Nr. 802. Abonnements- Bedingungens bonnements. Breis prdnumerando Bierteljährl 8,80 R., monat! 1,10 wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Rummer 6 Bfg. Eonntags nummer mit luftrierter Sonntags Bellage Die Neue Belt 10 Bfg. Boft Ebonnement: 1,10 Marf pro Monat. Gingetragen in die Boft- Beitungs Breisliste. Unter Rreuzband für Deutschland und Desterreich). Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumenien, Sweden und die Schweis Cecint tiglie außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewerffchaftliche Vereins. und Berlammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", daß erfte( feit. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben sablen für zwei Borte, Inferate für die nächste Nummer müssen Bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Das nächste Vierteljahr wird sich voraussichtlich zu einer politischen Hochsaison von entscheidender Bedeutung für des deutschen Volkes Zukunft gestalten. Der Freitag, den 25. Dezember 1908. Krisen- Weihnacht. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1984. feinen Widerhall im arbeitenden Volfe zu finden. Diese frohe Botschaft, die Frieden auf Erden und der Menschheit ein Wohlgefallen verheißt, flingt ja wie bitterster Hohn in der Zeit der Volksnot und des aberwitzigen Wettrüftens der Millionen von Proletariern haben diesmal trübe Weih- christlich- kapitalistischen Staaten! Stampf gegen das persönliche Regiment ist mit der Ueber- nachten. Hunderttausende sind arbeitslos, Hunderttausende Eine andere Botschaft ist es, die in das graue Proweisung der im Reichstag gestellten Anträge auf Abänderung Hunderttausende haben sich trotz der bisherigen Arbeitszeit Botschaft von der Menschheitbefreiung aus dem Joche der weisung der im Reichstag gestellten Anträge auf Abänderung haben verkürzte Arbeitszeit und verkürztes Einkommen, andere letarierelend den Lichtstrahl der Hoffnung fallen läßt. Die der Reichsverfassung und der Reichstags- Geschäftsordnung Lohnherabsetzungen gefallen lassen müssen. Wer bisher von fapitalistischen Gesellschaft durch den proletarischen Klaffenan die auf 28 Mitglieder verstärkte Geschäftsordnungs der Geißel der Strise verschont worden ist, weiß nicht, ob nicht kampf! Die Botschaft, daß es für das Proletariat, für alle Tommission feineswegs beendigt; er ift nur in ein anderes Stadium getreten. Fehlt auch der Mehrheit des auch er über kurz oder lang das Heer der Arbeitslosen ver- Enterbten eine Solidarität der Interessen gibt, und daß das Reichstages der Wille zur Macht wie das stolze Gefühl der eigenen mehren wird. Furchtbares Elend und bange Sorge ist so Proletariat diefe Solidarität nur energisch und zielbewußt zu Bürde, fucht sie auch die Entscheidung zu vertagen und dem Kampfe der eine oder andere zurückgelegt hatte, find längst auf die befizende Stlaffe die Arbeiterklasse geschmiedet hat, um über Millionen hereingebrochen: Die paar Rotgroschen, die betätigen braucht, um die Sflaventette zu sprengen, in die gegen den Absolutismus auszuweichen, so wird sie doch den energischen Forderungen des über die persönlichen Eingriffe des gebraucht, vielfach sind schon Gegenstände des Haushalts ins jene ungerechte Wirtschaftsordnung zu beseitigen, die die Masse Kaisers in die auswärtige Politik und das höfifche Samarilla Leihhaus oder zum Althändler gewandert. Dürftigkeit und des Voltes, das Proletariat, nicht nur für alle Ewigkeit zu treiben empörten Bolles Rechnung tragen und fich zu einer das Glend wäre unerträglich, wenn nicht die Gewerkschaften mit der Geißel der Krise, mit Hunger und Elend bedroht! Not grinsen aus allen Ecken der verödeten Wohnung, und einer Helotenrolle verdammt, sondern auch noch periodisch Erweiterung der Rechte des deutschen Reichstages verstehen müssen. Doch nur dann wird fie solche Schritte unternehmen, wenn mit ihren Mitteln eingriffen und Millionen und Abermillionen Die besigenden Klassen haben sich mehr und mehr zur an Arbeitslosenunterstützung zahlten! sie durch den Volkswillen dazu gezwungen wird. Der Stimmung Erkenntnis ihrer Interessensolidarität durchgerungen. Agrarier bes Bolles Ausdrud zu geben, mit fritischen Blicken den Ver verständliche Pflicht betrachtete, eine energische Hilfsaktion für zu einem Schutz- und Truzbündnis zusammengefunden. Jede Man foute meinen, daß der Staat es als seine felbst- und Industrielle, mobiles und immobiles Stapital haben sich handlungen zu folgen, die Verschleppung und Bertuschung der zur die Opfer der Krise zu unternehmen. Trägt dieser Staat, tapitalistische Schicht und Gruppe schützt die Interessen der Löfung drängenden Fragen zu berhindern und gegen der Ausschuß der Kapitalistenklasse, doch die Verantwortung anderen, damit ihre eigenen Interessen geschützt werden. Die über der Krone wie den auf Erhaltung ihrer Machtstellung bedachten reaktionären Parteien energisch das Recht für die Opfer des Kapitalismus. Aber der Staat denkt gar Industriellen und Börseaner haben sich mit den Agrarzöllen, des Boltes auf Selbstbestimmung und Selbst nicht an hilfreiches Eingreifen. Und die bürgerlichen Parteien dem Brot- und Fleischwucher abgefunden, wenn nur durch des Boltes auf Selbstbestimmung und Selbst regierung zu vertreten, das wird deshalb im nächsten denken ebenso wenig daran, die Regierung zu Hilfsaftionen fostspielige Flottenbauten und stolonialspekulationen, für Quartal die wichtigste Aufgabe der freiheitlich gesinnten Preffe, 3 drängen. Ihnen genügt es völlig, in den Parlamenten die das Volk die Mittel aufzubringen hat, auch ihre vor allem der Arbeiterpreffe sein. Das Blatt der ein Sprüchlein, das den Opfern der Strife ein wohlfeiles Be- bilden einen gemeinsamen Block der Reaktion. vor allem der Arbeiterpreffe sein. Das Blatt der ihr Sprüchlein über die Arbeitslosigkeit aufgefagt zu haben, Interessen gewahrt werden. Konservative und Freifinnige Berliner sozialdemokratischen Arbeiterschaft, der Sie fühlen, dauern ausdrückte und sie damit tröstete, daß es ja nun bald daß sie trop mancher Differenzen wegen der Verteilung ,, Vorwärts" wieder besser werden müsse. Als ob das hungernde Proletariat der Beute doch das solidarische Interesse der Niederhaltung von leeren Redensarten fatt würde! des gemeinsamen Ausbeutungsobjekts haben: des Proletariats, wird sich dieser Aufgabe nicht entziehen. Ohne Rüdficht auf die Anfeindungen der Staatsgewalt und der Herrschenden Klassen wird Die Kapitalistenklasse würde es sogar im Grunde ihres des arbeitenden Volkes! In fonfequenter Verfolgung dieses er das Bollerecht gegenüber dem vorgeblichen Recht der Krone ver- Herzens sehr ungern sehen, wenn der Arbeitslosigkeit von gemeinsamen Zieles machen die herrschenden Klassen auch all treten. Aber wenn der„ Borwärts" feine Aufgabe erfüllen sol, Staats wegen gesteuert würde. Bietet doch die Strise dem jenen Elementen Stongessionen, die sie gebrauchen, um die dann muß sein Einfluß auf die Maffe des werftätigen Volles ge- Unternehmertum die ersehnte Gelegenheit, die Löhne wieder Masse des ausgebeuteten Volfes in Abhängigkeit und Un steigert, sein absagtreis erweitert werden dann muß der herabzudrücken, die namentlich durch die unermüdliche Tätig wissenheit zu erhalten. Die sehr bedeutenden MehrTeil der Berliner Arbeiter, der noch immer fogen. feit der Gewerkschaftsorganisationen allmählich erhöht worden aufwendungen für die höheren und mittleren Beamten, für „ parteilose" Blätter liest, in seine Leserschaft waren. Dann aber mußt das Unternehmertum nach Kräften Lehrer und Geistliche beweisen, daß es sich die besitzenden eingereiht werden. die Gelegenheit aus, den ihm wegen ihres segensreichen Klassen auch etwas tosten lassen, wenn sie dadurch nur das Neben dem Kampfe gegen den scheinkonstitutionellen Ab- Wirkens für die soziale Hebung der Arbeiterklasse so ver Biel erreichen zu können glauben, das Proletariat und die solutismus stehen eine Reihe anderer Fragen zur Entscheidung. In haßten Gewerkschaften durch systematische Aufpäppelung und breite Masse der proletarischen Unterbeamten in Bedürfniserster Linie die Steuerfragen im Reiche und in Preußen. Der Züchtung gelber Streifbrecherorganisationen so viel Schaden losigkeit und Unterwürfigkeit zu erhalten! Reichstag hat die Sydowschen Steuerpläne wie die Besoldungs. als möglich zuzufügen. Stellte nicht die Not und ein jämmerlich Das Proletariat braucht nur das Vorbild der Besitzenden vorlagen der Kommission überwiesen. Ihre Durchberatung in dieser furzsichtiger Egoismus dem Unternehmertum das Material nachzuahmen, es braucht bloß das gleiche Maß der Kommission und später im Plenum wird die wichtigste Arbeit für diese gelben Drganisationen zur Verfügung, und beein- Interessensolidarität zu betätigen, um die Herrschaft der Ausdes Reichstages im nächsten Quartal sein; handelt trächtigten nicht die enormen Ausgaben für Arbeitslosen- beuter zu brechen und an Stelle der wirtschaftlichen Anarchie es fich doch darum, ob die zur Reform der Reichsfinanzen nötige Bere unterstügungen die Kampfeskraft der durch die Ungunst der des Kapitalismus eine Gesellschaftsordnung zu sehen, in der mehrung der jährlichen Reichseinnahmen um Stonjunktur zur Zeit der Strife ohnehin in ihrer Wirksamkeit jeder ehrlich Arbeitende auch Anrecht auf eingeengten Gewerkschaften, so hätten die industriellen Scharf. a Ile Lebensgenüsse und Kulturgüter hat, macher und Protektoren der Gelben ungleich schwereres Spiel! die eine wahrhafte Zivilisation zu bieten wieder fast ausschließlich durch die sogenannten unteren VolksVollends das Agrariertum begrüßt mit förmlicher Genug- bermag! schichten, durch die von der Hand in den Mund lebenden Massen tuung den Hereinbruch der Strife und Arbeitslosigkeit. Erhofft Möge jeder Proletarier an seinem Teile dazu beitragen, aufgebracht werden soll, oder ob auch solche Steuern wie die Reichs- es davon doch ein Nachlassen des Abzuges nach den Städten daß die frohe Botschaft des Sozialismus bald zur Wirklichvermögens-, Reichseinkommens- und Reichserbichaftssteuer eingeführt und Industriezentren, eine Verbilligung der ländlichen Arbeits- teit werde! werden sollen, die den Begüterten wenigstens einen Teil der Lasten löhne und eine größere Gefügigkeit des ländlichen Proletariats aufbürden, die durch ihre Heeres-, Flotten- und Kolonialpolitik entgegenüber den agrarischen Herrenlaunen. Die parlamenstanden find. tarischen Vertreter des Agrariertums haben ja ganz unver500 Millionen Mark Die parlamen Pfarrpfründen und Proletarierelend! Und neben einer enormen Erhöhung der Reichssteuern droht froren erklärt, daß sie eine staatliche Unterstützung der Arbeits- Während der Weihnachtsfeiertage wird wiederum von allen dem preußischen Staatsbürger eine beträchtliche Vermehrung der losigkeit für überflüssig und schädlich halten. Die arbeitslosen Rangeln die frohe Botschaft" verkündet werden, die den Menschen preußischen Landessteuern. Dem preußischen Landtage find Industriearbeiter möchten lieber aufs Land zurückwandern und durch die Geburt Chrifti geworden sein soll. Daß die frohe Bot gleichfalls umfangreiche Besoldungs und Steuervorlagen zu sich als Tagelöhner verdingen. Wenn sie dann für Hunger- fchaft nur für diejenigen ist, die sich selbst in günstiger Lebensgegangen und bereits von der dafür eingefegten Kommission teil- löhne sich ebenso geduldig ausbeuten lassen, wie die aus den lage befinden, beweist die neueste Gehaltsforderung rückständigsten Gegenden des Auslandes verschriebenen Sachsen- der Geistlichen. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, Zu dieser gespannten inneren Lage, die durch die über das gänger, so gönnen ihnen die Strohdachflickenden gerne das daß die Geistlichen ihre materielle Lage erheblich auf deutsche Wirtschaftsleben bereingebrochene schwere Strife mit ihrem Vergnügen, im Schweiße ihres Angesichts trockenes Brot gebeffert wiffen wollen. Trotzdem die Geistlichen feine Staats. Gefolge von Arbettslosigkeit und Elend noch verschärft wird, tritt eine zu essen. beamten find, trogdem der Staat teinen Einfluß auf die weise beraten. In solcher Zeit, wo das deutsche Boll vor den wichtigsten, feine fernere Entwidelung bestimmenden Fragen steht, darf in feinem Arbeiterhaushalt Groß- Berlins der ,, Vorwärts" " fehlen. Jeden Leser, der bisher den Borwärts gehalten hat, besonders alle, die ihn durch die Post beziehen, fordern wir deshalb auf, ohne Berzug ihr beängstigende Gewitterschwüle auf dem Gebiete der Auslandspolitik. Und die Strife, unter der das deutsche Proletariat gleich& eftfeßung der höchstgehälter ausüben fann, verlangen Durch den überraschenden Umschwung in der Türkei, die Selbstän- seinen Arbeitsbrüdern in England und Nordamerika so schwer die Geistlichen von Preußen einen neuen Zuschuß von 121 Millionen digkeitserklärung Bulgariens, die öfterreichische Annegion der leidet, wird nicht die letzte sein! Abfasstockungen mit ihrem Mart, um die angeblich ungenügenden Gehälter der Geistlichen aufHerzegowina und Bosniens find eine Reihe neuer bedeutsamer Gefolge von Arbeitslosigkeit und Proletarierelend sind mit bessern zu können. Diese Gehälter derer, die dem arbeitenden Konflitto fragen aufgeworfen worden, während der Streit um Marotto dem Wesen der kapitalistischen Produftion untrennbar ber- Bolte stets 8ufriedenheit und Bedürfnislosigkeit predigen, benoch immer seine Kreise zieht. bunden. Je gewaltiger sich der Kapitalismus entwickelt, je tragen schon heute außer freier Wohnung, Gartenland, fieberhafter der Wettbewerb der Industriestaaten auf dem und Rebeneinnahmen 1800 bis 4800 m. in bar, bas heißt Weltmarkte wird, desto näher liegt die Gefahr der Ueber dieses Gehalt wird von jedem Geistlichen, auch denen auf dem spekulation, der dann der Zusammenbruch folgen muß, in den fleinsten Dorfe, erreicht. Dies Gehalt foll aber zu gering fein; bei den tausendfältigen internationalen Beziehungen ein Staat fünftig soll durch den 12, Millionenzuschuß die Kirche in die Lage den andern mit hineinzieht. Jede Krise aber wirft das Prole- bersegt werden, allen Geistlichen ohne Ausnahme ein bares tariat in seinem Stampfe um die Erringung menschenwürdiger Endgehalt( also ein Gehalt, bei dem die freie Wohnung, das Existenzbedingungen wieder weit zurück. Was die Gewerkschaften Gartenland und die Nebeneinnahmen nicht mit in vieljährigem zähen Ringen, in unermüdlicher, an schweren gerechnet werden) bon 6000 M. zu gewähren. Daß diese Be Opfern so überreicher Arbeit errungen haben, wird durch eine gehrlichkeit" der Geistlichen in argem Kontrast steht zu dem schwere Strife gefährdet, zum Teil wieder zunichte gemacht. von ihnen den wirklich Bedürftigen gepredigten Doch ist nicht nur nötig, daß unsere bisherigen Lefer welter Nicht nur, daß Hunderttausende aufs Straßenpflaster geworfen Evangelium der Bedürfnislosigkeit, tvollen wir hier nicht des weiteren abonnieren, sondern daß fie auch im Kreise ihrer Freunde und Ge- und mit Weib und Kind bitterster Not preisgegeben werden; ausführen. Nur das sei hervorgehoben, daß die Geistlichen, bever finnungsgenossen, in Werkstatt und Fabrik neue Abonnenten werben. biel weitere Streise der Arbeiterschaft noch werden durch fie den Staat abermals um einen Zuschuß von 12 Millionen Mark Roch viele der Läffigen und Gleichgültigen gibt es, die zu gewinnen Herabsetzung der Löhne geschädigt. Das erleben wir ja gerade ersuchen, doch erst einmal dafür sorgen sollten, daß die unerhört. find. Roch immer lieft ein großer Teil der Berliner Arbeiter jetzt, zu einer Zeit, wo die Lebensmittel, wo alle Existenz hohen Pfarrpfründen, die gegenwärtig Taufende von Geistlichen parteilofe" Blätter, die regelmäßig, wenn es gilt, bei Lohn mittel eine so gewaltige Preissteigerung erfahren haben! beziehen, beseitigt würden. Dann, das haben wir unlängst tämpfen, Aussperrungen und Streiks das Intereffe der nach Gerade in die Aera des Fleischwuchers, des Brotwuchers, des bereits an der Hand der Pfarrgehälter und Pfarrpfcünden in der Verbesserung ihrer Lage ringenden Arbeiterschaft den Unter- Wohnungswuchers fällt die Strife, gerade in eine Zeit, wo Provinz Brandenburg zahlenmäßig nachgewiesen, würde die nehmern gegenüber zu wahren, den fämpfenden Arbeitern in den durch enorme neue Steuerlasten wichtige Stonsumartitel aber- Kirche auch in der Lage sein, ohne jede Staatsbeihilfe Rüden fallen. mals wesentlich verteuert werden sollen. die Gehälter der vorgeblich notleidenden Geistlichen aufzubeffern. Abonnement zu erneuern. Alle diese noch abseits stehenden Elemente gilt es heranzuziehen, fie zum Abonnement auf den Vorwärts" zu bewegen und fie das durch einzureihen in die Kampfpartei des Proletariats. Eine trübe Zeit für das Proletariat, das Weihnachtsfest Wir wollen heute ein neues Beispiel für die Art beibringen, des Krisenjahres 1908! Die frohe Botschaft" der christlichen wie sehr die Herren Geistlichen durch ihre eigene Praris der Lehre Kirche, die man seit nun bald 2000 Jahren verkündet, bermag von dem Segen der Armut und der chriftlichen Pflicht der Bedürfnis. fafalell inS Gesicht schlagen! Wir Häven uns auf Grund zuverlässiger Zusammenstellungen aus den Nachschlagewerken der Kirche selbst für die Provinz Sachsen eine Uebersicht der Pfarrgehäter zu- sammengcstellt. Daraus ergibt sich, daß e? in dieser Provinz allein 372 Geistliche gibt, die ein Gehalt von mehr als 5000 M. beziehen, insgesamt die Summe von 2 425 827 SN., durchschnittlich also ein Gehalt von 6600 M. Unter diesen 372 Geistlichen gibt es 229. die ein Gehalt von mehr als 6000 M. beziehen, im Durchschnitt ein Gehalt von 7211 M. Unter diesen»notleidenden" Würden- trägern der Kirche der Provinz Sachsen(denn von dieser allein ist hier immer die Rede) gibt es 117, die ein Gehalt von mehr als 7000, 57, die ein Gehalt von mehr als 8000, 23, die ein Gehalt von mehr als 9000 und 10, die ein Gehalt von über 10 000 M. beziehen! Also selbst, wenn man das Barg ehalt der Geist- lichen der Provinz Sachsen im Maximum auf 6000 M. festsetzen wollte, ließen sich in dieser Provinz allein 276 000 M. ersparen, die als Zulagen für minder gut gestellte Amt-brüder verwendet werden könnten! Diese enormen Pfarrpfründen werden aber nicht etwa nur den Geistlichen gezahlt, die eine» hohen kirchlichen Rang be- kleiden oder dienstlich besonders schwere Pflichten zu erfüllen haben. Im Gegenteil, unter diesen glänzend bezahlten Geist- lichen befinden sich sehr viele, die in kleine n Gemeinden tätig sind, wo im ganzen Jahre kaum ein Dutzend Todesfälle, Hoch- zeiten oder Kindtarkfen die Amtstätigkeit des Geistlichen in An- spruch nehmen. So erhält beispielsweise ein Geistlicher in einer Gemeinde mit 1200 Seelen ein Gehalt von 14 000 JB.! Ein Geistlicher mit 9500 M. hat für das Heil von 1075 Seelen zu sorgen, ein anderer mit 9031 M. Gehalt amtiert in einem Orte mit 1037 Seelen; er steht sich aber immer noch schlechter wie ein Geistlicher mit 10 245 SB. Gehalt, der in einem Orte mit 750 Seelen seines Ansies waltet! Ein Geistlicher mit 9121 M. Einkommen sitzt auf einer Pfründe, zu der nur 420 Seelen ge- hören; einer mit 8309 M. Gehalt ist in einer Gemeinde mit 355 Deelen tätig— und so gibt es noch eine ganze Reihe von Geistlichen mit 6000. 7000, 8000 und 9000 M. Gehalt, die alle für Gemeinden zu sorgen haben, die weniger als 1000 Seelen zählen! ES ist eine Ungeheuerlichkeit, daß angesichts solcher Verhält- nisse die evangelische Kirche den Mut hat, den Staat noch um so enorme Zuschüsse zu drängen, und es ist unerhört, daß keine einzige der bürgerlichen Parteien bis jetzt gegen diese Zuschüsse an die Kirche Einspruch erhoben hat. Das erklärt sich nur so. daß die bürgerlichen Parteien für ihre Willfährigkeit als Gegendienst beanspruchen, daß die Geistlichkeit das Evangelium der Bedürfnislosigkeit, das für sie selbst keine Geltung hat, der großen Masse predigt, die mit dem vierten, fünften» sechsten, ja mit dem zehnten Teil dt» Einkommen» eine» Geistlichen au»- kommen muß! Als vor einigen Wochen im Landtage das furchtbare Problem der Arbeitslosigkeit behandelt wurde, fand sich nicht eine einzige bürgerliche Partei, weder Zentrum noch Freisinn, die vom Staate kategorisch verlangt hätte, daß eine Anzahl von Millionen flüssig gemacht würden, um dem entsetz- lichen Elend der Masse zu steuern! Aber damit sind alle diese Parteien einverstanden, daß den Geistlichen durch die jähr- liche ISVü-Miüionengabe das Weiterbestehen dcS nn- erhörten Pfründenunfugs ermöglicht wird! Wer da hat, dem wird gegeben; aber diejenigen, die nichts haben, die unter der Geißel der Krise, dieser Folge der kapita- listischen Wirtschaft, seufzen, mögen sehen, wie sie sich über das graue Elend der Hungcrjahre hinwegbringen! Wahrlich, eine„göttliche" Weltordnung! Der nutzen der erhöhten sigrsrzolle. Als in den Jahren 1900/02 der Kampf um den neuen Zolltarif tobte und die Agrarier unter Führung des Bundes der Landwirte eine Erhöhung der Getreide» und Viehzölle forderten, da andernfalls, wie sie behaupteten, die deutsche Landwirtschaft ihrem völligen Ruin entgegengehe, haben wir verschiedentlich nach- gewiesen, daß die Zollerhöhungen der Landwirtschaft als solcher gar keinen Nutzen brächten, sondern lediglich den»Notleidenden", die sich zur Zeit der Zollheraufsetzung im Besitz größerer Güter be- fänden. Nur wenn man deren persönliches Profitinteresie ohne wei- tcreS mit dem Interesse der Landwirtschaft identifizier«, könne man von einem Nutzen der Landwirtschaft sprechen; denn der Erfolg der erhöhten Agrarzölle werde lediglich in einer Erhöhung der Preise für Agrarprodukte bestehen, und diese Preiserhöhung werde sich natürlich in eine Vermehrung der Gutöerträge umsetzen, die ihrer- seits wieder wieder zu einer Erhöhung der Güterpreise und der Pachten führe. Davon hätte aber nur der Landbesitzer einen Nutzen, zu dessen Zeit die Agrarzollerhöhung vorgenommen werde; nicht aber dessen Erbe, dem bei der Vererbung das Gut so viel höher angerechnet werde und der eine dementsprechend höhere Summe an seine Mitcrben herauszahlen müsse. Ebensowenig hätte derjenige davon Borteil, der nach der Zollerhöhung ein Gut kaufe, denn er müsse im Kaufpreis die Steigerung des Boden- wertes mttbezahlen. Und noch weniger der Gutspächter, dem ein- fach nach Ablauf der Pachtzeit der Pachtpreis um eine dem ge- stiegenen Bodenertrag entsprechende Summe gesteigert werde. Wie richtig diese Voraussage war, haben seitdem die Güter und Pachtpreissteigerungen in den verschiedensten Landesteilen zur Genüge erwiesen. Auch Mecklenburg, das Dorado der Junker, macht davon keine Ausnahme, wie die nachstehende Liste der im Jahre 1908 vom Finanzministerium de» Großherzogtums Mecklen- burg-Schwcrin vorgenommenen Hofverpachtungen beweist: Großherzogk. Domäne Namen und Umfang Lehsten: 840 Hektar.. Karbow: 428 Hektar.. SIeppentin: 382 Hektar. Jörnstors: 322 Hektar.. Ravensberg: 888 Hektar. Wex: 571 Hektar... Hoppenrade: 283 Hektar, Liübn: 259 Hektar... Strömkendorf: 557 Hektar Lüningsdors: 305 Hektar Friedrichsruh«: 579 Hektar .'Zweedorf: 330 Hektar Alt-Farpen: 551 Hektar. Gülten: 299 Hektar.. Da die Güter auf 15 Jahr neuverpachtet wurden, so ergibt sich für die Pachtzeit ein Mehrertrag von 475 500 M. oder UN- gefähr öS M. pro Hektar. Das ist der Vorteil auS der Agrarzollerhöhung, d-n in diesem Fall das mecklenburgische Finanzministerium, in anderen Gegenden aber die ländlichen Großgrundbesitzer einstecken. Die Landwirt- jchaft alö Betriebszweig hat davon nicht den geringsten Nutzen. Sie sozlslüllstben Sahliiege. Paris, 22. Dezember.(Gig. 23er.) TaS Resultat der beiden Stichlvahlen vom Sonntag be- schästigt begreiflicherweise alle politischen Kreise. Allenthalben sucht man die Erklärung für den ungeahnten Erfolg der ge- einigten Sozialisten und, wie es begreiflich ist, findet jeder, mann diejenige, die ihm am besten paßt. ES ist nun geradezu komisch, wie Blätter, die sonst politisch einander nahestehen, in ihrer Beurteilung des Wahlausganges zu ganz entgegengesetzten Behauptungen kommen. Für den»T e m p s" haben die Wahlen überhaupt keine politische Bedeutung. Es sollen lediglich lokale und persönliche Umstände sein, die den Sozialisten zu einem ZufallSsicg verholfen haben. Dagegen findet das„Journal des Debats" das Resultat ganz logisch: Der Radikalismus sei die Borfrucht deS Sozialismus gewesen. Es sei ganz natürlich. daß die halb kollektivistisch erzogenen Wähler beim ganzen Kollektivismus enden. Der regierungstreue»R a d i c a l", das Organ des Herrn Maujan, reitet das hohe Roß dcS„demokratischen Prinzips" und klagt die Sozialisten des„Verrats" an. well sie sich unterfangen, mehr Stimmen zu bekommen als die Bourgeois- radikalen. Die gleichfalls regierungsfreundliche»Petit R« p u b l i q u e" meint, an der radikalen Niederlage sei nur das Wahlsystem schuld, und man müsse die Listenwahl wiederherstellen, die die lokalen Interessen hinter die allgemeinen zurücktreten lasse. Im„Rappel" beschuldigt der oppositionelle Radikalsozialist B o u r e l y die Regierung, die den Radikalismus kompromittiert habe, und kündigt diesem den Untergang an. Nun ist fast in allen diesen Erklärungsversuchen ein Körnchen Wahrheit, aber sie alle zusammen reichen doch nicht auS, um den Erfolg unserer Genossen verständlich zu machen. Sicherlich ist Sarrien junior der Abneigung der Wähler zum Opfer ge- fallen,«ine Art erblichen parlamentarischen Adel einzurichten. Der alte Sarrien. ein höchst mittelmäßiger Mann, der eS durch eine gewisse Routine im politischen Tauschhandel der Couloirs bis zur Würde des Ministerpräsidenten gebracht hat. glaubte.seinen" Wählern den noch weit weniger begabten Sprößling ebenso auf oktroyieren zu können, wie er ihn in die burcaukratische Karriere geschoben hat. Wie stark die Abneigung gegen diesen den radikalen Wählern aufgezwungenen Kandidaten war, geht daraus hervor. daß er im zweiten Wahlgang noch 400 Stimmen weniger erhalten hat als im ersten. Der alte Sarrien'war 1906 mit fast 12 000 Stimmen gewählt worden, der junge brachte es auf— 5359. Wahr ist, daß im zweiten Wahlgange zahlreiche rechtsrepublikanische Wähler für den Sozialisten gestimmt und diesem den Sieg ge» bracht haben. Natürlich ist es unseren Genossen nicht eingefallen, diese Hilfe zu verlangen oder sie irgendwie für eine Gegenleistung zu erwerben. Die Persönlichkeit Sarriens junior genügte, um den Entschluß der konservativen Wähler zu bestimmen. Aber es ist, genau betrachtet, nicht eine Person, sondern ein System— die radikale Korruption, die viel weiter geht, als bis zur skrupellosen Nepotenwirtschaft— das die Wähler treffen wollten. Auch die„DsbatS" haben recht. Tie Radikalen haben viel versprochen und nichts gehalten. Die Reformforderungen des sozialistischen Programms stehen auch auf dem ihren und— das „große Ministerium" des Radikalismus ist vielleicht das politisch und sozialpolitisch sterilste seit der Befestigung der dritten Republik. Wenn die Wähler, die die Altersversicherung und die Einkommen- steuer wollen, für die Sozialisten als ihre einzigen ernsten An- Hänger stimmen, zeigen sie entschieden politisch« Erkenntnis. Richtig ist auch, daß die Bezirkswahl die persönlichen und lokalen Umstände einen allzu starken Einfluß ausüben läßt. Wer aber hat bisher zu-den eifrigsten Stützen dieses Systems gehört, wenn nicht die Regierungsradikalen, die den Einfluß der Prä- selten und Unterpräfekte» und der als Wahlmacher tätigen lokalen Autoritäten, nicht entbehren wolle»! Allerdings die Listenwahl allein, wie sie die Herren jetzt möchten, wäre noch eine größere Ungerechtigkeit. Sie bedarf der Verbindung mit dem P r o p o r t i o n a l s y st e m. soll die Ungerechtigkeit des heutigen Systems, die de» Radikalen eine zu ihrer Wählerzisfer gar nicht im Verhältnis stehende Kammermehrheit sichert, nicht noch verstärkt, die Minderheiten vollends erdrückt werden. Endlich haben die Vorwürfe des„Rappel" eine gute Grundlage. Die Wähler wollen einer Politik nickst folgen, die immerzu Reformen verspricht, aber ebenso anhaltend auf die energischesten Vorkämpfer der Reformen losschlägt und an die Hilfe der ärgsten Reform» gegner appelliert. Die Politik ClemenceauS führt in der Tat zur Zersetzung der radikalen Partei, die demokratische, reformfreund- liche und ausgesprochen kleinbürgerlich-reaktionäre Elemente ver- einigt. Der„Rappel" irrt nur insofern, als er annimmt, daß dieser im Wesen der Klassenentwickelung gegründete Scheidungs- prozeß, den ClemenceauS blindwütige Gewaltpolitik allerdings ungeheuer beschleunigt hat, zu vermeiden gewesen wäre. Aber alle diese Interpreten wollen eines nicht sehen. Die sozialistischen Kandidaten hätten weder in Villefranche noch in CharolleS siegen können, wenn nicht die eigentliche sozialistische Wählerschaft ganz außerordentlich zugenommen Hütte. Dreitausend Wähler in dem einen, zweitausendfünfhundert in dem anderen Wahlkreise das ist der Gewinn im ersten Wahl- gang gegen die Wahl von 1906 gewesen. Darüber kommt keine anderweitige � Erklärung hinweg. Die sozialistischen Wahlsiege vom Sonntag sind vor allem anderen Erfolge der sozia» listischen Propaganda, und weil diese Erfolge trotz der von Clemenceau zum RcgierungSprogramm erhobenen pseudo- patriotischen Hetze gegen die geeinigt« Partei errungen worden sind, bedeuten sie eine unzweideutige, vollständige Niederlage der Negierung. Line politische Ceiltnitg. AuS Wien wird uns vonr 23. Dezember geschrieben: DaS AbaeordnetenbauS ist Montag in die Ferien sie- gangen und damit ist em zwar kurzer, aber dennoch politisch sehr wichtiger SessionSabsckmitt zu Ende. Die Bedeutsamkeit dieser kurzen Tagung liegt darin, daß jene politische Idee, die man zu der leitenden und alles übrige zurückdrängenden des neuen Hauses machen wollte: die der Sammlung aller bürger- lichen Parteien zu einem einheitlich geschlossenen Block wider die Sozialdemokratie, in den letzten Verhandlungen des NeichSrateL ihren vollständigen Bankrott erlitten hat. TaS Parlament sollte zum Boll- werk der bürgerlichen Klassen gestaltet, die Sozial- demokraten sollten nach allen Regeln der diplomatischen Kunst eingekreist werden; das war der Plan der Scharfmacher, deren es in allen nationalen Parteien gibt, und die den großen sozialdemokratischen Wahlsieg am liebsten zu einer Sozmlistenverfolgung ausgestaltet hätten. Nach dieser Tagung, in der die Existenz dcS Parlaments nur von der Entschlossenheit und Tatkraft der Sozialdemo. kraten abhing, wird dem glorreichen Einfall keine Auf- erstehung mehr beschieden sein. Man muß sich nur vergegenwärtigen, wie schlimm gearkei die Situation des Parlaments nach seinem Ausammentritte war. Durch den in frivoler Weise herbeigeführten Sturz Becks, der ein Werk zumeist der Nebenregierung des Thron- folgers war. wurde dem Hause selbst jene lose Parlaments- Mehrheit entzogen, die durch die Koalitionsregierung ge- schaffen worden war. Dazu eine Negierung, deren Hilf- losigkeit einfach mitleidcrregend ist. die aber ob ihrer Schwäche, weil sie deshalb den Weg zu dem berüchtigten 8 Ii leicht finden könnte, dem Parlament uni so gefährlicher werden konnte. Tie Kraft der bürgerlichen Parteien hätte nicht aus- gereicht, um von dem Hause deS allgemeinen Wahlrechts die Gefahr abzulvenden. Ter Energie, mit der sich die sozialdemr- kratische Fraktion an die Spitze gestellt hat, war ihre fruch:- bare Wirkung nicht versagt: das Haus, das bereits dem Gc- danken verfallen schien, die Leistungen, die im Augenblicke notwendig waren, nicht zulvege bringen zu können, erlangte durch das Eingreifen der Sozialdemokratie wieder seine Zu- verficht, kam zum Bewußtsein seiner Pflicht, und ohne führende Regierung, ohne Mehrheit, nur aus seinem Lebenswilleu heraus verscheuchte es die Gespenster, die seinen Untergang künden wollten. Deswegen war es eine wirkliche p o l i- tische L e i st u n g, die die Sozialdemokratie in dieser Ta- gung, die sie auS der verfemten zur führenden Partei machte, vollbracht hat. Nur unter ihrem Drucke ist die Macht der Agrarier gebrochen worden, dos handelspolitische Ermächti- gungsgesetz, durch das die Handelsverträge mit den Balkan- länderu zustande kommen sollen, ihren habgierigen Händeü entrissen, ist die Turchpeitschung der Annerionsvorlage, wie sie die Christlichsozialen beabsichtigen, verhindert worden. Und ihrer eigensten Initiative entstammen die zwei sozialpolitischen Gesetze, die den sachlichen Ertrag der Session bilden: das Verbot des weißen Phosphors und das Verbot von Nacht- arbeit der Frauen, wie es auch nach ihrer wohlerwogenen Ab- ficht geschab, daß die Sozialversicherung zur Porberatung an einen eigenen Aasschuß überwiesen wurde. So hat sich die sozialdemokratische Fraktion in Wahr- heit als die führende Kraft des demokratischen Hauses durch- gesetzt. Die Sozialdemokratie wirkt eben in Oesterreich als Hebel der EntWickelung nicht allein durch ihren sozialen Ge- halt, sondern nickt minder durch ihre internationale Einigkeit, die ebenso das Abbild der Notwendigkeit ist, als sie das Vor- bild werden muß für die EntWickelung des Staates selbst, politilcbe CJeberftcht Verlin, den 24. Dezember 1008. Der Protest der Entrechteten. Tis Folgen des schmachvollen Wahlrechtsraubcs in R i x d o r f machen sich zuni Schrecken der führe»- den FreisinnSkreise äußerst unangenehin bemerkbar. Da von den zirka Wählern der ersten und zweiten Klasie ungefähr die Hälfte durch den Wahlrechtsraub in die Reihen der entrechteten Wähler der dritten Klasse hinab- gestoßen wird, greift natürlich auch in den Reihen dieser entrechteten Elemente des Mittelstandes die Eni- rüstnng um sich. Die Ungeheuerlichkeit, daß künftig~00t) Wähler erster und zweiter Klasse das doppelte Wahlrecht besitzen solle::, wie 33 000 Wähler der dritten Klasse, unter denen sich auch zahlreiche Wähler befinden, die 100 bls 120 M. Stenern bezahlen, mußte auch den sret- sinnigen Wählern, die in den Bezirksvereinen organiste'.t sind, derartig zum Vcwußtsein kommen, daß sie die schinack- volle Handlungsweise ihrer Stadtverordneten unmöglich billigen konnten. Die Rirdorfer Bezirksvereine haben sin, deshalb in der schärfsten Weise gegen den Wahlrechtsranb erklärt. Es wird uns darüber berichtet: „Eine am Mitttoochabeiw in den„Bürgersälen" stattgefunden: Mitgliederversainmlung der freisinnigen Bezirksvereine Rixdorf Ost- Süd-West, wozu auch Wähler der L. Abteilung eingeladen loarcn, beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Wahlrechts raub. Tie Tagce- rdnung lautete:„Welche Schritte unternehmen wie zu den M a s s« n- austritt«:: aus den Bezirtsvereinen?" Die sämtlichen Diskussionsredner und namentlich die au» der Beamten- und Lehrerschaft, gingen mit de» anwesenden Herren Rosenotv und Glasemann so scharf inS Gericht, daß dieselben vorzeitig die Versammlung verließen, nachdem sie ihr Ver- halten in dieser Frage noch kurz präzisiert hatten. Gerügt wurde. daß von den Machern deö Antrags Rahmig u:id Genossen, welcher feit 14 Tagen feststand, keinerlei Antwort zu erhalten war, obwobl einflußreiche Personen quö der Wählerschaft schriftlich an die be- treffenden Herren herangetreten waren, ivctl sich die Wahlrechts- räubex ehrenwörtltch verpflichtet hatten, aus den Vorbesprechungen mit anderen bürgerlichen Vertretern nichts verlauten zu lassen. Die Wählerschaft hätte kein Vertrauen mehr zu diesen Herren, die im Jahre 1900 versprachen, die Forderungen des libe- raten Programms hochzuhalten. Die Ausschlußanträge für diese Herren sollen in einer außerordentlichen Generalversammlung dce Bezirksvereine zur Verhandlung kommen, wo gründlich schmutzig« Wäsche gewaschen werden soll. Auch an dem Verhalten der s r c i- s i n n i g e n P r« s s- wurde scharfe Kritik geübt. Eine Resolution. welche gegen den Wahlrechts«! ub protestiert und den Magistrat er- sucht, diesem Antrage die Zustimmung zu versagen, wurde ein- stimmig angenommen," Auch der Borstand dös WablpereinS bor frei- sinnigen AolUpartei für den Reichotage- w ahlkreis Teltow- BeeSkow-Charlottsn- bürg bat einstimmig eine Resolution gefaßt, die das Ver- halten der Rixdorfer Freisinnsvertreter im Stadtparlameu; mißbilligt und mit den. Grundsätzen des entschiedenen Liberalismus für unvereinbar erklärt. Den leltrnden FrcisinnSkreisen und der sührruden Frcisinnöpresse ist es wahrhaftig nickt zu verdanken, wenn künftig dem Koni- immalfreisim: die Lust zu ähnlichen WahlrechtSattentaten verleidet wird!_ Der Ffreiftn« und die BerfasfungsantrSge. Der Berliner Korrespondent der„Leipziger Abendzeitung" be- richtet seinem Blatt über die Unterredung, die er mit einem frei- sinnigen Parteiführer über die Au, sichle» der im Reichstag ge- stellten und der verstärkten Geschäftsordnungskommission über- wiesenen Berfassungsanträge gehabt hat: jpdfi,■■ wollen, man den Antrag, wenn oiomm:iiwi»< einer besonderen, hätte zuweisen müssen. Dann konnte man noch vor den Weihnachtsferien die Hache erledigen. Hatte das Haus hierin Ernst gezeigt, so konnte das Volk die Hoffnung haben, daß man auch bei der Ministerverantwortlichkeit Energie entwickeln würde.... Der Gewährsmann meinte ferner, es sei nicht anzunehmen, daß die Jreisinnige» sich mit den Konscrba- tiven wegen der Perfassung uvcnm.qn, werden, einmal wegen der Geschäftsordnung. Die Freijinntgeu wolle,: Jen Vlock nicht sprengen. ES heißt zwar, gleich am ersten Tage nach dem Wiederzusammentritt des Reichstages werde die Kommission eine Sitzung abhalten. Dann würden die Anträge für die Aenderung der Geschäftsordnung fertig gemacht und sofort dem Plenum zugestellt werden. Offiziell verlautet das. In W i r k l i ch e i t aber ist daran gar nicht zu denken. Die Konservativen wollen keine Aendcrung und sie halten die Freisinnigen so lange hin, bis ihnen die Sache langweilig wird. Was bei der ganzen Attion herauskommen wird, läßt sich schon heute erkennen: Ein wenig guter Wille, aber kein noch so winziges Stückchen Tat." Der freisinnige„Gewährsmann" beurteilt die Sachlage ganz richtig, wahrscheinlich, weil er die politischen Anschauungen und Absichten der Freisinnsgrötzen genau kennt. Der Freisinn will Rc, gierungspartei bleiben; er will deshalb den Block in feiner heutigen Fassung unbedingt erhalten, und ex will ferner den Fürsten Bülow in seiner Stellung belassen wissen, da mit dem Kanzler auch der konservativ-liberale Block fällt. Die freisinnigen Verfassungs- und Geschäftsordnungsanträge waren deshalb von vornherein nichts anderes als eine Komödie, eine leere Konzession an die über die Leistungen des persönlichen Regiments erbitterte Wählermasse. Ernstlich für die selbst eingebrachten Anträge zu kämpfen und da- durch sich in scharfem Gegensatz zu den jede Erweiterung der Volks- rechte widerstrebenden koniervativen Blockgefährten zu setzen, ist den Freisinnigen nie eingefallen. Deshalb lehnten sie auch in der ReichstagSsitzung des I. Dezember den von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten Antrag ab. nur die auf die Geschäftsordnung des Reichstages bezüglichen Anträge der Geschäftsordnungs- komwission zu überweisen, zur Beratung der Verfassungsanträge aber eine besondere Kommission zu wählen, sondern stimmten für die Ueberweisung aller Anträge ohne Unterschied an die auf 28 Mit- glieder verstärkte Geschäftsordnungskommisswn. Sie wußten nur zu wohl, daß auf diese Weise die Beratung hinausgeschoben und schließlich leicht auf ei» totes Gleis gelettet werde» konnte. Amtliche Statistik. Bereits vor einigen Tage» hatte das„Berliner Tage- b k a t f nachgewiesen, daß die Ziffern der vom Neichßschatzamt herausgegebenen Denkschrift über die EntWickelung der Reichsfinanzen eine ganze Anzahl derartiger schwerer Irrtümer enthielten, daß das ganze Zahlenmaterial der Denk- schrift auf Zuverlässigkeit keinerlei Anspruch mehr erheben kann. Inzwischen hat das.Berliner Tageblatt" neue, geradezu un- begreifliche Fehler entdeckt. Das Blatt schreibt darüber; Schon bei Beginn der Einleitung findet sich folgende Auf- Pellung: Gesamteinnahmen in Durchschnitt der Jahre Millionen Mark ordentliche außerordenliche 187S~187S. 1876�1880. 1861—1885. 1886—1890. 1891—1895. 1896—1900. 1801-1905. 1906 1907 1908 Eine richtige, aus pellung ergab aber: 1872—1875. 1876-1880. 1881—1885. 1886—1889. 1860—1890. 1891—1895. 1896—1900. 1901-1005. 1906 1007 1908 1140.7 .•• 750,8 ,.. 767,6 ,.. 1131,4 ,.. 1413,0 ,.. 1807,7 ,.. 2060,3 ,.. 2111,0 ,.. 2317,0 .. 2510.3 Grund der Tabelle l» I 670,3 163.3 50.1 218,4 164,4 55,5 226,0 268,3 200,0 265,5 nachgeprüfte Auf» .. 479,4 670,3 .. 587,5 163,0 .. 717,5 50,1 .. 903,8 151,1 .. 1238,7 218.4 .. 1413.0 154.4 .. 1807,7 55.5 .. 2060.3 226,0 ,. 9111,0 266,2 .. 2317,0 200,0 ,, 2510,3 265,5 Es ist geradezu rätselhaft, wie die amtlichen Statistiker zu solch ungeheuerlich falsche» Zahlen kommen konnten. Dabei handelt es sich bei diese» Zusammenstellungen doch um Zahlen. deren Ermittelung iiicht die geringste Schwierigkeit «mchen konnte. Mit Recht bemerkt das«Berliner Tageblatt", daß angesichts solcher Fehler die Möglichkeit einer Benutzung der Denk- schrist völlig schiviiide. Diese Bemerkung trifft doppelt zu für die sllr da« Ausland geltenden Angaben. Wenn die wundersamen Statistiker im Neichsschatzamt nicht einmal eine einfache Addition zuwege bringen konnten, so wird man erst recht nicht erwarten können, daß die das Ausland betreffenden Zahlen, bei denen eine gründliche Kenntnis der gtnanzwirtfchaft de« Auslandes vorausgesetzt werden muß. auch nur den aller» geringsten Anspruch auf Glaubwürdigkeit erheben darsl Uebrigen« haben wir ja bereits bei den letzten Reich«»ag«wal, len nachgewiesen, daß die amtlichen Zahlen für die Steuerbelastung, für die Marineausgaben, die Zahl und das Alter der vorhandenen Schiffe vollständig irreführend waren! Wenn das Retchsfchatzamt und überhaupt die Regierung nicht über einen Stab von Personen verfügt, die auch nur die vier Spezies beherrschen, so sollten sie künstig die Hand von jeder Statistik lassen l-» Tie Steuerscheu der vesthenden. In einem Artikel der neuesten Nummer der.Internationale» Wochenschrift" veröffentlicht der nichts weniger als radikale Götttnger Professor Gustav Cohn einen Artikel zur Rcichssteuerreform, in dem er den besitzenden Klaffen einen bedenklichen Mangel an Pflicht- geftihl vorwirft. So schreibt er: „Eine konservative Partei, deren Steuerideale in einer ausgiebigen Entwickelung der Bier-, Tobak« und Börsen- steuern gipfeln, die über jede ander« Last, welche dazu geeignet ist. die Schultern der kräftigeren Schichten zu treffen, n»d die man ihr mühsam abgerungen hat, sich in endlosen Klagen ergeht, die das ihrige do;u tut. sie durch die Art der Veranlagung herabzudritcken— eine solche Partei vaßt nicht in einen Kultursiaat des zwanzigsten Jahrhunderts hinein." Wem, Professor Eohn im Anschluß daran dem Agrarierium gegenüber das höhere Pflichtgefühl des mobilen Besitzes in Sachen der Steuerleistung hervorhebt, so mag das ja der Steuerscheu des Agrariertums gegenüber immerhin berechtigt sein; jedoch beweist die Stellung auch der liberalen Parteien gegenüber den Steuer» Plänen der Regierung,«it wenig das Pflichtgefühl auch in den Kreisen des mobile» Kapitals entwickelt ist! Denn selbst der F r e t- sinn hat nicht de» mindesten Versuch gemacht, an die. Stelle der de» Konsum der breiten Massen belastenden indirekten Sievern direkt« gZeichSeinkommen» und Reichsvor- mögen- Steuer setzen. So berechtigt daher auch das Urteil des Professors Cohn über den Mangel an Pflichtgefühl gerade der konservativen Schichte» ist, i» angebracht wäre die A u S» d e h» u n g dieses Urteils auf unsere gesamte besitzende Klasse gewesen!»- Der Blockfreifüm i« freisinnig-demokratischer Beleuchtung. Die„Berliner Volks-Zeitunn" schreibt: „Zu derselben Zeit, wo in Rixdorf der Freisinn mit der Rechten zusammenging, um dem Arbeiter- und einem Teil des Mittelstandes das Wahlrecht zu verschlechtern, schloffen in einer Anzahl von rheinischen Städten Nationalliberale kam- munale Wahlbündniffe mit Äen Sozialdemokraten. Allerdings ging'S gegen das Zentrum. Aber selbst zu einem solchen Entschluß würde sich der Freisinn, dessen Führer ja stets versichern, daß die Wähler„unter keinen Umständen dafür zu haben seien", einem Sozialdemokraten die Stimme zu geben, nicht aufgerafft haben. Er ist zurzeit die zuverlässigste Schutztruppe der Reaktion, so zuverlässig, daß die Konservativen es wagen können, ihn selbst gegen die Ratio Ii allibcralen auszuspielen. So schrieb Vor wenigen Tagen die„Kreuz-Zeitung": „Weder Für st Bülow noch der Block ist auf die„ationalliberale Phalanx angewiesen; es stände sonst schlecht um die Zukunft der Blockpolitik. So- lange der Freisinn auf seinem Beschlüsse beharrt, die Bcrfassungsfragen nicht zu einer Block angelegenheit zu machen, sich also nicht durch die Verfolgung seiner Wahl- rechts- und Ministerverantwortlichkeitsanträge bei der Be- rstung der Neichöfinanzreform und anderer Aufgaben des Blocks beeinflussen zu laffen, so lange wird sich auch die nationalliberale Partei bescheiden lernen müssen und nicht die Führung im Block an sich reißen können." Rein, die regierungsfrommen Freisinnigen werden die Ver- fassungsfragen nicht zu einer Blockangelegenheit machen. Sie werden im Bewußtsein der bedeutenden Rolle, zu der sie be- rufen sind, bei den Finanzen so gut wie in anderen Fragen die Einigung mit der Rechten zu finden wissen. Sic'werden auch ihre Wahlrechtsforde- rungen so einrichten, daß die Konservativen ihnen nicht zürnen werden. Das beweist der neue Kollektenaufruf des frei- sinnigen WahlrechtSauSschusseS, in dem. wie bereits mitgeteilt. vom allgemeinen, direkten, gleichen und geheimen Wahlrecht nicht mehr die Rede ist. sondern nur ganz ver- schwömmen von einer„Reform", einer„Aenderung" usw.. und dieser werden sich, wenn sie nur einen„organischen Charakter" trägt, auch die Konservativen nicht versagen i Hinterher dürfen die Freisinnigen weiterhin der Reaktion Schlepper- dienste leisten!" Wir können das Urteil des kleinen wirMch demo- kratischen Flügels des Freisinns nur Wort für Wort unter- schreiben?_ Bon Holle auf Schwartzkopff. Die„Frankfurter Zeitung" rechnet mit dem demnächstigen Rücktritt Halles. Sie schreibt: „Als sein Nachfolger wird voraussichtlich Schwartzkopsf in Betracht kommen, der insbesondere bei dem reaktionären Volks- schulgcsetz hervorgetreten ist. Schivartzkopff ist ein ausgezeichneter Kenner der verwickelten preußischen Voltsschulverhäliniffe, aber ein Mann von engster konservativer Richtung, dessen Gedanken- gang ein durchaus reaktionärer ist, ein fähiger Mann, sogar ein „Programm". Aber wenn>dcr Fürst Bülow sich zu diesem Pro- gramm bekennen wollte, dann müßte er auch formell mit der Blockpolitik brechen." Die„Frankfurter Zeitung" überschätzt sich und die freisinnige FraktionSgemeinschast. Wen» Bülow ihnen bedeutet, daß die Er- Haltung des Blocks es verlangt, werden sie auch Herrn Schwartzkopsf als Kultusminister akzeptieren._ Die Baltankrise. Oesterreichische Angebote und türkische Forderungen. Die Londoner„Times" meldet aus Konstantinopel über die Vorschläge, welche der österreichische Botschafter in seiner gestrigen Konferenz mit dem Großwesir gemacht hat, folgendes: Oesterreich erklärt sich bereit, in eine sofortige Erhöhung der Zölle aus 15 Proz. einzuwilligen, und die Zu» stimmung zu dem künftigen Abschlüsse eines Handels- Vertrages zu erteilen, welcher eine spätere abermalige Erhöhung der Grenzzölle in Aussicht stellt. Oester. reich will auch seine PostbureauS in der Türkei schließen, vorausgesetzt, daß die übrigen Mächte diesem Beispiel nachkommen. Oesterreich ist auch bereit, die Kapitulationen unter denselben Bedingungen abzuändern und auf den Schutz der albanesischen Katholiken zu verzichten. Der G r o ß w e s i r er- widerte, er sei überrascht, daß dieses Angebot mit gewissen Bedingungen verknüpft sei. Man glaubt allgemein, daß diese Borschläge Oesterreichs abgelehnt werden, da sie keinerlei Kompensation in Gestalt einer baren Entschädigungssumme enthalten. Rußland zur Kongreßfrage. Konstantinopel, 24. Dezember. Der russische Botschafter über- reichte der Pforte eine Zirkulardepesche FöwolskiS, die den russischen Standpunkt der Konferenz entwickelt. Die Depesche bespricht die Notwendigkeit, die betreffenden Fragen durch die Vertragsmächte zu regeln, nimmt Kenntnis von der angebahnten Verständigung Oesterre ich-Ungarns mit der Türkei, die geeignet fei. die Regelung der Fragen zu erleichtern, und ntninit den Antrag an. daß vor der Konferenz eine Verständigung über die schwebenden Fragen zwischen den Mächten erfolgen werde. BulgarieuS Beschwerde. Die bulgarische Regierung hat den Großmächten eine Note über- reicht, worin fie sich über KriegSrüstungen der Türkei und die Be- merkungen des Sultan» über Bulgarien in seiner Thronrede be- schwert. Montenegro will auch ein« Entschädigung. Der Pariser. M a t i n" meldet aus Rom: Die Regiemng von Montenegro hat im Ministerium des Aeußern eine Note überreichen lasten, welche gleichzeitig auch in Londo», Paris und Petersburg den Regierungen übermittelt worden ist, CS wird darin erklärt, daß die Abtretung der öfter reicht- schen Festung Spttza beansprucht werde, da der Fürst sich seinem Volke gegenüber verpflichtet habe, diese Abtretung als Kompensation für die Annexion Bosnien« und der Herzegowina zu verlangen. E« Wird hinzugefügt, daß der F ü r st u i ch t t n der Lage fei. fein Volk zurückzuhalten, wenn diesoHoffiiungnichterfülltwürd«. fyanhmcb. Die Marokko-Interpellation vertagt. Die Kammer hat am Mittwoch die Besprechung der Jnter« pcllationen über die marokkanischen Angelegenheiten und die ma» rokkanischen Kredite bi» nach Weihnachten vertagt. Der Minister des Aeußern P i ch o n erachtete es für besser, diese wichtig« Debatte bis zum Wiederzusammentritt der Kammer im Januar zu ver- tagen. ES liege keine Dringlichkeit fiir sie vor. Die Mächt» seien sich alle einig in der Anerkennung Mulah H a f i d S und Frankreich stehe auf dem Standpunkte, im Geiste gegenseitigen vertrauen» und gegenseitiger Freundschaft Ver» Handlungen mit ihm anzuknüpfen. Aus einen Zwischenruf erwiderte der Minister: Wir waren niemals Feinde Mulah HasidS, er war unser Feind l I a u r e s erwiderte, er halte im Gegensatze zu Pichtm die Erörterung der Frage für dringlich, um den gefährlichen Preßpole miken in Deutsch» land und Frankreich ein Ziel zu setzen und gefähr» lichc Mißverständnisse zu vermeiden. Darauf bc» schloß die Kammer mit 296 gegen 250 Stimmen die Vertagung. öebweden. Zivilkontrolle des Militärwesens. Tie Regierung hat in der vorigen Woche eine aus Zivi!» Personen zusammengesetzte Kommission ernannt, die vorläusig auf 5 Jahre eine Kontrolle über das gesamte LandesveReidigungS- Wesen sowie über die Behandlung und Pflege der Wehrpflichtigen ausüben soll. Tie Kommission besteht aus drei Ritgliedern der ersten Kammer des Reichstages, unter denen allerdings ein ehe- maliger General ist, der als militärisch sachverständiger Vor- sitzender fungieren soll, und aus vier Mitgliedern der zweiten Kammer, unter ihnen auch ein Sozialdemokrat. Eeiwsse T h o r s s o n. Die Ernennung der Kommission wird damit begründet, daß das Bundesverteidigungswesen, soll eS seinem Zweck entsprechen, das volle Vertrauen der Allgemeinheit haben muß. Tie Kommission soll zunächst darauf achten, daß alle Gelder, die für das LaudeSverteidigungswesen ausgegeben werden, diesem auch voll und„ohne Unter schleife" zugute kommen. Das ist besonders wichtig, weil in den letzten Jahren bei militärischen Bauten, Materiallieferungen usw. ungeheure Betrügereien verübt sind. Erst jetzt wieder sind solche Unterschleife in der Höhe von 50 000 Kronen bei den Bauarbeiten der Svea- und Göta-Leibgarde- lasernen entdeckt worden. Die Zivilkommission soll ferner, die Aufgabe haben, dem Miß» mut entgegenzuwirken, den der Militärdienst unter den Wehr- Pflichtigen hervorruft. In der Begründung heißt es:„Stellt man sich diesem Mißmut unverstehend gegenüber, so macht man das Uebel nur noch schlimmer. Das allgemeine Per- trauen zu den Befehlshabern kann nicht geweckt werden, solange nicht«ine zivile Untersuchung niit Autorität für das Volk ihr Urteil kundgibt." Darum soll die Kommission dafiir sorgen, daß Wohnung, Kleidung, Nahrung usw. der Wehrpflichtigen so gut und zweckmäßig sind, wie es die vorhandenen Mittel nur möglich machen, und ebenso dafür, daß ihre persönliche und rechtliche Stellung nicht wider- 10 ä r t i g e r gemacht Iverde. als es der Dienst erfordert. Es müsse alle mögliche Rücksicht darauf genommen werden, daß es sich nicht um besoldete Mannschaft, sondern um wehrpflichtige Bürger handele, die ungewohnt seien deS Eingriffes in die per- sönliche Freiheit, die der Militärdienst erfordere. Jeder un- bcscholtene schwedische Bürger hat das Recht, Mißstände und Miß- bräuche im Militärwesen der Zivilkommission bekanntzugeben. Vor allem soll die Kommission aber auch auf eigene Jnitiattve Unter- suchungen veranstalten. Ihre Adresse wird öffentlich belanntge- geben, damit jedermann sich an sie wenden kann.— Cürhd. Bohkott österreichischer Waren. Konstantinspel. 24. Dezember.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korresp.-Burcaus.) Nach Meldungen aus verschiedenen Hafenorten' d-S' Aus WWW das jungtürkische Komitee in wachsender Zahl Beschwerden oder Bittgesuche gerichtet, in denen gefordert wird, den Boykott nur dann weiter aufrecht zu erhalten, falls neue Bezugsquellen gaschafteu und statt deS österreichischen Lloyd neue Schiffahrtslinien ringe- führt werden.— perlien. Nach berühmten Mustern. Teheran, 24. Dezember. Gestern beantwortete der Schah die letzt« englisch-russische Rote. Er erklärte, er habe niedarange. dacht, sein Versprechenntchteinzulösen. könne aber vom Volke nichts erzwingen laffen. Sobald Ruhe«inge». treten sein wird, wird er die Eröffnungdes Parla» ments befehlen. Der Schah hat seinen europäischen Bettern gelehrig abgeguckt. wie man Volksforderungen ablehnt. Ist das Volk unruhig, so darf man ihm nichts bewilligen wegen der bedrohten Autorität, ist es ruhig, so ist das der Beweis, daß es gar keine Aenderung will. Hmcrika. Kommunales Panama. PittSburg, 23. Dezember. Im Zusammenhang mit der Be» stechungSangelegenheit, deretwegcn sieben Stadträte und zwei Bankiers verhaftet wurden, sind sechs andere Mitglieder des Stadtrats geflüchtet. Es heißt, daß etwa sechzig Stadtratsmit- glieder insgesamt ungefähr 45000 Dollars für ihre Mitwirkung beim Abschluß von städtischen vertragen erhalten haben. Rur sechs Mitglieder des Kollegiums sollen unbescholten sein, Soziales. Bedeutender Ausschwung der Bauecngenossenschaften. Der Zcntrumsabgeordnete Dr. Heim hielt auf Einladung in dem politisch-ncutralen Sozialwissenschaftlichen Verein in Nürn- berg einen Vortrag über die Entwickelung der bäuerlichen Gr- nossenschaften, speziell in Bayer». An den Vortrag knüpfte sich eine Diskussion über dir Möglichkeit eines eventuellen Zusammen- arbeiten» der bäuerlichen Genossenschaften mit den städtischen Ar- betterkonsumgenossenschafte». Heute gebe es— führte Dr. Heim au»— in Deutschland SSLVl ländliche Genossenschaften mit rund 2 Millionen Mitgliedern. Sie gliedern sich in Genossenschaften zur Beschaffung von Kredit, zum Einkauf von Rohstoffen und ProdukttonSiintteln. zum verkauf landwirtschaftlicher Produkte, zur Verarbeitung und ver» Wertung landwirtschaftlicher Produkte, und endlich Genossenschaften vermischten Charakters. Zu letzteren zählen bäuerliche Elektrizität»- Senossenschasten. In Heimb(oberpfälzischem) Wahlkreis be« stünden heute außer de» übrigen Wirtschaftsgenossenschaften 42 rein zu hnn Zweck, die Wasseriänfe des Wahlkreises auszunützen zur Elektrizisiernng der landwirtschaftlichen Betriebe. Die große Mehrzahl der Beteiligten seien Kleinbauern. Die rasche Entwickelung der ländliche» Genossenschaften in den letzten Jahre» bewies Heim mit einigen statistischen Angaben: Der genossenschaftliche Viehabsatz betrug 1006 1 Proz., 1907 7 Proz., 1908 aber bereits 20 Proz. des GesanitavsatzeS. Ebenso enorm steigerte sich die genossenschaftliche Milchverwertung. Es gäbe heute in Bayern Bezirke, wo 90 Proz. der anfallenden Milch durch die Genossenschaft verkauft oder zu Produkten verarbeitet werde. Tic Organisation der bäuerlichen Genossenschafic» sei folgendermaßen ausgebaut: Pfarrbczirke, bestehend aus zwei bis fünf Dörfern, bilden eine Genossenschaft. Diese kleinen Bezirks- genossenschaften sind wieder vereinigt in eine LagerhauSaenosscn» schaft, die ihren Sitz an der in Betracht kommenden Eisenbahn» station hat. Die LagerhauSgenoffenschaften wiederum sind ver. einigt in einer LandeSzentralgenossenschast. und über diese stehe wieder eine Zenkralgenossenschaft über daZ Reich. Und diesen großen Tom bedecke eine Kuppel, eine weitere Zentrale mit einer ländlichen Äenossensllvafwbauk(Sitz Darmstatzt), die einen Geld- auSgleich über alle ländlichen Genossenschaften des Reiches herbei- führe. Durch diese Organisation sei es ermöglicht worden, in Zeiten, wo die Industrie zu dem ungeheuer hohen Zinsfuß von 7 und 8 Prog. fich tapital verschaffen mußte, der Landwirtschaft Betriebskapital zu 4 und 4½ Broz. zu vermitteln. Diese Ueberzentrale bezwede aber auch einen Ausgleich in Futtermitteln. Gestalte sich in einem Kreis einmal die Futterernte schlecht, so wird durch die Zentrale der Ueberfluß aus anderen Kreisen herbeigeschafft, ohne daß der Mangel an Futtermitteln in jenem Streife in außerordentlich hohen Preisen sich bemerkbar mache. Thomasmehl und Kali brauche heute jeder Bauer. Beide Artikel seien aber heute nur durch Syndikate zu beziehen, welchen mächtigen Organisationen die Bauern ihre ebenso mächtigen Be zugsgenossenschaften mit einem Gesamtumsas von 2 Milliarden gegenübergestellt haben. Würden die Herren vom Syndikat, wie bor einigen Jahren einmal, brutal, dann werde einfach die Barole ausgegeben:" Bauern, kauft kein Thomasmehl!" Und die Syndikate gäben nach. Die Bauern hätten meinte Dr. Heim den Boykott als wirksames Kampfmittel sehr wohl erkannt. Durch die letzte Berufszählung sei festgestellt worden, daß trop der kolossalen Entwidelung der bäuerlichen Genossenschaften der Privathandel in landwirtschaftlichen Artikeln ebenfalls an Ausdehnung und Umfang zugenommen habe, und trotzdem würden die ländlichen Genossenschaften als„ Todbringer des Mittelstandes" in so fleinlicher Weise schikaniert und drangfaliert. Daß die Mitglieder der bäuerlichen Genossenschaften neben dem billigeren Einkauf auch die Garantie für nur gute und reine Bare haben, beweist Heim mit dem Hinweis auf die Institution für wissenschaftliche Untersuchung der eingekauften Waren. Die bäuerlichen Genossenschaften zahlen die anfallenden Gewinne nicht in Form von Dividenden an die Mitglieder aus, sondern sammeln die vielen kleinen Beträge, die für das einzelne Mitglied schließlich wenig Bedeutung haben, zu großen Fonds an, um davon gemeinnüßige Einrichtungen zu treffen. Auf diese Weise sei auch die große Bauernuniversität in Regensburg entstanden, die Dr. Heim vor zwei Jahren als erstes Institut dieser Art in Deutschland ins Leben gerufen hat. 100 Bauernsöhne über 20 Jahre erhalten dort in der Zeit vom 15. Oktober bis 15. März unentgeltlichen Unterricht in allen Fächern des praktischen Wissens. Was die jungen Bauern auf dieser Universität lernen, faßt Dr. Heim zusammen in die Worte: Intelligenz selbständig Denken Selbstbewußtsein! Und er fuhr fort: Unsere heutige Schule ignoriert das wirtschaftliche Leben vollständig. Aber nicht nur die Bolksschule, sondern auch die Mittelschule. Wenn heute ein Gymnasiast absolviert hat, dann wisse er nicht einmal, daß es in Bayern eine Abgeordneten- Kammer und eine Reichsrats- Kammer ( Oberhaus) gebe. Und das letztere zu wissen, sei aber doch sehr wichtig!"( Große Heiterkeit.) Die genossenschaftliche Bewegung der Bauern vergleicht Heim mit der gewerkschaftlichen Bewegung der Arbeiter: beides ein wirts schaftlicher Befreiungskampf! Der Staat müsse immer mehr Rücksicht nehmen auf diese beiden Faktoren, deren Bedeutung immer größer werde, je mehr die Selbsthilfe Triumphe feire und je meniger die Beteiligten nach dem berühmten Staatsschnuller schreien. Nicht die Genossenschaften seien der Feind des gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes, sondern der Indifferen tismus, die Indolenz in den eigenen Reihen. Die mächtig aufwärtsstrebende Genossenschaftsbewegung sei heute durch keine Macht der Welt mehr zu unterdrücken. Es sei ein gesunder Sozialismus, der in der bäuerlichen Genossenschaftsbewegung zum Durchbruch komme, eine Bewegung des Fortschritts schloß Heim seinen interessanten Vortrag. Auf die Frage, ob sich nicht eine Verbindung der bäuerlichen Genossenschaften mit den Arbeiter- Konsumvereinen in den Städten herbeiführen laffe, erklärte Heim, daß seine Genossenschaften an jedermann verkaufen, der bezahle; sie hätten nur das begreifliche Interesse, dauernde Geschäftsverbindungen zu erhalten. Vorläufig seien die von Sozialdemokraten geleiteten Konsumbereine nur in ganz geringer Zahl zu ihm gekommen. Für die rein kaufmännische und nicht faritative Geschäftsführung der bayerischen Bauerngenossenschaften spricht auch die Tatsache, daß sich die Bauerngenossenschaften mit dem Hopfengeschäft weil zu riskant- nicht Lefassen und die Hopfenproduzenten schonungslos dem auss beutenden Hopfenkapitalisten überlassen. Die Tarifbewegung der Fleischergesellen, über deren Eins leitung wir berichteten, ist für die Gesellen bisher zufriedenstellend verlaufen. Von den an 40 Arbeitgeber abgesandten Berein barungen haben 12 diefelben unterschriftlich anerkannt. Von seiten der Innung sowie der Bezirksvereine wird alles versucht, die einaclnen Meister dahin zu bearbeiten, daß sie nicht bewilligen. Um seine Rückständigkeit und Gefellenfeindlichkeit zu beweisen, bersendet der Verein der Fleischermeister Osten", dessen Vorsitzender Herr Rosbach, Weberstr. 60, ist, folgendes Rundschreiben: Berein der Fleischermeister Berlin Often. Berlin, im Dezember 1908. " Streit im Strebelwert für beendet. Ein langanhaltender Sturm der Entrüstung bricht hierauf Io3. Pfui- Rufe werden laut, Verwünschungen werden ausge sprochen und lebhaft nach dem Vorstandstisch gedroht. Massatsch will weitereden. Er wird wiederholt unter brochen. Ich habe keinen Beifall erwartet," sagt er, ich weiß, daß Ihr dagegen protestieren werdet. Daß es so kommen mußte, tar uns nicht angenehm. Wir haben Euch gewarnt genug, wir wollten Euch diese Blamage ersparen, aber Ihr nahmt nicht Ber. nunft an. Ihr wollt nicht hören, Ihr wollt, wie es scheint, die Sehr geehrter Herr Kollege! Der sozialdemokratische Zentralverband der Fleischergesellen Gründe nicht hören, die uns zu diesem Schritt bewegen," es ist hat im Osten Berlins eine Agitation eingeleitet, um den nämlich fortgesetzte Unruhe im Saale.so bleibt mir nichts Meistern Bedingungen in bezug auf Stellenbermitte- anderes zu tun übrig, als Euch unsere Gründe schriftlich mit Iung, Kündigung und Entlassung sowie Arzuteilen." beitszeit vorzuschreiben, und verlangt, daß diese Bedin- Die Entrüftung im Saale hat sich noch gefteigert, doch trat gungen durch Unterschrift der Meister als rechtsverbindlich an- bald Ruhe ein, als Genosse Schneider um 12 Uhr die Versammlung schloß und noch kurz mitteilte, daß die nötigen In formationen durch ein Flugblatt erfolgen werden. nimmt an, daß die Streifenden sich dem Beschluß fügen werden, Gestern sollten weitere Versammlungen stattfinden. Man wenn die Erregung sich gelegt hat. erkannt werden. Kollegen! Wo auch nur ein Funken von Selbftachtung vorhanden ist, darf diesen, nach allen Beziehungen unberechtigten und unerfüllbaren Forderungen nicht nachgegeben werden. Lassen Sie uns, Kollegen, den Beweis geben, daß die Worte von Einigkeit, Treue und Kollegialität auch bei uns zu Taten gemacht werden können. Mögen alle Kollegen im Often Berlins in Einigkeit zufammenstehen und gemeinsam eine Forderung ablehnen, deren Annahme selbst ein Schlag in das eigene Geficht wäre. Darum, Kollegen, im Interesse der eigenen Selbſterhaltung lagt uns wie ein Mann zusammenstehen und geschlossen die Forderungen ablehnen, deren Erfüllung mit der Vernichtung unserer selbständigen Eristenz Husland. Für die Arbeitslosen in Dänemark. Das dänische Folfething hat sich in seiner letten Sihung vor Weihnachten mit dem in Nr. 288 des„ Vorwärts" erwähnten sozialdemokratischen Geseßentwurf über außerordentliche Staats- und Gemeindehilfe für die Arbeitslosen befaßt. Foltethingsmann Martin Olsen, der Vorsigende des Gesamtverbandes der Gewerkschaften, der den Entwurf begründete, wies natürlich auch darauf hin, daß die Wirtschaftstalistischen Produktionsweise sind. Wie verrückt und ungerecht es unter dieser Gesellschaftsordnung bestellt ist, illustrierte er durch folgendes Zwiegespräch zwischen einem Mann und emem armen Jungen: gleichbedeutend wäre; darum unterschreibe fein Meister irgend frisen mit ihrer furchtbaren Arbeitslosigkeit eine Folge der tapiwelche Bedingungen. Mit kollegialem Gruß. Der Vorstand. Eines Kommentars bedarf dieses Rundschreiben nicht; jeder denkende Mensch wird wissen, was er davon zu halten hat. Eine am Dienstag und Mittwoch vorgenommene Flugblattverteilung hat den Zorn der Allg. Fleischer- Zeitung" erregt. In der ihr eigenen Weise schimpft sie über die Begehrlichkeit der Gefellen. Ferner schreibt sie fühn, daß nur zwei Meister die Forde. rungen bewilligt haben, um so den übrigen das Rückgrat zu stärken. Die Herren bedürfen des Trostes. Ob er ihnen aber helfen wird? Deutsches Reich. Schwarze Listen. Der Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller hat kurz vor Weihnachten eine neue Anzahl Uriasbriefe gegen streifende Arbeiter versendet; sie haben diesen Wortlaut: Berlin, den 12. Dezember 08. Rundschreiben Nr. 224 pro 1908. wilhelm Fredenhagen in Offenbach am Main und Hierdurch teilen wir Ihnen mit, daß die Streiks bei den Firmen vittoria Werte A.-G. Nürnberg beendet sind; es erledigen sich somit unsere Rundschreiben Nr. 210 vom 9. November und Nr. 189 vom 18. September 1908. Berlin, den 14. Dezember 1908. Rundschreiben Nr. 225 pro 1908. Die folgenden Mitglieder des Arbeitgeberschutzverbandes deutscher Glasfabriken haben sich gezwungen gesehen, den mit ihren Arbeitern pro 1908 abgeschlossenen Tarifvertrag pro 1909 nicht zu verlängern. Da die zwischen beiden Parteien gepflogenen Verhandlungen zu feinem Resultat führten, haben genannte Firmen ihren sämtlichen Arbeitern auf den 26. Dezember cr. gekündigt. Hirsch, Jante u. Co., A.-G., Beleuchtungsglas fabrit, Weißwasser D.-L. Mudrau. Co." union". A.-G., Beleuchtungsglasfabrit, Weißwasser D.- 2. Joseph Schweig. Germania", A.-G., Beleuch tungsglasfabrit, Weißwasser D.-L. Dr. Martin Schweig, Beleuchtungsglasfabrit, Weißwasser D.-L. Was „ Was Warum gehst Du barfuß, mein Junge?"" Ich habe keine | Stiefel." Was ist Dein Vater?"„ Schuhmacher." rum macht er Dir teine Stifel?" ,, Er ist arbeitslos." rum ist er denn arbeitslos?" Ja, weil es zu viele Stiefel gibt." Bei den vorigen Arbeitslosendebatten im Folkething war an geregt worden, die Arbeitslosen aufs Land zur Arbeit bei den Bauern zu schicken. Im August ist denn auch 342, im September 368 Arbeitslofen auf diese Weise Arbeit verschafft worden, in den übrigen Monaten aber kam die Nachfrage nach solchen Arbeitsfräften nur vereinzelt vor. In den Wintermonaten, too in den keinen Bedarf an Arbeitskräften, und außerdem ist ja der größte Städten die Not am größten ist, hat eben auch die Landwirtschaft Teil der Industriearbeiter für die landwirtschaftliche Arbeit nicht geeignet. Auf diese Frage eingehend, erklärte Genosse Olsen gleichwohl, daß er bereit sei, dazu mitzuwirken, daß, soweit es möglich ist, Arbeitslose auf dem Lande Beschäftigung finden, vorauss geben wird und daß die Arbeiter auch menschenwürdig behandelt gesetzt, daß über die Art der Arbeit, die Löhne usw. Auskunft ge werden. Vor allem verlangte der Redner aber, daß bei den Staatsarbeiten, öffentlichen Bauten, den vielen neuen Eisenbahnanlagen, die beschlossen sind, so viele Arbeitslose wie nur irgend möglich beschäftigt werden, und daß, da ja auch damit die Arbeitslosigkeit nur in sehr geringem Maße gemildert werden kann, gemäß dem sozialdemokratischen Gesezentwurf, Gemeinden und Staat mit außerordentlichen Mittein den Arbeitslosentassen wie den Hilfs. fassen Zuschüsse gelvähren, die über die in den geltenden Gesezen festgelegten hinausgehen. In der Diskussion trat im Gegensatz zu dem, was man in Preußen- Deutschland gewohnt ist die erfreuliche Tatsache zutage, daß sowohl die Regierung wie die Wortführer der bürgerlichen Barteien die Notwendigkeit außerordentlicher Maßnahmen zur Hilfe für die Arbeitslofen anerkannten. Zur Prüfung des Gesetzs entwurfs wurde ein Ausschuß von 15 Mitgliedern gewählt. Friede in der Metallindustrie Schweden3. Die Urabstimmung über die fünfjährige Verlängerung der Tarifgemeinschaft in der schwedischen Metallindustrie hat eine Arbeiter bis auf weiteres von der Einstellung auszugeben, und auch das Bundessekretariat der schwedischen Gewerk Wir bitten Sie, alle von den genannten Firmen kommenden Mehrheit für die Annahme des Ultimatums der Unternehmer er. Eine Frage nach der Art der Bauern, die den Genossenschaften angehören, beantwortete Heim dahin: Ueber die Hälfte der vorhandenen Bauern seien heute genossenschaftlich organisiert. Die allermeisten davon seien fleine und mittlere Bauern. Die großen Bauern und die Gutsbesitzer halten sich vorerst noch fern, weil ihnen das System der unbeschränkten Haftung zu gefährlich erscheine. Erst in letter Zeit gewännen auch die großen und größten Land- schließen. wirte zu den Genossenschaften Vertrauen. Auf die Anregung des Genossen Dr. Süßheim, durch VerBerlin, den 14. Dezember 1908. einigung der Bauerngenossenschaften mit den städtischen ArbeiterRundschreiben Nr. 226 pro 1908. Konsumgenossenschaften im Kohlenbezug den übermächtigen Der Streit der Hafenarbeiter in JBehoe ist be Kohlensyndikaten ein Gegengewicht zu bilden, erwiderte Heim: er endet; es erledigt sich somit unser Rundschreiben Kr. 209 vom habe diese Sache schon einmal in Instruktion gezogen, aber die 9. November 1908. Organisation der Kohlensyndikate sei so raffiniert ausgebaut und derart mächtig, daß diese Frage nur allein durch das Parlament auf gesebgeberischem Wege gelöst werden könne. Heim machte dazu den Wig, es gebe schließlich doch noch einen anderen Ausweg, und Bei der Firma Heinrich Plöz u. Co., Hohl- und Breßglaswerke zwar den: die roten und die schwarzen Bergarbeiterorganisationen in Ottendorf- Ofrilla bei Dresden, drohen Differenzen auszubrechen, follten einmal so lange ftreifen, bis sich die Kohlenbarone bereit erklärten, mit den Genossenschaften in ein Bertragsverhältnis einzutreten. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Berlin, den 16. Dezember 1908. Rundschreiben Nr. 227 pro 1908. die Arbeiter dieser Firma weigern sich, die ihnen gemachten Lohnanerbietungen anzunehmen. Wir bitten, alle von dort kommenden Arbeiter bis auf weiteres nicht einzustellen. schaften hielt es mit Rücksicht auf die furchtbare Wirtschaftskrise für geboten, auf diese Weise der angekündigten Massenaussperrung borzubeugen. Der neue Vertrag ,, der sich auf alle in den Betrieben der Metallindustriellen beschäftigten Arbeitergruppen erstreden soll, ist jedoch noch nicht endgültig abgeschlossen. Als er unterzeichnet werden sollte, ergaben sich Differenzen, die nun durch eine Kom. mission von Vertretern der 8 in Betracht kommenden Gewerkschaften und des Bundessekretariats sowie der Unternehmerorgani fation erledigt werden sollen. Alem Anschein nach ist aber der Friede in der schwedischen Metallindustrie als gesichert anzusehen. In New Jersey, Vereinigte Staaten von Nordamerika, streifen mehrere hundert Arbeiter von großen Ziegeleien bei Perth Amboy. Die Streifenden sind meist Polen, Ungarn, Böhmen, sprechen wenig Englisch und widersetzen sich einer unerhörten Ausbeutung, weil sie mit dem Tagelohn von etwa einem Dollar nicht mehr ihr Leben fristen können, denn die meisten haben noch zahlreiche Familie zu Berlin, den 18. Dezember 1908. ernähren. Die Unternehmer haben Militär aufgeboten, um die Ar Rundschreiben Nr. 228 pro 1908. beiter einzuschüchtern; bei einem Zusammenstoß wurden sieben von Im Anschluß an unser Rundschreiben Nr. 223 vom 2. Dezember den Streifenden niedergeschossen. Der Streit dauert schon mehrere 1908 teilen wir Ihnen hierdurch mit, daß die Arbeiter beim Wochen und scheint aussichtslos. Die Gewerkschaften fümmern sich Strebelwert G. m. b.§. in Mannheim am 17. De nicht darum, weil es sich hier um ungelernte und ausländische Ars zember 1908 die Einigungsbeningungen abgelehnt haben. Die beiter handelt. Nur die sozialistische Presse nimmt sich ihrer Sache Am zweiten Feiertag die Babiergeschäfte meiden! Mitglieder des Bezirksverbandes Mannheim haben daher auf Vers an. Die beicheidene Forderung lautet: 1,50 Dollar pro Tag bei Während an vielen Orten die Barbier- und Friseur- bandsbeschluß ihren sämtlichen Arbeitern auf den 1. Januar zehustündiger Arbeitszeit. Die Unternehmer haben versucht, durch geschäfte an den drei zweiten Feiertagen geschlossen bleiben, 1909 gekündigt. Wir bitten Sie nochmals dringend, alle den Einfluß von Geistlichen den Streit zu brechen, vertrauend auf hat man sich in Berlin, dem Zentrum der barbierzünftle- Arbeiter der genannten Firma sowie fämtlige aus dem die große Autorität der Pfaffen bei diefen armen Teufeln, aber auch Mannheim, rischen Handwerksretterei, zur Einführung dieser Reform noch Industriegebiete Ludwigshafen, dies gelang nicht. Die Leute haben sich von Amerika goldene nicht entschließen fönnen. Die organisierte Gehilfenschaft ggersbeim und Frankenthal tommend, bis auf weiteres Berge versprochen und befinden sich jetzt in einer verzweifelten Lage. hat deshalb die Forderung auf Freigabe der zweiten unter feinen Umständen einzustellen. Feiertage durchgesezt, die von den Inhabern der geregelten Betriebe auch erfüllt wird. Da nun manche Arbeitgeber vorgeben, die organisierten Arbeiter seien es gerade, die Die angedrohte Kündigung in den zum Verbande der Metallan diesen Tagen die Barbiergeschäfte frequentierten, wes- industriellen gehörenden Fabriken ist, wie der Vorwärts" bereits megen die Freigabe resp. der Geschäftsschluß nicht gut möglich berichtet hat, erfolgt. Es tommen etwa 14 000 bis 15 000 Arbeiter sei, bitten wir die Genossen, dieses Argument als haltlos zu in Frage. Der Vorstand des Metallarbeiterverbandes hatte anerweisen, mit anderen Worten, am zweiten Weih- gesichts der erfolgten Kündigung zu Mittwoch nochmals eine Bernachtsfeiertage( Sonnabend) nicht 3 um sammlung der Streifenden einberufen, in welcher über die FortBarbier zu geben, Die Babiergeschäfte sind am fehung des Streits beraten werden sollte. Der Bezirksführer 1. Feiertag sowie am Sonntag bis 2 Uhr nachmittags offen Vorhölzer und der zweite Vorsitzende des Verbandes, und mithin ist es jedem Genoffen möglich, unserem Wunsche zu Massat sch. empfahlen den Streifenden dringend, die Arbeit entsprechen. wieder aufzunehmen und die Verantwortung abzulehnen, daß 14 000 bis 15 000 Arbeiter ausgesperrt und mit ihren Angehörigen dem Glend preisgegeben würden. Die Situation sei so, daß zurzeit nicht mehr zu erreichen sei. Eine Diskussion wurde nicht ge= wünscht, sondern sofort zur Abstimmung geschritten. Das Resultat war, wie schon telegraphisch gemeldet, daß 467 Stimmen für Fortſetzung des Streits und nur 43 für Aufhebung abgegeben wurden. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Achtung, Friseurgehilfen! Aus dem Mannheimer Industriegebiet Hierauf erklärte der zweite Vorsitzende des Hauptvorstandes, Massatsch, daß der Vorstand, unbekümmert darum, wie die Abstimmung heute ausfällt, gestern beschlossen habe, daß der Streit abgebrochen werden muß. Da die Arbeitgeber sich hartnädig weigern, den Geschäftsschluß an den drei zweiten Feiertagen herbeizuführen, ist es Pflicht aller Kollegen, die Arbeit am Sonnabend, den 26. Dezember, ruhen zu lassen. Als Ausweis über die Arbeitsruhe melden sich die Kollegen am zweiten Feiertag um 10 Uhr vormittags im VereinsLokal, Rofenthalerstr. 57 zur Stontrolle. Anschließend an die Non- Ich erkläre deshalb namens des Vorstandes des Metallarbeiter trolle findet eine Weihnachtsfeier statt. berbandes den Verantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Letzte Nachrichten und Depefchen. 13 Genügsamer Minister. Brüssel, 24. Dezember.( W. T. B.) Die Deputiertentammer nahm heute gelegentlich der Beratung des Militärbudgets das Kontingent für 1909 mit 73 gegen 51 Stimmen an, das auf 18 300 Wann festgesetzt ist. Woeste( flerital) fragte den Striegs. minister, ob das Heer eine Kriegsstärke von 180 000 oder von 225 000 Mann haben müsse, und ob er das Kontingent für 1909 als genügend ansehe. Der Ministerpräsident erklärte sich mit dem Kriegsminister solidarisch und sagte, das Heer sei augenblicklich start genug. Darauf wurde die emmer bis zum 25. Januar bertagt. 2.beiterrifiko. Trier, 24. Dezember.( B. H.) Ein Förderkorb mit gefüllten Kippwagen stürzte auf der Schiefergrube Berl" in die Tiefe und riß zwei Aufseher mit sich. Beide find tot. Neue Neberfälle. Upington( Rapkolonie), 24. Dezember.( Meldung des Reuter. schen Bureaus.) Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, haben 30 bewaffnete Hottentotten in der Nachbarschaft von Utamas in die Starrasberge zurüdgezogen. Man vermutet, daß es sich um ( Namaqualand) drei europäische Farmer erschossen und sich dann Eingeborene aus dem Upingtoner Distrikt handelt. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen n. Unterhaltungsb . Nr. 302. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Industriealisierung Württembergs. schäftigten Personen flieg jedoch von 33 592 auf 52422. Die 3167. Die Zahl der Alleinbetriebe fiel in diesem Zeitraum von 10 320 auf 1155, die Zahl der in diesem Industriezweige be= Motoren- und Gehilfenbetriebe haben von 2243 auf 1162, also um Handweber sind aber nahezu verschwunden, aber auch die die Hälfte abgenommen, und doch ist die Arbeiterzahl um fast 20 000 Stöpfe gestiegen. Die Großindustrie hat in Württemberg verhältnismäßig spät Ihren Einzug gehalten. Im Jahre 1844 zählte man in ganz Bürttemberg acht Dampfmaschinen mit insgesamt 75 Pferdekräften. Die Regierung bemühte sich jedoch mit Erfolg, die Industrie ins Dabei ist eine starke Zunahme der Frauenarbeit Land zu ziehen. Bereits im Jahre 1848 wurde die Zentralstelle für Gewerbe und Handel ins Leben gerufen, in welcher staatliche zu fonstatieren. Im Jahre 1895 standen 104 703 weibliche Personen Beamte mit Vertretern des Fabrikanten- und Handelsstandes sowie den verschiedenen Gewerbegruppen in Arbeit, im Jahre 1907 aber des Kleingewerbes zur Förderung von Handel und Gewerbe zu- 140 982; dies bedeutet eine Zunahme von 34,6 Prozent, während für das männliche Geschlecht bei einer Zunahme von 287 829 auf fammenwirken sollten. Die Zentralstelle wurde dem Ministerium des Innern untergeordnet und mit den Befugnissen eines Landes- 376 831, also mehr 89 002 Personen=+ 30,9 Prozent fich ergeben. kollegiums ausgestattet. Sie erhielt die Aufgabe, mit der Lage Besondere Beachtung verdient die starke Zunahme der verheirateten Frauen unter den Arbeitskräften. Ihre Zahl ist und den Verhältnissen der Gewerbe und des Handels sowie mit heirateten Frauen unter den Arbeitskräften. Sie haben sich also in den neuen Entwickelungen und technischen Fortschritten auf dem bon 5413 auf 12 478, um 7065 gestiegen. 12 Jahren weit mehr als berdoppelt. In der TextilGebiete derselben sich in fortlaufender Bekanntschaft zu erhalten, industrie allein sind 5096 verheiratete Frauen beschäftigt, über Gebrechen, Hindernisse und Störungen, an welchen die Industrie- über 3000 mehr als 1895. und Handelstätigkeit des Landes leidet, und über die Mittel ihrer Beseitigung Erfundigungen einzuziehen und Erörterungen zu pflegen, natürlich auch im politischen Leben Württembergs wieder. Diese Umwälzung des wirtschaftlichen Lebens spiegelt sich den fgl. Ministerien und Staatsstellen Gutachten in Sachen des Dem rapiden Wachstum der Sozialdemokratie steht das Schwinden Gewerbes und Handels abzugeben und den Gewerbe- und Handels- der Kleinbürgerlichen Demokratie gegenüber. stand mit ihrem Rate zu unterstützen." Und auch die In den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vollzogen hat, findet ihre Erklärung in der grundstürzenden In den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Schwenkung nach rechts, die die württembergische Voltspartei fand dann in Württemberg der Uebergang zum modernen GroßVeränderung betrieb statt. der wirtschaftlichen Verhältnisse. Der besiglos Die siebziger Jahre brachten einen ungeahnten und zum Lohnarbeiter gewordene Kleingewerbetreibende geht industriellen Aufschwung, wie für das Neich, so auch für Württemberg. Immerhin überwiegt die Zahl der Kleinbetriebe und der in diesen zur Sozialdemokratie über, der reich gewordene Demokrat will von demokratischer Gleichheit nichts mehr wissen. Der„ Voltsmann" wird Betrieben beschäftigten Arbeiter die der Großbetriebe noch bei weitem. Im Jahre 1875 z. B. ist die Zahl der Betriebe, die bis 5 Arbeiter zum geadelten und ordenbehängten Parlamentarier; und jener Teil beschäftigen, etwa 60 mal fo groß als die der größeren Betriebe. des Kleinbürgertums, der von der Großindustrie aufs schwerste be1875 zählte man noch 121 441 Betriebe mit bis zu 5 Perionen und drängt wird, haßt die Arbeiterorganisationen, die ihn zu Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzung zivingen, mehr noch als das nur 2013 größere Betriebe. 1895 ist die Zahl der Kleinbetriebe auf übermächtige Stapital. Reaktionär- mittelstandsretterische Tendenzen 97 467 zurückgegangen, die der Betriebe mit über 5 Personen ist auf 5814 geftiegen. gewinnen die Oberhand. Noch weit stärker kommt das Wachstum der Großindustrie in Freitag, 25. Dezember 1908. hält, von der landwirtschaftlichen Unfallversicherung eine Rente zu verlangen und aus Unkenntnis des Gesetzes nicht selten von den Ortspolizeibehörden mit ihrem Anspruche unterstützt wird." Es werden dann zahlreiche Einzelfälle angeführt, um zu zeigen, fchaften ausgebeutet werden"! Die Berufsgenossenschaft in welch gewissenloser Weise die BerufsgenossenSeffen- Naffau" hat ihren bekannten Dr. Schröder, der bekanntlich alle Senten unter 25 Proz. aufheben möchte, ersucht, eine Denkschrift über die steigende Rentenlast auszuarbeiten. Die Folge war, daß 8407 Verletzte untersucht wurden und 260 000. an Renten erspart" wurden. Noch deutlicher wird der Aufsichtsbeamte für die Berufsgenossenschaft Lothringen", der die Schnapsrenten" auch baßt: „ Albekannt ist die gebräuchliche Bezeichnung der Kleinen Renten mit Schnapsrenten". Diese Bezeichnung leitet ihre Be rechtigung daher, daß tatsächlich die Empfänger der kleinen Senten vielfach Stammgäste der Ortswirtschaften sind und sogar den Schnaps von einem Renten- Zahltermin zum anderen auf Borg verabreicht erhalten." " Dieser Musterbeamte scheut sich also nicht, die armen Berlegten als Schnapsbrüder" zu bezeichnen! Er ist gehörig hinter den Verletzten her und schreibt zum Schlusse auf franzöfifch: Rentenempfängerkontrollen. Denselben widme ich mein volles Augenmerk. In zahlreichen Fällen habe ich durch die ge machten Beobachtungen bei der Arbeit die volle Gebrauchsfähigs feit von Gliedern bemerkt, deren Gebrauchsunfähigkeit hartnäckig vorm Arzt geleugnet worden war. Ich konnte z. B. unbemerktertveise feststellen, daß die Behauptung des Unvermögens, den rechten Arm über die Horizontale zu erheben, dadurch widerlegt wurde, daß der Verletzte behende und unbehindert Garben mit der Gabel auf einen hohen Wagen bezw. auf den Heuboden reichen konnte, daß eine Person, die im Bücken nicht arbeiten zu fönnen angab, einen ganzen Nachmittag in brennender Julihize Kartoffeln ausmachte, daß Personen, die nur am Stocke gehen zu können angaben, frei und ohne Hinken sich bei der Feldarbeit herumbewegten." Die Geistlichkeit ruft die Berufsgenossenschaft Unterfranken" zum Kampfe gegen die" Unntoral"," Gewissenlosigkeit“, der Simulanten auf, die doch alle Beichtkinder und Böglinge dieser " Helfer" sind. Es heißt darüber: „ Der Kampf gegen die Gewiffenlosigkeit, mit der Abnahme bezw. dem Wachstum der in den Betrieben beschäftigten Zur Lage der Kleinbauern und länd- welcher versucht wird, sich auf unrechtmäßige Art in den Genuß Arbeiterzahl zum Ausdruck. In Betrieben mit 1-5 Personen waren beschäftigt 1882 172 824, 1895 154 333, in den größeren Betrieben 1882 74 719, 1895 171 967. lichen Arbeiter. III. Die meisten Berichte beklagen das starte Anwachsen der tenten und suchen Mittel und Wege, dem zu steuern. Rheinland" berichtet, daß vermehrte Nachuntersuchungen der Rentenempfänger vorgenommen wurden. Doch damit nicht genug. ,, Weitere außerordentliche( Sammel-) Revisionen bon Rentenempfängern in bezug auf ihre Erwerbsfähigkeit fanden ferner in 18 Kreisen statt. Sie wurden in Gegenwart des Landesrats Dr. Große durch je einen der beim Genossenschaftsvorstande tätigen ärztlichen Berater in der Weise abgehalten, daß jedes mal etwa 25-30 Unfallverlegte zu einem bestimmten Tage, in der Regel nach der Kreisstadt, eingeladen und untersucht wurden. Hierbei waren im allgemeinen zugegen der Vorsitzende des Sektionsvorstandes bezw. dessen Vertreter, der Bezirksarzt oder fein Stellvertreter. " von Unfallentschädigungen zu sehen, ist ein unausgesetzter, jedoch ist es schwierig und gelingt es nur in verhältnismäßig feltenen Fällen, gerichtliche Bestrafungen zu erzielen; der Sag: mant muß immer hineinbezahlen, und da will man auch einmal etwas heraustriegen!" hat im Landvolke weitberbreitete Geltung und ist von Gewissensbedenken demgegenüber soviel wie nichts zu verspüren." ,, Gegen diese Art von Unmoral Stellung zu nehmen und die Gewissen dagegen zu schärfen, wäre eine in dem wirkungskreise der Seelsorger, der Katecheten und Lehrer ernstlich zu würdigende und sehr dankenswerte Aufgabe. Mit dem Arme der strafenden Gerechtigkeit allein lassen sich die vielfachen Verfehlungen in diesem Kapitel nicht ausgleichen und unterdrücken." Betriebe. Viele Berufsgenossenschaften haben aber noch keine Wichtiger ist natürlich die Kontrolle und Revision der Kontrollbeamten. So hat die Berufsgenossenschaft Ober- Elsaß" die Absicht", einen Beamten anzustellen. Und wie notwendig die Revisionen find, beweist uns schon der Bericht„ Oberfranken". Der 7741 15 492 auf jeden Betrieb entfallen fomit durchschnittlich 7,23 Bean standungen." Weiter heißt es: Die Hauptergebnisse der Gewerbeftatistit vom 12. Juni 1907 für Württemberg, die legter Tage in den Mitteilungen des Statistischen Landesamtes" veröffentlicht wurden, laffen erkennen, daß die Verdrängung des die Verdrängung des Klein betriebes durch die Großindustrie feit 1882 und 1895 gewaltige Fortschritte gemacht hat. Die gabl der Hauptbetriebe ging zurüd von 143 988 im Jahre 1882 und 139 863 im Jahre 1895 auf 135 314 im Jahre 1907. Hingegen stieg die Zahl der in diesen Betrieben beschäftigten gewerb lichen Personen von 288 106 im Jahre 1882 auf 392 532 im Jahre 1895 und 517 813 im Jahre 1907. Scheidet man die der Landwirtschaft nahestehenden Getverbe( Gärtnerei, außerlandwirtschaftliche Tierzucht, Fischerei, sowie Handel, Verkehr, Versicherung, Gast- und Schankwirtschaft aus und faßt die eigentlichen IndustrieDiese Untersuchungen erstreckten sich auf 480 Personen." bezirke im weiteren Sinne( Bergbau und Hüttentvesen, Industrie und Bauwesen) ins Auge, in denen über 80 Prozent der erlegten auch der Herr Vorfizende zugegen" war. Und das Ergebnis zum Schluß. Wie interessant, daß bei dieser Treibjagd gegen die armen Ver- Beamte bat in 281 Gemeinden 2142 Betriebe besichtigt und berichtet " Zusammen: Bauliche Einrichtungen 7751 werbstätigen Personen beschäftigt sind, so ergibt sich, daß dieser Massenuntersuchungen? Jn 884 Fällen wurde die Rente aufMaschinelle Mängel die Hauptbetriebe von 1895 bis 1907 abgenommen gehoben, in 404 Fällen, gemindert". Triumphierend verkündet 10 724 Prozent Rente erspart" haben von 103 281 auf 91 470, alfo um 11 811, während die be- der Bericht, daß dadurch wurden! Schwaben und Neuburg" finden wieder: schäftigten Personen im selben Zeitraum um 97 228( bon „ daß oft wegen der unbedeutendsten Verlegungen, welche eine 319 300 auf 416 528) zugenommen haben. eigentliche Erwerbsbehinderung nicht bedingen, Entschädigungsanspruch erhoben wird, teils auch darin, daß jeder, der einen Ünfall im gewöhnlichen Leben erleidet, der mit der Landwirtschaft auch nicht im losesten Zusammenhange steht, sich berechtigt Im zweiten Afte hat sich das Lachen des Gefangenen nach einigen hundert unerläßlichen Bisiten( das Fräulein ist aus" guter Fa milie") in das übliche stereotype Grinsen verwandelt. Herr und Frau Hofrat, die fünftigen Schwiegereltern, und der Chor der um Weihnachtshefte der Arbeiterschaft in Skandinavien. In Standi- fie gefcharten Tanten und Onkel entpuppen sich, sobald der Hochnavien, namentlich in Dänemark und Norwegen, werden alljährlich druck idealisierender Phantasie ein wenig nachläßt, als ebensoviet von Schriftstellern und Künstlern prächtig ausgestattete Weihnachts- unerträglichkeiten. Und auch die Dame, mit der sich einst so rohefte herausgegeben, die sich so eingebürgert haben, daß sie in mantisch schwärmen ließ, verliert von Tag zu Tag mehr von ihrer vielen Familien als eine unentbehrliche Festgabe gelten. Es war Engelhaftigkeit. Es macht dem Pärchen Mühe, das Pensum Bärtaber bislang vor allem das wohlhabende Bürgertum, für das diese lichkeit, zu welchem der Brautstand verpflichtet, regelmäßig abzuHefte mit ihren Kunstbeilagen und ihrem mehr oder minder wert haspeln, und als ein eifersüchtiger Streit entsteht, plaßt die Vervollen Lesestoff bestimmt waren. In diesem Jahre hat jedoch in lobung glücklich auseinander. Das Fräulein ist die erste, die tief allen drei skandinavischen Ländern auch die Arbeiterschaft ihr Weih- gekränkt den Ring freilich, wie fich nachher herausstellt, nicht nachtsalbum; in Dänemark ist es das erste Mal, in Norwegen machte den richtigen bom Finger streift. man im vorigen Jahre den Anfang damit, die von der schwedischen Mit diesen Szenen, die in der Ausführung schon hier und da sozialdemokratischen Partei herausgegebene, Weihnachtsfade l" recht bedentlich unter Längen leiden, ist das letzte Bulver ver( Julfacklan") erscheint jedoch schon im 15. Jahrgang. Diefes schoffen. Der dritte Akt biegt ganz ins Triviale. Die eine seiner Heft bietet auf seinen 34 Quartseiten eine Fülle belehrenden und Bointen, daß der Warner vom ersten Aufzug, der Freund des unterhaltenden Lesestoffes, dazu eine Anzahl Juustrationen sowie Musitus, nun selbst ins Net läuft und mit der gleichen Rede, ein Gruppenbild der bei den letzten Wahlen auf 33 Köpfe ange- die er früher hielt, regaliert wird, fällt, da die ganze Figur sich wachsenen sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Schwedens. Ganz besonders drastisch tritt die Verdrängung der Kleinbetriebe durch den Großbetrieb in der Textilindustrie zutage. Im Jahre 1882 zählte man noch 18 334 Tegtilbetriebe, 1907 noch Kleines feuilleton. Nicht minder inhaltsreich ist das norwegische Weihnachtsheft Arbeidets Jul", herausgegeben von Jacob Vidnes und Michael Puntervold, das eine Reihe von Stizzen und Erzählungen aus dem Arbeiterleben, daneben auch Gedichte sowie beLehrende Artikel enthält und mit Jalustrationen nach Zeichnungen von Künstlern geschmückt ist. dt. Leider wird§ 29 der Unfallverhütungsvorschriften, iv on a ch Kinder unter 12 Jahren unmitttelbar an Maschinen nicht beschäftigt werden dürfen, vielfach außer acht gesicht über Operettenmusit, vom Wiener Walzer angefangen durch den Zustigen Ehemann" und den„ Walzertraum" hindurch bis zu gewichtigen Anläufen, die an E. Griegs eigenartige Harmonisies rung erinnern. So und so viel Tertmenschen haben ihm ein recht unterhaltliches, zum Teil auch vernünftig zusammenhängendes Libretto ge liefert. Im serbisch- bulgarischen Kriege, Mitte der 1880er Jahre, treibt in der serbischen Armee auch ein schweizerischer Hoteliersohn als Leutnant sein Lieferantenwesen. Vor Bulgaren fliehend, ihrem Sauptmann Massafroff durch eine Ohrfeige entkommend, flüchtet er in das Schlafzimmer der Tochter eines Bulgarenobersten. Er zeigt sich ihr als tein Held, sondern als ein Pralinés- Soldat"; ein Versteck verbirgt ihn dem Massakroff und seinen Soldaten, und zuerst auch den übrigen Frauen der Oberstenfamilie, die ihn aber dann kennen lernen, hätscheln und mit Papas Rock, in den die zwei Mädchen ihre Photographien hineingestedt, entlassen. Nach bes endigtem Kriege zeigen sich die Bulgaren als mindestens ebensolche Helden, wie der Schweizer Bumerli einer ist. Der aber kommt gerade zur rechten Zeit wieder, um den gesuchten und verräterischen Oberstenrock zurückzubringen, muß jedoch traurig zusehen, wie seine geliebte Bulgarin mit einem Heldenmajor zur Trauung schreitet. Da erscheint der gratulierende Massakroff und erkennt seinen Flüchtling. Die Freude zerstiebt, und der Major läßt seinen Rivalen fordern. Daß die Forderung angenommen wird, verblüfft die Gegner dermaßen, daß nun rasch der Schweizer seine Bulgarin und der Bulgare ihre kammerkätzliche Verwandte bekommt. Dies der Inhalt der Operette" Der tapfere Soldat", die vorigen Monat in Wien und vorgestern in Berlin vom Theater des Westens herausgebracht wurde, beide Mal mit Bustimmung der Kritik. In der Tat würde sich von der, auch großem Publikumserfolg und anscheinend auch unter entschiedener in den Orchesterfarben reichen Musik viel erzählen lassen, wie sie von gefühlvollen Arien und biedermeiernden Duetten ansteigt bis zu fräftig bewegten Gegtetten, wie sie in Einzugs- und Aufzugsnärschen und dergleichen, die manchmal bis zum scheinbaren Durcheinand zusammengereiht find, ihr Bestes gibt, und wie sie in der Regel dem Trivialen ausweicht, freilich gegen Ende etivas matt auslaufend. nur aus Wigworten zusammensetzt und keine Spur von Reben hat, glatt ins Wasser. Die andere Pointe besteht darin, daß alle Bosheiten, mit Ausnahme der gegen die Verwandten, revoziert werden. Nach altem Lustspielbrauche zündet der Autor am Schlusse die bengalischen Lichter an. Die Freigewordenen, der nette Bräutigam und die fatale Braut, entdecken nochmals, jetzt aber endgültig, daß sie nicht ohne einander leben können. Nur die Verwandten Am prächtigsten zeigt sich das dänische Arbejdernes waren schuld, wenn nicht gleich alles flappte. Man packt das Glück Jule- Album", das zu Kopenhagen in A. Christensens Verlag er sehr einfach, indem man ohne Verlobung gleich in die Ehe springt schienen ist, redigiert von C. E. Jensen. Es ist ein 32 Foliofeiten und in eine fremde Stadt zicht! Das Publikum applaudierte startes, reich illustriertes Heft mit vier besonderen Bilderbeilagen, lebhaft. Die beiden Hauptrollen wurden von Fräulein Teri Reproduktionen von Werfen berühmter Meister sowie der mit großer gioli und Herrn Diebsch flott gespielt. In der Nebenrolle Sorgfalt ausgeführten Photogravüre eines Gemäldes des dänischen des Hofrats bot Herr Toni- Impekoven eine recht drollige Malers Monies. Auch mit unterhaltendem und belehrendem Lele- Karifatur. stoff ist das Weihnachtsalbum der Arbeiter" reich und gut versehen. Gastspieltheater: Drahtlose Telegraphic", Daß ein so gefchmackvoll ausgestattetes Werk der Arbeiterfchaft ge- Schwant von Friedmann und Bunger. Eine Premiere am Tage boten werden kann, ist abermals ein Zeugnis dafür, daß Kunstsinn vor Weihnachtsheiligabend! Kein Wunder, daß die Mimik vor und Verständnis für Stulturgenüsse lange nicht mehr ein Privileg halbleerem Hause egefutiert wurde. Und das war gut; denn wenn der befizenden Klassen sind. die Idee" des Stückes( drahtlose Klingelleitung vom Bett der Toiletten der Frau Ottmann aus dem Atelier des" holden Simone zur Brufttasche ihres eifersüchtigen Liebhabers), folgt ein bekannter Warenhausname. Man kann daraus Lustspielhaus: Die glüdlichste Beit", Lustspiet wenn diese Idee" nebst einem Dutzend beiher laufender Verwick- schließen, wie üppig in der Ausstattung gewirtschaftet wurde. Allervon Raoul Auernheimer. Gin Verlobter fagt der auf- lungen und Irrungen- Wirrungen auch für die ersten beiden Akte dings gab die Genannte die junge Bulgarin recht gut, und ein geklärte Freund des Lustspielhelden, dem seine überlegene Weis- leidlich ausreicht, so bricht die drahtlose Herrlichkeit doch an der Alt( L. Gaston), sowie givei Tenöre( A. Kuhner und heit im Ernstfalle natürlich auch nichts nügt ein Verlobter gefährlichen Klippe des lekten( britten) Aftes fläglich zusammen: G. Mahner) ragten ebenfalls über manche Unstimmigkeiten tommt mir wie ein Arretierter vor, der, wenn er abgeführt wird, Die Autoren haben ihr Stücklein mit Wirenissen überpackt und hervor. lacht. Schade, daß die Komödie, welche der Wiener Plauderer um wissen schließlich nicht, wie sie die derben Berknotungen lösen Daß Text und Musik viele Dehnungen enthalten, läßt sich dies Bonmot herumgeschrieben, weniger luftig ausfiel, als man follen. denken. Anlaß zur Klage geben sie wohl erst im Vereine mit nach jener, von vielen ähnlich amüsanten Dialogpointen sekundier- Wie das Stück, so das Spiel: mit den ersten beiden Akten anderen Dehnungen, die an solchen Theatern üblich sind und zur ten, drastisch anschaulichen Formulierung des Themas erwarten tamen die Schauspieler schlecht und recht zustande nur der arg. Beschwerde herausfordern Zivei Pausen in der Länge von ehva follte. Der erste Aft, wo sich der Arrestant, ein langmähniger tröhnische Magenkatarrhaliker Canardin- Mantius versagte gäna je 20 Minuten( auch in der Komischen Oper"), bon verspätetem Kapellmeister, im Seligkeitsstadium als ein aus Ueberzeugung lich; vor der Unzulänglichkeit des dritten Aufzuges aber erlosch, Anfang gar nicht zu sprechen; dazu die Lärmschlägereien des und Vergnügen Lachender präsentiert, ist der wikigste. Der leise ie mehr der Schwank sich seinem unseligen Ende zuneigte, Glück, Amusement- Publitums und fein Erzwingen von dem und jenem Schreck des Harmlosen, als er sich durch den Sturm enthusiasti- Glanz und Stern der bedauernswerten Mimen. Dacapo: das ist nicht mehr Kunstpflege, sondern ein Totschlagen scher Liebesbeteuerungen rascher als er ahnte in den Verlobungsder Zeit und der Aufmerksamkeit der fachlich Jnteressierten. Go Musik. himmel fortgetragen fühlt, die Singabe, mit der er dann die neue geht es spät in die Nacht hinein. Auch ein Argument gegen das Rolle übernimmt und in den lieben Angehörigen der Braut lauter Oskar Straus hat sich bereits seit längevent vom Ueber- vielbesprochene Hinausschieben des Theaterbeginnes, vor dessen Muster- Menscheneremplare, eine würdige Einfassung des strahlen- brett zur vornehmen Operette emporgeschwungen, und nun be tünstlerischen und hygienischen Schäden uns alle guten Geister beden Juwels, zu sehen sucht das wirfte teilweis fehr ergöslich. tommen wir in seinem neuesten Wert eine gedrängte Jahresüber. I wahren mögen! Theater. G. D. SZ f offen. Infolge dieser Unterlassung erlitten mich im DeriStZ- jahre wieder mehrere Kinder recht bedauerliche Unfälle an Ma- schinen. So geriet z. B., um nur einiges hervorzuheben, ein siebenjähriger Knabe, der das Antreiben des Viehes an der Göpel- dreschmaschine besorgte, mit der rechten Hand zwischen die �ahn- räder des Göpels und verlor hierbei die beiden ersten Finger. In drei anderen Fällen kamen 10— 11jährige Kinder bei der Be- dienung von Futterschneidemaschinen und Putzmühlen mit den Händen in die Messer oder Zahnräder und erlitten hierdurch schwere Verletzungen. In all' diesen Fällen waren die Maschinen nicht mit den vorgeschriebenen Sicherheitsvorrichtungen aus- gerüstet." Und da will man die Kinderrenten aufheben. Der Aufsichtsbeamte von„Schwaben und Neuburg" kündigt seine Revisionen wie folgt an: „Um ein festes Programm für meine Tätigkeit ausstellen zu können, hatte ich die Gepflogenheit angenommen, für jeden Tag eine Gemeinde vorzunehmen; hierdurch wurde cS mir möglich, den B ü r g e r m e i st e r n genau Tag und Zeit meiner Ankunft mitzuteilen. Diese waren daher aus meinen Besuch vorbereitet und gerüstet; auch die Gemeinde konnte in ortsüblicher Weise von meinemjbevor- stehenden Besuch unterrichtet werden." DaS sind die„unverhofften Revisionen"! Der Beamte schildert die„aufgeklärten" Zentrumsbauern wie folgt: „Je weiter nmn aber nordwärts kommt, desto weniger ist guter Wille und Verständnis vorhanden. Aar schwärzesten sieht es hierin ans in der Gegend von Monheim, Neuburg und im Donaumooö. ES scheint sich dort eine Bevötkeruna zu befinden. die zäh an Großvaters Brauck; hängt. Die Leute sind dort etwas ärmlich, und dieS mag wohl mit ein Grund sein, warum sie so schwer den Bestrebungen der Berufsgenossenschast zugänglich sind." Dort ist alles„schwarz", also im Donaumoos am„schwärzesten"! In SSL1 von ihm revidierten Betrieben fand er— 17 722 Mängel und bemerkt sehr resigniert:„Ganz in Ovldnuna fand ich nur einen Betrieb vor". Und da zögert die A?rufsgenos?en- schast„Heffen-Nassau" niit der Anstellung von Revisionsbeamten: „bis zur Gewinnung weiterer Erfahrungen".„Rheinland" berichtet, daß sie jetzt einen Ingenieur und einen Landwirt als Revisions- bcamten angestellt habe. Aus der„Pfalz" wird verkündet: „Der zur Vornahme der Betriebsrevisionen aufgestellte tech- nische Aufsichtsbeamte besichtigte im Berichtsjahre an 172 Reise- tagen in 182 Gemeinden 3387 Haupt- mid 141 Nebenbetriebe, lvobei fast überall erhebliche Mängel vorge- runden wurden. Die Anwendung von Zwangsmaßnahinen behufs Abstellung der letzteren hat sich öfters nicht vermeiden lassen." Der Beamte von„llntersranken" hatte 2270 Betriebe be« flchttgt und insgesamt 10 6 3 7 Mängel--- 7,33 pro Betrieb vor- gefunden I Der Aufstchtsbcamte von„Posen" hatte in 3440 revidierten Be- trieben— 3255 bentängeln müssen und klagt über die Gleichgültig- kcit der Bauern, lieber die«gesunde Landarbeit" schreibt er: „Zu erivähnen ist schließlich, daß nanientlich in kleineren Be- trieben vielfach verbotswidrig jugendliche Personen an gefahrbringenden Maschinen beschäftigt wurden." „Als gesundheitsschädliche Einflüsse kommen in der Landwirt- schast zunächst Staubcntwi-kelung und-einwirkung auf die Lungen und Augen in Betracht." Zu ivas die Gendarmen da find, erfährt man aus dem Bericht der„Provinz Sachsen". „Die Beseitigung der bei den Revifionen beanstandeten Mängel wurde durch die zuständigen Gendarmen kontrolliert; dieS ist geschehen im Mansfelder Seekreise und ün Kreise Schweinitz. Es sind insgesamt 12 252 Betriebe und zwar 8056 Betriebe einer erstmaligen Revifion und 4196„. Nachkontrolle w. o. unterzogen worden. Das Ergebnis dieser Kontrolle war kein zufriedenstellendes, denn von den 8056 Betrieben, welche einer erstmaligen Revision unterzogen lvurden, entsprachen nur drei den Unfall- Verhütungsvorschriften, während von den zur Nach- kontrolle gekommenen 4136 Betrieben nur 1439 in Ordnung waren." Der eifrige lothringer Beamte, welcher, wie bereits erwähnt, den„Schnapsrentnern" sehr zu Leibe geht, hat aber in seinen Be- trirbSrevieren kein großes Glück und erklärt. daß er«öfters daran war. an den Erfolg zu verzweifeln und mein Amt in die Hände meiner Auftraggeber zurückzulegen".— „Es wurde mir das Amt noch überaus erschwert durch schlechte Aufnahme, spöttelnde Bemerkungen. persönliche Beleidigungen und sogar tätlichen Angriff. Ist schon aus der Stellung der Bürger- meister in Lothringen ohne weiteres erklärlich, daß auf deren spontane persönliche Mithilfe bei der Durchführung der UnfallvcrhütungSvorschriften kaum ein allzugroßer Verlaß ist, so mußte ich feststellen, daß in der Praxis die Sache noch ungünstiger aussieht. In einzelnen Fällen wurde mir seitens derselben trotz meiner Bitte die Begleitung bei der Besichtigung der Betriebe abgelehnt, ebenso lehnten einige Polizeidiener ab. ein Bürgermeister ver- weigerte mir sogar den Eingang zu seinem eigenen Betriebe und veranlaßte auch seine Nachbarn hierzu." Das find doch böse„Ortsbehörden'!„Schnapsrentner" find leichter zu fangen! In der Rechtsprechung zeichnen sich natürlich die Schieds- gerichte ans und kommen die ländliche» Verletzten am schlimmsten weg. So kann„Rudolstadt" berichten, daß von 54 Berufungen der Verletzten— 35 abgewiesen wurden und mir 6 zu ihren Gunsten erledigt wurde». In„Baden" wurden 560 Be- rusungen zugunsten der Berufsgenoffenschaft und nur 16 7 zugunsten der Verletzten entschieden I„Westpreußeu" kann berichten, daß 211 Rekurse der Verletzten abgewiesen und nur 6 1 stattgegeben wurde. In„Heffen-Nassau" wurden gar 113 0 Berusungen ab' gewiesen und mir 255 stattgegeben; in„Lothringen" wurden 137 Berufungen abgewiesen und nur 25 stattgegeben. „Weimar" kann verkünden, daß„in 7 0 P r o z. die Berufungen ohne Erfolg für die Verletzten" waren und begrüßt eS trotzdem, daß in 5 Fällen die Abgewiesene» auch noch die Kosten des Verfahrens zu tragen hatten: „Wir find überzeugt, daß diese Maßnahme auch künftig, und zwar in ausgiebigster Weise, angewandt, ein, wenn auch ein kleines, doch fo wirksames Mittel bildet, um die v e r w e r f- ljche Rentenfucht erfolgreich zu bekämpfen und so der Berufsgenoffensckaft viele unnütze Ausgaben zu ersparen." Auch im Lande deS OchfenkopfeS die gleiche Forderung. „Meckleuburg-Strelitz" schreibt u. a.: „Hier sei nur kurz erwähnt. Ivorauf auch schon im vorigen Jahre hingewiesen wurde, daß die Ansprüche bezw. Mehrforde- rangen der Versicherten i» der überwiegend großen Mehrzahl aller Fälle haben abgewiesen werden m ü s s e n. Die Flut der unbegründeten RechtS- mittelerhebungen einzudämmen, gibt es nur ein Mittel, Verurteilung in die Kosten." Punktum! Ebenso klagt„Ober-Elsaß", daß die Berufsgenossenslbaft die „hohen Kosten" der Berufungsinstanzen zu tragen habe,„während der Verletzte öfters leer ausgeht".„Branden- bürg" registriert mit Behagen, baß das Reichsversicherungsamt „geringsügige Verletzungen, die keine» Lohnausfall be- duigen", nicht mehr entschädigt, auckj dem Gesichtspunkt„der Uebung und Gewöhnung an dm BerletzungSzustaiid" eine erheblichere Be- dentung beimißt"! lieber das Akter der Verletzten berichtet„Posen": Die Verletzten gehörten folgenden Altersstufen an: 21 Verletzte waren unter 12 Jahre alt, 318„„ zwischen 12 und 20 Jahren 530„ ,. 20„ 40„ 838„„„ 40„ 60 254„„„ 60„ 70„ 56 ,.„ über 70 Jahre alt. Die Zahlen aus dem„Unter-Elsaß" sind: Verletzte im Alter bis von von von von von von von über 16 17—20 21—30 31—40 41—50 51—60 61—70 71—80 30 Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren Jahren III. 82 227 329 411 430 409 139 10 Ueber die Ursachen der vielen Unfälle in der Land- Wirtschaft berichtet«Niederbayern" wie folgt: „Jugendliche und weiblicbe Arbeiter mit losen Kleider» wurden nicht selten an gefährlichen Maschinen oder mit besonders gefahr- bringenden Arbeiten beschäftigt." „Anlangend die II r s a ch e d e r II n f ä ll e, so ist ein großer Teil derselben, abgesehen von der Nichtbealbtnng der Unfall- verhütungsvorschristen, auf die h ö ch st beklagenswerte Lässigkeit der Unternehmer und Arbeiter, auf die infolge der herrschenden Dienslbotennot allzu große Verwendung von jungen und ungeübten Arbeitern zurückzuführen; dagegen konnten Unfälle infolge Alkohol- mißbrauchs nicht festgestellt werden." Bayrisch- Bier ist kein„Alkohol" I Die Berufsgenoffenschaft „Unter-Elsaß" ist ein großer Feind der„SchnapSrente", befürwortet, daß künftig keine Unfallrente unter 20 Proz. mehr gezahlt werden sollte und meint: „Gerade diese kleinen Renten sind eS, welche vielfach die Unzufride nheit mit der landwirtschaftlichen Unfallversicherung auf dem Lande hervorrufen. Personen, für welche eine Erwerbsbceinträchligung von 10—20 Proz. festgestellt ist, verrichten im allgemeinen die ihnen obliegenden Arbeiten, ohne daß der Laie in der Lage wäre, bei denselben eine nennenswerte Arbeits- beeinträchtigung zu erkennen. Im Gegensatz hierzu stellt der untersuchende Arzt indes derartige anatomische Ver- änderungen fest, daß die Berufsgenoffenschaft außerstande ist. eine Einstellung der Rente zu bewirken. Die Genossenschaften selbst sind vielfach der Ansicht, daß für das Gebiet der landwirt- schaftlichen Unfallversicherung derartig kleine Renten nicht bewilligt werden müßten, ohne daß man daraus einen Mangel an sozialem Empfinden gegenüber den Wirt- schaftlich Schwachen ableite» könnte." Ja. das„soziale Empfinden" ist bei den reichen Landwirten sehr stark ansgeprägl I Der Bericht.Meiningen" stellt fest: „Eine Beschäftigung jugendlicher und weiblicher Arbeiter an Futierschneidemalchinen usw. findet häufiger an solchen Orten statt, in denen viele Fabrikarbeiter und Kleingewerbetreibende wohnen. Dort gehen die männlichen Familienmitglieder der Beschäfti- g u n g in den Fabriken nach, während die Ehefrau und Kinder den meist nur kleinen landwirtschaftlichen Betrieb be- sorgen." Die Fabrikarbeiter scheinen die Meininger Großbauem nicht leiden zu können, denn es heißt im Bericht u. a.: „Durch die Unfälle der kleineren Unternehmer, wie der viele» Fabrikarbeiter, die nur nebenbei eine kleine Land- Wirtschaft betreiben, erwächst der Berufsgenossenschaft eine ver- hältniSmäßig große Belastung, denn die Unfälle in diesen Be- trieben sind viel häufiger als in den rein landivirtschaftlichen Betriebe». Auch in den landwirtschaftlichen Betrieben der Ge- werbetreibende» ereignen sich häufig Unfälle. Diese Unternehmer lassen ihre landwirtschaftlichen Arbeiten durch fremde und meist unbeaufsichtigte Leute verrichten. Die von diesen GenoffenschastS- Mitgliedern zu leistenden Beiträge sind meistens unbedeutend." Ein genaues Verzeichnis der Rentenempfänger gibt wieder der Bericht„ R e u ß jüngere Linie". Nach Stadt- und Amts- bezirken geordnet, werden die genauen Personalien der Verletzten, der Prozentsatz und Höhe der Rente in Geldwert genau aufgeführt. DaS ist eine schwarze Liste für die Verletzten. Der Bericht„Mittelfranken" erwähnt, daß die Bauern über die hohen Beiträge klagen und dafür die Arbeiter verantwortlich zu machen suchen. Jmereffant ist eS, wie die Berufsgenossenschaft die Heuchler abfertigt: „Die Betriebsunternehmer beklagen sich im allgemeinen über die Gleichgültigkeit der Arbeiter in bezug auf die Verhinderung von Unfälle», sie sind jedoch sehr erstaunt, wenn ihnen mitgeteilt wird, daß auf Arbeiter und Dienst- boten nur zirka 23 Prozent aller Unfälle, dagegen zirka 77 Prozent auf die Unternehmer selbst und ihre A n- gehörigen treffen II!" Dabei erwähnt der Bericht, daß in 2615 revidierten Betrieben allein 2 5 242 Verstöße gegen die Ilnfallverhütungsvorschriften ent- deckt wurden! I Die„Autorität" der Bauernbürgermeister wird auch geschildert. Viele Bürgermeister haben das Ersuchen gestellt, sie von der Nachkontrolle der Betriebe—„um des lieben Friedens willen" zu entbinden! Gegen die Arbeiter können aber diese Feiglinge brutal auftreten! )Ziis der Partei. Aus dem russischen Parteilebeu. Dem BuSkoiidskomitee des Bundes wird aus Riga folgendes über den Stand der sozialdemokratischen Bewegung in den Ostseeprovinzen geschrieben: Bereits Ende 1906 begann die Flucht der„Intelligenten" aus der Organisation. Gegenwärtig sind„Intelligente" nicht mehr in der Organisation vorhanden und alle Partennsiitutlonen bestehen ans Arbeitern, die alle Parteigeschäfte selbst besorgen und nur auf theoretischem Gebiete, den, sie noch nicht gewachsen sind, der Hilfe der„Intelligenten" bedürfen. Ungeachtet dieses Mangels verliere» die Arbeiter aber nicht, den Mut und führen die Propaganda selbst. Alle Parteiinslitntionen funltionieren ununterbrochen und daS un- eachtet der zahlreichen Verhaftungen, die der Organisation die esten Kräfte entrissen. An Stelle der verhafieten städtische» und RayonkomiteeS und-konferenzen eiilstande» unverzüglich neue. die aus den vorgeschrittenen Arbeiter» bestanden. Die Geheim- druckereien, die der Polizei in die Hände fielen, wurden sofort durch neue ersetzt seS gab drei solcher Fälle). Die Hanptursache dieser Verhaftungen bestand darin, daß dank den Freiheilstagen im Oktober 1905 eine große Anzahl von Spionen und Provokateuren in die Organisation eingedrungen war. Der Provokation fielen zum Opfer: 3 städtische Komitees, 1 städtische Konferenz, 2 RayonkomiteeS, 3 Gcheimdrnckereien, Waffenlager, illegale Literatur usw. ES verdient hervorgehoben zu werden, daß diese Verhaftungen häufig eine nach der andere» erfolgten: so fiele» zwei Komitees, eine städiische und eine Rayonkonferenz im Verlaufe einer Woche der Polizei in die Hände.... Ungeachtet der Repressalien der Regierung und der Provokationen wird die Parteitäligkeit regelmäßig und ununterbrochen fortgesetzt: es versammeln sich die städtischen und RayonkomiteeS und-konferenzen, die Bezirksvo, stände und Fabrikkomitees, es werden Massenversammlungen und Zirkel abgehallen, auch Kurse für Propa- gandisten find vorhanden. Welche tiefen Wurzeln die Sozialdemokratie in den baltischen Provinzen geschlagen hat. ist z. B. daraus erfichtlich. daß die Sozial- demokraten in Riga während der Wahlen zur zweiten und dritten Duma den Sieg davontrugen.... Warnung. Ein Schlosser russisch-polnischer Nationalität, 22 bis 23 Jahre alt. dessen Ausweispapiere auf den Namen Abraham Gold st ei» lauten, versucht unter den verschiedensten Vorspiege- lungen die Genossen zu brandschatzen. Man weise dem aufdring- lichen Burschen energisch die Tür. pollrelNckies, verlcbvkckes ufi». Berufung legte der Berichterstatter unseres ParteiblatteS „Fränkische VolkStribüne" gegen ein Urteil de» Bamberger Schöffen- gerichts ein, das ihm zwei Monate Gefängnis wegen Beleidigung des„Bcnefiziaren" Heinrich Hamm, früheren Redalieurs des katho- lischcn St. Heinrich-Blattes, zudiktiert hatte. Dem frommen Herr» war aktive Beteiligung an«Eheirrungen" und dergleichen vor- geworfen worden. Die Berufungsverhandlung fand am Dienstag bei ungeheurem Andrang des Publikums(selbstverständlich!) statt; sie endete mit einem Vergleich: der Beklagte übernimmt die Kosten und zahlt 40 Mari Buße an die städliiche Armenkasse.(Dabei hatte der Kläger gegen daS ZweimonatS-Urteil auch seinerseits Berufung eingelegt!)________ Hiis Industrie und Kandel. Vleh- und Fleischpreise. Die Steigerung der Preise für Schweine war im laufenden Jahre schon so erheblich, daß gegen 1907 eine Per- tcuerung sich herausstellt. Diese Tatsache ist für die Beurteilung der Hauöhaltskosten im laufenden Jahre ziemlich wichtig, da Schweinefleisch im Konsum der arbeitenden Bevölkerung eine weil wichtigere Rolle spielt als alle anderen FIcischsorten. Wenn zu Beginn des Jahres 1908 der Schweinepreis noch niedriger war als 1907, so änderte sich im Laufe deS Jahreö das Bild so, daß im Oktober 1308 der Preis schon um zirka 14 M. höher stand als im Oktober vorigen Jahres. November und Dezember haben noch eine weitere Erhöhung gebracht, so daß der berechnete Durchschnittspreis für Schweine in Berlin gegenwärtig auf 128 M. pro Doppelzentner sich stellt, während er zur selben Zeit 1907 nur 103 M. betragen hatte. Die Aufwärtsbewegung der Schweinepreise hatte auch eine Verteuerung des Schweinefleisches zur Folge: 1 Kilogramm Schweinefleisch kostete in der Berliner Markthalle im Januar 1,20 M.. im Oktober 1,30 M.; die vorjährigen Preise waren 1,50 M. im Januar und 1,30 M. im November gewesen. Für Rindvieh war der Höchstpreis während der letzten zwanzig Jahre im Jahre 190? mit 147,7 M. pro Toppclzentner ermittelt worden. Das Jahr 1907 brachte nur einen unbedeutenden Rückgang des Durchschnittspreises auf 146,6 M. und im Oktober des laufenden Jahres stellt sich der Preis auf 145,6 M. Demnach ist der Preis nur noch ganz unbedeutend niedriger als in dem Ausnahmejahre 1306. Die AufwärtSbcwegung in diesem Jahre datiert sm Mai. Bis dahin war der Preis zurückgegangen; er hatte im Januar pro Doppelzentner durchschnittlich 145/75 M. betragen. d. h. 11,25 M. weniger als im Vorjahr. Bis Oktober aber er- höhte sich das Preisniveau allmählich in der Weise, daß der Preis wieder genau so hoch war wie 1907. Bemerkenswert ist. daß die Fleischprcise die Aufwärtsbcwegung nicht mit- gemacht haben; sie sind vielmehr das ganze Jahr hindurch gleichgeblieben und stehen gegenwärtig aus demselben Stande wie im Vorjahre._ Geaen Kartcllterrvrismus. Die Harpcncr Bergbau A.-G. hatte zurzeit von den Firmen Th. Küster in Borken(Wests.) und Ators u. Co. in Kirchhain, beides G. m. b. H.. die außerhalb der Vereinigung der Grubenholzhändlcr deö nordwestlichen Teutschland stehen, zirka 60 000 Feftmeter Grubenholz gekauft und zwar zu Preisen, die hinter denen der Konvention-zurückblieben. Der Bestand dieser war dadurch natür- lich in Frage gestellt. Der Ilmstand, daß die Geschäftsführer der genannten Gesellschaften früher als Holzhändler Mitglieder der Konvention waren, nahm deren Leitung zum äußeren Anlaß, gegen jene auf gerichtlichem Wege einen Schadensersatzanspruch in Höhe von 250 000 M. geltend zu machen. Dieser Prozeß ist jetzt in zweiter Instanz von dem Oberlandcsgericht zu Hamm zugunsten der Firmen Küster und Ators entschieden worden. Die Vereint- gung der Grubenholzhändler ist mit ihren Ansprüchen abgewiesen loorden und muß die entstandenen Kosten deS Verfahrens tragen. Die Vorgänge erregen auf dem deutschen Grubenholzmarkt lebhaftes Aufsehen, da einerseits die Konvention der Grubenholzhändler durchbrochen ist, anderseits die nicht kartellierten Firmen in diesem wirtschaftliche» Kampfe über die Ltartcllfirmen gesiegt haben. Die Gründung der G. m. b. H. mag als Motiv den Wunsch gehabt haben, der Kartelldiktatur sich zu entziehen und der Weg hat sich eben als gangbar erwiesen. Industrielle Erweiterung. Die A.°G. Friedr. Krupp in Essen nimmt eine bedeutende Erweiterung ihrer Hochofenanlage auf der Friedrich-Alfredhütte vor. Auf der linken Rheinseite sind kürzlich für industrielle Zweck« enorme Komplexe angekauft worden. Man vermutet, daß die Firma Krupp die Erwerberin ist. Es hat genutzt! In Nr. 238 des„Vorwärts" nahmen wir Notiz von der „energischen Bitte" frecher Patrioten, die unverblümt mit Landesverrat drohten, falls die Marineverwaltung nicht vom Kohlen- synditat ihren Brennmaterialienbedarf decke. Wie aus dem gestrigen Bericht über die Beiratssitzung des Kohlensyndikats hervorgeht, haben die Herren des schwarzen Diamanten Glück gehabt. Die Manncvertvaltung hielt eS für gut, sogar über'die früheren Mengen hinaus beim Syndikat Aufträge zu erteilen. Und die Aufträge sind zu befriedigenden Preisen übernommen worden. So konstatierte der Vorstand deö Syndikats! Das Be- friedigtsein der Kohlenherrcn kann für die Steuerzahlung höchstens ein Moment der Beunruhigung sein. In der bürgerlichen Presse wird nun mitgeteilt. daS Syndikat habe von seinen ersten Forde- rungen etwas nachgelassen. Warum diese Geheimniskrämerei? Wie hoch waren die ersten Forderungen? Und zu welchem Preise hat sich die Marineverwaltung gebunden? Jedenfalls ist der Vorgang wieder mal bezeichnend für die Macht, die das Groß- industriellentum bei uns aus die Staatsmacht ausübt. Wir sind die Herren! Das ist der Jndustriekönige selbstbewußter Grund- satz, nach dem sie und die— anderen handein, Soziales« Eine neue töoykottentscheidung des Reichsgerichts. In Mülhausen i. E. verweigerten während der Reichstagswahl 1397 die Gastwirte HauSberger und Jahne ihre SSle für sozial- demokratische Versammlungen. Unsere Genossen verhängten des- halb den Boykott über diese Lokale und machten ihn in der„Mül- hauser Volkszeitung" bekannt. Die beiden Wirte erwirkten daraus eine einstweilige Verfügung, nach der die fernere öffentliche Be- konntmachung de? Boykotts verboten wurde unter Androhung einer Geldbuße von 2000 usid 1600 M. In dem darauffolgenden Prozeß behaupteten HauSberger und Jahne, sie hätten ihr Lokal nicht, wie behauptet, anderen Parteien zur Verfügung gestellt. HauS- bcrger will auch nur den Wintergarten, nicht aber sein Lokal in der Lyoner Straße verweigert haben, während Jahne seinen Saal zur Verfügung gestellt habe. ES stellte sich aber so ziemlich daö Gegenteil heraus. Jähne wollte sein Lokal nur dann hergeben, wenn ihm ein jährlicher Bierkonsuin von 400 Hektoliter garem- tiert würde. Das kam natürlich einer Ablehnung gleich. Trotzdem verurteilte das Landgericht Mülhausen i. E. de« Ge- nosien Leopold Emmel und den sozialdemokratischen KrriSveretn An die Geschichte vom verlorenen Sohn dazu, Bohkottbekanntmachungen gegen Hausberger und Zähne zu stoohnheitsmäßigen Stromer. Der Amtsanwalt erhebt sich und besp unterlassen bei einer Geldstrafe von 100 M. für jeden Uebertretungs- antragt wegen der Zappalie 7 Tage Haft und leberweisung an die erinnerte eine Verhandlung, welche die Straftammer des Land fall und zu diesem Zwede 1000 M. zu hinterlegen. Landespolizei. Der junge Mann weiß, was das letztere bedeutet. gerichts I beschäftigte. Wegen schweren Diebstahls, begangen gegen Das Oberlandesgericht Kolmar hob dieses Urteil auf und wies Arbeitshaus, Ausweisung, neue Polizeiheze. Er fleht das Gericht die eigene Mutter, war der 18jährige Hausdiener May Schulz die Klage zurüd. Gegen unberechtigte Störungen und Schädi- an, von dieser Maßnahme abzusehen. Das Gericht zieht sich zurüd angeflagt. Als Zeugin erschien die 79jährige Großmutter des gungen werde ein Gewerbebetrieb geschützt durch das Wettbewerbs- und kehrt nach wenigen Augenblicken wieder, um das Urteil zu jugendlichen Sünders, ein altes, verhuzeltes und unter der Last gesetz und den§ 825 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Aber nicht verkünden: 7 Tage Haft und Neberweisung an die Landespolizei. ihrer Jahre tiefgebeugtes Mütterchen, welchem man es deutlich anjeder Eingriff in einen Gewerbebetrieb sei rechtswidrig im Sinne Der Verbrecher ist eine Weile wie niedergedonnert, dann kobrt sah, mit welchem Widerwillen sie vor Gericht, vielleicht das erstedes Gesezes, ein Boykott sei es nur dann, wenn er nach Zweck und er sich trotzig um, in seinen Mienen zudt und wühlt cs." An- mal in ihrem Leben, erschien. Beim Anblick der alten, leise vor sich hinweinenden Frau erfaßte wohl den Angeklagten tiefe Er weinte und Mitteln den guten Sitten widerspreche. Die sozialdemokratische geklagter, haben Sie verstanden?" fragt der Richter. Keine Ant Reue über sein Tun. schluchzte zunt und erklärte schließlich, daß er jezt ein Bartei brauche nun für ihre Propaganda nottvendigerweise die wort. Die Frage wud wiederholt. Da dreht er sich wieder nach Erbarmen Geständnis ablegen wolle, während er früher Versammlungslokale, sie habe darauf ein Recht wie jede andere dem Gerichtstisch um und knirscht:„ Am A.... könnt Ihr mich offenes Der junge Mensch war in sehr traurigen Bartei. Hier handelte es sich nun aber gar um die notwendige' eden!" Es flingt wie der Wutschrei eines gehezten sich gegen alles bestritten hatte. Bahlagitation nach der unerivarteten Reichstagsauflösung. Ver- seine Verfolger trendenden Wildes. Alles ist entsegt über solche Familienverhältnissen aufgewachsen. Der Vater war bald nach der weigerten da die Wirte ihre Säle, dann habe für die Parteigenossen Respektlosigkeit. Als das Gericht wieder zum Bewußtsein feince auch keine Verpflichtung bestanden, diese Lokale weiter zu besuchen. Ueberlegenheit über den wehrlosen armen Teufel gekommen ist. Wenn da der Boykott einsetze, um die Wirte willfährig zu machen, erhebt sich der Umtsanwalt von neuem und beantragt eine sofort so sei das nur ein Aft berechtigter Selbsthilfe, nicht aber ein Rache- zu vollstreckende afffafe von 3 Tagen wegen Ungebühr vor aft. Denn nach der Reichstagswahl wurden die Lokale auch noch Gericht. Der Verurteilte wird abgeführt, nachdem ihm der Amise gebraucht. Und was die Mittel angehe, so scheine das Landgericht richter noch eröffnet hat, daß dies nur eine vorläufige Strafe fei zu meinen, daß der Boykott, an sich wohl erlaubt, seine öffentliche und die Hauptsache nech nachkommen werde. Propagierung aber verboten sei. Das sei aber ganz hinfällig. Denn ein Boykott konnte überhaupt nur dann wirksam werden, wenn sich möglichst viele anschlossen. Ein Boykott sei erst dann unzulässig, wenn er die wirtschaftliche Existenz anderer vernichten wolle, das sei hier nicht der Fall. Gegen dieses Urteil hatten Hausberger und Jähne Revision beim Reichsgericht eingelegt, die vom Rechtsanwalt Lenetti vertreten wurde. Der Anwalt hielt es für nötig, da rechtliche Gründe seiner Partei nicht zur Seite standen, den roten Lappen zu schwingen und Wischen über den Zukunftsstaat zu machen. Jetzt hobe man noch das individuelle Eigentum und über das könne Alexanderplatz fehen. jeder verfügen, wie er wolle, er dürfe nicht gezwungen werden, es anderen zur Verfügung zu stellen. lleberdies gehöre zum Gewerbe- Kann das Beifügen von Annoncenfeiten zu Heften des Journal- Lesebetrieb des Saalbesitzers nicht, daß bei ihm Versammlungen abe gehalten werden, sondern daß Bier getrunken werde. Der Vertreter unserer Genossen, Dr. Deiß, hatte es leicht, die Ausführungen feines Gegners zu widerlegen. Das Reichsgericht bestätigte das auf Abweisung der Klage gehende Urteil des Oberlandesgerichts und erkannte damit nochmals ausdrücklich das Boykottvecht an. Ein gemütlicher Arbeitgeber. Die Richter scheinen demnach die Ablehnung der Aufforderung des Angeklagten noch durch eine Beleidigungsflage bestätigen zu twollen. Leider sind die Straftaten" Tausender und Abertausender so wie die des Ang flagten lediglich eine Folge der heutigen Ge sellschaftsordnung, die an den armen bemitleidenswerten Opfern der Gesellschaftsordnung die Angeklagten für das straft, wofür weit minder die Angeklagten als die Gesellschaftsordnung verant. wortlich ist. Aehnliche traurige Bilder des Elends und der Une fähigkeit der bestehenden Gesellschaftsordnung, wie das oben wiedergegebene tann man fast täglich in der Amtsgerichtsabteilung am " zirkels vom Verleger verboten werden? " 1 Mit dieser Frage hatte sich jüngst der 1. Zivilfenat des Reichsgerichts infolge eines Rechtsstreits der Verleger der Zeitschriften Gartenlaube" und" Daheim" mit der Firma F. u. 2. in Dresden zu beschäftigen. Die beklagte Firma, die ihren Hauptsiz in Köln hat, betreibt einen Journal- Lejezirkel und heftet den darin um Zeitschriften Gartenlaube" und laufenden Exemplaren der Zeitschriften Gartenlaube" Daheim" Anzeigen von Dresdener und auswärtigen Firmen teils im redaktionellen Tegt, teils unter den Annoncen bei, jedoch in Beziehung zu den Heften selbst in leicht unterscheidbarer Weise. Die Berleger behaupteten, daß die beklagte Firma das Ansehen ihrer Beitschriften schädige, gegen das Urheberrecht und gegen die guten Sitten verstoße. Der Klempner R. tlagte gegen feinen früheren Arbeitgeber Schäfer auf Zahlung einer Lohmentschädigung wegen unberechtige ter Entlassung. Der Beklagte wandte ein, daß ihn der Kläger beleidigt habe, als es zwischen ihnen wegen der Arbeit zu Aus- Das Landgericht Dresden hatte auf Verurteilung der Beklagten cinandersetzungen tam. Der Kläger bestritt das. Er habe Schäfer erkannt, während das Oberlandesgericht Dresden beide Klagen abnur gesagt, daß er ja tein Fachmann sei und deshalb von der wies. Das Oberlandesgericht verneint, daß die Klagen auf das Arbeit nichts verstände. Im Gegenteil sei der Beklagte grob ge- Gesek betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur vom worden, denn seine Bemerkung, er verlange vierzehntägige Kündi- 19. Juni 1901 gestützt werden können, weil weder die Beklagte in gung, habe Beklagter beantwortet: Ein paar Ohrfeigen können die den Klägern als Verleger zustehende ausschließliche Befugnis Sie friegen." Hier fiel Schäfer dem Kläger ins Wort: Es tut eingegriffen habe, noch den Klägern der sich auf die lebertragung mir auch heute noch leid, daß ich damals dem R. nicht ein paar des Urheberrechts beziehende§ 9 zur Seite stehe, außerdem auch Chrfeigen gegeben habe." Der gemütvolle Mann fuhr dann fort, die Beklagte die Zeitschrift nur durch Verleihen gewerbsmäßig ber wieder von Beleidigungen durch R. und von allen möglichen breite, worauf sich nach§ 11 der Einfluß des Urhebers nicht erDrohungen R.'s zu sprechen. Genaue Angaben vermochte er aber ftrede. nicht zu machen. Das ganze lief darauf hinaus, daß Kläger geBezüglich des§ 826 B.G.B. führt das Oberlandesgericht aus, sagt habe, er verstände nichts von der Arbeit. Und die Drohungen daß das Berhalten der Beklagten nicht gegen die guten Sitten verfind nach des Klägers Erläuterungen nichts weiter gewesen, als ein stoße. Auch wenn ihr bekannt gewesen sei, daß die Einnahmen aus Androhen der Klage. Dr. Wölbling als Vorsitzender der Kammer bem Insertionsgeschäft den Klägern zur Dedung der Herstellungsdes Berliner Gewerbegerichts, bor ber die Sache am Mittwoch tosten der Zeitschriften unentbehrlich wären, tönne in dem Stauf verhandelt wurde, stellte durch Befragen fest, daß der Beklagte einzelner Nummern, um damit im Lesezirtel neben dem Erwerb Schäfer tein Fachmann ist. Na, meinte der Vorsitzende nun, durch Verleihung die für Reklame günstigen Bedingungen auszus Kläger könne doch nicht bestraft werden, wenn er Tatsachen nenne. nußen und in der Art der Reklame tein Verhalten der Beklagten Die Kammer verurteilte denn auch den Beklagten, die verlangte Lohnentschädigung in Höhe von 43 M. zu zahlen. Es wurde aus- gefunden werden, das mit dem Anstandsgefühl aller gerecht und geführt: Die Entlassung sei nicht berechtigt. Die angebliche Belei- billig denkenden Menschen in Widerspruch trete, Selbst wenn die bigung liege nicht vor. Als sie sich über die Dauer der Arbeit Beklagte in den Kundenkreis der Klägerin eingreifen würde, was ftritten, habe Kläger zum Beklagten gesagt, der verstände nichts aber faum zu befürchten fei, gelte das gleiche. davon. Der Beklagte gebe zu, daß er nicht Fachmann fei. Kläger habe deshalb jene Aeußerung tun dürfen. Beklagter möge fich ja dadurch gekränkt fühlen. Eine grobe Beleidigung aber, die zur fofortigen Entlassung berechtige, sei das nicht. Angetrunken oder arbeitsunfähig? Wie grundverschieden eine Sache oder ein Vorgang beurteilt toird, zeigte eine Verhandlung vor der Stammer 5 des Berliner Gewerbegerichts. Gegen die Lohnentschädigungsklage des Paders G. wurde vom Betlagten Gutmann öftere Betrunkenheit des Klägers eingewendet. Zwei Damen aus dem Geschäft, als Zeuginnen vernommen, wollen S. wiederholt start betrunten gesehen haben. Ab und zu hätte er auch mal gefchwankt. Auch habe er nach Schnaps gerochen. Dieser Darlegung stand die eines Kollegen des Klägers direkt gegenüber. Dieser hätte zwar sein Glas Bier getrunten, aber betrunken sei er nicht gewesen. Auch am Entlaffungstage habe er nicht bemerkt, daß Kläger betrunten gewesen fei. Seine Arbeit habe er gemacht. Der Beklagte wurde zur Bahlung der Entschädigung von 48 m. verurteilt. Bei den sich wider. sprechenden Zeugenaussagen könne nicht davon die Rede sein, daß eine starte Betrunkenheit erwiesen wäre. Es fönnten Täuschungen vorliegen. Vielleicht möge Stäger etwas angetrunken gewesen sein. Das würde seine Entlassung aber nicht rechtfertigen. Zum Begriff des Betriebsunfalle3. begründung noch die von der Beklagten behauptete VertragsverWeiterhin verneint das Oberlandesgericht in seiner Urteilsleßung. Es sei überhaupt streitig, ob ein Vertragsverhältnis bestehe. Selbst wenn die Beklagte, welche die Hefte von der Hauptfirma in Stöln beziehe, als Käuferin anzusehen wäre, so habe die Klägerin doch nicht behauptet, daß sie mit der Beklagten vereinbart habe, daß Die getauften Gremplare nicht mit Reklameblättern durchschossen werden dürften. Gegen dieses Urteil des Oberlandesgerichts war von den flagenden Verlegern durch das Revisionsverfahren die Entscheidung des Reichsgerichts beantragt worden. Geburt des Angeklagten verstorben. Die Mutter mußte, um den Lebensunterhalt heranzuschaffen, als Waschfrau und Aufwärterin des Tags über unterwegs sein. Der Angeflagte war von früh an unter der Obhut der Großmutter. Im Oftober hatte er keine Arbeit. Sch. öffnete in der Abwesenheit der Mutter einen Schrank und entwendete daraus 40 M. Das Geld verjuchheite er mit guten Freunden in einer Nacht. Schon am nächsten Morgen wurde er aufgegriffen und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. In der Beweisaufnahme stellte es sich heraus, daß der Scyrant, aus dem der Angeklagte das Geld entwendet hatte, möglicherweise auch nicht verschlossen gewesen sein fonnte. Das Gericht nahm deshalb nur einfachen Diebstahl an und erkannte auf 6 Wochen Gefängnis unter Anrechnung von 4 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Auf die Bitte der alten Großmutter beschloß das Gericht auch, den Angeklagten aus der Haft zu entlassen. Angeklagten aus der Haft zu entlassen. Um 45 Pfennige drei Monate Gefängnis! Ein fleiner Trik, durch den der Eisenbahnfiskus geschädigt wurde, kam in einer Verhandlung gegen den Reisenden Karl reul zur Sprache. Wie von seiten eines Aufsichtsbeamten be= in Strausberg, die auf der Stadtbahn eine Abonnementfarte befundet wurde, fommt es häufig vor, daß Besucher der Renntage sizen, sich die Rückkehr aus Strausberg in folgender Weise verbilligen: Sie lösen sich in Strausberg eine Karte nach der vorherliegenden Station Fredersdorf und besteigen den sogenannten Rennzug, den sie erst in Berlin wieder verlassen. Ihnen ist be tannt, daß auf dem hiesigen Schlesischen Bahnhof ein Tunnel be steht, durch den man vom Gleise des Vorortverkehrs nach den Gleisen des Stadtbahnverkehrs gelangen fann, ohne eine Schranke passieren zu müssen. Dort fahren sie dann auf Grund ihrer Abonnementfarte weiter in die Stadt. Diese Verbilligungsmethode, bei der die Reisenden etwa 40 Bf. sparen, foll fehr im Schwange fein; es ist vorgekommen, daß an einem Tage zwanzig berartige Nassauer abgefaßt worden sind. Auch der Angeklagte wurde eines Tages von einem Aufsichtsbeamten dabei betroffen, wie er durch den Tunnel nach dem Stadtbahngleise strebte. Als er um Vorzeigung seines Billetts erfucht wurde, erklärte er, daß er dieses bei der Ankunft auf dem Schlesischen Bahnhof weggeworfen, da es teinen Wert mehr für ihn gehabt habe. Mit dieser Erklärung gab sich die Eisenbahnverwaltung nicht zufrieden, es wurde vielmehr Anklage toegen Betruges erhoben. Die 2. Straffammer des Landgerichts I hielt durch die Beweisaufnahme den Angeklagten für überführt und den Betrug dadurch für konsummiert, daß der Angeklagte den Beamten an der Sperre in Strausberg in den Irrtum versezte, er würde nur bis Fredersdorf fahren, während er von Anfang an die Absicht hatte, unbefugterweise bis Berlin zu fahren. Da der Angeklagte schon eine Borstrafe wegen Betruges erlitten hat. verurteilte ihn der Gerichtshof zu drei Monaten Gefängnis! -Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königl. Opernhaus. Freitag: Meisterfinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Carmen. Sonntag: Sardanapal.( Unjang 8 Uhr.) Die Buppenfee Montag: Nachmittags 2, Uhr: Hänsel und Gretel. Tristan und folde.( Anf. 7 Ubr.) Dienstag: Figaros Hochzeit. Mittwoch: Der fliegende Holländer. Donnerstag: Die Regimentstochter. Versiegelt. Freitag: Théatre paré. Tannhäuser. Sonnabend: Fra Diavolo. Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Carmen. Die Welt, in der man fich langweilt. Rachmittags 2%, Uhr: Wilhelm Lell. Sonntag: Wallensteins Lob. Nachmittags 2 Uhr: Wallensteins Lager. Die Biccolomini. Montag: Göt von Berlichingen.( Anf. 7 Uhr) Dienstag: Kaiser Heinrich VI. Mittwoch: Die Jungfrau von Orleans. Donnerstag: Der Schlagbaum. Freitag: Prinz Friedrich von Homburg. Sonnabend: Der G'wissenswurm. Sonntag: Der Schlagbaum. Montag: Die Raben steinerin. Königl. Schauspielhaus. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: Neues tönigl. Opern- Theater. Freitag: Madame Butterfly. Sonn abend: Nathan der Weise. Sonntag: Bohème. Bei fiegelt. Montag bis Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Dottor Klaus. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Sappho. Montag: Geschlossen. Deutsches Theater. Allabendlich: Revolution in Strähwinkel.( Anfang 7½ hr.) Deutsches Theater.( Kammerspiele). Freitag: Der Graf von Gleichen. Sonnabend: Der Arzt am Scheibewege. Sonntag: Der Graf von Bleichen. Montag: Der Arzt am Scheidemege. Dienstag: Der Graf von Gleichen. Mittwoch und Donnerstag: Der Arzt am Scheibewege. ( Anf. 7 Uhr.) Freitag: Der Graf von Gleichen. Sonnabend: Niemand weiß es. Sonntag: Der Arzt am Schelbewege. Montag: Der Graf von Gleichen. ( Anf. 8 Uhr.) Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Leffing- Theater. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: Nora. Breßenburg. Breßenburg Sonntag: Breßenburg. Montag: Gespenster. Dienstag: Mittwoch: Baumeister Solnes. Donnerstag bis Montag: Brekenburg. Berliner Theater. Freitag nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends: Herodes und Mariamne. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Emilia Galotti. Abends: Der Veilchenfresser. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Montag bis unsere Leut.( Anfang 7%, Uhr.) Sonnabend: Herodes und Mariamne. Der Traum ein Leben. Abends: Herodes und Mariamne. Mittwoch: Herodes und Mariamne. Donnerstag und Freitag: Einer von Sonntag: Einer von unsere Leut. Montag: Herodes und Mariamme. Der erkennende 1. Zivilsenat des Reichsgerichts wies die Nevifionen beider Kläger zurück und bestätigte somit die Auffassung des Oberlandesgerichts Dresden. Anlangend das Urheberrecht und die stillschweigende Uebertragung desselben, führt der erkennende Senat des höchsten Gerichtshofes aus, daß die dem Urheber in§ 11 des Gefeßes vom 19. Juni 1901 erteilte ausschließliche Befugnis, fein Wert gewerbsmäßig zu verbreiten, in betreff des einzelnen Eremplares erschöpft sei, sobald es von ihm in den Verkehr gebracht und Eigentum eines anderen geworden fei. Es gehe deshalb feht, wenn die Kläger meinen. daß ihnen das dem Urheber im§ 9 des erwähnten Gesetzes gegebene Recht zustehe, Verfümmerungen der In Dividualität feines Werkes nicht dulden zu brauchen. Denn fobald der Urheber nach§ 11 fein Verbreitungsrecht an einzelnen Greme plaren habe, könne er ein Verbreitungsrecht am Gremplare, was ihm selbst nicht zustehe, auch nicht übertragen. Der§ 9 des UrheberDer Maurerpolier Langner ist am 29. 1, 1908 von einem ent- rechts, welches den Selbstschutz des Verlegers zum Ausdruck bringen Tassenen Arbeiter während der Arbeitspause mit einer gefüllten den Bestand und die Form des Werkes zu verfügen. Diese Befugnis wolle, sebe die ausschließliche Befugnis des Urhebers voraus, über Bierflasche auf den Kopf gefchlagen worden und befindet sich seit verbleibe dem Verleger auch, wenn er das Werk in den Verkehr Monaten in Dalldorf. Die Berufsgenossenschaft hat den Unfall nicht als Betriebsunfall anerkannt und eine Unfallentschädigung gebracht habe. Er könne dann zwar nicht mehr die gewerbsmäßige abgelehnt. Das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung nahm hin- Berbreitung der abgefekten Exemplare untersagen, wohl aber gegen vor einigen Tagen den Standpuntt ein, daß ein Betriebs- fordern, daß sie unter Wahrung der ursprünglichen Gestalt geschehe, 3 nor: Schneewittchen. Abends bis Mittwoch: Nabagas. unfall vorliegt, da die Veranlassung zu dem Unfall im Betriebe mie er auch die Verbreitung des abgeänderten Werkes berbieten Die Sünde. könne. Auch das nach§ 11 der ausschließlichen Befugnis des Urberuht. Der Unfall fei als Ausfluß der Betriebsgefahr zu betrachten. Die Ausübung der Befugnisse, wie sie Leuten in hebers entzogene Verleihen betreffe nur das Werk in der ihm vom der Stellung des Verlegten übertragen werden, setzt solche Per- Urheber gegebenen Gestalt. Die im vorliegenden Falle als Beiblätter fenen erhöhten Gefahren aus, für die die Berufsgenossenschaft eingehefteten Annoncenſeiten, deren. Färbung und Format fie als fremde Zutaten ohne weiteres kenntlich machen, seien weder der einzutreten berpflichtet sei. Form noch dem Inhalte nach als Aenderungen anzusehen. Der in bestimmter Form in die äußere Erscheinung tretende Gedankeninhalt des Sammelwerks werde durch sie nicht geändert. Was den Verstoß gegen die guten Sitten betrifft, so schließt sich das Reichsgericht den Ausführungen des Oberlandesgerichts voll an, da sie im Ein Flange mit der früheren Rechtsprechung des Reichsgerichts ständen. Der vom Schiedsgericht eingenommene Standpunkt deckt sich mit der vom Reichsversicherungsamt früher ständig geübten Rechtsprechung, Gerichts- Zeitung. Opfer der Gesellschaftsordnung. Wie Anklagen zustande kommen. Neues Theater. Allabendlich: Israel. Donnerstag: Neues Schauspielhaus. Freitag: Nabagas. Sonnabend: Nachm. und Freitag: Die Sünde. Sonnabend: Ntabagas. Conntag und Montag: Kleines Theater. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: 2X2= 5. Abends: Moral. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Lady Frederid. Abends: Moral. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: 2 x2= 5. Abends bis Montag: Moral. Komische Oper. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: Liesland. Abends: Baza. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Die Zwillinge. Sonntag, Nachmittags 3 Uhr: Tiesland. Abends und Montag: Baza. Dienstag: Belleas und Melisande. Mittwoch: Zaza. Donnerstag: Die Zwillinge.( Anj. 7 Uhr.) Freitag: Zaza. Sonnabend: Die Zwillinge. Sonntag: Baza. Montag: Tiefland. Residenz- Theater. Freitag: Nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Der Schlafwagen- Stontrolleur. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ganz der Bapa. Aüabendlich: Kümmere dich um Amelie. Hebbel Theater. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: Die Stärkere und Cyprienne. Allabendlich: Thummelumfen. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag: Trianon Theater. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Nachmittags 2 Uhr: Die Liebe wacht. Allabendlich: Der Satyr. Neues Operetten Theater. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Opernball. lllabendlich: Die Dollarprinzessin. Sustipielhaus. Freitag: Nachmittags 3 Uhr: Banne. Sonnabend: Nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Panne. allabendlich: Die glücklichste Zeit. Ort der Handlung ein Schöffengerichtssaal in Nürnberg. Ein Der Schloffer 2. in Nürnberg arbeitete in den Viktoria- Fahrrabschmächtiger junger Mensch von leidendem Aussehen, im Alter werken, wo seit einigen Monaten gestreift wird. Er wurde kurz von 19 Jahren, wird von einem Gefängniswärter vor den Richter vor Ausbruch des Streits wegen Arbeitsmangels entlassen. Eines geführt. Er hat sich wegen Wettelns zu verantworten. Der junge Tages traf er den Hilfsarbeiter Käferlein, der in der Fabrik Ace Mann gibt alles unumwunden zu, was ihm zur Laft gelegt wird, beitswilligendienste verrichtete. Bei diesem Zusammentreffen soll und erzählt, daß er, weil er lungenleidend ist, zu schwerer Arbeit 2. zu dem K. gesagt haben: Mach, daß Du weiter kommst, Du micht tauge und leichtere Arbeit nicht bekomme. Auch werde ihm Lump, Du Lackel, Du bist ja doch der einzige, der drinnen geblieben Theater des Westens. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Nadje Allabendlich: Der tapfere Soldat. dadurch, daß er im Alter von 15 Jahren Stadtverweis bekommen ist." Dadadurch soll er den K. zu nötigen versucht haben, sich dem mittags 3/4 Uhr: Ein Walzertraum. hatte, die Unterkunft sehr erschwert. Seine Angaben flingen glaub- Streit anzuschließen. Die Folge war eine Anflage wegen Ver-( Anf. 8 Uhr.) Donnerstag: 7 Ubr. Schiller Theater 6. Freitag: nachmittags 3 Uhr: Das Stiftungslich. Gr ist nach allem, was man urteilen kann, ein Opfer unserer gehens gegen§ 153 der G.-D. Als vor Gericht der Arbeitswillige fest. Abends: Der rote Leutnant. Sonnabend: Nachmittags 8 Uhr: Der herrlichen Zustände und des Polizeisystems, das seinerzeit den gefragt wurde, ob er die Aeußerung in obigem Sinne aufgefaßt Richter von Zalamed. Abends: Die Zwillingsschwester. Sonntag: Nachjungen, faum dem Kindesalter entwachsenen Menschen dadurch habe, erklärte er:„ So wars wohl nicht gemeint, aber mich hat mittags 8 Uhr: Stabale und Liebe. Abends: Der Familientag. Montag: wieder auf die richtige Bahn zurückbringen wollte, daß es ihn von halt die Firma aufgefordert, ich folle mir das nicht gefallen laffen." Das Stiftungsfeft. Dienstag: Der Graj von Charolais. Mittwoch: Der Ort zu Ort hette. Die Richter fehen in ihm jedoch nur einen ge- Das Gericht erkannte auf Freisprechung. abend: Das Opferlamm. Sonntag und Montag: Charleys Lante Gudert. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag: Rachmittags 3 Uhr: lich arg zerfektes Eremplar aus der Tasche und zeigte es trium. 16 Uhr abends erachtet. S. 50. Der Beschluß des Vereins besteht zu Der schwarze Kavalier. Abends: Die Braut von Messina. Sonnabend: phierend der Gesellschaft. Dieser Herr äußerte auch den lebhaften Recht. H. 6. Sie müßten einen Antrag auf Erteilung einer Bescheini Nachmittags 3 Uhr: Vater und Sohn. Abends: Herr Ministerialdirektor. Wunsch, den( nicht erschienenen) Kläger oder wenigstens feine gung des Hauswirts stellen. Wegen der übrigen Fragen werden wir Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Graf von Charolais. Abends: Die recherchieren. Photographie zu sehen. Herr Polizeirichter Blösch berbat sich solche Privatunternehmen. 3. Die Landesversicherung ist berechtigt, aber nicht vers R. 2. 3. 1. Die Frist beträgt 6 Monate. 2. Ist ein Jungfrau von Drleans. Montag: Die Brant von Messina. Dienstag und Mittwoch: Der Familientag. Donnerstag und Freitag: Romtesse Späße, indem er erklärte, er sei auch nicht zu seinem Vergnügen pflichtet, auf Antrag Beiträge für Zahngebisse usw. zu leisten. Den AnGuderl. Sonnabend: Bater und Sohn. Sonntag und Montag: Komtesse da; das könne man ihm glauben. Schließlich wurde die Haupt- trag richten Sie an die Versicherungsanstalt, Am Köllnischen Park. verhandlung auf Mittwoch, den 13. Januar, vormittags 9 Uhr, an M. B. 48. Ihr Vater hat Anspruch auf Invalidenrente, wenn cr Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, nachgesetzt. Da brauchen jedoch nicht mehr alle Angeschuldigten persön- dartun taun, daß er im Sinne des Invalidenversicherungsgesetes erwerbs. mittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Husarenfieber. Sonnabend, nach- lich zu erscheinen. Wahrscheinlich wird der städtische Wirteberetn unfähig ist. Um Ihnen beantworten zu lönnen, ob Ihr Vater Anspruch mittags 3 Uhr: Madame Sans Gêne. Abends, Husarenfieber. Sonntag, für diesen Anlaß einen Anwalt als Vertreter bestellen. auf Altersrente hat, wiederholen Sie die Frage und geben genau an, wann Ihr Vater geboren ist und wieviel Marken für ihn geflebt sind. Er famu nachmittags 3 Uhr: Madame Sans Gêne. Abends und Montag und O. 3. 100. Dienstag: Husarenfieber. Mittwoch und Donnerstag: Madame Bonivard. Wofür Geld da ist. Der Zeppelinfonds hat nunmehr die Ge- nur entweder die eine oder die andere Rente beziehen. 1. Noch jetzt würde mit Aussicht auf Erfolg Ihre Schwester auf Zahlung Freitag bis Sonntag: Husarenfieber. Montag: Madame Bonivard. samtsumme von 6 005 476 m. erreicht. der zu Unrecht ihr gemachten Abzüge beim Amtsgericht in Potsdam Klagen fönnen. Berjährung ist erst mit Ablauf des Jahres 1910. 2. Ja. Auch Schwester auf Kostgeld verzichtet hatte. 2. S. 42. 1. Die Beschwerde bier würde eine selage Aussicht auf Erfolg haben, wenn nicht etwa Ihre wäre bei der Gewerbedeputation, Stralauer Straße 1-4, einzureichen. Soweit zu ersehen ist, würde sie aber erfolglos sein, weil die Kasse dem Gesetz entsprechend gehandelt zu haben scheint. 2. Der Sonntag wird nicht ausbezahlt. Führen Sie aber wegen des Benehmens bei dem Vorstand Beschwerde. Wilmersdorf- Schmargendorf. 1. Ja. 2. und 3. Nein. Sabarus. Nein. Zwei Streitende 39. Selbstverständlich: Nur wenn Tatsachen vorliegen, welche die Annahme recht ertigen, daß der Betreffende die Restauration dazu mißbrauchen werde, um der Völlerei, der Hehlerei oder der Unfittlichkeit Borschub zu leisten, kann ihm die Konzession berweigert werden. F. G. 16. Lassen Sie die Hand davon ab. Schreiben Sie der Gesellschaft, daß Sie zurücktreten. Sehr zweifelhaft ist, ob Sie das schon gezahlte Geld zurüderlangen werden.- A. R. 91. Das Mädchen müßte der Aufforderung Folge leisten. Die Eltern würden event. 3wangsmittel anwenden fönnen. Das Mädchen kann sich aber mit der Bitte, ihr zu gestatten, allein zu leben, unter Darlegung des Sachverhalts, insbesondere des Verhaltens des Stiefvaters, an das Vormundschaftsgericht Thalia Theater. Freitag, nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Der Hochtourist. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ihr Sechs- Uhr- Onkel Allabendlich: Mein Leopold. Luifen- Theater. Freitag, nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Abends bis Mittwoch: Die Kinder des Kapitän Grant. Donnerstag: Große Silvesterfeier. Freitag: Der fliegende Berliner. Sonnabend: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonntag und Montag: Der fliegende Berliner. Bürgerliches Schauspielhaus. Freitag, nachmittags 3 Uhr: Der Glödner von Notre- Dame. Abends: Die Jüdin von Toledo. Sonnabend, nachmittags 3, Uhr: Käthchen von Heilbronn. Abends: Der Militärstaat. Sonntag, nachmittags 3 lihr: Die Räuber. Abends: Minna von Barnhelm. Montag: Staatsanwalt Alexander. Dienstag: Der Glödner von Notre Dame. Mittwoch: Minna von Barnhelm. Donnerstag: Große Silvester feier. Freitag bis Montag: Unbestimmt. Ein Postdiebstahl wird aus München gemeldet: Heute früh waren Gerüchte von einem großen Postdiebstahl verbreitet, die aber anfanglich amtlich bestritten wurden. Wie fich jetzt herausstellt, ist der Diebstahl tatsächlich ausgeführt worden. Gestern abend 29 Uhr wurde vor Abgang des Ulmer Schnellzuges von einem Transportwagen ein Postbeutel mit 1000 M. in Wertbriefen entwendet. Der Täter, der Uniform trug, fonnte noch nicht ermittelt werden; eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. Das beteiligte Poftpersonal wurde heute vormittag einem längeren Berhör unterzogen. Auf fällig ist es, daß bereits vor mehreren Jahren um die gleiche Jahreszeit ebenfalls vom Ulmer Schnellzuge ein ähnlicher Diebstahl begangen wurde. Ein Familiendrama. Wie aus Ludwigshafen gemeldet wird, bergifteten sich dort in der verflossenen Nacht die Eheleute Lorenz Bernhardt mit ihren beiden Kindern im Alter von drei und sechs Jahren durch Ginatmen von Leuchtgas in der Küche. Alle vier Personen find tot, die Beweggründe zur Tat find unbekannt. Berliner Operetten- Theater SW. Freitag, nachmittag 31, Uhr: Der Hüttenbesizer. Sonnabend, nachmittags 3%, Uhr: Von Stufe zu Stufe. Sonntag, nachmittags 3%, Uhr: Preciosa. Allabendlich: Havana. Gastspiel- Theater. Freitag, Sonnabend und Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Kleine Lord. Abends täglich: Drahtlose Telegraphic. Bernhard Rose- Theater. Freitag nachmittag 3 Uhr: Der Glödner Raubanfall im Eisenbahnwagen. Weimar, 24. Dezember. von Notre- Dame. Abends: Die Geyer- Bally. Sonnabend, nachmittags Amtliche Meldung. Gestern abend ist in einem Abteil zweiter Klasse 3 Uhr: Philippine Weljer. Abends: Die Entgleisten. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Die Entgleisten. Montag: Die Beyer- des Personenzuges 203( ab Weimar 9,19 Nachm.) auf der Fahrt Wally. Dienstag: Die Entgleisten. Mittwoch: Die Geyer- Bally. Donners. von Oßmannstedt bis Apolda ein Raubanfall auf einen Einjährigtag bis Sonntag: Brüderlein fein. Montag: Unbestimmt. Freiwilligen des Feldartillerieregiments 27 von einem Mitreisenden Folies Caprice. Täglich: Servus Pschesina. Der luftige Ehemann. verübt worden. Ersterer wurde leicht verletzt. Letzterer ist während Casino- Theater. Freitag, nachmittags 4 Uhr: Neezengaffe 8a. Sonn- der Fahrt aus dem Zuge gesprungen, aber festgenommen und der abend, nachmittags 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Polizeiverwaltung in Apolda übergeben worden. Die fidele Kiste. Jeden Abend: Die Dianabäder.( Anfang 8 Uhr.) Gebr. Herrnfeld- Theater. Freitag, nachm 4 Uhr: Endlich allein. Künstler- Teil. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Haufierer Jodele. KünstlerZeil. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Die lekte Ehre. Allabendlich: Die heiden Bindelbands. Metropol Theater. Allabendlich: Donnecwetter Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. tadellos. Apollo Theater. Freitag, Sonnabend und Sonntag, nachmittags 32 Uhr: Familienvorstellung. Abends bis Dienstag: Mizi Gizi und Siegwart Gentes. Spezialitäten Mittwoch: Dufel Cafimir. Bañage- Theater. Freitag, Sonnabend und Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. Auabendlich: Spezialitäten. Walhalla- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Balast- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Carl Haverland- Theater. Freitag, Sonnabend und Sonntag, nache mittags 3 Uhr: Spezialitäten. Allabendlich: Spezialitäten. Gustav Behrens Theater. 0 Allabendlich: Spezialitäten. Parodie Theater. Zäglich: Die Zauberflöte. 2 × 3= 7. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Freitag: Jerusalem. Sonnabend nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Abends: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Kataratt. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt Abends: Ueber den Brenner nach Benedig. Montag: Jerusalem. Dienstag: Der Montblanc. Mitttwoch: Am Golf von Neapel. Donnerstag: Ueber den Brenner nach Benedig. Freitag: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Sataralt. Sonnabend: Sizilien. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Abends: Jerusalem. Montag: Unbestimmt. Sternwarte, Invalidenftr. 57-62. Donnerstag: Geschlossen. Vermischtes. Ju Zoologischen Garten ist das während des Sommers erbaute neue Hühner. und Zaubenhaus, das in seinem Mittelraum zugleich die Waffer- Enteisenungsanlage beherbergt, jekt vollendet, und in die 18 Volièren haben Rassetauben sowie fleinere und fleinste Hühnerrassen ihren Einzug gehalten. Jedem Außentäfig entspricht innen je ein geräumiger, heller Taubenschlag und ein Hühnerstall, und die ganze, ebenso freundliche, wie übersichtliche Anlage mit ihren bunten, zutraulichen Bewohnern lenkt schon jetzt die Aufmerksamkeit und das Interesse der Besucher auf fich. Berlin W. 35. Eingegangene Druckfchriften. Nord und Süd. Heft 12. Eine Monatsschrift. 2 M. Verlag: Deutsches Wörterbuch von Fr. L. K. Weigand. 5. Lieferung. Er scheint in 12 Lieferungen 19 M. A. Töpelmann in Gießen. Die Volksgefundheit. Nr. 12. Monatsschrift. Jährlich 3 M. H. Findeisen, Meißen, Roßpl. Charon. Dezemberheft. Herausgeber D. zur Linde. 75 Pf. Verlag: Gr. Lichterfelde- Berlin. wenden. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wafferstand Memel, Tilfit Bregel, Infterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Neze, Bordamm EI6e, Leitmeriz . am feit 28.12. 22. 12. cm cm) 3023+5 -34)+5. 705)+16 95-2 70+7 Wasserstand Saale, Grochliz Havel, Spandau) Spree, Spremberg Beeskow Beser, Münden am 23 12. 22.12 cm 80-8 54 Rathenow 2) 56 72 76 71)+2 -28 Minden 5-2 Rhein, Marimiliansau -3 Kaub 124 -75 +1 Köln 130 -192 Nedar, Heilbronn 48 37 +2 Main, Wertheim Magdeburg 45 Mosel, Trier 84 + bedeutet Buchs, 1 Fall. Eisstand Eisfrei. Dresden Barby 219 3) Unterpegel. Fachblatt für Holzarbeiter. Heft 12. Herausgegeben vom Deutschen Grundeistreiben.) Ganz schwaches Eistreiben. Holzarbeiterverband. Vierteljährlich 1 M. Berlin, Neue Friedrichstr. 2. Friedrich Schliefer: Aus Höfen und Katen. Heidegeschichten. A. Sponholy' Berlag, Hannover. Bon Phasen der Kultur und Richtungslinien des Fortschritts. Dr. Müller- Lyer. München, J. F. Lehmanns Verlag. Geh. 7., geb. 8 M. Protokoll des 10. außerordentlichen Verbandstages der Maurer Deutschlands. Hannover 1908. 368 Seiten. 20 Pf. Th. Bömelburg, Hamburg. Das Koalitionsrecht der Arbeiter. Von Dr. J. Ingwer. 2 Nr. J. Brand u. Co., Wien. Die Chronik der Stadt Söderburg. Ein deutscher Kleinstadt. Noman von Werner von der Schulenburg. Geh. 2,50 M., geb. 3,50 M. Sellinor, eine Dichtung von Walther Schulte vom Brühl. Geh. 2 M., geb. 3 M.- Liberalismus und Sozialdemokratie. Von Dr. Theodor Barth. 30 Pf. Concordia Deutsche Verlagsanstalt, Hermann Chbod in Berlin W. 30. Die Erwerbsunfähigkeit und ihre Ursachen. Von Dr. M. Miller. Berlag der Arbeiterversorgung A. Troschel. Preis 3,60 m. Die Geheimnisse der Frau. Von Baronin d'Orchamps. Gustav Niedes Buchhandlung Nachf., Berlin W. 30. Geh. 3 M., geb. 4 M. Bon E. Meinhold, Hauptmann a. D. 28 Seiten. J. F. Lehmann, München. Deutsche Raffepolitik und die Erziehung zu nationalem Ehrgefühl. Die Mart. Juustrierte Wochenschrift für Touristik und Heimatkunde. Breis vierteljährlich 1,40 m. Verlag G. Eugen Kißler, Berlin, Lausitzer Straße 8. Wanderwege. Von Hildegard Freiesleben- Poeschel. 188 Seiten. Berlag von Georg Merseburger, Leipzig. ab. Briefkaften der Redaktion. C. S. 9. 28. Cousin und זיז זי-T Witterungsübersicht vom 24. Dezember 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better 770 SSD 1 Nebel Sminembe Hamburg 7700 770 SO Berlin Franti.a M 768 DSD München 769D ien 2 Nebe! 1 Nebel Temp. n. T. 5°. 4° R. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windſtärke 2 Haparanda 750D -2 Petersburg 755 -2 Scilly 3 bedeckt 2 berdeen -4 arts 757 DSD 765 SSD Better 2 halb bb. 3 Regen Temp. n. 6. 5 bededt 8 3bededt 7 762 S0 1 moltent-2 4 bedeckt 771 OSD 3 Rebel Wetterprognose für Freitag, den 25. Dezember 1908. Vorwiegend nebelig, teilweise aufflarend und troden bei schwachen füd öftlichen Winden; gelinder Frost. Berliner Wetterbureau Schöneberg Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 29. Dezember 1908, abends 8 Uhr, in K. Groffers Festsälen, Meininger Str. 8: Zages Drdnung: 1. Bortrag: Das Proletariat im Stadtparlament und der Nigdorfer Wahlrechtsraub. Referent: Stadtv. Genoffe E. Ob ft. 2. Vereinsangelegen16/7 Der Vorstand. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 30. Dezember, abends 7 Uhr: Versammlung Mitglieder der Jnnungskrankenkasse der Tischler- Jnnung zu Berlin. Tages.Ordnung: Die juriftliche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Das Berliner Aquarium vermag, nachdem es in seinen lebten sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fabrstuhl Geöffnet 7 Ubr Sendungen für die verschiedenen Glashäuser und Beden Ergän- wochentäglich abende von 7 bis 9 lbr ftatt. zungen erhielt, in jeder Abteilung neben den ständigen Gästen Sonnabende beginnt die vrechstunde um 6 lbr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Habl ale Wertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort Seltenheiten den Besuchern zu zeigen. Für die wertvolle, Spezies wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage aus den Faunengebieten der alten und neuen Welt umfassende vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Sammlung der Giftschlangen, tamen aus unseren afrikanischen S. 777. Die Steuerdirektion gibt solchen Angelegen Kolonien zwei zur Gattung Bitis gehörende Vipern an, von welchen betten Auskunft.. G. 34. Die vultfişerin würde, wenn fle bemet, Mitglieder- Versammlung die eine, die in Kamerun und dessen Nachbarländern heimische daß die Sachlage so liegt, wie Sie sie schildern, mit ihren SchadenersatzRhinozeros- oder Buntotter, durch ein mit Fleden, Band- und ansprüchen durchdringen. G. S. 25. Der Vertrag würde nur bis zum Kranzzeichnungen von gelber, roter, blauer, grauer und fammet April gelten. P. B. P. 50. 1. Der Bezirksausschuß ist in Ihrem schwarzer Tönung in einzigartiger Schönheit geschmüdtes Schuppen- Falle die lezte Instanz. Indeffen tönnten Sie zur Sicherheit wegen der leid auffällt, während die ihr verwandte und ebenso gefürchtete eigentümlichen Klausel Ihres Vertrages auch das Oberverwaltungsgericht beiten. 3. Verschiedenes. anrufen. 2. Sie fönnen vollen Schadenersaz verlangen. H. W. 99. Unter den Süß- Leider nein. füdafrikanische Buffotter weniger bunt erscheint. Steuer 4. Emmal im Jahre ist die Liste in Breußen einwasserfischen erregt der gewaltige Wels, der das Edbassin am Fuß zureichen. Der Antrag ging von der nationalliberalen und freifinnigen der großen Grottentreppe bewohnt, unter den Meertieren vor allem Bartei aus. Georg 42. 1. Das Necht steht dem Betreffenden nicht der auf derselben Seite in einem Felsenbecken untergebrachte und zu, wenn der Lehrvertrag nicht mit ihm, sondern mit der Firma hier als Steinwall- und Nestbauer sich betätigende und in Färbung abgeschlossen ist. 2. Unter derselben Voraussetzung werden vorausund Hautoberfläche dem Felsen sich anähnelnde achtfüßige Tinten- fichtlich alle drei Inhaber verurteilt werden.- Rigdorf 6. 1. Ja. 2. Nein. fisch oder Krate das lebhafteste Interesse. J. R., Lichtenberg. Eine Klage gegen die Herrschaft hätte Aussicht auf Erfolg. In der Klage müßte hervorgehoben werden, daß in der abDer Simpliciffimus" vor dem Berner Polizeigericht. Eine berlangten Unterschrift eine gegen die guten Sitten verstoßende Ausnuzung heitere Verhandlung fand am 18. Dezember vor dem Polizeigericht Coufine, Tante und Neffe, Onkel und Nichte tönnen einander heiraten. der unerfahrenheit des Mädchens lag.. in Bern statt. Es handelte sich um die Nummer des" Simplicissi- A. B. C. 10. 1. Ja, falls nicht etwa im Vertrage ausgedrückt ist, daß mus" bom 2. November, gegen die eine Anzeige wegen Verlegung Sie nur als Vertreter oder Geschäftsführer der Gesellschaft mieten. 2. Rein. aller der Sittlichkeit erstattet worden war. Der Bund" berichtet über Er würde nur nach Rechtskraft eines etwa gegen Sie ergangenen Urteils die Verhandlung: Noch selten faßen auf den Bänken im Berner die Pfändung Ihrer Forderung betreiben fönnen. 3. Das hängt von der Polizeirichtersaal so zahlreiche und so gewichtige" Angeschuldigte, Art der Beendigung des Konturses und von den Statuten der Gesellschaft wie heute. Die Zahl der Wirte usw., die sich wegen der" Simpli 4. Ja, aber dadurch würden Sie das Vorrecht des Wirtes durchaus nicht beseitigen. cissimus"-Affäre verantworten sollte, war so groß, daß zwei Koft für die Zeit thres Dienstvertrages zu. 3. T. Ihrer Frau steht ein Anspruch auf Lohn und Sie ist ferner berechtigt, einen Schichten gemacht werden mußten. Die erste, etwa zwei Dußend anderen Arzt in Anspruch zu nehmen und die etwa erforderlichen Heiluns .85 Mann und eine Dame, war auf 9 Uhr geladen, die andere auf fosten von der Firma erstattet zu verlangen. Anrechnen lassen muß sie 10 Uhr. Die Herren Wirte befanden sich durchwegs in heiterster sich dasjenige, was die Firma etwa an Medizin und Heiltosten bezahlt hat. Stimmung: sie meinten scherzhaft, man fönnte hier gerade eine. B. 1909. Der Austritt ist von Ihnen beim Amtsgericht Berlin- Mitte Wirteversammlung abhalten. Und nicht viel fehlte, so hätten sie, zu erklären Bei der gerichtlichen Profotollerklärung, nicht bei der schriftwie im Brienzerliedchen, gesungen: O Simpli- Simpli- Si!" Bu- lichen Anmeldung wird Taufschein, Konfirmationsschein oder dergleichen vernächst wurde die von Herrn Wilhelm Lauterburg, Buchhalter der langt. Die Austrittserklärung mehrerer tann auf einem Bogen mitgeteilt Depositentasse, im Namen des Männerfittlichkeitsvereins einge- werden. Die Stellen, welche nähere Auskunft erteilen, werden Ihnen briefH. H. reichte Anklage verlesen. Diese Anklage behauptet ohne weitere ich mitgeteilt. Sie sind wiederholt im Vorwärts" veröffentlicht. 75. Invalidenversicherungspflicht, nicht aber Krantenversicherungspflicht Begründung, daß das Bild in der Nummer vom 2. November( be- liegt für die betreffende Frau vor. F. 18. Ja, bis Ende 1909. titelt: Im Berliner Verein für Nadttultur") als fittenlos be-. 12. Leider nem. zeichnet werden müsse" und daß die Wirte, Coiffeure usw., die den G. S. 25. Wiederholen Sie die Anfrage.. 27. 1. Leider nein. Simplicissimus" auflegen oder verkaufen, sich nach Artikel 161. 2. Eine Widerspruchsflage wäre erfolglos. 3. Das 1500 M. Jahresbetrag strafbar gemacht hätten. Worin der Kläger die„ Sittenlosigkeit" übersteigende Gebalt ist pfändbar. Es fönne vielleicht versucht werden, eine erblickt, ist nicht gesagt. In der Verhandlung handelte es sich ledig- Regelung in der Art vorzunehmen, daß das Gehalt 1500. nicht überlich darum, festzustellen, daß die beanstandete Nummer in den be- steigt, und für besondere Arbeiten besondere Zahlungen vereinbart werden treffenden Lokalen tatsächlich aufgelegen hatte. Mit Ausnahmefändbar ist das Gehalt erst, wenn 1500 m. erst verdient sind, nicht etwa pro Monat der 125 M übersteigende Teil. A. Schulz. 1. Der Wirt ist eines einzigen Falles wurde dies von den Vorgeladenen auch zu leider nicht verpflichtet, auf Ihren Borschlag einzugeben. Er fann Befolgestanden. Bei jener Ausnahme handelte es sich um keinen Schein gung des Bertrages verlangen. In die Aufhebung braucht er nicht einzu heiligen; denn der betreffende Wirt erklärte, er pflege den Simplts willigen. 2. Nein. 23. W. 13. 1. Nein. 2. Das tommt überhaupt Eventuell würde Beschwerde einzulegen sein. cissimus" regelmäßig beim Stiost zu holen, unglücklicherweise nicht vor. P., Wiener habe er jedoch gerade jene Nummer nicht erlangen können. Ein Str. 1. 1. Nein. 2. Ja. 3. Wenn der Bruder etwa erklärt hat, Sie anderer behauptet, er habe die Nummer, sobald er des Bild ge- Betruges eingeleitet werden. bätten die Bestellung gemacht, so fönte eine Strafverfolgung wegen W. S. 3. 1. Ja. 2. Sie haben Unrecht. sehen, in den Ofen geworfen, damit es seine Buben nicht zu Gesicht Höhne. Bitte, teilen Sie uns Ihre genaue Adresse mit. 2. 67. bekämen. Mehrere erklärten, daß ihnen gerade diese Rummer Nein. Maßgebend ist zunächst, was im Bertrage vereinbart ist. Sit über beginnt ein neuer Kursus für Damen und Herren. abhanden gekommen, d. h. wohl von den Gästen mitgenommen die Besichtigung der Wohnung eine Vereinbarung nicht getroffen, so muß meldungen werden vor Beginn des Unterrichts sowie in meiner worden sei. Einer hatte sich sogar die Mühe genommen, die Num- die Boynung in angemessener Zeit zur Besichtigung freigestellt werden. Wohnung Wrangelstr. 107( Amt IV, 10381) entgegengenommen. mer wieder aufzutreiben, und er zog zum Beweise dafür ein ziemus angemeijen wird hier in Berlin die Zeit von 9 Uhr morgens bis 5347L Richard Heinrich, Tanzlehrer. " 1. Tätigkeitsbericht des Vorstandes und der Delegierten. 2. Aufstellung der Delegierten zu der am 8. Januar 1909 stattfindenden 95/11 Neuwahl. Die Ortsverwaltung. Bitte ausschneiden! Tanz- Lehrinstitut Richard Heinrich B im Festsaale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15. Freitag, 25. Dezember, abends 6 Uhr, Saal 1: Weihnachts- Kränzchen von 11 Uhr ab im großen Saale: BALL. Sonntag, den 27. Dezember, abends 6 Uhr: Große Gesellschaftsstunde. Y Freitag, den 1. Januar 1909, abends 6 Uhr: Neujahrs- Kränzchen E Bitte ausschneiden! verbunden mit einer Punsch- Polonäse. vis! Sonntag, den 3. Januar, nachm. 3 Uhr Dienstag, 99 5. Sonntag, 99 10. 29 39 abends 8 Uhr nachm. 3 Uhr AnVerantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 302. 25. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Frauenbewegung. Kampfrüstung. Willkommen sind uns die Tage des Wintersonnenwendefestes, Sie bringen uns Stunden der Ruhe, Grholung, des Insich berfentens. Die geistige Ruhe beschaulicher Zurückgezogenheit, das fröhliche Aufleben im Kreise der Lieben, das heiße Streben, anderen Freude zu bereiten, dessen Gelingen für den Gebenden des Glückes größtes Ausmaß ist, bedeutet aber doch nicht Kampflosigkeit. Nein, die Erholung nach stürmischem Streit ist auch Sträftesammlung, Stärkung zu neuem Ringen! Gerade diese Tage geben erwünschte Gelegenheit, in geistiger Sammlung der jüngsten Zeit Erscheinungen im öffentlichen Leben in ihren Ursachen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu erfassen und daraus die Schlußfolgerungen zu ziehen. Die Stunden geschäftlicher Muße sollen benutzt werden zur Vertiefung in die Dentarbeit der sozialistischen Theoretiker, in das Evangelium des Sozialismus, damit der Gefühlsfozialismus mehr und mehr abgelöst werde durch flares, sozialistisches Gefennen, Berstehen und Wollen. So wird Ruhe, Grholung, Muße zur Kampfvorbereitung und Stärkung. Niemand aber hat das nötiger als die Frauen! Sie, der größere Teil derer, die Menschenantlib fragen, wurden im Kampfe der Meinungen und Interessen lange Zeit taum beachtet. Sie rechneten als Subjekt bei der Gestaltung der Verhältnisse nicht mit. Freitag, 25. Dezember 1908. nur für ihre Schicht dieselben Privilegien erlangen, durch welche Die Berliner Kanalisations- und Nieselfeldarbeiter ber die Männer ihrer Schicht die Herrschaft über das Proletariat sammelten sich am Sonnabend, den 19. Dezember, im Gewerkschaftsausüben. hause. Unsere Lohnforderungen vor der Deputation" lautete das Für die proletarischen Frauen bedeutet jeder Erfolg der Thema, über das der Stadtverordnete Gen. Koblenzer referierte. bürgerlichen Frauenbewegung nicht eine Etappe auf dem Wege In ausführlicher Weise schilderte Redner den Gang der Verhand Wegelungen. Von einer Verfürzung der Arbeitszeit, welche für die der Befreiung der Proletarierin, sondern eine Positionsstärkung stanalisationsarbeiter durchaus angebracht sei, wollten die bürgerder Gegner dieser Befreiung. Hat daher schon der männliche lichen Deputationsmitglieder absolut nichts wissen. Mit einer Proletarier alle Ursache, unablässig zum Kampfe gegen die feind- lengstlichkeit ohne gleichen werde darüber gewacht, daß ja der lichen Gewalten zu rüsten, seine Stampfbereitschaft zu erhöhen, Privatindustrie feine Konkurrenz entstehe. Der Referent betonte vielmehr noch heischt der Frauen Interesse, teine Stunde nußlos am Schluß seiner beifällig aufgenommenen Ausführungen, daß die berstreichen zu lassen. Nicht eher gibt es Frieden auf Erden, Arbeiter nur Erfolge erzielen fönnen, wenn sie Mann für Mann bis die Fesseln der Unterdrückung des Weibes als Geschlecht und nicht nur der gewertschaftlichen, sondern auch der politischen Organis die der Unterdrückung des Proletariats als Lohnarbeiterschaft ge- fation angehören. In der äußerst lebhaften Diskussion sprachen sich Sprengt find. Friede den Menschen, aber erbitterten, unabläffigen fämiliche Redner energisch für die Einführung der acht resp. neunstündigen Arbeitszeit aus, die in der Kanalisationsverwaltung schon Kampf den Verhältnissen, die der Menschheit Glück und Frieden aus hygienischen Gründen unbedingt notwendig ist. Die Verwaltung hindernd den Weg sperren. fönne es gar nicht verantworten, Heizer 12 Stunden vor den Steffeln arbeiten zu lassen. Ueberhaupt werde für die Gesundheit der Kanalisationsarbeifer schlecht gesorgt; hat doch die Deputation selbst die Regenpelerinen abgelehnt. Auch die Riefelwärter und Miefelfeldarbeiter erhoben schivere Selagen. Erstere haben stark zu Leiden unter dem anstrengenden zwölfftündigen Nachtdienst in Wind und Wetter; lettere bemängelten lebhaft die gelieferten Naturalien, bon denen 3. B. die Kartoffeln nicht selten unbrauchbar sind. In der nachstehenden Resolution fam die Stimmung der Versammelten zum Ausbruck: Verfammlungen. Steinarbeiter. Nachdem vor kurzem die beiden hiesigen Filialen des Steinarbeiterverbandes die Verschmelzung und gleichzeitige Anstellung eines Ortsbeamten beschlossen hatten, tagte erneut eine nehmen. Um die im Verbandsorgan" Der Steinarbeiter" ausge tombinierte Berjammlung, um die Wahl des Ortsbeamten vorzue schriebene Stelle hatten sich zwei Berliner Steinarbeiter beworben. Die Prüfungskommission, welche aus den beiden Filialvorständen Schüchtern zunächst, fast allseitig verspottet und verhöhnt, gebildet wurde, sah sich leider nach reiflicher Beratung gezwungen, wagte die moderne Frauenbewegung sich hinaus auf die offene bie beiden Bewerber der Versammlung nicht zu empfehlen. Trob Wahlstatt. Die Sozialdemokratie, wie auch gar nicht anders der geistigen Fähigkeiten, welche beide Bewerber befizen und die sie möglich, erhob die Forderung der Frauen, politisch und sozial als sich in langen Jahren im Dienfte für Partei und Gewerkschaft ergleichberechtigt anerkannt zu werden, zu einem Programmfah. rungen haben, mußte die Kommission zu diesem Beschluß kommen, Wer in der Frau nicht den nach jeder Richtung gleichberechtigten zurzeit so große Anforderungen geknüpft werden, daß ein gesunder da beibe Kollegen seit Jahren kränklich sind, an den Poften aber Menschen anerkennt, fann nicht Sozialdemokrat fein. Selbst- Körper zur Bewältigung der Arbeiten nötig ist. Die Versammlung verständlich war nicht sofort mit der grundsätzlichen Anerkennung teilte in der Mehrheit den Standpunkt der Kommission und schlug der Gleichberechtigung der Frau, auch allen durch Gewohnheit, nach furzer Debatte eine Anzahl befähigter Kollegen vor, welche Erziehung, wirtschaftliche Verhältniffe ufw. erklärlichen In aber bis auf den Kollegen Winkler, dem derzeitigen Vorfißenden Konsequenzen in der Praxis vorgebeugt. Theorie und Praris der Filiale I, alle ablehnten. Bei der Abstimmung erhielt Stollege famen manchmal in Konflikt. Oft erschwerten äußere Umstände Ernst Winkler 185 Stimmen und ist somit zum besoldeten Vorsitzenden Ballast noch nicht überwundener rückständiger Anschauungen. 18 Stimmen auf sich vereinigten. Die Verschmelzung wird am den von Groß- Berlin gewählt, da die beiden Bewerber nur 22 bezw. Im allgemeinen find die Intonsequenzen jebt aber überwunden. 1, April vor sich gehen; ein in der Versammlung gestellter Antrag, Wo noch über Widerspruch zwischen Grundsaß und Tun geklagt als Termin den 1. Januar festzusetzen, wurde abgelehnt. Hierauf werden kann, da handelt es sich fast restlos um Ginzelpersonen. tagten noch die Filialen getrennt, um den arbeitslosen Kollegen Ganz anders bei den Gegnern der Sozialdemokratie! Aus dem eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten. Folgender von der Orts Sohn und Spott über die moderne Frauenbewegung ist erbitterte derivaltung eingebrachte Antrag wurde von den Mitgliedern der Feindschaft, grundfäßliche, rücksichtslose Bekämpfung geworden, Filiale I angenommen: Und abgesehen von einigen Jdeskogen, steht die gesamte bürger= liche und politische indifferente Männerwelt im Lager ber Feinde, die gegen die Gleichberechtigung der Frau, für die Erhaltung deren Rechtlosigkeit und Unterdrückung fämpfen. Bu ber Feindeschar gehört aber auch die ganze bürgerliche politisch indifferente Frauenwelt. Die bürgerliche Frauenbewegung will nicht die mirkliche, volle Befreiung des Weibes und dessen Anerkennung als Vollmenfch, als gleichberechtigter Faktor; sie will Die am 19. Dezember im Gewerkschaftshaus äußerst zahlreich bersammelten Arbeiter der Pumpstationen, der Bauverwaltung und der Riefelfelder nehmen unter Protest Stenntnis von den Beschlüssen der Kanalisationsdeputation. Sie sehen in der glatten Ablehnung ihrer Anträge auf Berbesserung der Arbeitsverhältnisse einen empfindlichen Mangel von Einsicht gegenüber den notwendigen Be dürfnissen der Arbeiter. In der Erwägung, daß 1. die bescheidenen Forderungen bezüglich der Löhne das Mindeste dessen darstellen, was zum Lebensunterhalt erforderlich ist, 2. die Durchführung der beantragten Verkürzung der Arbeitszeit aus sozialen und kulturellen Gründen eine unerläßliche Notwendigkeit ist, erklären die Versammelten, entschieden an ihren Anträgen festzuhalten, und sprechen die Erwartung aus, daß Magistrat und Stadtverordnetenversammlung diesen entsprechen werden. fammelten auch von neuem flargelegt, wie zur Grringung befferer Die neuesten Deputationsbeschlüsse haben aber den Ver Gristenzbedingungen die gewerkschaftliche Organisation bitter not sammelten auch von neuem klargelegt, wie zur Grringung beſſerer Gristenzbedingungen die gewerkschaftliche Organisation bitter not tut; sie machen beshalb allen Kollegen den unverzüglichen Anschluß an den Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter zur unabweisbaren Pflicht." Mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Motstand gelangen zu Weihnachten im Interesse einer ordnungsgemäßen Erneue Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über rung der Mitgliedsbücher an alle 1 Jahr organisierten über den Großhandel in den 8entral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: 4 Wochen( feit dem 26. November) arbeitslosen, sowie an die Butuh rt, Bujupt veldrich, für Schweinefleich anstehend, fonſt unaus der Ortstrantentasse ausgesteuerten kranten Kollegen 4 m. verändert. Wild: Bufuhr reichlich, Geschäft ziemlich lebhaft, Bueise nach zur Auszahlung, Dettere erfolgt am 24., 28., 29., 80. und gebend. Geflügel: Bufuhr reichlich, Geschäft lebhaft, Breise behauptet. tiche: Bufuhr genügend, Geschäft ohne Kaufluft, Breise gedrückt. 31. Dezember vormittags von 10-12 Uhr bei Faber, Stephan- Butter und Safe: Geschäft lebhaft, Breise unverändert. Gemüse, straße 11. Später gestellte Ansprüche werden nicht berücksichtigt. Dbft und Südfrüchte: Bufuhr zum Teil nicht genügend, Geschäft Etwaige Rückstände werden in Abzug gebracht. flau. Breise fest. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine. Am ersten resp. zweiten Weihnachtsfeiertage finden folgende Veranstaltungen statt: 2. Wahlkreis. Freitag, den 25. Dezember 1908 ( 1. Weihnachtsfeiertag): 3. Wahlkreis. Sonnabend, den 26. Dezember 1908 ( 2. Weihnachtsfeiertag): 6. Wahlkreis. Sonnabend, den 26. Dezember ( 2. Weihnachtsfeiertag) Winter- Fest Gr. Matinee Neun Matineen in den Gesamträumen der Viktoria Brauerei, Lützowstraße 111/112. Mitwirkende: Berliner Sintonie Orchester( Dirigent: Maximilian Fischer.) Solisten: Frl. Emma Kratje ( Harfe); Hr. Fr. Seidel( Violine); Hr. Fr. Große ( Cello). Nach der Vorstellung: Ball, Herren zahlen 50 Pf. nach. Anfang 6 Uhr. Garderobe 10 Pf. Eintritt 80 Pf. Sonnabend, den 26. Dezember 1908 ( 2. Weihnachtsfeiertag): im großen Saal von Kellers Neuer Philharmonie, Köpenickerstr. 96/97 Konzert Kapellmeister ausgeführt von Zivil- Berufsmusikern, R. Hascheck, unt. gütiger Mitwirkg. d. Violoncellovirtuosen Hr. Karl Struß, der Opern- u. Operettensängerin Fr. Thyra Nordström- Wiese, d. modernen Humoristen Herrn Fr. Lissek und der Gesangs- und Tanz- Duettisten Marietta und Franconi. Anfang präzise 12 Uhr. Billett 80 Pf. 4. Wahlkreis. Sonnabend, den 26. Dezember 1908 ( 2. Weihnachtsfeiertag): Gr. Matinee 2. Matineen im großen Saale von Kliem, Hasenheide 13/15: Mitwirkende: Apollo- Sänger Herren: Paul Charton, Karl Sandmann, Arthur Steinke, Hugo Just, Emmo Raschdorf, Hermann Wehling, Hans Berani und Willy Pottano am Klavier: Herr Arthur Steinke. Anfang 12 Uhr. Eintritt 20 PL in Kellers Festsälen( Inhaber Freyer), Koppenstr. 29 unt. Mitwirkg. d. Liedersängerin Frl. Marianne Geyer und des Rezitators und Dialekthumoristen Hrn. Otto Wiemer; im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser Straße 6 KONZERT unter Mitwirkung der Gesellschaft Strzelewicz" Anfang präzise 12 Uhr. Billett 80 Pf. Da offene Kasse nicht stattfindet, bitten wir die Mitglieder, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen. Berliner Prater, Kastanien- Alle 7-9 Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130 Ballschmieders Etablissement, Badstr. 16 Brunnen- Theater, Badstr. 58 Joseph Frankes Festsäle, Badstr. 9 Germania- Säle, Chausseestr. 110 Prachtsäle Nordwest, Wiclefstr. 24 Patzenhofer Brauerei, Turmstr, 25/26 Gebr. Cranz' Festsäle, Kösliner Straße 8 Mitwirkende: Original Harburger Sänger.- Gesellschaft Lily Schumann. Berliner Ulk- Trio. Elite- Streichorchester( Direktor: Fritz Blume).-Berliner Volkssänger- Gesellschaft Max Schmeltzer, Berliner Volks- Kabarett Rosemann- Rossé. -Paul Mantheys Lustige Sänger. VolkssängerGesellschaft Lewandowsky. Volkssänger- Gesellschaft Hugo Anke. Pfarrsche Künstlerkapelle. Margarete Walkotte. Konzertsängerin Fri. Meyer. Professor Krüger- Nystedt. Konzertmeister B. Nitzsche. Rezitator Willy Mielke. Gesangvereine: Gleichheit. Nordwacht. Liederlust II Vereinte Sangesbrüder Moabit. ( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes) Zivilberufsmusiker. Turnerische Aufführungen. Mitglieder des Arbeiter- Athletenbundes. Entree 25 Pf. Anfang 12 Uhr. Frau Tische u. Stühle dürfen nicht reserviert werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. = Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Jerusalem. Sonnabend 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Sonntag 4 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. ( Siehe Wochen Spielplan.) Freie Voltsbühne. Freitag, den 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr, 9. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Julius Cäsar. Sonntag, den 27. Dezember( 3. Ueber den Brenner nach Venedig. Feiertag) nachmittags 3 Uhr, im Lessing- Theater, Abends 8 Uhr: bteilung Berliner Aquarium Die versunkene Glode. Nachmittags 3 Uhr: 4. Abteilung im Thalia- Theater: Tedeum. Nachmittags 3 Uhr, im Neuen Schauspielhause, 10. Abteilung: Julius Cäsar. 1. Januar( Neujahr), nachmittags 3 Uhr, im Neuen Schauspielhause, 9. Abteilung: Julius Cäsar. Montag, den 28. Dezember. 12.( I.) bendabteilung: abends 8 Uhr im Neuen Schauspielhause: Rabagas. Neue Freie Volksbühne. Am 25., 26. und 27. Dezember, nachmittags 2, Uhr im Deutschen Theater: Was ihr wollt; in den Kammerspielen: Des Meeres und Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. An allen 3 Feiertagen Eintrittspreis: 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Abends 8 Uhr: der Liebe Bellen; nachmittags Die Kinder des Kapitän Grant. 3 Uhr im Neuen Operettens Theater: Der Opernball; im Neuen Theater: Jahrmarkt in Bulsnig; im Berliner Theater am 25. und 27. Dezember: Der Traum ein Leben; am 26. Dezember: Emilia Galotti; im Hebbel- Theater: Cyprienne und Die Stärkere; am 27. und 27. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Flachs: mann als Erzieher. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Abends: Die Kinder des Käpitän Grant. Montag: Die Kinder des Kapitän Grant. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Freitag nach m. 3 Uhr: Das Stiftungsfest. Schwant in 3 Aften von Gustav bon Moser. Freitag, abends 8 Uhr: Der rote Lentnant. Schauspiel in 3 Akten v. Ed. Goldbed und H. Kienzl. Sonnabend, nach m. 3 Uhr: Der Richter von Zalamea. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Zwillingsschwester. Sonntag, naam. 3 1 br: Kabale und Liebe. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag nach m. 3 Uhr: Der schwarze Kavalier. Ein deutsches Spiel in 3 Aften von Heinrich Lilienfein. Freitag, abends 8 Ubr: Die Braut von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Sonnabend, nach m. 3 Uhr: Vater und Sohn. Sonnabend, abends subr: Der Herr Ministerialdirektor. Sonntag, nach m. 3 Uor: Der Graf von Charolais. Sonntag, abends 8 Ubr: Die Jungfrau v. Orleans. Castans Panoptikum, Friedrichstr. 165 ( Pschorr- Palast). Familientage! Jeder Besucher kann ein Kind frei einführen! Ohne Extra- Entree! Schneewittchen und die sieben lebenden Zwerge. Die heilige Familie. ☐☐☐ Klitsch und Klatsch, Allotria- Duettisten. Variété Vorstellung der Zwerge. Zirkus Schumann. Freitag, den 25., Sonnabend, den 26. und Sonntag, den 27. Dezember, nachmittags 3, Uhr und abends 7, Uhr: Je 201 2 große brillante Gala- Fest- Vorstellungen 2 An allen 3 Feiertagen nachm. Ein Kind freiunter auf allen Plätzen( außer Galerie) 10 Jahren. Dezember: Erde; im Friedrich Bürgerliches Schauspielhaus An allen 3 Feiertagen nachmittags und abends: Berlins größte Sensation Wilhelmstädtischen Schauspiel haus am 25. Dezember: Wilhelm Tell; am 26. und 27. Dezember: Madame Sans Gêne. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Sonnabend zum 25. Male: Israel. Sonntag und folgende Tage: Israel. Kleines Theater. Freitag und folgende Tage 8 Uhr: Moral. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. An den drei Feiertagen nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Ein Walzertraum. Operette von Dslar Strauß. Mittwoch nachm. 4 Uhr fleine Preise: Dornröschen. Kastanien- Allee 7-9. Heute: Nachmittags 3 Uhr: Der Glöckner von Notre- Dame. Drama in 6 Aften v. Birch- Pfeiffer. Abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Trauerspiel in 5 Aften v. Grillparzer. 2. Feiertag. Nachm. 3, Uhr( neu einstudiert): der größte vierbeinige Bycycle- Künstler, Paet, ein Wunder der Natur. Achtung! Außerdem ausnahmsweise Ungekürzt das größte und glänzendste Pracht- Manegenschaustück an allen drei Feiertagen nachmittags und abends: Das Kathchen von Heilbronn. Golo, der Seeräuber u. Mädchenhändler Schauspiel in 5 Aften v. Kleift. Abends 8 Uhr: Der Militärstaat. Lustspiel in 4 Alten v. Moser. 3. Feiertag. Nachmittags 3 Üht: Die Räuber. Saufp. in 4 Alten bon Schiller. Abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Aften v. Lessing. Montag, 28. Dez. Staatsanw. Alexander. Gebrüder Friedrich- Wilhelmstadtisches HerrnfeldSchauspielhaus. Freitag, den 25. Dez., nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Madame Sans- Gêne. 8 Uhr: Husarenfieber. Sonntag nachm. 3 Uhr: Madame Sans- Gêne. 8 Uhr: Husarenfieber. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Herodes und Mariamne. Nachmittags 4 Uhr: Der Traum ein Leben. Residenz- Theater. Direition: Richard Alexander. An allen drei Feiertagen 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie." Am 1. Feiertag 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Am 2. Feiertag 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. Am 3. Feiertag 3 Uhr: Ganz der Papa. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Panne. Abends 8 Uhr: Bum 1. Male: Die glücklichste Zeit. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Die blaue Maus. Abends 8 Uhr: Die glücklichste Zeit. Sonntag nachm. 3 Uhr: Panne. Abends 8 Uhr: Die glücklichste Zeit. Nenes Operetten- Theater. Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: Der Opernball. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Hebbel- Theater Königgráßer Straße 57/58. Nachmittags 3 thr: Cyprienne. Abends 8 Uhr: Die Stärkere. Thummelumsen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Der Kompagnie- Ball Militär. Humoreste bon Megsel. Anf. 7 Uhr. Sonnabend, den 26. Dez. ( 2. Feiertag): Große WeihnachtsfestBenefiz- Matinee. Vorverk Theater. Vorverk 11-2 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. An allen 3 Weihnachtstagen abends 8 Uhr: Die beiden Bindelbands und der vollständig neue Künstler- Teil. Nachm. 4 Uhr, bei halben Preisen: 1. Feiertag( Freitag): Endlich allein! 2. Feiertag( Sonnabend): Hausierer Jockele. 3. Feiertag( Sonntag): Die letzte Ehre. Alle Nachmittagsvorstellung. mit Anton und Donat Herrnfeld u. der vollständige Künstler- Teil. Donnerstag, den 31. Dezember: Gr. Silvester- Feier mit Riesen- Lach- Programm und vielen Ueberraschungen. Billetts sind bereits zu hab. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direttion: Willi Voigt. Freitag, den 25. Dezember, 1. Beihnachtsfeiertag, nachm. 3 Uhr: Friede auf Erden. Lebensbild mit Gesang in 3 Aften bon Hugo Scholz. Musik von Albert Kersten. Abends 8 Uhr: Der gute Ton. Lustspiel in 4 Aft. v. Sühring- Bardeh. Sonnabend, den 26. Dezember, 2. Weihnachtsfeiertag, nachm. 3 Uhr: Die wilde Katze. Bosse mit Gesang in 4 Atten von W. Mannstädt und A. Beller. Mufit von G. Steffens. Abends 7 Uhr: Spottvögel. Posse m. Ges. in 4 Aft. v. M. Mannstädt. Musit von G. Steffens. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Sonntag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Kabale und Liebe. Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Abends 7 Uhr: Anti- Xantippe ober: Krieg den Frauen. Lustspiel in 5 Att. v. Rudolf Kneisel. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Montag, den 28. Dezember, abends 8 Uhr: Spottvögel. Anf. 12 Uhr. Herrl. Progr. Poffe m. Gef. in 4 utt. v. B. Mannstädt. Musit von G. Steffens. Fünf wunderbare Akte und die märchenhaft schöne Schluß- Apotheose. Freie Volksbühne Einige Neumeldungen zu den NachmittagsAbteilungen werden noch in den Zahlstellen angenommen. Aufführungen: Nachmittags: Abends: Neues Schauspielhaus: Julius Cäsar. Rabagas. Nächste Serie: Nachmittag und abends: Rabagas. Komödie in 4 Aufzügen von Victorien Sardou. Nachmittagsvorstellungen im Lessing- Theater: Die versunkene Glocke. Nächste Serie im Herrnfeld- Theater: 242/7 Der Probekandidat. Drama in 4 Aufzügen von Max Dreyer. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6, Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. DERNHARD ROSE THEATED Gastspiel- Theater Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Geyer- Wally.. Schauspiel in 5 Aften v. Wilhelmine b. Hillern. Sonntagspreise. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: Der Glöckner von Notre- Dame. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Philippine Welser. Abends 8 Uhr: Des wirklich kolossalen Billett- Vorverkauf empfohlen. Die Entgleiſten. Andranges Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: An allen drei Feiertagen: Drahtlose Telegraphie. Nachm. 3, Uhr: Der kleine Lord. WING BARTEN Heute Freitag, Daher Zirkuskasse von 10 Uhr ab ununterbrochen Tell. Abends 8 Uhr: Die Gnt Sonnabend u. Sonntag geöffnet. Brauerei Friedrichshain Größter Konzertsaal Berlins Am Königstor. Oekonom: Ernst Liebing. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertage, nachmittags von 1-4 Uhr: Matinee- Konzerte von Johann Strauß Wien aus mit seiner vollständigen Kapelle. Großer Mittagstisch à la carte.= Entree 50 Pf. Entree 50 Pf. Nachmittags von 5 Uhr ab: 19999 Fröhliche Weihnachten! eeee Heitere Abende. Militär- Konzert, gesamte Kapelle der Pioniere, Dir. Königl. Musikdirektor Weichhold, unter Benutzung der großen Konzert- Orgel, Dir. Maerdel. Auftreten des besten Improvisators und Klavierhumoristen William Schüff und seiner Gattin Therese SchüffDelina sowie des berühmten Heldentenoristen Cremo Hoffmann. Ferner: Das Rätsel des 20. Jahrhunderts, vorgeführt von Miẞ Ashton. Neuestes! Anschließend: Lebende Photographien. Allerneuestes! In den Nebensälen: Tanz und Belustigungen jeglicher Art. Zwei elektrische Riesen- Weihnachtsbäume. Entree 50 Pf. Germania- Prachtsäle N., Chausseestraße 110. Sehenswert! Paul Richter. In allen Sälen Riesen- Weihnachtsbäume!!! : I feenhaft elektrisch erleuchtet. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertage: Paul Mantheys Lustige Sänger ehemal. Otto Steidls Hamburger Sänger. Anfang 6 Uhr. Kasseneröffnung 4 Uhr. Nach den Soireen: Familien- Ball. Am 2. und 3. Feiertage im weißen Saale v. 5 Uhr ab Gr. Fest- Ball bei stark besetztem Orchester. Sonntag nachm. 3 Uhr: Wilhelm gleisten. Metropol- Theater an allen 3 Weihnachtstagen: Täglich 8 Uhr täglich 2 Vorstellungen 2 Donnerwetter- tadellos. Nachmittags Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. 2.u.3.Weihnachtsfeiertag, nachm.3 Uhr: Anfang 3 Uhr. Ermäßigte Preise! Terrasse für Erwachsene Durchlaucht Radieschen Loge.. Opollo Theater Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertag, nachm. 3 Uhr bei kleinen Preisen! Familien- Vorstellung mit Mizi Gizi Sigw. Gentes Brothers Schenk. Abends 8 Uhr: Nur noch wenige Aufführungen: Eine luftige Spreewaldfahrt von Paul Lincke und die Weihnachts- Attraktionen. In Vorbereitung: Onfel Kasimir. Parkett- Fauteuil Seiten- Terrasse Fauteuil Kinder 3.2.3.2.2.50 1.50 2.50 1.50 · 2.- 1.. Reserviert. Platz. 1.--.50 Entree Abends -.75<-. 40 Anfang 8 Uhr. In beiden Vorstellungen OTTO REUTTER und 10 Sterne W. Noacks Theater am Dezember- Himmel Otreftion: Rob. Oill. Brummenttr 16. des Wintergartens. Die Kasse ist ununterbrochen v. An allen drei Feiertagen die erfolg- 9 Uhr früh ab geöffnet. Billetts reiche Weihnachts- Novität: für den 2. und 3. Weihnachtsfeiertag wie für die Die Schule der Liebe. Silvester- Vorstellung and Feier Heute Anfang 8 Uhr. 2. u. 3. Feier. tag Anfang 7 Uhr. Entree 40 Bf. sind ab heute schon zu haben. Montag zum erstenmal: Schloß Greifenstein. Passage- Theater. An allen 3 Weihnachtsfertagen je zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7 Uhr( kleine Preise) Abends 8-11 Uhr. Bozena Bradsky und das großartige Dezember- Programm. Passage- Panoptikum. Während der drei Weihnachtsfeiertage je zwei Vorstellungen, nachm. 3-7 Uhr ( kleine Preise), abends 8-11. Volkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! Geschenke im Werte von über 1000 Mark. Darunter Einzelgeschenke von 20 Mark. Ein Stündchen im Himmelreich. Die singenden Engelsköpfchen. Lebend: Das Bärenweib. Alles ohne Extra- Entree! alast- Theater Pal Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. An den 8 Feiertagen: 8 Uhr: Das RiesenFestProgramm! 14 Attraktionen 14! Werthers Leiden, Burleske. Borvert. v. 11 Uhr an ununterbrochen. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. An allen drei Feiertagen! Freitag, Sonnab., Sonnt.: Gr. Weihn.- Fest- Soireen bon Hoffmanns Hordd. Sängern Hochinterress. Festprogr. Aktuelle Einakter. Ensemble Szenen à la Fan1heraison. 1. Feiertag: 1. a.: Wiedergefunden. Eine nette Bescherung. 2. Feiertag: Eine nette Bescherung. Dazu: Ko: loffal Soiree Progr. 3. Feiertag: Gr. Fest- Soiree Abend. Am 1. und 2. Feiertag Anf. d. Konz. 5 Uhr, der Borst. 7 Uhr. Am 3. Feiertag Anf d. Borst. 7 Uhr. Am 2. u. 3. Feiertag Weihnachts- Kränzchen. Montag, 28. Dez.: Weihn.- Nachfeier: Elite- Soiree b. Hoffm. Nordd. Sängern, XIV. Saison. Zirkus Busch Freitag, d. 25., Sonnabend, d. 26., Sonntag, den 27. Dezember: An allen 3 Weihnachtsfeiertagen je Große 2 Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 und abds. 7, Uhr. Um 4 Uhr hat jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahren auf allen Sigplägen frei. Jedes weitere Kind halbe Breise.( Galerie volle Preise.) In allen Vorstellungen: Barbarossa! Große Drigin.- Ausstatt.- Pant. des Zirkus Busch in 6 Bildern. In allen Vorstellungen: ?? Das Moto- Baby?? In allen Vorstellungen: Inas- Truppe. In allen Vorstellungen: Miß Emmeline, Reitfünklerin. In allen Vorstellungen: Vorführen und Reiten der best dreff. Schuls, Freiheitsund Springpferde. In allen Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Clowns mit den neuesten Wißen und Entrees. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Alt- Moabit 48.( Tel. II 2492.) Freitag, d. 25. Dezember, 1. Feiertag: Die Waise von Lowood. Schausp. in 4 Aft. v. Ch. Birch- Pfeiffer. Sonnabend, b.26. Dezemb., 2.Feiertag: Ein toller Ehemann. Schwant in 3 Aften von J. Jarno. Sonntag, d. 27. Dezember, 3. Feiertag: Der Bettelstudent von Berlin. Posse mit Gelang in 3 Aften von Braun und H. Busse. Montag, den 28. Dezember: Die lustigen Sänger. Bom 1. Feiertag ab täglich im Theater- Restaurant der Niese Langhoff, 28 Jahre alt, 2,15 Meter groß. Anf. d. Borft. 7, Kaffenöffnung 5 Uhr. Konzert 6 Uhr. Vorberauf v. 10-1 Uhr t. TheaterRestaurant. Walhalla Varieté Theater Weinbergsweg 19,20, Rosenth. Tor. An allen 3 Weihnachtsfeiertagen je zwei Vorstellungen. Nachmittags 3, Uhr: ( Kleine Preise! Jeder Besucher ein Kind frei) und abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen das vollständige Programm. Im Tunnel: Regimentskapellen 2c. Theaterbesucher haben freien Eintr. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Das glänzende Dezember- Programm, Jubelnder Lacherfolg! Die Dianabäder". Freitag, 25., 4 Uhr: Reezengasse 8a. Sonnabend, 26., 4 Uhr: Klingebusch. Sonntag, 27., 4 Uhr: Die fidele Kiste. Folies Caprice. Am 1., 2. u. 3. Feiertag: Ein lediger Ehemann. Anfang 8%, Uhr. Hotel Turn- Verein Fichte" Berlin Mitglied des ArbeiterTurner- Bundes. Freitag, den 25. Dezember 1908: Weihnachts- Feier in den Etablissements ,, Neue Welt" ,, Pharussäle" Hasenheide 108-14 bestehend in Müllerstraße 142 Konzert, turnerischen und humoristischen Aufführungen. Nach der Vorstellung: □ ¯¯¯¯ BALL 000000 Herren zahlen 50 Pfennig nach. Anfang 5 Uhr. Programm an der Kasse gratis. Eintritt 30 Pt. Louis Keller's Festsäle Koppen Koppen- Louis Str. 29 Inhaber A. Freyer. Str. 29 Donnerstag, den 31. Dezember 1908( am Silvester- Abend): Großer Ball bei verstärktem Orchester. X X X X X Sensationelle Ueberraschungen. X X X X X Um geneigten Zuspruch ersucht A. Freyer( früher Louis Keller). Koppenstr. 29. Sehenswert der 14 Meter hohe Weihnachtsbaum mit seinen 800 strahlenden Glühlichtern. Schwarzer Friedrichsberg Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh.: Gebr. Arnhold. Fernspr Friedrichsberg No. 8. Freitag, den 25. Dezember 1908: Weihnachtsfeier 5587L | des Männer- Turnvereins „ Friedrichsberg". Sonnabend, den 26. und Sonntag, den 27. Dezember 1908: anter bewährter Leitung Großer Festball des Herrn Bürger. Wir treffen uns! Wo? In der Hino! Ausstellungshalle am Zoo .19.Dez.08-3 Jan- 09 Berliner Eis- Palast Ständige Eisbahn Bis 1 Uhr nachts geöffnet. Großes Konzert. Abends 9 Puhlmanns Theater und 10%, Uhr Auftreten erster Eis( früb. Fröbel. Inh.: J. Leschkowski). Schönhauser Allee 148. Am 2. und 3. Feiertag, 5 Uhr: Im vollständig renovierten Saal:: Große Festvorstellung. Konzert, Theater und Spezialitäten. Weihnachtsglocken. Lebensbild in 1 ift. Gustav kunstläufer und-läuferinnen. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Sonntag: 1. Weihnachts- Feiertag abends 8 Uhr Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: KUNST ABEND Leitung: Margarete Walkotte Mitwirkende: Herr Professor Krüger Nystedt, Konzertsängerin Frl. Meyer, Herr Emil Walkotte, Herr Mielke, Margarete Walkotte, am Flügel: Anschließend: Ball. Herr Bernhard Nitsche.. Entree 50 Pf. im Vorverkauf, Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Engelufer 15. 293/ 16* Großer Ball Sophien- Säle Sophienstraße 17/18 Großes Orchester. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. Zameitat. BehrensTheater, Markgrafen- Säle Goltzstr. 9. An allen drei feiertagen das extra engagierte Riesen- WeihnachtsProgramm. Nach der Vorstellung: Ball bei freiem Tanz. Anfang 5 Uhr. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72. Markgrafendamm 34. Amt VII 4277 Inh. Hermann Scholtz. Jeden Gr. Ball. Sonntag: Festlichkeiten und Bersammlungen Säle von 100-1000 Personen zu 2 Kegelbahnen. Buss' Ball- Salon Große Frankfurter Straße 85. 2. und 3. Feiertag. bon 4 Uhr ab: Großer Ball Täglich: Gr. Ertra- Vorstellungen. bei großem Orchester und freiem Aus Vaterliebe oder: Entree. 25/1 Der Weihnacht rökte Café Meyer Freud Freigesprochen. → Riesen Spezialitäten- Programm. Anf. d. Vorft. 8 Uhr. Keine erh. Preise. An allen 3 Feiertagen: Festvorstellung. Unf. 5 Uhr, der Borstellung 6 Uhr. Dresdener Kaffee 10.15, Bier, hellu. dunk. 10 Pf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne. Querstraße der Rosenthaler Straße. am Hackeschen Markt Inhaber: Paul Crantz empfiehlt seine von 60-2000 Personen fassenden Sale zu Versammlungen, Vortrags- u. Kunstabenden usw. Borzügl. Akustit. Kulant. Entgegenkommen. Prachtsäle des Ostens. Frankfurter Allee 151/152. Inh.: 0. Cranz. Frankfurter Allee 151/152. Am 2. und 3. Weihnachtsfeiertag: Große humoristische Soiree der. ,, Fidelen Spatzen" früher Fritz Steidl- Sänger. Direktion: F. Schneider- Bobby u. C. Reising. Anfang 6, Uhr. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Im weißen Saale: Am 2. und 3. Feiertag: Tanz- Reunion bei stark besetztem Orchester. Anfang 4 Uhr. Im Restaurant: An allen 3 Feiertagen: Gr. Künstler- Konzert und Gesangsvorträge. Anfang 4 Uhr. Ausschank von Patzenhofer( hell), echt Pilsener und Münchener Bürgerbräu. Vorzügliche Küche. Teue Freie Volksbühne Extra Vorstellungen Freitag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtstag), nachmittags 8 Uhr, im Hebbel- Theater Cyprienne Luftspiel in 3 Aufzügen von Sardou und E. de Najac. Borher: Die Stärkere. Eine Szene von A. Strindberg. Sonnabend, den 26. Dezember( 2. Weihnachtstag), nachmittags 8 Uhr, im Berliner Theater Emilia Galotti Trauerspiel in 5 Aufzügen von G. E. Lessing. Billetts für Mitglieder a 90 Pf., Gäste a 1,50 M. sind bei den Ordnern im Theater zu haben. 150/14 Der Vorstand. J. A.: H. Neft. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag. den 17. Januar 1909, in Freyers Festsälen, Koppenstraße 29: 18. Stiftungsfest. Internationaler Lieder- Abend 00 Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Billetts à 60 Pf. in den Zahlstellen; an der Kasse 70 Pt. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Sonnabend, den 26. Dezember 1908( 2. Weihnachtsfeiertag), bei Thiel, Rixdorf, Bergstr. 151-152: Weihnachts- Vergnügen. Rezitationen Mandolinenvorträge. Die Rezitationen werden v. Fr. Marg. Walkotte ausgef. Anfang abends 5 Uhr. Programm 20 Pt. Um zahlreichen Besuch der Kollegen und deren Damen ersucht ( 58/9) Die Bezirksleitung. Schwarzer Friedrichsberg Stadtbahnstation Inh.: Gehr. Arnhold. Frankfurter Allee. Jeden Sonntag: Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Fernsprecher Friedrichsberg No8 Große Tanz- Reunion. Karl Kellers Neue Philharmonie Köpenicker Straße 96-97. Am 1., 2. und 3. Weihnachtsfeiertage im Kaisersaale: Großes Militär- Streich- Konzert mit Benutzung der großen Konzert- Orgel. Anfang 5 Uhr. Nach dem Konzert: Tanzkränzchen. Am Silvester: Gr. Militär- Konzert mit nach Gr. Silvester- Ball mit Ueberfolgendem raschungen Tische zum Silvester bitte rechtzeitig zu bestellen, da sonst alle vergriffen sind.:: Am Neujahrstage: Großes Militär- Konzert. Prachtsäle, Schönhauser Allee 130, früher Groterjan. Einem geehrten Publikum wie Vereinen zur Kenntnis, daß ich das Etablissement übernommen habe. Noch Sonnabende Januar und Februar frei. Jeden Sonntag und Mittwoch: Tanz. Um gütigen Zuspruch bittet Der neue Birt C. Lautenbach. 25/3. Neu eröffnet! Hubertus- Säle Schönholz Provinzstr. 77/79. direkt am Bahnhof. Telephon:[ Reinickendorf 180. Besitzer Rudolf Schmidt. Empfehle meine Säle, bis 2000 Personen fassend, Vereins- und Familienfestlichkeiten. Großer Garten, zu zirka 4000 Plätze. Jeden Sonntag: BALL im großen Saale bei stark besetztem Orchester. 5566L* G Restaurant ewerkschaftshaus. Engelufer 15. Menu 75 Pf. 1. Weihnachtsfeiertag: Dchsenschwanzfuppe. Scholle mit Champignonsauce oder Grünkohl mit Schnitzel. Hamburger Kalbskeule oder Roastbeef englisch. Kompott oder Galat. 2. Weihnachtsfeiertag: Legierte Kalbfleischfuppe. Aal grün oder gemischtes Gemüse mit Sancischen. Nehreule oder Schinken in Burgunder. Kompott und Salat. 3. Weihnachtsfeiertag: Spargelsuppe. Lachs in Butter oder Rotkohl mit Schnitzel. Schmorbraten oder frischen Schweine Schinken, Kompott oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Wochentäglich: Großer bürgerlicher Mittagstisch Couv. 60 Pt. 2 franz. Billards. 2 Kegelbahnen Neu eingeführt: Weißbier- Ausschank. 54512 R. Augustin. Parodie- Theater. Dresdenerstr. 97. Neu! Anf. 8 Uhr. Machm. 32. Neu! Raub der Sabinerin oder Striese in Kamerun. Die Rabensteinerin. Bunter Teil. Bonzerts, Stünstl. Stonz. Entree frei. 3 Elysium Landsberger Allee Nr. 40-41. Freitag, den 25. Dezember: Wiebknecht Zur Boykottbewegung gegen das Pilsner Bier! * Im Deutschen Hause zu Prag, im Mittelpunkt des gesamten Deutschtums in Böhmen, gelangt nach wie vor Pilsner Urquell aus dem Bürgerl. Brauhause in Pilsen zum Ausschank. Ein Beweis dafür, daß gegen das Verhalten des Bürgerl. Brauhauses in nationaler Beziehung kein Einwand vorliegt. Bimetall- Reliefs. Effektvolle Neuheit. 10 Pf. bis 1 M.- Artikel. Bilder bedeut. Berf. vorrät. 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Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Str. 302. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Literarische Rundfchau. August Erdmann: Die christliche Arbeiterbewegung in Deutschland. Verlag von J. H. W. Die Nachfolger, Stutt gart 1908. VIII und 720 Seiten. Preis broschiert 9 M., gebunden 10,50 M. II.") freitag, 25. Dezember 1908. das Stretfrecht gegenüber der Kirche erobert. Und Erdmann, der diese Bewegung zu schildern unternimmt, verweist uns auf die Darstellung eines andern. Es liegt nahe, daß mit der Quelle auch die Folgeerscheinungen verkannt werden und der mit dem Piesberger Streif in unmittel barem oder mittelbarem Zusammenhang stehende Tatsachentomplex: die rasche Aufeinanderfolge chriftlicher Gewerkschaftsgründungen, die für neutrale Gewerkschaften plädierende M.- Gladbacher Programmbroschüre von 1899, der Frankfurter Kongreß vom folgenden Jahre, das Fuldaer Paftorale der preußischen Bischöfe und die Eniftehung der sogenannten Berliner Gewerkschaftsrichtung- daß dieser ganze Tatsachentomplex in schiefe Beleuchtung gerät. In der Tat hätten wir zu den einschlägigen Partien wie zum Gesamt der weiteren Darstellung, zu ihrer Würdigung der politischen Neutralität, der reformistischen Politik der christlichen Führer, deren Verhältnisses zu den bürgerlichen Parteien usw. manche Anmerkung zu machen. Es mag heute unterbleiben und bei anderer Gelegenheit unabhängig von Erdmanns Darstellung nachgeholt werden, was weiter zu den Materien zu sagen ift. Nicht daß die christlichen Führer auf irgendeine Billigung unsererseits zu rechnen hätten. über während Erdmann die Differenz und Kampfesstellung, in der chriftliche Bewegung und Sozialdemokratie zueinander stehen, allenthalben mit großem Nachdruck betont, unterläßt er es, die Rückwirkung der christlichen Bewegung auf den Klerikalismus selbst zu untersuchen und darzutun. Hierdurch entsteht notwendig ein histo risch einseitiges und damit ungenaues Bild. Selbst der Politiker, der Sozialdemokratie und chriftliche Gewerkschaften lediglich nach ihrer gegenwärtigen beiderseitigen Kampfesstellung beurteilte, ginge in seinem Urteil über beide fehl. Die Distanz zwischen klerikaler Bourgeoisie und chriftlicher Arbeiterschaft tommt hier wesentlich mit in Betracht. Vermag doch die schärfere Kampfesstellung der beiden Gruppen ebenso wie die reformistischen Vorstöße der chriftlichen Führer der Refler wachsender Spannung im flerifalen Lager zu sein. Und in der Beziehung das Rechte zu treffen, war gerade der schwierigere Teil der Aufgabe. fratie, nicht nur zeigt sie das Werkzeug der Klassenspaltung, das religiöse Moment, zugleich als Werkzeug der Klassenbewegung, das lebten Endes daher dem Gesez der Klassenbewegung, der Verwirt. lichung der Klasseneinheit und der Ausschaltung alles ihr Entgegenstehenden unterworfen bleibt. Die historische Erklärung verleiht auch die sichere Norm für unsere Stellung zu den christlichen OrAm meisten hätte man von dem die chriftliche Gewerkschafts- ganisationen. Man mag ruhig zugeben, daß die chriftlichen Arbeiter bewegung behandelnden Teile des Erdmannschen Werkes erwarten der fleritalen Bourgeoisie gegenüber im Rechte find. Aber wie trop dürfen, stand doch der Verfasser ein Jahrzehnt im Vordergrunde des materieller Verschiedenheit der Lebenslagen das Klaffeninteresse des Kampfes wider fie. Aber eben die Routine der Tagespolemit ist Proletariats ein einheitliches, so enthält auch die einseitige, die hier der Darstellung zum Verhängnis geworden. Sie vermag sich Einheitlichkeit verletzende Rechtsverwahrung eine allseitige Verweder über den Stil, noch über den Gesichtstreis jener zu erheben. leßung jenes Klasseninteresses. Mehr noch als gegen das TechtelDie Abschnitte lesen sich als bloße Leitartikel. Man vermißt mechtel mit der Bourgeoisie ist gegen die Störung der Klasseneinheit bei dem Autor den sicheren Blid für das, was man lehrend nicht die schärffte Abwehr geboten, wie es denn im Wesen historischer wiederholen soll, mag man es streitend zu schreiben berechtigt und Prozesse liegt, daß ihre Gegensäße sich polarisch verhalten, mitbielleicht gar verpflichtet sein. Unter den gegebenen Verhältnissen einander fämpfen müssen, soll sich im Sieg des Besseren der Ausdes Tagestampfes, eingepaßt in tonkret umirissene Umstände tann gleich vollziehen. Der Streit ist der Vater aller Dinge! Das Wort die prägnante Hervorhebung eines Gesichtspunktes durchaus am Heraklits hat auch hier seine Berechtigung. Blaße sein, tann fie die Situation treffend tennzeichnen und in diesem Sinne der historischen Wahrheit des Augenblics ent Erdmann erfaßt die chriftliche Gewerkschaftsbewegung nicht unter dem Gesichtswinkel des historischen Prozesses. Er sieht bei sprechen. Aber damit gewinnt der Gedante noch nicht Anspruchläufig wohl das Dialektische der Bewegung, so wenn er betont, die darauf, Norm wissenschaftlichen Urteils zu sein. Wenn Männer von der Bedeutung eines Mary und Engels sich jene Unterscheidung christlichen Gewerkschaften trieben fortschrittliche Politik gegenüber eindringlich vor Augen hielten, um wie viel mehr haben wir der flerikalen Bourgeoisie, reaktionäre gegenüber ihren andersSpäteren Anlaß, uns von der Wissenschaftlichkeit unserer Gesichts- denkenden Klassengenossen. Aber er macht es nicht zur Grundlage punfte und unseres Urteils was wiederum hinausläuft auf die der Darstellung. Der Fülle des Details fehlt der organische, tonWissenschaftlichkeit der Methode strenge Rechenschaft zu geben. fequent berfolgte und sicher leitende Grundgedante. Er treibt vor Es liegt mir fern, im einzelnen die Richtigkeit von Erdmanns dem Winde seiner Materie. Der Gegenstand flafft ihm unter den Auslaffungen über die christlichen Gewerkschaften als Handhaben Händen stets in seine Doppelnatur, in die unverbundenen Hälften der Zentrumspolitik zu bestreiten. Als das numerische Erstarten auseinander, ohne zum Ganzen zu kommen. Daher auch in diesem des Lohnproletariats und die einsehende gewertschaftliche Agitation Teile des Werkes die mannigfachen, moralisierenden Anwandnach dem Falle des Sozialistengeseges dem Kleritalismus die lungen des Autors, die ihn, statt die Rolle des religiösen Moments Politif der Isolierung der Arbeiterschaft von der Kehrseite zeigte, historisch erklären, im Grunde in den gleichen Fehler verfallen gab man sie zwar nicht daran, um nicht das zünftlerisch- agrarisch- tapi- laffen, den er andern zum Vorwurf macht. So, um nur ein Bettalistische Einvernehmen zu stören, indeß man wußte doch den Um. spiel dieser Art herauszugreifen, wenn er sich darüber ereifert, daß eines ttalienischen ständen geschickt Rechnung zu tragen. Auch in der flerifalen Ar- den jefuitenlateinischen" Rundgebungen Ein weiteres tommt hinzu. Erdmann warnt zwar vor den beiterschaft regte es sich, und auf die Jfolierungspolitif der Bour. Briefters in wirtschaftstheoretischen Erörterungen und damit in geoisie traf der Drang der christlichen Arbeiter nach eigener Be. wirtschaftlichen Fragen selber Einfluß gestattet werde. Ob man chriftlichen Statistiken, aber er stüßt sich auf sie, stüßt auf das wegung. Das fleritale Bürgertum schwenfte nicht nur rechtzeitig über die Anwendung oder die Nichtanwendung der Religion in Bahlenverhältnis der christlichen und freien Organisationen das ein, es tam der Strömung entgegen, nahm die Organisation der ökonomischen Fragen die Schale feines Zornes gießt, in beiden Prognostikon, welches er der christlichen Bewegung stellt. Nun Arbeiter selber in Angriff. Damit bemächtigte es sich zunächst dei Fällen steht man auf theologischem Boden, operiert man nicht als besagt die Nebeneinanderreihung der Zahlen nicht allzuviel. Mit neuen Entwidelung, und an Eifer, die Sachlage auszunuzen, ließ istorifer, sondern wandelt als Moralift auf der dürren Heide in Betracht zu ziehen war jedenfalle die Verbreitung beider Or ganisationen nach Stadt und Land. Speziell im Verbreitungses gewiß nichts fehlen. Es ist eine dankenswerte Fülle von Einzel- der ethischen Abstraftion. So geht der Autor auch in diesem Teile seines Werkes an der gebiet der christlichen Gewerkschaften dringt die Industrie mehr heiten, die der Autor auf dieſem Felde in die Erinnerung aurud eigentlichen Aufgabe, der Darstellung des Organischen der Ent- und mehr in die ländlichen Bezirke, sind ganze Landdistrikte Inruft. Aber er übersieht ein wesentliches Moment. Die Tätigteit der flerifalen Bourgeoisie war an die Vorausseßung gebunden, widelung, vorbei. Er fümmert sich um die Psyche seines Gegen- duftriebezirke geworden. In welchem lufange vermögen sich die daß die Ende der 70er Jahre auffladernde, zur Zeit des Sozialisten. standes nicht und gelangt infolgedeffen an den entscheidenden christlichen Organisationen in den Großstädten zu behaupten? In gefeßes staguierende Klassenscheidung nunmehr im Aleritalismus Stellen der von ihm dargestellten Bewegung teilweise zu schiefen, welcher Stärke dringen sie in die ländlichen Industriebezirke? Wie tatsächlich in Fluß geriet. Darauf beruhte bon jetzt ab die teilweise zu dirett falschen Urteilen. Ich laffe es mir an einem entwidelt fich das Stärkeverhältnis der freien und christlichen Or ganisationen in diesen ländlichen Industriedistriften? Hier liegen Stellung der Bourgeoisie gegenüber ihrem Arbeitergefolge: fie rarfanten Beispiele der letteren Art genügen. Wir sind ein langes darüber unterhalten worden, wie die christ. die für Lebensdauer und Entwickelungsmöglichkeit der christlichen bermochte den Prozeß der Klaſſenſcheidung nur zu verlangsamen, lichen Gewerkschaften als Handhaben der Zentrumspolitik ent- Organisationen entscheidenden Ziffern. Ich weiß wohl, daß jene Der dialektische Prozeß im fleritalen Lager schlägt in die Ar- standen und hatten reichlich Gelegenheit, den Chimborasso bourgeois Fragen bei dem jetzigen Stande des statistischen Materials fich nicht beiter! laffe zurüd, es entsteht der Gegensatz christlicher und freier fleritaler Klugheit in dem geleithammelten„ Stumpfsinn" der in vollem Umfange beantworten lassen. Aber es hätte doch wohr Gewerkschaften. Beide Prozesse finden ihren springenden Bunfi christlichen Arbeiterschaft zu bewundern. Mit einem Male tauchen das von dem Verfasser völlig vernachlässigte sozialistische Material, in der religiösen Ideologie, die in doppelter Weise wirft: als ein christliche Gewerkschaften in großer Fülle auf; ein„ Wirrwarr" ent- so die Streifstatistit, manchen Aufschluß geboten. Jedenfalls oblag Mittel, die flerifale Arbeiterschaft im Fahrwasser des Zentrums steht, von dem der Lifer nicht begreift, wo er herfommt, Orga- dem Autor die Pflicht, die Fragen nachdrücklich zu unterstreichen zu erhalten und Bersplitterung in die Reihen der Arbeiterklasse nisationen werden geschaffen, christliche Gewerkschaftstongreffe wer- und in die Diskussion zu stellen. Alles in allem läßt sich von dem Buche Erdmanns nicht viel Er. zu tragen, und als der Boden, auf dem die selbständigen Regungen den abgehalten, und alles das tut nicht der Kaplan, sondern der der christlichen Arbeiter sich vollziehen. Reaktionär gegenüber der Arbeiter selbst. Von dem einem Pol der Sache rückten wir un- freuliches sagen. In der vorliegenden Form erinnert die Arbeit Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften, ist ihre Auslegung vermittelt zu dem andern. Und das Ereignis, an das der lange sich an den Ausspruch Buckles über jene Art der Geschichtsschreibung, Der Autor schildert es die sich ihres Berufes und feiner Voraussetzungen nicht inne ift, fortschrittlich vom Standpunkte der chriftlichen Arbeiter gegenüber berbereitende Umsavung sich anfnüpft? ber tlerifalen Bourgeoisie. Der Klassentampf im fleritalen Lager wie folgt:„ Am 12. April 1898 legten die dem Gewerkverein( christ- Worte, die man in der Einleitung zur Geschichte der Zivilisation H. Laufenberg. findet seinen ideellen Ausdrud in der Form der Dogmeninterlicher Bergleute) angehörenden Mitglieder des Georg- und Marien- in England nachlesen mag. pretation. Und das ist begreiflich. Begreiflich vom Standpunkte bergwerts und Hüttenvereins am Piesberg bei Osnabrüd die der Bourgeoisie, bedeutet doch das Dogma einen Modus, dem Unter. Arbeit nieder. Die Ursachen und Gründe des Ausstandes müssen drückten den Klassenwillen der Herrschenden aufzubürden, die an anderer Stelle nachgelesen werden( in Fußnote: W. Kulemann, fremde Willensnorm als generelle Richtschnur der Moral und da. die Gewerkschaftsbewegung 1899), erwähnt sei nur, daß sich die mit des praktischen Handelns zu etablieren. Es ist begreiflich vom Unternehmer auch hier auf den Standpunkt stellten: mit dem D. Standpunkt der fleritalen Arbeiterschaft. Die religiöse Dentweise Gewerkverein verhandeln wir nicht! Der Ausstand fand dadurch übertam ihr in der Folge der Generationen. Sie stellt den feine Erledigung, daß die Generalversammlung des genannten. Refa. historisch gegebenen Anknüpfungspunkt ihrer Emanzipation dar. Bergwerts. und Hüttenvereins beschloß, die Gruben am Biesberg thal Ist der Weg von Thomas v. Aquino zu Marg lang und schwierig tillgulegen, das heißt den Betrieb aufzugeben." für den einzelnen, so erst recht für große Massen, deren Entwide. tung tonstant scheint, indem immer neue Scharen durch die Punkte hindurchgehen, die andere bereits hinter sich ließen, deren Entwidelungshöhe nur an dem Vorrücken der vordersten Glieder ab gelefen werden kann. Der Autor redet zwar häufig von der Zwitternatur der christ. lichen Gewerkschaften, die dies und jenes bewirke, das und jenes nicht zulasse, aber er fagt uns nie, worin diese Zwitteratur denn nun eigentlich besteht. Auch die christlichen Gewerkschaften sind Gebilde der dialektischen Entwidelung, die als solche ein dialettisches Gepräge tragen, die zu keiner Zeit ihrer Existenz unter einseitigem Gefichtswinkel betrachtet werden dürfen. Und wenn irgendwo, so bedarf es hier der historischen Erklärung. Nicht nur zeigt sie das graduelle Abrücken der christlichen Arbeiterschaft von der fleritalen Bourgeoisie und ihre graduelle Annäherung an die Sozialdemo*) Siehe den ersten Teil der Besprechung in Nr. 298 bes Borwärts". Mar Sonntags geöffnet Hamburg. Eingegangene Druckfchriften. Der Sangesbruder 1909. Allgem. Deutscher Sängertalender. 60 Bf. Suchsdorf, Berlin W. 62. Reclams Universal- Bibliothet. 5041. Weihnachtsgeschichten von 5042. Der Sonnenwendhof. Schauspiel von S. Mosen 5043. Mufifer- Biographien. Berlioz. Bon B. Schrader. 5044. Das Liebeslied von M. Saboveanu. 5045 Frauenbühne. Theaters stude von G. R. Kruje. 5046-47. Gin Gastspiel. Roman von Die Arbeiter am Biesberg streiften, weil sie an tatholischen. Wolters. 5048. Der heilige Berg Athos. Von J. Ph. Falimeraner. Feiertagen entgegen der bisherigen Gepflogenheit zur Grube be- 5049 u. 5050. Somödien des Lebens. Von R. Herzog. Einzelheft fchlen wurden, wehrten sich mithin gegen eine Verlängerung der 20 Bf. Ph. Reclam, Leipzig. Arbeitszeit. Sie streiften mit der Motivierung, die Kirche, also Schmiede- Kalender 1909, 50 Pfennig. Verband der Schmiede, Gott, berbiete die Sonntagsentheiligung, und kein Arbeitgeber Deutschlands Seemacht, von Dr. H. Raffow, 10 Pf. A. Martini u. habe hineinzureden in die Gebote der Kirche. Der gegen die Vera Grüttefien, Elberfeld. längerung der Arbeitszeit gerichtete Ausstand galt also der Lehre, Wie foll man fein Leben versichern. Von St. Ballentin. 1,50 M. den Interessen der Kirche, und sie, die den Streif verpönte, mußte Refidenzverlag, Schöneberg. ihn sich gefallen lassen. Wenn aber der Arbeiter streifen darf, um Eberhard Frowein der Narrenheiland. 2 M. Orion- Berlag R. Kurk, Gottes Gebot durchzusehen, sobald die Kirche in Frage kommt, Berlin- Halenice. Lydia. dann natürlich auch, wenn Gottes Gebot den Arbeiter selber beNovelle von H. B. Zabn. 62 Seiten. Durch blaue A. R. Meger, trifft. Die unumgängliche Zulassung des Streites in diesem be- Schleier. Gedichte von S. Friedländer. 46 Seiten. fonderen Falle schloß die generelle Konzession des Streifrechts in Wilmersdorf- Berlin. Ein fleines Helbengebicht von H. Gorter. 93 Seiten. Maaß u. jedem Falle der Ausbeutung in sich. Und die klerikale Bourgeoisie? ban Suchtelen in Leipzig. Sie bat das einzige, was sie tun fonnte, und machte trop der tiefen Erregung über jenen Vorgang, gute Miene zum bösen Spiel. Der 50 Biesberger Streif ist eine der bedeutsamsten, vielleicht die bedeutsamste Wendung der christlichen Arbeiterbewegung, die sich in ihm A. 2. Hidmann, 3,80 M. G. Freytag u. Berndt, Wien VII./I. Berliner Rangen von H. Sille Künstlerhefte der Luftigen Blätter". Bi.„ Lustige Blätter", Berlin SW. 12. Geographisch Stat. Universal- Taschenatlas 1909. Bon Prof. 12 grosse Schaufenster veranschaulichen die enorme Preis- Ermässigung im M Weihnachts- Ausverkauf Kostüme mit langen Paletots| 1500 Paletots prima uch und moderne englische Stofte Jetst 12, 18, 24, 36 M traher 24 bis 80 M. 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Berlin, 25. Dezember 1908. 815b Ihre Verlobung beehren sich hiermit anzuzeigen: Ottilie Naujoks Louis Löwinsohn. Berlin, Weihnachten 1908.[ 323b 6666666 9999995 MIs Berlobte empfehlen sich: Frieda Diemert Reinhold Kersten. Berlin, Bethnachten 1908. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 22. Dezember berstarb unter Mitglied, der Schloffer Ferdinand Peltz Suffitenstr. 58. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. Dezbr., nach mittags 3 Uhr, von der Reichen balle der Elisabeth- Gemeinde, Prinzen- Allee, aus statt. 11m rege Beteiligung ersucht 232/1 Der Vorftand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin, Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglieb, der Schloffer Ferd. Peltz am 22. Dezember an Lungenleiben gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 26. Dezember ( 2. Feiertag), nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des ElisabethStirchhofes in der Prinzenallee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 126/14 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Anton Boguslawski ( Bablftelle Dften I) am 22. De zember geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Markus Kirchhofes in Neu Hohen- Schönhausen, Steffenstraße, aus statt. $ Um rege Beteiligung ersucht 140/16 Der Vorstand. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige ttteilung, daß am 20. d. M., abends 10 Uhr, mein innigfigeliebter Mann, unfer sorgsamer Vater, der Gastwirt Jakob Belz Fruchtftr. 43 nach langem schweren Leiden im Alter von 50 Jahren sanft ent fchlafen ift. 3165 Die Beerdigung findet am ersten Feiertag, den 25. d. M., nach mittags 3, Uhr, von der Halle ber St. Martus Gemeinde, Wilhelmsberg, aus statt. 19 Die trauernden Hinterbliebenen. Am 24. Dezember verstarb nach schweren Leiden mein lieber Sohn und unser Bruder Franz Sühring Die Beerdigung findet. am Montag, den 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, bom Kreuz Stirchhofe in Mariendorf aus statt. Die trauernde Mutter und Geschwister. Theater in Reinickendorf( Ost). Schützenhaus.( Bnb.: Ludwig Jelinek), Residenzstraße 1/2. Freitag, den 25. Dezember 1908 ( 1. Weihnachtsfeiertag): Der luftige Witwer. Bosse in 3 Atten von Gärner. Entree 50 Pig. Anfang 8%, Uhr 2. und 3. Weihnachtsfeiertag: Großer Ball. Silvester: Großer Ball mit Bunsch- Polonaise und Ueberraschungen.[ 299b Bu zahlreichem Besuche ladet er gebenst ein Ludwig Jelinek. Bekanntmachung. Dritte Abänderung des Statuts ber ,, Hoffnung 16 Berliner Schneiderei- Genossenschaft E. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler Zwischen Rosenthaler Brunnenstr. 185 Toru. Invalidenstr. Gegr.i. 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Nieder- Schöneweide: Bonalomsfy. Cuffelwerderftr.& Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Blaz Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Amtsgarten& Köpenick: Friedrich Woid, Riegerstr. 6, Laden. Friedrichshagen: Otto Schröder, Friedrichstr. 60, St. II. Friedenau Steglitz- Südende:. Bernjee, Schlugit 119, Hof 1, in Etegliz. Bestellungen nebnien entgegen in Steglitz: . Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schell base, hornstr. 15 a. Mariendorf: August Leip. Chausseestr. 296 01. Baumschulenweg:. ornig, Marienthalerstr. 13, L. Treptow: Rob. Gramena, Kiefholzstraße 412, Laden. Neu- Weißensee: Rurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. und Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh Schönholz: • Waidmannalant, B. Gurich. Ramefestr. 12, L Tegel, Borsigwalde Wittenan Hermsdorf und Reinickendorf- West: Baul Rienas, Borfigwalde, Rauschitraße 10. Pankow- Niederschönhausen: Mühlenftr. 73. Bernau Röntgental: Heinrich Brose, obeftetnftr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage Erich Zimmermann, Eichwalde, Kaiser- Friedrich- Straße 8. Teltow: Wilhelm Regler, Hobersteinweg 7. Nowawes: Wilhelm Jappe, Briefterstr. 46. Spandan: Röppen, Jagowftr. 9. Mahlsdorf und Kaulsdorf: Quge Setbe, Wahlsborh Balderfeeftr. 14, Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Berfe werden geftefert Max Noa, vom Rosenthaler Tor rechte Seite, 3. Haus Annahme von Inseraten für den ,, Vorwärts. Berlin, Elsasser Straße No. 5, und Nieder- Schönhausen, Treskowstraße 5. Bitte ausschneiden. Gr.Hamburgerstr. 21-23, beim Hackeschen Barkt, Bahnhof Börse, Zirkus Busch Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für denInseratenteil verantw.: Zb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: BorwärtsBuchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 245/1 u m» m™ z. Msze des LorMs" Knlim KUisdlM. Partei- �lngelegenkeiten. Sechster Wahlkreis. Am Sonntag, den 27. Dezember(3. Weih- Ndchtsfeiertag) findet bei Wille, Brunnenstraße 188, eine Weih- nachtsfeier statt. Hierzu sind die Genossen der 4., b. und 6. Ab- teilung besonders eingeladen. sonders eingeladen. Schönebcrg. Die VersammMng des sozialdemokratischen Wahl- Vereins findet am Dienstag, den 20. dieses Monats, abends 8 Uhr. in den„Neuen RathauSsälen", Meiningcr Straße 8, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vortrag über: Das Proletariat im Stadtparlament und der Rixdorfer Wahl- rechtsraub". Referent: Stadtverordneter Genosse Ernst O b st. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Tcmpelhof. Die Genossinnen und Genossen werden darauf auf. ttierksam gemacht, daß heute abend 7 Uhr im Lokale von Schneide- reit. Berliner Straße 9, ein Wcilmachtsvergmigen stattfindet. ES tvird ersucht, für einen regen Besuch Sorge zu tragen. Alt-Glienicke. Sonntag, den 27. d. M.(3. Feiertag), nachmittags 2 Uhr, findet bei Troppens. Rudower Straße 84, eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt. Die Ar- vciter und Arbeiterinnen, die in den Jndustrieorten Nieder- und Ober-Schöneweide arbeiten, werden besonders auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. Die Tagesordnung lautet:„Kommunalpolitik und wie stellt sich die Arbeiterschaft von Alt-Glienicke zur Eintreibung der hiesigen Schullasten durch die Nachbargemeinden." Referent: Gemeinde- verordneter G. Grunow-Obcr-Schöneweide. 2. Freie Aussprache. Der Gemeindcvorstand sowie sämtliche Gemeindevertreter sind schriftlich eingeladen. Der Einbcrufer Wilh. Dürre, Grünauer Straße 7. Zernsdorf.-Am Sonntag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvcreins im Lokale von Julius Knor statt. Der Vorstand. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf. Die Generalversammlung deS Wahlvereins findet am Dienstag, den 29. d. M., abends 8)� Uhr. in Zeuthen bei Lindemann statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Gc- schäftsbericht des Vorstandes sowie Bericht sämtlicher Funktionäre, 2. Neuwahl des Vorstandes sowie sämtlicher Funktionäre, 3. Auf- stellung der Delegierten zur KreiSgcneralversammlung, 4. Vereins- angelegenhciten und Verschiedenes. Der Vorstand. Mahlsdorf a. Ostbah«. Die Weihnachtsfeier und Kinder. beschcrung des Wahlvercins beginnt heute nachmittag b Uhr im Lokale des Herrn Linke, Grunowstraße. Nieder-Schönhausen. In der am 29. dieses Monats, abends Uhr. im Lokal Neu-Carlshof, Beuthstratz« Ecke Eharlottenstraße stattfindenden Mitgliederversammlung deS WahlveveinS spricht Genosse Redakteur Georg Davidsohn über„Heinrich Heine", anschließend mit Rezitationen. Weiter stehen auf der Tagesordnung VereinSangelegcnheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Stralau. Wir weisen nochmals auf das heute in den„Mark- grafcnsälen", Markgrafendamm 34, stattfindende Wcihnachtsver- gnügen hin. Das Konzert beginnt präzise ö Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Billetts sind heute noch zu haben beim Genossen Gund- lach, Restaurant, Markgrafendamm 3. Das Komitee. Grost-Lichterfelde. Auf Vorschlag der Zahlaben'oe findet die Generalversammlung des sazialdcmokratischcn Wahwereins am Sonntag, den 27. Dezember, nachmittags 1 Uhr, in Wahrcndorfs Gefcllschaftshaus, Bake st r. 22, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktio. näre. Diskussion. L. Neuwahl des Gefamtvorstandes und der Funktionäre. 3. VereinSangelegcnheiten. Die Versammlung wird bOndcrer Umstände halber pünktlich eröffnet.— Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Baumschulenweg. Die Weihnachtsbescherung deS Wahlvereins findet heute abend in Speers Festsälen statt. Eintrittskarten sind bei den Bezirksführern zu haben. Im Interesse der Sache und einer würdigen Veranstaltung erwarten wir das Erscheinen aller Genossinnen und Genossen. Der örtliche Vorstand. Berliner Nachrichten. Weihnachtsglocken. Ruhe breitet sich aus über das große, weite Säusermeer. Das wildpulsierende Weltstadtgetriebe schweigt und ruht. Der drängende, stürmende, stampfende und brüllende Riese Berlin ist gebändigt auf wenige Stunden. Der tobende Kampf in den Straßen um das jämmerliche bißchen Brot ist verhallt, die heiseren Rufe sind erstorben. Nicht Friede herrscht, nur Ruhe und Stille. Wohltuend, erquickend für uns. die wir vom Brausen der Weltstadt täglich und stündlich umgeben sind. Und mitten in die Ruhe hinein klingen jubelnde Weihnachts- gesänge, verkünden die Glocken mit dröhnendem Schall die Geburt des Welterlösers, feiern auf allen Kanzeln die Ver- treter der christlichen Kirche in tönenden Phrasen das Leben und Wirken des großen NazarenerS, des armen Proletarier- sohnes.„O. du fröhliche, o. du selige, gnadenbringende Weihnachatszeiti't Frieden, Liebe, Wohlgefallen! Ein hübscher Wahrspruch! Wenn er von dreihundert- Andsechzig schmerzvoll langen Tagen im Jahre nur Raum hätte für einen einzigen! Die Liebe des Weihnachtsabend ist der Tropfen auf dem Stein. Es ist, als ob an diesem einen Tage die menschenzertretende Welt sich besänne, was sie am Menschtum gesündigt hat und niemals mehr gutmachen kann. Klingt nickt aus den Glocken boch über uns auch so etwas wie das böse Gewissen? Soll nicht mit dem ehernen Dröhnen der Liebe all das grauenvolle Elend, das die Welt birgt, für kurze Stunden übertönt werden? Da haben die Säulenheiligen der sogenamnten guten Gesellschaft, die gewohnheitsmäßigen Wohltätigkeitsfeen aus Langeweile, sich wieder mal wochenlang abgerackert, um zu paradieren mit den Goldstücken, die erst schmachtende Augen und liebegirrende Lippen aus dem Geldsack herauslocken müssen. Wie Feuer brennt die erzwungene Gabe des Weih- uachtssports in der Hand der Armut! Aber die Armut nimmt das Weihnachtstalmi, ohne viel zu fragen, wie es gewonnm ist. Und die Wohltätigkeitsprotzen sonnen sich im sengenden Lichte ihrer„schönen Seele". Entdeckt doch selbst der Staat an diesem Ausnahmetage, daß er auch mal das Talent zum Geben statt zum Nehmen in seinem Leibe hat.„Liebe"— wohin man sieht. Wie vom Himmel geschneit just an diesem einem Tage. Sind denn die Herzen alle vereist gewesen, daß sie mit einem Male auftauen und fast aus der Fasson ge- raten? Ach nein, auch die moderne Weihnachtsliebe ist nur eine schale Modesache. Noll Ekel würde man sich abwenden. wenn wir tief in diese Herzen hineinleuchten könnten, die nach I außen so unendlich viel Liebe zur Schau tragen und im Innern so herzlich wenig davon wahrhaft besitzen. Ueber wieviele Dornen und Spießruten die Weihnachtsbescherung der Armut geht, das können nur die Enterbten des Glücks selbst am besten empfinden. Was hier auf diesem schmalen Wege mit der Spitze des kleinen Fingers gereicht wird, ist noch nicht mal eine Abschlagszahlung des lachenden Ueberflusses an die träumende Sorge. Und noch eins: Glaubt man denn wirklich, daß jedem Armen sein Weihnachtsbaum leuchtet? Träumt man sich wirklich in das schöne Märchen hinein, daß an keiner Tür der sagenhafte Weihnachtsengel vorüberfliegt? Ihr alle, die ihr ein blankes Goldstück für die Armut als einen Vorschuß auf den Erwerb der Seligkeit betrachtet, kennt nicht oder wollt nicht kennen das Leben, wie es ist. Es geht anders zu in der Welt des Seins, als in der Welt des Scheins. Hundert- tausende gibt es, die sich nicht an das an diesem einen Tage vor lauter christlicher Nächstenliebe schier überfließende Weih- nachtsherz der Kirchenstützen herandrängen.... Hundert- tausende, die ungesehen Not leiden und zu stolz sind, die in Goldflitter gewickelte Liebender Glückgeborenen zu erbetteln. Und selbst die Empfänger all dieser modernen Weihnachtsliebe erdrückt oft der beschämende Gedanke, weshalb man sie an diesem einen Tage nur für würdig hält, aus dem Freuden- kelch des genußreichen Lebens ein winziges Tröpflein zu genießen. Dieselbe Gesellschaft, die zu Weihnachten wonnig im Meer allgemeiner Menschenbeglückung plätschert, ist nach dem Fest wie umgewandelt. Hoheitsvoll glaubt sie, ihre Menschen- Pflicht getan zu haben, als sie der Armut den vergoldeten Strohhalm hinwarf. Und bist du Gottes Sohn, so hilf dir weiter selbst! Nein, die echte, wahre Liebe zum Mitmenschen, die im stillen schafft, an keine Zeit sich bindet, ist das nicht. Es ist Tand und Spiel und Halbheit, wie das Glitzern und Gleißen am Weihnachtsbaum. Wohl ist die Gabe des Reickien, die ihm selbst kaum ans Herz gcht. manchem Armen ein Wohl- gefallen. Der Friede auf Erden kehrt darum nimmer ein. Er wird ausbleiben so lange, als nicht die Weihnachtsglocken die Lehre des heute in allen Zungen gefeierten großen Erden- sohnes von Nazareth in Erfüllung gehen lassen, daß die Welt weit und reich genug ist, um alle Menschen immerdar gleich- mäßig zu beglücken._ Weihnachtsfeiern haben in den letzten Tagen, und vornehmlich gestern abend, in den verschiedensten Instituten und öffentlichen Anstalten statt- gefunden. Im Obdach, in den Wärmehallen, im Erziehungshause zu Lichtenberg, in Herbergen, Krankenhäusern. Gefängnissen und im Zuchthause in der Lehrter Straße wurden derartige Feiern ver- anstaltet. Erwähnen möchten wir die einen besonders herzlichen Charakter tragenden Feiern in der von Professor Neumann ge- leiteten Kinderklinik in der Blumenstr. 78 und in der Herberge des Gewerkschaftshauses. Was die Feier in der Kinderpoliklini! betrifft, so mußte ine- selbe infolge der beengten Räumlichkeiten zweimal vorgenommen werden, und zwar fand die erste Bescherung um 8 Uhr nachmittags statt, woran sich dann die zweite schloß. Ein großer Tannenbaum erstrahlte im Glänze seiner Lichter und ersetzte so manchem Kinde den fehlenden Baum im eigenen Heim. Der kleine Saal war be- ängstigend angefüllt, Mit glänze npep Augen, in fieberhafter Spannung erwarteten die Kleinen den Beginn des Festaktes.� Ein Lied, stimmungsvoll gesungen und von den feierlichen Klängen eines Harmoniums begleitet, leitete die Bescherung ein. Dann trug ein kleines Blondinchen ein Gedicht recht niedlich vor. Als aber draußen drei dumpfe Schläge ertönten, flogen die Augen er- wartungsvoll nach der Tür. Und dann erschien der gefürchtete Weihnachtsmann mit dem weißen Bart und dem großen Sack, von einer Schwester gelungen dargestellt, und hielt mit sonorer Stimm«, durch die aber zuweilen verhaltenes Lachen klang, eine wohl- gereimte Ansprache. Die Größeren lächelten verschmitzt, die Kleinen aber blickten wie gebannt auf die seltsame Erscheinung und lauschten atemlos deren Worten. Dann verlas der übrigens gutmütige Nikolaus einen überaus herzlich gehaltenen Brief des zurzeit noch in der Schweiz weilenden Professors Neumann an die Eltern und die Kleinen, indem er die besten Wünsche und Grütze übermittelt und seine Wiedergenesung und baldige Rück- kehr verkündet Dann erfolgte die Verteilung der reichlichen Ge- schenke, und es gewährt« einen herzerquickenden Anblick, wie die Gesichter der Kinder strahlten vor Freude. Jedes erhielt Kleidungsstücke, einen Stollen, je eine große Blut- und Leberwurst und Spielsachen. Außerdem wurden noch Tüten mit Mehl, Gries usw. ausgeteilt. Die Damen und Schwestern hatten alle Hände voll zu tun, um den Ansturm zu bewältigen, und die ewig freund- liche Oberin mußte ihre ganze Beredsamkeit aufwenden und immer wieder den Ungeduldigsten versichern, daß auch sie noch was ab- bekommen würden. Ter gesuchteste und begehrteste Artikel waren die Puppen.„Wir müssen im nächsten Jahre mehr Puppen be- sorgen, sie sind den Kindern lieber als alles andere," erklärte uns die Oberin. Die Verwaltung hatte ihr Möglichstes getan, um die Feier recht schön zu gestalten, und in Anbetracht der ja nie über- reichlich zur Verfügung stehenden Mittel kann man der Veran- staltung die höchste Anerkennung aussprechen. Alle Kinder, die die Klinik seit ihrem Bestehen in Anspruch genommen haben, wurden, soweit man ihrer habhaft werden konnte, eingeladen und beschenkt. Im ganzen waren 669 anwesend. Eine zweite Feier, die auf alle Beteiligte einen tiefen Ein- druck machte, war die in der Herberge des Gewerkschaftshauses. Hier war für alle Eingekehrten der Tisch gedeckt. Genosse Sassen. dach hatte wie in den Vorjahren auch diesmal die Aufgabe über- nommen, den auf der Wanderschaft Befindlichen und ihr Brot Suchenden ein Willkommen zuzurufen. Schwerer wie je ist an- aesichts der großen Arbeitslosigkeit das Wanderleben. Rot und Elend sind heute ständige Begleiter der Wandernden. Nur die Solidarität in der Organisation hilft ihm das Los erleichtern. Und Solidarität ist es, die den armen Teufeln den Weihnachtstisch deckte. Daß sich alle das warme Abendbrot, das die Verwaltung spendete, gut schmecken ließen, war selbstverständlich. Und daß auch der Humor nicht ganz erstorben war, bewiesen die zahlreichen Vor- träge der Anwesenden._ Die Unterrichtserfolge der Gemeindeschule Berlins. „Das Achtklassensystem unserer Gemeindeschule taugt nichts." In der Stadtverordnetenversammlung Nagten so die Wortführer der freisinnigen Mehrheit, noch ehe die Wirkungen dieser neuen Organisation der Berliner Gemeindeschule zu übersehen waren. Sie forderten, daß das Achtklassensystem, das kaum erst eingeführt war, schon wieder umgestoßen werde. Das höchste, was man zu» lassen dürfe, sei ein Siebenklassensystein. Inzwischen hat sich bereits gezeigt, daß das anfängliche Geschrei über Mißerfolge der neuen Schul- Organisation sehr voreilig war. Uebersehen lasten sich die Wirkungen des Achtklassensystems auch jetzt noch nicht ganz. Aber soviel ist doch schon zu erkennen, daß eine wesentliche Besserung der Ver- jetzungsergebnisse erreicht worden ist und daß eine immer größere Anzahl Schulkinder in die erste oder mindestens in die zweiteKlasse gelangen, ehe sie mit Vollendung der Schulpflicht ins Leben hinaustreten müssen. Der neueste Jahresbericht der Schiildeputatton, der das Schuljabr 1997/08 behandelt und jetzt vom Magistrat veröffentlicht worden ist, enthält wieder einige Zahlenangaben, die hierüber Aufschluß bringen. Zu Ostern 1993 kamen für die Versetzung in Bettacht II1 163 Kinder der Oster-KIassen(O-Klaffen). Hiervon wurden ver- setzt 97 699, daS sind 67,88 Proz. Die übrigen 13473 Kinder blieben sitzen und wurden, soweit sie nicht aus der Schule ausschieden, größtenteils auf ein halbes Jahr bezw. zu einem kleinen Teil auf ein ganzes Jahr zurückgestellt 87,88 Proz. ist der allgemeine Durchschnitt, aber in den einzelnen Klassenstufen war, wie sich denken läßt, der Anteil der Versetzten verschieden. Er stand in den untersten Klassen noch über dem allgemeinen Durch- schnitt, wurde aber dann, je höher die Stufe war, desto geringer, so daß er in den obersten Klassen unter dem all- gemeinen Durchschnitt stand. Der Anteil der Versetzten war in den Klassen VIII 0 89,82 Proz., VII 0 88.95 Proz, VIO 87,82 Proz, VO 87,79 Proz, IVO 88,39 Proz, HI 86,76 Proz, II 0 83,45 Proz.(Auf Wiedergabe der Zahlen von Michaelis 1997, die etwas geringer, aber ähnlich sind, kann ver- zichtet werden.) Wiesehr nun daS BersetzungSergebniS sich gebessert hat, daS möge eine Vergleichung mit dem Er- gebnis der Osterversetzung deS vorhergehenden Jahres zeigen. Weiter können wir hier leider nicht zurückgehen, weil für frühere Jahre keine Angaben in den Berichten der Schuldeputation enthalten waren. Von Ostern 1997 zu Ostern 1993 stieg der Anreil der Ver- setzten im allgemeinen Durchschnitt von 85,4 Proz. auf 87,88 Proz, speziell in den Klassen VIII 0 von 86,9 Proz. auf 89.82 Proz, VIIO von 87,4 Proz. auf 88,95 Proz, VIO von 86,3 Proz. auf 87,82 Proz, V 0 von 84,2 Proz. auf 87,79 Proz, TV 0 von 85,9 Proz. auf 88,39 Proz, III 0 von 85,1 Proz. auf 86,76 Proz, HO von 78,6 Proz. aus 83,45 Proz. Ganz außer- ordentlich groß war, wie man sieht, die Steigerung des VersetzungS- ergebnisses in den Klassen HO. Diese Fortschritte mußten selbstverständlich dazu führen, daß auch die Zahl der Kinder, die bei Bollendung ihrer Schulpflicht schon in Klasse I oder mindestens in Klasse II saßen, sich sehr merklich erhöhte. Im ganzen Schuljahr 1997/93(Osten, und Michaelis zusammengenommen) gingen mit Vollendung der Schulpflicht 24 439 Kinder ab, und zwar anS den Klassen I 10920, II 7301, HI 4317, IV 1862, V 669, Vl-VH! 84, aus Nebenklassen 277. Von je 100 abgehenden Kindern saßen in I 41,92, H 29,88, HI 17,67, IV 7,62, V 2,38, VI-VHl 0.34, in Nebenklaffen 1,14. Die Ver- gleichung mit früheren Jahren kann hier weiter zurückgeführt werden. Im Laufe der letzten vier Schuljahre, von 1994/95 bis 1997/98, entfielen von je 199 mit Vollendung der Schulpflicht abgehenden Kindern auf die Klaffen I 35,19, 1 37,00, 40,41, 41,92. Der Anteil der Klaffen H hat sich nur wenig geändert, er war 89.23, 39,36, 39,26, 29,88. Dagegen haben die Anteile tieferer Klassen sich im Laufe der vier Jahre bedeutend verringert, zum Beispiel der Klassen IH von 20,09 bis 17,67, der Klassen IV von 9,89 bis 7,62 und so weiter. Faßt man die Klassen I und H zusammen, so ergibt sich eine Steigerung von 65,38 auf 79,38, faßt man Ibis HI zusammen(sie bilden die sogenannte Oberstufe), so erhält man hier eine Steigerung von 85.47 auf 38,57. Man muß wünschen, daß die Ergebnisse, die ja an sich noch keineswegs glänzend sind, in den nächsten Jahren noch erheb- lich besser werden, damit dem Stadtfreisinn die Aus- führung des Planes, die Gemeindeschule wieder mal rückwärts zu reformieren, möglichst er- schwert werde. Seine Klage, daß das Achtklassenshstem der Gemeiudeschule einen Mißerfolg gehabt habe, ist freilich nur ein Vorwand, der dazu dienen soll, die ivahre Absicht der ge- planten Rückwärtserei zu verdecken. Nicht um Bildungsinteressen handelt es sich dabei, sondern- nur um Geldinteressen. Kann die Gesamtkinderzahl der Gemeindeschulen auf sieben Stufen statt auf acht verteilt werden, so lassen dieKlassen„sich besser füllen". Aschen- brödel Volksschule darf nicht zuviel ko st en, daSist die Hauptsorge des Berliner StadtfreisinnS. Kleiderdiebstähle in Schulen. Wenn in einer Schule einem Kinde ein Kleidungsstück, das der Vorschrift gemäß auf dem Korn» dor zurückgelassen werden mußte, während des Unterrichts gestohlen wird, so versteht sich's ganz von selber, daß die Schule für den Ber- lust haftpflichtig ist. AlS selbstverständlich wird das wenigstens jedem Menschen erscheinen, der ein gesundes, noch nicht durch Ge- setzeSparagraphen verdorbenes Rechtsempfinden hat. Anders aber denken manchmal diejenigen, von denen in solchen Fällen der Schaden ersetzt werden soll: die Gemeindeverwaltungen, die die Schulen unterhalten. Sie bestreiten, daß sie haftbar gemacht werden können, und verweigern den Eltern den ge- forderten Schadenersatz, indem sie sich auf irgendein Gerichtsurteil berufen, durch das ein Geschädigter abgewiesen wurde. Ueber ein Vorkommnis dieser Art haben wir vor einiger Zeit aus Rixdorf berichtet, und wir haben bereits damals unseren Standpunkt ausführlich dargelegt. Dort war in einer Schule wieder einmal ein Kleidungsstück von dem Korridor ge- stöhlen worden, ohne daß daS destohlene Kind durch eigenes Verschulden den Diebstahl ermöglicht hätte. Trotz- dem verweigerte der Magistrat dem Vater den geforderten Schadenersatz, und zwar berief er sich auf Gerichts- urteile, durch die die Pflicht der Schule, bei Kleiderdieb st ähleu Schadenersatz zu leisten, verneint worden sei. Leider unterließ der Magistrat, genauer anzugeben, wie da der Sachverhalt gewesen war. Und er schien völlig vergessen zu haben, daß der Magistrat derselben Stadt Rix- drrf in einem ähnlichen Fall einem Gerichtsurteil aus dem Wege gegangen war, indem er dem klagenden Vater mit Rücksicht auf die„Geringfügigkeit des Objekts" im Wege deS Vergleichs 10 M. zahlte und auch die Gerichtskosten übernahm. UebrigenS wurde auch in dein ersterwähnten Falle, der zeitlich später lag, von dem Magistrat— entgegen seiner anfänglichen Verweigerung jedes Schadenersatzes— hinterher der Versuch ge- macht, einer Klage durch freiwillige Vereinbarung vorzubeugen. Die Eltern wiesen diesen Versuch entrüstet zurück, weil der Kam« nnlnalbeamte, der ihnen ins HauS geschickt wurde, Armenpfleger war und die sehr überflüssige Frage stellte, wieviel denn der Mann verdiene. Selbstverständlich lehnten sie es ab, Gnade für Recht zu nehmen. Man hat uns bisher nicht gemeldet, wie diese Angelegenheit schließlich geendet hat. Wie die Schulverwaltung der Stadt Berlin über die ganzt Frage denkt, das lehrt eine Verfügung der Schuldepu» tation, die unterm 7. Dezember 1993 an die Rektoren der Gemeindeschulen gerichtet worden ist. Die„Pädagogische Zeitung" teilt den Wortlaut mit:„Sie«erden benachrichtigt, daß alle Anträge auf Schadenersab für die in den Schulen fie felbft leer ausgehen. Eine ganz übel angebrachte Sparsamkeit. noch am Mittwoch, den 23. Dezember, auf dem Amtsgerichte gestohlenen Kleidungsstücke von uns abgelehnt Im übrigen ist die Frequenz der einzelnen Küchen ganz erheblich Berlin- Wedding, Brunnenplay, ein solcher Massenandrang herrschte, werden müssen, da wir nach einem amtsgerichtlichen Urteil zum gestiegen und das trotz der erschwerenden einengenden Bestim- daß diejenigen, die ihre Willenserklärung zu Protokoll geben Schadenersatz nicht berpflichtet sind." Wohlgemerkt: alle mungen der Schuldeputation. Die steigende Frequenz ist nur ein wollten, stundenlang warten mußten, bis sie abgefertigt werden Anträge follen abgelehnt werden, die Schuldeputation glaubt also Beichen zunehmenden Elends und verstärkter Arbeitslosigkeit. Ohne konnten. Dabei soll der in Frage kommende Beamte sehr eifrig in keinem Falle zum Schadenersatz verpflichtet zu sein! Das Not schiat niemand die Kinder in die Kindervolksküche; kommt es gearbeitet haben. Es wäre aber notwendig gewesen, daß das Gegenannte Lehrerblatt bemerkt dazu mit Recht, diese Verfügung aber doch ein oder das andere Mal vor, so braucht deswegen die richt sich auf diesen Massenandrang eingerichtet und mehr Beamte werde nicht nur bei den Eltern, sondern auch in der Lehrerschaft Bremse nicht so scharf angezogen zu werden, wie es im Oktober zu der Abfertigung zur Verfügung gestellt hätte. Verwunderung erregen. Da die Stadt in den neueren Gemeinde- geschah, weil dadurch sehr leicht eine Anzahl bedürftiger Kinder schulhäusern die Kinder zwinge, ihre Ueberkleider auf den Korridoren zum Hungern verurteilt werden. In der GleimZum Kapitel: Kirchensteuerveranlagung zurüdzulassen, so übernehme sie hiermit die Pflicht des Schaden- straße ist der Andrang so groß, daß das Polizeirebier glaubt, einen gehen uns fortgesett Alagen wegen ungerechtfertigter Veranlagung erfaßes bei etwaigen Diebstählen. Unserer Meinung nach kann," Schuhmann zur Aufrechterhaltung der Ordnung hinstellen zu zur Kirchensteuer zu. Für heute möchten wir folgenden Fall beso schließt die„ Päd. 3tg.", trotz des einen amtsgerichtlichen müssen. Wir halten dies für überflüssig, um so mehr, als dadurch sonders herausheben. Der Kaufmann Herm. 2. erhielt dieser Tage Urteils durch die verstehende Verfügung die Haftpflicht der Stadt der ganzen Sache nur ein häßliches Gepräge gegeben wird. In der von der Katholischen Kirchengemeinde eine Veranlagung, nach der nicht aufgehoben werden. Höhere gerichtliche Instanzen würden Stadtverordnetenversammlung schweigen über diese Angelegen- er für das Jahr 1908 60 Mark Kirchensteuer zahlen soll. Abgesehen jedenfalls ein anderes Urteil als das Amtsgericht fällen. Wir heit alle Flöten. Der von der Versammlung eingesetzte Ausschuß von der Höhe der zu zahlenden Steuer interessiert, daß weder 2. fönnten sonst kein Kind daran hindern, wenn es auf eriftiert zwar noch, aber Sizungen fommen nicht zustande. Bor- noch seine Frau jemals fatholisch waren. 2. gehörte bis zum Jahre Geheiß der Eltern seine Kleidungsstüde mit in fißender ist der Stadtverordnetenvorsteher Michelet selbst, der sehr 1893 der jüdischen Religion an, schied aber mit seiner Frau aus die Klasse und unter eigene Aufsicht nähme." Man kann nur wünschen, daß Eltern, denen die Stadt den wohl in der Lage wäre, für einen schnelleren Gang der Sache zu der Kirche aus. Das ficht die katholische Kirche nicht an, jorgen. Schließlich kann doch die Stadtverordnetenversammlung partout von Dissidenten Geld haben. Eigentlich recht unchriftlich! Schadenersatz verweigert, Entschädigungsklagen strengen und sie nötigenfalls bis in die lekte Instanz strengen und sie nötigenfalls bis in die lette Instanz erwarten, daß der Magistrat innerhalb eines ganzen Jahres Sonderbar ist nur, daß die Kirchengemeinden ihre Mitglieder gar durchführen. Freilich kann die ebenso reiche wie schäbige Stadt in der Lage ist, dasjenige Material zusammenzutragen, welches zu nicht kennen, sonst tönnten sie nicht Leute, die mit ihnen nie etwas Berlin ein solches Verfahren eher wagen als eine arme Arbeiter einer geregelten Organisation der Schülerspeisung durch die Stadt zu tun gehabt haben, zur Zahlung von Steuern heranziehen familie. Wenn die Stadt in dem Streit unterliegt, so bezahlt sie notwendig ist. Eine Reihe freisinniger Herren haben früher der wollen. die Kosten aus dem Stadtfäckel. Der Arbeiter aber, der etwa von Meinung Ausdruck gegeben, das Material könne man in 14 Tagen dem Gericht abgewiesen wird, weil vielleicht doch ein eigenes Ver- zusammen haben. In der Zwischenzeit werden sie entweder das schulden des Kindes vorlag, muß die Kosten aus seinem privaten Gegenteil eingesehen haben oder sie haben die Geschichte schon länaft wieder vergessen. Fast will es so scheinen! Portemonnaie bezahlen. Die Diätenfäße für die in städtischen Diensten tätigen Hilfs. Ueber die Erfolge der„ Rentenquetschen" gehen die Meinungen fräfte zu erhöhen, hat der Magistrat von Perlin beschlossen und die der Nächstbeteiligten oft sehr auseinander. Unfallverletzte, die in Stadtverordnetenversammlung um ihre Zustimmung ersucht. einem solchen Institut behandelt werden und trot monatelanger Kur noch keine wesentliche Besserung verspüren, sind manchmal nicht wenig überrascht, was ihnen eines schönen Tages vom Arzt eröffnet wird, jest müsse aber die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, wenn nicht vollständig, so doch annähernd wieder hergestellt sein, mithin sei das Heilverfahren als beendet anzusehen. Maurer A. erging es so ähnlich in der Klinik für Unfall. berlebte, die von der Nordöstlichen BaugewerksBerufsgenossenschaft( Sektion I) im Hause Großbeerenstraße 28 unterhalten und von dem Arzt Dr. Römert geleitet wird. A. hatte im Mai auf einem Bau einen Unfall erlitten, anscheinend eine Verrenkung des linken Armes, und wurde nun von der Berufsgenossenschaft dem Herrn Dr. Römert überwiesen, damit der ihn wieder eriverbsfähig mache. Der Herr Doktor furierte ziemlich fünf Monate an dem Berlebten herum, dann erklärte er im Oftober ihn für gesund. Das Gutachten, das er der Berufsgenossenschaft erstattete, lautete dahin, durch die Behandlung sei eine wesentliche Veränderung herbei: geführt worden, welche darin besteht, daß die Gebrauchs: fähigkeit des linken Armes wiederhergestellt ist und das Heilverfahren beendet ist"; demgemäß könne der Verlette jet als erwerbsfähig zur Arbeit entlassen" werden. Daraufhin teilte die Berufsgenossenschaft dem " Erwerbsfähigen" mit, er habe soundsoviel Unfallrente( von der 14. Woche nach dem Unfall bis zum nun erfolgten Abschluß des Heilverfahrens) zu beziehen, eine weitere Rente stehe ihm nicht zu, weil er in seiner Erwerbsfähigkeit nicht mehr wesentlich beeinträchtigt" sei. Die Ferienfrage der Gemeindeschulen. Der Kultusminister hat das Gesuch der Gemeinden von Groß- Berlin um eine Gleichlegung und Verlängerung der Ferien für die Gemeindeschulen abschlägig beschieden. Es bleibt demnach bei den schon festgesetzten Ferien von 70 Tagen für die Volksschulen von Groß- Berlin. sie will Interessant ist auch ein Fall, der aus folgender Zuschrift er hellt:„ Obwohl ich selbst seit 19 Wochen frant, soll meine Frau 3,10 M. Kirchensteuer an die evangelische Kirche zahlen. Dabei ist meine Frau schwächlich und kränklich und kann nichts mitverdienen. Das ist doch eine große Ungerechtigkeit, daß auch eine Frau Kirchensteuern zahlen soll, wo doch schon der Mann zahlen muß, wenn er der Kirche angehört. Meine Frau wird nun endlich aus der Kirche austreten. Zu guter Lett bringt mir soeben der Postbote eine Veranlagung von der katholischen Kirche, auch diese will 3,10 m. haben, obwohl weder meine Frau noch ich dieser Kirche jemals angehört haben; ich selbst bin aus der evangelischen Kirche ausgeschieden." Die vorliegenden Fälle beweisen wieder aufs neue, welch uns glaubliche Schlamperei in den Bureaus herrschen muß, die die Kirchensteuerhebelisten herstellen. In die Stadtverordnetenversammlung eingeführt werden soll der Herr Dr. Mugdan in der nächsten Sizung, obwohl die Wahl offensichtlich ungültig ist. Der Wahlprüfungsausschuß der Stadtverordnetenversammlung ist, wie es scheint absichtlich, vor der Ginführung nicht zusammenberufen worden, um die Prüfung der Gültigkeit der Wahl vorzunehmen; offenbar wissen die„ leitenden" Auf der Suche nach dem Mörder. Der Mord in der Prenzlauer Männer im Rathause, die Freunde Mugdans sind, ganz genau, Allee hat auch bisher noch keine Aufklärung gefunden. In der ber daß die Wahl ungültig ist. Um aber ihren Mann unter allen Umgangenen Nacht veranstaltete die Kriminalpolizei eine förmliche ständen in die Stadtverordnetenversammlung zu bugsieren, stellen Razzia nach dem Mörder. Sämtliche Kneipen und sonstigen Stellen sie Macht vor Recht. in der Umgebung der Mordstätte, an denen sich die Obdachlosen aufhalten, wurden abgesucht. Zwar wurden auch diesmal wieder eine ganze Reihe von Sistierungen vorgenommen, doch der wahre Täter befand sich nicht unter den Festgenommenen. Die Vermutung, daß der Mörder unter den Besuchern jener Gegend zu suchen ist, wird durch die Ermittelungen immer mehr verstärkt. Die Kriminal polizei hofft durch die Vernehmung von Lebensgefährtinnen der Ermordeten auf eine Spur des Mörders zu tommen und was sie an derartigen Frauenspersonen herbeizuschaffen bermag, wird ein gehend vernommen. Die Leiche der Bagel wird vorläufig noch nicht zur Beerdigung freigegeben werden, da die Todesursache ja mit Bestimmtheit noch nicht festgestellt werden konnte. Das Lessinghaus- Museum, das in letter Zeit wieder neue Bereicherung erfahren hat, wird am 2. Festtage( Sonnabend) vormittags 10-12 Uhr unentgeltlich geöffnet sein. Der Nede Würze ist die Kürze. Die neue Fasson des föniglich preußischen Hofberichts brachte der erstaunten Welt am Mittwoch nur eine einzige Zeile:" Der Kaiser machte gestern noch einen Ausritt". Wohl sehr zum Leidwesen des in Gnaden wieder aufgenommenen Hofblatts aus der Zimmerstr. 37. Die eine Zeile hätte ruhig auch noch unter den Tisch fallen können. Ob der Kaiser ausreitet oder spazierenfährt, etwa nach einem der berühmten Liebesmähler in Offizierkasinos, kann der Kernmasse des Volkes herzlich gleichgültig sein. Arbeitslosen Weihnachten. Eine Ein trauriges Weihnachtsfest ist den Angehörigen des Ar beiters August D. in der Straße 60c Nr. 4 beschieden. D. war längere Zeit ohne Arbeit, und seine Bemühungen, wieder Ber schäftigung zu erhalten, waren vergeblich. In der Verzweiflung legte er gestern Hand an sich. Während die Frau Einkäufe be sorgte und die Kinder in der Schule waren, erhängte sich der Lebensmüde am Ofen. Als die Ehefrau bald darauf heimkehrte, fand sie zu ihrem Entsetzen den Mann als Reiche auf. andere Nachricht lautet: In der Nacht gegen 12% Uhr wurde der 33 Jahre alte Kaufmann Otto W. in seiner Wohnung in der Ge. richtstraße am Bettpfosten erhängt aufgefunden. Herbeigerufene Schußmänner schnitten W., dessen Körper noch warm war, ab und stellten Wiederbelebungsversuche an, die von einem Arzt fortgesetzt wurden, aber schließlich als erfolglos aufgegeben werden mußten. W. hatte sich schon längere Zeit mit Selbstmordgedanken getragen, da er seit Monaten arbeitslos und gänzlich mittellos war. Die Leiche ist beschlagnahmt und dem Schauhause übergeben worden. Diese Mitteilungen, die wir jetzt fast tagtäglich bringen müssen, beleuchten unsere heutigen Zustände aufs grellste. ten Bedauernswerten, dem der ganze Brustkasten gequetscht wurde. ein Autoomnibus der Lnie 4a und überfuhr mit dem Hinterrad passanten nahmen sich des Verunglückten an und schafften ihn mit einem Schußmann per Droschte nach der Unfallstation in der Lindower Straße. R. war aber bereits auf dem Wege dorthin ver. storben, der Arzt fonnte nur den bereits eingetretenen Tod feststellen. Der Verletzte felber wollte noch nicht recht an seine Arbeitsund Erwerbsfähigkeit glauben, weil er im Arme, wenn er ihn hochreckte, immer noch Schmerzen spürte. Aber der Herr Doktor Billige Aepfel und Nüsse für den Weihnachtstisch gab es am mußte es ja wissen, mithin machte A. sich auf die Suche Dienstag auf dem Amtsbureau in Tegel. Sie gehörten nach Arbeit. Der Sommer, der dem Bauarbeiter seinen Haupt- dem Obsthändler E. aus Berlin, der sie einem Händler V. überverdienst bringt, war vorüber, zum Teil auch schon der Herbst, geben hatte, damit er sie im Straßenhandel losschlage. V. hatte da konnte auf Beschäftigung von längerer Dauer nicht mehr ge- in Begleitung eines Ausrufers S. am Montag mit seinem Wagen rechnet werden. An Arbeitskräften war kein Mangel, barum boll Aepfel und Nüsse den Wedding bereist, hatte dabei ahnungslos mußte A. auch noch sechs Wochen beschäftigungslos umherlaufen, die Grenze von Berlin überschritten und war in das Gebiet von bis er endlich wieder Arbeit und Verdienst kriegte. Snapp vor Tegel hinein geraten. Hier wurden vormittags um 11 Uhr beide Ende November konnte er anfangen, aber bald merkte er, daß die Gebrauchsfähigkeit des Acmes immer noch von der Polizei angehalten, und da für Tegel keine Erlaubnis zur beeinträchtigt war. Elf Tage hatte A. so gearbeitet, da Ausübung des Geschäfts vorgewiesen werden konnte, so wurden sie traf ihn ein neuer Unfall. Als er auf einer Leiter stehend samt dem Wagen zur Wache gebracht. Auf der Wache stellte man mit hochgereckten Armen seine Arbeit verrichtete, tam er ins ihre Personalien fest, dann ließ man sie gehen, die Ware aber Wanken, stürzte herab und fiel auf einen Kasten, so daß er eine blieb zurück. Warum sie zurückblieb, ist nicht klar. Auf dem Brustquetschung erlitt. Der Verletzte liegt nun im Krankenhaus Wagen waren noch mehrere Zentner Aepfel und Nüsse, die an und wartet auf den Tag, wo man ihm aufs neue bescheinigen diesem Tage bequem noch hätten verkauft werden können. Als G. wird, daß er wieder arbeits- und erwerbsfähig sei. Er selber erfuhr, was geschehen war, telephonierte er noch am Abend des nimmt an, daß er diesen neuen Unfall hätte berhüten oder doch selben Tages nach Tegel hinaus. Dabei bezeichnete er sich als den das Schlimmste hätte abwenden können, wenn Resizer der Ware und reklamierte sie als sein Eigentum. Wer ihm sein Arm voll gebrauchsfähig gewesen wäre. Uebrigens soll jetzt auch im Krankenhaus ein Arzt ihm gesagt haben, Antwort gab, das hat sich nicht feststellen lassen. Auf dem Amtsdaß die Folgen jener Armberlegung wohl noch nicht ganz beseitigt bureau in Tegel wurde ihm am anderen Vormittag, als er selber seien. Herr Dr. Römert, der Leiter der von der Baugewerks- hinauskam, fühl erklärt, man wisse nichts von einem Telephon- Ein tödlicher Unglüdsfall ereignete sich gestern in der Reiniden. Berufsgenossenschaft unterhaltenen Klinik für Unfallverlegte, wird gespräch mit ihm. Er stellte sich jetzt hier persönlich als den dorfer- Ecke Dalldorfer Straße. An dieser Stelle bestieg der Kaufdabei bleiben, daß er es besser wisse. Besizer der Ware vor und forderte, daß sie ihm mann Richter, Reinickendorf, Hauptstraße 9 wohnhaft, einen Wagen ausgeliefert werde. Inzwischen war man aber auf dem der Linie 32 der Straßenbahn. Richter war schon auf dem an dieser Die Kindervolksküchen bleiben während der drei Feiertage ge- Bureau dazu übergegangen, die Aepfel und Nüsse zu verkaufen. Stelle etwas langsamer fahrenden Wagen, als er rückwärts herunter schlossen, was für viele eine harte Maßregel bedeutet. Wenn auch Warum das für nötig gehalten wurde und wieso man dazu berech- fiel und auf die Straße zu liegen kam. In diesem Augenblic tam angenommen werden kann, daß zu den Feiertagen manchen Eltern tigt zu sein glaubte, das bedarf noch der Aufklärung. Daß Aepfel es möglich ist, für ihre Kinder warmes Essen zu schaffen, so bleiben und Nüsse nicht zu den leicht verderblichen Nahrungsmitteln gedoch gewiß noch viele Fälle übrig, in denen das nicht der Fall sein hören, deren Geldwert nur durch schleunigsten Verkauf für den wird, so daß für zahlreiche Kinder die sogenannten Feiertage ver- Besitzer oder andere Anspruchsberechtigte erhalten werden kann, stärkte Hungertage bedeuten. Daß diese Befürchtung nicht über- darüber sollte man auch in Tegel unterrichtet sein. Während E. trieben ist, möge folgender Vorgang erweisen: Am Montag sandte auf dem Amtsbureau in dem einen Raum mit einem Beamten unt der Rektor einer Gemeindeschule vier Stück Speisemarken nach der ständlich unterhandeln mußte, wurde in einem anderen Raum die und eine zweite schwer verletzt wurde, hat sich gestern auf der Ein Unglücksfall im Vorortverkehr, wobei eine Person getötet Kindervolksküche in der Gleimstraße 13 mit der Bitte, das Essen Ware flott zu staunend billigen Preisen verschleudert. Als schließ- Stettiner Bahn zugetragen. Auf der Strede Berlin- Oranienburg nach der Schule zu senden, da die Kinder so verhungert wären, daß lich G. dem Beamten erklärte, er wolle für alle Fälle 50 m. werden gegenwärtig Gleisarbeiten ausgeführt. Gestern war eine sie den Weg nicht laufen tönnten. Sicherlich haben die Kinder am hinterlegen, wenn man ihm sein Eigentum sofort aushändigt, tam Kolonne Stredenarbeiter in der Nähe des Bahnhofs Blankenburg Sonntag vorher nichts zu essen gehabt, denn auch Sonntags sind ja bereits die Meldung, nun sei es zu spät, schon sei alles verkauft. beschäftigt. Als der gegen 7 Uhr einlaufende Vorortzug herandie Küchen geschlossen, so daß sich ihre Hinfälligkeit nur zu leicht Rätselhaft ist, woher man sogleich das kauflustige Bublifum für gebraust tam, gab der Aufseher das Warnungssignal. Ob dieses erklärt. Wie mag es bei den Wermsten während der das doch immerhin recht beträchtliche Quantum Aepfel und Nüffe Feiertage aussehen? Sie sind sicherlich nicht die einzigen, bekommen hatte. War der Verkauf vorher öffentlich bekannt- nun zu spät gegeben wurde oder die Leute mit dem Zurücktreten die werden hungern müssen. gemacht worden? Wo und wie könnte die Bekanntmachung erfolgt von den Gleisen zögerten, kurz, als die Lokomotive zur Stelle war, Daß der Not stand unaufhörlich steigt, fann man sein? Die Ware befand sich ja noch keine 24 Stunden auf dem befanden sich noch drei Leute zwischen den Schienen. Einem der am besten aus der steigenden Frequenz der Kindervolksküchen er- Amtsbureau, als mit dem Verkauf schon begonnen wurde. Wer Gefährdeten gelang es, sich durch einen Sprung in Sicherheit zu sehen. Am 15. August nach Schluß der großen Ferien wurden die waren die Käufer, die zu Spottpreisen die Aepfel und Nüsse für bringen, während die beiden anderen von der Maschine erfaßt Küchen( zunächst 10) eröffnet. Die Zahl der verabreichten Bor- ihren Weihnachtstisch erstanden? Man sagt, daß Beamte und wurden. Der 30 Jahre alte Arbeiter May Hampe aus Bernau Dem Unglücklichen wurde der Kopf tienen betrug 57 151, davon auf städtische Freifarten 29951: deren Angehörige sich an dem billigen Kauf beteiligt haben. Als wurde auf der Stelle getötet. 53 Proz ,; im September insgesamt 138720 Portionen, davon G. hinterher sich über dieses schleunige Verfahren beklagte, bekam buchstäblich vom Rumpf getrennt. Der Arbeiter Hans Buchholz aus städtischen Mitteln 73424 53 Proz.; im Oktober er die grob abweisende Antwort: Das machen wir, wie wir wurde zur Seite geschleudert und am Rücken solvie an beiden 143687, davon aus städtischen Mitteln 7452352 Broz.; im wollen; die Ware durfte sofort verkauft werden." Am darauf- Unterschenkeln erheblich verletzt. November 208 395, auf stätische Freikarten 107959= 52 Broz. folgenden Tage ging E. noch einmal zum Amtsbureau, um sich Die Königl. Eisenbahndirektion schreibt uns zu unserem Artikel Die Zahl der städtischen Freifarten ist prozentual zurückgegangen, zu erfundigen, wieviel denn nun bei dem Verkauf eingekommen in Nr. 294 leber Ungerechtigkeiten des Eisenbahnzonentarifs usw." anscheinend ist in bestimmten Bezirken von oben herab und wo der Erlös geblieben sei. Jetzt wurde ihm geantwortet, man folgendes: fräftig gebremst worden. So wurden im September in habe nicht nötig, ihm das zu sagen, nur mit B. habe man es ,, 1. Es trifft nicht zu, daß ein Arbeiter, der von Adlershofder Küche III, Wedding, Antonstraße 35, auf 9106 städtische Frei- au tun, denn V.'s Name sei an dem Wagen angeschrieben gewesen. Alt- Glienicke nach Westend fahren will, zwei Arbeiterkarten bis farten Essen berabfolgt, im Oktober aber nur auf 7581, also E., der sich schter geschädigt fühlt, wird nun weitere Schritte und von Schlesischer Bahnhof zum Gesamtpreis von 2,20 M. zu 1525 Portionen weniger, in Stüche VI, Schönhauser Vorstadt, unternehmen, um eine Aufklärung der rätselhaften Angelegenheit lösen hat; es bestehen vielmehr dirette Arbeiterwochenkarten von Adlershof- Alt- Glienicke nach Westend zum Preis von 1,90 M. Senefelderstraße 3, im September 9300; im Oktober 7721, das herbeizuführen. 2. Ebenso irrig ist die Behauptung, daß Arbeiterwochenkarten find 1679 Portionen weniger. Küche IX im Often, Billige Weihnachtsbäume gab es gestern an verschiedenen vom Alexanderplatz nach Adlershof- Alt- Glienicke nicht beständen. Gubener Straße 18, gab im September 8770, im Oftober 6801, Stellen; teilweise wurden solche mit 5 Bf. verkauft, an einzelnen 3. Zur Beantwortung Ihrer Frage: Wird die Arbeiterschaft oder 1969 Portionen weniger aus. Sier ist also ber- Stellen wurden zuletzt die Bäume tatsächlich verschenkt, um zu des Ostens auch einmal bei der Eisenbahnverwaltung ihre Berüdschiedenen der Brotkorb höher gehängt worden, damit die Moral räumen. sichtigung finden oder ist diese Arbeiterschaft nur für die Plusmacherei vorhanden?" dürfte der einfache Hinweis auf die Tatsache nicht in die Brüche geht. Möglicherweise sind aber doch unter dengenügen, daß die Eisenbahnverwaltung zugunsten der Arbeiters jenigen, die fein Essen mehr erhielten, solche, die bedürftig sind, bevölkerung der östlichen Vororte für Arbeiterwochenkarten auss aber nicht so recht mit ihrer Bedürftigkeit heraus wollen und nun haben speziell. im Monat Dezember zu einem Massensturm auf die nahmsweise einen Höchstpreis von 2 M. festgesetzt hat. Die Starte bitteren Herzens und hungernden Magens zu Amtsgerichte geführt. In den letten Tagen war es auf einigen für die 39 Kilometer lange Strede Königswusterhausen- Char sehen müssen, wie ihre Mitschüler Karten bekommen, während Gerichten besonders arg. Uns wird mitgeteilt, daß beispielsweise lottenburg kostet daher beispielsweise nur 2 M., während eine Die Kirchenaustritte folche Starte für die ungefähr gleich lange Strede Friedrichstraße- gefiffe Beantwortung der Interpellationen in der Betrachtung der viel Freude gefördert werden foll. Und die Erfolge dieser Methode Werder( 38,8 Kilometer) normal berechnet 4,30 M. foftet." Entwickelung der Kalamitäten ini städtischen Elektrizitätswert liege. bleiben auch nicht aus. Kinder, die krank und schwächlich im April Hoffentlich äußert sich unser Gewährsmann zu dieser Zuschrift. Die cine Maschine sei auf das neue Fundament versetzt und seit der Waldschule von den Schulärzten überwiesen wurden, verlassen drei Tagen in Betrieb. Die Schwankungen seien aber genau die- ießt, wesentlich gekräftigt und unter teilweise stattlicher Zunahme Zu dem Morde an der Frau Johanna Kunde alias Pagel wird felben wie auf dem alten Fundament. Hätte man seinerzeit die des Körpergewichtes fröhlicher und doch wieder schweren Herzens weiter gemeldet: Die fortgesetten Razzias haben noch nichts Be- geforderten 8000 M. zur Trennung der Maschinen- und Haus- die Waldschule. Dort erlebten sie manche frohe Stunde. Knaben stimmtes ergeben. Das ganze Milieu läßt jedoch darauf schließen, fundamente bewilligt, so wären die ganzen Kosten erspart ge- und Mädchen werden zusammen unterrichtet; zwischen Kindern, daß die Frau im Laufe eines Streites von dem Unbekannten er- blieben. Betonen müsse er auch, daß er als Magistratsvertreter Lehrern und Lehrerinnen besteht ein Verhältnis, das wesentlich würgt worden ist. Die Perfen ist, wie bereits mitgeteilt, gegen in der Deputation seine Bedenken gegen die beschleunigte Art von dem abweicht, wie es für gewöhnlich in den Gemeindeschulen 1 Uhr nachts in der Danziger Straße mit einem Manne gesehen der Umänderungsarbeiten geltend gemacht habe. Von den Mit- herrscht. worden, der mit ihr gezantt hat, und den sie Albert anredete. gliedern sei aber erwidert worden, daß die Arbeiten bis 15. Oktober Am Mittwoch schloß die Waldschule ihre Pforten bis zum Dieser Mann kommt zunächst als Täter in Betracht. Er ist etwa vollendet sein müßten. Die eine Maschine sei jedoch nach der April mit einer Weihnachtsfeier. Das war eine kleine Festlichkeit, 30-40 Jahre alt, sehr stark und groß, hat dunkelblondes Kopfhaar, Ummontierung erst am 15. Dezember betriebsfähig gewesen. Von so einfach und doch voll von seltenem Reiz für den Zuschauer, dunklen, ungepflegten, herabhängenden Schnurrbart, aufgedunsenes der Bauleitung sei das städtische Bauamt vollständig ausgeschaltet ganz dem Leben in der Waldschule angepaßt. Mitten im Walde Geficht, schlechte Zähne, eine vertrunkene Stimme und spricht Ber- gewesen, da Herr Regierungsbaumeister Bernhard sich ausdrücklich glänzte über langen, weißen Tafeln, die dicht mit Geschenken verliner Mundart. Er trug eine dunkle Joppe mit schrägen Taschen, freie Hand vorbehalten hatte und in jeder Hinsicht unabhängig schiedenster Art für die Kinder bedeckt waren, ein großer Weihdinkle, geflicte Hose, schwarzen, weichen, abgetragenen Filzhut, sein wollte. Bei Uebertragung der Arbeiten an die Firma Moebus nachtsbaum in hellem Kerzenglanz. Die Kinder sangen im Chor, abgetragene Stiefel und um den Hals ein geknüpftes Tuch. Dieser sei damals die Voraussetzung gewesen, daß der Vertrag mit Herrn fie trugen Gedichte vor und führten mitten im Freien, umgeben Mann ist die letzte Person, die mit der Frau zusammen gefehen Bernhard zustande kam. Auch ihm( Redner) erscheinen die von von dem Kreise der eingeladenen Eltern, ein Weihnachtsmärchen worden ist. Wenn er mit ihr nichts vorgehabt hat, sollte er sich Herrn Bernhard bewilligten Preise verschiedentlich zu hoch; ohne auf, das mit einem Chorgesang endigte. Als dann die Bescherung bei der Kriminalpolizei selbst melden. Ferner hatte die Kunde mit nähere Unterlagen fönne er aber ein endgültiges Urteil sich nicht stattfand, breiteten sich bereits die Schatten der hereinbrechenden einem Manne verkehrt, den sie mit kleiner Otto" angeredet hat. erlauben. Er schlage vor, daß die Bemängelungen der Preise der Dämmerung über den Wald aus. Die freudig bewegte Schar der Dieser Mann ist etwa 30 Jahre alt, mittelgroß, untersett, hat außerhalb des Vertrages übertragenen Arbeiten Herrn Regierungs- Sleinen sammelte die Geschenke ein, von den Lehrern und schwarzes, gescheiteltes Kopfhaar, langen, gedrehten schwarzen baumstr. Bernhard zur Rücäußerung übergeben werden und daß der Lehrerinnen wurde Abschied genommen, und bald erloschen auch Schnurrbart, rundes, volles Gesicht, dichte, schwarze Augenbrauen Magistrat die Antwort des letzteren später dem Stadtv.- Kollegium die letzten Kerzen des großen Weihnachtsbaumes, der für die beund fleischige, braune Hände. Er spricht ebenfalls Berliner Mund- unterbreitet. Genoffe Düwell stellte die Frage, ob Herr Bern- scherten Kinder den Mittelpunkt eines kleinen Festes bildete, art und soll ein graues Jackett und Weste, schwarze Hose, dunkel- hard berechtigt war, weit über 80 000 M. zu verfügen. Wenn hier- welches, nahe an den Grenzen der Weltstadt Berlin abgehalten, fast braunen, weichen, eingefnifften Filzhut getragen haben. Diese über der Vertrag feine Bestimmung enthalte, sei man sehr unbor- wie ein Märchen wirkte. Signalements werden in sämtlichen Kaschemmen und Asylen be- fichtig gewesen. Es sei zu erwägen, ob Herr Bernhard nicht für kanntgegeben. Ebenso sind in diesen Kreisen die bei der Leiche die der Stadt über die 80 000 m. hinaus erwachsenden Lasten haft- Schöneberg. aufgefundenen Tücher gezeigt worden. Das Tuch, das unmittelbar pflichtig gemacht werden könne. Erster Bürgermeister Biethen ging neben der Leiche lag, ist ein ehemals weißes Taschentuch mit dem noch einmal auf die Sache ein, wobei er die Ausführungen des Der Männergefangverein Note Nelfe" veranstaltet am Monogramm A. B. in roten, lateinischen, geschriebenen nicht ge- Stadtbaurats unterstützte, und sagte zu, daß die Versammlung heutigen ersten Weihnachtstag in K. Groffers Festsälen, Meininger druckten Buchstaben. mit dem Material versehen werden soll. Genosse Grauer schlug Straße 8, ein Konzert, verbunden mit Gesangs- und Theaterbor, die weitere Besprechung der Interpellation bis zur Vorlage aufführungen; auch der Arbeiter Turnverein hat heute der fehlenden Unterlagen seitens des Magistrats zu vertagen. in der Schloßbrauerei, Hauptstr. 22, ein Vergnügen mit einem Diesem Antrag, dem sich Stadtverordneter Schachtel anschloß, reichhaltigen Programm arrangiert. Da beide Vereine stets bei wurde zugestimmt. Die Beseßung der ständigen Ausschüsse hin- Arbeiterfestlichkeiten mitgewirkt haben, so ist ihnen ein zahlreicher sichtlich des Verhältnisses der Zahl der Magistratsmitglieder zu Besuch seitens der Arbeiterschaft zu wünschen. der Zahl der Stadtverordneten gab unseren Benossen Gelegenheit, wieder darauf hinzuweisen, wie die Entrechtung der Vertreter der Treptow- Baumschulenweg. Majorität der Bevölkerung den„ Privilegierten" bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist. Beschlossen wurde, die Deputation der städtischen Werke mit 9 Stadtverordneten und 4 Magistratsmitgliedern, ebenso die Bau- und Verkehrsdeputation zu befeßen. In geheimer Situng wurde das Unterstützungsgesuch eines Beamten abgelehnt. Eine Beschwerde unserer Genossen über die Geschäftsführung des Stadtverordnetenvorstehers erledigte der Herr Vorsteher mit der freundlichsten Miene dahin: Es sei ja die letzte Sigung im Jahre, vielleicht wirds im neuen Jahre besser. Die Verhöhnung der Minderheit geht allerdings von einem unentwegt Freifinnigen aus. Rigdorf. Lichtenberg. Vorort- Nachrichten. in der Mittwochnummer der Deutschen Tageszeitung" gebrachten Leitartikel ab, worin selbstverständlich der reaktionäre Gewaltstreich der Rigdorfer Rathausmehrheit als ein Att der Klugheit und Vorsicht gegenüber dem Anwachsen der Sozialdemokratie hingestellt wird. Gefilde berechnet; das Organ des" freisinnigen" Stadtverordneten Glasemann glaubt sie indes auch auf die Arbeiterstadt Rigdorf anwenden zu können. Es ist zwar das erste, was das Rigdorfer Tageblatt" kritisch zum Wahlrechtsraub bringt, aber es genügt auch vollständig, um sich ein Bild darüber zu machen, wie es über die schamlose Entrechtung der Rigdorfer Steuerzahler denkt. Der Aus der Stadtverordnetenversammlung. Zunächst gab der Bericht der gemischten Kommission über die neue Grundsteuerordnung den Vertretern des Befizes Veranlassung zu einer langen nis genommen von einem Schreiben der Berliner GewerkschaftsIn der Gemeindevertretersizung vom Dienstag turbe Kennt Debatte. Gegen die geplante Verdoppelung der Steuer bom gefommission, in welchem die Gemeinde in Anbetracht der großen meinen Wert des unbebauten Terrains an sich wurde nicht EinArbeitslosigkeit ersucht wird, Notstandsarbeiten in Angriff zu spruch erhoben, aber der Berliner Magistratsassistent Stadtverordnehmen. Die Ober- Postdirektion errichtet im Hause Köpenicker neter Ostar Rett wollte dem Lichtenberger Magistrat und den Stadtverordneten durchaus klar machen, daß, ohne ihn als FachLandstraße 53 ein größeres Bostamt zum 1. April 1909. Dem Kaufmann Hoffmann, Baumschulenstraße Ede Stiefholzstraße, ist mann ohne gleichen vorher zu befragen, eine Steuerordnung übereine Stempelsteuerannahmestelle übertragen worden. Die Unterhaupt nicht zustande kommen könne. Der Vorsteher bemühte sich grundbahn hat am 19. d. M. den Betrieb in der Neuen Krug- Allce redlich, seinen Blodbruder vor allzu gründlicher Deutlichkeit zu und der Baumschulenstraße aufgenommen. Der Eislauf auf dem warnen, vergeblich. Auch der Vorsteher fand leine andere Möglich Teltow- Stichkanal an der Mündungsstelle soll den Kindern ge keit, als den Magistrat daran zu erinnern, daß der Magistrat ja darüber befinden fönne, ob den abgeänderten Sagungen beizustattet sein, und dem Verein, toelcher die Freigabe bei der Kanaltreten sei. Nach der angenommenen Vorlage werden in Zukunft verwaltung bewirkte, sollen die Unkosten für Instandhaltung der unbebaute Grundstücke, zu denen auch mit Schuppen usw. beDer Errichtung eines Eisbahn erstattet werden. Als Helfer, den reaktionären Gewaltstreich der Rigdorfer Stadt: Wochenmarktes im Ortsteil Baumschulenweg, dessen Bc. setzte Lagerplätze, sofern die Baulichkeiten nicht aus massiven verordnetenmehrheit zu rechtfertigen, bedient sich das Organ des schlußfassung in einer der vorhergehenden Sigungen vertagt wurde, oder in Fachtverk aufgemauerten Wänden bestehen, rechnen, mit dem doppelten Saße der bebauten zur Besteuerung heran- Herrn Glasemann, das„ Rigdorfer Tageblatt", der Deutschen soll nähergetreten werden. Es wurde eine Kommission gewählt, gezogen. Zurzeit werden 2,60 pro Mille gleichmäßig vom gemeinen Tageszeitung", um deren Meinung" über das Wahlrechtsattentat welcher auch die Genossen Gerisch und Karow angehören. Wert erhoben. Das erwartete Mehr wird auf 150 000. an- ins Treffen zu führen. Die Erhaltung der Königsheide als Volkspark wurde fast allgemein gegeben. Die Bewilligung von Mitteln zu baulichen Verände Es muß schon schlimm stehen, wenn das Blatt, anstatt seiner gewünscht. Eine Kommission soll sich mit der Frage beschäftigen, rungen auf dem Grundstück der Feuerwehr gab unseren Genossen eigenen Meinung über den schändlichen Verrat der Glasemann und in dieselbe wurde auch Genosse Gerisch gewählt. Die Er Gelegenheit, den Magistrat zu ersuchen, zur Beruhigung der Genossen Ausdruck zu geben, sich zu dem Junkerblatt flüchten muß. richtung eines Realgymnasiums zum 1. April 1909 wird davon Bürgerschaft eine authentische Darstellung über die Vorkommnisse Chne ein Wort hinzuzufügen, brudt das„ Rirdorfer Tageblatt" den melden; die Schule soll zu dem festgesetzten Termin in dem von abhängig gemacht, daß sich mindestens 20 Schüler zur Aufnahme bei dem Apothekenbrande in Lichtenberg- Ost zu geben. Genosse Grauer bemerkte, daß die Tätigkeit der freiwilligen Wehr auch der Gemeinde erworbenen Hause Elsenstr. 3 errichtet werden, auch von seiren Parteifreunden voll anerkannt würde, hier gelte es dann, wenn von den 28 zur Anmeldung gelangten Schülern aber, die Bürger zu beruhigen. Es werde Klage darüber geweniger als 20 die Aufnahmeprüfung bestehen. Hierbei teilte der führt, daß die Wehr zu spät eingetroffen fei und daß die Mann Bürgermeister mit, daß zu der beim Ankauf der Billa ersparten schaften Mühe im Auffinden von Hydranten gehabt hätten. Summe von 5000 M. noch vom Herrn Dr. Salomon 5000 M. und Schläuche seien nicht mit passender Verschraubung versehen gewesen und die mechanische Leiter sei entweder von ungeübten Die„ Deutsche Tageszeitung" hätte es sich sicher nicht träumen von der Firma Ehrich u. Gräb 30 000 m. für Freistellen und Leuten bedient oder der Mechanismus nicht in Ordnung gewesen. lassen, daß ihre Beschönigungen über den Rigdorfer Wahlrechtsraub Unterstützungen unbemittelter und befähigter Schüler eingegangen seien. Zum Schluß gelangte ein Dringlichkeitsantrag unserer Hier, we Menschenleben in Gefahr waren, hätten die Zuschauer sogar in den Spalten des„ Rigdorfer Tageblatts" Plaz finden Genossen zur Verhandlung, welcher auf Grund der großen Ardas Empfinden gehabt, die Wehr entbehre einer sicheren Leitung würden. In der Regel sind derartige Blüten für die ostelbischen beitslosigkeit folgendes verlangt: 1. Gemeindebauten, die beDer Magistrat ließ durch einen Stadtrat erklären, daß die Be reits projektiert sind, in Rücksicht auf den herrschenden Notstand zu fürchtungen ungerechtfertigt seien. Wenn die Wehr erst nach beschleunigen; dabei sollen Gemeindeangehörige in erster Linie dreiviertel Stunden am Brandherd eingetroffen sein soll, so liege berücksichtigt werden. 2. Besondere Mittel bereitzustellen zur dies eben daran, daß die Feuermeldung verspätet bei der Hauptwache eingelaufen fei; habe Herr Dennert, der übrigens direkt mit unterstützung derjenigen Arbeitslosen und ihrer Familien, die bei der Wache verbunden war, doch erst die Feuermeldung erstattet, als den Gemeindearbeiten nicht beschäftigt werden können. Die Herren Schulärzte aufzufordern, die Gemeindeschulkinder auf etwa vorer durch hinzukommende dritte Personen hierzu aufgefordert wurde. handene Unterernährung zu untersuchen und die Bedürftigen aus Was die weiteren Vorwürfe betrifft, so befindet sich auf jedem Gerät ein Hydrantenbuch; es sei also unmöglich, daß man nicht Bakteriologische Untersuchungen. Mit Rücksicht auf das häufige Gemeindemitteln mit warmer Nahrung in der Schule versehen zu sofort die Hydranten auffindet. Auch die Vorrichtung zur Ver- Auftreten von Dyphtherie wird darauf aufmerksam gemacht, daß lassen. 3. Arbeitslosen Gemeindemitgliedern sind auf ihren bindung der Schlauchleitungen sei eine sehr einfache. Wenn man zur Feststellung der ärztlichen Diagnose die Hilfe des bakteriologi- Antrag die fälligen Steuern zu stunden und bei längerer Arbeitsdie mechanische Leiter nicht in Benutzung genommen habe, so habe ichen Untersuchungsamtes in Schöneberg( Auguste Vittoria- Kranken- lofigkeit während deren Dauer zu erlaffen. Diese Unterstüßungen sich dieses wohl als unnüß herausgestellt. Man sei, da Menschen haus) fostenfrei zur Verfügung steht. Auch zur Feststellung von dürfen nicht als Armenunterstübungen gelten und nicht den Berin Gefahr sein sollten, sofort mit zwei Leitergängen vorgegangen Tuberkulose, Typhus, Genidstarre und Ruhr kann das Unter- lust der bürgerlichen und politischen Rechte zur Folge haben. und habe alle nötigen Maßnahmen zur Rettung der Hausbewohner suchungsamt in Anspruch genommen werden. Jeder Arzt erhält Antrag wurde vom Genossen Karow begründet, welcher auch auf getroffen. Die Wehr habe sich aber bald überzeugt, daß nur der fostenlos in den hiesigen Apotheken die zur Aufnahme der bakterio das Schreiben der Gewerkschaftskommission hinwies. Der GeFlur berqualmt war und eine Gefahr für die Mieter in den logischen Untersuchungsobjefte erforderlichen Versandgefäße mit meindebaumeister bemerkte, daß Rohrberlegungen und Straßenoberen Stockwerken nicht bestand. Genosse Grauer ließ es nicht allen zur Verpackung und lebersendung notwendigen Hilfsmitteln. regulierungen usw. in Angriff genommen worden sind, daß die Unternehmer aber nicht gezwungen werden können, nur hiesige daran fehlen, die in recht unpassendem Tone gegebene Beruhigung Die Beförderung der Präparate durch die Post erfolgt portofrei. Arbeiter zu beschäftigen. Der Bürgermeister erklärte sich für die au fennzeichnen. Hoffentlich wird der Magistrat in Zukunft in der Auswahl der Sprecher vorsichtiger sein. Die zum 1. und 2. Weihnachtsfeiertage vom hiesigen Bildungs. im Antrag enthaltenen Forderungen und bemerkte, daß das Geld Beschlossen wurde nach der Vorlage des Magistrats die Deckung der Abschlußprovision ausschuß veranstalteten Festlichkeiten sollen auch dem minder- aus der Poligschen Stiftung zur Unterstüßung Arbeitsloser vereiner Anleihe und die Verstärkung des Etattitel:" Bertretung er- bemittelten Arbeiter Gelegenheit geben, mit seiner Familie einige wendet werden wird, und daß von den Schulärzten Bericht über Genosse Seitel empfahl an der Stunden der Unterhaltung und zerstreuung zu suchen. Der Ein- eventuelle Unterernährung der Schulkinder eingefordert werden Hand geeigneter Beispiele etwas weniger Bureaukratismus! Bur trittspreis für sämtliche Veranstaltungen ist auf das niedrigste feft- foll. Die Frage der Speifung bedürftiger Schulkinder müsse bis Errichtung eines zweiten Wochenmarktes in Lichtenberg- Ost bergefeßt. Am 1. Weihnachtsfeiertage, nachmittags nach den Ferien zurüdgestellt werden. Mit der Einziehung der langt eine Vorlage des Magistrats 11 000 M. zur Ausführung 4 Uhr, findet im großen Saale von Fritz Hoppe, Hermannstr. 49, Steuern soll, soweit es sich um Gemeindesteuern handelt, kulant von Pflasterarbeiten usw. auf dem der Gemeinde gehörigen Grund für unsere Jugend eine Grimms- Märchenerzäh- berfahren werden. Am Ende der Sizung wurde noch von den stück an der Eitelstraße. Die Stadtverordneten Möser und Schachtel tung, geleitet von Frl. Maria Holgers, statt. Gröffnung bürgerlichen Vertretern die Notiz im" Lokal- Anzeiger", welche sich beantragen Verweisung an eine Kommission. Die Vorlage foll nachmittags 8 Uhr. Das Eintrittsgeld beträgt pro Person, ob Sind mit dem Ueberfall eines Professors im Plänterwald beschäftigte, vornehmlich auf ihre Wirkung den Hausbesißern gegenüber ge- oder für Erwachsene, 10 Pf. Abends präzise 8 Uhr findet in dem soweit es sich um den Schlußsab handelt, als unanständig und als prüft werden, so wollen es die Vertreter der Hausbesikervereine. selben Lokale ein Boltsliederabend", bestehend aus Instru- den Tatsachen nicht entsprechend bezeichnet. Die Genossen Spiedermann, erbscher, Düwell und mental- und Vokalkonzert, statt. Als Mitwirkende sind hierzu ge Brauer treten mit allem Nachdruck für die sofortige Berah- wonnen: Frau Johanna Plodroß- Pohli, Liedersängerin, schiedung der Vorlage ein. Sie halten die Ausführung der Vor- der Gesangverein Rigdorfer Männerchor"( M. d. A.- S.Durch Vertrag mit der Eisenbahnverwaltung soll der Bahnhof lage als eine, wenn auch nur kleine Notstandsarbeit; dies um so B.) und das Neue Tonfünstler- Orchester" unter Zeitung feines Rahnsdorf an das von der Gemeinde Klein- Schönebed- Fichtenau mehr, als der Magistrat erklärt habe, mangels genügender Vor- Dirigenten Franz Hollfelder. Das Eintrittsgeld beträgt in Bau genommene Gaswerk angeschlossen werden. Eine gewisse bereitung vorhandener Projekte oder ausstehender Genehmigung inklusive Programm pro Person 30 Pf. Am zweiten Weih- Clique innerhalb der Gemeinde hat es aber verstanden, den Bau solcher, Rotstandsarbeiten für die mehr als tausend beschäftigungs- nachtsfeiertag, nachmittags 2½ Uhr, findet im Rigdorfer zu inhibieren resp. zu verzögern, um die Gemeinde zu zwingen, lofen Gemeindemitglieder nicht vornehmen zu können. Wieder Theater( Bürgerfale"), Bergstr. 147, die fünfte Theatervorstellung nicht selbst zu produzieren, sondern sich einem Privatunternehmen war es der Stadtverordnete Oscar Rott, der mit dem Lächeln mit der Aufführung" Ein idealer Gatte", Lustspiel in auszuliefern. Wenn das Gaswerk statt in den nächsten Lagen des Satten sich behaglich seine weiße Weste glättete, wie Genosse 4 Aften, statt. Die Billetts, à 60 Pf. inklusive Garderobe und erst in einigen Monaten so weit hergestellt ist, um die GasGrauer davon sprach, daß es die edelsten und besten unserer Bürger Theaterzettel, find, wie für alle übrigen Veranstaltungen, nur noch versorgung des Bahnhofes übernehmen zu können, und in der seien, die der Magistrat mit der Ablehnung von Rotstandsarbeiten im Restaurant von F. Hoppe, Hermannſtr. 49, zu erhalten, für Zwischenzeit wieder Unglüdsfälle auf Grund der schwachen Be= auf den Weg des Bettelns verweise. Der Stadtverordnete Schach- die Theatervorstellung am 2. Feiertag auch im Lotal von H. Thiel, leuchtung entstehen, dann haben alle diejenigen die moralische tel sprach davon, die Stadt möge, wenn Mittel vorhanden, mit Bergstr. 152/53. Gleichzeitig ersuchen wir die Zahlstellen und Be- Verantwortung zu tragen, die es in einer so raffinierten Weise diefen den Armenetat verstärken. Unsere Genossen er- sirtsführer, alle unverkauften Billetts bis heute, Freitag( 1. Weih- verstanden haben, den Bau des kommunalen Gaswerkes zu hinterwiderten treffend, Arbeit wollen unsere Mitbürger, nachtsfeiertag), nachmittags 2 Uhr, in Hoppes Lokal abzugeben, treiben. nicht Almofen. Die Vorlage wurde einer Kommission über andernfalls dieselben als verkauft in Anrechnung gebracht werden. wiesen, der auch die Genossen Spiedermann und Grauer angehören. Wir ersuchen, die Veranstaltungen recht rege zu unterstützen und Tie Interpellation unserer Genossen betreffs Vergebung der Ar- bitten um zahlreichen Besuch. Der Ausschuß. beiten am Elektrizitätswerk begründete Genosse Grauer. Er betonte, man habe den Umbau der Fundamente des ElektrizitätsCharlottenburg. werks dem Regierungsbaumeister Bernhard für 80 000 M. überEine Bescherung mitten im Walde bereitete am Mittwochtragen, von welcher Summe er als Entschädigung 10 Proz. erhalten nachmittag die Stadt den Schülern und Schülerinnen der Waldsollte. Es scheine, als ob der Bauleitende auch allein die Preise schule. Hinter Westend, turz vor dem Spandauer Bock, links von für die Arbeiten bestimmt habe. Diese Preise sollen ganz erorbi- der Spandauer Chauffee, mitten im Walde ist eine Schule eintant hohe sein. So soll eine staubdichte Wand, die sonst 1000 m. gerichtet, in welcher die schwächlichen, durch schwere Krankheiten testet, 3000 M. gefoftet haben. Das Einstellen der Absteifhölzer förperlich hart mitgenommenen Kinder der Gemeindeschulen im habe eine Summe erfordert, für die man eine größere Baulichkeit Sommer im Freien unterrichtet werden. In Verbindung mit dem Herstellen könnte. Er sei der Ansicht, daß die Berwaltung des Schulunterricht, der den Kleinen dort in der Waldschule gewiß Werkes in dieser Angelegenheit nicht voll ihre Schuldigkeit getan nicht zur trockenen Plage und schweren Laft wird, finden auch habe. Die Ansicht vertrat auch der Stadtverordnete Schachtel. Herr Spiele der Kinder statt, so daß die Gesundung und Kräftigung des Stadtbaurat Snipping bemerkte, der Magistrat glaube, daß eine angegriffenen Körperchens durch Luft und Licht, etwas Ernst und frankter Gemeindebeamter." " Rahnsdorf. Karlshorst. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß der Wahlverein vom 1. Januar 1909 an den Vortvärtsvertrieb in eigener Regie übernimmt. Soweit es noch nicht geschehen, ersuchen wir alle Bestellungen an den Genossen R. Küter, Roedelstr. 9 II, gelangen zu laffen. Es ist unser Bestreben, jedem Abonnenten den Vorwärts so frühzeitig zuzustellen, daß er denselben erhält, bevor er nach seiner Arbeitsstelle aufbrechen muß. Jeder Genosse ist verpflichtet uns zu unterstützen, indem er Abonnenten für den Vorwärtswirbt. Am 27. Dezember dritter Weihnachtsfeiertag findet im Fürstenbad", Fr. Bartels, ein geselliger Unterhaltungsabend statt. Wir laden unsere Mitglieder hierzu ein und bitten um recht zahlreiche Beteiligung Der Vorstand. 35 Verkauf nur im Fabrikgebäude! 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