Nr. 10.0 glinths sig Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart bro Monat. Eingetragen in die Bost- Seitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz • Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonels geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aint IV. Nr. 1983. Die Cabakfabrikatiteuer. I. Wenn etwas geeignet ist, den bekannten Satz des schwedischen Kanzlers Orenstierna als zutreffend zu beweisen, dann find es die immer wiederkehrenden Tabaksteuervorlagen und deren Begründungen. Man weiß nicht, ob es ein in den Universitäten eingeprägter Lehrsak, oder ein allgemein unter Staatsmännern verbreiteter Aberglauben ist, der so oft wie die Finanzen des Reiches in Unordnung sind, eine TabakSteuervorlage auf der Bildfläche erscheinen läßt. Die verschiedenen deutschen Schatsekretäre können als Entschuldigung anführen, daß auch Bismarck an die Heilkraft des Tabaks für die Finanzkrankheiten glaubte. Ein Schema für die Begründung ist auch vorhanden. Vergeblich sucht derjenige, der die Begründungen der ersten Vorlagen kennt, in den folgenden Begründungen einen neuen Gedanken. Und doch wären neue Gedanken notwendig, denn die Gegner der Steuern brachten immer so durchschlagende Argumente, daß sich selbst in den regierungsfrömmsten Reichstagen fast nie eine Mehrheit für die Regierungsvorlagen fand. Nur 1879 wurde eine Erhöhung des Zolles von 24 M. auf 85 M. und der Steuer auf 45 M. pro Doppelzentner, 1906 die Einführung der Zigarettensteuer vom Reichstage angenommen, während die Ablehnung die Regel ist. In der letzten Zeit beginnen die Begründungen der Vorlagen mit der Mitteilung der nicht ganz unbekannten Tatsache, daß Tabak kein Nahrungsmittel ist. Soll damit angedeutet werden, daß Zölle und Steuern auf Nahrungsmittel eine ungerechte Belastung und Benachteiligung der Armen sind, dann können wir nur zustimmen, aber dann müssen der Zolltarif und die Steuergeseße eine völlige Umwälzung erfahren. Mit den Zöllen und Steuern auf Nahrungsmittel hat die Reichsregierung die Steuerkraft des Volkes lahmgelegt. Würden die Summen, die dem Volfe durch Getreide, Vieh, Fleisch und andere auf Nahrungsmittel lastenden Zölle abgenommen werden, in die Reichskasse fließen, dann würde das Reich nicht allein keine Schulden haben, sondern im Ueberflusse schwimmen. Würden die Steuertechniker einmal ausrechnen, wie viel den deutschen Arbeitern durch Zölle und Steuern abgenommen wird, wovon allerdings der größte Teil in die Taschen der Schlot- und Krautjunker fließt, dann würden sie vielleicht einsehen, daß Deutschland am Rande feiner Leistungsfähigkeit angekommen ist. Denn 100 m. Arbeitereinkommen ist in Deutschland mindestens doppelt so hoch belastet, wie in England und Amerika. Tabak ist kein Nahrungsmittel, das haben die meisten Menschen auch schon sonst gewußt. Aber ist er deshalb ein besonders geeignetes Steuerobjekt? Die Eigenschaft, kein Nahrungsmittel zu sein, hat der Tabak mit Ziegelsteinen, Tapeten, Gardinen, ja man fann sagen, mit mehr als neun Zehntel aller im Warenverzeichnis aufgeführten Gegenständen gemeinsam. Sollen alle Gegenstände, die nicht Nahrungsmittel sind, mit besonderen Steuern belastet werden, dann haben die Steuerforscher noch ein weites Gebiet zu bearbeiten. Mittwoch, den 13. Januar 1909. für Zigaretten eine Banderolesteuer von 1,50 M. bis 10 M. für tausend Zigaretten und 80 Pfg. bis 7 M. für ein Kilo feingeschnittenen Tabak entrichtet. Diefe Zölle und Steuern bringen rund 85 Millionen Mark. Nun will man 78 Millionen Mark mehr haben und hat zu diesem Zweck ein für Deutschland ganz neues Gesetz ausgearbeitet, oder vielmehr aus dem Russischen ins Deutsche übersetzt. Denn Rußland ist das Ideal der deutschen Stenertechniker. Nun wird verlangt, daß neben der Steuer und dem Zoll auf Rohtabak eine Tabakverbrauchssteuer erhoben werden soll. Und zwar für Zigarren im Kleinverkaufspreise von: 4 M. für 1000 Stüc 4 Pf. und weniger das Stück über 4-7 Pf. das Stück 8 1000 • " " " " 7-13 13-25 16 1000 " " 17 " " " 32 1000 " " " . " " " 25-50 • " " " " 50 Pf. das Stüd. 64 96 1000 " # 1 " 1000 " " " Die Zigarettensteuer soll auch Gegenwärtig gelten folgende Säge verkaufspreise von: 12 Pf. und weniger das Stück mehr als 11 bis 212 Pf., " " als 21 bis 31 Pf. " " . als 31 bis 5 Pf. " " " als 5 bis 7 Pf. 17 " " 7 als 7 Pf. " " erheblich erhöht werden. für Zigaretten im Klein1,50 m. für 1000 Stia " • 2,50 3,50 1000 " " 1000 п " " 1 5 1000 " " " 7 1000 " 1 " 10 1000 " " " 1 Hierfür sollen folgende Klasseneinteilung und Steuersäge genommen werden: für Zigaretten im Kleinverkaufspreise von: 1 Pf. und weniger das Stück bon mehr als 1 1000 .1000 1,50 M. für 1000 Pf. bis 2 Pf. das Stüd 3,00 1000 " at 2 " " 11 " " 31/2 " " " 6,00 " " " " " 32 5. 9,00 " " 1 " 1 " " " 5 " " " " " 12 " " 12,00 " # 7 " " " " " 61/2 9 " " " 1 " 27 18,00 " " " " 0 . 24,00 " 1 " 61/2 9 . 1000 1000 Fir die feineren Sorten von feingeschnittenem Labat wird die Steuer wie folgt erhöht: für Labat im Preise von 10-20 W. pro Kilo von 3 M. auf 3,20 M. für 1 Kilo 20-30 # " " " " 11 " " 4,80 M. 6,40 7 M. 12,80 1 " P " " " 1 " " " " über 30 Für Pfeifen-, Kau- und Schnupftabat im Preise von über 2-5 M. das Kilo soll 50 Bf. für 1 kilo, 5-10 1 M. " " " " " " 10" 2 1 1 " " 11 " " " " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. aus dem Tabak von rund 14 Millionen auf 40 Millionen Mark, also um 26 Millionen Mark gesteigert werden. Die ießt geplante Steigerung beträgt das Dreifache. Daß solche Steigerung auf den Konsum einwirkt, liegt auf der Hand, denn bei sehr vielen Tabakverbrauchern richtet sich der Tabakkonjum nicht nach dem Rauchbedürfnis, sondern nach den für solche Zwecke verfügbaren Mitteln. Wenn in der Tat 1879 der Zigarrenkonsum nicht zurückgegangen ist, dann ist es darin begründet, daß nicht die Raucher, sondern die Zigarrenarbeiter von der Steuer betroffen wurden. Die Arbeiter waren die Leidtragenden, die durch die Zoll- und Steuererhöhung auf den Hungeretat gesetzt wurden, so daß die einst gut bezahlten Arbeiter noch heute die schlechtest bezahlten Arbeiter in ganz Deutschland sind. Obwohl sie durch die Organisation in den letzten Jahren die Löhne gesteigert haben, so erreichten sie doch 1907 nach den Berichten der Berufsgenossenschaften erst einen Durchschnittslohn bon 601,51 M., also täglich 2 M. Die nicht versicherten Hausarbeiter werden noch weniger verdient haben. Die jetzt geforderte Steuer fann man den Arbeitern nicht vom Lohn abziehen, denn die Arbeiter haben nur noch einen Lohn von 110 Millionen Mark. Es müssen also die Preise erhöht werden, folglich kann man einen Konsumrückgang in sichere Aussicht stellen. Vermehrte Arbeitslosigfeit mit ihren Schrecken wird die notwendige Folge sein. des Arbeitervertreter vor dem Gewerbegericht. Aus dem Reichstag( 12. Januar). Mit der Er. örterung von Petitionen hatte sich der Reichstag nach seiner langen Ferienruhe in der ersten Sigung zu befassen. Das Hauptinteresse nahm eine Petition des Verbandes der Bergarbeiter hinsichtlich der Organisation der Gewerbegerichte in Anspruch. Es handelte sich da vor allen um die Beseitigung Uebelstandes, daß Arbeitersekretäre, die sich zur Vertretung bon Arbeitern bor dem Gewerbegericht einfinden, gewohnheitsgemäß zurückgewiesen werden, weil sie angeblich diese Vertretung geschäftsmäßig" ausüben. Die Petitionskommission hatte vorgeschlagen, die Forderung, daß Arbeitersekretäre zur Vertretung ein für allemal berechtigt sein sollten, dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen; der Zentrumsabgeordnete Trimborn beantragte dagegen abschwächend die Ueberweisung als Material. Er begründete das an Fabrikatsteuer gezahlt werden. damit, daß die Fassung der Petition den Arbeitersekretären ein Diese Steuern halten die Motive für gerecht, weil die Privileg geben würde, von denen die Rechtsanwälte nach wie vor Leute, die teure Bigarren rauchen, höhere Steuern zahlen ausgeschlossen blieben. Genosse Sach se konnte darauf hintönnen. Aber man darf doch fragen: weshalb nimmt das weisen, daß in der Kommission auch die Zentrumsvertreter, Reich nicht direkte Steuern, wenn man von reichen Leuten insbesondere die Arbeiterabgeordneten dieser Partei für die Geld haben will? Mit direkten Steuern fann man den Forderung eingetreten feien. Gegenwärtig hätten die UnterReichen treffen. Die Tabaksteuer berührt aber viele reiche ne h mer ein Privileg. So halte die Firma Krupp in Essen Leute, die Nichtraucher find, gar nicht. Die Steuer entspricht sich einen ehemaligen Rechtsanwalt zur Vertretung ihrer eben der sozialpolitischen Weisheit des Fürsten Bülow. Das Interessen vor dem Gewerbegericht, der würde stets angenommen, Stauchen ist ein Lurus, Lurus ist ein Laster, welches be- die Arbeitersekretäre aber zurückgewiesen! Herr Trimborn kämpft werden muß. Je mehr aber die Steuer das Laster eiferte sich in einen immer höheren Entrüstungsdiskant zur zurüddrängt, um so größer wird die Finanzkalamität des Wahrung der heiligsten Güter der Rechtsanwaltschaft hinein. Reiches und um so schlimmer die Not der Tabatarbeiter. Dennoch blieb bei der Abstimmung ein fleiner Teil seiner Man soll aber bei Betrachtung eines Gegenstandes nicht e entbehrlicher ein Gegenstand ist, um so mehr wird durch Freunde bei dem Kommissionsbeschluß. Da aber die Konsererst da beginnen, wo er verbraucht wird, wo er also aus der die Verteuerung der Konsum herabgedrückt. Daß der Tabak vativen und Nationalliberalen den Antrag Trimborn unterWelt verschwindet, sondern man muß mit der Betrachtung zu den Dingen gehört, dessen Verbrauch erheblich eingeschränkt stügten, wurde er doch angenommen, so daß also für die früher beginnen. Bevor der Tabak verraucht, gekaut oder werden kann, wird kein Mensch bezweifeln. Das beweisen ungerechte Zurücksetzung der Arbeitersekretäre die Vorsigenden geschnupft wird, wird er verarbeitet. Im Arbeitsprozeß ist auch die Idealländer unserer Steuerpolitifer. Während in der Gewerbegerichte sich auf ein Votum des Reichstages Tabak Rohstoff und unterscheidet sich gar nicht von anderen Deutschland mehr als 200 000 Personen in der Tabak- berufen können. Rohstoffen, die nötig sind im Produktionsprozeß. Für den fabrikation beschäftigt sind, gibt es in Desterreich nur 40 000, In der Beratung einer Petition der Bauarbeiter um Tabatarbeiter ist der Tabak dasselbe, was für den Müller in Frankreich gar nur 15 500 Zabafarbeiter. Es läßt sich Ausdehnung des Bauarbeiterschutes blieb der Reichstag stecken. das Getreide, für den Bäcker das Mehl, für den Schmied mit einiger Sicherheit annehmen, daß, sobald die Erträge Nach einer endlosen Rede des Abg. Pauli Potsdam, des das Eisen ist usw. Der Erörterung dieser Fragen gehen aus der Tabaksteuer auf die Höhe wie in Frankreich gebracht schlichten Mannes aus der Werkstatt", gegen die Arbeiterunsere Staatslenker aus dem Wege. Sie weisen darauf hin, sind, dann auch die Fabrikation auf den Tiefstand jener forderungen und gegen die Gewerkschaften wurde die daß in anderen Staaten aus dem Tabaksmonopol oder hohen Länder herabgedrückt ist. Diese Bedenken waren ein wesent- Sitzung vertagt, so daß der zunächst auf der RednerTabakzöllen größere Summen in die Staatskassen fließen. liches Moment, welches zur Ablehnung der früheren Vorlagen liste stehende Genosse Bömelburg nicht mehr zum Deutschland soll aber in der Welt voran sein, wenigstens auf führte. Das gibt auch die Vorlage zu, nur bestreitet sie, Wort kam. Der Präsident schlug vor, auf die dem Gebiete der Ausplünderung des Volkes, folglich darf daß die Bedenken begründet sind. Hierin unterscheidet sich Tagesordnung der morgigen Sigung eine Reihe fleinerer Vornicht geduldet werden, daß Deutschland mit irgendeiner Steuer die Begründung dieser Vorlage von früheren Vorlagen. Tagen zu fegen, während Genosse Singer die Fortsetzung das Volk weniger bedrückt als irgendein anderes Land. Früher erkannte man an, daß ein Rückgang durch Steuer- der Petitionserörterung verlangte, da sonst womöglich auf Frankreich hat aus dem Tabakmonopol 296 Millionen Mark, erhöhung eintritt, was heute bestritten wird. Wie aber Wochen hinaus dazu teine Gelegenheit sein würde. Dieser Desterreich 127 Millionen, Italien 147 Millionen, aber Steuererhöhungen, die den Konsumenten treffen, wirken, be- Forderung widersprach der konservative Herr v. Normann. Deutschland nur rund 85 Millionen Mark aus seiner Tabak- weisen die Monopolländer. In Frankreich wurde im Februar Bei der Abstimmung durch Hammelsprung hatte zwar der Ansteuer. Daß in den Monopolländern in der Einnahme der 1872 der Durchschnittspreis für ein Kilo Tabak von 9 Frank trag Singer die Mehrheit, da sich aber gleichzeitig die Staaten aus dem Tabak der Unternehmerprofit mit enthalten auf 11,50 Frank erhöht. Die beiden Vorjahre 1870 und Beschlußunfähigkeit des Hauses herausstellte, hatte der Präsident ist, und darum in jenen Ländern von Tabaffabrikanten feine 1871 lassen sich nicht zum Vergleich heranziehen, weil der das Recht, nunmehr die Tagesordnung festzusehen. Er entGewerbe, Einkommen- und ähnliche Steuern in Staats- und Strieg ganz abnorme Bustände schuf. 1869 wurden in ganz schied sich wider die Petitionen trop des gegenteiligen Gemeindekassen fließen, das wird nicht beachtet, und doch Frankreich 32 600 000 Stilo Tabaffabrikate berbraucht. Hier- Wunsches der Mehrheit der Anwesenden. Somit werden auch müßte man, wenn man einen Vergleich mit den Monopol- von entfielen auf Elsaß- Lothringen 1 800 000 Silo. Es blieben in diefer Session die Petitionen mit der gewohnten Stief ländern ziehen will, alle Einnahmen der Gemeinden, Staaten also für das heutige Frankreich 30 800 000 ilo. 1872, also mütterlichkeit zu rechnen haben. und des Reichs aus der Tabakfabrikation in Rechnung seben. das Jahr, in welchem die Preiserhöhung eintrat, hatte nur Die Reichsschatsekretäre wollen aber keine Statistik treiben, einen Verbrauch von 27 000 000 Stilo, alfo gegen 1869 einen sondern Geld für Rüstungen haben und darum werden nur Südgang von 3 800 000 kilo. Die erwarteten Mehreingroße Zahlengruppen zusammengestellt, die geeignet sind, nahmen blieben aus. Daß diefer Nüdgang nicht allein auf Jm Abgeordnetenhause brachte zu Beginn der Dienstag weniger kritisch angelegte Naturen zu täuschen. größere Einkäufe der Verbraucher zurückzuführen ist, beweist sibung, der ersten im neuen Jahre, der Finanzminister in der der Umstand, daß auch das Jahr 1873 erst einen Verbrauch üblichen Weise den Staatshaushaltsetat ein. Der Etat ist ein von 28 300 000 Stilo aufweist, also noch um 2½ Millionen getreues Spiegelbild unserer wirtschaftspolitischen Lage: mit Kilo gegen 1869 zurückbleibt. steigender Konjunktur steigen die Einnahmen, besonders die aus Preußisches Abgeordnetenhaus. Betrachten wir zunächst die gegenwärtig geltenden Steuern für Tabak und die Forderungen der Novelle. Gegenwärtig wird für im Inland gebauten Tabak 45 M. Steuer für den Doppelzentner erhoben. Für ausländischen Rohtabak In der Begründung und den Anlagen werden viele Ziffern den Steuern und den Betriebsverwaltungen; sinkt die Konjunktur, wird 85 M., für entrippten Tabat, sowie Rauch- und Kau- aufgeführt, die beweisen sollen, daß die Erhöhung von dann verringern sich die Einnahmen, und an die Stelle der tabak 180 m., für Zigarren 270 M. und für Zigaretten Böllen und Steuern im Jahre 1879 solch verheerende Wir- Ueberschüsse tritt nur allzuoft ein Defisit. So ist es auch in 700 M. pro Doppelzentner an Zoll erhoben. Außerdem wird kung nicht gehabt haben. Damals sollten die Einnahmen Preußen. Das Jahr 1907 weist einen Fehlbetrag von 71,8 Millioner Die Verständigung Oesterreichs mit der Türkei. auf! Diefer Sehlb etrag resultiert in der Hauptsache aus dem uns, bahn sind hervorzuheben: 21,7 Millionen Mark für persöngünstigen Abschluß der Eisenbahnverwaltung, der indirekten liche Ausgaben. Steuern und der Bergverwaltung, wohingegen die Forsten und die Interessant ist ein Ueberblick über den Etat der Verdinekten Steuern über den Voranschlag hinaus noch Mehrerträge waltung der 3ölle und indirekten Steuern, der Aus Konstantinopel fommt endlich gute Nachricht ergaben. einen Minderüberschuß von 8,8 Millionen Mark aufweist, Aloch größer ist das voraussichtliche. Defigit für 1908; der indem zu Mindereinnahmen von 2 653 000 M. Mehrausgaben Der Großwesir hat gestern vormittag dem österreichisch- ungarischen Minister schäßt es auf 165 und falls die von der Regierung bes bon 1 189 840 M. hinzukommen. An Vergütungen für Er- Botschafter Markgrafen Pallavicini offiziell mitgeteilt, daß er antragten Steuerauschläge nicht bewilligt werden, sogar auf 195 hebung der Reichssteuern sind zwar 1952 000 m. mehr ein- sich mit seinen Kollegen über das Angebot DesterreichMillionen! Da die Budgettommijjion die Steuerzuschläge für gestellt, darunter 580 000 2. aus den zur Durchführung der Ungarns beraten habe und daß es vom Kabinett an 1908 abgelehnt hat und auch wenig Stimmung für Abänderung Reichsfinanzreform erforderlichen neuen Steuern, anderer- genommen worden sei. Es ist zu hoffen, daß damit die Balfankrise ihre gefährlichste dieses Beschlusses herrscht, so wird die Regierung sich wohl auf feits mußten aber die Stempelsteuer um 2 000 000 m. einen Fehlbetrag von annähernd 200 Millionen gefaßt machen sowie der Anteil an der Reichserbschaftssteuer um Phase überwunden hat und nunmehr in ein ruhiges Stadium müssen. Herr v. Rheinbaben fetzt seine Hoffnung darauf, daß 1857 000 20. und die Erbschaftssteuer nach den bis- diplomatischer Verhandlungen eintreten wird. Wenn auch noch viele der Reichstag den Einzelstaaten die gestundeten Matrikularbeiträge herigen preußischen Gesezen um 905 000 m. niedriger Schivierigkeiten zu erledigen sein werden, bis die europäische erlassen wird, er fami es nicht begreifen, daß die Einzelstaaten auch angeeißt werden. Unter den Mehrausgaben sind enthalten Ronferenz zusammentreten und wieder auseinandergehen wird. dann noch verpflichtet sein sollen, die Matrikularbeiträge zu die Bezüge für 80 neue etatsmäßige Stellen neben einem so ist durch die Befriedigung des hauptsächlich Geschädigten, der zahlen, wenn sie aus eigener Straft dazu nicht imstande sind. Bauschbetrage von 500 000 M. zur Besoldung der durch die Türkei, doch der Spannung ihre größte Schärfe genommen worden Man wird den weiteren Verhandlungen mit um so größere: Scheinbar ein triftiges Argument, nur darf man nicht vergessen, Reichsfinanzreform erforderlichen neuen Beamten, ferner daß die Einzelstaaten die Ueberiveisungen vom Reich unbedenklich 200 505 M. für Geschäftsbedürfnisse und 106 620 M. zur Ruhe entgegensehen dürfen, wenn sich die Nachricht bestätigt, daß neben der französischen Diplomatie, die, wenn auch mit Rüdangenommen haben. Es ist also nur recht und billig, daß sie auf Unterhaltung der Dienstgebäude. der anderen Seite die Matrikularbeiträge entrichten. Auch bei der Forstverwaltung und bei der ficht auf ihre Verbündeten und den Gegensatz zu Deutschland nicht Im Etat für 1909 bildet den einzigen Lichtblick die Verwaltung Domänen verwaltung ergeben sich Minderüberschüsse, mit dem wünschenswerten Nachdruck, doch von Anbeginn an für eine der direkten Steuern, deren Ueberschüsse die Finanzverwaltung bei ersterer um etwas über 1 000 000 m., bei lekterer um friedliche Lösung sich eingesetzt hatte, auch die Botschafter Englands und Rußlands, der Mächte, die so lange die Türkei in auf 30 Millionen Mark höher veranschlagt als im laufenden Jahre. 857 600 2. Es mag vielleicht sonderbar erscheinen, daß zur Zeit des HöheIm Gegensatz dazu zeigt die Verwaltung der direkten ihrem Widerstande bestärkt hatten, jegt zur Nachgiebigkeit punktes der Krisis die Steuern so hohe Erträge abwerfen, aber Steuern einen Mehrüberschuß von 30 744 400 M., und geraten haben. Die Beendigung des Konflikts wird jedenfalls zur Stärkung der man darf nicht vergessen, daß die Einschätzungen für 1009 nach zwar sind die Einnahmen aus der Einkommensteuer um dem Durchschnitt der drei vorangegangenen Jahre erfolgen und 30 Millionen Mark höher in Ansas gebracht, während die iungtürkischen Politit im Innern beitragen. Denn es ist daß sich darunter noch das sehr günstige Jahr 1906 befindet. In Ausgaben eine Steigerung um 1150 900 M. aufweisen. Da- offensichtlich, daß die Türken ihren Erfolg nur dem neuen Regime den Steuereinschätzungen kommt die wirtschaftliche Depression erst neben tritt bei der Berg, Hütten- und Salinen- 34 danken haben, das ihnen wertvolle Bundesgenossen und int nächsten Jahre voll zum Ausdrud. Andererseits darf man verwaltung ein Mehrüberschuß von 304 410 m. herbor: die Möglichkeit verschafft hat, für Verluste, die das alte Renicht übersehen, daß die Arbeiter jetzt weit stärker als früher zur die Einnahmen sind hier um 5 911 330 M., die Ausgaben um Steuer herangezogen werden und daß sie diese höhere Steuer 5 606 920 m. höher eingestellt. auch troß verminberier Arbeitsgelegenheit zahlen müssen. sime verschuldet hatte und die unwiederbringlich schienen, eine nicht unbedeutende Entschädigung zu erhalten. Es ist auch sicher, daß die Die Verwaltung der öffentlichen Schuld Kraftentfaltung bei dem Boykott die Macht der neuen Regierung Im Gegensatz zu den direkten Steuern sind die Ueberschüsse erfordert eine Mehrausgabe von 42,5 Millionen Mark, zur demonstriert und ihr fluges und rafches Nachgeben das Vertrauen der Eisenbahaverwaltung erheblich niedriger veranschlagt als im Verzinsung sind 37,5 Millionen und zur Tilgung 5 Millionen in ihre politische Fähigkeit gestärkt hat. Die österreichische Regierung büßt den schweren Fehler, daß; Etat für 1908. Der Minderüberschuß der Eisenbahnen gegen das Mark mehr veranschlagt. Bei der allgemeinen FinanzJahr 1908 beträgt die nette Summe von 138,9 Millionen. Man verwaltung ergibt sich ein Mehrbedarf von 2,8 Millionen fie mit der Proklamierung der Annegion den denkbar ungünstigsten fonn dem Finanzminister nachfühlen, wie schmerzlich es ihm war, Mark. Den Anfäßen im Entwurf zum Reichshaus- Moment gewählt. Die Lehre, daß der Betätigungsdrang des Thron einen solchen Etat vor dem Hause zu vertreten, zumal da er nur haltsetat entsprechend sind die Ueberweisungen vom Reich folgers und des Herrn v. Mehrenthal den Interessen der allzu genau weiß, daß die Mehrheit des Dreiflassenparlaments ihm um 343 040 W. niedriger eingestellt, während der Matrikular- österreichischen Bölfter äußerst schädlich war, ist mit den 51 Millionen die 55 Millionen neuer Steuern, die er fordert und deren Be- beitrag ohne Berücksichtigung des vom Reiche zu stundenden Mark, mit der Schädigung von Handel und Industrie durch den Boykott so teuer erkauft, daß zu hoffen ist, der Eifer willigung er für, unbedingt notwendig erklärte, kaum in voller Teilbetrages um 775 759 M. höher zu veranschlagen war. Höhe zugestehen wird. Bei den eigentlichen Staatsverwaltungen ist die des kommenden Herrn werde sowohl im Innern wie nach außen Bon allgemein politischen Bemerkungen hielt sich der Minister Einnahme um insgesamt 75,5 Millionen Mark höher veran- bald gezügelt werden. Jedenfalls steht im österreichischen Parlament in seiner Etatsrede frei. Nur als er auf die Beamtenbesoldungen schlagt. Von den Mehreinnahmen erscheinen unter anderem eine gründliche Abrechnung mit dieser Politik durch unsere Genossen su sprechen Tam, konnte er es nicht unterlassen, den Beamten, die 4,5 Millionen bei der Ansiedelungskommission für bevor. Denn selbst abgesehen von der Erzeugung der Kriegsgefahr sich petitionierend an das Haus wenden, gehörig den Text zu lesen Westpreußen und Posen gegenüber einer gleich hohen Mehr- und von der finanziellen Schädigung, die das Resultat der Aehrenund die Art ihrer Agitation mit scharfen Worten zu tabeln! Gausgabe, 56,3 Millionen beim Finanzministerium, thalichen Politik ist, hat der Boykott gerade in der Zeit der wirtist bekanntlich nicht das erstemal, daß die preußische Regierung den darunter 55 Millionen Sollauffommen an neuen direk- schaftlichen Krise die Industrie geschädigt, die Arbeitslosigkeit verBeamten das ihnen verfassungsmäßig gewährleistete Petitionsrecht ten Steuern, ferner 4,9 millionen bei der Justiz mehrt und so die Interessen des österreichischen Proletariats empfindillusorisch zu machen sucht. Die Beamten haben zufrieden zu sein verwaltung und 7,7 Millionen bei der Verwaltung des lich verletzt. Die Nachricht von der Verständigung Desterreichs mit der mit dem, was die Regierung ihnen freiwillig gewährt, sie sollen nneren; bei dieser Verwaltung ist eine Mehreinnahme fühlen, daß sie Staatsbürger zweiter Stlasse sind, die nicht das von 1212 360 M. zu Beihilfen für unter- Türkei hat bei den serbischen Kriegspolitikern Bestürzung hervorgerufen. Nach den deutlichen Absagen Titfonis und Recht haben, für ihre Arbeit anständige Entlohnung zu fordern. st i ungsbedürftige ehemalige Strieger ange Unsere Genojien werden nicht verabsäumen, gegen diese Auffassung setzt, der eine Mehrausgabe von gleichem Betrage gegenüber- 3swolstis ist jetzt auch die Hoffnung auf türkische Hilfe im Striegsder Regierung energisch zu protestieren. steht; der übrige Teil der Mehreinnahme entfällt auf erfalle vernichtet. Hoffentlich beginnt jezt endlich auch in Belgrad höhte Beiträge der Gemeinden zu den Kosten die Einsicht sich zu verbreiten, daß die berechtigten Ansprüche eines Wolfes auf nationale Unabhängigkeit fich nicht um den Preis eines töniglicher Polizeiverwaltungen. europäischen Krieges durchsetzen dürfen, sondern auf dem Wege einer zielbewußten Politik wirtschaftspolitischer Berträge und nationaler Stulturarbeit verwirklicht werden müssen, bis der Sieg des Proletariats auch den fleinen und zersplitterten Nationen ihre Selbständigkeit, auch den kleinen und zersplitterten Nationen ihre Selbständigkeit, Freiheit und Einheit wiedergibt. Die Diskussion über den Etat wird erst am Montag nächster Woche beginnen. Der Abschluß der österreichisch- türkischen Streitfragen hat das Die Annegionsfrage scheidet damit Der Rest der Sigung wurde durch die Fortsehung der Debatte Die dauernden Ausgaben bei den eigentlichen StaatsAber die Interpellation und die Anträge zur Bekämpfung verwaltungen erhöhen sich um 29,6 Millionen Mark, nach der Arbeitslosigkeit ausgefüllt. Besonderes Interesse er Ausscheidung der lediglich formellen, weil durch Uebertragung wedten die Rede der Abgeordneten usensky( ntl.) und vom Etat des Finanzministeriums auf den Etat der Eisenv. Dirksen( ft.). Serr Lusensky, der im Nebenamt vortragender bahnverwaltung entstandenen Minderausgaben an Pensionen Nat im Handelsministerium ist, nahm sich mit großer Wärme der usw. von insgesamt 48,3 Millionen, aber um 77,9 Willionen. schwerste Hindernis für den Zusammentritt der europäischen armen Industriellen an, die durch die soziale Gesekgebung schon Das Finanzministerium erfordert Mehrausgaben wer weiß wie hoch belastet seien, denen durch die Witwen- und von 53,4 Millionen Mark. Hier erscheinen zunächst die Mittel Konferenz beseitigt. aus der Debatte aus. Damit bekommt auch die deutsche Baisenversicherung neue Lasten bevorständen und die absolut nicht zur Ergänzung des Fonds für die in Aussicht genommene Diplomatie, die ihre Jioliertheit an die österreichische Es wird ihre Pflicht imstande feien, auch noch die Lasten einer Arbeitslosenversicherung allgemeine Erhöhung der Dienstbezüge der Diplomatie, die ihre Isoliertheit an die österreichische auf sich zu nehmen. Von wie wenig Sachkenntnis fich Abg. Beamten, Geistlichen und Volksschullehrer Politik gekettet hatte, freie Hand. fein, mit fluger Zurückhaltung an der friedlichen EntBusensky leiten läßt, zeigt seine Behauptung, die Arbeiter von 77 Millionen auf 126 Millionen Mart. Weitere Mehrhätten zwar zur Zeit der Hochtonjunktur durch unmotivierte" ausgaben find vorgesehen, unter anderem 3900 000 W. für wirrung der Drientfragen mitzuarbeiten, im Einverständnis vor allem Streifs fich höhere Löhne errungen, aber trotzdem hätten die 3ivilpensionen, 1700 000 9. au gefeilichen Witwen mit Frankreich, das wie Deutschland im wesentlichen nur Unternehmer jetzt die Zugeständnisse nicht reduziert. Dem national- und Waisengeldern und 609 000 M. Bergütung für wirtschaftspolitische Interessen auf dem Balkan zu vertreten hat. In geduldiger Friedensarbeit, die auf alle geräuschvolle liberalen Redner scheinen, nach dieser Probe zu urteilen, die Ver- averfionierte Porto- und Gebührenbeträge. hältnisse im Bauberuf völlig unbekannt zu sein. Tätigkeit verzichtet, kann allein der durch die Jutimität mit dem Despotismus verlorengegangene deutsche Einfluß zurückgewonnen " Im Mittwoch wird die Deballe fortgesetzt. Im Anschluß daran fournit die Interpellation Roeren( 3) über die Nacktfullur sur Verhandlung. Bei der allgemeinen Bauverwaltung steigern sich die dauernden Ausgaben um 622 336 M., bei der Handelsund Gewerbeverwaltung um 529 474 M. Darunter befinden sich Mehrausgaben in Höhe von 275 000 M. für das Fortbildungsschulwesen. werden. Politifche Cleberlicht. 13 Hatte Herr Ausensky wenigstens sa chlich gesprochen, so er ging sich der freikonservative Redner v. Dirksen in allerlei persönlichen Angriffen gegen die Sozialdemokratie. Abg. b. Dirksen hatte sich seine Arbeit recht leicht gemacht: er verlas Die dauernde Mehrausgabe für die Justizverwaldas ganze Handbuch des Reichslügenverbandes und tischte all' das Berlin, den 12. Januar 1909. törichte, längst widerlegte Zeug als neueste Wahrheit auf. Jns- tung stellt sich auf fast 5 Millionen Mark, die für die Verbesondere hat es ihm der Vorwärts" angetan, mit deffen Stritik waltung des Inneren auf fast 6 Millionen Mark, darunter Der Handelstag zu Arbeitskammergesek und Steuerfrage. Die Versammlung der Handelsherren und Unternehmer, die sich der ersten Arbeitslosendebatte er sich durchaus nicht einverstanden 85 000 m. für die landrätliche Berwaltung und 4,6 Millionen erklären kann. In seiner Wut verstieg er sich zu immer alberneren für die königlichen Polizeiverwaltungen, besonders für die deutscher Handelstag nennt, beschloß im Fortgang der MontageAusfällen, während er positive Vorschläge so gut wie gar nicht neu einzurichtenden königlichen Polizeiverwaltungen in figung die Ablehnung der Bigarrenbanderolen machte. Allerdings schwärmt er für eine fommunale obli- Bochum, Gelsenkirchen und Essen. Der Fonds für gesteuer, empfahl indes gegen etwa. 20 Stimmen den Ausbau" gatorische Arbeitslosenversicherung, aber eine Arbeitslosenver- heime Ausgaben im Interesse der Polizei ist der bestehenden Tabatsteuergesetzgebung. Einige ficherung von Reichswegen lehnt er im Interesse der Industrie" nicht erhöht; die Spikel scheinen also keine Rohnforderungen Stebner batten scharf gegen jede weitere Erhöhung der Tabakstener gesprochen; die überwiegende Mehrheit der Versammlung erklärte ab, und von einer Unterstüßung sozialdemokratischer" Gewert gestellt zu haben. fchaften vollends will er in seinem Rotkoller überhaupt nichts wissen. Bei der I andwirtschaftlichen Verwaltung er- fich jedoch wider sie. Ebenso erging es der Minderheit, die gegen jede weitere ErIm Gegensatz dazu sprechen sich die Abgg. Giesberts höhen sich die dauernden Ausgaben unt 2,3 Millionen, bei höhung der Brausteuer protestierte. Mit großer Mehrheit wurde ( 3), Gwitala( Pole) und Gyßling( fr. Bp.) für eine der Gestütsverwaltung um 98 931 0. Reichs- Arbeitslosenversicherung aus. Von den dauernden Mehrausgaben bei der Verwal ein Antrag angenommen, der erklärt, die Erhöhung der Bran tung der geistlichen, Unterrichts- und Medisteuer zu genehmigen, es müßten Maßnahmen getroffen 358 678 m. find zu erwähnen: 248 931 M. für die Univer. Ronfumenten ermöglichen. ainal angelegenheiten im Gesamtbetrage von werden, die eine Abwälzung der Steuer auf die 4 M. UniverKonsumenten fitäten und das Charitékrankenhaus in Der Arbeitstammergefeßentwurf stand als erster Berlin, 255 638 M. für die höheren Lehranstalten, 3 188 453 Punkt auf der Tagesordnung der Dienstag fizung. Er fand Mark das Elementarunterrichtswesen, darunter der Mehr- feine Gnade vor den Augen der Herren. Der Referent, Handels bedarf Präparandenanstalten, 829 100 m. für die höhe Arbeitskammern nur zur Förderung des Infriedens Der Etat für 1909 ist in den Einnahmen auf 3671,5 ren Mädchenschulen aus Anlaß der Neuordnung, dienen, wenn die Sozialdemokratie ihren tveitgehenden Einfluß; Millionen Mart, in den Ausgaben auf 8827,5 Millionen Mark 250 000 M. gefeßliche Staatsbeiträge für Volksschulen, geltend macht, und verwarf sodanu auch noch den größten Teil der beranschlagt, es ergibt sich demnach ein Fehlbetrag von 400 000 W. Zuschüsse für die Alterszulagekassen der Volks. Einzelbestimmungen, wie die Deffentlichkeit der Verhandlungen, das Die Resolution, die er 156 Millionen Marr, der durch Aufnahme einer schullehrer, 400 000 M. zur Errichtung neuer Schulstellen, uferlose Tätigkeitsprogramm" usw. Anleihe gedeckt werden soll. Für die allgemeine Besoldungs- 350 000 M. Ostmarkenzulagen und 220 000 M. Pensionen einbrachte, verwirft die Arbeitskammern, weil ein Bedürfnis nach cufbesserung der Beamten, Lehrer und Geistlichen sind 126 für Volksschullehrer, sowie 235 000 m. Witwen- und Waisen- solchen Einrichtungen nicht nachgewiesen ist, und bleibt der UeberMillionen Mark vorgesehen, die in Höhe von 55 Millionen gelder für die Hinterbliebenen von Volksschullehrern; von zeugung, daß sie, weit davon entfernt, Nugen zu stiften, zur BerMark durch neue direkte Steuern gedeckt werden sollen. Da weiteren Mehrausgaben sind zu erwähnen 147 462 w. für schärfung der leider bestehenden Gegenfäge zwischen Unternehmern nun aber auf der einen Seite die beschlossene Besoldungs- Kunst und Wissenschaft und 258 220 m. für das technische und Arbeitern beitragen und dem sozialen Frieden entgegenwirken erhöhung schon über 126 Millionen Mark beträgt, auf der Unterrichtswesen. anderen Seite von den 55 Millionen Mark Steuern nur ein Von den einmaligen und außerordentlichen Die Diskussionsreduer Franz v. Mendelsohn, stellTeil bewilligt ist, so läßt sich bereits jest sagen, daß das Ausgaben entfallen auf die Betriebsverwaltungen 167 Defizit noch größer sein wird. Millionen, darunter 153,6 Millionen Mark auf die Eisenbahnverivaltung, auf die eigentlichen Staatsverwaltungen 63,9 Millionen Mart. Bei der Eisenbahnverwaltung ist außerdem in Aussicht genommen, in den nächsten EisenbahnanleiheBon den Minderüberschüssen der Betriebsverwaltungen gesehentwurf einzustellen zur Vermehrung der Fahrzeuge für entfällt der Löwenanteil auf die Eisenbahnen, bei denen die bereits bestehenden Bahnen 92 Millionen und für die Herdie Einnahmen aus dem Personenverkehr um 13,9 Millionen ftellung zweiter Gleise sowie zum Ausbau zweiter NebenMark, die aus dem Güterverkehr um 79 Millionen Mark bahnen zu Hauptbahnen rund 46 Millionen Mart. aiedriger veranschlagt sind. Von Mehrausgaben bei der Eiſene Der preußische Staatshaushaltsetat. für zwölf neue Seminare und drei neue fammerfefretär Stumpf, lehnte ihn grundfäßlich ab, weil Gegen den Etat für 1908 find die ordentlichen Ausgaben um 465,5 Millionen Mark höher, die außerordentlichen Ausgaben um 42,8 Millionen Mark höher veranschlagt. würden. vertretender Vorsitzender der Berliner Handelskammer, und Syndikus Roering- Bremen waren nicht ganz, aber doch im wesentlichen einverstanden: der erstere wollte eine nähere Begründung des Botums und eine Eventualerklärung, wonach der Handelstag den Arbeitskammern den Vorzug vor den Arbeiterkammern gibt. Roering steht auf demselben Standpunkt wie der Referent, da aber das Gesez doch zustandekommen dürfte, so hält er und halten die Bremer Handelsherren es für gut, daß man Berbesserungs"-Vorschläge mache. B Als weißer Rabe trat Bahr Landsberg auf, der sich scharf gegen verschiedene Ausführungen des Berichterstatters wandte. Er fet ebenfalls gegen paritätische Arbeitskammern, aber für reine! Arbeitervertretungen. Auch der Arbeiterschaft müsse eine auf gefeßlicher Grundlage beruhende Vertretung gefchaffen werden. Sein Antrag fiel indes gegen ganze vier Stimmen. Ein Antrag Mendelsohn mit 300 gegen 23 Stimmen; mit deniselben Stimmberhältnis tnrde der glatt ablehnende Antrag des Referenten angenommen. Nach der Mittagspause wurde nach kurzen Beratungen die Elektrizitäts- und Gassteuer, die Weinsteuer und die Anzeigensteuer abgelehnt. Ebenso erging es der für Preußen vorgeschlagenen Geselfchaftssteuer. In der zu diesem Entwurf angenommenen Resolution heißt es zum Schluß Der gleichzeitig von der Regierung vorgeschlagenen, nicht auf ein zelne Arten des Einkommens oder Vermögens beschränkten Erhöhung der Einkommen- und der Ergänzungssteuer wird zugestimmt. Wie gnädig von den Herren! Reichstagserfahwahl im Wahlkreise SiegenWittgenstein. Bei der gestrigen Reichstagserfahwahl im Wahlkreise Wittgenftein- Siegen- Wiedenkopf wurden im ganzen 31 155 Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Mumm( Christlichsozial) 13 438 Stimmen, auf Bogel( nationalliberal) 7828 Stimmen, auf Ruschte( Freif. Vereinigung) 4175 Stimmen, auf Scharmißel ( 3entrum) 3046 Stimmen, auf Gogowsky( Sozialdemokrat) 1695 und auf Schneider( Christlichnational) 959 Stimmen. 3er splittert 24 Stimmen. Es hat somit Stichwahl zwischen Mumm und Vogel stattzufinden. Bei der Hauptwahl im ersten Wahlgange im Jahre 1907 wurde Stöder mit 15 361 Stimmen gewählt, 46, Stimmen über die absolute Mehrheit. Unsere Partei hat verhältnismäßig gut abgeschnitten, denn 1907 erlangte Genoffe Gogowski nur 949 Stimmen, diesmal 1695.Die Landesversammlung der nationalliberalen Partei Württembergs Wieder eine Kaiserrede. reinen Widerstand gegen die Hinrichtungen aufgegeben, und Montag Anläßlich der Feier cines Berliner Garderegiments, dessen wurden in Béthune vier Raubmörder geföpft. Dabei fam es zu Chef der Kaiser von Oesterreich seit 60 Jahren ist, hat der Kaiser abscheulichen Szenen. Es waren 250 Buidhauerkarten ausgegeben eine Rede gehalten, in welcher er betonte, daß die Bündnistreue worden. Viele Damen der Aristokratie und Hochfinanz des österreichischen Staisers über alles Lob erhaben sei. Dann soll waren eigens nach Béthune zu dem so selten gewordenen Schauspiel die Rede folgenden Satz enthalten haben:" Es können, was der gereist. Auch die Bevölkerung von Béthune drängte fich massenhaft Allmächtige verhüten möge, recht schwere Zeiten kommen. Von zur Hinrichtung und Harrte trotz des stürmischen und regneriscien um so größerem Werte sei daher ein treuer Bundesgenosse." Wenn Wetters stundenlang vor dem Plage aus, mit Trinken diese Auslassungen richtig sind, und man stellt sie in Zusammen- und Singen sich die Zeit verkürzend. Als die Hinrichtungen vollhang mit dem vom Kaiser verlesenen Artikel des Generals zogen wurden, tlatschte die Menge Beifall und jubelte Schlieffen, dann scheint sich in gewissen Streifen wieder einmal laut, so oft ein Stopf fiel. So wurden diese Hinrichtungen zu der Gedanke festgesetzt zu haben, daß wir nicht allzu ferne von einer Orgie der Bestialität, und Abschaum und Spigen der Geeinem großen Kriege sind. sellschaft waren in der Entfremdung von jeder Menschlichkeit durch die Arbeit des Scharfrichters einander aufs innigste genähert. Die, loyale" Handhabung des Reichsvereinsgesetzes. Die Pariser Presse äußert sich heute voll Entsetzen über Auch die Hamburgische Polizeibehörde kann sich von der Auf- die schmachvollen Vorgänge. Aber dieselbe Presse trägt zum größten faffung der guten alten Zeit" nicht trennen, daß gewisse" Ver- Teil durch ihre Sensationskampagne gegen die Abschaffung der fammlungen unter Stontrolle gehalten werden müssen. Sie hat Todesstrafe die Schuld an diesen schändlichen Vorkommnissen. nämlich den Einberufer einer öffentlichen Versammlung der Handlungsgehilfen und Handlungsgehilfinnen, die am 30. Oktober Der Führer der Gelben verurteilt. 1908 in Hamburg getagt hat, mit einem Strafmandat von 6 M. Paris, 12. Januar. Der Deputierte Bietry wurde heute, bedacht, weil diese Bersammlung einen politischen Charakter ge- weil er widerrechtlich Gerichtssiegel entfernt hatte, zu fechs. tragen haben soll und deshalb auf Grund der§§ 5 und 6 des monatiger Gefängnishaft verurteilt. Reichsvereinsgesetzes hätte angemeldet oder in zwei Tagesblättern hätte angekündigt werden müssen. Die Tagesordnung dieser Verfammlung lautete:" Der Reichstag und die Forderung der Handlungsgehilfenschaft". Der Einberufer beantragte gerichtliche Entscheidung. Der Amisanivalt verlangte Bestätigung des Strafmandats, weil die Bersammlung sich nicht nur mit Lohn- und Arbeitsbedingungen, sondern auch mit dem Reichstage beschäftigt habe und politische Versammlungen feien anzeigepflichtig. Der Verteidiger, Dr. er 3- Altona, betonte die Wichtigkeit dieser Angelegenheit für das gesamte Vereins- und Versammlungswesen, zumal dies in Hamburg der erste Fall sei, der auf Grund des neuen Vereinsgesetzes zur gerichtlichen Verhandlung gelange. Die Versammlung sei cinberufen worden von einer Berufsvereinigung zweds Beam Sonntag, den 10. Januar, brachte einen Vortrag des Reichs- sprechung der Mittel zur Verbesserung ihrer Lage. Alle Stände tagsabgeordneten Dr. Jund, des Eroberers von Leipzig". So und Klassen organisierten sich und erörterten die Frage der Selbst. nämlich wurde der berühmte" Mann den biederen Schwaben vor- hilfe oder Staatshilfe. Die Grundeigentümer, die Unternehmer, gestellt. Gr redete denn auch des langen und breiten über die Staufleute, Anwälte, Aerzte, Richter usw., alle stellen Forderungen Cozialdemokratie und wie man sie am besten bekämpfe. 3u feiner an die Gesetzgebung, ohne einen ausgesprochen politischen Zweck Beit sei der Kampf gegen die Sozialdemokratie aussichtsreicher zu verfolgen. demnach müßten auch alle diese angeführten BeDenn jetzt. Die von Marg und Engels importierte Philosophie" rufsgruppen unter Polizeikontrolle gestellt werden. Aber die sei den Deutschen fremd. Die feinen Stöpfe wie Bernstein Tendenz des neuen Gesetzes gehe doch dahin, diese lästige Stonbrödelten immer mehr ab. Der Mittelstand habe sich widerstands- trolle zu beseitigen. Würde die Ansicht der Hamburgischen Polizei fähiger erwiesen, als Engels und Mary annahmen. Von einer durchbringen, dann wäre dies eine Verschlechterung des Konzentration fönne keine Rede sein. Von dem Bebelschen Zu- früheren zustandes. funftsstaat" wage ein Sozialdemokrat gar nicht mehr zu teden, wolle er sich nicht lächerlich machen. Die Sozialdemokratie habe dem Arbeiter die letzten Jdeale genommen; fie habe nicht den Wert einer Kolonialpolitik für den deutschen Arbeiter erkannt usw. Auch die Finanzreform wurde von Herrn Jund einer Betrachtung unterzogen: Die Steuern fordert die Regierung nicht für sich, sondern fie fordert fie für das Volf; deshalb wollen wir die Finanzreform nicht mit der Verfassungsreform verknüpfen." Rußland. Die Orgie des Henkers. Riga, 12. Januar. Gestern wurden hier sechs vom Striegsgericht verurteilte Personen, darunter ein Student des Polytechnikums, gehängt. Bombenfund. Petersburg, 12. Januar. Die Geheimpolizei entdeckte gestern in der Wohnung eines Studenten ein großes Lager von Bomben und Sprengstoffen. Zwei Studenten, Söhne höherer Beamten, wurden verhaftet. Die Polizei stellte feſt, daß eine umfangreiche terroristische Organisation besteht, deren Mitglieder vorwiegend Studenten zu sein scheinen. Wenn die russische Polizei an einem Drte Bomben findet, ist immer der Verdacht berechtigt, daß sie an dem Hinschaffen der Bomben nicht ganz unbeteiligt war. Türkei. Die Verfassungsrevision befchloffen. Roustantinopel, 12. Januar. Auf Antrag des Konstan tinopler israelitischen Abgeordneten Faraggi, wonach die Verfassung im Sinne der Minister verantwortlichfeit, der Wählbarkeit eines Teiles der Senatoren und der Aufhebung des Verbannungs. Das Schöffengericht III zu Hamburg verurteilte jedoch den rechts des Sultans abgeändert werden soll, nahm die Angeklagten zu einer Geldstrafe von 6 M. oder zu einem Tage Deputiertenkammer einstimmig und unter begeisterten Haft, weil die Bersammlung politische Angelegenheiten erörtert Beifallskundgebungen die Verfassungsrevision im habe, und unter„ politischen Angelegenheiten" seien nach der Prinzip an. Judikatur des Reichsgerichts alle Angelegenheiten zu verstehen, welche Verfassung und Gesetzgebung des Staates in sich begreifenoder in Bewegung sehen. Wahlfieg in Braunschweig. Wie die Braunschweiger Neuesten Nachrichten" melden, Ein klassischer Zeuge" für die Gerechtigkeit, die der Finanzteform innewohnen soll, ist nach Herrn Jund der Sozialdemokrat murde bei der Landtagsstichwahl Genosse Rechtsanwalt Schippel, der von dem„ Märchen" der ungeheuren Belastung Dr. Jasper gewählt. Damit zieht der erste Sozialdemokrat des Boltes fpreche. Aber nicht nur eine Belastung des Verbrauchs in das braunschweigische Parlament ein. 602 CIOTES und Verkehrs folle cintreten, auch birette Steuern bringe die Finanzreform. Das sei die unverri re Ansicht der nationalLiberalen Partei. Gegen die Grösa ftssteuer sei aber bis tief in die Neihen der Nationalliberalen hinein eine Abneigung vorhanden. Herr Jund plädierte schließlich für eine Reich 3 vermogenssteuer. Nach Herrn Jund redete Prof. Hieber über die Arbeiten des Landtags. Er ist der Meinung, die Voltsschilnovelle werde nach dem Diktat der nationalliberalen Partei zustande kommen. Die Agrarier und das Branntweinmonopol. Eine Münchener Berfammlung bayerischer Landwirtschaftlicher Brenner, der auch aus Württemberg und Baden Vertreter beiwohnten, nahm nach längeren Debatten eine Refolution an, in der ausgesprochen wird, daß die Branntweinmonopolvorlage den Interessen des gesamten Branntweingewerbes weit mehr entspreche, als jede Art der Besteuerung. Die Versammlung fordert ferner die Aufnahme einer Reihe von Bestimmungen. Eine Fabrikatsteuer wird von der Versammlung entschieden verworfen. Die Stellungnahme der Herren Brenner ist in Anbetracht der enormen Vorteile, die ihnen das Sydowsche Monopolprojekt bietet, durchaus verständlich, zumal den süddeutschen Brennern noch ein Extrazuschlag zum Abnahmepreis gewährt wird. Die klerikale Handwerkskammer. Marokko. Mulai Mohammeds Tod. Aus es wird gemeldet, daß Mulai Mohammed, det Bruder des Sultans, plöglich gestorben sei. Man vermutet, daß sein Tod auf Vergiftung zurückzuführen sei. Er war der älteste Sohn des verstorbenen Sultans Mulai Haffan und als solcher der berechtigte Thronfolger. Er wurde aber zugunsten Abdul Asis übergegangen, der den Bruder ins Gefängnis werfen ließ. Ats Mulai Hafid, der jezige Sultan fich zum Sultan aufwarf, erlangte Mohammed seine Freiheit wieder, doch als einige mit Safibu zufriedene Stämme ihn zum Sultan ausriefen, ließ ihn dieser neuerbings ins Gefängnis werfen und hat fich feiner jegt entgültig, wahrfcheinlich durch Gift, entledigt. Soziales. Offenlegung der Kommunalwählerliste. In Jüterbog war im August 1906 eine Stadtverordnetentvahi vorzunehmen. Bei der Hauptwahl erhielt der sozialdemokratische Der Peters- Prozeß der Münchener Post". Randidat, Textilarbeiter Bowera, 87 Stimmen, der Tischlermeister Vor der Berufungsstraffammer zu München beginnt am Weber 74 Stimmen und ein Lehrer 70 Stimmen. In der Stich wahl unterlag unser Genosse, der 111 Stimmen erhielt, gegen 18. Januar die zwveitinstanzliche Verhandlung des BeleidigungsWeber mit 149 Stimmen. Nach vergeblichem Einspruch klagte prozesses, den der Afrila- Peters gegen unfer Münchener ParteiGenosse Powera gegen die Stadtverordnetenbersammlung und be organ angestrengt hat. Am 2. Juli 1907 wurde nach achttägiger VerDie Handwertstammer Köln hat dieser Tage eine von threm antragte, die Wahl Webers für ungültig zu erklären. Gr rügte handlung Genosse Gruber, verantwortlicher Redakteur der Münchener Präsidenten F. Figge unterzeichnete mit der Journalnummer verschiedene Mängel des Wahlverfahrens. Insbesondere sei gegen Post" wegen Beleidigung des Peters zu 500 M. Geldstrafe ver- 5795 versehene amtliche Mitteilung versandt, an deren Lie Städteordnung dadurch verstoßzen worden, daß in der gesetzlich urteilt. Der von Gruber angestrengten Widerklage gab das Gericht Schluß mitgeteilt wird, daß die Zentrale des Boltsvereins für das nicht statt. Dr. Peters wurde freigesprochen, weil das Gericht an- fatholische Deutschland den dritten sozialen Kursus für Handwerker vorgeschriebenen Zeit( 15. bis 30. Juli) nur cine nach Straßen nahm, daß ein von ihm in den Hamburger Nachrichten" ver- zu M- Gladbach im Vortragssaale des Volksvereinshauses vom geordnete Wählerliste offengelegen habe, während die Liste nach 8. bis 13. Februar 1909 veranstalten wird". Die Teilnahme an den§§ 19 und 20 der Städteordnung vom 30. Mai 1853 nach öffentlichter Artikel nicht die Person des Redakteurs Gruber, sondern diesem Kursus, so heißt es in dem handwerkskammerlichen Wahlabteilungen hätte geordnet sein müssen. Außerdem seien nur die Sozialdemokratie als politische Partei treffen sollte. Schreiben weiter, ist besonders denjenigen Handwertern zu emp- eine Anzahl Stimmen, ohne die Weber nicht in die Stichwahl geWenn die Geldstrafe, die den Genossen Gruber traf, an Hähe fehlen, die gewillt sind, in der Standesvertretung der Handwerker kommen wäre, dieſem zu Unrecht zugeschrieben worden. anch nichts zu wünschen übrig ließ, so bedeutete sie für Peters doch an leitender Stelle mitzuwirken. Anmeldungen find baldmöglichst nur einen sehr zweifelhaften Sieg angesichts der schweren Beschul- an das Volksvereinshaus zu richten, wo weitere Auskünfte gerne digungen, die die Münchener Post" gegen ihn erhoben hatte. Auch erteilt werden". Die Stölner Handwerkskammer macht also in ungeniertester die Begründung des Urteils konnte ihn nicht befriedigen. Denn wenn das Gericht sich auch kein Urteil darüber erlauben wollte, ob Weise Propaganda für einen Verein, dessen einziger Daseinszwed Peters mit der Hinrichtung des Mabruk und der Jagodja die Förderung des Zentrums und des katholischen Silerifalismus ift. am Stilimandfcharo Maßnahmen getroffen habe, die den damaligen Englischer und deutscher Familienfinn. 9 Der Bezirksausschuß zu Potsdam wies die Klage nach einer Beweiserhebung ab. Er hielt für festgestellt, daß während der Offenlegungsfrist zwei Listen vorhanden gewesen feien, eine nach Straßen geordnete und eine, die nach Abteilungen geordnet gewesen fei. Damit sei dem gefeßlichen Erfordernis genügt. Daß einzelne Wahlberechtigte nach ihren Aussagen, tatsächlich nur die nach Straßen geordnete Liste im Magistratsbureau eingesehen hätten, wäre demgegenüber unerheblich. Die anderen Klageeinwände verwarf das Gericht ebenfalls. Unter anderem erklärte das Gericht Umständen nach gerechtfertigt waren oder nicht, und Die Münch. Neuest. Nachr." weisen auf eine Meldung in eng wenn es weiter sogar annahm, daß Peters jedenfalls das Belischen Blättern hin, wonach an einem einzigen Tage( 2. Januar) wußtsein der Rechtswidrigkeit nicht gehabt habe, ebenso, von fünf Hinterlassenschaften im Gesamtbetrage von 71 Millionen die Behauptung für unerheblich, es sei eine Wahlbeeinflussung dadaß bei der Hinrichtung der Jagodja geschlechtliche Motive nicht in Mart in England an Gebühren( Nachlaß- und Erbschaftssteuer) über durch erfolgt, daß der Nachtwächter im Auftrage des Bürgermeisters Frage gekommen seien, so hielt es doch für möglich, der Umstand, Millionen Mark dem Staate zufallen. Eine einzige Erbschaft von einige Wähler aufgefordert habe, zur Wahl zu kommen. In daß Mabruk sich an die Mädchen zu drängen suchte, sei mit- 50 Millionen bringt 7 Millionen Steuern, eine andere von elf bestimmend für das Zodesurteil gewefen. Beters legte Millionen 1,2 Millionen, die Kleinste von 2,3 Millionen immer noch dieser Aufforderung liege noch nicht die Beeinflussung zugunsten bestimmend für das Zodesurteil getvefest. Peters legte 160 000 m. Und doch behauptet in England kein Mensch, daß bei eines bestimmten Kandidaten. Auch sei nicht behauptet, daß Wahldenn auch Berufung gegen das Urteil ein. Gegen Ende des diesen enormen Abgaben vom Nachlaß das Gefühl der Hinter- berechtigte sich dadurch tatsächlich bewogen gefühlt hätten, entJahre 1908 aber, nachdem Genosse Gruber eine Reihe neuer Zeugen bliebenen bedrängt und der Zusammenhang der Familie zerriffen gegen ihrer ursprünglichen Abficht einen Parteigenossen des Bürgerbeigebracht hatte, zog Peters seine Berufung zurück. Die zweit würde. meisters zu wählen. instanzliche Verhandlung geht jetzt auf Grund der Berufung des Der zweite Senat des Oberverwaltungsgerichts, vor dem das Urteil des Schöffengerichts nachträglich anzuerkennen. 100 Arbeitskammern. Genoffen Gruber vor sich, der feinen Grund hatte, gleich Peters Sturmlauf der Hamburger Oberscharfmacher gegen die Genosse Bowera seine Sache in längeren Ausführungen selbst Der Verlauf des Schöffengerichtsprozesses, in dem Peters nach rammer befämpft der Sekretär ber Hamburg- Altonaer Arbeitgeber- Webers mit folgender Begründung für ungültig: Nach der Städte Mit genau denselben Gründen" wie die Hamburger Handels- bertrat, hob das Urteil am 12. Januar auf und erklärte die Wahl angem Sträuben schließlich die beiden Disziplinarurteile vorlegte, verbandes, Freiherr von Reiswig, den Entwurf über ordnung müsse die Liste der Stimmfähigen, die während der gesetzDie feiner afrikanischen Heldentaten wegen wider ihn gefällt wurden, die Arbeitskammern. Wolle man doch eine Interessen- lichen Frist zur Einsichtnahme offengelegt werde, nach Abteilungen var eine erneute Brandmarkung des von verrohten Kolonial- vertretung der Arbeiterschaft ins Leben rufen, fo fagte der geordnet sein. Hier sei als festgestellt anzusehen, daß zwei Listen chwärmern gefeierten Stulturpioniers. So führte der Magistrats- edle Freiherr unter anderent, so könne fich das Unternehmertum angefertigt waren, eine, die dem Gesez entsprach, und eine nach efretär 23ilhelm aus Schöneberg, der unter Peters Feldwebel höchstens mit der Schaffung von Arbeiterbeiräten und in Stonsequenz Straßen geordnete. Die maßgebende sei die Abteilungsliste. Die in Ostafrita war, in seiner Aussage geradezu niederschmetternd davon mit der Schaffung von Arbeiterkammern einverstanden er andere möge als Hilfsliste zur schnelleren Orientierung gut gea wirkende Tatsachen gegen Peters ins Feld, und ebenso stellten Pater flären, feineswegs aber mit der Schaffung von Arbeitskammern auf Aders, Major v. Donath und Engen Wolff den Kläger auf paritätischer Grundlage, weil diese durch Einmischung in alle und wesen sein. Auch möge es genügen, falls aus ihr ein Beamter jede Einzelheiten des Arbeitslebens das Unternehmertum fortdauernd sich informiere, um auf die einfache Frage eines Wählers, ob er das ärgste bloß. in der Liste stehe, zu antworten. Wenn aber Wähler die EinsichtWenig nußen komite es andererseits dem Kläger, daß der beläftigen und lahmlegen würden. In düsteren Farben schilderte vor versammeltem Scharfmacher- nahme in die Liste verlangten, dann müsse ihnen die maßgebende Reichsverbandsgeneraliffimus v. Liebert von den gegen Peters tum Herr v. R. das Ende der Selbstherrlichkeit der Arbeitgeber, Abteilungsliste vorgelegt werden. Unter Offenlegung" verstehe ergangenen Disziplinarurteilen behauptete, fie feien Justizwenn der Entwurf Gesetz werden würde. Um dies zu verhüten, man, daß die richtige Liste augänglich gemacht werde und nicht morde, das Verfahren wider Peters sei ein Schandfled für wurde eine Resolution angenommen, die die Ablehnung des Gesetz bloß, daß sie im Bureau vorhanden sei. Drei Zeugen, die die das deutsche Volt. Eine Beschimpfung deutscher Nichter und entwurfs verlangt. Einsichtnahme verlangten, sei aber nur die Straßenliste vorgelegt Beamter, für die die sonst so arbeitseifrige öffentliche Anklagebehörde worden. Darum fei die Wahl ungültig. bekanntlich kein Ohr hatte! Eine. Bauarbeiterschutzkonferenz, In der Berufungsverhandlung wird von Geitossen Gruber acues Material gegen Peters vorgebracht werden. Wir werden über sie berichten. frankreich. Bestialität. Da die Kammer die Aufhebung der Todesstrafe abgelehnt einberufen von der Landeskommission für Bauarbeiterjdjuk, fagte hatte, hat bekanntlich auch der Präsident Fallières und das Ministerium lamt legten Sonntag in Stuttgart. Die Konferenz war aus dem Husland. ganzen Lande zahlreich besucht. 158 Delegierte aus 14 Orten waren Aussperrung bedrohten Arbeiter sind mit dem Verlauf der ganzen| fann als festgestellt gelten, daß in Halle, einer Stadt von anwesend. Die Delegierten verteilten sich auf 14 Berufe. Als Angelegenheit nicht zufrieden. Auch das ist erklärlich, wenn man rund 180 000 Einwohnern, 9000 Menschen direkt unter den Folgen Vertreter des Ministers des Innern war Baurat Burger antvesend, sich den Grund und den Verlauf des Streiks vergegenwärtigt. Der Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Welcher Jammer und welches ferner ein Vertreter der Zentralstelle für Gewerbe und Handel, das Die Gesellschaft Strebelwerke fündigte zum 10. Oktober eine Her- Elend in diesen Ziffern zum Ausdruck kommt, braucht nicht besonders Stuttgarter Baukontrollamt. Die württembergische Bau- Berufs- absehung der Löhne an und führte sie auch durch. Die Arbeiter betont zu werden. Im Jahre 1901 wurden hier 2389 und im genossenschaft war nicht eingeladen worden, weil sie ihre totale beschlossen. den Streik und erhielten hierzu auch die nach dem Jahre 1902= 1331 Arbeitslose gezählt. Selbstverständlich gab es Unfähigkeit, den Bauarbeiterschutz zu fördern, mehr wie einmal be- Statut erforderliche Genehmigung vom Vorstand des Metallarbeiter- bei der letzten Zählung auch noch viele, die sich genierten, ihr Elend wiesen habe. So führte der Vorsitzende Stolle in seiner Be- verbandes. Nach verschiedenen Verhandlungen erklärte die offen zu bekennen. grüßungsrede qus. Den Beweis dafür erbrachte gleich der erste Firma, daß, wenn die Arbeiter bei der neuen Regelung mit ihrem Referent, Heinte- Hamburg, der über Bauarbeiterschutz Verdienst eine gewisse Lohnhöhe nicht erreichen würden, die Akkordim allgemeinen sprach. Er führte u. a. aus: In den Jahren 1898 fäße einer Revision unterzogen werden sollten, und daß keine Ar- Verschleierte Aussperrung schwedischer Staatsbahnbauarbeiter. bis 1907 zählte man im Bauberuf in Württemberg 15 090 Unfälle, beiter gemaßregelt werden sollten. Der Vorstand des Metall- Im Oktober und November vorigen Jahres fanden zu Stock darunter 5228 Sdywerberlegte mit einer Krankheitsdauer von mehr arbeiterverbandes glaubte unter diesen Umständen die Aufnahme holm zwischen der Staatsbahnverwaltung und der Organisation als 13 Wochen, und 428 Fälle mit tödlichem Ausgange. Mit diesen der Arbeit um so cher empfehlen zu müssen, als der Verband der der Eisenbahnbauarbeiter langwierige Verhandlungen statt, die erschreckenden Zahlen marschiert Deutschland an der Spize aller Metallindustriellen gedroht hatte, die Arbeiter in ihren Fabriken einen Tarifvertrag für das ganze Land zum Ziele hatten. Sie deutschen Bundesstaaten. Württemberg weist über 100 Broz. so lange auszusperren, bis die Streifenden des Strebelwertes die scheiterten jedoch daran, daß die Arbeiter ein für allemal auf ihr Schwerverletzte mehr auf, als einige andere Bundesstaaten. Auch Arbeit wieder aufgenommen hätten. Diese Drohung und die später Streifrecht verzichten sollten, daß die Verwaltung einen bei den die Zahl der tödlich Verletzten ist in Württemberg am höchsten. auch erfolgte Kündigung der in Frage kommenden Arbeiter hat die teuren Zeiten allzu erbärmlichen Grundlohn von 28 Oere festDen Regierungsvertretern rief der Referent zu:" Wir hoffen von Entrüstung der Arbeiter hervorgerufen und sie in ihrem Rechts- sehen wollte, und schließlich auch an der Frage der Arbeitszeit. der Regierung, daß sie hier den Eindruck mitnimmt, daß die Bau- empfinden schwer verletzt. Aus diesem verlegten Rechtsgefühl her- Die Arbeiter hatten zunächst den Achtstundentag verlangt, erarbeiter es nicht wünschen, daß sie bei ihren fünftigen Maßnahmen aus ist es zu erklären, wenn in Arbeiterkreisen vielfach die Meinung flärten sich dann aber mit dem Neunstundentag einverstanden, der für den Bauarbeiterschuß die Unterstützung der Berufsgenossenschaft vertreten wurde: mag es darum sein, mögen die Unternehmer teilweise schon durchgeführt und an mehreren Pläten auch tariflich in Anspruch nimmt. Wir verlangen von ihr eine selbständige Ver- ihre Brutalität so weit treiben und 14 bis 15 000 Arbeiter arbeits- anerkannt war. Die Staatsbahnverwaltung bestand gleichwohl darordnung für den Schutz von Leben und Gesundheit der Arbeiter los machen, nur weil 600 Arbeiter sich gegen eine Lohnverkürzung auf, daß der Arbeitstag allgemein auf 10 Stunden festgesetzt werden auf den Bauten." wehrten. Besser, so wurde weiter argumentiert, wir unterliegen sollte, offenbar lediglich aus Rücksicht auf das PrivatunternehmerSodann referierte Stolle- Stuttgart über die an die Re- mit Ehren, als wir weichen vor dieser Drohung zurück, weil das tum, was schon daraus hervorging, daß sie einen Vertreter der gierung zu richtende Petition, und erörterte ausführlich die organisierte Unternehmertum sonst auf diese Weise jeden Wider- Schwedischen Arbeitgebervereinigung zum Leiter der VerhandVorschläge zum größeren Schuh für die Bauarbeiter, die in die stand der Arbeiter gegen eine Lohnherabseßung brechen könnte. lungen bestellt hatte. Da die Verhandlungen scheiterten, waren Petition aufgenommen werden sollen. Den Schluß machte ein Der Streit wurde nun, wie die Leser des„ Vorwärts" wissen, die Arbeiter bereit, zu den Bedingungen, wie sie bei den verschiede Referat des Genossen uß- Stuttgart über die Bleiweiß durch den Vorstand des Metallarbeiterverbandes für beendet erklärt nen Eisenbahnbauten bestanden, weiterzuarbeiten. In den Streit frage. Nach kurzer Diskussion wurde einstimmig eine Resolution und die Arbeit wieder aufgenommen. Am vergangenen Sonntag zu treten, schien bei der furchtbaren Arbeitslosigkeit, die in der angenommen, durch die die Landeskommission für Bauarbeiterschuß fand nun, wie schon kurz telegraphisch gemeldet, die erste Mit Privatindustrie herrscht, nicht ratsam. An einigen Plähen, wie beauftragt wird, eine im Sinne der Referate gehaltene Petition gliederversammlung des Metallarbeiterverbandes in Mannheim statt, 3. B. bei der Doppelgleizanlage der Bahn Elfsjö- Lilleholmen bei an die Staatsregierung zu richten. in welcher der Vorstand seine Stellungnahme begründen sollte. Der Stockholm, hat man den Arbeitern nichts in den Weg gelegt und für Mannheimer Verhältnisse außergewöhnlich starke Besuch der den dort geltenden Neunstundentag stillschweigend weiter bestehen lassen. An verschiedenen anderen Pläzen suchte man die Arbeiter Versammlung es waren rund 2000 Mitglieder anwesend zeugt von dem regen Interesse, welches die Mitglieder der Erledi- zu zwingen, sich durch besonderen Kontrakt auf die schnstündige Arbeitszeit zu verpflichten, und die sich dessen weigerten, haben gung dieser Streitfrage entgegenbringen, während die gefaßten feine Arbeit mehr im Staatsbahnbau erhalten. Es wird also hier Beschlüsse die Unzufriedenheit der Mitglieder mit dem Verhalten eine Aussperrung tatsächlich durchgeführt, obwohl eine derartige des Vorstandes widerspiegeln. Die in Mannheim mit nahezu an Einstimmigkeit grenzender Mehrheit angenommene Resolution hat Maßregel der Arbeiterorganisation feineswegs bekanntgegeben ist. folgenden Wortlaut: Die amerikanischen Seeleute hielten jüngst in New Orleans " Die am 10. Januar 1909 im„ Saalbau" tagende, von zirka die 18. Jahreskonferenz ihres Verbandes ab. Etwa 30 Delegierte 2000 Mitgliedern besuchte Versammlung des Deutschen Metall- waren anwesend. Die Lage der Seeleute wurde als eine sehr gearbeiterverbandes, Zahlstelle Mannheim, kann sich mit den Aus- drückte geschildert. Es fehlt überall an Schußgefeßen für die Arbeiter führungen des Referenten Massatsch nicht einverstanden er auf den Schiffen, die Schiffsinspektionsbestimmungen sind sehr flären. Sie protestiert vielmehr auf das entschiedenste gegen mangelhaft. Die Seeleute sind der Ausbeutung der Schiffseigendie Taktik und Vergewaltigung seitens der Beamten des Metall- tümer weit mehr ausgeliefert als irgendein Arbeiter auf dem Lande, arbeiterverbandes bei Beendigung des Streits in den Strebel- dem das Gesetz immerhin noch manche Schutzwehr bietet, wo der werken. Die Versammlung betrachtet das Abkommen der Seemann hilflos dasteht. Der Sekretär wurde beauftragt, mit den Strebelwerke betreffs der Akkordregelung als eine sehr zweifel- Organisationen anderer Länder in Verbindung zu treten, um innerhafte Garantie zur Herbeiführung des Friedens zwischen Arbeitern halb dieses Jahres eine internationale Seemannskonferenz zustande und Firma dieses Werkes, wofür der Beweis durch Brown, zu bringen. Ohne internationale Regelung der Verhältnisse ist Boveri u. Co. genügend erbracht ist, trotz aller Beschönigung der eine durchgreifende Besserung ber Lage der Seeleute kaum zu erVerbandsbeamten und des Oberbürgermeisters. D Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. An die Tabakarbeiter Berlins und Umgegend! Das Schicksal der Tabakindustrie und somit auch der Arbeiter, sowie aller sonstigen Interessenten dieser Industrie naht sich der Entscheidung. Der Reichstag ist wieder zusammengetreten und nun können wir der Dinge harren, welche uns bereitet werden. Am Montag tritt der Kongreß der Tabatarbeiter in einer nie gesehenen Zahl von Delegierten zusammen, ein Beweis dafür, daß die Tabatarbeiter auch in den entlegenſten Orten sich der Gefahr bewußt geworden, welche sie bedroht. Zur näheren Erläuterung dieser Gefahr findet für die Tabatarbeiter sowie sonstigen Interessenten der Tabakindustrie am Donnerstag, den 14. Januar cr., in Kellers Festfälen( nhaber Freyer), Stoppenstraße 29, eine große öffentliche Protest- Versammlung statt, zu welcher Reichstagsabgeordneter Hermann Moltenbuhr das Referat übernommen hat. Zentralfommission der Tabakarbeiter Deutschlands. J. A.: Karl Butry. " Zur Tarifbewegung der Fleischer nahm eine Mitgliederversammlung des Zentralverbandes der Fleischer Stellung, in der Bergmann über diese Frage referierte. Redner schilderte, wie die Fleischermeister den Organisationsvertretern mit allerlei Ausflüchten entgegenfämen, alles wohl versprechen, jedoch nichts unterschreiben wollen. Einer eingehenden Kritik unter30g er das Rundschreiben des Vereins der Fleischermeister Berlin Often", in welchem die Forderungen als unerfüllbar und unberechtigt bezeichnet werden. Daß bei der Bekämpfung der Gefelleninteressen die Allgemeine Fleischerzeitung" sowie die " Deutsche Fleischerzeitung" nicht fehlen können, sei wohl begreiflich. In dem ihnen eigenen Tone schimpfen sie über die begehrlichen Gefellen, die sich erdreisten, eine 12stündige Arbeitszeit zu fordern. Die Deutsche" erlaubte sich sogar die Frechheit, die Taktik der Organisation als Erpressertaktik" hinzustellen. " Troß alledem fönne man mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden sein. Man habe nicht erwartet, daß von den 40 Meistern 12 die Forderungen anerkennen würden. In den weiteren Ausführungen betonte Bergmann, daß es jetzt Pflicht aller Mitglieder sei, mit allen Kräften für den Ausbau der Organisation zu forgen, ferner auch der politischen Organisation beizutreten. In der sehr lebhaften Diskussion wurde von allen Rednern die Notwendigkeit betont, mit Energie und Ausdauer das be= gonnene Wert fortzusetzen und nicht früher zu ruhen, bis auch die Fleischergesellen sich ein menschenwürdiges Dasein erkämpft hätten. Los von Lebius. Wir erhalten folgende Zuschrift: Nährmittel- Gesellschaft„ Krone" G. m. b. H. Berlin SW. 29, Belle- Allianceftr. 22, 11. Januar 1909. Vor einiger Zeit gaben wir ein Inferat einem Vertreter der Beitung Der Bund" auf in der Meinung, dieses Blatt vertrete die Interessen der bekannten großen Gewerkschaften. Nach dem Erscheinen einiger Nummern bemerkten wir unseren Irrtum, stellten aber die Insertion nicht ein, weil wir die Gegenfäße der beiden Gewerkschaften nicht kannten. warten. Verfammlungen. Die Versammlung ist der Ansicht, daß die Verbandsleitung durch die schnelle Beendigung des Streiks nicht alle Machtmittel zur Anwendung gebracht, die eine organisierte Arbeiterschaft ihrem Gegner, dem Unternehmer, als flaffenbewußte Kampfesorganisation entgegenzustellen hat. Durch dieses Vorgehen, sowie Die Rohrleger und Helfer, die im Deutschen Metallarbeiter durch das zaghafte Auftreten in der Oeffentlichkeit und in der verbande organisiert sind, versammelten sich am Sonntag Presse, wurde vielmehr das Unternehmertum darin bestärkt, bei morgen in Sellers Neue Philharmonie", Köpenider Straße. jeder ihm passenden Gelegenheit eine Aussperrung mit Erfolg Schweineberg erstattete den Bericht über die Agitationsanzudrohen. fommission, der sich über die Zeit vom März bis Dezember 1908 erstreckte. In diesen zehn Monaten fanden 45 Kommissionssigungen statt, 156 Werkstättenversammlungen mit Kommissionsmitgliedern, 6 Streifversammlungen und 3 Sigungen der Schlichtungskommission. Der Redner besprach die Verhandlungen mit einer Reihe von Unternehmern. In einigen Fällen haben die Unternehmer nicht die nötige Festigkeit gezeigt und die Kommission konnte deshalb nichts ausrichten; in anderen Fällen gelang es, die vorgebrachten Befchiverden zufriedenstellend zu erledigen. Die Kommission wünscht, daß die Arbeiter überall Beschwerde führen, wo die Unternehmer dazu Urfache geben. Notwendig sei besonders, daß das Vertrauens männersystem mehr ausgebaut werde. Verbandsstatut Mitglieder, als einen Verstoß gegen das 15 Vertrauensmännerkonferenzen, 9 allgemeine Versammlungen, Bezüglich der Form bei Beendigung des Kampfes bezeichnet es die Versammlung als einen skandalösen Eingriff in das Mitbestimmungsrecht der Verbandsstatut und als eine Mißachtung der Vertrauensleute und der Ortsverwaltung, die in einer so ernsten Sache vollständig übergangen wurden. Indem dadurch eine große Anzahl von Verbandskollegen förmlich aus der Organisation hinausgetrieben wurden, sowie die Früchte einer langjährigen Tätigkeit Der Vertrauensleute mit einem Schlage vernichtet wurden, bedeutet dies eine Schädigung der Verbandsinteressen. Aus diesen Gründen erklärt die Versammlung zu den in Betracht kommenden Führern fein Vertrauen mehr zu besitzen und ist infolgedessen gezwungen, im Interesse der Mitgliedschaft, Auf Empfehlung der Vertrauensmännerfonferenz wurde die von dem Rechte der Kündigung ihres Lokalbeamten bestehende Agitationsfommission wiedergewählt, bis auf drei ausChr. Schneider Gebrauch zu machen. Die Versammlung be- fcheidende Mitglieder, an deren Stelle Michaled, Haberland dauert es, laut Statut feine Mittel in den Händen zu haben, um und Duda traten. Ficius berichtete dann über die Maßauf dieselbe Art gegen Vorhölzer und Massatsch vorzugehen, er- nahmen gegen diejenigen, die bei dem legten Streit den Streifenden wartet aber, baldigft in einer Bezirkskonferenz zu dieser Sache in den Rücken fielen; er verlas die Namen derjenigen, deren Schuld Stellung nehmen zu können. festgestellt worden ist und sie wurden ausgeschlossen. Die Versammlung verspricht, auf die Hamburger Generals bersammlung nur solche Vertreter zu entfenden, die willens find, solche Auswüchse ernsthaft zu bekämpfen. An die Kollegen appelliert die Versammlung dringend, an dem Ausbau der Organisation regen Anteil zu nehmen, um dem Unternehmertum eine geschlossene, aber auch kampfesfreudige Macht entgegenstellen zu können." Der Vorfigende erinnerte in feiner Schlußrede an den kommenden Verbandstag in Hamburg und forderte zur Einmütigkeit und zur energischen Agitation auf. Er empfahl den Anwesenden auch, fich die Broschüre über die Heizungsrohrlegerkonferenz, die bald erscheinen wird, zum Studium anzuschaffen. Der Zentralverband der Zimmerer " Außerdem wurde beschlossen, daß drei Streikenden, welchen veranstaltete in der vorigen Woche mehrere Agitationsversamm wegen ihres Verhaltens der Streikleitung gegenüber die Streif- lungen. Eine allgemeine Mitgliederversammlung für die westlichen unterstüßung entzogen worden war, diese Unterstüßung nachträg- Vororte fand im Kaiserhof", Groß- Lichterfelde, statt. Bittor lich aus der Lokalfasse gezahlt werden soll; desgleichen soll die Brucks hielt einen Vortrag über das Thema:" Die Bedeutung Reise, die zwei Streifende im Interesse des Streits nach der Arbeiterschutzgesetzgebung". Der Vortrag wurde beifällig aufBischofswerda gemacht hatten, sowie der Drud eines Flug- genommen, eine Diskussion fand nicht statt. Die Versammlung er blattes durch die Lokalkasse gedeckt werden. Am gleichen Tage des ledigte darauf einige interne Verbandsangelegenheiten. Wir teilen Ihnen hierdurch ergebenst mit, daß wir vom Nachmittags hielt die Zahlstelle Ludwigshafen eine ebenfalls Für Berlin und die übrigen Vororte fand eine Mitgliederheutigen Tage ab im Bund" nicht mehr annoncieren und bitten stark besuchte Versammlung ab, in welcher die gleiche Stimmung versammlung im Gewerkschaftshaus" statt. Als Redner war wir Sie, in Ihrem geschätzten Blatte an möglichst guter Stelle herrschte, wie in Mannheim. Die Genossen Massatsch und Genosse Stüdlen angekündigt, dieser war aber verhindert zu Ihren Parteigenossen hiervon Kenntnis geben zu wollen. Vorhölzer ersuchten angesichts der in Mannheim gegen sie er- erscheinen und Genosse Grunwald übernahm das Referat. In Hochachtend hobenen Vorwürfe und Beschuldigungen um die Vertagung der Anknüpfung an einen Vortrag, den er früher einmal vor den Nährmittel- Gesellschaft Krone", Michaelis u. Co., G. m. b. H. Versammlung, bis ein Schiedsgericht ein Urteil gesprochen habe. Zimmerern gehalten hatte, wählte er sich als Thema:„ Der ProAls die Versammlung darauf bestand, daß eine Aussprache statt- duktionsprozeß des Kapitals". Der Redner fand reichen Beifall. finde, verließen die beiden Beamten des Verbandes das Lokal. In der Diskussion stellte ein Redner Vergleiche an zwischen den Nach längerer Debatte wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher die Einsetzung einer Untersuchungskommission, wie solche in Mannheim angereat, gutgeheißen wird. Gleichzeitig werden 6 Mitglieder dazu gewählt. Deutsches Reich. Ein Streifbrechervermittelungsbureau ist der Internationale Arbeitsnachweis von Fr. A. 2. Müller in Wandsbed bei Hamburg. In einem Reflame- Birkular der Firma wird hervorgehoben: Das Institut steht vollständig auf nationalem Boden, und werden teine Wie man Arbeiter auf den gelben Leim lockt.. Leute vermittelt, welche einem sozialdemokratischen Verbande angehören. Im Jahre 1907 ist zirka 6000 Nicht- Die Verwaltung des Eisenwerks M arhütte in der Oberpfalz verbändlern Arbeit vermittelt worden. In den Referenzen be hat zu Neujahr an Arbeiter Gratifitationen ausbezahlt. Die stätigt die Alster- Dampfschiffahrtsgesellschaft in Christlichen find empört, weil fie, troß ihres Streitbruche, Hamburg, daß der Internationale Arbeitsnachweis ihr wäh- nichts erhalten haben, und sie hätten's doch wahrlich verdient! rend der Streifzeit" Waschinisten und Deckleute bermittelt och interessanter aber ist, daß das Werk die Gratifikationen nur an habe. Die Heuerstelle des Vereins Hamburger Gelbe ausbezahlt hat, aber auch nur an solche, die neuerReeder bescheinigt die Lieferung von zirka 1000 Leuten wah- dings ihre Bereitwilligkeit, dem gelben Verein beizutreten, erklärt rend des Seemannsstreifes." Auch der Wandsbeder haben. Lederfabrik A.-G. sind gelegentlich eines Streits" Leute vermittelt worden, desgleichen der Firma Koch u. RosieDer Staat türzt die Löhne. baum G. m. 6. H., Eisengießerei und Maschinenfabrik in Bei der tgl. bayerischen Eisenbahnwerkstätteninspektion I in Hannover- List und der Firma Harzer Pflasterstein- Beiden wurden zum zweitenmal innerhalb furzer Zeit die Löhne brüche G. m. 6. H. in Langelsheim. Letztere Firma schreibt der Affordarbeiter her abgefegt. wörtlich:„ Nie ließen fie( die Streitbrecher) sich von den Streifenden weder durch Drohungen noch durch List abschieben, was andere, vorher von uns bezogene Lente taten. Jedenfalls sind die Leute als Streitbrecher gut zu verwenden". Es muß eine ganz besondere Rasse sein, die der Wandsbecker Internationale Arbeitsnachweis bermittelt. Eine Elendsstatistik. früher gezahlten und den jebigen Löhnen bei den Zimmerern und forderte zu festem Zusammenschluß auf. Ein anderer Redner trat für die Konsumvereine ein und verlangte eine größere Förderung ihrer Bestrebungen. Der Vorsißende hielt dann eine längere Ansprache und machte besonders die jüngeren Arbeiter auf die verfchiedenen Bildungsgelegenheiten, die ihnen geboten werden, aufmerffam. Allen Mitgliedern empfahl er den eifrigen Besuch der Bezirksversammlungen, wo die Verbandsangelegenheiten zu Erörterung stehen. Letz. Nachrichten und Depefcben. Schlagende Wetter. Weilheim, 12. Januar.( B. S.) Auf der staatlichen Steinkohlens grube in Beißenberg ereignete sich eine Explosion schlagender Wetter. Zwei Bergleute wurden erschlagen, mehrere leicht verlegt. Eine Milliardenvorlage. Washington, 12. Januar.( W. T. B. auf deutsch- atlantischem Kabel.) Senator Hopkins hat eine Gesetzesvorlage eingebracht, durch welche die Regierung ermächtigt werden soll, für den Bau des Panama- Kanals bis zum Betrage von 500 Millionen Dollar Bonds auszugeben. Eine neue Grubenkatastrophe. Aus Halle a. S. berichtet man uns unter dem 10. Januar: Am heutigen Sonntage veranstaltete das hiesige Gewerkschaftstartell mit Unterstützung der Stadtgemeinde, die 300 M. dazu bewilligte, eine Arbeitslosenzählung. Die Arbeit wurde von rund 1200 Zählern innerhalb vier Stunden in tadelloser Weise erledigt und führte zu folgendem Resultat: Arbeitslos find 3212 erwachsene Personen New York, 12. Januar.( W. T. B. auf deutsch- atlantischem 3549 Kindern. Von den Arbeitslosen find rund Aus Mannheim wird uns geschrieben: Die Unzufrieden- 2000 Personen verheiratet. Als nicht vollbeschäftigt wurden Kabel.) Nach einer Melbung aus Bluefield( Westvirginia) haben In gezählt. den Herbergen heit über die Art der Beendigung des Streifs in den Strebelwerken 874 schliefen in durch eine Explosion auf der Lickbranch- Kohlenmine ungefähr hundert Demnach Arbeiter ihr Leben eingebüßt. ist hier unter den Metallarbeitern allgemein. Auch die von der der Nacht zum 10. Januar 300 arbeitslose Fremde. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlaasanitale Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nachwehen vom Streit in den Strebelwerken. mit Personen Nr. 10. 26. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 182. Sigung vom Dienstag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: 1 Kommifiar. Präsident Graf Stolberg begrüßt die Abgeordneten im neuen Jahre. Er teilt mit, daß der Abg. Held( natlib.) fein Mandat niedergelegt hat.(!) Am 29. Dezember ist der Abg. Keller( bei keiner Fraktion) verschieden. Die Abgeordneten erheben sich zu Ehren seines Gedächtnisses von den Blägen. Präfident Graf Stolberg: Zur Eröffnung des ottomanischen Barlaments habe ich, indem ich Ihre Zustimmung vorausseße, folgendes Telegramm an den Präsidenten des ottomanischen Parlaments gerichtet: Im Namen des deutschen Reichstages spreche ich dem ottomanischen Barlament zu Beginn feiner Tätigkeit die herzlichsten Glüdwünsche aus. In voller Würdigung der historischen Bes deutung, welche die erste Seffion des Parlaments für die Geschicke des ottomanischen Reiches haben wird, gibt der deutsche Reichstag feinen aufrichtigen Sympathien für die Vertreter des ottomani fchen Volkes und zugleich der sicheren Erwartung Ausdruck, daß die Arbeit des Parlaments von reichem Segen begleitet sein ( Alseitiges lebhaftes Bravo!) Hierauf ist eine telegraphische Unt» wort von dem Präsidenten des ottomanischen Parlaments eingegangen, welche in der Ueberfegung lautet: werde." " Mittwoch, 13. Januar 1909. gewerbegerigte. Die Betenten verlangen: 1. die Belegung lassen; in der Kommission haben ja auch seine Fraftionskollegen Ser Berggewerbegerichte mit fünf Personen, einschließlich des Vor- famt und fonders mit uns geftimmt, und Herr Giesberts hat fogar fizzenden; 2. Zulassung der Arbeiteriefret äre als Prozeßbevoll unseren Standpunkt dem Regierungsvertreter gegenüber besonders mächtigte; 3. Zulassung der Berufung ohne Rücksicht auf den Wert eifrig vertreten.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) des Streitobjekts; 4. obligatorische Funktion des Berggewerbegerichts Herr Trimborn fagt, er wolle fein Privilegium für die Arbeiter als Einigungsamt auf Anrufung der Mehrheit der Arbeitgeber schaffen. Wir wollen aber für die Arbeiter nur dasselbe Privilegium, oder Arbeiter. welches die Arbeitgeber bereits haben. Weiter hat Herr Trimborn Die Kommission beantragt ueberweisung der dritten und auch der Abg. Behrens sich dagegen gewendet, daß die Forderung der Petition als Material, die übrigen Forderungen Berufungsgrenze gegen Urteile der Berggewerbegerichte beseitigt werden soll. Die Arbeiter haben die praktische Erfahrung gemacht, zur Berücksichtigung. daß sie vor dem Landgericht besser als vor dem Berggewerbegericht zu ihrem Rechte fommen. In einem Falle hat der Vorsitzende des Berggewerbegerichts selbst erklärt, er wiffe, daß das Landgericht auf einem anderen Standpunkt stehe, aber er müsse die Klage abweisen. Die Arbeiter haben dann Berufung eingelegt und find zu ihrem Recht gekommen.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter hat Herr Trimborn erwähnt das große Mißtrauen, das gegen die Vorsitzenden der Berggewerbegerichte herrscht. Dieses Mißtrauen ist sehr gerechtfertigt. Wir können Fälle anführen, in denen Bergrevierbeamte Borsigende geworden find, die danach getrachtet haben, später Direktoren der Verwaltung zu werden! Wie parteiisch fie mitunter geurteilt haben, dafür können wir zahlreiche Fälle anführen. Beim Berggewerbegericht in Dortmund hat der Vorsitzende es zugelassen, daß die klagenden Arbeiter als ,, Kerle" angeredet und„ Lügner" tituliert Berichterstatter Sachse( Soz.) begründet den Kommissionsantrag und weist u. a. darauf hin, daß über die Notwendigkeit der Zulassung der Arbeiterfekretäre als Prozeßbevollmächtigte in der Kommission volle Einmütigkeit geherrscht habe. Abg. Trimborn( 8.) empfiehlt einen Zentrumsantrag, wonach nur die erste Forderung der Petenten( Besetzung mit 5 Mitgliedern) zur Berücksichtigung, die anderen Forderungen dagegen als material überwiesen werden sollen. Es sei unzulässig. daß fich die Bechenbesitzer durch ihre Prokuristen usw. vertreten lassen, wäh rend man die Arbeiterfekretäre, Gewerkschaftsbeamte usw. als Prozeßbevollmächtigte ausschließt. Trotzdem empfehle sich nicht, die leberweisung der darauf bezüglichen Forderung der Petenten zur Berücksichtigung, weil man nicht ein Vertretermonopol für eine bestimmte Klaffe von Privatbeamten schaffen dürfe. Auch die übrigen Forderungen der Betition feien nicht fpruchreif genug, um sich zur Ueberweisung zur Berücksichtigung zu empfehlen. Ant- Abg. Behrens( wirtsch. Bgg.): Eine stärkere Besetzung der Berggetverbegerichte ist geradezu notwendig, wenn diese Gerichte nicht das Vertrauen der Bergarbeiter verlieren sollen. Der Abg. Trimborn werden. Als einmal ein Arbeiter einen scharfen Ausdruck brauchte, will nicht zugeben, daß bei der Vertretung der Arbeiter vor dem wollte derselbe Vorsitzende sofort die Polizei holen, um den Gewerbegericht ein Privileg für einen besonderen Stand geschaffen Mann festnehmen zu lassen! Nicht nur die Arbeitnehmer, sondern wird. Aber die Arbeiterfefretäre und Gewerkschaftsbeamten sind kein die Arbeitgeberbeifiber traten hiergegen auf, da sie den Ausdruck befonderer Stand, sondern Berufskollegen der Arbeiter. Der gar nicht gehört hatten und es sich nur um ein Mißverständnis Reichstag sollte daher als seinen Wunsch aussprechen, daß diese Beamten handeln konnte. Alio den Arbeiter will der Vorfizende schon der Arbeiter fie vor den Gewerbegerichten vertreten dürfen, fooft fie wollen. bei einem bloßen Mißverständnis festnehmen laffen, den Die Berggewerbegerichte sollten hierbei nicht engherziger verfahren als Arbeitgeber dagegen läßt er ruhig den Arbeiter als einen „ Lügner" beschimpfen.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der dritte Wunsch der Petition, die Zulassung der Berufung Als einige Arbeiter wegen zurückbehaltenen Lohnes flagten, gegen jedes Urteil eines Berggewerbegerichts, ist mir nicht recht ver- wurden in einer Verhandlung vom 8. August ihre Zeugen wegen des ständlich. Er steht auch im Widerspruch mit dem Beschluß Verdachts der Befangenheit und des eigenen Intereffes abgelehnt, deutschen Reichstages bitte ich den nicht aufheben, sondern auf 50 m. herabiezen wollte. des letzten Bergarbeiterfongresses, der die Berufungsgrenze der an der Sache erst recht beteiligte Beamte dagegen wurde als Daß Beuge zugelassen! Aehnliches geschieht in sehr vielen Fällen. Wie Präsidenten der Deputiertenkammer, den Ausdruck der tiefsten und die Berggewerbegerichte als Ginigungsämter angerufen können da die Arbeiter zur Unparteilichkeit des Vorsitzenden Zutrauen innigsten Teilnahme an dem namenlosen Unglück entgegennehmen werden sollen, wenn die Mehrheit der Arbeitgeber oder haben? Das Mißtrauen der Arbeiter beschränkt sich feineswegs auf zu wollen, von welchem blühende Teile des uns durch Freundschaft Arbeiter es wünscht, ist nur zu billigen. Ich bitte daher, nicht die frei organisierten Arbeiter, sondern es erstreckt sich auf alle, nahestehenden, so herrlichen Landes Italien heimgesucht und un- dem Antrage des Zentrums, sondern der Kommission zu auch auf die unorganisierten Arbeiter. zählige Familien in Elend und Trauer gestürzt sind. Das deutsche zustimmen. Bolt ist angesichts dieses furchtbaren Bernichtungswerkes der Natur, dem Menschenhände und Menschengeist machtlos gegenüberstehen, auf das tiefste bewegt." Die freundlichen Glückwünsche, welche der Reichstag dem ottomanischen Barlament übermittelt hat, sind von den Abgeordneten mit höchster Befriedigung entgegengenommen, und es hat das Parlament feine Dankbarkeit und Hochachtung für den deutschen Reichstag bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck gebracht. Ich beehre mich, dem einstimmigen Beschluß der Versammlung gemäß für die Glückwünsche bestens zu danken." ( Lebhaftes Bravo!) Am 28. Dezember traf hier die Nachricht von dem entsetzlichen Unglüd in Italien ein.( Die Abgeordneten erheben sich von ihren Plägen.) Ich habe mich beeilt, an den Präsidenten der italienischen Deputiertenkammer folgendes Telegramm zu richten: Im Namen des andere Gewerbegerichte. Abg. Sachse( S03.): und als Grund für die Nicht nur Arbeiterfekretäre verden von der Vertretung der Arbeiter zurückgewiesen, sondern auch einfachen Arbeitern ist es schon verwehrt worden, ihre Kollegen zu bertreten, obwohl da von einer Ich möchte die Regierung ersuchen, darauf hinzuweisen, daß die geschäftsmäßigen oder gewerbsmäßigen Vertretung gar keine Rede sein Der Präsident der Deputiertenkammer hat mir darauf tele- Berggewerbegerichte so eingerichtet werden, wie es den Wünschen konnte. Deshalb wünschen die Arbeiter bringend, daß auch Punkt 2 graphisch folgendes geantwortet: der Arbeiter entspricht. Die stärkere Befezung der Berggewerbe der Betition der Regierung zur Berüdsichtigung überwiesen Die rührenden Worte des deutschen Reichstages, welche Sie gerichte ist nicht, wie der Abgeordnete Trimborn meint, ein Wunsch wird und daß die Regierung darauf hinwirke, daß die Vorsitzenden an die italienische Stammer zu richten die Güte hatten, werden lediglich der Bergarbeiter des Bezirks Dortmund, sondern aller unparteiiich handeln und die Berggewerbegerichte mit unfür die schwergeprüften Söhne unseres Volkes von großem Troste Bergarbeiter. fein. Zwei blühende Provinzen, mit die schönsten, welche durch Bei dem Wunsche nach stärkerer Besetzung der Gewerbegerichte parteiischen Borsigenden besetzt werden.( Zustimmung bei den Sozialbemokraten.) den Charakter ihrer Bevölkerung und die Reize ihrer Natur auch hat der Abgeordnete Trimborn fich im Sinne der Betenten aus- Wie schauderhaft die Arbeitgeber auch auf die Beamten einIhren erhabenen Kaifer begeistert haben, stehen jezt nur noch als gesprochen Notwendigkeit der wirken, daß fie vor den Gerichten nicht die Wahrheit aussagen, schredliche Erinnerungsmale da. Die Gefühle der italienischen stärkeren Besetzung auch angeführt, daß vielfach komplizierte dafür finden Sie ein Beispiel in der an Sie verteilten Broschüre des Kammer zum Ausdruck zu bringen, spreche ich Ihnen unseren tief- spruches schuldig, indem er diefen Grund bei dem zweiten Steiger, der vor dem Berggewerbegericht zugunsten ciues Arbeiters Sachen zu verhandeln seien. Er macht sich eines Wider Steigerverbandes. Auf Seite 35 wird dort erzählt, daß cinem Dadurch, daß Sie sich von Ihren Plätzen erhoben haben, haben Punkt der Petition nicht anerkennt und es nicht für notwendig hält, die Wahrheit aussagte, von dem Unternehmer nicht nur die GeSie Ihrem einmütigen Schmerze Wusdruck über das furchtbare daß auch Arbeiterfekretäre, Vorsteher von Volksbureaus usw. als richtstoften, sondern auch die an den Arbeiter zu zahlende EntUnglüd gegeben, welches ein uns so eng befreundetes Land und Vertreter der Arbeiter zugelassen werden müffen. Ich fühle es Herrn schädigung. im ganzen 82 M., vom Gehalt zurückbehalten wurde. Volt betroffen hat. Ich konstatiere das. Trimborn nach, daß er dem Winkeladvokatentum nicht wohlgefinnt ist.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir bitten Sie also aus Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten, auf welcher und auch die organisierten Arbeiter sind darin mit ihm einig, daß allen diesen Gründen, den Antrag Trimborn abzulehnen und dem nicht Winfeladvokaten großgezogen werden sollen, die daran inter- Antrag der Kommission zuzustimmen.( Bravo! bei den Sozial Petitionen effiert sind, daß recht viele Prozeffe geführt werden. Bei den demokraten.) Arbeiterfekretären ist das aber gar nicht der Fall. Diese haben gar kein Interesse daran, daß möglichst viele Slagen vors Abg. Trimborn( 3.) erklärt nochmals, es sei nicht zulässig, zugebracht werden.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) gunsten von Arbeitersekretären und Gewerkschaftsbeamten ein VerDie Großindustrie bildet hier sich gewisse Beamte aus, welche stets tretungsprivileg bei den Gewerbegerichten zu schaffen. Wolle man und ständig vor den Gewerbegerichten erscheinen und sich eine ge- Vertreter zulassen, müsse man auch die Rechtsanwälte zulaffen. wiffe Routine und Gefeßeskenntnis aneignen. Die Firma Krupp Ebenfalls würde die Parität erfordern, wenn man Sekretäre der zum Beispiel läßt stets und ständig einen und denselben Beamten als Arbeitervereinigungen zulaffe, auch solche der Arbeitgeber. ihren Vertreter beim Gewerbegericht vorfahren!( 3uruf.) Noch dazu vereinigungen zuzulaffen.( Buruf bei den Sozialdemokraten: cinen ehemaligen Rechtsanwalt, wie mir eben zugerufen wird. Den Geschieht ja auch!) Arbeitern aber verwehrt man dasselbe Recht. Dann muß ja jedes Bertrauen der Arbeiter zu den Gewerbegerichten schwinden.( Sehr Im Schlußwort weist der Berichterstatter Sachse darauf Eine Petition des Algemeinen Bergarbeiterverbandes und wahr! bei den Soz.) Ich bedauere es deshalb, daß Herr Trimborn hin, daß die Einwände des Abg. Trimborn in der Kommission 98 Beifizer der Spruchkammer Dortmund bittet um Aenderung des in diesem Punkte den Arbeiterfeinden in die Hände arbeiten bereits eingehend erörtert und widerlegt worden seien. Gesetzes über die Gewerbegerichte in bezug auf die Berg- will. Er sollte sich dazu aufschwingen, seinen Antrag fallen zu den Arbeitersekretären aller Richtungen werden die Ausführungen stehen. Eine Reihe von Petitionen werden debatteľos nach den Vorschlägen der Betitionsfommission erledigt. Eine Petition der Landmesser und Geometer, ihren Beruf von den Bestimmungen der Gewerbeordnung auszunehmen und eine staatliche Approbation für sie einzuführen, beantragt die Kommission, dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen. Die Abgg. Lattmann( wirtsch. Bgg.) und Detto( natl.) begründen einen Antrag, die Petition dem Reichskanzler zur Be rüdsichtigung zu überweisen. Diefer Antrag wird angenommen. Kleines feuilleton. n Hiermit schließt die Diskussion. Bei ( Mit der Opiumfrage verhält es sich ähnlich wie mit dem Alkoholismus; beides find Erscheinungen, die zu einem großen Teile soziale Ursachen haben und daher mit Kuren nicht ausautreiben find.) Humor und Satire. Hurra- Wissenschaft. In Frankfurt a. M. veranstaltete man erstiden und in manchen Gegenden noch nicht einmal nötig. Vor legten Sonnabend zu Ehren des Professors Dr. Paul Ehrlich, einigen Monaten ist ein Amerikaner C. B. Towns in China aufder neulich den Nobelpreis erhielt, einen Sommers, an dem getaucht, und zwar mit vorzüglichen Empfehlungen der Behörde in neben Gelehrten von Frankfurt a. M. auch Vertreter verschiedener Washington ausgestattet, und hatte angekündigt und durch Sittlichkeit und höheres Kunstinteresse in Brenken. Der preußische Universitäten und die Behörden teilnahmen. Zu diefer Feier hatten Beugnifie belegen wollen, daß er innerhalb dreier Tage Minister des Innern hat im legten Jahre die öffentliche Sittlichkeit auch die sozialdemokratischen Stadtverordneten eine Einladung er eine vollständige Entwöhnungskur bei Opiumeffern durchführen könnte. noch schnell um ein bedeutendes gehoben, indem er auf Betreiben halten. Die fozialdemokratische Fraktion nahm diese Einladung auch Einige Mandarine haben sich seiner Behandlung anvertraut und einiger Sittlichkeitsvereine die Schönheitsabende erdrosselte. an und schrieb an den den Kommers arrangierenden Ausschuß u. a., danach fein Lob in so lauten Tönen gesungen, daß das AntiopiumDie Veranstalterin dieser Abende, die Vereinigung für ideale Kultur" die Arbeiterschaft würde ebenfalls mit Freuden einem genialen bureau auf den Heilfünstler aufmerksam wurde und ihm auch die Mittel erlägt jetzt einen offenen Brief, in dem der preußische Minister also Forscher und damit der Wissenschaft huldigen. Nur bitte man um zur Verfügung stellte, um ein Opiumentziehungsinstitut in größerem apostrophiert wird: Bescheid darüber, ob den eingeladenen Arbeitervertretern die Teil- Stil gründen zu können. Sein Hauptmittel scheint eine starke Dosis „ Ew. Exzellenz haben gewußt, daß wir die gerade in letzter Zeitnahme an der Feier durch das Wegbleiben monarchischer Kund- Atropin zu enthalten. Es wird unaufhörlich, Tag und Nacht, alle besonders hervorgetretenen Schäden der entarteten Sinnlichkeit und gebungen ermöglicht werde. zwei Stunden gegeben, und feine Wirksamkeit scheint darauf zu be= Sittlichkeit, die Prostitution in allen Gaffen, die Schmug und Harmlose Menschen mögen nun die Meinung hegen, daß eine ruhen, daß es einen heftigen Widerwillen gegen Opium erzeugt. Schundliteratur, die Frechheit der Tingeltangel und der Sensations Feier zu Ehren eines Bürgers, der sich um die Wissenschaft große Allerdings fehlen alle Angaben darüber, ob Rüdfälle, tie fie theater mit ihren geilen Ehebruchsstücken, die unter dem Verdienste erworben hat, mit byzantinischen Kundgebungen nichts zu nach den bisherigen Opiumfuren meist einzutreten pflegen, häufig höheren Kunstinteresse segeln, und bieles andere anzichen tun hat. Anders dachte aber der vorbereitende Ausschuß. Er setzte sind oder nicht. Die Schwierigkeiten, mit denen die Antiopiumwürden, um die Polizei auf die öffentlich geduldete wirk fich hin und gab auf die Anfrage unserer Genoffen folgende bewegung zu fämpfen hat, sind ungeheuer. liche Unfittlichkeit hinzuweisen. Daher wurde баз Verbot schleunige Antwort: Es ist selbstverständlich, daß der der Schönheitsabende nicht mit fittlichen Bedenken, sondern mit Rommers mit einem saiferhoch beginnen wird." dem Vorwande begründet, fie ermangelten des höheren Kunst- Diese Antwort, die die Veranstalter zur Genüge fennzeichnet, interesses, der Mozartiaal des Neuen Schauspielhauses aber, in dem machte es natürlich den sozialdemokratischen Stadtverordneten un Sie Borführungen stattfanden, habe nicht die Konzeffion nach§ 33a möglich, an der Feier teilzunehmen. Sie ließen die Byzantiner der Gewerbeordnung, und daher würde die Genehmigung verjagt. soviel Hurra fchreien, als sie Luft hatten. Die nachgesuchte Konzession aber wird dem Mozartsaal nicht erteilt(!) und so wird auf Umwegen der unbegründete Wunsch jener Sittlichkeitsvereine trotz des anerkannten einwandfreien Charakters unserer Vorführungen dennoch erfüllt." Nachdem der Minister weiter daran erinnert worden ist, daß bedeutendsten Anzeichen dafür, daß auch im fernsten Osten eine Der gebildete Prinzipal. Kommis: Hier ist ein Gedie Akademie der Künste den Schönheitsabenden fünstlerischen Wandlung eingetreten ist. Die Opiumfrage ist tatsächlich eines der schäftsbrief eingegangen in Gifperanto- Sprache. Was soll ich damit Charakter und fittlich berechtigte Tendenz unbedingt zugesprochen hat, wichtigsten nationalen Probleme des Chinesenreiches. Wie es zur anfangen?- Chef: Zurück an den Absender mit der Bemerkung: wird die Frage an ihn gerichtet, ob er die Tingeltangel Stonzession zeit darum steht, ist aus einem Bericht des Lancet" Lasciate ogni Esperanto! nicht ebenso von den Ballettänzen der Kgl. Theater verlangen Scorrespondenten aus Hongkong zu entnehmen. Die große möchte. Es wird dann die bereits öfter gestellte Forderung erhoben, Bewegung zur Ausrottung des Opiumgenusses hat die Folge daß eine unabhängige Sachverständigenkommiffion von freien gehabt, daß ea wirklich nicht mehr gum„ guten Ton" Künstlern aller Richtungen in Zenfurangelegenheiten öffentlich ver- gehört, ihm zu fröhnen. Eine Menge von Antiopiumvereinen haben tretene und begründete Entscheidungen zu treffen habe. sich allenthalben gebildet, die meist von jungen Reformchinefen ins Es ist bezeichnend für den unwürdigen Zustand, in dem sich im Leben gerufen worden sind. Diese Vereine entfalten eine sehr leb- 12. Polizeistaat Preußen Kunst und Literatur, die sogenannten höheren hafte propagandistische Tätigkeit. Auch die Regierung fährt fort, 13. Kulturgüter, befinden, daß nicht einmal die von der Polizeiwillkür drakonische Erlasse Erlasse herauszugeben, wonach Beamte, die und den höheren Kunstinteressen des Ministers Betroffenen gänzliche gegen das Opiumberbot fündigen, degradiert und aus Beseitigung der Zensur zu fordern wagen. Und daß die Sach- dem Staatsdienst entlassen werden sollen. Der Wille der verständigenkommission, zu der sich in Preußen unabhängige freie Bentralregierung ist vermutlich der allerbeste, und man nimmt auch, Männer nicht hergeben würden und sicherlich auch nicht berufen im Gegensatz zum sonstigen Brauch, die Durchführung dieser Be- ebenso würden, ein frommer unsch bleibt, dafür ist gesorgt. Denn hinter ſtimmungen recht ernst. Das Brogrammn für die bevorstehende inter- Die Komödianten der 20gen. Bei der Aufführung dem Minister steht ein Parlament, das wie die herrschende Büreau- nationale Konferenz in Schanghai beginnt feste Formen anzunehmen. des Mirbeauschen Stüdes Le foyer" fam es am Montag in Iratie der getreueste Ausdruck aller Kulturfeindschaft ist. Kultur- Während aber in den regierenden Kreisen und der besseren" Paris wieder zu stürmischen Auftritten. Ju einigen Logeit und Kunstfragen werden in Preußen erst dann Gesellschaft die Abstinenzbewegung unterstigt wird, ist die lärmten Mitglieder des Vereins der rohalistischen Jugend während cunftlich in Angriff zu nehmen fein, wenn der Landtag der Opiumleidenschaft in den mittleren und unteren Selaffen doch des ersten Attes so hartnädig, daß sie von der Wache gewaltsam ent Wahlentretung beseitigt ist. nicht so leicht auszurotten. Der geheime Opiumhandel ist nicht zu fernt und dem Bolizeifemmiffariat überwiesen werden mußten Die Opiumfrage in China. Die scharfen Maßnahmen der chinesischen Regierung gegen den Opiumgebrauch haben in der letzten Zeit ziemliches Aufsehen hervorgerufen und sind vielleicht eines der Der große Schnitt. Profeffor Israel zu Castro: Ja, mein lieber Präsident, anstatt der franken Niere hat man Ihnen jetzt Benezuela wegoperiert I Notizen. ( Lustige Blätter".) Plenarsigung des Hauses der Abgeordneten, die Mittwoch, den Landtagsdeutsch. Auf der Tagesordnung für die Januar, stattfindet, ist als dritter Gegenstand vermerkt: Interpellation des Abgeordneten Roeren( Trier) betreffend die Verhinderung der Schaustellung nackter Personen". Dieses stolpernde Amtsdeutsch ist der treffendste Ausdruck einer abgeschmackten wie lächerlichen Sache. des Abg. Trimborn wohl faum Zustimmung finden.( Buftimmung vertreten werden. Im Einverständnis mit der großen Mehrheit ernährung der Arbeiter, die eine große Gefahr bedeutet. bei den Sozialdemokraten.) Redner bittet erneut um Annahme des diefes Hauses und der verständigen() Mehrheit der Beamten Die Notwendigkeit des Ausbaues paritätischer Arbeitsnachweise Kommissionsantrages. glaube ich darauf hinweisen zu können, daß die Beamten nicht fann nicht genug betont werden. Den großen MißIn einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg. Trim- nur Rechte zu prätendieren, sondern auch Pflichten zu erfüllen haben. stand, daß Tausende von Arbeitern aus dem Osten mit born( 3.), daß seine Angriffe nicht gegen die Kommission, sondern( Sehr gut! rechts.) unlauteren Mitteln seitens der Unternehmer in die Bergwerke gegen die Darstellung des Berichterstatters gerichtet waren. Für die Berstaatlichung der Eisenbahn, die uns ein fo des Westens gelockt werden, habe ich schon im Reichstage beleuchtet. Abg. Sachse( Soz., persönlich) weist den Vorwurf zurück, daß großes Beamtenheer geschaffen hat, ist die Nation zweifellos Solche Arbeiter werden dann vielfach„ kontraftbrüchig", einfach weil fich seine Berichterstattung nicht mit der Auffaffung der Kommissions- dem Fürsten Bismard dankbar; fie muß dann aber auch fie der schweren Arbeit nicht gewachsen sind, und kommen dann auf mehrheit gedeckt habe. die Konsequenzen aus dieser Uebernahme eines großen wirt die schwarze Liste. Maßnahmen zur Sicherstellung der Arbeitslofen In der Abstimmung wird die erste Petitionsforderung( Befegung fchaftlichen Betriebes durch den Staat ziehen. Infolge des wirt find eine dringende Aufgabe des Staates, denn die Arbeitslosigkeit der Gerichte mit fünf Personen) fast einstimmig angenommen. schaftlichen Niederganges haben nun die Einnahmen der Eisenbahn ist eine notwendige Begleiterscheinung unserer industriellen EntFür die zweite Forderung( Bulaffung von Arbeiterfefretären) stimmt im Jahre 1908 einen Rückschlag aufgewiesen, wie er seit 1901 nicht wickelung; sie ist auch in ganz normalen Zeiten vorhanden. Die zunächst die große Mehrheit des Hauses, namentlich das Zentrum zu verzeichnen gewesen ist. Vor allem war die Entwickelung des Arbeiter müssen daher gegen Arbeitslosigkeit ebenso versichert werden einschließlich des Abg. Trimborn. Güterverkehrs über alles Erwarten gering. Der Ausfall beträgt wie gegen Stranfheit, Unfall und Invalidität. Dafür, daß eine solche Bizepräsident Dr. Paasche: Die Mehrheit des Hauses steht. hier 9 Proz. der Schäßung, gleich 123 Millionen! Dagegen Einrichtung nicht ausgenutzt wird, werden die Arbeiter selbst sorgen; Da ich aber sehe, daß Herr Trimborn gegen seinen eigenen Antrag werden die Ausgaben der Eisenbahnverwaltung sich im die Arbeiter sehen schon darauf, daß die von ihnen mit aufgebrachten stimmt, so darf ich wohl annehmen, daß ein Irrtum vorliegt. Ich allgemeinen in den Grenzen der Etatsanfäße halten. Bei den Groschen nicht gestohlen werden. Das hat sich bei den Krankenkassen lasse daher die Abstimmung wiederholen.( Unruhe links.) indirekten Steuern beträgt die voraussichtliche Mindereinnahme gezeigt. Die Simulation, von der man früher so viel gesprochen hat, In der erneuten Abstimmung erhoben sich für den Stommiffions 11,7 millionen. Aber einen Mehrüberschuß werden die Forsten spielt heute gar teine nennenswerte Rolle mehr.( Widerspruch rechts.) antrag auf Ueberweisung der Forderung zur Berüdsichtigung bringen. Im gangen werden die Betriebsverwaltung und die Die Regierung sollte zum mindesten endlich einmal eine Kommission die Sozialdemokraten, die Freifinnigen, die Polen, die wirtschaftliche Steuern einen Minderüberschuß von 130 Millionen haben. Die Bau- einsetzen, um die Frage der Arbeitslosigkeit eingehend zu prüfen. Vereinigung und die Abgg. Giesberts und Schiffer bom tätigkeit der Staatsverwaltungen ist trop der wirtschaftlichen De- Natürlich bleibt die Arbeitslosenversicherung nur ein notwendiges Zentrum. Der Antrag der Kommiffion ist also abgelehnt, und die preffion mit Rücksicht auf die herrschende Arbeitslosigkeit nicht ver- Uebel; die Hauptsache ist immer die Schaffung von möglichst dauernder Forderung wird auf Antrag Trimborn nur als Material über- mindert worden.( Bravo!) Auch lag es im finanziellen Inter- Arbeitsgelegenheit.( Bravo! im Zentrum.) wiesen. effe des Staates, die Zeit der die Zeit der niedrigen Materialienpreise Abg. v. Dirksen( ft.): Die Sozialdemokratie schlachtet natürlich nicht ungenügt vorübergehen zu lassen. Im ganzen wird auch diese Frage für ihre politifchen Zwede aus.( Sehr richtig! das Jahr 1908 voraussichtlich mit mit einem Fehlbetrage von rechts.) Irgendwelche pofitiven Anregungen, denen man folgen 165 Millionen abschließen( hört! hört 1), der noch um 30 Millionen tömte, hat sie weder in der Breffe noch hier gegeben. Die Debatten größer wird, falls der gewünschte Steuerauschlag für 1908 nicht bes in diesem Hause über die Arbeitslosigkeit hat der Vorwärts" eine willigt wird.... Dazu kommt dann noch die Verschlechterung des Komödie finanziellen Verhältnisses zum Reiche. Wir würden in die Lage kommen, die Matrikularbeiträge aus einer Anleihe zu genannt.( Hört! hört!) Wenn es eine efelhafte Komödie in dieser Abg. Singer( Soz.) zur Geschäftsordnung: Die vorige Wieder- deden. Ich kann es nicht als Absicht der Verfassung anerkennen, Sache gegeben hat, fo find es die Ausführungen des Vorwärts" holung der Abstimmung, nachdem das Bureau bereits das Resultat daß die Einzelstaaten auch dann noch verpflichtet sein sollen, die über unsere ernſten Verhandlungen über diese Frage gewesen.( Sehr Der Abstimmung fonstatiert hatte, war nach der Geschäftsordnung Matrikularbeiträge zu bezahlen, wenn sie dazu aus eigener richtig! rechts.) hat etwa die Sozialdemokratie je aus ihren reichen unzulässig.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Kraft nicht imftande find. Es kann nicht dazu beitragen, bie Mitteln etwas zur Linderung der Arbeitslosigkeit gegeben? Erhebt Bizepräsident Dr. Paasche: Herr Singer irrt fich. Eine Kon- Freude am Reiche zu erhalten, tvenn daraus für die Einzelstaaten so doch die Sozialdemokratie von den Gewerkschaftsangehörigen Beistatierung des Resultates hatte noch nicht stattgefunden.( Wider- fchwere Belastungen entstehen, daß sie selbst für einen Staat wie träge, die, wenn der Staat sie erheben würde, zweifellos einen spruch links.) Es war nur konstatiert, daß die Mehrheit Preußen unerträglich sind. Ich kann deshalb die Herren, die auch Man beklagt sich über die mangelnde Freudigkeit der Arbeitgeber, Sturm der Entrüstung hervorrufen würden.( Sehr wahr! rechts.) stand. im Reichstage sind, nur bitten, dahin zu wirken, daß bei der ReichsAbg. Singer: Die Konstatierung, daß die Mehrheit stand, finanzreform endlich auch ein richtiges, dauerndes Verhältnis die Löhne zu erhöhen, und auf der anderen Seite befchließt zum bedeutete die Konstatierung des Reſultates.( Sehr richtig! bei den zwischen dem Reiche und den Einzelstaaten geschaffen wird und daß Beispiel der Porzellanarbeiterverband, daß Arbeiter die über einen Sozialdemokraten und den Freifinnigen. Widerspruch im Zentrum, die gestundeten Matrikularbeiträge von den Schultern der Einzel- bestimmten Betrag verdienen, den Ueberschuß an die Streitfasse abführen müssen. rechts und bei den Nationalliberalen.) Jch bleibe dabei, daß die staaten abgenommen werden. Von den Beiträgen der Gewerkschaftsmitglieder Ich komme nun zum werden 40 Broz. zu Verwaltungszwecken und nur 13 Proz. für Wiederholung der Abstimmung unzulässig war.( Sehr richtig! Arbeitslosenunterstügung ausgegeben.( hört! hört! rechts.) Damit links.) fönnen Sie also feinen Staat machen.( Heiterfeit rechts.) Also die Die dritte Forderung( Berufung ohne Rücksicht auf das Streit objekt) wird einstimmig als Material überwiesen. Die vierte Forderung( obligatorisches Einigungsamt) wird auf Antrag Trimborn als Material überwiesen. Für den Kommissions antrag auf leberweisung zur Berüdsichtigung stimmt dieselbe Minderheit wie bei der zweiten Forderung, also vom Zentrum nur die Abgeordneten Giesberts und Schiffer. Etat für 1909. borgenommen worden. ernsten Bizepräsident Dr. Paasche: Ich hatte gleich meinem Zweifel über die Abstimmung Ausdruck gegeben, als ich sah, daß Herr Trim- Es find diesmal im Intereffe einer größeren Uebersichtlichkeit Sozialdemokratie hat ein so großes Sündenregister, daß fie alle born selbst gegen feinen Antrag stimmte und seinen Parteifreunden des Etats verschiedene Aenderungen gegen früher getroffen worden, Beranlassung hätte, mit ihren Vorwürfen gegen die bürgerDiefe Vorwürfe dürfen zuwinkte, fich für den von ihm bekämpften Kommissionsantrag au zum Beispiel sind alle Einnahmen und Ausgaben, die irgendwie lichen lassen iparfamer zu sein. erheben. Unter diesen Umständen betrachtete ich es als meine Pflicht mit der Eisenbahn zusammenhängen, in den Eisenbahn- uns natürlich in unserer Stellungnahme zu dem als loyaler Vorsitzender, die Abstimmung wiederholen zu laffen. etat aufgenommen worden. Auch ist eine Uebersicht über die Problem der Arbeitslosigkeit, die zweifellos in großem Umfange ( Beifall rechts, bei den Nationalliberalen und im Zentrum.) Bermögenslage der Eisenbahnverwaltung dem Etat beigefügt. vorhanden ist, nicht beeinflussen. Die Arbeitslosenzählungen sollten Gine Petition betr. Ausdehnung der Unfallversicherung auf Neben den formellen Aenderungen sind auch materielle genauer und umfangreicher stattfinden. Sie vierteljährlich Gastwirtsgehilfen wird nach dem Antrage der Kommission als Alenderungen im Eisenbahnetat Es vorzunehmen, dürfte an den Soft en scheitern. Wir werden die Material überwiesen unter Ablehnung eines Antrags Albrecht auf foll ein Dispositionsfonds für die Eisenbahnverwaltung in für die Eisenbahnverwaltung in Bählungen nur durch Rückgriffe auf die Kommunen leisten Höhe von 50 Millionen durch den Etat festgelegt werden. Das Er- fönnen, die sie zur Grundlage für Notstandsarbeiten brauchen. der wirtschaftlichen Entwickelung abhängen. Diese ist kaum mit dürfte das nicht zu einer dauernden Einrichtung werden, weil die gebnis der Eisenbahnverwaltung für 1909 wird natürlich ganz von Die angeregte Freifahrt für polnische Arbeiter aus dem Westen nach ihrer Heimat im Osten scheint mir beachtenswert. Doch einiger Sicherheit vorauszusagen. Aber die Hoffnung, wir würden den wirtschaftlichen Niedergang so schnell überwinden wie 1901, ist Landflucht dann noch größer werden würde. Ein Hauptmittel zur leider nicht begründet. Die Ernte der Landwirtschaft ist ja er- Linderung der Arbeitslosigkeit sind Not standsarbeiten. Ein freulicherweise gut, wie überhaupt die Besserstellung unserer Land- Recht auf Arbeit", wie es auch Bismard einmal betont haben soll, wirtschaft zu einer Sicherung unserer wirtschaftlichen Lage erheblich tönnen wir mit dem englischen Arbeitsminister John Burns nicht beigetragen hat.( Bravo! rechts) Bei dem Eisenbahngüter- anerkennen.( Bravo! rechts.) Zur Erörterung und Regelung aller verfehr wird eine Mindereinnahme von 49 Millionen angenommen. Fragen, die mit der Arbeitslosigkeit zusammenhängen, der ArbeitsJusgesamt schließt der Etat der Eisenbahnverwaltung mit einem nachweise usw., sollte eine Zentralstelle gebildet werden.( Bravo! Minderüberschuß gegen 1908 von 138,9 Millionen ab. zu überweisen. rechts.) leberweisung zur Berücksichtigung. Arbeiterstande beantragt die Kommission zur Berücksichtigung Eine Petition betr. die Anstellung von Baukontrolleuren aus dem Abg. Wiedeberg( 3.) befürwortet diesen Antrag. Abg. Pauli- Potsdam( f.) befürwortet einen Antrag der konfer vativen Partei, über die Betition zur Tagesordnung überzugehen! Die Berufsgenoffenfchaften fontrollieren in forgfältiger und gewiffen Hafter Weise die Beobachtung der Unfallverhütungsvorschriften ( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wenn trotzdem noch so häufig Unfälle vorkommen, so find nicht die Unternehmer daran schuld, sondern die Arbeiter, die aus Gewohnheit manche Unfallverhütungsvorschriften außer acht lassen. Uebrigens übt ja auch die Der Fonds für Forstanfäufe ist infolge der ungünstigen Lage Abg. Gyfling( frf. Vp.): Die Frage, ob es ein Recht auf Arbeit Baupolizei noch die Baukontrolle aus. Von sozialdemokratischer etwas eingeschränkt worden. Bei den direkten Steuern ist ein Mehr. gibt, ist ein schwieriges, rechtsphilosophisches Problem, wohl aber Seite will man die Bautenkontrolleure, die man verlangt, auch zur überschuß von 30 Millionen angenommen. Das ist der einzige Licht erkennen wir alle das moralische Recht des Staates an, für die Kontrolle der Zugehörigkeit zur Organisation, also zu agitato punft im Etat. Die Enfchädigung, die Preußen vom Reiche für die Arbeitslosen zu sorgen. Wir erkennen durchaus an, daß nicht nur die Arbeiter, sondern auch weite Streise des Mittelstandes rischen Zweden haben. Darunter würde das Baugewerbe fehr er- Verwaltung der Zölle ufw. erhält. hat die Ausgaben nicht gedeckt. die Arbeitslosigkeit wirtschaftlich geschädigt werden. heblich leiden. Herr Wiedeberg mag fich gegenwärtig halten, daß auch von einem Ueberichuß Preußens dabei, twie er behauptet worden durch die christlichen Arbeiterorganisationen feinen Vorteil von solchen ist, fann teine Rede fein. Die Bergverwaltung rechnet mit einem Bedauerlich ist, daß sich die Herren Konservativen gegenüber der Stontrolleuren haben; denn die christlichen Organisationen sind doch Mebrüberfchuß von 200 000 M. Im ganzen beträgt der Minder- Arbeitslosenversicherung so ganz ablehnend verhalten. überall in der Minderheit. Ueberhaupt möge das Zentrum bedenken, überschuß des Etats 112,3 Millionen. Redner geht zur Besprechung polemisiert des weiteren gegen den Abg. v. Dirksen. Der Anregung daß der Mittelstand durch Einrichtungen wie Bautentontrolleure schwer der einzelnen Gtats fiber. Er betont bei den Wasserstraßen die Not- des Abg. Lusensky, die Arbeitslosenstatistit auch auf die Feierschichten wendigkeit der Erhebung von Schiffahrtsabgaben, um Mittel zum find die gestellten Anträge eigentlich erledigt. Ich bitte Sie aber auszubehnen, ftimme ich zu. geschädigt werden würde.( Bravo!) auszudehnen, ftimme ich zu. Durch die Erklärungen der Minister Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch 1 Uhr. Ausbau der Wafferstraßen zu gewinnen. Der Mehrbedarf beim Präsident Graf Stolberg schlägt vor, auf die Tagesordnung der Stultusetat beträgt 4 Millionen. Troz aller Ersparnisse, doch, in Rücksicht auf zufünftige Fälle fie anzunehmen. Abg. Switalla( Pole) dankt dem Staat und den Kommumen für nächsten Sigung zu fezen: Rechnungsfachen, den Entwurf troß der Anleihen usw. iſt der Etat aufgebaut auf der die getroffenen Maßnahmen zur Linderung der Arbeitslosigkeit und bes Wechselstempelsteuergesezes, den Gesezent unbedingt notwendigen Bewilligung bon 55 Millionen neuer spricht sich für die Arbeitslosenversicherung aus. wurf betr. die Einwirkung von Armen unterstügung Steuern. Sollten fich wirklich Mehreinnahmen ergeben, Hierauf berta gt das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch auf die bürgerlichen Ehrenrechte. tie wir hoffen, fo find fte zunächst unerläßlich, um Abg. Singer( Soz.) zur Geschäftsordnung: Ich möchte zur Er- bas Defigit zu beden. Ich kann deshalb mur mit der Bitte 11 Uhr. Außerdem Antrag Noeren, betreffend die„ Verhinderung wägung geben, ob nicht zunächst die heutige Tagesordnung erledigt fchließen, sich des Ernstes der Situation voll bewußt zu sein und der Schaustellung( 1) nadter Personen."() werden soll. Einige Petitionen liegen uns bereits seit zwei Jahren fich der Auffassung nicht zu verschließen, daß die großen Aufgaben, vor, und wenn sie jetzt nicht zur Erledigung kommen, so wird ihre die im Etat zum Ausdruck kommen, nicht gelöst werden können, Erledigung in diefer Seffion sehr unwahrscheinlich. Abg. v. Normann( t.): Wir verhandeln hier tagelang über Petitionen; eine noch größere Rücksicht können die Petenten nicht verlangen. Abg. Singer( Soz.): Die Aussicht, die Betitionen später noch zu verhandeln, wenn Dinge von größerer Wichtigkeit zu verhandeln find, wird immer geringer. Daß wir Petitionen tagelang berHandeln, ist mir nicht bekannt. Nach Monaten tommt höchstens einmal ein Tag für Petitionen. Der Präsident läßt über den Antrag des Abg. Singer abstimmen. Ueber das Resultat bleibt das Bureau zweifelhaft. Die Abstimmung erfolgt daher durch Sammelsprung. Präsident Graf Stolberg: Für den Antrag des Abgeordneten Singer haben 87, dagegen 79 Abgeordnete gestimmt. Das Haus ist also beschlußunfähig, die Festlegung der Tagesordnung ist daher Sache des Präsidenten. Jah bleibe bei meinem Vorschlage. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. 12. Gigung, Dienstag, den 12. Januar 1909, vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: Fehr. b. Rheinbaben, Dr. Delbrück. Das Wort zur erhält Einbringung des Etats menn uns nicht entsprechende dauernde Dedungsmittel zur Verfügung stehen. Ich hoffe, daß es im gedeihlichen Bufammenarbeiten der Regierung mit dem hohen Hause möglich sein wird, die große Aufgabe auch der Besoldungsordnung zu lösen und zugleich die feste finanzielle Grundlage des preußischen Staates aufrechtzuerhalten. ( Bravo! rechts.) Es folgt die fortfetzung der Interpellation des Abg. Crimborn( Z.) über die Arbeitslosigkeit in Verbindung mit den Anträgen Aronsohn( frf. p.), betreffend fchleunige Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten zur Hebung des Arbeitsmarktes, und Nahardt( f.) betreffend schleunige Bergebung öffentlicher Arbeiten. Der Parlamentarisches. Redner Die Wahlrechtsanträge vor dem preußischen Landtage. ie wir erfahren, wird die Beratung der Wahlrechtsanträge erst nach der ersten Lesung des Etats stattfinden. Die erste Lesung des Etats wird etwa eine Woche in Anspruch nehmen. Es ist also nicht daran zu denken, daß die Verhandlungen über die Wahlrechtsanträge vor Anfang oder Mitte nächster Woche beginnen. Die Kommission zur Beratung der Gewerbeordnungsnovelle fette am Dienstag die Beratung bei§ 120 f fort. Diefen Paragraphen ändert die Regierungsvorlage in der Art, daß der sogenannte fanitäre Magimalarbeitstag nicht nur durch BundesAbg. Lufensty( natl.): Erfreulicherweise ist durch die gegen ratsverordnung, sondern auch durch Verordnung der Landespolizeiwärtige wirtschaftliche Depreffion die Landwirtschaft nicht betroffen werden. Die Erklärungen der Regierung über die von ihr zur behörde herbeigeführt werden soll. Ferner soll die PolizeiLinderung der Arbeitslosigkeit getroffenen Maßnahmen haben uns im behörde das Recht erhalten, für einzelne Betriebe, in wesentlichen befriedigt. Wir begrüßen es, daß Arbeiterentlaffungen denen eine übermäßige Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter fo gut wie gar nicht vorgekommen, im Gegenteil nach Möglichkeit gefährdet, im Berordnungswege die Arbeitszeit zu begrenzen. Neuarbeiten eingeleitet worden sind zu Zeiten der Hochkonjunktur Unsere Parteigenossen wollen der Polizeibehörde und der baben die Arbeiter vielfach versucht, auch durch unmotivierte Streits Bandespolizeibehörde die Befugnis nicht erteilen, aber durch einen Vorteile zu erzielen. Trotzdem find die Unternehmer jest nicht an Antrag erzielen, daß nicht nur bei Gesundheitsschädigung der Areine Rückwärterevidierung der gewährten der gewährten Zugeständnisse ge- beiter, sondern auch, wenn eine Schädigung des Familiengangen. Die Arbeitsnachweise müssen werden. ausgebaut Iebens eintritt, oder die Sicherheit des Betriebes geEinführung der Arbeitslosenversicherung im Anschluß an die Reichsarbeiterverficherungs Gefeßgebung stehen schon fährdet wird, der Marimalarbeitstag durch den Bundesrat anFinanzminister Fehr. v. Rheinbaben: Er gibt zunächst den technisch große Schwierigkeiten gegenüber. Reich und In- geordnet werden kann. üblichen Ueberblick über das abgeschlossene Etatsjahr 1907 und das dustrie sind auch faum in der Lage, die außerordentlichen hierfür Schmidt- Berlin( Soz.) begründet unsere Anträge damit, Taufende Etatsjahr 1908. Der geschätzte Fehlbetrag für 1907 notwendigen Mittel aufzubringen. Dazu kommt die geplante Ein- daß nach den Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatistit sich ervon etwa 75 Millionen ist ungefähr eingetroffen; er beträgt führung der 1902 zweifellos etwas übereilt beschlossenen Witwen geben habe, daß das Reichsgesundheitsamt eine lange Arbeitszeit 71 Millionen. Der Fehlbetrag ist vor allem zurückzuführen auf den und Waisenversorgung. Daneben noch eine Arbeitslosenversicherung nicht immer als gesundheitsschädlich erachtet. Das hat sich herausMinderüberschuß der Eisenbahn. Auch bei den direkten Steuern einführen, hieße unsere Industrie konkurrenzunfähig auf dem Welt gestellt bei den Erhebungen für das Fleischer- und Fuhrwerksund der Bergverwaltung find Mindereinnahmen zu verzeichnen ge- markt machen.( Beifall bei den Nationalliberalen.) wefen. Bei der Eisenbahn und der Bergverwaltung fommen Abg. Giesberts( 8.): Die Stellungnahme der Regierung zu gewerbe. Es muß deshalb bei Erlaß der Bundesratsverordnungen auch die Schädigung des Familienlebens berücksichtigt werden, denn wesentlich dabei auch die Lohnerhöhungen in Betracht. Der unferer Interpellation und den Anträgen ist hocherfreulich. Fehlbetrag foll, wie belannt wie bekannt, durch eine Anleihe gedeckt und Gemeinden haben sich zusammengetan zur Bekämpfung der bei einer Arbeitszeit von 16-18 Stunden muß notwendigerweise werden. Was den Gtat bon 1908 anbelangt, so ist er wesentlich Arbeitslosigkeit. In der Tat tann unsere Industrie nur dann auch eine Schädigung des Familienlebens eintreten. Nicht minder dadurch beeinflußt, daß bei seinem Anfange in der wirtschaftlichen tonfurrenzfäbig bleiben, wenn sie über einen rüftigen und pflicht aber fann in dem Schiffahrts- und auch im Fuhrwerksbetriebe burd) Entwickelung ein Bellental von nicht geahnter Stärte eintrat. treuen Arbeiterstand berfügt, und dazu ist es nötig, daß Bersonen, die durch lange Arbeitszeit übermüdet sind, eine Gefahr Ein Staat wie Preußen, der sich zum Träger großer wirtschaftlicher die Arbeiter, für die heute Arbeitslofigfeit zugleich Gristen für den Betrieb und das Publikum entstehen. Auch hier' muz Betriebe gemacht hat, wird von einem folchen wirtschaftlichen losigkeit und Anhäufung bon Schulden bedeutet, gegen eine Marimalarbeitszeit die Uebelstände beseitigen. Den LandesNiedergange naturgemäß besonders betroffen werden. Wir die Wechselfälle der schwankenden Konjunktur einigermaßen Haben trotz der schlechten wirtschaftlichen Lage nicht An- gefchügt werden. Die Tarifbewegung, die in den legten Jahren fo cntralbehörden die Befugnis zum Erfaß eines Maximalarbeits stand genommen, 126 Millionen auszugeben für die Befier- große Fortschritte gemacht hat, wird hoffentlich diese wirtschaftliche tages zu geben hat den Nachteil, daß dann der Bundesrat um so stellung des großen Heeres unserer Beamten. Wir müssen daher Strifis ohne Schaden überstehen.( Bravo!) Das wäre die denkbar weniger zu Verordnungen, greifen, dies vielmehr den Landesumfomehr die geradezu agitatorische() Art bedauern, in der befte Apologie für den Tarifgedanken.( Sehr wahr! im Zentrum.) zentralbehörden überlassen wird, die sicherlich noch weniger Eifer von einzelnen Beamtentategorien ihre Wünsche auf Befferstellung Die vielen Betriebseinschränkungen führen naturgemäß zur Unter zeigen werden als der Bundesrat. Es wäre auch eine ungerechte Staat Beit erklären. 17 Lebius vor Gericht. sie mir nichts. Als weitere Beweismittel führte der Verteidiger die in der Broschüre Der gelbe Sumpf" Maßnahme, wenn in einem Industriebezirke, der sich über ver-( Nr. 41.) Entivurf eines Gesetzes betreffend die Bildung erivähnten Schriftstellers Mah. Um diesen Zeugen noch vor seiner schiedene Bundesstaaten erstreckt, für den einen Strat eine Ver- eines Zandarmenverbandes für die Jniel Helgo Vernehmung in den Augen des Gerichts zu diskreditieren, ließ der ordnung erlassen wird, die der andere Bundesstaat nicht für not- land. Angeklagte eine Broschüre gegen May schreiben, die so zustande kam: wendig erachtet. In diesem Falle schafft man nur eine ungleiche( Nr. 48.) Nachweisung der durch Kauf und Tausch vorgekommenen Er suchte durch Juferat einen Schriftsteller, der ein Werk schreiben Es meldete sich daraufhin ein Stellung der Arbeiter und auch der Fabrikanten, die ein Unrecht Flächenzugänge sowie der durch Verkauf, Tausch und infolge von sollte über Genie und Verbrechen. Schloffergefelle namens Rahl, der gegen die beteiligten Gewerbetreibenden enthält. Nid selten dürfte blösungen eingetretenen Flächenabgänge bei der Domänenverwaltung i unger im Jahre 1907( nebst Dentschrift). sich berufen fühlte, die Laufbahn eines Schriftstellers einzusich dann auch der eine Bundesstaat auf die Untätigkeit des anderen schlagen. Lebins wies Kahl an einige Personen, die ihm Material berufen. für sein Werk liefern könnten und der junge Schloffergeselle Von den Freisinnigen wird beantragt, daß bei Polizeimachte sich an die Arbeit. Als er die Broschüre fertig hatte und berordnungen die Unternehmer und Arbeiter gehört averben sollen. das Manuskript feinem seinem Auftraggeber, dem Kläger brachte, Abg. Manz( Freis.) erklärt sich gegen unseren Antrag, desgleichen dürfte Bebius aus dem Beleidigungsprozeß ziehen, den er gegen den komme nur darauf an, zu beweisen, daß May ein Berbrecher fet. Wer im Glashause sigt, soll nicht mit Steinen werfen. Diese Lehre müsse vieles gestrichen werden, denn es sagte dieser, da der Regierungsvertreter, der die Meinung vertritt, daß die Ar- Borwärts" eingeleitet hat und der gestern in der Berufungsinstanz beitszeit nur in ganz besonderen Fällen mit großer Zurückhaltung verhandelt wurde. Die Kennzeichnung, welche Lebius, der Mann Jezt stieg felbst dem bis dahin ahnungslosen Schlossergesellen der und Vorsicht beschränkt werden dürfte. Die Regierung müffe fich mit der bewegten Bergangenheit und der interessanten Gegenwart, Verdacht auf, daß er zum Werkzeug einer unfauberen Handlung gegen eine weitergehende Befugnis der Einschränkung der Arbeits- vor Gericht erfuhr, dürfte ihm schmerzlicher sein als dem Genoffen gemacht werden sollte. Aber als er Einspruch dagegen erhob, daß Weber die Strafe von 30 M., welche er tegen formaler Be- ein derartiger Mißbrauch mit seine Arbeit getrieben werde, war es bereits zu spät. Lebius hatte Stable Arbeit soweit zusammenMoltenbuhr verweist gleichfalls auf die( utachten des leidigung des Herrn Lebius zahlen soll. Reichsgesundheitsamts über die lange Arbeitszeit ist Fuhrwerks- wärts" im November vorigen Jahres. Der Artifel wies nach, das Arbeit in Druck gegeben. Sie trägt den Titel:" It may etc, Den Ausgangspunkt des Prozesses bildet ein Artikel des„ Bor- gestrichen, daß nur die Angriffe gegen May stehen blieben und die betrieb. Hier hat das Reichsgesundheitsamt in der langen Ar- eine kleine Zahl von Aktiengesellschaften, die zufammen 100 000 Ar- batte ihn Lebius zur Eile angetrieben mit dem Bemerken: Die Volksverderber?" Während Kahl noch an der Broschüre arbeitete, beitszeit keine gesundheitsschädlichen Folgen für dic: Kutscher im beiter befchäftigen, einen Reingewinn von 64 Millionen Mark er- Broschüre muß schnellstens fertig werden, denn wenn fie nicht vor Personenfuhrwert für vorliegend erachtet. Aber es besteht un- zielten, so daß also jeder einzelne Arbeiter jährlich 644 M. von aweifelhaft eine Gefahr für das Publikum, wenn das Fuhrwert feinem Arbeitsverdienst in die Taschen der Aktionäre hat fließen dem neuen Termin im Prozeß gegen Wermuth erscheint, dann must von Personen geführt werde, die nicht mehr die vole Spannkraft laffen müssen. Lebius, der ja was durch die Veröffentlichung für ihre Arbeitsleistung besitzen. Sehr eingehen b wendet sich seiner Briefe erwiesen ist in einem materiellen AbhängigkeitsRedner dagegen, daß vielfach nur für bestimmte Bezirke perhältnis zu den Unternehmern steht, fühlte fich natürlich verpflichtet, in die Schäden einer übermäßigen Arbeitszeit bestehen. Die Fälle feinem Blatt, Der Bund" unserem Artikel entgegenzutreten und zu„ be veröffentlichten Briefe her, deren Echtheit durch Zeugnis der werden sehr selten sein, und im übrigen hat der Bundesrat schon preßten Mehrwert entsteht. Lebius produzierte bei dieser Gelegenheit werden, daß die vom Kläger geleiteten gelben Vereine durch die weifen", daß der Unternehmergewinn nicht aus dem den Arbeitern abge- Adreffaten erwiesen werden kann. Durch diese Briefe soll beliesen heute die Befugnis, Berordnungen für bestimmte Bezirke zu er einen nationalökonomischen Unfinn, dessen sich ein Starlchen Mießnick er- preßten laffen. schämen würde, gleichzeitig verbrämte er feinen Artikel mit wüsten erhalten werden, während der Kläger die auf seiner Seite stehenden Abg. Pieper( 3.) tritt für die Regierungsuselage ein. Der Schimpfereien gegen den Vorwärts". Lebius bezeichnete die An- Arbeiter über die wahre Natur dieser Betwegung täuscht und ihnen Redner lehnt den Antrag unserer Parteigenossen urzeit ab, daß gaben unseres Artifels als be ivußte alichung", unver der Schutz des Familienlebens oder die Gefährdung, der Sicherheit chämte 2ügen des roten Segblattes"," Blöd- boripiegelt, in den Vereinen würden die Intereſſen der Arbeiter bertreten. Besonders verwies der Verteidiger auf den Brief an des Betriebes das Recht zum Erlaß der Verordnungen geben soll. iinn" usw. Die Tragweite der Bestimmungen lasse sich nicht übersehen. Als der„ Borwärts" auf diese Schimpfereien in fräftigem Ton Direktor Budde, wo der Kläger die Absicht befundet, die ihm Von den Abgg. Schmidt- Altenburg( Np.) un Bahn( natl.) antwortete und auch die nationalökonomischen Kindereien des Lebius folgenden Arbeiter unter der falfchen Flagge einer nationalDurch diese Beweisanträge wird dem Antrag unserer Parteigenossen zuge stimmt, der den gebührend kennzeichnete, lief dieser zum Kadi und verklagte unseren demokratischen Partei derjenigen Partei zuzuführen, welche die verantwortlichen Redakteur, Genossen Weber, wegen Beleidigung. werde die Periönlichkeit des Klägers gekennzeichnet, die angebotenen Intereffen der Unternehmer vertritt. Polizeibehörden nicht die Befugnis zum Erlaß der Verordnung gebius hatte die zweifelhafte Genugtuung, daß Weber bom Beweise würden also mindestens für das Strafmaß erheblich sein. Schöffengericht zu 30 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Gegen Schack( Wirt. Ver.) will sich seine Entsch eidung über den dies Urteil ist von beiden Parteien Berufung eingelegt worden. widersprach der Beweiserhebung. Entscheidung Der Verteidiger des Klägers, Rechtsanwalt Hennigfohn, Er berief sich auf den formalen fozialdemokratischen Antrag, soweit er den Schuh des Familien Lebius glaubte, eine Strafe von 30 M. reiche nicht aus, um seine Grund, daß Lebius nur wegen Beleidigung aus§ 185, nicht aber Lebens bezwedt, für die zweite Lesung vorbehaltım. verlegte Ehre wiederherzustellen, während Weber seine Berufung wegen Behauptung unwahrer Tatsachen Klage erhoben habe. Be Stadthagen( Soz.) hält die Zersplitter ang eines Teils damit begründete, das Lebius ein Mann sei, der bei Beurteilung züglich der angeführten, in der Broschüre„ Der gelbe Sumpf" verder Arbeiterschutzbestimmungen durch Polizeiverori mungen für sehr von Beleidigungen seiner Berson nicht mit demselben aöffentlichten Lebius- Briefe behauptete Rechtsanwalt Hennigsohn: bedenklich. Es habe sich schon bei den Verord ungen zur Be- stabe gemeisen werben tönne wie einwandfreie Die Briefe habe ein Fräulein Gerlach, welche bei Lebius angestellt fämpfung der Milzbrandgefahr und auch der für die Spiegelbeleganstalten herausgestellt, wie sehr eine allgemeine herordnung fehlt. gabe feiner Personalien einen interessanten Beitrag zur Kenn- Beweis dafür an, Vor der Berufungskammer lieferte 2ebius schon bei der An- war, diefem gestohlen und an den„ Borwärts" verkauft. Weber bezeichnete diefe Behauptung als erlogen und bot daß er Die Verordnungen der Bundesstaaten sind eine( Irschwerung, um zeichnung seiner Person. Er gab an, daß er evangelischer Redakteure die Briefe erst durch die Broschüre fennen gelernt und und die übrigen Borwärts" tricksam und schnell einen Schuß der Arbeiter her beizuführen. Religion fei. Er muß also neuerdings wieder in den Schoß der Abg. Becker( 8.) spricht sich gegen die sozialdemokratischen evangelischen Stirche zurückgekehrt sein, der er bor Jahren wie vorher nichts von denselben gewußt haben. Das Gericht lehnte fämtliche vom Rechtsanwalt Rosenfeld Anträge aus. Die Arbeiter sollten die Polizeibehörden mehr ein rheinisches Zentrumsblatt berichtete mit großem Applomb drängen, Arbeiterschutzverordnungen zu erlassen. Die Gelegenheit den Rücken fehrte und austrat. Also auch hier zeigt sich der gestellten Beweisantrage ab, weil sie unerheblich feien, da nur wegen formaler Beleidigung geklagt sei. wandelbare Charakter des Herrn Lebius. dazu wird durch die Regierungsvorlage gegeben. verleihen will. Bei der Abstimmung werden unsere Anträge abgelehnt. Angenommen wird ein Antrag Manz( Freis.), der bestimmt, daß vor Erlaß dieser Berordnungen die beteiligten Arbeiter und Gewerbetreibenden gehört werden; für den Erlaß von Polizeiverordnungen, die für einzelne Betriebe erlassen werden, soll außerdem der Gewerbeinspektor gehört werden. Die nächste Sigung findet am Freitag statt. Leute. " " " Geldmittel der Unternehmer -# Damit waren diefe Anträge der weiteren Erörterung entzogen. widerflage gegen Lebius erhob und zur Begründung derselben drei Aus der Verhandlung selbst ist mitzuteilen, daß Weber Rechtsanwalt Rosenfeld begründete die Widerflage und Artikel des Bund" heranzog, die sich in rohen Beschimpfungen des führte gegen die Klage aus, der Artikel, durch den sich der Kläger Borwärts" ergeben. Zwei der betreffenden Nummern find aller beleidigt fühlt, fei nur eine Erwiderung auf die vom Kläger zuerft dings nicht von Lebius verantwortlich gezeichnet, auch bekannte er ausgegangenen Beleidigungen gegen den Vorwärts". Es handele sich nicht als Verfasser der Artikel, so daß diefe damit für die Bider- fich um eine auf der Stelle erwiderte Beleidigfing, auch stehe dem flage ausschieden. Es blieb alio nur ein Bund"-Artikel übrig, inläger der Schuß des§ 198 zur Seite. Falls das Gericht überdem Lebius, der seine eigene Ehre für so empfindlich hält, schreibt: haupt zu einer Verurteilung fommen sollte, fei die von der ersten Wir wiffen ja, daß der Vorwärts" ein durch und durch ver- Instanz erkannte Strafe im Hinblick auf die Perfon des Klägers viel zu hoch. Es liege dem Vorwärts" fern, den Kläger wie dessen Vertreter sagte• politisch tot zu machen. Das könne schon deshalb Logenes Blati ist, daß er ein Lügenblatt ist." nicht gefchehen, weil Lebius längst politisch tot ist. unbegründet und beantragte eine höhere Bestrafung des Beklagten. Rechtsanwalt Hennigiohn bezeichnete die Widerflage als Das Urteil erging dahin: Die Verufungen beider Parteien werden verworfen. " Die Finanzkommiffion des Reichstags begam gestern ihre Webers Verteidiger, Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld, stellte Tätigkeit nach den Ferien mit der Beratung der Unterlagen, die das eine Reihe von Beweisanträgen, durch welche bargetan werden foll, Reichsschazamt zur Feststellung des Bedarfs, d. h. des3 Defizits, der daß Lebius eine Beriönlichkeit ist, zu deren Kennzeichnung felbst die Kommission auf deren Verlangen unterbreitet hat. scharfsten Ausdrücke nicht zu scharf find, eine BerfönZunächst trat die Kommission in die Prüfung der veranschlagten fichkeit, der gegenüber eine beleidigende Aeußerung nicht so zu werten Einnahmen für die Jahre 1909-1913 ein. Bei der Position ist wie gegenüber solchen Leuten, denen man nichts vorwerfen kann. 3ölle" ergab sich eine Debatte, die hauptsächlich die Sollum- Der Verteidiger bot Beweis an für folgende Tatsachen: Der Kläger gebungen bei Malzgerste betraf, die vielfach nur als ttergerite habe verzollt wird. Die Abgeordneten Erzberger und Sped bom Zentrum nahmen auf Einzelfälle derartiger Zollbinterzis hungen Bezug und forderten eine fchärfere Handhabung des Bollgesetzes, die das Reich vor den Mindereinnahmen bewahren, welche sich aus diesen Hinterziehungen ergeben. Auch die lage Braris in der Ausstellung von Einfuhrscheinen ward dabei moniert. gleichzeitig für Blätter verschiedener politischer Richtungen geschrieben. Das hat er selbst zugegeben in einer von ihm gefchriebenen Broschüre, betitelt:„ Erinnerungen eines früheren Sozialdemokraten". Weiter wurde unter Beweis gestellt, Kläger stände mit der Polizei in Beziehungen. Im Prozeß gegen Wermuth hat der Stläger behauptet, er stehe die moralische Qualität des Klägers, fie fämen hier nicht in Von der Seite der Regierung wandten sich Schaßsekretär Sydow fowie die Kommisfare Twele und khu der Angelegenheit zu, gaben einzelne gerügte Vorkommnisse zu, bestritten noch jetzt in Verbindung mit aber, daß diefe einen Einnahmeausfall von 30-40 Sillionen Mark zur Folge hätten. Die Abgeordneten Gamp, Graff Schwerin und Arendt wandten sich gegen die Auffassung, daß die Einnahmen des Reichs durch die gerügten Vorkommnisse bedei stfam betroffen würden. Müller Fulda und Genoffen beantragten: " Die Veranschlagung der Zolleinnahmen fül 1910-1918 um je 30 Millionen Mark zu erhöhen. Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag von derp Blodparteien gegen die übrigen Stimmen abgelehnt. Die anderen Einnahmeposten wurden sämtlich nach den Voranschlägen des Reichsichazamts belaffen. Bei der Aufstellung der Ausgaben wurden die Bitionen Aus wärtiges mt, Reichsamt des Innern, gleichsheer, Marine, Reichsfolonialamt, Boft- und Telegraphenberwaltung bis zur nächsten Sigung, zu der die Vertreter der betreffenden Refforts geladen werden follen, ausgefegt, die übrigen Etats unverändert belassen. Nächste Sigung Mittwoch vormittag 10 Uhr. Steuergesetzgebung. Wie mit großer Bestimmtheit verlautet, hat die Regierung die Absicht, die Gesellschaftssteuer forlage zurüd zuziehen und dafür eine Novelle zum Stempelster tergesetz einzubringen. angesehenen Führern der Sozialdemokratie. anderem: Der Artikel des Vorwärts" fei eine Entgegnung auf In der Begründung des Urteils fagte der Vorsitzende unter einen scharfen Artikel des Bund. Beleidigend feien im Vorwärts" Artikel die Ausdrücke, der Kläger verstehe von Nationalökonomie so Sammelfurium von Blödsinn zufammengestellt und die höhnische viel wie der Ochse vom Sonntag, er habe Blödsinn gefchrieben, ein Bemerkung, der Kläger müsse prämiiert werden. Da sich die Klage nur auf§ 185 ftüße, würde der Wahrheitsbeweis nur für das Straf maß von Belang sein. Die angebotenen Beweise bezögen fich auf Frage, da nicht seine moralische Qualität angegriffen, sondern ihm borgeworfen verde, er habe als Redakteur Blödsinn geschrieben. Wenn man auch dem Kläger in fittlicher Hinsicht Vorwürfe machen tönnte, so sei er doch nicht vogelfrei. Der Schus des§ 198 töune dem Redakteur, der teine eigenen Intereffen vertritt, nicht zugebilligt werden. Bei Formalbeleidigungen versage überhaupt der $ 193. Es handele sich nicht um eine auf der Stelle erwiderte Beleidigung, denn der Kläger habe den Vorwärts", aber nicht den Beklagten persönlich angegriffen. Immerhin tämen diese Angriffe strafmildernd für den Beklagten in Betracht. Die von der ersten Instanz verhängte Die Widerflage fet desStrafe bon 30 M. treffe das richtige. wie Das ist unwahr. Wie jeder anständige Bolitiker, fo haben fich natürlich auch die Führer der Sozialdemokratie längst von dem Kläger zurüdgezogen wurde. Der Kläger hat den Namen des Reichstagsabgeordneten Südekum als einen derjenigen Sozialdemokraten genannt, mit denen er noch in Verbindung stehen will. Durch das Zeugniß Südekums foll er wiesen werden, daß diefe Behauptung unwahr ist. Für die moralische Qualität des Klägers ist es fennzeichnend, daß er bewiesen werde könne gefagt hat: Moral und Humanität sind Mumpit, das Geld steht höher wie jede Moral, der Grundsatz der Journalisten ist: Wer uns am meisten zahlt, der hat uns. halb abzulehnen, weil der betreffende Artikel sich ebenfalls nicht gegen einen bestimmten Redakteur, sondern gegen den Vorwärts" im allgemeinen richtet. Dem Anschein nach nicht besonders erbaut von der ihm gewordenen Würdigung seiner Berjon verließ der geistige Führer der Gelben die ungaftliche Stätte. Witterungsübersicht vom 12. Januar 1909. morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Wetter Ferner foll folgendes erwiesen werden: Im Prozeß Lebius gegen Wermuth ist als Beweismittel gegen den Kläger eine Postfarte angeführt, deren Inhalt einer Grpreffung gegen den Schriftsteller Wah sehr ähnlich gesehen hat. Nach jenem Prozeß habe Frau Bebius die Frau Mah zu bewegen verfucht, fie möge auf Herrn May in dem Sinne einwirfen, daß er, wenn er als Beuge in dem Brozeß Lebins gegen Wermuth vernommen wird, aussagt, er habe fich überzeugt, daß die betreffende Karte nicht von Lebius veranlaßt sei. Als Frau May es ablehnte, ihren Mann zu einem falichen Zeugnis zu bewegen, drohte Frau Lebius, ihr Mann werde sofort die alten Swmembe. 745 SSW 5 bedeckt Angriffe gegen Mah wieder aufnehmen. Im gamburg 745 5 Prozeß Lebius gegen Wermuth sagte der Kläger, er habe einen Berlin Aus dem Reichstag.( 8u Nr. 1069) pH betisches n- Schriftsteller Schmidt, der Mitarbeiter der Dresdener Bolts Franti.a. 754 haltsverzeichnis aum Reichshaushaltsetat für geitung" ist, ersucht, ihm das Rechnungsjahr 1909. Druckfachen. fönne. Material über interne Angelegenheiten der Redaktion der " Dresdener Volkszeitung" zu liefern, Temp. n. C 11 Stationen Hot Do9 Barometer stand mm Winds 3 Haparanda 724 SW 8 bedeckt 5 Petersburg 746 S 758 Lafferstands- Nachrichten richtung WinMtärfe Betfer Temp. n. 6. HoP B09 DIGOO 6 bedeckt 0 4 bedeckt 4 bebedt ber Landesanstalt für Gewässerlunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferstand 9 0 748 66 4 bebect 8 Scilln 5 bedeckt 4 berbeen 741 WSW 5 Schnee Münden 75- SW 5 bedeckt 2 Baris 759 S 3 bededt 8 Bien 760 Still Schnee- 6 Wetterprognose für Mittwoch, den 13. Januar 1909. ( Mr. 1101) Uebersicht über die Bauausfüh cungen und Etwas milder, vielfach heiter, jedoch sehr unbeständig mit Regen, Beschaffungen der Reichseisenbahnverwaltung. ( r. 1102) Bundesratsbestimmung betreffend die Einrich welches der Kläger in einem Prozeß gegen dies Blatt verwenden Schnee- oder Graupelschauen mit starten, später nachlassenden nordwesttung und den Betrieb der Buchdrucktereien und Material gegen Bezahlung geliefert. Diese Behauptung des Klägers Der Kläger behauptete auch, Schmidt habe ihm solches lichen Winden. Schriftgießereien. ( Mr. 1103) Bundesratsbestimmungen über den Betrieb der An- ist unwahr. Er hat zwar an Schmidt 10 M. bezahlt, die jedoch zur Dedung einer alten Schuld, die er an Schmidt hatte, lagen der Großeisenindustric. ( Nr. 1105) Entwurf eines Geieges zur Abärtberung des dienten. Jetzt hat sich herausgestellt, daß der Kläger in dieser Reichsgefeges wegen Beseitigung der Doppel- Angelegenheit noch viel weiter gegangen ist. Der genannte Schmidt hat früher für eine vom läger herausgegebene besteuerung vom 13. Mai 1870. ( Nr. 1108) Bufammenfaffung, Sachregister, Jufäge und Be Beitung eine Notia gefchrieben, durch welche fich die memet, Tilft Polizei beleidigt fühlte In dem deshalb eingeleiteten Straf Bregel, niterburg richtigungen des Denkschriftenbandes zur Begründung des Ent- verfahren hat Lebius, tie es sich für einen anständigen Re- eifel, Shorn wurfs eines Gefezes betreffenden berungen, im Finanz- batteur von selbst versteht, den Namen des Verfassers nicht genaunt. Oder. Ratibor to esen". Au& bem preußischen Abgeordnetenhause. Jest aber, nachdem Schmidt als Benge gegen ihn benannt ist, hat Lebius an das Polizeipräsidium in Dresden geschrieben, Staatshausbalisetat für das Etatsjahr 1909, dazu 2 Bände Anlagen". daß Schmidt der Verfasser jener Notig ist. Falls die Sache nicht allgemeine Rechnung über den Staatshaushalt für fchon verjährt ist, wird Schmidt nachträglich für jene Notiz büßen das Etatsjahr 1905( nebst Anlagen). müssen, da ihn ber Seläger als Verfasser denunziert hat. Uebersicht von den Staatseinnahmen und Aus- Wenu sonst nichts gegen den Kläger vorläge, so würde diese gaben mit dem Nachweise von den Etatsüberschreitungen Handlung allein genügen, ihn aus der Gemeinschaft aller an und der der nachträglichen Genehmigung bedürjenden außer ständigen Menschen auszuschließen. Weiter dient .tatsmäßigen Ausgaben für das Etatsjahr 1907 folgender Fall zur Stennzeichnung des Klägers: In seinem Prozeß # 0 Stroffen Frantiurt Barthe, Schrimm Landsberg Rese, Bordamm Elbe, Reitmerit Dresden Barby Magdeburg cm) 74+4 ant 11. 1. 10. 1. feit em cm¹) 261)+5 33) 4-6 128)++- 6 90-18 51-114 -15 40-2 -228°)-2 183)+-2 26-+- 4 1379)+29 134 4-6 699)-8 834) Wasserstand Saale, Grochlis Havel, Spandau) Rathenow 2) Spree. Spremberg) Beeskow efer, Münden am feit 11. 1. 10.1. cm 65+4 77+5 72 62 -97 Minden 50°) Rhein, Maximiliansau 290 Staub 82 Köln 56 Redar, Heilbronn 35 101 32 1) Eisstand. 9+ bedeutet Witchs, Fall. Main, Wertheim Mosef, Zvicr ( Nr. 40.) I. Berzeichnis der... eingegangenen Petitionen. gegen Wermuth war Bezug genommen auf das Zeugnis des schon 9 teilweise cisfrei.) schwaches Treibeis. 2) Unterpegel. LeipzigerStr.50 Esders& Dyckhoff 25% Spezialhaus für moderne Herren- und Knaben-Kleidung. Inventur- Ausverkauf. Ermäßigung auf sämtliche Restbestände aller Läger. 1. Ziebung 1. Kl. 220. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 12. Januar 1909, vormittags. Nur die Gewinne über 50 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 1[ 10] 139 60 657[ 800] 752 82 922 1037 156 311 521 93[ 400] 851[ 100] 967 2052 182 112 371 3206 47 397 440 613 48 720 84 4165 252 60 375 428 883 998 5016 147 242 359 475 78 612 44 822 6264[ 200] 403 593 664[ 100] 740 83 7038 118 33 306 547 714 20 807 52 69 8122 886 594 615 36 72 93 98 807 89 990 9115 825 53 444 551 693 10130 523 79 620 42 826 11265 482 974 12021 227 304 576 682 802 9 13079 179 91 319 386 988 14153 906 726 7 927 15005 127 92 420 64 628 33 55 804 901[ 100] 74 16163 99 287 431 639 821 74 987 17871 18346 780 848 999[ 200] 19057 93[ 100] 347 92 491 691 732 815 20033 54 220 34 87 594 655 700 26[ 200] 28 866 969 21108 489 589 686 937 22193 783 23301 581 82 606 52 819 45 69 937 24382 93 510 604 738 39 883[ 100] 917 29 25276 891 93 26103 276 89 344 510 23 43 91 681 85 763 79 829 27096 194 515 65 417 691 727 874 28105 878 419 509 51 TO 854 29347 416 594 685 739 887[ 100] 687 709 879 144030 176 403 838 956 75 145000 160 360 15 56 82 85 948 146138 990 775 147467 550 93 766 148082 279 570 609 149349 500 45 71 906 150222 89[ 100] 722 151028 80 248 419 34 73[ 100] 612 46 738 832 915 152027 220 95 310 29 667 748 74 872 903 13 99 153223 646[ 100] 870 91 154144 226 62 93 47 674 779 810 155113 64 339 82 741 53 77 866 156430[ 100] 98 686 88 752 985 157045 174 490 629 71 897 930 158310 577 809 904 60 159063 212 53 16 359 99 439 560 639 798 906 160052 67[ 200] 427 557 682 161100 574 445 518 767 74 814 927 67 162090 155[ 200] 243 478 617$ 8 788 163573 678 164613 22 165167 71 261 66 800 74 428 551 830 004 166009 52 167 205 314 72 495 552 73 696 889 167003 62 157 77 446 869 948 96 168015 346 483 60 95 533 683 169261 401 41[ 200] 91 532 64 861 170082 215 491 593 601 723 843 909 26 171053 185 212 55 871 547 915 172056 83 182 87 273 304 501 [ 400] 638 715 20 990 173013 99 125 48 65 66 78 95 338[ 100] 61 595 698 174198 329[ 2001 436 894 95 955 175194 544 624 810 176153 60 84 255 459 517 634 725 61 808[ 100] 177020 248 417[ 100] 851 937 178392 413 76[ 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100] 49360 573[ 200] 680 99 708 819 48 83 943 50226 78 98 835 55 51054 69 104 396 412 69 762 907 52333 826 53103 54 793 821 947 54003 84 95 196 292 562 628 828 55004 13 125 288 337 56 500[ 100] 723 58 56053 93 117 71 255 61 514 58 617 21 708 56 74 929 57272 380 425 51 68 839 58126 67 683[ 200] 59093 108 288[ 100] 847 698[ 100] 816 60005 246 53 359 418 529 49 677 757 61287 466 89 574 903 62025 92 126 50 462 90 563 81 899 63810 88 [ 100] 02 494[ 100] 518 49 708 98 64119 254 858[ 100] 69 427 592 622 781 806 65099 135 502 38 66361 681 774 67146 256 747 97 893 68077[ 100] 473 514[ 100] 05 617 47 77 917 69058 284 325 89 892 948[ 100] 70 70001 280 428[ 100] 598 716 71322 428 564 69 793 373 72051 105 62 213 808 91 401 89 547 811 73024 63 64 112[ 100] 53 518 75 85 617 938 74248 53 98 928 507 14 23 88 75110 28 339 745 835 53 76163 238 38 52 507 650 94 864 77374[ 100] 448 799 888 918 78237 353[ 100] 424 90 693 706 79240 308[ 100]$ 1 667 68 796 928 80083 177 434 529 66 98 814 941 55 81076 170 71 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Expedition, Lindenstraße 69, Laden. 420 505 951 190621 716 811 93 994 191063 301 404 544 79 773 192167 90 239 534 56 643 62 193047 310 78 87 538 44 651 194236 534 195084 487 579 718 41 848 196019 57 140 54 431 510 710 875 197036 90 95 264 69 341 650 90 856 66 198179 273 336 04 603 711 815 46 959 199813 80 585 849 200050 277 760 811 201040 328 85 487 588 652 706 951 202033 327 52 56 432 203020 25 111 204063 256[ 100] 93 319 416 82 850 998 205002 155 292 334 45[ 200] 48 86 468 587 997 206109 250 86 456 663 207043 190 311 418 506 87 667 80 92 208138 231 876 413 540 835 005$ 5 59 209105 426 55 546 99 808 937 210213 347 97 488 879 97 955 211148 289 517 24 634 212516 646 53 861 908 53 63 213201 514 91 781 819 214062 175 249[ 300] 338 742 44 877 215218 35 532 59 618 98 918 216013 33 128 415 620 808 971 217091 114 15 244 304 54 70 432[ 100] 570 642 218026 50 152 262 840 482 582 622 82 700 13 811 219038 148 284 828 461 75 671 791 832 53 79 220106 57 510 472 970 221087 544 753 864[ 400] 222006 27 275 310 666 800 74 987 223003 136 50 94 96 281 583 607 25 27 766 830 34[ 100] 960 224000 64 169 440 74 713 22 835 956 225030 636 810 226011 218 ST4 540 695 992 227078 228 525 52 683 750 837 88 228031 58 107 243 411 513 61 84 683 74 702 81 229211 25 398 615 230514 69 779 641 827[ 100] 955 231105 50 335 488 640[ 100] 63 707[ 200] 847 232077 278 79 353 489 [ 100] 98 564 668 845 233087 148 73 573 97 664 99 775 [ 100] 803 987 234001 14 152 200 344 441 603 849 927 [ 100] 235016 167 254 317 594 625 828[ 500] 36 970 236128 48 316 468 686 788 967 237013 106 204 86 441 801 238836 74 900 239124 268[ 100] 287 430[ 100] 57 797[ 200]. 240022 266 406 79 664 887 994 241075 540 816 977 242124[ 100] 87[ 100] 265 471 662 92 243290 S70 442 539 720 853 244085 279 485 543 245010 275 407 501 626 28 246068 210 69 508 54 414 513 605 247058 110 272 384 564 676 88 988 248023 161 204 306 79 614 923 249058 209 452 87[ 400] 678 703 830 250080 170 333 46 823[ 2001 251025 176 376 95 400 40 543 872 252183 325 597 253050 97 117 502 60 624 831[ 1000001 905 25 254160 384 510 768 255037 62 122 54 225 480 86 527 635[ 100] 91 741 256884 257033 144 343[ 100] 52 547 000 832 40 50 71 258127 71 327 79 444 708 815 911 73 259007 147 245 74 324 578 698 839 260129 35 238 401 69 504 31 719 848 945[ 100] 261: 40 676 858 988 262043 189 253 331 46 754 829 979 263010 16 83 245 48 65 524 657 815 953 264137 94 662 990 93 265104 467 99 726 875 266042 487 535 64 663 742 945 65 267206[ 400] 376 507 611 798 885 268069 205 37 97 562 721 812 269052 121 214 34 74 92 381[ 300] 606 713 40 972 270148 503 829 271012 272 552 99 272501 834 38 273272 503 53 86 080 772 842 55 919 67 88 274007 192 296 329 428 595 633 56 58 788 45 62 73 99 856[ 200] 963 275239 51 461 78 765 276015 95 209 309 625 855 89 965 277084 129 42 344 659 80 278048 146 357 733 822 53[ 300] 74 279004[ 100] 657 855 60 969 280034[ 3001 85 94 123 259 338 480 720 917 76 281063 312 16 27 53 410 579 756 882 282107 283091 130[ 200] 318 528 814 77 284109 577 745 285217 83 [ 200] 390 334 286188 203 5 13 26 417[ 100] 558 636 736 [ 100] 56 287186 598 631 Pfandleihhaus Schönhauser Hermannplay 6! Bieltaufender Groß- Berlins Einlaufsportell! Nielen auswahl Winterpaletots! Sadett anzüge! Gebrodanzüge! Herrenhofen! Burschenfachen! Brautgeschenke! Wanduhren! Taschenuhren! Goldsachen! Plüschtischdecken! Steppdeden! Gardinenauswahl! Teppich bettbeden, auswab!! Wäscheauswahl! Betten- stoffrefte auswahl! Pfandleihhaus Hermann Mauerhoff, Große Frankfurterstraße 9, plaz 6. Sonntags ebenfalls geöffnet. Fiureingang. C. S., Amrunerstraße. Bertaufsstelle der Firma Hermann Schlesinger, Herren- und StnabenKonfektion für den Weddingstadtteil, befindet sich Reinickendorferstraße 48. Beste Baren. Feste Preise. 1556K Monatsanzüge und Winterpaletots, Soppen von 5 Mart sowie oren Don 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Brads von 2,50, sowie für forpulente Die 16005 1. Ziehung 1. Kl. 220. Kgl. Preuss. I otterție. Ziehung vom 12. Januar 1909, nachmittags. Nur die Gewinne über 50 Mark sind den betreffen den Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten 626 763 21 14 25 226 597 786 830 83 971 1148 73 344 418 83 2:39 97 303 515 791 855 3273 86 309 400 88 554 4054 57 96 159 224 68 706 47[ 100] 5014 17 69 126 49 53 940[ 200] 6054 502 7064 456 613 44 90 702 74 966 8090 325 84 97 579 614 304 10 9043 390[ 100] 513 10063[ 100] 400 24 68 540 648 834 11224 49 98 427 [ 200] 9 719 12029 110 37 38 42 233 362 457 597 653 813 53 13011 243 66 99[ 100] 313 31 558 626 33 769 92 914 20 78 14115 20 375 481 578 614 715 15012 149 234 318 Sa 71 594 767 816 937 16306 17077 350 500 717 25[ 100] 817' S8 944 89[ 200] 18079 114 423 47 72 735 816 18 99 976 19165; 920[ 100] 86 499 551 66 645 982 20122 393 504 93 21240 74 495 573[ 400] 22027 58 160 332 78 602 963 23101 56 57 320 46 604 783 843 24350 51 461 923 25 61 25035 171 225 411 718 15 981 26072 345 47 530 738 854 933 27175 84 210 79[ 1047 624 28337 52 820 77 29359 564 677 990 95[ 100] 98 30282 516 32 728 944[ 100] 66 31011 107 82 95 35 1 75 524 745[ 100] 32278 342 405 576 675 917 33089 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Aber etwas wie ein Fluch sinnlose Furcht vor dem Ausbruch von Epidemien, denen man hat auf ihrem Tun gelastet- der Fluch der Knechtseligkeit durch Zulassung neuer Menschen nur neue Opfer darzubieten der anderen, der den Corso Vittorio Emanuele von Messina ihrer Ankunft zu Ehren fegen und den Hilfsfürchtete. Diese Angst ist zum großen Teil der Unwissenheit plag aufräumen ließ! Jene Knechtsfeligkeit, die Salven abentsprungen. Die zahllosen verwesenden Leichen waren eine geben wollte, als die„ Savoia" in den Hafen der Gefahr für die, die sie anfaffen mußten, also für die sterbenden Stadt einlief! So war der König gegen seinen Auch gegenüber der zerntalmenden Macht der Natur ist Soldaten. Im übrigen bildeten sie, bei dem durch die Jahres- besten, edelsten Willen ein Hemmschuh, weil man immer ihn der Mensch groß, wenn er, sein Leben mißachtend, der Zer- zeit gegebenen Mangel an Fliegen, keine Gefahr. Fälle von informieren wollte, immer um ihn schartenzelte. Die Königin störung spottet; er ist groß, wenn das unermeßliche Leid der Tetanus hat es nicht gegeben, was wahrscheinlich dem Fehlen soll, in Verkennung der wirklichen Verhältnisse, ein Panzeranderen die Schranken seiner Selbstsucht durchbricht und er von Ackererde zu danken ist. Nichts bietet Veranlassung, den schiff entsandt haben, um Milch für die gerettetent sich selbst und sein Gut hingibt für die leidenden Brüder. Ausbruch einer Typhusepidemie zu fürchten- allgemeine Kinder zu besorgen! llebrigens Uebrigens hat sie sie Lag und Viel Kleines und Wertloses kehrt solche Statastrophe aus dem Erschöpfung hat viele aufs Krankenlager geworfen, aber Nacht Pflegerinnendienste getan, hat, wie mir von AugenMenschenherzen fort und bringt die in der Tiefe schlummernde diese wäre geringer gewesen, wenn man der Stadt neue Frei- zeugen verbürgt wird, nachdem sie alle verbunden hatte, heilige Solidarität an die Oberfläche, die in jedem Menschen- willige des Rettungswertes zugeführt hätte. sich an die Nähmaschine gesetzt und Hemden genäht. Sie ist antlig des Bruders Antlig sieht, in jeder Menschennot die Not Zu beklagen ist auch, daß die Wasserversorgung von einer Delirierenden verlegt worden, so daß sie Blut gedes eigenen Leibes und der eigenen Seele. Die unerhörte ungenügend war. Bis zum 6. kann ich als Augenzeuge ber- spuckt hat. Wenn man ihr dafür eine goldene Medaille anKatastrophe vom 28. Dezember hat nicht vergebens an die sichern, daß Wasser gefehlt hat, als Brot und Fleisch schon bieten will fann sie dafür? Kann sie dafür, wenn es der Herzen gepocht: Ströme des Erbarmens, tausendfache Todes- da war. Wasser fonnte man aus Neapel schicken, genug, Knechtsseelen so viele gibt, die die Höhe ihrer Menschlichkeit verachtung hat sie freigelegt. Der Aermste der Armen hat seine um den Durst zu löschen. Unfaßlich scheint auch, daß man nicht sehen über der Höhe ihrer sozialen Stellung? Hand aufgetan, sogar die Sträflinge in den Gefängnissen nicht einen gewaltigen Scheinwerfer beschaffen konnte, der die Was da von dem„ Berliner Tageblatt" über haben ihr Scherflein gegeben, aus dem Vatikan, von wo Trümmer nachts beleuchtete. Taufende hätte man retten ein Königswort gesagt wird, das das Unheil als Leo XIII. sonst nur seinen Segen zu schicken pflegte, fönnen, wenn man in der Stille der Nacht gesucht hätte.„ Strafgericht" bezeichnet,\ fo handelt es sich hier um sind Ströme von Geld gekommen. Königin und König waren Auch haben mir Sachverständige erklärt, daß einen Mißgriff in der Uebersehung: Der Könsg hat die tagelang auf den Stätten der Dual und haben ihren guten die Marconistation am 30. Dezember hätte Worte:„ strage" und flagello" gebraucht:„ MassenWillen in persönlichen Opfern dargetan, denen sich jeder in in Funttion treten tönnen, wenn die Marine- vernichtung" und" Geißel". Das zweite Wort hat wie so Hochachtung neigt. Alle haben auf ihrem Posten gearbeitet, be hörden nicht durch widersprechende Be- viele einen religiösen Ursprung, wird aber für jedes große gehungert und gedurftet, da ist kein Regiment, da ist kein fehle die zweckmäßigen Maßnahmen ver- Unheil gebraucht. Viktor Emanuel III. ist notorisch völliger Stand, der nicht in den unersättlichen Schlund der Ver- eitelt hätten! Freidenker warum soll man in seinen Worten einen nichtung neue Opfer geworfen hätte, die das Rettungswerk Also die Hierarchie mit ihrem hundertzähnigen Gefüge religiösen Sinn suchen, angesichts eines Schauspiels, das nur heischte. war ein Hemmnis, wie das Privateigentum, wie die ertötende rrsinn oder Teufelsglaube einem allmächtigen Wesen zur Warum war denn aber die Hilfsaktion so unzulänglich? Sentralisation. Ja, selbst das Verantwortlichkeitsgefühl des Last legen könnte, einem Wesen, niederträchtig genug, dies Den Kritikern, die in der übergroßen Mehrheit nicht in Stommandanten eines italienischen Kriegsschiffes war ein Entsetzliche geschehen zu lassen, wenn es das Entsetzliche verMessina waren, möchte ich antworten: möchte ich antworten: Geht nach Hemmnis, als es ihn hindern wollte, seine Mannschaften in hindern fonnte. Messina! Seht diese Stadt an, die wie in einem Riesen- den lodernden Trümmerhaufen zu schicken. Der Kommandeur Die Gottesdiener fühlen das Schiefe ihrer Stellung. mörser zerstampft ist, ohne Telegraphen, ohne Eisenbahn, ohne hatte vergessen, daß ihm nicht nur das Leben, sondern auch Ich habe in ganz Messina nur zwei Priester gesehen: einen Behörde, ohne Licht, ohne Wasser, ohne Brot, diese Stadt, in die Mannesehre seiner Mannschaft anvertraut war und daß Prälaten, der Waisen sammelte, und einen Laienpriester, der der man für vielleicht 40 000 eberlebende sorgen und ohn- diese Mannesehre gebot, in den lodernden Trümmerhaufen den Kranken beistand sonst keinen in der bisher an mächtig ringen mußte um das Leben von anderen 40 000 zu gehen, um Menschen zu retten. Ein Matrose versicherte Schwarzröcken so reichen Stadt. lebendig Begrabenen. Wo ist ein Menschenhirn, in dem mir, daß sie gemeutert hätten, wenn man sie nicht hätte Die Kritik ist eine Funktion der Presse. Uns kann sich die Bedürfnisse einer solchen Stadt synthetisch gestalten ausschiffen lassen! niemand im Verdacht haben, mit besonderer Begeisterung das können? Wer kann die psychische Anomalie der Ueber- Aber welche Zentralleitung hätte die in diesen Tagen Werk der italienischen Behörden zu beurteilen. Wir haben in lebenden in Rechnung setzen, die doch ebensogut eine Folge begangenen Mißgriffe nicht begangen, wenn vielleicht auch diesen Tagen hundertmal dem Golde geflucht, dessen Zauberdes Erdbebens war wie das Versagen der Gas- und Wasser- in geringerem Maße? Noch nie ist eine Regierung vor eine macht sich zwischen den Elan der Hilfsbereiten und die leitungen? Die Ueberlebenden haben in der weiten Hilfs- folche Aufgabe gestellt worden handelt es sich doch um ein Opfer stellte. Aber in den Chor der Angriffe gegen die Beaktion fast völlig versagt, in stumpfer Apathie haben sie dem Unglück, das seines gleichen nicht hat in der Geschichte der hörden kann ich nicht einstimmen. In ihn kann nur der einRettungswerke zugesehen und sich nur wie halsstarrige Tiere Menschheit. Man ziehe ruhig die Lehre aus diesem Furcht stimmen, der entweder feine Vorstellung hat von dem Uebergewehrt, wenn man sie von ihrer Heimatstätte wegführen baren: daß die Hierarchie nichts taugt, daß dem Chaos die maß der Vernichtung oder in dem Wahne lebt, eine Gesellwollte. Wer konnte, bei dem Mangel an sozialer Erziehung Einzelleistung angemessener ist, die Hand in Hand schaft könne ihre kapitalistische Wesenheit durch einen Willensder Sizilianer, die in die Schule der Pfaffen und der Barone gehen muß mit der organisierten Aftion, die z. B. die Lebens- aft abstreifen, könne die Schwerkraft ihres Privateigentums, gegangen sind, verhindern, daß sie das Brot und Wasser ver- mittelversorgung erheischt. Mehr Schiffe wären nötig ihrer Hierarchie, ihrer Disziplin aufheben. Das kann sie geudeten, so lange sie es hatten, wer konnte die Lähmung gewesen und weniger Truppen. Mehr Feuer nicht. Gehemmt von dieser Schwerkraft, haben die italienischen des Grauens aufheben, die in den Muskeln und Hirnen der wehrmannschaft und weniger Infanterie. Behörden das Ihre getan, unfähig, den ungeheuren AnMessinesen lag und sie erbarmend der Welt des Leids ent- Mehr Aerzte, mehr Verbandszeug, mehr forderungen zu genügen, wie jede andere Regierung es dem rückte, aber sie auch in der Welt der Tat muglos machte? Deden. Aber man vergesse nicht, daß alle Hilfsleistung an überwältigenden Geschehnis gegenüber gewesen wäre. Hat da ein Journalist herausgefunden, daß in San ein Werk gesetzt war, dem teine Menschenkraft geFrancisco die Hilfsaktion besser gewesen sei! Ja, das nügen konnte, daß die Bergung eines einzelnen oft Messina, 12. Januar. Die Erdstöße dauern an, ohne Unglück an der Meerenge von Messina war mehr als vier Tage erfordert hat, daß dieser einzelnen viele Behn- indes die Bevölkerung, die jetzt an die Erdschwankungen gehundertmal größer als das von San Francisco. Um Ana- tausende waren, daß beständig neue Erdstöße die Arbeit wöhnt ist, in Schrecken zu sehen. logien mit der amerikanischen Stadt zu haben, gehe man wieder zunichte machten. Man vergegenwärtige sich die " Rom, 12. Januar. Wie aus Messina gemeldet wird, werden die Rettungsarbeiten eingestellt, da keine Hoffnung mehr vorhanden ist, noch Lebende zu bergen".( In Reggio wurde heute noch ein dreijähriges Mädchen lebend aus den Trümmern gezogen!!) nach Canitello, nach Bagnara, nach Dutzenden von unermeßlichkeit der Zerstörung, die Haushohen Schutthaufen, Messina, 12. Januar. Die Ueberlebenden der Erdbebenkatastrophe Drten, die mehrere tausend Tote hatten nicht nach Messina, in deren Fundamenten vielleicht noch Menschen lebten, den sind bemüht, den Handel wieder aufleben zu lassen. Gestern wurden das jeden Vergleichs mit San Francisco spottet. Was soll germalmungsgang des Todes über Messina und Reggio! von den Kais die Trümmer weggeschafft. Wagen und Mietskutschen solche sinnlose Stritit? Jede, jede Regierung mußte hinter den Anforderungen der verkehren wieder. Das Haus Cefaniello Sorrentino beförderte auf Ich habe schon gesagt und wiederhole es, daß die Sorge Stunde zurückbleiben, um so mehr im privatkapitalistischen dem Wasserwege 30 000 Stiften Zitronen. Andere Handeltreibende um Geld und Geldeswert, die panische Angst vor den Regime, wo die Sorge um den Besitz neben die Sorge um berfahren ebenso mit verschiedenen Waren. Man wünscht vor allem, Plünderern ein Fluch war für Messina. Dafür mache man Menschenleben trat und treten mußte. Die größte organi- daß der Hafen von Messina wiederhergestellt werde, wie er vor dem aber nicht die Behörden verantwortlich, die nicht aus der satorische Straft unserer Zeit wäre an dieser Aufgabe zunichte Erdbeben gewesen ist. moralischen Atmosphäre heraustönnen, in der unsere Gesell- geworden. Zyklopenarbeit fann fein Mensch verrichten. Man schaft lebt. Dafür ist die bürgerliche Gesell erspare also die wohlfeile Stritit; denn nicht immer war der schaft als solche verantwortlich, die das rechte Mann am rechten Platz, aber mit ganz geringen AusMenschenleben nicht ein für allemal als das nahmen hat jeder seine Schuldigkeit getan, auch an den höchste Gut empfindet, die in dem Eigentumsrecht höchsten Stellen: schwere Pflicht in schwerer Stunde. Ein Auskunftsbureau ist gegründet worden, bei welchem Erein heiliges Recht sieht, das auch auf dem Trümmerhaufen Nun ein Wort über die Arbeit einzelner. Zunächst fundigungen eingezogen werden sollen. Gestern stießen die Rettungseiner Stadt noch seinen Thron hat. Diese Wertmaße, die in der Russen, der legendenhaften Retterlegion von Messina. In mannschaften auf die Leichen von 60 Arbeitern einer Petroleumraffinerie. Die Zeichen waren bereits start in Verweiung überder Struktur unserer Gesellschaft liegen, fonnten die im ihren weißen Leinenanzügen, start wie Bäume, geschmeidig raffinerie. Die Zeichen waren bereits start in Verweſung übergegangen. Das Zentralhilfskomitee beschloß auf Antrag seines Vorprovisierten Behörden Messinas nicht abschütteln, hat sie wie Katzen, habe ich sie noch an der Arbeit gesehen: auf figenden, des Herzogs von Aosta, die Flüchtlinge aus Calabrien und doch der„ Avanti" nicht abschüttteln können, haushohen Trümmerhaufen, sicher wie in einem vertrauten Sizilien fobald als möglich in ihre Heimat zurückzubefördern. Es als er aufforderte, die Plünderer nieder- Element, tapfer, als hätte der Tod keine Schrecken für sie. wies ferner den Betrag von 500 000 Fr. an, um den geflüchteten zuschießen wie Schatale. Jede Gesellschaft mit Privat Sie waren in Augusta, als das Unglück geschah und waren Arbeitern die Wiedererlangung von Stellungen zu erleichtern, ferner eigentum muß einerseits die Gier, andererseits die Abwehr als erste zur Stelle. Ihnen sind mehr Rettungen zu eine Million zur Errichtung von Baracken in den beschädigten OrtSie haben fünf Stockwerke er- fchaften und 200 000 r. als Beihilfe für die Waisen, gegen die Plünderer entfesseln das ist die Schwerkraft der danken als allen anderen. Das bisherige Ergebnis der Leipziger Sammlungen für SüdDinge. Daß man tatsächlich Plünderer erschossen hat, erklärt flettert, haben Kinder und Frauen herabgelassen, haben Tag italien beträgt 48 374 M. einschließlich der Spende der Stadt sich psychologisch in einem Lande, das seit 20 Jahren keine und Nacht gearbeitet, in Gruppen von 10 und 12. Das sind Leipzig in Höhe von 10 000 m.- Die Luxemburger AbgeordnetenTodesstrafe mehr hat- aus dem Umstand, daß der Tod in herrliche Menschen," sagte mir eine alte Dienstmagd in der fammer bewilligte 10 000 Francs. Der spanische Finanzminister Messina etwas so Alltägliches war, da ja Leiche an Leiche lag. bilderreichen Sprache der Insel, Menschen der Tat und des hat in der Kammer einen Antrag auf Gewährung eines Kredits von Eine ehrende Erivähnung verdient hier der Leutnant Paleologo Mutes. Wer ihnen Schlechtes nachsagt, begeht eine Gottes- 200 000 Befetas für die Geschädigten in Messina eingebracht. in Reggio, dem die Aufsicht über 150 meuternde Gefangene lästerung. Ich weiß nicht, wer ihnen das Heldentum gab, anvertraut war. Er ging allein zu ihnen und sagte: aber folange ich lebe, werde ich ihrer nicht vergessen." Die " Ich habe Befehl, zu feuern, aber ich kann nicht. Ich Russen arbeiteten Tag und Nacht, unbeschwert durch jede werde Euch Brot und Wasser geben lassen." Und die Meuterer Hierarchie, gleichsam ihrem eigenen Instinkte überlassen. Sie wurden ruhig. waren gut mit Hauen und Stricken versehen, hatten HandWas die Aktion der Behörden betrifft, so ist ein schuhe, die sie vor der Infektion schützten( während die Italiener großer schwerer Fehler begangen worden durch die 3entra ohne Handschuhe arbeiten mußten), und wechselten sich regel- In der Notiz über:" Die Krise in der holländischen Partei" Lisierung. Zentralisieren fann man, wo Drdnung ist mäßig ab, sodaß sie immer bei Kräften waren. Sie sind findet sich ein Saß, daß Troelstra das Streitrecht für Staatsbeamte nur die höchstentwickelten Drganismen haben eine weitgehende recht der Beweis dafür, was individuelle Tüchtigkeit leisten berneinte, der burch seine Kürze zu der Mißdeutung Anlaß geben Zentralisierung der Funktionen. Eine Stadt, die plöglich in fonnte, wenn sie nicht gehemmit gewesen wäre durch all die könnte, als habe Troelstra das juristische Recht zum Streifen in Abrede stellen wollen. Er bezieht sich auf eine Rede, die Genosse das Chaos zurückgeworfen wird, mußte den einzelnen Vorschriften, die der Sorge um das Besiktum entsprangen. Troelstra am 26. Oktober für die Rotterdamer Gemeindearbeiter Energien Spielraum lassen, die Verantwortlichkeit Was die Russen für Messina waren, war die englische über: Die Rechtslage der Gemeindearbeiter und der gute Toit" auf alle Schultern verteilen, die Verantwortlichkeit tragen wollten. Mittelmeerflotte für die kalabresische Küste. Von der deuthielt. Damit solche Mißdeutungen möglichst korrigiert werden, geben Statt dessen hat man vom 2. Januar an alle Gewalt in der Person fchen Flotte war leider nur ein Schulschiff zu Stelle, das wir hier, nachdem wir die als Broschüre erschienene Rede ſelbſt des Kommandanten Mazza vereinigt, dessen erster Befehl übrigens alles getan hat, was in seinen Kräften stand. Auf erhalten haben, einige Stellen im Wortlaut wieder, damit die war, niemand mehr die Landung zu ge die italienischen Truppen drückte die Last der Disziplin. deutschen Genossen selbst über die hier propagierten Anschauungen statten! Als wir gegen 2 Uhr im Hafen von Messina ein- Das ist kein Vorwurf, das ist die Konstatierung einer Tatsache: urteilen fönnen: Gefeßt, es fäme zu einem Streit für das Allgemeine Wahlrecht, liefen, fragte man durch Sprachrohr, was das Schiff bringe. im fremden Lande, der Initiative der Besten überlassen, nur dann würden die Gemeindearbeiter, die sich daran beteiligten, sich Antwort: Nichts als Passagiere." Befehl des Komman- dem Triebe der Menschlichkeit gehorchend, hätten auch die dann würden die Gemeindearbeiter, die sich daran beteiligten, sich eines großen taktischen Fehlers schuldig machen. danten: Niemand auszuschiffen!" Ein wilder, italienischen Matrosen Wunder getan. Das hierarchische Ge- Es besteht ein Unterschied zwischen gewöhnliche Gewerkschaften tierischer Schrei antwortete. Die Leute, die von weit her triebe eines" normal" funktionierenden Heeresorganismus und Organisationen von Personen im öffentlichen Dienst. In bezug kamen, um die Ihrigen zu suchen, gebärdeten sich wie Ver- paßt nicht auf diesen Schauplatz, wo alle Voraussetzungen der auf das ökonomische Kampfmittel: den Streit, stehen die Organi atveifelte:„ Wir springen ins Wasser, wir schwimmen ans Ordnung, alle Elemente des sozialen Lebens zerstört sind. fationen von Gemeindearbeitern in weniger günstigen Verhältnissen Land!" Die Journalisten parlamentierten, die als Samariter Das gilt von dem Heeresorganismus jeden Landes. als die der anderen Arbeiter. Die Gewerkschaften der letzteven Gekommenen, die Offiziere... Endlich, nach zwei Stunden, Kommando von oben war ebenso eine militärische Notwendig- treffen mit dem Streik den Kapitalisten, die Organisation der Arbeiter im öffentlichen Dienst würde mit einem Streit das Publikum wurde der Befehl zurückgezogen. Aber am nächsten feit wie ein unpraktischer Unsinn. Lage sind Schiffe zurüdgewiesen worden, die Wie sollen wir des Rettungswertes gedenken, ohne des treffen, also auch die Mitglieder der anderen Arbeiterorgani Feuerwehrmannschaften brachten, Schiffe mit Königs und der Königin Erwähnung zu tun? Beide haben Sie würden die öffentliche Meinung gegen sich einnehmen, die Zelten, mit Verbandsmaterial, mit Sachen, besten Willen, Opfermut und Selbstverleugnung mitgebracht, sie doch so sehr brauchen, und sie würden durch ihre Arbeitseinstellung deren man dringend bedurfte. Für diese Zurück haben alles getan, um nicht König und Königin zu fein, uneinigteit unter die Arbeiter selbst bringen. Das sage ich jetzt weisung waren zwei Zwangsvorstellungen ausschlaggebend: sondern Menschen mit Händen zum Helfen und, wo die Hilfe nicht zum ersten Male. Dasselbe sagte ich dem Dr. Suyper 1903 in " fationen. Aus der Partei. Die Krise in der holländischen Sozialdemokratie Ser Sammer. als er den Arbeitern im öffentlichen Dienste Sas Streitrecht nehmen wollte. Ich sagte ihm damals. Das sei überflüssig, da diese Arbeiter doch nicht streifen werden; aber trotzdem hai Suhper ihnen das Streifrecht genommen.( S. 11.) 42 Und über das allgemeine Berhalten der Gemeindearbeiter liest man weiter: nicht beachtet, dagegen Lüer zu 1 Monat Gefängnis und 500 m. Geldstrafe verurteilt. Das Reichsgericht bestätigte dieser Tage die Entscheidung dieses Urteils. Auch dieser Vorfall zeigt wieder die Schädlichkeit der Betriebsfrankenkassen, denn in einer Drtsfrankenkasse wäre eine solche Hinterziehung der Beiträge unmöglich gewesen. Aus Induftrie und Handel. Köhlbrandvertrag zwischen Hamburg und Preußen Nach jahrelangen Verhandlungen ist zwischen beiden Staaten ein Vertrag zustande gekommen, der noch der Zustimmung beider Dürfen die Beschwerden der Gemeindebeamten und gefeßgebender Körperschaften bedarf er betrifft die Verbesse Gemeindearbeiter öffentlich geäußert werden? Der Ben- rung des Fahrbettes der Elbe und anderer Maytralbericht und die Antwort Des Magistrats*) fagen: nahmen zur Förderung der Seeschiffahrt nach Der Kampf ums Koalitionsrecht und der§ 153. nein; und innerhalb gewisser Grenzen stimme ich Samburg, Altona und Harburg. Hamburg. hatte das Bayerische Gerichte haben schon wiederholt dahin erkannt, daß dem bei. Das Interesse des Dienstes soll hier die Bedürfnis nach Erweiterung seiner Hafenanlagen, Richtlinie sein, und mun bringt dieses Interesse mit sich, daß zu welchem 3wvede der Hamburgische Staat vor zwei Jahren ein Bewegungen, bei denen es sich nicht um die Erzielung beſſerer Lohnund Arbeitsbedingungen, sondern lediglich um Erkämpfung oder nicht jeder Gemeindebeamte oder-arbeiter auf eigner Faust und auf preußischem Gebiete( Neuhof bei Wilhelmsburg) gelegenes öffentlich über seinem Vorgesetzten und deffen Fehler Klage erhebt." Terrain von 88 Hektar in seinen Besitz brachte. Hierfür sollte die Berteidigung des Koalitionsrechts handelt, unter§ 152 der Gewerbe( S. 18.) hamburgische Staatshoheit erworben werden. Bei den Berhand- ordnung fallen und bei einer solchen Bewegung berübte Vergehen Besonders der von uns unterstrichene Gaß ist bemerkenswert lungen stieß Hamburg auf Widerstand Preußens, den es aber durch nach§ 158 zu bestrafen feien. Das Landgericht Bayreuth für einen sozialdemokratischen Führer. Da gerade die Arbeiter im ein Pressionsmittel in Gestalt der Köhlbrandverträge von 1868 ſtellte sich in einem Urteile endlich auf einen anderen Standpunkt. Jm Oftober wurde in der Bayerleinschen Spinnerei öffentlichen Dienst den allerstärtsten Druck auf die herrschenden und 1896, welche der Vertiefung des Köhlbrands eine fefte Edyrante Klaffen ausüben tönnen, und, wie die russische Revolution gezeigt fetten, zu beseitigen vermochte, weil auf diese Vertiefung Breußen in Bayreuth von einem Maschinisten die schriftliche Erklärung feines hat, gerade ihr Streit in rebolutionären Zeiten die gewaltigsten im Interesse der Schiffahrt Harburgs großen Wert Austritts aus der Organisation verlangt, und als er sich deffen Wirkungen hervorbringt, bedeutet diese moralische. Verneinung des legte. Preußen hat es jedoch verstanden, seinem Gegenkontra- weigerte, wurde er entlassen. Als neun anderen Malchiniſten und Streifrechts für diese Arbeiter, im nieresse des" Dienstes", eine henten einen sehr großen Teil der Kosten aufzubürden. Um die Heizern dieselbe Zumutung mit der Androhung der Kündigung geSchwächung der revolutionären Kraft der Arbeiterklasse. Elbwassermenge auf beide Stromarme gleichmäßig verteilen zu stellt wurde, legten diese die Arbeit nieder. Unter den Arbeitsfönnen, find umfangreiche Arbeiten an der Norderelbe, Güderelbe willigen befand sich der Flaschner Theodor Leonhardt, dessen zivei mit dem Köhlbrand und an der Unterelbe erforderlich. Der aus Brüder Mathäus und Albin ihn zur Rede stellten diefen Betrieb wieder ver dem Vertrage erwachsene hamburgische Stoftenanteil beträgt von ihm verlangten, daß er Dies wurde von der Firma zur Anzeige gebracht, 36 772 000 M., auf welche Summe 2200 000 W. als der von laffe. beiden Brüder und ein dritter Arbeiter erhielten ein Preußen zu den Kosten der Köhlbrandverlegung zu leistende Beitrag die wieder eingehen wird. Dazu hat Hamburg noch die Stosten für die Strafmandat auf drei Tage Gefängnis. Nachdem hiergegen GinVertiefung der Norderelbe und für die Verbreiterung und Ver- fpruch erhoben wurde, ermäßigte das Schöffengericht zwar tiefung des Fahrbettes der Unterelbe sowie die späteren Kosten für die Strafe auf einen Tag, erkannte aber im übrigen, daß ein WerDas Landgericht dagegen er den Köhlbrandtunnel in Höhe von 20 Millionen( zunächst Fähr- und gehen gegen§ 158 vorliege. Trajettverkehr) und Enveiterung der Hafenanlagen auf Neuhof flärte, daß diese Differenzen nicht unter§ 153 fallen, und erkannte au tragen. Ferner wird Hamburg eine Eisenbahn von Harburg auf Freisprechung. Mathäus Leonhardt wurde wegen nach Finkenwärder mit Abzweigung nach Waltershof bauen. Die Rötigung" zu drei Mark Geldstrafe verurteilt. Kosten für diese Arbeiten werden bedeutend höher sein als dic sich aus dem Vertrag ergebende Summe. Preußen tritt an Hamburg eine Fläche von 124 Heftar, Hamburg an Preußen eine Fläche von 97 Settar ab. Der hamburgische Senat und die Bürgerfchaft wird dem Vertrage zustimmen und die erwähnten Beträge bewilligen. Worauf wir stolz find. Die Wiener Arbeiterzeitung" schreibt: Kein Wort spricht der Globe Spießer mit so grinsendem Sohn aus, wie das Wort Genoffe". Die ganze Ueberlegenheit seines Inverständnisses legt der Philister in diese Gänsefüßchen, mit denen er das Wort Genoffe ausspricht. Von dem stummen Idealismus, dor sich hinter dem einfachen Wort versteckt, hat das auf sein armfeliges Jch beschränkte Vogelhirn keinen Dunft. Wie der Arbeiter geistig- feelisch zusammenhängt mit seiner Genoffenschaft, mit seiner Partei, mit seiner Presse, das kann der beschränkte, auf sich selbst beschränkte Sinn des Spießers nie begreifen. Aber den anderen fei hier der Brief eines Genossen aus cinem kleinen nordböhmischen Orte unterbreitet, der vor ein paar Tagen an unsere Administration gelangt ist und der einen unwilltürlichen Einblick in die Seele eines proletarischen Menschen gewährt. Der Schreiber ist ein schlecht entlohnter, verheirateter Arbeiter, der die Strife am eigenen Leibe schwer empfindet: " Ich teile Ihnen mit, daß ich das Abonnement erst am 10. d. absenden werde und ersuche Sie daher, die Zusendung nicht zu unterbrechen, indem ich mit Sehnsucht auf jede Nummer warte. Ich muß Ihnen bekanntgeben, warunt ich immer so spät den Betrag einsende. Ich habe viel zu zahlen: 60 Seller per Woche an unsere Ortsgruppe der Heizer und Maschinisten, das ist unbedingt, 25 Seller an den Wahlberein Tepliß, das ist für die politische Organisation, 25 Heller für das Kreisblatt" Freiheit". Dann laufe ich mir jede Broschüre, und dazu kommen noch die Sigungen. Der Verdienst wird jetzt wieder schwächer. Ich kann Ihnen aufrichtig mitteilen, daß mir sehr viel daran fiegt an der Arbeiterzeitung", weil man daraus sehr viel schöpfen fann als Arbeiter. Mir ist es sehr unlieb, wenn der Sched tommt und ich kann das Geld nicht gleich einsenden, weil ich weiß, daß es Störungen macht in der Administration. So habe ich mich jetzt entschloffen, indem ich ein starker Raucher bin, das Labat. rauchen aufzugeben und dieses Geld nicht dem Staate, sondern Der Arbeiterzeitung" zu widmen für das Abonnement. Jetzt werden Sie meine Verhältnisse kennen und ich hoffe, daß Sie das berücksichtigen werden. Nach dem 15. Jänner können Sie bestimmt auf mich rechnen. Mit Parteigruß M. W.( mit genauer Adresse)." Ja, auf solche Leute fann man reden. Der stumpfe Sohn des Spießers muß vor der Bravheit und Selbstzucht dieses schlichten Mannes verstummen, der seine Pflichten als Genoffe so gründlich gewissenhaft nimmit und sich weder durch die Ungunst der Strife, noch durch irgendein Lafter Kleinfriegen läßt. Gein bijel Bergnügen, den Tabatsbeutel, legt der Mann beiseite, um das Geld für feine Zeitung zu erschwingen. Die Stupiden mögen höhnen. So handeln doch nur Genoffen", und daß der Briefschreiber nicht allein bort oben in seinem nordböhmischen Nest lebt, sondern daß er in Taufen. den Exemplaren lebt, das ist unser höchster Stolz. 28o lebt eine colere Genossenschaft? Bon der Barteipresse. Für eine eigene Druderei, in der ihr Organ, die Görlizer Boltszeitung", gedruckt werden soll, haben die Genossen zu Görlitz jetzt durch Genossenschaft und Sparverein 46 000. gesammelt. Auf Grund dieses günstigen Resultats breimonatlicher Sammlung beschloß eine Generalversammlung der Genossenschaft den Ankauf eines Grundstücks im Werte von 145000 M., auf dem die Druderei errichtet werden soll. Dolizeiliches, Gerichtliches ufw. Das Chemniger Schöffengericht verurteilte am Montag den ber antwortlichen Redakteur der„ Chemnizer Boltsstimme". Genoffen Bartels, zu 100 M. Strafe wegen Beleidigung des Stadtrates Schwamertrug, der die bekannten Berfügungen gegen den Chemnizer Drtstrantenfaffenvorstand und die Ortstassenwahl unter dem Beifall der Nationalen und Reichsverbändler erlassen hat. Aus der Frauenbewegung. Fort mit dem Dienstbuch! und Quod licet Jovi, non licet bovi. ( Was dem Gott erlaubt ist, steht noch nicht dem Ochsen frei) oder wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe! Auf diesen Standpunkt stellte sich der Staatsanwalt bei einer Anklage wegen Vergehens gegen§ 184 I St.-G.-B.( Verbreitung einer unzüchtigen den Berlagsbuchhändler und Schriftsteller Starl Stenerwünsche. Daß die Mittelständler unter Führung des be- Schrift), die fannten Herrn Nahardt in reaktionären Bestrebungen sich nicht vom Banselow gestern vor die vierte Straffammer des Landgericht I Stocjunfertum übertrumpfen lassen, haben sie auf ihrer am Montag führte. Der Staatsanwalt Dr. Erich Wulffen in Dresden hat in Berlin abgehaltenen Generalversammlung befundet. Es gelangte ein giveibändiges, ca. 1000 Seiten umfassendes Sammelwerk unter dort eine Resolution zur Annahme, in der man sich für eine Bank dem Titel Die Psychologie des Verbrechers" herausumfassteuer, eine Mühlenumsatzsteuer, Erhöhung der Börsensteuer, gegeben. Im 5. Heft der vom Angeflagten herausgegebenen ZeitEinführung eines Stalimonopols und eines Betroleummonopols, Erichrift Geschlecht und Gesellschaft". Bentralorgan für höhung des Tabatzolles und progressive Biersteuer auf das fertige Sexualwissenschaft und Sittenreform, wurde nun eine Besprechung Erzeugnis in solcher Höhe, daß fie voll auf die Konsumenten ab- des Wulffschen Werkes veröffentlicht und es wurde über die Behandlung berichtet, die verschiedene seguelle Probleme in dem Buche gegewälzt werden kann, ausspricht. funden haben. Hierbei wurde als ein sonderbares Beispiel bon Unmoralität und Ehrlosigkeit ein Brief abgedruckt, den der Verführer eines Mädchens an letzteres geschrieben hat. Diefer dem Wulffenschen Werke entnommener Brief hat zur Anflage ge führt. Der Staatsanwalt war der Meinung, daß der Abdruck dieses Briefes, der in hohem Grade geeignet sei, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl zu verlegen, in dem umfangreichen, teueren, wissenschaftlichen Werke des Staatsanwalts Wulffen unbedenklich feir mag, fich aber in einer populären, überall für 80 Bf. fäuflichen Beitfchrift als eine unzüchtige Schrift im Sinne des§ 184 St.G.-B. darstelle. Der Staatsanwalt beantragte 100 Mart Geldstrafe. Im Anschluß an dem Angeklagten und dessen Zeitschrift günstige Gutachten des Geh. Medizinalrats Prof. Dr. G. Fritsch und des Geh. Sanitätsrat Dr. S. Se li fter beantragte der Verteidiger die Freisprechung. Er wies darauf hin, daß, wenn das Wulffensche Werk unbeanstandet und ohne der Beschlagnahme zu verfallen, jenen Brief bringen durfte, eine Beanstandung auch flir das hier in Frage stehende Referat nicht eintreten könne. Auch die Zeitschrift Geschlecht und Gesellschaft" sei nicht für das große Bublifum bestimmt, fondern für einen immerhin beschränkten Streis von Personen, die sich infolge der modernen Bewegung für feguelle und Sittlichkeitsfragen besonders intereffieren. Das Gericht tam zur Freisprechung des Angeflagten. Die Gesamttendenz der Zeitschrift gehe dahin, aufklärend zu wirken, und auf diesen Gesamtcharafter fomme es an, nicht aber auf einzelne aus den Zusammenhange geriffene Stellen. Die Schrift werde an wissenfchaftlich gebildete Personen vertrieben, die sich in feguellen Fragen weiter aufklären wollen, und deshalb könne in dem Abdrud jener Stelle aus dem Wulffenschen Werke objektiv nichts Unzüchtiges erEin schlechtes Zeugnis im Dienstbuch hat schon manchem Mädchen das Fortkommen erschwert, es oft sogar als Dienstmädchen unmöglich gemacht. Von einem feinen Charakter geugt es nicht, wenn Herrschaften auf diese Weise einem Proletarierlinde die ganze Härte des Dienens erst recht fühlbar machen. Sehr oft will die " Dame" ihr Mütchen an dem fortgehenden Mädchen fühlen, es soll die Uebermacht der einstigen Herrschaft erfennen. Hier ein krasjer Fall: Bei einem Ingenieur F. in der Wiclefstraße war bom 1. September 1908 bis 5. Januar 1909 die 17jährige Martha G. in Stellung. Die Behandlung durch Frau F. ließ viel zu wünschen übrig; die Soft des Mädchens war ungenügend. Den Tag über gab es nur wenig und unregelmäßig zu effen; um 10 Uhr abends wurde zu„ Mittag" gespeist. Das Mädajen kan in der Regel nicht vor Mitter nacht ins Bett, oft wurde es noch später. Früh um 7 Uhr mußte sie wieder aufstehen, fich im Dunkeln anziehen, waschen und tammen. Im Dunkeln sollte sie auch noch ihr Zimmer reinigen. Da kann man sich schon ungefähr ausmalen, wie im übrigen die Behandlung war. Nady einer besonderen Lieblosung ist es dabongelaufen. Die zu Weihnachten erhaltenen Geschenke mußte cs ivieder abgeben. Das Dienstbuch wollte die Herrschaft aber nicht herausgeben. Das Mädchen sollte sich erst auf Grund eines aus gestellten Scheines eine neue Stelle suchen, erst dann sollte sie das Buch ausgehändigt bekommen. Als sie es schließlich doch erhielt, war folgendes Zeugnis eingetragen: Wiederholt ist das Mädchen gekündigt worden, aber durch vieles Abbitten habe ich sie wieder behalten, warne jede Hausfrau vor( ursprünglich hieß es für") ihr, da sie sehr faul und schmußig ift. verlogen und auch eine Nacht weg blieb, auch aus dem Dienst lief." Die beiden vorhergehenden Zeugnisse in demselben Dienfibuch bestätigen dem Mädchen, daß es willig und ehrlich sei. Es mußte bemnach zuletzt in einer sehr schlechten Schule gewesen sein, wenn das lebte Beugnis objektiv berechtigt wäre. Bei solcher Behandlung der Hausangestellten lamentieren die Herrschaften" noch über Dienst botennot. Es ist wahrlich kein Wunder, daß die jungen Menschen Bartels foll in einem Artikel über den Prozeß gegen die lieber in die Fabrit wandern, als bon prokigen Damen" ihre Verbrecherfompagnie Schubert- Rabe Herrn Schwamerkrug dadurch Menschentürde in den Staub treten zu lassen. beleidigt haben, daß gestüßt auf die Aussage des Rabe Uns Wann wird endlich die veraltete Gefindeordnung fallen und deutungen über einen den Stadtrat kompromittierenden Brief, der mit ihr das Dienstbuch? Das zu erreichen, ist das beste Hilfsmittel: sich in deffen Atten befinde, gemacht wurden. Ferner wurde die eine starte Organisation! Verurteilung Bartels wegen eines fatirischen Gedichtes in fächsischer Mundart ausgesprochen, durch das sich der Stadtrat angeulft fühlte. Eid gegen Eid. blickt werden, Briefkaften der Redaktion. Die juviniffe Ebrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter sof. dritter Eingang. vier Treppen, Be Fahrstuhl wochentäglich abende von 7 bis 9 1hr ftatt. Geöffnet 7. Uhz Sonnabende beginnt die vrecftunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ift cin Buchstabe und eine abl u. Wiertzeichen beignfügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Thamm. Nicht verwendbar. 3. 1000. 1. Die Hälfte, auch das volle Stranfengeld. 2. und 3. Die Heilstätte ist nicht verpflichtet zur Aufnahme, daher auch nicht zur Zahlung von Unterstügungsgeldern. Tatsächlich pflegt fie folche in der Höhe von der Hälfte bis zur vollen Höhe der Strankengelder zu zahlen. Es empfiehlt sich, daß Sie sich mit dem Vors Staude Ihrer Strantenkaffe in Verbindung segen. 4. Den Antrag auf Bulendung des Borwärts" nach Beelitz müssen Sie an die Expedition richten. Grua 1909. Ciccotti ist doch nicht Tschechotin!! 23. N. 79. 1. Laffen Sie den Roman abschreiben, wenn Sie selbst nicht gut schreiben. 2. Bei jedem Verleger. 3. Nein. Gitter 100. 1. und 2. Frage ist nur durch einen tüchtigen Arzt zu beantworten. 3. Königliche Charité. 4. Un umschränkt gebietend. 5. Ein Gut, das nicht verlauft, sondern in der Familie bleiben muß. P. E. 21. Lassen Sie sich den Jahresbericht von 1901 und 1902 der betreffenden Organisation vorlegen. A. W. 72. Schlehensträucher, nicht Bäume, in der Umgegend vielfach. 7. W. 100. Bor dergleichen Staffen haben wir gewarnt und warnen immer wieder. Legen Sie das Statut der Zentralfommission der Strantentasjen, Engelufer 15, vor. Freilich ist der Ausgang nicht mit Sicherheit vorauszusagen, weil einige Stammern annehmen, daß man nur Entschädigung verlangen fönne, wenn man erklärt, man fete nur unter der Boraussetzung, daß Lohn gezahlt werde, aus. Haase 200. Die Sache wäre nicht mehr verfolgbar, weil der Strafantrag wegen Beleidigung innerhalb drei Monaten hätte gestellt werden müssen. 11. 2. 20. 1. Ja. 2. Sie tönnen den Antrag auf Bes freiung von der Versicherungspflicht stellen. Unterlassen Sie dies, dam muß weiter geflebt werden, falls Sie in Arbeit treten. 3. Benden Sie sich an die Versicherungsanstalt( Stöllnischer Park). 2. 2. 100. Ja. Sch. 27. Das Schulgeld für nicht der Kommune Berlin angehörige Kinder beträgt 30 m. jährlich. Ausnahmen werden unseres Biffens nicht H. Die Frauenrechtlerinnen von Chicago nachen zurzeit große Anstrengungen, um das kommunale Wahlrecht zu erlangen. Das Komitee, welches die Revision der Städtischen Verfassung vorzubereiten hat, erklärte fich mit zwei Stimmen In einem Prozeß gegen den verantwortlichen Rebatteur der Majorität für die Annahme eines Frauenstimmrechtsparagraphen. „ Niederrheinischen Arbeiterzeitung". Genoffen Schoch, wegen We- Um diese Neuerung zu verwirklichen, bedarf es allerdings noch Teidigung eines Polizeifergeanten hatte ein Zeuge eine bestimmte, manchen Schrittes. Der Beschluß muß von der Legislatur des 6. R. 7. Bersuchen Sie es mit einer Stlage beim Gewerbegericht. flare Aussage beeidet. Danach hatte er gehört, wie eines Abends Staates Zlinois angenommen und von der Majorität der Wähler jemand an die Tür eines auf der gleichen Stage wohnenden bestätigt werden. Immerhin ist es ein kleiner Erfolg, eine StonMädchens flopfte und unter Anrufen des Mädchens vergebens Ein- session an die politische Gleichberechtigung der Frau. Taß begehrte. Dieser Vorgang war ohne Rennung eines Ramens in humorvoller Form ertvähnt. Der Bolizeisergeant Greifenstein bezog die Notiz auf sich und fühlte fich beleidigt! In der Verhandlung bestritten er, das Mädchen und die Eltern des Mädchens unter Eid den fraglichen Vorgang. Der Staatsanwalt ließ darauf beit Zeugen, der den Borgang belundet, wegen Verdachts des Meineids fofort verhaften! Die Verhandlung wurde zweds Ladung weiterer vom Angeklagten gestellter Zeugen bertagt. Gerichts- Zeitung. Betrug in der Betriebskrankenkasse: In Badersleben war im Jahre 1904 dem Bauunter- gemat. Teftament 32. Ein Teftament ift gültig, wenn es eigenhändig nehmer Heinrich Lüer sen. der Chauffeebau übergeben geschrieben und unterschrieben und datiert ist. Ein Stempel oder dergleichen worden, Seine Arbeiter hatte er in einer eigenen Betriebs- t nicht erforderlich. Anleitung und Beispiele für eigenhändige Testamentefinden Sie auf den letzten Seiten des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Ins Gefängnis. Wegen angeblicher Beleidigung der Direttoren frankenkasse versichert. Zur Kontrolle war ihm von der Auf- Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Resehallen aus. ber betanuten Zeche Hibernia" bei Gelsenkirchen ist Genoffe Anton fichtsbehörde aufgegeben worden, Tagesrapporte über die be-. 2. 100. Sie müssen zahlen... 88. 1. Ja. 2. Bom Jahre 2. R. 27. 1. Mein, 2., Dagegen gibt es fein Mittel. Bredenbed von der Dortmunder Arbeiter- Beitung" am schäftigten Arbeiter zu führen. Er benugte dazu die Lohn- 1906. Montag auf einen Monat ins Gefängnis gewandert. Er soll die Ehre bücher, nach denen zugleich die Lohnlisten aufgestellt wurden, Es ist nur eine gütliche Ginigung mit dem Vater möglich. 3. Nein. G. C., Münchener Str. 46. Geschäfte usw. empfehlen wir grund der Hiberniadirektoren in einer Notiz während des lesten Reichs- die der Tiefbau- Berufsgenossenschaft als Nachweis für die Höhe fäglich nicht. A.§. 37. 1. Gewerbedeputation des Magistrats, Stralquer tagswahlkampfes also vor nunmehr zwei Jahren ramponiert der Beiträge dienten. Diese Listen wurden nun unrichtig ge- Straße 3/6. 2. Baugewertschule Berlin W., Sturfürstenstr. 141. Direttor habent führt, die Zahl der Beschäftigten oft zu niedrig angegeben. reicht dazu nicht aus. Sprechen Sie darüber mit einem Chemiker. v. Strablendorf, Schillstr. 8. 23. 151. Der Raum des Briefkastens Wegen Schuhmannsbeleidigung mußte sich am Sonnabend So nahm er am 24. Juli statt 42 Arbeiter nur 24 in die Liste. 30. 1. u. 2. Am Tage vor der Sigung an das Bureau des ReichsGenosse efemeier, Redakteur unseres Braunschweiger Partei- auf, in der Zeit vom 3. Juli bis zum 12. August durchschnitt tages bezw. Zandtages. 8. Vorlagen über Testamente finden Sie in Stadtblattes( Boltsfreund"), vor den Schöffen verantworten. Er hatte lich nur 25 statt 30 bis 40 Arbeiter. Danach find hagens Arbeiterrecht". Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. einem Schuhmann vorgeworfen: er mache bei Feststellungen wegen immer entsprechend zu wenig Beiträge an die BetriebsVerstoßes gegen die Radfahrordnung Unterschiede zwischen beffer frankenkasse abgeführt werden, deren Vermögen, also ge- Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballeu- Direktion über gekleideten Leuten und Arbeitern. Trotzdem die Berechtigung der schädigt. Wegen dieser Betrügereien war Lüer beim Land Zufuhr reichlich, Geschäft rege, Breise unverändert. Bild: Zufuhr be Stritit erwiesen wurde, erfolgte Verurteilung zu 30 M. Geldstrafe. gericht Hildesheim des Vergehens gegen§ 82b des friedigend, Geschäft lebhaft, Breise gut. Geflügel: Bufube genügend, Strantenversicherungsgefeges angeflagt. Der Einwand, Geschäft ziemlich lebhaft, Breise fest. ifche: Bujuhr reichlicher, Ge *) Nach Untersuchung des vom Magiftrat eingebrachten Etats daß ihm von der Gemeinde und Domäne Hohenslebens die schäft ruhig, Starpfen ohne jede Nachfrage, Breise wenig verändert. Butter und Rase: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, in den Kommissionen stellen diese einen Zentralbericht" aufammen, übrigen Arbeiter zur Verfügung gestellt worden seien und Dbst und Südfrüchte: Zufuhr mäßig, Geschäft in Gemüse rege, worauf der Magiftrat mit einer Antwort erwidert er geglaubt habe, die brauche er nicht au versichern, wurde sonst sehr still, Breise fest. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. Berndt: Historisches Mittwoch, den 18. Januar. über die Stellung des Menschen Anfang 7 Uhr. Königliches Opernhaus. Bauberflöte. Rönigl. Schauspielhaus. Rabensteinerin. zur belebten Natur Die Gastspiel- Theater Die Köpenicker Straße 68. 8% Uhr: Gastspiel St. Hedwig Lange: Demimonde. Deutsches, Nevolution in Arah. tintel Rammerspiele. Der Arzt am Scheideweg.( Anfang 8 Uhr.) infang 8 Uhr. Leffing. Rosenmontag. Berliner. Einer von unsere Leut. Neues Schauspielhaus. Rabagas. Neues. Israel. Kleines. Moral. Komische Oper. Zuza. Hebbel. Erde. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller 0. Wallner• Die Braut von Messina. Schuer Charlottenburg. 8tillingsschwester. Dealer.) Die DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Brüderlein fein. Wochentagspreise. Rixdorfer Theater Bergstraße 147, Mittwoch, den 13. Januar 1909: Friedrich Wilhelmstädt. Sufaren- Ueber unsere Kraft. fieber. Westen. Der tapfere Soldat. Thalia. Mein Leopold. Quisen. Othello. Bernhard Moie. Brüderlein fein. Wilhelm Theater. Die Schöpfung. Luitpielhaus. Die glüdlichste Zeit. Trianon. Der Satyr. Nenes Operetten. Die Dollar prinzeffin. Berliner Operetten Theater SW. Die Tochter des Herrn Fabricius. Anfang 8%, Uhr. Carl Saverland. Spezialitäten. Gastspiel Theater. Demimonde. Bürgerl. Schauspielhaus. Gefchloffen. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Apollo. Dntel Kafimir. Spezialitäten. Metrovol. Donnerwetter Los. tabel Wintergarten. Spezialitäten. Vanage. Spezialitäten. Kasino. Die Dianabäder. Spezia Hitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Servus Pschefina. Luftige Ehemann. Irania. Tauvenitraße 48/49. Albends 8 Uhr: Sizilien. görsaal 8 Uhr, Prof. Dr. Berndt: Historisches über die Stellung des Menschen zur belebten Natur. Sternwarte, Jnvalidenn. 57/62. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Israel. Morgen und folgende Tage: Israel. Schauspiel in 4 Aften von Björnson. Anfang 8 Uhr. apollo 8 Theater Ubr: Seit Jahren der größte und stärkste Erfolg des Apollo: Theaters! Onkel Casimir. Operette in 1 ft n. d. Französischen bearbeitet von Heinz Gordon. Musik von Mag Winterfelb. Dazu: Das Attraktions Programm. Großes internationales Radrennen. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Perry Holden Bender Giampictro Kettner Pfann Thielscher. WINE BARTEN Nenes Programm. Fragson der polyglotte Vortragskünstler am Klavier in seinem Repertoire. Schiller- Theater. 0.( Ballner Theater.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Braut von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Donnerstag, abends8u6r: Der Richter von Zalamea. Freitag, abends 8 br: Die Braut von Messina. A Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 U br: Die Zwillingsschwester. Lustspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Donnerstag, abenb88 U br: Die Zwillingsschwester. Freitag, abends 8 Ubc: Vater und Sohn. Zirkus Schumann. Heute Mittwoch, den 13. Januar, abends 7 Uhr: Große Vorstellung. Das Sensationsprogr. ohnegleichen. Clown Dir. Schumanns neueste Original- Dressuren. Miẞ Smith mit ihren seillaufenden Pferden. Armando mit seinem boxenden Kängurah. Radfahr- Künstler." Eln wirkliches Wunder Paet, der unübertreffliche vierbeinige der Natur ist Frl. Dora Schumann, die schneidige Schul- und Springpferdreiterin. Die denkbar sensationellste Pracht- Pantomime Der Seeräuber Golo und Mädchenhändler. 112 Grand Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. Täglich B. Jehmlich. Bier- Kabarett. Anfang 9 Uhr. Hasenbeide Neue Welt Hasenheide 108-114 Täglich: 108-114 Bockbier- Fest in den bayerischen Alpen Feenhafte Alpendekoration** Baron Muckis Bauernkapelle. Max vom Heedes Tyrolertruppe. 30 echte bayerische Mad'l Sensationelle Prämiierungen und Gratisverlosungen. Anfang Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag, den 14. Januar cr.: Prämiierung der kleinften Damenband. XIV. Saison! Zirkus Busch. Mittwoch, den 13. Januar 1909, abends praz. 7, Ubr: Gr. Gala- Vorstellung. Um ca. 9 Uhr: Die neueste Brachtausst.- Pantom. Auswanderer! Besonders hervorzuheben: Strandung eines Ozeandampfers. Gerner: Lebendig begraben! 2 Meter unter der Erde. Theater des Westens. Olga Desmond Surajah, der weibliche Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Mittwoch und Sonnabend nadjm. 4 Uhr fleine Preise: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. die Berühmtheit der Schönheitsabende in ihr. neuen Schöpfung. Spissel Bros. u. Mack, Amk. Excentr. Germinal, Französ. Volkssänger. Gerardu. Fontana, Dopp.- Jockeyakt. Die 4 Riegos, Gymn.- Potpourri. Berthe Bresina, Französ. Sängerin Berthe Bresina, Französ. Sängerin. The 12 Sunshine girls, Engl Gesangs- u. Tanztruppe. Mittwoch, 13. Januar, Anfang 8 Uhr: Boller Bros., Radfahr. a. Drahtseil. Husarenfieber. Donnerstag: Husarenfieber. Freitag: König Christian IL Sonnabend: Hufarenfieber. Alexander, Vogelstimmen- Imitator. Kitty Traney, Sportakt. Biograph mit neuen Aufnahmen. Gebrüder Berliner Theater. Herrnfeld8 Einer von unsere Leut'. Morgen: Einer von unsere Leut', Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die glücklichste Zeit. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Erde. Anfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die beiden Residenz- Theater Bindelbands Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie." Schwant in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Sonntag, den 17. Januar, nadm. 3 Uhr: Wohltätigkeitsvorstellung für ben Unterftügungsfonds der Meffina Ratastrophe: Kümmere Dich um Amelie. Luisen- Theater. 2. Gastspiel Dir. Bernhard Rose. Othello. Donnerstag: Die Kinder d. Kapitän Grant. Freitag Bremiere: Das Mädchen auf Irrwegen. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Frau Solle. Abends: Die Kinder des Stapitän Grant. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Sonns wendhof. Abends: Das Mäbchen auf Irrwegen. Montag: Das Mädchen a. Jrrwegen. W. Noacks Theater Direttion: Rob. Oill. Brunenitr. 16. Narzis oder: Der Sturz d. Pompadour. Charaktergemälde von Brachvogel. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Sonnabend, 16. Januar: Elner von unsere Leut'. und der neue Künstlerteil Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß: Der Fakir! Das Moto Baby? Mensch oder Puppe? Mascotte- Trio. Fräulein Martha Mohnte, Schulreiterin. Herr Burchardt- Foottit, SchulHerr Ernst Schumann, reiter. Nendreff. Gigerlclown A. Daniels. Casino- Theater Rothringer Str. 37.. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 21. Januar! Ueber 70 Mal ausverkauft! Die Dianabäder. Ab Freitag, den 22. Januar Neu! Rußland: Neu! Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Neues Operetten- Theater. Schiffbauerdamm 25, a. b. Quisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Affen von Leo Fall. Bürgerliches Schauspielhaus Rastanien- Allee 7-9. Heute gefchloffen. Donnerstag: Wilhelm Tell. Freitag: Erstaufführung von Fräulein Doktor. Avis! Sonnabend, den 23. Januar 1903: Theater- Ball. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Montag, Donnerstag, Sonntag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger 1. Tanzkränzchen. Einakter, Ensembleszenen. Afturelle Vorträge in Bort und Lied usw. Beg. Sonnt. 5. moment. 8 11. Walhalla Folies Caprice. Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: Das großartige Januar Spezialitäten- Programm. Der Radfahrer Dieck, u. a. Salto Mortale über eine mit Personen belette Droschfe. Im Tunnel: Bockbierfest. Reglmentskapellen etc. Theater befucher haben freien Eintritt. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. Durchschlagender Erfolg! Ein lediger Ehemann. Anfang 8, Uhr.. Königstadt- Kasino. Holzmarftstr. 72. Das Riesen- Januar- Programm! Franz Sobanski FrL Bihary, Mig Lola, G. Bonno, Rolf- Roland, The Lockfords, The Sundermanns, Doppel- Med. Am Brunnen vor dem Tore. Liederspiel von Otto Richter. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag: Tanz nach der Borstellung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstagswahlkreis Kunst- Abend am Sonntag, den 17. Januar 1909, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17-18 der ( großer Saal) unter Leitung Frau Margarete Walkotte Mitwirkende: Frau Thyra Nordström, Liedersängerin Herr Felix Gutdeutsch, Violinist Herr Johannes Kotte, Rezitator eigener Dichfangen. Nach Schluß der Vorträge Tanz. Sich hieran beteiligende Herren zahlen 50 Pfennig nach. Saalöffnung 4 Uhr, Anfang 5 Uhr. Eintrittskarten a 50 Pfennig B sind bei allen Bezirksführern und in den Parteispeditionen: Auguststraße 50 und Immanuelkirchstraße 12 zu haben. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Schmiede( Zahlstelle Sonnabend, den 16. Januar 1909: Berlin). Großer Wiener Maskenball in Freyers Festsälen( fr. Keller), Koppenstr. 29. Anfang 8% Uhr. Ende, wenn's aus ist! Hierzu laden wir unsere Mitglieder, Kollegen und Freunde ergebenst ein. Billetts sind in den Zahlstellen und im Bureau zu haben. 176/19 Das Komitee. Brauerei Friedrichshain Heute sowie täglich( außer Sonnabends): Große Münchener Bockbier- Feste Der berühmteste Festwirt Schorsch Ehrengruber aus München mit seiner Truppe( ca. 60 Mit wirkende). Bedienung durch ca. 25 Oberbayr. Mad'In in Nationaltracht. Jed. Freitag: Konkurrenzen u. Gratisverlosung. Freitag, 15. Januar: Gratisverlosung von 6 Damen- und Herrenuhren. Entree 20 PL. Anfang 8 Uhr. Partei- Speditionen: Zentrum 1: Fri 8inte, Mauerstr. 89. Zentrum 11: Albert a hnisch, Auguftstr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Besten: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, ochparterre. Süden und Südwesten: Hermann Berner Gneisenauftr. 72, Laben. 3. Wahlkreis: St. Gris, Prinzenftr. 31, of rechts part. 4. Wahlkreis: Often: Robert engels, Nübersdorferstr. 3, am Küftrinerplatz. Wilhelm Mann, Petersburgerplat 4( Laben). 4. Wahlkreis, Güboften: Paul Böhm, Laufizerplag 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Immanuellirchfit. 12( Sof). 8. Wahlkreis( Moabit unb Hansaviertel): Starl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Sermann Raichle, Aderftr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen:. Trapp, Stettinerftr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Rychenerstr. 123. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergftr. 5, II. Alt- Glienicke: Bilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 IL Baumschulenweg: 0. Hornig, Marienthalerstr. 13, I. Bernan- Röntgental: Heinrich Brose, Hohesteinstr. 74, part. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Gea nossenschaftshaus. Charlottenburg: Guftab Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Edė Goethestraße, Laden. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Frig Oldenburg, Eichwalde, Stronprinzenftr. 81. Erkner: Ernst Hoffmann, Friedrichshagener Chauffee. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernfee, Schloßfte. 119, Hof I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellhafe, thornftr. 15a. Friedrichshagen: Otto Schröder, Friedrichfir. 60, Stfl. II. Grünau: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Karlshorst: Richard Süter, Rödelitr. 9, II. Hohen- Neuendorf: Wilhelm entscher, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Play 4. Köpenick: Friedrich Boid, Stiegerstr. 6, Laden. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Amtsgarten 3. Seitel, Kronprinzenstraße 4, I. Dito Mahlsdorf und Kaulsdorf: gugo Scheibe, Mahlsdorf, Walderfeestr. 14. Mariendorf: August 2eip, Chausseestr. 296. Hof. Neu- Weißensee: turtuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Nieder- Schöneweide: Bonatowaty, gaffelwerberstr. 8. Nowawes: Wilhelm Jappe, Briefterstr. 46. Alt- Moabit 48.( cl. II 2492) Puhlmanns Theate Ober- Schineweide: Julius Bruno, bonftr. 10, L Donnerstag, den 14. Januar 1909: Lolos Vater. Boltsstud in 4 Sitten v. A. Arronge Schönhauser Allee 148. Morgen Donnerstag: Binf.b. Bort, 8, Staffenöffnung 7 UhtMathilde. Konzert 7, Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz Sonntag, den 17. Januar: Große heater Borstellung. Montag, 18. Januar: Soiree der Lunigen Sänger. Burgstraße 24, 2 Minuten bont Kompagnieball Palast- Theater Schauspiel in 4 Aufz. v. N. Benedig. Anfang 8, Uhr. Berliner Eis- Palast Täglich geöffnet von morgens 10 Uhr bis nachts 12 Uhr. Bahnhof Bürfe, Konzertu Kunstlaufen Militär. Sumoreste von Das Monstre- Januar- Programm. Mensel. Anfang wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr Passage- Panoptikum. Neu! 12 Attraktionen 12 unter anderen: Athos, Neu! Ein Stündchen Im Himmelreich. der befte Degenfünstler der Welt. Inhaber der Weltmeisterschaft u. fgl. Auszeichnungen. Amerikanischer Feffelfünfte Gr. Ausstatt- Feerie im Fest- Morton, ler und Stettensprenger. saale des Zwischengeschosses Die singenden Engelsköpfchen. Mysteriöse Illustrationsvorst. Das Bärenweib, lebend. Alles ohne Extra- Entree. Zum 1. Male in Deutschland. Preisgetrönte Ada Marrell, Schönheit. Am Brunnen vor dem Tore. Boltsstück mit Gesang in 1 Aft. 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Die Kommission. g Wir ersuchen die Tischler Kollegen die Polierer auf diese Bersammlung aufmerksam zu machen. 77/10 Verband der Schneider, Schneiderinnen u. Wäschearbeiter Deutschlands. Todes- Anzeige. Allen Kollegen und Kolleginnen geben wir hiermit bekannt, daß unser langjähriges treues Mite glied, der Wäschezuschneider Otto Paetsch am 10. Januar im Alter von 27 Jahren an Lungenleiden berstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, ben 14. Januar, nachmittags, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde statt. Die Ortsverwaltung Berlin III. Am 11. Januar, 4 Uhr morgens, entschlief sanft nach furzem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Schwägerin Marie Klinke geb. Bamberg. Dies zeigt tiefbetrübt an, um stilles Beileid bittend Richard Klinke, Bädereiinhaber, Weißensee, Lehderstraße 119. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Weißenfeer Friedhofes, Rölfestraße, aus statt. 5206 Bekanntmachung der P Orts Krankenkasse für Friedenau. Am Donnerstag, 21. Januar 1909, abends 6 Uhr, findet im Restaurant Rheinschloß", Rheinstr. 60, eine außerordenti. Generalversammlung der für 1909 und 1910 gewählten Delegierten statt. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl des Vorstandes( 3 Arbeitnehmer, 1 Arbeitgeber). 3. Verschiedenes. Friedenau, den 12. Januar 1909. Der Vorstand. 270/9 H. Heider, R. Hildebrand, Borjizender. Schriftführer. Orts- Krankenkasse der Kürschner u. verwandten Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. Die von der Generalversammlung Donnerstag, den 14. Januar, abends 8%, 1hr, bei Boeker, am 24. September 1908 beschlossene Weberstraße 17: Bierfahrer, Mitfahrer, Reſervefahrer, Stalleute und Branchen- Versammlung Hofarbeiter. Zages Ordnung: 42/2 1. Der Arbeitsvertrag des Bierfahrers. Referent: Reichstagsabgeordneter Rechtsanwalt Wolfgang Heine. 2. Diskussion. 3. Wahl der Gruppenleitung. 4. Verschiedenes. Kollegen! In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung sorgt für Massenbesuch dieser Bersammlung. Keiner darf fehlen. Unorganisierte Kollegen sind mitzubringen! Kollegen! Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet und ist rechtgeitiges Erscheinen notwendig. Die Ortsverwaltung. Konsum- Verein für Tegel für Tegel und Umgegend. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Freitag, den 22. Januar, abends 8 Uhr: I der Jalousiearbeiter. Sages Drdnung: 1. Bericht des Dbmanns. 2. Neuwahl der Kommiffion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. erscheinen. Es ist Pflicht, daß sämtliche Kollegen pünktlich zur Versammlung Die Branchenkommission. erste Abänderung des Statuts ist seitens des Bezirksausschusses unter dem 1. Dezember 1908 genehmigt. Druderemplate werden vom Lage der Bekanntmachung ab gemäß§ 67 des Statuts an die Mitglieder ver abfolgt werden. 270/8 Berlin, den 12. Januar 1909. Der Vorstand. C. Fritze, Borsigender. Rixdorfer Baugenossenschaft ,, Ideal", eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Mittwoch, den 20. Januar, abends 8 Uhr, in Thiels Festfälen", Verband der freien Gast- und Schankwirte General- Versammlung. Deutschlands.( zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Tages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 3. Verteilung des Reingewinns. 4. Statutenänderung. 5. Wahlen zum: a) Mietenfeſtſegung Hierdurch allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 3. Januar abends unser lieber Sohn und Bruder, der Klempnergehilfe 512b Hermann Hackenberg an Schlaganfall verschieden ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Januar, nachmittags 1,3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Berlin, Brunnenstr. 152. Die trauernden Hinterbliebenen. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 10. Januar verstarb unser Mitglied, der Klempner Hermann Hackenberg Brunnenstr. 152. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 15. Januar, nachmttags 2 Uhr, von der Zeichen balle des flädtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 224/4 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Anschläger Richard Harnisch an Zungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorfer GemeindeKirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Otto Zindars am 8. 6. 2. an Lungenleiden ged. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 110/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Eduard Will am 10. Januar an Zungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Heilands- Kirchhofes in Plößensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 110/5 Die Ortsverwaltung Verein Berliner Ordentl. General- Versammlung Bezirk 1. mounerstag, den 14. Januar, beim Kollegen b) Auflightsrat. 6. letenjeritan Buchdruck- Maschinenmeister. in Trebichs Festfälen, Tegel, Bahnhofstr. 1. 4 Tages Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Ergänzungswahl des Auffichtsrats. 3. Statutenänderung( Aenderung der§§ 2, 30, 31, 44, 46, 52 und 53). 4. Vereinsangelegenheiten. 103/4 Eintritt nur gegen Legitimationskarte. Der Aufsichtsrat: W. Grell. Zu verpachten: Tanzlokal Bierausschank, Kaffeeküche, Buden, Stände, großer Spielplatz für Vereine im Sommerlofal Reinidendorf- West, Scharnweber. Straße 158/59. Kuntze. Kallunke" Gesundheitslikör ( probatum est). 285/19 Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2.5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Wir verkaufen jetzt noch billigst OR 4 MK. an in Petershagen, Ostbahn DR 10 Mk. an Seege feld, am Bahnhof OR 12 Mk. Kaulsdorf, am Bahnhof OR 10 Mk. an Bahnhof Sadowa, Biesdorf, Kaulsdorf- Siid OR 30 Mk. 2. 39 Brüschke, Alt- Moabit Am Freitag, den 15. Januar, beim Kollegen J. Franke, Badstr. 19. Am Freitag, den 15. Januar, beim Kollegen Beck 3. 99 4. 59 99 5135 74/2 3956 5. mann, Samariterſtr. 11. Am Freitag, den 15. Januar, beim Kollegen Böhm, Naunynstr. 6. Am Donnerstag, den 14. Januar, beim Kollegen K. Grumbach, Schönleinstr. 6. 6. Am Freitag, den 15. Januar, beim Kollegen Hahn, Rosenthaler Str. 57. Vortrag über Rechtsschutz. Die Ortsverwaltung. Man slaunt und doch ant Man achte genau auf meine Firma und Hausnummer! Birahorf, Stadtbahn, a. Bahnhof. fsstellen an den Bahnhöfen. chalke& Nitsche rlin, Neue Königstr. 16. für Haus I. 7. Bericht über den Berbandstag in Hamburg. Indem wir darauf aufmerksam machen, daß die Jabresrechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr im Bureau, deal- Baffage 18, zur Einsicht für die Genossen ausliegt, laden wir zu allgemeiner und pünktlicher Teilnahme an der Generalversammlung 103/3 ergebenst ein. Der Aufsichtsrat. Jakobsohn, Borfigender. werden Sie finden, meine Damen, daß die letzten Tage des großen Inventur Ausverkaufs im isverkaufs Spezial- Konfektionshause Westmann Hauptgeschäft: Berlin W., Mohrenstraße 37a und Berlin NO., Gr. Frankfurter Straße 115 Ihnen nie wiederkehrende Vorteile bieten. Abend- und Theatermäntel früher bis Mk. 75, Jetzt nur Mk. 16, { kein Eckhaus, 2. Haus von der Jerusalemer Str. kein Eckhaus, 2. 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Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Gustav Neumann am 10. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. Januar, nach mittags 1, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/2 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Begräbnis des Graveurs Paul Steuer fagen wir allen Freunden, Kollegen und Bekannten sowie dem Personal von Genzjch u. Heyse( Hamburg), den Stempelschneidern Berlins und den Mitgliedern der, Typographia" unferen 5176 herzlichsten Dant. Die Familien Steuer u. Schmidt. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, 9'»o. 26. nw 3. Atüllge des Jormirlö" �tliiict Poitelilutt ms. Heute imttwocl) findet für Berlin und Vororte der Zai)labend statt. partei- Hngelcgcnbcitcn« Zur Lokalliste. In Eichwalde(T.-B.) veranstaltet am l6. d. M. der Lotterievcrein„Fortuna" in„WiechertS Gesell- schaftshaus" doriselbst einen Maskenball; ein gleiches Fest feiert am 20.'d. M. das Personal der Werkstätten der „Berliner Elektrischen Straßenbahn, A.-G., Trcptow-Panrow in den„Eoncordda-Sälc n". An- dreasstr. 61. Beide Lokale stehen der Arbeiterschaft «icht zur Verfügung. Die Lokalkommission. Dritter Wahlkreis. Am Sonnabend, den 23. Januar, feiert der Wahlverein in den Gesamtraumen des Gewerkschaftshauses, Engeluser 15, sein 18. Stiftungsfest. Billetts zu demselben gc- langen heute auf dem Zahlabend zur Ausgabe. Tie Genossen werden ersucht, recht zahlreichen Gebrauch davon zu machen. Ter Vorstatld. Eharlottenburg. Für die Bezirke der 6. Gruppe findet heute abend 8 llür ein gemeinsamer Zahlabcnd bei Leitner, früher Harnisch, Windscheidstr. 24-25, statt. Ter Vorstand. Tie 4. Gruppe hält heute abend einen gemeinschaftlichen Zahl- abend bei Schulz, Kaiser-Friedrich-Stratze 24 ab. Wilmersdorf-Halensee. Wir weisen nochmals auf den heutigen Zahlabend hin und ersuchen che Genosien, in Anbetracht der statistischen Erhebungen, vollzählig zur Stelle zu sein. Gewerk- schaftlichcr Ausweis und.,Vorwärts"qtlittung ist mitzubringen. Der Vorstand. Stralau. Ter heutige Zahlabend fällt in allen Bezirken aus. Taftir findet abends SVi Uhr im Lokal von Loeke, Alt-Stralau 5, die Fortsetzung der Generalversammlung statt. Tie Mitglieder- beitrage werden dort entgegengenommen. Ter Vorstand. Johannisthal. Ter Zahlabend findet am Donnerstag, den 14. Januar für beide Bezirke bei Albert Gobin, Roonstr. 2, statt. Der Vorstand. Alt-Glienicke. Heute, den 13. Januar, findet im Lokale des Genossen Gustav Joch, Äöpeniller Straße 45, abends 8'ü Uhr, ein Zahlabend des Wahlvereins statt. Ter Vorstand. Erkner. Die Genossen werden auf die heute abend Ssst Uhr stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Sonnabend, den 16. Januar. Volksversammlung m DegebrodtS Gcsellschaftshaus. Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse S t a d t h a g c n. Zu dieser Versammlung Freitag, abends 7 Uhr, Handzettelverbreitung. Trebbin. Am Sonnabend, den 16. Januar 1909, abends 8% Uhr, bei Wolf Wahlvereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Kasse und Aufnahme neuer Mitglieder: 2. Abrechnung vom i. Quartal 1908, 3. Jahresbericht; 4. Wahl des gesamten Vor- l and es und der Funktionäre; ö. Parteiangelegenheiten; 6. Wer- schicdenes. Der Vorstand. Pankow. Heute abend 7 Uhr Flugblattverbreitung. Im An- ichlust hieran Zahlabend. Der Vorstand. Fredersdorf-Petershagen. Donnerstag, den 14. d. M., abends 5 Uhr, Zahlabend bei Max Girke, Fredersdorf. Vortrag. Berliner JVadmdtfen. Bockjubel und-trubel. DaS rührige Bierkapital hat die Bocksaison im Laufe der Zeiten am ein Erkleckliches„vordatiert. Während früher dem BocklultuS um die Osterzeit gehuldigt wurde, sind die klugen Arauherrn nach und nach dahin gekommen, ihr Fangnetz schon ein Vierteljahr früher auszuwerfen, so daß heutzutage den„durstigen" Kehlen bereilS uni Weihnachten oder Neujahr kredenzt wird, was sie einst erst Ende Februar-Anfang Mörz genießen konnten. Durch diese zeitliche Verschiebung hat der ganze Charakter der Bockbiersaison eine radtkale Wandlung erfahren: Was sich ftüher zum Teil im Freien— in Biergärtcn oder wenigstens in halb- offenen Hallen— austoben konnte, das wird jetzt in geschlossene Räume gepfercht, in Riesensälc, die durch Oefen größten Kalibers auf eine dem Biergenuß förderliche Schmauchwärme gebracht werden...... Wir haben diesmal die Verwegenhert beseffen, einen leib- hastigen— Abstinenten zu bitten, in die„Höhle des Löwen" zu Shcn und uns von seinem Standpunkt aus eine Schilderung zu reiben über den Eindruck, den er von dem Bockbiertrubcl hat. Er ist dieser Aufforderung nachgekommen und berichtet nun: „An einem der letzten Tage ivohnte ich der„intimen" Eröffnungsfeier eines..Münchener Original-AockbierfestcS" bei. Es war draußen in der Hasenheide, wo— nach Bülow— die deutsche Politik nicht gemacht wird Nun, die paar tausend Männlein und Weiblein, die in dem un- geheuren Saale versammelt waren, dachten an alles andere eher als an Politik. Sie rissen Witze, lachten, juchzten und tranken— tranken - tranken. Sie werden nun wohl glauben, lieber Genosse und Redakteur, daß ich— als sisifAbstinent— eine donnernde Philippika gegen die Spießerei loslassen will, die sich hier behaglich breit nachte. Fällt mir nicht im Traume ein! Und wenn Sie lvisscn wollen, weshalb es mir nicht einfällt, dann will ich eS Ihnen nit Vergnügen verraten:. Uns sozialdemokratische Abstinenten interessiert in erster Linie ?er AlkohottSmuS der A r b e i t e r s ch a f t. Wie ich aber oben schon andeutete, war ich am Freitag in eine Spießbürger- Gesell- Ichast geraten. Schon die ganze„Aufinachung" bewies daS: Der überladene Fähnchen-, Bänder-, Jlittcrprunk des ungeheuren Saales. zie dröhnende Blechmusik, die von den beiden Kapellen„verzapft" wurde, die widerliche Art. wie der Herr Kapellmeister statt des Taktstocks den Bierlrug schwang, um die Gäste zum Trinken. Trinken— Saufen zu animieren. Unsere Parteigenossen lernen cyt, in der Acra der Bildungsbestrebungcn. ihre Feste äußerlich wie innerlich vornehm, dezent, intim so h n c Gänsefüßchen!) ,u gestalten. d> werden sie im Laufe der Zeit schon von selber o e n Geich« i erlieren, der für eine absteigende Klasse allenfalls gu.» nig ist, nicht aber dem Niveau des auf- strebenden, aufsteigenden internationalen Proletariats entspricht. Nun kommt ja noch hinzu, daß sich Sitten und Bräuche zum Glück überhaupt nicht lünstlich von einem Orte nach einem beliebigen anderen verpflanzen lassen. Und so ist und bleibt denn das von der Isar an die Spree geholte Bajuvarentum mit seinen M a d l' n und Wadl'n, seinen„echten" Fettwirten und Alpendekoralionen, seinen Edelweißsträußlein und Alincnhülchen ein Jmpvrt, der seine Unecht- heit. seine Künstelung nicht zu verleugnen vermag. Der Berliner Wcißbicrphilistcr aus Nixdorf kann noch so naturgetreu juhuchzen und Der bedienenden Münchener Maid noch so zärtlich in den Ober- schenke! kneifen, et bleibt doch der Weißbierphilister— und Wahl- rechtLdicb. Und der Herr Kciminalpolizist, der an solchen Abenden— als speziell geladener und gern gesehener Gast natür- lich— nicht fehlen darf, er kamt noch so jovial und fteundlich tun. ler ist und bleibt der Gefährte von Kassube. Paduck und Konsorten. lUnd die dicke Rentiere, Wittib und Hausbesitzerin aus Berlin 8 IV. mag noch so vertiebte Blicke und noch so viele Konfetti auf die holde Männlichkeit im Saale tverfcn, sie steigert am nächsten QuartalSe rsten ihre Hinterhausinieler ohne Ansehen der Perion.... Die künstliche„Gemütlichkeit", die hier grassiert, sie blüht den Leuten, die sich den Wein genuß leisten können, jahrein jahraus. Die Berliner Friedrich-, die Leipziger Straße, sie wissen davon zu singen und zu sagen. Allerdings, solche Geschmacklosigkeiten, wie sie der„Bock" erzeugt, dürften den Stätten der Weinseligkeilen fremd sein. So singt man z. B. in der Hasenheide beim schäumenden Bicre eine„Esels-Polka" mit folgender Strophe: Mit Geduld daS Volk zuhört, Wie ein Redner sie(!) betört: „Richtig war es. mich zu wählen! Statt mit Arbeit sich s!) zu quälen, Sollt Ihr künftig stets nur feiern, Abgeschafft lverd'n alle Steuern."(!) 'S ist unglaublich, ohne Spaß, Doch die Menge glaubt ihm das. Donnerwetter Parapluie l I— a Solche Eicl sah man nie— I— a I Drum gebührt die Sympathie— I— a! Dem famosen EselSvich— I— a! Muß man Abstinent sein, um zu wünschen, daß die Arbeiter- schaft einer Gesellschaft fernbleibt, die ihre geistige und ihre— poli- tische Nahrung an solchen trüben Quellen in sich saust I? Gewiß nicht. Und so ging ich denn beruhigt nach Hause. Ich sagte mir: Vielleicht noch ein Jahrzehnt und noch eins, dann sind wir auch über diesen Berg. Einstweilen aber, so meine ich, ist die Krise eine bitterböse Lehrmclsterin: sie hindert die Arbeiter, eS den Bock- bieripießern gleichzutun, die da. schmunzelnd im Vollgefühl ihrer gutbürgerlichen Behäbigkeit, für die„Moaß" ihre— fünfzig Pfennige zahlen! SudmissionSblüteit. Bei dem Angebot auf Lieferung bon M o b i l i c n für die ini„Stadthause" an der Jüdeustraße ein- zurichtende Kantine, die der Ratskellerwirt übernimmt, forderte die Finna Jahuke Nachfolger 1122 M. und die Firma Ernst Groffow Nachfolger 682 M. Differenz 440 M. Bei dem Angebot auf Lieferung von Mobilien für die Steuerannahmestelle XTV im Stadthause an der Jüdenstraße gab der Tischlermeister Johann Seelig mit 3285 M. das Höchstgebot ab und die Firma Ernst Gossow Nach- folger mit 2223 M. das niedrigste Gebot; Jahnke Nachf. verlangten 3l73 M. Die Differenz zwischen den beiden ersten Geboten war ,1062 Mark. Bon der Schwebebahn. Den Gemeindebehörden ist eine mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Petitton um Beseitigung der Schwebebahn-Probesttecke in der Brunnenstratze zugegangen. In der Pelitton wird unter anderem darauf hingewiesen, daß die Schwebe- bahn verkebrSfeindlich wirkt, daß sie schädigend und die Feuer- sicherhcit gefährdend, niemand zum Nutzen ist, daß sie„eigentums- feindlich" ist, daß sie lebensgefährlich wird und deshalb sofort be- seittgt werden müsse. Für diese Behauptungen werde» Beispiele angeführt. Bemerkenswert ist, daß zahlreiche Mieter der Lrnnnenstraße— etwa 550— die Petition mit unterzeichnet haben. Borsicht vor Brieskastenmarderu. Wie die Kaiserliche Ober-Postdircktion Berlin dem Verein Berliner Äaufleute und Industrieller mitteilt, ist eS kürzlich gelungen, einen Briefkastenmarder auf frischer Tat zu er. tappen, der sich die Ueberfüllung einzelner Briefkasten in der Nähe des Dönhoffplatzes und dcS SpittelmarktrS zunutze gemacht und diesen Kasten nicht unerhebliche Mengen von Sendungen cnt- nommen, die er ihrer Freimarken beraubte und vernichtete. Die Ober-Postdirektion bittet deshalb den Verein, im Sinne bereits früher gegebener Anregungen erneut darauf hinzuwirken, daß größere Mengen bon Drucksachen. Warenproben usw. seitens der Geschäftsaugestelltcn nicht durch die Brief- kästen, sondern unmittelbar b c i den Postämtern eingeliefert werden. Im Interesse einer sicheren Briefbeförderung ist es dringend wünschenswert, daß namentlich die Kaufmannschaft im Zentrum der Stadt diesem Ersuchen Folge leistet. Die gratulierende Zeitungsfrau. Die dieser Tage veröffentlichte Zuschrift eines Parteigenossen über Trinkgeldunwesen am Neujahrstage hat uns auch verschiedene Schreiben von Zeitungsfrauen eingetragen. Die Mehrheit der Schreiberinnen stellt sich auf den Standpunkt, daß sie die Peinlich keit dieser Art des Gratulierens keineswegs verkennen. Verschiedene Austrägerinnen betonen sogar, daß es ihnen gerade in diesem Jahre anläßlich der großen Arbeitslosigkeit doppelt schwer ge- worden sei, die Neujahrsgratulationen auszutragen, und finden das Streben nach Beseitigung dieser hergebrachten Sitte ganz be- greislich. Es sei aber zu beachten, daß besonders die Zeitungs- austrägerinnen in dem Neujahrsgclde einen Teil ihres Lohnes erblickten und bei einem gänzlichen Wegfall desselben anderweitig entschädigt werden müßten. Wir möchten zu diesen Auslassungen von Zeitungsfrauen be- merken, daß die Aeutzerungen über das Trinkgelderunwesen sich keinesfalls aus das Zeitungsaustragen beschränkten, sondern ganz allgemein gehalten waren. Es wäre falsch, wollte man bei Be- sprechung eines Uebelstandes eine bestimmte Erwerbsgruppe heraus- greift:«. Tie Beseitigung des Trinkgclderunwesens, speziell des am Neujahrstage, läßt sich auch keineswegs so ohne weiteres erreichen. Immer wird es einen Kreis von Personen geben, die für die oder jene Dienstleistung ein Trinkgeld geben, auch wenn die Person, der man es gibt, für ihre Leistungen von ihrem Arbeitgeber cnt- lohnt wird._ Für die Hinterbliebenen der Parteigenossen, welche Opfer der Grube Radbod wurden, gingen bei dem Unterzeichneten ein: Berg- arbeiter-Svarverein„Tip. Top", Eharlottenburg 19,—. Berliner Luft- und Schauspiel- Ensemble. WohlrätigkeitSvorstellung im„Prälaten" zu Weißenice, Lehderstraße 49,04. Orlskasse der Klempner, gesammelt vom Vorstände d. Rehberg 5,—. Sammelliste des Stadtbezirks 177b 16,80. Gesammelt vom Lotterieklub„Lustige Sieben" durch Rudolf Kirichuer 8,—. Für die verunglückien Bergarbeiter in Hamm, ge- sammelt bei Hans Mutzel 16.25.— In Summa 114,99 M. an das Sekretariat nach Dortmund gesandt. I. A.: Emil BoeSke, Kassierer, Berlin SW., Lindenstr. 69. Teure Zeiten. Man kann sich jetzt nicht oft genug fragen, wie kinderreiche arme Familien sich bei den heutigen teuren Zeiten durchs Leben schlagen. An Fleischspeisen ist in solchen Haus- Haltungen selbstverständlich schon lange nicht mehr zu denken. Aber auch die einfachsten Volksnahrungsmittel, die jahrzehntelang in festem billigem Preise standen, steigen jetzt mit dem Preise rapide in die Höhe. So können Kohlpflanzen aller Art gegenwärtig von armen Familien kaum mehr eingekauft werden, weil der Preis gegen früher um diese Jahreszeit das dreifache beträgt. Däs be- liebte Sauerkraut, bekanntlich aus Weißkohl hergestellt, das seit Jahrzehnten pro Pfund 5 Pf. kostete, ist jetzt nicht unter 15 Pf. zu haben. Nach acht Tagen soll eine weitere Preissteigerung auf 20 Pf. zu erwarten sein. Und da wollen gemästete Maulhelden immer noch behaupten, daß bei uns jede Arbeiterfamilie Sonntags ihren Braten in der Pfanne hatl Im Cafe der Enterbten betitelt sich eine Lokalreporter„studie" im„Berliner Tageblatt", die mit lebhafter Phantasie erzählt, wie im Berliner Osten ein kleines Kcllerlokal existiert, in dem der halb nach pensioniertem Lakai und halb nach Schmierenkomödiant aussehende Wirt sich das Vergnügen leistet, gesunkene Größen aus vornehmen Ständen mit aller ihrer Geburt zukommenden Hochachtung zu be- dienen, sogar m einem für pcofane Sterbliche streng abgeschlossenen Extrakabinett. Die Entthronten werden mit„gnädiger Herr" an- geredet und„befehlen" dem Kaffeebudiker, was er auftischen soll. Es hat sicher einen gewissen Wert, wenn eine viclgclesenc Tageszeitung Milieuschilderungen mit starkem sozialpolitischem Einschlag bringt. Aber solche Schilderungen müssen tatsächlich an der Quelle gesehen und erlauscht, nicht aus den Fingern gesogen sein. Die vorliegende saftige„Studie", der schon mehrere ahn- liche vorangegangen sind, ist ihrem Inhalte nach von Ansang bis zu Emde blank erfunden. Ein derartiges Kellerlokal existiert an der östlichen Weichbildgrcnze Berlins überhaupt nicht. Wozu also die Flunkerei? Einen Schmerzensrus über die miserablen Verhältnisse der Großen Berliner enthält das folgende uns zur Veröffentlichung zugegangene Schreiben. Ein Arbeiter klagt:„Seit dem 1. d. Vi. hat eS unsere so„berühmte" Große Berliner Straßenbahngescll- schaft wieder mal für nötig gehalten, nach dem Rezept des Fürsten „Bülow" in Punkto Sparsamkeit zu verfahren, aber leider an der verkehrten Stelle. Es handelt sich um die Linien der Straßen- bahn Q und V. Diese beiden Linien, die einzigen, welche die Bcr- bindung des Stadtteils Roscnthaler Tor, Stettincr Bahnhof mit Eharlottenburg, Halcnsee über Alt-Moabit vermitteln, müssen jeden Morgen von Tausenden von Arbeitern benutzt werden, welche nach ihrer Arbeitsstätte gelangen wollen. Dem Verkehrsbetrieb wird aber nur in gänzlich ungenügender Weise Rechnung getragen. An den Haltestellen in der Jnvalidenstraße, Stettincr Bahnhof usw. finden jeden Morgen nicht geringe Menschenansammlungen statt. Aber unsere Große Berliner schert sich den Teufel darum, ob das Publikum auch befördert wird. So passiert es mir und vielen anderen fast täglich, von morgens 7,10 Uhr bis 7,35 Uhr(eine volle halbe Stunde) an der Haltestelle Stettiner Bahnhof zu stehen, ohne mit einer Bahn mitkommen zu können. Die ankommenden Wagen sind schon mehr wie überfüllt; seit kurzer Zeit sind sogar die An- Yängewagen weggelassen. Diesen Ucbelstand kann man fast jeden Morgen in der Zeit von 7—3 Uhr und, wie mir von Arbeitskollegen, welche eine Stunde früher fahren müssen, mitgeteilt worden ist, auch früher wahrnehmen. Gelingt es dann nach halbstündigem Warten mit Ach und Krach einen Platz aus dem Vorderperron zu ergattern, was bei der jetzigen Jahreszeit gewiß keine Annehmlich- keit ist, so ist es sicher, daß man aus seiner Arbeitsstelle zu spät ankommt, waL man obendrein noch mit Strafezahlen. wenn nicht aar mit Entlassung büßen muß. Dazu kommt, daß man ganz er- kältet und ermattet ist." Diese Rücksichtslosigkeit der Großen Berliner gegen das Publikum macht sich nicht nur aus der oben genannten Strecke bemerkbar. Wir haben bereits vor einiger Zeit darauf hinge- wiesen, daß auch über verschiedene andere Linien geklagt wird und speziell in den Morgenstunden, an denen die Arbeiter nach ihrer Arbeitsstätte fahren müssen. So erweist sich die Große Berliner in vielen Fällen eher verkehrshinderlich als vcrkchrLfördernd. Man sollte von einer Verkehrsgesellschast verlangen können, daß sie die Wünsche und Bedürfnisse das fahrenden Publikums berücksichtige. Wer das von der Großen Berliner erwartet, irrt sich. Diese Gc- sellschaft hat aus den Verkehr ein Monopol und glaubt mit dem Publikum Schinoludcr treiben zu können. Amtlicher Nachruf für einen— Schiffsjungen. Im„Berliner Lolal-Anzeiger" vom Dienstag früh befindet sich unter den Todes- anzeigen ein handgroßer Nachruf vom Kommando des in Korsu stationierten deutschen Kriegsschiffes„Hertha", welches bekanntlich im Erdbcbengebiet Hilse geleistet hat, für den aus der Fahrt von Mcssina nach Eatania aus der Takelage gestürzten und an den Folgen des Unglücksfalles verstorbenen 17zährigen Schiffsjungen Hermann Eugen Franz Barfuß. In aller Form wird dem so jäh aus dem Leben Geschiedenen öffentlich nachgerufen, daß er ein tüchtiger und zu den besten Hoffnungen berechtigender Schiffsjunge war, der sich bei seinen Vorgesetzten und Kameraden gleicher Achtung und Beliebtheit erfreute. Sein Andenken solle stets in Ehren gehalten werden. Empfindsame Gemüter werden diesem Nachruf ohne Unterschied der Person eine gute Seite abgewinnen. Ob er aber wohl auch erfolgt wäre, wenn der Unglücksfall, der mit der Hilfstätigkeit vor Messina direkt doch nichts zu tun hat, bei anderer Gelegenheit passiert wäre? Die Kaiserliche Marine begräbt aus solche Weise namentlich durch Geschützexplosionen und Verbrühungen, alljährlich sehr viele junge Menschenleben, aber wir haben noch niemals einen amtlichen Nachruf für die einfachen Matrosen und Marincsoldaten zu Gesicht bekommen, Ein schwerer Betriebsunfall hat sich gestern im Berliner E i L p a l a st, Lutherstraße, ereignet. In der elften Vormittags- stunde war dort der 33 jährige Maschiilist Albert Wittmann, Schöneberg, Tempelhofer Str. 12 wohnhaft, außerhalb des Ma- ichinenraumeS damit beschäftigt, ein Kettengetriebe, das zur Kohlen- förderung dient, zu schniiere», und er bestieg bei dieser Arbeit eine Leiter. Plötzlich wurde er von der Kette erfaßt und in das Getriebe gezogen. Auf die Hilferufe deS Acrmsten eilten andere Arbeiter herbei und machten sich sofort an die Befreiung des Kollegen. Gleichzeitig alarmierte man auch die Charlottenburger Feuerwehr, die bald mit dem Zuge auS der Ostlvache in der Rankestraße zur Stelle war. Mit Mühe gelang es, den Verunglückten aus seiner gefährlichen Lage herauszuholen. Er hatte einen Annbruch, einen Schädelbruch und schwere innere Verletzungen davongetragen und gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Wach Anlegung von Notverbänden wurde der Unglückliche mit einein Sawadeschen Krankenwagen nach dein Krankenbause Westend geschafft. ES besteht aber wenig Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Wodurch der Unfall eigentlich entstanden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Psungjiädtcr bei Aschinger. In dem am Siosenthaler Tor be- legcnen Aschingerlokal hatten sich vor einiger Zeit zwei Gäste er- laubt zu behaupten, daß ein als„Pfungstädter" verabreichtes GlaS Bier kein solches sei, wie sie es in einem anderen Lokal derselben Firma als„Pfungstädter" erhalten und von dem sie eine Probe zur Stelle hatten. In dieser Behauptung erblickte der Geschäfts- führer einen so schweren Vorwurf, daß er die beiden Gäste aus- forderte, sofort das Lokal zu verlassen und, da sie bei der dritten Aufforderung noch nicht geflogen waren, einen draußcnstehcnden Schutzmann zur Feststellung herbeirieft Wären die Ausgewiesenen jetzt schnell davon geeilt, so konnte man annehmen, daß sie sich feige ihrer Feststellung und Verantwortung entziehen wollten, mich so kam es, daß sie der Schutzmann noch' an der Tür im Lokal antraf. Dieser Vorgang führte zu einer Anklage wegen gemein- schaftlichcn Hausfriedensbruchs und so wurden die beiden Bier- kritiker am Montag zu je 10 M. Geldstrafe verurteilt. Die Eni» lastungszeugen wurden nicht vernommen. Im„schwarzen Walfisch zu Askalon" wurde zwar auch kein Prophet geehrt, man wurde aber erst hinausgcmorfen, wenn man die Zeche nicht bezahlen konnte. Heute kann schon eine Bier- bcschwcrde verhängnisvoll werden, also Vorsicht! Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahn- Stadtv. Bandmann( lib. Bg.) gab eine turze Begründung Bürgermeister Ungewitter Betonte, daß das Grundstüd als zug und einem Schlächterfuhrwert erfolgte gestern abend auf dem des Antrages, indem er darauf hintvics, daß, nachdem sich auch Char- ideal für den Bau eines Rathaufes erachtet werden müßte. Dazu Gesundbrunnen. Der Schlächtermeister Mag Rippe, Kolonieftr. 20, Tottenburg mit der gleichen Angelegenheit beschäftigt habe, die Frage tomme, daß später an dem Grundstüd, an dessen Hintergrund der wollte mit seinem Geschäftswagen von der Koloniestraße in die auch für Schöneberg spruchreif sei. Schloßpart, die Lunge der Gemeinde liege, die elettriche StraßenBadstraße einbiegen. Er fuhr hinter einem Straßenbahnzug her Stadtv. Gottich a It( lib. Fraft.) spricht seine Verwunderung bahn vorbeiführen wird. Die Vorlage wurde hierauf einstimmig und als er den Fahrdamm der Badstraße frenzen wollte, stieß der darüber aus, daß der Antrag jebt gerade von der Seite komme, die angenommen. Wagen mit dem Anhänger zufammen. Der Anprall erfolgte mit früher am heftigsten sich gegen derartige Anträge gefträubt habe. Herr Beigeordneter Caffebaum brachte zur Kenntnis, daß die Firma folcher Gewalt, daß das Fuhrwerk zertrümmert und R. auf den Rebner geht dann in längeren Ausführungen auf die Wertzuwachs- für Tiefbau- Unternehmungen Bruch, welche die Kanalisationsarbeiten Fahrdamm geschleudert wurde. Er erlitt schwere Rippenquetschungen steuer näher ein, wobei er speziell die Schöneberger Berhältnisse in Friedrichsfelde- Karlshorst ausgeführt hat, gegen die Gemeinde und erhielt auf der Rettungswache die ersten Notverbände. näher beleuchtet. In Schöneberg befinde sich der unbebaute Grund- eine Klage auf Bahlung von 385 018,82 m. erhoben hat. Es sei Eine ungewöhnlich frühzeitige Aufnahme der Spreeschiffahrt ist durch befit in den anden von vier bis fünf Familien. im ganzen ein Betrag von 973 308,90 m. ftrittig. Später soll eine Zum Schluß eine Verfügung des Regierungspräsidenten ermöglicht worden, durch Der Zustand ſei unerquicklich für die Bebauung. Nicht die Haus- authentische Darstellung bierüber gegeben werden. Genosse Pinseler üríorge für die bereits welche die Schiffahrtssperre für die Oberfpree und die Spreefeen befizer follen mit der Wertzuwachssteuer getroffen werden, sondern forderte der Gemeinde vorhandenen 450 Arbeitslofen. ES wieder aufgehoben wird. Durch diese Verfügung dürfte auch die diejenigen, die zum Schaden der Allgemeinheit das Terrain fest- in sollte namentlich darauf gesehen werden, daß bei den Gemeinde Hoffnung der Eissportfreunde auf die Benutzung der Eis- halten, um für sich möglichst hohe Brofite herauszuschlagen. Stadtv. Süter( Soz.) erklärte namens der sozialdemokra arbeiten Arbeiter aus Friedrichsfelde und Karlshorft beschäftigt bahnen der Oberfpree gescheitert fein Schon am geftrigentischen Fraktion, daß fie für den vorliegenden Antrag stimmen werden. Herr Bürgermeister Ungewitter versprach, daß Arbeiten, für Zage waren Eisbrecher tätig, um eine Fahrrinne durch werde, sie halte es aber für überflüssig, jest auf die Wertzuwachs- welche die Mittel bereits bewilligt find, sofort in Angriff genommen die noch vorhandenen Eismaffen au stoßen zu stoßen und nur bei einem etwaigen außerordentlich strengen Frost tönnte noch einmal ſteuer einzugehen, da sich die Statdtverordnetenversammlung schon werden sollen. Auf die Unternehmer soll im Sinne Pinselers eindie Schiffahrt unterbrochen werden. Die Freigabe der Wasserläufe oftmals mit der Frage beschäftigt habe und wobei auch der Stand- gewirkt werden. punkt der sozialdemokratischen Fraktion näher präzisiert sei. In erfolgte mit Rücksicht auf die große Notlage, in welche die Schiff fahrt durch die ungünstigen Wasserverhältnisse des vorigen Jahres geraten ist sowie auf den Wiederbeginn des Baumarktes, der eine erweiterte Anfuhr von Ziegelsteinen nach Berlin erforderlich macht. Arbeiter- Bildungsschule Berliu. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Bibliothet heute( Mittwoch) gefchloffen bleibt, dafür aber Freitag, den 15. d. Mts., bon 8-9 Uhr geöffnet ist. Gleichzeitig machen wir noch an dieser Stelle bekannt, daß an Stelle von Frl. Saenger- Sethe, die verhindert ist, Frau Amalie Radrauer Birnbaum ihre Mitwirkung bei dem am 17. d. Mts. in Freyers Festfälen, Koppenstraße 29, stattfindenden Stiftungsfeste aus gefagt hat. Eine Benderung des sorgfältig ausgewählten Programms ist mit diesem Wechsel nicht verbunden. Wir ersuchen die Juteressenten schon jetzt, fich rechtzeitig mit Billetts zu versehen. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 6 Uhr tam auf dem dehrter Berfonenbahnhof am Humboldthafen Feuer aus. Im Steller unter dem Empfangsgebäude brannten Breß- und Steinkohlen. Die vierte Kompagnie war schnell zur Stelle und es gelang ihr durch kräftiges Wassergeben den Brand auf den Keller zu beschränken. Eine Verkehrsstörung fand nicht statt. Gleichzeitig wurde die Wehr zur Rettung eines erfrankten Stindes nach der Binsfir. 17 gerufen. Die Bemühungen mit Sauerstoff waren aber leider erfolglos. Wegen eines Ladenbrandes wurde der 3. Zug nach der Stralsunder Str. 12 alarmiert. Dekorationsstoffe und anderes brannten dort. Ferner liefen noch Alarme aus der Hindersinstr. 8 und anderen Stellen ein. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Stadtverordnetenversammlung. Die Versammlung nahm zu nächst Kenntnis von dem eingegangenen Urteil des Bezirksaus schusses, wonach die von der liberalen Fraktion angefochtenen Wahlen der Stadtverordneten Gremler und Baumann( unabh. Bg.) für ungültig erklärt werden. der einzusehenden Deputation wird die sozialdemokratische Fraktion Brit. ihre Anträge einbringen und vertreten. Auch der Stadtv. Heyne( unabh. Bg.) erklärt namens seiner Fraktion, daß sie jest tein prinzipieller Gegner der Wertzuwachs fteuer mehr fei, und für den vorliegenden Antrag stimmen werde. Allen weitergehenden Anträgen stehe sie jedoch ablehnend gegenüber. Stadtv. 3obel( lib, Fratt.) weist darauf hin, daß jetzt erst wieder ein Grundstück zum Preise von bier Millionen Mart verkauft sei, das im Jahre 1900 nur 834 000 Mark gekostet habe. Zum Achtuhr- Ladenschluß. Auf Veranlaffung des Zentral. verbandes der Handlungsgehilfen und Gee bilfinnen Deutschlands fand am hiesigen Orte eine Abstimmung aweds Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses statt. Bon 118 in Frage fommenden Geschäftsleuten erklärten fich 90 für Einführung desselben. Das Ergebnis ist sofort dem Regierungspräsidenten überfandt worden, und tritt der Actuhr- Ladenschluß hoffentlich schnellstens in Kraft. Bankow. Nach weiteren Auseinandersetzungen, die zum Teil auch auf das persönliche Gebiet hinübergingen, wird der Antrag ange. nommen. Ein Antrag, wonach die Angelegenheit so zu beschleuDie Stadtverordnetenwahlen finden finden am Freitag, den nigen ist, daß die Einführung der Wertzuwachssteuer mit dem 15. Januar, von 11 Uhr vormittags bs 8 Uhr abends statt. Da mit 27 gegen 24 Stimmen angenommen. 1. April 1909 erfolgen fann, wird in namentlicher Abstimmung nach den vorjährigen Listen gewählt wird, um der Arbeiterschaft die erledigten Mandate zu entreißen, ersuchen wir alle diejenigen, lichen Sizungen in der Regel um 10 Uhr zu schließen. Sodann wird beschlossen, auch im laufenden Jahre die öffent- welche am Anfang des Jahres 1908, in Pankow wohnhaft waren, fchiffe für 1909. Die sozialdemokratische Fraktion ist darin wie finden zwei öffentliche Versammlungen, und zwar bei Roczycki, Zum Schluß erfolgte noch die Wahl der ständigen Aus- fich zur Wahl einzufinden. Am Donnerstag, den 14. Januar, folgt vertreten: Ausschuß für Anstellung von Gemeindebeamten: Streuzstraße 3-4, und Großfurt, Berliner Straße 27, statt. ReObst, Wollermann; Petitionsausschuß: Däumig, Hoffmann; Rech- ferenten find die Stadtverordneten Genossen Grauer- Lichtennungsausschuß: Süter, Wollermann; Wahlprüfungsausschuß: berg und Sassenbach Berlin. Alle Genossen, insbesondere Däumig, Wollermann; Beförderungsausschuß: Fritsch; Etatsaus- die Arbeitslosen, welche sich für den ganzen Wahltag zur VerSchuß: Küter, Moltenbuhr. fügung stellen, wollen sich am Donnerstag in der Versammlung bei Großfurt einfinden. Spandau. So Einen wagehalfigen Sprung unternahm der aus der Zwangserziehungsanstalt Bühlsdorf entwichene Fürforgezögling Walter D. über einen vier Stockwerke tiefen und zwei Meter breiten Lichtschacht in einem Haufe der Hauptstraße. Bereits vor ungefähr zwei Jahren gelang es D. aus der Anstalt zu entfliehen und bei Verwandten sich unentdeckt aufzuhalten. Doch bald fuchte er teils durch Einbrüche fein Leben zu friften. Dies führte dazu, daß die Polizei auf ihn bald aufmerksam wurde, ihn beobachtete und feinen Aufenthalt in der Hauptstraße feſtſtellte. Striminalbeamte befeyten die Ausgänge und versuchten die Wohnung zu öffnen. In diefem Augenblick sprang D. aus dem Schlafzimmerfenster über den Hof und versuchte auf Sodann wurde folgender Dringlichkeitsantrag der sozial- das in derselben Höhe der vierten Etage befindliche Fenster des demokratischen Fraktion der Tagesordnung vorangestellt: Quergebäudes zu gelangen. Der Sprung war zu kurz es gelang Durch Berfügung der Schulaufsichtsbehörde ist dem hiesigen ihm aber, mit der einen Hand das Fensterbrett zu erfaffen; hieran Arbeiter- Turnverein die weitere Benutzung der städtischen Schul- flammerte er sich fest, um nicht in die Tiefe zu stürzen, bis ihn Beturnhalle in der Berchtesgadener Straße unterfagt. Der Magi- amte aus der gefährlichen Lage befreiten. Er wurde sofort ber- lichen Blätter scheinen gar nicht zu empfinden, wie sie durch solche strat wird daher ersucht, über den Bau einer neuen, bon haftet. ber staatlichen Aufsichtsbehörde unabhängigen, städtischen Turnhalle der Stadtverordnetenversammlung Rixdorf. baldigst eine Vorlage zu machen." Am Donnerstag, den 7. Januar, schilderten wir die ergößliche Flucht eines Wahlrechtsverschlechterers aus der Straßenbahn, die von wenig Mut und noch viel weniger gutem Gewissen zeugte. Es ist bei dieser Gelegenheit leider durch ein Versehen eine falsche Hausnummer in der Steinmetzstraße angegeben worden. Das Haus, in das der interessante Herr verschwand, führt nicht die Nummer 48, sondern 47. Wir halten es für ganz besonders notwendig, darauf hinzuweisen, weil der Befizer des Hauses Steinmeßstraße 48 zu denjenigen Hausbesizern gehört, welche die imposante Protestversammlung der unabhängigen Hausbesiger gegen den Gewaltatt vom 17. Dezember v. J. organisierten. Ein ähnlicher Antrag war auch von der liberalen Frattion gestellt worden. Nachdem sich Stadtv. Starke( lib. Fratt.) vom Worsteher hatte bescheinigen laffen, daß der Antrag der liberalen Frattion dem Stadtverordnetenbureau zuerst zugegangen fei, erhielt derselbe zur Begründung desselben zunächst das Wort. Er wies Darauf hin, daß vor wenigen Wochen die Ginführung der Städte ordnung festlich begangen sei, und heute habe man fich aufs neue über einen neuen Eingriff in die Selbstverwaltung auf das bitterste zu beklagen. Die Stadtverordnetenversammlung habe keinen Grund, u fich zart mit der Sache zu befassen, sondern energisch gegen diesen Mißbrauch der Amtsgewalt zu protestieren. Die liberale Frattion hat teine Veranlassung, den Arbeiter- Turnverein besonders in Schuß zu nehmen. Es sei ja bekannt, daß von diesen Bez einen Turnen und Politik in be bentlichem Maße miteinander berquidt werden. Aber es muß gleiches Recht für alle Bürger verlangt werden. Die Verfügung der Hegierung ist recht töricht. Denn den Vorteil daraus zieht doch immer nur die Sozialdemokratie. Die Tätigkeit der Arbeiter- Turnvereine fei letzten Endes doch immer eine nationale. Die Schuldeputation hätte beffer getan, fich nicht zu Senferstnechten der Regierung herzu geben, fondern die Ausführung der Verfügung der Regierung zu überlaffen. Nach den Erfahrungen Berlins wird ja mit dem Bro- euchtgas angefülltem Bureau bewußtlos auf einem Sofa liegend teste nichts Positives erreicht werden fönnen, deshalb sei der Bau ciner neuen Zurnhalle notwendig. Ein Bortemonnaie ist am Montag, den 11. Januar, im Lokal von Hoppe beim Vortragsabend des Bildungsausschusses gefunden worden. Dasselbe ist in der Parteispedition, Nedarftr. 2, abzuholen. Charlottenburg. Den Tod durch Gasvergiftung. Im Haufe Nürnberger Straße 24 a betreibt feit längerer Zeit die 70 jährige Frau Aima Hahn ein Gefindevermietungskontor. Als gestern früh der Aufwärterin auf mehrmaliges Klopfen nicht geöffnet wurde, ließ diefe die Tür durch einen Schloffer öffnen. Man fand die Greisin in ihrem mit bor. Ein von der Unfallstation am Zoologischen Garten hinzugerufener Arzt konnte nur noch den durch Gasvergiftung eingetretenen Lob feststellen. 群 Am heutigen Zahlabend gelangt in den Charlottenburger Beairken bie neueste Nummer der Zeitschrift der Freien Volksbühne Charlottenburg" au allgemeiner Verteilung. Sie enthält nebit Vereinsnachrichten, Bahlstellenliste usw. einen sechsseitigen Artikel über Gin Volksfeind" von Henrik Ibsen. Dieses Schauspiel, welches der Verein Anfang Februar zur Aufführung bringt, ist unter den modernen Stücken von sozialer und politischer Bedeutung eine der wichtigsten und glänzendsten Erscheinungen. Spefte find außerdem zu haben bei A. Wilt, Stirchstraße 30, to auch jede Auskunft in Sachen der Freien Volksbühne Charlottenburg" er teilt wird. " dem" Ausweisungsbefehl entgegen fich noch hier aufgehalten haben. Festgenommen wurden vorgestern zwei polnische Arbeiter, die Sie werden nun zwangsweise über die Grenze gebracht." lautet eine Notiz in hiesigen bürgerlichen Blättern. Erst werden diese Leute von Unternehmern hierher gelockt, um durch niedrigen Rohn und viel Arbeit den Herren Unternehmern ordentlich den Sädel zu füllen und den hiesigen Arbeitslosen das bischen Arbeit fortzunehmen. Ist die Arbeit fertig, dann gibt's einen Ausweisungsbefeht, und leisten sie nicht Folge, dann werden sie zwangs weise über die Grenze geschafft. Staat und Kommune sehen diese Dinge ruhig mit an, unterstüßen sie noch. Solange der Arbeiter als williges Ausbeutungsobjeft gebraucht wird und sich gebrauchen läßt, da ist er willkommen. Nachher bird er läftig. Die bürgerNotizen das Unhaltbare der Zustände selbst zugeben. Freilich, diese Zeitungen sehen bei ihren Lesern das nötige Nachdenken nicht voraus. Pflicht jedes denkenden Arbeiters aber muß es sein, eine Presse, die eine solche Brutalisierung des arbeitenden Standes ohne jeben Kommentar, gewissermaßen noch rechtfertigend, ihren Lesern vorfeken, nicht zu lefen. Botsdam. Dem Verbrennungstod entgangen. In der vorlegten Nacht wurde die städtische Feuerwehr nach dem Hause Hohenzollernftraße 31 gerufen, wo in der 3. Etage ein Zimmer der Wohnung des Regierungshauptfaffenbuchhalters Busch in Flammen stand. Die 13jährige Tochter des Ehepaares hatte noch im Bett ein Buch gelesen, dabei aber vergessen, ihr Licht, eine freistehende Sterze, zu erlöschen. Die Sterze brannte ab, sette die Tischdecke in Brand und bald hatte auch das übrige Meublement Feuer gefangen. Das Mädchen erwachte erst, als ihr Bettzeug anfing zu brennen. Zum Glück vermochte es noch aus dem raucherfüllten Raum zu entkommen. Der Feuerwehr gelang es bald, des Feuers Herr zu werden. Zum Lehniner Naubmord wird gemeldet, daß von der Staatsanwaltschaft die Verhaftung des Amtsschreibers Otto Schulze, des 18jährigen Sohnes der ermordeten Postschaffnersfrau Sch., angeordnet worden ist. Der junge Mensch, gegen den sich in der lezten Zeit der Verdacht der Täterschaft an dem Doppelmord richtete, unternahm vorgestern nachmittag einen mißlungenen Selbstmordverfuch, indem er sich erhängen wollte. Er wurde abgeschnitten und ins Krankenhaus gebracht. Dort foll er als Unterfuchungsgefangener beobachtet werden, da er nun als Zäter schwer belastet erscheint. Vermischtes. Schiffszufammenstoß. Aus Hamburg wird gemeldet: Der Dampfer Bethania" der Hamburg- Amerita- Linie fignalifierte, als er Bratole Boint paffierte, daß er mit einem unbekannten Schiff einen Zusammenstoß hatte. Bethania" konnte unbeschädigt die Reise fortiezen. Das andere Schiff ist wahrscheinlich gefunken. Die Reederei nimmt an, daß es sich um ein Segelschiff handelt, das kein Secklicht führte. Bur Katastrophe von Nag. Von den gestern bei der Katastrophe in Nay Verwundeten sind, einer Meldung aus Bern zufolge, mehrere gestorben. Die Gesamtzahl der Toten beträgt bis jetzt 31. Stadtv. Süter( Goz.): Der Gingriff in die Selbstverwaltung ist ja nicht neu, fondern habe eine ganze Weihe von Vorgängern. In diesem Falle hat sich die Regierung aber einen sehr schlechten Silvesterscherz erlaubt. Die städtischen Behörden haben sich nur anerkennend über die Tätigkeit des Arbeiter Turnvereins aussprechen tönnen. Die turnerischen lebungen tönnen unmöglich als staatsgefährlich betrachtet werden. Es muß in diesem Fall eine Denunziation von anderer Seite vor liegen, die mit Neib auf das stete Wachsen des Arbeiter- Turnvereins blickte. Die städtischen Körperschaften haben die Verpflichtung, ein energisches Beto gegen die Bevormundung seitens der Regierung einzulegen. Um allen späteren Eingriffen wirkjam entgegentreten au fönnen, muß seitens der Stadt eine Turnhade errichtet werden, in welcher die staatliche Aufsichtsbehörde nichts dreinzureben hat. Friedrichsfelde- Karlshorst. Der Magistrat muß auch dafür sorgen, daß bis zur Fertigstellung Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer ersten Sigung dieses Projektes für den Arbeiter- Turnverein ein anderes Unter- im neuen Jahre zunächst mit der Bewilligung von Mitteln für die tommen beschafft wird. Redner empfiehlt oie möglichst einstimmige Neu- Chauffierung der Marzahner Chauffee von der Biftoriastraße bis Annahme der vorliegenden Anträge. zur füdlichen Grenze des Geländes des Magerbiehhofes. Hierfür Stadtv. 2 ulay( lib. Bg.) tritt ebenfalls den Ausführungen wurden 32 000 m. gefordert, welcher Summe die Vertretung ihre der beiden Vorredner bei. Man sollte meinen, daß es endlich Beit Bustimmung gab. Die Ausgabe foll gedeckt werden aus der vom Unwetter in Schleswig- Holstein. Einer Meldung aus Kiel au für die Regierung fei, von einem solchen mittelalterlichen, verwerf Streife gezahlten Abfindungsfumme von 188 000. Genoffe folge herricht in ganz Schleswig- Holstein feit gestern vormittag heflichen Standpunkt abzukommen. Nach einem derartigen Vorgehen Binfeler prach hierbei den Wunsch aus, daß bei den Pflasterungs- tiges Schneetreiben bei stürmischer Witterung. In mehreren Orten, habe die Regierung auch die weiteren Konsequenzen zu ziehen und arbeiten Ausländer nicht beschäftigt werden mögen. In zwei Bor- befonders im Nordwesten der Proving, gingen schwere Gelvitter die Arbeiter nicht n die Militärfajernen aufzunehmen. Redner lagen fordert der Gemeindevorstand den Ankauf des Weberichen nieder. Die Fernsprechleitungen nach Norden sind unterbrochen. unterbreitet namens feiner Fraktion noch einen weiteren Antrag, Grundstückes östlich ver Treskow- Allee im Gesamtpreis von 100 000 wonach der Magistrat ersucht wird, dem Arbeiter- Turnverein für Mark und den Ankauf des Grundstüces des Stadtrats Kielbloch- Vom elektrischen Strom getötet. Wie aus Hannover gemeldet die Sommermonate ein städtisches Terrain zur Verfügung zu ftellen. Lichtenberg gleichfalls östlich der Trestow- Allee zu einem Staufpreis wird, wollten auf dem Wege zwischen Döhren und Ricklingen Diebe Stadtv. Däumig( Soz.) wendet sich ebenfalls gegen den von 29 915.40 M. aur Erweiterung des zukünftigen Rathausgrundstüdes, Supferdraht steblen. Sie hatten jedoch nicht damit gerechnet, daß furzfichtigen Standpunkt der Regierung, der über das Mittelalter das im Jahre 1901 vom Landrat v. Treskow erworben worden ist. während der Nacht die Kraftstromleitung nicht ausgeschaltet wird. faum hinausreicht. Der Sozialdemokratie kann ein derartiges Bor- Auf Befragen des Gemeindevertreters Schäfer, ob dieses Grundstück Während einer der Diebe mit einer Metallfäge den biden Obergchen nur angenehm sein, denn es trägt dazu bei, das Selaffenbewußt au Rathauszweden benutzt werden muß, erflärte der Bürgermeister leitungsdraht zu durchschneiden suchte, bekam er einen elektrischen jein unter den jungen Mitgliedern des Turnvereins zu weden. Die Ungewitter, daß der Grundgedanke war, dort ein Berwaltungs- Schlag und stürzte tot hin. Der Getötete wurde später von FabrikSozialdemokratie fei ja gewöhnt, von der Regierung auf jede Art gebäude zu errichten. Man habe lange verhandelt, um von dieser arbeitern aufgefunden. und Weise schifaniert zu werden. Bestimmung loszukommen. Auch fei der Rücklauf durch Herrn Nach einer furzen Geschäftsordnungsdebatte, in welcher der von v. Trestow ins Auge gefaßt worden. Erdbeben in Amerika. Wie aus Seattle, Bellingham, Tacoma, Letzterer sei auch für den sozialdemokratischer Seite gegebenen Anregung, über die drei vor- Rücklauf zu haben geweien, jedoch unter Bedingungen, die für die Vancouver und anderen Drtschaften im Staate Washington gemeldet liegenden Anträge insgesamt abzustimmen, von einzelnen Gemeinde unannehmbar waren. Auf Wunsch einzelner Gemeinde- wird, wurden dort gestern nachmittag und abend Erdstöße berMitgliedern der unabhängigen Bereinigung widersprochen wurde, vertreter gab der Bürgermeister auch die Bedingungen befannt, ipürt, welche mehrere Gefunden dauerten und die Bevölkerung in werden sodann die Anträge eingeln angenommen. Dagegen unter denen Herr v. Trestow fich für den Rückfauf des Grundstückes Schrecken verfetten. Echaden ist nicht angerichtet worden. stimmten nur die Stadtverordneten Schneider und Polens bereit erflärte. Danach wollte er das Grundstück für denselben ( unabh. Bg.), beides Vertreter der dritten Wählerabteilung. Breis zurüdfaufen, für welchen es die Gemeinde erworben hatte. Nach den amtlichen Berichten ist die ganze Nordwestküste von Eine Meldung aus Bellingham( Staat Washington) befagt: Eine ausgedehnte Debatte brachte dann der Antrag ber liberalen Der Kaufpreis follte unfündbar auf fünf Jahre als 4 prozentige ben Grberschütterungen betroffen worden. In Port Bereinigung, wonach der Magistrat ersucht wird, eine gemischte De- Hypothef eingetragen werden. Gemeindevertreter Schäfer betonte putation von 10 Stadtverordneten und fünf Magistratsmitgliedern hierauf, daß diefer Fall beweise, wie gewiffe Herren Wertsteigerungen Townsend wurden Dächer und Fensterscheiben beschädigt, die Waffereinzusehen behufs Borberatung der Einführung einer ert- in ihre Tasche steden wollen, der Gemeinde dieselben aber nicht rohre plagten und die Häuser wurden überschwemmt. zuwachssteuer. Der Magistrat soll sich weiter zu diesem Zweck zubilligen. Er wisie nicht, wie er die Bedingungen des Herrn Der Mount Baker, ein Vulkan, der als erloschen galt. war furge mit Charlottenburg und Deutsch- Wilmersdorf in Verbindung fegen. v. Trestow richtig fennzeichnen folle. Zeit in Tätigkeit. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin, Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW,