Nr. 294. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis bränumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslanb 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Tür Vorwürts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerfichaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", bas erste( fett. gebrudte) Bort 20 Bfg., jebes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., fedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition i bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. " " 16,50. Mittwoch, den 16. Dezember 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. dienen, weil zur Uebernahme der an den Biergenuß gebundenen und heftiger der Stampf um den Absah entbrennen Steuerlast teinerlei in den Lebensbedingungen wird, wie bisher. Ueberwiegt doch ohnehin das Großkapital begründeter 8 wang besteht und auch das Maß der in der Brauerei mehr wie in irgend einer anderen Industrie Steuerleistung vollkommen in das freie Ermessen Von dem gesamten Malzverbrauch entfielen 1906 auf eines jeden gestellt ist." die 338 nicht gewerblichen Brauereien, die vorwiegend Sie Jm Monat November gingen bei dem Unterzeichneten folgende Barteibeiträge ein: Aschaffenburg. Beitrag des Wahlfreises für 3. Duartal 08 60,-. Genau das Gegenteil ist richtig. Leider besteht nur obergäriges Bier herstellen und nicht über 5 DoppelGroß Berlin a Konto feiner acht Wahlkreise 20,000,-( darunter A. Ziez, Warschauer Str. 61 10,-, Slee 1,-, Kollegen der Allgem. allzusehr ein in den Lebensbedingungen begründeter gentner Malz im Jahre verwendet habent, nur acht Metallwerke für Beleuchtung. Rotherstr. 20/23, Abteilung Dreher Swang sowohl für den Genuß von Bier wie für den Tausendstel des gesamten Malzverbrauchs. Auf die Wie wir bereits in unseren Artikeln gewerblichen unter- und obergärigen Brauereien mit durch H. Kennig 10,-, Depeschenüberschuß dec 1. Abt. 1,-, Monats- von Branntwein. beitrag Raichle für Oftober 10,-, gesammelt in der Fabrik von Ade gegen die Branntweinverteuerung ausführten, sind es in einem Malzverbrauch von jährlich höchstens 150 Doppel3,10, A. B. Mister 1,-, Dr. med. 3. M. 3.- Kranzüberschuß erster Linie und hauptsächlich die Lebensverhältnisse, welche gentner entfielen nur anderthalb Prozent des MalzBezirk 567 durch Damaschte 2,65, Bezirk 653a, Laag 10,-, Bezirk 661, zum Schnapsgenuß treiben. Ist es hier die Not, vor verbrauchs. Dagegen hat die größte Brauerci, mit Stranzüberschuß 0,65, Arbeitgeber- Gewerbegerichtswahl, 8. Abt. 1, allem die schlechte Ernährung und leberarbeit, Neberarbeit, fo 268 000 Doppelzentner jährlichem Malzverbrauch mehr proMonatsbeitrag Raschte für November 10,-, Stranzüberschuß A. E.-G. das Wohnungselend, duziert als die 3174 fleinen Brauereien( bis zu 250 Doppeldurch Dillmann 4,15, Mitglieder der Union- Druckerei 6,75, Schubert ist es beim Bier zumeist das Millionen, namentlich) zentner Malzverbrauch) zusammen. Berlin aus Nürnberg 4,90, Hilfsarbeiter der Druderei Vorwärts, das in die Wirtshäuser treibt. den Großstädten haben kein fein Heim, in dem Und auf alle mittleren Brauereien( mit 250 bis Bertabt. 5,-, Kranzüberschuß der Firma C. R. G. 4,50, durch in erholen fönnen 5000 Doppelzentner Malzverbrauch jährlich). samt den Thimm 4,16.) Berlin, diverse Beiträge: Dr. K. R. 25,-. Von sie sich nach des Tages Arbeit Borgmann durch die Bauhilfsarbeiter 5,-. M. 2: 2- Machetes, die schlechteste Sneipe ist gegenüber der Behausung, in der sie, kleinen entfielen nur 38 Proz. der Prodution, während Oktober- November 10,-. Dr. 2. A. 100,-. Radikal" 3, oft noch zusammengepfercht mit vielen Schicksalsgenossen, ihre auf die großen( von 5000 bis 268 000 Doppelzentner) Gutenberg 43,30. Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5, leber- Erholung finden sollen, ein Prunkraum. Zu Hause wieder 61,5 Broz. entfielen! Von Jahr zu Jahr geht die Zahl der schutz zweier Märzfranzianımlungen 1907/08... 36,40. und immer wieder Summer und Sorge als ständiger Gaft fleinen und mittleren Brauereien zurüd. 1887 betrug die Gesammelt bei der Austernfeier des Herrn Fr. Wölfe 4- im Wirtshaus die Behaglichkeit, die zerstreuung, das Ver- Zahl der kleinen Brauereien in Norddeutschland 8605, im Ueberschüsse der Druckerei bon H. A. B. 50,-. P. S. 50,-. Abt" 5,-. Von den Buchdruckerei geffen. Dazu kommt noch, daß weitere Millionen durch Jahre 1906 waren es nur noch 5423! Dabei stieg die ProHilfsarb. im Vorwärts". Abt. Rotationsfaal 5,- Snabe 5, ihren Beruf gezwungen sind, außerhalb ihrer Be duftion von 27 476 auf 45 867 Heftoliter Bier! Die Vorlage Strauſe- Gubtert 1,90. Braunschweig, 1. Wahlkreis für 3. Quart. 08 hausung die Mahlzeiten einzunehmen, und es sind gerade die verschweigt wie dies bei Sydows Vorlagen ja üblich642,80. Desgleichen 2. Wahlkreis 112,88. Desgleichen 3. Wahlfreis arbeitenden, also nicht die reichen Schichten der Bevölkerung, diese wie jede andere für die Lage des Gewerbes bedeutsame 100,12. Bant, Beitrag des Wahlvereins für den 2. oldenburgischen die infolge dessen zum Biertrinken gezwungen sind. Uebrigens, Aufklärung und es wird Aufgabe der Kommission sein. zu und 2. hannoverschen Wahltr. für 3. Quart. 08 599,50. Beelig, wenn es nach den Gelüsten der um ihr Schnapsgeschäft fordern, daß ihr eine genaue Aufstellung von Jahr zu Jahr von den blauen Brüdern aus dem Sanatorium A. I 15,-. Baden bangenden Stonservativen geht, wird auch noch, wie die über die Zahl der im Betriebe befindlichen, der eingegangenen Baden, 8. badischer Wahlkr., 3. Quartal 08 36,45. Badnang, Reichstagsverhandlungen zeigten, eine Steuer auf und der neubegründeten Brauereien vorgelegt wird. 11. württemberg. Wahlkreis für 3. Quart. 08 36,08. antreife: alkoholfreie Getränke kommen und sicherlich wird wird dann sehen, daß es nicht nur die ganz kleinen und oberBreslauer Agitationsbezirk für 3. Quartal 08. Wahlkreise: Breslau- Land 167,20; Brieg 40,20; Ohlau 34,04; Ohlau 34,04; Liegnis dann dieser oder der nächste Sydow in der Begründung der gärigen Brauereien sind, die verschwanden, sondern auch 143,54; Militsch 3,40; Neustadt( Oberschl.) 9,20; Reiße 8,40; Vorlage schreiben: es bestehe feinerlei in den Lebens größere Lagerbierbrauereien, die von den Riesenbetrieben Lesbichig 11,50; Oppeln 4,24; Sa. 421,72. Beuthen- Tarnowis, bedingungen begründeter Zwang, Selterwasser zu trinken. niederkonkurriert worden sind. Ihren Betrieb haben Wahlkreisbeitrag f. 3. Quart. 08 26,78. Caffel- Melsungen, fozial- Wäre es der Regierung ernst mit ihrer Bekämpfung der eingestellt im Jahre 1905: 209, 1906: 210, 1907: 257 Semotr. Verein f. 3. Quart. 08 399,12. Chemniz, Brutus 1.Chemnig, Brutus 1- Trunksucht, so dürfte sie nicht durch) Berteuerung der altoholi- Brauereien. In Konturs gerieten: 1906: 67, 1907: Dresden- Land, 6. sächs. Wahlkreis a tonto der Beiträge für 1908/09 schen Getränke diejenigen noch ärmer machen, die jetzt durch) 80 Brauereien. Schon infolge der Brausteuererhöhung von 1000,- Diedenhofen, Wahlfreisbeitr. f. 3. Quart. 08 12,52. DürenJülich. Beitrag des Bottovereins f. 3. Quart. 08' 18, Delmen- ihre Lebensbedingungen zu deren Genuß gezwungen find, 1906 hat sich die Zahl der in der Brau und Malzhorft, 3. oldenb. Wahlfreis 57,10( darunter Lemwerder f. 2. Quart. 08 fondern sie müßte die Lebensbedingungen der Boltsmaffen industrie. beschäftigten Arbeiter um, drei18,10, desgl. 3. Quart. 19.20; Ganderkesee f. 2. Quart. 08 19,80). derart ändern, daß dieser Zwang nicht mehr besteht. Nur durch tausend vermindert! Eine weitere Erhöhung Eglingen, fozialdemokr: Kreisberein f. d. 5. württ. Wahltr. 8. Quart. 08 weitestgehende Sozialreform fann der Altoholmißbrauch der Steuer wird noch eine weit größere 210,92. Erstein- Molsheim, Wahlkreisbeitrag f. 3. Quart. 08 19,32. Falten- befämpft werden und die Finanzreform darf sich daran Arbeiterzahl brotlos machen, denn die neue berg( Oberscht.) 3,-. Flensburg, jozialdemokr. Zentralwahlverein nicht dadurch beteiligen, daß sie durch Steuererhöhung Steuererhöhung wird den Bierverbrauch nach Schätzung der des 1. u. 2. schlesw.- holst. Wahlkreises für 2. Quartal 08 261,72. das Bolt noch ärmer macht, sondern sie müßte Fachleute um ein Drittel verringern und demgemäß Arbeiter Frankfurt a. M., Beitrag der Parteiorganisation für 3. Quartal 08 durch Beseitigung aller die Lebensmittel überflüssig machen. 1000,- Fürth, G.. 3,-. Göppingen, 10. württemb. Wahlkreis Eine dringende Mahnungan alle Brauereif. 8. Quart. 08 166,24. Gleiwig, Wahlfreisbeitrag f. 3. Ditartal 08 berteuernden Steuern und 3ölle die Lebens7,35. Hannover, 8. hannov. Wahlr. a Konto der Beiträge f. Sept. bedingungen des Volkes verbessern. Billiges Brot, billiges arbeiter, sich zu organisieren, ehe es zu und Oftober 08 1000,-. Höchst Usingen Homburg, a Stonto Fleisch, Verkürzung der Arbeitszeit und ausreichender Arbeiter- spät ist! Die neue Brausteuer wird die Kapitalfonzentration der Beiträge für 2. und 3. Quartal 1908 500,-. Köln schuß auf allen Erwerbsgebieten das sind die einzigen am Rhein, Reg. 3. 20,-. Kattowig- Babrze, Wahlkreisbeitrag Mittel, um den Alkoholmißbrauch zu bannen. außerordentlich fördern, die Klein- und Mittelbetriebe werden für 3. Quart. 08 30,51. Zimmer, Kreiswahlverein des 9. Hannov. Wenn die neue Steuervorlage wenigstens die Steuer- berschwinden, nur die wenigen Großbetriebe es sind jetzt Wahltr. für 2. Halbjahr 1907/08 516,-. Ludwigshafen a. Rh.. freiheit des alkoholschwachen Bieres bringen 362 von 5727 Brauereien bleiben dann übrig. Es scheint, a Konto der Beiträge der sechs pfälz Wahlkreise für 3. Quart. 08 würde! Statt dessen soll das obergärige Bier, das als ob die Regierung dieses Endziel erstrebt, um ein Bier700,- Ludwigshafen a. Rh., Rückzahlung des Gaues Pfalz auf nur 1 bis höchstens soviel Alkohol enthält als das Lager- monopol in die Wege zu leiten. Steuerhungrige SchatzLandtagswahldarlehen 800,- Lübeck, sozialdemokr. Verein für 3. Quart. 08. 770,- München, Gan Südbayern, Beitrag für bier, fünftig um 40-60 Proz. höher belastet werden als ber- fekretäre werden dann zu dieser Expropriation schreiten 3. Quart. 08. Wahlfreise: München I ut. II 715.14; Aichach 33,33; hältnismäßig nach den zu seiner Herstellung erforder- freilich nicht im Interesse der Gesamtheit, sondern für den nimmersatten Militarismus und Marinismus. Dieselbe Ingolstadt 17,87; 28afferburg 1,82; Weilheim 15,45; Rofen- lichen Braustoffen das Lagerbier belastet ist. P ADM heim 65,46; Traunstein 21,03; Landshut 7,53; Pfarrkirchen In Norwegen, wo es die Regierung mit der Be- Regierung, die bei den Hurrawahlen sich als Schüzerin 15.30; lertiffen 11,88; Immenstadt 32,73; Summa 937,04. Kämpfung des Alkoholmißbrauchs ernst nimmt, ist ein Gesetz des Kleingewerbes und Mittelstandes aufspielte, zögert nicht Mühlhausen i Thür., Kreisverein für 3. Quartal 08 46,40. in Vorbereitung, das in weitestem Maße die alkoholschwachen einen Augenblick, diesen zu verraten, wenn sie dafür recht viel Neuwied. Wahlkreisbeitrag für 3. Quartal 08 8,10. berlangen Gebräue bevorzugt und zwar sollen diese vollkommen Silberlinge erhält. bielauer Agitationsbezirk für 3. Quart. 08, Wahlkreise: Hirschberg- steuerfrei bleiben und nur die alkohol reichen Biere Schönau 27,55; Landeshut- Bollenhain- Jauer 75,-; Reichenbach- te 3. Berlin, den 14. Dezember 1908. Das Kamarillatreiben. Auch der Kampf der Kamarilla hat seine eigene Tattit. Neurode 257,90; Striegau- Schweidnig 199,-; Waldenburg 246,-; follen besteuert werden. Da aber die obergärigen Biere Summa 805,45. Pforzheim- Durlach, 9. bad. Wahltr., für 3. Quart. 08 teils nicht nach jedermanns Geschmack sind, vor allem aber 249,50. Duart. 08 500,- Satibor, Wahlkreisbeitrag für 3. Quart. 08 längere Zeit haltbar, will das dort geplante Gesetz auch nach Ronsdorf, Wahlkreis Lennep- Remsch. Mettmann, für auch nicht auf größere Strecken versandfähig und nicht für 10,60. Stuttgart, 1. württemb. Wahltr., für 3. Quart. 08 588,92. unter gäriger Braumethode gebraute alkohol schwache und Fürst Bülow hat schon in der Eulenburg- Kampagne beSchleswig, fozialdemokrat. Zentralverein des 3. schlesw.- holst. Biere steuerfrei lassen und da diese in ihrem Geschmack sich wiesen, daß er diese Gefege kennt. Es ist daher nicht zu berWahlkreis, für 3. Quart. 08 129,58. Salzwedel- Gardelegen, fast gar nicht von alkoholstärkeren untergärigen, den so- wundern, daß, nachdem der Zweck der ersten Nachrichten, die Wahlfreisbeitrag für 3. Quart. 08 18,30. Goeft, Sozial demokr. Verein Hamm- Soeft 3. Quart. 08 295,-. Stodelsdorf, genannten Lagerbieren unterscheiden, kann diese Maßnahme Aufmerksamkeit auf das Treiben der Gegner des Stanzlers zu Fürstentum Lübed, 2. Quartal 08 158,60. Schramberg, S. württemb. allerdings geeignet sein, den Alfoholmißbrauch etwas einzu- richten, erreicht worden ist, dieselben Zeitungen, die zuerst die Wahlfr. 3. Quart. 08 25,60. Schiltigheim, Parteibeitrag für dämmen, wenn wir auch die Wirkung solcher Palliativmittel Alarmnachrichten brachten, jetzt abzuwiegeln beginnen. Muß ja auch dem Kanzler viel daran gelegen sein, den Schein zu ver2. Quart. 08 37,32. Schwedt, Wahlfr. Prenzlau- Angermünde gewiß nicht überschäßen. 8. Quart. 08 30,-. Helgen, Kreiswahlverein des 15. hannov. Sicherlich aber führt die bei uns geplante verhältnis- meiden, als ob er mit diesem Treiben, das allerdings für ihn Wahltr. f. 3. Quart. 08 50,-. Ulm, fozialdemokr. Kreisverein des mäßig höhere Besteuerung der obergärigen alkoholschwachen so nüglich ist, irgendwie in Verbindung stehe. Deshalb geht 14. württemb. Wahlfr. f. 3. Quart. 08 70,20. Begefact, fozial- Biere zum völligen Verschwinden dieser Brauercierzeugnisse. heute der" Hamburgische Korrespondent", der die Ausdemokr. Streiswahlver. des 18. hannov. Wahltr. f. 2. Halbjahr 08 Sind doch ohnehin gegenüber der Konkurrenz der großkapita- lassungen der„ N. Gesellsch. Korresp." zuerst übernommen 368,- Beiß Weißenfels Naumburg, a Konto des Wahlkreislistischen Lagerbierbrauereien die obergärigen wie die fleineren hatte, gegen diejenigen los, die gegen den Kaiser zu Felde beitrages für 1008/09 300,-. untergärigen Brauereien fortwährend im Rückgang. Die neue ziehen; das Blatt zieht sich auf die erste Losung zurück, die Steuer wird diese Kapitalfonzentration beschleunigen. Zwar nach dem Siege Bülows von den Offiziöfen ausgegeben meint Herr Sydow, die Steuererhöhung werde von den wurde:" Es muß unter alles, was vor dem 17. November Brauereien auf die konsumenten abgewälzt liegt, ein Strich gemacht werden". Auch die Bülow- offiziöse werden, aber erstens werden sich die Konsumenten diese Franff. 3tg." rückt zum Schuße des Kanzlers aus. Sie Abwälzung nicht so widerstandslos gefallen lassen und zweitens läßt sich aus Berlin folgendes melden: wird, falls sie unterliegen, der Bierverbrauch zurückgehen, nicht zum Nugen der Abstinenz oder Temperenz, sondern im GegenDenn Der 100 Millionen- Raubzug, den die Finanzreform am teil: zum Nugen der Schnapsbrenner. Branntwein vornehmen will, erhält sein ebenbürtiges Seiten- jede Verteuerung des Bieres hat in den die Ver. stück in der zweiten 100 Millionenverteuerung, an die ärmsten Bevölkerungsschichten das Bier glauben soll. Und mit derselben widerlichen mehrung des Schnapstrinfens zur Folge! Seuchelei, mit der bei der Branntweinsteuer der Schutz der Das ist ja gewiß für die adligen wie nichtabligen Bottsgesundheit gegen alkoholische Vergiftung als Vorwand Liebesgabenschluder eine große Freude, aber es schlägt das für die Füllung des Steuersäckels benutzt wird, genau mit der vom Staatssekretär des Reichsschazamts in der Bederselben dummbreisten Ausrede beginnt auch die Begründung gründung seiner Vorlagen so eifrig beteuerten Sympathie für der Brausteuervorlage.„ Das Bier ist", heißt es da, in die Antialfoholbestrebungen direkt ins Gesicht. gleicher Weise wie Wein, Branntwein und Tabak ganz be- Eine zweite Stonsequenz der Biersteuererhöhung wird die sonders geeignet, als Träger einer indirekten Steuer zu sein, daß innerhalb des Brauereigewerbes noch rücksichtsloser Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Die Brausteuer. I. " So wenig zurzeit von einer am Werke befindlichen Kamarilla zu erkennen ist, so wenig ist davon etwas zu erkennen, daß die Verstimmung und Gegnerschaft, die hier und da gegen den Reichskanzler durch den 17. November entstanden fein mag, fich zu irgend einer Organisation oder Aktionsfähigkeit un Sinne einer Reaktion gegen den 17. November herausgebildet habe. Der daraus mehrfach gezogene. Schluß, daß der Kaiser gegen den Kanzler verstimmt sei, daß er ihm den 17. November schließlich doch nicht verzeihen werde, ist falsch. Wir glauben, Bülow genießt das Vertrauen des Kaisers nad) wie vor. Zudem ist die Stellung des Reichskanzlers auf dem Gebiete, das fich um das sogen. persönliche Regiment" dreht, recht start. Er hat, wie gesagt, das Vertrauen und die Unterstügung einsichtiger Personen aus der Um gebung gebung des Kaisers des Kaisers gefunden, Die Bundes= regterungen waren und find mit ihm einverstanden, und Freisinnige Voltspartei wie ein Mann hinter Schücking| Volkshauses bedeutet, das seine Eriftena tn erster Linie was start ins Gewicht fällt, das preußische Staatsstehe? Wo waren die Leitartikel der freisinnigen Presse? dem Stampf der Sozialdemokraten verdankt, sowie die Wiederministerium hat einstimmig und aus Ueberzeugung sich Still war es und stumm in den Gefilden des Freisinns. Das herstellung der absolutistischen Regierungsmacht einerseits, die am 17. November mit ihm solidarisch erklärt, und hat ihm, wie Urteil des Disziplinargerichts wider den Bürgermeister von Auslieferung des Parlaments an die chauvinistischen Exaltados aus politischen Kreisen bekannt ist, nach dem 17. November ebenso Alles, was die Freis. der bürgerlichen Partien andererseits. Die Regierung aber einstimmige Zustimmung und Dant ausgedrückt. Daran dürfte usum ward schweigend registriert. weiteres recht aussichtslos fein." rannt zu werden. fich nun auch entſchloſſen habe, bas Urteil des Disziplinargerichts, Die Berliner Volkszeitung" behauptet, daß Herr Schüding bas ihn mit 500 m. Geldstrafe belegte, ruhig hinzunehmen". Die „ Kieler Beitung" meldet dagegen zu gleicher Beit, daß Schüding sowohl wie der Vertreter der Antlage Berufung eingelegt haben. fich nichts geändert haben. Und da auch alle(?) Barteien Beitung" für den gemaßregelten freifinnigen Politiker auf dem hätte sich auf die Zwangslage berufen fönnen, in die sie die des Reichstags in dieser Frage nach wie vor mit dem, was Bürgermeisterstuhl tun konnte, war die Forderung nach Arbeitsunfähigkeit des Hauses versetzt habe. In dieser gefährder Reichskanzler erzielt hat, einverstanden sind, fo dünften Ver- einer Reform des ganzen Disziplinarverfahrens"! Alles, was lichen Situation- gefährlich nicht für die Regierung, suche, aus diesem Anlaß seine Stellung au erschüttern, bis auf die freisinnigen Fraktionen des Reichstages und des Landtages fondern für das Parlament- entschlossen sich unsere für den Verfolgten tun konnten, war die Ankündigung, daß Genossen zum zweitenmal das Volkshaus gegen die Angriffe des An dieser Auslassung fällt, wie übrigens in allen ähn sie eine Interpellation einbringen würden, sobald das Absolutismus zu retten und der Regierung jeden Rückweg zu fichen, zweierlei auf. Der Ent Erstens die geringe Bestimmtheit, Disziplinarverfahren erledigt sein werde bis zur legten den absolutistischen Gepflogenheiten zu verlegen. mit der auf das Vertrauen des Kaisers, das Bülow ann it an 31 schluß ist ihnen nicht leicht gefallen, wie schon die Erklärung geblich noch besigt, hingewiesen wird. Dann aber die Da mag sich Schücking voll Efels gefragt haben, ob es Adlers gezeigt hat, nur in der ersten Lesung für die immer wiederkehrende Betonung der Machtmittel, die Dringlichkeit zu stimmen. Aber sie fahen sich vor die schwere Bülow gegen den Staiser besitzt: Das Vertrauen des Reichs- fich lohne, für eine solche Partei zu kämpfen. Er hat die Frage verneint. Wer mag ihn groß darob Wahl gestellt, ob sie das Parlament aufopfern oder dulden tages, des Bundesrats, des preußischen Staatsministeriums schelten! Für einen solchen Freifinn bringt man feine Opfer. sollten, daß die Regierung sich das Selbstbewilligungsrecht des und zuletzt, doch nicht an letter Stelle einsichtiger Personen Und so wird das Rücktrittsschreiben des Husumer Bürger. Budgets anmaße. In dieser schwierigen Situation haben die aus der faiserlichen Umgebung", womit wohl Personen aus meisters zum Dokument freisinniger Schande! österreichischen Genossen sich entschlossen, für die Dringlich der kaiserlichen Familie gemeint sind. Es soll eben immer feit des Budgetprovisoriums in allen Lesungen zu wieder zu verstehen gegeben werden, daß Bülows Stellung zu start ist, um von der höfischen Kamarilla mit Erfolg be eingehaltene prinzipielle Ablehnung des Budgets stimmen. Aber es ist selbstverständlich, daß dadurch ihre stets nicht geändert wird. Ihre Abstimmung bedeutet nichts mehr als daß die Regierungsvorlage auf die Tagesordnung tommt. Bei der Abstimmung über das Budget selbst wird unsere Partei selbstverständlich, getreu ihrer bisherigen Haltung, gegen die Bewilligung stimmen. Wenn also verschiedene bürgerliche Blätter das Verhalten Der Vorfizende der verstärkten Budgetkommiffion bielt es für unserer österreichischen Genossen in Widerspruch bringen wollen angemessen, sich am Dienstag vor Eintritt in die Beratung des mit dem der deutschen Partei, so beweisen sie bloß, daß ihnen Beamtenbesoldungsgefeges über die Tonart des Artikels zu be die österreichischen Verhältnisse völlig unbekannt, die Bedeutung schweren, durch den der Vorwärts" in feiner Dienstagnummer dieser formellen Abstimmung völlig fremd ist. Die Aktion die Beschlüsse der zweiten Lesung der Budgetkommission gewürdigt unserer österreichischen Genossen ist ein Kampf gegen den hatte. Der Vorsitzende nannte den Ton diefes Artifels ge Regierungsabsolutismus und für das Recht bäffig und unanständig. Eine derartige Kriti! des der Boltsvertretung und entspringt gerade aus dem Berhaltens der Parteien in der Kommission verstoße gegen fchärfsten Mißtrauen gegen die Regierung. Diese einen von der Kommiffion gefaßten Beschluß( wonach die Nennung Abstimmung, die nur aus einem gewissen Swange, der der der Namen der Kommiffionsmitglieder in den Berichten unter fozialdemokratischen Partei durch Besonderheiten der Geschäftsbleiben sollte). Bei Wiederholung solcher Vorkommnisse sei in Erordnung auferlegt sind, erklärlich ist, enthält ebensowenig irgend Analogie zu den wägung zu ziehen, ob man die Sozialdemokratie fünftig noch eine süddeutschen Budget. im Seniorentonvent vertreten sein lassen und als Frattion be be willigungen, für welche sicher feine zwingenden, unserer handeln solle. Auffassung aber noch nicht einmal triftige Gründe vorgelegen haben. Ueber die entscheidende Sigung des Abgeordnetenhauses und über die Stellung der Sozialdemokratie unterrichten fol gende Depeschen: Aber wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, daß es sich dem Kanzler nicht allein darum handelt, seine Macht gegen die Angriffe von oben, sondern ebenso sehr gegen die bon unten" zu schüßen. Der bureaukratische Absolutismus führt den Kampf gegen zwei Fronten: gegen das persönliche Regiment auf der einen, gegen jede Machterweiterung des Reichstages auf der anderen Seite. Da muß aber vor allem vorgebaut werden, daß die Frei finnigen mit ihren Verfassungsanträgen Ernst machen. Und wir fürchten, daß dieser Zweck sehr rasch erreicht werden wird. Schon hat die Vossische Zeitung" es mit der Angst gefriegt und mit Feuereifer zählt sie alle Schwierigkeiten und Mißerfolge der äußeren und inneren Politit auf, um daraus den echt blockfreisinnigen Schluß zu ziehen, daß Fürst Bülow, der Urheber all dieser Mißerfolge, unter allen Um ständen im Amte bleiben muß, bis all diese Schwierigkeiten gelöst sind, eine Logik, nach der die Hervorrufung immer neuer Schwierigkeiten und Mißerfolge für einen Minister die sicherste Garantie für die Verlängerung seines Daseins be deutete. Eine feltiame Zumutung. $ Das fozialdemokratische Kommissionsmitglied bezeichnete es als Noch bedenklicher ist es, daß die Voff. 8tg." meint. eine höchst interessante Bemerkung, daß man die Anerkennung der Fürst Bülow stehe zuerst viel cher in Gefahr, an dem Wider Rechte der fozialdemokratischen Fraktion davon abhängig machen stand des Reichstages gegen Teile der Finanzreform wolle, ob die Sozialdemokratie hübsch brav sei und der Majorität als infolge Wachtspruchs der Krone zu Fall zu kommen." pariere. Er wies ferner den Vorwurf, daß der Artikel des Vorwärts" Wien, 15. Dezember. Abgeordnetenhaus. In fort Bedenklicher deshalb, weil bei der Angst des Freisinns um unanständig sei, mit Entschiedenheit zurück. Der Artikel enthalte gefegter Beratung des Budgets beantragte Prohaska( Christlichfeinen Schüßer die Gefahr naheliegt, daß der freisinnige nichts als Tatsachen und die gebotenen Folgerungen daraus. Dafür, daß fozial) Schluß der Debatte. Die Tschechisch- Radikalen hierauf einen ohrenbetäubenden Lärm, Widerstand gegen die Finanzreform völlig erlahme anderen Parteien diefe Folgerungen unangenehm sein tönnten, treffe begannen und namentlich jede Verknüpfung der Finanz- mit der Ver- doch den Verfasser feine Schuld, der sich vom Standpunkt feiner weil der Abgeordnete Choc der nächste Redner gewesen wäre. fassungsfrage bermieden werden wird, um dem unerfeßlichen Bartei aus eines Pflichtvergebens schuldig gemacht hätte, wenn er Der Antrag Brohaska wurde angenommen. Die Wahl Kangler feine Schwierigkeiten zu bereiten. Mit dieser den Artikel nicht geschrieben hätte. Er feinerfeits halte biel des Generalrebners ging bei ununterbrochenem Lärm vor sich. Leistung wäre dann vielleicht auch die Kreuzatg." zufrieden, mehr die Stennzeichnung einer gegnerischen Ansicht als un Während eines großen Teiles der Rede des Generalredners die von dem Freisinn kategorisch verlangt, die neuen Stenern anständig für unvereinbar mit dem guten Geschmad und dem Dr. Adler schlugen die tschechisch- radikalen Abgeordneten Frest und Lisy mit den Bulideckeln auf die Bänke. Erst nach längerer Zeit zu bewilligen und auf jede Erweiterung der Rechte des Bar- politischen Anstand. laments zu verzichten bei Strafe der Ausstoßung aus dem Wir hoffen, daß damit diese und ähnliche Angelegenheiten ein trat infolge der Einwirkung verfchiedener Abgeordneter Ruhe ein. Block. Es ist dabei nicht uninteressant, daß die Krenzztg." für allemal erledigt sein werden. Denn die Vertreter ber bürger. In feiner Rede erklärte Dr. Adler, daß die Sozialdemokraten für sich dabei auf das„ mannhafte, bon unwandelbarer lichen Barteien werden bei rubigerem Ueberlegen ja wohl felbft die parlamentarische Erledigung des Bubgets & önigstreue zeugende Auftreten" des Abgeordneten einsehen, daß es ein geradezu unsinniges Verlangen wäre, den provisoriums eintreten. In feinen weiteren Ausführungen erklärte Dr. Adler, es wäre bon beruft, dessen Rede man allgemein als Parteien verwehren zu wollen, an Beschlüssen einer parlamen ein Eintreten für den Kaiser gegen den Kanzler ge- tarifchen Kommission, die doch allgemein der Deffent ein Verbrechen an den Interessen der Völker deutet hat. Die Drohungen der„ Kreuzztg." gegen den Freilich feit fofort bekanntgegeben werden, Kritit zu Defterreichs, in diesem Augenblick der Regierung nicht freie finn wären aber vielleicht weniger zuversichtlich, wenn sie üben. In welcher Form aber diese Stritif geübt wird, das muß man hand in der Handelspolitik auf dem Balkan zu lassen. Er nicht in der Voraussetzung erfolgten, daß das Zentrum fchon jedem Blatt und jeder Partei selbst überlassen. Noch egiftiert wies darauf hin, daß die Sozialisten in allen euro. sowohl in der Verfassungs- als in der Steuerfrage den fon- ia fein politischer Knigge, der als maßgebende Instanz für den päischen Barlamenten für die Erhaltung des Und in der anständigen" oder" unanständigen" Ton anzusehen wäre. Am aller Friedens eingetreten feien und erklärte, die Völker fervativen Winschen entgegenkommen werde. Zat rechtfertigt die außerordentlich laue und zurückhaltende wenigften aber würde sich die Presse von dem Vorsitzenden oder auch Desterreichs feien nicht gefonnen, wegen der Annegion der Mehrheit einer parlamentarischen Kommission Vorschriften Bosniens Blut zu bergießen. Die Sozialdemokraten Stellungnahme des Zentrums die konservative Vermutung barüber machen lassen, wie sie Beschlüsse einer solchen Kommission aller Länder hielten die Kriegsgefahr für ein inter nur zu sehr. nationales Verbrechen, dem gegenüber alle role. So ergibt sich immer wieder das Resultat, daß die au fritifieren hat! In dem Artikel des Vorwärts", ber ja teineswegs einen Bericht, tarier mit aller Bucht und allem Ernste probürgerlichen Parteien die außerordentliche Gunst der Umstände, die durch die Kämpfe am Kaiserhofe noch vermehrt fondern auf Grund berichteter Tatsachen eine fritische Würdigung ber te stierten.( Lebhafter Beifall.) Nur ein starkes Desterreich werde wird, nur dann für die Eroberung von Bolfsrechten aus fichten der Parteien darstellte, wird übrigens nirgends der Name Stärke in der Politik gehöre aber außer Bajonetten und Kanonen wird, nur dann für die Eroberung von Wolfsrechten aus gefaßten Beschlüsse und gewiffer in den Debatten vertretener An- den Gelüften verschiedener Diplomaten weniger ausgefegt sein. Bur nutzen werden, wenn die breiten Maisen selbst sie eines Abgeordneten genannt. Er hielt sich also in diesem Punkte auch die Ordnung im Innern. dazu zwingen werden. peinlich an die Wünsche der Budgetkommiffion, eine Rüdsicht, die in Des Freilinns Schande. Der deutsche Freifinn ist um eine Sorge ärmer und um eine Schande reicher geworden, ชน in Sachfen. der Presse keineswegs überall beobachtet worden ist. So Wahlrechtsdemonftrationen in Das Parlament in Möten. Dresden, 14. Dezember. find, wie in der Sigung hervorgehoben wurde, in einem Beamten organ die Namen der einzelnen Redner genannt worden. Die Erregung der Dresdener Arbeiterschaft über die Pläne der Diese Mitteilungen stammten nicht von sozialdemokratischer Seite! Wir glauben aber, daß ebenso entschieden, wie die Sozial Realtionäre auf Erhaltung des Wahlunrechts und die kampfluftige Der Bürgermeister von Husum hat sein Amt nieder- bemokratie Vorschriften darüber ablehnt, wie sie ihre Saltung im Stimmung der Entrechteten tam am Sonntagabend impulsiv zum Im Anschluß an die außerordentliche Landesgelegt. Er gibt den Kampf gegen die Landratsbureaufratie politischen Kampfe einzurichten hat, auch die Mehrheit der bürgerlichen Ausbrud. auf. Resigniert räumt er das Feld vor dem Disziplinar Parteien die seltsame Bumutung ablehnen wird, die Respektierung periammlung der fächsischen Sozialdemokratie fanden abends berfahren. Die Junter, die Herren Preußens und des Reichs, der Rechte einer Partei von deren gutem Verhalten abhängig in Dresden- Johannstadt, Löbtau und Bieschen drei massenhaft triumphieren. Sie haben einen fachkundigen Stritifer ihrer zu machen. Der Versuch, das System von Buderbrot und Beitsche besuchte Boltsversammlungen statt, die sich mit der Der Zubrang tar fo groß, daß Herrschaft vom Amtssessel gebracht. Vor aller Deffentlichkeit der sozialdemokratischen Fraktion gegenüber anzuwenden, wäre nicht Wahlrechtsfrage beschäftigten. ist wieder konstatiert, daß auch die Beamten der vielgerühmten nur von vornherein mit dem Fluche der Lächerlichkeit behaftet, Sunderte feinen Blaz mehr finden fonnten. Nach Schluß der Verfammlungen zogen von jedem Lofale größere Mengen Selbstverwaltung nicht wagen dürfen, gegen den Stachel der fondern auch der Gipfel der politischen Unanständigkeit. demonstrierender Arbeiter nach dem Stadtinnern, Junter zu löfen. Die preußische Verwaltung gehört ihnen. Sehr heroisch ist diese müde Resignation des Herrn Schücking obwohl in feiner Weise dazu aufgefordert, ja vielfach von Massendemonstrationen abgeraten worden war. Von Pieschen aus nicht. Im Interesse der Selbstverwaltung, im Interesse des Liberalismus liegt sie sicherlich nicht. Wir erkennen gern an, Das österreichische Abgeordnetenhaus verhandelt noch maridhierten über 1000 Personen die Leipziger Straße entlang bis daß Herrn Schüding der Efel überkommen fonnte angesichts immer das Budgetprovisorium, die vorläufige Ermächti- zu der Elbbrüde, die von der Gendarmerie gesperrt war, der Mittel, mit der ihm die Junkerbureaukratie zu Leibe ging. gung der Regierung, die finanziellen Staatsgeschäfte weiter fo daß den Demonstranten der Zugang nach der Altstadt versperrt Aber auf dergleichen mußte er gefaßt sein, als er den Stampf zuführen. Das ordentliche Budget ist noch nicht bewilligt und war. Unter och rufen auf das Wahlrecht, unter Abgegen die Verstümmelung der Selbstverwaltung, gegen den feine Beratung steht noch in weiter Ferne. Die eigentümliche singung von Arbeiterliedern wandten sich die Demonftranten seit Mißbrauch der Staatsverwaltung zu konservativen Partei Geschäftsordnung des österreichischen Abgeordnetenhauses, die wärts und zerstreuten sich schließlich. Von der Güldenen Aue in der Johannstadt zogen etwa zweden begann. War er nicht bon bornherein entschlossen, auch den tieinsten parlamentarischen Grüppchen, die sich ihrer Mann unter bem Singen des Sozialistenmarsches ihnen standzuhalten, so hätte er das Schwert besser in der Verantwortung nicht bewußt sind, die Obstruktion durch Ver- 1500 anderer Kampfeslieder bor das Minister hotel Scheide gehalten. rammelung der Tagesordnung mittels der sogenannten Dring- und hat auch das Haus des Hohenthals, to mehrmals Hochrufe auf das gleiche Denn sein vorzeitiger Abzug vom Kampffeld muß den lichkeitsanträge ermöglicht, und einer normalen Tätigkeit, zu Wahlrecht ausgebracht Uebermut der Junker stärken! Sie haben leichten Triumph gleichen Wahlrechts zu stürmisch aufgenommen auch gehört, nicht wurden. die Beratung des Budgets Als sich der Zug der Demonstranten erfochten! Sie haben durchgefeßt, was sie wollten, daß ein der Mann nicht Bürgermeister, in Breußen sein tann, der mit gelangen lassen. Es wurde daher das Budgetprovisorium Altmarkt und dem Schlosse zuwandte, fand er den Zugang durch den Junkern anbindet!. Auch in der Zeit des tonservativ- ebenfalls in Form eines Dringlichkeitsantrages auf die Tages. Schugmannsposten versperrt. Nach längeren Ansammlungen an den liberalen Blocks nicht! ordnung gebracht. Die Annahme bedarf aber nicht einer abgesperrten Stellen, wobei ein Hoch auf das freie Wahlrecht Daß selbst den Vesten des Bürgertums der aufrechte einfachen, sondern einer Zweidrittelmehrheit. Der tschechisch nach dem anderen ertönte, zerstreute sich die Menge nach und nach. Nach 12 Uhr nachts tam von Löbtau ein Demonstrationszug Stampfesmut, die ausdauernde Tapferfeit fehlt, die um der nationale Streit aber bewirkt, daß die tschechischen bürgerSadje willen in der bittersten Bedrängnis aushält, das ist lichen Parteien gegen die Dringlichkeit ftinimen. Die Re- von 600 Mann singend über den Boftplay zum Altmarkt, wo er ein böses Zeichen einer weit fortgeschrittenen Snochen- gierung fann sich aber die tschechische Zustimmung nicht einige Zeit hochrufend verweilte, um sich au den Schugmannspoften wie bisher durch nationale 8ugeständnisse erfaufen, denn sie vorüber wieder nach dem Postplate zu begeben, two sich das Gros erweichung. Aber freilich, Lothar Schücking hat Anspruch auf mildernde würde dadurch sofort die Opposition, wenn nicht die Obstrutgerstreute. Doch bis lange nach Mitternacht fanden sich immer Umstände! Er war ein verlassener und preisgegebener Mann! tion der deutschen Parteien eintauschen. Die öfter wieder Scharen von Demonstranten zusammen, was durch die A5Eine Verlegenheit für die Partei, in deren Namen er seinen reichische Regierung hat aber ein anderes Auskunfts- sperrungen verursacht wurde. Sie tann die parlamentarische Mitwirkung. Die Polizei berhielt sich in der Hauptfache paffib; fte be. Stampf begonnen hatte. Er war verraten von den Seinen! mittel. Deutlich genug haben die freifinnigen Parlamentshelden und völlig ausschalten und sich aus eigner Machtvollkommenheit fchränfte fich auf Absperrungen. Besonders war darauf Bedacht die führende freifimige Presse ihm zu verstehen gegeben, daß mittels des berüchtigten§ 14 das Budgetprovisorium bewilligen. genommen, das Schloß zu sichern, das im weiten um ste ihn am liebsten in der Versenkung verschwinden sähen, Daß diese Interpretation des§ 14 der Verfassung zweifellos treise durch ein außerordentlich startes Gen weil er die Streise der Blockpolifit störte. mißbräuchlich ist, hat nicht gehindert, daß während der langen barmerie aufgebot abgesperrt war. Sonstige Zwischen nach dem Wo waren seit der Eröffnung der Parlamente die Obstruktionsjahre regelmäßig so berfahren wurde. Die Ausfälle haben sich, abgefehen von einigen Sistierungen, nach den bis Deflamationen des Herrn Wiemer geblieben, daß die ganze schaltung des Parlaments hätte aber den Bantrott des jegt eingegangenen Meldungen nicht ereignet. Politiche Ueberficht. Berlin, ben 15. Dezember 1908. Die Vaterlandsliebe der Grubenbarone. g austretende Magiftrateräte neu zu wählen. Die Bürgerlichen In Paris hat wohl der letzte fommunale Strafeel groffchen den Parteien, die schon bei der vor kurzem erfolgten Wahl der Gemeinde- beiden radikalen Richtungen mit einer Wiederversöhnung ge bevollmächtigten zusammengingen, beschlossen gemeinsame Sache zu schlossen, wobei natürlich die Helfer der Reaktionäre, die für ihren machen. Damit sollte erreicht werden, daß die Sozialdemokratie standalösen Wortbruch bei der Wahlmännerwahl für den Senat nur zwei anstatt drei Magistratssige erhielt Zwei Wochen vor Pardon bekamen, tatsächlich triumphiert haben. In den großen Die Köln. 8tg. und die Rhein. Weftf. 8tg.". fo lefen wir ber Wahl starb ein Mitglied des Magistrats und der Ober- Gemeinden, vor allem in Paris sind eben alle bürgerlichen Barin der Freii. 3eitung", regen sich darüber auf, daß nach einer Hamburger Meldung das Reichsmarineamt die Lieferung einer erheb- bürgermeister als Wahlkommissar ordnete an, daß die Wahl teien reaktionär und dort besteht tatsächlich ein, durch Bezirkslichen Menge Stolen für feinen Bedarf nach England zu des Erfagmannes für den Verstorbenen gleichzeitig mit der demagogie taum verhüllter, oft noch deutlicher gemachter tapi. vergeben beabsichtige. Die genannten Blätter stellen sich darüber Wahl der übrigen fieben Magistratsräte vorgenommen werde. talistischer Bloc für Hausbefizer-, Großunternehmer- und entrüstet, daß eine deutsche Behörde den deutschen Markt übergeben Das durchkreuzte die Pläne der bürgerlichen Barteien, denn Krämerintereffen, wogegen in der ländlichen Demokratie, die im und durch ihren Auftrag den ausländischen Markt unterstützen nun mußte die Sozialdemokratie drei Magistratssige be- parlamentarischen Radikalsozialismus auftritt, die Traditionen wolle. Anstatt sich in solche Redewendungen solche Redewendungen zu ergeben, fommen. Vergeblich beichwerten sich die Bürgerlichen bei der Re- der Revolution und lebendige ökonomische Interessen ausgebeuteter sollte die Syndikatspreffe vorläufig einmal die Mitteilung be- gierung gegen die Anordnung des Wahlkommissars. Heute, am Kleinbauern wirksam find. Hier wäre die Neigung für einen exrichtigen, daß das Kohlensyndikat dieselben Rohlen, die es nach Nordfrankreich für 6,35 M. liefert, dem deutschen Dienstag, follte nun die Wahl der Magistratsräte stattfinden. Die neuten Combismus vorhanden, aber es ist eben die fortschreitende Inlande zu dem doppelten Preise in Rechnung stellt. Hält bürgerlichen Parteien blieben jedoch der Wahlhandlung Klassenscheidung, die ihn unmöglich macht.. das Syndikat etwa dieses Verfahren für national" und glaubt fern und verhinderten durch ihre Obstruktion das 8ust an de es, der Reichstag bewillige dem Reichsmarineamt Gelber, um eine tommen der Wahl, weil nach den Vorschriften des Gesetzes derartige Preispolitik noch zu fördern?" mindestens zwei Drittel der Gemeindebevollmächtigten bei der Die Grubenbarone glauben offenbar, was den Panzerplatten- Magistratswahl abstimmen müssen. patrioten recht sei, sei ihnen billig! Preßkorruption. " ,, Kameradschaftliche" Erziehung. Eine vergnügte Sigung. Paris, 15. Dezember. In der heutigen Sitzung der Depu. tiertenkammer brachte Archimbaud Vater einen Antrag ein, dahingehend, die Höhe der Entschädigung der Kammermitglieder einem Referendum zu unterwerfen. Der Präsident ließ Bu den Truppenteilen, in denen die Nach- und Nachterziehung Archimbaud Sohn, der von der Tribüne der ehemaligen Abges ber jungen Soldaten in hoher Blüte steht, gehört das 15. Susaren ordneten die Sigung fortwährend unterbrach, entfernen. Präsident regiment in Wandsbed. Vor kurzem berichteten wir über empörende Brisson erklärte, der Antrag Archimbaud sei verfassungswidrig, Weißhandlungen, die über drei Jahre zurückliegen, und jest standen und beantragte Uebergang zur Tagesordnung. Dumont( radikal) bor bem Kriegsgericht der 18. Division( Altona) erst neuerdings protestierte gegen den Wahllärm der Archimbauds, der antirepubliverübte Roheiten zur Aburteilung, ein Beweis für die immer noch fanisch sei, er leugnete die Erregung des Boltes, die von einigen Archimbaud Sohn wurde meldete sich ein über und über mit Blut befleckter Husar frant. dann auch aus den Wandelgängen gewiesen, weil er, nachdem bestehende gute alte Sitte". Am Abend des 16. November d. J. Rednern der Rechten vorgebracht sei. Der wachthabende Arzt konstatierte nicht weniger als 80 Striemen Colliard geschrien hatte, Archimbaud Water habe es nie unteram Rücken und an den Armen und aus zahlreichen Kopfwunden laffen, an die Kaffe zu gehen, Colliard beleidigte und rief: Thr floß Blut hernieder. Der Mann wurde ins Lazarett geschafft, wo feid die Strandräuber der Republik!( Lärm.) Beim er aussagte, daß zwei Gefreite und ein Golbat ihn so furchtbar mit Berlassen der Wandelgänge fagte Archimbaud Sohn: Guten Reberriemen, Klopfpeitschen und Rohrstöden mißhandelt hätten; Appetit, meine Herren! lassen. Dieser„ Budenzauber" trug dem Gefreiten B. 6, dem Gesein Stubenältefter, der Gefreite H., habe das ruhig geschehen freiten. 2 und dem dritten Mißhandler 3 Wochen Gefängnis " Dieser Wunsch( nach Honorierung) ist uns gegenüber wieder ein, während dem Gefreiten. wegen Verlegung der Aufsichtsholt aus dem Kreise der Presse geäußert worden. Unsere Vorpflicht ortpreffe geht jogar nach und nach dazu über, jebe auf. pflicht und unterlassung der Meldung 14 Zane Mittelarrest zuber Frembenlegion einen Eisenbahnzug, in dem sich General Aufbittiert wurden. nahme von Breßnotizen abzulehnen, wenn fie teine Bezahlung dafür empfängt." Ein Briefwechsel des Berliner Tageblattes" mit der Potsdamer Handelskammer läßt darauf schließen, daß sich ein Teil der bürgerlichen Bresse für redaktionelle Notizen bezahlen läßt. Die Potsdamer Handelstammer machte nämlich dem genannten Blatt das Angebot, Notizen und Mitteilungen der Kammer gegen Bezahlung zu veröffentlichen. Das Blatt teilte der Handelskammer mit, daß die Entscheidung darüber. ob Berichte und Notizen veröffentlicht werden, einzig bei der Redaktion liege und daß niemals eine geile gegen Bezahlung aufgenommen werde. In einem Antwortschreiben erklärte nun die Handelsfammer, daß fie der Meinung gewesen ist, daß die Aufnahme von Notizen hónoriert werden müsse und sie begründet diese Auffassung mit folgenden Säßen: Für den Kenner der bürgerlichen Presse ist das nichts Neues 1. Dernburg- Diamanten. In der Franff. 8tg." wird von fundiger Seite die Wahrheit über die bisherigen Diamantenfunde in Sildwestafrika dar gestellt, die sich ganz anders ausnimmt als Dernburgs Perfpeftive einer Gewinnung von 5000 Sarat pro Tag. Es heißt da: " Bis vor kurzem betrug die Ausbeute nur 40 bis 50 Starat in der Woche. Man kann die Diamanten auch nicht so einfach im Spazierengehen aufleien, sondern braucht, obgleich die Förde rung relativ leicht ist, bazu Arbeiter aus dem& ap= land, die mit drei bis vier Pfund pro Monat nebst VerEin weiblicher Spigel. Bei einer Protestversammlung der Arbeiter des Fuhrgewerbes, die sich vor einigen Tagen in Rottbus mit den Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatistik über die Arbeitsverhältnisse im Fuhr gewerbe befaßte, wurde von der Versammlungsleitung ein noch fehr funges Mädchen abgefaßt, das hinter einer halb geöffneten Tür stehend, die Werhandlungen stenographierte. Wie der Märkischen Voltsstimme" mitgeteilt worden ist, soll dieser weibliche Spigel im Dienst der Behörde stehen! Die Balkankrise. Der Boykott. Eine Massendesertion algerischer Fremdenlegionäre. Algier, 15. Dezember.( Meldung der Agence Havas.) Aus Colomb Bechar kommt die Nachricht, daß dort gestern 50 Mann Bigh befand, angefallen haben. Der Zug war um 1 Uhr nachts in der Nähe der Station Bu Reschid eingetroffen, als der Lokomotibführer auf dem Gleise eine rote Laterne erblickte und den Zug bremste. In demselben Augenblide tauchten zu beiden Seiten des Buges bewaffnete Fremdenlegionare auf; die einen umzingelten die auf der Lokomotive befindlichen Bugbediensteten; die anderen besetzten mit aufgepflanztem Bajonett Einer der Regionäre trug eine sämtliche Waggonausgänge. Leutnantsuniform. Unter den aus Militär- und Zivilpersonen bestehenden Reisenden entstand eine große Bestürzung. General Bigh, welcher in Zivil war, rief den Meuterern zu, er wolle mit threm Führer sprechen. Doch fümmerte sich niemand um seine Aufforderung. Oberst Bouillon, welcher Uniform trug und gleichfalls mit den Aufrührern verhandeln wollte, wurde mit dem Bajonett bedroht und gezwungen, in den Wagen zurückzukehren. Konstantinopel, 15. Dezember. Eine Kommission der Der Anführer der Meuterer befahl hierauf dem Maschinisten, zuföftigung zu entlohnen find. also im Vergleich zur Leistung forte, bestehend aus dem Unterrichtsminister und dem General rüdzufahren und, als dieser einen schriftlichen Auftrag verlangte, eine recht große Ausgabe. Bei allen Aufwendungen be steht natürlich die Hoffnung auf eine Steigerung der direktor der Zollämter wurde unter dem Präsidium des Ministers schrieb der Anführer eine Note, welche er mit" De Pal, Leutnant Förderung. Das ist aber eben der schwierige Bunft, des Innern gebildet, um über die Mittel zur Abschwächung| 25. Stompagnie des 2. Fremden- Regiments" unterzeichnete. Die well hierfür fefte Anhaltspunkte völlig fehlen Man weiß nicht, des Boykotts zu beraten. Nach den Meldungen der heutigen Fremdenlegionäre bestiegen hierauf den Zug ,, der die Rückfahrt wie fich das Diamantenvorkommen dort überhaupt erflärt, und türkischen Blätter berief die Kommission gestern awei Mitglieder antrat. Gegen 3 Uhr morgens, furz vor El Bida, gab der angebliche muß damit redhmen, daß es sich auf die oberen Sand des Boykottsyndikata zu sich, um sie zu veranlassen, daß wenigstens Die heuterer verschwanden dann in geschlossenen Reihen in südLeutnant Befehl, zu halten. Alle Legionäre stiegen aus. schichten beschränkt, in welchem Falle der Vorrat bald die Lastträger der Kais die österreichischen Waren ausladen, da ericöpft fein würde. Jedenfalls wäre es boreilig diefe Lastträger amtlich angestellt sind. Die Mitglieder bes Shn braucht hatte und mit Bahnschwellen geheizt werden mußte, fette westlicher Richtung. Der Zug, der alles Brennmaterial aufges und leichtfertig, nach ben bisherigen Ergebnissen schon bitats edhoben widerspruch gegen diese Behauptung und nun die gewaltsam unterbrochene Fahrt nach Oran fort, wo er ben Bifferbitats 8ufunftsrechnungen mit imaginären giffern wo er zu machen. Das würde nur zu ungefunden Spelu führten aus, daß, wenn auch die österreichischen Waren ausgeladen gegen 1 Uhr mittags eintraf. Die Untersuchung hat bisher etTationen führen, bei denen ble Leute ihr Gelb verlieren würden, die anderen Laftträger sich weigern würden, die Waren zu geben, daß die Frembenlegionäre am Sonntag abend Ain el Sadjar nüffen." den Geschäften zu transportieren, wodurch ottomanische Kaufleute, berlassen, zwei Stiften mit Patronen mitgenommen und Teleda fie tattagen und andere Gebühren zahlen müßten, geschädigt graphendrähte zerschnitten hatten. Ihr Führer hatte eine vollwürden. Blättermeldungen zufolge hätte das Syndikat erklärt, ständige Leutnantsuniform gestohlen. Zahlreiche Gendarmen und Truppen wurden aufgeboten, um in Eilmärschen die Legionäre der Boykott würde sofort aufhören, wenn Oesterreich die türkischen zu verfolgen. Vier von ihnen sind bereits festgenommen. Sie Forderungen befriedige. erklärten, daß ihre übrigen Kameraden, 45 an der Bahl, sich bis zum legfen Blutstropfen verteidigen würden. Dernburg follte also den Mund einfiweilen nicht allzu voll nehmen. Er ist es ja freilich gewöhnt, in seine Bilanzen imaginäre Berte einzustellen. Der Menschenhandel. Das Arbeitsamt der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg" erläßt folgende Bekanntmachung im Jüterbog- Luckenwalder Streisblatt": Besorgung von Wanderarbeitern für das Frühjahr 1909. Die jetzigen Verhältnisse auf dem ausländischen Arbeitsmarkt haben uns in die Lage versetzt, die Bedingungen für die Ve schaffung ausländischer Wanderarbeiter erheblich günstiger zu gestalten. Es ist aber nicht vorauszusehen, ob die gemachten vorteil haften Abschlüsse auch für spätere Termine aufrecht zu erhalten sein werden, und deshalb geben wir den Herren Landwirten anheim, ihre Aufträge schon jegt erteilen und die Leute möglichst frühzeitig abnehmen zu wollen. Es unterliegt feinem Zweifel, daß sich die ostelbischen Agrarier dieses Ueberangebot von billigen Arbeitskräften reichlich zunuze machen werden. Sollten sich später die Ausgebeuteten ihrer traurigen Lage bewußt werden und sich gegen fie auflehnen, nun so ist die Polizei da, die dann diese Proletarier zur" Naison" zu bringen hat. Der sächsische Wahlrechtswechselbalg in der Deputation der Ersten Kammer. Der Fall Rödel Gegen die Komiteeherrschaft. Konstantinopel, 14. Dezember. Der Jidam" fragt, was nach der Gröffnung des Parlaments aus dem jungtürtischen Komitee werden wird. Die Existenz eines geheimen Komitees sei ungesetzlich, und das Komitee müsse entweder zu bestehen aufhören oder bis Donnerstag mittag publizieren, daß es öffentliches Komitee werde, und seine Statuten dem Parlament zur Bestätigung vorlegen. Eine im Parlament eingebrachte Interpellation müsse die Lage des Komitees verschlimmern. Das Komitee müsse auch sein Budget publizieren, damit jeder wisse, was mit seinem Gelde geschieht, Oefterreich. Aufhebung des Stanbrechts. Das Stanbrecht für Prag und Vororte fowie das arbenberbot werden mit dem 15. d. Ms. aufgehoben. Frankreich. Block- Flickerei. Paris, 12. Dezember.( Gig. Ber.) Alle Maßnahmen sind getroffen, um die Meuterer gefangen zu nehmen. Es ist ausdrüdlich angeordnet worden, jedes Blutver gießen zu vermeiden und nur von der Waffe Gebrauch zu machen, wenn die Aufrührer damit anfangen würden. In Paris glaubt man nicht, daß es den Deserteuren gelingen wird, über die marottanische Grenze zu entkommen. Indien. Die Unabhängigkeitsbewegung. Kalkutta, 14. Dezember. Durch Untersuchungen und Verhaf tungen hat sich herausgestellt, daß die Verschwörung in Ben galen ernster und von größerer Ausdehnung ist, als zunächst angenommen wurde. Die Verschwörung Die Verschwörung war besonders gut organisiert und verfügte über eine Propaganda-, eine Finanz-, eine Militär- und eine Nachrichtenabteilung. Amerika. Die Gerichte für die Trustmagnaten. Washington, 14. Dezember. Der Oberste Gerichtshor der Vereinigten Staaten traf die Entscheidung, daß bon G. H. Harriman und Otto Kahn, welch letterer Mitinhaber der Firma Kuhn, Loeb it. Co. ist, die Beantwortung der seitens der zwischenstaatlichen Handelskommission gestellten Fragen betreffend Die Aftiengeſchäfte zwischen der Union Pacific- Bahn und anderen Bahnen nicht verlangt werden sollte. Die genannten Finanzleute hatten auf diese Fragen die Antwort berweigert, als der Gegenstand in New York gerichtlich behandelt wurde. Venezuela. Der Konflikt mit Holland. Haag, 15. Dezember. Nach amtlicher Meldung haben niederländische Kriegsschiffe an der Nordküste von Venezuela die venezolanische Regierungsgaleasse Majo be. schlagnahmt. Die Besatzung wurde samt der Armierung an die Küste gebracht. Die Majo wird morgen in Curacao eintreffen. Demonstrationen. In der radikal- sozialistischen Partei haben sich in der Tat Dresden, 15. Dezember. In der heutigen Sigung der Ge- etliche Dußend Deputierte gefunden, die die selige Delegation der febgebungsdeputation der Ersten Kammer beschloß die Deputation, Binten" wiederherstellen wollen. Sie haben an die verschiedenen daß ihr verfassungsmäßig zunächst die Stellungnahme au Gruppen der Linksparteien Einladungen zur Ausführung der der ursprünglichen Regierungsborlage obliegen Projekte gerichtet und die radikal- sozialistische Gruppe hat wirklich werde. Dabei werde die Frage über die Gefesmäßigkeit beschlossen, au untersuchen, unter welchen Bedingungen man die des in der Zweiten Kammer zur Annahme gebrachten Eventualborschlages erörtert und in einen Meinungsaustausch über die Delegation refonstruieren und auf welches Reformprogramm man ebentuell in Betracht kommenden verschiedenen Wahlsysteme ein, die vertretenen Parteien einigen fönnte. Ihren ersten Zwed mag getreten. Die nächste Sibung, in der die Spezialberatung die Initiative villeicht erfüllen, nämlich Clemenceau zu ärgern und über den ursprünglichen Regierungsentwurf stattfinden soll, wurde ihm wieder einmal ein combistisches Todesurteil unter die Augen auf den 28. Dezember festgefeht. zu halten. Weiteres wird sie schwerlich ausrichten. Nicht nur, weil Clemenceau sich von den Nadikalen nicht tommandieren läßt und vielmehr sie tommandiert wobei ihre Furcht, ihre Mandate bereitet den badischen Nationalliberalen schmerz- unter einem gemäßigten Ministerium berteidigen zu müssen, behaftes Unbehagen. Am Sonntag versammelte sich in Star Is fonders start mitwirkt sondern namentlich darum, weil die ruhe der engere Landes ausschuß der nationalliberalen fleinbürgerlichen Radikalen der Städte nur Reformen verhindern, Partei, um dem Parteichef Dr. Obfircher wegen seiner Stellung nicht durchführen wollen. Es ist Selbstbetrug oder Komödie, wenn zum Erlaß des Oberschulrates gegen die Lehrerschaft das man sich geberbet, als tönnten die Leute, die nicht einmal die Vertrauen auszusprechen. Man interpretierte den Erlaß Courage aufgebracht haben, gegen die Aufrechterhaltung der Todesgegen die protestierenden Lehrer als eine liebevolle väterliche Strafe zu stimmen, für die sozialen Reformen gewonnen werden, einem Busammenstoß der Menge mit den Angestellten der Zeitung, Warnung, eine Bedrohung der freien Meinungsäußerung liege die zu verhindern sie seit 2% Jahren dem Ministerium geholfen wobei mehrere Personen durch Revolverschüsse berlest nicht vor. Also das berühmte Mißverständnis. haben. Die Wiederherstellung des republikanischen Blocks der wurden und eine getötet wurde. Diese famose nationalliberale Auslegung wird nicht viel Aera Waldeck- Rousseau und Combes ist aber schon darum unGläubige im Lande Baden finden. möglich, weil sich die französischen Sozialisten inzwischen auf die Tattit bes klassentampfes geeinigt haben. Bürgerliche Obstruktion gegen den Proporz. Sogar ein so vertrauensvoller Reformist und bemokratischer Ge- Die Lehrerbefoldungskommiffion bes Abgeordnetenhauses Fürth i. Bayern, 15. Dezember. mütsmensch wie Varenne hat in Toulouse erklärt: Die Dele begann am Montag die zweite Lefung der Regierungsvorlage. ( Privatdepesche des Vorwärts".) gation der Binten ist tot und ich will sie nicht erweden. Sierbei zeigte sich, daß inzwischen fleißig hinter den Kulissen geNach dem neuen Gemeindewahlgefeß für Bayern sind nicht nur Fehlt aber das Gewicht des sozialistischen Flügels, so muß der arbeitet worden war, denn nicht weniger als fünfzehn Anträge, ble von den Birgern zu wählenden Gemeindebevollmächtigten, Schwerpunkt der vereinigten Republikaner soweit nach rechts fallen, die sich auf die hauptsächlichsten Punkte der Vorlage bezogen, lagen fondern auch die von den Gemeindebevollmächtigten zu wählenden daß die eigentlichen Radikalsozialisten, die von Belletan ge- beigewohnt und den Anträgen bereits ihre Zustim gedruckt vor. Auch die Regierung hatte diesen Verhandlungen Magistrateräte auf Grund der Verhältniswahl zu wählen. Im führten Bauerndeputierten des Sübens, der republikanischen Dis- mung erteilt, die in ihrem finanziellen Effekt von der ReSinne des Gesetzes liegt es, daß auch die Erfagmänner nach dem siplin zuliebe ihre alten Programmforderungen offen fallen lassen gierung ein Mehr von 8% Millionen Mart, also insProporz zu wählen sind. In Fürth sind jedes Jahr fieben müßten, woran sie schon das Interesse der Selbsterhaltung hindert. I gefanit 84 Millionen Mart erfordern. Im großen gangen werden bei New York, 14. Dezember. Nach einer Meldung aus Caracas veranstalteten viele Bürger und Studenten vor dem Gebäude des " El Constitutional", der Zeitung des Präsidenten Castro, eine Sundgebung gegen die Regierung. Dies führte zu Parlamentarifches. des Durchführung dieser neuen Gehaltsfestiebung seitens des Staates und der Gemeinden annähernd 55 Millionen Mark aufzubringen fein; den Gemeinden verbleiben also als Anteil zirka 20 Millionen Mart. Das Grundgehalt soll in Zukunft betragen 1400 W., das höchstgehalt 3300 M. Die höchste Ortszulage beträgt 900 M., und mit dieser darf das Höchstgehalt 4200 M. nicht übersteigen. Hierzu kommt noch der Wohnungsgeldzuschuß. Bis zu 4200 M. wird voll zur Pension angerechnet, das Wohnungsgeld nur nach dem Durchschnitt. In Gemeinden, wo bereits höhere Gehälter( Anfangs sowohl als Endgehälter) gezahlt werden, bleiben diese erhalten. Nur in den jenigen Gemeinden, die an Grundgehalt und Alterszulagen 2800 M. am 1. Januar 1909 zahlen, dürfen Ortszulagen gewährt werden. Schulverbände, die so in der Umgebung von freisfreien Städten liegen, daß sie mit denselben eine wirtschaftliche Einheit bilden, können ihrem Lehrpersonenstand pensionsfähige Ortszulagen gewähren wie die Städte. Die Beschlüsse der Schulverbände über die Gehaltsfestsetzung bedürfen der Genehmigung ver Schulaufsichtsbehörde. Gegen die Versagung steht dent Schulberbande binnen zwei Wochen die Beschwerde an den Provinzialrat zu. Für Berlin tritt hier das Oberverwaltungsgericht ein. Die Genehmigung ist zu versagen, wenn und foweit eine Erhöhung des Diensteinkommens nicht durch die besonderen Verhältnisse des Schulverbandes geboten ist. Das Anfangsgehalt für die Reftoren ist nur ein Mindestgehalt und beträgt 2400 m. Die alleinstehenden Lehrer erhalten nach 10jähriger Dienstzeit eine Amtszulage von 100 M. Das Anfangsgehalt der Lehrerinnen beträgt 1200 M., die höchste zulässige Ortszulage 500 M., das Höchst gehalt ohne Wohnungsgeld 2900 M. Das Anfangsgehalt einstweilig angestellter Lehrer soll 1160 m. betragen. Der Bezug der ersten Alterszulage tritt nach siebenjähriger Dienstzeit im öffentlichen Schuldienst ein, und zwar in neun Steigerungen von drei zu drei Jahren, und beträgt in den ersten beiden Stufen 200 M., in der britten und vierten Stufe je 250 M., in der fünften bis neunten Stufe je 200 M. jährlich; für die Lehrerinnen in den ersten drei Stufen je 100 M., in den fünf weiteren Stufen 150 M. und in der Testen Stufe 200 M. jährlich. Dem§ 2 ist ein neuer§ 2c angefügt, der der Regierung die Befugnis gibt, die Gemeinden zu zwingen, eine Aufbesserung der Gehälter eintreten zu lassen.„ Wenn und soweit," heißt es da, eine Erhöhung des Dienſteinkommens zulässig und nach den besonderen Verhältnissen des Schulverbandes nottvendig ist, kann der Schulverband angehalten werden, eine solche Erhöhung zu gewähren."§ 4 bestimmt, daß Volksschullehrer in Zukunft niedere Küsterdienste nicht mehr übernehmen dürfen. Nach den Beschlüssen der Subkommission ist in sämtlichen Schulverbänden und Gemeinden zu prüfen, inwieweit ein Bedürfnis für staatliche Unterstützung besteht. Drucksachen. Aus dem Reichstage.( Bu Nr. 1035.) Die geschichtliche Entwickelung der deutschen Reichsfinanzen. 11 Gewerkschaftliches. Arbeitslosigkeit und Gewerkschaften. Musikern, die die Arbeit verweigert haben, unterschrieben ist. kurz vor dem Fest der Liebe auf das Pflaster geworfen. Die Ent Dieser Brief zeigt, daß die ganze Sache nur von zwei Mitgliedern lassung der zweiten Vertrauensperson erfolgte, immer nach Andes Orchesters angezettelt war; gerade aber diese waren am 7. No- gabe des Herrn Schimek, weil dieselbe einer Meisterin eine un tember, nachdem die anderen Musiker verabredetermaßen fortge- gehörige Antwort gegeben haben soll. Herr Schimet hält einen gangen waren, die ersten, welche auf das Orchester tamen, um die Anfangslohn von 9 M. steigend bis 12 M. für Arbeiterinnen und Machtprobe mitzumachen, haben also ihre Kameraden in Stich ge- 19 M. steigend bis 25 M. für Arbeiter und Kutscher für auslassen." reichend, um damit eine Familie zu ernähren und ein menschenLeider stimmt diese Ichtere Angabe, wie wir aus einent von würdiges Dasein führen zu können. Dabei ist die Arbeit in 13 gefündigten Mitgliedern des Orchesters an die Direktion ges feinem Betriebe hauptsächlich für Arbeiterinnen eine schwere und richteten und uns vorgelegten Briefe ersehen haben. In der Tat teilweise gesundheitsschädliche. Die Hantierung mit schweren haben 2 von den 15, die von den übrigen selbst der Inszenierung Bapierballen und staubigen Aktenbündeln sowie Papierabfällen verdes Streits beschuldigt werden, den von ihnen Aufgestachelten die schiedenen Ursprungs ist auch nicht ohne Ansteckungsgefahr. Solidarität versagt. Wenn wir über die Belastung der Musiker Es gibt Betriebe dieser Branche, ivo die Arbeiterinnen bei der mit Proben usw. falsch unterrichtet wurden wir entnahmen Arbeit mit Staubmänteln und Staubkappen versehen sind; auch unsere Angaben einem Fachblatt so bedauern wir das. Unsere dieses Schuhmittel vermißt man im Betriebe des Herrn Schimek. Kritik des Vertrages freilich können wir nicht zurücknehmen, selbst So sieht keine Arbeiterfreundlichkeit aus. Auch daß nach dem oben wenn derselbe nur bersehentlich" für Musiker verwandt wurde. angeführten die Beteiligten zu der Ansicht gekommen sind, daß un Artisten, für die ja der Kontrakt berechnet ist, sind ja schließlich auch zweifelhaft von Herrn Schimet oder seinen Beauftragten ein An Menschen. Freilich liegt es an ihnen, wenn solche Verträge heute griff auf das Koalitionsrecht der Arbeiter geplant und durchgeführt noch gang und gäbe sind. ist, wird man begreifen. ,, Koalitionsfreiheit", welche die Scharfmacher meinen! Die Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände hielt in Berlin eine Sigung ab, in der die Koalition der Privatangestellten und der geistigen Arbeiter erörtert wurde. Die Hauptstelle ist für die Koalitionsfreiheit, hält sich aber für berechtigt, Bestrebungen zu betämpfen, die eine Schädigung der Arbeitgeber und den Mißbrauch der Koalitionsfreiheit" herbeizuführen geeignet sind. Als gegen die Koalitionsfreiheit verstoßend, müsse es betrachtet werden, wenn den nicht organisierten Arbeitnehmern von den Gewerkschaften oder von bürgerlicher Seite Hindernisse in den Weg gelegt werden. Die„ Volks- Zeitung" " hat am 9. d. M. einen Bericht von einer Versammlung der Wiesenthaler gebracht, in der sie dem Genossen Knopf Aeußerungen in den Mund legt, die zum Teil entstellt, zum Teil unzutreffend wiedergegeben sind. Dieser sandte darauf dem Blatt die folgende Berichtigung: 1. Ich bin nicht Vertrauensmann des Deutschen Metallarbeiterverbandes und übe auch irgendwelche andere Funktionen nicht aus. 2. Habe ich die vom Referenten mitgeteilten Vorkommnisse nicht zugegeben, konnte sie aber auch ohne Gegenbeweise nicht in Abrede stellen. Ich bemerkte aber, wenn solche Sachen vor gekommen sind, dann sind diese auf die Verbitterung meiner Kollegen zurückzuführen, die in den gesamten freien Gewertschaftskreisen über die Zersplitterung der Organisation durch die Wiesenthaler herrscht, und durch deren Streitbruch bei dem legten Rohrlegerstreit. 3. Habe ich ebensowenig gesagt, daß die Verbitterung dadurch hervorgerufen ist, daß viele Arbeiter nur den Vorwärts" lesen und dadurch einseitig unterrichtet wären, sondern ich habe die Verbitterung auf oben angeführte Gründe zurückgeführt. 4. Auch habe ich nicht gesagt, daß man im Deutschen Metallarbeiterverband feine geistig selbständigen Mitglieder duldet, sondern nach der Bemerkung des Referenten, daß es so aussehe, klar gelegt, daß geistige Selbständigkeit nicht dazu führen darf, daß jeder, der mit diesem oder jenem nicht einverstanden ist, sich eine eigene Organisation gründet, und daß bei allen großen Aktionen fich die große Masse den Beschlüssen und der festgelegten Tattıf unterwerfen müsse, und wenn wirklich solche, wie vom Referenten angeführte und mit Gelumpe bezeichnete Elemente vor handen wären, brauchten wir dieselben, um sie in unserem Sinne zu erziehen, und zwar solange, wie sich ihr Verhalten mit unserem Statut deckt. Eine interessante Statistik über die Arbeitslosigkeit unter den Lithographen, Steindruckern und verwandten Berufsgenossen in Deutschland wird in deren Verbandsorgan Graphische Presse" veröffentlicht. Hieraus ergibt sich, daß sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahre in diesen Gewerben um die Hälfte erhöht hat. Die Steigerung wird illustriert durch Feſtſtellungen in verschiedenen Zeitabichnitten. entriert durch deferta 90 Der Verband, dem zirka 90 Proz. sämtlicher Berufsangehö rigen als Mitglieder angehören, hat 16 648 watglieder. Bonds diesen waren am 29. April dieses Jahres 643, am 6. Juni 669, am 10. September 935 und am 10. November 997 Mitglieder arbeitslos. Zicht man die größeren Städte aus dieser Statistik heraus, so entfallen auf Berlin 307 Arbeitslose, auf Leipzig 227, Dresden 73, München 63, Nürnberg 52 usw. Als diese große Arbeitslosigkeit einsetzte, griff der Verband, um die Not der arbeitslosen Mitglieder zu lindern, zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Obgleich im Verband das Unterstügungswesen gut ausgebaut ist( Arbeitslosenunterstützung gibt es zum Beispiel je nach der Mitgliedschaftsdauer bis 15 Wochen lang a 12 M.), ergab sich gar bald, daß recht viele Kollegen längere Zeit arbeitslos waren und somit keine statutarischen Anrechte mehr gehabt hätten. Es wird daher an diese ausgesteuerten Mitglieder eine Ertraunter st üßung verabfolgt. Die Redigen erhalten 4 M. und die Verheirateten 7 M. wöchentlich. Ausgesteuert waren nun von den am 10. November vorhandenen 997 Arbeitslosen 445, so daß allein für diese Ertraunterstützung bis zum 7. November 28 271 m. verausgabt wurden. Hierzu kommt, daß auch die Ausgaben an statutarischen Arbeitslosenunterstützungen sowie auch an Strantenunterstützung( diese gibt es wöchentlich 12 M. bis zur Dauer von 52 Wochen) ungeheuer gestiegen ist. Denn es ist eine bekannte Erscheinung fämtlicher Krankenkassen, daß bei zunehmender Arbeitslosigkeit auch die Krankenziffer steigt. Obgleich sonst in dieser Jahreszeit stets der niedrigste Arbeitslosenstand unter den Lithographen, Steindruckern nfw. zu verzeichnen ist, ist jetzt die Zahl der Arbeitslosen groß. Ja, es wird sogar befürchtet, daß noch eine weitere Zunahme eintritt. Bestimmt würde das der Fall sein, wenn die Plakat- und Tabaksteuern Gesetz würden, wogegen zurzeit diese Berufsangehörigen in den verschiedenen Städten in Verfammlungen Stellung nehmen. Berlin und Umgegend. Aus dem Zirkus Schumann erhalten wir eine Zuschrift, in der es heißt: „ Es ist unrichtig, daß die Musiker am 7. November 8 Stunden gearbeitet haben, sie haben vielmehr 3 Stunden im Orchester gefejsen und höchstens eine Stunde gespielt. Sum fifabethitiane 26 Leutfches Reich. Keine Einigung. Die von der Parteiorganisation in Dresden versuchte Einigung zwischen den Lokalisten und dem Deutschen Metallarbeiter Verbande ist an dem Widerstand der ersteren gescheitert. Die angedrohte Aussperrung in Baden und der Pfalz. Die Vermittelung des Oberbürgermeisters Murtin in der Angelegenheit des Streits in den Strebelwerten hat, wie aus Mannheim gemeldet wird, zu einer Abmachung der Unternehmer und der Arbeiterverbände geführt. Es besteht jedoch wenig Aussicht, Die daß die Streifenden die Abmachungen afzeptieren werden. Mittwoch in einer Versammlung Entscheidung fällt morgen der Streifenden. Es wird sich alsdann auch entscheiden, ob die von dem„ Berbande der Metallindustriellen" angedrohte Aussperrung von 15 000 Metallarbeitern in Baden und der Pfalz tatsächlich durch geführt wird. Krach im Bund der evangelischen Arbeitervereine RheinlandWestfalens. Seit Austritt der rheinisch- westfälischen evangelischen Arbeiter. vereine aus dem Gesamtverbande, der vor nunmehr fast zehn Jahren auf Betreiben des nationalliberalen Fabrikanten und weiland Reichstagsabgeordneten für Bochum, Franken, und seines ge treuen Schildknappen Quan del erfolgte, weil ihnen der Ge samtverband zu sozial" wurde, find die gedachten Vereine immer mehr unter die Botmäßigkeit der nationalliberalen Partei und damit der Großindustriellen geraten. In einer am Sonntag in Eidol bei Bochum stattgefundenen Arbeiterkonferenz", die von dem christlich- sozialen Parteisekretär Rafflenbeul aus Effen einberufen war, hielt dieser mit der„ Bochumer Richtung" scharfe Abrechnung. Er erklärte, daß der Bochumer Bund ebenso wie die nationalliberale Partei des Ruhrgebietes von den Großindustriellen finanziell unterstützt werde und dafür bei den diversen Wahlen Handlangerdienste leiste. Wer nicht nationalliberal wähle, werde scharf aufs Korn genommen. Die Anhänger der christlich- sozialen Partei" würden im Bunde unterdrüdt. Um diesem unwürdigen Bustande ein Ende zu machen, werde man jezt zur Neu. gründung von evangelischen Arbeitervereinen übergehen, auf parteipolitisch neutraler Grundlage. Der Generalsekretär der nationalliberalen Partei und Schriftführer im Ges samtvorstand des Bochumer Bundes, Schad, gab die Subvention der Vereine durch die Industriellen zu und erflärte zum Schluß, den hingeworfenen Fehdehandschuh aufnehmen zu wollen. Pastor of Bochum sekundierte Rafflenbeul fleißig in der zum Teil fürmisch verlaufenen Versammlung. Bei den nächsten Reichstagswahlen wollen die Chriftlich- Sozialen in Rheinland und Westfalen selbständig vorgehen, da die Stational. liberalen ihnen für ihre bisherige Wahlhilfe nur mit schnödem Undank gelohnt haben. Indem ich von der geschätzten Redaktion der Berliner Rolfs Beitung dieser Berichtigung entgegensee, zeichnet achtungsvoll Reinhold Knopf, Elisabethstraße III. Die Redaktio: des Volts- Zeitung" bemüht sich nun an der Sand cines angeblichen Stenogramms, ihre Version aufrecht zu er sie hat, mag man daraus daß die ganze halten wie recht hebben gente, die von Wiesenthal borgelegte Letzte Nachrichten und Depefchen Rede Knopfs dem Bestreben Resolution au bekämpfen. Er tat dies mit dem Hinweis, daß der= selbe Wiesenthal, der früher die Polizei nicht scharf genug an greifen konnte, heute nach ihr ruft. Denn nur als Ruf der Wiesenthaler nach Polizei kann man seine Resolution ansehen. Als lassisches Beispiel eines einseitigen und unzulänglichen Bubli tationsorgans hat sich die Volts- Beitung" mehrfach erwiesen. Wie muß es in den Köpfen der Leute aussehen, die nur daraus ihre Information holen! Misstände auf Sprees und Haveldampfern. Großfeuer in einer Fabrik. Gestern abend gegen 10 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem großen Brand in der Hennigsdorfer Straße 33-35 ge= Fabrikraum rufen. Bei Ankunft der Löschzüge stand dort ein umfangreicher Elektrizitätswerte, Aktien- Gesellschaft, in Flammen. Der Brandherd lag in dem auf der Bergmann dem zweiten Hofe befindlichen Seitenflügel, und zwar in einem Isolierraum. Da das Feuer einen recht gefährlichen Charakter Zu unserer gestrigen Notiz unter dieser Ueberschrift erjuchen zeigte, wurde die gesamte vierte Kompagnie der Feuerwehr herbei. uns die Herren Schiffseigner erber, Zachow und Meyer beordert. In erster Linie galt es zu verhüten, daß die aus den als Besitzer der Dampfer Eintracht"," Stralau" und„ Meta" mitzuteilen, daß für ihre Schiffe die gemachten Angaben nicht zutreffen. Fenstern herausschlagenden Flammen auf die übrigen Etagen Die„ Eintracht" fährt nach Mitteilung des Herrn Herzer mit übersprangen. Insgesamt wurde mit vier Schlauchleitungen einem Maschinisten von 34 Jahren, einem Heizer von 19 und einem Waffer gegeben. Trotzdem die Rohrführer von allen Seiten gegen Schiffsführer von 30 Jahren. Außerdem ist der Besizer selbst an den Brandherd vordrangen, dauerte es doch über eine Stunde, Bord. Auch auf den beiden anderen Dampfern fahren die Eigner bevor die Gewalt des Feuers gebrochen war. Der Jfolierraum ist mit. Auf" Stralau" außerdem ein Maschinist von airka 35 Jahren, vollständig ausgebrannt. Da der Brand nach Schluß ein Heizer von 22 und ein Führer von 64 Jahren. Auf" Meta" der Arbeit ausgekommen ist, weiß niemand, wodurch er verursacht fährt ein Maschinist von zirka 34, ein Heizer von 19 und außer wurde. dem Eigner ein Schiffsführer von 25 Jahren. natürlich bedauern, wenn wir irgend jemand in unserer Notiz Unrecht getan haben, glaubten aber uns auf die Organisation der Seizer, die uns als zuverlässig und vorsichtig bekannt ist, ver laffen zu können. Arbeiterfreundlich. Wir würden Berggewerbegerichtswahl. Bochum, 15. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die Wahl im Ruhrbeden, bei der in 80 Bezirken Beisiger zum Berggewerbegericht gewählt wurden, brachte dem Bergarbeiterver: band 54 Beisitzer, für die 22 543 Stimmen abgegeben wurden. Der Gewertverein der christlichen Bergleute erhielt 24 Beisitzer mit 15 267 Stimmen, die Polen zwei Beisitzer mit 3540 Stimmen. Dieses Wort ist schon zu unzähligen Malen von Unternehmern benukt worden, um nach außen hin als humane Arbeitgeber gelten zu können, während die Wirklichkeit dem Bild nicht entsprach, durch das man die Oeffentlichkeit täuschte. In der Mühlenstraße zu Berlin befindet sich eine Engros firma für Papierabfälle, me I che Bei der Wahl im Jahre 1902, bei der 104 Beisitzer gewählt ihre Einkäufe hauptsächlich bei Berliner Buch- wurden, erhielt der Bergarbeiterverband 56 Beifizer mit 13 107 drudereien besorgt. Auch der Inhaber dieser Firma, Herr J. Schimet, hat zu wiederholten Malen seine Arbeiterfreundlich- Stimmen, die Christlichen 36 Beisitzer mit 9693 Stimmen, feit hervorgehoben und darauf hingewiesen, in welch väterlicher und die Polen 1 Beisiger mit 862 Stimmen. Die 3 echenpartei, wohlwollender Weise er für seine Arbeiter und Arbeiterinnen die bei der diesjährigen Wahl nur 319 Stimmen auf ihre Nansorgt. Es ist selbstverständlich, daß Herr Schimet als arbeiter- didaten vereinigte und keinen Beifiter durchbrachte, erhielt im freundlicher Unternehmer das Koalitionsrecht der Arbeiter aner- Jahre 1902 9 Beisiger mit 1177 Stimmen. Herr Der Erfolg des Bergarbeiterverbandes ist um so größer, als fennt und jedem in dieser Beziehung freie Hand läßt. Schimek hat bei einer Unterredung apei Vertretern des diesmal die Zechenpartei zumeist auf eigene Kandidaturen zuDeutschen Transportarbeiterverbandes gegenüber erklärt: An sich wären ferner bei dem Umfang der neuen Pantomime" Meine Herren! Ich habe nicht das geringste dagegen ein- gunsten der Christlichen verzichtete. zuwenden, wenn meine Leute dem Verbande beitreten, in Gegenmindestens drei Korrekturproben erforderlich gewesen und bier Weihnachtsgeschenk für Arbeiter. bis fünf große Proben mit Personal. Es hat aber nur eine teil, meine Herren, ich sehe es gern, wenn die Leute im Verbande Braunschweig, 15. Dezember.( B. H.) Die Braunschweiger find, ich werde niemand entlassen, wenn er die Versammlungen Rorrekturprobe, die nicht einmal im Orchester, sondern nur im Foyer war, und eine einzige Nachtprobe stattgefunden. Die Gesamt- des Verbandes besucht. Auch Vertrauenspersonen muß es geben, Kohlenbergwerke jeben ab 1. Januar 1909 die Löhne um 10 Bros. proben mußten abends nach der Vorstellung erfolgen, da die um die Wünsche und Beschwerden der Arbeiter vorzubringen." herab und lassen ferner wegen schlechten Geschäftsganges die Brikett. Statisten am Tage anderweit beschäftigt sind. Diese großen Proben Diese Erklärung hat Herr Schimek mit seinem Ehrenwort be- fabrik und die Schächte stillegen. finden im Zirkus Schumann jedes Jahr nur einmal in Berlin fräftigt. Eigentümlich berührt es nun, daß Herr Schimet in statt; in den Städten, wo die Wiederholung der Pantomime ge- den letzten Tagen Frauen, Mitglieder obigen Verbandes und Vertrauenspersonen im Betriebe, unter nicht ganz stichhaltigen geben wird, sind infolgedessen die Proben nur unbedeutend. Auf die in Nr. 289 erörterten Paragraphen des Kontraktes Gründen entlich. Die eine der Entlassenen, Frau R., war im einzugehen, erübrigt sich, da dieselben nur für Artisten und Ballett Betriebe 10 Jahre beschäftigt. Bor 8 Jahren erlitt Frau A. beim berechnet sind und in den von den Musikern unterzeidmeten Kon- Reinigen der Privatwohnung des Herrn Sch. einen Unfall, an tratten mur bersehentlich stehen geblieben sind. Schon der Inhalt dessen Folgen dieselbe heut noch zeitweise krantt. Der Unfall wurde. der Vorschriften ergibt, daß sie auf Musiker nicht anzuwenden sind. auf Bureben einer Meisterin nicht gemeldet, ob, um Herrn Algier, 15. Dezember.( W. T. B.) Die Gendarmerie von Daß die Herren Mufiter troß ihrer angeblich anstrengenden Schimet dadurch von der Entschädigungspflicht zu befreien, fet Tätigkeit noch Zeit haben, anderweit Geld zu verdienen, beweist die dahingestellt. Nach Angabe des Herrn Schimet ist die Ents Eaita hat heute morgen um 10 Uhr 32 von den meuternden Tatsache, daß sie noch die Orchestrierung der Stimmen besorgen laffung erfolgt, weil diefe Arbeiterin in ungefchidter Weise für den Legionären gefangen genommen, den übrigen 17, unter denen fich und dafür ein besonderes Honorar erhalten. Verband agitiert haben soll. Frau N. hat 10 Jahre lang im Be- der Führer, der angebliche Offizier, befand, gelang es zu ents In der Anlage füge ich einen an Frau Kommissionsrat Schu- triebe für einen Wochenlohn von 9-12 M. gearbeitet, ihre Ge- fommen. Die Meuterer requirierten auf ihrer Flucht Pferde und mann gerichteten Brief vom 17. November 1908 bei, der von allen fundheit geopfert und wird nun aus purer Arbeiterfreundlichkeit Lebensmittel. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Eine wichtige soziale Pflicht. Karlsruhe, 13. Dezember.( B.$.) Zur Errichtung eines Denkmals für den Großherzog Friedrich I. plant man hier aus städtischen Mitteln 200 000 m. aufzuwenden. Die Summe soll auf 10 Jahre verteilt werden. Gefangene Deserteure. St. 294. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 16. Dezember 1908. Aus der Partei. Gemeindewahlen. zu Soziales. Krankenkasse und Ortsarmenverband. Rosenfeld, beantragte, bei dieser Sachlage auch die Ver teidigungskosten des Angeklagten auf die Staatstaffe übernehmen: fet doch Genoffe Freudenthal nach Abweisung Seines Einspruches durch den Vorderrichter gezwungen geweien, In einem Berwaltungsstreitverfahren der Ortskrankenkasse Uus Effen wird gemeldet: Für die vier Stadtverordneten, einen Berteidiger zu engagieren, damit dieser in die Aften Einsicht Charlottenburg gegen die städtische Armendirektion zu Charlottens nehme. Das Gericht lehnte die Uebernahme der Verteidigungskosten fchwahlen in der dritten Abteilung ist zwischen der Sozialdemokratie auf die Staatstaffe ab, indem es sich der berühmten Bhrase be- Jahres ein erst jetzt vorliegendes Urteil, das für das Selbstver burg fällte das Oberverwaltungsgericht am 15. Oktober dieses und den Liberalen ein Stichwahlablommen getroffen, wonach diente: die Sache sei fo einfach( 1) gewesen, daß die Annahme waltungsrecht der Krankenkassen und für das Recht der freien Verbie Sozialdemokratie brei liberale Kandidaten unterfügen und die eines Verteidigers unnötig war. Liberalen öffentlich zur Unterstüßung des in Stichwahl stehenden fügung des Kaffenvermögens durch die Krankenkassen von eine Alio: groei fozialdemokratischen Kandidaten auffordern. Die sozialdemofratijdje tannt, der Angeflagte aber brauchte fich feinen Verteidiger zu nehmen, dhneidender Bedeutung werden dürfte. Der Entscheidung liegt Barteiversammlung genehmigte das Abkommen mit reichlich zwei Srittelmajorität, der liberale Ausschuß mit 58 gegen 15 Stimmen. Es ist zu erwarten, daß das Zentrum alle vier Mandate verliert und die Sozialdemokratie den ersten Vertreter in die Stadtverordnetenversammlung hineinbekommt. Bei der Gemeinderatswahl in Cainsdorf bei gwidau wurde in der Klasse der Unaufäffigen ein Genoffe mit 162 Stimmen gegen 68 der Gegner gewählt. Bei der erstmaligen Beteiligung in der zweiten Klasse errang die Sozialdemokratie einen Achtungserfolg. Ihre Kandidaten erhielten 24 und 21 Stimmen, die gewählten Gegner dagegen 84 Stimmen. weil bei ihm größere juristische Kenntnisse vorausgesetzt werden als bei den beiden Herren Vorderrichtern! Das bei der Krantentaffe eingetragene Mitglied B. wurde krant. Die Kaffe gewährte dem Erkrankten alle statutarischen UnterVon den berechtigten Interessen" des Redakteurs. ftüßungen. Im Verlauf seiner Krankheit wurde B. der in Char Das Landgericht Stade beschäftigte sich am 8. Juli d. J. mit lottenburg bestehenden Fürsorgestelle für Lungenkranke" überzwei Prozessen gegen den Redakteur des Harburger Volkswiesen. Jedoch nicht durch die Kasse. Durch Begutachtung der blattes, Genossen stöple. In dem ersten wurde der Angeklagte Fürsorgeſtelle wurde B. sodann auf Veranlassung der Armenwegen Beleidigung eines Hauptmanns der Schußtruppe zu einer bireftion in eine Lungenheilstätte gebracht. Der Krankenkasse wurde Geldstrafe von 500 m. verurteilt. Das Gericht hat dem An- von dieser Ueberführung B.'s in die Heilstätte vorher keine Mitgeflagten den Schutz des§ 193 zugefprochen, weil er berechtigte teilung gemacht, sondern die Ueberweisung erfolgte allein auf Grund Interessen wahrgenommen habe. Die Berurteilung trat aber doch weisung des B. in die Heilstätte erfolgt war, wurde der Krankens der Entscheidung der Armendirektion. Erst nachdem die Uebers ein, da die Absicht der Beleidigung aus der Form hergeleitet tasse davon Meldung gemacht und die Kasse zugleich um Erstattung Sozialdemokratische Landtagskandidaturen in Baden. wurde.( Der Hauptmann war als Berle" bezeichnet worden) Der der Kosten des Heilverfahrens ersucht. Diese Gesamtkosten beliefen Am Sonntag wurden die sozialdemokratischen Standidaten für Staatsanwalt erflärte in feiner Revision die Anwendung des fich auf 418,20 M. Davon bedte der Landarmenverband 206,50 M. die fünf Wahlkreise der Stadt Mannheim in einer von etwa 193, foweit sie zugunsten des Angeklagten erfolgte, für rechtsirrig. Die Stasse sollte nun für die Zeit des Aufenthalts B.'s in der Heil400 Mitgliedern besuchten Berfammlung des Sozialdemokratischen Das Reichsgericht erkannte jedoch auf Verwerfung der Re- anstalt pro Tag das einundeinhalbfache Krankengeld an die Armen Vereins proflamiert. Die bisherigen Abgeordneten Rob. Kramer vifion. taffe zurückerstatten. Die Armendirektion stützte sich dabei auf und Alb. Su find find wieder aufgestellt; gegen die Kandidatur In dem zweiten Prozeß ist der Angeflagte wegen Beleidigung§ 57 Abs. 6 des Krankenversicherungsgesehes. Aber die Kaffe lehnte des Genossen Gustav Lehmann waren von einer Obmänner der Harburger Polizei zu 300 M. Geldstrafe verurteilt worden. Die die Anerkennung dieses Rechtsanspruchs der Armendirektion ab, sis fizung die Genossen Geis, Vorsitzender des Landesvorstandes, und Bolizei hatte einen Vortrag über die französische Revolution( mit zahlte nur das einfache Krankengeld. Nach Ansicht der Kaffe hatte Genoffe Rob. Klein aufgestellt. Der bisherige Abg. Lehmann er Lichtbildern) verboten, weil dadurch die Revolution berherrlicht und die Armendirektion weder das Recht noch einen Anlaß, das Mite hielt jedoch die größte Stimmenzahl, es fehlen ihm nur 5 Stimmen zum Klaffenhaß aufgereizt werden sollte"! Schließlich wurde die glied B. einer Heilanstalt auf anteilige Kassenkosten zu überweisen. an der abfoluten Majorität. Die Stichtoaht wurde nicht sofort vor Veranstaltung ohne den Vortrag des Berliner Redners Da B. Kranfenunterstützung bezog, war er nicht mittellos im Sinne genommen, da sich viele Besucher vor der Ermittelung des Wahl- genehmigt. Als aber unter den Lichtbildern Ludwig XVI. erschien, der Bestimmungen für die Armenpflege. Ferner habe B. sich mit resultats entfernt hatten. Für die beiden anderen Wahlkreise, die löste die Polizei die Versammlung auf! Der Angeflagte ver- dem Antrag auf Heilstättenbehandlung noch nicht einmal an die, zulezt in den Händen des Blocks waren, sind neu als Kandidaten öffentlichte hierauf einen Aufruf, in welchem zum Proteste gegen Stasse selbst gewandt. Deren Gepflogenheit aber sei es, nach Mög=" die Genoffen Ostar Ged. Redakteur der„ Boltsstimme", und diese unerhörte Polizeiwillfür aufgefordert wurde. Auch in diesem lichkeit ihren Weitgliedern einer Heilstättenbehandlung teilhaftig Barber, Stadtrat, aufgestellt worden. Falle tam der§ 193 dem Angeflagten theoretisch zugute, die werden zu lassen, soweit es die Mittel der Kasse erlaubten. Ein Verurteilung erfolgte wegen der angeführten Worte. Die Unterschied zwischen den Mitgliedern höherer oder unterer BeitragsRevision des Staatsanwalts rügte in dieser Sache ebenfalls die flassen wird dabei nicht gemacht. Doch abgesehen von dieser Bee Anwendung des§ 193 als unzulässig. Das Reichsgericht war zwar reitwilligkeit der Kaffe, den Mitgliedern die erforderliche Heilstättenhier derselben Ansicht, berwarf aber trotzdem die staatsanwaltliche behandlung aus freien Stüden nach Möglichkeit zu gewähren, müsse Revision, da nicht anzunehmen sei, daß das Strafmaß durch den betont werden, daß die Krankenkassen nicht verpflichtet sind, HeilRechtsirrtum beinflußt sei. stättenbehandlung eintreten laffen zu müssen. Bestehe aber eine Die Revision des Angeflagten in beiden Sachen wurde solche Verpflichtung für die Kasse nicht, so könne dieselbe auch nicht gleichfalls verworfen. zur Erfüllung einer solchen Verpflichtung, die auf Anordnung einer Armendirektion ausgeübt werde, mit angehalten werden. Hauptpunkt der Streitfrage ist demnach: Jst in der Versagung der Seilstättenbehandlung durch die Kranfenfasse eine nicht ausreichende Reanfenunterstützung zu finden, welche ein Kranfenfaffenmitglied Hilfsbedürftig, den Armenverband fürsorgepflichtig und ersatzberechtigt gegenüber der Krantentaffe nach§ 57 des Krantene versicherungsgesetzes macht? Ruffischer Sozialistenfongreß in der Schweiz. Anfang d. M. wurde in Basel ein außerordentlicher Barteitag der russischen Sozialisten abgehalten. Die Berhandlungen währten fünf bolle Tage vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hinein: sie drehten fich hauptsächlich um die Nationalitätenfrage und das Emigrantenwefen. Die Beschlüsse werden borläufig geheim gehalten und den Mandatgebern auf schriftlichem Wege mit geteilt. Einen sehr großen Teil der Berhandlungen nahmen auch die Beratungen über die Tattif ein, welche für die russischen Sos zialisten im Auslande maßgebend sein soll. Ein neues sozialdemokratisches Parteiblatt in der Schweiz. In Freiburg wird vom 1. Januar 1909 ab ein neues fozialdemofrafisches Blatt in deutscher und franzöfifcher Sprache unter dem Titel " L'avenier"( Die Zukunft") herausgegeben. Das wöchentlich erscheinende Blatt wird von einem Redaktionsfomitee redigiert. Die Redaktion für den deutschen Teil der Zeitung befindet sich in Murten und die für den franzöfifchen Teil in Freiburg. Die Freiburger Genoffen hatten bereits früher schon ein Organ ( die„ Aurore"), das aber wieder einging. Hoffentlich hat das neue Blatt ein längeres Leben. Der erste sozialdemokratische Erfolg im schwarzen Kanton Wallis. Durch die jüngste Verfassungsreviston ist im Kanton Wallis der fakultative Gemeindeproporz eingeführt worden und auf Grund beffen hat die fozialdemokratische Arbeiterschaft in Brieg am Fuße des Simplon bei den Gemeindewahlen zwei Sige erobert. In der Stadt Bern hat unsere Bartei am Sonntag bei der nach dem Proporz erfolgten Drittelserneuerung des Stadtrats mit acht gewählten Genoffen einen neuen Sig erobert. Dolizeiliches, Gerichtliches ufw. Korrigiertes Urteil. Genoffe Airpfening von der Bergischen Arbeiterstimme" ( Solingen) war am 10. Oftober d. J. vont Schöffengericht megen angeblicher Beleidigung eines Kartonnagefabrifanten zu drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Dem Fabrikanten war der Vorwurf gemacht, er habe einen Gehilfen zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt, um ihn entlassen zu können. Der Beflagte erflärte sich, als ihm sein Irrtum fund ward, zu einem Vergleich bereit, der Herr Fabrikant forderte aber die Versicherung: es solle in der Arbeiterstimme" nie wieder ein Artikel über seine Firma erscheinen, widrigenfalls für jeden Artikel 100 M. an die Armen zu zahlen wären! Selbstverständlich wurde diefer furiofe Vorschlag abgelehnt. Am Sonnabend beschäftigte sich die Berufungsinstanz mit der Angelegenheit: fie sprach dem Beklagten den guten Glauben zu, bob das Dreiwochenurteil des Schöffengerichts auf und hielt die Straftat" mit 200 M. und Tragung der Kosten für hinreichend gefühnt. Der Fall ist eine Mahnung für alle, die an die Presse berichten, fich in ihren Informationen größter Vorsicht und Sorgfalt au be fleißigen. Jugendbewegung. So einfach!" Genoffe Freudenthal, als berantwortlicher Die Gründung einer Jugendorganisation, die ihre Tätigkeit im Nedakteur der Märkisch. Bolfsst.", war wegen groben Unfugs" zu Rahmen der Beschlüsse des letzten Gewerkschaftstongresses und des 50 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er Boyfottnotizen auf- Nürnberger Parteitages auszuüben hat, beschloß die letzte Versamm genommen hatte. In der Verhandlung hatte Freudenthal den Ein- lung des Wahlvereins Rüstringen in Oldenburg. Als Leiter wurde wand der Verjährung erhoben, ohne damit durchzubringen.... Barteisekretär Schulz- Bant bestimmt, dem je ein Mitglied des GeLegten Montag aber ergab sich in der Berufungsinstanz, daß werkschaftstartells, des Wahlvereins, der Zentralbibliothekstomtatsächlich Berjährung borlag. Der Angeflagte mußte also frei mission, des Bildungsausschusses und der Parteigenossinnen zur gefprochen werden. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Geite gestellt wird. Kleines feuilleton. Der Der zur Entscheidung angerufene Bezirksausschuß in Botsdam bejahte in seiner Sibung vom 18. November 1907 diese Frage. Eins mal stellte er auf Grund tatsächlicher Feststellungen für diesen Einzelfall die Notwendigkeit des schleunigen Eingreifens der Armenverwaltung fest, und zum anderen sprach er aus prinzipiellen Erwägungen dem Ortsarmenverband das Recht zu, notwendig werdende Heilstättenbehandlung von bedürftigen Krankenkassenmitgliedern auch gegen den Willen der Krantentaffe eintreten gu laffen und die Stranfenfasse im Umfange der gefeßlichen Grenzen regreßpflichtig zu machen. 1913 IS Die dagegen von der Krankenkasse beantragte Revision wurde bom Oberverwaltungsgericht am 15. Oftober 1908 verworfen. In der Begründung seines Urteils stellt sich das Oberverwaltungsgericht im wesentlichen auf den Boden der Anschauungen der Vorinstanz. Und ausdrücklich nimmt die Revisionsinstanz Bezug auf einen Ents scheid des Bundesamts für das Heimatswesen bom 17. November 1906, durch welchen die Verpflichtung des im borliegenden Vera waltungsstreitverfahren lagenden Armenverbandes festgestellt ist, einem Krankenfaffenmitgliede in der allein zweckmäßigen Form der Behandlung in einer Lungenheilstätte Hilfe zu leiften". Diese Entscheidung des Bundesamts für das Heimatswesen wurde in einem Streitberfahren des Ortsarmenverbandes Charlottenburg gegen die Gemeinde Deutsch- Lissa getroffen. Der Bezirksausschus in Breslau hatte sich damals auf fast denselben Standpunkt gestellt, wie ihn in dem Fall B. die Charlottenburger Ortsfranfenfaffe einnahm. 19 Ate eine unabwendbare Folge des weltenweiten Krieges folgte der Am wenigsten fommen die Klavierbegleitungen in Betracht, allgemeine foziale Zufammenbruch. Wo immer die Menschen fich die von dem( die Sängerin begleitenden) G. Ferrari und zufammendrängten, faben die Vollsmassen sich ohne Arbeit, ohne von anderen( einschließlich einiger Bolkslieder aus dem Geld und ohne die Möglichkeit, Nahrung zu erlangen. Drei Wochen 18. Jahrhundert) fomponiert find. Unfere bielgetadelten Das Ende der Kultur. Der englische Schriftsteller H. G. Bells nady Ausbruch des Krieges herrichte die Hungersnot in allen Melodramen", zumal in Theodor Gerlachs Erhebung zu ge veröffentlicht jetzt im Ball Mall Magazine" den Abschluß feines Arbeitervierteln. Nach einem Monat gab es teine Stadt, wo iprochenen Liedern", find dagegen ein Reichtum. Doch darf Romans Der Sieg in den Lüften", der in feiner packenden, das Gefes nicht durch Gewaltmaßregeln ersetzt wurde, in denen etwa eine Liedbegleitung hervorgehoben werden, die einen Walzer phantastischen Ausmalung eines alles zerstörenden Weltkrieges jen die Feuerschlände und die militärischen Hinrichtungen mübiam von E. Waldteufel benügt, dem Softanzmusilmann des zweiten feits des Kanals ernftes Aufsehen erregt hat und demnächst auch eine Art Ordnung aufrecht erhielten. Als endlich Die französischen Kaiserreiches; fie gehört zu dem Lied Unser Ges in deutscher Sprache erscheinen foll. Wells entrollt hier die Erschöpfung der technischen Hilfsmittel der Zivilisation die Lüfte fpielchen" und Hilft der Vortragenden besonders zu der furchtbaren Folgen der neuen Form der Kriegsführung mittels von Striegsfahrzeugen reinigte, da herrschten in der Tiefe die Anarchie, charakteristischen Hinwerfung oder Dingurgelung der Nefrainstrophe, 2uftigiffe, läßt ein leeres, totes, ödes London vor den Blicken die Hungersnot und die Beft als unumschränkte Meister. Die großen die ausflingt in den Vers:„ Ich bin das Weib"! man fennt erstehen und zeigt, wie die Kultur unter der Wucht der neu Nationen und Reiche waren im Munde der Menschen nur noch leere mich." erfonnenen Zerstörungsmittel zusammenbricht und zu Grunde geht, Worte. Ueberal find Ruinen, unbeerdigte Tote und die abgemagerten Musikalisch ziemlich hoch steht Guilberts eigentliche Gefongs. während furchtbare Hungersnöte und Epidemien die von dem bleichgelben leberlebenden, die in tödlicher Apathie fich dabin- funft. Schon technisch hervorragend, verwendet sie die sprechenden Kampfe erschöpfte Bevölkerung der Erde dezimieren. Das ganze ichleppen. Sier arbeiten Räuber, Guerillabanden beherrschen ausgesaugte langfarben im Gefang und auch im Redevortrag der jedes Lied Finanzgetriebe der Welt stødte. Mit der Vernichtung der Landstriche, seltsame Brüderschaften bilden sich und öfen sich auf erläuternd einleitenden Worte fo virtuos, daß der Eindruck eines amerilanischen Flotte im Atlantischen Ozean, mit der furchtbaren und aus den hungerglänzenden Augen anderer sprüht der religiöie geschlossenen Gangen wenigstens von da aus zwingend ist. Schlacht, die bas dentiche Seeweien in der Nordice zerfchmetterte, Fanatismus, durch die Verzweiflung aufgepeitscht. Alles ist aufmit der Bertrümmerung und Verbrennung von Dillionen Werten an lösung. Die Ordnung und die Wohlhabenheit der Welt fchrumpfen Eigentum in den vier Hauptstädten der Welt tam zum ersten Male zusammen wie eine zerriffene Blafe. In fünf furzen Jahren wird wie ein furchtbarer Schlag die flare Erkenntnis der muglofen bie Welt in ihrer Entwicklung fo weit zurückgeschleudert, wie Berderblichkeit des Krieges zum Bewußtsein der Menschheit. Im der Abstand vom Beitalter der Antonine bis zum Europa des wilden Wirbel überstürzter Verkäufe brach der Kredit zusammen. neunten Jahrhunderts. # Humor und Satire. Karriere. Beschuldigst Du irgend einen pp. des Mordes und forderst den Tod gauz munter, doch die Geschworenen fagen ReeMensch, dann fällst Du die Treppe hinunter. Aber mißlingt es Deinem Bemühen, etwelchen Herrn Von, Zu oder Auf sur gerechten Bestrafung ziehen: Mensch, dann fällst Du die Treppe hinauf! Franz Notizen. 82. Ueberall trat dies gleiche Phänomen auf, das in milderer Form Es ist bemerkenswert, daß Bells, der bis vor furzem Mitglied vorher schon in Perioden einer wachsenden Panil fich der fozialistischen Fabier wat, den einzigen Faftor, der dies Ende mit angelündigt hatte; das Verlangen Geld zu erhalten und in Schreden verhindern fönnte und würde: die organisierte ArbeiterSicherheit zu bringen, ehe die Preise völlig gefunden wären, bewegung völlig aus dem Spiel läßt. Vielleicht wollte er die furcht übermannte alle. Droben in den Lüften stürmte Stampf baren Gefahren der fapitalistischen Völterverhegung und des wahns und Zerstörung feine furchtbare Bahn; unten aber vollzog finnigen Wettrüstens bis zu ihren letzten grauenhaften, durch keine sich etwas, das dem Geldwesen und dem Handel, auf die die entgegentvittende Kraft gehemmten Stonsequenzen ausmalen. Menschen so blind vertraut hatten, noch viel verderblicher wurde. Musik. Bährend droben die Luftschiffe ihren Stampi fortiesten, schwand in den Tiefen das Gold. Eine Epidemie wilder Spekulationen und Ueber die franzöfifche Bortragsfünftlerin befte Guilbert allgemeinen Mißtrauens braufte durch die Welt. In wenigen Wochen ist von literarfritischer Seite wohl schon genügend gesprochen worden. Boffszählung in China. Die chinesischen Behörden berschwand alles Geld, in Kellern, in Gewölben oder heimlich vers Gine Gelegenheit, sie auch musikalisch zu beurteilen, bot sich uns am geben die Refultate der Volkszählung befannt, die fürzlich im scharrt an abgelegenen Stätten. Und mit dem Schwinden des Geldes Montag dar, in dem ersten von zwei Abenden, die im Mozarijaal Himmlischen Reiche stattgefunden hat. Danach foll China eine Ge starb Handel und Industrie. Die öfonomische Welt taumelte; dann ftattfinden. Merfwürdige Gefangsspiele" bildeten das Pro famtbevölkerung von 438 214 000 Stöpfen haben; die Zahl der Brach fie tot zusammen. Es war wie der Anfall einer unfehlbar gramm foweit eine folche Ueberfeßung bem französischen Fremden wird auf 69 852 angegeben. Die Chinesen bilden danach curieuses" gerecht werden fann. tödlichen Seuche; es war, als ob einem lebenden Wesen das Blut Chanteries Das Wort nahezu ein Drittel der Erdbevölkerung. ausliefe; es war das jähe unaufgaltsame Erstarren jedes Verkehrs.... Gesangsipiele" mag gelten, insofern die Künstlerin alle auf dem - Ein neuer affenmenfch. Aus Paris wird geUnd während die Völler, hilflos und staunend, das furchtbare Bunder Konzertpodium erreichbaren Mittel zu einer Gesamtwirfung cines mit einem GSchlage zerstörten Strebites mit anjaben, brausten vereinigt. Natürlich fein Gesamtfuftibet!" eher ein Gefanit meldet: Der Direttor bes naturhistorischen Museums, Perrier, legte zahllos und cubelos die Luftschiffer Asiens durch die Wollen, nitlerwert"! Man tann fawerlich in einem Bericht erschöpfen, der Afabemie der Wissenschaften einen bei den Ausgrabungen in eilten offwärts nach Amerifa, ivestwärts nach Europa. Der Gang was da an präparierter Natur geleistet wird mit einer Chapelle dug Saints( Departement Corrèze) gefundenen Schädel von allen famt den dazu gehörigen oberen und unteren Gliedmaßen vor, der Geschichte ward zu einem wild aufbrandenden Creszendo von folden Anmut und einer solchen Unabhängigkeit Stämpfen und Schlachten. Dann folgte die vierte Bhaje. In dem Versuchungen zu grellen Kontrasten. dergl, daß daran al die nach Auficht des Gelehrten die tefte eines prähistorischen, ein verzweifelten Ringen gegen das Chaos, in dem ohnmächtigen Rampf unsere beintiche Vortragsfunft lernen fann. Nur mög' uns Wittelglied zwischen dem Menschen der Gegenwart und dem Affen Der Schädel habe eine große Aehnlichkeit gegen die Hungersnot, trat ein anderer alter Feind der Menschheit alle das Schidial vor dem Gedanken bewahren, daß an diese fremde bildenden Wesens find. ein: der schwarze Lod, bie Best. Doch der Krieg ftoefte nicht. und individuelle Leistung auf der Grenze von Bühne und Pult, von mit einem Affenfchädel, die Stnochen der Gliedmaßen find geHoch flatterten die Fahnen. Neue Luftflotten hoben fich Gefang und Sprache, von Mufit und Boefie irgendwie für weiteres frümmt. Jedenfalls fei das Stelett weit älter als der im Neander bom Boden, neue Formen der Luftschiffe erstanden und angeknüpft werden oder daß da gav echte Naturtöne erfahren tal gefundene Schädel. im Schatten ihrer furchtbaren Kämpfe verdunkelte sich die Welt. werden fönnten 91 Die Flucht aus dem Junkerparabics. Aus Induftrie und Handel. Steigende Schweinepreise. Da jeßt die Erneuerung des Stalisynbitats an der Tagesord Handelsminister eine Dentschrift geschickt worden, die sich mit den schwebenden Fragen befaßt. nahme der Armenpflege übrig. Das hat der Mann defft Unfall| Die ständige Landflucht aus dem Gebiete der Medlenburg- aufs Konto zu setzen und der vielgerühmten Sozialgesetzgebung. nung ist, ist aus den Kreisen des Aufsichtsrates an den preußischen Schwerinschen Ritterschaft vom Jahre 1850 ab bis 1905 veranschaulicht eine ausführliche Statistik, die wir in der soeben erschienenen Arbeit über„ Die Bedeutung der medlenburgischen Büdnereien für die Einschränkung des Arbeitermangels" von Dr. Richard Ehrenberg( Verlag Karl Boldtsche Hofbuchdruckerei in Rostock) finden, und die in der Zusammenfassung folgendes interessante Bild über die Bevölkerungsabnahme in jenen Herrschaftsgebieten der medlen burgischen Feudalherren ergibt: Ritterschaftliche Aemter 10,8 Unter all den Vorschlägen, die auf bessere Syndikatsleitung und rationellere Ausbeutung der Kaliſchäze hinzielen, ist es besonders einer, der zum energischsten Protest auffordert, dies ist An zahlreichen Plägen haben die Schweinepreise seit wenigen die Forderung eines staatlich garantierten& y= Wochen wieder eine erneute Steigerung erfahren. Gestiegen ist der portmonopols. Es soll nach diesen Vorschlägen der Verkauf von Schweinepreis vor allem in Danzig, Berlin, Zwidau, Blauen, Stalifalzen im Inland frei bleiben, nach dem Auslande dagegen Hannover, Dortmund und Düsseldorf. An den erwähnten Bläßen nur durch Vermittelung des Syndikates erfolgen dürfen. Die Nichtstellte sich der Preis für Schweine pro 50 Kilo Lebendgewicht syndikatsmitglieder sollen dafür eine Gebühr von 30 Proz. des Anfang des Monats auf Mark: Wertes der ausgeführten Produfte zahlen. Dem frommen Wunsche, Nach den Höchst daß die Regierung für das Syndifat Zutreiberdienste leisten möge, notierungen Steigerung fehlt natürlich auch nicht das humane Mäntelchen. Der Reinertrag" 26 Proz. Der Gebühren soll den Knappschaftstassen zufließen. " Einwohner Einwohnerzahl Abnahme zahl 1851/53 1900/05 In Prozent Brizenburg. 1872 1576 296 15,8 Butow 8729 7 734 995 11,4 Danzig. Berlin. . Dezember Dezember 1907 1908 32-42 44-53 47-56 58-67 20 • Griwig 4.963 3 774 1 189 23,5 Zwidau 54-63 63-72 Gadebusch 4 648 3 644 1004 21,6 Blauen 53-61 65-73 14" 20" Goldberg 2454 2 356 98 4,0 Grabow. 2850 2007 343 14,6 Hannover. Dortmund 52-60 62-71 18 " 50-58 58-68 . Gnoien 7.970 7 033 937 11,8 60-70 17 21 " Grevesmühlen 13 966 12 304 1662 11,9 Güstrow 14 262 11 617 2645 18,5 Jbenad 1979 1 564 415 21,0 Lübz 7.842 7.000 842 Medlenburg 5 784 4587 1147 20,0 Neu- Kalen 3 637 3 163 474 13,0 Neustadt. 5 961 5 353 608 10,2 Plau 1 802 1025 277 21,3 • 5552 4 763 789 14,2 1246 1 195 51 4,1 6 279 4658 1 621 25,8 Sternberg 2318 1781 532 23,0 Stavenhagen Wittenberg. 19 906 16 857 8 049 15,2 10 182 7755 • 6145 93 5417 2427 728 23,8 134 22 129 11,8 +44,1 15,2 Ribniz Schwaan Schwerin Wredenhagen Wismar. Summa 139 385 117 297 Hinzuzurechnen ist noch, daß auch die Einwohnerzahl der Klostergüter von 8969 auf 7881, alfo um 108812,3 Broz. zurüdgegangen ist. Diese Zahlen gewinnen aber erst die richtige Bedeutung, wenn man in Betracht zieht, daß der natürliche Bevölkerungszuwachs in Deutschland seit 1850 fast 70 Broz. beträgt. Das Gebiet der mecklenburgischen Ritterschaft ist aber heute taum so bevöifert wie bor 100 Jahren! In ganz Deutschland", schreibt Prof. Ehrenberg in seinem erwähnten Buche, gibt es fast gar keine Gegenden, die so dünn bevölkert sind, wie das überaus fruchtbare Gebiet Ser medlenburgischen Ritterschaft". Die Ursachen dieser Flucht aus den Gebieten der Ritterschaft find natürlich die schlechte Bezahlung und Behandlung der Arbeiter und die dortigen Ausnahmegefeße gegen die Landarbeiter. Der einseitigst für die Interessen der Junker eintretende Profeffor Ehrenberg glaubt der Landflucht, die zum Verfall vieler Güter geführt habe, durch Ansiedelung von feßhaften Arbeitern, Bübnern", entgegenwirken und den Arbeitermangel damit heben zu können. Unter den heutigen Zuständen werden sich aber kaum Landarbeiter finden, die solchen Lockungen nach. den Ritterschaftsgebieten Mecklenburgs folgen, zumal neue Ausnahmegeseze gegen die Landarbeiter in Medlenburg geschmiedet werden. Die Gemeinde hat die Kosten für Tötung verdächtiger Hunde zu tragen. Düsseldorf 50-58 In anderen Städten haben zum Theil die Preise für die besten Sorten von November auf Dezember eine Steigerung erfahren, während die geringeren Sorten im Preise gesunken sind. Durchweg stehen aber die Schweinepreise erheblich höher als zur gleichen Vorjahrszeit. Ganz besonders start ist die Steigerung in Hannover, Mannheim, Stuttgart, Nürnberg und Düsseldorf; in Stuttgart 3. B. tofteten 50 Kilo Lebendgewicht Anfang Dezember 65 bis 75 M. gegen 53 bis 62 M. in derselben Vorjahrszeit. Der Preis steht demnach um 12 bis 13 M. höher. In Nürnberg beträgt der diesjährige Preis 70 bis 73, im Vorjahre betrug er erst 56 bis 59 M. Auch in Hamburg, Frankfurt a. M., München, in Köln und anderen rheinischen Städten steht der Preis erheblich über dem Stande des Vorjahres. Des arbeitslosen Proletariats- Weihnachtsbescherung 1 Enormer Rückgang des Stahlverfandes. Auf jeden Fall muß dieser Angelegenheit Aufmerksamkeit ges widmet werden, denn daß man sich überhaupt mit solchen Wünschen an die preußische Regierung wagt, ist ein Zeichen dafür, was man von ihr zu erwarten hat. Fette Dividenden! Die erste Erportbierbrauerei in Kulmbach stellt ihren Attios nären eine Dividende von 20 Pro 3. in Aussicht. Die Generalversammlung der Vereinigten Maschinenfabriken Augsburg" und Maschinenbaugesellschaft A.-G. in Augsburg ſetic die Dividende auf 19½ Proz. feft. Die Direktion machte zugleich die Mitteilung, daß bereits für 68 Millionen Mark Aufträge vorliegen. In der Aufsichtsratssitzung der Nord- und Süddeutschen Sprit werke und Preßhefenfabrik Aktiengesellschaft Bast wurde beschlossen, eine Dividende von 23 Proz. gegen 22 Proz. im Vorjahre vorzuschlagen. Dreißig Prozent, wie im Vorjahre, will der Köln. Bergwerks. Verein seinen Aftionären für das laufende Jahr gewähren. Go Der nun vorliegende ziffernmäßige Versandausweis des Stahl- läßt die Direktion zur Erhöhung der Weihnachtsstimmung mit verbandes pro November läßt erkennen, daß der Versandrückgang| teilen. noch bedeutend stärker ist, als nach der ersten Meldung angenommen werden konnte. In Gegenüberstellung mit den Ziffern des November 1907 ergeben sich folgende Vergleiche: EisenbahnHalbzeug Formeisen Produkte material 1907 1908 115 891 111.932 in Tonnen 222 074 85 091 158 806 71 840 28,71 16,16 423 055 841 578 19,26 1908 weniger in Prozent 3,32 Der Halbzeugversand ist teilweise durch Forcierung des Exports auf noch ziemlicher Höhe gehalten worden. Allein in der Zeit vom 21. bis 30. November ist der Export von 210 620 Doppelzentner im Vorjahre auf 486,633 Doppelzeniner in diesem Jahre gestiegen. Die Krise im Dsten. mühlen ihre Produktion ein; Arbeiter werden entlaffen. Auch in der Wie uns aus Thorn berichtet wird, schränken die Schneideübrigen Holzindustrie werden relativ viel Arbeitsfräfte abgestoßen. Die volle Wucht der Strise macht sich jetzt erst recht bemerkbar. Löhne im Bergbau. Carnegie gegen Schutzölle Die New Yorker Handelsztg." zitiert einen Antiscuzzollartikel, den der Multomillionär Carnegie im Century Magazin" veröffentlicht hat. Der Mann aus der Praxis sagt da u. a.: Unsere Stahlfabrikanten benötigen heute leines Bollschutes mehr, denn Stahl wird trotz der höheren Löhne, die hierzulande der Arbeiter bezahlt werden, billiger erzeugt als anderwärts. Nirgends in der Welt wird Stahl mit so geringen Stosten für Arbeit produziert wie hierzulande. Die Zeit ist vorüber, in welcher Auslandkonkurrenz mit oder ohne Tarif, die hiesige in schwerer Weise zu schädigen bermochte. Stahlindustrie Die Republik der Vereinigten Staaten ift das Heim der Stablindustrie geworden, und dieses ist das stählerne Beitalter. Neue Stahlwerke sind im Bau, welche die Ver. Staaten in mehr Stahl zu erzeugen, als alle anderen Länder zusammen. Der fünf, wenn nicht schon in drei Jahren in den Stand feßen werden, er bald der„ Tarifmilch" entwöhnt und mit stärkerer Kost freier Ston Säugling, welchen wir herangezogen haben, ist soweit erstarkt, daß furrenz genährt werden kann. Bei Beratung der Tariffrage in der nächsten Session wird der Kongreß sich wahrscheinlich als erster Aufgabe der Verpflichtung gegenüberfinden, auf alle nahezu ausschließlich von der wohl. habenden Klasse gekauften Artikel die derzeitigen Zollraten aufrecht zu erhalten und selbst in manchen Fällen sie zu erhöhen, nicht des Bollschutzes, sondern der Regierungseinnahmen wegen, so daß legtere erheblich zu reduzieren und wo sie nicht mehr nötig sind, eine vette folder om den Steichen bezahlt werden. aufzuheben. Der Schreiber dieses hat dazu beigetragen, mehrere fie ganz Reduktionen auf Stahlfabrikate herbeizuführen, welche solche Bollermäßigung ertragen konnten... Bestände zwischen Amerika und Europa Freihandel in Eisen und Stahl, so mögen einige Ordres nach dem Ausland gehen, wenn die amerikanischen Fabriken voll beschäftigt wären und hohe Preise vorherrschten, und das wäre nur von Vorteil für unser Land. Doch sollten diese Verschiffungen großen Umfang anuehmen, so würden Markte ein Ende nehmen. Der Schichtlohn stellte sich im Durchschnitt des gesamten preußischen Bergbaues auf 4,28 M. für das dritte Quartal 1908 gegen 4,35 M. im dritten Quartal 1907. Das ist für den Arbeiter ein Ausfall von 7 Pf. pro Schicht. Der Quartalsverdienst Nachbem im Bezirk der Gemeinde Geestemünde ein Hall von dieſes Jahres nur 338 M. gegen 352 M. im Vorjahr. Das Sin betrug durchschnittlich für einen Bergarbeiter für Juli- September Hundetollwut vorgekommen war, wurde 1906 die Hundesperre kommen ist um 14 M. oder um zirfa 4 Prog. hinter dem vorverhängt. Bugleich wurde darauf hingewiesen, daß frei umber: tährigen zurüdgeblieben. Die nächste Folge bei der gegenwärtigen laufende Hunde getötet werden würden. Es wurden demnächst fünf frei umherlaufende Hunde gefangen und dem Abdecker zur Konjunktur des Kohlenmarktes wird sein, daß die Belegschaften Tötung überwiesen. Dieser liquidierte 7,50 M. und das Landrats- eine Minderung erfahren, daß Arbeiterentlassungen und Feieramt zahlte den Betrag aus. Der Landrat forderte den Magistrat schichten eintreten. Verfolgt man die Bewegung der Löhne in den von Geestemünde auf, den Betrag zu erstatten. Als das ver- einzelnen Zweigen des Bergbaues, so ergibt sich, daß der Erzweigert wurde, schritt der Landrat zur Zwangsetatisierung. Die bergbau am ungünstigsten abgeschnitten hat. Der SchichtGemeinde, vertreten durch den Magistrat, klagte. Der Bezirksausschuß zu Stade wies jedoch die Klage ab und führte aus: Das berdienst ging hier von 3,67 M. im dritten Quartal 1907 auf die Preise in Europa steigen und weitere Exporte nach unserem Gefeß zur Abwehr von Viehseuchen bestimme, daß alle Hunde festa 3,33 M. im laufenden Jahre, also um mehr als 9 Proz. zurück. zulegen feien, wenn ein tolltranter Hund umhergelaufen wäre, Da außerdem noch die Zahl der durchschnittlich geleisteten Schichten und daß dann Hunde, die frei umherliefen, sofort getötet werden von 76 auf 75 gesunken ist, so ermäßigte sich das Quartalseinfommen tönnten. Wenn das bestimmt werde, so gehe das Gesek offenbar relativ noch stärker; es ging von 279 auf 250 M. gleich 11,6 Proz. davon aus, daß Hunde verdächtig seien, die noch frei umherliefen. herab. Nächst dem Erzbergbau hat auch der Steinkohlen Das Oberverwaltungsgericht verwarf dieser Tage die gegen bergbau eine ungünstige Entwickelung aufzuweisen. Der dieses Urteil eingelegte Revision. Wenn, wie hier, führte das Urteil Schichtlohn sant zwar nur von 4,50 M. auf 4,44 m., stärker aber aus, die Anlegung aller Hunde angeordnet sei, hätten nach dem Gesetz alle noch frei umherlaufenden Hunde ohne weiteres als der Krankheit verdächtig zu gelten. Die Tötung fönne deshalb vorgenommen werden. Zur Erstattung der Kosten seien die Eigentümer, eventuell die Gemeinde verpflichtet. Das gelte auch für Hunde, deren Besitzer unbekannt seien. Die Gemeinde, die das größte Interesse habe, müsse eintreten. Hier Geestemünde. Reichsgesetzlicher Achtuhrladenschluß. Ein Riefenelektrizitätswert, ein Gegenstüd zu dem Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerk in Essen mit seinen vier Hauptkrafts tungsnetz von 1357 Stilometer, bildet die elektrische Kraftversorgung werken von 60 000 Pferdeſtärken Gesamtleistung und einem Leis der Nordostküste Englands. Das größte der dortigen auf ein ge meinsames Nez arbeitenden Elektrizitätswerte besteht in Carville lich die Arbeitsintensität nach. Im gesamten Steinfohlenbergbau bei Newcastle, wo zurzeit rund 56 000 Pferdeſtärken in mit Turs wurden durchschnittlich nur 79 Schichten von einem Arbeiter ber binen gefuppelten Dynamomaschinen( sogenannte Turbodynamos)) fahren gegen 81 Schichten im Jahre zubor. Da auf die Schicht erzeugt werden. Insgesamt sind acht Kraftwerke mit 102 000 Pferdes durchschnittlich 4,44 m. tamen, so ergibt sich hieraus schon für den stärken im Betrieb und drei weitere von 34 600 Pferdestärken int einzelnen Arbeiter ein Lohnausfall von 9 M. Der Quartals. Bau. Als Brennstoff dienen zum Teil Kohlen, zum Teil Gicht- und verdienst ging im Steinkohlenbergbau von 364 M. auf 351 M., Hochofengase. Das Verteilungsnes erstreckt sich westlich über Newcastle hinaus, nördlich bis Blyth und östlich am Tyne entlang bis also um 3½ Proz. zurück. Dabei ist in beiden schlesischen North Shields. Südlich reicht es von Newcastle aus etwas 50 kiloBezirken, sowohl in Ober- als in Niederschlesien, der meter weit. Der erzeugte Drehstrom hat zwischen 3000 und 12 000 Die Generalversammlung des Frankfurter Kaufmannsgerichts Quartals- und der Schichtverdienst gestiegen; nur durch die scharfe Bolt Spannung. Die Maschinenfabriken und Schiffswerften aur stimmte in ihrer letzten Sizung einem Antrage des Vertreters Genfung des Lohnniveaus im theinisch- westfälischen Steinkohlen- nördlichen Ufer des Tyne beziehen 95 Proz. ihrer Betriebskraft aus bes Zentralverbandes der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen zu, den Reichstag und Bundesrat zu ersuchen, den Achtuhrladenschluß bergbau ist der Rückgang des Durchschnittslohnes verursacht. Im diesem Neh. Eine ähnliche Entwickelung nimmt die Industrie anz reichsgesetzlich für alle offenen Verkaufsstellen an allen Werktagen Oberbergamtsbezirk Dortmund verdiente ein Bergmann im Südufer des Flusses, und im Teesbezirk sind seit Januar 1907 einzuführen. Weitere Anträge lehnten die Prinzipalsbeisiger mit dritten Quartal dieses Jahres nur 392 M. gegen 414 M. im Motoren von 20 000 Pferdestärken Leistung angeschlossen worden. Unterstübung einiger Gehilfen ab. So einen Antrag, bie tägliche vorigen Jahr. Der Rüdgang beträgt 5,31 Proz. Am günstigsten Unter diesen Umständen hat in letzter Zeit der elektrische Betrieb von Walzenstraßen in dem Bezirk Fortschritte gemacht. Auch die Arbeitszeit für das in den nicht mit offenen Verkaufsstellen ver- von allen Zweigen war die Entwickelung der Löhne im Braun North Eastern Railway Eq. mit einem Bahnneh von 110 Kilometer bundenen handelsgewerblichen Lagerräumen und Kontoren be- tohlenbergbau. Der Schichtverdienst pro Arbeiter ist noch gehört zu den Stromabnehmern, und die Bergbaubetriebe des Be fchäftigte Personal auf 8 Stunden zu beschränken und den von etwas gestiegen. Gin Arbeiter verdiente pro Schicht 3,70 M., zirfes beziehen mehr und mehr ihre Betriebskraft von den verdeutschnationaler Seite eingebrachten Vermittelungsantrag, statt während er 9107 im dritten Quartal durchschnittlich nur 3,68 M. einigten Elektrizitätswerken. Hierzu kommen noch verschiedene 8 Stunden 9 Stunden zu sehen. Straßenbahnen und die Versorgung von etwa 700 000 Menschen mit elektrischem Licht. 10 Pf. pro Tag als Unfallrente. # erhalten hatte. Der Quartalsverdienst hielt sich auf dem Stande bes Borjahres, er betrug 291 M. Die durchschnittliche Arbeits10 Pf. pro Tag beträgt die Unfallrente, die der Wirtschafts- leiftung ist ebenfalls gleichgeblieben; es wurden nämlich 79 Schichten gehilfe St. bezieht. St. hat vor etwa zwei Jahren in einem landwirt- verfahren. Auch im Braunkohlenbergbau hat die Belegschaft eine schaftlichen Betriebe die rechte Hand gebrochen. Mit 15 Proz. der Zunahme erfahren; sie ging von 46 556 auf 52 045 Köpfe hinauf. Vollrente wurde er von der land- und forstwirtschaftlichen Berufs- Es ist auffallend, daß im mitteldeutschen Braungenossenschaft entschädigt. Der der Rentenberechnung zugrunde ge- tohlenbergbau der Berdienst zurüdgegangen ist legte Jahresarbeitsverdienst ist bei dieser Berufsgenossenschaft ohne und einzig und allein durch die günstige Bewegung im rheinischen hin niedrig, aber in diesem Falle ist ein Abzug von 25 Prog. des- Braunkohlenbergbau die günstige Entwickelung des Gesamtdurch halb gemacht worden, weil der Unfallverletzte klein, schwächlich und schnittslohnes veranlaßt ist. Im Oberbergamisbezirk Halle ging ausgewachsen ist. In beweglichen Worten schilderte K. vor dem der Schichtverdienst von 3,66 m. auf 3,63 M. zurück, im linksChemnitzer Schiedsgericht, daß er mit 10 Pf. pro Tag nicht auskommen könne, und arbeiten fönne er so gut wie nichts. Er be- rheinischen Bezirk stieg er von 3,97 m. auf 4,08 m. anspruchte Erhöhung der Rente, die ihm nach dem Gutachten des sachverständigen Arztes um 5 Proz. gewährt wurde. Nun kommen auf zwei Tage 25 Pf.! Die preußische Regierung als Syndikatshelfer. Daß der Fruchtbau heute auf altem landwirtschaftlichen Kulturboden der Kalifalze bedarf, zeigt der Verbrauch derselben. salze verbraucht: in Holland 465,2 Kilogramm, in Deutschland 398 Stilogramm, in Schweden 267,6 Kilogramm, in Schottland 255,2 Kilogramm, in den Bereinigten Staaten von Amerika 56 Kilogramm und in Rußland 1 Kilogramm. es sich um einen 66 Jahre alten Gärtner N., der die erwerbs- Pro Quadratkilometer Nuzungsfläche wurden im Jahre 1904 KaliIn einem anderen Falle vor demselben Schiedsgericht handelte schädigenden Folgen eines Sturzes von der Tenne mit 40 Proz. entschädigt erhielt, nachdem auch in diesem Falle der Jahresarbeitsverdienst um ein Viertel gekürzt worden war, weil der Mann schon vor dem Unfall durch Krampfadern, Plattfuß und Altersbeschwerden nicht mehr voll erwerbsfähig gewesen sei. Der Protest des Mannes gegen diese Annahme war nuplos. Seit dem Unfall, bei dem der Mann eine Knie- und Hüftgelenkentzündung erlitten hat, geht er am Stock und kann ohne diesen nicht mehr gehen und stehen. N. beantragte auch Erhöhung der fargen Rente. Um 10 Proz. wurde die Rente im Wege des Vergleichs erhöht. Nach der Schäßung des Arztes ist N. wohl noch zu 50 Broz. erwerbsfähig, aber für den allgemeinen Arbeitsmarkt kommt der alte, durch den Unfall noch mehr gebrechlich gewordene Mann nicht mehr in Betracht. Die Rente allein ist unzureichend, og bleibt nur noch die Inanspruch Aus der Frauenbewegung. Auf zur Tat! Im Anschluß an die bereits erwähnte Generalversammlung des Preußischen Landesvereins für Frauenstimmrecht fand eine Boltsversammlung statt, in der Dr. Anita Augspurg über:" Bolt, Regierung, Reichstag" sprach. In einer Begrüßungsansprache bea zeichnete die Vorsißende Frau M. Cauer Fräulein Augspurg schlechthin als die politische Führerein der deutschen bürgerlichen Frauenbewegung. Das ist bezeichnend für die Genügsamkeit der Frauenrechtlerinnen, denn Dr. Augspurgs rednerische und agitatorische Qualitäten sind offenbar ebenso zu bewerten, wie ihre schriftstelle rischen Leistungen in der von ihr geleiteten Zeitschrift für Frauenunterbrochen. Der Inhalt läßt sich ungefähr wie folgt zusammenStimmrecht": Der Vortrag war wohl flar, aber eintönig und temperamentlos floß er dahin, von gelegentlichen pathetischen Anläufen faffen: Die politische Lage sei insbesondere in bezug auf die Vorgänge der letzten vier Wochenhoffnungslos. Die Schuld daran trage die Regierung, vor allem der Reichskanzler. Daß hierbei Deutschland ist der einzige in Frage kommende Befizer und noch ein anderer Faktor in Betracht kommt, der als Träger der Produzent von Kalifalzen. Die aufblühende Industrie syndizierte Strone eine sehr wichtige Rolle spielt, blieb völlig unerwähnt. Nicht sich sehr bald. Da heute aber immer wieder neue Werke gegründet das leiseste kritische Wörtchen fiel nach dieser Richtung. Ausführlich und neue Schächte abgeteuft werden, so entstehen damit stets neue ging die Vortragende dann auf die Stellungnahme des Reichstages in Outsider( Außenseiter), die energisch an den Grundpfeilern des der letzten Krisis ein. Wenn man sich gewisse Dinge erklären wolle, Syndikats, Produktionsfestlegung und Preisfestseßung, rütteln. Er- müsse man an die Vorbildung der Männer denken, eine Vorbildung, folgt die Aufnahme eines neuen Werkes und Zuteilung einer in welcher der militärische Einfluß und der Kasernendrill eine seiner Größe entsprechenden Förderquote nicht, so macht es als große Rolle spielen. Dazu komme der wirtschaftliche Druck, dem der Outsider in Amerita und in anderen Staaten dem nicht gefälligen einzelne nur zu leicht erliege, indem er zum Streber werde. Völlig Syndikate durch niedrigere Preise scharfe Konkurrenz unberührt hiervon seien die Frauen. Bei ihnen finden wir keine " Raumänneret, Tekne Opportunitätstüdichten, Peinen Bidaad. Stef feien fomit geeigneter, politische Zustände objektiv zu betrachten als die Männer. Man vergleiche diese komische Großsprecherei mit dem unverfälschten frauenrechtlerischen Opportunismus der un ficheren Kantonisten"," Vorwärts", Nr. 291. Was die politische Vorbildung der Frauen anlange, so müsse fie freilich auch als unzulänglich bezeichnet werden, meinte Fräulein Augspurg. Hier kam es zu einem kleinen zwischenfall. Einer der zu hörer rief: Sehr richtig! Das merit man an der Meferentin. Große Heiterkeit, Unruhe und Hinausbeförderung des Uebeltäters. Liberalismus! Eingehend behandelte Dr. Augspurg dann das Verhalten der einzelnen Parteien im Reichstage. Die Konservativen seien die einzigen, denen man wenigstens Konsequenz nachsagen könne. Den Nationalliberalen warf sie vor, daß sie weder liberal handeln, noch national fühlen. Auch das Zentrum fand keine Gnade vor ihren Augen. In bezug auf die Sozialdemokratie machte die Dame zwei Bemerkungen, die beide ihre Unkenntnis der in Betracht kommenden Dinge bewiesen. Sie behauptete, daß die kolossalen Erfolge der Sozialdemokratie ausschließlich dem Umstande zuzuschreiben seien, daß sie mit dem liberalen Brogramm arbeite. Dr. Augspurg fennt also weder den prinzipiellen, noch den sozialpolitischen Teil des sozialdemokratischen Programms. Die Fernziele der Partei toürden im Silberschrank aufbewahrt und nur selten bei feierlichen Gelegenheiten hervorgeholt. Dr. Augspurg übt sich also auch als Märchenerzählerin. Tatsächlich beschäftigen sich alljährlich wohl Tausende von Reden und Zeitungsartikeln in Stadt und Land mit dem, was unser Endziel ist, und das sozialdemokratische Programm wird in Millionen und Abermillionen von Exemplaren in die Massen geworfen. Recht scharf ging die Rednerin gegen den Blockfreifinn vor. Gr sei der Bediente, der die Kastanien für die Konservativen aus dem Feuer hole. Bon Stufe zu Stufe sei er ins Dunkelmännertum gefunfen und verkaufe nun für tonservative Linfengerichte seine besten Grundsäge. Töricht sei es, bon einem solchen Reichstage etwas zu hoffen, der nicht einmal die Steuerforderungen der Regierung energisch dazu benutzen werde, um größere Volksrechte und verfassungsmäßige Garantien zu erhalten. Aber nicht nur Regierung und Reichstag, auch das Volt habe schwere Schuld auf sich geladen, und es sei zu fürchten, daß es nach der kurzen Aufwallung der letzten Wochen in seine Lammesgeduld, seine politische Trägheit wieder zurückfinfen werde. Jedes Volt sei die Regierung tert, die es habe. Zum Schluß warf Dr. Augspurg die Frage auf: Wo ist in den Bedrängnissen der Gegenwart Hilfe zu finden? In starkem ideologischen Selbstbewußtsein beantworte sie die Frage damit, daß, wenn alles versagt, die bürgerlichen Frauen in die Bresche treten müßten. Die Frauen müßten nach all den Worten und Reden nunmehr zur Tat schreiten. Jezt sind wir auf weltbewegendes gefaßt! Für den Inhalt der Injerate Kleines Theater. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 16. Dezember. Anfang 7, Uhr. Königliches Opernhaus. Anfang 8 Uhr. Moral. Theater des Westens. Ullabendlich 8 Uhr: Der fidele Bauer. Mittw., Sonnab. 4 Uhr: Dornröschen. Die Friedrich- Wilhelmstädtisches Baltüre.( Anfang 7 Uhr.) Rönigliches Schauspielhaus. Die susRabensteinerin. Anfang 8 Ubr. Deutsches. Revolution in Kräh tintel.( Anfang 7, Uhr.) Nachmittags 8 Uhr: Treulieb und Wunderhold. Rammerspiele. Niemand weiß es. Hebbel. Thummelumsen. Leffing. Hedda Gabler. Berliner. Der Beilchenfresser. Neues Schauspielhaus. Stabagas. Nachmittags 3 Uhr: Schneewittchen. Komische Oper. Tiefland. Neues. Jsrael. Kleines. Moral. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller 0. Wallner Theater.) Der schwarze Kavalier. Schiller Charlottenburg. Bater und Sohn. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Seine Hoheit. Westen. Der fidele Bauer. Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Thalia. Immer oben auf. Rachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Luisen. Die Kinder des Kapitän Grant. Bernhard Nose. Die Entgleisten. Nachmittags. 3 Uhr: Wilhelm Sell. Wilhelm- Theater. Die Schöpfung. Suitspielhaus. Madame Flirt. Trianon. Die Liebe wacht. Neues Overetten. Die Dollar prinzessin. Nachmittags 3, Uhr: Den König drüdt der Schuh. Berliner Operetten- Theater SW. Havana. Anfang 8%, Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Demimonde. Gastspiel Theater. Anjang 8 Uhr. Bürgert. Schauspielhaus. Die Herren Söhne. Anf. 8, Uhr. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Borher: Intern. Künstler- Teil. Siegwart Apollo. Mizi Gizi Gentes. Metropol. Donnerwetter los. tabel Wintergarten. Spezialitäten. Bañage. Spezialitäten. Rafino. Die Dianabäder. Spezia litäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialitäten. Folies Caprice. Servus Pschefina. Lustige Ehemann. Gustav Behrens. Der Obersteiger. Spezialitäten. Carl Haberland. Spezialitäten. Parodie. 2X3= 7. Die Zauberflöte. Anjang 8, Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Die Milchstraße. @teruwarte, Juvalidennt. 57/62. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Lage: Israel. Schauspielhaus. Mittwoch, 16. Dez, Anfang 8 Uhr: Seine Hoheit. Donnerstag: Jrmingard. Freitag: Madame Bonivard. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Der geftiefelte Rater. " " Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde Ander Lindenstraße Nr. 3, gweiter C. R. 48. Eine Arbeiterinnen- Zeitung. Ber Frauen an der Arbeiterpreffe zu erweden. Data Brtitel und Die österreichische Arbeiterinnen- Zeitung", die feit fiebzehn Notizen, die sich besonders an die Frauen wenden, und in welchen Jahren erscheint, wird von Neujahr 1909 ab um eine Kinderbeilage die Probleme der Frauenfrage in leicht verständlicher Weise ausnach dem Beispiel der" Gleichheit" bereichert werden. Die einandergesetzt werden, sollen die Arbeiterfrauen zu Leserinnen der Arbeiterinnen- Zeitung" hat einen schweren Eristenzkampf durch- fozialdemokratischen Presse erzogen werden. Es wird zu diesem zumachen gehabt. In einer Zeit gegründet, wo die Arbeiterinnen- 3wede eine Frauenforrespondenz" herausgegeben, oie bewegung erst in den Anfängen steďte, konnte sie nur bestehen, an alle österreichischen Parteis und Gewerkschaftsblätter gegen durch die Opfer, die von der Partei gebracht wurden. Das waren einen geringen Betrag verschickt wird. Die österreichischen Genossen allerdings Opfer, die reichlich vergütet werden durch die Werbe- erhoffen von dieser Einführung einen Erfolg für die Parteipresse arbeit, die von der Preffe vollbracht wird. Auf wie fruchtbaren und damit auch für die Arbeiterinnenbewegung. Boden diese Arbeit fiel, zeigt die Entwickelung der ArbeiterinnenBeitung". Ganz flein, als Beilage der Wiener Arbeiter- Beitung", ist fie 1892 gegründet worden. Es war ein mühevolles Ringen, Jahr um Jahr, und es wurde erschwert durch die liebevolle Fürsorge", die der Staatsanwalt der sozialdemokratischen Frauen- sof. dritter Eingang, vier Treppen, zeitung angedeihen ließ. Die Konfistationspraris der neunziger wochentäglich abende von 7, bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 1hr Jahre tobte sich auch an der„ Arbeiterinnen- Zeitung" aus und die Sonnabends beginnt die vrechstunde um 6 Uhr. Jeder Antrage ist ein Aufschrift:„ Nach der Konfiskation zweite Auflage" wurde eine Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage beinahe ständige Einrichtung. Was für harmlose Dinge wurden bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. ba tonfisziert mit feiner anderen Begründung als der, daß die P. Sch. Wird geschehen. Wintergarten 100. 1. Die Polizeis gefährliche Notiz" in einer Zeitung für Frauen stand. Und Frauen behörde ist zuständig. 2. Wegen des Auslandspaffes müssen Sie fich ait müssen vor jeder rauben Berührung mit den Tatsächlichkeiten des das Polizeipräsidium und an das Bezirkskommando wenden. Lebens bewahrt bleiben, war die staatsanwaltliche Meinung. Aber in Anspruch steht Ihnen weder gegen den jungen Mann noch gegen die freilich, nur soweit die Presse in Betracht kam, galt diese schonungs- Mutter zu. Nichtvolljährige können nicht durch Rechtsgeschäfte verpflichtet werden. bolle Rücksicht. Daß es sonst anders ist, ist nur zu wohl bekannt. Sie könnten nur auf Ridgabe des Baletots flagen. nächst müßten Sie auf Wiederherstellung des ehelichen Lebens flagen. Manche Anklage wurde gegen die Arbeiterinnen- Zeitung" erhoben Erst wenn nach Rechtskraft des Urteils die Chefrau trotz der Verurteilung und auch einen Schwurgerichtsprozeß hatte sie zu bestehen wegen die Wiederherstellung des ehelichen Lebens ein Jahr lang unterläßt, fönnten D. 5. 281/279. Herabseßung der Ehe und Familie". Und auch da galt die Ver- Sie mit Aussicht auf Erfolg auf Ehescheidung flagen. öffentlichung des betreffenden Artikels, der die Entwickelung der 1. Mit einem Prozeß auf Aufhebung des Bertrages oder auf Ersetzung der verschiedenen Gheformen schilderte, in der„ Arbeiterinnen- Zeitung" Band durch eine schallsichere würden Sie nur durchdringen, wenn Sie nach als erschwerend, weil ungebildete Arbeiterinnen" die Leserinnen weisen, daß ausdrücklich vereinbart ist, daß diese Wohnung ruhig und nill waren. Trotz alledem hat sich die Arbeiterinnen- Zeitung" be fet. 2. Sie müßten auf Zahlung lagen und würden dann zunächst die W. Nein. hauptet, und sie erscheint gegenwärtig in 15 000 Exemplaren. Und Uhr burch den Gerichtsvollzieher verkaufen lassen müssen. der erste Ueberschuß wurde an die Parteikaffe bereits abgeführt. verficherung. 1. 2. 25. In Vorbereitung, zurzeit nur Kranten und Unfall S. M. 26. Ihnen ist dringend zu raten, fich sofort Kl. 1275. Der schlechte Das Erscheinen der Kinderbeilage wird zu einer großen Agitation einem tüchtigen Spezialarzt anzuvertrauen. ausgenügt werden, wodurch die Kämpferin für die Arbeiterinnen- Geschäftsgang entbindet Sie nicht von der Erfüllung des Mietsvertrages. interessen wohl neue Leserinnen gewinnen wird. E.. 110. Behandlung durch einen Spezialarzt; tgl. Klinik in der Ziegelstraße. 2. 3. 4. Die zweijährige Dienstzeit bei der Fußtruppe ist mit den 1. April 1905 definitiv in Kraft getreten.- O. 2. 83. Die HandlungsSchnell gehilfen find organisiert im Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands( Bezirk Berlin, Neue Sönigstr. 36, I. 100. Im Wöchnerinnenheim, Müllenhoffstr. 17/19 oder in der Universitäts. rauenilinit, Artilleriestraße. Nachher Aufenthaltsmöglichkeit mit dem Säugling in der Klinik, Blumenstraße 71. " 0. D. M. SuG. 2. Nein. G. E. 3a. Eine andere Agitation für die Presse wird vom Frauenreichstomitee mit Beginn des neuen Jahres durchgeführt werden. Bielfach wird darüber geklagt, daß die Frauen zu wenig Interesse an der sozialdemokratischen Presse haben. Oft hört man von organisierten Arbeitern, daß sie nur deshalb das Barteiblatt nicht afonnieren, weil es die Frau nicht haben will". Die bürgerliche Klatschpresse, in der viel über die Toiletten der Damen bei Hof, denn über Raub und Mordgeschichten berichtet wird, womöglich auch bildlich, soll die Frauen mehr interessieren als der Inhalt sozialdemokratischer Zeitungen. Wenn nun die sozialdemo kratische Preffe mit der bürgerlichen Tratsch und Klatschpresse, die Jahr festgesetzt, für das unter allen Umständen noch gezahlt werden muß. G. 2. 56. Man hat die Wahl, ob man den Einsaz oder eine andere mit der Dummheit des Publikums glänzende Geschäfte macht, auch Rummer haben will. E. Stbh. 25. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja. 4. Das nicht konkurrieren tann, so soll doch versucht werden, das Interesse| märe nicht ausgeschlossen. Schiller- Theater. O.( Ballner- Theater.) Mittwoch, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Aften von Heinrich Lilienfein. Donnerstag, abend 38 Ubr: Der Graf von Charolais. Freitag, abends 8 Uhr: Vater und Solin. Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Vater und Sohn. Komödie in 3 Uften von Gustav Esmann. Donnerstag, abends8Uhr: Vater und Sohn. Freitag, abends 8 Ubr: Der schwarze Kavalier. Zirkus Schumann. Heute Mittwoch, den 16. d. Mts., abends präz, 7, Uhr Grande Soiré equestre. Eliteprogrammu. um 9 Uhr: ni Mit einzig dastehendem Erfolge I Golo, der Seeräuber und Mädchenhandler, 5 wunderbare Akte. Besonders hervorzuheben: Berliner Theater. Ballett der Edelsteine. An Pracht und Eleganz alles bishor Heute 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Morgen: Herodes und Mariamne. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Madame Flirt. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Thummelumsen. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. 3 Uhr: Den König drückt der Schuh. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Täglich abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie". Schwant in drei Akten( vier Bildern) von Georges Feydeau. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Donnerstag, Freitag: Die Stinder des Kapitän Grant. Sonnabend 4 Uhr Kindervorst.: Der Rattenfänger von Hameln. Abends: Die Ehre. Der Sonntag nachm. 3 Uhr: Rattenfänger von Hameln. Abends: Die Kinder des Stapitän Giant. Montag: Die Kinder des Stapitän Grant. DERMIARD ROSE THEATED Gr. Frantfurter Str. 182. Abends 8 Uhr: Die Entgleiften. Bochentagspreise. Nachm. 3 Uhr Schülervorstellung: Zum legtenmal: Wilhelm Tell. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß nen: Der Kompagnie- Ball Militärische Humoreste von Meysel. Anfang wochentags 8 119, Sonnt. 71. Gezeigte bei weitem übertreffend. Brauerei Friedrichshain. Am 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertage: Große Matinee- Konzerte von Johann Strauß... 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Für die vielen Bemette der Lettnahme bei der Beerdigung unferes lieben Sohnes und Bruders sagen mir auf diesem Wege unseren ver bindlichsten Dant. 182b Familie Schmeichler. Billigste Bezugsquelle gedleg. Trauergarderobe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Franki. Str. 115. Genaue Beachtung meiner Firma u. Hausnummer geboten! Blumen- und Kranzbinderci . Don Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Perlmutter arbeiter Alfred Ernst am 13. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. Dezember, nachmittags 14, Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung.' Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Am Sonnabend, den 12. Januar, berftarb nach langem Leiden unser Mitglied 24/19 Elise Böttcher Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, 16. Dezember, mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. S Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Baustellen und Landparzellen OR. v.4Mk. an Babe Bahnhof Fredersdorf. Auskunft täglich im Pavillon am Bahnhof und bei Prinzenstr. 41, Moritzplatz, Nieschalke& Nitsche, 10-2.5-7 Sonntags 10-12 2-4 Berlin, Neue Königstr. 16. Als Weihnachtsgeschenk besonders su empfehlen: Teppiche Läufer, Gardimen, Stores, Steppdecken, Tülldecken eie. Rauchtische, Banorntische, Serviertische, Paneelbretter, Büstenständer, Saalen eta eta. Allen Freunden und Belannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, der Kutscher Albert Krueger nach langem, fchwerem Letben im 53. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Um ftille Teilnahme bitten Marie Krueger und Sohn. Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 3 Uhr Don der Leichenhalle des Neuen Rig dorfer Kirchhofes, Mariendorfer 1866 Weg, aus statt. Danksagung. Für die stelen Bewette herzlicher Teilnahme bet ber Beerdigung unferes geliebten Baters sagen wir allen Freunden und Bekannten, ins, besondere dem Zentralverbande, sowie dem Gesangverein unseren verbindlichsten Dant. 1775 Geschwister Hannemann. Sterdurch die traurige Vett. tellung, daß unser guter Vater, Bruder und Schriftfezer Schivager, der 178b Bruno Kapuste am Montag, den 14. d. Mts., im 47. Lebensjahre fanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Edith, Walter, Anna, Hans als Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. a am In der Nacht vom Sonntag zum Montag verstarb plöglich an den Folgen einer Operation unser lieber Freund und Stollege, der Schristießer Bruno Kapuste im 47. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm einen braven Rameraden und werden sein Andenten stets in Ehren halten. Berlin, 15. Dezember 1908. Die Kollegen des ,, Berliner Tageblatt". Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 17. d. M., nach mittags 32 Uhr auf dem Emmaus- Kirchhofe, Mirdorf, Hermannstraße, statt. 1886 Typographia. Den Mitgliedern die betrübende Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, Kollege Bruno Kapuste am Montag früh verstorben ist. Wir werden seiner ftets in Ehren gedenten. Beerdigung kebe vorstehend. Die Sänger werden gebeten ( Jowett als möglich), unserem braven Rameraden das legte Ge lett zu geben. Der Vorstand. Billigstes Spezial Haus for Teppiche.Gardinen am Platze! Massenverkauf! 00 infür den Weihnachtsbedarf. :: Riesenposten echter Plüschteppiche nur solange Vorrat! Größe ca. 99 " 99" 130/200 Wert 18.50 jetzt M. 12.50 165/240 30.19.85 200/300 50.33.50 Dazu passende Bettvorleger St. 8.25 Zurüchges. Muster 1.85, 2.45, 2.85. 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Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Stollege Paul Meyer ( Drtstrantenkasse der Maschinenbauer zu Berlin) infolge Schlaganfalls im 59.Lebens. jahre verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Lichen halle des Elisabeth Kirchhofes, Brinzen- Allee, aus ftatt. 293/17 Der Vorstand. B 145/175 11.35 36. Tuch- n. Gobelin- Tischdecken M. 1.35 bis 40.10% Rabatt auf Gardinen, Stores, Portieren und Felle! Engl. Tüllbettdecken weiß a reme M. 1.85, 2.25, 2.75, 3.45, 4.85 bis 9.50 und 2 Betten passend. für Erbstüll- Bettdecken Gr. 165X210, Wert M. 8.50, jetzt 5.25 210X810, 99 99 12.50, 7.85 19 Schlafdecken, Imit. Kamelhaar, Gr. ca. 145/200, Wert 5.25, jetzt 2.85. Läufer- und Linoleumin allen Breiten u. Längen Reste Spottpreisen! zu E. Weissenberg's Teppichhaus 125 Gr. Frankfurter Straße 125 2. Haus von der Koppenstraße. Haltestelle der Straßenbahn Σ MK 20 O Und Sie zögern noch?? 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Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil vetantiv.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärte Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Sinaer& Co., Berlin SW Br. 294. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. But, 16. Desember 1908. Partei- Angelegenheiten. " Berliner Nachrichten. Das Elend der Erdarbeiter. " Zu den meist gepeinigten Arbeitern gehören neben den Ziegelei und Bergsklaven die Erdarbeiter. Der im Vorwärts" bom 10. Dezember d. J. gemeldete schwere Unglüdsfall, wonach einem Arbeiter beide Beine gebrochen wurden beim Fahren auf den Kipp wagen( Loore), legt wieder recht eindringlich Zeugnis dafür ab. Daß die Antreiber, die doch Erfahrung genug besigen, solchem unbedachtsamen Menschen nicht im geringsten zur Vorsicht mahnen und von ihren Profitherren auch damit nie beauftragt werden, ist geradezu empörend. Kippwagen zum Erdtransport auf fertigmontierten, aneinander legbaren Schienensträngen find wegen ihrer einfachen Konstruktion eins unferer großartigsten und erfolgreichsten Arbeitsmittel. Aber die Wagen bilden wegen ihrer leichten Beweglichkeit im Zusammenhang mit den niedrigen Schienen, auf denen fie laufen, auch eins der allergefährlichsten, menschenmordenden Hilfsmittel, trogdem es auf den zuschauenden Laien den harmlosesten Eindrud macht. wollen. . Mittwoch, des Menschen". Diese geradezu wahnsinnige noch macht. Man wird doch bei Hofe außer Effen und Trinken Strafe" gelte den Juristen als Bagatelle. Als eine höchst ein- auch noch andere unvermeidliche Bedürfnisse haben, von denen fache und selbstverständliche Sache erscheine es ihnen, einen Menschen unterrichtet zu werden das„ lechzende" Bolt ein Anrecht hat. Es Bur Lokallifte. Der Turnverein Friesen" in Lichtenrade dafür ins Arbeitshaus zu schicken, daß er hungernd nicht stehlen wäre ja noch schöner, wenn ihm auch das vorenthalten werden sollte. beranſtaltet am 1. Weihnachtsfeiertag im Wald- Restaurant", wollte, sondern betteln ging. Oft sei ihm, dem Pastor Crüsemann, Zwei Arten falscher Fünfmarkstücke, die anscheinend aus der Inh. Gundlach, dortfelbst eine Theatervorstellung mit anschließenden von Arbeitshäuslern als Antwort auf seine Mahnungen die an- selben Fabrik" herrühren, sind in den letzten Tagen angehalten Ball. Da man lebhaft bemüht ist, hierzu Billetts in Arbeiterfreisen klagende Frage vorgelegt worden:„ Verlangen Sie denn, daß wir worden. Die Falsifikate sind sehr gut ausgeführt, unterscheiden abzusetzen, weisen wir darauf hin, daß uns in obigem Orte nur sterben sollen!?" Die eigentliche Strafe fange erst mit der Ent- fich weder durch lang noch durch Prägung von den echten Münzen das Lotal von Wilhelm Deter zur Verfügung steht, alle übrigen sind loffung aus dem Arbeitshaus an. Kein Mensch wolle einen und sind nur durch das leichte Gewicht und ihre bläuliche Bleifarbe ( treng zu meiden. Die Lokalkommission. ehemaligen Arbeitshäusler in Arbeit nehmen, als Fälschungen kenntlich. Die Farbe der Falsifitate ist derartig eher noch werde einem entlassenen Zuchthäusler Arbeit gewährt. von der der echten Gelditüde abweichend, daß sie hierdurch ohne Crüsemann fordert, daß wegen Bettelei wenigstens solche Personen, weiteres zu erkennen sind. Beide Prägungen tragen die JahresDie eine Ausführung trägt den Kopf des deutschen die bisher wegen feiner anderen Straftat verurteilt wurden, nicht zahl 1903. Kaisers und das Münzzeichen A, die andere das Bildnis des Königs bestraft werden sollen, und daß auch denen, die dieser Vergünstigung Georg von Sachsen und das Münzzeichen E. nicht mehr würdig erscheinen, freigestellt werden soll, ob sie in ein: Arbeiterkolonie gehen oder sich in ein Arbeitshaus steden lassen elften Vormittagsstunde erfolgte gestern auf allen Wachen der Zelluloidexplosion in der Handelsstätte Belle Alliance. In der Berliner Feuerwehr die Meldung Mittelfeuer" in der Handels. Die Jugendlichen des Obdachs, die Crüfemann durchstätte Belle Alliance, Lindenstr. 101. Sofort rüdte die gesamte seine Pflegetätigkeit vor dem Arbeitshaus bewahren will, verhielten fünfte Kompagnie nach dorthin aus. Es brannte in der Kinemato sich ihm gegenüber zunächst mißtrauisch oder verlachten ihn, aber graphene und Projektionsapparatefabrik von Meßters, deren Fabrik. er fam immer wieder. Echließlich erwarb er sich ihr Vertrauen da- räume im zweiten Stock des langgestreckten linken Seitenflügels durch, daß er ihnen versprach, nie etwas von ihren Geheimnissen liegen. Gegen 11 Uhr war in einem großen Saal der Firma, in weiterzuerzählen. Und er hält dieses Versprechen. Er hob übrigens bem etwa 40 Arbeiterinnen beschäftigt waren, plöblich eine heftige hervor, noch nie habe er unter seinen Schüßlingen Grplosion erfolgt. Gleichzeitig stand der größte Teil des Saales sogenannte Achtgroschenjungen getroffen, die in Flammen. Der anwesenden Arbeiterinnen bemächtigte sich eine den Freund verraten. Den Jugendlichen, die sich ihm anvertrauen, stürzung nicht schnell genug geöffnet werden konnte, drängten alle unbeschreibliche Panik. Da der vorhandene Notausgang in der Be leistet er allerlei kleine Hilfen, er schreibt Briefe für sie nach Hause, Personen nach dem Hauptausgange. Glüdlicherweise konnten noch damit die Rückkehr zu den Eltern angebahnt wird, sucht ihnen sämtliche Arbeiterinnen rechtzeitig das Freie gewinnen. Kaum Papier: zu beschaffen, damit sie wieder in Arbeit treten können, gibt war die Feuerwehr zum Löschangriff bereit, als eine zweite heftige ihnen manchmal auch Geld, damit sie sich wieder mal satt effen Explosion hörbar wurde. Fast alle Fenster des Seitenflügels flogen. fönnen, und so weiter. Selbstverständlich seien, sagte er, seine flirrend auf den großen Hof. Im nächsten Augenblick schoffen lange Durch den schnellen Fortschritt, den die Erdarbeiten beim Ge- Schüßlinge übermütig, wie junge Leute nun mal sind. Aber von Stichflammen an der Außenwand empor nach dem dritten Stod. brauch der Kippwagen mit Pferde- oder Lokomobilbetrieb machen, den Aufsehern wurden Anforderungen an sie gestellt, die sie selber, arbeiten. Sowohl im Durchgang der Handelsstätte wie auch auf müssen die leichten Gleise innerhalb kurzer Zwischenräume neu unter die Aufseher, in ihrer Jugend wohl auch nicht erfüllt haben. der Straße legten Dampfsprißen an. Bald waren fünf Schlauch. stopft und verschoben werden. Natürlich find das alles schwere, an- Crüsemann hält es für ratsam, womöglich ein besonderes leitungen in Tätigkeit. Zunächst galt es zu ermitteln, ob noch Perstrengende, quälerische Arbeiten, die so abipannen, daß die Vor- Obdach für Jugendliche zu schaffen. Viele finde man sonen in dem brennenden Raum zurückgeblieben waren. Bei der arbeiter sehr oft die Schienen nur schlecht verbunden oder unvollkommen dert, die bereits Arbeit haben, aber bis zur nächsten Lohnzahlung enormen Berqualmung gestalteten sich diese Ermittelungen recht gestopft verlegen. Senkungen und Verschiebungen der Gleisstränge ohne Mittel dastehen. Einer dieser Obdachlosen sei in der Zeit schwierig. Ueber eine mechanische Leiter drangen Sappeure durch die find unvermeidlich, und Entgleisungen der Wagen ganz selbst des Wartens auf Lohn jeden Morgen vom Obdach bis nach Tempel- Fenster in den brennenden Saal vor. Nachdem dem Rauch einigerverständlich. Der Schaden ist aber gewöhnlich in einigen Minuten Hof zu seiner Arbeitsstätte gewandert, ohne Geld in der Tasche und maßen Abzug verschafft worden war, stellte sich glücklicherweise heraus, daß Personen nicht zu Schaden gekommen waren. Nach einheilbar, denn die leeren Wagen werden von Hand sofort wieder ins nur mit dem Obdachfrühstüc im Magen. Für solche Jugendlichen stündiger Löschtätigkeit galt die Gefahr für beseitigt. Der Fabrik Gleis gehoben und alles geht seinen üblichen Gang. Nur ist darauf will Grüsemann ein Jugendheim schaffen, das ihnen für etwa eine faal ist vollständig ausgebrannt. Ueber die Ursache der Explosion zu achten, daß der Bremser nicht etwa zwischen den fleinen Kippern Woche freies Nachtquartier im eigenen Zimmerchen gewähre. tonute noch nichts Bestimmtes ermittelt werden. steht, sondern stets auf dem legten Wagen. Das ist hier aus welchen Gründen fann man ja aus einer so furzen Notiz nie beurteilen verabsäumt worden. Postpakete nach England. In diesem Jahre werden zu Weihnachten in England wie auch hier drei Feiertage gehalten. Die Der Verunglückte hat zwischen anderen Wagen und obendrein großen Geschäftshäuser Londons schließen am Mittwoch, den 24. d. fogar auf einem Leergestell gestanden, das noch leichter entgleist als Monats, und werden erst am Montag, den 28., wieder öffnen. der Kippwagen selbst; es war daher beinahe mit Notwendigkeit zu Einige der größten Firmen der Draperiebranche beabsichtigen auch erwarten, daß er Leben und Gesundheit aufs Spiel fette. Von noch am Montag, den 28. d. W., geschlossen zu halten; doch ist dieser ber Mannigfaltigkeit der Gefahren gerade bei diesen Erdtransport- Geschäftsschluß kein allgemeiner. Für die Versender von Waren, mitteln fann sich der Fernstehende kaum eine Vorstellung machen. die noch vor Weihnachten in den Besitz der Adressaten gelangen Die Raschheit des Betriebes bringt es mit sich, den Erdtransport sollen, wird es sich daher empfehlen, solche so frühzeitig abzusenden, daß die Ablieferung in London spätestens noch am so zu leiten, daß die gefüllten Wagen Teilstrecken so weit wie mög 24. b. M., vormittags, erfolgen kann. Ganz besonders sollten die lich laufen. Das wird durch die Einrichtung schiefer Ebenen erzielt, Baketsendungen möglichst frühzeitig bei den kaiserlichen Bostämtern d. h. die Abgrabungen werden zu fanft steigenden Ebenen her- zur Aufgave gelangen. Die Versendung mehrerer Batete mittels gerichtet, damit die Vollwagen große Streden felbftätig herablaufen. einer Bostpatetadreffe ist für die Zeit vom 10. bis 25. b. M., wie Dag Bremien gefchieht unter Zubilfenahme von Holztnüppeln, also im inneren deutschen Berlehr, auch im Berkehr mit Großbritannien auch auf diesen Vollwagen müssen die Mitfahrer fehr aufmerksam nicht, gestattet. Eine deutliche Routenvorschrift leber Staldenund oft mit großem Kraftaufwand bremsend tätig sein, wenn fie firchen- Vlissingen" ist ebenfalls geboten und liegt im nicht unter dem schnell dahinrollenden Wagen zu Strüppeln werden Interesse sowohl der Absender als auch der Empfänger. wollen. Erdarbeiter sind meistens in einsamen Gegenden beschäftigt und die Unternehmer daher wenig beaufsichtigt. Man schert sich und fümmert sich um das Arbeiterleben so wenig wie bei den Bergleuten, es gibt daher auch hier keine wirksamen Vorschriften, wie der Betrieb der Kippwagenzüge zu leiten ist. Wenn man erwägt, wie heute unter den Augen der Behörden Bergleute, also Menschen, die unter Tage arbeiten, massenweise bernichtet werden, ohne daß die Staatsbehörden den Mut finden, wirksame Schußmaßregeln zu treffen, so bersteht es sich eigentlich bon selbst und ist nicht verwunderlich, wenn Arbeiter über Tage in ihren gefährlichsten Betrieben noch viel weniger Beachtung bei den Aufsichtsbehörden finden. Berlin W. amüsiert sich. Während die Arbeitslosigkeit Kummer, Not und Sorge in Proletarierfamilien auslöst, zerbricht man sich in Berlin W. die Köpfe über neue, fibliche Amüsements. Und man hat etwas Neues, Bifantes gefunden. Die unternehmungsluftigen Männlein unb Weiblein aus der Berliner Welt, in der man sich nicht langweilt, wollen ganz diskret( 1) eine Starnevalsfahrt nach Köln unternehmen. Die Abfahrt erfolgt am 20. Februar n. J. 8 Uhr morgens im Sonderzug zweiter Klasse mit Speisewagen. Die Liste der Teilnehmer wird mit dem Monat Dezember geschlossen, um mit der Großen Karnevalsgesellschaft in Köln die notwendigen Vereinbarungen zu treffen. Die Beteiligung soll im Kostüm erfolgen und das Inkognito der Teilnehmer oder Teilnehmerinnen streng gepabrt werden. Die Rüdfahrt erfolgt in der Nacht pom Dienstag gulf Aichefiitthvodi oder fpatet. Def Breis für eine Zeinebuiers 50alo napi fatte beträgt 200 m. Das tann ja luftig werden. Der Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde gestern mittag der 15 Jahre alte Schüler Walter Redlich aus der Münzstraße, als er Ueber Ungerechtigkeiten des Eisenbahnzonentarifs im Vorort, auf einem Zweirade die„ scharfe Ecke" an dem Knotenpunkt der Das Entgleisen der Wagen passiert aber nicht bloß, weil die Stadt- und Ringbahnverkehr von Adlershof nach anderen Stationen Linien, Neuen König- und Gollnowstraße kreuzen wollte. Berlins oder Vororten, unter denen besonders die Arbeiterschaft zu Knabe geriet mit seiner Maschine zwischen mehrere Wagen und fuhr, Schienen zu leicht beweglich und verschieblich sind, sondern oft auch leiden hat, wird uns aus unserem Leserkreise berichtet. Eine Ar- da er nicht ausweichen konnte, gegen die Seitenwand eines Geschäftsdadurch, daß die beladenen Wagen durch die Wankelmütigkeit der beiterwochenkarte von Königswusterhausen bis Westend kostet bei fuhrwerks. Infolge des Aupralles wurde St. von dem Zweirade Gleise ins Schaufeln geraten und ihre Ladung vorzeitig abwerfen. täglich zweimaliger Benutzung 2 M. Ein Adlershofer Arbeiter Steht ein unerfahrener Arbeiter, der bisher nur die Schaufel benutzt muß bis Westend zwei Wochenkarten lösen und hat dafür zu zahlen heruntergefchleudert und fiel so unglücklich, daß er neben anderen inneren Verlegungen eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. Er hat, zum ersten Male auf dem Wagenzug und gar zwischen tippenden 1. bis Berlin Schlesischer Bahnhof 1 M. und 2. vom Schlesischen wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain übergeführt. Bollwagen, dann wird er beim Fallen gequetscht oder zermalmt. Bahnhof bis Westend 1,20 M. Während also die doppelt so lange wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain übergeführt. Wieder Arbeitslosigkeit Ursache zum Selbstmordversuch. Die B3 fommt auf ein Menschenleben mehr oder weniger in diesen Strecke von Königswusterhausen bis Westend pro Woche 2 M. toftet, müssen die Adlershofer Arbeiter für die weit geringere Strede 2,20 Verzweiflungstat eines Lebensmüden rief am Montagabend unter Brofitgierbetrieben gar nicht an. Mark entrichten. Als Kuriosität ist noch hervorzuheben, daß auf den Fahrgästen eines Straßenbahnwagens der Linie 61 großes. einzelnen Stationen der Stadt- und Ringbahn Wochenkarten bis Aussehen hervor. Der Gärtner Hans Flitterer aus der LangAdlershof erhältlich sind. Diese Stationen sind den meisten Ar- hansstraße in Weißensee war von Berlin in dem Straßenbahnbeitern aber nicht bekannt, so daß für diese nur die doppelte und wagen heimgefahren. In der Gustav- Adolf- Straße zog er plötzlich verteuerte Fahrkartenlösung übrig bleibt. Zum Beispiel fann man eine Flasche aus der Rocktasche hervor und leerte sie bis auf den vom Potsdamer Ringbahnhof nach Adlershof keine Wochenkarte er- Grund. Besinnungslos sant er dann vom Size herunter. Erst halten, aber für 2 M. eine solche bis Ertner, während auf dem icht merkte man, daß F. Lysol getrunken hatte. In hoffnungsStadtbahnhof Alexanderplatz Wochenkarten bis Königswusterhausen Iesem Zustande wurde der Lebensmüde nach dem Auguste- Vittoriafür 2 M. erhältlich sind, nicht aber nach Adlershof, trotzdem man Krankenhaus gebracht. Angeblich hat F. wegen Arbeitslosigkeit diese Station durchfahren muß und der Zug auch dort hält. Unter den Selbstmordverfuch unternommen. diesen unglaublichen Verhältnissen haben nun aber die Bauarbeiter, welche heute im Süden Berlins, morgen im Norden oder Westen arbeiten, besonders schwer zu leiden. Von Adlershof bis Ringbahnhof Wedding sind Wochenkarten zum Preise von 1,90 M. erhältlich. Wir fragen, sollte es nicht vollständig gerechtfertigt sein. daß von Adlershof für den ganzen Stadt- und Ringbahnverkehr Wochenkarten zum Preise von 1,75 M. erhältlich wären, wenn die ganzen Touren von Königswusterhausen oder Erkner 2 M. kosten. Oder verwechselt man Adlershof mit den Vororten des Westens von Berlin und glaubt die Eisenbahnverwaltung, daß Arbeiter des ersteren Ortes bessergestellt sind wie die höheren Beamten oder anderen schwerreichen Bewohner der Kolonie Grunewald? Auf lekteren Gedanken muß man unwillkürlich kommen, wenn man erfährt, daß die Monatstarte für die Stadt- und Ringbahn von Station Grunewald 4,60 M. und von Adlershof 7,20 m. kostet, trotzdem nach Adlershof nur eine Vorortstation mehr vorhanden ist Seit einiger Zeit ist im Obdach der Stadt Berlin wie nach der Station Grunewald. Hier sieht man deutlich, wie gut ein Pastor Crüsemann als Jugendpfleger tätig. es ist, wenn ein Ort recht viele Geheimräte als Einwohner besitzt. Den Jugendlichen unter den Obdachlosen stellt er sich zur Ver- Wird die Arbeiterschaft des Ostens auch einmal bei der Eisenbahnfügung, um fie mit seinem Rat und nötigenfalls auch mit der Tat verwaltung ihre Berüdsichtigung finden oder ist diese Arbeiterschaft nur für die Plusmacherei vorhanden? Uns erscheint es beinahe, als zu unterstüßen. Vorläufig gelten die Bemühungen des Herrn wenn die leitenden Herren mit den Sorgen für den reichen Westen Bastors noch als eine Liebesarbeit, für die er selber verantwortlich so beschäftigt sind, daß ihnen die Verkehrsverhältnisse des Ostens ist. Es wird aber beabsichtigt, diese seine Jugendpflegetätigkeit zu wildfremde Dinge bleiben. einer offiziellen zu machen. Wie Pastor Crüsemann mit den Jugendlichen umgeht, darüber berichtete er selber in einem VorEndlos erheben sich Klagen und Anklagen durch die Reden der fozialdemokratischen Abgeordneten. Wassenhaft wird das Unfalls material alljährlich herangeschafft. Spärlich und notdürftig werden ben fatten Herren Gegnern gesetzliche Schutzbestimmungen abgerungen, und selbst das mühselig Errungene wird in dieser fluchwürdigen Wirtschaft vereitelt durch eine nichtsnuzzig milde Handhabung der Gesetzesbestimmungen. Schutzbestimmungen für die Arbeiter werden so zu Schutzbestimmungen für die Ausbenter. Bon den Jugendlichen des Obdachs. Noch mehr von Kaisers! Selbstmord eines Schulmädchens. Die Leiche eines unbe. fannten etwa 13jährigen Mädchens ist gestern aus dem Teltowlanal gelandet worden. Nach dem ärztlichen Befund hat sie bereits längere Zeit im Wasser gelegen. Vermutlich handelt es sich hier um eines der Schulmädchen, die seit einiger Zeit vermißt werden. Ein umfangreicher Dachstuhlbrand wütete gestern nachmittag in dem Eckhause Wullenweberstraße- Hansa- Ufer. Als der 15. Zug eintraf, war das Feuer schon längst über seinen Herd hinaus; fast der gesamte Dachstuhl des mächtigen Eckhauses stand in Flammen. Auf erfolgten Nachalarm eilten noch die Löschzüge 10, 12 und 13 zur Hilfeleistung herbei. Im ganzen traten vier Schlauchleitungen in Tätigkeit. Von beiden Straßenfonten aus drangen die Rohrführer gegen das verheerende Element vor. Aber erst nach eine stündigem Maffergeben konnte die Hauptgefahr für beseitigt gelten. Die vollständige Ablöschung und die Aufräumungsarbeiten zogen sich noch bis gegen abend hin. Von dem Dachstuhl war nur wenig zu retten. Wie das Feuer entstanden ist, steht noch nicht fest. Bon besonderem Bech verfolgt waren dieser Tage drei Arbeiter. Am Sonnabendabend verlor der Arbeiter Klemter auf dem Wege von Borhagen nach seiner Wohnung, Neue Brinz- Albert- Straße 11 in Rummelsburg, 50 M. in Gold. Angaben über den Berlust bittet R. an seine Adresse gelangen zu lassen. 30 M. in Papiergeld verloren hat am Sonnabendabend ein Arbeiter entweder in der neuen Badeanstalt Gerichtstraße oder auf dem Wege über Wedding nach Spandau. Der Verlierer bittet den Finder, das Geld gegen Belohnung in der Buchhandlung von Stoppen, Spandau, Jagowstraße 9, abzugeben oder dorthin seine Adresse zu senden. trag: Meine Arbeit unter den obdachlosen In der Kreuz- Zeitung" betlagt eine blaublütige Freundin Burschen", den er in der Deutschen Gesellschaft für ethische dieses geschätzten Blattes" den Beschluß, nach dem die Hofnachrichten in Zukunft erheblich eingeschränkt werden sollen. Die Freundin Kultur" hielt. Aus den Darlegungen Crüsemanns mußte man den Eindruck findet dies ungeheuerlich und sieht schon im Geiste, wie die Liebe und Zuneigung des Volkes zum angestammten Herrscherhause in empfangen, daß er im Obdach nicht Seelenjang betreiben, sondern die Brüche gehen, wenn ihm all die kleinen, nichtigen Berichte aus den Jugendlichen nur behilflich sein will, sich aus dem Hofleben in Zukunft nicht mehr alltäglich ein- bis zweimal ihrem Elend herauszuretten. Ihm ist es, so sagte er, aufgetischt werden. Nach der Schreiberin lechat und hungert das vor allem darum au tun, die jugendliche Gäste des Obdachs davor Volt geradezu nach solchen Mitteilungen. Alles was bei Kaisers zu bewahren, daß sie auf die Verbrecherlaufbahn ge- borgeht, will der monarchisch bis in die Knochen durchbrungene raten oberim Arbeitshausenden. Herr Grüsemann Bürger wissen. Den unzufriedenen Gesellen würde es ja Freude ist Seelsorger am Arbeitshaus der Stadt Berlin, er hat daher reich- bereiten, wenn dem Volke dieses Gute entzogen und ihm somit eine lich Gelegenheit, den Wert" solcher Besserungsanstalten" tennen Trauer bereitet würde.. Wir sind auch der Meinung, daß dem Volte alle die guten zu lernen. Was er hierüber vortrug, war eine furchtbare Anklage Dinge aus dem Hofleben, wonach es lechat und hungert, nicht entschränkt werden. Nach der Fennbrüde am Nordhafen wurde die gegen die Rechtsprechung" unseres Klassenstaates. Pastor Crüse zogen, sondern eher noch in ausführlicherer Form übermittelt werden mann hält die Internierung in einem Arbeitshaus follen. Wir lefen zwar immer, was man bei Hofe ist und was man für die allerfchwerste Strafe", für eine dirette Tötung bei Hofe irinkt, doch möchten wir auch gerne hören, was man sonst 1050 m. ihm nicht gehöriges Geld, das in einem Portemonnaie enthalten war, hat am Montagmorgen ein Buchbinder auf dem Wege von der Mahlowerstraße 12 in Rigdorf nach der Mauerstraße 80 verloren. Da der Verlierer erfaspflichtig ist, so trifft ihn der Verlust besonders hart. Der ehrliche Finder wird gebeten, seine Adreffe an Müller, Rigdorf, Mahlowerstraße 12, gelangen zu lassen. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 7 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr nach der Niederlagstraße 1/2 gerufen, wo Holzwolle und anderes brannte. Der Brand konnte auf seinen Herd beFeuerwehr gerufen, um einen Mann, der unter einen Straßenbahnwagen geraten war, zu befreien. Der Verletzte wurde fortgeschafft. Wegen eines Schaufensterbrandes erfolate ein Alarm nckh Set �cucn Friedrichstraße 71. Papier Scann!« frt Set Kastaniew-Allee 12 und Schaldecken, Balkenlagen usw. in der Körnerstraße 14. Auf einem Balkon in der Dolziger Straße öl waren Säcke in Brand geraten. Grober Unfug lag einem Alarm nach der Danziger Straße zugrunde. Arbeiter-Samariterkolonne. Heute abend 9 Uhr, 4. Abteilung ftt Lichtenberg bei Beckmann, Samariterstraße 11; morgen, Donnerstag, 3. Abteilung in©chöneberg bei Wieloch, Grunewaldstraße 110. Vortrag über Ertrinken. Ersticken und verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Daran anschließend praktische Hebungen«_ Torort- J�admcbtah SchSneberg. Stndtoerordnetenversammlung. Zu Beginn der Sitzung er- folgte die Einführung des Stadtverordneten v. Olszewski flib. Frakü), der an Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Marre (Unabh. Vcr.) in der zweiten Abteilung gewählt worden ist. Sodann brachte der Vorsteher eine Resolution der Schöneberger Gewerkkchaftskommission zur Ver- lesung, in welcher das Ersuchen an die städtischen Behörden gerichtet wird, sofortige Anweisung zur Inangriffnahme der pro- jektierten Not st and s arbeiten, zu welchen die Stadt- verordnetenversammlung die Gelder bereits bewilligt hat, ergehen zu lassen. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion wird sofort in eine Besprechung der Resolution eingetreten. Stadtv. K ü t e r (Soz.) weist auf das Ergebnis der letzten Arbeitslosenzählung hin, dessen Resultat noch nicht einmal ein vollständiges sei, denn bei einer Zählung von Haus zu Haus wären sicherlich 500 bis 600 Ar- beitslose mehr gezählt worden. Trotzdem nun die Stadtverordneten- Versammlung bereits vor einiger Zeit Mittel zur?luöführung von Noistandsardeiten bewilligt hat, ist vom Magistrat bisher noch gar nichts getan. Die Stadtverordnetenversammlung muß gegen die Untätigkeit des Magistrats etwas.energischer vorgehen. Bei ande- ren Gelegenheiten pocht man immer darauf, daß Schöneberg in sozialpolitischer Beziehung mit an der Spitze marschiere, hier zeige sich aber gerade das Gegenteil. Wenn es sich um Gehaltserhöhungen für die höheren Beamten handelt, kann man doch schneller arbeiten. Arbeitsgelegenheit lasse sich genügend herbeischaffen. Stadtv. Zobel slib. Frakt.) bedauert ebenfalls, daß vom Magistrat noch nicht die nötigen Schritte unternommen sind. Dem 50lagistrat muhte bekannt sein, daß wir uns in einer Zeit des Wirt- schaftlichen Niederganges befinden, deshalb mußte er schon beizeiten mit entsprechenden Vorlagen kommen. Bei den nächsten Etats- beratungen muß verlangt werden, daß alljährlich eine Uebersicht über zu verrichtende Notstands- arbeiten gegeben wird. Auch für das große Heer der ge- lernten Arbeiter, die man nicht zu Erdarbeiten verwenden kann. muß Vorsorge getroffen werden. Redner geht dann noch näher auf die Arbeitslosenversicherung ein und hält es für bedauerlich, daß eine so große Kommune gegen die herrschende Arbeitslosigkeit völlig ratlos dasteht. Stadtv. L u I a y(lib. Vereinig.) erklärt, daß sich der zu dem Zweck eingesetzte Ausschuß redliche Mühe gegeben habe, in aller- schnellster Form Arbeit zu verschaffen. Es ist unbegreiflich, wie der Magistrat die Zeit nutzlos verstreichen lassen konnte, ohne das Not- wendigste gegen die herrschende Arbeitsnot zu tun. Stadtv. Obst sSoz.) findet es unerklärlich, daß sich der Ma- gistrat bei dieser Debatte in Schweigen hüllt, er hätte die Pflicht gehabt, sofort Rede und Antwort zu stehen. Redner führt dann verschiedene Arbeiten an, die vor langer Zeit beschlossen sind, an deren Ausführung man aber bis heute noch nicht heran- gegangen ist. Die Stadtverordneten Bandmann(lib. Vereinig.) und G o t t s ch a l k(lib. Frakt.) treten ebenfalls den Ausführungen der Vorredner bei. Nachdem Stadtv. K ü t e r(Soz.) nochmals das Schweigen des Magistrats gebührend gekennzeichnet hat. wird ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion angenommen, wonach derMagistratersuchtwird.dieNotstandsarbeiten unverzüglich vornehmen zu lassen. Es folgt darauf eine längere Debatte über die Errichtung der 4. höheren Mädchenschule. Der eingesetzte Ausschuß hatte empfohlen, die Vorschulklassen bei dieser Schule wegfallen zu lassen. Von feiten des Magistrats wurde dieser Standpunkt bekämpft und darauf hingewiesen, daß diese Vorschulen vom Publikum verlangt werden. Schöneberg könne nicht allein mit der Abschaffung der Vorschulen vorgehen, dadurch würde schwerlich ein steuerkräftiges Publikum nach Schöneberg herangezogen werden. Die Redner der liberalen Fraktion wiesen daraus hin, daß im preußischen Landtag von den freisinnigen Abgeordneten die Abschaffung der Vorschulen verlangt worden sei, man könne doch diese Abgeordneten nicht des- avouieren. Die Volksschule müsse als Grundstock für alle höheren Schulen anerkannt werden.— In namentlicher Abstimmung wird dann der Antrag des Ausschusses abgelehnt. Darauf wurde�die Beratung der in der vorigen Sitzung ab- gebrochenen Verhandlung über die Angelegenheit betr. den Artikel „Haberland-Frakiion" sortgesetzt. Stadtv. Wolter- m a n n(Soz.) protestierte gegen die Handhabung der Ge- schäftsordnung durch den Vorsteher in der vorigen Sitzung. Der Vorsteher hatte nicht das Rdcht, die Sitzung eigenmächtig zu schließen. Auf ieden Fall war er verpflichtet, das auch vom Redner verlangte Wort zur Geschäftsordnung zu erteilen. Der Vor- st e h e r gab zu, daß er sich in der Handhabung der Geschäfts- ordnung auch mal irren könne, suchte aber sein Verhalten zu recht- fertigen. Stadtv. Zobel(lib. Frakt.) erhebt Beschwerde darüber, oatz der Vorsteher in der vorigen und ebenso auch in dieser Sitzung einem von Haberlanb gesandten Stenographen im Sitzungssaal einen Platz zugewiesen habe. Siadtberordnetenvorsteher Lohausen entschuldigt sich damit, daß er keine Kenntnis habe, daß der Stenograph von Haberland gcsandi sei. Hieran schließen sich weitere Auseinandersetzungen. Es wird schließlich ein Antrag angenommen, an den Stenographen die An- frage zu richten, in wessen Auftrag er anwesend sei. Der Steno- graph verlätzt darauf den Sitzungssaal, er erhält aber nach turzer Zeit Ersatz durch einen anderen Herrn, der eine Legiti- mation als Berichterstatter einer Zeitung beigebracht hatte. Ueber die Angelegenheit selbst wird nicht weiter debattiert, womit dieselbe denn vorläufig ihren Abschluß fand. Eine Petition des Bezirksvereins Nordost verlangt, daß von den städtischen Körperschaften um B e r m e h r u ii g der Schutzmannschaft petitioniert wird. Stadtv. H o f f m a n n. (Soz.) empfahl namens des Petitionsausschusses die Zustimmung zu der Petition. Persönlich vertrat Redner jedoch den Stand- Punkt, daß genügend Schutzleute vorhanden wären. Durch eine Vermehrung derselben würde das Publikum nur weiteren Schikane» ausgesetzt iverden. Hiergegen wenden sich einige bürgerliche Stadtverordnete, die eine Reihe von Mißständen, deren Ursache in dem Mangel an Schutzleuten liegt, anführen. Stadtv. Wollermann(Soz.) meint, eS wäre richtiger gewesen, zu petitionieren, daß die vorhandenen Schutzleute zweck- entsprechend verwendet werden. Von einem Mangel an Schutzleuten kann gar keine Rede sein. Redner führt eine ganze Reihe von Fällen an, wobei sich gezeigt habe, daß genügend Schutzleute vorbanden sind, so z. B. bei Verbinder u n g zah t- reicher Festlichkeiten und Vergnügungen im Obst- schen � Lokale, bei Verboten von Gesangsvorträgen am Grabe, bei Streits, Versammlungsüberwachun- gen usw. Auch das Herumschnüffeln in den sozial- demokratischen Organisationen zeige, daß kein Mangel an Schutzleuten vorhanden sei. Ja. es sind sogar soviel Schutz- leute vorhanden, daß auch Fälle vorkommen, wo Schutzleute durch ihre eigenen Kollegen durchgeprügelt w erden. Die Mebrhcit ließ sich jedoch davon nicht überzeugen, sondern stimmte der Petition zu. Eine Petition des Gastwirtcbereins um Erlaß des Gcmeindestcuerzuschlags zur Betriebssteuer wird bis zur Beratung des Etats vertagt. Eine P e t i t k o n d«S liberalen BezirlsvereinS für den Berliner OrtSteil wendet sich gegen die Härten der Handhabung der Polt- zei-Verordnung über die Errichtung und den Be° trieb von Bäckereien. Ter Petitionsausschuß empfahl, zunächst an den Magistrat das Ersuchen zu richten, Ermittelungen darüber anzustellen. Stadtv. Molkenbuhr(Soz.) hält die Handhabung der Polizeiverordnung, die sich aus dem H ILOz der Gewerbeordnung ergibt, für dringend notwendig. Die Zustände, durch welche die Gesundheit der Arbeiter geschädigt wird, müssen beseitigt werden. Jeder Hygienikcr muß anerkennen, daß das Verlangte das Mini- mum der Forderungeii für die Gesundheit der Ardeiter sei. In anderen Betrieben ist man noch viel weiter gegangen. Wenn schon ernmal festgestellt werden soll, ob die Hauswirte oder Bäckermeister durch die Polizeiverordnung geschädigt werden, so ist es auch nötig, zu untersuchen, ob bei dem bestehenden Zustande die Gesund- heit der Arbeiter geschädigt wird. Die Stadtverordneten Bandmann(lib. Bereinig.), Heyne, K n o l I und Polenz(Unabh. Vereinig.) suchen nachzuweisen, daß die Handhabung der Polizeivcrordnung eine ungerechte sei. Die Hausbesitzer und die Bäckermeister seien der leidende Teil, denen zum Teil durch die Polizeiverordnung die Existenz genommen wird. Die Petition wird daraus nochmals an den Ausschuß zurück- verwiesen und darauf die öffentliche Sitzung geschlossen, Wilmersdorf. Tie Stichwahl zur Stadtverordnetenversammlung, die gestern stattfand, brachte unserer Partei leider nicht den gewünschten Er- folg. Mit 1307 gegen 2196 Stimmen ist unser Kandidat, Gewerk- schaftssekretär Riedel, seinem bürgerlichen Gegnar unterlegen. Die vereinigten Reaktionäre haben mit Hockdruck gearbeitet und alle Beamten und sonstige Abhängige, die befürchten mußten, daß eine Nichtbcteiligung an der Wahl üble Folgen für sie nach sich ziehen könnte, herangeschleppt. So gelang es ihnen, ihre Stimmcnzahl gegen die Hauptwahl um 809 zu erhöhen, während unsere Stimmenzahl nur um 107 zunahm. Die kleine Gruppe der Demokraten, deren Leitung mit anerkennenswertem Eifer für unseren Kandidaten eintrat, zeigte sich als zu schwach, dem ver. einigten Ansturm aller rückschrittlichen Elemente wirksam Einhalt gebieten zu können. Steglitz. Aschenbrödel Volksschule. Unier dieser Stichmarke berichteten wir kürzlich, daß in der Gemeinde-Mädchensckule in der Ringstraße ein Klassenzimmer von dem Baubureau benutzt und infolgedessen eine Mädchenklasse in Baracken unterrichtet wird, wo die Kinder fortgesetzt Erkältungskrankheiten ausgesetzt sind. Eine Aenderung ist bis jetzt, obwohl an den Eemeindevorstand auch schriftliche Beschwerden abgegangen sind, noch nicht erfolgt. Daraus brauchen aber die Eltern der betreffenden Kinder nicht zu folgern, daß der Gemeindeborstand etwa den Volksschülern weniger wohl will als den höheren Schülern, für die bekanntlich bei uns in generöser Weise gesorgt wird. Hat doch erst in der jüngsten Gemeinde- Vertretersitzung der Gemeindevorsteher feierlich erklärt, daß ihm das Wohl aller Gemeindeglieder am Herzen liegt. Das Baubureau scheint in dem Schulhaus wirklich dringend notwendig zu sein, wie ein„Vorfall" in voriger Woche gezeigt hat. Eines Tages. während des Unterrichts, schien plötzlich in der Klasse IV V die Wand, an der die Wandtaseln angebracht sind, Leben zu bekommen. Nach geheimnisvollem Knistern und Abbröckeln von Putz zeigten schließlich die Schiebetafeln milsamt ihrer in die Wand eingelassenen Umrahmung das zweckwidrige Bestreben, sich aus die nicht weit davon entfernt sitzenden vordersten Schülerinnen zu stürzen. Beherztem Zugreifen gelaug es jedoch, die widerspenstigen Tafeln aus ihren Platz zu bannen und so den versuchten Totschlag zu vereiteln. Wenn nun auch das Bauburcau das Malheur nicht zu verhindern vermochte, so kann man doch unter solchen Verhällnissen begreifen, weshalb cS dort bleiben muß. Wer weiß, ob nicht demnächst Fenster und Türen den Umsturzversuch der Tafeln nachahmen; sollte dies eintreffen, dann ist es doch immerhin beruhigend, fachmännische Hilfe bei der Hand zu haben; nur möchten wir empfehlen, alle Umsturz- verdächtigen Gegenstände mit dem Baubureau elektrisch zu verbinden, um Lageveränderungen automatisch dort zu melden.. Sollte es dann gelingen, einer drohenden Gefahr rechtzeitig zu begegnen, so würde nicht nur die Notwendigkeit eines BauburcauS in der Mädchenschule bewiesen, sondern auch den Kindern und Eltern demonstriert, wie gut eS der Gemeindevorftand meint, wenn er den Unterricht in den weniger gefährlichen Baracken erteilen läßt. Eharlottcnburg. Elternvrrein für freie Erziehung.(Verein freierKinder- garten.) Auf daö beute. Mitlwoch, im großen Saale des Volks- Hauses, Rosinenstraße 3 staitfiudende Winterfest wird noch einmal hingewiesen. Anfang präzise 4 Uhr. Eintritt sür Kinder 10 Pf., für Erwachsene 20 Pf. Marieudorf-Südönde. Wir machen die Parteigenossen und Leser nochmals darauf auf» merksam. daß die Ausstellung der Jugendliteratur täglich bis abends 9 Uhr geöffnet ist und am Freitag, den 18. Dezember, geschloffen wird. Es wird daher ersucht, die wenigen Tage das Unternehmen noch nach Kräften zu unterstützen. Bernau. Lei der Arbeit vom Tode ereilt wurde am Montagnachmittag der auf dem Neubau des Kreis-Krankenhauses an der Ladeburger Chaussee beschäftigte Arbeiter Heinrich Hiidebrand. H. welcher längere Zeit hindurch krank loar, hatte erst am Nachmittag auf dem Lau angefangen, als er plötzlich beim Karren leblos zusammen- brach; em Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Reinickcndorf.Ost. KonstitutilmrUe Anwandlungen bekamen, dem Zug« der folgend, in der am Montag stattgefundenen Gemdndebertreter- sitzung die bürgerlichen Gemeindevertreter. Sogar„Garantien" verlangten die Herren. Anlaß dazu gaben der erste und zweite Punkt der Tagesordnung:„Genehmigung der Bedingungen einer auf- zunehmenden Anleihe von 2 Millionen Mark zur Deckung der Krankenhausbaukosten(600 000 M.), Straßenpflasterung(500 000 Mark) und für Zwecke des RieselguteS Schönerlinde(900 000 M.). Dexattige Punkte werden gewöhnlich in wenige» Minuten erledigt. Anders picsmal. Bereits in der vorigen Sitzung stand die Auf- nähme der Anleihe zur Beratung. Die Bedingungen waren dem heutigen Geldmarkte entsprechend nicht ungünstig. Auf Wunsch des Herrn Bankbeamten Nikolaus wurde jedoch beschlossen, mit noch einer anderen Bank, mit der er bereits in Unterhandlung ge- treten war, weiter zu verhandeln. Da diese Bank aber kein? günstigere» Bedingungen bot, beantragte der Gemeindevorstand, bei dem von ihm vorgeschlagenen Institut die Anleihe aufzunehmen. Das rief wieder Herrn Nikolaus ans. den Plan. Er beantragte. diese Punkte der„Finanzkommission" zur Vorbcratung zu überweisen. Auf den Vorhalt des Bürgermeisters, daß die Kommission au den Bedingungen nichts mehr ändern könne, die Anleihe auch dränge, da sonst die begonnenen Arbeiten wieder eingestellt werden müßten, begann sich zwischen den bürgerlichen Herren und dem Eemeindevorstand ein Geplänkel abzuspielen. Einer der„Erst- klassigen" war entrüstet, daß er gar so wenig zu sagen hat, und glaubt doch nicht nur gewählt zu sein, um bloß Geld zu bewilligen. Herr Schröder kann die zwei Millionen nicht bewilligen, ahne zu wissen sür was. Herr Schioartzkopfs und andere verlangten ein größeres MitbestiminungSrecht und öftere Einberufung der Kom- Missionen, waS den Bürgermeister veranlatzte, zu erklären, daß Kommissionen und Deputationen, wie sie die Städteordnung kennt, die Landgemeindcordnung nicht vorsieht und daß eine Verpflichtung, dieselben einzuberufen, der Gemeindevorftand nicht habe. Außerdem aber habe baS auch gar keinen ZlveS, denn kroh mehkmaktger Ein« ladnna erscheinen stets nur so wenig Mitglieder, daß ein Ver- handeln nicht möglich sei, und die dann zum zweiten und noch öfteren Male wegen derselben Sache eingeladenen und erschienenen Herren erklären:„Ach Gott, berufen Sie uns doch solcher Lappalien wegen nicht zusammen, sondern erledigen Sie das selbst." Eine niedliche Enthüllung, die vielleicht mit einen Schlüssel dafür bietet, warum man unsere Genossen geflissentlich aus den Kommissionen fernhält. Nach diesem Gegenstoß des Bürgermeisters flaute der Kampfesmut sehr rasch ab und wurde schnell eine von unseren Ge» nassen beantragte Resolution angenommen, die den Gemeinde- vorstand verpflichtet, größere Finanzoperationen den zuständigen Kommissionen vorzulegen. Für eine Weihnachtsbescherung der Ortsarmcn verlangte der Gemeindevorstand 250 M. Unsere Ge- nossen beantragten, diese Summe zu erhöhen; hiergegen wandte siey der Beisitzer Herr Reichhelm. Da durch freiwillige Sammlungen bereits 170 M. eingekommen seien, stände ein Bejrag von 420 M. zur Verfügung, der für die 105 in Betracht Kommenden genüge; „man solle diesmal, wo die Spenden reichlicher flössen, nicht zuviel geben, damit im nächsten Jahre nicht weniger gegeben werden müsse, das errege erfahrungsgemäß Unwillen". Eine WeihnachtS- spende von 4 M. pro Kopf erregt keinen Unwillen? Logik! Für die Hinterbkiebenen der in der Mordgrube„Radbod" Verunglückten beantragte der Gemeindevorftand 200 M. zu bewilligen, um, wie der Bürgermeister sagte,„in den Augen der Welt da? Dekorum zu wahren". Also nur, weil man sich vor den Augen anderer Leute schämen mutz, wenn man nicht„oabei" gewesen ist, deshalb werden solche Zuwendungen gemacht. Ter Schöffe Herr Reinke war denn auch ehrlich genug, die Ablehnung der Vorlage zu verlangen, denn nur um sich damit zu dekorieren, sei das Geld zu schade, außerdem wäre für die Hinterbliebenen hinreichend gesorgt. Unsere Genossen nagelten demgegenüber das Verhalten der �Mebrhcit bei der Zeppelinspende fest und verlangten Erhöhung des� Betrages. Derselbe wurde, nachdem sich Herr Nikolaus dagegen gewandt, abgelehnt und der Antrag des Gemeindevorstandes angenommen. Also, für e i n verunglücktes Luftschiff 500 M., für 360 verunglückte Bergarbeiter 200 M. Es gibt ja deren genug und so billig? Für das Gymnasium wurden die Stellen eines Vorschullehrers und eines Zeichenlehrers bewilligt. Eine Auseinandersetzung führte dann noch die Bewilligung von Mitteln für die Arbeitslosen- zählung im Februar, Mai und August herbei. Unsere Genossen stellten hierbei unsere bekannten Forderungen; Herr Fabrikbesitzer Becker sähe am liebsten die Zählung wieder eingestellt, ihm hat schon die Novemberzählung bewiesen, daß keine ungewöhnliche Ar- beitslosigkeit vorliegt. Herr Reinke, der Vorsitzende der letzten Zählkommission, mußte verschiedene Mängel zugeben, hofft aber mit der Zeit auf cine� brauchbare Statistik. Die Kosten wurden schließ- lich bewilligt. Die folgenden Punkte wurden gegen den Protest unserer Vertreter in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen. Es handelte sich um Zuwendungen an diverse Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr gelegentlich ihrer zehnjährigen Mitgliedschaft und um die seinerzeit bewilligten 24 000 M. für Teuerungszulagen an Be- amte. Auch den Gcmeindearbeitern will man mit einem Teil der ihnen kürzlich abgezogenen Beträge in Form einer WeihnachtSspendtf eine„Freude" bereiten. Spandan. Ueber daS persönliche Regiment und die neuen Steuerborkagen sprach am Sonntag in einer öffentlichen Versammlung der Genosse 5tarl Leid- Berlin im Lokale von Köpenick. Trotzdem das Lokal eine entfernte Lage vom Zentrinn der Stadt und Neustadt hat und trotzdem die Versammlung so kurze Zeit vor Weihnachten stattfand, war der Besuch doch ein verhältnisniäßig guter zu»eimen. Der Vortrag selbst wurde von den Versaininelten mit großem Interesse erfaßt. In der Diskussion nahm der Stadtverordnete Genosse Schmidt das Wort, um auf einige kommunale Angelegenheiten, namentlich auf die Wertzuwachssteuer einziigehen. In anschaulicher Weise schilderte er, wie infolge der Entwickelung Spandaus die Werte der Grundstücke enorm gestiegen seien; der Profit fließe in die Taschen der meist auswärts wohnenden Spekulanten. Die sozialdemokratische Fraktion habe bereits bei der bor- jährigen Etatsberatung die Einführung einer Gnindwertsieuer be« antragt, sie seien auch vertröstet worden damit, daß diese Steuer kommen werde. Bis jetzt habe man davon aber noch nichts wieder gehört. Die sozialdemokratischen Stadlverordneten werden daher bei der diesjährigen Etatsberaiung wiederum einen solchen Anrrag einbringen. Redner forderte die Anwesenden auf, bei der nächsten Stadtvcrordnetenwahl dafür zu sorgen, daß die sozialdemolratische Fraktion im Stadthause gestärkt werde. Der Genosse Fink gab bekannt, daß beim Genossen Restanrateur Bohle in der Habelstraße eine Jugendschrift-nausstellung stattfindet, und ersucht um zahlreichen Besuch und Benutzung derselben. Seegefeld(bei Spandau). Ein großer Brand kam in der Nacht zum Montag in der Koppelscheu Fabrik zum Ausbruch. Gegen 9 Uhr stand plötzlich die Stellmacherei der Firma in hellen Flammen. Die vereinigten Feuer- wehren von Seegefeld und Falkenhagen bekäinpfteli das Feuer mit mehreren Schlauchleitungen, konnten aber nicht verhüten, daß die Stellmacherei ailsbrannte. Die EntstehnngSursache des FcuerS konnte nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden. Eine Beiriebs- störung tritt nicht ein, da Reserveräume zur Lersiigung stehe». Sericbw- Leitung. Ein Krankenkassen-Jdyll. Die Zustände der Ortökrankenkasse für Schssnelch« und Umgegend wurden am Dienstag aufs neue vor Gericht erörtert. Im Oktober waren vom Amtsgerich« Rüders- dorf-Kalkberge die Arbeiter R ü h l und Much wegen ö f f e n t- licher Beleidigung des Vorstandes dieser Kasse zu Geldstrafen verurteilt worden.. Rühl zu lö Mark, Much zu 10 Mark. Beide hatten Berufung hiergegen eingelegt und daS Landgericht III(Strafkammer 4) hatte nun zu entscheiden. Beleidigt fühlen sich als Mitglieder des Vorstandes der Amts- rat RirtergntsbesitzerWrede. sei,'. Geschäftsführer Riedel, fein Oberinspektor«e-eel, der„Holzregi« mente r' Kotzte, der. K a s s e n r e n d a n t Schmidt. Im April war in Fichtenau eine Versammlung einberufen worden, die sich mit den Zuständen der Schöneicher Krankenkasse beschäfligen sollte, und dort hatten R ü h l und Much sich an der AuS- spräche beteiligt und dabei die Herren des Vorstandes nicht nlit Glacähandschuhen angefaßt. Der Borstand stellte Strafantrag. nachdem das LandratSanit des Kreises Nieder- barnim als AlifsichtSbehördc die Genehmigung hierzu gegeben hatte, und die Staatsanwaltschaft erhob öffentliche Anklage. Genosse Rühl. der früher Beamter der Kasse gewesen war und daher wußte, wo eS haperte, war in der Bersaminluiig am schärfsten vor- gegangen. Beschuldigt wurde er unier anderem, gesagt zu haben, beim Vorstand sei kein Rechtsgefühl vorhanden, Wrede sei in der ganzen Gegend als knickriger Lohnzahler bekaniit, Riedel habe kein Verständnis für die Krankenkasse, wer Kotzte wähle, sei reif für? Irrenhaus, Schmidt sei nicht würdig, Neildmü zu sein, man nenne ihn den.Schmierchcn-Schmidl", er sei geradezu blöd- finnig, in den Hirnen des Vorstandes sei es nicht in Ordnung. Much sollte geiagt haben: in den Vorstand wähle man doch immer die Klügsten, nun möge man sich aber mal den Vorstand ausehen. Die Angeklagten gaben die ihnen zur Last gelegten Aeußerungei, nur zum Teil zu. WaS sie gesagt hätten,'sei zu v e r st e h e n a u S dem ganzen Zusammenhang heraus. Rühl habe ausgeführt: Wrede sei ein knickeriger Lohuzahler, das sehe man schon daran, daß zwei seiner„höheren" Angestellten noch nicht mal 2000 M. Gehalt häiten, so daß sie noch Mitglieder der Kasse sein müßten; Schmidt müsse geradezu blödsiimig sein, wenn er glauben machen wolle, daß die Aussammlung des Reservefonds lein Verdienst sei; den«Schuticrchen-Swmldt" " Autorajerei. nenne man ihn, weil er frante Staffenmitglieder selber Behandle. An zulässig und gefeßwidrig fet und es fand eine Berichtigung ber B- Jallgemeine Selterfeit aus, durch die auch die Richter und der Amts. fozialpolitischem Verständnis fehle es dem Vorstande, der die Aus- stimmungsliste statt. Auf diesen Vorgang beruht die Anklage. Der anwalt mit angesteckt wurden. Noch heiterer wurde aber die Sache, zahlung von Sterbegeld für ein verstorbenes Mitglied Minna Staatsanwalt hielt ein Vergehen gegen ben§ 108 des Strafgesch- als der ebenso dringend wie hinreichend verdächtige Dienstmann in Beyer den Hinterbliebenen verweigert habe, weil die Verstorbene buches für vorliegend, beantragte aber, da der Fall febr milde liege, aller Geschwindigkeit auf der Anklagebant sein Täschchen abschnallte, fchon ausgesteuert war; über dieses Mitglied habe furz vor dem nur je einen Tag Gefängnis. Das Gericht erfarnte aber nach es mit den Worten über die Schulter hängte:„ Meine Herren, beLove Schmidt gesagt: hat sie so lange das Kranten langerer Beratung auf Freisprechung, da es den Angeffagten denken Sie nur, dadurch soll ich mich strafbar gemacht haben. Was geld geschludt, braucht sie nun auch nicht zu glaubte, daß sie des irrigen Glaubens gewesen, eine folche Stimme fagen Sie dazu, ist das unanständig, wenn ich das Täschchen frepieren. Much erklärte, er habe nur sagen wollen, daß abgabe in Steübertretung sei berechtigt. so trage?" Der Richter lächelte und sagte, nach dem Amtsman fünftig die Schlauesten in den Borstand wählen müsse. anwalt gerichtet:" Ich glaube, wir verzichten auf die Beweisaufnahme und sprechen den Mann frei." Der Amtsanwalt stellte einen diesbezüglichen Antrag, und der Vorsitzende verkündete dann, daß der Angeklagte freizusprechen sei und die Kosten der Staatstaffe zur Last zu legen sind. In der Urteilsbegründung hieß es, daß durch das Tragen des Täschchens über der Schulter weder die Wegfamkeit", noch die Sicherheit, noch der Verkehr gehindert sei. Aber die preußische und speziell die Hallese Polizei wird sich trotz dieses Reinfalles ungeheuer wichtig vorkommen. Es geht ihr völlig das Verständnis dafür ab, wie sehr sie sich und das ganze Land durch das Strafmandat über das Ledertäschchen charakterisiert. Die Bekundungen des Gendarmeriewachtmeistera Trojan, des Amtsdieners Albrecht und des Ge= Wegen fahrlässiger Tötung hatte sich der Kraftwagenführer fchäftsführers Riedel, die alle drei in der Versammlung Karl Jänfe gestern vor der zweiten Strajtammer des Landzugegen gewesen waren, bildeten das Material der Anklage. Die gerichts III zu verantworten. Der Angeklagte steht seit einer Reihe beiden Beamten hatten sich dort Notizen gemacht, Albrecht nur von Jahren im Dienste einer großen Handelsfirma. Am 21. Of wenige, Trojan mehr. Vor Gericht beriefen sie sich darauf, und tober erhielt er von seiner Firma den Auftrag, eine Besorgung nach Trojan durfte fein Notizbuch sogar vornehmen, um sich das dem Grunewald auszuführen. Er sollte die Straßenbahn benuzen, Gedächtnis aufzufrischen. Albrecht hatte nur Wörter notiert, zog es aber vor, zunächst seine Schaulust bei dem Einzuge der Braut Trojan gleichfalls nur Wörter, wenn weiter nichts Wichtiges drum des Prinzen August Wilhelm zu befriedigen und dann die verlorene rum war", manchmal aber auch fleine Säße. Dementsprechend Zeit dadurch wieder einzuholen, dag er au seiner Mission nach dem waren dann ihre Aussagen. Die beleidigenden Aeußerungen waren Grunewald das Geschäftsautomobil benutte. In der Bismardhaften geblieben, aber über den Zusammenhang, in dem sie gefallen straße in Charlottenburg traf er einen Bekannten, mit dem er waren, konnten die Beamten fast nichts befunden. Den Spiznamen ein Schantlotal aufsuchte und einige Gläser Bier trant. In diesem Schmierchen- Schmidt" hatten sie bis zu jener Ver- Lofal befand sich auch der Gastwirt Krüger vom Kurfürstendamm, fammlung, so fagten fie, noch niemals gehört, dagegen war beiden der, als er hörte, daß der Angeklagte nach dem Grunewald zu der Spitzname Schiebe- Schmidt" bekannt. Rühl machte vor Gericht fahren habe, bat, ihn mitzunehmen. Dies geschah auch. In dem den erläuternden Zufaz, auch dieser Spigname fei üblich, er sei auf- Krügerschen Lokal nahm der Angeklagte als Belohnung zwei Gläser gefommen, als Schmidt noch auf dem Polizeiamt in Schöneiche Bier und zwei Kognats an und erklärte sich auf weiteres Ersuchen tätig war. bes Herrn Krüger gern bereit, diesen auch auf der ferneren Fahrt Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Kurt Rofen noch mitzunehmen. Bei seiner Fahrt durch die Königs- Allee schlug feld wollte dem Gericht eine volle Würdigung des der Angeklagte nach der Behauptung von Augenzeugen ein rasendes Gendarmen Notizbuches ermöglichen und beantragte daher Tempo an, so daß er die Gewalt über den Wagen verlor. Bei der Verlesung der Notizen, von denen Trojan versichert hatte: Serthastraße muß ein fleiner Bogen gemacht werden. Hier konnte ,, Da kann ich mich drauf berlassen". Man werde Der Angeklagte die Steuerung nicht mehr regieren und der Wagen ja dann sehen, wie weit der Zeuge fähig fei, einem fuhr direkt auf einen Baum los. Der Anprall war so groß, daß Vortrage zu folgen und den Gedankengang zu firieren. Krüger vom Wagen geschleudert wurde und lebensgefährliche BerDer Vorsitzende ließ dem neugierigen Verteidiger das Notiz- legungen davontrug. Er war nach gehn Minuten eine Leiche. Nach buch überreichen der Gendarm gab's ihm mit fichtlichem Wider- der Bekundung des Medizinalrats Dr. Bütow hatte der Verstorbene streben damit er zunächst mal sich selber informiere. Als der eine Hergbeutelzerreißung, mehrere Rippenbrüche und eine MilzAnwalt das getan hatte, wiederbolte er noch dringender als zerreißung babengetragen. Der Staatsanwalt glaubte, daß solchen zuvor seinen Antrag. Leider lehnte das Gericht ihn ab, drücklichen Strafen entgegengetreten werden müsse. Er beantragte wahnwigigen Autofahrern, die mit Menschenleben spielen, mit nachso daß wir um den erhofften Genuß famen. baß der Angeklagte bisher völlig unbescholten war und ihm von deshalb drei Jahre Gefängnis. Das Gericht berücksichtigte jedoch. feinem Chef das allerbeste Beugnis gegeben wurde. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis. " " die Straße gehen! Die Verteidigung stellte den Bekundungen dieser Zeugen diejenigen des Bürgermeisters Wittstock und des Arztes Dr. Hirschberg entgegen, die gleichfalls an der Bersammlung teilgenommen hatten. Interessant waren besonders die Aussagen Dr. Hirschbergs. Er selber habe den bon Rühl gebrauchten Ausdruck Schmierchen- Schmidt" schon früher gefannt, daneben allerdings auch den Spitznamen Schiebe- Schmidt", Also darf man Sonntags doch mit einer Mappe unterm Arm über aber Schmierchen- Schmidt" habe er als. niedlicher empfunden. Schmidt habe, so sei dem Zeugen gefagt worden, selber manchmal Pflaster, Salben und dergleichen verordnet. Wenn einer einen Krantenzettel haben wollte, habe Schmidt gesagt: Ach, was haben Sie denn? Reißen!? Hier da kann ich Ihnen helfen!" und dann habe er seine Mittelchen verordnet. Ihn selber, den Zeugen, habe man von den Mitgliedern der Kaffe er war nicht Arzt der Kaffe möglichst fernzuhalten gesucht, für rasche Hilfeleistung in dringenden Fällen habe man ihm fein Honorar zahlen wollen. Weitere Beweisanträge des Verteidigers follten befonders noch ben Fall Beyer aufklären. Doch lehnte das Gericht das ab mit der Begründung, es werde als wahr unterstellt, daß der Fall sich so zugetragen habe, aber unerheblich sei das für die intriminierte Behauptung, daß es dem Vorstand an Rechtsgefühl fehle. Der Verteidiger Dr. Rosenfeld führte dann aus, auch nach dem Ergebnis der nur teilweise zugelaffenen Beweiserhebung müsse reisprechung erfolgen. Den Angeklagten sei § 193( abnehmung berechtigter Intereifen) zuzubilligen; wenn sie zurzeit auch nicht mehr Mitglieder der Staffe waren, so hätten sie doch jederzeit in die Lage fommen fönnen, es wieder werden zu müssen. Uebrigens sei der Vorstand zur Strafantragstellung nicht berechtigt gewesen, darum müsse das Berfahren eingestellt werden. Der Staatsanwalt forderte, die Berufung sei zu berwerfen; der Strafantrag fei gültig,§ 193 tomme nicht in Betracht. Das Urteil lautete: Die Berufung wird berworfen, das erstinstanzliche Urteil wird bestätigt. Der Strafantrag fei gültig. § 193 jei zuzubilligen. Doch sei die Grenze berechtigter Kritik überschritten worden. Das Gericht hatte mehrere der Anklagepunkte ausgeschieden, darunter wohl auch den knickerigen Lohnzahler" und den Schmierchen- Schmidt", wenigstens wurden beide im Urteil nicht als beleidigend erwähnt. Vor mehreren Wochen machte eine Notiz die Runde durch die Parteipresse, worin mitgeteilt wurde, daß das Schöffengericht in Duisburg gleichwie die dortige Polizei es als„ öffentlich bemerkbare Arbeit" angesehen habe, daß ein dortiger Maurer an einem Sonne tagmorgen mit einer schwarzen Mappe unter dem Arm in vier verschiedene Häuser auf einer Straße hineingegangen war. Der Maurer hatte eine Anzahl Exemplare des„ Grundstein" in seiner Mappe gehabt, um sie den Werbandskollegen seines Bezirks zuzu stellen, und dann für diese Sonntagsarbeit" ein polizeiliches Strafmandat erhalten, das vom Schöffengericht unter Berufung auf eine Präsidialverordnung vom 22. November 1907 bestätigt wurde. Nach dieser famasen Präsidialverordnung ist es nämlich nicht nötig, daß die Sonntagsarbeit eine geräuschvolle" ist, sie braucht nur öffentlich. bemerkbar" zu sein, um unter Strafe zu fallen. Und als eine solche hatten Polizei und Schöffengericht das Hineingehen eines Mannes in vier verschiedene Häufer angesehen. Das Schöffengericht machte fich die Sache leicht, indem es in tiefgründiger Weise so deduzierte: Daß die Arbeit des Zeitungsaustragens eine öffentlich bemer!. bare" gewesen sei, gehe schon daraus hervor, daß sie den Polizeibeamten aufgefallen set!" Schrumm! Und dabei hatte der Mann die paar Dußend Zeitungen in verschlossener Mappe! Die Straffammer als Berufungsinstanz hob bernünftigerweise das Urteil in vollem Umfange unter Uebernahme der Kosten auf die Staatskaffe auf, nachdem der Verteidiger das Urteil in entsprechender Weise glossiert hatte. Demnach darf man also nun doch auch in Duisburg des Sonntagsmorgens wieder mit einer Mappe unterm Arm über die Straße gehen. Vermischtes. " Folgenschwerer Deckeneinsturz. Einer Meldung aus Madrid zufolge ist in Muros, Proving Coruna, in einem Saale, in dem sich etwa 300 Personen befanden, die Dede eingestürzt. Biele Personen wurden verlegt, einige schwer. Eingegangene Druckfchriften. . GWO Arminius' Gedichte. Brosch. 4 M., geb. 5. 2. Dunder, Berlin W. 57. Deflers Geschäftshandbuch. Geb. 3 M.- Selbstverlag Berlin SW.61. Henrik Ibsens dramatische Werke. Deutsch von W. Lange. Drei Bände. Geb. 5 Mt. Beter. Deftergaard, Berlin W. 57. Guck dich um! Ein luftiges Bersbüchlein von Dr. Hagemann. Mit Beichnungen von E. Edel. 2,30 M. 2. M. Barschall, Berlin SW. 13. Auf der Schwelle möglich gewesener Ereignisse. Von Rt. D. 2 M. H. Walther, Berlin W. 30. Aus der Mappe. Novellen von H. Bang. 3 M. H. Bondy, Berlin W. 15. übersetzt. Von Dr. D. Fuhrmann. 2 M. Von Eulenburg zu Zeppelin. Seitroman, aus dem Französischen Das demokratische, soziale Berlin W. 30. deutsche Kaisertum. Bon G. F. Weber. 50 1.. Walther, Verzeichnis von B. G. Teubners Künstlersteinzeichnungen. 124 Seiten. Selbstverlag in Leipzig. Türkische Geschichten. Von Bascal David. Brosch. 2,50 M., geb. 3,50 M. 3. Singer, Straßburg und Leipzig. Bibliothek für alle. Band 3. Eine Luftreise in die Eisregionen. Beller u. Schmidt in Stuttgart. Die Brücke Europas. Von G. Gamper. I. Zeil. 87 Seiten. Brosch. 1 M., geb. 2 M. Die Jungfrau. Eine Dichtung von E. Hügli. Brosch. 2 M., geb. 3 M. 3. Schäfer in Schfeudit- Leipzig. wanbte Gebiete. Herausgegeben von Dr. F. S. Archenhold. 60 f. Das Weltall. 5. Heft. Illustrierte Zeitschrift für Astronomie und ver Treptower Sterntvarte, Treptow Berlin. 5 Seine". Heute abend 9 Uhr bei Bolze, Rodenbergstr. 8: Sigung. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutterklub Heinrich bei Borchert, Brunnenstr. 3: Sigung. Gäste wilkommen. Verein ehemaliger Beeliter( Abteilung B). Heute abend 9 Uhr Lefes und Disfutierklub Südost". Heute abend bei Zolts dorf ( Nachfolger Karl Schulz), Görlizer Straße 58: Sibung. Sozialdemokratischer Leses und Diskutierklub" Karl Mary". Heute abend 8% Uhr bei Hummel, Sophienstr. 5: Vortrag. Gäste willtommen. P Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Zufit Bregel, Insterburg Weichsel. Thorn Dder, Ratibor Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordamm Elbe, Reitmerig Dresden Barby am feit 14.12.13.12. am ſeit 14.12.13. 12. Basserstand cm cm) 2963 cm cm) Saale, Grochlit 75 -13)-11 Havel, Spandau) 60 345)-10 Rathenow³) 48 75 Spree, Spremberg) 72 70 Beeskow 74 86°)+2 67) Beser, Minden -48 -12+8 15°)-1 Rhein, Marimiliansau 838+2 3+ 6 121+9 -79 135+-40 -192 Nedar, heilbronn 85+44 31 Main, Wertheim 120-1 Mosel, Trier 141-3 F) Unterbegel. Magdeburg 45 + bedeutet Wuchs, Fall. Grundeistreiben. schwaches Grundeis. Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Minden Naub Köln www 5) Eisstand. 5) Eistreiben in ein bis zwei Drittel Strombreite. - Grundeisgang.) Grundeis. Wetter Temp. n. E. SOFTON Stationen Barometer stand mm Wind Sunpa Windstarle Better Temp. n. Der Dienstmann, die preußische Bolizei und das Ledertäschchen. Go oft auch und mit Recht über unnötige Belästigungen der Wegen Berfälschung eines Wahlergebnisses Bürger durch die Bolizei getlagt wird, die heilige Hermandad läßt unnötig wurden gestern der Tierarzt Dr. Erich Brasch und dessen Vater, der doch nicht locker. Sie muß immer wieder beweisen, wie Kaufmann Julius Braidh, vor der zweiten Straffammer des Land. fie iſt. Stand da vor einigen Tagen in Halle a. S. ein alter ehrgerichts I zur Verantwortung gezogen. Der§ 108 des Strafgesetz- würdiger Dienstmann vor dem Schöffengericht, weil er man erbuches bestimmt, wer ein unrichtiges Ergebnis einer öffent- schrecke nicht das Ledertäschchen mit dem Niemen, anstatt um den lichen Wahlhandlung vorfäßlich herbeiführt oder das Ergebnis ver- Leib, über die Schulter getragen hatte. Das„ Verbrechen" sollte geahndet Witterungsübersicht vom 15. Dezember 1908, morgens 8 Uhr. fälscht, wird mit Gefängnis bis zu zwei Jahren bestraft. Es handelte werden auf Grund einer Polizeiverordnung, die sich auf ein im vorigen fich um eine im Juni in einem Urwahlbezirk stattgefundene Wahl- Jahrhundert erlassenes Gefez stüßt. Die Verordnung ist erlassen im männerstichwahl für das Abgeordnetenhaus. Der Bater B., der in Interesse des Verkehrs, der öffentlichen Sicherheit, der Begiamfeit" Stationen gweiter Klaffe zu wählen hatte, war selbst berhindert, seine Stimme und wer weiß noch alles. Der Dienstmann leidet an Asthma und abzugeben, wollte aber bei der Wichtigkeit der Sache sich der Stimm, um sich's bequem zu machen, schnallte er fein Täschchen ab und trug abgabe nicht enthalten und beauftragte daher seinen Sohn, statt es, wie die modernen Briefträger, über der Schulter. Da das Auge feiner die Stimme für die von ihm zu wählenden Wahlmänner ab- des Gesetzes den unästhetischen Anblick nicht ertragen fonnte, nahm Sminemde 756 SSD 3 mollig gamburg 753 550 4 wolfig zugeben. Der Angeklagte Dr. B. erschien denn auch mit dem Wahl- man den Attentäter zu Brotokoll und schickte ihm ein Strafmandat, Berlin 757 G gettel seines Vaters in dem Wahllofal. Er hatte schon den ersten nach dem er drei Meter berappen sollte. Glücklicherweise beruhigte Franfi.a. M. 757 SW Kandidaten seines Vaters genannt und dieser war auch schon in sich der Mann nicht bei dem Strafmandat und so wurden dann München die Wahlliste eingetragen worden, als der Wahlvorsteher aufblickend wegen der Polizeiwidrigkeit die mun einmal notwendigen Bien erkannte, daß ja nicht der Kaufmann Julius B., sondern der ihni Alten angelegt und die Gerichtsmaschinerie setzte sich in persönlich bekannte Tierarzt B. ber ihm stehe. Dieser erklärte so- Bewegung. Der Frevler erfchien trog feines Asthmas Mild und teilweise beiter, aber sehr veränderlich mit leichten Regen fort, daß er nur einen Auftrag seines Vaters erfüllen und dessen vorschriftsmäßig mit dem Täschchen um den Leib bor fällen und mäßigen südwestlichen Winden. Stimme abgeben wollte. Ihm wurde bedeutet, daß dies ganz un- Gericht. Als man sein Verbrechen vernahm, brach im Gericht eine 2 beiter 4 Regen 3 Haparanda 758 Still bebedt- 10 09 OC 2 Scilly 9 berbeen -2 Baris 2 bedeckt 1 8 Petersburg 765 5 7436 5 bebedt 11 739 Still bedeckt 6 761 SD 2 halb bb. 754 SS 2bebedt 8 764 GD 3 Nebel Wetterprognose für Mittwoch, den 16. Dezember 1908. RIXDORF H. Joseph& Co. 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Pfefferkuchen Spielwaren- Ausstellung Baumschmuck Unsere Geschäftshäuser sind jeden Abend bis 10 Uhr geöffnet. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verband der Maler, Ortsverwaltung Berlin. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, bei freyer, Koppen- Straße 29: General- Versammlung. Zages Drbnung: Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 17. Dezember, abends 8 Uhr: 1. Beratung der Vorlage, die Zuſammſetzung der zukünftigen General Mitgliederversammlung versammlungen betreffend. 2. Ersatzwahl eines Bureauhilfsarbeiters. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Achtung! Vertrauensmänner! Die Ortsverwaltung. Achtung! Die Kollegen, deren Bücher am Jahresschluß vollgeflebt sind, werden ersucht, bei der Ablieferung der Bücher auch ihre früheren Bücher abzugeben. 130/ 19* in den Armin- Hallen, Rommandantenstr. 58/59. Tagesordnung: 1. Statutenberatung. 2. Verbandsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Ortsverwaltung. Frack Verleih- Institut: Friedrichst.115/ 1, a.Drabg. Zor. Eleg. Frad, Gehrod 1,50, Hose 1,00, Weste 50 Bf. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Zentral- Verband der Maurer Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Dennerstag, den 17. Dezember 1908, abends 6 Uhr: Versammlung der Metalldrücker Berlins und Umgegend im Saal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer Nr. 15. Zages Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Bitte genau zu beachten! Der Feiertage wegen findet die Auszahlung der Krankenunterstützung wie folgt statt: Für den 20., 21., 22. Dezbr. am Montag, den 21. Dezbr. " " " n " 23., 24. 25., 26. " " Dienstag, 22." " " " " 23. Mittwoch, Am Donnerstag, den 24. Dezember, bleibt das Bureau von 1 1hr ab geschlossen. Für den 27., 8., 29. Dez. wird am Montag, 28. Dez. gezahlt # " " " " " " " " 30., 31. Dienstag, 29. 1. u. 2. Jan. Mittwoch, 30. Am 31. Dezember bleibt das Bureau v. 1 Uhr ab gefchloffen. Am 2. Januar 1909 bleibt das Bureau des Quartalschlusses wegen den ganzen Tag geschlossen. Die Kollegen werden gebeten, die laufenden Unterstützungen stets 6ormittags abzuheben, die sich gesundmeldenden Kollegen nachmittags. Die Ortsverwaltung. 126/3 Zweigverein Berlin. Deutschlands Zentralverband der Schmiede Zahlstelle Berlin.' Bureaus Stealauer Straße 48,54 Telephon: Amt Ia 7779. Donnerstag, den 17. Dezember 1909, abends 8%, he Außerordentliche Sektion der Gips- u. Zementbranche. Mitglieder- Versammlung Gruppe: Rabikputer und Träger. Mittwoch, den 16. Dezember 1908, abends 8 Uhr, im Lokal von Jannaschk, Jufelstraße 10: Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 140/ 15* 1. Berichterstattung vom zehnten Verbandstage. 2. Diskussion. 3. Bericht über die Lohnbewegung. 4. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches Erscheinen aller Buzer und Träger ersucht Der Gruppenvorstand. 1. Weihnachts= Feiertag abends 8 Uhr Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: KUNST ABEND Leitung: Margarete Walkotte Mitwirkende: Herr Professor Krüger Nystedt, Konzertsängerin Frl. Meyer, Herr Emil Walkotte, Herr Mielke, Margarete Walkotte, am Flügel: Herr Bernhard Nitsche. Entree 50 Pf. im Vorverkauf, Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Engelufer 15. 293/ 16* in den„ Musikerfälen", Raiser- Wilhelm- Straße 18m. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Rollegen Otto Peter Elbing über: Werden dic Berufsorganisationen durch die Konzentration des Kapitals überflüffig? 2. Die Unterstützungsfrage der ausgeftenerten Erwerbs: losen. 3. Die Maßregelungsangelegenheit des Koll. G. Plöger. 4. Anträge und Verschiedenes. Kollegen! In Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen unbedingt notwendig. Die Vertrauensleute haben die Pflicht, alle in ihren Betrieben arbeitenden Mitglieder zum Besuch dieser Versammlung anzuhalten und auch selbst anwesend zu sein. 176/17 Die Ortsverwaltung. 3. A.: B. Siering. Stukkateure! Donnerstag, den 17. d. Mts., abends 8%, Uhr pünktlich, im großer Saal von Elsner, Kaifer- Wilhelmstraße 18m: Mitglieder- Versammlung mit Frauen und Gästen. Tagesordnung: 1. Christentum und Arbeiterbewegung. Referent: Genoffe Woldt. 2. Pflichten und Rechte der Mitglieder, darunter Fall Schwarz und der Tarifbruch unserer Kollegen bei F. A. Krauß. 3. Ver fchiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stukkateure. Jugendschriften Die in der Sonnabendnummer des„ Vorwärts" vom 5. Dezember a. c. durch den Bildungs- Ausschuß empfohlenen Jugendschriften sind in unserer Sortimentsbuchhandlung, Lindenstr. 69( im Laden) zu haben Expedition des„ Vorwärts" Lindenstr.69 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 294. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 16. Dezember 1908. Verfammlungen. Eine Bersammlung der Vorstände und Verwaltungsbeamten ber Krankenkassen Berlins und der Vororte, einberufen von der Zentralfommission diefer Staffen, füllte am Freitag den großen Saal des Gewerkschaftshauses. Als erster Punkt stand die Be= richterstattung vom 8. Jnternationalen Rongres für Arbeiterbersicherungen auf der Tagesorde nung, der vom 12. 613 17. Oftober in Rom stattgefunden hat. Die Referenten uschold, Magnan und der Vorsitzende Simanowsti schilderken den Verlauf und die wichtigsten Ergebnisse des Kongresses und ergänzten sich gegenseitig in der Be richterstattung. baß bis in die jüngste Beit bei Vergebung bon Kassenärztestellen, 8. B. bei dem Gewerfstrantenverein, entwürdigende Formen der Bewerbung vorkamen, bei denen sogar Geschenke in beträchtlicher Höhe nicht zu den Seltenheiten gehörten." gegen, daß man sie ohne weiteres generalisiert. Auf dem Kon- fommission Dr. Lennhoff nun zu dieser Versammlung eins greß war es leider nicht möglich, an diesen Ausführungen die nötige geladen. Er war nicht gefommen, hatte aber ein Antwortschreiben Kritik zu üben. Denn außer den Berichten, über die eine eigents geschickt, in dem er erklärte, daß die Angelegenheit besser vor Gericht liche Debatte nicht stattfand, waren noch an 100 Referate an- largestellt werden könnte, und daß übrigens in einer Notiz der gemeldet, so daß die Diskussion auf dem gangen Stongreß schon auf Sozialen Medigin" bom 2. Juli 1908 die betreffende Stasse genannt das allergeringste beschränkt war. Von den übrigen Beratungs- fei. Tatsächlich findet sich in diesem Blatt, toenn auch nicht als punkten verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß bei der selbständige Notiz, doch in dem Bericht über den damaligen Beleidi rage Unfallversicherung und Berufstranfheiten gungsprozeß gegen Dr. Lennhoff die Behauptung des Ve der Referent Dr. Theodor Weyl hervorhob, daß bei diesen Strant lagen: heiten die Entschädigungspflicht ebenso notwendig sei wie bei den Betriebsunfällen. Dagegen sprach mit aller Schärfe der Baurat Felisch aus Berlin, der es unerhört fand, daß die Arbeitgeber auch noch diese Kosten auf sich nehmen sollten. Natürlich blieben ihm die Arbeitervertreter die Antwort nicht schuldig. Ebenso abIn der Versammlung forderten alle Redner, die zu dieser Sache Der Kongres in Rom zählte offiziell ungefähr 1500 Teil- lehnend verhielt sich Felisch, als Vertreter der deutschen Berufs- sprachen, daß der Gewerfstrantenverein sofort die nötigen Schritte nehmer, boch kam eine sold Bahl, wenn überhaupt, nur bei den genossenschaften, bei Beratung über den Punkt Arbeitslosen unternehme, um der Befchuldigung auf den Grund zu gehen. Im Eröffnungsfeierlichkeiten im Stapitol zusammen. An den Sibungen versicherung und bezeichnete jede derartige Gesetzgebung als selben Sinne äußerte sich auch der jener Kassenorganisation an und ernsten Beratungen nahmen in der Regel teine 100 von ihnen unmoralisch". Bei Beratung über Strantheits- und In- gehörende Vertreter Koblenzer, der auch erklärte, daß er die teil. Von den zirka 20 Bertretern der deutschen Krankenkassen muß baliditätsversicherung trat die erfreuliche Tatsache zu Angelegenheit dort schnellstens zur Sprache bringen werde. lebrijedoch, wie Simanowsti mitteilte, gesagt werden, daß sie regelrecht tage, daß die Vertreter von Ländern, wie namentlich Frankreich gens hatte der geschäftsführende Ausschuß Herrn Dr. Lennhoff an den Verhandlungen teilnahmen. Dem Kongreß lagen Berichte und füdeuropäische Staaten, wo man bislang nichts von Verfiche- auch gebeten, ihm sein Beweismaterial zur Verfügung zu stellen, über die Arbeiterversicherung aus 17 Staaten vor. Ein Uebelstand tungszwang wissen wollte, nun erklärten, daß sie anderer Meinung was aber auch abgelehnt worden war. Als zweiter Punkt stand der Bericht über die Konferenzen geworden waren. Zwar lehnten sie auch jetzt die deutsche Zwangswar es, daß die gedruckten Berichte erst auf dem Kongreß geliefert, versicherungsform als zu bureaukratisch ab, sprachen sich aber ent- im Reich samt des Innern, die Reform der Arund nicht im voraus bersandt worden waren. Dadurch war es den Teilnehmern unmöglich gemacht, die Fülle des Stoffes gründlich zu schieden für einen Versicherungszwvang aus, bei dem es freigestellt betterbersicherung betreffend, auf der TagesTeilnehmern unmöglich gemacht, die Fülle des Stoffes gründlich zu verarbeiten. Zudem waren die Berichte größtenteils nicht in beut- sein soll, in welcher Kaffe oder Organisation man sich versichert. ordnung. Der Vorfißende wies jedoch im allgemeinen darauf hin, daß ausführliche Berichte in der Presse, namentlich in der scher Sprache zu haben. Die in Paris gedrudten Rapports" ent- Von den Referaten, die auf dem Kongreß gehalten oder bertranfenfaffenzeitung" erschienen find, so daß auf eine ausführ halten zwar die ursprünglich deutsch oder englisch abgefaßten Be- lesen wurden, rief besonders bas des bekannten Generalmajors fiche mündliche Berichterstattung mit Stüdicht auf die vorgeschrittene richte auch in französischer, aber nicht die französisch abgefaßten a dwib heftigen Widerspruch hervor, weil darin der alte Beit berzichtet werden tönne. in deutscher leiersehung. Aus dem Bericht über die deutsche Ar- Schwindel aufgetischt wurde, daß die Svantentassen von der Soziala Sodann wurden vier Revisoren zur Prüfung der Jahres reiterversicherung ist hervorzuheben, daß der Verfasser, Dr. 3 a cher, demokratie zu politischen Zweden mißbraucht würden. Als sein rechnung gewählt. Unter Verschiedenem machte der Borfißende Dreftor des faise rtlich statistischen Amtes, sich wohl bemüht, die Referat zur Verlesung tam, hatte es Herr Jadwig vorgezogen, auf den zum 16. Januar nach Berlin einberufenen Waldschußztag bon sozialdemokrati, cher Seite geübte Kritit der Versicherungs- sich Rom anzusehen, obwohl er furz zubor eine furze Diskussions aufmerksam. Die Einladungen dazu werden, soweit sie zur Ver gesetze und ihrer Dur.hführung zu widerlegen, dann aber fortfährt: rede, und zwar in französischer Sprache gehalten hatte. Jene fügung stehen, den Kassen noch zugestellt. Im übrigen sei die Frage hter erscheint die Behauptung der radikalen Gegenseite( ge- Behauptung wurde von den Kaffenvertretern Albert Kohn- Berlin ber Beteiligung an dieser Veranstaltung noch davon abhängig, wie meini sind die Scharfmacher des Unternehmertums), daß die Ar und Gräf Frankfurt scharf zurückgewiesen und als das bezeichnet, die Leitfäte formuliert werden. beiterversicherung demoralisierend wirke. Diese Behauptung ftübt was sie ist. In ähnlicher Weise wie Jadwis hat sich der Berliner sich auf gewisse Wahrnehmungen, die in neuerer Zeit mehr und Dr. Lennhoff in einem Referat hervorgetan. Das Manuskript mehr zutage getreten und lebhaft erörtert worden sind." Er gibt des Vortrages war ihm, wie er behauptete, in Mailand verloren dann die bekannten Behauptungen der Scharfmacher wieder, wie gegangen oder gestohlen worden. Er hat das Referat, das er in die,„ daß arbeitslose Kaffenmitglieder, statt rechtzeitig für verdienst Rom offenbar in etivas anderer Form hielt, nun in der von ihm Lose Zeiten Rücklagen zu machen, sich auf Kosten der Krankenkassen redigierten Sozialen Medizin" veröffentlicht, und behauptet darin, durchzuhelfen suchten", daß bei der Unfall, wie der Invalidenver- daß es vorgekommen fet, daß Krankenkassenvorstände sich von sicherung„ Renfenfucht" fich bemerkbar mache usw. Der Verfasser Aerzten, die eine Anstellung wünschten, bestechen ließen. Es war bemerkt dazu, daß solche Mißbräuche tatsächlich und nicht nur ber in Rom nicht möglich, dieser Beschuldigung auf den Grund zu einzelt vorfämen, laße sich nicht bestreiten; er wendet sich nur da- gehen, und darum hatte der geschäftsführende Ausschuß der Zentral. wenig verändert. ,, Schlafe patent" 21 21 Preisl. 198 gratis u. franko Versand nach auswärts. Gegründet 1864 21 PelzwarenFabrik S. 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