Nr. 293, Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerandos Bierteljährl. 3,30 M, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in die Bost- Seitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutichland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Blontage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Befragt für die féchsgespaltene Stolonel geile oder deren Staum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf Kellen Anzeigen das erite Wort 10 Bfg. jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 25 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inferate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 15. Dezember 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: at IV, Nr. 1984. Die geprellten Unterbeamten! ann 1500 bis 2100 M., Die lekteren natürlich auch ent- die der Lokomotivführer jett auf eine höhere Stufe geein solches von 1200-1800 2., während beispielsiveise die hat. Wenn man sich indessen vergegenwärtigt, daß nicht nur Fahrkartendrucker und die Lokomotivheizer die Gehälter der Schuyleute und Gendarmen, sondern auch in Bayern iprechende Nebenbezüge, erhalten. Der sozialdemokratische bracht worden sind, als die ihrer bayerischen Kollegen, In der Frage der Beamtenbesoldungsreform dürften die Antrag, für Klasse 4 das Gehalt auf 1300 bis 1900 m. fest- die 2300 M., resp.( die Oberlokomotivführer) 2850 M. Würfel gefallen fein. Die verstärkte Budgetkommission zusehen, teilte das gleiche Schicksal wie die Anträge zu den Marimalgehalt erhalten, während das Gehalt der preußi. des Abgeordnetenhauses erledigte am Montag in a weiter ersten drei Klaffen! schen Lokomotivführer fünftig zuzüglich des durchschnitt Lesung die Besoldungsreform für die Klassen 1-9 ein- So gingen die Hauptklassen der Unterbeamten, lichen Wohnungsgeldzuschusses von 500 M. für mittlere Beschließlich, die den weitaus größten Zeil aller die 105 000 Beamten der untersten vier Selassen, fast voll- amte im Marimum 3000 m. beträgt, so ist die FordeBeamten umfassen. An den Beschlüssen der Kommission ständig leer ans! Die Mehrheit der Budgetfommission war rung nur um so unabweislicher, daß auch die Gehälter der dürften im Plenum kaum noch erhebliche Aenderungen vor- nicht einmal für die unzulänglichen Anträge des Freifinns, unteren Beamten auf mindestens das gleiche Gehalt genommen werden. Damit wäre aber nicht nur die Frage der Nationalliberalen und des Zentrums zu haben. Man wie ihre bayerischen Kollegen gebracht werden! der Beamtenbesoldungsreform für Preußen entschieden, erklärte auch offen heraus; warum nicht. Man Aber die Absicht unserer herrschenden Parteien ist ja nur sondern auch für die entsprechenden Beamten wollte durch die bessere Bezahlung der Unterbeamten nicht zu durchsichtig. Man will sich durch die Gewährung günstiger fategorien des Reiches. Denn ift sicher einen Anreiz für die„ Begehrlichkeit" der entsprechenden Gehälter an gewisse Eliteschichten in der Beamtenschaft anzunehmen, daß die ausschlaggebenden Parteien( Son Arbeiterschichten, aus denen sich diese Unterbeamten refru- eine staatstrene" Garde schaffen, die man dann gegen die fervative, Zentrum und Nationalliberale) im Reiche keine tieren, geben, man wollte den Ausbeutungsbedürfnissen des schlechtbezahlten unteren Beamten und das Proleta andere Stellung einnehmen werden, als ihre Fraktionen im Brivatunternehmertums keine Schranken ziehen! Deshalb riat ausspielen kann. Ob die mittleren Beamten dieser Zu preußischen Abgeordnetenhause. Das Ergebnis der gestrigen lehnte man alle Berufungen auf die bessere Bezahlung der nuutung entsprechen werden, wird ja die Zukunft beweisen. Sisung aber ist für die Unterbeamten ein außerordentlich be- entsprechenden bayerischen Beamtenkategorien ab. Preußen Die von unseren Herrschenden bei der Gehaltsaufbefferung fo trübendes! Die sozialdemokratischen Anträge, die geht hier in Deutschland voran mit Hungerlöhnen, soweit es fläglich unzulänglich bedachten unteren Beamten aber Gehälter der Unterbeamten wenigstens auf eine Höhe au die Staatsarbeiter, und mit Hungergehältern, soweit werden durch die ihnen zuteil gewordene schnöde Behandlung bringen, die der der bayerischen Beamten entspricht, wurden mit allen gegen die eine Stimme des sozialdemo- es die Unterbeamten betrifft! Bei den Geistlichen sicherlich zum Nachdenken veranlaßt werden! fratischen Kommissionsmitgliedes abgelehnt! Auch die weit freilich und bei den oberen Beamten geht man beträchtlich über das hinaus, was in Bayern gezahlt wird! Troydem. bescheideneren Forderungen des Freisinns wurden gegen vier Stimmen, die sozialdemokratische Stimme und die zum Beispiel die evangelischen Geistlichen in Bayern nur drei freifinnigen Stimmen, abgelehnt. Von den 105 000 2000 bis 3400 Bargehalt beziehen, will die preußische Beamten der untersten vier Klassen wurde nur in der Klasse Regierung durch ihre Zwölf- Millionen- Gabe die GeistlichenWenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß die den Bahnwärtern eine Erhöhung ihres Endgehalts gehälter auf 2400 bis 6000 m. Bargehalt bringen! Die Sprödigkeit der Budgetkommission änderte sich, ale Majorität des Reichstages nicht nur pflichtvergessen, sondern um 100. auteil, eine, wie wir noch zeigen werden, durch die Gehälter der mittleren Beamten in Frage tamen, auch leichtfertig und unklug gehandelt hat, als sie die Ver ans unzulängliche Gehaltsaufbesserung. zweiten, dritten und vierten Klasse, die zusammen annähernd Unter den mittleren Beamten befinden sich ja entweder faffungs- und Geschäftsordnungsanträge auf die lange Bank 88 000 Personen umfassen, gingen vollständig leer Militäranwärter, die man nicht so zu behandeln schob, wird dieser Beweis durch die Furcht vor den wagt wie die aus den Kreisen der Arbeiter hervor und loyalen Blätter erfaßt hat. Oder kann man sich etwas herbor- fischen Intrigen geliefert die gerade die offiziösen dus! 1 Höflingstreiben. " 7 Es foll nicht geleugnet werden, daß auch gegenwärtig eine fleine Partei" gefchäftig beim Werke ist, dem Kanzler aus Anlas der bekannten Reichstagsvorgänge die Arbeit fauer zu machen. Indessen diese kleine Bartei ist nicht mächtig genug, um den entsprechenden Borstoß wagen zu können. Vielleicht ist auch der Begriff Partei schon zu tveit gefaßt. Es handelt sich um eine feine Clique gleichsam, wie sie ähnlich zu Eulenburgs Beit bestand, nur daß ihr persönliches Verhältnis zum Raiser bei weitem tein so vertrauliches zu nennen ist." Betrachten wir dies Ergebnis ein wenig näher. Die gegangenen Beamtengruppen, oder aber Beamte, die aus den Beschämenderes denken, als daß die Geschicke des deutschen Bahnwärter sollen nach den Beschlüssen der Budgetkommission Streifen der qualifizierten Arbeiter hervorgegangen sind und Boltes davon abhängen sollen, ob Fürst Bülow oder ein Fünftig 1100-1300 m. erhalten. In Bayern erhalten fie deren Mißfallen man fich zu erregen fürchtet. Es versteht höfischer Intrigant einander überlisten und die Gunft 1200-1700 m., wobei, wie bei allen Beamten in Bayern, sich von selbst, daß der sozialdemokratische Vertreter Wilhelms II. für sich gewinnen? Was hat denn alles Reden, kein Wohnungsgeldzuschuß gewährt wird. Von dem sozial- auch hier bei der Abstimmung für die weitestgehen- was haben selbst die großen Standale genutzt, wenn wir demokratischen Vertreter in der Kommission war be- den Anträge eintrat, da er sich nicht zu der frei auch heute genau dort stehen, wo wir in den Tagen antragt worden, die Gehaltssätze der Strasse 1 auf 1100 bis finnigen Logik aufschavingen konnte, daß, weil die Unter- Eulenburgs standen, als über Stanzlerentlassungen 1400 M. festzusetzen. Wäre dieser Antrag angenommen beamten nichts erhalten hätten, auch die mittleren Beamten und Ernennungen, über die Führung der auswärtigen worden, so wäre in Preußen gerade das Gehalt gezahlt teine energische Gehaltsaufbesserung erfahren dürften; sich bei Politik, ja sogar über Krieg und Frieden die Entscheidungen worden, das den Bahnwärtern in Bayern ge- feiner Abstimmung im Gegenteil von der Auffassung leiten in Liebenberg fielen? währt ift. Denn nach dem sozialdemokratischen ließ, daß durch die Gewährung angemessener Gehälter Daß wir aber nicht weiter gekommen sind, das bestätigen Antrag würden die Bahnwärter in 21 Jahren 26 250 M. für die mittleren Beamten schließlich auch für die besitzenden jetzt die Klagen und Angstrufe der bülowtreuen Presse mit Gehalt bekommen haben, in Bayern dagegen 29 850 M. Klassen die Notwendigkeit eintreten muß, die Gehälter der unwiderleglicher Deutlichkeit. So schreibt die NationalDas sind pro Jahr 170 M. mehr als als in Preußen. unteren Beamten gleichfalls angemessen aufzubeffern! Das 3eitung": Berücksichtigt man, daß bei den bayerischen Beamten die ge- Eintreten für die mittleren Beamten durch die reaktiowährte Dienstwohnung nur mit% thres Wertes in An- nären Parteien findet deshalb unsere vollste Zustim rechnung gebracht wird, und berechnen wir das Drittel mit mung; nur erscheint angesichts dieses Eintretens die Rüd70 m., so ergibt sich, daß die Bahnwärter in Bayern pro fichtslosigkeit gegenüber den unteren Beamten in um so eigenJahr 250 M. mehr erhalten. Da aber der Wohnungsgeld- artigerem Lichte! Auch machte ein 3entrumsredner zufchuß in Breußen fünftig im Durchschnitt für die Klassen gar kein Hehl aus den argliftigen Motiven, die feine 2-4( zur ersten Klasse gehören ja nur Berlin, Charlotten- Partei bewogen, fich der mittleren Beamten anzunehmen. burg, Friedenau, Schöneberg und Frankfurt a. M.) 255 M. be- So erflärte er, die Gehälter der Werkführer der trägt, wäre das bayerische Gehalt bei der Annahme des Eisenbahnverwaltung seien möglichst zu erhöhen, Dann meint das Blatt:„ Gewiß, der Kanzler hat immer jozialdemokratischen Antrages gerade erreicht worden. weil die Werfführer ja die ihnen unterstellten Arbei noch mancherlei Widerstände zu überwinden; aber Für die zweite und dritte Klasse, die 62 597 ter auf guten Bahnen erhalten" müßten. Schon die Hauptsache bleibt für ihn, daß er auch fernerhin sich des Köpfe umfaßt, war von sozialdemokratischer Seite in der ersten Lesung hatte derselbe Abgeordnete ebenfalls Vertrauens der Mehrheit des Reichstages die Festsetzung des Gehalts auf 1200-1800 M. beantragt darauf hingewiesen, daß es doch sehr darauf ankomme, diese sicher weiß." worden. Dieser Antrag wurde, wie bereits erwähnt, gegen Beamtenfategorien mit gutem Geiste zu erfüllen". Die Wir meinen, es charakterisiert die Situation sehr gut, die eine Stimme des sozialdemokratischen Ver- Staatsarbeiter und die unteren Beamten können also elend wenn das nationalliberale Blatt als Hauptsache das Vertreters abgelehnt. Ebenso wurden alle übrigen Anträge ab- besoldet werden; aber ihre Vorgesetzten müssen so be- trauen des Reichstages bezeichnet und nicht das Vergelehnt, so daß die Beschlüsse der ersten Lesung der Budget- zahlt werden, daß sie sich als Werkzeuge gegen die trauen des Kaisers. Aber wir glauben, daß der Reichstag kommission bestehen blieben. Danach sollen die Schaffner ihnen untergebenen gebrauchen lassen! nicht bloß das gefügige Werkzeug eines Bülow int ( 21 338 Perfonen) 1100-1500 m. erhalten. In Bayern M. erhalten sie 1500-2100 M. Bon Nebenbezügen werden in Die Gehälter der Werkführer wurden denn auch von 2000 m. Kampf um seine Machtbehauptung sein darf, sondern daß das im Höchstgehalt auf 2100 m. aufgebessert. Vertrauen der Volksvertretung immer und für jeden Minister Breußen 200 m., in Bayern 250 M. bei der Pensionierung Ungemein drastisch kontrastierte auch die Ablehnung die Hauptsache" sein muß, daß kein Minister möglich angerechnet. Breußen zahlt also 400 bis 600 Mark weniger als Bayern. Auch wenn man den Wohnungsgeld. der für die Unterbeamten gestellten sozialdemokratischen sein darf, der dieses Vertrauen nicht besitzt. Und wenn es zufchuß in der durchschnittlichen Höhe von 255 M. und Anträge durch die Nationalliberalen mit dem leb- dem nationalliberalen Drgan ernst wäre mit seinent die 30 M. Kleidergeldzuschuß anrechnet, bleibt noch immer ein haften Eifer, mit dem diese für die 3ollaufseher, Stampfe gegen die Kamariña, dann müßte es mit ganzer Weniger von 115-315 m. In Bayern erhalten die Schuß männer und Gendarmen eintraten. Trotz Straft den sozialdemokratischen Verfassungsantrag, der diese Forderung enthält, unterstützen. Schaffner in 21 Jahren 87 800 M., in Preußen nach dem dem diese Beamten vor dem 1. April 1906 erft 1200 bis Denn selbst Nationalliberale können doch einen ZuBeschlusse der Budgetkommission 27 150 M., also in 21 Jahren 1600 M. erhielten und durch die Regierungsvorlage auf stand nicht verewigen wollen, bei dem alles davon weniger 10 650 M., δας weniger! Die in Staffe 3 rangierenden 29 558 Weichen die Nationalliberalen diese Beamten im Endgehalt auf 2400 abhängt, daß, um wieder mit der„ Nat.- 3tg." zu reden,„ eine gesunde realpolitische Auffassung der Verhältnisse die Oberhand steller und Rottenführer sollen nach den under- Mark bringen, das Endgehalt also gegenüber das Endgehalt behält". Kann doch das Blatt selbst nicht mehr behaupten, als daß ändert gebliebenen Beschlüssen der ersten Lesung der Budget- vom Jahre 1906 um 800 M., d. h. 50 Broz. erhöhen! Es zur Stunde" dies noch der Fall ist. Wenn aber diese 1.ommission 1100-1600 m. erhalten. In Bayern erhalten handelte sich eben um Beamte, die man im guten Geist er. Stunde vorübergehen sollte? Selbst die„ Kreuz- Zeitung" erdie Weichensteller 1500-2100 M. In Preußen erhalten die halten" wollte, d. h. gegen die unteren Beamten ausspielen zählt uns ja, daß einzelnen Mißvergnügten in hohen Beichensteller in 21 Jahren 28,470 m., in Bayern 37,800 m., au tönnen hofft. Auch die Polizeimachtmeister, die reisen die Person des Kanzlers ein Hindernis" ist. Nach das macht pro Jahr für Preußen ein Weniger von 444 M.! ehedem 1500 bis 1800 M. erhielten und jetzt 1650 bis 2300 den Erlebnissen mit Wilhelm II. ist doch seine„ realpolitische Auch bei der Anrechnung des Wohnungs- und Stleidergeld- Mark erhalten sollen, sollten durch einen nationalliberalen Auffassung" wirklich keine genügende Garantie! Ist es nie auschusses bleibt also ein erhebliches Defizit. Die Antrag auf 1650 bis 2700 M. gebracht werden! Erst langes gewesen, am wenigften in dem jezigen Moment. Nicht mit 133 Wagenwärter sollen in Preußen 1100-1600 M., Bureden der Regierungsvertreter veranlaßte die Herren, ihre Ünrecht bemerkt das„ Berl. Tagebl.": dazu 200 Mark pensionsfähige Nebenbezüge erhalten. In Anträge zurückzuziehen. Die Gehälter der Förster und Bayern dagegen erhalten sie 1700-2300., dazu 250 M. der Lokomotiv führer schließlich wurden im Endgehalt pensionsfähige Nebenbezüge. In 21 Jahren erhalten die bon 2400 M. auf 2500 M. gemäß einem von konserBagenwärter in Bayern 13 530 M., das heißt pro Jahr dativer Seite gestellten Antrag aufgebessert. Das End 644 M. mehr als die Wagenwärter in Preußen! gehalt der Förster, das 1906 noch 1800 m. betrug, wird jetzt Auch die zirka 25 000 Beamten der vierten Klasse alfo 2500 m. betragen, also um 700 M. erhöht werden. erhalten fünftig mur, wie die Fahrkartenbruder, Wir wiederholen, daß wir diesen Beamtenkategorien ihre Gefängnisaufieher und Gerichtsdiener, ein Ausbesserung durchaus gönnen, wie auch der Vertreter Gehalt von 1200-1700 m, oder, wie die Lokomotivheizer, der sozialdemokratischen Partei für diese Anträge gestimmt " Ob der Kaiser wirklich seine Verstimmung auch nach außen fundgab, ob er, tie sentimentale Chronisten behaupten, das Bett hütete und durch Gebet und Tränen" das seelische Gleich gewicht wiederzugewinnen suchte, darüber wollen wir uns eince eigenen Meinung enthalten. So viel ist indessen wohl klar, daß eine derartige Nervenfrise zwischen Selbstzerfnirschung und Selbst überschäzung hin und her pendelt. Deshalb tann ee sehr wohl sein, daß, was heute als notwendiges Opfer" erscheint, morgen bereits als übertriebene Nachgiebige feit ausgelegt wird," Wir oFdf wolle» eiMch uiiaHangi� tvcr�c» So»„Nervo»- krisen" u»d Gemütsstimmungen eines einzelnen Mannes. Wir wollen diesen lächerlich unwürdigen Zustand nicht länger ertragen. Es muß endlich auch in Deutschland Ernst gemacht tverden mit parlamentarischen Institutionen, mit verantwort- lichen Ministern. Wir wollen keinen Absolutisinus. weder den Absolutismus Wilhelms II. noch den des Fürsten Bülow. Wir wollen die Selbstregierung des Volkes, und das frevle- Spiel der Kamarilla muß endlich ersetzt werden durch den ernsten politischen Kampf eines reifen Volkes. Gemeindewablcii In Aiiettemberg. Stuttgart, den 13. Dezember. Die Wahlen zum Bürgerausschuß der Gemeinden Württembergs sind in vollem Gange. Alle zwei Jahre hat die Hälfte der Mitglieder dieser gemeindlichen Körperschaft aus zuscheiden. Bei den Gemeinden mit über 10 ovo Einwohnern ge-> langt diese? Jahr zum ersten Male die Verhältniswahl auch für den Bürgeransschuß zur Anwendung. Zum Gemeinderat wurde im vergangenen Jahre zum ersten Male nach dem„Proporz' gewählt, fteilich ebenfalls nur in Gemeinden mit über 10 000 Ein- wohnern. Der Antrag der Sozialdemokratie, dieses Wahlsystem auch den kleineren Gemeinden zu geben, ist von den bürgerlichen Parteien des Landtags abgelehnt worden. Die bürgerlichen Parteien sahen die Verwaltung der kleineren Gemeinden als ihr Privilegium an. Daß in den Kleinstädten und Dörfern die Sozialdemokratie jemals so anwachsen könnte, daß sie— von etlichen Jndustrieorten abgesehen— die Majorität der Wähler unter ihrer Fahne vereinigen und den bürgerlichen Parteien die Herrschaft auf dem Nathans streitig machen könnte, das hielten die bürgerlichen Parlamentarier in ihrer Mehrheit für undenkbar. Sie lehnten deshalb für diese Gemeinden den sozialdemokratischen Antrag ab. Anders in den größeren Städten des Landes. Hier lag die„Gefahr" vor. daß die bürger- lichen Parteien von der Genicindeverwaltung ausgeschaltet würden, wenn die Majoritätswahl nicht durch den Proporz ersetzt wurde So kamen die Städte mit über 10000 Eimvohnern zum Proporz. Die vorjährige Gemeinderatswahl hat den bürgerlichen Parteien bereits gezeigt, daß sie mit der Ablehnung der Verhältniswahl für kleinere Gemeinden eine kapitale Dummheit begangen haben. Tie jetzt im Gange befindlichen BürgerauSschußwahleu werden diese Er kenntnis sehr fördern. Auch die kleineren Städte und Gemeinden gehen mehr und mehr dazu über, ihre Gemeindeverwaltung der Sozialdemokratie anzuvertrauen. In der Regel gehen unsere Genossen mit reinen Parteizetteln vor, in außergewöhnlichen Fällen leihen sie auch Männern, die sich um die Gemeinde verdient gemacht haben und wegen ihres MrlenS von den Reaktionären aus dem Rathause gebissen werden sollen, ihre Hilfe. In den letzten vierzehn Tagen wurden von der Sozialdemokratie in den Bürgerausschuß entsandt in Eßlingen 4, Ludwigsburg 1. Obereßlingen 2, Ravensburg 1, Nellingen 4, Zizishausen 3, Metzingen 2, Neckargartach 4, Deizisau 3, Wendlingen 3. Güglingen 2, Dußlingen 2. Hedelfingen 3, Magstadt 3, Hall 1. Schweikheim 3, Botnang 4, Sulzbach 1, Waiblingen 1, Böckingen 5, Reutlingen 3, Tuttlingen 4, Rohracker 2, Gindelfingen 1, Backnang 1, Deißlingen 1, Schwenningen 1 Vertreter. Von diesen 05 Mandaten hatten wir 13 bisher innegehabte zu verteidigen, 52 wurden neu hinzuerobert. In mehr als einem Orte siegte die Sozialdemokratie glatt über sämtliche bürgerliche Parteien. Btsher zählten wir in 135' Gemeinden 413 sozialdemokratische Ge meindevertreter, von denen 108 dem Gemeinderat, 215 dem Bürger- miSschuß angehörten. I» vorstehender Aufstellung ist die Residenz Stuttgart nicht mit einbegriffen. Die Wahl— nach dem Proporz— fand bereits am letzten Freitag statt, am Sonnabendabend gegen 9 Uhr war endlich die Zählung der Stimmen beendet. Zu wählen waren 1b Vertreter. Der Wahllampf wurde mit außergewöhnlicher Heftigkeit geführt. Die Wahlbeteiligung war denn auch stärker als öei allen vorhergehenden Bürgerausschußwahlen. Von 29 241 Wahl- oerechtigten stimmten 22119 ab, 75, ö Prozent. Der Angriff richtete sich vorzugsweise gegen die Sozialdemokratie. Die aationalliberale Partei hatte versucht, einen Zusammenschluß sämt- sicher bürgerlicher Parteien gegen die Sozialdemokratie herbeizuführen. Die Volkspartei lehnte jedoch ab. Nur Zentrum, National- liberale und Konservative bekräftigten ihr Bündnis durch Listen« Verbindung. Die vereinigten 20 Bürgervereine machten ihre Mannen mobil gegen die Sozialdemolratie, der„Bund für Handel und Ge- werbe," eine mittelsiandsretterische Vereinigung, grub das Kriegsbeil gegen die Sozialdemokratie aus, der Haus- und Grundbesitzer» verein stellte sich in die vorderste Schlachtreihe. Alles umsonst I Wir behaupteten unsere beiden alten Mandate und eroberten vier neue hinzul Gewonnen hat nur noch das Zentrum einen Vertreter. Die Liberalen haben ihre vier Sitze behauptet, die Konservativen büßen einen Sitz ein, die Volks- parte! hat von ihren fünf Mandaten zwei gerettet. Die Sozial- demokratie ist mit 12 Vertretern im Bürger- ausschuß zur stärk st en Fraktion geworden. Es folgen dii Liberalen mit 10, die Volkspartei mit 8, Konservative mit 2 Ver- treten,, das Zentrum mit einem Mandat. Erfreulicher noch, als der Mandatszuwachs, ist das Stimmen- Verhältnis. Großmündig hatten die vereinigten bürgerlichen Par- teien vor der Wahl den„politischen Bankerott der sozialdemokratisch-demokratischen RathauS mehr- h e i t" verkündet. In allen Tonarten wurde der Bevölkerung das Lied von der„sozialdemokratischen Steuergelderverschwendung" vor« gesungen. Trotzdem ist unsere Stimmenzahl seit der letzten Gemeinderats wahlumzirka300 ge st iegen, während die der vereinigten drei Parteien sZen- trum, Liberale. Konservative) abgenommen hat. Gestiegen ist auch die Stimmenzahl der Volkspartei, wenn auch nicht stark- Die Linke kehrt gestärkt aus dem Wahlkampfe znrückl__ Zur IschMchen AshIrechtKrage. i Dresden, 14. Dezember 1908. (Telegraphischcr Bericht.) Der außerordentliche Landes Parteitag der fach» fischen Sozialdemokratie trat heute im Kristallpalast unter sehr starker Betclligung zusammen. Anwesend waren mehr als 150 Delegierte und mehrere tausend Zuhörer. Als Ver- treter des Parteivo �standeS ist Genosse Molkenbuhr an- wescnd. Der Saal ist mit roten Fahnen und Inschriften, die den Wahlrechtskampf verherrlichen, reich geschmückt. Zu Beginn der Verhandlungen wird auf der Tribüne eine weiße Fahne der proletarischen Frauen aufgesteckt, die in goldgestickten Lettern die Inschrift trägt:„Hoch das F r a u e n w a h l r e ch t 1" Die Verhandlungen leitete der Vorsitzende des sächsischen Zentralkomitees, Genosse Sindermann. Er begrüßte die Parteigenossen, die in einer ernsten Stunde der Geschichte Sachsens zusammengekommen seien. Die stärkste Partei Sachsens, die Sozial. «tzMokrgjie, die einzige»nd wahre Verfechterin der Volksrechte. empfindet die Wahlrechtsbeschlüsse der ziveiten Kammer bom 2. Dezember d. I. als blutigen Hohn und schamlose Herausforderung, die das Unrecht des jetzigen Dreiklassenwahlrcchts noch in den Schatten stellen. Es werde nicht eher Frieden in Sachsen geben, als bis das Wahlunrecht zerschmettert am Boden liege.(Lebhafter Beifall.) Einziger Gegenstand der Tagesordnung war die Wahlrechtssrage. Hierzu legte das Zentralkomitee in Gemeinschaft mit dem Referenten Genossen Dr. Gradnauer folgende Resolution vor: „Die Landesversammlung erklärt, daß die gegenwärtigen Mitglieder der Zweiten Kammer des Landtags, weil sie vermöge des Dreiklassenwahlsystems lediglich als Vertreter der besitzendenKlassen gewählt wurden, nichtalsVolks- Vertreter zu betrachten sind, daß daher auch ihre Tätigkeit in der Wahlrechtsfrage nicht im Namen des sächsischen Volkes erfolgt. Die Landesversammlung ist der Meinung, daß Regierung und bürgerliche Parteien ihre feierlichen Ver- sprechungcn, dem Volke ein besseres Wählrecht zu geben, aufs neue schmählich gebrochen haben. Die Landesversammlung verweist darauf, daß in der Verfassung des sächsischen Staates die Gleichberechtigung aller Staatsbürger nieder- gelegt ist. Dieser grundlegende Gedanke eines bürgerlichen Rechtsstaates ist schon durch das bisherige Drei- klassenwahlsystem zerstört worden und soll durch das neue Wahlgesetz von neuem preisgegeben werden. Damit ist der sächsische Staat aus einem Rechtsstaat zu einem Gewalt st aat gegen die Mehrheit des Volles gemacht worden. Die notwendige Folge dieser Gewaltpolitik der herrschenden Klassen mutz sein, daß das Interesse deS sächsischen Volkes an diesem Staate mehr und mehr schwindet wnd daß Verachtung gegen die Institutionen und herrschenden Klalsen dieses Staates eintritt. Die Landesversammlung erklärt die Einführung eineS MchrstimmenrechtS für ein Verbrechen am sächsischen Volke. Durch ein solches Wahlsystem wird die Wählerschaft in bevorrechtete und entrechtete Klassen zerrissen, und cS wird das Recht der Mehrheiten durch das mehrfache Recht der Minderheiten brutal er- drückt. Insbesondere würden die arbeitenden Klassen wiederuni ungeheuerlich entrechtet und um die ihnen gebührende Ver- tretnng in der gesetzgebenden Körperschaft betrogen werden. Das von der Kammer beschlossene Vierstimmenwahlsystem würde über- dies durch die Aufrechterhaltung der alten WahlkreiSeinteilung und die in Aussicht genommene Einschränkung der Verhältnis- Wahlen auf die Großstädte das Uebergewicht des agrarischen Landbesitzes von neuem befestigen gegen- über der gewerblichen und handeltreibenden Bevölkerung, aus deren EntWickelung das wirtschaftliche Gedeihen Sachsens in erster Linie beruht. Die Gesetzgebung würde den wirtschaftlich und poli- tisch rückständigsten Gruppen und Cliquen über- antwortet, die arbeitenden Klassen in ihrem materiellen und kulturellen Fortschritt aufs schwerste beeinträchtigt werden. ES ist eine schimpfliche Verhöhnung deS werktätigen Volkes, ihm nach endlosen Verschleppungen ein derartiges Wahlrechtsmonstrum zu bieten. � Die Landesversammlung fordert die gesamte werktätige Be- völkerung Sachsens auf, die Reihen der streitbaren Arbeiterklasse zu verstärken und den Kampf für das allgemeine und gleiche Wahlrecht gemäß den programmatischen Forde- rungen der sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit der größtenBeharrlichkeit und dem größten Nachdruck zu führen. Von unten herauf, aus den Massen des Volkes heraus muß der Groll und die Empörung gegen den s ch a mlosen Entrechtungsplan der herrschenden Klassen in inlmcr wachsender Wucht sich Geltung verschaffen." In derAegründung dcrR esolution erinnerte derRefcrcntGenosse Dr. Gradnauer zunächst an die gewaltigen Straßen» .demonstrationen und Massenmeetings vom 1. No- �ember, die die große Anteilnahme und den großen Ernst des sächsischen Volkes in der Wahlrechtsfrage bewiesen hätten. Jetzt Ziege seit der Wahlentrcchtung von 189S der erste Beschluß der Kammer und der erste Versuch vor, in der Wahlrechtssrage einen Abschluß zu erreichen. Aber dieser Beschluß sei so Volksfeind- lich, s o reaktionär, daß die Sozialdemokratie in der feierlichsten Weise dagegen Protest einzulegen verpflichtet sei(Beifall). Die Regierung werde zwar nickt hören, aber das sächsische Volk werde für den Kampf um das Wahlrecht immer mehr mobilisiert werden. In der Kammer machten sich jetzt Personen breit, die nur aus Grund der Entrechtung deS Volkes sich an die Stelle der wirklichen Volksvertreter setzen könnten. Im Augenblick hätten diese künstlich aufgeblasenen Bar- lamentarier noch die Macht zu den nichtsnutzig» stcn Taten; aber die Geschicke des Landes seien nicht von ihnen abhängig. Das sächsische Volk werde am letzten Ende durch jseine eigene Kraft sich sein Schicksal schmieden. (Lebhafter Beifall.)— Redner erörterte dann die letzten Bc- ratungen in der Wahlrechtsfrage und die gegenwärtige Situation. Für die herrschenden Klassen sei die Wählrechtsfrage unlösbar, iveil sie sowohl ihre Privilegien voll Ibehalten, als auch die Erbitterung und Unzu» friedenheit des sächsischen Volke« beseitigen wollten. Aus dieser Unmöglichkeit stammt die unsägliche Oual, in der sich die WahlrechtSmacher Sachsens seit Jahren be- finden, die trostlose Verwirrung innerhalb der Re» "ierung und der bürgerlichen Parteien, der unerhörte atzenjammcr, den die quietschenden Mißtöne der rebellisch gewordenen Nationalliberalen begleiten.(Heiterkeit und Beifall.) Die Bauern vom Lande hätten nämlich beim Kuhhandel die„In- tclligenzen der Stadt" gründlich hineingelegt. Die National- liberalen seien die betrogenen Betrüger, die jetzt mit der Peitsche des Pluralwahlrechts geschlagen würden, die sie sich selbst geflochten haben. Die Sozialdemokratie feilsche nicht um ein paar Mandate mehr oder weniger, sie verlange die Gleich- berechtigung für alle als Voraussetzung des Staates. Aber durch die Ausstattung oller möglichen anderen Schichten mit 4 Stimmen zeig« die Wahlrechtsvorlage die schlimmste Verachtung erad« gegen die Arbeiter und charakterisiere sich als ein uSnahmegesetz, durch das die Arbeiter zu Parias und Heloten degradiert werden sollten, figehr wahrt) Darum müsse dieses neue Wahlunrccht für die Arbeiter ohne Unterschied der Parteirichtung die ungeheuerlichste Ver» -a ch t u n g und den größten Haß gegen diese« Staats- wesen, die größte Feindschaft gegen seinen Be. stand und seine Dynastie hervorrufen.(Stürmischer Beifall.) Redner kritisierte dann das Pluralwahlrecht als einen Bankerott der politischen Bildung. Nur weil die anderen Parteien daran verzweifelten, mit der Sozialdemokratie im geistigen Kampf fertig zu werden, nehmen sie für sich als Ge- bildete ein Mehrstimmenrecht in Anspruch. Aber der Tag sei nahe, an dem die Sozialdemokratie zeigen werde, daß der Staat auch nicht einen einzigen Tag ohne die Arbeiter aufrecht erhalten werden könne. Die Zeichen der Zeit seien trübe genug für die Hcrrsckxndcn, und Deutschland werde sich fragen müssen, ob nicht für das ganze Reich die Bindung der Volks- kräfte gerade jetzt die schwerste Gefahr bedeute. Daß ein Gesetz nach dem Beschluß der Zweiten Kammer zustande komme, sei ganz undenkbar. Aber die Jämmerlichkeit und Lächerlich, keit der Situation liege gerade in der Unmöglichkeit. zu sagen, was überhaupt werden wird: niemand weiß es. Jedes neue Wahlrecht, das nicht allgemein und gleich sei, werde den T o d e s k e i m in sich tragen. Die neue Klasseneinteilung werde das Kraftbewutztsein und den Klassenhaß verstärken. Das Volk werde sich auf die Dauer nicht ungestraft vergewaltigen lassen, sondern mit. der ganzen Rasse der werktätigen Bevölkerung hineingehen in den j Kampf für seine höchsten Güter. Die Geschichte aber werde mir ehernem Schritt hinweggehen über die Taktik der klemcn Staatsmänner. Schließlich müsse doch die Wohlfahrt und das R e ch r desarbeitend ei� Volkes triumphieren. Das mehr als dreistündige Referat fand stürmischen Beifall. In der Diskussion erhielt zunächst das Wort Genosse Reichstagsabgeordnetcr Molkenbuhr. Er wies darauf hin. daß der Wahlrechtskamp 7 der Gegenwart notwendig sei, infolge der Sünden des Bürgertum-- in der Vergangenheit. Das Bürgertum duldete die rückständige agrarische Junkerherrschaft zu lange, und jetzt müsse das Prole- tariat die politische Arbeit des Bürgertum« verrichten. D,e Sozial- demokratie müsse ihr. ganzes Tun und Lassen darauf einrichten, die Wahlrechtsfordcrungen immer schärfer zu er- heben. Der Sturm könne erst einsetzen, wenn es zur Entscheidung gehe. Einstweilen müsse man sich genug sein lassen, die Kämpfer ruhig weiter zu organisieren. Sobald dieZeitreifsei, werde dasSturmzeichen gegebe Ii werden.(Lebhafter Beifall.) Lipinski-Leipzigi Die Landesversammlung der national- liberalen Partei erklärte im Jahre 1866, sie habe kein Interesse meho am Bestehen des sächsischen Staates. Damals erklärte man durch das Wahlgesetz von 1868 das sächsische Volk für politisch reif. Wem- ihm jetzt jedes Recht genommen werden solle, außer der Steuer- leistung und der Militärdienstleistung, so habe es noch weniger Interesse am sächsischen Staate, als damals das Bürgertum.(Sehr wahrl) Sch ö p f l i n- Leipzig: Die Reaktion wendet jetzt eine Er- müdungstaktik gegen unsere Wahlrechtsforderung an, aber wir lassen uns nicht ermüden, sondern tragen unsere Agitation, immer tiefer in das Volk hinein. Graf Hohenthal meinte, daß auch tüchtige Arbeiter durch ihren höheren Verdienst in die Vierstimmenwähler kiasse aufrücken könnten. Wenn Graf Hohenthal im Erzgebirge als Arbeiter geboren wäre und das Elendvieh fabrizierte(Heiterkeit), würde er wohl auch nicht über 1600 M. verdienen. Durch diese Redewendung stellte er die Unterbeamten und Polizeibeamten als minderwertig dar, denn sie alle erhalten keine 1600 M. jährlich. Das ist wirklich ein sächsisch polizeiwidriger Unsinn. den ausgerechnet unser Polizeiminister hat sprechen, müssen. lHeiterkeit und Beifall.) Sobald König Friedrich August seinen NamenSzug unter das neue Wahlgesetz gesetzt haben wird, wird in der Masse der erbittertste Kampf auch gegen den Träger der Krone ausbrechen. Der e i n z i g e H o ch r u i. der in Zukunft den König ein pfangen wird, wird das Hoch auf das allgemetne Wahlrecht sein. lSehr gut!) Man sagt Friedrich August nach, daß er sich im Fluge die Sympathien der Bevölkerung erworben habe.(Zuruf: Er fliegt ja gar nicht, sondern fährt im Automobil!) Gewiß reist cu sehr viel, aber die VerlinerKonkurrenz kann er doch nicht aushalten.(Große Heiterkeit.) Der Mann, der einst in Berlin die.vaterlandslosen Gesellen" zerschmettern wollte, ist jetzt auch gar nicht mehr kriegslustig. Das sollte für Friedrim August ein Warnungszeichen fein. Wir führen den Wahlrechts- kämpf jetzt erst recht aus Trotz um so rücksichtsloser. schärfer und erbitterter.(Stürmischer Beifall.) Riem-Dresden: Viel tiefer als die„tief gefallene Frau" (Heiterkeit) ist in der Wahlrechtsfrage das Rechtsempfinden dcu herrschenden Klassen Sachsens und des serdilen Bürgertum Dres- dens gefallen.(Sehr gut!) Auch die Delegierten der anderen sächsischen Wahlkreise schließen sich dem Protest gegen das neue Wahlgesetz an. Nebenbei fallen auch harte Worte über die Ausführung des Reichs- vcreinsgesetzes. und die freisinnige Partei, die sich nur radikal gcberde, wo sie nichts zu sagen habe, und über das neue sächsische Berggesetz, das das fluchbeladene System der Unterdrückung der Bergarbeiter fortsetze. In seinem Schlußwort führte Genosse Gradnauer aus, daß die L a n d e s v e r f a m m- l u n g der sächsischen Sozialdemokratie das wahre Parlament des sächsischen Volkes sei. Der Kampf um das sächsische Wahlrecht sei keine partikulare Erscheinung, sondern eine Erscheinung der allgemeinen Reichs- Politik. Ter Kampf gegen das persönliche Regiment sei ja gegen- wärtig eine Art Modcsport. Daraus könnten die Herrscher lernen, wie leicht der Byzantinismus in die entgegengesetzte Stimmung umschlägt. Das persönliche Regiment könnte für die Sozialdemo- kratie gleichgültig sein, wenn nicht hinter den Monarchen die Klassen stünden, die ihn für ihre eigensüchtigen Zwecke benutzten. Die Herrschast einzelner bevorrechteter Schichten sei die Wurzel de-- Uebels, und der Hort dieser Klassenpolitik der Bevorrechteten seien. die einzelstaatlichen Landtage. Die sächsische Sozialdemokratie werde sich in dem Kampf um gleiches Recht als Preisfechter be- währen und bei den nächsten Wahlen Sachsen zu einem knallroten Königreich machen.(Stürmischer Beifall.) Hierauf wurde die vorgelegte Resolution einstimmig an- genommen und die Landesversammlung mit Hochrufen auf dasallgemeinc, gleiche, geheimeunddirekteWahl- recht geschlossen._ poUtlfchc deberfiebt* Berlin, den 14. Dezember 1908. Königsschlosser-Verramsch. Wilhelm n. will niedrere Königssckilösser verkaufen. Die preußischc: Hofkammer steht, wie der„Bote a. d. Riesengebirge' berichtet, in Verhandlungen über den Verkauf deS Schlosses Erdmannsdorf nebst Doininium. Als Kaufpreis für die 1700 Morgen groß« Besitzung werden 1 700 000 M. genannt. Zugleich berichtet) die„Rbciii.-Wests. Ztg." von Gerüchten übce den Verkauf der KönigSschlösier in Düssetvorf, Benrath. Stolzen- fel« und Brühl und erinnert daran, daß das Oberhoimarschallamt die Nachricht, die Burg Stolzenfels sei für 5 Millionen Mark an den Freiherrn t». Schorlemer-Lieser verkauft worden., zwar dementiert habe, daß aber das Gerücht von VerkaukSabsichten trotzdem begründet sei. Zum Schluß schreibt daS Zcchenblatt: „Die Verkaufspläne der Krone bei den rheinischen Schlössern sind nun abermals ein inleressanter neuer Beitrag zu des Kaisers lediglich stofflichem und b i st o r i) ch e m Interesse an der Kunst. Schloß RheinSberg mit seinen vielen Eriiincrungcu an Friedrich den Große» oder daS wenig reizvolle Babelsberg des ersten Kaisers würde Wilhelm II. niemals aufgeben. DaS fünst- lerisch sehr viel höher stehende Benrath, mit dem ihn keine histo- rischen Beziehungen verknüpfen, gibt er auf. Die Krone läßt ihre rheinischen Schlösser zum Verkaufe an«- bieten, weil sie Geld braucht, da die bisherige Kunst-�j Politik des Kaisers Millionen verschluckt hat; das Kaiserschloß auf Korfu, die unglückliche Sieget;- a I l e e. Burgen, die im Widerspruch init ollen Kennern wieder aufgeführt worden. Dafür will man die eigenartige Perle am Rhein vom 18. Jahrhundert opfern." Höherer Klatsch. Seit einiger Zeit beschäftigen zwei einfältige Klatschgeschichie.u die Salons der sogenannten hochfeinen Kreise und die„anstondiee" Presse. Natürlich handelt es sich um sexuelle Affären, und ziv.rc betrifft die eine das Verhältnis des Herrn v. Kiderlen-Wacchtvr zu seiner HauSdam«, die vor Jahren einmal ZirkuSrciterin ge- wesen sein soll, die andere daS LiebeSleben des Leiters deS offi- ziösen PreßburcauS, deS Geheimrats Dr. O. Hammann, dem Ehebruch und vorzeitiger Geschlechtsverkehr mit seiner jetzigen Gattin, der geschiedenen Frau eines hiesigen Architekten, vorgc- werfen wird. Wir haben von beiden Klatschereien bisher keine Notiz genommen-»» nicht, weil wir besondere Sympathien für Herrn v. Kiderlen-Wacchter oder Herrn Hammann tjabc«. Im Gegenteil, wir haben dem komischen Auftreten des Herrn V. Kiderlen- Waechter im Reichstage diejenige Würdigung cmgedeihcn lassen, die es verdiente, und daS Wirken des Wirklichen Geh. LegationS- rats Dr. Hammann erst vor einigen Wochen, am 27. Oktober, in einem Leitartikel behandelt; aber die privaten Liebes- affären der genannten beiden Herren gehen unseres Er- achtung, solange sie privat bleiben, d. h. keinen Einfluß auf die Politik gewinnen, die Oeffentlichkeit ebensowenig etwas an. als . die Liebesgeschichten irgendeines beliebigen Bäcker- oder Schlächter- Meisters. Gerade diejenigen bürgerlichen Blätter, die sich nicht nur zu den einfach anständigen, sondern sogar zu den„h o ch a n st ä n- digen" Organen der nach Bildung und Besitz maßgebenden oberen Zchntauscnden rechnen, haben es sich nicht zu versagen vermocht, in den letzten Wochen ihren Lesern den Klatsch über die Liebes- offäre der genannten beiden Herren aufzutischen und daran die üblichen Entrüstungen anzuknüpfen. Besonders wurde daS Verhältnis des Herrn v. Kiderlen-Wächter zu seiner Hausdame in aller Ausführlichkeit behandelt, während die bürgerliche Presse Herrn Hammann, zu dem sie ja meist in sehr guten und für sie vorteilhaften Beziehungen steht, ziemlich ungeschoren läßt. Auf diese Anrcmpclungen antwortet die„Nordd. Allgcm. Ztg." mit folgender Mitteilung: Gegen den kaiserlichen Gesandten in Bukarest Herrn von Kiderlen-Wacchter stnd in mehreren Blättern Angriffe gerichtet worden, die seine häuslichen Verhältnisse betreffen. Wie wir er- fahren, hat eine erneute Prüfung der Sache die Haltlosigkeit der Beichuldiguugeu ergeben. Gegenüber der Behauptung, daß Herr v. Kiderlen-Waechter nur auf kurze Zeit auf seinen Bukarestcr Posten zurückkehren werde, sind wir in der Lage mitzuteilen, daß der Genannte zurzeit noch mit einigen besonderen Arbeiten im Auswärtigen?lmt beschäftigt ist, dann aber seinen Posten in Bukarest wieder übernehmen wird. Wir halten dieses Dementi für ebenso wertlos, als die meisten anderen Dementis des KanzlcrblatteS; aber das ist in diesem Fall nebensächlich, denn wenn auch die Oeffentlichkeit allen Anlaß hat, sich mit der Tätigkeit deö Herrn v. Kiderlen-Waechter als Politiker und Diplomaten zu beschäftigen, so gehen sie doch seine Liebesangelegenhciten gar nichts an. Schückings Rücktritt. Dr. L. Schücking, der gemaßregelte Bürgermeister von Husum, hat sein Amt niedergelegt. Er hat an den Regierungspräsidenten nachstehende Erklärung gesandt: „Husum, 12. Dezember 1903. Euer Hochwohgeboren beehre ich mich gehorsamst anzuzeigen, daß ich angesichts der Art. in welcher gegen mich die Voruntersuchung in dem Disziplinarverfahren geführt ist, ohne daß mir dafür eine Genugtuung zuteil geworden ist. zum 15. Januar 1S0S mein A m t niederlege. Ich muß es vermeiden, mit höheren Staatsbeamten zu- sammen zu arbeiten, die mir nach fünfjähriger einwandfreier Dicnstführung eine derartige Beurteilung zuteil werden lassen, daß sie bei meinen Handlungen nach niedrigen Beweggründen suchen. Da ich dringend der Erholung bedarf, beabsichtige ich am 23. d. M. eine Erholungsreise anzutreten und zu diesem Tage meine AmtSgeschäste niederzulegen."—> Holle. ,8. Herr Dr. Holle, der bekanntlich auf Urlaub geschickt Wurd�-weil sich die k a i s e r l i ch e U n g n a d e irgendwie zugezogen hat, soll nicht mehr in sein Amt zurückkehren. Die Sache wäre an sich ganz unbeträchtlich, da Herr Holle, der ja erst vor. kurzem auS dem Wasscrbauamt zur Leitung des Kultusministeriums kommandiert worden war, gar keine Selbständigkeit batte und nur die Handlungen des eigentlichen Herrschers, des Mi" nisterialdirektors Schwartzkopff. zu decken hätte. Bedeutung gewinnt die Sache nur deshalb, weil sie wieder helles Licht wirft auf das persönliche Regiment und auf die Willkür, mit der die Ministerernennungen und-entlassungcn in Preußen-Deutschland vollzogen werden. Warum Holle Kultusminister wurde, ist ebenso unbekannt als der Grund seiner Entlassung. Sicher ist nur, daß es nicht seine Fähigkeiten und Leistungen waren, die bei seinem Kommen und Gehen in Betracht kamen. Ilyd so ist seine Minister- schaft auch nur von Interesse als Beitrag zu dem traurig-lustigen Kapitel, wie wir regiert werden. Als Halles Nachfolger wird sein und Studts Ehef, der Mi- nisterialdirektor Schwartzkopff, genannt. Seine Ernennung wäre ganz nützlich. Denn während sie an den bestehenden Zuständen nichts ändern könnte— schlimmer kann es nicht mehr werden— v würde dann selbst der frechste Blocklügner nicht mehr leugnen können, daß der Block an der Herrschaft der schlimmsten Reaktion nicht das geringste geändert hat. Aber vielleicht wird den Frei- sinnigen wenigstens soviel Rücksicht auf ihr Bedürfnis nach poli- tischer Bilanzverschleierung gewährt, daß für daS Ministerium Schwartzkopff wieder ein anderer Firmenträger gesucht wird. Das Ende der Verleumdung. Im Inseratenteil des„vorwärts" wird heute ein Inserat deö Herrn Petersen, des verantwortlichen Redakteurs der„Po st ver- öffentlicht. Es ist der Wortlaut des rechtskräftigen Urteils, das wider die„Post" erging in dem BeleidigungSprozeß, den der Genosse Richard Fischer gegen dieses Blatt augestrengt hatte- wegen des Anwiirfs, er habe Schmiergelder bezogen. Wie schlecht der Prozeß der �Post' bekommen ist. das ist noch in frischer Erinnerung. Ob sie nun die„wertvollen Informationell", die ihr„hochgestellte Ge- währSmäniier" über die Sozialdemokratie liefern, künflig etwas sorgsamer prüfen wird? Wer diese«hochgestellten Gewährsmänner" sind, das konnte in dem Prozeß bekanntlich nicht festgestellt werden, da der Polizeipräsident und die Verteidiger des Herrn Petersen durchaus dagegen waren, daß die Oeffentlichkeit etwas über die anit- lichen Beziehungen der politischen Polizei zur„Post" erfahre.— Die bayerischen Industriellen und die bayerische Steuerreform. Die siebeute Hauptversammlung des bayerischen Industriellen- Verbandes hat. wie die„Franks. Ztg." meldet, zur bayerischen Steuer- reform beschlossen, eine Denkschrift auszuarbeiten, in der nach- gewiesen werden soll, daß die Steuervortage in der vorliegenden Form eine einseitige Belastung von Handel und Gewerbe darstelle, durch die am schwersten die Industrie betrosfeu werde. Ferner wurde eine scharfe Resolution gegen die Gas- und EleklrizitätSjteuer angenommen._, Verrufserklärung der Laudarbeiter! Dem sogenannten mecklenburgischen Landtag ist der Kamm gc- schwollen. Er fordert die mecklenburgische Regierung zu neuen Ausnahmegesetzen gegen die Landarbeit St auf. Die Tagelöhner und Deputatisten will er unter ein Ausnahmegesetz gestellt wissen. Ein vom„ritterschafllichen Amt GreveSmühlen" ausgehender Antrag ist von ihm angenommen, nach dem die genannte.Kategorie von Landarbeitern wegen Vertrags- bruchS bestraft werden soll. Ebenso sollen die Arbeitgeber, welche solche kontraktbrüchige Arbeiter annehmen, bestrast werden. Tagelöhner nnd Deputatisten gehören nicht zum Gesinde. Bereits durch die ReichSpollzeiberordnungen von 1518 und 1577 sind sie aus dem Gesinde ausgeschieden. DaS empfand auch der Landtag. Er lehnte deshalb daß weitergehende Eriucven, die Tagelöhner unter die Gesindeordnung zu stellen, ab und sucht die Tagelöhner und Deputatisten durch ein Vertragsbruchsstrafgesetz von neuem zu Hörigen zu machen. Damit vei langt der Landtag, der Großherzog solle daS durch Reickisgesctz verpönte System der schwarzen Listen auf die Landarbeiter unter Mißachtung deS Grundsatzes der Gleichheit aller vor dem Gesetz brechen, um die Landarbeiter Heloten gleichzustellen. Die Frage der Bestrafung von Landarbeitern wegen Vertragsbruch gehört ausschließlich zur Kompetenz des Reiches. DaS haben bereits im Jahre 1873 durch ihren Antrag auf Vorlegung eines Reichsgesetzes gegen den VerteagSbruch landwirtschaftlicher Arbeiter die Konservativen v. Denzin und Genossen und Bismarck durch Vorlegung eines solchen Gesetzentwurfes unter dem 18. Juni desselben Fa hreS. später z. B. Minister v. Miqnel und LandivirtschafrSminister v. PodbielSki am 10. Februar 1839 anerkannt. Im Jahre 1900 mußte selbst der Staatssekretär Nieberding im Reichstage zugeben, daß ein ähnlicher preußischer Kucbelgcsetzentwurf mit dem Reichsgesetz unvereinbar sei: der preußische Entwurf wurde bekanntlich nicht Gesetz. Der mecklen- burgische sog. Landtag fordert also seinen Großherzog zum Ber- fassungSbruch durch Erlaß eines Gesetzes auf, daS den Gesetzen deS Reichs nicht minder wie dem Gefühl jedes Menschen widerspricht, dessen Scham nicht zu den Hunden entflohen ist. Das Verlangen enthält das Begehr einer BerrufSerklärung gegen die Landarbeiter. Die Junker verlangen, selbst straflos einen Vertrag brechen zu dürfen, wollen aber den Arbeiter bestraft wissen, wenn er nach Ansicht der Herren einen Vertrag nicht anShält, weil der Großgrundbesitzer seine Verpflichtungen naeh Ansicht deS Arbeiters nicht einhält oder weil sonst nach Ansicht deö Arbeiters zum Verlassen de§ Dienstes ein Grund vorliegt. Solcher Einbruch des Landes- rcchrs in das Reichsrecht ist nach Artikel 2 der Reichs- Verfassung unwirksam. Wenn dennoch der mecklenburgische Landtag ihn verlangt, so zeigt er damit, wie tief er den Großherzog ein- schätzt. Die Landarbeiter ersehen aber aus diesem neuen Versuch eines Attentats gegen ihre Rechte, wie notwendig ein Zu- sammenschluß auf ihrer Seite ist, um sich nicht vollends zu willen- losen Sklaven schamloser Junker herabwürdigen zu lasse».— Arbeiterfreund lichkeit. In der Braunschweiger Stadwerordnetenversammlimg wurde ein Antrag unserer Genossen, für die städtischen Arbeiter 50 000 bis 60 000 M. für eine zchnprozentige Lohnerhöhung zu bewilligen, ab- gelehnt. Arbeitslöhne von 780—1080 M. pro Jahr und Monats- gehälter von 70—80 M. schienen den Herren hoch genug. Dagegen wurden über 200000 M. jährlich für Aufbesserung der Gehälter der höheren Beamten bewilligt, Gehaltsaufbesserungen von 33 bis 35 Prozent._ Gegen die Wahlrechtsverfchlechterungs-Plän« im Oldenburger Landtag finden in diesen Tagen im ganzen Lande Protestversammlungon statt, die von unseren Parteigenossen einberufen werden. Ueber daS Schicksal der Vorlage wird der Landtag am Donnerstag definitiv entscheiden.-»_ Die Balkankrise. Die Verhandlungen. Die Verhandlungen Oesterreichs mit der Türkei über die Annexionsfrage haben begonnen. Der Standpunkt Oesterreichs geht dahin, daß es jede Entschädigung durch Gebietsabtretung, sei es an die Türkei, sei es an die Balkanstaaten, ablehnt, aber finanzielle Zugeständnisse gewähren will. Gleichzeitig meldet man auS Konstantinopcl, daß auch der türkische Ministerrat Entgegen- kommen gezeigt und beschlossen habe, swcnge Maßregeln zu ergreifen, damit die Zollämter an dem Boykott nicht teilnehmen, waS natürlich nicht verhindert, daß der private Boykott in unverminderter Schärfe fortdauert. Er ivird wohl auch erst dann ein Eude finden, bis die Verhandlungen einen günstigen Abschluß gefunden haben. Einen solchen erwartet auch das Organ des GroßwesirS, die„Jeni Gazetta". Sie fügt aber die Warnung hinzu, daß Oesterreich die Verhandlungen nicht dadurch hindern dürfe, daß es für den Boykott Schadenersatzansprüche stelle. Auch Bulgarien kündigt an, daß eS die unterbrochenen Verhandlungen über die Eulschädigung für die Orientbahn wieder auf- nehmen werde.— Eine kluge Kundgebnng. London, 14. Dezember. Ueber 350 Mitglieder des Unterhauses, unter denen sich Premierminister A s q u i t h, der Minister des Aeußeren, Grey, der Führer der Konservativen, B a l f o u r, und viele andere hervorragende Politiker befinden, haben durch den englischen Botschafter in Konstantinopel dem neuen ottomanischen Parlament eine von ihnen unterzeichnete Adresse überreichen lassen, die dem jüngsten Parlament die herzlichen Grütze des ältesten entbietet und die Hoffnung ausdrückt, daß die Einführung des parlamentarischen Regimes für die Einwohner deS türkischen Reiches segensreich sein werde. OsttemicK. Ein Streik zur Erlangung von Lehrmittel«« Lemberg, 14. Dezember. Die Schüler der hiesigen tech. niscben Hochschule kündigen mittelst Maueranschlagcs an, haß sie heute einen zweitägigen D e in o n st r a t i o n S st r e i k eröffnen, weil der für Investitionen an dieser Anstalt in den Staats- Voranschlag eingestellte Betrag unzureichend fei.— Frankreich. Zchu Jahre Gefängnis für einen Artikel. Paris, 11. Dezember.(Eig. Ber.). Man braucht kein Staatsanwalt zu sein, um der Tonart, worin die h e r v 6 i st i s ch e G r u p p e ihre Propaganda betreibt, keinen Geschmack abzugewinnen und gerade von sozialistischer, in neuester Zeit sogar von syndikalistischer Seite hat man es an der Kritik der von konfuser Ideologie geschwellten putrierten Gewaltphrascn nicht fehlen lassen. Aber darum bleibt der Justizterror, womit die radikale Regierung und die ihr ergebenen Richter die„Gucrre Sociale" umbringen wollen, nicht weniger ein erbitterndes Beispiel der zur Dienerin der bürgerlichen Klasscninteresscn entarteten Rechtspflege. Bekanntlich ist die in Frankreich übliche Prcßpolcmik gar nicht wählerisch in ihren Behauptungen und in ihren AuS- drücken. In der.„Autorite", der„Libre Parole", der„Patrie" und' ähnliehen Blättern kann man täglich den Präsidenten der Republik und die Minister als Raubmörder oder doch wenigstens als deren Helfershelfer dargestellt sehen, ohne daß es dem Staats- anwalt einfiele, sich deshalb zu rühren. Er setzt eben mit Grund voraus, daß das zeitunglcscnde Publikum genug abgebrüht ist, um selbst die nötigen Abzüge zu machen. Die Zeitungen der sozial- revolutionären Opposition aber nimmt er unerbittlich unters Mikroskop, So waren denn gestern, nach so vielen ihrer Vorgänger, wieder einmal Redakteure der„Guerre Sociale" vor Gericht gestellt. Der Buchdrucker Martini als Verfasser eines„aufreizenden" Ar- tikels und der verantwortliche Redakteur Marchal, der zwar den Artikel vor der Drucklegung nicht gelesen hatte, aber die Verant- Wartung dafür zu übernehmen erklärte. Der Artikel behandelte das Verhalten der Arbeiterklasse im Kriegsfall und die Mittel, einen Krieg zu verhindern. DaS Auge des Staatsanwalts fand darin so ziemlich alle Verbrechen, die das Strafgesetzbuch aufzählt. Die Anklage lautete auf Aufreizung zum Mord, zum Diebstahl, zur Plünderung, zu militärischem Ungehorsam, Gefährdung der Sicherheit des Staates usw. Nicht weniger als 42 Fragen wurden den Geschworenen vorgelegt. Und trotzdem die Artikel niemand zu den aufgezählten Verbrechen„aufgereizt" hatte, bejahten die Geschworenen die Schuldfragcn einstimmig ohne Zubilligung mildernder Umstände. Das Gericht verhängte über die Angeklagten eine Gefängnisstrafe von— fünf Jahrey! Fünf Jahre für ein paar Worte, die ein junger Hitzkopf gesebriebcn, der andere nicht einmal gelesen hat. In den schlimmsten Jahren des Anarchistenschreckens hat man kaum dergleichen Greuel gesehen. Und die Justizopfer von damals hatten wenigstens in der Bour- geoisie einen sprachgewaltigcn Fürsprecher—- G-oraes Clemenceau. Italien. Ein Schandurteil aufgehoben. Rom, 12. Dezember.(Eig. Ber.) Wir haben seinerzeit über das Urteil bericlitet, das vierzehn organisierte Landarbeiter der Gemeinde Crespellano wegen Boykotts zn einigen fünfzig Jahren Gefängnis verurteilte. Die Verurteilung erfolgte wegen privater Mewaltlniigkeit. Dieses Urteil, das von dem Appellhof von Bologna bestätigt wurde, ist am tt. d. M. von dem hiesigen Kassatioushof aufgehoben worden. Zwar nahm der oberste Gerichtshof die These der Verteidigung, daß der Boykott durch die Gewerbefreiheit gerechtfertigt sei. nicht an, trat aber dem subordinierten AnfechtnngSgrund bei, daß es sich bei Boykott nur um Vergehen gegen die Freiheit der Arbeit, nicht um private Gewalttätigkeit handeln könne. Der Prozeß wurde an den Appellhos von Florenz zurückverwiesen. Holland. Der Konflikt mit Venezuela. Zwischen Holland und Venezuela schwebt, wie bekannt, schon seit längerer Zeit ein Konflikt, der durch das gewalttätige Vorgehen der venezolanischen Regierung gegen die diplomatische Vertretung Hol- lands hervorgerufen wurde. Während nun der Präsident C a st r o Europa mit seiner Anwesenheit beglückt und momentan Berlin mit seinem Aufenthalt beehrt, hat die holländische Regierung Repressiv- maßregeln ergriffen und sechs Kriegsschiffe in daS Karaibische Meer entsandt. Diese haben nun ein venezolanisches Küsten- schiff„Alix" außerhalb von Puerto Cabella aufgebracht. Auf der„Alix" wurde die holländische Flagge ge J und die Besatzung ans Land geschickt. Sodann wurde die„Alix" mit Holländern bemannt und nach Willemstad gebracht, wo sie heute morgen unter großer Begeisterung der ganzen Insel C u r a? a o eintraf. Die Niederlande haben das venezolanische Volk davon in Kenntnis gesetzt, daß sich die Repressalien gegen die Regierung Castros und nicht gegen die Bevölkerung richten. ES wird zugegeben, daß sich der Streitfall in einer neuen Phase befindet, die Gerüchte von einer Kriegserklärung werden aber dementiert. Zugleich wird gemeldet, daß im Innern des Landes revolutionäre Unruhen ausgebrochen sind, die die Ab- Wesenheit Castros zum Sturze des DiklatorS ausnützen wollen. Herr Castro wird von der Berliner offiziösen Presse sehr höflich be- handelt, obwohl er mit Frankreich, Holland und den Vereinigten Staaten in offener Fehde lebt. Hoffentlich begeht unser Auswärtiges Amt nicht die Ungeschicklichkeit, mit diesem Herrn auch noch in offizielle Unterhandlungen zu treten und so den Schein zu erwecken, als würde es seine Frechheiten milder beurteilen als alle anderen Mächte.--- England. Achtstundentag für Bergleute. London,'12. Dez.(Eig. Ber.) Die Vorlage, betreffend den Achtstundentag für Bergleute, hat bereits die wichtigsten Beratungsstufen im Untcrhause durchgemacht und dürfte am .Montag die dritte Lesung passieren. Wie sie aus der Kom« »lissionsberatung und den Aenderungen hervorgegangen ist, kann sie aber nicht mehr als eine Achtstnndenvorlage gelten. Die ursprünglich von der Regierung eingebrachte Vorlage salj einen Achtstundentag einschließlich Einfahrt und Ausfahrt vor. Jetzt aber enthält sie folgende Grundbestummmgeir: Vom 1. Juli 1909 bis zum 30. Juni 1914 dauert die Arbeitszeit in den Kohlenbergwerken 8 Swnden aus- schlielich Einfahrt und Ausfahrt. Diese fünf Jahre sind als Uebergangszeit aufzufassen. Vom 1. Juli 1914 dauert die Arbeitszeit 8 Stnudeir einschließlich der Zeit, die entweder zur Einfahrt oder zur Ausfahrt nötig ist. Rechnet man die Zeit der Einfahrt oder Ausfahrt auf je eine halbe Stunde, so stellt sich die Arbeitszeit der Berg- leute bis zum Jahre 1914 auf 9 Stimden und vom Jahre 1914 auf SVz Stunden. Außerdem ist es gestattet, an 30 Tagen des Jahres Ueberstliuden zu machen. Die Vorlage bedeutet demnach wohl einen Fortschrifr indem sie einen Maximalarbeitstag für Bergleute festsetzt, aber eine Achtslundeiivorlage ist sie nicht. foißland. Eine polizeiliche Gewalttat. SoSnowiee, 14. Dezember. Am SonnabendnaKmittog erschien vor einem hiesigen Cafö ei» Polizeiaufgebot in Begleiiung einer Mililärpaironille und verhaftete sämtliche 28 Gäste nebst den Kellnern. Ein Teil der Verhafteten wurde nach Bendin, der andere Teil in das hiesige ArbeilergefängmS geführt. Die Verhafteten sind meist jüdische Ha»delSange stellte, die einer Geheimverbindung angehört haben sollen.— Hu 9 der Partei* Gemeindewahlen. I» Mehlis(Herzogtum Gotha) siegten unsere Genoffen bei den Stadtvcrordnetcnlvahien trotz gewaltiger Anstrengungen der ver- einigten Gegner. ES gelang ihnen, von den fünf Mandaten vier zu gewinnen. Das Stndtverordnetcnkollegium der etwa 5000 Eiuwehner zählenden Stadtgemcinde setzt sich mm miS sieben Sozialdemokraten und drei Bürgerlichen znsamme» In Löbnitz im Erzgebirge hat die Sozialdemokratie ihre zwei Sitze behauptet. In EberSdorf gewann sie in der Klaffe der hvchstbesteuerten Unanfäfstgen zwei neue Mandate. In Gerings walde ziehen an Stelle zweier Gegner zwei G e- noskenein, Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Gewerkschaftliches. Bäckermeister- Terrorismus. Die Einführung der Arbeitslosenunterstüßung Schwarze Listen. Verein der Kupferschmiedereien Deutschands. An die Herren Mitglieder des Vereins! leinen Zahl von Arbeitnehmern gelingen tönnie, die Arbeitgeber und leichtfertig vom Zaune gebrochene Streife energis zurüd. 100 Mark Geldstrafe verhängte die Breslauer Straffammer nicht. llebrigens fei es ganz gleich, ob der Tarif mit dem Deutschen stube nicht preisgeben usw. über die Organisationszugehörigkeit zu täuschen, der Masse jedoch weisen. Der Arbeitgeber dürfe das Bestimmungsrecht in der Werkgegen den verantwortlichen Redakteur unseres dortigen Partei- oder dem Allgemeinen Metallarbeiterverband abgeschlossen wäre, blattes, Genossen Wolff. Der Anklage lag eine Notiz zugrunde, die Hauptsache sei, daß er allgemein anerkannt werde. Die Arbeitin der einen Schulrektor Jemar zum Vorwurf gemacht wurde, nehmervertreter fonstatierten dann auf Grund des ganzen Werdaß er in der Fortbildungsschule für die Deutsche und gegen haltens der Arbeitgeber, daß diese nun doch, besonders auch nach dem und der Unterstüßung in Sterbefällen wird im Verband der Lager die Freie Turnerschaft agitiert habe. In der an dieser Agitation Ergebnis der Gewerbegerichtswahlen, zu der Einsicht gekommen halter geplant. Der Vorstand dieses Verbandes hat eine Vorlage geübten Kritik entbedte das Gericht eine formelle Beleidigung feien, daß sie die drei Verbände brauchten, um zu ausgearbeitet, in der bei Arbeitslosigkeit eine wöchentliche Unter und erkannte, trotzdem Wahrung berechtigter Interessen vorlag, einem geordneten Tarifverhältnis au tom men. ftübung von 15 M. in Aussicht genommen ist. Das Sterbegeld solb auf die obige Strafe. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen suchten die Arbeitgeber- je nach der Dauer der Mitgliedschaft 50 bis 100 m. betragen. Die bertreter, und auch Herr Brand, der Kommission einzureden, Einführung dieser Unterstützungen würde eine Erhöhung der Beis daß der mit dem Allgemeinen", den Hirschen und Gelben ab- träge notwendig machen; die Beiträge von 1,25 M. für den Monat geschlossene Tarifvertrag keine Verschlechterungen der Lohn- und sollen deshalb auf 50 Pf. für die Woche erhöht werden. Arbeitsverhältnisse enthalte, und daß es den Arbeitnehmervertretern, wenn sie nur wollten, leicht wäre, ihn auch in ihren Mitgliederkreisen zur Anerkennung zu bringen. Die Arbeiter erklärten, daß sie Wir waren erst vor kurzem in der Lage, eine von Verein auch keinerlei Erfolg damit haben würden. Die Güte des Tarif- flärung gegen einen eben ausgelernten Kupferschmiedegesellen, der folches unmöglich mit ihrer Ueberzeugung vereinbaren könnten und der Kupferschmiedereien Deutschlands ausgehende Verrufser vertrages fuchten die Unternehmer mit der Behauptung zu be- sich solidarisch mit seinen streitenden Kollegen erklärt hatte, zu verweisen, daß noch keine Beschwerde bei der Schlichtungskommission öffentlichen. Jetzt ist uns eine Liste zugegangen, in der dieselbe eingegangen sei, worauf die Arbeiter erwiderten, daß fie ganz gut Stelle gleich 13 Gehilfen von der Beschäftigung ausschließen will. wüßten, warum die Arbeitgeber die schlechten Bestimmungen noch Das Zirkular lautet: nicht in vollem Maße anwendeten; sie wollten eben erst die allgemeine Anerkennung des Tarifs haben. Wollten die Arbeitgeber wünschten Henderungen anerkennen, womit sicherlich auch die Hirsch ein einheitliches Tarifverhältnis, so könnten sie ja einfach die geDunderschen usw. einverstanden wären. Die Arbeitgeber äußerten schließlich den Wunsch, daß ihnen diese Abänderungsanträge schriftlich mitgeteilt würben. Auf die Frage der Kommission, ob die Arbeitgeber denn auch Vollmacht hätten, über die Anträge zu verhandeln, lautete die Antwort: Nein. Die Kommission erklärte dann, verhandeln, bereit sei, die Anträge einzureichen. Damit endeten die daß sie, sobald die Vertreter der Arbeitgeber Vollmacht hätten zu Verhandlungen, die also als gescheitert anzusehen find, jedoch gezeigt haben, daß die drei außerhalb des Tarifes stehenden Organifationen die Achtung und Anerkennung der Unternehmer erzielt Ums Koalitionsrecht. haben, was als ein Beweis dafür anzusehen ist, daß das Vorgehen Die Ortsgruppe Magdeburg des Bundes der technischder diesen Verbänden angehörenden Rohrleger und Helfer richtig industriellen Beamten" richtete an den Magistrat und die Stadtund zweckmäßig war. wenn auch bei den Verhandlungen teinerlei Drohung seitens der wird, städtische Arbeiten nur an solche Firmen zu bergeben, die Der Referent erklärte zum Schluß, daß, verordneten von Magdeburg eine Eingabe, in der gebeten Arbeitgeber ausgesprochen wurde, es doch nicht ausgeschlossen sei, volle Stoalitionsfreiheit ihrer Angestellten gewährleisten. daß sie irgendwelche Maßregeln gegen die Mitglieder der drei Verbände ergreifen werden. Wo dergleichen vorkommen follte, müffe ueber die Erfolge der Lohnbewegung der Arbeiter des Straßburger es sofort der zuständigen Organisation gemeldet werden. der Kommission einverstanden sei oder nicht. An den Bericht geht uns noch ein ausführlicher Bericht zu, der unsere frühere übrigen solle die Versammlung befunden, ob sie mit dem Verhalten schloß sich eine kurze Diskussion, die damit endete, daß die Wer Mitteilung in einigen Punkten ergänzt und berichtigt; danach sammlung das Verhalten der Sommission einstimmig gut hieß. lauten die Zusagen wie folgt: Sodann wurde über den Ausschluß der bei dem Rohrlegerstreit als Arbeitswillige tätig gewesenen Mitglieder gesprochen. Dazu wurde vom Bureau erklärt, daß die Untersuchungen noch nicht ab. gefchloffen feien, auch teilweile die Namen der Streifbrecher nicht bollkommen vorliegen. Was den Ausschluß aus der Partei betreffe, so könne man ja, soweit die Streifbrecher auch noch politisch organifiert seien, in jedem Bezirk das Ausschlußverfahren beantragen. Zu Beginn der Versammlung hatte Genosse Bruds einen Vortrag über die lebten großen Kämpfe in der Gewerkschaftsbewegung gehalten, der lebhaften Beifall fand. Um die Kassen des Arbeitgeber- Schutzverbandes zu füllen, haben die Berliner Bädermeister einen Plan ersonnen. Was der Schutzverband in dem letzten Kampf der Bädergesellen den bedrängten Meistern als Entschädigung zahlte, war herzlich wenig. Der Verband verlangte von den Bäckermeistern, daß sie erst einmal dafür sorgen, daß Geld in den Beutel des Schutzverbandes getan werde. Die Bäckermeister waren dazu bereit, aber sie griffen nicht etwa in die eigene Tasche, sondern in die Tasche der Hefehändler. Die vereinigten Bäckerinnungen Berlins und Umgegend find an die Hefe händ ler mit dem Ersuchen herangetreten, von jedent Pfund Hefe, das in Berlin verkauft wird, eine Steuer von einem Pfennig an den Arbeitgeber- Schutzverband abzuführen. Natürlich waren die Hefehändler nicht sehr erbaut, als sie diesen Vorschlag vernahmen. Sie besprachen die Angelegenheit mit den vereinigten Innungsvorständen in einer Versammlung, die jüngst in den Germania- Sälen stattfand. Dem Drucke der Bäckermeister nachgebend, erklärten sich die Händler zu der auferlegten Abgabe bereit, freilich auch nur unter der Bedingung, daß der Pfennig nicht aus ihrer Tasche bezahlt würde, sondern daß die Sefefabriken ihn zahlen. Die Fabriken aber haben in ihrer Mehrzal dies Ansinnen abgelehnt. Nur zwei große Fabriken, nämlich Peters Hamburg und Weiß- Lüneburg, sowie zwei kleinere Fabriken haben sich bis jetzt damit einverstanden erklärt, den Pfennig bro Pfund zu zahlen. Die übrigen Fabriken haben mit der Begründung abgelehnt, daß ihre Arbeiter dadurch beunruhigt und vielleicht in den Streif treten würden, wenn sie erführen, baß die Fabriken so hohe Unterstüßungen an den Arbeitgeber- Schußverband zahlen. Darauf hat der Obermeister F. Schmidt vorgeschlagen, dem Kinde einen anderen Namen zu geben und nicht von einer Steuer für den Arbeit geber- Schußverband, sondern von einer Unterstützung für eine Wirtschafts- Bereinigung zu reden. Gegen die widerspenstigen Hefehändler und fabriken werden zugleich ,, energische Maßregeln" ergriffen. Die Bäckermeister kaufen den Händlern, die aus anderen Fabriken Hefe beziehen, keine Ware ab. Die Händler dürfen nur da kaufen, wo der Pfennig pro Pfund bezahlt wird; im anderen Falle wird ihre Hefe zurückgewiesen. In Berlin und Umgegend gibt es 59 J Im Nach einer Mitteilung des Bezirksvereins Brandenburg find nachstehend aufgeführte Kupferschmiedegesellen in Senftenberg i. d. Niederlaufit wegen unerfüllbarer Lohnforderungen in den Ausstand getreten:( folgen Ramen, Geburtstag und Geburtsort von 13 Kupferschmiedegehilfen.) Dieselben sind daher gemäß § 13 der Satzungen so lange von der Einstellung aus zuschließen, bis von uns die Liste widerrufen wird. Der Vorstand Richard Henne. Elektrizitätswerks Die Gesellschaft beabsichtige, mit dem 1. Januar 1900 eine Pensionskasse für die Arbeiter zu errichten. Die Beiträge zu dieser Stafse würden von der Gesellschaft selbst getragen. Ueber die Ausgestaltung der Kasse soll mit einem Arbeiterausschuß, der mit dem 1. Januar zu bilden ist, beraten werden. Was die Lohnerhöhung anbelangt, so erklärte Direktor Löwe eine sofortige zehnprozentige Steigerung für zu bed, gegenüber den in der Metallindustrie gezahlten Löhnen. Er sei jedoch bereit, die Erhöhung in zwei Raten und zwar 5 Broz. am 1. Januar 1909 und weitere 5 Proz. art 1. Januar 1910 für sämtliche Arbeiter des Elektrizitätswertes eintreten zu lassen. Für Ueberstunden werden an sämtliche Arbeiter ( ausschließlich des in Schichten arbeitenden Maschinenpersonala) 25 Pros., für Nacht- und Sonntagsarbeit, sowie für Arbeit au war nicht zu erreichen. Wie der Direktor bemerkte, sei es aber türzung der Schichtzeit des Maschinenpersonals und der Heizer nicht ausgeschlossen, daß später nochmals an die Frage herangetreten werbe. Herr Direktor Böwe erkannte die schwere Arbeit ber Seizer und Maschinisten an und fand deren Wunsch nach Verfürzung der Arbeitszeit erklärlich. Zur Regelung der Schichtarbeit des Maschinenpersonals erklärte sich die Direktion bereit, eine Aenderung des Dienstplanes, soweit die Interessen des Werkes da der Arbeiter soll Anträge in dieser Richtung der Direktion unters mit vereinbart werden können, eintreten zu lassen; eine Kommission breiten. Die dreiviertelstündige Pause wurde voll garantiert. Die bisher gezahlten Kohlengelder, ebenso die Gratifikationen werden auch fernerhin gezahlt. Die Organisation wurde von der Hefehändler, die von dieser Maßnahme der Bäckermeister be Die Forderungen, die schon zum Teil von einigen Fabrikanten be. gejeklichen Feiertagen 50 Proz. als Zuschlag gewährt. Eine Ber troffen werden. Nach ihrem Umfaß würden 250 W. pro Tag den Kassen des Arbeitgeber- Schußverbands zufließen, wenn die Steuer von einem Pfennig pro Pfund genau zur Verrechnung kommt. Wir sind nicht im geringsten im Zweifel darüber, daß Leiter von Arbeiterorganisationen, die ihre Kassenverhältnisse. nach Art der Bäderinnungsmeister aufbessern wollten, dem Staatsanwalt wegen Erpressung berfielen! Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Lohnbewegung der Militärsattler beendet. Mit einem Erfolg hat der Streik der Militärsattler abgeschlossen. willigt waren, find nun von der gesamten Fabrikantenschaft anerkannt worden. Wachs und Faden wird auch in Zukunft nicht geliefert, doch erhalten die Arbeiter hierfür eine Vergütung bon 3 Prozent. Die Einstellung der Streitenden erfolgt Dienstag bezw. Mittwoch dieser Woche. Mißstände auf Spree unb Havelbampfern! Die Strom und Schiffahrts- Polizeiverordnung vom 15. Ot. tober 1899, gültig für die dem Polizeipräsidenten von Berlin unter stellten Schiffahrtsgebiete, bestimmt im§ 59: Jedes Dampfschiff in Fahrt muß an Mannschaft mindestens einen Steuermann, der, falls tein besonderer Schiffsführer bestellt ist, zugleich als Schiffsführer Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß bei Arbeits- gilt, ferner einen Mann zur Bedienung der Maschine. Direktion voll und ganz anerkannt. angeboten nach auswärts die Kollegen erst nach unserem Bureau einen Seizer und einen Mann zur Bedienung der Schiffs. kommen und Erfundigungen einziehen. Es treiben jetzt verschiedene glode haben. Agenten in Berlin ihr Univesen, um für auswärtige Streits und Heizer mitgeteilt wird, die Besitzer resp. Schiffsführer folgender Streitsbiergegen verstoßen, wie in bom Berbank der finifter Letzte Nachrichten und Depefchen. Arbeitswillige zu suchen. Also Vorsicht! Deutscher Metallarbeiterverband,' Ortsverwaltung Berlin. Die Verhandlungen im Rohrlegergewerbe. Die in Deutschen Metallarbeiterverband, Kupferschmiede. verband und Schmiedeverband organisierten Rohrleger und Helfer uns Dampfer, welche ohne Maschinisten, nur mit einem Heizer an Bord fahren. Zunächst sind uns folgende Dampfer namhaft ges macht worden:" Frieda"," Meta"," Flod"," Greif"," Dora"," Prinz Seinrich"," Bittoria"," Neptun"," Ehrenfried"," Gerta"," Seria". bottchen"," Stralau"," Wilhelm"," Cecilie"." Eintracht", helene" und„ Otto". S. M.! Berggewerbegerichtswahl. Bochum, 14. Dezember.( Privatdepesche des" Bortvärts".) Seute fand in 80 Wahlbezirken des Oberbergamts Dortmund Berggewerbegerichtswahl statt, bis 10 Uhr abends find 60 Wahlresultate bekannt, davon gewann der Bergarbeiterverband 43, der chriftliche Gewerkberein 15, die Polen 2 Mandate. London, 14. Dez.( B. H.) Das Journal Maga. in e" wird in seiner Januarnummer einen Artikel White 3 über die Haltung des deutschen Kaisers während des füidhielten am Sonntag in der„ Neuen Philharmonie", Stopenider Strake, eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in der Otto ihre Maschinisten entlassen resp. beurlaubt. Bon einem Still dementiert entschieden die Behauptung des deutschen ReichsDie Besizer obiger Dampfer haben mit Beginn des Winters afrikanischen Krieges veröffentlichen. Der Artikelschreiber Sandte über die Verhandlungen mit den Arbeit legen der Dampfer, die die Voraussetzung für die Entlassung resp. fenzlers, wonach es sich angeblich bei dem Feldzugsplan des gebern berichtete. Bekanntlich hatte der Arbeitgeberverband für Beurlaubung der Maschinisten ist, kann aber keine Rede sein. Im deutschen Kaisers nur um einen Entwurf gehandelt habe. das Rohrlegergewerbe dem Deutschen Metallarbeiterverband am 5. Oftober ein Schreiben gesandt, worin, mit der Begründung, daß Gegenteil! Es wird nach wie vor gefahren und diese Fahrten bis White hält energisch aufrecht, daß es sich um einen formalen eine außertarifliche Beschäftigung der Mitglieder dieses Verbandes nach Fürstenberg a. D. ausgedehnt. nicht möglich sei, eine definitive Erklärung darüber verlangt wurde, Schiffseigner, welches entschieden verurteilt werden muß. Um so von Potsdam gesehen hat. Anwesend waren bei dieſer GeFür den Kenner der Verhältnisse ein unerhörtes Vorgehen der Feldzugsplan gehandelt habe, den er, White, selber im Schloffe ob der Verband sich dem am 3. September abgeschlossenen Rohr legertarf anschließen wolle. Die darauf am 11. Oktober abgehaltene mehr muß man zur Verurteilung dieses Vorgehens kommen, wenn legenheit einige hohe Persönlichkeiten der deutschen Regierung, und von den obengenannten drei Verbänden einberufene Berjamm- man in Betracht zieht, daß zu dem Posten als Heizer in den weitaus welchen gegenüber der Kaiser sich geäußert hat:„ Was würden lung beschloß, den Arbeitgebern eine mündliche Aussprache vorzu- meisten Fällen Personen unter 18 Jahren verwendet werden. Per- sie wohl in Berlin fagen, wenn sie dieses wüßten?" White schlagen, wozu um so mehr Grund vorlag, als die Arbeitgeber burd) sonen in solch jugendlichem Alter sollten nicht als Heizer verwendet habe geantwortet, sie könnten wohl Majestät abschen. Der werden, geschweige mit der Bedienung und Führung einer Maschine ein von den Herren Naſſe und Grün unterzeichnetes Rundschreiben beauftragt werden. Ober wird auch hier wieder der Brunnen que Kaiser sagte hierauf:" Sie fönnten es immerhin versuchen." aufgefordert wurden, die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes von der Arbeit auszuschließen, und ihnen außerdem eine gedeckt, wenn das Kind ertrunken, d. h. das Unglück passiert ist? Gs Liste der am Streit beteiligt gewesenen Rohrleger und Helfer zur der Schiffsbesaßung anvertraut wird. Besonders jetzt, wo jede ist unerhört, daß solchen jungen Leuten die Sicherheit des Lebens Einsichtnahme empfohlen wurde. Der Beschluß jener Versamm lung wurde den Arbeitgebern mitgeteilt; ihre Antwort lief darauf Stunde plötzlicher Nebel mit allen seinen Gefahren, die hohe Anhinaus, daß ihrer Meinung nach kein Anlaß zu mündlicher Ber. forderung an die Geistesgegenwart der Maschinisten stellen, ein handlung vorliege, daß fie aber auch nichts gegen eine solche eintreten können. Wir sind der Meinung, daß die Sicherheit des zuwenden hätten. Die Verhandlung fand dann endlich am 8. De- Stromgebietes, die Grhaltung von Menschenleben höher stehen als zember statt. Am selben Tage und noch zur selben Zeit, als die der Profit der Herren Schiffseigner. Man tennt ja den Profithunger aus Vertretern des Deutschen Metallarbeiterverbandes und der Ver- der Herren Schiffseigner zur Genüge. Mußten wir uns doch vor bände der Kupferschmiede und Schmiede bestehende Kommission einiger Zeit an dieser Stelle über das Ueberbrudfahren beschweren. cintraf, hatte die Schlichtungskommission, in der der Allgemeine Diesem Uebelstande ist von seiten der zuständigen Instanzen abMetallarbeiterverband vertreten ist, Sigung. Diese wurde jedoch geholfen worden. sofort abgebrochen oder beendet, und die Verhandlungen mit den Herrn Oberpräsidenten, von Potsdam und dem Herrn PolizeiWir unterbreiten deswegen den zuständigen Instanzen, dem drei außerhalb des Tarifs stehenden Verbänden begonnen. Ihre Kommission hätte darauf verzichtet, zu verhandeln, wenn verlangt präsidenten von Berlin sowie der Oeffentlichkeit auch diese Mißwerden wäre, daß die Arbeitnehmervertreter der sogenannten stände in der Erwartung, daß Abhilfe geschaffen wird. Den Maschinisten und Heizern aber empfehlen wir immer eine von 500 Männern besuchte öffentliche Voltsversammlung statt, Schlichtungskommission daran teilnehmen sollten; dies wurde jedoch Ronstanz, 14. Dezember.( B. S.) In Thiengen fand geftern nicht verlangt. Daß seitens der Arbeitgeber der unparteiische Vor- wieder die Notwendigkeit der Organisation. Nur durch eine ein- in der der Abgeordnete Vene dey- Konstanz unter großem Beifall fikende der Schlichtungskommission, Herr Brand, hinzugezogen heitliche, gefchloffene Berufsorganisation ist es uns möglich, diesen über die Lage im Reich sprach. In der Diskussion forderte der wurde, war fein Grund zur Ablehnung der Verhandlungen. Diese profithungrigen Gelüsten der Schiffseigner entgegenzutreten. Jungliberale Rechtsanwalt Wielandt die Gründung einer begannen mit der Frage der Arbeitgeber, was die Kommission deutschen Volkspartei mit demokratischem Einschlag, in der sich alle wünsche. Die Arbeitnehmerbertreter stellten die Gegenfrage, warum denn, wie die Arbeitgeber in ihrem Schreiben bom 3. Oktober beNationalliberalen finden sollen. haupteten, eine außertarifliche Beschäftigung im Rohrlegergewerbe Diese neueste Gründung nennt sich:„ Arbeitgeberschutzverband unmöglich sein sollte. Darauf war die Antwort der Arbeitgeber, für den Wagenbau". Domizil: Stönigsberg. Geltungsbereich: daß sie eine bindende Erklärung über die Anerkennung des Tarifs Proving Ostpreußen. In der Jubiläumshalle in Königsberg fanden Resung des Geschentwurfs betreffend den achtstündigen ArbeitsLondon, 14. Dezember. Unterhaus.( W. T. B.) Die dritte verlangen müßten, weil partielle Streits geplant feien. 3war dieser Tage die Verhandlungen statt, zu denen aus allen Teilen der tag der Bergarbeiter ist mit 264 gegen 89 Stimmen angenommen hätten sie im allgemeinen nichts zu befürchten, doch könnte bei einzelnen Arbeitgebern Beunruhigung hervorgerufen werden. Seitens Brovina Delegierte entfandt waren. Naffe- Berlin hielt das worden. der Arbeitnehmer wurde erwidert, daß sie nur auf eine einheitliche Referat. Der Verband richtet sich gegen alle im Wagenbau bes Organisation der Rohrleger und Helfer hinarbeiteten, um so mit der schäftigten Arbeiter, Stellmacher, Schmiede; Schlosser, Rußland ein Vorkämpfer für den Parlamentarismns. Beit zu einem annehmbaren Tarifvertrag zu kommen. Sie wüßten Radierer, Sattler, Tapezierer, Riemer und Teheran, 14. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) auch ganz genau, daß den Arbeitgebern von dem Herrn Nasse der Täschner. Nicht eine Kampfesorganisation so führte Nasse Die englische und die russische Gesandtschaft halten den neuen Vorschlag gemacht worden sei, irgend etwas zu unternehmen, biel- aus folle dieser Verband sein, sondern er sei lediglich als Ab- Staatsrat für unbefriedigend. Sie haben deshalb an den Minister bände von der Arbeit auszuschließen, doch sollten die Herren fich Arbeitnehmerorganisationen die Wage zu halten. Darum würden daß die Einsehung des Staatsrats die vom Schah feierlich gewehrorganisation dazu berufen, den sich immer stärker entwickelnden nicht darüber läuschen, daß man anderersells noch Mittel und Bege die Arbeitgeberverbände auch nicht gegen berechtigte Forderungen berufest, nicht erfüllt. Nur eine solche könne dem Lande die Ruhe gebenen Versprechungen, eine Repräsentativversammlung einzuhabe, um solche Maßnahmen zu bereiteln. Der Arbeitgeberobmann Better meinte barauf, daß es in solchen Fällen vielleicht einer der Arbeitnehmer auftreten, wohl aber übertriebene Forderungen wiedergeben.. Deutfches Reich. Noch eine neue Scharfmachergründung! Arbeitslofenzählung. Meiningen, 14. Dezember.( B. H.) Der Herzog ordnete eine Arbeitslosenzählung im Herzogtum Meiningen an. Eine Illufion. Bergarbeiterschub in England. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin, Injeratenteil berantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsbl. *.293. 25.j.iw i Keilllge des, Jormürts" Kerlilltt Dsldsdlalt. Kackboil. � Die Setffialfung der ISerGWCTlägefcnf�aft«Trier". G. m. b. H.. beehrt uns mit e:ner Zuschrlst, die sich gegen den von uns aus der Zeitschrift«Oefterre-.chljcher Voltsneirt" ubernenimenen Artikel, betreffend das Unglück auf der Zeche Radbod, richtet. Ein- leitenS gestaltet die Verwaltung sich den Luxus einiger durchaus unsachlicher Ausfalle, auf deren Wiedergabe wir verzichten. Zur Sache schreibt die Verwaltung: „Wenngleich d:e Zechenverwaltung bereits in der Oeffentlich-- !eit zu jenem Vorwurf Stellung genommen hat. so sieht sie sich gegenüber jenem von angeblich fachmännischer Seite stammenden Artikel einer ausländtschen Zeitung nochmals zu folgenden Aus- führungen genötigt: Bemängelt werden in erster Linie die Mahnahmen zur Un- schädlichmachung des Koblcnsiaubes. de: alö von Fettkohle her-- rührend, besonders gefährlich gewesen sei. Hierbei ist zunächst richtigzustellen, daß die Radbodkohle keine Fettkohle, sondern eine typische Gaskohle ist und einen kernigen Staub erzeugt, der im allgemeinen für nicht so gefährlich gehalten wird, wie der leichte, sich samtartig anfühlende Staub der Fett- kohle. Nichtsdestoweniger ist aber das ganze unterirdische Gruben- gebäude der Zecke Radbod mit einer völlig ausreichenden Wasser- leitung ausgerüstet, die das Beriesaln des Kohlenstaubes an jedem Punkte der Grube ermöglicht. Falsch ist deshalb die Behauptung des Artikelschreibers:..Aber die WasserleitungS- anlage war an und für sich unzureichend, da sie nur bis zu den Querschlägen führte." Das Rohrnetz reicht bis vor Ort jedes Be- triebspunkteS und ermöglicht ferner auch eine vollkommene Bc- rieselung der Strecken und Querschläge von einer großen Anzahl Hydranten aus. Wenn der österreichische Ingenieur dieses seinerzeit nicht beoü- achtet haben will, so bleibt dafür nur die Erklärung, daß er auf die Bericsclungsanlagen nicht geachtet hat. Im übrigen sei daraus hingewiesen, daß der Zustand der Berieselungsanlagen nach Sümpfung der Grube Radbod zu erkennen sein wird und daß bis dahin alle Erörterungen über etwaige Mangelhaftigkeit dcc Anlagen zweckmäßig unterlassen werden. Der Artilelschreiber stellt aber ferner die Behauptung auf, durch Wassermangel sei die Explosion in ihrer Ausdehnung gc° fördert worden. Woher er diese Kenntnis schöpft, wird nicht gesagt. Tatsache ist, daß die Berieselungsleitung nach der Explosion 'am Füllortc der zweiten Sohle im Schachte selbst zerschlagen war und daß das Wasser aus dem oberen Rohrleitungöstück frei in den Schacht hinunterstürzte. Hieraus darf mit Sicherheit geschlossen werden, daß vor der Explosion dem Leitungsnetz Wasser zugeführt wurde. Zu der Annahme, daß die Menge nicht ausreichend gc- wescn sei, liegt kein Grund vor, denn die Leitung stand mit einem 500 Kubikmeter großen Behälter über Tage, der auch das Speise- wasscr für die Dampfkessel lieferte, ferner mit einem 20 Kubik- meter großen unterirdischen Bassin in solcher Verbindung, daß die Rohrleltung von 80 Millimeter lichtem Durchmesser beständig gespeist wurde. Tie Beobachtungen des österreichischen Ingenieurs über mangel- hafte Wetterführung und über Schlagwetter- und Kohlenstaub- ansammlung an einem bestimmten Punkte können auf ihre Rich- tigkeit nur geprüft werden, wenn sein Name der Zechenverwaltung bekanntgegeben wird, damit sie alsdann vielleicht den Beamten, der ihn geleitet hat. und der die von dem Ingenieur bemerkten Gefahren gering geschätzt oder gar mit einer unhöflichen Bemer- kung beantwortet haben soll, ermitteln und seine eidliche Ver- nchmung herbeiführen kann. Die Wochenschrift«Der österreichische Volkswirt" ist deshalb um nähere Angaben gebeten worden." Wir wollen die Antwort der genannten Zeitschrist abwarten. Das aber sei jetzt schon betont: Der Behauptung der Verwaltung. es sei genügend Wasser vorhanden gewesen, stehen die einwand- freien Bekundungen der Bergarbeiter gegenüber. Mit einem Federstrich kann man das Zeugnis der Leute nicht erschüttern und sicher nicht deren Urteil �widerlegen. Für die Feststellung der Schuldfrage an der Katastrophe find die Behauptungen. schon vor derselben hätten auf Radbod -wiederholt Brände in der Grube stattgefunden, von der kleines feuilleton. Die blamierten Kunstkenner. Aus München wird uns ge- schrieben: Daö Urteil im Münchener BilderfSlscherprozeß bringt den >?auptkunstattentäter, den genialen Fälscher und Menschentcimer Thiege auf 3>/z Jahre ins Zuchthaus, feine Helfer und Genasfnhrlen können den Saal nur deshalb frei verlassen, weil ihre Gefängnis- 'trafen durch die Untersuchungshaft getilgt find. Der Prozeß Thiege hat endlich einmal Anlaß gegeben. d,e Art und Weife des Münchener Kunst- und Bildcrhandels gerichtlich zur Sprache zu bringen. Der Prozeß hat weiter bewiesen, daß es geriebenen Bildersälschern ge- lmgen kann, Kunstkenner und Kunstrichter mit berühmtem Namen mit falschen Menzels und Lenbachs ordentlich einzufetfen. Herr Professor Muther in Breslau wird an der Blamage noch lang- zu tragen haben. Thiege und der Münchencr Bilderhändler und che- malige Dicnstmann Windhager, ein Sanguiniker, der im Gerichts- saal laut ausrief:«Ich erdulde alles. Christus hat noch viel mehr erduldet", behaupteten, sie hätten bei Trödlern und Althändler nach Belieben echte CarotS. Diez'. Lenbachs, Leibis und KaulbachS für ein paar Bqtzen zusammenkaufen können. Dem gegenüber stellten die sachverständigen Autoritäten, die Elite der Miinchener Galerie- wissenschaft und die Cröme dcS„vornehmen Kunfthandels". fest, daß es wohl ausnahmsweise vorkommen könne, daß man nach langem Euchen mit glücklicher Hand einen„berühmten Meister" alö Gelegenheitskauf finde. daß die Behaup- tungen der AngeNagten aber ausgeschlossen seien. Die Naivität des Publikums ist längst verschwunden, jeder, der e,n altes Gemälde besitzt, läßt es heutzutage von Fachleuten prüfen, weil er glaubt, es sei mindestens ein Rubens oder Rembrandt.— Die Nutz- änwcndung, die der Prozeß Thiege ergibt, liegt auf der Hand. Die kleinen Bilderhändler, die in der Regel ohne jedes Kunstverständnis zu Werk« gehen und. wie der Fall Windhager beweist, für angebotene. �alsck signierte Machwerke, die keine Mark wert sind, ganz respektable Stimmen zahlen, sind in der Regel selbst die von gewerbsmäßigen . Bildersälschern Betrogenen. Sie sind wirlschafllich den vornehmen tnnsthändlern unterlegen und deshalb auf allerlei dunklen Zwischen- . landcl mit Bilderagemen. auf billiges Angebot unter der Hand an- g-wiesen. Ihr Publikum sind die guten Bürger mit Besitz und ohne I sildung, die einen Ehrgeiz darin suchen, einen„Neuen" an ihre Z immerwand zu hängen, den sie auf dem Wege des„seltenen Ge- l cgcnheitSkaufes" bei den kleinen Mlderhändlern finden. Theater. Neneö Schauspielhaus: RabagaS. Komödie von Sardou. deutsche Bühncnbearbeiwng von Halm. ES war ein intercssanlcs (kxperimenl. Sardouö berühmte, nun bald vier Jahrzehnte alte. politische Komödie von neuem auszuführen. Die Art romantischer Berschwörerpolitik und phantastisch-demagogischen Maulheldentums, die er mit rollen Karikaturen hier verulkt, liegt so völlig abseits üon der Gegenwart, daß heut auch der verbohrteste Reaktionär beim besten Willen sich nicht einreden wird, hierin eine persiflierende Widerspiegelung' aktueller Verhältnisse zu sehen. Gesinmings- größien Bedeutung. Die Zechenverwaltung gesteht mir einen Grubenbrand„geringen" UmfangeS zu, der sich etwa 14 Tage vor der Katastrophe ereignete. Dieser Brand sei infolge eines mit Gallcrte-Dynanüt besetzten Schusses erfolgt, der eine Explosion verursacht habe. Nach dieser Explosion sei der Gc- brauchvonGallerte-Dynamitverbotenworden.— So„berichtigt" die Verwaltung. Von allergrößter Bedeutung ist nkin, zu ermitteln, ob es später und na in entlich am Abend des 11. November infolge von Schüssen zu Bränden gekommen ist! Die Verwaltung von Radbod bestreitet es in„Berichtigungen" an die Arbeiterpresse. Dagegen hält die Dortmunder„Arbeiterzeitung" ihre Behauptungen in vollem llnr fange aufrecht. In einer Zuschrift an die Dortmunder«Arbeiter- zeitllng" erbieten sich Bergleute, vor Gericht zu bezeugen, daß am Abend deL 11. November, kurz vor Schluß der Mittagschicht, vor dem Betriebs- punkt der Kohle n nu in mer 22, nach dem Abtun von Spreng schüssen, die ganze Strebe brannte. In der folgenden Nachtschicht hat sich die schreckliche Katastrophe ereignet I l l ES ist nun höchst sonderbar, daß die Verwaltung diesen Brand leugnet und die Bergbehörde, die im öffentlichen Interesse Aufklärung geben sollte, sich in Schweigen hüllt. Unbedingt notwendig erscheint es, die Vorgänge recht bald in den Parlamenten enieut zur Sprache zu bringe»... •# • Soeben wird mitgeteilt. daß abermals 120 bis 130 Mann der Belegschaft vonNadboddie Kündigung erhalten haben. Unter diesen zur Entlassung B e st i m n, t e n befinden s i ch alle diejenigen, die Aussagen gemacht haben!!! Die Vertreter der Sozialdemokratie in den Parlamenten waren mit den Praktiken der Grubenberren wohl vertraut, als sie die Befürchtung aussprachen, Zeugen, die gegen die Zechenverwaltung auszusagen sich erlaubte», würde man maß- regeln. Minister V. Bethmann-Hollweg wird, seinem Versprechen gemäß, schon bald für Arbeitsgelegenheit sorgen müssen, um gemäß- regelte Zeugen unterzubringen.... Legen das lüecht verstoßende Mlsahrtseinrichtungen. Bekanntlich hatte das Landgericht Essen sehr verständige Entscheidungen des Gewerbcgerichts Friemersheim aufgehoben, durch welche die Firma Krupp zur Nückzahlung der Beiträge venirteilt war. die Arbeiter an die Pensioitskasse hatten zahlen müssen. In jenem Prozeß hatte sich das Landgericht, entgegen insbesondere den Ausführungen im Gutachten des Professors Lotmar. einigen von sozialer Erkenntnis und Kenntnis der Fundamentalgrundsätze des LohnbcschlagnahmegesetzeS. des Gelverberechts und Bürgerlichen Gesetzbuches gleich weit entfernten anderen Gutachten angeschlossen. Das seinerzeit von nns ausführlich besprochene Erkenntnis des Landgerichts hatte auch im Reichstage abfällige Beurteilung gefunden. Am 24. November hat nunnichr. wie wir der„Franks. Ztg." vom Sonntag entnehmen, die er sie Zivilkammer desStuttgarterLandgerichtsin einer gleichliegenden Klage verschiedener Arbeiter gegen die Maschinenfabrik Eßlingen ein dem Recht entsprechendes Urteil zugunsten der Arbeiter gefällt. Zur Entscheidung stand die Frage, ob die Fabrik befugt ist, einen Teil des Lohnes ihrer Arbeiter für die bei ihr bestehende Arbeiter-Unter- stützungskasse. eine ZwangSkasse, der jeder Ar- beitcr beitreten muß, einzubehaltcn und an diese Kasse abzu- führen. Jeder neu angestellte Arbeiter hat ein Eintrittsgeld von drei Mark zu zahlen, das bei der ersten Lohnzahlung in lumpetei und heuchlerisches Phrasentum sind selbstverständlich zu keiner Zeit an Grenzen der Parteien gebunden und überall ein wür- diges Ziel für die Satire. Aber eben darum kann diese, wenn sie mit sicherem Blick uiS Schwarze schießt, nur Personen, nicht die Sache treffen. Die Sardouö aber trifft heut' auch kaum mehr einzelne Personen. nicht weil jene allgemeinen menschlichen Defekte ausgestorben wären, fondern weil sie. wo vorhanden, sich in einer Weise äußern, die keine oder dock nur höchst entfernte Analogien zu dem Komödien- bilde zeigen. Man muß das Stück— das erste politisch pointierte in der französischen Dramatik des neunzehnten Jahrhundert«, von dem zugleich mancherlei literarische Anregungen ausgegangen sind— als lustige Operette, ein Maskenspiel des Witzes, nehmen, der. bei aller reaktionären Absicht, durch das bunte Feuerwerk seiner sich überschlagenden Einfälle wohl unterhalten kann. Und so nahm es auch das Publikum, das sich vorzüglich zu amüsieren schien. Der Typus RabagaS hat mit dem SrenSgard in Ibsens noch etwas französisch schillernden Jnirigenstücke„Bund der Jugend" eine unverkennbare Berwandsichaft. die um so auffälliger wirkt, als eine Beeinflussung ganz ausgeschlossen ist. Beide Helden sind rhetorisch begabte Advokaten, die sich durch die gewohnheits- mäßige Betäubung mit tönenden Tiraden um ihr letztes bißchen gesunden Menschenverstand gebracht haben. Wenn man nur ihrer grotesk verstiegenen Eitelkeit gehörig schmeichelt, laufen sie blind in jede aufgestellte Falle. Windbeutel, die die Politik als Sprungbrett ihres Fortkommens nutzen wollen, sofort bereit, wenn sich die Mög- lichkeit eines Vorteils am Horizont zeigt, die Ueberzeuguug wie ein Hemd zil wechseln, umjubelle Führer der Opposition, die eines Tages ihr konservatives Herz entdecken und aus dem neuen Karriercträum dann bald mit Honlachen verlrieben werden. Bei Ibsen hat dieser Typ eine vorzüglich psychologische Ausführung, mindestens in den Szenen des ersten Altes, empfangen. Sardou hält sich bei derlei Feinheiten nicht auf. Sein Rabagas ist eine Gliederpuppe, die ohne eigenes Leben nur durch die koniiichen Ver- renkungen, die er sie exekutieren läßt, auf den Zuschauer wirkt. Aber im Nahmen dieser ungebundenen Willkür entwirft Sardous Erfindungskraft dafür auch Situationen, so scharf in den Konirasten zugespitzt, daß sie sich als unvergeßliche Epigramme ein- prägen. So wenn fein Held, der eben noch das ganze Fürsten- lümchcn Roccabruna durch eine Revolution auseinandersprengen wollte, ins Schloß geladen, sich urplötzlich als Stütze des Thrones aufspielt und, mit dem Portefeuille alle Mnisterinstiukte über- nehmend, von dem Balkon herab dem schreienden Volke die Regie- rungSproklamation verkündet. Harry W a l d e n in der RabagaSrolle hatte den Haupterfolg des ülbeuds. Christians repräsentierte mit elegantem Geschick den Fürsten. Tilly Wald egg die amerikanische Dollarprinzessin. In dem Verschworerckor der Nachtschwalbe war Arndts Nestau- rateur die drolligste Erscheinung. ckt. Musik. Ein Berliner Musikreferat könnte eine eigene Rubrik für russische Musik einrichten. Noch jüngst wurde unS in kurzen Folgen das mannigfachste dargeboten, von den großen Opern bis zu Volköliedeni auf Rntionalinstriimenten. Jetzt war wieder eine Abzug gebracht wird. der monatliche Beitrag beträgt außerdem für jeden Arbeiter 76 Pf., während die Fabrik zwei Drittel des Beitrages der Arbeiter zuschießt. Boraus- s e tz u n g für die Zahlung einer Pension ist die ununterbrochene winde st ens fünfzehnjährige Tätigkeit bei der Fabrik und festgestellte Invalidität. Mit dem Austritt oder der Entlassung des Arbeiters hört, gleichviel wie lange die Tätigkeit gedauert hat und welche Beträge bezahlt worden sind, und ohne Rücksicht darauf, ob der Austritt freiwillig oder unfreiwillig erfolgt, die Mitglied- schaft bei der Kasse aus und es erlischt jeder An» s p r u ch; das Gleiche gilt bei einem mehr als einjährigen Urlaub. Nun hatten eine Anzahl von entlassenen Arbeitern die ihnen für die Kasse gemachten Abzüge bei dem G e- Werbegericht mit Erfolg klageweise zurückverlangt; die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung der Fabrik hat das Landgericht rechtskräftig zurück- gewiesen. Das landgerichtliche Urteil führt aus, daß die Ein- beHaltung des Lohnes für Zwecke der Kasse gegen den§ 134 des Bürgerlichen Gesetzbuches(„Ein Rechtsgeschäft, daß gegen ein gesetzliches Verbot verstößt, ist nichtig.") und K 117 der Gewerbeordnung verstoße. Nach der letzteren Bestimmung dürfen Lohnabzüge zu keinem anderen Zweck erfolgen als zur Beteiligung an Einrichtungen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien. Als eine Wohlfahrts- einrichtung im Sinne dieser Bestimmung könne die Unter stützungskasse der Fabrik nun nicht an- gesehen werden, wenn auch nicht zu bezivcifeln sei, daß die Absicht ihrer Gründer dahin ging, die Lage der Arbeiter zu verbessern. Die Gewerbeordnung. die hier eine Ausnahmebestimmung geschaffen habe. müsse dahin ausgelegt werden, daß nur bei einer Ein- richtung, die eine Berbessernng der sozialen oder ökonomischen Lage der G e s a m t h e i t der Arbeiter mit sich bringe, Lohnabzüge gestattet seien. Das Vorliegen dieser Voraussetzung sei hier zu verneinen. Von den bei der Fabrik zum Beispiel vor fünfzehn Jahren eingetretenen 196 Ar- beitern seien im ersten Jahr allein 83, in den nächsten vier Jahren 61. in den folgenden fünf Jahren weitere 25 und von da ab noch 6 ausgetreten, so daß von jenen ursprünglichen 196 Arbeitern nur 11 Prozent die zum Peysionsbeznae bc- rechtigende Arbeitszeit erreicht haben. Im Jahre 1967 ans 1968 habe die Kasse 1893 Mitglieder gehabt. Von diesen seien 672 neu eingetreten und 652 noch im Laufe des Jahres ausgeschieden, also mehr als ein Drittel der Gesamtmit- gliedcrzahl; es habe also im Lause der Jahre tatsächlich nur ein ganz geringer Prozentsatz der Mitglieder eine wirkliche Anwartschaft aus Unterstützung, und der weitaus größte Teil der Arbeiter sei zur Zahlung der Beiträge ohne Aussicht aus Gegenleistung verpflichtet. Für den einzelnen handele es sich also nicht um eine feste Anwartschast, sondern um Zufälligkeiten, die sich von den Chancen einer Lotterie kaum wesentlich unterscheiden; deshalb könne von einer Verbesserung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien durch die Kasse nicht gesprochen werden. Die Folge des Urteils ist, daß die Maschinenfabrik Eßlingen an alle ihre Arbeiter, die dies verlangen, die zugunsten der Kasse geinachten Abzüge, soiueit nicht Verjährung eingetreten ist. zurückzahlen muß. Hoffentlich wird auch das Landgericht Essen sich inzwischen zu einer richtigen Würdigung der Rechtslage gegenüber der Kruppschen PonsionSkasse bekehren. Denn die Rechtslage spricht so klar wie denkbar zugunsten der Arbeiter. Nach§ 2 des Lohnbeschlagnahmegcsctzes ist jede Verfügung deS Arbeiters über den noch nicht fälligen Lohn, solange dieser nicht den Jahresbetrag von 1566 M. erreicht hat, nichtig. Eine solche Verfügung liegt aber in dem Gestatten, neue Gesellschaft im(BliUhner-) Konzertsaal: das Moskauer Streichquartett. In zwei KammetmusikabendeU zeigte sie uns mehrere ihrer heimischen Komponisten von der intimen Seite der Quartette und dergleichen. Man denke dabei nicht an wilde exotische Volksmusik I Die berühmt gewordenen russischen Tondichter haben fein säuberlich in Deutschland oder Frankreich oder wenigstenK bei ihren hier ausgebildeten Vorgängerl» unsere klassische Tonkunst gelern» und sie nur mehr oder weniger auf nationale Weise» angewendet: sind auch meist eifrige Lehrer der Setzkunst an den zahlreichen russischen Konservatorien und verfassen gerne Lehrbücher, die nun wieder auch der westlichen Jugend zu- gute kommen. Allmählich jedoch geht es von„Europa" immer mehr nach„Asien". Bei R u b i n st e i n und TschaikowSkh und ähnlichen fühlen wir uns noch„zu Hause". Dann aber komme». die Jung- oder Neurussen mit ihrem Eifer, aus dem Solksschatze zu schöpfen. Da hörten wir z. B. ein Streichquartett op. 4 C-rnull 1 deL 1856 geborenen, als Meister des Kontrapunktes anerkannten S. T a n ö j e f f. So breit und leicht und dünnflüssig die Musik der Rubinsteine dahinströmt— so eng und gepreßt und zähflüssig stockt und bohrt sich die Kunst eines solchen Neurussen vorwärts. Em abend- ländisch-gelehrtes Grübeln, das mit fremdartigen Weisen gleichsam Verstecken spielt, vorgetragen von Spielern, wie sie so zurückhaltend subtil am ehesten aus deutscher Kunstschule heraus zu begreifen sind— liegen da nicht Gedanken an das jüngste Rußland über» i Haupt nahe? Doch empfehlen»nöchten wir vorerst für weitere Kreise kein Verweilen dabei. Um so lebhafter sei daran erinnert, was seit einigen Jahren wissenschaftlicher Eifer im Erforschen der«rsprüng» licken oder als ursprünglich erscheinenden Musik fremder Völker gc- leistet hat. Mit dem Phonographen zog man aus. und nun werde» daheim die Platten gesammelt und verwertet. Davon Proben und Erklärungen zu geben, würde für unsere Volksbühnen und Volks- chöre ein empfehlenswertes Programm fem. Nach dem Aufsätze von Max C h o p«Orientalische Plattenmusik" in der„Neue» Musikalischen Rundschau"(1/17 und 18) zu urteilen, stehen wir da vor ganz neuen Kenntnissen. Ueberraschend vor allem die Herrschasr der„Zigeuner-Tonleiter" im westlichen und südlichen Asien(etliche über- mäßige Sekunden und eine kleine Sekunde über der Oktave)!„Ton- gewordene Poesie", nicht Tonformcnipiel. Wesentlich anders, latzcn- musikalisch sind die Produktionen der Chinesen! Wieder anders, mit Sinn füt_ Maß, die der Japaner! An zahlreichen Stelle» drollige Einflüsse des Abendlandes! Und überall eine unnatürlich verzerrte Gefangskunst! Sonst aber bleibt für uns genug des Lernens und der Hoffnung aus Erweiterung deö Eigenen, se. Notizen. — Alexander G irardi hat im Thalia-Theater wieder den Briefträger Flenz in Buchbinders Posse„Er und ferne Schwester" aufgenommen und damit den gleichen Erfolg erzielt wie im vorigen Jahre. Man freute sich. Girardi zu sehen und zu hören selbst auf die Gefahr hin, den Schmarrn vö» Pofie mit tu Kalif nehmen zu müssen. Daneben gaben freilich auch' die übrigen Mitglieder, vorzüglich Arnold Rieck und Helene B allst ihr Bestes. Abzüge vom Lohn borzunehmen.§Z 115— j17 der Gewerbeordnung haben die für alle— auch die nichtgcwerb- lichen— Arbeiter gültige Norm des Lohubeschlagnahmegeftches nicht einengen, sondern sicherstellen wollen. In Z 1 15 ist klar zum Ausdruck gelangt, datz die Löhne ohne Nucksicht auf die Höhe des Lohnes bar auszuzahlen sind und darüber hinaus be- stimmt, daß auch das Kreditieren von Waren, abgesehen von den leider dort befindlichen Ausnahmen verboten ist. 8 117 der Gewerbeordnung schreibt, nicht um das Lohn- beschlagnahmegesetz oder den§115 abzuschwächen, sondern um das 5lreditverbot wirksamer zu machen: „Verträge, welche dem§ IIS zuwiderlauseir, sind nichtig. Dasselbe gilt von Verabredungen zwischen den Gewerbe- treibenden und den von ihnen beschäftigten Arbeitern über die Entnahme der Bedürfnisse der letztere» aus gewissen Berkaufsstellen sowie überhaupt über die Verwendung des Verdienstes derselben zu eineni anderen Zwecke als zur Beteiligung an Einrichtringen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien." Demnach sind Abzüge vom Lohn unzulässig, es sei denn. eS handelt sich um Wohlfahrtseinrichtungen, die allen Arbeitern zugute kommen. Denn das Verbot im Lohn- beschlagnahmegesetz und das Gebot der Barzahlung ist mit Rücksicht„aus die unerträgliche Lage" erfolgt, wie die Motive zum Lohnbeschlagnahmegesetz darlegen, in die ohne solches Verbot der einzelne Arbeiter gerät. Er hat seine Arbeitskraft vorgeschossen, ihm dient der Arbeitsvertrag als „ökonomische Zufluchtsstätte". wieLotmar so treffend sich aus- drückt.' Ihn, den Lohn vorzuenthalten, ist nicht nur nach der Bibel«eine Sünde, die zum Himmel schreit", sondern beschränkt auch den Arbeiter in der Möglichkeit, seine Arbeits kraft, sein höchstes Gut. brauchbar zu erhalten. Ter Begriff „Einrichtungen zur Verbesserung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien" ist daher strikt zu interpretieren, darf nicht, wie es vom Essener Landgericht so ausgelegt worden, als ob da stände: Einrichtungen zur Verbesserung der Lage des Ar- beiters oder seiner Familie oder der Lage von Kollegen des Arbeiters oder deren Familie. Wollte man aber auch im Anschluß an für die Auslegung des Gesetzes durchaus unverbindliche Acußerungcn. die einige Abgeordnete und Regierungsvertreter zum 8 117 im Jahre 1891 machten, annehmen, daß PensionSkassen an sich zu den Wohlfahrtseinrichtungcn im Sinne des 8 117 gehören können, so ist die Rückforderung der vom Lohn gemachten Abzüge dennoch zulässig, weil das Verbot des§ 2 des Lohn- beschlagnahmegesetz verletzt ist und weil solche Verträge über Abzüge vom Lohn nichtig sind, weil 8 138 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ihnen entgegensteht, der vorschreibt:„Ein Rechtsgeschäft. das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig." Eine PensionSkassenvorfchrift, die dem Arbeiter kaum die Chancen einer halbwegö anständigen Lotterie gibt und die den Arbeiter umso unbilliger trifft, je länger er im Dienst steht und seinenAuspruch unter allen Umständen von derGnade des Arbeit- gebers, von seinem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen und von der Willenöbcschrünkung des Arbeiters abhängig macht. verstößt so scharf gegen die guten Sitten, daß sie als Schul- beispicl für solchen Verstoß gelten könnten. Bei der Emanation des Hilfskassengesetzes von 1876 waren hierüber übrigens auch die Regierungen und der Reichstag einig. Eue Induftnc und Ftandel. Die Ernte in Preußen. Die„Statistische Korrespondenz" veröffentlicht jetzt die Zahlen über die diesjährige Eriue. Danach ergibt die Roggenernte 8 174 687 Tonnen. Damit ist die bisher größte Ernte von 7 587 441 Tonnen im Jahre 1904 nur noch über'/z Million Tonnen übertroffen. Die nachstehende Zusammenstellung gibt Auskunft über die Getreideernten feit 1899.(Menge in 1000 Tonnen.) Jahr Wintergetreide Somuiergetreide Getreide überhaupt Die Agrarier können mit der diesjährigen Ernte zufrieden sein. DaS reiche Emägnis und die Garantie hoher Preise sollte fie eigentlich zufrieden machen; aber die glänzenden Einnahmen halten die Junker nicht ab, mit Aufgabe ihrer nationalen und religiösen Gefühle zu drohen, wenn fie Erbschafisstcuem zahlen sollen. Tief verstimmt. Am Donnerötag meldete der Londoner„Standard", die deutsche Admiralität suche in Cardiff 3/t Millionen Tonnen der besten wallt- fischen Dampserkohle anzukaufen. Diese.Standard"-Mcldung hat in gewissen Kreisen Englands neuen Anlaß zur Unruhe gegeben. Nun teilt eine Korrespondenz aus Kiel mit. daß die Marineverwal- tung sich lediglich von tanfmännischen Erwägt- igen leiten lasse. Sie kaufe dort, wo sie den Bedarf am billigsten decken könne. Dieser Standpunkt ist durchaus korrekt, und erscheint tS wirklich etwas sehr übertrieben, wenn man in dem Versuch der Marineverwaltung. aus England billige Kohlen zu beziehen, politische Hintergedanken glaubt suchen zu dürfen. Gefährliche Aktionen unternimmt man übrigens nicht im Lichte der vollen Oeffentlichkeit. Die Behörden haben allen Anlaß, sich gegen die SyndikatSrücksichtslongkciten zu wehren. Die Eisenbahnverwaltung muß die Kohlen-Ueberpreise be- zahlen, zu welchen sie sich aus irgend welchen, für jeden Kaufmann unersorschlichen Erwägungen, vertraglich auf drei Jahre gebunden hat. Die hohen Inlandspreise und die vorteile des Rohstofftarifes benutzt das Syndikat, um Kohlen zu Preisen in das Ausland zu bringen, die weit unter jene hinabgehen. Da ist es wirklich nicht illoyal, wenn eine Behörde, anstatt die, teuere Syndjkatskohle zu kaufen, billiges Brennmaterial aus dem Auslande sich beschafft. Das ist sie den Steuerzahlern schuldig..Die Syndikatsherren denken natürlich ander-Z. Die Meldung von der Absicht, für die Marine Kohlen in England zu kaufen, hat sie schon auf den Plan gerufen mit der Forderung, in tariflicher Hinsicht noch günstiger gestellt zu werden, lieber die Haltung der Regierung sind die Herrschaften an- geblich„tief verstimmt". An Bescheidenheit gehen die Kohlenkönige nicht zugrunde. Wenn sie bei Streiks selbst Kohlen aus dem Auslände holen, dann haben sie nichts einzuwenden gegen billige Fracht der importierten Ware: wenn das Mittel den inländischen Konsumenten jedoch dazu dient, sich der größten NückfichtSlosigkciten des Syndikats zu erwehren, dann, ja dann empfindet man es als Kuriosinm, daß Tarife für die Aus- fuhr deutscher Kohlen nicht günstiger sind als für die Einfuhr ausländischer Brennmaterialien. Die Syndikatsleute wollen eben ander? nichts, als auf Staats- kosten ihre Politik der hohen Inlandspreise und Verschleuderung der Ware ins Ausland unterstützen lasten. 1899 1900 1901 1902 1908 1904 1905 1906 1907 1008 8 637 8 679 6 765 0 318 9 017 9 813 9 233 9 483 8 640 10198 6 278 6 485 7168 6 800 7 480 6 408 6 430 7 810 8 872 7 214 14 916 15 064 13 933 16118 16 497 16 220 15 655 17 202 17 513 17 413 Der Menge nach loare» demnach die Getreideernten der letzten drei Jahre ziemlich gleichwertig und übertrafen, zum Teil sehr be- trächttich, die Erträge in den anderen zur Vergleichimg kommenden Jahren. Das Mittel aus 1899—1907 bleibt um 9,4 Hundertteile hinter der diesjährigen Ernte zurück. Die Ernte der auherpreußischen Länder von Deutschland an Winter- und Sommerroggen betrug im Jahre 1907: 2 523 213 Tonnen 1903: 2 590 828 Tonnen 1906: 2 334 698„ 1902: 2 300 709 1905; 2473 973„ 1901: 2 349 462 1904: 2 473 821„ 1900: 2 079 670 Auch in dielen auherpreußischen Ländern, soweit sie in Mittel- und Norddeutschland liegen, ist die diesmalige Ernte enorm, dagegen scheint sie in Süddeutsckiland weniger große Zahlen ergeben zu haben. So beziffert Bayern seine diesjährige Roggenernte auf 908 000 Tonnen gegen 954 000 Tonnen im Borjahre und 870 400 Tonne« im zehnjährigen Durchschnitt. Trotzdem wird das Mindestquantum, das wir für die auherpreußischen Länder zu er- warten haben, mit 2i/3 Millionen Tonnen, wahrscheinlich aber mit mehr anzunehmen sein." Die deutsche Ernte an Roggen ist somit auf rund 10»/« Millionen Tonnen anzunehmen gegenüber der höchsten bisher je dagewesenen von 10 060 762 Tonnen. Die diesjährige Kartoffelernte wird auf 32 188 Tausend Tomien geschätzt. Sie übertrifft das Mittel aus den neun Borjahren (29 619) um 8,7 Hunderlteile: in den einzelnen Jahren brnchlen nur 1905 und 1901 mit 34 020 und 33 998 5,7 bezw. 6,6 Hundert» teile mehr, 1907 mit 81086 3,5 Hundertteile weniger. Die Er- krankungSziffer ist 1908 noch nicht halb so hoch wie 1907, nämlich 3.5 Proz. gegen 7,6, und bleibt auch unter dem Mittel aus 1899—1907(4.7). Die durchschnittlichen Hektarerträge in Kilogramm Berechnen sich für den ganzen Staat wie folgt: Soziales. Drohender Aerztrstveik in Giklifc. Der Aerzieverein in Görlitz hat an sämtliche Krankenkassen das Ersuchen gerichtet, das Honorar für Konsultationen in den Wohnungen der Acrzte von 0.50 M. auf 0,75 M. zu erhöhen. Die Krankenkasten bezeigen diese Forderung als undurchführbar und werden demnächst dazu Stellung nehmen. Gewerbcgerichtswahlcn in München. Die Arbeitnehmerbeisitzerwahlen, die am Sonntag stattfanden. endigten mit dem Siege der freien Gewerkschaften. Schon vor acht Tagen gewannen unsere Genossen bereits neun Arbeitgeber- b e i s i tz e r. Hierzu kommen nun noch 50 Arbeitnehmerbeisitzer. Die Liste der freien Gewerkschaften vereinigte 14 781(1995: 11,004) Stimmen auf sich. Die Christlichen, Hirsch-Dunckerschen usw., die wieder unter der gemeinsame» Firma„Verein für soziale Wahlen" kämpften, brachten nur 2877(1905: 2415) Stimmen auf, so daß sie sich mit 10 Sitzen(früher 11) begnügen müssen. Achtuhrlabenschluß» Achtstundentag und Ruhezeit für da» Kontor- personal. Das KaufmannSgericht München beschäftigte sich dieser Tage in einer Ausschuhsitzung mit den Anträgen aus reichSgcsctzliche Fest- leguug deL A ch t u h r l a d e n s ch l u s s e s. und der achtstündigen Arbeitszeit in Kontoren. Zu diesen Anträgen, die vom Beisitzer Genossen Zoe lisch in der letzten Sitzung gestellt und begründet wurden, hatten die Vertreter vom Leipziger Verband Eventualanträge auf Siebenuhrladenschluß, dreizehn- stündige Ruhepause und zweistündige Mittags- zeit gestellt. Von den Mittelständlern im Ausschuß wurden aber diese Anträge aufs heftigste bekämpft und der Ruin des Mittel- standes und der Detaillistcn ob solcher Forderungen wieder mal prophezeit. Auch ein Vermittelungsantrag des Vorsitzenden Dr. P r e n n e r, wenigstens für die Kontorangestellten die Mittagspause auf zwei Stunden festzusetzen, wurde abgelehnt. Der Antrag Zocltsch aus reichsgesetzliche Festlegung des Acht- uhrladenschlusses wurde mit allen gegen zwei Prinzipals- stimmen angenommen. Abgelehnt wurde der Antrag Zocltsch, auf Einführung einer achtstündigen Arbeitszeit in Kontoren, mit Stimmengleichheit, ebenso ein deutschnationaler Eventualantrag auf Festsetzung einer Ostündigen Arbeitszeit in Kontoren. Auch der Antrag auf z w e i/t ü n d i g e Mittagspause fand keine Annahme. Hingegen' fand eine Anregung, in§ 139c der Gewerbeordnung die Ruhezeit auf zwölf Stunden festzulegen, gegen die Stimmen der Mittelständler An- nähme. Die Mugdanesen in Nürnberg. Beim Stadtmagistrat Nürnberg wurde, veranlaßt durch die Mißstände bei der Gemeindekranlenkaste, vor einigen Monaten zum dutzeudsten Male der Antrag auf Errichtung einer allgemeinen Ortstrantentasse gestellt. Der Magistrat lehnte dies ab, wobei er zur Abwechselung wieder einmal eine neue Ausrede erfand. Er berief sich nämlich darauf, daß eine rcichsgesetzliche Umwandlung des ArbeitervcrsicherungSwesenS geplant sei. Den wahren Grund plauderten aber die freisinnigen Agitatoren, die auch in der Ge- meindeverwaltung sitzen, in der jüngsten Gemeindcwahlbewegung aus. Nach ihnen würde die Ortskaste Gelegenheit geben,„60 bis 70 sozialdemokratische Agitatoren in gutbezahlte Stellen zu bringen". Weil die Arbeiter nicht die freisinnigen Agitatoren zu ihren Vertrauensleuten erwählen wollen, soll ihnen das Recht der Selbstverwaltung in ihren Versicherungsangelcgenheitcn vor- enthalten werden. Auf erhobene Beschwerde hin, fragte die Re- gierung beim Magistrat an, ob er freiwillig eine Ortskrankenkasse errichten wolle. Das wurde verneint. Darauf«rdnete dir Regie- mng an. daß der Magistrat die Sache zu instruieren habe. Er be- schloß dann, eine Abstimmung der Versicherungspflichtigen zu der- anstaltcn. Nunmehr ist das dahingehende Ausschreiben erschienen. Aus diesem geht hervor, daß wieder das alberne AbstimmungS. system zur Anwendung gebracht werden soll, das schon bc« früheren Gelegenheiten angeordnet wurde. Es wird nämlich festgestellt, wie viele Versicherungspflichtige, einschließlich der Lehrlinge, Dienst- mädchen, jugendlichen Arbeiter usw. vorhanden sind und. wenn von diesen nicht mehr als die Hälfte für die Ortskasse stimmt, so gilt diese als abgelehnt! Auch sonst ist vorgesorgt, um die Ausübung des Wahlrechts nach Möglichkeit zu erschweren. Der Abstimmende hat sich nicht allein durch Legitimationspapiere auszuweisen, son- dem auch auf dem Stimmzettel selbst eine Bescheinigung seines Arbeitgebers beizubringen, daß er bei diesem beschäftigt ist. Bei diesem Modus kommt natürlich niemals eine Mehrheit zustande. Das ist ja auch der Zweck. Tie sozialdemokratischen Stadtverord- neten werden im Gemeindekollegium die Sache zur Sprache bringen. Wird der Modus nicht geändert, so wird wahrscheinlich die Parole ausgegeben, sich an der Abstimmung nicht zu beteiligen, wie es schon vor einigen Jahren einmal geschah. Damals wurden wäh- rend der ganzen, acht Tage währenden Wahlhandlung nur 42 Stimmen abgegeben, Uns cker Frauenbewegung. Proletarierm«nd Bildungsfrage., Die Bildungsfrage ist eine soziale Frage. DaS Problein der Massenbildung kann nicht auf rein philosophischem Wege, nur mit den Mitteln der formalefl Pädagogik gelöst werden. Allerdings kann man auch keine starren Normen ausstellen über die Grenzen der Bildungsmöglichkeiten. Individuelle Veranlagung läßt einzelne oder auch eine Mehrheit von Personen derselben sozialen Schicht über das Milieu dieser hinauswachsen. Auch in sachlicher Bc- ziehung sind BildungSmittel und-Möglichkeiten in ihrer Anwend- barkeit und ihren Erfolgen sehr verschieden. Alles ist da relativ- Oft gehört mehr Energie und Arbeit sowohl der Lehrenden als der Lernenden dazu, ehemaligen Volksschülcrn die Grundelemente des Wissens beizlibringen, als Angehörigen der Besitzenden, die einer guten formalen Bildung sich erfreuen, ein reiches Maß von wissen- schaftlicher Erkenntnis zuzuführen. Die Arbeiterin kann im allgemeinen mit abstrakten Wissenschaften sich nicht beschäftigen; für sie ist die Aneignung praktischen Wissens das Bedürfnis dringendsten Gebots. Und tv fehlt noch so unendlich viel in dieser Beziehung. Die Forderungen der modernen Hygiene sollte eigentlich eine jede Mutter kennen. Ferner sollte sie sich mit den Fragen der Pädagogik beschäftigen und ihr Wissen ausdehnen auf die großen gcfellschaftlichen Zusammen- hänge. Den Frauen des Bürgertums wird allenthalben Gelegenheit geboten, in Lehranstalten, m privaten und öffentlichen Vortrags- tiirsen, theoretisch und praktisch ihr Wissen zu bereichern. Schon die Schule hat ihnen einen festeren Bildungöuntergrund gegeben, als die Volksschule der Proletarierin. Aus dieser mangelhaften Bildungsanstalt tritt die Proleta- rierin ins Leben. In ein Leben, das oft lveder für wisscnscl>astliche Fortbildung, noch für geistige Anregung irgendwie Raum läßt,— in ein Leben, das stumpfsinnige Arbeit bedeutet. Die Parole heißt:„Hinein in die Tretmühle, auf daß du nicht hungerst I"— Hausarbeit. Fabrikarbeit oder andere gewerbliche und physische Arbeit stumpft den Geist und die geistige Aufnahmefähigkeit ab. Am ehesten noch hat die Fabrikarbeiterin Gelegenheit, bei der gemeinsamen Arbeit und verbunden durch gemeinsame Interessen, Anregung für größere Lebensfragen durch die männlichen Kollegen zu erhalten. Die hausgewerbliche Arbeiterin, die in ihren Betrieben meist nur mit weiblichen Kollegen assoziiert ist, findet weniger geistige An- regung als die Fabrikarbeiterin. Sie hat weniger solidarische.. Empfinden als diese und ist schwerfälliger im Denken. Wenngleich. trotz acht- bis zehnstündiger mechanisch geleisteter Arbeit, wohl hier und da bei der ledigen Arbeiterin noch Interesse für Bildungsvertiefung vorhanden ist, fehlt es ihr zumeist an der nötigen Anregung. und an Bildungsgelegenheiten. Für die in die Hauswirtschaft eingezogenen Proletarierinnen, die Dienstboten, stehen die Möglichkeiten zu einer Vervollkommnung ihres meist kümmerlichen Wissens am ungünstigsten. Sie sind HauSsklavinncn, ohne Anrecht auf freie Zeit, und auS diesem Grunde jeglicher Fortbildung benommen. In den„erstklassigen" Haushaltungen haben fie wohl Gelegen- heit zu lernen:„Mit vielem hält man Haus",— jedoch ein um so schwierigeres Problem ist eS für sie, einen eigenen proletarischen Haushalt nach dem Nachsatz zu führen:„Mit wenigem kommt man auS". Dort hat die Proletarierin wohl gelernt, daß Säuglinge mit bester Milch genährt, daß Kinder spazieren geführt, gebadet, rein gehalten und regelmäßig mit den für sie zu- träglichen Speijen versorgt werden müssen. Diese Wissenschaft hat sie vielleicht vor der gewerblichen Fabrikarbeiterin voraus.— Wie nun. wenn sie dieses Wissen in die Praxis ihres eigenen proleta- rischen Haushaltes umzusetzen versucht? Wenn sie vielleicht selbst noch mitarbeiten muß, in oder außer dem Hause? Wenn es knapp an Zeit und knapg an Mitteln ist, so kann sie den cigcneit Kindern weder die nötige Ernährung noch die nötige Körperpflege zukommen lassen, die bei denen, die sich die bequemen Wohnungen„mit allem Kouisort" leisten können, viel weniger Zeit, Unbequemlichkeiten und Umstände erfordert, als in der unkomsortabeln beschränkten Prolc- taricrwohnung. Die Prolctaricrin als Dienstbotin wird„Haussklavin" bleiben. solange sie noch als„ungebildete Person" in ein Hauswesen ein- tritt. Wie aber soll sie gebildet werden, wie und wo wollen die proletarischen Frauen ihr Wissen bereichern? ES gibt für sie nur einen Weg der Selbsthilfe: der Anschluß an die moderne Arbeiter- bewegung. Eintritt in die gewerlschaftliche und politische Orgam- sation. Viel von dem, was Staät und Gesellschaft, als Inhaber der Bildungsmittel und-Anstalten, an dem Proletariat gesündig: haben, kann überhaupt nicht wieder gut gemacht werden. Aber die Erkenntnis dessen spornt an, Besseres für unsere Nachkommen zu schaffen. Daß die Männer oft der Hemmschuh sind, der sich den: Bildungsdrang der Frauen in den Weg stellt, ist leider in prolc- tarischen Kreisen ein noch nicht ganz ausgerottetes Ucbel. Daß die Genossen ihre Zusammenkünfte haben, ihre Versammlungen, Vor- tragsabende und dergleichen mehr, ist für sie selbstverständlich. Für viele Frauen bleibt es jedoch noch immer ein häuslicher Kampf, sich nur ein- oder vielleicht zweimal im Monat einen Abend für die Bc- friedigung ihres eigenen Bildungsbedürfnisses abzuringen. Mancher Mann glaubt, seiner Hausvater- oder Stanneswürde tue es Ab- bruch, wenn er ab und zu einmal die Hausfrau in ihren Arbeiten vertritt und auch einmal Vaterpflichten übernimmt. Für die Frau ist eS gerade als Frau und Mutter nützlich, wenn sie ihr Wissen vervollkommnet, und eS sollten, wo immer das Bedürfnis danach vorhanden ist, neben politischer Schulung ihr auch Belehrung auf den erwähnten Gebieten zu teil werden. Von der Bildung der Frau profitiert auch der Mann, und vor allem: die Frau ist die Erzieherin der Kinder, und deshalb ist es ihr Recht und ihre Pflicht, Bildungsgelegenheiten wahrzunehmen. Sericdts- Leitung. Oberst a. D. Gaedke wider„Deutsche Tageszeitung". Eine Privatklage, die der frühere Oberst Gaedke gegen den der- antwortlichen Redakteur der„Deutschen Tageszeitung", Wilheln! Zchencrniann, angestrengt hat, kam gestern vor der 145. Abteilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte unter Vorsitz des Amtsgerichts- rats Wollner zur Verhandlung. Der Angeklagte erklärte, daß, als cr den Artikel schrieb, er den Artikel des Privatklägers nicht mehr genau im Gedächtnis hatte. Sonst hätte er den Ausdruck.Lobpreiser deS Königsmordes" als zuweitgchend erkannt und ihn vielleicht durch„Verteidiger des Königsmordes" ersetzt. Er habe auch lediglich auf den konkreten Fall in Scroien Bezug genommen und nicht etwa den Prioattläger im allgemeinen als Lobpreiser deS Königsinortes hinstellen wollen. Die Absicht einer persönlichen Ehrenkränkung � habe ihm ferngelegen, er habe sich durch den Artikel des Herrn Gaedke in seinen monarchischen und patriotischen Gefühlen verletz i gefühlt, und eS fei fein gutes Recht als Redakteur, gegen cinm Mann, den er für«inen Schädling halte, borzugehen. Der Privat- klüger suchte darzulegen, daß es sich um eine beabsichtigte vcr- leumderifche Beleidigung, durch die er in der Achtung seiner Mii- bürget herabgesetzt werden sollte, handele. Im übrigen sei dir „Deutsche Tageszeitung" am wenigsten legitimiert, ihm solchen Bor-- Wurf zu machen, denn dieselbe Zeitung habe in der Sonntagsbeilaga vom 26. Mai 1907 einen Artikel unter der Ueberschrift„Volksrecht und Fürstenrecht" veröffentlicht, in welchem ausgeführt wurde, daß die Interessen des Volkes höher stehen als alle Interessen der Dynastie.— Der Angeklagte trat dem Privatkläger scharf entgegen. Er bleibe dabei, laß der Privatkläger als Verteidiger des Königs- mordes in Serbien sich gezeigt und in seinem Artikel eS offen gelassen habe, daß. wenn dieselben Verhältnisse, die in Serbien den Offizieren die sittliche Pflicht nahegelegt haben sollen, die Moo- archie wegzuräumen, sich zeigten, auch anderswo dieselben Gewaü- j äste berechtigt wären.— Das Gericht kam 3U der Ueberzengung. . daß der Privatkläger in dem inkriminierten Artikel als ein Mann hingestellt werden sollte, der allgemein und prinzipiell ein Lobpreiser des Königsmordes sei. Der Artikel des Privatklägers, auf den sich diese Aeußerung beziehe, enthalte aber nimmermehr eine Verteidigung des Königsmordes, im Gegenteil betone darin der Stläger, baß er eine solche Tat an sich mißbillige. Ob es opportun war, daß Kläger als früherer Offizier die qu. Betrachtungen in Zum Gesinbennrecht. Vor dem Schöffengericht in Spandau stand am Freitag der Schankwirt Johann Beher aus Neu- Seegefeld auf der Anklagebant, weil er im September d. J. sein Dienstmädchen Helene Jurgeleit geschlagen hatte. Gleichzeitig mit ihm mußte aber auch die Jurge feit die Anflagebant betreten. Sie hatte vom Amtsvorsteher zu Falkenhagen ein Strafmandat in Höhe von 15 M. wegen unberech " " Shamrod" in der vergangenen Nacht auf der Elbe mit dem eine fommenden englischen Koblendampfer St. Vincent" aufammen. Zepterer wurde schwer beschädigt auf den Strand gesetzt, während Shamrod" fant. Wie später gemeldet wird, ist der Dampfer St. Vincent" gestern vormittag in den Hamburger Hafen eingelaufen. Dynamitexplosion. Eine schwere Katastrophe wird aus Colon getötet und 50 verlegt. Die meisten der Opfer sind Spanier. Die Explosion wird auf eine zufällige Entzündung von Tynamit vor Beginn beabsichtigter Sprengarbeiten zurückgeführt. Jufolge der Erschütterung explodierten noch weitere Ladungen, im ganzen 27 Tonnen Dynamit. auf die außerordentliche Schwere der Beleidigung und die Tatsache, erhoben. Die Sachen standen beide an einem Tage an und wurden gemeldet: Durch eine Explosion von 40 Tonnen Dynamit wurden daß dem Angeklagten geglaubt wurde, daß er sich in seinen fönigs treuen Empfindungen berlebt fühlte und es sich um eine Beleidigung im politischen Kampfe handelt, verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten zu 660 M. Geldstrafe event. 60 Tage Gefängnis und sprach Sem Kläger die Publikationsbefugnis zu. Breisrichter und Künstler. Vor der Strafkammer in Köln stand am Sonnabend der Maler Hans Schwarz aus Köln- Lindenthal wegen Beleidigung des Stadtberordneten B. Berghausen, des Oberbaurats Halmhuber, des Stadtbaurats Heimann, des Geheimrats Romberg und des Museums. direktors Dr. Creus, die zusammen ein Preisgericht gebildet hatten, als der Kölner Gewerbeverein ein Blatat im Wettbewerb aus. schrieb, das auf die ständige Ausstellung in der Gewerbehalle der Gewerbeförderungsanstalt für die Rheinproving aufmerksam machen sollte. Auf dem Plakat mußte ein Text von nicht weniger als 756 Buchstaben untergebracht werden. Als erster Preis waren ganze 100, als zwei zweite Preise je 50 M. ausgefeßt. Das Ausschreiben rief wegen seiner Schäbigkeit einen Sturm unter den Kölner Architekten und sonstigen Künstlern hervor. Man kam überein, sich an dem Wettbewerb durch spöttische Entwürfe zu beteiligen, um den Preisrichtern zu Gemüte zu führen, daß ihre Beteiligung an dem Handel unwürdig sei und ihre Unfähigkeit dartue. Es liefen 41 Spottentwürfe ein, die von den besten Kölner Künstlern stammten, aber anonym eingesandt wurden. Die Preisrichter fühlten sich beleidigt und liefen zum Staatsanwalt. Dr. Creus trat nach träglich vom Strafantrag zurüď. Die Bernehmung der Sachverständigen war vernichtend für die Breisrichter" und Ausschreiber des Blafats. Freiherr v. Berfall bezeichnete die Bilder als lustige Scherze und Ironien auf den Vorgang des Preisausschreibens, zwei seien etwas weitgehende Derbheiten. Direktor Otto Schulze von der Kunst- und Handwerkerschule in Elberfeld erblickt in den Bildern nur einen scharfen Brotest gegen die materielle Ausbeutung der Künstlerschaft, einen Aft der Selbsthilfe; künstlerisch seien die Blatate so hochstehend, daß sie keine Beleidigung enthielten. Direktor Dr. Boppelreuter von der Kölner Gemäldegalerie( Wallraf- Richarß- Museum) erklärte ebenfalls, daß die Bilder auf den Grundton gestimmt feien:„ Wir Künstler werden ausgebeutet." Im ganzen Lande heiße es: Köln ist in der bildenden Kunst rüdständig. Maler Weißgerber- München: Die Kölner Künstler hätten gegen die Absicht protestiert, die Kunst zu prostituieren; die gesamte Künstlerwelt Deutschlands stehe hinter ihnen. Auf Grund dieser Gutachten tam das Gericht entgegen dem Antrage der Staatsanwaltschaft, die im öffentlichen Interesse" gegen„ Schwartz und Unbekannt" die Anklage erhoben hat, zur Freisprechung. Wegen Sittlichkeitsvergehen verurteilte die Straflammer des Landgerichts III. gestern den Photographen Hermann Gottschalt zu 9 Monaten Gefängnis. Der Angeflagte hatte in einem Vororte eine Photographenbude und foll, wie von mehreren fleinen Mädchen befundet wurde, diese in die Dunfelfammer gelodt und fie unfittlich berührt haben. Die liebe Unschuld vom Lande. Bor der Straftammer in Duisburg gelangte am Sonnabend einer der zahlreichen Milchpantscherprozesse zur Verhandlung, die wohl überall an den Strafgerichten eine stehende Rubrik bilden, der aber in diesem Falle sowohl durch die Höhe der Strafe von den üblichen Nahrungsmittelfälscherprozessen absticht, als auch besonderes Interesse erweckt durch das Eingeständnis der Pantscher selbst und dadurch eine Schlußfolgerung zuläßt auf die Bewertung der städtifchen Bevölkerung durch gewisse landwirtschaftliche Streife. Angeklagi war eine ganze Familie, der Landwirt Kaienberg, dessen Ehefrau und deren 17jähriger Sohn. Die Familie Kaienberg liefert seit langen Jahren Milch nach Duisburg, namentlich auch sogenannte Kinbermilch. Alle drei stehen nun unter der Anklage der Banticherei, und zwar die Ehefrau als Hauptschuldige. Sie hat die Verwässerung besorgt, während der Ehemann und der erwachsene Sohn dies Gemisch als vollwertige Milch in den Handel gebracht haben, obwohl sie um die Pantscherei wußten. Während der Verhandlung gestand nun die ehrbare Landwirtin ein, daß sie die Wasser zusetzungen bereits seit etwa vier Jahren vorgenommen habe und es nicht anders tenne, da sie das so von der Mutter und der Schwiegermutter gelernt habe! Dementsprechend fiel nun auch der Denkzettel aus. Die ländliche Naive erhielt ein Monat Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe, der Ehemann zwei Wochen Ge fängnis und 500 Mt. Gelbftrafe und der 17 jährige Sohn, von dem das Gericht annahm, daß er unter dem Einflusse der Eltern ge standen habe, wurde mit 50 M. Geldstrafe bedacht. Für den Junalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber tetuerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 15. Dezember. Anfang 7%, Uhr. Königliches Opernhaus. Der Barbier von Bagdad. Berfiegelt. Königliches Schauspielhaus. Bopf und Schwert. Anfang 8 Ubr. Deutsches. Das Wintermärchen. Kammerspiele. Elektra. Hebbel. Thummelumfen. Leffing. Gespenster. Berliner. Der Beilchenfresser. Neues Schauspielhaus. Rabagas. Romische Cper. Baza. Neues. Israel. Kleines. Moral. Refidenz. Kümmere bidh um Amelte. Schiller 0. · allner Dealer.) Der Richter von Salamea. Why her Charlottenburg. Bater a und Sohn. Friedrich Wilhelmstädt. Schan = spielhaus. Madame Bonivard. Westen. Der fidele Bauer. Thalia. Immer oben auf. Luisen. Die Kinder des Kapitän Grant. Bernhard Rofe. Wilhelm Tell. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. gan vietas. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neaes Overetten. Die Dollaro prinzessin. Berliner Operetten Theater SW. Havana. Anjang 8% Uhr. Gastspiel Theater. Demimonde. Anfang 8%, Uhr. Bürgerl. Schauspielhaus. Die Züdin von To edo. Anf. 8, Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Borher: Intern. Künstler- Teil Apo. Mizi Gizi. Slegwart Gentes. tabel Metropol. Donnerwetter Los. Wintergarten. Spezialitäten. Vanage. Spezialitäten Rafino. Die Dianabäder. Spezia litäten. Meichsvallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialitäten. Folies Caprice. Servus Bschesina. Luftige Ehemann. Gustav Behrens. Der Obersteiger. Spezialitäten. Cart Haverland. Spezialitäten. Parodie. 2X3= 7. Die Bauberflöte. Anfang 8, Uhr. Urania. Tandenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Am Golf von Reapel. Sternwarte, 3nvalidenftr. 57/62. Einen rätselhaften Tod gefunden. Ans Grim 85h wird vom gestrigen Tage berichtet: Der Dampfer, Ashton" meldete gestern abend bei seiner Anfunft, daß an Bord fünf russische Juden auf der Reife von Antwerpen in rätselhafter Weise gestorben feien. Die Todesfälle hätten sich fämtlich innerhalb eines Zeitraumes von 10 Minuten er eignet. Der Mageninhalt der Toten ist zur bakteriologischen Unter fuchung nach London gefandt worden. Das Schiff verbleibt unter Quarantäne, bis das Ergebnis der Untersuchung feststeht. bom Gericht aweds gleichzeitiger Verhandlung verbunden. Der Angeklagte hatte das Mädchen auf ein Jahr gemietet. Dieser wurde aber die Arbeit zu schwer, auch bekam sie, wie sie sagte, nicht fait zu essen. Außerdem war sie im September d. J. schen im 5. Monat schwanger. Dies hatte sie dem Dienstherrn auch mit geteilt. Eines Abends im Dezember d. 3. verlangte Beher und feine Frau von dem Mädchen, sie sollte um 8% Uhr noch Küchenarbeit machen. Das Mädchen weigerte sich und es entstand ein Streit, in dessen Verlauf Beher dem Mädchen mehrmals mit der Hand ins Gesicht schlug und sie würgte. Er schloß dann die Küchen tür zu. Das Mädchen machte, um nur Ruhe zu haben, die Arbeit fertig. Anderen Tags ging sie zum Amtsvorsteher und teilte ihm mit, daß sie den Dienst verlasse, weil sie ihr Diensthere geschlagen. Dieser gefebeskundige Herr erwiderte dem Mädchen, daß sie den Dienst nicht verlassen dürfe, denn die Herrschaft habe das Recht, dem Dienstpersonal, wenn es die Herrschaft reist, eine leichte Büchtigung zuteil werden zu laffen.( Die Jurgeleit teilte dent Gericht wenigstens mit, daß ihr der Amtsvorsteher diesen falschen In felerlich- grelgelber Beleuchtung zeichnet ein tiefes Schivarz auf der Bescheid gegeben.). Das Mädchen ging aber nicht wieder zu dem Titelseite der Nummer 26 des Süddeutschen Postillon" Chat noir im humanen Dienstherrn zurück, stellte vielmehr gegen denselben Straf- Donaueschinger Fürstenfchloffe: Einer ist gefallen, der andere verschwindet antrag. Vor Gericht gab Beher zu, das Mädchen geschlagen zu eilig rechts um die Ecke, verhöhnt vom Freunde Hain. Banselow gibt haben, er meinte, er habe nach der Gesindeordnung hierzu ein eine Satire auf den preußischen Landtag:" Unter Landratten" Diavolo Recht! Der Borsitzende belehrte ihn allerdings dahin, daß nach eine solche auf unsere Gesellschaft: Sie hat recht. Das Schlußbild„ Die in vollem Umfange. Aus dem Terte heben wir hervor: Proletarier Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Dienstherr kein Recht verantwortlichen" kennzeichnet das grimme Unglück deutscher Diplomatie Brief aus Sachsen. Hurra! Hurra! zum schlagen mehr habe. Das Gericht verurteilte den Restaurateur Weihnacht Gedicht von E. Sel. Beyer, der sich nicht scheute, ein Mädchen, welches im 5. Monat Hurra!( Ged.) Defterreichs Zubel( Geb.) Ich bin ein Preuße, fennt schwanger war, so zu schlagen, daß, wie das ärztliche Attest be- ihr meine Farben. Auch der bekannte Abderit läßt sich wieder einmal fagte, die Augen und Bade blau verfärbt waren, zu ganzen hören. Die Nummer toftet 10 Pfennig, fte bildet den Schluß des Jahre 5 Mart Geldstrafe. Das mißhandelte schwangere Mädchen aber ganges 1908. wurde wegen Uebertretung gegen das Gefeß betreffend Verlegung der Dienstpflicht des Gesezes bom 24. April 1854 au 10 Mart Geldstrafe verurteilt. Von Rechts wegen. www Das Urteil widerspricht nicht nur dem Rechtsgefühl. Der schlagfertige Restaurateur hatte nach dem Gesez eine weit höhere Strafe verwirft. Das. Dienstmädchen aber war freizusprechen, weil es das Bewußtsein nicht haben konnte, daß solch rohe Tat fie nicht zum Berlassen des Dienstes berechtige. Hoffentlich rust das Mädchen die höheren Instanzen an. Vermischtes. Großfeuer in Köln. Sonntag nachmittag brach einer Meldung aus Köln zufolge auf bisher unaufgeklärte Weise in der Modelltischlerei der Gasmotorenfabrit Deuz Feuer aus, das schnell um sich griff und das ganze Modellhaus einäscherte. Der andere Betrieb ist ungestört. Seine Ehefrau erwürgt. Ueber die Tat eines Geisteskranken wird aus Ahrensdorf bei Fürstenwalde berichtet. Auf seinem Bauerngut erivürgte der 42 Jahre alte Landwirt Karl Lubisch seine gleichalirige Frau. Er nahm sich dann selbst durch Erhängen das Leben. 2. war vor acht Tagen aus der Frrenanstalt Herzberge, in der er längere Zeit interniert gewesen, als geheilt entlassen worden. Sobald er sein Gehöft betreten, tam der Irrfinn wieder bei ihm zum Ausbruch und es wurde infolgedeffen die erneute Neberführung nach der Anstalt angeordnet. Dies verzögerte sich jedoch von Tag zu Tag. 2. hatte in Erfahrung gebracht, daß er wieder nach der Anstalt zurück follte und er lebte in dem Wahne, daß ihn seine Frau nur los fein tolle. Es tauchte schließlich in dem Kranten der teuflifche Plan auf, seine Frau ums Leben zu bringen. Am Sonnabendabend schlich er ihr auf den Trockenboden nach und während Frau 2. Wäsche abhing, fiel der Ehemann über sie her und schlug sie zu Boden. Der Bahn finnige erwürgte dann sein unglückliches Opfer. Neben der Leiche erhängte sich hierauf der Mörder an einem Wäschehalen. Eingegangene Druckfchriften. Briefkaften der Redaktion. Die ineiftifdhe Evrechstunde Ander Lindenstraße Nr. 8, sweiter Sof. dritter Eingang. bier Treppen, wochentäglich abende von 7% bis 9% Uur statt. Geäänet? br Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 br. Jeder Aufrage ift ein Buchitabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügent. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechiunde box. Wielandstr. 48. Schwerlich würde, wenn nicht besondere Umstände borliegen, in dem von Ihnen mitgeteilten Fall Verurteilung megen Bes leidigung erfolgen. O. 8. 3. 1. Tauf oder Stonfirmationsschein. 2. Ja. 3. Nein. D. M. 36. Schriftliche Form genügt. Beihilfe eines Anwalts ist nicht erforderlich, aber zweckmäßig. 3. A. 100. 1. Rein. 2. Weisen Sie auf das vom Gericht bewilligte Armenrecht hin. 3.. Rein. D. 12. Die Vereinbarung der 14tägigen Ständigungsfrist ist rechtsgültig. egen grober Beleidigungen tann ohne Einhaltung der Frift die Arbeit A. 204. Der verlassen und Lohn für die 14 Tage eingeflagt werden. Birt ist nicht verpflichtet, auf vorzeitige Aufhebung des Vertrages cine B. J. 17. War in der Tat Feierabend geboten, so ist eine zugeben. Freisprechung unwahrscheinlich. Mixdorf H. 1. Rein. 2. Zunächst müssen Sie Sühnetermin beim Amtsgericht stellen. Fällt dieser fruchtlos aus, so müßten Sie durch einen Anwalt beim Landgericht Scheidungsflage erbeben. 3. Etwa ein Jahr. 4. Ungefähr 100 M. 3. V. 48. Ja, aber es ist besser fich als freiwilliges Mitglied zu melden, weil sonst nach 8.. 32. 3 Wochen die Leistungen aufhören. Der Kaffenbeamte 8. N. 1000. 1. Offenbacher Stranfenfasse für Frauen, hat recht. 2. Städtische Spartaffe. Bingenstr. 66 bei Hinz, ist empfehlenswert. 5. St. 22. Sie können Ausstellung des Zeugnisses verlangen und falls der Restaurateur dasselbe verweigern sollte, auf Ausstellung beim Ges tverbegericht flagen. 23. B. 19. Die Stlage wäre nicht aussichtslos. Der Klage vorausgehen müßte aber die Aufforderung durch die Polizei, das Mädchen wieder in Dienst zu nehmen beziehungsweise ein Zeugnis der Polizei, daß ein dahin gerichteter Sühneverfuch erfolglos war. Für die St. St. 47. 1. Ja. 2. Die Stlage Stlage ist das Amtsgericht zuständig. dürfte laum Aussicht auf Erfolg haben. 3. Die Utenfilien würde R. dem B. soweit zur Verfügung zu stellen haben, als dieser derselben zur Ver wendung in der Braris bedarf. 4. Abwarten, der Vertrag ist so unflar und gefbidt wie denkbar gemacht. Würde R. ausdrücklich zurücktreten, fo tönnten Schadensersatzansprüche gegen ihn erwachsen. M. M. 1. Ja www Waferstands.Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Bafferstand Der entflogene Ballon. Aus Wiesbaden wird gemeldet: Bet einer am 12. d. M. von hier aus unternommenen Nachtfahrt wurde der Ballon Mainz- Wiesbaden" im Nebel durch eine Bö auf die Erde geworfen, wobei beide Insassen, Hauptmann Eberhard und Beide Herr Strauße aus Wiesbaden herausgeschleudert wurden. Herren blieben unverlegt, der Ballon entflog jedoch in nordöstlicher memel, Tilfit Richtung; er wurde später bei Merkenfrig( Oberheffen) aufgefunden. Bregel, niterburg Unfall des Berlin- Kölner D- Zuges. Aus Bielefeld wird amtlich gemeldet: Am 13. d. M., morgens 4 Uhr 5 Minuten, ent gleifte die vordere Laufachse der Lokomotive des D- Zuges 10 Berlin- Köln in Kilometer 134,0 zwifchen Gütersloh und Rheda. Bersonen wurden nicht verlegt, Materialschaden ist nicht entstanden. Gleis Gütersloh- Rheda war etwa 2 Stunden gesperrt. Der Betrieb wurde eingleifig aufrecht erhalten. Die Reisenden des D- Buges 10 Die Ursache der wurden mit D- Zug 6, der auf der Unfallstelle hielt, weiter befördert. D- Zug 10 fubr 130 Minuten Veripätung weiter. Entgleisung ist noch nicht festgestellt. Schiffszufammenstoß auf der Elbe. Wie eine Meldung aus Hamburg befagt, ftieß der aus gehende deutsche Kohlendampfer Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 1hr Der Richter von Zalamea. Schausp. in 3 Aufzügen von Calderon de la Barca. Deutsch v. Wilbrandt. wittwoch, abends 8 11 br: Der schwarze Kavalier. Donnerstag, abends8lbr: Der Graf von Charolais. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Mittw., Sonnab. 4 Uhr: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Dienstag, 15. Dez., Anfang 8 Uhr: Madame Bonivard. Mittwoch: Seine Hoheit. Donnerstag: Jrmingard. Freitag: Madame Bonivard, Neues Theater. pollo Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Tage: Israel. Kleines Theater. Unjang 8 Uhr. Moral. Theater Abends 8 Uhr: Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Vater und Sohn. Stomödie in 3 Aften von Gustav Esmann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Vater and Sohn. Donnerstag, abenos8Uhr: Vater und Sohn. Hebbel- Theater Königgrätzer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Thummelumsen. Weichiel, born Oder. Ratibor • Strofien Franfiurt Barthe, Schrimm Landsberg Rege, Bordamm Elbe, Leitmerig Dresden Barba Diagdeburg am feit 13.12. 12. 12. cm cm) 304)-19 -22)+15 44+4 78 +-1 75 4-2 84)-2 10+6 Bafferstand Saale, Grochlig Havel, Spandau) Rathenow) Spree. Spremberg) Beeskow Beser, Münden Minden am feit 18.12. 12.12. cm cin') 77+4 59 50 +9 72 74 -44 +48 -14+8 Rhein, Marimiliansau 331 18 16)-2 0-16 Kaub 112+7 -78-19 Stöln -191 Redar, heilbronn 41 95-14 +-6 35 -1 50 Main, Wertheim Mosel, Trier 121+6 144+23 Untervenel, 989 5) Elsstand. + bedeutet Wuchs, Nal. WHOP Grundeistreiben. Eistreiben in ein bis awei Drittel Strombreite. schwaches Grundeis. Saison! Urania. Zirkus Busch. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Dienstag, den 15. Dezember, abends präz. 7, Uhr: Gala- Abend. Debut! Debut! Debut! Am Golf von Neapel.? Das Moto Baby!? Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Morgen: Der Veilchenfresser. Lustspielhaus. Luisen- Theater. Abends 8 Ubr: Madame Flirt. Abends 8 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Gastspiel- Theater Mittwood, Donnerstag, Freitag: Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange. Demimonde. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Täglich abends 8 Uhr: Die Stinder des Kapitän Grant. Sonnabend 4 Uhr Premiere: Der Rattenfänger von Hameln. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonntag nachm. 3 Uhr: Aus. gewiesen. Abends: Die Kinder des Kapitän Giant. Montag: Die Kinder des Kapitän Grant. Um ca. 9 Uhr: Zizi Bamboula, das vielumstrittene Naturwunder aus Paris. Inas Truppe! John Higgins! Ferner: Frl Martha Mohnke, Schufteilerin. Dr. Ernst Schumann m. b. neuesten Dreſsuren. Gerard 11. Fontana Foureaux u. Manetti, Neittünstler. Um 94, Uhr: Barbarossa!! Nenes Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Quisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 8 Atten von Leo Fall. Fröbels Eine luftige Spreefahrt. Kümmere Dich um Amelie". DERNHARD ROSE THEATED Allerlei- Theater Murfif von Paul Lincko.. 9," Mizi Gizi 1016: Brothers Schenk 10Uhr: 10, Siegw. Gentes Schwant in drei Allen( vier Bildern) von Georges Feydeau. Berliner Eis- Palast Ständige Eisbahn Bis 1 Uhr nachts geöffnet. Großes Konzert. Auftreten 11. die übrigen Dezember- Attraktionen. dos Schlittschuhkönig im Kunstlaufen Mittwoch 3% Uhr: Frau Holle. Karl Aaman. Sr. Frantiurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Wochentagspreise. Mittwoch nachm. 3 Uhr Schillerborst.: Wilhelm Tell. 2lbends: Die Entgleisten. Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 15. Dezember: Frieden auf Erden. Lebensbild mit Gesang in 8 Atten von Hugo Schols. Musik von Albert Kersten. Zirkus Schumann. Heute Dienstag, den 15. d. Mts.: Um 9 Uhr: Das Beste vom Besten der Seeräuber und Golo, Madchenhandler, lie gegenwärtig größte u. beste Pracht- Ausstattungspantomime. Besonders hervorzuheben: Der Riesen- Wasserfall zum Füllen der Gräben, welche die Burg Golos umgeben, und Salomes Opfertanz. Vorher: Das Sensations- Programm. Brauerei Friedrichshain. Am 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertage: Große Matinee- Konzerte von Johann Strauß.. Wien mit der gesamten Kapelle( 50 Künstler). Billetts zu ermäßigten Preisen( 40 u. 60 Pf.) im Vorverkauf bei der Expedition des Vorwärts", Herrn Zucht, Immanuelkirchstr. 12. 11 Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jahmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6%, Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. WINTERGARTEN Metropol- Theater Unter persönl. Leitung d. Komponisten Paul Lincke. Zum 100. Male: Gebrüder HerrnfeldVorverk. Anfang Theater. 11-2 Uhr. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Herrnfelds größter Schlager: Die beiden Bindelbands. Vorher: Der neue Ktinnstler- Teil. alast- Theater Pala Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Täglich 8 Uhr: Das sensationelle Progr. U. a.: Lona Revél, plastische Bofen. Dolorita, fpan. Tänzerin. Clerson u. Georgi, akrobatischer Akt. Werthers Leiden, Burleske. Anf. 8 Uhr. Borverkauf 11-1 Uhr. An allen 3 Weihnachtstagen Samilienfarten, wochentags halbe abends 8 Uhr: Die beiden Bindelbands. Nachm. 4 Uhr, bei halben Preisen: 1. Feiertag( Freitag): Endlich allein! 2. Feiertag( Sonnabend): Hausierer Jockele.. 3. Feiertag( Sonntag): Die letzte Ehre. Hierzu nachmittags u. abends Der neue Künstler- Teil. Billetts für die Weihnachtstage und Silvester- Vorstellung und Feier sind ab heute schon zu haben. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. 8 Uhr: Corradini usw. usw. Das weltberühmte Bergère- Quartett. 9, Uhr: Jubelnder Lacherjolg! ,, Die Dianabäder" Breise, überall gratis! Stolas, Kolliers, Krawatten, Muffen, Herren- u. Kinder Garnituren, Pelzjacken, Peize, garnierte Pelzhüte, Baretts, Pelzdecken, nur eigenes Fabrikat, in größt. Auswahl, aus bestem Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Kein Laden! Sonntags geöffnet. Donnerstag, 17. Dez.: Wohltätig F. Kalman, Kürschnermstr. keits- Vorstellung. Otto RiAm Donnerwetter- tadellos! Sanssouci, Der lachende Politiker und das neue interessante Programm. ENTREE M.1 RESERV. PLATZ M28 einschliessi. Garderobe Programm D. Passage- Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Bozena Bradsky und das großartige Dezember- Programm. Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. ValhallaWa Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr: Dezember Spezialitäten. Im Tunnel Regimentstapellen 2c. Theaterbetucher bab. freien Eintritt. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß neu: Der Kompagnie- Ball Mulitärische Humoreste bon Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonni. 711 Kottbuser Straße 6, Direftion Wilhelm Reimer. Rächsten Donnerstag: Letzte Vorstellung Kommandantenstr. 15, Tel.: I, 3917, gegenüber Beuthstr., vorn 1 Tr. Blumen- und Kranzbinderci von Robert Meyer, vor Weihnachten. Uur Mariannen- Straße 2. Hoffmanns Norddeutsch Sänger und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog Empfehl.viel Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 Calmons Hansa nach neuem Verfahrer aus feinstem Gummi hergestellte Gummischuhe Einheitspreis für Damen M. 3.50 für Herren M. 4.50 sind leicht und schmiegsam und besonders widerstandsfähig Fordern Sie neues Musterbuch Behrens- SALAMANDER Theater. Goltzstr. 9. Passage- Panoptikum. Der Obersteiger Die gr. Weihnachtsvorstellungen: Ein Stündchen im Himmelreich mit den großen Tableaus: Petrus am Himmelstore Lasset die Kindlein zu mir kommen etc. Die phänom. Illusions- Feerie: Die singenden Engelsköptchen. Alles ohne Extra- Entree! Lebend! Lebend! Das Bärenweib, halb Weib halb Bär. Ohne Extra- Entree! W. Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brimennr. 16. Die Schule der Liebe ober: Familie Friedlich. Beihnachts Boltsfiüd mit Gefang. Anfang 8 Uhr. Entree 30 B3f.' Sonnabend, 19. Dez. große ErtraBorstellung! Einmalige Aufführung: Die Rose von Avignon. Bürgerliches Schauspielhaus Kaftanien- Allee 7-9. Im Abonnement. Die Jüdin von Toledo. Svauerspiel in 5 Aften v. Grillparzer. Anfang 8%, br. Morgen: Die Herren Söhne. Gonnabend 4 Uhr: Aschenbrödel. Folies Caprice Anjang 8% Uhr. Servus Pschesina! Bunter Teil. Ein lediger Ehemann. Königstadt Kasino. Bolamarfiftr. 72. Gänzlich neues Brogramm!!!! Franz Sobanski. ober: Bergmanns Freud und Leid. Charalterbild ans der Neuzeit. Fried I, Obersteiger: Dir. G. Behrens. Dr. Henry: Das Wunder der Hunde- Dressur. Außerdem bas Elite Dezember- Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. in einigen Tagen erscheint Schuhges. m. b. H. Berlin Zentrale: W.8. Friedrichstr. 182 C. Königstr. 47 Ein Kleines Heldengedicht oon Herman Gorter SW. Friedrichstr. 221 C. Rosenthalerstr. 1 W Potsdamerstr.& NW. Wilsnackerstr. Ecke Turmstr. 9 W. Tauentzienstr. 15 eit 4 Reproductionen nach Wandgemälden von Richard Roland Holst aus dem Gewerkschaftshause der Diamantarbeiter in Amsterdam. Brochiert Mrk 1.25. Gebunden in rotem Leder Mrk 2.-. Doi proletarische Epos des holländischen sozial- demokratischen Dichters wind in deutscher Uebersetzung den Genessen gerade so willkommen sein wie dae ursprüngliche Gedicht den Holländischen. Ein schöneres Weihnachtsgeschenk lässt sich kaum denker Meas& Van Suchtelen Leipzig. Erprobt und bewährt! 5255L* Lampen u. Brenner Spiritus- Zentrale C. m. h. L. Spiritus- GlühlichtBerlin NW. 7, Friedrichstr. 96, gegenüber dem Central- Hotel. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenhauer. Berlin. Bezirk 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Wilhelm Knopf am 12. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. d. M., nachmittags 4 1hr, von der Leichenthalle des Emmaus Kirchhofes, aus statt. 253/12 3 Der Vorstand. Danksagung. Für die Beweise der innigen Teil nahme und die vielen Kranzspenden, bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters fagen wir allen Berwandten und Freunden, besonders dem Gesangverein„ Bereinte Sanges brüder Moabit", den Kollegen vom Werkzeugbau, Turbinenfabrik der Firma Bartsch u. Weber, dem Deutschen Metallarbeiter- Berband und der Zentral Strantenunterstügungsfaffe der Schmiede unsern herzlichsten Dant. 1646 Witwe Nagel und Söhne. Pelzwaren!!! 119 Sonntags geöffnet. 119 Eile zu Weile Dresdener Straße Eckhaus Oranienplatz. Hochbahn Kottbuser Tor. Eigene Kürschnerei. EchiSkunksstola von 25.- M. an Ohne Konkurrenz Echt Herz- Stola von 40.- M. an Neueste Moden! Echt Nerzmurmel- Stola von 18. M. an Schlager d. Sais. Echt Tibet- Stola von 7.50 M. an Riesenhafte Auswahl! Prima Felle in all. Fellarten stets auf Lager. Reparaturen und Umarbeitungen schnell.gut, billig Hervorragend billige Preise. Gelegenheitskäufe auf CREDIT Möbel, Komplette Betten Wohnungs Ister waren Einrichtung Herren Damen -Confection Leichteste Zahlungsweise nur 93 Oranien str. 193 60 Schutzmarke B Unsere echten Biere sind überall zu haben. In Flaschen à 10 Pt. In Kannen u. Syphons Ltr. 35 P?. We nicht, dann direkt durch uns NO. 18. Tel. VII, 1670, 2088, 3128. BÖHMISCHES BRAUHAUS Eine Mark wöchentliche Teilzahlung üefere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Grias füz Maaß. Anfertigung nach ManUS. Tabenaje Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Frankfurterstr. 37, 1 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Nachruf. Am 7. Dezember verstarb umjer Mitglied, der Kellner Joseph Rother und wurde am 10. d. M. beerdigt. Ehre seinem Andenken! 213/20 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Köpenider Biertel. Bezirk 190. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maurer Wilhelm Schulz ( Mantcuffelft. 27) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 2 Uhr, bon der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhojes in Britz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 223/7 Der Vorstand. Am Sonnabend, den 12. d. M., nachmittags 2, Uhr, verstarb nach furzem, fchiverem Krantenlager unser langjähriger Beamter err Paul Meyer im 59. Lebensjahre. Bir verlieren in dem Ber storbenen einen pünktlichen und gewissenhaften Beamten, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Maschinenbauarbeiter und verwandten Gewerbe zu Berlin, Franz Schuldt. 1655 Am Sonnabend, den 12. DeJember, verstarb nach kurzer, Schwerer Krankheit unser lange 1665 jähriger Sollege Paul Meyer im 59. Lebensjahre. Der Verstorbene war immer ein aufrichtiger und entgentommender Nollege, und werden wir jein Andenken stets in Ehren halten. Die Beamten der Ortsfrankenkaffe der Maschinenbauarbeiter n. verwandten Gewerbe zu Berlin. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 11. Dezember berstorbenen Mite gliedes, Herrn Paul Gronwaldt findet statt am Dienstag, den 15. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Leichenballe des alten St. Georgen Kirchhofes ant Königstor. 1675 9 Das Komitee. Zentral- Verband der Steinsetzer( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands. Groß- Berlin ( Unterbezirk Norden). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied, der Steinfeger Julius Dräger verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 15. Dezember, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle der Friedens- Ge meinde in Nieder Schönhaufen aus fiatt. Im rege, Beteiligung ersucht 179/8 Der Vorstand. Gesang- Verein Vereinte Sangeshrider Moabit. M. d. A.-S.-B. Nachruf. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Hermann Nagel nach fünftägigem Arantenlager am 9. Dezember verstorben und am 13. beerdigt ist. Ehre seinem Andenken! CS/ 20 Der Vorstand. Les Mandros, Gebr. Weiß, E. Charton, Grete Reimann, Mstr. Rex, Mstr. Giron. Leute von heute. Berf. Lebensbild mit Gefang ist 1 20ft. Whitto. Connab., Somt., n.b.B. Zanz. 16. Dezemb. beg. d. Beihnachtsoors. Berantwortlicher Hebatteur: Sons Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drudu. Berlag: Borwarts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Kein Kaufzwang! Preisliste kostenlos! Gingeng Straußbergez lag. Nr. 293. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 15. Dezember 1908, Partei- Angelegenheiten. 2. Wahlkreis. In dieser Woche findet im unteren Saale von Rabe, Fichte str. 29, eine Bücherausstellung, bestehend in Jugendschriften, sozialistischer Literatur, Klassiker, Spiele usw. statt. Der Eintritt ist für jedermann frei. Die Ausstellung ist geöffnet von 2-9 Uhr. Genossen, Freunde und deren Angehörige werden gebeten, diese Ausstellung in Augenschein zu nehmen. Die Frauen werden ganz besonders darauf aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Charlottenburg. Heute abend 81%, Uhr findet im großen Saale des Volkshauses die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Ein Vortrag des Genoffen Fris Kunert Berlin: Zwei Lebensfragen der deutschen Politik in der Gegenwart". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes.- Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Wilmersdorf. In denjenigen Bezirken, wo das allgemeine Flugblatt am Sonntag noch nicht verteilt worden ist, erfolgt die Verbreitung Donnerstagabend 8 Uhr. Der Vorstand. Lichtenberg. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, finden zwei Boltsversammlungen statt, und zwar in Paul Schivarzes Konzertgarten, Dorfstraße, und für Lichtenberg- Ost im Prälaten", Eitelstraße 72. Auf der Tagesordnung stehen die Fragen der Kommunalpolitik des Drtes. " Der Borstand. der Verein für Verpflegung und Unterstüßung armer Wöchnerinnen Für Berlin wird jetzt die Frage aufs neue in Fluß gebracht. 1500 M.( bisher 1000 M.), der Evangelisch- lirchliche Hilfsverein Soeben hat der Magistrat den Stadtverordneten eine Vorlage zu Zweigverein Berlin zugunsten feiner Stationen für häusliche Kranten- gehen lassen, betreffend die Bewilligung von Mitteln zur Veranstal pflege 8000 M.( bisher 7000 m.), die Diakonissenanstalt in Borsig- tung einer Umfrage darüber, ob und wieweit die walde 100 M., der Verein Säuglingskrankenhaus Berin 1500( statt se leinhändler selber nach einer erneuten Beschrän bisher 1000 m.), der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der tung der Verkaufszeit an Sonntagen verlangen. Geschlechtskrankheiten 200 M., die Zentrale für private Fürsorge Organisationen von Handlungsgehilfen sowie der beim Kaufmanns2000 m., der Verein der Berliner Arbeiterkolonie 1500.( ftatt gericht bestehende Ausschuß für Gutachten und Anträge hatten es bisher 1000 M.), der Verein zur Besierung der Strafgefangenen für wünschenswert erklärt, auch im Kleinhandel eine weitere 5000 M.( statt bisher 4000 M.), der Deutschen Gesellschaft zur Verfürzung der Sonntagsarbeit eintreten zu lassen. Die Gewerbes Rettung Schiffbrüchiger 200 M., der gemeinnüßige Verein für Rechts- deputation beantragte dann, bei den beteiligten Kleinhändlern ausfunft in Groß- Berlin 5000 m., der Verein Arbeiterinnenwohl Erhebungen darüber vorzunehmen, ob auch sie hiermit einverstanden 5000 M., der Berliner Waldschutzverein 3000 M., der Deutsche Berein feien und eventuell für welche Zeit. Der Magistrat be für Wohnungsreform 60 m., der Königin- Augusta- Stiftung für die schloß Veranstaltung der beantragten Umfrage, doch hob er Berliner Feuerwehr( außerordentlich) 3840 M., der Berliner Ton- hinterher seinen Beschluß wieder auf, weil sich inzwischen Gedie Ungeduldigen damit fünstler- Verein zugunsten der Musikalischen Volksbibliothek 500 m., legenheit gefunden hatte, der Zentralvorstand des Oberlin- Vereins: 3000 m. und der Zentral- zu vertrösten, daß ja eine gefeßliche Neuregelung der Sonntagsarbeit in Aussicht stebe. Als sich bald genug zeigte, daß verband zur Bekämpfung des Alkoholgenusses 300 M. es mit der erwarteten Neuregelung vorläufig nichts sei, kam eine erneut mahnende Eingabe des Zentralverbandes der HandLungsgehilfen, und nun beschloß der Magistrat, die Angelegen heit gemäß jenem Antrage der Gewerbedeputation wieder aufzunehmen. Die Umfrage soll in der Weise ausgeführt werden, daß den beteiligten Kleinhändlern, deren Zahl vom Statistischen Amt auf ungefähr 42 000 geschäzt wird, Fragekarten nebst den notwendigen Erläuterungen zugestellt und die Fragekarten auss Es fällt unliebsam auf, daß unter den Vereinen und Instituten, denen erhöhte Subventionen zugewendet werden, der Asylverein für Obdachlose fehlt, dem sicher eine erhöhte Zuwendung fehr not tut. Der Magistrat fönnte das gemeinnügige Wirken des Justituts gar nicht besser anerkennen, wenn er anläßlich des 40jährigen Jubiläums in der angeregten Weise verführe. Aus der städtischen Krankenhausverwaltung. Ein Schmerzenstind der städtischen Verwaltung sind die Kranken- gefüllt später wieder abgeholt werden. Zustellung und Abholung häuser. Trotz alles vorgeblich vorhandenen Wohlwollens fann man sollen, da andere Drgane nicht zur Verfügung stehen; möglichst es niemandem recht machen. Unzufriedenheit herrscht überall. durch die Steuererheber und zwar gegen besondere Entschädigung Stralau. Heute abend 8 Uhr findet in den Markgrafenfälen, wunderbarerweise hett" aber nicht nur die fozialdemokratische bewirkt werden. Um die Abstimmung", sagt der Magistrat in Markgrafendamm 34, eine Voltsversammlung statt. Tagesordnung: Breffe, sondern auch bürgerlichen Organen wird das nachgesagt. feiner Vorlage, möglichst unbefangen und möglichst un„ Kirche, Schule, Staat". Referent: Genosse Baul Göhre. Die Kaum hat sich der Sturm anläßlich der Fleischvergiftungen im beeinflußt zu gestalten, sollen mit den Fragekarten Geistlichkeit und Lehrerschaft sind zu dieser Versammlung eingeladen. Rudolf- Virchow- Krankenhause gelegt, bringt die Tägliche Rund- verschließbare Kuverts ausgegeben werden, in denen schau" in Nr. 565 vom 2. Dezember einen gepfefferten Artikel über die ausgefüllten Fragekarten zurückzureichen sind. Den Abstimmenden Brit- Buckow. Heute abend 1/20 Uhr findet bei Weniger die die städtischen Strankenschwestern. Nach diesem Artikel sollen die foll mitgeteilt werden, daß ihre Namen nicht bekanntgegeben werden." Vereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schwestern äußerst lange arbeiten müssen, mit untergeordneten Ar- Die Stadtverordnetenversammlung, die vom Magistrat um Bes M. Grunwald über: Die Bildungsbestrebungen der Arbeiter beiten, als Scheuern, Bußen und dergleichen gewöhnlichen Arbeiten willigung der auf 5000 M. veranschlagten Kosten ersucht wird, wird fchaft". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Borstand. übermäßig belastet werden. Dienstzeiten von 6 Uhr früh mit am nächsten Donnerstag hierüber zu beschließen haben. Friedenau. Heute abend 8 Uhr findet im„ Rheinschloß", Rhein- 1 ftündiger Pause bis abends 28 Uhr sollen bestehen; es gäbe nur zweimal in der Woche Urlaub von 8-10 Uhr und außerdem ſtraße 60 die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Genossen Ahrens über unsere Sozialgejezgebung. Auch ersuchen wir zwecks Jahresabschlusses die aus der Bibliothek entliehenen Bücher zurückzuerstatten. Der Vorstand. Tegel. Die Mitglieder werden auf die heute abend pünktlich 8 Uhr in Jul. Klippensteins Lokal, Spandauerstraße 4 stattfindende Mitgliederversammlung hingewiesen. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Adolf Ritter über„ Die Arbeiter und das GenossenschaftsDie Broschüre: Das persönliche Regiment vor dem Reichs. tage" gelangt an die Mitglieder zur Verteilung. Der Vorstand. wesen." Berliner Nachrichten. Raubmordverfuch im Zentrum Berlins. Das älteste Berliner einen freien Nachmittag, welcher aber auch um 10 Uhr abends be- Teegeschäft von G. L. Pießder in der Breitestr. 3 war am Sonntagendet sein müffe. Einen freien Sonntag gäbe es überhaupt nicht. bormittag der Schauplaß einer aufregenden Szene. Gegen 10 Uhr Der Nachtdienst dauere von 8 Uhr abends bis 9 Uhr früh ohne unternahm dort der 23jährige Schleifer Richard Weitlandt, der bei Ruhetag in 14 Tagen usw. Außerdem hätten die Schwestern im seinen Eltern am Elisabethufer 56 wohnt, einen Raubmordanfall ersten Jahre noch Kurse mitzumachen, welche schriftliche Arbeiten er- auf zwei Damen und ergriff dann die Flucht. In der BrüderFriedrichshagen. Morgen Mittwoch, den 16. Dezember, abends forderten. Diese letteren nähmen noch die etwa vorhandene freie Zeit ftraße fonnte aber der Attentäter ergriffen und der Polizei über8%, Uhr, im Saale der Witwe Lerche, Rundteil: Wahlvereins in Anspruch. Darob zunächst große Entrüstung in der Deputation geben werden. Ueber den Vorgang werden uns die folgenden versammlung. Tagesordnung: 1.( An Stelle des verhinderten über die Uebertreibungen". Schließlich ging aber doch aus den Einzelheiten gemeldet: Die Biezcersche Teehandlung befibt jetzt ein Fräulein Braun. Direktors Pauli) Vortrag des Genossen Störmer über: Kirche Berichten der ärztlichen Direktoren hervor, daß tatsächlich schwere und Staat". 2. Disfussion. 3. Vereinsangelegenheiten( unter Mißstände vorhanden sind. Die ungerechte Ausdehnung des Nacht- Sonntag vormittag furz vor 10 Uhr erschien in dem Laden der anderem Bericht des Bildungsausschusses). 4. Verschiedenes und dienstes mußte zugegeben werden, fie wurde mit dem üblichen 23jährige Schleifer Weitlandt und machte einige Einkäufe. Als Fragekasten. Der Vorstand. Mangel an Personal entschuldigt. Größere Freiheiten könnten aber die Inhaberin mit dem Verpacken der Waren beschäftigt war, den Schwestern nicht eingeräumt werden, weil die Kranken darunter betrat auch die Wirtschafterin Ida Heimann, die im Nebenhause leiden müßten. So wurde von autoritativer ärztlicher Seite die Nr. 1-2 bei dem Agenten Kreibig in Stellung ist, das Geschäft, um Freigabe eines Sonntags im Monat für unmöglich erklärt, da sonst ebenfalls noch Besorgungen zu machen. Da es inzwischen 10 Uhr die Schwestern nicht frisch genug zum Dienst kommen würden. Der geworden war, schloß Fräulein Braun die äußere Holztür des Arzt müsse ja auch Sonntags arbeiten. Bon sozialdemokratischer Ladens. In diesem Augenblid ergriff der junge Mann blisschnell und auch von bürgerlicher Seite wurde diesen Ausführungen ent- einen in der Nähe liegenden Holzflöppel und schlug auf die Wirtgegengetreten. Der freie Sonntag und die damit verbundene schafterin Ida Heimann ein. Die ersten Hiebe trafen den steifen Erholung würde gerade für die Schwestern Erfrischung bedeuten ut der Ueberfallenen und wurden dadurch abgeschwächt. Ein und fie für ihren schweren Dienst fräftigen. Die Deputation be- weiterer Schlag traf die Wirtschafterin über dem Auge, so daß schloß, beim Magistrat dahin zu wirken, daß der Nachtdienst auf das Blut sprite. The die Geschäftsinhaberin flüchten fonnte, die Stunden von 8 bis 6 Uhr beschränkt bleiben und die Schülerinnen erhielt auch fie cinen Schlag über den Kopf. Auf die Silferufe zu demselben nicht herangezogen werden sollen. Auch die Freigabe eines der beiden Frauen eilte das Personal der im selben Hause be= Sonntags im Monat foll erwirkt werden. Der Etat der findlichen Weinstube von Nike u. Co. auf die Straße. Im gleichen Krankenhäuser war bereits in früheren Gizungen beraten worden. Moment stürzte auch der Attentäter aus der Ladentür der Tee= foll nach den Bekundungen der meisten Geschäftsleute nicht von einer größeren Reform der Löhne des Personals ist natürlich handlung und stürmte die Breitestraße entlang. Mehrere Personen den schon so wie so ziemlich niedrig geschraubten Erwartungen feine Rede. Von dem berühmten warmen Herzen für die Arbeiter nahmen sofort die Verfolgung des Fliehenden auf. Schon in der man nicht viel gemerkt. Die dies- Brüderstraße gelang es, den Burschen zu fassen und der Polizei der Geschäftswelt entsprochen haben. Die ganze Weihnachts- maligen Vorschläge der Deputation bleiben weit hinter den zu übergeben. Er wurde zunächst nach der Revierwache und von konjunktur leidet sichtlich unter dem unheilvollen Druck der jenigen von 1907 zurüd. Von den sozialdemokratischen Mitgliedern dort nach dem Präsidium geschafft. Die Wirtschafterin Ida Strife. Auf den Plägen Berlins mit den aufgeschlagenen der Deputation wurden die Anträge wieder eingebracht, welche schon beimann fand auf der Unfallstation in der Brüderstraße die erste Verkaufsbuden bewegte sich zwar eine buntgewürfelte Menge im Laufe des Jahres die Stadtverordnetenversammlung beschäftigten. Silfe. Lebensgefahr scheint froß der schweren Kopfwunden nicht Schaulustiger, die aber meist den Daumen fest auf den Geld. Man bereitete ihnen ein schnelles Begräbnis. Die Anträge, das zu bestehen. Fräulein Braun kam mit leichteren Verlegungen beutel drückten, sofern dies überhaupt notwendig war. Personal außerhalb der Anstalt wohnen zu lassen, wurde für unBon den Rädern eines Straßenbahnwagens getötet wurde SonnDer Bellealliance- Platz ist förmlich in ein großes Waren- annehmbar erklärt. Ebenso wurde eine allgemeine Erhöhung der lager umgewandelt. Scharen von Kindern unilagern die Löhne im Hinblick auf die Haltung des Magistrats in der Frage ab- tagabend um 9 Uhr der 43 Jahre alte Möbelpolierer Karl Martz'alle! Warenstände und auch die Erwachsenen wandern von einem gelehnt. Nach den Deputationsbeschlüffen sollen nur die Anfangs- aus der Reichenberger Straße 100. Der Mann hatte einen Ausflug löhne der Wärterinnen um 5 M., die der Wirtschafterinnen, Ober- mit dem Zweirad gemacht und fehrte durch die Jordanstraße zurüd. Zelt zum andern.„ Warme Wiener" mit Schrippen, und das föchinnen usw. um 10 m. erhöht werden, ebenso die der Köchinnen als er von dieser in die Lohmühlenstraße einbog, stieß er mit dem ganze von einem gewaltigen Klecks Mostrich gekrönt, werden um 5 M. Auch die ständigen Handwerker sollen um 10 M. im Motorwagen Nr. 27 der Straßenbahnlinie Treptow Behrenstraße feilgeboten. Mundharmonikabläser entlocken den kleinen In- Anfangsgehalt steigen. Die Löhne des Maschinen- und Heizer- zufammen und geriet unter die Räder. Personal und Fahrgäste bestrumenten schmachtende Weisen und wuchtige Märsche, m perfonals follen fogar beim Anfangsgehalt um 5 M. herabgefeßt freiten ihn und betteten ihn im Wagen, um ihn auf dem nächsten für ihre Waren Reklame zu machen. Geht man über die werden. Der Skala der Oberwärter sollen noch zwei Stufen Wege nach der Rettungswache am Görliger Bahnhof mitzunehmen. Brüde, so fühlt man sich beinahe in die Siegesallee versetzt. berwärterinnen sollen das Endgehalt von 56 M. fünf eines Schädelbruches schon gestorben. Er hinterläßt seine Frau mit hinzugefügt werden. Das Endgehalt erhöht sich dadurch um als man aber dort ankam, war der Verunglückte an den Folgen Rechts haben jugendliche Italianos ihre Gipsfiguren auftig schon nach 4 Jahren erhalten, bisher 55 W. nach 9 Jahren. fünf unversorgten Kindern. gestellt und sprechen jeden Borübergehenden an: Madame, förtner sollen in 8 Jahren auf 145 M. tommen ftatt wie bisher in . Der silberne Sonntag " davon. " 4 D o mein Herr! Schöne Figurri, kaufe Sie berühmte Venus 9 Jahren auf 120 M. Wirtschafterinnen in 7 Jahren auf 110 M., Das Berliner Adressbuch für 1909 ist erschienen und gelangt von Milo". Sie sehen immerhin einige ihrer Erzeugnisse ab, bisher in 12 Jahren auf 95 M. Hausbiener in 10 Jahren auf von heute ab in der Hauptexpedition des Berliner Lokal- Anzeigers", während der Mann nebenan mit seinen abziehbaren Bildern 70 m., bisher in 9 Jahren auf 65 M. Köchinnen in 5 Jahren auf Bimmerſtr. 36-41, von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags vergeblich mit müder Stimme das Publikum für seine Sachen 70 m., bisher in 6 Jahren auf 60 M. Auch das Endgehalt der zur Ausgabe. Von den Vorbestellern kann das Adreßbuch gegen zu interessieren sucht. Mehr Glück hat die Frau, die nach Art Stationsmädchen foll 44 m. flatt wie bisher 35 m. betragen. Aushändigung der ihnen zugegangenen Legitimationstarte und der kämpfenden Hähne zwei Franzosen fechten läßt, und es Küchen- und Hausmädchen sollen nach 7 Jahren 44 M. ftatt wie bis- Bahlung von 12 Mart in Empfang genommen werden. Von Freis her nach 4 Jahren 30 m. erhalten. Maschinisten usw. nach 10 Jahren tag, den 18. d. Mts. ab, erfolgt gegen eine Zustellungsfieht ulfig aus, wenn die beiden mit gezückten Schwertern ein Endgehalt von 180 m. statt wie bisher nach 12 Jahren 155 M. gebühr von 20 Pfennig die Lieferung der nicht abgeholten und fürchterlichem Stampfesuut aufeinander losstürzen. Den ständigen Handwerkern soll das Endgehalt nach 12 Jahren auf Exemplare in die Wohnung der Besteller. Der Verkauf nicht vorAbseits liegen die Tannenbäume noch fest zusammen: 165 M., bisher nach 9 Jahren 132,50 M., erhöht werden. Ebenso soll bestellter Bücher zum Ladenpreise, der um 2 M. höher ist als der gepackt. Bald werden sie, mit brennenden Lichtern und allerlei beim Maschinen- und Heizpersonal das Endgehalt in 12 Jahren Vorbestellpreis, findet nur in der vorgenannten Haupterpedition glitzerndem und buntem Schmuck ausgepugt, in manchem 165. statt wie bisher in 9 Jahren 127,50 M. betragen. Geringe ftatt. Schon der Jahrgang 1908 hat eine wesentliche und zahl Familienkreise auf furze Zeit Glück und Freude berbreiten. Verbesserungen, welche die damit Bedachten nicht zufrieden stellen reichen Personen sehr erwünschte Bereicherung dadurch erfahren, daß In vielen ärmlichen Stuben aber wird die Weihnachtstanne, tönnen und von denen man noch nicht einmal weiß. ob sie vor dem in den III. Teil Straßen und Häuser" eine Angabe der Grundbuchbezeichnungen sämtlicher zum Amtgericht Berlin- Mitte ge wenn fie Eingang findet, Mühe haben, ein schwaches Lächeln Magistrat Gnade finden. hörigen Grundstüde aufgenommen worden ist. Diese Angaben sind auf die sorgenvollen, vergrämten Gesichter der Bewohner zu Bervollkommnung des Berliner Feuerlöschwesens. Nachdem sich nun in dem vorliegenden Jahrgange bedeutend erweitert worden. zaubern. Die schönste Weihnachtsstimmung tann das graue herausgestellt hat, daß die in der Schönlanter Straße befindliche Mit Ausnahme der zum Amtsgerichtsbezirk Berlin Wedding bei denen Feuerwache, die nur mit elektrischen Automobilen versehen ist, einen gehörigen Grundstücke, Gespenst der Sorge nicht von der Schwelle bannen. die Bezeichnungen jest wesentlichen Fortschritt auf dem Gebiete des Feuerlöschwefens dars völlig geändert werden, find nunmehr alle zum Bostbezirk Berlin stellt, sollen demnächst mit dem Umbau von zwei alten Wachen gehörigen Grundstücke in dieser Uebersicht, alphabetisch nach Straßen Der Berliner Magistrat hat bei den Etatsberatungen beschlossen, Automobillöschzüge eingeführt werden. In Betracht kommen hierbei und historischen Stadtteilen geordnet, aufgeführt und mit den AnEs sollen gaben der Gerichtsbezirke, der Band- und Blattnummern der Grundvorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenverfammlung. die Wachen in der Oberberger und Memeler Straße. Des weiteren buchbezeichnung versehen. Wiederholt ausgesprochenen Wünschen die Beiträge für eine größere Zahl von Vereinen mit Rücksicht auf nach und nach sämtliche Wachen umgebaut werden. ihren gemeinnügigen Zweck zu erhöhen. Unter anderem soll der will der Branddirektor bei den städtischen Behörden die Errichtung und Anregungen folgend, hat der Verlag die Adressen der Tierärzte Berliner Hauptverein für Knabenhandarbeit im nächsten Jahre statt von drei neuen Wachen beantragen, und zwar eine an der im Anschluß an das Aerzteverzeichnis aufgenommen. 3000 M. nunmehr 5000 m. erhalten, der Verein für das wohl der Prenzlauer Allee, Ecke Carmen- Sylvastraße, die zweite an der aus der Schule entlassenen Jugend statt 6000 M. nunmehr 10000 M., Sylter Straße nahe der Seestraße, die dritte an der Christian meinen Warnung mitteilt, ereignete sich gestern früh 8 Uhr auf der Verein zur Förderung der Blumenpflege in den Schulen Straße, zwischen der Stockholmer Straße und Prinzen- Allee. Hier 200 M., die Leffing- Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft zu stehen überall städtische Gelände zur Verfügung. Die Verwaltung der Hochbahn. Auf der Station Warschauer Straße fam im letzten gunsten der Lessing- Hochschule 1000 m., die Literatur- Archivgesellschaft des Feuerlöschwesens hat, da die Gelände zum Teil unbebaut find, agen aus dem Zugführerstand ein Beamter der Hochbahn und zu Berlin 100 M., das Römisch- Germanische Zentralmuseum in bei der Auswahl Borsicht walten lassen. Auch der Berliner Schul- schlug die Tür zu. Hierbei geriet ein Fahrgast mit dem Daumen Mainz 500 M., der Verein zur Beförderung der Kleinkinderbewahre verwaltung wäre eine solche Vorsicht anzuempfehlen; sie fommt der linken Hand zwischen die Tür und Leiste und wurde eine anstalten 10.000 m.( bisher 8000 m.), der Verein der Goßnerschen bekanntlich erst immer, wenn die Terrains bereits aufgeteilt sind, geklemmt. In demselben Moment setzte sich der Zug in Bewegung.. Da nun der Beamte nicht im Besize eines Schlüssels war um die Stleinkinderbewahranstalten 1500 m. statt bisher 1000 W., ber um dann die Schulen in die äußersten Winkel zu verlegen. Tür öffnen und den Fahrgast aus seiner entfeßlichen Lage befreien Oberlin Drtsverein für die Stadt Berlin zugunsten seiner KleinMehr Sonntagsruhe für den Kleinhandel in Berlin! zu können, so mußte der Bedauernswerte bis zur nächsten Haltefinderschulen und Strippen 1000 M., der Berliner Krippen- Verein ftelle Stralauer Tor unter großen Schmerzen verharren. Erhöhte städtische Subventionen. M. Ein sonderbarer Unglüdsfall, den uns ein Refer aur allge 3000. ftatt bisher 2500 M., der Hauptverein Kinder- Die Forderung, dem Kleinhandel noch mehr Sonntagsruhe als hort 12 000. ftatt bisher 10 000., der Verein Mädchen- bisher zu schaffen, ist allmählich auch in den Kreisen der Baden- Erft auf dem Bahnhof konnte die Tür von außen geöffnet werden. hort 7000 M.( bisher 6000 M.), das Luisenstift zu Berlin inhaber immer mehr als eine vernünftige anerkannt worden. Das Der Berunglückte hatte eine erhebliche Quetschung erlitten. Allgemeine Heiterfeit erregte am Sonntag im Treptower Part, 1000 M., der Verein zur Speisung armer Kinder und Notleidender Gefchrei über die Beschränkung der Verkaufszeit an Sonntagen ist 5000 M., Bisher 4000 M., der Verein zur Unterkunft füs hilfs längst verstummt, und viele Ladeninhaber sind bereits zu der Einsicht am Eingang gum städtischen Steinblog, ein an einem Bene bedürftige Wöchnerinnen und deren Säuglinge 1500 W.( bisher gelangt, daß nicht nur ihre Angestellten, sondern aud) fie selber angebrachtes Blatat folgenden Inhalts: Bum städtischen Dern. 1000 M.), der Berein Wöchnerinnenheim 8000 M. bisher 5000 9.), ganz gut mehr Sonntagsruhe vertrogen tönnten.burgigen Diamaniene& agerplak. Verkauf von leeren Dattelfiften." Großmann, deutsch- nationaler Firmenschildermaler." Aber noch eins! Jeden gerecht und anständig denkenden Mann muß es doch mit Ein Brandunglüd ist vom Sonntage aus dem Nordosten Berlins Empörung erfüllen, wenn er hört, daß die Sozialdemokratie bis heute zu melden. In der Strausberger Straße 40 tam in der auch nicht einen einzigen Vertreter im Stadtparlament besitzt. Troz zweiten Morgenstunde durch Umfallen einer Petroleumlampe in der großen Stimmenzahl der Sozialdemokratie verhindert es das der Wohnung des Tischlermeisters Christoph Kämmerer, die im niederträchtige System der Listenwahl, daß auch die Arbeiter zu ihrem Seller des Borderhauses liegt, Feuer aus. Straßenpaijanten be- Rechte gelangen. mertten den Brand und drangen in den Keller ein. In dem brennenden Zimmer. befand sich der 78jährige Wohnungsinhaber. Stichflammen hatten bereits die Kleider des alten Mannes in Brand gefeßt, Troßdem ihm sofort Deden übergeworfen wurden, hatte Kämmerer doch schon so schwere Brandwunden am Oberförper davongetragen, daß er von der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr mit einem Tender nach dem Strankenhause Am Friedrichshain geschafft werden mußte. In ernste Lebensgefahr geriet ein vierjähriges Mädchen bei einem Küchenbrande, der am Sonntagabend in der Luxemburger Straße 30 zum Ausbruch fam. Im Erdgeschoß des Quergebäudes bewohnt der Arbeiter Brose mit seiner Familie eine Stube und Küche. Gegen abend hatte sich nun das Ehepaar auf furze Zeit aus der Wohnung entfernt und die vierjährige Tochter Käthe allein zurückgelassen. Das Kind schlief in der Küche. Kurz vor 20 Uhr brang aus der Broseschen Wohnung dichter Rauch. Hausbewohner verschafften sich sofort gewaltsam Gintritt in die Küche, die schon vollständig verqualmt war. Noch ehe die alarmierte Feuerwehr eintraf, hatten beherzte Männer das gefährdete Kind aus der Stüche geschafft. Die Feuerwehr behandelte das Mädchen längere Zeit mit Sauerstoff, worauf es sich wieder erholte. Das Feuer fonnte dann bald gelöscht werden. Wie sich herausstellte, hatten sich Kleidungsstücke vor der Kochmaschine entzündet. Verschwunden ist seit Donnerstag voriger Woche das 16 jährige Mädchen Gertrud Klein, auch Vetters genannt. Das Mädchen verließ an genanntem Tage, abends 9 Uhr. die elterliche Wohnung in Rigdorf, Warthestraße 63, um zu Verwandten zu gehen, und ist feitdem nicht wieder zurückgekehrt. Bekleidet war die Verschwundene mit hellgrauem Rod, dunkelgrüner Bluse, helltariertem Jadett. Das Mädchen ist von frischer Gesichtsfarbe, großer, fchlanker Figur, hat blaue Augen und blondes Haar. Perfonen, die Angaben über die Berschwundene machen tönnen, wollen dies auf dem Polizei bureau oder bei Wetter, Rigdorf, Warthestraße, melden. An den ehrlichen Mann, an den aufrechten Bürger richtet sich unser Aufruf. Nicht schwächliche Rücksichten privater Art, fondern politisches Verständnis und flares Erkennen der Verhältnisse gibt hier den Ausschlag! Wählen Sie am Dienstag, den 15, Dezember, den Gewerkschaftsangestellten Herrn Charlottenburg. Oskar Riebel." Der Zwed der Strankenversicherung der selbständigen Hausgetverbetreibenden soll der fein, die sozial deni Arbeiter gleich stehenden felbständigen" Hausgewerbetreibenden auch unter die Worteile des Krankenversicherungsgefeges zu stellen. Zweitens soll damit der Unternehmer getroffen werden, dem die Beschäftigung selbstän wie das Arbeitsverhältnis des Betriebsarbeiters, weil der Arbeit diger" Hansgewerbetreibender schon aus dem Grunde angenehmer ist geber für den felbitändigen" Hausgewerbetreibenden Beiträge für Strankenversicherung bisher nicht zu entrichten hatte. Aber feineswegs sollte dadurch dem Hausgewerbetreibenden eine neue Laft auferlegt werden. Jit aber der selbständige" Hausgewerbetreibende versicherungs pflichtiger Arbeitnehmer, dann kann er wenn er felbst wieder Hilfsperionen beschäftigt nicht auch zugleich versichernder Arbeit geber sein. Wenn auch das Krankengesez diese Möglichkeit auläßt bei den Hausgetverbetreibenden bedeutet fie ein linrecut. Als versichernder Arbeitgeber hat der selbst versicherungspflichtige Hauss gewerbetreibende ein Drittel der Beiträge für seine Hilfsperionen zu zahlen. Nun aber find die Hilfspersonen des Hausgewerbe Mit der Frage der Berkürzung der Arbeitszeit für städtische Arbeiter treibenden eigentlich auch nur Arbeiter des Unternehmers, der den wird sich die Städverordnetentversammlung in ihrer nächsten Sigung Hausgewerbetreibenden beschäftigt. Damit nun der Hausgewerbe wieder einmal befassen. Fast sechs Jahre schwebt diese Angelegenheit, treibende nicht eine soziale Pflicht des wirklichen Arbeitgebers ohne daß ein Ende abzusehen ist. Am 11. Februar 1903( 1) hatte au übernehmen hat, haben die sozialdemokratischen Vertreter darauf die sozialdemokratische Fraktion eine Reihe von sozialpolitischen Ans gedrungen, daß in den Entwurf des Magistrats noch eine Be trägen eingebracht, deren einer die Dauer der täglichen Arbeitszeit ftimmung aufgenommen wurde, nach welcher der Arbeitgeber des für städtische Arbeiter auf höchstens neun Stunden bemessen wissen ielbständigen Hausgewerbetreibenden auch für die von letteren bes wollte. Die Anträge wurden dem Magistrat fiberwiesen, der erwägen fchäftigten versicherungspflichtigen Hilfsperionen ein Drittel der follte, ob und wieweit die darin gemachten Vorschläge zu berüc Krantentassenbeiträge zu zahlen hat. fichtigen feien, um dann eventuell eine Borlage einzubringen. Ein Es darf erwartet werden, daß sich auch die StadtverordnetenJahr später, am 13 Mai 1904, lief die Antwort des Magistrats ein, versammlung mit diefer Aenderung, welche die Krankenversicherung fie lautete abschlägig, der Magiftrat erklärte, daß er feine Ver- der Hausgewerbetreibenden erst vollständig macht, einverstanden anlaffung gefunden habe, an der bisherigen Festfepung eines zehn erklärt. Ebenso mit dem Vorschlag des Ausschusses, den Magistrat stündigen Arbeitstages iegend eine Wenderung zu treffen. Diefe zu ersuchen, bei den Reichsbehörden dahin zu wirken, daß bei der Mitteilung des Magistrats ging an einen Ansichuß, der sich mit der Revision des Krankenversicherungsgeiezes die Verſicherungspflicht Herabiegung der Arbeitszeit auf 9. Stunden einverstanden erklärte. auf alle Gausgewerbetreibenden und Heimarbeiter ausgedehnt wird. das Plenum war anderer Meining, es wies die Angelegenheit am 21. Dezember 1904 an den Ausschuß zurüd. Gleichzeitig wurde der Durch Absturz vom Dache tödlich verunglückt ist am Sonnabend Ausschuß durch Neuwahlen so gestaltet, daß er nun zu dem entgegens vormittag der Dachdecker Franz Hildebrandt, Osnabrücker Straße 1 gefeßten Resultat tam und fich mit 7 gegen 5 Stimmen für die wohnhaft. Derfelbe war auf dem Neubau des Reformgymnaſiums Beibehaltung des zehnstündigen Arbeitstages aussprach. Am in Westend, am Reichskanzlerplag, mit Dacharbeiten beschäftigt, wo1. Februar 1905 beschloß das Plenum in gleichem Sinne, gleich bei der Abstura erfolgte. Der Tob trat auf der Stelle ein. zeitig aber erfuchte es, um den Schein zu wahren, den Magistrat, Erhebungen darüber anzustellen, welchen Betrag die Löhne für Bildebrandt hinterläßt seine Frau und zwei unmündige Kinder. täglich zehnftündige Arbeitszeit im Tages- beziehungsweise Wochens Rigdorf. oder Monatslohn in den gesamten städtischen Betrieben erreichen. Bei der Stadtverordneten Nachwahl wurde im 4. Bezirk der Wieder bergingen zwei Jahre, bis der Magistrat endlich am Bäckermeister Wilhelm agen mit 581 gegen 2 gegnerische 5. Febritar 1907 die gewünschte Auskunft geben fonnte; er rechnete bei Einführung der neunstündigen Arbeitszeit ein Mehr von 155 bis Stimmen. gewählt, im 17. Bezirk der Eigentümer Adolf Hoffmann mit 497 gegen 8 Stimmen. 160 000 m. an Arbeitslöhnen pro Jahr heraus. Groß- Lichterfelde. Das, Polizeipräsidium teilt mit: am 18. 5. M. abends 10 Uhr, wurde vor dem Haufe Brunnenstr. 54 beim Ueberschreiten des Fabr damms ein anscheinend dem Arbeiterstande augehörender unbefannter Mann von der Straßenbahn umgestoßen und erlitt dabei einen Schädelbruch. Der Verlegte wurde in bewußtlofem Zustande nach dem Birchow- Krankenhause geschafft. Beschreibung: zirka 26 bis 28 Jahre alt, 1,68 bis 1,70 Meter groß, langes, schwarzes Haar, blonder Schnurrbart. Kleidung: braunfarrierter Rodanzug, schwarze Der Ausschuß, dem, dieje Magistrats mitteilung überwiesen wurde, Strümpfe und Schnürstiefel, weißes Taschentuch gez. B. B. Etwaige hat sich in drei Gigungen, am 23. April 1907; 23. Oktober und Mitteilungen werden in jedem Bolizeirevier oder im Bolizeipräsidium, 7. Dezember 1908 damit befaßt. Allzu anstrengend ist seine TätigRimmer 882, entgegengenommen eventuell wird um Nachricht zur feit also nicht gewefen. Leider ist auch das Ergebnis ein wenig er Tagebuchnummer 5944 IV 5908 ersucht. freuliches. In der ersten Sigung des Ausschusses teilte der Bürger meister mit, daß der Magistrat beschlossen habe, über die Frage der Einführung der neunstündigen Arbeitszeit mit ben Gemeinden Groß Berlins in Verbindung zu treten und daß von Berlin bereits eine grundfäßlich zustimmende Antwort eingegangen fet. Eine materielle Einigung über diese wichtige Frage war mit Berlin freilich nicht erzielt, die Berliner Stadtverwaltung hatte sich lediglich grundfäglich bereit erklärt, die gewünschte Besprechung herbeizuführen, bor weg aber hatte sie die Bezeichnung der einzelnen Fragen verlangt, die erörtert werden sollen, sowie die Angabe derjenigen Gemeinden von Groß- Berlin, die an der Besprechung zu beteiligen fein möchten, Die Angelegenheit war auch gelegentlich anderer Verhandlungen mit den Vertretern mehrerer Borortgemeinden erwähnt und eine Besprechung für den Herbst 1908 in Aussicht genommen worden. Ge hört hat man davon bisher nichts. haben. Heute, Dienstag, den 15., finden die Wahlen der Beisiger zum Gewerbegericht statt, und zwar für die Arbeitgeber von 4-6 Uhr nachmittags, für die Arbeitnehmer von 6-8 Uhr nachmittags. Wir ersuchen die Genossen, welche sich in der Wählerliste haben eintragen lajien, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Das Gewerkschaftskartell Gr. Lichterfelbe Lichtenberg. Der Achtuhr- Ladenschluß ist, wie man uns mitteilt, noch immer nicht gesichert. Bei der Nachprüfung der abgegebenen Unterschriften haben jich Doppelunterschriften herausgestellt, so daß die erforderliche Bahl zu einer Zweidrittelmajorität noch immer nicht vorhanden ist. Es wäre doch dringend erwünscht, daß die Ladeninhaber, die bisher ihre Erklärung noch nicht abgegeben haben, dies noch nachholen und den Ladeninhabern Eugen Lewald oder Littauer beide in der Frankfurter Allee zu übermitteln. Zu unserer früheren Mitteilung, daß sich der Apotheker und Stadtverordnete Hagenbed weigerte, die Unterschrift für den Achtube Ladenschluß zu leisten, wird uns mitgeteilt, daß sich Herr H. jetzt bereit erflärt hat, seine Unterschrift Wer sind die Toten? Am 6. Dezember d. 3. wurde in den Gewäffern des Tiergartens, unfern dem Großen Stern, die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts gefunden. Die Leiche wurde an unbekannter Stelle, wahrscheinlich von einer Frau mit bunkelblondem, welligem Haar ausgefeßt. Es ist nicht aus geschloffen, daß das Kind auf berbrecherische Weise durch Erffiden oder sonstwie den Tod gefunden hat. Mitteilungen, die zur Auf oder sonstwie den Tod gefunden hat. Mitteilungen, die zur Aufflärung führen könnten, werden von der Kriminalpolizei zu Nr. 5885 IV 59. 08. erbeten oder auch von jedem Polizeirevier entgegengenommen. Besonders wären Mitteilungen über solche Personen erwünscht, die feit dem 6. 5. M. wegen Nacherkrankungen nach erfolgter Geburt in Krankenhäusern pp. Aufnahme gefunden Am 11. Dezember ,. bormittags gegen 7 Uhr, wurde Im weiteren Verlauf feiner Berhandlungen lehnte der Ausschuß in den Anlagen an der Bartholomäusfirche am Königstor die die generelle Einführung des Neunstundentages ab und sprach die Leiche eines etwa 30 Jahre alten, dem Arbeiterstande gehörenden Meinung aus, es müsse die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit zu geben. unbekannten Mannes an einem Baum erhängt aufgefunden. Grim einzelnen und unter Berüdfichtigung der verschiedenen Arbeiter ist 1,65 Meter groß, hat dunkelblondes Haar und dunkelblonden Schnurrbart, rundes Gesicht; am rechten Beigefinger fehlt ihm das fategorien und Arbeitsarten behandelt werden. Später ersuchte er, Adlershof. erste Glied. Bekleidet war er mit dunklem Winterüberzieher, Angaben vor allem darüber, ob und welche besonderen technischen unter Ablehnung dieses Beschlusses, den Magistrat um genauere blauem Jadettanzug, wollenem Militärhemd mit I gezeichnet, rot- Schwierigkeiten einer Verkürzung der Arbeitszeit bei einzelnen mann- Nowawes in der letzten, sehr gut besuchten Mitgliederbraunen Strümpfen, Leberschuhe mit Holzfohlen, graue Schirm- Arbeiterkategorien entgegenstehen. Aus der vom Magistrat ber bersammlung des Wahlvereins. Der 1½ftündige Vortrag fand müße. Er hatte filberne Remontoiruhr Nr. 1557 bei sich. Beranſtalteten Umfrage geht nun zweierlei hervor: erstens daß allseitigen Beifall. Sine äußerst erregte Debatte rief eine Notiz fonen, die über die Persönlichkeit des Toten Auskunft geben können, bie Summe der Webraufwendungen bei Einführung des Reun im Freien Gastwirt" vom 7. November hervor. In derselben wird werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einem Polizeirevier mündlich oder schriftlich zu den Aften 5935 Stundentages nicht 155 bis 160 000, fondern nur 185 000 m. Bezug genommen auf eine Bersammlung der freien Gastwirte. Es beträgt und zweitens, daß technische Schwierigkeiten gegen die Ver- heißt bort: IV. 59. 08. mitzuteilen. türzung der Arbeitszeit nur von der Hochbauberwaltung, der Ver waltung des Krantenhauses und des Bürgerhauses geltend gemacht find. während die allgemeine Verwaltung, die Schulverwaltung, die Verwaltungen der Straßenreinigung und Feuerwehr, der Gaswerte, des Tiefbaues und der Kanalisation solche Schwierig feiten ausdrücklich verneint haben. Trogdem faßte der Ausschuß keinen Beschluß auf Einführung des Neunstundentages, ahlvereins, sondern die beschließende Mitgliederversammlung vom Zur Aufklärung wurde betont, daß nicht der Vorstand des er begnügte fich damit, feine Sympathie für eine Berfürzung 24 September 1908 den Antrag der freien Gaft- und Schaniwirte der Arbeitszeit für die ständig beschäftigten Arbeiter auf neun Straßensperrung. Die Neue Friedrichstraße von der Rochstraße bis zur Spandauer Brücke wird behufs Ausführung eines Notauslaßfanals vom 15. b. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Stadtverordneten- Stichwahl. Heute, Dienstag, von 11 bis 1 Uhr und von 4 bis 8 Uhr findet die Stichwahl zur Stadtverordnetenversammlung statt. Wir erwarten von unseren Parteigenossen, daß fie ihre ganze Kraft einfegen, um dem Kandidaten der Sozialdemokratie Gewerkschaftsangestellten Riedel im Kampf gegen die Reaktion zum Siege zu verhelfen. Die Parteigenoffen, die heute tätig sein wollen, werden ersucht, fich vormittags 10 Uhr im Zentralwahlbureau Luisenpark, Wilhelmsaue 112, einzufinden. Hilfskräfte, die erst im weiteren Verlauf des Vormittags oder Nachmittags Wahlhilfe leisten können, wollen sich in folgenden Schlepplofalen melden: Dfon, Uhlandstr. 106; Selfe, Branden burgische Straße 100; Natusch, Uhlandstr. 71; Hoffmann, Prager Straße 12; Arndt, Berliner Straße 160; Fischer, Durlacher Straße 8; Fiebellow, Hildegardstr. 17a; Reiche, Binger Straße. Wilhelmsaue 112, verkündet. ,, Ueber das persönliche Regiment" referierte Genoffe off. Unter Verschiedenes wird vom Kollegen Witte- Eichwalde die Handlungsweise des Adlershofer Wahlvereinsvorstandes als Schmach und Schande bezeichnet. Derselbe spricht den freien Gajts und Schantwirten das Recht ab, zu berlangen, daß die. Bahtabende des Wahlvereins den sogenannten blauen Gastwirten entzogen werden." Stunden auszusprechen, und richtete im übrigen an den Magistrat abgelehnt hat, da derselbe gerade für Adlershof agitatorisch hindas Ersuchen, bei der bevorstehenden Etatsberatung die Frage zu dernd wirken würde. Da der Genosse und freie Gastwirt Witteerwägen, in welchen Betrieben sich eine Verfürzung der Arbeitszeit Eichwalde, der in dieser Versammlung zugegen war, die beleidi ermöglichen läßt, und der Stadtverordnetenversammlung entsprechende genden Aeußerungen nicht zurücknahm, so wurde folgender Antrag gegen die Stimmen der freien Gaft- und Schantwirte angenommen: Borschläge zu machen. " Die heutige Wahlvereinsversammlung steht auch heute noch bes treffs des Antrages des freien Gast- und Schankwirteberbandes auf den im September eingenommenen Standpunkt. Sie berurieilt entschieden das Vorgehen einzelner Mitglieder des betreffenden Verbandes gegenüber dem Wahlvereinsvorstand, wie dies im Freien Gastwirt" zum Ausdrud fommt." Die Versammlung wurde infolge vorgeschrittener Zeit vertagt. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken des ber ftorbenen Genossen Wudede in der üblichen Weise. Alt- Glienicke. Am Sonntag war der Andrang in der Jugendschriften- Ausstellung im Voltshause, Rosinenstr. 3, zeitweilig so start, daß bielen Genoffen und Genossinnen die Möglichkeit genommen wurde, ihre Einfäufe in Ruhe zu erledigen. Die Kommission, die den Auftrag hat, die Ausstellung au leiten, befchloß aus diesem Grunde und auf Wunsch vieler Genoffinnen und Genoffen, die noch feine Gelegenheit zum Einkauf hatten, die Ausstellung bis infl. Sonntag, den 20. d. Mite. stattfinden zu laffen. Da die Ausstellung wieder vollständig komplettiert worden ist, dürfte sich ein Besuch sehr lohnen. Ausstellungszeit ist täglich von 5-10 Uhr abends. In der letten Gemeindevertretersigung wurde befchloffen, den Ein eignes Erholungsheim für ihre Mitglieder will fich die alten Kirchhof zu schließen, derfelbe foll später als Boltspart benutzt Charlottenburger Ortstrantentasie bauen. Nach der werden. Beim Punkt: Weihnachtsunterstützung für die Witwen bisher bekannt gewordenen Absicht des Vorstandes sollen in diefes bon Striegern" betonten unsere Genossen, daß der Staat die moralische Pflicht habe, für die Hinterbliebenen der gefallenen Opfer Da die Gegner alle Sträfte anstrengen, damit die Stadt Seim, bas boraussichtlich für 40 Betten eingerichtet werden soll, in zu forgen; es sei ein Sohn, daß für arme Witwen noch gebettelt verordnetenverfammlung auch ferner ungestört in alter Weise fort erster Linie die Retonvaleszenten aufgenommen werden, die weder werden müßte. Der Drt hätte bereits Arme genug zu unterstützen. wirtschaften könne, fo hat ein jeder Parteigenoffe die Pflicht, fich bettlägerig find noch eine ansteckende Krankheit überstanden haben. Der Antrag wurde dann auch abgelehnt und für die Drtsarmen am heutigen Wahltage in den Dienst unferer Sache zu stellen. Für diese Anstalt ist bereits ein Grundstück bei Klosterheide bei 200 M. Weihnachtsunterſtügung bewilligt. Ein Antrag des GemeindeDas Wahlresultat wird heute abend 9 Uhr im Luisenpark", Lindow in der Mart für 14 000 Mark erstanden worden. Der vor vorstehers, den Angestellten im Gemeindebureau Weihnachtsgeschenke einiger Zeit einberufenen Generalversammlung wurde von dem Kauf zu bewilligen, wurde abgelehnt, dafür aber den Hinterbliebenen der Der demokratische Verein Wilmersdorf- Berlin fordert in einem Kenntnis gegeben. Die Generalversammlung übertrug dem Bor Ratastrophe von Rabbod 50 M. bewilligt. Nach einem Beschlu's Flugblatt seine Anhänger auf, für den Kandidaten der Sozial- stand die weiteren Vorarbeiten für die Ausführung des Projeties. follen jest in allen Lofalen Plakate ausgehängt werden, auf denen den Zugereisten bekannt gegeben wird, wo sie ein Nachtunterkomment demokratie, den Genossen. Riedel zu stimmen. In In dem Wenn jedoch die Pläne vorliegen, wird die Generalversammlung fich finden. Diefer Beschluß wurde durch unsere Genossen veranlaßt, Flugblatt wird betont, daß der sich unpolitisch nennende bürger nochmals mit der Angelegenheit beschäftigen... meil es vorgekommen ist, daß Fremde von einem Lokal zum andern liche Standibat Herr Klette der gemeinsame Kandidat aller Die pofitive Mitarbeit der Sozialdemokraten in der Gemeinde gewiesen wurden, ohne ein Unterfommen zu finden. rüdfchrittlich gesinnten Elemente Wilmersdorfs ist. Alle Anhänger der Demokratie, überhaupt alle wirklich liberalen Männer müssen mußte auch in der Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung Germendorf bei Oranienburg. vor einiger Zeit von einem unferer eifrigsten Gegner, dem Stadt daher ihre Stimme dem Kandidaten der Sozialdemokratie geben, verordneten Dr. Stadthagen, ausdrücklich anerkannt werden. Einen Böllig niedergebrannt ist am Sonntagabend das alte Kolonisten der allein die demokratischen Forderungen in der Kommunalpolitit, weiteren Beweis dafür lieferte unter anderem auch die in der letzten haus, in welchem acht Familien wohnten. Die Aermsten haben. wie z. B. die Einführung des allgemeinen, gleichen, geheimen Wahl- Stadtverordneten- Sigung beratene Vorlage inbetreff der Kranten hierbei ihr nicht versichertes Hab und Gut verloren und find rechts bei den Kommunalwahlen, die Beseitigung des Hausbesitzer- versicherung der ausgewerbetreibenden. Diefe obdachlos. privilegs, die Trennung von Schule und Kirche, die Koalitions Vorlage ist, wir schon mitteilten, einem bon den Stadtverordneten gestellten Spandan. Antrag zu freiheit der städtischen Arbeiter, die Wertzuwachssteuer, die Verstadt- sozialdemokratischen danken. Während Berlin und eine ganze Reihe anderer Städte Den Partei und Gewerkschaftsgenossen zur Nachricht, daß mit lichung der Berfehrseinrichtungen usw. vertrete. diese Versicherung durch Ortsstatute für die selbständigen Haus dem heutigen Tage im Lokale von Böhle, Havelstr. 20, eine Jugende Zum Schluß heißt es: gewerbetreibenden seit Jahren eingeführt hatten, blieb in der„ Muster- schriften- Ausstellung eröffnet worden ist. Die Besuchszeit ist an den Alle diese Forderungen aber fann Herr Klette niemals vertabt für sozialen Fortschritt" alles ruhig, bis die Sozialdemokraten Wochentagen nachmittags von 6-9 Uhr und Sonntags von 10 bis treten, felbst wenn er persönlich von ihrer Richtigkeit überzeugt zur Regelung dieser Frage den Anstoß gaben. Doch tros manchen 12 Uhr vormittags und von 3-8 Uhr nachmittags. Die Arbeiter wäre, da er dadurch die Interessen seiner vielseitigen Wählerschaft Borzugs, den der Entwurf des Magistrats aufwies, haftete ihm ein schaft wird ersucht, ihren etwaigen Bedarf dort zu decken. schädigen würde... wesentlicher Mangel an Der Bildungsausschus Jugendschriften Die in der Sonnabendnummer des„ Vorwärts" vom 5. Dezember a. c. durch den Bildungs- Ausschuß empfohlenen Jugendschriften sind in unserer Sortimentsbuchhandlung, Lindenstr. 69( im Laden) zu haben Expedition des„ Vorwärts" Lindenstr.69 Husten Heiferkeit, Katarrh, Krampfhuften beseitigen die ärztlich erprobten Kaiser's Bruft Karamellen 5500. Crfolg. Wafet 30 Bf.. not. begl. Zeugn. bem. den Kaiser's Bruft- Extrakt, Flaiche 90 93f. Bu haben in Apotheken u. Drogerien. Gelegenheitskauf! decken Schlafs in Wolle, extra schwer 350 450 500 20% Dresdner Bank Aktien- Kapital.... Reservefonds.... Mk. 180 000 000 51 500 000 99 Insgesamt Mk. 231 500 000 Berlin, Dresden, London EC., Frankfurt a. M., Hamburg, Bremen, Cassel, Chemnitz, Hannover, Mannheim, Nürnberg, München, Altona, Augsburg, Bautzen, Bückeburg, Detmold, Emden, Fürth i. B., Freiburg i. B., Greiz, Heidelberg, Leer, Lübeck, Meißen, Plauen i. V., Wiesbaden, Zwickau i. S. M. A. B. Pferdedecken à 250 850 450 70% Reise decken Wechselstuben und Depositenkassen in Berlin: Französischestr. 35-36, a. d. Hedwigskirche, Potsdamer Str. 126, nahe Eichhornstraße, C. Königstr. 33, am Bahnhof Alexanderplatz, Oranienstr. 145-146, am Moritzplatz, Kurfürstendamm 238, an der Kaiser M. D. E. F. G. H. L Tiger- 485 600 800 18M. Muster Versand per Nachnahme. Emil Lefèvre APORE GODMAN REED K. Berlin S. 193, Seit 1882 L. M. Oranienstr. 158 Fehlerhafte Decken spottbillig. Leihhaus Gelegenheitskäufe verfall. Goldund Silbersachen, Brillanten etc. Seit 25 Jahren Prinzenstr.28 Ecke Ritterstr. 14 Tage auf Probe vérjende a. meine Gefabrüberallhin ff. Harzer Kanarien- Vögel fowie Vogelfutter u. Einsatz- Bauer. Berlangen Sie Preisliste toften frei von L. G. Müller, Bogelzüchterei, Nordhausen 10 a. Hz. N. 0. Q. Wilhelm- Gedächtniskirche, V. Steglitz, Schloßstr. 85, gegenüber dem Rathaus, Stahlkammer. Stahlkammer. W. Groß Lichterfelde Ost, Jungfernstieg 3, Ecke Bahnhofstraße, Stahlkammer. Stahlkammer. Schönhauser Allee 144, Ecke Eberswalder Straße, Stahlkammer. Stahlkammer. X. Stahlkammer. Y. Stahlkammer. Friedenau, Rheinstr. 1/2, Ecke Schmargendorfer Straße, Stahlkammer. Greifswalder Str. 205, Ecke Marienburger Stahlkammer. Spittelmarkt 4-7, Kaufhaus Spittelmarkt, Lindenstr. 7, Ecke der Neuenburger Straße, Stahlkammer. Gr. Frankfurter Str. 32, Ecke Fürsten-. walder Straße, Charlottenburg, Berliner Straße 58, nahe Hauptpost. Stahlkammer. Potsdamer Str. 103a, Ecke Kurfürstenstraße, Stahlkammer. Chausseestr. 130, am Oranienburger Tor. An der Jannowitzbrücke 1, Schöneberg, Hauptstr. 18, gegenüber dem Rathaus, Turmstr. 27, Ecke der Stromstraße, P. Motzstr. 66, Ecke Martin Lutherstraße, Brunnenstr. 2, am Rosenthaler Tor, Badstr. 35-36, Gesundbrunnen, Müllerstr. 6, am Wedding, T. U. Landsberger Str. 100, am Büschingplatz ,. Kurfürstendamm 181, Ecke Konstanzer Straße, Z. Straße, A. II. Groß- Lichterfelde- West, Carlstr. 114 am Wannseebahnhof, Stahlkammer. B. II. Nene Roßstr. 1, Ecke Neue Jakobstraße, C. II. Pankow, Schönholzer Str. 1, nahe dem Rathaus, Stahlkammer. Stahlkammer. D. II. Frankfurter Allee 1/2, Am Ringbahnhof, Stahlkammer. E. II. Tempelhof, Berliner Str. 8, F. II. Rixdort, Kottbuser Damm 79, G. II. Schöneberg, Barbarossastr. 45, Ecke Stahlkammer. Stahlkammer. Stahlkammer. Stahlkammer. Stahlkammer. Berchtesgadenerstraße, H. II. Wilmersdort, Hohenzollerndamm 196, Ecke Uhlandstraße, Stahlkammer. J. II. Charlottenburg, Kaiser- Damm 118, Stahlkammer. Ecke Suarezstraße, K. II. Friedenau, Südwest- Korso 77, Ecke Kaiser- Allee, Stahlkammer. L. II. Köpenicker Str. 1, am Schlesischen Tor. Stahlkammer. Stahlkammer. Die Wechselstuben und Depositenkassen befassen sich vornehmlich mit: Annahme von Depositengeldern zur Verzinsung, An- und Verkauf von Wertpapieren, ausländischen Geldsorten, Devisen usw., Einlösung von Koupons and Dividendenscheinen, Ausstellung von Schecks und Kreditbriefen, Diskontieren und Einziehen von Wechseln und Schecks, Beleihung börsengängiger Wertpapiere und deren Versicherung gegen Kursverlust im Falle der Auslosung sowie insbesondere mit Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren. Außerdem besorgen die Depositenkassen die Beschaffung und Unterbringung von Hypothekengeldern sowie die Ablösung von Hypotheken, die das Berliner Pfandbriefamt erwirbt. Stahlkammern. Die Stahlkammern der Wechselstuben und Depositenkassen bieten Gelegenheit zur sicheren Aufbewahrung von Wertpapieren, Dokumenten, Schmucksachen etc. in eisernen Schrankfächern unter eigenem Verschluß des Mieters oder zur Hinterlegung von Paketen, Kisten u dergl. als verschlossene Depots unter gesetzmäßiger Haftung der Bank. Die Bedingungen für den Geschäftsverkehr mit den Wechselstuben und Depositenkassen sowie für die Benutzung der Stahlkammern werden an allen Kassen der Bank anentgeltlich ausgegeben. Größte Puppenfabrik Berlins P. R. Zierow, Berlin N. 37, Schönhauser Allee 179. Eigene Fabrikation. Größtes Lager von Kugelgelenk- Puppen, Bälgen, Köpfen, Perücken, gekleideten Puppen and Puppenartikeln. Sämt liche Reparaturen und alle Ersatzteile. Engros und Einzelverkauf. MAL- KAH- Zigaretten vorzüglich. Kein Laden, Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Prinzenstr. 41, Moritzplatz, Dr. Schünemann 45032* Svezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2.5-7. Sommt. 10-12 Ubr. Arbeiter finden für den Winter gute und billige Unterkleider in großer Auswahl Brunnenstr. 158, Gelber Laden. 180.000 Pfd.= KUNEROL feinstes Cocos Speisefett täglichen Gesamtversand haben die KUNEROLWERKE in BREMEN Weihnachtsbackwerk mit Kunerol schmeckt wundervoll, hat schönes Aroma und hält sich lange. WIEN- DUX ODESSA VERONA CHRISTIANIA Koch- und Backrezepte sowie Adressen der Verkaufsstellen gibt Generaldepot: Berlin SW. 48, Friedrichstr. 231, Telephon: Amt 6, 8718. 282/6 Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenden, fehe elaftifchen, echt chinefischen Sozialdemokratischer Wahlverein ZOHOPROH Monopoldaunen des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. ( gefeßl. gefchüßt) Pfund Mr. 2,85. 3-4 Pfund genügen 3. gr. Oberbett. Berl. geg. Nachnahme. Beipackung frei. Gustav Lustig Berlin S.390 Steparaturen and Aenderungen werden angenommen. Prinzenstr. 46 Größtes Bettfedern- Spezials geschäft Deutschlands. Pelz- Stolas Muffen sowie alle sonstigen Pelzwaren empfiehlt nach beendeter EngrosSaison Einzelverkauf zu außergewöhnl. bill. Preis. Michaels Kürschnermstr., Gr. Frankfurterstraße 99, I u. II, Filiale: Neanderstr. 38( Laden). Bruch- Pollmann empfiehltsein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen. Suspensorien fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer.f. Drts- u. Hülfs- Krantenlaisen 24889* Berlin N., jekt Lothringer Straße 60. Alle Bruchbänder mit elastischen Be Dienstag, den 15. Dezember 1908, abends 8½ Uhr: Versammlung für die weiblichen Mitglieder bei Wilke, Brunnenstraße 188. Zages Drdnung: 1. Der Kampf der Frauen um Staatsbürgerrechte. Referentin: Genoffin Luise Zietz. 2. Diskussion. Die Parteigenossen sind zu dieser Versammlung eingeladen, Verband 231/ 17* Der Vorstand. der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 17. Dezember, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung loten, angenehm u. weich am Störper. 130/19, in den Armin- Hallen, Rommandantenstr. 58/59. Tagesordnung: 1. Statutenberatung. 2. Verbandsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Ortsverwaltung. Größte und beste Bezugsquelle!! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Auf Teilzahlung!! Zweigverein Berlin. Wöchentlich nur 1 Mark! Sektion der Gips- u. Zementbranche. Herren- und Damen- Uhren, Freischwinger, Broschen, Ringe, Ketten und alle Arten Goldwaren, echte Menzenhauer Zithern, Konzertzithern, Phonographen, Platten Sprechmaschinen, Polyphons, Harmonikas, Juhre& König, Mandolinen, Geigen etc. Berlin O., Warschauer Straße 68, I. Etage Berlin N., Reinickendorfer Str. 101, 1. Etage Berlin W., Göbenstr. 19, I. Etage. Zum Weihnachtsverkauf für den halben Preis. Kostüme mit langen Paletots Directoire, aus prima Tuch und modernen englischen Stoffen 12, 18, 24, 36 Mk., früher 24-80 Mk. Plüsch- Jacketts u. Paletots aus prima Velours du Nord und echt engl. Seal, glatt u. mit reicher Stickerei u. Borten garnierung 15, 20, 30, 40, 50 Mk., trüher 30-150 Mk. 1500 Paletots aus gediegenen englischen und glatten Stoffen 5, 8, 10, 12, 15, 18 Mk., früher 10-40 Mk. Elegante Frauen- Mäntel Plüsch- Tuch- Eskimo, schwarz und farbig, auch für stärkste Damen, 15, 20, 30, 40, 50 Mk., früher 30-100 Mk. Theater- und Abendmäntel und Capes aus feinem Tuch, warm gefüttert, auf Gloria und Seide, and dicken weichen Stoffen mit karierter Abseite 8, 12, 18, 24, 30 Mk., früher 15-60 Mk. Backfisch- Mäntel ohne Aenderung, gut sitzend. Sielmann& Rosenberg Kommandantenstr., Ecke Lindenstr. 12 Schaufenster. 2 Häuser vom Dönhoffplatz. Sonntags geöffnet. Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich im Hause Schönleinstr. 34 ein Zigarrengeschäft eröffnet habe. Um gütigen Zuspruch bittet Fritz Schwemke. MANOLI Cigarettes Abbas 3 Pfg. Chic 4 Pfg Gibson Girl 5Pfg. Gruppe: Rabikpuker und Träger. Mittwoch, den 16. Dezember 1908, abends 8 Uhr, im Lokal von Jannaschk, Inselstraße 10: Mitglieder- Versammlung. 13. Tages Drdnung: 140/ 15* 1. Berichterstattung vom zehnten Verbandstage. 2. Diskussion. Bericht über die Lohnbewegung. 4. Gewer schaftliches. Um zahlreiches Erscheinen aller Puzer und Träger ersucht Der Gruppenvorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Mittwoch, den 16. Dezember, abends 8%, Uhr, bet reyer, Roppenstraße 29: General- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Beratung der Vorlage, die Zusammensetzung der zukünftigen Generalversammlungen betreffend. 2. Erfahwahl eines Bureaubilfsarbeiters. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung! Vertrauensmänner! Achtung! Die Kollegen, deren Bücher am Jahresschluß vollgeflebt find, werben erfucht, bei der Ablieferung der Bücher auch ihre früheren Bücher abzugeben. Jalousien- Arbeiter! Donnerstag, 17. Dezember, abends 8, Uhr, bei Anton Boeker, Weberstr. 17: 95/5 Außerordentl. Branchen- Versammlung. Zagesordnung: 1.„ Die Beschlüsse der Berliner Jalousienfabrikanten und die Kündigung des Jaloufienarbeiter- Tarifes". Referent: Rollege R. Leopold. 2. Diskussion. Die Ortsverwaltung. 3. Branchenangelegenheiten. Ein Triumph der Zigarettenfabrikation Selowsky's CARUSO Zigaretten nur 3 Pfg. per Stück! Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. 4597L* K Dezember- Neuaufnahmen Zonophon- Orchester Des Königs Gre 2-20704 nadiere, Marsch 2-20705 Graf Zeppelin Siegesmarsch Unter dem Sieges 2-20706 banner, Marsch 2-20707 Einzug der Gla diatoren, Marsch Automobil- Marsch aus„ Die Dollar2-20708 prinzessin" 231709 Bauern- Marsch a. " Der fidele Buuer Liebe und Lenz, 2-20720 Walzer 2-20721 Le Verre en Main, Polka v. Fahrbach Kaiser Franz- GardeGrenadier- Regt. Berlin Kgl. Kapellm. Ad. Becker Grillenbanner. 20475 Marsch v. Komzak 20476 Der kreuzfidele Kupferschmied, Marschm.Schlagen auf dem Amboss, Singen u. Pfeifen der Gesellen Max Kuttner Berlin I Lebe, wohl mein flandrisch Mäd chen, aus„ Czar u 22923 Zimmermann" 22924 Siciliana a., Caval leria rusticana" mit Klavierbegl. Abschied von der Haiderose von 29925 Bastyr 22926 Ein Märchen vom Glück über Adolf Lieban I Berlin 22927 Im tiefen Keller 22928 0 Isis u. Osiris, a. " Zauberflöte" mit Chor der Königl Hofoper Emmy Wehlen Berlin I Der letzte FrouFrou, a. Donner wetter tadellos" v. 23815 Paul Lincke 23316 Laufmädel- Lied aus, Donnerwetter tadellos" v. Lincke Loni v. Direggen( Ellmann), Scharnitz in Tirol I Geh' is her über 28817 d' Schneid 23818 Die lustige Loni Max Kuttner, Susanne Pickelmann, Margar. Leux, Theodor Hieber u. Adalbert Lieban Garten Quartett a. 24485, Die lustig. Weiber 24436 Quartett aus Fidelio" Guido Gialdini I Kunstpfeifer Berlin Dollarwalzer aus " Die Dollarprin 29325 Bessin" reih'n 29326 Wir tanzen Ringelaus Die Dollarprinzessin" Verlangen Sie Verzeichnis Weihnachtsaufnahmen kostet die 3 Mark doppelseitige Zonophon- Platte. International Zonophone Company m.b.H. Berlin S. 42, Ritterstr. 36. Ausfährliche Kataloge und Prospekte bei jedem Sprech maschinenhändler Deutschlands erhältlich, ev. werden Bezugsquellen auf Wunsch überall nachgewiesen. ZONOPHON RECORD INTERNATIONAL ZONOPHON COMPANY ZONO HONE Wir waren einiges Pärchen Man achte beim Einkauf auf nebenstehendes Platten Etikett. • השרות Berlin: Emil Bauer, Hagelberger Str. 26. E. Beckershoff, Planufer 24. Karl Chriske, Friedrichstr. 37, SW. 48. ,, Grammophon" H. Weiß& Co., Friedrichstr. 189. Grammophon- Zentrale, Alexanderplatz und Kleiststraße 27. A. Ferra, Kottbuser Damm 23. Karl Hensel, Chaussestr. 129, II. Geschäft: Badstraße 60. Hermann Hoppe, Lothringer Str. 40 Max Juhre, Britzer Str. 10. M. Juhre, Brunnenstr. 117. Juhre& König, Hauptgeschäft: Warschauer Straße 68, Filialen: N. Reinickendorfer Straße 101 und W. Göbenstr. 19. Franz Kerber, O. 34, Richthofenstr. 7. Georg Nöther, vis- à- vis Bahnhof Börse. Passage- Kaufhaus, Friedrichstraße. Hugo Pietsch, Müllerstr. 165. Reinhold Prinz, Brunnenstr. 22. Artur Nelson, Brunnenstr. 170 u. Elsasser Str. 36. Hermann Regenstein, Brunnenstr. 136. Paul Reimann, Hackescher Markt 4. Wilhelm Reuschel, Kottbuser Damm 22. Karl Röper, Petersburger Str. 2. Max Schönhueb, Reinickendorfer Straße, Eingang Weddingstr. 5. Paul Scholz, Frankfurter Allee 73b, Ecke Thaerstr. Charlottenburg: W. Becker, Wilmersdorfer Straße 127, I, Ecke Schillerstraße. C. Grosse, Wilmersdorfer Str. 138. Köpenick: Otto Hanelt, Grünstr. 20. Groß- Lichterfelde: Paul Kuhnert& Co., Chausseestr. 111 und Hermann Scharke, Chausseestr. 54. Nauen: Michael Zwickel, Ketziner Straße. Pankow: Theodor Lange, Wollankstr. 117. Potsdam: F. Görz, Charlottenstr. 36. Reinickendorf: H. Buchwald, Herbststr. 10. Schöneberg: Artur Kühn, Kolonnenstr. 7. Steglitz: Otte Baron, Albrechtstr. 10. Spandan: A. Schröter, Potsdamer Str. 50 und Breitestraße. CARMEN SYLVA Carmen Sylva Cigaretten Beste Qualitäten Berantwortlister Meballeur: Shane Weber, Berlin Für den Anferatenteil beranti: 2h, Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Borwärts Bushbruderei u Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW Nr. 293. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 15. Dezember 1908. Proteft gegen die Gesellschaftsiteuer. Unter den Steuerplänen, welche die preußische Regierung dem Landtage vorgelegt, befindet sich bekanntlich auch der Entwurf eines Gesellschaftssteuergeseges. Besen und Zwed desselben haben wir wiederholt beleuchtet. Es handelt sich um die Absicht einer Be fteuerung der Aktiengesellschaften und anderer dem Erwerb dienender Gesellschaften. Diese Steuer joll aber auch die Konsum bereine treffen, obgleich sie keine Erwerbsgesellschaften sind, keinen Gewinn erzielen, sondern nur den Zwed verfolgen, ihren Mitgliedern gewiffe Vorteile beim Bareneintauf zu verschaffen. Zwar hat die Kommission des Abgeordnetenhauses die Gesellschaftssteuer abgelehnt, nicht aus Liebe zu den Stonsumvereinen, fondern im Interesse der Aftien- und sonstigen Erwerbsgesellschaften. Aber damit ist das Schicksal der Vorlage feineswegs besiegelt. Man muß immer noch mit der Möglichkeit rechnen, daß das Plenum des Landtags eine andere Stellung einnehmen kann wie die Kommission. Die Konsumbereine haben deshalb allen Grund, Protest zu erheben gegen diese Steuer, welche eine schreiende ungerechtig keit gegen die Konsumvereine und eine neue, drüdenbe Baft für die arbeitende Bevölkerung darstellt. Aus diesem Grunde find am Dienstag sicben Bolteversammlungen einberufen worden mit der Tagesordnung: Die von der preußischen Regierung ein geplante Gesellschaftsteuer, Attentat auf die arbeitende Bevölkerung". In allen Bersammlungen wurde nachstehende Resolution an „ Die öffentliche Protestversammlung fieht in der von der Regierung dem preußischen Abgeordnetenhause vorgeschlagenen Seranziehung der Konsumbereine zur Gesellschaftssteuer eine weitere indirekte Erhöhung der Lebensmittelpreise und somit ein Attentat auf die Taschen der arbeitenden Bevölkerung. Die neuerdings borgefchlagene unerhörte Belaftung der Ersparnisse ärmster Leute ist in sich widersinnig und bar aller Gerechtigkeit. genommen: crpeutes Die Konsumvereine dürfen nur an ihre Mitglieder verfaufen, erzielen toeder Gewinn noch üben fie ein Gewerbe aus. Die Konsumvereine beschränken sich lediglich darauf, ihren meist unbemittelten Mitgliedern die Lebensbedürfnisse auf möglichst billige Weise zu beschaffen, um so Ersparnisse zu machen, die den einzelnen Mitgliedern je nach Höhe ihrer Eintaufe am Jahresschluß wieder zurückerstattet werden. Obwohl also die Honsumvereine weder Gewinn noch Einkommen im steuerlichen Sinne erzielen, zahlten im Jahre 1907 die 363 preußischen Konsumbereine, welche dem Zentralverband deutscher Konsumbereine berichteten, bei rund 5% Millionen Mark Ersparnissen nahezu Million Mart, das ist mehr als 8% Proz., an Steuern aller Art. Die Bersammelten protestieren daher ganz entschieden gegen Jede neue Besteuerung der Konsumbereine und mithin auch gegen bic beabsichtigte Anwendung der Gesellschaftssteuer auf die Sonsumbereine; fie kennzeichnen diefe Besteuerung um so mehr als eine ausnahmegesebliche, absichtliche Schädigung der Konfur bereine, als die landwirtschaftlichen Genossenschaften steuerfrei find und auch nicht unter die Gesellschaftssteuer fallen follen. Die angewandte Steuerpolitit hat im lebten Grunde die Interdrückung der für die arbeitenden Volteklaffen wirtschaftlich bedeutsamen Konsumgenossenschaften zum Ziele. Die Ver fammelten erflären es deshalb ale Pflicht der organisierten Arbeiterschaft, die Konsumgenossenschaften auch in Berlin zur traftvollsten Entwidelung zu bringen. Die Bersammelten fordern grundsätzlich die Befreiung der Konsumbereine von jeder Ginkommen, Warenhaus, Umfah. und ähnlichen Steuern." Obwohl die Zeit furz vor Weihnachten zur Abhaltung von Massenversammlungen nicht besonders geeignet ist, hatte der Plan der preußischen Regierung, die Konsumgenoffenschaften gleich den tapitalistischen Erwerbsgesellschaften mit einer neuen Steuer zu belasten, auch im Norden und Nordwesten Berlins die Proletarier und Proletarierinnen in Maffen zusammengeführt. Bei Ballschmieder in der Badstraße waren sie so zahl reich erschienen, daß die Sitzpläße des großen Saales nicht aus reichten. Die Ausführungen des Referenten A. Giebel fanden lebhaften Beifall und einstimmig wurde die vorgeschlagene Refolution angenommen. In Habels Brauerei war der Saal gut befeht. Auch hier waren viele Frauen erschienen, die mit lebhaftem Intereffe den Ausführungen des. Referenten Genossen Wurm folgten. Der Redner besprach die Vorzüge der Konsumvereine in einer sehr eingehenden Weise. Diese Vereine zu unterstützen, sollten die Genoffen und Genoffinnen fich besonders angelegen fein laffen, Die Steuerpolitik der Regierung unterzog der so empfahl er. Rebner einer scharfen Kritik und forderte die Arbeiter auf, nicht untätig zuzuschauen, sondern die Konsumvereine als ein Mittel der Selbsthilfe zu betrachten, um dem Drude der indirekten Steuern auf die Nahrungsmittel entgegenzuwirken. In der Distuffion trat ein Redner auf, der fich Gegner der Sozialdemo kratie und der Konsumvereine nannte, der aber zeigte, daß er von diesen Dingen nichts verstand; er erhielt den guten Rat, sich erst darüber zu unterrichten, ehe er sich eine öffentliche Stritit erlauben dürfte. Die Resolution gegen die Gesellschaftssteuer und für den Anschluß an die Konsumbereine wurde angenommen. In den Germania.Brachtsälen folgte die Menge, In Charlottenburg hatten die Genossen für einen die den größten, auf 1500 Personen berechneten Saal füllte, mit lebhaftem Interesse dem Vortrage Adolf Ritters, der, aus guten Besuch ihrer Versammlung fleißig agitiert. Der große gehend von der ungeheuren und nach Meinung der Reichsregierung Saal im Wolfshause war um 9 ühr vollständig besetzt. Zahlreich noch immer nicht zureichenden Belastung des Volkes durch indirekte waren die Frauen erschienen. Rechtsanwalt Steinschneider Reichssteuern, den Gesellschaftssteuervorschlag der preußischen Re- referierte. Der Proteft gegen die Gesellschaftssteuer mag übergierung hinsichtlich der Konsumvereine scharf verurteilte und dem flüffig erscheinen, so meinte der Vortragende, da die Vorlage in gegenüber den großen wirtschaftlichen Wert der Genossenschaften der Kommission schon gefallen sei. Die Besprechung der Anfür die Arbeiterklasse schilderte. Allgemeiner Beifall und ein- gelegenheit sei aber dringend notwendig, weil die drohende Beftimmige Annahme der Resolution zeugten dafür, daß auch die steuerung der Konsumbereine nur ein Glied in der Kette von Maghier Bersammelten das Birken der Konsumgenoffenschaften zu regeln gegen diese Vereine bilde. Die Wichtigkeit der genoffen. fchäßen wußten und einmütig das auf ihre Schädigung berechete schaftlichen Vereinigung der Konsumenten werde von der Arbeiter schaft noch nicht genügend gewürdigt; jebe Gelegenheit zur Vorgehen der Regierung verurteilten. Der geräumige Saal des Artushofes in der Berleberger Agitation in dieser Richtung sei zu begrüßen. Det Redner erStraße war bereits bald nach 8 1hr voll befeht, so daß die Verläuterte die Einrichtung der Konsumvereine und forderte unter fammlung gleich darauf beginnen und, da nach dem trefflichen dem Beifall der Versammelten zur Unterstüßung der Vereine durch Referat des Landtagsabgeordneten Hirsch Gegner sich nicht zum massenhaften Anschluß auf, denn nur durch eine zahlreiche MitWort meldeten, fchon vor 10 Uhr geschlossen werden konnte. Die gliedschaft fönnen fie eine erfolgreiche Tätigkeit entfalten. Ausführungen des Referenten, feine ebenso sachverständige wie scharfe Kritik des Regierungsvorschlages zu weiterer Besteuerung ber fowieso schon mit ungerechten Steuern schwer belasteten Konsumbereine, riefen unmittelbar lebhafte Beifallsäußerungen hervor. Auch hier wurde die Resolution einstimmig angenommen. Im großen Saale des Gewerkschaftshauses hatte sich Sie folgte mit eine sehr zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden. lebhaftem Interche den sachkundigen Ausführungen des Referenten Stühmer, der die Gefeßesvorlage an der Hand eines reichhaltigen Materials kritisierte. Er beleuchtete die Ungerechtig keit dieser Vorlage und zeigte, daß sie die Mitglieder der Konsumvereine auf das schtverste belastet, indem sie die Waren, die schon Witterunasübericht vom 14. Dezember 1908. morgens 8 lthr. durch Zölle über Gebühr belastet sind, nochmals mit einer indirekten Steuer belegt. Ein Appell zur regen Beteiligung an dem Konsumberein für Berlin schloß den mit Beifall aufgenommenen Vortrag, dem eine zustimmende Diskussion folgte. Amtlicher Marktbericht der städtischen Tarttballen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Marktballen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr stark, Geschäft ruhig, Breife unverändert. Bild: Bufuhr reichlich, Geflügel: Zufuhr ge Geschäft ziemlich rege, Breife wenig verändert. nügend, Geschäft schleppend, Preise gut, in Ganjen gebrüdt. Stiche: Bufuhr mäßig, Geschäft ruhig. Preffe wenig berändert. Butter und Gemüse, D6 ft unb Käse: Geschäft ruhig, Breise unverändert. Südfrüchte: Bujuht genügend, Geschäft stil, Preise wenig verändert. Stationen stand mm Barometer richtung Wind Windstärke In Bökers Saal, Weberstraße 17, referierte Eugen Brüdner vor einer zahlreichen Teilnehmerschaft, die den Saal vollständig füllte. Von einer allgemeinen Kennzeichnung der swembe 759 pamburg 757 G6 Berlin 76165 preußischen und deutschen Steuerpolitik tam der Redner auf den eigentlichen Gegenstand der Tagesordnung, au sprechen. Er übte Franfi.a D 761 B unter allgemeiner Zustimmung eine ebenso scharfe wie sachliche München Kritik an der beabsichtigten Besteuerung der Konsumvereine und der dadurch den Arbeitern auferlegten neuen brüdenden Last. Schwohl der Proteft gegen die Steuer als auch die Aufforderung zum Eintritt in den Konsumverein fanden bei den Bersammelten lebhaften Anflang. en Better abebedt 5°.4° R Zemp. n. Stationen Barometer Stanb mm Wind Bump Winbarte Better aparanda 751 S 2 bebedt 8 Betersburg 762529 2 bebedt 4 Scillo Temp. n. 2 4 bebedt 2 bebedt 3 Regen 7 berdeen 2 bab bb.- 0 Baris Rebel-6 747 6 7486 756 4 bedeckt 11 2 better # 3 bebedt 10 2 765 GD 768 Still Wetterprognofe für Dienstag, ben 15. Dezember 1908. Milb und vielfach heiter, aber veränderlich bet mäßigen füblichen Winden; feine erheblichen Steberschläge. Berliner Betterbureau. Adreßbuch Berlin und für 1909 seine Vororte ist erschienen ►iſt und wird in der Haupt- Expedition des„ Berliner Lokal- Anzeigers", sw. Zimmerstraße 36-41, zu den bekanntgemachten Preisen ausgegeben. August Scherl. Neujahrs- Spitzen. für das Weihnachtsfest empfehlen wir als geeignete Geschente folgende Prämien für die Leser des Borwärts": 7. W. Hackländers Werke Reue illustrierte Ausgabe, 2 Bände, 3,50 M. Goethes Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 R. Schillers Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Heines Werke Freiligraths Werke liche 3 Bände, gebunden, 3,-. Jämt Grillparzers Werke 2 Bände illustriert, 3,-. Reuters sämtl. Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 MR. 2 Bände, illustriert, 3,- M. Gerstäckers Werke 2 Bände, illustriert, 3,50 M. Ferner empfehlen wir unser reichhaltes Lager in Jugendschriften 247/9 aufammengestellt nach dem vom Bildungs- Ausschuß der Partei herausgegebenen Jugendschriften- Verzeichnis, das in unserem Geschäftslokale gratis zu haben ist. Bilderbücher find in großer Anzahl und in allen Preislagen vorhanden. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69.( Laden.) in allen Gesellschafts- Spiele Preislagen. Schach, Domino, Dame, Roulette, Tivoli, Poch- u. Regelspiele 2c. Moderne Spazierstöcke und Tabak- Pfeifen aller Art. Seine Wiener Meerschaum- u. Bernstein- Spitzen. Scheunert& Wirth, Blumenstraße 4 und 5, an der Wallner- Theater- Straße. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche, farbfehlerhaft, für halben Bert. Borwärtslefern 5 Prozent Egtrarabatt. Thomas, Dranien. 1501st ftrage 160, Oranienplag. Plüichportieren, Mnfteregemplare für halben Wert. Borwärtslesern 5 Prozent Extrarabatt. Thomas, Oranienstraße 160, Dranienplay. Steppbecken, pottbillig. Vorwärts Tefern 5 Prozent Egtrarabatt. Thomas, Dranienstraße 160, Drantenplag. Gasbronzefronen, Baszugs lampen 9,00, Salongastronen, Gashängelicht, Musterverkauf spotibillig! Gasbratbacöfen 8,00, 8weilodgas fother 3,00. Bohlauer, Wallner ibeaterstraße 32. 1540s Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. JOSETTI JUNO CIGARETTEN sind von anerkannter Güte und bieten trotz ihres billigen Preises volle Garantie für feinste Qualität. Josellis 10 St. für 20 Pfg. انگ Kleine Anzeigen Die Grundbegriffe der Wirt schaftslehre. Eine populäre Einfüh rung von Julian Borchardt. Breis 40 Pj. Expedition Vorwärts, Lindenftrage 69, Schlafdecken( Dedbetterja), Normal( buntfarbig) 1,85-8 Mart, Wolle( einfarbig) 2,85-18 Mart. Spezialhaus Emil Lefèvre, Dranienstraße 158. 11528+ Züllbettdecken, volle Bettgröße, 2,50, in Erbstüll 6,35, Tüllstores 1,85, Erbstüllstores 4,35. Teppichhaus Emil Lefèvre, Dranienstraße 158. 1151 Steppdecken, Wollatlas und Simili feide 3.25, 3.85, 4.35, 5.00, 5.75. Bortieren, Biolettatuch, 2 Shawls, 1 Lambrequin in allen Farben 3.25, 3.85, 4.75, 550, 6.75. Große Frants 1523 furterstraße 125. Plüsch und Zuchtischdecken mit feinen Etidfehlern. Riefenauswahl. 1.65, 1.95, 2.50, 3.50, 4.85, 6.50, 7,25. Tüllbettdecken in weiß und crême 1.95, 2.25, 2.75, 3.25, 4.50. 15255* Englische Tüllgardinen, Meter 35, 40, 45, 50, 60, 75 Pfennige. 1526 Abgepakte Gardinen und Stores Reisemobelle, Boften, Mäntel, Kostüme, Jadetts, Baletots, teils 1.65, 2.25, 2.85, 3.65, 4.35, 5.25. auf Geide, durchweg 9 Mart. E. Weißenbergs Teppichhaus, Große Julius Reumann, Bellealliance- Frankfurterstraße 125. fraße 105. 15278* 1530SE* Läuferrefte in allen Breiten und Preislagen jezt bedeutend unter Preis. Teppiche, Riesenauswahl, mit fleinen Webefehlern 3.15, 3.85, 4.65, E. Weißenbergs 5.85, 6.00, 7.50. Teppichhaus, Große Frankfurter ftraße 125. Ohne Anzahlung, Woche 50 Pfennig, Bilder, Spiegel. Ferner: Möbel, Bolsterwaren, Teppiche, Gardinen, Steppdeden, Tischdecken, Bettbezüge, Bortieren, Uhren, Gastronen, Herren garderobe. Weber, Prenzlauerstr. 49. Besuch, eventuell Postkarte. 264/ 11* Gastronen, Petroleumtronen ohne Anzahlung, Woche 1.00. Riefenlager. Louis Böttcher( felbst): Betriebsleitung Borhageneritraße 32( Babnverbin dung Warichaueritraße), Potsdamerstraße 81, Schönhauser Allee 79, Badstraße 8a, Rigdori, Staiser Friedrichstrage 247. 1337S Spottbillige Gelegenheits- Säufe 1529* Sozialreform oder Revolution, von Roja Luxemburg. Zweite durch in Gardinen, Stores, Deden, Läufer, gesehene und ergänzte Auflage. Breis Teppiche usw. wegen Geschäftsauf- 50 Bj. Expedition Vorwärts, Linden lösung und Räumung Chauffees ftraße 69. straße 88. 1535* Gloffen zu Jves Guyots und Sigismund Lacroix Die wahre Gestalt des Christentums", von Auguft Bebel. Preis 75 Pf., billige Ausgabe 30 Pf. Expedition Lindenstraße 69, Laden. Anzüge, Baletots nach Maß. Aus Ia Stoffresten, Monats, und nicht abgebolte Sachen staunend billig. Maßschneiderei Boß, Brunnenstraße 3, ftraße 53. eine Treppe, am Rosenthalertor. Bekanntmachung. Humboldt + Kinderbettstell 7 Mark Andreas. 1537 Kinderwagen, zurüdgefekte, ge brauchte, Andreasstraße 53. 1536st filberne 2.50, Taschenuhren, goldene 6,00, geftempelte 585 Gold 13,50. Operngläser 2,70, Freischwinger Regulateure 9,00. Ringe 333 geStempelt 1,00 Bicle hundert Broschen, Ohrringe, Halsfolliers, Medaillons, Uhrfetten 1,50 bis 16,30, alles mit Garantieschein, so lange Vorrat reicht, nur Bhandleibe Andreasitrage acht unddreißig. Annoncenvorzeigern ver1552 güte Fahrgeld. Wieneritraße. C מוניז Abschrift 147 B 281/08 In der Privatflagefade bes Geschäftsführers und Reichstagsabgeordneten Richard Fischer hier, Privattlägers, gegen den Redakteur der Zeitung Die Post, Erich Petersen hier, Angeklagten, IDegen Beleidigung hat das fönigl. Schöffengericht Bernin Mitte Abteilung 147 in Berlin am 29. Oftober 1908 fr Recht erkannt: Der Angeflagte ist der öffentlichen Beleidigung schuldig und wird zu zweihundert Mark Geldstrafe, im Nichtbeitreibungsfalle zu 20 zwanzig- Engen Haft und zu der Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Widerbeflagte ist der Be. leidigung nicht schuldig und wird freigesprochen. Dem Beleidigten Fischer wird die Befugnis zugesprochen, den ent scheidenden Zeil des Urteils binner. vier Wochen nach Bustellung des rechtsfräftigen Erkenntnisses auj Kosten des Angeklagten im„ Bor. wärts" und der Post" je einma zu veröffentlichen. 27 Berlin NW., den 26. November 1908 Alt- Moabit 11. ( L. S.) Unterschrift. Gerichtsschreiber des fgl. Amtsgerichts Berlin- Mitte, Abt. 147. H.Piau, Bandagist Berlin Dircksenstraße 20 C., zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium.- Amt VII, 13799. Für Damen weibliche Bedienung.* Lieferant für alle Kraufenfassen. In einem industriereichen Drte Mecklenburgs ist sofort ein 1686* Gewerkschaftshaus mit 400 Heltol ter Bierumfaß bei 12 000. Anzahlung zu verlaufen. Offert. u. V. 4 an die Erped. d. Blattes. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. reelle Damen- und Kindermäntel werden angefertigt, auch Modernisierung. Krause, Golzstraße 44. Platinabfälle, Gold, Silberfachen, Treffen höchstzahlenb. Scheideanstalt Moebel Boebel. Oranienstraße58 Möbeltischlerei liefert ( am Morisplaz) Kein Laden, direkt Wohnungseinrichtungen, Schlaf bunte Stitchen. Raten Sabril, parterre I, II, III, gegründet gimmer, 1879 liefert als Spezialität Bobings zahlung. Stein Laden, nur Fabrik150-6000 Mart gebäude. Auch Sonntags. Harnad. einrichtungen von und einzelne Möbelstücke zu Fabrik- itchlermeister, Stallschreiberstraße 57, Martgrafenstraße 26. 29036* preisen. Größte Auswahl in ver- am Morigplatz. Genossen 3 Brozent. Komiker, billig, wohnt KöpeniderGegenständen. Bettstelle mit Wairage ftraße 10, billigste und beste Bezugs lichen geweienen und zurüdgefekten Möbel, S. Grau, Gneisenaustraße 147. Schwark. 170b 16, englische Bettstelle mit Matrage 44, quelle. Raffa und Teilzahlung. Verloren Buch Nr. 1003 525, Muicheltleiderspind. Vertiko 29, Friedrich Wilhelm- Lebensversicherung, Säulentrumeau mit geschliffenem Klingenbrunn, Bellermannstraße 1. Glaje 29, Echlafiofa 33. Plüschsoja mit Satteltaschen 49, mit Stiderei Geschäftsbreirad, äußerst stabil, bezug 65, Baneelfofa mit Sattel taschen 59, Ebaiselongues 22, Garnitur, 50,00 an. Holz, Blumenstraße 36b. Herrentabrrad, Damentabrrad Sofa und 2 Seffel von 75 an, farbige Rüchen 44,-, Teppiche. Günstige wie neu, 45,00. Sola, Blumen. ( Belegenheit für Brautleute. Ben- ftrage 36 b. tigung ohne Kauigwang erbeten. Gelaufte Wobei werden bis zur Liefe rnng fostenlos aufbewahrt, frei ge liefert und aufgestellt. Sicheren Käufern Zahlungserleichterungen. Geöffnet 8-8, Sonntags 8-2 ühr. Möbelangebot. Im Anhalter Babnspeicher Modernstraße 25, An30,00, Fahrräder. Musik. 13978 Konzertplatten, Walzen, staunend billig, Lotbringerstraße 40. 1469 Sprechmaschinen, Phonographen, Teilzahlungen ohne Preisausschlag Lothringerstraße 40. 14688 Molinunterricht( neue, doppelt fördernde Methode bis zur Bollendung) gibt erfahrener Künstler wöchentlich, auf Wunsch auch nur eine Lektion a 1,25 W., bei zwei Schülern je 75 Bf. Offerten unter D. 2 Expedition des Vorwärts". (* " Verschiedenes. Teilnehmer an einem englischen Birtel( monatlich) 4 Mart) werden gefucht. Privatstunden für Anfänger und Fortgeschrittene werden erteilt. G. Ewienty, Schöneberg. Sedan ftraße 57, III. Vermietungen. Zimmer. Teilnehmer möbliertes Zimmer. Hade, Hohenlohestraße 17, rechter Aufgang III. +121 Möbliertes freundliches Ballon zimmer für einen oder zwei Herren, Slogauerstraße 6, vorn III, Schulze. Schlafstellen. Alleinige möblierte Schlafftelle 10 Mart, Bahnhof Wedding, Cösliner straße 4, vorn II rechts, Szepaniak. alleinstehender Frau. Nandow, Prin Möblierte Schlafitelle, Herrn, zessinnenst aße 28 II. 1755 Mietsgesuche. Suche möbliertes Bimmer, Nähe Stottbujertor. Kaufmann. Adresse Zeichert, Luisenujer, Ede Ritterstraße, Restauration. +111 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet m beit. Robrstühle werden billig an gefertigt, abgeholt und zurüdgesendet. Gläser, Muladstraße 27. 29976* Stellenangebote. Farbigmacher, Rigdorf, Knesebed. +99 strage 99 a. Für folide, sichere, strebsame Leute 10038 als Nebenverdienst Filiale zu vergeben, freie Wohnung und Prozente, Gipsitrage 17 Tabafo- Gesellschaft. 197/10 balter Innenbahnhof, direkt Hochbahn ftation Modernbrüde, stehen verschie dene Einrichtungen zum Verkauf. Darunter befinden fih bochmoderne Blatten und Walzen, besonders preisGrammophone, Phonographen, Schlafzimmer. Speisezimmer, Herren werte Weihnachtsangebote, auch gegen immer, auch einzelne Salongarnis Teilzahlung. Neanderstraße 8. turen, Paneelsofas, Bibliotheken, Anfleidefchränke, Rußbaumbüfette, BronMenzenhauers Zithern, Har gefronen, Delgemälde, Schreibtische monium, Mandolinen, Fabrikpreise, 28,00, Ruhebetten mit prachtvoller auch Teilzahlung. Hong, Ritter. 1366* Dimandede 22,50, wunderschöne Säu- straße 89. bochelegante lentrumcaus Pianino, Hoflieferant, statt 750, Salonteppiche, fchon 14,00 bis zu für M. 460, fofort zu verkaufen allergrößten Gaalteppichen, aller Franzöfifchestraße 15, I rechts. Wer Stoff hat, fertige Derren liebste Zimmerteppiche 8,00, reich Felbbas, nur Brumfenftrage 53, anzug 20 Mart, feinste Zutaten, awei gestichte Lebergardmen, Spachtelftores, Anproben, für guten it befam haus Stralsunderstraße. Spottbilligster goldene Medaille. üllgardinen, Steppbeden, Salon Ludwig Engel, Littauer: Nähmaschinen ohne An. bilder, Standuhren, prachtvolle PlüschRäumungsverkauf! Hochelegante Prenzlauerfti aße 23 II, AlexanderWinterpaletots, wunderbare Belzitolas, plak. Gegründet 1892. Ohne Kon- Bublung, wöchentlich 1,00, gebrauchte, tischbeden 5,00. Verschiedene( Belegen Uebernahme vollständiger Gebrodanzüge, Zadettanzüge, riesen- turrenz. Reste zu Anzügen spottbillig, gutnähend, spottbillig, Barichauer beiten, großer Bettenverkauf, Wäsche auswahl, von 5 Warf pro Meter, neueste Diuster. rage 67, Staligerstraße 99, früher Warenlager, Wirtschaften, Stonfurs Gardinen auswahl. Plüschtischbeden, Spezialität: fompletter Winterpaletot 1736 massen, Nachlässe zum schnellen Vers fauf und Versteigerung. Otto Lidetes Teppichauswahl, goldene Uhren, Frei- nach Maß 36.-, Winterhose 12.-, Christbaumschmuck und Wunder Auftions- und Möbelspeicher, Modernschwinger, Stettenauswahl, Ringe Gebrodanzug 48.-, um Kundschaft zu ferzen für Wiederverkäufer billigst Kostenloser Transport. Straße 25. auswahl, prägtige Festgescente. erlangen. unerreicht. 193/11 Rungestraße 18. 15498* Lagerung. • 14905** Geöffnet ganzen Lag, auch Sonntags. Nähmaschinen. Bergüte bis 25,00 Hermannplay 6! Großbertins Gebrauchte Möbel aus VersteigeTeppiche mi farbenfehlern, spott- Einlaufsvorteil! Bieltausenden Groß- bis Weihnachten, wer Teilzahlung billig, Fabrikniederlage Große Frank berlins und Umgegend wird Gelegen fauft oder nachweist. Sämtliche rungen, Auflösungen in größter Aus furterstraße 9, Flureingang. Mauerheit geboten, allerlei notwendigste, Systeme. Postkarte. Brauiers Näh- wahl, Muschelschränke, Bertifos 26, hoff. Vorwärtslefern 6 Prozent Rabatt. vielseitigste Einkaufsbesorgungen zum maschinen Geschäft, Frankfurter Tajcheniofas 35,-, Herrenschreibtische 1746 33- luschelbetten mit edermatrazen Steppdecken billigst Fabrik Große bevorstehenden Weihnachtsfeste fan allee 101. Fabritlager. Teppiche mit Farbfehlern, seltener 28. Büfeite, Garnituren 65,-, Ausnendbillig anzuschaffen. Ueberbürbete Frankfurterstraße 9, Flureingang Barenansammlung erfordert selbstver Gelegenheitslauf, direft aus dem Biehtische 10.-, Küchenschränke 12,-, ständlich ausnahmsweisen extrabiligen Fabriflager Mauerhoff, Große Frank Bücherschränke, Sofas 20,-, Teppiche, Warenverkauf! Riesenauswahl, Pfän- furterstraße 9. Flurcingang. 1550 Bilder, Stronen, hundert tomplette Wirtschaften, neue und gebrauchte, prace erteilt Damen und Herren derverkauf! Staunendbilligste WinterZähne 1,00, Giffchinerstraße 90. paletots! Jadettanzüge! Gebrod garantiert bedeutend billiger wie anzüge Herrenboien! Belzftolas! reinwollene, Stüd 3 Mart, wasser Wöbelspeicher, Lotbringerstraße 55. Stunde foitet eine art. Eine Unter Pferdedecken, zurüdgefeßte, große, überall, bunte Stüchen 55,--. Vennerts( lebarat) auch abends ein tüchiger und gewissenbaiter Brivatiebrer. Die Allerbilligste Festgeschenke! Goldfachen! Damenubien! Damienketten! Herrenbrüder Pflaume, Friedrichstraße 295. geschäft für Gelegenheitskäufe. dicht bezogen 6,50, 10 Mart.( Se Rosenthaler Tor. Größtes Spezialrichisiunde womentlich genügt e fällige Angebote sind unter G. 4 an uuren! Herrenfetten! Ringeauswahl! Schmucjachen! Wanduhren! TeppichWollen Sie mirklich eine reelle, Expedition des Vorwärts zu richten. auswahl! Plüschtischdecken! Stepp trozdem billige Wohnungseinrichtung Patentanwait Wenzel, Gamer deden! Wäscheauswahl! Gardinen oder ein einzelnes Möbelstück faufen, trage 94 2555 auswahl! Bettenauswahl! Bequemste Auf Zeilzahlung. Möbeleinrichtung, so muß man Lothringerstraße 26, Fahrverbindung!" Runnnovieret von Frau Kotosty, Pfandleihhaus Stube, Küche. Anzahlung 15 Mart Schönhauser Zor, hingeben! Die Schlachtensee, Sturstraße 8, III. Hermannplay 6. Sonntags ebenfalls an. Berliehen gewejene Möbel( pott Firma verkauft jekt die Möbel girfa geöffnet. +99 billig. Berolina, Staftanien allee 49. 30 Prozent billiger, weil dieselbe Platinabfälle, Gold, Silber, Nähmaschinen, Original- Singer, Inventur- Ausverkauf hat! Jezt ist Gebiffe, Stehrgold, Staubgold, famttabellos, spottbillig Reichenberger. Wichtig! Begen Inventur- Auf die beste Gelegenheit, wirklich billig liche gold- und fülberhaltigen Rüdftraße 133 III. + 3nahme verkaufe ganze Wohnungseinrichtungen, sowie einzelne Möbel- laufen, zum Beispiel: Stomplette ftande fauft Goldschmelze, KöpeniderEinrichtung mit farbiger Stüche sonft traße 29, Telephon 4, 6958. Sonntag Zentralfandleihe Brinzen flüde teilweise 60 Prozent unterm 375, jetzt nur 250 Mark! Beffere: geöffnet. 22/8 firage 86, I. Täglich Verkauf von Wert. Darunter eichene Speife 325-400-425-475-530 bis 1500. Tanzlehrkurse! Grube, Annenverfallenen Pfändern. Weltbekannte zimmer, eichene Herrenzimmer, Berlle gefanften Möbel tönnen bis zur Bfundleibe! 50 Prozent billiger wie fitos, Seleiderschränke 24,-, Muschel Abnahme frei lagern und Transport im Laden. Goldfachen, passend zum bettstellen mit Watraße 25,-, Auszieh fret, auch weite Vororte! Besichtigung 3 inachtsgeschent. Winterpa erots, ich 13,-, erremchreibtiin, Sru- anchoa8-8 Lothingciftr. 26, Gehrodanzüge, Hojen, meaus. Bücherschränke, Cha fetongues, aönbaujer Tor. Anzüge, Knabenanzüge von 3,50 Mart an, Sojaumbauten, wajchtoletten 20,-, Monatsgarderobe, für jede Figur Taschensofas 45,-, Nohrstühle 1,50, passend, aus den feinsten Werkstätten Küchen staunend billig. Stargardts Berlins, Betten, Tischdecken, Steppe Möbelspeicher, Dresdenerstr. 107-108. deden. Fahrgeld wird vergütet. Bitte Sonntags geöffnet. Lagerung, Trans Sonntags geöffnet. +138 fich zu überzeugen. 22/9 port frei. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Druku. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, 13938* Mauerhoff. Gardinenrefte, 2-4 Fenster, Grope Frankfurterstraße 9, Flureingang. Mauerhoff. 1384st Eichelmann's Leihhaus, Schöne. berg, Sedanstraße 1, gegenüber Bahn hof Schöneberg, berfauft billigst filberne und goldene Uhren, Stetten, Minge, Brochen, Ohrringe, Winters Baletots, Anzüge, Joppen, Bilder, Pianos, einzelne Möbel 15398* Plüschtischbecken, großer Weibnachts- Ausverkauf, wundervoll be stiďte, beste Qualitäten: jezt 5,85, 0,75, 7,50. Richard Bolfs Teppichhans, Dresdenerstraße( Stottbuser tor). Abonnenten Rabatt. 15188* Fünfzig wöchentlich. Möbel, Garderoben, Uhren, Kinderwagen, Wäsche, Bett n, Steppdeden, Gardinen, Teppiche, Portieren, Belzstolen, Eisenmöbel. Stronleuchter, Phonograpben, Trauringe, Stargarderstraße 64.+72 Puppenwagen, zurückges pte, spott billig. Andreasstraße 53. 1538* Damenuhren Herrenuhren, Retten, Schmuds, allerbilligste Festgeschenke. Leibhaus Dsten, Gubenerstraße 3/4. Möbel. Möbel alt, neu, einfachste, eleganteste, verkauft spottbillig Lombard fpeicher, Nene Stönigstraße 5, Fabrit gebäude; auch Sonntag geöffnet. 193/12 Teilzahlung gestattet. 266/13 Serni die Muttersprache beherrichen! Erfolgreichen, leicht faglichen Unterricht in Bort und Schrift der deutschen B ftrage 16. Zum Weihnachtsfest: Balzerlebi furse. Extralebrfurse. goste Preise, Linienstraße 199, 11. Reihhaus Perfur", Große Frants jurterstraße 116, fauft, beleiht HerrenGarderobe, Go.dwaren, Silberjachen, Uhren, Wäsche, Belzwaren, Stoffe, Bigarren, Fahrräder sowie jeden Wertgegenstand. Viana, alte Zabngebisse, allers 13008* langt. Stempelseter wird foiori ver H. Bernert, Charlottenburg, 1716 J. Kristan, Ebailottenstraße 7. 1726 Wielandstraße 42. Tüchtigen Rabmenmacher verlangt Genoffe, 40 Jahre alt, sucht wegen plöblichem Todesfall der Frau für drei Kinder( 2-7 Jahre) Hauss hälierin, kinderloje Witwe oder älteres Fräulein. Gefällige Offerten mit Photographie an Georg Kamm, Hom berg- Eisenberg( Niederrhein), Cijen 1046° bahnstraße 5, erbeten. Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Drud hervorgehobene Anzeigen foften 50 Pf. die Zeile. Wegen Streiks und Differenzen für Klavierarbeiter, Tischler, Ma. find gesperrt: iyinenarbeiter und Jolierer die Firma Bogs& Voigt, Warschauer Str. 70 und Boy, hagener Str. 16a. Deutscher Holzarbeiterverband Ortsverwaltung Berlin.