Nr. 65. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatl ch 1,10 Wit, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fanfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfa Inferate für die nächste Numiner müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Sernsprech- Anfchin Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Kommissionsbericht über die Wuchervorlage " Freitag, den 17. März 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Märsfeier in Wien. „ Wucherrichtig beispielsweise ausführt, und in Verfolgung der Bandeljude auf dem Dorfe für einen ziemlich folcher Quisquilien wird der Kampf gegen die Aussaugung werthlosen Schmuckgegenstand unter Ausnutzung der Un des Volkes" bestehen; wenn aber ein Rothschild, erfahrenheit eines jungen Mädchens" sich erschwindelt, steht der Bleichröder oder Baare ganze Volksklassen aus Thatbestand des Wuchers bombenfest; den Krupp, Baare und ist fertiggestellt und im Druck an die Reichstags- Abgeordneten beutet, so werden die Wucherparagraphen versagen Genossen dagegen steht es höchstfrei, den üblichen und vertheilt worden. Berichterstatter ist der deutschkonservative Richter und Staatsanwalt sind ja„ von beengenden Schul- normalen" Preis für die ihnen geleistete Arbeit festzusehen! Abgeordnete und fächsische Oberamtsrichter Dr. Giese. Dieser definitionen befreit" und das legitime Geschäft" jener Und dann die Ausbeutung des Unternehmers durch den Herr hat sich schon bei der ersten Lesung des Entwurfs im Großmoguls der kapitalistischen Gesellschaft darf doch nicht Arbeiter! Sie ist zu fostbar, als daß wir sie durch einen Reichstag durch die Flachheit seines Räsonnements aus- angetastet werden?! Zusatz abschwächen möchten; wo dieser Drt und die Argezeichnet. Damals donnerte er mit vollen Backen gegen Die sozialdemokratischen Mitglieder der Kommission, beiter sind, die infolge Mangels an Arbeitskräften die Die herzlosen Gauner" und Ausbeuter"; wer aber etwa Frohme und Stadthagen, haben den Machern dieses präch- momentane Nothlage des Arbeitgebers benutzen können, dachte, daß der Mann damit die gesammte heutige Aus- tigen Klaffengesezes natürlich Gelegenheit gegeben, bezüglich um einen abnorm hohen Lohn zu erhalten", das haben beutungswirthschaft brandmarken wollte, der hatte sich schwer des Lohnwuchers Farbe zu bekennen. Sie beantragten, die die Sozialpolitiker, welche die Urheber dieses getäuscht. Der Herr meint nur die Juden, nicht die Bewucherung auf grund des Arbeitsvertrags ausdrücklich falles" find, natürlich nicht verrathen. Die Angabe würde christlichen Ausbeuter, und er hat dies inzwischen be- in den Wortlaut des Gesetzes aufzunehmen. Sie wiesen ihnen auch etwas schiver fallen. träftigt durch eine im Leipziger Grenzboten- Verlag von darauf hin, daß in der heutigen Gesellschaftsordnung So macht man im lieben Deutschen Reich Rommissions ihm erschienene Broschüre über" Die Juden und die jeder Arbeiter ständig bewuchert werde. Man beute seine berichte und Gesetze. So hat man auch kein Wort nach deutsche Kriminalistik", in welcher er die für die Juden Arbeitskraft aus, um übermäßige Vermögensvortheile den thatsächlichen Unterlagen für den Entwurf gefragt, und außerordentlich günstige Statistik so dreht und deutet, wie einzustecken. Beispielsweise bewuchere eine Aktien- so hat man den Antrag des Genoffen Stadthagen selbstes ihm eben in seinen antisemitischen Kram paßt. Das ist gesellschaft, die große Gewinne erziele, den Arbeiter, verständlich abgelehnt, Laiengerichte über alle Wucherfälle der Berichterstatter über das kommende Wuchergesetz; der wenn sie ihm lediglich den üblichen Zaglohn gebe. Wir entscheiden zu lassen. Man spürt, daß man doch keine lange Kommissionsbericht erhebt sich deshalb an keiner einzigen wissen nicht, ob hier die Ausführungen unserer Abgeordneten Frist mehr hat, und men gesetzgebert nach Willkür Stelle über die ödeste Oberflächlichkeit. vom Bericht zutreffend wiedergegeben sind. Jedenfalls darauf los! Das ganze Prinzip des Entwurfes verdammt ja die- tamen unsere Genossen mit ihrer Anregung bei der Komjenigen, welche ihm zustimmen, zu dieser Flachheit. Wir mission schön an! Die Weisheit, die ihnen entgegengehalten haben dies schon in unserem Leitartikel vom 26. Januar wurde, ist zu sublim, als daß wir sie nicht wortwörtlich gelegentlich der ersten Lesung ausgeführt. Man will ein wiedergeben sollten. In der Entgegnung der Herren Giese paar kleine Aussauger auf dem flachen Lande namentlich und Genossen wurde darauf hingewiesen, daß nicht der fangen, um sich als Beschützer des bäuerlichen Mittelstandes auf Geschäftsgewinn den Maßstab für die Höhe des dem ArWien, 15. März. spielen und die Ausbeuterei im großen desto ungestörter fort beiter zu gewährenden Lohnes bilde, sondern es sich nur Die Wiener Sozialdemokratie hat zwei stolze Tage hinter treiben zu können. Man macht's wie Dr. Böckel in Marburg, darum handele, ob der dem Arbeiter gewährte Lohn der sich. Am Sonntag pilgerten wie alljährlich die Wiener Arbeiter der gleichzeitig von der Agitation gegen den jüdischen Wucher normale und übliche sei. Lediglich wenn unter Ausbeutung zum Grabe der Märzgefallenen, zu deren Andenken sich auf dem und von der chriftlichen Ausbeutung seiner Gegerlehrlinge der Nothlage des Arbeiters der normale Lohn ganz erheb- Sentralfriedhof, etwa eine gute Wegstunde vor den Linien Wiens, lebt. Deshalb muß man auch die neuen Bestimmungen lich unter das Niveau herabgedrückt werde, werde von einem ein mächtiger Obelist erhebt. Die März demonftration tann ganz gegen den Wucher so tautschukmäßig als möglich gestalten. wucherischen Gebahren die Rede sein können. Es sei gut als ein Maßstab der Stärke der Arbeiterbewegung in Wien Der Kommissionsbericht drückt dies sehr gelehrt aus. Er übrigens zu berücksichtigen, daß in gleicher Weise der Arbeit Berriffenheit der Partei, in den Jahren 1885 und 1886 zwei kleine gelten. Wir erinnern uns, wie es in der Zeit der traurigen sagt( S. 3), daß die neuere Strafgesetzgebung dahin neige, geber vom Arbeiter ausgebeutet werden könne. Benutze der Berriffenheit der Partei, in den Jahren 1885 und 1886 zwei kleine Häuflein waren den Richter von beengenden Schuldefinitionen zu befreien, Arbeiter die momentane Nothlage des Arbeitgebers, bei- 13. März hinauszogen. Die feindlichen Brüder machten zus von Radikalen und Gemäßigten, die am ihm vielmehr dafür allgemeine Normen und Direktiven spielsweise infolge des Mangels an Arbeitskräften, um fammen noch nicht 200 Mann aus. In diesem Jahre waren es zu geben und hierdurch in den Stand zu setzen, jeden einen abnorm hohen Lohn zu erhalten, so werde ebenso nach bescheidener Schäzung 20 000, die aus allen Bezirken in Fall in seiner besonderen Eigenart und individuellen Ge- richtig von einer wucherischen Ausbeutung seitens des Ar- hellen Schaaren famen. Von dem lächerlichen Aufgebot der staltung nach dem Sinn des Gesetzes zu beurtheilen. beiters zu sprechen sein". Nun wissen die Staats- Polizei zu erzählen, tann ich mir ersparen. Doch fönnen wir Man dürfe erwarten, daß der Richter in diefer anwälte und Richter im Lande doch, wie sie sich gegenüber sagen, daß es uns gelungen ist, sogar der österreichischen Weise seine Aufgabe erfüllen werde." Nun, was dem Lohnwucher zu verhalten haben! Nicht dasjenige, was baben sie gezwungen, ihre brutalen Fäuste unter modernen wir als praktische Anwendung dieser Gummi- Paragraphen die Arbeitsbienen mit allem Schweiß ihren Herren schaffen, Glaceehandschuhen zu verbergen. Der diesjährige Aufmarsch zu erwarten" haben, wissen wir nur zu genau. nicht der Geschäftsgewinn ist maßgebend für den Lohn, hatte noch eine ganz besondere Bedeutung. Wie Ihren Lesern Der antisemitisch angehauchte Staatsanwalt und Richter, sondern die„ neblichkeit" desselben. Wenn sich also hundert bekannt ist, haben sich die österreichischen Sozialdemokraten auf und die meisten unserer Beamten kommen ja jetzt aus dieser Lohnwucherer in einer Branche darüber verständigen, nur dem letzten Kongreß eine neue Organisation gegeben, die den Schule, werden den kleinen Big und Cohn vom Lande in so und so viel Lohn zu zahlen, so ist dies eben der nor- Behörden gegenüber unangreifbar ist, und sich von Tag zu Tag seiner besonderen Eigenart" bei der kleinsten Uebervor- male und übliche", und die Wucher- Gesetzgeber breiten mehr als wirksam und schlagfertig erweist. Während es früher theilung, deren er sich schuldig macht, an den Ohren nehmen, segnend ihre Hände darüber aus! Sie setzen bezüglich des Vertreter von einzelnen Arbeitervereinen waren, die, meist nicht eventuell dann schon, wenn er als" Händler unter Aus- Lohnwuchers bereits im voraus ihren neuen§ 302e politischen" Charakters, ihre Eristenz in Gefahr brachten dadurch, nugung der Unerfahrenheit eines jungen Mädchens diesem außer Kraft, nach welchem Wucher vorliegt, wenn die einzelnen Organisationen der Bezirke Wiens in gleichsam militärischer daß in ihrem Namen Kränze niedergelegt wurden, zogen diesmal die einen ziemlich werthlosen Schmuckgegenstand zu ungemessenem Vermögensvortheile in auffälligem Mißverhältniß zur Ordnung wie es zu einem Uebungsmarsch aus. Die Thatsache Preise aufdrängt", wie der Kommissionsbericht S. 6 so Leistung stehen". Bei dem ungemessenen Preise", den der politischen Organisation der Wiener Arbeiterschaft ist so in Feuilleton. Nattbrud verboten.) [ 41 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. " hörte man lautes Gespräch und Gelächter. Für Andrej lag bei seiner Kenntniß der nächsten Zukunft in dieser unschuldigen Sorglosigkeit der Straße, die bald der Schauplag eines wilden Ringens und Blutvergießens werden sollte, etwas Eigenartiges und Wunderliches. lag am Boden. Eine Szene unbeschreiblicher Verwirrung folgte. Die Rufe der Gendarmen, das Gezeter der Weiber, das Gekreisch der Vorübergehenden, die nach allen Richtungen hin aus einander stoben, das Klirren zugeschlagener Fenster, dies alles vermischte sich mit dem Lärm schnell auf's Ge Der Kampf sollte, um die Flucht nicht zu hindern, rathewohl abgefeuerten Schüsse. einige zwanzig Schritte von Wassilij's Wagen stattfinden. Als Wassilij sah, daß der Kampf in zu großer Nähe In dem Augenblick, in dem die Gefangenen den ersten seines Wagens stattfand, setzte er sich in Bewegung und Schuß abfeuerten, mußte Andrej der Eskorte schon im hielt in einer Entfernung von dreißig Schritten. Mit der Rücken sein. Beim ersten Schuß mußte er plötzlich um einen Hand den Zügel, mit der andern den Nevolver halwenden und die Eskorte, während sie im Handgemenge tend, bewachte er das Gefecht und die Straße, wandte den mit ihren Gefangenen war, angreifen. Er regelte daher Kopf bald nach rechts, bald nach links, wobei seine Augen Rein anderes Fahrzeug zeigte sich auf der Straße. seine Bewegungen derart, daß er neben der Eskorte, wie die eines wilden Ebers erglänzten. Lewschin, von Es war die Pflicht der Wachen, die jezt von ihren Posten sobald sie bei Waffilij's Wagen angekommen war, durch seinem Feinde befreit, lief nach dem Wagen und sprang entbunden waren, teine Droschte in der Straße halten reiten konnte. Mit einem leichten Druck des Schenkels unbehindert hinein. Klein wollte seinem Beispiel folgen. Aber zu laffen, damit sie nicht von den Gendarmen zur Ver- lenkte er fein gelehriges Pferd in den Raum zwischen den der Sergeant, ein schlanker, kräftiger Bursche, der die Nachhut folgung benutzt werden könnte. Sie mußten jede Droschke Wagen und der Eskorte. Weder er blickte die Gefangenen bildete, erfaßte ihn bei der Hand und entwand ihm den nach einem entfernten Orte bringen, und alsdann nach dem an, noch sie ihn, doch achteten sie aufmerksam auf einander. Revolver. Andrej eilte ihm zu Hilfe. Der Sergeant Boulevard eilen, wo Sina saß, und ihre weiteren Instruk- Lewschin war ihm am nächsten. Andrej fühlte fast physisch feuerte auf ihn, fehlte aber, da er von Klein, den er noch tionen abwarten. den brennenden, fragenden Blick und nickte ihm ermuthigend in seinen Klauen hielt, hin und hergezerrt wurde. In Nur langsam näherten sich beide Theile. Andrej hielt zu. Es war nur eine Art der Begrüßung ohne alle Be- einem Augenblicke war Andrej bei ihm und brachte sein sein Pferd im Schritt. Die Allee war noch fast leer, nur deutung. Der erregte Gefangene aber hielt es wahrschein- Pferd zum Bäumen und drohte ihn niederzureiten. Ge hier und da konnte man einige Fußgänger sehen. Die Straße lich für ein Signal. Plößlich sah er ihn einen Revolver zwungen, den Hufen des Pferdes auszuweichen, mußte er war herrlich von der glänzenden Morgensonne beschienen. aus der Tasche ziehen und auf den Gendarmen, welcher von Klein ablassen, der sich ihm aus den Händen riß und Eine rüftige Frau, die Schürze tief unter der Brust be- hinter ihm ging, richten. Es folgte ein Schuß, und zugleich schnurstracks nach dem Wagen lief. Der Sergeant sprang festigt, stieß einen Aepfelkarren vor sich her und pries mit ein wilder Fluch aus der Rauchwolke heraus, die Andrej zur Red, ten, mit der Absicht, Andrej's Pferd umzuwenden schriller Stimme ihre Waare an. Zwei schmutzige Buben für einen Moment verhinderte, irgend etwas anderes zu und seinen Gefangenen wieder zu ergreifen. Aber ebenso blickten mit weit geöffnetem Munde, von Bewunderung hin- sehen. schnell, wie es gedacht war, hatte Andrej sein Roß zwischen fie getrieben. " Ihr habt's zu eilig, mein Freund," rief er, den Rea volver erhebend. Zwei Schüffe fielen zu gleicher Zeit. Andrej traf den Sergeanten in den Arm, so daß dieser den Revolver sinten geriffen auf ihre Schäße und wunderten sich, daß die Der Kampf hatte begonnen. Andrej wandte sein Pferd, Großen, die doch alles thun können, was sie wollen, zog den Revolver und wartete, den Finger am gespannten Hahn. so achtlos vorüber gingen. Die Fenster der Häuser Eben zerstreute sich der Rauch. Er sah den Gendarmen, der unverwaren geöffnet. Fröhliche Fröhliche Gesichter sahen heraus legt geblieben, den Angreifer an der Kehle packen. Im nächsten und freuten sich über das schöne Wetter. Von einem Balkon Moment rauchte der Revolver in seiner Hand und der Gendarm der die Augen springend, daß fie sowohl den Behörden als dem Der dem Landtage des Herzogthums Gotha vorgelegte gewerblichen Betriebe noch nicht zur Durchführung Spießburgerthum anfängt, Ropfweh zu machen. Etat für die Finanzperiode Juli 1893/97 ist ein Beispiel gebracht. Die Feststellung der Ausführungsbestimmungen Gestern, am zehnjährigen Todestage von Karl Marx, für den unheilvollen Einfluß des die öffentlichen Mittel verzögert sich hauptsächlich deshalb, weil bei vielen Berufsverfammelten fich die Parteigenoffen und Genofsinnen im größten auffangenden Heerwesens. und schönsten Saale Wiens, der sich seit 22 Jahren nicht zu Die Jahreseinnahme beträgt zweigen die verschiedenartigsten Verrichtungen Berücksichtigung einer Arbeiterversammlung geöffnet hatte. An die 5000 Männer insgesammt 2 016 411 M., die Ausgabe 2 661 161 M. und erheischen. Gegenwärtig ist der Stand der Arbeiten nach) und Frauen füllten den Sofienfaal, und wäre der Saal doppelt bleibt sonach ein Fehlbetrag von 644 750 M., gegen den den Berl. Pol. Nachr.": Nachdem von der zuständigen so groß gewesen, so wäre er noch immer gefüllt worden, denn Boretat 218 000 M. mehr. Dieser Fehlbetrag ist mit 10 Reichsbehörde eine Zusammenstellung derjenigen Arbeiten der wir mußten die Kartenausgabe beschränken. Die Stimmung, von Gotha und mit 3/10 von Koburg zu decken. Der un- einzelnen Berufszweige, welche von den Sonntagsruhe- Bewelche beim Feste herrschte, entzieht sich jeder Schilderung. günstige Abschluß ist dadurch herbeigeführt, daß der Stimmungen gänzlich oder unter gewissen Bedingungen ausEin Ernst, eine Weihe, eine zielbewußte Entschloffenheit und Matrikularbeitrag von 855 000 auf 1429 000. genommen werden sollen, angefertigt war, war dieselbe den Einzeldabei jene gemessene Ruhe, welche die österreichische Arbeiterschaft steigt, dem zwar 1 459 000 m. lleberweisungen aus der regierungen zur Begutachtung unterbreitet worden. Sobald allen Provokationen der Gegner gegenüberzustellen gezwungen ist, Reichstasse gegenüberstehen, daß aber hierdurch nur ein diese Gutachten sämmtlich eingelaufen sein werden, wird zur war der Grundton. In einer ganz vortrefflichen Rede, die in Ueberschuß von etwa 30 000 m. verbleibt, während Bernehmung von Sachverständigen geschritten werden. Und Arbeiter- Beitung" nachzulesen sich lohnt, gab Beuthner, ein vielversprechender junger Genoffe, eine gedankenreiche Dar derselbe bisher 255 000, mithin 225 000 M. mehr be- zwar dürfte sich die letztere so gestalten, daß immer nur von legung über Rarl Mary als Lehrer des Proletariats. Fest tragen hat. denjenigen Berufszweigen, bei welchen sich bezüglich der Auschöre, tomponirt und dirigirt von unferm trefflichen Josef nahmebewilligungen Bedenken erhoben haben, Vertreter zu Schen, brachten die Stimmung zum Höhepunkt. Und als Ge Wie's gemacht wird. In Wesel haben Bürger- Konferenzen im Reichsamt des Innern nach Berlin berufen noffe Adler seine Rede mit einem dreimaligen Soch auf die meister, Beigeordnete und viele Stadtverordnete eine Rund- werden, in denen zur Aufklärung über dieie Bedenken geinternationale, revolutionäre Sozialdemokratie ausklingen ließ, gebung für die Militärvorlage zu ftande gebracht. In der schritten werden soll. Die Konferenzen dürften auf vererhoben sich die Taufende und stimmten begeistert ein. Auf Stadtverordneten- Versammlung berichtete der Bürgermeister, fchiedene Termine verlegt werden und zwar soll die Absicht Antrag des Vorsitzenden, Gen. Schrammel, wurde folgendes er habe bei einer Reise in Berlin in Erfahrung gebracht, bestehen, sie in der Reihenfolge der Gruppen der BerufsTelegramm an& r. Engels abgeschickt:„ Taufende von Männern daß im Falle der Genehmigung der Wiilitärvorlage ftatiftit abzuhalten. Mit Abhaltung der ersten Konferenz und Frauen, versammelt zur Gebenffefer an Karl Martin der Stadt Wesel eine Garnison vermehrung dürfte in naher Zeit vorgegangen werden." Ja, wenn die fenden sozialdemokratischen Gruß seinem Mitarbeiter, dem treuen Freund und Berather der revolutionären Arbeiterschaft aller um zwei vierte Bataillone stattfinden werde. Interessen der Schnapsbrenner oder Grubenbarone in Frage Länder."( Bezeichnend für unsere Verhältnisse ist, daß die Tele- Entrüftet schreibt die" Norddeutsche":" An der Börse hat das wären, würde schneller gearbeitet. graphenämter die Aufnahme der Worte revolutionäre Arbeiter. Gerücht, der Kaiser habe die Zurückziehung der schaft" verweigerten, und charakteristisch für die landesübliche Militärvorlage angeordnet, Spekulationseffekten um ,, Kaum zehn". Der" Post" wird mit bezug auf die Dummheit ist es, daß sie dafür ,, zielbewußte Arbeiterschaft" ge 2 pCt. ft eigen gemacht. Hoffentlich wird es gelingen, neulichen Reichstags- Debatten über die Stellung der Staatsduldig telegraphirten). Der Verlauf der Feier war ein erheben den Biedermann festzustellen, welcher die Börse betriebe gegenüber sozialdemokratischen Arbeitern von unterder für alle Theilnehmer und gab Beugniß für die Breite und zu Vertiefung, welche die sozialdemokratische Bewegung in Defter: 3 dieser eigenartigen Bekundung ihrer spezifischen Logit richteter Seite" mitgetheilt, die Militärbehörde in Spandau, Bertiefung, welche die sozialdemokratische Bewegung in Defter veranlaßt hat. Mit wie viel Prozent würde wohl seiner dem Hauptsitz der Waffenindustrie, habe in den letzten fünf reich unter so furchtbaren Hindernissen, dank der Opferfreudig- Beit die Berliner Börse einen Minderwerth deutscher Wehr- Jahren ta um zehn Arbeiter" wegen sozialdemo feit österreichischer Proletarier erreicht hat. fraft zu büßen haben?" Es ist nur ein Zeichen für die fratischer Umtriebe entlassen; von der Entlassung wären politische Einsicht der Börsenmänner, wenn sie durch eine nur solche Personen betroffen worden, die ihre Zugehörigkeit Steigerung der Kurse auf jene Nachricht reagiren. Uebrigens zur Sozialdemokratie demonstrativ zu Schau getragen hätten. eine bescheidene Anfrage: Haben Herr Pindter und feine Es lebe das Recht der freien Meinung! Hintermänner etwa à la baisse spefulirt und sich die Finger Politische Lebersicht. Berlin, den 16. März. g " Das gefällige Schreiben, welches Ew. Hochwohlgeboren im Verein mit einer größeren Anzahl der Herren Chefs und Bertreter hervorragender Hamburger Handelsfirmen, Rhedereien und Banken unterm 11. dieses Monats aus Anlaß der jüngsten Poftetats Debatte = im Reichstage an mich gerichtet gerichtet haben, habe ich zu erhalten die Shre gehabt. Mit meinem herzlichen Danke für die darin ausgedrückten freundlichen Gesinnungen verbinde ich gern die Mittheilung, daß diese spontane Kundgebung von beruienster Seite mich sehr erfreut hat. Ueber Angriffe wird sich in unserem heutigen öffentlichen Leben tein vernünftiger Mann wundern, find fie gerecht, so wird er sogar Nußen daraus ziehen, so ungeschickt in der Form fie auch vorgetragen sein mögen. Gegen bie von Ihnen berührten ungerechten Angriffe haben die Herrn Abgeordneten v. Keudell, Dr. Lingens und Dr. v. Marquardsen fofort bei den Verhandlungen beredten Proteft erhoben; daß fich ihnen jeht kompetentefte Stimmen aus der Weltverkehrsmetropole unferes Vaterlandes zugefellen, freut mich besonders auch im Interesse der großen Armee der treuen und braven Poft und Telegraphenbeamten des Deutschen Reichs, deren Intelligenz und Pflichteifer so wesentlich zu den Erfolgen beigetragen hat, die Sie so freundlich waren, rühmend hervorzuheben. Auch im Namen diefer waderen deutschen Männer fage ich Ihnen meinen herzlichen Dank." dabei verbrannt?- Der Verein zur Wahrung Der Hamburger Geldfack- Klüngel hat bereits eine der gemeinsamen wirthschaftlichen Inter- Antwort auf seine Huldigungsadresse erhalten. Stephan Aus dem Reichstage. Der erste Punkt der Tages. efsen in Rheinland und Westfalen, der be- läßt durch das Pindter- Blatt diese merkwürdige, in Prosa ordnung, Handels- und Schifffahrtsvertrag mit dem Frei- rüchtigte Unternehmerbund, beruft mittels vertraulichen abgefaßte, also ungereimte Urkunde, veröffentlichen. Jedenftaat Kolumbien, gab dem konservativen Redner die Ge- Rundschreibens die Mitglieder des Ausschusses zu einer falls hat diese Art der Auseinandersetzung über parlalegenheit, wieder einmal mit allem Nachdruck gegen den in Sigung auf den 15. d. M. nach Düsseldorf zusammen. Auf mentarische Vorgänge den Reiz der Neuheit. Der Generalder Luft liegenden Handelsvertrag mit Rußland zu der Tagesordnung steht u. A. die Militärvorlage. poftgewaltige schreibt also: protestiren. Die Herren der Rechten erklären, mit allen Man weiß, daß die Grubenbarone beim großen BergMitteln" gegen das Zustandekommen eines solchen Vertragsarbeiter Ausstande nicht vergeblich nach Soldaten anfämpfen zu wollen. Abwarten! gerufen haben. Damals wurde blank gezogen und scharf Die Borlage über die Abänderung des Unterstützungs- geschossen. wohnsiz- Gesetzes wurde von den Rednern aller Parteien im wohlwollenden Sinne besprochen. Bon sozialdemokratischer feld für seine Wadelstrumpf Politit nicht uneben gedankt Herr Hinze, dem seine Wähler im Fürstenthum Birken Seite sprach Stolle, der dadurch, daß er die Gründe berührte, welche die Arbeiter des Oftens veranlassen, nach dem hatten, veröffentlicht einen offenen Brief" an seine Wähler, in dem es heißt:" Ich bedauere, daß eine solche MißWesten zu ziehen, die Herren Gamp und den Spaßmacher Stimmung vorhanden ist, tröste mich aber hierüber mit dem des Zentrums Don Schalfcha zu den wunderlichsten Bewußtsein, durch ernste und anhaltende Arbeit zu einer rebnerischen Rapriolen veranlaßte. Der Herr Geheimrath besseren Erkenntniß der Bedeutung der Gamp hat die Entdeckung gemacht, daß die Arbeiter im militärvorlage in ihren einzelnen Theilen und in Often beffer bezahlt seien, wie im industriellen Westen, und ihrem endschließenden Zwecke gekommen zu sein, als vor Herr von Schalscha schlug in dieselbe Kerbe, indem er die Behauptung aufstellte, ein Tagelöhner auf den östlichen entstandenen Ueberzeugung habe ich offenen, ehrlichen und meinem Eintritt in die Militärkommission. Der hieraus Gülern habe bereits 1,75 m. verdient, wenn er aufstehe, begründeten Ausdruck gegeben. Wenn ich nun in dieser noch ehe er eine Hand zur Arbeit gerührt habe. Da weder meiner Ueberzeugung mich nicht im Einklang befinde mit Gamp noch Schalicha zu den ernst zu nehmenden Rednern einem Theile meiner parlamentarischen Fraktionsgenossen des Hauses gehören, verlohnt es sich nicht, auf deren Aus- und mit den Parteigenoffen des Fürstenthums, so befinde führungen näher einzugehen. Die Debatte foll morgen fort ich mich doch in vollstem Einklange mit dem Programm gesetzt werden. der deutschfreisinnigen Partei...." Die bessere Erkenntniß Tas Abgeordnetenhaus nahm heute das Wahlgefeh der Wähler davon, daß politische Bidelhäringe, in dritter Lesung unverändert nach den Beschlüffen der die nach der Pfeife der Negierung tanzen, untauglich find, zweiten Lesung gegen die Stimmen der Freisinnigen, der die Interessen der Steuerzahler zu vertreten, wird hoffent Nationalliberalen, ber Polen und der Freikonservativen an. lich diesem Sinze und den anderen kompromißstechen Ratern, Ein Antrag der Freifinnigen auf namentliche Abstimmung die ein bischen Diebsgelüft, ein wenig Rammelei" erfüllt, fand nicht die nothwendige Unterstützung von 50 Stimmen. ein für allemal den Weg zum Reichstag versperren. Graf Douglas, unterstützt von 31 Abgeordneten, richtet an die tgl. Staatsregierung die Anfrage, welche Maßregeln denkt. Herr v. Stephan und die Herren der Norddeutschen Bank", die Rulianwender Wörmann und Gen., find in der That be rufen, ein zutreffendes Urtheil über die an den Post- Zuständen geübte Kritik zu fällen. Stephan ift Angeklagter, Ver theidiger, Richter in Einer Person, übergipfelt also in dieser wundersamen Dreieinigkeit sogar den vormärzlichen Patrimonialrichter. Die Post- Unterbeamten, deren Der deutsch- ruffifche Handelsvertrag. In die klägliche Verhältnisse offen zu tage liegen, werden sicherlich sie der Cholera gefahr gegenüber zu ergreifen ge- Notiz lancirt worden:" Die deutsche Regierung hat selbst- Die treuen, braven Bostbeamten", wirthschaftlich auf das Bossische Beitung" ist die nachstehende offiziöse dem Chef, der auch für sie dankt, sehr verpflichtet sein. verständlich eine Reihe von Forderungen als Bedingung für härteste gedrückt, politisch gebunden, in der Ausübung Einheitszeit. Das Gesetz betreffend die Einführung die Annahme des Vertrages aufgestellt. Hinsichtlich dieser staatsbürgerlicher Rechte durch die Fischer- Politik der dritten einer einheitlichen Beitbestimmung wird heute im Reichs- Forderungen hat keinerlei Meinungsverschiedenheit zwischen Abtheilung bis zur äußersten Grenze eingeengt, werden Anzeiger" veröffentlicht. Bekanntlich ist in demselben be- der Reichsregierung und der preußischen Regierung statt- durch den schmückenden Beinamen wadere, deutsche stimmt, daß vom 1. April ab die mittlere Sonnenzeit des gefunden, weder der Handelsminister von Berlepsch noch der Männer" reichlich entschädigt sein für Verschickung und 15. Längengrades östlich von Greenwich die gesetzliche Beit von anderer Seite genannte Minister für Landwirthschaft Entlassung, für Maßregelungen und andere Quengeleien. in Deutschland ist. von Heyden haben irgendwie Anlaß gehabt, in Gegensah Wir schlagen in aller Bescheidenheit vor, um das anzu dem Reichstanzler Grafen Caprivi zu treten. Es waren muthige Bild dieser kapitalistischen Huldigungsfeier abzuDie Haushalte der deutschen Einzelstaaten werden von vornherein nach Aufstellung der gegenseitigen Be- runden, die Postassistenten, Briefträger, Packetboten u. s. w., durch die Ansprüche des Militärbudgets in Verwirrung dingungen günstige Aussichten für das Zustandekommen des die Zehntausende aus dem Reiche Stephan's möchten gleichgebracht und Fehlbeträge werden immer häufiger. Handelsvertrags vorhanden, die nach keiner Richtung er falls einen Massenprotest gegen die ungerechten Anschüttert worden sind." Na, na! griffe", denen der Generalpostmeister und" Poët dazu" zum Opfer gefallen, umgehend erheben. Erst wenn diese glän= ließ. Die Kugel des Sergeanten durchbohrte den Schooß von Andrej's Bauernrock, ohne ihn zu verlegen; fie traf Fusangel. Bei der am 15. d. Mts. stattgehabten zend bezahlten, vortrefflich behandelten, von Noth und jedoch Waffilij's Pferd, welches sich bäumte und trotz aller Landtags- Ersatzwahl im 2. Wahlbezirke des Regie- Borschußwirthschaft nie bedrängten, wirthschaftlich sicherAnstrengungen von Wassilif's Seite davonrannte. Zwei Ge- rungsbezirks Arnsberg( Olpe- Meschede) erhielt Ober- gestellten Unterbeamten ihre Stimme in den Jubelchor der fangene waren in Sicherheit, Boris aber zurückgeblieben. rentmeister a. D. Böse, der Frattions Randidat, Hamburger Cholera Patrizier mischen, dann Zwei aus der Eskorte waren bereits tampfunfähig. Sie 193, Fusange! 50 Stimmen. Daß Böse gewählt ist das Maß der Freude voll. flanden jetzt zwei gegen zwei. Boris konnte auf dem werden mußte, stand von vornherein feft, da ja die WahlRücken des Pferdes davongeführt werden. männer noch dieselben waren, wie bei den allgemeinen Der Teufel als staatliche Einrichtung. Wie unsere Noch eine Anstrengung und der Tag ist unser!" Wahlen, also durchgängig waschechte, fraktionstreue Leute. Leser wissen, ist dieser Tage eine Versammlung in Mülfagte jubelnd Andrej, den Revolver frisch ladend. Boris Trotzdem haben sich 50 Stimmen für Fusangel abgesplittert, baufen i. Els. aufgelöst worden, weil der überwachende war einige zwanzig Schritte entfernt und fämpfte ein günstiges Vorzeichen für Fusangel aur bevorstehenden Beamte eine Kritik des Teufelssputs für eine Reitit ftaatheftig gegen zwei Gendarmen, die ihn mit Stricken zu Dipe- Mescheder Reichstags- Wahl. Aus allen Bezirken licher Einrichtungen hielt. Nun liest man in der„ Elsaßbinden versuchten. Da er unbewaffnet war, hatte er ihnen des Reichstags Wahlkreises tommt die Kunde, daß die Lothringischen Volkszeitung":" Die auf den 15. d. M. anentfliehen wollen, in der Hoffnung, wenn er auch Wählermasse sich für den Gegner der Militärvorlage, für gesetzte Volksversammlung fann nicht statt. finden, da, wie die Kreisdirektion in einer Zuschrift den Waffilij's Wagen nicht erreichen sollte, in diesem Zumuli Fusangel, erklärt. Einberufer belebrt, ausweislich der vorgelegten Tagesentkommen zu fönnen. Aber plöglich wurde er festgehalten Ein agrarischer Steuerdefraudant. In der Nähe ordnung die Besprechung religiöser Gegenstände bezweckt und befand sich jetzt in sehr bedenklicher Lage. von Meisie wohut ein allgemein als sehr reich bekannter wird". Die Tagesordnung lautete bekanntlich: Der Balte aus, Freund," rief ihm Andrej zu, im Augen Großgrundbesitzer, der sich mit einem Jahreseinkommen von Teufel als Staatseinrichtung oder: Die wirthschaftblicke bin ich bei Dir." sage und schreibe 4000 Mark felbst eingeschäzt hat. Die liche Bedeutung des Teufelsglaubens." Man wird sich Er eilte Boris zu Hilfe. Hierbei machte er aber Steuer Einschätzungskommission verwarf diese Selbst dem Eindruck faum entziehen können, daß für dieses Ver einen groben Fehler. Er war ein guter Schüße und einschägung und schäßte das Jahreseinkommen des Groß- fammlungsverbot namentlich der Wunsch mitbestimmend an ihm hätte es gelegen, davon nun ben besten grundbesitzers ihrerseits auf 50 000 Mart ab. Gegen diese war, der Ruhm unserer Polizei möge nicht allzu weithin Gebrauch zu machen. Als er aber einen rothbärtigen Bwangseinschägung legte der davon betroffene Herr Be erklingen. Ob dieser Wunsch durch die verhängte MaßGendarmen eine Schlinge um Boris' Arm legen fah, ver- rufung ein, die den höchst unerwarteten Erfolg hatte, regel seiner Erfüllung näher gerückt wird, ist indeffen eine gaß er alles und flog, seinem Pferde die Sporen gebend, saß der Großgrundbesizer in Zukunft ein andere Frage." auf sie zu. Der Sergeant, welcher zwar verwundet, aber ahr eßeinfommen von 60 000 Mark zu ver nicht lampfunfähig war, eilte seinen Kameraden beizustehen. te u crn angehalten wurde. Ein Ehrenmann, Andrej sprengte mit voller Wucht gegen ihn an, de Gen- eine Stütze von Thron und Altar, dieser Edelste und barm flammerte sich an dem Pferbegeschirre fest und wurde Beste"! so mit fortgeschleppt. Pferd und Gendarni stießen nun Herr Conftans, der hinter dem Panama- Standal stand und denselben zum Sturz aller feiner politischen Gegner benußen wollte, ist in die Grube gefallen, die er so sorgfältig für Andere gegraben hatte. Nachdem er seit Nur immer langfam voran, ist das Paßwort, sobald Monaten durch seine Streaturen geheimnisvoll hatte verzu Boden, zog jedoch Boris mit sich nieder, und das Pferd, es sich um die Arbeiter handelt. In der Nord- breiten laffen, daß er die Liste der Bestochenen gehabt und as fich nicht sofort zum Stehen bringen ließ, trug feinen deutschen Allgemeinen Beitung" lieft man: fie Carnot, dem Präsidenten der Republik, gezeigt habe, Reiter in einige Entfernung von dem Kampfplay. nit voller Wucht auf den rothbärtigen Gendarmen. Er fiel ( Fortsetzung folgt.) Von der Gewerbe Ordnungs Novelle vom 1. Juni 1891 ber dann nachher noch mehrere der Bestochenen zu Ministern find die Bestimmungen über die Sonntagsruhe der gemacht, mußte er vorgestern, als ihm die Daumschrauben des Zeugeneides angelegt wurden, vor Gericht aussagen, Branntwein- und Börsensteuer- Borlage und verlangt, daß diese Aus einer start besuchten Versammlung in München, daß er Carnot die Liste niemals gezeigt habe, und zwar Borlagen und die eigentliche Militärvorlage zusammen als in der Reichstags- Abgeordneter v. Bollmar über die Militäraus dem einfachen Grunde, weil er Conftans nie Ganzes behandelt werden follen. Finde man den vorgeschlagenen vorlage sprach und für sein Referat lang anhaltenden Beifall eine beseffen. Damit ist Herr Constans entlarvt und ab- Deckungsweg nicht gangbar, fo folle man das Ganze ablehnen, erntete, sei zur Kennzeichnung der Stimmung, die jetzt in Südgethan. Man weiß nun, daß er ein gewiffenlofer Lügner bis die Regierung anderweitige Vorschläge machen werde, deutschland herrscht, einiges aus den Bemerkungen der Redner und Ehrabschneider ist. Da auch das fenfationelle Zeugniß fetzung der Generaldebatte in der von dem Vorrebner einge der in feiner fränkischen Heimath vor den Bauern über die Zur Geschäftsordnung protestirt Bebel gegen die Forts mitgetheilt, die in der Diskussion sprachen. Herr Dr. Conrad, der Madame Cottu, das den Justizminister Bourgeois zur leiteten Weise. Wer jezt über diese Fragen noch nicht tlar politische Lage gesprochen hat, theilte die gemachten Erfahrungen Amtsniederlegung veranlaßte, sich als Schwindel erwiesen sei, dem sei überhaupt nicht zu helfen, die Kommiffion habe mit. Die deutsche Bildungswelt sei so zerfetzt und degenerirt, hat, so hat Herr Bourgeois fein Entlassungsgesuch zurück doch alle Ursache, endlich zu einem endgiltigen Hesultat zu daß fie alle mögliche über sich ergehen lasse. Die Militärgenommen, und das Ministerium ist wieder vollzählig und tommen. vorlage fei in jeder Beziehung eine Ungebeuerlichkeit, und es heil. Auf wie lange?. Der Vorsitzende schließt sich dieser Anschauung an und spricht wäre ein schlimmes Beichen, daß man nun 82 Monate das Geden Wunsch aus, daß die Redner in der Diskussion sich an die tritsche in Berlin mit angehört habe, ohne mit einem vernichtenGegen die Homerulebill ist den englischen Tories vorliegenden Anträge halten möchten. den Proteft dazwischen zu fahren, daß denen in Berlin die ein jedes Mittel recht. Wie die konservativen" Herren in v. Bennigsen vertheidigt seine Anträge, ohne dabei noch Ohren gelten.( Beifall.) Die Bauern sagten: Was will man Frland den Bürgerkrieg vorbereiten, um die Regierung ein- etwas Neues vorzubringen. Alle die von ihm vorgetragenen benn von uns? Unsere Söhne sind schon in den Kasernen und Frland den Bürgerkrieg vorbereiten, um die Regierung ein: Argumente haben wir schon im Plenum und noch ausführlicher wir müssen fie außerdem mit unserem letzten Pfennig unterſtüßen, zuschüchtern und zu stürzen, ist den Lesern bekannt. Jest in der ersten Kommissionslefung von ihm gehört. Er bittet zum bamit fie dort als Menschen leben können; das und noch mehr erfahren wir nun, daß der berüchtigte Polizeispitzel und Schluß die Regierung, seine Vorschläge entweder schon für die halten wir nicht mehr aus. Mit allen bisherigen Parteien ist's Dynamithelb O'Donnovan Rossa, nebst andern Dynamit Kommiffion oder doch für das Plenum in„ wohlwollende Er nichts wir haben tein Vertrauen mehr." Die Lage sei sa, helden gleichen Kalibers, von den Tories aufgeboten worden wägung" zu ziehen. daß die Dinge einer Katastrophe zutrieben, wenn nicht bald eine ist, um von Amerika aus die radikalen" oder„ revolu- Nach der mehr als dreiviertelstündigen Rede Bennigfen's Aenderung komme. Was sei zu thun, daß die Leute tionären" Elemente in Irland gegen Gladstone und die wiederholt Dr. Bieber seine gleichfalls schon des öfteren zum wieder Bertrauen gewinnen? Vollmar erwiderte hierauf: Homerule aufzuhezen besten gegebenen Auseinandersehungen natürlich mit der Begründung, über die Stellung Was Dr. Gonrad sagt, ist dasselbe, was auch wir auf unseren daß die Homerulebill nicht radikal genug und Gladstone des Zentrums und wendet sich dabei gegen die willkürlichen agitationsreisen zu hören bekommen. Unsere Aufgabe ist es, zu daß die Homerulebill nicht radikal genug und Gladstone Rechenexempel des Herrn von Bennigfen. Dem Rebner wäre zeigen, daß das Wahlrecht dennoch das beste Mittel ist, etwas ein infamer Schurke und Verräther fei. Wir tennen ja die es lieb gewesen, wenn die Regierung sich vor ihm ge- zu erreichen. Die Bauern müffen Sozialdemokraten werden. Die Sprache und Logik der radikal- revolutionären Polizeifpitel. äußert hätte." Gr betheuert wiederholt, daß das, was in feinem Sozialdemokratie hat in ihrem Programm eine Menge Dinge, Num von O'Donovan Rossa und Konsorten hat Gladstone, eigenen" Antrage( der aber von sämmtlichen Zentrums welche geeignet sind, die Lage des ganzen Voltes und damit auch der beiläufig auf dem Weg der Besserung sein soll, nichts mitgliedern der Kommission unterzeichnet ist) niedergelegt ist, das der Bauern und überhaupt des Mittelstandes zu verbessern. zu befürchten- er fennt ja den Herrn, der auch in sei, was feine Partei glaube für die Einführung der zweijährigen Wenn es uns z. B. gelänge, den gesunden Kern des feinem Solde gestanden hat. Die Gefahr für, das Minifterium Dienstzeit bieten zu können. Schweizer Milizsystems herauszuschälen und so ein Tommt von anderer Seite von den englischen Ar Der Reichskanaler glaubt in dem Antrag Bennigfen wirkliches Volksheer zu schaffen, so würden damit allein zwei Aehnliche den Grundgedanken wiederzufinden, der die Regierung zur Ein- Drittel der jegigen Militärfosten erspart werden. bringung der Vorlage veranlaßt habe; biefer Grundgedanke Ersparungen und Berbesserungen ließen sich durch eine Urafehle in dem Antrag Lieber. Letterer negire die Motive der geftaltung unferes beutigen bureau tratischen Beamte Regierung und bestreite, daß dieselbe aus politischen Gründen mechanismus in einen gewählten Selbstverwal zur Verstärkung des Heeres genöthigt set. Gr fönne daher tungstörper erzielen. Vor allem aber fann und muß das nur wiederholen, daß derselbe für die Regierung, un annehm. Vertrauen des Volkes dadurch gewonnen werden, daß ihm ein bar sei. Aber auch der Antrag Bennigfen sei nicht aus direkter Einfluß auf die Gefeßgebung eingeräumt wird. Redner reichend, abgefehen davon, daß dessen Formulirung führte bier das in der Schweiz geltende Vorschlags- und eine solche fei, daß die Militärverwaltung darauf nicht ein Verwerfungsrecht der Geseze durch das Volk gehen könne. Erst müsse ein formulirter Gefeßentwurf voran. Wenn das Volk selbst über die Gesetze zu bestimmen babe, liegen, ebe man darüber entscheiden könne. Bur Einführung dann werde es thatfräftig am politischen Leben sich betheiligen, der zweijährigen Dienstzeit sei das, das, was die Regierung und dann auch die Mittel zu finden wissen, um drückende Mißstände fordere, das Minimum deffen, was sie haben müsse au ändern und vor allem dem Hauptfeind Kapitalismus an den Was den Kostenpunkt betrifft, so haben weder die Preffe noch die Kragen zu geben und seiner Raubluft in wachsendem Maße Ausführungen in der Kommission die Regierung zu überzeugen Fesseln anzulegen, bis er völlig unschädlich gemacht sei.( Beifall.) vermocht, daß der von ihr vorgeschlagene Weg ungangbar oder eine zu starke Sumuthung an die wirthschaftlichen Kräfte des Bolkes fei. beitern. Wenn diese nicht durch eine entschlossene, klare und unzweideutige Politik der Sozialreform für das liberale Ministerium gewonnen werden, dann mag der alte Gladdy" nur einpacken. Dann bringt feine Schlauheit und feine Schönrebnerei das Schifflein der Regierung über die Klippen hinweg.Parlamentarischres. a Die Militärkommission nahm heute ihre Sizungen wieder auf, um in die zweite Lesung einzutreten. Seitens der Regierung ist den Mitgliedern eine Zusammenstellung der bis 1898/99 angeblich mit Sicherheit zu erwartenden Mehrungen der Reichseinnahmen zugegangen, vermuthlich um zu zeigen, daß wir „ heidenmäßig viel Geld" befizen und daher keine Ur- legungsversuchen gegenüber Lieber und Bennigfen. Major Wachs ergeht sich in militärisch technischen Wider fache haben, die Vorlage aus finanziellen Gründen abzulehnen. Nach dieser Zusammenstellung sollen die Mehreinnahmen im ge- mit, daß soeben ein Antrag Richter eingelaufen ist, welcher Nachdem noch Graf Kleist gesprochen, theilt der Vorfißende dachten Zeitraume den Betrag von 114 147 000 m. erreichen. folgenden Wortlaut hat: Die Zentrumsmitglieder der Kommission haben folgenden Antrag eingebracht: Artikel I. Die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres an Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten wird für die Zeit vom 1. Ottober 1893 bis zum 30. September 1898 auf 420 031 Mann festgestellt. Die hiervon auf die Fußtruppen entfallende Zahl gilt als Jahresburchschnittsstärke; die auf die Kavallerie und die reitende Feld. artillerie tommende Zahl als Jahreshöchststärke. Die Einjährig Freiwilligen fommen auf die FriedenspräsenzStärke nicht in Anrechnung. Die Stellen der Unteroffiziere unterliegen in gleicher Weise wie die der Offiziere, Aerzte und Beamten, der Feststellung durch den Reichshaushalts- Etat. Artikel II. Für die Zeit vom 1. Oftober 1898 bis zum 30. September 1898 treten bezüglich der aktiven Dienstpflicht folgende Bestim mungen in Kraft: § 1. Während der Dauer der aktiven Dienstpflicht sind die Mann schaften der Kavallerie und der reitenden Artillerie die ersten drei, alle übrigen Mannschaften die ersten zwei Jahre zum ununter brochenen Dienst bei der Fahne verpflichtet. Im Falle nothwendiger Verstärkungen fönnen auf Anordnung des Kaisers die zur Reserve zu entlassenden Mannschaften im aktiven Dienst zurückbehalten werden. Jede solche Zurückbehaltung zählt für eine Uebung. § 2. Mannschaften, welche nach einer zweijährigen attiven Dienst zeit zur Reserve entlaffen worden sind, kann im ersten Jahre ihrer Reservepflicht die Erlaubniß zur Auswanderung auch in der Zeit, in welcher sie zum aktiven Dienst nicht einberufen sind, verweigert werden. § 8. Mannschaften der Ravallerie und der reitenden Artillerie, welche nach erfüllter aktiver Dienstpflicht zur Landwehr übertreten, dienen in der Landwehr ersten Aufgebots nur drei Jahre. Artikel III. An stelle des§ 1 folgende beiden Paragraphen anzunehmen: § 1. Der erfte Satz des Artikels 59 der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871( Bundes- Gesegblatt von 1871 Nr. 16) erhält mit dem 1. Oftober 1893 folgende Fassung: Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Fürth fiegte in der Klaffe der Arbeitervertreter die sozialdemokratische Liste mit 811 Stimmen. Die Kandidaten der Hirsch- Dunderianer und der tonfeffionellen Arbeitervereine bekamen nur 101 Stimme. In der von 196 Stimmen, während die Gegner 306 Stimmen auf ihre Klasse der Unternehmervertreter erhielten wir die ansehnliche Zahl Kandidaten vereinigten und demnach siegten. Betheiligung an den Bürgerschaftswahlen beschloß die Sozialdemokratie Lübecks. In einer Versammlung der felben nannte Reichstags- Abgeordneter Theodor Schwart als die von den zu wählenden Abgeordneten in der Bürgerschaft zunächst zu eritrebenden Punkte: das allgemeine gleiche Wahlrecht Jeder wehrfähige Deutsche gehört fieben Jahre lang, für die Lübeder Staatsangehörigen; Steuerfreiheit bei einem in der Regel vom vollendeten 20. bis zum beginnenden Ginkommen bis zu 1000 M., und stufenweise Besteuerung der 28. Lebensjahre, dem stehenden Heere und zwar bei Ginfommen über 1000 m.; unentgeltlichkeit des Schulunterrichts den Fußtruppen die ersten zwei Jahre, bei und der Lehrmittel; Errichtung von Schulkantinen, Ferienden übrigen Truppengattungen die ersten drei Jahre bei folonien; Errichtung von unentgeltlichen Bädern für alle Jahresden Fahnen, die legten fünf bez. vier Jahre in der He- zeiten; Abschaffung des Submissionsverfahrens bei Vergebung serve die folgenden fünf Lebensjahre der Landwehr von ftaatlichen Arbeiten; Statistit über die Arbeiterverhältnisse; erften Aufgebots und sodann bis zum 31. März desjenigen Besoldung der Beisitzer zum Gewerbegericht; Regelung des Ralenderjahres, in welchem das neun und dreißigfte Lebens- Abfuhrfyftems u. f. w. Es wurde sodann eine aus fiinf Perjahr vollendet wird, der Landwehr zweiten Aufgebots an. fonen bestehende Kommission gewählt, welche die Vorarbeiten zur § 2. Bürgerschaftswahl in die Hand nehmen soll. Um 1 Uhr wird die Sigung vertagt. Nächste Sigung morgen Bormittag 1/211 Uhr. * Die Friedenspräsenzstärke des Deutschen Heeres an Unters offizieren und Mannschaften wird für die Zeit vom 1. Oftober 1898 bis zum 31. März 1895 auf 486 983 Wann feft- Reichstage. Wahlkreises hielt am 5. März in se bo e ihre Die Sozialdemokratie des 5. fchleswig- Holstein'schen gestellt. Die Einjährig- Freiwilligen kommen auf die Friedens diesjährige Konferenz ab. Vertreten waren 11 Orte burch 15 präsenzftärte nicht in Anrechnung." Delegirte. Aus der vom Vertrauensmann gegebenen Abrechnung ist hervorzuheben, daß bei einer Jahreseinnahme von 912,45 M. für Agitation und Ankauf von Schriften zusammen über 800 m. verwendet wurden. Die Gesammt Ausgabe betrug 864,20 m. Die Thätigkeit der Genossen ist durch bedeutende Fortschritte gelohnt worden, welche unsere Bewegung überall im Wahlkreise machte. Während z. B. in Brunsbüttel im Jahre 1890 nur 19 Stimmen für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben wurden, erweisen sich heute oftmals die Lofale zu Volksversamm fungen zu klein, um alle die Zuhörer zu fassen. Kurz, auch bei den fernigen Dithmarschen steht es um unsere Sache vortrefflich. Die Konferenz stellte den Genoffen J. Klüß aus Elmshorn wiederum als Kandidaten für den Reichstag auf und bestimmte Heide zum Ort der nächsten Konferenz. Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die Militärvorlage find weiter abgehalten worden in Luckenwalde( Referent Stadt verordneter Friz Gerischer), Breitenhain( Referent 3ahn Breslau), Geesthacht( Referent Stromberg), Schleswig( eferent v. Im Hamburg). 78 Von der Agitation. Im Wahlkreise Bitterfeld Aus Mylan wird uns geschrieben: Jm überfüllten Saale sind bei der bereits gestern gemeldeten Agitationstour neben der Germania erstattete am Sonntag Reichstags- Abgeordneter Im ersten Jahre nach dem Infrafttreten vorstehender Be- Bebel's Rede über den Zukunftsstaat noch 4000 deutsche und 1000 Frans Hofmann aus Chemnitz in glänzender Rede Bericht ftimmungen fönnen die nach zweijährigem aktiven Dienst zur polnische Flugblätter, fowie 100 Exemplare der Gazeta über die Reichstags- Verhandlungen. Es mochten wohl gegen Reserve beftimmten Mannschaften bis zur Beendigung der Re- Robotnicza" verbreitet worden. Die Polen äußerten große 2000 Personen anwesend fein; ungefähr 600 mußten wegen frutenausbildung im aktiven Dienst zurückbehalten oder zum Freude darüber, daß ihnen in weiter Ferne von ihrer Heimath Mangels an Plaz wieder umfehren. Besonders erfreulich ist, aftiven Dienste wieder einberufen werden. Jede solche Zurück- Literatur geschickt wurde, die in ihrer Muttersprache geschrieben daß die Arbeiterinnen, von der Großmutter bis herab zur Entelin, behaltung oder Einberufung zählt für eine Uebung. war. Die Unternehmer der Proving Sachsen werden darüber sich ebenso zahlreich wie die Männer an der Versammlung beweniger Freude empfinden. Artikel IV. Für die Zeit vom 1. Oftober 1893 bis zum 30. September 1898 treten alle entgegenstehenden Bestimmungen, insbesondere Diejenigen der§§ 6, 15 des Gefezes, betreffend die Verpflichtung zum Kriegsdienste, vom 9. November 1867 und des§ 2 des Ge fetzes, betreffend Aenderungen der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888, sowie§ 1 des Gesetzes vom 15. Juli 1890, außer Kraft." v. Bennigfen beantragt: " , 462 000 Mann". theiligten. Weiter sind Agitationstouren zum Zwecke der Verbreitung der Zukunftsstaats- Reden oder anderer Schriften unternommen worden: von Genossen aus Alzey, Wiesbaden, Dortmund, Lemgo, am Sonntag der Sticker Louis Lorenz beertigt. Todtenliste der Partei. In Falkenstein t. V. wurde Frankfurt a. D., Fürstenwalde, Müncheberg, Neu- Langsom, Bremen, Wolfenbüttel, Neumünster. Polizeiliches, Gerichtliches ze. " Sie Das Manuskript des in Nr. 61 des, Hamburger & ch o8" veroffentlichten Beitartikels Zur Frage der Reform der Militärjuftig" wollte die Hamburger Polizei gern haben. beglückte deshalb die Redaktion mit einer Haussuchung, die aber natürlich feinen Erfolg hatte. Genossen aus Hagen verbreiteten in den Ortschaften Das Chemnitzer Landgericht verurtheilte den eheVollmarstein und Wetter Bebel's Rede und fanden bei maligen Redakteur der Burgstädter, Voltsstimme" 1. Jm§ 1 Absatz 1 ftatt: 492 068 Mann" au feßen: der Bevölkerung überall freundliche Aufnahme. Weniger an: Genossen Ostar Fröhlich, wegen mehrfacher, durch die genehm war der Verkehr mit einigen Polizisten, die durch Presse verübter Beleidigungen zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängniß 2. Jm§ 1 Absatz 2 Beile 8 bis 6 bie Worte:„ dieser Durch- Siftirung von Genossen und Konfistation von Schriften wahr und den mitangeklagten Genoffen Karl Grünberg aus schnittsstärte" bis„ herangezogen werden" zu streichen und dafür scheinlich den Sozialismus vernichten zu können glaubten. Unsere Sartha wegen ähnlicher Vergehen zu 100 Mart Geldstrafe. am Schluß des Paragraphen folgenden Satz aufzunehmen: Hagener Genossen sind aber nicht die Leute, die sich durch ver- Fröhlich wurde in Haft genommen. " Die Mannschaften der Fußtruppen gehören dem wunderliche Polizeimaßnahmen aus der Gemüthsruhe bringen stehenden Heere bei der Fahne 2 Jahre und in der Re- laffen, sie werden nach wie vor für die Sozialdemokratie unter ferve 5 Jahre an. Diese Bestimmung bleibt in Straft, fo Beachtung der Gefeße aufs thatkräftigste agitiren, wo und wann lange die Friedenspräsenzftärte( Abfaz 1) nicht unter die es ihnen beliebt. in Abfag I bezeichnete Zahl herabgesetzt wird." Im 13. hannoverschen Reichstags- Wahlkreise Goslar 8. Jm§ 2 Beile 8 ftatt: 477 Escadrons"( Kavallerie) zu erzberg vertheilten die Genossen 5000 Exemplare der erwähnten fegen: 465 Escadrons", daselbst Beile 5 ftatt: 37 Bataillone" Rede Bebel's, ferner 7000 Sylvester- Zeitungen, die der sozial ( Fußartillerie) zu sehen:" 31 Bataillone" und in Beile 6 ftatt: demokratische Kandidat des Kreises, Genosse Wilke in Berlin, 24 Bataillone"( Bioniere) zu fezen: 20 Bataillone". unentgeltlich überlassen hatte, und 12 000 Sandzettel, auf denen 4. Am Schluß des§ 2 einen Abfaz aufzunehmen, lautend: den Wählern die Kandidatur Wilte's empfohlen wird. Ueberal, Die unter 711 Bataillonen befindlichen 173 Bataillons- mit Ausnahme des Ortes Lautenthal, wo die Personalien fämmt: stämme werden nur solange formirt, als der aktive Dienstlicher Verbreiter polizeilich festgestellt wurden, ging die Verbrei bei der Fahne für die Mannschaften der Fußtruppen auf tung glatt von statten. Die Arbeiter äußerten den Wunsch, man 2 Jahre festgefeßt ist." möchte sie öfter mit fozialdemokratischer Literatur versorgen. 5. Ginen§ 2a einzuschalten lautend: Namentlich war dies in den Harzftadten der Fall, wo wir früher so gut wie gar ferne Anhänger hatten. Besonders mag das reaktionäre neue Berggefez zum Umschwung der Stimmung beigetragen haben. Die Partei Einnahmen betrugen im ersten Vierteljahr soviel wie früher im ganzen Jahr, was für das Aufblüben des Sozialismus im 13. bannöverfchen Wahlkreise jedenfalls ein sehr bewetsfräftiges Zeugniß ist, und fo meinen die dortigen Genossen, daß schon bei der nächsten Reichstagswahl der Sieg des sozialdemokratischen Kandidaten teineswegs außerm Bereiche der Möglichkeit steht. " Die Militärverivaltung ist befugt, in der Zeit vom 1. Oftober 1893 bis dahin 1894 einen Theil der Mannschaften des dritten Jahrganges der Fußtruppen bei der Fabne zurückzubehalten." Darauf wird wieder in eine General diskussion eingetreten, und es hat ganz den Anschein, als ob die ganze, bis zum Ueberdruß durchgetaute Materie noch einmal in der felben Weife wie in der erfien Lesung breitgetreten werden sollte. Benightens betritt Herr v. Buol( Bentr.) biefen Weg. Er geht vor Allem wieder auf die Deckungsfrage ein, fritifirt die Bier, Wegen U gebühr vor Gericht wurde in einer Sigung der Breslauer Straffammer der aus dem Gefängniß vorgeführte Redakteur der, Volts wacht", Genosse Karl Thiel, der angeklagt war, einen Schußmann beleidigt zu haben, zu 3 Zagen Haft verurtheilt. Er hatte eine Aeußerung gethan, aus der entnommen werden konnte, daß er die Objektivität des Gerichtshofes in Zweifel ziehe. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Markuse bedauerte die Aeußerung Thiel's. Die Anklage wegen der Schutzmanns- Beleidigung blieb unerledigt, da noch ein Zeuge ver nommen werden soll. Briefhaffen der Redaktion. W. 3. Der Austritt aus der Landeskirche ist beim Amtsgericht zu erklären. Ueber die Person des inserirenden Schantwirths milffen Sie sich bei der Expedition erkundigen. 9. D., Stolberg( Rheinland). Beschwerde beim Amtsgericht! R. Ch. Schöffen erhalten keine Entschädigung. Für den Inhalt der Inferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 17. März. Opernhaus. Djamileh. Schauspielhaus. Faust. Deutsches Theater. Zwei glückliche Berliner Theater. Der Veilchen fresser. Leffing- Theater. Heimath. Wallner Theater. Die Rofa Dominos.. Kroll's Theater. La Traviate. Residenz- Theater. Champignol. Viktoria Theater. Die beiden Die Reise um die Welt in achtzig Zagen. Neues Theater. Tosca. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. 10. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, 17. März, Abends 7/4 Uhr: Wiederholung der Gala- FentAuf allseitiges Verlangen: vorstellung vom 27. Januar. Großer Feftaufzug. E 1. Reigen der Ritter und Edeldamen; 2. Militärisches Divertissement( Gegen wart). Zum Schluß: Gin Künstlerfest. Grich Tubach zu feinem heutigen Unferem Rollegen und Genoffen Wiegenfeste die herzlichsten Gratu lationen, daß alle Bierquellen tanzen. Die Kollegen von Oben und unten. Noack's feftfäle 1875b Brunnenstr. 18/19, find am Balmsonntag, den 26. d. M., frei geworden. Hiermit empfehle ich meine in Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Friedrichshagen, Friedrichstr. 123, Wasser- und Lichteffecten. Ballet von neu errichtete 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Weissbier- Brauerei nebst Ausschank Grosses Brillant- Feuerwerk. Oeffentliche Volks- Versammlung des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises Freitag, den 17. März, Abends 8 Uhr, in Brochnow's Salon, Sebastianstraße Nr. 39. 347/ 4* Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Köfter: Die Bedeutung des 18. März. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Maifest- Komitees. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Die Vertrauensperson. Deffentliche Volks- Versammlung für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis Außerdem: Mr. James Fillis allen Freunden und Bekannten zur ge- am Sonnabend, den 18. März, Abends 8 Uhr, August Kapell. mit dem Schulpferde Markir. c. fälligen Berücksichtigung. Versandt in Sonntag: Zwei Vorstellungen. Um Gebinden und Flaschen jederzeit. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei) 3807L* Die lustigen Heidelberger. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfelt. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskaffe u. beim„ Invalidendant", Markgrafen straße 51a, Fr. Renz, Direktor. Adolph Ern- Theater. Berlin, Gratweil's Bierhallen wie es meint und lacht. Thomas- Theater. Ihr Rorporal. National- Theater. Dorf und Stadt. Alexanderplak- Theater. Die Konfeftionenfe. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Kanfmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. 3um 80. Male: Kommandantenstraße 77-79. Zäglich: Germania- Konzert- u. 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Mittagstisch. freiem Entree, wozu freundlichst einDamen- Imitator Willy Wilson. labet[ 3847L] H. Franke. Charlottenburg, den 18. März 1893. 18. März. 2. Diskussion. Nach der Märsfeier- Versammlung: Her Familien Kränzchen bei Gr. 3wei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen, fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen. Vereinszimmer, Simconstr.23, Flick F. Sodtke. Moriz Modernes Babylon. Bla. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson and W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Etablissement Buggenhagen. Morih Play. Täglich: Inftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen statt. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 3806L am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. Achtung! 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[ 1850b] Der Vorstand. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden u. BeSturmvogel" und dem Kummer'schen Gesangverein für die rege Theilnahme beider Beerdigung unseres lieben Sohnes Fritz Laufer unseren herzlich. Dank. Castan's Irrgarten. Schreckenskammer. 1856] Friedrich u. Marie Laufer. Nene Illusion: Lotosblume. tannten sowie dem Berl. Ruderckub Andere Jllusionen. Fantoche- Theater. 1864b und Umgegend Sonntag, den 19. März, Vorm. 10 Uhr, Schönleinstr. 6 bei Otto Klein. = Tages Ordnung: 1. Bericht des Delegirten der Streif- Kontrollkommission. 2. Abrechnung vom Wiener Mastenball. 3. Besprechung über die Höhe des monatlichen Bei179/6 trages und Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Tischler- Verband. Bahlstelle Berlin. Versammlung der Brauche Musikinstrumenten- Arbeiter am Sonnabend, den 18 März, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, Bergstraße 68. Tagesordnung: 1. Wortrag des Kollegen Wiedemann über: Der freie Arbeitsvertrag. 2. Diskussion. 3. Die Mißstände in der Pianofabrit von Rösener und die Maßregelung des Kollegen Ulbricht. 4. VerbandsAngelegenheiten. 5. Verschiedenes. 317/10 Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. März, Vormitt. 10% Uhr, bei Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Mitglieder- Derlammlung Tagesordnung: 1. Vortrag über den 18. März. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Der Arbeitsnachweis befindet sich im Vereinslokal Neue Friedrichstr. 44, Abends von 8-9 und Sonntags von 10-12 Uhr. Der Vorstand. 145/8 Adolf Ullrich Verein der Gummiarbeiter Berlins und Umg. am 14. März nach langem, schwerem Leiden an der Zuckerkrankheit verstorben ift. Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. März, Mittags 12/2 Uhr, vom Trauerhause, Hirtenstraße 12a, aus statt. Um stille Theilnahme bitten Die trauernde Wittwe nebst Mutter und Geschwistern. Allen Genossen empfehle mein Blumengeschäft nebst Kranzbinderei. A. Krause, 87082 Sonnabend, den 18. März, Abends 82 Uhr, im Lokale ,, Wilhelmshof", Alt Moabit No. 104-105: Dersammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag:„ Der 18. März, ein Gedenktag des Proletariats." Referent Genoffe Timm. 2. Disfussion. 3. Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. 1848b Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Wienerstraße Nr. 11. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen Kaufmann's Variété Steglit! Töpfer! Rigdorf! beſhäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutſglands. Alexanderplatz. Große Volltändig neues Programm. Tom. Belling, Original- Auguft. Trappe Hugoston, Afrobaten. Kolling Müller, Wasserkünstler. The Matinos, rentrics. Geschw. Tacianu, Duettiftinnen. Heinr. Bender, Sumorist. 2 Wander- Versammlungen Spezialitäten- Borstellung. des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins u. Umg. 1. in Rixdorf, im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße 186, am Sonntag, d. 19. März, Vorm. 10 Uhr. 2. in Steglitz, im Lokale des Herrn Borsdorf ,, Börse", am Montag, den 20. März, Abends 6 Uhr, Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch derselben bittet Miss Victoria, Jongleuse und preisgekrönte Schönheit. Rigó Manó, Ungarischer National Sänger, sowie sämmtl. engag. Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Feen- Palast Jeden Tag: 323/20 Der Vorkand. J. A.: R. Topf, Gipsstraße 3. Arbeiter- Bildungsschule( Nord). Große Versammlung am 19. März cr., Abends 6 Uhr, im Saale des Herrn Philipp, Rosenthalerstrasse 38. Tagesordnung: 1. Optimismus und Pessimismus". Referent: Herr Wilh. Baumann( Schüler der Arbeiter- Bildungsschule). 2. Diskussion.- Nachher Gr. Spezialitäten Vorstellung. Tanz und geselliges Beiſammensein. Gäſte, Damen und Herren, ſehr will. Passepartouts u. Bons haben Giltigkeit. tommen! Die Schulkommiffion.[ 1853b* Ortsverwaltung Berlin I. Sonnabend, den 18. März 1893, Abends 8½½ Uhr, im Lokale des Herra Säger, Grüner Weg Nr. 29: Mitglieder- Versammlung. und Fragetasten.- Frauen find ganz besonders eingeladen. Nach dem Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Adler. 2. Gewerkschaftliches Bersammlung: Gemüthliches Betsammensein. Um zahlreichen Besuch bittet Schöneberg. Der Vorstand. Große öffentliche Volksversammlung für Frauen und Männer am Sonnabend, den 18. März 1893, Abends 8% Uhr, im Saale der Schloßbrauerei zu Schöneberg. Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März von 1848. Referent Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Möbel u. Polsterwaaren Aug. Herold, Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Oranienstr. 83/84. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vomiirts" Berliner Bolksblatt. Nr. 60. Freitag, den 17. Marz 1893. 10. Jahrg. Dnelennenksbevichke. Deutscher Reichstag. 68. Sitzung vom 16. März 1893, 1 Uhr. Am Bundesralhstische: v. Bötticher, v. Maltzahn. Zur ersten Berathimg steht der Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag zwischen dem Reich und dem Freistaat Colum- dien. Derselbe wird nach unwesentlicher Diskussion, welche die Konservativen dazu benutzen, über den deutsch-russischen Handels- vertrag zu räsonniren, einer Kommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Es folgt die erste Berathung der Novelle zum Gesetz, de- treffend den Unterstützungs-Wohnsitz. Abg. Hahn(dt.): Durch die Vorlage ist unfern Wünschen in einiger Beziehung Rechnung getragen. Wir stehen unbedingt auf dem Boden der sozialpolitischen Gesetze und haben die Opfer, welche sie dem platten Lande zumuthen, gern auf uns genommen. Unsere Desiderien in bezug aus Erleichterung in anderer Richtung gehen weiter als die Vorlage. Wir müssen uns vorbehalten, die Erfüllung dieser Desiderien an anderer Stelle weiter zu betreiben. Die vorgeschlagene Abänderung des Unterstützungswohnsiy- Gesetzes beschränkt sich auf die Herab- setzung der Altersgrenze für Erwerb und Verlust des Wohnsitzes von 24 auf 18 Jahre. Auch wir anerkennen, daß eine grund- sätzliche Reform zur Zeit nicht möglich sein wird, jedenfalls wird sich die Ausdehnung des Heimalhsrechtes als unthunlich er- tveisen. Unter solchen Umständen sind wir mit der Herabsetzung der Altersgrenze einverstanden. Wir würden allerdings das sechszehnte Lebensjahr noch mehr vorziehen und für das 18. nur stimmen, wenn das 16. nicht zu erreichen ist. Wir müssen darauf sehen, daß die Jugend nicht zu früh aus dem Heimathsorte wegzieht. Wir empiehlen diese Frage bc- sonderer Erwägung in der niederzusetzenden Kommission. Die Verpflichtung des Armenverbandes des Dienstortes zur sechs- wöchentlichen Leistung von Kur und Verpflegung für erkrankte Dienstboten, Gesellen, Gewerbegehilfen und Lehrlinge soll auf die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter ausgedehnt und auf 13 Wochen verlängert werden. Wir werden auch für diese Be- stimmung eintreten, wenn sie nicht noch weiter ausgedehnt werden kann. Auch der Abänderung des Strafgesetzbuches wer- den wir zustimmen, wonach nach§ 361 des Strafgesetzbuches bestraft werden soll, wer, obschon er in der Lage ist, diejenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist, zu unterhalten, sich der Unterhallungspflicht trotz der Aufforderung der zuständigen Be- Hörde derart entzieht, daß durch Vermittlung der Behörde fremde Hilfe in Anspruch genommen werden»inß. Bedauerlich ist, daß tue Schwierigkeit, welche das französische Armcnrccht in Elsaß- Lothringen für das Deutsche Reich bietet, von der Novelle nn- berührt bleibt. Wenn wir also mit der Vorlage im allgemeinen einverstanden sind, so gehen unsere Wünsche weiter; nament lich wollen wir eine Acnderung des Freizügigkeits gesetzeS dahin, daß das Prinzip unangetastet bleibt, aber ein Einzugsgeld für zulässig erklärt wird. Eine solche Fakultät kann nach meiner Meinung sehr wohl von Reichswegen für die Gemeinden festgesetzt werden, ein solches Aequivalent muß für das platte Land wegen der Opfer, welche ihm das jetzige Gesetz auferlegt, verlangt werden. Das platte Land ist durch die sozialpolitische Gesetzgebung nicht etwa in seinen Leistungen für die öffentliche Armenpflege erleichtert, sondern stärker belastet worden. Im Jahre 1892 sind in der Provinz Brandenburg bei 2,4 Millionen Einwohnern 12 000, in Berlin bei 1.6 Millionen Einwohnern 1300 Altersrenten fest- gesetzt worden. Diese Zahlen beweisen schlagend die stärkere Be- lastung des platten Landes. Wir beantragen 5iommissions berathung für die Vorlage. Abg. Stolle(Soz.): Die Frage der Abänderung des Unter- stützungswohnsitz-Gesetzes schwebt seit Anfang der achtziger Jahre, die Regierung hat aber immer gesagt, die Angelegenheit sei noch nicht spruchreif. Ob diese Vorlage alle Beschwerden nnd Klagen beseitigen wird, die seit einem Jahrzehnt über das Unter- stützungswohnsitz-Gesetz erhoben sind, ist zweifelhast. Ich bin kein prinzipieller Gegner der Herabsetzung der Altersgrenze, aber ans anderen Gründen als die Herren auf der Rechte». Die ganze Vorlage führt nichts anderes herbei, als daß sie die Lasten von der einen auf die andere Seite, von der einen Pro- vinz aus die andere abwälzt. Es ist ein Jrrthum der Agrarier, daß die Bevölkerung freiwillig von Osten nach Westen fortzieht. Der Zwang treibt die Leute aus dem Heimalhsort, der Arbeiter geht nur dahin, wo seine Arbeit am besten gelohnt wird. Die Herren im Osten haben früher viel versäumt gegen ihre Arbeiter. .Herr v. Puttkamer-PIauth, einer Ihrer erster Führer, hat jüngst in einer Versammlung in Westpreußen selbst zugegeben, daß die Großgrundbesitzer des Ostens die Schuld daran haben und daß er, wenn er Arbeiter wäre, längst aus dem Osten ausgewandert wäre; es könnte nicht eher bester werden, als bis die Leute im Osten so gut gehalten würden wie in der Industrie im Westen. Die Statistik über die Fortwanderuna von Osten nach Westen zeigt uns. daß in das Königreich Sachsen, welches durch diese Borlage mit mehreren Millionen Mark in Mitleidenschaft gezogen wird, 1886 aus der Provinz Ostpreußen 1629, aus Westpreußen 1025, Pommern 1362, Posen 2713, Schlesien 27 443, aus der Provinz Sachsen 60S3S und auch aus anderen Provinzen bedeu- tende Ziffern, Summa Summarum 119 243 Köpfe mehr berein- gekommen sind, als Sachsen von seiner eingeborenen Bevölkerung dorthin abgegeben hat. Von diesen Arbeitern würde durch die terabsetzung der Altersgrenze eine große Anzahl viel früher im önigrcich Sachsen unterstützungsberechligt werden. Man sagt, der zuziehende Arbeiter verschaffe feiner Arbeilsgemeinde durch seine Arbeitsleistung Vortheil. Diese individuelle Werlhschätzung des einzelnen Arbeiters läßt sich aber nicht nach Thalern und Pfennigen berechnen. Ich betrachte über- Haupt die Armenpflege nicht vom Geldstandpunkt, sondern von einem viel höheren. Die Vorlage wird eine Entlastung der ländlichen Distrikte und eine bedeutende Belastung der Industrie- statten herbeiführen. Man sagt ferner, die Industrie habe auch einen Vortheil von dem zuziehenden Arbeiter. Wer will aber behaupten, wie viel? Ein Arbeiter, der vielleicht zwanzig Jahre im Osten seine Arbeit geleistet und seine Steuern bezahlt hat, wird zur Fortwanderung nach Sachsen gezwungen, verarmt nach zwei Jahren, nachdem er alt und siech geworden ist, und die sächsische Jndustriegemeinde, wo er zuletzt gearbeitet hat, hat ihn nun zu unterstützen. Hat da die Industrie in Sachsen mehr Vortheil von ihm gehabt oder seine Heimath in Osten? Der Llrbeiter wohnt auch oft ein bis zwei Stunden weit von der Fabrikstadt entfernt auf dem Lande; der Land-Armenverband hat also von der Arbeit desselben gar keinen wirthschaftlichcn Bortheil' verarmt aber der Mann, so hat seine kleine Wohngemeinde die große Last dadurch. Im König- reich Sachsen bildet jede Gemeinde einen Orts- Armen- verband, nur sehr wenige Gemeinden sind mit einander zu einem Verbände vereinigt. Durch die Vorlage bekommen diese Armen- verbände Tausende von unterstütznngsberechtigten Personen, für deren Armenpflege sie bisher die Kosten von der Heimaths- gemeinde liquidiren konnten. Die Gemeinden in Sachsen, denen die Last nunmehr zufällt, bestehen größtentheils aus armen Webern, Strumpfwirkern je. Diese Konsequenzen scheint man bei der Ausarbeitung der Vorlage nicht bedacht zu haben. Eine wirklich gerechte Vertheilung kann man nur vom Humanitären Standpunkte aus finden, nicht dadurch, daß man die einzelnen Vortheile hier und da abwägt. In der zweiten sächsischen Kammer hat man diese meine Vorschläge nicht beachtet und unseren öffentlichen Versammlungen, in denen wir diese Frage erörterten, alle möglichen Hindernisse in den Weg gelegt. Ich freue mich, daß die Altersgrenze für die wirthschaftliche Selfr ständigkcit der Arbeiter von dem 24. auf das 13. Lebensjahr ver- legt worden ist; ich traute meinen Augen nicht, als ich das las. Früher hat man uns von feiten der Regierung bestritten, daß die wirthschaftliche Selbständigkeit mit dem 20. Lebensjahre be ginne. Die Regierungen sollten auch die Konsequenzen ziehen und den Arbeitern, die mit 13 Jahren schon etwas für die Gc: meinde und den Staat thun, entsprechende Rechte zu gewähren. Im preußischen Abgeordnetenhause, wo man jetzt ein neues Wahlgesetz beräth, hätte man dazu Gelegenheit. Weiter hat uns das Zugeständniß überrascht, daß die Alters- und Invalidem Unterstützungen den Gemeinden nichts genützt haben. Wir haben das vorausgesehen, haben gegen die sozialpolitischen Gesetze ge- stimmt und sind deswegen heftig angegriffen worden. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, daß die Gemeinden durck die Alters- und Jnvaliditätsversicherung nicht um«inen Pfennig erleichtert worden sind. Die Belastung der Gemeinde wächst prozentual mit der zuwandernden Bevölkerung. In einzelnen Städten beträgt die Armenlast 10— 12 pCt. der gesummten Gemeinde Ausgaben, während andere nur'/e pCt., oft gar nichts aufwenden Mit der Steigerung derartiger Lasten muß auch die Unzufrieden heit in den Gemeinden sich steigern. Was ist geschehen, um diese Unzufriedenheit nicht noch größer werden zu lassen? Man hat aus verschiedene Klagen einzelner Landcstheile Rücksicht genommen, ohne danach zu fragen, wie das Gesetz anderswo wirkt. Die Verfasser der Vorlage haben nicht in betracht gezogen, welche Kalamitäten durch dieselbe entstehen. Jeder Armenverband wird zunächst darauf bedacht sein, die zweijährige Frist den Zu gewanderten nicht aussitzen zu lassen. Der„Vorwärts" brachte neulich eine Erzählung aus Wolffenbüttel von einem aus Ost- preußen eingewanderten Arbeiter, der nicht kapitalkräftig genug war, um seine mitgebrachte Mutter genügend zu unterstützen. Der Magistrat ließ wider seinen Willen und, nachdem er aus die Unterstützung verzichtet hatte, seine Mutter nach Ostpreußen führen. Noch schlimmere Zustände werben durch das neue Gesetz geschaffen werden. Bielleicht kann die Kommission noch Abhilfe schaffen. In meiner Gemeinde haben wir anders gehandelt. Wir haben der Wittwe eines eingewanderten Mannes zunächst unentgeltlich einen Hausir-Gewerbcschein verschafft und ihr dann nach mehreren Jahren, als sie uin Unterstützung einkam, noch eine Mark wöchentlich gegeben, anstatt sie abzuschieben. Dies war freilich zufällig eine sozialistische Gemeinde. Hunderte von E amilien werden durch das neue Gesetz obdachlos gemacht, im ande umherirren nnd von Gendarmen verfolgt werden. Nur eine Konzentralion der Armenpflege würde solche Uebelständc be seitigen. Diese Ansicht ist bereits im Jahre l864 in der Ber liner Stadtverordneten-Versammlung ausgesprochen worden. Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, daß der Arme von einem wohlhabenden Manne freiwillig unterstützt wird, wir verlangen. daß die Last auf die Schultern aller Bürger gelegt wird. Ich feinde den Wohlthätigkeitssinn des Einzelnen nicht an, aber warum sollen wir den Filz nicht heranziehen, der zwei-, dreimal so viel geben kann, wie sein wohllhätiger Nachbar, und doch nichts giebt. Wenn dieser Schritt nicht gethan wird, werden wir eine immer härtere Armenpflege bekommen. Wenn die Ge meinden durch die zuwandernde Bevölkerung immer stärker be- lastet werden, werden sie in ihren Leistungen für die Armen immer tiefer heruntergehen und nicht einmal mehr das aller nothwendigste gewähren. Das soll nicht der Geist eines Unter- stützungswohnsitz-Gesetzes fein. Die Unterstützungen in den einzelnen Armenverbänden sind nach der sächsischen Statistik sehr verschiedenartig. Der Orts-Armenverband Leipzig zahlt für eine Familie mit Mann, Frau und 4 Kindern wöchentlich 12. ja 15 Mark Unterstützung. Nach dem vorliegenden Gesetz aber kann unter bestinnnten Voraussetzungen der Arme gar in ein Arbeits- Haus gesteckt werden. Wenn das Humanität sein soll, dann weiß ich nicht mehr, was Humanität ist. Auf diesem Gehiele werden wir Ihnen nicht folgen. Ich beantrage, diese Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern zu überweisen, hoffentlich kommen wir dort zu einem wirklich guten Unlerstntzungswohnsitz Gesetz(Beifall bei den Sozialdemokraten). Abg. Gamp(Rp.) bedauert, daß das nicht erreicht sei, was man eigentlich erreichen wollte, nämlich ein einheitliches Armen recht für Deutschland, welches weder in materieller, noch in for meller Beziehung vorhanden sei. Es besteht der Unterschied zwischen dem Prinzip des Heimathsrechts und des Unterstützung� Wohnsitzes und es ist der Landesgesetzgebung überlassen, das Ver hältniß zwischen Orts- und Landarmen- Verband zu regeln. Et wird sehr schwierig sein, eine einheitliche Regelung herbeizuführen. deshalb muß danach getrachtet werden, den bestehenden Gesetzes- zustand möglichst zu verbessern. Mit der Herabsetzung des Alters, mit welchem ein besonderer Unterstützungs- Wohnsitz erworben werden kann, ist Redner einverstanden, aber nicht mit der weiteren Bestimmung, daß die Gemeinden auf 13 Wochen lang die Arbeiter unterstützen sollen ohne Entschädigungsanspruch; denn es werden davon hauptsächlich die ländlichen Gemeinden betroffen, welche keine Krankenkassen haben, während in Stadt gemeinden die Arbeiter für ihre Krankenversicherung selbst be- zahlen müssen. Redner weist daraus hin, daß die BeschäftigungS- gemeinden oft Unterstützung gewähren und sich nachher ersetzen lassen, welche die ersatzpflichtige Unterstützungswohnsitz- Gemeinde nicht gewähren würde. Nicht nur die Kosten eines Arztes. sondern oft mehrerer Aerzte werden liquidirt, sodaß die Kosten- rechnungen für einen Fall oft auf mehrere hundert Mark steigen, während in den ländlichen Unterstützungswohnsitz-Gemeinden die Leute kaum dazu kommen, überhaupt einen Arzt hinzuzuziehen. Die Entschädigungen müßten in solchen Fällen gewährt werden nicht nach den Sätzen der städtischen Gemeinden, sondern nach den Verhältnissen der ländlichen Gemeinden. Das Gesetz biete dafür wohl einen Anhalt, daß so verfahren werden könne; aber die Judikatur habe anders entschieden. Redner tritt schließlich der Behauptung entgegen, daß die Arbeiter nur der niedrigen Löhne wegen aus dem Osten nach dem Westen gehen. Den Ber- Haltnissen entsprechend bei freier Wohnung und billigen Lebens- Mitteln, bei der Einstellung einer Kuh u. s. w. steht sich eine Arbeiterfamilie im Osten viel besser als ein Jndustrie-Arbeiter im Westen. Abg. von Schalscha(Z.): Die letzten Worte sind mir aus der Seele gesprochen.(Heilerkeit bei den Sozialdemokraten.) Herr Bebelzchat hier selbst erzählt, daß die industriellen Arbeiter nur 5 M., ja nur 3.S0 M. für die Woche Lohn erhalten. Bei uns im Osten haben die Arbeiter eine schöne Wohnung, eine Scheune u. f. w.; sie erhalten 1500 Pfund Getreide, was 1S00 Pfund Brot gleichkommt, das macht 4 Pfund Brot pro Tag oder 45 Pfennig; sie schlachten sich 1 oder 2 Schweine, das macht 1 Pfund Fleisch auf den Tag oder 70 Pfennig; dazu kommt noch Milch u. s. w. und der Lohn bleibt übrig, sodaß die Familie leben kann, auch wenn der Mann das Geld für sich selbst verbraucht. Warum müssen die Landgemeinden so oft für hre Angehörigen in den Städten bezahlen? Weil die Leute mit ihrem„hohen" städtischen Lohn nicht ausgekommen sind. Der hohe Geldlohn lockt die Leute in die Stadt � sie denken aber nicht daran, daß dieser Lohn durch die Krisen der Industrie häufigen Depressionen unterworfen ist. Durch die Freizügigkeit leiden namentlich die Landgemeinden; deshalb wäre es mir lieber, wenn statt des l3.Jahrcs das 16. gewählt wäre. Wenn z.B. ein junges Mädchen mit 16 Jahren in die Stadt geht als Dienstmädchen oder als Fabrikarbeiterin, so ist das für die Landgemeinde oft gefährlich, Das junge Mädchen empfindet vielleicht die Neigung zu einem andern Berufe, z. B. zur Amme(Große Heiterkeit), und das hat seine Konsequenzen(Große Heiterkeit); und die Landgemeinde hat dann das betreffende Kind 24 Jahre lang zu unterhalten. bis es sich einen eigenen Unterstützungswohnsitz erwerben kann. (Wiederholte grobe Heiterkeit.) Je leichter und je früher der Unterstützungswohnsitz erworben werden kann, desto mehr wird sich die Zahl der Landarmen vermehren und es wird geprüft werden müssen, ob man nicht die Landarinenverbände so kon- struircn muß, daß ein Landarmenverband für die Städte und einer für die Landgemeinden gebildet wird. Abg. Osann(ntl.) wendet sich dagegen, daß die Konser- vativen ein Einzugsgeld verlangen für den Aufenthalt an einem Orte. Wer Bürger wird, der kann wohl eher ein solches Ein- zugsgeld bezahlen, aber nicht jemand, der, weil in seiner Heimath keine Arbeit ist, anderswo vorübergehend Arbeit suchr. Das wäre eine zu große Beschränkung der Freizügigkeit, die doch ein Grundrecht des Deutschen Reiches sei. Mit der Frage, wie die Armenlast getragen werden soll, haben wir uns nicht zu beschäftigen; ssdiese gewaltige Aufgabe können wir bei dieser Gelegenheit gar nicht lösen. Die Vorlage beschränkt sich in ihrer Tendenz auf eine Verbesserung der bestehenden Verhältnisse. Daß erst mit dem 24. Lebensjahre ein Unterstützungswohnsitz erworben wird, habe ich nie gebilligt; ob es aber richtig fft, auf das 18. oder gar aus das 16. Lebens- jähr zurückzugreifen, erscheint mir doch zweifelhast. In diesen Jahren können sich ja die jungen Leute noch nicht einmal selbst- ständig vermiethen; ja nach der Gcwerbe-Ordnung können sogar die Löhne der jungen Leute den Eltern statt diesen selbst aus- gezahlt werden. Man wird also etwas über 13 Jahre hinaus- gehen müssen. Die Einführung einer kurzen Verjährungsfrist ist durchaus angemessen, weil sonst leicht der Beweis für gewährte Leistungen fortfallen könnte. Bezüglich der Fürsorge für kranke Arbeiter ist die Ausdehnung von 6 auf 13 Wochen vielleicht nicht nölhig; da die 13 Wochen nur für solche Arbeiter festgestellt sind, welche in den Krankenkassen versichert sind. Aber sonst ist die Ausdehnung ans alle Arbeiter wohl richtig. Endlich ist es sehr erfreulich,"daß das Unterstützungswohnsitz-Gesetz in vollstän- diger Redaktion neuveröffentlicht werden soll; es ist für die Be- völkerung sehr erfreulich, daß sie nicht mehr durch alle Novellen und Abänderungsgesetze nmhergehetzt wird, sondern ein einheit- liches Gesetz vorfindet. Redner empfiehlt die Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission. Abg. Marbe(Z.) bleibt auf der Tribüne unverständlich. Um 5 Uhr wird ein Vertagungsantrag abgelehnt. Abg. Stolle(Soz.) weist darauf hin, daß die Armenlasten namentlich in den Landgemeinden des Ostens sehr große sind, weil die Gutsbezirks ihre Arbeiter meist in den benachbarten Gemeinden wohnen haben, nicht in Gutsbezirke selbst. Der vor- geschlagenen Verschärfung des Strafgesetzbuchs werden meine Freunde niemals zustimmen, weil die Bestimmungen schon scharf genug sind. Leute, die arbeiten wollen, finden vielfach keine Arbeit; das ist weder ihnen, noch manchmal dem Fabrikanten zuzuschreiben; das liegt an den wirthschaftlichen Verhältnissen. Um hier eine ungleiche Belastung der Gemeinden zu hindern, müßte die Armenlast vom Reiche oder von den Einzelstaaten ge- tragen werden. Darauf wird um H'U Uhr die weitere Berathung bis Freitag 1 Uhr vertagt. Außerdem einige kleinere Vorlagen und erste Lesung der Novelle zum Militär-Penstons-Gesetz. Ncmummnles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, den 16. März, Nachmittags b Uhr. Die Einführung und Verpflichtung des neugewählten Stadtv. Kreitling erfolgt in der üblichen Weise. Ausgelegt wird eine von einer allgemeinen Mietherversamm« lung beschlossene, gegen die Erhöhung der Gemeinde-Einkommen- steuer von 70 auf 90 pCt. gerichtete Resolution. In das Erleuchtungskuratorium wird als Bürgerdeputirter gewählt der Fabrikant Silber mann, Blumenstr. 74, mit 62 gegen 34 Stimmen. Die Versammlung tritt darauf ein in die Spezialberathung des Stadthaushalts-Elats für 1893/94. Gegen das Kapitel l, Kämmerei-Verwaltuna— Grundstücke in der Stadt und außerhalb derselben, Kalkneinvruch zu Rüdersdorf, Berechtigungen— hat der Etatsausschuß nichts zu erinnern gefunden. Das Kapitel wird bewilligt. An dem Etat der Gymnasien, Realgymnaflen und Ober-Realschulen hat der Ausschuß wesentliche Aenderungen nicht vorgenommen. Einige vorgeschlagene Abweichungen vom Normal- Besoldungselat und von den Grundsätzen seiner Ausführung will der Ausschuß erst der Normaletats-Deputation vorgelegt wissen. Die betreffenden Positionen(Gehälter der Oberlehrer. Vorschul- lehrer, technischen Lehrer und Schuldiener) sollen daher nur unter Vorbehalt der definitiven Beschlußfassung über die beabsichtigten Aenderungen ans grund besonderer Vorlage des Magistrats nach Anhörung der Deputation bewilligt werden. Die Funktionszulage für die Vorschullehrer soll nach dem Antrage des Ausschusses von 150 auf 300 M. erhöht werden. Mit den erwähnten Vorbehalten wird der Etat ohne Debatte nach dem Ausschußantrage genehmigt, ebenso die Etats der Real- schulen(Höhere Bürgerschulen), Höheren Mädchenschulen, Turn- hallen und Spielplätze. Eine Anregung des Stadtv. Es mann bezüglich einer Ab- änderung des Lehrplans der höheren Mädchenschulen wird vom Borsteher als bei der Etatsderathung nicht zulässig zurück- gewiesen. Zum Etat der G e in e i n d e s ch u l e n war beantragt, die Zahl der neu zu eröffnenden Klassen von 100 auf 70 zu er- mäßigen. Der Antrag ist jedoch im Ausschüsse zurückgezogen worden. Zur größeren Sicherstellung der technischen nnd Handarbeits- lehrerinnen soll bestimmt werden, daß technische Lehrerinnen, welche die Prüfung für Handarbeiten und Turnen oder Hand- arbeiten und Zeichnen bestanden haben, durch Kontrakt für 16 Stunden wöchentlich und eine jährliche Remuneration von 763 Mark angenommen werden können; die Lösung des Kon- trakts kann nur zum Semesterschluß und mit einer Knudigungs- rist von 3 Monaten erfolgen. Handarbeits-Lehrerinncn, welche wr dem 1. April 1883 an Gemeindcschulen beschäftigt gewesen ind, können auch dann kontraktlich angenommen werden, wenn sie nur eine Prüfung abgelegt haben. Tokales: Die Parteigenossen und-Genoffinnen werden ersucht, die Der Ausschuß hat diefen von der Normaletats- Deputation| man Leute, welche im Intereffe des Gemeinwohls als cholerabeschlossenen Bestimmungen auch feinerseits zugeftimmt; ferner verdächtig ins Krankenhaus gesperrt worden sind, noch dafür hat er in zweiter Lesung beschlossen, der Versammlung zu bezahlen läst. Ich könnte eher verstehen, wenn man sie entempfehlen, die Vermehrung der Schultlassen um 100 au geschädigt hätte. Jedenfalls bitte ich den Magiftrat, sich auch hier- Schleifen der Kränze, die unsern todten Borkämpfern gewidmet nehmigen, aber dabei die Erwartung auszusprechen, daß der über zu äußern. Magistrat bestrebt sein werde, der in einzelnen Gemeindeschulen. Stadtrath Straßmann: Mit der ersten Frage haben wir werden, nicht zu durchschneiden, da etwaige Uebergriffe doch wahr namentlich in der Unterstufe, herrschenden Ueberfüllung nach uns in der Gesundheitspflege- Deputation beschäftigt und sind zu scheinlich nicht vorkommen werden. Sollten die Genoffen die alte Möglichkeit au steuern. dem Beschlusse gekommen, daß den Anforderungen des AusUeber zwei zu dem Gemeindeschuletat eingegangenen schusses der ärztlichen Bezirksvereine in dem gewollten Umfange Vorsichtsmaßregel nicht außer Acht lassen wollen, so werden doch Petitionen a) des Vorstandes des Berliner Lehrervereins nicht Rechnung getragen werden kann. Man müßte schließ einige fleine Einschnitte dieselben Dienste thun. Wir bitten die um Erhöhung des Durchschnittsgebalts der Berliner Gemeinde- lich für alle möglichen Leiden Spezialärzte anstellen. Genossen und Genoffinnen. Obiges zu beachten. Schullehrer, b) der hiesigen Gemeindeschullehrerinnen um Bird eine solche Einrichtung geschaffen, dann hört die Die Vertrauenspersonen. einheitliche Verwaltung auf. Es ist beschlossen worden, in sehr schwierigen spezialistischen Fällen durch die Direktionen namhafte Zur Beschlagnahme der rothen Nummer des Volts. Autoritäten zuziehen zu lassen. blatts" für Teltow, Beeskow u. f. w. ist auf die telegraphische Stadtv. Esmann fragt an, ob nicht in den Kranken- Anfrage des Verlegers an den Ersten Staatsanwalt die telegra häusern ein einheitlicher Zarif für ärztliche Gutachten eingeführt phische Antwort erfolgt, daß die Beschlagnahme wegen gesammiten werden kann. Inhaltes" stattgefunden habe. 1. Aufhebung des Stellenetats und Gewährung von Alterszulagen. 2. Bildung einer 6. höheren Gehaltsstufe, wird nach dem Vorschlage des Ausschuffes zur Tagesordnung übergegangen. Die Versammlung tritt der Resolution des Ausschusses betreffe der 100 neuen Schulflaffen bei und genehmigt die auf die technischen Lehrerinnen bezüglichen Vorschläge des Magistrats. Rum Etat felbst bemerkt Stadtv. Spinala hält dies nicht für angängig, da die einzelnen Fälle zu verschieden liegen. Flugblatt- Vertheilung. Die Genossen, welche sich an der Stadtv. Za det: Auf meine zweite Frage ist der Stadt- am nächsten Sonntag in Charlottenburg stattfindenden rath gar nicht eingegangen, obwohl wir jedenfalls in diesem Flugblatt- Bertheilung betheiligen wollen, werden aufgefordert, Jahre wieder eine Totalisirte Cholera bei uns haben werden sich an diesem Tage Morgens 62 Uhr im Restaurant des Herrn Bezüglich der Spezialärzte ist die Charitee viel weiter als die Wernicke, Krummeftr. 19, einzufinden. Zahlreiche Betheiligung städtischen Anstalten. Es kommt nur auf den guten Willen an, erwünſcht. solche Einrichtungen zu schaffen, denn der Etat wird dadurch gar nicht erheblich berührt werden. sollen. Stadtv. Vogtherr: Bezüglich der Etatsposition von 40 000. für unentgeltliche Lieierung von Lehrmitteln wird uns in dem Ausschußberichte mitgetheilt, daß eine Erhöhung des Titels nach Ansicht des Magistratskommissars nicht erforderlich fei, weil noch 12 000 M. disponibel feien. Ich halte diese Schlußfolgerung für falsch. Der Rüd stand refultirt nicht aus der Höhe der zur Verfügung stehenden Summe, fondern aus der Opfermuth des Oberbürgermeisters. Man fingt und Art der Verwendung derselben. Wir haben schon früber erflärt, Stadtv. Neumann ist mit der Ausführung des Stadt sagt so viel von der Aufopferung des alten Römers Curtius, daß man dem wirklichen Bedürfniß der ärmeren Bevölkerung nur raths Straßmann nicht einverstanden, stellt sich vielmehr wesent- der, um die Götter zu verföhnen, die als Zeichen ihres Zorns dadurch gerecht werden könne, daß die Lehrmittel allgemein lich auf den Standpunkt des Dr. 3 adet und hält es auch nicht einen Abgrund in der Stadt Rom sich aufthun ließen, sich selbst unentgeltlich geliefert werden. Wir stehen nach wie vor auf für angemessen, daß diejenigen, welche zwangsweise in die in den Abgrund stürzte. Was aber will diefe Selbstaufopferung diesem Standpunkte, daß wir früher oder später dahin kommen Krankenhäuser abgeführt worden sind dafür noch bezahlen bedeuten gegen das Opfer des Oberbürgermeisters 3 elle, von werden und müssen. Der öfter gemachte Vorwand, daß 2/3 aller dem der„ Hannover'sche Kurier" berichtet. Zu dem letzten großen städtischen Ausgaben im alleinigen Intereffe der ärmeren Be- Stadrath Weigert: Für diejenigen, welche zur Obfer. Hoffeste waren auch zahlreiche Einladungen an Vertreter der völkerung verwendet werden, wird uns ja auch hier gemacht virung den Krankenhäusern zugeführt worden sind, ist Bablung Stadt ergangen. Da wandte sich der Oberbürgermeister Belle werden, aber diese Behauptung ist lediglich eine alte Fabel nicht verlangt beziehungsweise der gezahlte Betrag zurückerstattet an das Hofmarschallamt mit der Anfrage, in welcher Kleidung ( Große Unruhe) durch die Denkschrift des Magistrats felbft worden. die Vertreter der Stadt zu erscheinen hätten. Es wurde ihm die zum Etat wird ja diese Behauptung widerlegt. Unser bezüg- Der Etat wird genehmigt, ebenso der Etat für das Kranken- Antwort zutheil, in der neuen Hoftracht. Herr Belle trat nun wieder mit dem Hofmarschallamt in Verbindung, er wies licher Antrag ist zwar von der Versammlung abgelehnt worden, haus am Urban. wir müssen aber immer wieder darauf zurückkommen, ebenso wie Bei den Etats der Frrenanstalten zu Dalldorf darauf hin, daß er feine Macht hätte, die Mitglieder zu auf jenen der Einführung einheitlicher Lehrbücher. Wir erfuchen und Herzberge hat der Ausschuß aus denselben Gründen wie veranlassen, Escarpins anzulegen, und machte ferner allerlei also den Magistrat, auf gruud der bei den früheren Berathungen beim Krankenhaus Moabit an den Ausgaben für Beköstigung Vorstellungen. Das Hofmarschallamt batte nun ein menschvon uns gegebenen Materialien unsere Forderung von Neuem zu 20 000 refp. 10 000 M. abgesetzt. Ferner sind bei Herzberge ab- liches Rühren. In seiner Antwort hob es hervor, daß man nur erwägen und uns eine Vorlage zu machen. Wir wünschen ferner gefett 10 000 M. bei Pofition, Bekleidung", indem statt 33 000 W. Werth darauf lege, daß er, der Herr Oberbürgermeister selbst, eine Untersuchung der Frage, wie Schulkinder morgens vor Be- zum Ersatz des Abganges nur 23 000 m. bewilligt werden sollen; sich mit Wadenstrümpfen schmücke. So geschah es denn auch, ginn der Schulzeit beschäftigt werden.. 10 000 m. bei der Position Brennmaterial", wegen der billigen und Herr Belle foll sich tadellos in der neuen Hoftracht Kohlenpreise, und 2000 m. bei den Ausgaben von 5000 M. für präsentirt haben. Herr Belle soll sich dadurch Freunde im Instandhaltung der Gartenanlagen und Reinigung der Wege, da" Rothen Haufe" zwar nicht zugezogen haben. Bahlreiche Stadtzu diesen Arbeiten die Irren mit herangezogen werden fönnen. verordnete sollen erklärt haben, Herr 3elle batte sich die AnDie Etats werden ohne Debatte nach den Ausschußanträgen frage ersparen können, dann hätte er ruhig in der bürgerlichen Tracht erscheinen dürfen." Das können nur verächtliche Nörgler genehmigt. Beim Etat für die Anstalt für Epileptische in Wuhl- gewesen sein, die den bekannten Zelle'schen Männerstolz vor garten find enfprechende Absetzungen von im Ganzen 15 400 M. Fürstenthronen" nicht begreifen tönnen. Herr Belle aber möge nach wie vor im stolzen Bewußtsein seines Werthes auch auf erfolgt. Der Etat der Bade- Anstalten ist unverändert ge- höfifchem Parquet in Escarpins und Schnallenschuhen allen Höf blieben. lingen und Lataien den Beweis liefern, daß der wahre FreiBeide Etats werden von der Versammlung ohne Debatte inn" es an Loyalität mit ihnen allen aufnimmt. nach den Ausschußanträgen festgestellt, desgleichen der Etat für Arbeiter Sanitätskommission. Bezugnehmend auf die Heimstätten für Genesende und verschiedene Ein- Mittheilungen der Sanitätskommission in der Sonntagsnummer richtungen für die öffentliche Gesundheitspflege. Borsteher Langerhans hält es für unzuläffig, folche Anträge beim Etat anzuregen. Jeder Stadtverordnete habe das Recht, solche Anregungen in die Gestalt selbständiger Anträge zu Kleiden und dieselben jederzeit einzubringen. Wolle man alle diese Anregungen bei jeder Etatsposition verfolgen, so würde die Etatsberathung nicht fertig werden. Stadtv. Vogtherr: Eine solche Einschränkung würde jede Diskussion todtmachen. Jedenfalls sollte über diese von dem Vorsteher beabsichtigte Praxis die Versammlung fich erft äußern. Stadtv. Gerth: In dieser Weise darf sich keine BerfammIung die Hände binden lassen; es mag unbequein sein, wenn ein Redner abschweift, aber jeder Stadtverordnete hat das Recht, zu jedem Etatstitel einen Antrag oder eine Resolution zu stellen. Stadtv. Sa ch s II tritt dem Vorsteher bei. Stadtv. Nam slau äußert sich im Sinne des Herrn Gerth, meint aber, daß Stadtv. Bogtherr solche Anträge einzubringen und nicht blos anzukündigen habe, daß er sie am Ende seiner Vorsteher Langerhans verzichtet darauf, über seine Auffassung abstimmen zu laffen. Rede stellen werde. Stadtv. Bog therr( fortfahrend): Jch will feine direkten Abänderungsanträge stellen, sondern eine Anregung geben, daß der Magistrat nach dem Vorgange einer Bersammlung von Schultommissions- Vorstehern sich mit einer Enquete über die Beschäf tigung der Schulkinder vor Beginn und nach dem Schluß der Schulzeit beschäftige, auch die Frage unterfuche, wieviel Kinder morgens, ohne Frühstück genossen zu haben, in die Schule kommen. Ferner wünschen wir nach wie vor die Anstellung von Schulärzten, um zu einer richtigen Anschauung über den Gesundheitsaustand aller unserer Schulkinder zu gelangen. Der Etat für die Gemeindefchulen wird darauf nach dem Entwurf festgestellt. Zu den Spezialetats der städtischen Krankenhäuser empfiehlt der Ausschuß die Annahme folgender Refolution: Zu diesem Etat wird beschlossen, den Magistrat zu ersuchen Die Bersammlung erachtet die Bildung einer Ver- den Platz R vor dem Viehhoie im Statsjahre 1894/95 zu reguwaltungsdeputation behufs gemeinsamer und einheitlicher liren; im übrigen wird der Ausschuß antrag genehmigt. Verwaltung fämmtlicher Krankenhäuser und der sonstigen Die Piarrländereien des Dorfes Mal chow follen auf 18 für die öffentliche Gesundheitspflege bestimmten Anstalten für wünschenswerth und ersucht den Magistrat un eine entsprechende Vorlage. Der Oberbürgermeister hat im Ausschusse die Erklärung ab. gegeben, daß er mit der Ausarbeitung einer bezüglichen Vorlage für den Magiftrat bereits beschäftigt ist. Beim Krankenhause Moabit ist die Mehrforderung von 8600 m. beim Titel" Beföftigung" mit Rücksicht auf den Rück: gang der Lebensmittelpreise gestrichen worden. Die Resolution des Ausschusses wird angenommen, nachdem Dr. 3 adet ihre Annahme empfohlen und die Erwartung aus gesprochen hat, das in das neue Kuratorium auch Arbeiter, Vertreter derjenigen Klassen hineingewählt werden, welche hauptsächlich in den städtischen Krankenhäusern behandelt werden. Bum Titel Bekleidung" im Etat des Krantenbauses Friedrichshain beantragen die Stadtvv. Borgmann und Genossen, daß bei Vergebung der Lieferungen von Bekleidungsgegenständen für die städtischen Krankenhäuser nur solche Unterr nehmer berücksichtigt werden sollen, die nicht in Straf= anstalten arbeiten lassen. bis 20 Jahre gegen einen Bachtzins von 140 m. pro ha zur Riesel- bezw. landwirthschaftlichen Bewirthschaftung gepachtet 9 Die Einnahmen an Gebühren für Desinfektion von Wohn- theilt uns Herr R. Groß, Barbier und praktischer Heilgehilfe, räumen und von beweglichen Sachen durch die öffentliche De3- Prinzenftr. 45, berichtigend mit, daß bei ihm nur ein Lehrling infektionsanstalt in der Reichenbergerstraße beantragt der wohne, welcher in einem einfenftrigen tapezirten Bimmer schlafe, Ausschuß um 5000 m, nämlich von 30 000 auf 35 000. zu er das nach der Straße zu gelegen fei. Mithin sei die Mittheilung böhen. Im laufenden Etat find 40 000 m. eingefegt. Der falsch, daß bei ihm zwei Gehilfen in einer dunklen Kammer Magistrat sieht infolge der Zunahme der Niederschlagungen eine wohnten. Mindereinnahme voraus. Der Ausschuß ist seinerseits zwar Ein heftiger Brand wüthete gestern- Donnerstag selbstverständlich damit einverstanden, daß bei Einziehung der früh auf dem Grundstück Blumen str. 30 in einem vierstöckigen Gebühren, soweit die ärmere Bevölkerung in Frage kommt, eine Fabrikgebäude, welches eine mit Dampfbetrieb arbeitende Holzmilde Praxis geübt wird, hält aber die Erhöhung um 5000 Mt. bearbeitungs- Anstalt enthält. Fraiserei und Hobelwerk für unbedenklich zulässig, da der Werth der Desinfektion täglich Das Feuer hatte bei Ankunft der um 42 Uhr alarmirten Löschmehr erfannt werde und die Zahl der Wohlhabenden, welche die hilfe bereits von dem gefammten Innern des Gebäudes Besitz Anstalt in Anspruch nehmen, von Jahr zu Jahr steige. ergriffen, das Pappdach desselben durchbrochen, und die von den Die Versammlung tritt dem Ausschußantrage bei. beträchtlichen Holzvorräthen zu ganz bedeutender Mächtigkeit Die Part- und Gartenverwaltung ergiebt nach entfachten Flammen schlugen hoch an der Vorderfront des an= dem Stat 17 732 M. Einnahme und erfordert 635 080 M. Ausgrenzenden 4stöckigen, ausschließlich mit Tischler- und Drechslergabe. An den Ausgaben sind 1000 M. abgefeßt, weil der Auswerfstätten besetzten rechten Seitengebäudes empor, dessen Fenster ichuß die nächtliche Bewachung des Geräthefchuppens für den ebenfalls schon theilweise in Brand gefeßt waren. Die Lage des tieinen Thiergarten an den Buggenhagenstraße für überflüssig brennenden Gebäudes gestattete, den Angriff in der Vorder- und erachtet. Hinterfront aufzunehmen, was mit je zwei Spritzen erfolgte, mit einer fünften Sprize wurde gegen das in äußerster Gefahr fchwebende Seitengebäude vorgegangen. Diesem umfassenden Angriff gegenüber vermochte der Brand weiter Terrain nicht mehr zu gewinnen, und im Verlauf von noch nicht einer Stunde war die Löscharbeit vollständig zu Ende geführt. Von dem Gebäude find nur die Umfassungsmauern stehen geblieben; das Seitengebäude hat, abgefehen von dem nicht ins Gewicht fallenden Die Vorlage wird angenommen. Schaden an seiner Außenseite, vom Brande nicht gelitten, und Die Kostenanschläge für die Bauausführungen auf dem Gas das benachbarte Reffelbaus ift gänzlich verfchont geblieben. Dies behältergrundstück in der Augsburger und Lutherstraße Resultat ist um so erfreulicher, als das brennende Fabrikgebäude werden genehmigt und der Kostenbetrag von 1204 800. zur außer von dem Seitenflügel, von Ställen und aufgestapelten Verfügung gestellt; desgl. genehmigt die Versammlung die dritte Nutbolzvorräthen flantirt wurde, wodurch die Gefahr auch für Abtheilung der Kostenanschläge für den Bau der städtischen die weitere Umgebung sich recht bedenklich gestaltete. Die EntGa 3 anstalt in Schmargendorf und bewilligt den nehungsurfache des Brandes, dessen Ausbruch bereits längere Kostenbetrag mit 665 945 m. Zeit vor seiner Wahrnehmung erfolgt sein muß, ist unaufgeklärt Von den Stadtvv. Herbig und Genossen ist folgender Antrag geblieben. vorgelegt: Nachdem die Gemeinden Friedrichsberg- Lichtenberg und Die Explosion eines mit Terpentin gefüllten Behälters in dem Rummelsburg- Borhagen mit dem Bau einer Wasserleitung Lack- und Farbewaarengeschäft von Holz, Boechstraße 2, hat vorgegangen sind, beabsichtigt die Gemeinde Panton ein gestern Nachmittag schwere Unglücksfälle im Gefolge gehabt. Die gleiches zu thun und auch eine Kanalisationsanlage auszu- Explosion ist dadurch hervorgerufen worden, daß das Gefäß mit führen. Terpentin, welches auf einen Kochofen gestellt war, sich erhitzte. Die Versammlung ersucht den Magistrat um Auskunft Der Geschäftsinbaber Sols erlitt gefährliche Brandverlegungen im Geficht, am Halse und an den Härden; er wurde von den Welche Schritte hat der Magiftrat gethan, um die Feuerwehr- Samaritern verbunden und dann nach dem Krankenjenigen Gemeinden, welche bei einer etwaigen Einhause am Urban geschafft; der Kommis Roßmann trug ebenfalls verleibung der Vororte in Frage kommen, zu schwere Brandwunden am Kopf und an den Händen davon; verhindern, mit Gas, Wasser und Kanalisationsanlagen troydem befaß er noch die Energie, nach dem Feuermelder in der einfeitig vorzugehen, ev. welche Schritte gedenkt derselbe in Bukunft zu thun, um zu verhindern, daß Unternehmer vertragsmäßig Rechte auf das Straßenland erwerben. die nach etwaiger Einverleibung der Stadtgemeinde läftige Pflichten auferlegen? werden. darüber: Fichteftraße zu lauren und die Feuerwehr zu alarmiren, auch er mußte nach dem Krankenhause übergeführt werden. Ferner wurde eine Frau Busch, die einen gefährdeten Säugling des Schloffers Schmidt in Sicherheit brachte, leicht am Stopfe verbrannt, während das Kind unversehrt blieb. Der durch die Explosion verursachte Brand hat feinen beträchtlichen Schaden angerichtet, da er infolge des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht zu einer umfangreichen Entfaltung fam. Ein Leichenfund, der wahrscheinlich auf einen Mord zurüdStadtv. Borgmann: Wir haben den Antrag gestellt, obwohl die in Betracht kommende Summe nur sehr gering ift; aber es handelt sich für uns um das Prinzip. Es kann nicht Aufgabe der Stadtverwaltung fein, Arbeitskräfte in Strafanstalten zu beschäftigen. In biefen haben sich theilweise große Industrien entwickelt. Gegen die Beschäftigung der Gefangenen fann ja nichts eingewendet werden, aber wenn diese Beschäfti gung bem freien Arbeiter eine schwere Konkurrenz macht, so foll die Stadtgemeinde die Verantwortung dafür dem Staat überlaffen. Die Stadt hat die Arbeitsgelegenheit ihrer eigenen Der Antrag wird nach kurzer Befürwortung durch die Bürgerschaft möglichst zu heben. Legen Sie hier das Prinzip Stadtvv. Ser big und Hütt angenommen. feft, dann wird der Magistrat auch in anderen Verwaltungs- Die früher vom Magiftrat gemachte Vorlage wegen Weber zweigen das Gleiche thun. Daß die Strafanstalten billiger laffung von Theilen des Treptower Parts an die liefern, mag richtig sein, ist aber als Einwand hinfällig, wenn Deutsche Landwirthschafts- Gesellschaft zum Zweck der Abhaltung man erwägt, daß durch die Verringerung der Arbeitsgelegen einer allgemeinen Deutschen landwirthschaftlichen zuführen ist, wurde gestern Morgen in einem Wiesengraben zu heit für die freien Arbeiter deren Steuerkraft herabgedrückt Schau im Juni 1894 war von der Versammlung abgelehnt Spandau gemacht. Dort fand man um 7 Uhr früh den Leichwird. Ohnehin sind die Löhne fchon vielfach außerordentlich worden, weil die Part- und Gartendeputation über die Ange- nam eines 30jährigen Mannes auf, in dem der frühere Schuhniedrig. Kommt nun die Konkurrenz der Strafanstalten hinzu, legenheit nicht gehört worden war. Dies hat der Magistrat macher, spätere Arbeiter Steinrück erkannt wurde. Inzwischen ist so wird es den meisten Arbeitern unmöglich, das Existenz- uunmehr nachgeholt, und die Deputation hat dem Antrag unter folgendes ermittelt: Steinrück fam vor etwa Jahresfrist aus dent minimum zu erreichen. Modifitation einer Anzahl der ursprünglichen Bestimmungen zu Dorie Bares nach Spandau und lernte hier den 80jährigen ArDer Etat für das Krankenhaus am Friedrichshain wird ge- gestimmt. beiter Auguft Deckert fennen, der in der Spandauer Konservennehmigt, die Resolution Borgmann abgelehnt. Die Bersammlung tritt dem Magistratsantrage in der modi fabrit arbeitet. Beide wohnten in ein und demselben Hause AdamBeim Etat für das Krankenhaus Moabit bemerkt fizirten Fassung bei. itraße 8. Decfert wurde nun vor einiger Zeit wegen GeflügelStadtv. 3 adet: Vor einem Jahre habe ich gerügt, daß die Vom 1. April 1898 ab sollen nach einer weiteren Vorlage diebstahls zu einer gerichtlichen Untersuchung gezogen, und Steinärztliche Behandlung der Kranken in den städtischen Kranken- die 82 Romtoire in der Bichhofsbörse unter der Be- rück hat mit besug hierauf wiederbolt die Aeußerung fallen laffen, bäufern nicht auf der Höhe der Beit steht, namentlich weil dingung nicht zur à 1000 m. höheren Tage, sondern zu dem daß er so manches wiffe und gegen Deckert als Belaftungszeuge Spezialisten noch nicht zur Behandlung der Kranken zugelassen bisherigen Preise an die Viehkommissionäre vermiethet werden, auftreten fönne. Das war Deckert zu Ohren gefommen. Gestern werden. Inzwischen hat sich auch der Berliner Aerzteverein mit daß leytere die ihnen von den städtischen Behörden vorgeschlagene Morgen um 7 Uhr bolte er Steinrück aus dessen Wohnung ab, einer Refolution gleichen Inhalts an die städtischen Behörden Aenderung des Viehmarktstandgeld- und Futtertarifs annehmen. und etwas später wurde die Leiche in dem fogen. Bullen gewandt. Der Magistrat hat sich nicht bewogen gefühlt, uns über Die Borlage wird genehmigt, die Berathung der übrigen graben bei den frummen Gärten in Spandau aufgefunden. Oba Das Schicksal dieser Eingabe Nachricht zu geben. Ich behalte Gegenstände um 8 Uhr von der heutigen Tagesordnung für die gleich nun äußerliche Verlegungen an dem Todten nicht wahr. mir baher vor, die sämmtlichen Anregungen in diefer Beziehung öffentliche Sigung abgefeßt. aunehmen sind, so nimmt die Behörde doch an, daß Deckert in Steinrück den Mitwisser seiner Schuld habe aus dem Wege als selbständige Anträge nach der Erledigung des Etats einzus räumen wollen und auf noch näher zu ermittelnde Weise uma hringen. Ferner verstehe ich nicht, wie es gekommen ist, daß - # Depeschen. gebracht habe. Dedert ist daher, obgleich er die That entschieden seinen Zehrling holen laffen wolle. Zufällig batte die Firma heute noch an Blutbrechen leidet. Das Gericht erkannte auf je Teugnet, gefänglich eingezogen. Peters u. Cohn gerade einen Boten nach der Leipzigerstraße zu 2 Monate Gefängniß für Beide, sowie auf Sahlung einer gemeinfenden, sie wartete deshalb das Erscheinen des angezeigten Lehr- fchaftlichen Buße von 200 M. Vor einigen Tagen wurde ein Mann von Fürften lings nicht ab, sondern gab dem Boten gleich mehrere Stücke svalde in ein hiesiges Krankenhaus gebracht, der eine Schußwunde Banella für Adam zur Auswahl mit. Hier wußte man nichts in der Brust hatte. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist es der von der Bestellung, man verständigte fich per Telephon Hof Instrumentenmacher J. Straube, dessen Wohnung und Ge mit Peters u. Cohn und kam dadurch dem Schwindler fchäftslotal fich Wilhelmstr. 29 befindet. Straube, der Organist zuvor. Als der Angeklagte bei Peters u. Cohn erschien, um an der Kreuzkirche ist, auch das Amt eines Schiedsmannes ver- die Proben zu holen, hielt man ihn feft. Der Angeklagte fieht, soll bedeutende Schuldverbindlichkeiten besigen, die ihn in hatte sich auf grund eines gefälschten Bestellfcheines in einem eine große nervöse Aufregung versezten, daß er zu einer anderen Falle in den Besitz eines Stück Stoffes zum Werthe von reizung wieder verhaftet. Schweiter nach Fürstenwalde zwecks Erholung übersiedelte. That 80 M. gefezt. Im Termin gab er an, daß er die Absicht gehabt fache ist, daß vorgestern durch einen Gerichtsvollzieher Mobilien aus habe, einige Stunden nach Empfang der Proben wieder zu Peters der Straube'schen Wohnung abgeholt worden sind. Die Ver und Cohn zu gehen, um nun im Auftrage Adams die gewählte wundung ist zweifellos die Folge eines Selbstmordversuchs. Waare zu erbitten, die er dann versetzt hätte. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängnßstraße von Ein Neubau in Riydorf, der noch nicht einmal vollständig fertig ist und doch schon einzustürzen dreht, befindet sich in der Kaiser Friedrichstraße. Das Manerwert zeigt zahlreiche Risse und Spalten, so daß die Polizei vorgestern Vormittag die Fortsegung der Bauarbeiten untersagt hat. Eine Beftie in Menschengestalt ist gestern( Donnerstag) in Charlottenburg auf grund des§ 174 des Str. G.-B. durch die Kriminalpolizei verhaftet worden. Es ist der Bahnarbeiter N. aus der Augsburgerstraße, der es vermocht hat, mit feiner jest 13 Jahre alten Tochter zwei Jahre hindurch in sträflichen Verfehr zu treten. Polizeibericht. Am 14. d. M. Abends fam in der auf dem Boden des Hauses Lützowplay 12 belegenen Waschküche die unverehelichte Radicke der Feuerung zu nahe, so daß ihre Kleider in Brand geriethen. Sie erfitt schwere Brandwunden am ganzen Körper und wurde nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht, wo fie am darauf folgenden Tage Nachmittags verstarb. Am 15. d. M. Morgens wurde ein Dienstmann auf dem Boden des Hauses Grüner Weg 72 und Mittags ein Schneidermeister in seiner Wohnung, in der Heinersdorferstraße, erhängt vorgefunden. Nachmittags gerieth im Keller des Hauses Boechstr. 2 bei der Zus bereitung von Lackfarben ein auf dem Kochofen fehender Behälter mit Terpentin in Brand und explodirte. Hierbei erlitten der Malermeister Holz und sein Gehilfe Roßmann so schwere Brandwunden am Kopfe und an den Händen, daß ihre Ueberführung nach dem Krankenhause Am Urban erforderlich wurde. In der Nacht zum 16. d. M. wurde ein Zeitungshändler vor dem Haufe Eisenbahnftr. 30 mit einer anscheinend von einem Falle herrührenden fchiveren Verlegung am Kopfe aufgefunden und nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Auf dem Grundstück Blumenstr. 30 entstand in einem anderthalb Stock hohen Fabrikgebäude Feuer, wodurch die darin befindlichen Hobelwerke, sowie bedeutende Holzvorräthe zerstört und die daran stoßenden Fabrikgebäude mit Zischlereien in große Gefahr gebracht wurden. Außerdem fanden am 15. d. M. zwei kleine Brände statt. Theater. Jm Wallner- Theater wurde gestern wieder die Aufführung der luftigen Poffe Die Rosa Domino's von Delacour und Hennequin aufgenommen. Das Stüd ist im leichten Pariser Gesellschaftston geschrieben und hält sich auch innerhalb der Anschauungen und der Moral dieser Gesellschaft. Die Idee des Stückes ist, daß auch die treuesten Ehemänner einem galanten Abenteuer nicht aus dem Wege gehen, und daß die Frau flug thut, hie und da ein Auge zuzudrücken, wenn sie nicht ihren Mann zum duckmäuferischen Heuchler machen will. Den Beweis hierfür sucht Frau Dumenil( Marie Ernst) ihrer Freundin Angèle( Clara Drucker) dadurch zu führen, daß sie beide in Rofa Domino's auf einem Maskenball erscheinen, zu dem sie anonym ihre Männer zu einem Rendezvous eingeladen haben. Die sich hieraus ergebenden Verwechselungen und Verwirrungen, Ueberraschungen und Zwischenfälle find in so gefchickter und Iuftiger Weise entwickelt, daß selbst der Ernsthaftefte in heiterer Laune sich von dem heiteren Spiel angenehm feffeln läßt. Die Aufführung ging glatt und frisch von statten. Neben den beiden bereits genannten Damen heben wir noch Fräulein Frida Wagen als Rammermädchen, sowie die von Herren Costa und Lessing dargestellten Ghemänner der jungen Frauen, und Herrn Höcker als alten Provinzonkel, der sich in der Hauptstadt amüsiren will, hervor. Gerichts- Beitung. Ehrverlegende Bemerkungen über den Kaiser, welche der Maurer August Balfe in einem Schantlofal geäußert hatte, haben demselben eine Anflage wegen Majestätsbeleidi gung zugezogen, die gestern vor der zweiten Straffammer des Landgerichts verhandelt wurde. Das Urtheil lautete auf drei Monate Gefängniß. vier Monaten. Soziale Lleberlicht. ( Depeschen des Bureau Herold.) Saarlouis, 16. März. Warten wurde heute wegen Auf( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Werbandlung wohnte wieder ein zahlreiches Bublifum bei. Der Paris, 16. März. Panama- Bestechungsprozeß. Der heutigen Advokat Barbour eröffnete die Bertheidigungsreden; er hob be fonders hervor, daß die Unterzeichner der Panama- Anlehen mit ben gerichtlichen Verfolgungen durchaus nicht einverstanden wären und namentlich ihr Vertrauen zu Lesseps nicht verloren hätten. Er schilderte die Lage der Panama Gesellschaft im Jahre 1885; damals feien alle Handelskammern der Ansicht gewesen, daß der Kanalbau fortgesezt werden müsse. Dazu war es nöthig, die Genehmigung des Gefeßentwurfs zur Ausgabe der Obligationen durch ein Votum der Kammern zu erlangen, und sich den Forde Achtung, Kistenmacher! Den Streift in der Stiftenfabrik von Werner und Jafobi betrachten wir als zu unseren Un- rungen Barhaut's und Genoffen zu unterwerfen. gunften beendet, nachdem die Kollegen Albert Büttner, Wilhelm Scheil, Johann Hartwig, Karl Paul, Vogt, Henschel und Krüger am Montag daselbst Arbeit genommen haben. Wir erinnern die Kollegen an ihre Pflicht, die Ausgesperrten nach wie vor zu unterstützen. Im Auftrage der Kommission Berliner Riftenmacher. Friz Märten. Die Weinreich'sche Binselfabrik in Schwelm a. Rh. hat, wie die Frånt. Tagespost" mittheilt, die Kündigung ihrer Arbeiter, die die Annahme einer Lohnherabfeßung verweigert hatten, zurückgenommen und bezahlt die früheren Söhne weiter. tilpat Dersammlungen. Briefkaffen der Redaktion. A. Tr. Ignatius von Loyola( sprich das zweite o furg), eigentlich Inigo Lopez de Recalde, war ein Spanier, geboren 1491, gestorben 1556. Er stiftete den Jesuitenorden 1540. G. 15. Ein Erbe ist berechtigt, über das ihm zugefallene Grbtheil auch dann zu verfügen, wenn ihm das Erbtheil noch nicht ausgezahlt ist. E. R. A. J. Ihre Fragen sind ohne Einsicht in die Statuten nicht zu beantworten. Vielleicht sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. 1000. Der Unternehmer ist verantwortlich, der Kesselheizer nur so weit als er etwa vor Uebernahme der anderen Arbeit Vorsichtsmaßregeln zu treffen unterlassen hatte, wiewohl der Unternehmer dagegen nichts einzuwenden hatte. J. 2. 6. Das Fauftpfand dürfen Sie nicht selbst verkaufen. E. P. Sie brauchen nicht zu zahlen. Reklamiren Sie. Die Weigerung der Erben ist berechtigt. Groß- Flöha. 1. Die Rente müssen Sie allein ablösen. Schmidt. Fragen Sie auf dem Polytechnikum nach. spruchen, da Sie resp. Ihr Mündel das Armenrecht haben, so E. Das Urtheil können Sie noch heute vom Anwalt bean= ertheilen Sie den Pfändungsauftrag dem Anwalt. In der öffentlichen Töpferversammlung vom 9. d. Mis. trauensmann der Töpfer Berlins Karl Thieme sein Amt nicht bat, wie uns von Herrn Daudert mitgetheilt wird, der Verwegen angeblich ihm widerfahrener Kränkungen niedergelegt, sondern wie er ausdrücklich hervorhob, aus dem einfachen 2. Grunde, weil er den Posten 3 Jahre hindurch bei nicht unerheblichen Zeit- und Geldopfern gewiffenhaft versehen und ihn nunmehr eine jüngere Kraft ablösen fönne. Er werde aber, wie er wörtlich hinzufügte, nicht ermangeln, nach wie vor seine ihm zu Gebote stehende Kraft in den Dienst der Allgemeinheit zu ftellen! Bu der Notiz bezüglich der Fensterfrage ist richtig zu stellen, daß, da die Opfer von feiten der Kollegen beim diesjährigen Fensterstreit erheblich größere waren wie im Vorjahre; weil die Maler und Stuckateure sich nicht solidarisch erklärten, befchloß die Versammlung, es jedem Ginzelnen anheim zu stellen, die 3 Wochen im schlimmsten Falle auch ohne Fenster zu arbeiten. Jedoch empfahl man im Intereffe der Gesundheit, so viel wie möglich darauf zu halten. nr. 29, Gambur), Filiale Berlin 6. Mitglieder- Versammlung am Sonn Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. 8. abend, den 18. März, Abends 9 Uhr, Alte Schönhauseritr. 42 bet teimann. Allgemeine Brauhen und Sterbskaffe der Metallarbeiter( E. H. Nr. 29), Filiale Rigdorf. Sonnabend, den 18. März, Abends 8 Uhr, Bersammlung bei Schaller, Berlinerftr. 117. Tagesordnung: 1 Stassenbericht. 2. Abrechnung vom Stiftungsfeit. 3. Berschiedenes. Freie Vereinigung der Bureau- Angefteilten Serlins und Umgegend. Freitag, den 17. März, Abend% Uhr, große öffentliche Versammlung in den Arminballen, Kommandantenstraße 20( unterer Gaal). Birdorf. Drechsler- Versammlung Sonnabend, den 18. März, Abends % 9 Uhr, bet Schüße, Prinz Handjernstr. 7. Vortrag des Kollegen Doft. Club Uncle Sam. 9 o'clock p. m. Ziechmann's Restaurant, Stralauer Brücke, Neue Friedrichstr. 1. Recitation about the Navol Revue in the Harbor of New- York by a former seaman Guests welcome. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome Dermischkes. 3. O.. Sechswochentoften( etwa 60 M.) und Alimente bis zum vollendeten 14. Lebensjahre des Kindes( angemessen bis zum 6. Jahre 12-15, vom 6.- 14. Jahre 15-18 M.) muß der außereheliche Bater zahlen. B. T. 1. Mit der Steuerzahlungspflicht hat es leider seine Richtigkeit. 2. Vielleicht erfahren Sie durch eine Annonce, wo Sie das Buch noch erhalten können. G. G. 109. Genosse Peus befindet sich gegenwärtig im Gefängniß zu Gommeru. noch nicht zu stande gekommen; aber auch nach demselben werden H. D. 19. Das Gesetz über die Abzahlungsgeschäfte ist Sie Nähmaschinen auf Abzahlung kaufen können. Was Ihnen in diefer Sache die Agenten vorreden, ist nur Schwindel. Hellmuth. Die Adresse der Frau v. Suttner dürften Sie wohl durch ihren Verleger E. Pierson Verlag, Waisenhausstr. 1, 1 Tr., Dresden- Altstadt erfahren tönnen. " F. L. Wenn in der einzelnen Rede nichts Strafbares enthalten ist, kann sie auch wörtlich abgedruckt werden. Im übrigen bestimmt Art. 22 der Reichsverfassung: Wahrheitsgetreue Berichte über Verhandlungen in den öffentlichen Sigungen des Reichstags bleiben von jeder Verantwortlichkeit frei". Der Abdruck einer einzelnen Rede wird aber nicht als ein folcher Verhandlungsbericht angefehen. A. 2., Tischler. Ueber die Denaturation des Spiritus und über die Beseitigung der hierzu verwendeten Stoffe müssen Sie sich an ein Fachblatt um Auskunft wenden. Otto Oppenheim. Ihre Einsendung ist durch die Aufforderung an der Spige des lokalen Thetis erledigt. P. R. 29. Sie haben Recht, es lag ein Mißverständniß vor. Also 1. Bei der Stempelberechnung sind die Nebenabgaben Todesurtheil. Der Bäcker Böttcher aus Bernburg wurde nicht mit zu rechenen, indeß ist dies bestritten. Der Mieths vom Schwurgericht zu Landsberg wegen eines Luftmordes, ver- vertrags- Stempel beträgt nach dem Stempelsteuer- Gesez vom übt an der Marie Grünberg aus Banzen, zum Zode ver- 7. März 1821 1/3 pSt., die näheren Bestimmungen sind uns unurtheilt. bekannt. 2. Wegen Nichtstempelung haften beide Theile, Steuer selbst. die unterschrieben haben. Der Siempeldistributeur berechnet die Bolfmarsteller" wurden heute früh 7 Bergleute durch eine Dy Explosion. Blankenburg a. H. 16. März. Auf der Grube namitexplosion getödtet. Majestätsbeleidigung. Köln. Die Straftammer verurtheilte den Verleger der Westdeutschen Allgemeinen Beitung", Kiefer, wegen Majestäts- Beleidigung durch einen Leitartikel zu zwei Monaten Festungshaft und wegen einer Beleidigung Caprivi's zu 200 M. FG. 2. 11. 1. Der obfiegende Theil fann Erstattung feiner Bersäumniskoften beanspruchen. 2. Falls der Rath erst nach 1 Uhr ertheilt werden konnte, lag Behinderung des Betreffenden durch den Reichstag vor und hätten Sie ihn dann Vormittags vor 9 Uhr in seiner Wohnung sprechen können. M. S. 11. 1. Uns unbefannt. Bielleicht giebt Ihnen Frau Jhrer, Belten, Auskunft. 2. Wenn die Statuten nicht das Gegentheil besagen, ja. R. S. 10. Wenn Sie nicht in Gütergemeinschaft leben, so haftet das Grundstück Ihrer Frau nicht für Ihre Schulden. Ernst R. Ein Frrthum liegt nicht vor. Wegen eines mit Hilfe des Telephons begangenen Betrugsversuchs und einer Urkundenfälschung stand gestern Nur schneidig. Stuttgart. Die Straffammer verder 16 jährige Schneiderlehrling Siegmund Bleiweiß vor der urtheilte diejer Tage zwei Hüter des Geseze3" zu empfindlichen zweiten Straffammer des Landgerichts I. Am Nachmittage des Strafen, weil sie sich eines groben Mißbrauchs der Amts2. Februar wurde die Firma Peters u. Cohn angeflingelt. Der gewalts fchuldig gemacht hatten. Der Polizeifoldat Beck und Verlangende gab sich als der Inhaber der Firma S. Adam in der Feldschüß Lautenschlager in Hedelfingen hatten einen der Leipzigerstraße zu erkennen, welcher anzeigte, daß er eines betrunkenen Nachtrubeftörer in der übelsten Weise mit Schlagen A. R. B. 1. In 3 Jahren nach der lezten Handlung des Poften schweren Zanella's benöthigt fet, vorher aber Proben und Fußtritten trattict, ihn Nachts ohne Decke im Arreftlofal Richters gegen Sie. 2. Ladung des Zeugen tönnen Sie beanfehen und solche deshalb innerhalb einer halben Stunde durch liegen lassen, so daß der Mann 14 Tage arbeitsunfähig war und tragen. Fachy.der Marmor- u. Granitarbeiter. Sonntag, den 19. März, Vorm. 10% uhr, im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a. Mitglieder- Versammlung. 260/7 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Bersammlung für Frauen und Männer, _ Jamaica- Rum, [ 131M echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 l. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literf. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, iter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1.20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 8,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. 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Jünglings- Anzüg., sonst. 15 6. u. v. 7 M. an M. an in Butstin 91/2 " " " n#" in Cheviot 10 31 n " 512 53/4 "" ." in Satin 12 6 " " " "" " in Diagonal" 13 7 糖 " hochfeine 18 8 " in Butstin 18 " " 71/2 " ## "" " in Cheviot, 19 8 " " „ Diagonal, 20 11 . " "" " " Rammgarn 24 14 " " " hochelegante, 30 18 " " mit Pelerine 10 Knaben- Schuw. 13 Anab.- Reifemäntel 6 6 " " n"" 8 0 """ " 3 " " " IIa Anaben- Balet., sonst 6/2 M., b. u. v. 23/4 M. an Haute Nouveauté- Paletots zu jedem Preise. IIb Bursch.- Bal., Hr.- Fac. sonst 12 M., b.u.v. 5 M. an Burschen- Schuwaloffs mit Pelerine. Burschen- Menchifoffs 14 " 15 9 " " 15 " D Jüngl. Menchitoffs 19 12 .. " 14 8 9 糖 " Ic Jünglings- Baletots Jüngl.- Schuw.m.Bel. 18 Jünglings- Ulster. Einzelne naben- Juppen, Hosen spottbillig. Für das Verleihen von Fracks, sowie ganzer Schwarzer Anzüge haben wir eine besondere Abtheilung eingerichtet. 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März 1893, der Herren Direktoren, Braumeister und sämmtlicher Brauer- Abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Gesellen von Berlin und Umgegend 1849b am Sonntag, den 19. März d. J., Vormittags 10 Uhr, im großen Saale der ,, Concordia- Fensäle", Andreasstr. 64. Tagesordnung: 1. Berathung der neuen vorgelegten Statuten des Arbeitsnachweises. 2. Wie stellen fich die Brauergesellen zu der Zentralisirung der Arbeitsstatistik nach den Vorschlägen des Herrn Dr. Freund? 3. Freie Diskussion. Die Kommission des Arbeitsnachweises. Charlottenburg. Gr. öffentliche Volks- Versammlung für Männer und Frauen am Sonnabend, den 18. März, Abends 8 Uhr, in Bismarckshöhe, Zagesordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wilhelm Liebknecht über die Bedeutung des Tages. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. 342/3 Achtung! Steglitz- Friedenau. Sonnabend, den 18. März, im Kurhaus- Friedenau: 2. Stiftungs- Fest des Arbeiter- Bildungsvereins unter gütiger Mitwirkung des Voltshumoristen Genossen H. Osang( Berlin) und des Gesangvereins" ,, Rütli( Mitglied des Arbeiter Sängerbundes). Festrede, gehalten vom Stadtverordneten Genossen F. Zubeil. Nach dem Konzert Tanzkränzchen. Um 1 Uhr Kaffeepause, während derselben komische Vorträge. Programme inkl. Tanz Herren 50 Pf. Dainen 25 Pf. find an der Kaffe zu haben. Anfang 8½ Uhr. 342/2 Das Komitee. Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Wahl der Ver treter der Arbeitnehmer zu den Generalversammlungen mittels Stimmzettel. 2. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung legitimirt 18446 das Quittungsbuch. Sonntag, den 26. März, Vormittags 10 Uhr, ebendaselbst: Wahl von Vertretern der Arbeitgeber zu den Generalversammlungen mittels Stimmzettel. Der Vorstand. Wilh. Erdmann, Vorsitzender. Otto Willers, Schriftführer. Deffentliche Versammlung der Sattler bet am Sonnabend, den 18. März, Abends 9 Uhr, ienede, Alte Jakobstr. 83, Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Rej. Kollege Joh. Sassenbad. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 964/13 Lehrcursus der Berl. Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bet Unglücksfällen. 5. Stiftungsfest am Sonnabend, den 18. März: Abends 8 Uhr, in Th. Bolz oberem Saal, Alte Jakobftr. 85. Festrede. Vorträge. Tanz. Verloosung von Gegenständen, wobei jedes Loos den Vorstandsmitgliedern zu haben. Der Vorstand. Kinderhiite zu bill. Preifen. 18596 Meyer's Lexikon, Bücher, Biblio- gewinnt. Eintrittskarten à 30 Pf. find Frau Schulz, Artonaplah 3. theten fauft Hannemann, Bodytr. 56.[ 1855b Verlag des ,, Vorwärts" Berl. Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse 2. Soeben erschien: Zum 18. März und Verwandtes Don Wilhelm Liebknecht. 46 Seiten geheftet 25 Pf. Inhalt: Märsfeier( eine von ihm 1891 in Hamburg gehaltene Feftrede). Die Innischlacht. Eine Geschichte der Kommune. Die Pariser Blutwoche. Zur Erinnerung an die lehten Maitage 1871. In diesem Schriftchen haben die Genoffen nicht nur vorzügliches Agitationsmaterial, sondern auch eine furz gefaßte Geschichte der achtundvierziger Märzbewegung, der Juni schlacht in Paris und der Kommune, zugleich also Material zu Festreden und geschichtlichen Vorträgen. Wir empfehlen den Genoffen ferner die Lektüre folgender Schriften: Wilhelm Liebknecht Robert Blum und seine Zeit. Brosch. in 6 Heften à 25 Pf. Gebd. M. 2,-. Darstellung seines Lebens und Wirkens in der Zeit der deutschen Revolution und zugleich ein Stück Geschichte der 48er Bewegung. Lissagarayı Die Geschichte der Kommune von 1871. Bweite, vom Berfaffer durchgesehene Auflage. Brosch. M. 2,50. Gebd. M. 3,-. Liffagaray's Buch ist das klassische Wert über die Pariser Kommune, aus dem man das beste Bild von dieser gewaltigen Bewegung des Proletariats gewinnen fann. Wilhelm Blos Die Deutsche Revolution. Geschichte der Deutschen Bewegung in den Jahren 1848 und 1849. Mit vielen Porträts und historischen Bildern. VIII u. 672 Seiten gr. 80. In 21 Heften à M.-, 20 In elegantem Prachtband M. 5,70 Karl Marx und Friedrich Engels: Der Bürgerkrieg in Frankreich. Adresse des Generalraths der Internationalen Arbeiter- Assoziation. 3 Aufl. M.- 30 Die neue Auflage ist vermehrt durch die beiden Adressen des Generalraths über den deutsch- französischen Krieg und durch eine in Form einer Einleitung gefleidete historischfritische Stizze über die Kommune, aus der Feder von Friedrich Engels. In der Literatur über die Parifer Rommune nimmt diese, wenige Tage nach ihrem Fall fertig gestellte Schrift eine glänzende Rechtfertigung jener glorreichen Erhebung mit den ersten Rang ein. Freiligrath, Ferd. Gesammelte Dichtungen. 6 Bände. Gebd. M. 13, -- Gedichte. Gebd. 4,40 Wiederverkäufer erhalten Rabatt. " Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure. nehmen Bestellungen entgegen. Auswärtige Besteller werden gebeten, ihren Aufträgen gleichzeitig den Betrag( Porto extra) beizufügen. 400/ 4* [ 207/5] Achtung, Tischler! Der Zentral- Arbeitsnachweis für Tischler aller Branchen befindet sich 817/11 Wallstrasse 78. Derselbe ist an Wochentagen von 8 bis 12 und 3-7 Uhr geöffnet. Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich und ist jeder Kollege verpflichtet, den Arbeitsnachweis zu be nußen. Die Ortsverwaltung. BF Bekanntmachung. I Orts- Krankenkasse der Buchbinder etc. Vom 1. April d. J. ab befindet sich die Kaffe Naunynstr. 33, 1 Tr.( Ecke der Adalbertstraße) und ist dieselbe ges öffnet an den Wochentagen von 7 bis 1 Uhr Mittags und Sonnabend von 6-8 Uhr Abends. An Sonn- und Festtagen gänzlich geschlossen. Der Vorstand. C. Hoffmann, Borsigender, Na unynstr. 38, IV. 119/4 Schöneberg. Generalversammlung der Freien Vereinigung der Bau- und gewerblich. Hilfs: arbeiter Schönebergs und Umgegend am Sonntag den 19. März in Jacob's Salon, Grunewaldstr. 110. Mitglieder werden aufgenommen. Um regen Besuch ersucht 121/7 der Vorftand. Buchbinder ,, Männerchor" Berlin. Am Sonntag, d. 19. März: Gemüthlicher Abend in Gratweil's Bierhallen, Rommandantenftr. 77-79. Entree 20 Pf.[ 1854b] Anfang 6 Uhr. Arbeitsmarkt. Tüchtige Glasschleifer geübt auf Facetten, bei 25 und 27 Mark Wochenlohn gesucht. Adress. sub H. C. o. 2726 an Haasenstein & Vogler A.-G., Hamburg. 61/8 Barbierlehrling wird verlangt Frie drichsbergerstr. 5. 1847b Handwerker oder strebsame Angehörige jeden anderen Standes finden bei einiger Thätigkeit fehr lohnenden Nebenverdienst durch Nachweis solider Lebens-, Kinder- und Sterbekassen- Versicherungen. 132 Oberten einzureichen sub J. C. 7656 an Rudolf Mosse, Berlin SW. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.