Nr. 8. Abonnements- Bedingungen: Ebonnements Preis pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illuſtrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Erichelpt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Mort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ums freie Wahlrecht! Die offiziöse Riberale Correspondenz" kündigt an, daß der freisinnige Wahlrechtsantrag am 13. Januar im preußischen Abgeordnetenhause zur Verhandlung gelangen werde. Wenn diese Meldung richtig ist, wie wir hoffen, so bietet sich für den Freisinn noch einmal, zum legten Male, Gelegenheit, zu beweisen, daß er mehr als der bedingungslose Handlanger der Reaktion ist. " Sonntag, den 10. Januar 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. trauen, daß das Bülowsche Regime aufrichtig bestrebt sei, Respektsfrist" gelassen. Jetzt gibt es für ihn nur noch Kampf unseren Anschauungen, wenigstens in den Hauptdingen oder schamloseste Unterwerfung! einigermaßen entgegenzukommen. Ihm ist eine aus- Einmal schon hat sich der 10. Januar, der Tag der rückreichend lange Respett frist gelassen worden, um zu erfüllen, was man verlangen mußte. Und nun hat er in der sichtslosesten Volksverhöhnung, gejährt! Jähren wird sich auch allerbedeutendsten Frage böllig versagt und sich am 12. Januar der blutige Wahlrechtssonntag von 1908! selbst damit das Urteil gesprochen. Für diejenigen Kreise, welche einen ehrlichen Fortschritt wollen, kann Bülow nach dieser Probe nicht der Mann sein, auf den sie irgend welche Hoffnungen sehen können, und es liegt nicht der mindeste Anlaß vor, eine Politik des Lavierens zu fördern, welche hartnäckig darauf besteht, daß an Stelle des Boltswillens der Wille Nieder mit der Dreitlassenschmach! Nieder mit jedem Klassenwahlrecht! Nieder mit der Reaktion und ihren Verbündeten! fleiner mächtiger Streise die Zusammenschung der Die deutschen Standesherren und die Volksvertretung bestimmen soll." Was aber tat der Freisinn? Begann er den Kampf mit oder ohne Bülow", wie ihn für solchen Fall die Naumann, Saußmann, Doormann und andere freisinnige Führer ange kündigt hatten? Er stedte die„ Ohrfeigen" ruhig ein, er blieb getreulich der„ Blockknappe", verriet Wahlrecht und Volksinteressen! Erbichaftsiteuer. Die deutschen Standesherren das sind die hochadeligen Dr. Herm. Rehm eine Dentschrift Fideikommiß, aus. Großgrundbesitzer- haben durch den Straßburger Professor Dr. Herm. Rehm eine Denkschrift Fideikommiß, Hausgut, Nachlaß steuer" verfassen und dem Reichstag zugehen lassen, worin der Herr Professor alles nachweist, was die Herren nachgewieſen haben wollen. Erstens beweist er, daß die Fideifreien Gütern sind, weil sie Familienbesik sind und daher ein eintommiß- und Hausgüter des Hochadels wesensverschieden von den freien Gütern sind, weil sie Familienbesitz sind und daher ein einzelner Agnat die Belastung des Gutes oder Abverkauf von FideiUm die Situation würdigen zu können, muß man weiter zurückgreifen und sich namentlich der freisinnigen Auslassungen aus dem Jahre 1907 erinnern. Als damals die Sozialdemokratie forderte, daß der Freifinn sein Verbleiben im Hottentottenbloď von dem Zugeſtändnis einer Demokratisierung Preußens abhängig mache, erklärte der Offiziosus der Frankfurter 3eitung", daß im alten Landtage, der ja im Frühjahr 1908 sein Ende finde, Und noch mehr! Als dann wenige Monate später der die Frage der Wahlrechtsreform nicht mehr gelöst werden Wahlkampf entbrannte, dachte der Freifinn nicht einmal fönne. Wohl aber werde die Regierung vor der Schließung an das, was der Bülow- Offiziofus der Frankfurter- Zeitung" des Landtages„ ihre grundsägliche Stellung zur im Juli 1907 als selbstverständlich hingestellt hatte: die Wahlrechtsreform darzulegen und die GrundWahlreform die Hauptrolle im Wahlkampfe spielen zu linien einer Reform zu kennzeichnen" haben: lassen. Im Gegenteil: der Freifinn bot alles auf, um gemein- fommißgrundstücken verhindern kann, und zweitens, daß ein FideiWahlbewegung spielen und das neugewählte Abgeordnetenhaus lichen Wahlrechtsfreunde, die Sozialdemokraten, nieder" Diese Reform würde dann wohl die Hauptrolle in der sam mit Junkern und Reichsverbändlern die einzigen ehr- kommiß- oder Hausgutsnachfolger nur Nußnießer des Vermögens sei und als solcher nicht in der gleichen Höhe zur Erbbeschäftigen." Als der Vorwärts" diese Verschleppungs- zufnüppeln! Er hielt unfern und Scharfmachern, Brotschaftssteuer herangezogen werden dürfe, als das taktik gebührend geißelte und dem daraufhin wehleidig wucherern und Wahlrechtsfeinden den Steigbügell. Das freie Gut, über welches der Eigentümer jederzeit persönlich frei verfügen kann. Also die Herrschaften wollen durch die neue fragenden Herrn Naumann, was denn der Freifinn zur war sein Eintreten, sein Kampf für die Wahlreform! Jezt nun soll am Mittwoch nächster Woche der freisinnige Hendel von Donnersmarck, die Hohenlohe usw. Finanzreform nicht belastet werden. Die Fürsten von PIeß, die Eroberung des Reichstagswahlrechts tun könne, schlagende Antwort erteilte, schien selbst dem Blockfreifinn das Gewissen Wahlrechtsantrag abermals erörtert werden. Die Regierung stellen sich auch hier auf den Standpunkt:„ Die anderen Herr Naumann selbst bekehrte sich binnen wird nicht umhin können, abermals eine Erklärung abzugeben. sollen bezahlen". Aber die Fideikommißbefizer wollen von furzem zu der Ansicht, daß es gelte, in die Wahlrechts- Denn keine Antwort wäre noch schlimmer als die schlimmste der Belastung der neuen Steuern nicht nur nicht getroffen werden, Antwort. Wie die Antwort ausfallen wird, kann man mit fondern die Finanzreform des Jahres 1909 soll nach der Denkschrift Fanfaren" zu stoßen: Seute muß einfach gefordert werden: das Reichs- größter Bestimmtheit voraussehen. Wiederum wird der Ver- den Herren vom Hochadel noch einen besonderen Nutzen bringen, tagswahlrecht für Preußen! Damit wird sehr spät wieder treter der Regierung die Einführung des Reichs- indem sie sogar eine Aenderung des Erbschaftssteuergesetzes vom gut gemacht, was durch das Wahlgesetz von 1849 und von 1850 tagswahlrechts ablehnen. Wiederum wird man der Bevölkerung weggenommen wurde!" Erwägungen" darüber in Aussicht stellen, ob auf der Grund- Jahre 1906 zu ihren Gunsten verlangen. lage eines anderen lassenvorrechtes ein neues fügungsfreiheit an einem Gute erwirbt, ist mehr bereichert, als wer Denn, so sagen sie, wer im Erbwege Nuhungs- und BerWahlrecht aufgebaut werden könne. Man wird weiter auf an dem Gute nur die Nutzung erwirbt und ferner beim Fidei„ Es ist ganz zweifellos eine Lebensfrage des Ribe. die Erklärungen der offiziösen Presse verweisen, daß ja tommißgut nicht nur des Todes, sondern auch der Verzichtsfall ralismus, das Neichstagswahlrecht für Breußen mit allen bereits von der Regierung statistische Berechnungen über die die Steuerpflicht begründet. gesehlich zulässigen Mitteln zur Durchführung brinzu erwachen. Der freisinnig- volksparteiliche Abgeordnete Doormann erklärte: dem Standpunkte Naumanns." Herr Friedrich Payer sagte damals: " doch kein Unterschied in der Steuerpflicht herleiten. Der andere gekommen sein. gen zu helfen. Ich stehe in der Wahlrechtsfrage durchaus aufgestellt worden seien, und daß ein Eingehen auf konkrete der, daß ersteres der Familie gemeinsam gehört, die einzelnen gen zu helfen. Ich stehe in der Wahlrechtsfrage durchaus auf Wirkungen des einen oder anderen Pluralwahlsystems an- Der Unterschied zwischen Fideikommiß und freiem Gut ist doch Fragen eines neuen Wahlrechts erst nach Beendigung Mitglieder Nußnießer sind, während in letterem Falle die AbAuch nach meiner Auffassung ist die wichtigste Ent- der Untersuchungen und dem Vorliegen ausreichenden Materials findung durch eine einmalige Mitgift erfolgt. Hieraus läßt sich scheidung im Reich die über das preußische Wahlrecht, und möglich sei. allem Voraussehen nach wird von ihrer nächsten Entwick= Welche Haltung nun wird der Freifinn dieser erneuten Fall, daß das erbberechtigte älteste Mitglied der Familie auf die lung die Dauer des Blods abhängen. Ich teile die Ansicht Rau Stellungnahme der Regierung gegenüber einnehmen? Wird Erbschaft verzichtet und nun das älteste berechtigte Mitglied an manns, daß dabei kein Liberaler eine andere Forderung stellen er sich abermals die ihm von einem freisinnig- demokratischen seiner Stelle das Fideikommißgut übernimmt, dürfte kaum vorfann, als die der Einführung des Reichstagswahlrechts in Blatt attestierten Dhrfeigen ruhig gefallen lassen? Preußen.... Das Wichtigste scheint mir im übrigen zu sein, wird er sich abermals damit vertrösten lassen, daß ja über daß der Kampf überhaupt einmal begonnen wird, Und wer sind diese notleidenden Agrarier, die im selben mit oder ohne Bülow, mit den politischen Beamten oder Jahr und Tag die Regierung gnädigst einen Wahlreform- Augenblick, wo die Masse des Volkes mit hohen Konsumsteuern von gegen sie. Solche Fragen müssen, doch in der Regel von entwurf vorzulegen geneigt sei? Einen Wahlreformentwurf, der neuem belastet werden soll, mit dem Anspruch auf eine Steuergünstigstenfalls nach der sächsischen Wahlreformkarikatur zu ermäßigung für sich auftreten? Sind es Leute, die ihre LebensAuch Herr Hausmann und selbst Herr Mug dan sammengeschustert sein könnte und nur eine Verewigung des schnö- haltung einschränken oder sich gar Entbehrungen auferlegen gaben damals die Erklärung ab, daß sie Herrn Naumanns desten Klassenwahlunrechts bedeuten würde?! Denn wie Sachsen müßten, wenn ihnen die Finanzreform keine Steuererleichterung Ansicht vollständig teilten, die Ansicht also: die Wahlreform gelöst" hat, ist ja jetzt bekannt. Man bietet " Die preußische Wahlrechtsfrage tann schon dem Volfe ein schnödes Pluralwahlrecht mit agrarischer Ver- bringt? Ach nein, es sind die Reichsten der Reichen, die hier mit heute als die Lebensfrage des Blocks und damit als die Lebens- hunzung, das an der Tatsache der totalen Entrechtung der unterlicher Dreistigkeit fordernd auf den Plan treten. Der Fürst von Ich befizt nach den Mitteilungen von Profrage der Reichskanzlerschaft Bülows bezeichnet werden." großen Masse des Volkes nicht das geringste ändert! Ein feffor Conrad nicht weniger als 78 Güter mit 60 850 Heftar Selbst das führende Organ von der Freisinnigen Volks- nach Sachsens Muster fabriziertes preußisches Wahlrecht würde Land, Fürst Hendel von Donnersmard besitzt 34 Güter mit partei, die Freisinnige Beitung", versicherte: dem preußischen Proletariat höchstens eine Vertretung in 25 189 Heftar, Prinz zu Hohenlohe- Ingelfingen 28 Güter mit " Die Regierung hat eingesehen, daß es wie bisher nicht Gestalt einer einer hoffnungs- und weitergehen kann. Aber es scheint, als wollte man den Ter: Minderheit zugestehen, wie sie sich die Arbeiterklasse ja Hektar. Und alle diese Güter sind bis auf einige wenige des Fürsten einflußlofen 28 751 Hektar, der Herzog von Ratibor 54 Güter mit 33 090 min dieser dringenden Reform möglichst weit hinausschieben. Die freisinnige Volkspartei wird dem auch unter dem elendeſten aller Wahlsysteme bereits er- von Pleß im Fideikommißverband. gegenüber nicht locker lassen in ihren Bemühungen für Einführungen hat! unten her gelöst werden." reform den ft." Leider kam es ganz anders, als man nach diesen Erklärungen anzunehmen berechtigt war! So kampfesmutig der Freifinn damals, imAugust 1907, in der Presse vom Leder zog, so wenig dachte er später, als es die tönenden Worte in fraftvolle Taten umzusetzen galt, an die Einlösung seiner Beteuerungen! " 1 Die meisten Fideikommißgüter befinden sich in Preußen und waren aus: regierenden Häusern rung des Reichstagswahlrechts für Preußen. Wir Wird der Freifinn den Mut haben, solch schnöder Nasführung von diesen wiederum die meisten in den östlichen Provinzen. Auf erwarten als bald eine Aufklärung, wie es mit den Plänen und Vergewaltigung des Volkes durch eine Fortsetzung seiner Schlesien entfällt ein starkes Viertel der gesamten Fideikommißdes Fürsten Bülow in bezug auf die preußische Wahlreform bisherigen Zauder- und Verrätertaktik Vorschub zu leisten? fläche Preußens, im Kreise Blej waren 41,8 Proz., im Kreise steht, und zwar fönnen wir uns nicht mit einer bloßen ge= Noch einmal sieht sich der Freisinn vor die schicksalsschwere Wernigerode sogar 56 Proz. der Bodenfläche fideikommissarisch nerellen Erklärung zufrieden geben, sondern verlangen klipp und far Auskunft darüber, wie sich die Regie- Entscheidung gestellt, ob er für die liberalen Grund- gebunden. Die Fideikommißgüter( immer Hausgüter mit einge= rung im Zeichen des Blocs die Durchführung der Wahl- lähe denn um solche, nicht um etwas Sozialdemokratisches schlossen) haben sich sowohl ihrer Zahl wie ihrer Größe nach vermehrt. handelt es sich!- ernstlich eintreten oder sich für alle Zeiten In Preußen wurden 1895 gezählt 1045 Fideikommisse mit Hauszum verächtlichen Handlanger reaktionärer Truppolitik ent- güter, die sich in Händen von 939 Inhabern befanden. Davon würdigen will. Der Freijinn hat es abgelehnt, die Frage der Bewilligung der neuen Steuern als Mittel zur Erzwingung freiheitlicher Zugeständnisse zu benutzen. Er will, keine„ Erpresserpolitik" treiben! Nun, dann braucht er nur nach der 1907 von den Freisinnsführern selbst als ganz selbstverständlich Am 10. Januar 1908 gelangte der freisinnige Wahlrechts- vertretenen prinzipiellen Taktik zu verfahren und die antrag zur Beratung. Fürst Bülow lehnte das Regierung vor die Alternative zu stellen: entweder VolksReichstagswahlredyt rundweg ab. Was er in rechte oder Ende des Blocks, rücksichtsloser Aussicht stellte, war lediglich, daß in Erwägungen eingetreten Stampf des Freisinns gegen die Reaktion! Im Jahre 1900 zählte die preußische Statistik bereits 1119 Fideiwerden solle,„ ob und inwieweit das Stimmrecht auch nach. Dder will der Freifinn abermals die" Dhrfeigen" der kommisse und Hausgüter mit 2 181 000 Heftar; 1904 2 234 000 und anderen Merkmalen, nach Alter, Besitz, Bildung oder Reaktion ruhig einstecken? Will er etwa die Ohrfeigen, die 1905 2 360 000 Heftar. In ähnlicher Weise wie in Preußen ist auch dergleichen abgestuft werden könne". Die freifinnig- dem Volfe unaufhörlich von der Reaktion versetzt werden, in den übrigen größeren deutschen Bundesstaaten eine Zunahme der demokratische Volkszeitung" nannte diese Antwort damit beantworten, daß er durch neue indirekte Steuern Fideikommißfläche zu verzeichnen. So betrug diese Fläche in Bayern Bülows derb, aber zutreffend:" schallende Ohrfeigen rechts in Höhe von Hunderten von Millionen dem Volte zu 1898 163 944 hektar, während sie im ständigen Aufstieg sich 1906 und links in das Gesicht freisinnigen Blockvertrauens, frei- allem Hohn aller Vergewaltigung selbst noch auf 174 747 Heftar erhöht hatte. und aus standesherrlichen Häusern aus sonstigen fürstlichen Häusern aus gräflichen Häusern aus dem sonstigen Adel. aus bürgerlichen Familien " " " 326 844 20 229 761 240 525 23 mit 204 077 hektar 41 " " 733 866 " 589 048 " 90 " " 37 821 Summa 939 2121 412 Settar. " . finniger Knappentrene". Und selbst die Frankfurter Stockprügel auf den Magen appliziert?! Das wäre ein Daß durch diese Ausdehnung der Fideikommißgüter bäuerliche Zeitung", die willige Hehlerin aller liberalen Bloc- Volksverrat, eine Voltsverhöhnung, die zum Himmel Betriebe vernichtet worden sind. liegt auf der Hand und kann erniedrigungen, schrieb über Bülows Brüskierung des Frei- schreien würde! nicht bestritten werden. Verblüffend ist, wie fich die Denkschrift finns am 11. Januar 1908: Der Freisinn hat jetzt nicht die fadenscheinigste Ausrede mit dieser nicht wegzuleugnenden Tatsache abfindet. Ge Diese Erwartung( wenigstens einigen Entgegenkommens") mehr. Selbst nach der Frankf. 3tg." hatte er schon heißt hierüber auf Seite 15:, wo die landwirtschaft. ist völlig getäuscht worden und damit auch das Verevor Jahresfrist der Regierung eine ausreichend lange fich benugte Fideikommißfläche erheblich über" wiegt, findet eine Abwanderung und damit einer Bernichtung bäuerlicher Stellen statt. Allein dieser Rüdgang an selbständigen landwirtschaftlichen Betrieben wird ausgeglichen durch Entstehung neuer Kleinbetriebe an anderen Stellen." Politifche Ueberlicht. Berlin, den 9. Januar 1909. Die Stellung des Nationalliberalismus zu den Sydowschen Stenerprojekten. Wir müssen der Annahme zuneigen, daß der NovemberTompromiß zwischen Kaiser und Kanzler zwar nicht formell aber doch tatsächlich wieder beseitigt ist. Ueberraschen wird diese Erfahrung faum jemand, denn wer hat glauben können, ein selbstbewußter Monarch, der schon ein Fünfziger ist, werde in seiner Tätigkeit und seinen Gewohnheiten einen radikalen Bruch mit Zur Unterstützung dieser Behauptung wird auf die Ergebnisse einer lange geübten Bragis vollzieben?! Der Kaiser hat eine der Berufs- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 verwiesen, Bause gemacht und länger als sechs Wochen keine Reise mehr Der nationalliberale Landtagsabgeordnete Landgerichtsrat durch die eine Verminderung der gewerblichen, aber eine Vermehrung unternommen und auch keine Rede gehalten; wer aber geglaubt Boisly- Halberstadt hielt dieser Tage in einer öffentlichen Verder landwirtschaftlichen Betriebe festgestellt worden sei. Die Richtig- hat, das werde jest so bleiben, mußte notwendig enttäuscht sammlung in Halberstadt einen Vortrag über die Reichs. feit dieser Ergebnisse wird aber allgemein bestritten, weil die stark ver- werden. Die Enttäuschung ist jetzt da." finanzreform. Er machte Ausführungen, die verdienen, mehrten fleinen Barzellenbetriebe in den Industriegegenden und in der Wenn aber die Blockpresje so tut, als ob sie von der weiteren Deffentlichkeit bekannt zu werden. Nach dem Nähe der Großstädte als selbständige landwirtschaftliche Betriebe gezählt dieser Enttäuschung nichts wüßte, so beweist dies bloß. Bericht der nationalliberalen Halberstädter Zeitung führte er worden sind. Sind doch im bremischen Staatsgebiet nicht weniger daß Fürst Bülow sich nicht mehr start genug fühlt, den als 9167 und in Hamburg 2315 solcher Parzellenbetriebe ermittelt Stampf gegen die Eingriffe des persönlichen Regiments worden, deren Befizer zum größten Teil Industriearbeiter sind und Wilhelms II. in sein eigenes Regiment in der früheren direkten die Bewirtschaftung ihres Stückchen Landes als Nebeneriverb be- Weise weiterzuführen und nun auf indirekte Weise, durch die treiben. Aber wenn wirklich durch Aufteilung von Gütern irgendwo Drohung mit strenger Untersuchung, die ihm feindliche neue Bauerngüter geschaffen worden sind, so ist das trotz der Fidei- Stamarilla einzuschüchtern sucht. tommisse geschehen. Die Schwäche dieses Arguments fühlt der Verfasser offenbar selber, denn er sagt auf Seite 17 wörtlich: Was sie( die Fideikommisse) dem Bauernstand durch Ausdehnung nehmen, das geben sie ihm durch vor bildliche Betriebsweise zurüd." Dieses Lob auf die gute Bewirtschaftung hindert den Verfasser allerdings nicht, an anderer Stelle jeines Elaborats, wo er beweisen will, daß die Fideikommißgüter milder zur Erbschaftssteuer herangezogen werden müßten, zu behaupten, daß infolge mangela persönlichen Kredits bei den gebundenen Gütern die Gefahr einer schlechten Bewirtschaftung bestehe, und daß ein solches Gut durch die gebundene Nachfolgeordnung in die Hände von Persönlichkeiten gelangen tönne, denen für eine Gutsbewirtschaftung Interesse und Verständnis völlig fehlen". Bie gering übrigens der Einfluß der Fideikommißbesiger auf die Bewirtschaftung ihrer Güter ist, lehrt die Tatsache, daß diese zum größten Teil adminiſtriert oder verpachtet sind. Von den Gütern mit mehr als 1000 Heftar in den östlichen Provinzen Preußens wurden nach Professor Conrad im Jahre 1900 nur 22 Broz. selbst bewirtschaftet. Zum Schlusse führt die Denkschrift die Gründe an, die nach Anficht des Verfassers und seiner hochadeligen Auftraggeber die Schonung und Erhaltung der Fideikommisse notwendig erscheinen lassen. Diese Gründe sind zum Teil so bezeichnend für die Denkweise dieser Kreise, daß wir sie unseren Lefern nicht vorenthalten wollen. Es heißt da: Endlich ist volkswirtschaftlich zu bedenken:„ Der Reichtum braucht Mittel, um sich durch Genera tionen in sozial hervorragender Stellung zu er halten." So sieht das Spiel aus, zu dessen Unterstügung sich die bürgerliche Bresse fast ausnahmslos bereit findet. Wenige Tage vor Eröffnung der Reichstagsfession, in der über die Berfassungsfrage entschieden werden soll, gibt sie die günstige Gelegenheit, an dem neuesten Streich des Absolutismus die Notwendigkeit der Machterweiterung des Reichstages aufzuzeigen, völlig preis, um einer Intrige ihre Unterstützung zu leihen, die, wie immer sie ausläuft, die politische Macht der Volksvertretung so gering und ungenügend läßt wie bisher. Der gelbe Ehrenbürger. Die moralische Stäupung, die Bürger Lebius durch die Veröffentlichung der Bitte und Bettelbriefe an die verschiedensten Unternehmergruppen erfahren hat, hätte wohl genügt, einen gea wöhnlichen Sterblichen von der politischen Bildfläche verschwinden zu lassen. Anders ist es aber bei einem Manne von so absonderlich ausgebildetem Ehrgefühl, wie dies dem Rudolf 2cbius von der gütigen Mutter Natur in einer schwachen Stunde mit auf den Weg gegeben ist. Nichts rührt den Mann. Er ist von der Vorsehung berufen, den deutschen- nebenher auch den ausländischen Arbeitern neue Wege zur Zufriedenheit mit ihrem von den Unternehmern geschaffenen glüdlichen Lose zu weisen. Wenn bei diesem schweren Werke durch die hochherzige Unterstützung der Scharfmacher nebenbei noch so viel abfällt, um ihm ein erträgliches Dasein in einer Belle- Etage des feinsten Westens Charlottenburgs wie sein Freund Beiersdorff neidisch behauptete- zu „ Der Erhaltung des Neichtums in der Familie vermag auch die schaffen, dann lußt sichs für Bürger Lebius schon leben. Uns Familienstiftung zu dienen. Aber zugleich den Nugnimmt es daher nicht wunder, daß Lebius, dem wohl eine Ahnung nießern Glanz verleihen kann der Reichtum den aufsteigt, daß die Unternehmer nach Aufdeckung ihrer innigen Be ziehungen zu den Gelben ihm den Brotkorb etwas höher hängen Generationen in dieser Rechtsform nicht." Weiter wird dargelegt, daß der Hauptgrund für die Zunahme könnten, über Bespibelung durch die Roten jammert. der Fideikommisse in der durch die Industrialisierung Deutschlands Da ist es vielleicht angebracht, einmal auf die Spielpraktiken herbeigeführten Steigerung des Reichtums liege. Reich gedes Lebius hinzuweisen, der um in einer Klage gegen die„ Dres to ordene Männer haben den Bunsch, den dener Volkszeitung" Material zu erhalten, sich an cinen Journalisten materiellen Erfolg ihres Strebens den Trägern Paul Schmidt, der öfter auf die genannte Redaktion tam, thres Namens für lange Zeiten zu erhalten und wandte, um ihn gegen 3ahlung einer Provision zum der Familie das erworbene Ansehen zu bewahren. Treubruch gegenüber der Dresdener Volkszeitung" zu ver „ Es ist kein Zufall, daß mehr als die Hälfte des ritterschaftlichen Grund- leiten. Als diese versuchte Spigelei mißglüdte, weil befizes in Mecklenburg reichen Hamburgern, und zwar zu einem großen Schmidt den sauberen Plan des gelben Ehrenbürgers der Redaktion Teile in der Form fideikommissarischer Gebundenheit gehört." Nach bekanntgab, denunziert Lebius den Schmidt bei der Dresdener der von uns oben angeführten Statistik über den Anteil des Adels Polizei, daß er der Verfasser einer vor bier Jahren in der " Sachsenstimme" erschienenen inkriminierten an den Fideikommissen ist das Bürgertum im allgemeinen mur 2ebiusschen Sachsenstimme" gering beteiligt, was allerdings nicht ausschließt, daß in einzelnen Notiz sei. Gegenden bürgerlich kapitalistische Kreise mit besonderer Vorliebe Rittergüter erwerben, um an Ansehen in ariftrokratischen Kreisen zu gewinnen. " " einen, 11. a. aus; ,, Darüber fann fein Zweifet sein, daß Tabat und Bier zunächst die neuen Steuerlasten tragen müssen. Dadurch dürfte der Zwischenhandel getroffen werden. Aber wenn man fieht, wie viele Zigarrenläden überall existieren, branche man sich deswegen keine großen Sorgen zu machen. Es steht der Unternehmer im Laden, ein Mann, der den größten Teil des Tages nichts zu tun hat, der seine Arbeitskraft im allergeringsten Maße ausnutzt. Wenn man das alles sieht, dann muß man sich doch sagen, daß die Verteuerung durch den Zwischenhandel eine unendlich große ist. Wie viel fönnte gespart werden, wenn die enorme Zahl der fleinen Kneipen, deren Befizer oft nur eine halbe Tonne und noch weniger pro Tag ausschenken, die bloß auf der Faulbank liegen, verringert würde. Mögen auch bei Einführung der neuen Steuer eine große Anzahl diefer Leute sich eine andere Arbeitsgelegenheit fuchen müssen. Ich glaube, für unsere Volkswirtschaft ist das tein Schaden. Es wird allerdings eine schwere Uebergangszeit geben; manches Dpfer wird auf dem Schlachtfelde bleiben. In Preußen wird das gesamte Einkommen deflariert; weiter hin erheben die Kommunen noch erhebliche Zuschläge. Die Lasten find schwer zu tragen. Es ist dringend notwendig, daß das Einkommen nicht bis auf den legten Rest erschöpft wird, denn kommt eine Zeit des Krieges oder der Not, dann fangen alle anderen Einnahmequellen an sich zu verringern und dann muß hier eingesezt werden. Was das Spiritusmonopol anbetrifft, so ist jedermann bekannt, daß die Spiritusfabrikation eng mit dem Landban in den östlichen, ärmeren Provinzen zusammenhängt. Eine un günstige Gestaltung des Monopols könnte den Landbau dort vollständig ruinieren. Darauf muß Rüdsicht genommen werden. Ganz anders steht es mit der Tabatsteuer. Der Tabal ist bei uns nur gering besteuert. Die Industrie hat sich entwickelt wie nirgend anderswo, und zwar in erster Linie die Industrie der mittleren und kleineren Unternehmer. Als wir vor zwei Jahren die Zigarettenfteuer bekamen, stellte sich bald heraus, daß der Konfum nicht um einen Deut zurüdging. Freilich fiel das in die Zeit des großen, wirtschaftlichen Aufschwunges, wo die MehrWenn aber heute unsere belastung kaum ins Gewicht fiel. Bigarrenfabrikanten erklären, daß durch die Art und Weise, in der die Steuer eingerichtet werden soll, ihre Betriebe gestört oder unmöglich gemacht werden, so muß darauf Rücksicht genommen werden. Die letzte Biersteuer hat sich als ungerecht herausgestellt. Sie hat die großen Brauereien, schwer be= Tastet, da es ihnen nicht gelungen ist, die Steuer auf Biele Kleine Brauereien find die Abnehmer abzuwälzen. eingegangen. Man sieht in Kreisen der Interessenten der neuen Steuer mit großer Besorgnis entgegen. Es ist klar, daß sie so hoch bemessen werden muß, daß eine Abwälzung möglich ist. Die Brauereien dürfen die Steuerit nicht auf ihr Konto nehmen. Die Erhöhung wird im Detailhandel eintreten müssen. Darin ist man sich einig: Das Bier muß mehr bringen. Anders geht es überhaupt nicht zu madjen. Manche schwache Kraft mag hier fallen, aber es fann in mandjer Beziehung nur vorteilhaft sein, wenn unbeschäftigte Leute gealvingen werden, sich einen anderen Erwerb zu suchen, wo sie ihre Arbeitskraft voll ausnutzen können." Doch weiter: Um einen im Vorwärts"-Prozeß geladenen Karl May literarisch unmöglich au machen, 3eugen mietet fich Rebius als Vorgänger Ganters Um die Junker und die Großindustrie ist Herr Boisly Zu den volkswirtschaftlichen Vorteilen führt die Denkschrift dann wie er in einem Briefe an die Neue Züricher Zeitung" schreibt, also sehr besorgt. Sie dürfen um alles in der Welt nicht noch recht wunderliche volts politische" ins Feld. Der halbberhungerten" jungen Mann, den er mit dem mehr belastet werden. Sie müssen unbedingt davor bewahrt Fideikommißbefizer werde nicht durch wirtschaftliche Interessen an Material und den notwendigen Anweisungen versieht, um Starl werden, ihren Teil zu den Lasten der Reichsfinanzreform beider Teilnahme am politischen Leben abgehalten, wie das beim Mah durch eine Broschüre literarisch zu vernichten. Natürlich zutragen. Der Kleine Mann" ist dagegen nach seiner Anjidht Großlaufmann und Industriellen der Fall sei, die vom Unter- fcheut sich Rebius, seinen Namen für die Broschüre, deren Urheber ein durchaus geeignetes Ausbeutungsobjekt, nehmungsgeist vollkommen mit Beschlag belegt würden. Der fest er ist, herzugeben. Daß er mit dem gemieteten Schriftsteller wegen Hunderte dabei zugrunde gehen! Mag auch manches Opfer fundierte ständige Besis verleihe Unabhängigkeit und mache das der Honorierung hinterher in Differenzen gerät, sei auf dem Schlachtfelde bleiben", mag auch manche schwadje nur nebenbei erwähnt. Straft dabei fallen", Herr Boisly macht sich deswegen Unabhängigkeitsgefühl zu einem traditionellen. teine großen Sorgen". Die Leute können sich ja„ andere Arbeitsgelegenheit suchen." An dieser für die Deffentlichkeit bestimmten Denkschrift zeigt sich die ganze Anmaßung der hochadeligen Streise. Die Adelskaste ber langt so gestellt zu sein, daß ihr die Leitung des Staatswesens in allen wichtigen Aemtern verbleibt, daß ihre ganze Sippe in Wohlleben schwelgt und daß sie alle Zaften auf die Majse abwälzen kann. wenn auch) Aber Lebius will nicht nur auf solch hinterkünftige Weise seine ramponierte Ehre reparieren, sondern er will sich auch gelegentlich als Erzieher des Vorwärts" betätigen. Daß Und Herr Landgerichtsrat Theodor Boisly ist nicht etwa die Mittel, die er zu diesem Zwecke verwendet, ganz seinem Cha- nur eine Ausnahmeerscheinung unter den nationalliberalen ratter entsprechen, versteht sich am Rande. So schreibt er in einem Steuerpolitifern. Ueberall ergibt sich aus den nationalBriefe an seinen Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Hennigsohn, liberalen Blättern und Versammlungsberichten der Eindruck. Syndikus des Verbandes der Arbeitgeber- daß die Bassermänner bereit sind, Sier und Tabat mit neuen hohen Steuern zu belasten; daß sie aber jene StenerStatt des Verfaffungskampfes eine bände: neue Intrige. it meiner Klage gegen den Vorwärts" wegen tendenziöser vorschläge des Reichsschatzsekretärs, die vornehmlich die Berichterstattung verfolgte ich den Zwed, den Vorwärts" von einer Wohlhabenden treffen, wie z. B. die Nachlaßsteuer solvie ähnlichen Berichterstattung über die am 3. April stattfindende Ver- Gas- und Elektrizitätssteuer, nur dann akzeptieren werden, handlung abzuschreden. Falls nun der„ Borwärts" bis dahin von wenn diesen vorher der Stachel ausgezogen wird. In keinem meiner Klage keine Kenntnis hat, erübrigt sich der ganze Prozeß." Falle dürfen der Großindustrie neue Lasten auferlegt werden Ein sehr nettes Bekenntnis. Also eine Pression sollte auf Die breite arbeitende Masse muß es bringen! Das neue fächsische Wahlunrecht. Die bürgerliche Presse ist mit der amtlichen Erklärung über die Kundgebung der Generale so ziemlich zufrieden und entschlossen, über den ihr so peinlichen Vorfall möglichst wenig zu reden. Gerade weil es jetzt flar geworden ist, daß die unseren Verantwortlichen ausgeübt werden, damit er eine wahrschönen Reichstagsreden nichts genügt haben, daß der Absolu- heitsgetreue Charakterisierung des Lebius verhindere. Wie tismus nicht mit bloßen Worten totgeredet werden kann, naiv ist doch der Mann. Als wenn wir nicht mit außerordentlichem sondern in ernstem Stampfe niedergerungen werden Vergnügen der Aufforderung eines Lebius nachkämen, ihm die Dresden, 9. Januar. muß, will die bürgerliche Presse fast ausnahmslos über ihn im Blatt behaupteten Tatsachen vor Gericht zu be Das Freiberger Amtsblatt veröffentlicht, offenbar auf Grund von von der Wiederaufnahme des Kampfes nichts wissen. Und weisen. Viel Lorbeeren hat übrigens der flagelustige Lebius in so sucht sie den Gegenstand des Streites völlig zu verschieben. seinen gegen den" Borwärts" angestrengten Beleidigungsklagen besonderen Informationen von agrarischer Seite, die Grundsätze, Aus der politischen Frage, ob die Eingriffe des persönlichen wohl noch nicht geerntet, so daß der in einem Briefe zur Wahr- nach denen das neue Pluralwahlrecht in Sachsen aufgebaut werden Regiments in den Gang der Politik fortdauern, ob die nehmung eines Termines erbetene Reichsverband zur Bekämpfung soll. Es wird darüber mitgeteilt: Stellung des Absolutismus in alter Stärke bestehen bleiben der Sozialdemokratie bisher außer Funktion blieb. Hätte er doch soll, macht sie eine Frage der Diskretion. Wilhelm II. höchstens melden können, daß dem Lebius im Gerichtsurteil foll weiter tun, was er will, aber die Deffentlichkeit soll davon attestiert wurde, seine Bergangenheit sei vor Gericht nicht im besten nichts erfahren. Und wie die einzige Errungenschaft der Lichte erschienen. entrüsteten Reichstagsverhandlungen die Kürzung des Daß dem Lebius in seinen Prozessen jedes Mittel recht ist, daHofberichtes über die kaiserlichen Vergnügungen gewesen ist, für diene noch die Tatsache, daß er dem Gericht in einem Termine so soll dasselbe Verfahren jezt auch auf die politischen Atte das alberne Märchen erzählte, die Kennzeichnung seiner Person des persönlichen Regiments ausgedehnt werden. Die ganze durch den Vorwärts" werde nicht allgemein in der Entrüstung wird jetzt über den Urheber der Indiskretion aus- Partei geteilt, so habe vor kurzer Zeit ein hervor= gegossen, und von der Franks. 3tg." bis zur D. Tagesztg." ragender Parteigenosse wie er behauptete, ein find alle Blätter einig in dem Ruf nach einer strengen Unter- Reichstagsabgeordneter ihm auf einer Karte fein fuchung vielleicht mit Zeugniszwangsverfahren, edle Frank- lebhaftes Bedauern ausgesprochen, daß seine gefurterin?- gegen den Uebeltäter, dem wir die Kenntnis schätzte Person nicht mehr zur Partei gehöre. dieses hochbedeutsamen Vorganges zu verdanken haben. Wir wollen uns mit diesen wenigen Proben der Kennzeichnung W " Die Entrüftung, die am lautesten in der Blockpresje tobt, des Reformators der Arbeiterbewegung für heute genügen lassen. hat ihre guten Gründe. Die Veröffentlichung war ein Streich Solange derartige Leute die Handlanger des Unternehmertums gegen Bülow, dem sein„ Sieg" vom 17. November nun sind, kann die moderne Arbeiterbewegung getrost in die Zukunft rasch in eine Niederlage verwandelt ist, und dieser Ruf nach schauen. Leute wie Ehrenbürger Lebius sind trok aller finanziellen einer Untersuchung ist die Antwort auf diesen Streich, die die Unterstüßung durch die Unternehmer auf die Dauer nicht imstande, Militärpartei dem Kanzler gespielt hat. Die Zurückhaltung die Indifferenten von ihren Klaffengenoffen fernzuhalten. Im der Bülowpreffe, die in so auffälligem Gegensatz steht zu den Gegenteil, durch ihre ungesunde Moral zeigen sie den Arbeitern, schneidigen Attaken, die in derselben Presse im November gegen wo ihre wahren Interessen vertreten werden. Daß dies nicht von den Kaiser geritten wurden, beweist nur, daß in letzter Zeit im Solde des Unternehmeriums stehenden Leuten wie Lebius und eine Machtverschiebung zwischen dem Kaiser und Kanzler zu Konsorten geschehen kann, wird jedem Arbeiter bei einem bißchen dessen Ungunsten eingetreten ist. Die Köln. Volksztg." hat Nachdenken Klar werden. fchon recht, wenn sie meint: Das Wahlrecht baut sich auf dem Pluralsystem auf: Es erhalten vier Stimmen alle Landtagswähler mit mindestens 2800 M. Einkommen, die Beamten, die Gewerbefammer- und Landeskulturratswähler mit mindestens 2500 M. Einkommen. Diesen gleichgestellt sind alle Geistlichen, Herzte und Rechtsanwälte. Es erhalten weiter 4 Stimmen alle Grundbefizer mit wenigstens 250 Steuereinheiten und mindestens 2200 M. Einkommen, alle Be figer eines landwirtschaftlichen Betriebes von mindestens 2 Heftar, alle Besizer eines gärtnerischen Betriebes von mindestens 2 hektar, ferner alle über 50 Jahre alten Wähler, die sonst nur 3 Stimmen haben. 3 Stimmen erhalten: alle Landtagswähler mit mindestens 2200 M. Einkommen, alle Beamte, Gewerbekammer- und Landestultarratswähler mit mindestens 1900 W., alle Grundbefizer mit 150 Steuereinheiten und 1600 M. Einkommen, die Besitzer eines Landwirtschaftlichen Betriebes mit mindestens 1 Hektar, die Besizer eines gärtnerischen Betriebes von mindestens 1 Hektar, die Besitzer eines Freiwilligen oder gleichwertigen Beugnisses, schließlich die über 50 Jahre alten Wähler, die sonst nur zwei Stimmen er halten haben. 2 Stimmen erhalten: alle Landtagswähler mit wenigstens 1600 M. Einkommen, alle Beamte, Gewerbekammer- und Landesfulturratswähler mit 1400 M. Einkommen, alle selbständigen Besitzer mit 100 Steuereinheiten und mindestens 1200 M. Einkommen, die Besitzer eines landwirtschaftlichen Betriebes mit mindestens 1 Hektar, die Besitzer eines gärtnerischen Betriebes von wenigstens Hektar, schließlich alle 50 Jahre alten Wähler, die sonst nur 1 Stimme haben. 1 Stimme haben alle übrigen Wähler. Treffen diese Angaben zu, werden die schlimmsten Befürch aber die berühmte zweitägige Untersuchung durch die Fraktion mit| Schritte Defterreich- Ungarns, die Türkei zur Annahme des Prinzips tungen übertroffen. Deutlich sieht man es an jeder Be- ihren zahlreichen juristischen Koryphäen. Natürlich wurde wieder die der angebotenen wirtschaftlichen Vorteile zu bewegen. Mit der stimmung, wie die Wahlrechtsschacherer es raffiniert ausgetüftelt völlige Schuldlosigkeit" des Fraktionsmitgliedes Held Forderung einer bosnischen Autonomie stehe Rußland haben, die Arbeiter völlig zu entrechten, zu vereinwandfrei festgestellt..., worauf Held würdig war, auch noch den vollständig isoliert. In den Streifen der englischen Botschaft hindern, daß Arbeiter zuschlagsstimmen erhalten. nationalliberalen Landtagsabgeordneten zu spielen! Daß werde jegliches Interesse an der Autonomie geleugnet: England beEs ist ein Wahlrechtsscheusal schlimmster Art, das da das Parteitribunal sich bald darauf in so hartem Widerspruch betrachte dies als eine rein österreichisch- ungarische Frage. ausgebrütet wird. Wir werden dieses Ungeheuer eines Blural- fand mit der in öffentlicher Gerichtsverhandlung er wahlrechts demnächst noch mehr beleuchten. mittelten Wahrheit über Herrn Held, daran scheint fein National liberaler Mergeritis genommen zu haben. Ein Gewaltfireich des Zentrums. Der Rest war Schweigen. Und Leute, die felber der öffentlichen Zu der schon telegraphisch gemeldeten ungültigkeits. Moral so wenig Genugtuung zu schulden glauben und den Held erklärung der Wahl der drei Sozialdemokraten standal jahrelang, und nicht immer rein passiv, begünstigt haben, Klein, Marg und Mitterhausen durch die Zentrumsmehrheit des wollen fich über strupelloseste Ausbeutung des Falles Held in der Stadtverordnetenkollegiums von Mülheim am jezigen Wahlbewegung beschweren? 1 Es hieße die Wähler in Rhein wird uns noch aus Köln geschrieben: Berden- Hoya heute einem neuen Betrug opfern, wollte man sie darüber im Zweifel lassen, daß die nationalliberale Partei in ihren obersten Instanzen mitbegraben ist in dem Sturze, den ihre Zierde Held getan hat! Ju der amtlichen Ausschreibung der Wahl hieß es: Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß mindestens die Hälfte Der von jeder Abteilung zu wählenden Stadtverordneten aus Hausbesitzern bestehen. Zurzeit gehören der dritten Abteilung 8, der giveiten 8 und der ersten Abteilung 9 Hausbesitzer an. Es können daher bei den in diesem Jahre vorzunehmenden Wahlen in sämtHausbesitzer find." Württembergs Finanzlage. Neue Vorschläge. Konstantinopel, 9. Januar. Der österreichische Botschafter hat nach Ablauf der Beiramfestlichkeiten die Verhandlungen mit dent Großwefir wieder aufgenommen und auf Grund der erhaltenen neuen Instruktionen Kiamil Pascha folgende Vorschläge gemacht: Desterreich- Ungarn hält seine Vorschläge betreffend den Abschluß eines Handelsvertrages aufrecht, worin es von vornherein seine Zustimmung zur Erhöhung der türkischen Zölle von 11 auf 15 Prog. und auf Einführung gewisser Monopole erteilt. Unter Berücksichtigung des wiederholt geäußerten Wunsches der Türkei, als Entgelt für die Zedierung ihrer Souveränitätsrechte auf Bosnien cine finanzielle Zuwendung zu erlangen, kommt die österreich- ungarische Regierung diesem Wunsche in der Stuttgart, 9. Januar.( Privatdepesche des Vorwärts.") Der Weise entgegen, daß fie fich bereit erklärt, der türkischen lichen Abteilungen auch solche Personen gewählt werden, die nicht Haupt- und Finanzetat Württembergs für die Finanzperiode vom Regierung als Ersak für die in Bosnien und der Herzogewina Nachdem das Zentrum jetzt in der dritten Stasse zum ersten Staatsanzeiger" veröffentlicht. Er gewährt ein trostloses Bild: 2½ Millionen türkischer Pfund anzubieten.. Nachdem Nachdem das Zentrum jetzt in der dritten Stlasse zum ersten 1. April 1909 bis 30. März 1911 wird heute auszugsweise im gelegenen elemaligen türkischen Staatsgüter einen Betrag von Male, und zwar wider alles Erwarten, unterlegen ist, hat es Der Staatsbedarf berechnet sich für 1909 auf 97 475 000, für 1910 es aber nicht ganz klar ist, ob es sich um ottomanisches StaatseigenHimmel und Hölle in Bewegung gesekt, um Gründe zu finden, mit auf 99 197 000 M. Die Mehrausgabe gegen 1908 beziffert sich für tum oder um ein Eigentum der beiden Provinzen handelt, knüpft denen man: die Wahl umſtoken tönne. Es ist beobachtet worden, 1909 auf 5 750 000 und für 1910 auf 7 Millionen Mark. Dem die österreichisch- ungarische Regierung ihr Anerbieten an die Bebingung, daß diese juridische Frage in authentischer Weise evendaß man zu diesem Zwede geheime Zusammenfünfte mit den Kölner Zentrumsführern Justizrat Trimborn, Justizrat Staufen und stehen Mehreinnahmen von 2 Millionen und von 3780 000 m. dingung, daß diese juridische Frage in authentischer Weise evenDamit hat die österreichische Regierung ihren bisherigen Rechtsanwalt Stein gehabt hat. Den Blan, den das Jefuitenfolle gegenüber. Zur Dedung des Fehlbetrages foll eine zwölfprozentige tuell durch einen Schiedsspruch festgestellt wird. gium ausgehedt hat, hat man bis zum Iekten Augenblid und Gewerbesteuer sowie der Kapitalsteuer erhoben werden. Den voraussichtlich weit höhere Ansprüche stellen dürfte, so ist doch zu Steuererhöhung bei der Einkommensteuer, der Grund-, Gebäudeablehnenden Standpunkt endlich verlassen. Wenn auch die Türkei geheim gehalten. Die Zentrumsblätter haben kein Wort über die Protestgründe verlauten lassen. Erst in der Stadtverord- Landtag ist der Gefeßentwurf betreffs Verlängerung der Gültigkeits- voraussichtlich weit höhere Ansprüche stellen dürfte, so ist doch zu Stadtverord- Landtag hoffen, daß der Weg zu einer Verständigung jekt Telchter gefunden netensizung, die über die Gültigkeit der Wahl der drei Sozialsteuer) bis 1913 bereits zugegangen. dauer zum Ertragssteuergesetz( Grund-, Gebäudes und GewerbeDie Gültigkeitsdauer der demokraten entscheiden sollte, kan man damit heraus, und man Ertragssteuer läuft nämlid) am 1. März 1910 ab. crklärte: Es sind zwar von den zehn Stadtverordnetenjihen der Ertragssteuer läuft nämlich am 1. März 1910 ab. In dem Etat sind die Anforderungen der Reichsbritten Abteilung nach dem Adreßbuch genügend mit Hausbesitzern Bescht; es sind dies aber keine Hausbesiber im Sinne des Gefehes: vortrag des Finanzministers wird gesagt: Es darf auch in diefem bescht; es sind dies aber keine Hausbesizer im Sinne des Gefehes: finanzreform noch nicht berücksichtigt. Im Begleit es müssen die Betreffenden als allein besiker im Grund. buch eingetragen sein; wo die Frau Miteigen. Zusammenhange den Erwartungen Ausdrud gegeben werden, daß tümerin des Hauses ist, ist kein Hausbesit im Sinne des Gees gelingen möge, die finanziellen Verhältnisse des Reiches dauernd auf eigene Füße zu stellen. Eine weitere Belastung seitens des Reiches wäre von Württemberg faum mehr zu tragen und müßte für den Staatshaushalt und die Anforderungen an die Steuerkraft die schwersten Folgen nach sich ziehen. fches vorhanden. Aus dem württembergischen Landtage. werden kann. Ein Grenzzwischenfall. Serajewo, 9. Januar. Wie aus Srebrenica gemeldet der Straße Brutunac- Fatobic vom serbischen Ufer aus bea wird, ist eine Gendarmeriepatrouille am Mittwoch auf fchoffen worden. Die Patrouille, von der niemand verlegt wor= den ist, hat das Feuer erwidert und anscheinend einen der Angreifer getroffen, Oefterreich. Ein Dementi. Hein ausgedacht! Und der Zentrumsjesuiten würdig! Die liberale Minderheit war machtlos: mit 15 gegen 14 Stimmen beschloß die Zentrumsmehrheit die Ungültigkeit der Wahl, und es bedurfte der ganzen Energie des Wortführers der Minderheit, um Wien, 9. Januar. Wie das f. f. Telegr.- Storrefp.- Bureau er zu verhindern, daß die 3entrumsleute die Wahl fährt, hat die Brager Polizeidirektion die von mehreren ihrer unterlegenen Parteifreunde für gültig" Die Beratung des Artikels der Volksschulnovelle, die die Schüler- Belgrab an die Brager national- foziale JugendBlättern gemeldete Beschlagnahme von Telegrammen, welche aus erklärten. Das schönste ist, daß die drei unterlegenen Zentrumsstadtverordneten, die bisher dem Kollegium aahl in den einzelnen lassen regelt, nahm die Sigungen vom Frei- organisation gerichtet sein sollten, nicht verfügt. Auch hat angehört hatten, selbst mitstimmten, und so einen Beschluß ermög. tag und Sonnabend in Anspruch, ohne zu Ende geführt zu werden. fie über solche Telegramme teine Mitteilungen erhalten. Von sozialdemokratischer Seite sprachen dazu in längeren Reden Für Sonntag werden Ruheſtörungen in größerem Maßstabe in lichten, auf Grund dessen sie nun bis zur Neuwahl im Amte bleiben. Es, stimmten auch alle solche Stadtver die Genossen Hehmann und Hildenbrand. Die Regierung hatte be- Brag nicht befürchtet, um so weniger, als gestern beim Bürgermeister ordnete mit, deren Wahl auf Grund der jetzigen Darlegungen des hauptet, daß die Durchführung des sozialdemokratischen Antrages, eine Besprechung stattgefunden hat, an der Abgeordnete qus Prag Zentrums ungültig war, weil sie eben nicht„ Alleinbesiker" sind. Der die Schülerzahl pro Lehrer auf 40 normieren will, 7 Millionen und Vertreter der intereffierten Streise teilnahmen, und wobei die Man sieht, wie weit die Schamlosigkeit einer Zentrumsmehrheit Wart dauernden jährlichen Besoldungsmehraufwand und 21 Millionen Hoffnung ausgedrückt wurde, daß die Bevölkerung die Ruhe beMark einmaligen Bauaufwand erfordern würde.- Diesen sehr wahren werde. Immerhin sind alle Vorkehrungen getroffen worden, gehen kann. Diesen sehr um Ruheſtörungen sofort wirksam entgegentreten zu können.schematisch aufgestellten Berechnungen traten unsere Redner entgegen und betonten die Notwendigkeit, ein gleiches Recht für Volksschule und höhere Schulen einzuführen. Politisch hochinteressant ist auch die Unverfrorenheit, mit der das demokratisch sein wollende Zentrum hier durch eine jesuitische Auslegung eine weitere Verschlechterung des ohnedies elenden Geldjackwahlsystems vollzogen hat. # England. Die Hoffnungen der Schutzöllner, Die Gleichberechtigung der Sozialdemokratie in Hessen. London, 8. Januar.( Eig. Ber.) Die englischen Tarifceformet Die olle ehrliche Held- Partei. Der von uns mitgeteilte Zusagantrag der sozialdemo( Schutzöllner) fehen den Ereignissen des Jahres 1909 mit großen Nachdem der als objektiver Bücherfälscher und Erpreffer tratischen Fraition des heifischen Landtags zur Antwortadresse Hoffnungen entgegen. Ihr geistiger Führer, Mr. Josef Chamgerichtlich erledigte Herr Theodor Held endlich sein Mandat des Landtags an den Großherzog ist von der nationalliberal- berlain, der jetzt seinen Lebensabend als Invalide zubringt, niedergelegt hat, muß im 6. hannoverschen Reichstagswahltreise ultramontanen Mehrheit in der Dienstagssigung der Kammer a 5 läßt folgenden Brief veröffentlichen:„ Es ist wahrscheinlich, daß eine Erfaswahl zum Reichstag stattfinden. Bossierlich zu gelehnt. Die Genossen Ulrich und Orb vertraten den das Jahr 1909 nicht ablaufen wird, ohne eine Parlaments. der da beobachten ist in dem bereits sich entspinnenden Wahlkampfe die Antrag, fordert, daß die Verfassungsbestimmung, auflösung zu bringen. Die Tarifreformer haben deshalb die nationalliberale Angst, die Wähler möchten jetzt den Stab brechen den Sozialdemokraten gegenüber angewandt und den fozial- über ihr Attionsprogramm schlüssig zu werden. Der Fortschritt, wonach alle Heffen bor, dem Gesetz gleich find, auch Bflicht, eine Bilanz der gegenwärtigen Lage aufzustellen und sich über eine Partei, der fie die Ehre verdanken, fünf Jahre lang von demokratischen Beigeordneten die Bestätigung der Regierung nicht den unsere Sache gemacht hat, ist zufriedenstellend, und es ist mög dent erkannten Freunde Terlindens parlamentarisch vertreten gewefen verweigert werde, in wirkungsvoller Weise. Von der Mehrheit zu fein. In seiner Abendnummer vom 5. Januar flagt der machte nur der Berichterstatter Zentrumsabgeordneter Schmitt einige lich, daß die allgemeinen Wahlen einen Regierungswechsel " Hannoversche Courier" über die schlechten Menschen, verlegene Bemerkungen. Dann schritt man zur Abstimmung, und bringen werden. Die gegenwärtige Verwaltung des Landes wurde die den Wählern, die doch allzumal nicht die genaue Kenntnis mit allen Stimmen gegen die der bier Sozialdemokraten und der für schlecht befunden, nachdem man ihr Zeit gegeben hatte, ihre der Tatsachen haben könnten, einzureden, daß in Herrn Held zwei Freifinnigen wurde die in schwulstigen Worten gehaltene Adresse Fähigkeiten zu zeigen. Die letzten Nachivahlen bewiesen, daß ein getviffermaßen die nationalliberale Partei verkörpert sei." angenommen, womit der sozialdemokratische Antrag erledigt" war. großer Umschwung in der öffentlichen Meinung sich vollzogen hat. Das„ Offenbacher Abendblatt" fchreibt zu diesem Verhalten der Die untergrabende Gesetzgebung der Regierung erwies sich als Es soll dem„ Hannoverschen Courier" nicht bestritten werden, daß er seinem traurigen Helden Landtagsmehrheit: Die... Verhandlungen der Zweiten unwirksam, und sie hat nichts geschaffen, um dem außerordentlichen es nach dem Schöffengerichtsprozeß vom Dftober 1907 für ein Blatt, hessischen Kanimer haben einen neuen Beweis für die Herab Geschäftsniedergang begegnen zu können. Sie hängt noch an der Verfassung durch ihre berufensten Wer angepaßt das ernst genommen werden will, nicht mehr anders ging. Won teidiger erbracht. Für das ganze arbeitende hessische Bolt den unentwegten Vasallen des Helden wurde die Absage ihres ist dieser Antrag, ist die ganze Angelegenheit nicht war, aber den neuen Bedürfnissen nicht entsprechen tann. Das Im Gegenteil, Hannoverschen Parteiblattes an ihr Jdol damals aus dem persön- erledigt! wie wir behaupten dürfen- infolge wieder Volk dieses Landes wird sich lichen Gegensatz des Courier"-Verlegers, Herrn Dr. May müssen und wollen wir auf die schreiende Ungerechtigkeit, die Herab- der Aufklärungsarbeit der Tarifreformer über die Lage flar; wir Jaenede, zu Herrn Held gedeutet.( Vor Wiederaufstellung der würdigung der Sozialdemokraten zu. Bürgern zweiter Klaffe, zu haben jetzt nur noch unsere Arbeiten fortzusetzen, um einen definiKandidatur Held zur Reichstagswahl 1907 war eine Zeitlang Herr Leuten ohne Ehrenrecht, hinweisen, wie ein Peitschenhieb in tiven und schnellen Erfolg zu erzielen." Chamberlain fordert danr Jaenede als nationalliberaler Kandidat für Verden- Hoya genannt das Gesicht des hessischen woltes muß und wird eine worden!) Jedenfalls gingen dem aber vier Jahre getreuer Snappen- folche empörende Bergewaltigung wirken! 17 und immer immer die Tarifreformliga auf, die gesammielten Materialien zu benußen und einen wissenschaftlichen Tarif aufzustellen, der. dem Bolke dienste des Hannoverschen Courier" für den Mann voraus, der Die Karlsruher Handelskammer hat sich nicht zu der energischen größere Arbeitsgelegenheit und den Fabrikanten mehr Absatzgebiete auf die schwersten, in der Deffentlichkeit gegen Verurteilung der Sydowschen indiretten Steuergesegborlage schaffen tönnte. Sobald sich die Wähler für das Prinzip der ihn erhobenen Anklagen den Weg zum Gericht aufgerafft wie ihre Lahrer Kollegin. Wein, Bier, Branntwein gelten Tarifreform erklären, sollen wir bereit sein, ihnen eine klare Ant nicht finden fonnte! Das nationalliberale Blatt in Hannover ihr als noch mehr besteuerbare Objekte, auch der Tabak. Nur die wort zu geben." Es ist sicher, daß das Schicksal der englischen Handelspoliti hat Herrn Helds Taktik nicht durchkreuzt, solange er sich gegen seine Gas- und Elektrizitätsbesteuerung findet keine Gnade und an der Verfolger nach Wanzenart totſtellte, und als der Erwählte Verdens zu Rachlaßsteuer wird so herumgedoltert, daß sie nichts Erhebliches ein- vom Ausgange der nächsten Parlamentswahlen abhängt. den klobigen Schimpfereien überging, die von der Berufungsstraf- bringen würde. So sieht die Gorge des liberalen Kommerzienrat Rußland. fammer mit 200 M. Geldstrafe honoriert wurden, leistete ihm der lüngels für das Bollswohl aus! „ Hannoversche Courier" tätigen Beistand, indem er den Bea Ein treuer Kämpfer für Ordnung und Sitte. Eine Bombenexplosion. schimpften jede Berichtigung berweigerte! Der Das Kriegsgericht der zweiten Division verurteilte den Petersburg, 9. Januar. Wie Peterburgsfij Sistot aus Baretoje " Courier" ließ endlich die Proklamation der Kandidatur Held fo- Rechnungsrat und früheren Oberzahlmeister des dritten Bayerischen Sfeto meldet, fand vorgestern abend in einem mitten in der Stadt wohl zur Reichstagswahl 1907, wie danach zur Landtag 3- Infanterieregiments Johann Landtags- Rechnungsrat Infanterieregiments Johann Körber wegen Betrug, Urgelegenen Hause eine starke Bombenexplosion statt. Bernach wahl in Berden ohne Protest gefchehen, obwohl doch schon tunden fälschung und Unterschlagung in Höhe von fonen wurden nicht verlegt. Näheres ist bisher nicht bekannt gedamals der nationalliberale Dienstag- Stammtisch( um mit dem 50 000 art zum Schaden des Regiments und verschiedener worden. nationalliberalen Parteisekretär Flathmann zu reden) genau Offiziere zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis. wußte ,,, was held für ein erlist" Der Betrüger galt als großer Patriot im Kampfe gegen den Die Balkankrise. ... Der österreichische Erfolg". 62 Cürkei. Hungersnot. Konstantinopel, 9. Januar. In mehreren Gebieten lein. afiens nimmt die Hungersnot zu. Nach Meldungen an den armenischen Patriarchen sind in der Umgebung von Taffin und Terdschan, ferner im Wilajet Grzerum in Musch mehrere Per fonen Sungers gestorben. Die Sammlungen seitens der Armenier erweisen fich als ungenügend. Eine größere Hilfsaktior und staatliche Hilfe find dringend nötig. Immerhin muß zugegeben werden, daß der„ Hann. Courier" Umfiurz. besser abschneidet, als die Reichstagsfrattion und der Zentralvorst and feiner Partei; die genaue Kenntnis der Tatsachen ist freilich für die volle Würdigung der erhabenen Nolle dieser Herrschaften im Heldendrama unerläßlich. Jeder Grundlage Wie wir schon gestern betont haben, dürfte der„ Triumph" der entbehrend() und den Tatsachen(!) direkt ins Geösterreichischen Regierung über den Rückgang des serbischen Ministers sicht schlagend", nannte Herr Bassermann die wohl mitowanowitsch nur von kurzer Dauer fein. In der fubftantiierten Warnungen kundiger und ehrlicher Leute der Stuptschina wird wahrscheinlich der nachgiebige Minister ein Mis eigenen Partei, die in allem wesentlichen vom Gericht Recht trauensvotum erhalten, der seinen Sturz noch nach sich ziehen bekommen haben. Wie diese Bassermannschen Tatsachen" wird. Es ist leicht möglich, daß dann sein alter Feind Paschitsch Ruhe in Mesopotanien. beschaffen sind. bleibt weiteren Kreisen verschleiert, obwohl sein Portefeuille erbt, der in noch leidenschaftlicherer Weise zum Konstantinopel, 9. Januar. Den türkischen Blättern zufolge ist nach dem Ergebnis der Schöffengerichtsverhand Kriege gegen Desterreich gehetzt hat. So sehen aber bisher noch die Ruhe in Moiful wiederhergestellt. Die UnruheI ung erwartet werden konnte, daß die Fraktion die Gründe alle Erfolge des Herrn v. Aehrenthal aus, die sich nach einigen stifter werden streng bestraft werden. Von Diarbekir sind zwei ihrer Entscheidung mitteilen würde. Daß die engen freund- Tagen stets in schlimme Mißerfolge verwandeln. Bataillone, drei Eskadronen und eine Gebirgsbatterie dahin ab schaftlichen Beziehungen zwischen den Herren Held und Bassergegangen. mann gemeint find, wenn die Fraftionsjustiz von„ Tatsachen" spricht, Perfien. ist doch nicht anzunehmen. Vor der Reichstagswahl legte Herr Dr. Krüger seinem Parteivorstand nahe, mit Rücksicht auf den sich Wien, 9. Januar. Wie der Konstantinopeler Korrespondent der Ein politisches Attentat. bergehoch türmenden Unflat vor Helds Tür dessen Kandidatur rü d. Fr. Br." telegraphiert, unterstige nicht nur Deutschland, Teherau, 9. Januar. Ein Mann versuchte heute nacht den gängig zu machen. Der Parteivorstand schwieg; dafür begann sondern auch Frankreich und Italien nachdrücklich die Scheit Fazel Ullah zu ermorden, der au den einflußDie Verhandlungen mit der Türkei. reichen Mitgliedern der reaktionär- tleritalen Partei und den hauptsächlichen Ratgebern des Schahs gehört. Der Täter, der nach seiner Verhaftung einen Selbstmordversuch machte, soll der nationalistischen Partei angehören. Amerika. Eine Zurechtweisung Roosevelts. Das internationale Scharfmachertum! Der Nordböhmische Volksbote" bringt folgendes Schriftstück: Verband von Arbeitgebern der sächsischen Textilindustrie au Chemnik. Ortsgruppe: Zittau- Reichenau. Bertraulich! Mitteilung. aus 1. Vont Verband nordböhmischer Industrieller wird mits geteilt, daß der Pubereiarbeiter Ringelhain, bisher bei der Firma Cosmanos in Grottau, daß der Aus stoßer.. aus Schönbach, bisher Rutscher ist je nach der Tour und der zu leistenden Arbeit eine stättenbereinigung nimmt die Firma in ihren Schuß und erklärt in 12-16stündige, dauert unter Umständen noch darüber hinaus. einem Schreiben an den Eisen- und Metallarbeiterverband, die Auch Sonntags muß gearbeitet werden. Einem Teil der Kutscher Leitung des Betriebes habe nur die in der Tarifgemeinschaft fest. erschien ein derartiges Arbeitsverhältnis auf die Dauer un- gefeßte" Arbeitszeit angeordnet. erträglich. Der Transportarbeiterverband nahm deshalb Veranlassung, die Zustände bei Hagen in einer Zusammenkunft der Kutscher am Sonntag, den 3. Januar, zu beleuchten. Auf Grund dessen ließen sich mehrere Kutscher in den Verband aufnehmen. Washington, 8. Januar. In der heutigen Sitzung des RepräHiervon muß Herr Hagen Kenntnis erlangt haben, denn schon fentantenhauses wurde über die in der Jahresbotschaft am Mittwoch wurde der eine organisierte Kutscher entlassen und am des Präsidenten Roosevelt aufgestellte Behauptung verhandelt, Donnerstag zwei weitere. Herr Hagen machte auch aus seinem der Kongreß habe Abstriche an dem für den Dienst der Geheim- dem einen der Entlassenen, indem er dessen Entlassungspapiere in Groll gegen die Organisation gar keinen Hehl, denn er sagte zu polizei geforderten Kredit gemacht, weil eine Reihe von Mit der Hand hielt:„ Was ist Ihnen lieber, Ihre Stellung bei mir oder gliedern die Aufmerksamkeit dieses Geheimdienstes fürchte. der Verband?" Und zu dem anderen Entlassenen:„ Ich dulde keine Das Haus hatte den Präsidenten bereits ersucht, seine Sozialdemokraten in meinem Betrieb und auch den Verband nicht, Erklärung zu rechtfertigen, und dieser hatte ihm eine Sonder- ich will mit solchen Leuten nichts zu tun haben." Der gute Herr wird botschaft zugehen lassen, in der er zu seiner Rechtfertigung die wohl das Glück haben, daß ihn fein Staatsanwalt beim Kragen Reden verschiedener Mitglieder des Hauses anführte. Die mit der kriegt. Der größte Teil der Kundschaft des Herrn Hagen gehört Angelegenheit betraute Kommission hat sich nunmehr dahin aus der Arbeiterschaft und unzweifelhaft auch der Sozialdemokratie an; gesprochen, daß die Unterstellung Roosevelts ungerechtfertigt von diesen Geld zu nehmen, hält er nicht unter seiner Würde. Im und grundlos sei und das Haus es ablehnen müsse, sich mit stickt werden. Die Kutscher, die jetzt bei der Firma Gebr. Hagen Betriebe des Herrn Hagen aber muß jede freiheitliche Regung ereiner Mitteilung zu befassen, die in ihrem Urteil die Achtung arbeiten, sind unorganisiert und nicht im Besize von Legitimationsbor dem Hause verletze. Die Sonderbotschaft Roosevelts sei farten. feine Antwort auf das Ersuchen des Hauses und bilde einen Ein griff in fein Privileg, da sie den Beweggründen und der Einsicht seiner Mitglieder bei der Ausübung verfassungsmäßiger Funktionen mißtraue. Das Haus lehnte infolgedessen eine Stellung nahme zu der Erklärung des Präsidenten ab. Die Präsidentschaftswahlen. Nachdem nun auch das Wahlresultat vom Staate Michigan bekanntgegeben ist, konnte folgende offizielle Zusammenstellung veröffentlicht werden. Es erhielten die verschiedenen Parteien am 5. November: Taft, Republikaner Bryan, Demokrat 0 Debs, Sozialistische Partei. Chasin, Prohibition Hisgen, Independent- Partei Wation, Populist Gilhaus, Soz. Arbeiterpartei. 7 637 676 Stimmen 6 395 182 " 1 447 651 " 241 252 " 83 186 " 33 871 " 15 421 Insgesamt für alle Kandidaten 14 852 841 Stimmen Jm Jahre 1904 entfielen auf die Sozialistische Partei 402 283 Stimmen. Genosse Deb3 hat die größte Stimmenzahl in Bennsylvanien erhalten und zwar 39 913 Stimmen, Illinois folgt mit 39 711 und dann kommt New York mit 38451 Stimmen. In der veröffentlichten Tabelle ist das sozialistische Votum in einigen Staaten bedeutend höher, wie zuerst gemeldet wurde; so hat Debs in Maine 1758 Stimmen bekommen, während er nach dem ersten Bericht nur 1494 erhielt. Illinois wird, wie bereits erwähnt, mit 39 711 Stimmen für Debs angeführt, anstatt 34 711, wie im ersten Bericht angegeben wurde. Die Zunahme entspricht nicht den Erwartungen unserer amerikanischen Genossen. Zurzeit werden namentlich in der deutschamerikanischen Parteipresse Diskussionen gepflogen über die vermeint lichen Ursachen dieser unerfreulichen Erscheinung. Auf diese sehr interessanten Auseinandersetzungen werden wir noch zurückkommen. Gewerkschaftliches. Lohntarife- literarische Leistungen! Vor einigen Wochen berichteten wir, daß im Bureau des Textilarbeiterverbandes in Neugersdorf i. S. auf Beranlassung der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Baugen eine Haussuchung und Bes schlagnahme von Lohntarifen, welche der Verband auf Veranlassung der dortigen Arbeiterschaft hatte in Druck legen lassen, stattgefunden habe. Der Verleger derselben, Genosse Heidel, erhielt mum eine Anklage wegen Verlegung des§ 38 Ziffer 1 und§ 45 des Reichsgesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur vom 19. Mai 1901 und wegen Vergehen gegen§ 9 Absatz 2 und§ 12 des Reichsgesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbetverbes bom 27. Mai 1896. Am Freitag fand nun vor dem Landgericht Baußen die Hauptverhandlung statt. Bei Eingang in die Verhandlung stellten die Fabrikanten, deren Lohntarife veröffentlicht worden waren, den Antrag, als Nebenkläger zugelassen zu werden. Während der Verhandlung wurde die Anklage wegen unlauteren Wettbewerbes fallen gelassen. Genosse Heidel wurde wegen Verlegung des Urheberrechts zu 300 m. Geldstrafe, im Falle der Uneinbringlichkeit zu einem Monat Gefängnis und Tragung der Kosten berurteilt. Der Antrag auf Zahlung einer Buße wurde abgelehnt, da ein Schaden durch die Drucklegung und Veröffentlichung nicht nachzuweisen war. Auch wurde auf Einziehung der vorhandenen Exemplare und Vernichtung der Platten erkannt. Die organisierten Hansdiener, Kutscher usw. aus den Hand1908 einen korporativen Lohntarif zur Durchführung gebracht. Um tuch- und Wäscheverleihinſtituten Berlins haben seit dem 1. Mai eine Durchbrechung dieses Tarifes zu verhüten, ist vom Deutschen Transportarbeiterverband eine Kontrollfarte eingeführt worden. Nur von den Firmen ist der Tarif anerkannt, werden die geforderten Lohnsätze gezahlt, deren Arbeiter im Besitz der Kontroütarte find. Die Karte ist von brauner Farbe und nur dann gültig, wenn dieselbe ordnungsgemäß jeden Monat abgestempelt ist. Das Verbandsbuch hat in diesem Falle keine Gültigkeit. Für die Hausdiener, Kutscher usw. J. A.: Karl Braunert, Rodenbergstr. 3. Die Krise. Die Zahl der arbeitslosen Holzarbeiter hat sich nach der Fachzeitung der Tischlermeister" von 3735 am 29. Dezember 1908 auf 4065 am 7. Januar 1909 vermehrt. Deutfches Reich. Zur beendeten Aussperrung im Bremer Tischlergewerbe. Die Arbeit wird, wie jetzt bestimmt verlautet, morgen Montag in allen Betrieben wieder aufgenommen. Die Hauptsächlichsten Punkte des von beiden Teilen endgültig angenommenen Schiedsspruchs lauten: Zu dem bisherigen Lohn erhält jeder Tischler vom 1. April 1909 ab einen Zuschlag von einem Pfennig pro Stunde; vom 1. Juli 1909 ab einen weiteren Pfennig. Bei der Arbeitszeitverfürzung vom 12. Februar 1910 findet eine Lohnkürzung nicht statt, so daß jeder Arbeiter seinen alten Lohn weiter bezieht. Für Bauanschläger( Anschlagen und Einsetzen im Bau) wird ein Affordtarif aufgestellt. Die jetzt bestehenden Affordverträge über Massenartikel bleiben in Kraft. Die Ausarbeitung von Affordtarifen für weitere Artikel soll weiteren, unverzüglich einzuleitenden Beratungen vorbehalten bleiben. Für Affordarbeit findet eine Lohnerhöhung um 5 Proz. vom 15. September 1909 statt. Für Arbeiten in Neu- und Umbauten, die länger als einen Tag dauern und in Stundenlohn angefertigt werden, wird ein Aufschlag von 2 Pf. die Stunde gezahlt. Für Bauarbeiten außerhalb des Bremer Stadtbezirks wird in emelingen, Ellen, Osterholz, Horn, Sebaldsbrück, Kattenturm und Dslebshausen eine Zulage von 40 Pf., darüber hinaus eine solche von 70 Pf. gewährt, falls ein lebernachten notwendig ist. Bei Arbeiten nach außerhalb, wo Kost und Logis außer dem Hause genommen werden muß, werden pro Tag 2,75 M. Bulage gezahlt. Für Ueberstunden bis 8 Uhr abends ein Zuschlag von 15 Bf.; nach 8 Uhr abends und Sonntags 20 Pf. die Stunde. Der Tarif hat bis 11. Februar 1911 Geltung! bei der Firma J. B. Limburger jun. in Ketten, wegen Widersetzlichkeiten, daß der Aufsteder... aus Spalow, bisher bei derselben Firma, und der Hand. drucker. aus Jungbunzlau wegen Teilnahme an der Maifeier entlassen worden sind. 2. Auf Wunsch steht den Herren Mitgliedern eine Abschrift der vom Verband an den Reichstag gerichteten Eingabe bes treffend die Novelle der Gewerbeordnung( Magimalarbeitstag für Arbeiterinnen) zur Verfügung. Mit Hochachtung Rechtsanwalt Dr. Rud. Noad, Schriftführer. die Arbeiterbewegung selbst vor den Grenzpfählen nicht halt Hier sieht man, daß die Unternehmer in ihrem Kampfe gegen machen; auch die schwarzen Listen betreiben sie international. Verbrüdern sich dagegen die Arbeiter international, dann heulmeiert dieselbe Unternehmerclique. Hus der Frauenbewegung. Die bürgerlichen Frauenorganisationen in Deutschland. Das Kaiserliche Statistische Amt hat Anfang 1908 eine Er hebung über die von Frauen gegründeten oder doch vorwiegend für italtet. Die Antworten sind aus bürgerlichen Kreisen und den Frauen bestimmten Organisationen im Deutschen Reiche veran Kreisen der konfessionellen Arbeiterinnenbewegung ziemlich zahls reich eingegangen und geben so ein wenn auch nicht vollständiges Bild der Rolle, die heute die Frau im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben spielt. Es fehlen die Zahlen der in den freien Gewerkschaften organisierten Arbeiterinnen; auch unsere Arbeiterinnen- Bildungsvereine haben sich nicht an der Erhebung beteiligt. In der im Dezemberheft des Reichsarbeitsblattes" veröffent lichten Zusammenstellung der vorläufigen Ergebnisse sind die Verbände resp. Vereine nach den von ihnen verfolgten Hauptawecken in folgenden Gruppen untergebracht: A. Allgemeine Frauenbewegung, B. Berufsorganisationen, C. Soziale Organisas tionen, D. Wohltätigkeitsorganisationen, E. Frauenbildungsorganis fationen, F. Politische Organisationen. Unter der Gruppe A. ist der große Bund deutscher Frauen einbegriffen, der in zehn Unterverbänden und acht lokalen Vereinen 150 000 Mitglieder in allen Teilen des Reiches umfaßt. Ferner der Evangelische Frauenbund mit 9400, der Katholische Frauenbund mit 18 000, der Lund für Mutterschuh mit 1932 Mitgliedern usw. Insgesamt sind in dieser Gruppe rund 175 872 Frauen organisiert. Sehr umfangreich ist die Gruppe B., die die weiblichen Be. rufsorganisationen umfaßt. Die beiden großen Verbände faufmännischer weiblicher Angestellter mit dem Site in Frankfurt a. M. und Berlin zählen allein 10 200 rcfp. 23 067 Mitglieder, der Verband katholischer Vereine erwerbender Frauen und Mädchen( Berlin) deren 22 000, der Verband der katholischen Arbeiterinnenvereine der Erzdiözese Köln 12 000, der Verband der Heimarbeiterinnen Deutschlands für Kleider- und Wäschekonfettion 5500 Mitglieder. Hier finden sich auch die Lehrerinnenvereine, so der Allgemeine Deutsche Lehrerinnenverein mit ter 23 000, der Allgemeine Wohlfahrtsverband der Lehrer und Lehrerinnen( Berlin) mit 38 000 weiblichen Mitgliedern, der Verein katholischer deutscher Lehrerinnen( Boppard a. Rh.) mit 10 040 Mitgliedern. Gruppe B. umfaßt also ohne die freigewerkschaftlich) organisierten Arbeiterund 176 252 berufsmäßig organisierte Frauen. Nur klein ist die Gruppe C.: Soziale Organisa. tionen. Sie zählt 4 Verbände, darunter als bedeutendsten den Deutschen Frauenverein für die Ostmarken( Berlin) mit insgesamt 15 728 weiblichen Mitgliedern. rinnen Ein Bürgermeister als Streifbrechervermittler. Seit 5 Monaten streiken die Arbeiter der Feilenwerke der Eine außerordentlich große Gruppe ist wiederum die Gruppe Firma K. Klein in Lindlar( Bezirk Köln), weil sie sich gegen D., die die charitativen oder Wohltätigkeitsorganisationen umfaßt. eine weitere Kürzung der ohnedies erbärmlichen Löhne sträuben. Es ist dies ja das Gebiet, auf dem sich von jeher Frauen, wenn Ge fiel fürzlich schon auf, daß die Firma in ihren Streifbrecher- auch früher mehr in individueller Weise betätigt haben. Den vorgesuchen inserierte: Für hinreichenden Schutz der Arbeitswilligen liegenden Angaben zufolge umfaßt die ganze Gruppe 555 697 Mitwird behördlich erseits gesorgt. Wie nun das Organ des glieder, unter denen allerdings die den Vaterländischen Frauenchristlichen Metallarbeiterverbandes berichtet, hat der Bürger- vereinen angeschlossenen Männer mitgezählt find. In der Gruppe E.: Frauenbildungsorganisa meister des Ortes einen Arbeiter durch eine amtliche Vor- tionen, finden wir nur 6 Verbände und 19 Vereine mit zuladung zu sich bestellt, um ihn zu veranlassen, bei der Firma sammen 13 102 Mitgliedern. Das Urteil ist für die gesamte Gewerkschaftsbewegung von Klein in Arbeit zu treten, für genügenden Schuß werde er sorgen; Obgleich es sich hier also um eine noch in keiner Beziehung großer Tragweite, da die Lohntarife als Schriftwerke betrachtet er möge zum Wachtmeister gehen und diesem erklären, daß er volländige Zusammenstellung handelt, ergeben die mitgeteilten wurden, die durch das Gesetz betreffend das Urheberrecht geschützt Montag anfange. Ferner hat der Bürgermeister mehreren, bei Biffern doch bereits einen Gesamtbeand von fast 1 Million werden müssen, deren Veröffentlichung nur dem geistigen Urheber Gemeindearbeiten tätigen Leuten gekündigt, die organisierten Frauen. Beachtenswert sind die starken Ziffern zustehe. Bleibt dieses Urteil bestehen, dann darf in Zukunft fein früher einmal in der Feilenfabrik beschäftigt waren. Er erklärte der speziell katholischen Organisationen, ein Leweis dafür, Arbeiter, keine Gewerkschaft Lohntarife in Drud legen und veröffent- den Arbeitern geradeheraus, der Firmeninhaberin versprochen daß die katholische Kirche troß ihrer im Prinzip so rückständigen lichen im Interesse ihrer Mitglieder, wenn sie nicht das Ein- zu haben, daß er ihr die entbehrlichen Gemeinde praktischen Blick nicht verleugnet, der sie die wachsende Bedeutung Haltung in Frauenfragen auch in diesem Punkte ihren scharfen verständnis des Unternehmers befizen, sofern derselbe der geistige arbeiter abtreten werde. Urheber ist. Berlin und Umgegend. Herr Bäckermeister May Hagen und das Koalitionsrecht. Dieser Herr, welcher unter der Firma Gebrüder Hagen, Dalldorfer Straße 16, eine Brotbäckerei betreibt, wird der Arbeiterschaft noch aus der Zeit des Bäderstreits bekannt sein. Im Jahre 1904 stand Herr Hagen mit der Organisation der Bäcker im Tarif verhältnis, hat aber seine Arbeitskräfte niemals vom Arbeitsnachweis der Organisation, sondern durch den Kommissionär bezogen. Im Jahre 1907 wurde von der Firma der Tarif nicht unterschrieben und auch die Organisation nicht anerkannt. Die Organisationszugehörigkeit der Bäcker mußte der Firma gegenüber stets geheim gehalten werden und so tam es, daß die beschäftigten Bäcker fast sämtlich unorganisiert waren. Der Bäckerverband sah sich nun gezwungen, die Firma zu sperren. der Frau im wirtschaftlichen und politischen Leben erkennen gelehrt hat. In Uebereinstimmung von Prinzip und Braris hat aber nur Die fozialdemokratische Arbeiterbewegung die Frauen stets als gleichberechtigte Mitkämpferinnen um ihre hohen Ziele willkommen geheißen. Die Eisenbahner Badens haben nun ihre Vertreter wahlen zur Generalversammlung der Krankenkasse hinter sich. Der gewerkschaftliche süddeutsche Verband brachte es auf 20, jener des badischen( früher vom Zentrum beherrschten) Verbandes erhielt 70 Vertreter. In Karlsruhe verzeichnet der füddeutsche Eisenbahnerverband einen namhaften Erfolg Letzte Nachrichten und Depefcben. ( 1542 gegen 105 Stimmen); seine anderen Erfolge wurden in den Städten Offenburg, Freiburg und Basel errungen; jedenfalls auch in Mannheim, das noch keinen Bericht erstattete. Husland. Aussperrung und Vertragsbruch in der schwedischen Metallindustrie. Wegen einer Dampffefseleyplosion wurde am Sonnabend nachmittag der Automobil- Löschzug der Feuerwehr nach einer Mühenfabrik in der Böhowstraße 24 gerufen. Durch die Explosion waren Deden, Fenster u. a. beschädigt. Ein Kutscher namens Weiß hatte dabei Brandwunden an den Händen und im Gesicht erlitten, die ihm verbunden werden mußten. Preußische Sparsamkeit. Es ist erreicht. Bremen, 9. Januar.( B. H.) Der Senat gibt jetzt bekannt, Kurz vor Neujahr kündigte die große Maschinenfabrik Zu wiederholten Malen hat der Deutsche Transportarbeiter- Scania" in Malmö ihren Arbeitern an, daß die regelmäßige, verband versucht, die bei der genannten Firma beschäftigten bisher 54 Stunden die Woche betragende Arbeitszeit vom 4. Januar Wiesbaden, 9. Januar.( B. H.) Aus Sparsamkeitsrücksichten Kutscher der Organisation zuzuführen. Herr Hagen war dann ab auf 57 Stunden verlängert sein sollte. Verhandeln wollte man find bei einer größeren Anzahl Personenzüge zwischen Wiesbaden stets bemüht, seinen Einfluß im entgegengesetzten Sinne geltend mit den Arbeitern nur über die Verteilung dieser Arbeitszeit auf und Mainz und umgekehrt die Padmeister und Schaffner abgeschafft zu machen und machte dadurch das gesetzlich gewährleistete Koali- die einzelnen Tage, jedoch nicht über die Verlängerung. Als die worden. Nur ein Zugführer begleitet die Züge. tionsrecht der bei ihm beschäftigten Kutscher illusorisch. Die bei Arbeiter damit nicht einverstanden waren, wurden sie am Montag genannter Firma bestehenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse gaben alle ausgesperrt. Die" Scania" ist Mitglied von Schwedens Wertden Kutschern wohl Veranlassung, sich der Organisation anzu- stättenvereinigung, dem Metallindustriellenverband, der erst fürzschließen. Herr Hagen zahlt einen festen Lohn von 18 M. wöchentlich die furchtbare Wirtschaftskrise dazu ausnutzte, der Arbeiterlich und je nach der Tageseinnahme des Kutschers einen gewissen schaft die fünfjährige Verlängerung der allgemeinen Tarifgemein- daß der Lehrer Scharrelmann aus dem Schuldienst entlassen sei. Prozentjaz. Derjenige Kutscher, welcher eine zahlreiche Kund- schaft aufzuzwingen. Dieses Uebereinkommen bestimmt unter schaft hat, kann einen einigermaßen auskömmlichen Lohn erzielen, anderem, daß bei Streitigkeiten immer erst ernstlich verhandelt Lohnbewegung in der Budapester Oper. anders aber diejenigen Kutscher, welche eine geringere Zahl Kunden werden soll, ehe es zu Streik oder Aussperrung kommen darf. Budapest, 9. Januar.( B. H.) Die Mitglieder des Orchesters haben; ihnen ist es nicht möglich, von dem erzielten Lohn eine Von der Arbeitszeit heißt es, daß sie für die einzelnen Orte oder und das Chorpersonal der Königlichen Oper fordern binnen vierundFamilie anständig zu ernähren. Außerdem müssen die Kutscher Betriebe durch besondere Uebereinkommen geregelt zwanzig Stunden die Gewährung einer Tenerungszulage, andern eine Raution von 50 M. stellen, welche im Unvermögensfalle in wird, jedoch höchstens 57 Stunden die Woche betragen darf. Bei falls sie in den Streik treten wollen. wöchentlichen Raten vom Lohn in Abzug gebracht wird. Diese der" Scania" bestand die 54stündige Arbeitszeit seit 11 Jahren. Kaution verfällt der Firma, wenn nach Lösung des Arbeitsverhält- Sollte sie wirklich auf das in der Tarifgemeinschaft als Maximum Russische Ordnung, nisses der Kutscher es unternimmt, innerhalb 14 Tagen bei einer angeführte Maß verlängert werden, so mußte darüber selbst- Tomsk, 9. Januar.( W. T. B.) In Nowonifolajewsk wurde Konkurrenzfirma in Arbeit zu treten und Brot bei der Kundschaft verständlich mit den Arbeitern verhandelt werden. Es liegt also beim Deffnen der aus Tomst eingetroffenen Bost festgestellt, daß der Firma Hagen zu verkaufen. Die tägliche Arbeitszeit der offenbar ein Bruch des allgemeinen Vertrages vor. Aber die Werf zwei Geldpakete mit 285 000 Rubel Inhalt verschwunden waren. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstal: Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen. r. 8. 26. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 10. Januar 1909. Aus der Stadt des Schreckens. ( Spezialbericht unseres nach Sizilien ent fandten korrespondenten.) Messina, 5. Januar. -- Als das Loch so groß ist, daß sich ein Kopf durch- Ende führte. Da nun Geld doch nicht verhungert und in den 3wvängen läßt, fieht man, daß die einstürzenden Balken eine Sicherheitskassen nicht verbrennt, war es geradezu frevelArt- Belt gebildet haben. Unter den rettenden Balfen liegen haft, die tüchtigsten Arbeitskräfte und das sind die Fenerdie Leichen zweier Stinder. In dem kleinen dunklen Raum wehrleute in diesem Falle lahmzulegen, während Tausende ein junger Mann, seine Frau und ein Säugling. Der Mann von Menschen lebendig begraben sind. Die Feuerivehrleute reicht das nackte blühende Kind durch die Deffnung. Aber die Frau weigert sich herauszukommen. Laßt mich nur hier, es von Imola wurden heute zum Ausgraben einer Kassette aufMan muß stumpf werden, um in dieser Stadt leben zu ist besser so." Der als Dolmetscher mitgebrachte fizilianische gefordert, die 600.000 Lire enthält, verweigerten aber fönnen, und nur stumpf und schemenhaft kann das fein, was Offizier sagt zu ihr: Willst Du denn den Kleinen allein jede derartige Hilfeleistung, solange noch sich jetzt hier über das Unerhörte schreiben läßt. Das Schreck lassen?" Und sofort läßt sie sich mit herausziehen. So hat die Möglichkeit besteht, lebende Menschen zu liche fann uns paden, tann feine Strallen in unser Empfinden man alle drei gerettet und wunderbar zu sagen die finden. schlagen, so lange es vorstellbar ist, so lange es das Maß Frau, die das Kind acht Tage gestillt hatte, ist noch imstande, Aber auch in anderer Hinsicht war der Eigentumstrieb dessen nicht übersteigt, was an Leiderfahrung einem einzelnen dem Kinde die Brust zu reichen, obwohl sie in höchsten Grade verhängnisvoll. Obwohl ich den Eindruck habe, daß die beschert sein kann. Auf dem Trümmerfeld von Messina, in erschöpft ist. Schauergeschichten über die Plünderungen dem auch heute noch vielleicht Tausende von Menschen den In bester Gesundheit hat man am Sonntag einen fünf- st art übertrieben find, fann man doch nicht Todeskampf fämpfen, lebendig begraben, verhungernd in end- jährigen Jungen gerettet, der durch zwei Stockwerke in einen ableugnen, daß geplündert worden ist. Man hat Leute verloser Todesqual, auf diesem Trümmerfeld kann man nur Obstladen gefallen war. Der Kleine hatte im Dunkeln sieben haftet, die hunderttausend Lire in den Taschen hatten. Auch leben, wenn man seelisch blind geworden ist für seine Grauen. Tage von Feigen und Mandeln gelebt. Die wunderbarste haben mir viele bei den Rettungsarbeiten Beteiligte gesagt, Und den Stempel diefer Unfähigkeit, lebendige Eindrücke zu Rettung hat man aber heute früh vollbracht: ein daß sie in Häuser gekommen seien, auch in folche, in die man empfangen, muß jeder Bericht über Messina tragen man Soldat, Francesco Gatti, von der 10. Kompagnie des ohne Lebensgefahr nicht eindringen konnte, und vielfach vermag nicht auf andere zu übertragen, was man selbst nicht Trains, war aus Neapel hergekommen, um Nachrichten von Spuren von Plünderung gefunden hätten. Alle Kästen wären hat, nicht haben kann. Mertwürdig ist nur, daß bei diesem seiner Braut zu holen, die am 28. Dezember in Messina ge- aufgerissen gewesen, wie es geschieht, wenn Leute etwas suchen, Versiegen jeder Aufnahmefähigkeit, bei diesem Losgelöstsein wesen. Als er ihr Haus sah- einen großen Haufen von ohne seinen Platz zu kennen. Auch hat eine Frau, die nach von allem Lebenswerten des Alltags, der Lebensinstinkt in uns Schutt und Trümmern gab er alle Hoffnung auf, die Ge- fünf oder sechs Tagen gerettet worden war, ausgesagt, daß, felbst noch so intensiv ist, daß jeder neue Erdstoß uns mit fuchte lebend zu finden. So blieb er zwei Tage in der Stadt nachdem sie drei Tage eingesperrt gewesen war, Leute geEntsegen erfüllt. der Qual, ohne auch nur den Versuch zu machen, Nach- tommen wären, die alles geplündert und noch Steine auf sie Seit gestern sind drei neue Erdstöße verspürt worden. grabungen anzustellen. Gestern nacht- gewiß unter der geworfen hätten! Es ist also sicher, daß die menschliche HabAuch der Brand dauert noch fort. Obwohl Taufende von Einwirkung der anderen merkwürdigen Rettungen-träumte gier furchtbare Niederträchtigkeit gezeitigt hat. Aber sicher Leichen bestattet sind, liegen noch Tausende herum, mit Decken der Soldat, daß seine Braut ihm sagte: Sch lebe noch ist gleichfalls, daß die Abwehr dieser entbelegt, aus denen hier ein Fuß und dort ein Arm heraus- fuche mich unter den Trümmern." Der Traum war so leb- fesselten Gier das Rettungswert gehindert guckt. Aus den Trümmern hervor zeigt der Geruch an, wo haft, daß der junge Mann am nächsten Morgen seinen Offizier hat! Man hat wiederholt Plünderer erschossen. Die Zahl Leichen liegen, zu denen die Luft Zutritt hat. Wo der Schutt beschwor, ihm Leute zu Nachgrabungen zu geben. Es wurde der auf diese Art Getöteten habe ich trok aller Erkundigungen sehr dicht ist, wie unter dem Palast am Strande, der den sofort nachgegraben und man hat nach mehrstündiger Arbeit nicht feststellen können- man spricht von 12(?) und Kommandanten des Panzerschiffs Piemonte" und Piemonte" und feine die Braut, Domenica Spadaro, noch lebend befreit. Das auch von 40 Erschossenen. Es wurde nur in den Familie begraben hat, ist fein Leichengeruch zu spüren. junge Mädchen wird leben bleiben: es hat keine schwere Ver- fe Itensten Fällen ein standrechtliches Urteil Lebende werden jekt wenige geborgen. Gestern aber hat man legung. Dagegen konnte man einen Mann nur aus den gefällt: meist schossen die Schildwachen auf Plünderer", ein zwanzigjähriges Mädchen ausgegraben, das noch atmete Trümmern heben, nachdem man ihm ein unter einem Valfen die auf Aufforderung nicht von ihrer Arbeit abließen. und ein paar unverständliche Worte sprach. Das ganze Ge- eingeflemmtes Bein amputiert hatte, und zwar mußte ein Auch die russischen Matrosen haben mehrere erschossen, wobei sicht war mit Schaum bedeckt, die Augen boll Eiter. Sie Teil des Schnittes von einem Feuerwehrmann gemacht vielleicht hier und da Unschuldige getroffen wurden, die in den schluckte noch ein paar Tropfen Milch, aber alle Versuche der werden. Der Unglückliche starb bald darauf. Gestern nacht Trümmern ihres eigenen Hauses wühlten. Die Russen haben Aerzte, das fliehende Leben zurückzuhalten, waren bergebens: haben die Feuerwehrleute von Bologna stundenlang ge- auch einen der ihren erschossen, weil sie ihn beim Plündern das arme Geschöpf starb, nachdem es sieben volle Tage arbeitet, um eine Frau zu retten. Inimer wieder machten betroffen hatten. unter den Trümmern gelegen hatte, starb in dem nachstürzende Schuttmassen das Rettungswert zunichte. Als Die Folge des Plünderns war, daß jeder, der nach seinen Augenblick, wo menschliche Hilfe es der Luft wiedergegeben endlich nach Mitternacht der ganze Oberförper freigelegt war, eigenen Berwandten graben wollte, eine Erlaubnis vom hatte. tat die Frau einen tiefen Atemzug und starb.. Kommandanten der Stadt Messina, dem General Massa, Aber es werden auch noch Menschen ausgegraben, die noch Der Umstand, daß man gelegentlich noch kräftige und haben mußte. Seitdem das Kommando auf die Militärvoll Kraft und Leben sind. So hat man gestern eine alte lebensfähige Menschen ausgräbt, ist es gerade, der die furcht- behörde übergegangen ist am 2. Januar konnte man Frau hervorgeholt, die auf die Frage, wie es ihr ginge, fehr bare Möglichkeit nahelegt, daß noch Tausende lebend unter nicht mehr auf der Straße sein, ohne eine Kugel befürchten zu lebhaft antwortete: Ganz gut, und Hunger habe den Trümmern liegen. Ueberall, wo die stürzenden Balken müssen! Die Folge war, daß viele Leute, die Hinweise für ich 1" Man bot ihr Kaffee an und fie fagte: Aber recht gut einen Stüßpunkt gefunden haben, ehe sie alles zermalmten, die" Rettungsarbeiten hätten geben können und selbst mitgraben muß er sein!" wo das Dach auf ihnen ruhen kann, da können Menschen ein- wollten, nicht bis zu den Stätten gelangen konnten, die ihre Unsere Genoffen, die Feuerwehrleute von Imola, haben gesperrt sein, mit Luft genug, um noch Tage zu leben, und Lieben vielleicht noch lebend einschlossen. Das war eine furchtgestern eine ganze Familie lebend geborgen; ihr Kommandeur ihr Verzweiflungsschrei verhallt ungehört, übertönt von dem bare Härte und ein schweres Hemmnis für die RettungsGardelli war auf einen 12 Meter hohen Trümmerhaufen ge- Schritt der Soldaten, von den Kommandoworten und den arbeiten. stiegen und hatte dort eine noch gangbare Treppe entdeckt. Schlägen der Hacken. Der Abgeordnete Casciani fagte mir Er stieg mit einer Lampe hinunter und rief: ft iemand heute, er werde Abteilungen organisieren, um nachts zu Von unseren Genossen in Messina hat man wenig Kunde. da?" Es antwortete ein schwacher Laut, den er selbst für graben, weil vielleicht die Stille der Nacht das Hören er Genosse Noi ist tot, Genosse Salvemini erlitt das schwere eine Sinnestäuschung hielt.., Seid still!" ruft er feinen Leuten leichtern würde.. Schicksal, seine Frau und fünf Kinder zu ver zu. Aber auch die Verschütteten hören und verstehen die So unglaublich es scheint, so wird doch durch die Eigen- lieren. Zwei der Leichen sind bereits geborgen. Von den Worte und schweigen. Nun ruft der Kommandant wieder: tumsverhältnisse das Rettungswert ungeheuer kompliziert. Professoren der Universität weiß man wenig; Professor Wo seid Ihr?" Nur eine Mauer trennt ihn von der ant- Man sollte glauben, daß die zyklopische Furchtbarkeit des Grrera, Dozent der Zoologie, ist tot mit seiner Familie. wortenden Stimme.„ Gebt uns ein Zeichen, wo wir durch: Geschehnisses den Geldwert gering erscheinen laffen sollte. Von dem Hygieniker San Felice, dessen Arbeiten über brechen sollen!" Ein deutliches Klopfen antwortet. Und jetzt Das ist aber nicht der Fall. Man hat die Feuerwehrleute ein Krebsferum eben von Erfolg gekrönt zu ſein ſchienen, habe daß die Erschütterung die Reſte des Baues zum Stürzen von Bologna 6Tage lang ausschließlich an der an der Universität von Messina, war am Tage der Katastrophe bringen und die Retter wie die zu Rettenden begraben. Saum Bergung des Schazes der Banca d'Italia in Botenza. P " ist die Deffnung hergestellt, so schlägt den Rettern ein entsetzlicher arbeiten lassen, welche Bergung man nicht wie ich Bemerkenswert war in diesen Lagen des Schreckens, wie Leichengeruch entgegen. Habt Ihr Lote?"" Zwei Kinder!" irrtümlich berichtet hatte aufgab, sondern gestern abend zu sich die Grenzen der Parteien und Klassen verwischten. Auf Kleines feuilleton. daß nicht ein eigentliches Neh über das Feld gespannt zu werden schlungenen Gewebe feelischer Regungen mit divinatorischem Scharfbrauchte, sondern daß es genügte, dünne Entladedrähte in weiten blick nachspürender Gestaltungsgabe bedurft. Raffs Heldin, die Abständen von etwa zehn Meter über das Feld hinzuführen. Die junge Gräfin von Foig, hängt in schrankenloser Hingebung an ihrem Versuche mit diesem neuen Verfahren wurden auf dem Gute des Gatten, einem um das Doppelte älteren, aber noch immer bestridend Die Umformung der Landwirtschaft durch Elektrizität. Vor Mr. Bomford bei Birmingham vorgenommen, auf dem auch der schönen Manne, und tut, von seiner völlig grundlosen Gifersucht cinem Menschenalter hat der schwedische Professor Lemström aus erste Dampfpflug seinerzeit ausprobiert worden ist. Die Ergeb- verfolgt, in der Aufwallung einer ihr selbst unbegreiflichen wahlHelsingfors aus der Beobachtung, daß das Pflanzenwachstum in nisse waren auch hier sehr günstige, wenngleich im wesentlichen los blinden Sinnlichkeit, toovor er zitterte und was ihr selbst als Sen Polarregionen selbst nach starken Nachtfrösten eine ungewöhn- nur Weizen und Gerste gebaut wurden. Der Prozentsatz der Zu- ein unmögliches erschien. In der Scham über dies Häßliche, in der liche Schnelligkeit in der Entwicklung aufweist, den Schluß ge- nahme konnte aber natürlich auf den großen landwirtschaftlichen Verzweiflung, daß nun auch fürderhin ihre Natur jeder niedrigen zogen, daß diefes merkwürdige Phänomen durch die in jenen Flächen nicht so groß fein, als bei den kleinen wohlgepflegten Versuchung wehrlos gegenüberstehen werde, geht sie zugrunde. Breiten sehr stark auftretende atmosphärische Elektrizität verursacht Gartenstücken. Die Zunahme betrug nach den Berichten von Sir Ihr Schiafal soll uns die unheimliche, verborgen lauernde Gewalt wird. Der schwedische Forscher wurde durch diese Entdeckung dazu Oliver Lodge bei Gerfte und Weizen 30-40 Proz. Doch ergab sich des Launenhaften Blutes und den tragischen Zwiespalt, in den der angeregt, Experimente darüber anzustellen, welchen Einfluß die auch, daß der elektrisierte" Weizen sich bei Badversuchen als ein Einbruch diefes unterirdischen das Bewußtsein treibt, verbildlichen. Elektrizität auf das Pflanzenwachstum haben könnte. Er machte viel besseres Backmehl erwies als der unelektrisierte, und so fonnte Der Gatte, der, was er über Frauen weiß, am leichtfertigen Liebesfeine Bersuche zunächst in kleinem Maßstabe an Töpfen, die er in das elektrisierte Produkt zu einem um 7% Proz. höheren Preise hofe von Navarra gelernt hat, spiegelt in der Furcht und Eifersucht, der Weise elektrisierte, daß er über ihnen ein Netz ausbreitete, das verkauft werden. Eine wissenschaftliche chemische Analyse erwies, mit der er das geliebte Wefen quält, nur die Erfahrungen und die von einer Elektrifiermaschine positiv oder negativ geladen wurde, daß der Gehalt an trodenem Klebermehl bei dem elektrisierten Verschuldung seines eigenen Lebens wider und unterliegt, wie die während der andere Bol mit der Erde der Töpfe in Verbindung Weizen 11,15 Proz., bei dem unelektrisierten nur 10,75 Broz. be- Gemahlin, zum Hof zurückgekehrt, der ersten Lockung. Was Raff stand. So wurde über den Pflanzen eine Art Gewitterstimmung trug. Auf deutschem Boden hat Dr. Breslauer auf seinem Grund- dem Blan bat abgewinnen fönnen, konzentriert sich in einigen Szenen erzeugt, ähnlich wie sie in der Natur vorkommt. Lemström cr- ftüd in Hoppegarten eine Versuchsanlage errichtet. Jedenfalls steht des ersten Attes, die weitere Ausführung, in der Margarete, die öffnete damit der Wissenschaft und Praxis einen höchst bedeut nach den bisherigen Erfolgen fest, daß durch Elektrizität ein mäch- galante Königin von Navarra, als Oberintrigantin figuriert, verfamen Weg, der längere Zeit nur zögernd und mit bescheidenem tiger neuer Faktor für die Entwicklung der Landwirtschaft ge- läuft in ein erstaunlich unwahrhaftiges Puppenspiel. Frau Rosa Erfolge beschritten wurde, nun aber bereits zu einem ersten be- geben ist, deffen fünftige Resultate mit den gewaltigen Fort- Bertens in der Rolle der Herrscherin trug die Darstellung deutsamen Zielpunkt geführt hat. Wie Dr. Mar Breslauer schritten zu vergleichen fein dürften, die die Landwirtschaft seiner- soweit dies möglich war. Aber auch ihre Stunst konnte nur vorüberin der Umschau ausführt, sind die Lemströmschen Versuche nun- zeit der Einführung rationeller Düngung zu verdanken hatte. gehend hier und da einen Schimmer von Illusion criveden. " Theater. öffnet. Notizen. dt. mehr so umgeformt und verbessert worden, daß eine Umwälzung in der ganzen Landwirtschaft durch die Elektrizität zu erwarten ist. Schon der schwedische Professor hatte seine Experimente von Leffing Theater( Aufführung der Akademischen Bühne): den Töpfen auf das freie Land hin ausgedehnt und auf seinem Der legte Streich der Königin von Navarra Versuchsfelde in manchen Fällen mehr als den doppelten Ertrag Tragödie von Johann Raff. Raffs Drama das AutorenKunst ronit. Die Ausstellung chinesischer Ges geerntet als auf den in gleicher Weise aber ohne Elektrizität be- pseudonym deckt einen österreichischen Dichter hatte bei feinem handelten Kontrollbeeten. Auch die Zeit des Reifens wurde Erscheinen Aufmerksamkeit erregt. Stimmen in der Kritik rühmten är be in der Akademie der Künfte bleibt noch bis Mittwoch gewesentlich verkürzt; Erdbeeren wurden 8. 2. unter„ Elektrokultur" es als das Erzeugnis eines noch unausgeglichenen, aber originalen Malers Hans Balushel findet Bellevueftr. 16 statt. Sie ist bei Eine reichhaltige Ausstellung von Werken des Berliner in 28 Tagen zur Reife gebracht, auf dem Kontrollfelde in 54; die und starken Talentes. Daß trotzdem bei der herrschenden Brache freiem Eintritt täglich von 10-6 Uhr geöffnet. Zuckerrüben wiefen einen beträchtlich größeren, bis zu einem Mehr auf dem Gebiete der dramatischen Literatur fich fein Theaterdirektor von 18 Prog. fich steigernden Budergehalt auf als die Rüben der an eine Aufführung heranwagte, diefe vielmehr der Initiative einer Für Sizilien und Calabrien. Gine deutsche nicht durch Elektrizität beeinflußten Felder. Lemströms An- privaten Vereinigung von Studenten überlassen blieb, mußte freilich, Kunstspende. Unter diesem Titel wird bei Georg Müller in regungen wurden in Finnland, dann auch in Frankreich, Eng- nach den mit folchen folchen Vereinsvorstellungen gemachten Er- München eine große Publikation erscheinen, für die jetzt D. J. Bierland und Deutschland aufgenommen und bekräftigt. Lemström fahrungen, etwas ffeptisch stimmen. Indes, wenn auch ohne baum, Felix Mottl und Franz v. Stuck Beiträge bei den namhaftesten selbst dehnte seine Versuche über ein zirka 13 Morgen großes Bühnenwirksamkeit, es fonnte andere Qualitäten haben! und bedeutendsten ihrer deutschen Kunstgenossen sammeln. Der Gebiet auf einem Gute in Schweden aus, und andere folgten ihm Leider sah man im Theater vom einen so wenig wie vom anderen. ganze Ertrag foll den Unglücklichen im Süden zugute kommen. darin nach, wie z. B. Dr. Bringsheim in Kryschanowitz bei Breslau. Der Redefluß, der schon im ersten Aft bedenklich eintönig rauscht, Feigenblattmoral in Paris. Die Liga gegen die Alle diese Experimente litten aber darunter, daß in ziemlich ge- wälzt sich dann, jeden Damm durchbrechend, immer breiter und Nacktheit hat nun auch im Pariser Stadthaus einen Sieg errungen. ringer Höhe ein Drahtnch über das Feld gespannt werden mußte, trüber fort: ein schaukelndes Meer, dessen Wellen aus unbekannten Der Maler Willette, der dort einen Saal zu schmücken hat, hatte deffen Entfernung jedesmal notwendig war, bevor die notwendigen Gründen bald nach dieser, bald nach jener Nichtung laufen. Auch eine Freste entworfen, die in einer Allegoric das Erwachen von Landwirtschaftlichen Arbeiten auf dem Felde ausgeführt werden eine bessere Darstellung die hier gebotene blieb in manchen Rollen Paris darstellt. Man sah darauf die Stadt in der Gestalt eines fonnten. So wurden die großen Erfolge durch die mit dem Ver- weit unter Mittelmaß hätte an dem Gesamteindrucke kaum etwas mit unverhüllten Reizen im Bett ausgestreckten Weibchens, dem fahren verbundenen Unbequemlichkeiten mehr als aufgehoben. wesentliches ändern können. Es fehlte nicht viel, und die nervöse Merkur, der Gott des Handels, sein Szepter überreicht. Auch die Erst in England gelang es dem Elettrotechniker Newman mit Ungeduld des Publikums, das hier und da an besonders Gestalt des Gottes war fparfam kostümiert, sie zeigte nämlich nur Unterstübung des bekannten Physikers Sir Oliver Lodge, ver- provozierenden Stellen fich mit leisem Lachen revanchierte, wäre einen Zendenfchurz aus Banknoten. Die zuständigen Stadtmittelst hochgespannter Wechselströme so zuverlässige Elektrizitäts- in offenen Theaterslandal ansgebrochen. Jedoch konnte bis zu Ende väter fanden aber das Spiel der Stinstlerlaune au frei, und so muß quellen zu schaffen, daß das Drahtnch in ciner Höhe von fünf gespielt werden und die Schanz der Getreuen ließ sich nach Fallen Millette jetzt Frau Lutetia ein anständiges Negligé anziehen und Mietern über dem Erdboden befestigt werden und nun alle land- des Borhanges in Applaus nicht stören. auch Merfurs Garderobe vervollständigen. Denn Banknoten decken wirtschaftlichen Arbeiten ohne die geringste Behinderung unter Was dem Verfasser vorgeschiebt, in dramatischer Formung über alle Blößen wohl im bürgerlichen Leben, aber nicht in der bürgerhalb des Netzes vor sich gehen konnten. Dazu ergab sich noch bald, zeugend zu gestalten, dazu hätte es intimster, dem schillernd ver- lichen Kunst. blieben. " " Reggio. Reggio( Calabrien), 9. Januar. Die Ingenieure prüfen den baulichen Zustand der öffentlichen Gebäude. Fast alle urfunden und Wertpapiere wurden bei diesen Gebäuden wie bei den Banken wiedergefunden. Die Deputiertenkammer. dem Felde des Schmerzes gibt es feine Parteien", antwortete den mangelhaften Eisenbahndienst und erklärten ,, die nue die Erfüllung bestehender Berktagspflichten durch dent mir ein Offizier, dem ich sagte, daß ich Sozialdemokrat sei. die Regierung sei zu geizig gewesen. In Anbetracht, daß anderen Teil zum Gegenstand haben, fallen nicht unter§§ 152 und Und die Klassengrenzen, die ihren äußeren Ausdruck ja haupt- die Geretteten vier Tage ohne Speise und Trank getvesen 153 der Gewerbeordnung, jagt das Kammergericht in seinem jächlich in der Kleidung haben, waren doch schon durch seien, hätte die Regierung die Börse weiter öffnen müssen. Revisionsurteil. Die Sache ist zur erneuten Verhandlung an die den Umstand verwischt, daß das Erdbeben in der Catania lönne auf die Dauer die Waffe von Flüchtlingen Straffammer zurüdberwiesen wegen der befagten mangelhaften Feststellung. Nacht hereinbrach und die wenigen Geretteten im nicht ernähren. Ferner wird der Wunsch geäußert, die WohltätigkeitsIn der erneuten gestrigen Verhandlung wurde nun Hem de flohen. Jeder trägt die Kleider, die ihm der Zufall gelder möchten nicht aus Gründen der Protektion und des Nepotismus zunächst festgestellt, daß die betreffende Arbeitsordnung unter Be bescherte. So sieht man Karabinieri mit Zivilistenhüten, verschleudert werden. obachtung der Vorschriften der Gewerbeordnung erlassen ist. Der Zivilisten mit Offiziersjacken, Damen, die Kleider ihrer Dienst- Neapel, 9. Januar. Der Abgeordnete Saranda reklamierte beim Arbeiterausschuß ist vor Erlaß der Arbeitsordnung zwar gehört mädchen tragen. Der einzig lleberlebende der Banca d'Italia Kriegsminister über den General Mazza in Meffina. Er tadelte worden wie es die Gewerbeordnung vorschreibt aber seine wurde mir etwa in der Toilette eines Handwerksburschen hauptsächlich, daß Mazza in Taormina einen Kordon gezogen habe. Wünsche sind nicht berücksichtigt worden. Das tut vorgestellt. Sehr wenig vertrauenswert schien mir ein Mann, Dadurch sei nicht nur den Ueberlebenden von Messina, die ihr Eigen- allerdings nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung der Rechtsder sich dann aber als ein englischer Sprachlehrer und Sohn tum retten wollen, sondern auch den Journalisten der Weg versperrt. bestimmt, wie gesagt, daß die Direttion in Notfällen Uebergültigkeit der Arbeitsordnung feinen Abbruchy. Die Arbeitsordnung des englischen Pfarrers entpuppte: er bat mich um ein Stück stunden anordnen kann. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Brot. Die Wolldecken, deren ich durch die Opferwilligkeit des Nom, 9. Januar. General Mazza telegraphierte aus Messina Dr. Heinemann, legte den Schwerpunkt auf den Nachweis, ob Genossen Rossi aus Turin einige 20 mithatte, wurden an an den Ministerpräsidenten Giolitti: Am 7. d. M. wurden 6 Ver- tatsächlich ein Notfall vorgelegen habe; denn wenn das nicht Vertreter aller Klassen verteilt, den hohen Adel mit ein- schüttete aus den Trümmern lebend hervorgezogen. Die durch die der Fall gewesen, hätte ja die Direktion selbst auf Grund der geschlossen! Im ganzen hat man übrigens den Eindruck, daß Truppen wiedergefundenen Werte, die von den Zivilbehörden ein- rbeitsordnung fein Recht gehabt, Ueberstunden anzuordnen, und von den Familien der besigenden Klassen verhältnismäßig lionen Lire. Privatpersonen erhalten jest die Grzeit streiften, hätten keine Berbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsgetragen und nach Catania gebracht sind, beziffern sich auf 5 Mil die Arbeiter, welche wegen Innehaltung der regelmäßigen Arbeitsweniger Menschen verschont blieben als von denen der laubnis, unter Ueberwachung durch Truppen bedingungen gefordert, selbst nach der eigenartigen Begründung Armen. Der wuchtige Bau der eleganten Wohnhäuser hat Rachgrabungen vorzunehmen.(!!) In der Stadt und des ersten Straftammerurteils nicht. Die Anträge, welche Rechtsdiese nicht vor dem Zusammensturz bewahrt; aber ihr Sturz Umgegend herrscht Ruhe, mur einige Verhaftungen wegen Dieb- anwalt Dr. Heinemann nach dieser Richtung hin stellte, stießen war bernichtender. Die riesigen Blöcke der meterdicken stahls erfolgten. zum Teil auf Widerspruch beim Vorsitzenden und wurden auch vom Mauern, Blöcke, die zwanzig Tonnen und mehr wiegen, Gericht abgelehnt. Es wurde nun bersucht, durch Vernehmung der zeugen von der Vernichtungskraft dieser Bauten. Vom Adel anwesenden Zeugen festzustellen, ob ein Notfall vorgelegen habe. und von der Bourgeoisie Messinas sind wenige übrig gehier standen sich natürlich die Ansichten der Werksbeamten und der Arbeiter entgegen. Der Direktor der sozialpolitischen Abteilung" der Siemenswerte, Dr. Fellinger, sowie Direttor Von der Hilfsaktion sei heute nur gesagt, daß die russischen Jungheim stellten sich auf den Standpunkt, eine Einstellung Matrosen des Mataroff", der Glava" und eines neuer Arbeitskräfte sei aus betriebstechnischen Gründen nicht mögbritten Kriegsschiffes Unglaubliches, geradezu Unerhörtes an lich gewesen. Schlosser Lüde und Adolf Cohen vom MetallAufopferung geleistet haben. Sie waren die ersten Hilfskräfte, Deputierte anwesend; die Tribünen waren voll befekt. Die sächlichen Verhältnisse in dem fraglichen Betriebe die Ansicht, daß Rom, 9. Januar. Im Sibungsfaal waren etiva vierhundert arbeiterverband vertraten dagegen unter Hinweis auf die taldie in der unseligen Stadt an Land kamen. Der größte Teil Stammer fekte die Beratung des Gefeßentipurfs betreffend Maß die Einstellung neuer Arbeiter ohne die geringste Schwierigkeit mögder Rettungen ist ihnen zu danken. Auch englische Matrosen nahmen zur Linderung des durch das Erdbeben verursachten Glende lich gewesen wäre. Ein Notfall, der die Ueberstunden rechtfertigte, sollen viel geleistet haben. Das deutsche Schulschiff fort. Taranda gedachte als einer der überlebenden Deputierten habe nicht vorgelegen. Auf eine Frage des Vorsißenden, Hertha hat sich besonders durch Lieferung von Lebens- Meffinas der unglüdlichen Opfer des Erdbebens und sprach den weshalb denn die Direktion Ueberstunden anordnen würde, went mitteln, Wasser, Arzneistoffen und durch einen schnellen und heißen Dank der geretteten Bewohner der Unglücksstätten an alle fie nicht notwendig wären, antwortete Cohen: In dieser Hinsicht trefflich organisierten Transport der Verwundeten auf ihren aus, die ihnen Hilfe zutcil werden ließen... bestehe im Siemenswert seit jeher ein Schlendriam. Die BetriebsBooten Verdienste erworben. Auch den Deutschen sind nicht leitung fei gar nicht in der Lage, aus eigener Kenntnis der Dinge wenige Rettungen zu danken, aber einem Schulschiff fehlt es Der am Freitag in der Kammer verteilte Gesezentivurf be- zu beurteilen, ob eberstunden notwendig sind. In letzter Linie natürlich an Mannschaft, um die große törperliche Straftleistung treffend Maßnahmen zur Linderung des durch das Erdbeben ver- liege die Entscheidung darüber bei den Meistern der betreffenden aufzubringen, die die meisten Bergungen erheischten. ursachten Unglüds ermächtigt die Regierung, 20 Millionen von Abteilungen. Diese hätten ein Interesse daran, daß Ueberstunden Bon den Italienern haben alle guten Willen gezeigt, den Ueberschüssen des Etats des Rechnungsjahres 1907/1908 vor- gemacht werden; denn die Meister, die ja nicht arbeiten, sondern aber sie waren bielfach so schlecht verproviantiert, weg zu entnehmen, um mit den dringendsten Arbeiten zur Aus- nur in ihrer Bude fißen, betämen die Ueberstunden mit 1 bis 1,50 daß sie weder die Straft noch die Beherrschung ihrer besserung und Wiederherstellung der öffentlichen Gebäude beginnen Mark bezahlt. Auch glauben die Meister, dadurch ihre Tüchtigkeit zu beweisen, daß sie Ueberstunden für notwendig erklären. Auf Glieder hatten, die die Arbeiten erforderten. Ich habe viele zu können. Der Entwurf sieht ferner für 1909 und 1910 unter den Antrag der Meister verfüge dann die Betriebsleitung, daß wanten sehen wie Schlaftrunkene. Ein Matrose ist heute um- anderm einen Zuschlag von fünf Prozent für die Steuern auf eberstunden gemacht werden. Wenn wirkliche Notfälle vorliegen, gesunken, der zwei Tage nichts gegeffen hatte, ein Artillerie- ländliche Grundstücke, auf Gebäude verschiedener Kategorien und würden die Arbeiter auch Ueberstunden leisten. Anderenfalls aber offizier, Vater von 6 Stindern, ist im Dienst an Herzschwäche auf die Einkommensteuer vor und ermächtigt die Regierung zu hielten fie fest an der regelmäßigen Arbeitszeit. gestorben, infolge der übermäßigen Arbeit. Ein Erdarbeiter Ausnahmebestimmungen für die gesetzliche Todeserklärung, die kam durch Sturz zu Tode. Die Zahl der Opfer des Rettungs- Wiederherstellung der Zivilstandsregister, die provisorische Wieder. werkes wird sich erst in der Folge und dann auch nur an aufnahme der gerichtlichen und Verwaltungstätigkeit in den nähernd übersehen lassen. Ich habe seit 4 Tagen feine Provinzen Messina und Reggio und die einstweilige Unterlassung Zeitung gesehen, und ein Informationsdienst für die Presse bon Rekrutenaushebungen in den Erdbebengebieten. Weiter verwird erst morgen in Funktion treten. langt der Entwurf eine Kommission zur Festsetzung von technischen und hygienischen Normen für die Bautätigkeit im Erdbebengebiet. Schließlich sollen die durch das Erdbeben getöteten oder dienstuntauglich gewordenen Staatsbeamten als im Dienste verunglüdt angesehen werden. " " Vom ersten Tage an, wo man Transportmittel hatte, begann man, die lleberlebenden aus Messina fortzuschaffen. Heute fahren vier große Dzeandampfer nach Augusta, um von dort aus die Heimatlosen dahin zu bringen, wo sie wünschen. In Messina selbst ist es unmöglich, die Verteilung in die verschiedenen Orte auch nur zu versuchen. Viele der Unglücklichen wissen gar nicht, wohin sie sich wenden sollen. Der Transport findet für alle- ausnahmslos auf Kosten der Regierung statt. Ueberhaupt ist Messina eine Stadt, in der Geld nicht mehr als Zirkulationsmittel wirkt. Ich habe in vier Tagen an Land nur zehn Centifimi für Lebensmittel ausgeben fönnen: für zehn Mandarinen. Auch bittet niemand um Almosen-fann man doch für Geld nichts kaufen! Brot gibt es jetzt bei den Verteilungen für alle, Fleischkonserven für die meisten. Wasser ist das Kostbarste. Der Mangel an Decken ist jetzt nicht mehr so entsetzlich wie in der ersten Woche. Was wird nun mit der toten Stadt geschehen, mit dem verwesenden Riesenkörper, der nach Leichen riecht? So weit es möglich ist, gräbt man die Leichen jetzt an Ort und Stelle ein: wo man fie findet. Vier kolossale Massengräber hat man auf dem einzigen großen Platz außerhalb der Stadt, dem Collegio Militare, ausgehoben. Jns Meer darf man die Toten nicht werfen, weil das zu einer allgemeinen Infektion führen fönnte. Paris, 9. Januar. Echo de Paris" meldet aus Genf: Drei Wochen vor dem Erdbeben in Süditalien gab der Genfer See Anzeichen vulkanischer Erregung. Wiederholt wurden erhebliche Senkungen und Hebungen des Waffers bis zu 30 Sentimeter festgestellt. Aehnliche Störungen waren auch gelegentlich des Erdbebens von San Francisco beobachtet worden. Motfall oder Selbitherrlichkeit der Fabrikleitung. Das war die Frage, welche im Vordergrund cines Streite prozesses stand, der gestern bor der sechsten Straftammer des Landgerichts I abermals verhandelt wurde. Schließlich verfiel die Verhandlung doch der Vertagung. Das Gericht konnte nicht umhin, den weiteren Anträgen des Verteidigers ftattzugeben und die Ladung etwaiger Zeugen zu beschließen, welche Auskunft darüber geben sollen, ob ein Notfall vorlag, der die Leistung von Ueberstunden rechtfertigte. Aus der Partei. Genoffe August Kaden erkrankt. Aus Dresden wird vom 9. Januar gemeldet: Genosse Reichstagsabgeordneter August& aben wurde gestern nachmittag bei einem Spaziergange plöglich von einem schweren Unwohlfein be fallen. Es gelang ihm noch, das nächste Restaurant zu erreichen, wo er ohnmächtig zusammenbrach. Er mußte in einem Automobil nach seiner Wohnung in Gohlis bei Dresden geschafft werden; der Arzt fonstatierte Herzlähmung.-Genosse Kaden muß voraussichtlich mehrere Wochen das Bett hüten, den Reichstag wird er geraume Zeit nicht besuchen tönnen. Mit uns wird die ganze deutsche Sozialdemokratie dem alten berdienten Kämpen, der ein Menschenalter lang in der Arbeiterbetvegung tätig ist, baldige Genesung wünschen! Kein liberal- fozialdemokratisches Ministerium in Schweden. In der neugegründeten fozialdemokratischen Monatsschrift Tiden" und dann auch in Socialdemokraten" hatte Genosse zweiter Instanz zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt welchen Bedingungen ein Zusammenarbeiten zwischen den SozialDer Eisendreher est land ist seinerzeit in erster und Branting einen Artikel veröffentlicht, worin er darlegte, unter worden. Er hatte bei einem Streit, der fich im Ottober 1906 in demokraten und Liberalen zweds Durchführung demokratischer und einer Abteilung der Siemenswerte abspielte, zu zwei Arbeits- sozialer Reformen möglich sein werde. Die Frage erscheint wichtig, willigen leußerungen getan, die das Gericht als ein Bergehen da diese beiden Parteien in der neuen zweiten Rammer die Mehrgegen§ 153 der Gewerbeordnung anjah. Die Ursache heit bilden und die 33 Sozialdemokraten einen beträchtlichen Teil des Streiks war folgende: Zur angegebenen Zeit hatte die Betriebs- dieser Mehrheit ausmachen, außerdemt aber die Reaktion, wie sic leitung der Siemens- Schudert Werte eine neue ArbeitsDoch was man auch an Bergungsarbeiten ausführenordnung erlassen, welche die tägliche Arbeitszeit auf 8% Stunden sich unter dem jetzigen konservativen Ministerium geltend macht, mag, immer bleiben Laufende und Abertausende von festeht. Das bedeutete für einen Zeil der Arbeiter, nämlich für auch den Liberalen als ein schweres Hindernis gesunder Entwide stadavern, bleibt eine Stadt, in der jeder Schritt totbringend die im Automobilbau beschäftigten, eine Verkürzung der Arbeitszeit lung des Staatswesens erscheint, eine liberale Regierung, die es sein kann, weil die Mauern stürzen, die Säulenbalken herab- um ½ Stunde täglich. Aber ehe noch die neue Arbeitsordnung in einigermaßen ernst mit ihren Grundsätzen nimmt, aber ohne linterfallen: es bleibt eine Stadt, die durch die begrabenen Schätze Straft trat, machte die Betriebsleitung durch Anschlag bekannt, daß stützung unserer Parteigenossen nicht möglich ist. Das liberale die Habgier anzieht--was soll mit ihr geschehen? Man sämtliche Arbeiter im Automobilbau bis auf weiteres regelmäßig Blatt Dagens Nyheter" hat nun, offenbar mit Zustimmung hat ja die Absicht ausgesprochen, Messina zu bombardieren, eber stunden zu leisten haben, und zwar wurde die erste von Führern der liberalen Frattion, als Antwort auf Brantings aber karan wäre erst zu denken, wenn die Hoffnung oder Ueberstunde nicht mit dem üblichen Aufschlag, sondern ebenso wie Artikel Vorschläge zur Gründung eines liberal- fogial. die normalen Arbeitsstunden bezahlt. Die Arbeiter waren der richtiger die Befürchtung- erloschen ist, daß noch Lebende Meinung, daß es sich in diesem Falle um eine generelle Verlänge Demolratischen Regierungsblodes gemacht, und ver unter den Trümmern sind. Nun hat man bekanntlich nach rung der Arbeitszeit handele, die sie sich nicht aufdrängen lassen langt darin unter anderem nichts Geringeres, als daß zwei dem Erdbeben von Jschia noch nach 25 Tagen lebende Menschen wollten. Da im Betriebe noch viele Arbeitspläbe leer waren, fo Sozialdemokraten in das zu bildende liberale gefunden. erbot sich eine von den Arbeitern an die Betriebsleitung gesandte Ministerium eintreten. Die beiden sozialdemokratischen Also: wenn die Agonie Messinas überstanden ist, wenn Kommission zur Besetzung der leeren Arbeitspläße mit tüchtigen Minister sollen dann, wie das Blatt mit anerkennenswerter Offennach menschlichem Ermessen die ewige Nacht auch die Legten Arbeitskräften. Hätte die Betriebsleitung diefem Anerbieten Folge beit fajreibt, gleichsam als Geifeln dafür dienen, daß die sozial. einhüllt, die da Tage und Wochen Höllenqualen litten, dann gegeben, dann wäre die Leistung von Ueberstunden nicht nötig ge bemotratische Frattion nicht wieder wie 1906 der liberalen Regiewesen. Die Betriebsleitung ging aber nicht darauf ein, sondern will man Messina in die Luft sprengen. Es sind für verlangte, daß die Ueberstunden gemacht werden, und zwar, wie rung thre Unterstützung entzieht, und im übrigen auch dafür diefen 3wed schon 60 Tonnen Dynamit im die Arbeiter gehört zu haben glauben, für die Zeit bis zu zwanzig forgen, daß das neue Ministerium nicht wieder, wie damals das Hafen! Man will sie über die Stadt verteilen und dann Wochen. Ein Teil der Arbeiter verließ nach Ablauf der regel- Etaaffiche, auf realtionäve Abwege gerät. Die schwedische Sozialdas Bombardement beginnen. Das wird das Begräbnis mäßigen Arbeitszeit die Werkstatt. Sie wurden entlassen und auch demokratie ist selbstverständlich für einen solchen Vorschlag nicht Messinas sein, das Begräbnis der Stadt, die die achte unter allen anderen, welche die angeordneten leberitunden nicht machen, zu haben, und Branting schreibt in Socialdemokratens" den Städten Italiens war. Die Sprengstoffe des eigenen die Entlassung angedroht. Infolge dieser Drohung legten auch die Donnerstagnummer unter anderem:„ Wir zögern keinen AugenVaterlandes werden das Werk des Erdbebens vollenden. übrigen Arbeiter im Automobilbau die Arbeit nieder. blick, jeden Gedanken an eine berartige Kombination Durch diesen Streit sollte also nichts anderes erreicht werden, Messina, 9. Januar. Der Aquädult ist wiederhergestellt. Eine gehalten und nicht durch eigenmächtige Berfügung der Betriebssicherlich im Namen der gesamten Partei. Wir glauben nicht, daß als daß die in der Arbeitsordnung festgesette Arbeitszeit inne auf das bestimmteste zurüdweisen, uno fun dics leitung überschritten werde. Von einer Verbesserung der Lohn- und bei den sozialdemokratischen Arbeitern auch nur die geringste Lust Neapel, 9. Januar. Gestern abend traf der Korrespondent Arbeitsbedingungen war bei diesem Streit teine tebe. Es fehlte vorhanden ist, irgendeinen ihrer Parteigenossen als Geisel auszudes„ Mattino" den Herrn Wienmeting. Inspektor des Norddeutschen also, sollte man denken, an der Voraussetzung zu einer Bestrafung liefern, und wir glauben ebensowenig, daß man innerhalb der Lloyd, welcher versicherte, daß nach seinen Sondierungen der Zustand des Angeklagten aus§ 153 der Gewerbeordnung. Troßdem hai Partei irgendeinen Genossen in verantwortlicher Stellung finden des Bodens der Meerenge nicht verändert ist. Bremen, 9. Januar. Nachdem von den Stapitänen und Inspektoren die Straffammer den§ 153 feinerzeit angewandt. Dazu kam sie wird, der dazu bereit wäre." infolge dieser Konstruktion: Nach der Arbeitsordnung hat die des Norddeutschen Lloyd sowie von den Hafen- und Marinebehörden Direktion das Recht, leberstunden anzuordnen, wenn solche note die Zeit ihrer politischen Macht noch nicht gekommen ist, daß man Branting führt dann weiter aus, daß für bie Sozialdemokratic in Neapel übereinstimmend berichtet worden ist, daß das Passieren wendig find. Wenn die Arbeiter mitentscheiden wollen, ob eine die Zeit ihrer politischen Macht noch nicht gekommen ist, daß man der Straße von Messina für Schiffe bei Tage teine Gefahr in fich Notwendigkeit vorlizat, so fordern sie ein Recht, welches ihnen nicht vielmehr nur auf eine Aera bürgerlicher Linkenreformen rechnen schließe, hat der Norddeutsche Lloyd seine gleich nach der Erdbeben zusteht, und das ist gleichbedeutend mit einer Forderung auf Ber- könne, deren Durchführung Sache einer bürgerlichen Linkenregic= fatastrophe erlassene Verfügung, wonach die Schiffe feiner bere rung sein müsse. Selbstverständlich werde die an der Demokratifie schiebenen Mittelmeerlinien die Straße von Messina meiden und ihren befferung der Lohn- und Arbeitsbedingungen. Dies Urteil hat das Kammergericht als Rerung des Gemeinwesens und an sozialen Reformen aufs stärkste Weg westlich von Sizilien nehmen sollten, wieder aufgehoben. Die visionsinstans aufgehoben, weil die Berufungsinstans interessierte vorwärtsstrebende Arbeiterklasse eine Regierung, die Aloyddampfer werden also in Zukunft bei Tage wieder die Straße nicht genügend festgestellt hatte, ob der Angeklagte sich bewußt war, bergleichen ernsthaft will, in diesem Streben mit aller Kraft untervon Messina pajjieren. daß eine Verabredung zur Erlangung günstigerer Lohn- und stützen. Die zu bildende Regierung solle nur wahrhaft liberale Angriffe gegen die italienische Regierung. Arbeitsbedingungen vorlag. Der Angeklagte habe vor der Straffammer zu erkennen gegeben, daß er der Meinung war, die Ar- Politik führen, keine sozialistische. Wenn sie sich nur davor hüte, In Catania hielten die Messinesen eine große Protestversamme beiter hätten bei geitjehung der Ueberstunden mitzubestimmen. ihr eigenes Parteiprogramm zu verraten, habe die Sozialdemokratie gegen die Regierung ab. Sie beklagten, daß die war der Angeklagte dieser Auffassung, dann habe er sich bezüglich gar feinen Grund, ihr die Arbeit unmöglich zu machen und damit erste Hilfe von deutschen; russischen und eng der Auslegung der Arbeitsordnung in einem tatsächlichen Zertum die Konservativen wieder zur Macht kommen zu lassen. lischen Schiffen gekommen sei, Sie protestierten gegen befunden, der seine Bestrafung ausschließen würde. Verabredungen. Analyse des Wassers ergab deffen vollkommene Reinheit. lung Gemeindewahlfieg. Ist fdaß die Aufhebung der Zarife für 20 hamburgische Empfänger| flagten angewendeten Mittel zur Durchführung des Boykotts nicht Ju Sausen( Baden) errang die sozialdemokratische Partei eine Frachtverteuerung um 550 000 Mart verursachen würde, wobei gegen die bestehenden Sittenanschauungen verstoßen, denn die Veram 7. Januar bei der Bürgerausschußwahl der 3. Wählerklasse zu erwähnen ist, daß für 17 weitere Empfänger, von denen öffentlichungen enthielten eine wahrheitsgemäße Klarlegung des einen glänzenden Sieg. Die gesamte Vertretung der Angaben über die bezogenen Quantitäten nicht gemacht waren, Sachverhalts.... Aber auch das Aufstellen solcher Streikposten 3. Wählerklasse ruht nunmehr in den Händen organisierter Partei- Berechnungen nicht aufgestellt werden konnten: die Gesamt an fich ist nicht unfittlich, noch verstößt es gegen ein Schußgenossen. berteuerung würde also noch weit höher sein. Die beantragte Maßnahme würde daher nicht nur für die hiesige Eisen verarbeitende geje. Es kommt vielmehr in erster Linie darauf an, welche Aus den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein Fürth Industrie, fondern ganz besonders für die deutsche inländische Eisen- Tätigkeit diese Posten instruktionsgemäß ausüben sollten, sodann f. Bayern hielt am Mittwoch seine Generalversammlung ab. Der industrie von außerordentlichem Nachteil sein." Ilmgekehrt wird aber auch darauf, wenn die Streitposten die offizielle Instruktion Geschäftsbericht weist nach, daß die Mitgliederzahl gegen 1907 ein Schuh daraus. Weil die bekrittelten Tarife dazu dienen, den überschritten, ob sie das mit Wissen und Wollen oder doch im stillvon 3352 auf 3411 stieg. Der Einfluß der Krise machte sich durch ausländischen Verbraucher von Rohmaterial und Halbzeug mit schweigenden Einverständnis mit der Streitleitung taten. Yangiameres Steigen der Mitgliedschaft bemerkbar. Am Jahresschluß deutschen Erzeugnissen billiger zu bedienen als ben Inlands- solches der Fall, so wird aus dem an sich zulässigen Stampfmittel gehörten dem Vereine 50 Frauen an. Nach Neujahr stieg die verbraucher und diese dadurch in dem Wettbewerb ungünstiger gestellt ein unjittliches." Das sei aber nicht der Fall, mithin seien die Bahl auf weit über 100. Die Einnahmen und Ausgaben sind, daher ja gerade die Forderung einer Tarifreform. Bei Gebalancieren mit 15 902,87 M., der Stassenbestand beträgt 293,23 9. Legenheit der Bestellenquete wurden Fälle besprochen, nach denen angewandten Mittel keine solchen, die eine Schadenersatzpflicht beIm Berichtsjahr wurde ein Bildungsausschuß errichtet, der deutsche Firmen im Auslande mit deutschem Material Aufträge er- gründen. Ein geschäftlicher Ruin des Alägers komme ebenfalls drei Theatervorstellungen und drei Vortragszyklen veranstaltete. Er ledigten weil das Material im Auslande billiger war als in nicht in Frage. Ebensowenig erscheinen die erstrebten Zicle bei Deutschland. beiden Boykotts als unberechtigte, denn der erste leitet seine Belegte auch die Anfänge einer Jugendorganisation. rechtigung aus dem Gesichtspunkte des§ 152 der Gewerbeordnung, der zweite aus der Notwendigkeit, für die politischen Bestrebungen der Arbeiterschaft die genügenden 2otalitäten zur Verfügung zu haben." Zur Gründung einer Organisation der im Auslande lebenden Sezialdemokraten deutscher Zunge Die Landwirtschaft der Welt in Zahlen. Aus London wird berichtet: Einen interessanten Ueberblid über den Umfang und die fordert der Deutsche Sozialdemokratische Leseklub Bedeutung der Landwirtschaft des britischen Weltreiches gibt ein zu Paris auf. Er hat ein Rundschreiben erlassen, in dem es heißt: foeben erschienener offizieller Bericht des englischen AckerbauI. Welches sind im allgemeinen die Aufgaben der im Auslande ministeriums. Der Flächeninhalt des bebauten Bodens im britischen Reiche beträgt über 307 Millionen Acres, während der angebaute Zur Besteuerung des Einkommens von Aktiengesellschaften. bestehenden Vereinigungen? Boden der übrigen Welt 1020 Millionen zählt. Das britische Reich Die Deutsche Bank( Aktiengesellschaft) flagte nach Serans befügt über 77 Millionen Stück Vieh, die übrigen Länder zufammen zichung zur Gemeinde- Einkommensteuer für 1907 gegen den Ber202 Millionen und in der Schafzucht ist das Verhältnis ger liner Magistrat, indem sie beantragte, sie soweit freizustellen, als rund 174 Millionen englischer Zucht zu 240 Millionen der übrigen ihr im außerdeutschen Auslande gewonnenes gewerbliches EinWelt. Weizen ist auf 36 Millionen Acres angepflanzt; Europa kommen bei der Heranziehung mit berücksichtigt worden war. Sie daneben kann 124 Millionen und Amerika 160 Millionen Acres ver- wurde jedoch mit der Klage abgewiesen und das Ober- Berwalzeichnen. In Bezug auf die Fruchtbarkeit beim Weizenanbau steht tungsgericht bestätigte, am Dienstag das Urteil. Es steht auf dent 33 Acres 38,40 Bushels, in England 33,98, an Dritter Stelle steht Ausscheidung des ausländischen Einkommens bei den Erwerbs. England hinter Holland an zweiter Stelle; in Holland gibt der Standpunkt, daß§ 23 Nr. 3 des Kommunalabgabengesetzes cine Deutschland mit 29,62, an vierter Neu- Seeland mit 27,19 und endlich gesellschaften nicht zulasse. Die Novelle vom 30. Juli 1895 habe an fünfter Frankreich mit 22,49. Auch über den Stand der Geflügel- daran nichts geändert. Sie beseitige in der Hauptsache durch den zuät der Welt gibt der Bericht einen interessanten Ueberblick. In Artikel 2 nur die Bestimmung, wonach den preußischen Wohnsitzder Hühnerzucht steht Amerika mit 234 Millionen Hühnern an der gemeinden auch die Besteuerung des im Auslande radizierten Ein Spize; es folgen Deutschland mit 55 396 000, Frankreich mit fommens physischer Personen freistand. Sanada mit 54 103 000, England mit Frland mit 17 663 000 Zunge. Heimat. 1. Zuſammenſchlußz der im Auslande weilenden Genossen, Unterstüßung, Pflege der Bildungsbestrebungen, Geselligkeit. 2. Agitation für die Heranziehung und Aufklärung der in differenten anfäffigen und der neueinwandernden Arbeiter deutscher 3. Aufrechterhaltung der Beziehungen zu den Genossen der 4. Anschluß an die einheimischen Genossen des neuen die einheimischen Genoffen des neuen Aufenthaltsortes. II. Diese Aufgaben fönnen erweitert und vertieft werden durch eine Organisation der im Auslande bestehenden sozialdemokratischen Bereinigungen deutscher Zunge zum Zwede: 1. der ständigen gegenseitigen Auskunftserteilung über gewertschaftliche und politische Fragen, 2. der Entwidelung der einzelnen Bereinigungen im AusTande zu Stützpunkten für die internationalen Beziehungen des Proletariats, 16 500 000 ust. In der Gänsezucht ſieht Deutschland mit 6 239 000 an erster Stelle, Amerika folgt mit 5 Millionen, Frankreich mit 3250 000 und England mit 1838 000. Die meisten Truthühner Arbeits- üchtet Amerita mit einem Stande von 6%, Millionen Tieren; es folgen Frankreich mit 1968 000, England mit 1051 000, Kanada mit 585 000; hier steht das Deutsche Reich mit 351 000 erst an fünfter Stelle. 3. der planmäßigen Aufklärung der Neuangekommenen über die Verhältnisse des neuen Aufenthaltsortes: Lohnsätze, zeit, reaftliche und soziale Einrichtungen, 4. der Regelung des Unterstügungswesens, 5. der Festsetzung regelmäßiger, normierter Beitragsleistungen an die Mutterparteien, 6. der Agitation zum Anschluß an die bestehenden Gewerk schaften der fremden Nationen. Eine russische Anleihe. Die Arbeitslosigkeit in Nürnberg. Ueber das Resultat der Arbeitslosenzählung, die der Stadts magistrat Nürnberg am 10. Dezember von Haus zu Haus vornehmen ließ, wird jetzt endlich einiges mitgeteilt. Es wurden als arbeitslos gezählt 2295 männliche, 220 weibliche, zufammen 2515 Arbeitsloie, die auf eine Reihe von Berufsgruppen entfallen. Das Baugewerbe stellt 604, die Maschinenindustrie 512, die Metallverarbeitung 379, die Holzindustrie 201, das Handels- und Transportgewerbe 158 Arbeitslofe usw. Von den Arbeitslosen sind Ueber die Placierung einer neuen russischen Anleihe in Frankreich 825 berheiratet, 55 verwitwet, 11 geschieden, die übrigen meldet die Frankfurter Zeitung" aus Baris:„ Nach langen Unter- verheiratet. 1282 find in Nürnberg beheimatet; mehr als die Hälfte handlungen hat nunmehr die russische Regierung mit einem fran- der Arbeitslosen, 1321 find feit mehr als sieben Jahren in Nürnberg zöfifchen Stonsortium eine 4 proz. Anleihe von 1350 Mill. Francs anfäffig, die Zahl derer, die erst bis zu einem Jahre in Nürnberg abgeschlossen, wovon 1200 Millionen in Paris und 150 Millionen wohnen, ist gering, fie beträgt 590. Bu berüdsichtigen ist, daß bei in London durch das Haus Baring Brothers am 22. Januar den Notstandsarbeiten, die Gemeinde und Staat veranstalteten, zum Sturfe von 89% Proz. zur Ausgabe gelangen. An der über 1000 Arbeitslose Beschäftigung gefunden haben und diese 3. Sammlung von Berichten über die von den Vereinen ent- Anleihe ist auch Holland beteiligt. Die definitive Unterzeichnung des hier nicht mitgezählt sind. Konstatiert wurde, daß nur ein widelte Tätigkeit und ihre Mitgliederzahl. Vertrages und die Uebernahme der Anleihe dürften erst in den ganz geringer Bruchteil der Arbeitslosen die Armenpflege in nächsten Tagen in Petersburg erfolgen." Die letzte Auslandsanleihe, Anspruch genommen hat. Derartige Zählungen sollen in die Rußland aufgenommen hat, war die von 1906. Es wurden Zukunft regelmäßig, die nächste im kommenden Sommer ver 11, Boulevard d'Enghien- Enghien- Les- Bains( Seine- et- Oise), 2250 Millionen Francs fünfprozentiger Anleihe zu einem Kurse von anstaltet werden. III. Welches sind die ersten Schritte zur Begründung einer Freien Organisation im Auslande lebender Sozialdemokraten 1. Sammlung der Adressen der im Auslande bestehenden Vereinigungen deutscher Zunge, deutscher Zunge? 2. Sammlung ihrer Statuten, Buschriften find zu richten an den Genossen Josef Schreyer, France. Polizeiliches, Gerichtliches uTw. 88 Proz. aufgelegt. Bon dieser Anleihe übernahmen franzöfifche Banken 1200 Mill. Fr. Wenn Rußland diesmal auch nicht so harte Bedingungen eingehen muß wie damals, so kann das Konsortium mit dem GeEin erheblicher Teil der neuen Anleihe Ein Preßjünder freigesprochen. Noch furz vor Ablauf des alten schäft doch zufrieden sein. Jabres hatte fich der verantwortliche Redakteur der Norddeutschen bleibt übrigens in Frankreich; er dient zur Befriedigung von Volksstimme" in Bremerhaven, Genoffe Bar, tegen Beleidigung 800 Millionen Francs im Mai fälliger o prozentiger Schaßiceinder Angehörigen des preußischen Heeres zu verantworten. Die Be- anweisungen, die Rußland im Jahre 1904 aufgenommen hat. Aun leidigung sollte begangen sein durch einen Soldateska" betitelten 1. Januar 1909 betrug Rußlands Anleihefchuld bereits rund Artikel, in dem unter Anführung einiger trasfer Fälle militaristischer 84 Milliarden Rubel. Der Zinsendienst beansprucht nach dem Etat und polizeilicher Verfehlungen Stritik an dem System des Militaris- für 1909 bereits 396 Millionen Rubel oder zirka ein Sechstel ihrer mus geübt wurde. Dieser Artikel beranlaßte den preußischen Striegs- Gesamtausgaben. Der Zarismus mit feiner Stofalen- und BeDer von Sem Genossen stechungswirtschaft legt dem Wolfe ungeheure Lasten auf. minister, Strafantrag zu stellen. Dr. Herz- Altona verteidigte Angeklagte wurde jedoch vom Gericht freigesprochen. Aus Induftrie und Bandel. Flotte Beschäftigung. Soziales. Eine abgewiesene Boykottentschädigungsklage. Aus der Frauenbewegung. Arbeiterinnen und Wahlrecht. Unseren wiederholten Aufforderungen an die Arbeiterien, bei Vertreterwahlen ihr Wahlrecht auszunugen und für die Durch bringung der Liste der freien Gewerkschaften einzutreten, ist in vielen Städten mit großem Eifer entsprochen worden und es wurden auch hübsche Erfolge erzielt. Als nun kürzlich die Vertreterivahl zur Sandwerkerkrankentajie in Strefeld stattfand, versuchten die Christen mit Unterstügung der Brinzipale und deren Frauen bei Krawattennäherinnen und weiblichen Angestellten durch Mißbrauch religiöfer Gefühle arbeiterfeindliche Geschäfte zu machen. Bei einer Agitation von Haus zu Haus wurde den frommbeschränkten Arbeiterinnen erzählt: Wenn die Roten" fiegen, tverden die frommen Brüder und Schwestern sofort aus den Krankenhäusern verbannt usw. Der Erfolg blieb auch nicht aus. Von fanatischem Haß getrieben, beteiligten sich die Eine Industrie, welche heute Hochkonjunktur hat und Hunderte Bor furzem gelangte vor der Zivilfammer des Landgerichts Arbeiterinnen zu Hunderten an der Wahl, so daß die Liste der neuer Arbeitsträfte einstellt, ist die Patronenfabrik der Altona cine die Gesamtarbeiterschaft interessierende Entschädi- Christen mit 1100 gegen 360 Stimmen siegte. Die Kasse ist immer in Händen der Christlichen gewesen. Ihre Mauserschen Gewehrfabrik zu Oberndorf. Die Nachfrage nach gungsflage in Höhe von 3000 M. gegen das behoer Gewerk Erfolge verdanten diese lediglich der Unaufgeklärtheit der Frauen. Projektilen zum Menschenmassenmord gewann in legter Beit so sehr faftstartell zur Berhandlung, die mit der kosten In so großer Zahl wie diesmal find diese bisher noch nie zur Wahlan Umfang, daß gegenwärtig schon auf Jahre hinaus Arbeit für Pflichtigen Abweisung der Klage endete. Den jekt vor- urne getrieben worden. liegenden Verteidigungsgründen entnehmen wir folgendes: Im Dieses Vorkommnis betveist erneut die Notwendigkeit, in der ein wesentlich vermehrtes Personal vorhanden ist. Frühjahr 1907 entstanden auf der Atticnbrauerei in Agitation und Aufklärungsarbeit unter den Arbeiterinnen nicht zu Ibehoe Differenzen, die zur Arbeitseinstellung führten. Auf ruhen. Alle Arbeiterinnen müssen den gewaltigen lassenkampf des Roggen und Weizenpreise im Ju- und Auslaude. Antrag der Brauerciarbeiter wurde vom Gewerkschaftskartell der Broletariats nicht nur verstehen lernen, sondern ihn mittämpfen. Die unheimlich hohen Getreidepreise des Jahres 1907 haben in Bontott über die Brauerei berhängt. Den zielbewußten Ar- Stämpfen und streiten auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres einen kleinen Abschlag beitern wurde zur Pflicht gemacht, solange Tein boykottiertes Bicr politischen Lebens. erfahren. Dennoch kann von einer Rückkehr zu normalen Preisen noch feine Rede sein. Das letzterschienene Vierteljahrsheft zur zu trinken, bis der lekte streikende Arbeiter wieder eingestellt sei, Statiftit des Deutschen Reiches enthält eine vergleichende Uebersicht d. h. es sollten alle Wirtschaften gemieden werden, in denen der Roggen und Weizenpreise im III. Quartal 1900 bis 1908 an Aftient. ausgeschenkt würde. Im Kieler Parteiorgan wurde der deutschen und fremden Börsenplätzen, der wir die Zahlen für das Beschluß bekanntgegeben und eine Liste der Wirte veröffentlicht, erste und die beiden letzten Jahre der Periode entnehmen. Es die boykottfreies Bier führten. Unter den boykottierten Lokal- die allen Parteiblättern Material zur Aufklärung der Frauen zur Tofteten 1000 Kilogramm in Mart: Berlin · Mannheim. Wien. Budapest Odessa Baris Amsterdam. London( weiß, bester) ( Gazette average) Chicago Buenos Aires Roggen Weizen Korrespondenz des Frauenreichskomitees in Desterreich. Die stets zunehmende Zahl der organisierten Frauen in den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Partei hat das Frauenreichsfomitee veranlaßt, eine eigene Storrespondenz zu gründen, inhabern befand sich auch der Restaurateur Bornholdt. Im Verfügung stellen wird. Die Korrespondenz wird 14tägig erscheinen April 1908 fragte das Gewerkschaftskartell bei Bornholdt an, ob und wird von Genoffin Freundlich redigiert werden. Hoffentlich er dem Startell seinen Saal zu Versammlungszweden zur Ver- wird das neue Unternehmen bei der Aufklärung der Frauen und fügung stelle, was B. ablehnte; ebenso wurde bei anderen Lokal- Mädchen helfen, deren Teilnahme am öffentlichen Leben immer mehr als notwendig erkannt wird. inhabern angefragt. Ueber die 2okalverweigerer wurde der Boyy kott verhängt und der Beschluß hierüber in der Schleswig- Holsteinschen Volkszeitung" publiziert. In wiederholten Notizen wurde an diesen Be- Tegel. Donnerstag, den 14. Januar, 8% Uhr, bei Halfes, Brunows schluß erinnert. Ferner wurden Sonntags vor den boy fottierten 2otalen Posten aufgestellt. straße 23. Leseabende. Freie Jugendorganisation Charlottenburg. Heute nach mittag 8 Uhr im Volkshause, Rojinenft. 3: Versammlung aller Charlottenburger Mitglieder. Vortrag. Allgemeine Familien Sterbekaffe. Heute Sahl- und Ausnahmetag von 3-6 Uhr im Restaurant Aderstr. 123. Wasserstands- Nachrichten der Landesanftalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. III. Quart. 1900 1907 1908 1900 1907 1908 143,5 201,5 179,9 156,0 215,5 210,6 156,1 205,5 193,0 179,9 227,6 236,2 125,8 164,2 172,0 143,7 211,8 215,4 113,1 152,3 160,0 125,3 189,4 198,0 93,8 140,2 143,0 115,4 150,8 176,0 117,8 149,5 139,9 164,1 203,9 184,7 118,9 161,4 154,4 132,6 176,2 183,8 141,1 156,5 134,6 152,7 146,0 Dies der Tatbestand, der den Wirt Bornholdt zur Erhebung 116,7 141,6 144,9 des genannten Schadenanspruchs betoog. Er beantragte ferner, die Beklagten sollten bei einer Strafe von 1000 M. für jeden Fall der 108,4 157,7 157,8 Wie aus dieser Tabelle ersichtlich, tann Deutschland nach wie Zuwiderhandlung es unterlassen, die bisherige Maßregel zur vor auf den Ruhm Anspruch erheben, die höchsten Getreidepreise der Durchführung des Boykotts weiter in Anwendung zu bringen. Be Welt zu befizen. Shur Desterreich, wo gleichfalls das Agrariertum gründend ließ B. ausführen, der Boykott verstoße gegen Trumpf ist, weist einen annähernd fo hohen Stand der Getreidepreife bie guten Sitten und gegen die öffentliche Ordauf. Ja, wir haben es sogar so weit gebracht, daß die Preise für deutschen Roggen nod) um 24-87 2. höher stehen als die Preise ung, während der Vertreter der Beklagten, Dr. Herz- Altona, für den besten englischen Weizen, ein Erfolg, auf den unsere Agrarier die Klageabweisung unter Belastung des Klägers mit den Kosten wahrhaftig stolz sein tönnen. Intereffant ist es auch, die Span beantragte. mung der Preise zwischen den Jahren 1900 und 1908 zu vergleichen. Während diese Differenz für Weizen z. B. in London 12-14 M., in den Klageanspruch selbst angeht, so ist in erster Linie davon aus- Memel, Zilfit Paris 20 M. betrug, war sie in Berlin und Mannheim zirka 55 M. zugehen, daß der Boykott im gewerblichen Kampfe Bregel, Justerburg Noch erheblicher ist der Unterschied bei Roggen. Es kommt hierin und im se lassentampfe nicht schon an sich eine un- Beichiel, Thorn die in der Zwischenzeit in Deutschland stattgefundene Zollerhöhung erlaubte und gegen die guten Gitten verstoßende Oder, Ratibor für Getreide zum Ausdruck. Maßregel darstellt, und zwar auch dann nicht, wenn durch ihn auf dritte Personen, die mit der einen Seite der Auch eine Begründung. Kämpfenden im wirtschaftlichen Zusammenhange stehen, ein Drud Zu der Frage der Eisenbahntarife für Eisen und Stahl nimmt ausgeübt wird, um den betreffenden Gegner durch die Einwirkung die Hamburger Handelskammer in ihrem Jahresbericht also der britten auf ihn zum Nachgeben zu bestimmen. Der Boykott Stellung:. Der Bezirkseisenbahnrat Altona hat sich auf Grund des ihm von der königl. Eisenbahndirektion vorgelegten reichhaltigen zählt ebenso wie der Streit und die Aussperrung zu den erMaterials nahezu einstimmig für die Beibehaltung der erwähnten laubten Sampfmitteln zur Durchführung der im Ausnahmetarife ausgesprochen. Wir haben gleichfalls diesen Stand-§ 152 der Gewerbeordnung bezeichneten Streitig punit nachdrücklich vertreten. Das vorliegende Waterial ergibt, Iteiten." Es wird dann weiter ausgeführt, daß die von den BeDas Gericht führt in seinen Gründen u. a. aus:..... Was Wasserstand Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nete, Bordamm Elbe, Zeitmeriz • Dresden Barby Magdeburg csfret am feit 8. 1. 7. 1. en cm) 221 Wasserstand Beeskowp +17 Saale, Grochlik 43) 18 abel, Spandau) 118)-2 Stathenow) 138-7 Spree, Spremberg²) 108)+4 100)+2 112+12 443)-0 117-5 -37-2 218) 4-10 + bedeutet Bugs, --- 7 81-1-5 am fcit 8. 1. 7. 1. CD cm) 76-4 57+2 67+3 74+2 78 -91 0 83) 4-9 0 78 4-1 Stöln 55) Medar, Heilbronn 33 Main, Wertheim Mosel, Zvicr 100 38 Beser, Münden Minden Rhein, Marimillansan 2941 Raub Gal.) interpegel.- Eisstand. weiss A.WERTHEIM PORZELLAN Speiseteller tier 15, Bach 13 Pr. Tafelgeschirr„ Violetta“ zartes blaues Blumenmuster Speiseteller tief und Bach 55 Pr. Dessertteller 8 Pl. Kompotteller 5 Pl. Dessertteller 35 Pl. Terrinen 1.15, 1.35 Kompotteller Terrinen Kartoffelschüsseln 68 Pl. 25 Pf. 4.75, 6.10 Kartoffelschüsseln 3:40 Saucieren 45 Pf. Saucieren 2.50 Salatieren 10 bis 45 Pr. 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Butterglocken 48, 68 Pf. Eierbecher 9 Pl. Salatschüsseln 48, 63 Pl. Bierbecher GLAS und Liter 5 Pf. m. stark. Boden Bierbecher und 1 Liter 13 Pl Teebecher mit Bordüre 10 PL. Wasserbecher 5,6 gepresst 5, 6 Pf. Wasserbecher geschillen 20 Pf. Press- Kristall Steinschliff- Imitation mit abgeschliffenen Böden. Kompotteller 10 PT. Kuchenteller 50, 65, 80 Pf. Groggläser geschillen 23 Pl. Kompottschalen 11 bis 65 Pr. rund Römer 18 bis 25 Pr Kompottschalen 30 bis 70 P Weingläser glatt 20 Pf. eckig Weingläser geschliffen 24 PP. Kompottschalen 14 bis 80 pr. Fruchtschalen 95 Pf. Tortenplatten 95 Pl. Zuckerschalen Butterdosen Honigdosen Käseglocken 22 Pf. 35 Pf. 22 Pf. 60 PL Bowlenkannen 85 Pf. bis 2 Mk reich geschliffen Salatieren geschlle. 25 bis 85 Pf. Teller geschliffen 20, 22 Pf. Sturzflaschen glatt 22 Pf. Sturzflaschen. 38, 48 Pr. reich Käseglocken geschliffen 1.20 Trinkgarnitur ,, Gaston glatt" Trinkgarnitur ,, Kristall" mit graviertem Kelch Rotweingläser Rotweingläser groß 23 Pl. Rotweingläser 40 P. extra 25 Pl. Rheinweingläser 40 Pt. Rheinweingläser 23 Pf. Madeiragläser 32 PT. Portweingläser 20 Pf. Likörgläser 30 Pf. 65 Pf. Likörgläser 16 Pl. Likörbecher 20 PT. Bowlengläser 27 Pf. Bowlengläser 50 PL 22 Ft. Champagner- Kelche 27 Pr. Wasserbecher 30 PL Kuchenteller dekoriert Kaffeeservice 2.25, 3.15 für 6 Personen Grosse Auswahl in feinen deutschen und französischen Tafelservicen zu ermässigten Preisen. Ein Restposten feiner Kaffee- Service für 6 und 12 Personen zu herabgesetzten Preisen. Restbestände Kaffee-, Tee- u. Mokka- Tassen VOD 25, 50, 75 Pf, 1 Ein Posten feiner früher 35 Pf. Mk. bis 2 Mk. Vorratstonnen Gewürtstonnen Essig- u. Ölflaschen 68 Pr. Salz- u. Mehlmesten Fischservice 1.35 15 teilig 12 Mk, 14.50 Fayence- Dekorations- Gegenstände, Vasen, Jardinieren, Tiere usw. Grosse Posten feiner durchbrochener und geflochtener Körbchen, Schalen, Töpfe, Teller Teller zu besonders billigen Preisen. 8 Grössen STEINGUT Butterdosen dekoriert 25 Pf. 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Steingut, mit vernickeltem Rand Menagen für Essig und Oel etc. Weinkühler Kupfer 2.25 2 Mk. 3.50, 4.50 Eisen- und Blechwaren 2 Gasplätten mit Tür und Erbitzer 4.75 Gaskocher 2 Brenner 8.50 und 9.50 Reibemaschinen Fleischhackmaschinen 2.85, 3.50 1.50, 1.75 85 PL. 1.40, 2.65, 3 Mk. Wirtschaftswagen Kilo 1.25, 1.40 Waschtische 5.85 Glas Beschlag, 3 tellig Tortenplatten 2 Sorten Tabletts rund, Steingut, mit vernickeltem Rand 10 Waschtische mit Marmorplatte lackiert 32 Mk. Schirmständer Eisen, 3 Mk., 3.50 Elsen, 2 Mk., 3 Mk., 3.50 Ofenvorsetzer bronz., Waschmaschinen Holzkübel 25 Mk. Dampfwaschmaschinen verzinkt 17 Mk. Waschzober mit Bendelsenfuß 8 Mk. Waschfässer 7.50, 9 MK, 11 Mk. m. DrahtEinlage Waschfässer mit Wulst 11 Mk., 12.75 Holz- und Borstenwaren Wäscheleinen Qualitäten, 1.75 bis 8 Mk. Waschbretter 3 Sorten 50 bis 60 Pf. 2 3 Längen In der Lebensmittel- Abteilung: Ananas Pfund Wäscheklammern s Plättbretter mit Bezug Schock Tabletts lehen, mit Rand, 5 Größen Holzstoffschüsseln Frauenlob, Apparat zum Haarbesen grau Messerputzen 4 Größen 15 und 20 Pl. 3.75 bis 4.50 1.40 bis 2.85 50 Pl. 1.25 80 Pl. Abstäuber Straußfedern, 90 Pf. bis 1.75 Fensterleder 6 Grössen 50 Pr. bis 1.25 Lederschwämme 15 Pt. Kleiderbürsten 4 Sorten 55 bis 90 Pt. Kleiderbürsten mit Hetter 1.80 Teppichkehrmaschinen 7.50, 13 ML. 60 Pf. Rand gesetzl. geschützt Berantwortlicher Redakteur: Sans Weber, Berlin. Kür den Inferatenicil verantw.: Th. Glods, Berlin. Drud u. Verlag: VorwärtsBuchdrudcrei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 8. 26. Jahrgang. V. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 10. Januar 1909. Preußen vor hundert Jahren." v. Meier. funden worden, daß die Brot- und Fleischwucherer Kreth und Dirksen| Rückkehr von Erfurt hatte der Bar seine Einladung an das preußische Nach Herrn v. Meier hat der„ ureigene deutsche Geist" die im Reichstage ihre Kniee in frommer Andacht vor der National- Königspaar erlassen, das sich nach der Ansicht der preußischen Reformen von 1807 und 1808 geschaffen. Nun aber sind diese Ste- heiligen" gebeugt haben, neben inbrünstiger Verfluchung der Sozial- Reformer moralisch und politisch gleich arg bloßstellen mußte, wenn formen, namentlich das Oktoberedikt von 1807, auf den heftigen demokratie, die sich am Andenken der Königin jedenfalls viel es ihr folgte. Widerstand des preußischen Junkertums gestoßen, das sich somit in weniger verfündigt hat als der königlich preußische Staats- Es kam hinzu, daß kein Geld da war, um die ansehnlichen heftigen Widerspruch mit dem„ ureigenen deutschen Geiste" gesezt minister Schön und der königlich preußische Generalfeldmarschall Reisekosten zu bestreiten. Der Plan, für diesen Zweck Gelder anhätte. v. Boyen. So ist denn Herrn Paul Bailieu, einem preußischen zugreifen, die dem verheerten Dstpreußen gehörten und für die war natürlich Dies Pentagramm macht Herrn v. Meier jedoch keine Bein. Archivbeamten, wie er sagt, durch die hohe Gnade Sr. Majestät Wiederherstellung dieser Provinz bestimmt waren, Denn für ihn versteht es sich von selbst, daß, ivo das Junkertum des deutschen Kaisers, König Wilhelm II. von Preußen", das Haus- nicht nach Steins Geschmack; dafür wäre er nie zu haben gemit dem„ ureigenen deutschen Geiste" zusammenstößt, dieser zu archib geöffnet, insbesondere sind ihm auch die Sammlungen des wesen. So war er denn der Stein des Anstoßes für die Sehnsucht Kapitulieren hat, nicht aber jenes. Zwar kann er das Junkertum hochseligen Kaisers Friedrich III. zur Geschichte der Königin Luise der Königin nach dem einzigen Alexander"; die Wohnung ihrer nicht völlig davon freisprechen, seine Vorrechte auf Kosten des all- zum ersten Male zugänglich gemacht" worden, und mit diesem Oberhofmeisterin, der durch sechzigjährigen Hofdienst korrumpierten gemeinen Interesses verfochten zu haben, so zum Beispiel die Steuer- Material hat er ein Lebensbild" entworfen, das den Lebenslauf Gräfin Voß, wurde das Hauptquartier der gegen Stein gerichteten freiheit der Rittergüter. Aber er meint, man könne von den ost- der Königin Luise getreu widerspiegeln soll. Als Hauptwerkzeug Jutrigen. dieser Intrigen wählte die elbischen Junkern doch nicht verlangen, daß sie geradezu Engel seien. Es ist eine ziemlich undankbare Arbeit, den umfangreichen Königin aber den Staatsrat Nagler, den Stein, Schön, Boyen und Es wäre das einzige Mal in der Geschichte gewesen, daß eine Quartband von etwa 400 Seiten durchzuackern, da er zu drei selbst der milde urteilende Scharnhorst als eine gemeinpfiffige, git ständische, oder auch eine Zensusvertretung, zumal in der Zeit ohne Vierteln, wenn nicht zu neun Zehnteln, nur über hösische Nichtig- jedem Schuhputzerdienst bereite Kanaille schildern, ein Urteil, das Bresse und Deffentlichkeit und ohne Angst vor der Sozialdemokratie, teiten berichtet, getreu dem Leben, das die Königin geführt hat. Nagler später durch seine Briefdiebstähle als preußischer Generalihre Steuerpflicht nicht auf andere Schultern abgewälzt hätte." So Doch ist anzuerkennen, daß dies Lebensbild", ohne in den postmeister und durch seine nichtswürdige Demagogenverfolgungen dankbar wir für das gute Zeugnis sind, daß Herr v. Meier der byzantinischen Ton zu verfallen, den die Vorrede befürchten läßt, als preußischer Gesandter am deutschen Bundestage vollauf bestätigt Angst vor der Sozialdemokratie" ausstellt, so überschätzt er leider in gewissem Sinne eine Ehrenrettung der Königin bedeutet, hat. Mit diesem verächtlichen und verworfenen Subjekte ließ sich doch die wohltätige Wirkung dieser Angst, denn im Abwälzen ihrer wenn sie auch als„ Nationalheilige" nur ein solches Unikum dar- die Königin in die größte Intimität ein, um ihn gegen Stein zu Steuerpflicht" auf andere Schultern sind die heutigen Junker ihren stellt wie der preußische Staat nach der Behauptung des Herrn hetzen; wie weit sie darin ging, zeigt schon die Tatsache, daß sie Vorfahren durchaus gewachsen. sich später veranlaßt sah, ihre an Nagler gerichteten Briefe Bei alledem das Dktoberedift von 1807 haben die Junker Schlecht erzogen und mangelhaft unterrichtet, war die Königin zurückzufordern, zeigt noch mehr die Tatsache, daß Nagler nach Herrn v. Meier gar nicht bekämpft. Er bequemt sich jetzt dazu, Luise ein lustiges Kind, tokett und oberflächlich, aber gutmütig sich weigerte, diese Dokumente herauszugeben, daß sie ihm ein zu einen Fortschritt" darin anzuerkennen, daß dies Edikt die kasten- und im letzten Grunde doch liebenswürdig, so daß Alexander heiliges Andenken feien, als daß er sich jemals davon trennen artige Absonderung der Stände von einander" aufgehoben habe. v. Humboldt sie wohl zu scharf beurteilt hat, wenn er fagte, fie fei tönnte, zeigt am schlagendsten die Tatsache, da ihn dieser dreiste Aber er fügt hinzu, diese Beseitigung des Ständestaats" habe nur äußerst selbsüchtig, verschlagen und versteckt gewesen. Alles das Hohn in seiner preußischen Beamtenkarriere wenn nicht gefördert, so ,, wirtschaftliche, nicht auch politische Folgen" gehabt. Die politischen lag nicht im Wesen dieser niedlichen Grisette, die eher offenherzig doch auch nicht gehindert hat. Vorrechte der Rittergüter, die ortsobrigkeitliche Gewalt, die Patri- und opferfähig war, wenigstens für die ihr Nahestehenden, und zu Alles das ergibt sich aus den Briefen und Denkwürdigkeiten monial- Gerichtsbarkeit und die gutsherrliche Polizei, das Kirchen- mal auf Regimentsunkosten. Ihr Lebensbild" bestätigt durchaus, Bohens, Schöns, Steins, Scharnhorsts u. a. Auch Lehmann macht patronat, das Jagdrecht, die Teilnahme eines jeden Ritterguts- was Stein von ihr schrieb:„ Aus blinder Liebe zu ihrer Familie fein Hehl daraus, daß die Königin in erster Reihe dazu beigetragen besizers an den Land- und Kreistagen, die Grundsteuerbefreiung überfah sie die Fehler ihrer beiden verderbten Schwestern v. Taxis habe, den Reformminiſter zu stürzen, weil ihm die Interessen des feien aufrecht erhalten geblieben. Und noch weniger war an dem und v. Solms, die Lift und Intrige der ersteren und die gemeine Staats und die Bedürfnisse der ausgepowerten Bevölkerung höher zweiten Teile des Edikis, der die bürgerliche Erbuntertänigkeit Sinnlichkeit der letzteren, und entschuldigte die Feigheit ihres Bruders, standen als Luisens Begeisterung für den einzigen Alexander" und aushob. Er sei von den Junkern mit Bergnügen angenommen des Prinzen Karl". Dieser Bruder der Königin Luise war nach der ihre höfische Vergnügungssucht. Lehmann schreibt:„ Die Eutworden, da er ihnen materiell große Vorteile gewährt habe. Indem Schlacht bei Jena in so schmählicher Weise ausgerissen, daß es selbst fremdung begann, als der Bar auf seiner Rückreise von Erfurt er den Bauern zwar die Freiheit der Person, aber nicht die Freiheit in der Zeit der Festungskapitulationen peinliches Aufsehen erregte; durch Königsberg kam und das preußische Königspaar zu sich nach des Eigentums gewährte, habe er nicht nur fein Verdienst um unter hörbarem Murren sogar der junkerlichen Offiziere wurde er Petersburg einlud. Die Königin bestand darauf, daß die Einladung unseren heutigen Bauernstand, sondern habe ihn in die gefährlichste auf Betreiben der Königin 1810 wieder in die Garde eingestellt; in angenommen wurde, Stein widersprach. Der Gegensatz der Lage gebracht, worin er sich jemals befunden habe. Von ihrer den zwanziger und dreißiger Jahren gehörte dieser Held zu den Charaktere trat zutage: die Königin glaubte nach all den schweren persönlichen Freizügigkeit hätten die Bauern nur sparsamen Gebrauch giftigsten Führern der preußischen Reaktion. Tagen der letzten drei Jahre ein Anrecht auf die Huldigungen machen können, dagegen hätten die Junker sie nunmehr von ihrer Am deutlichsten prägt sich das Wesen der Königin Quise in ihrer und Berstreuungen zu haben, die in Petersburg wintten; Stein, Scholle jagen und diese zum Ritterader einziehen können. Die Ehe aus. Der König Friedrich Wilhelm III. gehörte zu den un- puritanisch gestimmt wie er war, meinte, daß jetzt keine Zeit fei, hörigen Bauern seien durch das Edikt zu besiglosen Tagelöhnern glaublichsten Individuen, von denen selbst die deutsche Fürsten- este zu feiern, und daß das für die Reise erforderliche Geld herabgesetzt worden. geschichte zu erzählen weiß; er war ein so eigen wie stumpfsinniger dringend für andere Zwecke gebraucht werde; man legte ihm das Also um zu beweisen, daß die Junker gegen die aus„ ureignem Trottl, und man kann es der Königin nicht so sehr verargen, Wort in den Mund, das verheerte Masuren habe es nötiger. Und deutschen Geiste" entsprungene Reform nicht rebelliert hätten, wenn sie sich gelegentlich kleine Extratouren erlaubte, erst mit dem dazu die politischen Bedenken: nachdem soeben der Zar sein Bündnis macht Herr v. Meier das Produkt des„ ureignen deutschen Geistes" zu Prinzen Louis Ferdinand und dann namentlich mit dem Baren mit Napoleon befestigt hatte, war eine Reise des preußischen Königseiner fläglichen Stümperei. Es soll damit nicht bestritten werden, Alexander, zumal da sie aus diesen Fährnissen ihre anatomische paares an den russischen Hof starken Mißdeutungen ausgefest. daß an seiner Kritik des Oktoberedikts sehr viel Wahres ist; wenn unschuld" gerettet zu haben scheint. Aber mit einem Gatten dieses Aber die Königin wollte davon nichts wiffen." In der Tat hat fie er nachweisen wollte, daß die preußische Reformgefeßgebung nach Salibers sechzehn Jahre hausgehalten, ihm zehn Kinder geboren und nach dem Sturze Steins die Neise durchgesetzt, die auf die preußis Jena nur ein trauriges Flid und Stüdwert gewesen sei, so müßte ihn sozusagen ein wenig menschlich auffrisiert zu haben, das ist schen Reformer wie ein„ Donnerschlag" wirkte und auch nach man anerkennen, daß er seine Sache nicht übel geführt hätte. ebenso ein Beweis dafür, daß die Königin ein gutmütiges Herz Treitschtes Darstellung die Vasallenschaft Preußens unter den Aber er stellt die Dinge auf den Kopf, wenn er die Schuld beseffen hat, als auch dafür, daß sie eine recht flache Natur gewesen russischen Oberherrn von neuem verbrieft hat. an diesem Flick- und Stückwerk auf die Reformer schiebt und sein muß. Es fragt sich nun, wie sich der neue Biograph der Königin zu nicht auf den Widerstand der Junter. Soweit Stein davon entfernt Sie ging ganz und gar im Taumel der höfischen Vergnügungen diesen Dingen stellt; gerade hieran knüpft sich das lebhafteste Inter war, in der radikalen Weise der französischen Revolution aufzu- auf, über deren entsetzliche Geistesöde und Langeweile felbst ihre effe, das seine Arbeit erweckt. Jedoch in diesem Punkte versagt er völlig. räumen, was auch Lehmann nicht behauptet, so war er ebenso weit das Oberhofmeisterin, die Gräfin Boß, oft in ihren Memoiren flagt, und Herr Bailleu kann das Berwürfnis der Königin mit Stein nicht von entfernt, es bei dem Oktoberedikt bewenden zu lassen. Er war diese Frau, ein Urbild und eine Urquelle des Gemeinen und Platten, leugnen, aber er meint, die Meinungsverschiedenheit über die Reise ein grimmiger Feind des junkerlichen Bauernlegens, und er wollte wie Stein sie treffend nannte, konnte auch noch keine geistigen An- nach Petersburg" sei dabei nur von„ geringem Einfluß" gewesen, wofür auch nichts von den politischen Vorrechten der Rittergüter wissen; in sprüche erheben. Beittweise versuchte eine Frau v. Berg, die freundliche er freilich nicht das geringste Zeugnis beibringt. Die Angabe Boyens, unmittelbarem Anschluß an das Oktoberedikt machte er sich daran, Beziehungen zu Goethe und Herder, wie zu Stein unterhielt, die daß öffentliche Notstandsgelder angegriffen worden seien, um die die Patrimonialgerichtsbarkeit zu beseitigen. Wenn er damit nicht Königin für die klassische Literatur zu interessieren, wie es Reise zu ermöglichen, übergeht er mit völligem Stillschweigen, ans Biel tam, so lag das eben an dem Widerstande der Junker, die scheint, nicht ganz ohne Erfolg, aber behindert durch den König, der was da das Zeugnis eines preußischen Generalfeldmarschalls ihn kaum ein Jahr nach seiner Wiederberufung stürzten und sich in der„ vernachlässigten Bildung" seiner Frau ihren schönsten Schmuck doch am Ende ins Gewicht fallen muß wohl dahin ausgelegt gegen das Oktoberedift wie namentlich gegen die Aufhebung der fah, und die nicht unbegründete Furcht hegte, daß die Königin ihn werden muß, daß er sie nicht bestreiten kann, aber nicht bestätigen Patrimonialgerichtsbarkeit mit Mitteln sträubten, deren heuchlerische nicht mehr würde ausstehen fönnen, wenn sie mit der Modeliteratur" will. Daß die Oberhofmeisterin der Königin die Entlassung Steins Niedertracht nach dem treffenden Ausdruck Lehmanns nur durch einen bekannt würde. ,, faum habe erwarten tönnen", gibt er zu, aber er meint, Stein Molière richtig gegeißelt werden könnte. Hier zeigten sich die Junker Schon ihr gänzliches Aufgehen in höfifchen Nichtigkeiten entlastet habe der wackeren Frau", die jedem patriotischen Entschluß immer " ganz ohne Feigenblatt", und der Versuch, sie als Freunde die Königin von dem Verdacht, daß sie ihre Finger unzeitig in die zugestimmt" hatte," unrecht getan". Auch daß die Königin sich gedes Oktoberedikts darzustellen, ist so unqualifizierbar, daß Politik gesteckt habe. Das waren für sie zu ernste und schwierige wöhnt habe, den Stadtrat Nagler, der ein entschiedener Gegner Steins auch Herr v. Meier in seiner Streitschrift einen Schritt von Dinge. Sie ist vielmehr von den Kabinettsräten und Ministern, gewesen sei, in auswärtigen Dingen um Rat zu fragen, räumt Herr der heroischen Position zurücktritt, die er im zweiten Bande seines von Beyme ebenso wie von seinem Gegner Stein, die daran ver- Bailleu ein; daß Nagler sich später geweigert habe, Briefe der Werkes eingenommen hat. zweifelten, mit dem Stock des Königs irgendwie fertig zu werden, Sönigin herauszugeben, will er jedoch nur als Gerücht aufgestellt Er legt sich nunmehr auf die weinerliche Seite und fagt: Ja, in die Politik gezogen oder doch zu ziehen versucht worden. Sie hat wissen, obendrein mit der- sehr unwahrscheinlichen Einschränkung, das sei nun doch einmal so in der Welt, daß diejenigen, die bei sich den Versuchen Steins, noch vor Jena das Unheil abzutvenden, es habe sich in diesen Briefen bermutlich" um einige Aeußerungen einer Reform zu verlieren hätten, sich zur Wehr setzten, da ohne gänzlich versagt; aber auch der oft gehörte, von ihr selbst stets be- über Napoleon gehandelt. Hätte es sich nur darum gehandelt, ein solches Gegenspiel die Welt aus Nand und Band gehen" würde. ftrittene Vorwurf, daß sie durch ihren Einfluß auf den König den fso wäre Nagler nicht so frech aufgetreten, denn eine Es fei ganz natürlich, daß den widersetzlichen zur Zeit, wo der Serieg von 1806 verursacht habe, scheint nach der Darstellung des Denunziation der Königin bei Napoleon hätte ihn hüben unmöglich Kampf tobe, von denen scharf entgegengetreten werde, die nach ihrer Herrn Bailleu in der Tat nicht berechtigt gewesen zu sein. Erst gemacht und drüben nicht gefördert; am wenigsten wäre er dann Ueberzeugung in den Neuerungen das allgemeine Wohl verkörpert nach dem Ausbruch des Krieges hat die Königin mit gänzlichem nach Napoleons Sturz ein gefürchtet Haupt im Staate" gesähen. Aber es sei unhistorisch, eine folche Opposition zu verun- Mißerfolg die Jungfrau von Orleans an spielen versucht. Diese blieben. glimpfen, in der oft mehr Charafter stede als im Mitläufertum. Rolle lag ihr wirklich nicht. In diesem Punkte, der das Andenken der Königin Quise am Nein, verunglimpfen" wir nicht diesen ehernen„ Charakter" der Nach Jena hat sie sich dann freilich mit Politik beschäftigt, aber schwersten belastet, hat also Herr Baillen sie feineswegs gerechtJunker, die heute ihren Brot und Fleischwucher auch nur treiben, immer nur so weit, als die Politik ihre hösischen Vergnügungen fertigt; indem er um die Dinge herumredet, bezeugt er nur seine Damit„ die Welt nicht außer Rand und Band" gehe! Wir wissen durchkreuzte, immer nur mit Mitteln, wie sie einer kleinen netten Berlegenheit, die Anklagen zu entkräften, die die preußischen nicht, ob die Ahnen des Herrn von Meier auch schon bei Jena ge- Person nahe liegen. Dahin gehört namentlich ihr Versuch, durch Reformer gegen die Königin Luise erhoben haben. Er muß nun duldet haben oder ob er sich nur jenes Briefadels erfreut, den ge- den Eindruck ihrer Liebenswürdigkeit von Napoleon in Tilsit mildere aber doch zu erklären suchen, weshalb die Königin an dem Sturze schaffen zu haben er als besonders denkwürdige Eigenarter Friedensbedingungen zu erlangen. Die borussischen Historiker haben Steins mitgearbeitet hat, und so meint er, Steins nationale GeHohenzollern preiſt, aber kein Zweifel, daß in ihm„ Charakter" steckt. Daraus eine tragische Rührizene machen wollen, was natürlich finnung hätte nichts mit dynastischer Anhänglichkeit zu tun gehabt; lächerlich ist; tatsächlich war es eine peinliche Komödie, aber die sein deutscher Patriotismus war bereit, über jede Dynastie, auch Königin ist insofern entschuldigt, als sie weder den Charakter noch über die der Hohenzollern, hinwegzuschreiten." Stein habe die Anden Geist besaß, um die beschämende Würdelosigkeit dieses Spektakels mut und Liebenswürdigkeit der Königin nicht verkannt, aber der zu erkennen; noch ein Jahr später hat sie selbst nach Paris reisen gleichen Dinge hätten niemals Macht über ihn besessen; seiner wollen, um Napoleon noch einmal zu bearbeiten, was durch Stein ernsten Würde habe die in Freude und Schmerz leicht überDie Königin berhindert wurde, und bis furz vor ihrem Tode hat sie mit dem Ge- quellende ungezwungenheit der Königin mißfallen. danken gespielt, den„ Duell alles Bösen", die„ Geißel der Welt", fühlte wohl, daß sie in den Augen Steins nur eine Femmelette den" Teufel, der sich aus dem Kote emporgeschwungen", in Frank war, ein Weiblein, auf deren Schwächen seine tatkräftige Herrennatur furt a. M. zu begrüßen. Uebrigens spricht es für die Königin, daß geringschäßig herabfah." Wonach denn also dynastischer Größenwahn fie in Tilfit auf Napoleon gar feinen üblen Eindruck gemacht hat, und verlegte Weibereitelkeit die Königin veranlaßt hätten, den venn er auch seiner Frau schrieb, die Koketterie der Königin sei an Reformminister zu stürzen. ihm abgeglitten wie das Wasser vom Wachstuch. Und noch dazu was für einer! VI. " Lehmann sagt ganz richtig, daß der Sturz Steins im November 1808 in legter Instanz durch„ objektive Realitäten" verursacht worden fet. Stein setzte sich ein unmögliches Ziel, indem er den preußischen Staat reformieren, das will sagen, die Junkerherrschaft befeitigen und gleichzeitig den Krieg mit Napoleon führen wollte, für den er zunächst, wie die Dinge damals lagen, die Hilfe der Junker nicht entbehren konnte. Inzwischen erkennt auch Lehmann an, daß sich diese„ objektiven Realitäten in einem Häßlichen Intrigenkrieg gegen Stein ausgewirkt hätten. Die Junker machten sich die unlösliche Verfettung der aus Darin ist Falsches und Wahres wunderlich gemischt. Steins wärtigen und der inneren Politit in ihrer Weise zunuzze, indem sie Auf Stein hatte die Königin anfangs ihre Hoffnumgen gefeßt, nationale Gesinnung pfiff allerdings auf die Dynastie der Hoheneinen franzosenfeindlichen Brief Steins der französischen in einer Art abergläubischer Zuversicht, daß dieser Wimbermann zollern, aber weiblicher Anmut und Liebenswürdigkeit war er feinesPolizei denungierten und Stein dadurch bei Napoleon in nun alles zum Guten kehren werde. Aber als Stein darauf drängte, wegs unzugänglich. Gerade Männer von so ausgesprochen männ Migkredit brachten, wodurch sie die Angst des Königs vor daß die verschwenderische Hofhaltung eingeschränkt würde bor daß die verschwenderische Hofhaltung eingeschränkt würde- wohls lichen Eigenschaften, wie sie Stein besaß, find Frauen, die Kopf und Dem ihm durch Napoleon aufgezwungenen Reformminister gemerkt zu einer Zeit, wo die Massen vor Hunger starbenda berz auf dem rechten Flecke haben, immer sehr sympathisch, tie tveit lähmten, daß der souveräne Dünkel wieder begann die Königin au jammern, sie müsse von der Luft leben, ihnen wiederum solche Frauen; bei Stein wird diefe psychoobftinat wurde und die Courage zur abermaligen Entlassung Steins mittags gebe es nur vier, abends nur drei Gerichte; man logische Tatsache auch durch die Erfahrung bestätigt; sein Leben war Wenn er also auf die gewann. begreift, daß die heutigen Brot- und Fleischwucherer diesen Herzens- reich an echten Frauenfreundschaften. In diesem Intrigenspiel hatte nun auch die Königin Luise eine und Schmerzensschrei" des höfischen Dämchens nur mit schauernder Königin geringfchägig herabjah als eine Femmelette, so lag das hervorragende Rolle übernommen, was namentlich durch die Denk- Andacht vernehmen. Vollends verbarb es aber Stein mit der nicht an seinem mangelhaften Verständnis für weibliche Naturen, würdigkeiten Boyens und Schöns bekannt geworden ist. Auch Stönigin, als er eine prunkhafte Vergnügungsreise hindern wollte, die sondern eben nur daran, daß sie wirklich nicht mehr war. Lehmann berührt in seiner Biographie Steins das Verhalten der die Königin am Ende des Jahres 1808 plante, um ihren einzigen In der Tat bestätigt das Buch Bailleus, wenn man es halbwegs Stönigin bei der Beseitigung Steins, wobei er nicht so weit geht Alexander" auf dessen Einladung in Petersburg zu besuchen. Diese mit kritischem Blicke liest, das Urteil, das Stein über die Königin wie Bohen, immerhin aber Dinge berichten muß, die das Bild der Reise zeugte wieder von einer beschämenden Würdelosigkeit; der Quise gefällt hat:" Sie hätte tegen des Königs zärtlicher Ans Königin in einem nicht eben strahlenden Lichte erscheinen lassen. einzige Alerander" hatte im Frieden von Tilsit feinen preußischen hänglichkeit an sie bei mehr Bildung, Konsequenz und tieferen GeGegen diese Herabsetzung des preußischen Schußgeistes" ist an maß- Berbündeten aufs schnödeste verraten, und eben jetzt, im Sommer fühlen einen wohltätigen Einfluß auf ihn haben können. Sie war gebender Stelle offenbar nicht als ausreichendes Gegengewicht be- 1808, durch die Zusammenkunft in Erfurt von neuem sein enges eine angenehme, sehr gutmütige Frau, gefallsüchtig, ihre Bildung Bündnis mit dem„ Teufel" besiegelt, in dessen eiserner Faust der mangelhaft, ihre Gefühle fürs Gute leicht auflodernd, aber wegen *) Siehe Nr. 1 des Vorwärts". breußische König nach wie vor aufs jämmerlichste zappelte. Auf der der Oberflächlichkeit ihres Geistes war sie unglücklich in der Wah fo " " VII. SPAGH TO einen der Mittel, wenig ausdauernd in ihrer Anwendung. Sie erfüllte mit ihrem verstoßenen Liebling Nagler reichlich meifen tonnte, und heit der spannfähigen Bauern durch folossale Dpfer an Ader und sehr unvollfommen ihre Pflichten als Mutter. Als Gattin opferte ebenso wie diefer und der Herzog Karl, der Bruder der Königin, Gelb im ganzen sicher nicht unter einer Milliarde Mark fie ihre Zeit und ihre Neigungen ihrem Gemahl auf, der, an sie durch später zu den gemeingefährlichsten Vertretern der preußischen Reaktion Teil des Landes erwerben mußten, das ihre Vorfahren als freie Gewohnheit gefeffelt, ihr alles anvertrante, ohne übrigens auf ihre gehört hat. Im Juni 1810 wurde dann Hardenberg an die Spitze Leute besessen hatten. Das war die tatsächliche Bauernemanzipation Meinung besonders zu achten." Danach hat die Königin ganz richtig der Geschäfte berufen, und kurz darauf starb die Königin, nicht an Hardenbergs, bei der die Junker ein viel zu glänzendes Geschäft gegefühlt, daß Stein sie nur als eine Femmelette betrachtete, aber die gebrochenem Herzen über das Unglück des Vaterlandes, wie die macht haben, als daß sie ihrem Urheber nicht eine gewisse Nachsicht Richtigkeit feines Urteils wird durch alle neuen Offenbarungen des borussische Legende fabelt, sondern auf einer Vergnügungsreise in für seine liberalen Sünden gewähren sollten. Hausarchivs nicht bestritten, sondern bestätigt. ihre mecklenburgische Heimat, die sie mit einem lustigen Huſſaſa, Eine gewisse Nachsicht immerhin nur, denn der rührende Eifer, Womit wir jedoch nicht bestreiten wollen, daß sie den be- Trallala" angetreten hatte. den Herr v. Meier befundet, um nachzuweisen, daß Hardenberg mit scheidenen Ansprüchen, die die junkerlichen Brot und Fleisch- Hardenberg aber erfüllte die Aufgabe, die ihm gestellt wurde, feiner Gewerbe- und Steuergesetzgebung, mit seinem Gendarmeriewucherer an eine Nationalheilige" stellen können, immerhin noch indem er nunmehr die napoleonisch- westfälische Gesetzgebung fopierte. ebilt, mit seiner Gesezsammlung und feinem Staatsrat, mit seiner genügen mag Daß seine Reformen ihr entlehnt waren, ist schon zu feiner Zeit und Judenemanzipation, mit seiner Nationalfokarde, mit der Vollziehung später bemerkt worden; der Junker Marwig wies sofort darauf hin, der Todesstrafe nicht mehr durch das Schwert, sondern durch das und so schrieb auch Bismarck im Jahre 1851 an den General Gerlach, Beil usw. in manchmal selbst, grotester" Weise die westfälische GesetzNachdem Stein unter entscheidender Hilfe der Königin Luise daß die Hardenbergiche Gesetzgebung aus dem westfälischen Bulletin gebung abgeklatscht habe, hat faum den Zweck und sicherlich nicht gestürzt worden war, kam vor hundert Jahren ein Ministerium von überfest worden sei. Aber gründlich führt diesen Nachweis erst Herr Die Wirkung, Hardenbergs Bild in den Augen der heutigen Mittelmäßigkeiten ans Ruder, das Ministerium Dohna- Altenstein- v. Meier im zweiten Band seines Werkes; nachdem er 400 Seiten Patrioten mit einem Strahlenkranze zu umgeben. Deshalb Behme, hinter dessen Stulissen der allzeit gefchäftige und pfiffige daran gesetzt hat, um Stein von dem Makel zu befreien, mit seiner darf jedoch nicht verkannt werden, daß der Nachweis selbst Herrn Nagler, der Schwager Altensteins, feine Händchen im Spiel hatte. Reform die französische Revolution nachgeahmt zu haben, legt er v. Meier durchaus gelungen und der einzig lefenswerte Teil feines Altenstein selbst hatte au Steins Mitarbeitern gehört und war 80 Seiten lang dar, daß Hardenberg allerdings ein Anhänger der Buches ist. Zudem ist noch eins anzuerkennen: Herrn v. Meiers später der Freund und Schüßer Hegels, aber, ein schwacher und franzöfifchen Revolution gewesen sei und sie habe nadjahmen Empörung darüber, daß die franzöfifche Revolution die preußische unfelbständiger Charakter, wußte er die Karre nicht aus dem Drede wollen. Gefeßgebung beeinflußt haben soll, weicht einer edlen Faffung, zu fchieben. Das erscheint auf den ersten Blick als ein erstaunlicher Wider sobald er sich mit der Tatsache abfinden muß, daß ein französischer Nur wenig über ein Jahr, und dies neue Ministerium war spruch in der Tendenz des Herrn v. Meier, nachzuweisen, daß sein König- und sei es auch nur der König Morgen- Wieder- Lustik- das völlig bankrott. Es konnte auf der einen Seite die Striegs- unitum von preußischem Staat niemals durch die Berührung mit der Vorbild der preußischen Gesetzgebung in ihrer berühmtesten Periode gefontributionen nicht mehr aufbringen, die der preußische Staat an französischen Revolution befleckt worden sei. Indessen die Sache bat wesen ist. Und versöhnend wirkt auch der Gedanke, daß der brave Jerome Frankreich zu zahlen hatte, auf der anderen Seite ging es auch ihren Saken. Denn, troßdem hat Hardenberg niemals den Plan in den Gefilden der Seligen sicherlich eine Träne der Rührung bernicht mehr weiter mit dem völligen Stillstande der bürgerlichen verfolgt, die Gesetzgebung der Konstituante, der Legislative, des gießen wird, wenn er sieht, wie ihm nun doch auch irdische GeReformen, mit denen nunmehr das von Rapoleon neugegründete und Konvents oder des Direktoriums auf Preußen zu übertragen. Was rechtigkeit widerfährt: von links her frängt eine dankbare Urenfelin feinem jüngsten Bruder Jerome übergebene Königreich Westfalen er unter französischer Revolution verstand, war doch nur die fein Haupt mit den Rosen der Liebe und von rechts her flicht ein ivestlich der Elbe vorging. Bum größten Teile bestand dies Königreich napoleonische Gefeßgebung. Hardenberg war ein aufgeklärter publizistischer Vorfämpfer des preußischen Junkertums den Lorbeeraus ehemals preußischen Landesteilen; es sollte nach Napolons Absicht Absolutist." Mit solchen aufgeklärten Absolutisten" hat das Junker- weig eines gesetzgeberischen Musters hinein. als moderner Staat eine Hauptstüge seiner Herrschaft über Deutsch- tum immer gute Geschäfte zu machen verstanden, mit Hardenberg so- Soust aber wird durch die historische Literatur, die wir hier beland werden; wie einst beim Oktoberebilt das Vorgehen des Herzog wohl wie mit dem alten Frig. Und nicht minder gute Geschäfte hat sprochen haben, die alte Erfahrung bestätigt, daß die preußischen tuns Warschaut, so brannte jegt die napoleonisch- westfälische Gefez es mit den Liberalen zu machen gewußt, wie man denn von Harden- Junker zu jener Rasse gehören, die nichts lernt und nichts vergißt. gebung den preußischen Junfern auf die Finger. berg wohl fagen kann, was auf Stein ganz und gar nicht zutrifft, Was ihnen vor hundert Jahren mit Ach und Krach abgezwungen Selbst die Königin Luise ließ nun ihren geliebten Ragler daß er ein Liberaler im modernen Sinne des Wortes gewesen sei. worden ist, das hat ihnen die Revolution und ihr Testaments= fallen, der ihr eben deshalb mit der Veröffentlichung ihrer Briefe Herr v. Meier fagt, das Dftoberedift von 1807 hätte mehr dem vollstrecker Napoleon entrissen wie Lassalle fagen würde: mit drohte, und bemühte sich, den Freiherrn v. Hardenberg an die Spize Adel genutzt als den Bauern, es habe nur tvirtschaftliche, nicht dem Daumen aufs Auge und dem Knie auf die Brust- und es ist Ser Geschäfte zu berufen, der zwar an allen Sünden der vor politische Zwede verfolgt; es habe die politischen Vorrechte der die schwerste Anklage gegen die deutsche Bürgerklasse, daß diese Erjenaifchen Politit reichen Anteil hatte, aber in seiner Weise die Rittergüter nicht beseitigt, dagegen die Bauern recht- und schuhlos fahrung des Jahres 1808 nicht mehr bloß historisches Interesse hat Reformen Steins fortzusetzen beabsichtigte. Von ihm wußte sie, den Junkern in die Hände geliefert. In schneidenden Gegensatz zu im Jahre 1908. F. Mehring. daß er Höfling genug war, fie nicht als Femmelette zu behandeln. diefer unzulänglichen Geiezgebung, die gleichwohl dem„ ureigenen Dabei war sie aber weit von einer ernsteren Auffassung des Lebens deutschen Geiste" entflossen sein soll, stellt Herr v. Meier dann dic entfernt. Als das preußische Königspaar um die Jahreswende von Gesetzgebung Hardenbergs, die durch das Regulierungsedikt von 1809/1810 aus Sönigsberg nach Berlin zurüdfehrte, wußte es nichts 1811 die bäuerlichen Befißverhältnisse dauernd befestigt habe. Und Besseres zu tun, als wieder ein prunthaftes Hofleben zu beginnen. doch ist, nach Herrn v. Meier, Hardenberg nur ein Nachahmer Das eigene Heim und sein Garten von Dr. G. E. Beek. 5 M., Nicht nur Reformer, wie Gneisenau, sondern auch Junker, wie wenn nicht der französischen Revolution, so doch der napoleonisch-. Abigt. 1,50 M. Westdeutsche Verlagsgesellschaft in Biesbaden. geb. 6 M. Landhaus und Villa. Heft 7/8. Herausgegeben von York, wurden dadurch tief erbittert, und trop der devoten Sprache westfälischen Gesetzgebung gewesen! der damaligen Zeitungspresse vermochte doch ein Hamburger Die ganze Konfusion löst sich in die einfache Tatsache auf, daß Siegert. Jährlich 3 M. Verlag: Berlin SW. 11. Der Naturarzt. Nr. 1. Schriftleitung: Dr. F. Schönenberger u.. Journal nicht feine Verwunderung" darüber zu unterdrücken, daß die ostelbischen Junter mit dem geschmeidigen Hardenberg weit Kapital und Erfindung. November Dezemberheft. Herausgeber: sofort nach der Rückkehr des Königspaares in den Berliner Beitungen beffere Geschäfte gemacht haben, als mit dem steifnadigen Stein. D. Wiesner. Berlag: Schöneberg, Prinz- Georg- Str. 9. cin Publitandum über Courtage, Hoffähigkeit, Präsentation, Hof- Stein wollte es feineswegs bei dem Dftoberedilt bewenden Die Schaubühne. Nr. 1. 1909. Herausgeber: S. Sacobsohn. 30 f. leidung usw. erschien, daß zwei neue Klaffen des preußischen Adler- lassen, sondern er wollte auch den politischen Vorrechten E. Reiz, Berlin- Westend, Kaiserdamm 26. ordens, dazu ein Allgemeines Ehrenzeichen in zwei Klaffen gestiftet der Junker an den Kragen; er wollte auch den Bauern das Besizrecht deutschen Boltes. 1. Zeil. Von E. Müller. 1 M. 5. Walther, Berlin W. 30. Unglaublich aber wahr! Eine Enthüllung aus dem Rechtsleben des sind sonstige höfifche Stinkerlitzchen getrieben wurden, die ein blutiger an ihren Sufen sichern. Deshalb mußte er so schnell wie möglich Hohn auf die entsegliche Not der Bevölkerung waren. um die Ede gebracht werden. Hardenberg aber tastete die politischen Berlag für altuelle Philosophie. Halensee- Berlin. Die Kunft, fich glücklich zu fühlen. Von Th. Rudert. 100 Seiten. Allein dieses höfifche Treiben stand auf tönernen Füßen, solange Vorrechte der Rittergüter gar nicht an, die bekanntlich erst durch die Das perverse Berlin. Stulturkritische Gänge, 8 M., geb. 4 M. nicht Napoleon befriedigt und die gefährliche Nebenbuhlerschaft des Revolution von 1848 aus der Welt gefegt worden sind, und fein N. Edstein in Berlin, W. 57. Königreichs Westfalen nicht beseitigt war. Die Sache fam zum Regulierungsedikt vom 14. September 1811 tvar ein bloßes Augens Moderne Dramatik in fritischer Beleuchtung von Dr. R. Elsner. Stappen, als sich das Ministerium im Frühling 1810 nicht anders verblenden, um die Bauern zum Kampf gegen die Franzosen auf 30 P. 2. M. Barschall. Berlin SW. 13. zu helfen wußte, als daß es die Abtretung der Provinz Schlesien an die Beine zu bringen. Kaum waren die Feinde aus dem Lande und die Ernährung und Pflege des Säuglings. Die Ursachen und die Verhütung der hohen Säuglingssterblichkeit Frankreich empfahl, was ein vernichtender Schlag für alle dynastische geschlagen, als dies gepriesene Edikt am 29. Mai 1816 durch trag von Dr. med. Jester, stinderarzt. Preis 1,50 M. Würzburg, Sturt und höfische Herrlichkeit gewesen wäre. So betrieb die Königin 121 Artikel bellariert wurde, die alle nicht spannfähigen Stabikich( L. Stubers Berlag.) die Berufung Hardenbergs, bezeichnenderweise durch den Urjunker Bauern, das heißt ihre große Maffe, in aller Form Rechtens Der Kunstwart. Sanuarheft. Verlag G. D. B. Gallweh, München. b. Wittgenstein, der sich, ein heimtildischer und intriganter Charakter, den Junkern recht- und schutzlos auslieferte, während sich die Minder- 14 M. im Vierteljahr. " -W Eingegangene Druckfchriften. 0 Ein volkstümlicher Bor 00000000 Nach beendeter Lager- Aufnahme Grosser Inventur- Räumungs- Verkauf Den grössten Teil meines bekannt enormen Kleiderstoff- Lagers habe ich heruntergesetzt und in 4 Serien eingeteilt Serie I. Ein grosser Posten einfarb. u. gemusterter Kleiderstoffe passend zu Blusen, Kostümröcken, ganzen Kleidern, Kinderkleidern, doppeltbreit, zum Teil reine Wolle. Serie II. Ein grosser Posten Kleider- und Kostümstoffe, zum Tell reine Wolle, einfarbig, meliert, gestreift, kariert Serie III. sowie einfarbige reinwollene Cheviots, grosse Breite, sehr grosso Sortimente, 60. Ein grosser Posten Fantasie- Kleiderstoffe, Jetzt Meter P jetzt Meter 75P Pf. Serie IV. 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Um rege Beteiligung ersucht 65/2 Die Verwaltung 2. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 10. Den Berufsgenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied August Böttcher am infolge eines Unfalles verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 11. Januar, nachmittags 2 Uhr, vom Moabiter Stranfenhause aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 254/3 Der Vorstand. Adlershof. Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, bei Kaul in Adlershof, Bismarcftr. 16: Arbeitslosen- Versammlung. Wir ersuchen die Arbeitslosen von Adlershof und Umgegend um vollzähliges Erscheinen. 202/2 Das Gewerkschaftskartell von Adlershof und Umgegend. Sterbekasse ehem. Pflugscher Arbeiter( Hetzelsche Kasse). Sonntag, 21, Januar 1909, vorm. 10 Uhr, in Wilkes Sant, Brunnenstraße Nr. 188: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bekanntgabe des Protokolls von der Generalversammlung am 26. Juli 1908 durch den Schriftführer Herrn Bauer. 2. Stassenbericht des Nendanten Herrn Schulz über das Jahr 1908 und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedene Stassenangelegenheiten: Antrag des Borstandes betreffend Erhöhung des Sterbegeldes und Anfertigung eines technischen Gutachtens im Jahre 1909. 4. Wahl des crsten Borsitzenden, Wahl des Rendanten und des stellvertretenden Schriftführers. 5. Wahl von drei Revisoren. Mitgliedsbuch legitimiert. 280/4 Der Vorstand. 3..: Otto Bintler.. Staats- und GemeindearbeiterVerband. Sektion Lichtenberg. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 9. d. M., verstarb unser Mitglied F. Semmling. Ehre seinem Andenken! Orts- Krankenkasse für das Goldschmiedegewerbe zu Berlin. Am Montag, den 18. Januar 1909, abends 8 1hr, findet im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 8, dic ordentliche JOSETTI VERA CIGARETTEN m.u.o. Mandst. erfreuen sich des besten Rufes. Sie verbinden vorzüglichste Qualitätseigenschaften mit grösster Preiswürdigkeit und bieten für beides volle Garantie. Josellis 10 St. für 30 Pfg. Höchste Leistung! ere fe fubs in General- Versammlung& ppstania- Zigarren" Die Beerdigung. findet Diens tag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, bom Trauerhause, Nummelsburger Straße 20, aus nach dem Kirchhof in der Bornitzstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes Berthold Krenz ſage allen Freunden, Sollegen und Unions- Brauerei meinen herzlichsten Bekannten sowie der Direktion der Dant. Rosa Krenz, geb. Korb. Bekanntmachung. ämtlicher Herren Delegierten statt. Tages- Ordnung: 1. Wahl von 4 Arbeitnehmern und 3 Arbeitgebern für den Vorstand für die Jahre 1909-10. 2. Wahl von 3 Revisoren zur Prü fung der Jahresrechnung für das Gefchäftsjahr 1908. 3. Mitteilungen. Der Vorstand. J. A.: Otto Almendinger, Borsitzender. 270/4 Krankenunterstützungs- und Begräbnisverein gewerblicher Arbeiter zu Berlin. Sonnabend, den 16. Januar 1909, abends 8, Uhr: Für die ordentliche Generalper General- Versammlung Zentral- Kranken- Unterstützungs- fammlung der Rationalen KrankenVerein der Schmiede Zahlstelle Berlin 11. Todes- Anzeige. Am 7. Januar berstarb unfer Mitglied 176/2 Max Giese. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 2%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Bauls- Kirchhofs, Plößensee, aus statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher und Sterbelasse der Droschkentutscher und verw. Berufsgen.( E. H.-K. Nr. 75) find folgende Anträge eingegangen, welche wir gemäß§ 48 des Statuts hiermit zur Kenntnis bringen. Von der Filiale Bremen: I. en§ 12 des Statuts, Abs. 2 zu b folgende Faffung zu geben: Jim Falle der Erwerbsunfähigkeit vom Tage nach dem Tage der Erkrankung ab für jeden Salendertag, einschließ lich der Sonn- und Feiertage ein Krankengeld in Höhe von 2 Mart. Die Erhöhung tritt mit dem 1. August 1909 in Straft. II. Den Rajjenlokalen sämtlicher Verwaltungsstellen eine Zeitung gratis auzu schiden. 280/5 Metallarbeiter- Verband geben zu ändern, daß die Revisoren Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Anschläger Karl Stadthaus am 7. d. M. durch Ertrinken ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 11. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 110/3 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenhauer. Berlin. Bezirk IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Schwarzer am 8. Januar an Lungenschwindlucht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Montag, den 11. Januar, nachmittags 2, Uhr, von der Halle des Dankes- Kirchhofes, Blantejtraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Klara Kirchhof geb. Späth im Alter von 28 Jahren und acht Zagen verstorben ist. Dies zeigt mit der Bitte um stille Seilnahme an 57892 Oswald Kirchhof nebst Tochter. Die Beerdigung findet heute Sonntag 1,12 Uhr vom Trauerhaufe, Sprengelstr. 17, aus nach dem Nazarethkirchhof in Reinicken dorf statt. Von der Filiale Dresden: Den§ 47 Abs. 2 des Statuts dahinfür jede Situng 1 Mark Vergütung erhalten. Der Vorstand. Arbeitseinstellung fand in unserem Fabritbetrieb nicht statt. Deshalb macht sich aber eine Ueberproduktion bemerkbar. Wir sehen uns daher veranlaßt, unsere rühm lichst bekannte Bictoria DampfWaschmaschine mit Dfen, tomplett, statt für 90 mit 60 Mart zu- ver4635 faufen. Rheinische Dampf- WaschmaschinenFabrik, Rommandantenstraße 18. Frack Verleih- Institut: Friedrichst.115/ 1, a.Orabg. in den Industrie Festsälen, Beuthstr. 20. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Kloth über:" Bulkane und Erdbeben". 2. Rechnungslegung pro 1908. 3. Verschiedenes. Gäfte, auch Damen, willkommen! Der Vorstand.. 3. A.: Friedr. Freudenreich, Borsigender, 8. 59, Wigmannstr. 30 II. 280/6 Direkt anschließend an den Bahnhof Seegefeld Ab Station Jungfernheide 20 Pfennig- Tour. R. v.10 M. an Berkaufskontor am Bahnhof Nieschalke& Nitsche Berlin, Neue Königstr. 16. Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. stes Causend Buschmühl.- Chausse Tor. Eleg. Frad, Gehroderlag Max Richter Srankfurt( Oder) 1,50, Hose 1,00, Beste 50ẞf. tadellos hell, mit Ring 10 Stück 50 Pf ZozгD „ Talmon" garantiert Handarbeit, beste 3 Pfg.- Zigarette. General- Agentur: Dagobert Rund Berlin N. 24, Gr. Hamburger Straße 1. Zu haben in den Zigarrenhandlungen. Begen Abriß des Hauses bertaufen wir bis 1. Februar Stoffreste daction orwärts" ndenstr. 69. Billigste Bezugsquelle gedieg. Trauergarderobe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Frankf. Str. 115. 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Bei der Vernehmung der beiden Werkstätten der Großen Berliner Straßenbahn sei im März das anderen medizinischen Sachverständigen handelte es sich lediglich um Verlangen, dem gelben Verein beizutreten, an die Kollegen gedie Frage, ob bei dem Angeklagten geistige Störung vorliegt und er stellt worden. Eine Anzahl der Kollegen habe dem Verlangen Leipzig, 8. Januar. Ein eigenartiges psychologisches Problem die Tat in einem Zustande geistiger Unzurechnungsfähigkeit begangen stattgegeben. Die anderen, welche standhaft blieben und sich nicht war es, mit dem sich heute der vereinigte zweite und dritte Straf- hat. Daß Huber an Dämmerungszuständen leidet, wurde zugegeben, in den gelben Verein preffen ließen, feien entlassen worden, so daß fenat des Reichsgerichts unter dem Vorfiz des Senatspräsidenten auch daß er seine Selbstbezichtigung in einem solchen Zustande vor in den Werkstätten der Straßenbahn kein gewerkschaftlich organiDr. Frhrn. v. Bülow zu beschäftigen hatte. Wo wäre es jemals genommen habe. Während Medizinalrat Dr. Leppmann aus fierter Kollege mehr beschäftigt sei. Ganz derfelbe Vorgang habe vorgekommen, daß ein Spion felbst zum Staatsanwalt geht und sich Berlin der Meinung war, daß die Tat felbst, die sich durch mehrere sich bei den Firmen Siemens u. Salske und Siemenscines mit Zuchthaus bedrohten Verbrechens selbst bezichtigt, und daß Wochen hinzog, nicht in einem Dämmerungszustande begangen Schudert abgespielt. Die Meister seien bei den Kollegen herumer bei seiner Behauptung beharrt hätte, obwohl ihm der Staats- fein fönne, vertrat Privatdozent Dr. Bumie aus Freiburg gegangen und hätten jedem bedeutet, wenn er Arbeit haben wolle, anwalt wohlmeinend riet, nach Hause zu gehen? Franz Josef( Breisgau) die Ansicht, daß man Dies doch wenigstens müsse er dem gelben Verein beitreten. Als durch diese Einschüchte Huber, Maurergeselle und Gasarbeiter, ursprünglich Kaminfeger, für möglich halten müsse. Nachdem gegen 3 1hr die rung erft cinige Kollegen sich in die Liste des gelben Bereins cingeboren am 1. November 1864 in Mörsch, Amt Ettlingen in Baden, Deffentlichkeit wieder hergestellt war, ergriff der Vertreter gezeichnet hatten, zeigte der Meister diese Unterschriften den ist ein solcher Sonderling. Kein Mensch hatte ihn im Bekdacht, für der Reichsanwaltschaft, Staatsanwaltschafts- anderen Kollegen und sagte, die Unterzeichner feien freiwillig dem Frankreich zu spionieren. Und doch ging er vor etiva neun Monaten rat Dr. Preiser, das Wort. Er war der Meinung, gelben Berein beigetreten. Diese falsche Vorspiegelung habe zum Staatsanwalt in Karlsruhe und gab an, er fühle fich durch Ge- daß der Angeklagte bei Begehung der Tat sich nicht in einem Zu wieder einen Teil der Kollegen veranlaßt, dem Druck nachzugeben. wiffensbisse veranlaßt, zu bekennen, daß er im Jahre 1906 einem Agenten stande von Geistesstörung befunden habe und daß das, was er dem Nur eine kleine Zahl sei dem Verbande treu geblieben, die seien der französischen Regierung, der ihn in seinem damaligen Wohnorte franzöfifchen Agenten geliefert hat, von dessen Auftraggebern als dann kurz vor Weihnachten entlassen worden. 150 Bläge in den Eimeldingen aufsuchte, gegen einen Vorschuß von 300 Fr. und eine wertvoll angesehen sein müsse, weil man sonst nicht soviel dafür be- genannten Firmen, die früher von Verbandsmitgliedern eingenachträgliche Bezahlung von 500 Fr. eine Zeichnung der Festung zahlt haben würde. Die Pläne der Festung Istein feien geheim- nommen wurden, seien jetzt durch Gelbe besetzt. Jstein und andere Notizen geliefert. Nur weil er mit großer Be- zuhalten und der Angeflagte als ehemaliger Soldat, der auf einer Umständen sei es begreiflich, daß die Sektion im vergangenen harrlichkeit bei seiner Behauptung verblieb, wurde er schließlich in Festung gedient habe, müsse dies auch gewußt haben. Zuzugeben Jahre keine Zunahme ihrer Mitgliederzahl verzeichnen konnte. haft genommen. Herr Huber war, wie sich herausstellte, von fei, daß der Angeklagte erblich belastet und geistig minderwertig sei. Doch dürfe das die Kollegen nicht mutlos machen. Die Sektionsjeher ein großer Flunkerer gewesen, der lange Geschichten erfand, Dies könne aber nur bei der Strafabmessung in Betracht leitung habe getan, was sie tun konnte, fie rechne auf die Unterum andere damit zu narren. Als Sohn eines Trinkers ist er kommen. Er beantrage die Mindest strafe nach§ 1 stüßung der Kollegen, um deren Interessen auch ferner nach besten erblich belastet. Während er auf der Festung Rastatt Soldat des Spionagegefeges, wei Jahre Zuchthaus, außer Sträften wahrnehmen zu können. war, hat ihn ein Pferd mit dem Hufe am Kopfe verlegt. dem 5 Jahre Ehrenrechtsverlust und Polizeiauf- Nachdem die Diskussion des Geschäftsberichte erlebigt war, Seitdem foll er öfter sogenannte Dämmerauftande ficht. Da die Untersuchungshaft sich ohne Schuld des Angeklagten fand die Neuwahl der Seftionsleitung ftatt. Der bisherige Sefgehabt haben, die etwa eine Moche andauern. Was sehr verlängert habe, beantrage er, neun Monate derselben auf die tionsleiter Haase lehnte eine Wiederwahl aus Gesundheitsrüder während eines solchen Zustandes getan, dessen will er sich Strafe anzurechnen. Die Beratung dauerte nur turze fichten ab. Gewählt wurden: Belt, Geftionsleiter, Stender, nicht mehr erinnern fönnen. Als er nun einige Zeit in Unter- geit. Das gegen 5 Uhr verkündete Urteil lautete auf& rei Schriftführer, Schlösser, stellvertretender Schriftführer, fuchungshaft saß, wollte er auf einmal von dem, was er bei seiner sprechung. Die Begründung war nur furz. Das Gericht hat Linde, Kassierer, Remmel und Reinke, Beifizer, ölzce Selbststellung behauptet hatte, nichts mehr wiffen; er leugnete den Beweis, daß der objektive Tatbestand festgestellt sei, nicht für und Fechner, Bibliothefare. jegliche Schuld. Während der Untersuchungshaft selbst foll auch erwiesen angesehen, weil nicht festzustellen war, wie die Zeichnungen wieder ein Dämmerungszustand eingetreten sein. Huber bildete sich beschaffen waren, die dem franzöfifchen Agenten überliefert sein ein, man wolle ihn vergiften, und er aß vier Tage lang nichts. Erft, sollen. Der Angeklagte wurde sofort aus der Haft entlaffen. nachdem ihm der Arzt gut zugeredet hatte, nahun er wieder Nahrung zu sich. In der heutigen Verhandlung machte er einen vorteilhaften Eindruck. Er sprach wie ein gebildeter Mann und gab Beweise eines vorzüglich funktionierenden Gedankensinnes. Er war feineswegs bemüht, zu leugnen und erzählte eingehend, toie sich eines Tages im Jahre 1906 ein Mann, der die Züricher Mundart sprach, mit ihm bekanntgemacht und nach der Festung Jitein gefragt habe. Da er dort früher gearbeitet, habe er Aus funft geben tönnen. Der Fremde, der sich Jänny nannte und nach Ansicht der Anklage ein Agent des französischen Nachrichtenbureaus war, habe von ihm eine Zeichnung der Festung verlangt und ihm im voraus 800 Fr. dafür gegeben. Er habe die Zeichnung nur aus dem Gedächtnisse anfertigen können, aber abfichtlich falsche Angaben gemacht. Auf die Bemerkung des Präsidenten, daß er dann Boch den Fremden beschwindelt habe, gab er zu, unrecht gehandelt zu haben. Er versicherte, er fei ein durchaus patriotischer Mann, der nichts fun würde, um sein Vaterland zu verraten. Trogdem behauptete er, nach Ablieferung der Zeichnung noch 500 Fr. von dem Fremden erhalten zu haben. Daraus folgert die Anklage, daß die Auftrag geber des Jänny die Zeichnung nicht für wertlos gehalten haben fönnen. Huber meint, er habe geglaubt, Janny fei ein Ingenieur, der sich um einen Festungsbau in der Schweiz bewerben und dazu die Notizen benußen wollte. Nach 10 Uhr wurde die Verfammlungen. Vermischtes. Unter diesen Folgenschwere Explosion in der Freiberger Gasanftalt. Aus Freiberg i. S. wird gemeldet: In der hiefigen Gasanstalt erfolgte heute früh eine schwere Explosion, wodurch das Reinigungshaus zerstört und sechs Arbeiter verlegt wurden. Das Unglüd ist dadurch entstanden, daß sich in dem Reinigungsraum zu viel Gas angefammelt hatte. Die Lackiererfektion des Malerverbandes hielt am Donnerstag eine Versammlung ab, in der der Sektionsleiter Haase den Jahresbericht erstattete. Der Rebner sagte unter anderem: Die wirtschaftliche Depression habe sich auch im Beruf der Lackierer sehr start bemerkbar gemacht. In den Betrieben seien viel weniger Ein breizehneinhalbjähriger Luftmörder. Nach einer Meldung Radierer beschäftigt, als im Jahre 1907. Infolgedeffen sei aus Brag find in Radeschowiß in den lezten Tagen bret Lustmorde auch der Besuch der Werkstatt- und Sektionsversammlungen an kleinen Kindern verübt worden. Als Täter ist gestern her schwächer gewesen als im Vorjahre. Infolgedessen habe von Lohn- dreizehneinhalb Jahre alte Knabe Rotschek aus dem Orie verhaftet bewegungen im größeren Umfange keine Rede sein können. Wo worden. kleine Bewegungen und Differenzen stattfanden, seien fie ungünstig verlaufen. Die Kollegen hätten sich sogar Verschlechte- Ein Millionendiebstahl. Von einem der Baris- Lyon- Mittelrungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse gefallen laffen müssen, meer- Bahn gehörigen Laftwagen wurde nach einer Meldung aus um Stampfe zu vermeiden, die aussichtslos waren. In den Wagen- Paris gestern aus dem Frachtenbureau der Ostbahngesellschaft ein baubetrieben seien die Errungenschaften des Jahres 1906 größten- Sad mit Wertpapieren in Höhe von 1 Million Frants gestohlen. teils wieder verloren gegangen. Das sei zurückzuführen auf die Sämtliche Banken sind von dem Diebstahl verständigt. Da die Treibereien des Kartells der Wagenbauunternehmer. Der Wagen- Papiere auf den Namen lauten, werden sie von den Dieben nicht fabrikant Neuß habe sich mit besonderem Eifer für die Dura- leicht veräußert werden können. Billige Verkaufsmesse Dauer von Dienstag, dem 12. bis Montag, dem 25. Januar Preise teilweise bis 70 billiger als früher. 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Für den Inhalt der Inserate bernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. H ( Siehe Wochen Spielplan.) Freie Volksbühne. Sonntag, den 10. Januar, nachinittags 3 Uhr: 2. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Rabagas. Montag, den 11. Sanuar, abends Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Sizilien. Montag 8 Uhr: Sizilien. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Houte Sonntag Eintrittspreis: 8 Uhr: 14./III. Abend. abteilung ini Reuen Schaufpielhause: Rabagas. Neue Freie Volksbühne. Am Sonntag, 10. Januar: nahm. 2, Uhr: im Deutschen Theater: Was ihr wollt; in den Kanumer spielen: Medea; im Neuen Theater: Jahrmarkt in Bulsnit; im Neuen Operetten- Theater: Der Opernball; im Berliner Theater: Emilia Galotti; im Hebbel- Theat.: Erde; in FriedrichWilhelmstädtisch. Schauspielhaus: Madame San Gêne; im SchillerTheater O: Ein Boltsjeind; im Schiller Theater Charlottenburg: Julius Casar. Hebbel- Theater Roniggräßer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Der Liebhaber. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Leut'. Nachm. 3 Uhr: Emilia Galotti. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Tage: Israel. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. 8 hu: Das verwunschene Schlaß. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Heute nacht. 3, Uhr halbe Preise: Ein Walzertraum. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Kümmere Dich um Amelie.' Schwank in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Sonntag, 10. Jan., nachm. 3 Uhr: Der Floh im Ohr. Sonntag, den 17. Januar, nachm. 3 Uhr: Wohltätigkeitsvorstellung für den Unterstübungsfonds der Mesfina Ratastrophe: Kümmere Dich um Amelie. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Gastspiel Dir. Bernhard Rosc. Othello. Abends 8 Uhr: Fliegende Berliner. Montag: Fliegende Berliner. Dienstag: Die Kinder des Kapitän Grant Mittwoch: 2. Gastspiel Dir. Bernhard Rose: Othello. Donnerstag: Die Kinder d. Kapitän Grant Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, 10. Januar, nachm. 3 Uhr: Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Gonntag, na cm. 3 Uhr: Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Aufz. von H. 3bfen. Deutsch von B. Lange. Sonntag, abends 8 11 br: Komtesse Guckerl. Lustspiel in 3 Aften von Franz von Schönthan nnd Franz Koppel- Elfeld. Montag, abends 8 11 br: Der Graf von Charolais. Dienstag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Julius Casar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Billiam Shakespeare. Sonntag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schwank in 3 Aften von Brandon Thomas. Montag, abends 8 Uhr: Vater und Sohn. Dienstag, abends 8 Uhr: Komtesse Guckerl. Panoptikum Zirkus Schumann. Hente Sonntag, 10. Januar: 2 große Vorstellungen! Rachi. 3, Uhr. 2 Abbs. 7% Uhr. In beiden Vorstellungen ungekürzt das Pracht- Manegenschauftüd XIV. Saison. Zirkus Busch Sonntag, 10. Januar 1909, Große außerordentliche Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 und abbs. 7, 116r. Um 4 Uhr hat jeder Erwachsene 50 Pf. Castans Friedrichstr. 165( Pschorr Seeränher G. Mädchen- ein angehöriges Kind unter Reichhaltigste Ausstellung der lebenden Seetieren, Welt an Reptilien etc. Passage- Theater, 30/4 Ohno ExtraEntree: Heute 2 Vorstellungen Nachm. 3-7( kleine Preise), abends 8-11 Uhr. Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin im L. L. ( Berlin im lenkbaren Luftschiff) und das grandiose:: Januar- Programm. 10 erstklass. Nummern! Metropol- Theater Täglich& Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Perry Holden Bender Giampietro Kettner Pfann Thielscher. WING! CARTEN 65 Heute Sonntag: 2 Vorstellungen 2 Nachm. 3 Uhr( kleine Preise)! Abends 8 Uhr In beiden Vorstellungen Fragson der polyglotte Vortragskünstler am Klavier in seinem Repertoire. Olga Desmond die Berühmtheit der Schönheitsabende in ihr. neuen Schöpfung. u. d. hervorragenden Jan.- Attraktionen apollo Theater Nachm. 3, Uhr: Kleine Preise! Familienvorstellung mit: Eine lustige Spreewaldfahrt. Mujit von Paul Linde. Dazu die grandiosen Spezialitäten und Radrennen um die goldene Armbinde v. Berlin. Abends 8 Uhr: Das Attraktionsprogr. Onkel Casimir. Operette von May Winterfeld. Folies Caprice. Durchschlagender Erfolg! Ein lediger Ehemann. Anfang 8%, Uhr. Madame Sans- Gêne. Bürgerliches Schauspielhaus Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Montag 8 1hr: Sufarenfieber. Kastanien- Auce 7-9. Nachmittags 3 Uhr: Palast) und die sieben Schneewittchen lebenden Zwerge. Klitsch und Klatsch, Allotria- Duettisten. Variété Vorstellung der Zwerge. Vereinsbilletts: Halbo Preise. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. B. Jehmlich. Jeden Sonntag und Dienstag:[ 2161b Hamburger Sänger. Anfang Sonntags 6 Uhr, wochentags 8 Uhr. Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. Brauerei Friedrichshain Heute Sonntag, sowie täglich: Große Münchener Bockbier- Feste Der berühmteste Festwirt Schorsch Ehrengruber aus München mit seiner Truppe( ca. 60 Mitwirkende). Bedienung durch ca. 25 Oberbayr. Mad'in in Nationaltracht. Täglich: Großer Bock- Jubel u.Trubel, Anfang Sonntags 5 Uhr. Entree 50 Pf. Hasenheide Neue Welt Hasenbeide 108-114 108-111 Heute: Eröffnung des Gr. Bayrischen Bockbier- Festes Baron Muckls Bauernkapelle. Max vom Heedes Tyrolertruppe. Bedienung durch 30 echte Bayrische Madl. Anfang 4 Uhr. Wochentags 7 Uhr. Entree 50 PI. 我 30 " Donnerstag, den 14. Januar cr.: Prämiierung der kleinften Damenband. Schwarzer Friedrichsberg Stadtbahnstation Inh.: Gebr. Arnhold. Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Fernsprecher Frankfurter Allee. Jeden Sonntag: Friedrichsberg No 8 Große Tanz- Reunion. Schöneberg. 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Voigtlaender 285/16( Viol.) Karten 3, 2, 1 M. Vorverk. b. Bote& Bock, Wertheim usw., Orchesterbureau Lützowstr.76u.a.d. Abendkass. am Konzerttage. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 21. Januar! Ueber 70 Mal ausverkauft! Die Dianabäder. Ab Freitag, den 22. Januar Nen! ,, Rußland: Neu! Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die heiden Bindelbands und der neue Sachsendamm, Ecke der Geneststraße, Künstlerteil übernommen habe. in Schöneberg Zimmer zu Werkstatt Besprechungen, 20-150 Personen faffend, stehen den geehrten Gewerkschaften freundlichst zur Verfügung. Um gütigen Zuspruch bittet Die Jüdin von Toledo. 57672 Abends 8 Uhr: Lustspielhaus. Wilhelm Tell. Nachm. 3 Uhr: Unsere Räte. Abends 8 Uhr: Montag: Staatsanwalt Alexander. Die glücklichste Zeit. DERNHARD ROSE THEATED Rixdorfer Theater Bergstraße 147, Sonntag, den 10. Januar 1909: Der Weg zum Herzen. Lustspiel in 4 Alten von Ad. L'Arronge. Anfang 7, Uhr. Gastspiel- Theater Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Gastspiel Fr. Hedwig Lange: Zaza. Nachmittags 3% 115 30/10 ( Sr. Franfiurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Brüderlein fein. Volksstüd mit Geiang in 5 Aften von Falschholz. Musik von Leo Fall. Sonntagspreise. Nachm. 3 Uhr halbe Breife: Der Glöckner von Notre- Dame. alast- Theater Palast Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Das Monstre- Januar- Programm. top Drahtlose Telegraphie. 12 Attraktionen 12 Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Athos, der beſte Degenfünftler der Zum Schluß: Der Kompagnieball Militär. Humoreske von Penjel. Anfang wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. unter anderen: Welt. Inhaber der Weltmeisterschaft u. tgl. Auszeichnungen. Amerikanischer Fesseltünst Morton, ter und Stettensprenger. Zum 1. Male in Deutschland. Breisgekrönte Ada Marcell, Schönheit. Am Brunnen vor dem Tore. Boltsstück mit Gesang in 1 Alt. Familienkarten, halbe reife, wochentags überall grafts. Albert Ende, Gastwirt. Inhaber: Restaurant ,, Zum Oder- Spree- Kanal" Paul Schwedler. Wernsdorf. Dampfer u. Motorbootstation. Neue Anlegestelle für Boote. Sveis Beeskowo- Storfow. Bahnstation Eichwalde. Telephon: Anıt Ertner Nr. 18. Die geschätten Bereine, Freunde und Gönner erlaube ich mir während der Sommersaison auf mein in Bernsdorf am Dder Spree- Kanal gelegenes Restaurant ergebenft aufmerksam zu machen. Dasselbe eignet sich sowohl, da Dampfer- und Motorbootstation vorhanden, zu Dampferausflügen als auch zu schönen Stremser und Touristentouren. Das Lotal liegt an den beiden schenswerten Wernsdorfer Schleusen, von Wald und Wasser um geben und ganz in der Nähe der Gosener Berge. Zwei große fchattige Gärten, Barlettfaal, Beranda, zwei neue Regelbahnen, große neue Sommerhalle, fleinere Zimmer stehen dem geehrten Bublikum jederzeit zur Verfügung, wie auch in allbewährter Weise für Speisen und Getränke au foliden Breisen bestens gesorgt ist. Bur persönlichen Rücksprache stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung, auch stelle ich wochentags wie Sonntags Dampier in jeder Größe zu den fulantesten Bedingungen. In der Hoffnung, fich meiner freundlichst zu erinnern, zeichnet Hochachtungsvoll Paul Schwedler. Berbindungen per Bahn: Station Eichwalde( Görliker Bahn). . Dampfer Sonntag Montag Mittwoch Donnersteg. früh 9, nahm. 2 Uhr b. d. Schillillingsbrüde. Rüdfahrt 7, Uhr abds. Während der Ferien täglich außer Sonnabend und Sonntag. Sophien- Säle Sophienstraße 17/18 Querstraße der Rosenthaler Straße am Hackeschen Markt Inhaber: Paul Baatz empfiehlt seine von 60-2000 Perfonen faffenden Säle zu Bersammlungen, Vortrags- u. Kunstabenden usw. Vorzügl. Atusit. Stulant. Entgegenkommunen. Königstadt- Kasino. polzmarliftr. 72. Das Riesen- Januar- Programm! Franz Sobanski Frt. Bihary, Mig Lola, G. Bonné, Nolf- Noland, The Lodiords, The Sundermanns, Doppel- Neck. Am Brunnen vor dem Tore. Liederspiel von Otto Richter. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz nach der Borstellung. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19.20. Rosenth. Tor Heute Sonntag: 2 Vorstellungen, nadjmittags 3, Uhr fleine Preise. Jeder Besucher ein Kind frei! u. abends 8 Uhr. In brid. Borst. die großen Januar- Spezialitäten. Kaffe währ. d. ganz. Tages geöffn. Tunnel: Regimentskapellen etc. Theater Befucher hab. fraien Eintritt. Gustav In beiden Vorstellungen: Vorführen u. Reiten d. bestdressiert. Schul, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: Sämtl. Clowns mit den neuesten Bizen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: Barbarossa! Die besten Szenen und Balletts aus der Pantomime. Abends 7%, Uhr: Auswanderer D. Neueft. Prachtausstatt.- Bantom. W. Noacks Theater Direktion: Rob. Oill. Scumentr. 16. Gewonnene Herzen Volksstüd mit Gesang und Zang. Anf. d. Konzerts 6, d. Borst. 7 Uhr. Montag u. folgende Tage: Narziẞ. Sonnabend, 16. Januar: Elner von unsere Leut'. Kolibuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Hoffmanns Hordd. Sänger und Tanzkränzchen. Zum 1. Male: Kleinstädter in Berlin. Lustspiel in 1 ft. 11. a.: Luftballon- Chauffeur Stickluft( Strauje). Der Frauen Waffen( Beiß). Greßartiges Programm. Morgen: Große Elite- Soiree. Tanz. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Dienstag, 12. San.: Theaterabend. Der Goldbauer. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theater faal Moabits. Alt- Moabit 48.( el. II 2492.) Sonntag, den 10. Januar 1909: Papageno. Poffe in 4 Aften von Rudolf Sincisel. Anf. d. Vorft. 7, Staffenöffnung 6 Uhr Ronzert 6 Uhr Nad) der Vorstellung: Tanz. Montag, 11. Januar: Soiree der Lunigen Sänger. Borverlauf v. 10-1 Uhr i. Theater. Restaurant. Puhlmanns Theater Schönhauser Allee 148. Heute Sonntag: Konzert, Spezialitäten und Theater Vorstellung. 8 Uhr: Papa Rickebusch. Anfang 6 Uhr. Borverkauf vormittags 10--12 11hr. Variété- Brillant ( City- Passage) Dresdenerst. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich Intern. Ringkampf- Konkurrenz Heute Sonntag ringen: Schwarz( Berlin) gegen Walters ( England). P. Maldt( Brandenburg) gegen Petitjean( Eljag). Entscheidungst mpf: Altmann gegen Barkowski. Borh. d. großart. Epez.- Progr. Anf. 8, Beg. d. Ringt. 9 Uhr. Entree 50 ẞf., ref. Platz 1,-. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direktion: Willi Voigt. Sonntag, 10. Januar, nachm. 3 Uhr: Krieg den Frauen. Luftspiel in 5 Aften v. Rudolf Kncisel Abends 7 Uhr: Behrens- Ein toller Einfall. Theater. Coltzstr. 9. Das vollständig nene Januar: Programm: Die tolle Lolo" Bosse mit Gesang in 1 Att. „ Ein Berliner muß es sein" Boffe mit Gefang in 1 ft und die übrigen erstklassigen Spezialitäten, Anfang S, Sonntags 6 Uhr. Schwank want in 4 Alten von Karl Lauffs. Montag, den 11. Januar 1909: Ein Tröbler od. Bete und arbeite. Schauspiel in 5 Aften von Brachvogel. Markgrafen- Säle Markgrafendamm 34.9fmt VII 4277 Juh. Hermann Scholtz. Joden Gr. Ball. Sonntag: Sale von 100-1000 Personen zu Festlichkeiten und Versammlungen. 2 Kegelbahnen. G Restaurant ewerkschaftshaus.* Engelufer 15. Menu 75 Pf. Heute Sonntag: Mocturtlejuppe. Lachs in Butter oder Blumenkohl mit Schnitzel. Schinken in Burgunder oder Rehteute mit Sahnensauce. Stompott oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Bochentäglich: Großer bürgerlicher Mittagstisch Couv. 60 Pr. 2 franz. Billards. 2 Kegelbahnen Neu cingeführt: Weißbier- Ausschank. 54512 Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 17. Januar, in Freyers Festsälen, Koppenstraßo 29: Achtzehntes Stiftungsfest. Kammermusik- und Lieder- Abend. Werke zeitgenössischer Komponisten. Auszug aus dem Programm: 1. Ferrucio Busoni: Zweite Sonate für Klavier und Violine, opus 36a( Irma Saenger- Sethe und Leo Kestenberg). 2. Prolog von Ludwig Lessen( gesprochen von Ella Lóránt). 3. Richard Kursch: a) Ueber die Heide, b) Schmied Schmerz, c) Ländler des Verliebten( Eugen Brieger). 4. Robert Kahn: a) Stelldichein, b) Wiegenlied, c) Der Gärtner( Paula Weinbaum). 5. Walther Lampe: Sonate für Pianoforte und Violoncello, opus 4( Marix Loewensohn und Leo Kestenberg). 6. Hugo Kaun: a) Daheim, b) Auf leisesten Sohlen, c) Der Sieger( Eugen Brieger). 7. Richard Strauß: a) Mit deinen blauen Augen, b) Heimkehr, c) Heimliche Aufforderung( Paula Weinbaum). 8. Camille Saint- Saëns: Zweites Trio für Pianino, Violine und Violoncello, opus 92 ( Irma Saenger Sethe- Marix LoewensohnLeo Kestenberg). Nach dem Konzert: Ball. Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Billetts im Vorverkauf 60 Pf., an der Abendkasse 70 Pf. inkl. Programm. Billetts sind zu haben in sämtlichen Zahlstellen der Schule, in der Bibliothek, Grenadierstraße 37( Mittwoch abends zwischen 8 und 9 Uhr), bei Paul Elsnor, N. 58, Eberswalder Straße 19, und an der Abendkasse. R. Augustin. Café Meyer Germania- Prachtsäle. Carl Richter. Chauffeeſtr. 110. Chausseestr. 110. Jeden Sonntag: Dresdener Str. 128/129. Kaffee 10u. 15, Bier, hellu. dunt. 10 Bf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Gtb.40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne. Orts Krankenkasse = Paul Mantheys der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe lustige Sänger ( ehem. D. Steidls Hamb. Sänger) ftets neues Programm. Anjang 6% Uhr Eintritt 50 Pf. mit anschließendem Familienkränzchen Bon 5 Uhr ab im beißen Gaale Großer Ball. Jeden Mittwoch: zu Berlin. Die für das Jahr 1909 gewählten Bertreter obengenannter Kaffe werden zu der am Montag, den 18. Januar 1909, abends, im Neuen Klubhause", Kommandantenstr. 72, " stattfindenden ordentlichen Paul Mantheys lustige Sänger General- Versammlung und Frei- Tanz. Vorzugsfarten gelten. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Sonntag: Großer Ball Großes Drchester. Anfang Sonntags 5 Uhr. A. Zameitat. Brauerei Königstadt Attiengesellschaft. Bilang pro 30. September 1908 Attiva. Grundstücks- Konto Gebäude- Stonto Smmobilien- Stonto gabel Anteil- Konto C. Habels Brauerei G. m. b.. M. pf. 1216679 12 3124000 3170000 785000Grundstüds- Konto Briezen a. D. . B 56000 Grundstüds- Konto Zehdenid. 48000 Maschinens u. Utenfilien Konto 431200 Kühlanlage- Konto. 61000 Elektrische Anlage- Ronto 40000 Lager- Haftagen- onto 101000 Berland- Fajtagen- Stonto 36500 Bjerde- Konto 60000 Bagen- u. Geschirr stto. 16000 Eisenbahn- Bagen- Stouto 15300 Mobilien- Stonto 100 Stundschafts- 3nvent.- to 46500 Ausschant- Juvent. Seto.. 18000 Flaschengeschäfts- Einrich tungs- Stonto Berficherungs- Bramien Maffa- Konto Bechsel- Sonto Pfandbrief- Untoft.- Stto. I II Beteiligungs- Konto Konto Hypotheken- ForderungsSonto Borräte Konto Dublofo. Stonto- Kurrent- Debitor.. Guthaben bei C. Habels Brauerei G. m. b.. Baijiva. Aftien- Kapital- Konto. Hypotheken Konto. 80. bo. Briezen a. D. Zehdenia. Reservefonds- tonto Dividenden- Stonto. Stautions- Konto d. Bler fahrer Konto- Sturrent- Serebitor. Dispositions- Fonds- to. Gewinns u. Verlust- Sto. Saldo- Bortrag 3158.62 Gewinn. 248414.54 Bertellung von Gewinn: Tantième und Gratififat. 19191.45 4%% Dividend.228000.Bortrag pro 1908/09 4878.71 251573.16 100 39000 12786 40 37448,93 7775 18426 62 9170 84 52600 722292 30 10673707 28 70650 11169246 49 SUR. pf. 5700000 4000000 26050 9000 570000 6207 27229 15048 58 251573 16 4 hiermit eingeladen. Tages- Ordnung: Ergänzungswahlen zum Vorstande, und zwvar: um 8 1hr: Wahl von sechs Arbeit: nehmer- Vorstandsmitgliedern und drei Stellvertretern pro 1909/1910, um 9 Uhr: Bahl von drei Arbeit: geber: Vorstandsmitgliedern und zwei Stellvertretern pro 1909/1910. 3m Anschluß hieran findet um General- Versammlung 10 Uhr die gemeinschaftliche ftatt mit der Tages- Ordnung: 1. Wahl eines Ausschusses zur Bor prüfung der Jahresrechnung pro 270/5 1908. 2. Verschiedenes. Die Türen zu den Wahlräumen werben während der Wahl geschlossen. Berlin, den 9. Januar 1909. Der Vorstand. Gustav Nahtow, Borfikender. Paul Doritz, Schriftführer. Nachstehende Statuten Menderung bringen wir gemäß§ 66 des Staffen statuis hiermit zur Kenntnis: 8. Abänderung zum revidierten Statut der Orts. Krankenkasse der Schneider, Schneiderinnen nud verwandter Gewerbe zu Berlin. Beschlossen in der außerordentlichen Generalversammlung vom 20. Dftober 1908. Artifel T § 21. Jm Abjaz T, 7. Beile, find die Borte Abfab U zu streichen. § 22. Sm Abja II, 3. Beile, find die Worte Abjab II" zu sticichen. § 81. Abja I erhält die Fassung: Die Beiträge find an jedem Montage für die beginnende Woche fällig und werden in den vom Rassenvorstande festzusehenden Fristen, höchstens jedoch sechs wöchentlich, von den Kaffenboten laut ausgestellten Rechnungen abgeholt. Abja II: Für dienigen, welche im Laufe ciner Woche Mitglieder der Kaffe werben, ist der auf die Boche entfallenbe, tageweise zu be rechnende Beitrag an dem nächst folgenden Zahlungstermine zu entrichten; dasselbe gilt auch für diejenigen, welche im Laufe einer Woche aus der Beschäftigung austreten. § 32. Abjat I ist zu streichen. Der 564138 75 legte bsah wird dem§ 31 angefügt. 8 57. Als Absatz III wird folgendes angefügt: Die Anstellungs- und Pensions verhältnisse fämtlicher Staffen. angestellten werden vom Staffenvorstande im Sinne der Beschlüffe der Generalversammlung geregelt und find die erforderlichen Bufchiffe zur Kranken-, Invaliditätsund Pensionsversicherung als persönliche Berwaltungstoffen zu betrachten. 11169246 49 Der Aufsichtsrat. Leopold Friedmann. Der Vorstand. 2. Salomon. Saalfelder. Dr. W. Friedmann. Masken- Garderobe Carl Ernst ( Inhaber Willi Ernst) Stopenider Str. 126, 1 Tr Amt IV, 5062. § 62. Im Absatz I, letzte Zeile, ist Ginter Wertpapiere" einzufügen: oder Hypotheten". 270/6 Artikel II. dem 1. Januar 1909 in Straft. Borstehende Abänderung tritt mit Berlin, den 20. Oftober 1908. Der Vorstand. Gustav Nahtow, Borsitzender. Paul Doritz, Schriftführer. Genehmigt durch Beschluß vom 15. Dezember 1908. Der Bezirksausschuß zu Berlin. Abteilung II. Kalser. ( L. S.) Gr. Auswahl! Bill. Preise! Borzeiger dieser Annonce er. II C. 102. 08. hält 10% Preisermäßigung. 6/5 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstagswahlkreis Kunst- Abend am Sonntag, den 17. Januar 1909, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17-18 ( großer Saal) unter Leitung Leitung der Frau Margarete Walkotte Nach Schluß der Vorträge Tanz. Sich hieran beteiligende Herron zahlen 50 Pfennig nach. Saalöffnung 4 Uhr, Anfang 5 Uhr. Eintrittskarten a 50 Pfennig ย sind bei allen Bezirksführern und in den Parteispeditionen: Auguststraße 50 und Immanuelkirchstraße 12 zu haben. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Berliner Volks- Chor Sonnabend, 16. Januar 1909, abends 8 Uhr in Happoldts Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Schollokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Tr. Lehrplan für das 1. Quartal 1909. Montag: Naturerkenntnis.( Zweiter Teil.) Die Entstehung der Erde. Die Erdzeitalter. Die Entwickelung des Lebens und die Urzeugung. Darwin und der Darwinismus. Die Entstehung der Arten. Die Beweise für die Abstammungslehre. Die körperliche und geistigo Entwickelung des Menschen. Vortragender: Emanuel Wurm. Dienstag: Gesetzeskunde.( Deutsches Reichsstrafrecht.) J. Die Entwickelung des deutschen Strafrechts: Von der Buße zur Kriminalstrafe. Volksrecht und Juristenrecht. Strafrechtsgreuel und Milderungen. Das geschriobeno Strafrecht bis zum Reichsstrafgesetzbuch. Dio strafrechtlichen Nebengesetzo. Landesstrafrecht. II. Das geltende Strafrecht. Allgemeiner Teil: Voraussetzungen der Strafbarkeit. Strafausschließungs-, Milderungs- und Verschärfungsgründe. Einteilung der strafbaren Handlungen und der Strafen. III. Besonderer Teil. Die oinzelnen Straftaten in bezug auf: 1. Staat und öffentlicho Ordnung( Hoch- und Landesverrat. Majestätsbeleidigung. Aufruhr und Widerstand gegen die Staatsgewalt usw. Religionsvergeben). 2. Rechts- und Verkehrssicherheit( Meineid. Münzfälschung. Urkundenfälschung). 3. Ehe und geschlechtliche Sittlichkeit. 4. Persönliche Freiheit( Freiheitsberaubung und Nötigung) und Ehre( Beleidigung). 5. Leben und Gesundheit( Tötung, Körperverletzung, Zweikampf, Verletzung der Arbeiterschutzgesetze). 6. Vermögen( Diebstahl und Unterschlagung. Raub und Erpressung. Hehlerei. Betrug und Untreue. Wucher. Zoll- und Jagdvergehen). 7. Sachbeschädigung und gemeingofährliche Handlungen. 8. Amts- und Berufsvergehen. 9. Uebertretungen. 10. Spezialgesetze. Militärstrafrocht. IV. Der Strafvollzug. Haupt- und Nebenstrafen. Polizeilicher Strafvollzug. Die Jugendlichen im Strafrecht. V. Wesen und Zweck des Strafrechts. Strafrechtstheorien und Tatsachen. Schutz der Gesellschaft und Unterdrückung. Besitz und Autorität als maßgebende Interessen. Klassenrecht und Klassenjustiz. Der Mißerfolg des Strafrechts und die Strafrechtsreform. Ersatz der Strafe durch Sozialpolitik, Erziehung und Auslese. Sozialismus und Strafrecht. Vortragender: Simon Katzenstein. Mittwoch: Gewerkschaftswesen.( Die Praxis der Gewerkschaftsagitation.) Grundsätze der modernen Gewerkschaftsorganisation. Gewerkschaftliche Demokratie und Disziplin. Kleinagitation. Versammlungsleben. Taktik bei Lohnkämpfen. Aufgaben der Arbeiterausschüsse. Unsere Stellung zu den gegnerischen Organisationen. Fachpresse( Berichterstattung usw.). Statistik. Literatur. Vortragender: Emil Dittmer. Donnerstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Die Grenzen der natürlichen Boredsamkeit. Die Redekunst. Die Rede nach Form und Inhalt. Dispositionslehre. 2. Technische Hilfsmittel: Die Registratur. Die Nachschlage- Bibliothek. Das Manuskript. 3. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Freitag: Nationalökonomie.( Einführung in die Nationalökonomie. Zweiter Tell.) Das geschichtliche Eingreifen des Kapitals in die Produktionsbedingungen. Der Charakter der Wirtschaftsgeschichte coit dem Ausgang des Mittelalters. Die Entwickelung der mittelalterlichen Produktionsweise über Kooperation und Manufaktur hinweg bis zur großen Industrie der Gegenwart. Der Einfluß dieser geschichtlichen Umwälzungen auf dio Lage der Arboiterklasse. Vortragender: Julian Borchardt. Sonnabend: Geschichte.( Geschichte des Sozialismus. II. Teil.) Sozialismus und Arbeiterbewegung in der ersten Hälfto des 19. Jahrhunderts. 1. Die industriolle Revolution in England; Robert Owen. 2. St. Simon und Fourier. 3. Chartistonbowegung und Sozialismus. 4. Das französische Proletariat und die französischen Sozialisten zur Zeit des Bürgerkönigtums. 5. Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung; Weitling. 6. Marx und Engels. Die Grundlage des wissenschaftlichen Sozialismus. 7. Kommunistenbund und Kommunistisches Manifest. 8. Von der Februarrovolution zur Junischlacht. 9. Proletariat und Sozialismus in der deutschen Revolution. 10. Die französische Arbeiterbewegung bis zum Staatsstreich Louis Napoleons. neuem Konzertsaal Vortragender: Dr. A. Conrady. Hasenheise 32-38: Heiterer Lieder- Abend von Herrn Swen Scholander ( Begleitung: Schwedische Laute von 1797), Kassen- Eröffnung 7 Uhr. Vorverkauf einschl. Garderobe 70 Pf., Abendkasse 1 M. Nach dem Konzert Geselliges Beisammensein mit freiem Tanz, Billetts sind zu haben bei F. Brinkmeyer, Alexandrinenstraße 25; F. Niemeyer, Weberstr. 19; H. Bobsien, Kommandantenstr. 62; C. Heinrich, Rixdorf, Münchener Str. 19; P. Horsch, Engelufer 15; Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; C. Beyer, Veteranenstr. 11; R. Rühle, Musikaliengeschäft, Moritzplatz; Sommerfeld& Co., Rosenthaler Str. 51; P. Ihm, Wrangelstr. 58; H. Fischer, Veteranenstr. 6; TabakarbeiterGenossenschaft: Fehmarnstr. 8, Kopenhagenor Str. 2, Putlitzstr. 15, Thaerstr. 18, Kopernikusstr. 11, Petersburger Str. 5, Swinemünder Str. 86; sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen. 280/7 Saal Bechstein, Linkstr. 42. Heute, Sonntag, abds. 8 Uhr Dr. Alfred Daniel Das vollst. neue, überwieg. humorist. Vortragsprogr., u. a. auf allg. Wunsch nochmals Ovids Liebeskunst. Gr. Heiterkeitserfolg. Karten 1, 2, 3, 4 M. ab 7 Uhr a d. Saalkasse, vorh. b. Kastellan. Zentralverband der Schmiede( Zahlstelle Sonnabend, den 16. Januar 1909: Berlin). Großer Wiener Maskenball in Freyers Festsälen( fr. Keller), Koppenstr. 29. Anfang 8 Uhr. Endo, wonn's aus ist! Hierzu laden wir unsere Mitglieder, Kollegen und Freunde ergebenst ein. Billetts sind in den Zahlstellen und im Bureau zu haben. 176/19 Das Komitee. Waidmannslust. Bergschloß- Restaurant u. Café, Waidmannslust. Sonntag, den 10. Januar 1909: Fortschrittskursus. Dienstag: Historischer Materialismus. Einführung in die historische Methode des wissenschaftlichen Sozialismus. ( Praktische Anwendungen.) Vortragendor: Dr. A. Conrady. Rummelsburg. Donnerstag: Geschichte. Geschichte des neun zehnten Jahrhunderts.( Zweiter Teil.) 1. England zur Zeit der Chartisten bewegung und der Antikorngesetzligue. Frankreich unter dem Bürgerkönigtum. Februarrevolution 2. Deutschland und Italien vor dem tollen Jahr. Die Märzrevolutionen. 3. Der Niedergang des Chartismus. Die Pariser Junischlaeht. Die Wahl Louis Napoleons. 4. Die deutschen Parlamente. Wiener Oktoberrovolution. Der Staatsstreich in Preußen. Italien. 5. Die Zeiten der Reichsverfassungskampagne und des Krieges in Ungarn. 6. Frankreich bis zum Staatsstreich. 7. Die fünfziger Jahre. Italien. Polen und Rußland. Bürgerkrieg in Amerika. 8. Die Internationalo. Lassalles Agitation. Die Konfliktzeit. 1866. 9. Die Zeiten des siebziger Krieges und der Pariser Kommune. 10. Ueberblick über die Geschichte der letzten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Vortragender: Dr. A. Conrady. Dieser Kursus findet im Lokal der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45 statt und beginnt Donnerstag, den 21. Januar 1900. Lichtenberg. Nationalökonomic. Grundzüge der Finanzwissenschaft. 1, Begriff und Inhalt der Finanzwissenschaft. Finanzwirtschaft. Staatsfinanzwesen. Budget. 2. Staatsausgaben. 3. Staatseinnahmen: Erwerbseinkünfte. Abgaben. Gebühren. Steuorn. 4. Staatsschuldenwesen. 5. Die Finanzen des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten. 6. Die Reichsfinanzreform. Vortragender: Max Grunwald. Dieser Kursus findet im Restaurant Paul Schwarz, Dorfstraße 25/26, statt und beginnt am Freitag, den 22. Januar 1909. In Berlin beginnt der Unterricht in Naturerkenntnis: Montag, 18. Januar; Gesetzeskunde: Dienstag, 10. Januar Geschichte( Fortschrittskursus): Dienstag, 19. Januar; Gewerkschaftswesen: Mittwoch, 20. Januar; Rednerschule: Donnerstag, den 21. Januar: Nationalökonomie: Freitag, den 22. Januar: Geschichte: Sonnabend, 28. Januar. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 25 Teilnehmer zugelassen, welche schon mindestens einen Kursus in Goschichto oder Nationalökonomie besucht haben müssen. Meldungen zu diesem Kursus sind bis zum 14. Januar an den Vorsitzenden zu richten. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abondo und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Renl, Barnimstr. 42; Vogel, erftes Großes Bockbier- Feft, Lortzingst, 37; W. Kaczorowski, Ravenéstr. G; Horsch, wozu ergebenit cinladet G. Clown Max Leon, Arrangeur. [ 490b] Der Birt: Rud. Heinrichs. Engelufer 15. Allo Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Geithner, Berlin NO. 18, Friedenstraßo 70 III, rechts, Geldsendungen an den Kassierer H. Könige, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand, HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE Extra- Verkauf im Lichthof ca.35000 Waschkleider u.Waschanzüge Einheitspreise für alle Grössen Kleine Waschkleider 45 bis 65 cm lang für 1 bis 7 Jahre Hänger und Kittel- Fassons, Ueberfall- Taillen- Kleider, neueste Fassons, modernste Stoffe 275 Knaben- Waschanzüge Soweit Vorrat für das Alter von 2 bis 9 Jahren geschlossene und offene Blusenfassons, mit und ohne Ueberkragen 250 65 Pf. 125 175 375 75 P 150 Pf. 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Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Sonntag, 10. Jaunar 1909. Am fittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend statt. Partei- Angelegenbeiten. Bur Lokalliste. Am Sonnabend, 16. Januar, finden in dem Lokal von Heidenreich, Kaiser- Wilhelm- Straße 29/31 und im Restaurant Dohn, Kaiser- Wilhelm- Straße 34 in Lankwit Mastenbälle statt; ersterer ist vom dortigen Hauspersonal, letzterer bom Musikverein, Crescendo" arrangiert. Beide Lokale stehen der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung und bitten wir bei etwaigem Billettangebot genau darauf zu achten, da am gleichen Tage der dortige Arbeitergesangverein ebenfalls seinen Maskenball im freien Lokal von Breuert, Marienfelder Straße 17b feiert. Der Beerdigungsverein Mariendorf" beranstaltet im Lokal von Raub, Dorfstraße, Ede Großbeeren Straße in Mariendorf, einen Maskenball. Auch diefes Lokal ist für die Arbeiterschaft gesperrt und sind daher alle angebotenen Billetts entschieden zurückzuweisen. Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Für die Bezirke 236 bis 241 findet ein gemeinschaftlicher Bahlabend verbunden mit einem Vortrag über " Nationalökonomie" am 13. Januar 1909, abends 8 Uhr, bei A. Ziggel, Alexandrinenstr. 32, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Abteilungsführer. Karlshorst. Mittwoch, 18. Januar, Bahlabend bei Sabrowski, Trestowallee. Adlershof. An dem am nächsten Mittwoch stattfindenden Babl. Zahlabend finden die Neuwahlen der Bezirksführer und Kassierer statt. Der Vorstand. Erkner. Mittwoch, 13. Januar, findet die außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, 2. Wahl des gesamten Vorstandes, 3. Wahl eines Zeitungsspediteurs und Kommission, 4. Aufnahme neuer Mitglieder, 5. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Sonnabend, 16. Januar: Volksversammlung. Referent Genosse Stadthagen. Zu dieser Versammlung Freitagabend 7 Uhr: Handzettelverbreitung. Nowawes. Am Mittwoch, 18. Januar, abends 8% Uhr, findet die Versammlung des Wahlvereins im Schmidtschen Lokal, Wilhelmstraße 41-43, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Geschäftliches, 2. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre, 3. Wahl des VorStandes und der Funktionäre, 4. Berschiedenes. Gäste haben Butritt. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. brüderei auf Kosten der Arbeiter ihren Verdienst suchen und| standes zu bestehen haben. Die Amtsdauer ist abgelaufen, Herr dadurch die herrschende Krisis verschärfen. 11 Die polizeiliche Bestimmung über die Futtermittel für Milchkühe. Uns wird geschrieben:„ Der Vorwärts" vom 7. Januar brudt eine vom Polizeipräsidenten veröffentlichte Bekanntmachung des Oberpräsidenten in Potsdam über die Futtermittel ab, die im Jahre 1909 an Kindermilchkühe verfüttert werden dürfen. Dieses Verzeichnis ist ein klassisches Beispiel dafür, was alles hinter dem grünen Tische angeordnet wird. 11. Behle hat nicht etwa sein Amt niedergelegt, das ihm mit 1400 M. pro Jahr bezahlt wird. Der Kassierer erhält 400 M., der Schriftführer( für 4 Protokolle) 200 M. Und doch diese Lotterwirtschaft! Obendrein gelten diese Posten als„ Ehrenämter"! Das ist ein nettes Bild von einer Zwangsinnung. Kränze und Blumensträuße aus den Markthallen ausgeschlossen. Nach Verfügung des Polizeipräsidiums dürfen die Markthallenstandinhaber, die bisher den Handel von Kränzen mit und ohne Es heißt da: 1. Wiesenbeu; es muß gut gewonnen sein, frische Schleifen sowie von Blumen und Blumensträußen aller Art be= Farbe und aromatischen Geruch besißen, nicht mit giftigen Pflanzen trieben, nur noch lose Schnittblumen verkaufen. Durch das jezige und nicht in nennenswerter Menge mit wenig gedeihlichen Sträutern Verbot wird der Kranzhandel in den Markthallen vollständig unterburchseht, nicht schimmlig, dumpfig, staubig und mit Befallungs bunden. Es ist nämlich fortan in den Markthallen der Verkauf pilzen überzogen sein...". Hier ist es zunächst ungewiß, ob sich solcher Blumengebinde untersagt, zu deren Befestigung Draht das gut gewonnen" nur auf die Art der Ernte bezieht, also daß es diene. In der Gegenwart werden aber auch kleine, wenig funftnur bei trockenem Wetter gemäht, umgewendet und eingefahren bolle Kränze mit Draht gebunden, ebenso wie dieser beim Strauß fein muß, oder ob es sich auch auf die Qualität des an Kindermilch- oder bei dem Verkauf einzelner Blumen eine Rolle spielt. Das tühe verfütterten Wiesenheues bezieht und die Vorbedingungen da- Verbot, durch das besonders die Blumenstandinhaber in der Zenfür, die Adaptierung und Düngung des Bodens, die Aussaat usw. tralmarkthalle und der Markthalle in der Lindenstraße schwer beDann ist nicht zu vergessen, daß jede Pflanze beim Trocknen ihre troffen werden, ist auf das Betreiben der Blumengeschäftsinhaber frische grüne Farbe mehr oder weniger verliert und daß es auch sehr zurückzuführen. Der Handel hing mit dem Verkauf von Kränzen gute Futterfräuter gibt, die gar keinen Geruch haben, während und Sträußen für die nahegelegenen Kirchhöfe zusammen. Eine manche giftigen Pflanzen, wie Hundspetersilie und Wasserschierling, Deputation der betreffenden Standinhaber begab sich inzwischen zu aromatisch riechen. Diese Bestimmungen sind also sehr unzuver- der Direktion der Markthallen, um auseinanderzusehen, daß sie läffig. Was soll man aber erst zu dem folgenden Satzteil fagen: fich gezwungen sehen, ihr Geschäft aufzugeben, wenn das Verbot in es muß... nicht mit giftigen Pflanzen und nicht in nennens- Straft bleibe! Auf eine Vorstellung auf dem Polizeipräsidium wurde werter Weise mit wenig gedeihlichen Kräutern durchfekt... sein"? den Standinhabern ein ablehnender Bescheid; das einzige, was Sind schon Landleute wie Städter darüber, welche Pflanzen für die ihnen zugebilligt wurde, war eine Verlängerung der Galgenfrist Stühe giftig sind, lange nicht so sicher orientiert, wie die Stühe selbst, um acht Tage. Unseres Grachtens liegt zu der Maßnahme der bie die giftigen, resp. ihnen schädlichen Pflanzen einfach auf der Polizei nicht der geringste Grund vor. Wiese stehen lassen und auch im Heu nicht berühren, so dürften Der Zusammenschluß der beiden Bereine Konsumgenossendarüber, ivas unter„ wenig gedeihlichen Kräutern" und unter einer schaft Berlin u. Umgegend und Berliner Consum- Verein scheint ,, nicht nennenswerten Menge" derselben zu verstehen ist, unter den ben gehegten Erwartungen mehr und mehr zu entsprechen. Wähgelernten und ungelernten Landwirten die Meinungen noch unbe- rend der November 193 310,51. brachte, betrug der Umsatz im stimmter sein. Die meisten geben eben das Seu, wie sie es in her. Dezember 265 602,09 m. Von den 40 Verkaufsstellen, die daran gebrachter Weise von der Wiese geerntet haben und ob es da 5 Broz. beteiligt waren, hatten bereits 4 einen Umsatz von über 10 000 m. Sträuter" enthält, wissen sie nicht und werden sie auch taum ber das ist eine Steigerung von 266 572,41 M. Die Hausanteile, oder 10 Proz. oder 30 Proz. der vermeintlich wenig gedeihlichen Der Halbjahrsumfab betrug 1 150 009,52. gegen 883 437,11.. suchen festzustellen. Daß bumpfes, unreines und schimmliges Stroh welche zu 100 M. und 20 M. auch an Nichtmitglieder verausgabt nicht verfüttert werden darf, ist eigentlich selbstverständlich, und und mit 4 Proz. berzinst werden, gehen trob der Strife leiblich ab folches wird so leicht kein Landwirt den Kühen geben, da jeder weiß, und sind bereits, laufend vom 1. Januar ab, 15 000 2. von der daß er dann den größten Schaden durch geringe Qualität und halben Million aufgebracht. Die Waren werden jezt durch eigenes Quantität der Milch hat. Won Roggen- und Weizenfleie soll nur schmudes Auto an die Verkaufsstellen verteilt. Die Mitgliedergute, unverfälschte und nicht verdorbene verfüttert werden und von zahl hat 18 000 überschritten und sollte die große Masse der arbeiHafer, Gersten- und Noggenschrot nur gutes, unverfälschtes und tenden Bevölkerung diese bald verdoppeln helfen. unverdorbenes. Ganz unerfindlich ist dabei, warum nicht ebenso gut Eine arge Verkehrsstörung von längerer Dauer entstand am unverfälschtes und unverdorbenes Weizenschrot und Hafer- und Straßendelikatessen im Winter. Gerstentleie verfüttert werden dürfen. Leinsamenmehl und Bier- Freitagabend um 7 Uhr auf dem Spittelmarkt durch die Entgleisung des Obwohl der Straßenhandel erheblich eingeengt ist gegen nach bleibt es ungewiß, ob dieses Leinsamenmehl aus nicht entöltem die Weiche vor dem Warenhause von Jandorf passierte. Nun war treber sollen nur in vorzüglicher Qualität verfüttert werden. Hier- Triebwagens 2721 der Straßenbahnlinie 78, Ringbahnhof Frankfurter Allee- Wilmersdorf. Der Wagen entgleiste, als der Vorderwagen früher, wobei obendrein den Händlern das Leben so sauer Beinsamen oder aus entölten, d. h. abgepreßtem Leintuchen her wie möglich gemacht wird, fällt sein Dasein immerhin an gestellt sein soll. Tatsächlich wird allgemein letzteres berfüttert, aber guter Stat teuer. Der Anhängewagen mußte abgehängt und in die manchen Stellen auf durch die Produkte und Waren, die ebenso sehr und mit ebenso gutem Erfolge bas Mehl von Naps- Leipziger Straße geschoben werden. Bald war diese Straße am öffentlich feilgeboten werden. Gegen den Sommer hat sich fuchen und Kokosluchen, wenn lettere auch nicht angegeben sind. Bu- vom Westen konnten den Spittelmarkt nach Norden schließlich eine Spittelmarkt blodiert. Die Linien von der Beuthstraße und das Bild merklich verschoben. Für die kleinen und großen gelassen sind als Nr. 7 in der jüngsten Bekanntmachung vom borigen Beitlang nicht passieren und mußten sämtlich entweder durch die Beckermäuler, die noch im unfreundlichen Oktober auf offener Jahre Steffens Original- Zuckerschnitzel" als Milchkuhfutter, das Seybelstraße oder über den Oranien- und den Schloßplatz abgelenkt Straße ihr Himbeer- und Vanilleeis in Waffeln mit den agrarischen Buderfabrikanten einen willkommenen Absatz für werden. Ginzelne Wagen blieben aber längere Beit liegen, weil verzückten Augen den Weg alles Eßbaren gehen ließen, ihre Rübenschnikel und Sirupsreste bietet. Alle anderen Futter- fie schon bor der Weiche am Spittelmarkt lagen. Die Fahrgäste mittel sind verboten. gibts borerst nichts mehr nichts mehr solcher Art zu schleckern. mittel find verboten. Diese Bekanntmachung ist seit 4 Jahren wohl in allen Amts- bon ber Strede Spittelmarkt- Rathaus, die nach Dften und Norden Der Winterstimmung werden andere Straßendelikatessen zurecht und Streisblättern zwanzig- und mehr mal abgebrudt worden, aber fahren wollten, mußten lange Zeit auf Beförderung vergeblich warten gemacht, die den lebendigen Eisblock auftauen, ihm den halb kein Beamter hat sich gesagt, daß eine Bekanntmachung mit so unbis es gelang, den Wagen flott zu machen. erfrorenen Menschenmagen wieder wärmeu sollen. Da sind bestimmten und unverständlichen Ausdrücken wie z. B. wenig ge zunächst die vom Arbeiterstande recht lebhaft in Anspruch deihlichen Kräutern" und nennenswerte Menge" nicht richtig begenommenen weißgestrichenen Handkarren des Vereins für folgt werden kann. Die häufige Veröffentlichung solcher Bekannt. Voltshygiene, die allerdings auch im Sommer Erfrischungs- machungen schwächt aber schließlich auch die Beachtung solcher Begetränte feilbieten, aber ihr bestes Geschäft doch im Winter fanntmachungen ab, die nicht so untlar sind." machen. Für einen halben oder ganzen Nickel erhält man hier, fo en passant, guten Staffee, Katao oder Tee nebst Gebäck, Gegen den Vorstand in der Zwangsinnung der Sattler ist in auch belegte tullen und Schrippen, Eier und warme den Reihen der Mitglieder helle Empörung ausgebrochen. Es Spirituosen im Umherziehen feilzubieten, ist wurden Unregelmäßigkeiten in der Kaffenführung entdeckt, die dem gesetzlich verboten. Sonst könnte man um die jetzige Jahres Kassierer Haase zur Last gelegt werden. Der Vorstand, mit dem zeit in den Straßen der Reichshauptstadt sicher auch einen Obermeister H. Behle an der Spite, hat versucht, diese UnregelSteifen Grog genehmigen. Die Wursttanten im Lustgarten mäßigkeiten zu verdecken und zu verstecken; er hat in einem Falle find trotz aller Berufung auf ihre Volkstümlichkeit und an- fogar an die Behörde das Ersuchen gerichtet, die Angelegenheit gebliche historische" Rechte endlich doch von der Stätte ihres niederzuschlagen. Von der Gewerbedeputation des Magistrats find jahrzehntelangen Wirkens durch eins der bekannten Macht die Staffen der Sattler, Riemer- und Täschnerinnung untersucht beiden Deputationen für das städtische Turn- und Badewesen Eine gemeinsame Kommission, bestehend aus Mitgliedern der worte verbannt worden. Glücklicher waren ihre Berufs- worden, und man hat erhebliche Mängel" vorgefunden. Es erkollegen in der Friedrichstadt und anderen belebten Nachtgegenden, gaben sich seit dem Jahre 1903 Fehlbeträge in jedem Jahre, die sowie der Barkverwaltung, ist gebildet worden zur Vorberatung etwa auf 1000 m. von anderer Geite wird behauptet 2000.von Beschlüssen in sogenannten Spielfragen. die verschiedenen„ Wurst- Märe", von deren duftender Ware angewachsen sind. Zuerst wurde im Januar 1908 revidiert, dann im blanken Messingkessel noch immer die Sage geht, daß sie im Oktober 1908. Schon gleich nach der ersten Revision wurde dem Die Deputation für das städtische Krankenhaus- und Gesundzuweilen ausschlägt". Allerlei Fisch delikatessen, Krabben in Borstand von der Behörde aufgegeben, die Fehlbeträge umgehend heitswefen hat beschloffen, das neue Bauprogramm für eine ZenGelee und Sülzkotelettes, die fürzlich ein unternehmender zu regeln, aber es geschah nichts dergleichen, man machte sogar die tralstelle bon 100 Betten für alle syphilitisch kranten Stopf in den Straßenhandel brachte, werden sich wohl schwerlich Dummheit, die Behörde zu bitten, die Angelegenheit niederzu- und an ansteckenden Krankheiten leidenden Kin behaupten. Der Berliner hat für so etwas nicht die richtige schlagen. Von diesen Vorgängen hatten bie Mitglieder teine ber dem Magistrat zur Genehmigung vorzulegen. Diese Zentral" Bunge". Warum fährt der Mann nicht am frühen Morgen Ahnung und sie hätten noch nichts erfahren, wenn nicht eine er- ftelle soll dem Kaiser- und Kaiserin- Friedrich- Kinder- Strantenbaufe mit fauren Gurken und Heringen herum? In New York, das wachende Opposition in der Innung einen Herrn M. Förster in den angegliedert werden. Vorstand gewählt haben würde. Dieser Herr war das enfant auch darin weit vorgeschrittener ist als unsere engherzige Metro- terrible( das Schreckenskind) für die übrigen Vorstandsmitglieder, harmonikaspieler August Polack gefunden. P., der ohne Wohnung Erfroren. Einen elenden Tod hat der 59 Jahre alte Biehpole, findet auf der Straße selbst der Ratermagen seine Befriedi- besonders für den Obermeister Behle. Dieser hielt die ganze Anwar, 30g in den östlichen Vororten als Bichharmonikaspieler gung, in ziemlich elegant eingerichteten, mit kleinen Sigplägen gelegenheit vor Herrn Förster geheim. Vorstandsbeschlüsse wurden umher. Gestern wurde an der Schlesischen Bahn die Leiche eines an der offenen Außenseite versehenen Wagen, wo man im gefaßt, ohne Herrn Förster hinzuziehen, den man vollständig talt. Mannes gefunden, in dem P. ermittelt wurde. Neben dem Toten Fahren oder Stillſtehen sogar in Bouillon und Beefsteats zustellen versuchte. Das ging aber auf die Dauer nicht an, Förster lag die Ziehharmonika. Die Vermutung, daß vielleicht ein Veroder in Eierspeisen sich laben kann. Eine echt berlinische Er- tam hinter die Schliche und blies Alarm. Von der Behörde selbst brechen an B. verübt sein tönnte, wurde bald beseitigt. 3. ist ein scheinung ist dagegen die fliegende Kartoffelpuffer- Bäckerei. erhielt er die Information ganz zufällig. Jetzt schien es, als Opfer des Frostes geworden. Nicht mal schlechte Ware ist's, die für 5 Pfennig pro Stück müßte die Giftblase plazen. Sensationell wirfte die erste Ent- Opfer des Frostes geworden. Die Arbeiter Bildungsschule hat es bisher stets versucht, die weggeht wie ein Storb voll warmer Semmeln. Die Arbeit hüllung auf die Mitglieder; ein Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung wurde Konzerte, die sie alljährlich gelegentlich ihres Stiftungsfestes verdes Backfünstlers vollzieht sich ja auch so einfach. Ein Eimer von 185 Mitgliedern unterzeichnet. Diese Versammlung fand am anstaltet, durch ein, eine bestimmte Jbee durchführendes Programm voll Kartoffelbrei, ein Ronglomerat bon Fett und Freitagabend im Saale der Neuen Philharmonie" Köpenider besonders wertvoll und anregend zu gestalten. Auch in diesem ein Holzkohlenfeuer fertig ist in drei Minuten der Straße statt. Obermeister 3 ehle führte den Vorsiz. Er mußte Jahre bleibt sie diesem Grundsabe treu und hat für ihr 18. StifKartoffelpuffer von der Größe eines fleinen Tellers. die Anklagereden nicht nur aus der Versammlung über sich ergehen tungsfest die Form eines Kammermusik- und Liederabends ge= Häuferweit zieht der eigenartige Wohlgeruch und lockt lassen, sondern auch vom Vorstandstische selbst, wo sich Herr wählt, an dem nur Werke lebender Stomponisten zu Gehör genamentlich abends, wenn alle Stagen grau sind und man sich Förster erhob und ruhig und sachlich, aber mit großer Schärfe bracht werden. Dadurch soll der Arbeiterschaft auch einmal bie den Obermeister angriff. Dieser machte viele Versuche, die An- Möglichkeit geboten werden, sich mit den Werken der Tonkunst nicht so zu genieren braucht, zahlreiche Liebhaber an. Fehlen flage zu entkräften und sprach im Biedermeierton zu seinen unserer Zeit bekannt au machen, und ein Verhältnis zu diesen, eigentlich nur noch die Bratkartoffeln mit berlinischer Beilage! Innungsbrüdern. Er kannte offenbar seine Pappenheimer" und uns vielfach am nächsten stehenden Schöpfungen zu Auch in Paris schwärmt man im Winter für warme Erdäpfel erzählte ihnen, das fehlende Geld in der Stasse sei ersett, es handele gewinnen. Richard Strauß, Saint- Sains, Neger, Staun, Stahn, auf offener Straße. Aber hier an der Seine werden sie mit sich nur um Rechenfehler, die Innung werde keinen Schaden leiden; Busoni, Kursch und Lampe sind mit ihren bedeutendsten Thrischen der Schale geröstet. Der Käufer kann sie an Ort und Stelle alles sei nur in bester Absicht von ihm unternommen worden. Als und Kammermusikwerken vertreten. berzehren oder in die Tasche stecken und sich die Hände dran dümmsten Streich geftand er selbst das Schreiben an die Behörde Da auch die ausführenden Künstler längst ihrer vorzüglichen wärmen. zu, damit die Angelegenheit niedergeschlagen werde, aber auch hier Leistungen wegen bekannt und berühmt sind, teilweise auch gerade habe er nur aus Freundschaft gegen Haase gehandelt. Die ihrem tapferen Ginseßen für neuzeitliche Musik ihre Stellung im Der Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten Innungsbrüder hatten ein Ginsehen, sie wurden weich gestimmt. Konzertleben verdanten, dürfte das Konzert dem großen Vorsatz: hat an den Magistrat Berlin und andere Behörden eine Eingabe Reden wurden, geschwungen zugunsten des Obermeisters, der bald die Bekanntschaft moderner Musik den Schülern und Freunden der gerichtet mit der Bitte, bei der Ausführung von Tagelohnarbeiten merkte, woher der Wind wehte und seelenruhig ein Mißtrauens- Arbeiterbildungsschule zu vermitteln, durchaus gerecht werden. Diejenigen Stundenlohnsätze zu bewilligen, welche er in Gemeinschaft votum zur Abstimmung bringen ließ. Keine Beschuldigung ist Ihre Mitwirkung haben zugesagt: Paula Weinbaum mit der Bau Inmung aufgestellt hat und an die nach den Be- widerlegt worden und doch brachte es das Mißtrauensvotum gegen( Gefang), Ella Lorant( Rezitation), Irma SaengerMarig stimmungen der mit den Arbeiterorganisationen abgeschlossenen den Vorstand in geheimer Abstimmung nur auf 79 Stimmen gegen Set he( Violine), Gugen Brieger( Gesang), Tarifvertrages die Mitglieder des Verbandes gebunden sind. Der 88, die dem blamierten Vorstand ihr Vertrauen bewahren. Die Loewenson( Cello), Leo Kestenberg( Klavier. Verband der Baugeschäfte weist darauf hin, daß anderenfalls die Opposition hatte eine Niederlage erlitten. Eine Kraftprobe wird à 60 Pf. find an den bekannten Stellen au haben. Außerdem behördlichen Arbeiten solchen Unternehmern zufallen, die durch Lohn- sie noch bei der in 14 Tagen stattfindenden Neuwahl des Vor- machen wir auf den neuen im Vorwärts" zur Veröffentlichung Würstchen. Ein Standal in der Sattlerinnung. m. Die Berliner Chambre- separées werden in neuerer Zeit, jebenfalls wegen der pikanten Enthüllungen aus dem Hotel Negenbant, einer sehr scharfen Kontrolle unterzogen. Die Kriminalpolizei hat sich in den Besitz einer Liste derjenigen Lokalitäten in Berlin gefeßt, in denen es abgeteilte, nur für die Lebewelt freigehaltene Zimmer gibt. In Berlin sind es etwa 50 derartige Lokale, von denen die Hälfte Zimmer besißt, die durch eine finngeschlossen werden können. Eine weitere Anzahl verfügt über reiche Vorrichtung entgegen dem polizeilichen Verbot nach außen Nischen, deren Insassen durch Vorhänge neugierigen Bliden entNischen, deren Insassen durch Vorhänge neugierigen Bliden entrants, um sich unauffällig von der Befolgung der polizeilichen Vorzogen werden. Geheimpatrouillen besuchen nun diese Restauschrift zu überzeugen und die Uebertreter zur Anzeige zu bringen Eine städtische Spielkommission. Billetts gelangenden Lehrplan für das erste Quartal 1909 aufmerksam. Die wünsche, daß diefer gemeinsame Kampf gegen die Reaktion sobald der Vortragszyklus des Genoffen Heinrich Schulz fiber vielseitigen und lehrreichen Darbietungen der Schule machen es nicht erlahmen möge. Die von den Wahlrechtsverschlechterern für Deutschland im 19. Jahrhundert" seinen Anfang nimmt. Der jedem Arbeiter im eigenen Interesse zur Pflicht, die Bestrebungen die Aenderung des Wahlrechts angeführten Gründe bezeichnete Byflus umfaßt 12 Vortragsabende, welche an 12 aufeinanderfolgenden der Schule durch Beitritt zu fördern. er als fadenscheinig, denn es habe für Rigdorf keinerlei Gefahr Montagen stattfinden. Die Teilnahme an dem Kursus ist frei. Die dadurch entstehen können, wenn noch mehr Sozialdemokraten ge= wählt worden wären, weil die Beschlüsse der Stadtverordneten so- ausgegebenen Teilnehmerkarten müssen bei jedem Vortrage als lange keine Bedeutung hätten, als ihnen der Magistrat nicht zu Legitimation mitgebracht werden. Der Lehrplan ist folgender: gestimmt habe. Selbst wenn man jedoch befürchten würde, daß 1. Zeiten tieffter Erniedrigung. 2. Reformäre und Befreiungstriege. auch der Magistrat hätte sozialdemokratisch werden können, so 3. Die heilige Allianz der Reaktion. 4. Geistiges Leben. 5. und 6. der Regierung. Er empfehle dem Magistrat, sich die Berichte über Verfassungsstreit. 9. Lassalle. 10. Die Anfänge. 11. Die Reichsbedürften ja alle folgenschweren Beschlüsse erst der Genehmigung Die Märzrevolution. 7. Der Verrat der Bourgeoisie. 8. Der die Kommissionsverhandlungen im Abgeordnetenhause genau durch gründung. zulesen, wo ausdrücklich erklärt wurde: 12. Das Sozialistengesetz und die letzten Jahre. Stadt überlassen, den plutokratischen Charakter dieses Wahlrechts des Saales zu haben. Man könne es feiner Eintrittskarten sind noch vor Beginn des Vortrages am Eingang Von dem Vorstand des Wahlvereins der Liberalen war der Außerdem machen wir noch darauf aufmerksam, daß am Sonntag, den 17. Januar, nachmittags präzise 21 Uhr, im Rigdorfer Versammlung folgende Erklärung übermittelt worden: nur " Im Bürgerlichen Schauspielhaus( Kastanien- Allee) wurde am Freitag als erste Wochen-, Novität" der alte Schwant„ Die GoldFreitag als erste Wochen- Novität" der alte Schwank„ Die Gold grube" von Karl Laufs und Wilhelm Jacoby gegeben. Sft's auch finnlose Tollheit, was da an Situations- und Verit's auch finnlose Tollheit, was da an Situations- und Verwechslungsfomit geleistet wird, so hat es doch" Methode". Die bewährte Schwankdichterfirma läßt, neben der Firigkeit, aus alten Boffentrids, Kalauern und Gemütskisten" ein neues Fabrikat heraus zudestillieren, auch alle Minen ihrer rheinischen Laune und Fröhlich feit springen. Publifus lachte sich rein„ faput"; und da das Haus gerüttelt voll tvar, so fnallten die Lach- und Klatschfalven so bon den Wänden wieder. Kein Wunder auch; denn die Aufführung ließ sich recht hübsch an. Das Ensemblespiel bot bergnügliche Szenen, und die Träger der Hauptpersonen, wie der Charakterchargen erfreuten durch gute Durchs schnittsleistungen. Zu nennen sind da: Artur und Marie Seelen( Rentier Timmendorf und Gattin), Friz Lorenz( Vizekonsul Hellwig), G. Schmidt- Rudow( Theodor Bonnecke), Auguste von Boucraner( seine Frau), vor allem Frizz Kuhlbrodt als verdrehter Friseur Brömmel. Der glückliche Anfang läßt einen fröhlichen Fortgang erhoffen, dem ja sicher auch die Bestrebungen nach ernsteren fünstlerischen Darbietungen nicht fehlen werden. Nur so erfüllt das Bürgerliche Schauspielhaus seine wahre Mission für den Berliner Norden. Zum Leichenfund in der Willibald- Aleris- Straße. Wie die Obduktion ergeben hat, ist der 72 Jahre alte Invalide Rudolf Schmidt, der in seiner Wohnung im Haufe Willibald- Aleris- Straße 19 in der Nacht zum Freitag tot aufgefunden war, nicht das Opfer eines Verbrechens geworden, sondern an den Folgen einer vernachläffigten Bungenentzündung gestorben. Im Untersuchungsgefängnis erhängt hat sich der 22 Jahre alte Lederarbeiter Willi Schaefer aus der Eisenbahnstraße. Der junge Mann war wegen Diebstahls am Montag in Untersuchungshaft genommen worden. Gestern morgen machte er seinem Leben ein Ende, indem er sich in seiner Belle mit dem Halstuch erhängte. Zeugen gesucht. Personen, die am Silvesterabend gegen 7 Uhr gesehen haben, wie an der Ede der Brunnen- und Invalidenstraße ein Mann von einem Wagen der Straßenbahn angefahren wurde, werden um Angabe ihrer Adresse an Writsch, Lorkingstr. 17, Hof 3 Tr., gebeten. Der Zoologische Garten beherbergt neuerdings in einem Glasfäfig auf der Papageienseite des neuen Vogelhauses zwei Vertreter einer eigenartigen, auf Afrika beschränkten Vogelgruppe, die jedem Beschauer durch ihre absonderliche Bewegungsweise und den underhältnismäßig langen Schwanz, trog ihres sonst unscheinbaren, fast einfarbig graubraunen Federkleides fofort auffallen. Diese sogenannten Ma u svögel führen ihren Namen wegen ihrer fabelHaften Geschicklichkeit im Durchschlüpfen des allerdichtesten Busch werkes, wobei sie nicht etwa nach Art unseres Zauntönigs durch das Geäst hüpfen, sondern mit ihrem merkwürdigen, von den fast aller anderen Vögel ganz abweichenden Klammerfüßen meist in halb hängender Körperhaltung über und durch die Zweige friechen, oft auch topfunterst an den Westen herumhangelnd. zu erhöhen." " Der Vorstand des Wahlvereins der Liberalen( Freifinnige Theater, Bergstr. 148, eine Aufführung von Jugend", Drama in Vereinigung) für den Reichstagswahlkreis Teltow- Beeskow- 3 Alten von Mar Halbe, stattfindet. Billetts a 60 Pf. inkl. Garderobe Stortow- Charlottenburg mißbilligt auf das entschiedenste die und Theaterzettel sind am Zahlabend und in den Zahlstellen des Wahlrechtsverschlechterung für die Rigdorfer Stadtverordneten Bildungsausschusses zu haben. Wir ersuchen, regen Gebrauch davon wahlen; er spricht die bestimmte Erwartung aus, daß der Rig zu machen. Der Bildungsausschuß. dorfer Magistrat dem Beschluß der Stadtverordneten nicht beitritt und erklärt, weiter wie bisher energisch für Verbesserung des Wahlrechts zum preußischen Landtage und in den Gemeinden einzutreten. Zehlendorf. Perverse Berichterstattung. In unserer Mittwochnummer be. richteten wir über eine Gasvergiftung in dem Wirthaus Zur J. A. des Vorstandes Wolfsschlucht" am Schlachtensee, der zwei Freunde, der Kellner gez. R. Ritsché, Rigdorf." Frömming und ein gewisser Claßmann zum Opfer fielen. Während Der nächste Redner, Herr 8abel, erklärte, daß er als F. schon bei der Auffindung tot war, ist Claßmann am Dienstag, Wähler der 1. Klasse kein persönliches Interesse an der Wahlrechts nachmittag im Kreistrantenhause in Groß- Lichterfelde gestorben, angelegenheit habe. Er fönne es jedoch nicht ruhig mit ansehen, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Ueber diesen bedaß von einer vierzig Mann starken Clique dieser Diebstahl ver- dauerlichen Unfall haben bürgerliche Blätter unwahre und die Opfer übt werde. Aus den Wählerlisten habe er festgestellt, daß aus der Vergiftung arg kompromittierende Berichte gebracht. Ein schließlich Angehörige des Mittelstandes darunter zu leiden haben starkes Stüd objektiver Berichterstattung" hat sich namentlich die werden. Angehörige des Mittelstandes würden sich in Zukunft be-" Berliner Allgemeine Zeitung" geleistet. danken, nach Rigdorf zu ziehen; dadurch werde die Stadt geteilt sie ihren Lesern die Auffindung der beiden Vergifteten mit. Unter der Stichmarke„ Mysteriöser Selbstmord zweier Freunde" schädigt. Der folgende Redner, Herr Strehlom, betonte: Er Sie behauptet, es sei festgestellt, daß beide freiwillig aus dem Leben spreche als unparteiischer Rigdorfer Bürger und müsse vom rein geschieden sind. Sie sollen pervers veranlagt gewesen sein; auch menschlichen Standpunkte das Verhalten der Mehrheit verurteilen. joll Claßmann, da er seit Oktober stellungslos gewesen sei, bei Hätten diese Leute das Wohl der Stadt im Auge gehabt, dann Frömming Quartier und Unterhalt gefunden haben. Weiter bemußten sie den Magistrat veranlaffen, für die Einführung des hauptet das Blatt, daß F. seine Stellungen oft wechselte, dadurch geheimen Wahlrechts zu petitionieren. Was solle aus Rigdorf nun nicht mehr die Mittel für den Lebensunterhalt beider Freunde werden, wenn Geschäftsleute und Beamten, welche abhängig sind, heranschaffen fonnte und der ständige Geldmangel ihnen dann die nicht frei wählen können. Idee eingegeben habe, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Der vielerwähnte Terrorismus sei von den Bürgerlichen ebenso ausgeübt worden wie von den Sozialdemokraten. Oberlehrer Oestreich warnt davor, daß man Aunds gebungen der Freifinnigen Vereinigung sehr ernst nehme. In all den Protestversammlungen in Rigdorf habe noch feiner bon den Wahlrechtsverschlechterern den Mut gehabt, sich zu recht fertigen. Die Rigdorfer Mehrheit sei wie Verschwörer vor gegangen, habe alles geheim gehalten und sei dann plötzlich mit dem Antrag hervorgetreten. Sie habe bisher den Erfolg durch Faulheit gehabt; weil sie zu bequem sei, wolle sie in Zukunft Stadtverordnete nur noch ernennen. Man müsse in Zukunft die Aufstellung von Kandidaten nach der politischen Stellung fragen und sehr vorsichtig sein. Das Berliner Aquarium hat bei seinen letzten Zusendungen mit flärt, daß, wenn die vitalsten Interessen der Bürger gefährdet Lehrer Grner spricht als Rigdorfer Einwohner und er bekannteren Meerestieren eine Anzahl Tierformen erhalten, über deren Herkunft oder Zugehörigkeit der Beobachter im Zweifel bleibt. werden, es ihm ganz gleich fei, woher die Mitstreiter fommen. deren Herkunft oder Zugehörigkeit der Beobachter im Zweifel bleibt. Er müsse staunen, wie es möglich war, einen solchen Beschluß zu In erster Linie gilt dies von den auf der Grenze von Tier und faffen. Nur eine vollständig irrige Auffassung von den Pflichten, Pflanze stehenden Geschöpfen. Aber auch in dem Kreise der Stachel- welche ein Stadtverordnetenmandat auferlegt, tönne die Mehrheit häuter begegnen uns solche Lebewesen. In der Besezung des See- dazu gebracht haben. Die Bürgerlichen hätten die Pflicht gehabt, pferdchenbeckens fallen verschiedene handlange, walzen- oder gurkenförmig gestreďte, gut fingerdicke Erscheinungen auf, an deren anstatt zu schweigen, vor ihre Wähler zu treten und diese zu beeinem Ende ein Kranz beweglicher fadenartiger Anhängsel sich befragen, wenn eine so folgenschwere Frage an sie herantrete. Ent merkbar macht, welche der Kundige als die Fühler der Holothurien, glauben mit ihrem Gewissen vereinbaren zu können, dann mußten schieden dann die Wähler anders, als die Stadtverordneten es Seewalzen oder Seegurken erkennt, Meeresbewohner, die meist ruhig fie ihr Mandat niederlegen. Er könne die angeführten Gründe auf ihrem Blaze verharren oder mittels fleiner Saugfüßchen fich nicht anerkennen. Unter der Mehrheit sei auch ein Mann gewesen, fortbewegen. Die hier befindlichen Arten gehören drei Gattungen bem feine Wähler schon längst das Mandat aberkannt hätten. an; am seltensten hier vertreten ist der einen niedergedrückten Man sage nun, dieser habe sich befehren lassen; was sage man aber, Körper besitzende Stichopus, der noch besonderes Interesse dadurch wenn einmal umgekehrt der Fall eintreten würde. Redner hofft erregt, daß er einem kleinen Seefisch( Fierasfer), welcher in den zum Schluß, daß der Magistrat dem Interesse der gesamten Stichopus hineinfriecht, oft als schützende Wohnung dient; die nächste Bürgerschaft Rechnung tragen und seine Zustimmung nicht geben Verwandte jener Spezies ist die schwarze Seewalze, die von den Chinesen zu einer Delikatesse- dem Trepang- verarbeitet wird. Feuerwehrbericht. Die 2. Kompagnie hatte im Luisenhof Dresdener Straße 34/35 zu tun, tvo in einer Schleiferei Benzin u. a. in Brand geraten war. Dieselbe Kompagnie wurde nach der Faldensteinstr. 44 alarmiert, wo ebenfalls Benzin und zwar in dem dortigen Drogenkeller sich entzündet hatte. In beiden Fällen fonnte die Gefahr schnell beseitigt werden. Der 15. Zug wurde abends nach dem Kleinen Tiergarten gerufen, wo nahe dem Kriminalgericht ein Haufen von Reifig brannte, so daß kräftig gelöscht werden mußte. Vor dem Hause Mohrenstraße 50 brannte ein Automobil und Brunnenstraße 164 die Kabelumhüllung einer elektrischen Startstromleitung. Die Feuerwehr löschte die Flammen und benachrichtigte die B. E.-W. Weihnachtsbaumbrände wurden aus der Jablonski straße 23, Auguststr. 58 u. a. Stellen gemeldet. Möbel, Gardinen und Immobilien gerieten dort in Brand und mußten abgelöscht werden. Ferner hatte die Wehr in der Admiralstr. 37, Reichenberger Straße 99 ut. a. Stellen zu tun. Arbeiter- Samariterkolonne. Montagabend 9 Uhr 1. Abtei Tung Dresdener Straße 45. Da der geplante Vortrag über Sauerstoffbehandlung wegen Behinderung des Referenten erst am 25. Januar stattfinden kann, werden Verbandübungen vorgenommen. Die Mitglieder und Kursusteilnehmer werden ersucht, dazu pünktlich zu erscheinen. Rigdorf. Vorort- Nachrichten. werde. Bon all dem ist kein Wort wahr. Frömming ist seit mindestens 5 Jahren ununterbrochen im genannten Lokal angestellt gewesen. Nur daß er während der Wintermonate immer nur Sonntags und einige Tage in der Woche hier bediente und während der freien Tage bei Abendtischen in Berlin und Umgegend servierte. Er hatte sich das Letztere während des Winters vorgezogen, obwohl der Wirt ihn ständig im Lokale haben wollte. Und gerade in den letzten Wochen hatte er gute Einnahmen. Auch ist es nicht wahr, daß er für den Lebensunterhalt Claßmanns sorgte. Nur ein Zufall war es, daß dieser in der fraglichen Nacht bei Frömming übernachtete, weil ihm der letzte Zug nach seinem Wohnort, Friedenau, weggefahren war. Gleichfalls unwahr ist, daß F. pervers veranlagt war. Alles in dem mitgeteilten Bericht ist aus den Fingern gesogen, weil sich irgend einen der Hausbewohner gewendet hat. Es ist daher ziemlich auch nicht ein einziger Berichterstatter, außer dem unsrigen, an gewissenlos, wenn zwei Tote in dieser Weise besudelt werden. Diese Art der Berichterstattung kennzeichnet sich selbst. Unser Gewährs mann bittet uns, den wahren Sachverhalt mitzuteilen, damit unsere Leser denjenigen Arbeitern, die nur aus Interesse am Stadtklatsch derartige Zeitungen halten, eine Probe vorlegen können, wie gründ lich fie durch Blätter vom Schlage der Berliner Allgemeinen Beitung" unterrichtet werden. Steglit. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete nach Erledigung von 14 Aufnahmen der Vorsitzende Krause den Jahres bericht. Derselbe erstreckte sich über 13 Monate und zeugte von einer umfangreichen Tätigkeit. Die Gemeindewahl, bei der wir trotz ge steigerter Stimmenzahl von den vereinigten" Mietern" und Haus befizern in der Stichwahl geschlagen wurden, verursachte viel Arbeit, besgleichen auch die Landtagswahl, bei der wir 28 Wahlmänner bon 130 herausholten. Die Maifeier litt unter der Krise und ergab Herr Heinside spricht als Arbeiter, aber als Wähler der finanziell ein Defizit, dagegen das mit den Kartellen Steglih und 2. Abteilung, und hofft, daß die Bürgerschaft demokratisch genug Lichterfelde veranstaltete Boltsfest einen ansehnlichen Ueberschuß. fein und diesen Leuten die Gefolgschaft verweigern werde. Die Siebzehnmal verteilten die Genossen Flugblätter und hielten eine Mehrheit habe nur ihr eigenes egoistisches Interesse im Auge. Reihe öffentlicher Versamlungen ab, die leider immer in anderen Jezt, wo durch die Vorkommnisse das allgemeine Interesse er- Orten stattfanden, da es bis jetzt die Gegner mit allen Mitteln wacht sei, solle man auch in Zukunft sich mehr um diese Dinge verstanden haben, uns von den größeren Lokalen fernzuhalten. Am kümmern. Schlusse des Jahres ergab sich trotz einer Aufnahme von 98 Ge Sodann nahm Dr. Breitscheid das Wort zu längeren noffen ein Verlust von 59 Mitgliedern. Die fürzlich gewählte AgiAusführungen, in denen er nochmals die Haltung der Bürgerlichen tationskommission wird hoffentlich in dieser Beziehung ein anderes sowie der rückständigen Zeitungen geißelte. Der Bürgerverein Bild schaffen. Den stets hilfsbereiten Genossen sprach der Vorstand habe den Mut gehabt, das Verhalten der Stadtverordneten zu seinen Dant aus. Eine ausgedehnte Diskussion schloß sich an den rechtfertigen. Diesen Verein müsse man als Creme der Reaktion Bericht. Nach Berichterstattung des Kassierers und anderer Funktion bezeichnen. Es sei nur gut, daß dessen Stellung in dieser Frage näre erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Vorsitzende wurden wenig zu bedeuten habe. Nur einige Säte wolle er aus dessen Ahmann und Krause; Kassierer Höhn und Bernsee; Schriftführer Bericht hervorheben, den das Rirdorfer Tageblatt" in einem G. Jechert und P. Mohr; Beifikerin Fr. Babinski, Bibliothekar Umfange gebracht habe, als handele es sich um eine große Protest- Spliesgart; Revisoren F. Krug, Leimbach, Behlte; Lokalkommission fundgebung. Wenn in jenem Bericht gefagt wäre, daß es sich gar Spindler, Bargener, Behlte. Der Rohrleger Liedke wurde gegen schiebung bezüglich der Wahlklasse handele, so sei das ungefähr nicht um eine Wahlentrechtung, sondern nur um eine fleine Ber- eine Stimme wegen Streifbruch ausgeschlossen. basselbe, als wenn man jemand die Uhr abknöpfe und demselben Friedrichshagen. dann vorreden wolle, das sei gar kein Diebstahl, sondern nur eine fleine Verschiebung des Besizes. Wenn aber in dem Bericht gesagt worden sei, die Mehrheit im Stadtparlament habe im Sinne aller Mitbürger gehandelt, dann wisse man nicht, ob man die Dummheit oder die Unverfrorenheit dieser Leute mehr bewundern soll. teiligen Vortragszyklus mit Lichtbildern über das Thema„ Bom Der hiesige Arbeiterbildungsausschus veranstaltet einen biera Urtier zum Menschen". Die Vorträge finden Freitag, 15. Januar 29. Januar, 12. Februar und 19. Februar in Lerches Bürgersälen Friedrichstr. 112( Rundteil) statt. Als Vortragender wurde der Dozent für Biologie an der Freien Hochschule Berlin, Herr M. H Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Baege, gewonnen. Teilnehmerfarten für den ganzen Zyklus find Die am 8. Januar 1909 tagende Versammlung von Haus zum Preise von 1 M. in Lerches Bürgersälen, in den bekannten Be. besitzern und Wählern der 1. und 2. Abteilung Rigdorfs sehen zirkslokalen und für Schöneiche und Umgegend bei Herrn Hane in dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung bom Rühle in Schöneiche zu haben. 17. Dezember 1908, die einer großen Zahl von Wählern der Der erste am 15. Januar stattfindende Lichtbildervortrag wird 2. Abteilung ihr kommunales Recht verkürzt, einen Rüdschritt, Die Entstehungsgeschichte der Erde" behandeln. Die Titel der der zahlreiche beffer fituierte Bürger und Beamte abhalten wird, anderen Vorträge lauten: Sind die Lebewesen geschaffen oder ge Bürger von Rigdorf zu werden. Dadurch würde die weitere worden?" Welches sind die Ursachen und treibenden Kräfte der Aufwärtsentwickelung unserer Stadt zweifellos erheblich ge- Entwicklung?"" Woher stammen die Menschen?". Die Be hemmt und die ganze Stadt mit allen ihren Einwohnern ge- teiligung an jedem einzelnen Vortrage foftet 30 Pf.; Einzelkarten schädigt werden. Die Versammlung protestiert deshalb aus all- nur in Lerches Bürgersälen. gemein politischen und den oben angefuhrten Gründen gegen Wilhelmsruh. den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 17. Dezember 1908 und ersucht den Magistrat dringend, diesem Beschluß seine Zustimmung zu versagen." Gegen das Wahlrechtsattentat protestierte am Freitagabend eine von zwanzig unorganisierten Hausbefizern nach dem" Deutschen Wirtshaus" einberufene öffentliche Versammlung der Wähler 1. und 2. Klasse. Die Versammlung war von etwa 700 größtenteils der 1. und 2. Wählerklasse angehörigen Personen besucht. Der Einberufer, Herr Adolf Schulze, wies bei Gröffnung der Versammlung kurz auf die Vorgänge in der Stadtverordnetensizung hin und erwähnte die lebhaften Protestaktionen, welche zuerst von den Sozialdemokraten, dann von den Demokraten und jetzt von den unorganisierten Einen Roheitsatt fondergleichen soll sich die Hausbesikerin des Bürgern der 1. und 2. Wählerabteilung sowie den Hausbesizern Hauses Fontanestr. 32, Frau Brüdner, über deren Verhalten einer in die Wege geleitet seien. Eine Empörung sei in den Kreisen der anständigen Bürger hervorgebrochen, die sich nicht länger von Tageblatt", entrüstet sich darüber, daß wir die Art seiner Bericht- Frau H. war im Begriff, aus dem Keller des Hauses ihr gehöriges Das Organ der Wahlrechtsverschlechterer, das" Rigdorfer taubstummen Familie gegenüber wir dieser Tage berichten mußten, gegen die taubftumme Frau H. haben zu schulden kommen lassen. einer verknöcherten Minderheit beherrschen lassen wollen. Es erstattung über die Versammlung des Bürgervereins niedriger Brennmaterial mit ihrem 14jährigen Sohn zu holen. Frau Brückner sei zu hoffen, daß der Magistrat bei einer solchen Lage der Sache gehängt haben. Das Blatt teilt mit, daß es den Namen des tam dazu und soll in der unbarmherzigsten Weise auf die Frau und nicht den paar Leuten der Bezirksvereine folgen, sondern der Redners, der den Wahlrechtsraub in so naiver Weise zu beschönigen deren Sohn mit einem Gummischlauch eingehauen haben. Nach dem gerechten Entrüftung der übergroßen Mehrheit der Bürgerschaft suchte, auf Wunsch des Vereins selbst nicht bekannt gegeben habe, uns vorliegenden ärztlichen Attest hat Frau H. Beulen unter den Rechnung tragen und dem Beschluß vom 17. Dezember v. 3. die damit man höre, die betreffenden Mitglieder nicht den pöbel: Saaren, blutende Wunden, blutige Lippen, kurz, danach wäre sie in Zustimmung versagen werde. Würden die Wahlrechtsverschlechterer haften Angriffen des Vorwärts" ausgesetzt find". Das genügt der ärgsten Weise von der Hausbesikerin zugedeckt worden; auch den noch einen Funken von Anstand besitzen, dann hätten sie samt und uns zur Charakteristik dieses Blattes. Es nimmt sich denn auch Sohn der Frau H. hat sie, wie behauptet wird, nicht verschont. Wie sonders schon ihre Mandate niedergelegt. Sollte trotzdem, wider ganz sonderbar aus, wenn sich das Organ des Wahlrechts wir hören, ist gegen die schlagfertige Frau Brückner Strafanirag Erivarten, der Magistrat jenen Leuten Vorspanndienste zu leisten berschlechterers Glasemann darüber entrüftet, wenn wir es als bereit sein, dann bliebe den Bürgern nichts weiter übrig, als in Organ fer Wahlrechtsräuber" bezeichneten. Wie dieses Blatt Verbindung mit den Arbeiterbataillonen den Kampf weiter zu dann noch von objektiver Berichterstattung in der Wahlrechtsführen gegen alles, angelegenheit sprechen kann, wird jedem Unbefangenen ein Rätsel was schmuhig und rahmig bleiben. fci. gestellt worden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Sentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäft stiu, Breise unverändert. Bild: Zufuhr reichlich, Geschäft flau, Breise wenig verändert. Geflügel: Rufuhr reichlich, Ge Der Referent, Stadtverordneter Dr. Paul Nathan Berlin, Den Parteigenoffen und Gewerkschaftsmitgliedern wollen wir schäft schleppend, Breise nicht befriedigend. Fische: Bufuhr mäßig, Gebemerkte: Als Nichtbeteiligter begrüße er es, daß in dieser Frage hierdurch nochmals in Erinnerung bringen, daß am Montag, den ichäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: schäft schleppend, Preise etwas nachgebend. Butter und Käse: Ge Sozialdemokratie und Demokraten zusammengegangen feien; er 11. Januar, abends 8% Uhr, im Lotal von Hoppe, Hermannstr. 49, 18ufuhr genügend, Geschäft ziemlich still, Preiſe fest. Gerichts- Zeitung. Ein netter Sozialistentöter hatte sich am Freitag vor der Straffammer in Lübeck wegen mancherlei Straftaten zu verantworten. Der bisherige Parteisekretär des dortigen Wahlvereins der Liberalen, Kuhn, war angeklagt, dem Vorsitzenden der Liberalen ein Spartassenbuch über 1100 M. gestohlen, ferner einen Kaufmann um 500 M. betrogen, einer Liedertafel 45 M. unterschlagen, den Lehrer Dühring um 160 m. beschwindelt und schließlich den Sekretär des berühmten Reichsverbandes in Dresden zu betrügen versucht zu haben. Kuhn war geständig und wurde zu einem Jahre Ge fängnis und fünf Jahren Ghrverlust verurteilt. Bor Gericht wurde festgestellt, daß dieser dunkle Ehrenmann, der besonders auf dem Landgebiet auf die Sozialdemokratie losgelassen wurde und dieselbe im Auftrage der Liberalen nach Sträften berleumden mußte, eine sehr bewegte Vergangenheit hatte. Kuhn ist viermal mit Zuchthaus borbestraft und hatte insgesamt vier Jahre sleben Monate dort abzumachen. Im Gefängnis war er noch heimischer; dort hat er eine noch längere Reihe von Jahren verweilt. Und dieser Schwurzeuge des Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie hatte die Stirn, in öffentlichen Verfammlungen zu behaupten allerdings ohne Beweis die Sozialdemokraten hätten ihm aus seiner früheren Arbeitsstelle das Wertzeug entwendet, um ihn aus der Fabrik herauszubringen. Mit diesem Schwindel bekämpfte denn der gesamte Lübecker Mischmasch unsere Partei. Kuhn war ein würdiges Glied in den Reihen der Kämpfer gegen die Sozialdemokratie. fionatsinhaberin zeigt sie aber Senftoch an. Vor einigen Tagen stand die G., die bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestraft ist, zuletzt wegen eines 1899 begangenen Diebstahls, vor der Strafkammer des Landgerichts II. Der Staatsanwalt beantragte 1% Jahr Zuchthaus, das Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Briefkaften der Redaktion. Die inriftische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, sivelter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl a wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. M. N. 85. Sie haben einen Anspruch auf den Nachlaß Ihrer Mutter nicht, weil fein Nachlaß vorhanden war. Das Vermögen gehörte dem Königl. Opernhaus. Sonntag: Der Freischük. Montag: Der Vater. Ihr Vater ist von seiner Ehefrau und seinen Kindern zu beerben. fliegende Holländer. Dienstag: Boheme. Versiegelt. Mittwoch: Die D. E. 07. 1. Der Mietsstempel beträgt, da Ihre Miete zwischen 500 Bauberflöte. Donnerstag: Samson und Dalila. Freitag: Sinfoniekonzert und 1000 m. ausmacht, 50 f. 2. Sie leben außer Gütergemeinschaft. der fgl. Stapelle. Sonnabend: Fidelio. Sonntag: Das Rheingold. Mon. 3. Wenn nicht der Vertrag das Gegenteil besagt, der Wirt. 4. Ist über die tag: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Kündigungsfrist nichts vereinbart, so beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der Schlagbaum. Montag: Die Beit für Kontrollversammlungen und dergleichen ist nach§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu bezahlen- N. W. 50. Nein. Julius Cafar. Dienstag: Die Welt, in der man sich langweilt. Mittwoch: Die Rabensteinerin. Donnerstag: Der Schlagbaum. Freitag: Sappho. G. 3. 09. 1. Wenden Sie sich an das Konsulat Ihres Landes mit dem Sonnabend und Sonntag: Mrs. Dot. Montag: Die Quizoms. Antrage, Ihnen zu bescheinigen, daß Ihrer Ebe nach den Gesetzen Ihrer Neues königl. Opern- Theater. Sonntag: Salome.( Anf. 8 Uhr.) Heimat nichts entgegensteht. 2. Zweds Naturalisierung müssen Sie sich an Deutsches Theater. Allabendlich: Revolution in Krähwinkel.( An- den Polizeipräsidenten wenden. Zur Naturalisierung ist die Behörde befang 7 Uhr.) rechtigt, aber nicht verpflichtet. W. Sch. Eine Klage der Frau auf Deutsches Theater.( Kammerspiele). Sonntag: Der Graf Zahlung ausreichenden Lebensunterhalts, desgleichen eine Klage auf Ehes von Gleichen. Montag: Der Arzt am Scheidetege. Dienstag: Der Graf scheidung hätte in Ihrem Falle Aussicht auf Erfolg. R. 5. 100. 1. Die 2. R. 66. An der Gründung von Gleichen. Mittwoch: Der Arzt am Scheidewege. Donnerstag: Nie- Kündigung ist rechtzeitig erfolgt. 2. Ja. mand weiß es. Freitag: Der Graf von Gleichen. Sonnabend: Der eines Geschäfts sind Sie nicht behindert. Sollten Sie die Eröffnung einer Arzt am Scheidewege. Sonntag: Der Graf von Gleichen. Montag: Der Restauration meinen, so ist hierzu Konzession erforderlich. Voraussichtlich Arzt am Scheidewege. würde eine solche trok des von Ihnen erwähnten Umstandes erteilt werden. A. W. 50. Für den Fall der Bedürftigkeit muß die Ge meinde eintreten. Eine Beschwerde wäre an den Landrat zu richten. A. B., Spandau. Den Schwager können Sie zu einer Auskunft nicht zwingen. Vielleicht führt eine Anfrage beim Auswärtigen Amte zu dem gewünschten Erfolge. R. O. 99. 1. u. 2. Ja. Berliner Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Emilia Galotti. M. W. 27. Sie müssen zahlen: wie wiederholt dargelegt, wird der Abends: Einer von unsere Leut. Montag: Einer von unfere Leut'. Mietsstempel für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Januar entrichtet. Die Dienstag: Herodes und Mariamne. Mittwoch und Donnerstag: Einer Entrichtung erfolgt im Januar. Der Mietsstempel beträgt bei einer Miete von unsere Leut'. Freitag: Herodes und Mariamne. Sonnabend bis Montag: Einer von unsere Leut'. Leffing- Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Beber. Abends: Hedda Gabler. Montag: Hedda Gabler. Dienstag: Baumeister Solneß. Mittwoch: Rosenmontag. Donnerstag: Und Pippa tanzt. Freitag: John Gabriel Borfman. Sonnabend: Der König.( Anf. 7 Uhr.) Sonntag und Montag: Der König. Neues Theater. Aulabendlich: Jsrael. in Bu bon 300 bis 500. 50 Pf., bei 500 bis 1000. 1 M., bei 1000 bis 1500 9. Hinter die Kulissen der Vereinigung der Rechtsfreunde" 1,50 Ein Mietsvertrag, der vom 1. Apris bis zum 1. April läuft, wird erst für die Zeit vom 1. April bis 31. Dezember, dann für die Zeit vom Teuchtete ein Meineidsprozeß, der am Sonnabend vor dem Schwur- Neues Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Rabagas. Diens. 1. Januar bis 31. März bersteuert. Der Hauseigentümer hat die MietsFreitag: Die verträge bis gericht des Landgerichts I verhandelt wurde. Die Vereinigung der tag: Die Sünde. Mittwoch und Donnerstag: Rabagas. zum Ablauf des Januar ein Verzeichnis Rechtsfreunde ist ein geschäftliches Unternehmen, vor dessen B Sünde. Sonnabend: Rabagas. Sonntag: Julius Cäsar. Montag: bringen und der Steuerstelle vorzulegen. Charlottenburg 7. Nein E. K. 2 und Jda 18. Wenden Sie sich an Herrn Simanowski, Engelnubung burch Rechtsuchende wir stets gewarnt haben. Die Ver- Fauft.( Anf. 7 Uhr.) Kleines Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: 2x2= 5. Abends ufer 15. Schatt 48. 1. Adalbertstr. 41. 2. Zepmeisel, Nixdorf, Hermann einigung erteilt Rechtsauskünfte, fertigt Klagen und andere Echriftstraße 177. R. W. 1. Die deutschen Bundesstaaten bilden gemeinsam fake an, übernimmt die Führung von Prozessen und betreibt auch bis Montag: Moral. Sonstige Vermittlergeschäfte. Alles natürlich gegen gute Bezahlung. zählungen. Abends: Baza. Komische Oper. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Er das Deutsche Reich. Der preußische König ist deutscher Kaiser.- P. H. 30. Montag: Baza. Dienstag: Belleas und Bureau: Friedrichstr. 207. P. N. 46. Sie wenden sich an die fönigZur Erledigung ihrer Geschäfte, welche in das juristische Gebiet Mélisande. Mittwoch und Donnerstag: Baza. Freitag: Liesland. Sonn- liche Charité. Sprechstunden ersehen Sie im Adreßbuch. Ella. Bielleicht einschlagen, hat die Vereinigung einige Personen angestellt, welchen abend bis Montag: Zaza. erfahren Sie in der städtischen Stiftungsdeputation, Boftstr. 16, eine solche sie den klangvollen Titel" Justitiar" beilegt. Einer dieser Residenz- Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Floh im Einrichtung. Helbich, Skalitzerstraße. W., Ließenburger Straße 13. " Justitiare" ist der ehemalige Rechtsanwalt Liffer, der Dhr. Allabendlich: Kümmere dich um Amelie. D. J. 29. Klara Biebigs Roman Das tägliche Brot" ist früher noch vor Jahren eine Gefängnisstrafe erlitten hat und dann durch Hebbel Theater. Sonntag: Der Liebhaber. Montag: Frau Warrens nicht im Vorwärts" erschienen, wohl aber einige andere Werke derselben Gewerbe. Erde. Tienstag: Der Liebhaber. Mittwoch: Donnerstag: Autorin. M. V. 114. Manteuffelstr. 7.-K. M. 30. Desterreichische Urteil der Anwaltskammer aus dem Anwaltsstande ausgeschlossen A. H. 59. ZentralSonnabend: Hohes Gesandtschaft. J. K. 13. Pariser Platz 5. Frau Warrens Gewerbe. worden ist. Zu den Obliegenheiten der Justitiare" gehört es auch, Spiel. Sonntag: Frau Warrens Gewerbe. Montag: Unbestimmt. Freitag: Der Liebhaber. fommission der Krantentassen, Engelufer 15.- 3. M. Vertrauen Sie fich den Klienten, welche sich an die Vereinigung wenden, Rechtsrianon Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Liebe wacht. einem tüchtigen Spezialarzt an. Adressen finden Sie im Adreßbuch. anwälte zuzuweisen in solchen Fällen, wo die Parteien in Zivil- allabendlich: Der Satyr. Ost, Baden. Legen Sie das Papier einem Bankier vor. 2. 66. In flagen durch Anwälte vertreten sein müssen, oder wo jemand einen Neues Operetten Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der der Regel die Generale". Rigdorf 50. Die sogenannten Dienerschulen find geschäftliche Unternehmungen. 2. M. 100. An das Kuratorium Berteidiger in einer Straffache wünscht. Der" Justitiar" Lisser hat Opernball. Allabendlich: Die Dollarprinzessin. dem Rechtsanwalt Dr. Alfred Ballien in vielen Fällen Klienten der Lustspielhaus. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte Abends: der städtischen Sparkasse. Franz. Jede Auswanderungsagentur, deren . 10. Nein. Bereinigung zugewiesen. Im Jahre 1906 ist gegen den Rechts- Die glüdlichste Beit. Montag bis Donnerstag: Die glüdlichste Zeit. Frei- Adressen Sie im Adreßbuch finden, gibt Ihnen Auskunft. 2. S. 1. Siehe unter H. F. 1. 2. Insofern ja, als der Ehemann, auch anwalt Ballien ein Disziplinarverfahren geführt worden. Er war tag bis Montag: Die deutschen Kleinstädter. Theater des Westens. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ein seine Frau gegen einen Lohnbeschlagnahmebeschluß mit Aussicht auf beschuldigt, dem" Justitiar" Lisser für die Zuweisung von Klienten Walzertraum. Der tapfere Soldat. R. G. 30. Der Chef Recht. Erfolg Widerspruch Provision gezahlt zu haben. Die Anwaltskammer und der Ehrengerichtshof hat diese Beschuldigung für begründet erachtet und den Rechtsanwalt Ballien zu einem Berweise und 1000 M. Geldstrafe verurteilt. In diesem Dizisplinarverfahren ist Lisser als Zeuge eidlich vernommen worden und hat ausgesagt, er habe vom Rechtsanwalt Ballien für die Zuweisung von Klienten ein Entgelt weder gefordert noch erhalten. Diese Aussage Lissers soll wissentlich falsch abgegeben worden sein. Deshalb stehts Liffer jebt unter der Anklage des Meineides. Der Angeflagte Lisser blieb auch vor dem Schwurgericht bei der Behauptung, daß er für die Zuweisung von Klienten fein Entgelt von Ballien erhalten habe. Dagegen gab er zu, daß er von Ballien Darlehen erhalten hat. Ueber ein solches in Höhe von 300 m., welches er im Jahre 1904 erhielt, hat er einen Schuldschein ausgeftellt. Das Darlehn ist bis heut noch nicht zurüdgezahlt und Redytsanwalt Ballien ist ein so zartfühlender Gläubiger, daß er die Rückzahlung auch noch nicht verlangt hat. Der als Zeuge vernommene Rechtsanwalt Ballien stellte die Angelegenheit ebenso dar, wie der Angeklagte. Doch wird ein Brief von ihm an Liffer berlesen, aus dem hervorgeht, daß er anscheinend mit Lisser über Forderungen, welche dieser wegen. Zuweisung von Klienten erhob, handelte. Ballien suchte diesem Briefe eine andere Deutung zu geben. Auf eine Frage des Staatsanwalts gab Ballien zu, daß er schon im Jahre 1904 vom Ehrenrat der Anwaltskammer mit einem Verweis und 500 M. bestraft worden ist, weil er für überführt erachtet wurde, dem Redakteur Wegner in Mariendorf Geld für Zuwendung von Klienten gegeben zu haben. Andere Zeugen machten Aussagen über Aeußerungen des Angeklagten, aus denen geschlossen werden kann, daß er in der Tat Provision vom Rechtsanwalt Ballien erhielt. Moser, der gegenwärtige Direktor der Vereinigung der Rechtsfreunde, war als Zeuge geladen, aber nicht erschienen. Der Staatsanwalt erklärte, er könne auf diesen Zeugen nicht verzichten, Das Gericht beschloß deshalb die Bertagung der Sache und die Ladung weiterer Zeugen. Moser soll wegen seines Ausbleibens cine Ordnungsstrafe von 300 M. zahlen. Einen Antrag des Etaatsanwalts, den Angeklagten wegen Fluchtverdacht in Haft zu nehmen, lehnte das Gericht ab. Zwar sei der Angeklagte jagte ter Borsitzende des Meineides bringend verdächtig, doch liege fein Fluchtverdacht vor. Die Gefahr der Kollusion sei nicht von der Hand zu weisen, aber sie sei nicht durch bestimmte Tatsachen begründet, deshalb könne der Angeklagte auch nicht wegen Kollusions= gefahr verhaftet werden. Wegen 2 M. 6 Monate Gefängnis. Die Waschfrau G. hat einer Pensionatsinhaberin beim Umzug geholfen und dabei einen alten Spiegel mit Holzrahmen im Werte von zirka 2 M. mit nach Hause genommen. Die Pensionats inhaberin schreibt ihr wegen desselben eine Postkarte, in der sie mit Anzeige droht. Die G. bringt darauf nach zwei Tagen den Spiegel zurüd und sagt der Pensionatsinhaberin, der Spiegel sei ihr beim Abnehmen aus der Hand gefallen, das Glas sei zerbrochen und sie habe das Glas wieder einsehen lassen. Die BenINVENTUR- VERKAUF zu herabgesetzten Preisen Berliner Eisenmöbel Fabrik Carl Seiffert Grosse Frankfurter Str. No 135 -Kein Laden! Verkauf Quergebäude ITreppe : Schiller: Theater Sonntag Nachmittags 3 Uhr: Gin Bolts- 1.4711. Die Betreffende soll ſchleunigst Stage auf Sahlung der feind. Abends: Comtesse Guderl. Montag: Der Graf von Charolais. Entbindungskosten anstellen und Klage auf Zahlung von Alimenten durch Dienstag: Charleys Tante. Mittwoch: Die Braut von Messina. Donners- den Vormund anstrengen. Die Zwangsvollstreckung ist eventuell später G. M. 100. 1. Zu einer Antwort tag: Der Richter von Balamea. Freitag: Die Braut von Messina. Sonn- auch im Auslande durchzuführen. 2. Der Antrag auf Bestrafung wegen abend und Sonntag: Charleys Lante. Montag: Der Graf von Charolais.| ist der Betreffende nicht verpflichtet. Schiller, Theater Charlottenburg. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Beleidigung muß innerhalb drei Monaten nach Kenntnis der Beleidigung Julius Cäsar. Abends: Charleys Tante. Montag: Vater und Sohn. gestellt sein. 3. Ja, es empfiehlt sich aber ausdrücklicher Vorbehalt der Dienstag: Komtesse Guderl. Mittwoch und Donnerstag: Die Zwillings Rechte. G. M. Der Mann ist zur Zahlung in dem von Ihnen ge schwester. Freitag: Vater und Sohn. Sonnabend: Komtesse Guderl. schilderten Fall nicht verpflichtet. Sollte dennoch Zwangsvollstreďung Sonntag: Maria Stuart. Montag: Bater und Sohn. erfolgen, so würde eine Klage dagegen Aussicht auf Erfolg haben. 3. S. 500. Sie können die Rückgabe des Kindes verlangen, das Kind zurückholen oder im Klagewege die Herausgabe des Kindes erwirken. Ihre Frau fönnen Sie auffordern, zurückzukehren und eventuell auf Herstellung des ehelichen Lebens flagen. Für den Unterhalt der Ehefrau hat der Ehemann nicht zu haften, solange die Ehefrau sich außerhalb der eheP. A. 99. lichen Wohnung gegen den Willen des Mannes aufhält. Für das Gesuch ist das Polizeipräsidium zuständig. Das Gefuch wird boraussichtlich aber abgelehnt werden. Die Kosten sind unerheblich. J. E. Ja. H. 7. Wiederholen Sie die Anfrage; uns liegt sie nicht bor. 5. 100. Die Forderung ist leider nach dem Gesez berechtigt. Wenn der Abzug bereits im Juli der Gemeinde mitgeteilt wäre, so würde nur die Borkumer Gemeinde zur Forderung berechtigt gewesen sein. Eine Forderung für Zechschulden ist seit dem 1. Januar d. J. verjährt, wenn die Schuld vor dem 1. Januar 1907 gembcht und seit dem 1. Januar 1907 weder anerkannt noch eingeflagt ist. Eine Mahnung unterbricht die Berjährung nicht. H. W. 1000. Bei gemischten Ehen ist die Hälfte der Kirchensteuer zu zahlen. Da die Kirche 20 Proz. nimmt, ist die Ihnen zugegangene Rechnung richtig. A Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. 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Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Die Räuber. Fräulein Doktor. Montag: Die Jüdin von Toledo. Berliner Operetten Theater SW. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr:' Lorie oder Dorf und Stadt. Abends und Montag: Bon Stufe zu Stufe. Dienstag bis Donnerstag: Die Tochter des Herrn Fabricius. Freitag: Geschlossen. Sonnabend und Sonntag: Das Himmel bett.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Gastspiel- Theater. Sonntag: Nachmittags 3, Uhr: Drahtlose Telegraphie. Abends und Montag: Baza, Dienstag: Der Pfennigreiter. Mittwoch: Demimonde. Donnerstag: Der Pfennigreiter. Freitag: Baza. Sonnabend und Sonntag: Der Pfennigreiter. Montag: Unbestimmt. Bernhard Rose Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Glödner von Notre- Dame. Abends und Montag: Brüderlein fein. Dienstag: Die Geyer- Wally. Mittwoch: Brüderlein fein Donnerstag: Die Entgleisten. Freitag: Die Räuber. Sonnabend und Sonntag: Brüderlein fein. Montag: Unbestimmt. Folies Caprice. Täglich: Servus Pschefina. Der luftige Ehemann. Cafino- Theater. Sonntag: Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Allabendlich: Die Dianabäder. Gebr. Herrufeld- Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. Metropol Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Durchlaucht Radieschen. Allabendlich: Donnerwetter- tadellos. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Apollo Theater. Sonntag: Nachmittags 3%, Uhr: ftellung. Allabendlich: Onkel Cafimir. Spezialitäten. Paffage- Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: abendlich: Spezialitäten. $ C. N. 44. E. Sch. 5881. 1. Wir empfehlen Geschäfte nicht. 2. Ja. 8. Buch2. 105. Das richtet sich je nach der handlung Vorwärts. 4. Ja. Herr 100. 1. und 2. Unverständlich. 3. Die Intendantur Körperlänge. Fleischbeschauer 100. der Schauspiele oder an einen Theaterdirektor. Städtisches Fleischschauamt, Zentralviehhof. Ludwig Happ. 1. Ja. 2. und 3. Nein. A. B. Spandau. 1. Durch das amerikanische Konsulat. 2. und 3. Wenden Sie sich an die juristische Sprechstunde des Vorwärts". Josef Sommerfeldt, Rigdorf. 1. Unseres Wissens nicht. 2. 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