhr a. d. Saalkasse, vorher b. Kastellan. CASTAN'S PANOPTIKUM Pschorr Friedrichstraße 165 Palast. Neu! Ohne Extra- Entree! Neu! Schneewittchen and die 7 lebenden Zwerge. Ergo 16 Das Weltwunder! Weihnachtsmärchen. Humoristische Künstler- Abende. Zirkus Schumann. Durchlaucht Radieschen. Haute Sonntag, den 13. Dezember, nachmittag 3, Uhr u. abends 7%, Uhr: Abends 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Große brillante Gala- Vorstellungen 2 Nachmittags: Ein Kind frei. In beiden Vorstellungen: Musik von Paul Lincke. Regie Spezialitäten, Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Riesen- Programm! Die großartigen neuen DezemberDirektor Schultz. WINTERGARTEN Otto Rmitting Der lachende Politiker und das neue interessante Clowns, Auguste, sowie die bestdressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Abends 9 Uhr zum 33. Male: Das größte u. glänzendste Pracht- Manegeschanstück Golo, der Seeräuber und Mädchenhändler 5 herrliche mit sich von Akt zu Akt steigernd. feenhaften Effekten. U. a.: Die Hinrichtung durch den weißen Elefanten. Brauerei Friedrichshain. Am 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertage: Große Matinee- Konzerte von Johann Strauß... Wien mit der gesamten Kapelle( 50 Künstler). Billetts zu ermäßigten Preisen( 40 u. 60 Pf.) im Vorverkauf bei der Expedition des Vorwärts", Herrn Zucht, Immanuelkirchstr. 12 XIV. Saison. Zirkus Busch Sonntag, den'13. Dezember: Große außerordentliche Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 und abds. 7, Uhr. Um 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sigplägen halbe Preise.( Galerie volle Breise.) In beiden Vorstellungen: Barbarossa! In beiden Vorstellungen: Zizi Bamboula! In beiden Vorstellungen: Inas- Truppe! In beiden Vorstellungen: G Restaurant ewerkschaftshaus. Engelufer 15. Menu 75 Pf. Heute Sonntag: Modturtlesuppe. Scholle mit sauce hollandais oder Bayrisch- Kraut mit Schnitzel. Schweineschinken in Burgunder oder Rostbeaf englisch. Rompott oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Bochentäglich: Großer bürgerlicher John Higgins! Mittagstisch Couv. 60 Pt. Champion im Hoche u. Weitsprung. In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der best dress. Schul-, Freiheitsund Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Clowns mit den neuesten Wigen und Späßen. Abends 72 Uhr Miß Surajah, der weibliche Fakir, Morgen Montag, d. 14. Dez.: Große Gala- Wohltätigkeits. Vorstellung zum Besten d. XII. KreisKommissariats des Nationaldanks für Veteranen. Passage- Panoptikum. Sonntag, den 13. Dez. 1908: Beginn der großen Weihnachts- Vorstellungen: Ein 1 Stündchen im Himmelreich Große Weihnachtsfeerie im Festsaale des Zwischengeschosses, mit vielen großen Einzeltableaux. 1. Petrus am Hapmelstore. Thummelumsen. Programm. Stadt- Theater Moabit. Brunnen- Theater 2. Lasset die Kindlein zu mir Neues Operetten Theater. Schiffbauerdamm 25, a. b. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: Der Opernball. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Täglich abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie". Schwant in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Diefen Sonntag 3 Uhr: Ganz der Papa. ENTREE M1 RESERV. PLATZ M2 einschliessl Garderobe. Programm Die nächste Nachmittags- Vorstellung Alt- Moabit 48. Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Sonntag, den 13. Dezember: findet erst wieder am 1. Weihnachts- Der luftige Witwer. Feiertage statt. Folies Caprice Anfang 8 Uhr. Schwant in 3 Atten von Fischer und Jarno. Badstraße 58. Direftion: Willi Voigt. Nachmittags 3 Uhr: Die wilde Kate. Poffe mit Gefang in 4 Aften von 2. Mannstadt und W. Weller. Mufit von G. Steffens. Abends 8 Uhr: Anf. d. Borft. 7, Kaffenöffnung 6 Uhr. Kabale und Liebe. Konzert 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Montag, den 14. Dezember: Soiree Servus Pschesina! der Luftigen Sänger. Lepte Bunter Teil. Gastspiel- Theater Ein lediger Ehemann. Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Gastspiel Hedwig, Lange. Demimonde. Nachm. 3: Die Weise aus Lowood. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Panne. Abends 8 Uhr: Die blaue Maus. Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Ein Erfolg, wie ihn die Herrnfeld- Bühne Soiree vor Weihnachten. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute 2 Vorstellungen. Nachm. 3, Uhr: Kleine Preise. Jeder Besucher ein Kind frei und abends 8 Uhr: In beiden Borstellungen das große Programm Im Tunnel Regimentskapellen 2c. Theaterbelucher hab. freien Eintritt. Luisen- Theater. bisher nie erreicht! W. Noacks Theater Nachmittags 3 Uhr zum legtemmal: Die Ehre. Abends Premiere: Die beiden Die Kinder des Kapitän Grant. Bindelbands. Montag: Somnwendhof. Freitag: Die Kinder des Rapitän Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Grant. Sonnabend 4 Uhr zum erstenmal Der Rattenfänger von Hameln. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. : Vorher: Vollständig neuer Künstler- Teil: Lona Heggi. Mirzl v. Wenzi. Original- Lindström- Terzett. Les Rhyants. 5 Hardinis. Königstadt- Kasino. DERNHARD ROSE THEATER Gänglich neues Programm!!!! Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Entgleiften. Sonntagspreise. Franz Sobanski. Les Mandros, Gebr. Weiß, E. Charton, Grete Reimann, Mstr. Rex, Mstr. Giron. Leute von heute. Berl. Lebensbild mit Gesang in 1 Aft. Mittw., Sonnab., Sonnt., n.d.B.: Tanz. Nachmittags 3 Uhr fleine Preise: 16. Dezemb. beg. d. Weihnachtsvorstllg. Wilhelm Tell. CPOLLO Reichshallen- Theater apollo Theater Nachm. 3, Uhr: Kleine Preise. Familien- Vorstellung mit Mini Gizl Sigward Gentes- Brothers Schenk Das blaue Bild u. bie übrigen Dezember- Attraktionen. Abends 8 Übr: Eine luftige Spreewaldfahrt von Paul Lincke. Abends 90 Das gr. Attraktionsprogr. Stettiner Sänger. Bum Schluß neu: Der Kompagnie- Ball Militärische Qumoreste bon Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonni. 71. Direftion: Rob. Dill. Brumenitz. 16. Die Schule der firbe. 9 Weihnachts Boltsstüd mit Gesang. Anfang ausnahmsweise. 8, Uhr. Entree 40 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Montag, den 14. Dezember 1908: kommen“. Kolossaltableau nach Fritz v. Uhdes herrlichem Gemälde. Die singenden Engelsköpfchen. Mysteriöse Illusion. Die Köpfe leben! Die Köpfe schweben! Die Köpfe singen! Frieden auf Erden. 4. Ein kleiner Vorschuß auf Lebensbild mit Gesang in 3 Alten von Hugo Scholz. Mufit von Albert Sterften. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. die Seligkeit. Beginnend mit den Volkstagen: Auslosung von Weihnachtsgeschenken im Werte von über 1000 Mark. Darunter Einzelgeschenke, wie Kinder hüte, silberne Uhren etc., im Einzelpreise von 10 Mark und darüber. Lebend! Das Der Obersteiger Bärenweib. oder: Bergmanns Freud und Leid. Charakterbild aus der Neuzeit. Friedel, Obersteiger: Dir. G. Behrens. Mr. Henry: Das Wunder der Hunde- Dressur. Außerdem das Alles ohne Extra- Entree! Eintritt 50 Pf. Kinder, Soldaten 25 Pf. 2 franz. Billards. 2 Kegelbahnen Neu eingeführt: Weißbier Ausschank. 54512 R. Augustin. Berliner Eis- Palast Ständige Eisbahn. Bis 1 Uhr nachts geöffnet. Großes Konzert. Abends 9 Uhr: Auftreten der ersten Eiskunstläufer und-Läuferinnen u. a. der Sohlittschuhkönig im Kunstlaufen Karl Aaman. Mentag ab 5 Uhr: Elite- Abend. Eintritt 2 M. Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Nachmittags 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. Drama in 6 Aften v. Birch- Pfeiffer. Abends 8 Uhr: Ausgewiesen. Soz. Drama in 4 Att. v. 2. Böttcher. Montag: Ausgewiesen. Galast- Theater Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Mit verbundenen Augen! In einen Sack gebunden! Sturz von der 6. Etage. zur Erde! Daju: Der fenfationelle Spielplan! 12 Attraktionen 12! Anfang 18 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Sonntag, den 13. Dezember: Der große Komet. Schwant in 3 Aften von Karl Laufs, und Wilhelm Jatoby. Markgrafen- Säle Markgrafendamm 34. Amt VII 4277 Jnh. Hermann Scholtz. Jeden Gr. Ball. Sonntag: Sale von 100-1000 Personen au Festlichkeiten und Bersammlungen. 2 Kegelbahnen. Germania- Prachtsäle. Carl Richter. Chauffeeftr. 110. Chauffeestr. 110. Jeden Sonntag: Paul Mantheys lustige Sänger ( ehem. D. Steidls Hamb. Sänger) ftets neues Programm. Anfang 6%, Uhr Eintritt 60 Pf. mit anschließendem Familienkränzchen Bon 5 Uhr ab im weißen. Saale Großer Ball. Jeden Mittwoch: Montag und folgende Lage: Die Elite- Dezember- Programm. Casino- Theater Paul Mantheys lustige Sänger selbe Vorstellung, Schwarzer Friedrichsberg Stadtbahnstation Anfang 8%, Uhr. Sonntags 6 Uhr. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6, Uhr, wochentags 8 Uhr. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Ubr: Corradini usw. usm. Das welt Bergère- Quartett. berühmte 9, Uhr: Jubelnder Lacherfolg! und Frei- Tanz. Vorzugsfarten gelten. !! Neu eröffnet!! „ Die Dianabäder". Damm's Festsaal Sonntag 4 Uhr: Die fidele Kifte. Kottbuser Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Sanssouci, Strale 6. Inh.: Gebr. Arnhold. Frankfurter Allee. Jeden Sonntag: Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Fernsprecher Friedrichsberg No8 Große Tanz- Reunion. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Neues Programm. Gr. Elite- Soiree Tanz Don Kränzch. Hoffmanns Nordd. Sängern Zum 1. Male: LandsJerger Allee 76/77 am Ningbahnhof( früher Diet). Beute Großer Ball. Sonntag: Eintritt frei! Saal für jede Gelegenheit zu vergeben. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Eine nette Bescherung. Sonntag: Großer Ball Weihnachts- Luftspiel. 1. a. neu: Die Frauenbe- Großes Orchester. Anfang Sonntags wegung.( Ruplet.) Der Fähnrich.( Bortrag,) Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. 5 Uhr. A. Zameitat. Café Meyer Morgen Montag: Hoffmanns Nord- Café deutsche Sänger. Tanz. Donnerstag, 17. Dez.: Letzte Vorstellung vor Weihnachten. Elite- Soiree. Tanz. Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10u.15, Bier, hellu. dunt. 10 Bf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne. Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 15. Dezember 1908, abends 8½ Uhr: Versammlung für die weiblichen Mitglieder bei Wilke, Brunnenstraße 188. Tages Drdnung: 1. Der Kampf der Frauen um Staatsbürgerrechte. Referentin: Genoffin Lulse Zietz. 2. Diskussion. 231/ 17* Die Parteigenossen sind zu dieser Bersammlung eingeladen. Der Vorstand. Freie Jugendorganisation Berlin. Hente, Sonntag, den 13. Dezember 1908, 2%, Uhr nachmittags: Zwei große Versammlungen Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59 Prachtfäle Nordwest, Wiclefstr. 249 ( großer Saal). Polizeispitzel Thema: in der ( großer Saal). Geffentliche politische Versammlungen. Sonntag, den 13. Dezember, abends 6 Uhr: Geffentl. politische Versammlung bei Bernhard Raabe, Rolberger Straße 23. Tagesordnung: ,, Sollen die Armen noch mehr Steuern zahlen?" Referent: Genofje H. Müller( Warteivorstand). Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer. 3..: E. Ernst, Böhlertstr. 9. Nach der Versammlung: Gemütl. Beisammensein mit Tanz. 298/15 Das läßt man sich gefallen! Jugendorganisation. Die Chriftlichen als Denunzianten. Referenten: Kollegen Frih Maschke u. May Peters. Frei Aussprache. Bahlreiches Erscheinen erwarten Die Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband( Zahlstelle Berlin). Sonntag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag), in den Gesamträumen von Freyers Festsälen, Koppenstr. 29: Weihnachts- Vergnügen Großer Saal: Konzert des Neuen Berliner Konzert- Orchesters( Dirig: Rud. Tietz), der Sänger- und Theater- Gesellschaft Strzelewicz and Kinematograph. Konzert- Saal: Großes Kinder- Theater. Im oberen Saal: von 7 Uhr an: Tanz. Eröffnung 4 Uhr. Beginn des Konzerts 5 Uhr. Billett 50 Pf.( inkl. Tanz) im Bureau, in den Zahlstellen, sowie bei den Bezirks- und den Branchen- Obleuten erhältlich. Das Komitee. 95/ 1* Oeffentliche Versammlung des Sozialistischen Bundes am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8, Uhr, in der Lebensquelle", Kommandantenftr. 20. Gustav Landauer spricht über: Die Verwirklichung des Sozialismus". Auf Teilzahlung billiger als anders weitig per Raffa liefert nur das 1145 Versandhaus Berliner Herrens Woden, Stralauer Straße 28 Lam Moltenmarkt, an durchaus zahlungs. fähige Kunden. Garderobe fertig und nach Maß. Eigene Buschneiderei und Freie Aussprache. Einberufen im Namen der Gruppe Arbeit bes S. D. P. Burchardt, Maunynstraße 70. Schöneberg! Werkstätten, daher konkurrenzlos. Ver- Montag, den 14. Dezember 1908, abends 8 Uhr, arbeitung haltbarer Stoffe, Garantie für tadellosen Siz. Nicht gelieferte Maßanzüge, Paletots ( Monatsgarderobe) werden im Son sumhaus, Frankfurter Allee 188, Ede Müggelstr., au Räumungspreisen nur gegen Staffa berfauft. Besuch mit Mustern jederzeit. Nachdruc verboten. Charlottenburg. Vereinigte MaurergesellenKranken- und Sterbekasse. Sonntag, den 20. Dezember, bormittags 10 Uhr, im großen Bimmer bes Rosinenftr. 8: in der Schloßbrauerei, Hauptstr. 122: Volks- Versammlung. Thema: Heraus aus der Landeskirche!" Referent: Landtagsabgeordneter Genoffe Adolf Hoffmann. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand des Sozialdemokratischen Wahlvereins. 16/1 Der Einberufer: K. Küter, Schöneberg, Martin Luther Straße 51. 9 General- Versammlung. Sozialdemokrat. Wahlverein Charlottenburg. Tages Ordnung: 1. Bericht vom dritten Bierteljahr. 2. Neuwahl des Vorstandes und Ausschuffes. 3. Kaffenangelegenheiten. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. Achtung! 3. Nachtrag Adtung Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands zur großen Liste der bewilligten Bäderelen Berlins und Umgegend vom 4. Oftober 1908. Neue Tarifbädereien und solche, die durchbrochen hatten, aber toleder Dienstag, den 15. Dezember 1908, abends 81, Uhr: General- Versammlung im Volkshause, Nofinenstr. 3( großer Saal). Zages Ordnung: " 1. Bortrag des Genossen Frit Kunert- Berlin: Zwei Lebensfragen der deutschen Politik in der Gegenwart." 2. Diskussion. 3. Vereins angelegenheiten. 4. Berschiedenes. 250/18 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Zahlstelle Berlin. c. ad new Geum zahlreichen Besuch besonders der weiblichen Mitglieder ersucht Mittwoch, den 16. Dezember, abends 81%, Uhr findet in den neu bewilligten, werden in den laufenden Nachträgen nur noch je ein Residenz- Sälen", Landsberger Straße 31 mal veröffentlicht, worauf wir zu achten bitten. Solche Bäckereien find folgende: Bozowftr. 24, Peter. Brunnenstr. 25, Sasnowski. Carmen- Sylva- Straße 168, Gräfe. Emdener Straße 49, Bernau. Erasmusstraße, Hennig. Friedrichsfelder Straße 30, Duandt. Gerichtstr. 84, Thoma. Gr. Frankfurter Str. 38, Hante. Hochstr. 40, Benthin. Stolonieftr. 84, Mucha. Lynarstr. 4, Ephan. Lüderigstr. 5, Schönwiese. Markusstr. 11, Ernst. Neue Hochstr. 31, Siudzinsit Pappelallee 85, Adam. Ramlerftr. 34, Dehmelt. Schreinerftr. 49, Rau. Stephanstr. 47, Senf( Inh. Krug). Stralsunder Straße 56, Loth. Tarifbrüchige Adolfstr. 21, Frankenstein. Guinea- Str. 35, Hante. Hennisdorfer Straße 13, Baultfat, Huffitenite. 5, Friedrich. Kochannstr. 34, Wolfram. Korsörer Str. 2, Müller. Seleine Mariusstr. 1, Biberfth. Manteuffelstr. 87, Surte. emeler Str. 11, Helfer. Mustauer Str. 6, Azinian. 13, Lattemann Naflg. Banfftr. 74, Frankenstein. Prenzlauer Allee 86, Nauber. 203, Herrmann. Brinzenallee 85, Eife. Nüdersdorfer Str. 52, Röhnte. Echivelbeiner Straße 18, Wolff. Wilsnader Str. 33, Hanke. Wolliner Str. 44, Schütte. Tegeler Str. 11, Lenzner. Köpenick. Glienider Str. 29, Hadelberg. Nedermünder Straße 11, Mann. Waldstr. 4, Senf( Inh. Krug). Wiclefstr. 49, Senf( Inh. Krug). Wittstoder Straße8, Senf( Inh. Strug). Wilhelm- Stolze- Straße 21, Schulze. Borndorfer Str. 55, Walter. Nieder- Schönhausen. Bucholzer Str. 85. Schmidt.s Reinickendorf. Rütlistr. 15, Förster. Rixdort. Berlinerftr. 16/17, Schibczill. Mainzer Straße 15/16, Grunert. Rummelsburg. Nette Bahnhofstr. 27, Hanisch. Schillerstr. 27, Mellenburg. Lichtenberg. Gürtelftr. 11, Bienert. Bäckereien. Nieder- Schönhausen. Beuthstr. 11, Krügerte. Buchholzer Str. 8, Richter. Pichelsdorf. Scharfe Lante 2, Kramer. Reinickendorf. Juftusstr. 29, Dertel Nachflg. Rixdorf. Elbeftr. 13, Seifert. Siarftr. 7, 8ech Nachfl Staiser Friedrichstr. 34, Strüger. Richardstr. 63, Lüdife. Biethenstr. 41( Hauswirt). Steglitz. Marksteinstr. 1. Fischer. Schloßftr. 116( ist zu). Tegel. Spandauer Str. 2, Ziemi. Schulftr. 14, 8iemiz. Weißensee. Friefedeftr. 23, Thiele. Langhansstr. 75, Nauber. Achtung! Rixdorf. Auf mehr fade anfragen eine Mitglieder- Versammlung statt. ber lokalen Zuschußkasse Zages Drdnung: 170/4 1. Antrag Stokmann: Erhöhung der Unterstühung*. 2. Diskuffion. 8. Berschiedenes. Zahlreichen Befuch erwartet Die Ortsverwaltung. Freitag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), findet unser Weihnachtsvergnügen im Schweizer- Garten( am Rönigstor) ftatt. Verband deutscher Textilarbeiter Filiale Berlin. Zel. 7, 1076. Bentral- Arbeitsnachweis: Andreasstr. 17, in der Geschäftsstelle. Mittwoch, den 16. Dezember er., abends 8 Uhr, in der Königsbank", Gr. Frankfurter Str. 117: General- Versammlung. Lages Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes( intl. Raffenbericht), der Delegierten von der Gewerkschaftskommiffion und der Gewerbegerichtsbeifiker. Diskussion. 2. Neuwahl des gesamten Filial- Borstandes. 8. Ergänzungswahl zum Bentral- Borstand. 4. Berschiedenes. [ 197/9 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8%, Uhr, bei Freyer, Koppenstraße 29: General- Versammlung. Tages Orbnung: 1. Beratung der Vorlage, die Zusammenfeßung der zukünftigen General versammlungen betreffend. 2. Gjazzwahl eines Bureaubilfsarbeiters. Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Vertrauensmänner! Achtung! Die Kollegen, deren Bücher am Jahresschluß vollgeflebf find, werden ers sucht, bei der Ablieferung der Bücher auch ihre früheren Bücher abzugeben. Jalousien Arbeiter! Donnerstag, 17. Dezember, abends 8, Uhr, bei Anton Boeker, Weberstr. 17: 95/5 Außerordentl. Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Beschlüffe der Berliner Jalousienfabrikanten und die Kündigung des Jalousienarbeiter- Tarifes". Referent: Stollege R. Leopold. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin( Sektion der Putzer). Mitgliedsbuch legitimiert, also nicht das Mitgliedsbuch vergessen. Am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8 Uhr, Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mitglieder der, Deutschen Kranken- Unterstützungskasse" zu Kassel, Lessingstr. 2( früger Westendstr. 9). „ Mitglieder, die diefer Kaffe angehören oder angehört haben und tein Krantengeld erhalten haben, auch ehemalige Beamte dieser Kaffe" werden gebeten, zu einer Versammlung teilen wir mit, daß die am 5. Jannar, abends 8, Uhr, in den Prachtfälen ,, Alt- Berlin", Groß- Bäderei von Rich. Liebenow, Bergstr. 143, nicht bewilligt hat, vielmehr erklärt der Inhaber, er habe das nicht nötig, die Stunden kommen doch zu ihm gelaufen. Sierbei sind folgende Filialen zu bes acten: Bergstr. 98, Hermannstr. 33, Emserstraße, Knesebeckstraße, Richardstr. 64 und Steinmetzstr. 29. Dbiges diene zur freundlichen Beachtung! Parteigenossen! Hausfrauen! Arbeiter! Unterfläkt nach wie vor die um ihre Menschenrechte kämpfenden Bäckergesellen! 25725 Blumenstraße 10, zu erscheinen. Zages Ordnung: 1. Behandlung der Krantenschäden seitens ber Direktion zu Staffel 2. Eriftiert eine örtliche Verwaltungsstelle in Berlin? 3. Anträge gegen den Direftor Bussien in Staffel, Leffingftr. 2. 4. Borlage der Belege, daß die Betriebsdirektion C. Peter ber Raffe uin 12. November 1908 den Vertrag fündigte. 5. Borlage des Briefes der Direktion, in welchem die Schließung der Staffe feitens der Behörde bedroht wird. 1205 6. Bahl von 30 Delegierten zur Generalversammlung in Staffel. 7. Wahl eines Direttors. Die Einberufer: Schmidt, Steppuhn, Dirks, Laeske, Huffitenstr. 36. Quffitenstr. 28. Gartenftr. 74 Schulzendorfer Str. 17o. Der Vertrauensmann der Säker Berlins Sophien- Säle Sophlenstraße 17/18 und Umgeaend finden in den bekannten Lokalen für Berlin und Umgegend die Bezirks- Versammlungen statt. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen ersuchen 135/12 Die Obleute. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Gruppe: Bementierer, Einschaler u. Hilfsarbeiter Sonntag, den 13. Dezember 1908, vormittags 10 Uhr, im Lokal von Jannaschk, Infelstraße 10: Gruppe: Rabik spanner Montag, den 14. Dezember 1908, abends 8 Uhr, im Lofal von Jannaschk, Jufelstraße 10: Mitglieder- Versammlungen. Tagesordnung in beiden Bersammlungen: 1. Berichterstattung vom zehnten Verbandstag in Hannover. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 140/ 12* ( Querstr. d. Rosenthaler Str.) Bahlreiches Erscheinen aller in den beiden Gruppen arbeitenden empfiehlt feire 50-2000 Säle zu Berlammlungen und Vereinsfeftlich. Stollegen zu diesen Bersammlungen ist dringend notwendig, Die Gruppenvorstände. Berfonen faffenden feiten unter den fulantesten Bedingungen. A. JANDORF& Co Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Von Montag den 14. bis 10 Uhr abends geöffnet. Kottbuser Damm Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Soweit Vorrat Artikel von besonderer Preiswürdigkeil Fertige Handarbeiten Fischerleinen mit Fischerleinen reich Blenden garniert mit Börtchen garn. Schuhwaren Grösse: 21-24 25-26 27-30 31-35 Box- Calf Knopf- oder Schnürstiefel für Damen..... Besenhandtuch.... 2.95, 4.25 Küchenhandtuch.. 2.45, 2.95 Küchentischdecke 1.95, 2.95 Box- Calf oder Chevreaux Knopf- oder Schnürstiefel für Damen, Box- Calf Agraffen- oder Schnallen- Stiefel für Herren.. 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Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 292. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. Dezember 1908. Ein Blick in den ,, Geschäfts"-Betrieb eingeitent. der Gelben. Wie sich die Firma Siemens u. Halste und Siemens- Schudert durch ihre kleinliche Art der Produktion auszeichnet und dadurch auch gegenüber den anderen Großfirmen der gleichen Branche an Terrain bedeutend verloren hat, so zeichnet sie vor anderen Firmen fich auch aus dur chihre kleinliche Nadelstichpolitik gegenüber den organisierten Arbeitern. Die Firma Siemens u. Halste und Siemens- Schuckert wird jetzt schon von vielen anständigen Arbeitern gemieden. Nach und nach hat sie sich den Ruf als„ Taubenschlag" erworben und immer mehr bemüht sich die Firma, sich dieses Rufes würdig zu zeigen. Bekanntlich ist vor längerer Zeit durch einen bei der Firma bediensteten Herrn, für den zweifellos keine andere Beschäftigung sich vorfand( Abschieben ist bei hohen Konnektionen eine schwierige Sache), der gelbe Unterstüßungsverein" gegründet worden. " Unterſtügungsverein" ist gar kein schlecht gewählter Name. Tabei bleibt nämlich immer noch zweifelhaft, wen und was der Verein unterstüßen soll, ob die Firma oder die Arbeiter. Die Firma hatte sich start ins Zeug gelegt, um den neuen Verein am Leben zu erhalten. Auch direkte Geldzuwendungen find gemacht, um die Verpflichtungen des Vereins decken zu können. " Da nun auch der Bund" des Herrn Lebius auf dem Plan erschien( durch welche Umstände Herr Lebius ins Geschäft" tam, spielt hier keine Rolle, davon später einmal), glaubte man, die GeIegenheit sei günstig, dem Unterstübungsverein eine breitere Grundlage zu geben und damit auch eine größere Stabilität. Es wurde an die verschiedenen Verbände der Arbeitgeber geschrieben. Auch an die einzelnen Arbeitgeber. Aus verschiedenen Maßnahmen war zu ersehen, daß man die gelben Arbeiter nicht nur gewerkschaftlich, sondern auch politisch abfendern wollte. So zum Beispiel versuchte ein Verein, in dessen Vorstand Dr. Kose fist( Sekretär des Verbandes der Metallindustriellen), durch Vermittelung der gelben Führer die Mitglieder des gelben Unterstützungsvereins Siemens u. Halske für die jungliberale( 1) Bewegung einzufangen! Es zeugt dieser Versuch zwar von großer Maivität der Veranftalter, aber er ist doch unternommen. Der Versuch hatte natürlich ein negatives Ergebnis. Verschiedene Arbeitgeber sind auf die Verlodungen der gelben Drahtzieher hineingefallen und haben gelbe Versuche gemacht. Seitdem brodelt es in diesen Betrieben. Und wenn auch die gegenwärtige Krise zur Zurüdhaltung zwingt, Freude hat noch feiner diefer leichtgläubigen Arbeitgeber an seiner gelben Gründung gehabt. Auch in Zukunft wird es die erhoffte Freude nicht geben; des sind wir sicher. Aber wir haben auch keine Veranlassung, irgendwie ärgerlich über diese gelben, meist verkrachten Gründungen zu sein. Zeigt doch nichts flater, als eben diese gelben Gründungen, wes Geistes Kind diese beitgeber sind. Die Seele dieser ganzen gelben Bestrebungen war die Firma Siemens oder vielmehr der„ Astanische Direktor, wie der spiritus rector von den Gelben genannt wird. Die Nathanson, Lebius usw. find rem die Handlanger dieses Mannes. Dieser Astanische Direktor" vermittelte die Geldspenden der Firma Siemens für die gelbe Zeitung, für den Nachweis in der Chauffeestraße und für das von Lebius unterhaltene Bureau. Na, und daß wer den Draht gibt auch das meie to feggen" hat, ist bei diefen Leuten ja selbstverständlich, das braucht nicht erst nachgewiesen zu werden. Zeitungen bekämpften und die eine Richtung sagte:" Ihr betrügt ja die Arbeitslosen, Ihr fordert von den Arbeitslosen 50 Pf. und versprecht ihnen Arbeit, während Ihr in Wirklichkeit teine habt" die andere Richtung antwortete: Ja, Ihr macht ja dasselbe; nur nehmt Ihr nicht 50 Pf., sondern 70 Pf." In diesen gegenseitigen Vorwürfen charakterisiert sich das noble Geschäftsgebaren der Gelben aufs deutlichste. Und angesichts dieser einen Blüte der Tätigkeit der Gelben möchten wir den Unternehmer sehen, der sich nicht seiner Ver. bindung mit den Gelben schämt. Angesichts solcher Machenschaften ist aber auch zu begreifen, daß jeder anständige Arbeiter sich schämt, von seinen Kollegen als Gelber" angesehen zu werden. Mit den Worten:„ Du bist ein Gelber", brüdt jeder anständige Arbeiter seine tiefste Verachtung aus. Daraus aber ist es auch zu begreifen, daß die Arbeiterschaft sich die gelbe Schlammflut so weit wie möglich vom Leibe hält. Wer sich weigert, diesen Revers zu unterschreiben, wird nicht Sodana hat der Einzustellende 50 Pf. Aufnahmegebühr in die Kasse der Gelben zu zahlen. Hier wird also die Notlage der Arbeitslosen in der schamlosesten Weise ausgenußt, und das von Leuten, die in langen Schriften und umfangreichen Broschüren über den angeblichen Terror der Sozialdemokratie lamentieren. Hinterher kommt dann diese Gesellschaft und erzählt, wieviel Arbeiter sich freiwillig" von dem Terrorismus der freien Gewertschaften losgelöst haben. Während doch in Wirklichkeit die Unterschrift unter den Revers, soweit der Arbeitsuchende sich überhaupt dazu hergibt, nur erpreßt ist unter Anwendung der Drohung: Frig Vogel oder stirb." Die Zahlung von 50 Pf. pro Mann soll die Ebbe in den Kassen der Gelben beseitigen. So glauben die gelben Drahtzieher die Unkosten, die die Firmen Siemens usw. nicht mehr tragen wollen, auf die Schultern der Arbeiter abwälzen zu fönnen. Das heißt also: Mit den gelben Vereinen will man die Gewerk- Eine dauernde Bewegung ist die gelbe Bewegung nicht. Sie schaften umbringen und die Kosten dieser Henkertätigkeit zwingt wird an ihrer eigenen Unmoralität zugrunde gehen. Die Gelben man denen auf, die gehängt werden sollen. Möglich ist ein solcher selbst meinen es meist nicht aufrichtig mit der gelben Bewegung. Gedanke ja nur in Beiten großer Arbeitslosigkeit wie gegenwärtig. Und unter den Drahtziehern finden wir Personen, die persönlicher Interessant ist, daß diese geradezu schamlose Ausnußung der Vorteile wegen die gelbe Bewegung fördern und die mit derselben Notlage, in der sich viele Arbeiter infolge der großen Arbeitslosig- Ueberzeugungstreue" sich einer anderen Sache zuwenden, wenn sie feit befinden, von der Firma Siemens u. Halste und Siemens- ihnen mehr Vorteile verspricht. Diese Art Ueberzeugungstreue" ist Schuckert ausgeht, einer Firma, die bis vor kurzem bei Nichtein- es zweifellos auch, die verschiedene Meister und Werkführer der geweihten als besonders human und arbeiterfreundlich ver- Firma Siemens veranlaßt, auf die im Werk beschäftigten Arbeiter und schrien war. Arbeiterinnen einen Druck auszuüben, um Proselyten, das heißt Recht bezeichnend ist auch, wie die Gelben" in echter Roß- Mitglieder der Gelben, zu werben. Die Drohung der Entlassung täuschermanier mit Zahlen operieren. ist bei einer Weigerung das zweite Wort. Es sind das die Sorte Die bei Siemens, Flohr und einigen anderen Firmen zur Ein- von Meistern, welche nach oben friechen und nach unten frech und stellung kommenden Arbeiter müssen so, wie vorher geschildert, erst brutal auftreten. Alles in allem dürfen wir sagen: Die ganze gelbe ihren Tribut in Gestalt von 50 Pf. für die gelbe Bewegung ent- Schmutzwelle dokumentiert sich als ein Versuch, die organisierte richten. Auch auf dem Nachweis in der Gartenstraße müssen die Arbeiterschaft zu demoralisieren, einer Anzahl von Personen eine Betreffenden sich erst melden. So wenig nun der Arbeitsnachweis recht zweifelhafte Existenz zu sichern, und die Oeffentlichkeit zu der Kühnemänner in der Gartenstraße sagen darf, daß diejenigen, täuschen mit Mitteln des Reichslügenverbandes. Eine dauernde die auf diese Weise sein Bureau passieren, als von der Garten- Täuschung der Oeffentlichkeit und der Arbeiterschaft wird den straße vermittelt gelten, ebensowenig dürfte es der Nachweis" der Machern der gelben Bewegung ebensowenig gelingen, wie es dem Gelben. Während nun das Bureau in der Gartenstraße dieses auch Reichslügenverband gelungen ist. einsieht und, in Ermangelung von irgendwie in Betracht kommenden Zahlen wirklich vermittelter Arbeitskräfte, seine Berichterstattung an das reichsstatistische Amt eingestellt hat, sucht die „ Nachweisstelle" der Gelben die Oeffentlichkeit zu täuschen, indem diejenigen, die auf die oben geschilderte Art das Bureau der Gelben gezwungenerweise passieren müssen, als von dem gelben Nachweis bermittelt" registriert werden. " Und nun die Frage: Was ist denn nun das Resultat dieser gelben Tätigkeit? geber zu entsprechen? Das heißt, die Arbeiterbewegung zu forHaben die Gelben es vermocht, den Wünschen der Arbeitrumpieren und die Arbeiter gegenüber den Arbeitgebern widerstandsunfähig zu machen? Darauf kann mit gutem Gewissen geantwortet werden: Nein!" Die Arbeitgeber haben ihr Geld zum Fenster hinausgeworfen! Was nach der Richtung hin von den Gelben berichtet wird, ist vollständig falsch. richten, um die Arbeitgeber bei guter Laune zu erhalten, und um Aber die gelben Drahtzieher müssen so, wie es geschieht, bedie Quelle nicht versiegen zu lassen, aus der eine Anzahl Personen die Mittel zu ihrer Eristenz schöpfen. Auch die neueste Attraktion nüßt nichts. Es wird nämlich, wenn ein Metallarbeiter an die Firma Siemens schreibt, mit einer Postkarte geantwortet, auf der es heißt: Im Besiz Ihrer an die Firma Siemens- Schudert gerichteten Bewerbung vom... teilen wir Ihnen mit, daß gegen wärtig sämtliche Plätze bei der genannten Firma besetzt sind. Wir stellen Ihnen jedoch anheim, sich bei eintretender Arbeitslosigkeit in unserem Arbeitsnachweis, Gartenstraße 16-17, unter Vorlegung Ihrer Papiere zu melden. Geschäftszeit: Vorm. 8-1 Uhr, nachm. 3-6 Uhr. Hochachtungsvoll ( Stempel.) Vermischtes. Schwere Bauschäden am Straßburger Münster. Wie einst der Kölner Dom in seinem konstruktiven Bestande ge fährdet schien, so zeigt jetzt auch, wie aus Straßburg gemeldet wird, das Straßburger Münster plöglich beängstigende Schäden. obachtet worden, aus denen auf eine allzu starke Belastung An dem der Turmhalle zunächst liegenden Pfeiler der nördund Absprengungen belichen Hochschiffswand waren Risse dieses Pfeilers geschlossen werden mußte. Das Dombau amt ließ nun zunächst den kranken Pfeiler, der auch noch zum Teil das mächtige Gehäuse der alten Silbermannschen Orger trägt, vom Sockel bis zur Kapitalhöhe mit starken eisernen Bändern umgärten. Die dann angestellten Untersuchungen, hauptsächlich der Fundamente, südöstlichen Eckpfeiler des ausgebauten Nordturmes. Hier wurde führten zu einer Freilegung des benachbarten Turmpfeilers, dem nun festgestellt, daß etwa 2,5 Meter unter dem Fußboden eine 15 bis 18 Zentimeter starte Schicht des Mauerkörpers zum Teil in eine zähschlammige Masse verwandelt war, wodurch die Basis dieses Pfeilers natürlich bedroht schien. Diese Erscheinung ist schwer zu erklären. Man muß annehmen, daß sich die Zersetzung der Schicht, die offenbar nicht aus hinreichend festem Material bestand, im Laufe der Zeit unter dem ungeheuren Drude in Verbindung mit der eindringenden Bodenfeuchtigkeit vollzogen hat. Dieser veränderte Zu stand erstreckt sich auf mindestens ein Drittel des Pfeilerquerschnitts, der übrige Teil erwies sich glücklicherweise noch als gesund. Inzwischen hat nun das Dombauamt weitere umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen. Durch Einfügen von außerordentlich starken Holzkonstruktionen in zunächst liegenden Gurtbögen hofft man den betreffenden Turmpfeiler zu entlasten, um dann den gefchilderten Fundamentschaden beseitigen zu können. Bei der großen Bedeutung, die indessen den der Erhaltung der Baukunst dienenden Arbeiten zu kommt, hat man es für erforderlich gehalten, eine besondere Kon ferenz deutscher Dombaumeister nach Straßburg einzuberufen. Nun hat aber jede Herrlichkeit einmal ein Ginde. Sic transit gloria mundi" gilt auch hier. Und so wurde den eines Tages dem Herrn Lebius eröffnet: Es ist aus mit dem Gegeben. Nun gab ca zunächst eine kleine Verwirrung, die sich dadurch bemerkbar machte, daß Herr Lebius seinen Betrieb oder vielmehr den Betrieb seiner Frau einschränken mußte und eine Anzahl Sibungen des gelben Hauptquartiers fich mit der Frage beschäftigten: Was nun? Das bekannte Zerwürfnis Lebius- Baiersdorf und die Klagen vor dem Kaufmannsgericht gegen Hegrn Lebius sind ebenfalls auf das Versiegen der Geldquelle zurückzuführen. Die gewaltigen Anstrengungen, die gemacht wurden, um Geldstraße, um einmal zu sehen, wie weit das Spiel geht. In der zu bekommen, hatten längere Zeit feinen Erfolg. Die Zirkulare ( auf Deutsch Bettelbriefe), die an die verschiedensten Firmen betfchidt wurden, brachten nicht den erwarteten strom von Geld. So griff denn wieder die geheime Zentrale der gelben Bewegung ein, um das Schiff noch einmal flott zu machen. Im Betriebe der Firma Siemens u. Halste wurde schärfer darauf gesehen, daß diejenigen, die eingestellt wurden, den Arbeitsnachweis der Gelben passiert hatten. Ja, es wurde die Einstellung geradezu davon abhängig gemacht, daß der Betreffende den gelben Nachweis passiert Das hatte oder sollte wenigstens drei Wirtngen haben: Erstens ist mit dem Passieren des gelben Bureaus verbunden bie Unterschrift unter einen Revers folgenden Jhalts: Das ist die Praxis von Leuten, die niemals eine Beile wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld( Ortsverein Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. Erkläre meinen Beitritt zu dem dem Bund der gelben schreiben tönnen, ohne anderen Terrorismus, Erpressung und Berlin). Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, bei Eichhorn, Arb.- Vereine angeschlossenen nulterstübungsverein. Nötigung vorzuwerfen. Stoppenstr. 47: Mitgliederversammlung. Gehöre feiner Arbeiter- Organisation an, noch unterstüße Welcher Art die Moral der Gelben ist, geht wohl auch daraus Allgemeine Familien- Sterbekasse. Heute Bahl- und Aufnahmetag ich eine solche." als sich die beiden Richtungen der Gelben in ihren Aderstr. 123, im Restaurant von 3-6 Uhr. batte. Für die Hinterbliebenen der Opfer von Radbod. Nach einer Meldung aus Köln ergab die von der„ Köln. 3tg." veranstaltete Sammlung zugunsten der Hinterbliebenen der Opfer in Radbod insgesamt 260 838,70 M. Manchmal geht ja der Empfänger der Karte nach der GartenGartenstraße ist zurzeit auch nichts und man schickt den Bed treffenden nach der Invalidenstraße( früher Chausseestraße). Hat man den Arbeitslosen in der Invalidenstraße, dann glaubt man ge wonnenes Spiel zu haben. Es wird dem Betreffenden eröffnet, daß zurzeit zwar nichts ist, aber wenn in den nächsten Tagen etwas frei wird, dann könne er, der Arbeitslose, nur berücksichtigt werden, wenn er vorher Mitglied der Gelben" geworden ist. Das ist Bon abstürzenden Kohlenmassen verschüttet. Nach einer Meldung nun mit der Zahlung der erwähnten 50 Pf. verknüpft. Weigert aus Beuthen wurden auf der Gottessegen- Grube zwei Bergleute sich der Arbeitslose, dann wird ihm gedroht, er sei der sozialdemo- durch abstürzende Kohlenmassen verschüttet. Einer wurde als Leiche tratischen Gesinnung dringend verdächtig und man werde dafür sorgen, daß er teine Beschäftigung erhält. hervor, daß geborgen. 19 Weihnachts- Ausverkauf! Teppiche Gardinen Portieren Saalgrösse Salongrösse. Wohnzimmergrösse. Sofagrösse . • à 90, 65 a. 50 M. à 65, 40.30 M. Englisch Tüll Brüsseler Tüll.. • per Fenster von 2.50 M. • per Fenster von 4.75 M. à 35, 25. 20 M. Spachtel- Tüll à 14, 10 u. 6 M. Erbstüll Steppdecken Excelsior- Cloth à 8, 6.50 u. 4 M. Relief- Tüll.. Seidenart. Lasting doppelseitig à 12.75, 10 u. 8 M. Spachtel- Tüll Wollatlas- Lasting • .. • à 10, 7.50 u. 5 M. Seiden- Atlas und Serge. à 18, 15 a. 12 M. Läuferstoffe Brüssel und Tapestry Velour Holländer • •. • . Stores • • Band( Lacet) per Fenster von 10 M. per Fenster von 12 M. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Briz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 228/7 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Schulze Bahlstelle Südost, am 11. Dezember berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenballe des Emmaus- Friedhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/14 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 10. Dezember verstarb unser Mitglied, der Schankwirt Gustav Schwarz Kolonieftr. 47. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause St. aus nach dem PaulsKirchhof, Plößensee, statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/19 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6.Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. Dezember verstarb unfer Mitglied, der Bäder August Gluth Unflamer Straße 44. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. ElisabethKirchhofs in der Prinzen- Allee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 231/18 Der Vorstand. Zentralverband der Bäcker und Konditoren. Todes- Anzeige. Am Montag, den 7. Dezember, starb unser Mitglied August Gluth im Alter von 24 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 13. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des ElisabethFriedhofes, Wollantstraße 66, aus ftatt. 1356 Ortsverwaltung Berlin. Zentral- Verband der Schmiede. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Wilhelm Taudien nach langem schweren Leiden an Lungentuberkulose und Herzlähmung am 9. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Borsigwalder Kirchhofes aus ftatt. Um rege Beteiligung bittet 176/16 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und sorgsamen Vaters sagen allen Verwandien, Stollegen und Genossen unseren herzlichsten Dant.. Witwe Berfenhagen nebst Kindern. Am Mittwoch, den 9. Dezember nachmittags 5 Uhr, berstarb mein lieber Mann, unser guter Bater, der Schloffer Danksagung. Für die innige Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes jage ich allen Freunden und Bekannten, Hermann Nagel. insbesondere den Genossen des vierten Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 13. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Waldstr. 59 in Reinickendorf- West, aus statt. Witwe Minna Nagel und Söhne. Deutscher Wahlkreises sowie den Kollegen des Deutschen Holzarbeiter Verbandes, meinen herzlichsten Dank. Pauline Bell geb. Knauer. Danksagung. Für die Beweise der innigen Teil nahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders sagen wir allen Verwandten und Be fannten, besonders dem Meister und den Kollegen der Firma Schwark Metallarbeiter- Verband topff, anjeren besten Dank. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hermann Nagel geftorben tit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 13. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Neinidendorf, Waldstr. 59, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Georg Schmeichler gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Gethsemane- Kirchhofes, Nieder- Schönhausen, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 126/2 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Befannten bie traurige Nachricht, daß am 10. Dezember abends 11 Uhr unser lieber Bater, Schwiegerund Großvater, der Puger Familie Mock. Billigste Bezugsquelle gedieg. Trauergarderobe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Frankf. Str. 115. Genaue Beachtung meiner Firma u. Hausnummer geboten! Reste! Damentuche, schwarz und farbig. Costumes- Stoffe( neueste Muster, zu jeder Saison), Astrachan, Steinarbeiter beider Filialen( I u. II.) Donnerstag, den 17. d. M., abends 8%, Uhr: Billigstes Wahl des Lokalbeamten für Groß- Berlin Spezial- Haus im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Außerdem wird sich die Versammlung mit Fragen der Verfchmelzung zu beschäftigen haben. Pflicht jedes organisierten Kollegen ist es, fich an der Wahl zu 171/12 Die Ortsverwaltungen Berlin I u. Il des Zentralverbandes der Steinarbeiter. beteiligen. for Teppicheu.Gardinen am Platze! Dr. Schünemann 3mmungs- Krankentafe Massenverkauf! Svezial- Arzt für 45032 Hant- and Harnleiden, Franenkrankheiten. 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Dezember 1908, nachmittags 4 Uhr, im Lotale des Herrn Kube, Ate Jakobstr. 75, zur Bornahme der Wahl von fünfzig Arbeitgeber- Staffenvertretern für die Beerdigung: Montag, den 14. C. Pelz, Kottbuser 5. Bablperiode vom 1. Januar 1908 bis Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Stadtfriedhofes( an der Blanken Hölle"). Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puker. Unseren sowie den Mitgliedern bes Gesangvereins zur Nachricht, daß unser Mitglied Fritz Hannemann im Alter von 60 Jahren an bösartiger Nierengeschwulst am 10. Desember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 14. Dezember, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen balle des neuen Schöneberger Friedhofes( an der„ blanken Hölle") aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 135/13 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser treues Mitglied, der Arbeiter Straße Heinrich Franck Berlin, Brunnenstr. 185 Nr. 1401 Vollblatt Sumatra Decke ganz hell, 2te Lange unter 1 Pfd. deck., flotter schneeweißer Brand nur MIK: 2,90 verz. Mk. Geschäftsschluß 7 Uhr. 1911. Bekanntmachung. Abänderung des Statuts. Der§ 10 Abjak 1 in der Faffung 10. 4. bes VII. Nachtrages vom 08 22. 6. ist zu streichen und dafür zu Jezen: M. für den Weihnachtsbedarf. Riesenposten Die wöchentlichen Staffenbeiträge echter Plüschteppiche betragen: Für die Mitglieder der 1. Klaffe 0,96 • 2. 8. " 4. 0,48 0,33 0,24 Dieser Nachtrag ist am 21. November 1908 durch den Herrn Bolizeipräfidenten genehmigt und tritt vom ersten Montage nach der Bekanntmachung, am 14. Dezember 1908, in Kraft. Der Vorstand. 280/19 JA: B. Güth, Vorsitzender. Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verbütung und Beseitigung von Dr. med. 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Die Arbeitgeber können fich auch bei der Wahl durch einen ihrer Betriebsbeamten das heißt einen in ihrem Gewerbebetrieb tätigen Geschäftsführer, Buchhalter, Inspektor, Dberfellner vertreten laffen. Von der Bertretung ist dem Kassenvorstanbe vor der Wahl gegen Vorlage einer Bollmacht Anzeige zu machen.( Vgl. § 38a Str.- B.- 6.) Ms Legitimation gilt bie lette Beitragsquittung, jedoch wird die Wahlberechtigung auch durch von der Max Jacoby, Strelitzerstr. 52. Stassenverwaltung aufgestellten Arbeit Billige Rohtabake. W. Hermann Müller, Berlin, Magazinstr. 14. Sumatra Decke Nr. 6198 a 1,70 M. berzont. Java- Sumatra Nr. 6195 a 2,50 M. berzollt. 44652* Bollblätter mit guten Farben und ffeinem Brande. 5 Minuten ab Bahnhof Kaulsdorf 20 Pfennig- Tour. Friedrich Schulz R. v. 12 MK. an. im Alter von 51 Jahren ver storben ist. 58/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mon tag, den 14. Dezember, nachmittags 24, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin II. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin Sektion d. Gips- u. Zementbranche. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Rabig Spanner Richard Pittelkau am 10. Dezember nach kurzeni Krantenlager im Alter bon 45 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, ben 13. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Scanten hause Friedrichshain, Landsberger Allee, aus nach dem Lichtenberger Gemeinde- Friedhofe statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/13 Der Sektionsvorstand. Blumen- und Kranzbinderei Erstes Charlottenburger On Aug. Krause Beerdigungs- Kontor Wienerstraße 7. Sarg- Magazin Bereinskränze, Palmen Arrangements. Kirchstr. 30, Ecke Grünstr. Girlanden usw. liefere zu den billigsten Preisen. 16462* Billigste Quelle Charlottenburge. Vertreter auf unserem Terrain. 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Das Rammergericht anerkannte diesen Standpunkt und sprach seit Mitte der achtziger Jahre solche Wäter von der Anklage der Schulverfäumnis frei. Die Rechtsprechung des Kammergerichts wurde jedoch geändert, seitdem das v. Bossesche Schulregiment wieder schärfer den Religionsunterricht als eins der Mittel erklärt hatte, Unterwürfigkeit dem Vollsschulkinde anzuerziehen. Das Kammergericht sprach nunmehr, wie aus dem bekannten Fall unseres Genossen Adolf Hoffmann erinnerlich sein dürfte, denselben Vater der Schulver fäumnis, begangen durch Fernhaltung seiner Kinder vom Religionsunterricht der Schule, schuldig, den es wenige Jahre zuvor in dem völlig gleichliegenden Falle freigesprochen hatte. Der entschiedene Fall lag wie folgt: Soziales. religiösen) Gemeinden des Herzogtums Nassau. Das Bestäti- die höchste preußische Instanz. Sie spricht flar aus: Der Grundsatz gungsschreiben sage in Uebereinstimmung mit der ministeriellen Gewiffensunfreiheit gilt für ganz Preußen. In der Türkei pflegen Resolution: Es wird eröffnet, daß infolge der in der landesherr- die Gerichte ihren Urteilen die Formel beizufügen: Allah weiß es deutschkatholischen Gemeinden des Herzogtums hinsichtlich ihrer lichen Proflamation vom 5. März 1848 erteilten Zusicherung die besser. tirchlichen Verhältnisse und ihrer Stellung im Staat den übrigen anerkannten christlichen Konfeffionen im allgemeinen nunmehr gleichzuhellen feien, und daß die Beschränkungen nach der Resolution vom 9. September 1846 wegfielen, daß demzufolge insbesondere Kurz oder lang? bei einer Gemeindevertreterwahl. dem rubrizierten Gesuche der Gemeinden willfahrt werde: 1. be- Doß zu einer Gemeindevertreterwahl überhaupt kein Wähler züglich des Zugeständnisses des Korporationsrechtes und der von erscheint und der Gemeindevorsteher als Wahlvorsitzender'den Felds den Bittstellern für ihre Religionsgesellschaft gewählten Benennun- hüter( Gemeindediener) auf die Suche nach Wählern schickt gen" Deutschkatholische Gemeinde"; 2. bezüglich der Aufhebung dieser seltene Fall ist in dem kleinen rheinischen Orte Nattenheim der den Aemtern übertragenen Beaufsichtigung mit den dadurch passiert. Auf diese Weise kamen denn auch bei den regelmäßigen angeordneten Beschränkungen; 3. bezüglich der Anerkennung der Ergänzungswahlen vier Wähler zusammen, zwei der dritten Andachtsübungen als öffentlichen Gottesdienstes und 4. betreffs Abteilung und je einer der zweiten und ersten Abteilung. In jeder Gestattung der Trauung durch deutschkatholische, von der Gemeinde Abteilung wurde ein Gemeindevertreter gewählt". In der dritten gewählte ständige Geistliche."-- Hierdurch seien in Nassau die Abteilung mußte das Los entscheiden, da jeder der beiden Kandi Seutschkatholischen( freireligiösen) Gemeinden hinsichtlich ihrer baten eine Stimme hatte. Die Rose bestanden in einem kurzen und kirchlichen Verhältnisse und der Stellung im Staate den übrigen einem längeren Streichholz. anerkannten Konfessionen vollständig gleichgestellt worden. Der Gemeinderat von Nattenheim Religionsunterricht in der Schule, wo nur evangelischer und katholi- dem Einspruch des Brennerzibesizers Sümeler für gültig und Am erklärte die Wahlen von Grad und Geri( drei Landwirte) entgegen fcher Unterricht erteilt wurde, hätte Angeklagter sein Kind nicht Kreisausschuß und Bezirksausschuß entschieden im selben Sinne. teilnehmen lassen brauchen; die Dissidenten im ehemaligen Herzogtum Nassau fönnten dazu nicht als verpflichtet erachtet werden. Staatsanwaltschaft Revision ein. Gegen dies logisch und rechtlich schlüssige Urteil legte die -Das Oberverwaltungsgericht hob aber dieser Tage das Urteil auf und erklärte die Wahlen mit folgender Begründung für ungültig: Daß die Bekanntmachung der Wahlen, die durch einmaliges langer Verhandlung und Beratung das Urteil auf und verurteilte Zukunft wünschenswert. Und wenn auch die Art und Weise, wie Der erste Straffenat des Kammergerichts hob nach ftunden- nicht dargetan. Immerhin sei eine befiere Bekanntmachung für die Ausschellen erfolgte, nicht ortsüblich gewesen sei, sei allerdings Gersbach auf Grund der Schulordnung von 1817 wegen Schul- das Los gezogen sei, noch nicht die Stassierung der Wahl nach sich berfäumnis des Sohnes zu der Mindeststrafe von 72 Pfennig. Beziehen müßte, sei sie doch eine fol.he, daß man nur wünschen könnte, Landgericht angenommen, daß die freireligiösen Gemeinden des Wahlvorstandes ausgeschlossen sein. Beim Ziehen von verschieden gründend wurde unter anderem ausgeführt: Zu Unrecht habe das sie würde nicht wiederholt. Beim Losen müsse eine Einwirkung des Herzogtums Nassau den staatlich anerkannten beiden großen christ- Wahlvorstandes ausgeschlossen sein. Beim Ziehen von verschieden lichen Konfessionen vollständig gleichgestellt seien. Bielmehr fei, langen Streichhölzern f das faum anzunehmen. Ungültig seien ausgehend ven den 1848 üblichen Begriffen, nur gesagt worden, die Wahlen aber deshalb, weil der Gemeindevorsteher als Wahlvor. daß in den rubrizierten vier Punkten( siehe oben), um deren Klar- fteher sein Mandat überschritten habe. Wenn der Wahlvorsteher stellung von den deutschkatholischen bezw. freireligiösen Gemeinden erst durch den Feldhüter die Wähler zusammenbringen lasse, um gebeten worden sei, die Anforderungen bewilligt würden. Der überhaupt eine Wahl zustande zu bringen, dann sei das eine Ueber. Satz wegen der Gleichstellung mit den anerkannten christlichen schreitung seines Mandats, die Wahl zu leiten. Es möge ja sein, Ronfessionen sei nur eine einleitende Bemerkung des Staats- daß in einzelnen Fällen das Heranholen von Wählern eine Wahl ministeriums gewesen, der Gefeteskraft nicht zukomme. Aus der noch nicht ungültig mache, wenn es etwa durch andere erfolge oder Proflamation bom 5. März 1848, die infolge der revolutionären wenn der Fall ganz unverfänglich liege. Aber hier, wo die Wahl Vorgänge verschiedene Freiheiten versprochen habe, werde in der lediglich zustande gekommen sei dadurch, daß der Wahlvorsteher Ministeriairesolution und dem Bestätigungsschreiben vom 18. bezw. durch den Feldhüter die Wähler habe zusammentrommeln lassen, 28. Oftober 1848 die Folgerung hergeleitet, daß die deutschtatholi. seien die Voraussetzungen der Gültigkeit einer Wahl nicht gegeben. schen Gemeinden den anerkannten Konfessionen gleichzustellen seien. Die Wahlen hätten darum für ungültig erklärt werden müssen. Das heiße nicht, sie würden gleichgestellt, sondern es sei nur ein Programmsatz für das, was später werden sollte. Man fönne auch der nirgends publizierten Verfügung keine gefeßgeberische Wirkung beilegen. Sie habe feineswegs Recht gefchaffen, sei fein gefeßgeberischer Aft, sondern lediglich ein Verwaltungsaft. Mit Bezug auf den Angeklagten folge daraus, daß er seinen Sohn nicht von dem Religionsunterricht in der Schule hätte fernhalten dürfen, ohne eine Genehmigung au haben, und daß er nach§ 52 der nassauischen Schulordnung zu bestrafen sei. Es gab aber noch ein ledchen in Preußen, in dem wenigstens der Unterricht durch einen freireligiösen, deutschkatholischen Prediger von der Teilnahme am Religionsunterricht in der Volksschule befreite: das Gebiet des ehemaligen Herzogtums Nassau. Am Donnerstag hat das Kammergericht auch für dieses annettierte Bändchen die föniglich preußische Gewissensunfreiheit proflamiert. In Griesheim a. M., das zum Gebiet des ehemaligen Herzog tums Naſſau gehört, besuchte der Sohn des Diffidenten und Mitgliedes der freireligiösen( deutschkatholischen) Gemeinde, Gersbach, die Volksschule. Den Religionsunterricht in der Volksschule verfäumte der Knabe. Er wurde vom Prediger der deutschkatholischen ( freireligiösen) Gemeinde für Frankfurt a. M. unterrichtet. Wegen Versäumung des Religionsunterrichts in der Schule wurde der Bater mit einer Schulversäumnisstrafe bedacht, und zwar auf Grund der allgemeinen Rassauischen Schulordnung von 1817. Das Landgericht in Wiesbaden sprach jedoch den Angeklagten frei. Es führte u. a. aus: Für die Schulverhältnisse im ehemaligen Herzogtum Nassau sei maßgebend die allgemeine Schulordnung vom 24. März 1817, die auf Grund des Edikts vom gleichen Tage erlassen sei. Nach der Schulordnung gehöre die Religion au den Gegenständen, die in jeder Volksschule gelehrt werden müsse. Für Nassau sei jedoch durch die Verfassungsurkunde von 1814 die voll tommenste Duldung religiöfer Meinungen und freier Uebung jedes Gottesdienstes gewährleistet worden. Auch bestiame§ 59 Abs. 2 der Schulordnung, daß die Kinder von Eltern, die nicht der Kone fession des Lehrers angehörten, nicht an dessen Religionsunterricht teilnehmen brauchten, sondern solchen vom Lehrer oder Geistlichen ihrer Konfession erhielten, worüber die Eltern zu befinden hätten. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft solle fich das nur auf die beiden staatlich zugelassenen Konfessionen beziehen. Das würde aber nicht mit dem Grundfah vollkommenster Duldung vereinbar sein. Aber selbst wenn die Staatsanwaltschaft mit Bezug auf§ 59 Abs. 2 der Schulordnung recht hätte, so wäre entscheidend eine Das ergangene Urteil steht in vollkommenstem Widerspruch zu Ministerialresolution vom 18. März 1848, die die landesherrliche den früher vom Kammergericht anerkannten, oben fura gestreiften Genehmigung gefunden habe, und das bezügliche Bestätigungs- Grundsäßen und liest aus der entscheidenden Ministerialresolution schreiben der nassauischen Landesregierung vom 28. März 1848.( bergleide oben insbesondere") heraus, was flar darinnen steht. Diese seien ergangen auf ein Gesuch der deutschkatholischen( frei- Indessen das Kammergericht ist für Auslegung preußischen Rechts Salem AleikumZigaretten :: keine Ausstattung, nur Qualität. Preis: No. 3 4 5 6 8 10 31 4 5 6 8 10 Pf d. St. Echt mit Firma: $ Orientalische Tabak- und Zigaretten- Fabrik 23 :: 20/18 Yenidze". WA Deutschlands größte Fabrik für HandarbeitKassenbäder feber Art Angusta. Atelier für künstlichen Bad, Ropentderstr. 60 Zahnersatz Zahnziehen, Plombieren. Alfred Faustmann, Waldemar. Zigaretten. Leistungsfähigste Bezugsquelle Mr Woll-, Haar- and Seidenhüte nur moderner Formen, 20-25 Proz. unterm Ladenpreis.. Ein Posten modernfter Sport- und Hausmützen( Form Beppelin) a Stüď 45 Pf. selt 1885 HolzmarktHut- Engros- Alvin Sußmann, Straße 38. partere. Straße 49. Geschäft von ** Für Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere Sprechmaschinen selbstspielende Musikwerke in großer Auswahl. 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Aus diesem fümmer lichen Obdach soll nun der Landrat dem Aermsten mit Gewalt die Kochmaschine und einen fleinen Ofen haben entfernen und zur Deckung der dadurch verursachten Kosten eine Biege haben pfänden lassen. Sollen die Polen durch unerhörte Schikanen zum Aeußersten getrieben und Zustände heraufbeschworen werden, wie sie sich gegen wärtig wieder in Böhmen abspielen? A. Bekanntmachung! 2009 Wegen Vergrößerung und Umzugs nach meinem Hause Brunnenstraße 56 großer Räumungs- Ausverkauf, daher sehr günstige Gelegenheit für Weihnachts- Einkäufe. Kostüm mit langer Jacke.. V. M. 7.50 Jacketts u. Paletots schwarz u. farbig, nur schicke Fassons, auch 1. starke Damen v. M. 6.50 futter, lang . Seidenplüsch, Breitschwanz u. Astrachan auf SeidenKostümröcke und Blusen in großer Auswahl V. M. 14.75 . v. M. 1.75 V. M. 2.25 Kindermäntel, Jacketts u. Kleider für jedes Alter, nur moderne Fassons. 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Man erkennt daran aber auch, daß es unmöglich ist, wirklich gute, dauerhafte Taschenuhren zu den Spottpreisen zu liefern, zu denen die Reklame sie anbietet. Wer sich eine gute Uhr anschaffen will, die nicht nach wenigen Jahren den dreifachen Einkaufspreis an Reparaturkosten verschlingt, der besichtige unser Uhrenlager. Wir haben durch den Vertrieb reeller Waren zu billigsten Preisen ein Weltgeschäft aufgebaut, und man kann sich darauf verlassen, daß die Ware von solcher Qualität und se hergestellt ist, daß sie in jeder Weise empfohlen werden kann. * 999999 2 von 82 Gramm M. aufwärts bis 585/1000 gestempelt. Das Goldgewicht in Gramm ist auf jedem Etikett aufgedruckt. 100 Gramm. Sonntag bis 8 Uhr geöffnet, Wochentag bis 10 Uhr. Nichtgefallendes wird bereltwilligst umgetauscht. Bei uns gekaufte Brillanten werden In angemessener Zeit zum vollen Kaufpreis gegen Brillanten in Zahlung genommen. Str. 292. 25. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. Dember 1908. Partei- Angelegenheiten. Sweiter Wahlkreis. Heute Sonntag beginnt bei Rabe, Fichteftr. 29, die Bücherausstellung. Es werden ausgestellt Jugendschriften, sozialistische Literatur, Klassiker, Spiele usw. Die Ausstellung findet bis Sonntag, den 20. Dezember, statt und ist geöffnet an den beiden Sonntagen von 2-8 Uhr und an den Wochentagen von 2-9 Uhr. Eintritt ist für jedermann frei. Wir bitten alle Freunde und Genossen, diese Ausstellung mit ihren Kindern zu besuchen; speziell werden die Frauen gebeten, die Wochentage zu benutzen. Der Vorstand. 6. Wahlkreis. Sonntag, den 13. Dezember: Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen bei Raabe, Kolberger Straße 23; Referent Genosse Müller( Parteivorstand). Dienstag, den 15. Dezember: Versammlung für die weiblichen Mitglieder bei Wilte, Brunnenstr. 188, Vortrag der Genossin 3iez:" Der Kampf der Frauen um StaatsbürgerCharlottenburg. Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8½ Uhr, findet im„ Volkshause" die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Kunert Berlin. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. rechte". 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. aus der Landestirche" referiert. " Der Vorstand. Schöneberg. Heute, Sonntag, nachmittags von 4-8 Uhr ist im Tunnel von K. Großer, Meininger Straße 8 die Jugendschriftenausstellung geöffnet. Am Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr, findet in der Schloßbrauerei eine öffentliche Versammlung statt, in der Landtagsabgeordneter Genosse Adolf Hoffmann über beraus Wilmersdorf. Morgen, Montagabend 8 Uhr, findet im Wilmersdorf. Morgen, Montagabend 8 Uhr, findet im " Luisenpart", Wilhelmsaue 112, eine Sibung der Funttio. näre und der anderen bei der Wahl beteiligten Parteigenossen statt. Es wird von allen in Betracht kommenden Genossen erwartet, Daß fie rechtzeitig zur Stelle sind und das in ihrem Besitz befindliche Material mitbringen. Das Wahlkomitee. Lichtenberg. Am Dienstag, den 15. Dezember, finden zwei Boltsversammlungen statt, und zwar im Lokale von Paul Saywarz, Dorfstraße, und Lichtenberg- Ost im Lokal Eitelstraße 70. Berliner Nachrichten. Vom Tannenbaum. zahlte S. die Miete im vollen Vetrage von 20 Mt., aber auch jest Sofort nach Zustellung der Klage, am 13. desselben Monats, noch wurde wenigstens die Klage auf Ermiffion aufrechterhalten und durchgeführt. Gemäß den Bes Stimmungen der Mietsverträge, die der Verein mit seinen Mietern vermietenden Verein das Recht, sofortige Räumung zu verlangen. Auch durch schleunigste Nachholung der verabsäumten Zahlung wird dieses Recht nicht etwa aufgehoben, und so mußte vom Gericht ganz nach Wunsch des Vereins der Mieter S., obwohl er dem Verein die Miete für den laufenden Monat auf Heller und Pfennig bezahlt hatte, zur Räumung berurteilt werden. mußte noch vor Schluß des Monats, des vorletzten vor Ablauf seines Heim umsehen. Nach den Vertragsbestimmungen blieb er aber Mietsvertrages, die Wohnung räumen und sich nach einem anderen noch haftbar für die Miete bis zum Ablauf des Vertrages, der ja durch die Ermission feineswegs außer Kraft gefeßt worden war. Und wirklich ließ der Verein durch seinen Rechtsanwalt später auch noch die Miete für den letzten Monat einfordern. S. Spandau. Am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8% Uhr, I im Gebiete der Paul- Gerhardt- Gemeinde( einem Zeile der Schön findet im Lokal von Gottwald, Schönwalder Straße, die General- hauser Borstadt außerhalb der Ringbahn) über das fittliche Ver bersammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht des halten eines vermeintlichen Armenvorstehers umliefen. Alle Borstandes; Vornahme der gesamten Neuwahlen; Verschiedenes. Armenvorsteher dieses Stadtteils hatten den sehr begreiflichen Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedsbücher. Wunsch, den häßlichen Verdacht zu beseitigen, in den fie Der Vorstand. durch das Gerücht gebracht worden waren. Die Ermittelungen führten dann dazu, daß zwei Frauen den Kaufmann Vor pahl, Schönhauser Allee 116, als den Schuldigen nannten. Dieser Herr ist nicht Armenborsteher, sondern er erfreut sich, wie gesagt, der Würde eines Kirchen ältesten der Paul. Vor Jahren war's. In Berlin herrschte eine schreckliche Gerhardt- Gemeinde. Herr Borpahl hat inzwischen gegen Not an Weihnachtsbäumen. Drei Tage vor dem Feste gingen Herrn Noack, durch dessen Vorgehen er sich beleidigt fühlt, Anzeige die Baumpreise rapide in die Höhe. Große Bäume waren erstattet. Hoffentlich kommt der Prozeß zu stande, damit volle Aufhöfen sollten beträchtliche Posten lagern. Aber der Kleinwohl noch am Blaze. Besonders auf verschiedenen Bahn- tlärung herbeigeführt wird. handel griff nicht mehr zu, weil die Preise zu hoch waren. Ich in Berlin, der die Mietsfasernen der straße 139-142, So handeln Christen! Der„ Verein für die Armen hatte nicht rechtzeitig genug gekauft, weil ich bei meinem Bernauer Straße 111-114c, Müllerstraße 53 schmalen Geldbeutel hoffte, daß die Preise billiger werden bis 53a, Türkenstraße 1-5 befitt, hatte vor einiger würden. Tausende hatten ähnlich so falkuliert. Buguter- Beit gegen einen im Hause Türkenstraße 5 wohnenden Arbeiter lett blieb mir nichts anderes übrig, als auf die ziemlich S., weil der an einem Monats ersten die Miete nicht sichere, wenn auch sehr mäßige Weihnachtsgratifikation zubie Alage auf Mietezahlung und zugleich auf Ermission eingereicht. pünktlich hatte zahlen können, binnen wenigen Tagen warten, und fünf Minuten vor dem Fest, wenn anderwärts Wir müssen heute auf diese bereits zweimal von uns besprochene schon überall der Lichterbaum strahlte, für hohes Geld auf die Angelegenheit erneut zurückommen und zu besserem Verständnis Suche zu gehen. Es fam, wie feiner ahnen konnte. Unter auch die Darstellung ihres Verlaufes wiederholen. sechs Mark war nirgends das kleinste Bäumchen aufzutreiben. Die kleinen Geschwister hatten mich vom Geschäft abgeholt. Nun standen sie am Weihnachtsheiligabend bitterlich weinend mit mir auf der Großstadtstraße, sahen trostlos immer wieder zu mir auf und weinten in kindlicher Einfalt, daß ich doch ein Behnmarkstüd für einen großen Baum springen lassen sollte. Wir könnten ja das unterste Ende als Brennholz benußen und die Spite als Weihnachtsbaum auspußen. Nein, ihr Lieben, dazu war das Weihnachtsgeld bei zehn bis zwölf Stunden täglicher Arbeitszeit denn doch zu schwer verdient. Mit den fünfundzwanzig Mark, für uns ein kleines Vermögen, sollte in der Wirtschaft gar manches Loch zugestopft werden. Aber natürlich, ein Weihnachtsbaum mußte da sein. Friedenau. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet Von Straße zu Straße wanderten wir, gaben den Händlern am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, im Rheinschloß", die schönsten Worte, uns für wenige Mark einen großen Rheinftr. 60, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. Baum abzulassen, den er ja doch nicht mehr verkaufe. Oft 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Vereinsange- mit harten Reden fuhren sie uns an. Lieber ins Feuer damit, legenheiten und Verschiedenes. Die Mitgliedsbücher sind mitzu- als die Reste verschleudern! Ich glaube, in dieser ewiglangen bringen. Der Vorstand. Stunde, wo mir meine Armut greifbar nahe vor Augen Das alles tat dieser sogenannte, Verein für die Ar. Stralau. Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, findet ſtand, habe ich das Weihnachtsfest in die Hölle gewünscht und men", der seinen Mietern verspricht, gegen fie bei ein. in den„ Markgrafensälen", Markgrafendamm 34, eine Voltsver. sammlung statt. Tagesordnung Stirche, Schule und Arbeiter". alle Weihnachtsbaumhändler gehaßt. Die Zähne zusammen- Mietsverträge, wie die des Vereins, durch die ihm die Mieter auf fammlung statt. Tagesordnung Kirche, Schule und Arbeiter". gebiffen, nahm ich beide Geschwister unter den Arm, versprach Gnade und Ungnade ausgeliefert werden, find in Berlin auch bei Referent: Genosse Paul Göhre. Der Vorstand. Treptow- Baumschulenweg. Am Dienstag, den 15. Dezember, ihnen goldene Berge für den fehlenden Richterbaum. Siedend privaten Hausbesitzern üblich. Aber die Vertragsbestimmungen abends 8% Uhr, findet im Saale Bur Radrennbahn", Elsenstraße, heiß stieg es mir auf, langsam rannen mir die Tränen übers fo gegen einen Mieter auszunüßen, wie hier der„ Verein für die eine Volksversammlung für den Ortsteil Treptom statt. Genosse Gesicht ich weinte um meine lieben Kleinen, denen die Armen" es getan hat, das bringt selbst mancher private Hauss A. Störmer spricht über das Thema:" Arbeiterschaft und Kirche". Weihnachtsfreude verdorben war. Mir graute vor dem besizer nicht fertig. Sollen wir's für möglich halten, daß nichts Augenblid, da ich ohne Tannenbaum ins Haus trat. Nicht zahlung die Verzögerung um ganze 12 Tage- den Anlaß der die Unpünktlichkeit Freie Aussprache. Seute findet von den bekannten Bezirkslokalen aus eine Flug mal diese einzige Freude konnte sich die Armut leisten. Noch zu solchem Vorgehen gegeben hat? Allerdings hatte man im pause blattverbreitung statt. Der Vorstand. einmal seh ich mich prüfend um, als ob unser Weihnachts- noch einiges andere an dem Mieter S. auszusehen gehabt. Bom Briz- Budow. Heute, Sonntag, findet von den bekannten baum vom Sternenhimmel fallen solle, und stieß gleich darauf Verwalter Jahnke war es gerügt worden, daß S. den Vor. Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt. Dienstag, den einen Freudenschrei aus. Da stand ja unsere Weihnachts- wärts" las, was im Hause des Vereins für die Armen" 15. Dezember, abends 29 Uhr, bei Weniger, Vereinsversammlung. tanne, fertig gepust mit bunten Glaskugeln und Lametta nicht geduldet werden können. Herrn Jahnkes dreiste Zumutung, 1. Vortrag des Genossen M. Grunwald über:" Die Bildungs- und strahlenden Lichtern... drüben im Schaufenster des den" Borwärts" abzuschaffen, wurde von S. selbstverständlich zurüd bestrebungen der Arbeiterschaft". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kaufmanns. Wie der Blik war ich über die Straße und gewiesen., Ginige Tage nach diesem erfolglosen BevormundungsDer Vorstand. versuch wurde vom Kaufmann Hosemann, dem Vertreter des Ver Ober- Schöneweide. Die Mitgliederversammlung des Wahl- drinnen im Laden, Bruder und Schwester hinter mir her- eins gegenüber den Mietern, G. schriftlich aufgefordert, je in vereins findet Dienstag, den 15. Dezember, abends 8½ Uhr. im ziehend. Was ich alles gesagt habe... ich weiß es nicht sündchen abzuschaffen, das er der Hausordnung zuwider Wilhelminenhof" statt. Vortrag des Genossen Wermuth über mehr. Aber die flehenden Bitten aus drei Augenpaaren halte. Auch dieser Aufforderung leistete S. nicht Folge, weil er sie " Die Pariser Kommune" und Bereinsangelegenheiten. müssen wohl den Händler gerührt haben. Herrgott, er wollte nicht ernst nahm. Doch in der Klage wurde nichts von diesen gerade den Laden schließen, die Tannenbaumlichter auslöschen Differenzpunkten vorgebracht. Was war da der Grund, na ch und daheim im trauten Familienkreise sein Weihnachtsfest 3 ahlung der Miete auf Egmission zu bestehen? feiern. Und sein Tannenbaum stand dann einsam, ohne glück- feine Fahne geschrieben, und in seinen Häusern wird es gern Der Verein für die Armen" hat das Christentum auf liche Menschen, im dunklen Laden. Wer weiß, ob Hunderte gesehen, daß auch die Mieter sich eines gottesfürchtigen Lebens. von Geschäftsleuten meine Bitte, die mir ein guter Geist ein wandels befleißigen. Fromme Christen sind es, die so han. gab, erfüllt hätten. Der hier hatte ein Herz. Für eine belten, wie wir es oben geschildert haben. Dem gottlosen einzige Mark, für einen Spottpreis, gab er mir den ganzen Sozialdemokraten ist es teuer zu stehen gekommen, daß Baum, wie er dastand. Und ich glaube, er hat mit dem be- er in ihr Haus hineingeraten war. Nach erfolgter Ermission sollten feligenden Gefühl, uns in letter Stunde den Weihnachts- zunächst die Gerichtskosten von ihm eingezogen werden. Da S. nicht zauber erhalten zu haben, fast ein schöneres Fest unterm fogleich zahlen konnte, so wurde gepfändet, und schließlich mußte Tannenbaum gefeiert als wir Beglückten selbst. er für Gerichtskosten nebst Pfändungsgebühren 17,35 M. Hingeben. Später kam dann die Aufforderung, 20 M. Miete auch für den einen Monat zu entrichten, in dem er die Wohnung gar nicht mehr hatte benußen dürfen, sowie nochmals 1,45 M. Gebühren zu er legen. Der aufs neue drangfalierte S. richtete an den ihn mahnen. den Rechtsanwalt des Vereins die Bitte, man möge ihm geben: Sehr geehrter Herr! In Sachen mit„ Verein für die genden Bescheid, den wir in seinem wunderlichen Wortlaut wieder Armen"" teile ich Ihnen ergebenst mit, daß mit Rücksicht auf die in den sozialdemokratischen Zeitungen eingefeßten Artikel Ihrem Gesuch um Erlassung der Miete pro September 1908 nicht Folge gegeben werden kann; ich ersuche um Zahlung der Miete binnen Tagen zur Vermeidung der Klage. Hochachtungsvoll Märker, Justizrat." Der Vorstand. Marienfelbe und Umgegend. Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, findet bei Berger eine Boltsversammlung statt, in der Genosse Reichstagsabgeordneter 3 u beil über„ Das persönliche Regiment" referieren wird. Der Vorstand. Karlshorst. Heute, Sonntag, den 13. Dezember, findet pünktlich vormittags 8 Uhr eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen der Nordseite treffen sich bei Sabrowski, Treskowallee, die der Südseite bei Fr. Bartels im„ Fürstenbad". Der Vorstand. Biesdorf. Heute, Sonntag, Flugblattverbreitung. Treffpunkt bei Gustav Berlin. Grünau. Die Wahlvereinsversammlung findet am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8% Uhr, in der Grünen Ede" statt. Auf Die Wahl Mugdans zum Stadtverordneten der Tagesordnung steht ein Referat des Arbeitersekretärs Genossen hat türzlich im Verein der Staatsbürger jüdischen Glaubens zu E. Brückner über„ Rechte und Pflichten aus der Krankenversichetretender Geldberlegenheit Nachsicht zu üben! weiter als " Miete. rung". Beiträge werden in der Versammlung entgegengenommen. Bereinsmitgliedern, speziell einem Vorstandsmitgliede, heftige Vors die Zahlung der 20 M. erlassen. Er bekam den fol. Der Vorstand. Friedrichshagen. Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8% Uhr, im Restaurant Lerches Bürgersäle, Rundteil: Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Direktors Pauli über: Feuerbestattung"( mit Vorführung eines Apparates). 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Tempelhof. Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8% Uhr, findet im Wilhelmsgarten, Berliner Straße 9. eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Obst über: Schule und Kirche". Der Vorstand. Tegel. Am Dienstag, den 15. Dezember, abends 8½ Uhr, findet in Jul. Klippensteins Lokal, Spandauerstr. 4, die Mitgliederbersammlung des Wahlvereins statt. Vortrag über„ Das Genossenschaftswesen". In dieser Versammlung wird die Broschüre über " Das persönliche Regiment im Reichstag" an alle Mitglieder gratis verteilt. Gleichzeitig werden die Mitglieder nochmals auf die Jugendschriftenausstellung hingewiesen. Der Vorstand. Bankow. Heute vormittag findet von den bekannten Lokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Der Vorstand. Nieder- Schönhausen. Die Parteigenossen und Genossinnen werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die im Jugendschriftenverzeichnis aufgeführten Bücher sämtlich durch den Vorsitzenden, Genossen E. Hellrich, Waldowstr. 28b, bestellt werden können; es ist für schnellste Lieferung Sorge getragen. Es wurden einigen würfe gemacht darüber, daß sie mit ihrer Unterschrift für Mugdan die Wahl eines Mannes gefördert hätten, der als getaufter Jude antisemitische Tendenzen vertrete. Herrn Mugdan scheint der Stadtverordnetenwahlkampf sehr ver schnupt zu haben, denn in einer Versammlung vor dem Halleschen Tor( Bezirksverein Hasenheide) soll er erklärt haben, lieber zehn Reichstagskandidaturen in den allerschlimmsten sozialdemokratischen Wahlkreise übernehmen zu wollen, ehe er noch einmal zur Stadtverordnetenwahl kandidiere. Dabei ist gerade die Mugdansche Wahl von seinen Anhängern mit den unglaublichsten Mitteln betrieben hineingerät! worden. Die Sprechstunde in der Säuglingsfürsorgeftelle IV, Naunynstraße 63, findet von jetzt an von 22-23 Uhr statt. ist, dem die Härte gilt. So handeln Christen! So kann's Hier wird also offen erklärt, daß es der Sozialdemokrat einem Sozialdemokraten ergehen, wenn er in ihre Gemeinschaft Uebrigens erregt es Verwunderung, daß der Ausschuß der Das Fernsprechsystem ohne Kurbel und Batterie bei dem TeilDurchführung des Fernsprechers ohne Kurbel und Batterie. Stadtverordnetenversammlung zur Prüfung seiner Wahl noch nicht nehmer, wird Sonntag, den 13. Dezember früh in ganz Berlin, aufammenberufen ist. Sollte, da die Wahl Mugdans zweifellos Charlottenburg und Rigdorf vollständig durchgeführt sein. Vor ungültig ist, die Absicht bestehen, die Prüfung der Wahl hinaus- wemg mehr als zwei Jahren wurde der Umbau aller Berliner zuschieben, damit zunächst die Einführung Mugdans erfolgt und der Aemter und der von Charlottenburg und Rigdorf nach dem neuen freisinnige Stadtverordnete bis zur Hinausschiebung durch Urteil System in Angriff genommen. Er ist seit längerer Zeit bis auf des Oberverwaltungsgerichts das ungültige Mandat als Stadt hat man aber schon ein vorläufiges Amt la für einen Teil der ein Amt, das Hauptfernsprechamt 1, zur Ausführung gebracht. Hier verordneter ausübt? Anschlüsse nach dem neuen System eingerichtet. Sonntag früh, mit dem Beginn des Dienstes, werden die beiden Fernsprech bermittelungsanstalten 1 und la in der Französischen Straße vereinigt. Es gibt wieder nur ein einziges Amt 1. Auch bei Der Wahlvereinsvorstand. Die Jugendschriftenausstellung im Gewerkschaftshause diesem Amte darf man dann die Kurbel nicht mehr benutzen. Der Anruf des Amtes erfolgt lediglich durch Abnehmen des Hörers Bernau. Heute von 8 Uhr ab Flugblattverbreitung vom fowie die in einem Nebenzimmer untergebrachte Verkaufsstelle von dem Haken. Auch der Anruf des gewünschten Amtes unb ces werden am heutigen letzten Besuchstage bereits um 2 Uhr anderen Teilnehmers geschieht vom Amte aus. Wenn bei einer Königs Wusterhausen und Umgegend. Heute vormittag geöffnet werden. Die Verkaufsstelle wird um 8 Uhr, die bestehenden Verbindung Schwierigkeiten vorkommen, soll man 8% Uhr findet in allen zum Wahlverein von Königs Wusterhausen Ausstellung um 10 Uhr geschlossen. nicht die etwa noch bei einzelnen Apparaten befindliche und nicht gehörigen Bezirken eine Flugblattverbreitung statt. In der abgenommene Kurbel benußen. In ganz Berlin, Charlottenburg heute, Sonntag, stattfindenden Wahlvereinsversammlung referiert und Rigdorf kann man dem Amt dadurch ein Zeichen geben, daß dije Genossin Jeete über: Moderne Weltanschauung". Der Kirchenälteste der Paul- Gerhardt- Gemeinde, über den wir Beendigung des Gesprächs hat man lediglich den Hörer wieder man dann den Hafen dreimal langsam niederdrückt und hebt. Nach Potsdam. Die Jugendschriftenausstellung ist im in Nr. 288 meldeten, daß ihm vorgeworfen werde, sich an armen anzuhängen. Es wird dadurch automatisch ein Schlußzeichen beim Bibliothefzimmer der Arbeiterbibliothek, Kaiser- Wilhelm- Straße 38, Frauen vergangen zu haben, ist noch im Amt. Seinen Amt ausgelöst. Diese letzte Einrichtung besteht auch in einem Teil Sonntag von 10-12 Uhr vormittags und 2-8 Uhr nachmittags, Gönnern will es offenbar nicht in den Sinn, daß er unschuldig der anderen Vororte. und an den Wochentagen von 5-8 Uhr abends geöffnet. Am Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8½ Uhr: 3ahl- fei, und so tragen sie kein Bedenken, ihre schüßende Hand abend. Für die Genossen des 1. Bezirks bei Wegner, Ecke Kaiserüber ihm zu halten. Ein Mitglied der Gemeindevertretung, bäder der städtischen Boltsbadeanstalten zu dem ermäßigten Preise Berechtigungskarten zur Benutzung der Schwimm- und Brauses straße- Alten Markt; 2. Bezirk bei Ladenthin, Kaiser- Wilhelm- der Bantbeamte Noad, hatte den Stein gegen den von 10 Pfennig für ein Schwimmbad und 5 Pfennig für ein Straße 38; 3. Bezirk bei Lindemann," Bittoriagarten". Da mit Kirchenältesten ins Rollen gebracht. Herr Noack, der auch Brausebad( ohne Badewäsche und Seife) kommen jetzt für das dem 1. Januar 1909 für den Wahlkreis neue Bücher ausgegeben Vorsteher einer städtischen Armenkommission ist, folgende Jahr( gültig bis Ende Dezember 1809) an die Gemeindewerden, wird gebeten, die alten in Ordnung zu bringen. hatte sich genötigt gesehen, gewissen Gerüchten nachzuspüren, die schultinder zur Verteilung. Sie find gültig für Knaben und MädRestaurant Kunze, Bürgermeisterstraße, aus. Ein fittsamer Kirchenvater. chen an Wochentagen mit ÄuSnahms Sonnabends von früh bis V Uhr abends, anherdem gültig abends 6>/z bis 8'/2 für Mädchen im Schwimmbad der Anstalten Moabit und Schillingsbriicke am Montag, Oderbergerstrade am Dienstag, Bärwaldstraste am Mittwoch, Dennewitzstraste am Montag und Donner-Ztag. Sie sollen ohne bc- sondere Rücksichtnahme aus die EinlommenSverhältnisse der Eltern verteilt werden. Die Rektoren habet» den Rainen und die Wohnung der Schulkinder einzutragen und die Karten mit ihrer Unterschrist und dem Stempel der Schule zu versehen. Der Gesamtwert des auf dem Berliner Zentralviehhofe im letiten Etatsjahre verkauften Biches betrug in runder Summe: 256 Millionen Mark. Es wurden verkauft". 243 771 Stück Rind- Vieh, 1 398 275 Schweine, 202 910 Kälber und 578 184 Schafe. Während der Wert und die Zahl des auf dem Berliner Viehhof aufgetriebenen Viehes trotz der großen Konkurrenz von Jahr zu Jahr steigt, wollen die Klagen der Händler und Produzenten und so weiter über den Verkehr auf dein Magerviehhof in Friedrichs- fclde nicht abnehmen. Besonders die Großagrarier meiden den Magerviehhof. Der Berliner Lehrcrvcrcin hielt am letzten Freitag seine Generalversammlung ab. Der Jahresbericht des ersten Vorsitzenden, Herrn Lehrer Herker, gab Zeugnis von der reichen Arbeit, die auf dem Gebiete des Schulwesens im Lehrerverein und seinen Sektionen geleistet worden ist. Die Zahl der Mitglieder beträgt gegenwärtig 3800. Des EulenburgerS Schwanengesang. Kaum ist Phili aus allen Schwulitäten endgültig heraus, so machen seine unentwegten Freunde sofort wieder kräftig Stimmung für ihn. In hiesigen Blättern findet sich seit einigen Tagen folgende charakteristische Ankündigung: „Skaldcngesänge! Illustriertes Prachtwerk vom Fürsten Philipp zu Eulenbiua. Statt 20 Mark für 4 Mark. Wenn man dieses Buch zur Hand nimmt, vergißt man alle Erinnerung, die sonst der Name, dessen Träger in letzter Zeit so viel angefeindet worden ist, in einein hervorruft. Das Werk ist von selten dichterischer Kraft und von vollendeter Schönheit!" Na also! Von des Eulenburgers„dichterischer Kraft" ist ja auch in seinem Meineidsprozeß so unendlich viel zum Vorschein gekommen, daß sein„vollendet schöner" Singsang sicher eine der herrlichsten Zierden unterm Weihnachtsbaum bilden wird— für solche genügsamen Menschen, die vor einer Fürstenkrone auch dann noch ihre Reverenz machen, wenn sie auf dem Misthaufen liegt. Der Strick gegen die Arbeitslosigkeit. Die kürzlich vorgenommene Zählung der Arbeitslosen hat eine erschreckend hohe Zahl der Arbeitslosen ergeben. Mit dieser Zählung allein ist aber den Arbeitslosen nicht geholfen; es ist jetzt Sache der Kommunen nun auch helfend einzugreifen. Was nützen alle schöne Redensarten, die von den verantwortlichen Stellen in der Kommune, des Staates und des Reiches gemacht werden, wenn durchgreifende Maßnahmen zur Linderung dieses Zustandes nicht ergriffen werden. Inzwischen mehren sich in erschreckender Weise die Nachrichten, daß Arbeitslose in der Verzweiflung sich das Leben nehinen. Es vergeht jetzt kein Tag, an dem der Polizeibericht meldet, daß ein oder mehrere Arbeiter zum Strick greifen, Lysol nehmen oder ins Wasser gehen, weil sie keine Arbeit und somit kein Brot haben. Der gestrige Polizeibericht enthält schon wieder eine solche Mitteilung. Sie besagt: In seiner Wohnung in der Gerichtstraße wurde Freitag vormittag der 54 Jahre alte In- strumentcnmacher Max B. an einem Strick erhängt tot aufgefunden. B. war bereits seit dein 1. Dezember nicht mehr gesehen worden, so daß die Annahme besteht, daß er sich an diesem Tage bereits das Leben genommen hat. Tie stark in Verwesung übergegangene Leiche wurde dem Schanhause zugeführt. Beweggrund zum Selbst- znord: Schlechte wirtschaftliche Lage infolge von Arbeitslosigkeit. Wie lange wollen die verantwortlichen Stellen diesen Zuständen roch untätig zusehen; wollen sie so ganz und gär nichts tun? Bor der Polizeiwache im Hause WeinbergSwcg 12 gab eS am Mittwoch einen lleinen Auflauf. Ein Kutscher war mit seinem Wagen von Schutzleuten zur Wache gebracht worden. Aus welchem Anlaß das geschah, ist uns nicht bekannt. Als der Kutscher wieder auf die Straße hinaustrat, floß ihm Blut vom Kopf. Es schien, daß er einer Ohnmacht nahe war. Den Blicken der Neu- gierigen wurde er entzogen durch zwei Schutzleute, die nach ihm aus die Straße hinauslraten und ihn in eine Droschke steckten, um ihn zur nächsten Unfallstation zu bringen. Wer kann sagen, w o und wie der Mann die Verletzung erlitten hat? In der Regel werden alle Vorkommnisse, bei denen jeinand verletzt worden ist, dlirch den Polizeibericht bekanntgegeben und die bürger- tiche Presse, die mit diesem Berickt beglückt»vird, druckt ihn dankbar ab. Diesmal haben wir in der Presse keine Mitteilung über das Vorkommnis gefunden, bei dein der Kulscher sich seine Verletzung geholt hat. Wer weiß, wie der Mann heißt, wo er wohnt und was schließlich aus ihm geworden ist? Es wird vermutet, daß er Kutscher bei einer Eisenwarenfirma sei. Bcnzinexplosion auf offener Straße. Ein gefährlicher Straßen» brand rief gestern gegen abend in der Karlstraße großes Aufsehen hervor. An der Ecke der Albrechtstraße hielt ein Rollwagen der Chenükalien-EngroSfirma von Hermann Doht auS der Tegelerstr. 14, um einige Waren in einem dortigen Seifeilgeschäft von Losch abzu- liefern. Beim Abladen fiel nun unglücklicherweise ein Benzin- bebälter niit etwa 30 Liter Inhalt auf den Straßendamm, sodaß sich die Flüssigkeit über die Straße ergoß. Im selben Augenblick nahte ein Motorwagen der Linie 53. Das Benzin fing durch einen Funken Feuer und im Nu schlugen haushohe Stichflammen enipor. Der Kutscher und die in der Nähe befindlichen Straßenpassanten konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der Brand sah recht gefährlich aus. da infolge der Hitze an dem Eckhause große Reklameschilder Feuer fingen bezw. platzten. Die alarmierte Feuer- wehr war bald zur Stelle und löschte die Flammen mit einer Schlauchleitung ab. I» großer Lebensgefahr schwebten am Sonnabend die HauS- bewohner das Ouergebäudes Landsberger Str. 79. Dort war in einem Keller Feuer auSgekonunen. Als die Feuerwehr erschien, standen schon mehrere Kellerverschläge in Flammen. Die Treppen waren bereits so verqualmt, daß sie nicht nichr zu begehen waren. Die Feuerwehr drang von außen durch d»e Fenster in die Wohnungen ein und brachte einen Knaben auS einer Wohnung im zweiten Stock in Sicherheit. Der Brand konnte dann mit einer Schlauchleitung auf den Keller beschränkt werden. Polizeigeld für die Jugendagitation. Der Polizeispitzel William Springer alias Wilhelm Schlaf, Kuglerstraße 45, hat die 70 M. nicht abgeholt. Der angegebene Termin ist verstrichen, so daß nunmehr das Geld der freien Jugend- organisation überwiesen wurde. Der„edle" Spender hat sich ja stets um das Wohl und Wachsen der Organisation sehr besorgt ge- zeigt, so daß die Organisation wohl in seinem Sinne handelt, wenn sie dieses Geld zur Agitation unter der arbeitenden Jugend der» wendet. Oeffentliche Quittung. IQ Mark(> i e b e n z i g Mark) von Max PeterS zum Zwecke der Agitation unter der proletarischen Jugend erhalten zu haben, bescheinigt Berlin O.. den 11. Dezember 1903. Hoff mann, Kassierer der Berliner freien Jugendorganisation. £, 2, Stralauer Straße 13/14. l Durchweine Eisscholle zum Sinken gebracht wurde gestern früh auf dem Scddinsee bei Erkner die Zille des Schiffseigners Mielitz aus Neu-Zittau. Das Schiff befand sich in einem Schleppzuge auf der Fahrt nach einem Winterquartier und wurde von einer Eisscholle derartig angerannt, daß der Bug zertrümmert wurde und das Fahrzeug innerhalb weniger Minuten versank. Die Schiffsbesatzung konnte nur mit knapper Not das Leben retten. Versainmlung der Jugendorganisation. Heute Sonntag, nach- mittags �3 Uhr, finden in den„Prachtsälcn Nordwest", Wiclef- straße 24, und„Arminhallen", Kommande'ntenstr. 58/59, Versamm- lungen statt mit der Tagesordnung:„Polizeispitzel in der Jugend- organisation!— Tie„Christlichen" als Denunzianten." Mögen diese Versammlungen, besonders von Jugendlichen, recht zahlreich besucht fein.—(Siehe auch Inserat I) Im Theater Folies Caprice reizen wieder zwei neue Posten die Lachlust des Publikums.„Servus Pschesina" von Tauf- stein und„Ein lediger Ehemann" von Glinger und Taussig. Dem letztgenannten Schwank liegt ein ganz eigenartiges Motiv zugrunde. Ein Fabrikant elektrotechnischer Artikel hat einen Stuhl konstruiert, der mit Hilfe einer besonderen Vorrichtung jeden einschläfert, der auf demselben Platz nimmt. Und da der Jgnaz Lybl— so heißt der Fabrikant— die außerehelichen Freuden liebt, sorgt er immer rechtzeitig dafür, daß seine eifersüchtige Gattin auf diesem Stuhle Platz nimmt und zwar so lange, bis er seine Seitensprünge beendet hat. Weil er aber sein Geheimnis seinen Freunden verraten hat. kommt es zu den tollsten Szenen. Der ganze Schlvank würde verpuffen, bekäme er nicht durch das gewandte Spiel der Herren Grüneker, Berisch und Fleischmann wie der Damen Polly und Willens erst die nötige Würze. Ge- mauschelt wurde dabei so derbe, daß einer, der von Jüdelei nicht viel weg hat, seine Not hat, den„Schmus" zu kapieren. Arbciter-Bildungsschule Berlin. Heute, Sonntag, findet abends 7 Uhr im„Königstädtischen Kasino" ein mit vorzüglichen Lichtbildern ausgestatteter Vortrag über„Rembrandt" statt. Der bestens bekannte Kunstschriftsteller und Kritiker Dr. phil. Max Osborn hat den Vortrag übernommen und ist ein genutzreicher Abend dadurch gewährleistet. Außerdem erinnern wir nochmals daran, daß sich die R e d n e r s ch u l e heute, Sonntag Vormittag 11 Uhr, im Schullokal versammelt. Ermäßigte Eintrittskarten für die Schwarz-Weiß-AuSstellung der Sezession<20 Pf. statt 1 M.) stehen den organisierten Arbeitern durch ihre Vorstände zur Verfügung. Die Vorstände können die Karten durch die Verwaltung des Gewerkschaftshauses be« ziehen. Gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches können eiirzelne Karten im Zigarrengeschäft von Horsch, Gewerkschaftshaus, in Empfang genommen werden. Urania. Am Sonntag, Montag und Sonnabend gelangt der mit zahlreichen farbigen Bildern und Wandclpanoramen auSge- stattete Vortrag„Jerusalem, ein Charakterbild der jetzigen Stadt und Umgebung" zur Wiederholung, während am Dienstag der Vortrag„Am Golf von Neapel" und am Freitag der Vortrag„An den Seen Oberitaliens" wiederholt wird. Ain Mittwoch findet der 9. Vortragsabend des wissenschaftlichen Vereins statt, und zloar wird sprechen: Profcffor Dr. Schwarzschild über„Die Milchstraße". Außerdem finden am Mittwoch und Sonnabend Nachmittagsvor- stcllungen zu kleinen Preisen statt, und zwar wird am Mittwoch der Vortrag„Ueber den Brenner nach Venedig" und am Sonnabend der Vortrag„Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt" gehalten. Arbeiter-Samariterkolonne. Montag abend 9 Uhr: 1. Abtei- lung, Dresdenerstr. 45: Vortrag über Ertrinken— Ersticken— Verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Daran anschließend praktische Hebungen. Die Uebungsstunde der vierten Abteilung findet am Mittwoch, die der 3. Abteilung am Donnerstag statt. Heute abend, pünktlich ö Uhr, findet im Uebungssaal der 4. Abteilung, Samariterstr. 11, ein Lichtbildervortrag über:»Eine Reise durch Italien" statt. Nach dem Vortrag Tanz. Herr Art«? Henschel, Huttenstr. 9. schreibt uns: In der heutigen Nummer Ihres werten Blattes Nr. 291 brachten Sie unter Berliner Nachrichten einen Artikel„Ein großer Einbruchsdiebstahl". In diesem Artikel ist unter den verhafteten Hehlern auch ein Artur Henschel genannt. Ich ersuche Sie höflichst, in Ihrem werten Blatte ge- fälligst mitzuteilen, daß ich mir dem verhafteten Hehler gleichen Namens in keiner Beziehung identisch bin. Vorort- I�acd richten. Schöneberg. Der Fall Haberlaad beschäftigte vorgestern abend eine vom freisinnigen Verein des Berliner Ortsteils einberufene Versamm. lung, die im„Westkasino" tagte. Der Borsitzende, Stadtverordneter Kutznitzkh, eröffnete die Versammlung mit der Mitteilung, daß der vielgenannte Berliner Stadtverordnete Kommerzienrat G.Haber» l a n d auf seinen Wunsch eingeladen und erschienen sei. Wenngleich der Verein zu den Gegnern Haberlands zähle, so glaubt der Vorstand doch, dem Angegriffenen das Recht zur Verteidigung geben zu müssen. Nach einem sachlichen Berichte des Stadtverord- ncten Bamberg über die Vorgänge im Schöneberger Stadtparla- ment am letzten Montag, ergriff der Direktor der Berlinischen Bodengesellschaft, Kommerzienrat Haberland, das Wort. Er nahm den Stadtverordnetenvorsteher Lohausen in Schutz, mutzte aber zugeben, daß L. angestellter Taxator der Haberlandschen Gesell» schaft ist und ging auch auf den Zwischenruf, der Stadtverordneten- schriftführer Bandmann besorge für die Terraingesellschaft ProvisionSgeschäfte, nicht ein, wie er es auch unterließ, der Behauptung, er habe zwar nicht erstklassige, aber weniger gute Hypotheken an Grundbesitzer der„Fraktion Haberland" vergeben, entgegenzutreten. Haberland schilderte das alte Dorf Schöneberg. wie er es seinerzeit vorgefunden habe. Nicht nur die alten Dorf- Väter, sondern auch der Grundbesitzerverein hätten sich gegen alle Neuerungen gewendet und sogar gegen die Anlage neuer Straßen gesprochen. Da habe er denn einen Bezirksverein gegründet und mit der Zeit Einfluß auf den Gang der Gemeindcgeschäfte erlangt. Daß er auch für seine Käufer von Grundstücken tätig war, werde ihm niemand verübeln können. Aus allen diesen Gründen sei er kommunalpolitisch in Schöneberg tätig geblieben. Seine Interessen seien aber immer auch die Interessen der Stadt Schöneberg gewesen. Stadtverordneter Dr. Gottschalk trat Haberland, der zum Schlüsse auch gegen die Wertzuwachssteuer gesprochen hatte, ent- schieden entgegen. Haberland sei ihm persönlich sympathisch, aber er solle die Rolle als Erzieher in Schöneberg aufgeben. Schöncberg fei heute nicht mehr das Millionendorf, sondern eine moderne Großstadt. Haberlands Gegnerschaft zur Wertzuwachssteuer sei begreiflich. Habe er doch jetzt erst wieder an der zukünftigen Untergrundbahn 30 Morgen Land gekauft, wobei infolge Fehlens der Wertsteuer die Stadt nichts verdient habe. Die Stadt baue mit großen Kosten für die Allgemeinheit die Bahn und die Großgrundbesitzer stecken den Vorteil ein. Das gehe so nicht weiter. Tie Versammlung kam schließlich zu dem Schluß, daß die Leiter des Magistrats und der Stadtverordneten unabhängige Männer sein müßten. Herrn Habcrland wurde der Rat gegeben, sich im Interesse des Friedens in Schöncberg in sein Automobil zu setzen und nach Berlin zu fahren. «Dir Lebensmittelverteuerung und das Einkommen der siädti- schen Arbeiter und Arbeiterinnen" lautete das Thema, über das Stadtverordneter K ü t e r bor einer außerordentlich zahleichen, auch von bürgerlichen Stadtverordneten besuchten Versammlung refe- rierte. Gestützt auf ein umfangreiches Lflaterial führte Redner den Nachweis, wie elend sich die Lebenshaltung der siädtischen Arbeiter gestaltet. Zugleich zeigte er, daß die Löhne der siädtischen Arbeiter Schönebcrgs mit die niedrigsten aller Vororte seien. Schon vor einem Jahre hätten die Arbeiter durch ihren Ausschuß dem Magistrat ihre Wünsche unterbreitet, diese Anträge seien einer Kommission überwiesen worden, die aus Mitgliedern einiger Depu- tationen besetzt war. Die in der Kommission gepflogenen Bc- ratungen waren ziemlich geheim. Jetzt endlich sickert soviel durch, daß die gestellten Anträge meistenteils abgelehnt seien.— Diese Art der Erledigung der Anträge fand durch den Referenten eine scharfe Verurteilung. Auch sei notwendig, daß die Löhne der Ar- beiterinnen aufgebessert werden. Die Forderung der Einführung von Wochenlöhnen mit jährlicher Steigerung müsse errungen und dem schwankenden Zustand der Stundenlöhne ein Ende gemacht werden. Ter lebhafte Beifall der Versammelten bewies, daß der Referent die Zustände treffend geschildert hatte. Der Stadtverordnete Hofsmann(Soz.) als Mitglied jener Kommission bestätigte das Gesagte. Aus den Beratungen komme nicht viel heraus und welcher Geist hierbei vorherrsche, beweise am deutlichsten der Ausspruch eines Mitgliedes, der da sagte:„Wie können die Arbeiter eS wagen, zu einer Versammlung zu laufen und über Lohnforderungen zu reden, wo wir uns damit beschäftigen". Das sei so der Geist der Reaktion, der ein Koalitionsrecht nicht kennt, lind dieser Herr sei ein Jurist, der die sozialen Verhältnisse der Schwachen kennen sollte.— Der liberale Stadtverordnete Zobel meinte, die Arbeiter sollten die Politik nicht in die Versammlungen trägen; die ihm zugestellte Einladung sei ihm sehr politisch vor- gekommen, die Politik soll in der Brotfrage keine Rolle spielen. Im übrigen bestritt Redner die vom Referenten gemachten Aus- führungen über die niedrigen Löhne und behauptete, daß die von Schöneberg gezahlten Löhne höher seien als wo anders. An der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Genossen Stadtverordneten O b st und B ä u m l e r, sowie ein städtischer Arbeiter, der im Sinne des Referenten sprach. In seinem Schlußwort widerlegte Genosse K ü t e r die vom Stadtverordneten Zobel gemachten Angaben. Mit der Aufforderung, sich zu organisieren und der einstimmigen Annahme einer Resolution, die sich energisch für die Forderungen der Arbeiter ausspricht, wurde die imposante Versammlung gc- schlössen. Charlottenburg. Elternvereiu für freie Erziehung(Verein freie: Kindergarten). Mittwoch, den 16. Dezember, findet im großen Saale des„Volkshauses", Rosinenstraße 3, ein großes Winterfest mit Spielen unter Leitung von Kindergärtnerinnen, Kasperletheater und Bescherung statt.' Anfang präzise 4 Uhr. Ein- tritt für Kinder 10 Pf., für Erwachsene 20 Pf. Starker Besuch wird erwartet. Die schwere Auswahl passender Weihnachtsgeschenke für die Kinder wird den Eltern wesentlich durch die Bücher- und Bilderausstellung erleichtert, welche auch heute, am Sonn- tag, im„Bolkshaus e", Rosinenstraße 3, geöffnet ist. Wie stark diese von der organisierten Arbeiterschaft unternommene Aus- stellung wirklich guter Jugendschriften einem Bedürfnis auch der hiesigen Arbeiterschaft entgegen kam, bewies der durchweg gute Besuch der Ausstellung und der lebhafte Verkauf von Büchern. Bildern und Spielen für die Jugend in den Tagen der letzten Woche. Aber nicht nur Jugendschriften wurden viel gekauft, sondern auch die sehr reichhaltige Auswahl gediegene: und doch preiswerter Bücher und Werke für Erwachsene fand viele Freunde und Käufer. Auch dadurch zeigte sich die Notwendigkeit der Ausstellung, daß dem Arbeiter nur eine leicht übersichtliche Aus- wähl guter Werke geboten werden darf, um in ihm den Wunsch, sich gute Bücher zur eigenen Belehrung zu kaufen, zu erwecken. Da am heutigen Tage zugleich verkauft werden darf, wird darum gebeten, nach Möglichjkeit rechtzeitig die Ausstellung zu bc- suchen, die von nachmittags 2 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet und für jedermann unentgeltlich zugänglich ist. Am späten Nachmittag dürfte sich ein größerer Andrang bemerkbar machen. Wilmersdorf. Für die bevorstehende Stadtverordnetenstichwahl findet am morgigen Sonntag, nachmittags 2 Uhr, im Luisenpark, Wi!- helmSaue 112, eine Volksversammlung statt, in welcher Genosse Landtagsabgeordneter Ströbel über«Staat und Gr- meinde" einen Vortrag halten wird. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß am Dienstag, 16. Dezember. von 11 bis 1 Uhr und von 5 bis 8 Uhr die Stichwahl zur Stadtverordnetenversammlung stattfindet. Un- seren Parteigenossen ist die Bedeutung dieses Ereignisses bekanni.. Wir erwarten, daß sie besonders am Tage der Wahl ihre aanz: Kraft einsetzen, um dem Kandidaten der Sozialdemokratie Gewerkschaftsangestellten Riedel im Kampf gegen die Reaktion zum Siege zu verhelfen. Die Parteigenossen, die am Dienstag, 15. Dezember, tätig sein wollen, werden ersucht, sich vormittags 10 Uhr im Zentral- Wahlbureau Luisenpark, WilHelmSaue 112, einzufinden. Hilfskräfte, die erst im weiteren Verlauf des Vormittags oder Nachmittags Wahlhilfe leisten können, wollen sich in folgenden Schlepplokalen melden: Okon, Uhlandstr. 106; Selk.', Vrandenburgische Str. 100; Natusch, Uhlandstr. 71; Hoffmann, Prager Str. 12; Arndt, Berliner Str. 160; Fischer, Durlachcr Straße 8; Fiebelkow, Hildegardstr. 17a; Reiche, Binger Straße. Da die Gegner alle Kräfte anstrengen, damit die Stadtverord- netenversammlung auch ferner ungestört in alter Weise fortwirt- schaften könne, so hat ein jeder Parteigenosse die Pflicht, sich am Wahltage in den Dienst unserer Sache zu stellen. Das Wahlresultat wird Dienstag abend 9 Uhr im Luisen- park, WilHelmSaue 112, verkündet. Die Jugendfchriften-Ausstcllnng befindet sich in der Partei- spedition, Sigmaringcn Str. 5. und ist werktäglich sowie an den beiden Sonntagen vor dem Fest bis 8 Uhr abends geöffnet. Die Ausstellung umfaßt alle die vom Bildungsausschuß empfohlenen Schriften. Die Eltern usw. werden daher ersucht, die den Kin- dein usw. zu spendenden Bücher Hierselbst einzukaufen. Lichtenderg. Das Wirken der Polizeispivcl beschränkt sich nicht nur auf die Stadt Berlin. Wie der Genosse Grauer bereits in der letzten Stadt-� verordnetenversammlung dargelegt hat, sind auch unsere Vorortci damit gesegnet und vor allem unser mit einem eigenen Polizei,. Präsidenten versehenes Lichtenberg. Wir haben mitgeteilt, das'; Polizeispitzel bei den Genosseil Seikel und Abraham sich nach de�i politischen Betätigung bestimmter Hausbewohner erkundigten urnd daß diese Schnüffelei nur an die Oeffentlichkeit kam, tveil d ie Schnüffler an die falsche Adresse gerieten. Bei dieser Gelegenheit möchten wir feststellen, daß uns in unserm letzten Stadtverordneteil. bericht insofern ein Irrtum unterlaufen ist. als nicht die Genoss-rn Seikel und Abraham selbst in dieser Sache das Wort nähme:», sondern daß lediglich die Genossen Grauer und Düwcll die A,u- gelegenheit rednerisch behandelten. Die Genossen Seikel und Abra- dam waren nur der betroffene Teil. Dieser Irrtum hat nun die Redaktion des hiesigen Amt.moniteur zu einem Wuterguß gegen uns veranlaßt, indem sie von Lügen und dergleichen faselt. Uns läßt das kalt. Feststellen wollen wir aber, daß das Blättchcn kein Wort des Tagels gegen die infame Aushorchertätigkeit der Spitzel biesiaen Bürgern gegenüber findet. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Die brei lebten Stunden in Nationalökonomie werden wie folgt abgehalten: Montag, den 14. Dezember, Freitag, den 18. Dezember, abends, und Sonntag, den 20. Dezember, vormittags 11 Uhr. Groß- Lichterfelde. Untersagter Schankbetrieb. In dem hiesigen Bahnhofstunnel, der die Aufgänge zum Bahnhof enthält, aber auch der Ortsbevölkes rung als Durchgang dient, betrieb Frau Michalsti mit Genehmigung der Eisenbahnverwaltung eine Stehbierhalle. Eine Konzejjion hatte sie nicht und sie glaubte auch, einer solchen nicht zu bedürfen, weil es sich um einen Teil der Eisenbahnunternehmung handele(§ 6 der Gewerbeordnung). Der Amtsvorsteher hielt aber eine Konzession für erforderlich und untersagte durch polizeiliche Verfügung der Frau M. den Weiterbetrieb der Stehbierhalle ohne Konzession. Frau M. Klagte vergeblich auf Aufhebung der Verfügung. Auch das Ober- Verwaltungsgericht erklärte die Verfügung für gerechtfertigt, indem es ausführte: Bu der Frage, trie es mit der Konzession für Bahnwirtschaften stehe, habe im vorliegenden Falle nicht Stellung genommen werden brauchen. Jedenfalls könne die Stehbierhalle hier nicht als Teil der Eisenbahnunternehmung gelten, da sie in einem Tunnel sich befinde, der gleichsam als Straße dem öffentlichen Verkehr bon einem Ortsteil zum anderen diene. Der Umstand allein, daß der Tunnel im Bahnförper liege und auch von den Reisenden benutzt werde, mache die dortige Stehbierhalle noch nicht zu einem Teil der Eisenbahnunternehmung. Sie sei tonsessionspflichtig. Rahnsdorf. Ein aufregender Vorfall hat sich gestern nachmittag auf dem Bahnhof Nahnsdorf abgespielt. Soeben hatte sich ein in der Richtung Friedrichshagen abgelaffener Bug in Bewegung gefeßt, als ein unbekannter Mann mit einer Tragetiepe auf dem Rüden in ein Abteil hineinspringen wollte. Er kam zu Fall und stürzte unter den Zug. Der Lokomotivführer brachte den Bug sofort zum Halten. Nur diesem Umstande hatte es der unvorsichtige Fahrgast zu berdanken, daß er mit dem Leben davontam, er erlitt nur äußere Verlegungen und Quetschungen. Ober- Schöneweide. Jugendschriftenausstellung. Die Genoffen werden nochmals auf die in der Parteispedition Edisonstraße 10 I, stattfindende Ausstellung aufmertjam gemacht. Der heutige Sonntag tft der vorLeßte, an dem dieselbe zu besichtigen ist. Treptow- Baumschulenweg. " Das Urteil ist durchaus zutreffend. Freilich sozialdemokratischen Flugblättern gegenüber schrieb vas Reichsgericht oft anderen Tert. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. schimpft: ehrloser Menschen",„ ehrloser Bump", eine Aussöhnung und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. In beiben mit ihm habe Durau nicht versucht, Spieks Aeußerung: Eie Fällen ist dem Angeklagten zu unrecht der Schuß des§ 193 nicht haben mich ja schon zweimal angebettelt!" habe so gedeutet werden zugebilligt worden. Das Flugblatt war eine sofortige Entgegnung müssen, als ob Spiel in seinem Amt als Armenpfleger, mit dem der gegnerischen Partei und der Angeklagte nahm als Mitglied er gern großtue, von Durau um Unterstüßung gebeten worden des Wahlausschusses der nationalliberalen Partei berechtigte Intersei. Spiet sei schließlich gegangen mit den Worten: Das andere essen war. Ebenso hat er mit der„ Berleumdung" auch nur die wird sich draußen finden." Später sei auch Durau gegangen, er Abwehr einer strafrechtlichen Verfolgung, also die Wahrnehmung habe dann von der Sonnenburger Straße noch den Weg durch die berechtigter Interessen beztvedt. Stopenhagener und Ystader Straße gemacht, weil er im Lotal an der Ede der Storföverstraße noch einen Magistratsbeamten Herrn Wulfow aufsuchen wollte. Dort sei plöblich Spiet ihm entgegengetreten mit den Worten:„ Na, da sind Sie jal" und habe sofort auf ihn losgehauen, so daß Durau zu Boden stürzte. Diese Darstellung wurde durch die Beweiserhebung bestätigt. Chrenzeugen des Streites im Lotal sagten aus, Spiek habe zu ftreiten begonnen und geschimpft, auch habe er die Aeußerung vom Königl. Opernhaus. Sonntag: Bajazzt. Versiegelt. Montag: Das Anbetteln" getan und schließlich gedroht:„ Das andere wird sich Rheingold. Dienstag: Der Barbier von Bagdad. Versiegelt. Mittwoch: Die draußen finden!". Daß Durau Grund hatte, noch nach dem Lotal Walküre.( Unf. 7 Uhr.) Donnerstag: Johann von Paris. Bersiegelt. Freitag: an der Korsörer Straße zu gehen, wurde befundet durch den Sinfoniekonzert der fgl. Kapelle. Sonnabend: Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Magistratsbeamten Wulkow, der für diesen Abend dort eine Zu- Sonntag: Götterdämmerung.( Anfang 6%, Uhr.) Montag: La Traviata. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Welt, in der man sich sammenkunft mit Durau verabredet hatte. Ueber den Zusammen- langweilt. Montag: Kaiser Heinrich VI. Dienstag: Agnes Bernauer. sich zwischen Spiel und Durau bekundete der im Hause stader Mittwoch: Die Rabensteinerin. Donnerstag: Hamlet. Freitag: Zopf und Straße 14 im Erdgeschoß wohnende Biseleur Schüße, daß er Schwert. Sonnabend: Kaiser Heinrich VL. Sonntag: Auf Strasurlaub. Schläge und Hilfeschreie gehört habe. Die ebenda wohnende Frau Montag: Die Rabensteinerin. Weinreich hatte auch die höhnische Begrüßung: Na, da sind Sie Neues königl. Opern- Theater. Sonntag, nachmittags 2, Uhr: ia!" und dann gleichfalls die Schläge und Hilfeschreie gehört. Bopf und Schwert. Abends: Die weiße Dame.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Revolution in StrahUeber die Folgen dieser Schläge sagte das dem Gericht vor- winkel. Dienstag: Das Wintermärchen.( Anfang 8 Uhr.) Sonst täglich: gelegte ärztliche Attest, Durau habe zwei klaffende Kopfwunden Revolution in Krähwinkel. bon 7 bis 8 Zentimeter Länge davongetragen, die quer über den Deutsches Theater.( Sammerspiele). Sonntag: Der Arzt Kopf verliefen, außerdem eine Beule an der Stirn, Blutunter- am Scheibewege. Montag: Niemand weiß es. Dienstag: Eleftra. Mittlaufungen auf den Händen, die zur Abwehr vorgehalten worden woch: Niemand weiß es. Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Sonntag: waren, auch habe er einen sehr starken Blutverlust erlitten. Durau Der Arzt am Scheidewege. Montag: Niemand weiß es. legte dem Gericht auch den Rock vor, den er damals getragen hatte. Er war steif von der Menge des aufgesogenen Blutes. Durau fügte hinzu, durch die Kleidung hindurch sei ihm das Blut bis in Die Stiefel hinabgeflossen. Frau Spiek erzählte, vor dem Zusammenstoß zwischen Spiet und Durau, morgens um halb drei Uhr, habe sie noch auf dem Balkon ihrer im Hause Kopenhagener Straße 31 gelegenen Wohnung gesessen und da habe sie gehört, wie Spiet den Durau bat, ihn in Ruhe zu lassen. Der Vorsitzende hielt ihr vor, die Ecke der stader Straße liege vier Häufer von der Kopenhagener Straße 31 entfernt, da fönue sie wohl nichts gehört haben, falls sie nicht straßenweit zu hören vermöge. Auch sei es etwas ungewöhnlich, daß jemand im September noch morgens um halb drei Uhr auf dem Balkon size. Frau Spiek wurde nicht bereidigt. Leffing- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Baumeister Solneß. Montag: Die verfunkene Glode. Dienstag: Gespenster. Mittwoch: Hedda Gabler. Donnerstag: Baumeister Solneß. Freitag: Nora. Sonnabend: Der Biberpelz. Sonntag: Der Staub der Sabinerinnen. Montag: Die Weber. Berliner Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Mercadet. Abends Der und Montag: Herodes und Mariamne. Dienstag und Mittwoch: Beilchenfresser. Donnerstag bis Montag: Herodes und Mariamne. Neues Theater. Alabendlich: Israel. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Rabagas. Montag: Weh' dem, der lügt. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: Rabagas. Freitag: Julius Gäfar. Sonnabend und Sonntag: Rabagas. Montag: Weh dem, der afar. Sonnabend und Sonntag: Rabagas. Montag: Weh' dem, der ligt. Kleines Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2X2= 5. Abends bis auf weiteres täglich: Moral. Komische Oper. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends, Montag und Dienstag: Baza. Mittwoch: Tiefland. Donners. tag: Belleas und Melisande. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Baza. Montag: Hoffmanns Grzählungen. Residenz- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ganz der Papa. Gegen den Angeklagten beantragte der Staatsanwalt mit Zum Weihnachtsfest find in der Parteifpedition Baumschulenweg Rüdsicht darauf, daß er vor Jahren schon einmal wegen Körperbeim Genossen Hornig, Marienthaler Straße 13, born 1 Treppe, eine verlegung mit vierzehn Tagen Gefängnis bestraft worden sei, eine große Auswahl von Werken, Schriften, Bildern, Bilderbüchern usw. Freiheitsstrafe von zwei Wochen Gefängnis. Duraus Rechtsangeschafft worden. Die Arbeiterschaft wird ersucht, bei eventuellen beistand, Rechtsanwalt Lagro, bezeichnete das als das mindeste und Abends bis auf weiteres täglich: Kümmere dich um Amelie Einfäufen obige Parteispedition zu berücksichtigen. Die Besichtigung ferderte überdies 400 m. Buße. der Ausstellung steht jedermann frei. Friedrichshagen. werden entgegengenommen. Das Gericht entschied, Spiek fei der schtveren Körperverlegung überführt, von Notwehr könne keine Rede sein. Unter Versagung mildernder Umstände wurde auf vierzehn Tage Gefängnis erkannt und dem Nebenkläger Durau eine Buße von 400 M. zugesprochen. Eine Eifersuchtstragödie Sebbel Theater. Bis auf weiteres täglich Thummelumsen. Trianon Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Fräulein Josettemeine Frau. Abends bis auf weiteres täglich: Die Liebe wacht. Neues Operetten Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. Abends bis auf weiteres: Die Dollarprinzessin. # Lustspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Panne. Abends und Montag: Die blaue Maus. Dienstag und Mittwoch: Madame Flirt. Donnerstag: Die blaue Maus. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Madame Flirt. Montag: Die blaue Maus. Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 3%, Uhr: Die lustige Abends bis auf weiteres: Der fidele Bauer. Witwe. Schiller Theater 0. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der rote Leutnant. Abends: Die Zwillingsschwester. Montag: Das Opferlamm. Dienstag: Der Richter von Zalamea. Mittwoch: Der schwarze Stavalier. Donnerstag: Der Graf von Charolais. Freitag: Bater und Sohn. Sonnabend: Der Graf von Charolais. Sonntag: Ein Boltsfeind. Montag: Das Opferlamm. D Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Göz von Berlichingen. Abends: Heimat. Montag: Die Zwillingsschweiter. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Vater und Sohn. Freitag: Der Casar. Montag: Ein Teufelsferl. schwarze Savalier. Sonnabend: Die Zwillingsschwester. Sonntag: Julius Eine Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften findet am heutigen Sonntag, den 13. Dezember, von 12 bis 8 Uhr, Sonnabend, den 19. Dezember, von 5-9 Uhr, Sonntag, den 20. Dezember, bon 12-8 Uhr, im fleinen Gaal von Lerches Bürgerfälen, Friedrichstraße 112( Rundteil) statt. Eintritt frei. Bücherbestellungen zwischen zwei noch sehr jugendlichen Liebesleutchen lag einer Berhandlung zugrunde, mit welcher sich gestern das Schwurgericht des Saal von Lerches Bürgersälen ein unstabend veranstaltet. war der erst 18jährige Fabritarbeiter Mar Bod vor den GeFerner wird am Sonnabend, den 19. Dezember, im großen Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Wegen versuchten Mordes Der Angeklagte lernte in einer Fächer Vortrag über Jugendliteratur, Vortragender Schriftsteller Friedrich schworenen angeklagt. Stampfer; Märchenrezitationen usw., Vortragskünstlerin Fräulein fabrik die damals erst 16jährige Arbeiterin B. F. kennen. Nach Maria Holgers; Klaviersoli usw. Eintrittskarten zum Preise von einer Mondscheinpartie nach Treptow schwur der Siebzehnjährige 25 Pf. pro Person sind im genannten Lokal, in den bekannten Be- ihr ewige Treue und die Folge war, daß es noch an demselben Tage zirkslokalen und für Schöneiche und Umgegend bei Herrn Hans zu einem intimen Verkehr tam. Dieses Verhältnis führte dazu, Rühle in Schöneiche zu haben. Arbeitslose und deren Frauen haben daß der Angeklagte im Juli d. J. im Alter von 18 Jahren Vater auf Grund ihrer gewerkschaftlichen Legitimation freien Eintritt, freuden genoß. Es kam dann zu allerlei Mighelligkeiten. Der Anebenso Kinder von 10 bis 14 Jahren. Staffeneröffnung 7 Uhr. Be geflagte glaubte nun, daß die F. es mit der Treue nicht allzu genau nehme. Nach seiner Angabe habe ihn dies auf Selbstmordgedanken ginn pünktlich 8 Uhr. gebracht. Er faufte sich einen Revolver und suchte am 28. September Nowawes. dieses Jahres in der Mittagstunde seine Geliebte in der Wohnung Krankenkaffenwahl! Am Dienstag, den 15. Dezember, ihrer Eltern auf. Hier gab er plöblich auf die F. einen Schuß ab und ergriff dann die Flucht. An der Ecke der Brizer Straße schoß bon 7-10 Uhr abends, findet im Lotale des Herrn Mar Singer, der Revolverheld dann dreimal auf sich, ohne sich jedoch erheblich wurm. Abends und Montag: Er und seine Schwester. Dienstag, MittPriesterstraße, die Neuwahl von 51 Arbeitnehmervertretern zur zu verlegen. Die Verlegung der F., die einen Streifschuß am Kopf Generalversammlung der hiesigen Ortstrankenkasse statt. Wir erhalten hatte, war ebenfalls unerheblich. Die Geschworenen befordern sämtliche männlichen und weiblichen Mitglieder der Orts- jahten nur die Schuldfrage nach gefährlicher Körperverlegung. frankenkasse, die wahlberechtigt find( 21 Jahre), auf, ihre Stimme Staatsanwalt Muth beantragte 1 Jahr Gefängnis, das Urteil des nur den vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Kandidaten zu Gerichts lautete auf 9 Monate Gefängnis. geben. Ferner erfuchen wir die Genoffen, eine fräftige Agitation, vor allem auch unter den selbstversicherten Mitgliedern, zu ent falten, damit die Liste des Kartells mit möglichst großer Stimmenzahl gewählt wird. Das Gewerkschaftskartel. Weißensee. Schuh den Frauen. Eine rohe Beleidigung und Mißhandlung einer anständigen Frau auf offener Straße führte den Grenzamtsbeamten Georg Kalina auf die Anklagebant. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, nach mittags 3 Uhr: Kriemhilds Rache. Abends, Montag und Dienstag: Madame Bonivard. Mittwoch: Seine Hoheit. Donnerstag: Jrmingard. Sonnabend: Seine Hoheit. Sonntag: Freitag: Madame Bonivard. Madame Bonivard. Montag: Die zärtlichen Verwandten. Thalia Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der G'wissens und Montag: Mein Leopold. woch, Donnerstag und Freitag: Immer oben auf. Sonnabend, Sonntag Luifen Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Der Sonnwendhof. Dienstag bis Montag: Die Kinder des Kapitän Grant. Bürgerliches Schauspielhaus. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. Abends( Anfang 8 Uhr) und Montag: Ausgewiesen. Dienstag: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch: Die Herren Söhne. Donnerstag: Ausgewiesen. Freitag: Staatsanwalt Alerander. Sonnabend: Unbestimmt. Sonntag: Minna von Barnyelm. Montag: Der Glöckner von Notre- Dame. Berliner Operetten- Theater SW. Sonntag, nachmittags 31, Uhr: Maria Stuart. Abends bis auf weiteres täglich: Havana.( Anfang 8%, Uhr, Sonntags 8 Uhr.) Gastspiel- Theater. Sonntag, nachmittags 3, Uhr: Die Waise aus Lowood. Abends und bis auf weiteres täglich: Demimonde. Bernhard Rose Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Abends und Montag: Die Entgleisten. Dienstag: ilhelm Tell. Tell. Mittwoch und Donnerstag: Die Entgleisten. Freitag: Die Gener- Wally. Sonnabend und Sonntag: Die Entgleisten. Montag: Unbestimmt. Folies Caprice. Täglich: Servus Bschesina. Der luftige Ehemann. Casino Theater. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Die fidele Stifte. Jeden Abend: Die Dianabäder. Gebr. Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. Metropol Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Durchlaucht tadellos. Radieschen. Allabendlich: Donnerwetter Wintergarten. Alabendlich: Spezialitäten. abendlich: Mizi Gizi und Siegwart Gentes. Apollo Theater. Sonntag, nachmittags 3%, Uhr: Familienvorstellung. Baffage- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. All. abendlich 8 Uhr: Spezialitäten. In der Nacht zum 25. Juli d. J. kam der Angeklagte in BeWir weisen die Arbeiterschaft auf die Weihnachtsausstellung gleitung des Grenzbeamten Dorndorf die Schönebergerstraße ent int Lokale von Rostopf, Königschaussee 38, hin. Dieselbe um lang. Vor ihm gingen der Arbeiter Gebert mit seiner Ehefrau und faßt eine reichhaltige Auswahl aller Arten guter Bücher und dem Dienstmädchen Kreis, die einen Bekannten nach dem Anhalter Jugendschriften sowie prächtige Weihnachtsgeschenke. Besuchszeit Bahnhof begleitet hatten. Der Ehemann Gebert ging etwas abam Sonntag, den 13. und 20., bon 10-10 Uhr; ferner Sonnabend feits, während die beiden Frauen einige Schrite vorausgingen. Der den 19., abends von 6-10 Uhr, und am 21., 22., 28. Dezember, etwas angeheiterte Angeklagte trat an die Frau G. heran und rief abends von 6-10 Uhr, am 24. Dezember von 3-7 Uhr nachmittags. ihr eine unanständige Aufforderung zu. Frau G. wandte sich ent Wir bitten um recht zahlreichen Besuch und bemerken noch, daß cüftet ab und bedeutete dem Angeklagten, daß er sich irre, sie sei der Verkauf nur in den gesehlich gestatteten Stunden stattfindet. eine anständige Frau. Der Angeklagte schleuderte ihr eine grobe Die Vorwärts"-Spedition. Beleidigung in das Gesicht und versuchte sie in unsittlicher Weise zu berühren. Als Frau G. sich diese unerhörte Belästigung mit energischen Worten berbat, erhielt sie von dem Angeklagten mehrere Fauftschläge in das Geficht. Frau Gebert rief nun ihren Mann zu Hilfe, der ebenfalls von dem Angeklagten sofort in der gröblichsten Weise beleidigt wurde, indem ihn Stalina als den Zuhälter seiner Frau bezeichnete. Nicht genug damit, der Angeklagte griff sogar noch in die Tasche, als ob er ein Messer oder eine andere Waffe hergehandelt zu haben, behauptete der Müllabfuhrinspektor Hermann vorholen wollte und drohte dem Ehemann G., daß er ihn über den Spiek, der in der Nacht zum 21. September in der Schönhauser Haufen stechen würde. Selbst als ein Schuhmann herbeigeholt Vorstadt, an der Ede der Ystader und der Korsörer Straße, den worden war, bekam es der Angeklagte fertig, nochmals auf die Frau Bureauvorsteher Durau mit seinem Stock zu Boden schlug, jo daß einzuschlagen. Wegen dieses Vorfalls mußte sich Kalina vor der Herr Durau zwei schwere Kopfverlegungen davontrug. Ich habe 134. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte verantworten. Das 8%, ihn nur abgewehrt", versicherte Herr Spiel in der Berichtigung", Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von zwei die er uns überfandte, nachdem wir eine Notiz über jenes blutige Monaten und einer Woche. Hiergegen legte. Berufung ein, sodaß Rencontre veröffentlicht hatten. Spiel hatte damals die Dreistig- sich die 5. Straffammer des Landgerichts I gestern mit dieser Angeteit, uns sogar mit der Klage zu drohen. Wir antworteten ihm, legenheiten zu beschäftigen hatte. Die erneute Beweisaufnahme beer selber werde gut daran tun, möglichst den Gerichten fern zu stätigte die Feststellungen des Schöffengerichts in vollem Umfange. bleiben. Nunmehr hat ein Gericht über seine Tat abzuurteilen Die Berufung wurde kostenpflichtig verworfen. gehabt. Gerichts- Zeitung. In der Notwehr" Unter der Anklage der vorfäglichen körperlichen Mißhandlung mittels eines gefährlichen Werkzeugs stand Spiek gestern vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte( 140. Abteilung). Die berechtigten Interessen im Wahlkampfe. Walhalla Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Carl Haverland Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. allabendlich: Spezialitäten. Palast Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sånger. Gustav Bebrens Theater. Allabendlich: Spezialitäten. $ Parodie Theater. Täglich: Die Bauberflöte. 2X3= 7.( Anfang Uhr, Sonntags 8 Uhr.) Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag: Seru falem. Dienstag: Am Golf von Neapel. Mittwoch: Die Milchstraße. Donnerstag: Reiſeerlebnisse auf der innerafrikanischen Expedition. Freitag: An den Seen Oberitaliens. Sonnabend und Sonntag: Jerusalem. Montag: Unbestimmt. Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Bafferstand Bom Landgericht Zwidau ist am 8. August der Redakteur des In dem Termin wiederholte Spiel seine Darstellung aus dem Auer Tageblattes, Friz Arnhold, wegen Verleumdung des Stadtersten Termin. Im Lokal an der Ecke der Kopenhagener und rats Sch. zu 200 M. und wegen Beleidigung des Bürgermeisters der Sonnenburger Straße habe beim Damespiel Durau Streit Dr. Kretschmar in Aue zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden. Im mit ihm begonnen und ihn einen Betrüger" genannt, ihn„ Lump, September 1907 erschien aus Anlaß der Landtagswahl ein FlugStrolch, Schuft, Penner, dreckiger Mülltutscher, weggejagter Schuß- blatt der Anhänger des Dr. Kretschmar ohne dessen Wissen. Nun Memel, Tunt mann" geschimpft. Spick ist Inspektor bei der Wirtschaftsgenossen beschlossen die Anhänger des nationalliberalen Kandidaten Bauer Bregel, Insterburg schaft Berliner Grundbefizer, früher war er Schuhmann. Hinter- auf dieses fonservative Flugblatt eine Entgegnung zu veröffent- eichsel, Thorn her habe Durau sich wieder mit ihm aussöhnen wollen, dreimal lichen. Arnhold wurde beauftragt, es druden zu lassen. Dies Dder, Ratibor habe er das versucht, beim drittenmal habe Spiet ihn abgewiesen geschah, worauf die Verbreitung erfolgte. In dem Flugblatte wurde mit den Worten:„ Sie haben mich ja schon zweimal angebettelt." behauptet, Dr. K. habe die Parole ausgegeben, die Sozialdemo- Barthe, Scrimm Spiet sei dann gegangen, später sei ihm Durau durch die Kopen traten zu unterstüßen. Darin hat das Gericht den Vorwurf erblickt, hagener Straße gefolgt. An der Ede der Kopenhagener und der daß Dr. K. seine politische Gesinnung verleugne, um seinen GegenYstader Straße habe er Spiel eingeholt und ihn mit Echimpf- kandidaten mit Hilfe der Sozialdemokraten zu überstimmen. Bom torten überhäuft, schließlich habe Durau ihn an der Ecke der Stadtrat Schubert ist Arnhold wegen des Flugblattes vernommen Ystader und der Korsörer Straße angegriffen und da habe Spiet worden. Später hat er behauptet, das Protokoll enthalte nicht das, sich dann mit dem Stock wehren müssen. Eine ganz andere Darstellung wurde von Durau gegeben, der als Zeuge gegen Spiet auftrat, aber auch als Nebentläger zugelassen par. Den Streit im Lofal habe Spiet begonnen. Spiet habe gewas Sch. ihm seinerzeit vorgelesen habe. Darin hat das Gericht den Vorwurf der Urkundenfälschung im Amte, also den Tatbestand der Verleumdung, erblickt. Auf die Revision des Angeklagten hob am Freitag das Reichsgericht das Urteil im vollen Umfange auf Stroffen Frankfurt Landsberg nege, Bordamm Ibe, Leitmeriz Dresden Barby Magdeburg Beeskow am leit 11.12. 10.12. cm cm³) 74 am feit 11.12. 10. 12. cm cm¹) Basserstand 834)+4 -17)-13 405) 0 Saale, Grochliz avel, Spandau 67+3 Rathenow³) 48+-18 70-1 Spree, Spremberg³) 74 68 +-3 78) Beser, Münden 147) -16 75 -100 26 30°) -1 Staub 95 -72+3 194 Köln Nedar, Heilbronn 77 36 40-4 58 Main, Wertheim Mosel, Trier 108 65+24 Eisstand. Minden Rhein, Maximiliansau 298 )+ bedeutet Buchs, Fall.*) Unterpegel. Grundeistreiben. 5) Eistreiben in awei Drittel Strombreite. schwaches Grundeis.- Grundeisgang.) Grundeis. Für das Weihnachtsfest empfehlen wir als geeignete Geschenke folgende Prämien für die Leser des„ Vorwärts": F. W. Hackländers Werke Neue illustrierte Ausgabe, 2 Bände, 3,50 M. Gerstückers Werke 2 Bände, illuftriert, 3,50 M. Zwischen Himmel und Erde von Otto Ludwig, illustriert, nur 3 M. Ferner empfehlen wir zu herabgesetzten Preisen: Die deutsche Revolution von 1848 u. 1849.| Juustriert. Statt 4 M. mx& M. Die französische Revolution von 1789. Statt 4 M. nur 3 M. Neu erschienene Werke aus Parteiverlagen: Goethes Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Schillers Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Heines Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Illustrierte Pflanzenwelt. Bon R. Bommeli. Statt 5 M. nur 3,50 M. Die Wunder des Kosmos. Bon Oswald Köhler. 206 Abbildungen usw. Statt 5 M. nur 3,50 M. Der Ursprung des Christentums. Bon Karl Kautsky. Preis brosch 5, M., geb. 5,75 M. Im Strom der Zeit. Gedichte von E. Preczang. Preis tartonniert 1,50 M., geb. 2,- M. 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Broschiert. " 11: Fr. Engels, Ursprung der Familie. Geb. 2,50 M. 1,50 " " " 12: Karl Marx, Das Elend der Philosophie, . Broschiert. " Geb. 2,- M. " 18: K. Kautsky, Das Erfurter Programm.. Geb. 2, " " " 14: Fr. Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Geb. 2,50 M. " " " " Wissenschaft. 16: F. B. Simon, Gesundheitspflege des Weibes. Broschiert 2, M.; geb. 2,50 m. 18: H. Lux, Etienne Cabet und der Jkarische Kommunismus. Broschiert 1,50 m.; geb. 2,- M. 20: G. Plechanow, N. G. Tschernischewsky. Brosch. 2,50 M.; geb. 3, 21: Fr. Engels, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Broschiert 2,50 M.; geb. 3, M. " 30: Karl Marx, Die Kritik der politischen Dekonomie. " " Geb. 2,- M. 24: Karl Marx, Revolution und Konter- Revolution in Deutschland. Broschiert 1,50 M.; geb. 3, M. 26: A. Dodel, Aus Leben und Wissenschaft. I. Serie. 3 Teile. Geb. 5,50 M. 27: C. Hugo, Städteverwaltung und Munizipal- Sozialismus in England. Geb. 2,50 M. 28: G. Moch, Die Armee der Demokratie. Brosch. 1, M.; geb. 1,50 M. Geb. 4, M. 81: Josef Dietzgen, Das Wesen der menschlichen Kopfarbeit. Broschiert 1,50 M.; geb. 2, M. 32: Josef Dietzgen, Kleine philosophische Schriften. Broschiert 2, M.; geb. 2,50 M. " " " " the " . 88: Leo Deutsch, Sechzehn Jahre in Sibirien. Broschiert " 3, M.; geb. 3,50 M. Broschiert 3,50 M.; geb. 4, M. 85: Karl Marx, Theorien über den Mehrwert. Broschiert 5,50 M.; geb. 6, 36/37: Karl Marx, David Ricardo. Brosch. 10,50; geb. 11,50. 88: Karl Kautsky, Ethik und materialistische Geschichtsauffaffung. Broschiert 1,- M.; geb. 1,50 M. 39: M. Hillquit, Geschichte des Sozialismus in den Vereinigten Staaten. Broschiert 2,50 M.; geb. 3,- M. 40: Pashitnow, Die Lage der arbeitenden Klasse in Rußland. Geb. 3, M. 41: Leo Deutsch, Viermal entflohen. Broschiert 1,50 M.; geb. 2,- m. 42: Peter Maßlow, Die Agrarfrage in Rußland. Broschiert 2,50 M.; geb. 8,-. 43: Paul Louis, Geschichte des Sozialismus in Frankreich. Broschiert 2,50 M.; geb. 3,- M. 44: Eduard Bernstein, Sozialismus und Demokratie in der englischen Revolution. Broschiert 3,50 M.; geb. 4, M. Jugendschriften Die in der Sonnabendnummer des„ Vorwärts" vom 5. Dezember a. c. durch den Bildungs- Ausschuß empfohlenen Jugendschriften sind in unserer Sortimentsbuchhandlung, Lindenstr. 69( im Laden) zu haben Expedition des„ Vorwärts" Lindenstr.69 Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Zb. Gloce. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Sinaer& Co., Berlin SW. Sr. 292. 25. Jahrgang. 6. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 18. Desember 1908. Aus der Frauenbewegung. Kinderschuh. Um den geringen gefeßlichen Schutz für die schulpflichtige Arbeiterjugend nuzbarer zu machen, haben die unten berzeichneten Genossinnen sich als Kommission tonstituiert und ersuchen die organifterte Arbeiterschaft um die weitgehendste Unterſtügung. Bei Beobachtung von Uebertretung des Kinderschußgefeges wünscht die Kommission, daß möglichst umgehend eines ihrer Mit glieder davon benachrichtigt werde. Die einzelnen Fälle werden forgfältig unterfucht und für schnellste Abhilfe Sorge getragen. Die Einsender von Beschwerden werden dringend gebeten, Namen und Adresse anzugeben, da dieselben sonst keine Berücksichtigung finden. Es ist ausgeschlossen, daß den Einsendern irgendwelche Unannehmlichkeiten daraus erwachsen könnten, da die Kommission strengste Diskretion zusichert. Witterungsüberficht vom 12. Dezember 1908, morgens 8 the. überhaupt nicht und Mädchen unter 14 Jahren nicht bei der Be- Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über dienung von Gästen beschäftigt werden. An Sonn- und Festtagen den Großhandel in den Zentral- Marktballen. Marktlage: Fleisch: Wild: Zufuhr ge darf die Arbeit zwei Stunden nicht überschreiten und sich nicht über Zufuhr schwach, Geschäft ftill, Preise unverändert. 1 Uhr mittags ausdehnen. nügend, Geschäft nicht lebhaft genug, Preise schwankend. Geflügel: In der Weihnachtszeit ist auch für diesmal noch das Feilbieten Beschäft ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Rafe: Geschäft von Waren Kindern über 12 Jahre gestattet, und zwar werktags fill, Breise unverändert. Zufuhr genügend, Geschäft lebhaft. Breise gut. Fische: Zufuhr mäßig, von 5-8 Uhr. Ferner will es sich die Kommission zur Aufgabe fuhr genügend, Geschäft etwas lebhaft, Preise wenig verändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bu machen, den fittlich gefährdeten und mißhandelten Kindern zur Seite zu stehen. Wir ersuchen daher, auch derartige Beschwerden an eine der folgenden Adressen der Kinderschußkommission zu senden: Frau Belger, Zimmerſtr. 3/4 v. IV; Bratke, Korförer Str. 23, of IV; Gife, Westend, Eschen- Allee 8; Guhn, Borndorfer Str. 39, Duerg. III; Liepmann, Heinersdorfer Str. 10 I; Lobie, Dderberger Str. 20, b. IV; Mackrahn, Chodowieckistr. 15, v. I; Marquard, Melchiorftr. 17, Querg. III; Mittag, Rigdorf, Reuterstr. 78, Hof part; Pohl, Rostocker Straße 27; Nofitta, Müllerstr. 126, 1. Quergeb. III; Rudolf, Müllerstraße 7, Seitenfl. IV; Schadow, Georgenkirchstr. 55 II; Schreiber, Bücklerstr. 42, v II; Stock, Grunewald, Wangenheimstr. 3; Wolf, Wiesenstr. 44, Querg. III; Weyl, Lothringer Str. 69 I; Binumer mann, Plan- Ufer 92. Es sei hier auf einige der wichtigsten Bestimmungen des Kinderschutzgesezes hingewiefen: Bei Beschäftigung von Kindern in Betrieben von Werkstätten, im Handelsgewerbe und Verkehrsgewerbe, beim Austragen von Waren und sonstigen Botengängen dürfen Kinder über 12 Jahre nur in der Zeit zwischen 8 Uhr früh und 8 Uhr abends beschäftigt werden, Wilhelmsruh- Nieder- Schönhausen- West. Dienstag, den 15. Dezember, aber nicht länger als drei Stunden, in den Ferien vier Stunden. 8 Uhr, bei Barthe, Viftoriastr. 7: Mitgliederversammlung. VorIn Gast und Schanfwirtschaften dürfen Kinder unter 12 Jahren. trag. Genoisin Frau Fahrenwald- Berlin. Versammlungen Veranstaltungen. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Better momembe 743 DSD 3 bedeckt pamburg 741 DSD 3 bedeckt 743 SD Franti.a M 744 SW Münden 746 SW Wien 745 Still 2 balb 6d. 5 bedeckt 5 Schnee bedeckt Temp. n. E 6° C. 4° N I Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windſtärke 1 Haparanda 758 S 2 Betersburg 762 SD -1 Scilly 3 therbeen 2 Barts Better 2 bedeckt 4 bedeckt 5 beiter 4 bedeckt 755 NNW 748 N 747 WNW 3 bedeckt 11 Temp. n. E. 1807= 202 40 Wetterprognose für Sonntag, den 13. Dezember 1908. Ein wenig fälter, zeitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Schneefällen und mäßigen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gegründet 1825. Fe Hahn Berlin C.25 Bagetragene Schutzmarke Fr. Hahn BERLIN C. 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Zum Erfinderrecht der Angestellten nahm eine öffentliche Versammlung Stellung, die der Bund der technisch- industriellen Beamten einberufen hatte. Ver anlaffung zu der Bersammlung gab besonders der diesjährige deutsche Juristentag, der zu dem Beschlusse kam, daß das herrschende Erfinderrecht der technischen und industriellen Beamten nicht geändert zu werden brauche. Dr. Jaffa, der auf dem Juristentage für die Beamten eintrat, war der Redner des Abends. Der Redner besprach das Recht der Beamten auf die von ihnen gemachten Erfindungen und stellte am Schlusse seiner Abhandlung die folgenden Thesen auf: 1. Technische Angestellte und Arbeiter sind Eigentümer der von ihnen herrührenden Erfindungen. 2. Es empfiehlt sich eine Aerderung des Gesezes dahin, daß die Vertragsfreiheit für technische Angestellte hinsichtlich des Rechts auf ihre Erfindungen beschränkt wird, soweit nicht die Angestellten a) ausschließlich zum Erfinden angestellt sind, b) ein festes Gehalt über 5000 m. pro Jahr beziehen. 8. Die Beschränkung muß dahin gehen, daß Auf Wunsch werden sämtliche Roben in elegante Kartons gratis verpackt. a) eine Bereinbarung, durch die dem Angestellten im voraus das Recht entzogen wird, in der Patentschrift als Erfinder genannt zu werden, nichtig ist; b) daß Verträge nichtig sind, durch die dem Angestellten der Patentgesetzgebung als dringend notwendig. Die von Dr. Jaffa das Recht auf die Erfindung entzogen wird, ohne daß aufgestellten Thesen wurden dem Bundesvorstand als Material ihm ein angemessener Anteil am Nußen der Erfindung überwiesen und die folgende Resolution wurde einstimmig angewährt wird; genommen: c) Vereinbarungen bedürfen der schriftlichen Form. 4. Die Frage, wie dieser Nutzen bemessen werden soll, bedarf noch der Erörterung. Eine sehr lebhafte Diskussion folgte dem Vortrage. Die Vertragsfreiheit" der Angestellten wurde durch viele Beispiele illustriert und ferner gezeigt, wie die Unternehmer durch die Grfindungen ihrer Techniker Fortschritte machen und ungeheure Vorteile erzielen, ohne die Erfinderehre ihrer Angestellten zu respektieren oder geneigt zu sein, einen angemessenen Erfinderlohn zu zahlen. Die gezahlte Entschädigung ist gewöhnlich sehr gering fügig. Gin Redner, Genoffe Woldt, wies darauf hin, wie durch die bestehenden Rechtsanschauungen über das Erfinderrecht der Angestellten der technische Fortschritt in der Industrie geradezu gehemmt sverde. Anstatt den Erfindergeist herauszufordern, indem man ihm Ehren und Vorteile bietet, und ihn zu einem regen Eifer anzuspornen durch Gewinnbeteiligung oder dergleichen Mittel, macht man ihn vielmehr unlustig, indem die Unternehmer jeden Vorteil nur für sich beanspruchen. Man rühmt die Fülle der Ideen in der amerikanischen Industrie und dort sieht man zugleich, daß der Erfinder ein weit größeres Entgegenkommen findet als bei uns. Man ist nicht so jämmerlich engherzig wie in deutschen Unternehmerkreisen. Ein anderer Redner erklärte eine Aenderung| 7 Die in den Germania- Festsälen" auf Einladung d: 8 Bundes der technisch- industriellen Beamten versammelten technischen Privatangestellten von Groß- Berlin halten das Zufallsbotum des 29. deutschen Juristentages in Karlsruhe in Sachen des Erfinderrechts für keine endgültige Lösung der Frage. Angesichts der großen Tragweite, die eine befriedigende Regelung des Erfinderschußes sowohl für das große Heer der technischen Angestellten als auch für die ganze deutsche Industrie hat, er warten sie bestimmt, daß der Juristentag sich nochmals eingehend mit dieser Materie befaßt, und zwar um so mehr, als auf der Karlsruher Tagung die Grörterung wesentlich beeinflußt worden ist durch Ausführungen von interessierter Unternehmerseite. Die Versammelten sprechen der Regierung ihr Bedauern darüber aus, daß die technischen Privatangestellten bei den neuerlichen Berhandlungen im Reichsamt des Innern in Sachen der Neform des Patentgesetzes nicht hinzugezogen wurden. Sie erneuern daher die bereits am 10. November 1905 ausgesprochene Forderung, vor der Ausarbeitung des Entwurfes eines Patentgesetzes die technischen Angestellten ebenso wie die Unternehmer gutachtlich zu hören. Die Versammelten bitten ferner den Reichstag, gelegent lich der Reform der Gewerbeordnung auch den Arbeitsvertrag über die Erfindungen der Angestellten aufnehmen zu wollen." Singers großer Weihnachtsverkauf bietet eine aussergewöhnliche Gelegenheit zu billigen Einkäufen. Jn der Kleiderstoff- Abteilung zu ganz enorm billigen Preisen: Grosse Reinwollene elegante Qualitäten, nur neue moderne Farben, Posten Chevrons doppeltbreit, durchweg Meter Grosse( Reinwollene vorzügliche Qualitäten, Posten Cheviots in neuen modern. Farb., doppeltbreit, durchweg Meter Grosse Reinwollene eleganteQualität, grosse Grosse Schwarze Rein wollene Qualitäten, Chevrons Diagonals, Satintuche doppeltbreit Meter Grosse Reinwollene 110-115 cm br., in den 85 PL Grosse Entenblaue Kostümstoffe, reinwoll. Qualit. in reicher FarbenPosten und Grüne ausw., doppeltbr. durchw. Meter 85 PL. Grosse Reinseidene Taffete elegante vollgriffige QualiPosten Reinseid. Merveilleux täten, durchw, Meter 95 PL. 68 PL. 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