Nr. 305. Abonnements Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando, Bierteljährl 8,30 m, monatl. 1.10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mi illustrierter Sonntags, Beilage Di Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Boft- Beitungs. Breislijte Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemarl Holand, Stalien, Luxemburg, Bortugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Bercins und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Donnerstag, den 31. Dezember 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Sernsprecher: Amt IV, Str. 1984. Der Dämon des Schreckens. Turi zza Berici S n ziva Venedig Chioggia Lombardei Mailand Hanlua Parma Reggio m Aai cologna Bordlicher Appennint benua Livorno borgoan Florenz Toscana Erasing Ravenna Marken Bintit Ancona Erklärung. OTätige Vulkans Brioschene Vulkan Schlammvulkans Gebiete dauernder Erdbebengefahr Grenzen der Compartiment territorialt Capraja Elbas Grasse Umbrien Bastia Pianosa Corsika jaccio ( Franzos) Cristo Vulsinische Untergruppe so Ciminische Sabatinische Gigho O Bolsena See Viterbo Vico S Sbibial brannutri Bracc no Appe ROM m 4 Frosinone Gbq. video Abruzzen MonFind Sasnos Latinischelul kangebiet KI Bernikische Grupper Pontinische am Esclar Sardinie Phlegraischen Felder ( 27 Krater) Neapels Salerna Südlicher Appennin Basilicata Castellacio Hyblaisches Vulkangebiet Gonzage Cappuccini Gasometer Palast Fidel Salvatore Faro Vecchio Pald Citta Lazzarette Mercate Citadelle Dogana las. Magaz Bahn D.Blasco EL.& M.518 Cagliar Masstab 0 28 40 60 80 100 Kilometer 28.0 istia AgadischeLergaza Marittim Siz Canciane ma Favignana Pantelleria Stromboli Liparische Ins Alicuds Salinag licud Lipart Vulcang Martirand Pizzo Monte Canto Nicotera Baynara Messinal Guigne Palm Siderag Shufemin Reggie Nokla Caltanissetta Catania Hirgens turo 985 Syrakas LEMPTOR Martin, Berlin- Schöneber unberechenbarer Mächte ist. Die moderne Hygiene, die Entwickelung der Heilwissenschaft hat den Menschen wenigstens gewisse Mittel an die Hand gegeben, den furchtbaren Epidemien zu weh- Der„ Dämon des Schreckens", der, wie Goethe erzählt, ren, die in früheren im Januar 1755 angesichts der Vernichtung Lissabons Jahrhunderten eine so feine Schauer über die Erde verbreitete", beherrscht auch furchtbare Geißel der jetzt alle Gemüter. Und nur das einzig Tröstliche in all dem Menschheit darstellten. Schrecken ist, daß solch eine Katastrophe das Mitgefühl und Aber Bultanausbrüchen die Opferwilligkeit auch solcher Streise erregt, die sonst Menschen und Erdbeben gegenüber elend fühllos gegenüberstehen. Gewaltige Summen sind steht der Mensch voll- bereits für die Opfer der Katastrophe zusammengesteuert ständig wehrlos da. worden. Nach vielen Millionen werden die Summen zählen, Gewiß lassen sich Häuser- die, wie seinerzeit für die Opfer von San Francisco, auch Himmels und der Erden, der ihm die Erklärung des ersten Glaubensartikels so weise und gnädig vorstellte, hatte sich, indem er die Gerechten mit den Üngerechten gleichem Verderben preisgab, feineswegs väterlich bewiesen. Vergebens suchte das junge Gemüt sich gegen diese Eindrücke herzustellen, welches überhaupt um so weniger möglich war, als die Weisen und Schriftgelehrten sich selbst über die Art, wie man ein solches Phänomen anzusehen habe, nicht vereinigen konnten Jede neue Nachricht läßt die ungeheuere Statastrophe in tonstruktionen schaffen, die auch starken Erdbeben einen ganz für die Opfer des füditalienischen Erdbebens zusammengebracht Süditalien furchtbarer erscheinen. Wenn man noch hoffen anderen Widerstand entgegensezen, als die heutigen Miets- werden dürften. Das Gefühl der gleichen Ohnmacht gegenkonnte, daß die ersten Gerüchte die entsetzlichen Folgen des tasernen. Aber dem Einbruch von Wasserbergen vermögen über dem geheimnisvollen Walten eines umheimlichen schauerlichen Naturereignisses übertrieben hätten, daß die auch solche Konstruktionen feinen Widerstand zu leisten, eben Schicksals ringt auch dem Gleichgültigsten seinen Tribut an Schäzungen der Erschlagenen und Verwundeten, der unter sowenig dem Gluthauch von Feuerwirbeln, wie sie seinerzeit Mitgefühl und an materieller Unterstützung ab. den Trümmern langsam unter den entsetzlichsten Qualen dem Mont Pellée entquollen und in Minuten zwanzigtausend Freilich, solche Wallungen sind nur von kurzer Dauer. Dahinsterbenden übertrieben seien und bei einem späteren Menschenleben vernichteten. Das namenlose Entsetzen, das aus Ehe einige Monate ins Land gegangen sein werden, wird die nüchternenen Ueberblick über die Katastrophe herabgemindert jeder Zeile der Presse spricht, ist darum nur zu verständlich. Masse unserer besitzenden Klasse das Schrecknis von Messina und werden würden, so beweisen im Gegenteil die ein- und ebenso wird durch solch eine Katastrophe, die Hundert- Reggio längst vergessen haben. Unsere besitzenden Klassen laufenden näheren Nachrichten, daß die Zahl der Opfer tausende von Menschenleben vernichtet, der vermessene werden wiederum das Gefühl ihrer Gottähnlichkeit der Katastrophe nicht nicht überschätzt, sondern unterschäßt anthropogentische Gedanke vernichtet, der die kleine Erde und und ihrer Erbarmungslosigkeit gegenüber der leidenden worden ist. Selbst die bescheidensten Schätzungen sprechen den Menschen als„ Ebenbild Gottes" in den Mittelpunkt des Menschheit zurückgewonnen und sich gleichgültig wiederum von hunderttausend Opfern. Andere Schäßungen geben die ganzen Weltensystems setzt und glaubt, Sonne, Mond und ihren Alltagsgeschäften und Alltagsgenüssen ergeben haben. doppelte Zahl an, und leider scheinen die pessimistischen Sterne, δας unendliche System unermessener Welten und so furchtbar man sich durch das grausame Walten Schäzungen der Wahrheit am nächsten zu liegen! Es handelt drehe sich um die tribbelnden Lebewesen eines winzigen blinder Naturmächte von Mitgefühl für die Opfer dieser Statafich, wenn nicht um die furchtbarste, opferreichste, so doch sicher Blaneten. Ebenso wie diese anmaßliche, törichte Idee strophe erschüttert fühlte, so gleichgültig wird man den um eine der opferreichsten Katastrophen, die die Menschheit in wird durch solche Statastrophe auch der Glaube Opfern gegenüberstehen, die nicht Naturkatastrophen, ihrem historischen Zeitalter bisher erlebt hat. Das Erdbeben an einen allgütigen persönlichen Weltenschöpfer ber- sondern der Aberwit der Menschen selbst fordert! von Lissabon, eines der entseglichsten der Geschichte, eine nichtet, von dem die christliche Mythe erzählt. Schon Denn so reich auch das verflossene Jahrhundert an NaturStatastrophe, die in ihrem Verlaufe der gänzlichen Vernichtung der naive Glaube des Senaben Johann Wolfgang tatastrophen war, so forderten doch alle die Vulkanausbrüche der Stadt, dem Hereinbrechen der Meeresfluten über die Trümmer Goethe wurde durch eine ähnliche Katastrophe, das Erd- und Erdbeben nur einen geringen Prozentsaz der der zerstörten Stadt der Natastrophe von Messina und Reggio beben von Lissabon, für alle Zeiten zerstört. In seinen Menschenleben und des Menschenglücks, die schauerlich ähnelt, forderte sechzigtausend Opfer. Der furchtbare Konfefsionen aus meinem Leben" schildert Goethe lebhaft durch die Kriege hinweggerafft find. Allein der ruffischAusbruch von Stratatoa foll 40 000 Menschenleben gekostet den viele Jahrzehnte andauernden Eindruck, den jene furcht- japanische Strieg brachte über mehr Menschen Tod und Verhaben. Auch bei dieser Katastrophe spielten die über die bare Statastrophe in ihm hervorgerufen: derben als die Vernichtung der süditalienischen Städte durch javanische Stüfte hereinbrechenden Meeresfluten eine entsetzliche... Eine große prächtige Refidenz, zugleich Sandels- und die graufige Erschütterung der Erdrinde. Und wenn wir Rolle. Der Ausbruch des Mont Pellée vernichtete im Nu Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglid be- alle Opfer der Kriege des 19. Jahrhunderts summieren, so eine Stadt mit 20 000 Menschen, von denen kaum einer troffen. Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust auf, die seinem Schicksal entging. Und so ließen sich der Beispiele Schiffe schlagen zusammen, die Häufer stürzen ein, Stirchen und finden wir, daß die mißleitete Menschheit grausamer, entsetznoch mehr anführen. Aber alle diese Katastrophen verblassen Türme darüber her, der königliche Palast zum Teil wird vom licher war als die blind wütende Natur. Als durch den Meere verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu Ausbruch des Mont Pellée 20000 Menschen vernichtet wurden, gegenüber dem ungeheueren Schicksal, dem eine ganze speien, denn überall meldet fich Rauch und Brand in den Ruinen. Schauderte die Menschheit zusammen. Daß allein der südwestReihe volfreicher und blühender Städte zum Sechzigtausend Menschen, einen Augenblid zuvor noch rubig und afrikanische Krieg mehr als 20000 Menschen das Leben kostete, Opfer gefallen find. behaglich, gehen miteinander zugrunde, und der glücklichste darunter daß die Herero von den deutschen Truppen unter ist der zu nennen, dem keine Empfindung, keine Besinnung über Androhung des Todes in die wasserlose Wüste getrieben und das Unglück mehr gestattet ist. Hierauf ließen es die Gottesfürchtigen nicht an Be- unter ebenso entseglichen Qualen dort ihren Tod fanden, wie trachtungen, die Philosophen nicht an Trostgründen, an Straf die verstümmelten und durch Feuersbrunst bei lebendigem Leibe eingeäscherten Opfer von Messina und Reggio, das predigten die Geistlichkeit nicht fehlen. Der Knabe, der alles dieses wiederholt vernehmen bereitete unserer deutschen Bourgeoisie keinerlei Gewissensmußte, war nicht wenig betroffen. Gott, der Schöpfer und Erhalter strupel! Diese entsetzliche Gefühlsverrohung, diese unbegreifliche Es ist ein tragisches Geschick, daß gerade in dem Augenblic, wo der Menschengeist einen neuen Triumph feierte, wo das Problem der Beherrschung der Lüfte durch lenkbare Ballons und Flugmaschinen als im Prinzip gelöst betrachtet werden kann, dies furchtbare Naturereignis dem Menschen beweist, daß er nur ein Spielball in der Hand unbekannter, #... erwarten. um Der Untergang Palmis... tausend von Banik ergriffene Menschen zuſammendrängten. Ich erinnere mich an das, was dann folgte, sehr wenig. Gin Niederbruc verschiedener anderer großer Gebäude erfolgte, die Hunderte von Menichen unter ihren Trümmern zu begraben schienen, und dann wurde ich bewußtlos. moralische Apathie unserer herrschenden Gesellschaftskreise Die erste amtliche Meldung. wir aufs dürftigfte bekleidet, aber wir waren derartig benommen sollte aber den leidenden und denkenden Massen des Volkes ein Palermo, 30. Dezember. Gestern abend ist die erste amtliche daß wir gar nicht daran dachten. Auf der Straße folgten uns nuwiderstehlicher Ausporn sein, solchen gräßlichen Katastrophen Drahtnachricht des Präfetten von Mesfina hier eingetroffen. Sie Hunderte, die, wie wir, der furchtbaren Katastrophe zu ent mujeres Gesellschaftslebens so rasch als möglich ein Ende zu besagt, daß das Unglück jede menschliche Einbildungs- rinnen suchten. Es schien uns, als ob die Häufer alle bereiten! Gegen das Müten der Naturkräfte ist der Mensch traft übersteige. Messina sei fast gänzlich zerstört. über uns zusammenbrechen, und dann stürzte das Meer in machtlos. Dem Büten des Menschen gegen Die Zahl der Toten werde auf 3 ehntausende geschätzt. Die Sie Stadt. Der Untergang der Welt schien angebrochen. den Menschen aber, das unendlich zahlreichere allgemeine Bestürzung und Berwirrung zu be- Das Waffer brauste unter lautem Gebrüll hinein, und der Opfer verschlingt als als die entfesselten Gluten des schreiben fei unmöglich. Die bisher geleistete Unterstütung Simmel glühte von dem Refler eines brennenden Balakes. Plötzlich Eroinnern, als die unbezwingbaren Kräfte des Ozeans, fei ungenügend, es täten dringend außergewöhnliche flammte es hell auf und ein furchtbarer Knall erschütterte die Stadt läßt sich Einhalt gebieten, wenn nur die Mehrheit Silfsmaßnahmen not; insbesondere müßten Lebensmittel aufs neue. Bermutlich war es die Explosion des Gasometers. des entrechteten Volkes sich auf ihre Menschenwürde befiunt. gesandt werden. Die Feuersbrunst, der man bisher nicht have Schließlich kamen wir auf den Hauptplat, wo sich zwei bis dreiDaß die befigende Klasse diese Lehre solcher Statastrophen Herr werden können, breite sich an mehreren Punkten der Stadt beherzigen wird, daß sie, statt die besiglose Klasse auf ein weiter aus. befferes Jenseits zu vertrösten, und die Bestialität der menschlichen Gesellschaft Bestialität sein zu Lassen, sich tvenigstens müht, der Menschheit das Dasein durch mensch- Dent B. T." geht folgende Meldung aus Rom zu: Liche Güte und Einsicht so lebenswert als möglich zu machen, In dem zerstörten Balmi allein liegen noch 800 Tote Dem Korrespondenten des Mattino" in Monteleone gibt ein ist trotz des furchtbaren Eindrucks des Augenblicks nicht zu unter den Trümmern. Die Bevölkerung in der ganzen Un- Reifender, der sich bei dem Einbrechen der Katastrophe in Messina Statt den Menschen Menschlichkeit, menschliche glücksgegend hungert. Die Namen aller zerstörten in einem Fährboot befand, folgende Schilderung: Es erfolgte ein Duldung, werftätige, Nächstenliebe zu predigen, ber- Städte, Ortschaften und Dörfer aufsu- plöglicher Stoß, worauf das Fährboot fant. Messina, das erleuchtet anstaltet in den Schreckensgebieten die Geistlichkeit 3 ählen, ist unmöglich. Die ganze blühende Gegend war, wurde in Dunkelheit gehüdt und von einer Staubwolfe bedeckt. Prozessionen, Umzüge mit Heiligenbildern. um die Meerenge von Messina ist ein Friedhof. Der Depu Die ersten Personen, die zur Rettung herbeteilten, fanden die Straße die. fchonungslosen Naturgewalten zu beschwören! Die tierte Colocci erzählt über den Untergang von Balmi: Selbst bis zum Statbaufe mit Schutt bedeckt. Der Brand brad an vier besitzende Klaffe und ihre Dienerin, die Geistlichkeit, hat die bizarrste Phantasie eines böfen Geistes vermöchte nicht die verschiedenen Stellen aus. während der Jahrhunderte nichts gelernt, sie wird aus dem schreckliche Gestalt auszudenken, die die Katastrophe der un- Catania, 30. Dezember. Ein Ueberlebender aus Messina, der ungeheuren Schrecknis von Messina nichts lernen! Die glücklichen Stadt gegeben hat. Viele Häuser sind in der Mitte hier eingetroffen ist, berichtete: Es ist unmöglich, den frecklichen entrechtete laffe, die Ingebildeten", das geborsten, so daß man in die offenen Wohnräume hineinschaut, Anblick zu beschreiben. Die Stadt ist in einen ungeheueren SchuttProletariat aber möge fünftig noch opferwilliger, un- wo die Wände mit Heiligenbildern und Madonnenaltären ver- baufen verwandelt, faft alle Einwohner find getötet, nur widerstehlicher dafür kämpfen, daß im gesellschaftlichen siert sind. Ganze Hänserreihen sind vornübergeneigt, als wenige Tausend find dem Tode entronnen. Es mangelt an Leben wenigstens Vernunft und Menschenliebe wollten sie sich zum Grüße verneigen. Die alte Kathedrale Aerzten, Beltent, leidern und Lebensmitteln, um die lebertriumphieren. Den Naturgewalten vermag der Mensch nicht ist enthauptet und aufgeschlitt, furs, es ist eine Apotheose tebenden, die, von dem Nötigen entblößt, dem winterlichen zu gebieten; aber für sich selbst vermag er den Gefeßen der des Chaos. Vor der Kirche liegt eine Anzahl fürchterlich zer- Wetter schutzlos preisgegeben find, zu versorgen; es mangelt an Menschlichkeit, des Mitgefühls, der Brüderlichkeit zum Siege quetschter, zerrissener, blutüberströmter Leichen aufgebahrt, Feuersprißen, um die Flammen zu löschen, die in den Ruinen wüter. zu verhelfen! vor denen Frauen Todeslitaneien murmeln. Ueberall ertönt Messina fcheint wie vom Erdboden fortgefegt; auch der Bahnhof ist Der Dämon des Schreckens gebäre die Losung der aus den Schuttmaffen gellendes Hilfegefchrei Tansender, denen eingestürzt. Alle Eisenbahnwagen find zertrümmert, das gesamte Menschlichkeit! man nicht Hilfe leisten fann. So zahllos find die Verschüt- Bahnperfonal ist tot. Die schuttgefüllten Straßen find nicht wiederzuteten, die noch leben und deren Los besiegelt ist. erfennen, fie erfcheinen mur als ungeheuere Spalten auf einem weiten Trümmerfeld. Universität, das Bosts und Telegraphengebäude und alle übrigen öffentlichen Gebäude find verschwunden. Die Gasleitungen find vollständig gerstört. Die Stadt blieb nach der Katastrophe Stundenlang ohne jede Silfe, da die Ruinen die Behörden, die Garnison, Aerzte, Apotheker, furz alle Klaffen der Bevölkerung unter sich begraben haben. Drei weitere Büge und ein Dampfer mit Ver= wundeten und Flüchtlingen find von Meffina abgegangen. Eine Dame, die sich nach Palermo flüchtete, schildert diesen Moment folgendermaßen: " Von den Crimmeritätten Süditaliens. Es ist jetzt traurige Getvißheit, daß die Erdbebentatastrophe in Sübitalien nicht nur blühende Städte in Trimmer gelegt, sondern auch einer ungeheueren Anzahl Menschen den Tos gebracht hat. Die Nachrichten über die Zahl der Toten laufen noch immer tvire durcheinander. Messina. Messina, nach Palermo die größte Stadt Siziliens, die Hauptstadt des Ostens, wie Palermo die Sauptstadt des Westens, erinnert in feiner wunderbaren 2age an einige andere, von der Natur überreich beschenkte Häfen wie Genua und Barcelona, die fich auch an den sonnenbeschienenen Abhang cines sanftgewelten Gebirgszuges anschmiegen. Wer sie einmal gesehen, vergißt sie nie wieder. Weich hingegossen am Fuß des Peloritanischen Ge. birges, das, wie die Höhen über Genua, die beschützenden Forts Wir lagen alle im Bette und schliefen; da begannen plöglich Verschiedentlich wird die Zahl der ums Leben Gekommenen auf mehr als 100 000, ja fogar auf 200 000 angegeben. Wenn man diesen Angaben vorerst auch nicht vollen Glauben beimessen fann, auf seinem Rücken trägt, ist Messina für den Handel von Sizilien die Betten zu wiegen, die Wände zu fchwanken. Fensterscheiben zerso dürften die in unserer gestrigen Nummer angegebenen 8ahlen der heute von derselben Bedeutung wie im grauen Altertum. Der fprangen und Möbel stürzten um. Ich sprang im Hemd aus dem wundervolle, die Simmer. Einer meiner Brüder trug mich die Treppe hinab und ris mich hinter sich her. Auf der Straße hinter uns stürzte das Haus ein; Donnergepolter dröhnte unter uns in der schwankenden Erde. Ueberall stürzten Häufer mit lautem Strachen zusammen. Es war eine höllische Szene.. Plöglich gab es eine furchtbare Detonation; die Gaswerte waren explodiert. Dann wurde alles um uns dunkel. Terromoto! Terremoto!"( Erdbeben 1) schrien die Menschen, die gleich uns wie wahnsinnig durch die Straßen nach dem Hafen liefen. Die Welt geht untert" schrien andere. Wir liefen, während ber talte Regen auf unfere fast madten Störper herabBerOpfer both viel zu niedrig fein. Eine Brisatbepesche meldet uns aus Nom: Die Nachrichten über( Leuchtturms) gefchaffene natürliche Hafen gab Messina im Alter die Katastrophe von Calabrien und Sizilien lauten ftündlich tum den Namen 3ankle( Sichel). Die Stadt blühte schnell auf furchtbarer; man spridit von 100 000 Toten. Entsetliche Besorgnis und blieb infolge ihrer hervorragenden Lage und als Ausfuhrort horrscht über das Schicksal Reggios, worüber alle näheren Nachrichten des reichen Innern das eigentliche Handelsemporium Siziliens fehlen. Nie hat Italien ein größeres Unglück betroffen als diese und machte jest ganz den Eindrud einer modernen Stadt, in der Erdbebenkatastrophe. Trotz der energischen und schnellen Hilfsaktion, fich wenig von seiner reichen geschichtlichen Vergangenheit in die an der fich auch englische and französische Striegsschiffe beteiligen, ist Gegenwart herüberrettete. Seine eleganten Paläste und schönen man bem unübersehbar großen Waheif nicht gewachsen. Diese ent- Stirchen waren neu mit Ausnahme der Stathedrale, die aus dem fckliche Katastrophe macht auf die gesamte Nation einen nieder- Jahre 1197 stammte. Mejjina hatte eine sich allmählich entwidelnde Schmetternden Eindruck. In Rom find infolge des nationalen lagläds Industrie, vor allem aber bedeutenden Handel und tätige Schiffahrt. fämtliche Theater gefchloffen. 4000 Soldaten find nach Süditalien Der sichere und prachtvolle Hafen tann. 1000 Schiffe aufnehmen unbete ober Zote. Mteine Brüber riffen mich wieder auf. 1902 Tiefen ein: Schiffe son 1970 755 Toni, wumbete ober: Zote. natürlich die meisten dem, se u stenberkehr dienten. Unter den fremden Flaggen ist die englische die stärkste. Dann kommt die österreichische und die deutsche. Mesfina führt jährlich ungefähr für 50 Millionen Lire Südfrüchte, Olivenöl, Nüffe, Gips, Kalt, Pimsstein usw. aus. Für Wissenschaft und Künste wird eifrig gesorgt. Messina hat eine Universität, eine Akademie, ein StunftWer weiß, wie viel von all den Schöpfungen regen Menschenmuseum, Gymnafium, technische Schulen usw. Hat?-Hatte! geistes nach der brutalen Katastrophe jetzt noch übrig ist--! gefandt, ebenso römische Feuerwehrlente. Die Bernichtung Reggios. Nom, 30. Dezember. Ein in Gerace Marina eingetroffener Hauptmann berichtet, daß die Stadt Reggio di Calabria zerstört ist; die Zahl der Toten fei sehr groß. Die in Melfina liegenden englischen und ruffischen Kriegsschiffe haben Truppen zur Silfeleistung gelandet; die Schiffe find als ofpitäler eine gerichtet worden. Der Bürgermeister von Melito und der Eisenbahnstationsvorsteher von Lazzaro( Provinz Neggio di Calabria) Haben den Bräfekten von Catanzaro telegraphisch um Entsendung Nach Mitteilung des Hafenamts in Neapel sind die Leucht von Hilfsmannschaften zur Bergung der Toten gebeten. Der Um- fener der Straße von Messina zerstört. Ob das gefahrlofe stand, daß sie sich an den Präfekten von Catanzaro anstatt an den Paffieren der Meerenge für Schiffe möglich ist, erscheint zweifelhaft. von Reggio di Calabria wenden, beweist, daß es unmöglich Der Norddeutsche Lloyd hat daher angeordnet, daß seine sämtlichen ist, aus Reggio Hilfe zu senden! G3 ist dringend er- Dampfer, ausgehend und heimkehrend, vorläufig die Straße von forderlich, die Toten in Messina zu bergen, um Infektionsfrankheiten Messina nicht passieren, sondern um Sizilien herumfahren sollen. zu verhüten. Der B. 3. am Mittag" wird über das Schicksal Reggios aus Rom berichtet: " Die heutige Nacht hat die furchtbare Gewißheit gebracht, daß Reggio ven dem gleichen Schidjal ereilt wurde wie Messina. Die Regierung ließ in frühester Morgenstunde ein amtliches Bulletin ver öffentlichen, das in vier furzen Sätzen die furchtbare Wahrheit ohne jede. Beschönigung enthüllt. Das Bulletin lautet: Die Präfekturen von Reggio, Calabria und Messina melden: Reggio und Messina wurden durch fünf Erdstöße und eine Sturmflut zerstört. Aus den Trümmern steigen Rauchsäulen empor, die zerstörten Bahnlinien Reggio- San Giovanni und Messina- Catania werden rasch hergestellt sein. Die Zahl der Zoten ist groß, aber noch nicht genau feststellbar. Die Sturmflut, von der bas amtliche Bulletin spricht, muß von elementarer Getvalt gewefen fein. Der Stapitän eines italienischen Postdampfers berichtet barüber an die Rovigazione Generale": Die Straße von Messina gesperrt. Fortdauer der Erdbeben. Die schredliche Naturgetvalt ist in Süditalien noch nicht zur Ruhe gekommen. Den ganzen Dienstag hielten die Beben an. Folgende Telegramme liegen vor: Rom, 30. Dezember. Die Erdstöße dauerten den ganzen geftrigen Tag an und wurden auch an allen Erdbebentarten Italiens registriert. Sie waren aber schwach und haben keinen Schaden angerichtet. Erst in den späteren Abendstunden hat sich die Erde beruhigt. Balerino, 30. Dezember. Gestern abend um 18 Uhr wurde hier ein furzer Erbstoß wahrgenommen. Die Bevölkerung befindet fich in großer Aufregung und eilt mit heiligenbildern durch die Straßen. Der Direktor des römischen meteorologischen Obfervatoriums vergleicht das Erdbeben mit einem Schättelfroft der Erde. Schilderungen Ueberlebender. Meffina. ur fort, immer fort! Dann plöglich, täher am Hafen, wurden die Straßen schlüpfrig. Wir fanten oft bis an die Stnie in den Schlamm, den die furchtbare Flutwelle, die glüdlicherweise bereits zurückgetreten war, hinterlassen hatte. Ich konnte nicht mehr; id) wurde ohnmächtig. Wie ich auf das Schiff tam, das mich nach Palermo brachte, weiß ich nicht mehr. Mein Gott, was für eine Nacht, was für eine furchtbare Nacht!" Der Kapitän eines Dampfers fagte, daß plötzlich das Steuer verfagte und das Schiff mit unbezwinglicher Macht gegen die Rüste trieb, nur die fchon wieder zurückkehrende Flut rettete ihn vor der verderblichen Strandung. Die ganze See fchien mit Trümmern bedeckt, aber in der Dunkelheit waren Einzelheiten nicht zu er fennen. Der Direktor der Gazetta di Messina, Fulci, der aus Messina entkommen ist, langte in Palermo an und erzählte:„ Ich rettete mich mit meiner Familie in wunderbarer Weise, während meine Wettern, die Deputierten Nicola und Ludovico Fulci, in der daneben liegenden Wohnung mit ihren Familien cinent Schrecklichen Tod fanden. Der Geruch der zahllosen Leichen macht sich bereits bemerkbar. Man hört auch immer noch aus den Trümmern verzweifeltes Schreien und Hilferufen. In Balermo traf eine Frau Karalech aus Budapest ein, die sich aus dem zufanmenbrechenden Sotel durch einen Sprung aus dem dritten Stod gerettet hatte und merkwürdigerweise unverletzt geblieben war. Ebenso famen dort, war aller Habe entblößt, aber doch heil an die Mitglieder des lyrischen Ensembles vom Teatro Vittorio Emanuele. Auch ein deutscher Name, ein Professor Weise, befindet sich unter der kleinen Anzahl der Flüchtigen." Ein Offizier an Bord des Torpedobootes Sappho" in Messina gibt folgende Einzelheiten über die Katastrophe: Gegen 5 Uhr wurde die See sehr aufgeregt; bald danach entstand ein Heben und Senken, und ein gewaltiger Waffertvall stürzte sic) auf die Stadt, Unmittelbar darauf schien die Oberfläche des Wassers mit Leichen und Trümmern bededt. Nicht cher, als bis die Sonne aufging, fonnte man sich eine Idee von dem Umfange " Der Korrespondent der Tribuna" in Pizzo hatte eine Unterbes Unglüds machen, das nicht feinesgleichen in der Geschichte Um 5 Uhr 20 Min., als ich eben in Sicht des Leuchtfeuers von redung mit mehreren Offizieren des Torpedobootes Saffo". Siziliens hat. Die Stadt ist tatsächlich verschwunden. Nichts war Weffina fam, wurde das Schiff plöglich in die Tiefe gezogen und das sich zur Zeit des Unglüdes in Messina befand. Die mehr sichtbar als die Masse der Nuinen, aus denen die noch auffofort wieder hoch emporgeschleudert. Die bis dahin spiegelglatte Offiziere erzählten, um 5%, Uhr trat eine heftige Bewegung recht stehenden Mauern des Hotels Trinacria" hinausragten; alle See war plöglich ein einziger Schaumfamm geworden. Ungeheuere des Meeres ein; auf den Schiffen bemerkte man eine starte anderen Hotels und großen Gebäude find berilungen ellen wälaten sich über Bord des Schiffes, das in allen Teilen Erschütterung. Gleich darauf bildete fich eine ungeheure Woge, oder eingefallen. Aus den Straßen ertönte ein entInarrte und frachte, als würde es zerfallen. welche die Stadt durchflutete und die Stüfte und mehrere Schiffe be- feglicher Chor bont Geschrei und Jammern. Dann Die Stöße erneuerten sich fünfmal. Das Reuchtfeuer war er- fchädigte. Der österreichische Dampfer, Andraffy" verlor die Anter plöglich mit einem Male, man möchte fagen, mit magischer GeLofchen und über die falabrische und fizilianische Stüfte legte fich ein und beschädigte mehrere andere Schiffe; der Hafendamm und die schwindigkeit, brach Feuer aus. Eine dichte Ranchwolle verhüllte die Dichter Rebel. Mit Mühe und Not erreichte ich den Hafen von Werft wurden zerstört. Das Meer war bald mit Trümmern bedeckt. Szeneric, durch die die Regenströme von Zeit zu Zeit brachen und Messina, too ich zahlreiche jammernde Menschen auf den Dämmen Acht Matrosen der Saffo" verließen das Torpedoboot und be- die Flammen in tollem Reigen zingelten. Man fann unmöglich ein vorfand. Die Stadt felbft lag in Trümmern. gannen das Rettungswerk. Bild von der titanischen Größe der Tragödie geben. Die erste Meldung des Präfekten. Eine aus Messina in Catania eingetroffene Dame, die felbft berlegt ist, gibt folgende Schilderung des Unglüds, das die Stadt Meffina betroffen: Ein Arbeiter aus Reggio gibt folgende Schilderung der Vorgänge: Es war beinahe 5/ Uhr morgens, als ich plötzlich einen bonnernden Lärm hörte, als wenn verschiedene Batterien abgefeuert würden. Dann sah ich plöglich die See fich heben und sich auf die Stadt stürzen und in einem Augenblick die Kathedrale, Staferner und alles übrige verschlingen. Ich glaubte, das Ende der Welt sei gekommen. Reggio. Slom, 80. Dezember. Gestern abend traf aus Gerace eine amtliche Depesche des Nur das Wort ötte gibt eine annähernde Idee von der dortigen Gendarmeriefommandos ein des Inhalts: Reggio furchtbaren Szene. Als der erste Stoß tam, schliefen wir ganz fest, di Calabria fei durch fünf rasch aufeinanderfolgende Erdstöße ich wurde durch das Schwanken des Hauses und das Rasseln der Fenster völlig zerstört. Die Zahl der Toten fei enorm. Der Präfett fei geweckt, aber auch schon im nächsten Augenblick war ich aus dem gerettet und in Gerace eingetroffen. Er berichtet, daß Tausende Bett geworfen. Alles stürzte ohne Rücksicht auf den Regen auf von Personen getötet wurden. Die Präfeftur sowie die anderen die Straße, der in Strömen niederprasselte. Furchtbare Schreie öffentlichen Gebäude, Kirchen, Schulen, Stafernen feien eingeum Hilfe ertönten von allen Seiten. Steiner von uns fuchte zu ent Der„ Sécolo" veröffentlicht folgende Schilderung der Katastrophe stürzt. Unter den Trümmern liegen mehrere hundert Soldaten be flichen, und mir selbst war, als ob mich der Tod mit feiner eisigen von Reggio, bie ein Journalist an die Palermitaner Zeitung Prac" graben. Zahlreiche Polizeibeamte wurden getötet oder schwer verletzt. Sand berührt hätte. Mein Bruder und meine Schwestern waren bei gefandt hat: Da Reggio felbft völlig vom Verkehr abgeschnitten ist, ist es schwer, mir, und ich folgte ihnen, obwohl ich von den umstürzenden Möbeln Um fünfeinhalb Uhr morgens wurde ich durch eine starke ErHilfe zu bringen. Die Mehrzahl der Dörfer in der Umgebung find schwer verlegt wurde. In einer Art Betäubtheit gelangte ich glüd- fchütterung geweckt und aus dem Bett geschleudert.- 3ch flüchtete teils durch das Erdbeben, teils durch die Meereswogen vernichtet. licherteife in Sterbeft. Direft aus den Betten fommend. waren mich unter eine Türe, als auch schon das Dach einftitrate und der " Die Summe des Unglücks. Berlin, 30. Dezember. Gine heute nachmittag eingetroffene Depesche des kaiserlichen Botschafters Grafen Monts in Rom lautet: Wegen Schicksals Konfuls und deutscher Kolonie in Messina habe ich unverzüglich von italienischer Regierung Auskunft erbeten; wegen Unterbrechung der Verbindung wird Aufschluß schwerlich sogleich zu erhalten sein." Der kaiserliche Konsul in Palermo meldet:„ Ueber Befinden Konsul Jacobs und Deutschen Messinas hier auch auf amtlichen Wege nichts festzustellen, da Verbindungen unterbrochen. Hier nichts versehrt." Fußboden barst So fiel ich aus dem zweiten in s erste Stodiverty Der deutsche Generalfonful in Neapel hat den Norddeutschen! und blieb dort einige Zeit betwußtlos liegen. Als ich wieder zu mir Lloyd gebeten, Messina durch einen Dampfer anlaufen zu laffen, fam, griff ich nach meiner Stirn und zog meine Hand blutüber- um die Verwundeten der deutschen Kolonie an Bord zu nehmen. strömt zurück. Ich wollte schreien, fonnte aber nicht, da meine Kehle Ein von Korfu kommendes Lloydschiff nahm davon achtzig an Bord, boll erstidenden Staubes war. Endlich vermochte ich mich zu be- um sie in das deutsche Hospital nach Neapel überzuführen. freien. Meine Rufe fanden aber fein Gehör. Draußen herrschte Wien, 30. Dezember. Der Neuen Freien Presse" zufolge hat die Verzweiflung und das Todesschweigen. Endlich schafften drei Bürgermeister Dr. Lueger beim Stadtrat beantragt, zur Linderung Freunde, die im Erdgeschoß wohnten, eine Leiter herbei, der Not der von der Erdbebenkatastrophe in Sizilien Betroffenen und so befand ich mich auf der Straße. Gin fürchter- 20 000 Lire feitens der Gemeinde Wien zu spenden. liches Schauspiel bot sich mir dar: Die ganze Stadt Aus New York wird gemeldet, daß Caruso 2000 Dollar für schen in Ruinenhaufen verwandelt. Wie wahnsinnig eilten die Verunglückten von Süditalien gezeichnet hat. bie Neberlebenden durch die öden Gaffen. Zuerst traf ich einen Mufifprofeffor, der feine alte Mutter auf den Schultern trig und seine Frau an der Hand führte. Da erfolgte ein neuer Erdstoß, Ein Fazit der furchtbaren Katastrophe läßt sich noch der neue Einstürze bewirkte. Ich fiel zur Erde, erhob mich dann immer nicht sichen. Fest steht bis zur Stunde, daß die Unser Leitartikel vom Dienstag über die Steuerschen der Bes wieder, und wie wahnsinnig rannte ich nach dem Hauptplatz. Dort Städte Messina, Reggio, Balmi am schwersten be- figenden hat es dem Zimmerstraßen- Freifimm angetan. Obwohl darin erst dachte ich daran, daß ich nur Unterkleider am Leibe hatte, troffen wurden. Man schätzt z. B., daß von den 160 000 Ein- von den Freifinnigen überhaupt nicht die Rede ist, fondern lediglich als ich alle anderen in gleichem Kostüme bemerkte. Indes war es wohnern Messinas zwei Drittel, also gegen 100 000, um- von den Befihenden, gießt das Organ des Blodfreisinns, die„ Freihell geworden, und immer traffer ward der unendliche Jammer gekommen sind. Die Summe, die zum Wiederaufbau der finnige Zeitung", einen ganzen Rübel des ihr so reichlich zur Veroffenbar. Das Waisenhaus war eingestürzt und hatte alle feine Stadt erforderlich wäre, wird auf mehr als eine Milliarde fügung stehenden Unrates auf unfer unschuldiges Haupt. Das Blatt Sufaffen unter den Trümmern begraben. Aus einem eleganten tagiert. bezeichnet die sozialdemokratischen Abgeordneten des preußischen Balast ertönten herzzerreißende Hilferufe, das Telegraphen- Zerstört sind die Ortschaften Foro, Gazzirri, Ri- Landtages als„ Steuerfanatiker", es fafelt davon, daß die Sozialamt drohte jeden Augenblick einzustürzen. Alle Viertel- posto, Villa San Giovanni, Socilla, Cabi- bemokratie der preußischen Regierung fogar Steuern auf Vorrat bestunden erfolgten neue Erdstöße, von schaurigem tello, Triporni, schwer heimgesucht: Ali, Bagrara, willigen wolle und daß die Sozialdemokratie fich für die Praxis unterirdischen Brüllen begleitet. Ein Zollwächter forderte mich Ein Zollwächter forderte mich Seminara, Sant'Eufemia, Gerace. fühlte. % Freifinnige Kampfesweise. folgendes Finanzprogramm formuliert habe: Die Einkommensteuerflaffen, aus deren Angehörigen fich im wesentlichen die sozialdemo fratische Partei rekrutiert, find unter allen Umständen steuerfrei; die Benfiten der Einkommensteuerklaffent, aus denen vorzugsweise Anhänger der bürgerlichen Parteien hervorgehen, zahlen dafür noch der Erlebigung der Steuergefeße in vieler Hinsicht mit der extremen Ebenfo geistreich ist die Behauptung, daß die extreme Linke bei mehr Steuern als notwendig ist." in der Budgetkommission die Steuerfreiheit aller Ginkommen bis zu auf, ihn bei der Befreiung eines Mannes aus' den Die letzten Nachrichten. Trümmern zu unterstützen. Wir arbeiteten eine Zeitlang In unendlicher Fülle kommen Telegramme von den zuſammen, als die Mauer einstürzte und wir den armen Menschen Trümmerstätten in unsere Hände. Es ist nicht möglich, sie alle feinem Schicksal überlassen mußten, um nicht selbst verschüttet zu wiederzugeben, und zur Stunde läßt sich die ganze Größe und Gewerden. Schreckliche Episoden prägten sich meinem Gedächtnis ein. walt der Statastrophe noch immer nicht überblicken. Kinder, die nach ihren Müttern, Väter, die nach ihren Kindern Wir müssen uns darauf beschränken, die bis Redaktionsschluß riefen, Männer, die mit aller Kraft ihre Frauen aus den Trümmern einlaufenden wichtigsten Depeschen zu bringen. hervorzuziehen fuchten und dazu nicht imftande waren. JammerRom, 30. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) Rechten übereinstimme und daß das kein Zufall fet, sondern daß es rufe ertönten von allen Seiten. Ein Freund von mir begegnete Jede Befürchtung ist durch die entfegliche Wirklichkeit über- fich auch hier wieder zeige, weffen Geschäfte die Sozialdemokratie mir in ein großes Leinentuch eingehüllt. Ich sprach ihn an, troffen. Messina und Reggio find vernichtet, und der besorgt. Die des Mockfreisinns allerdings nicht, wohl aber die der er antwortete mir nicht, sondern sah mich nur mit starren Bliden Hunger und die Feuersbrunst vollenden das graußige Werk Arbeiterfiaffe, und von diesem Standpunkt aus hat unser Vertreter an, er war wahnsinnig geworden. Da erfolgte wieder ein Erdstoß, der Zerstörung. Unter den Toten befindet sich Genosse Noe, 1200 m. beantragt. Um dem Vorwurf zu begegnen, als stelle die und was von der Kirche Santa Lucia noch stand, stürzte vollständig früherer Abgeordneter von Messina III. Ju Neapel find ein. Auch der Hafen war völlig zerstört, und die ganze Stadt dem 76 000 Verwundete angelangt, viele Tausende liegen lebend Sozialdemokratie nur Forderungen auf, ohne zu zeigen, wie fie erBoden gleich gemacht. So floh ich aus dem Lande des Schreckens unter Trümmern begraben. Die Silfsaktion ist der Gewalt füllt werden können, beantragte er gleichzeitig zur Deckung des duraj auf ein Schiff, wo ich mich nach angstvollen Stunden wieder sicher des Unglücks nicht gewachsen. Die Sammlungen haben die die Heraufritckung des steuerfreuen Existenzminimums entſtehenden erste Million erreicht. Ausfalls die Berdoppelung der Vermögenssteuer. Der Gendarmerieposten von Gerace, nächst der bersunkenen Diefen Antrag zog er zurück, nachdem fein erster Antrag, gegen den Stadt Reggio, meldet: auch die Freifinnigen stimmiten, abgelehnt war. Das sind die in Nom, 30. Dezember. Ministerpräsident Giolitti verblieb Die wenigen Berfonen, die sich zu uns gerettet haben, find mit ben Winistern zusammen in bauernber Sigung im Ministerium der Zimmerſtraße ſpukeiden Steuern auf Borrat, die die Sozialfaum vernehmungsfähig. Sowie sie zu erzählen begannen, bes Innern, um persönlich die Maßnahmen zu treffen, die angedemokraten betvilligen!, berfielen fie in Weinkrämpfe. Nur einer, ein Kaufmanns- sichts des fürchterlichen Unglüds notwendig sind. Auch im ArbeitsDie ganze Wut des von der Börse und von gewissen Intergehilfe aus der Via Plutina, welcher zu feinem welcher zu feinem Heile und im Kriegsministerium ist man mit der Organisation der Hilfe- effentenfreifen ausgehaltenen Blodfreisinns stammt baber, daß die gerade vor der Stadt Reggio beschäftigt gewesen, fonnte leistung Tag und Nacht tätig. Auf Anordnung des Marinemini Sozialdemokraten die Tendenz des Geſellſchaftssteuergesetzes angebent, feine letzte Erinnerung gelte dem Turm der Reggioer fteriums werden die Dampfer Taormina" mit 2500 Betten und billigten. Daß sie dabei die Konservativen auf ihrer Seite hatten, Stathedrale, den er inmitten der Sturmflut noch einen furzen Augen- Campania" mit 2000 Betten an Bord heute abend Genua verlassen, betveist nichts gegen die Richtigkeit ihrer Anschauung. Warum foll blic hervorragen fah, dann stürzte auch er. Von weit mehr als zehn- um nach Messina und Reggio zu fahren. Aus Palermo sind die nicht mal ein Konservativer ebensogut einen gefunden Gedanken taufenden aufgepeitschten Seeungeheuern glaubte er sich auf seiner wilden Dampfer Stura" und" Ancona" mit Truppen an Bord nach Dies haben, wie der Blodfreifinn stets dumme Gedanken hat, vorausgesetzt, fina abgefahren. Auch aus vielen anderen Häfen Italiens find Flucht verfolgt. Aber grauenhafter als jener betäubende Lärm, den ab und Striegs- und Handelsschiffe mit Hilfsmannschaften, Lebensmitteln, daß er nicht das Denken überhaupt bereits verlernt hat! zu einzelne Detonationen von unbeschreiblicher Gewalt unterbrachen, war Seleidern und sonstigen Gütern nach Messina unterwegs. Die Wenn das Freisinnsblatt weiter behauptet, unser Artifel enthalte die nun folgende beängstigende Stille. Zu unterscheiden vermochte das öffentliche Hilfstätigkeit hat mit außerordentlichem Eifer eingesetzt. die gröbsten Entstellungent, fo wird es den Beweis hierfür ebensoAuge des Rücblidenden nichts. Grauer Nebel dedte ringsum die Magistrate, Banten, Körperschaften und Private haben Substrip- wenig erbringen fönnen wie für seine Behauptung, die Freisinnigen Ebene, aber weiter vom Ufer zeigte das Meer seine gewöhnliche tionslisten aufgelegt. In ganz Italien finden Trauerfundgebungen hätten in der Budgeikommiffion die Intereffen der minderwohlFärbung, so daß man glauben fonnte, das eben schaudernd Mits statt, die ein erhebendes Gepräge der Brüderlichkeit tragen. Die habenden Klaffen wahrgenommen. Bei welcher Gelegenheit? Etwa römischen Zeitungen geben nach wie vor Ertrablätter aus, die von durch Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages auf Befreiung erlebte fei nur wüfter Traum gewefen. der Menge mit tiefer Grschütterung gelesen werden. In allen der Einkommen bis zu 1200 Mart von jeder Steuer? Von welcher Städten Staliens werden Silfstomitees gebildet. Leichenverbrennung. Aus Rom wird gemeldet: wita 330, 30. Dezember. Die neuesten Melbungen befagen, Unkenntnis der Artikelschreiber beseelt ist, das geht darcus hervor, daß er noch nicht einmal den Zusammenhang Eine furchtbare Nachwirkung der Katastrophe find die daß die Feuersbrünste im Bebengebiet weiter wüten. Der Berkehr. zwischen der. Besoldungsreform und den Steuervorlagen Scheiterhaufen von Leichen. Die schnelle Verwesung erfüllte in der Stadt ist durch die ungeheuren Trümmermaffen, unter denen die Luft mit gefährlichem Ansteckungsstoff und so ordneten annähernd die Hälfte der Bevölkerung begraben ist, beinahe un- fennt. Er beffreitet, daß durch die Beschlüsse der Budgetmöglich gemacht. Zwei Drittel der Offisiere und Soldaten der fommission zu den Steuervorlagen das Schicial der Besoldungsdie Behörden die eilige Verbrennung der Toten an. hiesigen Garnison werden vermißt. Der Streisarzt ist tot, der reform in Mitleidenschaft gezogen wird, obwohl der Finanzminister Man suchte die Leichen zusammen und schichtete fie geiter des Lazaretts verwundet. Es herrscht Waffermangel, da die mehr als einmal eine dahingehende ausdrückliche Erklärung abzu großen Haufen auf. Zuerst mußten Aerzte jeden Wasserleitung zerstört worden ist. gegeben hat. Die Besoldungsreform ist noch lange nicht unter Dach einzelnen Körper Körper untersuchen festzustellen, ob Palermo, 30. Dezember. Nach Meldungen aus Meffina wurden und Fach, da die Dedungsfrage noch nicht gelöst ist. die Verwundeten zunächst im Bahnhof untergebracht, dessen eine Sälfte unversehrt geblieben ist. Die aus Palermo angekommenen Aerzte richteten an Bord des Dampfers Königin Margherita" ein Hospital cin, während das Rote Streuz am Eingang der Straße Primo Settembre ein Hospital improvifierte. Die Nachrichten über die Garnison von Meffina lauten sehr ungünstig. Die Kaferne Sant Glena, wo drei Stompagnien lagen, ist gerstört, nur 20 Soldaten find gerettet. Vom 89. Infanterieregiment sind nur 10 Mann übrig geblieben; von 400 Zollwächtern nur 15. das Leben tatsächlich erloschen sei. Allerdings wurde diese Vorsichtsmaßregel in vielen dringenden Fällen unterlassen und schon jetzt wird behauptet, daß eine Anzahl Verletzter bei Lebendigem Leibe verbrannt worden seien. Sobald man einen großen Haufen bereitet hatte, wurde er angezündet, und alle Zeichen verbrannten, während einer oder mehrere Priester ein Totenamt in der Nähe abeiner oder mehrere Priester ein Totenamt in der Nähe abhielten. Es war ein fürchterlicher Anblic, der einen unaus Löschlichen Eindruck auf die Zuschauer machte. Der Geruch der verbrennenden Körper war auf große Entfernungen zu spüren und vermehrte die grausige Empfindung des unheimlichen Ereignisses. Beileidskundgebungen. Von der Insel Ustice werden heftige Erdstöße gemeldet, die sich gestern um 3 1hr 40 Minuten und 7 Uhr 30 Minuten nachmittags ereigneten. Die Bevölkerung brachte die Nacht im Freien zu. Syrakus, 30. Dezember. Der englische Dampfer Drake" ift mit 300 Heberlebenden von Messina hier eingetroffen, unter welchen fich 23 Verwundete befinden. Wie sich im übrigen die Sozialdemokraten bei der endgültigen Abstimmung über die Steuervorlagen verhalten werden, darüber braucht sich der Freifinn seinen Kopf nicht zu zerbrechen, das ist ihre eigene Sache. Ginen Hinweis darauf bietet die Erklärung unferes Fraktionsrebners bei der ersten Lesung, daß man es sich doppelt und dreifach überlegen müsse, der preußischen Regierung auch nur einen Pfennig zu bewilligen. Nach Steuerfanatismus sieht das nur gerade nicht aus. Politifche Cleberlicht. Berlin, den 30. Dezember 1908. Ein Blockführer über Blockpolitik. Gs bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß sich über die Der Reichstagsabgeordnete Schrader von der FreiGrenzen der Länder hinweg das Mitgefühl mit den Opfern der entsetzlichen Naturkatastrophe zu erkennen gibt. Oberbürgermeister 50 000 Flüchtlinge erwartet, die unterzubringen die Stadtverwaltung ra len korrespondenz" veröffentlichten Rückblick auf Mailand, 30. Dezember. In Neapel werden dieser Tage finnigen Vereinigung" schreibt in einem, in der Libe Sirschner hat an den Bürgermeister von Messina folgendes fich bemüht. Telegramm gerichtet: Der von schwerer Heimsuchung betroffenen schönen Stadt Messina spreche ich namens des Magistrats und der gesamten Bürgerschaft Berlins meine innigfte Teilnahme aus."- Die Berliner Stadtverordnetenverfammlung hat am Mittwoch abend ihrer Anteilnahane Ausdrud verliehen.( Das Nähere finden die Leser im Stadtverordneten- Berfammlungsbericht der heutigen Nummer.) Der Präsident des Deutschen Reichstages, Graf zu StolbergWernigerode, fandte an den Präsidenten der italienischen Deputiertentammer folgendes Telegramm: Im Namen des Deutschen Reichstages bitte ich Sie, Herr Präsident, den Ausdruck der tiefften und innigsten Zeilnahme an dem namenlosen Unglüd entgegennehmen zu wollen, von welchem blühende Teile des uns durch Freundschaftsbande to nahe stehenden herrlichen Landes Italien heimgesucht und unzählige Familien in Glend und Trauer gestürzt sind. deutsche Volt ist angesichts dieses furchtbaren Vernichtungswertes der Natur, dent Menschengeist und Menschenhände machtlos gegenüberstehen, aufs tiefste bewegt. Die Reichsduma beschloß in ihrer geftrigen Gigung, an den Braftdenten der italienischen Stammer ein Telegramm zu senden, in welchem sie ihr Mitgefühl anläßlich der Erdbebenkatastrophe zum Ausdruck bringt. Hilfsaktionen. Neapel, 30. Dezember. Mitglieder des Observatoriums verbreiten beruhigende Meldungen und drücken die Ansicht aus, daß vorläufig feine weiteren ernsten Erdstöße zu befürchten seien. Diese Versicherungen haben die Bevölkerung in etwas beruhigt. Die Zahl der Verletzten fann noch immer nicht mit Bestimmtheit festgestellt werden, sie ist jedoch wahrscheinlich bedeutend größer als die Zahl der Toten. In Messina konnte bisher das Feuer noch nicht gelöscht werden, da es an Feuerspriten und Geräten mangelt. Die Gas- und Wasserwerke sind vollständig zerstört. Die erste Hilfe nach der Katastrophe wurde von den Mannschaften der im Hafen liegenden Schiffe geleistet. Budapest, 30. Dezember. Während der Erdbebentatastrophe in Messina befanden sich drei Dampfer der Ungarischen Seeschiffahrtsgesellschaft, Andrajfi"," Nutlefovice" und" Nagy Lajos", in der Erdbebenzone. Der Andrassy" strandete und konnte nur durch die unversehrten beiden anderen Schiffe mit Mühe geborgen werden. Der Dampfer wurde an das Ufer getrieben und erlitt Savarie. Der beschädigte Dampfer wird nach Palermo in Reparatur gehen. Bon den Reisenden fehlen bisher Nachrichten. Der Agent der Gesellschaft in Messina tonnte sich retten. * 1 das Jahr 1908: Die innere Politik, die wesentlich eine preußische ist, blieb die alte reaktionäre, wie die verschiedenen Fälle: Schüding, Jubs u. a. flar bewiefen. Die Ber besserung des preußischen Wahlrechtes ist nicht über ein pages Bersprechen in der letzten Thronrede hinausgekommen. Die neuernannten preußifchen Minister haben denselben Faden gesponnen wie die früheren, nur noch ungeschiďter. Ereignisse in anderen Ländern, befonders aber die ungeschickte eigene Finanz- und Wirtschaftspolitik hatten schon im Jahre 1907 zu großen Notständen, befonders zu einer, schließlich eine allgemeine gewaltige Breissteigerung bewirkenden Verteuerung der Lebenshaltung geführt und die Einnahmen des Reiches schwer geichädigt. Das Jahr 1908 hat nichts gebeffert, uur noch verschlimmert.. Seit Anfang 1907 beherrscht der Block die deutsche Politik! Das Reichsvereinsgefek gegen den Liberalismus. Der frühere liberale Verein in Stegliz ist zur Demokratischen Vereinigung übergetreten und hat die dadurch notwendig gewordene Aenderung feiner Statuten der Stegliger Polizei angezeigt. Der dortige Bürgermeister Buhrow hat an den Verein nunmehr Sas Verlangen geftellt, ihm eine Stempelmarte im Werte von 1,50 M. einzusenden und gleichzeitig das Mitgliederverzeichnis des Vereins einzureichen. Der italienische Minister des Innern fandte 100 000 2ire für die Notleidenden in Sizilien und Kalabrien, die gleiche Summe sandte die Sparkasse von Bologna; die Gemeindeverwaltung von Rom zeichnete vorläufig 20 000 Sire. Ministerpräsident Giolitti erließ einen Aufruf an die Nation zur Unterstübung der Bevöl bindungen mit den Unglüdsstätten unterbrochen und die Ermitte terung der heimgesuchten Gegenden. Von Neapel aus werden lungen von Einzelheiten an Ort und Stelle außerordentlich er 50 000 Belte und 20 000 Deden nach Sizilien abgesandt. Feld- schwert sind. Aus den nämlichen Gründen hat auch das Ersuchen bädereien der Armeekorps in Rom, Neapel, Florenz und Antona an die italienischen Behörden um Auskünfte bisher ohne Erfolg bleiben müssen. Unter diesen Umständen erschien es geboren, durch In Rom beschäftigt man sich mit der Frage, wie es möglich Entsendung von Beamien nach Messina und anderen beschädigten fei, die bedeutenden Geldsummen, die in den Trümmern der Städten für die erforderlichen Nachrichten über das Schiajal der Das Steuerprivilegium der Beamten. verschütteten Häuser liegen, in Sicherheit zu bringen. Bei der Deutschen und für geeignete Hilfeleistung Sorge zu tragen. Der Die Städtezeitung" hat eine Statistit aufgemacht, aus ber Bant von Sizilien befanden sich, wie verlautet, allein 50 Millionen Staatssekretär des Auswärtigen Amtes hat deshalb die Botschaft sich ergibt, toie das Privileg der Beamten, Leine Gemeindeſtenern in den, Raffen in Rom mit entsprechender Weisung versehen, bezahlen zu brauchen, auf die Kassenverhältnisse der einzelnen Berlin, 30. Dezember. Die telegraphischen Weifungen an Berlin, 30. Dezember. Die telegraphischen Weifungen an Deutschlands diplomatische und konsularische Bertreter in Italien um Beschaffung näherer Angaben darüber, ob und wieweit deutsche Landsleute von der Erdbebenkatastrophe betroffen worden sind. Stempelgebühr, noch die Einreichung einer Mitgliederliste zu verDer Bürgermeister von Steglik hat weder das Recht, eine haben bisher nicht zum Ziele geführt, weil die regelmäßigen Verlangen! Benn schon die Verwaltungsbeamten in der nächsten umgebung Berlins bas Vereinsgefey in solcher Weise anzuwenden versuchen, dann braucht man sich nicht darüber zu zuwenden versuchen, dann braucht man sich nicht darüber zu Gegenden die Behörden dem Vereinsgefez die unglaublichsten Auswundern, wenn in Hinterpommern und ähnlichen anmutigen legungen geben. arbeiten für die schwer betroffenen Landsleute. Gemeinden wirkt. Durch dieses Privileg verloren in den Jahren hüten, daß die Dienstboten Bewegung in ein rein] bahnen zu erfvirken. Der Generaldirektor Ambt hatte als Vor 1901 bis 1905 die Stadt Berlin 1 450 827 M., Breslau 590 000 m., fozialdemokratisches Fahrwasser hineingerät". sitzender der Krankenkasse des Staatsbahnpersonals eine Jahres. Köln 370 000 M., Königsberg 328 000 M., Charlottenburg Nichtsdestoweniger meint der Verfasser des Artifels, Doktor abrechnung herausgegeben, zu der die Kassenrevisoren, wie sie auch 314 000 M., Stiel 210 000. M., Elberfeld 205 000 M., Staffel m. Wagner( Berlin), dürfe man den Einfluß, den die sozialdemo- öffentlich erklärten, ihre Unterſchrift verweigert hatten. Ambt, statt 165 000 M., Dortmund und Erfurt je 152 000 M. In einer Reihe fratische Partei auf die Dienstboten gewonnen habe, nicht unter- als Stafſenvorſizender die Sache aufzuklären, ließ nun als Generalvon Städten, die eine ganz besonders starke Beamtenbevölkerung haben, würden die kommunalen Steuerzuschläge bei Auf- fchäzen: hebung des Privilegs teilweise um 20 bis 30 Proz. herabgedrückt werden können. Bündlererfolge. " direktor eine Untersuchung wegen Dienstvergehens" gegen die als Revisoren tätigen Staatsbahnangestellten einleiten. Daß dies „ Es kann daher nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen Vorgehen in den genannten Blättern fritisiert wurde, ga jenem werden, wie außerordentlich wichtig es ist, daß auch die Haus- Verein Veranlassung zu seiner ersten Tat gegen die„ Shmutzfrauen sich zu einer Organisation zusammenschließen, die es presse". Was er aber wirklich bezweckt, ist Einschränjung fich nicht zur Aufgabe macht, die Dienstbotenbewegung überhaupt oder Beseitigung der Preßfreiheit, und offenbar zu bekämpfen, sondern lediglich den übertriebenen For will die Regierung diesem Wunsche auch entgegenkommen. Vor derungen der sozialdemokratischen Dienst boten einigen Tagen wurde eine Deputation des Vereins beim Justizbewegung entgegenzutreten. Beide Organisationen minister vorstellig und überreichte ihm Vorschläge zur Abänderung sollen sich nicht als Kampforganisationen gegen der Preßgeseze des Inhalts, daß in allen Fällen, auch wenn der überstehen, sondern sie sollen durch friedliche Verhandlungen Verfasser eines strafbaren Artikels genannt und dafür zur Verversuchen, daß durch die Dienstbotenbewegung die Verhegung antwortung gezogen ist, der Redakteur der Zeitung außerdem be nicht in die Familie, den eigentlichen Hort des Friedens, straft werden muß. Ferner, daß in allen Fällen, wo jemandem hineingetragen wird. Leiden seelischer Art oder materieller Schaden zugefügt wurden, ohne Rücksicht darauf, ob es im einzelnen beweisbar ist, daß der Zeitungsartikel wirklich diese Wirkung hervorgerufen hat, der Verfasser schadenersatzpflichtig. ist, und schließlich, daß für den Schadenersatz neben dem Verfasser der Redakteur, der Verleger mit ihrem gesamten Eigentum und der Drucker des Blattes solidarisch hastbar gemacht werden. und der Drucker des Blattes solidarisch haftbar gemacht werden. Der Minister Högsbro hat, wie Ribaus Bureau berichtet, der Deputation erklärt, daß das Justizministerium die Aus. arbeitung solcher Gesetzesänderungen schon in Erwägung gezogen habe. Der Bund der Landwirte hat nach seinen Erfolgen bei Sem Ringen um den Zolltarif im Jahre 1902 und den sich diesem anschließenden Stämpfen um die neuen Handelsverträge seine demagogische Agitationsarbeit nicht eingestellt. Der Ton der Bundesleiter gegen die Regierung hat sich zwar etwas verfeinert. Es werden bei den alljährlichen Paradevorstellungen im Zirkus Busch an die jeßigen Minister nicht mehr drastische Einladungen zu höchst zweifelhaften kulinariWas sonst von Zentrumsfeite immer der Sozialdemokratie borschen Genüssen gerichtet; aber an die Stelle der erledigten geworfen wird, daß sie nämlich auch die gewerkschaftlichen Fragen Forderungen wurden sofort andere geschoben und für diese nur nach dem Parteiinteresse werte, wird hier offen vom 8enmit Eifer die Agitation aufgenommen. Besonders richtete die trum geübt. Die Ultramontanen wollen nicht zugeben, daß die Bundesleitung ihr Augenmerk darauf, in den östlichen Pro- Dienstbotenbewegung durch die Sozialdemokratie in Fluß gebracht wird, vinzen Preußens ihre Anhängerschaft bei der Fahne zu halten aus diesem Grunde geht das Zentrum an die Organisierung der und durch neuangeworbene Mitglieder zu verstärken. Noch Dienstboten heran. Und dabei bedient es sich derselben Mittel, wie auf der letzten Provinzialversammlung Ostpreußens be- die Gönner und Gründer der gelben Organisationen fie anzuwenden hauptete denn auch der Provinzialvorfißende von Bieberstein, lieben. Es redet von der Verhegung der Dienstboten, die von der daß die Zahl der Mitglieder des Bundes der Landwirte in Sozialdemokratie getrieben werde, die Hausfrauen, also die Arbeitgeber, Ostpreußen sehr erfreulich im Wachsen begriffen sei". sollen sich mit den Dienstboten zufammentun, um die sozialdemokratische Bewegung zu bekämpfen und vor allen Dingen muß es dabei auf die Versöhnung, auf den Ausgleich der Intereffen abgeſehen fein. Man fann fich denken, was bei derartigen Bestrebungen für die Dienstboten, die sich der Fürsorge des Zentrums anvertrauen, herauskommt, Gang entspricht die Wirklichkeit jedoch nicht dieser Be hauptung. Wie anderswo, franken auch die Ostpreußen an ihren Erfolgen. Der Bauerntroß, einst die vorwärtstreibende Kraft des Bundes, läßt sich nicht mehr in alter Weise fruftifizieren, und auch manche der„ Notleidenden" mit Reitpferden und Fuchspelzen zogen sich, da sie die an sie gestellten Geldansprüche lästig fanden, vom Bunde zurück. Das gesteht jetzt derselbe Herr von Bieberstein, der sich noch vor einiger Zeit öffentlich so befriedigt über den Stand der Agitation in Ostpreußen zeigte, selbst ein. In einem von ihm versandten Rundschreiben heißt es: " Zu meinem größten Bedauern sehe ich mich genötigt, hier. durch festzustellen, daß die Zahl der Mitglieder des Bundes der Landwirte in Ostpreußen und speziell in Masuren, mit rühmlicher Ausnahme einiger Bezirke, ftets aurüdgegangen ist und momentan einen Ziefstand erreicht hat, der zu gründlichem Nachdenken Veranlassung gibt." Herr v. Bieberstein geht dann auf die Ursachen des Rückganges ein und stellt die Frage auf, ob vielleicht seine Person Saran schuld sei und ein anderer Provinzialvorsigender bessere Erfolge erringen würde. Dann fährt er fort: · Sozialdemokratische Roheit" oder ultramontane Aumaßung? Die Gründung des Vereins gegen die Schmukpresse" war offenbar nur ein Vorwand, um durch Knebelung der Preßfreiheit die sozialdemokratischen und freiheitlichen Blätter zu treffen, die sich um die Aufdeckung der Schwindeleien und Amtsverbrechen Albertis und anderer Gesellschaftsstüßen verdient gemacht haben und den dicken Schmuk, der der kapitalistischen Gesellschaftsordnung anhaftet, nicht mit dem Schleier der« chriftlichen" Liebe zudecken. Italien. Die christlichen Demokraten gegen die Klerikalen. Rom, 26. Dezember.( Eig. Ber.) Der„ Avanti" veröffentlicht Die„ Kölnische Volkszeitung" schreibt anläßlich einer in Essen an leitender Stelle einen Brief Romolo Murris, des Führers vollzogenen Beerdigung eines Bergmannes: der christlichen Demokraten, in dem dieser mitteilt, daß seine Freunde Kaum hatte der amtierende Pfarrer seine Gebete beendigt, bei den nächsten Wahlen gegen die kleritalen stimmen da trat ein freier Gewerkschaftler mit einem großen werden. Da nun bekanntlich in vielen Wahlkreisen die Kleritalen Kranz( geziert mit roten Blumen) an das Grab und sprach ein und denselben Kandidaten haben wie die Regierung, dürfte fich folgenden Abschiedsgruß: Jm Namen des Zentralverbandes der häufig die Situation wiederholen, die in Viandrate zum Siege Maurer Deutschlands, Ortsverein Essen, widme ich dir diesen des Sozialisten geführt hat. Die christlichen Demokraten, die in Stranz. Möge dir die Erde leicht sein! Fahr' wohl. Auf Rimmer einigen 50 Wahlkreisen über 200 bis 500 Stimmen verfügen, werden wiedersehen 1" Welche Roheit, in Gegenwart der trostlosen bei den Stichwahlen für den Sozialisten stimmen, sobald diesem ein Angehörigen des Verunglückten derartige Worte zu gebrauchen!" Selerifaler oder ein Ministerieller gegenüber steht. Diese Entschei Welche Anmaßung, sagen wir, den Genossen des Verstorbenen dung des Nationalen demokratischen Verbandes" tommt nicht unerberbieten zu wollen, ihrem Freunde einen ihrer Gesinnung ent- wartet. Die Kirche will absolut nichts von dem sozialen Programm sprechenden Nachruf zu widmen. Das einfachste Gebot des Anstandes der christlichen Demokraten wissen und versucht sie durch Kirchenfollte es erfordern, den sozialdemokratischen Leidtragenden, die den strafen und solche Mäßchen von ihrem Frrwahn" abzubringen. Pfarrer nicht in feinen Gebeten unterbrochen hatten, dasselbe Recht Dadurch bügt sie jeden Einfluß auf die jungen Frondeure ein, die wie den gläubigen Teilnehmern der Beerdigung zu gewähren. Der schon im September d. J. beschlossen hatten, gegen die Klerifalen Vorfall beweist aber wieder mal, daß unter Umständen das Regi- Stellung zu nehmen, und von denen einige sogar den Antrag gestellt ment der schwarzen Polizei sich schlimmer äußert als das der blauen hatten, in die sozialistische Parteiorganisation aufgenommen au Bolizei. Zentrum und christliche Bauernvereine. werden. Aus Induftrie und Dandel. Eine Berdingungsblüte. " Die Organisation des Bundes der Landwirte, wenn die selbe ihre Pflichten der Landwirtschaft und dem Mittelstande gegenüber erfüllen soll, fostet Geld, und jeder, in Besonderheit der bessersituierte, größere Befizer, sollte gern ein paar Mark opfern, die sich ja hundertfach bezahlt machen. Die christlichen Bauernvereine behaupten bekanntlich von sich, Um 12 Millionen Mark ist die deutsche Spielwarenausfuhr in Wir stehen in den Parlamenten vor den größten Ent politisch parteilos und vom 8entrum unabhängig zu sein. Nach den scheidungen. Die ganze politische Situation ist so trübe, daß Bestimmungen ihres Programmes mag das stimmen, wie es aber in den ersten elf Monaten dieses Jahres gegen 1907 aurüdgegangen. Wirklichkeit um das Verhältnis der christlichen Bauernvereine zum mir unbedingt mit allen Kräften auf dem Blaze sein müssen. Bentrum bestellt ist, beweist der Umstand, daß die Borsigenden aller Fast jeder neue Monat brachte einen Rückgang; ganz besonders aber ist in den letzten Monaten der Auslandsabsatz start zurüc follen wir nicht wieder die durch den Bund der christlichen Bauernvereine Zentrumsabgeordnete sind. So im thei- aber ist in den letzten Monaten der Auslandsabſaz stark zurückLandwirte erreichten Vorteile preisgeben. Die nischen Bauernverein( Vorsitzender Freiherr v. Loë), im westfälischen gegangen. Der Ausfall, den die Spielwarenindustrie im Export liberalen Parteien und nicht zuletzt die National liberalen Bauernverein( Freiherr v. Zwickel und Herold), im trierischen Bauern- geschäft erlitten hat, stellt sich auf 12,50 Millionen Mark oder auf rund 17 Prozent. Die Menge der ausgeführten Spielfachen ging find in ihrer Gesamtheit unbedingt agrarfeindlich, und verein( Wallenborn), bayerischen Bauernverein( Heim, Gerstenberger), von 423 380 Doppelzentner in den ersten elf Monaten 1907 auf Die Regierung liebäugelt mit diesen Parteien. fchlesischen Bauernverein( Graf Oppersdorff und Pfarrer Stull), 853 717 Doppelgentner im laufenden Jahre oder um 16 Prozent Es geht daraus unzweifelhaft klar hervor, daß der Ausblid in naffauischen Bauernverein( Dahlem), ermländischen Bauernverein 353 717 Doppelzentner im laufenden Jahre oder um 16 Prozent ( Stiffner). Namentlich tritt das enge Verhältnis zum Zentrum beim zurüd. Demnach hat der Wert stärker abgenommen als die Menge. Es sind in erster Reihe die Vereinigten Staaten von Amerifa und die Zukunft für uns äußerst trübe ist. Die Nachlaßsteuer im Reichstage, die unzweifelhaft rheinischen Bauernverein hervor, als dessen Generalsekretär jüngt Großbritannien, die den starken Rüdgang des Gesamterports ber der Abgeordnete Grüneberg gewählt worden ist, der als Vertreter den Ruin der Landwirte und des Mittelstandes herbei- des Wahlkreises Gelsenkirchen die Interessen der Industriearbeiter anlagt haben. führen würde, die Aenderung des Wahlrechts für das Ab- und als Generalsekretär eines Bauernvereins die Interessen der geordnetenhaus, wie sie wiederholt von der Regierung an- Agrarier wahren zu tönnen glaubt. gekündigt ist, fordert, daß wir alle Mann auf Deď sein müssen, Es ist mit der politischen Neutralität der christlichen Bauern beibes zu verhindern. Es ist absolut flar, daß wir vereine genau so wie mit der politischen Neutralität der christlichen am alten, bewährten Wahlrecht festhalten Gewerkschaften. Auch hier liegt die Leitung der Gesamtbewegung müssen; und wem das nicht klar sein sollte, dem empfehle ich wie der einzelnen Verbände fast ausschließlich in Händen von das Studium der Rede, die der schon unter dem jezigen Wahl- Bentrumsabgeordneten und Zentrumsanhängern, die sich selbstver ständlich hüten, eine andere Politik zu treiben, als ihrer Partei und recht gewählte Sozialdemokrat Hoffmann im Abgeordnetenhause ben fleritalen Interessen gut ist. am 30. Oktober gehalten hat, die einen Vorgeschmad gibt, wie es nach Abänderung des jeßigen Wahlrechts im Abgeordneten hause zugehen Herabwürdigung zugehen würde: deffen, was uns heilig ist. Auflösung des hat der bürgerliche Gemeinderat der Stadt Straßburg i. E. Staates, Abschaffung der Monarchie usw. beschlossen und der faiserliche Statthalter genehmigt. Danach Berlin, 30. Dezember.( Amtliche Meldung.) Heute mittag Nun weiter! Der nächste Reichstag wird entscheiden wird das Oktroi auf Bier erhöht von 3,10 auf 5,00 m. pro Sefto- 12 Uhr wurde ein Fuhrwerk auf dem Wegübergang Kilometer 35,1 über die Neugestaltung der Handelsverträge. Was dann liter. Alle Proteste der Wirte und Brauereien gegen diese Erhöhung der Strede Bütow Lauenburg bom Buge 993 überfahren, für uns auf dem Spiele steht, brauche ich wohl nicht mehr zu haben also nichts geholfen. Noch mehr erhöht wird das Dftroi auf zerstört und hierbei sechs Personen, anscheinend Landarbeiter, davon Wein und Fruchtiaft in Flaschen, Bermutwein, Schaumwein und zwei schwer, verlegt. Schuldfrage ist noch nicht aufgeklärt. beleuchten.".. Herr von Bieberstein übertreibt augenscheinlich, um die ähnliche Getränke, Deffertwein und Fruchtfirup, nämlich von 11 M. pro Heftoliter auf 20 M. Eine geradezu unheimliche Erhöhung erDie Not. Mitglieder des Bundes zu schärferer Werbung anzuspornen; fährt das Oftroi auf Olivenspeiseöl. von 4,40 m. pro hektoliter auf aber daß selbst in seiner alten Domäne der Bund an Werbe- 20 M. Getrocknete Früchte: Mandeln, Haselnüsse, Zitronat, Orangeat, auf der Straße aufgefunden, die durch Hunger und Kälte erschöpft Frankfurt a. M., 30. Dez.( B. H.) Gestern wurden 5 Personen fraft verliert in Masuren gehören z. B. von 665 größeren verzuderte Früchte, zahlen in Zukunft pro 100 Kilogramm stati auf der Straße aufgefunden, die durch Hunger und Kälte erschöpft Sie wurden durch die Rettungsgesellschaft nach dem Besizern nur noch 234 dem Bunde an ist sicher. Die 10 m. 15 W. Oftroi, Bitronen und Limonen pro 100 Kilogramm waren. Agrarier franken, wie schon vorhin gesagt wurde, an ihren statt 4,40 M. 10 M. Der neue bürgerliche Gemeinderat zeigt sich Krankenhause gebracht. immer mehr in seinen reaktionären, bollsfeindlichen Anschauungen. zu großen Erfolgen. alleg Zur Wahlrechtsreform in Sachsen. Dresden, 30. Dezember.( Privatdepesche des Vorw."). Die Wahlrechtsdeputation der Ersten Kammer hat soeben ihre erste Sigung in der Beratung der Wahlrechtsvorlage beendet. Sie gibt über das Ergebnis der Beratungen folgende offiziellen Mitteilungen heraus: Eine unerhörte Oktroierhöhung auf verschiedene Gegenstände Bom Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband erhalten wir unter Berufung auf den§ 11 des Preßgefezes folgende , Berichtigung: Die in Nr. 235 des Vorwärts" enthaltenen Behauptungen, der Deuticnationale Handlungsgehilfenverband habe in einem Rundschreiben zugestanden, daß er mit einer ständigen Unterbilang au rechnen hätte, wenn nicht außerordentliche Einnahmen seine Staffe Die Deputation der Ersten Kammer hat heute thre erste stärkten und er habe deshalb die Veranstaltung einer Lotterie be Lesung des Wahlrechtsentwurfs beendet, und zwar mit dem fchloffen, find unwahr. Ergebnis, daß das Wahlgesetz in der Fassung, die die Wahr ist, daß das Rundschreiben von einer einzelnen der 1250 Zweite Stammer zu ihrem Beschluß erhoben hat, Ortsgruppen des Verbandes erlassen worden ist. Wahr ist, daß der abgelehnt worden ist, dagegen sind sowohl das Defret Berband nicht mit einer Unterbilang zu rechnen bat, und daß er vom April, die erste Regierungsvorlage, als auch der einen Beschluß. eine Lotterie zu veranstalten, nicht gefaßt hat." Deutschnationaler Sandlungsgehilfenverband, Siz Hamburg. Eventualantrag der Regierung, beide in beränderter Bechly. Gestalt und außerdem ein aus der Mitte der Ersten Kammer Die Berichtigung widerlegt durchaus nicht die in unserer früheren hervorgegangener Antrag soweit durchberaten worden, daß Notiz behaupteten Tatsachen, gibt vielmehr zu, daß es in den Kreifen die endgültige Entschließung in einer zweiten Lesung in der der deutschnationalen Handlungsgehilfen Sitte ist, durch Veranstalersten Hälfte des Januar erwartet werden darf. tung von Lotterien die schlechten Finanzverhältnisse aufzubeffern. Zentrum und Dienstbotenfrage. " Dänemark. Zur Knebelung der Presfreiheit. 27 Das Reichskolonialamt erließ eine Ausschreibung betreffend dte Lieferung von Möbeln für das Gouvernement Deutsch- Südwestafrika. Die Forderungen schwankten zwischen reichten Angebote ein. nicht weniger als 34 Firmen, darunter die bedeutendsten der Branche, 28 023 m. bis 63 543 M. Die Differenz azwischen Höchst und Mindestforderung beträgt 85 520 M., das macht 126 Proa. des Mindestangebots aus. Letzte Nachrichten und Depefchen. W Bom Zuge überrannt. Betrügerischer Bankdirektor. Karlsruhe, 30. Dezember.( B. H.) Die Straffammer ber urteilte den früheren Direktor der Pforzheimer Filiale der Sübdeutschen Diskontogesellschaft, und kaufmännischen Leiter der Ak. tiengesellschaft des katholischen Vereinshauses in Pferzheim, Mar Groß, wegen Vergehens gegen§ 312 des Handelsgefehbuchs unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft zu 1 Jahr Ge fängnis und 1500 M. Geldstrafe. Groß hatte von den Einnahmen des Katholischen Vereinshauses die Summe von über 30 000 M., die er bei der Diskontogesellschaft anlegen sollte, für Spekulationsawede verbraucht. Generalstreik in Budapest. Budapest, 30. Dezember.( W. T. B.) Die Vertrauensmänner sämtlicher sozialistischer Fachorganisationen hielten heute nach mittag eine vertrauliche Versammlung ab, in welcher beschlossen wurde, als Antwort auf die Suspendierung der Fachorganisation der Metallarbeiter und Tischlergehilfen von morgen ab einen vierundzwanzigstündigen Massenstreik zu veranstalten. Uebrigens stellten schon heute abend beim Schichtwechsel 4000 Mühlenarbeiter und 1000 Schiffswerftarbeiter die Arbeit ein. Die Eroberung der Luft. Le Mans, 80. Dezember. Wilbur Wright unternahm heute In der Klerikalen Wochenschrift Allgemeine Rundschau" ( München) findet sich ein Artikel über die Sozialdemokratie und die Dienstbotenbewegung. Darin wird hingewiesen Im Herbst dieses Jahres, furz nachdem der langjährige Justizauf die Bemühungen der Sozialdemokratie, einen maßgebenden Ein- minister Alberti sich als Millionenschwindler entpuppt hatte, wurde einen Flug von 1 Stunde 54 Minuten Dauer über eine Strede von fluß auf die Dienstboten" zu erlangen. Wie immer, so sei auch auf bon allerlei reaktionären Leuten ein Verein gegen die Schmutz- 98 Kilometer. Die Stälte segte der weiteren Fortführung des Fluges diesem Gebiete die Agitation der Sozialdemofratie presse" gegründet, der, wie man sagt, dem Schmus", der Bikan- ein Biel terie", den schamlosen Eingriffen einer gewissen Presse in den fehr rührig" gewefen, wenn sie auch bis jezt nicht von be- Frieden des Privatlebens" entgegenwirten sollte. Die erste Handsonderen Erfolgen reden tamm, weil hier die Verhältnisse gang fung des Vereins war, gegen das radikale Jüst Morgenblad" und Cetinje, 30. Dezember.( W. T. B.) In der letzten Nacht um eigentümlich liegen und weil namentlich die 8entrumspartei das sozialdemokratische Organ Demokraten" in Aarhus Anflage 1 Uhr wurde hier ein heftiger Erdstoß verspürt, dem um 1½ Uhr früh eingesehen hat, wie wichtig es ist, beizeiten au ber- lwegen Beleidigung des Generaldirektors der dänischen Staats- ein zweiter folgte. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Hnterhaltungsbl. Erdbeben in Montenegro. f,m. aM** t Keilllge des„Vomarls" Kttliacr NolllsblM. lkziieoeleml vor dem ClnztlrkMer. I. «ebertretungen kann der ümisrichtcr im Falle der Borführung deS Beschuldigten mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft ohne Zuziehung von Schöffen nach§ Sil Str�Pr.-O. aburteilen, wenn der Beschuldigte nur wegen uebertretung verfolgt wird und die ihm zur Last gelegte Tat eingesteht. Diese Berhandlunaen er- folgen in Berlin in den GerichtZräumen am Alexanderplah. Sie entrollen ein Bild des Jammers und Elends. Betrachten wir solche Verhandlungen etwas genauer. Wann liegt«ine Uebertretung vor? Das Strafgesetzbuch zählt eine Unmenge solcher in den ßs 330— 370 auf. Daneben gibt es eine Unzahl von Uebertretungen, die durch Zuwiderhandlungen gegen Polizeiverordnungen begangen werden. Eine Uebertretung begeht z. B. jemand, der keine Wohnung kriegen kann, obschon ihm von der Behörde dringend empfohlen lvorden, sich eine Wohnung zu verschaffen. Uebertretung ist es. wenn einer auf der Straße seine Notdurst verrichtet. Uebertretung. wenn einer in den Anlagen nächtigt.... Zweifelt hiernach noch jemand, daß es auch Uebcr. tretung fei. wenn einer bettelt? Und ob das Uebertretung ist! Desselbigen gleichen auch, wenn ein« sogenannte Prostituierte sich in einen Hausflur stellt. Oder wenn sie sich umsieht. Oder mit einer Kollegin spricht. Dieses alles wird bitter an ihr gerochen. Denn es ist unsittlich, den Hansflur zu betreten; unsittlich, sich umzudrehen; unsittlich, mit seinesgleichen zu rede». Jene scheußlichen Verbrecher, oie sich der erwähnten Untaten schuldig gemacht haben, werden alltäglich zu vielen Dutzenden auf- gebracht und vor einen Einzelrichter des Amtsgerichts Berlin-Mitte geschleppt. Der Leser glaube ja nicht, daß sie hier so billig davon- kommen, wie jene Studenten, die einen Schutzmann als Eckstein behandeln(in Halle blüht diese schöne Hundesitte) oder das-Auge des Gesetzes blutig schlagen. Denn solcherlei Späße erheischen bloß geringe Gcldsühne. Anders, wenn ein Proletarier um ein Brödchen bettelt! Der Einzelrichter kann sechs Wochen Haft für solche Uebertretung zuerkennen. Nicht daß er immer gleich so streng wäre? Er sagt vielleicht erst: Sie haben um ein Brötcben ge- bettelt. Strafe: kl, 10, 20, 1S0 M.— Du lachst, Prolet, und zeigst ihm Deine leere Taschen. Hierauf lacht er gleichfalls und bemerkt: Also Saft zwischen einem Tag und sechs Wochen. Er meinte es gut mit dem Angeklagten. Aber wenn er nicht bezahlen kann... Ob dem Einzelrichter nicht wenigstens ein M a s s e n v e r» teidiger gegenübersteht? Keineswegs. Mögen sich die Ueber- treter selber verteidigen! Oft zwar sind sie so heruntergekommen. daß sie kaum die Fragen des Richters verstehen, geschweige denn richtig daraus antworten können. Dann greift allenfalls der gut- mutige Gerichtsdiener ein, wenn der Richter das Mißverständnis nicht bemerkt und an der Sache vorbeiredet. Aber ein Amtsanwalt ist da! Ein QmtLanwalt? Sollte es nicht ein Automat sein? Ein menschlich geformter Phonograph? Denn er ist ganz auf zwei„Stücke" gestellt. TaS erste heißt:„Mit Rücksicht auf dre Vorstrafen beantrag« ich vier Wochen Haft. Oder so. Die Zahl ist auswechselbar und schwankt zwischen einS und sechs. Manchmal wird auch eine Platte eingelegt:„3 Tage". Manchmal auch:.Ohne Antrag". Dies das eine Stück. Das andere aber ist dem gleich. ES heißt:»Verzichte". Der Amts» anwalt pflegt nämlich auf weiteres zu verzichten, wenn der Richter die Strafe verändert hat. Der Richter mildert sie meistens um etwa ein Drittel herab. Denn der Amtsanwalt ist«in kleiner Staatsanwalt. Der Staatsanwalt aber lebt nach dem Grundsatze: vi« mehr ich fordere, desto mehr kriegt er. Soll also einer zwei Jahre kriegen, so wird ein erfahrener Staatsanwalt mindestens drei Jahre beantragen. ... Wenn der Zuhörer eine Reihe von Fällen mitangehört hat. so klingt ihm allmählich das.Berzichle" deS Amtsanwalts ganz wunderlich in den Ohren. Vielleicht schleift sich das Wort auch im Munde des Sprechers ab. Kurz, es verfärbt sich wird zu einem„Aoazichtc", dann zu„Boazichle",„Voazichlig..., und schließlich klingt es hinter dem Urteil des Richters her wie ein glucksendes„Vorzüglich". Der Leser soll aber ja nicht denken, die Uebertreter seien ganz wehrlos! Jeder Uebertreter hat das Recht, seine Strafe , ncht anzunehmen. Himmlisch, nicht wahr? So ein Subjekt sagt ganz patzig dem Richter ins Antlitz:»Ich nehme die Strafe nicht an."— Der Leser denkt: Da, jetzt steckt man ihn gleich wegen Ungebühr ein.— Mit Nichten! Der Richter lächelt verbindlich und teilt mit, daß sich nunmehr das Schöffengericht mit der Sache befassen werde.... Der Verbrecher(meint der Leser) geht trutzig nach Hause? I Gott bewahre! Er ivohnt ja nicht in Liebenberg. Und außerdem ist die Güte des Staates unerschöpflich; er sorgt dafür, daß der Sünder bis zur Verhandlung vor dem Schöffengericht habe, wo er sein Haupt hinlege und womit er seinen Bauch fülle: er nimmt den Angeschuldigten in eine Unter- suchungshaft, die durch keinerlei Lharit6behandlung oder Automobil- ausflöge verschärft wird, wie man sie wohl meineidigen Hundert- undfünsundsiebzigern zuteil werden läßt. Die Untersuchungshaft dauert etwa zwei, oft auch mehr Wochen. Was Wunder, daß selten einer erklärt, er nehme seine Strafe nicht cm! Resigniert geht er lieber gleich ins Loch. Und Richter und bürgerliche Gesell- schast halten sich über den„Mangel an Energie" bei den armen Ludern auf, die ihnen zum Opfer fallen, kleines femUetem. Goethe in Messina nach dem Erdbeben von 1783. Die furcht- bare Katastrophe, die jetzt die unglücklich« Stadt Messina fast völlig zerstört hat, weckt die Erinnerung an die große Erdbebenkatastrophe vom Jahre 1783, die damals Messina zur Hälfte vernichtete. Als Goethe auf seiner sizilianischen Reise in Messina eintraf, starrten ihm überall die grausigen Folgen der Elementarkatastrophe cnt- gegen, und in seiner italienischen Reise hat er den Eindruck dieses zerstörten MrssinaS festgehalten. Er hatte die erste Nacht im Quartier des Vetturins(Fuhrmanns) zugebracht und plante, sich am Morgen nach einem besseren Quartier umzusehen.„Dieser Entschluß gab uns gleich beim Eintritt den fürchterlichen Begriff einer zerstörten Stadt, denn wir ritten eine Viertelstunde lang an Trümmern nach Trümmern vorbei, che wir zur Herberge kamen, die, im ganzen Revier allein wieder ausgebaut, aus den Fenstern des oberen Stocks nur eine zackige Ruinenlvüste über- sehen lieh. Außer dem Bezirk dieses Gehöftes spürte man weder Mensch noch Tier; es war nachts eine furchtbare Stille. Die Türen ließen sich weder verschließen noch verriegeln; auf mensch- liche Gäste war man hier so wenig eingerichtet als in ähnlichen Pfcrdewohnungen; und doch schliefen mir ruhig ans einer Matratze, welche der dienstfertige Vetturin dem Wirte unter dem Leibe weg- geschwatzt hatte." Roch waren die zerstörten Bauten nickst wieder errichtet, und das eigentliche Leben spielte sich außerhalb der Stadl ab.„Nach- dem ungeheuren Unglück, das Messina betraf," so schreibt Goethe am 11. Mai,„blieb, nach 12 000 umgekommenen Einwohnern, für die übrigen dreißigtausend keine Wohnung: die meisten Gebäude waren niedergestürzt, die zerrissenen Mauern der übriasn gaben einen unsicheren Aufenthalt. Man errichtete daher viligst im Norden von Messina, auf einer großen Wiese, eine Bretterstadt; alle Kramläden und Werkstätten sind gegen die Straße geöffnet, vieles ereignet sich außerhalb. Daher sind nur wenig größere Gebäude, aucg nicht sonderlich gegen das Oeffenlliche ver- schlössen, indem die Bewohner manche Zeit unter freiem Himmel zubringen. So wohnen sie nun sckion drei Jahre, und diese Buden-, Hutten-, ja Zcltwirtschgft hat auf den Charakter der Einwohner entschiedenen Einfluß. Das Entsetzen über jenes ungeheure Er- eignis, die Furcht vor einem ähnlichen treibt sie, der Freuden des Augenblicks mit gutmütigem Frohsinn zu genießen. Die Sorge vor neuem Unheil ward am 21. April, also ungefähr vor ztoanzig Tagen, erneuert: ein merklicher Erdstoß erschütterte den Boden abermals. Man zeigte unS eine kleine Kirche, wo eine Rasse Menschen, gerade in dem Augenblick zusammengedrängt, diese Er- Ickmtterung empfanden. Einige Personen, die dann gewesen, schienen sich von ihrem Sckjrecken-noch nicht erholt zu haben." In Begleitung eines sreundlichen Konsuls durchschreitet Goethe dann die»Trümmerwüste" und beobachtet das Treiben der Sizilianer» die mit grotesken Lustbarkeiten die Erinnerung an die furchtbare Heimsuchung zu betäuben trachten, oder er besucht unter der Führung eines Einheimischen die improvisierten Wohnstatteu, mit Brettern beschlagene und gedeckt« Hütten, die auf Goethe in ihrer rplwmtilHw Lmrthkit clasa Eindruck machen»völlig wie der jener StZdtverordneteii- Versammlung. 27. Sitzung vom Mittwoch, den 30. Dezember 1008, nachmittags 0 Uhr. Der Vorsteher M i ch e l c t eröffnet die Sitzung nach 5Va Uhr und veranlaßt zunächst die Einführung des neugewählten Stadt- verordneten Dr. M u g d a n. In seiner Ansprache weist der Vor- steher auf den beispiellos heftigen Wahlkampf hin, der zu diesem Resultat geführt hat, und hebt hervor, daß angesichts der ein- gegangenen Proteste die Gültigkeit der Wahl noch der Prüfung durch den Wahlprüfungsausschuß jind der Bestätigung durch die Versammlung bedarf. Ter neue Stadtverordnete wird darauf auf die Städteordnung verpflichtet. Drei neue Ausschüsse sind gewählt und haben sich konstituiert. In demjenigen für die Vorberatung der Vorlage wegen neuer und erhöhter Zuwendungen an gemeinnützige Anstalten,'Vereine und dergleichen ist die sozialdemokratische Fraktion durch die Etadtver- ordneten Singer, Stadthagcn und Wurm vertreten. In Worten lvärmster Teilnahme gedenkt der Vorsteher des erschütternden Unglücks, welches das italienische Land und die uns eng befreundete italienische Nation durch das furchtbare Erd- und Seebeben betroffen hat, wodurch aus Sizilien und in Calabrien blühende Gemeinwesen und Tausende von Menschen- leben vernichtet worden sind. Er stellt dem Magistrat unter all- gemeinem Beifall der Versammlung anHeim, von dieser Sympathie- kundgebung der Vertretung der Bürgerschaft der italienischen Re- gierung durch Bermittclung deS Botschafters Kenntnis zu geben, mit vollen Händen sei man bereit, dem Freunde in dar Not zu geben, was er aus der Hand des Freundes erwarten dürfe. Für den ausgescbiedenen Stadtv. Fähndrich haben Ersatzwahlen stattzufinden. Gewählt werden in die Grunoeigentumsdeputation Sladtv. Runge, in die StvaßenreinigungSdeputation Stadwer» ordneter Dr. Tröpfle, in das Kuratorium der Neichenheim. Stiftung Stadtv. Groncwaldt. Die Ersatzwahl in die Irren» pflegedeputaiion wird auf die nächste Sitzung verschoben. Um 6 Uhr findet die Wohl eines besoldeten Stadt» ratL(mi Stelle des ausscheidenden Herrn Geheimrat Friede!) statt. Gewählt wird Stadtrat D ü r i n g» Bromberg mit 60 von III Stimmen; Magistratsrat Hamburger erhält 35, Magistratsrat Frantz 16 Stinunen. Die Petition des Schankwirts Michael DemkieS, Choriner Straße 28, um Gewährung einer Unfallentschädigung für seinen in der 63. Gemeindeschule von einem Mitschüler verletzten Sohn beantragt der PetitionSausschuß dem Magistrat mit der Einschränkung zur Berücksichtigung zu überweisen, dem Petenten zwar keine Unsallrente, aber auS Billigkeit eine ein- m a l i g e Entschädigung zu gewähren. Referent deS Aus- schusseS ist der Stadtv. Leid(Soz.). Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.): Wir haben nur ein formelles Bedenken gegen den Ausschußantrag. Im Protokoll heißt es, der Jnstanzenzug sei nicht erschöpft, da der Petent sich nicht an den Magistrat gewendet habe. Wir können dem Antrag nur zu» stimmen, wenn der Jnstanzenzug erschöpft ist.—(Pause.) Da sich vom Magistrat niemand meldet, möchte ich bei der Wichtigkeit der Frage die Absetzung der Angelegenheit beantragen. Meßbuden, wo man wilde Tiere oder sonstige Abenteuer für Geld sehen läßt." Das prächtige Wetter und der helle Sonnenschein läßt die Spuren des Unheils nur um so schärfer hervortreten, und für Goethe bleibt die verwüstete Stadt das»unselige Messina". Die prachtvolle halbrunde Palazzata mit ihren alten schönen Pa» lasten war so gut wie zerstört.»Einzig unangenehm ist der An- blick der sogenannten Palazzata, einer sichelförmigen Reihe von wahrhaften Palästen, die, wohl in der Länge einer Biertelstunde. die Reede einschließen und bezeichnen. Alles waren steinerne, vier- stöckige Gebäude, von welchen mehrere Vorderseiten bis aufs Haupt- gcsims noch völlig stehen,-andere bis auf den dritten, zweiten, ersten Stock heruntergebrochcn sind, so daß die ehemalige Pracht- reihe nun aufs widerlichste zahnlückig erscheint und auch durch- löchert; denn der blaue Himmel schaut beinahe durch alle Fenster. Die inneren eigentlichen Wohnungen sind sämtlich zusammen- gestürzt. An diesem seltsamen Phänomen ist Ursache, daß. nach der von den Reichen begonnenen architektonischen Prachtanlage, weniger begüterte Nachbarn, mit dem Scheine wetteifernd, ihre alten, aus größeren und kleineren Flußgeschieben und vielem Kalk zusammengekneteten Häuser hinter neuen, aus Owa-derstücken aufgeführten Vorderseiten versteckten. Jenes an sich schon unsichere Gefüge mußte, von der ungeheuren Erschütterung aufgelöst und zerbröckelt, zusammenstürzen; wie man denn unter manchen bei so großem Unglück vorgekommenen wunderbaren Rettungen auch fol- gendes erzählt: der Bewohner eines solchen Gebäudes sei im urchtbaren Augenblick gerade in die Mauervertiefung eines Fensters getreten, das Haus aber hinter ihm völlig zusammen- gestürzt; und so habe cr. in der Höhe gerettet, den Augenblick leiner Befreiung aus diesem luftigen Kerker beruhigt abgewartet. Daß jene aus Mangel naher Bruchsteine so schlechte Bauart Haupt- sächlich schuld an dem völligen Ruin der Stadt gewesen, zeigt die Beharrlichkeit solider Gebäude. Der Jesuiten Kollegium unv Kirche, von tüchtigen Quadern aufgeführt, stehen noch unverletzt in ihrer anfänglichen Tüchtigkeit. Dem fei aber, wie ihm wolle, MessinaS Anblick ist äußerst verdrießlich und erinnert an die Ur- zeiten, wo Sikancr und Sikuler diesen unruhigen Erdboden ver- ließen und die westliche Küste Siziliens bebauten." Die Wirkung von Erdbeben aus den menschlichen Organismus ist. wie Geheimrat Branco in seiner Berliner Rektoraisrede über „Wirkungen und Ursachen der Erdbeben"(1002) ausführt, eine höchst cigeniüinlichc. In Kalabriep hatten 1783 die Erschütterungen, wie v. Salis auf Grund der von ihm an Ort und Stelle gemachten Erhebungen sagt,„fast auf alle Menschen die Wirkung, daß sie Ucbelkciten fühlen und starke Neigung zum Brechen hatten. Man fand sich dabei so übel, daß man innerhalb LI Stunden zu nichts tauglich war." Doch setzt cr einschränkend hinzu: Das geschah aber in hohem Grade doch nur bei den stärksten Stößen. Wie überaus schnell das Gefühl der Seekrankheit bei Erdbeben sich einstellen kann, zeigt der Bericht eines Augenzeugen des Erdbebens von Mendoza in Peru 1885, welcher bereits bei dem dritten Stoße von dem Ucbel ergriffen wurde. I. Schmidt schildert die Wirkungen der mehr als drei Jahre währenden Bebenzeit in PhokiS auf die Menschen, während welcher etwa Vj— vi Millionen Erdbeben, Phänomen sich vollzogen. Er weist auf die zahlreichen Nerven» Stadt. Leid(Berichterstatter): Es ist eine Entscheidung den städtischen Schuldeputation ergangen, und der Ausschutz hat gemein.. daß das als eine Entscheidung des Magistrats anzusehen sei. Der Magistratsvertreter hat allerdings erklärt, diese Verfügung sn m Dezernatswege ergangen; der Ausschuß blieb aber bei seiner �"Stadtv. Easscl(A. L.) bittet den Kollegen Mommsen. seine Bedenken zurückzustellen. Der Ausschußantrag wird hieraus angenommen._ Die Petition des Eigentümers Eduard U h l i g um Erlag der Umsatzsteuer für das Grundstück Alt-Moabit 73 will der Petitionsauöschuß, Referent Stadtv. Dr. P r c u ß(sos.-fortschr.), dem Magistrat insoweit zur Berücksichtigung überwiesen wissen. daß der Betrag der ausgefallenen Hypothek(175 000 M.) von den» der Besteuerung zugrunde liegenden Kaufpreis(703000 M.) ab- "��"r �Referent weist darauf hin. daß die neue, von d« Stadt Berlin beschlossene Umsatzsteuerordnuug noch jetzt nach Jahren nicht genehmigt worden ist und empfiehlt dem Magistrat, doch einmal gehörigen Orts deswegen nachzufragen. Diese-srage spiele auch in der Behandlung der Petition mit. Stadtv. Zylicz(Ä. L.) bekämpft den Ausschußcmtrag. Ter Hypothekerwerber hätte beim Erwerbe wissen müssen, was er tat; Bedürftigkeit liege auch nicht vor. Stadtv. Diihrenfurtl,(fr. Fr.) äußert sich in gleichem Sinne, ebenso die Stadtvv. Habcrland und Galland(A. L.). Stadtv. Cassel gibt auch hier seinem Erstaunen Ausdruck, daß der Magistrat in einer so wichtigen Frage nicht vertreten ist und spricht die Hoffnung aus, daß er wenigstens nachträglich die steno- graphischen Berichte über die Verhandlungen lesen möchte. Stadtv. Solmit?(fr. Fr.): Im Ausschuß hat der Magistrate- Vertreter zugegeben, daß die neue Fassung der Umsatzsteucrordnunz auf diesen Fall Anwendung finden würde._ Im Gegensatz zum Plusschußantrag wird über die Petition zur Tagesordnung übergegangen. Vom Stadtv. Ladewig(A. L.) ist mit Unterstützung der Mtcn Linken am t5. Dezember der Antrag eingebracht worden, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst ein Projekt bezüglich Er« b a u u n g einer Stadtbibliothek vorzulegen. Stadtv. Ladewig: Schon vor elf Jahren hat die Versammlung eine Resolution gleicher Tendenz beschlösse». Eine erste Baurate ist ja in den Etat schon eingestellt, aber nicht als eine Baurate im eigentlichen Sinne, sondern als Fonds zur Ansammlung eines Baukapitals. Das kam»»noch 10 oder 15 Jahre dauern, und so lange kann Berlin nicht aus einen eigenen Bau warten. Die Siadtb'ibliothek hat trotz erst einjährigen Bestehens bereits einen Bestand von 90 000 Bänden und hat in diesem Jahre 102 000 Bände ausgeliehen. Die jetzigen Räume lassen sich nicht ans- dehnen und die Benutzung für die Leser ist aufs äußerste erschwert. Schon hat das Kuratorium für die Leser aus den Vororten unlieb- same Beschränkungen eintreten lassen müssen. Stadtv. Gallaud erkennt ebenfalls dos Bedürfnis eines Neu« baues als außerordentlich dringend an. Jeden Abend müßten 40 bis 50 Leute unv errichteter Sache abziehen, weil die Räumlichketten völlig ungenügend seien. Auch die Volksbibliotheken könnten keine Abhilfe bieten; sie seien selbst längst überlastet. Stadtv. Mommsen beantragt Ausschußberatung. Etadw. Cassel tritt dem Antrage Mommsen bei, den er für sehr praktisch hält. Stadtv. Bruns(Soz.): Wir können dem Antrage um so freu» diger beitreten, als die ganze Angelegenheit ja gerade von meinci» Freunden stets mit besonderem Eifer verfolgt worden ist.(Zu- rufe.) Es ist ja sehr erfreulich, daß Herr Ladewig sich schon in der kurzen Zeit seiner Mitgliedschaft in dem Bibliothekkuratoriuu, von der Notwendigkeit eines Neubaues überzeugt hat; es wäre cr- wünscht, wenn die Kollegen alle auf diese Weise, wenn auch nur kurze Zeit, sich in dem Kuratorium informierten. Wir stimmen auch für den Antrag auf Ausschußbcratung; es wird dort eventuell ja auch über das zu sprechen sein, was provisorisch gesche-hen kann, obwohl das eine besonders schwierige Sache ist. Das Kuratorium hatte schon bei der Eröffnung der Bibliothek den ganzen Tag für die Ausgabe von Bückern offenhalten wollen;«aber der Ma» gistrat hat das gestrichen und eS blieb nichts übrig, als sich auf wenige Stunden des Tages zu beschränken. Die städtischen Zuwendungen für die Bibliotheken sind allerdings von Jahr"zu Jahr geringer geworden, und die Stiftungen, welche diese Leistungen erkrcmkungen und auf das bleiche, bläuliche Aussehen der Gesichte»: der Ueberlebenden hin. Auch Dr. Schwartz, wie Wcismantcl zitiert. berichtet, daß nach den Beben aus Chios 1881„der größte Teil des jungen weiblichen Geschlechts teils cm Epilepsie, teils an Krampf- anfallen erkrankte". Das verstörte, bleiche, totenähnliche Aussehen der Menschen bei plötzlichen, sehr starken Stößen, das verschiedene Schilderungen betonen, versteht sich leicht. SkuphoS fügt(Beben in Lokris) dem noch die Worte bei:„Das Zurücktreten der Zunge bis in die tieffte Höhlung deS Mundes, sowie das schreckliche Gefühl des Durstes, welches durch die bei allen eingetretene un- heimliche Erregung hervorgerufen wurde." In welcher Weise sich die Erregtheit und demzufolge die Feinempfindung des Nerven- systcms steigern kann, wenn das Beben längere Zeit andauert. dürfte aus Angaben über die Erderschütterungen von Agram in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hervorgehen. Pilar schreibt, daß alle, die die Schreckenstags des November 1880 nich» mitgemacht hatten, die späteren, ganz leichten Erschütterungen auch nicht zu empfinden vermochten; wogegen solche, die jene Tage miterlebt hatten, also durch sie nervöser, feinfühliger dafür gc- worden waren, sie ohne weiteres empfanden. Auch gelegentlich des Bebens vom 20. Februar 1835 in Chili bemerkt Thauars, daß die Fremden nickt im selben Matze unter der durch das Beben hervor- gerufenen geistigen Depression leiden, wie die dortigen Einge- borcnen; denn entgegen allen anderen Gefahren, gegen die man sich durch Gewohnheit abstumpft, wachse umgekehrt bei den Beben der Schrecken und auch die Fähigkeit, ganz leise Erschütterungen zu empfinden. Wenn man das verallgemeinern dürfte, so würden viele leichte Erderschüttcrungen, die immerhin für Menschen fühl, bar werden können, wenn diese empfindlich genug geworden sind, unter normalen Verhältnissen uiigemcrkt vorübergehen. Aus der anderen Seite wird als Beweis der Abstumpfung gegen Gcfaba berichtet, die Menschen hätten sich so an die Erschütterungen ge- wöhnt, daß sie bei leichten Stößen, die den neu Hinzugekommenen aufschreckten, ruhig in ihren Hütten geblieben feien. Daß Ein- zelnc vor Schreck den Gebrauch der Sprache verlieren, wie das bei dem Beben von Philippeville in Algier erwähnt wird, ist für so schreckliche Erlebnisse nichts Außerordentliches. Dasselbe gilt von der umgekehrten Tatsache, daß bei dem Beben von Brussa» Klein- assen, 1853, Gelähmte plötzlich den Gebrauch ihrer Glieder wieder erhalten haben sollen. Durch die Entstehung so vieler Sümpf« bei dem kalabrischen Beben 1783 wurden Krankheiten in solchem Umfange hervorgerufen, daß mit den schwersten Opfern an Gelt» die sofortige Entwässerung bewirkt werden mutzte, den» die Ein- ivohner„starben dahin wie die Mücken". Dec während des Sommers unerträglich loerdcndc Geruch, der aus den Leichen von 30 000 Menschen und zahlreichen Tieren in allen Städten und Dörfern aufstieg, rief wohl gleichfalls eine Einwirkung auf den Gesundheitszustand der Ueberlebenden hervor. Außer den 30 000 direkt bei dem Erdbeben Gestorbenen starben noch 570 Menschen an Krankheiten, die infolge aller dieser Leiden ausvrachen. Ein merkwürdiger Widerspruch der Menschenseele liegt in dem lim» stände, daß selbst durch so fürchterliche Ereignisse die Menschen nicht Mut und Lust verlieren, sich sofort wieder an derselben Stelle Häuser, Dörfer und Städte zu baue»/ an der diese soeben erst in den Glaub sanken, Aach dann nicht verlieren, wenn ihnen von erhöhen follten, find schließlich in den Giat eingerechnet worden. Wir haben unfeverseits fofort bagegen Widerspruch erhoben und Diese Taktik verurteilt, aber gerade die Kollegen des Herrn Galland haben diesen Magistratsvorschlägen zugestimmt.( Sehr richtig! bet den Sozialdemokraten.) Die Räume in der Zimmerstraße fouten feinerzeit erweitert werden durch diejenigen, welche bis dahin das Märkische Museum innegehabt hatte; aber diese Räume find nacher dem Kaufmannsgericht überlassen worden. Es muß eine Macht im Magistral geben, die fich gegen die Beschleunigung des Banes geltend macht; diefe Macht ist der Kämmerer, der ja auch Mitglied des Kuratoriums ist, der handhabt diese Bremse. Stadtv. Dr. Nathan( soz. Fortschr.): Auch von unserer Seite ist wiederholt betont worden, daß die Einstellung von Stiftungsfonds für Bibliothelsgwede in den Etat geradezu eine abschredende Wirkung auf folche üben muß, die einen berartigen Schenfungsatt beabsichtigen. Der Beschluß vom Märg 1898 forderte bereits die schleunige" Borlegung eines Projeftes; die Behandlung, die der Magistrat der Sache zuteil werden läßt, übertrifft fast noch das berühmte Buttlamerfche„ Sofort". Stadio. Dove(. 2.) spricht fich für den Antrag Rabewig und für Ausschußberatung aus. Nach kurzen Repliken der Stadtv. Dr. Nathan und Gaffel wird der Antrag Ladewig in einen Ausschuß verwiesen. Die für die städtischen Diätare bestehenden Lohn ordnungen hat der Magistrat einer Revision unterzogen und beabsichtigt für eine Reihe von Gruppen biefer Hilfskräfte die Diätensäge zu erhöhen. Im Durchschnitt ist eine Erhöhung um 10 Proz. geplant. Soweit die betr. Stellen durch den Etat festgesezt sind, ist die Zustimmung der Versammlung zu der Erhöhung erforderlich; im übrigen werden die Erhöhungen zur Senntnisnahme mitgeteilt. Stadtv. Goldschmidt. 2.): Wir müssen dringend Ausschuß beratung diefer 30 Grappen umfassenden Vorlage wünschen, um eventuell noch hier und da eine anderweite Gestaltung der Erhöhungen zu erzielen. gangen. hängig. Ju Magistrat ist nichts versäumt worden, sondern alles| Engelufer 15, statt. Derfelbe beginnt vormittags 9 Uhr und geschehen, was die Beamten und die Versammlung verlangen kann wird höchstwahrscheinlich zwei, höchstens drei Tage in Anspruch und darf. nehmen. Ueber die Dauer desselben bestimmt selbstverständlid) Der Borsteher bittet, sich von nun an nur an den Gegenstand der Stongreß selbst. zu halten; die Beamtengehälter gehörten hier nicht her. Die feitens der Zentralfommission vorgeschlagene probi Stadtv. Goldschmidt( N. L.): Die Art, wie Herr Stadtrat Lebermann mit der Versammlung diskutiert, ist doch wohl nicht forische Tagesordnung lautet: bie angemessenc.( Seht richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf die Ausführungen des Stadiv. Borgmann hat er in einer Weise geantwortet, bie nicht geeignet ist, ein gutes Berhältnis zwischen den beiden Körperschaften aufrecht zu erhalten. Wir sind nicht ohne weiteres der Meinung, daß eine Reihe von Diätenfäßen unverändert" bleiben sollen, so die der Kanzleigehilfen, gewisser Techniker usw. Stadtrat Lebermann: Der Vorrebner irrt, wenn er meint, ich hätte mit der Bersammlung in besonders auffälligem Ton diskutiert. Ich habe ganz fachlich die Gründe des Magistrats auseinandergefeßt. Ich bin nur an einer Stelle ausfällig geworden, und zwar wie ich glaube mit gutem Recht; denn es ist versucht worden, meine fachlichen Ausführungen mit persönlicher Anuzerei zu erstiden...( Großer Lärm.) Vorsteher Michelet: Dieje Worte hätten von einem Mitgliebe der Versammlung nicht gesagt werden dürfen, ohne daß ich es zur Ordnung gerufen hätte.( Rebhafter Beifall.) Stadtrat Ledermann( fortfahrend): Ich konstatiere, daß der Stadtv. Hoffmann nicht nur mit lautem Lachen....( Abermaliger Lärm.) Borsteher Michelet: Es ist meine Sache, dafür zu sorgen, daß die Versammlung Ihre Ausführungen ruhig anhört. Stadtrat Lebermann: Ich habe nur den Bersuch, meine Rede burch Gelächter zu erstiden, zurüdgewiesen.( Lachen bei den Sozialdemotraten.) Das unverändert hätte Herr Goldschmidt in der Borlage begründet gefunden, wenn er die große Güte gehabt hätte, sie zu lesen, da steht, daß diese Sake unverändert bleiben sollen, weil bereits erhebliche Erhöhungen stattgefunden haben. Ich er tvarte nunmehr von der Loyalität der Stadtv. Dr. Goldschmidt, daß er den Irrtum zugibt. Stadtv. Borgmann: Der Herr Stadtrat hat ja darin eine gewisse Entschuldigung, wenn er sich außerordentlich geuzt fühlt; aber er sollte es doch unterlassen, auf solche Weise auf die Versammlung erzieherisch zu wirken. In Charlottenburg ist bereits eine Beamtenvorlage an die Stadtverordnetenversammlung gebracht. Für uns in Berlin ist ja die Deckungsfrage durch die 1½ Millionen fchon geregelt. Stadtrat Ledermann: Es sind ja heute soviele Rodungen zum Reden an den Magistratstisch heraufgefandt worben, daß meine fachlichen Ausführungen doch nur ihren Wünschen entsprechen tonnten. In Charlottenburg liegt die Sache genau in demselben Stadium wie bei uns. Man sagt, ich folle teine Erziehungsversuche machen. Ich habe nur den Ehrgeiz besessen, Herrn Borgmann erziehen zu wollen; ich wollte mir aber nicht nachjagen lassen, daß ich mich durch Einschüchterungsverfudje hätte verhindern lassen, meine Ausführungen vorzubringen.( Unruhe.) 1. Konstituierung des Kongresses.( Wahl des Bureaus, der Mandatsprüfungskommission, Fesisegung der Geschäftsordnung usw.) 2. Die Vernichtung der gefamten Zabalindustrie und deren Nebengewerbe durch die feitens der Reichsregierung geplanten Tabalsteuer- Mehrbelaftung. 8. Berichte ber Delegierten. 4. Anträge. Zum Empfange der Delegierten in Berlin sind unserer fetts vom Sonntag, den 17. Januar, früh 8 Uhr ab Kollegen, ivelche durch rote Schleifen fenntlich sind, an den Bahnhöfen aufgestellt. Da der Schlesische Bahnhof dem Kongreßtofal am nächsten liegt, ist es ratsam, daß diejenigen Kollegen, welchen dies möglich ist, ihr Bahnbillett bis dahin lösen. Wir ersuchen nun, wo Delegierte zu diesem Kongres noch nicht gewählt sind, dieses schleunigst nach= zu holen. Die Bureaus der Versammlungen, in welchen Delegierte gewählt worden sind, haben Mandatsformulare von ihren betreffenden Bezirksleitern zu beziehen, die feitens des Bureaus auszufüllen und von demselben mit Unterschrift zu versehen sind. Die Bezirksleiter sind bereits int Besize dieser Mandatsformulare. Die Delegierten des 15. Bezirkes haben sich betreffs der Abforderung an den Unterzeichneten zu wenden. Jeder Delegierte hat bei dieser Meldung sofort mit anzugeben, ob Logis für ihn besorgt werden soll oder nicht. Die Kosten der Delegation haben die betreffenden Drie selbst zu tragen. Alle Drte, in denen die Tabakindustrie nebst ihren Hilfsgewerben vertreten ist, müssen Delegierte senden. Sollte dieses aber doch nicht möglich sein, so wäre es min destens angebracht, sich mit Nachbarorten wegen gemeinsamer Delegation zu verſtändigen. Adressen der einzelnen Drie, sowie an sämtliche Bezirksleiter Im Laufe dieser Woche sind an alle uns zugänglichen bezügliche Zufschriften ergangen, und bitten wir, in dem gewünschten Sinne verfahren zu wollen. Kollegen und Kolleginnen! Arbeits. genossen! Wenige Tage trennen uns vom Kongreß, und fordern wir Euch auf, noch diese wenigen Tage voll und ganz auszunuzen! Jeder tue seine Schuldigkeit! Die Zentralfommission der Tabakarbeiter Deutschlands. J. A.: Wilh. Boerner, Berlin S. 42, Ritterstraße 15, parterre.. Alle Arbeiterblätter sind um Abdruckt gebeten! Berlin und Umgegend. Zarifabschluß in der Gipsbaubrandje. Stadio. Barth(..) gibt eine ähnliche Erklärung ab. Stadto. Borgmann( So.): Auch wir wünschen Ausschußberatung. Es wäre ja auch geradezu sonderbar, wenn die Versammlung die Interessen dieses Teils der städtischen Angestellten fategorien nicht in das Bereidh spezieller Prüfung ziehen wollte. Nach der Vorlage bleibt es bei der Annahme von Bureaugehilfen, Deren Diätenjaß von 3,60 cuf 3,00. erhöht werden soll, dem Oberbürgermeister überlassen, Bersonen unter 21 Jahren zu niedrigeren Süßen anzunehmen. Davon fönnte unter Umständen ein Lehr ausgiebiger Gebrauch gemacht werden, den wir nicht wünschen fönnen. Auch ist ber Sab von 3,90 M. nach den jeßigen Berhältnissen nicht genügend. Nach den Säßen, die die Vorlage enthält, muß überhaupt der Magiftrat als ein tarifuntreuer Arbeitgeber bezeichnet werden, und sich einen folchen Vorwurf machen zu lassen, liegt doch keine Veranlassung für ihn vor. Ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen, um den Magiftrat zu fragen bei der Ferienstimmung des Magistrats bin ich allerdings überzeugt, Heute teine Auttwort zu bekommen( Seiterkeit) wie es mit der Befoldungsanfbefferung steht, auf die unsere Beamten schon so Stadtv. Gaffel: Sachlich bin ich mit dem Herrn Stadtrat belange tarten. Wir haben im Stat 1% Millionen dafür zur Verzüglich der Beamtengehälter einverstanden. Wenn ein Redner fügung. Der Magiftrat wollte abwarten, bis die Regierung ihrer durch ein gewisses Kolonnenlachen, ob mit Recht ober Unrecht, seits ihre Entscheidung getroffen habe. Nun liegen Stompromiß- unterbrochen wird, so wird er darüber erregt und es ist erklärlich. beschlüsse der Stommission des Abgeordnetenhauses vor, von denen wenn er dann nicht so urbane Worte wählt. Es ist Geschmacks. man annehmen kann, daß sie durchgehen werden, und damit hätte fache, ob man auf solches Gelächter mit Ruhe und Baune oder mit der Magistrat auch eine Unterlage. Er sollte seine Entscheidung Erregung antwortet. Die weiteren Bemerkungen des Herrn möglichst beschleunigen, denn solange wie das Abgeordnetenhaus, Stadtrats sind aber in der Tat nicht geeignet, unser Berhältnis wo die Verabschiedung wohl erst turg vor dem 1. April 1909 ftatt- su beffern. Wenn er von Lockungen" spricht, so scheint mir das Der Tarifvertrag für die in ber Gipsbaubrandje beschäftigten findet, sollte er doch die Beamten nicht warten lassen. Andere Ge- nicht sehr geschmackvoll. Wir haben hier lediglich den Wunsch ge- Rabizputer, Spanner und Träger zwischen dem Berliner Betonmeinden sind auch in dieser Beziehung Berlin bereits vorange- habt, den Magistrat seinen fachlichen Standpunkt vertreten zu verein"( E. V.) und dem Zentralverband der Maurer Deutschlands, hören. Auch ist es nicht richtig, hier einzelnen zuzumuten, fie Zweigverein Berlin, Seftion der Gips- und Zementbranche, ist am Stadtrat Ledermann: Der Magistrat hat geglaubt, in der hätten ugen" wollen. Auch mit Gegnern hat man in den den all- Montag, den 28. Dezember, von beiden Organisationsvertretern Vorlage Jonen das nach seiner Meinung Angemessene, Richtige und gemeinen Gewohnheiten entsprechenden Formen zu verfehren und unterschriftlich bollzogen worden. Rotwendige vorschlagen zu sollen, aber über das Notwendige tann ben Zon nicht zu einer Schärfe zu treiben, wie ich ihn hier noch ez bei ber jetzigen Finanzlage nicht hinausgehen. Eine Anzahl nicht gehört habe. Es wäre gewiß sehr gut, wenn man fachliche der Diätenjäße werde aus Bauschquanten gezahlt, tvorüber der Ausführungen eines Medners nicht zu sehr durch Lachen stört, aber Magistrat allein zu verfügen hat und wo die Bersammlung nur andererseits dürfen hier auch nicht Reizungen erfolgen, die ganz Senntnis zu nehmen hat. Das würde ja freilich nicht hindern, und gar nicht im Verhältnis stehen zu bem, was einem Redner uns im Ausschuß auch darüber zu unterhalten. Was die Be- unangenehmes geschehen kann.( Beifall.) foldungserhöhung der Beamten betrifft, so ist doch über die Dedungsfrage im Abgeordnetenhaus durchaus noch keine Einigung zustandegetommen. Ich erkläre: In Borbereitung ist bei uns alles( Lachen), so daß wir Ihnen ebentuell sofort mit einer BorTage tommen fönnten. Die Herren, die de lachen, sollten damit wornichtiger fein( große Unruhe bei den Sozialdemokraten). Ich bitte mich zu widerlegen, lachen enthält keine Gegengründe.( Fett gefchte Unruhe.) Die Städte rings um Berlin find ebenso wenig fertig und können fertig sein als wir, denn auch fie machen die Leistungen bezüglich der Beamten von denen des Staates abder Regierung umsonst andere Baustätten angewiesen werden. Die Eintrohner von Pompejt, welches bereits vor seinem Untergange durch die Aschenmassen des Besub am 24. August 79 n. Chr. durch Erdbeben im Jahre 69 gerstört worden war, follen sich geveigert haben, dem Befehle des Senats nachzukommen, der ben Wieber aufbau der Stadt an einem anderen Bunkte beschlossen hatte. Die Stadt Oppido in Stalabrien wurde 1785 durch ein Beben derart zerstört, daß auch nicht ein Stüd Mauer stehen blieb. 23 die Regierung aber zur Anlegung einer neuen Stadt eine. Stelle ans wies, die eine Meile von der alten entfernt lag, weigerten sich die übrig Gebliebenen, dort zu bauen und empfanden bas als eine Bedrückung. Eine derartige Auffassung scheint in Kalabrien, wo nad) 1788 bie meiſten Städte und Dörfer neu aufgebaut werden mußten und an anderen als den bisherigen Stellen angelegt werden follten, eine allgemeine Erscheinung gewefen au fein. Humor und Satire. Gastro in Europa. Bei uns. Eduard VII.( Castro betrachtend, der als Affe dar gestellt ist unb Früchte speist): Wlan fleht doch gleich an feiner Rebensweife, daß er ein Bilder ist. Er ist weber Austern noch Stamelfleisch( bas neuefte Gericht der Pariser Küche). Bei ihm zu Hause.( Castro amüsiert fich mit einem Dämchen.) Der fleine ja tarze Diener bringt eine Bisitenkarte und fagt: Der franzöfifche Geschäftsträger wünicht den Herrn General zu sprechen. Castro: Sag' dem Kerl, er fann mich Armeen. Stadtv. Mommsen: Auch ich wollte gegenüber dem Kollegen Goldschmidt erklären, daß ich in den Ausführungen des Stadtrats absolut feinen Grund zu Protesten finde. Das Lachen war doch aggreffib, das geben ja die Herren selbst zu; wenn er sich dagegen wehrt, so ift das fein gutes Recht. Die Beamtenfrage gehört hier nicht her, die kann nicht so nebenbei abgemacht werden. Aber nicht ganz stimmt es, daß die Vorlage uns bloß zur Kenntnisnahme zugeht, denn feit Jahren halten wir darauf, daß im Stat die Diätensäße festgestellt werden, die Bersammlung fie also genehmigt. Stadiv. Goldschmidt: Ich habe doch den Eindruck gehabt, das der Stadtrat Ledermann an der Versammlung eine Bensur üben wollte( Rufe: Nein!) dann habe ich mich in einem Irrtum be funden, was ich aber noch immer nicht glaube. Deutfches Reich Der Theaterkrieg. Der Deutsche Bühnenverein( Direttoren) hat feine Begiehungen zur Bühnengenossenschaft( Schauspieler) abgebrochen, weil die Schauspieler sich durch den neuen Vertrag nicht villenios tnebeln lassen wollen. Die erste Folge davon ist, daß das Bühnenfchiedsgericht nicht mehr funktionieren kann. Was werden die Schauspieler tun? Die Tarifbewegung der Aachener Buchbinder nimmt ernfiere Formen an. Am 2. Januar läuft bie Sündigung ab und da bis dahin schwerlich eine Einigung zustande kommen dürfte, treten damit die Buchbinder und Buchbinbereiarbeiterinnen in den Ausstand, um ihren minimalen Forderungen Nachdruck zu geben. Die Aachener Unternehmer fehen sich bereits nach Erfagträften um und inferieren in den verschiedensten Tageszeitungen und Fachblättern. Streifenden erwarten, daß niemand ihnen in den Rücken fällt. Aachen ist für Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen gesperrt. " Die Stadtv. Singer( Soz.): Ich will gegenüber dem Kollegen Mommsen nur feststellen, daß seine Verteidigung des Stadtrats Die Beendigung des Streits im Strebelwert, nicht zutreffend ist. Nicht darum hat es sich gehandelt, daß wir den Herrn persönlich angreifen, wie das überhaupt hier nicht wir aus Stuttgart folgendes Telegramm: Bon der Bezirksleitung des Metallarbeiterverbandes erhalten geschicht( Heiterkeit), sondern es ist gelacht worden, weil die Art und Form, wie er sich äußerte, notwendigerweise baza anreizen Beendigung des Streits im Strebelwert zu Mannheim, welches den Nummer 804 vom Vorwärts" enthält ein Zelegramm über die mußte. Wenn er emphatisch erklärte, im Magiftrat fei alles vorbereitet, so ist das Sachen nicht übel zu nehmen. Er hat sich aus- Tatsachen in teiner Weise entspricht. Die Arbeit wird nicht drücklich zum Bensor des Teils der Versammlung gemacht, ber ge- zu den von der Firma festgesetzten Bedingungen aufgenommen, lacht hat. Soweit sind wir glüdlicherweise noch nicht; die Auf- fondern zu den zwischen Arbeiterorganisationen und Juduſtriellenrechterhaltung der Disziplin ruht bei dem von uns gewählten verband getroffenen Vereinbarungen, welche wesentliche Bor Borsteher. Da sein Auftreten in diesem Gaal vielleicht noch für teile enthalten gegenüber den Bedingungen, die die Firma im ihn den Reis der Neuheit hat, so ist es notwendig, daß dem ersten September dieses Jahres stellte. Ebenfo erfolgt die Einstellung aller Bersuch eines Magistratsmitgliedes, sich über die Bersammlung zu arbeiter nach dem mit dem Verband vereinbarten Modus. erheben, energisch entgegengetreten wird. Was die Versammlung tann und darf, darüber haben wir zu bestimmen, und ich verbitte mir jede Bemerkung von dort drüben. Es ist ja nicht schön, daß wir mit einer foldyen Debatte das Jahr schließen, aber es hat auch sein Gutes: im neuen Jahre werben wir hoffentlich damit ver schont werben. Stadtrat Lebermann beruft sich wegen des kann und darf" auf den stenographischen Bericht. Nuter Ausschluß der Deffentlichkeit. Bur Tarifbewegung der Münchener Brauereiarbeiter wird uns geschrieben: Die Verhandlungen vor dem Syndifus des Vereins Münchener Brauereibefizer, Justizrat Roderich Mayr, haben sich bekanntlich durch den Widerstand der millionenschweren Besizer, in der LehnStabib. Hoffmann( Soz.): Meinen Namen hat Herr Beber- frage bez. ber ilfsarbeiter irgendwelche nennenswerte gu mann dirett genannt. Ich habe gelacht, aber nicht allein. Herr geständnisse zu machen, serialagen. Die beteiligten DrganiUeberall basselbe.( Die venezolanischen Truppen find Stollege Caffel sprach schon vom Kolonnenfachen; auch in Ihren fationen haben daher das Einigungsamt bes Gewerbegerichts an in ihren farbenschreienden, phantastischen Uniformen dargestellt, das Reihen ist gelacht worden.( Buruf: Nein!) Sa lönnte diefe gerufen, bas, da die gelt brängt und der feitherige Zarij neben die europäischen.) Ihre Armee, Herr Caftro, ist wahr Serren mit Namen nennen, die von Ihnen gelacht haben; leugnen ichon mit dem 81. Dezember abläuft, Termin zur BerDen Borfiß haft lächerlich, aber nicht mehr oder weniger als die europäischen Sie es doch nicht ab; Gie mußten einfach darüber lachen. Es ist handlung auf den letzten Montag anberaumte. der Ton, den ich außerhalb dieses Saales als Feldwebelton beführte Gerichtsrat Dr. Breuer. Justizrat Mayr war mit Der Lehrmeister. Castro, der Renaissancemensch", Hoch seichnen würde...( Borsteher: Ich muß Sie bitten, Herr Hoff einem Stabe von Echarfmachern erichienen. Hochmann, etwas vorsichtiger und zurückhaltender zu sprechen; wir Vor Eintritt in die Tagesordnung verlas der Vorfizende, zu Rok, zu den europäischen Gewalthabern, unter denen sich wollen doch so das Jahr nicht schließen!) Ich will mich fügen. Gerichtsrat Dr. Breuer, einen vom Syndilus Justizrat Mar Clemenceau, der Sultan, der Bar befinden: Sie wollen alle meine Den Unlaß zum Lachen gab die Behauptung, es fet beim Magistrat gefteliten schriftlichen Antrag, wonach die Brauereibefizer verlangen, Meister sein unb find doch nur meine ganz gewöhnlichen Schüler. alles in bester Vorbereitung. Bielleicht sorgen Sie, Herr Stadt- daß während der ganzen Dauer der Verhand Die begehrteste Frau( Steinheit). Der franzöfifche rat, später auch für die beffere Vorbereitung folcher Reden( Seiterungen die Deffentiileit ausgefchloffen werden Zeremonienmeister zu Caftro: Herr General, bie Regierung beteit), bann wird Ihnen das Gelächter eripart bleiben. Voriolle. Die Vertreter der Organisationen wandten fich energifch bauert unendlich aber es ist ihr leider ganz unmöglichste her: Gelen Sie doch vorsichtiger in Ihren Wendungen, Here gegen ein derartiges Verlangen und wiefen auf die Tatsache hin, Thre Wünsche zu befriedigen: Sic figt gerade im Gefängnis. Hoffmann.) Jch till nur erklären, baß ich jederzeit lachen werde, daß derartige Verhandlungen sowohl vor bein Münchener als ( L'Assiette au beurre.") wenn ich zum Lachen angereizt werde. Die Ausführungen und der auch anderen Ginigungsämtern des Reiches in voller Deffentlichkeit Ton, ber die Wenik machte, hat den Dachreig hervorgerufen. geführt wurden und daß für die Münchener Bierinduftrie nach außen müßte, Damit schließt die Beratung. Die Vorlage geht an einen beschämend wirken wenn folche Verhandlungen, an Ausschuß. benen die Deffentlichkeit in hobem Maße intereffiert sei, hinter ber Schluß 449 Uhr, fchloffenen firen geführt würden. Gerichtsrat Dr. Breuer stellte die Anfrage, ob von biefer Maßregel auch die Bertreter ber Preise betroffen werden sollen, worauf Juftigrat Mayr erwiderte, daß die Brauereibefizer auf vollständigem Ausschluß der Deffentlichteit bestehen blieben und an biefem Punkte die Verhandlungen scheitern würden. Da die Scharfmacher nach lebhafter Lietuffion auf ihrem Antrag fteben blieben, tourde der Saal geräumt. Auch die Vertreter der Preise mußten ben Saal berlaffen. Fürchten vielleicht die Münchener Biersteder, daß durch eine öffentliche Verhandlung ihre Profitrate Schaden Teiden könnte? 900 D Notizen. Die fleste eihäftslage im Theater. Die Giller heater Aftiengesellschaft hielt Dienstag ihre Generalversammlung ab. Die schlechte Wirtschaftslage der legien Zeit geigte fich auch in dem Geschäftsgange des Schiller- Theaters. Der Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben blieb hinter dem Ergebnis vieler anderen Jahre aurid. Er betrug nicht mehr als 20 839 9. -Musikchronit. Die Sinfonie- Konzerte des BlüthneeDeesters werben von Neujahr ab com Sonntag auf den Donnerstag verlegt. Die Sonntage werben dafür mit regel mäßigen populären Konzerten unter Beitung von Ferdinand Reißer Befept. Gewerkschaftliches. An ble gesamte Tabalarbeiterschaft Deutschlands nebst ihren sämtlichen Hilfsgewerben! Kollegen und Kolleginnen! Arbeitsgenossen! Der Kongreß der Tabafarbeiter Deutschlands findet am 18. Jannar 1909 zu Berlin im Gewerkschaftshause, SO. 16, Rusland. Ungarische Gewerkschaftsknebelung. Aus xdapest wird gemeldet, daß der Minister des Junern die Organfation der Metallarbeiter fowie die der Holzarbeiter Ungarns fuspendiert hat. Als Vorwand für diesen Verfuch zur Unterdrifung der Arbeiterbewegung dienten angebliche Statuten widrigtiten. Der Kontraktbrush" der Hafenarbeiter in Kristiania. Alle im Rovember die Hafenarbeiter in Kristiania streiften un der Staatsminister Knudsen zu vermitteln suchte, ftellten Die Unternehmer die Bedingung, daß die Streitenden zunächst anfennen sollten, daß fie den Kontratt gebrochen, sich dadurch strafbar gemacht, und auch gegen eine gerichtliche Entscheidung nichts ein zuwenden hätten. Die Safenarbeiter waren jedoch der Meinung, daß die Unternehmer, indem sie durch Zeitungsannoncen 400 neue Safenarbeiter gesucht hatten, felbst und als die ersten den Kontraft gebrochen hatten, und fahen deshalb der gerichtlichen Entscheidung geen entgegen. Die Unternehmer haben nun jedoch ihren Siraj antrag zurüdgezogen, angeblich aus Humanität, weil die Arbeitslosigkeit so groß fei und weil die Berhältnisse im Hafen jekt befriedigend feien. Tatsächlich liegt die Sache jedoch so, daß die Unternehmer von einer Klage nichts als einen Reinfall zu ertvarten hatten. Das wußten sie von vornherein, und ihr Geschrei über Kontrattbruch der Arbeiter sollte auch nur dazu dienen, die Oeffentlichkeit irreguführen. Ein Norwegischer Leberindustriearbeiterverband. Die Organisationen der Handschuhmacher, der Handschuhnähe rinnen, der Weiß- und der Rohgerber Norwegens haben sich zu einem Lederinduftrieverband zusammengeschlossen. Der tonstitutevende Stongres fand am zweiten Weihnachtsfeiertage im Voltshause zu Sriftiania statt. Der neue Verband trägt den Namen„ Norst stind= og läderindustriarbeiderforbund". Als Vorsitzender wurde Johs. 3. Nilsen gewählt. Soziales. Muß der Angestellte der Aufforderung des Chefs bezw. deffen Stellvertreters, das Geschäft fofort zu verlassen, unbedingt Folge leisten? flagten zur Zahlung der geforderten 59 M. Gin unbebingter Gehorsam gegenüber der Stellvertreterin des Beklagten fonnte nicht verlangt werden. Fräulein 2. hatte allerdings ein Entlassungs recht, wenn sie aber ohne Grundangabe die Entlassung ausspricht, so ist es verständlich, und dem Kläger ist der gute Glaube nicht ab zusprechen, daß er vorerst an den Brinzipal felbft appellieren zu lönnen glaubte. Textilarbeiter in Sachsen. fchäftigt, wurde aber verlagt, weil die Beklagte damals eintvendete, daß the die Klägerin verschiedene Sachen entiendet habe. Das Geiverbegericht wollte aunächst den Ausgang des bereits einges leitet gewefenen Strafverfahrens abwarten. Lieses hat nun seinen Abschluß mit der Freisprechung der Klägerin gefunden. Die Freis sprechung erfolgte, da die Klägerin sich nicht der Entwendung bewußt war; fie leidet an Krankheitszuständen, die ihre zurechnungsfähigkeit ausschließen. Am Dienstag kam die Rohnklage vor der Kammer 2 des Ges Nach dem Berichte der Sächsischen Textilberufsgenossenschaft werbegerichts unter Vorsitz des Magistratsrats Dr. Le Viseur waren im Jahre 1907 5615 Betriebe( gegen 5159 im Jahre 1906) wieder zur Verhandlung. Das Gericht war bemüht, einen Vergleich Wiederholt herbeizuführen. Die Beklagte lehnte jedoch beharrlich jedes Entmit 256 889( 233 952) Arbeitern berfimert. wird im Bericht auf die herrschende Hochkonjunktur hingewiesen. gegen tommen mit dem Hinweis ab, daß sie im Juli manifestiert habe. Sie sah einer etwaigen Verurteilung, die wohl sicher erfolgt Die Zunahme der Betriebe und Arbeiterzabl bestätigen dies. Sachsen ist das Land der Tegiilindustrie geworden: es hat im sein würde, wenn dem nicht prozessuale Schwierigkeiten hindernd Jahre 1907 mehr als 250 000 rbeiter in diefer Branche im Wege gestanden hätten, mit Ruhe entgegen, da jeder Pfändungsbeschäftigt. Aber trop der Hochkonjunktur" betrug der Durverfuch gegen sie fruchtios verlaufen muß. fchnittslohn nur 720 W. pro Jahr, denn es teilten fich Nach seinen vergeblichen Vergleichsbemühungen empfahl das 256 889 Arbeiter in eine Lohnfumme von nur 185 Millionen Mark! Gericht der Klägerin, die Klage zurückzunehmen, da diese sonst waren 1198= 46 Prozent Maschinenunfälle! Gemeldet wurden im Berichtsjahre 2609 Unfälle, davon zurüdgewiesen würde. Denn nach dem Gutachten des Gerichtsarates fei lägerin zur Zeit der Klageerhebung nicht geschäftsTörlichen Ausgang nahmen 29 Unfälle. fähig gewesen und sei es auch jetzt noch nicht; demzufolge tann dieselben auf folgende ifachen zurüd: Entschädigt wurden 711 diefer Unfälle und führt der Bericht auch dieser Prozeß nur von einem gerichtlich bestellten Pfleger ge führt werden. Mangelhafte Betriebseinrichtungen Steine oder ungenügende Anweisung. Fehlen von Schußvorrichtungen Nichtbemuzung oder Beseitigung vorhandener Schußvorrichtungen. Handeln wider bestehende Vorschriften oder erbaltene Anweisungen. Leichtsinn( Balgerei, Rederei, Trunfenheit) Ungeidhidlichkeit und Unachtiamfeit Fehlen von Schutzvorrichtungen und Unacht famkeit der Arbeiter zugleich 21 Unfälle. 1 10 226 189 1 Schuld von Mitarbeitern oder dritten Perfonen. 18 Sonstige angegebene insbesondere in der Ges fährlichkeit des Betriebes ruhende Ursachen 241 Nicht zu ermittelnde Ursachen. 11 Die Entscheidung diefer Rechtsfrage unterlag gestern der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Der betlagte Qub: egtilindustrie wig Schlesinger, Inhaber eines Konfettionsgeschäftes, hatte ein Fräulein 2. als seine Stellvertreterin für den Fall seiner Abwesenheit eingesetzt. Diese Dame forderte eines Tages den Kläger S., der Verkäufer im Geschäfte des Beklagten war, ohne weiteres auf, das Geschäftslokal zu verlassen. S. leistete dieser Aufforde rung nicht Folge, erklärte vielmehr, er wolle sich erst an den Chef venden, da er wiffen wolle, warum er entlassen werden solle. Nachdem die Stellvertreterin dem Chef den Tatbestand unterbreitet hatte, sprach dieser nunmehr die Entlassung wegen Gehorsamsverweigerung aus. In der Verhandlung führte der Inhaber der beflagten Firma folgendes aus: Der Kläger foll sich gegen Fräulein 2. ungebührlich benommen haben, daraus wolle er, der Beklagte, jezt aber die Entlassung gar nicht herleiten. Vielmehr rechtfertige fchon die Tatsache, daß S. auf die Aufforderung seiner Stellvertreterin hin das Lokal nicht sofort verließ, die Entlassung zur Genüge. Berde der Angestellte vom Chef aufgefordert, sofort zu gehen, so müsse er auf alle Fälle Folge leisten. Er könne höchstens feinen Gehaltsanspruch gerichtlich geltend machen, und das Kaufmannsgericht habe dann zu entscheiden, ob er zu Recht oder Unrecht entlassen war, Der Angestellte müsse ebenso auf Aufforderung der Stellvertreterin des Chefs sofort gehen. Das Kaufmannsgezicht bermodhte den Rechtsausführungen des Beklagten nicht zu folgen. Es war vielmehr der zutreffenden Anficht, daß dieser Sadabergehorfam" fich auf das geschäftliche Leben denn doch nicht anwenden laffe. Das Gericht verurteilte den BeFür den Inhalt der Jujerate albernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Donnerstag, 31. Dezember. Enjang 7%, Uhr. Königliches Opernhaus. Die Regimentstochter. Berlegenheit. ( Anfang 7 Ubr.) Königl. Schauspielhans. Der Schlagbaum.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches. Revolution in Kräh wintel. Stammerspiele. Der Arzt am Echeibenweg.( nf. 7 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädt. Madame Bonivard. Anjang 8 Uhr. Leffing. Bregenburg. Berliner. Einer von unsere Lett. ( Anjang 7 Ubr.) Neues Schauspielhaus. Günde Neues. Jsrael. Kleines. Moral. Romische Oper. Die Die Zwillinge. ( Anfang 7 Uhr.) Sebbel. Thummelumsen. Rejibenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller 0. Charleys Zante. aline. Urania. Taubenstraße 4* 49. Nachmittags 4 Uhr: Von der Zugfpige zum Wagmann Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Bencdig. Sternwarte, validenftt. 57/62. Neues Theater. Anjang 7 Uhr. Israel. Freitag und folgende Lages Israel. " 19 Aus Induftrie und Handel. Staatsaufträge. Die Wagenbauanstalten und Lokomotivfabriken haben jezt einen bedeutenden fistalischen Auftrag bereinbekommen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat das tönigl. Eisenbahn- Zentralamt in Berlin beauftragt, den Wagenbauanstalten, die bisher für die preußischheffiichen Staatsbahnen geliefert haben, den Zuschlag auf Lieferung von insgesamt 1135 Personenwagen, 309 Gepädivagen und 8655 Güterwagen zu erteilen. Der Gesamtwert der Lieferung, ausschließlich der zugehörigen Radfäße, beträgt rund 44 Millionen Mart. Die Anlieferung der Wagen soll in der Zeit vom 1. April bis 30. September nächsten Jahres erfolgen. Den Lokomotivfabriken find im Laufe der vorigen Woche die Buschläge auf Lieferung von 570 Lofomotiven im Berte von rund 38 Millionen Mark zugegangen. uch diese sollen im Laufe des Sommerhalbjahres abgeliefert werden. u den Wagen und Lokomotiven gehören natürlich auch Radsätze, so daß nun auch die Achien- und Nadfabriken mit den entsprechenden Aufträgen rechnen können. Für die in Betracht kommenden Betriebe bildet der Auftrag einen guten Arbeitsstod, der auf Monate reguläre Probuftion ermöglicht. Interessengemeinschaften in der Seeschiffahrt. Bei der in der ersten Hälfte des Berichtsjahres herrschenden och fonjunttur in der Textilindustrie waren die Betriebsunternehmer gezwungen, zur Dedung des Arbeiterbedarfes zum Teil Leute einzustellen, die nie in der gearbeitet hatten. Diese Leute wurden zwar angelernt und mit den einschlägigen Arbeiten an den betreffenden Maschinen vertraut gemacht, ihre Ünerfahrenheit war aber doch der Anlaß zu vielen Unfällen. Die Berlegten find also fast an allen Unfällen selbst schuld ge wesen! Der Aufsichtsbeamte der Berufsgenoffenfchaft berichtet aber, daß Ueber die Verhältnifie in der Seeschiffahrt macht der Bericht det er 946 Betriebe besichtigt und insgesamt 740 Verstöße gegen die Handelskammer zu Hamburg für das Jahr 1908 u. a. folgende AnWelche Angft" die gaben: Der starke Rückgang des Warenverkehrs und der Frachtsäge Unfallverhütungsvorschriften gefunden hatte. Unternehmer in Sachsen vor den Arbeitern haben, beweist uns folgender führten dazu, daß ein erheblicher Teil der Tonnage befchäftigungslos wurde. Dabei fonnten die Betriebstosten wegen der hohen Löhne Satz des Berichts: Die Zurechtweifung der Versicherten durch den technischen und Stohlenpreise nur untveientlich herabgefezt werden. Die UnAufsichtsbeamten entsprach in allen Fällen den Wünschen der Arbeit- gunft der Geschäftslage war den Bestrebungen zur Ausschaltung des geber, da die Versicherteu, namentlich bei dem großen Arbeiter- Wettbewerbes günstig, und so tamen die Verständigungen zustande mangeb im Berichtsjahre, eine Belehrung über die Handhabung der zwischen der Hamburg- Amerita- Linie und dem Norddeutschen Lloyd einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften durch ihre Arbeitgeber mit für den nordatlantischen und oftastatischen Verkehr, das Abkommen der Hamburger und Bremer Reedereien für den afrikanischen VerKündigung zu beantworten leicht geneigt waren." fehr, die dreijährige Vereinbarung aller am transatlantischen Passageberkehr beteiligten Schiffahrtsgefedschaften und schließlich das Abtommen für den Passagierverkehr nach Südamerika und nach Westindien. Die Verhandlungen wegen Beilegung des Tariftampfes im Verkehr zwischen den Mittelmeerhäfen und Nordamerika sind noch uidit zum Abschluß gelangt. Noch stärker als die Linienreedereien wurden die Trampreedereien und die Segelschiffahrt von der Ungunft der Verhältnisse betroffen und auch die Aussichten für die Zufunft find nicht ermutigend. " Gine immune Arbeitgeberin. Vor dem Gewerbegericht erscheint Frl. T. im Beistand ihres Baters. Sie tvar als Bußmacherin bei einem Monatslohn von 75 M. bei Frl. Marie Gölter beschäftigt und wurde am 20. Juni ohne vorherige Sündigung wegen hufgabe des Geschäfts entlahen. Frl. T. fordert von ihrer Arbeitgeberin den ihr für die Zeit vom 1. bis 20. Juni zustehenden Lohn, der nach verschiedenen Abzügen 36,75 M. beträgt. Die Klage hatte bereits das Gewerbegericht beo Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends8Uhr: Bum 1 Male: Charleys Tante. Schwant in 3 3 Aften von Brandon Thomas. Freitag nach m. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Freitag, abenos8 Uhr: Charleys Tante. Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Bum 1. Male: Komtesse Guckerl. Lustspiel in 3 aften von Franz von Schönthan und Franz Koppel- Eufeld. Freitag nach m. 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Freitag, abends subt: Komtesse Guckerl. Sonnabend, abends subt: Vater und Sohn. Kleines Theater. Zirkus Schumann. Anjang 8 Uhr. Moral. Theater des Westens. Abends 7 Uhr: Der tapfere Soldat. Operette von Defar Strauß. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Heute Donnerstag, den 31. Dezember, abends präzise 7, Uhr: Letzter Tag der großartigen Dezember- Spezialitäten. der unvergleichlich in seinen Leistungen dastehende Paet, Wanderaffe und um 9, Uhr: Golo, der Seeräuber u. Mädchenhändler. Achtung! Morgen Freitag, den 1. Januar 1909, nachmittags 31, und abends 7%, Uhr: 2 große außerordentliche GalaFest- Vorellungen. In beiden Vorstellungen, nachm. u. abends: Ausnahmsweise und zwar ungekürzt: Golo. der Seeräuber und Mädchenhändler. Nachm. ein Kind unter 10 Jahren frei. Metropol- Theater Donnerstag, 31. Des., nf. 8 1hr: Houte, Donnerstag, den 31. Dezember: Madame Bonivard. Gr. Silvester- Feier. 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Freitag nachm. 3 Uhr: Madame beulci.) Sans- Gene. Abends 8 Uhr: Husaren tieber. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Max Sch Charlottenburg. Komtesse Gudert. Westen. Der tapfere Goldat. Thalia. Mein Leopold. Ruiseu. Große Silvesterfeler. Bernhard Moie. Brüderlein fein. Wilhelm- Theater. Die Schöpfung. un vieibous. Die glücklichste Zeil. Trianon. Der Satyr. Neaes Overetten. Die Dollar prinzejjin. Berliner Operetten- Theater SW, Havana. Anjang 8%, Uhr. Goffipiel Theater. S Drahtlose Zel graphie. Anfang 8% Uhr. Bürgerl. Saufpielhaus. Grobe Silvesterteler. Gebrüder Herrufeld. Die beiden Bindelbands. Alpha. Cutel Kakmit. Spezialitäten. Metrovo. Downterwetter tadel Los. Wintergarten. Spezialitäten. onage. Epezialitäten Safino. Die Dianabäder. Spezia litäten. Reichs alien. Stettiner Gänger. Walhalla. Svezialitäten. Folies Caprice. Servus Pfchefina. Lustige Ehemann. Gustav Behrens. Der Obersteiger. Spezialitäten. Carl Saverland. Spezialitäten. Porobie. 3-7. Die Zauberflöte. Anjang 8% Uhr. und Moritz. pollo Theater Heute Silvester Anfang 7, Uhr: Letztes Auftreten aller Dezember- Attraktionen Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. u. a.: Mizi Gizi, Sigw. Gentes Musik von Paul Lineke. Regie Zum 2. Male: Direktor Schultz. Urania. DERNHARD ROSE THEATED Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Von der Zugspitze zum Watzmann. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 11hr. Thummelumsen. Sr. Frankfurter Str. 132. Bum erftenmal: Brüderlein fein. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Nach der Vorstellung: Silvesterfeler. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Lustspielhaus. Freitag( Neujahrstag), b 1. Januar s Abends 7 Uhr: Die glücklichste Zeit. Nenes Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Affen von Leo Fall. Luisen- Theater. Große Silvesterfeier. Theater, Konzert und Ball. Freitag nacin. 8 Uhr: Der Sonnen wendhof. Abends: Die Stinder des Stäpitän Grant. Sonnabend nahm. 4 Uhr: Der Rattenfänger pon Hameln. Abends: Die Stinber des Stapitän Grant. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Der Weg zum Herzen. Luftfpiel in 4 ten v. A. L'Arronge Anfang 7% Uhr. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theatersaal Moabits. Alt- Moabit 48.( Sel. II 2492.) Donnerstag, den 31. Dezember: Der Veilchenfresser Luftpiel in 4 Aften von G. v. Mofer. Auf. d. Borst. 8, Staffenöffnung 7 Uhr. Stonzert 7 Uhr. Jm Theater- Restaurant täglich bon 4 Uhr nadm. an Konzert und der Wiese Langhoff. Donnerstag, den 31. Dezember: Berliner Theater. 12 Uhr: Colini Clairons Tanzszene. Onkel Casimir. bends: Die Kinder bes Sapitan Große Silvesterfeier Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Morgen 7 Uhr: Einer von unsere Leut'. 12 Uhr: Kaiser Heinrich, Silvester- Burleske. 12 Uhr: Faniaren- Neujahrsgratulation. Blumon- und Konfettischlacht. 8 Musikkapellen. Tanzkränzchen. Freitag, den 1. u. Sonntag, 3. Januar, Residenz- Theater. Durchlaucht Kadieschen. Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Kümmere Dich um Amelie." Schwank in deri Atten( vier Bildern) von Georges Jendeau. Freitag, 1. an., nahm. 3 Uhr: Ganz der Papa. Sonntag, 3. Jan., nachm. 3 Uhr WING BANTEN Haben Sie nichts zu verzollen Letzte Vorstellungen! Kino- AusstellungDonnerstag, den 31, Dezember, abends 10 Uhr: Gr. Silvester- Ball. Vorstellung der preisgekrönten Schönheiten. , OTTO REUTTER die auserlesenen Kunstkräfte. Anfang S Uhr. Entree 1 M. Roserv. Platz 2 M. einschließl. Garderobe u. Progr. Operette in 1 Aft n. einer franzöfifchen Jbee bearbeitet von Heinz Gordon. Mufit von Max Winterfeld. Kajseneröffnung 6%, nr. Passage- Panoptikum. Volkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedés Kind erhält ein Geschenk! Geschenke im Worte von über 1000 Mark. Darunter geschenke von 20 Mark. Ein Stündchen Im Mimmelreich. Die singenden Engelsköpfchen. Lebend: Das Bärenweib. Alles ohne Extra- Entree! Berliner Prater- Theater in den Gesamträumen Grant. Grant. Montag: Die Kinder des Kapitan Theater Vorstellung und Ball. Gastspiel- Theater Köpenicker Straße 68. 7%, Uhr: Gastspiel Srl. Hedwig Lange: Drahtlose Telegraphie. nf, ber Bort. 8 Uhr, Konzert 7 Uhr Im Theater- Restaurant der Micle Langhoff. Casino- Theater Täglich 8 Uhr. Morgen nachm. 3, Uhr: Der Lothringer Str. 37. kleine Lord. Das glänzende Dezember Programm Jubeluder Lacherfolg! Bürgerliches Schauspielhaus Staftanien- Allee 7-9. Gente: Keine Vorstellung. Morgen( Neujahr) nachm. 8 Ubr: Aschenbrödel. bends: Der Militärstaat. W. Noacks Theater Ptrettion Rob. Dill. Briment. 16, Gr. Silvester- Ball. Allevlei Ueberraschungen. 12 Uhr: Gr. Festpolonise! Entree 30 B Freitag, 1. Sammar: Gewonnene Sersen. Große Silvesterfeier. fang S the Anf. 9 Uhr. Ende: Anno 1909: Die Dianabäder. Freitag 4 Ubr: Reezengasse 8a. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Folies Caprice. Durchschlagender Erfolg! Ein lediger Ehemann. Anfang 8%, br. XIV. Saison! Zirkus Busch. Donnerstag, den 31. Dezember, abends präz. 74, Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Um 9% Uhr: ! Barbarossa! Besonders hervorzuheben: Das große Turnier und die Fechterproduktionen zu Fuß u. zu Pferde. Um 9 lbr Das Moto- Baby! ca.: Freitag, den 1. Januar 1909: 2 Sr. außerordentliche Gala- Vorstellungen. 4 a 7%, Uhr: In beiden Borftell.: Barbarossa. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direktion: Willi Voigt. Donnerstag, 31. Dez., abends 811hr: Gr. Silvester- Feier. Ein toller Einfall. Schwan? in 4 ften v. Sarl Laufs. Machts 12 Uhr: Gr. Jubel und Trubel. Ueberraschungen Punschpolonäse. Ball. Freitag, 1. Sannar, nagm. 3 Uhr: Anti- Xantippe ober: Krieg den Frauen. Luftspiel in 5 Aften von R. Kneifel. bends 7 Uhr: Spottvögel. Posle m. Ges. in 4ft.v. B. Mannftädt. Mufil von G. Steffens. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Gr. Silvester- Feier von 8 Uhr abds. bis 4 Uhr früh. Zum 90 Male: Die beiden Bindelbands. Vorher: 9 Spezialitäten. 5 Hardinis, Mirzl von Wenzl, Les Rhyants, Lona Hegyi, LindströmTerzett, Otto Otto, Bernabs et Chivo, Vincenza, Toska- Trio. Punkt 18 Uhr: Anbruch einer neuen Zeit. Gruß an das Neue Jahr von Hugo Pollak. vom Garde Fanfarenklange Kur- Regt. Gr. Volkssänger- Soiree nach alter Wiener Art arrang. von Anton and Donat Herrnfeld. Stegreif- Vorträge folgender Künstler: Carla Mutzbauer, Grete Rogée, Kathi Dreher, Julie Torelli, Ernst Groß, Eugen Neufert, Hugo Döblin, Jaques Glaser, Ernst Eckhoff. ValhallaWa Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor Heute, Silvester- Feier Donnerstag: in den Gesamträumen d. Walhalla. Im Theater sind Tische aufgestellt. Spezialitäten. Ball. Regimentskapellen. Ballettaufführungen. 2 Orchester usw. 90 Musiker 90. Um 12 Uhr: D. erste Ueberraschung im neuen Jahr vorläufig ein Geheimnis für ganz Berlin. Gesamteintrittspreis 1 M. usw. Jeder Besucher erhält 1 Geschenk. alast- Theater Pala Der Freie Volksbühne Einige Neumeldungen zu den NachmittagsAbteilungen werden noch in den Zahlstellen angenommen. Aufführungen: Nachmittags: Abends: Neues Schauspielhaus: Julius Cäsar. Rabagas. Nächste Serie: Nachmittag und abends: Rabagas. Komödie in 4 Aufzügen von Victorien Sardoa. Nachmittagsvorstellungen im Lessing- Theater: Die versunkene Glocke. Nächste Serie im Herrnfeld- Theater: 242/8 Der Probekandidat. Drama in 1 Aufzügen von Max Dreyer. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler WINTERGARTEN Heute Donnerstag, den 31. Dezember 1908 Vorstellung und Silvester- Feier Abschieds- Auftreten des Riesenprogramm mit Otte Reutter u. d. 10 Sternen am Dezember. Himmel. Gastspiel des Neuen OperettenTheaters( Direktion Viktor Palfi). II. Akt der Operette Die Dollarprinzessin. Musik von Leo Fall. Während d. Zwischenpausen Militärkonzert, ausgeführt von der Kapelle des Kais.- Alexand.Garde- Grenadier- Regts. No. 1 unter persönlicher Leitung des Stabshoboist Neumann. Der Vorverkauf findet statt: an der Theaterkasse vormittags 9, Uhr den ganzen Tag, in den Warenhäusern A. Wertheim, Leipziger Str. 132, Rosenthaler Str. 29, Oranienstr. 52 und deren Billettverkaufs- Filialen: Kantstraße 3, Schicklerstr. 4, Rathenower Str. 3, Blücherplata 4 u. Schöneberg, Hauptstr. 1 u. Invalidendank, Unter den Linden 24. Schwarzer Friedrichsberg Inh.: Gebr. Arnhold. Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Donnerstag, den 31. Dezember: Großer Silvesterball Fest- Polonäse mit großartigen Ueberraschungen. Freitag, den 1. Januar 1909: Großer Neujahrsball. Burgstraße 24, 2 Minuten vom Sanssouci, Straße 6. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr: RiesenDezemberSpielplan! Direttion Wilhelm Reimer. Heute Silvesterabend: Extra Silvester- UlfVorstellung von Hoffmanns Nordd. Sängern Anfang 8 Uhr. Fest- Programm! Bum 1. Male: Fräulein Bauge. Boffe in 1 ft. 14 Attraktionen I. Rgs. 14. Bunschpolonase Silvester- Ball. Werthers Leiden, Burleste. Familienfarten Wochetit. halbe Preife überall gratis. Begrüßung des uenen Jahres. Großer Silvester- Ulk. Seder Teilnehmer erhält gratis Punsch und Pfannkuchen. Tanzkränzchen. Dienstag, 5. Jan.: Theater- Abend. Puhlmanns Theater Morgen( eujahr) Fest- Soiree und ( früb. Fröbel. 3b.: J. Leschkowski). Schönhauser Allee 148. Heute Donnerstag im vollständig renovierten Saal: Große Silvesterfeier. Beschenfverteilung, Bolonäse, Borträge, Begrüßung des neuen Jahres Anfang 8 Uhr. Ende? Reichshallen- Theater Gr. Silvester- Ulk- Soiree ber Stettiner Sänger. Anfang& Uhr. Nach der Goirec: Tanzkränzchen. Ballmusik: Das gesamte Musikkorps des 3. GarbeFelb- Artilleric- Regts. Für den Ball ist nichts nadauzable. Berlins größte Silvesterfeier mit Ball, der für diese eine Nacht vereinigt. Etablissements Königstadt Kasino. Täglich: Holzmarktftr. 72. Der größte Silvester- Jubel und -Trubel Berlins in dem mit der schönsten Alpen- Dekoration geschmückten Riesensaal und Nebensälen der BRAUEREI FRIEDRICHSHAIN ( Am Königstor). 1 Militärkapelle in Gesamtstärke 1 Silvesterkapelle in Originaltracht 3 Ballorchester. Mitwirkung erster Bühnenkräfte, u. a: Cremo Hofmann( Heldentenor), Lucie Bernardo( Operette), Willi Gabrun( das Original der Gegenwart). Lebende Bilder( Neuestes). Im großen a Silvester- Ball. Nebensaal: Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 75 Pt., Damen 50 Pf. inklusive Ball, keine Nachzahlungen. Avis! Morgen, Neujahr: Großen Bockbier- Feste Beginn München in Berlin. Der berühmte und bestbekannte Fostwirt Schorsch Ehrengruber aus München mit seiner Orig. Oberlandler- Truppe, außerdem: Die Etschthaler usw. usw. Großer Bockbier- Jubel und-Trubel. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6%, Uhr, wochentags 8 Uhr. 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Dezember, mein lieber Mann und unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegerfohn und Onkel, der Bauarbeiter Wilhelm Heidemann im Alter von 27 Jahren unfole Absturz vom Bau plöglich ber ftorben ist. 8886 Die trauernde Witwe Marie Heidemann geb Spott. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 1. Januar, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Nigdorfer Friedhofes am Mariendorfer Weg aus ftatt. Verband d. baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin a. Umgegend. Bezirk Rixdort. Todes Anzeige. Am Donnerstag, 24. Desember, verstarb der Sollege Wilhelm Heidemann infolge eines Bauuntalles. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 1. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Nigdorfer Gemeinde- Friedhofes, Martendorfer Weg, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. M einen werten Gästen, Freunden und Belannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! S. Berkowicz, Königs- Café. 25/20 Bletchzeitig mache ich befant, daß feber Gaft. ber am Silvesterabend mein Botal befucht, einen Bon erhält aur Abholung eines Geschentes. Landsberger Flysium, Alle 40/41. Donnerstag, den 31. Dezember: Silvester- Ball. gratis! Um 12 Uhr: Punsch- u. Pfannkuchenpolonase Anfang 8 Uhr. Entree frei. Freitag, Gr. Neujahrsball. 1. Januar: Gr. Silvester- Ball Damms Festsaal, Rolkspart- theater Landsberger Allee, a. d. Ringbahn. Jeden Sonntag: Tanz. Borussia- Festsäle Jnh. Georg Wolffgramm 6-7, Aderftr. 6-7. Heute: 66192 Großer Silvester- Ball mit Ueberraschungen. Berliner Eis- Palast Ständige Eisbahn. Heute wegen Vor. bereitungen bis 8 Uhr ab. geschlossen. Abends 8 Uhr: Erster Gr.Silvester- Ball. Zaglig: 6. Grantedungen. Groß destillation, Likörfabrik, Weinhandlung Eine Silvesternacht im Spreewald. Aus Vaterliebe ober: Der Weihnacht größte Freud Freigesprochen. Riesen Spezialitäten- Programm. anf. D. Borst. 8 Uhr. Steine erh. Breife. Kreuzberg- Festsäle. SW., Streuzbergstraße 48. Heute: Großer Silvester- Ball. Pfannkuchen. und Punsch- Polonäfe. Beginn: Eichler- Sänger Montag, 4. Januar. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Passage Theater Im Wein liegt Wahrheit Linden Kabarett Bier Kabarett In sämtl. Sälen Theater- Vorstellungen. Dinheitspreis 5 M. Poffe mit Gefang und Weihnachtsfrende Lebensbild init Gefang. Jede Karto borechtigt zum Be- Außerdem die übrigen erftsuche aller 8 Etablissements und aller Vorstellungen. klaffigen Spezialitäten. Anfang 8, Uhr. Sonntags 6 Uhr. empfiehlt zu den bevorstehenden Festtagen als besondere Spezialitäten: Sherry- Brandy, Halb u. Halb, Stonsdorfer, Kurfürsten, Laaß' Jagdkorn, Laaß' Mediciner, Berliner Getreidekümmel. Ferner zu Silvester: Rum, Arak, Kognak, Punsch, Grog, Glühwein Liter von 1,25 M. an. 30 Filialen in allen Stadtteilen. Heute früh 8 Uhr! kannte noch niemand meine herabgesetzt billigen Prelse. 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Zanz 30 f angeschlagen hatte, unsere Genossen Singer und Hoff- Straßensperrung am 1. Januar. Aus Anlaß der am 1. Januar mann. Möge aus dieser verunglückten Stadtrats- Sungfern- 1909 im Königlichen Schloß stattfindenden Gratulationscour, des rede" der köstliche Ausspruch: In Vorbereitung ist bei uns Salutschießens im Lustgarten und der großen Baroleausgabe im Zeughause werden von etwa 10 Uhr vormittags ab bis nach Bealles!" verdientermaßen in den Zitatenschatz der Magistrats- endigung der Feierlichkeiten- etwa gegen 1% Uhr nachmittags redner aufgenommen werden. die Kaiser- Wilhelm- und die Schloßbrücke, der Lustgarten, die Schloßfreiheit und der Plaz am Zeughause für Fuhrwerke, Reiter und Fußgänger nach Bedarf gesperrt werden. Aquarium und Zoologischer Garten. Achtung! Partei: und Gewerkschaftsfunktionäre. An Dienstag, den 5. Januar, finden unter Zustimmung des geschäftsführenden Ausschusses der Partei in Berlin eine Anzahl wichtiger Gewerkschaftsversammlungen statt. Die Als Entgegnung auf das vom Leiter des Aquariums Dr. Die Berordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg Bertei- und Gewerkschaftsfunktionäre werden gebeten, für Sermes an den Berliner Magistrat gerichtete Schreiben veröffent über den Berkehr mit Kraftfahrzeugen bestimmt im y 9, daß die Besen Tag ihrerseits keine Versammlungen einzuberufen, da- licht die Direktion des Zoologischen Gartens in der Erkennungszeichen nicht zum Umtiappen eingerichtet sein dürfen. lleber die Bedeutung dieser Vorschrift herrscht verschiedentlich Un mit die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder von Groß- Allgemeinen Berliner Korrespondenz" folgende Erklärung: " Die Verwaltung selbst ist sehr überrascht von der Begründung, flarheit. Das Kammergericht hat wiederholt entschieden, daß damit Berlin nicht am Besuch der in Frage kommenden Versammlungen mit der von seiten des Herrn Dr. Hermes die Verhandlungen ab berboten sei, besondere Vorrichtungen anzubringen, die die aus behindert sind. gebrochen sein sollen. Ueber alle angeführten Punkte( Kontrollrecht, drückliche Zweckbestimmung hätten, daß das Erkennungszeichen Eintrittsgeld, Optionsrecht) tvar schon seit längerer Zeit ein Gin( Tafel mit Nummer und Buchstaben) umgeflappt werden solle. vernehmen erzielt worden; es handelte fich zuletzt nur noch um Eine nur lose Befestigung, die es dem Quftorud bei der Fahrt des formelle Kleinigkeiten, die in neuerer Beit gleichfalls geordnet Autos ermöglicht, das Erkennungszeichen in eine andere Lage zu wurden. Erst vor wenigen Wochen wurden von seiten des Herrn bringen, fällt nach Meinung des Kammergerichts nicht darunter. Dr. Hermes die oben erwähnten Punkte aufs neue zur Disfuffion gestellt. Verschwiegen ist bei den Angaben des Herrn Dr. Verordnung, nämlich die, daß das Erkennungszeichen bermittelst Dagegen kommt dann zur Anwendung eine andere Bestimmung der Hermes, daß die Verwaltung des Zoologischen Gartens in ganz außerordentlichem Entgegenkommen sich mit einem mäßigen Anteil Schrauben, Nieten oder Nägel mit dem Fahrzeug fest verbunden am Reingewinn des Unternehmens an Stelle einer Jahrespacht sein müsse. Bei etwas milderer Temperatur es waren gestern morgen einverstanden erklärt hat, um die Lebensfähigkeit des Aquariums von vornherein au sichern. Bei einem Gewinnanteilverhältnis ver- nur" bis 15 Grad Kälte festgestellt fetzte vorgestern abend in der steht es sich von selbst, daß der Gegenkontrahent Ginsicht in die zwölften Stunde ein leichter Schneefall ein, der ununterbrochen bis Bücher und Sicherung nach der Richtung hin haben muß, daß gestern vormittag anhielt und erhebliche Störungen im Straßenverkehr durch volkstümliche Preise das Unternehmen auch von der anderen zur Folge hatte. Besonders unangenehm machte sich das im StraßenbahnSeite Lebensfähig erhalten wird, und daß man schließlich in der betriebe bemerkbar, da bei dem Frost die Salzwirkung eine geringe Lage sein muß, das Unternehmen zu einem angemessenen Breise war und der Schnee nur wenig oder gar nicht forttaute. Dazu kam, zu erwerben, wenn sein gemeinnüßiger Charakter irgendwie im daß andere Fuhrwerke auf den Schienen entlangfuhren und die Laufe der Zeit gefährdet wird oder andere schwerwiegende Inter- barten Flocken in die Nillen hineinpreßten, die dort vollständig veressen diese Uebernahme gebieterisch fordern. Jedenfalls würde es eisten und die Stromrückleitung störten. Dadurch war der Kraftfür den Zoologischen Garten unmöglich sein, einen Vertrag mit verbrauch ein derartig großer, daß teilweise Betriebseinschränkungen der neuen Aquariumsgesellschaft abzuschließen, auf Grund deffen vorgenommen werden mußten. Dies war bei der Großen Berliner, lediglich ein zunächst ganz illusorisches Gewinnanteilsrecht als Siemens u. Halste und der städtischen Straßenbahn erforderlich. einziges Recht überhaupt in Frage tame, ganz abgesehen davon, Auch der Lastverkehr hatte sehr schwer zu leiden und die Fuhrwerke daß die Generalversammlung des Zoologischen Gartens zweifellos blieben vielfach, obwohl sie mit Vorspannpferden versehen waren, niemals einem solchen Vertrag zustimmen würde. Sollten sich die steden. Verhandlungen zu der Aquariumsgesellschaft in einer bevorstehenden Schlußberatung endgültig zerschlagen, so würde der Zoologische Garten aller Wahrscheinlichkeit nach alte Bläne wieder aufnehmen und in absehbarer Zeit ein eigenes Aquarium zur Stomplettierung feiner Schaustellung errichten." Tegel. Wir erinnern nochmals an die in Klippensteins See schlößchen stattfindende Silvesterfeier. Eintritt gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches unentgeltlich. Der Borstand. Berliner Nachrichten. Die Stadtverordnetenversammlung hat nun ihren Mugdan: gestern ist er als Stadtverordneter eingeführt worden. Er stolperte in den Saal hinein, als er ob sagen wollte:" Seht, so wäre ich zu Fall gekommen, wenn nicht eines Wahlvorstehers Unwissenheit mich vor dem Sturz bewahrt und die Untätigkeit Eures Wahlprüfungsausschusses mich auf die Füße gestellt hätte." Die Einführungsrede, mit der der Vorsteher Michelet ihn empfing, erinnerte sonderbar genug an den mit seltener Heftigkeit ge- Zu dieser Erklärung der Direktion des Zoologischen Gartens führten Wahlkampf" und hob dann treffend hervor, daß an- möchten wir nur bemerken, daß der Vertrag, der mit dem Zoologesichts der eingelaufenen Wahlproteste nun erst der gischen Garten geschlossen werden soll, für den letzteren ein äußerst Wahlprüfungsausschuß und die Versamm günstiger ist, so günstig, daß wir in der Annahme eine BenachteiliTung sich mit der Bestätigungsfrage zu begung der Stadt erbliden. Die Direktion gibt ein Stüd Grund und Boden her, der ihr nicht gehört-er ist Eigentum des schäftigen haben werde. Herr Michelet erging sich Fiskus-, wofür das Aquarium nach 40 Jahren, für welche die fodann in allerlei Betrachtungen über die Selbstverwaltung Stadt Berlin für 500 000 m. Binsgarantie übernimmt, in den und schien andeuten zu wollen, daß das Dreiklassenwahlsystem unentgeltlichen Besitz des Zoologischen Gartens übergeht. Und das und das Hausbesißerprivileg die Mehrheitsmänner jahen ist der Direktion des Gartens noch nicht günftig genug. Mit der berdußt einander an, als sie's hörten reif seien, beseitigt Drohung, ein eigenes Aquarium zu errichten, will die Verwaltung zu werden. Und das alles sagte der Herr Vorsteher, um noch günstigere Bedingungen herausschlagen. Wir halten nach wie vor es für das richtigste, daß die Stadt Berlin Mittel und Wege wer lacht da? einen Mugd an zu begrüßen! sucht, das heutige Aquarium in eigene Regie zu übernehmen. -OWAR -O Erftarrt aufgefunden wurde gestern morgen vor dem Hause Frankfurter Allee 187 der 23 jährige Schlächtergefelle Hugo Barius aus Weißensee. Er wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, wo er sich soweit erholte, daß Lebensgefahr nicht mehr Erfroren ist bei Rathenow ein Schiffer, der einen vorhanden ist. Belannten nach dem Staatsbahnhof Rathenow begleitet hatte. Auf dem Rückwege nach feiner auf der Havel in Winterquartier liegenden Bille hat sich der Schiffer jedenfalls auf einen Chauffeestein gesetzt, um auszuruhen, und war dort erstarrt. Nach der Auffindung des Mannes angestellte Wiederbelebungsversuche blieben leider erfolglos. war Ueber eine vereitelte Schredenstat einer Wahnsinnigen wird aus dem Nordosten der Stadt berichtet. In der Familie des Kaufmanns Aich, Winzstraße 72, war seit nahezu 15 Jahren die 81jährige Wirtschafterin Johanna Simon in Dienststellung. Schon bei ihrem Diensteintritt zeigte die S. seinerzeit ein etwas nervöses Wesen. Im übrigen fie ein äußerst tüchtiges und zuver lässiges Wesen. Seit einigen Monaten glaubte fie, fie werde von unbekannten Personen verfolgt und dieser Bustand artete bei ihr schließlich in Verfolgungswahnsinn aus. Da Herr Asch bes fürchtete, daß das Mädchen noch Dummheiten begehen tönne, fündigte er ihm zum 1. Januar. Gestern abend fam bei der Bea Gezählt wird in dauernswerten ein heftiger Wahnsinnsanfall zum Ausbruch. In Das Ergebnis des Weihnachtspaketverkehrs. Der Weihnachtspatetverkehr hat heuer überall, von wo das Ergebnis der genauen Bählung jegt vorliegt, eine wesentliche Steigerung gegen das BorJahr gezeigt, trotz der Ungunft der Verhältnisse. den Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern in den ihrem Zustande holte die Kranke ein großes Küchenmesser aus der Die Tagesordnung sah nicht so aus, wie wenn es in Sieser letzten Sigung des alten Jahres noch lange Erörterungen geben würde, aber es fam anders. Schon die Bericht erstattung aus dem Petitions ausschuß führte zu einer Debatte. Prinzipiell wichtig war die Stellungnahme zu einer Petition, die eine Unfallentschädigung für einen in der Schule um sein Auge gefommenen vierzehn Tagen vom 12. bis 25. Dezember. In Groß- Berlin Tischschublade heraus und begab sich damit in das Schlafzimmer, Schüler forderte. Genosse Leid, der als Referent Ueber- find dies Berlin, Charlottenburg, Lichtenberg, Rigdorf, Schönes in dem die beiden sieben und acht Jahre alten Söhne des A.'schen weisung an den Magistrat zur Berücksichtigung empfahl, be- berg und Wilmersdorf. In diesen sechs Städten hat sich Ehepaares, Hans und Kurt, zu Bett lagen. Frau Asch, die mit 71 649 Pafeten tonte, daß die Schule mit dem Erziehungsrecht gegenüber den eine Steigerung von ergeben, sodaß in einer Frenndin im Nebenzimmer geweilt hatte, hatte auf das Schulkindern auch eine Aufsichtspflicht übernimmt, diefem Jahre 2 827 832 Bafete aufgegeben worden und eingegangen Treiben der S. wohl achtgegeben. Sie eilte mit ihrem Befuch sofort und daß im Hinblick auf den den Eltern auferlegten 3wang, find. Der Zuwachs betrug bei der Aufgabe 43 635, beim Eingange hinter der Jurfinnigen her und kam gerade noch im rechten Augenihre Kinder der Schule anzuvertrauen, bei 28 969. Die Gesamtaufgabe war 1746 966, der Eingang 1 080 866. blid, um ein Verbrechen zu verhindern. Die S. wollte sich gerade folchen Unfällen ein Entschädigungsanspruch nicht abgewiesen In den Tagen vom 18. bis 25. Dezember waren bei den Ortspoit auf die schlafenden Kinder stürzen, als die beiden Frauen im Schlafanstalten 13 965 Beamte beschäftigt, von denen 3638 Beamte, 6177 zimmer erschienen und hinzusprangen. Sie rissen der Tobenden das werden kann. Herr Mommsen wünschte Vertagung, weil unterbeamte und 4155 Bostboten waren. In Berlin allein betrug eſſer aus der Hand und versuchten sie zu beruhigen. Die S. erst noch der Magistrat sich äußern müsse. Durch Leid und der Gesamtverkehr 2 530 496 bei einer Zunahme von 52 608, in Char rannte jest nach dem Fenster, riß es blizichnell auf und stürzte sich, nachher auch durch Herrn Cassel wurde festgestellt, daß eine lottenburg 137 306 oder 8717 mehr, in Lichtenberg 10 258 oder 474 ehe fie daran gehindert werden konnte, auf die Straße hinab. Meußerung der Schuldeputation vorliegt, die als Aeußerung mehr, in Rigdorf 45 605 oder 3001 mehr, in Schöneberg 71 716, ingerichmettertem Schädel blieb die Unglückliche tot auf dem Bürgerdes Magistrats hinzunehmen sei. Vom Magistrat griff in die Wilmersdorf 32 451. Aufgegeben wurden in Berlin allein 1621 879 fteig liegen. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und nach Debatte niemand ein, weil kein Mitglied anwesend war, das Batete oder 34 886 mehr, während der Eingang nur" 908 617 oder dem Schauhause gebracht. die Schuldeputation hätte vertreten können. Die Herren hatten 18 272 Stüd mehr betrug. Beschäftigt wurden hier 12 077. wohl Wichtigeres" zu tun. Die Versammlung stimmte dem Beschluß des Petitionsausschusses zu, daß die Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung zu empfehlen sei, aber mit der Einschränkung, mur aus Billigkeitsgründen folle dem Betenten eine einmalige Entschädigung gewährt werden. Großfeuer in der Brauerei Pfefferberg. Kurz nach 6 Uhr wurde Die Bekanntmachung der Zugverspätungen und Betriebsstörungen die Feuerwehr gestern abend nach der Brauerei Pfefferberg in der im Berliner Stadt, Ring- und Vorortverkehr sind zugleich mit den Schönhauser Allee 176 gerufen. Als Brandmeister Mäder mit dem Unfallmelde- Vorschriften neu geregelt worden. Vom 1. Januar ab dritten Buge aus dem nahen Depot in der Dderbergerstraße eintraf, werden neue 8ugverspätungstafeln" für die Stationen stand der Futterboden der Brauerei in Flammen. Da an den Stadtgleisen der Berliner Stadtbahn, der Berliner Ring- das Feuer einen gefährlichen Charakter annahm, so wurden bahn, der Wannseebahn, den Vorortgleisen Potsdamer Vorort schleunigst noch Verstärkungen herangezogen. Die Flammen Bahnhof- Groß- Lichterfelde Dft, Stralau- Rummelsburg- Ertner bezw. fanden Lichtenberg- Friedrichsfelde- kaulsdorf bezw. Grünau zum Aushang liche an den großen Futter- und Strohvorräten reich" gebracht werden. An diesen Tafeln wird man alle Zugverspätungen ein einziges Feuermeer bildete. liche Nahrung, so daß bald der ganze Futterboden Die Feuerwehr arbeitete Ein Antrag Ladewig, der vom Magistrat schleunigste Borlegung eines Bauentwurfes für eine Stadt bibliothek forderte, wurde von allen Gruppen der Ver- bon 15 Minuten und mehr lesen fönnen. Betriebssammlung zustimmend aufgenommen. Für die sozialdemo- störungen, die über eine Stunde dauern, werden durch mit mehreren Dampffprizen, um dem Feuer den Weg zu verlegen. fratische Fraktion führte Genosse Bruns aus, daß von dieser Aushängen roter Bettel an denselben Tafeln bekanntgegeben. Zum Glüd fonnten fämtliche Pferde. die in den Stallungen unter Seite aus die Notwendigkeit eines besonderen Gebäudes für Auf den Stationen, von denen aus Züge über die Stadtgleife der dem brennenden Boden untergebracht waren, noch rechtzeitig ins die Stadtbibliothek schon vor langem erkannt und diese For Berliner Stadtbahn verkehren, follen, wenn Büge während einer Ve- Freie geschafft werden. Junerhalb einer Stunde wurde der Brand derung stets vertreten worden ist. Bruns rügte auch, daß triebsstörung über die Ferngleise der Stadtbahn geleitet werden zum Stehen gebracht. Der Futterboden ist mit allen Vorräten für das Bibliothekswesen viel zu wenig werden. Auf den übrigen Stationen wird die Bekanntmachung sicheres noch nicht festgestellt werden. Es wird Kurzschluß vermutet. müssen, besondere rote Bekanntmachungen an den Tafeln angebracht ausgebrannt. Ueber die Entstehungsursache des Feuers fonnte Mittel aus dem Stadtfädel hergegeben werden. von Betriebsstörungen in unmittelbarer Nähe der BugDer Antrag wird erst noch in einem Ausschuß vorberaten verspätungstafeln ausgehängt; Ausfertigungen diefer Bekannt- Zu refognozzieren. Am 26. d. M. wurde in Grünau in der werden, so daß der Magistrat, falls er ihm Folge leisten will, machungen( auch betreffend leberleitung von Stadtbahnzügen auf die Nähe des Kirchhofes die Leiche eines unbekannten Maunes erschossen fich noch nicht zu überstürzen brancht. Stadtferngleise) follen außerdem an sämtlichen Eingängen aufgefunden. Der Tote war ungefähr 25-30 Jahre alt, 1,70 groß, Die Magistratsvorlage, betreffend die Erhöhung der zu den Empfangsgebäuden, an fämtlichen 8ugängen zu den hatte blonden Schnurrbart und war befleidet mit Eunfelgestreiftem Diätensäße der Hilfskräfte, gab Veranlassung Bahnsteigen, an allen Fahrtartenausgaben und in den Ueberzieher mit geraden Taschen, graugestreiftem Jadettanzug, blauzu einem heftigen Zusammenstoß eines Magistratsmitgliedes die Aushangstelle so gewählt werden, daß die Reisenden die schwarzen Schnürstiefeln, schwarzem steifen Hut, weißwollenen geWartejälen ausgehängt werden. Bei Bahnsteig treppen muß gestreiftem Oberhemd, weißer Unterhoie, langen granten Strümpfen, mit der Versammlung. In die Debatte, die sich um den An- Bekanntmachungen schon vor dem Beschreiten der stridten Handschuhen, hatte weißes Taschentuch ohne Namen, weißen trag auf Ueberweisung an einen Ausschuß entspann, 30g Ge- reppe bemerten. Zu dem Behufe werden an den bezeich- Stehkragen mit umgelegten Ecken, blaugestreiften Schlips. Bei der nofie Borgmann die Frage der Beamtengehält er neten Stellen schwarz gestrichene Holztafeln in Augen Leiche befand sich ein Regenschirm mit gebogenem braunen Griff und hinein. Gegen ihn, der vom Magistrat forderte, daß er höhe angebracht und an diefen die rafchen Bekanntmachungen der ein braunledernes Portemonnaie mit 1,80 m. Inhalt. Die Leiche weniger langsam arbeiten möge, wurde vom Stadtrat Leder- Betriebsstörung, gegebenenfalls auch die Bekanntmachungen be- befindet sich in der Leichenhalle zu Grünau. Etwaige Refognoszenten mann in einer sehr selbstbewußten Art polemisiert. Als treffend Ueberleitungen von Stadtbahnzügen auf Ferngleife, be- wollen fich dorthin wenden und zu 6075 IV. 59 08 nach dem tönig der Herr Stadtrat, der gestern feine Jungfernrede" hielt, festigt. lichen Polizeipräsidialgebäude, Zimmer 249, Nachricht geben. " mit erheiterndem Pathos ausrief:" In Vorbereitung Die Straßenbahn in der Silvesternacht. Die Straßenbahn hat Bermißt wird feit dem 26. Dezember früh 7 Uhr aus der ist bei uns alles!" antwortete ihm von den Bänken der für die Silvesternacht folgende, von den Vorjahren zum Teil ab- Wohnung Rüdersdorfer Straße 61 der Lokomotivführer Otto Kniestedt. Sozialdemokraten ein fröhliches Gelächter. Das verdroß ihn weichende Vorkehrungen getroffen. Ununterbrochenen Betrieb Signalement: Mittelgroß, Haare grau- meliert, Mugen blau, Zähne so, daß er ausfallend" wurde. Selbst Herr Goldschmidt erhalten die Linien 1, 11, 84 und 78. Verlängert wird der Betrieb vollständig, Schnurrbart; der Vermißte ging ohne Kopfbedeckung, fand, daß die manieren des Herrn Ledermann unangemessen auf folgenden Linien: 3, 5, 6, 7, 12 E, 14, 23, 25, 29, 32, 33, 35, trug dunkeles Jade't und Hofe, Filapantoffel, Wolhemde und war feien, aber Herr Ledermann begriff es nicht und wehrte sich 71, 74, 76, 80, 81, 82, 83, 87, 91, 93, 95, 96, A, B, D, E, F, N, 36, 37, 88, 40, III, 47, 48, 53, 54, 57, 58, 60, 61, 62, 65, 68, 69, nesbentrant. mit einer Erwiderung, die ihm aus der Versammlung den O, P, Q, V. Die Nachtwagen gehen in allgemeinen alle 15 Minuten, felbe ist abzuholen in der Vorwärtsspedition, Stettiner Straße 10. Ein Damenportemonnaie mit Inhalt ist gefunden worden; das. Buruf„ Unverschämt!" und vom Vorsteher einen Rüffel. ein auf der Linie N und zum Teil auf 78 alle 72 Minuten. Die Vertrug. Genosse Borgmann lehnte Herrn Ledermann als längerung dauert meist bis 3 Uhr früh, auf einzelnen Linien bis Die Berliner Feuerwehr hatte in den letzten 24 Stunden Erzieher der Stadtverordnetenversammlung danfend ab. Als 2 Uhr und auf vielen Linien bis 5 und 6 Uhr früh. Im ganzen 30 Alarme zu verzeichnen und ununterbrochen zu tun. Nach Mitterdann der Herr Stadtrat aufs neue in seiner selbstbewußten findet in der Silvesternacht verlängerter Betrieb auf nicht weniger nacht tam Großfeuer am Elisabethufer 19 zum Ausbruch, das erst bemerkt wurde, als es bereits eine große Ausdehnung erlangt hatte. Art antwortete und dabei auch Herrn Cassel anrempelte, als 56 verschiedenen Linien der Straßenbahn statt. Bei Ankunft der ersten Löschzüge standen im 2. und 3. Stod des holte er sich von diesem einen nochmaligen Rüffel. So ging Postalische Umgemeindung. Das Postanit 2 in Reinickendorf Fabrikgebäudes auf dem Hofe die Räume einer Metallwarendie Debatte noch eine Weile weiter. Den Rest gaben dem( West) wird am 1. Januar in eine Zweigstelle des Poftamts 1 in fabrik in Flammen. Branddirektor Reichel ließ über die Herrn Ledermann, der sich zum Bensor" der Versammlung Reinidendorf( Oft) umgewandelt. Die neue Zweigstelle führt die Treppen und außerdem über eine mechanische Leiter mit mehreren aufwerfen zu sollen geglaubt und dabei einen Feldwebelton" Bezeichnung Reinidendorf( West) 3". Shlauchleitungen vorgehen und tüchtig Wasser geben. Die grimmige D Kälte erschtverts anfänglich die Löschung; die Kuppelungen an den Sckläuchen waren vollständig vereist und die Schläuche oft so fest gefroren, dost sie zerbrackeiu Nach mehrstündiger Tätigkeit konnte die Feuerwehr um 6'/-, Uhr wieder abrückeir. Der Schaden soll bedeutend, aber durch Versicherung gedeckt sein. Die Entstehung des Brandes war nicht aufzuklären. Zwei Dachstuhlbrände beschönigten die Feuerwehr in der Köpenicker Straße UV und Georgcnkirchstr. 43. An beiden Ställen brannten Bodcnverschläge mit Inhalt, das Dach- gebälk. der Fußboden und anderes. In beiden Fällen gelang es. . die Flammen auf die Dachstühle zu beschränken. Die Entstchlmg dieser beiden Brände war noch nicht zu ermitteln. Gestern früh kam in der Leipziger Straße 127 Feuer auL. Dort brannte das Treppen- Haus und ein Konior. Der 10. Zug löschte diesen Brand rnit einer Schlauchleitung. Derselbe Zug hatte Unter den Linden ll) zu tun. wo eine Frau infoige einer Gasvergiftung schwer erkrankt war; durch Einflößen von Sauerstoff gelang cS. die Erau zu retten. Der 20. Zug hatte in der Spandaucr Srr. 0 mit w Löschung eines Kellerbrandes und in der Wallstr. 1 mit einem Feuer zu wn. das in einem Uhrenlager ausgekommen war. In der Lindenstr. 6S brannten Betten und Möbel, in der Oderberger Straße 61 ein Schaufenster und Elsasscr Str. 64 eine Speisekammer. Weitere Feuermeldungen liefen aus der Schönhauser Allee 41, der RoseNthaler Str. 19. Königgräner Str. ö, Schiffbauerdamm 38, Reinickendorfer Str. 82, Schutzenstraße und anderen Stellen ein. Vorort- JVaebriebten. Eharlottenburg. Die Berufstätigkeit der im Charlottenburger sozialdemo- kratjsche» Wahlverein organisierte» Angehörigen unserer Partei ergibt sich aus folgenden allgemein interessierenden Zahlen des Berichts des Wahlvereins für das Jahr 196«. Es gehörten dem Wahlvercin am Ib. Dezember 1968 an: 623 Metallarbeiter, 481 Arbeiter� 241 Maurer. 187 Holzarbeiter, 174 Gastwirte. 136 Mitglieder ohne nähere Angabc des Berufes— darunter 115 Frauen und Mädchen— 197 Zimmerer, 92 Trans- Portarbeiter, 86 Maler und Lackierer, 57 Schuhmacher, 47 Töpfer, 43 Schneider. 43 Bauarbeiter. 88 Barbiere, 36 Buchdrucker und • Schriftsetzer, 32 Bureauangestelltc, 26 Händler, 25 Handlungsgehilfen, 26 Tapezierer, 18 Bäcker. 13 Gastwirtsgehilfen, 18 Stukka- teure, 1? Gemeindearbeiter. 14 Brauer, 14 Böttcher, 13 Buchbinder, 12 Porzellanarbeiter, 11 Steinsetzer, 10 Bildhauer, 0 Sattler, 8 Glaser. 8 Schriftsteller, 8 Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter, 7 Gärtner. 7 Tabakarbeiter, 7 Musiker, 7 Vcrgoldcr, 6 Lagerhalter, 5 Isolierer, 4 Dachdecker. 4 Bäckermeister. 4 Glasarbeiter, 4 Portiers. 4 Schlächter, 4 Schuhmachcrmeister, 8 Agenten, 3 Zahn- tcchniker, 3 Eewerbegehilfinnen, 3 Hutmachcr, 3 Lederarbeiter, 8 Schneidermeister, 3 Steinarbeiter, 2 Acrzte, 2 Gerüstbauer. 2 Lithographen und Steindrücker, L Naglcr, 2 Modistinnen, 2 Partei- angestellte, L Photographen, 2 Reisende, 2 Werkführcr, je ein Apo- theker, Architekt, Böttchermeister, Kandidat technic., Drechsler- meister, Klempnermeister, Kunststricker, Kürschner. Malermeister, Rechtsanwalt,'.Redakteur, Rohrer, Schmiedemeister, Tischler, Weber und eine Vermieterin. Die 143 weiblichen Mitglieder entfallen auf folgende Berufe: 5. Arbeiterinnen, 7 Gastwirtsfrauen, 116 ohne Angabe .eines Berufes, 2 Transportarveiterinncn, eine Schneiderin: eine Friseuse,-eine Bureauangestelltc» eine Händlerin, 3 Handlungs- gehilfinnen. eine Porzellanarbeiterin, eine Schrifistellerin, eine Buch- und/ Steindruckereihilfsarbeiterin, 3 Gewcrbegehilfinnen/ 3 Plätterinnen und 2 Modistinnen. Insgesamt zählte der Wahlverein 2886 Mitglieder 2738 -männkichc und 148 iveibliche. Gegen das-Vorjahr bedeutet das einen Mitglicdcrvcrlust von 246. Reu aufgenommen wurden im Jahre 1908 805 Mitglieder, ausgeschieden sind 1651. Der Mitgliederrückgang ist zum Teil auf die strenge Streichung aller Beitragsrestantcn, zum anderen auf den Abzug vieler Bau- arbeiter zurückzuführen. So zählten im Vorjahre oie 12 zur Lau- blanche gerechneten Berufe 1196 Wahlvereinsmilglieder, 1963 aber nur noch 858, also 336 weniger. Die starke Arbeitslosigkeit macht sich auch darin geltend. Am stärksten haben zu dem Miigliederverlust beigetragen die Maurer mit 268. die Arbeiter mit 124 Mitgliedern. An der Mit- gliederzunahme waren außer den 148 Frauen und Mädchen die Metallarbeiter mit 99 beteiligt. Ihnen folgen die Transport- arbeiter,. EemeindcarbpitLr usw. Ein BUd des Elenas bot sich den Pasianten am Montag in der Berliner Straße' dar. Vor den, Hause Berliner Str. 53. welches den EberSschen Erben. RcgenSburger Str. 27, gehört, wurde das arm- selige Hab und Gut eines Mieters auf die Straße gefetzt, weil der Mietzins für einen Monat(November) nickt bezahlt worden war. Sckon am WeihnachisheUigabend sollte der Mieter exmiliiert werden, jedoch hat man sich wohl zu diesem Schritt nicht recht getraut. Wie uns berichtet wird, ist der auf die Srraße gesetzte Mieter, sonst ein ordemltcher und fleißiger Arbeiter, etwa vier Wochen arbeitslos acwesen; die Frau hatte erst am 4. Dezember entbunden. . Die Familie mit 5 Kindern im Alter von 8 Wochen bis 8 Jahren fand Unterkunft im Familieuhau«. Dieses rücksichtslose Vorgehen erscheint um so sonderbarer, als die Besitzer des Hause« Millionäre sein sollen. Die WeihnachtSworte von der„chri'tlichcn Liebe' er- scheinen ob dieses Borgehens» noch dazu in der billeren Kälte, als reiner Hohn..- Wilmersdorf. Gegen die Gültigkeit der Stadtverordneten- Stichwahl vom 12. Dezember 1968 haben unsere Parteigenossen Protest eingelegt. Zu diesem Borgehen wurden sie dadurch veranlaßt� daß der Name eines Einwohners, der bei der Hauptwahl nicht m der Liste ver- zeichnet stand, nachträglich eingetragen wurde, worauf dann der neu- gebacken? Wähler munter der Wilmersdorfer Reaktion zum Siege verhalf. Durch den Protest werden Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung Gelegenheit erhalten, sich darüber auszusprechen, wie sto eine derartige, gegen das Gesetz verstoßende Eigenmächtigkeit rechtfertigen wollen. Treptow-Baumschuleuweg. Der Eislauf ist auf dem Teil des Teltow-Sttchkanals von der Spree bis zur Körlitzer Bahn von der Kanalverwaltung auf eine Petition des Kommunalvereins gestattet und. von der Polizeibehörde geslern freigegeben worden. Jeder Einwohner wird jetzt der Meinung sein, daß er dem gesunden Sport, soweit eö seine Zeit erlaubt, nachgehen kann, ohne Geldopfer zu bringen. Er könnte höchstens nur so viel bezahlen, als das Reinigen des Eifeü Uillosten verurfacht. Das- trifft nicht zu. Der Kommunalverein gibt. nach einer Mit- teilung im„Treptower Anzeiger". Saisonkarten heraus, die. wenn sie auch, nur eine Mark daö Stück kosten, von Arbeitern, die sich des Sonntags nur einige Stunden dem Eislauf widmen können, als viel zu leuer betrachtet werden müssen. Daß der Kam- munalverein hierbei ein Geschäft zu machen sucht, nehmen wir nicht an: es hat aber den Anichein, daß er die minderbemittelte Be- völkernng möglichst fernzuhalten sucht. Auch von Schulkindern sollen 56 Pf. erhoben werden, trotzdem die Gemeindevertretung der Mei- uur.g war, Kindern das Schlittfchnhlanfen frei zu gestatten und daß der Berein die dadurch cutstehenden Kosten von der Gemeindever- waltung einfordern könne. All das ist den Leitern de» Kommunal- Vereins bekannt; mau muß also annehmen, daß die Kinder der Lünen von der Eisbahn femgehalten werden sollen. Mariendorf. Durch einen Wasserrohrbruch ist gestern morgen in Mariendorf eine große Ueberschwemmung herbeigeführt worden. Wahrscheinlich infolge der Kälte war in dem HauptteitiiugSrohr der Cvarlotten- burger Wasierwerke an der Ecke der Dorf- und Chaussee- straße. ein Bruch eingetreten. Die Wassermaslen unterspülten den Fahrdamm an dem Straßenkörper. riffen das Straßenpfläster auf und ftrömtm in einem mmmsstakken Strahl meterhoch cmstor. Glucklicherweise war der Unfall bon Anwohnern rechtzeitig bemerkt worden, die die Wasserwerke telephonisch benachrichtigten, so daß die Zuleitung zu dem Rohr sofort geschlossen werden kovnte. Die sofort in Angriff genommenen Reparaturarbeiten wurden da- durch erschwert, daß infolge der Kälte die Wasierniassen alsbald vereisten und. der Erdboden fest wie Stell, wurde. Auch die auf dem Fahrwege liegenden Sandmassen konnten infolgedessen nur schwer entfernt werden. Der Straßenbahnverkehr wurde unter- brachen, und die Wagen der Linie 96 und 97 konnten nur bis zum Eingang der Dorfstraße verkehren. Ober-Tchöneweide. Das explodierte Luftschiff. Reckt böse Erfahrungen mußte der Gastwirt B. mit einem Kinderlustschiff machen. B. hatte das Spiel- zeug seffien Knaben zu Weihnachten geschenkt und. vorgestern wollte er eS einigen Gästen im Lokel vorsühicn. Während er dabei war, das Lüftschiff mit Leuchtgas anzufüllen, erfolgte plötzlich eine heftige Explosion und die Stichflamme traf B. im Gesicht und am Kopf. Im nächsten Augenblick brannte der Mann. Der Acrmste zog sich schwere Brandverletznngen zu. Gerichts-Zeitung. Straflose Beleidigung und Berführuug. Bekanntlich zetert die reaktionäre Presse über zu geringe Be- strafungen bei Beleidigungen in den Fällen, in denen geradezu drakonische Urteile gefällt werden, wiewohl eZ sich lediglich um scharfe Ausdrücke handelte oder nicht alles, was im öffentlichen Interesse vorzubringen war. bis aufs Tipfclchen über dem i nach Ansicht der Richter erwiesen sei. Mäuschenstill verhalten sich unsere Blockbrüder aber, wenn eine schwere Beleidigung vorliegt, der Beleidigte aber ein Arbeiter oder eines Arbeiters Kind ist und die SlaatLanwaltschast die Erhebung der Klage ablehnt. Von solch einem Fall berichten wir nachstehend. Die Tochter des Zementarbeiters W. in Oscht bei Königswalde in der Neumark hatte bei dem Lehrer Ginge die Sibule besucht und diente dann bei ihm. Sie wurde von ihrem früheren Lehrer und späteren Diensthcrrn im SlUcr von noch nicht 15 Jahren im Dezember 1906 gc- schwängert. Der Vater des Mädchens erfuhr hiervon im Juli 1307. Er stellte Strafantrag wegen der in der tzand- lung des Lehrers liegenden Beleidigung und Verführung. Die Staatsanwaltschaft lehnte jedoch ein Einschreiten- ab. Auf die Zivilklage hin wurde der Lehrer zur Zahlung von ganzen 10— schreibe zehn— Mark monatlicher Alimente durch daL Landgericht in Meserttz verurteilt und fungiert nach wie vor alS Lehrer in Oscht.- � Nach dem Gesetz hat der außereheliche Erzeuger nicht nur einen Beitrag für den Unterhalt des von ihm erzeugten Kindes zu zahlen, sondern den vollen Unterhalt. Glaubt ein Richter in der Tat, daß mit 10 M. monatlich der Unterhalt für ein Kind bis zu dessen zurückgelegtem 16. Lebensjahre bestritten werden kann? Leider sind solch� geringe Sätze,, die mit dem. Gesetz unvereinbar sind, insbesondere jn Kleinstädten und auf den» Lande, üblich geworden. Gedenkt der preußische Justizminister, dem derartig. Gewohnheit gewordene Verstöße gegen das Gesetz bekannt sein müssen, endlich die richter- lichen Beamten darüber aufzuklären» daß der volle Unterhalt vom außerehelichen Vater zu bestreiten, nicht nur ein Beitrag zu leisten ist? Der königlich preußische Mskus verlang! fett Dem 1. Oktober für Den notdürftigen Unterhalt, den er in seinen Strafanstalten gewährt. 1 M. pro Tag. Wie soll ein Mensch mit einem geringeren Betrage unterhalten werden können? Soviel zu dem Urteil tm Mmentenprozeß. Aber schlintmer steht es mit der Auffassung der Staatsanwaltschaft, daß eine strafbare Handlung auf feiten des Lehrers nicht vor- liege. Nach den von uns wiedsrgegebenen Mitteilungen im „Lokal-Attzeiger""meint man ja. in justizmiinsteriellen Kreisen. Beleidigungen müßten schärfer bestraft werden. Wie läßt sich damit die Auffassung vereinbaren, es liege über- Haupt keine strafbare Handlung vor, wenn ein Lehrer mit seinem ehemaligen Zögling, der ihm alS Dienstmädchen vom Vater anvertraut ist, im Kindesalter geschlechtlich verkehrt? Weshalb soll diese Verführung des Kindes und schwere Be- leidigung des Vaters und des Kindes straffrei bleiben? Das bestehende Gesetz reicht zur strafrechtlichen SühneanS. Würde auch ein Diener straffrei bleiben, der seiner Herrschaft Kind in gleicher Weise mißbraucht? Hätten wir an Stelle einer Staatsanwaltschaft das Recht eines jeden Verletzten, solche Straftaten kostenlos dem Gericht zur Aburteilung zu überweisen, so wäre dem öffentlichen Interesse mehr gedient, als durch daS Bestehen einer Anklagebehörde, die so wie die Staatsanioaltschaft in Preußen ihres Amtes ivaltet. Liegt in der Tat in dem geschilderten Fall eine straflose Beleidigung und Verführung nach dem Gesetz vor? Ewe Bejahung dieser Frage durch den preußischen Justizminister erwarten wir nicht. Desto dringender wird die Frage: Wes- halb wird in solchen Fällen öffentliche Klage nicht erhoben? Kautünsschwiildck. Ein„Heller Sachse", der in einer„noch helleren" Berlinerin seine Meislern, gefmiden hat. stand gestern unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung und des versuchten Betruges vor der zweiten Straikanimer des Landgerichts. I. Angeklagt war der in Leipzig ansässige„Zeichner" Leopold Leiner. der außer anderen Strafen schon eme vierjährige Zuchthausstrafe wegen dreister Be- rrügereien gegen alleinstehende Damen veibiitzt hat. Ende Mai erschien in einer Berliner Zeitung ein Inserat, in welche», ein»L. E. Reni" für eine Berliner Filtale eine Leiterin. die 766 Mark Kaution stellen könnte, suchte. Bewetbunge» wurden postlagernd Leipzig erbeten. Als sich darauf eine Frau.Jacobsohn unter Verschweigung ihres Ehestandes meldete, schrieb ihr der Angeklagte unter dem Namen„Rem" einen Brief, in welchem er ihr mitteilte: Er sei durch Erbschaft vor ein Unter- nehmen gestellt worden, von dem er, der Techniker von Beruf sei, nichts verstehe. Zur Erledigung der kaufmännischen Dinge brauche er eine Dame mit kaufmännischer Nomine und bei eventueller Zu- neigung sei eine Heirat nicht auSgeichlosiew Er verschwieg dabei, daß er längst verheiratet ist und Familie besitzt. Frau I. schenkte ihm darauf reinen Wein ein. daß sie eine verhrnatele Frau sei und von einer Berehclickiung keine Rede sein könne. Dies störte den Angeklagten aber keineswegs: er kam nach Berlin und verhandelte mit Frau I. persönlich. Er stellte sich als Rem vor und gab an. daß eS sich um die„Sanwnhandlung L. E. Rem in Hamburg, Brodwoy 11" handle, die in allen großen Städten Filialen errichie» wolle. Es kam dann auch ein Vertrag zustande, den der Angeklagte wiederum mit„Reili" unterzeichnete. Frau I. fiel es dabei auf, daß der Angeklagte mit übergroßer Bereitwilligkeit auf alles ein- ging, was sie im Vertrage festgeketzl zu sehen wünschte, und alS sie ihm erklärte, daß sie atigenvlicklich nur über 466 Mark disponieren könne, ohne- weiteres die zu stellende Kaution aus 496 M. ermäßigte. Sie schöpfte nun Verdacht, daß eS nut der Firma L. E. Reni nicht seine Nichtigkeit habe. Der Vertrag war .eines Sonnabends geschlosien. Jn weiser Vorsicht übergab Frau I. dem Angeklagten einen Scheck über 460 M. auf die Deuuclie Bank in später NachmittagSstmide, so daß er an deinsefbeii Sonnabeyd nickt mehr eingelöst, sondern. erst am nächsten Montag präsentien werden konnte. Die Zwischenzeit benutzte sie. um telegraphjsch Ertmidigmigei, über die Firma L. E. Reni in Hamburg cinznziehw. und erhielt die telegraphische Auskunft, daß es sich offenbar um einen Schwindel handle, da weder eine solche Firma, noch eine Straße Brodway in Honiburg bestehe. Da somit Gefahr im Verzti,? war, eilte Frau I. am Montag zeitig auf die Deutscht Bank und hob ihr Gut« haben in Höhe von 466 M. selbst ab, so daß der Angesagte- als er einige Zeit darauf auf der Bank erschien, das Nachsehen hate. Der Zu- fall wollte eS. daß Frau I. den Angeklagten noch an demßlben Tage auf einer Postanstalt bemerkte, wo er gerade dabei war. uin Mißgeschick seiner„Braut" in Leipzig zu schreiben. Frau A. sorgte nun für seine Verhaftung. Jn seinem Besitz wurde eine Barschakt von ganzen 5 Pfennigen vorgefunden. Obwohl der Schwindel klar �uage lag. machte der Angeklagte den Gerichten und der P.lizei unsägliche Mühe, indem er unter Berufung auf alle mi-g- lichen Zeugen behauptete. daß ein Mann nainenS Rein wirklich existiere, der ihn bevollmächtigt habe, in seinem Namen Verträge mit Filialleiterinnen abzuschließen. Alle nach dieser Richtung hin angestellten Ermittelungen hatreir einen durchaus negativen Erfolg. Trotzdem verstand sich der Angeklagre nicht dazu, einzugestehen, daß die Firma „L. E. Reni" mir ouS einer Umstellung der Buchstaben seine? Namens„Lciner" entstanden war.— Das Gericht verutteilte den Angeklagten zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus. löb M. Geldstrafe event. noch 15 Tage Zuchthaus und vier Jakren Ehrverlust.__ Eine Kirche alö Baubude.„- Vor dem Amtsgericht Aerlin-Schöncberg hatten sich mehrere Bauarbeiter wegen, vorsätzlicher Sachbeschädigung zu verantworten. Nebe», den Neubau der Neuen Kirche in der Hauptstraße liegt ihrem einstigen Beruf entzogen, die alte Dorfkirche. Im Innern dieser. Kirche lagert«, friedlich beieinander mehrere tausend Zentner Zement, verschiedene Baumaterialien, die Kanzel, Heiligenbilder und andere Requisiten. Auch wurde der Raum zum Aufenthalt von den Bauarbeitern benutzt. Als am 36.. Mai d. I. plötzlich ein heftiger Liegen viederjtrömtc. suchten die Arbeiter ihren Auf- enthaltsraum auf. Während der Zeit des Nichtstuns sollen nun die Arbeiter Sch. und.B. verschiedene Sachbeschädigungen begangen haben. Daraus, daß das Bibelbrett heruntergerissen, ein Kandc- laber und ein Heiligenbild beschädigt ist, folgert die Anklage, daß eine entheiligende Tat verübt sei. für die die Angeklagten die Verantwortung zu tragen hätten. Beide Angeklagten vertraten die i Meinung, daß man von einem Gotteshaus hier nicht reden könne, sondern nur von einer Baubude, und da ein anderer Raum zur Aufbewahrung der Baumaterialien und ihrlkr eigenen Sachen nickt vorhanden, wie es sonst allgemein üblich auf Bauten, so mußte die Meinung vorherrschen, daß der Kirchcnraum als Baubude an- zusehen wäre. Tie Sachbeschädigung besirittc» sie auf das cnt- fchiedenste. Der Gegenbeweis tonnte nicht erbracht werden und so beantragte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung. DaS 'Gericht erkannte dementsprechend. ''§ 19a Einer auffälligen Einengung deS Schutzes der Wahrnehmung berechtigter Interessen stimmte am Dienstag das..Rcichsgericht zu. Wegen Beleidigung durch die Presse ist am.'21>.Apri4 vom Land- gericht Saarbrücken-der Geschäftsführer des Deutschen Metall- arbcitetverbandeS, Hermann Faber, zu einer Geldstrafe bon 106 M. verurteilt worden. Der mitangctlägte Arbciterfekrctar Österrotl, ist freigesprochen worden. In der Gemeindeschule zu Obersten, hatte der Lehrer Roth einen Schüler grohrfeigt und ihm dann mit einem dünnen Stöckchen 5—6 Schläge auf beide Wangen gegeben. Er ist deshalb zu 5 M. Geldstrafe verurteilt worden. Nach der Züchti» gung hatte Roth den Direttor Klotz geholt und ihm die Unachörig- retten und das Leugnen de» Schülers erzSHIL Roth soll dann auf Befrage, erklärt habe.,, der Knabe habe noch nicht genug Schläge bekommen. Der Direktor nahm dann den Kopf des Knaben zwischen die Beine und gab ihm nochmals 5—6 Schläge auf Rücken und Gefäß. Faber erfuhr von diesen Vorgängen noch am selben Tage. Er ließ sich die Striemen an den Backen, dem linken Ohr. dem Auge und auf dem Rücken zeigen und veröffentlichte in der„Saarwacht" eine Kritik dieser Züchtigungen. Der gegen den. Direktor erhobene Vorwuxf. er habe das. Züchtigungsrechl überschritten, war nach Ansicht deS Gerichtes unbegründet. Der Schutz des 8 193 wäre dem Angeklagten zugebilligt worden, wenn er nicht gesagt hätte, die Eltern müßten sich zusammentun, um das Züchtigungsrecht der Lehrer zu beseitigen.. Dadurch sollten. meint das Gericht, die Lehrer und der Direktor nur verächtlich gemacht werden.— Die Revision der Angeklagten wurde am Diens. tag vom Reichsgericht verworfen. itzreirellgiSse lvcmekndc. Kleine Frankfurter Strohe 6, vormittag» II Uhr. tu der Schule! Am NeujahrStagc: Festvortiag von Irl Ida Alt. mann. Sonnlag, den L. Januar: Aorlrag von Herrn Pros. Dr. A. Mehrte über„Die Seele". Vormittags g Uhr in der Halle der Gemeinde. Pappel- Allee tS— t?: Freireligiöse Vorlesung. Herren"und Damen als'Taste sehr willkommen. I Amtliche? Marktbericht der flädssichen Marttballen-DlreNton über den Großhandel in den Zcntral-Marktballeiv Marktlage: Fleisch: Zusubi schwach, Geichäs, still, Presse unverändert. Wild: Zusuhr genügend, Gcichäs, lebbalt, Preise gut. Geslügel: Zufuhr genügend. GeschSj, nicht lebhaft, genug, Presse nachgebend. Bulter and Käse: Gcichäs, ruhig. Presse unverändert. Gemüse. O b i, und S üdsrüch te: gusuhr chwoch, Geschüst sehr still, Preise zum Dell anziehend. «SttterunaSitberiicht vom 36. Dezember 16116. morgens 8 Uhr. Wetterprognose für Donnerstag, den 31. Dezember 1008. Etwa» gelinder, zeitweise auskiarend. vorherrschend wollig mit leichiep Schueesöllen und ziemlich scharfen no dössliwen Winden. Berliner Letterb uk ea». Wasser itaiidS-Stachrichte« der LandeSanftail für Kewässerkunde. mitgeleill vor» Berliner Welterbaieau. t) 4- bedeutet Such»,— Fall.—•> Nnlervegel.— Eisstand. r) Gründels.—°) Starkes Grundei».— Oberhalb der Brück« Eisstand. 0 Treibeis.—») Starkes Treibeis.—•) Stanwasser.—"jr Startes Grund- eistreiben. Arbeitgeber, welche ihrer Anmelde Bekanntmachung. bilicht vorfäßlich oder fabrläſſiger Gemeinsame Orts- Krankenkasse gefeben von der Erlegung der vorfür Es beträgt täglich: für die I. Klasse M. 2,00 Weise nicht genügen oder von den für die II. Selaffe 202. 1,75 Alenderungen in den Lobnverhältnissen für die III. Stlaffe 2. 1,50 night Mitteilung machen, find, abo für die IV Stlaffe= R. 1,25 für die V. Selasse== R. 1,00 bemerkten Geldstrafe und Nachzahlung für die VI. Selaffe== 9. 0,75. der Beiträge bis zur erfolgten Ab- Die Krankenunterstützung wird für alle Stranfheit gewährt; Dt. Wilmersdorf wendungen zu erstatten, welche die and Umgegend Staffe in einem vor der Anmeldung reip. Nachmeldung durch die nicht an Wilmersdorf bei Berlin, gemeldete Berfon veranlaßten Unter ftügungsfalle auf Grund dieses Statuts gemacht hat.( Siehe§§ 50 und 52 des K. B. G. und§ 32 diefes Statuts.) § 12. Saifer- Allee 173a. 11. Nachtrag zum Statut der gemeinsamen Orts tranfenfaffe für Dt.- Wilmersdorf und Umgegend vom 18. Juli, 15. August 1894. Beschlossen in der ordentlichen Generalversammlung vom 9. November 1908. Die nachstehenden Baragraphen werden wie folgt geändert: § 1. Auf Zeile 11 ist vor tretsstatuta rische" zu sehen:„ orts beam." § 2. Auf Zelle 15 hinter dem Wort„ Be frieben ist einzuschalten: des Stadtfreises für Dt.- Wilmersdorf und". § 10. E. Meldepflicht der Arbeitgeber. Der§ 10 wird gestrichen und er hält folgende Faffung: Die Arbeitgeber haben jede bon ihnen beschäftigte Berson, welche auf Grund des§ 2 Mitglied der Staffe wird, spätestens am 8. Zage nach dem Beginn der Beschäftigung im Staffenlofal schriftlich anzumelden und spätestens am 3. Tage nach Beendi gung der Beschäftigung ebendafelbft schriftlich abzumelden. Die Anmeldung muß enthalten: Den Bor- und Zunamen, Geburts. datum und Geburtsort, fowie die Beschäftigung des Anzumeldenden, den Tag des Eintritts in die Be fchäftigung, die Höhe des Tages: resp. Bochen oder Monatsverdienstes, und wenn bereits der hiesigen Staffe ans gehörig, die Nummer der betreffenden Mitgliedskarte. Makitab für die Vemeifung der Unterstützung und Beiträge. Durchschnittlicher Tagelohn. Der§ 12 wird gestrichen und erhält folgende Fassung: Als Magitab für die Bemessung der Staffenleistungen und der Beiträge gilt der für die betreffenden Mitglieder in Betracht kommende durchschnittliche agelohn. Derfelbe ist feftgestellt: 1. für Mitglieder über 16 Jahre ausschließlich der Lehrlinge auf: Tagesverdienst: für die 1. Klaffe ( 3,75 M. und darüber für die II. Klaffe ( 8,25 M.- 3,74 M.) für die III. Slaffe ( 2,75-3,24 202.) für die IV. Stlaffe ( 2,25-2,74 M.) für die V. Selaffe ( 1,75-2,24 M.) für die VI. Selaffe M. 4,00 = M. 8,50 M. 3,00 M. 2,50 M. 2,00 ( 1,74 M. und darunter R. 1,50 In die VI. Klaffe gehören auch Bersonen unter 16 Jahren, fowie Lehrlinge. Diefe Säße bleiben in Geltung, bis sie durch die höhere Berwaltungsbehörde anderweitig festgestellt werden. n diesem Falle find die neuen Säße durch die im§ 66 bezeichneten Beitungen bekannt zu machen. § 13 C. Krankenunterstütung für Kaffenmitglieder. Der§ 18 wird gestrichen und er hält folgende Fassung: Wenderungen in den Lohnverhält nissen, sofern dadurch eine Versehung Als Strantenunterstützung wird den in eine andere Lohntlasse stattfindet, Mitgliedern im Falle einer Strant find spätestens am 3. Tage, nachdem heit oder durch Krankheit herbet fie eingetreten, anzumelden. Die geführten Erwerbsunfähigkeit ge Bersetzung des Mitgliedes in eine währt: andere Lohntlaffe erfolgt jedoch erit mit dem der Meldung folgenden Montage. Die Abmeldung muß enthalten: Den Bor- und Zunamen sowie die Beschäftigung des Abzumeldenden, ben Tag des Austritts aus der Befchäf tigung, Höhe des Tages refp. Wochenoder Monatsve dienites und die Nummer der Mitgliedskarte. Jede An- und Abmeldung muß mit Zinte leserlich geschrieben und mit Ramen, Stand und Wohnung des zur Meldung verpflichteten Arbeitgebers unterzeichnet fein.(§ 49 st. B. 6.) Die Berläummis dieser Berpflich tungen giebt gemäß§ 81 des Stranten Bersicherungs- Gefeßes Geldstrafen bis zu 20 nach fich. 1. vom Beginne der Stranfheit an freie ärztliche Behandlung und Arznei, 2. Lieferung von Brillen, Bruchbändern und ähnlichen Bor richtungen oder Heilmitteln, welche zur Heilung des Er frantten oder zur Herstellung und Erhaltung der Erwerbs fähigkeit nach beendigtem Hellverfahren erforderlich sind. 2. im Falle der Erwerbsunfähig feit von dem auf den Tag der Erkrankung folgenden Tage ab für jeben beitstag, einschließ lich der auf einen Wochentag fallenden Feiertage die Hälfte des durchschnittlichen Tagelohns (§ 12) als Stranfengeld. Partei- Speditionen: Zentrum I: Frig 8inte, Mauerftr. 89. Zentrum II: Albert a hnisch. Auguftftr. 50, Eingang Joachimftraße. 2. Wahlkreis, eiten: Gustav Schmidt, Stirchbachstr. 14. goch parterre. Süden und Südwesten: germann Berner Gneisenauftr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Frig. Brinzenstr. 31, of rechts part. 4. Wahlkreis: Onen: Robert engels, Nüdersdorferstr. 3, am Stüftrinerplat. Wilhelm Mann, Petersburgerplay 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südoften: Paul Böhm, Laufigerplay 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: 2co 8ucht, Immanuellirchstr. 12( Hof). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Star! Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Starl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler unb Oranienburger Vorstadt: Hermann Raichfe, Aderftr. 36, Eingang Anflameritraße. Gesundbrunnen: F. Trapp, Stettinerftr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lhchenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Rubowerftr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstraße 1, Ede ( Soethefiraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Zölle, Sigmaringenstr. 5. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Dtto Seifel, Kronprinzenstraße 4, I. Rummelsburg, Boxhagen: A. Rofentrans, Mt- Borhagen 56. Grünan: Franz Klein, Bahnhofftr. 6 III. Bobnsdorf und Falkenberg: 6. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge noffenichaftshaus. Rixdorf: 9. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laben. Schmargendorf: Guitab Staminsty, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Baumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerftr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunom, Ebilonftr. 10, L Nieder- Schöneweide; Bonafowsty, affelwerberstr. 8. Johannisthal: Bielide, Kaifer- Wilhelm- Blas 4 Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Amtsgarten 8. Köpenick: Friedrich Woid, Siegerstr. 6, Laden. Friedrichshagen: Dito Schröder, Friedrichstr. 60, Stfl. II. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernfee, Schloßitr. 119, of I. in Eteglip. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: . Mohr, Düppelftr. 82, und Fr. Schellha fc, hornstr. 15a. Mariendorf: August Leip. Chauffeeftr. 296. of. Baumschulenweg:. Hornig, Marienthalerstr. 13, 1. Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Laden. 6. Bernice, Schlogitr. 119. Neu- Welßensee: Kurtubrmann, Sedanstr. 105, parterre. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und P. Gurich. Stamefeftr. 12, L. Tegel, Borsigwalde, Wittenan Schönholz: Waldmannslust, Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul Rienaft, Borfigwalde, Nauichstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: Mühlenstr. 73. Bernan- Röntgental: Heinrich Brofe, Hobefteinstr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Grich 8 immermann, Eichwalde, Kaiser- Friedrich- Straße 8. Teltow: Wilhelm Steyler, Hobersteinweg 7. Nowawes: Wilhelm Jappe, Briefterstr. 46. Spandau: Röppen, Ragowfir. 9. Mahlsdorf und Kaulsdorf: Hugo Scheibe, Mahlsborf, alberteeftr. 14. Sämtliche Bartelliteratur( otie alle wissenschaftlichen Werte werben gellefert. Annahme von Juferaten für den ,, Vorwärts". Bitte ausschneiden. 245/1 folches, wenn sie nicht selbst in einem erhalten: Die gerichtliche und außer- fverfammlung anfer Vorbehalt etter gefeßlichen Berficherungsverhältnis gerichtliche( Entscheidung) Vertretung näher zu bereinbarenben Kündigung ftehen, auf Grund deffen ihnen ein ber Staffe einschließlia) derjenigen beam auf Lebenszeit angestellt wirb Geschäfte und Rechtshandlungen, für und nicht Mitglied der Staffe zu fein Anspruch auf Sterbegeld zufteht. welche nach dem Gefeß eine Spezial- braucht. Unter denselben Bedingungen bollmacht erforderlich ist, wird bom erfolgt auch die Anstellung der übrigen 1. best. 2. Borfizenden und dem 1. Beamten. bezw. 2. Schri tführer wahrgenommen. § 59. § 29. IV. Beiträge. A. Eintrittsgelb. Der 29 wird gestrichen und er. Sbre Legitimation bei allen Rechtsbefleiden. Auf Beile 3 mug die Klammer endet spätestens mit dem Ablauf der bald folgende ich geftide fentgen, geschäften erfolgt durch die Bescheint heißen:( 626). Abs. 2 iſt au streichen 26. Woche nach Beginn der Krankheit welche Mitglieder der Kaffe weiden, gung der Aufsichtsbehörde, daß die und dafür zu sehen:" Die durch im Falle der Erwerbsunfähigkeit haben ein Eintrittsgeld zu zahlen. Die bezeichneten Stellen im Borstunde vom Rendanten ohne weiteres aus darin bezeichneten Personen zurzeit Statut festgefekten Ausgaben werden ( b. 18iffer 3), spätestens mit dem Dasselbe beträgt: Ablauf der 26. Woche nach Beginn des Krantengel bezuges. Endet der Bezug des Krankengeldes erst nach Ablauf der 26. Woche nach dem Bea ginn der Krankheit, so endet mit dem Bezuge des Krankengeldes augleidh auch der Anspruch auf die in Abjaz i unter Ziffer 1 und 2 bezeichneten Leistungen. Für Mitglieder, deren Löhnung nach Affordfäßen oder in wechselnder Höhe erfolgt, wird der Durchschnittsverdienst der drei legten der Eifranfung voraufgegangenen, für die Zahlung der Beitr ge im§ 81 borgeschriebenen Perioden, oder wenn Das erkrankte Mitglied nicht während dieser ganzen Zeit der Kaffe angehörte, der Durchschnittsverdienst eines in gleicher Beschäftigung stehenden Mitglieds zugrunde gelegt. Die Feft stellung erfolgt durch den Vorstand unter Berücksichtigung der eingegangenen Anmeldungen über die Höhe des täglichen Arbeitsverdienstes und die darin cingetretenen Verände rungen. § 14. 261. 3 Jefle 5 erhält am Schluffe folgenden Zufat: In Ermangelung folcher Angehörigen erhalten sie 10 Broz. des täglichen Krankengeldes". § 20. E. Sterbegeld für Raffenmitglieder. Der 20 wird gestrichen und er hält folgende Fassung: 87,50 Für den Todesfall eines Mitgliedes gewährt die Kaffe ein Sterbegeld im des fünfundzwanzigfachen Betrage burchschnittlichen Tagelohns( 812), mindestens aber M. 50,00. Das Sterbegeld beträgt demnach: für die I. Klaffe. 100,00 für die II. Klaffe für die III. Stlafie. 75,00 für die IV. Klaffe= M. 62,50 für die V.VI.Selaffe. 50,00. Berftirbt ein als Mitglied der Staffe Erfranfter nach Beendigung der Krantenunterstügung, so ist das Sterbegeld zu gewähren, wenn die Erwerbsunfähigkeit bis zum Zode fortgebauert hat, und der Tod infolge derfelben Strankheit vor Ablauf eines Jahres nach Beendigung der Kranfen unterstügung eingetreten ist. = M. 2,80 M. 2,50 02. 2,10 M. 1,80 M. 1,40 für die I. Stlaffe für die II. Stlaffe für die III. Slaffe für die IV. Slaffe für die V. Stlasse für die VI. Klaffe=. 1,10 Befreit vom Eintrittsgeld find 1. diejenigen, welche nachweifen, daß fie innerhalb der festen 26 Wochen vor ihrem Eintritt in die Kaffe einer anderen Stranfenfaffe angehört oder Beis träge Bur Gemeindefrankenversicherung geleistet haben, 2. diejenigen, welche behufs Er füllung ihrer Dienstpflicht im Heere oder der Marine aus der ihre Versicherung begründenden Beschäftigung und dadurch aus der Versicherung ausgeschieden find und nach Erfüllung der Dienstpflicht durch Rückkehr in gezahlt. alle übrigen von der Stasse § 49. zu bestreitenden Ausgaben find auf Derselbe erhält am Schluffe des jedesmalige Anweisung des Vorfihen 1. Ablages folgenden Busaz: jährlich den oder deffen Stellvertreter aut scheidet ein Drittel der Vertreter aus. leisten. In den ersten zwei Jahren nach Inkrafttreten dieser Sagungen werden § 62. Auf Zeile 4 find die Borte: der die Ausscheidenden durch das Los Spartajse des Streises Seltow zur bestimmt. Die Amtsperiode beginnt streichen und dafür zu fehen: ber mit dem 1. Oktober und endet mit städtischen Spartasse Dt.- Wilmersdorf. bem 80. September. Die Neuwahlen finden alljährlich Zm Ablak 2 im September statt. ift die Bahl 200" durch 150" und die 8abl 100" durch 75 zu erfegen. Im Ablak 8 wird statt der Bahl 400" 800" gefest. F §63 Jm§ 63 erhält der 1. b. folgen. den Wortlaut: Die Staffe ist durch den Borstand monatlich regelmäßig und jährlich mindestens einmal un bermuteterweise zu prüfen. Die Prü Ferner foll am Schluß des dritten fung hat fich jedesmal auch auf die Absages hinter dem Wort„ Stimme" vorschriftsmäßige Belegung des Kaffenzugelegt werden: Die Arbeitgeber vermögens und auf die Berwahrung find berechtigt, fich bei der Wahl der der Beläge über die Niederlegung der Wertpapiere zu erstreden. Bertreter zur Generalversammlung Am Abiag 2 Zeile 1 ist das Wort durch thren Geschäftsführer oder fegen. in eine verficherungspflichtige Beschäftigung Mitglieder der Staffe werden, B. diejenigen, welche gemäß§ 8 Biffer 3 um desmothen aus der Staffe ausgefchieden find, weil die Natur des Gewerbezweiges, in welchem sie beschäftigt waren, eine periodisch wiederkehrende seitweilige Einstellung des Be- fibrer oder Betriebsbeamte der zu Beiträgen verpflichteten Arbeitgeber triebes mit fich bringt, wenn fie nach Biederbeginn der Beau wählen. triebsperioden durch Rüdfehr in die Beschäftigung die Mitglied fchaft auf Grund des§ 2 wiebererlangen. Betriebsletter vertreten zu laffen. Von der Vertretung ist dem Kaffen vorstande vor Beginn der Wahlverfammlung Anzeige zu machen. Die Arbeitgeber find ferner be. rechtigt, au Mitgliedern der aus Bertretern bestehenden Generalversamm lung und des Borstandes Geschäfts. § 80. Der§ 30 wird gestrichen und ero hält folgende Fassung: Die wöchentlichen Staffenbeiträge werden auf 4 Bros. feftgefegt und Betragen: für die I. Stlaffem. 0,96 für die II. Selaffe. 0,84 für die III. Selaffe. 0,72 für die IV. Klaffe R. 0,60 für die V. Selaffe 2. 0,48 für die VI. Selaffe=. 0,36 § 36. Im bl. 2 Beile 1 finb bie Borte: basselbe wird durch die Borte: Mitgttebstarte und Statut werden zu erlegen. § 41. § 50. 3m Absatz 1 Zeile 4 sind die Worte: das im§ 66 bezeichnete Blatt" durch die im§ 66 bezeichneten Zeitungen Bu fegen. Borsigende durch Vorstand zu er § 64. Im Abfah 4 Beile 3 find die Borte: das im§ 66 bezeichnete Blatt" durch die im§ 66 bezeich neten Zeitungen" au erlegen. § 66. Auf Belle 7 find die Borte: Zel tower Kreisblatt" zu streichen und dafür zu feßen: Deutschen Kranten Kaffen- Zeitung. § 67. Sin Abf. 1 Beile 2 find die Worte: Duittungsbuch( vergl. 38) zu er fetzen durch: Mitgliebsfarte( vergl 36). Am Schluffe des Abfakes 5 hinter Ergänzungswahl" folgender Diefer Nachtrag tritt am Montag, Zusatz anzufügen: biefe findet bei der nächsten Generalversammlung den 4. Januar 1909, in Kraft. unmittelbar vor derselben". Die Beschlossen: Rengewählten nehmen an der an die Wilmersdorf, ben 9. November 1908. Ergänzungswahl fich anschliegenden Der Vorstand: Generalversammlung tell gea. Gustav Wegener, 1. Borsigender. Hago Freundt, Schriftführer. § 52, Der bl. 1 wird bahin geändert, daß für das Wort brei" acht" ge fett wird. Der Schlußfah in diesem blab foll hinter dem Bort vorher" lauten: in ben im§ 66 bezeichneten Beitungen zu erlaffende Einladung berufen. § 56. Sm§ 56 foll unter 8a eingeschaltet werden: Genehmigt: Potsdam, den 4. Dezember 1908. Namens des Bezirksausschusses: Der Vorsigende. In Bertretung: Joachimi. B. 136 71 8 Beschlußfaffung über Anstellung und Regelung der Gehälter der Be- 1 F. 5885 amten sowie über die von diesen au hinterlegende Staution." Auf Zeile 4 hinter dem Wort: un Berstirbt die Ehefrau bezw. ein Kind eines Kaffenmitgliedes, fo ge- entgeltlig ist einzufhalten: fe er währt die Staffe ein Begräbnisgeld halten jedoch für jede Sigung, an in Höhe des dritten Teiles des Sterbe- welcher fie teilgenommen haben, geldes der betreffenden Klaffe, welcher 1 Mart. Dasselbe gilt auch für die das Mitglieb angehört, gegen Boro Raffenbeamten. Der 1. Borsigende lage der standesamtlichen Sterbe- erhält außerdem für( eine Mühe urkunde. waltung M. 120,00 Auf Beile 7 binter dem Bort § 46. wahrgenommen" foll der Schlußfah Der Abs. 2 foll folgende Faffung lauten: welcher von der General Die Ehefrau bezto. Kinder haben nur dann einen Anspruch auf ein BauhandwerkerKrankenkasse für Berlin und Umgegend. ( Eingeschriebene ilfstaffe Nr. 118.) Bekanntmachung. Der III. Nachtrag ist genehmigt und tritt am Montag, den 4. Januar 1909 in Straft, Der erfte Wochenbeitrag für das Jahr 1909 wird vom 4. bis 9. Januar erhoben und beträgt 80 Bf. 38/7 Der Vorstand. 3. A.: H. Metzke, 1. Borsigender. $ 57. 296/6 Beröffentlicht: Wilmersdorf, ben 20. Dezentber1909. Der Bo stand: Gustav Wegener, Hugo Freundt, Borsitzender. Schriftführer. Kunstgelgenbauer E. Toussaint Verband der Isolierer und Steinholzleger BERLIN C. Joachimstraße 1C, liefert Reparaturen, auf Wunsch zugleich mit vorzgl. Tonverbefferung. Spezialität: Erzeugung des alt. italienischen Timbres für große Säle an alten und neuen Geigen.:: Mäßiges Honorar. ⚫ Deutschlands. Ortsverein Berlin. Steinholzleger. Sonnabend, den 2. Januar 1909, abends 8 Uhr, bei Freiheit, Dragonerstraße 15: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Kaffenbericht. 3. Neuwahl des Gesamt borstandes. 294/4 Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verband. Ortsverein der Tiolierer. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauvtbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Sof III. lmt 3, 1987. Sonntag, den 3. Januar, nachmittags 2 1hr, bei Fritz Wilke, Brunnenstraße 188: Achtung! Bananschläger. Achtung! Sonntag, den 3. Januar 1909, vormittags 10 Uhr, General- Versammlung. im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 4: Mitglieder- Versammlung ages- Ordnung: Zagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Neuwahl bes Borstandes. 294/5 Die Kollegen werden gebeten, recht zahlreich und vor allen Dingen Der Borstand. 1. Jahresbericht. 2. Staffenbericht über den Branchenfonds. 3. Bericht auch pünktlich zu erscheinen. Der Revisoren. 4. Neuwahl der Agitationstommiffion. 5. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 6. Verschiebenes. 126/15 Stollegen! Es ist in dieser Versammlung zu sehr dringenden Fragen betreffs der Tarifberatungen, welche in diesem Monat beginnen sollen, Kollege erscheint. Achtung! Jugendliche Arbeiter u. ArbeiterinnenStellung zu nehmen und darum ist es unbedingt notwendig, daß jeder Sonntag, den 3. Januar, nachmittags 3 Uhr, im Gewerkschaftshaufs An alle Stollegen, auch an die arbeitslofen, richten wir die ernste Mahnung: Geht nicht nachläffig über Eure Pflichten hinweg, denkt daran, was auf dem Spiele steht." ( großer Saal), Engelufer 15: Oeffentliche Versammlung. Sages Drdnung: Der Arbeitsnachweis bleibt am 31. Dezember( Silvester) gefchloffent. Arbeitslosen- Meldungen 1. Vortrag des Schriftstellers Heinrich chula: Das Recht de werden erst wieder am 2. Januar entgegengenommen. Unterſtügung Jugend. 2. Distuffton. 8. Bahl von Jugendvertreten. wird jedoch gezahlt. Die Ortsverwaltung. COCOSSPEISEFETT KUNEROL gesund und billig Ersparniß 50% Zu haben in allen Lebensmittelgeschäften Koch- und Backrezepte gratis KUNEROLWERKE in BREMEN Wien- Atzgersdorf- Dux- Verona Odessa- Christianis GESAMTPRODUKTION: täglich 180,000 Pfund Generaldepot: Berlin SW. 48, Friedrichstr. 231, Telephon: Amt 8, 9718. 294/3 Der Einberufer: K. Rosenfeld. Größte und beste Bezugsquelle!! Auf Teilzahlung!! 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