Jr. 301. Abonnements- Bedingungen: Bonnements. Breis pranumerands, Bierteljabrl 8,30 m, monatl. 1,10 wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Marf pro Monat Gingetragen in die Boft.Beitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Seutichland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mar! bro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Sameis Criscint tiglie außer Mentzen Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrs. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 60 Big., für politische und gewerffchaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 20 Big. jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Big.. jebes weitere Bort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Snferate für die nächste Nummer müssen Bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Donnerstag, den 24. Dezember 1908. Lehrer und Sozialdemokratie.elentets eine ängstliche Abneigung. Zukunft weisenden, grundsätzlichen Forderungen und KampfDiese liberal befangene Lehrerschaft ist nicht leicht zu einer besseren Erkenntnis zu führen. Das einzige zuverlassige Die Volksschule hat keinen zuverlässigeren und ent- Mittel besteht darin, daß man an die Entscheidungen und schiedeneren Freund als das arbeitende Volf. Keine andere öffentlichen Kundgebungen der Lehrerschaft die kritische Klasse ist so eng und unmittelbar mit dem Wohl und Wehe Sonde legt und ihre Inkonsequenzen, ihre ängstlichen Vor-heute leider nur mit dem Wehe der Volksschule ver- behalte, ihre feigen Rechnungsträgereien an dem Maßstabe der fuüpft, wie die Arbeiterflasse. Sie allein betrachtet die Volks. sozialistischen Grundfäße und Taten aufdeckt. Man muß es schule nicht als ein untergeordnetes Werkzeug religiöser, staat- dann der Zukunft überlassen, daß in der jüngeren Lehrerlicher oder wirtschaftlicher Zwecke, sondern sie sieht das große Schaft, soweit sie nicht durch die Reserveoffiziersaussichten auf Ziel der Volksschule darin, dem ganzen Volke alle Bildungs- die Bahn erbärmlichen Strebertums geleitet wird, allmählich möglichkeiten zu erschließen. Da das durch die heutige Schule, die Erkenntnis der liberalen Unzulänglichkeit erwacht, und die nur die dürftige Karikatur einer wirklichen Schule für daß fie Herz und Verstand dem sozialistischen Ideal öffnet. das Volk ist, nicht erreicht werden kann, sucht die politische Wenn der Beamtencharakter dem Lehrer auch große Vorsicht Bertretung des arbeitenden Volkes, die Sozialdemokratie, zur Pflicht macht, so deuten doch manche Anzeichen darauf hin, durch energischen Kampf und durch Ausnutzung aller Mittel daß sich vereinzelt schon heute die Lehrerproletarier ihrer die Hebung der Volksschule zu erreichen. Gemeinsamkeit mit dem großen Heere des kämpfenden Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. ES die Sozialdemokratie schon etliche Male erfahren haben. Sogar in Rigdorf selbst, wo einer ihrer Erwählten mit der Mehrheit für die Verschlechterung des Wahlrechts gestimmt hat. Wir halten den Beschluß für eine Verschlechterung des Wahlrechts, die weder nach ihrem Inhalt, noch nach der Form, in der sie vorgenommen wurde, zu rechtfertigen ist. Weder die Besorgnis vor einer zufünftigen fozialdemokratischen Mehrheit begründet diese Menderung, obwohl man gelinde zweifeln kann, ob die Sozialdemokratie, selbst wenn sie in der Mehrheit wäre und die Erhaltung dieser Mehrheit be droht fähe, vor Gewaltakten zurückschreden torde; noch kann die leberrumpelung, die Durchpeitschung des Antrages unmittelbar vor der Vergrößerung der Versammlung, gebilligt werden. Wir sind überzeugt, daß der Vorstand der Freisinnigen Boltspartei aus dieser Beurteilung des Nixdorfer Vorganges tein ehl machen, sondern ihn unzweis deutig verurteilen wird, nach dem der Sachverhalt fest. gestellt ist. Von den Angriffen, mit denen die Sozialdemo fratie alsbald gegen den gesamten Freisinn bei der Hand ist, bleibt dieser völlig unberührt." Auf so wohlfeile Art wird der offizielle Freifinn der Mitschuld Eine wirkliche Reform des Schulwesens an Haupt und Proletariats bewußt werden. Gliedern im Sinne des sozialistischen Erziehungsideals iſt Vorläufig suchen das allerdings die alten liberalen für den schmachvollen Prinzipienverrat des Rigdorfer Freisinns nicht Es ist ein arges Stüd Heuchelei, wenn die awar erst nach Beseitigung der heutigen kapitalistischen Un- Führer der Lehrerschaft zu hindern. Allen voran der bekannte ledig! kultur zu erreichen. Die rücksichtslose Führung des Klassen- Herr Tews, der uns schon öfter die Feder in die Hand zwang." Voffifche Zeitung" sich damit herausreden will, daß unter den kampfes ist deshalb nach wie vor auch zugleich die beste Schul- Tews beherrscht vorzüglich die Mache, und darum ist er seit Wahlrechtsräubern ja„ nur“ fünf organisierte Freifinnige gewesen politik. vielen Jahren beliebter Führer der liberalen Lehrerschaft. seien. Die„ Boffische Zeitung" weiß fo gut wie wir, daß der FreiAber auch auf dem Boden der heutigen Gesellschafts- Das Wort steht ihm in allen Formen und Farben zur Verfinn in Rigdorf nicht so stark vertreten ist, daß die Mehrheit der crdnung sieht die Sozialdemokratie für die Volksschule soviel fügung, vor allen Dingen versteht er es glänzend, nach Wahlrechtsräuber eingeschriebene freifimige Parteimitglieder fein wie möglich zu erreichen. In den staatlichen und städtischen liberaler Art mit vielen schönen Worten wenig zu sagen. Als tönnten. handelt sich also nicht darum, daß„ nur“ Körperschaften, in denen die Sozialdemokratie vertreten ist, wir ihm diese Eigenschaft auch nach seiner Dortmunder fünf organisierte Freifinnige für den Wahlrechtsraub geftimmit gibt es feinen wärmeren Fürsprecher aller Mittel zur Hebung Leistung attestierten, tobten die ihm ergebenen Organe wütend haben, sondern das ungeheuer Schimpfliche für den der Schule wie fie: Sozialdemokraten sind fast überall die gegen uns. Ein Beweis, daß die Kritik ins Schwarze ge- Freifinn besteht darin, daß nicht ein einziger Freifinniger gegen Befürworter und Berteidiger neuer pädagogischer Versuche; troffen hatte. den schmachvollen Wahlrechtsraub gestimmt hat! Die fünf Mann In der letzten Nummer der Deutschen Schule", der genügten gerade, um den Wahlrechtsräubern die Wehrheit zu alle kleinen und großen Fortschritte des kommunalen Schulwesens sind mittelbar und unmittelbar ihr Werk; die päda- Monatsschrift des Deutschen Lehrervereins, versucht Herr sichern! Hätten sich auch nur die eingeschriebenen Mitgogische Wissenschaft findet bei ihr offenes Ohr und bereit- Tews sich wiederum an der Sozialdemokratie zu reiben und glieder der Rigdorfer Freifinusorganisation der willige Unterstützung auf der einen, notwendige Antriebe die Bolksschullehrer vor ihr abzuschrecken. Ein Artikel der Stimme enthalten, so wäre der Angriff auf das Wahlrecht a b auf der anderen Seite. Leipziger Volkszeitung" und ein Artikel der Sozialistischen geschlagen gewesen. Gerade die freisinnigen Stadtverordneten Auch auf die Lehrerschaft sucht die Sozialdemokratie ein- Monotshefte" haben es ihm in gleicher Weise angetan. In also waren es, die der reaktionären Schandtat das Siegel aufzuwirken. Es wäre eine unverzeihliche Unterlassungsfünde, beiden Artikeln wird auf die Tatsache aufmerksam gemacht, brüdten! wenn sie diesen großen und für die Entwickelung der Volks- daß die deutschen Volksschullehrer, die es für selbstverständlich Die Vosfische Zeitung" spricht die Erwartung aus, daß der schule sehr einflußreichen Faktor unberücksichtigt lassen wollte. halten, daß die Sozialdemokraten ohne weiteres für jede freifinnige Verein in Riydorf den freifinnigen Kommunalvertretern Bei der ganzen historischen Entwickelung der deutschen Volks- ihrer Gehaltserhöhungen eintreten, noch niemals ein offenes feine Mißbidigung ausspreche. Mit folch wohlfeiler Ber. schule und ihrer Lehrerschaft und bei der gebundenen Stellung Wort für noch so bescheidene Lahnforderungen der Arbeiter Leugnung der Freisinnsreaktionäre ist es aber nicht getan! der Lehrer im heutigen Staatswesen fann die Sozialdemo- gefunden haben. Diese für die Lehrerschaft sehr blamable Lat. Die freisinnige Organisation hat vielmehr die Verpflichtung, die fratie zwar für die nähere Zukunft noch nicht erwarten, daß fache beweist nur, daß die organisierten Arbeiter ihre Ent- Wahlrechtsräuber mit Schimpf und Schande aus der Organisation die deutschen Volksschullehrer mit offenen Fahnen in ihr Lager schlüsse nicht nach Gunst und Gnade, sondern an der Hand hinauszujagen! Sollte die lokale Freisinnsorganisation versagen, einschwenfen. Dazu gehört sehr viel Mut, sehr viel Opfer von Grundsäten fassen. Und Herr Tews und alle feine so hat die zentrale Organisation die Verpflichtung, die pflichtbereitschaft und eine gründliche Kenntnis des eigentlichen liberalen Lehrerkollegen sollten den Arbeitern dafür dankbar vergessene Lotalorganisation dazu zu zwingen! Besens und Wollens der Sozialdemokratie. sein und ihr eigenes grundsaplofes Handeln danach korrigieren. Aber selbst das wäre ein zu spätes Eingreifen. Hatte denn An allem fehlt es zurzeit noch in der Statt dessen aber wagt Herr Tews die unverschämte die freisinnige Organisation gar keine Ahnung von der Absicht der Lehrerschaft. Mußte doch selbst der bekannte Tews auf Unterstellung, die Arbeiterblätter übten ihre gelegentliche freifinnigen Stadtverordneten? Das ist fa um glaubliğl der letzten Lehrerversammlung in Dortmund seinen Kollegen Stritit an einzelnen Lehrern nur, um ihre Popularität beim warum griff sie dann aber nicht gleich bei der ersten, sei es auc die Mahnung zurufen, daß sie sich die Feigheit abgewöhnen füßen Mob aufzubessern". Und in noch unverschämterer inoffiziellen Stunde, von dem schmachvollen Wahlrechtsantrag mit sollten. Von dieser Feigheit der großen Masse der Lehrer Weise fügt er hinzu: Und ob die Schule selbst auch nur bei allen rechtsraub erst zu ermöglichen! Eine berspätete fitt. bis zu dem bescheidenen Mute es Herrn Tews, der immer Führern hoch im Surse steht? Auch in der Sozial- liche Entrüstung macht sich ja dann so schön und kostet nicht schr schnell ins Mauseloch friecht und hysterisch über Denunziation frächzt, wenn einmal eines seiner tapfer flingenden demokratie gibt es Reute genug, denen das Denken der das geringste! Worte von unserer Seite etwas unterstrichen wird, ist ein Masse unbequem und der dogmengläubige Statist be- Aber von den Nigdorfer Freifinnemannen ganz abgefehen winziger Schritt gegenüber den gewaltigen Sprunge, der sonders angenehm ist." wie Näglich haben sich die großen offiziellen Organe des Freisinns Das wagt ein liberaler Schulmann und Politiker zu benommen! Die zaghafte, lauwarme, armselige Art der Kritik durch von dem Tewsschen Mute bis zu einem etwaigen offenen Bekenntnis zur Sozialdemokratie notwendig ist. Und noch schreiben, der sich für besonders gebildet und politisch versiert die Freifinnige 8tg." und die„ Voff. Ztg." sprechen Bände! Hinzu mangelhafter als der Went ist die Wissenschaft der Volksschul- hält! Und noch dazu nicht in irgendeinem obskuren liberalen fommt noch die unfäglich alberne Insinuation der„ Bossin", auch die Tehrer über den Sozialismus. Daß diese Wissenschaft durch Flugblatt, sondern in dem wissenschaftlichen Zentralorgan der Sozialdemokratie würde in gleichem Falle ebenso gewissenlos ihre die neueingerichteten suurse des Reichslügenverbandes für deutschen Lehrerschaft. Prinzipien mit Füßen getreten haben, wie der Rigdorfer Freifim. Aber es fann eben feiner aus feiner Haut heraus. Herr Die allerb ümm ste Entschuldigung ist also der„ Boss. 8tg." Lehrer erheblich verbessert wird, ist kaum anzunehmen. Die Sozialdemokratie muß eine ihrer Aufgaben darin Tews kann sich der Tatsache nicht verschließen, daß auch seine gerade gut genug, um die somachvolle Haltung ihrer schen, diese Mängel nach Möglichkeit zu beseitigen. Diese geliebte liberale Partei die Schule von Tag zu Tag schmäh- Rigdorfer Busenfreunde zu beschönigen! Ebenso jämmerlich ist Aufgabe wird dadurch erschwert, daß die Lehrer bis heute in licher im Stich läßt. Daß von den Konservativen für die die Haltung des am weitesten links stehenden Organs des Blodpolitischer Beziehung nicht etwa neutral gewesen sind, sondern Schule nichts zu erwarten ist, weiß er aus feiner besseren freisinns, der" demokratischen"" Fran! f. 3tg.". Dies Organ der in ihrer großen Mehrheit zur Gefolgschaft des Liberalismus liberalen Vergangenheit. Bleibt nur die Arbeiterklaffe, deren Börsendemokratie quält sich folgende Mißbinigung ab: gehören, daß also nicht nur aufzubauen, sondern zuvor nieder- ehrliche und grundsatzfeste Schulpolitik Tews zwar kennt, die Börsendemokratie quält sich folgende Mißbinigung ab: zureißen ist. In der achtundvierziger Bewegung gehörten er aber in gewissenloser Weise verleunnet und verleumdet, um die Führer der Lehrer zur äußersten Linken, und die Diester- die Lehrerschaft vor ihr zurückzusreden. weg, Wander, Kapp, Thaulow, Hoffmann und andere haben Wie lange werden sich die deutschen Volksschullehrer noch fich damals in Wort und Schrift tapfer für die Befreiung den Hohn und die Brutalität von oben und den nichtssagenden der Schule von junferlichem, bureaukratischem und pfäffischem Schwab und den Verrat in den eigenen Reihen gefallen Drucke geschlagen. Als die siegreiche Reaktion ihre Rache an lassen? den Führern der Bewegung fühlte, froch die große Masse der Lehrer erbärmlich zu Streuze, so daß wiederum Diesterweg und Wander die Worte der Empörung ob solcher Hundedemut nicht bitter genug finden konnten. Die Hehler der Rixdorfer Freiiinnsfchmach. " " Als sich in den sechziger Jahren wieder so etwas wie liberale Opposition im Bürgertum regte, hoben auch die Nachdem die Freisinnige Beitung" fich endlich zu Lehrer langsam und vorsichtig die Köpfe. Aber das Rück- einer so unendlich zahmen Kritik der Rigdorfer Freisinnsschmach aufgrat war ihnen wie dem Liberalismus überhaupt gebrochen. gerafft hat, bequemt sich jetzt auch die Bossische Beitung" Sie wagten höchstens, Sr. Majestät allergetreufte Opposition dazu, die Verantwortlichkeit für den schamlosen Gewaltstreich abzu spielen; zu großen. entscheidenden und prinzipiellen aulehnen. Das Blatt schreibt: Stämpfen ist es seitdem nicht mehr gekommen. Man zehrte in prinzipieller Beziehung von dem Abfall aus der besseren Zeit der vierziger Jahre und ließ sich im übrigen an ctwelchen bescheidenen und gefahrlosen Forderungen des Tages begnügen. So bergab wie es mit dem Liberalismus im allgemeinen gegangen ist, fo mit dem Lehrerliberalismus im besonderen; das gnädige Lächeln irgendeines obskuren preuEischen Staatsbeamten, den das wechselvolle Geschick zufällig auf den Fauteuil des Stultusministers gefeßt hat, reißt die Lehrer zu offenen oder verschäntten Liebeserklärungen hin; dogegen haben fie vor radikalen, fühn und hoffnungsvoll in die allem Nachdruck ein? Wahrscheinlich deshalb nicht, um den Wahl" „ Es ist begreiflich, daß das die Sozialdemokraten sehr er regte. Die bürgerlichen Stadtverordneten haben zwar nur von einem Rechte Gebrauch gemacht, das ihnen zustand, aber andererseits ist doch dadurch auch ein Recht, das bis dahin den Mirdorfer Sozialdemokraten nur theoretisch berkürzt war, nun praktisch vermindert worden. Dedauerlich ist es, daß auch freifinnige Stadtverordnete diese Sache mitgemacht haben. Es gibt Rechte, die man besser nicht anwendet, und sicherlich gehören dazu alle die Rechte, deren Ausübung mit der gesamten politischen Richtung der Ausübenden nicht im Cinflang steht. Man wird nicht bestreiten können, daß das der Fall ist, wenn Freifinnige von einer Möglichkeit, den Maffen das Wahlrecht zu verkürzen, Gebrauch machen." Daß eine solche Art der Verurteilung" den freisinnigen Gelds fadvertretern nur Mut machen kann, die schändlichen Beispiele von Halle and Rixdorf nachzuahmen, liegt auf der Hand! " Die Freisinnspreffe kann sich für die scharfen Angriffe durch die Demgegenüber ist darauf hinzuwveifen, daß der Nirdorfer Sozialdemokratie und die Barth- Gruppe au dem Lobe fahadlos Mehrheit für den Wahlrechtsbeschluß, wie der Vorwärts" selbst in seiner gestrigen Nummer zugibt, ganze fünf," sage und schreibe halten, das ihr die Scharfmacher presse spendet. Wie gestern fünf organisierte Witglieder der Freifinnigen Bollspartei" an die" Post", so spendet heute die Deutsche Tages. gehört haben, fünf unter vierzig bürgerlichen Stadtverordneten, zeitung" den freifinnigen Helfern des Wahlrechts ihre Andie an der Abstimmung beteiligt waren. Die Freifinnige ertennung: Bollspartei hat leinerlei Grund, die Verantwortung für das Verhalten dieser ihrer fünf Mitglieder zu übernehmen. Sie hat mit der Freisinnsschmach von Rigdorf" nicht das mindeste zu tun. Daß einzelne Mitglieder einer Partei mitunter Wege gehen, die weder den Grundsägen und dem Programm, noch den Wünschen der Mehrheit der Partei entsprechen, foll ja wohl auch " Zur Annahme des Drtsstatuts twar aber eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Um diese Zweidrittelmehrheit herzustellen, bedurfte ea des einmittgen Zusammen gchens aller nichtsozialistischen Stadtverordneten. Und diefe Einmütigkeit ist vorhanden gewefen. S. einer hat dem neuen Drtsstatut feine Stimme berfagt." Kaiferliche Selbstbefchränkung. Man sieht, die Junker und Scharfmacher betrachten die tom Komisch ist vor allem, daß sich die N. pol. Korr." nicht begnügt, I gehen dürfe. Von sozialdemokratischer und liberaler Seite wurde munale Blodpolitit nur als eine logische Konsequenz die Beförderung des Herrn Dr. Hammann zum Ministerialdirektor das Verhalten der Agrarier mit aller Schärfe gebrandmarkt und als der parlamentarischen Blocpolitit. Daß der Freisinn damit zu begründen, daß das offigiöse Breßbureau nicht nur Mache und Kulissenarbeit bezeichnet, ingeniert zu dem Zwecke, die selbst im Grunde keine andere Auffassung hegt, beweisen der an die Zeitungen Notizen gibt und für den Reichslangler Stellung der Abgeordneten im Bericht der Deffentlichkeit bis nach nieberträchtige Streich in Nigborf und die durchsichtigen Hehlerdienste, Stimmung macht, sondern daß es auch in die Auslandspresse Neujahr vorzuenthalten. die die offizielle reisinnspresie den freisinnigen Block- der deutschen Regierung genehme Mitteilungen hineinlanciert und Die Erregung erreichte ihren Höhepunkt, als sich der Landtag Handlangern in Nigdorf leistet! obendrein die Depeschen des Wolfffchen Bureaus forrigiert. Das ist dennoch mit 19 gegen 15 Stimmen gegen die Ber allerdings, wie die Erfahrungen beweisen, eine so fegensreiche teilung des Mehrheitsberichtes vor Neujahr ausTätigkeit im Dienste der vaterländischen Interessen, daß nicht nur sprach, und der Schriftführer der Abgeordnete Voß- den die Beförderung des Herrn Hammann zum Ministerialdirektor, allein die Verteilung der Berichte untersteht, unter lebhaftem Beifall fondern auch die Auszeichnung der ihm untergeordneten journa- und großer Bewegung sein Schriftführeramt niederSeit das deutsche Bolt offen zu erkennen gegeben hat, liftischen Größen mit schönen Titeln gerechtfertigt ist. Was sollte legte. daß es mit den politischen Leistungen des persönlichen Regiments auch Bülow ohne seinen Stimmungsmacher Hammann, und Hammann In erbitterter Stimmung ging darauf der Landtag in die unzufrieden ist und diese ziemlich gering einschätzt, ist in der kaiser- ohne seinen gütigen Bülow anfangen. Weihnachtsferien. lichen Familie eine entschiedene innere Einkehr erfolgt, die allerdings wesentlich durch die Entdeckung gefördert worden Eine Hiobspoft aus Südwestafrika. ist, daß die kostspieligen Reisen und Schloßankäufe enorme Die Hilfe des Herrn Naumann errörtert den Fal! Den bereits gemeldeten Ueberfällen in Südwestafrika, Summen verschlungen haben und, wenn Einkünfte und Schiding. Sie spricht ihr Bedauern darüber aus, daß denen auch mehrere Menschenleben zum Opfer fielen, ist eine Ausgaben des König- kaiserlichen Haushalts wieder einigermaßen Schücking, der durch sein Buch über die Reaktion das Kampf ganze Stette weiterer Ueberfälle durch eine oder mehrere an ins Gleichgewicht gebracht werden sollen, notwendig gefpart panier so mutig und schneidig aufgerollt habe, vorzeitig scheinend wohlorganisierte Hottentottenbanden gefolgt. Amtlich werden muß. So ist man denn darauf verfallen, die Schlösser resigniert habe, ftatt den Fall Fall bis zu den letzten wird darüber gemeldet: Unfinn? Infianzen durchzufechten. In der Presse sei allerdings die Behauptung aufgetaucht, Schüding sei von seinem Amte zurückgetreten, weil er von den liberalen Parlamentariern im Stiche gelassen worden sei. Das sei natürlich„ Unsinn". Denn der Abgeordnete Traeger habe sich erboten, bei der Etatberatung im Namen der liberalen Partei den Fall Schücking zur Sprache zu bringen. Der Name Traegers bürge aber hinreichend dafür, daß das in einer der Bedeutung der Sache angemessenen Weise geschehen sein würde. Benrath und Jägershof zu verkaufen: eine Absicht, die leider nur dadurch vereitelt wird, daß die Strone gar nicht Eigen tümerin der beiden Schlösser ist, sondern diese vielmehr, wie aus den Grundbüchern hervorgeht, dem preußischen Staate gehören und lediglich der Krone gegen Erstattung der laufenden Unterhaltungskosten zur Nußnießung überlassen worden sind. Auch das Kronprinzenpaar spart. Ihm war bekanntlich das Marmorpalais in Potsdam zu flein geworden. Deshalb sollte ein neuer, prächtiger Balaft in Babelsberg erbaut werden. Die Die ehemals nationalsoziale, jest blockfreisinnige Hilfe" hat Strone hatte ein Palais auf dem Leipziger Play, in dem die fich also schon vollständig der feigen Jefutterei des offiziellen Brinzeffin Friedrich Karl gewohnt hatte, für den Preis von Freisinns angepakt. Daß Schüding vorzeitig refignierte, lag über drei Millionen Mark verkauft, und dieses Geld sollte für sicherlich nicht daran, daß er Herrn Traegers Nebe nicht für aus den Bau des neuen Stronprinzenschlosses verwendet werden. reichend gehalten hätte, sondern daran, daß der Freifinn echt blockWie eine Korrespondenz aus Hoffreisen erfährt, unterbleibt rechnungsträgerisch die Interpellation Schüding felgerweise jedoch nun der Dreimillionenbau in Babelsberg, trozdem beberschoben und in seiner Preffe überhaupt eine so blodreits große Vorarbeiten für ihn getroffen und schon große Enechtselige Saltung eingenommen hatte, daß dem nicht Bestellungen moderner Möbel für das neue Prunkschloß gemacht gerade wifingerhaft kampffreudigen Herrn Schüding alle Lust zur worden sind, die im Marmorpalais gar nicht Rauni finden können. Fortführung des Stampfes vergehen mußte. Zugleich wendet man sich in der kaiserlichen Familie ernsten, Daß die Nede des Herrn Traeger eine angemeffene" gewesen friedlichen, mit der Inlands- und Auslandspolitik nicht zu fein würde, daran ist nicht zu zweifeln. Aber Herr Traeger fammenhängenden Arbeiten zu. Der Kronprinz beschäftigt sich ist alles andere als ber Repräsentant des Blod mit Mechanik und Technik. Bereits hat er Manschettenknöpfe freisinns! Gr, der von allem Anfang an den Block als bie erfunden; die Stronprinzessin zeigt Interesse für die Hühner- Paarung, von Karpfen und Staninchen" mit dem beißendsten Hohn zucht, und der Kaiser selbst widmet sich mehr militärischen übergossen hat, steht mit seinen Anschauungen im Blockfreisinn und künstlerischen Angelegenheiten, wie die nachfolgenden völlig isoliert. Das ist der Regierung und der Realtion nicht durch einen Teil der Presse gehenden Mitteilungen be- weniger bekannt als der übrigen Welt! Herrn Traegers Rebe wäre weisen: Die Berliner Meldung lautet: also nichts gewesen als eine Konzeffion des Freisinns an den Senior der Partei. Irgendwelche oppositionelle Energie Der Kaiser hat aus Anlaß eines besonderen Falles bestimmt, aber hätte nicht hinter der Rebe gestanden! Der Freisiun würde daß bei den von Veteranen, Krieger- und Regimentsvereinen ger fich auf jeden Fall damit begnügt haben, durch einen Mann, der führten Fahnen das Fahnentuch nicht mehr wie bisher vielfach mit eigentlich nicht zu ihm gehört, und durch dessen Nede dem linken, sondern mit dem rechten Rande der den preußischen er sich zu nichts verpflichtete, nach außen hin eine Adler tragenden Haupts bezt. Paradeseite am Fahnenstock be- platonische Demonstration unternommen zu haben! festigt werden soll. Durch den preußischen Minister des Innern Das wußte auch Herr Schüding und deshalb find die Oberpräsidenten ersucht worden, auf die Durchführung streďte er die Waffen. Er brachte damit dem Freifinn dieser Verfügung zu achten." noch ein Testes Opfer. Denn nachdem Schücking num Die andere aus Bochum lautet: mehr freiwillig" verzichtet hat, liegt ja für unseren „ Einem Bergmann wurde von der Stadboder Zechenverwaltung gesinnungstüchtigen Freifinn nicht mehr die geringste Ursache vor, mitgeteilt, daß Wilhelm II. ein Gedenkblatt entworfen hat, das mit der Seafiion wegen der Maßregelung des freifinnigen Bürgeran die Hinterbliebenen der bei der Grubenkatastrophe verunglückten meisters in Hader zu geraten! Arbeiter unentgeltlich abgegeben wird." Jedenfalls vermögen solche Arbeiten nicht ähnliche Un stimmigkeiten zu erregen, wie die Beschäftigung mit der Auslandspolitik. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 23. Dezember 1908. Sammann und Bülow. 群 P Der gefinnungstüchtigsten Grabrede des Herrn Traeger werden jebt also selbst die Wiemer und Mugdan nicht das geringste mehr in den Weg legen tönnen! Agrarische Sozialpolitik. 0 Am 19. Dezember überraschten 32 übergetretene Hottentotten bei Springpüß eine Jagdgesellschaft, welche aus dem Farmer Struller auf Springpüz und drei Buren bestand. Der Bur Olivier wurde erschossen, fünf Gewehre, viel Munition und drei Pferde wurden von den Hottentotten erbeutet. Der Feind wich nach Norden aus. Am gleichen Tage wurde die Farm Fett! Iuft( etwa vierzig Kilometer westlich Davignab) von zwanzig bis dreißig, mit Gewehren Modell 98 bewaffneten und berittenen Hottentotten überfallen. Die Führung hatte wahrscheinlich Abraham Rolf, ein Unterlapitän Morengas. Außerdem bestand bie Bande wohl hauptsächlich aus Morengaleuten, die beim Transport von Warmbad zum Eisenbahnbau bei Gründornhill früher entlaufen waren. Die Farmer Schmiedece, Kube und Boles sind gefallen, erbeutet wurden von den Hottentotten: verschiedene Jagdbüchsen und zwei Bistolen; fünf Pferde und einiges Kleinvieh wurden nach der Grenze abgetrieben. Ferner wurde am 18. b. M. die Pferdewache der 6.( Gebirgs) Batterie bei Heibamm am Dftabhang der großen Karrasberge durch Hottentotten angegriffen, wobei Sergeant Fehlings, früher Infanterie- Regiment Nr. 67( Halsschuß) und Reiter Zimmermann, früher Pionier- Bataillon Nr. 8( Brust und Nackenschuß) fielen; sieben Pferde, neun Maultiere, brei Dchsen wurden geraubt. Tags darauf wurde eine leere Starre derselben Batterie bei Fettfluft gleichfalls von Hottentotten überfallen, wobei Reiter Babbe, früher Fußartillerie- Regiment 11, fiel; Waffen und Waren nebst Bespannung wurden geraubt. Gin am 20. b. Mts. früh auf den Biehposten Fonteinfluft( bei famas) der 6.( Gebirgs-) Batterie durch 15-18 Hottentotten ausgeführter Ueberfall wurde von der Besayung ohne Verluste abgewiesen. Drei Hottentotten wurden schwer verwundet. Ob die genannten Ueberfälle von ein und derfelben Bande herrühren, ist bis jetzt nicht festgestellt. Der Kommandeur des Südbezirks( Keetmanshoop), we ajor Baerede, hat mit den in der Nähe postierten Teilen der Schutztruppe sofort die Ver= folgung der Räuberbanden aufgenommen. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt." Sieben Zivilisten und Soldaten sind also bereits gefallen und die Verfolgung wird bei der kriegerischen Tüchtigteit der gut bewaffneten und mit reichlicher Munition ber sehenen Hottentotten sicherlich weitere Opfer tosten! Die Balkankrise. Die Verhandlungen. Die russische Antwort. Wien, 28. Dezember. Hier betrachtet man die ruffische Antworts note als eine Art Abbruch ber birekten Verhandlungen zwischen Desterreich- Ungarn und Rußland. Stußland ist erst dann wieber geneigt, in direkte Verhandlungen mit Defterreich- Ungarn einzutreten, wenn Defterreich- lingarn mit allen anderen Signatarmächten des Berliner Vertrages zu einer Uebereinstimmung ber Frage der Anneyton Bosniens gelangt sein wird. Jufolgebeffen sollen die direkten Verhandlugen zwischen Petersburg und Wien ruben. Es erscheint fraglich, ob Rußland noch eine Konferenz wünscht. Schweiz. Sozialpelitisches. Konstantinopel, 23. Dezember. Die Pforte ernannte ben Den Notteidenben" mit einem Befiz von über oder unter Sandelsminister Muradungian zum Delegierten für die Wer 500 Heftar paẞt bekanntlich die Unfallversicherungsgefeßgebung nicht handlungen mit Desterreich- Ungarn. Wie der„ Ildam" in ihre eigenartige Seimats- und Wohlfahrtspolitit". Wie sie be- meldet, wird der Ministerrat heute die Forderungen der Türkei festhaupten, kann die arme Landwirtschaft die Unfallrentenlaften nicht stellen. Dasselbe Blatt erklärt, die Abreise des Botschafters am tragen. Die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wies Wiener Hofe, Nefchid Bascha, auf seinen Boften fei eine Folge der Das Gelächter, das Herr Riderten Baechter mit seiner naiv baden, die diefer Tage ihre 14. Plenarversammlung abhielt, hat Gröffnung der Unterhandlungen. Tomischen Berteidigung der Leistungen des Auswärtigen Amtes im sich deshalb lang und breit mit der Frage beschäftigt, wie Die österreichisch- ungarische Regierung erklärt, daß sie sich auf Reichstage erzielte, hat die 2. pol. Korr." zu bem seltsamen Ehre diese Lasten ermäßigt werden könnten. Befürwortet wurde eine Erörterung türkischer Ansprüche auf Gelbentschädigung geis aufgeftachelt, diefen fähigen" Diplomaten noch um einige die Beseitigung der Kleinen Menten, der Entschädigung für bisher überhaupt nicht eingelaffen hat. Grade von Naivität zu übertreffent. Sie veröffentlicht folgenden Hausunfälle, die Herabjegung der Grenze für die ZwangsLobgesang auf das offiziöfe Preßbureau und das Auswärtige Amt: versicherung von 2000 auf 1000 Mart und das Muhen Die Zeitungsnachrichten von Veränderungen im Auswärtigen der Kinderentschädigung bis zur Schufentlaffung. Nach dieser MichAmt, insbesondere bei der Preßabteilung, find nach der Neuen tung soll eine Alenderung der Reichsgesetzgebung angestrebt werben, politischen Korrespondenz" zum mindesten verfrüht, und was die ebenso nach der Richtung der Verbilligung der Verwaltungskosten, Bersonenbenennung dabei betrifft, nicht zutreffend. Wahrscheinlich die fich im letzten Jahre in Hessen Naffau auf 312 000 wt. beist allerdings, daß die Preßabteilung um einige Mitglieder vermehrt laufen haben. In Anbetracht der Verschiedenheit der in der Debatte und daß der Leiter derselben, Wirll. Geh. Legationsrat Dr. Hammann, zum Ministerialdirektor ernannt werden wird. Dies wäre bei der zur Geltung gebrachten Gesichtspunkte wurde das Material dem großen Bedeutung der Abteilung nicht mehr wie recht und billig, und es Borstande zur Bearbeitung hingewiesen. wäre außerdem eine erfreuliche Genugtuung für Geheimrat Die Herren Agrarier steden vergnügt die reichen Profite ein, Hammann nach den widerlichen Antwürfen, denen er in jüngster die ihnen die Wirtschafts- und Bollpolitik der Jahre 1002-1904 in Zeit ausgefest gewesen ist. Ueber die Breßabteilung selbst und den Schoß wirft. Das Tragen der Lasten aber überlassen sie auf über ihre außerordentlich schwierige und umfangreiche Arbeit macht sozialpolitischem wie auf steuerpolitischem Gebiet gerne anderen. man sich recht falsche Begriffe, indem man immer von der Anschauung ausgeht, als wenn es sich dabei lebiglich Liberalismus und Bodenwucher. darum handele, den Zeitungen Notigen au geben Alus Halle a. G. berichtet man uns: Seit Wochen tobt jetzt Bern, 10. Dezember.( Fig. Ber.) Der Ständerat hat ein und für den Reichstanaler oder sonstige maßgebende hier der stampf um bie Grundsteuer nach dem gemeinen Werte, die bißchen in Sozialpolitik gemacht. Nachdem der Bundesrat bor Bersönlichfeiten Stimmung au machen. In Wirt lichkeit hat die Preßabteilung die gesamte Preffe des Auslandes in sämtlichen Großstädten Preußens mit Ausnahme von Altona und einiger Zeit eine statistische Unterfuchung ber Hausindustrie und zu kontrollieren und zu verfuchen, in diefer bie nötige Salle a. S. burchgeführt worden ist. In den bürgerlichen Kom- ebenso die amtliche Veranstaltung einer Seimarbeitsausstellung abKlarheit über die beutiche Politit zu verbreiten, munalbereinen, bie fich liberal nennen, fam ber Widerstreit der gelehnt hatte, fegte er ins Budget pro 1909 ben Betrag von Dann umfaßt die Preßabteilung das umfangreiche Gebiet Intereffen der Wieter und der Hausbefizer, die sich im slepptan 8000 r. als Beitrag für die Kosten der von ber der Telegraphen- Agenturen und erftredt in diefer ber Bobenfpetulanten befinden, scharf zum Ausbruck, organisierten Arbeiterschaft befchloffenen Seimund die liberalen Mieter fündigen ben Vereinen die arbeitsausstellung, die auch der Ständerat bei der BudgetBeziehung ihre Tätigkeit über den gesamten fultivierten Erbkreis, Freundschaft. Hübsch ist es, daß auch ber liberale" beratung bewilligte. Ferner behandelte er die kleine Vorlage be Daß des weiteren bie Reorganisation des Auswärtigen Umtes, teistagsabgeordnete Schmidt, um den sich zurzeit treffend die Förderung des arbeitsnachweifes mit von der andauernd in der Deffentlichkeit geredet wird, eine Frage die ganze Blockherrlichkeit fchart, als Feind der modernen finanzieller unterstützung durch den Bund. ist, die sich nur nach der allerforgfältigsten Prüfung und nicht Steuer auftritt! Als nun in der letzten Stadtverordnetenfigung ist hier namentlich der Streifartitel, ber eine für die Arbeiter von heute auf morgen erledigen läßt, liegt auf der Hand. die Steuer endgültig zur Beratung stand, waren die liberalen Haus- fehr befriedigende Form erhielt. Die beim deutschen Auswärtigen Amt eingeführte Einteilung nach Materien in eine politische Abteilung, eine Handelsabteilung und agrarier, die dank der gefeierten" Städteordnung die Majorität enthielt, was in der Praxis bereits besteht, daß nämlich die tirbeitseine juristische hat sich im allgemeinen bewährt. In anderen haben, Mann für Mann angetreten, und die Folge war, daß die ämter die Arbeitsuchenden von Streits, Sperren und Aussperrungen Steuer mit 41 gegen 20 timmen abgelehnt wurde! informieren follen, während die Arbeitsvermittelung auch für bie Staaten wird der Stoff nach Ländern bearbeitet und nicht nach Unsere Partei, die selbstverständlich die Steuer befürwortete, fann von denselben betroffenen Betriebe fortaufezen fel. G8 war der der Materie getrennt. Im übrigen hat ganz zweifellos unser Auswärtiges Amt, mit dem Ausgang der Sache trotzdem zufrieden sein, weil die Ab fatholische Vertreter und Megierungspräsident Python des Kantons Freiburg, der die Streichung der Sperre und Musiperrung bedas ja in seinen Anfängen noch bis auf die geit vor Bismard Stimmung selarheit schafft! antragte, was auch beschlossen wurde, so daß nur von den Streils aurüdgreift, ft ets. Gutes und Tüchtiges geleistet, und Mitteilung zu machen sei. Die Vorlage geht nun noch an den der Sturm auf diese Behörde, weil die bekannte einmalige Ent Nationalrat und vielleicht gelingt es hier den fozialbemokratifchen abgeordneten die Vorlage wieder herzustellen. Andernfalls wird es dhe der Arbeitervertreter in den Aufsichtskommiffionen ber Arbeitsämter fein, Berschlechterungen der bestehenden Meglements zu verhindern. frankreich. Standalszenen im Oldenburger Landtag. gleisung unlängst stattgefunden hat, ist nichts weniger wie am Bu turbulenten Szenen im oldenburgischen Landtag tam es in Blaze. In der Hauptsache werben in dieser wie in allen Be- ber Schlußfizung am Dienstag. Der Mehrheitsbericht hörden allerdings immer die Bersönlichkeiten bas Entscheidende sein. über das Wahlgefes war fertiggestellt und follte verteilt Das furioseste ist, daß sich verschiedene Blätter gefunden haben, werben. Aus eigener Machtvollkommenheit hatte im letzten Augen die diese Breßleistung ihren Lefern ohne Stommentar auftischen; blid der Berichterstatter ber Minderheit für allerdings sind diese Blätter auch danach. Es sind nämlich die die Pluralwahlrechtsanträge ber agrarische Staatsbürger- 8tg.", das Meich" und die Berliner Neuest. Nachr.". Abgeordnete Salben bie Berteilung des Berichtes der Für den Frieden. deren Chefredakteur, Herr 2. v. Massow, bekanntlich eine leitende Registratur untersagt. Dieser unerhörte Eingriff in die Auf Betreiben von Jaurès fommen heute in der französischen Stellung im regenerierten" Presbureau finden soll. Auch die Rechte der Geschäftsführung führte zu äußerst scharfen Kommer noch die Nachtragskredite für Maroffo zur Beratung. Der National Btg." übernimmt die Notiz, doch läßt sie, da ihr der Debatten. Bon agrarischer Seite wurde dieses Gebaren damit zu Zwed, den Jaurès damit verfolgt, geht aus feinem Artifel in ber Sinn für Somir noch nicht ganz abbanden gekommen ist rechtfertigen versucht, daß es dem Berichterstatter der Minderheit bis- Humanitó" hervor, in dem es heißt: Unser Zwed ist ein doppelter: wenigstens den legten Abfay, der von dem Guten und Tüchtigen her an Beit gemangelt habe, feinen Bericht fertigzustellen, ber Mehr wir wollen erstens die Liquidation des Marotto- Unterdes Auswärtigen Anates spricht, fehlen. Diese Sobeserhebung heitsbericht aber, der die Pluralwahlrechtsanträge enthalte, nicht ohne nehmen 8 besaleunigen, und wir wollen bann in einer Stunde, scheint felbft ihr allzu bedenklich vorgekommen zu fein. Begründung der Stellungnahme der Minderheit in die Welt hinaus die wieder neue Zeichen von Nervosität in deutschen und franzöfifchen 11 In Blättern deutlich werden läßt, die Notwendigkeit einer dauernden] Die Zeit" will sich nicht dogmatisch festlegen auf irgendeine| Jm Rofsabfah ist ein weiterer Rüdgang zu verzeichnen, die RotsAnnäherung zwischen den beiden öftern betonen. bestimmte Richtung innerhalb der Sozialdemokratie, sei es nun eine lagerbestände weisen wiederum eine starke Zunahme auf. Beide find durch traurige Erinnerungen getrennt, aber sie müssen mehr revisionistische" oder mehr radifale", wie unsere deutschen Briketts hat sich die seit dem letzten Monat eingetretene Abeinig werden, um gemeinsam am Werke des Friedens und der Parteifreunde sagen. Sachlich erwägende Artikel von verschiedenen schwächung des Absages noch verstärkt, so daß auch hier größere Zivilisation zu arbeiten. Wir wollen noch einmal versuchen, die Gesichtspunkten jollen unseren Lefern eine klarere Einsicht in die Mengen auf Lager genommen wurden. Die Absatzverhältnisse des Zivilisation zu arbeiten. Wir wollen noch einmal versuchen, die Streitfragen möglich machen. Die Redaktion fühlt sich nicht verlaufenden Monats werden sich, da Anzeichen einer Zunahme des deutsch französische Verständigung vorzubereiten, die pflichtet, in jeder Angelegenheit selbst das Wort zu nehmen, und Verbrauchs nicht bemerkbar geworden, voraussichtlich im Rahmen eines der Elemente europäischer Harmonie und eine ebensowenig stellt sie sich solidarisch mit jeder von einem Mitarbeiter der vormonatlichen bewegen. Das Bersandgeschäft hat sich, abgeGrundbedingung friedlicher Weiterentwickelung der Bölfer ist. Die geäußerten Meinung." jehen von Störungen, die der Schiffsversand von den Rhein- und Maroltoaffäre ist für diese Bestrebungen ein gefährlicher Ruhrhäfen durch Frostwetter und Rebel vorübergehend erlitten hat, Eine gemeine Reichsverbandsläge, die zurzeit durch die Ordnungs- regelmäßig vollzogen. Schließlich wurde auch noch vom Vorstande Giftstoff. Das Gift muß entfernt werden." Daß die deutsche Sozialdemokratie fich mit den Bemühungen ihrer französischen Ge- preffe geht, wird von der Reußischen Tribüne"( Gera) an mitgeteilt, daß er mit dem Reichsmarineamt für das Abschlußgenageit. Unter der schreienden Ueberschrift: Aus der Braris jahr 1909/1910 etwas mehr als die bisberine Menge abgeschlossen nossen völlig eins weiß, bedarf nicht erst besonderer Betonung. sozialdemokratischer Kommunalwirtschaft" wird behauptet, daß die habe. fozialdemokratische Mehrheit im Gemeinderate in Langenberg Türkei. bei Gera die von den Gemeindebeamten beantragte Teuerungs bestehe teine Zeuerung mehr! Aus dem Parlament. Znderstatistik. zulage mit der Begründung abgelehnt habe: 8urzeit Die Internationale Vereinigung für Zuderftatistik veröffentlicht Gemeindevorstandes eine Zulage von 5( fünf) Prozent für alle Die Reußische Tribüne" weist nun nach, daß die Vorlage des das Ergebnis ihrer Umfrage vom 9./19. Dezember 1908. Danach in 1000 Tonnen: beträgt Gemeindebeamten verlangt habe. Rübenverarbeitung 1908/9 1907/8 11 799 18 482-12,49 schlecht und der Gemeindevorstand, der eine ganze Reihe ein Defterr. lngarn 7.983 8 507 träglicher Gemeinde- und Privatämter bekleidet, dagegen verhältnis. mäßig zu hoch bezahlt wäre. Frankreich Belgien... + odergegen 1907/8 Zuckerproduktion 1908/9 1907/8 todergegen 1907/8 2040 2138 4,58 6,75 1895 1411 1,12 5 806 5 506 5,46 775 718+7,82 1 697 1 605 5,78 254 231 9,98 1'850 1 201 -12,41 201 178 -10,24 8598 1,85 1262 1403 10,06 778 -11,92 .181 109 +19,74 408 +10.17 66 54 --28.15 4,85 6124 6287 1,82 8 438 ..: 866 444 Summa 88 323 40 070 Konftantinopel, 22. Dezember. Deputiertentammer. Im weiteren Verlaufe der Sigung wurde die Verlesung der von den Parlamenten fast aller Nationen eingetroffenen Telegramme fortgefest. Unter den Glüdwünschen befand sich auch eine große Reihe solcher von Korporationen und Privatleuten aus allen Ländern. Gemeindevertreter gewandt, weil nämlich damit die zwei unteren Gegen diese Form haben sich nun die sozialdemokratischen Bei der Verlesung des Telegramms der in Paris lebenden perfi- Beamten( Schuhmann und Nachtwächter) mit 850 Mart Gehalt Deutschland schen Flüchtlinge erhob sich die Versammlung auf den Vorschlag der Ulemas, um dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß die perilichen Freiheitstämpfer baldigt ihr Ziet erreichen möchten. Der Antrag eines Deputierten, die Antwort auf den Glückwunsch Englands besonders warm zu redigieren, erregte lebhaften Widerspruch. Die Türkei dürfe teine Unterichiede machen, alle Mächte feien ihre Freunde und fie müffe mit allen in Frieden leben. Der Präfident bemerkte dann, die Redaktion der Antworten werde bie Aufgabe einer Kommission sein. Die Stammer befaßte fich sodann mit Wahlprüfungen. In der morgigen Sigung erfolgt die Präsidentenwahl. Die Wahl Ahmed Misas erscheint sicher. Der Senat hielt heute ebenfalls eine Sigung unter dem Vorsiz Said Baschas ab. Bom Mittwoch wird dem Berl. Tagebl." aus Konstantinopel gemeldet: In der heutigen Sigung des Parlaments wurden zunächst weitere Wahlprüfungen vorgenommen. Als ein Abgeordneter aus Siwas fid) gegen den Vorwurf, er fel ein Mörder, verteidigte, und mit den Borten begann: Unter dem Schatten Seiner Majestät des Sultans," erhob sich ein all gemeines Bischen und Pfeifen. Darauf trat eine Bause ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen schritt die Kammer, da inzwischen zwei Drittel ber Mandate bestätigt worden waren, aur Präsidentenwahl Bestimmungsgemäß wurden 3 Kandidaten gewählt, von denen der Sultan den Präfi benten ernennt. Die Wahl ergab den völligen Sieg des jungtürkischen Blods, deffen drei Kandidaten gewählt wurden. Die größte Stimmenzahl erlangte Achmed Niza Bey; ferner wurden gewählt Aami Beh und Emroullan Venezuela. Effendi. Der Sturz Castros. Caftros Beseitigung ertvedt überall Befriedigung. Sowohl in den Vereinigten Staaten als in Holland hofft man mit der neuen Regierung bald zu einem normalen Einvernehmen zu gelangen. Der frühere Minister des Auswärtigen Pant wurde beauftragt, nach Europa au reisen, um alle mit auswärtigen Mächten bestehenden Differenzen beizulegen. Caftros Sturz fommt auch rechtzeitig genug, um die deutsche Diplomatie und die deutschen Industriellen vor sweifelhaften Geschäften zu bewahren. Die Ordnungs" preffe hütet sich natürlich, diesen Umstand zu Holland. berüdjichtigen, und verschweigt auch, daß die Vorlage, soweit es sich Rußland.... Gewährung einer Zulage um die unteren Beamten handelt, Schweben.. nicht abgelehnt, sondern für die Statsberatung. Dänemark die in diesen Zagen au erfolgen hat, aurüdgestellt worden ist. Jebenfalls will man Sulagen gewähren, wie sie in den Nahmen des Etats passen, und das ist durchaus zu billigen. Der Vereinigung sind ferner noch folgende Bahlen mitgeteilt Ausdrücklich ist aber betont worden, daß die unteren Beamten worden: Italien: Rübenverarbeitung 1.500.000 20.( 1 200 000 20. mit dem unzulänglichen Gehalte bei der nächsten Etatsberatung bei. V.). Rübenzuckerproduktion 182 000 To.( 147 300 To. 1. 2.), rüdsichtigt werden sollen. Warnung! Die Dresdener Boltszeitung" schreibt: Die Partei genoffen aller Orte werden ersucht, Borsicht gegenüber angeblichen franzöfifchen Barteigenoffen an den Tag zu legen. In Dresden verfuchte innerhalb weniger Wochen zweimal ein mittelgroßer bart loser Mensch von brünettem Aussehen die Partei zu schröpfen. Als er beim zweiten Male darauf aufmerksam gemacht wurde, daß er ja erst vor kurzem dagewefen fei, antwortete er im schönsten Deutsch und verschwand eiligst, ehe ihm die angebliche franzöfifche Legitimation abgenommen werden konnte. Ferris Rückkehr aus Amerika. Jugendbewegung. Spanien: Rübenverarbeitung 810 000 To.( 978 437 To. i. V.), Rübenzuckerproduktion 85 000 o.( 115 000 To. f. 2.), Rumänien: Rübenverarbeitung 140 000 To.( 109 156 To. t. 2.), Rübenzucker produktion 20 000 To.( 16 850 To. i. 2.), Schweiz: Rübenverarbei tung 27 590 To.( 27 280 To. i. V.), Rübenzuckerproduktion 3514 To. ( 8868 To. i. E.). In Deutschland betrug das Ergebnis der Oliober umfrage 12 046 470 Lo. Rüben und 1078 030 To. Zucker; bei der Novemberumfrage wurde auf 11 719 981 To. Rüben und 1981 190 To. Buder gerechnet. Die Ausbeute der Rüben ver arbeitenden Fabriken wurde im Oftober 15,55 Bros. unb in November 16,01 Bros. eingeschätzt: jest stellt sich dieselbe auf 16,41 Prog. Der schweizerisch- deutsche waehlkonflikt. Rom, 20. Dezember. Enrico Ferri ist gestern in Genua eingetroffen, nachdem er seine Vortragstournee in Argentinien und Zwischen der deutschen und der schweizerischen Regierung Brafilien beenbet hat. Gen. Ferri hat erklärt, daß er sich vorläufig schaveben seit langem Unterhandlungen betreffend die Einfuhr ganz vom politischen Leben fernhalten und ein Buch über Süddeutschen Mehles nach der Schweiz, ohne au einem Ziele gu amerifa schreiben werde. Er zieht sich zeitweilig von der Politit führen. Es handelt sich bei diesem Mehlfonflitt" um folgendes: aurile, um den Reformisten freie Hand zu lassen, ihr Programm zu Deutschland zahlt für das nach der Schweiz ausgeführte Meht verwirklichen. Weiter erklärte Ferri, er sei des Glaubens, daß in eine Bollrüdvergütung Type I 8,80 m. pro Doppelgentner. Davon Italien ein radikal- sozialistisches Ministerium zu erwarten sei. geht ab der deutsche Einfuhrzoll auf Weizen im Betrage von Der heutige, Avanti" veröffentlicht. einen langen Brief Ferris, 5,50 W., sodann der Schweizer Zoll auf Mehl 2 M. und einige in dem dieser sich gegen die Anschuldigungen des argentinischen weitere fleine Abgaben, so daß schließlich immer eine Differenz Parteiorgans Vanguardia" verteidigt. Dies Blatt wirft von 55 Gentimes bestehen bleibt. Das wesentlichste aber ist, daß Ferri vor, feine fozialistische Propaganda in Argentinien gemacht zu die Schweizer Müller mun nicht mehr durch Zoll gegen die Kon baben. Berri erklärt, er sei auf einer wissenschaftlichen Vortrags- Furrens ihrer deutschen Kollegen geschützt sind. Die deutschen tournee gewefen, die für ihn eine finanzielle Notwendigkeit sei. Er Müller, soweit die am Erport beteiligten Großbetriebe in c habe auch Barteibersammlungen abgehalten, too es feine Beit era tracht kommen, mahlen etwas billiger als die Schweizer. In der laubte. Weiter legt Ferri feine Ansichten über den argentinischen Schweiz wird hauptsächlich weißes Brot gegeffen, in Deutschland Sozialismus dar. mehr duffles. Das dunkle Mehl wird demzufolge in Deutschland mehr begehrt, während das weiße in der Schiveis verhältnismäßig Die Anhänger des neuen Machthabers Gomez stellen es so dar, als höher bezahlt wird. Dazu kommen die billigen Frachtfäße, die ob der Sturz Caftros nur die Folge einer Berschwörung der An die Großmühlen in Mannheim und am Rhein zu zahlen haben. hänger Castros gewesen sei, bie fich gegen Gomez gerichtet habe. Das alles wirkt zusammen, um es zu ermöglichen, daß bas Hus Caracas wird darüber gemeldet: Die Verschwörer deutsche- Mehl in der Schweig um 6 Fr. pre 100 Stilo billiger abhielten am Freitag in der Wohnung des Generalsekretärs bes erscheint folgender Aufruf in Ordnungsblättern gegeben werden kann als das einheimische. Diese Situation haben Castroschen Kabinetts, Garbiras Gugman, welcher mit der Wahrung Wer bie Jugend hat, der hat die Zukunft. Diefem Wort gemäß die deutschen Müller weiblich auszunuken verstanden und fie ber Angelegenheiten Castros betraut worden war, eine Versamm. fucht die Sozialdemokratie die schulentlassene Jugend für ihre fehren sich an das Geschrei ihrer liebwerten Stollegen in der lung ab. Die Verichwörer planten einen Staatsstreich und Organisation einzufangen, um diefelbe hier frühzeitig mit ihrem Schweiz nicht im geringsten. Wie ungeheuer die Einfuhr deutschen Gift zu erfüllen. Pflicht jedes bentichen Mannes, jeder mehtes nach der Schyvely in den letzten Jahren zugenommen hat, beschloffen, den Bizepräsidenten Gomez, den Minister des us beutschen Frau muß es bemgegenüber sein, helfend der ist aus folgenden Zahlen ersichtlich: 1906 wurden nur 83 669 wärtigen Paul, den General Baptifta und eine Reihe anderer Jugend beizustehen, um fie vor der sozialdemokratischen Doppelgentner eingeführt. 1907 trat die Exportprämie in straft Hochstehender Bersönlichkeiten zu ermorden und dann die Verhegung zu bewahren. Daher wenden sich die UnterRegierung zu übernehmen. Mit der Ausführung des Planes zeichneten an alle edeldenkenden Freunde der Jugend mit der herz wurde Torres Cardenas, ein ehemaliger Brivatsekretär Castros lichsten Bitte, den neugegründeten Deutschen Jugendbund"( streng und Führer der Verschwörung, betraut. Gomez erfuhr national) durch freundliche Beiträge zu unterstüßen.( Sehr will von ber Werichtvörung; er begab sich allein in die Staferne zu einem fommen find gebrauchte] Bücher, Zeitschriften, Unterhaltungsmeuternden Regiment, das unter dem Kommando von Castros fpiele usw.). Die Gefchente find zu richten unter der Ueberschrift " Deutscher Jugendbund" an bas Bundesheim bei, Arndt, hier, Roß Bruder stand, und verhaftete diefen sowie später Torres Cardenas. traße 6, oder an die Unterzeichneten, die auch gu näheren BlueDie Verhaftung der librigen Verschwörer erfolgte mit gilfe von fünften gern bereit sind. Herter, Hauptmann a. D., Gr. Lichterfelde. Gomez Freunden. Auf der Plaza Bolivar gab die Menge in tauten 2. Werner, Reichstagsabgeord., Charlottenburg. E. Soly, städtischer Stundgebungen ihrer Genugtuung über die Wendung der Dinge Lehrer, Berlin, Chodowiediftr. 21. Ausdruck. In einer Broklamation an das Bolt schildert Bizepräsident Gomez die Aufdedung des gegen ihn gerichteten Komplotts und verfpricht mit Hilfe feines die öffentliche Meinung Venezuelas repräsentierenden Kabinetts Hochachtung der in der Verfassung vorgesehenen Garantien und friebliche Beilegung der internationalen Streitigkeiten. Alle politischen Gefangenen wurden frei- bie gelaffen.Aus der Partei. Parteiliteratur. eine Nede gehalten, die in bortrefflicher Weise den eifernen Willen Genoffe Dr. Biktor Adler- Wien hat am 3. d. Mts. im Reichsrat des internationalen Proletariats zum Ausdruck gebracht hat. Was er ba im Namen der Arbeitermassen aller Rationen und gegeben hat, ist ein Schlag ins Gesicht der nach Blut lechzenden Realtionäre. Die Wiener Boltsbuchhandlung hat nun diefe altuelle Nebe in Form einer Broschüre gelleidet, die den Titel Für die Nationen! Wider die nationalistischen Hezer! trägt und 10 Bf. toftet. Für eine ftreng nationale" Jugendorganisation, Aus Induftrie und Handel. und die Einfuhr friag auf 241 250 Doppelzentner und 1908 jogar ( bis Ende November) auf 414 700 Doppelzentner. Die kapital träftigen Bäder in der Schweiz kaufen gegen bar das um 6 Fr. billigere deutsche Mehl und mischen es mit dem inländischen. Sie fümmern fich dabei ebensowenig um die nationale Pflicht", die die Schweizer Müller von ihnen heifchen, wie die deutschen Müller es mit ihren„ patriotischen" Gefühlen durchaus für vereinbarlich halten, das dunkle Mehl, Keie usw. im„ Waterlaube" teuer, das weiße Mehl nach der Schweiz entsprechend billiger abzugeben, Diplomatisaje Verhandlungen haben zu feinem Ziele geführt; ebensowenig die Unterhandlungen, welche privatim zwischen ben beutschen und den Schweizer Mühlenbefizern gepflogen worden find. Die Schweizer Müller sind nun giveifellos in eine sehr pretäre Lage gekommen, und sie fordern vom Staat, daß er ihnen helfen soll. Am 22. b. Mts. wurde im Nationalrat über die Frage verhandelt. Nicht ohne Berechtigung wurde gesagt, daß Die beutsche sogenannte Ausfuhrscheinverordnung" weiter nichts bebeute, als die Gewährung einer Exportprämie, um den fchweizerischen Zoll badurch illusorisch zu machen, Um ber deutschen Exportprämie zu begegnen, forbern die Schweizer Müller die Erhebung einer Ausgleichsgebühr. Es ist aber auch viel Stimmung vorhanden für ein Getreidemonopol. Jebenfalls ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Entwickelung, falls sie in der Richtung weiter geht, zu einer Katastrophe für die Schweizer Mühlenindustrie führen muß. Die Schweiz würbe schließlich ganz Maßregeln in Aussicht gestellt; auch das Getreidemonopol foll in abhängig vom Ausland, was im Striegsfalle doch sehr bedenklich wäre. Der Bundesrat hat benn auch die Ergreifung besonderer Maßregeln in Aussicht gestellt; auch das Getreidemonopol fell in vägung gezogen werden, www Gewerkschaftliches. Rheinisch- Westfälisches Kohlenfyndikat. Die am Mittwoch abgehaltene Zechenbefizerversammlung fekte Beteiligung für das erste Wierteljahr 1909 wie folgt feft: Stohle 80 Bros., Stots 60 Bros. und Britetis 78 Bros. In der Sigung des Beirats gab der Borstand folgenden Monatsbericht: Der rechnungsmäßige Kohlenabsatz des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndifats betrug im November 1008 bei 24 Arbeitstagen ( im gleichen Monat bes Vorjahres 24% Arbeitstagen) 5 136 768 Tonnen( Vorjahr 5 749 769 Tonnen) oder arbeitstäglich 214 023 Tonnen( Vorjahr 288 332 Tonnen). Der Versand einschließlich eigenen Süttenwerte betrug an Stohlen bei 24 Arbeitstagen( Bor Landbebit, Deputate und Lieferungen der Süttengechen an die jahr 24%) 4 483 261 Tonnen( Vorjahr 4 450 530 Tonnen) oder arbeitetäglich 186 803 Tonnen( Borjahr 184 727 Tonnen); an Stofs bet 30( Borjahr 30) Arbeitstagen 987 571 Tonnen( Vorjahr Briteits bei 24( Vorjahr 24%) Arbeitstagen 233 524( Borjahr Eine merkwürdige chriftliche Gewerkschaftsversammlung 1880 800) oder arbeitstäglich) 32 910( Worjahr 44 848) Tonnen; an 240 468) Tonnen oder arbeitstäglich 9730( Borjahr 10 341) Tonnen. Sierbon gingen für Rechnung des Synbitates an Noblen 3 711 281 fand am letzten Sonntag in Bocholt statt. Zunächst sprach ( Vorjahr 3 783 206) Tonnen oder arbeitstäglich 154 835( Borjahr ber christliche Gewerkschaftssekretär Oberboffel aus Oberhausen 156 817) Tonnen; an Stots 718 004( Borjahr 1122 077) Zonnen in faft einstündigen bunt durcheinander gewirbelten Ausober arbeitetäglich 23 756( Vorjahr 87 403) Tonnen; an Briketts 9225 483( Borjahr 248 368) Tonnen ober arbeitstäglich0395( Borjahr führungen über die Ursachen der gegenwärtigen Strists. Ats 10 112) Tonnen. Die Förderung stellte sich insgesamt auf 6 507 917 ber Herr als Silfe gegen die Strifennot den Anschluß an bie ( Vorjahr 6 734 046) Zonnen ober arbeitstäglich auf 271 163( Bor. Chriftlichen Gewerkschaften empfahl, rückte ein Teil der trop jahr 270 169) Zonnen. umfangreicher Reklame verhältnismäßig uur spärlich erIn den Abfazverhältnissen bes Berichtsmonats find wesentliche schienenen Versammlungsbesucher schleunigst aus. Der Sekretär Eine Monatsschrift ber schwedischen Sozialdemokratie. Tiben" Menderungen gegenüber dem Vormonat nicht eingetreten. Ange des Gutenbergbundes, Felder- Köln, unternahm es dann, die ( Die Zeit"), Monatsschrift für sozialistische Kritik und Politit, ist der fichts der Fortdauer ber ungünstigen Lage fast aller Geschäftszweige, Burückgebliebenen zu langweilen mit einer Betrachtung über Titel der neuen Zeitschrift, die von Schwedens sozialdemokratischer namentlich bes für den Absatz wichtigen Gifengewerbes, ift fort Gutenbergbund und die Neutralität im Buchdruckerverband". Arbeiterpartei herausgegeben wird. Redakteur ist der Genosse gefeht in fast allen Sorten mit einem empfindlichen Abfahmanget Dieser Redner, den man sich aus Anlaß der vor kurzem in Sjalmar Branting. Das erste, soeben erfchienene Heft ent- su tampfen, zumal auch der Verbrauch für Hausbrandzwede infolge Bocholt erfolgten Gründung eines Drtsvereins des Guten hält neben Artikeln, die besonders die schwedischen Verhältnisse be- ber milben Witterung schwach war und eine Ausdehnung des Ausrühren, auch den ersten Teil eines Artikels über" Der Revisionismus fuhrgeschäfts burch das starte Angebot der anderen Probuftions. bergbundes( 9 Mitglieder) eigens verschrieben hatte, schien es innerhalb der Sozialdemokratie", worin über die Polemifen zwischen gebiete, besonders ber englischen, erschwert wurde. Die Förbe fich zur Aufgabe gestellt zu haben, ben Buchbruckerverband den Genossen Eduard Bernstein und Stautsty, berichtet wird. Ferner rungen der Zechen fonnten in vollem Umfange nicht abgesetzt mit Stumpf umb Stiel auszurotten. Das war auch wohl bas wird unter der Rubrit: Aus Zeitschriften des Auslandes" der werben, weshalb ein Teil derfelben auf Lager genommen wurde. mindefte, was die schwarzen Freunde und Protektoren der Offene Brief" Maurenbrechers seinem Inhalt nach und ebenso die Einschließlich der eingelagerten Mengen stellte sich der rechnungs. Gutenbergbündler verlangen! Held Felder ließ sich bei dem grausen Antwort Kautskys aus der Neuen Beit" lausführlich wiedergegeben. mäßige Abfab in Kohlen Rots und Beiletts in Stohlen umge. Vernichtungswert nicht beeinflussen, obwohl der Saal immer Auch ein längerer Artikel Brantings über den öfterreichischen Geſetzentivuri rechnet auf 83,25 Bros. der Beteiligungssiffer der Mitglieber, mehr mehr sich leerte. As die Qual zu Ende, unternahm es zur Sozialversicherung fowie ein anderer über Spanische Sozialisten" was gegen das Ergebnis des Monats Ottober b. 3. eine Zunahme ein Mitglied des Buchbruderverbandes, diefen gegen die von David Sprengel zeigen, bais bie neue Beitschrift nicht nur die von 8,55 roz., bagegen gegenüber Monat November 1907 cine Bewegung im eigenen Lande, sondern auch ber des Auslandes ihre Abnahme von 10,20 Bros. ausmacht. Der arbeitstägliche Verfand albernen Unterstellungen, die der Vernichter verbrochen, geAufmerksamkeit widmen wird. Ueber ihre Stellung zu Streitfragen für Sechnung des Synbitats in Stohlen hat gegenüber dem Vor- bührend in Schuß zu nehmen; als er den Bund des Streif innerhalb der Partei fagt die Abonnementseinladung monat eine Steigerung bon arbeitstäglich 5208 Tonnen erfahren. I bruchs befchuldigte, wurde er bon ben schwarzen Schäfchen auf Los von der Kirche! Unter diesem Titel erfchten in A. Soffmanns Berlag, Berlin O. 27, Blumenstr. 22, der Bericht der Landtagsrede des Genossen A. Hoffmann, die nach der Wortentziehung im Feenpalast vollendet wurde. Preis 20 Pf. in größeren Mengen billiger. " Die Vorgänge in Mannheim. Eine Privatdepesche meldet uns: Kommando völlig niederge- blött. In der Diskussion examinierte der evangelische Gewerkschaftssekretär Oberbossel die anwesenden tatholischen Verbandsmitglieder auf ihr Mannheim, 23. Dezember. Eine Versammlung der Streifenden Glaubensbekenntnis. Als die Betreffenden eine Beantwortung lehnte die Arbeitsaufnahme mit 467 gegen 48 Stimmen ab. Der der gestellten Fragen ablehnten, erflärte er sie für Hauptvorstand erklärte trotzdem den Streit für beendet. Die ErSozialdemokraten und versicherte, dies Ergebnis in regung unter der Arbeiterschaft ist groß. die Presse lanzieren zu wollen! 3 in jeder Generalversammlung ein großer Teil der Arbeitgeber sein Stimmrecht einbüßen. Aber die Arbeitgeber verhindern in dieser Hinsicht fortdauernd die Anwendung des Statuts, und als in der legten Generalversammlung von Arbeitnehmerseite erklärt wurde, daß man Beschwerde dagegen erheben werde, sagte wie der Redner mitteilte der zweite Vorsitzende, Schmiedemeister Holm, die Gesellen tönnten sich beschweren, so viel sie nur wollten, sie kriegten doch kein Und das nennt sich die allein echte Vertreterin der Ein eigenes Verbandshaus hat die Verwaltungsstelle Nürnberg Recht. Dieser Arbeitgeber sprach also demnach gegen die AufReligion der Nächstenliebe. Pfui Teufel! Die Versammlung, des Deutschen Metallarbeiterverbandes errichtet und dieser Tage er sichtsbehörde unverhohlen die Verdächtigung aus, daß sie unter allen die über vier Stunden dauerte, war zur Hälfte mit einem öffnet. Die Bahlstelle, die die größte Organisation am Orte ist, hat Umständen, und wenn das Recht noch so klar auf seiten der Arbeitbon Oberbossel vom Zaun gebrochenen religiösen Gezänk und schon vor einigen Jahren in der Startbäufergasse, gegenüber dem nehmer liegt, parteiisch zugunsten der Arbeitgeber entscheiden Bernichtungs Verleumdungsfeldzug gegen den Buchdrucker- Germanischen Museum, einen ansehnlichen Häuserkompler erworben werde. Der Redner meinte allerdings, daß, nach den bisherigen und die alten Gebäude niederreißen und zu einer einzigen Anlage Erfahrungen mit der Aufsichtsbehörde, man leider leicht zu der berband ausgefüllt. Da sieht man, wie diese Menschheits- umbauen lassen. Das Vorderhaus enthält im Barterre große Wirt- Auffassung kommen könne, daß jene Aeußerung zutreffend sei. beglücker„ gewerkschaftliche Neutralität" verstehen. Die von den schaftsräumlichkeiten, die die Stadt um ein hübsches und gediegenes Deshalb werde man aber nicht auf das Recht der Beschwerde verSchwarzen angesteckte Gutenbergleuchte hätte lieber mal die elenden Arbeiterverkehrslokal bereichern. Die Räume sind in zwei Ab- zichten, und auch den Ausspruch des Herrn Holm ausdrücklich erArbeitsverhältnisse in den ultramontanen Druckereien des teilungen gegliedert. Die Hauptabteilung kann von dem wähnen und der Aufsichtsbehörde zur Kenntnis bringen. Münsterlandes beleuchten sollen. Aber dann würden ihn die Kneipzimmer durch spanische Wände abgeteilt und in einen Sapläne wohl hinausgeworfen haben; daher zog der Versammlungsfaal umgewandelt werden; im Bedarfsfalle ist es auch protestantische Herr es vor, als tatholischer Glaubensschnüffler möglich, ihn nochmals abzuteilen und zwei Versammlungsräume daraus zu machen.. zu debutieren und In den drei übrigen Stockwerken sind Familie! Und noch etwas! In Bocholt dominiert die Textil- ein geräumiger, mit Bäumen bepflanzter Hof, der im Sommer als Wohnungen eingerichtet. Zwischen Vorderhaus und Hinterhaus liegt industrie, und die zahlreich in dieser beschäftigten Männer und Wirtschaftsgarten dienen kann und auch einen fünstlerisch ausFrauen leiden seit Jahren ganz empfindlich unter den geführten Laufbrunnen aus Muschelfaltitein enthält. Das ganze hat der Rirdorfer Magistrat in seiner gestrigen Sißung Stel Wirkungen der Strife. Sie folgten teilweise der Versammlungs- Haus ist elektrisch beleuchtet und enthält eine eigene Trans- lung genommen. Der Oberbürgermeister Kaiser erklärte einer einladung, in der Erwartung, es folle etwas in ihrem formatorenstation. Im Souterrain des Hinterhauses liegt die Nieder- Deputation, die ihm gestern nachmittag im Auftrage der demoInteresse geschehen. Nicht wenig enttäuscht waren sie daher, druckanlage, die das ganze Gebäude mit Wärme versorgt, eine fratischen Protestversammlung vom Montag eine Protestals sie mit christlichem Geschimpfe gegen den Buchdrucker- Desinfektionsanstalt usw. Das Parterre enthält die ausgedehnten resolution gegen den Beschluß der Stadtverordnetenmehrheit berband regaliert wurden, der sie besonders in der erwähnten Bureauräumlichkeiten. In einem großen Vorraum, der als Wartes überreichte, der Magistrat halte die Frage für außerordentlich Situation verteufelt' wenig interessierte. zimmer und als Bibliothekzimmer sowie auch als Sigungslokal dient, liegen die Schalter für die Abfertigung der zu unterstüßenden schwerwiegend und ernst. Er habe beschlossen, vor einer end. Mitglieder, dahinter die Zimmer für die einzelnen Verwaltungs- gültigen Stellungnahme zu dem Wahlrechtsbeschluß erst abteilungen. Im ersten Stod ist die Herberge, bestehend aus vier gründliche Erhebungen über die Wirkungen der von der MehrSalafräumen mit 1, 2, 7 und 23 Betten, die zunächst vollständig heit beschlossenen Wahlrechtsänderung anzustellen. ausreichen, da die Herberge bisher im Durchschnitt täglich von 17 Reisenden in Anspruch genommen wurde. Sie fann aber im Notfalle vergrößert werden. Die Herberge ist durchaus allen modernen Anforderungen entsprechend eingerichtet und mit Waschund Badegelegenheit reichlich versehen. Der ganze Bau, der dem Stadtteil zur Zierde gereicht, fam auf 370 000 m. zu stehen. Feine Es machte einen tragikomischen Eindruck, daß hier einige Dußend hungernder Textilarbeiter stundenlang mit„ ollen Ramellen" über den Buchdruckerverband abgespeist wurden. Die Tarifverträge im Jahre 1907. Während die Statistit 1646 Tarifverträge für 46 033 Betriebe mit 380 401 Arbeitern als im Jahre 1906 abgeschlossen oder erneuert zählte, find für das Jahr 1907 von den Arbeitnehmerverbänden als abgeschlossen, erneuert oder verlängert 2811 Tarife für 42 145 Betriebe mit 872 794 Personen mitgeteilt worden. Als Bestand am 1. Januar 1907 find 3562 Tarife für 97 344 Betriebe mit 817 150 Berionen verzeichnet; als Bestand am 31. Dezember 1907 5319 Tarife, 410 980 Betriebe mit 974 074 Perfonen. Befragt waren fowohl die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmerverbände, die Arbeit geber hatten aber nur über 319 im Jahre 1907 abgefchloffene Tarifberträge berichtet. Ein Sieg der freien Gewerkschaften. frankenkasse. Aus Remscheid wird gemeldet: Vertreterwahlen der Orts2294 Stimmen abgegeben. Bei der gestrigen Vertreterwahl wurden insgesamt Davon erhielten die freien Gemertfchaften 2073, die Christlichen 219 Stimmen, ungültig waren zwei Stimmen. Bei der ersten Wahl erhielt die Liste der freien GewerkDiefe geringe Bab! wird in der Hauptsache dadurch erklärt, daß die größeren Arbeitgeberverbände nur einige Tarifverträge abschaften 862, die der Chriftlichen 109 Stimmen. war eine sehr starke. Der Sieg der freien Gewerkschaften ist ein geschlossen haben, während die fleineren Ortsgruppen und Einzelfirmen, die mit den Arbeitnehmerverbänden Vereinbarungen trajen, glänzender. dem Hauptvereine in vielen Fällen gar teine Nachricht davon gaben. Zentrumische Treibereien gegen Bergarbeiterschus. Der chriftliche Gewerkverein der Bergarbeiter Deutschlands hat die Beteiligung an der zu heute mittag anberaumten Vorbesprechung über die Abhaltung eines deutschen Bergarbeiter Kongresses ab gelehnt. Die Ablehnung fommt faum noch überraschend, nachdem die „ Effener Volkszeitung" in ihrer Mittwoch- Nummer sich dahin ausgesprochen hatte, daß der Wert eines solchen Kongresses sehr zweifelhaft wäre, weil ja bereits feststehe, daß im Reichstage eine Mehrheit für ein Reichsberggesez vorhanden sei. Husland. Letzte Nachrichten und Depeschen. Zum Rigdorfer Wahlrechtsraub Weihnachten in Radbod. Hamm( Westfalen), 23. Dezember.( B. H.) Die Verwaltung der Beche Radbod hat weitere Kündigungen vorgenommen, sodaß die Belegschaft am 1. Januar 1909 nur noch aus rund 150 Mann be stehen wird. Auch die zur Zeche gehörige Ziegelei wird still gelegt. Dadurch erhalten ebenfalls etwa 40 Arbeiter ihre Kündigung. Die Effener Stadtverordneten- Stichwahl. Bei der heutigen Stichwahl zum Stadtparlament wurde ein Effen a. Ruhr, 23. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts.") Sozialdemokrat mit 1970 gegen 1545 Zentrumsftimmen gewählt. Ferner wurden drei Liberale mit sozialdemokratischer Hilfe gegen das Zentrum gewählt. Ein nationalliberaler Held. Der amerikanische Arbeiterbund hat nach den Feststellungen auf dem letzten Jahreskongres in Denver eine Mitgliederzahl von 1 586 855. entrichtet wird, eine Zahl, die von den einzelnen Gewerkschaften stets Die Straffammer des Landgerichts Hannover fällte heute abend Das ist die Zahl, für welche Kopfsteuer an den Bund Hannover, 23. Dezember.( Privatdepesche des„ Boriväris".) sehr niedrig, oft zu niedrig angegeben wird, um auch die im Beleidigungsprozeß des nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Schivantungen im Mitgliederbestande zu berücksichtigen und die Stopfsteuer niedrig zu halten. Eeit 1907 ist die gesamte Mitglieder- eld folgendes Urteil: Das Urteil des Schöffengerichts wird zahl um 47 915 gestiegen, trotz der wirtschaftlichen Strife. Die aufgehoben. Die Angeklagten Langwoost und Krüger Kleidermacher- Gewerkschaften haben 10 500 Mitglieder gewonnen, werden wegen Beleidigung des Abgeordneten Held zu je zweidie Maschinisten 6100. Die Buchdrucker, die ihren Kampf um den hundert Mark Geldstrafe verurteilt. Der Abgeordnete Held Achtſtundentag noch nicht beendet haben, sind um 1200 Mitglieder wird in der Widerklage ebenfalls zu zweihundert Mark Geldstrafe gewachsen, die Buchbinder haben 1000 Mitglieder verloren; den verurteilt. In der Begründung heißt es, daß das Gericht im größten Verlust haben die Zimmerleute und Bauschreiner erlitten, Fall Terlinden Täuschungshandlungen des Abgeordneten Held nämlich 12 400, die Grubenarbeiter verloren 2400 Mitglieder. Die vom Bergarbeiterverband, der Polnischen Berufsvereini- Der Bericht deckt das Jahr vom 1. Oftober 1907 bis 80. September 1908. für erwiesen angenommen hat. Dagegen hat es nicht für era gung und dem Hirsch- Dunterschen Gewerkverein beschickte Kon- Die gesamten Einnahmen des Bundes stellten sich in dem ver- wieſen angenommen, daß cin betrügerisches Verfahren Helds ferenz, beschloß, wie uns ein Privattelegramm meldet, für Ende flossenen Jahre auf 207 655 Dollar( etwa 832 000 m.), die gesamten vorgelegen habe. Er wollte sich nicht rechtswidrig Vermögens. Januar einen deutschen Bergarbeiterkongreß nach Berlin ein- Ausgaben auf 196937 Dollar( etwa 790000 M.). Der lleberschuß bringt vorteile verschaffen, sondern suchte billigen Kredit zu bekommen. zuberufen und zur Frage der Einführung von Gruben- das Gesamtvermögen auf 138 627 Dollar( etwa 557 000 M.). Nach der Im Fall Flemming liegt nach Ansicht des Gerichts kein ErKontrolleuren und eines Reichsberggesetzes Stellung zu nehmen. noch unvollständigen Streifstatistik fanden im Berichtsjahre 861 Streits preffungsversuch vor, auch wenn die Mittel des Abgeordneten Held, Alle Regierungen und Parlamente der Bergbau treibenden statt, an denen 115 923 Arbeiter beteiligt waren, davon erhielten zu seinem Gelde zu kommen, keineswegs zu billigen sind. Das 71 891 Vorteile durch die Streifs. Die Gesamtkosten der Streits gegen ist bezüglich des Falles Pommer ein Erpressungsversuch erLänder Deutschlands sollen zu dem Kongreß eingeladen werden auf 2448 041 Dollar( 9 250 000 M.) angegeben. Hierbei ist wiesen. Im Falle Flockemann schließlich hat das Gericht nichts nicht eingerechnet der Kampf der Buchdrucker um den Achtstundentag, gefunden, was Herrn Held vorzuwerfen wäre. Dem Angeklagten Berlin und Umgegend. der in diesem Jahre allein 567 776 Dollar( 2 370 000 02.) foftete. Die erlegten Hirsche. leber geleistete Unterstügungen haben nur 64 Organisationen Langwoft tongediert das Gericht, daß er nicht frivol gehandelt Berichte eingesandt. Der Bund besteht gegenwärtig aus hätte, daß er sich auf die Angriffe Helds wehren wollte. Auch hat Bei der Arbeiterausschußwahl im Werk Drewitz der Firma 117 internationalen( das heißt die Bereinigten Staaten und das Gericht ihm den§ 193 augebilligt. Dagegen ist dem Ans Orenstein u. Stoppel, die am Montag, den 21. Dezember, stattfand, erlitten die Hirsch Dunderschen eine schwere, aber wohl- Kanada) Gewerkschaften und 583 lokalen oder vermischten Organis geklagten Krüger der Schutz des§ 193 versagt worden, da die verdiente Niederlage. Es ist intereffant, an die Vorgänge bei den fationen. Bon den internationalen haben 36 eine Mitgliederzahl zugehörigkeit zu derselben Partei keineswegs das Recht gibt, Arbeiterausschußwahlen während der letzten zwei Jahre zu erinnern, von 10 000 oder mehr. Obenan stehen die Grubenarbeiter und die andere Leute an den Branger zu stellen. Der Angeklagte Langivost um die Niederlage der Hirsche in vollem Maße zu würdigen. Die Holzarbeiter. Als Präsident des Bundes wurde Samuel Gompers hat verurteilt werden müssen, weil er in seinem Urteil zu weit Maifeier 1906, an der die Hirsche natürlich nicht teilnahmen, gab( wie schon gemeldet), trotz seines Fiaskos auf dem politischen Felde die Veranlassung, den Arbeiterausschuß aufzulösen. Die Gewerk- bei der letzten Nationalwahl, mit allen gegen eine sozialistische Stimme wiedergewählt. bereinler benutzten diese für sie günstige Gelegenheit, bei der Direktion das Proportionalwahlsystem zu empfehlen, um ihre Vertreter in den Ausschuß zu bringen und ihr Ansehen bei der Arbeiterschaft zu heben. Die Direktion fam dem Wunsche nach und bei den am 22. Mai 1906 borgenommenen Wahlen erhielten die Hirsche 266 und die freien Gewerkschaften 393 Stimmen; das bedeutete für die ersteren werden. # Verfammlungen. gegangen ist. Die Regierung gegen die Trusts. Jefferson, 28. Dezember.( W. T. B.) Der Oberste Gerichtshof des Staates Missouri hat beschlossen, die Standard Oil Company of Indiana und die Republic Oil Company of Missouri aus dem Gebiete des Staates auszuschlichen, die Waters Pierce Oil Company in St. Louis aufzulösen und jeder dieser Gesellschaften eine Geldbyüz von 50 000 Dollars aufzuerlegen. Zentralverband der Schmiede. Die Zahlstelle Berlin dieses drei und für die letzteren vier Vertreter im Arbeiterausschuß. Die Verbandes hielt am Donnerstag in den„ Muntjalen" eine außer Hirsche jubelten, aber bei der im selben Jahre stattgefundenen Neu- ordentliche Weitgliederversammlung ab, in der als erster Bunkt wahl erhielten sie nur 217, die freien Gewerkschaften dagegen ein Vortrag des Gauleiters Otto Peters aus Elbing uber die 489 Stimmen. Das Verhältnis im Arbeiterausschuß stand jetzt wie Frage: Werden die Berufsorganisationen durch die Konzentration 5 zu 2. Jm April 1907 saben sich die Vertreter der freien Gewert- des Kapitals überflüssig?" auf der Tagesordnung stand. wer Die Trusts gegen die Gewerkschaften. schaften veranlaßt, ihre Mandate niederzulegen, weil sie Ber- Redner tam nach einer ausführlichen Schilderung der Entwickelung Washington, 23. Dezember.( W. T. B.) Wegen Misachtung leumdungen und Verdächtigungen ausgesetzt waren, die sie nicht auf der Großbetriebe, der Konzentration des Kapitals, und des unfich fißen lassen wollten. Sie weigerten sich, mit den Vertretern der geheuren Mehrwertes, der einer verhältnismäßig fleinen Zahl einer gerichtlichen Entscheidung in einem Prozesse, den Hirsch- Dunderschen noch länger im Ausschuß zusammen zu arbeiten. bon Leuten zufällt, während die Masse der Arbeiter der Ent die Buds Stove and Range Company angestrengt hatte, wurden Bei der Neuwahl mußten die Gewerkvereinler auf den Bertreter im behrung preisgegeben ist, zu dem Schluß, daß die Schmiede mit heute Sam Gompers, der Präsident des amerikanischen Arbeiter Ausschuß verzichten, der als Verleumder bezeichnet worden war; sie allem Gifer unablässig für ihre Organisation, wie auch für die bundes, zu einem Jahr Gefängnis, der Bizepräsident Mitchell zn erhielten 221 Stimmen, die freien Gewerschaften 579; das Verhältnis politische Aufklärung tätig fein müßten, um endlich zu besseren 9 Monaten und der Sekretär Morrison zu 6 Monaten Gefängnis im Ausschuß blieb dasselbe. In der Arbeiterschaft wuchs der Einfluß Berhältnissen zu kommen, ihren redlichen Anteil an dem Ertrag verurteilt. Der erwähnte Prozeß war veranlagt worden durch die der freien Gewerkschaften, und die Hirsche verloren immer mehr an ihrer Arbeit zu gewinnen und nicht mehr als Knechte und Sklaven Aufnahme der Gesellschaft in die von der Arbeiterbundeszeitung Boden. Bei der Wah! am 18. Dezember 1907 erhielten die freien behandelt zu werden. Diskutiert wurde über den mit Beifall Gewerkschaften 737 und die Gewerkvereinler 215 Stimmen. In der aufgenommenen Vortrag nicht. Hierauf wurde ein Antrag auf veröffentlichte schwarze Liste und durch den infolge dieser AufUnterstübung der Beit des Proportionalwahlsystems hatten die Gewerkschaften ihre ausgesteuerten erwerbsnahme eingetretenen Boykott der von der Gesellschaft erzeugten Stimmenzahl fast verdoppelt, dagegen hatten die Gewerkvereinier losen Mitglieder vorgelegt, der, von der Ortsverwaltung Serbe und Defen. Eine gerichtliche Aufforderung, den Namen der einen Rüdgang von 51 Stimmen zu verzeichnen. Bei der jüngsten gestellt, auch die Zustimmung der erweiterten Verwaltung ge Gesellschaft nicht weiter in der schwarzen Liste zu veröffentlichen, Wahl, die am Montag stattfand, boten die Hirsche alles auf, um funden hatte. Nach kurzer Begründung durch den Vorsitzenden war von dem Arbeiterbund unbeachtet geblieben. die Gewerkschaften zu überrennen. In einem Flugblatt lobten fie Siering wurde der Antrag einstimmig angenommen. Danach sich selbst sehr eifrig und sparten nicht mit Berleumdungen und Be- ist die Orisverwaltung ermächtigt, aus den Mitteln der Lokalkasse schimpfungen der Gegner. Aber die Arbeiterschaft ließ sich nicht allen ausgesteuerten erwerbslosen Mitgliedern Extraunterstützung irreführen. Bei der Wahl erhielten die Kandidaten der Gewerk- zu zahlen, und zwar von 10 M. die Woche bis zur Höchstsumme Hamburg, 23. Dezember. Die Schleppdampfer Fairplay 4* schaften 795 und die vom Gewerkverein 204 Stimmen. Im Arbeiter- bon 50 M. Die Mitglieder, die Anspruch auf die Getraunter- und Fairplay 8" stießen bei der Mündung der Schwinge in die ausichuß erhielten die ersteren demnach 6 und die letzteren nur ſtüßung erheben, haben dies der Ortsverwaltung zu melden. Der Elbe zusammen und sauken. Bon den Besagungen sind fünf Mann 1 Vertreter. Nun machen die Hirsche lange Gesichter! Die Arbeiter Beschluß soll dazu dienen, nach Möglichkeit Not und Glend zu ertrunken. aber hoffen, bei der nächsten Wahl auch den letzten Hirsch noch zu lindern, unter denen infolge der außerordentlich großen und langwierigen Arbeitslosigkeit viele Mitglieder schwer zu leiden haben. In einer Maßregelungsangelegenheit, die hierauf ausführlich besprochen wurde, erklärte die Mehrheit der Versammlung sich mit der Ansicht des Vorstandes nicht einverstanden. schiedenem" brachte Köhler Vorgänge aus der lebten Generalversammlung der Innungstrantentasse des Schmiedegewerbes zur Sprache, die als ein offenfundiger Rechtsbruch gegen die Bestimmungen des Krankenkassengesetzes wie des Statuts der Kasse anzusehen sind. Die Arbeitgeber zahlen hier die Hälfte München, 23. Dezember.( B. H.) Der frühere Kaplan Her. der Kassenbeiträge der Arbeitnehmer und verfügen demgemäß in mann Schmidt alias Dr. Cantor und Dr. Sinsheimer aus den Generalversammlungen auch von vornherein über die Hälfte Aschaffenburg, ist verhaftet worden. Er hatte einen lebhaften der. Stimmen. Das Statut bejagt jedoch, daß solche Arbeitgeber- Handel mit gefälschten Zeugnissen, besonders Maturitätszeug vertreter, die mit den Beiträgen, welche wöchentlich im voraus zu nissen, getrieben. In seinem Besitz wurden falsche Gymnasial zahlen sind, im Rückstande find, nicht stimmberechtigt sein sollen. und Universitätsstempel gefunden. Würde diese Bestimmung wirklich zur Geltung gebracht, so würde erlegen. Deutfches Reich. Wieber eine neue Unternehmergründung! " Berein der Cafetiers von Ost- und Westpreußen" nennt sich diese neueste Organisation, die dieser Tage in Königsberg ge gründet worden ist. Damit ist wieder eine neue Arbeitgeberorganisation ins Leben gerufen, die zunächst nur ihre Standes und Berufsinteressen heben will, die aber später im wirtschaftlichen Stampfe gegen die in der Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Stellung nehmen muß. Haben dann die Arbeiter und Arbeiterinnen feine leistungsfähige Organisation, dann werden ihnen die Lohn- und Arbeitsbedingungen vom Unternehmerverband rücksichtslos diftiert. Das Wohl und Wehe der Angestellten spielt babei keine Rolle. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Schiffszusammenstoß. Grubenunglüd. St. Ingbert, 23. Dezember.( B. H.) Auf der Grube König Unter Ber- bei Neukirchen wurden 5 Bergleute verschüttet. Einer ist tot, die übrigen sind schwer verletzt. Eine Studentenfabrik. Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Knterhaltungsb 8z. 301. 25. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 24. Dezember 1908. Zur Lage der Kleinbauern und länd- nügend betrachtet werden. lichen Arbeiter. II. Verschiedene Berufsgenossenschaften haben sehr hohe Unfallaiffern zu verzeichnen, die an die Gefahren der Industrte grenzen. Auffälliger ist noch die hohe 3iffer der entschä digten Unfälle, ein Beweis, daß es sich um schwere Unfälle handelt. Die meisten Unfälle werden schlecht geheilt. Der Mangel einer Krankenversicherung für die Landwirtschaft macht sich hier direkt fühlbar. Der Bericht Hessen- Nassau" erklärt deshalb: Die obligatorische Einführung der Krankenversicherung für die landwirtschaftlichen Arbeiter und das Gefinde ist notwendig. Eine gleichartige Einführung der Krankenversicherung für die kleinen Betriebsunter nehmer ist in Erwägung zu ziehen." Das forderten die SozialDemokraten seit Jahren vergeblich. Eine Verschlechterung der Gesetzgebung fordert dagegen derselbe Bericht: Bei einer Menderung der Gesetzgebung ist anzustreben, daß die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften hauswirte fhaftliche Unfälle nicht mehr zu entschädigen haben." Die Aratgutachten gefallen der Berufsgenossenschaft auch nicht. Deshalb wird gefordert natürlich im Interesse der Berufsgenoffenschaft eine beffere sozialpolitische Borbil. dung der Aerzte. Es heißt im Bericht: Better foll eine bessere sozialpolitische Wor. bildung der Aerzte angestrebt und zu dem gwede bez Professor Dr. Hildebrand in Marburg um Abfaffung einer sozialpolitischen Anleitung für die Aerzte ersucht und bei dem Kultusminister die Errichtung eines Lehrstuhls für so. ziale Medizin in Marburg beantragt werden." Bosen" flagt über era temangel auf dem Lande und richtet mit Erfolg Pflegestationen ein. Es wird be merkt, daß 53 Verletzte da geheilt wurden! „ Es sind das in Anbetracht des geringen Umfanges det Stationsbezirke recht beachtenswerte Erfolge, die namentlich im Hinblick auf den Weratemangel auf dem Bande für die weitere Ausbreitung der Landpflegestationen sprechen." Der Aufsichtsbeamte der Berufsgenossenschaft Lothringen meldet ganz ernsthaft: " Gesundheitsschädliche Einflüsse. Als solche tüßte ich keine anderen zu erwähnen als diejenigen, welche durch Allgemeinerfahrungen bereits signalisiert sind und von dem sehr umfangreichen Genuß von Branntwetn bei der Betriebsarbeit herrühren, wenn nicht auch die sorglose Be handlung von gefährlichen Verlegungen durch Heb. ammen, Kurpfuscher pp. Hier etwa Erwähnung berlangte." Dabei werden die Aerzte immer teurer und sorgen fo dafür, daß Kurpfuscher usw. ihre Kundschaft behalten. Auch die Berufsgenossenschaft Wagt: Der Honorarstreit mit der Aerzteschaft während der Jahre 1905, 1006 und 1907 verlangt an dieser Stelle Erwähnung. Gr endigte nach teilweisem Streit der Aerzte damit, day der bisherige Preis für Gutachten von 3 bis 6 m. auf 10 Di. für kurze Befundberichte von 3 auf 5 M. als Mindestsatz erhöht werden mußte." einen Einrichter und dergl. kann erfahrungsgemäß nicht als geAuch wurde beobachtet, daß die Gemeinden nicht in allen Fällen ihrer durch§ 27 des Unfallversicherungsgesezes für Land- und Forstwirtschaft statuierten Pflicht genügen, nämlich verunglückten Arbeitern, die nicht auf Grund gefehlicher Bestimmungen Anspruch auf freie ärztliche Behandlung, Arznei und sonstige Heilmittel haben( z. B. Taglöhnern und Familienangehörigen), während der ersten 13 Wochen nach dem Unfalle auf Stosten der Gemeindekasse Krankenhilfe in dem vorbezeichneten Umfange zu gewähren. Das in manchen Gemeinden vorkommende Verfahren, die Unfallverlegten vor dem Bürgermeister erklären zu laffen, daß fie auf Krankenhilfe durch die Gemeinde verzichten, entspricht faum dem Willen des Gesetzgebers." Das alte Lied: Die Gemeinden find sparsam"; die meisten dieser verletzten Landarbeiter haben auch gar teine Ahnung von dieser gefeßlichen Bestimmung und unterschreiben auch willig dem Bürgermeister, daß sie auf die Hilfe der Gemeinde verzichten". Die Berufsgenossenschaft Oldenburg" verausgabte im Jahre 1907 gange - 10,60 2. für das Heilverfahren!! Baden" steigerte" die Kosten für dieses Heilverfahren von 20 M. im Jahre 1905 auf- 67,90. im Berichtsjahre. Ober. Glfag" lamentiert: Auffallend ist, daß gerade bei Unfällen der Betriebs. unternehmer und ihrer Familienangehörigen ernstere Verzögerungen in der Anmeldung der Unlfälle zu ver zeichnen sind. Gerade in diesen Fällen, wo nut felten eine Stranten versicherung besteht und infolgedessen für eine Heilung öfters nichts oder zu spät geschieht, fut es am meisten not, daß die Anmeldung rechtzeitig erfolge, damit die Berufsgenossenfchaft gegebenenfalls das heilverfahren zu überwachen oder selbst zu übernehmen in die Lage kommen fann." Und dabei gab diese Berufsgenossenschaft ganze 61 M. für das Seilverfahren aus! Diese Heuchelei! Die große Berufsgenossenschaft Königreich Sachsen" rühmt die günstigen Resultate eines frühzeitigen Heilverfahrens, hat aber nur 518 M. dafür übrig ge habt! Großes Geschrei über die Notwendigkeit der Fürsorge ero hebt auch der Bericht der Berufsgenossenschaft für das Großherzog. tum effen". Es wird die Rede des Ministers Braun wörtlich abgedruckt, sechs Druckseiten mit welterer Begründung ausgefüllt und schließlich weist der Rechnungsabschluß auf, das ganze 2553 M. dafür berausgabt worden sind! Schiväker! Die Verhältnisse aur dem Zande schildert jedoch der Bericht wie folgt: Man hat sich nur zu vergegenwärtigen, in welcher Lage sich ein Verletzter auf dem Lande befindet. Kurpfuschertum, Quadsalberei, Vorurteile und Aberglauben, schlechte häusliche Verhältnisse, Beeinflussung durch Familienangehörige, Beratung von Winkelkonsulenten und dergleichen tragen alle dazu bei, daß er nicht sachgemäß behandelt, ungenügend verpflegt, aufgeregt und verheft wird." Die Heber" find hier also die Winkeladvokaten, welche hier und da dem armen Bauern zu seinem Recht au verhelfen suchen. Die Wohnungsnot der Armen Dean sollte nun annehmen, daß die Berufsgenossenschaften und die Wohnungspolitik der Reichen. recht eifrig in der Uebernahme des Heilverfahren innerhalb der Wartezeit, d. h. der ersten 13 Wochen des Unfalles Unter den zahlreichen Mißständen und Beschwerden, unter feien. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Berufsgenossenschaft denen das Proletariat in der fapitalistischen Welt zu teiden hat, Beffen- Nassau" predigt z. B. den Sektionsvorständen: innerhalb steht mit an erster Stelle das Wohnungselend. Wohl haben nam der ersten 13 Wochen im größeren Umfange als bisher ein intens hafte Sozialpolitiker aller Richtungen auf die schweren sozialen, fiveres Heilverfahren durchzuführen", hat aber im Berichtsjahre nur hygienischen und ethischen Schäden hingewiesen, denen die breiten 8981 M. hierfür verausgabt. Mehr Wert legt Posen" auf diesen Volksmassen unter dem Drucke dieser Wohnungsmisere ausgesetzt Punkt und schreibt, daß in 606 Fällen das Heilverfahren übers find, aber weder Reich noch Staat und Kommunen beginnen sich nommen wurde und 39146 M. Hierfür verausgabt sind. Wet- auf ihre Pflicht zu befinnen, um diesem sozialen Uebelstande zu mar" hatte dagegen nur eine Ausgabe von 76 M. für diese Leibe zu gehen. Reich und Staat haben allerdings genug zu tun, Zwecke, Schwaben und Neuburg" 4 Fälle übernommen.„ Ober- die Mittel für den Militarismus und die beträchtlichen Bivillisten franken" hatte nur in 7 Fällen das Heilverfahren übernommen, unserer zahlreichen Monarchen zu schaffen und darüber hinaus bemerkt aber: noch die Sonderansprüche anmaßender Junker und deren Halbbrüder, die Industriebarone, zu befriedigen. Sehr häufig ist den einkommenden Unfallanzeigen zu entnehmen, daß auch bei sch toeren Unfällen ein Arzt nicht oder erst sehr spät beigezogen wurde. Der Genoffenschaftsvorstand glaubt nicht nur im Intereffe der beitragspflichtigen Genossenschaftsmitglieder, sondern auch im Interesse der Verletzten zu handeln, wenn er darauf hinwirkt, daß ein Arzt unverzüglich zu Rate gezogen wird. Die Behandlung durch Kleines feuilleton. Theater. Daß dabei die berechtigten Ansprüche und Forderungen der Arbeiterklasse, durch deren Tätigkeit eben jene Mittel erst geschaffen werden, unberücksichtigt bleiben, bedarf keines Beweises. Die Gemeinden dagegen, die in erster Linie berufen wären, auf dem so wichtigen Gebiete des Wohnungswesens die Initiative zu ergreifen und eine großzügige Wohnungspolitik zu befolgen, haben fast ausnahmslos versagt. In den Städten ist es das Hausbefizer, in den Landgemeinden das berüchtigte Grundbefizer privileg, das den herrschenden Massen die ausschlaggebende Stellung in den Gemeindeparlamenten sichert und so jede Regung nach fruchtbringender, positiver sozialer Arbeit im Steime eritidt. Wohl ist es richtig, daß auch die Gemeinden unter den heutigen gesetzlichen Bestimmungen und solange der Grund und Boden Privateigentum und Handelsware ist, die Wohnungsfrage nicht restlos lösen können. Aber es ständen ihnen Mittel und Wege genug zur Verfügung, die Wohnungsnot gang erheblich zu mildern, menn eben in deren Berwaltungen nicht die Privatinteressen, die Interessen der Grundbefizer, die Oberhand hätten. Ein klassisches Beispiel dafür lieferie der Gemeindevorstand von GroßLichterfelde. Veranlaßt durch die örtlichen Verhältnisse und die Tatsache, daß das Schlafstellenwesen in erheblichem Umfange zugenommen hat eine Erscheinung, die symptomatisch für die Verschlechterung der Wohnungsverhältnisse ist, ließ der sozialdemokratische Wahlverein folgenden Antrag an die Gemeindever tretung gelangen: Seitens der Gemeinde umfangreichen Grundbefiß zu er werben, die Erbauung von Wohnhäusern hauptsächlich mit Heineren Wohnungen in eigener Regie auszuführen, die Wohnungen an alle Gemeindeangehörigen zu einem Preise zu vermieten, der lediglich die Verzinsung und Amortisation des aufgewendeten Kapitals, die Verwaltungskosten und die für die Instandhaltung der Gebäude nötigen Kosten deckt." Dem Antrag war eine eingehende Begründung, geftüßt auf genaueste Kenntnis der örtlichen Verhältnisse, beigegeben. Die Untwort des Gemeindevorstandes auf diesen Antrag hat folgenden Wortlaut: Ge fann nicht zugegeben werben, daß in Groß- Lichterfelde im allgemeinen eine Wohnungsnot besteht oder ein Mangel an Kleinen Wohnungen vorhanden ist. Bugegeben muß werden, daß die für Arbeiter, fleine Beamte und sonstige weniger bemittelte Einwohner in Frage kommenden Wohnungen zum er heblichen Teil in den Souterrains und Dachgeschossen liegen; bestritten muß aber werden, daß diese Wohnungen alsgesundheitsschädlich zu betrachten sind. Die Bauordnung läßt die Benußung von Stellergeschossen für Wohnzwecke nur dann zu, wenn die Kellersohle nicht mehr als 50 Zentimeter unter dem Erbboden liegt. Die Wohnungen tragen daher, besonders da sie meist hinreichend hoch und mit größeren Fenstern versehen sind, in der Mehrzahl den Charakter von Parterrewohnungen. Die in den Dachgeschossen befindlichen Wohnungen sind erst recht nicht gesundheitsnachteilig; fie besigen, namentlich die in den Testen 10 Jahren erbauten Häusern liegenden, einen durchaus twohnlichen Anstrich, sie sind meist gut ausgestattet und hine reichend geräumig, so daß sie zum großen Teil sogar von besser fituierten Mietern in Anspruch genommen werden. Daß ein Mangel an Wohnungen für Arbeiter hier nicht besteht, wird besonders durch den Umstand erwiesen, daß hier viele Hunderte von Arbeitern wohnen, die ihre Arbeitsstelle nicht in GroßLichterfelde, sondern auswärts, z. B. in Berlin, Schöneberg, Zehlendorf, Marienfelde usw. haben. Würden in diesen Ort schaften Wohnungen für Arbeiter in hinreichender Anzahl oder zu billigen Preisen vorhanden sein, so würden die Arbeiter ficherlich nicht die Unbequemlichkeiten und Roften auf sich nehmen, die mit Wohnungen verbunden sind, die von ihrer Arbeitsstätte weit entfernt liegen. Es muß bezweifelt werden, daß die Ge meinde in der Lage sein würde, Wohnungen billiger zu be= schafffen als die Bauunternehmer, wenn sie Zinsen, Tilgungsraten, Unterhaltung, Verwaltungskosten usw. in Anrednung bringt. -Die Gewinne der Bauunternehmer im hiesigen Ort find feineswegs so hoch meist nicht über das übliche Architektenhonorar, das ja auch die Gemeinde aufzubringen hätte, hinausgehend, daß hierin ein Grund für die angeblich zu hohen Mieten zu finden wäre. Wie die steuerlichen Feststellungen ergeben, machen auch die hiesigen Hausbesizer.im allgemeinen schlechte Geschäfte; ein großer Teil erzielt nur mäßige Ver zinsung des angelegten Stapitals und ein anderer arbeitet mit Verlusten. Dazu trägt der Umstand wesentlich bei, daß bei dem starken und fortwährenden Wechsel der Einwohnerschaft Wohnungen häufig fürzere oder längere Zeit leer stehen, und daß fast bei jedem Wohnungswechsel Sosten für Instandseßung der Wohnungen entstehen. Damit würde aber die Gemeinde ebenfalls zu rechnen haben. Daß das Schlafstellenwesen, welches in Lichterfelde allerdings einen ziemlich erheblichen Um fang angenommen hat, durch Herstellung und Hingabe von Ge= Musik. auch zum Schmerze, nach seinem Willen auszukosten. Wohl wallt beim Wiedersehen mit der Frau, die in edler Selbstbeherrschung jede eifersüchtige Regung unterdrüdt und auch seine Begleiterin Der Komponist Sarl Weis hat mit seiner Oper von 1901 herzlich willkommen heißt, ein Gefühl der tiefen Rührung, ja etwas" Der polnische Jube" eine musikalische Tragödie geschaffen, die auf tie beschämtes Schuldempfinden in ihm auf. Aber sein Entschluß, unseren Bühnen erfolgreich und nahezu volkstümlich wirkte, nicht Kammerspiele: Der Graf von Gleichen, Schau- nur vorläufig verhehlt, bleibt unerschüttert. Vorzüglich ist in diesen zuletzt durch ihre für einen dramatischen Barhton sehr dankbare spiel in einem Vorspiel und drei Aufzügen von Wilhelm Situationen schon die Mischung weltflug abwägender borurteils- Hauptrolle. Sein erstes bekannteres Werk war eine tschechische Schmidtbonn. Bei der gewohnheitsmäßigen Zurüdhaltung loser Klugheit und glühender Leidenschaftlichkeit des Tempera- Oper„ Die 8 willinge" nach Shakespieres„ Was ihr wollt". des Premierenpublikums der Kammerspiele läßt sich über die Auf- ments in dem Charakter der Frau, ihr Wesensgegensatz zu der an die 1892 zu Prag und deutsch 1902 zu Frankfurt a. M., endlich am nahme des neuen Dramas nichts Bestimmtes sagen. Für mein Singabe gleich unbegrenzten, aber wehr- und waffenlosen Mädchen. Dienstag in unserer Komischen Oper herauskam. Empfinden war der Eindruck der Aufführung und der Dichtung im art der jungen Türkin angedeutet. In Szenen von erstaunlicher Das Fehlen eines Textbuches und das typische Uebertönen der Rahmen dieser Aufführung außerordentlich start erschütternd und Kühnheit, die bei der hinreißenden Darstellung der Durieus Singstimmen durch das Orchester erschwerten die Feststellung, in durchwühlend. In dem nächtlichen Monologe des eingekerferten, in jeder Nüance dennoch vollkommen überzeugend waren, vollzieht wie weit das Libretto vom klassischen Text abweicht. Jedenfalls ist seiner Flucht entgegenharrenden Grafen, dem Auftakte, mit dem sich in dem zweiten Aufzug der Zusammenstoß der beiden. Slug das Schicksal des Sebastian und feiner Zwillingsschwester Viola in das Vorspiel einsett, klang erst nur hier und da ein Laut, der überlegt und vornehm stolz ist die Herausforderung der Schloß der Oper stärker herausgearbeitet. Schiffbrüchig und voneinander schärfer hinhorchen ließ. Die Jambensprache oft ein Mittel, den herrin, furchtbar der seelische Zusammenbruch, als sie die Wahrheit gerissen, kommen fie ins Land des Herzogs von Illyrien. Der Mangel prägnanter dichterischer Anschauung hinter dem Brunte erfährt. Ihr Stolz schmilzt hin, die Zügel der Besinnung ent- Herzog liebt die Gräfin Olivia, die jedoch gegen ihn kalt bleibt und breiter Rethorik zu verstecken erregte Mißtrauen. Es wich aber gleiten ihr, sie raft, fie fleht und beschwört die Fremde, ihr den zwei tomische andere Liebhaber, den Bleichvang( Buffotenor) und in der nächsten Szene schon, bei der Erscheinung des mahnenden Mann zu lassen, und unterwirft sich schließlich ein Tier, das den Malvolio( Baß) belächelt. Verkümmert im Libretto der Herzog Todes, dem der Gefangene im wild entschlossenen Egoismus trott, lieber sterben als von seinem Herrn gehen will dem Anfinnen zu einer stereotypen Figur, so läßt es um so rascher und hervoreiner eigenartig intensiven und bis zum Schluß anhaltenden des Grafen. Unter dem Zwang des Unerträglichen flackern dte ragender das Schicksal Violas sich entfalten, die in Mannskleidern Spannung. Der Atem komprimierter, dumpf schwüler Leiden- Funken moralischen Jrrfinns zu heller Lobe empor. Sie wird Dienst beim Herzog nimmt. Sie liebt ihn; er ist dem Jungen gut schaft weht aus dem Hintergrund der stimmungsvollen Bilder des zur Meuchelmörderin Naëmis, und rühmt sich vor dem Gatten, und sendet ihn als Liebesboten zu Olivia. Violas Leiden unter ersten Aufzuges und schwillt dann in gewaltiger Steigerung zum ber sie schaudernd verläßt, noch immer Liebe heischend, ihrer Tat. der ihr selbst entgegenwirkenden Aufgabe tritt noch deutlicher her Sturm, der jede Schranke niederwirbelt. Das mittelalterliche Zilla Durieug erzwang mit einer visionären Kraft des vor, als im Urterte. Nun liebt Olivia den Jungen und bestellt ihn. Roftüm, durch die Sage, an die der Dichter anknüpft, nabe gelegt, Spiels auch noch den Glauben an dies Lezte. Prachtvoll echt in hält aber den Zwillingsbruder für den Erwarteten und entfaltet erlaubt ihm, frei von allen Rücksichten und Hemmungen, die ein feinem verbohrtem Eigenfinn der Leidenschaft, seiner Weichheit und ihre Liebe natürlich breiter als im Drama. Rasche Vermählung, naturalistisch detailliertes Milieu ihm auferlegen würde, fich gans feinem Born wirkte Wegener als Graf. Camilla Giben- Brellung der Komiter, abgekürztes Verraten von Biolas Gefchlecht, dem Zuge feiner Phantasie zu überlassen und in raschem Aufstieg ich ü½ war eine reizende Načmi, Moiffi mit ehern flingenden und Vereinigung von ihr und dem Herzog. den Gipfel der Leidenschaft zu erklimmen. Organ ein trefflicher Sprecher des„ Lodes". Wer je in England den Typus der dortigen Shakespeareaufdf. " Der Stoff, wie er sich in der Ueberlieferung findet, ist nur ein ganz untragisches Kuriosum. Der Graf von Gleichen, heißt es, Trianon Theater:" Der Sathr", Schwank von führungen mit Singfang und Tanz kennen gelernt oder, wie der fei bei einem Kreuzzug von den Türten gefangen und nach zwölf Georges Berr und Marcel Guillemand. Die Direktion griff Schreiber dieser Beilen, eben Was ihr wollt" derart in London geJahren durch ein schönes Türkenmädchen, dem er mit heiligem Eide in den Sad des Weihnachtsmannes und holte eine Nuß heraus. fehen hat, wird fich doppelt freuen, daß Karl Weis nichts von Die Heirat versprach, befreit worden. Der Papst, an den der Ritter 3war hat diese einen ziemlich vermiderten Kern aber eine solcher Operettenart bringt. Anscheinend selber der Librettist hai nach seiner Rüdfehr mit seiner Retterin au Frau und sind sich gleißende Schale. Nach dem wichernden Lacherfolg zu schließen, er seine Borlage größtenteils geschickt vereinfacht, natürlich mit wandte, habe die Doppelehe gestattet, und so durfte er unangefochten wird sie jedenfalls große Attraktionskraft auf alle Stadt- und neuer Benutzung des tollen Treibens der Nebenpersonen und speziell mit den zwei Frauen bis an sein feliges Ende leben. Schmidt Provinzonkels, desgleichen bemannte oder undemannte Weiblich der Figur des Malvolio, die zu einer großen und figurenreichen bonn die Lejer kennen den Autor von einigen seiner besten in feiten ausüben, bei denen Vergnügungssucht und vollgespickte Börse Baßpartie geworden ist. Aber die Verse! Anstatt des Shakespeareder„ Neuen Welt" abgedruckten Erzählungen entlehnt der Chro. sich das Gleichgewicht halten. Erzählen kann man die" Handlung" schen Blankverses gereimte Bierfüßer, so trivial, wie man sie nur nit nur das Aeußere der Verwickelung, um in brennenden Farben schwerlich, ohne das Hundertste mit dem Tausendsten zu verwechseln. in Leieropern gewöhnt ist! Die Mujit erhebt sich darüber weit und auszumalen, wie das Weib des Grafen, im Innersten ihrer In- Auf Waldpromenaden bei Paris sind schon verschiedene Frauen fällt nur bei den lyrischen Stellen von Lust und Liebe in Trivialtstinite getroffen, einen Verzweiflungstampf mit der Rivalin von einem Unbekannten plöslich- umarmt und abgefüßt worden. täten. Reich durchgearbeitet, versteht sie namentlich die allmähliche führt. Aus dieser Tatsache". sei fic fingiert oder nicht, spinnen die finger- Serausentwidelung der vielen, zum Teil der Komil des Tertes mit Nicht durch seinen Schwur, noch auch durch Dankbarkeit fühlt fertigen Autoren Faden um gaden: Das gibt ein Maschennek, in brolligen Sabfünsten entsprechenden Ensembles aus dem mufikalifich der Held des Dramas an die Frembe geleitet. Salt, eigen- dem die hirntollsten Ausgelassenheiten und sinnlosesten Verivechse- fchen Dialoge. Bumal die Afischlüsse zeigen derartige Kunst in gut süchtig denkt er zuerst, sie auf der Flucht zu verlassen, aber ihr lungen hängen bleiben. Sollen wir uns darüber entrüften, daß virksamer Weise. Und mit einem gemeinsamen Veitmotive der Liebreiz schmeichelt fich bezwingend ein in seine Seele und ver- das Ganze so wenig als möglich literarisch" ist? Eine mit Geschid Geschwister versinnlicht die Mujit den glücklichen Irrtum Olivias mählt sich mit der Erinnerung an die Gattin. Undenkbar scheint komponierte Schwerenöter"-Mache ists auf alle Fälle. Das mag auf glüdliche Art. ihm der Verzicht auf eine, der Bund mit beiden als das höchfte allen, die raffiniert angerichtete" Sathe"-Chosen charmant finden, Aufführung: sehr gut, mit deutlicher Gestaltung und diesmal Glück. Das Leib der langen Kerkereinsamkeit deutet sein Egois- genügen. Nun, und das wird der aahlungsfähigen Moral leichter surfidhaltend wirksamer Regie. Erfolg: lebhaft und wohlverbient, mus fich als greibrief, den Neft des Lebens, und war er andern als das Lachen?! e. k. Bollstümlicher Wert: Null, wirken würde. Nicht dringend genug fann zur Vorsicht vor ähnlichen Inseraten Gefahrenkreis des Betriebes. unterstützen. Darum gehört diese Frage auch in diese Caritas Bersammlung. Der Statholische Frauenbund hat in feinen Aufrufen und Sagungen bortweg erklärt, daß die angestrebte Verbesserung der irdischen Verhältnisse nicht das Endziel, sondern nur das Mittel sei, um in dieser Zeit und in dieser Lebensstellung ein höheres Ziel zu erreichen, das jenseits dieser sichtbaren Welt liege und zu dem das irdische Leben nur die Vorbereitung fei. Der Katholische Frauenbund läßt sich also von der katholischen, von der christlichen Weltanschauung leiten und legt sie allen seinen Bestrebungen zugrunde. Schon dieses würde genügen, um obige Frage bejahen zu können. Aber auch in den Einzelzielen bekennt er sich zu den Grundsägen des Christentums. Er will das Selbstbewußtsein der Frau weden, aber fie dem von Gott gewollten Berufe nicht entfremden. Er will ihre Bildung fördern, aber dabei die Charakter- und Herzensbildung an die erste Stelle fezen. Er will die Lehr- und Lerntätigkeit der Frau pflegen, aber nur innerhalb der Grenzen ihrer Kräfte und Fähigkeiten. Er will das weibliche Geschlecht heben, Nun find aber feine von Gott gefeßte Eigenart nicht übersehen. wir leicht imstande, das Urteil zu fällen. Der Frauenbund bewegt fich auf dem Boden der Kirche. Er will die Frauen bewahren, jene uferlosen Jerfahrten mitzumachen, die ihrem Geschlecht wie der menschlichen Gesellschaft zum Verderben gereichen müssen. Er will verhüten, daß sie sich durch Tagesbedürfnisse und schwankende Meinungen täuschen und irreführen lassen; er gibt ihnen vielmehr einen festen Stand, auf dem fie an dem Wohl ihres Geschlechtes auf dem sicheren Grunde der göttlichen Wahrheit mitarbeiten fönnen. Darum nehmen eure Bischöfe keinen Anstand, den Statholischen Frauenbund den Frauen ihrer Diözesen wärmstens au empfehlen. Beinbewohnungen beseitigt oder eingeschränkt werden würde, der Klage zu mahnen. Wie S. in der Verhandlung als Zeuge läßt sich nicht annehmen. Es wird immer unberheiratete Ar- erzählte, will er sich mit der Buchmakulatur eine warme Stube beiter geben, die ein Unterkommen haben müssen; das können sie machen", damit sie wenigstens noch zu etwas verwandt werde. aber nirgend anders finden als bei berheirateten Kollegen, Da von der beklagten Firma" niemand erschienen war, so erwie das allererts der Fall ist und von jeher so war. Alles in ging Beriäumnisurteil. Gleich dem Zeugen H., der sich allem würde die Herstellung weiterer Arbeiterwohnungen bei mit dem Berlust der 500 M. schon abgefunden hat und wieder alé den in den Nachbarorten herrschenden Wohnungsverhältnissen Tischlergefelle arbeitet, wird wohl auch der Kläger von seinem Gelde lediglich die Wirkung haben, daß Groß- Lichterfelde in noch weit feinen Pfennig mehr wiedersehen. Denn nominelle Inhaberin des größerem Umfange als Wohnstätte für Arbeiter dient, die nicht Geschäfts ist die Tochter Marie R., ein junges Mädchen, und der hier, sondern auswärts ihre Arbeitsstellen haben. Das liegt aber Vater ist der„ Prokurist". nach feiner Richtung hin im Interesse der Gemeinde. Es scheint int übrigen aus sozialen Rüdfidyten nicht empfehlenswert, die geraten werden. Arbeiter in besonderen Häusern abzusondern. Die KlaffengegenDie Arbeiter fäße würden dadurch nur verschärft werden. tvollen das auch selbst nicht und deshalb steht zu befürchten, daß Auf einem Neubau in Rigdorf stürzte der Töpfer M. Kurz nach eine Maßregel, wie sie feitens des sozialdemokratischen Vereins Arbeitsschluß aus der Höhe der 4. Etage, da die Treppe nicht geempfohlen wird, verfehlt sein würde, selbst für den Fall, daß es sichert, vielmehr noch ohne Geländer war, ab, und verlegte sich der Gemeinde möglich sein würde, billigere Wohnungen herzu- tödlich. Der von der Witive erhobene Anspruch auf Hinterbliebenenstellen. Ein anderer sozialer Gesichtspunkt ist der, daß die Kon- rente wurde von der Nordöstlichen Baugewerfs= kurrenz der Gemeinde auf dem Gebiete des Häuserbaues eine Berufsgenossenschaft abgelehnt. Die Genossenschaft führte Schädigung des hiesigen Bauunternehmertums, das, wie feste aur Begründung ihrer Ablehnung an: Nach den von uns an fteht, feinestvegs auf Rosen gebettet ist, im Gefolge haben würde, gestellten Ermittelungen hatte Ihr Ehemann am 10. Januar 1908 die schließlich auf die Verhältnisse der Arbeiter selbst zurüd nach Arbeitsichluß den Bau bereits verlassen, als er bemerkte, daß er feine Kaffeekanne vergeffen hatte. Er begab sich lediglich in Es dürfte in Erwägung zu ziehen sein, ob es sich nicht feinem privaten Intereffe nochmals nach dem Bau, stürzte infolge empfiehlt, daß die Gemeinde für ihre eigenen Arbeiter, soweit Trunkenheit auf der Bodentreppe seitlich ab und verletzte sich bei es praktisch angängig ist, Wohnungen beschafft. Diese Frage hat dem Sturze tödlich. Dieser Vorgang stellt einen Betriebsunfall der Gemeindevorstand schon früher erörtert, z. B. ist bei den nicht dar." Erörterungen über den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes an Hiergegen wurde vom Arbeiterfekretariat Berlin Berufung Wohnungen für Gemeindearbeiter gedacht worden. Es würde eingelegt und geltend gemacht, daß M. den Gefahrenkreis des Be damit zugleich eine Probe auf das Erempel gemacht sein, das der triebes noch nicht berlaffen hatte, mithin ein entschädigungspflichtiger Die Kirchenfäulen wissen, daß den Frauen die politische Gleichfozialdemokratische Wahlverein aufstellt. Unfall vorläge. Das Schiedsgericht für Arbeiter berechtigung dauernd nicht vorenthalten werden kann. Sie arbeiten Im übrigen tönnte der Frage der Errichtung von Arbeiter versicherung Regierungsbezirk Botsdam gab der Berufung statt deshalb jezt schon darauf hin, in dem weiblichen Element sich einen wohnungen in größerem Umfange nur in Gemeinschaft mit den und berurteilte die Berufsgenossenschaft zur Zahlung mit den Diensten der Kirche blindwilligen politischen Faftor zu erziehen. Rachbargemeinden näher getreten werden. Ginge Groß- Lichter- folgender Begründung: felde allein darin vor, so würde die Folge sein, daß die Ar- Der angefochtene Bescheid der Beklagten geht davon aus, daß Betrachtet man das Eingreifen der Kirche von dieser Seite, ist die beiterschaft in noch stärkerem Maße nach hier zuströmte und daß der Verstorbene den Neubau, auf dem er gearbeitet hatte, nach Ruganwendung für die Sozialdemokratie gegeben. Was hier auf fich dann höchst unerwünschte Zustände ergeben, daß namentlich Arbeitsschluß bereits verlassen hatte, als er bemerkte, daß er seine dem Spiele steht, darüber muß uns fattfam belehrt haben der Widerber hiesigen Gemeinde zugunsten der auswärtigen unerträgliche Staffeefanne daselbst vergessen hätte. Er habe sich deshalb, also stand, den der männliche fatholische Boltsteil im Banne der Kirche. Lasten aufgebürdet würden, zu deren Tragung fie weber belediglich in seinem privaten Intereffe, nach dem Bau zurückbegeben dem Sozialismus entgegenstellt. fähigt, noch moralisch verpflichtet ist. und fei hierbei von der Bodentreppe hinabgestürzt. Jedenfalls wird die Gemeinde Groß- Lichterfelde dem AnDiese Darstellung, deren Richtigkeit von der Klägerin Bund für Mutterschuh. trage des sozialdemokratischen Vereins gegenüber vor der Hand bestritten ist, steht im widerspruch mit dem Inhalt Die Leserinnen des„ Borwärts" fennen die Bestrebungen des eine ablehnende Haltung beobachten und die weitere Entwideder Aften. Rach den Ermittelungen des technischen Bundes für Mutterschutz. Als Kämpferin für foziale Reformen lung der Wohnungsverhältnisse hier und in den Nachbar- Aufsichtsbeamten G. und der Ausiage des als Zeuge vernommenen fommt er nicht in Betracht, aber feine von Humanität und Menschengemeinden abwarten, Töpfers W. hatte M., als er bemerkte, daß er seine Kaffeekanne liebe getragene praktische Arbeit kann doch einzelne Unglückliche helfen Der Gemeindevorstand. Lange." vergessen hatte, den Neubau noch nicht verlassen, und vor dem Verderben retten. Aus diesem Grunde tommen tvir In dem Antwortschreiben hebt der eine Saß den anderen fondern befand sich im dritten Stockwerke des Vorderhauses. Er der Bitte, nachfolgende Zeilen im Vorwärts zu veröffentlichen, wieder auf. Die Ableugnung der Wohnungsnot fontraftiert felt- wollte, um nach feiner im vierten Stockwerke des Seitenflügels befam mit der vom Gemeindevorstand selbst zugestandenen Tatsache, findlichen Arbeitsstätte zurüdzugelangen, über den Dachboden gehen, Weihnachtsbitte für verlassene Matter unb daß die auswärts beschäftigten Arbeiter auch im Arbeitsorte und ist dabei von der Bodentreppe hinabgestürzt." wohnen würden, wenn dort Wohnungen in hinreichender Zahl Das Schiedsgericht führt nun weiter aus, daß nach der Allen, die bereit finb, den berlassenen und in Rot geratenen oder zu billigen Preisen zu haben wären. Dies trifft ebenso auf ständigen Rechtsprechung Unfälle, die nach einer angemeffenen Zeit Groß- Lichterfelde zu. Dagegen wollen wir keineswegs leugnen, nach Schluß der Arbeit auf der Betriebsstätte eintreten, als Betriebs- verheirateten und unverheirateten Müttern mit ihren armen Kindern daß die Wohnungen der arbeitenden Bevölkerung in den Sou- unfälle anzusehen find. Das trifft im vorliegenden Falle zu, denn zu helfen, aber auch allen, die sich etwa stoßen an der Ethik des fei hier terrains und auf den Dächern meist einen„ wohnlichen Anstrich" daß sich W. ungebührlich lange auf der Betriebsstätte aufhielt, sei Bundes für Mutterschutz, soweit sie ihnen befannt ist. durch mitgeteilt, daß ihrer Art, helfen zu wollen, dennoch nichts haben. Leider ist dieser Anstrich" auch das einzige, was auf eine nicht erwiesen. entgegensteht, denn- böllig unberührt vom Kampfe furze Zeit hinaus eine gewisse Wohnlichkeit vortäuscht. Was Zur Arbeitslosigkeit. der Meinungen in Wort und Schrift waltet im speziell die Gesundheitsschädlichkeit der meisten Wohnungen dieser Art anbetrifft, so ist sie gelegentlich der Besprechung der BauDie fozialdemokratische Fraktion des Münchener Gemeinde- Bureau des Mutterschuges nur die praktische ordnung in einem Grundbefiberverein von einem Redner ausbrüd- follegiums brachte gestern einen Dringlichkeitsantrag ein, der den Arbeit. Hier stehen wir dem Leben selbst mit seiner grausamen Birk lich und ohne Widerspruch zu finden, hervorgehoben worden; jo Magistrat ersucht, 50 000 m2. bereit zu stellen zur Verteilung an die weit uns erinnerlich, war dieser Redner der Herr Schöffe Lange, Arbeitslofen, die zurzeit in außerordentlich großer Anzahl in München lichkeit gegenüber. Aus den toten oder angstvollen Augen der vielen Hilfsbedürftigen schaut das graue Elend. Ihnen gegenüber steht, ber nun mit seinem Namen die gegenteilige Behauptung bedt. vorhanden find. Daß nach den fteuerlichen Feststellungen" die Hausbefizer schlechte Am 21. d. M. fand eine städtische Arbeitslofenzählung in Augs. ftets Rat wiffend, Hilfe spendend, die Leiterin des Bureaus. Geschäfte machen, glauben wir; nur find diese steuerlichen Festburg statt. Es meldeten fich insgesamt 404 Arbeitslose. Doch find wenig Mittel stehen ihr im Berhältnis zur Not zur Verfügung! Arbeitslose vor- Richt einmal Kinderwäsche ist immer genug vorhanden und nur stellungen" ein etwas unsicherer Maßstab, unt danach das Einweifellos weit mehr- man schäzt sie auf 1000 tommen, unserer besitzenden Steuerzahler tagieren zu können. handen. Sowohl das Zählverfahren wie die zur Verfügung gestellten geringes Geld, die nächste Not einzelner zu lindern. Was uns aber in die nach seiner Meinung gegen die Wohnungsfürsorge der Ge der Arbeitslosigkeit geben fonnte. meinde sprechen. nach: Kinder! Aber meiften interessiert, find die sogenannten sozialen" Gesichtspunkte. Räume waren so mangelhaft, daß die Zählung fein objektives Bild follen Arbeitsmöglichkeiten verschafft werden. Sie sollen vor den Und zwar würde es sich nicht empfehlen, die Arbeiter in be. fonderen Häusern abzusondern, weil dadurch die Klaffengegensäße berschärft mürben und dann würde die Konkurrenz der Gemeinde auf dem Gebiet des Häuserbaues eine Schädigung der hiesigen Bauunternehmer im Gefolge haben. Den Antragstellern ist selbstverständlich nicht der berrüdte Gedanke gekommen, die Arbeiter in besonderen Häusern oder Straßen ..abgusondern nach dem Muster der Juden- Getthos im Mittelalter. Es ist ihnen auch nicht eingefallen, zu verlangen, daß nur Arbeiter- Wohnungen gebaut werden sollen, sondern daß die Gemeinde das Wohnungsbedürfnis aller Gemeindeangehörigen ohne Unterschied zu befriedigen bestrebt sein und zu diesem Zwede eine groß zügige fommunale Wohnungsfürsorge betreiben solle. in Aus der Frauenbewegung. Der Kardinal erlaubt es. daß fönnen, Die in Rot Geratenen follen arbeitsfähig gemacht und ihnen moralischen Untergang bewahrt und zu Müttern erzogen werden, die sich der Verantwortung ihren Kindern gegenüber bewußt find. Es ist leicht einzusehen, wie alle Gaben, die hierher gespendet werden, eine weitgehende gute Wirkung mit sich bringen. Gerichts- Zeitung. Bom Reichsgericht freigesprochen 0 Man fende also übrige Sachen, besonders Kinderfachen oder Geld an das Bureau für Mutterschutz, Berlin Wilmersdorf, Die soziale Bewegung, die die Frauenwelt erfaßt hat und diese Trautenauer Str. 20, mit der Bemerkung auf der Geldanweisung: immer mehr in das öffentliche und politische Leben hineinzieht, hat Nur für praktische Zwede". Ind man kann einer dankbaren Anden Klerifalen schon lange bange Sorge gemacht. Die Ultramon- nahme und einer segensreichen Verwendung sicher sein. Ein Freund des Mutterschutzes. tanen find aber schlau genug, nicht Vogel- Straußpolitik zu treiben. Sie wissen, daß man soziale Bewegungen, die von der Verhältnisse Bwang geboren werden, nicht totschimpfen und fluchen fann. Aber aus der Praxis kennen die schwarzen Herrschaften das Mittel, Betvegungen, die ihrer Macht gefährlich werden folche Bahnen Auch die reichen Leute würden sicherlich die Wohnungen der zu Tenten, aus ber Gefahr wurde am Dienstag der Schießmeister Gottfried Steeg, der am Gemeinde beziehen, wenn sie dabei einige Groschen sparen können. eine Machtstärkung erwächst. Ein Teilchen der neuen An 80. Juli vom Landgericht Hagen i. W. wegen Bergehens gegeir Was die Verschärfung der Klaffengegensäße betrifft, so tann fich sprüche und Anforderungen wird als berechtigt anerkannt; das Sprengstoffgefeß zu der Mindeststrafe von drei der Gemeindeborstand beruhigen. Es gibt keine aufreizenderen Er foll Gegenfäße als sie jetzt schon in den einzelnen Ortsteilen so fraß das nicht nur: das Teilchen wird fogar als christliche Forderung Monaten Gefängnis verurteilt worden in die Erscheinung treten. Wir wollen nur hinweisen auf die ausgespielt, womit das Unchristliche des anderen Teiles für den Dynamitpatronen, die gerade nicht gebraucht wurden, vorschriftsDer vom Landratsamt Iserlohn Chauffeestraße( hier Alein- Rigdorf" genannt) mit all ihrer Armut Frommen schon als erwiesen gelten muß. Hat man das unschädliche widrig aufbewahrt haben. und ihrem sozialen Glend in den Hinterhäusern und-taum zehn Teilchen glücklich herausgefchält und es als Stonsequenz der christ- ausgestellte Erlaubnisschein schrieb Aufbewahrung an einem feuerauf die Berliner, Booth, Promenaden- und lichen Lehre ausgeputzt und ausgestellt, dann hängt man die ganze und diebesficheren Orte vor. Der Angeklagte hatte die Patronen in andere Straßen mit ihren Billen und Palästen, die von dem Reich Bewegung an den Dogmenhaken. Stein Gläubiger der alleinfelig einen Nebenstollen gelegt, wo sie bei einer unerwarteten Revision tum und der verschwenderischen Bruntsucht ihrer Befizer zeugen. machenden Kirche darf über die enge Grenze, die firchliche Autorität gefunden wurden. Die Revision des Angeklagten wurde von: Aufreizendere Gegensäte finden sich selten auf so engem und mit so überwältigender Beweiskraft für unsere ungefunden gezogen hat, fich hinauswagen bei Gefahr des Bannſluches. Das Reichsanwalt befürwortet, ber selbst die Freisprechung beantragte. sozialen Verhältnisse. Der Gemeindevorstand ist also mit seinem ber Stirche nicht unbequeme Teilchen sozialer Bewegung soll aber mit Der Fehler liege beim Landratsamt. Man könne nicht verlangen, guten Rat, doch die Klassengegenfäße nicht zu verschärfen, reichlich gemacht werden, damit dadurch die Macht der Kirche wachse. Nach diesem daß der Angeklagte sich intelligenter erweise als der betreffende Beum einen Posttag zu spät gekommen und außerdem noch an eine Rezept hat sich fürzlich Kardinal Kopp mit der Frauenbewegung amte des Landratsamtes, der doch mit den gesetzlichen Bestimmungen falsche Adresse geraten. Dagegen fönnen wir ihm nachfühlen, daß beschäftigt. Es war in der Generalversammlung des St. Vinzenz- vertraut sein müsse. Eine vorschriftswidrige Aufbewahrung lieg er den Bauunternehmern teine Konkurrenz bereiten will. vereins in Breslaut. Man lese, was die ultramontane Bresse über nicht vor. Das Reichsgericht bob das Urteil auf und den Vortrag berichtet, und urteile, ob das stimmt, was wir ein- sprach den Angeklagten frei. leitend von der Politik der Schwarzen fagten. Die ultramontane Schlesische Boltsztg." läßt Kardinal Kopp folgendes sagen: Minuten weiter Haume Die Rücksicht auf das Privatkapital, auf die Grundeigentümer und Bodenspekulanten, die auch in der Gemeindeverwaltung in allen Fragen die Entscheidung haben, erftidt jede Regung des sozialen Gewissens. Und che nicht mit Hilfe eines bernünftigen Gemeindewahlrechtes die Bahn frei wird für eine kraftvolle Betätigung der Arbeiterklasse in den kommunalen Körperschaften, wird auch auf eine gründliche Besserung der so überaus traurigen Wohnungsverhältnisse nicht zu rechnen sein. Soziales. Die zweimal verkaufte Filiale. Bon einer merkwürdigen Gefchäftsgründung wurde gestern bor der dritten Kammer des Berliner Kauf mannsgerichts der Schleier gelüftet. Der Handlungsgehilfe Hermann N. erhebt gegen den Buchhändler" Reinhold Klinger Silage auf Herauszahlung von 500 M. Geschäftseinlage. S. meldete fich auf ein Inferat, in welchem eine bequeme Existenz für einen fautionsfähigen jungen Mann" ausgeschrieben wurde. Er erhielt darauf bom Beflagten die Mitteilung, daß er gegen eine Raution von 500 M. eine Filiale in der Rosenthaler Straße übernehmen tönne. Sobald er den Betrag zahle, befomme er die Filiale zugewiesen. R. war mun so unvorsichtig, die 500 M. au zahlen; erst nachdem er feine Ersparniffe los mar, jab er, daß die sogenannte Filiale" aus einem fleinen Stämmerchen, welches Slinger ad hoo gemietet hatte, bestand, und daß selbst dieses höchst problematische Wertobjekt nicht mehr R. gehörte, sondern furz vorher einem Tischlergesellen S., der fich gleichfalls auf die Annonce gemeldet hatte, für 1000 m. verkauft worden war. Das Geschäftsinventar" bestand in einem Haufen alter Bücher, zum größten Teile Mäuberromane und Indianergeschichten, die alles in allem noch feine 30 M. Wert haben. H. hat, um flah die bequeme Eristena" au fichern, die aus jahrelanger Arbeit resultierenden Ersparniffe hingegeben, der Beklagte belam c# aber noch fertig, ihn um die restlichen 500 M. bei Vermeidung 17 An das Schwurgericht verwiesen Man kann den Frauen das Recht nicht bestreiten, ihre Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu haben. Greift doch die Frau in so biele Verhältnisse der Familie und damit auch des öffent lichen Lebens bestimmend und beeinflussend ein; auch zu den Arbeiten und Kämpfen der Caritas liefert die Frauenwelt die Kerntruppen, wie wir sie heute vor uns sehen. Und was soll ich fahrlässiger Tötung zu verantworten. bon der veränderten Stellung der Frauenwelt zu der Erwerbs tätigkeit sagen, zu der fie täglich mehr gedrängt wird? Es wäre engherzig und furzsichtig, wenn nicht ungerecht, das Frauengeschlecht von der Teilnahme an den Fortschritten und Errungenschaften der Zeit ausschließen zu wollen. wurde eine ettvas mysteriöse Affäre, die seinerzeit durch ihre ganz eigenartigen Begleitumstände großes Aufsehen erregt hatte. Aus der Untersuchungshaft wurde die 45jährige Masseuse Anna Clement der dritten Straffammer des Landgerichts I vorgeführt, um sich wegen Verbrechens wider das teimende Leben und Während die Clement im Untersuchungsgefängnis faß, wurde, wie fich unfere Leser entfinnen werden, der Kriminalpolizei von einem Klempnermeister mitgeteilt, daß der Ehemann Clement, der früher einmal als Schuhmacher tätig war, sich von ihm eine eigenartig tonstruierte Blech teste habe anfertigen lassen. Die KriminalNun läßt sich jedoch nicht verkennen, daß die Ziele und Mittel, polizei nahm nochmals in der E.'schen Wohnung eine Haussuchung die von manchen Kreisen in die Frauenbewegung hineingetragen vor, die ein höchst überraschendes Resultat hatte. In dem Keller werden, große Bedenken erregen; fie miñachten die von Gott ge wurden hinter altem Gerüimpel Gefäße und Flaschen entdeckt, die wollte Einrichtung der menschlichen Gesellschaft und find ihrem Glyzerin, Salpeter und Schwefelsäure fowie sonstige zur Ser Bestande gefährlich. Der fatholische Christ aber muß in allen itellung von Sprengstoffen erforderliche Chemikalien entLebensverhältnissen und bei allem, was er tut, Gottes Bollen und hielten. Diese wollte der anscheinend geistig nicht normale Clement Absichten befragen und die Grundsäße seines Glaubens zu Rate dazu verwenden, um die Blechweste mit einem Sprengstoff ziehen, um von ihnen Leitung und Nichtung für sein Tun und zu füllen. Er hatte die ungeheuerliche Idee gefaßt, mit Laffen zu gewinnen. Für die Frauenbewegung sind nun diese diefer Höllenmaschinenweste bei der Verhandlung gegen seine Richtlinien von Gott felbst in den heiligen Urkunden, in denen seine Ehefrau im Gerichtssaal zu erscheinen und hier den Die Offenbarung niedergelegt ist, flar und deutlich bezeichnet worden. Sprengstoff zur Entzündung zu bringen. Es erübrigt fich, in dieser Versammlung darauf näher einzugehen. nachträgliche Untersuchung des von G. hergestellten Sprengstoffes" Die fatholischen Frauen handeln daher flug und vorsichtig(!), daß ergab jedoch, daß dieser absolut ungefährlich war und nie zur Ents fie in die Frauenbeivegung eintreten wollen, aber unter Wahrung zündung hätte gebracht werden können. Da erhebliche Zweifel an der Grundfäße ihres Glaubens, und darum zu einem fatholischen der Zurechnungsfähigkeit des E. bestanden, wurde er zieds UnterFrauenbunde zusammentreten. Man muß ihnen aber die Frage fucjung seines Geisteszustandes in eine Jrrenanstalt übergeführt. fiellen, ob sie diese Nichtlinien wirklich gefunden haben und ob fich In der Verhandlung gegen die Ehefrau E. stellte es sich heraus, der Katholische Frauenbund in ihnen bewegt? Diese Frage ist daß die Angeklagte eines bollendeten Berbrechens dringend vers auch für die Caritas, um deren Werte wir uns heute versammelt dächtig war, für welches nur das Schwurgericht zuständig ist. Die haben, nicht ohne Bedeutung; denn der Katholische Frauenbund Straftammer erklärte fich deshalb für unzuständig und berwill auch die Liebestätigkeit pflegen, will sie schüßen, fördern und wies die Sache an das Schwuraeriat L Ein Automobilunfall, bag der Beamte feinen Nod ausziehen misse. Er selbst sei steben des Buches gegen den lekten Inhaber. Die Forberung, ble biefer gegen bei welchem die Beiben einem hiesigen Garderegiment augeteilten Jahre Schöffenrichter gewesen, wisse mit den gefeßlichen Bethren Ontel hat, geht Sie nichts an. Beträgt das Stlageobjekt bis 300 R., hinesischen Offiziere zu Schaden famen, führte gestern den Stimmungen besser Bescheid, wie so ein gewöhnlicher Schutz- fo ist das Amtsgericht zuständig. Hierbei ist ein Anwalt nicht erforderlich, Diefe Straßenfzene hatte natürlich bei den aber die Hilfe eines Anwaltes ist doch zwedmäßig. Beträgt das Objekt über Straftdroichtenführer Friedrich Steinhold unter der Anklage der mann usw. usw. St. 10. Das Gericht ist int nur durch einen Anwalt erhoben werden. fahrlässigen Körperverlegung vor den Strafrichter. Am 9. Mai d. J. Baijanten Aufsehen erregt und diese nahmen in diesem Falle 300 m., so ist das Landgericht zuständig. Die Silage tann in diesem Fall Die Folge des Rentonters Redyt. Bie wir wiederholt dargelegt haben, ist die Erklärung zu Protokoll hatten die dem 3. Felbartillerie- Regiment als Oberleutnants zu für den Schußmann Bartei. eine Auflage gegen B. wegen Wider des Gerichts innerhalb des 29. bis 42. Tages nach Eingang bei Gericht geteilten chinesischen Offiziere Chin- Hi- Tschung und Stau an einem tar 2. St. 34. Rein, wenn aber der Tod infolge eines Unfalls Vortrag teilgenommen, der in einem bekannten Weinrestaurant am standes. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung, abzugeben. der Ansicht toar, daß der Schußmann nicht eingetreten ift, fo hat die Witwe Anspruch auf Invalidenrente. Rollendorfplatz ftattfand. Zu der Heimfahrt benusten sie die von dem An- da es geklagten geführte Kraftoroschte. Der Angeschuldigte mußte wohl bei in der berechtigten Ausübung feines Amtes getveien, als er gebot, Der Tod ist als Folge des Unfalls auch dann zu betrachten, tenn er nicht unmittelbar, sondern nur mittelbar durch dent der etwas undeutlichen Aussprache verstanden haben, er solle recht daß das Bublikum auf den Bürgersteig zurückgehen solle, denn Unfall herbeigeführt oder Beschleunigt tft. Cim. Ja. schnell fahren. Er fuhr auch in einem Tempo drauflos, daß irgendeine Gefährdung des Verkehrs habe nicht vorgelegen. Hier- 5. N. 25. Ja, falls nicht etiva durch den Wortlaut des Vertrages Wagen und Motor Schnoben und Nies und Funken stoben"." Als gegen legte Staatsanwalt Dr. Lehmann Berufung ein jeder Entschädigungsanspruch ausgeschloffen ist, wie das die meisten fogeder Angeklagte vom Viktoria- Luife- Platz in die Regensburger und führte aus, daß nach§ 182 der Straßenordnung den An- nannten Berliner Berträge tun. G. Fröhlich 11/12. 1. Steines. Straße einbiegen wollte, fuhr er mit voller Straft gegen einen ordnungen, die die Schußleute im Interesse der öffentlichen Ord- 2. Ist der Friedhof ein Gemeindefriedhof, so hat die Gemeinde darüber zu Feuermelder. Der wuchtige Anprall hatte zur Folge, daß die mung und Sicherheit treffen, unbedingt Folge zu leisten sei. bestimmen. 3. Nein, aber auch hier würde die Gemeinde eventuell mit zu 2. G. 40. beiden Offiziere mit einem Hagel von Glasscherben überschüttet Es sei unerheblich, ob die Aufforderung objettiv notwendig bestimmen haben. 4. Die Gemeinde. 5. Die Herrschaft. wurden und Schnittwunden im Gesicht und an den Händen erlitten. war oder nicht. Dit Kicksicht darauf, daß der Angeflagte ein Mann Die Fragen haben wir wiederholt aus Anlag der neuen Vorlagen im Abgeordnetenhause ausführlich erörtert. Eine Darlegung im Briefkasten Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu iei, der selbst jahrelang das Richteramt ausgeübt habe, beantragte geht nicht an. 2. Ist Landestirche. 3. Erteilung des Religionsunterrichts 50 Mart Geldstrafe. Auf die Berufung des N. hin hatte der Staatsanwalt 75 M. Geldstrafe. Das Gericht hob das frei wird für erforderlich erachtet, falls nicht ein von der Behörde für hinreichend erachteter Ersatz durch Privatunterricht vorliegt. 4. Nur die un fich die Straflammer nochmals mit dieser Sache zu beschäftigen. fprechende Urteil auf und erkannte auf 30 M. Geldstrafe. Des Schußmanns Majestät ist damit wieder gerettet: Das entbehrlichen Sachen unterliegen nicht dem Pfandrecht des Hauswirts. Die erneute Beweisaufnahme erbrachte jedoch ebenfalls, daß der Angeklagte grob fahrlässig gehandelt hatte. Die Berufung wurde Gericht hätte danach nicht nachzuprüfen, ob der Schußmann zu einer 5. In solchem Falle würde der Hauswirt dennoch vorgehen, tönnte die wegAnordnung objektiv berechtigt war. geschafften Sachen zurüdholen und außerdem Strafantrag wegen Rüdens stellen. deshalb kostenpflichtig zurüdgewiesen. K. S. 999. Das Familienstammbuch genügt. J. M., Beelis. Die Landesversicherung ist zur Weigerung der Unterstützung berechtigt. 137. 1. 3. 2. Wenn die sechs Bochen eingehalten find, fo besteht eine Schadenersazpflicht nicht. Sind die sechs Bochen nicht eingehalten so lann der Entaus Ihrer Anfrage scheint das Gegenteil zu folgen fchädigungsanspruch bis zum 31. März 1909 zur Konfursmasse als bevorrechtigte Forderung angemeldet werden. Antrag fann die Gemeinde die betreffenden Steuern erlassen. . B. 300. 1. Der Ehemann lann dem vorehelichen, von ihm nicht gezeugten Kinde seiner Ehefrau seinen Namen erteilen. Erforderlich ist hierzu die Einwilligung der Mutter und des Vormundes oes Kindes. Diese Einwilligungserklärungen sowie die Zustimmungserklärung des Ehemannes find entweder vor dem Standesbeamten zu erklären oder schriftlich abzugeben, in legterem Falle müffen aber die Unterschriften notariell oder gerichtlich beglaubigt werden. Ein Beispiel für solche Erklärung finden Sie auf Seite 221, Nr. 12 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. 2. Der Vater hat zu ent 3. Nein. Schußmann und Amtsrichter. Ein gemütlicher Gefangenentransport. Bom Landgerichte Bochum ist am 28. September der Ans Eine fleine Straßenszene, bei welcher ein Amtsrichter a. D. mit einem Schugmann in Konflikt geraten war, hatte gestern ein Nach- streicher und frühere Gerichtsdiener Otto Winkler wegen Verfpiel or der fünften Straftammer des Landgerichts 1. Am Abend brechens gegen§ 347 Str.-G.-B. zu drei Monaten Gefängnis verbest. Mai wartete der Amtsrichter a. D. Borner mit einer jungen urteilt worden. Er sollte einen Gefangenen, den Maurerpolier M., Dame an der Ede der Leipziger und Friedrichstraße auf einen nach dem Zentralgefängnis transportieren, besuchte aber mit ihm Bagen der Straßenbahnlinie 78. Wie immer, so waren auch an verschiedene Kneipen und redete ihm zu, die Nacht bei seiner Braut jenem Abend die Wartenden wiederholt auf den Damm getreten, zu verbringen; er werde ihn am nächsten Morgen abholen. D. war Da durch diese gemütlich genug, darauf einzugehen und fich am anderen Morgen um nach dem Wagen Ausschau au halten. weitertransportieren zu lassen. Die Revision W.'s wurde am Menschenansammlung auf dem Straßendamm der Wagenverkehr gestört wurde, gebot der Schußmann Jacob dem Publikum, auf den Dienstag vom Reichsgerichte ver tv orfen. Bürgersteig zurückzutreten. Dieser Weisung wurde im allgemeinen auch Folge gegeben. Nur B. weigerte fich, auriidzutreten, weil der Briefhaften der Redaktion. bon ihm erwartete Wagen sofort halten mußte und er den Schußscheiden. Die furififche Sprechstunde finder indenitraße Nr. 3, swelter mann nicht für berechtigt hielt, ihn vom Damm zu weisen. Als er sof, dritter Eingang, vier Treppen, feiner Dame in den Wagen hineingeholfen hatte, forderte der Schup- wochentäglich abende von 7 bis 9% or statt. Geöffnet 7 1hr mann ihn auf, seinen Namen zu nennen. Dies wurde verweigert Sonnabends beginnt die Sprechstunde am 6 libr. Jeder Anfrage ist ein und Herr B. sprang auf einen vorüberfahrenden Autoomnibus. Der Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Schußmann riß ihn aber wieder herunter und forderte ihn auf, ihm bera erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage bergeben. Eilige Fragen trage man in der Svrechfrunde bor. zur Wache au folgen. Dabei soll der Amtsrichter a. D. dem Schutz. 60. 1. Unferes Erachtens nein. 2. Eine Klage erscheint demnach mann vor die Brust gestoßen und wiederholt gedroht haben, eine aussichtsvoll, wenn Sie im Auftrag Ihrer Braut flagen und ihre unter Beschwerde an den Minister richten und dafür sorgen zu wollen, schriftliche Vollmacht beifügen. Klara 100. Klagen Sie auf Herausgabe Schützt Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sämtliche Theater geschlossen. Neues Theater. Heute geschlossen. Freitag und folgende Sage: Israel. Anfang 8 Uhr. Kleines Theater. Heute geschlossen. Frettag und folgende Tage 8 Uhr: Moral. Anfang 8 Uhr. Euch vor Influenza! Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Geschlossen. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Heute geschlossen. An den drei Feiertagen: Rümmere Dich um Amelie. Am 1. Feiertag 3 lthr: Haben Sie nichts zu verzollen? Am 2. Feiertag 3 Uhr: Der Schlaf wagenkontrolleur. Schiller- Theater. O.( Wallner- beater.) Donnerstag: Geschlossen. Freitag nach m. 8 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Aften von Gustav bon Moser. Freitag, abends 8 Ubr: Der rote Leutnant. b. Schauspiel in 8 giften. Ed. Goldbed H. Kienzl Bertholz 49. Ja, aber auf Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über den Großbandel in den Zentral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: Sufuhr genügend, Geschäft rege, Preise unverändert. 115: Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Breise feft. Geflügel: Bufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Preise gut. iiche: Bufuhr genügend, Geschäft ruhig, Breise unverändert. Butter und Rase: Gelhajt ruhig, Breise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bujuhr genügend, Geschäft wenig befriedigend, Breise fest. Die Influenza ergreift nurdiejenigen, deren Blut resp. Blutkörperchen nicht stark genug sind, um siegreich den Kampf gegen die eindringenden Influenza Bazillen aufzunehmen. Die Wallung des Blutes muß stärker sein, die Herztätigkeit erhöht werden; deshalb trinke man 2 Stunde vor jeder Mahlzeit, also vor dem Zten Frühstück, vor dem Mittag- and Abendessen je ¼ Glas Santa Lucia Kraft- Rotwein. Derselbe wirkt heilsam auf den ganzen menschlichen Organismus. Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag: Geschlossen. Freitag nach m. 3 Uhr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Aften von Heinrich Lilienfein. br: frettag, abends 8 Die Braut von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. WING BARTEN Heute geschlossen. Sonnabend, nahm. 8 Uhr: Sonnabend, nagm. 3 Uhr: An allen 3 Weihnachtstagen: Der Richter von Zalamea. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Sonntag, nadm. 3 ubr: Kabale und Liebe. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Familientag. Vater und Solin. Sonnabend, abenos 8ubt: Der Herr Ministerialdirektor. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Der Graf von Charolais. Sonntag, abends 8 Ubr: Die Jungfrau v. Orleans. Um 3. Feiertag 3 Uhr: Gans ber Castans Panoptikum, Friedrichstr. 165 Papa. Gastspiel- Theater ( Pschorr- Palast). Vom 25. d. Mts. bis 1. Januar 1909: Köpenicker Straße 68 Uhr: Familientage! Jeder Besucher kann ein Heute geschlossen. An allen drei Feiertagen: Drahtlose Telegraphie. Nachm. 3, Uhr: Der kleine Lord. Kind frei einführen! Das großartige Riesen- Weihnachts- Programm. FD.- Vorstellungen. Theater des Westens. DERNHARD ROSE THEATED Metropol- Theater| Stadt- Theater Moabit. Heute geschlossen. An allen drei Feiertagen 8 Uhr: Der tapfere Soldat. An den drei Feiertagen nachm. 3 Uhr, halbe Breise: Ein Walzertraum. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Heute geschlossen. Freitag nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Madame Br. Frankfurter Str. 182. Heute Donnerstag: Geschloffen. Der Glockner von Notre- Dame. Freitag( 1. Feiertag) nachm. 3 Uhr: Abends 8 Uhr: Die Geyer.ally. Passage- Theater. Heute geschlossen. Sans- Gêne. 8 Uhr: Husarenfieber. Jeden Abend Berliner Theater. Heute geschlossen. Freitag: Herodes und Marlamne. Lustspielhaus. Heute geschlossen. Freitag, 25. Dez., abends 8 1hr, gum erstenmal: Die glücklichste Zeit. Hebbel- Theater Söniggräger Straße 57/58. Heute geschlossen. Freitag nachm. 3 Uhr: Die Stärkere. Cyprienne. 8 Uhr: Thummelumsen. Neues Operetten- Theater. Schiffbauerdamm 25. a. d. Luisenstr. Heute geschlossen. Freitag nachm. 3 116r: Opernball. Abends& Uhr: Die Dollarprinzessin. Luisen- Theater. Hente geschlossen. Freitag nachm. 8 Uhr: Die Ehre. Albends: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Flachs. mann als Erzieher. Abends: Die Sinder des Kapitän Grant. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Stäuber. Abends: Die Kinder des Käpitän Grant. Montag: Die Kinder des Stapitän Grant. 8 Uhr: Bozena Bradsky und das großartige Dezember- Programm. apollo Theater Heute geschlossen. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertag, nachm. 3, Uhr bei kleinen Preisen Familien- Vorstellung mit Mizi Gizi Sigw. Gentes Brothers Schenk. Abends 8 Uhr: Nur noch wenige Aufführungen: Eine luftige preewaldfahrt bon Paul Lincke Dazu: Die Weihnachts- Attraktionen. Berliner Eis Palast Ständige Eisbahn. Heute bis 2 Uhr mittags geöffnet. Kinder unter 12 J. Eintritt 30 Pf. An allen drei Feiertagen v. 10 morgens bis 1 Uhr nachts geöffnet Heute geschlossen. Morgen und folgende Tage 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos. Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Durchlaucht Radieschen. 2.u.3.Weihnachtsfeiertag, nachm 3Uhr: W.Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Banment. 16. Heute: Geschlossen. An allen drei Feiertagen die erfolg reiche Weihnachts- Novität: Die Schule der Sicbe. 1. Feiertag Anfang& Uhr. 2. 11. 3 Feiertag: 7 Uhr. Gr. Festball. Reichshallen- Theater Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Alt- Moabit 48.( Zel. II 2492.) Freitag, b. 25. Dezember, 1. Feiertag: Die Waise von Lowood. Ein toller Ehemann. täglich 2 Vorstellungen 2 Nachmittags Anfang 3 Uhr. Ermäßigte Preise! Terrasse Loge für Erwachsene Kinder 3.- 2.3. 9 2.Parkett- Fauteuil Seiten- Terrasse Fauteuil 2.50 1.50 2.50 1.50 2.1 Reserviert. Plata. 1.Entree Abends .50 .75 40 Anfang 8 Uhr. In beiden Vorstellungen OTTO REUTTER Schausp. in 4 Alt. v. Ch. Birch- Pfeiffer. Sonnabend, d. 26. Dezemb., 2.Feiertag: am Schwant in 3 Atten von 8. Jarno. Sonntag, d. 27. Dezember, 3. Feiertag: Der Bettelstudent von Berlin. Boffe mit Gelang in 3 Aften von Braun und H. Buffe. Montag, den 28. Dezember: Die lustigen Sänger. Bom 1. Feiertag ab täglich im Theater- Restaurant der Riese Langhoff, inf. d. Borst. 7, Staffen örmung 5% Liye. 23 Jahre alt, 2,15 Meter groß. Uhr. Stonzert 6 Uhr. Vorberauj b. 10-1 Uhr i. Theater. Hente: Keine Soiree Restaurant. der Stettiner Sänger. Anf. an den drei Feiertagen: 7 Uhr. U. a.: Der Kompagnie- Ball Sonnabend, den 26. Dez. ( 2.Feiertag): Weihnachtsfest- Benefiz- Matinee. Anf. 12 Uhr. Herrl. Progr. Wir treffen uns! Wo? Inder Kino! Husstellungshalle am Zoo .19.Dez.08-3 Jan- 09 und 10 Sterne Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Heute geschlossen. 1. Beihnachtsfeiertag nachm.: Der Glöckner von Notre- Dame. Albends 8 Uhr: Die Jüdin non Tolebo. 2. Feiertag( Sonnabend) nachm.: Das Käthchen von Heilbronu Abends: Der Militärstaat. 3. Fetertag( Sonntag) nachm.: Die Räuber. Abends: Winna von Barnhelm. ValhallaWa Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20. Rosenth. Tor. Heute geschlossen. An allen 3 Weihnachtsfeiertagen Je zwei Vorstellungen. Nachmittag 3½, und abends 8 Uhr. Donnerstag, den 31. Dezember: Silvester- Feier. Casino- Theater Lothringer Str. 87. Zäglich 8 Uhr. Heute geschlossen, Morgen? Das glänzende Dezember- Programm, Jubeluder Lacherfolg! ,, Die Dianabäder". Freitag, 25., 4 Uhr: Reezengasse 8a. Sonnabend, 26., 4 Uhr: Hotel Dezember- Himmel Die Sonntag, 27., 4 Uhr: des Wintergartens. Billetts für die Weihnachtstage u. Silvester- Vorstellung sind schon heute Donnerstag an der Kasse bis 6 Uhr abends zu haben. Passage- Panoptikum. Während d. Weihnachtsferien: Volkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! Geschenke im Werte von über 1000 Mark. Darunter Einzelgeschenke von 20 Mark. 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Heute geschlossen. 25 Freitag, den 25. Dezember ( 1. Feiertag): Das Riesen- FestProgramm. Gebrüder HerrnfeldVzor: Theater. 1-2 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Heute Heiligabend: geschlossen. An allen 3 Weihnachtstagen abends 8 Uhr: Die beiden Bindelbands und der vollständig neue Künstler- Teil. Nachm. 4 Uhr, bei halben Preisen: 1. Feiertag( Freitag): Endlich allein! 2. Feiertag( Sonnabend): Hausierer Jockele. 3. Feiertag( Sonntag): Die letzte Ehre.. Alle Nachmittagsvorstellung. mit Anton und Donat Herrnfeld u. der vollständige Künstler- Teil. Donnerstag, den 31. Dezember: Gr. Silvester- Feier mit Riesen- Lach- Programm und vielen Ueberraschungen. Billetts sind bereits zu hab. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. An allen drei Feiertagen das extra engagierte Heute Donnerstag, den 24. d. Mts., geschlossen. Freitag, den 25., Sonnabend, den 26., und Sonntag, den 27. Dez., an allen drei Feiertagen nachm. 3, und abends 7, Uhr: je zwei Gala- Fest- Vorstellungen. Nachmittags auf allen Sitzplätzen ein Kind unter 10 Jahren frei. in beiden Vorstellungen nachm. und abends: Ausnahmsweise: In beiden Vorstellungen: Ungekürzt Berlins gr. Sensation: Golo, der Seeräuber u. Mädchenhändler. Glänzendstes Pracht- Manegen- Schaustück. In jeder Vorst. nachm. und abends: ,, Paet", der Wunderaffe. 1. Weihnachts- Feiertag abends 8 Uhr Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: KUNST ABEND Leitung: Margarete Walkotte Mitwirkende: Herr Professor Krüger Nystedt, Konzertsängerin Frl. Meyer, Herr Emil Walkotte, Herr Mielke, Margarete Walkotte, am Flügel: Herr Bernhard Nitsche. Anschließend: Ball. Entree 50 Pf. im Vorverkauf, Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herr Horsch, Engelufer 15. 293/ 16* Brauerei Friedrichshain. Am Königstor. Größter Konzertsaal Berlins. Oek.: Ernst Liebing. Am 1., 2. u. 3. Weihnachts- Feiertage: Nachmittags Matinee- Konzerte von 1-4 Uhr: Johann Strauß Am Sonnabend, den 19. d. Mts., wurde unser lieber Kollege Ignaz Bonna im 37. Lebenjahre durch eine Explosion in unserem Betriebe plötzlich getötet. Ein neues Opfer auf dem Schlachtfelde der Arbeit. Wir werden dem so plötzlich aus unserer Mitte Gerissenen, der immer unsere gemeinsamen Interessen vertreten, unsere Kämpfe mitgekämpft hat, stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Kolleginnen und Kollegen der Großbuchbinderei Lüderitz& Bauer. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. MichaelKirchhofs. Rixdorf, Hermannstr. 191. aus statt. Selten Kaufgelegenheit günst. ir Weihnachten. Eine große echter Partie Wien PlüschEntr. 50 Pf. mit seiner vollständigen Kapelle. Entr. 50 Pf. Nachmittags von 5 Uhr ab Heitere Abende. Große MilitärFröhliche Weihnachten! konzerte. Auftr. erst. Bühne kr Leb. Photogr. 2 elektr. Riesen- Weihnachtsbäume. 98 Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6 Uhr, wochentags 8 Uhr. 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Berger. 2916 Dr. Simmel Unferem Bartelgenoffen Fritz Kissel nebst Frau zur Silbernen Hochzeit die herzlichsten Glückwünsche bringen 2855 Die Partetgenossen des 97. Bezirks. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. SON Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Artur Abschinski am 21. Dezember an Lungenleiben gestorben ist. Ehre seinem Aubenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 25. Dezember, nach: mittags 1 Uhr, von der Leichens halle des Gemeinde- Kirchhofes in Ober- Schöneweide aus statt. Rege Beteiligung erwartet 126/13 Die Ortsverwaltung Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. ( Verwaltung Berlin.) Den Kollegen hierdurch zur Nachricht, daß am 20. Dezember unser Mitglied, der Holzbildhauer Wilhelm Bärwald nach langer Frankheit, 40 Jahre alt, verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 24. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Halle tes Emmaus Friedhofes Mariendorfer Beg in Nixdorf aus statt. 9 aut Um zahlreiche Beteiligung er fucht 20/19 Der Vorstand. Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, Dr. Simmel baß am 21. b. 9. ber Stollege Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Husten Heis erkeit, Katarrb, Keuchhusten beseit. Kaiser's Brust- Caramellen. 5500 not. begl. Zeugn. bew, den Paket 30 Pig sich. Erfolg. Kaiser's Brust- Extrakt Flasche 90 Pig. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Pelzwaren!!! 119 Sonntags geöffnet. 119 Eile zu Weile Dresdener Straße Eckhaus Oranienplatz. Hochbahn Kottbuser Tor. Eigene Kürschnerei. EchtSkunksstola von 25. M. an Ohne Konkurrenz Echt Nerz- Stola von 40.- M. an Neueste Moden! Echt Nerzmurmel- Stola von 18.- M. an Schlager d. Sais. Echt Tibet- Stola von 7.50 M. an Riesenhafte Auswahl! Prima Felle in all. 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Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mits teilung, daß am 23. d. M., früh 4 Übr, meine inniggeliebte Frau, unsere sorgsame gute Mutter Anna Winter nach langem Leiden sanft ent schlafen ist. 2905 am Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle der St. Pauls- Gemeinde in Plögensee aus ftatt Todes- Anzeige. Am Montag, den 21. Dezember, abends 7 Uhr, verstarb meine liebe Fran Henriette Meyer geb. Nürnbach. Der trauernde Gatte attt Ferdinand Meyer. Die Beerdigung finbet Freitag, den 25. b. M., nad mittags 3 11hr, von der Leichenhalle des Johannis- Kirchhofes in Plögensee aus statt. 2925 Am Dienstag, den 22 Dezember, verstarb nach langen schweren Leiden meine liebe Frau und unsere gute Mutter, Schwester 53682 und Schwägerin Frida Schuh geb. Wunderlich. Der trauernde Gatte Mar Schuh nebst Kindern, Gotłowsthstr. 12. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 25. Dezember, nadj mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhofes in Vlogensee ans statt. Berantwortlicher Rebaiteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, 9t. 301. 23. Zahrgallg. 2. Ktilmt des Joraärts" ßrtliittt Wlksdllll. Asnnttsiag. 24. Dkzmdrr 1008. Das Slirtfchaftsjabr 1908. Schon den Morgen des Jahres 1908 begrüßten wirtschaftliche Sorgen schwerer Art. Die in Amerika zuerst alut gewordene Wirt- schaflstrise hatte ihre Wellenschläge auch bereits nach Deutschland ge- warfen. Nun, am Abend des laufenden Jahres, blicken wir zurück aus eine durchaus unerfreuliche EntWickelung. Deren charakte- ristlschen Merkmale sind: relativer und absoluter Rückgang der Produktion, Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt und un- gewöhnlich hoher Preisstand für Jnoustrieerzeugnisie und Agrar- Produkte. In den hohen Lebensmittelpreisen kommt, unterstützt von den Wirkungen verhältnismäßig ungünstiger Welternten, für unsere Großgrundbesitzer der Segen der erhöhten Agrarzölle in Er- scbeinung Und während frühere Krisen begleitet waren von einem ziemlich allgemeinen Rückgang der Warenpreise, erweitert sich mit der Kartellierung in der Industrie der Komplex von Er- zeugnisien, für welche auch in der Zeit wirtschaftlichen Rieder- gangeS das erlangte Preisniveau behauptet wird; jedenfalls bleiben die vorgenommenen Nachläsie hinter den während der Konjunktur- Periode erzielten Aufschlägen zurück. Ganz markant ist diese Ten- denz bei der Bewegung der Kohlenpreise nachweisbar. Das rhei- nisch-westfälische Kohlensyndikal wurde im Jahre 1893 gegründet. Der Zweck seines JnSlebentrctens war, die Preise der von ihm beherrschten Produkte zu heben. Das geschah zunächst etwas zögernd, dann energischer während der vorletzten Hochkonjunktur. Der wirtschaftliche Rückschlag brachte ab 1902 eine geringe Preis- ermäßigung, die aber durch die Preiserhöhungen während der letzten Aufwärtsbewegung weil überholt worden ist. Und die jetzt vom Syndikat beschlossenen Preisermäßigungen bringen uns nicht wieder aus das Preisniveau der vorigen Krise zurück; trotz der für 1909/10 zugestandenen Nachläsie bleibt der Preisstand der vor- letzten Hochkonjunktur noch übertroffen. Die nachstehende Zu- samnienstellung von Syndikatspreijen diene als Beweis. Es notierten pro Tonne in Mark: Fetlkoblen: 1893 04 1897/98 1901/02 1904/05 1903/09 1909/10 FördergruS Bestmelierte Gcw Nuß IV Flaminkohlen: Gasförderkohle Nußgrus Eßkodlen: Bestmelierte Femkohlen Magerkohlen: Stücke Anthr. Nuß IH Die für 1909/10 festgelegten Preise sind trotz der vorgenom- menen Reduktion fast ausnahmslos immer noch höher als die Höchstpreise der vorletzten Hochkonjunktur. Aus denselben Pfaden wie das Kohlensyndikat wandeln mit ihrer Preispolitik auch die anderen Produzentenvereinigungen. Daher jetzt auch die lebhaften Klagen der reinen Walzwerke über die Preispolitik der Halbzeug- Produzenten. Das Mittel zur Durchsetzung solcher Preispolitik ist die Ausschaltung der freien Konkurrenz, in Verbindung mit orga- nisierter, guotisierter Produitionseinschränkung. Die Verteidiger der Preisschrauberei— Gegner der Produktionsorganisation sind auch wir nicht— nennen das Marktregelung und sprechen das als ein Mittel an, um Krisen zu verhindern oder doch mindestens ab- zuschwächen. Wir sehen eher eine gegenteilige Wirkungl Krisen sind Begleiterscheinungen der Weltwirtschaft und die ganz not- Ivendigen Folgen einer über die Absatzgelegcnheit hinausgetriebcnen Vermehrung der Produktionsmittel als Ausfluß kapitalistischen Ex-- pansionSbedürfnisscs. In Deutschland haben zur Verschärfung der Krise inncrpolitische Verhältnisse zweifellos beigetragen. Die durch das persönliche Regiment ausgelösten Mißstimmungen unter- banden einmal die Unternehmungslust, bereiteten ferner dem Ab- satz deutscher Erzeugnisse auf dem Weltmarkt vermehrte Schwierig- knien. Bedeutungsvoller war die Wirkung der neuen Handels- Verträge; und was besonders wichtig ist: diese Wickung ist nicht schnell vorübergehender Natur; sie wird vielmehr in den nächsten Jahren wahrscheinlich an Intensität noch gewinnen. Die Er- höhung der deutschen Agrarzölle trieb die Preise der Lebensmittel hinauf; die Kaufkraft deö Geldes sank. Die große Masie konnte den für die Ernährung erforderlichen Mehrbetrag nicht für Jndustriecrzeugnisie ausgeben. Der dadurch hervorgerufene Minderverbrauch wird nicht durch Äonsunisteigerung auä_ landwirtschaftlichen Kreisen aufgehoben und wirkt daher verschärfend auf die Krise. Das Nahrungsmittel exportierende Ausland sah in der Erhöhung unserer Agrarzölle eine Schädigung seiner Jnteresien, die cS durch Erhöhung seiner Jndustriezölle auszugleichen suchte. Das erschwert natürlich den Absatz deutscher Jndustrieerzeugnisse in vielen Ländern, was wiederum die Krise bei uns nachhaltiger gestaltet. Teilweise hat die Entwickelung der Zollverhältnissc deutsche Fabrikanten schon veranlaßt, ihre Unternehmungen in das Ausland zu verlegen. Das wird in der nächsten Zeit leider wohl inW noch größerem Umfang geschehen. Nicht von der Hand zu weisen ist. daß auch dieses Moment den Grad des wirtschaftlichen Rückganges bei uns sehr ungünstig beeinflußt. So geben die all- gemeinen, im kapitalistischen System beruhenden Ursachen, in Zu- sammenwirkung mit den besonderen inncrpolitischen Verhältnissen, der Wirtschaftskrise Umfang und Tiefe. Wie fest verankert in dem Gesamtkomplex der BestimmungSursachen die Krise liegt, zeigt die Tatsache, daß die mittlerweile eingetretene Erleichterung am Geld- markt nicht nur keine Belebung gebracht hat, sondern nicht einmal ein noch weiteres Hinabgehen der Konjunkturkurve»er- hindern konnte. Daß mit der Spannunglösung am Geldmarkt der Beginn eines neuen wirtschaftlichen Aufschwungs geboren werde, hatten bürgerliche Nationalökonomen als zweifelsfrei gcweissagt. Danach müßten wir schon wieder hochkonjuntturlicher Betriebsam- keit uns erfreuen. Der Diskont der Reichsbank, der im Jahresdurchschnitt 1906 5,1b Proz. und für 1907 0/13 Proz. betrug, ist seit Juli dieses Jahres auf 4 Proz. zurückgegangen. Dieser Satz hält sich um mehr als 50 Proz. unter dem des vor- jährigen November, der mit 0,57 Proz. die zweithöckiste im Vorjahre erreichte Stelle einnimmt. Daß die Diskontermäßigung eine be- mertenswerte Belebung ausgelöst hat, wird niemand ernsthaft be- haupten wollen. Gerade im letzten Halbjahr hat vielmehr die Krise in Deutschland empfindliche Verschärfung erfahren. Wie sich die Verhältnisse im allgemeinen verändert haben, kann hier naturgemäß nicht eingehend geschildert werden, nur einige große Umrisie sollen der Entwickelung Gang und des Wirtschastsbildes augenblickliche Form und Gestalt'veranschaulichen. Zunächst hier eine Betrachtung des Arbe'tSmarktes. Nach den Angaben der an den„Arbeitsmarkt" angeschlossenen öffentlichen Arbeitsnachweise cntsielcn auf je 100 offene Stellen im November Arbeitsuchende: 1903 1904 1905 1906 1907 1908 168,8 162,6 131,1 135,1 152,5 212,5 Danach hat die Lag« am Arbeitsmarkt ganz ungewöhnliche verscklechterung erfahren. Dag Gleiche wird bestätigt durch die Angaben der im„Reichsarbvusblatt" berichtenden Krankenkassen, die ungefähr cm Fünftel aller rcichsgesetzlichen Krankenkassen ausmachen. Jene Llassen hatten am 1. Äovbr. dieses Jahres 72 153 Personen weniger als am gleichen Tage des Vorjahres versichert; die Vergleichung nach dem Termin 1. Dezember ergibt für 1908 ein Minus von 84 965 Versicherten. Und dgöt trotz der Zunahme der Bevölkerung um annähernd eine Million Köpfe! In den vor- stehenden Zahlen prägt sich die fortschreitende Verschlechterung am Arbeitsmarkt aus. Unter Berücksichtigung der Bevülkerungs- zunahine ergeben Berechnungen, die das„Reichsarbeitsblatt" an- gestellt hat. in den einzelnen Monaten dieses Jahres im Vergleich mit den vorjährigen Vergleichzeiten folgende Zunahmen(-(-) respektive Abnahmen(—) für den Gesamtmitgliederbestand: Fe- bruar+ 7468, März+ 8010, April— 24 628, Mai— 93 473, Juni— 77 243, Juli— 94 783, August— 122 654, September — 133 729, Oktober— 125 597, November— 134 162, Dezember — 146 065. Kein Zweifel, die Erwerbsgelegenheit hat sich im Laufe des Jahres ganz außerordentlich verschlechtert. Leider ist neben der dadurch bedingten Einlommensverminderung eine solche auch als Folge von direkten Lohnkürzungen zu verzeichnen. Viele Einzelmittcilungen über Akkordkürzungen bestätigen das. Die un- günstige Einwirkung dieses Momentes auf die Lebenshaltung wird unangenehm verschärft durch die Nahrungsmittelteuerung. Es kostete z. B. im Oktober Mark: 1901 1903 1905 1907 1908 Roqgen To.... 134.50 129,24 16>,b6 209,53 173,87 Wnzen..... 156,75 156,95 174,34 228.36 204.86 Roggenmehl 100 Kg. 18,35 17,49 20,75. 27,16 21,80 Kartoffeln 1200, 39,00 51,00 44,00 63.00 48,00 Roggenbrot 1, 24,23 23.63 24,98 32,85 30,05 Weizenbrot 1» 41,44 41.63 43,22 53,13 52,79 Die Großhandelspreise verstehen sich nach den Ermittelungen der Berliner Kaufmannschaft, die Brotprcise nach den Angaben des Berliner Statistischen Amts. Wenn auch die Großhandelspreise die exorbitante Höhe des Vorjahres verlassen haben, so ragen sie doch noch weit über den Stand der Vorjahre hinaus; und die Brot- preise büßten von dem ganz ungewöhnlich hohen Preisstande des Vorjahres fast gar nichts ein. Sie stehen um zirka 20 resp. 23 Proz. über dem Niveau der Vorjahre. Schon daraus ergibt sich, daß die Verminderung deö Einkommens eine empfindliche Einschränkung in der Lebenshaltung bedingt. Um so mehr, als sich für noch eine Reihe von Lebensmitteln die Preise zu Ungunsten der Konsumenten verändert haben. So kostete Ochsenfleisch pro 50 Kilogramm im Oktober dieses Jahres 69 M. gegen 68 M. im Vorjahre; der Preis für Kasfee ging für das gleiche Quantum von l22 auf 127 M. hinauf; Tabak stieg um 2 M.. von 116 aus 118 M.; Baumwolle er- zielte eine Steigerung von 83 auf 105 M. Im Kleinhandel blieb der Preis für Schweinefleisch unverändert, für Hammelfleisch trat eine Verteuerung von 6 Pf. pro Kilogramm ein usw. Der Warenverteuerung steht nun leider, wie die Ziffern der Arbeitsmarktstatistik erkennen lassen, eine Verminderung der Erwerbsgelegenheit gegenüber. Der Beschäftigungsgrad in den Hauptgewerben und die Produktionsnachwcise bilden weitere Be- weise für diese unerfreuliche, die soziale Lage der breiten Masse verschlechternde Tatsache. Auch in den industriellen Ncugrllndungen prägt sich der wirtschaftliche Niedergang aus. Nach den Zusammen- stellungen der„Frankfurter Zeitung" ergeben üch kür die letzten drei Jahre folgende Neuinvestierungen: 1906 1907 1903 Januar.... 147 908 500 135 488 900 93 634 300 Februar.... 97 559 400 1I2I69700 72 603000 März..... 107 999 325 140 690 700 83 772000 April..... 207 915 000 121 876 100 93 399 605 Mai...... 93 349 000 113 402 100 100 226 200 Juni..... 105 041 000 102 097 700 72 566 000 Juli...... 129 495 100 134 609 469 108 432 300 August..... 50 964 600 73 273>00 69 156 067 September... 74 915 000 54 235 240 69 967 850 Oktober.... 285 860 900 95 057 600 103 534 200 November.... 91 913300 103 275 900 78 095 800 Januar bis Novbr. 1392 921025 1205 827 409 945 386 822 Selbstverständlich ist auch der Außenhandel Deutschlands von der Krise beeinflußt wovden. Aber man kann keine bestimmten Entwicklungslinicn als untrügliche Merkmale einer Hochkonjunktur oder ihres Gegenpols ansprechen. Exportsteigerun- gen sowohl als auch Ausfuhrrückgänge können Folgen günstiger Wirtschaftsverhältnisse sein; ebenso gut kann allein das Abflauen der Nachfrage auf dem Inlandsmarkt verstärkte Ausfuhr veran- lassen; schließlich ist noch die Kombination möglich, daß trotz großer Krisis im Jnlande, eine Exportsteigerung nicht möglich ist, weil auch der Außenmarkt vermehrte Aufnahme verweigert. Jedenfalls ist es ein ungünstiges Zeichen, wenn die Ausfuhr der im Jnlande er- zeugten Rohmaterialien wächst und die der weiter verarbeiteten Artikel zurückgeht. Der deutsche Gesamtautzenhandel hat der Menge nach im laufenden Jahre bei der Einfuhr einen Rückgang, bei der Ausfuhr einen kleinen Aufstieg zu verzeichnen. Es betrug in den ersten 11 Monaten 1907 1908 Gesamteinfuhr.. 60 666 038 55 577 501 Tonnen Gesamtausfuhr.. 41022 460 41830 617 Die Einfuhr ging um rund 5 Millionen Tonnen zurück; die Ausfuhr weist ein Plus von zirka% Millionen Tonnen auf. Im SpezialHandel ergeben sich für die ersten 11 Monate dieses Jahres im Vergleich mit der Parallclzeit des Vorjahres u. a. folgende chararteristische Verschiebungen: die Einfuhr von Steinkohlen sank von 12% Millionen Tonnen auf 10% Millionen Tonnen; gleichzeitig schnellte die Ausfuhr von 18 Millionen Tonnen auf 19 Millionen Tonnen hinauf. Von 401 773 Tonnen auf 238 003 Tonnen ging die Einfuhr von Roheisen zurück. Die Ausfuhr in diesem Artikel blieb mit etwas über% Million Tonnen stabil. Dagegen ist die Ausfuhr von Rohluppen, Rohschienen, Rohblöcken usw. von 228 263 Tonnen auf 399 576 Tonnen gestiegen; die unbedeutende Einfuhr wuchs von rund 7900 Tonnen auf rund 8000 Tonnen. In der Ein- fuhr von Trägern zeigt sich ein Rückgang von 1962 auf 766 Tonnen; die Ausfuhr ging von 36l 484 Tonnen auf 263 874 Tonnen zurück. Die Verschiebungen, die sich für Textilproduktc im Außenhandel ergeben haben, werden noch gewürdigt. Die Abschwächung in der Güterbewegung hatte für die preußisch-hessifchcn Eisenbahnen in den ersten 11 Monaten dieses Jahres gegenüber der Parallelzeit 1907 eine Mindereinnahme von rund 34 Millionen Mark zur Folge. Von der Krise ist außerordentlich schwer das Baugewerbe in Mitleidenschast gezogen. Schon im Vorjahre war die Bautätig- keit ziemlich flau; die Ungunst für dieses Gewerbe hat sich im laufenden Jahre noch bedeutend verschärft. Nach Aufzeichnungen des Statistischen Amtes der Stadt Düsseldorf ist im ersten Halb- jähr 1908 gegenüber der gleichen Zeit des Lorjahres die Zahl der neuentstandenen Wohnungen zurückgegangen: in Barmen von 525 auf 307, in Straßburg von 506 auf 281, in Essen von 1242 auf 1076, in Bremen von 1047 auf 893, in Magdeburg von 749 auf 270, in Breslau von 1510 auf 1102, in Elberfeld von 139 auf 85, in Posen von 357 auf 289, in Leipzig von 820 auf 764 und in Königs- becg von 666 auf 50lr. Nur wenige Städte weisen gegen 1907 eine etwas stärkere Bautätigkeit aus. Nach Angaben des Statiktischen Amtes der Stadt Berlin ist hier, allein in der Zeit von März bis September, die Zahl der neu fertiggestellten Zimmer von 19572 im Jahre 1906 auf 13 288 im Jahre 1907 und auf 8307 im laufenden Jahre zurückgegangen. Betrackten wir nun die Entwicklung der Produktionsverhältnisse, dann hat, an der Quantität der Erzeu- guna aemessen. die Kohlenlndustrle bisher unter der Krise noch verhältnismäßig wenig gelitten. In den ersten 11 Monaten dieses Jahres erzielte das Rheinisch-West- fälische Kohlensyndikat einen rechnungsmäßigen Absatz von 56)3 Millionen Tonnen gegen rund 57 Millionen Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Ganz anders sieht das Bild aus. wenn man die Förderung unter dem Gesichtswinkel der Beteiligung würdigt. Infolge der wachsenden Absatzschwierigkeiten sah sich das Syndikat veranlaßt, für das laufende Jahr Förderung seinschränkungen m folgendem Umfange anzuordnen: Kohlen Koks Briketts Proz. Proz. Proz. Januar— Februar..— 10— März...... 10 20— April...... 15 35 10 Mai— Juni.... 12'/« 30 5 Juli— Oktober... 12'/z 40 10 November— Dezember 20 40 17'/, Die amtlichen Nachweisungen über die Kohlenproditttion in Deutschland ergeben diese Vergleichsziffern: ?anuar bis Oktober 907 1903 Steinkohlen... 119 296 980 124 660 667 Braunkohlen... 51 106 430 55 086 244 Koks...... 18 189 234 17 787 471 Die Kohlenförderung hat demnach in dieser Zeit noch um rund 9 Millionen Tonnen zugenommen; ttoydem ist infolge des Minder- bedarss der Eisenindustrie die KokSerzeugung um 35 l 763 Tonnen zurückgegangen. Nicht mir relativ, sondern auch absolut hat die Noheisenprodultio» abgenommen. Für die ersten 11 Monat« dieses Jahres beträgt der Ruckgang gegen das Vorjahr über 1 Million Tonnen oder an- nähernd lO Proz. Die folgende Zusammenstellung zeigt die Ver- gleichung der diesjährigen mit der Erzeugung der gleichen Zeit der Vorjahre. Menge in 1000 Tonnen: 1902 1903 1904 1905 190« 1907 1908 7649 9237 9333 9959 11 408 11939 10 797 Der ziemlich starke Aufstieg seit 1902 ist plötzlich unterbrochen. Und auch in der Weiterverarbeitung ist ein Rückschlag eingetreten Das beweist der Versand des Stahlwerkverbandes in seinen Gesamtprodukten A. In den ersten 11 Monaten betrug nämlich der Versand in 1000 Tonnen: 1906 1907 1908 5286 5225 480« Gegen da? Vorjahr ergibt sich ein Minderversand von rund 8 Proz. Im November die; es Jahres ist der Versand gegen den des November 1906 gar um 26 Proz. zurückgeblieben. Erne sehr ungünstige Gestaltung haben im laufenden Jahre die Ber- Hältnisse in der Textilindustrie erfahren. DaS tritt schon in der Versorgung deS Inlandes mit Rohstoffen und in der Ausfuhr von Erzeuanissen in Erscheinung. Ein Vergleich mit dem Vorjahre für die Zeit vom Januar bis Oktober gibt diese Zahlen: 1907 1903 Doppelzentner Gesamteinfuhr an Rohmaterial..... 8 410 860 7 651 489 Gesaintausfnhr„„..... 1 033 240 1 052 246 Gcsamteinfuhrüberschuß an Rohmaterial.. 7 377 620 6 599 243 Der Jnlandverbranch an Rohstoffen ist demnach um 778 377 Doppelzentner, gleich 10,53 Proz., zurückgegangen. Damit in un« erfreulichem Einklang steht der Rückgang der Ausfuhr an Textil- erzeugnissen. Der Export ist zurückgegongen bei Bauniwollgarncn von 485 655 Doppelzentner auf 405 603 Doppclzentner, bei Woll- waren von 286 219 Doppelzentner auf 260 483 Doppelzentner,''bei Seidenwareu von 89 345 Doppelzentner auf 75 360 Doppclzentner, bei Leinen- usw. Waren von 103 401 Doppelzentner aus 79 096 Doppel- zentner, bei Kleidern, Pelzwaren uslo. von 89 137 Doppelzentner auf 78 618 Doppelzentner und bei künstlichen Blumen, Schirmet», Schuhen usw. von 15 219 Doppelzentner auf 13 038 Doppelzentner. Einer günstigen Entwickelung trotz der Krise erfreute sich die ElckwizitätSinduswic. WaS sie vielleicht im Jnlande einbüßte, daS holte sie reichlich durch Ausftihrstcigerung wieder ein. Dem Werte nach betrug die Ausfuhr(für 1907 in Klaminetn) in den ersten 10 Monaten: Dynamo- Maschinen 28 Millionen Mark(17 Millionen Marl), LeitungSkabel 45 Millionen Mark(38'/-z Millionen Mark), Glühlampen 11"/- Millionen Mark(b'/z Millionen"Mark) und Vorrichtung für Beleuchtung 21a/8 Millionen Mark(15 Millionen Mark). Auch die chemische Industrie hat von der Krise noch nicht sehr viel verspürt; die anderen Gewerbe dagegen litten fast ausnahmslos mehr oder minder stark unter der Krise lähmendem Einfluß. Unter der Verhältnisse Ungunst haben jedoch bisher die Dividendenausschüttungen wenig oder gar nichts eingebüßt. Nach den durch das Zentral» Handelsregister von Januar bis Oktober veröffentlichten Bilanzen ergeben sich für die Aktiengesellschaften der Hauptgewerbe folgende Durchschnittsdividenden: 1906/07 1907/08 Bergbau und Hütten.... 11,3 Proz. 10,2 Proz. Eiscngewerbe...... 8.6, 8.7„ Nahrungs- und Genußmittel. 8.4„ 7.0 Texlilgewerbe...... 9,2 10,0 Steine und Erden.... 9,5„ 9,2„ Cbemische Industrie.... 16,8„ 18,5„ Banken........ 8,0„ 7,9„ Verkehr........ 6,6. 5,8, Ob die nächstjährigen Dividendenerklärungen für die Aktionäre daS gleiche freundliche Gesicht zeigen werden, ist allerdings fraglich. Durchaus zufrieden dürfen mit der Gestaltung der Dinge die Agrarier sein. Die Zölle auf landwirtschaftliche Produkte sichern ihnen exorbitant hohe Preise, und dazu war ihnen das Glück hold in Gestalt einer reichen Ernte. In den letzten vier Jahren brachte die Ernte u. a. folgende Erträge: 1905 1906 1907 1908 Moggen. Tonnen 9 606 827 9 625 733 9 757 859 IV 786 874 Weizen.. 3 699882 3 980 563 8 479 324 8 767 767 Die günstige Ernte in Verbindung mit den hohen Preisen garanitert den Kornproduzenten Einnahmen, die über die reichen Er- träge dieses Jahres noch weit hinausgehen. Ziehen wir aus den Tatsachen und Verhältnissen die Bilanz, dann ergeben sich folgende Resultate: das Wirtschaftsjahr 1908 hat den Agrariern reiche Erträge geliefert und für 1909 glänzende AuS- sichten eröffnet; daS industrielle Kapital erfreute sich noch deS Genusses einer Hochkonjniilturdivtdciide. aber cS wird sich für da« nächste Jahr wohl mit etwas weniger bescheiden müssen; für die breite Masse des Volkes, für die Arbeiterschaft jedoch brachte das zu Ende gehende Jahr Verschlechterung der Erwerbsverhältnisse und der Lebenshaltung und läßt den Ausblick auf noch trübere LustSnd« im nächst« Jahr. v. . Partei- Angelegenheiten. An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! Die neue Botalliste erscheint Anfang Januar Wir erfuchen daher, alle enderungen bezto. Neuaufnahmen bis spätestens Sonntag, den 27. Dezember, an die nachverzeichneten Kommissionsmitglieder gelangen zu lassen: Für den I. Wahlkreis an den Genossen Paul Bartsch, NW. 28, Lessingstraße 32. Für den II. Wahlkreis an den Genossen Heinrich Schröder, S. 53, Bärwaldstraße 47. Für den III. Wahlkreis an den Genoffen Karl König, S. 59, Urbanstraße 98. Für den IV. Wahlkreis an den Genoffen Star! Nott, O. 84, Straßmannstraße 29. Für den V. Wahlkreis an den Genoffen Albert Hahnisch, C. 54, Auguststraße 51, Duergeb. part. Für den VI. Wahlkreis an den Genoffen Richard Henschel, N. 58, Uedermünder Straße 17, II. Für Nieder- Barnim an den Genoffen Hermann Elias, O. 112, Blumenthalstraße 24. Für Teltow Beeskow an den Genoffen Karl Rohr, Rigdorf, Selchower Straße 15-16, IV. Für Potsdam Dsthabelland an den Genossen August Paris, Velten, Luisenstraße 17. Für alle übrigen Orte der Provinz find Mitteilungen zur Lokalliste durch die Vorsitzenden der Kreise an den unterzeichneten Obmann ber Kommiffion zu richten. Meyer.-Profeffor Krüger- Nuftedt. Konzertmeister B. Nigfche. I rechneten und, um die Ware loszuschlagen, fie feit vorgestern zu jedem Rezitator Willy Dhielte.- Gefangvereine: Gleichheit. Nordwacht. Breise losschlagen. Dies haben sich einige Unternehmer aunuhe Arbeiter Sängerbundes) Zivilberufsmufiler. Turnerische Auf Berlins ziehen und die Tannen zum Aussuchen Stüd für Stud Vereinte Sangesbrüder Moabit. Liederlust II.( Mitglieder des gemacht, welche mit hochbeladenen Fuhrwerken durch die Straßen führungen.( Mitglieder des Urbelter- Wihletenbundes.) Entree 25 Pf. für 10 Pfennig verkaufen. Am gestrigen Tage wurde allerdings Anfang 12 Uhr. dieser Hausierhandel polizeilicherseits verschiedentlich inhibiert, doch zogen sich die Händler, besonders in den Abendstunden, mehr nach Sem Weichbilde Berlins zurück, um in den Verkehrsstraßen der von ben Arbeitsstätten zurüdkehrenden Bevölkerung zu dem oben genannten Preife die Bäume anzubieten. Aber obwohl die Weihnachtsbäume so billig wie noch nie abgegeben wurden, ließ der Verlauf zu wünschen übrig. Noch in der Nacht sah man die Haufierer mit ihren hochbeladenen Wagen nach Hause fahren. Billetts sind bei den Bezirksführern zu haben. Zu den Matineen bei Franke und im Brunnentheater in der Badstraße find Billette außerdem bei den Restaurateuren Otto Gaßmann, Badstraße 14. Ede Grünthaler Straße, und bei Gerhard Steffens, Badstraße 18, zu haben. Die Bezirksführer der 9., 10. und 11. Abteilung werden ersucht, bie nicht abgefeßten Matineebilletts zum zweiten Feiertag bei ihren zuftändigen Abteilungsfaffierern bis spätestens am ersten Feiertag urid ugeben. Billetts zur Matinee am zweiten Feiertag im Rösliner Sof", Rösliner Straße 8, find bei den Genoffen Melger, Wiefenstraße 29, Sauerweier, Marstraße 16, Rick, Fehmarnstraße 8 zu haben. Weihnachten auf dem Kirchhof. Tannenbaumbrände sind eine unangenehme, aber altgewohnte Bugabe der Weihnachtsfeiertage. Es gibt stets ein paar Dußend Alarme, die stets au folchen, die Feststimmung start veeinträchti genden Bränden führen. In der Regel liegt die Schulb an den betreffenden Familienmitgliedern selbst. Beim Ausschmücken des Baumes muß mit großer Sorgfalt darauf geachtet werden, daß die Lichte mindestens in handbreitem Umkreise böllig freistehen und beWeit hinaus vor die Tore der Stadt führte mich mein fonders auch nach oben hin von den Tannennadeln genügend weit Weihnachtsiveg, nach den Waffengrüften der Großstadtarmut. entfernt find. Se länger der Baum schon im warmen Zimmer Grau in grau getaucht, Schnee oder Nebel verheißend, lag ficht, also je mehr er austrocknet, desto größer follte die Vorsicht der Himmel über dem mächtigen Reichenfelde, aber die fein. Gerät ein Baum in Brand und können die brennenden Menschen tamen und gingen. Seine Zaufende waren es, wie Nadeln nicht fehnell genug mit der Hand oder mit einem Tuche bei der großen Wallfahrt am Totensonntag. Doch der ausgedrückt werden, so ist es böllig berkehrt, ben Baum, wie cz Schmud der Gräber legt beredtes Zeugnis ab, daß gargalle muß der Brand natiiclich auch auf andere Gegenstände der fehr häufig geichteht, bom Tisch herunterzuwerfen. In solchen Um bas rechtzeitige Erscheinen der Lokalliste und auch zu Wethnachten viele in den letzten Tagen den weiten Weg nicht scheuten Wohnungseinrichtung übergreifen. Ein beherzter Anwesender zu ermöglichen, ersuchen wir bie Parteigenossen bringend, alle Mitauch zu Weihnachten ihrer Toten pietätvoll ge- witb ben Baum unten am Fuß anfaffen, in die Mitte des Bimmers teilungen in Rotalangelegenheiten für Groß- Berlin dem zudachten. Zu Bergen türmen fich fostbare Kranzspenden auf den Boden stellen und dort mit wenig Mühe und fast ohne ständigen Kommiffionsmitgliede, für die übrigen Orte der auf den Hügeln derer, die mit des Lebens Gütern gefegnet Gefahr ablöschen. Wiederholt find durch Tannenbaumbrände gange Probing dem Vorsibenden des betreffenden Kreises waren. Nur ein verhältnismäßig fleiner Bezirk ist es gegen Simmer ausgebrannt, so daß die Gefahr immerhin nicht gering zu übermitteln. Ferner weisen wir wieberholt auf den in über den ungeheuren, trostlosen Raferflächen, unter denen in anzufchlagen und es namentlich beim Feuerfangen größerer Bäume ben Bokalkonferenzen der Bokalkreise so oft gefaßten Beschluß Reib und Glied, noch im Tode als„ Nummer" betrachtet, die stets ratsam ift, die Feuerwehr zu alarmieren. Damit aber bie hin, wonach die örtlichen Rommissionsmitglieder Enterbten des Glücks vom Daseinstampfe ausruhen. Lints wenig gestört werden, ift, toie gefagt, fchon bei Anordnung der Richle geplagten Feuerwehrmannschaften in ihrer Feststimmung möglichst unbedingt verpflichtet sind, vor dem Grscheinen jeder neuen ifte rechtzeitig an ben Obmann ihres Streifes und rechts vom Wege der ersten Armenteichenfelder stehen in dringend Verficht geboten. Bei dieser Gelegenheit fet auch davor jeder neuen gifte rechtzeitig an den Obmann ihres Streifes einen Bericht einzufenben, gleichgültig, ob Beränderungen vor mitten der Grabreihen sei mächtige, wohl an vier Meter gewarnt, größere Teile des geplünderten Baumes mit einem Mate gekommen find oder nicht. hohe Tannen, von unten bis oben mit bunten Papier im Ofen oder in der Kochmaschine zu verbrennen. Die Nadeln Orte, aus denen kein Bericht kommt, tverden in der Liste nicht rofen bestedt. Sollte die Stadt Berlin hier den toten enthalten stacke Satzstoffe, die unter Umständen eine. Explosion weiter aufgeführt und haben sich die betreffenden Genossen die Proletariern einen Weihnachtsbaum geschmidt haben? und damit eine Berfrümmerung des Ofens herbeiführen können. etiva hieraus entstehenden unangenehmen Folgen selbst zugute Einen Stirchhofsarbetter frage ich, aber verdugt sieht Der Borstand des Berliner Asylvereins für Obdachlose bittet schreiben. der mich an und bleibt mir die Antwort schuldig. Weiter, feine Mitglieder und Freunde, die Beträge für die Ablösung ihrer Alle nach bem 27. Desember einlaufenden Meldungen können immer weiter geht's an ungezählten Laufenden von Armen- Neujahrstarten an den Schatzmeister des Vereins, Herrn Alfred nicht mehr berücksichtigt werden und erfuchen wir, dies zu beachten. Teichen vorbei. Will denn dieses furchtbare Totenchaos féin Hirschfeld, Berlin W., Kleiststr. 8, oder dessen Stellvertreter Herrn Des weiteren ersuchen wir wiederholt, alle Mitteilungen in Lofalangelegenheiten nur durch die oben genannten Stommiffione. Ende nehmen? Und da und dort sehe ich wieder Zeichen der Dr: Paul Arons, Berlin W., Mauerstr. 34, zahlen zu lassen. Die mitglieder an den Obmann der Kommission zu richten und nicht Liebe, kleine Bäumchen mit bunten Blumen und oft nur Namen der Spender werden anfangs Januar veröffentlicht werden. btreft an den„ Borwärts". Es entstehen hierdurch nur Tannenreisig, lose über die schmale legte Ruhestatt gestreut, unnötige Berzögerungen, und da die meisten Ginsendungen immer von der sorgenden Hand der lebenden Armut. Man muß erst in letter Stunde einlaufen, ist, wenn es sich um eine Sperrnotis gut befcheid wissen hier draußen. Wie das Massenetend in handelt( Vergnügen in einem gesperrten Lokal), eine Publikation der Weltstadt nach der Schablone gezeichnet ist, fo gleichen sich nicht mehr möglich. Der Obmann der Lokalkommission: Massengrüfte. Drohenden Fäuften ähnlich die schwarzen Pfähle Nichard Henschel, Berlin N. 58, ledermünder Straße 17, II. reden fid) der weißen Nummer int Zwielicht der Dämmerung aus dem Ober- Schöneweibe. Die Weihnachtsfeier des Wahlvereins findet Boden. Nücksichtslos muß der Fuß des Lebenden am ersten Feiertag abends 6 Uhr im Wilhelminenhof statt. Das über Leichen gehen, um fein Ziel zu erreichen. Still lege ich Bekanntinachung betreffend die Gefbspielautomaten. Die Beamtent Programm ist ein borgligliches und wird nochmals auf die im Orte mein grünes Weihnachtsangebinde um das einzige armselige feine öffentliche Staffe ftatifindet, müffen die Dilletts vorher getauft berbantte, werfe einen schmerzbollen Bid über die schaurige ausgehängten Plakate hingewiefen. Der Eintritt loftet 50 Bf. Da Zeichen, daß hier ein Mensch ruht, dem ich im Leben so viel Der Borstand. Stätte, wo ein Meer von graufigem Unglück in ein Nichts versunken ist, und pilgere zurück nach der Weltstadt, die die Toten so schnell vergißt und sich anschickt, in vollen Zügen die Freuden des Weihnachtsfestes zu genießen. werden. Adlershof. Die Genoffinnen und Genossent, welche fich zum Austritt aus der Landeskirche gemeldet haben, werden ersucht, sich am Montag, den 28. Dezember, vormittags 19-9 Uhr, im Lokal bes Herrn Kaul, Bismardstr. 16, pünktlich einzufinden. Die Kommission. Berliner Nachrichten. Matineen auch Die mit Geldschrankfnader; haben in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch im Kontor der Berliner Konsumgenossenschaft am Grünen Weg 11 arg gehauft. Bei der Gelegenheit haben die Burschen etiva 1500 W. bares Geld erbeutet. Die Kriminalpolizei nahm die Berfolgung auf und ermittelte auch bald einen der Einbrecher, dent 800 M. wieder abgenommen und der Genossenschaft wieder eingehändigt werden konnten. Die Genossenschaft wird nicht geschädigt, ba fie gegen Einbruch versichert ist. ber Anklagebehörde bei der drei Berliner Landgerichten find durch banbein, an welchen fich mehrere Gewinnfächer befinden, die in der den Oberstaatsantvalt des Kammergerichts angewiefen worden, in Zukunft alle diejenigen Spielautomaten als Gtidsspiele zu beReihenfolge mit Berluftfächern abwechfein, sofern die Möglichkeit besteht, daß das urfgeschoß bei dem Berfehlen eines Gewinnfaces durch Anprall der Stifte, Snöpfe, Einfaffungsschlenen oder in irgend einter anderen Form abgelenkt und dadurch in ein anderes Gewinn fad geleitet wird; also denjenigen Gewinnt, den es vermöge GeUeber die Berliner städtische Leichenverbrennung schicklichkeit und Berechnung des Spielers nicht einbrachte, durch das Nowawes. Am ersten Weihnachtsfeiertag, mittags 12 Uhr, macht Stadtrat G. Friedel im„ Berliner Lokal- Anzeiger" intereffante alten des Zufalles einbringen kann. Gegen bie Aufstellung aller veranstaltet der Wahlberein im Lokal des Genossen Singer, Briefter- Witteilungen. Einlettend bemerkt er, daß auch die großen tom Spielautomaten dieser Art, zu denen die weitaus meisten der jetzt straße 31, eine Matinee, in welcher das Berliner Ult- Trio mitwirkt. munalen Behörden Preußens der fakultativen Leichenverbrennung gebräuchlichen Systemte zu rechnen sind, wird in Zukunft auf Grund Programm im Vorverkauf 25 Bf an der Kaffe 80 Pf. Es wird jegt ernsthaft ihre Aufmerksamkeit widmen müssen, nachdem der bes§ 284 ober des§ 286 des Strafgefegbuches Anklage erhoben werden. ersucht, daß die Genossen lebhaft für diese Veranstaltung agitieren. Evangelische Oberkirchenrat fich mit dieser wichtigen Angelegenheit Die Polizeireviere werden blesseits angewiefen werden, bont Der Borstand. feit längerer Zeit von Amtswegen befaßt. Habe doc) Oberhof 1. Januar 1909 ab eine Besichtigung aller bann etwa noch im Beprebiger Dryander, der Vizepräsident dieser obersten tirchlichen Betriebe befindlichen Spielautomaten vorzunehmen und daraufhin hörbe, noch fürzlich geäußert, daß eine gefegliche Regelung der Feuer- entsprechend Anzeige zu erstatten. Die Frage, inwieweit auch der bestattung in Preußen unmittelbar bevorstehe. Herr Griebel be- Betrieb anderer Spielautomaten als der beschriebenen Art in gu jaht nun die Frage, ob die Stadtgemeinde Berlin für den Fall der funft als strafbar anzusehen fein werden, muß einfiweilen offent Einführung der fakultativen Feuerbestattung gehörig gerüftet fet, und gelaffen werben, bis sich eine bestimmte Juditatur der Gerichte finden wie in den Vorjahren auch in diesem Jahre an den spricht schon von praktischen Versuchen, die in diefer Beziehung wäh- ausgebildet haben wird. Da die Aufsteller von Spielautomaten noch rend der letzten Monate bei dem städtischen Verbrennungsofen in bielfach in Unkenntnis über den Charakter der von ihnen betriebenen Weihnachtsfeiertagen statt. Die Stomitees der einzelnen Wahl der Dieſtelmeyerstraße angestellt worden find. Bekanntlich wurden Spiele fein mögen, wird Borstehendes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. treife haben die Veranstaltungen so eingerichtet, daß den Partei- bier früher nur fegierte Zeichenteile, alfo amputierte Arme und es ist somit allen denjenigen Berfonen, welche eine Anllage ber genoffen mit ihren Angehörigen für ein verhältnismäßig ge- Beine fowie innere menschliche Bestandteile, eingeäschert. Diefe Gin meiden wollen, Gelegenheit gegeben, den Betrieb der Automatenringes Eintrittsgeld einige angenehme Stunden an den Feier- äfcherung gefchieht entsprechend dem Krankenhausmaterial der Swei- piete felbft einzustellen. Der Polizeipräsident wendet sich hierbei tagen in Aussicht gestellt werden fönnen. Die Arrangements millionenstadt gleidh maffenbaft in langen, niedrigen, mit Chlor ge befonders auch an die Angehörigen des Gaft und Schantgewerbes der Wahlkreise finden wie folgt statt: füllten Solstiften. Vor Jahresfrist hat es indes die tönigliche unter dem Sinweis, baß eine gerichtliche Verurteilung aus§ 284 Sweiter Wahlkreis. Freitag, den 25. Dezember 1908.( erfter Charitéverivaltung beim Stultusminifterium durchgefeht, daß auch des Strafgefegbuchs nicht allein eine Gefängnisstrafe nach fich zieht, Weihnachtsfeiertag): interfest in den Gesamträumen folche Charitéleichen", um deren Begräbnis fidh fein Angehöriger fondern auch für die Frage der Erteilung und Belaffung der Schant der Viktorinbrauerei, Lügowfit. 111/112. Mitwirkende: Berliner fümmert, verbrannt werden dürfen, und sie bat nach Friedele An erlaubnis gemäß§. 83 ber Reichsgetverbeordnung von Bedeutung Sinfonie- Orchester( Dirigent: Maximilian Fischer). Solisten: Fräulein gabe diefe Befugnis fo weidlich benutt, daß innerhalb des laufenden fein fann. Bu dieser Bekanntmachung des Polizeipräsidenten ist noch Emma Stratje( Sarfe), Herr Fr. Seibel( Violine), Herr Fr. Große tabtifcherfeits bem geuer überliefert worden sind. Daß es niemals zu bemerken, daß es den Gastwirten nur dringend zu Jahres Hunderte von Särgen mit Anatomieleichen aus der Charité ( Cello). Nach der Vorstellung: Ball. Herren sablen 50 Pf. nach. sogenannte Individualleichen waren, sondern stets Körper, denen in empfehlen ist, alte Spielautomaten aus ihren Räumen zu entfernent. Anfang 6 Uhr. Garderobe 10 f. Gintritt 80 f. Sonnabend, ben 26. Dezember 1908( 8 weiter Weihnachtsfolge der Gezierung erhebliche Bestandteile fehlten, alfo meist bok fonnte tro der vielen Klagen aus dem Bublitum bisher nicht feiertag): Große Matinee im großen Saale von Kliem, Hafen ständig zerfegte Leichname, spielt für die Bedeutung der recht eingefchritten werden, da die Erkenntnisse der verschiedenen Ge Sache feine Rolle. Während man fich also um die Einrichte auch verschiedenartig ausgefallen waren. Ein Reichsgerichte heide 18-15. Weitwirkende: Apollo- Sänger. Herren: Paul Charton, führung der fakultativen Feuerbestattung noch herumstreitet, haben wir urteil aber hat nunmehr feſtgeſtedt, unter welchen Berhältnissen ein Start Sandmann, Arthur Steinte, Hugo Just, Emmo Rafchdorf. Hermann Wehling. Hans Berani und Willy Boltano, am Stlavier: und stwar in nicht geringem Umfange. Die Schrittmacher für die zur Formulierung Hermann Wehling, Hans Berani und Widy Boltano, am Klavier: bereits eine Behördlich eingeführte obligatorische Leichenverbrennung. Geschicklichkeitsspiel auch ein Glüdsspiel fein tann, so daß ntant ber oben angeführten Bekanntmachung Herr Arthur Steinte. Eintritt 20 Bf. Anfang 12 Uhr. Steformierung im Beffattungswesen find natürlich wieder bie Armen, fchreiten fonnte. Dritter Wahlkreis. Sonnabend, den 26, Dezember( a weiter deren Leichnam als staatliches Gemeingut betrachtet wird. Die Der Transport eines hilflosen Menschen wurde am Sonnabend Weihnachtsfeiertag): Große Matinee im großen Saale neuesten Versuche haben sich aber auch auf eingefargte intatte in Charlottenburg in einer eigenartigen Weise bewerliteligt. von Kellers Neuer Philharmonie, Köpenicker Straße 96/97. Konzert, Armenteichen erstreckt. So weiß Herr Friedel zu berichten, daß eine weittags zwischen 1 und 2 Uhr war an der Ede des Aufürstenausgeführt von Bibil- Berufsmufitern, Stapellmeister St. Saichject, gwei Zentner fchivere Frauenleiche nach anderthalb Stunden und eine bammes und der Leibniz ftraße ein Mann zufammen unter gütiger Mitwirkung des Violoncellovirtuosen Herrn Karl Struz. anderthals Zentner schwere männliche Leiche schon nach 40 Minuten gefunden. Seiner Kleidung nach au urteilen, gehörte er zur Arbeiterder Opern und Operettenfängerin Frau Thyra Nordström Wiese, vollständig eingeäichert war. Die vierzig Bfund schweren Armenfärge flaffe, bielleicht war er ein Arbeitsloier. Er lag auf der schmugigen des modernen Humoristen Herrn Fr. Lisfet und der Gesangs- und brannten dabei länger als die Leichname selbst, eine in allen Krematorien Straße an einem Baum und vermochte nicht. fich zu erheben. Was Tanzduettisten Marietta und Franconi. Anfang präzise 12 Uhr. beobachtete Erscheinung. Jede Einäicherung erforderte neun Seftoliter ihm fehlen konnte, war nicht sicher zu erkennen. Baffanten, die ihn Billett 30 f. Rots. Gafe und auch aus dem Schornstein follen sich nicht be- liegen faben, stritten barüber hin und her. Ein vorübergehender Vierter Wahlkreis. Sonnabend., den 26. Dezember 1908 merfbar gemacht haben. Auf diese Weise hofft das städtische Bearbeiter meinte, der fei offenbar vor Hunger und Entfräftung zu ( aweiter Weihnachtsfeiertag): Zwei große Matineen ſtattungsfuratorium, täglich zehn Leichen Erwachsener oder die drei fammengebrochen. Gutgekleidete Serifchaften, die es befier zu in Louis Stellers Festiälen( Inhaber Freher), Koppen bis vierfache Anzahl tinderleichen ohne Schwierigkeiten einäichern wisien glaubten, fchalten darüber, daß der Mann, sich so schver be Straße 29, unter Witwirkung ber Liederfängerin Fräulein au fönnen. Bei wird starterer. Inanspruchnahme an der trunken habe. Wo fidh Menschen sammeln, sammeln sich bekanntlich Marianne Geyer und des Regitators und Dialettbumoriften felben Stelle ein zweiter Verbrennungsofen errichtet werpen. qurch Schuyleute. 3hrer zwei waren bald zur Stelle, betrachteten Herrn Otto Wiemer; im Konzerthaus Sanssouci, Stottbuser Straße 6, Schließlich bemertt Stadtrat Friedel, ber daß Gefet den Hilflofen und erklärten dann gleichfalle, der fei betrunken. Sie Stonzert unter Mitivirkung der Gesellschaft Girzelewica". Anfang entwurf über die fakultative Feuerbestattung mit Sie Er hielten es aber für geboten, ihn wegzuschaffen. Ein Droschten präzise 12 Uhr. Billett 30 Pfennig. Da offene Staffe nicht statt laubnis der Leichenverbrennung für öffentliche Behörden vor- futscher, der ihn aufnehmen sollte, lehnte ab.. Er fürchtete wohl findet, bitten wir die Mitglieber. fich rechtzeitig mit Bidetts au ber- fehe. Es sei demnach fraglich, ob die Absicht des Berliner Feuer für feinen Wagen, weil die Kleider des Wiannes durch Straßen jchen. bestattungsvereins, auch feinerseits Leichenverbrennungen in einem ichmuz befudelt waren. Die Schuyleute beratschlagten ein Weilchen, Der sechste Wahlkreis hat seiner Ausdehuung entsprechend auf dem städtischen Friedhof an der udolfstraße zu errichtenden was da zu tun fei. In der Nähe standen ein paar Straßenneun Matineen arrangiert. Diefelben finden am Somm Krematorium vornehmien au laffen, berwirklicht werde. reiniger mit einer der befannten Starren, in denen sie den Borläufig stellt sich die Leichenverbrennung auf städtische Stoften Stehricht und Schlamm von der Straße aufiammeln. Die Starre abend, ben 26. Dezember( zweiten Weihnachtsfeiertag) in folgenden Lokalen statt: Berliner Prater, Staftanien- bei ganzen Körpern noch wesentlich teurer als die Waffenverfcharring war gerade leer. Einer der Schußleute wandte sich an die StraßenAflee 7--9; Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130; in Friedrichsfelde. Sonst hätte man die Verfuche" wohl schon so reiniger und verhandelte mit ihnen. Was er von ihnen wollte, Ballschmieders Etablissement, Babftraße 16; Brunnen Theater, weit ausgedehnt, daß der Verbrennungsofen für Proletariertadaver entzieht sich unserer Kenntnis. Als die Unterredung beendet war, lud einer der Straßenreiniger den zusammen. Badstraße 38; Jofeph Frankes Feftiäle, Vadstraße 9; Germania- täglich zum Plazen voll ist. gefunfenen Mann auf die Karre- und unter der fröh Sale, Chauffeeftr. 110; Brachtfäle Nordwest, Wiclefitr. 24; Bagene Die städtischen Raffen und Bureaus werden heute um 1 Uhrchen Seiterkeit der gutgekleideten Buschauer fepte der Transport hofer Brauerei, Zurmitr. 25/26; Gebr. Grang' Festjäle, Rösliner Straße 8. Witwirkende: Driginal Harburger Sänger.- Gesellschaft gefchloffen. fich in Bewegung. Wir müssen es unentschieden laffen, ob es fich Lily Schumann. Berliner Ult- Trio. Elite Streich Weihnachtsbäume, Stild für Stid 10 Pfennis. Eine unge wirklich um einen Betrunkenen handelte. Aber auch wenn er das orchester( Direktor: Frib Blume). Berliner Vollsfänger Gefelle wöhnliche Erscheinung bildet in diesem Jahre der Weihnachtsbaum war, fo war er immer noch ein Wienich und zwar ein bilflofer schaft Mag Schmeiger. Berliner Bolts- Stabarett Rosemann- Sofié. handel im Umherziehen, die sweifellos auf die großen Lager. Menfch. Wenn ein wohlhabender Mann, aus einer Weinstube nach -Baul Manteye Lustige Sänger. Boltsfängergesellschaft Lewan bestände an Bäumen auf den Engrosmärkten zurüdzuführen ist. Abfolvierung feines Frühschoppens heimkehrend, auf der Straße bowsky. Vollsfängergefeüfchaft Sugo Ante. farriche Stünstler Die Engroshändler, die fich einig waren, bie Preise hochzuhalten, liegen geblieben wäre, würde da die Szene in allem benfelben Ver tapelle. Frau Margarete Ballotte. Konzertfängerin Fräulein fanden so wenig Absatz, daß sie jetzt mit erhebliden lleberbeständen lauf genommen haben? " ErmiiWtr Eintrittskarten für die Sitiwarz-Wcik-UuSsteilung I Kopfbedeckling. Er ist am Sonntag nach Berlin gefahren und feit- der Sezession(20 Ps. statt 1 5CI.), an allen Tagen giiltig� stehen den dem spurlos verschwunden. Meldungen werden erdeten an F Lobitz. Köpenick, Kaiserin-Auguste-Biktoria-Str. 9 III. Ein aus der Bibliothek des HolzarbeitrrverbandcS stammendes Buch,. Bebels Frau", ist von der Tbaerstrasze bis nach der Loewe- straste verloren gegangen. ES wird der Finder um Abgabe gebeten an Otto Riedel, Loewestr. 2S, I. Etage, bei Kühne. Arbeiterorganisationen im Bureau des GewerkschastShauseö zm Verfügung. Einzelne Karlen werden gegen Vorzeigung deS Mitgliedsbuches im Zigarrengeschäst von Paul Harsch, GcwerkschaftL haus, ausgegeben. lleöer die Klinik für Uufallverlebte, die sich im Hause M a riannenufer 2 befindet und mit der Unfallstation III verbunden ist, hatten wir in Nr. 300 eine Mitteilung gebracht. die die dort herrschenden Zustände schilderte. Hierzu bittet unS das Kuratorium der.Berliner Unfallstationen vom Roten Kreuz" „davon Kenntnis zu nehmen, dag diese Klinil Privateigentum der Herren Dr. Stöbet und Dr. Joseph ist und als Privalklinik d e st a a t l i ch e n Aufsicht und nicht der d c S K u r a t o riumS der Unfallstationen vom Roten Kreu� untersteht". Dann wäre also nicht das Kuratorium für die eigenartigen Zustände dieser Klinik veromwortlich zu machen. Hinter der Klinik stehen aber wohl al« Gönner und Schützer dieselben Berufsgenossenschaften, denen auch die Unfallstattonen ihr Dasein verdanken. UebrigenS wird in der Zu schrift deS Kuratoriums d a S nicht bestritten, hast die Klinil für Unfallverletzte mit der Unfallstation„verbunden" ist. Klinik und Unfallstation befinden sich sogar in ein und derselben Wohnung und haben einen gemeinsamen Eingang. Ein bißchen hätte da doch wohl auch daS Uufallstationskuratocium sich darum kümmern müssen wie eS in der Klinik auesteht. lieber den Selbstmord eine» Ehepaares wird aus der Lehrter Straße 40 berichtet. Hier bewohnte der 44 Jahre alte Klavierlehier Franz Primmel mit setner 50 Jahre allen Ehefrau Amanda, mit der er kinderlos verheiratet war, seit l2 Jahren drei Stuben und Küche im vierten Stock. Die Leute hatten früher immer eine Stube abvermietet. Diese stand seit zwei Monaten leer. Es kam hinzu, daß auch die Schüler weniger wurden. Das hing vielleicht damit zusammen, daß Primmel. der früher Organist an der PiuSlhche war, stark trank. Obwohl ihn seine Frau im Klavier Unterricht unterstützte, gerieten die Leute unter diesen Vcr- fiättnissen in Schwierigkeiten und konnten seit einem Vierteljahr die Miete nicht mehr bezahlen. Um zu sparen, hatten sie sich in der Srephonstraße eine kleinere Wohnung gemietet. Dann aber kamen sie wohl überein, sich durch etnen frei willigen genieinsamen Tod einer ungewissen Zustmst zu entziehen. Als gestern abend um O'/z Uhr eine Schwester Primmel» mir ihrem Sohne zu Bestich kam, keuleu Einlaß fand und einen starken Gas- geruch wahrnahm, ließ die Polizei durch einen Schlosser öffnen und fand beide Wohnungsinsassen tot auf. Der Mann lag in den Kleiden» aus dem Fußboden deS UnterrlchtSzimmcrS, die Frau«Nt- kleidet im Bett. Die GaShähne waren geöffnet, die ganze Wohnung mit Gas angefüllt. Das bSfe Gewissen der HochbaHndircktion. Man schreibt»ms In der Sonntagsnummer 293 des„Vorwärts" wird mitgeteilt. eS werde voraussichtlich Ende Januar 1909 der Hochbahnprozeß statt finden aus Anlaß des bekannten Unglücksfalles, bei dem IL Menschen vernichtet und 20 verletzt wurden. Un» dem Sündenbock, dem Zugführer(Lokomotivführer) K. Schreiber und dem Milfahrer G. Wende ordentlich kapitalistisch den Prozeß zu inachen, heißt eS: Die Anklage stützt sich auf 12 Belastungszeuge» und die Gutachten von neu» Oberingenteuren und RegierungSbaumelstern. Für wahr, es muß schlimm um die Schuld der Hochbahn stehen, wenn ein solcher Apparat von Technikern gebraucht wird. um einem im Dienst fast bis zur Ohnmacht überreizten kleinen Beamten alle Schuld für ein so schmachvolles Unheil ln die Schuhe zu schieben Wir sind überzeugt, die der Hochbahn nahestehenden BelastunaSzeugen werden im Sinne der Anklage ihre Schuldigkeit tun. Sie sind, wie gewöhnlich bei unserer Rechtspflege, Belastungszeugen und Saty verständige, d. h, in Wahrheit Ankläger und Richter zugleich denn unsere ordentlichen Richter sind auf die Urteile dieser Herren Sachverständigen iin wesentlichen angewiesen und waS daS wichtigste ist: der Angeklagte kann gegen die Füll« deS raffiniert zusammen gestellten Antlagemarerials dieser studierten Leute mit seinen ein- fachen geistigen Mitteln schon auS dem Grunde nicht aufkommen, weil hier da§ Sprichwort zur Tat werden muß:„Viele Hunde sind deS Hasen Tod".— Bei solchen Eisenbahnprozeffen ist der An geklagte sckion rein physisch, das heißt mit seinem in der llntcr suchungShaft dürstig genährten Körper im größten Nachteil. Wohl gemerkt, zwölf Belastungszeugen und die Gutachten von neun Overingen! euren und RegierungSbaumeistern werden gegen zwei hilflose Arbeiter verwandt, denen, soviel vorläufig zu ersehen ist, nur zwei juristische Verteidiger zur Seite stehen. RegierungS baumeister werden schwerlich der Verteidigung mit Material gegen eine mit dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten in so nahen Beziehungen stehende Jndustriegesellschast zu Hilfe kommen Also in dieser Beziehung schon sind die Rollen wieder sehr ungleich verteilt. Die Verteidigung wird schon deshalb sehr energisch darauf dringen müssen, daß die Angeklagten durch die Art der täglichen Verha'udlungSdauer bei de» aus sie nieder- hagelnden Beschuldigungen nicht erschöpft werden, sondern baß ivenigstenö ein geringer Abglanz von Rücksicht aus dem Prozeß E u l e n b u r g auch auf diese beiden Ge� marterten falle, denen gar keine höheren Beziehungen und auch leine Medizinalräte zur Verfügung stehen. Der Neunsiundentaz ist auch in der letzten Sitzung der stadtischen Tiefbaudeputation für die von der Deputaiion beschäftigten Arbeiter einschließlich der auf Steinplätzen und der Thausseearbeiter beschlossen Ivorden. Die Ermittelungen nach dem Mörder der Frau Pagel wurden bon der Kriminalpolizei die ganze Nacht hindurch fortgesetzt. Mau fand noch mehrere Personen, die die Ermordete zu verschiedenen Zeiten gesehen haben. Um T3/« Uhr saß sie in der Danztger Straße auf einer Bank mit einem Mann, der einen schwarzen Schlapphui und einen runden Stock mit einer Metallkrücke trug. Zwischen 3 und 10 Uhr trank sie mit einem Mann und einer Frau in der schon er- wähntcil Rheinfeldschen Schankwirtschast Bier und Schnaps Um 1V Uhr gingen alle drei von dorl weg. Dieser Mann trug einen dunklen Ucberzieher und«lue blaue Schirmmütze mit einem Alechfähnchen statt der Kokarde. Er hatte einen blonden Schnurrbarl, sah au» wie ein Arbeiter und trug eine schwarze Markttasche und eine» Regenschirm. Die miltelgroße Frau trug ein dunkles Kleid init einer kleinen Pelerine und einen schwarzgarnierten Hui. Die viele» Srrcifen, die die Kriminalpolizei im Laufe des Abends veranstaltete, brachten keine weitere«ufllärung. Im Freien, wie im Fried, ickShnin und tn Kneipen wurden wieder eine Anzahl Personen ausgegriffen, die keine Wohnung haben. Sie komme» aber für das Verbrechen ebensowenig in Betracht wie andere, die sich durch Redensarten selbst verdächtig gemacht hatten. Die Persönlichkeit der Ermordeien ist jetzt genauer festgest Sie ist eine Hohanne Kunde, geb. Schmidt, gebürtig aus Tilsum bei Norden in OnsrieSland. RlS ein arger Schwindler ist der„Schlosser Hans Töpfer" end larvt worden, der sich für einen Magistratsbeamten und städtischen Konlrolleur aiiSgab. Der ErkeiinungSdieiist der Kriminalpolizei stellte kest, daß der Verhastete ein Schlosser Peter Greuer aus Köln ist. Der Mann ist wegen Betruges, Unterschlagung, Diebstahls wiederHoll init ZuchihanS bestrait. zuletzt in Köln, Er trat nicht nur al» Magistrats- und Postbeamter, sondern auch alS Eiseubabu- bcamter, FriedhofSinspektor und Beamter deS Verbandes für erste Hilfe aui. Als Eifenbahnbeamler suchte er namentlich solche Familien heim, die einen verstorbenen Angehörigen zur Verbiennung nach Hamburg oder Gotha hatten bringe» lassen. Der Schiviiitzler kam zu geeigneter Zeit, um elnen Irrtum in der Transport- bereckmung zu berichtigen und„zum Ausgleich" so und so viel Mark -inzustecken. Hier in Berlin versuchle er nach dem Unfall eine» Eisenbahnangeüelltrn sein Glück auch einmal im Schauhause, aller- dingS ohne Erfolg. Seriiiifst wird der lOjährige Sahn de» Schlosser« Ferd. Rabitz aus Köpenick. Bekleidet ist derselbe mit braunem Manchesteranzug. varcheiidhemd, schwarzen Strümpfen, Schnürschuhen und hatte keine Vorort- JNacbrichtcn. Die Protestbewegung gegen die Wahlrechtsattentäter im Spiegel des„stiixdorfcr Tageblattes". Die AmtSpresse unserer Vororte rühmt sich zuweilen, daß sie die kommunalen und örtlichen Verhältnisse weit besser und umfang reicher zu berücksichtigen vermag atS die große Bertiner Tagespresse So kann man e» wenigstens lesen, wenn die Vororlpresse ain Ende und Anfang des OuarlalS auf Abonnenteufang ausgeht. Daß dieser Grundsatz nicht immer befolgt wird, zeigt uns die eigenartige iliescrve, die daS„Rixdorfer Tageblatt" bei der Behandlung der Protest bewegiing gegen die Wahlrechtsverschlechterer übt. Wohl selten ist die Rixdorfer Bevölkerung durch Vorgänge konimunalpolilischer Art in ihrer Gesamtheit so interessiert worden, wie durch den am 17. Dezember durch die bürgerlichen Stadtverordneten Rixdorfs vollzöge nenWahlrechtSraub. Noch nie ist die werliätige Klasse Rixdorfs mehr empört gewesen als über den feige» Ueberfall einer kleinen Auslese auf eine durch ein schon elendes Wahlrecht entrechtete Klasse. Und daß dieser Frage nicht nur eine genügende örtliche Würdigung beigelegt wird, beweist die Behandlung derselben in der ganzen deutschen Presse, soweit in dieser überhaupt noch ein freier Geist wahrzunehmen ist. Man hätte denn aucherwartett iolle», daß da» in der werktätigen, von den WahtrechtSräubcrn entrechteten Be völkerung noch sehr verbreitete„Rixdorfer Tageblatt" wenn nicht gegen die WahlrechtSverschlechterung Stellung nehmen, so doch seine Leser über die Protestbewegung hinreichend unterrichten würde. Doch weit gesehlt. Genanntes Blatt behandelt diese wichttge Frage so stiefmütterlich, daß der Leser versucht ist zu glauben, eS handele sich um die gleichgültigsten Dinge der Welt. In sonderbarer Kürze berichtete daS Blatt nicht nur über die große Prolestversamm lnng am Sonntag in der Neuen Welt, sondern auch über die impo sante Kundgebung der demokratischen Vereinigung in der Verein» brauerei am Montag. Von den leidenschaftlichen und markanten Reden, die an die reaktionäre Rixdorfer RalhauSmehrheit gerichtet waren, erfährt der Leser de»„Rixdorfer Tageblattes" fast nichts. Der Uneingeweihte wird mit Recht nach der Ursache dieser reservierten Haltung de? BlatteS frage». Nun, einer der WahlrechtSattentäter, der„freisinnige" Stadtverordnete Glasemann, ist Mit besitzer deS„Rixdorfer Tageblattes" und eS ist schwer zu erwarten, daß daS Blatt die reaktionäre Haltung des Herrn Glasemann seinen Lesern gegenüber beleuchtet. Zudem ist daS Blatt amtliches Organ. Die Rixdorfer Bevölkerung, soweit sie nicht zu der reaktionären Bourgeoisie zählt, mag hieran» ersehen, wie schlecht sie beraten ist, wenn sie sich emer Presse vom Schlage de»„Rixdorfer Tageblattes" ausliefert. ES trifft hier wieder zu, waS einst Wilhelm Liebknecht sagte, nämlich, daß der Arveiter, der anstatt ein Arbciterblatt ein bürgerliche» Blatt liest, einen Verrat an seiner Klasse, ein Vor brechen an seinen Brüdern, ja politischen Selbstmord be geht. Die rücksichtslose Verfechterin der politischen Rechte ist die sozialdemokratische Presse, der„Vorwärts", diesem in jedem Heim der durch den Rixdorfer Gewaltakt betroffenen Eingang zu ver- schaffen, nmß eines jeden Aufgabe sein. Eharlottcndurg. Di« Errichtung emeS Waisenhauses scheint wieder fn weite Ferne gerückt zu sein. Während der Magistrat eine Anfrage vom 0, De zember t90» dahin beantwortet hat, daß er unter dem 10, No vember lllOS die Errichtung eine» Waisen« und ErziehungShanse» für 50 Kinder beschlossen habe, teilt er jetzt mit. daß sich der Zeit- pnnkt. wann der wiederholt in Aussicht gestellte Entwurf über diesen Bau der Stadtverordnetenversammlung zugchen wird, Nicht be- stimmen läßt. Der Bauentwurf sei seinerzeit ausgearbeitet worden da» Hau» sollte an dein Gelände an der Sophic-Eharlotten-Siraße er- richtet werden. Inzwischen aller seien andere Vm ichläge für die Bebauung diese? Geländes gemacht worden, übet die die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. Nach dem Entwurf deS Hochbauaml« war als Baustelle ein Teil des Geländes hinter dem Bürgerhaus an der Sophie-Charlotten-Straße vorgesehen. Bei der Prüiung deS Bauentwurf» wurde eS als»orweudig erachtet, von vornherein die gesamte Bebauung de? Gelände» ins Auge zu fassen. In Aussicht genvminen waren seinerzeit zur Erbauung ans dem Gelände daS Waisenhaus, das neue vürgerhospital. das neue Wöchuerumeuheim nebst EiltbinduiiaSanstalt als Eriay für einen Teil de» Kranken- bauscS Kirchstraße, ferner ein SäuglingS-KrankenhauS, Arbeiwr hänser, und endlich war auch ein Jugendspielplatz vorgesehen, In zwischen war ein Bauentwurf für das Wöchneriimenheim aufgestellt worden, der da» gesamte Gelände für diese Anstalt allein l» Anspruch nahm. Da da» über da« unbedingt Notwendig« hinauszugehen schien, wurde eine nochmalige Bearbeitung deS Entwurfs veranlaßt, die noch nicht beendigt ist, Erst wen» der Umfang dieser Anstatt sicher feststeht, wird sich übersehe» lasse», ob Und welche weiteren Anstalten aus dem Gelände noch Platz finden können; erst bann wird auch daS Projekt deS WaiseuhauseS wieder aufgenommen werden können. Sobald die Beraiungen beendet sei» werden, soll der Diadt verordnetenversammlung sofort eine Vorlage zugehen, Da« kann also noch recht lange dauern. Wenn übrigens der Magistrat eine besondere Dringlichkeit bestreitet, so können wir ihm darin nicht beipflschtcn, ES mag zugegeben sein, daß eö bisher möglich gewesen ist, alle Kinder, die sich für Familienpflege nicht eigneten, in geeigneten schon bestehenden Anstatten unterzubringen, aber eine Großstadt wie Eharlvttenburg braucht ei» eigenes Waisenhaus, da« von ihr selbst ohne irgendivelchen Einfluß anderer K!cise vecivaltet wird und über dessen Venoaliuiig die Stadrverordiielenversammlung ein Kontrollrecht habe. Die Äindcr statlon im Bürgerhanse, die solche Kinder aufnimmt, die vorüber- gehend einer Unterkunft bedürfe», bildet, so gut sie auch geleitet fein mag. doch nur einen schwache» Ersatz für ein WaikenhanS, In der Lehrlingsvermittrlung de» städtischen Arbeit»- nachweise?, der mit dem freiwilligen ErziehungSbcirat in ständiger Beziehung steht, ist im Interesse einer sachgemäßen Auswahl von Lehrstellen die Einrichtung getroffen, daß die zur Entlassung lom- inenden Schulkinder zur frühzeitigen Abgabe ihres beabsichtigten Berufe» veranlaßt werden. So sind schon jetzt Knaben ang«- meldet, die für Ostern 1909 eine Lehrstelle suchen, und zwar nicht nur in den stets begehrten MZallgeloerbcn(als Elektroicchaiker, Mechaniker, Maschinenbauer, Maschinenschlosser), sondern auch im Baugewerbe(als Maler, Maurer) sowie al» Tapezierer. Tischler, Friseur, Schriftsetzer, Buchbinder, Musiker, Gärtner, endlich als Bureaubeamier, Schreiber, Kaufmann usw. Auch haben sich eine Anzahl Mädchen gemeldet, die eine Lehrstelle als Schneiderin, Putzmacherin. Verkäuferin und Buchhalterin suchen, sowie auch olche, d!« bereit sind, Dieiistboteusiellen anzunehmen, in denen sie ür den häuslichen Beruf ausgebildet werden. Die Vermttteluug im städtischen Arbeitsnachweis, Kirchstraße 5, in der Nähe der Luisenkirche, sowie in der Zweigstelle für weibliches HaiiSpersonal, Am Wittcnbergplatz 4, Ecke Bayreuther Straße 9, ist für beide Teile kostenli». Wegen Vergehen» gegen den§ 175 ist der frühere Rechtsanwalt Dr. Markus Haase aufl Charlottenbiirg verhaftet worden. Im Hause Savignyplatz 11 hatte er bis zum 1. Oktober fein Anwaltsbureau. Dr. Haase ward seinerzeit von der Strafkammer wegen Untreue verurteilt. Diese sollte er in seiner Eigenschaft als leitendes Mit- glied der„HelioS">Ge!ellschaft begangen haben. DaS Urteil wurde aber durch die Nevisionsiustanz aufgehoben und daS wegen dieser Angelegenheit gegen Haase eingeleitete Disziplinarverfahren wieder eingestellt. Litiöneberg. Recht sondrrharer Umgangsformen scheint sich der PermessungS« Inspektor Herr Soßna seinen Untergebenen gegenüber zu bedienen. Vor einigen Tagen ließ Herr<3. einen Meßgehilfcn zu sich kommen. Bei dieser Gelegenheit soll sich ein kurzer Wortwechsel entsponnen und Herr S. den Gehilfen aus dem Zimmer geworfen haben, wobei derselbe am Arme verletzt und daher mehrere Tage dienstunfähig gewesen ist. Nach einigen Tagen ließ der Herr Inspektor den Meßgchilfen bitten, den Dienst wieder anzutreten und versprach ihm. daß ihm nichts geschehen solle. Vor nicht allzu langer Zeit soll Herr S. sogar einen äußerst tüchtigen Arbeiter und Familien« vater außer Brot und Lohn gebracht haben. ES ist nicht anzu« nehmen, daß die Aufsichtsbehörde Kenntnis hat von den sonder- toen Umgangsformen, deren sich Herr S. seinen Untergebenen gegenüber bedient, denn sonst könnte sie eS nicht dulden, daß ge- nannter Herr nach Belieben mit seinen Leuten hcrumspringt. Am ersten WeihuachlSfeiertagc veranstaltet der Gesangverein „Rote Nelke" in den neuen RalhauSsälen, Inhaber Karl Grosser. Meiniilgerslr. 8, ein Weihnachtsverguüaen, bestehend in Konze�I, Gesang. Theater und Tanz, Anfang 5 Uhr. Eintritt 30 Pf. Zehleudorf. Ucbcr daS persönliche Regiment referierte Genosse Ledebout in einer im Lokale von Miel. Karlstr, 92. staitgesimdenen öffent« liehen Volksversammlung. Redner wie» daraus hin, daß wir über Nacht eine VerfussnngSkrise bekommen haben, au» der nur eine gründliche VerfnssimgSreform einen AuSiveg bicle. Die Sozial- demokratie habe schon lange auf diese Notwendigkeit hingewiesen und eine Reform angestrebt, Sie wolle grundsätzlich, daß daS Volk über alle wichtige» Angelegenheite» selbst bestimme. Sie wolle nicht, daß der Kanzler, der oberste Staatsbeamte, von dem Kaiser abhängig sei, sondern daß daS Volk darüber zu bestimmen habe, ob eS mit der Re- gieruiigSsorm einverstanden sei oder nicht, daß eS aber auch imstande ist, den Kanzler, der nicht i» feinem Sinne regiert, abzusetzen. Dieser Grundsatz scheide die Sozialdemokratie von oen Bürgerlichen, die zu einer solchen Konsequenz nicht kommen wollen. Als das bekannte Interview veröffentlicht wurde, entstand bei. ihnen die Erregung nur, weil der Kaiser nach ihrer Meimuig zu viel geredet und dadurch Unheil angerichtet habe. Wenn nun der Kaiser gesagt habe, daß er der einzige Freund Englands sei, so gehe daraus hervor, daß er über die wahre Meinung deS Volles nickt unterrichtet sei. Wir Sozialdemokraten wollen mit allen Völkern in Frieden leben. Da» habe gegenüber England unsere Friedens- demonstratio» kurzlich bewiesen, während die Negierimg an diesem Tage da» Militär in den Kasernen kousigniert habe. Nachdem der Redner noch aus den ungeheuren Einfluß aufmerksam gemacht, den eine gewisse Hofkamarilla auf die politischen Verhält« ntssc habe, schloß er mit der Ausforderung an die Versammelten, sich in die Reihen der kämpfenden Organisationen aufnehmen zu lassen. Reicher Beifall der gut besuchten Versammlung bewies dem Redner, daß er au» dem Herzen der Anwesenden gesprochen. Eine Resolulion im Sinne de» Referats fand einstimmige Annahm». Vermischtes. Verbrannt. Aus Tarnowitz wird gemeldet: Infolge Spielen» von Kindern ain offenen Feuer brannte tn Abwesenheit der Eltern die in Ludwigstal bei Georgenberg belegene Besitzung des Bauers Piantkoivski nieder. Beide Kinder im Alter von'/« und 2'/» Jahren sind dabei umgekommen. Die Stürme auf dem Atlantischen Ozean, die in den leyien Tagen wülelen, haben den Passagieren der Dampfer schwere Stunden bereitet. Erst jetzt, nachdem die Schiffe gelandet sind, iverden nähere Einzelheiten bekannt. Au» London wird gemeldet: Die letzten Neberfahrten über den Atlantischen Ozen müssen furchtbar gewesen sein. Tagelang wurde den Passagieren nicht erlaubt, an Deck zu gehen, da mehr al« siebzig Fuß hohe Wellen über das Deck mit elementarer Gewalt schlugen. Die Kapitäne standen oft 22 Stunden täglich auf der von Sturm und Wellen gepeitschten Kommandobrücke. Die in Boston angekommene„Lanrentia" der Allen-Linie hatte derartig kritische Augenblick« bei der Ueberfahrt,. daß die Mannschaft ihr letztes Dtüudche» gekommen glaubte. Die „Tentonic". deren Passagiere furchtbar litten, traf fast drei Tag» später al» gewöhnlich von Cherbourg tn Sandyhook«in. Tödlich verunglückt. Nach einer Meldung aus Gmünd stieß der zwischen Gmünd und Donzdorf verkehrende Postwagen bei abend- iicher Dunkelheit an einen großen Stein und stürzte um. Der Postill on Seng lvurde vom Bock geschleudert und getötet. Die beiden Insassen sowie die Pferde bliebe» unverletzt. Ein Einbruch in die KönigSgrnst zu Noeskllde. Au» RoeSMbe (Dänemarkj wird gemeldet: In der vergangenen Nacht ist in der KönigSgnift der Domtirchr hier ein EiubrnchSdiebstahl verübt ivorden. Mehrere goldene und silberne Kranze, darunter der vom Präfidenten FnlliöreS gespendete silberne Kranz, sind gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Fretreligtösr Gemeinde. Kleine Frankfurter Straß» 6, oormlitag» 11 Uhr: Ersten Feiertag, den 26, Dezember, Festvortrag von Herrn Prosessor Dr. A, chehrke, Zwesten Feiertag, den SB. Dezember, Festvortrag von Herrn Dr. Kramer-Magbeburg, Sonntag, den 27. Dezember, Vor- «rag de» Herrn M, H, Baege über:„Die Suche nach dem Urstost und ihre Ergebnisse", Herren und Damen sind al» Gäste sehr willkommen, WteeernnqSiii'rrNch' vom Sit, Dozember IHOS. morgen» 8 Ilvr. «tattonen Hamburg ß-rllr .»ranst.a Vi viüuchen W>en Metterprognole für Donnerstag, den S4. Dezember Ivos. Ein wenig källcr, noch vielfach nebelig, dazwischen ausllarcnd uut trocken bei schwachen südöstliche» Winden, Berliner Welterbureau. «Sasicrs«g»d»-'1inchrichten »er LandeSanftait für Gewässerkunde, mitgeteilt vom H 4- bedeutet Wuchs.— Fall.— H Unlerpegel.—•) EiSstand, ♦) Gründels treiben.—•) Schwaches Eistreiben. Sprechmaschinen Drei Platten gratis, ferner Platten v. 65 Pl. an, in wöchentlichen Raten von 1 Mk. & n Geringste Anzahlung. Auf Kredit Garderobe für Herren, Damen und Kinder in wöchentlichen Raten von Pelzstolas M. an. Anzahlung von 5 M. an. Möbel Stube. Küche von 15 15 M. Anzahlung an. Einzelne Möbel von 5 M. Anzahlung an. Teppiche, Portieren, Stepp- u. 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