Nr. 1. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis bränumerando Bierteljährl. 3,30 I., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Marf pro Monat. Eingetragen in die Boit Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Rostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Quremburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Redaction Vorwärts" Lindenstr. 69, Vorwärts Berliner Volksblaff. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stolonel geile oder deren Raum 50 Big., fülr bolitische und gemerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erite Wort 10 Big., jedes weitere Wort 6 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Rummer müffen bis 5 lbr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV, Str. 1983. 1908-1909. Ein Jahr der Blamagen und des moralischen Bankrotts ging für die bürgerliche Welt zur Neige. Trübselig ist das Fazit, das sie auf das letzte Blatt des Kontos 1908 zu setzen hat, und das„ Profit Neujahr!", womit sie den Anbruch des Jahres 1909 begrüßt, ist ohne Zuversicht und lebendige Hoffnung. Freitag, den 1. Januar 1909. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. es darf sich das Zeugnis ausstellen, daß es nichts getan hat, Schwelle des neuen Jahres sind, die deutsche Sozialdemokratie was ihm etwa den Weg zur Regierungspartei versperren darf voll Zuversicht an die Arbeit gehen. Ihr hat das verkönnte. Auch darin ist es dem Freifinn ähnlich, daß es seine gangene Jahr in hartem Kampfe neue Siege, Zeugnisse unWahlrechtsforderung ruhig in die Tasche steckte, als es galt, gebrochener und werbender Straft gebracht. In den Wahlbei den preußischen Landtagswahlen Mandatsgeschäfte mit den rechtsdemonstrationen, in der preußischen Landtagswahlschlacht, Konservativen zu machen. die den grandiosen Massenprotest der Entrechteten am WahlEs gibt keine bürgerliche Opposition mehr in Deutschland, tisch brachte und sieben Vertreter des Proletariats in die das ist eines der sicheren Ergebnisse des Jahres 1908. Das Zwingburg der Besitzenden eindringen ließ, bewiesen die deutsche Bürgertum verkauft seine politischen Ansprüche gegen Niedergerittenen", daß sie reiten. Ihre wirtschaftlichen und einige armselige Brocken vom Regierungstische und findet sich politischen Organisationen haben standgehalten im verheerenden Ein Jahr der wirtschaftlichen Krise wars, das Millionen damit ab, im Junkertum seinen politischen Vormund, seinen Sturm der Krise, mit frischer Straft und Zuversicht haben sie Proletariern aufs neue den Bankrott des kapitalistischen Herrn zu sehen, der für eine gute Zivilliste aus den Taschen neue große Aufgaben, die Verbesserung des Bildungswesens, Systems mit Stockprügeln auf den Magen demonstrierte, das der Massen die Geldsäcke der Kausherren und Schlotjunter die Organisation der Jugend, in Angriff genommen. Die in Millionen Hirnen aufs neue die Erkenntnis belebte, daß vor dem begehrlichen Proletariat schüßt. Die Furcht vor dem Sozialdemokratie war die einzige Vertreterin der nationalen in der bürgerlichen Gesellschaft dem Proletarier keine gesicherte Proletariat, vor seiner zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung Interessen im Stampfe wider das persönliche Regiment, die Statt bereitet werden kann. und Macht tötet den Liberalismus. Die Zuspigung der wirt- Sozialdemokratie die einzige Partei, die den Kampf für eine Ein Jahr, das die Katastrophe des persönlichen Regi- schaftlichen Gegensäge, der Klassengegensätze drängt die Bürger- wirkliche Reform der Reichsfinanzen, gegen die Plünderung ments brachte und zugleich den Beweis, daß die bürgerlichen lichen mehr und mehr in eine geschlossene Kampfreihe der Massen durch neue indirekte Steuern führte. Sie war der Parteien des Reiches nicht imftande sind, es zu beseitigen. wider die Sozialdemokratie. Stärker als alle politischen Ideen Anwalt der Opfer des Kapitalismus, sie mahnte Staat und Ein Jahr, das die Isolierung Deutschlands vollendete, find die wirtschaftlichen Gegensäge im Volfe!" rief auf Gemeinden an ihre Pflicht, die Leiden zu lindern, die die das Fiasko der deutschen Auslandspolitik offenbarte. der Jahresversammlung der freisinnigen Vereinigung ein regellose Produktion des fapitalistischen Systems in der Strise Redner aus. Das Wort ist schief, denn die politischen über das Proletariat bringt. Und ihr Programm ist das Jdeen sind selbst nur das Erzeugnis wirtschaftlicher Gegen- einzige, das den Ausweg weist aus dem für die Verteidiger fäge, aber es stimmt insofern, als politische Jdeen, die zu den des Privateigentums unlösbaren Dilemma zwischen Ueberwirtschaftlichen Interessen ihrer Träger nicht mehr passen, ab- produktion und Elend, das in der Vergesellschaftung der Progeworfen und durch andere politische Anschauungen verdrängt duktionsmittel, im Sozialismus, das Mittel nennt, das die werden. Ein solcher Prozeß geht jezt in deutschen Bürgertum empörenden Gegenfäße der Jetztzeit, den geilen Lurus und vor sich. Die alten Ideen werden noch eine Zeitlang im die frasse Not, ausgleichen und jedem Gliede der Gesellschaft Munde geführt, aber man glaubt nicht mehr an sie, und man gesicherte und menschenwürdige Existenz bereiten wird. fämpft nicht mehr für sie. Wer es noch ernst mit ihnen meint, Die Arbeit des neuen Jahres wird die Fortsetzung der Der Wahlrechtstampf des preußischen Prole der muß ausscheiden aus den Reihen des Freisinns, wie die Arbeit des alten sein. Groß und bedeutsam sind die tariats eröffnete das Jahr. Auf die Verhöhnung der Wahl- um Barth. Aufgaben, zu denen die Zeit ruft. Nehmen wir sie auf mit dem rechtsforderung durch den Kanzler antwortete die Arbeiter- So fonnte denn auch die eklatante Katastrophe des Gelöbnis, nimmer zu wanken noch zu zagen. Die Zeit ist schaft mit der Straßendemonstration. Eine neue Waffe nahm persönlichen Regiments, die der Jahresabschluß brachte, nicht hart und fordert ganze Menschen und strenge Pflichterfüllung. sie auf, die die Situation gebieterisch forderte. Wütend fuhr zu einem reinigenden Gewitter werden, das die Stickluft des Vorwärts denn mit flatterndem Banner, vorwärts unter dem Die Reaktion auf, der Polizeifäbel wurde auf friedliche, un- Absolutismus und der Junkerbureaukratie aus deutschen alten und immer neu begeisternden Schlachtrufe: Hoch die bewehrte Demonstranten geschwungen, die Straßen Berlins Landen getrieben und den frischen Luftzug des parlamentarischen internationale Sozialdemokratie! Im neuen färbte Arbeiterblut. Die Ordnungspresse heulte und Hetzte Regimes gebracht hätte. Wohl rumorte es heftig im Bürger Jahre die alte Treue und den alten Kampfmut! und verleumdete, Junker Brandenstein rief im Dreiflassen- tum und sein Zorn und seine Entrüstung über die Deutschhause nach einem Tessendorf, der die Urheber des Frevels lands Weltstellung und sein Wirtschaftsleben schwer schädigenden pade, seine Klaffengenossen brüllten Beifall, und der preußische Plöglichkeiten und Seitensprünge des Staatsoberhauptes war Justizminister versprach, daß die Klassenjustiz ihre Pflicht echt und ehrlich. Aber zu mehr als lärmenden Beschwerden tun werde. und groben Worten reichte es nicht; zum Handeln, zum Ein Jahr, das dem deutschen Volke eine Forderung von 500 Millionen neuer Steuern präsentierte, das den Bankrott der Reichsfinanzen aufdeckte. Ein Jahr, das die Blockverlumpung des deutschen Freifinns zum Gipfel trieb. Und ein Jahr, das das deutsche Proletariat tro Strifen elends zu neuem Sturm führte und den letzten Rest der Legende vom Niederreiten zerstörte, indem es neue Siegestränze ans Banner der Sozialdemokratie heftete. Das Land der Heimsuchungen. Und an der Seite der offenen Reaktionäre fiel der Anbinden mit dem Absolutismus fam es nicht und soll es Ein trüber Neujahrsmorgen dämmert über Italien deutsche Freisinn über die Wahlrechtsdemonstranten her. nicht kommen. Denn die Ausschreitungen des persönlichen herauf. Schwer heimgesucht ist das unglückliche Volk dieses Der erste energische Vorstoß des Proletariats schied die Regiments erscheinen dem Bürgertum immer noch weniger von der Poesie in den erhabensten Tönen befungenen herrWahlrechts kämpfer von den Lauen und Halben. Der gefährlich als ein parlamentarisches Regime, das die lichen" Landes, schwer heimgesucht jahraus jahrein durch poliFreisinn sette fort, was er schmählich begonnen, als er die Sozialdemokratie sich einmal dienstbar machen könnte. tischen, wirtschaftlichen und firchlichen Druck, schwer heimHohimvorte Bülows gegen seinen Wahlrechtsantrag mit einer Die deutsche Bourgeoisie hat damit zugegeben, daß gesucht in seiner fünstlich konservierten Unbildung, in seinem servilen Verbeugung hinnahm. Als er um seiner Stellung ihre Klasseninteressen mit den Interessen der Nation Aberglauben, schwer heimgesucht durch Hunger und Not, durch im Block willen darauf verzichtete, den Kampf ums preußische follidieren, daß sie unfähig geworden ist, die wahren nationalen Fieber, Malaria und andere Krankheiten, die in heißen Wahlrecht in den Reichstag zu tragen, wo der Kanzler den Interessen zu vertreten. Sie muß aus Sorge um ihre Geld. Ländern die Natur beschert und der Kapitalismus verLinksliberalismus zur Bildung einer Mehrheit brauchte. fäcke Deutschlands Schicksal weiter den Zufällen des persönlichen schlimmert. Er hat ihn zu allen Diensten bereit gefunden. Im Regiments überlassen, dem Spiel der Hoffamarillen, die wieder Was in. den Unglücksgebieten die Greuel der Wirtschaftszweiten Jahre der Blockpolitik hat der Freisinn die elementar- so geschäftig am Werke sind, als hätte niemals Hardens ver- ordnung verschont haben, das endete mit einem Schlage die sten Grundfäße des Liberalismus auf dem Altar des Blocks ge- gifteter Pfeil einen Eulenburg verwundet, der mit Mühe dem entsetzliche Katastrophe, deren Einzelheiten auszumalen die opfert. Er half das Reichsvereinsgesetz durchbringen um den Zuchthause entging. Das Bürgertum überläßt die Gewalt Macht des Menschenhirns übersteigt. Brachten doch die letzten Preis der Zustimmung zum Ausnahmerecht, er ist inzwischen weiter einem Geschöpf des persönlichen Regiments und einer 24 Stunden neue Meldungen in Hülle und Fülle, aber kaum schon dahin gelangt, die ausnahmerechtliche Mißhandlung der verjunkerten Bureaukratie, die nur im Schatten dieses Re- eine, die uns aufatmen ließe, die uns das Gefühl gestattete, Polen, die er ursprünglich nur gezwungen in Stauf genommen giments möglich ist, als ein Beweis dafür, daß der Ab- es fönnte unter dem ersten Eindruck des Grauens vielleicht haben wollte, um das freiheitliche" Vereinsgesetz zu retten, folutismus legten Endes ein Werkzeug der Junkerschaft ist. doch übertrieben, vielleicht doch zuviel gesagt worden sein. als sachlich berechtigt zu erklären. Er bewilligte dem Staats- Einer Bureaukratie und Diplomatie, die Zeugnisse über Zeug- Ein irgendwie abschließendes Urteil wird vorerst noch sekretär der Poſt das Gehalt trotz der Maßregelung eines nisse ihrer Unfähigkeit abgelegt hat, die Mißerfolg auf niemand abzugeben vermögen, doch scheint es beinahe, als ob freifinnigen Postkrankenkassenarztes, stimnite für die Mißerfolg verschuldet hat, Deutschland in aller Welt Sizilien durch die Katastrophe weit schwerer betroffen ist, als forrumpierenden Ostmarkenzulagen, er ließ den freisinnigen unbeliebt und verhaßt gemacht und in eine folierung ge- Apulien und Kalabrien; denn der Ruin von Messina ragt in Bürgermeister Schücking, dem die Junkerbureaukratie wegen bracht hat, die alles andere denn glänzend ist. Die die Gegen- feiner gewaltigen Tragik aus dem Ganzen des ungeheuren Betätigung liberaler Anschauung an den Kragen ging, so fäße zum Auslande beständig schärfer werden ließ, die die Schreckens dermaßen hervor, daß die Verluste im Süden der jämmerlich im Stich, daß der Mann schließlich resigniert vor Kriegsgefahr immer drohender am internationalen Horizont Appeninen- Halbinsel vor der Katastrophe auf der Insel feinen Gegnern das Feld räumte. Und zum zweitenmal aufsteigen ließ und die besten Gelegenheiten, die internationale Sizilien fast in den Schatten treten. verriet der Freisinu die Wahlrechtsforderung, indem Spannung abzuschwächen, durch ein englisch- deutsches Ab- Aus dem Tohuwabohu der Einzel- Meldungen geben wir er bei den preußischen Landtagswahlen, anstatt einen kommen die Flottenrüstungen einzuschränken und so die die folgenden wieder: energischen Kampf gegen die Wahlrechtsfeinde zu führen, Kriegsgefahr zu vermindern und die Rüstungslast der Völker Messina. mit Stonservativen und Nationalliberalen Mandats- zu ermäßigen, brüst zurückwies. " er Catania, 31. Dezember. Die ausführlicheren Nachrichten aus schacher trieb und bei den Stichwahlen die Reaktionäre gegen Düster und unheilschwanger ist die Erbschaft, die das Messina entrollen ein immer schrecklicheres Bild der Katastrophe. die Sozialdemokratie heraushieb. Und zum drittenmal, da neue Jahr vom alten übernimmt, düster sind die Zeichen, die ueber dem Trümmerfelde liegt nachts tiefe Dunkelheit, die nur von er die ,, Erpresserpolitif" ablehnte, da er sich entrüstet weigerte, ihm zu Häupten stehen. In der inneren wie in der äußeren den Scheinwerfern der auf der Reede liegenden Schiffe durchbrochen die Bewilligung von 500 Millionen neuer Steuern im Reiche Politif ist alte Schuld der Herrschenden aufgesummt, und die wird. Es fehlt auch an Wasser. Die Mannschaften der italienischen, von Zugeständnissen in der preußischen Wahlrechtsfrage ab- bittere Rechnung wird dem deutschen Volke präsentiert. Um so englischen und ruffischen Schiffe sind unermüdlich an dem Nettungshängig zu machen. Dagegen gab er seine ablehnende Stellung größer und bedentiamer ist die Aufgabe, die der Sozialdemokratie werke tätig. Ueberall liegen Tote, Verwundete und menschliche wider indirekte Steuern, gegen neue Belastungen des Konsums der zufällt. Sie hat sich zu bewähren als Friedensbürgschaft in der Zeit, Gliedmaßen umher. Ein unerträglicher Verwesungsgeruch fängt an Wassen leichthin auf, als ihm die hehre Aufgabe der ,, positiven da eine neue Acra des Wettrüstens anhebt, da die Verlegen fich bemerkbar zu machen. In Catania find weitere Flüchtlinge einMitarbeit an der Reichsfinanzreform winfte. Da er seine heiten der äußeren Politik die Herrschenden mehr als je in getroffen, die von den Bürgern Wohnung, Kleidung und LebensPrinzipien aufgab, sezte er feinen Stolz darin, wenigstens in Versuchung bringen, das Netz, das ihre eigene Unfähigkeit mittel erhalten. Allenthalben sieht man Leute mit Verletzungen. der Ablehnung der Erpresserpolitik grundsätzliche Festigkeit um Deutschland ziehen half, mit Waffengewalt zu zerreißen. Die Hilfskomitees find eifrig an der Arbeit und haben zunächst zu beweisen. Ebensowenig wie zur Nutzung der Wie im Innern, so ist auch in den Beziehungen zum AusVolksküchen eingerichtet. Finanznot für die preußische Wahlrechtssache war er dafür zu laude die Staatskunst der Junker nur auf den Stillstand behaben, sie als Mittel zur Erzwingung verfassungsrechtlicher rechnet, und seitdem die asiatische Welt in Bewegung gefommen, Garantien gegen das persönliche Regiment zu gebrauchen. seitdem sich in der Türkei das verachtete Volk zum politischen Auch in der Krise des deutschen Absolutismus hat sich Faktor erhoben, sieht sie hilflos den Einfluß Deutschlands der Freisinn durch Zurückhaltung und verständnisvolles Stück für Stück zerbröckeln. Um so fester aber hält die JunkerEingehen auf alle Verschleppungsmanöver der Rechten als schaft im Innern die Bollwerte ihrer Macht. Sie zu erbrauchbarer und billiger Blocklakai für Regierung und Junker schüttern, den Weg frei zu machen zur freiheitlichen Entwickelung Deutschlands ist für die nächste Zukunft eine Hinter ihm stand das Zentrum, der gefährliche Kon- der wesentlichsten Aufgaben der Sozialdemokratie. Wahlfurrent, allezeit bereit, gegen guten Lohn den Dienst zu leisten, rechtskampf stand über der Pforte des Jahres 1908, Wahlden der Freifinn etwa der Reaktion verweigern würde. Es rechtsfampf steht wieder über der Pforte des Jahres 1909. fand keine Gelegenheit, seinen guten Willen zu betätigen, aber und so trüb im allgemeinen Rückblick und Ausblick an der eriviefen. Ein Redakteur des Neapeler Mattino", der mit seiner Jacht vor Messina eingetroffen ist, sendet seinem Blatte folgendes lafonische Telegramm: Worte vermögen das graufige Bild nicht zn schildern, man muß es sehen, um es zu begreifen. Ein Bombardement aus tausend Feuerschlünden ist dagegen ein Iyrisches Gedicht. Die Stadt ist verlassen, durch die Straßen hallen die Schritte der Soldaten. Aus den Trümmern hört man zuweilen noch schwache Hilferufe. Die wenigen zurückgebliebenen Einwohner find vor Schreden stummoder wirr. Kein Haus steht aufrecht, überall herrscht Verwefungsgeruch, vermischt mit dem Dufte der zerstörten Orangenhaine. �er Bericht vcs Leiters des Hilfszugcs von Catania nach Messina lautet: Die Station Catania tvimmelt von Aerzten und frei- Willigen Sanitätssoldaten. Die nach Messina verkehrenden Züge fahren sehr langsan? und brauchen acht Stunden bis Messina, wofür sonst zwei genügen. Je näher der Zug nach Messina komnit, um so deutlicher werden die Anzeichen des Unglücks. Messina bietet einen unbeschreiblichen Anblick. AllcS ifl_ zerstört, und aus den Ruinen züngeln Flanimen. Der gestrige Erdstoß hat das Werk der Zerstörung vollendet. Die Rettungsarbeiten bei Via Lt). Scttembre haben begonnen. Ueberall sah man bei den Leichen fehlende Köpfe, Beine, Arme, zerquetschte Körper. Aus der Karabinieri-Kaserne retteten sich nur fünf Soldaten. Neapel, 31. Dezember. Der Kapitän des hier eingetroffenen deutschen Dampfers.Therapia", der die überlebenden Deutschen von Messina hierher gebracht hat, erzählt, daß man schon von weitem die rauchenden Trümmer Messinas gesehen habe. Als das Schiff in den Hafen lief, wurde es sofort von zahlreichen Booten umringt deren Insassen um Rettung und Nahrungsmittel baten. AUrS was von Messina übrig geblieben, sei ein 10 Meter hoher Trümmerhaufen Catania, 31. Dezember. Der erste Zug seit dem Erdbeben kam gestern abend um 7 Uhr von Mrssina hier an und brachte eine große Anzahl Schwerverwundeler. I» allen Städten, durch die der Zug kam, liegen Hunderte von Schmerverwundeten. In dem Zuge befand sich noch eine Anzahl Soldaten, die durch den ausgestandenen Schrecken fast idiotisch geworden sind. Die Benderung der Küsten« formation von Sizilien und Kalabrie» ist noch gar nicht in ihrem vollen Umfange abzusehen. Das allen Sizilien-Reisenden bekannte Kap Faro ist verschwunden, an seiner Stelle befindet sich eine Meeresbucht. Diejenigen der Uebcrlebenden, die durch die Straße von Messina kamen, geben schrcckeuerregende Erzählungen wieder. Sie sahen ganze Gruppe» nackter Leichname, die von der Ebbe ins Meer hinausgespült worden waren. Mailand, 31. Dezember. Ter„Secolo" veröffentlicht ein Telegramm, demzufolge vor dem Ausbruch des Erdbebens von Messina aus ein ungeheueres Nordlicht an der Küste Calabriens gesehen wurde. Zu gleicher Zeit tönten dumpfe Explosionen aus dem Erdinnern herauf. Plötzlich trat die See auf beiden Seiten um zirka 300 Bieter von der Küste zurück und schlug zu einer Riesenwelle in der Mitte der Straße von Mcssina zusamnien. Diese ungeheuere Wassermasse wurde dann nach beiden Küsten geschleudert und zog alles, was sich ihr in den Weg stellte, in die Tiefe des Meeres hinab. In Monteleone wurde der ganze Umfang des Unglücks erst bei Tagesanbruch bekannt. Zu gleicher Zeit fing das große Petrolcumdepot Feuer und bald stand die Stadt an allen Enden und Ecken in Brand. In Messina machen sich immer noch neue Erdstöße bemerkbar und selbst ein Teil der an den Bergungsarbeiten tätigen Rettungsiuannschaften wurde von der Panik ergriffen, als ein neuer, ziemlich kräftiger Stoß die Erde erbeben machte. Reggio(Calabrien), 31. Dezember. Achtzehn Gemeinden der Provinz und mehrere Dörfer find voll- kommen zerstört. Messina, 31. Dezember. Trotzdem die Katastrophe über Reggio nicht weniger fürchterlich hereingebrochen ist als über Messina, so bietet doch Reggio nicht ein so schreckensvolles Bild wie diese Stadt. Das mag entweder daran liegen, daß drüben in Reggio die Bevölkerung weniger zahlreich ist und die Häuser Keiner sind oder auch daran, daß dort keine Feucrsbrünste auskamen. Waren können zurzeit nach Reggio nur auf dem Meereswege befördert werden. Es wird hier zur gründlichen Lösung der Lage für notwendig gehalten, alle Ueberlebenden aus Reggio und Messina hinweg zu schaffen. Natürlich wären für diesen Zweck die größten Auswanderer- schiffe nötig, da es sich um Zehntausende handeln würde: Reggio dt Calabria, 31. Dezember. Der Kreuzer „Napoli" ist hier mit den ersten Hilfsmitteln eingetroffen. Die Bäckereien hoben ihre Tätigkeit wirber aufgenommen, die Geschäfte, !iie Lebensmittel verkaufen, werden von Truppen bewacht, um Plünderungen zu verhindern. Die zu langjährigen Strafen vre» urteilten Gefangeneu wurden an Bord des timizcrS„Napoli" eingeschifft, die übrigen zu ihren Familien geschickt. Man hat an- grsangen, dir Leichen zu beerdigen und die nötigen Desiusektioaen vorzunehmen. '■ Reggio di Calabria, 31. Dezember. Längs der ganzen Küste von Reggio bis nach Lazzaro herrscht eine grauen- haste Verwüstung. Von vielen kleinen Bauernhäusern ist nicht eine Spur übrig geblieben, weil das Meer die Trümmer mit fortgerissen hat. Ausgedehnte Orangen- Haine sind vernichtet. Die MeereSwogen über- fluteten die Felder Hunderte von Metern landeinwärts. Auf der Straße von Reggio nach Lazzaro begegnet man zahlreichen Gruppen Ueberlebender. die nach Lazzaro flüchteten, wo wieder Bahnverbindung besteht. Bei Pellaro wurde eine Brücke fortgerissen und von dem Meer eine weite Strecke längs der Bahn mitgeführt. Jenseits der Meeresstraße sieht man über Messina fünf ungeheure Rauchsäulen aufsteigen. die die Luft verfinstern. Längs der Eisenbahn arbeitet man an der Wiederherstellung der Telegrapheuverbindung. Ein Gang am Meere entlang führt den Wanderer an Hunderten unbegrabener Leichen vorbei, die in entsetzlichen Stellungen daliegen. Ihre zerschmetterten Körper und ihre entstellten Gesichter bieten ein fürchterliches Schauspiel. Die Hilfs- truppen arbeiten mit unglaublicher Aufopferung. Es fehlt am nötigsten. Hilferufe ertönen aus den Feldern, und d i e vorhandene ärztliche Hilfe ist bei weitem nicht ausreichend. Der Borübergehrnde wird vov den Ueberlebenden mit dem Rufe umringt: Wir hoben Hunger! Helfen Sie uns! Allenthalben auf den Feldern herrscht gräßlicher Verwesungsgeruch. Wenn man nach Reggio geht, so sieht man. daß längs des WegeS auch nicht ein HauS stehen geblieben ist. Beim Eintritt in die Stadt versperren einem die zwei Meter hoch aufsteigenden Triimmer der Strada Calopinace den Weg. General Mazzitolli, der Korpskommandant aus Bari, ist heute nacht hier angekommen. Er hatte die letzten siebzehn Kilometer zu Fuß zurücklegen müssen. Aus Catanzaro ist ein Hilfskorps von 130 Freiwilligen eingetroffen. Die Netter müssen sich vor der Wut der hungrigen Hunde in acht nehmen. Zwei Erdstöße. die gestern erfolgten, riefen unter den Ueberlebenden von neuem eine große Panik hervor.— Pallaro und St. Gregorio sind ganz zerstört. In St. Gregorio sind die etwa hundert Toten schon fast alle begraben. Aber noch fehlt dort Hilfe für die vielen Verwundeten. In Sbarre Superiore nahe bei Reggio sind die Gebäude entweder eingestürzt oder drohen einzustürzen. Auch die Dörfer Misitano und Bocale sind ganz zerstört. Palmi. London, 81. Dezember. Der vom„Daily Telegraph' an die Stell: der Katastrophe eiilsandle Spczialbcrichterstalter telegraphiert auS Palmi folgendes: .Ich erreichte die Stadt Palmi nach einem Marsch von einer halbe» Stunde der Eisenbahn entlang. Unser Zug hatte halten müssen, denn es waren keine Schienen mehr vorhanden. Kein einziges HnuS war dem Unglück entronnen. Die Straßen sind mit Trümmern bedeckt. Bisher haben hier 500 Beerdigungen stattgefunden und weitere 300 Leichen, die auS den Trthiimern geborgen find, warten auf Bestatlung. Sobald ich die Stadt erreicht halte, scharten sich die un- ? lücklichen Ueberlebenden um mich und baten mich um Hilfe. Sie waren ungrig, durstig und obdachlos. Am Morgen war ein mit Brot beladener Wagen, der für die am Rettungswerk tätigen Soldaren bestimmt war, von der verhungerten Menge geplündert worden. Die Soldaten schritten nicht ei», so groß war ihr Mitleid mit den Aermsüen. Das Telegraphenbureau, von dem aus ich diese Depesche sende, ist eine auS Baumästen gezimmcrte Hüne, die eilig von den Postbeamten hergestellt worden ist. Beim Einsturz des Postgebäudes gelang es den Telegraphenbeamten, zwei Apparate zu retten, die hier in aller Eile an die Leitung wieder angeichlossen worden sind. Bagnara, ein kleine«. 10 Kilometer von hier gelegenes Städtchen, ist dem Erdboden völlig gleichgemacht." Hyänen. Neapel, 81. Dezember.- General Eosato hat in Messina 30 Jndividorn wegen Plünderung standrechtlich erschießen lassen. Augenzeugen. Eine Fülle von Darstellungen über die Einzelmomente der Erdschauer dringt nach und nach an die Ocffentlichkeit. Zum Teil widersprechen, zum Teil ergänzen, zum Teil wieder- holen sie sich. Wer wäre jetzt wohl imstande, sie zu sichten, das Wahre vom Falschen zu sondern? Wir geben die folgenden wieder: Der Apotheker P u l e o auS Messina, der in Neapel eingetroffen ist. erzählt: .Ich befand mich auf dem Dampfschiff bereit zur Abfahrt nach Reggio. Um S Uhr 20 Minuten kam von Süden ein heftiger Windstoß, die Erde erdröhnte, das Meer schwoll aus und flutete so rasch ab. daß das Boot auf den Grund stieß; sogleich wurde es aber von einer ungeheuren Welle emporgehoben und gegen die LanduilgSbrücke geschleudert. Die Welle begrub den Bahnhof und die Artillerie- Kaserne. Viele Soldaten ertranken. Aus die Stadt legte sich dichter Nebel. AIS der Tag graute, stieg ich ans Land, ohne einer Seele zu begegnen. Endlich, hinter der zertrümmerten Palazzeta, fand ich zehn halbnackte Soldaten, die unter dem Befehl eines Offiziers einige verschüttete Menschen zu retten versuchten. Ich schloß mich ihnen an. Unsere Arbeit war aber umsonst gewesen; die Verschütten«! waren tot. Die Ruinen des Rathauses und des «Hotel Trinacria' brannten lichterloh. Wieviel Menschen noch am Leben blieben, weiß ich nicht. Vielleicht nicht mehr ol» 10 000 bis 15 000, die alle mit Hunger kämpsen. Die Zahl der Toten schätze ich jedenfalls aus mehr als 50 000.' Der Kapitän des russischen Panzers«Makaroff' erzählt: „Wir haben Ruinen gesehen, nichts anderes. Es waren nicht einmal Mcnschengruppen am Ufer. Ein italienisches Schiff ist in einem Winkel dcS HafenS gesunken. Die Häuser scheinen noch alle zu stehen. In der Tat ragen jedoch bloß die vertikalen Mauern empor. Ueberall sind dir Dächer und die Böden eingestürzt, und darin bestand die große Katastrophe. Deswegen find so viele Menschen umgekommen. Man erschauert, wenn man daran denkt, daß bei sechs- und siebenstöckigen Häusern, beim Dach beginnend, Stockwerk für Stockwerk die Decken einstürzten. Kaum langte ich mit meinem Schiff an, so ließ ich zwei Kompagnien Soldaten landen. Unter den Trümmern hervor ertönten Hilferufe. Man wußte nicht, wohin man sich zuerst wenden sollte. Wir haben etwa 1000 Personen gerettet und ein kleines Hospital improvisiert, unter Leitung des zweiten Schiffsarztcs. Wir haben auch den zwei Tonnen schweren Geldschrank der Banca di Jtalia in Sicherheit gebracht. Ich schätze die Toten auf 80 000, aber viele der Be- grabcneu lebeu vielleicht noch. Der Erdstoß dauerte 37 Sekunden. Das Seebeben erneuert« sich viermal in einer halben Stunde. Die Wogen erreichten eine Höhe von vier bis zehn Metern. Es ist unmöglich, die Zahl der Flüchtlinge festzustellen, aber wir haben etwa 10 000 hungernde, frierende, halbnackte Menschen gesehen, wir haben ihnen alle? ge» geben, was wir hatten: Brot, Fleisch, Konserven, alles Wasser, da« für die Dampfkessel dienen sollte, mit Ausnahme dessen, das wir zur Fahrt nach Neapel benötigten. Die russischen in Mesfina zurückgebliebenen Schiffe haben etwa 700 Personen an Bord, die von allem entblößt sind. Wir hatten viele Irrsinnige au Bord, die in den Gängen deS Schisfes wie auf den Schutthaufen nach ihren Lieben suchten. Bon den tausend Episoden, die ich erlebte, wird mir folgende unvergeßlich sein: Wir fanden im dritten Stock eine« zusammengebrochenen Hanfes in einem Zimmer, dessen Boden nur zum Teil durchbrochen war, zwei kleine Mädchen, die mit ihren Puppen spielten, als existiere für sie die Welt nicht.— Der Panzer fühlte ein Seebeben an Erschütterungen, die ähnlich denen sind, wenn die schweren Geschütze abgefeuert werden.' Das italienische Parlament. Rom, 31. Dezember. Die Kammer ist zu einer außerordeut- lichrn Sitzung einberufen worden. Liebesgabe». 30000 Mark hat der Berliner Magistrat für die Opfer der Erdbebenkatastrophen auf Sizilien und in Calabrien, vor- behaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, bewilligt. Frankfurt a. M., 31. Dezember. Die hiesige Handelskammer stellte 20 000 Fr. für die bei dem Erdbeben auf Sizilien Verunglückten zur Verfügung. Washington, ZI. Dezember. Die Regierung erwägt die Entsendung der g e- samten atlantischen fislotte zur Hilfeleistung in Messina und den anderen vom Erdbeben heim- S«suchten Häfen. Die Flotte ist am Sonntag in Port !aid fällig. Hamburg, 30. Dezember. Zum Zwecke frachtfreier Beförderung von LiebeSgoben auS Deutschland für die überlebende Bevölkerung der zerstörten Städte in Sizilien und Calabrien entsendet die Hamburg— Amerika- Linie den am 5. Jarniar von Hamburg abgebenden Dampfer.Jllyria' nach einem stzilianiichen Hasen. Zur fracknsreien Beförderung mit diesem Dampfer bestimmte Liebesgaben müssen umgehend unler der Adresse.Speditionsabteilung der Hamburg- Amerika- Linie Hamburg-Freihasen. Kaiser- Wilhelm- Hafen' abgesandt werden. Hamburg, 31. Dezember. Die Firma Robert M. Slomann jun. hat sich bereit erklärt, mit ihren Dampfern Liebesgaben frachtfrei nach Sizilien zu befördern. Gleichzeitig hat die Firma ihre Dampfer im Mittelmeer beauftragt, auch von den Häfen de» MittelmeereS auS Liebesgaben frei nach Sizilien zu befördern. Die Vereinigten Berliner Spediteure haben sich bereit erklärt. Sendungen dieser Art kostenfrei abzuholen und bei der Eisenbahn abzuliefern. » Der italienische Botschafter in Pari« erklärte, man fei in Italien tief ergriffen von den Sympathien, die sich in der ganzen Welt kund- geben und über die Sammlungen, die zugunsten der Notleidenden veranstaltet werde». Er meinte jedoch, out de» Wiederaufbau der 'zerstörten Städte und Ortschaften sei in langer Zeit nicht zu rechne». Es würde Milliarden bedürfen, um der vernichtete« Gegend ihre» alten Lulturzustand wiederzugeben. Eine römische Meldimg besagt, ein italienischer Minister habe erklärt, es würde» mindestens hundert Jahre vergehe», ehe die von der Erdbebenkatastrophe betroffene Gegend ihr altes Aussehen wiedererlangt haben werde. Der Geologe Professor Portis erklärt in der.Tribuna', die Großnmt der Nation offenbare sich auch diesmal in wunderbarer Weise. Mailand habe an einem Tage eine Million gezeichnet. Der edle Wetteifer der italienischen Städte werde den Calabresen und Sizilianern zum Tröste gereichen. Leider nütze Großmut nichts, wenn sie sich nur in Almosc» betätige. Almosen lähme die Willenskraft, schaffe nur Armut und Elend. Was da unten not tue, sei eine gute Volksschule, welche die dämmernden Geister wachrüttele und sie endlich erkennen lasse, in den seismisch unsicheren Gebieten endlich anders zu bauen als bisher. Erdbeben wären ftir Calabrien und Sizilien längst ein harmloses Naturereignis, wenn man die Ratschläge und Mahnungen der Geologen und Bautechniker aus Faulheit nicht überhört härte. Die Regierung möge endlich ihre Pflicht tun und dieser Gleichgültig- keit und Stumpfheit ein Ende setzen... l Die Wisseuschaft über die Katastrophe. Die Aeußerungen der Geologen, die ihre Theorien über Erv- beben darlegen, sind zahlreich. Der Direktor de» geologiichen und paläontologischen Instituts der Universität Berlin. Geheimer Bergrat Professor Dr. B r a n c a, äußerte sich über die Erdbebenkatastrophe folgendermaßen: .... Die Erdbeben in Calabrien und Sizilien gelten als tektonische, das heißt als solche, die infolge des Absinkens ungeheurer Erdschollen entstehen. Da» Erkalten der Erde bedingt, daß solche riesigen Schollen sich aus einen möglichst kleinen Raum zusannnenzudrängen suchen und es entsteht dann entweder durch das horizontale oder vertikale Reiben dieser riesigen Schollen das tektonische Erdbeben.... Ebenso wie das Festland kann auch der Meeresboden Stöße von unten bekommen, in deren Folge sich das Meer plötzlich erhebt. Wenn nun der Stoß nahe der Küste erfolgt, so wirft sich das Wasser mit ungeheurer Macht auf die Küste. wenn sie flach ist, und richtet große Ueber- s ch w e m m u n g e n an. Auf solche Weise wurden im Jahre 733 bei Bagnara etwa 2000 Menschen, die sich an die flache Küste vor den einstürzenden Hänsern gerettet halten, weggespült. Trotz der Gefahr haben diese Ueberschwemmungen doch noch einen Vorteil, besonders wenn sie zu einer Zeit einirelen. wo in vielen Hänsern noch die Herdfeuer brennen, weil in den Trümmern un- geheure FeuerSbrünste einstehen und die darunter begrabene» Menschen elend geröstet werden. So kamen 1783 die Nonnen eines Klosters, in den, noch große Oelvorräte lagerten, um, ohne daß ihnen Hilfe gebracht werden konnte. Auch als Lissabon im Jahre 1755 infolge eines Erdbebens einstürzte und 30 000 Menschen verschüttet wurden, entstanden in den Ruinen zahllose Brände, die nur durch das plötzlich einbrechende Wasser des Tajo gelöscht wurden....... Sebr gefährlich werden solche Erdbeben durch Bergstürze, die häufig in ihrer Begleitung auftreten, denn wenn durch Stöße von unten auch die Berge zerbersten, werden von den Gehängen un- geheuere Schuttmassen ins Tal geschleudert. Eine Stadt also, die nahe an einem Bergabhange steht, rutscht unter Umständen mit allen ihren Häusern in die Tiefe hinab und wird zerstört. Ein Fluß, der das Tal entlang fließ«, wird durch die Erdmassen aufgestaut, bildet einen See. überschwemmt das ganze Tal und verlumpst eS. Im Jahre tS73 wurde in Calabrien eine ganze Anzahl von Ortschaften mit all ihren Hänsern in die Tiefe gerissen. Aber nicht nur da«, sondern auch Lecker und Gärlen hatten sich derart ineinander und übereinander geschoben, daß gar keine Grenzen mehr zn entdecken waren. Die Folge davon waren zahlreiche Prozesse, weil nun die Frage auf- tauchte, wem eigentlich das Grundstück gehören solle, dem, dessen Acker oben, oder dem, dessen Acker unten lag. Die Regierung hat damals Gesetze erlassen müssen, um die Verhältnisse zu regeln. In Südamerika, wo etwas ähmiches durch ein Erdbeben geschehen war. war die Regierung nicht so vorsorglich gewesen und die Folge da- von waren endlose Prozesse. Ob vulkanische Gewalten bei der gegenwärtigen Katastrophe mitgewirkt haben, läßt sich zurzeit nicht feststellen. Der Acma ist zwar nicht allzu weit entfernt, aber eine Entscheidung zu treffe», wäre völlig verfrüht." Dr. Viktor Conrad. Privatdozent an der Wiener Universität und Sekretär der k. k. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, schreibt über das Erdbeben vom 28. Dezember: .... Was die Lage des Erdbebenherdes betrifft, so wird die- selbe, so weit man es auS den Diagrammen erblicken kann, nicht ganz identisch mit jener des großen kalabrischen BebcnS vom 8. September 1905 sein. Während letzteres seinen eigent- lichen Herd im'.Golf von Enfenua gehabt hat, wird der Herd des jetzigen Beben» wahrscheinlich in der Straße von Messina im Ionischen Meere zu suchen sein. Für diese Annahme sprechen auch die Zeitungsberichte, die Flutwellen mit zerstörender Wirkung auf Schiffe und die Küsten melden. Solche Flutwellen find das Charakteristikum von Seebeben. Der Erdbebenherd gehört jedenfalls der Stoßlinie an, die von Suetz00 betragen. Von den Braunschweiger Gewerk- schaften wurden im Jahre 190? bis 1. Dezember llZg Arbeits- lose für 26637 Arbeitslosentage mit 18 332,50 M. unterstiitzt. im gleichen Zeitraum 1908 aber 25l0Arbeitslose fiu 43 2532000 in tt47 469,36 M. Dabei hat die stärkste Organisation, der Metallarbeiterverband, der allein ein Drittel der sämtlichen Arbeitslosen zu unterhalten hat. seine Angaben für 1908 nur bis 1. Oktober verrechnet. Unter erheblich verkürzter Arbeitszeit sind über 4000 Personen be- lchäftigt. . Nie zuvor hat die KrisiS über die Braunschweiger Ar- veiterschast solche Schrecknisse gebrockt als gegenwärtig. Im benachbarten Wolfenbiittel wurde bcbördlich �Jrbeitslosenzählung vorgenommen. Es wurden 200 be- schastigungSlose Arbeiter gezählt. Lima», das Chamäleon. Die„Köln. VolkSztg." macht sich das grausame Vergnügen, den Harden-Zeugen und politischen Verwandlungskünstler Lininn wieder einmal an den Pranger zu stellen. Unter der Ueberschrift: „Acht Wochen alldeutscher Politik" stellt sie ans vier Spalten LimanS Aussätze aus dem November und Dezember d. I. zusammen. Es ist die köstlichste Satire, die man sich denken kann. Ein paar Proben werden auch unsere Leser interessieren. Am 2. November schreibt Herr Liman zu der bekannten Publikalion in der„Nordd. Allg. Ztg.": Zwei-, dreimal las man die fettgedruckten Worte und Sätze und faßte sein Urteil in ein Wort nur zusammen: Unerhört! Nun kann regierungsseitig noch so gut die Bertuschungspolitik an- gewendet werden, das eine steht jetzt fest: B ü l o w s Tage als Reichskanzler sind gezählt, er wird den Frühling nicht mehr in den Garten des Reichskanzlers einziehen sehen, er wird gar bald vieüeicht stille Order geben: Umzug nach Villa Malta. Wenn der erste Eindruck als mahgebend zu gelten hat. so ist nach der Erklärung Bülows das Vertrauen, das ihm bisher als geschicktem Diplomaten entgegengebrachl wurde, nicht nur erschüttert, nein, es ist überhaupt nicht mehr vorhanden. Was soll unS ein Kanzler, der das Vertrauen verloren? Tags darauf erklärt er nochmals, Fürst Bülow sei kein starker, in harlen Zeiten des Aertrauens würdiger Mann, und fährt fort: „Ja, die Wellen von Norderney murmeln noch immer ihr ewiges Lied, aber sie werden bald das Grab eines Kanzlers bespülen! Denn wer in aller Welt hatte den Mut. zu behaupten, daß dieser Kanzler noch möglich sei?" Aber schon am 14. November hat sich daS Blättlein gedreht. Nun schreibt Liman, der Ehrliche: „Fürst Bülow bat getan, was er konnte, und daß er wenig tun konnte, ist doch wirklich nicht seine per- s ö n l i ch e Schuld." Ganz Dorik-Liman I_ Auf Bebels Spuren. Im„Deutschen O f f i z i e r b l a tt" veröffentlichte unlängst der Generalmajor a. D. v. D i t s u r t h einen Artikel „Zum Jnfanteriereglement", m dem er aus- führte: „Zu den parademäßigen Uebimgen, denen das Reglement eine„hohe Bedeutung sür die Disziplin" beimißt, gehört un- streilig der E x e r z i e r m a r s ch, der nach Z. 19„die MannSzucht und den festen Zusammenhalt der Truppe" fördere. Ist er aber hierzu wirklich unentbehrlich? Lohnt er tatsächlich noch den Aufwand an Zeit und Kräften, den seine Heranbildung erfordert? Ich glaube nickit! Im Ererziermarsch lebt freilich ein für den preußischen Jnianteristen geradezu typisch gewordener Rest friderizianischer Ausbildung fort, den man gewiß nicht leichten Herzens preisgebe» soll. Aber man darf auch nicht vergessen, daß er in Friedrichs Heer eine durchaus praktische Bedeutung hatte, wie denn überhaupt eine nirgend anderswo auch nur annähenid erreichte Eigentümlichkeit des damaligen preußischen Heeres seine rein für den Krieg zugeschnittene AuSmb dung im Frieden war. Wir mißachten also nicht, sonder wir e hren alte Ueberlieseriing, wenn auch wir aus unserer Ausbildung alles ausmerzen, was nicht für den Krieg zugeschnitten oder wenig st enS verwendbar ist. Kriegsgemäß ist der Exerzicrmarsch sicher nickt mehr. Als gymnastische Uebung betrachtet endlich ist der Exerziermarsch eher schädlich als nützlich; denn der sogenannte Schwellsuß, der während der Ausbildungszeit so manche» Rekruten tage-, ja wochenlang dem Dienst entzieht, ist, wie ärztlicherseits festgestellt wurde, lediglich eine Folge des„sirammen TrittS' auf dein harten Boden des ExerzierplqtzeS oder ExerzierhauieS." Es ist nur gut, daß Ditfurth bereits a. D. ist, sonst würde er bei solch verständigen Ansichten sicherlich schleunigst mit dem blauen Brief bedacht werden l— Student und Sozialdemokratie. In Bonn sind für diesen Winter Volksunterrichts» k u r s e eingerichtet worden, in denen der Unterricht von Studenten erteilt wird. Als UnterrichtSgegenstände kommen zunächst dje Elementarfächer: Schreiben, Deutsch, Rechnen und Erdkunde in Betracht. Nach Bedarf sollen von dieser Grundlage aus auch schwie rigere Oberstufen eingerichtet werden, ferner finden zur iveiteren Ausbildung gemeinverständliche Vorträge über geschlossene Wissend gebiete, Führungen ourch Museen, VoliöunterhaltungSabende u. a. statt. Der Unterricht selbst wird so gestaltet, daß nach einem kleinen Vortrag der Kurslciter Uebungen über das Gehörte(im Deutschen z. B. Uebungen im Erzählen und Reden, Diktate, kleine Aufsätze, Aufsetzen von Briefen und Gesuchen und Besprechungen einzelner Werke unserer Nationalliteratur) unter Aufsicht und mit Unter- stützung besonderer IlehungSleiter vorgenommen werden. Den Unterrichtsteilnehmern steht sie Wahl eines Vertrauensmannes zu. der ocn Kursleiter über die Wünsch« seiner Zuhörerschaft aufklärt und auch sonst ihre Interessen vertritt. Uns steht kein Urteil zu über das Unternehmen, gegen dessen Zweckmäßigkeit an sich nichts einzuwenden wäre, da wir Über die Einzelheiten des Betriebes nichts Näheres wissen. Jedenfalls be- weist eine derartige Einrichtung, wie mangelhaft es mit unserer vielgerühmten Volksschule noch bestellt ist, da sie nicht einmal im» stand« ist, die Jugend mit dem nötigen Elementarwisscn auszu- rüestn, das umfassend und nachhaltig genug ist, damit sie später ihre Stellung im beruflichen und im öffentlichen Leben auszufüllen vermag. Vielleicht ist den Studenten der Unterricht in diesen Kursen zuträglicher als den Arbeitern, die daran teilnehmen, da sie auf diese Weise wenigstens Gelegenheit haben, mit den Angehörige?! der arbeitenden Klasse zusammenzukommen und, wofern sie Wert darauf legen, oeren Anschauungen und Meinungen kennen zu lernen. Der Rektor der Bonner Universiti t, Geheimrat Erdmann, hat kein Bedenken getragen, diese Unterrichtskurse zu genehmigen und den Studenten der Prinzen-Universität zu gestatten, daß sie unter oas arbeitende Volk treten und auf diese Weise vielleicht auch mit Sozialdemokraten in Berührung kommen. Darüber darf man sich einigermaßen wundern, denn der Herr Rektor hat im übrigen eine tiefgehende Scheu vor Sozialdemokraten, wie folgender Fall beweist: Die staats- und rechtswissenschaftliche Abteilung der Bonner Frei. studentenschaft wandte sich vergangenen Herbst an den G e n o s s e n E r d m a n n in Köln mit dem Ersuchen, in der genannten Ab» teilung einen Vortrag über die deutsche Gewerk» schaftsbewegung zu halten. Genosse Erdmann sagte zu, aber Rektor Erdmann, dem zu Beginn des Winters die Vortrags- liste der Freistudentenschaft vorgelegt wurde, genehmigte den Vortrag des Genossen Crdmann nicht, als er hörte, daß es sich um den Kölner Sozialdemokraten handele. „Frei ist der Burschl"— heißt es im Liebe. Aber er ist doch nicht so frei, daß er dem Vortrage cineS Sozialdemokraten bei- wohnen darf und er ist erst recht nicht so frei, daß er gegen ein derartiges Verbot ctufzumucken wagt. Und so ist eS denn den Bonner Studenten wohl gestattet, von ihrem Wissen den Arbeitern, auch sozialdemokratischen, mitzuteilen, aber es ist ihnen verboten, ihr Wissen von einem Sozialdemokraten bereichern zu lassen. Okfenbar muß man, wie Geheimrat Erdmann, Professor der Psycho- logie sein, um für solche Merkwürdigkeiten hinreichende Gründe zu finden.—_ Die Krise. Die Zahl der Obdachlosen, die in den Monaten November und Dezember dieses JahreS auf Kosten der Stadt Trier ein Nachtquartier bekommen haben, beträgt, wie die dortige«Landeszeitung" mitteilt, rund 1800 gegen kaum 150 Personen zu gleichen Zeit des vorigen Jahres. In dieser Zahl offenbart sich eine entsetzliche Not. Aehnlich geivaltig wird sich die Zahl der Obdachlosen in anderen Städten gestUgert haben. Daraus ergibt sich für die Gemeinden die gebieterische Pflicht, eiligst umfassende Vor- kehrungen zu treffen. Leider haben ja nahezu alle Genieinden in dieser Richtung ihre Pflichten bisher versäumt.— Tie verkrachte Zentrumsbank. In einer vom Amtsgericht einberufenen Versammlung der Gläubigen der Bank für Handel und Gewerbe in Bonn a. Rh. berichtete der Konkursverwalter Justizrat Schmitt. Di: Haupt» gläubiger der Bank seien Leute, die ihre Spargroschen dort untergebracht haben, und es seien etwa sechs Millionen Mark Sparguthaben zu verzeichnen. Die Mitglieder des Aufsick)tsrats hätten ihre Pflicht und das in die Bant gesetzte Vcr- trauen gröblich verletzt. Auf der Aktivseite sei die Bank eine Sparbank, auf der Passivseite aber eine Baubank gewesen, deren Beträge nur zum geringsten Teile sichergcmacht werden konnten. Einer Sparbank eine Baubank gegenüberzustellen, sei der schwerste Vorwurf, der überhaupt einem Bankunternehmen gemacht werden könne. Von den Schuldnern stehe an erster Stell« das Baugeschäft Düren in Godesberg mit 3 190 000 M. und der Gerolsteincr Selstohbruunen mit 720 000 M. Der alljährlich verteilte Gewinn habe nur auf dem Papier ge st an dien. Außor den Geldenn, die als Tantiemen für den Aufsichtsrat abgeschrieben wurden, habe man noch Geld— zu Wohltätigkeitszwecken „übrig" gehabt. Vor einigen Monaten, che der Krach bekannt war. berichtete die Zentrumsprcsse, der Stadtverordnete Rechtsanwalt Dr. A b s in Bom, habe„wegen Geschäftsüberbürdung" seine Partei- ämter(er war u. a. Vorsitzender der Bonner Zen- t r u mS p a r t e i) niedergelegt. Nachträglich erfuhr aber die Oeffentlichkeit. daß Dr. Abs die leitende„Kraft" der verkrachten Bank war, an deren Spitze überhaupt lauter Zcntrumsgrößcn standen.—_ Das badische Ministerium hält die Verordnung, welche die österreichischen, slawischen Arbeit« der Wiesentäler Textilindustrie aus einige Wochen über die Grenze schieben wollte, nicht mehr aufrecht, da Arbeiter davon betroffen wurden, welche schon jahrelang ansässig sind. Unser Karlsruher Arbeiiersekrclär, Genosse Willi, war um das Zustandekoimnen der Zurücknahme bemüht. Wenn wir un» nicht irren, hat die badiswe Regierung in früheren Jahren schon eine solche Entferming slaivischer Arbeiter vorgenommen, die dann meistens wieder zurück« kehrten._ Die Balkankrise. Die Konferenz. Wien, 31. Dezember. Der„Neuen Freien Presse" telegraphiert man aus Petersburg folgendes: Die englische Re» gierung hat sich mit dem von Oesterreich-Ungarn erfolgten und von Rußland angenommenen Vorschlag zur Konferenz ein» verstanden erklärt. Oesterreich-Ungarn will nicht zahlen. Budapest, 31. Dezember. Der„Pest er Lloyd" veröffent» licht einen Artikel über die Forderung der Türkei auf Ueber- nähme eines Teiles der türkischen Staatsschuld durch Oesterreich-Ungarn und erklärt, diese Forderung werde in Ungarn trotz aller Sympathie für die Türkei, auf dag entschiedenste zurückgewiesen. Rußlands serbische Sorgen. Petersburg» 31. Dezember. Abends fand unter Vorsitz SiolhpinS ein außerordentlicher Ministerrat statt, in welchem beschlossen wurde, eine energische Politik in Serbien zu betreiben, um der dort herrschenden Anarchie ein Ende zu bereiten. Oerumtcb-Qngarn. Generalstreik gegen Gewerkschaftsknebelung. Wien, 31. Dezember.(Privatdepesche des„Vorwärts.) Auf die vom ungarischen Minister deS Innern, Grafen Andrafly, verfügte SuSpensierung der größten ungarischen Gewerk- schaften, der Eisen- und Holzarbeiter, antwortete heute die Arbeiterschaft Budapests mit eintägigem Generalstreik. Entgegen Lügenberichten offiziöser TelegrapbeiibureauS kann daS vollständige Gelingen des Generalstreiks, an dem beinahe hunderttausend Arbeiter teilgenommen, festgestellt werden. In sämllichen Fabriken und Kleinbetrieben ruhte die Arbeit heute nachmittag. Es erschien keine einzige Zeitung und auch morgen früh wird keine erscheinen. Alle Gast» und Kaffeehäuser blieben geschlossen, sowie ein großer Teil der Kaufläden. BorniittagS versuchten 15 000 Arbeiter einen Demonstrationsspaziergang. Sie wurden jedoch auf der Andrassystratze von einer großen Polizennacht mit brutaler Gewalt an gegriffen. Bei dem Zusammenstoße wurden zahlreiche Arbeiter verwundet, mrhrrrr tödlich verletzt und 05 verhaftet. Auch an vielen'anderen Orten fanden blutige Zusammenstöße mit der Polizei statt. Nachmittags tagten zehn Volksversammlungen, die massenhaft besucht waren. Die Arbeiterschaft ist sehr erregt. In vielen Betrieben wollt» die Arbeiter den Streik fortsetzen. Schweiz. Die Wassiliew-Jnterpellation. Zürich, 29. Dezember.(Eig. Ber.) Die Session der Bundes, Versammlung ist geschlossen worden, ohne daß die von unseren Ge» Nossen im Nationalrat gestellte Interpellation in Sachen der Aus» lieferung des Russen Wassili ew an die russische Regierung behandelt worden wäre. Daß der Bundesrat und mit ihm die bürgerlichen Parteien die ihnen unbequeme Affäre gerne ver, 'chleppten, ist begreiflich. Bedauerlich ist es, daß es de» sozial- demokratischen Vertretern nicht gelang, die Verhandlung trotzdem zu erzwingen. Jetzt kann sie erst in der kommenden Märzsession erfolgen. Daß die Interpellation vom Bundesrat mit Absicht verschleppt wurde, verrät die bürgerliche Presse mit der Erklärung, daß durch die inzwischen erfolgte schwere Verurteilung Wassiliews die Interpellation sowieso gegenstandslos geworden wäre. Das ist sie aber nicht. Die Bürgerlichen haben freilich den Wunsch, die Sozialdcvwkraten möchten die Interpellation stillschweigend fallen lassen. Aber unsere parlamentarijchcn Vertreter werden das Verlangen gewiß nicht erfüllen.— Dänemark. Vereitelte Russenhetze« Kurz vor Jahresschluß sind endlich jene sechs Russen frei- gelassen worden, die seit dem 25. S.'ovember in Untersuchungshaft saßen. Sie sollten bekanntlich einen Plan zu gewaltsamer Be. frciung des Raubmörders Lalotti ausgeheckt haben, aber man bemühte sich vergeblich, ihnen dies oder irgendein anderes Ver» brechen nachzuweisen; die Untersuchung hat nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür ergeben. Gleichwohl müssen sie Dänemark verlassen, jedoch ist es ihnen auf Anordnung des Justizministeriums frankreich. Verfolgung der Lehrergewerkschaft. " Deutsches Reich. Ein seltenes Jubiläum freigestellt, au reifen, wohin sie wollen. Daß sie nicht an Nußland den angeblichen Terrorismus der Freigelverkschaftler bei der Ber- 1 pro Monat und Mitglied in die Zentraltasse ihrer Verbände. Man ausgeliefert werden, ist ein Erfolg der Bemühungen unserer liner Gewerbegerichtswahl. Auch die" Post" zitiert Wiesen muß sich dabei vor Augen halten, daß in Belgien die Entwickelung dänischen Parteigenossen, die auch dazu beitrugen, daß die Be- thal. Lebius nennt ihn einen führenden Genossen, die" Post" von den lokalen„ autonomen" Gruppen zum Zentralverband noch dürftigen mit den nötigen Kleidern und Reisegeld versehen einen zielbewußten Genossen". Diesen Bezeichnungen gegenüber ziemlich jungen Datums ist, daß die Mitglieder erst daran gewöhnt twurden. Es waren im ganzen zehn Russen, die damals verhaftet sei festgestellt, daß Wiesenthal fein Genosse ist, sondern der werden mußten, Gelder an eine auswärtige Zentrale abzuführen. wurden. Vier wurden anderen Tages wieder freigelassen, aber Partei wegen Gewerkschaftszersplitterung gezwungenermaßen den Dagegen ist in Belgien der Einfluß der französischen Gewerkschaftszwei von ihnen brachte man gleich darauf auf ein Schiff, um sie Rüden kehren mußte. Ehemals nach seiner Meinung Anarchist, taftit so ziemlich überwunden. Das zeigte sich gleich beim ersten nach Finnland zu senden und den russischen Behörden zu über- trat er unter großem äußeren Aufwand in die sozialdemokratische Punkt, der auf dem Kongreß zur Verhandlung kam. Es handelte liefern. Unseren dänischen Genossen gelang es nicht, die Ver- Partei über zu derselben Zeit, als für ihn ein Posten im Metall- sich um die Einführung einer allgemeinen Widerstandskasse, schickung dieser beiden Russen, die von der Kopenhagener Polizei arbeiterverband frei wurde. Eine führende Rolle hat er jedoch aus denen die Gewerkschaften bei Streits Unterstüßung erhalten in aller Heimlichkeit und mit aller Gile betrieben wurde, zu ver- in der kurzen Durchgangszeit durch die Partei in dieser nicht ge- sollen. Bergmans betont mit großer Entschiedenheit, daß die hindern. Die dänische Sozialdemokratie sekte jedoch sofort die spielt. Sein Leibblatt, das nur kurze Zeit der Vorwärts" war, ewige Bettelei" im Lande, wie sie bei jedem Streik einsehe, ein finnischen Genossen von der Angelegenheit in Kenntnis, und diese ist jetzt die„ Berliner Volkszeitung". Die" Post" und der„ Bund" Ende haben müsse. Dieses System ungewisser, auf Zufall be forgten dann auch dafür, daß die Flüchtlinge vor den russischen haben alle Veranlassung, es mit Herrn Wiesenthal nicht zu ver- ruhender Einnahmen sei gefährlich und müsse regelmäßigen EinSchergen in Sicherheit gebracht wurden. derben. nahmequellen Plah machen. Voelkaert( Vertreter der Maler) versucht für die Taktik der französischen Conföderation Propaganda zu machen, stößt aber auf allseitigen starken Widerspruch. Es wird schließlich mit großer Majorität beschlossen, ab 1. Januar 1910 Paris, 31. Dezember. Der Unterrichtsminister hat feiert der Köpfer" in seiner letzten Nummer. Vor 25 Jahren, im eine zentrale obligatorische Widerstandskasse für alle Gewerkschaften einzuführen. das Lehrersyndikat des Departements Maine et Januar des Jahres 1884, wurde der Veltener Fachberein gegründet Sodann wurde über die Verkürzung der ArbeitsLoire zum drittenmal aufgefordert, aus der Arbeits- und bei dieser Gelegenheit Albert Krämer als Kassierer des zeit verhandelt und einer Resolution zugestimmt, in der es heißt, börse in Angers auszutreten. Der Ausschuß hat sich Fachbereins gewählt. Dieses Amt hat er stets mit strengster Ge- daß für die Bergarbeiter nur der Achtstundentag eine volle Beabermals geweigert, der Aufforderung nachzukommen, obgleich die wissenhaftigkeit verwaltet und auch weiter versehen, als im Jahre friedigung ihrer Wünsche bringen kann, weshalb der Kongreß dem Ausschußmitglieder darauf aufmerksam gemacht wurden, daß sie 1892 die Verbandsgründung perfekt wurde. Und so wurde Projekt des Deputierten, Genossen Destrée, zustimmt. Bezügfür die Weigerung einzeln und persönlich zur Ber- Albert Krämer von Jahr zu Jahr bei jeder Vorstandswahl immer lich der Industriearbeiter erklärt sich der Kongreß für den Entantwortung gezogen würden. Das Lehrersyndikat be= hauptet, daß lediglich die Gerichte über die Zulässigkeit zur Arbeits- wieder als Verwalter der Veltener Finanzen gewählt und nie hat wurf des Genossen Bertrand, der für diese eine Marimalbörse zu entscheiden hätten. er sich geweigert, dieses ehrenvolle, aber auch verantwortungsvolle arbeitszeit von 10 Stunden vorsieht. Ferner wird beschlossen, Amt immer wieder anzunehmen. Bekanntlich beherbergt gerade während die Kammer die betreffenden Gesetzesvorlagen diskutiert, große Manifestationen zu veranstalten. Die Arbeitsruhe am das kleine Welten eine der wichtigsten Filialen des Töpferverbandes. Sonnabend nachmittag wird vom Kongreß gefordert als Paris, 31. Dezember. Der Deputierte Biétry hat in seinem Es sind nun rund 25 Jahre verflossen, seit Albert Krämer den eine notwendige Ergänzung der Sonntagsruhe. Kauf und Verkauf Blatte eine Erklärung veröffentlicht, daß er gegen den Unter- Staffiererposten der Veltener Zahlstelle verwaltet. Er tat dies ist am Sonnabend zu gestatten, wodurch den Angestellten in den suchungsrichter Jolid Strafanzeige wegen Mißbrauchs der Amts- und macht es noch heute mit seltener Ausdauer und Gewissen- Detailgeschäften eine volle Sonntagsruhe gesichert wäre. Der gewalt erstatten werde. Sollte der Oberstaatsanwalt diese Straf- haftigkeit. In der Töpferbewegung selbst steht dieses Jubiläum Kongreß beauftragt ein Komitee, die Propaganda zur Herbeianzeige unbeantwortet lassen, so werde er zu noch träf- ohne gleichen da. Und es dürfte auch in der Gesamtarbeiter führung dieser Reform für die Angestellten und Arbeiter der Großtigeren Mitteln greifen, um sich sein Recht zu verschaffen. bewegung nur in vereinzelten Fällen vorkommen, daß irgendein induſtrie und des Großhandels einzuleiten. Die Vereinigung der Zeitungsdirektoren hat einstimmig Einspruch erhoben gegen den Att der Willkür, Funktionär mit gleicher Ausdauer auf einem Posten verharrt. Die Affäre Biétry. den die Gerichtsbehörde durch Anlegung der Siegel an die Bureaus und Briefkästen des Blattes Le Jaune" begangen habe. Rußland. Brutalitäten der Zareuschergen. Petersburg, 31. Dezember. Der sozialdemokratische Abgeordnete aus der zweiten Duma, schaparidse, der bei dem bekannten Hochberratsprozeß zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist an Schwindsucht gestorben. Er suchte schon vor längerer Zeit um Ueberführung nach dem Süden nach. Die Regierung willigte aber so spät ein, daß er auf dem Transport starb. Schußmann Fuhrmann, der bei dem Zusammenstoß auf der Straße in Odessa zwei Offiziere ericho, wurde bom Kriegsgericht zum Lode verurteilt. Da Fuhrmann nachgewiesenermaßen in Notwehr handelte, ist das Urteil ein Justizmord schlimmster Art. Cürkei. Ein Streifgeset. Konstantinopel, 31. Dezember. Der Arbeitsminister hat dem Parlament ein neues Streitgesetz vorgelegt. Ueber den Inhalt des Entwurfs wird noch nichts gemeldet. Der bestreifte Sultan. Konstantinopel, 31. Dezember. Blättermeldungen zufolge haben 350 Beamte der Zivilliste gestern einen Streit begonnen; sie planen, heute vor der Pforte und dem Kammergebäude Kundgebungen zu veranstalten. Das neue Regiment hat die Zivilliste bekanntlich stark be= schnitten, und unter dieser notwendigen Maßregel leiden mun Gerechte und Ungerechte. Gewerkschaftliches. Aufruf an die organisierten Bergarbeiter! Bergarbeiter, Kameraden! Die Vorstände der Bergarbeiterorganisationen Alter Berband, Polnische Berufsvereinigung und der Gewerkverein der Bergarbeiter Hirsch Dunder, haben beschlossen, für den 31. Januar 1909 einen Allgemeinen Bergarbeiterkongres nach Berlin einzuberufen. ist aufgestellt: Als provisorische Tagesordnung 1. Einführung von Grubenkontrolleuren, welche von den Bergarbeitern aus ihrer Mitte gewählt und vom Staate bezahlt werden. 2. Einführung eines Reichsberggesetzes unter besonderer Beachtung a) des Bergarbeiterschutzes und Regelung des Strafwesens, b) Einführung der achtstündigen Schichtzeit und c) der einheitlichen Reform des Knappschaftswesens. 3. Verbot und Bestrafung der schwarzen Listensysteme und der dauernden Sperren. Der allgemeine Bergarbeiterkongres, der aus Anlaß der entsetzlichen Katastrophe auf Radbod für den 31. Januar 1908 nach Berlin cinberufen wird, findet leider nicht unter Beteiligung der Gesamtarbeiterschaft statt. Er ist nur einberufen von dem freigewerkschaftlichen Verband der Bergarbeiter, von dem Hirsch- Dunderschen Gewerkverein und der polnischen Berufsvereinigung. Der in der Gefolgschaft des Zentrums marschierende Gewerkverein christlicher Bergarbeiter hat sich von der notwendigen einheitlichen Aktion ausgeschlossen. Selbst ihre Anwesenheit in einer vorbereitenden Sitzung lehnte die Gewerkvereinsleitung ab. In dem Schreiben, in dem dies geschah, heißt es an einer Stelle:" Zur Abhaltung überflüssiger Kongreffe und sonstiger Zusammenkünfte sind sie nicht zu haben. Zeit und Geld Um den Kongreß ja mit lassen sich nußbringender verwerten." Sicherheit zu hintertreiben, teilte der Vorstand des christlichen Gewerkvereins seine ablehnende Haltung auch dem Hirsch- Dunderschen Gewerkverein und den Polen mit. Dieser Versuch der Quer treiberei mißlang jedoch. Der Versuch, den Verband zu isolieren, schlug fehl, und der chriftliche Gewerkverein steht jetzt selbst isoliert da. Der Kongreß findet auch gegen seine Absicht statt. Der Deutsche Maschinist und Heizer", das Organ des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer, erscheint mit dem 1. Januar in neuem Gewande. Der eigentliche Gewerkschaftsteil hat bon diesem Tage ab das gewohnte Aussehen der übrigen Gewerkschaftspreffe. Daneben erscheint eine fachtechnische Beilage in dem farbigen Inseratenumschlag, in dem bisher das Gesamtblatt her ausgegeben wurde. Gelber Bankerott. Das in Zwidau mit großem Tamtam gegründete gelbe Blatt, die Nationale Volkszeitung", hat ihr tägliches Erscheinen eingestellt und wird fünftig als Wochenschrift erscheinen. Dies wird damit begründet, daß das Blatt als Tageszeitung auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiete zu wenig leisten fönnte; es werde fünftig seine Hauptaufgabe darin erblicken, neben der Veröffentlichung sozialpolitischer Artikel die nationale Gefinnung zu pflegen. Angeblich soll die Beitung in 10 000 Exemplaren erscheinen. Der Abonnentenrüdgang ist aber in der lebten Zeit so bedeutend gewesen, daß das Blatt voraussichtlich in kürze überhaupt sein Erscheinen einstellen wird. Husland. Die internationale Organisation der Buchbrucer. Das in Bern domizilierte internationale Buchdrudersekretariat hat soeben seinen Bericht über den Stand der Buchdrucerorganis Bittere Klage wird geführt namentlich von den Vertretern der über die schädigende Konkurrenz, welche den freien Arbeitern durch die Gefängnisarbeit erwächst. Eine hierzu ange nommene Resolution fordert die Beseitigung aller Extraprofite, die sich Unternehmer und Gefängnisinspektoren aus der Arbeit der Gefangenen sichern und welche diese veranlaßt, Arbeiten zu niederen öhnen zu vergeben. Gewünscht wird ein Gefeß, welches bestimmt, daß die Gefangenen mehr zu den notwendigen öffentlichen Arbeiten herangezogen werden. Die Ausdehnung der Gesetze und der Verordnungen betr. die Verkürzung der Arbeitszeit auf die Gefäng nisse, um für die intellektuelle und moralische Erziehung der Gefangenen Zeit zu gewinnen. Buchbinder, Schuhmacher, Sattler, Militäreffettenarbeiter, Tischler, Eine lange und lebhafte Diskussion ruft die Frage der Ar hervor. Troclet( Lüttich) beitslosenunterstübung unterbreitet eine Reihe Thesen, in welchen folgende Forderungen aufgestellt sind: Allgemeine, obligatorische Versicherung gegen unfreiwillige Arbeitslosigkeit durch den Staat mit Hilfe der anderen öffentlichen Gewalten( Kommune, Proving). Die Arbeiter müssen stets bestrebt sein, durch Verkürzung der Arbeitszeit usw. möglichst regelnd in die Produktion einzugreifen. Die Kommunal- und Provinzialbehörden sind verpflichtet, die Arbeitslosenfonds der Arbeiterberufsvereine durch jährliche Zuschüsse zu unterstützen. Diese Unterstüßung muß follektiv, nicht individuell, d. h., sie muß den Vereinen in Pauschale gewährt werden. Die Verwaltung der Fonds liegt ausschließlich in den Händen der betr. Berufsvereinigungen. Die Unternehmer haben einen Jahresbeitrag nach Maßgabe der von ihnen ausgezahlten Löhne beizusteuern. Die Genter Delegierten treten für das bei ihnen herrschende System( Genter System) ein, wonach bekanntlich jeder einzelne Arbeitslose, der sich selbst z. B. durch Beitritt zu einer Gewerkschaft gegen Arbeitslosigkeit versichert hat, von seiten der Gemeinde einen weiteren Zuschuß erhält. Nachdem einige Aenderungen vorgenommen, ge= langen die Thesen Troclets zur Annahme. Von den Vorschlägen der Genter werden einige als Ammendements zu der Resolution Troclet angenommen; so z. B.: Die Kaffen zur Unterstützung der Arbeitslosen in den Gewerkschaften sind getrennt zu verwalten. Im allgemeinen haben die öffentlichen Behörden nur solche Gruppen zu fubventionieren, welche Arbeitslosenkassen eingerichtet haben. Folgen fleinere Angelegenheiten: Die Transportarbeiter er suchen um Unterstützung der übrigen Arbeiterschaft, da sie in allen Orten eine größere Agitation entfalten wollen, um einen Zentralverband zu gründen. Die Maler beantragen einen Protest gegen die Verwendung von Bleiweiß, dem zugestimmt wird. Zum Schluß wird ein Antrag angenommen, der die Gewerkschaftskommission berpflichtet, den Versuch zu machen, die Antwerpener und Vervieter Gewerkschaften wieder zum Anschluß an die Kommission zu bewegen. fationen im Jahre 1907 veröffentlicht, wonach die Mitgliederzahl Letzte Nachrichten und Depefchen. im Berichtsjahre von 92 230 auf 103 489 gestiegen ist. Die GeZur Erdbebenkatastrophe. famteinnahmen betrugen 7 128 014 Frank, die Ausgaben 5,160 119 Frank, der Vermögensbestand am 31. Dezember 1907 15,22 MilCatanzara, 31. Dezember. Nachrichten aus P a I mi besagen, daß lionen Frank. Das Sekretariat selbst hatte 13 176,15 Frant Einnahmen und 11 053,01 Frank Ausgaben sowie einen Stassenbestand dort bis heute abend etwa 700 Tote geborgen sind. Kein Haus ift von 2123 Frank. Zur Unterstützung der Lohnbewegung der Buch- bewohnbar. Die Deputierten Bovi und Alessio sind wohlbruder in Serbien gingen von den Buchdruderorganisationen in behalten. Nach Meldungen aus Reggio ist der Deputierte den verschiedenen Ländern 13 236 Frank ein. Das internationale Demotrio Tripepi schwer verletzt aus den Trümmern ge Kameraden, die ihr gewerkschaftlich organisiert seid, die Sekretariat wird von Bern nach Stuttgart verlegt und der Sekretär, borgen worden. Der Deputierte Valentino ist gestorben. unterzeichneten Vorstände ersuchen euch, nun in allen Revieren Genosse Sautner, der seine Demission gegeben hatte, ist wiederNeapel, 31. Dezember. Der russische Panzer Slava" ist hier möglichst bis Mitte Januar die Delegiertenwahlen in öffent- gewählt worden. Mit 53 529 Mitgliedern stand der deutsche mit 500 Schwerverletten eingetroffen. lichen Bersammlungen vorzunehmen. Die Delegationsfosten Buchdruckerverband an der Spike sämtlicher Verbände und hatte trägt jede Organisation für die von ihr gewählten Dele- er mehr als die Hälfte der Gesamtmitgliederzahl. Von dem Ges gierten selbst. Die Gewählten haben sich dann mit Angabe jamtvermögen aller Verbände entfallen mit 10,39 Millionen Frank allein zwei Drittel auf ihn. ihrer Adresse bei ihrer Organisationsleitung zu melden, damit ihnen die Drudsachen zugestellt und Logis für sie besorgt werden können. Großfeuer. Zauberbischofsheim, 81. Dezember.( B. H.) In Großrinderfeld brach heute morgen ein großer Brand aus, dem 19 Wohnhäuser, 22 Scheunen und 30 Nebengebäude zum Opfer fielen. Mittags 1 Uhr war die Gefahr einer weiteren Ausbreitung des Brandes beseitigt. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt. Die Kälte. Der 10. belgische Gewerkschaftskongreß. Jm Maison du Peuple zu Molenbeek, einem Vorort von Die Grubenherren und ihre Trabanten arbeiten zurzeit Brüssel, wurde während der Weihnachtsfeiertage der diesjährige eifrig gegen eine etwaige Berggesegreform, deshalb müssen Kongreß der belgischen Gewerkschaften abgehalten. Vertreten waren auch die Bergarbeiter nochmals in markanter Weise auf einem 143 Gruppen durch 243 Delegierte. In der belgischen Industrie gemeinsamen Kongreß ihre Forderungen formulieren und waren im Jahre 1907, über das die letzten abschließenden Ziffern Brüssel, 31. Dezember.( B. S.) Das Thermopreter sant heute allen deutschen Regierungen und Parlamenten zu Gehör vorliegen, insgesamt 576 769 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. früh auf 16 Grad unter Null. Auf den Kanälen ist der gesamte bringen. Die Regierungen und Landesparlamente sollen Davon gehörten 139 559 oder 24,22 Proz. den der belgischen Ar Verkehr eingestellt. Aus der Provinz werden zahlreiche Todesfälle eingeladen werden. beiterpartei angeschlossenen Gewerkschaften an, die ihre Spike in durch Erfrieren gemeldet. Die Eisenbahnzüge aus Frankreich Kameraden! Laßt euch durch die ganz verkehrte Stellung des Generalrats( erweiterter Parteivorstand) der Arbeiterpartei. treffen mit 3-4stündigen Verspätungen ein. nahme der Leitung des christlichen Gewerkvereins nicht ab wo sie die Gewerkschaften vertritt. Außerdem wurden 10 087 oder London, 31. Dezember.( B. H.) Infolge der anhaltenden halten, den Kongreẞ recht zahlreich zu beschicken. Jest muß 1,07 Broz. gezählt, die den sogenannten„ neutralen" Gewerkschaften stohlen ist von 2% auf 3% Schilling pro Tonne gestiegen, da der sibirischen Stälte fehlt es seit drei Tagen an Fischen. Der Preis der Kohlen ist von 2½ auf 3½ Schilling pro Tonne gestiegen, da der alles aufgeboten werden, um reichsgesetzlichen Bergarbeiter angehören, die der Partei nicht angeschlossen sind. Die christlichen Verkehr auf allen Eisenbahnlinien gestört ist. Die Kohlenvorräte schutz zu bekommen. Kameraden! Wählt tüchtige und sach- Organisationen zählen 30 664 oder 5,31 Proz. Die liberalen der Hauptstadt nehmen infolgedessen reißend ab. fundige Kollegen, die in Berlin frei und offen eure Meinung Gruppen 515 Mitglieder, oder 0,059 Proz. und Interessen vertreten. Mit fameradschaftlichem Glückauf! S. Sachse( Alter Verband). A Sosinski( Poln. Berufsvereinigung). F. Schmidt( Gewerkverein H.-D.). ( Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Aufrufs gebeten.) der Generalfommission sahen. Diese wiederum bildet einen Teil Von Kannibalen verspeist. Die Gesamteinnahme der sozialistischen Gewerkschaften belief sich im Jahre 1907 auf 2110 995,65 Frank, die Ausgaben auf 1 301 900,62 Frant, der Kassenbestand betrug Ende 1907: 2 840 452,81- Brüssel, 31. Dezember.( B..) Nach aus dem belgischen Frant. Von den Ausgaben entfielen u. a. auf Unterstübungen Rongogebiet eingelaufenen Meldungen wurde ein europäischer Agent bei Streits und Aussperrungen rund 427 000 Frant. Für die von Eingeborenen in der Nähe der Grenze von Kamerun getötet Fachpreffe wurden 93 000 Frant, an Arbeitslosenunterstützung und verspeist. 146 000 Frant, an Krantenunterstüßung 136 000 Frant, für Agitation 63 000 und für Verwaltung 97 000 Frant ausgegeben. Bergmans, der Generalsekretär der Kommission weist in seinem Bericht an den Kongreß auf die erfreuliche Tatsache hin, Der Genosse" Wiesenthal. daß immer mehr der belgischen Gewerkschaften dazu übergehen, die Agentur.) Ain ed Dauleh riet der Stadt, sich innerhalb fünf Tagen Der„ Bund" des Herrn Lebius Bardon, der Frau Lebius, Beiträge zu erhöhen. So zahlen die Holzarbeiter, Bauhandwerker, zu ergeben. Aus Maraga zog der Gouverneur mit 2000 Reitern berbreitet mit Behagen die„ Enthüllungen" Wiesenthals über Metallarbeiter, Wagenbauer jetzt 50 Centimes bezw. 60 Centimes aus, um sich mit Ain ed Dauleh zu vereinigen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbr Berlin und Umgegend. Aus Perfien. Taebris, 31. Dezember.( Meldung der Petersburger Telegr. Nr. 1. 26. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der Ueberstunden, die er an den einzelnen Tagen geleistet hat, genau Auskunft gibt. Bundesratsverordnungen zum Schutz as Verzeichnis ist nach dem Schluſſe jedes Monats der Ortserlassen. der Arbeiter. Der Bundesrat hat zwei jeßt im Reichsanzeiger" veröffent lichte Verordnungen auf Grund des§ 120e der Gewerbeordnung Eine kürzere Berordnung vom 22. Dezember ist eine Ergänzung der Bekanntmachung, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der Buchdruckereien und Schriftgießereien vom 31. Jult 1897. Sie geht dahin: Bei Fußböden aus Holz und solchen mit Linoleumbelag fann das tägliche Abwaschen oder feuchte Abreiben für den Fall unterbleiben, daß sie mit einem nicht trocknenden Mineralöl angestrichen sind und täglich abgefegt werden. Der Delanstrich muß auf Holzfußböden nach längstens acht Wochen, auf Linoleumfuß böden nach längstens zwei Wochen erneuert werden. polizeibehörde einzusenden. Der höheren Verwaltungsbehörde bleibt es vorbehalten, nähere Bestimmungen über seine Form zu erlassen. 4 Freitag, 1. Januar 1909. Soziales. Die Aerzte Deutschlands im Jahre 1908. Einem Artikel der Deutschen Medizinischen Wochenschrift bon Dr. Friedrich Prinzing entnehmen wir folgende Daten: Die höhere Verwaltungsbehörde kann auf Antrag diejenigen Die Zahl der Aerzte in Deutschland betrug im Jahre 1908 unternehmer von der Führung dieses Verzeichnisses befreien, welche nach dem von Prof. Dr. J. Schwalbe herausgegebenen Reichsdie Lohnlisten nach einem vorgeschriebenen Wuster führen lassen, Medizinaltalender für Deutschland auf das Jahr 1909" 31 640. ihre Einsicht dem im§ 1895 der Gewerbeordnung bezeichneten Be- Die nachstehende Tabelle gibt die Zahl der Aerzte von 1901 ab an: amten jederzeit gestatten und ihm die von der höheren VerwaltungsZahl der Zunahme gegen behörde bezeichneten Auszüge aus den Lohnlisten einreichen. das Vorjahr § 3. Aerzte auf Aerzte 10 000 Einw. 1901 27 978 • O 4,92 1902 28 860 882 5,00 1903 29 679 819 5,06 1904 30 071 392 5,06 1905 30 655 584 5,08 1906 30 931 276 5,06 1907 31 416 485 5,06 1908 31 640 224 In allen Sichten, die länger als acht Stunden dauern, müssen jedem Arbeiter Pausen in der Gesamtdauer von mindestens zwei Stunden gewährt werden. Unterbrechungen der Arbeit von weniger als einer Viertelstunde kommen auf diese Pausen nicht in Anrechnnug. Ist jedoch in einzelnen Betriebsabteilungen die Arbeit naturgemäß mit zahlreichen, hinlängliche 5,02 tube gewährenden Unterbrechungen verbunden, so kann die höhere Verwaltungsbehörde für eine solche Betriebsabteilung auf Antrag Die Zunahme der absoluten Zahl der Aerzte ist demnach nur unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs gestatten, daß diese gering, wie fich dies bei der kleinen Zahl der Approbationen im Arbeitsunterbrechungen auch dann auf die zweistündige Gesamt- Prüfungsjahr 1906-1907 nicht anders erwarten ließ. Aerztliche dauer der Pausen in Anrechnung zu bringen sind, wenn die ein- Approbationen wurden in demselben nur 553 erteilt; daß aber in zelnen Unterbrechungen von kürzerer als einviertelstündiger Dauer furzer Zeit sehr viel höhere Ziffern zu erwarten find, hat Dr. Brinzing auf Seite 1683 der zitierten Wochenschrift dargelegt. Eine der Bausen( Mittags- oder Mitternachtspause) muß min. Die Bahl derer, welche im gleichen Brüfungsjahr die ärztliche Vordestens eine Stunde betragen und zwischen das Ende der fünften prüfung mit Erfolg bestanden, war bereits 1088. und den Anfang der neunten Arbeitsstunde fallen. In Fällen, wo dies die Natur des Betriebs oder Rücksichten auf die Arbeiter ge beten erscheinen lassen, fann die höhere Verwaltungsbehörde auf besonderen Antrag unter Vorbehalt des Widerrufs gestatten, daß diese Pause unbeschadet der Gesamtdauer der Pausen von givet Stunden auf eine halbe Stunde beschränkt wird. Wenn Rücksichten auf die Arbeiter dies geboten erscheinen lassen und die Schicht nicht länger als elf Stunden dauert, tann die höhere Verwaltungsbehörde in gleicher Weise gestatten, daß die Pausen auf eine Stunde beschränkt werden. Die zweite Bundesratsverordnung, vom 19. Dezember datiert, bezieht sich auf die Großeisenindustrie. Im Reichstag ist wiederholt, insbesondere von sozialdemokratischer Seite, betont worden, daß die Arbeiter in der Großeisenindustrie überanstrengt und gefährdet werden. Von der sozialdemokratischen Fraktion wurden Befeitigung der Ueberarbeit, gesetzliche Beschränkung der Arbeitszeit und ausreichende Baufen gefordert. Die Mehrheit des Reichstages stimmte indes nur einer Resolution zu, die eingehende Untersuchungen find. über die Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in der Großindustrie verlangt. Die jetzt erlaffene Bundesratsverordnung genügt den zum Schutz der Gesundheit der Arbeiter nötigen Vorschriften nicht. Sie fann nur als Anbahnung einer amtlichen Untersuchung über die Arbeitsverhältnisse in der Großeisenindustrie betrachtet werden. Durch sie wird angeordnet, daß alle Arbeiter, die über die Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit hinaus beschäftigt werden, mit Namen in ein Berzeichnis einzutragen sind, das über die Ueberstunden genau Auskunft gibt. Die Verzeichnisse sind monatlich der Ortspolizeibehörde einzusenden. Ferner müssen in allen Schichten, die länger als acht Stunden dauern, jedem Arbeiter Bausen in einer Gesamtdauer von 2 Stunden gewährt werden. Vor dem Beginn der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit muß für jeden Arbeiter eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens acht Stunden liegen. Doch findet diese Bestimmung aus die Regelung der Wechselschichten keine Anwendung. Arbeiten, die in Notfällen unverzüglich vorgenommen werden müssen, fallen nicht unter diese Vorschriften, sind aber der Ortspolizeibehörde binnen drei Tagen schriftlich anzuzeigen. Die Vorschriften regeln endlich die Anwendung der neuen. Bestimmungen im einzelnen. Ins= besondere fehlt also der Verordnung die dringend notwendige Fest sehung einer Maximalarbeitszeit. Der Wortlaut der Verordnung ist folgender: Bekanntmachung, betreffend den Betrieb der Anlagen der Groß eisenindustrie. Auf Grund der§§ 120e, 139b der Gewerbeordnung hat der Bundesrat folgende Bestimmungen über den Betrieb der Anlagen der Großeisenindustrie erlassen. § 1. Die nachstehenden Bestimmungen finden Anwendung auf die folgenden Werte der Großindustrie Sochofenwerte, Hochofen und Röhrengieße. reien, Stahlwerte, Buddelwerte, Hammer werte, Breßwerte und Walzwerke. Sie finden Anwendung auf alle Betriebsabteilungen dieser Werke einschließlich derjenigen Reparaturwerkstätten und Nebenbetriebe, die mit ihnen in einem unmittelbaren betriebstechmischen Zufammenhange stehen. § 2. in der folgenden Tabelle mitgeteilt; zum Bergleich sind die Zahlen von 1907 beigefügt: Für die einzelnen Landesteile ist die Zahl der Aerzte Ostpreußen Westpreußen. Berlin( ohne Vororte) Charlottenburg Brandenburg Soweit dies zur Vermeidung von Betriebsgefahren nötig und Bommern die Einstellung von Ersatzarbeitern mit erheblichen Schwierigkeiten Bojen verbunden ist, können die Arbeiter angehalten werden, während der Schlesien Pause in der Nähe der Arbeitsstelle zu bleiben, um in dringenden Sachſen Fällen zur Hilfeleistung bereit zu sein. § 4. • 1907 1908 1907 1908 3459 8487 2293 2298 1050 1043 699 699 Bayern 530 533 Sachsen Württemberg 2230 2177 Baden. 1253 1263 621 . 643 Heffen. 750 747 1869 1945 Beide Mecklenburg 360 362 674 693 Oldenburg 170 105 617 618 Braunschweig 267 265 1977 4 1996 Thüringen 698 706 1871 1339 Anhalt. 152 150 805 822 Walded 46 50 1433 1423 Beide Lippe 70 77 1445 1475 Bübeck. 77 79 1514 1628 Brement 194 198 · 3173 3215 Hamburg 692 721 27 24 Elfaß- Lothringen 900 903 Schleswig- Holstein Hannover. Westfalen. . 18985 19130 Vor dem Beginne der regelmäßigen täglichen Arbeitszett Hessen- Nassau (§ 134b Abs. 1 Nr. 1 der Gewerbeordnung) muß für jeden Arbeiter Rheinproving eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens acht Stunden Sigmaringen liegen. Ganz Preußen. keine Anwendung. Diefe Bestimmung findet auf die Regelung der Wechselschichten Brandenburg, Pommern, Schleften, Schleswig- Holstein, West § 5. falen, Rheinlano, Heffen- Nassau, Thüringen, Waldeck, beide Lippe, die Hansestädte, Bayern, Baden haben demnach kleine Zunahmen. it burg, Braunschweig, Anhalt, Elfah- Lothringen blieben die Zahlen. Dft- und Westpreußen, Bosen, Königreich Sachsen, beiden Wecklen gleich, wäbrend die Provinz Sachfen, Hannover, Oldenburg, Württemberg, Heffen eine fleine Abnahme zeigen.. Arbeiten, die in Notfällen unverzüglich vorgenommen werden Die Bestimmungen der§§ 3, 4 finden keine Anwendung auf müssen. Sind solche Arbeiten in Abweichung von den Bestimmungen der§§ 3, 4 ausgeführt worden, so ist dies der Ortspolizeibehörde binnen drei Tagen schriftlich anzuzeigen. Wenn Naturereignisse oder Unglüdsfälle den regelmäßigen Betrieb eines Werkes unterbrochen haben, können Ausnahmen von den Bestimmungen der§§ 3, 4 auf die Dauer von vier Wochen durch) die höhere Verwaltungsbehörde, auf längere Zeit durch den Reichstangler zugelassen werden. § 6. In den im§ 1 bezeichneten Werken muß an einer in die Augen fallenden Stelle eine Tafel ausgehängt werden, die in deutlicher Schrift die vorstehenden Bestimmungen wiedergibt. § 7. Alle Arbeiter, die über die Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit(§ 134b Abs. 1 Nr. 1 der Gewerbeordnung) hinaus das ist über die in der Arbeitsordnung als regelmäßige tägliche Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. April 1909 Zeit hinaus beschäftigt werden, find mit Namen in ein Berin Kraft. zeichnis einzutragen, das für jeden einzelnen über die Dauer Kleines feuilleton. Richard Pischel, Professor und Direktor des indogermanischen Seminars an der Berliner Universität, der seit einigen Monaten auf einer Studienreise nach Indien begriffen war, ist dieser Tage nach schwerer Krankheit in Madras, kurz vor der Vollendung seines sechzigsten Lebensjahres, gestorben. Mit ihm ist einer der besten Kenner der indischen und persischen Sprache und Religion dahin gegangen, dessen Bedeutung weit über die Fachkreise hinaus Anezfennung gefunden hat. Leider konnte er das Wert, an dem er die letzten Lebensjahre gearbeitet, nun nicht mehr zu Ende führen. Wie Delitzsch die Quellen des Alten Testaments in Babylon nachgewiesen hat, so untersuchte Pischel die Beziehungen zwischen dem Christentum des Neuen Testaments und der altindischen und zoroaftrischen Religion. Hoffentlich erfährt das reiche und über raschende Ergebnisse einschließende Material, das der rührige Forscher im Laufe der Zeit gesammelt, bald eine Bearbeitung und Herausgabe, die sicher ebensolches Staunen und ebensoviel Ent: rüstung auf seiten unserer Orthodorie erregen wird, wie seinerzeit die Borträge von Prof. Delitzsch. Christentum und wurde auf Christus übertragen? Erst die Ergebnisse der jüngsten Forschungsreisen nach Turkestan haben auch barin Licht gebracht. Das östliche Iran und seine nördlichen Nachbarländer waren seit Jahrhunderten ein Boden, ivo zoroastrische Religion, baktrischer und chinesischer Buddhismus und später das Christentum miteinander in innige Berührung kamen; die in Turfan gefundenen überaus wichtigen Handschriften haben dies aufs neue bezeugt und lassen hoffen, daß von dieser Stelle aus neues Licht über manche Seiten des Ürchristentums sich verbreiten wird. eg. Die Großstädte üben immer noch die Hauptanziehungskraft auf die Aerzte aus. Die Zahl der Aerzte war in Groß- Berlin. 1906 1907 1908 8418 3469 3 782 in den übrigen Großstädten, 8516 8.763 8.900 in allen Großstädten 11 934 12 232 12 682 B im übrigen Deutschland 18 997 19 184 19 008 · in ganz Deutschland 30 931 31 416 31 640 9 Auf 10 000 Einwohner tamen Aerzte: Einwohner Mitte 1908 1906 1907 1908 Groß- Berlin übrige Großstädte alle Großstädte übriges Deutschland 50 316 000 3 042 782 11,7 11,4 12,8 9 658 493 9,5 9,3 9,2 12 701 275 • 10,0 9,8 9,9 3,9 3,8 3,8 Man wird uns bringen in ein Dugend Patschen und fäbelrasselnd Zu den Waffen! schrei'n, dann wieder orgeln Friedensmelodei'n und weiter quaischen. Notizen. Franz. - Gin tschechisches Theater in Wien. Die starke Ein neues Drama von Andrejew. Unter dem Titel„ Die tschechische Zuwanderung nach Wien hat das Projekt einer tschechi schen Theatergründung jetzt der Verwirklichung nahe gebracht. schwarzen Masken" ist jetzt in Petersburg ein neues Drama von Es soll demnächst mit der Errichtung des Theaters begonnen werden. mählung von leuchtender Farbenpracht und tieffinniger Symbolit Schauspieler, begeht am 1. Januar 1909 feinen 80. Geburtstag. Andrejew in Szene gegangen, das in seiner wunderlichen VerTommajo Salvini, der hervorragende italienische trok mancher dramatischer Mängel und Unklarheiten einen tiefen Neben Adelaide Ristori und Eleonore Duse hat er in den letzten Gindruck erweckt hat. Im Mittelpunkt der Handlung steht der fünfzig Jahren am meisten dazu beigetragen, den Ruhm italienischer junge Herzog Lorenzo, der seine Freunde zu einem Mastenfest ge- Schauspieltunst in allen Ländern zu verbreiten. Besonders als Lorenzo erkennt nicht einen einzigen von ihnen, erkennt nicht seine Othello, der Kraft und Realismus vereinte, gewann ihm auch in laden hat. In bunten Scharen strömen die Gäste herbei, jedoch Shakespeare- Darsteller hat er unvergleid, iches geleistet. Sein eigene Frau, erkennt nicht sein eigenes Herz, das hier im blutroten den englisch sprechenden Ländern große Popularität. 1877 trat Nur weniges ist bisher über diesen Gegenstand in die Deffent- Unruhe, Zweifel und Ungewißheit steigern sich zu fremdem Grauen, fagte Salvini der Bühnentätigkeit und trat nur nocy gelegentlich Gewande, von giftigen Schlangen umschlungen, ihm gegenübertritt. er auch in Berlin auf. Seit dem Ende der achtziger Jahre entlichkeit gedrungen. Vor einiger Zeit erschien in den Sitzungs- Lorenzo fordert die Gäste auf, sich zu demasfieren, aber niemand auf. Bei einer solchen Gelegenheit sah ich ihn vor einigen Jahren, berichten der Kgl. Preuß. Akademie der Wissenschaften von R. Pischel eine Abhandlung über den Ursprung des achtet auf seine Worte. Von allen Seiten strömen wasten auf als er eine seiner besten Rollen in Giacomettis Bürgerlichen christlichen Fisch symbols. Bekanntlich wird Chriftus in ihn ein, fie erwecken grausame Halluzinationen, die Ungewißheit Tode" spielte. Da ich es wiederholt erlebt hatte, daß Berühmtder Symbolik häufig unter dem Bild eines Fischers dargestellt, steigert sich zu Zweifeln, die Leben und Vergangenheit umnachten. heiten, die frühere Generationen aufe höchste entzückt haben, uns dessen Ursprung bis jetzt rätselhaft war; denn weder im Alten Gine Maske, die schrecklichste von allen, eine Art eigenes Abbild, Jüngere kalt lassen, war ich ohne besondere Erwartungen. Um noch im Neuen Testament ließen sich Stellen finden, auf die das ein Doppelgänger tritt dem aufs höchste erregten Lorenzo gegen so überraschender und machtvoller war aber der Eindruck dieser Symbol hätte anspielen können, ebenso versagen alle anderen über; außer sich reißt der Herzog feinen Degen von der Seite und Leistung. Das war kein alter Mann, der mit einem verlebten semitischen Quellen. Nun gibt es aber ein Bolt, dessen Religion sticht den Frembling nieder. Es ist der Satan. Eine pruntvolle Ruhmte wucherte, das war kein Schauspieler, der bereits vierzig, fehr viele und sehr enge Beziehungen mit der christlichen aufweist, Zeichenfeier folgt, bei der der Herzog über dem Sarge feines zweiten fünfzig Jahre zuvor seine Zuschauer ergriffen hatte, kein Vertreter in dessen Sege und Kult auch der Fisch eine große Rolle spielt, Ichs bittere Zwiesprache mit sich selbst hält. Er erkennt nun die eines verstaubten Stiles, sondern ein noch immer junger, fraftund dieses Volk ist das indische. Schon in der ältesten Literatur geheimsten Gedanken feiner Umgebung, er erkennt sein eigenes boller Menschengestalter, der bis ins Innerste padte und mit der Inder, in den Veden und dem ungeheuren Heldenepos Wesen, er durchschaut jenen geheuchelten Schmerz seiner Frau und zuerleben zwang, was er verkörperte. Wir haben heute in FrankMahabharata finden sich Sagen, die von einem Fisch als Retter spürt, wie die Freunde, die nun an seinem vermeintlichen Sarge reich, Deutschland und auch in Italien Schauspieler, die nuancierter erzählen. Beweisend ist aber vor allem die uralte und durch ganz stehen, ihn nie wahrhaft geliebt haben. Andrejew hat es selbst für wirken, die schärfere Analytiker sind( wie das moderne Drama es Indien bis auf den heutigen Tag verbreitete Sage von Manu und notwendig gehalten, die Symbolit seiner eigenartigen Dichtung zu verlangt) und beffere Beobachter der Wirklichkeit, als Salvini es dem Fisch. Manu, dem ersten Menschen, teilte ein wunderbarer erklären; das Schloß, wo das Fest gefeiert wird, ist die Seele, der vielleicht gewesen ist, aber nirgends einen, der seine Kraft und Fisch das baldige Hereinbrechen einer großen Wasserflut mit und Birt der Herr dieser Seele, und die geheimnisvollen Masken find Größe, hätte. riet ihm, ein Schiff zu bauen, er werde ihn dann vom Untergange die dunklen Gewalten, die in der Menschenseele wohnen und deren retten. Als die Flut kam, da erschien der Fisch, dessen Augen wahres Wesen man nie ganz zu erkennen vermag. Sonne und Mond glichen und der ein goldenes Horn auf dem Stopfe trug( wer denft da nicht an die Offenbarung Johannis?), und zog mit seinem Horne das Schiff auf den nördlichen Berg, den Himalaya. Manu aber erkannte, daß sein Retter der Gott Bischnu war und verbeugte sich berehrungsvoll. Vischnu ist eine indische Gottheit, die merkwürdig viele Berührungspunkte mit Christus aufweist, u. a., um die Menschen zu erlösen verschiedene Male in menschlicher oder tierischer Gestalt auf die Erde herabgekommen ist. Seine letzte Herabkunft war die als Buddha; in der Gestalt dieses Religionsstifters berkörperte er sich zum letzten Male. Als Fisch erscheint Bischnu nun sehr häufig auf indischen Tempeln, und auch in den Buddhismus ist dieses Symbol übergegangen: in den Vorhallen oder den Höfen chinesischer und tibctanischer Tempel hängt oft ein hölzerner Fisch mehrere soldie Exemplare befinden sich im Berliner Bölkerlundemuseum dessen Bedeutung allerdings selbst den buddhistischen Priestern nicht mehr bekannt ift. Auf welchem Wege aber tam das Fischsymbol in das Humor und Satire. Wonder Wiege bis zur Bahre. Wir stehen an der Wiege und der Bahre, wir schau'n voraus und schauen auch zurüd: wie war es doch mit unsrer Politif im alten Jahre? Wir stifteten mit prablendem Gepränge in ganz Europa eine Menge Gtant, wir mischten uns in alles mittenmang und friegten Senge. Wir stehen an der Wiege und der Bahre, wir schau'n zurüd und schauen auch voraus: wo will wohl unsre Politit hinaus. im neuen Jahre? Aus der Bühnenwelt. Der Innsbruder Gemeinderat hat dem Charakterdarsteller Leopold Thurner vom Berliner Schillertheater die Direktion des Innsbruder Stadttheaters übertragen. Die teuerste Eisenbahn. Am 1. Januar 1909' foll die Linie Spokane- Portland- Seattle eröffnet werden, die von den. amerikanischen Ingenieuren als die kostspieligste Eisenbahnstrede angesehen wird, die man jemals in der Neuen Welt erbaut hat. Sie hat eine Länge von 677 Kilometern und bahnt sich ihren Weg durch das Kastadengebirge, das mindestens ebenso zerklüftet ist wie die ihm parallel laufenden Rocky Mountains. Die 32 Kilometer der Strecke, die zwischen Pasco und Stahlotus liegen, haben 20 Millionen Mark gekostet. Den Reford in den Kosten erreicht aber ein Abschnitt der Linie, der sich am Cañon des Schlangenfluffes entlang zicht; bier toftete der Bau eines Kilometers der Strede 1 250 000 M. Die ganze Linie folgt dem Bett des Columbiafluffes. Sie wird wesentlich zu der ökonomischen Entwickelung von Washington und Oregon beitragen, deren gewaltige Länders streden die Kornkammern der Neuen Welt werden dürften In den einzelnen Großstädten «vobner Aerzte(mit Beziehung auf die für Bevölkerung): kamen auf tOOOO EinMitte 1908 berechnere Wiesbaden.. München... Straßburg.. tliel.... Groß-Bcrlin. Frankfurt a. M. talle a. S... arlsruhe.. Breslau... Königsberg.. Posen.... Hannover.. Kassel.... 25.8 15.8 11.2 18.1 12.3 12.1 11.8 11.7 11,6 11,2 11,1 10,9 9.3 Dresden.. Köln... Stuttgart.. Leipzig... Stettin... Tanzig.. Vrauuichweig Düsseldorf Aachen... Magdeburg. Hamburg.. Erfurt... Nürnberg.. Hältnisse, nanieiitlich die geringe Aer gezahl in den industlielleu Groß- städten Sachsens, Rheinlands und Westfalens. Die Iahl der aufgeführten Aerztinnen ist 55, die fast alle auf die Großstädte kourmen. In Berlin allein sind es 17, in Breslau 5, in Franlfurt a. M. 4, in München 3, in Hamburg und Dresden je 2. Meist widmen sie sich der allgemeinen Praxis, manche der Gyiläkologie und Kinderheilkunde, in Berlin eine der Heilung von Haut- und Geschlechtskrankheiten. Wo Aerztinnen an kleinen Orten angeführt sind, hai>delt es sich meist um Assistentinnen von Krankenhänsern. Die Entwickelung deS Spezialistentums hat weitere Fortschritte gemacht. Für die Großstädte wurden für 1908 die folgenden Ziffern festgestellt; zum Vergleich sind die für 1800 bei- , gefügt t überhaupt auf 100 Aerzte 1906 1008 1906 1908 1996 1908 Kpezialärzte 4004 4375 3.37 3,44 33,6 84.6 Übrige Aerzte 7930 8257 6,67 6,50 66,4 65.4 Die Zahl der Svezialärzte hat sich demnach in den Großstädten um 9 Pro,., die der praktischen Aerzte nur um 4 Proz. vermehrt. In Grotz-Berlln ist die Zahl der Spezialärzte von 1024 im Jahre 1906 auf 1092 im Jahre 1907 und 1194 im Jahre 1908 ge- stiegen, während die Zahl der übrigen Aerzte 1906 2394, 1907 2377 und 1903 2533 betrug._ Berhinderte Arbeit ist zu bezahlen. Vier Pnher, SP. und Genossen, verlangten am Mittwoch durch Klage beim Berliner Gewsrbegericht vom Unternehmer Rabis Lohn- beträge von 20 M„ 24 M„ 20 M. und 28 M. Zur Begründung des Anspruchs wurde geltend geniacht: Beim Beginn der Arbeit seien ihnen 8 M. pro 5iag zugesichert worden. In der zweiten Woche hätten sie sich jedoch mit je 20 M. Abschlag ans fünsTage begnügen sollen, und es iei auf einmal von Akkord gesprochen worden. Da sie ihre 8 Mark pro Tag haben wollten, bevor sie weiter arbeiteten. habe man ihnen Buch v»d Karte gegeben. Tie Kläger beanspruchten nun für die Tage, an denen sie gearbeitet haben, pro Tag 8 Mark. Bei einer solchen Berechnung stehen ihnen die geforderten Beträge zu.— Der Beklagte wandte jedoch ein, es sei Akkordarbeit gewesen und nach dem Aufmaß hätten sie nicht mehr verdient ge- habt, als was sie erhielten.— Die Kläger stellten fest, daß auch Rüstung zu machen geweien sei.— Die Kammer 8 unter dem Vorsitz des MagistratsassesiprS Dr. Prerauer vernahm in der Sache am Mittwoch mehrere Zeugen. Aus den AuSiagen entnahm das Gericht, daß bei Rabis die Absicht der Entlassung bestanden habe, da bereits zum Mittag andere Putzer bestellt waren. Herr Rabis wurde nach den Anträgen der Kläger verurteilt. Den Klägern ständen die 3 Mark pro Tag zu. Wenn der Beklagte Rabis sich darauf stütze. eS wäre Akkord gewesen und sie hätten nicht soviel verdient gehabt, dann sei dem entgegenzu- halten, daß die Putzer nichts herausholen könnten, wenn sie rüsten müßten. Und daran. eS nachher herauszuholen, seien sie durch Enllasiung verhindert worden, aiistatt daß ihnen Gelegenheit dazu gegeben wurde. Unter den obwaltenden Umständen müsse er auf jeden Fall die acht Mark pro Tag zahlen, ob nun Tagelohn von acht Mark oder ein täglicher Atkordabschlag von acht Marl ver- einbart sei._ Die Stuttgarter Polizeiassistcntin Schwester Henriette Arendt hat ihren Dienst gnittiert. Sie soll dazu durch eine Reihe Vor- kommnisse gezwungen sein, die ihr Verbleiben im Polizeidienst un- tunlich erscheinen ließen. Die Anstellung wurde vom Stuttgarter Gemeinderat im Jahre 1905 beichlossen. Den weiblichen Polizei» gefangenen sollte die Polizeiassistentin ihr Hauplaugenmerk zu- wenden. In der ersten Zeit ihrer Tätigkeit hat sie zweifellos auch Gutes geschafft. Das von ihr verfaßte Buch:„M e n s ch e n, die den Pfad verlöre n", zu dem Naumann die Vorrede ge- schrieben, gibt einen Einblick in ibre Tätigkeil. Bekannter wurde die Stuttgarter Polizeiassisleniiu durch Vorträge über die Prostitution und ihre Ursachen. Schließlich soll sie aber selber„den Pfad ver- koren" haben. Bedauerlich wäre es, wenn die durch eine vielleicht unglückliche Auswahl der Perion verursachten Erfahrungen milder ersten Polizeiassistentin die ganze Jnstituiion mißkreditieren sollten. ES ist sehr fraglich, ob die Stuttgarter Gemeindeverwaltung der ersten Assistentin eine Nachfolgerin geben' wird. Sehr wahrscheinlich wird man wieder auf die Anstellung von Hilfskräften untergeordneter Art zurückgreifen._ Em der Partei. Note Gemeindewahlen in Württemberg. Mit Befriedigung kann die Sozialdemokratie Württembergs auf die Im Monat Dezember vollzogenen BürgerauS jchuß- wählen zurückblicken. Nach einer Zusammenstellung, die auf Boll- ständigkeit keinen Anspruch macht, sind der Sozialdemokratie in 82 Gemeinden 191 Mandate zugefallen. Bon diesen Maw daten waren 33 bereits früher in ihrem Besitz. 153 hat sie neu h i n z u e r o b c r t. I» der übergroßen Mehrzahl der Gemeinden ziehen mit dieier Wahl zum ersten Mal Sozialdemo statt>> in die Gemeindevertretung ein. Einen Teil der neuen Mandate hat unsere Partei der Em führung der Proporzwahl für Gemeinden mit über>0 000 Ein- wohncrn zu verdanken.(Maßgebend ist die durch die beiden letzten Volkszählungen ermittelte Einwohnerzahl.) Der Proporz öffnete ihr die Rathaustüre auch in jenen Städten, in denen die bürgerlichen Parteien der Sozialdemokratie eine ihrer Stärke ent- sprechende Vertretung bisher versagt Hutten. Die große Mehrzahl der neuen Mandate holten sie aber in den kleineren Gemeinderl. Selbst die kleinbäuerliche Bevölkerung gewinn! Verständnis für sozial- demokratische Gemeindcpolitik. Sehr beachrensivert ist weiter die Talsache, daß in den Ge- meknden, in denen die Sozialdemokratie sich rege an der Kommunal- Politik beteiligt, die Wahlbeteiligung auch eine weit größere ist als in den Domänen der bürgerlichen Parteien. Das Vordringen der Sozialdemokratie auf der ganzen Linie hat denn auch fast überall dazu geführt, daß die Zahl der Abstimmenden sich ungemein erhöhte. Nur ernzelne Gemeinden können sichjnoch das zweifelhaste Vergnügen leisten, einzelnen einflußreichen Familien die Verwaltung der Gemeindegeschäfte zu übertragen. In nicht wenigen Orten hat der Versuch des Bürgertums, an dem lieben alten Brauch festzuhalten, dazu geführt, daß der Wahlvorschlag unserer Gcnosien glatt siegte, zum größten Entsetzen der so unsanft aus süßem Schlummer geschrecfteo Spießbürger. Im allgemeinen aber habe» unsere Gegner es an Anstrengungen nicht fehlen lassen, den Ansturm der Sozialdemokratie abzuschlagen. Die Wahlbeteiligung stieg bis auf 90 Proz. und darüber. Es war ein Kampf, wie er bei Bürger- auZschußwahlen in Württemberg noch nie geführt worden ist. Und die Sozialdemokratie ist die Siegerini Bei den Stadtverordnetenwahlen zu Dur lach(Baden) siegte die Sozialdemokratie in der dritten Klaffe glänzend über die vereinigte bürgerliche Gegnerschaft, bei einer Wahlbeteili- gung von 60 Proz. Die sozialdemokratische Stimmenzahl (540 gegen 270) wäre noch größer geworden, wenn nicht der Andrang der Arbeiter in letzter Stunde in dem einzigen Wahllokale bei vielen die Ausübung des Wahlrechts unmög- lich geniacht hätte. Sechzehn sozialdemokratische Stadtver- ordnete sind auf einen Schlag gewählt worden. In fünf Gemeinden in der Umgebung Z w i ck a u s, wo in diesen Tagen Wahlen staitfanden, siegte die Sozial- demokratie in der dritten Wählerklasse. Wie ein Sozialdemokrat in der Schweiz zweimal in den National- rat gewählt wurde. Bei den Nationairal-wahlen cnn 25. Oktober kam in Basel keine Wahl zustande. Unser Genosse Dr. Brüstlein erhielt die höchste Stimmeuzahl. jedoch nicht die absolute Majorität. im' zweiten Wahlgang wurde er mil der größten Stimmenzahl ge- wälsit. Bei der nachirägllchen Bearbeitung der Stimmzettel durch das kantonale stalistifche Bureau stellte sich mm heraus, daß Dr. Brüstlein bereits im ersten Wahlgang mit 15 Stimmen Mehr- heit gewählt worden war. Als unbewußt Gewähller ist er also zum zweitenmal gewählt worden.— Au» die„exakte" Arbeit des Wahlbureaus wirft der Vorfall kein guleS Licht. Hub Industrie und Kandel. Warenpreise im Jahre 1908. Daö Jahr 1908 zeichnet sich n. a. auch durch einen sehr hohen Warenpoeissland aus, der besoirders empfindlich aus die Lebens- Haltung drückt. Zwar haben wir die exorbitanten Preise des JahreS 1907 teilweise nicht mehr zu erdulden: sür manche Artikel, wie z. B. Zucker, Melasse, Spiritus. Mais, Tabak, Schweine, Kälber, Schmalz und Petrsleum, sind die jetzigen Preise aber noch über die Durch- schnittSsätze deS Vorjahres hinanSgeschnellt. Für Jndusirieerzeugnisse ergeben sich, berücksichtigt man die Preise der letzten Monate, nichl nur gegenüber 1907, sonder» auch im Vergleich mit dem Jahre 1906 Ermäßigungen. Anders ist daS Resultat, bringt man die Preise landwirtschaftlicher Produkte nach dem Durchschnitt des Jahres 1906 mit den gegenüber dem Anfang dieses Jahres reduzierten Preisen aus Oktober und November in Vergleich. Nach den von der„Voss. Ztg." regelmäßig veröffentlichten Uebersichten, die die Preis- entwickelung durch Indexziffern veranschaulichen, geivinnt man bei Zusammenfassung der einzelnen Waren in Gruppen dieses Bild: Jahresdurchschnitt Okt. Nov. 1906 1908 1908 Getreide......... 105,05 113.82 113.78 Sonsiige inländ. landw. Produkte 93.13 113.98 117.62 Ausländische landw. Produkte. 110.97 118.60 118,50 Tierische Produkte..... 139.50 127,55 124.54 Textilprodukte....... 134.61 128,70 120,98 Mineralien........ 147,83 122,83 124,73 Danach ragen die jetzt wirksamen Preise bei allen landwirt» schaftliche» Erzeugnissen, mit Ausnahme für tierische Produkte, weil über den Durchschnitt des Jahres 1906 hinaus. Und da? für die Ernährung wichtige Schweinefleisch ist, obwohl der Preisstand für sämtliche tierische Produkte Senkung erfahren hat, heute teurer als im Jahre 1906. Es kann demnach auch gar keinem Ziveifel unter- liegen, daß selbst bei unveränderten Erwerbsverhältnisien die Lebens- Haltung Verschlechterling erlitten haben würde; die Einkommens- Verhältnisse haben sich aber sehr zuungunsten der Arbeiter verschoben, deshalb bedeutet die herrschende Teuerung für tausende Familien nicht nur Einschränkung, sondern direkte Not.— Gesicherte Existenz der Arbeiterl_ Wegen Arbeitsmangel hat die Stuhl-, Herd- und Ofenindustrie Phönix in Oberhausen für 8 Tage den gesamte» Betrieb stillgelegt. Die Firma Rnpperbusch daselbst dehnt ihre Inventur von Weihnachten bis zum 4. Januar 1909 aus. DaS sind schöne Bescherungen für die Arbeiter._ Jndustrieriese«. Die Angaben über die Beteiligungen für Produkte A in Nr. 804 deS„Vorwärts" lassen wir nun die Onotenfesisetzimgen für Pro- dulte B folgen. Die Gesamtbeteiligung ist vom 1. Januar 1907 bis Dezember 1908 um rund 1 Million Tonnen, gleich 20,7 Proz., auf 5 860 786 Tonnen gestiegen. Auf die einzelnen Artikel ver- teilt sich das Quantum wie folgt: Stabeisen Walzdraht Bleche Röhren Tonnen 8 390 768 730 653 963 827 141 399 Die fünf Werke, die nach unserer Zusammenstellung fast die Hälfte der sich auf 29 Unternehmen verteilenden Gesamtbcteiligung der Produkte A beherrschen, vereinigen auf sich auch einen ziemlich hohen Prozentsatz der Gesamtbeteiligung der Produkte B. Folgende Uebersicht weist das aus. Es erhielten zugewiesen: Produkte B in Tonnen Gewerkschaft Deutscher Kaiser... 619 325 Phönix........... 699 177 Roinvacher Hüttenwerke..... 181 000 Locht. Hüttwert Aumetz-Friede... 80 000 Krupp............ 450 090 Summa 2 029 692 Demnach verfügen diese Werke, die beinahe'/a der Gesamt beteiligung für Produkte A beherrschen, auch 34,6 Prozent, oder über'/» der Beteiligung für Produkte B. Die Gewerk schaft Deutscher Kaiser, der Phönix, die Firma Krupp, die Friedcnshiitte Kattowitz, Gleiwitz und die Firma de Wendel u. Co.. als die Inhaber der fünf höchste» BeteilignngS- Ziffern, verfügen zusammen über 2 557 252 Tonnen oder 43,6 Proz. der Gesamtbeteiligimg. Drei der oben aufgeführten Werke. Krupp, Deinswer Kaiser und der Phönix, sind auch dem Kohlensyndikat an- geschlossen. Ihre Produktion betrug im Jahre 1907: Kohlen 8 701 522 Tonnen, KokS l 891 865 Tonnen. Diese Quanten machen bei Kohlen zwar nur einen geringen Anteil der Förderung der Syndikatszechen aus, nämlich 10,6 Proz., dagegen stellt ihre Koks- erzeugung 43 Proz. der Erzeugung aller Hütlenzechen dar. Die Zechen reden eine deutliche Sprache von der industriellen Kon- zentration._ Insolvenz in Rußland. Mit zirka 4 Millionen Rubel Passiven hat eine Naphlhafirma in Moskau ihre Zahlungen eingestellt. Hub der Frauenbewegung. Die Arbeiterfrau und die sozialdemokratische Presse. Mit vollem Recht wird die Presse die siebente Großmacht ge- nannt. Denn sie beeinflußt nicht nur die öffentliche Meinung,"sie erzeugt, sie fabriziert diese geradezu. Wie Einrichtungen, Vor- konlmnijfe- Maßnahme» dem Publilum dargestellt und geschildert Guß- u. Schmiede- stücke 634 196 werden, so wird eS diese zunächst sehen und beurteilen. Auf solche Weise kann Sympathie oder, umgekehrt, Antipathie für eine Sache. oder für Menschen, für einzelne oder Gruppen von ihnen und ihre Handlungen erzeugt werden. Es ist klar, daß dieser Einfluß der Presse auf das Empfinde», Denken und schließlich auf das Handeln der Leser ein gewaltiges Stück Macht repräsentiert. Jede Zeitung vermag quasi so viel Herzen und Köpfe für eine Idee zu begeistern, so viel Menschen für eine Sache zu bceinfluffen und in Bewegung zu setzen, als sie Leser zählt. In unserer, vom Klaffengegensatz zerklüfteten Gesellschaft ist eS daher selbstverständlich, daß jede Klajje, jede Interessengruppe, ja sogar einzelne Personen bemüht sind, in ihrem Sinne, ihrem Jnter- esse entsprechend, das Lesepublikum durch die Presse zu beeinflussen. Im stritten Gegensatze zu dem Interesse der übrigen Klaffe steht das Interesse der Arbeiterklasse. Erklärlich genug. Die Angehörigen der Arbeiterklasse stehen wirtschaftlich und gesellschaftlich am tiefsten. Von der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft lebt— direkt oder indirekt — die übrige, die herrschende Klasse. Das Streben der Arbeiterklasse nach einem Empor in Wirt« schaftlicher, sozialer und geistiger Beziehung, ihr Kampf um ihre endgüliige Besreinng von kapitalistischer Ausbeutung, findet daher den heftigsten Widerstand seitens der anderen Klasse, weil sich diese bewußt ist. daß dadurch in der Gegenwart ihr Profit geschmälert, ihre Herrschast erschüttert und in der Zukunft beseitigt wird. Dieser heftige Widerstand kommt nicht zum wenigsten� zum Aus- druck in der bürgerlichen Presse. Und da nmn das Sireben der Arbeiterschaft nach wirtschaftlichem und intellektuellem Ausstieg, selbst nach den Grundsätzen der bürgerlichen Gesellschaft, nicht ver- urteilen kann, da man ferner die Mittel der Arbeiterschaft zur Erreichung dieses Zieles: festgefügte Organisationen, Belehrung des Proletariats über die treibenden Kräfte und Entwickelungs- gesetze unseres Wirtschaftslebens, gemeinsames, solidarisches Vor» gehen der Arbeiter und Arbeiterinnen zur Durchsetzung bestimmter Forderungen, nicht als verwerfliche bezeichnen kann, so muh das Lesepublikum der bürgerlichen Presse über die Ziele der Arbeiter- bewegung, sowie übxr die Mittel zur Erreichung dieser Ziele ge- täuscht werden, um die Arbeiterklasse unf» ihre Ideale diskreditieren zu können. Tatsächlich ist es denn auch die vornehmste Aufgabe der bürgerlichen, vor allem auch der sogenannten parteilosen Press«, die Arbeiterbewegung zu verleumden. Sei es, daß dies ganz allgemein geschieht, sei es, daß bei bestimmten Anlässen, bei wirtschasiftchcn Kämpfen— Streiks oder bei politischen Kämpfen— Wahlen, so verfechten wird. Wahre Tartarennachrichten über die Arbeiter- schaft, über ihre Führer, über die Motive ihres Handelns, und über die Handlungen selbst, werden in Zeiten wirtschaftlicher und poli- itschcr Kämpfe durch die bürgerliche Presse verbreitet, um ine öffent- liche Meinung zu beeinflussen und gegen die Arbeiterschaft cruszu- hetzen. In Zeiten wirtschaftlicher Kämpfe ist zudem die bürger- liche Presse die beste Vermittlerin von Streikbrechern. Di« einzige Presse dagegen, die sich jcderzeti rückhaltlos und unerschrocken der Interessen der Arbeiter und Arbeiterinnen annimmt, ist die sozialdemokratische Presse. Sie ist der Arbeiterschaft eine scharfe und schneidige Waffe, im Wahlkampf wie im Streik. Zu solchen Zeiten deckt sie nicht nur die Unwahrheiten und Verleumdungen der Gegner auf, stellt diesen eine objektive, wahrheitsgetreue Darstellung der Tat- fachen entgegen, damit die Angriffe parierend, sie geht vielmehr auch zum Angriff über. Ausgehend von dem Grundsätze: Der Hieb ist die beste Ver- teidigung, stellt sie die Handlungsweise der Gegner an den Pranger, zeigt die Motive für ihr Handeln auf, ihnen damit die Maske der Arbcitersreundlichkeit und oft genug auch jene der Wohlanständigkeit vom Gesichte reißend.— Die sozialdemotratische Presse ist der Ar- beiterschaft aber auch der b e st e Freund, ihr Berater, ihr Wegweiser, weil sie ihr Lehrer ist. Denn sie führt die Männer und Frauen der Arbeiterklasse ein in die Ideenwelt des Sozialismus, sie zeigt ihnen den Weg. der hinausführt aus dem Dunkel und dem Elend des Kapitalismus, sie lehrt die ausgebeuteten Massen einen Ueberblick gewinnen über das Getriebe und die Zusammenhänge des wirtschaftlichen und politischen Lebens. Und indem die Massen diese Zusammenhänge kennen lernen, kommen sie zum Bewußtsein ihrer Stellung und ihrer Bedeutung innerhalb. der Gesellschaft und des Staates, sie erhalten Selbst- und Klassen- bewußtsein. Und haben sie erst die Gmneinsamkett der Interessen aller Arbeitenden erkannt, werden sie alsbald lernen, in logischer Konsequenz dieser Erkenntnis auch zu handeln, nämlich: zur Ver- tretung der gemeinsamen Interessen sich zu organisieren und soli- darisch zu kämpfen. Das aber ist bekanntlich die Vorbedingung für den wirtschaftlichen Aufstieg wie für unsere endgültige Bc- freiung. Der beste Förderer unseres Strebcns nach einem besseren, reichlicheren Stück Brot, nach einem schönen, ge- fälligeren Kleid, noch einer freundlichen, gesunden, sonnendurch- fluteten Wohnung, nach mehr Lebensfreude und mehr Lebensinhalt. ist deshalb die sozialdemokratische Presse, die ort- liche Tageszeitung, sowie die sozialdemokratische Fraucnzeitung:„Die Gleichheit". Beide können und werden um so mehr Förderer unseres Strcbens sein, je größer ihr Abonnenten, und Leserkreis ist Selbst- verständlich: Denn je mehr Leser vorhanden, um so mehr wird der Samen der sozialdemokratischen Ideen ausgestreut in die Herzen und Köpfe, bei um so mehr Personen wird der Wille erzeugt, im Sinne dieser Ideen zu wirken. Jeder neue Leser, der der sozialdemo- tratischen Presse zugeführt, verstärkt also ihren Einfluß utid«)amit den Einfluß der sozialistischen Anschauungen und die Macht der zielklaren, vereinigten Arbeiterschaft— Die wirksamste Propaganda unserer Anschauungen ist demnach zweifellos die Propaganda für die sozialdemo- kratische Presse. Diese Propaganda kann nun jeder ent- falten: vor allem aber können dies die A r b c i t e r f r a u e n. Er- fahrungsgemäß sind die indifferenten Frauen die schlimmsten Gegner beb Arbeiterbewegung im allgemeinen, sowie der sozial- demokratischen Presse im besonderen. Zielklare Arbeiter- f ra u e n, die bereits mit Herz und Kopf zu uns gehören, die ohne die sozialdemokratische Tageszeitung und ohne ihre„Gleichheit" gar nicht mehr sein können, heben daher unter ihren indifferenten Arbeitsschwestern ein tüchtiges Stück Arbeit zu leisten, indem sie diese für die Arbeiterpresse zu interessieren, sie als Abonnent und Lese- rinnen zu gewinnen suchen. Sie können daö am besten und erfolg. reichsten, denn die gemeinsam erlittene Not tehrt sie, möglichst eindringlich und überzeugend zu plädieren. Sie kennen zudem im voraus alle die Einwände, die erhoben werden. Denn es gab ja eine Zeit, wo sie ebenso dachten und ebenso handelten, wie jene. die nun gewonnen werden sollen. Deshalb werden sie auch nicht nur die besten Argument« finden, sondern sie werden auch den rich- tigen Ton treffen, indem sie sich an Verstand und Gemüt der zu gewinnenden Frauen wenden. Bei Einkäufen in Läsen und Geschäften kleinbürgerlicher Kreis« können unsere Genossinnen gleichfalls Propaganda für unsere Press: machen. Dabei ist allevdiugs Voraussetzung, daß sie ein stark auö- geprägtes Klassenbewußtsein, wir möchten sagen: einen Klassenstolz, besitzen, daß sie es als einen Ehrentitel betrachten, wenn sie„Sa- zialdemokrat" genannt werden, und als eine Ehrenpflicht ansehen, im �inne der Sozialdemokratie zu wirken. Geschieht das, wirbt jede Genossin unablässig für unsere Presse, im Familien- und Freundeskreise, cm der Arbeitsstätte und auf unseren Festen, wo immer ihr die Gelegenheit gegeben ist, so wird eine jede zur wirkungsvollen Agitatorin für den Sozialismus. Denn sie hilft unseren schlimmsten Feind: die Gleichgültigkeit uttd Unwissenheit innerhalb unserer Klasse bekämpfen, und sie ver» schärft und verstärkt unsere beste Waffe: die sozialdemokratische Pressel_ Versammlungen— Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 4. Januar. 81: Uhr, im„Neuen Klubhaus", Komutandauten- ftraße 72, Aortraa:„Goethe und die Arbeiter". Referent: Max Grunwald. Gäste wtllüunme«. SEE Unserem Genoffen Karl Eyber und Frau zur Silberhochzeit die herzliften Glüdwünsche. Die Genoffen bes 686. Bezirks. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bauarbeiter Wilh. Heidemann ( Bezirk 15) bei der Ausübung seines Berufes verunglückt und an den Folgen verstorben ist. 234/10 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Nixdorfer Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. und Sozialdemokratischer Wahlverein for Mahlsdorf Umgegend. Todes Anzeige. Um 29. Dezember verstarb unfer Mitglied, die Genossin geb. Berta Richter Höft am Kaulsdorf, Honowerstraße. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 2. Januar, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. G Um zahlreiche Beteiligung ersucht 238/1 Der Vorstand. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. ( Verwaltung Berlin.) Den Kollegen zur Nachricht, daß am Dienstag, den 29. De zember, unser altes Mitglied, der Gipsbildhauer Ernst Niemz im Alter von 67 Jahren plötzlich berstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Januar, nach mittags 3%, Uhr, von der Halle tes Thomas- Friedhofes in Nigdorf ( Hermannstraße) aus statt. Rege Beteiligung erwartet 20/1 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Gürtler Paul Fellmer na langen fchweren Leiden im Alter von 50 Jahren am 29. 8. M. verstorben ist. 3845 Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Januar, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des städt Bentral Friedhofes( Friedrichsfelde) aus statt. Frau Emma Fellmer geb. Specht. Allen Verwandten, Bekannten und Freunden die traurige Nach richt, baß am Mittwoch, d. 30. Degember, nadjm. 4%, Uhr, meine liebe Frau und unsere gute Mutter Olga Dietz geb. Wietholz im Alter von 41 Jahren nach turzem, fchwerem Leiden ber storben ist. 3945 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Januar, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Tegeler Gemeindefriedhofes, Hermsdorfer Weg, aus itatt Die trauernden Hinterbliebenen. Dietz nebst Kindern. Hierdurch die traurige Nachricht, bag meine liebe Frau Marie geb. AndrB am 81. Dezember verstorben ist Der tranembe Batte Oskar Dachmann. Die Beerbigung Anbet am Sonntag, den 3. Januar 1909, nachmittags 1 Uhr, von der Halle des neuen Luisen- Kirchhofes am Fürstenbrunner Weg aus statt. Danksagung. Sage allen Bertpandten, Freunden und Bekannten, sowie den Firmen Kilow u. Co. und der Berliner Häute berwertung für die zahlreiche Be teiligung und die herrlichen Kranze Spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau meinen tiefgefühltesten Dant 3955 Georg Göhrt, Gastwirt. ür die vielen Beweise herzlicher Für Teilnahme bei der Beerdigung Geffentliche politische Versammlungen. 4. Wahlkreis. le follen wir unire Kinder W ohne Prügel erziehen? Bon J. Borchardt Preis 30 Pfennig meines lieben Mannes, fage ich alden, Sonntag, den 3. Januar 19 09, abends 6 Uhr, bei Keller( Juh. Freyer), Koppenftr. 29: aus, daß das Prügeln in der Schule zu insbesondere dem Personale der Unionsbrauerei meinen herzlichen nebit Dant. Wwe. Heinrich intern 56872 Rigdorf, Berliner Str 20 Krankenkasse der Hutmachergesellen zu Berlin.( E. H. Nr. 67.) Dienstag, den 5. Januar 1909, abends 9 Uhr, Große Hamburger Straße 18/19: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Statutenänderung 3. Wahl des Vorstandes. 4. Wahl des Ausschusses und der Krankenkontrolleure. 5. Verschiedenes. 280/1 Um pünktliches und zahlreiches Erfcheinen bittet Der Vorstand. D. Tschoppe. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Nowawes und Umgegend. Wir machen hiermit bekannt, daß der elfte Statutennachtrag, welcher eine Anzahl für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtiger Aenderungen enthält, von der Aufsichtsbehörde genehmigt und am 27. Dezember in Serafi getreten ist. Abdrucke dieses Nachtrages find im Kassenbureau zu haben. Der Vorstand. gea. Dito Hoffmann Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: Vortrag des Landtagsabgeordneten Adolf Hoffmann: Ein neues Jahr besseres Jahr? Diskussion. Nach dem Bortrage: Gemütliches Beisammensein mit Tauz. Der Verfasser geht von dem Gedanken verwerfen sei, daß aber auch das Vrügeln der Kinder im Hause für die förperliche und geistige Entwickelung des Kindes verderblich ist. Er gibt vielfache An regungen, wie die Eltern ihre Kinder ohne Prügel erziehen können. -cin Buchhandlung Vorwärts Der Einberufer: Ernst Baader, Gr. Frankfurter Str. 34. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Sektion der Putzer. Berlin. Sonntag, den 3. Januar 1909, vormittags 10 Uhr: Mitgliederversammlung in den, Arininhallen"( gr. Saal), Kommandantenstr. 58/59. Zages Drdnung: 1. Neujahrsgruß som Gefangverein der Puker. 2. Bericht des Vorstandes vom Jahre 1908. 3. Verschiedenes. B Mitg fiedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe feinen Zutritt! Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Ernst Schulze. Zur Beachtung! Bom Donnerstag, bes 7. Januar 1909 ab befindet sich das Bureau der Puger Engelufer 15 270/2( Gewerkschafts haus), 3 Tr., Zimmer 58, Fernsprecher Amt IV 4093. Am Mittwoch, den 6. Jannar, blo bt das Bureau geschlossen, da an diesem Tage der Umzug stattfindet. 138/1 Der Vorstand. Verband der Sattler. Zentralverband der Lederarbeiter. Die nächsten Ortsverwaltung Berlin. Branchen- Versammlungen finden an nachfolgenden Tagen statt: Geschirrbrauche: Mittwoch, den 6. Jariuar 19 19. Treibriemenbranche: Donnerstag, den 7. Sat mar 1909. Taschen, Koffer- und Galanteriebrau che: Donnerstag. den 7. Januar 1909. Militärbranche: Sonnabend, den 2. Jantar 1909. Linoleumleger und Teppichnäher: Don zerstag, 7. Januar. Wagenbranche: Donnerstag, den 7. Januar 1909. Eisenmöbel u. Lederstuhlpolsterer: Sonnerstag, 7. Januar. Sektion Charlottenburg: Montag, den 4 Januar 1909. Tagesordnung in allen Bersammlingen: 1. Bericht und Neuwahl der Branchenleitung. Filiale I Berlin. sie Monats- Versammlung bet findet Sonntag, den 8. Januar 1909, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Schmidt, Brinzenallee 83, statt. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl eines Mitgliedes zum Bentralborftande. 3. Bericht über die Regelung der Lofallaffe. 4. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 144/1 Bahlreiches fowie pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Achtung! Jugendliche Arbeiter u. Arbeiterinnen. Sonntag, den 3. Jannar, nachmittags 3 Uhr, im Gewerkschaftshause ( großer Saal), Engelufer 15: 2. Aufſtellung der Kandidaten zu Stolner General Oeffentliche Versammlung. versammlung. Kölner Die Bichtigkeit diefer Bersammlungen erfordert, daß tein Rollege biefe Die Ortsverwaltung. versäumt. 156/1 Sonnabend, den 6. Februar 1909, in L. Kellers Festsälen ( Jub. Freyer). Koppenif r. 29: Großer Wiener Maskenball Stark befehtes Orchester. Heberraschungen. Um 1 Uhr Staffcepause. Während derselbert Humoristische Vorträge. Anfang 9 Uhr Billett 50 Pt. Billetts sind im Bureau sowie bei den Werkstattbertrauensleuten zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Ortsverwaltung Berlin. Geschäftsstelle Berlin C. 54, Muladftr. 10, I.. · Fernsprecher Amt III, 4518. Sonntag, den 3. Januar, nachmittag 8 1%, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Zages Ordnung: 1. Bortrag des Schriftstellers Heinrich Schulz: Das Recht ber Jugend. 2. Diskussion. 3. Wahl von Jugendvertretern. 294/ 3* Achtung! Der Einberufer: K. Rosenfeld. Berlin SW. 68. Gemeinsame Ortskrankenkasse für Nowawes u. Umgegend. Donnerstag, den 14. Januar 1909, findet im Lokal des Herrn Singer, Nowaives, Priesterstraße 31, Außerordentliche eine General- Versammlung ftatt. 270/1 Tagesordnung: Abends 7 Uhr: Wahl von zwei Bor. standsmitgliedern der Arbeitgeber. Abends 8 Uhr: Bahl von sechs Vors standsmitgliedern der Arbeitnehmer. Nachdem: Gemeinsame Sitzung. 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. Anträge zu dieser Versammlung find bis zum 3. Januar im Kassen. bureau beim Vorstand einzureichen. Nowawes, den 29. Dezember 1908. Der Vorfinende. Gez.: Otto Hoffmann. Königstadt Kasino. Holzmarftite. 72. Das Riesen- Januar- Programm! Franz Sobanski Frl. Bibary, Miß Lola, G. Bonné, Rolf- Roland, The Lockfords, The Sundermanns, Doppel- Red. Am Brunnen vor dem Tore. Liederspiel von Otto Richter. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz nach der Vorstellung. Riesen- Kino Ausstellungshallen am Zoo. Morgen neues Programm. Katastrophe von Calabrien. Bilder aus Sizilien. Süd= Eisbahn Urbanstr. 166-167 vis- à- vis d. Franz- Kas. Ist eröffnet. Wochentags nach 7 Uhr abends Entree 30 Pf. Variété City- Passage( Brillant) Annenstr. 42/43. Dresdenerstr. 52/58. Bon Freitag, 1. Januar 1909, ab täglich: Isolierer! Achtung! Internat. Ringkampf- Konkurrenz Sonntag, den 3. Januar 1909, nachmittags 2 Uhr, bet Wilke, Brunnenstr. 188: Außerordentliche Generalversammlung. Tages Ordnung: um bie Meisterschaft von Berlin 1909, 1500 M. in bar und den Goldenen Gürtel von Berlin. Es beteiligen fich folgende Ringer: Léon de Wolf, Champion von Belgien. 2. Barlowski, Amateurmeisterringer von Berlin, Walter Salge, bester 1. Raffenbericht bom 3. und 4. Duartal. 2. Bericht des Borstandes. Modellathlet Deutschlands. Vincent 3. Neuwahl des Vorstandes. Es ist Pflicht eines jeben Kollegen, zu erscheinen. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer! Sonntag, den 3. Januar 1909, vormittags 10%, Uhr: 30a, genannt der schwarze Banther aus Stuba. Mohrmann, Sachsen. Georg Altmann, Meisterschaftsvinger von Berlin und der Proving Branden burg 1906-1908. Cl. Frachét, Elfaß Lothringen. Marinus b. Riehl, Champion von Holland. Baulsen, Dänemart Max Schwarz, Meister. fchaftsringer b. Deutschland im Mittel gewicht 1907. F. Stolzenwald, Rheinland. Tiberio junior, Leichtgewichts meisterringer v. Stalien. Rechlin, bester Große Brauereiarbeiter- Versammlung. Branchen- Versammlung Stingero. Sabed. Bataimat, Galizien Tagesordnung: 1. Bericht des Kuratoriums. 2. Auf stellung der Kandidaten zur Neu wahl der Arbeitnehmerbeisiger zum Arbeitsnachweis- Kuratorium und des Einigungsamtes. In Anbetracht der wichtigen Zaged brdnung ist das rechtzeitige Er. fcheinen aller Stollegen erforderlich. Die Ortsverwaltung. 42/1 Tischler- Verein E. m. No. 59. H. Sonnabend, den 2. Januar, aber bs 8%, Uhr, Melchiorstr. 15: 198/1 Versammlung. Der Vorstand. Widerstandsfähig gegen Winterkälte im Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15, Saal 1. Tages Drdnung: 1. Bericht der Stommiffion. 2. Nenwahl der Kommission. 3. Verbands angelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch ist borzuzeigen. Beutralfommission der Einsetzer Berlins des Holzarbeiterverbandes. Mühlhauser Rautabak bon Hugo Karl Hagenbruch, Mühlhausen( Thüringen). Bertreter: August Kleinert, Berlin SW. Amt 6, 10 560. machen Sie sich, indem Sie Außerd.: Das großartige SpezialitätenProgramm. Entree 50 Bf., referv. Plat 19. Beginn der Vorstellung 8 Uhr. Beginn der Ringtämpfe 9%, Uhr. Die preußische Polenpolitik in ihren Ursachen und Wirkungen. Bon Herm. Wendel. Preis 60 Pf. Expedition des ,, Vorwärts", Großbeerenstraße 39. Lindenstraße 69( Laden). kräftige Bouillon die im Moment für 5 Pfennig hergestellt ist aus Bouillon- Würfel Marke ,, Krone" Ueberall käuflich! trinken, COD HERMANN TIETZ Wegen Inventur- Aufnahnie bleiben unsere Häuser Sonnabend geschlossen. Montag, den 4. Januar, 8 Uhr beginnt der INVENTUR- VERKAUF In allen Abteilungen enorm ermässigte Preise Ein Posten eleganter Ein Posten unter anderm: Ein Posten Kleiderstoffe Seidenstoffe Wiener Flanell- Hemdblusen durchweg 85 Pf. durchweg 95 Pf. Meter..... Meter...... 2.190 Ein Posten Ein Posten Echte Panamahüte Schnallenstiefel für Damen 3.50 u. Herren für Damen and Herren, ausMelton, durchweg 2.80 Beachten Sie unser Sonntags- Inserat Partei- Speditionen: Zentrum I: Frig 8inte, Mauerftr. 89. 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Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Seifel, Kronprinzenitraße 4, I. Dtto Rummelsburg, Boxhagen: A. Rofentrans, Alt- Boghagen 56. Grünan: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus. Rixdorf: 9. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Saminsty, Eunostaaße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerftr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunom, Edisonftr. 10, L Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, gaffelwerderstr. 8. Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Blat 4. Adlershof: Grid Steuer, Hadenbergitr. 5, II. Amtsgarten 3. Königs- Wasterhansen: Friedrich Baumann, köpenick: Friedrich Woid, Stiegerstr. 6, Laden. Friedrichshagen: Otto Schröder, Friedrichstr. 60, Stfl. II. Erkner: Ernst Hoffmann, Friedrichshagener Chauffee. Karlshorst: Richard Stüter, Rödelstr. 9, II. Friedenau- Steglitz- Stidende:. Bernice, Schloßftr. 119, of I, in Steglig. 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MANOLI Cigarettes Abbas 3 Pr. Chic 4 Pfe Gibson Girl 5Pfe Berantwortlicher Nedatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Berlag: BorwärtsBichdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert. Annahme von Juferaten für den ,, Vorwärts". Nr. 1. 26. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Preußen vor hundert Jahren. Freitag, 1. Januar 1909. Redacton » Vorwarts Lindenstr. 69 99 Mag Lehmann, Freiherr vom Stein. 3 Bde. 1902-1905. Jauch hier find alle äußerlichen Beweggründe ausgeschlossen, da die nicht verschwiegen habe, und er hat auch wie wir zu feiner Ehre Leipzig, S. Hirzel. periönliche Uneigenugigfeit Steins über jeden Zweifel erhaben und hinzufügen wollen die größte persönliche wie politische Schwäche auch von seinen Gegnern niemals angefochten worden ist. Ernst v. Meier, Französische Einflüsse auf die Staats- und Rechtsentwickelung Preußens im 19. Jahrhundert. 2 Bde. 1907 bis 1908. Leipzig, Dunder u. Humblot. Mar Lehmann, Die preußische Reform von 1808 und die franzöfifche Revolution. Preußische Jahrbücher, Maiheft 1908. Ernst von Meier, Der Minister vom Stein, die französische Bevolution und der preußische Adel. Eine Streitschrift gegen Wear Lehmann. 1908. Leipzig, Duncker u. Humblot. Paul Bailleu, Königin Luise. Ein Lebensbild. 1908. BerlinLeipzig. Verlag von Giefede u. Devrient. I. " II. Historisch kommt man dem Verständnis seines Charakters am nächsten, wenn man ihn als das nimmt, was er seiner Abstammung und seiner Familienüberlieferung nach war: als einen reichs unmittelbaren Mitter. In feiner nationalen Gesinnung, in seinem heftigen, ungestümen Art erinnert er an Hutten, mit dem er sonst Hasse der Fürsten und ihrer Schreiber, in seiner gewaltiamen, freilich geringe Aehnlichkeit hat, und wie Huiten trotz der reaktionären Reichsreform, die er plante, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts der gefeierte Mann der deutschen Bourgeoisie war, so ist Stein im Anfange des vorigen Jahrhunderts ihr Bahnbrecher gewesen, troß seiner reichsfreiherrlichen Grundfarbe. " Steins nicht vertuscht, nämlich daß Stein die Schichten unterhalb der Bauern und Bürger, die doch auch zur Nation gehören, ignoriert habe: die Häusler und Tagelöhner auf dem Lande, die Gesellen und Fabritarbeiter in den Städten". Von ihnen sprach Stein als von einem eigentum- und heimatlofen, durch Haß und Neid verzehrten Pöbel, hierin. wie in feinem Urteil über die französische Revolution, um fein Haarbreit besser als der erste beste oſtelbische Junter. III. Polemik geknüpft, die zunächst zwar als ein recht überflüffiges GeAn dies Buch Lehmanns hat sich nun neuerdings eine heftige lehrtengezänt erscheint, aber, wenn man auf ihren Grund geht, doch eines allgemeinen Jntereffes nicht entbehrt, so daß sich ein längeres Verweilen bei ihr verlohnt. Von diesen Schriften ist die an erster Stelle genannte bereits Lehmann sagt einmal sehr treffend:„ Es ist doch wohl der tiefste vor einigen Jahren erschienen: die dreibändige Biographie des Unterschied zwischen der preußischen und der französischen Entwickelung, die Staats- und Rechtsverhältnisse Preußens im 19. Jahrhundert", Das Buch E. v. Meiers über„ Die franzöfifchen Einflüsse auf preußischen Ministers vom Stein aus der Feder des Göttinger daß dort der Impuls fehlte, der hier von dem dritten Stande aus- von dem bisher zwei Bände vorliegen ein dritter steht noch aus Historifers Max Lehmann, der ehedem schon eine zweibändige ging." Sicherlich war der reichsunmittelbare Adel, dem Stein anist trop feines anspruchsvollen Titels nichts weiter als eine weit Biographie Scharnhorsts veröffentlicht hatte. Beide Werke be- gehörte, verkommen und verlottert, viel verkommener und verlotterter ausgesponnene Auseinandersetzung mit Lehmann; namentlich der zweite funden einen erfreulichen Rückschlag auf die kleindeutsche Geschichts- noch, als schon zu Huttens Zeit. Aber wenn er noch einmal einen über 500 Seiten starke Band ist davon erfüllt, und zwar beschäftigt baumeisterei der Droysen und Häusser, der Sybel und Treitschfe, fräftigen Zweig trieb, so war seine Klaffenlage nicht ungünstig für sich dieser Band überwiegend mit dem Nachweise Lehmanns, daß die sozusagen den ganzen Lauf der Weltgeschichte auf das gott- die Lönung der Aufgabe, bürgerliche Reformen durchzuführen, ohne Stein bei seinen Reformen bis zu einem gewissen Grade von der begnadete Geschlecht der Hohenzollern eingestellt hatten. Lehmann eine bürgerliche Klasse als treibende Kraft. Stein war der ver- französischen Revolution beeinflußt gewesen sei. Das will Herr ist selbst im Schatten dieser Tendenzhistoriker aufgewachsen und sein bohrten Eigensucht des ostelbischen Kraut- und Baumjunfertums über- v. Meier nicht wahr haben, wobei er gegen Lehmann in einem auferstes Wert wurde vor mehr als dreißig Jahren von Treitschte als legen, und den Fürsten trat er mit der Sicherheit des Gleichberechtigten fallend höhnischen und verlegenden Tone vorgeht, in einem Tone, „ konservative" Leistung gepriesen, verglichen mit dem" Zoben wie mit dem Haffe des Unterdrückten entgegen; ja selbst den Städten der um so mehr auffällt, als Meier denselben Kreisen angehört wie Lehunferer Sozialdemokraten gegen alle großen Erinnerungen der fonnte er gerechter werden, als irgend einer aus ihrer eigenen mann; er ist Universitätsfurator a. D., Geheimer oder gar Wirklicher preußischen Geschichte", wodurch sich der Prophet des neudeutschen Mitte. In den Artikeln, die der Vorwärts" vor einigen Wochen Geheimer Oberregierungsrat und war ehedem Professor der Nechte, Reiches" jedoch keineswegs als Prophet bewährt hat. zur Jahrhundertfeier der Steinschen Städteordnung veröffentlicht hat, wenn wir nicht irren, in Halle. Denn inzwischen hat Herr Lehmann den großen Erinnerungen ist schon das charakteristische Urteil Zieglers über die Herrschaft von Ueber den Gegenstand des Streites, den Meier in den Vorderder preußischen Geschichte" auch nicht sehr sänftiglich mitgespielt, Gevatter Schneider und Handschuhmacher in den Städten angeführt grund rückt, ist nicht mehr zu sagen, als daß er dabei völlig unrecht weder in seiner Biographie Scharnhorsts, noch in seiner Biographie worden; hätte Ziegler, sicherlich der gefcheidteste Gemeindebeamte, hat. Seine Methode ist die berufene Zitiermethode, wie wir sie in Steins, noch in seiner Schrift über den Ursprung des siebenjährigen den das vormärzliche Preußen gesehen hat, die Städteordnung Deutschland an Janssen und v. d. Golz, in Frankreich an Taine und Krieges. Je mehr er sich in seine archivalischen Forschungen ver- machen müssen, so wäre sie viel bureaukratischer ausgefallen als die leider auch an Jaurès fennen, den Meier beiläufig ebenso heraustiefte, um so weiter hat ihn ein lebhaftes Temperament und ein Städte ordnung Steins. streicht, wie er Lehmann schlecht macht. Diese Methode besteht darin, anerkennenswerter Drang, die historische Wahrheit und nur sie zu Stein war weit genug in der Welt herumgekommen, um zu er- daß man eine vorgefaßte Meinung zu beweisen sucht, indem man erkennen, vom herkömmlichen Trott der borussischen Geschichtsflitterung fennen, daß die altpreußische Wirtschaft, wie sie bis Jena bestanden aus den zeitgenössischen Quellen alles herausiucht, was ihr in den entfernt. Daß er dabei dem„ Toben unserer Sozialdemokraten" hatte, unmöglich so fortdauern könne. Schon vor der Schlacht bei stram pagt, und alles unter den Tisch wirft, was ihr widerspricht. immer sehr fern bleibt und etwa über die Portion angeblichen Jena hatte er als Minister einen grimmigen Borstoß gegen die Auf diese Weise läßt sich alles, aber schlechterdings alles beweisen, Wissens" spottet, womit Morgan, die Herren Engels und Bebel für Stabinettsregierung gemacht, an dem der Haß des Reichsritters gegen was man beweisen will, wobei man noch den Vorteil hat, durch die ihre historischen Phantasien" beriebe, versteht sich am Rande. Das das perfönliche Regiment des Königs und seiner Schreiber fowie der Häufung der gefälligen Zitate ungeheuer gelehrt zu erscheinen, gehört nun einmal zum Gesellenstück der professoralen Zunft, und Troß auf eine selbständige Stellung schon einen großen und selbst während tatsächlich nicht mehr dazu gehört, als eine gewisse Firigwer auf der sicheren Warte des historischen Materialismus steht, den größten Anteil hatte. Denn Steins Behauptung, daß die feit zu lefen und eine gewisse Gewandtheit, die Papierschere und den braucht sich darüber nicht weiter aufzuregen. Kabinettsregierung erst seit dem Tode des Königs Friedrich ein- Kleistertopf zu handhaben. gerissen sei, war historisch vollkommen hinfällig; Stein täuschte sich felbst, wenn er als einen historischen Anspruch erhob, was zunächst doch nur sein persönlicher Anspruch war. " Die beiden großen Biographien Lehmanns find weitaus die In dem vorliegenden Falle hält Herr v. Meier fowohl in feinem Lauterste und wertvollste Duelle, aus der man sich über das Preußen Werte selbst wie in seiner Streitschrift seinem Widerpart alles lleble bor bundert Jahren, über das Preußen vor und nach der Schlacht vor, was Stein über die französische Revolution gejagt hat; er probei Jena unterrichten kann. Dabei stehen sie künstlerisch so hoch wie Weder vor noch auch zunächst nach Jena fetzte er feine Forderung duziert diese Zitate, um einen Ausdruck Treitichtes zu gebrauchen, wissenschaftlich; es gelingt ihrem Verfasser, die Gestalten Scharnhorsts durch: vielmehr jagte ihn der König mit Schimpf und Schande aus wie ein geternder Wucherer seinen Schein", um daraus zu folgern, und Steins in voller Lebensfrische herauszubringen, was bei dem dem preußischen Dienst. Aber nach dem Frieden von Tiljit erzwang daß Stein tein bloßer Nachahmer der franzöfifchen Revolution" geNeichsfreiherrn v. Stein noch ungleich schwieriger war, als bei dem ein Machtspruch Napoleons die Wiederanstellung Steins, und Stein wesen sei. Davon ist nun bei Lehmann zunächst gar nichts zu Bauernsohn Scharnhorst. Nicht nur weil die militärischen Reformen fehrte in den preußischen Dienst zurück." Sie bringen", rief ihm lesen; Lehmann hat den Unsinn, den Stein über die französische Scharnhorsts verhältnismäßig einfacher und leichter zu übersehen Niebuhr zu, dem unglücklichen Lande, dem noch unglücklicheren Stevolution geschrieben hat, keineswegs verheimlicht, wenn er ihn find, als die bürgerlichen Reformen Steins, bei denen es sich um Souverän ein Opfer, wie es die neuere Geschichte kaum fennt." auch nicht so breit tritt wie Meier, aus dem immerhin begreiflichen sehr verwickelte Verfassungs-, Verwaltungs- und Wirtschaftsfragen Man darf diese Ansicht gelten lassen, ohne doch zu verzehlen, daß und verzeiblichen Grunde, daß der Schwerpunkt von Steins histori Handelte, sondern auch und namentlich weil Stein eine ungleich Stein, so wie er nun einmal war, dies Opfer nicht ohne eine gefcher Wirksamkeit doch nicht in diesen Dummheiten gelegen hat. Lehkompliziertere Natur war, als Scharnhorst. Stein ist der größte wisse grimmige Genugtung gebracht haben wird. Als er einige Wochen mann sucht sich gerade darüber flar zu werden, wieso Stein trop preußische Reformer gewesen und doch hat der Hauptmitarbeiter bei wieder im Dienst war, schrieb er am 8. Dezember 1807 an feines abfälligen Urteils über die französische Revolution dennoch feinen Reformen, hat Schön von seiner durchaus reaktionären Ge- Hardenberg: Ich kann nur zufrieden sein mit der Art, wie der sich von den Gedanken dieser Revolution babe beeinflussen lassen finnung gesprochen und das Verdienst dieser Reformen den Mit- König mich fürchtet." Und so wenig wie mit der Majestät, fönnen. Allein die Tatsache, daß Stein daß Stein die französische arbeitern Steins zugeschrieben. Lehmann hat sich vor dreißig machte Stein mit ihren Junkern und Schreibern irgendwelche Revolutionsgesetzgebung für seine Reformgesetze, zum Teil durch Jahren seine literarischen Sporen verdient, indem er diese Ansicht Umstände. Man sieht ihn die Peitsche schwingen über eine wörtliche Uebernahme ihrer Bestimmungen, benutzt habe, schiebt Weier bekämpfte; und in der Sache muß man ihm zustimmen. Stein war Schar feiger Bestien, bis ihn dann das Los aller beiseite als„ Kuriosa", die es nicht lohne, an die große Glocke der Urheber der Reformen von 1808, mögen ihn seine Mitarbeiter Tierbändiger ereilt, indem ihn das Raubzeug von hinten packt und an hängen"." Lehmann sicht in diesem Verfahren Meiners einfach oder doch einzelne von ihnen auch an eindringenden Kenntnissen niederreißt. eine Bankrotterklärung"; er meint, es sei gerade die Aufgabe des oder logischer Konsequenz übertroffen haben. Keiner von ihnen In der Wucht seiner mächtigen Persönlichkeit lag die historische Sistorifers, solche Differenzen in der Haltung eines Staatsmannes hätte erreicht, was Stein erreicht hat. Bedeutung Steins viel mehr als in feinen Reformen. Es ist zu zu verstehen aus den wechicinden Bedürfnissen, dem Aufschwung oder Allein die Ansicht Schöns wurzelte doch nicht in seiner Eifersucht viel gesagt, daß diese Reformen allein seiner persönlichen Initiative der Not des von ihm regierten Staats, aus der beständig fich oder seinem Reid oder sonst in einem unliebenswürdigen Charakter zu verdanken gewesen sein sollen. Ihre erste, nicht bedeutendste, aber ändernden Weltlage, aus den einander ablösenden geistigen und zuge, sondern darin, daß Schön als echter Kantianer jedes historischen vielleicht meist gepriesene Frucht, das Edikt vom 9. Oftober 1807, war fittlichen Strömungen, und mehr ist darüber wirklich nicht zu sagen. Sinnes entbehrte, daß er gar nicht zu fassen vermochte, worin die sogar schon reif, als Stein mit dem Anfange diefes Monats in Königsberg So weit würde uns diese Polemit nicht veranlassen, auf sie historische Wirksamkeit Steins ihr Schwergewicht hatte. Schön ge- eintraf, um die Geschäfte wieder zu übernehmen. Freilich noch viel einzugehen. Sie erinnert, wie Herr v. Meier selbst in einem Anstand ihm einzelne Gedankenbliße zu, aber bestritt ihm eine flare weniger, als der persönlichen Initiative Steins, war das Edift der fluge von Selbsterkenntnis andeutet, an die berüchtigten Theologenund konfequente Weltauffaffung, nun gar im modernen Sinne; noch besseren Einsicht des Königs oder des Junkertums zu verdanken. händel vergangener Jahrhunderte, nur daß die Schuld daran ausim Jahre 1830 schalt er auf den„ Erzultra Stein", der immer schon Die Behauptung, daß die fürchterliche Niederlage von Jena auf diese schließlich ihn trifft und nicht, wie er glauben machen möchte einen auf Luther geichimpft habe. Ich würde mich nicht wundern, wenn Glemente irgend einen läuternden Eindruck gemacht hätte, gehört zu Gegner. Jedoch, um auch ihm gerecht zu werden, so ta m er katholisch oder gar Mönch wird. Vernunft und das Reich der den dreiftesten Geschichtslägen; der König blieb so fiumpfsinnig, die er in gewissem Sinne auf mildernde Umstände plàsvecen. Ideen war nie sein Gebiet." Und sicherlich war Stein alles cher als Junker blieben so eigensüchtig und habgierig nach Jena wie vor wenn er die Beziehungen Steins zur franzöfifchen Revolution in ein systematischer Denter. Jena. Allein Napoleon hatte dem abgetriebenen Gaul des den Vordergrund schiebt, so doch nur, tveil er hier die Inzwischen schließt auch Schön seine bittere Kritit Steins mit altpreußischen Staates zwei scharfe Sporen in die Seiten günstigste Position für seine Zitatentanonade zu haben glaubt. dem Worte Kants: Man fann ein großer Philosoph sein und doch gesezt. indem er aus den preußischen Landesteilen, die was ihn in Wahrheit an Lehmanns Werke kränkt, das ist die„ sehr schlecht die Flöte blasen, und Alexander v. Humboldt, obgleich er im ihm im Frieden von Tilfit abgetreten worden waren, im Osten das entschiedene Abneigung gegen den grundbesitzenden Adel", die„ VorBejen der Sache mit Schön übereinstimmte, kam der Wahrheit schon erzogtum Barichan and in Weſten das Stönigreich Weſtfalen Schuf liebe für die franzöfifche Revolution", das„ Grau- in- Grau- Malen" beträchtlich näher, indem er schrieb:„ Stein war ein Mann der raichen und in beiden neuen Gebieten, wie überall, wo er seine fiegreichen der preußischen Zustände vor 1806, die Auffassung der Schlacht von Tat, mächtig an Willenstraft, voll Scharfblick im einzelnen, meist wie Adler aufpflanzte, bürgerliche Reformen einführte. Wie sehr die west Jena als einer„ aristokratischen Niederlage", die der völlige ZuDurch Juipiration; kein Staatsmann, aber viel Edles schaffend und fälische Gesetzgebung die preußische beeinflußt hat, werden wir noch sammenbruch des altpreußischen Staates verursacht habe, dessen eigent veranlassend, sehr beschränkt im Freiheitssinn und wegen dieser Be- iehen; solange die französischen Truppen das Land besetzt hielten liche Regenten" die Junker gewesen feien. Es geht auch hier nicht schräntung oft im Widerspruche mit sich selbst; unerschütterlich warm der und der preußische Staat tatsächlich nur aus Bruchstücken seiner ehe- ohne mannigfache Entstellungen und lebertreibungen dessen ab, was mittelalterlichen Blythe ergeben, die er sich von deutscher Freiheit, nicht maligen Provinzen Ost- und Westpreußen bestand, kam es auf das Lehmann gesagt hat, indessen müssen wir den Leier, der sich dafür im Volksieben, sondern in ständischen Abstufungen geschaffen, un- Herzogtum Warschau an, das alsbald mit der Aufhebung der Hörig interessiert, auf Lehmanns Erwiderung im vorjährigen Maiheft der gebildeter als das Zeitalter, in dem er lebte: rein und edel von feit begann. Die Brüder Schrötter machten den König darauf auf" Preußischen Jahrbücher" verweisen. Uns tommt es hier auf Herrn Gemüt, bei vielen Ausbrüchen von Heftigkeit und Erbitterung; tein merkiam, daß die preußischen Bauern in das befreite Land aus- v. Meier selbst an, und auch auf ihn nur als den ausgeprägtesten großer Mann, aber oft groß im Handeln, Großes und Freies wandern würden, was der Kantianer Schön dann in den kategorischen Typ der neuesten, die kleindeutsche Geschichtsbaumeisterei noch weit Hervorrufend, um einen Teil des Hervorgerufenen später zu bereuen." Imperativ übersezte, den Treuen dürfe fein schlechteres Los werden übertreffenden Geschichtsflitterung, die das Junfertum von aller Jeder dieser Züge ist richtig, wenn sie in ihrer Gesamtheit auch noch als den Untreuen. So brannte das Feuer auf den Nägeln der historischen Verantwortlichkeit für Jena entlasten will. Herr fein Bild des ganzen Mannes geben. Finger, die das Oftoberedift von 1807 schrieben. v. Meier rühmt sich, sein Buch habe ,, wie eine Granate" Wie sehr Stein„ ein Mensch mit seinem Widerspruch" war, zeigt Jedoch wenn dies Edift schon vor Steins Ankunft in Königs- eingeichlagen, und wenn er anderes richtig zitiert, so hat er schon am ttarsten und schärfsten seine Stellung zur großen franzöfifchen berg fertig war, so kam er doch noch gerade zur rechten Zeit, um einen ganzen Trott von sogenannten„ Historifern" hinter sich, die in Revolution. Er war ihr abgefagter Gegner, und in einer eigenen den junferlichen Widerstand zu beseitigen, der den Jammermann der Schlacht von Jena ein zufälliges Malheur sehen, das durch Schrift über ihre Geschichte, die in das Jahr 1811 fällt, urteilte er über ihre von König schon wieder halb kopischen gemacht hatte. Und wie von Fehler der auswärtigen Politik über einen ferngefunden Staat Uriachen und Wirkungen mit einer furzichtigen Verblendung, die fein oft- diefem Goift, so gilt in noch höherem Grade von den Reformen des hereingebrochen sei, der sich in„ fortschreitender Entwickelung beelbischer Junker hätte übertreffen können oder je übertroffen hat. Aber der Jahres 1808, daß sie ohne Stein fo wenig durchznießen gewefen funden" habe. selbe Stein ist bei seinen Reformen, die in die Jahre 1807 und 1808 fallen, wären, wie sie allein durch ihn eingeführt worden sind. Weder Diefe junkerliche Art der Geschichtsschreibung ein wenig näher von derselben Revolution in mehr oder minder hohem Maße beeinflußt die Schrötter, noch Schön, noch Altenstein, noch irgendwelche sonstigen zu beleuchten, scheint uns nicht ganz überflüssig zu sein. Nicht als worden, in erster Reihe bei seiner populärsten und auch wohl nam- Mitarbeiter Steins waren die Leute danach, das persönliche Re- ob wir ein Bedürfnis hätten, sie auszurotten, oder uns gar einhaftesten Reform, der preußischen Städteordnung; einzelne ihrer giment nebst allem, was ihm anhing, wie die Puppen tanzen zu bildeten, daß wir sie ausrotten könnten. Ganz im Gegenteil! Will Baragraphen hat er, wie Lehmann zuerst nachgewiefen hat, wörtid, laffen, und wer router 1908 68 perfolien sample des fich die bürgerliche Historie in dieſen Abgrund stürzen, so hat fie aus französischen Revolutionsgefeßen überlegt. Alle äußeren Rück- Blocks und des Blockvaters gegen das persönliche Regiment mit unseren Segen dazu, und unser Protest dagegen würde die fichten, etwa in dem Sinne, daß er die Konterbande öffentlich ver- erlebt hat, wird anerkennen müssen, daß eine glänzendere Apologie Granate" des Herrn v. Meier nur um so fräftiger plagen lassen. urteilt habe, um sie heimlich desto ficherer einzuschmuggeln, find des Jahres 1808 nicht geschrieben werden könnte, wird dem alten Tas Argument, daß die Sozialdemokratie von irgend einer Sache nicht nur durch Steins Charakter, sondern auch fachlich ausgeschloffen; Reichsfreiherrn, troy all feiner reaktionären Schrullen, ein Gefühl Ieb nichts wissen wolle, ist ja der geeignetste Weg, diese Sache der jene Geschichte der französischen Revolution. worin er am feind haftester Sympathie nicht versagen. bürgerlichen Vernunft schmackhaft zu machen. feligsten und deshalb auch am törichsten über sie urteilt, hat er nie Einer historisch so mannigfach bedingten Persönlichkeit, wie Aber es liegt in unserem eigenen Interesse, uns über die beröffentlicht; sie ruht heute noch ungedruckt in den Archiven. Stein war, biographisch gerecht zu werden, ist eine so schwierige geistige Entwidelung innerhalb der herrschenden Klassen auf dem Von ähnlichen Widersprüchen wimmelt das Leben Steins; der wie reizvolle Aufgabe. Man fann Herrn Lehmann jedoch laufenden zu erhalten, und zumal in diesem Falle, wo die Verfelbe Mann, der 1807 den wildesten Zorn des ostelbischen Junker- nicht bestreiten, daß er ihr gerecht zu werden verstanden hat. flärung der Junkerpolitit von vor hundert Jahren, bewußt oder untums durch die Aufhebung der bäuerlichen Erbuntertänigteit erregte, Nicht als ob man ihm in jedem Punkt beizustimmen brauchte! Jede bewußt, doch nur den Zweck verfolgt, die Junkerpolitik von heute zu dachte wenige Jahre vorher, als er die Wohnung des mecklen Biographie, oder wenigstens jede gute Biographie, enthält ein fub- fördern. burgischen Edelmannes, der seine Bauern lege, statt ihren Zustand jektives Element; wer sich nicht völlig in feinen Helden einzuleben zu verbessern, mit der Höhle eines Raubtieres verglich, das alles vermocht hat, wird niemals eine lebendige Gestalt herausbringen. " IV. um sich veröde und sich mit der Stille des Grabes begnüge, Aber deshalb tritt Herr Lehmann der historischen Wahrheit Nach Herrn v. Meier ist der preußische Staat ein unvergleichnoch nicht daran, die eigenen Hörigen an der Lahn und am Rhein nirgends zu nahe; er fann sich mit Recht darauf berufen, daß er liches Unifum in der Geschichte und hat namentlich mit der Ent freizugeben, obgleich einfichtige Junker nicht nur westlich, sondern die Bedingtheit der Wirksamkeit" Steins, daß er auch die Verdienste wickelung des franzöfifchen Staates nichts gemein; am wenigsten selbst östlich der Elbe schon auf eigene Faust damit vorgingen. Und seiner Mitarbeiter hervorgehoben, daß er Steins persönliche Schwächen tonnte ihm die franzöfifche Revolution imponieren. " " Freilich gibt Herr v. Meier zu, daß sein Dufterstaat ein bißchen einem französischen Könige eine ähnliche Rüpelei niemals aus der In der Tat aber darf man sich bei Herrn v. Meier fiber nichts Ins Hintertreffen geraten sei, da die Nachfolger Friedrich Wilhelms I Feder geflossen ist, wogegen dann wieder einzuwenden wäre, daß wundern. Obgleich die Nachfolger des alten Frig nur gewöhnliche und Friedrich gewöhnliche Sterbliche" gewesen seien; die Vor- vom Auslande bestochenen Ministers wie ein grotester Hampelmann Entwickelung" und Friedrichs II., die Könige Friedrich Wilhelm II. und Friedrich auch nie ein franzöfifcher König, an dem Geile eines junferlichen, Sterbliche" gewesen find, so find sie doch Träger der fortioreitenden nur gewesen und namentlich erhaben über die ſehung hat es nicht gewollt, daß den beiden anderen ein dritter und tanzend, beinahe zum Mörder des eigenen Sohnes geworden, wäre, franzöften Glimpf und Schimpf ihrer bierter ebenso herrichgewalttger Hohenzoller auf dem Throne folgte". wie das dem herrschgewaltigen Hohenzoller" Friedrich Wilhelm I. allerhöchsten Beachtung gar nicht wert gefunden haben. Allerdings So habe es namentlich in der auswärtigen Politik gehapert, wodurch passiert ist. läßt sich nicht bestreiten, daß Friedrich Wilhelm II. einen lächerlichen der kleine Unfall von Jena verschuldet worden sei, allein das Wunder- Eine andere Eigenart" der preußischen Entwickelung sieht Herr Kreuzzug gegen die französische Revolution unternommen hat, aber gebilde von preußischem Staat sei doch in fortschreitender Entwickelung ge- v. Meier darin, daß im 18. Jahrhundert die Stände in Frankreich deshalb meint Herr v. Meier hat er doch nicht oder nur in weſen; die Reformen Steins ſeien aus„ ureigenem deutschen Geiste" politische Bevölkerungsflaſſen gewesen seien, die um die politime g geringem Maße im Zunern Maßregeln ergriffen, um der franzöfi entstanden, und es wäre eben das gewesen, wenn es nie eine Macht mit einander gerungen hätten, in Preußen aber Berufs- und ichen Revolutionsidee entgegenzutreten. Das Zensuredikt von 1788 französische Revolution gegeben hätte. Geburtsstände, die„ kastenartig" von einander abgeschlossen gewesen falle noch vor die französische Revolution und zudem halte es nur Nach dem altbewährten Vorbilde des grundbesitzenden Adels" seien. Herr v. Meier fagt nicht ausdrücklich, daß er darin einen echt friderizianische Traditionen aufrecht. Es fei nicht einmal richtig, gibt Herr v. Meier bei aller Königstreue lieber die Könige preis historischen Fortschritt sebe, aber man muß es annehmen, nach den wenn Lessing die Berlinische Breßfreiheit darauf beschränkt habe, daß als die Junker, obgleich er dadurch anerkennt, was er nicht beftig fatten Farben, womit er das glückliche Dalein der Bauern, also der sie nur Sottisen gegen die Religion zulasie; auch die Religion habe genug bestreiten kann, daß nämlich die Junker die eigentlichen Masse der Bevölkerung, unter diesem Kastenstaat" schildert. Er der sogenannte große König durch die Zenfur gefchligt. Freilich Regenten" des altpreußischen Staates gewefen feien. Denn wenn schreibt:„ Das ländliche Kommunalwesen lebte still vor sich hin," habe er ein Pamphlet, das gegen ihn selbit an die Straßenede gedie beiden Könige, die in den zwanzig Jahren vor Jena regiert wozu Lehmann die höchst unehrerbietige Bemerkung macht: nur zu flebt worden sei, niedriger hängen laffen, aber damit habe er nur haben, dank einem unerforschlichen Ratschluß der Vorsehung, nur weilen gestört duch das Klatschen der ledernen Beitsche, mit der die bezeugen wollen, daß er folche Preßerzeugnisse gering achte; die " gewöhnliche Sterbliche", aber feine herrschgewaltigen Hohenzollern" Rittergutsbesitzer ihr Gesinde züchtigten." Indessen Herr v. Meier Bensur habe er feft gehandhabt, namentlich über Beitungen, und so gewesen sind, so hat eben die Klasse in dieser Zeit regiert, die die hat wieber ein gitat, das ibm über alle Nöte hinweghilft. fragt Herr v. Meier volt sittlicher Empörung:„ Oder glaubt irgend ganze militärische und zivile Verwaltung in Händen gehabt hat, Dabei müssen wir zunächst anerkennen, daß man sich gerade über jemand, daß Friedrich der Große sich eine energische Zeitungsoppofition nämlich das Junkertum. die Lage der preußischen Bauern durch ein einziges Zitat recht gut hätte gefallen lassen?" unterrichten fann. Im Jahre 1774 hat Johann Rembert Roden, Das ist denn doch ein Gipfel der fagen wir, um nicht allzu Königlich Geheimer Oberfinanzrat und Erster Präsident der Ober- unhöflich zu werden Dreiftigkeit. Wenn Herr v. Meier fagt, daß rechenkammer", auf Befehl des Königs Friedrich für den Thronfolger Friedrich die Zenfur fest gebandhabt und selbst Leijing noch die eine„ Kurzgefaßte Nachricht von dem Finanzwesen" entworfen, worin Berlinische Preßfreiheit" zu günstig beurteilt habe, so ist das an die Lage der friderizianischen Bauern als wahrhaft grauenvoll ge- sich vollkommen richtig; ich habe schon vor sechzehn Jahren in schildert wird, nicht nur durch die Tatsachen und Zahlen, die Roden meinem Buche über Leijing darauf hingewiesen und vor drei Jahren mitteilt, sondern sogar durch sein eigenes Urteil, da er sich wieder in einer Schrift über die Katastrophe von Jena nachgewiesen, daß holt selbst die Frage einwirft, wie es möglich sei, daß die Bauern der preußische Staat unter dem herrschgewaltigen Hohenzoller" schon unter dem auf ihnen lastenden Druck von feudalen und fiskalischen genau so verrottet gewesen ist wie unter den gewöhnlichen Sterb Lasten überhaupt existieren könnten. Man sollte denken, daß Herr lichen", die nach ihm famen. Allein Herr v. Meier will gar nicht b. Meier schon aus wahlverwandter Zuneigung für den Königlichen der historischen Wahrheit die Ehre geben, denn sonst hätte er nicht Geheimen Ober aus dieser Quelle geschöpft häite. Aber leider geht das Sistörchen von dem Niedrigerhängen der Pamphlete wieder aufer mit tiefem Schweigen an ihr vorüber und hält sich lieber an gewärmt, das schon der felige Nicolai vor mehr als hundert Jahren einen waschechten Junter, einen Grafen Lehndorff, der dreißig Jahre als albernen Schwindel abgetan hat. Rein, weil es ihin just so und am preußischen Hofe gelebt hat, als Kammerherr der Königin soweit es ihm just so in den Kram past, fagt Herr v. Meier das Elisabeth Christine, der verstoßenen Gattin Friedrichs, deren Höf- Gegenteil von dem, was sonst die borussischen Geschichtsflitterer linge von den wirklichen Geschäften ungefähr so weit entfernt waren, über die angebliche Breßfreiheit unter dem alten Friz bis wie Eisbären von der Wüste Sahara. zum Ekel breitgetreten haben, und es ist ein wahrhaft empörender Bynismus, wenn er durch seine Frage voll fitlicher Entrüstung iozusagen jeden für einen Efel zu erklären sucht, der jemals an diese preußische, von allen Kathedern gepredigte Legende geglaubt hat. Für die borussischen Geschichtsllitierer ist die historische Wahr heit eine wächserne Nase, die sie tneten, bald fo, bald so, wie's trefft, das heißt, wie es dem augenblicklichen Interesse der herrschenden Klassen entspricht. Indessen ist es zu begreifen, daß fie mit großer Berachtung von denen sprechen, die sich von ihnen so leicht nasführen lassen, und so hat die ghnische Frage des Herrn v. Meier hoffentlich die läuternde Wirkung, daß alle Gjel, die noch an die Legende von des preußischen Staates Herrlichkeit glauben, bis auf den letzten aussterben, selbst auf die Gefahr hin, daß Herr v. Meier damit den letzten seiner Lefer verliert. Jedoch auch zur Zeit der herrschgewaltigen Hohenzollern" waren die Junter schon die eigentlichen Regenten" des Landes. Wenn Friedrich Wilhelm I. gelegentlich noch gegen fie auf zutrumpfen wagte, so ist die auswärtige wie die innere Politit Friedrichs II., des preußischen Nationalheros, durchaus von den Hunterinteressen beherrscht gewesen; den Schein seiner AlleinHerrschaft hielt dieser aufgeklärte Despot" nur dadurch aufrecht, daß er von vornherein, ohne erst, wie sein Vater, gelegentlich aufzus mucken, den Junkern den Willen tat. Hiergegen macht Herr 3. Meier nun aber geltend, in Westeuropa fei nie mit der absoluten Monarchie in folcher Weise Grust gemacht worden wie in Preußen; Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große hätten eine Selbst regierung, ein persönliches Regiment in weit höherem Grade geführt als Ludwig XIV. und Ludwig XV., wodurch denn auch die eigen artige" Erwickelung des preußischen Staates gegenüber Frankreich, bewiesen sein soll. " Natürlich beweist Herr v. Meier seine Behauptung nicht etwa, in dem er nach dem verabscheuenswerten Vorbilde Lehmanns die politische und soziale Struttur des preußischen Staates zergliedert, fondern durch ein schönes Bitat. Als fich 1714 einige Beamte nicht nach dem entlegenen Littauen versehen lassen wollten, ber fügte Friedrich Wilhelm I.: Die Leute wollen mir forcieren, fie sollen nach meiner Pfeiffe tanzen, oder der Deuffel hohle mir, ich laffe sie hangen und brahten, wie der Zahr und trattiere sie wie Rebellen." Die Kanaillen, die nicht nach Tilsit wollen, sollen mit ihren gepuderten Berrücken nach Friedrichsberg in die Karre gebracht werden.„ Wenn ich einem Offizier was befeble, so werde ich bedient, aber die verfluchten Blackscheißer wollen was voraushaben und nicht obediren: ich will sengen und brennen und als Tirang mit ihnen verfahren." Bitternd vor patriotischem Stolze weist Herr v. Meier auf dies toitbare Bitat als Beweis für den ,, eigenartigen" Absolutismus des preußischen Staates. Gewöhnliche Sterbliche, die mit der Vorsehung" auf weniger vertrautem Fuße stehen als Herr v. Meier, werden in seinem Zitat eine neue Bestätigung des Dichterwortes fehen: Das Brutale in der Rede, das Gelächter ein Gewiehr." Jedoch ist zuzugeben, daß " Dieser Graf Lehndorff erzählt, im Januar 1763 am Ende des siebenjährigen Krieges, der das ganze Land aufs greulichste verwüstet batte habe ein erbuntertäniger, unfreier Bauer eine Hochzeit mit über 300 Gästen ausgerichtet, zu der für 1500 Taler starpfen, für 150 Taler Branntwein, 42 Stapaunen zu Bouillon, 14 Stälber verbraucht worden seien, wo die Ausstattung die Summe von 3000 Talern überstiegen, die mitgift 14 000 Zaler betragen habe. Wir wollen dem feligen Grafen Lehndorff nicht zu nahe treten, indem wir ihn einen Lügner nennen; es ist auch die mildere Auslegung möglich, daß er nach dreißigjährigem Leben am preußischen Hofe verblödet genug gewesen ist, an den Blödsinn zu glauben, den er in die Welt gesetzt hat. Aber der Mut des Herrn v. Meier, dies Bitat ohne den geringsten Zweifel an feiner Richtig feit zu produzieren, um die Lage der friderizianischen Bauern u fennzeichnen, ist wirklich stamenswert, um so staunenswerter, als er einige Seiten, weiter in anderem Zusammenhange erzählt, daß Vermögen von mehr als 10 000 Zalern damals im ganzen Lande fehr felten gewesen seien. Sehen wir nunmehr noch zu, wie er bollends in die Brüch gerät, sobald er auf Stein selbst zu sprechen kommt. F. Mehring. JOSETTI JUNO CIGARETTEN sind von anerkannter Güte und bieten trotz ihres billigen Preises volle Garantie für feinste Qualität. Joselli 10 St. für 20 Pfg. DER ANSTICH DES HERVORRAGENDEN PATZENHOFER- BOCK Freshred re 1909 BEGINNT MORGEN! Salem Aleikum Zigaretten ==== keine Ausstattung, nur Qualität.: Preis: No. 3 4 5 Echt mit Firma: 68 10 3 4 5 6 8 10 Pf d. St. Orientalische Tabak- und Zigaretten- Fabrik ,, Yenidze" : 20/18 Deutschlands größte Fabrik für HandarbeitZigaretten. 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Lehrplan für das 1. Quartal 1909. Montag: Naturerkenntnis.( Zweiter Teil.) Die Entstehung der Erde. Die Erdzeitalter. Die Entwickelung des Lebens und die Urzeugung. Darwin und der Darwinismus. Die Entstehung der Arten. Die Beweise für die Abstammungslehre. Die körperliche und geistige Entwickelung des Menschen. Vortragender: Emanuel Wurm. Dienstag: Gesetzeskunde.( Deutsches Reichsstrafrecht.) I. Die Entwickelung des deutschen Strafrechts: Von der Buße zur Kriminalstrafe. Volksrecht und Juristenrecht. Strafrechtsgreuel und Milderungen. Das geschriebene Strafrecht bis zum Reichsstrafgesetzbuch. Die strafrechtlichen Nebengesetze. Landesstrafrecht. II. Das geltende Strafrecht. Allgemeiner Teil: Voraussetzungen der Strafbarkeit. Strafausschließungs-, Milderungs- und Verschärfungsgründe. Einteilung der strafbaren Handlungen und der Strafen. III. Besonderer Teil. Die einzelnen Straftaten in bezug auf: 1. Staat und öffentliche Ordnung( Hoch- und Landesverrat. Majestätsbeleidigung. Aufruhr und Widerstand gegen die Staatsgewalt usw. Religionsvergehen). 2. Rechts- und Verkehrssicherheit( Meineid. Münzfälschung. Urkundenfälschung). 3. Ehe und geschlechtliche Sittlichkeit. 4. Persönliche Freiheit( Freiheitsberaubung und Nötigung) und Ehre( Beleidigung). 5. Leben und Gesundheit( Tötung, Körperverletzung, Zweikampf, Verletzung der Arbeiterschutzgesetze). 6 Vermögen Diebstahl und Unterschlagung. Raub und Erpressung. Hehlerei. Betrug und Untreue. Wucher. Zoll- und Jagdvergehen). 7. Sachbeschädigung und gemeingefährliche Handlungen. 8. Amts- und Berufsvergehen. 9. Uebertretungen. 10. Spezialgesetze. Militärstrafrecht. IV. Der Strafvollzug. Haupt- und Nebenstrafen. Polizeilicher Strafvollzug. Die Jugendlichen im Strafrecht. V. Wesen und Zweck des Strafrechts. Strafrechtstheorien und Tatsachen. Schutz der Gesellschaft und Unterdrückung. Besitz und Autorität als maßgebende Interessen. Klassenrecht und Klassenjustiz. Der Mißerfolg des Strafrechts und die Strafrechtsreform. Ersatz der Strafe durch Sozialpolitik, Erziehung und Auslese. Sozialismus und Strafrecht. Vortragender: Simon Katzenstein. Mittwoch: Gewerkschaftswesen.( Die Praxis der Gewerkschaftsagitation.) Grundsätze der modernen Gewerkschaftsorganisation. Gewerkschaftliche Demokratie und Disziplin. Kleinagitation. Versammlungsleben. Taktik bei Lohnkämpfen. Aufgaben der Arbeiterausschüsse. Unsere Stellung zu den gegnerischen Organisationen. Fachpresse( Berichterstattung usw.). Statistik. Literatur. Vortragender: Emil Dittmer. Donnerstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Die Grenzen der natürlichen Beredsamkeit. Die Redekunst. Die Rede nach Form und Inhalt. Dispositionslehre. 2. Technische Hilfsmittel: Die Registratur. Die Nachschlage- Bibliothek. Das Manuskript. 3. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Freitag: Nationalökonomie.( Einführung in die Nationalökonomie. Zweiter Teil.) Das geschichtliche Eingreifen des Kapitals in die Produktionsbedingungen. Der Charakter der Wirtschaftsgeschichte seit dem Ausgang des Mittelalters. Die Entwickelung der mittelalterlichen Produktionsweise über Kooperation und Manufaktur hinweg bis zur großen Industrie der Gegenwart. Der Einfluß dieser geschichtlichen Umwälzungen auf die Lage der Arbeiterklasse. Vortragender: Julian Borchardt. Sonnabend: Geschichte.( Geschichte des Sozialismus. II. Teil.) Sozialismus und Arbeiterbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1. Die industrielle Revolution in England; Robert Owen. 2. St. Simon und Fourier. 3. Chartistenbewegung und Sozialismus. 4. Das französische Proletariat und die französischen Sozialisten zur Zeit des Bürgerkönigtume. 5. Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung; Weitling. 6. Marx und Engels. Die Grundlage des wissenschaftlichen 7. Kommunistenbund und Kommunistisches Sozialismus. Manifest. 8. Von der Februarrevolution zur Junischlacht. 9. Proletariat und Sozialismus in der deutschen Revolution. 10. Die französische Arbeiterbewegung bis zum Staatsstreich Louis Napoleons. Vortragender: Dr. A. Conrady.. Fortschrittskursus. M Dienstag: Historischer Materialismus. Einführung in die historische Methode des wissenschaftlichen Sozialismus. ( Praktische Anwendungen.) Vortragender: Dr. A. Conrady. Rummelsburg. 56865 ein recht Statt Karten! meinen werten Stunden und Freunden wünsche ich 5679 fröhliches Prosit Neujahr! Jean Holze( in Firma Jean Holze& Co.), Marken und Stempel- Fabrik, Hamburg, Besenbinderhof Nr. 70. Allen Freunden, Genossen und Bekannten wünsche ich ein fröhliches Neues Jahr. röhliches Adolf Bartsch, Defonom des Bollshauses Charlottenburg. Meinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die 4015 herzlichsten Glückwünsche! Oswald Wermuth u. Frau Kopenhagener Str. 1, Ecke Schönhauser Allee. 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Fritz Koslowski, in Allee 36. en meinen werten Gäster u. Befannten die herzlichsten Glückwünsche zum Neuen Jahre. Restaurant ,, Zur Rennbahn" Treptow wünscht allen Freunden und Gönnern ein fröhliches Neues Jahr! llen Bekannten und meinen Gästen wünsche ich ein 56832 fröhliches Neujahr! Wwe. Oerttel, Restauration. Ein frohes Neues Jahr allen Vereinen und Gewerkschaften Karl Ludwig Treptow. Seinen Gästen, Freunden und Be 56852 fannten wünscht ein frohes Neues Jahr! BranntweinJulius Schnauder, Bran Händler. Gueridestraße 43. Beylers Gesellschaftshaus Treptow, Röpenicker Landitraße 20, Juh. F. Drogge wünscht allen werten Freunden. Bereinen und Gewerkschaften ein Restaurant C. Stephan, frohes Neues Jahr! Zimmer- Str. 60. Meiner geehrten Kundschaft wünsche ich ein fröhliches Neujahr! Fritz Neumann, Bädermeister, Reinickendorf, Hoppestraße. Prosit Neujahr! meinen Breundet, Galien unb allen Gästen sagt der Treptower Park. Großes Konzert Bis 10 Uhr abends beleuchtet. Entree 50 Pfennige. 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Hermann Scholze, Treptow, Gräßstr. 49. Restaurant zum Stichkanal Baumschulenweg baber August Krause Wünsche meinen merten Stunden ein fröhliches Neues Jahr! Heinrich Müller, Straße 86, Bornholmer 3995 Zigarrengeschäft. Ein frohes Neues Jahr! wünscht allen Gästen, Freunden und Bekannten Gustav Schulz Treptow, Glsenstraße 92. Ein frohes Neues Jahr wünscht seinen Gäften, Freunden und Genossen 4016 Paul Grunert Zum Pfefferberger, Banfftr.59 Fröhliches Neujahr! wünscht seinen Gästen, Freunden u. Bekannten wilhelm Schnorre Treptow, Glsenstraße 106. wünscht Freunden und Bekannten ein Ein fröhliches Neues Jahr! frohes Neues Jahr! Prosit Neujahr! allen Freunden, Bereinen Gewerkschaften. und 66 wünscht seinen lieben Gästen, Freunden und Bekannten Heidelberger Ernst Fischer, traße 31. Herzlichen Glückwunsch zum Nenen Jahr Restaurant„ Neu- Tivoli" münscht feinen Kunden, Freunden ( Inhaber Güldenpfennig) Treptow( Blänterwald). Neue StrugAllee 59.( Haltestelle d. Untergrundb.) Allen meinen werten Gäſten, Freunden und Bekannten wünsche ich ein 3965 recht gesundes Neues Jahr! Reinhold Schirmer Wörther Straße 15. korngesetzligue. Frankreich unter dem Bürgerkönigtum. im Etablissement Elysium, Februarrevolution 2. Deutschland und Italien vor dem tollen Jahr. Die Märzrevolutionen. 8. Der Niedergang des Char- Sonntag, d. 3. Jan., nachm. 3 Uhr, tismus. Die Pariser Junischlaeht. Die Wahl Louis Napoleons. Mittwoch, 6. 4. Die deutschen Parlamente. Wiener Oktoberrevolution. Sonntag, 10. fauft man bireft in einer Herrenkleider. Der Staatsstreich in Italien. 5. Die Zeiten der Reichs- beginnt ein neuer Sturius für Damen fabrit Winterpaletots und An Herzlichen Glückwunsch verfassungskampagne und des Krieges in Ungarn. 6. Frank- und Herren. Anmeldungen werden züge wegen vorgerüdter Saison und zum Neuen Jahre bis zum 7. Die fünfziger Jahre. bor Beginn des Unterrichts sowie in Umzugs. Die Fabrit hat sonst nur Staatsstreich. Italien. Polen und Rußland. Bürgerkrieg in Amerika. 8. Die meiner Wohnung, Wrangelftr. 19, engros an bedeutende Herren. meinen werten Gästen, Freunden Internationale. Lassalles Agitation. Die Konfliktzeit. 1866. entgegengenommen. 8856* fonfeffionsgeschäfte Berlins verkauft, und Bekannten. 9. Die Zeiten des siebziger Krieges und der Pariser Kommune. Ernst Perschke, Tanzlehrer. daher diefe diskrete Bekannte 10. Ueberblick über die Geschichte der letzten Jahrzehnte des machung. Bei schriftlichen Anfragen Jahrhunderts. unter M. P. 3886 an die Haupt Vortragender: Dr. A. Conrady. Dieser Kursus findet im Lokal Erped. der Morgenpost" wird Ihnen der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45 statt und beginnt diese vorteilhafte Bezugsquelle um Donnerstag, den 21. Januar 1909. F.Kunstmann Wallstr.1 gebend angewiesen. Auch über die Maßanfertigung viele AnerkennungsModerne Uhren u.Goldwaren schreiben vorhanden. Lichtenberg. Nationalökonomie. Grundzüge der Finanzwissenschaft 1. Begriff und Inhalt der Finanzwissenschaft. Finanzwirtschaft. Budget 2. Staatsausgaben. 3. Staatseinnahmen: Erwerbseinkünfte. Abgaben. Gebühren. Steuern. 4. Staatsschuldenwesen. 5. Die Finanzen des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten. 6. Die Reichsfinanzreform. Vortragender: Max Grunwald. Dieser Kursus findet im Restanrant Paul Schwarz, Dorfstraße 25/26 statt und beginnt am Freitag, den 22. Januar 1908. ri In Berlin beginnt der Unterricht in Naturerkenntnis: Montag, 18. Januar; Gesetzeskunde: Dienstag, 19. Januar Geschichte( Fortschrittskursus): Dienstag, 19. Januar; Gewerkschaftswesen: 20. Januar; Mittwoch Rednerschule: Donnerstag, den 21. Januar: Nationalökonomie: Freitag, den 22. Januar; Geschichte: Sonnabend, 28. Januar. Zum Fortschrittskarsus werden nur zirka 20 Teilnehmer zugelassen, welche schon mindestens einen Kursus in Geschichte oder Nationaiökonomie besucht haben müssen. Meldungen zu diesem Kursus sind bis zum 14. Januar an den Vorsitzenden zu richten. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 87, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Gelthner, Berlin NO. 18, Friedenstraße 70 III, rechts, GeldDer Vorstand. 12 barlottenburg Gesundheit ist Reichtum! B Bade Berlin- Ost im Hermann Scholt Markgrafen- Süle Markgrafendamm Nr. 34. Profit Neujahr! Allen meinen Gästen, Freunden und Bekannten wünsche ein fröhliches Neues Jahr! 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Die Genossen werden gebeten, mit ihren Familien recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand, Brih.vucko«. Sonnabend, den 2. Januar er., bleibt die Vereins» bibliothet geschlossen._ Der Vorstand. Berliner I�achrlcbten. Nenjahrsgratulanten. Spötter wollen behaupten, daß die Sitte des Glück- Wünschens zum neuen Jahr, eine spekulative Erfindung der Kirche sei. Ta die Kirche allbekanntlich nichts umsonst tut. ließ sie sich einstmals sogar die Neujahrsgratulation mit klingender Münze vergelten. Noch vor hundert Jahren waren auch in Berlin die Küster und Kirchendiener eifrig dabei. den Neujahrsobolus von den Gläubigen einzuheimsen. Sie kamen einfach mit dem Klingelbeutel ins Haus gelaufen. Lb sie die Bettelgroschen mit den kirchlichen Obermimen redlich geteilt haben, berichtet uns die Geschichte leider nicht. Der Herr Pfarrer wird wohl schon zugesehen haben, daß er bei dem Geschäft nicht zu kurz kam� Kann man es da anderen Schlaumeier» verdenken, daß sie der Kirche zur Neujahr Konkurrenz machten? Obwohl schon damals das Betteln streng untersagt war und nicht zu knapp bestraft wurde. nahni die Bettelei zu Neujahr einen Riesenumfang an, von dein wir uns heute kaum eine Vorstellung machen können. Alles, was irgend ein kleines staatliches oder städtisches Amt versah, glaubte ein Privilegium auf die Tasche der Mitbürger zu beptzen. Der Unfug war so ausgedehnt, daß selbst Toten- gröber und Lcichendiener, denen inan sonst gern aus dem Wege ging, sich mit offener Hand einstellten und die Neu» jahrsstiininung nicht gerade hoben. Dazu kam-m zahlreiche Privatstände, die sich auf ein ungeschriebenes Privileg beriefen und ihre Forderung mitunter recht nachdrücklich geltend zu machen verstanden. Wer da überall geben wollte oder aus gewissen Verpslichtnngen heraus geben mußte, der konnte wahrhaftig sagen: das Jahr sängt gut an! Vor hundert Jahren war es auch noch Sitte, daß die in den Arbeits- Häusern eingesperrten Bettler am Silvestertage entlassen wurden. Diesen armseligen, in Lumpen gehüllten Menschen. unter denen sich auch viele Frauen und Kinder befanden, blieb natürlich gar nichts anderes übrig, als sofort die alte Be- 'chäftigung wieder aufzunehmen, wenn sie nicht verhungern vollten, und so nützten sie auch ihrerseits die Neujahrssitte edlich aus.. Mit den folgenden Jahrzehnten ist manches vom Neu- ahrsgratulantentum abgebröckelt. Ein Teil der unteren Zeamtenkategorien wurde so gestellt, daß diese es für unter hrer Würde hielten, auf den Neujahrsbettel zu gehen, und mch viele private Erwerbszweige stellten die' Sitte langsaig ein. Von den Gewerken sind es nur noch die Schornstein- feger, welche leider niit dem alten Privileg noch nicht gänz» lich gebrochen haben. Sie miissen heute aus ihrer Neujahrs- Visite unendlich viele anzügliche Redensarten hören, und es ist daher in ihren Kreisen schon längst der Wunsch laut ge- worden, auf einen mit Bettelgeld erkauften vergnügten Silvesterabend endgiiltig zu verzichten. Haben das doch sogar auch schon die sicher nicht mit überhohem Gehalt gesegneten Laternenanstecker getan, während die Nachtwächter nicht mehr die einzelnen Mieter, sondern nur noch die Hauswirte heim- suchen. Der Briefträger verlangt nichts, aber er nimmt ganz gern. Wir gönnen ihn, für sein tägliches anstrengendes Treppensteigen dieses nachträgliche Weihnachtsgeschenk ebenso wie namentlich den kleinen und großen Zeitungsausträgern, die in ihrer schweren, vor Wind und Wetter nicht Halt machenden Arbeit nicht zu beneiden sind. Portiers und Hans- reinige? halten, soweit nicht der Hauspascha es verbietet, noch sehr zahlreich an der-Sitte fest. Man gibt hier eine kleine«spende um so bereitwilliger, als ja neuerdings in fast allen Häusern für die Hauswartung nicht besonders gezahlt wirk®' Eine erhebliche Rolle spielt das Neujahrgeld auch noch im Geschäftsleben. Sehr viele große Geschäfte fühlen die Verpflichtung, den Boten, mit denen sie das ganze Jahr über fast täglich Verkehren, am Jahresschluß eine klingende Erkenntlichkeit zu bezeigen. Wie aber in unserer Zeit alles beschnitten wird, was nicht vom Zwange diktiert ist, so sickert selbst hier schon das Bestreben durch, zum Besten der eigenen Tasche zu sparen. Im großen und ganzen handelt es sich also bei den modernen Ncusahrsgratulanten mit der offenen Hand fast durchweg um arme Schlucker, die sich für geringen Lohn das ganze Jahr über vom frühen Morgen bis zum späten Abend . redlich plagen müssen. Sie tanzen nicht auf Rosen und bauen mit dem zu erwartenden Neujahrsgeschenk schon lange vor Weihnachten Luftschlösser. Etz sind zwar im einzelnen nur wenige Nickel, die sich im günstigen Falle zu einem Goldstück verd'chten, mit dem die betreffende Familie ein großes Loch im Wirtschaftsbudget znstopfen will. Solange nicht unsere Gesellschaftsordnung dafür sorgt, daß alle diese unteren Er- werböschichten so gestellt werden, um aus Bettelgroschen ver- zichten zu können, darf sie sich auch über die„Neujahrs- bettelet" nicht beklagen. Sie sind nur der Keil, der von der modernen Ausbeutungspolitik getrieben wird. RedciktionSumzug. Wer von unseren Lesern eignen Wohnungsumzug durch. gemacht hat und wer hätte das nicht? wird unsere Stimmung begreifen, in die wir versetzt wurden, als unsere Geschäftsleitung uns— der Redaktion- vor einiger Zeit er- öffnete, wir müßten die seit Oktober 19N2 innegehabten Räume der Redakhon(Lindenstr. 69, 2. Hof 3 Treppen) verlassen und uns eine Treppe höher nach dem ersten Hof zu einquartieren. Alte Räume, an die sich so manche Erinnerungen knüpfen. verlaßt man nur dann gern, wenn man die Gewißheit bat, bessere dafür einzutauschen. Die Gewißheit hatte aber nicht jeder von uns. Zwar erzählte uns unsere Geschäftsleitung wahre Wundergcschichten Von den neuen Redaktionszimmern: die Erfüllung weitgehendster Wünsche auf Schaffung aller nur möglichen Bequemlichkeiten wurde in Aussicht gestellt. Aber wie das im Leben nun einmal so geht, komnit so manches oazwlichcn, was demjenigen, der die Verantwortung für eine Einrichtung übernommen, die Erfüllung aller seiner Zu- sagen vereitelt. Und so ging es auch im vorliegenden Falle. Als es in diesen Tagen soweit war, daß wir aus unseren uns lieb- gewordenen Arbeitsräumen vertrieben wurden und die neuen Räume betraten, ging ein Jammern und Wettern los, daß dem Geschäftsleiter Ach und Weh wurde. Es ist schon schlimm, wenn man überhaupt umzieht, wenn aber eine Redaktion einen Umzug bewerkstelligen nmß, und sei es auch nur eine Treppe höher, so ist das für die daran Interessierten eine doppelte Plage. Wird ein solcher Umzug auch noch so sorgfältig aus- geführt, so hat er unzweifelhaft eine erhebliche Erschwerung der Redaktionstätigkeit im Gefolge, weil die Hilfsmittel, die ein Redakteur in feinem Berufe benötigt, die erste Zeit nach dem Unizug ihm doch nicht so zur Hand liegen, wie er das sonst gewohnt war, um die Arbeit mit der Fixigkeit zu leisten. wie das die Natur des Zeitungsbetriebes erfordert. Diese nur kurze Uebergqngsperiod» wurde aber schnell überwunden und kommt weniger in Betracht, als wenn man Räume bezieht, die bei ihrer Ingebrauchnahme noch nicht fix und fertig sind. Und das war bei uns der Fall. Unsere so fürsorgliche Gc- schäftsleitung, die uns gar nicht schnell genug aus unserem bisherigen Heim rauswerfen konnte, war in der fatalen Lage, uns nur unfertige Zimnier anweisen zu können. Da fehlen das Telephon, dort das Licht, wieder wo anders die Fenster- gardinen. An einer anderen Stelle waren Tischler noch mit der Anbringung von Türen beschäftigt. Auf den Korridoren standen Kisten und Kasten mit Büchern und Zeitungen herum. da lagen Licht- und Telephondrähte am Fußboden, Stehleitern versperrten die Passage und nötigten uns wie die Besucher, sick, so gut es ging, durch diese Scylla und Charybdis der Engpässe wie Aale durchzuschlängeln, was besonders für den „Dicken aus Schönebcrg" keine leichte Aufgabe war. Dazu kam, daß an allen Ecken und Enden genagelt, gehänimert und geklopft wurde, daß es für einen, der bei diesem Getöse geistig arbeiten mutz, zum Ausderhautfahren war. So kam es, daß auch die einzelnen Redakteure in eine Stimmung gegen die Geschäftsleitung gerieten, daß sie in diesem Augenblick den Veranlasser des ganzen Umzugs am liebsten gesteinigt hätten. Am süchtigsten schien der Feuilletonredakteur zu fein. Er hatte sich eingebildet, ein dauerndes Anrecht auf einen Raum von der Größe eines mittleren Versammlungssaales zu baden und wollte partout nicht sein an sich schönes Zimmer besetzen: erst nach einigen Tagen fand er sich in die neue Situation. Der Verantwortliche schien wieder bange zu haben, daß er bei 29 Grad Wärme beim Lesen seiner Fahnen einfrieren könnte. Aber schließlich wurden die einzelnen Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten nach Möglichkeit behoben und nun scheint alles einem guten Ende entgegenzugehen. Das einzige Be- denken, was noch übrig blieb, war die Ueberwindung der 4 Treppen, bis man die Redaktionsräumc erklommen hat. Nachdem aber dafür Sorge getragen ist, daß für alle die- jenigen, die auf unserer Redaktion zu tun haben, der Fahr- st u b l im Vorderhai�se zur Beförderung bereitgestellt ist, ist auch das letzte Bedenken geschwungen. Alles ist wieder im Lote. Trotzdem hoffen wir alle, daß wir von einem neuen Umzüge recht lange verschont bleiben möchten. Der historische Wandkalender, der sich unter unseren Lesern viele Freunde erworben, unsere Gegner aber zu heftigen Wut- ausbrüchcn veranlaßt hat, gelangt mit der heutigen Nummer unseres Blattes an die Abonnenten Grotz-Berlins zur Ausgabe. Opfer der Kälte. Die eingetretene Kälte hat gerade noch gefehlt, um das tn- folge starker Arbeitslosigkeit herbeigeführte Elend zu vergrößern. Zehntausende, die kaum ein Stück Brot zu effen haben, müssen nun auch noch frieren und diejenigen, die sich kümmerlich durch- schlagen, müssen hungern, wenn sie nicht frieren wollen. Dazu kommt, daß Taufende, die kein Obdach haben, von den Asylen zurückgewiesen werden wegen Ueberfüllung. Es ist deshalb nicht zu verwundern, daß fortgesetzt Nachrichten einlaufen, nach denen arme Teufel der Kälte zum Opfer gefallen sind. So wurde gestern am Friedrichshain ein etwa 4b Jahre alter Krüppel in bedauerns- wertem Zustand« aufgefunden. Der Aermste vermochte sich wegen seiner verkrüppelten Beine nicht vorwärts zu bewegen und brach am F-ciedrichshain vor Kälte erstarrt zusammen. Ein Schutzmann fand ihn später in völlig leblosem Zustande auf und schafste ihn nach dem nahen Krankenhaus. Die Erstarrung war bei dem Un° bekannten bereits so weit vorgeschritten, daß an seinem Auf- kommen gezweifelt wird.— Auf der Tegeler Chaussee wurde in der Nacht zum Donnerstag eine obdachlose Frauensperson in er- frvrenem Zustande aufgefunden und in das Krankenhaus einge- liefert.— lieber einen dritten ähnlichen Fall wird uns aus den Laubenkolonien an der Pankower Grcnzgemärkung berichtet. In einer dortigen Laube hatte ein arbeitsloser Tischlergeselle ge- nächtigt und unter der Einwirkung der grimmigen Kälte Ivar er bald erstarrt. Wäre nicht frühmorgcfis ein Laubenkolonist hinzu« gekommen, der sich des Gefährdeten annahm, so wäre er zweifellos erfroren. Infolge der Glätte, die durch den vorgestrigen«Schneefall her- beigeführt worden ist, sind in der darauf folgenden Nacht eine ganze Reihe von Unfällen hervorgerufen worden. Am Rosenthaler Tor stürzte beispielsweise ein Passant beim Ausgleiten auf dem Bürgersteig in eine Ladenscheibc und erlitt erhebliche«Schnitt- wunden.— Durch Sturz auf den Bürgerst.'igen zogen"sich mehrere Personen starke Ouetschwnnden und Verletzungen am Kopf und im Gesicht zu. Auf den Unfallstationen und auf dm Rettungs- loschen erhielten die Verunglückten die ersten Notverbände. Das unvorsichtige Betreten polizeilich verbotener Stellen auf dem Eise hätte am MittwockinackMittag beinahe wieder zwei junge Menschenleben gefordert. Auf der Havel bei Sckitvanenwerder hatten sich mehrere«Schulknaben auf dem Eise herumgetummelt. Zwei von ihnen wagten sich dabei zu nahe an die Fahrrinne für die Dampfer heran, auf der nur eine dünne Eisdecke vorhanden ivar. Sie brachen beide ein und schrien jämmerlich um Hilfe. Den Spielkameraden gelang es mit Unterstützung zweier hinzu« geeilter Spaziergänger, die Gefährdeten dem nassen Element zu entreißen. Vom Tierschut, bei der Omnibusgefclischaft. In Nr. L9ö ver- öffentlichten wir unter der vorgenannten Ueberschrift eine Notiz, welche besagte:„Früher war es übhch, an den Endhaltestellen der Omnibuslinien die Pferde mit Decken gegen die Kälte zu schützen, neuerdings aber scheint das bei der„Allgemeinen Berliner Omnibusgcsellschaft" nicht mehr für nötig gelullten zu werden. Hat vielleicht irgendeine tierärztliche Autorität die allerneueste Lehre aufgestellt, es sei den �Pferden dienlicher, nack Zurücklcgung eines Weges von bis e-iunde auf dem Halteplatz nicht durch eine Decke gegen Kälte geschützr zu lperden? Ran weiß ja, daß auf dem Gebiete der Heilkunde, der Heilkunde für Menschen wie für Tiere, nur zu leicht eine„wissenschaftliche Wahrheit", die bisher Geltung hatte, schon in ganz kurzer Zeit durch eine ent- gegengesetzte„wissenschaftliche Wahrheit" abgelöst wird. Wie denkt eigentlich der Tierschutzverein über diese Kaltluftbehandlung schwitzender Pferde?"— Mit Bezug hierauf sendet uns der Berliner Tsierschutzverein die Mitteilung, daß die Fortnahme der Decken schon im Herbst 1906 zu bemerken war. Im Januar 1997 hat dann der Berliner Tierschutzverein eine Eingabe an das Kommissariat für das öffentliche Fuhrwesen gerichtet, in welcher er auf die große Tierquälerei hinwies, daß an den damals bitterkalten Tagen die dampfenden Omnibuspferde an den zugigen«Straßenecken schutzlos stehen müßten. Nach einigen Monaten kam jedoch vom Polizeipräsidium eine Ab- lchnung des Gesuches, indem tatsächlich, wie es der„Vorwärts"- Artikel als Mutmaßung andeutete, eine tierärztliche Autorität die neue Lehre aufgestellt hat, daß eine Bedeckung nicht notwendig sei. Auf dem Gebiet der Wissenschaft gehen ja oft über ein und die- selbe Sache die Meinungen sehr auseinander, und so auch stehen in der Bedeckungsfrage wohl allermeist die Praktiker, welche täglich mit Pferden umzugehen haben, auf der entgegengesetzten Seite. Tie Feuerwehr z. B. wird nie verfehlen, ihre dampfenden Pferde in Decken zu hüllen. Der Berliner Tierschutzverein hat also in dieser Frag« das Seinige getan hat aber nichts erreicht. Jeden- falls begrüßen wir, sagt der Verein, es mit Freuden, daß in einer großen Zeitung dieser Uebelstand kritisiert worden ist. Möchte nur die OmnibuS-Gesellschaft immer wieder recht kräftig an ihre moralische Pflicht erinnert werden. 25 Jahre sind am morgigen 2. Januar verflossen, seit die ersten sozialdemokratischen Vertreter in die Stadtverordnctenve» sammlung einzogen. Bekanntlich gelang es am 18. Oktober 1883 der Berliner Arbeiterschaft zwei und in der der Hauptwahl folgen- den Stichwahl und Nachwahl drei Vertreter durchzubringen, und zwar die Genossen Paul Singer, Franz Tutzauer, Ferd. Ewald. Fritz Goerki und August Herold. Ununterbrochen gehört Genosse «Singer feit dieser Zeit der Stadtverordnetenversammlung an. Was die sozialdemokratische Fraktion im Interesse der Berliner Arbeiterschaft im Rathaus.' geleistet hat, ist bereits im Oktober in unserem Blatte und außerdem in dem mit vorzüglichem Fleiße bearbeiteten Buche von Paul Hirsch:„25 Jahre sozialdemokratischer Arbeit in der Gemeinde" eingehend dargelegt. Die Berliner Ar- beiterschaft hat aus Anlaß der 2Sjährigen Wiederkehr dieses Tages den Genossen Singer und«Ewald Glückwünsche dargebracht. Aus Anlaß seines Eintritts in die Stadtverordnetenversamvtz luny ami 2. Januar 1884 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dem Genossen Singer am morgigen Tage zu seinem 2bjährigen Jubiläum als Stadtverordneter eine Glückwunsch- adrcsse durch Abgeordnete der Versammlung überreichen zu lassen. Dem Wunsche der Stadtvcrordnetenversauunlung, daß Genosse Singer noch recht lange an der Stelle, wo er 25 Jahre gestanden� /virken möge, können wir uns nur von Herzen anschließen. 59 999 M. hat gestern der Berliner Magistrat für die Opfer der Erdbebenkatastrophe auf Sizilien und in Äalabrien, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, dewilligt. Wegen einer verheerenden Gasexplosion infolge der strengen Kälte und des dadurch verursachten Platzens eines HauptzuleitungS, rohreö der städtischen Gaswerke wurde gestern früh um 7 Uhr in Moabit die Feuerwehr alarmiert. Bor dem Hause Flensburger Straße 26 war unbemerkt das Rohr der Gasleitung geplatzt. DaS Gas hatte sich den Röhren folgend einen Ausweg gesucht und im Keller, unter dem Hausflur des Hauses Flensburger«Straße 27 sowie in der Pförtnerwohnung und dem Treppenaufgang ange- sammelt. Als die Frau K o c p ck e früh mit Licht die Wohnung betreten wollte, erfolgte die Explosion. Die beiden Torwege, Türen und Fenster usw. wurden im Keller- und Erdgeschoß zertrümmert, auch im ersten Stockwerk und im Treppenhause wurden Fenster eingedrückt. Die Einrichtung der Pförtnerwohnung stand gleich in Flammen, die Gardinen waren brennend 19 Meter weit hinweg- geschleudert worden. AlS die Feuerwehr erschien, konnte niemand Auskunft geben. ES wurde deshalb zunächst angenommen, im Keller seien Benzin und Spiritus explodiert. Nachdem dann die Flammen mit zwei«Schlauchleitungen gelöscht waren, erfolgte eine zweite Explosion des weiter ausströmenden Gases, wobei leider der Oberfeuermcmn Müller und der Feuermann Unger durch Stich- flammen Verletzungen im Gesicht erlitten. Beide wurden sofort nach dem Krankenhause in Moabit gebracht, wo man sie sofort verband. Die Verletzungen sollen nur leichter Natur sein. Die Pförtnerfrau ist mit dein«Schrecken davongekommen, sie wurde zur«Seite geschleudert, als sie das Treppenhaus betrat. Sehr schwierig gestaltete sich dann die Auffindung der Bruchstelle der Gasleitung. Sie wurde schließlich einen Meter weit vom Haus- eingang auf der Straße gefunden. Da die Röhren nicht durch. Hähne geschlossen werden konnten, strömte fortwährend eine Menge Gas aus, bis es dann gelang, das Rohr zu verstopfen und zu dichten. Zwei Kinder erstickt. Zwei Brandunfälle mit tödlichem AuS- gang haben sich gestern mittag fast gleichzeitig im Osten und Süden Berlins zugetragen. In der Msincheberger Straße 4 kam in der Wohnung des Hauseigentümers Kuhrt ein Brand zum Ausbruch, der Betten und Kleidungsstücke erfaßte. In wenigen Minuten war die Wohnung vollständig verqualmt, so daß die beiden Kinder des Kuhrtschen Ehepaares nicht mehr in Sicherheit gebracht lverden konnten. Ms die sofort benachrichtigte Feuerwehr eintraf und in die verqualmten Wohnräume eindrang, fand sie den Knaben Herbert erstickt auf.«Sein Bruder Willi war auch schon hart von dem Rauch mitgenommen. Beide Kinder wurden schleunigst ins Freie geschafft, wo herbeigerufene Aerzte sofort Wieder- belcbungsversuche anstellten. Leider waren die Bemühungen bei dem Herbert vergeblich. Es konnte nur noch der eingetretene Tod festgestellt werden. Willi erbolte sich nach und nach wieder und wurde, da er auch Brandwunden an den Armen und an der Brust erlitten hatte, mit einem Tender der Feuerwehr nach dem Kranken- hause Am Friedrichshain geschafft- Das zweite Brandunglück ereignete sich in der Prinzrssinneu- sirasje 6, Dort hatten sich in der Wohnung des Hausdieners Arnold Tapeten hinter einem Ofen entzündet. Durch den entwickelten Rauch erstickte das zweijährige Töchterchen Hertha. Die Feuerwehr fand das Kind leblos vor und übergab eS einem Arzte, der abac auch keine Hilfe mehr bringen konnte. Die Kleine hatte eben- falls den Erstickungstod erlitten. Vorher mußte die Feuerwehr noch auf dem Hamburger Güter« bahnhof einen größeren Teerbrand ablöschen. Im Polizeigewahrsam gestorben ist gestern de» 49 Jahr« alte Maurer August Deul aus der Rostocker Straße 45. Deul wurde beim Betteln betroffen und von einem Schutzmann nach dem Gewahrsam des Polizeipräsidiums gebracht. Hier starb er bald nach der Einlieferung. Der Kreisarzt Dr. Zimmer, der die Jnsaffen des Gewahrsams behandelt, konnte diq Todesursache nicht feststellen. Sum Morde an der Johanna Runde oder Bagel. Wie et mittelt werden konnte, ist die Frau am 15. Dezember von Jackzenbrück in Berlin eingetroffen. Sie hat in der folgenden Nacht und in der Nacht vom 17. zum 18. cr. im Obdach in der Fröbelstraße zugebracht. Wo fie die übrigen Nächte verteilt hat, tonnte mit Bestimmtheit nicht festgestellt werden. Am 10. bereits ist die Runde mit einem blauunterlaufenen Auge gesehen worden. Ob sie die Verlegung durch Mißhandlungen oder infolge eines Unfalls erlitten hat, fonnte mit Sicherheit nicht konstatiert werden. Es find nun drei Zeugen ermittelt worden, die die Frau am Abend des 21. d. M. und in der darauffolgenden Nacht in Begleitung von Männern gesehen haben, deren Signalement vielleicht zur Entbeckung des Täters führen tönnte. Der eine gehört anscheinend dem Arbeiterstande an und ist etwa 30 Jahre alt, 1,78 bis 1,80 Meter groß und ziemlich breitschulterig. Er hat blondes Haar, blonben, mittelstarten, ungepflegten Schnurrbart, ein nochiges, breites Gesicht, breites Sinn und nachlässigen latschigen" Gang. Bekleidet war er mit hellgrauem Jackett und dunkler Hose und dunklem, weichen Filzhut. Der andere Mann ist etwa von gleicher Größe, von fräftiger, starker Gestalt und hat schwarzes Haar fowie starten, schwarzen Schnurrbart, ein rotes, volles, aufgedunfenes Gesicht, dunkle Augenbrauen und aufrechte Haltung. Er spricht laut im Berliner Dialett. Seine Kleidung bestand in einem dunklen Jackett ohne Stragen, in einer dunklen Hose und in einem dunklen Sniffhut. Er steht etwa Ende der dreißiger Jahre. Der Berliner Bolfs- Ghor hat für seinen heiteren Mufifabend, der am Sonnabend, den 16. Januar, in Sappoldts Konzertsaal stattfindet, den berühmten Vortragsmeister Sven Scholander gewonnen, der. nur deutsche, heitere Lieder fingen wird. Einlaßfarten à 70 Bf.( einschließlich Garderobe und freien Tanz) sind vom 1. Januar ab in den bekannten Zahlstellen zu haben. An der Abendkasse erhöhter Preis. " Der Eingang zur Redaktion des Vorwärt 3" befindet sich vom 2. Januar Lindenstr. 69, Borderhaus 4 Treppen( Fahrstuhlbenukung). Rigdorf. Vorort- Nachrichten. tie Mit den Wahlrechtsverschlechterer Rosenow nicht verwechselt werden will Herr Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter Leopold Rosenow. Derselbe bittet das B. T.", ausdrücklich festzustellen, daß er mit dem im Rigdorfer Wahlrechtskampf wieder holt genannten Stadtverordneten gleichen Namens nicht identisch ist. Es handelt sich dort natürlich um einen Rigdorfer Kommunal. ist. Es handelt sich dort natürlich um einen Rigdorfer Kommunal. politiker, der im bürgerlichen Leben Vorschullehrer ist. Herr Abgeordneter Rosenow erklärt, daß er im Gegenteil den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung von Rigdorf lebhaft bedauere und ihn als im Gegensatz zu liberaler Auffassung stehend verurteile. Am ersten Feiertag ist in der Hermannstraße( Nähe der Oderftrage) auf dem Nachhausewege von dem Fest des Wahlvereins eine Handtasche mit Portemonnaies verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dieselbe in der Parteispedition Nedarstraße 2 abzugeben. 1. die in§ 16 der Städteordnung enthaltene Bestimmung, Die Schulb liegt einzig und allein an der zu späten Aufgabe bet daß die Hälfte der vor jeder Abteilung zu wählenden Stadt- der Post. verordneten aus Hausbesikern bestehen muß", aufgehoben wird, und 2. der§ 25 der Städteordnung dahin abgeändert wird, daß an Stelle der öffentlichen Wahl von Stadtberordneten die geheime tritt. Weißenfee. Der Ort Pantow ist nur ein Teil des Speditionsbezirkes, ein reichliches Drittel fällt auf Nieder- Schönhausen und Franz.- Buchholz, welche jetzt den Genossen Rizmann als Spediteur vorschlagen. Jede gewerkschaftliche, jede politische Organisation basiere darauf, daß sich die Teile dem Ganzen unterordnen. Wenn jeber Ort, jeber Bezirk eigenwillig seine Beschlüsse als allein maßgebend betrachte, sei weder eine Organisation, geschweige denn eine Zentralisation möglich. Wenn aber gar die Anstellung gefordert werde mit der Drohung, daß man sich nicht scheuen würde, die äußersten Konse quenzen zu ziehen, so müsse jeder Genosse hiergegen Front machen. Gegen solche Aeußerungen wendet sich Redner mit aller Schärfe und erklärt, daß die Pankower Spedition durchaus nicht verlockend sei, denn sie erfordere sehr bedeutende Zuschüsse. Liepmann fragt: Was fönnen wir in Berlin dafür. wenn Ihr mit Gurem Kreisberstand in Unfrieden lebt? Wir haben nur das eine Bestreben, der gemeinsamen Sache zu nüßen. Wir handeln so, wie es dem Parteiinteresse am dienlichsten ist. Macht Eure Vorschläge dem Kreisvorstand, der dann mit der Firma Hinze u. Co. in Berbindung ( Beifall.) treten fann, und laßt uns Frieden haben." " 1 risch ein, welcher zurzeit Obmann der Zeitungskommission, Ge meindevertreter von Bantow und Mitglied der Breßkommission war und der Leitung des Kreises Niederbarnim und der Pankower Ges nossen als Vertrauensperson gelten mußte. Daß die Pantower inzwischen ihre Meinung geändert, und nicht Kubig, sondern Riebke haven wollen, konnte der Firma um so weniger einfallen, als noch gleich nach der Einstellung Kubigs der Protest dahinging, den GeAus der Gemeindevertretung. Der Bürgersteig der. Streu- nossen Spidermann mit dem Amte zu betrauen. straße zwischen König- Chauffee und Friedrichstraße foll nach einftimmig gefaßtem Beschluß reguliert werden. Die Erneuerung eines Maschinenteiles im Glektrizitätswerk verursachte eine länger Debatte. Bor Jahresfrist ist das Werk angekauft und schon jest ist ein Maschinendefekt entstanden, dessen Reparatur über 4000 W. Stoften verursacht. Die Ursache des Defekts fonnte trop peinlichfter Untersuchung nicht gefunden werden, und so tann man niemand zur Berantwortung ziehen. Die Festsetzung der Fluchtlinie einer neu anzulegenden Straße zwischen Schön- und Parkstraße wurde nach längerer Debatte vertagt, weil, wie es schien, einige Interessenten nicht vorteilhaft genug abgeschnitten wären. Sie taten allerdings immer so, als wenn sie das Allgemeininteresse vertraten. Das Schulgeld für die höhere Mädchenschule und das Lehre rinnenseminar wurde von 120 auf 140 M. erhöht, es steht nun. mehr das Schulgeld aller höheren Lehranstalten gleich. Die Einstellung eines weiteren Technifers wurde zur schnelleren Fortführung der Kanalijationsarbeiten notwendig. Die Bestimmung, eine Bentralvorschule für die höheren Stnabenanstalten zu gründen, ist fallen gelassen worden, nicht etwa um die Vorschule vernünftigerweise aufzuheben, nein, sie soll jetzt der höheren Mädchenschule angeschlossen werden; nach neueren Bestimmungen soll dies möglich sein, außerdem wurde mit der Aufsichtsbehörde Fühlung ge nommen. 3war tauchten über das schon zu frühe Beisammensein beider Geschlechter Bedenken auf, aber man tröstete sich zum Schluß mit den Worten des Herrn Raspe: Das sind ja Zustände wie auf dem Dorfe. Ein Beschluß von jedenfaus weittragender Bedeutung wurde in der geheimen Sibung gefaßt, und zwar den Abbau der Oberrealschule. Wegen nicht genügender Frequenz foll die Unterprima nicht mehr aufgebaut werden, so daß zum 1. April 1909 auch die Obersetunda eingehen wird. Man stritt sich lange über Ursachen und Wirkung. Im Vordergrund stand allerdings die nicht unbeträchtliche Ausgabe; beim Eingehen der Oberreal. fchule werden jetzt schon 12 025 M. gespart. Das weiter aufgetauchte Moment, ob nicht etwa der Leiter der Schule am Untergang der Schule die Schuld trage, wurde nicht beliebt zu besprechen. Der Reiter der Schule ist der nationaltiberale Wanderredner Profeffor Dr. Stemstes. Gegen zwei Stimmen wurde schließlich der Abbau der Schule beschlossen, so daß die Anstalt als Realschule bestehen bleibt. Bugleich wurde der Beschluß gefaßt, das Realgymnasium auszubauen, und zwar wird am 1. April 1909 die Quinta als auch die Quarta eröffnet. Das Lehrerpersonal wird durch den Abbau der Realschule dann an dieser Anstalt wirken können. Zu bem in unserer Mittwochsnummer gemeldeten Brandunglud in ber Langhansstr. 114 wird uns mitgeteilt, daß das 14jährige Söhnchen des Schmiedemeisters Beh am 1. Feiertag nicht am Ofen, sondern im Bett verbrannt sei. Das Kind ſei in Abwesenheit der Eltern der vor dem Bett stehenden Lampe zu nahe gekommen, wodurch das Brandunglück entstand und das Kind, noch ehe es in das Krankenhaus gebracht werden konnte, an den Brandwunden verstorben sei. Das Urteil des Disziplinarhofes gegen Dr. Pape, das geftern gefällt wurde, lautete auf 400 M. Geldstrafe. Von der Dienstentlassung wurde abgesehen. Genosse Sch mager tritt dafür ein, daß die Bankower an der Kandidatur von Riebte festhalten. Genosse Danziger wünscht auch, daß Frieden gemacht werde. Die ehrlichste Friedensabsicht würde sich aber darin äußern, daß man den Bankowern, die sich unzweideutig für Riebte erklärt haben, Entgegenkommen zeigt, und Riebtes Kandidatur unterstützt. Ju anderen Falle würde viel böses Blut unter den Genossen in Bantow gemacht werden. Eugen Ernst twendet sich gegen allerlei gehässige Anwürfe, die im Verlauf des Streites gefallen sind und bemängelt die Redewendungen des Genossen Roeber, die immer durchblicken ließen, es stede etwas dahinter". Wegen einer nichtigen Ans gelegenheit werde ungeheuer viel Staub aufgewirbelt, und die bürgerliche Presse mache sich zum Schaden der Partei darüber her. Genosse Ernst legt ebenfalls den Streitfall bar und tabelt den Vorstand von Pankow wegen seines ungerechtfertigten Vorgehens. Das Mißtrauen des Genossen Roeber sei ganz unberechtigt. Die Firma habe Stubig fallen laffen, dann einen weiteren Vorschlag ebenfalls. Der Zentralvorstand habe eine Situng der Funktionäre des Spe ditionsbezirkes und der beteiligten Personen anberaumt, an welcher zirka 40 Genoffen teilnahmen, um die Angelegenheit zu schlichten. Die Sigung fand am Montag, den 28. Dezember, statt. Der Pantower Borstand verweigerte die Teilnahme an der Sitzung, weil nicht vor Beginn der Sitzung bestimmte Erklärungen aborge'en wurden. Der Pantower Vorstand wurde dringend gebeten, zu bleiben; man machte den Genossen eindringliche Vorstellungen, aber ne gingen fort und begaben sich damit auch ihres Rechtes an der Entscheidung der Versammlung, die sich dahin einigte, daß die neue Kandidatur der Firma zurückgezogen und Genosse Rißmann aufgestellt wurde. Riebke fann nicht angenommen werden, weil der reis ihn nicht vorschlägt. Genosse Ernst nimmt zum Schluß den Zentralvorstand gegen die gemachten Vorwürfe in Schuß. Die Deputation für die Arbeitslosen- Fürsorge hat in ihrer Ichten Sibung Stellung genommen zu den Anträgen unserer Genossen, welche derselben in der bewegten Stadtverordneten bersammlung am 17. Dezember überwiesen worden waren. Die Frage der kommunalen Arbeitslosenunterstüßung wurde zurückgeftellt, um in einer demnächst einzuberufenden Sihung der Deputation gründlich beraten zu werden. Um die Mitglieder eingehend über das Genfer System, wie überhaupt über die ganze Materie zu informieren, wurde beantragt, ein instruktives Referat zu erstatten. Der Dezernent, Stadtrat Mier, erklärte sich dazu bereit, und wurde demgemäß beschloffen. Dem weiteren Antrage auf Gewährung einer Weihnachtsbeihilfe an schon längere Zeit Arbeitslose stimmte die Deputation zu und beschloß, au diesem Bwed die Stadt berordnetenversammlung um Bewilligung von 10 000 m. zu er suchen. Die nächste Sigung derselben soll deshalb schleunigst einberufen werden. Beabsichtigt wird, eine einmalige Beihilfe bon etwa 10 m. allen den Arbeitslosen auszuzahlen, die 8 Wochen Genosse Roeber erklärt, daß der Vorstand nicht an der und länger bereits ohne Erwerb sind und eine Familie oder sonst gestrigen Sißung, die von Ernst erwähnt wurde, teilnehmen konnte, weil der Kreisvorsitzende sich zu der Aeußerung verstiegen habe, daß hilfsbedürftige Angehörige zu erhalten haben. Besonders Not. der Kreis den Pantowern nicht nachgeben werde, und wenn der letbende sollen jedoch auch berüdsichtigt werden, selbst wenn sie Pantow. Bankower Wahlverein krachen geht". Da habe es keinen Zweck noch keine 8 Wochen arbeitslos sind. Die Beihilfe wird Die Generalversammlung des Wahlvereins, die am Dienstag gehabt, noch zu Beratungen zusammenzutreten. ausbrüdlich festgestellt wurde nicht als Armenunterstüßung be- bei Großfurt in der Berliner Straße stattfand, hatte auf die Tages- Genosse Korte, der zweite Vorsitzende, verteidigt die Haltung trachtet, weshalb auch ein besonderer Ausschuß von 3 Deputations- ordnung das bekannte Thema:„ Unsere Beitungs- des Vorstandes und nimmt Roeber gegen Angriffe energisch in mitgliedern und dem Stadtrat Mier als Vorsitzenden zur Prüfung spedition" gefeßt. Che die Beratungen darüber begannen, Schuß. der eingehenden Anträge eingesetzt werden soll. Die in Frage flagte der Vorsitzende, Genosse Roeber, die Redaktion des Vor- Genosse ilmann polemisiert gegen Siepmanns Ausfüh tommenden Arbeitslosen, müssen sich im Rathause melden; die wärts" an, daß sie den Bekanntmachungen des Wahlvereins in rungen, und erklärt das Verhalten des Vorstandes als gerecht. näheren Einzelheiten werden sofort, nachdem die Stadtberordneten. Banton nicht die nötige Berücksichtigung zuteil werden lasse. Zum fertigt, auch er verteidigt den Genossen Roeber. Beweise führte er zwei Briefe an, die vergeblich abgesandt wurden. Nach 12 Uhr wird die Redezeit auf 5 Minuten beschränkt, da bersammlung die Mittel bewilligt hat, entsprechend bekanntge Die Genossen Eugen Ernst, Boeste und Siepmann, noch zahlreiche Redner fich zum Wort gemeldet haben. Der Kreisgeben. Die Weihnachtsbeihilfe" der Rigdorfer Stadtväter welche der Versammlung beiwohnten, glaubten in dieser Beschuldi- vorfißende wird von dieser Beschränkung ausgenommen. Bei den tommt zwar etwas spät, sie kommt aber immer noch zurecht, um gung Roebers eine Stimmungsmache gegen den Vorwärts" zu erfolgenden Rednern wiederholt sich immer dasselbe; sie treten durchwenigstens ein Geringes an dem durch die furchtbare Arbeits- bliden und erklärten, daß die Briefe zu spät zur Post ge- aus dafür ein, daß an dem Genossen Riebte festgehalten werden Tofigkeit hervorgerufenen Maffenelend au mildern. geben seien. Auf jeden Fall habe man teine Ursache, der Re- müsse. baktion in dieser Beziehung einen Vortourf zu machen. Genosse Der Kreisvorsitzende Denger erhält dann das Wort und loeber fab sich dann beranlaßt, seine Beschuldigung in bezug wendet sich zunächst gegen die ihm von Roeber vorgeworfene Aeuße auf einen der Briefe einzuschränken.*) Darauf rollte der Vor- rung. Er erklärte, daß er für einige Worte, die er vielleicht einmal figende die ganze Angelegenheit der Zeitungsspedition in Banfon im Bribat gespräch so oder so geäußert habe, als Vorsitzender seit dem Abgang Freiwaldis auf. Er verliest die darauf be- nicht berantwortlich gemacht werden könne. Seine Aufgabe und züglichen Korrespondengen, die verschiedenen Resolutionen von Ver- Pflicht sei es, die Beschlüsse des Kreises hochzuhalten, und das tue fammlungen und bezieht sich ferner auf die Protokolle einzelner er; ihn leiten keine persönlichen Gründe gegen Riebte. Er gibt Sizungen von Körperschaften, die mit der Angelegenheit zu tun der Ansicht Ausdruck, daß der Vorstand von Pankowo seine Aemter hatten. Seine Ausführungen gipfeln darin, daß die Bankower Ge- nach allem, was vorgegangen fei, niederlegen müßte. Man sollte neffen durch Generalversammlungsbeschluß wie durch eine Urab- an das Parteiinteresse denten, so mahnt der Redner zum Schluß, stimmung den Genossen Riebte mit 106 Stimmen als Spediteur man habe besseres zu tun, als die' Beit mit solchem Streite totzuverlangt haben, und daß die zuständigen Parteiinstanzen. diesem schlagen. Wunsche Rechnung zu tragen hätten. Er erhebt Vorwürfe, daß in diefer Angelegenheit nicht einwandfrei gehandelt worden sei, und flagt den Kreisvorstand an, parteiisch und einseitig vorgegangen zu sein. Der Vorstand von Pantow habe auch teine Ursache, seine Aemter niederzulegen, wie verlangt worden sei. Der Vorstand handle nur im Sinne der Mehrheit der Mitglieder, die hinter ihm Großfeuer fam in der gestrigen Nacht aus noch nicht erständen. Und die Mitglieder fordern, daß Riebke mit dem mittelter Ursache in der Berchtesgadener Straße 5 zum Ausbruch 1. Januar 1909 als Spediteur angestellt werde. und verursachte der Feuerwehr ungemein viel Arbeit. Die Gefahr Als erster Redner in der Distussion sprach Genosse te pa wurde erst um 4 Uhr bemerkt, als die Flammen schon hell aus mann: Der Zentralvorstand Groß- Berlins huldige sonst dem dem Dachstuhl des neuerbauten Hauses emporloderten. Die Schöne Grundsatz, sich nicht in inferne Streisstreitigkeiten einzumengen. berger Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen schon einen sehr aus. Leider aber sei der Personenstreit um die Besetzung des Bankower gedehnten Brandherd vor, alle Aufgänge waren berqualmt. Brand Speditionspostens zu einem Parteistandale ausgeartet, so daß es Direktor Flöter ließ deshalb awei große mechanische Leitern auf im Parteiinteresse notwendig geworden, daß die Leitung GroßDie lette Mitgliederversammlung des Wahlvereins wies eienn guten Besuch auf. Der bom Genossen Georg Davidsohn über richten und acht Schlauchleitungen von Dampfsprißen vornehmen. Berlins sich um Beilegung der Angelegenheit bemühen müsse. Die Sappeure schlugen das Dach ein, um dem erstickenden Qualm, Bei Begründung der Bentralisation für die Parteispeditionen Heinrich Heine" gehaltene Borttag fand durch seine lebendige der jedes Vordringen unmöglich machte, einen Abzug zu verschaffen. habe aus rein handelsrechtlichen Gründen jeder Kreis einen Teil Schilderung der Person Heines eine äußerst aufmertjapre Zuhörer Die Flammen, die an den auf dem Boden lagernden Borräten feiner Befugnisse an die damals neu gegründete Handelsgesellschaft schaft. Sehr beifällige Aufnahme fanden die Rezitationen. reiche Nahrung gefunden hatten, griffen mit folder rasenden Ge- ginge u. Co. übertragen müssen, und so sei vereinbart worden, daß unter Vereinsangelegenheiten wurde befanntgegeben, daß die Mit. schwindigkeit um sich, daß ein Ueberspringen auf den rechten Seiten das Vorschlagsrecht den Kreiswahlvereinen, das Anstellungsglieder Arbeiter August Schenke und Ziseleur Herm. Paeglow flügel nicht verhindert werden konnte. Gegen 8 Uhr stürzte die echt der Firma zu verbleiben habe. Danach sei in allen Fällen, wegen rüdständiger Beiträge aus der Witgliederliste gestrichen brennende Dachykonstruktion des Vorderhauses in sich zusammen. toie bei Begründung der Speditionen in der Mauer- und August. wurden. Demgegenüber stehen aber nur wenige Neuaufnahmen Mächtige Feuergarben, vermischt mit Qualm und weißem Waffer Straße gehandelt worden; jeder hätte sich nach den Beschlüssen ge- und Uebertritte, so daß eine energische Agitation entfaltet werden dampf, loderten in bie buntle Nacht empor. Die Feuer richtet und niemals sei ein Gegensatz entstanden. muß. Das diesmalige Winterfest findet am 27. Februar diefes wehr mußte von allen Seiten vorgehen, um die angrenzenden Ge- Erft als man gezwungen war, Freiwaldt sofort seines Poftens Jahres statt und verspricht durch das gut ausgewählte Programm bäude zu schüßen. Dies gelang mit Aufbietung aller Sträfte. Nach zu entfeßen und einen anderen Genoffen an feine Stelle zu bringen, einen genußreichen Abend. Auf Wunsch der Versammlung wird stundenlangem Löschen war gegen 8 Uhr die Macht des Feuers als das Parteiinteresse gebot, Freiwaldt feinen Tag länger im in nächster Zeit bei genügender Beteiligung eine Urania- Vor. gebrochen. Ein Teil der Wehr konnte abrüden. Der Schaden amte zu bulben, setzte die Firma den Genossen Subig provisoitellung veranstaltet sowie die Charlottenburger Arbeiter. ist ganz erheblich. Der Dachstuhl des Vorderhauses ist total niedergebrannt, der des rechten Seitenflügels zum Teil, auch haben die*) Anmerkung der Redaktion: Die Behauptung Roebers, die Reoberen Stockwerke etwas durch Waffer gelitten. Die Ermitte baktion ließe den Bekanntmachungen des Pankower Wahlvereins lungen nach der Entstehung des Brandes dürften sich sehr schwierig nicht die nötige Berüdjidhtigung zuteil werben, müssen wir als boll gestalten. Außer diefem großen Brande hatte die Schöneberger tommen unbegründet zurückweisen. Genosse Roeber stüßt sich bei Feuerwehr noch ein Feuer in der Akazienstraße 21 zu löschen, seiner Behauptung auf zwei Bekanntmachungen, die er uns in den wo in einer Badestube der Fußboden, Kleiber u. a. brannten. Es letzten Tagen zur Veröffentlichung zufandte. Die eine war für die gelang, diesen Brand auf seinen Herd zu beschränken. Feiertagsnummer bestimmt, tam aber am Heiligabend nicht mehr Für Abschaffung des Hausbefizerprivilegs und Einführung in unsere Gände. Sie konnte auch am 24. Dezember nicht mehr der geheimen Wahl. Die Stadtverordneten Robel und Rein- in unserer Redaktion sein, denn das Briefkuvert, das die fragliche bacher haben im Auftrag sämtlicher zur Liberalen Frattion ge- Bekanntmachung enthielt, trägt den Boststempel 24. 12. 08 8 bis hörenden Hausbesißer folgenden Antrag eingebracht: Die Stadt. 9 nachmittags. Aus diesem Grunde gelangte die Mitteilung berordnetenversammlung ersucht den Magistrat, bei der Königlichen in die erste Nummer nach dem Feste. Staatsregierung zu beantragen: Mit einer zweiten Bekanntmachung Roebers ging es nicht besser. Ein mit dem Poststempel 28. 12. 08 4 bis 5 nachmittags versehener Brief mit einer Wittteilung für die Nummer am 29. Desember tam erst am 29. früh in unsere Hände. Wir tragen demnach keine Schuld, wenn Bekanntmachungen nicht rechtzeitig im Blatt stehen. Schöneberg. Die städtischen Körperschaften der Stadt Schöneberg richten an die Preußische Staatsregierung die dringende Bitte, dem Landtage schleunigft eine Gesetzesvorlage au unterbreiten des Inhalts, daß Unter den nächsten Rednern tritt nur vereinzelt ein Gegner des Vorstandes und der Beschlüsse in bezug auf Riebte aus den früheren Versammlungen auf. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wurde abgelehnt. Die folgende Resolution wurde schließlich gegen 6 Stimmen angenommen: „ Die Generalversammlung fordert die Anstellung Riebkes als Zeitungsspediteur per 1. Januar 1909. Sie ist bereit, die äußersten Konsequenzen zu ziehen. Die Firma Hinge u. Co. wird im Weigerungsfalle aufgefordert, die Spedition dem Wahlberein Pankow in dem Zustand zurüdzu geben, in welchem sie der Firma Hinge übergeben worden ist." Nieder- Schönhausen. Wohlfahrtsausstellung befichtigt tverden. Den Bericht über die Banfower Speditionsbefehung erstattete Genoffe Raefehagen. Die Mitgliederversammlung erflärte sich einstimmig mit der Stellungnahme der Wahlvereinsleitung einverstanden und bestätigte ebenso einstimmig den Genossen Rigmann als unseren Kandidaten für den Speditionsposten. Die Verlesung des Schiedsgerichtsurteils in der Angelegenheit gegen den Bankower Wahlvereinsvorstand zeitigte feine Diskussion. Spandau. Stadtverordnetenversammlung. Noch kurz vor Jahresschluß, am 30. Dezember 1908, hatte der Vorsteher eine Sigung ein berufen, um noch einige dringliche Sachen zu erledigen. Die Hauptsachen, um die es sich vornehmlich handelte, waren Eingemeindungsvorlagen des Gutsbezirts Haselhorst und des Gutsbezirks Sternfeld, sowie einige Grundstücsantäufe. Diese Vorlagen wurden jedoch in geheimer Sizung verhandelt. In öffent licher Gigung wurden zunächst 50 t. aus dem Dispositionsfonds bewilligt zur Beschaffung von 200 Exemplaren des Buches: Wil Wotsda.m Die Leiche des Berfchollenen. Der Grünframhandler Schulze aus der Junkerstraße hat sich im Oktober aus seiner Wohnung entfernt und wird seither vermißt. Alle Nachforschungen waren ergebnislos geblieben und man rechnete bereits mit dem Tode des Vermißten. In der Nähe der Badeanstalt am Stolper See wurde nun vorgestern von Männern, die mit Gishaden beschäftigt waren, eine männliche Leiche gefunden. Man verständigte sofort die Angehörigen des Sch. und von ihnen wurde der Tote als der Vermißte erkannt. Der Mann stand im 56. Lebensjahre. Wahrscheinlich hat er in einem Anfall von Geistesgestörtheit den Tod im Wasser gesucht. Gelegenheitsarbeiter Albert Nize aus Potsdam. Der Mann, der Opfer der Kälte. Erfroren ist vorgestern der 55 Jahre alte teine Unterkunft hatte, schlief in der letzten Nacht an der Kirch hofsmauer. Am anderen Morgen fand man die Leiche des Er frorenen. Gerichts- Zeitung. doch endlich etwas ungemütlich, da ihn die Bauhandwerker be fchuldigten, er stede mit dem Baumeister unter einer Dede. Als er den Bau verlassen wollte, wurde er von allen Seiten daran gehindert, da ohne ihn eine Auszahlung überhaupt nicht möglich war, weil er im Befiße der Lohnliste war. Der Polier mußte sich in die Baubude zurückziehen, die nun förmlich belagert wurde. Die Handwerker erklärten ihm, daß er nicht gehen dürfe, ehe der Baumeister mit dem Gelde fomme. Hierdurch war Altermann, wie die Anflage behauptet, etwa 1 Stunde feiner persönlichen Freiheit beraubt. Vor Gericht bestritten die Angeflagten zum Teil an dem Vorfall überhaupt beteiligt gewesen zu sein. Die Straffammer hielt dies aber nur bezüglich des Angeklagten Glöde für erwiesen, der freigesprochen wurde. Im übrigen lautete das Urteil gegen Dorn auf drei Wochen, gegen Labiste auf vier Wochen, gegen Remis auf drei Tage und gegen die übrigen Angeklagten je eine Woche Gefängnis. nicht berücksichtigt, daß die Verurteilten annahmen, sie follten um Das Urteil ist ein überaus hartes. Es ist bei den Strafen ihren Lohn geprellt werden und daß der Maurerpolier für recht zeitige Zahlung zu sorgen unterlassen hatte. helm II.". Das Buch soll zum 50jährigen Geburtstag des Kaisers schmachvolle Zustand, daß die hiesige Arbeiterschaft zur Vertretung, mit, daß ihm der Baumeister zugesichert habe, mit dem Gelbe an geeignete Schüler der Mittelstufe verteilt werden. Der Referent. ihrer Interessen kein Lokal befißt, schnellstens ein Ende nimmt. abends nach dem Bau zu kommen. Alles wartete auch geduldig, Stadtverordneter Lehrer Berlin bemerkte zu der Vorlage, daß es Die Adresse des Vorstandes ist: Paul Mewes, Neu- Seegefeld, das Geld tam aber nicht. Dem Maurerpolier wurde die Situation bisher an einem passenden Buch für diesen Geschichtsunterricht, Borsigstr. 4. der doch nun einmal verlangt werde, für die Mittelftufe, das heißt für die Kinder von 8 bis 10 Jahren, gemangelt habe. Das vorliegende Buch soll dem Mangel abhelfen.( Na, also!) Zur Beschaffung von Unterrichtsmitteln für die drei eingerichteten Klaffen für schwachbefähigte Kinder werben 150 M. aus Sem Dispositions fonds bewilligt. Ferner werden für Dienstaufwand einer an der 11. Gemeindeschule, am Nonnendamm belegen, tätigen Lehrerin 100 W, bewilligt. Die dort tätigen Lehrer beziehen ebenfalls Dienstaufwandsgelder. Bei Beratung der Bors Tage, Bewilligung von 300. für Instandsegung an Türen, Fenstern usw. des Gutes Gartenfelde, welches fürzlich von der Stadt gekauft und verpachtet ist, frägt ein Stadtverordneter an, ob es sich bewahrheite, was fürzlich in einem hiesigen Lotalblatt, dem„ Anzeiger für das Havelland", berichtet wurde, nämlich, daß das Gut Gartenfelde wieder verkauft werden solle, wobei die Stadt 300 000 m. verdiene? Der Stadtbaurat Paul erklärte auf diete Anfrage, daß die bezüglichen Berhandlungen sich wieder zerschlagen haben. Hier zeigt sich wieder an einem Fall, wie wenig das Verbondeln von Land- An- und Verkäufen in geheimer Sigung seinen gwed erfüllt. Es haben nur erst interne Verhandlungen über den eventuellen Berkauf des Gutes Gartenfelde stattgefunden und Ein grober Erzeß auf dem Hochbahnhof Kottbuser Tor" zweifellos wäre die Vorlage, wenn es zu einer solchen gekommen lag einer Anflage wegen Widerstandes gegen bie Staatsgewalt, wäre, in geheimer Situng verhandelt. Der Anzeiger für das Ein Beitungsrechtsstreit der Berlinischen Wohnungs- Zeitungen. Körperverlegung, Beleidigung und versuchter Nötigung zugrunde, Havelland" war aber schon in der Lage, über diese interne VerDie Klägerin, die Eigentümerin der in Berlin im 32. Jahrgang welche gestern den Monteur Anton Preis und den Hilfsmonteur handlung zu berichten. Das Blatt muß also auch gute Verbin erscheinenden„ Berlinischen Wohnungs- Zeitung", hatte gegen einen Willi Ullrich vor die 6. Straftammer des Landgerichts I führte. Sungen im Rathause haben. Die Vorlage wurde genehmigt. Kaufmann, der ebenfalls ein dem Wohnungsnachweis dienendes Diese Straffache hat schon nicht weniger als viermal das Gericht Für den Polizeikommissar Marg, einen der schneidigen Polizei- Blatt herausgibt, das bis Mitte August 1907 den Titel„ Wohnungs- beschäftigt. Die erste Verhandlung fand vor dem Schöffengericht beamten Spandaus, welcher jetzt auf dem Nonnendamm ftationiert anzeiger für Berlin W., Charlottenburg, Schöneberg und die west- statt. Die Berufung der Angeklagten wurde von der Straf. ist, wird vom Magiftrat eine jährliche Beihilfe von 250 M. für Berlichen Vororte( Charlottenburger Wohnungsanzeiger)" führte, dann fammer verworfen. Auf die Revision hatte das Stammergericht legung seiner Wohnung nach dem Nonnendamm beantragt. Be- aber Wohnungs- Bettung des Westens, insbesondere Wohnungs- das Urteil aufgehoben und die ganze Sache an das Schöffengericht gründet wird die Vorlage damit, daß die Wohnungen auf dem Anzeiger für Berlin W. uf." genannt wurde, Klage auf Unter zurückverwiesen. Dieses verhängte gegen Breiß einen Monat und Nonnendamm erheblich teurer sind, wie in Spandau selbst, und laffung des Titels Wohnungs- Zeitung erhoben. Die Klägerin be- gegen Ulrich zwei Monate Gefängnis. Hiergegen legten die An daß der Beamte zwei Söhne hat, welche die hiesige Realschule hauptete, der Beklagte, der allmählich ohne jeden äußeren Grund geklagten wiederum Berufung ein. Das letzte schöffengerichtliche besuchen. Da diese zum Besuch der Schule die Straßenbahn be das Wort„ Wohnungs- Beitung" in dem Titel feines Blattes vor Erkenntnis war auf Grund folgenden Sachverhalts ergangen. mugen müssen, so erwachsen dem Beamten dadurch größere Ausschiebe und die frühere Bezeichnung Wohnungsanzeiger" nach und Am 20. Juli 1907 hatten die Angeklagten schon vom frühen gaben. Es kam bei dieser Vorlage zur Sprache, daß man ja be- nach zurücktreten lasse, verstoße gegen§ 8 des Gesetzes zur Be- Morgen an gefneipt. Kurz nach 10 Uhr abends erschienen sie in abfichtige, die Polizeibeamten zu vermehren und man die Vorlage tämpfung des unlauteren Wettbewerbs, indem er im geschäftlichen start angetrunkenem Zustande an dem Billettverkauf des Hoch so lange warten lassen könne. Namentlich führte dies der Genosse Berkehr die besondere Bezeichnung ihrer Druckschrift, nämlich den bahnhofes Kottbuser Tor". Die Verkäuferin händigte ihnen irr Stadtverordneter Schmidt I an. Dieser wies auch darauf hin, Titel" Wohnungs- Zeitung" in einer Weise benuke, die darauf be- tümlich neben den beiden Fahrkarten auch eine Hundefahrkarte daß die Polizeikräfte in den 20 Jahren ganz erheblich vermehrt rechnet und geeignet sei, Verwechselungen mit der besonderen e- für den in ihrer Begleitung befindlichen großen Schäferhund aus, worden seien. Auf den Zwischenruf des Stadtverordneten Kleinert, zeichnung, deren jie sich befugterweise bediene, hervorzurufen; die obwohl die Beförderung so großer Hunde auf der Hochbahn polizeidaß auch die Einwohnerzahl gewachsen, erwidert Genosse Schmidt: Bezeichnung Wohnungs- Beitung" babe für ihre Berlinische Wohlich verboten ist. An der Fahrkartenkontrolle verwehrte ihnen Aber nicht in dem Maße, wie die Polizeibeamten vermehrt sind. nungs- Zeitung" einen unterscheibenden und eigentümlichen Charat. aus diesem Grunde der Bahnsteigschaffner Fechner den Zutritt Allerdings habe man früher auch noch nicht die Bestimmung gehabt, ter erlangt; man verstehe unter Wohnungs- Zeitung" in Berlin zu dem Perron. Die Angeklagten gerieten sofort in große Gr daß auf je 1000 Einwohner ein Polizeibeamter sein müffe. Sier nur ihre Zeitschrift. Der Beklagte bestritt, daß er die besondere regung, schimpften und tobten und wollten unter allen Umständen macht der Stadtverordnete Hutmacher Kleinert den Zwischenruf: Bezeichnung der Druckschrift der Klägerin Berlinische Wohnungs- den Bahnsteig betreten. Durch diese Auseinandersehung entstand Auf 1000 Einwohner müßten mindestens 2 Bo Beitung" benuße, sowie daß er sich einer Bezeichnung der Klägerin bei dem großen Verkehr eine allgemeine Stockung, so daß das lizeibeamte fommen. Ergözlich war es, daß der Ober- in einer zu Verwechselungen geeigneten oder darauf berechneten übrige Bublifum unwillig wurde. Beide Angeklagten weigerten bürgermeister Rölbe als Polizeichef die Vermehrung der Polizei, Weise bediene; er beantragte die Abweifung der Klage. sich, trotz wiederholter Aufforderung, die Bahnsteigsperre frei namentlich die Einrichtung von Bolizeiwachen in den einzelnen Das Landgericht zu Berlin verurteilte den Beklagten nach dem zugeben und schlugen auf Fechner ein, so daß dieser im Gesicht Stadtteilen, noch sehr in Frage stellte in Rüdsicht auf die großen Alageantrage. Auf die Berufung des Beklagten aber erkannte der blutete. Sierauf entfernten sich beide, tamen aber bald darauf Ausgaben, welche der Stadt bevorstehen. Also hier ist der Polizei VI. 3ivilsenat des Kammergerichts zu Berlin durch Urteil vom zurück und verlangten an dem Fahrkartenschalter Zurückzahlung chef so vernünftig, darauf hinzuweisen, daß die Ausgaben durch 23. Januar 1908 abändernd auf Abweifung der Klage. des Fahrgeldes. Da sie die Fahrkarten angeblich verloren hatten, die Vermehrung der Polizei zu groß werden, während ein fo Gegen dieses Urteil hatte die Klägerin Revision beim Reichs- wurde ihnen die Zurückzahlung verweigert. Es tam zu einem genannter Mittelstandsmann, wie der Stadtverordnete Kleinert, gericht eingelegt. Der erkennende II. Bibilfenat erkannte auf Bu- neuen groben Grzeß, bei welchem der Haltestellenaufseher Lipkow Sie nicht genug schreien fönnen, wie schlecht es ihnen gehe, nach rudweisung berfelben. Das Reichsgericht geht in Uebereinstim. tätlich angegriffen wurde. Schließlich wurde Ullrich von den Be mehr Polizei fareit. Allerdings darf man nicht die Behauptung mung mit dem Kammergericht davon aus, baß eine Bezeichnung amten überwältigt und in das Blockwärterhäuschen geschafft. Sier aufstellen, daß der Oberbürgermeister der Vermehrung der Polizei wie Wohnungs- Zeitung" überhaupt nicht den zur Verlegung des sprang er einem anderen Beamten in den Rücken und versuchte unsympathisch gegenübersteht, er wird wahrscheinlich der Verstaat-§ 8 des Wettbewerbgesetzes erforderlichen unterscheidenden, eigen ihn am Signalgeben zu hindern. Die beiden Grzebenten wurden lichung der Polizei das Wort reben. Schließlich wurde die Vor- tümlichen Charakter habe. Sodann komme aber noch in Betracht, von Schutleuten dann zur Wache geschafft. Nach einiger Zeit Lage der Beamtenkommission zur weiteren Vorberatung überwiesen. daß im übrigen die Beitung der Klägerin, wie gerichtskundig fei, als tamen fie nochmals wieder und beschimpften die Beamten bon Nach Erledigung von noch drei kleineren Vorlagen wurden die Berlinische Wohnungs- Beitung" bekannt sei. Damit sei mit Recht neuem. Vor Gericht bestritten die Angeklagten, Widerstand ge übrigen Nummern der öffentlichen Sigung verbagt. Zum Schluß verneint, daß für Berlin und Umgegend die etwas Besonderes, leistet zu haben und behaupteten, von den Beamten zuerst anweist der Stadtverordnete Bender auf das Erdbebenunglück in Eigentümliches nicht enthaltende Bezeichnung Wohnungs- Beitung" gegriffen zu fein. Die Beweisaufnahme fiel jedoch völlig zu Italien hin und ersucht den Magistrat, bis zur nächsten Sigung eine solche individuelle Bedeutung gewonnen habe, daß darunter ungunsten der Angeklagten aus. Das Berufungsgericht hielt mit eine Vorlage groeds Bewilligung einer Spende für die dortigen nur die Zeitung der Klägerin verstanden werde. Rücksicht auf ben überaus gewalttätigen Erzeß auch die erkannten Notleidenden vorzulegen. Der Oberbürgermeister Rölge fagt Strafen für durchaus angemessen und erkannte wiederum gegen Dies zu. Dürfen gebrauchte, aber nicht entwertete Invalidenmarken nochmals reis auf einen Monat und gegen Ullrich auf zwei Monate Gefängnis. Falkenhagen- Seegefeld. Wie Kriegervereine vor der Sozialdemokratie graulich machen, crhellt aus einem Schriftstück, daß dem Vorstand des hiesigen fozialdemokratischen Wahlvereins in die Hände gekommen ist. Wir geben das sonderbare Dokument im wesentlichen hier wieder: Preußischer Landeskriegerverband, Militärberein für Seegefeld und Umgegend. um ihn als willenloses Werkzeug dem Parteizwang, nicht der viel= berwendet werden? " Ueber diese Frage hat das Reichsgericht am 30. Dezember eine prinzipielle Entscheidung gefäüt. Ein Reisender Robert Hamel in Guben hatte in den Monaten Juni und Juli 1907 eine Aufwarte frau gegen 40 Pfennige Halbtagelohn beschäftigt. Diese übergab ihm ihre Invalidenkarte mit der Aufforderung, 7 Invalidenmarken, die fie freiwillig gesteuert hatte, zu entwerten.. tlebte aber feine neuen Marten ein, sondern berwandte die 7 Marken für die Zeit, in der die Frau bei ihm tätig war. Deswegen hatte sich H. vor dem Landgericht Guben zu verantworten, das forach ihn aber von dem Vergehen gegen den§ 187, 2 des Invalidenversicherungsgefeges frei, verurteilte ihn jedoch wegen Betrugs zu 20 M. Geldstrafe. Der Freispruch stützte sich auf eine Entscheidung des I. Reichsgerichts. Senats. Betrug liege vor, toeil er eine auftragwidrige Manipu lation bornahm, die ihm einen Vermögensvorteil von 70 Pf. einFür den wegen Bergehens gegen§ 175 des Strafgesetzbuchs ftedbrieflich verfolgten Rechtsantvalt Franz eifig ist inzwischen der Rechtsanwalt Dr. Natban, Große Frankfurter Straße 78, als Abwesenheitspfleger bestellt worden. Ade Anfragen von Inter effenten find daher an diesen zu richten. Vermischtes. 70 Wohnhäuser und Stallungen niedergebrannt. Wie der Würz burger Generalanzeiger meldet, find in Groß- Rinderfeld an der badisch- bayerischen Grenze 70 Wohnhäuser und Stallungen niedergebrannt. Explosion im Kohlenschacht. Wie„ Daily Chronicle" aus Pittsburg meldet, ereignete sich in Mahbeury( Virginia) in einem Rohlenschachte der Lidranch Company eine Explosion. Dreiundzwanzig Leichen fonnten bereits geborgen eine Explosion. Dreiundzwanzig Leichen fonnten bereits geborgen werden, breißig weitere Vergleute sind noch in der Tiefe ein geschlossen. ein Sprengichuß los. Ein Bergmann wurde getötet, awei tödlich Beuthen, 31. Dezember. Auf der Gieschegrube ging vorzeitig Sehr verehrter Herr Kamerad! Eine turze Spanne Beit ist erst feit jenen Tagen berfloffen, in denen der Ruf: Reserve hat Ruh" in allen möglichen Tonarten erklang. Tausende von Reservisten, übermütig mit dem leichten Reservistenstode fuchtelnd, die Müße fed zur Seite gerückt, haben dieses Lied gesungen, freudig bewegt, nach 2-3jähriger Abwesenheit als„ tüchtige Rerle" in die Heimat zurückzukehren mit dem stolzen Bewußtsein, dem Baterlande den wertvollsten Dienft geleistet zu haben. Wohin gehen sie, diese sonnenverbrannten, strammen Gestalten, über welche bisher der Staat schützend seine Hände ge- brachte. halten hat? Es beginnt für sie der Ernst des Lebens, der Kampf Das Reichsgericht II. Senát hob biefes Urteil aber auf, indem ums Dasein und ums tägliche Brot. Ueberall lauern Gefahren! Heuchlerisch folgt dem Reservisten auf Schritt und Tritt die es sich den Ausführungen des V. Straffenate im Urteil vom Gozialdemokratie. Mit allerhand schönen Vorspiegelungen und 21. September 1906 anschloß. Mit Unrecht habe das Landgericht unerfüllbaren Versprechungen nahen sich ihm die zielbewußten" berneint, daß die Marken erstmalig verwendet waren. Die UnterGenossen. Sie erfüllen das Herz des Mannes, ber foeben noch laffung der Entwertung fei, bedeutungslos, zu berüdfichtigen sei freudig bereit war, für seinen Stonig Leib und Leben hinzugeben, vielmehr, daß die Entrichtung der Beiträge auf dem Gebiete ber mit Haß. Sie fäen Zwiespalt in seine Brust und entfremden ihn Invalidenversicherung regelmäßig durch Einkleben entsprechender seinem fürsorgenden Arbeitgeber, feinen Freunden, feiner Familie, Marten in die Quittungskarte, erfolge, und zwar für alle Verfiche- berlegt. gelobten Freiheit, entgegenzuführen. Vor kurzem noch ftola im rungsfälle gleichmäßig, möge es sich nun um einen Fall der Zwangs Rode des Königs, wird dem Reservisten zugemutet, Beuten au oder der freiwilligen Berjicherung bandeln. Durch die Leistung von felgen, die sich erdreisten, unter dem Beifall der Genoffen aus Beiträgen werde gemäß§ 28 das Recht auf Invaliden- oder Altersaller Welt unserem lieben Vaterlande eine gleiche Statastrophe rente begründet. Die Versicherungsanstalten haben deshalb ein wie Frankreich bei Sedan im Jahre 1870 au wünschen, die die wesentliches Interesse daran, daß die Marken, die bereits einmal Sedan feiernden Patrioten als Siegestümmel" beschimpfen und zur Entrichtung von Beiträgen gedient haben, nicht nochmals bedie den Soldatentod auf dem Felde der Ehre unter den des nußt werden. Dieses Interesse zu schüßen, sei ber§ 187,2 bestimmt. Schweines im Schlachthause stellen. Wenden Sie sich ab, err enn deshalb darin die Wiederverwendung bereits einmal betGroßfener. Der Hannoversche Courier" meldet aus Münster Kamerad, von diesen Volksverführern, che es zu spät ist. Schließen mendeter Marten unter Strafe gestellt werde, so fönne es keinem in Weftf.: Das große Doppelgebäude der Invaliditäts- und AltersDurch unsere guten Beziehungen zu den hiesigen größeren Arbeitgebern ist es uns Aweifel unterliegen, daß mit dem Ausdruck erstmalig verwenden" versicherungsanstalt steht in Flammen. Das Dachgeschoß mit dem möglich, Ihnen bei vorkommender Arbeitslosigkeit Arbeit zu ber beide im wesentlichen gleichartig gelagerten Fälle der Versicherung Archiv der Anstalt ist bereits böllig vernichtet. mitteln. Durch Abschluß mit der Sterbefasse des Deutschen gemeint seien. Es wäre unrichtig, den Begriff des erstmalig berKriegerbundes werden nach Ihrem Ableben Ihren Hinterbliebenen wenden" auf die aus Anlaß der Versicherungspflicht gebrauchten 100. fofort in bar ausbezahlt. In Zeiten der Not, bei Krant- Marken zu beschränken, wie das der I. Straffenat tat. Unter heitsfällen erhalten Sie unterstüßungen. Unsere Bersamm Wiederverwendung verstünde man alle die Tätigkeitsakte, durch die lungen finden am Sonnabend nach dem 15. eines jeden Monats der Schein der ordnungsgemäßen Verwendung hergestellt werden im Lokal des Kameraden Edmund Hamann statt. Wir erwarten solle. Deshalb müsse. nach dem§ 187,2 des Invalidenversiche Sie bestimmt. rungsgefeßes bestraft werden. Mit kamerabschaftlichem Gruße! Det Vorstand. J. A.: Hesse." Die Lohnvorenthaltung seitens eines Baumeisters brachte gestern mehreren zumeist unbescholtenen Arbeitern Gefängnisstrafen ein. Auf die im Stile des Reichsverbandes gehaltenen unsinnigen Schmähungen unserer Bartei hier einzugehen, erübrigt sich wohl. Interessant ist der Hinweis auf die guten Beziehungen zu den hiesigen größeren Arbeitgebern", deren sich die Striegervereinler Unter der Anklage der Freiheitsberaubung und der versuchten rühmen. Der Unterzeichner dieses Vorstandsbriefes, Herr Hesse, nötigung waren die Maurer Dorn, Kreuzberg, Krieg, Labigke, war, nebenbei bemerkt, bei der diesjährigen Landtagswahl im Remis, Nicolai, Glöde, Berndt und Mundt vor der Strafkammer Wahlbezirk Seegefeld- Gutsbezirk eifrig für die Wahl liberaler" des Landgerichts I angeflagt. Die mit Ausnahme von Dorn Wahlmänner tätig. Die hiesigen girta 600 Arbeiter und Arbeite- bisher unbestraften Angeklagten arbeiteten sämtlich auf dem rinnen aber sollten sich einmal merken, daß sie als Mitglieder Neubau Uedermünder Straße 40, der von dem Baumeister G. eines Krieger- oder ähnlichen nationalen" Vereins bei den hiesigen ausgeführt wurde. Am 11. Januar b. 3. berbreitete sich hier Gastwirten gern gesehene Gäste find. Wenn sie aber als Mit- das Gerücht, daß der Baumeister berfracht jei und deshalb teinen glieder der Gewerkschaften oder des sozialdemokratischen Wahl- Lohn zahlen tönne. Nach Feierabend versammelten sich die sämt veceins gemeinsam ihre wirtschaftlichen oder politischen Interessen lichen Bauarbeiter vor der Bude des Maurerpoliers Altermann vertreten wollen, verweigern ihnen sämtliche hiesigen Gastwirte und verlangten von diesem Auszahlung ihres Lohnes. A. beihre Räume. Darum, Ihr Arbeiter und Arbeiterinnen, tretet in beutete ihnen, daß er selbst von dem Bauherrn noch kein Geld be. Naffen dem Wahlverein und den Gewerkschaften bet, damit der tommen habe. Bugleich teilte er den sehr aufgeregten Beuten 83 262 Mart unterschlagen. Ueber den Löffel barbiert wurde die Stadt Freiburg i. B. durch den Kassierer des städtischen Elektrizitätswertes. Er hatte es fertig gebracht, in der Zeit von 1904 bis 1908 im ganzen 88 262 Mart zu unterschlagen. Löffel, so heißt der brave Batriot, ist als Jäger im Walde tot aufgefunden worden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großbaudel in den Reutral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: gufubt schwach, Geschäft lebhaft, Preise unverändert. Bild: Bufuhr ge nügend, Gefchäft rege. Preise etwas nachgebend. Geflügel: gufubr reichlich, Geichäft schleppend. Breite nachgebend. Fische: Zufuhr über Be bari, Geschäft schleppend, Breise nachgebend. Butter und safe: Ge chäft ruhig, Preise für Butter nachgebend. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend. Geschäft schleppend, Breise gedrüft. Rixdorf. Fritz Hoppes Fest- Sale, Heute Neujahrstag im groß. Parkettanal: Hermannstraße 49. sowie jeden Sonntag bel stark besetzt. Orchester. Großer Ball Anfang 4 Uhr. Große und fleine Säle, bis 2000 Personen, stehen den geehrten Beicinen sowie 3. Privatfestlichkeiten u. Hochzeiten 3. Berfüg. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. rele Boltsbühne. Freitag, den 1. Januar, nachmittags 3. Uhr, 11. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Julius Cäsar. 4. Abteilung im Thalia- Theater: Sebeum. 8. Abteilung im Leffing Theater: Die verfunkene Glode. Sonntag, den 3. Januar, nachmittags 3 Ubr: 1. Abteilung im Neuen Schauspielbaufe: Rabagas. 6. Abteilung im Leffing Theater: Die versunkene Glode. Nene Freie Voltsbühne. Am 1. Januar, nachmittags 2, Uhr im Deutschen Theater: Was ihr wollt; in den Kammerspielen: Medea; nachmittags 3 Uhr im Renen Theater: Jahrmarkt in Bulsnig; im Neuen Operetten Theater: Der Opernball; im Berliner Theater: Der Traum ein Leben; im Hebbel- Theater: Erde; im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhaus: Madame Sans Gêne. 9 Am 3. Januar: nachmittags 2, Uhr: im Deutschen Theater: Was ihr wollt; in den Stammers spielen: Medea; im Neuen Theater: Jahrmarkt in Bulsnig; im Neuen Operetten Theater: Der Dpernball; im Berliner Theater: Mercadet; im hebbel Theater: Erde; im Friedrich Wilhelmstädtisch. Schauspielhaus: Wilhelm Tell; im Schiller Theater O: Ein Boltsfeind; im Schiller- Theater Charlottenburg: Julius Cäsar. Freitag, 1. Januar. Anfang 7 Uhr. Rönigliches Opernhaus. bäufer. Anfang 8 Übr.) Sonnabend: Fra Diavolo. Zann Königl. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Connubend: Die Braut Messina. bon Gaftspiel Theater. Drahtlose Tel graphie. Anfang 8%, Uhr. Rachmittags 3, Uhr: Der eine Lord. Sonnabend: Drahtlose Telegraphie. Bürgerl. Schauspielhaus. Der Militärftat. Rachmittags 3 Uhr: Aschenbröbel. Sonnabend: Geichlossen. Rachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Gebrüder Herrufeld. Die beiden Bindelbands. Sonnabend: Diefelbe Borstellung. Ap uo. Onkel Stafimir. Spezialitäten. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Donnerwetter- tadellos. Nachmittags 3 Uhr: Durchlaucht Radieschen. Sonnabende Donnertetter- tabelLos. Wintergarten. Spezialitäten Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Vannge. Spezialitäten Nachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. Connabend: Dieselbe Borstellung. Kafino. Die Dianabäder. Spezialitäten. Rachmittags 4 1hr: Neezengasse 8a. Sonnabend: Die Dianabäder. Reichshallen. Stettiner Sänger. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Svezialitäten Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Folies Caprice. Servus Pschefina. Luftige Ehemann. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Gustav Behrens. Der Obersteiger. Spezialitäten. Sonnabend: Diefelbe Borstellung. Parodie. 2X3= 7. Die Zauberflöte. Anfang 8, Uhr. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Irania. Taubennraße( 7:49. Nachmittags 4 Uhr: Jerufalem. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Sataralt. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Abends 8 Uhr: Sizilien. Schiller- Theater. 0.( Wallner- Theater.) Freitag, nam. 8 Uhr: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aften von Fr. Schiller. Freitag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Sonnabend, abends 8Uhr: Das Opferlamm. Sonntag, nadm. 3 Uhr: Ein Volksfeind. Sonntag, abends 8 Ubr: Charleys Tante. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, nach m. 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. Lustspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Freitag, abends 8 Ubr: Komtesse Guckerl. Luftspiel in 3 Aften von Franz von Schönthan nnd Franz Koppel- Eufeld. Sonnabend. abends subr: Vater und Sohn. Sonntag, naam. 3 Uhr: Julius Cäsar. Sonntag, abends 8 br: Komtesse Guckerl. Castans Panoptikum, Friedrichstr. 105 ( Pschorr- Palast). Bis 8. Januar 1909: Jeder Erwachsene kann Familientage! ein Kind frei einführen! Ohne ExtraEntree! Schnewittchen und die sieben lebenden Zwerge. Die heilige Familie. Klitsch und Klatsch, Allotria- Duettisten. Variété Vorstellung der Zwerge. Zirkus Schumann. Heute Freitag, den 1. Januar 1909: Prosit Neujahr! 2 Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Jerusalem. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Sonnabend 4 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Abends 8 Uhr: Sizilien. XIV. Saison. Zirkus Busch Freitag, den 1. Januar 1909, Neujahrstag: Große außerordentliche Berliner Aquarium 2 Gala- Vorstellungen 2 Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Neujahrstag Eintrittspreis: 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. Passage- Panoptikum. Volkstage! Jeder Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! Geschenke im Werte von über 1000 Mark. Darunter Einzelgeschenke von 20 Mark. Ein Stündchen im Himmelreich. Die singenden Engelsköpfchen. Lebend: Das Bärenweib. 2 große brillante Gala- Fest- Vor sind frei. Alles ohne Extra- Entree! 7% Uhr, nachmittags In beiden Vorstellungen, nachm. u. abends: Ausnahmsweise und ungekürzt die unstreitig mit dem aufrichtigsten und großem Beifall ausgezeichnete Pracht- Ausstattungspantomime Golo, der Seeräuber u. Mädchenhändler @ternwarte, vaubentr. 57/62. mit seinen sich von Akt zu Akt steigenden unübertrefflichen feenhaften Effekten. In beiden Vorstellungen nachm. und abends: Passage- Theater, Heute 2 Vorstellungen: Nachm. 3-7( kleine Preise), abends 8-11 Uhr. Willi Agoston in der tollen Burleske Neues Theater. Paet, ein Wunder der Natur Berlin im L.L. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Lage: Israel. Neues fönigl. Opern Theater. Kleines Theater. Doktor Klaus. Sonnabend: Geschlossen. Deutsches. Revolution in Krähwintel. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Rachmittags 3%, Uhr: Treulieb und Wunderhold. Kammerspiele bon Gleichen. Der Graf Sonnabend: Niemand weiß es. Anfang 8 Uhr. Leffing. Bregenburg. Sonnabend: Nora. Berliner. Einer von unsere Leut'. Nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Sonnabend: Herodes und Mariamne. Schauspielhaus. Nenes Sünde. Sonnabend: Rabagas. Neues. Jsrael. Die Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Kleines. Moral. Nachmittags 3 Uhr: 2 × 2= 5. Sonnabend: Moral. Komische Oper. Zaza. Rachmittags 3 Uhr: Tiefland. Connabend: Die Zwillinge. Nachmittags 3 Uhr: Ballett Loïe Fuller. Hebbel. Thummelumsen. Sonnabend: Diefelbe Borstellung. Residenz. Kummeie dich um Amelie. Nachmittags 3 Uhr: Ganz der Papa. Anfang 8 Uhr. Moral. Theater des Westens. Allabendlich 8 Ulbr: Der tapfere Soldat. Heute u. Sonntag nadm 3, Uhr halbe Preise: Ein Walzertraum. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, 1. Januar, nachm. 3 Uhr: Madame Sans- Gêne. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Max und Moritz. 8 1hr: Husarenfieber. Sonntag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: In belden Vorstellungen: Die nene Sensation, direkt von Amerika: Miß Smith mit ihren hier noch nie gesehenen Seil laufenden Pferden! 两 Schwarzer Friedrichsberg Grand Hotel- Festsäle 1000 Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b+ Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6, Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Inh.: Gebr. Arnhold. Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Freitag, den 1. Januar 1909:. Großer Neujahrsball. Unter Leitung des Herrn 0. Bürger. Einer von unsere Lent. Gastspiel- Theater Nachm. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Lustspielhaus. Nachm 3 Uhr: Panne. Abends 8 Uhr: Sonnabend: kümmere dicam Die glücklichste Zeit. Amelie. Schiller 0. ( Wallner beater.) Cearleys Tante. Rachmittags 8 Uhr: Bilhelm Zell. Sonnabend: Das Opferiamm. Sche Charlottenburg. Stomtesse Buderl Rachmittags 3 Uhr: Weh dem, der ligt. Sonnabend: Vater und Sohn. Friedrich Wilhelmstädt. Husaren fieber. Nachmittags 8 Uha: Madame Sans Gêne. Sonnabend: Husarenfieber. Rachmittags 4 Uhr: Mag und Morig. Weften. Der tapfere Solbat. Hebbel- Theater Köpenicker Straße 68. 7, Uhr: Gastspiel Frl. Hedwig Lange: Drahtlose Telegraphie. Nachm. 3, Uhr: Der kleine Lord. stöniggrüßer Str. 57/58. Anf. 8.DERNHARD ROSE THEATER Thummelumsen. Neues Operetten- Theater. Echiffbauerdanim 25, a. d. Luisenstr. Nachm. 3 Uhr: Der Operaball. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: DI Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Brüderlein fein. Sonntagspreise. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: Der Glöckner von Notre- Dame. Metropol- Theater Nachmittags 3 Uhr: ( Berlin Im lenkbaren Luftschiff) und das grandiose:: Januar- Programm. 10 erstklass. Nummern Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Nachm. 3 Uhr: Aschenbrödel. Märchenspiel in 6 Bildern von Wil und Baumbach. Ms Einlage: Kinderballett. Abends 8 Uhr: Der Militärstaat. Lustspiel in 4 Atten von Moser. Morgen Sornabend na um. 4 Uhr zum legtenmal: Aschenbrödel. Gebrüder HerrnfeldA Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die beiden WWBVEN Bindelbands BARTEN Heute: Première! Fragson. und der vollständig neue Künstler- Teil. Toska- Trio. Glida Vincenza, Bernals et Chivo, Otto Otto, Boheme- Quartett. Olga Desmond Stadt- Theater Moabit. und 10 hochinteressante Debüts. Größter und vornehmster TheaterSonntag, den 3. Jannar: faal Moabits. Rachm. 4 und abds. 7, Uhr. Um 4 Uhr hat jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahren auf allen Sigplägen frei. Jedes weitere Stind halbe Breife.( Galerie volle Breise.) In beiden Vorstellungen: Lebendig begraben! Wiederauf MiB Surajah! treten von Der weibliche Fafir. In beiden Vorstellungen: Barbarossa! In beiden Vorstellungen: Die glänzenden neuen Debuts. Ju beiden Vorstellungen: Debut! Mascotte Trio! In beiden Vorstellungen: Debut: Mr. Poltafzeff! In beiden Vorstellungen: Gigerlelown Alfr. Daniels. In beiden Vorstellungen: Das Moto- Baby! Ju beiden Vorstellungen: Borführen und Reiten der best dress. Schul-, Freiheitsu. Springpferde. Sämtl. Clowns mit den neuesten Wigen u. Späßen. Morgen, Sonnabend, den 2. Januar: Gr. Gala- Abend. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 3. Januar 1909: Zapfenstreich. Drama in 4 Aften v. Fr. A. Beyerlein. Anfang 7, Uhr. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19,20. Rosenth. Tor Heute Freitag: 2 Vorstellungen, nachmittags 3, Uhr fleine Preise. Jeder Besucher ein Kind frei! u. abends 8 Uhr. In briden Vor nellungen die gänzlich neuen Januar- Spezialitäten. Im Tunnel: Regimantskapellen etc. Theater. beiucher haben frelen Eintritt!!! Casino- Theater Lothringer Str. 87. Täglich 8 Uhr Das glänzende Januar- Programm Jubelnder Lacherfolg! Die Dianabäder. Freitag 4 Uhr: Reezengasse 8a. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch Folies Caprice. Durchschlagender Erfolg! Ein lediger Ehemann. Anfang 8%, Uhr. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Das vollständig neue Januar: Programm: „ Die tolle Lolo" Boffe mit Gesang in 1 Att. Alt- Moabit 48.( Tel. II 2492) Ein Berliner muß es sein Freitag, den 1. Januar 1909: Rachmitags 3 Uhr: Ein Balzertraum. Kümmere Dich um Amelle." Durchlaucht Radieschen Nachmittags- Vorstellung. Der Hüttenbesitzer. Sonnabend: Der tapfeie Soldat. Rachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Thatia. Mein Leopold. Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Rachmittags 4 Uhr: Mag und Moriz. Luisen. Die Kinder des Kapitän Grant. Nachmittags 3 Uhr: Der Sonnwendhof. Sonnabend: Die Kinber des Kapitän Grant. Nachmittags 4 Uhr: Der Rattenfänger von Hameln. Schwank in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Ganz der Papa. Freitag, 1. Jan., nadm. 3 Uhr: Sonntag, 3. Jan., nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Luisen- Theater. Radmittags 3 Uhr: Been to Der Tonnwendhof Bernhard Moie. Brüderlein fein. Rachmittags 3 Uhr: Der Glödner von Notre- Dame. Abends 8 Uhr: Abends 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Sonntag, 3. Januar, nachm. 3 Uhr: Kleine Preise! Anfang 3 Uhr. alast- Theater gal Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Schauspiel in 4 Aften v. G. Dhnet. Auf. d. Borst. 8, Kaffenöffnung 5 Uhr. Konzert 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Vorverkauf v. 10-1 Uhr i. Zheater. Restaurant. Durchlaucht Radieschen. Das Monstre- Januar- Programm. Eaglich von 4 Uhr nachmittags an POLLO 12 Attraktionen 12 Theater unter anderen: Belt. Inhaber der BeltSonnabend: Brüderlein fein. Die Kinder des Kapitän Grant. Stürmer adherfolg. Athos, der befte Degenfünfiler der Nachmittags 4 Uhr: Frau Holle. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Der 8% 1br: meisterschaft u. Igl. Auszeichnungen. Amerikanischer Heffeltünft 23aben eater. Die Schöpfung. Rottenfänger von Hameln. Abends: nkel Casimir. Horton, ter und Rettenfprenger. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung, Lun teisuus. Die glücklichste Beit. Rachmittags 3 Uhr: Banne. Sonnabend: Die glüdliche Zeit. Trianon. Der Satyr. Die Kinder des Kapitän Grant. Zum 1. Wale in Deutschland. Preisgefronte Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Dazu: Die Debüts der phäno: Ada Marcell, Schönheit. Abends: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Die Kinder des Kapitän Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Grant. Reaes Operetten. Die Dollar prinzessin. Nachmittags 3 Uhr: Der Obernball Reichshallen- Theater Sonnabend: Die Dollarpi ingeffin. Nachmittags 3, Uhr: Den stönig drüdt der Schuh. Berliner Operetien Theater SW. Havana. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Die zärtlichen Sonnabend: Havana. Berwandten. Nachmittags 4 Uhr: Goldhärchens Himmelfahrt. Cari Haveriant. Spezialitäten. Rachmittags 3 Uhr: Spezialitäten. Sonnabend: Dieselbe Vorstellung. Stettiner Operette von Max Winterfeld. mentalen Attraktionen. 1. a.: Die goldene Armbinde von Berlin. Radrennen Internationales Am Brunnen vor dem Tore. unter dem Protef torat von Professor Johannes Borse Pilu??? Labelle Alexia. Les fleurs Polonaises, zum erstenmal in Beilin. Sänger.w.Noacks Theater Zum Schluß: Bolfsstüd mit Gefang in 1 Att. Familienfarten, halbe reise, wochentags überall gratis. Der Riefe Langhoff 23 Jahre alt, 2,15 Meter groß. Kottbuser Sanssouci, Strade 6 Direftion Wilhelm Reimer. Heute Neujahr: Große Fest- Soiree. Anfang des Songer ts 5 Uhr. Unfang d. Boritell. 7 Uhr. Hoffmanns Horddeutsch, Sänger Fräulein Zange. Br. Bad Erfolg! Neujahrs- Kränzchen. Hochintereffantes aftuelles Programm. Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Dienstag, den 5. Januar: Theater- Abend. Brunnen- Theater Sonntag, Montag und Donnerstag: Babftrage 58. Direttion: Willi Voigt. Dueftion. Rob. O1. Seminentr. 16. Freitag, 1. Jannar, nam. 3 Uhr: Erstes Wiederauftreten von Anti- Xantippe ober: Krieg den Frauen. Der Kompagnie- Hans Adolfi- Udo Hurst. Ball". Militär. Humoreste von Megjel Anfang heute 7 Uhr. Gewonnene Herzen Luftiplel in 5 aften von 3. Stneijet. Boltsitud mit Gelang und Tanz. Anfang 7 Uhr. Entree 40 Bf. Ball. Abends 7 Uhr: Spottvögel. Sonnabend zum erstenmal: Hei Bosse m. Bef. in 4 Aft.v. W. Maunstädt. rat per Dampf. Mufil von G. Steffens. Berantwortlicher Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Für denJnjeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Eans. Posse mit Gelang in 1 Aft und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Anfang 8% Ubr. B. 0. Sonntags 6 Uhr. Blüthnersaal, Lützowst. 76. Blüthner- Orchester Freitag, d. 1. Jan., Uhr: Populäres Henlabs- Konzert Dir.: Ferdinand Neisser. Solist: Konzertmstr.Lambinon( Violin.) Progr.: Egmont- Ouverture, Suite L'Arlosiene, Ungarisch. Rhapsodie Wotans Abschied Karten a 1.50. 1.00, 0,75 M. B. 0. usw. Sonntag, den 3. Jan., 7, Uhr: Populäres Konzert Dir.: Ferdinand Neisser. Solisten: Hr. Conrad( Klarin.). Hr. Alschausky( Posaune). Karten a 1,50, 1.00, 0,75 M. Vorverk. b. Bote& Bock, Wertheim usw., Orch.- Bur.Lützowstr.76 n. a. d. Tgs-.a. Abdkass.d. Blüthnersaales a. Konzertage. Berliner Eis- Palast Dr. Schünemann 93 56233 Svezial- Arzt für Ständige Eisbahn. Bon 12 Uhr Haut- und Harnielden, nuttags bis 12 Uhr nachts geöffnet. Großes Konzert. Frauenkrankheiten. Eislauf im Spreewald". Abends 9 u. 10 Uhr Autreten Friedrichstr. 203, Ede Schützenstr. eviter Eistunitläufer und Läuferinnen. 10-2, 5-7, Somt. 10-12 Uor, Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Dr. L. 26. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Maffenelend vor dem Einzelrichter. II. Teil der Tagesordnung der vorigen Generalversammlung er ledigte. Am 6. und 7. hielten die freien Jugendorganisationen Deutsch lands eine Konferenz in Berlin ab. Der wesentlichste Teil ihrer Beratungen galt der Frage der Jugendorganisation, deren Selbstständigkeit gefordert wurde. Man betrachte einmal ein Dußend Fälle, in denen Bettler, Obdachlose und dergleichen Parias vor dem Richter erscheinen. Wie schnell das geht! Zwanzig Berurteilungen in der Stunde ist noch lange nicht der Reford. Mancher Richter bringt es aufbruchs der Wiesenthaler abgehalten. dreißig. Die Guillotine ist gar nichts dagegen Richter: Sie heißen Lachmann, find Arbeiter und haben gebettelt? Nummer 1: Ja, ich habe Hunger gehabt. Nichter: Ich denke mir, es wird wohl mehr Durst gewesen sein. Warum zittern Sie denn so? Soldat gewefen? Nummer 1: Ich bin krant. Richter: Krant?? Nummer 1: Lungenkrank, ja. Am 7. wurden 10 öffentliche Gewerkschaftsversammlungen zugunsten des Rohrlegerstreiks und zur Kennzeichnung des Streits Am 16. wurde der Streik der Rohrleger beendet, nachdem sich herausgestellt hatte, daß infolge des von den Wiesenthalern betriebenen Verrats ein weiterer Erfolg nicht zu erreichen war. An demselben Tage wurde die Agitation für die Gewerbegerichtswahl in Berlin eingeleitet durch eine Versammlung der Gewerkschaftskommission, welche auch manche Mängel in der Rechtsprechung des Gewerbegerichts fritifierte. Am 20. fand in der Neuen Welt" die imposante deutschenglische Friedensdemonstration statt. Es sprachen die englischen Nichter: Noch kein Grund zum Betteln! Zuletzt sind Sie Arbeiterführer Maddison, Appleton, Shakleton, Allen und von deutscher Seite die Genossen Legien und Richard Fischer. Am 29, wurden in den sechs Berliner Wahlkreisen sowie in einigen Vororten Parteiversammlungen abgehalten, Delegierten über den vom 13.- 19. in Nürnberg stattgehabten vierzehn Tome! Parteitag Bericht erstatteten. mit drei Wochen bestraft, auch wegen Bettelns. Amtsanwalt: Beantrage ebenfalls drei Wochen. Richter: Haben Sie' was jetriegt beim Betteln? Nummer 1: Einen Pfennig hab' ich befommen. Richter: Drei Wochen sind beantragt. Na Nehmen Sie an? Nummer 1( weint zustimmend). Amtsanwalt: Verzichte. Es geht aber auch noch schneller, so daß sogar dem Amtsarmalt fein zum Vorzüglich" verstümmeltes Verzichte" erspart bleibt. Dazu ist nur nötig, daß der Missetäter eine ähnliche Routine befißt wie der Richter. Etwa so: Richter: Sie haben Ihr ganzes Leben lang nur gebettelt. Nummer 2( schweigt). Amtsanwalt: Beantrage sechs Wochen. Nummer 2( nidt). Manche gehen noch über die resignierte Annahme ihrer Strafe hinaus: fie bedanken fich geradezu, und wenn nicht eine Barriere zwischen ihnen und dem Richter befestigt wäre, so würden sie ihm fiche: obendrein die Hände füssen Richter: Sie haben im Bäderladen um ein Brötchen gebettelt, aber feins gekriegt. Nummer 3: Die Frau hat den Schuhmann geholt. Richter: Sie sind bereits vor einem Monat wegen Bettelns zu zwei Wochen verurteilt worden. Kaum sind Sie' raus, da betteln Sie wieder. Nummer 3: Ich habe einen Schädelbruch gehabt.. Richter: Stimmt. Nach den Aften sind Sie gemütstrant. Epileptifer. Amtsanwalt: Beantrage mit Rüdsicht auf die Vorstrafen drei Boden Haft. Richter: Na- zwei Wochen! Sie sind auf dem Wege zum Arbitshaus! Nehmen Sie an? Nummer 3( dankbar): Zweimat acht Tage, ja. Amtsanwalt: Verzichte. Resignation ist das durchgängige Kennzeichen aller Verhandlungen", die vor diesem Gerichtshof stattfinden. Zur Resignation erjieht ja die famose Gesellschaft ihre Ausgestoßenen. Mag einer nech so sehr sich bemüht haben: der geringste Rüdfall in das Verbrechen des Bettelns genügt, um ihn wieder ans Messer zu Tiefern das Gefängnis, heilig groß, nimmt ihn auf in seinen Schoß Richter:... Sie sind also girta sechzig Jahre alt. Hatten bas Bech, gestern beim Betteln erwischt zu werden. In der legten Zeit haben Sie sonst Glüd gehabt. Seit dreiviertel Jahren. Rummer 4: Ich habe gearbeitet. . Richter: Ach nee! Machen Sie feine Sachen. Wahrhaftig, Selebemarken! Hat also gearbeitet. Na ja: die gute Wirkung der Korrektionshaft! Bweiundfünfzig Bierzehnpfennigmarten haben Sie geklebt. Also doch wohl irgendwelche ernstliche Arbeit. Scheinen auf dem Wege zur Besserung zu fein. Umtsanwalt: Beantrage mit Rüdsicht auf die Borstrafen drei Wochen Haft. Richter: Na eine Woche! Weil Sie gearbeitet haben. Nummer 4: Ja, ich danke. Amtsanwalt: Berzichte. Die Gesellschaft wäscht ihre Hände.... Wer fintt, der fint durch seine eigene Schuld. Oder, wie der Richter in einer Bause ernsthaft erläuternd bemerkt: Neunzig Prozent der Borges führten find an ihrer Berkommenheit selber schuld. Bei den übrigen zehn Prozent sind die Verhältnisse... mitschuld."!! Das sozialökonomische Verständnis der deutschen Richterschaft ist noch etwas frappierender als ihre Befangenheit in Klaffen borurteilen. 9 Momentbilder aus der Berliner Arbeiter. bewegung im Jahre 1908. September. Am 3. wurde das Tarifverhältnis für die Wäschebranche mit einigen Verbesserungen durch beiderseitige Vereinbarung vor dem Gewerbegericht auf drei Jahre verlängert. Oktober. oat die Freitag, 1. Januar 1909. Organisationen auf dies System gesetzt hatten, wurden zuschanden. Die freien Gewerkschaften brachten eine erdrückende Stimmen mehrheit auf und erzielten dadurch einen glänzenden Erfolg. Am 29. fonnte wieder einer jener Nichtgentlemen an den Pranger gestellt werden, welche die Organisationen der Arbeiter gegen Judaslohn zu bespiteln haben. Diesmal war es der Polizeispizel Wilhelm Schlaf, dem die Maske vom Gesicht gerissen wurde in einer Versammlung der Berliner Jugendorganisation, in die er sich unter dem falschen Namen William Springer Eingang verschafft hatte. Dezember. der schon dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein angehört Am 2. starb Genosse Otto Klinger, einer von der alten Garde, hatte. Am 4. tagte in Berlin eine Konferenz der Chauffeure Deutschlands. Sie nahm Stellung zu dem Automobilgesehentwurf. fammlung ab. Sie forderte von den Behörden Maßnahmen zur Am 11. hielt die Berliner Gewerkschaftskommission eine VerLinderung der Arbeitslosigkeit, kritisierte das am 17. November fürwortete die Anwendung des Hauslistensystems bei der nächsten zur Anwendung gefommene unzweckmäßige Zählsystem und bes Zählung. Am 13. verbreiteten die Parteigenossen ein Flugblatt gegen das persönliche Regiment in der Regierung Deutschlands. Am 15. beschlossen die Bäcker eine Petition an den Reichstag, jeder Woche fordert. welche die gefeßliche Einführung eines 36stündigen Ruhetages in Am 3. wurden die Parteigenossen wieder von einem herben Verluft betroffen. Genosse Tuyauer, ein alter, in schwerer Zeit Am 17. führten unsere Genossen in der Rigdorfer Stadtbewährter Kampfgenosse, wurde uns durch den Tod entrissen. Am 14. war ein Ereignis aus dem Polizeisumpf zu ber schlechterung des Kommunalwahlrechts. verordnetenversammlung einen energischen Kampf gegen die Verzeichnen. Auf einem Zahlabend im dritten Wahlkreise wurde der feinen Erfolg. Der Kampf hatte leider Kriminalschuhmann August Baduck entlarvt, der sich unter dem stimmte geschlossen für den Verschlechterungsantrag, ein AngstDie bürgerliche Mehrheit der Stadtverordneten falschen Namen" Maurer August Buhlmann" in die Partei- produkt, hervorgerufen durch unsere Wahlerfolge in der zweiten organisation eingeschlichen und feine Kollegen vom Alexanderplatz Abteilung. auf die Suche nach 10 000 Revolvern geschickt hatte. Am Am 19. fanden in Charlottenburg Stadtverordneten- Ersatz- Kanalisations- und Riefelfeldarbeiter gegen die Ablehnung ihrer 19. protestierte eine Versammlung der Berliner wahlen statt. Gewählt wurden die Parteigenossen Scharnberg Lohnforderungen durch die Verwaltungsdeputation. und Ewald. Am 20. wurden aus Anlaß der Eröffnung des preußischen Landtages sechs große Versammlungen abgehalten, welche unsere Stellung zur preußischen Politik vertraten. Vorher hatten die Parteigenoffen eine Agitationsnummer des Vorwärts" in den Häusern verteilt. " Am 20. war auch ein gewerkschaftlicher Erfolg zu verzeichnen. Der Tarifvertrag der Gold- und Silberarbeiter wurde von den Arbeitgebern, entgegen ihrer ursprünglichen Abficht, auf ein weiteres Jahr anerkannt, nachdem die Arbeiter einen kurzen Streit durchgeführt hatten. Am 29. wurde Petersen, Redakteur der" Post", wegen Beleidigung des Genossen Richard Fischer gerichtlich verurteilt. Die bon der" Post" und anderen gesinnungsverwandten Blättern folportierte Behauptung, Fischer habe als Geschäftsführer der „ Vorwärts"-Druderei Schmiergelder genommen, war damit als elende Verleumdung gekennzeichnet. November. Am 1. fand eine große Protestversammlung im Feenpalast" statt. Gegenstand des Proteftes war das Auftreten des Präsidenten des preußischen Abgeordnetenhauses, der dem Genossen Adolf Hoffmann das Wort entzogen hatte, als dieser gegen die Forderung von Staatsmitteln zu firchlichen Zweden sprach. In der Neuen Welt" wurde eine große Protestversammlung abs Am 20. fand ein Nachspiel zum Rigdorfer Wahlrechtsraub statt. gehalten. Die Wahlrechtsräuber wurden gebührend gekennzeichnet und scharf verurteilt. Nach der Versammlung veranstaltete die Polizei eine Attade gegen heimkehrende Versammlungsbesucher in den Straßen Rigdorfs. fuchte Konferenz für den Gau Brandenburg ab. Die VerhandAm 27. hielt der Zentralverband der Zimmerer eine stark belungen derselben waren auf den Grundton gestimmt: Nicht nur für die Verbesserung unserer materiellen Verhältnisse wollen wir sorgen, nehmertum. Auf gewerkschaftlichem und politischem Gebiet wollen sondern uns rüsten zu den unvermeidlichen Kämpfen mit dem Unterwir mitarbeiten an der Befreiung der Arbeiterklasse. des alten Jahres. Das war das letzte Ereignis in der Berliner Arbeiterbewegung Briefkaften der Redaktion. -W Die inriftifthe Ebrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter of, dritter Eingang, vier Treppen, Bonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 lbe. Jeder Aufrage ist ein Fahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9%, br tatt. Geöffnet 7 1hr Buchstabe und eine Habl als Wertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Enge Der Achtuhrlabenschluß, welcher am 1. November für den bergeben. Gilige Fragen trage man in der Evrechstunde vor. Polizeibezirk Berlin in Kraft trai, tann als ein Erfolg der un- Arbeitsloser Steuerzahler 100. Leider ja. R. 2. 26. 1. Ja, ermüdlichen Agitation betrachtet werden, welche die flaffenbewußten aber der Ehemann kann die Weiterführung des Namens unterlagen, wenn Arbeiter und Angestellten im Handelsgewerbe in Verbindung mit die Ehefrau für den schuldigen Teil erklärt wird. 2. Benden Sie sich an den Parteigenossen für diese Forderung betrieben hatten. Ihre Spedition. R. 2. 40. 1. Rein. Das eigenhändig ge- und unter Am 10. wurden in Groß- Berlin eine Anzahl Brotestversammlegten Seiten des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch schriebene Testament muß aber datiert sein. Beispiele finden Sie auf den lungen gegen das persönliche Regiment abgehalten. Anlaß zu den liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. 2. Ja. Es genügt aber z. B. Bersammlungen war das in der englischen Preffe veröffentlichte zu sagen: die Kinder", oder:„ die Kinder, die noch geboren werden". Kaiser- Interview und die unwürdige Komödie, durch die der B. F., Heinrichsplak. Die Klage wäre gegen den Vormund beim Amts. Reichskanzler sich aus dieser Affäre zu ziehen suchte. gericht einzureichen. Boraussetzung für die Klage wäre, daß in der Tat Am 11. wurden bei der Stadtverordneten- Erfahwahl in bereits Zahlung seitens des Vaters erfolgt ist. Zu einem schnelleren Köpenid zwei Parteigenossen mit erdrückender Mehrheit gewählt. und eine eventl. Beschwerde führen. Resultat würde eine nochmalige Borstellung beim Vormundschaftsgericht Am 12. hielt der Verein der Berliner Buchdrucker und Schrift23. R. 396. Das ist unbestimmt. gießer eine massenhaft besuchte Mitgliederversammlung in der Neuen Welt" ab. Die Versammlung war eine mittelbare Folge des Prozesses Fischer gegen die„ Boft". Der Vorwärts" und die Leipziger Boltszeitung" hatten die Rolle gekennzeichnet, welche Reghäuser, Muffial und Mahlo in diesem Prozeß spielten. Rer häuser, gedeckt durch den Verbandsvorstand, hatte die Kennzeichnung seiner Person als Angriffe auf den Buchdruckerverband bezeichnet. Die Versammlung erflärte sich gegen diefe Ansicht Reghäusers und stellte sich hinsichtlich der Haltung des Vorwärts" aus Anlaß des Fischer-" Post"-Prozesses auf den Standpunkt des " Borwärts". n Grefution zu beschleunigen, und teilen Sie uns dann das Resultat mit. 5. M. 15. Beantragen Sie bei dem Polizeipräsidenten schriftlich, die G. 2. 10. 1. Das Gericht bestellt den Anwalt. 2. Sie müssen Sübnetermin beim Amtsgericht beantragen und zu demselben laden. 3. Für Borhagen- Rummelsburg ist teils das Amtsgericht Lichtenberg, teils das Berlinbarnims und Teltows zuständig, die im Norden und Osten durch die Mitte zuständig. Berlin- Mitte ist für diejenigen Teile Berlins, Nieder äußere Grenze der Berliner Ringbahn von dem Charlottenburger Ver bindungstanal bis zur Spree bei Treptow, im Süden durch das linke Spreeufer bon der Eisenbahnüberführung bis zum Austritt des oberen Freiarchengrabens, durch das Südufer dieses Grabens und weiterhin durch das Südufer des Schiffahrtsfanals bis zu deffen Mündung in die Spree, im Besten durch das Westufer des Charlottenburger Ber Berlin- Mitte gehörige Teil von Boghagen- Rummelsburg gehört zum Amtsbindungskanals begrenzt werden. Der biernach nicht zum Amtsgericht gericht Lichtenberg. Im Straßenverzeichnis des Adreßkalenders ist angegeben, zu welchem Amtsgericht die einzelnen Straßen gehören. Bor das banach zuständige Amtsgericht müssen Sie zum Sünetermin laden. 4. Ist so müssen Sie diese dem Gericht mit dem Antrage überreichen, Ihnen das Armenrecht zu bewilligen. Nach fruchtlofem Ablauf des Sühnetermins reichen Sie das Attest hierüber sowie die Be scheinigung über das Unvermögen zur Kostenerstattung oder den amtsgerichtein, legen dar, welches Ihre Ehescheidungsgründe und welches Ihre Beweis lichen Beschluß, der Ihnen das Armenrecht bewilligt, dem Landgericht mittel sind, und beantragen, Ihnen zweds Erhebung der Chefcheidungsklage das Armenrecht zu bewilligen. Ms Landgericht zuständig ist, wenn Sie int Bezirk des Amtsgerichts Berlin- Mitte wohnen, das Landgericht I( Neue Friedrichstraße 16/17), wenn Sie im Bezirke des Landgerichts Lichtenberg wohnen, das Landgericht Berlin III( Tegeler Weg 17 bis 20 in CharlottenStralauerstr. 1-3, die Kasse zur Zahlung des Krankengeldes zu verurteilen. burg). Wäschenäherin 111. Beantragen Sie bei der Gewerbedeputation, Schaden ersetzt verlangen, der Ihnen durch die Behauptung, Sie würden 1. Januar 09. Steineswegs. P. B. p. 50. Sie fönnen den die Konzession erlangen, und die daraufhin Ihrerseits unternommenen Schritte erwachsen ift.-.. 34. Ihre Ansicht ist zutreffend. Am 17. veranstalteten die Gemeindebehörden in Berlin und verschiedenen Bororten eine Arbeitslosenzählung. Diese, wenn auch mangelhafte Feststellung des Umfanges der Arbeitslosigkeit ist zurüdzuführen auf die Anträge, welche die sozialdemokratischen Stadtverordneten in Berlin und den Vororten gestellt haben. Ihnen nur die Bescheinigung des Unvermögens zur Kostentragung erteilt, Durch die nach dem Meldesystem vorgenommene Zählung wurden in Groß- Berlin rund 41 000 Arbeitslose ermittelt. Am 22. verbreiteten die Parteigenoffen in Berlin ein Flugblatt zur Agitation für die Gewerbegerichtswahl. ie Am 5. spielte sich vor der Straffammer ein größerer Brozen Am 23. fand die Stadtverordnetenwahl in Rigdorf statt. aus Anlaß der Märzbemonstration ab. In der Landsberger Allee, seit jeher, so fielen unseren Parteigenossen sämtliche Mandate der wo sich Tausende von Friedhofsbesuchern angesammelt hatten, fiel britten Abteilung zu. Bei der am 24. vollzogenen Wahl der ein Rebolberschuß. Ein Kriminalschuhmann, den man für den zweiten Abteilung eroberten unsere Barteigenossen zum Schrecken Schießer hielt, wurde von der Menge angehalten, damit seine der Gegner drei Mandate und brangen dadurch zum erstenmal in Bersönlichteit festgestellt werde. Drei Personen, welche bei dieser die zweite Abteilung ein. Gelegenheit in nähere Berührung mit dem Schuhmann tamen, Am 24. starb Genoffe Langfeldt, ein alter Kämpfer aus der wurden angeflagt. Marquardt wurde zu einem Monat, Binte Beit des Sozialistengesetzes. zu einer Woche Gefängnis verurteilt, Sauth wurde freigesprochen. Am 29. wurden die Arbeitnehmerbeifiter des Berliner GeAm 6. fand wieder eine Generalversammlung des Verbandes werbegerichts gewählt. Zum erstenmal tam hier das Verhältnis der Wahlvereine Groß- Berlin statt, welche den noch nicht erledigten wahlsystem in Anvendung. Die Hoffnungen, welche die gegnerischen Wer im alten Jahre über seine Gesundheit zu klagen hatte, der überlege sich jetzt, ob es vielleicht an seiner Lebensweise gelegen hat. Wer angestrengt arbeiten muß und dazu noch unzweckmäßig lebt, darf sich nicht wundern, wenn seine Gesundheit darunter leidet. Kathreiners Malzkaffee ist wohlschmeckend, gefund und billig. Millionen Menschen trinken ihn seit vielen Jahren regelmäßig. 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