Nr. 9. Abonnements- Bearngungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat Eingetragen in die Boſt Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Poftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 26. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene ftolone geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ., Kleine Anzeigen", das erste( jett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 ihr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Dienstag, den 12. Januar 1909. Die Eröffnung der Parlamente. man mit vor den Stopf ftohen kann, 0 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Str. 1984. Das treibende Motiv ist vielmehr die Rücksicht auf die aus Erklärung für eine Resolution um dieses Recht zu wagen. Offenbar den bürgerlichen Streisen hervorgegangenen Beamten, die machte er vor aller Welt, welch eine Unsumme von Born und Ems man nicht vor den Kopf stoßen kann, will man nicht seine pörung das Dreiklassenunrecht ausgelöst hat in der Brust der politische Herrschaft aufs Spiel sehen. Diesen Beamten und Entrechteten, daß es vorbei ist mit der gleichgültigen, untätigen inAm 12. Januar treten Reichstag und preußi- einzelnen Kategorien der Militäranwärter, wie den Schuh- nahme der Schmach, in der eine brutale Junterherrschaft, gestützt scher Landtag wiederum zusammen. Fragen von aller- Leuten und Gendarmen, will man denn auch Gehalts- auf die Feigheit des Bürgertums, die Proletarier für alle Zeit einschneidenster Bedeutung gelangen in den nächsten Wochen erhöhungen von 30-40 Proz. gewähren, während die elend niederhalten will. und Monaten zur Entscheidung. Wenn je die Verhandlungen entlohnten Unterbeamten mit 15-20 Proz. Gehalts- Ein Jahr ist seitdem vergangen. Und das Dreiflaffenhaus fleht der gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und des größten aufbesserung abgefunden werden sollen! Dafür will man der noch. Nicht unerschüttert zwar! Der Wahlsieg des Juni, die Throns deutschen Bundesstaates geeignet sein konnten, das Volk über Geistlich feit eine Spende von 12 Millionen Mart ge- rede sind Zeugnis. Anders flang sie, als die Verhöhnung der Wahldie Tatsache aufzuklären, wie die Vertreter der besißenden währen, ohne der Kirche auch nur die Verpflichtung aufzu- rechtsforderung durch den preußischen Ministerpräsidenten im Januar Klassen mit den wichtigsten Geschicken und Lebensinteressen des erlegen, endlich einmal mit dem Unfug des Pfründenunwesens 1908! Aber weit noch entfernt sind wir von der Anerkennung des Boltes schalten, so werden die bevorstehenden parlamentarischen aufzuräumen, das zahlreichen Predigern der Bedürfnis gleichen Wahlrechts! Der 12. Januar 1908 war ein ruhmvoller Vorstoß des Beratungen überaus lehrreich dafür sein. losigkeit fürs Volt Einkommen von 10 000. und Heeres der preußischen Wahlrechtskämpfer. Aber die feindDa wird im Reiche die Frage des persönlichen Re- mehr sichert! giments abermals in ihrem vollen Umfange aufgerollt Besonders glänzend erweisen aber wird sich die Volts- liche Stellung hat er nicht geworfen. Trogig stemmen sich die Feinde werden müssen. Sie ist brennender denn je geworden durch freundlichkeit bei der Beratung über den Antrag auf Ein des arbeitenden Voltes nach wie vor gegen die Forderung, daß die das Pronunziamento der Generale. Die läppische Ausflucht führung nur um Preußen, der am kommenden Mittwoch rechts für Schmach, die 60 Jahre dem Proletariat angetan ist, endlig bem der Offiziösen, daß es sich ja wiederum bereits zur Ver- Rechte weiche. ,, akademische Erörterungen" gehandelt habe, zeugt nur handlung gelangen soll. Der ungeheuerliche Zustand, daß die Ein Borstoß wirft solche Feinde nicht, wie sie den preußischen von der heillosen Verlegenheit der Prügelknaben des per- stärkste Partei Preußens ganze 7 von insgesamt Arbeitern gegenüberstehen. Sie sind aus hartem Holz geschnigt und sönlichen Regiments. Indem Wilhelm II. sich einen 443 Mandaten zu erringen vermochte, enthält etwas so Auf- jahrhundertalte Gewöhnung zu herrschen, hat ihnen den Willen Artikel zueigen machte, der die unversöhnliche Feind- reizendes, jedem politischen Anstandsgefühl ins Gesicht gesteift. Der 12. Januar hat ihre Wut gereizt, hat sie nach Flinten schaft" der Nachbarvölker, deren friedliches Zusammenarbeiten Schlagendes, daß man annehmen sollte, selbst das Junker- und Kerker fchreien laffen. Ihren Hochmut, ihren Trozz und ihre in Interesse der ganzen Kulturarbeit der europäischen parlament müßte wenigstens eine sofortige Milderung Herrschgier hat er nicht gebrochen. Nationen unerläßlich ist, als etwas schlechthin Ge- dieses an der nichtbesigenden Klasse geübten standalösen Un- Da der Tag des Horns jährt, hebt eine neue Periode des gebenes, Unvermeidliches, Unabänderliches rechts verlangen. Freilich: Junkertum und politischer An- Wahlrechtskampfes an. Die Erinnerung des 12. Januar mahnt uns, darstellte, offenbarte er die verhängnisvolle Unvereinbarkeit stand! Aber auch das Verhalten derjenigen Parteien, die für dafür zu sorgen, daß die Frucht dieses Tages nicht verdorre! des persönlichen Regiments mit allen Bedingungen einer ver- das Reichstagswahlrecht einzutreten immer wieder Die Grinnerung an den stolzen Tag soll uns zu neuem Kampf nünftigen nationalen und internationalen Entwickelung! Das pathetisch beteuern, des Zentrums und Freisinns, führen! namenlos unehrlich bewies schon die mit allem Nachdruck betonte Folgerung aus ist bisher unbeschreiblich kläglich, Wahlrechtskampf ist die Gedenkfeier, die dem 12. Januar geDas Zentrum forderte" in den Jahren 1906 bührt! Borwärts treiben zum Streit soll uns die Erinnerung an der angeblichen internationalen Situation: die Anfündigung gewesen. und Forderung eines noch uferloseren Wett rüstens! und 1907 mit großem Aufwand von sittlicher Erregung, den Tag des Zorns! Schon hat uns dies Wettrüsten zu Lande, zu Wasser( und dem- daß nun endlich einmal" die Dreiklassenschmach) beseitigt werde. des des nächſt in der Luft) an den Rand des Bankrotts gebracht, ſchon Alls aber der Wahlkampf herankam, als es galt, die 8uDas neue fächliche Wahlrechtsicheulal. Dresden, 10. Januar. Wie der Vorwärts" bereits am Sonntag melden konnte, " hat es die Schuldenlaft des Reiches bergehoch getürmt, schon hat sammensetzung des Dreiflaffenhauses so zu gestalten, es die Reichsfinanzen völlig zerrüttet! Aber alles das soll daß günstigere Bedingungen für die erneuten Anträge auf nur die Mahnung zu neuer maßloserer Geldverschleuderung für Einführung des Reichstagswahlrechts vorhanden waren, da unseren Militarismus sein, der ohnehin wie ein Alp auf dem erklärte die führende Zentrumspresse, daß viel wichtiger ist der Freiberger Anzeiger", ein Agrarierblatt, offenbar nach Volfe lastet und jede soziale und politische Fortentwickelung als die Frage des Wahlrechts die der Schulverpfaffung Informationen des konservativen Abgeordneten Schmidt, des Ge hindert! Statt aus der Tatsache, daß alles Wettrüsten und sei, da unterstützte das Zentrum die grimmigsten Wahl- schäftsführers des Bundes der Landwirte, in der Lage gewesen, Schuldenmachen, alle Finanzzerrüttung die internationale Lage rechtsfeinde, die konservativen! Aber auch der die Grundzüge des neuen Pluralwahlunrechtes veröffentlichen zu mur verschlimmert hat, die einzig logische Folgerung zu Freifinn machte es um kein Haar besser; im Gefühl seiner fönnen. Offiziell ist die Richtigkeit der am Sonntag bereits mitziehen, daß mit diesem widersinnigen, fulturwidrigen System Blockhörigkeit schloß er sich mit Antisemiten und Junkern zu geteilten Grundsäge noch nicht bestätigt worden. Das ist auch endlich einmal gebrochen werden müsse, will man mit über- sammen, half er möglichst viel Sonservative in den nicht zu erwarten. Dennoch ist kaum daran zu zweifeln, daß die heizten Kesseln der Katastrophe fatalistisch entgegensteuern! felben Landtag bringen, dem er jetzt seinen Wahlrechtsantrag veröffentlichten Abmachungen authentisch find. Die ganze Fassung unterbreitet! spricht in allen Einzelheiten dafür. Das kann eine nette Komödie werden, die Beratung des Wahlrechtsantrags! Freilich eine Komödie, die den fteuren Schlimmeres eintragen wird, als faule Aepfel und Eier! Die neue Kompromißgeburt ist ein Gemisch der bisherigen Wahlrechtsschacherprodukte und des Vierklassenunrechts, das die zweite Stammer bereits als sogenannte Eventualvorlage verabschiedet hat. Dadurch ist ein Gemengselsystem schlimmster Art zustandegekommen, das alle bisherigen Wahlrechtsscheußlichkeiten noch übertrifft. Die Verhandlungen über das persönliche Regiment werden zeigen, ob das ganze Bürgertum umentrinnbar in eine unsinnige Politik der gepanzerten Faust verrannt ist, ob es topflos den Staat der Katastrophe entgegentaumeln lassen will, oder ob es endlich gleich der Partei des flassenbewußten Proletariats das Volk selbst gegen die Politik der Generale, der Junker Denn das Proletariat ist seiner Helotenrolle gründlich und eines kleinen strupellosen Selüngels der Schlot- und müde. Es weiß, was für das preußische Volt bei der Frage Grubenbarone auszuspielen wagt! Wie die Entscheidung auch der preußischen Wahlreform auf dem Spiel steht. Nicht nur In dem Passus über das Bierstimmenrecht findet man ausfallen mag- die arbeitende Klasse weiß, daß sie die die Vertretung wichtigster Lebensinteressen in die eben erwähnte Eventualvorlage zum Teil wieder. Hauptlast aller Opfer an Gut und Blut zu bringen haben dem verjunferten und verpfafften Dreiklaffenhause selbst, Vom abgestuften Pluralwahlrecht, wie es in Belgien besteht, wird! Sie weiß, daß sie alle Sehnen und Nerven anzu- sondern das Geschick des ganzen deutschen wo für jedes Merkmal eine Zuschlagstimme eintritt, unterscheidet spannen hat, uni sich dem Sturz in den Abgrund entgegen. VoIfes! sich der Entwurf durch den Umstand, daß gewisse Qualitäten des zustemmen! Wenn im Reiche das persönliche Regiment herrschen kann, wählers allein ihm schon drei Zusatzstimmen, also das BierDaß das Proletariat bei dieser Politik des persönlichen wenn hier Junker- und Stapitalistenübermut so teck ſein stimmenrecht, einbringen. Das gilt 3. B. von dem Einkommen Regiments, die im Grunde ja nur die Politik der Brotwucherer Haupt erheben und das Volk mit Skorpionen züchtigen fann, über 2800 M., das auf alle Fälle 3 Zuschlagsstimmen sichert. Ist und Panzerplattenpatrioten ist, der am schwersten Getroffene so deshalb, weil im preußischen Parlament die Reaktion der Wahlberechtigte aber Beamter oder Wähler zur Gewerbeist, wird ihm ja schon durch unsere Steuerpolitik, durch die Trumpf ist und die klassenverwandte Regierungsbureaukratie fammer oder zum Landeskulturrat, also Zünstler oder Bauer mit Stockprügel auf den Magen eingebläut. Die ganze Brot- und in ihr Joch schirren kann! Ist die Reaktion in Preußen ge- höherem Einkommen, so braucht er nur 2500 m. Jahresverdienst zu Fleischwucherpolitik dient ja finanzpolitisch nur dem brochen, so liegt sie im ganzen Reiche am Boden! haben, um sich dies Bierstimmenrecht zu sichern; in ähnlicher Zweck, den Moloch Marinismus und Militarismus zu mästen. Deshalb blickt das deutsche Proletariat mit höchster Anteil- günstiger Lage sind die Grundstücksbesitzer mit mehr als 250 SteuerDas ungeheuerliche Reichsdefizit ist nur die Folge des Mili- nahme auf Preußen. Jeder Volksverrat, jede Volts- einheiten, also in erster Linie Besitzer größerer Häuser, die Bes tarismus und der Weltpolitik! Und die kolossalen neuen verhöhnung durch die preußische Reaktion und ihre Helfer fizer landwirtschaftlicher Betriebe mit 8 Hektar Land und Gärtner indirekten Steuern sind einzig und allein erforderlich, um den füllt die Zornesschale des Volkes, muß sie zum Ueberlaufen mit 2 Heftar Besitz, Geistliche, Aerzte und Rechtsanwälte erhalten Aberwitz des Wettrüstens sich schrankenlos ausrasen lassen zu bringen! unter allen Umständen 4 Stimmen; Privatgelehrte aber und können. Und wenn man dem Proletariat, dem man bereits Brot, Künstler genießen diesen Vorzug nicht. Offenbar hat man ihnen Fleisch, Salz, alle Lebensmittel wucherisch verteuert hat, fein Patent auf nationale Gesinnung zuerkannt. nun auch noch seine Genuß mittel, das Bier, den Tabat, den Auf mindestens 3 Stimmen haben Anspruch alle WahlBranntwein abermals verteuern will, so beweist das nicht Der große Tag, da der Zorn über die Wahlrechtsberechtigten mit 2200 M. Ginkommen, alle Beamte, Gewerbeminder die rücksichtslose Stlasjenpolitik unserer Herrschenden, wie verweigerung, die Bülow im Dreiflaffenhause dem preußischen fammer-, Landeskulturratswähler mit 1900 M. Jahresverdienst das eifrige Bemühen der parlamentarischen Vertreter dieser Volke höhnisch vor die Füße geworfen, da die Empörung über den und alle Grundbesitzer mit 150 Steuereinheiten und 1600 M. EinHerrschenden, die Erhöhung der direkten Steuern, z. B. der Wahlrechtsverrat des Freisinns zum ersten Mal das preußische kommen sowie die mittleren Bauern mit 4 Hektar und die Gärtner Nachlaßsteuer, nach Möglichkeit abzuwenden! Der Geld- Proletariat zur imposanten Demonstration auf die Straße führte, sack will so wenig wie möglich für das„ Vaterland" opfern, der 12. Januar 1908 liegt heute ein Jahr hinter uns. In ganz dafür soll die nichtbesitzende Slasse umsomehr bluten! Preußen, in allen Zentren industriellen Lebens, überall, wo ProDas gleiche abstoßende Bild, das der Reichstag bei den letarier zu größeren Massen zusammengeballt find, schäumte der Zorn Verhandlungen über die neuen Steuervorlagen bieten wird, der Arbeiterschaft über, straffte sich der Wille der Entrechteten, drängten wird sich auch im preußischen Landtag bieten. Auch die Massen zur Sundgebung. Millionenstimmig erscholl zum Massentritt hier werden die Besitzenden, die ja das Dreiklassenhaus aus der Arbeiterbataillone der Schrei nach dem allgemeineu Wahlrecht, alle Gewerbekammerwähler mit 1000 M. Einkommen und alle Bes schließlich beherrschen, alles aufbieten, um so wenig als mög- erbrausten die Klänge der proletarischen Kampflieder. lich direkte Steuern zu bewilligen! Ja, wenn der Landtag In der Hauptstadt des Landes, in Berlin färbte Arbeiterblut ebenfalls durch indirette Steuern den Nichtbesitzenden das Pflaster, antwortete der Polizeisäbel auf den Schrei nach dem zur Ader lassen könnte, würde man sich nicht so hartnäckig Recht. Aber er fonnte nicht hindern, daß auf der stolzen Triumphsträuben. So aber erhebt man über die minimale Erhöhung straße der Hohenzollern, daß Unter den Linden, in nächster Nähe des der Einkommensteuer und den lächerlichen Zuschlag zur Ver- Stönigsschlosses, die Aufgebote der Drittklassigen wogten, daß der mögenssteuer ein erbarmungswürdiges Wehtlagen. Lieber dröhnende Rythmus der Arbeitermarseillaise auf der Straße der würde man sogar am Ende die preußische Beamten- Herrschenden ertönte. Der Tag des Zorns. mit 1 Hektar Land. Vergleicht man diese Bestimmungen mit dem Bierstimmene system der zweiten Kammer, so erkennt man eine plutokratische Verschärfung des Wahlunrechts. Denn nach jenem System sollten alle Wähler mit 2200 M. Ginkommen, alle Grundbesitzer mit 100 Einheiten sowie amten mit 1800 M. Cinkommen 4 Stimmen erhalten. Nach den jeßigen Bedingungen gehört zu der Erlangung des Bierstimmenrechts aber ein größerer Geldsack, der Bezug fetterer Pfründen und der Besitz eines weit größeren Grundstücks oder Hauses. Ja dieselben Merkmale, die früher zu 4 Stimmen berechtigten, ge= mügen jeßt, zum Teil wenigstens, nicht einmal zu 3, ja, soweit die Gewerbekammerwähler in Betracht kommen, nicht einmal zu einer Zuschlagsstimme, denn jetzt sind dazu mindestens 1400 0. besoldungsreform fcheitern Lassen, als daß Es war ein stolzer Tag für Preußens Proletariat und Einkommen nötig, früher aber zu drei Zuschlagsstimmen für Ges man tiefer in den Beutel griffe! Und die Für die Erinnerung läßt unsere Herzen höher schlagen. Er werbetreibende nur 1000 M. Allerdings erhält andererseits auch forge für die bedürftigsten Beamten ist es zeigte, daß die Arbeiterschaft entschlossen ist, um ihr Recht zu eine kleine Anzahl Wähler, die früher nur eine Stimme bekommen wahrhaftig nicht, die dem Junkerparlament schließlich fämpfen, daß Hunderttausende und Aberhunderttausende bereit sollte, jetzt zwei, nämlich die mit 1600 ba 2200 M. Einkommen, doch noch die Erhöhung der Beamtengehälter abringen wird. sind, mehr als die Abgabe eines Stimmzettels nnd die die Beamten zwischen 1400 und 1800 M, Gehalt und die Besitzer fleinerer Gärtnereien mit 1 bis 1 Hektar. Bemerkenswert ist noch! Die Zahl der Unfälle, für die im Jahre 1907 zum erfien die aus dem Passus über das Zweistimmenrecht hervorgehende Ab- Male Entschädigung gezahlt wurde, belief sich auf 144 703. ficht, möglichst alle Wahlberechtigten, bei denen man nach Gehalt Darunter waren 9815 Unfälle mit tödlichem Ausgange und und Beruf auf soviel loyale Gesinnung und Abhängigkeitsgefühl 1356 Unfälle, die dauernde und völlige Erwerbsunfähigkeit rechnen kann, daß sie einen nationalliberalen oder konservativen Stimmzettel abgeben, wenigstens eine Zuschlagsstimme zu sichern. zur Folge hatten. Im Jahre 1907 gelangten insgesamt So will man durch nationale" Stimmzettel für die Herrschaft 662 901 Unfälle zur Meldung, gegenüber 645 583 Fällen im der Besitzenden soviel wie möglich heraus: Vorjahr". So wird lakonisch gemeldet. Ichlagen, ohne au riafieren, der Sozialdemokratie Zuschlags- Ein einziges Jahr hat seinen Kreislauf beendet. stimmen gufommen zu lassen. Dadurch charakterisiert sich diese Morgenrot eines neuen beleuchtet nahezu zehntausend blutige ganze Wahlrechtsmadhe. als ein ebenso kleinlicher wie schäbiger Leiber, die die deutsche Industrie erwürgte. Insgesamt Schacher um die nationalliberalen und fonservativen Landtagsjike. sechs hundertfünfund vierzigtausendfünflinser besonderes Intersse erweckt aber der Absah über das hundertdreiundachtzig Arbeiter mußten dem Moloch 3weistimmenrecht noch, weil hier die Grenzlinien| Stapitalismus ihre Nlieder opfern. Und das, wohlgemerkt in für die Entrechtung der breiten Masse, ins- einem Jahr! Das Wechselwirkung zwischen wirtschaftlichen Verhältnissen und politischen Gestaltungen unt so klarer vor Augerf steht, werden Sie es den verbündeten Regierungen nicht zutrauen, daß sie in fozialpolitischer Träumerei 1 cue Organiz sationen vorschlagen, ohne ihren Einfluß auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhält= nisse bedacht zu haben. Vielleicht werden Sie bei Ihren Erörterungen auch finden, daß die wachsende Konzentration der Betriebe in Riesenbetriebe, Hand in Hand mit der immer steigenden Verwirklichung des Assoziationsgedantens sowohl auf Geite der Arbeitnehmer als auch auf Seite der Arbeitgeber, neue Verhältnisse zwischen den beiden Kontrahenten des Arbeitsvertrages geschaffen, diese voneinander abgerüdt hat, und daß es ebenso einem wirtschaftlichen wie einem politischen Interesse entspricht, nach Organen zu suchen, die den für beide Teile nötigen Zusammenhang, wo cr unterbrochen wurde, wiederher= stellen sollen." besondere der Arbeiterschaft, gezogen sind. Das ist die stereotype Menschenverwüstung, auf die, Mit ausgesuchtem Raffinement hat man auch die letzten Merkmale weil sie stereotyp ist, in der bürgerlichen Welt niemand für die Erteilung von Zusabftimmen derart festgelegt, daß die besonders achtet. Die Bourgeoisie, die von MitleidsDarauf hielt Reichsschatsekretär Sydow einen Teil der untersten Beamten, die Kleinhandwerker und besonders die regungen erfüllt ist bei Katastrophen, die zu verhindern in Rede, mit der er im Reichstag die Finanzreform begründet hat. Arbeiter mit einer Stimme abgefunden, legter Linie zurzeit außer dem Bereich menschlicher Möglich- Nachdem diese Einleitungspredigten beendet waren, das heißt so gut wie entrechtet werden. Die Wahlrechtshändler feit liegt, dieselbe Bourgeofie steht vielfach mit Gleichmut dem wandte sich der Handelstag der Beratung der Sdowschen haben vor allens auch daran gedacht, daß Arbeiter mandymal ein Wüten der von ihr geleiteten Industrie gegenüber, betrachtet Steuervorlagen zu. Er billigte die Nachlaßsteuer sowie die Häuschen ihr eigen nennen und daher auf Grund der Ansässig die Opfer des Arbeitsprozejjes als die Opfer unvorhergesehener geplante Erhöhung der Steuer auf Tabat, Branntwein und teit leicht eine Bujabstimme oder auch einige erlangen könnten. und unabwendbarer Zwischenfälle und läßt sich vielfach, oder Bier; jedoch müsse verlangt werden, daß die Steuern so geInt das zu verhindern, hat man die Merkmale der An- richtiger in den allermeisten Fällen nur durch den ehernen ftaltet werden, daß sie auf die Verbraucher abgewälzt werden jässigkeit derart eingeschränkt, daß nur Haus- Druck gesetzlicher Bestimmungen dazu bringen, die primitivsten können. rechts um 7 Bros. macht. Noch ein Dementi. Die Nordd. Aug. 3tg." veröffentlicht heute noch einmal In seiner ersten Beröffentlichung über die Besprechung empfang der Generale, die folgenden Wortlaut hat: Seiner Majestät des Kaisers mit den kommandierenden Genc= ralen hatte das„ Berliner Tageblatt" berichtet:" Am Schlusse dieses militärtechnischen Vortrages spielte der Kaiser, wie wir hören, mit einigen Worten auf die Vorgänge an, die sich im Anfchluß an die Veröffentlichung des Daily Tele= graph Interviews ereignet." Unter Siniveis auf die im Reichsanzeiger" und von uns veröffentlichte Erklärung sind wir ermächtigt festzustellen, daß Seine Majestät der Kaiser in der Besprechung mit den Generalen die Vorgänge nach dem Erscheinen des Daily- Telegraph- Artikels mit feinem Wort berührt hat. = befizer mit 150 oder 100 Grundsteuereinheiten eine Pluralstimme Maßregeln zur Beschränkung der Unfälle in den Betrieben Bei der Spezialberatung der Branntweinsteuer tam c3 erfangen können. Dadurch find alle sogenannten einzuführen. zu einem heiteren Intermezzo: Ein Diskussionstedner verSäusler entrechtet worden, die in vielen ndu- Denn es ist eine ernstlich nicht bestreitbare Tatsache, daß fangte Abschaffung der Liebesgaben. Dem trat ein anderer striebörfern zahlreich vertreten sind. Dieser obige Blutziffern reduziert werden könnten, reduziert auf Redner, der Kommerzienrat Sinner- Karlsruhe, entgegen mit Streich ist offenbar auf die Erwägung zurüdzu ein ungeahnt fleines Minimum. Die Technik im Maschinen- der Behauptung, die Liebesgabe komme auch den Konsumenten führen, daß die Häuster zumeist Arbeiter und bauvefen hat sich, den ungeheuer gestiegenen Anforde zugute. Ihm trat ein anderer Redner aus Karlsruhe namens daher leichter als andere Leute geneigt fein rungen entsprechend, zu hoher Vollkommenheit entwickelt. Rehment entgegen, der feine Nede mit dem Sabe einleitete: werden, einen sozialdemokratischen Stimm Die Industrie bedient sich heute außerordentlich komplizierter Die Ausführungen des Vorredners dürfen nicht unwidergettel abzugeben. Noch etroas über die Altersstimme. Sie soll allen Maschinen. Das Arbeiten an diesem feingegliederten und sprochen bleiben, weil er als Brenner und Spritfabrikant Noch etroas über die Altersstimme. Sie foll allen Wählern ohne Ausnahme zugute kommen, die über 50 Jahre alt empfindlichen Mechanismus stellt an den Arbeitenden die felber pro Jahr etwa 400 000 9. empfängt." höchsten Anforderungen. Ein ungeschulter Arbeiter kann da Das Verlangen des badischen Schnapsbrenners, der find. Aber auch diese Zuschlagsstimme foll dazu dienen, die Ent nicht allein die Maschine in Gefahr bringen, noch mehr Handelstag möge fich mit dem Monopol einverstanden er rechtung der Arbeiter zu verbollständigen. Allerdings werden auch Arbeiter in die Lage kommen, die Zuschlags- bedroht find feine eigenen Glieder. Die Ebbe und Flut klären, wurde gegen fünf Stimmen abgelehnt. stimme auf Grund des Alters zu erlangan. Das wird aber bei unserer gegenwärtigen Produktionsweise bedingt ein spiralihnen verhältnismäßig weit weniger der Fall sein als bei den förmiges Ausdehnen und Zusammenziehen der Produktion. ihnen verhältnismäßig weit weniger der Fall fein als bei den Den Zeiten der Strifen folgen Perioden der wahnwikigsten Bestzenden, aus dem einfachen Grunde, weil die Arbeiter durch Saft in der Produktion. Nicht lange hält diese goldene eine halbamtliche Erklärung über den Neujahrsschnittlich viel früher sterben, zumeist schon in jüngeren Jahren an den Folgen der Ausbeutung und der Unterernährung zugrunde Zeit an. Man fucht sie auszunügen, fucht hereinzuholen schen. In der Wahlrechtsdeputation hat Geheimrat Heint auf was nur irgend möglich ist. Die Niesenarmee der industriellen Arbeiter will an manchen Orten nicht mehr genügen, Grund der Wahlergebnisse in Breußen, wo bekanntlich öffentlich gewählt wird, nachgewiesen, daß sich bei einer Altersstimme vom andererseits bewirkt auch der oft zu diesen Zeiten etwas 45. Lebensjahre an schon bei 100 abgegebenen Stimmen eine Ver- geftiegene Lohn, daß sich, wie Eisen vom Magnet angezogen, schiebung von sieben zum Nachteil der Sozialdemokratie eintrete. Scharen ungeschulter, ländlicher Arbeiter in die E3 fommt also auch die Altersstimme nur den Gegnern der Ar- Industriezentren ergießen und dem gestiegenen Bedarf an beiter zugute, fie bedeutet eine Berschlechterung des Arbeiterwahl Arbeitermaterial genügen. Gerade diese Arbeiterkategorie ist der Gefahr, von einer der Maschinen erfaßt und verlegt zu Aus alledem erfieht man, daß das neue Kompromiß vor allem werden, besonders hoch ausgefekt. Hierin werden uns die ein Bahlrecht gegen die Arbeiter schaffen soll. Sie will Apologeten der Kapitalistenklasse freudig zustimmen. Denn man in erster Linie minderen Rechts erflären, fie sollen Staats- mit dieser Erklärung der grauenhaften Erscheinung auf dem Lürger lehter Klaffe bleiben, sie sollen systematisch um eine Ver- Schlachtfelde der Arbeit können sie ihre Hände in Unschuld tretung im Landtage gebracht werden. Wird das aber erreicht, waschen. Aber dann ist es noch rätselhafter, welche Veran. dann hat der Arbeiter weniger noch als den Aber das ist nur die eine und die weniger ausvierten Teil des Rechts der Besibenden, dann schlaggebende Seite. Die Riesenzahlen der Unfälle in lassung denn eigentlich die Generale hatten, dem Kaiser ist die Arbeiterschaft vollständig rechtlos ge- der Industrie verringern sich ja auch nicht in den Betten der ein Bertrauensvotum auszustellen. Vielleicht erzählt uns Krisen. Die Sucht des Kapitalisten nach Gewinn, die ängst das Kanzlerblatt in einer dritten Erklärung, wie es zu dieser Die Stellungnahme zu dem neuen Pluralscheusal ist für die liche Vermeidung alles dessen, was geeignet erscheint, interessanten Kundgebung, die ja nicht dementiert wurde, fächsische Arbeiterschaft daher ohne weiteres gegeben: die Losung die Rate des erzielten Mehrwerts herabzudrücken, das denn eigentlich gekommen ist. Als oberstem Kriegsherrn fann nur lauten: In den Ortus mit diesem Scheusall Auf zum ist der Umstand, aus dem sich die Schuld der kapitalistischen konnten ja die Generale dem Kaiser kein Bertrauensvotun erteilen, dem widerspricht das militärische Verhältnis; ein Stampfe für ein gleiches Wahlrecht! Dieser Losung wird Unternehmer riesenhaft erhebt. Schafft Schubor Bertrauensvotum für die kaiserliche Politik soll es aber die sächsische Arbeiterschaft sicher folgen und nicht eher ruhen, bis richtungen in ausreichendem Maße und dem Wolfe geworden ist, was des Volkes ist. die Blutziffern fallen! Verringert die meist auch nicht gewesen sein. Ja, aber was dann? Man sieht, überlange Arbeitszeit, die den Arbeiter in den Be- die offiziösen Feststellungen lassen an Klarheit alles zu trieben aus förperlicher und psychischer Erschlaffung gleichgültig wünschen übrig. gegen die ihn umgebende Welt von Gefahren macht! Das Mit Grauen vernahm alle Welt die Hiobsbotschaften von sind die Mittel, die schon auf dem Boden der jetzigen Gesellden Katastrophen der letzten Monate in Radbod, in den Stüften. fchaftsordnung den Blutstrom der Unfälle stauen tönnten ohne der am 6. Januar abgehaltenen Landesversammlung der württem strichen von Süditalien. Die furchtbaren Tragödien ließen für den Fortbestand der jetzigen Produktionsform und gesellschaft bergischen Bollspartei, der sogenannten Dreitönigsparade", nicht dazu gelangt, seine beabsichtigte große Rebe zu halten. Da er aber einen Moment wenigstens die zibilisierte Menschheit erbeben, lichen Einrichtungen zu gefährden. Mit dem Fortschreiten der Technik in der Produktion die Mühe, sie auszuarbeiten, nicht umsonst gehabt haben will, berder Donnerschlag dieser Ereignisse übertönte einen Augenblick funstvoller, aber auch gefährlichster Maschinen hat die Technik öffentlicht er ihren Tert im Stuttgarter Beobachter", und das das geschäftige Summen, Gezänk und Gelärm des Alltags in der Herstellung entsprechender Schutzvorrichtungen zu diesen ist gut so, denn man lernt daraus ziemlich genau erkennen, wie ſich Tebens. Das Unvermittelte, Spontane der Ereignisse einer, das Gefühl der Machtlosigkeits des eigenen erbärmlichen Nichts Maschinen gleichen Schritt gehalten. Die Unfälle in der In- die Boltspartei zu den Sydowschen Steuervorschlägen stelt. das Gefühl der Machtlosigkeits des eigenen erbärmlichen Nichts dustrie sind nichts Unabwendbares, ihre Verhinderung steht andererseits war es, das der Gesamtheit der Menschheit einen Schrei des Entfegens entlockte. Wirjagen der gesamten Mensch nicht außer dem Bereiche menschlicher Macht. heit und haben damit vor allem das Trauerspiel der unterschenden Klassen freiwillig noch nie etwas getan. Gs beZum Wohle der arbeitenden Klassen haben die herrgehenden Gefilde in Süditallen in Auge. Nur Katastrophen, burfte immer erbitterter Stämpfe, wollte sich die Arbeiter Die Tausende bon blühenden Menschen aus derartigen Urfachen aus der Liste der Lebenden verwischen, erschüttern auch schaft ein winziges Teilchen von Sonnenschein und Lebensglüc Die kapitalistische Welt, beunruhigen momentan auch das fatte erringen. Sollte sie stupide und tatenlos, dem Raubbau, der Behagen unferer Bourgeoisie, lassen ihre Gefühle für den mit ihrem Leben getrieben wird, zusehen? Sie lehnt das Augenblic wenigstens mit denen der Gesamtheit des Volfes ab. Sie fordert mit allem Nachdruck den Ausbau gefeßlicher Schuh bestimmungen im Arharmonieren. beitsprozeß. Und nur Narren und Zynifer fönnen anNicht immer ist das der Fall. Es gibt auch Fälle, wo die Menschenvernichtung, die Menschenverstümmelung gesichts obiger Zahlen diese Bestrebungen der Arbeiterklasse für noch grauenhaftere Umfänge annimmt, wie bei Natur- unberechtigt erklären. ereignissen obiger Art, ohne daß sich die herrschenden Klassen barüber entsetzen. Nur daß das Produkt der Verwüstung nicht in fo furchtbarer Deutlichkeit vor der Welt liegt, daß Berlin, den 11. Januar 1909. der Termin der Vernichtung von Menschenmassen nicht auf den Zeitraum weniger Sefunden beschränkt, sondern ein Der deutsche Handelstag und die Reichsfinanzreform. fehr profitables Einstampfen von Menschenleibern sich Heute vormittag trat in Berlin der deutsche Handelstag jahraus, jahrein mit der Ruhe der Selbstverständlichkeit voll- zusammen, um zur Reichsfinanzreform Stellung zu nehmen. sieht. Die Industrie ist's, die wir im Auge haben, ihr- Der Handelstag ist von etwa 400 Bertretern des deutschen historisch und boltswirtschaftlich allerdings notwendiger Siegeszug geht über Blut und Leichen. Vor der Zahl ihrer Opfer, zusammengefaßt, tritt felbst die fürchterliche Statastrophe da unten im Süden in den Schatten. Blutige Zahlen. Politifche Ueberlicht. Herr v. Payer als Steuerpolitiker. Der Führer der schwäbischen Demokratie, Herr v. Baher, ist in Herr v. Payer erklärt: " " Wir werden für die Nachlassteuer, oder auch, wenn das leichter eine Mehrheit finden sollte, für eine an deren Stelle tretende ausgebaute Erbschaftssteuer stimmen, uns aber auch, tver: n das leichter gehen sollte, der Reichsvermögenssteuer nicht versagen. Die Matrikularbeiträge zu vervielfältigen, weifen wir zurück. Umgekehrt müssen wir uns aber auch gegen den Vorschlag einer gänzlichen Abschaffung der Matrikularbeiträge aussprechen. Unverständlich ist, weshalb die Regierungen fich mit den von der Mehrzahl der Parteien längst abgelehnten Projekten, dem Brannt iveinmonopol und der Zigarrenbanderolensteuer, nochmals belastet haben. Diese Projekte können als gefallen gelten, damit aber nicht der Gedante einer Branntwein und einer Tabaksteuer überhaupt. Beide werden, es hilft nichts, fidh das zu verhehlen, in vernünftigerer Form fommen. Bluten muß sicher auch das Bier. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit famn dagegen als gefallen bezeichnet werden die Weinsteuer. Fallen wird auch die Elettrizitäts. und wird Gassteuer. Fallen wohl auch die Inseratensteuer als tostspielig, schwerfällig und die Freiheit der Presse, dieses Bollwertes der bürgerlichen Unabhängigkeit, ohne Not gefährdend. Es wird um so leichter fein, alle dieje Projekte absterben zu lassen, als man sie bei richtiger Bemessung des Bes darfes wohl gar nicht nötig haben wird." Das volksparteiliche Steuerprogramm unterscheidet fich also lau Rede den Beweis dafür, daß v. Bayer, unbeirrt durch mancherlei Angriffe des demokratischen Radikalismus, fich in seinem Vertrauen zum Reichskanzler und zu den Erfolgen der Blocpolitik nicht hat er fchüttern lassen". Handels beschickt. Von der Regierung sind anwesend: Beth- vom nationalliberalen. Die Köln. 8tg." fieht denn auch in der mann- Hollweg, Sydow, der preußische Handelsminister Delbrück und mehrere Unterstaatssekretäre. Den Borfiz führt der Vizepräsident des Reichstages Kämpf. Staatsminister Dr. von Bethmann- Hollweg hielt die BeBor uns liegen die von uns fürzlich im Auszuge mit geteilten Ergebnisse der deutschen Berufs- grüßungsansprache. Er sagte u. a.: genoffensaften im Jahre 1907. Steine erschütternden Schilderungen, feine Bilder, in denen sich schreckhaftes Ents segen spontan erhebt. Nichts Sentimentales. Steine tränenreichen Stimmungsbilder. Wenigstens nicht für den oberflächlichen Betrachter, dessen Auge in der Regel flüchtig über den Wust von fünf- oder sechsstelligen Zahlen hinweghuscht. Denn Zahlen sind es, tote, trodene Zahlen! Aber wer sich der Mühe unterzieht und diese toten Gesellen etwas gründlich betrachtet, dem werden sie lebendig, dem erzählen fie leise, eindringlich Geschichten bon ungeahntem eh. Dem malen sie Bilder, deren Stolorit, rotes Blut und schwarzes Elend, die Seele erschreckt. Dem erzählen sie Bände trauriger Geschichten. Da reiht sich eine Erzählung an die andere und alle geigen uns fieche Menschen, weinende Witwen, unverforgte, im Elend leidende Stinder. Und immer neue Geschichten raunen die Zahlen, jebe einzelne Zahl weiß von neuem su schildern. Und immer ist der Grundton derfelbe. Sie wollen sich mit einer Reihe von Fragen beschäftigen, die für das Reich die ernsteste Bedeutung haben, und wenn ich die Leitfähe Ihrer Tagesordnung ansehe, so finde ich, daß die negative Kritik dabei nicht zu kurz kommen wird. Und doch handelt es sich um Dinge, bei denen wir positive Ergebnisse er sielen müssen. Vor allem bei der Reichsfinanzreform, die nicht eine Frage einzelner Parteien oder einzelner Erwerbsstände, sondern eine Lebensfrage des deutschen Voltes ist. Mein spezielles Ressortinteresse wird durch die Arbeitsfammervorlage berührt, die Sie besprechen und verwerfen wollen. Ich muß es mir versagen, was ich an sich gern täte, Ihnen die Grundgedanken des Entwurfes vorzuführen. Vielleicht gelänge es mir dann doch, irrtümliche Annahmen der Kritik zu widerlegen. Aber Sie wissen, die erste Lesung der Vorlage im Reichstage steht noch aus, und bevor ich sie dort vertreten habe, fann ich mich in öffentliche Poleiit nicht einlassen. Als Männer, die mitten im wirtschaftlichen Leben stehen, und denen, je größer unsere wirtschaftliche Entwickelung gewefen ist, diej Hofprediger a. D. Stöder als großkapitalistischer Spekulant. Jm Wahlkampf, wenn die sonst so friedlichen Brüder sich gegen übertreten, um die Stimmen der Arbeiter zu fangen, entschlüpft ihnen manch wertvolles Geständnis, das sonst nicht in die Oeffent lichkeit dringen würde. Im reichen Maße geschieht das jetzt im Siegerlande. Die Christlichsozialen, die mit ihren Parteigrundsägen keine Wähler werben können, begeben sich auf das persönliche Gebiet und reißen die gegnerischen Parteien und Kandidaten herunter. Der nationalliberale Kandidat wurde als Direttor des Schaaffhausener Bankvereins ständig mit der Bohrgesellschaft Ertlanz berquidt und für die 500 Prozent Dividenden verantwortlich gemacht. Darauf antwortete die nationalliberale Partei mit einem Flugblatt, das über Stöders Spekulationsgeschäfte folgende Aufklärung enthält: An der 1809 gegründeten Kalibohrgesellschaft Adolf- Glüd" Hat sich Herr Sofprediger a. D. Stöder 1900 mit 100 Anteilen beteiligt. Er hat die Anteile damals zu 100-120 Mart erworben. Um die Jahresivende 1904/05 verkaufte Herr Stöder dann seine Anteile hintereinander für je 1200-1300 Mart, d. h. also die im Besitz des Herrn Hofprediger a. D. Stöcker befindlichen Kaliwerte sind in jenen vier Jahren um rund 1100 Prozent im Werte gefliegen. wird, sodaß unter Umständen bei einem Einkommen bis 6000 m. eine Herabsetzung um 10 Tariffiufen erfolgen fann; auf alle Fälle aber ist in Rücksicht auf das Wahlrecht- eine Steuer von 50 Pf. zu entrichten. Den 222 Stufen umfassenden Tarif der Regierungsvorlage Unter Berücksichtigung der Zubußen hat Herr Stöder bei haben unsere Parteigenossen einen ebenso viele Nummern umdiefer großkapitalistischen Spekulation über 100 000 art per fafienden Abänderungsvorschlag gegenüber gestellt. Der Regierungssönlich eingestrichen. entwurf belastet schon ein Ginkommen von 1200 2. mit einer Das aber Herr Stöcker auch bereit war, das spekulative Inter- Steuer von 7,50 M., der sozialdemokratische Entwurf nur mit 4 M. esse der Bohrgesellschaft zu unterstüßen, crgibt die Tatsache, daß, Es haben weiter zu leisten nach dem als im Jahre 1904 die Gemarkung„ Besbed" angeschlossen werden Regierungstarif: foute zum Zwecke der Kurstreiberei, Herr Stöcker die dazu er forderlichen Barmittel von 30 000 Mart allein geliehen hat. " Der Wert der Anteile, für die Herr Stöcker 1200-1300 M. erzielte, sind heute so tief gesunken, daß kein Zweifel bestehen kann über die Uebertriebenheit der Kalispekulation Adolf- Glück", an der Herr Stöder über 100 000 m. verdient hat, während die späteren Käufer und Besizer aber naturgemäß hereingefallen find. So der Fall Stöder." Man sieht, daß der Prediger gegen den gottlosen Mammon cs techt gut verstanden hat, sich Schäße zu sammeln, und daß der Manu, der gegen die Genußsucht der Arbeiter donnerte, sich die Mittel beschaffte, feine eigenen Genüsse zu befriedigen. Soldatenschinder. Sozialdemokratischer Tarif: 2000 M. Steuer 23 M. 8 000 48 " " 4.000 78 11 6000 143 2000 m. 3.000 4000 6000 Steuer 12 M. 38 " 78 17 " 148 17 " " " 1 10 000 20 000 50 000 100 000 150 000 200 000 280 10 000 842 " " " " 636 20 000 744 " 11 12 " 1742 50 000 2170 " " 17 3712 100 000 " " 17 " 5.892 8312 " 150 000 200.000 1R 4.940 8.165 11 690 12 P D " " Bei einem Einkommen von 300 000 W. erreicht der Regierungsentwurf die höchfte Stufe der Progression mit 18 312 M. Steuer ( ober 4,51 Proz.), während der sozialdemokratische Antrag schon bei einem Einkommen von 218 000. einen Steuersatz von 13 040 M. oder 6 Proz. vorsieht und so weiter für je 2000 M. Einkommen 120 M. Steuer mehr. teilhafte Aussicht auf eine rasche Beendigung der schiebenden Frage und der Wert der Wiederaufnahme der freundschaftlichen Beziehungen zu Desterreich- Ungarn überwogen zu haben. Diese Erwägungen dürften durchbringen und dazu führen, das Angebot anzunehmen. Nach Angaben der Pforte wird der Großwesir nicht Montag, sondern erst Donnerstag fein Egpose halten. Die Bertagung ist zweifellos infolge der gestrigen Erklärung Pallavicinis erfolgt, über die der Ministerrat Sonntag beraten hat. Die Nachrichten aus Konstantinopel aber Taufen weniger günstig. Der türkische Ministerrat hat zunächst teine Entscheidung getroffen. Er will erst abwarten, wie die Nation den österreichisch- ungarischen Vorschlag aufnimmt. Falls die Aufnahme eine günstige ist, wird das Kabinett den VorAber schlag dem Parlament zur Genehmigung unterbreiten. diese Aufnahme scheint durchaus nicht günstig zu sein und die türkische Presse wendet sich zum Teil mit Schärfe gegen den österreichischen Vorschlag. Im Tanin" bespricht der Deputierte Ismail Hakki das Angebot und sagt, Desterreich- Ungarn habe fich vom attomanischen Standpuntt entfernt, welcher nicht nur die bosnischen Staatsgüter, sondern auch den Staatsfchuldenanteil umfaßt. Und Jeni Gazetta", das Blatt des Großwefirs, meldet sogar, ebenso ivie der" Ikalam", daß der österreichische Vorschlag im Ministerrat definitiv verworfen worden sei. Eine große Altion gegen alle sozialdemokratischen Blätter, die Dics wird nun von Wien aus auf das energischste de.men. an dem herrschenden militärischen System und die aus demselben tiert. Es zeigt sich aber immerhin, daß der anfängliche Optimisentstehenden Soldatenmißhandlungen scharf Kritik üben, hat der Die fozialdemokratischen Anträge begründeten die Genossen mus doch etwas verfrüht gewesen ist. Allerdings darf man Kriegsminister v. Einem unternommen. Im Auguft vorigen Jahres Adolf Müller und v. Haller.. hoffen, daß diesmal die Verhandlungen nicht wieder so rasch aberschien im Vorwärts" ein Leitartikel unter dem Titel„ Schinder- Der Finanzminister und die Bertreter der bürgerlichen Barteien gebrochen werden, wie die früheren, und der türkische Widerstand Inechte", der, wie von verschiedenen anderen Parteiblättern, auch machten gegen den sozialdemokratischen Tarif geltend, daß er be- hat wohl vor allem den Zweck, die österreichische Lostaufsumme zu vom„ Lübecker Volksboten" abgedruckt wurde. Der Kriegsminister fonders die Industrie, die in Bayern- infolge der geographischen erhöhen. Aber ein solches Feilschen mag fich lange hinziehen und stellte auch gegen unser Lübecker Parteiorgan Strafantrag, und am Lage des Landes und des Mangels an Sohlen und Waffer- jebe Verzögerung ist bei der gespannten Rage nicht ohne Ge= Sonnabend lam die Sache vor der dortigen Straflammer zur Ber- ftraßen sich in einer sehr ungünstigen Lage befinde, zu fehr befahr. Daher gewinnen die Meldungen an Wahrscheinlichkeit, Handlung. Angeklagt war ber politische Redakteur des laste; die Steuersäge in Bayern müßten fich jenen der benachbarten daß von dritter Seite und hier kommt vor allem rantreid) Bollsboten", Genosse Stelling. Der Vorsitzende des Bundesstaaten anschließen, wenn das Band nicht geschädigt werden in Betracht der Versuch gemacht werden wird, durch eine Gerichts teilte zunächst mit, daß diejenigen Nichter der wolle. Unsere Bertreter entgegneten, daß die Steuerlaften für die Vermittelung zwischen Desterreich und der Türkei die VerStraflammer, die dem Heeresverbande noch angehören, aus- Ansiedelung und Entwickelung der Industrie von sehr minimaler handlungen zum Abschluß zu bringen und damit den Weg zur geschieden und durch andere erfest seien. Der Angeklagte gab die Bedeutung feien; viel wichtiger feien gute Handelsverträge, Waffer- Ginberufung einer europäischen Konferenz endlich frei zu machen. Erklärung ab, daß es ihm völlig ferngelegen habe, die gesamten straßen, Ausnüßung der Wasserkräfte des Landes. Die Kretafrage. Offiziere und Unteroffiziere des preußischen Heeres zu beleidigen Genoffe aller verlangte Auskunft darüber, wie hoch der Konstantinopel, 11. Januar. Die Pforte hat die Brotests sind daß der Artikel sich nur gegen das herrschende System und durch Steuern zu deckende Bedarf des Landes in den nächsten Jahren resolution, welche am Sonnabend auf dem Volksmeeting deffen Begleiterscheinungen richte. Der Verteidiger, Genoffe Wolf- fein wird. Darüber konnte der Finanzminister feine Auskunft geben. gang eine Berlin, hatte beantragt, zum Beweis dafür, daß Maßgebend feien in erster Linie die finanziellen Ergebnisse der gegen die Annegion retas durch Griechenland gefaßt wurde, sehr häufig Mißhandlungen von Soldaten durch Vorgesetzte Staatsbahnen, dann besonders die trostlosen Finanzverhältnisse an die türkischen Botschafter gesandt, damit diese sie den Mächten übergeben, vorkommen und daß von manchen Vorgesetzten das sowieso des Reiches. Für das Jahr 1908 fchulden die Bundes schon mangelhafte Beschwerderecht durch Drohungen illusorisch staaten 80 Millionen Mark an Matrikularbeiträgen. Müssen gemacht wird, eine ganze Reihe von Artikeln des Volksboten" diefe geftundeten Beiträge bezahlt werden, dann habe Bayern in der berlefen werden sollten, die über Soldatenmißhandlungsprozeffe be- Finanzperiode 1910/11 allein für diesen Zwed 9 Millionen mehr richteten. In erster Linie war jedoch der Antrag gestellt, die Aften aufzubringen abgesehen von den Mehraufwendungen infolge der der dort erwähnten Prozesse herbeizuschaffen und durch deren Inhalt neuen Handelsregulative und der fortschreitend höheren Bedürfnisse die Richtigkeit der in dem Artikel behaupteten Tatsachen nach des Landes. zuweisen. Das Gericht lehnte jedoch diesen Antrag ab und ließ Mit einem Appell an die Parteien, die Finanzreform im Neiche nur die Berlefung zweier Prozeßberichte über Soldatenmizhand- zu einem guten Ende zu führen, schloß der Minister fein wenig er mgen, die fich bei der Garde abgespielt haben, zu. Dieselben bauliches Finangerpofé. Das Zentrum lächelte bergnügt, als der zeigten ein wahrhaft scheußliches Bild von ben zahllofen Minister in so tragischen Worten das Finanzelend des Reiches Schindereien, deren Opfer Angehörige des Soldatenstandes geworden schilderte. sind. Der Erste Staatsanwalt Dr. Bende fuchte den Nach- Schließlich wurde der sozialdemokratische Tarif mit allen gegen weis zu führen, daß der Artikel bedauerliche Einzelfälle, die die Stimmen unserer Genoffen abgelehnt, der Regierungsleiber vorgekommen feien, verallgemeinere und dadurch Beleidigungen entwurf mit den Stimmen des Zentrums und der des gesamten Offizier- und Unteroffiziertorps enthalte: Er beantragte nationalliberalen angenommen. gegen den Angeflagten vier Monate Gefängnis. In eingehender 222 Oefterreich. Der Prager Bummel. Brag, 10. Januar. Aus Anlaß des ersten Stubentenбummels nach den Hochschulferien hatten sich heute vormittag Taufende von Menschen auf dem Graben eingefunden. Die Führer der Tschechen nicht anwesend. Es kam mehrfach zu groben Ausschreitungen, waren wegen Teilnahme an einer Versammlung in einem Vororte Brags so daß sich die Polizei veranlaßt fah, wiederholt einzuschreiten und zahlreiche Verhaftungen vorzunehmen. Als gegen 11%, Uhr die Lage ernster wurde, räumte die Wache den Graben und verhaftete nochmals mehrere Personen. Erst gegen 1 Uhr nachmittags trat wieder Ruhe ein. Schweiz. Für den Proporz. Zürich, 11. Januar. Eine von etwa tausend Teilnehmern aus fast allen Barteien der Schweiz besuchte Versammlung beschloß cinstimmig, eine neue Boltsinitiative für Einführung der Berhältniswahlen des Nationalrats cingu leiten mit dem Grundfag: Ein Kanton ein Wahlkreis". Italien. " Neapel, 11. Januar. Der frühere Minister Rafi ist neuerdings Nafi wiedergewählt. England. Rede zerstörte Genoffe Heine das fünstlich aufgebaute staatsanwalt- Gegen die elfast- lothringer Wahlrechtsdemonstration, liche Luftgebilde von dem beleidigten Offizier- und Unteroffiziertorps. die für den 7 Februar angekündigt ist, hat der Gemeinderat von Nur das System sollte und fei getroffen worden und ein System Mülhausen im Elsaß schon Stellung genommen, indem er einen Anfei nicht zu beleidigen, sondern nur Bersonen. In dem ganzen trag des sozialdemokratischen Streisvereines auf Ueberlassung des Artikel sei nicht ein einziges Mal den Offizieren, die teine Soldaten- städtischen Meßplatzes zu einer Versammlung unter freiem Himmel fchindereien begangen haben, einen Vorwurf gemacht. Die ganze als Gisbahn dienende Blag" eventuell auch am 7. Februar zu mit der merkwürdigen Begründung ablehnte, daß der augenblicklich Zendenz des Artifels sei die, eine Beseitigung der Soldaten diesem Zwede benötigt würde. fcindereien herbeizuführen, und die Soldaten darauf hin- Der aus Angehörigen der Zentrumspartei, der Liberalen und in Trapani gewählt worden, zuweisen, daß fie fich feine menschenunwürdige Behandlung der Demokraten Blumenthal'scher Richtung sich zusammenseßende gefallen zu laffen hätten, sondern sich vor allem beschweren Gemeinderat fchloß fich am vergangenen Sonnabend einstimmig der müßten. Deshalb sei der Angeklagte nicht strafbar, sondern frei Berweigerung des Plages mit dieser Begründung an, die den Die politischen Geldbeiträge der Gewerkschaften.* zusprechen. Das Gericht feste die Urteilsverfündung auf nächsten Schlittschuhsport über den Kampf um ein demo London, 9. Januar.( Eig. Ber.) Die Entscheidung des App: llSonnabend fest. Der Verhandlung wohnte eine große Menschen- tratisches Wahlrecht fest. Zwei andere Plätze, auf die hofes und der Rekurs an das Oberhaus bilden gegenwärtig den menge bei. Auch vor dem Gerichtsgebäude hatten sich zahlreiche der Gemeinderat mit dem Bemerken hinweist, daß die Polizei Sauptgegenstand der Diskussion in den britischen Trade Unions. behörde um die Genehmigung anzugehen sei, sind dem sozialdemor Troß der gerichtlichen Entscheidung beschloß der Londoner Berfonen eingefunden. fratischen Verein bei größeren Veranstaltungen von der Polizei aus Trotz der gerichtlichen Entscheidung beschloß der Londoner Gründen des Verkehrs" und der öffentlichen Sicherheit verweigert Buchdruckerverband, die politischen Beiträge zwangsweise zu erheben. Aber eine Anzahl von Buchdruckern leistete den. Weitrag( 25 f. pro Vierteljahr) unter Protest. In Südwales, wo einige tausend Bergleute zur fonservativen Partei gehören, Hartungschen Zeitung" lesen wir: In einem Artikel der Sonnabendnummer der freifinnigen werden von den Verbandsführern Bersammlungen abgehalten, in denen die der Arbeiterpartei feindlichen Elemente scharf verurteilt Die Freifinnigen vertreten auch das allgemeine Wahl- werden. recht für Breußen. Aber niemals haben sie deffen Gewährung zur Nach Urteilen hervorragender Juristen bietet das im Jahre Bedingung für die Zustimmung zur Steuerreform gemacht. Sie tvissen recht wohl, daß weder die Regierung, noch die Ston- 1906 in Straft getretene Getvertschaftsgesetz eine Handhabe zur fervativen darauf eingehen würden. Worauf sie aber nicht ber- awangsweisen Erhebung der politischen Beiträge. zichten fönnen, das ist die Erfüllung der noch in der lezten Thron- Im allgemeinen sind die Führer der Arbeiterpartei der Anrede gemachten Busage, und zwar auf einer Grundlage, die etwa ficht, daß, im Falle der Bestätigung des Appellhofurteils durch den mit den nationalliberalen Forderungen übereinstimmt." Oberhausrichter, entweder eine Novelle zum Gewerkschaftsgesetz oder erforderlich sein wird. die Durchsetzung von Staatsdiäten für die Parlamentsabgeordneten Militärische Disziplin. Am 28. Dezember v. J. ertrant beim Schlittschuhlaufen ein oste preußischer Gutsbesizer. Der Unglückliche hieß Artur Kreide, fein Gut liegt in Bronikowen im Kreise Allenstein. Ueber die Einzelheiten des beklagenswerten Vorfalls geht uns jetzt erst folgende Nachricht zu: worden. " Freifinn und Pluralwahlrecht. Der Ertrunkene lief auf dem bei Gensburg belegenen See Schlittschuh und brach in der Nähe der Militärbadeanstalt ein. In nächster Nähe befand sich ein Militärposten, den der Untersinkende um Hilfe anrief. Der Soldat, mutmaßlich in der Ansicht, daß er feinen Bosten unter feinen Umständen verlassen dürfe, tat jedoch nichts zur Rettung. An der Badeanstalt befanden sich zahlreiche Stangen, der Soldat hätte nur nötig gehabt, an das Ufer heranzugehen, dem Ertrinkenden eine Stange zuzureichen und dieser wäre gerettet ge twefen. Gutsbefizer Streide rief ihm zu: Retten Sie mich, ich gebe ich also die Blodfreifinnigen, diefe unbedingten Anhänger des Da die Nationalliberalen das Bluralwahlrecht erstreben, so haben Ihnen 300 M.!" Als das nichts half, bot er ihm 1000 W., aber Reichstagswahlrechts für Breußen", glüdlich bis zum Pluralsich bergeblich. Der unglückliche Mann fant unter und ertrank. So erdrüdte die eiserne Disziplin das Rein- Menschliche in der wahlsystem durchgemaufert". Bruft des jungen Soldaten. Zur bayerischen Steuerreform. . Weitere Schutzollforderungen. Ju einer Versammlung der Fischbampferreeder von HamburgAltona, Curhaben und Geeftemünde in Stade wurde gestern nach Der Steuerausschuß hat am 7. Januar seine Verhandlungen längeren Ausführungen des Reichstags- und Landtagsabgeordneten wieder aufgenommen. Der Beratung unterstanden zunächst die wich Dr. Diedrich Hahn beschlossen, am Freitag, den 15. Januar, eine tigen Artikel, welche bei der Steuerleistung Rücksicht auf die Familien- Deputation in das Reichsamt des Innern zu entsenden, um die Reverhältnisse stipulieren. Artifel 18 bestimmt, daß Steuerpflichtige, gierung in Anbetracht der Notlage der. Hochseefischerei zu bewegen, deren steuerbares Einkommen mit Zurechnung des Einkommens der einen Zoll auf die vom Auslande eingeführten frischen Hochseefische Ehefrau nicht mehr als 1800 M. beträgt, verlangen tönnen, daß die zu legen und die Einfuhr von Fischen aus dem AusEinfünfte der Ehefrau bis zum Betrage von 400 M. bei der Steuer erschweren. Ferner wurde beschlossen, den Minimalpreis für Steuer- lande durch Errichtung von kontrollstationen au veranlagung außer Ansatz bleiben. Unsere Parteigenoffen haben fleine Seefische auf drei Pfennige festzusehen. beantragt, anstatt 1800 M. 2000 m. und statt 400 M. 600 M. zu fetzen, was eine erhebliche Steuerermäßigung zur Folge hätte. Der fozialdemokratische Antrag wurde abgelehnt. Steuerpflichtigen mit einem Einkommen bis zu 8000 M. werden Die Balkankrise. Desterreich und die Türkei. Gegen bas Oberhaus. Londen, 10. Januar. Kriegsminister Haldane hielt in Edinburg eine Rede, in der er ausführte, wenn er die gegenwärtige age betreffend das Oberhaus nicht mißverstehe, so würde diese nicht mehr von langer Dauer fein. Es würden Schritte unternommen, um die Schwerkraft des politischen Einflusses, ohne den eine wirkliche Demokratie nicht eristicren tönne, in die richtige Sage zu bringen. Dänemark. Die Wahlkreiseinteilung. Im Folfething haben unsere Genoffen am Freitag von neuem einen Antrag zur Herbeiführung einer der Verfassung entsprechenden Wahlkreiseinteilung eingebracht. Sie schlagen vor, daß ein Ausschuß bon 15 Mitgliedern gewählt werde, der den dazu nötigen Gesetzentwurf fo zeitig ausarbeitet, daß die bevorstehenden Follethingspahlen, die voraussichtlich Ende Mai stattfinden, auf gerechter Grundlage vorgenommen werden können. Die Antragsteller haben den Follethingsvorsitzenden ersucht, ihren Antrag so schnell wie mur irgend möglich auf die Tagesordnung zu setzen. Die Erfüllung der Verfassungsbestimmung, daß auf je 16 000 Einwohner ein Follethingsmann kommen soll, oder eine gerechte Wahlfreisordnung durch Verfassungsänderung, ist dem dänischen Bolte schon seit einer Reihe von Jahren versprochen worden, und in dieses Versprechen in seiner Programmrebe. Aber seitdem hat man Oftober 1908 wiederholte der neue Ministerpräsident Neergaa vergeblich auf einen derartigen Gefehentwurf gewartet. nach einstimmig gefaßten Beschlüssen( Artikel 19 und 20), wenn fie Bon dem Vorschlage der österreichischen Regierung, der Türfet auf Grund geseglicher Berpflichtungen Abkömmlingen Unterhalt zu als Entschädigung für die Annexion neben wichtigen handelsgewähren haben, bei 3 bis 4 Ablömmlingen Ermäßigung im politischen Bugeständnissen 2 Millionen türkische Pfund( zirka 2 Tarifftufen, bei 5 bis 6 Abkömmlingen um 4 Tarifftufen, bei 7 51 Millionen Mark) zu bezahlen eine nicht geringe Tage für die und mehr Abkömmlingen um 6 Tarifftufen gewährt; bei einem Ein- Ziteländerung hat man sich in Wien eine rasche und glatte kommen zwischen 3000 und 4000 m. foll die Ermäßigung nicht 2, Erledigung der Verhandlungen mit der Türkei versprochen. Offiziös 4, 6, sondern 1, 2 und 3 Stufen betragen. Zu der für die Er- wurde auch bereits erklärt, daß der Vorschlag auf die Pforte einen mäßigung maßgebenden Personenzahl sind auch Abkömmlinge zu sehr günstigen Eindruck gemacht habe. Der Großweftr zählen, welche ihrer Militärpflicht genügen, Steuerpflichtige habe das Angebot dem Ministerrate unterbreitet und versprochen, deren Einkommen nicht mehr als 6000 m. beträgt, fönnen morgen oder übermorgen eine Antwort zu erteilen, worauf dann außerdem berlangen, daß ihnen ihnen wegen besonderer, ihre die weiteren Verhandlungen auf der Basis der Vorschläge beginnen, Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigenbe wirtschaftlicher werden. Die Pforte schien anfangs zu versuchen, eine höhere Berhältnisje( Unterhalt von Eltern und Berwandten, früppelhafter Summe zu erreichen, aber angesichts der Erklärung, daß die Kinder usw.) weitere Ermäßigung unt 2-4 Tarifftufen gewähret genannte Summe das Maximum bedeute, scheine die politisch vorbemiffioniert. Die Demisfion wurde vom König angenommen Rumänien. Ministerwechsel. Bukarest, 10. Januar. Ministerpräsident Studrza hat and ber Minister des Aeußeren, Grigiani, wurde zum Minister- 1 Berlauf der gutbesuchten Versammlung bildete einen Beweis dafür, bräsidenten ernannt. daß die Stellmacher begreifen, um was es sich handelt und was sie zu tun haben. Lohnbewegungen im Töpfergewerbe. Perfien. In Jepahan. Amerika. Gegen Roosevelt. Gewerkschaftliches. Der Lebins. Deutfches Reich. Scharfmacher im Schneidergewerbe. Ein Aufruf des dänischen Gewerkschaftsverbandes. den wärtigen Organisationsverhältnissen weitere Erfolge nicht mehr zu erreichen waren. Was bei dieser ersten Feuerprobe erreicht wurde, ist nicht viel und hat schivere Opfer erfordert, aber die Organis sation hat bewiesen, daß allen Unternehmermachinationen zum Trok sie doch soweit gefräftigt ist, daß die schweren Opfer getragen Teheran, 10. Januar. Der Bachtiarenhef in spahan In Belten, wo den Töpfern und Hilfsarbeitern am 1. Juli werden konnten und daß sie das Erkämpfte auch zu behaupten imSat sich öffentlich für die Nationalisten ausgesprochen und kondes vorigen Jahres zwecks Tariftürzung der vorhandene Lohntarif stande sein wird. Daß sich die Kämpfenden mit einem kleinen Erstitutionelle Rechte für Jspahan gefordert, wo bereits eine zum 1. Oftober gekündigt worden war, ist es nun endlich im Januar folge diesmal begnügen mußten, haben sie dem Zuzug von ausVolksversammlung zur Vorbereitung der Wahlen von endgültig zum Frieden gekommen. Wie wir schon früher melden wärtigen Streifbrechern mit zu danken, denn außer einem reichAbgeordneten abgehalten wurde. Es heißt, daß die Bevölkerung der konnten, waren Ende November in Welten 26 Dfenfabrikanten aus der lichen halben Hundert aus Budapest, stellten sich ebenso viel von Stadt, die durch die Bachtiaren unterstügt wird, sich auf eine ebent. scharfmacherischen Vereinigung ausgetreten und hatten kurzerhand mit dieser Kollegenforte aus Wien und ein halbes Duhend aus Belagerung vorbereitet und Befestigungen an verschiedenen den Arbeitern Frieden geschlossen, indem sie den alten Tarif ohne Aende- Berlin(!) den Unternehmern zur Verfügung. Stellen der Stadt errichtete. Die Ordnung ist nicht gestört; die rung bis zum 1. Oftober d. 3. verlängerten. Diesem Beispiel sind Bewilligt wurde in einer Reihe von Betrieben die 10stündige Straßen werden belvacht. nun auch die übrigen elf Ofenfabriken Beltens gefolgt, so daß endlich Arbeitszeit, die 1% stündige Mittagspause, 24 Kronen Minimal wieder der alte Tarif auf der ganzen Linie anerkannt ist. Damit ist lohn ohne Kost, doch wurden bezüglich der Abschaffung der Kost mmm die Bewegung zugunsten der Arbeiter beendet. Diese hatten noch verschiedene Ausnahmen zugestanden. Für Ueberstunden den Tarif angesichts der schlechten Stonjunktur nicht gefündigt und wurden 70 bis 90 Heller vereinbart. Washington, 10. Januar. Infolge der Erregung, weiaje ote auch keine Mehrforderungen gestellt. Der Angriff ging diesmal von Ausführungen des Präsidenten Roosevelt in seiner Botschaft den Unternehmern aus, wurde aber durch die endliche Anerkennung des alten Tarifs glücklich abgeschlagen. über den Dienst der Geheim polizei hervorgerufen haben, In Neumünster, Hildesheim und Wittenberge Da die Arbeitslosenunterstüßungen der Gewerkschaften samt hat der Senator Depen angekündigt, daß der Kongreß von( Bezirk Botsdam) sind dem Deutschen Töpferverbande seitens der den Leistungen, zu denen Staat und Gemeinden in Dänemark nun an untersuchen werde, ob die Personen, die von Roosevelt für Unternehmer die Tarife gekündigt worden. Die Unternehmer dieser bisher zu bewegen waren, keineswegs ausreichen, der Not zu öffentliche Aemter ernannt feien, geeignet seien. Dies Verfahren Orte glauben die schlechte Konjunktur ausmußen und Abzüge an den steuern, die die furchtbare Arbeitslosigkeit hervorgerufen hat, berwird als eine wirksame Waffe gegen Roosevelt an- ichwerlich gelingen, da die Töpfer in diesen Drten sehr gut organi- gemeine Sammlungen von Unterſtübungsmitteln, die teils be Tarifen durchführen zu können. Das dürfte ihnen aber wohl anstaltet der Gesamtverband der dänischen Gewerkschaften jest allgesehen siert sind. ausgesteuerten oder den Mitgliedern solcher Gewerkschaften zugute kommen sollen, die noch keine Arbeitslosenunterstützung eingeführt haben, teils den Notleidenden im allgemeinen lediglich in Berücksich tigung ihrer Bedürftigkeit. Der Ausschuß des Gewerkschaftsver bandes hat demgemäß am Sonnabend einen Aufruf veröffentlicht, Die Ortsgruppe des Arbeitgeberverbandes im Schneidergewerbe in dem zwei Arten der Einsammlung empfohlen werden: eine Am Sonntag fand auch in Brandenburg a. H. eine Versammlung zu Solingen hat sich herausgenommen, den zwischen dem innerhalb der Gewertschaften und eine andere in der statt, in der Genosse Cohen über die Praktiken des berühmten Bentralverbande der Schneider und der Schneider- breiten Oeffentlichte it. Für die Mittel, die einkommen, leber- Gelben 2ebius und seine geschäftliche Ausbeutung der innung abgeschlossenen Tarifvertrag auf Tarifvertrag auf den sollen, soweit es zweckmäßig erscheint, Naturalien zur Verteilung Unternehmerfurcht vor der Drganisation der Arbeiterschaft sprach. 1. April zu fündigen. Völlig unberufenerteise mischen sich an die Notleidenden beschafft werden. Die Sammlungen sollen Das Brandenburger Gewerkschaftskartell schickte Herrn Bebius hier einige Gernegroße und kleine Scharfmacher in eine Tarif so lange fortgesetzt werden, bis die Arbeitslosigkeit sich so weit verfolgenden Brief: angelegenheit, die ausschließlich Sache der Innung und des Schneider- ringert hat oder Staat und Kommunen so hohe Zuschüsse zu den verbandes ist und welche bisher zur beiderseitigen Zufriedenheit die Hilfskassen und Arbeitslosentassen leisten, daß man auf jenes Gewerkschaftskartell. Stabilität im Gewerbe verbürgte. außerordentliche Hilfsmittel verzichten tann. Auch in anderer Hinsicht bemüht man sich jetzt fortgesezt, durch außerordentliche Maßnahmen den Opfern der Arbeitslosigkeit Hilfe zukommen zu lassen. Obwohl es infolge der Krise und der gesetzlichen Beschränkung des Steuersatzes mit den Finanzen Der Stadt Kopenhagen nicht gut bestellt ift, fchlägt Am Sonntagnachmittag fand in Essen eine außerordentliche der Magistrat vor, dem Unterstügungsverein, der Bedürftigen Hilfe Generalversammlung des Steigerverbandes statt, um zu den gewährt, die nicht die Folgen der Armenunterstützung nach sich zieht. Aeußerungen des Verbandsvorsitzenden Werner auf Reche Rabbod nochmals 100 000 kronen Zuschuß zu bewilligen. Man erwartet, daß Etellung zu nehmen. Werner hatte in rückhaltloser Ehrlichkeit die die Staatskasse der Stadt auch von dieser Summe ein Drittel ersetzen wird, Bergbehörde für die Mißstände auf Zech: Radbod verantwortlich wie das mit den im vorigen Jahre zu dem gleichen Zwed ausgemacht. Deshalb wurde lebhafte Hetze gegen den Mann entfaltet, gegebenen 240 000 Kronen der Fall war, zumal der so rückhaltlos die Wahrheit ausgesprochen. Die gestrige den für Staatszuschüsse zu den fommunalen Hilfslassen Generalversammlung erklärte sich mit den Ausführungen Werners betvilligten Mitteln noch 73 000 Stronen übrig find. insoweit einverstanden, als Werner nicht die ganze Bergbehörde, Ferner wird von der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion sondern nur einzelne Organe derselben gemeint habe. Im übrigen verlangt, daß die Stadt dafür sorge, daß den bedürftigen Kindern sprach die Versammlung dem Vorstand uneingeschränktes Ver- in den Volksschulen während des Winters jeden Tag warmes Essen unentgeltlich geliefert wird, während dies jegt, da es dem Verein für Schulspeisung an Mitteln fehlt, nur alle zwei Tage ges Häßliche Nachflänge vom Streit im Strebelwert. fchieht. Zwei Metallarbeiterversammlungen in Mannheim und Von den außerordentlichen gewerkschaftlichen Bestrebungen zur Ludwigshafen befaßten sich mit dem Streit im Strebelwert. Linderung des Notstandes ist unter anderem noch hervorzuheben, daß Die von 2000 Personen besuchte Mannheimer Versammlung sprach der Kommunale Arbeiterverband, der selbst in der glücklichen Lage dem Vorstandsbeamten Schneider die Kündigung aus. Als Ver- ist, teine Arbeitslosen unter seinen Mitgliedern zu haben, jetzt Lag treter des Hauptvorstandes wohnten dieser Versammlung Vor- für Tag 50 Arbeitslose aus anderen Gewerkschaften ein gutes hölzer und Massatsch bei. Die Versammlung in Ludwigs- Mittagessen ferbieren läßt. hafen verlangte ein Schiedsgericht zur Klärung der Differenzen zwischen den Kollegen und der Etreifleitung. Eine siebengliedrige Stellungnahme zu dem Streit im Strebelwert informieren und dann einer späteren Versammlung Bericht erstatten. Brandenburg a. H., 6. Januar 1909. Herrn Nudolf Lebius. Charlottenburg, Mommsenstraße 47. Im Auftrage des hiesigen Gewerkschaftskartells teile Ihnen mit, daß am Sonntag, den 11. Januar, vormittags 11 Uhr, in Käynes Volksgarten, Bergstr. 20, eine öffentliche Versammlung stattfindet mit dem Thema:" Der gelbe Sumpf". Ein Blick hinter die Kulissen der gelben Bereine. In dieser Versammlung werden Ihre Briefe, welche durch die Firma Schlice u. Cie. veröffentlicht sind, einer Besprechung unterzogen werden. Zu dieser Versammlung sind Sie hiermit eingeladen mit dem Bersprechen, daß Ihnen freie Redezeit zugesichert ist. J. A.: Gustav Brachwig, Schriftführer. Reust. Markt 2. Als Antwort auf diese gewiß hochanständige Darbietung einer Gelegenheit zur Verteidigung verstieg sich Lebius zu folgender Schimpfepiftel: Der Bund" Drgan für die gemeinsamen Interessen der Arbeiter und Arbeitgeber. Fernspr. Ch. 3985. Charlottenburg- Berlin, den 8. Januar 1909. Herrn Gustav Brachivih, Gewerkschaftskartell Db die Schneiderinmung sich diesen Eingriff in ihre Rechte ge= fallen lassen wird, ist abzuwarten. Die Arbeiterschaft wird diesen Scharfmachern gegenüber natürlich Stellung nehmen. trauen aus. Die Steiger. bon in Berlin, deren u. a. fämtliche Berliner Zuhälter und öffentliche Kommission soll sich über die Beweggründe des Vorstandes bei seiner Letzte Nachrichten und Depefchen. Brandenburg a. H. Neustädter Markt 2. Der Verlauf der sieben sozialdemokratischen Versammlungen Dirnen anwohnten, hat dem Vorstande des gelben Arbeiterbundes die Ueberzeugung beigebracht, daß die Sozialdemokratie bereits so tief gefunten ist, daß sie nicht mehr als eine parlamentarisch tagende und verhandelnde artei betrachtet werden darf. Aus Reinlichkeitsgründen besuche ich die sozialdemokratischen Versamm lungen nicht mehr. R. Lebius. Jemand, der auf so saubere Weise wie Herr 2ebius seinen Unterhalt verdient, follte, um feine Vergleiche zu provozieren, unterlassen, vom Reinlichkeitsgefühl zu sprechen. Und wer sich mit solchem Behagen von Unternehmergruppen aushalten läßt, müßte es wie Feuer scheuen, von Zuhältern und Dirnen verächtlich zu sprechen. Schließlich ist es doch moralisch gleichwertig, ob eine Dirne ihre Reize verlauft oder ein Journalist sich Reih' um oder gar gleich zeitig allen möglichen Parteien und wirtschaftlichen Richtungen an den Hats wirft, sofern sie nur zahlen und immer wieder zahlen. Solche Leute vermögen die Berliner Arbeiterschaft nicht zu beleidigen. Berlin und Umgegend. Was planen die Arbeitgeber des Luguswagen- und Automobilkastenbangewerbes? Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Der liberale Gemeindebevollmächtigte( Stadtverordneter) bon München, Ingenieur Henne ist von seinem Arbeitgeber, einem liberalen Maschinenfabrikanten, entlassen worden, weil er länger an den Sigungen des Münchener Gemeindekollegiums teilgenommen hat, als ihm der Arbeitgeber erlaubte. Die worden. Das liberale Vereinsrecht. Dem Verderben entronnen! Flensburg, 11. Januar.( B. H.)" Flensborg Avis" meldet: Der dänische Vortragsverein für Flensburg und Umgegend hatte gestern nachmittag die Mitglieder zu einer Bersammlung im Kruge zu Battburg eingeladen. Die Versammlung war nicht einmal durch öffentliche Anzeige bekanntgegeben worden, die Mitglieder waren nur durch die Bertrauensmänner eingeladen. Am Eingange wurde eine scharfe Kontrolle darüber geführt, daß nur Mitglieder Zutritt haben, trotzdem erschien der Amtsvorsteher und ein Gendarm und Die Tarifbewegung der Münchener Brauereiarbeiter. verlangten, der Versammlung beizuwohnen. Der Vorsitzende des Vereins, Chefredakteur Christiansen- Flensburg, machte sie Ortsverband Münchener Brauereibefizer wurden nach 14tägiger handele, bei welcher er das Hausrecht auszuüben habe. Er berDie Tarifverhandlungen zwischen der Tariffommission und dem darauf aufmerksam, daß es sich um eine geschlossene Bersammlung Dauer vor dem Gewerbegericht beendet. Die Verhandlungen mußten weigere den Beamten den Zutritt und werde gegebenenfalls Straf bis zum legten Tage unter vollständigem Ausschluß der anzeige wegen Hausfriedensbruchs stellen, trotzdem drangen beide Deffentlichteit geführt werden. Die Brauereibarone ins Lokal. Nachdem Christiansen die Versammlung eröffnet hatte, hielten mit einer Zähigkeit, die ihres gleichen sucht, an ihrem Profit wiederholte er die Aufforderung an die beiden Nichtmitglieder, den feit; deshalb gestalteten sich die Verhandlungen als eine der Saal zu verlassen, da sie sich sonst strafbar machen würden. Ste schwierigsten wie sie jemals am Einigungsamt des Münchener blieben jedoch sizen. Nach der Eröffnung der Sitzung erhielt der Getverbegerichts geführt wurden. Die Münchener Dividendensieder Landtagsabgeordnete Nissen aus Vibh das Wort. Sogleich erwollen eben den Hilfsarbeitern nicht entgegenfommen. Hat doch hob sich der Auntsvorsteher, er verlangte die Benugung der deutschen Diefe Frage beschäftigte am Sonntag eine Versammlung der in 3 Millionen Ueberschuß erzielt und 20 Proz. Dividende verteilte, als Grund gab er an, daß die Versammlungen des Vereins als öffent. die steinreiche Löwenbrauerei, die im vergangenen Jahre wieder Sprache und hob, als dies verweigert wurde, die Bersammlung auf. Helfer und Radmacher, die im Nosentaler Hof stattfand, einberufen Hilfsarbeiter mit 11-14 M. Lohn nach Hause geschickt. Verlangt liche angesehen würden. Nach Angabe des Amtsvorstehers ist die von der Branchenkommiffion der Stellmacher des Deutschen Holz- wurde deshalb ein Wochenlohn von 26 M. für die Hilfsarbeiter, Auflösung von dem Regierungspräsidenten in Schleswig veranlaßt arbeiterverbandes. Der Heferent Siebel führte aus, daß das ferner die 91stündige Arbeitszeit bei einer Präsenz von 12 Stunden, Luguswagenbangewerbe in Berlin wie in Deutschland überhaupt erst Beseitigung bezw. Bezahlung der Sonntagsarbeit, eine Erhöhung feit den achtziger Jahren zur Entwickelung gekommen ist. Bordem der bestehenden Löhne und eine dreijährige Tarifdauer. wurden die Luxuswagen der hohen Herrschaften im Auslande, vor die Tagelöhner und Hilfsarbeiter ab und erhöhten die StundenBrauereibefizer lehnten die Gewährung von Wochen löhnen für Reggio di Calabria, 11. Januar.( W. T. B.) Heute abend allem in Paris angefertigt. In den folgenden Jahren hat dann die Einführung des Automobils dazu beigetragen, daß das deutsche Löhne von 32 auf 37 Pf.; die Mindest löhne der Brauer wollen wurde ein fünfjähriger Knabe aus den Trümmern geborgen. Das Luruswagenbaugewerbe immer mehr zur Blüte kam. Es wurden fie 33 W. auf 34 M. erhöhen; die Extrabezahlung der Sonntags Kind befand sich in gutem Gefundheitszustande, es hat kein immer mehr Arbeitskräfte gebraucht und es gelang dann auch, arbeit wurde von ihnen abgelehnt und fie verlangen, daß Bewußtsein von seiner Lage und scheint feine Erinnerung an die namentlich nach der erfolgreichen Lohnbewegung von 1905, den eine 3ftündige Sonntagsarbeit im Wochenlohn des Bräauperfonals lange Beit zurückbehalten zu haben, die es unter den Trümmern Stellmachern dieser Betriebe, fich einen einigermaßen anständigen inbegriffen fei. verbracht hat. Lohn zu sichern. Im Jahre 1906 und zum Teil auch noch arbeiterversammlung nahm zu dem Ergebnis der Verhandlungen Eine von mehr als 5000 Personen besuchte öffentliche Brauerei1907 war es leicht, den Stundenlohn bei Neueinstellungen vor dem Einigungsamt Stellung. Nach einem Referat des Kollegen Das verteilte Fell des Löwen. gleich auf 75 Pfennige festzusetzen und bei Affordarbeit wurden auch 80, 90 Pf. und unter Umständen darüber die Stunde 23 Redner beteiligten, der Progenstandpunkt der Münchener Brauerei wird Staatssekretär Dernburg den Vorsitzenden der Hanauer HandelsJacob wurde in die Diskussion, an der sich nicht weniger als Frankfurt a. M., 11. Januar. Wie aus Hanau gemeldet wird, verdient. Zuzwischen haben die Unternehmer auch dieser Branche fich unter Mitwirkung des Generalsekretärs Nasse im Arbeitgeberschus- barone scharf fritifiert und schließlich der vorliegende Tarifvertrag fammer Kommerzienrat Slenthat und den Vorsigenden des Kunstverband organisiert und trachten nun unablässig danach, die Löhne einstimmig abgelehnt und ebenso einstimmig folgende Resolution gewerbevereins Fabrikanten F. Kreuter am Mittwoch dieser Woche zu drücken, die Affordpreise herabzusezen. Nach Aussagen des angenommen: in Audienz empfangen, um die Wünsche der Hanauer Industrie in Unternehmers Frante hat ihre Organisation Ende des verflossenen Die Versammlung bedauert das geringe Entgegenkommen Jahres beschlossen, von nun ab nicht mehr als 70 Pf. Stundenlohn der Brauereibesiger in den wichtigsten Bunkten der Forderungen Sachen der Diamantfunde in Deutschsüdwestafrika entgegenzunehmen. der Brauereiarbeiter. Sie lehnt den als Ergebnis der langzu zahlen und auch die Aflordpreise so niedrig anzusetzen, daß nicht mehr verdient werden kann. Auch heißt es, daß für Ueberzeitarbeit wierigen Verhandlungen vorliegenden Tarifvertrag ab, weil er inj feiner Weise den Bedürfnissen der Arbeiter Rechnung trägt und tein Aufschlag mehr gezahlt werden soll und daß man organisierte trog der technisch vollendeten Münchener Betriebe Zustände aufArbeiter überhaupt nicht mehr beschäftigen will. Eingeleitet wurde diese Lohnherabſegungspolitit schon im November des berfloffenen recht erhalten will, die von den weitaus größten Brauereien Jahres durch eine vom Unternehmer Leuschner verfaßte Notiz im bereits beseitigt sind. Die Versammlung erklärt sich mit den VorReichsarbeitsblatt", die besagte, daß die nicht lohnenden Aufträge schlägen der Kommission einverstanden, daß den Unternehmern erim Zuguswagen- und Automobillastenbaugetverbe Anlaß gaben, neute Vorschläge gemacht werden, durch welche unter Berücksichtigung die Affordpreise zu reduzieren. Herr Leuschner foll übrigens feinen der dringenden Bedürfnisse der Arbeiter noch einmal der Versuch gemacht werden soll, die Grundlage zu einer Verständigung zu Arbeitern am Sonnabend gesagt haben, wer am Sonntag die finden. Sollte wider Erwarten eine Einigung unmöglich sein, so Bersammlung befuche, brauche Montag nicht wieder zur Arbeit zu berpflichten sich die versammelten Brauereiarbeiter, den Weisungen fommen. Für die Arbeiter liegt jedoch kein Grund vor, fich durch derartige Scharfmachereien des Unternehmertums irre machen zu der Organisationsleiter unbedingt Folge zu leisten." laffen oder Lohnherabsetzungen ruhig hinzunehmen. Die Wirtschafts- in München eine Sigung. Ueber das Ergebnis der Beratungen wird Die Brauereibefizer von Süddeutschland hatten am Sonnabend in München eine Sigung. Ueber das Ergebnis der Beratungen wird frise hat sich, wie der Referent nachwies, in diesem Berufe keines tiefes Schweigen beobachtet. Zuzug von Brauern nach München wegs so start geltend gemacht wie in anderen Industriezweigen. tiefes Schweigen beobachtet. Das zeigte sich unter anderem auch darin, daß vier Wochen vor ist zu meiden. Weihnachten auf dem Nachweis fein arbeitsloser Kastenmacher vorhanden war. Die Pläne des Unternehmertums können denn auch nur den Erfolg haben, daß die Arbeiter sich um so fester in ihrer Drganisation zusammenschließen. Dieser Gedante tam auch in der haben die Zuckerbäckergehilfen von Budapest ihren Streit vorgestern Raumgehalt gebaut werden. Auch andere Herabsehungen werden regen Diskussion zum Ausdruck, die dem Referat folgte. Der ganze für beendet erklärt, nachdem es feststand, daß unter den gegen- von der Kommission vorgeschlagen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantwo.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Rusland. Mit einem Kleinen Erfolg Gleiche Brüder, gleiche Kappen. Washington, 11. Januar.( W. T. B.) Senator Tillmann wehrte sich heute im Senat kräftig gegen die Anklagen Roosevelts, die er seinen eigenen Angriffen auf Roosevelt zuschrieb. Tillmann erklärte, er habe gewünscht und wünsche noch, gewisse Ländereien in Oregon zu kaufen, ob ihm dies geglückt sei oder nicht, sei unwesentlich, wenn nur Roosevelt und sein Freund, der EisenbahnKönig Harriman, und andere Leute dieser Sorte dazu gebracht würden, die umfangreichen Ländereien wieder herauszugeben, die sie gestohlen hätten. Tillmann schloß mit der Bitte um Einsetzung einer Untersuchungskommission. Washington, 11. Januar.( W. T. B.) Die Marinefommiffion Kräftige Abstriche. des Kongresses, der vor einigen Tagen das 75 Millionen Dollar er. fordernde Flottenprogramm unterbreitet wurde, hat die Herabs schung des geforderten Kredites auf 29 Millionen Dollar empfohlen. Anstatt vier sollen nur zwei Schlachtschiffe mit je 25 000 Tonnen Nr. 9. 26. ZahrMg. 1. Kcilxgt des„öotiitlü" Snlintt WlksdIM Sitnsiag, 12. lanuat 1909. Dtr wachelnde Staat. Am 12. Januar 1908. Der starke und stolze Dreillassenstaat. Der wackelte aller Ecken, Vom Nachtwächter bis zum Mnisterrat Ging kreisend ein jähes Erschrecken. Er wankte und wackelte ganz enorm, Es wackelten Tröpfe und Köpfe, . Blau säumte die Straßen die Uniform Ter blanken Helme und Knöpfe. Mit Revolver und Säbel, hoch zu Roß Und zu Fuße in hellen Haufen, Stützten sie rings das wackelnde Schloß-- Das war ein Rennen, ein Laufen. Im Lustgarten, sonst dem Volke geweiht, Wenn die Hurrasalven da platzen, Sah man vom Volke heut weit und breit Schutzleute nur und— Spatzen l Und alle Welt fragte: Warum? Warum? Kam der stolze Staat denn ins Wanten? Warum zogt ihr um das Schloß herum Aus Blut und Eisen die Schranken?— Weil friedlich und ehrlich und sorgenschwer In seinem Feiertagskleidc Auf die Straße gestiegen der Arbeit Heer, Flog der Säbel heraus aus der Scheide i Sie kamen: wehrlos wie ein Kind, Sie, die den Staat halten und bauen Und doch Enterbte und rechtlos sind— Da ließ man den Säbel hauen! Sie hofften noch auf Gerechtigkeit Und sangen frisch ihre Lieder Auf der freien Straße zur Sonntagszeit— Der Säbel schlug sie nieder! Gefährlich war es und durfte nicht sein, Ja. sängen sie andere Lieder—: Von der Wonnegans und der Wacht am Rhein, Sie wären willkommen und bieder. Nun wißt ihr. warum ins Wanken geriet Der Staat an allen vier Enden. Weil die Wahrheit vorwärts im Marsche schritt, Wehrlos mit schwieligen Händen l D'rum hat der wankende Staat voll Schreck Seine trcuesten Stützen versammelt Und der Wahrheit ängstlich den graden Weg Mit Säbeln und Flinten verrammelt. „Nicht Roß noch Reisige stützen die Höh", So sang's einst in Preußens Ländern— Erstaune. Europa, o konim und sieh', Wie sich die Zeiten ändern. Doch die Wahrheit ist eine Himmelsgestalt Und sie hat Engelsflügel, Sie läßt sich nicht halten durch Säbelgeivalt, Sie fliegt über Wälle und Hügel, Sie streut in das darbende Land hinein Ihren tausendfältigen Samen— Und der Frühling kommt und der Sonnenschein Und breitet darüber sein Amen! _ Ein Arbeiter. Fmmer neue€rdttcße. In der Sonntagnacht erschütterten neue Erdstöße, die von heftigem Unwetter begleitet waren, das Gestade von Messina. Die wild aufgeregten MeercSwogen rissen zwanzig Meter vom Kai fort. Zahlreiche Ruinen brachen vollends zusammen. Die verzweifelten Leute wissen nicht, wohin sie fliehen sollen. Am Kai klaffen breite Risse und an mehreren Stellen dringt auf breiten Strecken das Meer in die Stadt. kleines Feuilleton. Der Grotzstadtschnee. Die Regel, daß die Lust unsichtbar ist, gilt für unsere Großstädte, namentlich wenn sie eine starke Jnduslrie besitzen, längst nicht mehr, oder zum mindesten nur noch an glücklichen Ausnahmetagen. Der Mensch beschäftigt sich jetzt freilich mehr als zuvor mit dem Problem der Luftreinigung, aber wo es sich um Millionen von Kubikmetern handelt, ist diese Aufgabe schwer zu erfüllen. Gewitter, die sprichwörtlich lustreinigend wirken, sind nicht im ganzen Jahr zu haben und tun ihre Pflicht auch nicht immer in zuverlässigem Grade. Sie finden aber eine gewisie Ergänzung gerade in der Jahreszeit, wo sie eine Lücke lassen, in den Schneefällen. Der Schnee soll gerade so weiß sein, wie die Luft unsichtbar sein soll, und beides trifft sür die Großstadt in gleich bedingtem Maße zu. Wenn man nun gar erwarten wollte, daß der Großstadtschnee nichts anderes fei, als es durch die chemische Formel ELjO ausgedrückt wird, d. h. gemeines Wasier, so steckt man erst recht im dicksten Irrtum. DaS Laboratorium der großen ärztlichen Zeitschrift„Lancet* hat in der letzten Dezemberwoche eine Londoner Schneeprobe chemischer Untersuchung unierworfen. Der Schnee wurde gleich nach dem Fall von Dächern gesammelt, geschmolzen und auf seinen Gehalt an verschiedenen chemischen Stoffen geprüft. Don der ge- schmolzenen Schneemenge wurden fünf Kilogramm analysiert, und es fanden sich darin 1,8 Gramm Ruß. Kohlenteilchen und teerartige Stoffe. 0.7 Gramm andere feste Stoffe, davon Va Gramm organische Stoffe, außerdem wurden Ammoniak und andere Stickstoffvcrbindungen in geringen Mengen festgestellt, endlich 80 Milligramm gewöhnliches Kochialz und 200 Milligramm Schwefelsäure. Da die meisten Menschen vor Gramnien und Milligrammen wenig Respekt haben, werden ihnen diese Mengen winzig erscheinen. Wenn man aber bedenkt, welch ungeheuere Schneemassen sich über die Flächen einer Großstadt verteilen, so wird man einsehen, daß diese Gramme und Milligramme durch Multiplikation bei einem einzigen Schneefall zu vielen Zentnern werden. Die Fabrikschornsteine sind selbstverständlich die Haupt- schuldigen an dieser Äerunreinigung der Luft. Eine neue Entdeckung zum Zerfall der Elemente. Bereits fest einer Reihe von Jahren hat sich der englische Gelehrte Frederick Soddh damit besaßt, die Entstehung des Helium auZ jenen Elcmeirten nachzuweisen, als deren äußerst langsam sich entwickelndes Zcrfallproditkt das Radium hervorgeht, dessen Emanation sich dann nach einiget Zeit wiederum in Helium verwandelt. Dies war ihm bisher mir denn Thorimn gelungen. Jetzt aber ist der Aachweis l erbracht worden, daß auch das Uranüim stets sehr kleine Mengen I Der„Tag" bringt folgende Meldung über das»reue Beben: Bei fast wolkenlosem Nachthimmel sah man plötzlich das Meer mit solcher Gewalt sich erregen, daß die Wogen gegen die Ruinen der toten Stadt Messina brausten. Der Himmel wurde punkel, und ein furchtbares Gewitter entlud sich über der Stadt. Gleichzeitig erschütterte ein Erdstoß nach dem anderen die Ruinen und ver breitete unter der geringen Anzahl der übriggebliebenen Bewohner entsetzlichen Schrecken. Dann hellte sich der Himmel wieder auf, bis um 3 Uhr ftüh ein neuer Gewittersturm und neues Erdbeben erfolgten.## Messma, 11. Januar. Die Beerdigung der Leichen ist jetzt von der Stadtverwaltung übernommen. Das Totengräderamt versehen wieder Zivilpersonen unter Leitung zweier Aerzte. Der Zugverkehr ist in vollem Umfange wieder aufgenommen, aber die Reisenden dürfen ohne Erlaubnisschein vom Präfesien Messina nicht betreten. Gestern wurde hier unter den Soldaten eine Sammlung zum Besten der Ueberlebenden veranstaltet. Mcsfina, 11. Januar. Der Unterdirektor des öffentlichen Gesundheitsamtes erklärte, daß die sanitäre Lage in der Stadt eine gptc sei. Augenblicklich wird das Wasser geprüft und die Des- rnfektion fortgesetzt. Die Feuerwehrleute aus Bologna und Jmola fanden den Geldschrank eines reichen Privatmannes in Messina auf, der ihnen als Belohnimg 6000 Lire übersandte. Die Feurwchrleute spendeten die Summe sofort für die Opfer der Katastrophe. Rom, 11. Januar. Die UnterslüyungSsumme, welche bis jetzt in Italien zusammengeflossen ist, beläuft sich auf 80 Millionen Lire. • Trotzdem noch am Sonnrag sechs Menschen lebend aus den Trümmern MessinaZ gerettet wurden, hält der unfähige General Mazza die Wahrscheinlichkeit, weitere Ueberlebende aufzufinden. so gering, daß er beginnen läßt, die Ruinen mit Kalk zu begießen' Außerdem hat der blutlüsterne Diktator eine Proklamation er- lassen, in der er daran erinnert, daß mit der Berhängung des Stand- rechtes die Todesstrafe durch Erschießen inbegriffen ist. Die Erlaubnis. Gegenstände aus den zertrümmerten Häusern zu holen, wurde aufgehoben. MazzaS Lügenfabrik. AuS Messtna wird gemeldet, daß die Regierung ein„ o f f i- zielleS Nachrichten-Bureau" organisiert, an dessen Spitze Signor Micheli steht. General Mazza hat eine Druckerei in Berbindung mit diesem Nachrichlen-Bureau eingerichtet! in der zum Militär eingezogene Setzer und Drucker tätig sindl In dieser Druckerei werden unter der Leitung MicheliS die Tagesbefehle MazzaS in Form öffentlicher Prokla- mationen gedruckt. Micheli hat im Einvernehmen mit dem Ober- kommandierenden den Plan gefaßt, ein offizielles Nachrichtendlatt auszugeben, das alle„wichtigen"(!) Mitteilungen aus Messina ver- öffentlichen soll. Micheli ist femer damit betraut worden, die Erlaubnisscheine zur Domahme von Ausgrabungen in den Ruinen auszugeben!—_ Legen das Aahlunrecht. Die demokratische Vereinigung hatte am Sonntag dem Jahrestage der Wahlrechtsdebatte im preußischen Abgeordneten- house. eine Versammlung nach dem Feenpalast einberufen. Eine ansehnliche Zahl von Besuchern hatte sich eingefunden. Saal und Galerien waren dicht besetzt. Es kann natürlich nicht festgestellt werden, ob sich unter den Versammlungsbesuchern viele Sozial- demokraten befanden, oder ob in der Hauptsache Anhänger der demokratischen Vereinigung den Saal füllten. Wenn dieö der Fall war— und es hatte den Anschein, als ob es so wäre— dann könnten wir die unter den gegenwärtigen Umständen erfreuliche Tatsache konstatieren, daß das demokratische Bürgertum in Berlin vielleicht doch noch nicht ganz ausgestorben ist...? Der erste Redner war Dr. Breitschrid. Er erinnerte an die vor einem Jahre stattgehabten Debatten über den Wahlrcchtsantrag der Freisinnigen: Damals hatte man zwar nicht gehofft, daß der Ministerpräsident ein demokratisches Wahlrecht verheißen würde, aber man hat von ihm doch eine Ant wort erwartet, die hoffen ließ, daß wenigstens ein Teil der liberalen Forderungen erfüllt würde. Bülows brutale Ablehnung jeder liberalen Wahlrcform sei eine bittere Enttäuschung gewesen, von Helium abgibt. Zu ihrer Feststellung ist es nötig, sehr seine Untersuchungsmethoden anzuwenden. Zunächst müssen die Lösungen der zu prüfenden Salze auch von den geringsten Spuren von Luft befreit werden. Die Gasmengcn, die sich dann aus der Flüssigkeit entwickeln, werden durch Ausfrieren vom Wasserdampf und durch Kalzium von einein Gehalt an indifferenten Gasen be- freit. Der Rückstand wird dann in möglichst kleine Spektroskop- röhrchen gepreßt. In dieser Weise gelingt noch der Nachweis winzigster Heliumspuren. Eine Spende deS Carnegic-JnstitutS hat eS. wie Soddy in der„Nature" mitteilt, cnnöglicht, mit großen Mengen von Uraniumsalzen zu experimentieren. Es wurden vier Kilogramm käuflichen Uraniumnitrats als Ausgangsmalerial genommen. Nach Ablauf von 61 Tage» wurde zum ersten Male der Nachweis des abge- schiedenen Helium vorgenommen. Eine zweite Probe wurde nach 21 Tagen gemacht. Auch diesmal war Helium vorhanden. Bei einer Dauer des Experiments von 12 Tagen konnte eS jedoch nicht nach- gewiesen werden. Sehr deutlich, und zwar in der einundeinhalb- lachen Menge deS vorhin angegebenen Minimums, das zur Er- kennung nötig ist. konnte es in!28 tägiger Versuchszeit festgestellt werden. Es unterliegt demnach keinem Zweifel mehr, daß auch die Uraniumverbindungen einen stetigen Strom von Helium abscheiden. Protest der Münchener Künstlerschaft in Sachen Jank. AuS München wird uns geschrieben: Hundert Münchener Künstler— Maler, Architekten. Bildhauer und Kunsthistoriker— ohne Unter- schied der künstlerischen Richtung haben einen Protest erlassen gegen die Kränkung, die nach ihrer Meinung im Namen Angela Janks die ganze deutsche Kunstwelt durch den in Sachen der Aesthetik ganz inkompetenten Reichstag erlitten hat. In der Kundgebung heißt eS: ES ist bedauerlich, daß noch kein Forum besteht, bei dem die deutschen Künstler für eine solche Verletzung ihrer StandeSehre ent- sprechende Sühne erivirken könne!,. WaS würde man von einem Parlamentarier sagen, der sich erkühnte, das Lebenswerk eines ernsten und hervorragenden Gelehrten öffentlich lächerlich zu machen? Die Werke hervorragender Künstler müsse« die gleiche Achtung bean- spruchen. Die Unterzeichner erblicken in der wegwerfenden Art der Behandlung der, Jankschen Bilder einen bedauerlichen Mangel richtiger Empfindung und gerechter Einsicht und zugleich jenen Mangel an Achtung vor der Kultur der eigenen Nation, welcher uns Deutschen iinmcr noch anhastet.... .Humor und Satire. Der Held. Herr v. Forchenbold, ein zur Schutztruppe über- gegangener Gardeleumaut, erhielt bei einem Patrouillenritt einen Schutz in den Unterleib— doch war die Verwundung nicht allzu- aber was in hohem Grade erbittern mußte, das war die Haltung der A n t r a g st e l l c r: der freisinnigen Fraktions- gemeinschast, die sogar die kurze bruial-junkerliche Ablehnung der freisinnigen Anträge noch hossiiungssreudig entgegennähm! Auch in der Folgezeit habe der Freisinn jede Gelegenheit verpaßt, die sich ihm bot und immer noch bietet, um dem Reichskanzler zu zeigen, daß man ihn zwingen kann, den Willen des Volkes zu erfüllen. Von diesem Freisinn sei nichts zn erwarten sür die Rechte des Volkes. Es müsse damit gerechnet werden, daß uns ein langer und schwerer Kampf um das Wahlrecht be- vorsteht. In diesem Kampfe hätten wir Mittel zur Verfügung sowohl aus dem Bodeu des Parlaments, als auch Mittel, die das Volk anwenden muß.(Beifall.) Ein Universal mittel könne allerdings nicht empfohlen werden, aber wir müssen den Willen haben, von den uns zu Gebote stehenden Mitteln Gebrauch zu machen. Bereit sein ist alles!(Starker Beifall.) Der zlvcitc Redner, v. Gerlach, kennzeichnete ebenfalls die Feigheit und poliiischc Rückständiglcit deS Blocksreisinns und kritisierte dessen schmachvolles Verhalten bei den Landtagswahlen. Anstatt zu erklären: jeder, der für ein demokratisches � Wahlrecht eintritt, iji unser Freund, halte der Freisinn im Bunde mit Reaktionären aller Richtungen— im Wahlkampf die Parole: Unter allen Um- ständen gegen die Sozialdemokratie! Ms im vergangenen Herbst die Finanznot der Regierung dem Freisinn wie ein Geschenk in den Schoß siel, wußte er keinen Gebrauch von diesem Geschenk zu machen. Der Freisinn bezeichnete es als„E r- pxesscrpoliti k", wenn er die Wahlreform mit den Finanz- Plänen der Regierung verbinden sollte! Die Herren Kopsch und Genoffen prcffcn lieber das Volk aus wie eine Zitrone, ehe sie für die Rechte des Volkes etwas tun! Der Blockliberalismus kömltc jetzt auf dem Gebiete des Wahl- rechts etwas herausholen, aber er scheint nicht zu wollen. Wir müssen deshalb agitieren, das Volk aufwühlen, bis die Massen einsehen: es ist eine Schande, wenn wir kein demokratisches Wahl- recht bekommen. Ein Strafgericht mutz vollzogen werden an denen, die den Liberalismus preisgegeben haben. Bei den nächsten Wahlen werden wir dem Blockliberalismus zurufen:„Mach Deine Rechnung mit dem Himmel, Block, fort mußtDu.DcincUhristabgelaufc n."(Großer Beifall.) Oberst a. D. Gädke, der dritte Referent, sagte unter anderem: es sei nicht möglich, den Freisinn von innen heraus zu reformieren, denn der Freisinn gleicht einer faulen Frucht. Er hat nur noch eine Schale, das ist sein Programm, aber in der Schale ist kein Fleisch und kein Kern. Aus dem freisinnigen Landsturm, der nur „immer langsam vora n" gehen will, kann keine Kampf- truppe gebildet werden. Bon diesem Freisinn wollen wir nichts wissen. Bekämpfen wir ihn bis aufs Blut und auf den Tod, denn er verrät uns an die Reaktion. Jetzt gilt es, Preußen von Deutschland aus zu erobern. Wenn wir in diesem Kampfe für freiheitliche Einrichtungen in Preußen siegen wollen, dann muß die Bürgerschaft Arm in Arm gehen mit der Arbeiter- schast.(Lebhafter Beifall.) Solange wir die Frontgegen die Arbeiterschaft nehmen, triumphiert die Reaktion. Der Feind steht rechts von uns. Für uns heißt es: Nieder mit der Reaktion!(Lebhafter Beifall.) Dr. Barth befürwortet. den entschiedenen Kampf für die Einführung eines demokratischen Wahlrechts. Alle demokratischen Reformen sind nicht dadurch eingeführt worden, daß die herrschende Mehrheit ihr Unrecht einsah und Verbesserungen bewilligte, sondern dadurch, daß die Minderheit die öffentliche Meinung aufpeitschte, bis diese verlangte, daß das Unrecht beseitigt und Recht an dessen Stelle gesetzt werde. Durch den Druck der öffentlichen Meinung müssen Regierung und Parteien gezwungen werden, demokratische Reformen einzuführen. Das beste Mittel, die Zwingburg des Wahlrechts zu brechen, ist die beständige Aufpeitschung der öffent- lichen Meinung. Wenn nur die Liberalen sich entschließen könnten, die„Erpresserpolitik" nachdrücklich anzuwenden im Interesse des Volkes! Gebrauchen doch die Junker die schamlose Er- ickwer. Gefragt, wie er sich befände, gab er zur Antwort:»ES ist nicht zu schlimm. Ich bin das gewöhnt.— Wir haben die ganze Zeit unverdauliches Zeug in den Leib bekommen." Als Forchenbold heimgekehrt war, wurde er als Held gefeiert.— Ihm war daS bei- nahe peinlich. Und als eine Dame ihm vorschwärmte, was für ein schönes Gefühl daS fein müsse, soviel und so großes zu erleben,' erwiderte er trocken:„Gnädige Frau, tragen Sie Ihr Henid die ganze Saison auf den Ballen, dann haben Sic eines von den aftila» nischen Gefühlen." Die Favoritin.„Wollen Ew. Hoheit gnädigst geruhen, mir einen Gemahl auszusuchen— ich habe ihm«in süßcö Geständnis zu macheu.. Enttäuschung.„Unglaublich, jetzt trage ich schon vier Wochen lang ein Paar Kronprinzenmaiischettenknöpfe und habe noch immer keinen Orden!"_(„Jugend.") Notizen. ~ Im Hörsaal der Urania in der Taiibenstraße wird Professor Dr. Miethe am Dienstag seine Dreifarben» ausnahmen aus Oberägypten mit Hilfe des DreifarbenapparatcS vorführen. Es ist dieses der erste Vortrag eines Zyklus von zwölf naturwissenschaftlichen Vorträgen, die von verschiedenen Gelehrten an den Dienstagen abends 8 Uhr gehalten werden. — Zun, Gedächtnis Darwins, der vor 100 Jahren am 12. Februar 1809 geboren ist. wird von der„Freien Hochschule Berttn" ein ZykluS von fünf Vorttägen abgehalten, die Darwins Bedeutung im Ringen um Weltanschauung und Lebenswert behandeln werden. Der erste Vortrag findet schon Dienstag, den 12. Januar. abends 8l/s— 10 Uhr, im Köllnischen Gymnasium(Jnselstr. 3) statt. Die verschiedenen Themata werden von Dr. Apel, Dr. Wille, Dr. Penzig, Dr. David und Wilhelm Bölsche vorgetragen. — DaS Ende einer kaiserlichen Restauration Manche der Restaurationen, durch die im letzten Jahrzehnt Burgen, Swlösser, Ruinen zu neuem Theaterlcbcn ausgeputzt wurden, waren aus kaiserliche Einflüsse zurückzuführen. Mochten wissenschaftliche, ästhetische, historische Bedenken noch so laut dagegen sprechen, sie blieben den furchtsamen Byzantinern in der Kehle stecken. Der ins goldene Buch der darob nicht wenig erstaunten Stadt München geschriebene Wahlspruch:„Königswille ist höchstes Gesetz" galt ja auf allen Gebieten. Endlich ist jetzt auch einmal eine Restauration zu melden, die— kaiserlicher Wunsch blieb: Wie die„Frankfutter Zeitung" aus Aachen erfähtt, haben die Pläne zur Restaurierung des Aachener Münsters keine Aussicht auf Verwirklichung. Der Kaiser, heißt es da. habe an der Wiederherstellung des Münsters kein Interesse mehr, seidem feine Pläne in wissenschaftlichen Kreisen auf Widerstand aestoßen seien. peesstrpoNtik zur Durchsetzung ihrer eigenen materiellen Interessen I Aus tausend Gründen der inneren und der aus- wältigen Politik fordern wir, das; der Wille eines konstitutionellen Volkes durchgesetzt wird. Wir wollen, daß Recht und Gerechtigkeit Platz greife auch zwischen den Klassen im Staate. In Preußen aber wird Klassenpolitik getrieben, die bei denen, gegen die sie ge- richtet ist, Haß auslösen muß. Man soll die Ursachen dieses Hasses beseitigen. Eine der größten dieser Ursachen ist: das preußische Wahlsystem! Wie alle vorigen Redner, so wurde auch Dr. B a r t h bei seinem Auftreten mit lebhaftem Applaus begrüßt, ebenso fanden seine Ausführungen wiederholt stürmischen Beifall. Fast noch stärker aber war der Beifall, der dem Genossen Ledebour zuteil wurde, der als erster DisiussionSredner das Wort erhielt. Auch die Rede Ledebours entfesselte wiederholt lebhafte und stürmische Beifalls kundgebunAen. Ledebour sagte unter anderem: Uns Sozialdemokraten kann es nur mit Freude und Genugtuung erfüllen, wenn wir sehen, daß sich im deutschen Bürgertum Kräfte regen, welche den Rückgang des Bürger- tums zum Stillstand bringen und die öffentliche Meinung auf- peitschen wollen gegen die Reaktion, die nicht nur bei den Junkern sondern auch in den Massen des Bürgertums Unterstützung findet. Wenn cS den Leitern dieser Bewegung gelingt, ihre Ab- ficht, die Aufpeitschung einer großen bürgcrlich-dcmokratischen Bc- wcgung, zu erreichen, so wurden sie in der Sozialdemokratie ihre besten Bundesgenossen finden.(Beifall.) Denn was die Redner heute hier aus politischem Gebiete vertreten haben, das sind ja auch unsere Forderungen.(Sehr wahr!) Bisher war eS die Sozial demokratie allein, die diesen Kampf geführt hat, nicht nur auf politischem, sondern ans allen Lebrnsgebieten. Wenn es Ihnen, meine Herren, gelingt, daS Bürgertum zu einem uns auch nur a n-- nähernd gleichwertigen Kampfgenossen zu machen und wir diese Kampfgenossenschast annehmen, dann führen wir nur aus. was Marx und Engels schon vor 60 Jahren im tommunistischen Mainfest sagten: „Das Proletariat wirb jederzeit das Bürgertum unterstützen, wenn daS Bürgertum revolutionär auftritt." (Beifall.) Den Führern dieser Bewegung brauche ich cS ja nicht zu sagen, aber gegenüber anderen Vertretern des Bürgertums und .der Presse ist es nötig, zu sagen, daß revolutionär in diesem Sinne heißt: daß jedes Mittel, welches einem reifen, tatgewillten Volke zu Gebote steht, benutzt werden muß, um grundstürzende Aendsrungen der Staats- und Gesellschaftsordnung durchzuführen. Wenn hier von einem Redner gesagt wurde, man weise darauf hin. daß die paar Liberalen im preußischen Abgeordnetenhaus? nicht viel machen können, so möchte ich darauf verweisen, das, dies- „ml, wenn die Wahlrechtsfrage zur Verhandlung kommt, im Land- tage etwas anders geredet werden wird als vor einem Jahre! (Bravo!) Unsere, die sozialdemokratischen Abgeordneten. sind an Zahl viel geringer als die Liberalen, aber sie werden die rechten Worte finden gegenüber den Junkern und der Regierung, die' ihre Unfähigkeit beweist durch jede Handlung und jedes Wort, das von ihr in die Oeffentlichkeit dringt. Unsere Parteigenossen werden die Stimme des Volkes mit allem Nachdruck gegenüber de: Mehrheit erschallen lassen, damit die Stimme deS Volkes hinaus- schalle in alle Welt und eine Bewegung entfaltet werde, die das heutige System umstürzt! DaS ist die Aufgabe einer oppositionellen Minderheit im Parlament. Nach diesen Grund- sähen haben wir Sozialdemokraten stets gehandelt. Herr Gädke sagte, die Sozialdemokratie habe auch Fehler ge- macht. Er hält vielleicht das für Fehler, waö wir für einen Vor- z u g halten, nämlich die grundsätzliche Bekämpfung des ganzen gegenwärtigen Systems. Wenn wir uns einen Vorwurf zu machen haben, so kann cS nur der sein, daß wir nicht machtvoll genug, nicht re° volutionär genug angekämpft haben gegen diese Gesellschaft und gegen diesetf Staat. Dieser Aufgabe wird sich die Sozial. demokratie mehr und mehr bewußt werden: die heutige Staats- und Gesellschaftsordnung zu stürzen und eine be s s e r c an ihre Stelle zu setzen.(Sta! na!) Dem Herrn, der daran zweifelt, daß wir das können, bemerke ich: Mit Ihnen mich auseinanderzusetzen, habe ich im Augenblick keinen Grund. Wenn Sie erst im Namen von drei Millionen Männern sprechen können, will ich mich mit Ihnen darüber ausein- andersctze»!(Stabkcr Beifall.) Hierauf erörterte Genosse Ledebour die politischen und Wirt« schaftlichen Gründe. die das Bürgertum aus seiner ftühcren oppositionellen Stellung zum NationalliberaliömuS und schließlich in den Block getrieben haben. Aus Angst vor der Sozial« demokratie hat sich das Bürgertum mit dcr Re« aktton verbündet. Infolgedessen haben wir in unserem kulturell so hoch entwickelten Lande eine junkerliche Bnreaukratie, ivelche unumstittcn regiert. Das persönliche Regiment ist ein unvermeidlicher Ausfluß dieses bureaukratischen Regienmgs- systemZ. Demnach kann das persönliche Regiment nur beseitigt werden, wenn das ganze heutige System mit Stumps und Stic! ausgerottet wird.(Beifall.) Wieder, wie im Jahre t84S, ist jetzt die Situation gegeben, die es dem Bürgertum ermöglicht, wenn es will, das burcaukratischc System mit einem Schlage zu beseitigen. Das Bürgertum hierzu zu bewegen, haben wir im Reichstage bei den Debatien anläßlich deS persönlichen Regiments versucht. Leider predigten wir tauben Ohren. Das Bürgertum, an das wir appellierten, hat versagt in dieser großen Zeit. Doch damit ist der Kamps nicht zu Ende. Versagt uns das Bürgerlum im Parlament die Unterstützung. so appellieren wir an daS Volk, und wir wünschen, daß es Ihnen gelingt, die bürgerlichen Elements des Volkes aufzurütteln zur Selbstachtung, damit sie sich sagen: wir wollen selb st regieren l Ich wünsche, Sie möchten nicht die traurige Erfahrung machen, daß es ein vergebliches Bemühen war, einen bleiernen Säbel zu schleifen. Möge eS Ihnen gelingen, eine Damaszener Klinge zu schärfen, mit der Sie an unserer Seite helfen können, das heutige Regierungssystem niederzukämpfen. Aber wem« Ihnen das auch nicht gelingen sollte, die Sozialdemo- k r a t i e wird»v e i t c r kämpfen, bis sie mit allem Unrecht auch die ganz» Schmach der Gegenwart ans Deutschland hinaus- gefegt hat l(Stürmischer Beifall.) Lederarbeiter Müller wandte sich besonders an di« Arbeiter, die aus prinzipiellen Gründen nicht Sozialdemokraten sein können, und forderte sie auf, der Demokratischen Vereinigung beizutreten." Hieraus wurde eine Resolution angenommen. Sie lautet! „Die Versammlung erblickt in dem Ersatz des preußi» scheu D r e i t l a s s en w a h l j y st e m S durch daS allgemein», gleiche, geheime und direkte Wahlrecht zurzeit die bedeutsamste Aufgabe der demokratischen Politik.— Die nachdrücklichste Anwendung jedes Agitationsmittels, das diesem Ziele näher führt, erscheint gerechtfertigt, auch die AuSnütz nng des parlamentarischen SteucrveriveigvrungL- recht» als Kampfmittel durchaus geboten." Dr. Breirscheid sagte in seinem Schlußwort: Wir kömten uns freuen über alle wesentlichen Punkte in den Ausführungen des sozialdemokratischen Redners. Wir stehen nicht auf dem Standpunkt des Abg. Wiemer, der den Sozialdemokraten zurief: Wir brauchen sie nicht l Wir brauchen die sozialdemokratischen Wähler, und s i e brauchen uns einmal. Wir lassen uns nicht dazu gebrauchen, mit allen Mitteln, koste eS waö es wolle, die heutige Staats-, Gesell- schafts- und Wirtschaftsordnung zu erhalten. Uns gefällt sie a u ch nicht, wenn wir sie auch vielleicht durch andere Mittel und in anderer Weife ändern wollen als die Sozialdemokraten. parlamcntanrcbee* Dem Reichstage sind zwei Gesetzentwürfe zugegangen: der eine betrifft die Doppelbesteuerung, der andere eme ander- weite Regelung der Bekänipfung des unlauteren Wettbewerbes. vom Schillerpsrit. Die Stadtvcrordnctcnversamurlung hat am vorigen Donnerstag den ihr vorgelegten Entwurf zum Schillcrpark, eine Arbeit des Gartenkünstlcrs Fried richBauer- Magdeburg, noch einem Ausschuß zur Vorbcratung überwiesen. De: Ausschuß soll am Mittwoch dieser Woche zusammentreten, und er wird dann hoffentlich seine Beratungen so beschleunigen, daß mit der Aus- führung des Entwurfes, die manchem Arbeitslosen die' lang ersehnte Beschäftigung bringen wird, baldigst begonnen werden kann mä Inzwischen-sind den Stadtverordneten nachträglich noch Er- läutcrungen zum Entwurf zugegangen, die wohl auS der Feder des Bürgermeisters Reicks, deS Vorsitzenden der Parkdcputation, herrühren. Sie sind gehalten in einer Sprache wie sie in Magistratsvorlagen fönst nicht üblich ist. Aus deni Ueberfebwang dieser Ausführungen locht ihrcS Verfassers Begeiste- rung für das Werk, das da geschaffen werden soll den Bewohnern der Stadt zur Freude und dem Stadtbild zur Zierde. „Ein Schillerpark für B e r l i n." so beginnen die Erläuterungen „tönt nicht aus diesen Worten zunächst etwas wie schwer verein- barer Gegensatz? Waö man beim Wange des ersten Wortes empfindet, weift fast unentzichbar auf die gründurchzogenen, gartenrsichen Dichterwohnftätten Weimar und Jena. Man sieht stille Gänge im Grün alter Bäume vor sich, Ivo der Stadtbewohner seine sonntägliche Erholung und Erbauung sucht und findet, und wo der Fremde andachtsvoll sich der Weihe der Oertlichkcit hinzu. geben und sich ungestört in die vergangenen Feiten des Erden wandcls großer Dichter und Denker zurückzuversetzen vermag.' Aber auch wenn man eine neuartige, dem bedeutsanren Namen ent- sprechende Schöpfung plane, so müsse die dazu auscrsehene Ocrt- lichkeit fürs erste Befremden und Zweifel wecken.„In Berlin di. auf scharf ausgeschuiitcnem, der uichczwinglich wuchernden Groß- stadt mühsam abgerungenen, von Häuserbiöcken umgebenen Sand. geländel" Die Erläuterungen wollen sein ein„Leitweg" zur Lösung der Aufgabe, dem Entstehen und der EntWickelung„eines dem teuren Dichtcrnamcn würdigen Menschen, und NaturwcrkcS eine zielsichere Grunslage zu bereiten". Der Schillcrpark soll vor allem der körperlichen und seelischen Erholung des Großstadtbewohncrs gewidmet sein, soll Gelegenheit geben zu Spaziergängen in frischem Grün, zum Spiel, zur svortlichcn Be- tätigung, zum Genuß der Natur, soll aber die Möglichkeit„ernster Beschaulichkeit" und„stiller Feierlichkeit" bieten, sowie„volle Freude an erlesener pflanzenreicher Pracht und Schönheit Daraus ergeben sich vier H a u p t e r f o r d e r n i s s e, die harmonisch zu ver- bindet, wären.„Es sind zunächst nötig große grünumschlossenc Spiel» und Fcstwicscnflächcn. dann ausgiebige Spaziergänge in diesem Grün, sodann scheint ein dem erhabenen Dichter geweihter, dem großen Verkehr nickst so leicht zugänglicher Platz angemessen, und endlich in Verbindung damit cm städtischer köstlich ausgestatteter Blumen- und Zier st rauchgart« n". Der Park wird angelegt auf dem Gelände östlich der Müllerstraßs, das einen Teil der„Reh berge" in sich chließt. Tic Barfusstraßc, die von der Müllerstraße nach Reinickendorf hinüberführt, zerschneidei das Parkgelände in zwei ungefähr gleiche Teile. Die Grundzüge für die Verteilung und räumliche Gliederung der Rasen- und Pflanzungsflächcu ergeben ich nun ganz von selbst aus dem Umfang der geplanten Spiel- und vestwiesen.„In jedem der beiden Parktcile nimmt den Haupt- lächenraum eine große Wiese ein. in dein nördlichen Teil die „Bürgcrwtcsc von fast 6 Hektar, in dem südlichen die „S ch ü l e r iv i e s e° von in e H r a l s 3ZH Hektar.(Zur Vct gleichung sei hier bemerkt, daß auch der große Spielplatz im Test totver Park 8% Hektar Flächeninhalt hat.) Um für die ,B ü r g e r w i e s e" eine leidlich ebene und über- sichtliche Fläche zu schassen, soll von den Hügeln des sehr welligen Geländes nur der störende Sandbuckel im Nordwesten teilweise beseitigt werden. Vereiteln würde er auch den schönen Ueberblick, den man so von einem an der BarfuSstraße gelegenen Hügel aus genießen wird. Von diesem Hügel wird sich, parallel der Straße 86. eine mit vier Baumreihen besetzte W a n d c l a l l e e erstrecken. Die Erläuterungen sagen, sie könne bel festlichen Anlässen«ine Rolle spielen, sie sei sehr geeignet zu Miliiärkonzertcn. Wir hoffen. daß die Stadt Berlin diese„Bürgerwiese" samt der Wandelallee auch zu anders gearteten Veranstaltungen hergeben wird, z. B. zu einer Maiftier. Oder Nicht? Ueber den Charakter der Anpflanzusigen, die die Wiesen umgeben sollen, sagen die Erläuterungen:„Bei den heute üblichen Grundsätzen der Parkgestaltung mit der gu starken Betonung des Gärtnerisch-Gepflanztcn und-Gemeisterten ist es schwer, praktische Vorschläge zur völligen Vermeidung eines so häufig angetroffenen, offensichtlich naturwidrigen Eindrucks der Anpflanzungen zu geben." Angekündigt wird, daß malt„das peinlich Gartcnmäßiae", das „sicherlich überflüssig" usid„dein Zweck natürlicher Schönheit durch- aus nicht dienlich" sei, möglichst vermeiden«verde. Dazu führe eigentlich schon„der wirkliche Gebrauch und das Betreten der großen Wiesen". Der Schillcrpark wird uns also eine Reform der Parkgestaltung bringen, eine deutlichere Annäherung an die Ungezwungenheit der natürlichen Land- schafft Dia Wiese im südlitfon Teil wird auf ganz ebenem Boden angelegt, so daß sie im Winter in eine Eisbahn verwandelt werden ann. Im übrigen abrr bietet sich in diesem südlichen Teil noch die Möglichkeit, auf einem großen Toppclhügcl Garten- terra ssei! zu schassen. Sein Plateau soll von einem sechs- rcihigen Kastanicnhain gekrönt werden. Dieser„Schiller- Hain", mit seinen prächtigen Ausblicken nach verschiedenen Rich- tungen, wird die dem Dichter besonders geweihte Stätte in dem Park sein. Tie Eriäutcruilgcn sagen:„Ein seier- sicher Ernst und stimmungsvolle Ruhe werden einst in den grünen Hallen di'ser Höhe herrschen, rinesi Tcmpelbau wird die Natur im Laufe der Jahrzehnte hier entstehen lassen, eine lvun�rbar ge- eignete Oertlichkcit zur Abhaltung von Feierlichkeiten, die dem Andenken des gelieblcn Dichters geweiht sind. Ein Schillerdenkmal einzig in seiner Art." Die„'Höhe" ist zwar nicht allzu hoch. Hoffen wir aber, daß das übrige sich verwirklickit. Auf der Terrasse, die Nach Süden gegen die Stadt hin abfällt. oll ein Blumengarten miaelegt werden, bei dem„die Kostet, nicht gescheut" wetten sollen. Er soll Blumen und Ziersträucher „in köstlicher Fassung und Auswahl dem nach Gartcnfreudcn durstenden Grotzstadtdcwobncr vorführen". Geplant sind auch Kinderspielplätze mit allem Zubehör, mit Saud Zum„Buddeln", mit Brünnen und Wasser- rögr'n zum„Pantschen", mit primitiven Turn Em der Partei» n ge raten, Wettcr- J jtai�cn usw. Eine Erftis�uiigsh«lle, dw in b« Äähe der Barfuö- errichtet werden soll, wird die Durstigen aufnehmriz, Sozialistisches aus Griechenland. Athen, 2. Jätiuar. DaS Erscheinen der Athener sozialistischen Wochenschrist „Zutuns t" verspricht allem Anschein nach viel GutcS für die sozialistische Bewegung in Griechenlaiw. Das Blatt hat im ver- gangcnen Monat alle gebildeten Elemente der Hauptstadt, die nur vom Sozialismus eine Veränderung des traurigen politischen und gesellschaftlichen Zustandes des Landes erhoffen, um sich geeinigt und die Gründung eines sozialistischen Vereins durchgesetzt. Ossi- zielles Organ desselben ist natürlich die„Zukunft". Der neue Verein gedenkt vorerst nach dem System der englischen„Fabian Society" zu wirken. Die Mitglieder, von denen viele zu den Mu- arbeitern der„Zukunft" zählen, werden durch geeignete Propa- ganda die sozialistischen Ideen unter dem griechischen Volk zu ver- breiten suchen, was allerdings anfangs nicht gerade leicht sein wird, da hier zu Lande noch die krassesten Begriffe über den Sozialismus herrschen. Letzteres ist auch der Grund, warum man dem Verein nicht den Namen„sozialistischer", sondern bescheidener„soziologi- scher Verein" gegeben hat, obgleich in den Statuten offenkundig die sozialistische Tcnoenz zutage tritt, besonders die Forderung nach Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel. Durch die Vereinigung der„Zukunft" mit dem neuen Verein ist nun auch erstere in finanzieller Hinsicht sichergestellt. Der Leiter des Blattes, der mit nur ganz geringen Mitteln die Heraus- gäbe unternommen hatte, darf einen erfreulichen Erfolg ver- zeichnen. Durch das Zusammenwirken von Zeitung und Verein wirü nun wohl auch bald in Griechenland die Morgenröte eines besseren, menschenwürdigeren Daseins anbrechen. Zum Essener Wahlabkommeu schreibt die„Freie Presse" zu Elberfeld: „Wir halten einen einfachen Vergleich des Essener Vorgangs mit den Vorgängen bei der Land tags wo hl nicht angängig, und noch viel weniger den Vergleich mit den„Streichen der Bayern und Badenser". Bei letzteren Handel« es sich um ein sysieinatiickeS Be- mühen, für die gesamte Partei eine andere Taklik einzuführen, eine Taktik, die ein Zusammengehen mit bürgerlichen Par- teien zur Regel machle und uns in Abhängigkeit von den bürgerlichen Parteien brächte. Hinsichtlich des Essener Abkommens hat der„Vorwärts" recht, eS ist ein einzelner, aus ganz besonderen Umständen herauS geborener Fall, der die bisherige prinzipielle Hallung unserer Essener Genossen— deS sind wir sicher— nicht im geringsten beeinträchtigen wird. Irrtümlich ist auch die Auffassung unsere Essener Genossen hätten sich bei dem Abkommen von Gefühl und Empfindungen leiten lassen, und der Wunsch, ein Mandat zu be- kommen, sei auSichlaggebend gewesen. Die Esiener„Arbeiterztg." weist diesen Einwurf zurück, und soweit wir die Verhältnisse kenneit, mit Recht. Erklärt man sich freilich prinzipiell gegen jedes Abkommen mit einer bürgerlichen Partei, wie eS jetzt unser Dortmunder Bruderblatt tut, so ist das ein Standpunkt, dem wir, besonders für unseren westlichen Jndustriebezirk, gewiß alle Gerechtigkeit widerfahren lassen, aber schließlich gibt eS auch im politischen Kampfe keine Regel ohne Ausnahme. Indes— die etwaigen politischen Konsequenzen deS Essener Stichwahlabkommenö werden abzuwarten fein. Nickt etwa, daß wir eine moralische Einbuße der Partei davon befürchteten; dieses Moment haben wir auch bei unserer Stellungnahme zur Landtags- slichwahl kaum hervorgehoben, sondern wir haben immer die politische und wirtschaftliche Entwickelung im Auge gehabt. Wir haben davon abgeraten, eine Partei zu untecsiützen, die ein Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwickelung ist und in politischer Hinsicht die Heuchelei zum Prinzip erhoben hat. Was wir bei dem Essener Wahlabkommen abzuwarten haben, das find die etwaigen Folgen bei spateren politischen Wahlen. Die nationalliberalen Großindustriellen. die dem Stichwahl- abkommen zustimmten, halten dabei sicherlich nicht nur die lokalen Essener Verhältnisse im Auge. Die Naiionalliberalen des Ruhrgebietes haben oft genug darüber geklagt, daß das Zentrum bei den ReichStagswahlen nicht zu einem aus strikter Gegenleitigkeit beruhenden Abkommen zu hoben gewesen sei: eS gehe von dem Standpunkt aus, daß bei Stichwahlen Zwilchen Zentrum und Sozialdemokraten die Nationalen ganz selbstverständlich den Sieg deS Zentrums sichern müßten, ohne daß diesen das Zentrum dafür Gegenleistung zu gewähren brauche. An einer weniger bc- deutenden Wahl— das ginge aus den Ausführungen der„Rhein.-Wests. Zeitung" hervor— wollten die Essener nationalliberalen Groß- industriellen dem Zentrum zeigen, daß sie auch anders könnten; kurz sie wollten eine Pression auf daS Zentrum aus- üben, damit bei zukiiiiftigen politischen Wahlen im Jndustriebezirk ein auf gegenseitiger Verpflichtung beruhendes Stichwahlabkommen zwischen Nationalen und Zentrum zu- stände komme. Wir wollen hier keine Betrachtungen darüber an- stellen, ob ei» solches nationalliberal-ultramoutanes Bündnis unserer Partei von Vorteil oder nachteilig sein könne— letzteres auf die Dauer sicherlich nicht— sondern nur die einfache Tatsache kon- statieren.— Die Essener ZenirlMiSpresse hak nun gerade auch darüber Wut- tränen vergossen, daß die Nationalen durch ihr formelles Wahlabkommen mit den Roten den nichtsozialdemokratischen Wählern die Erkenntnis beigebracht, daß man auch einen Sozialdemokraten wählen könne, ohne deshalb ein„Feind des Vaterlandes" zu sein. Man muß wissen, daß das Essener Zentnim bei Wahlen, besonders wenn es in Stichwahl mit lltlserer Partei steht, genau so wie die Nationalliberalen den nationalen W a n w a» unter die Wähler hetzt. Wie das Zentrum deS Westens selbst niemals zilgibt. daß ein Zentrums- mann einen Sozialdemokraten wählen dürfe, um dem„bösen Beispiel" zu wehren. so verlangt es dasselbe von den Nationalliberalen. Nun haben die Essener Liberalen diesen Grundsatz durchbrochen und das Zentrum befürchtet, daß dies sogar auf seine eigenen Wähler nicht ohne Einfluß bleiben könne, da es unter diesen genug gib:, die nicht an daS alleinseligmachende Zentrum glauben wollen. Von diesen Gesichtspunkten aus betrachtet, könnte alio das Essener Stichwahl- abkommen eher das Gegenteil als eine moralische Einbuße für unsere Partei bedeuten. Daraus ergibt sich aber auch, ganz abgesehen von allem anderen, daß unsere Essener Genossen klug daran getan haben, als sie sich nicht auf leere Versprechungen einließen, sondern auf ein formelles Abkomme» drängten.- Nack alledem bestebt alio in der Tat keinerlei Ursache, sich über daS Essener Stichwahlabkammen aufzuregen, und wir könne» die weitere Entwickelung der Dinge ruhig abwarte»." Im Befinden des Genossen Kaden ist bereits eins k eichte Besserung eingetreten. Es handelt sich nicht um eine Herz- läbnuMg. sondern um eine Herzaffcktion. Gleichwobl wird sich Gr- neffc Kaden längere Zeit von den Arbeiten des Reichstages fernhalten müssen.__ Ausländische Parteiliteratur. Arbdi der«K al on der 1D00. Unter diesem Titel hat die norwegische Sazialdcmokratie ein Buch herausgegeben, das eine Fülle von allgemein und besonders für die kämpfende Arbcilerktasie wissenswerten Aufklärungen enthält. Es ist redigiert von dem Ge- nossen Oesterholt und fast 200 Seiten stark. Es enthält neben vielem anderen Artikel über die international« Arbeitrrbeivegnna, über die politische und gcwerkichastlichc Bewegung in Norwegen, die wichtigsten politischen Ereignisse, die Gesetzgebung deS Landes, die Ergebnisse der StorthingS- und der Gcincindcwahlcn, das Zoll- und Steuerwescn, die Alkoholfrage usw. Das Buch ist nnler anderem mit einem Bildnis Karl Marz;' geiäimliclt, sowie mit cinem Gruppen- bild der seit den Wahlen Von IVOS 11 Köpfe starken StorthingS- fraktion. Die lleberslchten über die Wahlergebnisse, die Orgrnii- sationen und die Parteiprcsie zeugen von dem hohen Stand und druckt werden mußte. der Vor allem wird die foefentlichste Ursache für die eingetretene ber starken Entwidelung der norwegischen Arbeiterbewegung, die ihre werden, daß die hohe foziale Belastung der Jndustrie auch y Sträfte bei der vorwiegend demokratischen Verfaffung des Landes unsere industriellen Erzeugnisse trifft und bei ihrer Preisfaffulation Abschwächung der Stonjunktur in der ganz außerordentlichen An ja ziemlich frei und ungehindert entfalten fann. Nach den wesentlich in die Wagschale fällt, so daß es für sie immer schwerer spannung des Geldmarktes erblidt. In der zu einem großen Teil Gemeindewahlen von 1907 hat die Sozialdemokratie in den länd- wird, sich auf dem Weltmarkte zu behaupten. Ein vorsichtiges Ab- auf Kredit gegründeten Wirtschaftsverfassung Deutschlands mußte lichen Gemeinderäten nicht weniger als 578 Vertreter, in den ein anhaltend abnorm hoher Zinssab für Leihfapital verheerend Städten 295, alfo im ganzen 873 Gemeindevertreter der Partei. wägen in der Zumutung sozialer Basten tut im Augenblicke noch um wirken. Natürlich kommen auch andere Faktoren in Betracht. normale Verhältnis zwischen dem Einkommen Die sozialdemokratische Parteipreffe zählt 15 Organe, von denen 5 10 mehr not, als durch die geplanten neuen Steuern der Das normale täglich erscheinen. Seit dem Jahre 1905 erscheint unter dem Titel Produktion wieder außerordentlich große Opfer zugemutet Bevölkerung und den Warenpreifen wurde geftört, und da eine eigentliche Ueberproduktion nicht wahrzunehmen war, muß die vepfen" auch ein sozialistisches Wigblatt in einer Auflage von werden. 8000 Gremplaren. Das Hauptorgan der Partei„ Socialdemokraten" Bekanntlich ist es nicht wahr, daß der Unternehmer die sozial- Ursache der Störung in der Ueberspekulation und in der Preiserscheint jest in 12 500 Gremplaren; die zweitgrößte Auflage hat politischen Lasten trägt, daß die geringen fozialpolitischen Raften von politif gesucht werden. Die feit Jahren sich vollziehende und nicht Arbeidet" in Bergen, nämlich 8500 Exemplare, dann folgt Ny Tid" den Unternehmern willig getragen werden, daß durch diese Zaften auf Deutschland sich beschränkende Erhöhung des Niveaus aller in Trondhjem mit 6000. Der norwegiiche Arbeiterkalender" hat der Wettbewerb auf dem Weltmarkt beeinträchtigt wird, und daß die Kauffraft der Bevölkerung geschwächt. Freilich ohne diefe Preise, insbesondere der Lebensmittelpreise, hatte schließlich doch schon so starten Abiaz gefunden, daß bereits die dritte Auflage ge- bie geplanten neuen Steuern der Produktion wieder große Opfer unbestreitbar nachteilige Einwirtung" der starten Preissteigerung Arbejderens Almanak 1909. Die dänische Sozial- zugemutet werden. Die sozialpolitischen Lasten haben den Riefen- fast aller agrarischen Erzeugnisse wäre wieder die Kaufkraft der demokratie hat für dieses Jahr zum erstenmal einen Arbeiter- auffchwung unserer Industrie nicht gehemmt, und die neuen Steuern Landwirtschaft in Frage gekommen.... Auf die verringerte Stauf Almanach herausgegeben, der redigiert von den Genoffen Gust a v sollen ausgesprochenermaßen den Konsumenten aufgebürdet werden. traft wird auch zum Teil die verminderte Einfuhr zurückgeführt. Bang, C. E. Jensen und E. Marott, vorzüglich ausgestattet Spricht sich doch der Bericht der Handelskammer selbst dafür aus, daß Das wichtigste ist allerdings die Ausfuhr, die von 1906 auf 1907 im Gyldendalschen Verlag erschienen ist. Als Titelbild tritt uns ein jede Steuer von den Produzenten auf ihre Abnehmer abgewälzt werden nach den Tarifftaaten( Oesterreich- llngarn, Rußland, die Schweiz, wohlgelungenes und in Farbendrud fein ausgeführtes Porträt des müffe." Daß die über alle Behleidigkeit erhabene Bertreterin Belgien, Italien, Schweden, Rumänien, Serbien) um 28, nach den Follethingsabgeordneten ördum, des ältesten Führers der sozial ber Unternehmerinteressen in der Zulassung ausländischer Polen das vertragslosen Staaten( Brasilien, China, Portugal, Kanada usw.) demokratischen Bartei Dänemarks entgegen. Auch sonst ist das Buch geeignetste Mittel erblidt, um in einer Zeit des relativen Arbeits- die Vereinigten Staaten, Frankreich, die Niederlande, Dänemark, um 22 und nach den Meistbegünstigungsstaaten( Großbritannien, reich an guten Zülustrationen, an Arbeiter und Arbeitertypen, an Bildern aus dem Arbeiter- und Volksieben, wie aus der Arbeiter mangels" dem Arbeitermangel abzuhelfen, der angeblich in einzelnen Argentinien, Britisch- Indien, Japan) um 14 Broz. gestiegen ist. Die bewegung. Ebenso große Sorgfalt ist auf den Lesestoff verwandt. Industrien bestehen soll, darf weiter nicht wundernehmen. Denn Wirkung des neuen Zolltarifs und der neuen Handelsverträge läßt Ein Artikel von Gustav Bang gibt Aufflärung über die Frage, was die Leute waren durchschnittlich so leistungsfähig wie die deutschen sich daraus natürlich nicht erkennen, da ja auf die Welttonjunktur der Sozialismus ist; durch Erzählungen von anerkannten Verfassern Arbeiter, in ihren Forderungen jedoch maßvoller". nech andere Momente von Einfluß waren. Aber der Berichterstatter wie Jeppe Aafjär und Edw. Egeberg ist für guten und anregenden Und das ist für einen echten und rechten Stapitalisten die Hauptfache. fonstatiert, daß sich die Stimmen, welche die Störung des Exports Unterhaltungsstoff gesorgt. Ein Artikel von George Ursin schildert den Obgleich zu einem neuen Aufschwunge unseres Wirtschaftslebens die ber seit März 1906 inaugurierten Handelspolitik zuschreiben, bere Kampf ums tägliche Brot, den die Arbeiter einer Schiffs Voraussetzungen gegeben, find nach Ansicht der Handelskammer die mehren. Singegen seien Handel und Industrie darin einig, daß die die Herren des Eisens, die Stlaven des Steigerung der Getreidepreise durch die Zollerhöhung verschuldet Goldes zu führen haben. Daneben enthält der Almanach eine Anzeichen einer Neubelebung zurzeit noch recht dürftig. Judeffen und nur durch die vorangegangene starke Voreinfuhr sowie durch Reihe anderer lefenswerter Auffäße. Auch fehlt es selbstverständlich hofft sie, daß die dunklen Wolken, die im verflossenen Jahre die gute Ernte des Jahres 1906 zurüdgehalten wurde. Immerhin nicht an statistischen Aufklärungen über die Verhältnisse des Landes, dauernd über dem wirtschaftlichen und politischen Leben Deutschlands sind die erhöhten Zölle deutlich genug in der Wertlage des deutschen wie über die Arbeiterbewegung, ihre Fortschritte und Erfolge. Die gelastet haben, sich nach der gegen Jahresschluß eingetretenen Brot- und Futtergetreides zum Ausbrud gelangt, und das Jahr dänische Sozialdemokratie steht bekanntlich mit ihren 24 Follethings- Klärung unserer innerpolitischen Verhältnisse aufhellen und ver- 1907 stand, was Nahrungsmittel anbelangt, im Zeichen der vers männern und 76 612 Wählern als die zweitstärkste Partei Däne- schwinden"! Ein schwacher Trost für die Opfer der Krise! löschenden Hochkonjunktur und der Teuerung. Trotz der Zölle war die Einfuhr von Lebensmitteln eine starke, da Deutschland selbst bei marks da. In den zentralisierten Gewerkschaften find 90 806 Arbeiter äußerst reichlichem Ernteausfall nicht imstande ist, den Konsum zu und Arbeiterinnen vereinigt, wozu noch 20 656 tommen, die außer halb des Verbandes der Gewerkschaften organisiert find. decken, eine Tatsache, die deshalb nicht an innerer Wahrheit verliert, Parteipreffe zählt 15 Organe, abgesehen von den verschiedenen und Für Kommunalbeamte bon großem Intereffe weil sie von den Agrariern bestritten wird. Daß das System der zahlreichen befonderen Ortsausgaben der Provinzblätter. Das ist ein Pensionsstreit, den der Bollziehungsbeamte a. D. Gyporttarife( der Vergütung der fremden Zölle bei der Ausfuhr Hauptorgan Socialdemokraten" hat jezt über 56 000 Abonnenten Schmidt in Hagen gegen die Stadtgemeinde Gevels ohne Identitätsnachweis!) die agrarische Preispolitik nur begünstigt und Räufer und auch die sozialdemokratische Provingpresse erscheint berg führte. Schmidt war früher bei der töniglichen Steuerfafie, bat, versteht sich von selbst; auch der allgemeine Ernteausfall in insgesamt in mehr als 56 000 Egemplaren. In einem Laude mit wurde Vollziehungsbeamter des Amtes Ennepe, zu dem damals Europa, welcher quantitativ nur mäßig( das Minderergebnis gegen nicht viel mehr als 2 Millionen Einwohnern, von denen immer Gevelsberg gehörte, und wurde von der Stadt Gevelsberg über dem Vorjahr wird auf ½ Million Tonnen geschätzt), qualinoch 1 Millionen auf dem Lande wohnen, zeugt eine derartige nach Auflösung des Amtsverbandes als Vollziehungsbeamter weiter tatib wenig befriedigte, trug nur dazu bei, den Fischzug der Agrarier Verbreitung der Parteipreffe von einer außerordentlich starken Ent- beschäftigt. Im ganzen hat er eine vierzigjährige Dienstzeit hinter au fördern. So kann man denn, von den unvermeidlichen Schwanwickelung und Werbekraft der Sozialdemokratie. sich. Im Jahre 1899 wurden von den städtischen Behörden Be- fungen abgesehen, vom Beginn des Jahres bis zum Oftober einen schliffe gefaßt, wonach von feinem wesentlich aus Gebühren be- fcharf steigenden Preisgang wahrnehmen." Das gleiche gilt hinsichtlich der Bichpreise. Es fehlte an gutem stehenden Einkommen nur bis 1800 M. als pensionsfähiges Gehalt gelten sollten. Er nahm damals lediglich davon Kenntnis. Nachdem er Schlachtvich. Die infolge der guten Zutterernten in den vorher. in den Ruhestand getreten war, verlangte er jedoch im Verwaltungsstreit gehenden Jahren wesentlich vergrößerten Biehbestände haben sich, verfahren, daß sein wirkliches Eintonimen bei Berechnung der soweit es sich um Wiederkäuer handelt, immer noch nicht als ausreichend genug erwiesen, um den Bedarf an Schlachtvich für DeutschPension berücksichtigt werde. werft Die Von der schweizerischen Parteipresse. Die„ Bolfswacht" in Zürich hat sich in den legten Jahren so gut entwickelt, daß die fozialdemokratifche Breßunion die beiden Häuser, in denen das Blatt gegenwärtig feinen Sitz hat, um den Preis von über 300000 Frants täuflich erworben hat. Der Erwerb der Druckerei, die noch im Privatbesig ist, wird vorbereitet. Soziales. Frei von sozialpolitischer Ueberschwenglichkeit. " Unsere Zeit ist in ihrer sozialpolitischen Ueberschwenglichkeit leiber etwas wehleidig, wenn es sich um die angeblich wirtschaftlich Schwachen handelt." Also zu lesen in dem foeben erschienenen Jahresbericht der Handelstammer zu Hannover für 1908, die als eine echte und rechte Bertreterin der Unternehmerintereffen über eine derartige Wehleidigkeit erhaben, deren Urteil frei ist von fozialpolitischer Ueberschwenglichkeit, die in dem Arbeiter weniger den Menichen, als vielmehr den Schmälerer ihres Unternehmerprofites fieht. Ihr, der Vertreterin der Satten, ist Mitleid fremd. Den wirt schaftlich Schwachen, ja selbst den Schwächsten unter diefen, den ArbeitsLofen, gegenüber nimmt sie den einseitigen, herzlofen Unternehmerstand. punft ein. Daß Arbeitslosigkeit vorhanden, fann sie nicht leugnen, aber baran find ja zumeist die Arbeiter felbst schuld. Mit wahrhaft verblüffender Ungeniertheit heißt es in dem Berichte: Daß in den von der jüngsten Arisis am meisten betroffenen Gewerbezweigen die Lage des Arbeitsmarttes fich verfchlechtert hat, fann nicht geleugnet werden; unstatthaft jedoch erscheint es, bon einer allgemeinen, großen Arbeitslosigkeit zu fprechen, tie bas vielfach, nicht aulegt au agitatorischen Zweden, neuerdings geschehen ist." Zum Kommunalbeamtengesek. Das Oberverwaltungsgericht in Berlin entschied am land in ausgiebigem Maße zu deden." Auch diese Konstatierung 8. Januar dahin, daß bei geftiegung des pensionsfähigen Be- bon neutraler Seite wird den agrarischen Wucherern mißtönig in trags als Gehalt 8789 M. anzusehen seien. Es wurde ausgeführt: die Ohren klingen. Aber an der Sachlage freilich wird durch die Die Entscheidung hänge von der Bestimmung des§ 12 des Ableugnungsversuche nichts geändert. Die ersten Monate des Jahres Kommunalbeamtengefeges von 1899 ab, daß bei eintretender Dienst- 1908 haben übrigens wieder eine Erhöhung der Rinderschlachtungen unfähigkeit, fofern nichts anderes berabredet fei, gebracht, was mil der ungenügenden Futterernte in Busammenhang nach den Grundfäßen des Gefeges für die Penfionierung der gebracht wird. Es verbietet sich deshalb eine weitere Ausdehnung Staatsbeamten zu verfahren wäre. Die Vorfrage wäre deshalb, ob der Biehzucht von selbst, und die außerordentlich großen Kälbereine Sonderabrede im Sinne des§ 12 des Stommunalbeamtengefeßzes schlachtungen, die anfangs 1908 zu verzeichnen waren, liefern den in fener Beschlußfassung der städtischen Störperschaften der Stadt Beweis, daß die Großviehhaltung in Deutschland ihre äußersten Gevelsberg vom Jahre 1899 und ihrer Kenntnisnahme durch den Grenzen und einen Stand erreicht hat, der überhaupt nur bei günstiStläger zu finden fei. Damals fei von den städtischen Behörden gen Futterernten zu halten ist." Ueberdies: Die leẞte Viehzählung betries, daß sich die Viehbestände feftgelegt worden, welcher Teil der Bezüge des Beamten als penfionsfähiges Gehalt angefehen werden sollte. Die städtischen keineswegs im Verhältnis zu dem Bevölkerungszuwachs bermehrt Behörden seien nun offenbar dvvon ausgegangen, daß fie befugt hatten, und auf diesen Umstand ist wohl auch die Teuerung zurüd feien, eigen machtig solche Festlegung zu treffen. Jedenfalls fei auführen, die im Berichtsjahre für einzelne Viehgattungen herrschte." nicht anzunehmen, daß man durch die Beschlüsse den Beamten die Und angesichts dieser Sachlage wagt man es, ein neues VichOfferte zu einer Bereinbarung babe machen wollen. feuchengeses zu verlangen, daß die Zufuhr ausländischen Er habe es auch nicht als Offerte betrachtet, fondern es nur über Vichs noch mehr erschweren foll, als dies heute schon der Fall ist! iid ergeben laffen. Daß eine ftillschweigende Vereinbarung Was schon die Zollschranken überklettern möchte, will man durd Somit die Veterinärschifane verscheuchen. O, es sind ausgepichte Geschäftszustande gekommen wäre, fei darum nicht anzunehmen. fämen Sie Grundlage des Gefeges über die Pensionierung der patrioten, unfere Junter! Staatsbeamten in Betracht. Es frage fich nun, ob und wann Im Jahre 1907 ist die Einfuhr von Rindvieh beträchtlich stärker Kläger von der Gemeinde angestellt sei. Das Rechtsverhältnis zurüdgegangen als 1906, und auch der Import aller Fleischgattun zum Amtsbezirk Ennepe fei auf die Stadtgemeinde nicht ohne gen ohne Ausnahme zeigt gleichfalls eine ganz auffallende Abnahme weiteres übergegangen. Aber nachdem der Amtsbezirk auf-( um 56 Proz.). Also: relatives Sinten des Viehstapels, Rückgang gelöft geweien fei, fei läger felber als städtischer Beamter der Einfuhr und hohe Bollfähedas ift eine Bilans. angesehen worden. Es feien ihm Aufträge überlassen worden, tvie Biele find arbeitslos. Laufende arbeiten nur halbe oder fie nur einem städtischen Beamten erteilt werden können, da es fich 3/ Tage oder fegen einen, ja auch mehrere Tage in der Woche die bei der Einziehung von Steuern um die Ausübung eines HoheitsArbeit aus. Bagatelle für die Handelskammer! Von großer rechtes handele. Bei der Anstellung fei nun nicht gefagt mals 3. G. Start, stellt auf Weifung des Glastartells am 1. Februar worden, daß ein Teil des Einkommens etiva nur als Aufwendung den Betrieb ein. Durch diese Betriebseinstellung, die 6 Monate Arbeitslosigkeit" fann nach ihr nur zu agitatorischen Zweden" und nicht als Gebalt gelten sollte. Später( 1899) hätte, wie schon andauern wird, werden 400 Arbeiter beschäftigungslos geredet werden. Möchten doch diese Setzer" an der Handelstammer ausgeführt, eine Scheibung in penfionsfähiges Gehalt und andere andauern wird, werden 400 Arbeiter beschäftigungslos fich ein leuchtenbes Beispiel nehmen, die an anderer Stelle, getreu Bezüge nicht einfeitig feitens der städtischen Behörden erfolgen ihrer Aufgabe, ausführt: Natürlicherweise hat der Rückschlag der dürfen. Also tväre hier§ 10 bes Gefeges über die Pensionierung Industrie auch auf den Handel eingewirkt, der fich vielerorts zur ber Staatsbeamten maßgebend, daß bei schwankenden Dienstbezügen Eriparung von Arbeitskräften gezwungen fah. Es sollte diefes eine der legte breijährige Durchschnitt als Jahresgehalt anzusehen Mahnung an die Wortführer der Gehilfenverbände fein, ihre For- fei. Das wären hier 8739 M. Demgemäß war zu erfennen. derungen in sozialpolitischer Hinsicht nicht über Gebühr hochzu schrauben." Um ber Arbeitslosigkeit zu begegnen, follen fich die Handlungsgehilfen ducken. Welch nationalölonomische Weisheit! Uebrigens haben die Arbeitslosen ihr betrübendes Los felber berschuldet: " Berechtigte Lohnkürzung. Der Schneider B. tlagte gestern vor dem Gewerbegericht gegen ben Inhaber eines Herren und Knabenkonfektionsgeschäfts Aubert Barichawsti auf Bahlung rückständigen Lohnes von 4,55 M. Kläger war mit der Anfertigung von Jadetts befchäftigt und hat die in bie Jacketts hineinzuarbeitenden Roßhaareinlagen manches Mal für sich verbraucht. Er ist bieferhalb vom Amtsgericht wegen Unterschlagung zu 10 M. Gelbftrafe verurteilt worden. Die gegen das Urteil ein gelegte Verufung hat das Landgericht zurückgewiefen. 400 Arbeiter beschäftigungslos. Die Glasfabrik in Pilsen der Montan- und Industriewerke vor Elektrobank. Ju Köln wurde am Montag die Treubandbank für Elektrische Industiieaktiengesellschaft mit einem Aftienkapital von 25 Millionen Warf gegründet, worauf borläufig 25 Broz. eingezahlt werden. Die Gründer find Felten u. Guilleaume Lameherwerfe Aktiengesellschaft, die Kommerzienräte Theodor und May bon Guil leaume, Louis Hagen, Geh. Justizrat Heiliger, Freiherr Ewald vor Stleist, Charlottenburg. Die Felten u. Guilleaume Lameherwerk übernehmen 24 995 000 2. Aftien, die übrigen Gefinder je eine Aftie. Gründungen im Jahre 1908. Nach den Zusammenstellungen des Jnt. Volkswirt ist das Gesamtgründungsergebnis des Jahres 1908 folgendes: 143 Aftiengesellschaften mit 154 574 000 W. Nominaltapital, gegen 212 Gefellfchaften mit 249 970 000. Stapital im Jahre 1907 und 212 Gesell fchaften, die nominell 478 000 000 m. investierten, im Jahre 1906. " Es darf übrigens nicht außer acht gelaffen werden, daß unter den Arbeitslosen zahlreiche Arbeitsscheue und auch nicht wenige folche sich befinden, die durch eigene Schuld ihre Stellung oder Arbeitsgelegenheit verloren haben. Ist also mit der bedauerlichen Zatfadie eines relativen Arbeitsmangels zu rechnen, so hat dieser Das Gericht unter Vorsig des Magistratsrats Dr. Leo wies den body burchaus nichts Strifenartiges an fich und bietet keinen Anlaß, Klägar mit der erhobenen Klage mit folgender Begründung ab: es fei das Reichwie im legten Grabe natürlich die Industrie! mit prozeffualer Grundfay, daß die rechte fräftig gewordene Entscheidung neuen, so hohen Ausgaben zu belasten, wie sie die von einigen des Strafgerichts dem Urteil des Gewerbegerichts zugrunde gelegt Seiten gewünschte Arbeitslosenversicherung gur Folge entwendet und für sich verbraucht habe. Ferner fei aber auch durch wird. Nach dieser Entscheidung stehe fest, daß stläger die Rozhaareinlagen haben müßte, die übrigens ebenso wie die jetzt die öffentliche fachverständiges Gutachten der Gewerbegerichtsbeifizer festgestellt. Lebensmittelpreise an 23 verfchiedenen Warttorten ergeben für den Die Feststellungen der Statistischen Storrefpondenz" über wichtige Erörterung beherrschende Privatbeamtenversicherung- daß die hergestellten Jacketts ohne die Roßhaareinlagen einen bes Monat Dezember 1908 im Vergleich mit dem November für mehrere in thren Grundlagen wie in ihren Ergebnissen durchaus noch un deutenderen Minderwert haben als die 4,55 M., und daß die an Artikel wiederum Steigerungen. Eine Zusammenstellung der Breife erforicht ist und von höchst zweifelhaftem prattischen ben Jadetts geleistete Arbeit mit dem bereits dafür gezahlten Lohn für November und Dezember 1908, fowie für den Durchschnitt 1900, Werte sein dürfte." genügend bezahlt fei. Lebensmittelpreise im vezember. ergibt dieses Bild. Es foftete in Mart: Enfarto.In. Wer hätte ein solches Maß von Unwissenheit bei der berufenen Der erste im Urteil geltend gemachte Grund ist mit§ 394 des Bertreterin der Unternehmerinteressen für möglich gehalten? Sollte Bürgerlichen Gesetzbuchs, der Lohnabiüge ausnahmslos verbietet, die Handelskammer zu Hannover wirklich nicht wissen, daß es für foweit es sich um einen 1500 M. nicht übersteigenden Jahresverdienst den Grad der Arbeitslosigkeit ganz gleichgültig ist, ob ber eine ober bandelt, unzutreffend; anders steht es mit bem zweiten Grunde, der der andere Arbeitslose ein Arbeitsicheuer oder durch eigene Schuldontürzung wegen vereinbarter, aber nicht geleisteter Arbeit aus Gier fpricht. feine Arbeitsgelegenheit verloren hat? Daß der Arbeitsmangel für die Handelskammer nichts Krifenartiges" an fich hat, glauben tvir ihr gernje größer die Zahl der Arbeitslosen, desto erwünschter für den nicht an sozialpolitischer Ueberschwenglichkeit" leidenden Unternehmer ebenso, daß ihr eine Arbeitslosenversicherung durchaus autvider ist. Aus Induftrie und Fandel. Gin wenig rühmliches Urteil. " im Dez. 1908 Nob. Dez. 1900 geg. Durchschu 1908 1 God 6,40 5,84 3,78 • 1900 mehr in Prozent 54,5 " . 1000 kg 55,80 57,20 50,7 1,57 12,8 1,56 1,86 14,7 1,34 •" 1,32 1,16 13,8 乾 1,56 1,57 1,82 18,9 07 D 1,62 1,59 1,88 19,6 1,66 1,58 1,80 17,7 1,70 1,71 1,52 12,5 2,60 2,59 2,28 18,6 1,69 1,72 1,56 " 10,2 0,35 0,35 0,80 " 16,6 0,31 0,30 0,20 16,1 Rindfleisch von der Keule per vom Bauch Schweinefleisch Stalbfleisch Hammelfleisch Ger. Eped Egbutter Schweineschmals.... Weizenmehl Roggenmeht. • Der bor furzem erschienene Bericht des österreichischen General Aber nicht mir die Einführung der Arbeitslosenversicherung-fonfulats au Berlin äußert sich wiederum wie im Vorjahre über die jedweder Ausbau der fozialpolitischen Gesepgebung ist ihr verhaßt. deutschen Wirtschaftsverhältnisse, wenngleich nicht mehr so bebisiert Sie läuft gleich der Hamburger und anderer Handelskammern, fowie und prägnant wie damals, wo diese Aeußerungen im In- und Auseinigen Scharfmacherorganen Sturm gegen die Sozialpolitik:„ Unsere lande berechtigtes Aufsehen erregten, so daß es fast scheint, als hätte der Berichterstatter von seiner Regierung auf Wunsch der preußischen Im Dezember standen demnach die Preise für alle Artikel ganz Unternehmer haben bisher alle ihnen auf diesem Gebiete zugemuteten einen zarten Wint erhalten, auf daß er sich in seiner Bearbeitung bedeutend höher als nach dem Durchschnitt des Jahres 1900. Bes Lasten willig getragen; jedoch missen schließlich die in unablässiger der Erscheinungen des deutschen Wirtschaftslebens etwas Reserve fonders für Gier ist der Preis enorm in die Höhe gegangen, wenn Folge geforderten und erlaffenen Gefete sozialpolitischer Art auch auferlege. Immerhin find auch die diesmaligen kritischen Gloffen auch der Jahresdurchschnitt hinter den Winterpreisen zurlicbleibt. einmal auf einige Zeit ein Ende haben. Es darf nicht vergessen zur deutschen Wirtschaftspolitik bemerkenswert Der englische Außenhandel im Jahre 1908. Jahr Einfuhr Ausfuhr Durchführ 17 jährigen Dienstjungen Störmer in Dienst genommen habe, gericht zu Meißen den Glasarbeiter A. aus Weinböhla. Anläßlich Die amtliche Statistik über den englischen Außenhandel im ohne daß ihm dieser dieser die rechtmäßige Verlassung der des Glasarbeiterstreiks in Blockwitz erließ die Amtshauptmannschaft Jahre 1908 liegt nun vollständig vor. Sie ist auf den ersten früheren Herrschaft nachgewiesen hätte. Die Straftammer in Meißen am 18. August 1908 eine Verordnung, die u. a. das Streik. Augenblick ungemein ungünstig. Die Einfuhr 593 140 723 Pfd. Sterl, was gegen die Einfuhr des Vorjahres frei: Störmer habe seinen früheren Dienstherrn Gauter, der ihn war. Das Restaurant" Zur Krone" in Neuförmig, in dem das betrug Braunsberg sprach den Angeklagten mit folgender Begründung buitenstehen von abends 7 Uhr bis früh 6 Uhr, sowie überhaupt jedes zwedlose Stehenbleiben oder Umhergehen im Streifgebiet verboten eine Abnahme von 52,7 Millionen bedeutet. Die Ausfuhr schlug, heimlich verlassen und sei mit der Bitte zu Korth ge- Streitbureau agte, mußte abends um 11 Uhr geschlossen und durfte belief fich auf 877 219 579 Pfd. Sterl.- eine Abnahme von tommen, ihn vorläufig aufzunehmen. Korth habe das getan und ihn früh vor 6 Uhr nicht geöffnet werden. Für Zuwiderhandlungen 48,8 Millionen gegen die Ausfuhr des Vorjahres. Auch der Durch mit Wirtschaftsarbeiten beschäftigt. Störmer habe von ihm außer wurden Geldstrafen bis 150 M. oder 14 Tage Haft angebrohi. Der fuhrhandel hat gelitten; er betrug 76,7 Millionen und wies eine Abnahme von 12,3 Millionen auf. An Einfuhr und Ausfuhr dem Unterhalt ein Paar Stiefel und mehrmals fleinere Geldbeträge Angeflagte konnte als Streitposten überhaupt nicht in Betracht verlor der englische Handel im Berichtsjahre rund 101,5 Millionen erhalten. Es frage fich, ob ein Gesindedienstvertrag zwischen St. fommen, da er als eigentlicher Leiter des Streikes keine Zeit dazu Pfd. Sterl! und dem Angeklagten zustande gekommen fei, denn§ 9 beziehe sich hatte. Als er am 18. August 1908 zu den Zeugen 8. und R. ging, Das Jahr 1907, mit dem das Berichtsjahr verglichen wurde, nur auf den Antritt eines neuen Gefindes. Das Gericht erachte um ihnen, wie ungweifelhaft festgestellt wurde, Arbeit nachzuweisen, war aber außerordentlich günstig: es war geradezu ein Ausnahme- für festgestellt, daß hier ein Gesindedienstvertrag nicht vorgelegen wurde er vor der Türe von einem Gendarmen empfangen, der ihn jahr. Es wäre deshalb falfa, aus diesem Vergleich allgemeine habe, sondern nur ein Arbeitsverhältnis. Jeder konnte jeden Tag Minuten vor 6 Uhr zum Streifbureau gekommet, er mußte hier zur Anzeige brachte. Am 19. August war der Angeklagte wenige Schlüffe zu ziehen. Eine bessere Einsicht in den Gang des englischen das Verhältnis lösen. Es mangelte an der Festlegung eines Ge- warten, da das Tagungslokal der Verordnung entsprecheno nicht Außenhandels erhalten wir, wenn wir eine Tabelle des Außen- findes auf eine bestimmte Zeit, wie sie§ 40 der Gesindeordnung für vor 6 Uhr geöffnet werden durfte. Dies wurde ihn von einem handels der letzten acht Jahre aufstellen: das Gesindedienstverhältnis verlangt. Aus diesen Gründen fönne§ 9 Hüter des Gefeßes als Streifpostenstehen angerechnet und er zur der Gefindeordnung überhaupt Anwendung nicht finden. Das Anzeige gebracht. Im dritten Fall wurde das ruhige Gehen auf Rammergericht verwarf am 7. d. M. die hiergegen Berordnungen angesehen und zur Anzeige gebracht. Für jeden der Straße, als im Widerspruch mit den amtshauptmannschaftlichen eingelegte Revision der Staatsanwaltschaft, indem Fall dieser Uebertretung bekam der Angeklagte eine Strafverfügung es in Uebereinstimmung mit dem Oberstaatsanwalt und dem Land- über 10 M. Er beantragte gerichtliche Entscheidung. Der Ber gericht davon ausging, daß§ 9 der Gefindeordnung deshalb nicht teidiger des Angeklagten beantragte Freisprechung, weil die Ber in Betracht komme, weil ein Gesindeverhältnis zwischen St. und ordnungen der Amtshauptmannschaft, wie das Reichsgerichtsurteil North nicht vorlag. Eine Regierungs Polizeiverordnung vom anerkennt, geseßlich unzulässig sei, auch wurde von ihm noch auf 17. September 1865, die die Gesindeordnung entsprechend ergänzen das Urteil eines preußischen Stammergerichts hingewiesen, das fich follte, sei ebenfalls nicht anwendbar. Sie fei ungültig, denn mit dem Reichsgerichtsurteil vollständig bedt und die ungültigkeit durch eine Polizeiverordnung könne die Gesindeordnung nicht er- solcher Verordnungen farlegte. Das Gericht verurteilte froßdem gänzt werden. den Angeklagten. Es bezog sich auf ein Urteil des Oberlandes. gerichts Dresden, das ähnliche Verordnungen die die Amtshaupts mannschaft Leipzig erließ, als gefeßlich gültig anerkannt habe. Der Angeklagte habe nur deshalb ein Interesse daran gehabt,-- den beiden Zeugen Arbeit nachzuweisen, um zu verhüten, daß die selben Streitbrecherdienste leisteten. Diese Absicht sei aber die felbe, die mit Streitpostenstehen bezwedt werde!! Der Angeklagte wurde darum zu 10 M. Geldstrafe und den Stoften verurteilt. In den beiden anderen Fällen mußte der Angeklagte freigesprochen werden, da durch Zeugen unzweifelhaft nachgewiesen wurde, daß hier die Verordnungen in die persönliche Bewegungsfreiheit des Angeklagten eingriff. in Millionen Pfd. Sterl. 1908 593,1 377,2 1907 645,9 426,0 1906 607,9 375,6 1905 565,0 330,0 1904 551,0 300,7 76,7 100,0 85,0 78,0 70,3 1903 542,6 290,8 69,6 1902 528,4 522,0 283,4 280,0 1901 65,8 67,8 Die Ginfuhr bez Berichtsjahres ist nur geringer als die der Die Einfuhr des Berichtsjahres ist nur geringer als die der Jahre 1907 und 1906; die Ausfuhr wurde nur von der des Jahres 1907 übertroffen. Aus der Frauenbewegung. Zur Frage der Prostitution. " Ein Heilinstitut". Somit geht die sächsische Justiz wieder einmal in der Nichtachtung reichsgefeßlicher Bestimmungen und in der Auslegung eines harmlofen Vorganges voran. Die höheren Instanzen dürften den mit dem reichsgesetzlich festgelegten Soalitionsrecht unvereinbarlichen Fehlspruch des Schöffengerichts aufheben. Sache der Staats anwaltschaft wäre es, gegen die Amtshauptmannschaft, Anklage wegen öffentlicher Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Geseze zu erheben. Sechs Eide um eine geflicte Unterhose. Bis zum späten Abend verhandelte die 185. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte eine Anklage wegen Betruges gegen den Naturheilkundigen Paul Mistelsky. Der Angeklagte ist schon mehrmals wegen Gewerbevergehens vorbestraft und vor kurzem In der Sammlung Kultur und Fortschritt hat die Schwedin wegen unbefugter Führung des Professortitels und Betruges zu Frida Steenhoff eine Broschüre über Die reglementierte 1000. Geldstrafe verurteilt worden. Zum gestrigen Termin waren Prostitution vom feministischen Gesichtspuntt" nicht weniger als zehn medizinische Sachverständigen und eine erscheinen lassen. Das in dem Schriftchen verwendete Tatsachen- Reihe Vertreter der Naturheilkunde geladen. Außerdem war noch material ist für den Kenner der Literatur über die Prostitutions- nicht weniger als zehn medizinische Sachverständige und eine frage nicht neu, interefiant aber ist die Art, wie die Tatsachen be- nerien anwesend. Der Angeklagte ist Direktor eines Institute, in leuchtet werden, wie in fnapper, treffender Formulierung ein ein welchem die Heilkunst mittels der Oscillationsmethode, Lichtbäder, dringliches Bild von der entseglichsten Leibeigenschaft, unter der ein elektrischer Bäder, Massage usw. ausgeübt wird. In dem Institut Teil der Frauentvelt gehalten wird, entsteht. ift neben dem Angeklagten auch ein Arzt bei der Diagnostik und Die Verfafferin weist einleitend darauf hin, wie Staat und der Kuranwendung tätig. Zur Anflage standen zwei Fälle, die Behörden es fich feit undenklichen Zeiten angelegen fein ließen, den der Staatsanwalt als Betrugsfälle anjah. In dem ersten Falle erotischen Wünschen der männlichen Massen Genüge zu tun. Sie war ein Buchdrucker Emil Schulz, der am vorgeschrittenen nennt dies ein Moment von Herrscherlift. So lange die elementaren Krebs des Schlundes und Kehlkopfes litt und als ungeheilt aus der Triebe neben dem Verlangen zu trinken befriedigt werden, wird die Charité entlassen war, da er sich nicht einer Radikaloperation unteruralte Unzufriedenheit über die Armut und allerlei foziale Ungerech werfen wollte, auf Grund der umfangreichen Reklame Mistelskys tigkeiten getviffermaßen eingelullt. Seit die Colonische Gesetzgebung in dessen Institut gekommen und hatte sich in deffen Kur begeben. Aus Halle a. G. berichtet man uns unterm 11. Januar: Gin im Jahre 600 vor unserer Zeitrechnung zuerst eine reglementierte Der Patient war unheilbar und soll, wie behauptet wird, die Kur erbauliches Bild über unsere prächtigen Justizverhältnisse entrollte Prostitution schuf, begann die feruelle Sklaverei des Weibes und die nur deshalb begonnen haben, weil ihm der Angeflagte gefagt habe, eine vor dem Schöffengericht stattgehabte Berhandlung gegen die Berleugnung feiner feruellen Freiheit, die bis auf den heutigen er würde ihn nach 30 Behandlungen wieder herstellen. In dieser bisher unbescholtene Böttcherfrau Auf'm Waffer von hier, die be Tag fortbestehen. Bortrefflich hatte sich im Mittelalter die Kirche Zuversicht soll der Patient den Abonnementspreis 3. Klasse für 30 schuldigt wurde, eine geflidte leinene Unterhose fünfter Garnitur mit der Prostitution abgefunden. 8war gebot fie eine strenge Be- Behandlungen mit 100 M. bezahlt haben. Nach 18 Besuchen ist bes Füfilier- Regiments Nr. 36 gestohlen zu haben. Die Frau war handlung der sogenannten Gefallenen, aber andererseits genierte fie der Patient gestorben. Im zweiten Falle soll der Angeklagte auf folgende Weise in den furchtbaren Verdacht gekommen: Gine fich nicht, wie die Verfasserin an einer Reihe von Beispielen nach einem nervenleidenden Batienten fälschlich gesagt haben, er jei junge Dame, die mit der Angeklagten in einem Hause wohnt, tveist, ziemlich beträchtliche Einfünfte aus der Unzucht der Dirnen Rückenmärker und könne als solcher nicht hoffen, in eine Lebens- hatte das ominöfe weißleinene Militärbekleidungsstück fünfter Gar zu ziehen. Seitdem hat die Seuchelei gegenüber der Prostitutions. versicherung aufgenommen zu werden, wohl aber könne dies ge- nitur auf der Waschleine hängen sehen, Verdacht geschöpft, und frage erhebliche Fortschritte gemacht. Der Staat, d. h. die Männer- fchehen, wenn er sich einer Stur im Mistelskyschen Institut unter- da fich der Regimentsstempel in dem Beinkleid befand, dieses abwelt, fordert die Existenz der Prostitution um der Gesundheit ziehe. Dadurch soll der Patient sich haben bewegen lassen, fich genommen und der Verwaltung des 36. Regiments zugeftellt. Das und des Vergnügens willen. Er schäßt und verachtet sie einer ergebnislofen Stur in zweiter Abonnementstlaffe zu 150 W. Regiment reklamierte das zerschliffene Peinkleid als sein Eigentum gleichzeitig, er fördert ihre Existenz und maßt sich das unumschränkte zu unterwerfen. Der Angeklagte bestritt entschieden, sich schuldig und ermittelte, daß einem Gefreiten Beher einmal ein solches Recht an, sie sozial zu zertreten. gemacht zu haben und vertrat u. a. den Standpunkt, daß nach Beinkleid schlechtester Garnitur abhanden gekommen war. Da nun Seit alter Zeit bestand das Streben, die Prostiturierten von den feiner Ueberzeugung auch Krebs durch seine Methode heilbar fei. Die Frau nicht friegsgerichtlich abgeurteilt werden konnte, reichte sogenannten ebrbaren Frauen abzusondern und unter polizeiliches tam zu stundenlangen Erörterungen medizinischer Natur, bie Aufsicht zu stellen. Mit schneidender Schärfe geißelt Frida Steenhoff sich auf die Kurmethode des Angeklagten und dessen unzulänglichen man Tatbericht ein und übergab die Unterhose dem Zivilgericht zur weiteren Verfolgung". Die Ziviljustiz mühte sich denn auch die ungeheuere Brutalität in der gesellschaftlichen Auffaffung, die medizinischen Kenntnisse erftredten.- Staatsanwalt Horn hielt im Schweiße ihres Angesichts ab und baute für die Frau eine wohl den Männern das Recht auf freien Geschlechtsverkehr zugesteht, in den beiden Fällen den Angeklagten des Betruges für völlig ebenso schwungvolle wie großzügige" Anlage auf. Zur Berhandim Schweiße ihres Angesichts ab und baute für die Frau eine die Frauen aber, die sich dasselbe Recht nehmen, mit der Gefahr überführt und beantragte 10 Monate Gefängnis und 500 M. Geld- ebenso schwungvolle wie großzügige" Anklage auf. Zur Berhandlung vor dem Amtsgericht erschienen nicht weniger als sieben des Berlustes ihrer persönlichen Freiheit und ihres sozialen Ansehens strafe. Rechtsanwalt Munt beantragte dagegen die Freisprechung. Beugen und ein Verteidiger der Frau, und das corpus delicti, die bedroht. Die Reglementierung beraubt die Prostituierte der Mög- Das Gericht erkannte auf 5 Monate Gefängnis. In der Begrün- Unterhose des Regiments, lag auf dem Tische des Hauses. Die lichkeit, sich durch ehrliche Arbeit zu ernähren und zwingt fie, nur dung hob der Vorsitzende u. a. hervor, daß der Angeklagte trok geladenen Zeugen wurden ebenso ernst wie feierlich mit der Heiligvom Geschlechtsverkehr zu leben, der sie allmählich stumpfsinnig feiner geringen medizinischen Kenntnisse, zum Teil sogar abso- feit des Eides bekannt gemacht, und die Militärunterhose wurde machen muß und im Berein mit dem Alkoholismus in wenigen luter Unkenntnis in medizinischen Dingen fich auf Dinge einlasse, von dem Amtsrichter wenn nötig aufgerollt und Damen sowie Jahren aus einem vielleicht gut beanlagten Mädchen ein verlotteries, Anklagefällen habe er durch falsche Vorspiegelungen die Patienten dem Almächtigen usw. und äußerten sich dann über das weißfür die seine Fähigkeiten durchaus nicht ausreichten. In den beiden Herren als Beweisstück gezeigt. Geche Beugen schwuren bei Gott tief gesunkenes Geschöpf werden läßt. Die elende Bezahlung der Frauenarbeit, die Unsicherheit der Arbeitsverhältnisse in Zeiten der strife, lägt unzählige Frauen aus Not zu Prostituierten werden. Es bleibt ihnen nur die Wahl zwischen Not und Schande. Mit welchem Recht fordert man da Heroismus? Die Proletarierin braucht nicht zu stehlen, wenn sie ihren Körper verkauft. Die Neglementierung aber macht diefen Notausfallsweg permanent." Auf die hygienische Seite der Reglementierung eingehend, weist die Verfafferin die Unwürdigkeit und Zwedlosigkeit derfelben nach, folange diesfanitären Maßregeln fich einzig gegen das Weib richten. Der entfeglichen Gefahr der venerischen Krankheiten gegenüber fordert sie Aufklärung des Volkes über die Natur und Ansteckungsgefahr diefer Krankheiten, eine freiwillige, fostenlose und gute Krankenhaus pflege, leberwachung der ansteckungsfähigen Männer und Frauen. ferner eine Reihe non fozialen Reformen, z. B. eine beffere Fürsorge für Minderjährige, Hilfe für arbeitslose Frauen usw. Da die Reglementierung das Weib der administrativen Willfür ilberliefert, so feien Gleichstellung der Geschlechter und Klaffen vor dem Gesez, größtmögliche Unverleglichkeit des Privatlebens und Gesundheitsmaßregeln ohne Brandmarkung der Individuen zu verTangen. Frida Steenhoffs Ausführungen gipfeln fchließlich in dem Gedanken, daß die Liebe von dem Drud des Geldes befreit, daß sie frei sein müsse. Die Summen, die dem weiblichen Geschlecht heute als Belohnung für den Geschlechtsverkehr zufließen, müßten ihnen statt dessen als Arbeitslohn zufallen. getäuscht. Ein zweites Betrugsverfahren gegen ihn schwebe ja auch noch in der Berufungsinstanz. Betrugsfälle auf dem Gebiete der Heilkunde müssen energisch geahndet werden, da sie eine große Gefahr für das Publikum bedeuten und großer Schaden angerichtet werden könne. dem Allmächtigen usw. und äußerten sich dann über das weißLeinene Unterbeinkleio. Für den gutgläubigen Christen, dem gelehrt wird, den Namen Gottes nicht unnüßlich im Munde zu führen, eine peinliche Sache; für den gewöhnlichen Menschen eine Belehrung über unsere Justizverhältnisse. Verfammlungen. Was ergab denn aber nun die Beweisaufnahme über die Ent wendung" der Regimentsunterhose fünfter Garnitur? Das Regi Eine abtrünnige Kadettin der Heilsarmee ment verkauft ausrangierte Kleidungsstüde an einen Althändler mußte sich gestern in der Person der 22jährigen Josefine Mannte in Magdeburg. Der Althändler liefert alte Militärunterhofen usw. bor dem Strafrichter verantworten. Die Angeklagte hatte in als Buklappen an das hiesige elektrische Depot. Der Sohn der ihrer Charge als Soldatin der Heilsarmee den Kriegsruf" in Angeklagten bekommt die alte Hofe zum Ueberziehen bei schmußigen Gastwirtschaften zu verkaufen und gleichzeitig in einer fleinen Stanalarbeiten, nimmt sie mit Erlaubnis mit nach Hause und läßt Sammelbüchse Almosen zu sammeln. Nach ihrer Angabe hatte sie sie von seiner Mutter reinigen. Dies der Sachverhalt. Und wegen eines Abends so wenig Geld eingenommen, daß sie sich schämte, eines solchen Buklappens, pardon Militärunterhose, werden vom das Geld abzuliefern. Um zu zeigen, daß sie eine recht tüchtige Regiment, Staatsanwaltschaft und Gericht Ermittelungen anSoldatin sei, entwendete sie einem Arbeiter Koppe, bei welchem sie gestellt und sechs heilige Gide geleistet. Es ist schever, teine Satire in Schlafftelle wohnte, aus einer Kommode den Betrag von 1,50 M. zu schreiben. Selbstverständlich wurde die Frau antragsgemäß Die Angeklagte wurde später zur Kadettin befördert und sollte von freigesprochen und die Kosten auch die durch die Verteidigung fallen der Staatskaffe zur Laft. dem Offizier Bimmerling in die Lehren der Heilsarmee näher ein- der Frau erwachsenen geweiht werden. Auch hier verging sie sich gegen fremdes GigenSo endete die schöne Geschichte" von der weißleinenen Unters tum und entwendete ihrem Borgesezten" vier Baar Damen- Hofe fünfter Garnitur des Fusilier- Regiments Nr. 36. ftrümpfe. Wegen dieser Diebstähle wurde die Angeklagte vom Schöffengericht zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Sie legte hiergegen Berufung ein und schrieb gleichzeitig an den zuständigen Staatsanwalt einen Brief, in welchem fie um Erlassung der Strafe bat. Diesen Antrag begründete die Angeklagte damit, daß sie jetzt sehr fromm geworden und doch grade erst der Hölle entrissen sei, Der Arbeiterschwimmerbund hielt am Sonntag feinen Das ist natürlich ein frommer Wunsch, dessen Verwirklichung in in die sie nun wieder zurüdgestoßen werden solle. Sie schloß den Vertreten der bürgerlichen Gesellschaft ausgeschlossen ist. Tatsache ist, daß die Brief mit der etwas eigenartigen Wendung, daß sich doch auch jeder 12. Bundestag im Charlottenburger Boltshaus" ab. widrige Schmarogerpflanze der Brostitution sich erst auf dem Sumpf- Staatsanwalt freuen würde, wenn er der Hölle entrissen würde. waren die Vereine von Berlin, Reinidendorf, Oberschöneweide, boden der fapitalistischen Gesellschaft zu ihrer ganzen Scheußlichkeit vor Gericht war die Angeklagte geständig, bat aber um eine Rigdorf, Charlottenburg, Weißensee, Tegel, Breslau, Leipzig, entfalten fonnte. Die vollendete Planlosigkeit ihrer Wirtschaftsweise zeigt mildere Strafe. Das Gericht verwarf die Berufung unter Be Elberfeld, Barmen, Görlik, Dresden, Braunschweig, Nordhausen und Deuben. Nach den Berichten des Vorstandes wurden die flar, bis zu welchem Grade diese Gesellschaft von ihren ausbeuterischen stätigung des ersten Urteils. Statutenänderungen beraten. Die einschneidendste der letteren Tendenzen beherrscht wird und daß man von ihr weder die Einsicht noch Strafbarkeit wegen unterlassener Unterstübung. den Billen zur Durchführung einer wirfiamen Eindämmung der war die Aufnahme eines neuen Paragraphen, der dem noch teil. Prostitution erwarten darf. Das Proletariat, aus dessen Massen Die Armenkommission hat gegen den Schneider Otto Warneh weise gepflegten Schwimmen um Preise( Diplome oder Kränze) das von den Herrschenden geschaffene wirtschaftliche Elend immer einen Strafbefehl erwirkt, wonach W. eine Geldstrafe von 10 M. ein Ende macht. Gleichfalls wurde die seit 4 Jahren durchgesezte nene weibliche Opfer in das Lumpenproletariat der Brostitution erlegen oder zwei Tage Haft abmachen soll, weil W. nach Ansicht strengere Zentralisation als verfrüht aufgegeben; während früher hinabsinken läßt, wird selbst die Lösung des Problems in die Hand der Armenkommission in der Lage wäre, für den Unterhalt seines in jedem Ort nur ein Arbeiterschwimmberein dem Bunde angenehmen, zu der fich die Bourgeoisie unfähig erwiesen hat. Alle die Waters zu forgen, fich dieser Pflicht aber entzieht. Da W. gegen hören durfte, es jest dem Vorstande überlassen, mehrere Ververtidelten Fragen, welche das Problem der Prostitution in sich den Strafbefehl Einspruch erhoben hatte, kam die Sache gestern eine aufzunehmen, falls denselben mindestens 50 Mitglieder anbirgt, laffen fich lösen mit der llmgestaltung unserer gefellschaftlichen vor dem Schöffengericht zur Verhandlung und hatte folgendes Er gehören. Dieser Beschluß fönnte in Arbeiterkreisen Befremden und wirtschaftlichen Verhältnisse im sozialistischen Sinne. Mit der gebnis: Warneys Vater wohnt bei einem seiner Söhne( nicht beim erregen, aber die Arbeit eines Schwimmbereine ist eine so cigen Aufhebung der wirtschaftlichen Ausbeutung des Menschen durch den Angeklagten), er erhält eine Armenunterstützung von monatlich artige, daß eine zu straffe Zentralisation sehr leicht zur Dezen Menschen muß auch die geschlechtliche Ausbeutung der Frau in der 15 W. und Otto W.( der Angeklagte) unterstübt seinen Vater ge- tralisation führt. Infolge dieses Beschlusses beantragten die legentlich mit Geldbeträgen von 3 bis 5 M. und Kleidungsstücken. Schwimmbereine Welle"," Neptun 1894" und" Freiheit"( jämt!. Prostitution ihr Ende finden. Otto. behauptet, mehr tönne er für seinen Vater nicht tun. Der Vater ist derselben Ansicht. Otto W. hat, toie er selbst angibt, als Konfettionsschneider einen wöchentlichen Verdienst von 30-40 M. und nur ein neunjähriges Kind zu versorgen. Das Gericht ist der Ansicht, daß W. unter diesen Umständen in der Lage ist, feinen Bater so zu unterstüßen, daß eine Armenunterstüßung nicht nötig Tagen haft verurteilt. ist. W. wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 10 M., eventuell zwei Gerichts- Zeitung. Zur Gefindeordnung.. Berlin) ihre Aufnahme in den Bund und wurde dieselbe auch vom Bundestage vollzogen. Nach einer Mittagspause wurde in den Verhandlungen fortgefahren und die Vorstandswahlen vorge nommen. Es wurden wiedergewählt die Schwimmgenoffen . Massa- Tegel zum 1. Vorsitzenden, E. Burde- Rixdorf zum 1. Schriftführer, H. Muschert- Reinidendorf zum 1. Kassierer. Die Anwendbarkeit des§9 ber@ efindeordnung Die Revisionsfommission wurde Leipzig übertragen. Zum Redakteur für die Arbeiter- Schwimmerzeitung" wurde Schwimmoon 1810. Der§ 9 der Gefindeordnung bestimmt: Dienstboten, genoffe Bep meisel- Rigdorf wiedergewählt. Alle Zuschriften welche schon vermietet gewesen, müssen beim Antritt eines neuen für den Bund sind an den Borsigenden J. Maffa- Tegel, Beits Dienstes die rechtmäßige Verlassung der vorigen Herrschaft nachZrob der bekannten Reichsgerichtsantscheidung, nach der Ver- ftraße 15a su richten, alle Anfragen und Sendungen für die„ Ar weisen." Megen Ilebertretung dieses Paragrapher: war ordnungen, die das Berbot des Streikpostenstehens betreffen, gebciter- Schwimmerzeitung" an G. 3cpmcifct, Rigdorf, Herutann. Landwirt Korth angelagt worden, weil er den seßlich unzuläffig find, verurteilte am 8. Januar 1909 das Schöffen- ftraße 177( Telephon: Rigborf Nr. 963). Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Injeratenteil verantwo.: Th. Glotte, Berlin. Drudu. Verlag; Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, der Verurteilung wegen Streifpoftenfiehen, Nr. 9. 26. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 12. Januar 1909. Am Mittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend statt. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis( Friedrichstadt, Abteilung III). Am Mittwoch referiert bei Julius Meyer, Dranienstr. 103, Genoffin Wurm über: „ Die Entstehung der Arbeiterklasse." Steglih. Morgen in allen Zahlabenden: Berichte und Neuwahlen der Bezirksführer. Groß- Lichterfelde. Laut Beschluß der Generalversammlung des Wahlvereins finden die Vereinsversammlungen jett allmonatlich am legten Dienstag statt, abwechselnd im„ staiserhof" und in Wabrendorfs Gesellschaftshaus". Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Gemeindewählerlisten vom 15.- 30. Januar, während der Bureaustunden( 9-3 Uhr), auf dem Rathause zur Einsicht ausliegen. Wenn auch die regelmäßigen Erfazwahlen in diesem Jahre nicht stattfinden, so ist doch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß infolge eintretender Vorkommnisse Neuwahlen zur Gemeindevertretung statt finden müssen. Und wer dann nicht in der Liste steht, geht seines Wahlrechts Auch diejenigen, die zurzeit mit ihren Gemeindeabgaben im Rückstande sind, müssen in die Wählerliste aufge= nommen werden. verlustig. Sollte dies verweigert werden, ist sofort beim Gemeindevorsteher Einspruch gegen die Richtigkeit der Wählerliste zu erheben und die Eintragung zu berlangen. Es wird dringend ersucht, in allen diesen und ähnlichen Fällen dem Unterzeichneten fofort Mitteilung zu machen. Der Vorstand. J. A.: K. Wenzel, Krummeftr. 2 I. Marienfelde. Der morgige Bahlabend findet im Lokal von Oberschmidt, Berlinerstraße 114 statt. Der Vorstand. Wilmersdorf Halenfee. Am morgigen Zahlabend tagen der 1., 2. und 3. Bezirk gemeinsam im„ Johann- Georghans", Johann Georgstr. 19. Außerdem findet diesmal eine statistische Aufnahme über die gewerkschaftliche Organisationszugehörigkeit und über die Zahl der Vorwärts"-Refer statt. Die Genossen wollen daher ihre Mitgliedsbücher der gewerkschaftlichen Organisation, sowie die Borwärts" Quittung mitbringen. Der Vorstand. " Wir bandes deutscher Gastwirtsgehülfen bezogen wird.( Ortsverwaltung geschoben ist nicht aufgehoben. Sollten aber, was wir wünschen. Berlin, Gr. Hamburger Straße 18/19. Tel. Amt III 1813.) unsere Befürchtungen bezüglich der Behandlung der Obdachlosen auf Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst den Rieselgütern nicht zutreffen, dann werden wir die ersten sein, die dringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine das anerkennen, auch einem Herrn Fischbeck gegenüber. Slaufel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende können das um so leichter, als uns hierzu ohnehin nicht oft GelegenLofol später für Arbeiterversammlungen verweigert werden sollte, heit geboten wird. Was bisher an Tatsachen aus den Verwaltungen, der Bertrag seine Gültigkeit verliert. denen Herr Fischbeck vorsteht, befannt ist, liefert für das Mißtrauen, das allen seinen Maßnahmen entgegengebracht werden muß, Unter lagen genug. Um nur bei der Verwaltung des Asyls und des Obdachs zu bleiben, so hat der Stadtrat Fischbeck sich allein mit der Einführung des Gummiinippels unsterblichen Ruhm erworben. Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. sind stets durch die in der Lokalliste angegebenen Kommissionsmitglieder an den Obmann der Lokalfommission zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise Nieder- Barnim, Teltow- Beeskow und Potsdam- Osthabelland in Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte sind alle Anfragen direkt an den Obmann zu richten, in keinem Falle jedoch direkt an die Redaktion des Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten. Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, fomie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aenderungen Notiz zu nehmen. Für verloren gegangene Bisten tann jederzeit Ersah von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. " Die Lokalkommission. Anmeldung zur Stammrolle. Alle diejenigen jungen Männer, welche in einem der zum Deutschen Reiche gehörigen Staaten heimatberechtigt und 1. in dem Zeitraum vom 1. Januar bis einschließlich 31. Dezember 1889 geboren sind, 2. diefes Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht bei einer Ersazbehörde zur Musterung gestellt, 3. fich zwar gestellt, über ihr Militärverhältnis aber noch keine endgültige Entscheidung erhalten haben und gegenwärtig innerhalb des Weichbildes hiesiger Residenz sich aufhalten, werden, soweit sie nicht von der persönlichen Gestellung in diesem Jahre entbunden sind, auf Grund des§ 25 der Deutschen Wehrordnung angewiesen: fich behufs ihrer Aufnahme in die Rekrutierungsstammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. J. während der Stunden von vormittags 8 bis nachmittags 7 Uhr( Sonntags bis nachmittags 1 Uhr) im Geschäftsraume des für ihre Wohnung zuständigen Polizeireviers persönlich zu melden und ihre Geburts- oder Losungsscheine und die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits ergangene Entscheidungen über ihr Militärverhältnis enthalten, mit zur Stelle zu bringen. Die Geburtszeugnisse werden von den Standesämtern aus Schmargendorf. Am Mittwoch, den 13. Januar, abends 81 Uhr findet im„ Lindenbaum" der Zahlabend statt. Eine genaue Regelung der Lokalfrage erfolgt erst in der nächsten Generalversammlung am 26. Januar. Der Vorstand. Hohen- Neuendorf und Stolpe a. d. Nordbahn. Der Zahlabend gestellt. findet am Mittwoch, den 13. D. M., abends 8½ Uhr im Lokal von B. Schmit, Ruhwaldstraße 45 statt. Nieder- Schöneweide. Der Zahlabend findet am Mittwoch, den wesend find( auf der Reise begriffene Handlungsgehilfen, auf See Für diejenigen hiesigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abbefindliche Seeleute usw.), haben die Eltern, Borminder, Lehr-, Brot und Fabrikherren die Anmeldung in der vorbestimmten Art zu Wenn schließlich noch in dem von uns angezogenen Artikel der Freisinnigen Zeitung" der Genosse Adolf Hoffmann in Gegensatz zur sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion zu bringen ver sucht wird, so ist die Mühe umsonst; was in dieser Beziehung behauptet wird, entbehrt jeder tatsächlichen Begründung. Da ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens, nicht wahr, Herr Fischbed? Hat Sie der Adolf Hoffmann schon so sehr gezüchtigt, daß Sie ihn auf diese Weise los werden möchten? Geben Sie sich keine Mühe, Herr Stadtrat, es gelingt doch nicht. Eine große Erregung ist unter den Standinhabern und Interessenten der Berliner Markthallen entstanden infolge der Verfügung des Polizeipräsidiums, binnen drei Tagen den Verkauf zahlreicher Artikel einzustellen. In Dräsels Festsälen fand gestern eine Protestversammlung statt, die von über 1000 Personen besucht war. Der Bund der Berliner Markthallenvereine, der Verein der Blumenhändler und viele andere Vereine waren vertreten. Der Vorsitzende, Wildhändler Schmidt, eröffnete die Versammlung mit dem Hinweis auf das Verbot, fünstliche Palmen, Wachsblumen, Staniol, Draht usw., fernerhin in den Markthallen zu verkaufen. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: " Die heute zahlreich zusammengekommenen Standinhaber fowie Interessenten erklären, daß der Beschluß des Bezirksausschusses bom 6. Oftober 1908 und die polizeiliche Verfügung vom 8. Januar 1909 ihre Interessen außerordentlich gefährden. Einmal ist noch das bestehende Lager und die Vorräte aller Art zu berücksichtigen, dann ist zu bedenken, daß, wenn dieser Beschluß mit der polizeilichen Verfügung durchgeführt wird, weite Kreise auch im übrigen getroffen und geschädigt werden. Die Polizeiverfügung trifft nicht nur die Verkäufer, fie trifft die Lieferanten, die Angestellten, die Arbeiter und die Stadt Berlin als Eigentümerin der Markthallen. Die Unterzeichneten beauftragen deshalb eine von ihr zu wählende Stommission, in dieser Sache an den ihr geeignet erscheinenden Stellen die ihr zweckmäßig erscheinenden Schritte zu tun." unfall hat sich am Sonntag auf dem Anhalter Bahnhof zugetragen. Von einer Lokomotive zerstüdelt. Ein schwerer Eisenbahns In der sechsten Abendstunde war dort der 55 jährige Wagenwärter Theodor Kotsch aus der Willibald- Aleris- Straße 34 damit beschäftigt, 13. d. M., abends 8 Uhr, statt, fund zwar in folgenden Lokalen: er die vorgeschriebene Anmeldung versäumt, wird nach§.33 mehrere Wagen zu revidieren. Beim Ueberschreiten der Gleise über3 1. Bezirk beim Genossen Stahlberg, Köllnische Straße 64; 2. Bezirk beim Genoffen Hielscher, Berliner und Fennstraßen Ede; 3. Bezirk des Reichsmilitärgefeges vom 2. Mai 1874 mit einer Geldstrafe bis beim Genossen Otto Neumann, Grünauer Straße 5. Außer einer zu 30 M. oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft. wichtigen Besprechung werden an diesem Zahlabend die Bezirksführer Reklamationen( Anträge auf Zurückstellung bezw. Befreiung von und deren Stellvertreter neugewählt. Der Vorstand. der Aushebung in Berücksichtigung bürgerlicher Verhältnisse sah er dabei das Herannahen einer rangierenden Lokomotive, die nach der Bahnhofshalle fahren wollte. Ohne daß auch der Lokomotivführer etwas bemerkte, wurde Kotsch von der Maschine zu Boden geschleudert und fast zehn Meter weit mitgeschleift. Mit zerStrafau. Der am Mittwoch, den 18. d. M. fällige Bahtabend§ 32 2 a- g der Deutschen Behrordnung) find bezüglich aller schmetterten Gliedern blieb der Unglüdliche auf dem Bahnkörper fällt aus, dafür findet im Lokal von Loeke, Alt- Stralau 5 die Fort- Militärpflichtigen, auch der Einjährig Freiwilligen, vor dem Musterungs- liegen, bis er später von einem Bahnmeister aufgefunden wurde. fegung der Generalversammlung statt. Mitgliederbeiträge werden geschäft, spätestens aber im Musterungstermine anzubringen; nach Da er noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurden schleunigst der Musterung angebrachte Reklamationen werden nur dann berüc fichtigt, wenn die Veranlassung zu denselben erst nach Beendigung zwei Aerate herbeigeholt. Nach Anlegung von Notverbänden schaffte des Musterungsgeschäfts entstanden ist. man den Schwerverletzten nach dem Krankenhause am Urban, wo er bald nach der Einlieferung verstarb. Die Leiche wurde nach dem Schauhause geschafft. Rotsch war verheiratet und Familienvater. daselbst entgegen genommen. Der Vorstand. Eichwalde. Am Mittwoch findet der Zablabend statt. Unter anderem erfolgt auch die Abrechnung von der Weihnachtsfeier. Die Bezirksleitung. Bohnsdorf( Kreis Teltoto). Am Mittwoch, den 13. Januar, abends 8 Uhr findet im Restaurant" Falkenruh" die General versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Bankow. Mittwochabend 7 Uhr Flugblattverbreiten. Das Material wird in den Bahlabendlokalen geliefert. Im Anschluß Zahlabend. Der Vorstand. Reinickendorf( West). Am Mittwoch, den 13. d. M. findet bei Dimte, Eichbornstraße 18 ein kombinierter Zahlabend statt. Tages ordnung: 1. Vortrag des Genossen Ohl: Grundfäße und Forde rungen der Sozialdemokratie. 2. Statutenberatung. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Die vom Zentralverein für Arbeitsnachweis in der Linkstr. 11 begründete Abteilung für weibliches Hauspersonal hat jekt das erste Jahr seiner Wirksamkeit vollendet. Es haven fich in dieser Beit 5905 Hausfrauen und 2790 Dienstboten an den Arbeitsnachweis gewendet. 2249 Stellen sind besetzt worden. Es handelt sich hier nur um festangestellte Dienstmädchen, nicht um Aushilfepersonal, das von einer besonderen Abteilung( Rückerstraße 9) vermittelt wird. Ju nicht gleich großem Umfange, aber doch auch recht lebhaft ist die ältere Abteilung für Hauspersonal in der Gormannstraße 13 benutzt worden. Dort wurden im Jahre 1908 1352 Stellen befekt gegen 1019 im Jahre 1907. Um das Erziehungspersonal mehr als bisher in den Kreis der Vermittelungstätigkeit zu ziehen, wird das Bureau in der Linkſtr. 11 von jest ab auch vormittags von 9 bis 12 Uhr geöffnet sein. " Die Leiche eines neugeborenen Knaben fanden ein Schußmann und ein Wächter gestern abend auf dem Grundstück Triftstr. 11-16, einem Stätteplas. Sie war ganz nackt. Ob das Kind eines gewaltfamen Todes gestorben ist, kann erst die Obduktion feststellen. Nachforschungen nach der Mutter wurden alsbald eingeleitet. Zu dem Mord in der Mariannenstraße wird mitgeteilt, daß der berfolgte Täter, der frühere Gärtner Bierwagen, bald hier bald dort gefehen worden sein sollte. Vorgestern hieß es, er habe sich ertränkt und sei am Mühlendamm aus der Spree gelandet worden. Der Tote, der hier gefunden wurde, ist aber der pensionierte Postschaffner Neumann. alter Sünder dieser Art hatte sich aus Sparfamkeit eine Monatskarte Ein Fledderer wurde gestern abend unschädlich gemacht. Ein für die Stadtbahn gekauft und fuhr nun immer hin und her. Auf dem Schlesischen Bahnhofe fah ein Beamter, wie er in ein Abteil einstieg, in dem ein schlafender Mann allein faß. Der Beamte fuhr im Rebenabteil mit und beobachtete über die Schranke hinweg, wie der Fledderer dem Schlafenden das Portemonnaie aus der Tasche holte. Auf der Haltestelle Jaunowigbrüde nahm er ihn fest. Ein Elendsbild. Dem Stadtrat Fischbeck scheint es der„ Vorwärts" angetan zu haben. Er hat sich mit seinem Busenfreunde und neugebadenen Stadtratskollegen Wiemer in Verbindung gesetzt und gibt in der Sonntagsnummer der Wiemerschen Freisinnigen Zeitung" feinem An die Parteigenossen Berlins und der Mark Brandenburg. Schmerze Ausdruck. Grund hierzu gaben Herrn Fischbed zwei Die neue Lotalliste liegt der heutigen Nummer des Vor- Artikel, die dieser Tage im Vorwärts" erschienen sind. Der eine tvärts" bei und empfehlen wir dieselbe wiederum der Arbeiterschaft war überschrieben:„ In Bodelschwinghs Spuren", der sich mit einer dringend zur Beachtung. Jeder Arbeiter muß sich stets vor Augen Vorlage des Magistrats beschäftigte, nach der 50 000 m. gefordert Ein Bild des Jammers bietet eine Arbeiterfamilie Wiechmann. führen, daß für eine fruchtbringende Agitations- und Organisa- wurden für Beschäftigung Obdachloser auf städtischen Stiefelgütern, Durch Krankheit des Mannes kam fie wirtschaftlich so weit zurück, tionsarbeit der Besik freier Lokale die erste Vorbedingung ist. Um während sich der zweite mit einer Notiz der Freifinnigen Beitung" daß fie die Miete nicht mehr bezahlen konnte und die Wohnung in unserem Lokalkampfe immer mehr Erfolge zu erzielen, ist es über den Besuch und die Einrichtungen des Obdachs befaßte. In Seine Frau mußte mit dem zwei Jahre alten Söhnchen Alfred das räumen mußte. Wiechmann fand Aufnahme in einem Krankenhause. notwendig, den Lokalboykott, unsere wirksam ste beiden Fällen haben wir uns die Ungnade des Herrn Fischbed zu Familienobdach in der Fröbelstraße auffuchen. Ihren Lebenss Waffe, überall mit aller Schärfe durchzuführen. Alle Ver- gezogen, der nun in der ihm eigenen Art sich an dem Borwärts" unterhalt erwarb sie durch Aufwartearbeiten. Während sie diefer anstaltungen der Vereine sind stets daraufhin zu kontrollieren, zu reiben versucht. Bezüglich der 50 000 Mark- Vorlage hatten wir Beschäftigung nachging, starb der Kleine an einer doppelseitigen ob dieselben in einem der Arbeiterschaft auch zu Versammlungen unseren Befürchtungen Ausdruck gegeben, die wir über die Be- ungenentzündung. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem zur Verfügung stehenden Lokale stattfinden; gerade dies bitten schäftigung und Behandlung der Obdachlosen auf den Schauhause gebracht. wir ganz besonders zu beachten. Es gibt keine Ortschaft, die bei einer Riefelgütern hegten, und gemeint, daß die Stadtverordneten- Solche Elendsbilder fann man in der jezigen Zeit der Arbeitsnennenswerten Arbeiterbevölkerung nicht auch eine ganze Anzahl versammlung diefe Vorlage einer gründlichen Prüfung unter- lofigkeit tagtäglich sehen. der verschiedensten Vereine aufzuweisen hat, die sich wiederum in ziehen möchte. Weil nun die Versammlung keine Ausschußberatung Vermißt. Am 4. d. M. hat sich der Hausdiener Paul Horst aus ihrer Mehrheit naturgemäß aus Arbeitern zusammenseßen. Hier vorgenommen, sondern die Vorlage einstimmig angenommen der Wohnung seiner Eltern, Anflamer Str. 57, entfernt und ist gilt es, fortwährend agitatorisch auf diese Bereine dahingehend ein- habe, auch mit Zustimmung der sozialdemokratischen Fraktion, soll bisher nicht zurückgekehrt. Derfelbe ist 36 Jahre alt und war be zuwirken, daß dieselben zu ihren Veranstaltungen nur freie nun die Fraktion dem„ Borwärts" eine Absage erteilt haben. Was fleidet mit weicher Müge, dunklem Ueberzieher und ebensolcher Hofe. Rokale benuten, oder aber die Benutzung eines Lokales davon Sie doch fagen, Herr Fischbeck! In Wirklichkeit sind von dem fozial- Sollte jemand über den Verbleib Auskunft geben können, so wird abhängig machen, daß der betreffende Wirt seine Räume auch zu demokratischen Redner die auch von uns dargelegten wesentlichsten um Nachricht gebeten. politischen und gewerkschaftlichen Versammlungen hergibt. Alle Bedenken und Befürchtungen zum Ausdrud gebracht worden; es ist Im Zirkus Busch gelangte am Sonnabend ein neues Auss Billetts zu Veranstaltungen in gesperrten gesagt worden, daß die sozialdemokratische Fraktion der Vorlage nur stattungsstück: Auswanderer" betitelt, zum ersten Male zur 2okalen sind stets entschieden zurüdzuweisen. zustimmt unter der Voraussetzung, daß die zu beschäftigenden Aufführung. Zunächst werden wir nach dem schönen Schwarzwalde An die Arbeitervereine der größeren Städte richten wir Arbeiter wie freie Arbeiter behandelt werden. Also in der Sache geführt, wo ein ehrfamer Schmiedemeister schlecht und recht fein Metier wiederum die Aufforderung, sich bei ihren Ausflügen und Partien war die Fraktion einig mit dem, was im„ Vorwärts" von der Vor- betreibt. Ein Feuer bringt ihn um fein ganzes Hab und Gut und veran streng nach der Lokalliste zu richten, um dadurch unsere Genossen in streng nach der Lokalliste zu richten, um dadurch unsere Genossen in lage gefagt war; nur in der Form bestand eine Meinungsdifferenz. drüben" sein Heil zu versuchen. Im Hafen finden wir ihn mit Frau laßt ihn zu dem Entschluß, der Heimat den Rücken zu kehren und den Provinzorten in ihrem äußerst schwierigen und opferreichen Die Fraktion wollte nicht durch eine wenn auch noch so beschleunigte und Kind wieder, wo er auf die Ausreise wartet. Hier finden sich Lokaltampfe wirksam zu unterstützen. Jeder muß dessen eingedent Ausschußberatung vermeiden, daß, wenn auch nur mit einem Schein Angehörige aller Nationen zusammen, und es entwickelt sich ein sein, daß der Kampf um die Grringung von er von Recht, ihr der Vorwurf einer Verzögerung von Projekten ge- buntes Leben und Treiben, was Gelegenheit gibt, Tänze aller sammlungsräumen ein Kampf um das Versamm macht werden könnte, die bestimmt sein sollen, Arbeitstofen zu Rationen aufzuführen. Tragischer ist aber die Fahrt. Ein Sturm Iungsrecht ist; wo uns Gäle zu Versammlungen helfen. Aber in dem Mißtrauen gegen das, was von einem bricht los, das Schiff fährt auf und ist dem Untergange geweiht. zur Verfügung stehen, dort tönnen wir unser Ver Der Kampf mit dem nassen Elentent ist hoffmungslos, und unser fammlungsrecht erst wirklich ausnühen. Deshalb: Fischbeck kommt, ist unsere Fraktion der Stadtverordnetenversammlung Schmiedemeister ist mit Weib und Kind verloren. Im Zauberlande mit uns vollkommen einig. Die Fraktion hat noch aus dem Grunde finden sie das Glüd, das sie hier vergeblich fuchten. Elfen kommen, Beachtet die Bokalliste! ohne Ausschußberatung der 50 000 Mart- Borlage zugestimmt, weil es und es entwickelt sich ein reizendes Märchenbild, auf der Bühne sich ja nur um einen Versuch handelt denn die 50 000 W. werden sowohl wie in der mit Wasser überfluteten Manege. Die Pracht nicht weit reichen und es bei einer späteren Borlage noch der Kostüme in Verbindung mit den zahllosen farbigen Lichteffekten Reit wäre, eingehender mit Herrn Fischbeck zu reden. Also aufs gestalteten die Aufführung glänzend und feenhaft. Des weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Bedienungspersonal stets vom fostenlosen Arbeitsnachweis des VerC " Jm Gebrüder Herrnfeld- Theater ging am Sonnabend die giveis aftige Komödie, Die beiden Bindelbands" zum 100. Male in Szene. Daneben leistet fich die Direktion einen bunten Teil, der in der Tat eine Reihe recht guter Spezialitäten enthält. Rigdorf. übermitteln. abend, Vorort- Nachrichten. der vom Konunergienrat Georg Saberland geleiteten Berlinischen Verschiebung der Wahlen bis nach der endgültigen Berichtigung Bodengesellschaft übergegangen. Mit dem Ankauf dieses zur Hälfte der diesjährigen Wählerlisten vorzulegen." Mit einem brausenden Hoch auf die Sozialdemokratie fand für Straßen und Blage zu benußenden Terrains hat die Berliner Bodengesellschaft alle Ländereien, die nördlich des Schöneberger diese Versammlung ihr Ende. Stadtparkes gelegen find, in ihrer Hand vereinigt. Vor einem Jahre Potsdam. noch verhandelte die Stadt Schöneberg wegen dieses Geländes mit den Hewaldschen Erben, doch zerschlugen sich die Verhandlungen wegen der Höhe der damaligen Forderung( 4% Millionen). Karlshorst. Pankow. Die lehte Monatsversammlung des Wahlvereins beschäftigte fich hauptsächlich mit den örtlichen Bildungsbestrebungen. Mit dem Gewerkschaftstartell ist die Vereinbarung getroffen, daß die gemeinschaftliche Kommission am Anfang jeden Jahres gewählt werden soll. Der Wahlverein wählte die Genossen Ziemann, Sieb!, Krüger, Vogtländer und Waldt. An Veranstaltungen sind in Ausficht genommen: Mehrere wissenschaftliche Einzelborträge und ebent. ein Stunitabend. Genosse Ziemann tlagte darüber, daß die im Vorein Stunstabend. Genosse Ziemann tlagte darüber, daß die im Vorjahre veranstalteten Vortragsferien nicht die erwartete Teilnahme gefunden haben. In bzug auf die Arbeiter- Theatervereine, ſpeziell den Potsdamer, ist er der Ansicht, daß die dort aufgewendete Mühe sich nicht lohne; eine Bildungsmöglichkeit für die Arbeiterschaft könnten die Aufführungen des Vereins, wenn auch die gute Absicht anzuerkennen fei, nicht bedeuten. Zum Schluß wurde noch beschlossen, Mitte März in eine Agitation für die Presse einzutreten und in Zukunft die Versammlungen um 8 Uhr beginnen zu lassen. Schwer verunglückt ist am Sonnabend der bei dem Hoflieferant Heere in der Lennéstraße beschäftigte Arbeiter Weinmann. Derfelbe fiürgte beim Herauficaffen eines Bündels Heu nach dem Boden von der Leiter herab und schlug hierbei so unglücklich mit dem Stopfe auf die Bordichielle einer Düngergrube, daß er sich die Schädeldede zerIn schwerverlegtem Zustande wurde er nach dem trümmerte. St. Josephs- Krankenhause gebracht. Das hiesige Arbeiterausfunftsbureau hat im Jahre 1908 gegenüber dem Jahre 1907 eine Zunahme feiner Besucher von über 100 Broz. zu verzeichnen. Während dasselbe 1907 von 187 Personen befucht wurde, betrug diefe Bahl im vergangenen Jahre 382. hierunter befanden sich 31 weibliche Personen. Von den männlichen Berfonen waren 150 politisch und gewerkschaftlich organisiert, während die anderen mit Ausnahme von sechs Unorganisierten nur der gewerkschaftlichen Organisation angehörten. Die Auskunft er folgt feit dem 1. Dezember 1908 werftäglich außer Mittwochs abends von 6-8 Uhr Bäderstr. 4, parterre. Auch wird seit dieser Zeit aut Richtorganisierte Auskunft erteilt. Unregelmäßigkeiten follen bei der Bekleidungstammer eines Garderegiments festgestellt worden sein. Durch die Kriminalpolizei wurden bei einer Haussuchung bei einem Schuhwarenhändler ein ganzes Warenlager von Schaft- und Schnürstiefeln aus den Beständent des Regiments vorgefunden. Die eingeleitete Untersuchung wird erst näheres hierüber ergeben. Vermischtes. Folgenschwerer Kircheneinsturz. Die Deputation der unorganisierten Hirdorfer Hausbesiter, In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Gewelche in der Bersammlung am Freitag gewählt wurde, die Herren nosse Becker den Vorstandsbericht für das verflossene Jahr. Der Babel, Schulze und Lorenz, wurde gestern vormittag vom Ober- Verein hat sich im letzten Jahre erfreulich weiterentwidelt; er bürgermeister Saifer empfangen, um demfelben die in jener Verzählt zurzeit 190 Mitglieder, inklusive 24 Frauen und 28 in fammlung einstimmig angenommene Resolution persönlich zu über Biesdorf organisierten Genossen. Bei der Landtags und der Gereichen. Der Oberbürgermeister nahm die Proteftrefolution gegen meindevertreterwahl erzielten wir einen beträchtlichen Stimmen die Wahlrechtsverschlechterung sehr ernst aber mit Wohlwollen ent- zuwachs. Der Versuch, alle sozialdemokratischen Wähler auch als gegen und versprach, dem Magistrat die Wünsche der unabhängigen Mitglieder des Vereins zu gewinnen, hatte leider nicht den geHausbesitzer und Wähler der ersten und zweiten Abteilung zu wünschten Erfolg. Viele Arbeiter, die in Berlin in Reih und Glied standen, geben sich in den Vororten gern der behaglichen In der Frage des Wahlrechtsbeschlusses hatte der Magistrat sich Ruhe hin. Es gelang im Berichtsjahr, auch in Biesborf festen dahin entschieden, Erwägungen anzustellen, wie der Beschluß der Fuß zu faffen. Die am 1. Januar erfolgte Errichtung einer vierzig bürgerlichen Wahlrechtsverfchieber auf die Wähler des Mittel- eigenen Parteispedition fann als geglüdi betrachtet werden, da standes wirken und welcher Schaden der Stadt dadurch erwachsen bis jetzt schon 164 Borwärts"-Leser gewonnen sind. Redner bewerde. Der Beschluß des Magistrats hat in der Bürgerschaft großen dauert, daß die angestrebte theoretische Weiterbildung der MitWiderball gefunden. Nicht nur bei der fozialdemokratischen Arbeiter- glieder in den Zahlabenden infolge der vielen sonstigen Arbeiten schaft, Geschäftsleuten und Handwerkern, sondern auch bei den an- leider nicht in wünschenswertem Maße gefördert werden konnte. ständigen Hausbefizern hat man die Auffassung, daß der Magistrat Es werde dieses eine der Hauptaufgaben des neuen Jahres fein. den Beschluß vom 17. Dezember, wenn er nicht die Interessen der Auch der vom Kassierer vorgelegte Staffenbericht zeigt eine er vierzig Wahlrechtsräuber, sondern die Intereffen der Stadt und der freuliche Entwickelung des Bereins. Einer Einnahme von 721,34 Einwohnerschaft im allgemeinen wahren wolle, ablehnen müsse. Mark steht eine Ausgabe von 685,26. gegenüber. An die Der Beschluß des Magistrats und vor allen Dingen die Protest- Streistaffe wurden 299 M. abgeliefert. Dem Bericht folgte eine bewegung in bürgerlichen Streisen hat die Staubfraktion ganz aus längere, ftellenweise recht stürmische Diskussion. Die Genossen dem Häuschen gebracht. In ihrer legten, am Sonne Sint, Umbreit, Stühmer und Blum kritisierten einige Maßnahmen den 9. Januar, abgehaltenen Fraktionsfizung haben des Vorstandes. So vor allem, daß der Vorstand seinerzeit den die Herren beschlossen. fich auf fein Verhandeln oder Genoffen Rosenfeld dem Streis als Delegierten zum Parteitag vorBaftieren, welches darauf hinausläuft, den Beschluß vom 17. De geschlagen habe; die Berichterstattung über den Parteitag set ohne zember 1908 abzufchwächen, einzulaffen. Der Oberbürgermeister foll Grund auf eine unpassende Zeit verschoben, auch feien sowohl die Berhandlungen angebahnt haben in dem Sinne, daß die Sozial- Bahlabende wie die geselligen Zusammenfünfte nicht auf der Demokraten die beim Bezirksausschuß anhängig gemachte Klage felben Höhe wie unter dem früheren Vorstand, bem die Genannten zurückziehen. Die fozialdemokratische Graftion hat getlagt, die angehörten, geblieben. Becker, Spliedi und Förster weisen ein Drittelung im Betrage von 62 M. an Stelle des jetzt geltenden gehend an der Hand der Tatsachen die Vorwürfe als unberechtigt Durchschnittsprinzips von 78,50 M. zu fezen. Die bürgerliche und kleinlich zurück. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden Fraktion foll nun ihrerseits das anderthalbfache Durchschnittsprinzip gewählt als 1. Vorsißender Becker, 2. Vorsitzender Küter, Rassierer fallen lassen; die Bemühung des Oberbürgermeisters war leider förster, Schriftführer Spliedt, Beisiger Bast, Gwinner, Bech vergebens. Die Herren haben befchloffen: Sollte der Magistrat dem mann und Genossin Bernhardt. Als Revisoren Bieräther und Beschluß vom 17. Dezember 1908 die Sanktion verweigern, fo werden die Biesternid, Stadtverordneten der 1. und 2. Abteilung, bis auf die drei sozialdemo fratischen Bertreter der 2. Abteilung, einmütig ihre Mandate nieberlegen, da auch bei der neuen Zusammensetzung der Stadtverordneten Die Gemeindewahlen finden am Freitag, den bersammlung( 45 Bürgerliche und 27 Sozialdemokraten) feine Soff- 15. Januar, von 11 Uhr vormittags bis 8 Uhr nung vorhanden sei, irgend welche Alenderung des Wahlrechts herbeis a bends statt. Da nach den vorjährigen Listen gewählt wird, zuführen. Da die bürgerliche graftion jezt zum erstenmal den ver um der Arbeiterschaft die erledigten Mandate zu entreißen, erständigen Beschluß gefaßt hat, ihre Stadtverordnetenmandate in die suchen wir alle diejenigen, welche im Anfang des Jahres 1908 Hände der Wähler zurfidzulegen, so haben wir die Hoffnung, daß Bankow wohnhaft waren, sich zur Wahl einzufinden. Am Donners der Magistrat folche Vernunftsantvandlungen nicht in die Brüche gehen läßt, sondern die Entscheidung über die zufünftigen kommunal- tag, den 14. Januar, find zwei öffentliche Bersammlungen einpolitischen Fragen und das Wahlrecht den Einwohnern und der berufen, und zwar bei Rocahdi, Kreuzstr. 34, und bei Großfurt, Wählerschaft Rigdorfs zur Entscheidung überläßt. Dann wird es sich Berliner Straße 27. Alle Genossen, insbesondere jämtliche Arja zeigen, ob der bürgerliche Stadtverordnete Herr Beerbeitslosen, welche sich für den ganzen Wahltag zur Verfügung mann recht hatte, als er am 17. Dezember im vollsten Brusttone ftellen, wollen sich am Donnerstag in der Versammlung bei Großausrief: Wir handeln nur im Auftrage unferer Wähler!" Die furt einfinden. Broteste der bürgerlichen Parteien in der Presse wie in den Ber fammlungen haben diese Légende zerstört. Im übrigen fönnte bei Sitten, 10. Januar. Nach neuerer Feststellung find bei dem dieser Gelegenheit der Nixdorfer Freifinn beweisen, ob feine libe- eine gut besuchte öffentliche Versammlung im„ Kurfürften" Stellung. Ginstura der Kirche in Mag 28 Personen getötet und 30 zum Teil ralen Anschauungen und Üleberzeugungen nicht bloß auf dem Papier zeigte er, bag der Vorwurf, die Sozialdemokratie leiste teine positive schwer verletzt worden. Die Opfer sind ausschließlich Einheimische. Referent war Genoffe Dr. A. Bernstein. In seinem Vortrage daß stehen, sondern daß auch er gewillt ist, solche in Taten umzusetzen. Arbeit, eine immer wiederkehrende Lüge der bürgerlichen Parteien Die Ursache des Einsturzes ist noch nicht festgestellt. Wie das Rigdorfer Tageblatt" berichtet. In unferer Freitag fei, die durch die Tätigkeit unserer Vertreter im Reichstag sowohl als nummer nahmen wir Beranlassung darauf hinzuweisen, daß das auch in den Kommunen schon längst wiberlegt worden ist. Die Rigdorfer Tageblatt" von der Proteftbewegung gegen den Wahl- bürgerlichen Parteien müssen bei jeder Wahl auf diese Lüge zurüdrechtsraub vom 17. Dezember nur wenig berichtet, daß es hingegen greifen, da ihnen einerseits anderes Material, die Sozialdemokratic bon Vereinsversammlungen irgendeiner den Wahlrechtsräubern nahe- bekämpfen, nicht zur Verfügung steht, dann aber auch, um ihr von Vereinsversammlungen irgendeiner den Wahlrechtsräubern nahe- Treiben in den gesebgebenden Körperschaften zu verdunkeln. Es sei fichenden Interessentenclique spaltenlange Berichte bringt. Dadurch alles andere als das Gemeinwohl, welches das Leitmotiv bei ihren wird selbstverständlich die Leserschaft dieses Blattes über die wahre Beschlüssen bilde. Der beste Beweis hierfür sei die Annahme des Stimmung der Bevölkerung gegenüber der von einer geringen Aus- Wahlrechtsverschlechterungsantrags in Rirdorf, wie auch der von der Lese beschlossenen Entrechtung teilweise falsch und ungenügend unter- bürgerlichen Mehrheit in Bankow gefaßte Beschluß, die bevorstehen: richtet. Das Blatt besaß hierauf die Stirn zu behaupten, daß es den Wahlen nach den verjährigen Liften vorzunehmen. Er zeigte Grubenkatastrophe in Amerifa. Ueber eine folgenschwere Gruben fich in der ganzen Wahlrechtsfrage einer„ objektiven Bericht tun ist. So fei 3. 23. bei der Linderung der Krankenhausnot, De explosion wird aus New York berichtet: Im Kohlenbergwerk Zeigler dann, was auf den verschiedensten Gebieten der Kommnualpolitik zu erstattung befleißige. Wie diese objektive Berichterstattung aussieht, fämpfung der Tuberkulose sowie der Säuglingssterblichkeit usw. die bei Jllinois( Indiana) wurden gestern durch eine Explosion B. Jm zeigt uns so recht der Bericht über die am Freitagabend im Sozialdemokratie der treibende Keil gewesen. Mit der Aufforderung, 25 Arbeiter getötet. Deutschen Wirtshaus stattgehabte Protestversammlung der Wähler mit allen Sträften daran zu arbeiten, daß die Sozialdemokratie am Erstickt. Aus Lauchhanmer wird gemeldet: Jm benachbarten I. und II. Klasse. In 25 Zeilen tut das amtliche Blatt 15. Januar einen vollen Sieg erringe, schloß er seine, mit reichem Raundorf wurden am Sonntag mittag in einer Stube brei Arbeiter diese imposante Bersammlung ab und berichtet, daß dieselbe von Beifall aufgenommenen Ausführungen. In der Diskussion fand in ihren Betten erstickt aufgefunden. Sie hatten am Abend zuvor 300" Personen besucht war. Besucher dieser Versammlung werden troß mehrmaliger Aufforderung, insbesondere der Gegner die in einem Ofen Feuer angelegt und Brifetts unter demselben aufstaunen über das Schätzungsvermögen des betreffenden Berichtbürgerlichen Gemeindevertreter waren zu dieser Bersammlung ein- gestapelt, die in Brand gerieten und giftige Gafe entwickelten. erstatters. Abgesehen, daß das Blatt die wirkliche Besucherzahl um vertretung, die Wahlen nach den vorjährigen Liften vorzunehmen, geladen, damit sie ihren Standpunkt zu dem Beschluß der Gemeinde400 zu gering schägt, bringt es auch nicht eine Beile der vor der Arbeiterschaft klarlegen sollten teiner den Mut, das Ausführungen, die gegen das Wahlrechtsattentat gemacht Wort zu nehmen und den Beschluß zu rechtfertigen. Der Vorfißende wurden. Das Organ des Herrn Glasemann versteht es vortrefflich, Genosse Röber betonte, den bürgerlichen Vertretern im Bantower die Deffentlichkeit zu täuschen. Die moralischen Ohrfeigen, die bisher Dorfparlament sei das Dreiklaffenwahlrecht noch nicht reaktionär in den Versammlungen die Glasemann und Genossen erhalten haben, genug. Deswegen haben sie den Beschluß gefaßt, nach den vord müssen doch für den Referfreis des Rigdorfer T..geblatt" von höchft jährigen Listen zu wählen, wonach bedenklicher Art fein, sonst tönnte das Blatt sich nicht gar so refervirt verhalten. zu Zu den am 15. Januar stattfindenden Gemeindewahlen nahm Hunderten von Einwohnern das Wahlrecht genommen werde. Begründet wurde dieser Beschluß Diese systematische Vertuschung und Irreführung des lefenden damit, daß die Vereine ihre Vorbereitungen zu den Wahlen schon Bublikums beweist, wie recht wir hatten, als wir das„ Rigdorfer nach den alten Listen getroffen haben und daß ihnen die Geldausgabe für die Beschaffung der neuen Listen erspart bleiben würde. Tageblatt" bas Organ der Wahlrechtsräuber" nannten. 3reht man in Betracht, daß am 15. Januar, an dem die Wahl statt Das Blatt hat den Befähigungsnachweis erbracht, daß es Dinge finden sell, die neuen Listen bereits fertiggestellt feien und nach von öffentlichem Interesse, die sich mit den Sonderintereffen einer den Bestimmungen der Landgemeindeordnung vom 15. bis reaktionären Clique nicht vertragen, meisterlich vertuschen kann. 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme ausliegen müssen, so Daß sich das Blatt angesichts diefer erbärmlichen Haltung noch über zeigt es sich, daß mit ganz brutaler Offenheit von den bürgerlichen unferen Borwurf der Unobjektivität in der Wahlrechtsfrage entrüften Bertretern zugegeben wird, daß nicht das Allgemeinwohl, sondern die Kaffenverhältnisse privater Bereine für fie bei Beschlüssen in der konnte, fennzeichnet es noch ganz besonders. Die Wahlrechtsattentäter Gemeindevertretung maßgebend find. Doch die angeführten Gründe und ihre Presse, das Rigdorfer Tageblatt" find einander wert. feien nur Scheingründe. In Wirklichkeit dreht es sich darum, die Schöneberg. bier offenen Size in ihre Hände zu bekommen. Da dieses im ehr lichen Kampfe nicht möglich ist, müsse eine große Zahl Ginwohner durch einen unglaublichen Beschluß entrechtet werden. Gegen diese reaktionäre Tat müsse aufs energischste protestiert werden. Weiter wies er darauf hin, daß zehn Vereine, darunter der Mieterverein, and in Hand mit dem Grundbefiberverein, sich Eine entsegliche Katastrophe ereignete sich am Sonntag früh während des Gottesdienstes in der Kirche des etwa 500 Einwohner zählenden schweizerischen Dörfchens Nar. Ueber das Unglüd legen folgende Meldungen vor: Sitten, 10. Januar. Heute vormittag ist während des Gottesdienstes das Gewölbe der als ehemaliger Wallfahrtsort bekannten Kirche des ungefähr 500 Einwohner zählenden Dorfes Nar, drei Stunden füdöstlich von Sitten, eingestürzt. Die ersten Berichte melden 40 Tote und 60 Verwundete. Ein Zitat, das grauenhafie Wirklichkeit wird. Aus Maris. bad( Böhmen) wird gemeldet: Bom Plateau der Stefaniepromenade, aus einer Höhe von 185 Meter, stürzte sich dieser Tage ein Mann herab und blieb tot liegen. Er hatte sich das Genic gebrochen. Man fand auf dem Sute des Selbstmörders einen Brief befestigt, auf dem geschrieben stand:" Wenn Du aber gar nichts haft, ach, so lasse Dich begrabeit, denn ein Recht, zu leben, Lump, haben nur, die etwas haben." Text von Heine, in Szene gefegt von Josef Müller. Durch Erdrutsch verschüttet. Nach einer Meldung aus Genua wurden auf dem Wege von Celle nach Albissola infolge eines Erdrutfches zehn Rigenner verschüttet, von denen sechs getötet wurden, während die übrigen Verlegungen erlitten. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Bentral- Marftballen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr stark, Geschäft schleppend ,, Preise für Mindfleisch anziehend, für etwas lebhaft, Breise befriedigend. Geflügel: Zufuhr genügend, Ge Kalb- und Hammelfleisch nachgebend. Bild: Bufuhr genüg nd, Geschäft fchäft ziemlich lebhaft, Breite nicht befriedigend. Sife: Zufuhr gering, Geschäft fchleppend, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Breile unverändert. Gemüse, Dbft und Süd. rüste: Zufuhr genügend, Geschäft sehr still, Preise wenig verändert. Briefkaften der Redaktion. Die inriftifdie vrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gleiter Bot, Dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abends on 7 bis 1½ lb fatt Geöffnet 7 Ubr Sonnabende beginnt die Svrechftunde nm 6 libr. Jeder ufrage ift etu Buchstabe und eine Zahl als Wiertzeichen beizufügen. Brietliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung ini Brieffaften können 14 Zojo vergehen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. D. 3. 333. Der Chef, an den die Verfügung gerichtet tit, nicht Sie haben die Strafe zu bezahlen. Glaubte der Chef einen Regresanspruch geltend machen zu können, jo muß er eine besondere Klage gegen Sie anftrengen. C. R. 48. 1. Rein. 2. Nur dann, wenn der junge Mann nach erreichter Bolljährigkeit die Forderung, anerkennt. Wette. Arbeit, nehmer wird der Arbeiter genannt, wiewohl eigentlich er die Arbeit gibt.S. H. Charlottenburg. Zahlungspflichtig ist Ihre Braut eventuell beren Eltern. Im Falle des Unvermögens trift die Armenverwaltung ein. 2. p. 100. Bwedwäßiger ist es, weiter zu leben. 23. 1001. Sie müssen die Sachen auch ferner aufbewahren und dürfen dieselben nicht verfaufen. Sie können lediglich auf Abnahme der Sachen beim Amtsgericht flagen. Ift der Beklagte unbekannten Aufenthalts, fo müffen Sie eine öffentliche Buftellung erivirten. Frau M. 47. Eine Stlage tegen Be leidigung wäre möglich. Die Ladung Ihrer Entlastungszeugen tönnen Sie schriftlich vor dem Terinin beantragen. Sie müssen bierbei angeben, was bie Beugen befunden follen. Bird der Antrag auf Ladung ber Bengen abgelebut, to tönnen Sie ihn in Sermin wiederholen. In der Generalversammlung der Zahlstelle Schöneberg des Deutschen Holzarbeiterverbandes wurde vor einigen Tagen der Staffenbericht vom 4. Quartal erstattet. Gs betrug die Bilanz der Hauptkaffe 2706,22 M., die der Lofaltaffe 5999,03 m., am Ort ist ein Barbestand von 4278,94 M. vorhanden. An Arbeitslosenunterstüßung wurden ausgezahlt Haupttafje 1122,68 M., Lofalfaffe unter Führung des Reichsverbandes gestellt 1220,02 M.; an Krantenunterstüßung Haupttasse 417,60., haben, um der Sozialdemokratie die vier Tiße zu entreißen.. Lotalfasse 57,40 M.; die Streitunterstübung betrug im selben Es sei daher notwendig, mit aller Macht in die Agitation einQuartal aus der Rofaltasse 183,00 M. Die Zahlstelle weist einen zutreten. Ein jeder fei ein Agitator. Und wenn jeder einzelne Mitgliederbestand von 230 auf. In die Ortsverwaltung wurden feine Schuldigkeit tue, fei uns der Sieg gewiß. gewählt als 1. Vorsitzender F. Sarach, Gleditschstraße 19, Schrift- Zum Schluß fand folgnde Resolution einstimmige Annahme: führer Papsch, 2. Kassierer Lemmin, Revisoren Biemann und Die von 300 Pantower Gemeindemitgliedern besuchte ProtestSchmidt, Werkstattkontrollfommission Wickert und Lachmann, Bei- versammlung am 8. Januar 1909 im Restaurant zum Surfürsten" tragssammler Albrecht und Mohr. Als Delegierter der Gewerk protestiert gegen den Beschluß der Gemeindevertretung vom 15. De ſchaftskommission wurde Möhle, als Erfaßmann Wittte bestimmt. zember 1908, nach welchem die bevorstehenden Gemeindewahlen am Einem Beschlusse der außerordentlichen Generalversammlung vom 15. Januar 1909 nach den vorjährigen Wählerlisten vorzunehmen 2. C. Wenn die Frau der Kirche angehört, haben Sie freilich die Hälfte 3. Dezember 1908 gemäß sind vom 15. Januar 1909 ab 13 Ertra- find. der Kirchensteuer zu zahlen. S. Sch. 8. Sie sind durchaus in Ihrem beiträge a 25 f. obligatorisch zu entrichten. Die ausgesteuerten Sie erblickt in der Durchführung dieses Beschlusses eine Wer- Recht und tönnen etwaigen Schritten der Gegenseite mit Ruhe en gegen arbeitslosen Mitglieder erhalten 9 Wochen lang eine Unter- gwaltigung des arbeitenden Standes, in dessen Reihen den Gefehen. 21. 9. 18. 1. Eine bestimmte Frist besteht nicht. 2. Der An flüßung von 6 M. pro Woche. Zur Sprache kam noch, daß die sehen des Wirtschaftslebens gemäß eine größere Fluktuation trag auf Eröffnung ist an das Amtsgericht zu richten.- A.. Beelik. Ja. Firma Reddemann, bei der über die Hälfte Hirsch- Dundersche herrscht, als bei den anderen Ständen. Duderstadt. Soweit ersichtlich, kann nach dem Ortsstatut das BürgerStolfegen beschäftigt find, gerade in der schlechten Konjunktur die losmachung derjenigen Gemeindemitglieder, welche am 15. Januar eine Beschwerde an den Magiftrat und an den Landrat zu richten. Ebenso betrachtet die Versammlung den Beschluß als eine Rechte gewinngelb berlangt werden. Indessen ist bies ohne Kenntnis des ges famten Statuts schwer zu beantworten. Dem Betreffenden ist zu vaten, ein Jahr und länger am Orte wohnen, in den alten Listen aber noch nicht verzeichnet sind. tariflichen Abniachungen zu durchbrechen suche. Millionen- Terrainverkäufe. Das rund 6500 Quadratruten umfaffende Bauterrain am alten Mühlenberge, das bisher den Sewaldschen Erben gehörte, ist für vier Millionen Mart in den Befis Die Versammlung ersucht den Gemeindevorstand, die Gemeinde vertretung einzuberufen und ihr diefe Resolution nebst Antrag auf 177. 3. M. Nicht Sie, fondern Ihre Kinder find erbberechtigt. Den Erbschein müßten Sie sich von dem Amtsgericht, in dessen Bezirk die Sapiegermutter geftorben ist, erteilen lassen. Asbann wäre die Alus. zahlung, daburch zu erwirten, bag fämtliche Erben in die Zahlung bes §. V. Witterungsübersicht vom 11. Januar 1909, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm cichtung Wind. Winbftärke Better 5° C. 4° N. Temp. n. 5. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Bindfläcke Wetter Temp. n. 6. 16° 6.= 4°. Spartasenbuches an Sie einteiligen. Event. müßten Sie flagen.- aber insgesamt nicht über 60 oz. des Jahresarbeitsverdienstes. Schadenersas 1899. anbelt es sich um eine Schabenerfabflage aus 1. Die Gebühren schwanken zwfchen 6 und 15 M. und 1 bis 2 M. für jeden einer unerlaubten Handlung, jo liegt Berjährung vor. Ob in Shrem Fall Besuch. 2. Die Besuche sind auf Erfordern oder nach Bedarf zu machen. etwa ein Anspruch noch geltend zu machen ist, läßt sich nur ersehen, wenn Sie den Sachverhalt genan darstellen. 2. S. 19. Fragen Sie direkt bei der Versicherungsgesellschaft nach dem Grunde. Bird Ihnen der Name vertveigert, fo läßt sich nichts weiter machen. W. S. Nein. 8. B. 28. Sie können bei der Staatsanwaltschaft Herausgabe des Schlüssels und der anderen Sachen beantragen, Billigt der Angeklagte 5. W. 1. Der Dritte nicht ein, so wären weitere Schritte zwecklos. schuldner wäre zu verflagen. 2. und 3. Wiederholen Sie die An fragen unter Ergänzung durch Schilderung des Sachverhalts selbst. M. G. 20. Die Sündigung ist gültig. Berlangen Sie vom Wirt Anerkennung der Gültigkeit und flagen Sie auf Anerkennung, wenn der Birt diefelbe ablehnen follte, beim Amtsgericht. A. 2. 40. Der Antrag ist in Berlin an den Polizelpräsidenten, auf dem Lande an den Landrat Berlin zu richten. Darzulegen ist die Striegsteilnahme und die Bedürftigkeit. 6. R. 2. letber bem Gesek. Die Einschägung entspricht Graudenz, Für die Zeit der Verpflegung des Unfallverlegten in einer Hellanstalt steht seinen Angehörigen ein Anspruch auf Rente insoweit zu, als fie eine Rente im Falle seines Todes würden beanspruchen können, Diele Rente beträgt für die Frau und für jebes hinterbliebene sind bis zu deffen zurüdgelegtem 15. Lebensjahre 20 Broz. des Jahresarbeitsverdienftes, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Dienstag, den 12. Januar. Anfang 7, Uhr. Königliches Opernhaus. Bohême. Bersiegelt. Königl. Schauspielhaus. Die Welt, in der man fich langweilt. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr Prof. Dr. Miethe: Unter der Sonne Ober- Aegyptens. CORE Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Deutſches. Revolution in Strap Kümmere Dich um Amelie." minfel Rammerspiele. Der Graf von Gleichen. Anjang 8 Uhr.) Friedrich Wilhelmstädt. König Christian II. Anfang 8 Ubr. Leffing. Baumeister Solneß. Berliner. Herodes und Mariame. Neues Schauspielhaus. Die Sünde. Renes. Jsrael. Kleines. Moral. Komische Oper. Belleas und Me lifande. Sebbel. Der Liebhaber. Refidenz. Kümmere dich um Amelte. Schiller 0.( Wallner Theater.) Charleys Zante. Schlie Charlottenburg. Comtesse Guderl Weften. Der tapfere Soldat. Thalia. Mein Leopold. Luisen. Die Kinder bes Rapitän Grant. Bernhard Mofe. Die Geher- Wallh. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. uit vielhaus. Die glüdlichste Zeit. Trianon. Der Satyr. Renes Overetten. pringeffin. Die Dollar Schwant in drei Aften( vier Bildern) bon Georges Feydeau. Sonntag, den 17. Januar, nachm. & Uhr: Wohltätigkeitsvorstellung für den Unterstützungsfonds der MesfinaStatastrophe: Kümmere Dich um Amelie. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Mittwoch: 2. Gastspiel Dir. Bern. hard Rose: Othello. Donnerstag: Die Kinder d. Kapitän Grant. Freitag Bremiere: Das Mädchen auf Jrrwegen. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Frau Holle. Abends: Die Kinder des Kapitan Grant. Sonntag nachm. 8 Uhr: Sonnwendhof. Abends: Das Mädchen auf Srrwegen. Montag: Das Mädchen a. Jrrivegen. Berliner Overetten- Theater Sw. DERNHARD ROSE THEATED Die Tochter des Herrn Fabricius. Carl Haberland. Spezialitäten. Gastspiel Theater. Der Pfennig reiter. Bürgert. Schauspielhaus. Der Militärftaat.( Anj. 8 Uhr.) Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Apollo. Onkel Rafimir. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter Ios. tabel Wintergarten. Spezialitäten. Vañage. 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Bindelbands und der neue Friedrich- Wilhelmstädtisches Künstlerteil Schauspielhaus. Dienstag, 12. Januar, Anf. 7%, Uhr: Bum 1. Male: König Christian II. Mittwoch: Hujarenfieber. Donnerstag: Husarenfieber. alast- Theater afferstauba Tachrichten der Landesanstalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Wasserstand 4113 feit 10. 1.9. 1. om cra¹) 256+14 27)-12 122+2 10814 165 1083)+2 an fett 10. 1. 9. 1. cm cm 70-4 Rathenow) 72 Bejer, Münden Memel, Kilit Bregel, Insterburg Beichiel, Thorn Basserstand Saale, Grochlik avel, Spandau) 61 Dber, Ratibor Spree, Spremberg) 72 Swinembe. 755 Hamburg 774 B 758 S Franti.a. M. 761 62 Münden ten 4 beded! 5 bebedt 4 wolfig 767 GD 76523 5 bebedt 3 berdeen 1 heiter-11 Baris 2 heiter -1 paparanda 735 GS 4 bedeckt 3 bedeckt 2 Betersburg 7526 758 N 4 wolfig -1 Scilly 741 65W 2 wolfen! 758 SSB 4 Regen Stroffen Franffurt +2 Beeskow 69 -07 Barthe, Schrimm 55) 3 9 Landsberg 61-10 hein, Marimiliansau 294 Nege, Bordamm 485-38 80 -38-4 -2269-2 16)+10 224-4 Köin 60 Redar, Heilbronn 32 Rain, Bertheim 105) Mosel, Trier Wetterprognose für Dienstag, den 12. Januar 1909. Etwas warmer, veränderlich, vielfach woltig mit geringen Niederschlägen und sehr lebhaften südwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schwank in 3 Aften von Brandou Thomas. Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 1hr: Komtesse Guckerl. Anftspiel in 8 ften von Franz von Schönthan nnd Franz Koppel- Ellfeld. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mittwoch, abends& ubi: Die Braut von Messina. Die Zwillingsschwester. Donnerstag, abends8ube: Donnerstag, abends8ubr: Der Richter von Zalamea. Die Zwillingsschwester. Zirkus Schumann. Heute Dienstag, den 12. Januar, abends 7%, Uhr: Großer Elite- Abend. E1be, Leitmerik Dresden Barby Magdeburg all. schwaches Treibeis. 9+ bedeutet Buds, 9 teilweise eisfrei. Minden Kaub 7777 9 Unterpegel. Eisstand. Rote Hände& Arme, Gesichts- unb Nasentits, übermäßige Schweiß. bildung, Mitesser, Didel, innen, Hautjuden und viele Sonstige entstellende Schönheitsfehler ärgern Gie nicht lange mehr bei regelmäßigem Gebrauch von Zucker's Patent- Medizinal- Seife, bleibt" Paet. Der unübertreffliche vierbeinige Brautjurter Str. 58, Elefanten- Apotheke, Leipzigerfir. 74, ReichsadlerClown Allen veran Bicycle- Champion. Miß Smith mit ihren seillaufenden Pferden. Armandos boxendes Känguruh. Dir. Schumanns neueste Original- Dressuren. Ueber jede Konkurrenz erhaben das sensationelle Manege- Ausstattungsstück Der Seeräuber Golo und Mädchenhändler. Pompöse Ausstattung! 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Donnerstag, den 14. Jannar, abends 8%, Uhr: Große öffentl. Protestversammlung in Kellers Festsälen( 3nh. Freyer), Koppenstr. 29. Tages- Ordnung: 1. Die Vernichtung der Tabalindustrie durch die seitens der Neichsregierung geplante steuerliche Mehrbelastung des Tabaks. Neferent: Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr. 2. Der am 18. Januar cr. ftattfindende Kongreß der Tabatarbeiter Deutschlands resp. Wahl von Delegierten zu demselben. Alle Interessenten der Zabalbranche sind zu dieser Versammlung ein187/ 1* geladen. Die Vertrauensleute. W. Börner, C. Butry. Wer- Stoff- hat fertige Herrenanzug 20 M., feinste Zutaten, zwei Anproben, für guten Siz bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauer Str. 23 II ( Alexanderplat). Gegründet 1892. Reste zu Anzügen spottbillig. Gelegen heitskauf von 5 M. pro Meter an, reine Bolle, neueste Muster. Spezial.: Winterhose Lefèvre 12 M., weich und warm, und Gehrodanzug Napoleon 48 M., seidene Klappen, Luch fammgarn unerreicht. 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Danksagung. 505b Sagen hiermit allen Teilnehmern an der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters und für die zahlreichen Kranzfpenden 5076 nnseren herzlichsten Dank. Witwe Ida Mellin nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Begräbnis meines Sohnes Willi ſage allen Freunden, Kollegen uno Bekannten meinen herzlichsten Dank. 5085 Karl Koch und Familie. Danksagung. Allen Bekannten und Freunden, sowie den Mitgliedern des Holzarbeiterverbandes, des Wahlvereins Mixdorf, der Krankenkasse der Tischler Brik, sowie den Angestellten der Firma Hutter und dem Statklub Rull- fage ich für die Teilnahme an der Beerdigung meines lieben Mannes hierdurch meinen innigsten Dank. Ww. Kralle, geb. Wolter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Stettiner Sänger.eilnahme beim Begräbnis meines Zum Schluß: Der Kompagnieball Militär. Humoreste von Meyfel. Anfang wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. 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Der Vorstand. Marzilger, Vorsitzender. 270/7 General- Versammlung der Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Frankfurter Biertel. Bezirk 298. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Buchdrucker Robert Hahn gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 215/3 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Den Mitglieden zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gemeindearbeiter Ferdinand Semmling verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. d. Mts., nach: mittags 22 Uhr, vom Trauer hause Nummelsburger Straße 2 14/1 aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnis- Verein für Ban gewerbliche Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. 9 Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Reinhold Schlichtinger ( Belle- Allianceftr. 94) verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 22 Uhr, von der Kapelle des Heilig Kreuzkirchhofs, Feldstraße 118 in Mariendorf, aus statt. 11m rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 37/1 Zentral- Verband der Steinsetzer( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands. Groß- Berlin ( Unterbezirk Nordost). Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied, der Steinjeher Karl Pietz verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, Königlichen Klinit aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 175/1 Der Borstand. Allgemeiner bon der deutscher Gärtner- Verein Ortsverwaltung Gr. Berlin. Bezirk Westen. Am 8. Januar verschied unser Mitglied Peter Wolf im 34. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. Januar, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Sterbe- u. Krankenunterstützungs- riedhofs aus statt. kasse No. 55 zu Berlin am Mittwoch, den 20. Januar, abends 8 lihr, im Kaffenlokal, Linienstraße 8. Zages Drdnung: 1. Rechenschaftsbericht der Neviforen. 2. Wahl eines Vorstehers. 3. Wahl eines Revisors. 4. Be. sprechung über das technische Guts achten. 5. Besprechung über§ 31 der Sakung. 5095 Der Vorstand. Um rege Beteiligung bittet 280/9 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein Bruder, der Maschinenbauer Rudolph Preller im 65. Jahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr, bom Emmausaus statt. Bernhard Preller als Bruder. Dr. Schünemann Stirboje, Nixdorf, Hermannstraße, Svezial- Arzt für 56232 Hant- und Harnleiden, Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schügenstr. 10-2. 5-7, Sonnt. 10-12 br. Leihhaus Gelegenheitskäufe verfall. 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Heuchlern und ungesund empfindenden Menschen her? Nur auf gerichtliche Entscheidung zu befassen hatte, beschwor solche könnten bei ihren Gaben dergleichen unchristliche, brutale der Beamte, daß zirka 100 Personen im und unfittliche Gedanken gehabt haben, wie sie das Hilfskomitee Saale gewesen und daß nach den Tänzen 10 Pf. von den zur Geltung bringen will. Tänzern erhoben seien. Vier Zeugen, darunter die Viel schöne Worte der Selbstberäucherung vernahm man Mit vollem Recht protestierten gegen solche Praxis der beiden Mufiter, sagten übereinstimmend aus, daß nur anläßlich der für die Opfer von Nadbod veranstalteten Samm- Getöteten Witwen, wie auch dagegen, daß man die arbeitslos 6-8 Personen anwesend waren und daß am Ende des Jungen. Es sind durch die diversen Spenden zirka 1, Mill. Gewordenen vollständig ausschließt und sie selbst ganz un- Tanzes nicht tassiert wurde. Das Gericht vertagte Mart zusammengekommen. Aber wo ist das Geld, wer dis- gefragt bevormundet. Die Opfer von Radbod glauben durch den Termin, um weitere Zeugen zu hören. Am 7. Deponiert darüber? Es ist eigentlich verwunderlich, daß solche Flucht in die Deffentlichkeit zu einer Anerkennung ihrer Rechte zember fand wiederum eine Verhandlung statt, in der der Frage gestellt werden kann, aber sie muß aufgeworfen werden! an den Gaben zu gelangen. Bisher hat man es nicht einmal Beamte bei seinen Aussagen blieb. Drei andere Fa hat es den Anschein, als solle das Geld dazu dienen, für nötig gehalten, sie davon zu benachrichtigen, in welcher Beugen beeideten in Uebereinstimmung mit den vier früher der Zechenverwaltung von Radbod oder der Knappschaftstasse Weise sie entschädigt werden sollen. Der Standal von Radbod vernommenen das Gegenteil. In diesem Termine beantragte das Vergnügen zu gestatten, nach Willkür, nach dem ist anscheinend noch nicht groß genug. Gerichts- Zeitung. Der Wert der Aussage eines Kriminalbeamten. der angeklagte Gastwirt Schiefer die Protokollierung der Aussagen des Beamten. Das Gericht bertagte aberAm mals, um noch weitere Zeugen zu bernehmen. 7. Januar fand der dritte Termin in dieser Sache statt. Zwei vom Angeklagten benannte Zeugen sagten genau so wie die schon vernommenen fieben unbeamteten Zeugen Der Beamte hatte auch vier Zeugen beGrundsatz von Buderbrot und Peitsche zu wirtschaften. Nach einer unkontrollierbaren Meldung ist beabsichtigt, das Geld nicht zu verteilen, sondern als Kapital anzulegen und daraus Renten zu zahlen. Wer solche erhält, bestimmt wiederum das Von wem haben die Leute die sogenanite Hilfskomitee. Legitimation zu solcher Willfür? Den Intentionen der Der Gastwirt Schiefer betreibt in der Hauptstr. 4 aus. Spender entspricht sie nicht! Diese haben die Gaben dar zu Rummelsburg eine Gastwirtschaft, bestehend aus nannt: vier uniformierte Schuhleute und gebracht für die Opfer von Radbod. Man mag gewisse Be- Garten, Saal und anderen Räumlichkeiten. Sonntags fand ein junges Mädchen, das am Tanz teilgenommen Benfen gelten lassen, das ändert nichts an der Tatsache, daß früher Tanz statt. Dem Schiefer wurde Anfang Oktober haben sollte. Die Schußleute bekundeten, daß eine Annach dem Willen der Geber den Opfern von Radbod das die Tanzerlaubnis entzogen. Weshalb? Leider hat der Gast zahl Gäste das Lokal verließ; ob dieselben aus dem Garten Verfügungsrecht über die Gelder zusteht. Und zu den wirt ein Verwaltungsstreitverfahren nicht angestrengt, in dem oder den anderen Räumlichkeiten tamen, tönnten sie aber Opfern gehören auch die Verlegten und arbeitslos Ge- bielleicht festzustellen gewesen wäre, ob Mangel an patriotischer nicht befunden. Das junge Mädchen sagte aus, fie wordenen. Ansprüche auf eine gewisse Entschädigung aus Klimbimsucht oder welches Spiel hinter den Kulissen schuld sei im Saale anwesend gewesen, habe aber nicht getanzt, den Sammlungen fann man auch diesen Leuten nicht absprechen. an der Zanzentziehung war. weil nur einmal zum Tanze aufgespielt, dann das Spielen Aber sie sollen nichts erhalten. Am Sonntag, den 4. Oftober fanden sich wie gewöhnlich vom Wirte verboten worden sei, auch sei nicht fassiert. In vergangener Woche beschäftigte sich eine von den die beiden Musiker, denen von der Entziehung der Tanz- Auf den Zwischenruf des Beamten, sie hätte ihm Witwen der Getöteten von Radbod start besuchte Versammlung erlaubnis noch nichts bekannt war, zur Ausführung ihrer gegenüber doch zugegeben, daß öfter getanzt und in Hamm mit der Angelegenheit. Es kam da manche Be- Kunst ein, außerdem etwa noch sechs bis acht Personen. auch tassiert sei, mußte sich der Beamte von der Zeugin sagen schwerde üder schroffe Behandlung bei Geltendmachung von Um 5 Uhr wollten die Musiker mit dem Tanz beginnen, der laffen, daß er es ja gewesen, der versuchte ihr Ansprüchen zutage. Den allerschärfsten Protest fordert der Wirt berbot jedoch nach dem ersten Tanz das zuzureden, sie hätte am Zanz teilgenommen, Versuch heraus, uneheliche Kinder und nicht offiziell angetraut Weiterspielen. Der Kriminalbeamte Lemte während sie in Wahrheit nicht getanzt habe. Das Gericht gewesene Frauen der Getöteten, die mit jenen jahrelang in fontrollierte das Lokal und erstattete Anzeige. Das tam nun zur Freisprechung Schiefers und zur Harmonie und strenger Erfüllung elterlicher Pflichten zu- Resultat: Schiefer soll 30 Mart blechen. In der Ver- Uebernahme der Kosten auf die Staatstaffe. Und was geschieht mit dem Beamten? fammen gelebt haben, vollständig auszuschalten. Stammen die handlung am 27. November vor dem Amtsgericht in gesammelten Gelder etwa nur von Moralferen, frommen Lichtenberg, das sich mit dem Antrage Schiefers Billige Verkaufsmesse Dauer von heute bis zum 25. Januar. 9/10 Preise teilweise bis 70 billiger als früher Jackett- Anzüge für Herren 30.-, 24.50, 15.-, 12, Rock- Anzüge für Herren 36-, 27.-, 21-, 15, Gehrock- Anzüge für Herren 40,-, 36.-. 30.-, 24.800 1200 2100 Gummi- Regen- Mäntel 900 für Herren.... 20.-, 15.-, 12.Kaiser- Mäntel für Herren ... 27.-, 21., 15, Winter- Joppen für Herren..... 12 10 61000 450 Feine Anzüge, Hosen, Westen Winter- Paletots für Herren 30.- 24, 15. 12Winter- Ulster für Herren.... 36.-, 27. 21.750 1800 Knaben Stoff Anzüge 225 und Mäntel... VOD an Knaben- Stoff- Hosen 70 Pf. VOB ven Herren- Westen... 75th Herren- Filz- Hüte... 75th aus Resten unserer Maß- Abteilungen 75%% bedeutend unter Preis In allen Abteilungen große zurückgesetzte Posten. 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Marienfelde. Restaurant Bum alten Astanie:" Inh. Burschke, Chausseestr. 82 Marienfelde. T.-B. Oberschmidt, Nachf. Adolf Berger, Berlineritr 115. Friedrichshalle, Inh. Gust. Schulz. Herm. Berger, Dorfftr. 30. Sabroweli, Treskom- Allee 66. Tivoli, Bergstr. Kaulsdorf. H.-B. Hamanns Gesellschaftshaus, Frant furter Chaussee, Inh. Mees. Rest. Zum Badeschlößchen, am Hellersdorfer Weg. Langewahl b. Ketschendorf. T.-B. Gasthof Buchwald und Gasthof Roberstein. " Lanke. H.-B. Ketschendorf. T.-B. Stodmann, Restaur. Baldschloß. Frei: Gasthof Weidemann( Saah). Ottilie Wegger, Schloßpart. 6. Noad, Gasth. 3. schwarzen Adler. Lankwitz. T.-B. Ketzin a. d. H. P.-0.-H. Paul Ebel, Rest. zum Bollsgarten, Klemms Restaurant. Marienfelderstr.9( Lutherkirchhof) Kirchhain( Talai- Qudau). Gesellschaftshaus, Guft. Breuert, Schäzenhaus u. Bildes Sofal Marienfelderstr. 17b. Markgrafpieske bei Fürstenwalde. T.-B. Dsw. Fischer, Langestr. 31. Tilh. Graśnid, Langendammerst. Marwitz. P.-O.-H. Schurbaum. K. Beschel. H. Leffing Marzahn, H.-B. Alle Lokale gesperrt. Miersdort. T.-B. Rest. zur Mühle, Enh. E. Lier. Strausberg( Vorst.u.Umg.). täppchen bad Landhaus Wolfsthal See Schlagmühle Rot Frei. -Hungrigen Wolf. Alte Spigmühle- Neft. zum Neue Spizmühle Valentinswerder. P.-O.-H. Ströbitz( Cottb.- Sprembg.).| Baul Schlöttle gefperrt. Ausbau, frei. Heinr. Peetsch, Gesellschaftshaus, Veblefanz. P.-O.-H. Aest. Bellevue. Tegelort. H.-B. hofsstr. 1. Trapps Festfäle( Trebsch), BahnSpandauerstr. 4. Seeschlößchen( Stlippenstein), Tegel. H.-B. Raifer ftr 86. Zum Kaiserhof, P. Gapiesti, Reft. H. Schlotte, Berlinerftr. Tasdorf N.-B. Alle 2otale gesperrt. Summt. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Südende. T.-B. Paul Beigelt, KL- Ströbiz. Paul Nowia, Brellbod. Dito Natonz. ( Cottbus- Spremberg). Trattendorf Kein Rofal frei. Tiefwerder a.H. P.-0.-H. Fermum, am Bahnhof. Templin. Martin Müller, Berlinerstr. 41/42. Berlinerstr. 9. ilhelmsgart.", Frizz Schneidereit, Tempelhof. T.-B. G. Kupsch, Hoher Steinweg 10. Behlendorferstr. 4. Verkehrslokal: Wilhelm Bonow, ( Bersammlungslokal). Reinh. Preuß, Berlinerstr. 16 Deutsches Wirtshaus. Inhaber Teltow- Seehof. T.-B. Rest. Schwan. Rest. Leuchtturm. Jägerheim", Jul. Schmoll. Uetzdorf. M.-B. Gust. Norenz, Breiteftr. 251. Fr. Robbes, Berliner Vorstadt 2. Treuenbrietzen. Alle Lokale frei. Treptow. T.-B. H. Graj, Beelizerstraße. Bw. Haufe, Boffenerstraße. S. Hirsch, Markt. Hnerstraße. W. Fromm, Schüßenhaus, BerB. Jüttner, Berlinerstraße. B. Gräfe, Bahnhofstraße. H. Gleiche, Bahnhofstraße. H. Lebmaun, Bahnhofstraße. Bahnhofstraße. Otto Wolff, Zum Stronprinzen, Bahnhofstraße. Emil Schulze, Gesellschaftshaus, Trebbin. T.-B. Louisenstraße. A. Conrad, B. Weihmann. Bergstr.- N. Thiele.- H. Otto. Grunow, Wilhelmstr.- Geride, August Paris, Louisenstr. 17. Velten. P.-O.-H. P.-O.-H. Weinmeisterhorn, Glieniderstr. 10. Bairischer Hof, Inh.: Wollenzien, straße 40. Fürstenhof, Inh. Philipp, König T.-B. Wannsee. Alle anderen Lokale find frei. Rest. Terrasse" gesperrt. Wandlitz- Wandlitzsee. N.-B. Heinrichs. Bum Bergschloß, Inhaber Rud. häuschen, Dianaftr. 26/33. Gris Alban, Rest. Schweiger Waidmannsinst. 8.-B. Rest. v. Kämpf, Bieger Schmelze. Vietz. Gasthof zum deutschen Kaiser. Berkebrslokale: Schüßenhaus und Vetschan. Benthin. Wilhelmshagen. N.-B. Alle Lofale frei. Wilhelmsberg. H.-B. Otto Heiser, Bur Dahme". Otto Schuhmann, Wildauer Hof. Wildan. T.-B. Restaurant Franz Binnenberg. ( Cottbus- Spremberg.) Weskow. Stanal". Schwedler, Zum Dder Spree Schramm. Reft. am Crossinsee, Inh. Wilh. Wernsdort. T.-B. Carl Schlottle( fr. Wittenberg). Wernenchen. Fischerstr. 98. Schwarzer Adler,( Inh. Noch), Werder a. d. Havel. August Bötschil. 5. Pfeiffer, Zum deutschen Kaiser. Clara. 6. Model, Gasthof zur Grube Welzow. Cottb.- Sprbg. Alle Lofale fret. Weissensee. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Weissagk bei Betschau. Me Lokale frei. · Wilhelmsruh. H.-B. Alle Lotale frei.. Zepernick Alle Lokale gesperrt. b. Liebenwalde( H.-B.) Zehlendorf Karlstr. 12. Bilh. Mied, Gesellschaftshaus.. ( Waldesluft). 28. Miellei, Potsdamerstraße 25 Zehlendort. T.-B. St. Sadler, Dammhorststr. Restaurant Buchholz, Amtsfreiheit. Zehdenick. P. Behrend, Gasth. z. Balme. Zeesen. T.-B. Brauerei Friedr. Buchholz. Zechin( Frankfurt- Rebus). Hagedorn, Frankfurterstr. 98. Wriezen a. O.. Alle Lokale frei. Woltersdorf( Ludenwalde) Alle anderen 2ofale frei Stranichsberg gesperrt Woltersdorfer Mühle und Hotel N.-B. Woltersdorf( Schleufe). Alle Volale frei. Woltersdorf( Dorf). B.-B. Meißner, Zur Eisenbahn". Wittstock( D.- Brignis). Gentral- Halle( Gutsche) u. Reftaur. ( West- Brignin). Wittenberge Albert Schulze, Hauptftr. 23. Wittenau. R.-B. Båtjes Gasthof. Wilsnack.( West- Prignik.) Bur Klause, Hildegardftr. 5/6. Inh. Stechert. Spichern Sale, Spichernstraße 3, 114-115. Bittoria- Garten, Wilhelmsaue Dase. Louisenpart, Wilhelmsaue 112, Inh. Wilmersdorf. T.-B. 11 Zwiebusch. T.-B. H. Klopich, Mosauerstraße. Züllichan. Robert Grahl, am Bahnhof. Zühlsdort. N.-B. straße 10. Verkehrsiotal: Kurzner, Baruther. Zossen. T.-B. Berkehrslotal: Restaurant Zieg. ( Ost- und West- Sternberg.) Zielenzig. Dorfstr. 15. " Bur Dorjane", Inh. Lindemann, Albrechtshof( Spethmann). Zeuthen. T.-B. Waffer. Verkehrslokal: Julius Snorr, am Zernsdorf. T.- B.. Bum Bank Schlößchen"( Ostertag). an der Stettiner Bahn..- B. Drud: Berwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW. 68, Linbenfte Berantwortlich: Richard Henschel, Berlin N. 68, Uedermündersbr. 17: Geddin- See. Jnh. Kieker gespent. Wilhelmsruh( Oberhab.). Gärtner, Berliner Schweiz, am Lokal- Lifte Alle Lokale, die keinen Saal haben, sind frei! flee für Berlin und die Provinz Brandenburg. Ausgegeben am 10. Januar 1909. In der Zwischenzeit eintretenden Renderungen Notiz zu nehmen. Die Lokalkommission. Diese Liste ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den wir darum bitten, alle Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jederzeit gern bereit, uur müssev unternehmen zu wollen. dringend, Vereins, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diesen Lokalen * bezeichneten Orte bezto. Lokale gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen Zur besonderen Beachtung empfehlen wir folgendes: Die in der Lifte mit einem P.-O.-H. Für alle übrigen Drte find Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommiffion zu richten. bezeichnet: Nieder Barnim N.-B., Teltow Beeston= T.-B., Potsdam Dft- Havelland Die zu den genannten drei Streifen gehörenden Orte sind durch folgende Buchstaben besonders Kreis Potsdam- Oft- Havelland an Auguft Paris, Belten, Luisenftr. 17. Blumenthalftr. 24, für Streis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rirdorf, Selchowerstr. 15/16, b. IV; für Für Kreis Nieder Barnim an Hermann Elias, O. 112, betreffenden Kreises zu richten. Alle Mitteilungen, Anfragen 2c. find für Berlin an das unterzeichnete Stommiffionsmitglied des Obmann der Kommission: Richard Henschel, N. 58, ledermünderstr. 17. Schröder, Bacrwaldfir. 47. Lofal- Komm. Mitglied: Heinrich E gählte, Dennewigstr. 13. Bittoria- Brauerei, Lugoiost. 111/12. Unions- Brauerci, Hafenheide29/ 31. Thiems Festiale, Blücherstr. 61. Schwarz, Hafenheide21, Jahnst.8. Schnegelbergs Festfäle, Inh. Carl Emil Schmidt, Lindenstr. 3. Hasenheide 57. Reinhardts Neues Gesellsch.- Haus, Staabes Festfäle, Fichtestr. 29. Mürichs Festfäle, Stegligerstr. 35. straße 83. Martgrafen- Casino, Markgrafen Leuchtturm, Fontane- Promenad.15 Königshof, Bülowstr. 37-40. Kellems Festsäle, Hafenheide 13/15. Hoijäger- Balajt, Hajenheide 52/53. Hochbahn- Rest., Zempelhofer Ufer 30. Happolds Brauerei, Hasenheide 32/88 Habels Brauerei, Bergmannit.5-7. Gründer, Schwerinstr. 13. Grumbach, Schönleinstr. 6. Gramfau, Stegligerstr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gliefing, Bafferthorstr. 68. Dohne, Hasenheide 45-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg: Anhalt. Ressource, Mödernftr. 114. 2. Wahlkreis. Paul Bartsch, Lessingstr. 32. Lokal- Kommissions- Mitglied: Zum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Balast- Theater, Burgstr. 22. Louisen- Belt, In den Belten 9a. Drafelszeftsäle, NeueFriedrichst.35. 1. Wahlkreis. Berlin. Arminhallen, brinenftr. 110. Merandrinen Feftfäle, Megan 3. Wahlkreis. Kommandanten 1 G. Bolfchläger, balberiftr. 21 sriderftraße 62 Köpenider Bereinshaus, Rope Balter( Urania), Brangeltr. 9/10. Schuhmacher, Staltzerftr. 126. ftraße 127 a. Schlesischen Zor Schode( Drachenburg), Vor dem Stopenider Festfäle, Köpenider Köpeniderstr. 96/97. Sanssouci, Rottbuferstr. 6. Sellers Neue Philharmonic", ftraße 147. Industrie- Festfäle, Beuthstr. 19/20. Reichenberger Hof, Reichenberger. Insel Festsäle, Inselstr. 10. Dranien- Salon, Dranienstraße170. Januszkiewicz, Melchiorstr. 15. ftrage 6. Grupes Festsale. Annenstr. 16. bantenstr.77/ 79( nh.Haberland). Naunynfestfäle( Böhm), Naunim Gratweils Bierballen, Komman- May Nowad, Manteuffelstr. 9. Ufer 2. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Gesellschaftsbaus, Prinzenstr. 94. Mariannen Festfäle, MariannenFürstenhof, Köpeniderstr. 137/138. Industrie- Festfäle, Mariannenstr.31 Graumann, Naunynstr. 27. straße 39( nh. J. Meier). B. Frantes Festsaal, Sebastian. Gleve ,,, Süd- Ost", Waldemarstr.75. Central- Festfäle, Dranienstr. 180. straße 75( Inh. W. Kube). Tor 2. Feuersteins Festfäle, Alte Jakob Café Alsen, Vor dem Schlesischen Englischer Hof, Neue Roßitr. 3. Borchardt, Köpeniderstr. 158. ftraße 45( Inb. A. Hoffmann). Dresdener Garten, Dresdener Behrends Festfäle, Manteuffelstr.95 Dresdener Kasino, Dresdenerstr.96. 4. Wahlkreis. Süb.Oft. DietrichsFestfäle, Dresdenerstr.116. Deutscher Hof.. Rudauerstr. 15. Carl König, Urbanstr. 93. ftraße 52/53. City- Hotel( D.Holzky), Dresdener Lokal- Rommissions- Mitglied: Central- Festiale, Alte Jakobstr. 32. dantenstr. 20. " Bur Lebensquelle, Stomman Buggenhagen, Morigplats. brinenftr. 87 a. Bichbäumer, Köpeniderstr. 39 a. Berliner Klubbaus, Ohmstr. 2." Zum Merandriner", Allegan. Berchts Ritterfäle, Sitterftr. 71/75. Siggels& efts., Megandrinenstr. 32 straße 62. straße 72. Beders Festsäle, Kommandanten. Neues Klubhaus, Kommandanten ftraße 58/59. Michael- Festfale, Michaelfirchstr. 39. Meyer, Oranienftr. 103. Märkischer Hof, Admiralftr. 18 c. Luisenhof, Butowerstr. 9( M.Rusch). Jakobstr. 37( Inh. Jat. Lis). Alte Luisenstädt. Stonzerthaus, 9 Müggelheim. T.-B. Neuer Grund", Schönborn. Mückenberg 6. Guben. Lenz Mönchwinkel, H.-B. Florian Senappe. Bur historischen Mühle", Inh. Mönchsmühle b.Schildow N.B. prinzen. Bilh. Kranich, Gasthof zum Krone Mittenwalde. T.-B. Nauen. P.-O.-H. August Schulze Nr. 91. Nahmitz bei Lehnin. Ile Botale gesperrt Münchehofe. H.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstraße. Ad. Baersch, Woltersdorferstraße. Mühlenbeek. H.-D. Alle Lokale fret. N.-B. Nieder- Schönhausen. Mahnke, nik, GOUD Café Asmus. Nordend. N.-B. Fleischer, Wittenbergerstraße. Niemegk( Zauch- Belz.- Luckenw.) Zunsch, Sanssouci", Neu- Startshof". Sum schwarzen Adler". Stephans Lindengarten. Seltekorns Waldschlößchen. Gesperrt: gesperrt. Alle anderen Lokale mit Tanzjälen Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Ernst Schmidt, früher Kaifer- Gaal straße 31. Mag Singer, Boltsgarten, Briefter Nowawes T.-B. Straffes Lofal frei. Nossdorf( Gorau Forst). Alles andere fret. Boltsgarten, Inhaber D. Kumle, Ob.- Schöneweide. 1.-B. Scholz, Marktstr. 16. Chausseestr. 33. Gasthof zur Schleuse( W. Thor. Neumühle. T.-B. Gasthof Treplin frei. Hotel Matterhof, Rest. Paul Schäfer. Neu- Golm. T.-B. Neudamm.( Neumark.) Biefe, Hest. Zur Bogelwiefe. Haafer, Wald- und Seeschloß. T.-B. Neu- Dabendorf b. Zossen. Bilh. Beckmann. Neubrück. P.-0.-H. Ernst Fagerstern. Aug. Bünsche, Bahnhofstraße. Neuenhagen..- B. Fischwassers Lolal Nehesdorf( Calau- Ludau). Alle Lotale gesperrt. Nedlitz. P.-O.-H. ( nuvi Hubertushoj, Gosenetstr. 16. Waldschlößchen, Schulz, Goienerftr. Nen Zittan. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofftr. Neuzelle( Suben). Müllers Restaur., Kaimir Malaki. Klub- Hans( Dietrich). Rest Bellevue( Wilh. Herrmann). Reft. Waldschlößchen, C. Leiste. E. Schumann, Baldhaus SandOranienburg. N.-B. Alle anderen Lotale fret. Aue" und Schüßenhaus". Gesperrt: A. Jrrlig, 8ur grünen Oderberg i. M. helminenhofstr. 18. Verkehrslokal: E. Kaufholt, BilAlle Lokale frei. Pichelswerder. recht). Pichelsdorfer Garten( C. Supp Pichelsdorf. P.-0.-R. * Seeschloß, Haaje- Brauerei. *. Kühne, Reft. Staisergarten. " Pichelsberge. T.-B. * Herm. Frankfurt- Lebus. Plathkow bei Gusow. febrelofal: Freunds Rufelgarten. Bruder, Wilhelmshöhe. Königgräßer Garten. ilh. Radwig.- P. Schmidt, P.-0.-H. Ver Verkehrslokale.: Füller, Kaiser Potsdam. P.-O.-H. Restaurant Stühl, Zentralherberge. Plane a.. Vereinshaus. Wilhelmstr. 38. Rahnsdort. B.-B. Bum ammerfrug, Otto Wittwer. Rädnitz( Züllich.- Cross.). gesperrt. Bilhelmsrub", Inhaber Schwarz, Landsberg..- B. Radebrück 6. AltAlle Lofale gesperrt. Putlitz.( 3.- Brigniß.) Carl Schneider. Pumpe( Cottbus- Sprembg.). Gustav Fiebig, am Bahnhof. Pritzwalk( Ost- Brignis). Prenden. N.-B. Engelhardt. Carl Trebesch, An der Schnelle 67. brandenburgerstr. Reicherts Etablissement, Neut Prenzlau am Bahnhof Charlottenhof. Bittoriagarten, Alte Louisenstr. 32, N.-B. Alle Sofale frei. Rahnsdorfer Mühle. Sum Noland, E. Müller, Wollant. Großfurt, Feldschlößchen", Bergesperrt. [ linerstr. 27. b. Müller, am Bahnhof, Berlinerstr. 102. Ebersbach, Bum Kurfürsten". Alle Lotale infl. Bärenhöhle Sul. Redow, Dameromstr. 19. Pankow. H.-B. Restaurant Bur Dubrow". Pätz bei Gr. Besten. T.-B. Borwert, Berlinerstr. 39 b. straße 31. F. Heider, Berfehrslokal, Mühlen haufen( Saal), Schützenstr. straße 113. [ straße 3/4. Albert Rößler, Bankower Gewerf Ausschant, Berlinerstr. 80/82. R. Brandt, Willners Brauerei Kristallpalast, Inh. Stockfisch. Rathenow. Renters Volfsgarten, Schloßftr. 2. Rozhdi, Gesellschaftshaus, Streuz. Verkehrsl.: Gafth. v. Bw. Klemm. Schlachthausstr. 1a. Oppermanns Bolksgarten, Papenberge. P.-0.-H. Reft. Tivoli, Esplanade. Schüßler, Part- Reft.( Schloßpart). Rauchfangwerder. T.-B. schaftsh., Kaiser- Friedrichstr. 12. Bentral- Herberge, Waldemarstr. 9. Nutfomstis Baldhaus. Friedrichshof, Inh. Frent, Kolonie Restaurant Endrigat, Eichenhain Gafth. 3. Löwen, Inh. Baul Heinze. Burig. ( Oberhavel). P- 0.- R. Nieder Neuendorf Guft. Heiß. M. Mörschel; Rest. Biegenbals", Bum Sportshaus Ziegenbals", Niederlehme Abbau. T.-B. Rest. Jägersruh, Gust. Koch. Niederlehme. T.-B. Stein Lofal frei. Alle anderen Lokale sind frei. Strug". Gesperrt: Sedan", Neuer T.-B. Nieder- Schöneweide. Bum alten Dessauer" Petershagen. H.-B. J. Eichhorn. Gasthof Ferd. Roggisch. Petersdorf b. Ketschendi. T.-B. Alle Botale geiperrt Perleberg. Berthold Gertys Lotal. Rehmann, Cottbuser Borstadt. Ernst Stegling, Reichshallen. Peitz( Cottbus- Spremberg). ( Renz). ( Donay) und Rest. Havelschloß Gasthof zum großen Stein, Inh. Rauen. T.-B. A. Müller. F. Dahre, E. Kirsch ,,, Seepart", Marfftr. 2/3. Osten. Kastanienwäldchen", Reinickendorf. H.-B. F. Sadau, Refidenzstr. 124. Residenzstr. 109. Wilhelm Boltsgarten", Inh. Lange, Haupts Kopenhagenerstr. 71. Lange, Bur Wartburg", straße 51. Inh.. Schaller, Schönholzer Sivoli", elle anderen Rofale fret. gesperrt. Brejefe u. Restaurant Schubert J. bahn, Nordbahnstr. 22. Weber, Restaurant zur Eisen Brovingstr. 69-72. Provinz Brandenburg. Wiemer, Karlsbof.. Rudolph ,,, Klostergarten". Paul Fritsche, Heideschlößchen", Friedrichgarten, SedanKlöhne, Bismarckstr. 60. Adlershofer Garten, Inh. Franz marditraße 10. Beyers Gesellschaftshaus, Bis- Stab. * Blankenfelde. H.-B. S. Dyd, Deutscher Kronpring". R. Saul, Bismarditr. 16. BöllsteinsLuftgart., Bismardstr. 24. Birtshaus an der Pante. Blankenburg.-B. Adlershof. T.-B. Kaver Alt- Glienicke. T.-B. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-D.-H. Alle Lofale gesperrt. Ahrensfelde. N.-B. Bahnhof Spindlersfelde. Rest. Ruhwald, Inh. Baude, Am Kaiser Wilhelmftr. 29. Kailer Wilhelmgarten, Roether, straße 3/4(. Bläŋ). Borsigwalde. H.-B. ftaurant Faltenruh", Billa Kahl. Verkehrslofal: Carl Mentel, NeBohnsdorf. T.-B. Brauerei Buchwald. ( Büllichau- Troffen). Blankensee bei Mühlbock Alle Lofale frei. Alt- Landsberg N.-B. Colonie Banfelde bei Fischers Gastbof, frei. Clettwitz.( Calau- Ludau.) Jul. Berner ,,, Zum Lindenbaum". F. Kühn, Zum weißen Roß". U. Fischer, Fischersruh". Königsdamm. Cüstrin- Kietz. Jacobi, Plantagenstraße 15. Cüstrin- Neustadt. schloß. Joppisch. N.-B. Rest. Waldburg. HavelAugust Schula, Friedr.- Bilbelmstr. Conradshöhe, Bez. Tegel. Bornstedt- Bornim. P.-0.-H. Seft. Thom. Schmidt. ( Snochen), Rudomerstr. 54. Berkehrsiokal: Terrassen- Garten Bürgerhalle, Gr Gartenstr. 1. Mlle Lofale frei. Bolfsgarten, Bergstr. 20. Brandenburg a. d. H. Bötzow. P.-0.-H. Fr. Rhinom. A. Boywodt, Schw. Udl., Mittelstr.12 straße 17. Mühle, Alt- Ranft bei Freien- Restaurant 8um Kaiser Wilhelm Britz bei Eberswalde. Sarnante, Bur Strone. Rest. Lenz, Berkehrslotal. Alt- Mönchwinkel. A.-B. Bettermann, Wilhelmsdorferstr.111 Bw. Flohr, Schützenhaus. Dröscher, Zur Megc. straße 3. Bentral- Herberge. Berkehrlotal: Halms, Berlinerftr. Alt- Landsberg. N.-B. Gasthof zur Bollenweber. Döring, Gesellschaftshaus. Cottbus. Café Helgoland, Wilhelmsdorfer Wendtlandi, Chauffeestraße. Alle Lofale gesperrt. walde a. 0. Backow bei Britz. T.-B. Dahlem. T.-B. ( Siehe Neu- Dabendorf.). Kaiser Friedrichgarten. Dabendorf b. Zossen T.-B. Buch( Kolonie) N.-B. Angermünde Gasthof 3. grün. Baum(.Möbius). Buch. H.-B. de 2ofale fret. le gofale gesperrt. Crossen&. 0. Alt- Stahnsdorf. T.-B. Nagel, B. Prinz. Heinrich". Bruchmühle bei Allt- Landsbg. H.-B. Schulz, Wachsbleiche. Dobring. Britz. T.-B. Sämtl. Säle frei. Rob. Müller, Rap d. guten Hoffnung Herm. Stolfivit, Stonzerthaus. Arnswalde. Alle Lokale gesperrt. Gasthof z. Löwen( Ww. Schimming) Berkehrsl.: N. Klein, Chauffeestr. 12. straße 50. Bandort. N.-B. K. Sebaſtian,„ Radlersruh, Dorf Baumschulen weg. T.-B. Rich. Reinich, Schweizerhaus". Alle Lokale fret. Beelitz i. M. Alle Lokale gesperrt. Dahme. D.- Wusterhausen. T.-B. Alle Lofale gesperrt. Marie Elias. Eduard Heisrath. Otto Rolbe, Budom, Lindenstraße. Anfragen sind zu richten an: ( Frankfurt- Lebus) Buckow.( Märt. Schweiz.) Restaurant zum Kaisergarten. Alle Saallofale gesperrt. Dissenchen( Cottb.- Spremb.) M. Wolf. Kein Saal frei. Beeskow. T.-B. Gafth. 3.Stadt Beelik, Brüderstr.285 Gr.Buckow Cotto.Spremb. Döhringsbrück. P.- 0.Calan.( Cal.- Luckau.) Gasthof Köppen. Berkenbrück b.Lockenwalde. Gasthof Dunarsti Berkenbrück b.Fürstenwalde. Berfehrslokal. Zum Einsiedler(@zefowsft). Bergfelde( Kolonie) H.-B. Restaurant Wille. Beetz b. Kremmen. P.-0.-H. P. Dubiel. Bernau. H. Berlin, Marzahnerstr.( Nord.) Biesenthal. Alle anderen Lotale gesperrt. Biesdorf. N.-B. garten u. Waldfater b. Bernau fret. Stowes Kaisergarten gesperrt. Alle anderen Lotale, sowie Kirsche .- B. ( Stuppiner Seanal) fret. Stoal. Stein Lofal fret. Drewitz. T.-B. Domsdorf( Soran- Forst). " Schutz, Kaiser Friedrichstr. 24, Schröders Boltsgarten, Freien jammlungslokal)[ walderstr. 8. Leitsäle". Waldfater". werderstr. 55.( Berkehrs 11. Ver Ferd. Müller, Spandauer Chauffee, Restaurant Bur Mühle", EichHerm. Bod, Tegeler Weg 40, Eberswalde. [ Roß- Trappe". haus". A. Bartsch, Rofinenstr. 3, Bolts Gesperrt: Gratias Stadthof. Charlottenburg. T.-B. Drossen( D- u..Sternberg) Ferdin. Buchholz, Rittergutsgarten Alle Lokale gesperrt. Driesen.[( Saal). Carow. N.-B. Ernst Liesche, Weberstr. 36. Caputh.( Bauch- Belzig.) Lutherstr.31/ 32.[ radiesgarten. Auguste Biltorias Sale( orting), Eggersdorf b.Strausberg, N.-B. Englischestr. 26. Bum weißen Hirsch, Inh. Köhler, Lindstedt, Marchstr. 23. Erkner. H.-B. Pferdemarkt, Königsdamm. Galomon, Eichwalde. T.-B. Höhne, Tegelerweg 74/75 ,,, Ber haus".( gnügungspart". Reft. Lindenhof( 5. Mitschrid). F. Stant, Tegelerweg 38/39, Balb- Eisenspalterei bei Eberswalde. B. Fiedler, Tegelerweg 63, Ba- aith. Lindenberg. Berkehrslotal: Franz Stoll, Breite 6. itraße. Qille Botale gesperrt. Birkholz. H.-B. H. Schulz, Paradiesgarten". Birkenwerder. N.-B. Alle Rotale gesperrt. Bindow. T.-B. Charlottenburger Wittes Baldschlößchen. Am Spand. Schiffahrtskanal: Eulo( Sorau- Forfi). Alle anderen Rofale fret. zur Traube" gesperrt. Rest. Klosterhof" und Gasthaus Bruno Boiths Kastanienwäldchen. M. Schulze, Brauerei und PfthMay Broß, Gafth.a.deutschen Staffer, mains Botal fret Dit. Lands Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftsh., Langeft.108. Andreas Festsale, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Lands. berger Allee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-18. BoekersGesellich Haus, Weberst.17. Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22/29. Brener, Große Frankfurterftr. 117. Bürger Hof, tüftriner Blaz 10. Elifabeth Garten, Elifabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderstr.270. Blechs Festfäle, Fruchtstr. 86a. Fortuma- Sale, Strausbergerstr. 3. Germaniabrauerei, Franff. Allee58. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerft.16 Gieste, Landsbergerstraße 89. Steller, Stoppenftr. 29( Bnb Freher). Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Rolwigs Festfale, Gr. Frankfurter ftraße 99. C. Stoczorowski, Schillingstr. 36. Königstadt- Stafino, Holzmarktstr.72. Königstädtisches Safino, Große Frankfurterstr. 76. E. Strüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. B. Litfin, Memelerfir. 67. Lutter, Betnftr. 11. Martgrafenfäle, Martgrafendamm84 se.Mayers Bereinshaus, Gr.Frants furterstr. 138. Blumenstr. 10. Refidenz Festfäle, Landsbergerst.31. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frant furter Allee 127. straße 17. Leydeders Salon, Sophienstr. 34.| Schumanns Vereins- H., Kösliner Logen- Restaurant, St. Auguftstr. 14. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Alexanderpl Pachuras Klubhaus, Landsberger ftroße 85. Philadelphia, Greifswalderst.138/ 39 Restaurant Bürgerheim, Alte Schönhauferstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Rosenthaler ftraße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rofen thalerstraße 57. Süßenhaus, Rinienste. 5. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien- Säle, Sophienstr. 17/18 Union Festfäle, Greifswalderstr.222 Berbandshaus der Gastwirtsge. hülfen, Gr. Hamburgerftr. 18/19. Bendts Pracht- Säle, Münaftr. 17, Ging. Königsgraben. Lotal Stomm. Mitglied: Ibert Hahnisch, Auguftstr. 61, Querg. pt. 6. Wahlkreis. Moabit. Artus Hof, Perlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Danziger Ball- Salon, Stromftr. 28. Gisschlößchen( Blößensee). Giesbolt, Infel- Neft.( Blößenfee). Kron- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. B. Lübke, Beuffelstr. 22. MoabiterBürgerfäle", Beuffelstr.9. Moabiter Gesellschaftshaus, Vorstadt. Schwantes Festsale, Chauffeeft. 102. H. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. Bereins- Restaurant, Wilh. Neinelt, Sparrstr. 14. Zum Bolfsheim, Aderstr. 123. Bum Schillerpart, Paul Mann, Müllerstr. 59. 0 Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Borussia, Aderstr. 6/7. Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. G. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festfäle, Brunenstr. 34. Eliaffer Ball- Salon, Elfafjferstr. 15. Feb, Brunnenstr. 184. Sol. Frantes Feitfäle, Badstr. 19. Frilchs Bictoria- Garten, Badftr. 12. Gramotte, D., Bergstr. 12. Harmonie, Invalidenftr. 1a. Klubbaus Sangesluft, Usedomfte. 7. Melchert, Bergftr. 68. Roads geftfäle, Brunnenstr. 16. Dböter, Usedomſtr. 33. Restaurant u. Feftiäle, Eljafferftr.26. Roemers Feitfäle, Elifabethfirchftr.14 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. F. Schuster, Aderftr. 144. . Bilfes Feitfäle, Brummenftr. 188. Bum Sängerheim, Veteranenstr. 18 Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badftr. 58. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70. Gregory- Brauerei, Badstr. 67 Max Hahn, Stolonieftr. 124. Leonhardt, Koloniestr. 147. Marienbad, Badstr. 35/36( nh. Nagel). Schmidt, Herin., Bringen Allee 33. Boltsgarten- Theater, Badstr. 8 ( Behm und Bellermannstraße). Schönhauser Vorstadt. Arndts Feitfäle, Belforterstr. 15. Arnim- Festjäle, Schönfliegerstr. 22 Berolina Festfäle, Schönhauser Allee 28. Bier- Sprudel, Gaudystr. 10. Brauerei Bözow, Brenzlauer Wce. Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130( nb. Stein). Brauerei Bjefferberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabriel u. Jäger, Defort. Wendorf. Zehdenickerstr. 10. Brauerei Sönigstadt, Defon. Rob. 9 Wiclefftr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kafino, Wilsnaderftr. 63. Moabiter Schüßenhaus( Blößensee). Schüler( Brauerei Moabit), TurmC. Nickel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. ftraße 25/26. Oft- Stafino, Frankfurter Allee 106. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Ditbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. E. Starf, Waldstr. 8 Ostbahnhof- Restaurant, S. Opper- Vittoria- Salon, Berlebergerstr. 14. mann, Austriner Blag. Patriafeftfäle, Gr.Frankfurterftr.28. Wedding und Oranienburger Bazenhofer, Landsberger Allee 24. Brachtsäle, Alt- Berlin", F.Schmidt, Mtmanns Vereinshaus, Invaltben Straße 146. Berliner Bock- Braucrci, Abt. II, Chauffeeftr. 64. Berliner Nordpart, Mütterstr. 148. Gebr. Cranz' Feftjale, stöslinerftr. 8. Detloffsgeftiäle, uvalibenstr.84/ 85. Suntes Gesellschaftshaus, Triftstr.41 Genoffensch. Wirish.IVRorbufer10 Germania- Säle, Chauffeeftr. 110. Gesellschaftshaus, Juh. M. Schöle zel, Bohenstr. 12. Liebing, Schönhauser Allee 10. Hofmann, Basewalkerstr. 3. Humboldt- Sale, Suffitenstr. 40. D. Hoffmann, Staftanien- Allee 23. Hübners Festfäle, Chauffeeftr. 120. Forper, Brenzlauer Ace 165 ( Ningbahn- Station). Stüblers Salon, Ziecit. 24. Stromreys Festsaal, Eichendorffstr.8. Fröbels allerlei Theater, Gön Weefes Gesellschaftshaus, Schuift.29 hauser Allee 148.[ garderstr.3. Wilbrodts Wesellschaftsh., Müllerft.7 Genossenschafts. Wirtshaus, Stars Oranienburg.Feftiäle, Chauffeeft.16 Stopenhagener Selubhaus, Hube, Pharus- Sale, Müllerstr. 149. Stopenvagenerftr. 74. Raabes Festfäle, Stolbergerstr. 23. Maertins Festjäle, Bappel- Allee 25. Sachon, Milllerstr. 136. Obiglos Zeitfäle, Schwesterft.23/ 24. Schmidts Festjäle, Gartenstr. 6. Brater- Theater, Staffanien Allee7/ 9. Start Schraderhof, Liebentvalberst.36 Steuerhaus, Brenzlauer Ace 148. Schreiners Bereinshaus, Schul. Sauer, Schönhauser Affce 134a. ftraße 66. Schultheiß, Sceftr. 82 2 B. Schumsti, Langestr. 65. Stegels eftfäle, früher Haberecht, Große Frankfurterstr. 30. Tauert, Große Frantjurterstr. 85. Bolte garien- Theater,. Damm, Landsberger Auce 76/77. Zimmermann, Grüner Beg 29. Botal- Stommiffions- Mitglied: Tari Rott, Straßmannstr.29, ptc. 5. Wahlkreis. Bordes Vereinssäle, Neue Seönigft.7. Diesener, Landsbergerstr. 37. 2. Graft, Brenzlauerstraße 41. Fürstenberg Säle, tosenthalerStraße 38. Gesellschaftshaus Berliner Mufiler, Statfer Wilhelmstr. 18 m. Heufelder, Dragonerfte. 15. Stonigsfäle, Neue Stönigstr. 26. Seürbis, Luisenstr. 26. Augns Bestfäle, Linienftr. 8. Lotal- Kommiffions- Mitglied: . Henschel, lederminderstr. 17. R. Schmidt, Bum Storchnest", Brovinzftr. 79.[ Residenzstr. 1/2. Schüßenhaus, Inhaber L. Jelinek, F.Göride, Wirtshaus ,, Sur Tanne", Nordbahnstr. 11. Otto Bridner, Provinzftr. 81. Hermann Giese, Haufotterstr. 55. C. Großmann ,,, Schönholz. Flora", Brovinzftr. 76. Herm. Falt, Famillen Restaurant, Hausotterstr. 48. Bur Seeterrasse", Timmermann, Oranienburgerftr. 50. Westen, Tegeler Chaussee. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. Dimfe, Eichbornstraße 18, Ede Augufta Vittoria- Allee. J. Gördes, Waldschlößchen, Waldftraße 50/51. B. Otto, Berlinerstr. 113/114 Engel, Eichbornstr. 72/73. H. Schiller, Eichbornfäle, Gich bornftr. 60. Moris„ Artushof", Berlinerstr. 78. Reppen( D. u. W.- Sternberg). Bertebralofal:„ Hotel Karl". Alle übrigen Lokale gesperrt. Rixdorf. T.-B. Vereinshaus am Richardplaz gesperrt. Alle anderen Lofale frei. Röntgenthal. N.-B. E. Braun, Restaurant Röntgenthal. Herm. Mary's Waldhaus." Rosenthal. H.-B. a. Kabelis, Gasthof Bur Mühle", Sauptstr. 38. Rüdersdorf( Dorf). N.-B. R. Marg, Luisenstr. 31. Rüdersdorf( Stalfb.). N.-B. Grewe, Gasth.z.Linde, Heinigerst.19. H. Möller, am Stafffee, Starlitr. 8. Rudow bei Johannisthal T.-B. Verkehrslofal: Aug. Palm, Köpeniderftrage. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf. N.-B. Alle Botale gesperrt. Ruhlsdorf b. Teltoto. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Rammelsburg. H.-B. Alle Lokale frei. Saarmund( Luckenwalde). Hildebrandt. Saatwinkel. P.-O.-H. Alle Lotale fret. Sachsendort. ( Cottbus Spremberg.), Aug. Dobring y Paul Sachs. Sacre.( Soran- Forst.) Bw. Ziegler, Brauerei. Sadowa. T.-B. Bflugs Rest. a. d. Oberspree. Zur Waldschänke, Inh. Zöldte. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Bur grünen Tanne. Sandhausen. H.-B. Waldschloß. Schenkendert. T.-B. Otto Pätsch( Saah. Schenno( Soran- Forst). G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß). * Schildhorn. P.-O.-H. Hans Righaupt. Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. * Schröder. Schildow. B.-B. Ile ofale gesperrt. Schlachtensee. T.-B. Beelishof, Wilhelmshöhe und Kastanienwäldchen, Znh. Strüger, frei; alle anderen Lotale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. Stübler's Wirtshaus, Schmargen. dorf, Warnemünderftr. 6. Lindenbaum". Spandauerstr. 40, Rub. Ad Bötticher. Schüzenhaus, Hundefehlenftr. 20, Inb. Meigner. Schmellwitz( Cottb. Sprembg.). Richard Lucian. Herm. Hoffmann. Schmertzke Fei Brandenburg a. d. H. Restaurant Geride. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof Bur Balme", am Sedditfee, Herm. Peter. Road, Restaurant Zum Seddinfee. Wurfeldt, Seglerschloß". Wald- Jbhl", Witwe Lorenz. Schöneberg. T.-B. Alle Säle frei. Schöneiche- Schönebeck, N.-B. Emil Süzmilch, Waldschloß. Schönerlinde. N.-B. Sperrliesti. Schönfliess. N.-B. Restaurant Schirmer. Schönholz. H.-B. Alle Lofale fret. Schönow. H.-B. Schulz. Schönwalde i. d. M.N.-B. H. Schulz. 2. Liebenhagen. H. Borowski, Internat. Sportshaus a. Gorinfee. Schöpfurth. 0.-B. Schützenhaus( F. Müller). Schulzendorf. 8.-B. Reft. ,, Subertus", Triller. Schulzendorf b. Eichwalde. T.-B. Sein Lotal fret. Schwanebeck. H.-B. Alle Lotale gesperrt. Schwedt a. 0. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwiebus. Gafth. z. deutsch. Elche, Groffenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr Jänide, Sandvilla. Wilh. Pansch, Herrenstraße. Beißer Schwan, Stutichlauerstr. 3. toeißen Lamm, R. Beber, Poftstr. Seifersdorf bei Soran. Schober, Dorfstraße. 7 Senftenberg II ( Calau- Ludau). Beusters Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lofale fret. Slamen( Cottb.- Sprembg.). E. Fischer; Neſt. F. Lemke; Adolf Surf, Bellevue Slamen Ziegelei: Dito Hoffmann. Sommerfeld( Schwiebus). Zum Kurfürften, Bahnhofstraße. Sommerfeld b.Kremmen.P.O.H Brauerei Weber frei. Sonnenburg ( D. 1. B. Sternberg). Bilh. Greiser und Hotel Marfgrat. Soran. Flora, Saganerstraße. Gaffhol Numbauer, aur Gile, Eilplag. Biörtnerstraße. Goldener Anker, Briebuserstraße. Spandan. P.-0.-H. Berkehrslokale: Paul Kumte, Schönwalderstr. 80. st. Schwabe, Seegefelderstr. 54/55, E. Kopnicks Ball- Salon, Bichels dorferstr. 39. Guft. Borchardt, Seeburgerstr. 26. Ulrichs Ballsalon, Havelstr. 21. Inh. Böhle. Spindlersfelde. T.-B. Reff. Ruhwald. Spreenhagen. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Spremberg. Baul Heinze, Gesellschaftshaus. Paul Kobelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rüdert, Bürgerhaus. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathle. Sputendorf b. Gr.- Beeren T.-B. Gottl. Vogel, Dorfstr. 9. Staaken. P.-O.-H. Gafthof Bum braunen Hirsch", Hamburger Chaussee. StahnsdorfKlein- Machnow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schellhafe, Saal u. Garten Ahornstr. 15a, u. Birfenwäldchen Saal und Garten, Schüßenstr. Steinfurt. 0.-B. Bith. Schleusener. Stolpbrück. H.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. b. Nordbahn..- B. Bergemann, im Dorf. Storkow. T.-B. Hermann Schloß, Rathaus- Hotel, Markt 12. Stralan. H.-B. Que Lokale frei. Strausberg( Stadt). Restaurant Frans Magnus, Wilhelmstraße Rofe, Birgergarten, Briezencefir.