Nr. 15. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,80 RI, monatl. 1,10 möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Rreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark Holland, Italien, Quremburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Betragt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Big., für bolitische und gemerffchaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erſte( felt. gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Blutiger Wahlrechtskampf! entbrannt ist. Dienstag, den 19. Januar 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Und der Wahlrechtskampf in Sachsen wird den Wahlrechts- bandsstätten ein und bedrängten sogar die Arbeiter. tampf in Preußen aufpeitschen und das Blut unserer Brüder, Sanitäter. Einer von ihnen wurde, während er beim das die Straßen Dresdens färbte, soll die Proletarier Verbinden war, durch einen Säbelhieb an der Preußens anfeuern zum Stampfe! Auf den Blutsonntag in Dresden antworte der rechtstampf! In Sachsen wie in Preußen! Handschwer verlegt. Die Sehnen der Hand wurden ihm zerschnitten und der Daumenknochen gespalten! Mahl- Die Hand wird voraussichtlich steif bleiben! Die SchwerUeber die Ereignisse in Dresden wird uns berichtet: Dresden, 17. Januar. " Unter Wieder hat der Polizeisäbel auf den Schret der Entrechteten nach dem gleichen Recht geantwortet, wieder ist das berlegten hatten alle Säbelhiebe auf den Kopf erBlut von Wahlrechtsdemonstranten in Deutschland geflossen! halten; zumeist waren auch die Hüte zerhauen. Die Gendarmen hatten also rücksichtslos auf die Köpfe einer unbewehrten, Bluttaufe ist dem neuen Abschnitt des Wahlrechtskampfes fliehenden Menge eingehauen. In einigen Hausfluren, geworden, der in Sachsen gegen die empörenden Pläne der Reaktionäre auf erneute schmähliche Entrechtung des Proletariats vier große Boltsversammlungen, die sich mit der Schloßstraße und Wilsdruffer Straße fah man Blutlachen Am Sonntag vormittag 11 Uhr tagten in Dresden- Altstadt wo Verwundete verbunden wurden, schwamm das Bint; auf der Vierklassenentrechtung beschäftigten. Obwohl eine Stunde stehen. Die Zahl der schwerer Verlegten beträgt 20! Den beiden blutigen Dezembertagen des Jahres 1905 in vor Beginn der Protesttundgebungen ein arges Unwetter tobte, Berbrochene Stöde und Schirme, zerfeste Hüte lagen in Massen auf Dresden, dem 17. Januar in Hamburg, dem bei dem Regen, Schnee und Hagel miteinander zu wette der für die Sieger unrühmlichen Walstatt. 12. Januar 1908 in Berlin schließt sich ein neuer eifern schienen, die Demonstration zu Demonstration zu Wasser zu machen, Die Empörung der Menge stieg aufs äußerste, Bluthunde" rief Bluttag an, der 17. Januar 1909 in Dresden! Bum waren schon Tange bor der festgesetzten Beit sämtliche man aus hundert Kehlen den Polizisten zu. Von neuem drängte die dritten Mal schon ist in in den Straßen Dresdens Lokale überfüllt und mußten abgesperrt werden, ob ergrimmte Menge vor. Bekanntere Genossen taten ihr möglichstes, Arbeiterblut um das Wahlrecht geflossen. Immer ist's der wohl die Polizei eine beängstigende Ueberfüllung zuließ, um nach Schlimmeres zu verhüten und die Menge zum Verlassen der Schloßselbe Verlauf. Wenn die Massen im heißen Zorn auf die Möglichkeit Ansammlungen auf der Straße zu verhindern. Die ver- straße zu bewegen. Das gelang schließlich auch zum Teil. sammelten Massen waren von Entrüftung und Kampfstimmung be= Vou Geheimpolizisten, die sich unter die Menge mischten und sich Straße strömen, um dieses legte Mittel anzuwenden, ihren seelt. Wit stürmischen Rundgebungen wurde die vernichtende Kritit in Hausfluren verstedten, wurden zahlreiche Verhaftungen Protest gegen die Schmach, die man ihnen antut, den Protest gegen die Schmach, die man ihnen antut, den ber Redner aufgenommen und unter lebhafter Bewegung fam zum borgenommen, wobei nicht selten der Gummischlauch Herrschenden zu Gehör zu bringen, so sind sie in den Augen Ausdruck, daß die Dresdener Arbeiterschaft bas eine Rolle spielte. Leute, die ein Hoch auf das Wahlrecht ausder Verteidiger des Unrechts wilde Horden, die mit Waffengewalt neue Wahlrechtsscheusal einmütig berwirft. brachten, wurden mehrfach von einigen auf sie zustürzenden Geheim im Baum gehalten werden müssen. So ist es die Aufgabe Während dieser Zeit strebten die oberen Zehntausend polizisten ergriffen und vielfach auch geschlagen. Viertelstundenlang der Polizei, zu verhüten, daß der, den es am meisten angehen der sächsischen Landeshauptstadt in Droschken, Equipagen und Auto- war jeder Verkehr auf der Kreuzung Schloßstraße- Altmarkt unsollte, der Monarch, δας demonstrierende Proletariat, mobilen nach dem Gewerbehause auf der Ostra- Allee, wo der Kolonial- möglich. Die Straßenbahnwagen bildeten bald eine lange Kette. Die Demonstranten, deren Zahl 12-15 000 betragen haben die Masse der Unzufriedenen, der Rebellen, erblicke. sekretär Dernburg über die deutsche Kolonialherrlichkeit einen Der Schloßbezirk wird abgesperrt und wagt sich die Vortrag halten sollte. Da die nach Tausenden zählenden Maffen mag, wandten sich gegen 1 Uhr in dichtem Zuge die Seestraße Schar, der Demonstranten heran an die der entrechteter Wähler, die feinen Zutritt in die vier Lokale gefunden entlang nach dem Ministerhotel ohenthals. Stette sperrenden Polizisten, in dem Bestreben, den ihr ge- batten, die Hauptstraßen auf- und abwogten, kamen die Proletarier Hochrufen auf das Wahlrecht wurde vorbei und nach dem Postplaz und die Privilegierten in enge Berührung. Oft konnten die eleganten marschiert. Lassenen Spielraum bis zum letzten Schritt auszumessen, die Wagen der Kolonialenthusiasten nur mit Vorsicht und Mühe durch die Gegen 1½ Uhr kehrte der König im Wagen vom GewerbeWirkung der Demonstration möglichst intensiv zu gestalten, so Scharen der Demonstranten gesteuert werden. Als gegen 12 Uhr vom Hause zurück. Als er am Pofiplaze vorüberfuhr, brachten die dort ist der Kriegsfall für die Polizei gegeben. Es ist ihr einerlei, Stonigsschlosse her die sogenannten höchsten Herrschaften nach dem stehenden Massen gerade ein hoch auf das Wahlrecht aus. daß die Menge fich durchaus friedlich verhält. Das Heran Gewerbehause fuhren, mischten sich die hochrufe des aller- Der König, der offenbar über die Bedeutung des Hochs im Irrtum tommen an die Kette, das Verweilen, das Demonstrieren dings nur schwach vertretenen honetten Publikums mit war, grüßte dankend. Die Masse wollte aber nicht, daß er in dem Irrtum befangen nach Hause fahre, die Demonstranten hätten ein durch Rufe und Gesang gilt als Herausforderung, als Be- den Protestrufen der Wahlrechtsdemonstranten. Jm Gehirn eines übereifrigen, drohung der Sperrenden. Die Polizei hatte umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um Hoch auf ihn ausgebracht, fie beantworteten den irrnervös überreizten Kommandeurs bildet sich schnell die Vor- sowohl das Schloß wie die Ditra- Allee, vor allem aber den Platz tümlich dargebrachten Dank für ein falsch vervor dem Gewerbehause von den demonstrierenden standenes Hoch mit einem so intensiven Pfeifen, stellung, daß die Masse sich anschicken könne, ihn und seine Masser frei zu halten und die höchsten und allerhöchsten Ohren daß es es weithin bernehmbar war. In derselben Weise Mannschaften zu überennen und daß ihm schwere Pflicht- vor den brausenden Hochrufen auf das gleiche Wahlrecht wurden auch die übrigen Hofwagen begrüßt. Kurz vernachlässigung und mangelnde Schneid zum Vorwurf ge zu bewahren. Nicht nur die Hauptzugänge nach dem Gewerbe- danach versuchten berittene Polizisten den Postplaß zu macht werden würden, wenn die Aufrührer" bis ans Schloß hause waren durch doppelte Gendarmentetten und berittene Schuß- räumen, was aber erfolglos war. Von dem Säbel wurde gelangen könnten. Schnell erläßt er die bekannte wirkungslose leute abgesperrt, auch jedes Gäßchen war von uniformierten Ord- fein Gebrauch mehr gemacht. Offenbar war die Attacke auf der dreimalige Aufforderung zum Auseinandergehen, die die dicht- nungshütern streng bewacht, ja selbst die Haustüren der Häuser waren Schloßstraße hauptsächlich auf den Uebereifer des jungen Polizeigedrängte Menge nicht befolgen kann. Er läßt die Säbel ziehen mit Gendarmen besetzt, von wo aus ein Vordringen über Höfe nach leutnants zurückzuführen, der dort kommandierte. Allmählich löste sich dann die Masse der Demonstranten auf. und er wartet nicht etwa ab, ob die Menge einen Versuch dem Gewerbebause möglich gewesen wäre. Mit einem noch größeren machen werde, gegen die Kette anzugehen, er überlegt aufgebote von Gendarmen war von allen Seiten in weitem Um- Um 2 Uhr war die imposante Kundgebung beendet: nicht, daß eine Arbeiterschaft, die im selben Dresden freise das Schloß gesichert" worden. Fast zu derselben Zeit, da die Hofequipagen am Boftplatz vorübererst vor wenigen Wochen im gewaltigen geschlossenen Zuge fuhren, tamen im dichten Zuge die Teilnehmer aus drei Wer bewiesen hat, daß sie musterhafte Disziplin zu halten weiß, fammlungen die Wettinerstraße und Annenstraße her an. Die auch auf dieser Stelle ihre Besonnenheit zu bewahren wissen Massen füllten den Platz und marschierten ungehindert durch die wird, wenngleich die Empörung über unerträgliche Schmach Wilsdruffer Straße dem Altmarkt zu, wo sich die Teilsie schüttelt. Er läßt ohne weiteres dreinhauen, da seine nehmer der vierten Versammlung, die von der anderen Seite unerfüllbare Forderung nicht sofort erfüllt wird! Aber noch lange zitterte die Aufregung nach, die das Vorgehen der Polizei auf der Schloßstraße in der ganzen Stadt hervor gerufen hatte. Ueberall waren die Wahlrechtsdemonstration und die Polizeiattade das Tagesgespräch, und bis nach Mitternacht bildeten sich immer wieder Ansammlungen auf dem Altmarkte. Verteidiger der Schurkerel. Wir hatten geglaubt, daß es genüge, die beispiellosen Brattifen gekommen waren, bereits eingefunden hatten. Der weite Platz war bald gefüllt von den protestierenden Maffen. Wie Donner marseillaise aus Tausenden von Arbeitertehlen. In brausenden Hoch- des Fischbed und feiner Leute in Sachen des Versuchs des hallen langen die Töne des Sozialistenmarsches und der Arbeiterrufen auf das gleiche Wahlrecht kam der Zorn der Entrechteten zum Biermandats raubes flar und altenmäßig darzustellen, um auch Ausdruck. " Und nun wiederholt sich das alte traurige Schauspiel, das bei allen diesen Gelegenheiten uns das Blut der Scham ins Gesicht treibt! Söhne des Voltes hauen auf Volts. ins Gesicht treibt! Söhne des Voltes hauen auf Volts. genossen wie auf gefährliche Bestien ein. Schlagen um sich in in der bürgerlichen Presse einen einmütigen Entrüstungsschrei über wilder Wut, schlagen auf Fliehende ein, auf Weiber, verfolgen Ein Teil der Demonstranten wandte sich nach der Schloß- folche politische Verlumpung auszulösen. Wir dachten unvoreindie Flüchtenden in die Hausflure. Ein Blutrausch rast. Selbst straße, die etwa in der Mitte des Teils zwischen Schloß( Georgen genommen genug selbst von der offiziellen Freisinnspresse, um ander Samariter, der die Verwundeten verbindet, ist vor der tor) und Altmarkt von einer doppelten Schußmannstette zunehmen, auch sie würde nach Aufdeckung des standalös parteiischen Polizeiflinge nicht sicher. Fast hätte der Handabhacker abgesperrt war. Bon hinten drängten die Menschen nach, so, Attentats auf die fümmerlichen Rechte der Entrechteten Herrn von Breslau einen würdigen Nachfolger in Dresden erhalten. daß etwa tausend Männer und Frauen wie festgeteilt in der Fischbeck sofort desavouieren. Statt dessen erleben wir, daß, Und gleichzeitig brachen die Geheimpolizisten in die Massen Schloßstraße standen. Die Menge verhielt sich im allgemeinen abgesehen von einigen linksliberalen Blättern, die außerhalb ein. Wer ein Hoch auf das freie Wahlrecht ausbringt, ist ihr ruhig, nur einige Hochs auf das Wahlrecht und einige Protestrufe des offiziellen Parteirahmens stehen, kein einziges bürgerliches Jagdobjekt. Der Gummischlauch ſauſt. Der Entrechtete hat gegen die neue Wahlrechtsschande wurden laut. Als nach etwa zehn Blatt den niederträchtigen Gewaltaft, der sich mit inMinuten, in welcher Zeit die festgedrängten Demonstranten, die durch famer Heuchelei in die Formen des Nechtes fleidet, mißbilligt, stumm zu sein im Klassenstaate. Sein Schrei nach dem gleichen aus Disziplin gewahrt hatten, ein in den vordersten Reihen stehender vielmehr den Vorwärts" der Unehrlichkeit zeiht! Recht beunruhigt die guten und braven Staatsbürger, er ist Mann ein Hoch auf das Wahlrecht ausbrachte, in das lebhaft Diese Haltung der bürgerlichen Presse verrät eine Verlogenheit gefährliche Ordnungsstörung, zum mindesten frecher grober eingestimmt wurde, fommandierte ein junger Polizei- und moralische Strupellosigkeit, wie selbst wir sie für unmöglich geUnfug! leutnant, der die Doppelfette befehligte, zum Blantziehen. halten hätten! Nach der Polizei wird die Klassenjustiz die„ Rebellen" 3m selben Augenblick stürzten sich die Gendarmen Weshalb hatten wir denn den Plan des Biermandatsraubes lehren, daß sie nicht fordern, daß sie nicht protestieren dürfen, auch schon mit geschwungenen Säbeln auf die Massen einen Schurkenstreich genannt? Weil der Freifinn nicht für sämt daß sie Schmach nicht Schmach und Unrecht nicht Unrecht und hieben wie besessen drein. Ein allgemeiner Wutschrei er- Liche 12 Berliner Mandate rechtzeitig die ungültigkeitstönte, bald darauf wurden Schmerzensrufe laut. Die erklärung beantragt hatte, sondern erst dann für die vier sozial als die Einspruchsfrist gegen Und auch sie wird nicht Ruhe schaffen im Lande! Ebenso- Behrlosen in den vordersten Reihen konnten nicht zurück, demokratischen Mandate, weil die weiter zurüästehenden Massen nachdrängten. Ein die sechs freisinnigen Berliner Mandate verflossen wenig wie die attackierende Polizei die Demonstration beenden fürchterliches Durcheinander entstand. In einem Knänel war. Unser Artikel„ Ein Schurkenstreich" ließ selbst für den und unterdrücken konnte. Der Polizeifäbel konnte Arbeiterköpfe drängender, stürzender Menschen hieben die Polizisten wie Wilde ein. Begriffsstugigsten, also selbst für freisinnige Redakteure, nicht den blutig schlagen, die Kundgebung des Volkszorns, die De- Schließlich flüchtete die Menge dem Altmarkte zu und die mindesten Zweifel darüber, daß wir kein Wort der Entrüstung dafür monstration des entschlossenen Proletariats fonnte die Macht der Wilsdruffer Straße entlang, die Gendarmen, wie beseffen um sich gehabt hätten, wenn der Freifinn rechtzeitig für alle zwölf Berliner Gendarmen nicht hindern. Der Anblick der von einem schlagend, dahinter her. Selbst in Hausflure hinein Mandate- für die genau nach dem gleichen Prinzip die einzigen Willen zusammengeführten Proletarierfchar ist den wurden die Flüchtenden verfolgt. Alsbald wurden, Listenaufstellung erfolgt war die ungültigkeitserklärung beantragt Herrschenden nicht erspart geblieben. Und diese feste teilweise von Mitgliedern der Arbeiter- Sanitätskolonne, die hätte. Wir hätten dann wohl mit dem Freifinn darüber gerechtet, Entschloffenheit, die sich in dem festen Zusammenhalten zahlreich am Blake waren, über und über blutende ob seine, der ministeriellen Anweisung sich anschließende der Massen nach der Polizeiattade tundgab, sie ist uns der Männer aus den durcheinander wogenden Massen Auffassung des Wahlgefeges die richtige sei, aber wir hätten ander Massen nach der Polizeiattade kundgab, sie ist uns der herausgeführt. In den nächsten Haustüren wurden fie not- erkannt, daß der Freifinn in seinem Eintreten für ein vermeintlich Gewinn des Tages! In ihr liegt die Gewähr, daß der Wahlrechtskampf dürftig verbunden. 3 wei, drei und vier Berlegte lagen richtiges Prinzip auch seine eigenen Mandate diefem Prinzip an einzelnen solcher Zufluchtsstätten. Die Sanitäter hatten alle geopfert hätte! an einzelnen solcher Zufluchtsstätten. weiter geht, daß Sachsens Proletariat nie wieder in stummer Hände voll zu tun, und immer wurden noch mehr berleyte Personen Was aber stellten wir fest? Erstens: Daß der Freisinn sich Ergebung das Wahlunrecht zu tragen lernen wird! herbeigebracht. Einzelne Gendarmen drangen selbst in diese Ver-' erst dann auf dies Brinzip berief, als er die Sicherheit erlanat nennen dürfen! haite, baß seine sechs Mandate durch Anwendung dieses„Prinzips" nicht niehr gefährdet waren I' Zweitens: Daß der Freisinn zwar ursprünglich glaubte, gegen sämtliche Berliner Wahlen Protest er- heben zu müssen; dah er da» n aber, um seine eigene» Mandate nicht«mfs Spiel zu sehen, hinterlistig so lange wartete, bis die Ein spruchsfrist dagegen abgelaufen war und nur noch die aus anderen Gründen beanstandeten sozialdemokratischen Mandate diesem Rechtsprinzip zum Opfer gebracht werden konnten Daß also der Freisinn bewußt und hinterhältig das jetzt so pathetisch angerufene Recht beugte, um in reaktionärem BolkShaß vier sozialdemokratische Volksvertreter zur Strecke zu bringen I Drittens: Daß Herr F i s ch b e ck. der Manager dieses tückischen Streiche?, als Mitglied des Berliner Magistrats das jetzt von ihm als gesetzwidrig perhorreszierte Verfahren genau kannte, ohne pflichtgemäss seine» Einfluß aufzubieten, dies Verfahren rechtzeitig zu inhibieren! Viertens: Daß Herr Fischbeck von den Verhand- I u n g c n des Berliner Magistrats mit der Regierung wegen der Listei'.anfstellnng Kenntnis haben mußte, ohne auch nur den Versuch zu machen, den RegierungSkommissar Falken- Hain in der denkwürdigen WahlprüfungSkommisstonSsitzung vom Sonnabend darüber zu interpellieren, wie sich denn die zwiespältige Haltung des Ministeriums erkläre! Wer»ach solchen Darstellungen nicht begreisen will, daß und weshalb die freisinnigen Machenschaften gegen die vier sozial- d ein akratischen Abgeordneten ein politischer Schurkenstreich sind, der ist kein simpler Dummkopf, sondern erwirbt unveräußerliches Anrecht auf die gleiche moralische Oualifizierung, wie wir sie Herrn Fischbeck und den Seinen widerfahren ließen! Nach alledem ist es nur zu begreiflich, daß eS selbst die „Bossische Zeitung" offenbar als S ch m a ch empfindet, daß der arglistig verspätete Wahlprotest wegen der Ungleichheit der Listen aufstcllmlg von freisinniger Seite ausgegangen sei. Sie ver- sucht sich damit herauszureden, daß dieser Protest„von k o n- servativer Seite vor die WahlprüfungSkommission gebracht" loordcn sei. Wirklich??! Die doch wahrlich mindestens ebenso gut unterrichtete»Freisinnige Zeitung" sagt darüber wörtlich: „Gegen alle diese Wahlen war von freisinniger Seite(!) Protest eingelegt wegen der von den Sozial- demolraten betriebenen Boykotticrungen von Geschäfts l e u t e n, welche den bürgerlichen Parteien angehören, sowie wegen der nicht rechtmäßigen Aufstcllmlg der AbteilungSlisteu." Wenn schließlich die„Voss. Ztg." nach dieser verunglückten Rctirade noch die lächerliche Behauptung riSliert, nicht der Freisinn, nicht die Wahlprüfnwgskommission habe parteiisch gehandelt, sondern die Sozialdemokratie, weil sie zwar das Verfahren in R i x d o r f- Schv neberg durch Protest angefochten habe, nicht aber das des Berliner Magistrats, so genügt zur Zurückweisung dieser albernen Unterstellung die knappe Feststellung folgenden Tatbestandes: Der Berliner Magistrat stellte die Wählerliste nach den„zu entrichtenden Steuern" gewissenhaft derart aus, daß für die Stcuerstufe bis 3000 M., für die die Einschätzung oder Aufstellung der Wählerlisten vorlag, das Jahr 1S08 in Anrechnung gebracht wurde; fiir die der S e l b st e i n s ch ä tz u n g unterliegenden Wähler mit mehr al° 3000 M. Einkommen, bei denen die Einschätzung noch nicht beendet war, das Jahr 1S07. Im Wahlkreis Rixdorf-Schöneberg jedoch wurde in Schöneberg das Steuerjahr 1903. in der Ar- beiterstadt Nixdorf dagegen das die Arbeiter schwer benachteiligende Steuerjahr 1907 in Anlage gebracht! Der freisinnige Gegen- Protest behauptete nun, daß für Rixdorf Deshalb das Steuer- jähr 1907 habe in Anrechnung gebracht werden müssen, weil dort die Steuerveranlagungen noch nicht vorlagen. Herr F i s ch b e ck hat aber nicht einmal eine Beweiserhebung für diese Behauptung beantragt! Die Parteilichkeit liegt also ganz auf feiten des F i f ch b e ck und seiner Gefolgschaft I Es bleibt also dabei: den Schurkenstreich wäscht keine Scholastik, keine noch so dreiste Unterschlagung und Verdrehung vom Fischbeckianertum ab! Und wer trotz unserer Aufdeckung dieses skandalösen Streichs mit Fischbeck geht, macht sich zum Mitschuldige» dieser Schurkerei! Von den einstweilen sehr spärlichen anständigen PreßauZlaffnngen registrieren wir die folgenden: „Morgenpaft": „Werden die sozialdemokratischen Mandate von Rechts wegen für ungültig erklärt, so müßten die freisinnigen Mandate von Bill ig keitS wegen als ungültig angesehen werden, denn sie wären ja mit demselben Makel behaftet wie die sozialdemokratischen. Daß aber die Freisinnigen etwa die Absicht hätten, ihre Mandate im Falle der Vertreibung der sozialdemokratischen Konkurrenz auS den heiligen Hallen des Dreiklassenparlaments niederzulegen, glaubt kein Mensch. Die ganze EinfSdelung und Durchführung der Aktion gegen die Sozialdemokratie deutet ganz sicher darauf hin, daß es den Freisinnigen nicht im Traume einfällt, sich als Gemütsmenschen zu betätigen.— Ob sie bei eventuellen Neuwahlen Seide spinnen werden, bleibt abzuwarten." „Berliner Tageblatt". „Jedenfalls, wenn die Slufftellung der Wählerlisten in Berlin ungesetzlich war. was unS noch nicht erwiesen zu sein scheint. dann darf es nicht bei der Kassierung der willkürlich herausgegriffenen vier Mandate der Abgeordneten Borgmann, Heimaim, Hirsch und Hoffmann sein Bewende» haben, sondern dann müssen auch die» Mandate der beiden sozialdemokratischen Abgeordneten Ströbel und Liebknecht, es müssen aber ebenso die Mandate der sechs freisinnigen Berliner Abgeordneten für un- gültig erklärt werden. Materiell wäre eS das höchste Unrecht, wenn vier Sündenböcke aus 12 Abgeordneten herausgesucht würden, während doch alle zwölf auf Grund der gleichen Lisienaufftellung gewählt worden sind. Aber wir sebcu überhaupt nicht ein, weshalb eine Fomalität, deren Un- gcsetzlichkeit nicht einmal erwiesen ist, gleich zur Kassierung einer Wahl führen soll. Es genügt unseres Erachtens durchaus, wenn der Landtag endlich zweifelstrei feststellt, in tvclcher Weise künftig die Wählerlisten aufgestellt werden müssen. Bester wäre eS freilich noch, wenn er das Dreiklasienloahlrecht dorthin beförderte, wohin eS schon längst gehört, in die Rumpelkammer." Das ist, wie man sieht, eine einstweilen sehr magere AuS- beute deS politischen Anstandsgefühls des Bürgertums. Aber die Affäre hat noch nicht ihr Ende erreicht. Neue Ueberraschimgen sind keineswegs ausgeschloffen. ein Chef der revolutionären Kampf- orqanifatlon- Polizeispitzel. Paris, 16. Januar.(Eig. Ber.) Ein neuer ungetzPirer Skandal ist an den Tag ge- kommen, die zarische Polizei mit der Schmach einer Schurkerei ohnegleichen bedeckt! Der Ingenieur Eugen Philippowitsch A z e w, seit langem Mitglied der Kampforgani; s a t i o n und des Zentralkomitees der r n s s i s ch e n f o z i a l- revolutionären Partei, ist als Lockspitzel e n t- larvt. Eine Anzeige des Zentralkomitees, der weitere detaillierte Aufschlüsse über das verbrecherische Treiben Azeiv und über die näheren Umstände seiner Demaskierung folgen werden, gibt kurze Nachricht von der Entdeckung. A z e w, der jetzt 68 Jahre alt ist, gehörte zu den bc- kanntesten und tätigsten Mitgliedern der Kainpforganisation. Unter den Namen„T o l st y",„I lv a n N iko la- si e w i t s ch" und„Valentin u s in i t s ch" wirkte er in der terroristischen Propaganda. Er war der Organisator der Attentate gegen den Gouverneur Vogdanowitsch, gegen Plchwc und gcgeu den Groszfürstcn Sergius. Diese Atten täte sind also mit Wissen der russischen Polizei u n t e r n o m m c n worden! Die„H u m a n i t 6" veröffentlicht heute einige Einzel heiten aus der Lebensgeschichte des Verräters. Tie Eni- deckung ist hauptsächlich zwei Personen zu danken: B u r z e w, dem alten Kämpfer der„Narodimja Wolja", und Bakai. Namentlich Bakai konnte dank seinen persönlichen Umständen das Entscheidende dazu beitragen. Er war nämlich bis 1966 Vize ch es der Sicherheitspolizei in Warschau. Von dem Treiben der Mordregierung angeekelt, nahm er seinen Abschied, ohne aber in die sozialrevolutionäre Partei einzutreten. Doch bald kam er darauf, daß mitten in der revolutionären Ka m p f o r g a.n i s a t i o n ein P o l i z c i a g e n t tätig sein müsse. Im April 1967 erfuhr er dank seinen Beziehungen, daß die Polizei über ein gegen den Zaren vorbereitetes K o m- p I o t t b i s in die gcringsten Details unter- richtet sei. Seine Warnung kam zu spät— die 12 Haupt- beteiligten waren schon in Haft. Drei wurden hin- gerichtet, acht zu lebenslänglicher Zwangs- arbeit verurteilt. Bakai fclbst, von Azew denunziert, faß 6 Monate in der Peters und Paulsfestung und wurde dann administrativ nach dem Polarkreis verschickt! Doch gelang es Burzew, seine Befreiung zu beivirkew lieber Finnland und Schweden kam er nach Paris, wo die russische Botschaft ihn— ohne Glück— als„Anarchisten" denunzierte. In Paris nahm Bakai seine Bemühungen um die Entdeckung des Verräters von neuem auf. Zuerst begegnete sein Verdacht gegen Azew die Entrüstung der Genossen, so groß war das Vertrauen, das der Verräter genoß. Aber es gelang ihni schließlich, schwerwiegendes Beweismaterial zu sammeln. Er stellte fest, daß der„größte NKeut provocateur Nuß- lands", der unter dem Namen N a s k i n 196-1 in Warschau gewesen war, und der„Genosse" Azew ein und die- selbe Person seien. Ein Schleier siel nun nach dein andern. Man weiß jetzt, daß mindestens seit zehn Jahren alle Beschlüsse der Kampforganisatio» vorher von Azew mit dem Ehef der politischen Polizei in Petersburg, Ratsch- kowsky, vereinbart worden sind! Wieviel Opfer der Schurke aus dem Gewissen hat, wird inan wohl nie genau feststellen können— auch G c r s ch u n i ist seinerzeit von ihm denunziert worden. Vor einigen Tagen trat hier ein ans den erprobtesten Mitgliedern der Partei gebildetes Gericht zusammen, das Azews Nolle untersuchen sollte. Aber der Beschuldigte wartete das Urteil nicht ab und v e r s ch lv a n d. Vermutlich verbirgt ihn die russische Botschaft, wofern er nicht schon heimlich nach Rußland gefahren ist.— In der Duma wird über seinen Fall interpelliert werden. Tie Kundgebung des Zentralkomitees sagt von Azew: .Infolge seiner persönlichen Eigenschaften ist er ein sehr ge- ährlicher Mensch, der diy: Partei in Zukunft äußersten Schaden tun könnte." Es ist zu erwarten, daß die russischen Revolutionäre die Mittel finden werden, den Ber- räter unschädlich zu machen.» poUrtfcbc Ckbcrlicbt Berlin, den 18. Januar 1369. Mängel der Rechtspflege. Aus dem Reichstage(18. Januar). Sobald im Reichstage der Justiz etat zur Verhandlung steht, werden alljährlich die Klagen laut über die schweren Mängel unserer Rechtspflege: sie wiederholen sich seit Jahrzehnten, ohne daß bisher eine ernstliche Abhilfe erzielt wurde und ohne daß von dieser reaktionären Regierung und von diesem reaktionären Reichstag in nächster Zeit überhaupt eine Abhilfe zu erhoffen ist. Wie man im Volke über unsere Rechtspflege denkt, das wird ungeschminkt, wenn auch in larlamentarische Formen gekleidet, nur durch die Sozial- icmokratie im Reichstage zum Ausdruck gebracht. Die Ver- treter aller anderen Parteien bemühen sich um die Wette, durch Verbeugungen vor der Reichsjustizvcrwaltung und vor dem Richterstande die Wirkung ihrer Einzelkritik abzu- chwächcn. Das ist uni so begreiflicher, als ja von den bürgerlichen Parteien vorzugsweise richterliche Beamte vorgeschickt werden: der konservative Landrichter Wagner, der national- liberale Landgcrichtsrat Heinze, der zentrümliche Amtsgerichtsrat B elzer— alle vom Bau! Herr Waguer fand eS sogar geschmackvoll, seinen höchsten Vorgesetzten, Nieder- ding, mit süßlichen Lobeshhmnen anzusächseln! Herrn Heinz es Gesicht erglänzte freudestrahlend, als er die verwegene Behauptung aufstellte, die deutsche Rechtspflege biete jetzt im allgemeinen ein höchst erfreuliches Bild. Als beruflicher Jnteressenvertreter dokumentierte er sich anderer- seits� auch, als ein sich dem Sammelruf anschloß: Richter aller deutschen Gerichtshöfe, organisiert euch: Offenbar bereitet sich eine richterliche Lohnbewegung vor. Möchten die Herren in Talar und Barett doch einmal in einen Streik eintreten! Sie würden sich bei der Gelegenheit vielleicht mehr Verständnis für die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung aneignen. Etwas oppositioneller trat Herr Belzer auf. Mit der Handhabung des Eulenburgprozesses war er höchst unzufrieden und verlangte die Teilnahme von Laien an den Zivilgerichteu. Andererseits kam der Klmkaltsiims bei ihm zur Geltung in der Zurücklveisung künstlerischer Sachverständiger bei den An- klagen wegen Veröffentlichung angeblich„unsittlicher" Kunst- werke. Der Staatssekretär Dr. N i e b e r d i n g stellte in Abrede, daß im Eulenburg-Prozeß irgendwie das Verfahren zugunsten des Angeklagten beeinflußt worden sei. Die Novelle zur Strafprozeßordnung werde dem Reichstage„demnächst" zugehen. Allzuviel Verbeffcrungen scheint sie nach seinen Angaben aber nicht zu enthalten. Genosse Heine erklärte es für sehr bedauerlich, daß trotz der Angaben über die Novelle, die die„Köln. Ztg." ver- öffcntlicht hatte, die Regierung auch jetzt noch nicht mit der Sprache herausgekommen sei. An Einzelbeispielen wies er dann nach, wie verderblich für die Rechtspflege dle an- gekündigte Unterdrückung des Wahrheitsbe- weises bei Beleidigungsklagen sein würde. Den Eulenburg-Prozeß unterzog er einer eingehenden Zergliederung. um klarzumachen, daß, was- die entschiedenste Verurteilung herausfordere, die Rolle sei, die die Staatsanwaltschaft dabei von Anfang an, und zwar schon in dem Vorläufer, in dem Harden-Prozeß, gespielt habe. Herr Niebcrding entzog sich vorsichtig dem Ein- gehen auf diese kitzliche Frage. Er suchte nur die Pläne der Regicnlng betreffs des Beleidigungsprozeffcs in ein helleres Licht zu setzen, indem er ausführte, daß auch späterhin der Wahrheitsbeweis dann zugelassen werden solle, wenn der B e l e i d i g t e es verlange. Er scheint aber gar nicht zu begreifen, daß die Rechtfertigung einer öffent- lichen Kritik nahezu unmöglich gemacht wird, wenn dein Kritiker in einem gegen ihn anhängig gemachten Bclcidi- gungSprozesse der Wahrheitsbeweis abgeschnitten wird. Die Debatte wurde aus Dienstag vertagt. EtatSbcratung im Treiklassenparlament. Müde und langweilig begann am Montag die erste Lesung dcö preußischen Etats. So müde, wie der auffallend gealterte Fürst B ü l o w aussah, der sich endlich auch einmal im Abgeordnctenhause eingefunden hatte. Den Beweis dafür, daß er trotzdem feinen Büchmann noch ebenso fließend und mit ebenso pastoralem Pathos herzusagen vermag, wie in den Grübchentagen seiner Maienzeit, als ihn noch keine ewige Kamarillenwirtschaft die harmlose Daseins- freude trübte, wird er vermutlich erst am Dienstag erbringen, wenn der Freisinn sein weitmaschiges Blockgewissen in zaghaft platonischer Scheinopposition entlastet haben wird. Am Montag kamen imr drei Redner zum Wort. Zuerst der konservativeHerr v. Pappenheim. Er hielt die zu er- wartende Scharfmacherrede, wenn er sie auch formell nicht in die aufreizende Form kleidete, wie das von einem Kreth, Malkewitz oder Oldenburg-Fanuschau zu erwarten gewesen wäre. Herr v. Pappen- heim ist persönlich ein ziemlich jovialer Herr, wenngleich Jmikcr und Scharfmacher vom reinsten Waffcr. So nahm er keinen An- stand, die Parlamente als eine immer teurer werdende Institution der Staaten den Staatsstreichsgelüsten„starker Männer" zu denunzieren. So wandte er sich gegen jede Wahlrechtsreform, animierte er zu einer Verschlechterung des ReichStagSwahl- rechts falls denn schon eiimial an der preußischen Dreiklaffenschmach gerüttelt werden solltet Ferner forderte er ganz unverblümt eine „Lösung" der ländlichen Arbeiterfrage natürlich im Sinne einer Bc- schneid un g der Freizügigkeit. Endlich proklamierte er den schönen Zollwucher- und Stcuerdrückeberger- Grundsatz, daß das Reich sich durch indirekte Steuern zu erhalten habe, während in Preußen an direkten Steuern möglichst geknausert werden müsse. Herr F r i e d b e r g, der Sprecher der Nationalliberalen, hielt die bekannte Schaulelrede. Ein Eingehen auf die von Herrn v. Pappenheim angeschnittene Frage der Wahlreform ersparte er sich mit dem Hinweis auf die in der nächsten Woche tvorauSsichtlich am Montag beginnende! Red. d.„Vorw.") zu erwartende ausgiebige WahlrechtSdebatte. Jnrnierhiu schwang er sich zu der freilich schon gewissermaßen von dem Geheimbderath Goethe antizipierten Bemerkung auf. daß manche Re- volution verhütet worden wäre, wenn man rechtzeitig ein überlebtes Wahlrecht preisgegeben habe.— Aus der Rede deS frei- konservativen Herrn v. Zedlitz endlich verdient Erwähnung die Denunziation der Beamten, die sich gelegeut- lich der Beratung der BesolbungSreform nicht so unterivürfig und dcmutövoll benommen haben, wie die Herren Reaktionäre fordern zu lvmien glauben, sondern ihre Forderungen nachdrücklich(die Unterbeamten leider noch mit viel zu ge- ringem Nachdruck!) vertraten. Nach einigen technischen Ausführungen des Eiseubahnministers re.itcnbach vertagte sich daS HauS auf Dienstag 11 Uhr. Möglicherweise gelangt dann auch der erste EtatSredner der sozial- demokratischen Fraktion, Genosse H e i m a n», zum Wort. Ordenssegen. Unter dem am Kaiserhofe beliebten glänzenden Ponip ist gestern, am Sonntag, im königlichen Schloß daS Krömmgs- und Ordens- fest gefeiert worden. Eine Menge Personen haben ab Zeichen königlicher Huld die mehr oder minder heißersehnte Ordensauszeichnung erhalten, darunter auch verschiedene frei- sinnige und sonstige liberale Parlamentarier. Allerdings ist den Freisinnigen meist nur ein Orden der unteren Rangklasicn zu teil geworden, ein roter Adlerorden IV. Klaffe oder Kroncnorden III. Klasse. Nur Kommerzienrat Schmidt von der Freisinnigen Volks- Partei erhielt einen roten Adler zweiter und Geh. Justizrat Tracgcr einen roten Adler dritter Güte mit Schleife, sonst blieben diese Rangllaffen für die konservativen und uationalliberalen Ab- geordneten reserviert gemäß dem, altpreußischen Wahlspruch; „Laura cuiquo". Rote Adlerorden vierter Klasse erhielten: Rittmeister a. D. v. Brcderlow, MajoratSbcsitzer in Groß- Saalau(k.); Rechtsanwalt v. Damm in Brounschweig(wirtsch. Vg.j: Pros. Detro. Gyinnasialoberlehrcr in Frankfurt a. O.(natl.); Prof. Dr. Faßbender, Dozent an der Landwirtschaftlichen Hochschub in Berlin(Z.); Dr. Hahn. Direktor des Bundes der Landwirte in Berlin(k.); Landrat Horn in Schleiz(natl.); Sckirift st eller Dr. Jaeger, Verleger in E petz er(Z.): Ritlergutsbesitzer v. Michaelis, Rittmeister der Land- wehr in Ouarrow(k.); Tischlermeister Pauli in PotS- dam(k.); Dr. Pieper, Generaldirektor des Polls- Vereins für das katholische Deutschland in München-Gladbach(Z.); Fabrikbesitzer Leopold Rosenow in Berlin(stp Vp.): Landschaftsrat Wachhorst. Hof- bcsitzer in Bottorf(natl.)z Dr. August Weber, Banldirektor in Löban(natl.). Königl. Kronenorden HI. Klaffe erhielten Graf von Arnim- Boizenburg, Mitglied des Herrenhauses; Schriftsteller Dr. Arendt in Berlin(Rp.); Jnstizrat Dietrich, Rechts- anwalt in Prenzlau(k.): G e h e i in e r Jnstizrat Dovc, Handelskammersyndikus in Berlin(freisinnige Volkspartei); Landgcrichtsrat Hagemann in Erfurt(natl.): Rentner Henning in Berlin(k.); Rittergutsbesitzer Klemm in Freyen- bessiugen(Rp.); G e r i ch t s a s s e s s o r a. D. M v m in s e n, B a n k- direktor in Berlin(srs. Vg.); Justizrat Dr. Rewoldr, Rechte. anwalt in Berlin(ff.); RitterschaftSdirektor v. Saldenr, Ritterguts bescher in Perleberg(k.); GenerallandschastSrat Frhr. v. Steinäcker in Rosenfelde(k.). Daß die Verdienste des Herrn Dr. Diedrich Hahn um das Wohl des deutschen Vaterlandes so viel tiefer eingeschätzt worden sind, als die Traegcrö, wird den Herrn Direktor des Bundes der Landwirte tief schmerzen; aber er mag sich trösten, Erzberger ist sogar ganz leer ausgegangen._ Ein Attentat auf das Vereins- und Versammlmtgörecht. Wir berichteten in der letzten Nummer des„Borwäris" über die Auflösung einer Versammlung, die der„Dänische Vortrags- verein für Flensburg und Umgegend" in Pattbnrg bei Flensburg abhielt. Wir gaben der Ansicht Ausdruck, daß die Auflosung ein selbstherrlicher Akt des LgndratS oder des AmtsvorsteherS war. In- zwischen ist aber auch eine Versammlung desselben Vereins int Flensburg aufgelöst worden, und da Flensburg ein Stadtkreis ist, also dem Machtgebot des Landrats nicht zugehört, muß die Veranlaffung wo anders zu suchen sein. Diese andere Stelle kann nur Die Regierung in Schleswig sein. Dadurch wird natürlich unsere Charakterisierung der landrätlichen und amtsvorsteherlichen Tätig teit in Nordschleswig nicht im mindesten abgeschwächt. Dadurch aber, daß die vollständig ungesehliche Auflösung der beiden Verfammlungen durch die Regierung in Schleswig veranlaßt worden rit, gewinnt sie vielmehr über den kleinen Bezirk Nordschleswig hinaus an Bedeutung für das ganze Neich. Von Nordschleswig gehören die Streise Hadersleben, Apenrade und Sonderburg zu den Sprachgebieten, in denen in den nächsten 20 Jahren der Gebrauch einer nichtdeutschen Sprache in öffentlichen Versammlungen gestattet ist, wenn diese dreimal vierundzwanzig Stunden vor Beginn der Behörde angezeigt worden sind. In den Kreisen Tondern, Flensburg- Land und Flensburg- Stadt, wo immerhin die Dänen noch ziemlich stark vertreten sind, ist seit dem Intrafttreten des Reichsvereinsgesetzes der Gebrauch der dänischen Sprache in öffentlichen Versammlungen nicht mehr gestattet. Um die eigene Muttersprache nicht verdrängen zu lassen, gründeten die Tänen den dänischen Vortragsverein für Flensburg und Umgegend, der 1300-1400 Mitglieder zählt und seine Wirksamkeit auf die Stadt Flensburg und drei nahegelegene Stirchspiele erstredt. Der Verein ist polizeilich angemeldet, Vorstandsverzeichnis und Statut find der Behörde eingereicht worden. Mitglieder können nur durch den Vorstand aufgenommen werden. Nur die Vorzeigung einer besonderen Mitgliedstarte, die von einem Vorstandsmitgliede unterschrieben sein muß, berechtigt zum Eintritt in die Versammlungen. Einführung in die Versammlungen ist nur insoweit gestattet, um auswärtigen Rednern Gelegenheit zu geben, in den Versammlungen des Vereins zu sprechen. Die Namen solcher Redner werden in ein besonderes Protokoll eingetragen. Der Verein ist also so festgefügt, wie es nur irgend ein Verein sein kann. Mit gleichem Recht wie die beiden Versammlungen in Battburg und Flensburg fönnten danach alle Vereinsversammlungen aufgelöst werden. Das Vorgehen der Regierung in Schleswig beweist, daß auf die Versprechungen vom Ministertische, daß das neue Vercinsgefes möglichst loyal gehandhabt werden soll, gar nichts zu geben ist. Das Gericht muß selbstverständlich die Auflösung für gefeßlich ungültig erklären. Die beiden Auflösungen sind aber cin Schulbeispiel dafür, wie in Preußen Abficht der Gesetzgeber und Ausführung der Geseze im schroffen Widerspruche stehen. Ein Joeologe von profefforaler Weltfremdheit. geboten halten, dagegen die Teilnahme am Stampfe für die Die von den Großindustriellen ausgehaltenen Berl. Neueste Erringung eines volkstümlichen Wahlrechtes in Preußen abNachrichten" leisten sich im Auftrage ihrer zahlungsfähigen Gönner lehnen, weil das als parteipolitische Frage" sich nicht mit einen scharfen Angriff auf den Staatssekretär von Bethmann- Holl- den Aufgaben der Gewerkschaffen vertrage. Aber Folge weg wegen seiner Rede über die Arbeitskammern im Reichstag. richtigkeit ist nie die starke Seite der Christlichen gewesen, Herr von Bethmann- Hollweg wird als Ideologe von professoraler und so konnte man es denn anerkennen, daß sie als GewerkWeltfremdheit" bezeichnet und ihm folgende politische Moralpredigt fchaften sich wenigstens auf die Erhaltung des Reichstagsgehalten: wahlrechtes verpflichteten. Sollte in diesem Fall der Vortrag des Redners Glück ge Nun ist vor kurzem die oben genannte Schrift in einer macht haben? Nicht von sozialpolitischen Phantastereien be- umgearbeiteten und erweiterten Gestalt erschienen, und obiger hauptete Herr von Bethmann- Hollweg bei seinen Ausführungen Saz ist weder dem Wortlaut noch dem Sinne ausgegangen zu sein, aber er mußte doch zugestehen, daß er in nach in der neuen Schrift enthalten. Von der fozialpolitischer Beziehung einem gewissen Optimismus huldige. Notwendigkeit der Erhaltung des Reichstagswahlrechts ist Und das scheint derfelbe, leider unverbesserliche Optimismus zu darin nicht mehr die Rede. Dagegen heißt es: sein, dem auch schon der Vorgänger des Herrn von BethmannHollweg im Reichsamte des Innern so ausgiebig und leider fo ganz ohne Rüdjicht auf die gegebenen vealpolitischen Verhältnisse gehuldigt hat. Soll derselbe Faden so ganz unbedenklich, optimistisch, hoffnungsfreudig weitergesponnen werden? Leider muß diese Frage nach den bisher gemachten Erfahrungen bejaht werden, und es ist deshalb die Pflicht besonnener Sozialpolitiker, dieser verhängnisvollen Tendenz des Reichsamts des Innern mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Was hat die ganze deutsche sozialpolitische Gesetzgebung bis jetzt zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern genügt? Nicht nur nichts, sondern die Kluft, welche schon vor dem Beginn der bekannten Erlasse Kaiser Wil helms I. vorhanden war, hat sich zu einem breiten, gähnenden Abgrunde vergrößert. Die Begehrlichkeit der Arbeitnehmer ist von gewissenlosen Agitatoren in systematischer Hetzarbeit immer mehr aufgepeitscht worden, es hat sich an dent deutschen Arbeiter das Wort bewahrheitet: Je mehr er hat, je mehr er will!"" Zum Nationalliberalismus bekehren sich, so meint das Blatt, trotz aller Sozialpolitik die sozialdemokratischen Arbeiter doch nicht deshalb ist die ganze Sozialpolitik nicht einen Groschen wert. Gine hübsche Charakteristik der Zwecklehre des Scharfmachertums. " Fragen der allgemeinen Politif, wie Fragen der Verfassung, und Seer Flottenfragen, allgemeine Steuerfragen, die allgemeine Wirtschafts- und Handelspolitik sind nicht Sache der Gewerkschaftsbewegung und haben mit der christlichen Gewerkschaftsbewegung als solcher nichts zu tun. Sie gehen den Arbeiter nicht als fogenannten Verkäufer seiner Arbeitskraft, also nicht als Arbeiter im engeren Sinne, sondern als Staatsbürger an. Je nach dem parteipolitischen Standpunkt kann die Stellungnahme der Arbeiter zu diesen Fragen eine sehr verschiedene sein. Die Gewerkschaftsbewegung mit diesen Fragen belasten, hieße der Einigkeit der Berufsgenoffen und damit dem obersten gewerkschaftlichen Brinzip entgegenarbeiten." Das Reichstagswahlrecht ist demnach für die christlichen Gewerkschaften nicht mehr ein politisches Grundrecht", das teine Organisation antasten laffen wird und darf"; in Fragen der Verfassung" verhalten sich die christlichen Gewerk schaften, wie sie ausdrücklich erklären, völlig passiv. Das Zentrumt hat also, wenn es die Zeit für gekommen erachtet, das Reichstagswahlrecht einzuschränken, von den christlichen Gewerkschaften nichts zu fürchten. Von der anständigen" bürgerlichen Preffe. Der Chefredakteur Mohr der Münchener Neuest ent Nachrichten", ein ehemaliger Redakteur der auf Scherls Befeht nehmen die christlichen Gewerkschaften tein Interesse. ReUnd auch an Steuer-, Wirtschafts- und Handelsfragen Aber auch die Dänen Nordschleswigs werden aus dem Beispiel Bescheidenheit als den angesehensten Vertreter der Münchener gierung und Reichstag mögen durch schlechte Handelsverträge unselig entschlummerten Allg. 3tg.", der sich selbst in magloser ihre Lehren ziehen müssen: Zur Zeit der Werfaffungsdebatten im Breffe" bezeichnet, hatte den Häuptling des bürgerlicher Stonkurrenz- und Steuergesetze das wirtschaftliche Leben schädigen und Reichstage hat der Vertreter der nordschleswigschen Dänen im blattes, der parteilofen Münch. 3tg.", bor ben Stadi zitiert, weil Massen von Arbeitern brotlos machen, fie mögen das Volk Reichstage, Herr Hansen, in einer Versammlung der Ansicht Aus dieser in verblümtem Deutsch angedeutet hatte, der Mohr habe durch Bölle und indirekte Abaaben zum Umfallen bedrud gegeben, die Dänen hätten feinen Anlaß, ben Sturz Bülows feinerzeit aus Belgien Schmierfeife zur Reinwaschung lasten- die christlichen Gewerkschaften haben kein Wort zu wünschen und hat dem Reichskanzler so quafi ein Vertrauens- ber Songogreuel erhalten, er habe Gelder aus dem" bel- des Protestes, auch dann nicht, wenn ihre Mitglieder sich an bolum erteilt. Und bei der Stichwahl im Jahre 1907 haben im gischen Bestechungsfonds für deutsche Zeitungen" Wahlkreise Flensburg mindestens 200 dänische Wähler für den erhalten. Der aus Verlegern, Sofräten, Konsuln, Biersiedern und derartigen volksschädlichen Maßnahmen beteiligen. Kandidaten des Bundes der Landwirte gestimmt, demselben Bunde anderen Gewappelten gebildete Münchener Journalisten- und Die chriftlichen Gewerkschaften sind eben parteipolitisch der Landwirte, der vor einigen Tagen auf seiner Provinzialver- Schriftstellerverein" hielt Verlegerinteressen für wichtiger als die neutral, was mit anderen Worten heißen will: sie sind mit fammlung in Kiel die Regierung aufforderte, schärfere Maßnahmen öffentliche Aufklärung einer immerhin dunkeln Angelegenheit und den bürgerlichen, volks- und arbeiterfeindlichen Parteien acgen die Dänen Nordschleswigs einzuschlagen. brachte einen außergerichtlichen Bergleich zuwege. Der Mohr derart versippt, daß sie nicht wagen dürfen, den Bestrebungen aimete auf. Die beiden Beteiligten erklärten sich gegenseitig für diefer Parteien entgegenzutreten, nicht einmal dann, wenn es untabelige Gentlemens. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen, fich um Angriffe auf ein politisches Grundrecht", wie das troch aus dem Busch der belgische Generalkonsul in München, Herr Steub, und rief in den froh erschauernden bürgerlichen allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht handelt. Blätterwald hinein: Er habe nic aus dem Kongo Reptilien Fonds Gelder zur Bestechung einer Münchener Beitung empfangen!" Freilich, denn seine Regierung wird ihr Schmieröl bei der Aufgabe nicht als folches deklariert haben! Die Wirkung der Fahrkartensteuer Ein blauschwarzes Uebereinkommen zur nächsten Reichstagswahl ft im Elsaß für die Wahlfreise, in denen die Sozialdemokratie ernstlich in Betracht kommt, getroffen worden bezeichnender weise in der Voraussetzung, daß die Blodkonstellation im Reiche bis läßt sich sehr genau studieren an den Grgebnissen der würficm bergischen Eisenbahn im Jahre 1907. Der jegt im Druck vore dahin zu den überwundenen Dingen gehört. Nach einer Mitteilung, die uns von zuverlässiger Seite zugeht, soll dem Zentrum von den jüngst Langfinger eingestiegen. Hatten Vollmars wollene Anzüge darüber mit: In Vollmars Landhaus Solensaß am Walchensee waren liegenden Verwaltungsbericht der Verkehrsanstalten teilt Liberal Demokraten der gefährdete Besitz der Mandate in Straß- und lovene Mäntel mitgehen heißen und ihre verschliffene Garderobe Während die Zahl der in der dritten Klasse beförderten burg- Land und Colmar fowie, falls sich die dortigen Libe- dafür an den Nagel gehängt. Die Münch. Neuesten Nachr." Personen int ersten Halbjahr 1906 noch 22 892 186 betrug, finkt ralen darauf einlassen, in Gebweiler garantiert werden, wofür meldeten das ihven Refern unter der Spizmarte:" Praktischer fie unter dem Einfluß der Fahrkartensteuer und der den Zentrumswählern in Straßburg- Stadt nahegelegt om munismus". Gine Roheit und eine Dummiheit zugleich Einführung der vierten Klasse in Württemberg werden soll, den Freisinns- Demokraten zu unterstützen. Ferner soll bes liberalen Inseratenblattes. Unfer Münchener Parteiblatt im zweiten Halbjahr 1906 auf 7 816 839. Im ersten Halbjahr 1907 im Wahlkreise Mülhausen das Zentrum von einer eigenen fertigte denn auch die genialen Ausleger des kommunistischen Ge- bleibt die Biffer auf dieser Höhe, sinkt dann aber im zweiten Kandidatur Abstand nehmen zugunsten einer gemeinsamen bürger- dantens gebührend ab. Es schrieb: Bir entnehmen mit Interesse Halbjahr 1907 abermals, und givar auf 6444 349. Die erst e lichen Sammeltandidatur, als deren Träger der im Jahre 1907 bei aus dieser Ueberschrift, daß der praktische Stommunismus der Staffe verlor ein Drittel der Passagiere. Die zweite Selaffe der Stichwahl in den Wahlkreisen Colmar und Straßburg- Neuesten Nachrichten" der Diebstahl ist. So zeigen fie fich als bat ununterbrochen bis zum zweiten Halbjahr 1907 an Passagieren Land durchgefallene Colmarer Bürgermeister Blumenthal in Umkehrer des Proudhonismus. Und das Motto dieser Neo- berloren. Vom ersten auf das zweite Halbjahr 1906 ging die anarchisten lautet eingestandenermaßen: Diebstahl ist Eigentum! Zahl der Passagiere in der zweiten Klasse bon 1 265 152 auf Betracht kommt. auf diese Art erklärt sich auch manche sonst seltsame Abhandlung 1000 138 zurüd, um im ersten Halbjahr 1907 weiter auf 860 498 und im zweiten Halbjahr 1907 gar auf 655 728 herabzusinken. im Handelsteil des angesehensten Organs". Zum Rigdorfer Wahlrechtsraub. Diese Spekulation auf die Zentrumsunterstügung erklärt allein den Eifer, mit welchem Blumenthal neuerdings gegen unser MülDie vierte Klasse weist gleich im zweiten Halbjahr 1906 Hausener Barteiblatt Ehrenbeleidigungsprozesse anstrengt, machte die gewaltige Zahl von 15 259 817 Passagieren auf. Im ersten er doch neuerdings die Staatsanwaltschaft mobil toegen einer anHalbjahr 1907 find es gar 20 088 199. Jm Winterhalbjahr 1907 Die Kritft der Arbeiterschaft an dem Verhalten der famosen zählte man noch 18 30 1815 Paffagiere. Der Rüdgang ist auf geblich beleidigenden Anspielung, für die ein 3entrumsblatt Rirdorfer Wahlrechtsräuberschaft tut Wunder: jetzt haben gar fol- die Verschlechterung der wirtschaftlichen Stonjunktur zurüddas Tatsachenmaterial geliefert hatte und auf die unser Partei- gende Organisationen beim Magistrat der Stadt Rigdorf einen zuführen. Prozentual stieg die Zahl der Viertentlasse- Passagiere blait lediglich zur Kennzeichnung des Klerikal- demokratischen Bünd- Protest gegen das Attentat vom 17. Dezember 1908 eingereicht: Der von 63,32 im zweiten Halbjahr 1906 auf 69,39 im ersten Halbjahr nisverhältnisses nebenbei hinwies. Dem blau- schwarzen Bündnis gelang es im Sommer 1908 freis Teltow- Beestow- Stortow- Charlottenburg, der Wahlverein der die Bahn durchschnittlich von einem Passagier bezieht, sinken von Dem blau- schwarzen Bündnis gelang es im Sommer 1908 Wahlverein der freisinnigen Voltspartei für den Reichstagswahl- 1907 und 72,01 im zweiten Halbjahr 1907. Die Einnahmen, die bei den elsässischen Gemeinderatswahlen, in Mülhausen, Colmar Liberalen für denselben Kreis( Freis. Vereinigung), der Wahlverein 43 Pf. im ersten Halbjahr 1906 auf 31 Bf. im zweiten Halbjahr und Straßburg, die Sozialdemokraten aus den Gemeinderäten der freifinnigen Volkspartei für den Landtagswahlkreis Schöneberg. 1907 m gleichen Verhältnis finkt die Einnahme pro Personenhinauszuwerfen. Dieses selbe Bündnis soll jetzt bei der Reichs- Rigdorf und der Liberale Verein Rigdorf. Die Protestler fordern tagswahl dazu dienen, den Sozialdemokraten die Mandate von -nein: bitten, daß der Magistrat dem Beschlusse die ZustimMülhausen und Straßburg wieder abzunehmen. mung verweigere. Was sagt die freisinnige" Blockpresse zu diesem Proteft, der allerdings auch nicht gerade durch seine Schnelligkeit verblüffen wird-? Ein Mißverständnis. 9 " 1 17 * Kilometer. " Wie diese Eisenbahnreform" auf die Finanzen des Staates gewirkt hat, zeigt der den Ständen vorliegende Gtat. Es waren mehr als Das Ende des Falles Schücking. Das neue Fünfundzwanzigpfennigftüd. Am 16. Januar dieses Jahres ist im Reicheschakamt unter Eine Reihe liberaler Blätter hat es bedauert, daß es dem Vorsitz des Staatssekretäre das Preisgericht zusammen die Sozialbemotratie verabsäumt habe, zu der Gegen den Wahlrechtsraub wollen jeht auch die Baden- getreten, das über die Entwürfe für ein neues FünfundTesten Heinzedebatte, der Nackt kultur"-Interpella inhaber und Geschäftsleute Rigdorfs protestieren. Gin frei zu zwanzigpfennigftüd entscheiben sollte. tion, im Abgeordnetenhaus Stellung zu nehmen. Ein ſammengetretener Ausschuß hat den Demokratischen Verein Rig- 400 Vorschläge eingegangen. Nachdem hiervon 23 zur engeren Blatt entschuldigt das liebenswürdig mit der großen Jnan- dorf beauftragt, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, die Wahl gestellt worden waren, wurden drei von diesen ausgewählt, spruchnahme der Handvoll Sozialdemokraten im Dreiflaffen- heute( Dienstag) abends 8% Uhr, im Deutschen Wirtshaus, Berg- denen die drei Preife, und zwar einftinnnig, zuerkannt wurden. Die Eröffnung der die Namen der Stünstler enthaltenden verschloffenen parlament. straße 36, stattfindet. Herr v. Gerlach spricht über das Thema: Imichläge ergab, daß den ersten Preis mit 2000 wn. Herr Auguft Wir wollen demgegenüber konstatieren, daß die Sozial. Die Mandatsnieberlegung der Rigdorfer Stadtverordneten." Säußer in Böckingen( Württemberg), den zweiten Breit mit 1500 W. demokratie den Genossen Heimann als Sprecher zu dieser Frage Herr Hugo Kaufmann in Berlin und den dritten Preis mit 1000 W. bestimmt hatte, dent aber durch die Vertagung der Debatte Die chriftlichen Gewerkschaften und das Wahlrecht. Herr A. Kraumann in Frankfurt a. M. erhalten hat. das Wort einstweilen abgeschnitten wurde. Ein Nach dem ersten Kongreß der christlichen Gewerkschaften anderer Redner, Herr Traeger, verzichtete wider Mainz 1899- erjchien in WM.- Gladbach, im Verlage der alles Erwarten freiwillig wegen der vorgerückten Stunde. Westdeutschen Arbeiter- Zeitung", eine Schrift, betitelt Arbeiter- Zeitung", eine Schrift, betitelt Der Regierungspräfident von Schleswig, von Dolega. Daran, init dem sozialdemokratischen Redner zu tauschen, Christliche Gewertvereine, ihre Aufgaben und Rogierowsti, ist, nachdem er längere Beit beurlaubt war, hatte er offenbar nicht gedacht. Es ist also jeden Tätigkeit". Es war das eine Darlegung und Erläuterung nunmehr verabschiedet worden. Damit dürfte der Fall Schürfing falls nicht Schuld der Sozialdemokratie, daß der in Mainz festgelegten Grundsäge der christlichen Gemert erledigt ſein; denn die Freifinnigen werden boranssichtlich den Nüdfie der potenzierten Heuchelei der Leg Heinzeriche nicht den schaften. Besondere Bedeutung wurde darauf gelegt, den ten, und unter diesen Umständen darauf verzichten, den Fall Schüding tritt bes Regierungspräsidenten als eine große Stonzeffion betrach Standpunkt einer unvermuckert freien Weltauffassung entgegen- interfonfeffionellen und politisch partei- ten, und unter diesen Umständen darauf verzichten, den Fall Schücking noch weiter zu erörtern. susehen vermochte! lofen Charakter der Organisationen nachzuweisen. Hoffentlich läßt sich nun wenigstens der Freifinn Gine Gewerkschaft, so hieß es( Seite 31), werde kaum mit Das persönliche Regiment" beschlagnahmt. ous Blodrücksichten nicht noch dazu bereit finden, in der Politik in Berührung kommen, wenn sie nur stets ihre Die Polizei in Pr.- Stargard hat tausend Eremplare des Fluge emen vorzeitigen Schluß der einstweilen nur vertagten eine Aufgabe im Auge behalte: die Hebung der wirtschaft blattes Das persönliche Regiment" in der Wohnung unseres dortigen Debatte zu willigen! di dud and lichen Lage der Arbeiter; um diese zu erzielen, müsse sie sich Wertrauensmannes beschlagnahmt. Eine Anordnung der Staatsantvalt Wir hoffen, daß die in Frage kommenden ausschließlich mit der Besserung der Lohn- und sonstigen fchaft zur Befchlagnahme liegt nicht vor, wenigstens wurde unferem Blätter von dieser Feststellung des Tat. Arbeitsbedingungen befassen. Dann aber heißt es: Genoffen bei der polizeilichen Vernehmung eine derartige Anordnung bestandes Notiz nehmen werden! Ruz cin politisches Grundrecht gibt es, das nicht gezeigt. Auf die Frage unferes Genoffen, warum das Flugblatt, teine Organisation antasten lassen darf und das ungehindert feit Wochen in ganz Deutschland verbreitet wird, der wird, weil es da niemals höhere Gründe geben der vernehmende Beamte, man habe sich in anderen Orten eben Preuß. Stargarder Polizei so staatsgefährlich erscheint, antwortete tann, die einen tbeiter zum Preisgeben nicht erwischen laffen. Preuß Stargard ist übrigens bereits gut mit dieses Rechtes bewegen dürfen. Diefes eine dem fraglichen Flugblatt belegt, und zwar lange vor der BeschlagGrundrecht ist das allgemeine, gleiche, geheime nahme. und direkte Reichstagswahlrecht. Sollte daher eine Partei Hierin ihre Pflicht vergessen, dann muß eine Organisation aud als solche gegen fic fic Das österreichisch- türkische Uebereinkommen. Stellung nehmen." Konstantinopel, 18. Januar. Heute nachmittag erfolgte die Bon sozialdemokratischer Seite sind die Chriftlichen auf Unterzeichnung des Protokolls über die türkisch- öfterdie Inkonsequenz ihres Verhaltens hingewiesen worden in- reichischen Verhandlungen durch den Großwesir und den Bota fofern, als sie das Eintreten für das Reichstagswahlrecht für ich after Markgrafen Pallavicini. Die Verhandlungen sind da Der neue Moltke- Harden- Prozeß. an Wie die Berliner Boltszeitung" erfährt, hat Oberstaatsanwalt Preuß das Studium der umfangreichen Atten des Moltke- HardenProzesses dieser Tage beendet. Die neue Verhandlung wird voraus sichtlich Ende Februar stattfinden. Da der Prozeß gegen Harden nicht ohne die Bernehmung des Fürsten Eulenburg geführt werden fann, so soll vor dem Termin eine ärztliche Gerichtskommission den Fürsten- dem es jetzt gefundheitlich gut gehen soll in Liebenberg untersuchen, ob er die Anstrengungen einer Reise nach Berlin bertragen kann. Andernfalls soll der Fürst kommissarisch in seinem Schlosse in Liebenberg vernommen werden. 13 " Die Balfankrise. 4 mit in Äonjiantinopcl Beeh-bet. DaZI Protokoll fetrb nach Wi-n zur endgültigen Annahme durch die österreichische Regie- rung geschickt, worauf Oesterreich innerhalb 15 Tagen Millionen Pfund der Türkei zahlen wird. Wie verlautet, befindet sich in dem Protokoll ein Artikel, wonach die Bekenner des Islams in Bosnien und Herzegowina das Recht erhalten sollen, als türkische Staatsangehörige nach der Türkei auszu- wandern. In der türkischen Deputiertenkammer wurde die tpeitere Be- ratung einer von dreizehn Abgeordneten eingebrachten Jnter- p e l l a t r o n über die bosnische Frage, für die vom Abgeord- neten Said die Dringlichkeit beantragt war, nach kurzer Debatte vertagt und soll erst beraten werden, wenn das Kabinett das Protokoll über die Verständigung mit Oesterreich-Ungarn vorlegen wird. Ocltemicb. Der bosnische Landtag. Budapest, 17. Januar. Der Reichsfinanzminister Baron V u r i a n äusserte einem Interviewer gegenüber, er hoffe, der bosnische Landtag werde im Sommer d. I. zusammen- treten können. Er werde weder mit dem ungarischen noch mit dem österreichischen Parlament in organischem Zusammenhang stehen und auf Grundlage der katholischen und der moham- medanischen Wählerkurie gewählt werden. Die nationalistischen Raufereien. Prag, 17. Januar. Heute vormittag kam eS auf dem Graben gelegentlich des Bummels der deutschen Kouleurstuden- t e n wieder zu mehrfachen Zusammenstößen zwischen diesen und tschechisch.n Demonstranten, so daß der Graben von Gendarmerie geräumt und abgesperrt werden mußte. Heute abend fanden vor dem Deutschen Hause große Ansamm- l u n g e n statt. frankreick. Anständige Steuerpolitik. Paris, 18. Januar. Der Finanzminister beabsichtigt, zur Deckung der notwendigen Ausgaben für das Arbeiter- der sicher» ngsgesetz eine Züsch lag ssteuer auf Erbschaften in Vorschlag zu bringen. Die Marokkodebatte. Paris, 18. Januar. Deputiertenkammer. Nach An- nähme einer Vorlage betreffend einen Ergänzungskredit von 600 000 Frank zur Unterstützung von Arbeitswilligen, die unter Ausständen zu leiden haben, setzte die Kammer die Interpellation wegen Marokko fort. JaureS sprach die Befürchtung aus, die versöhnliche Haltung und Uneigennützigkeit Frankreichs in Marokko, die bezwecke, eine Annäherung zwischen Deutschland und Frank» reich zu erleichtern, stoße sich an der feindlichen Diplo- matie leitender Kreise in Deutschland und ein deutsch-englischer Konflikt, der von gewisser Seite als unvermeidlich bezeichnet werde, mache alle FriedenShoff» nUngen z u s ch a n d e n. Jaurös stellte dann fest, daß die Regelung deL lächerlichen Zwischenfalls von Casablanca zu einem Sieg des Schicdsgerichtshofes geführt habe. Beide Länder hätten noch ganz kürzlich für eine friedliche Erledigung der Balkanfragen zusammengearbeitet. Das französische und das deutsche Proletariat ständen nicht mehr allein mit dem Wunsche nach einer Annäherung der beiden Länder, die bei der nicht konsequenten deutschen Teplomatie Hindernisse gefunden habe. die die französische Diplomatie nicht vorher- gesehen, und ebenso bei der Presse beider Länder, die die marokkanischen Zwischenfälle verschärfe. Jaures sieht überall Zeichen einer Entspannung. Elsaß-Loth ringen käme die schöne Rolle zu, die beiden Länder zu versöhnen. Der s ch w e r st e Fehler Deutschlands in den letzten 37 Jahren sei es gewesen, bei dem Zwischenfall von Casablanca eine Note abgesandt zu haben, die vielleicht einemUltimatum ähnlich sähe. Im Casablancastreit habe Frankreich die Meinung der Völker für sich gehabt. Ein Stirnrunzeln flöße Frankreich keine Furcht ein und daher habe sich, als Professor Schiemann von der Ungeheuerlichkeit gesprochen habe, Frank- reich als Geisel anzusehen, die ganze Nation erhoben, um Freiheit des Handelns für sich zu fordern, bereit, den letzten Seufzer ihres letzten Mannes zu opfern. Da aber wegen der Gleichheit ihrer Kräfte weder Teutschland noch Frankreich etwas von einander zu fürchten hätten, könnten sie obne weiteres den Weg der Annäherung betreten. England werde darüber nicht aufgebrocht sein, denn es wünsche das Ende der Zweideutigkeiten. Jaures kam dann auf den B e r i ch t L Y a u- t e h s zurück, von dem er am Freitag gesprochen habe, und der- langte, daß der Minister genaue Angaben Macken solle über die zukünftige Einrichtung der französisch-marokkanischen Posten in der Gegend vom Mulufa. Redner bedauerte, daß der Gesandte Rcgnault abgereist sei, um mit Mulah Hafid zu verhandeln, ohne daß die Kammer diese Instruktionen gebilligt hätte. Zum Schlüsse beklagte Jaures die allzu großen Rüstungen sämt- licher Länder.(Beifall auf der äußersten Linken.) Den Ys (5 o ch i n warf dann der Regierung vor. daß sie Millionen für Ma- rokko verausgabt und Mens che ii hingeopfert habe ohne es verstanden zu haben, eine Partei zu ergreifen; er verstehe nicht den Gedanken der Neutralität der Negierung. Es sei unheilvoll gewesen, daß Befehle auS Paris die französischen Offiziere auf- gehalten hätten, die bereits den Sieg in den Händen hatten. Die Kammer nahm mit 380 gegen 98 Stimmen eine Tages- ordnung an, in welcher der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird, und bewilligte die Ergänzungskredite für Marokko mit 459 gegen 67 Stimmen. JSbrwegcn. Die Eröffnung des StorthingS. Kristiania, den 12. Januar.(Eig. Ber.) Das Storthing trat heute zur letzten Session dieser Wahlperiode zusammen in einer politischen Situation, die unklarer ist denn je. Die Linke hat sich in 3 bis 4 Teile aufgelöst. Aber auch die Rechte kann sich nicht mehr halten. Nachdem die nationalen Fragen so ziemlich gelöst sind, beginnt die Jnteresieupolitik der Kldsackstarkcn. Ob die Session ohne Krise abläuft, ist zweifelhaft. Das Ministerium K n u d s e n wird auf alle Fälle ein Vertrauensvotum verlangen unter der Voraussetzung, daß der ans allen Lagern stark angegriffene Verteidigungsminister, der Norwegen nicht nur eine neue Hceresordnung aufbinden will, sondern auch mehr Soldaten, Festungen und Kriegsschiffe, daß dieser Säbelraßler demissioniert. Es ist aber nicht unwahrscheinlich, daß die Heeresordnung, die eigentlich schon in voriger Session erledigt werden sollte, nun doch noch als Brand- fackel nir die Herbstwahlen, an denen sich die Frauen zum ersten Male beteiligen, unter die Wähler geworfen werden wird. Die Thronrede enthielt manche gute Worte und eine Maffe alter stets wiederkehrender Versprechungen. Aus dem Gcneralbericht über den Zustand des Reiches geht hervor, daß die Landwirtschaft im verfloffenen Jahre einen sehr guten Ertrag gegeben hat. Die Schiffahrt hingegen ist dnrch die sinkenden Weltkonjunkturen in Schwierigkeiten geraten. Die übrigen Erwerbszweige haben teilweise unter ungünstigen Verhältniffen ge- arbeitet. Arbeitslosigkeit in größerer AuSstreckuiig hat sich zwar noch nicht bemerkbar gemacht, die Aussichten sind aber weniger gut- Verantw.Rcdatt.: CarlWermuth, Berlin-Rixdorf.�Jn'serateverantwTs' DaS Budget enthält einige Gehaltaufbesserungsvorschläge für die unteren Beamten. Die Volksschullehrer müssen sich damit be» gnügen, daß ber König seine Aufmerksamkeit auf die Eutwickelung der Volksschule sowie auf die Gehälter der Lehrer gerichtet hat. Dem Storthing werden gleichzeitig eine ganze Reihe wichtiger Gesetzvorlagen angekündigt, worunter das allgemeine Steuergcsetz, die Krankenversicherung und ein Gesetz über uneheliche Kinder die wichtigsten sind. foilUand. Kurlow. Vor kurzem ist Kurlow, einer der schlimmsten Reaktionäre, zum Gehilfen des Ministers des Innern ernannt worden. Was öas zu bedeuten hat, sagt ein Rückblick auf die frühere Tätigkeit dieses Mannes, über die uns aus Petersburg ge- schrieben wird: Der Name dieses Mannes ist dermaßen mit blutigen Lettern in der neueren ruffischen Geschichte eingegraben, daß man nur mit Schaudern seiner Vergangenheit sich erinnert. Von allen Städten jedoch, die er als Gouverneur heimgesucht hat, ist cI namentlich Minsk, daS bis auf oen heutigen Tag den neuen Ge- Hilfen Stolypins mit wütendem Haß verfolgt. Denn noch nicht geheilt sind die Wunden, die er in den Oktobertagen des JahrcS 1905 der Minsker Bevölkerung versetzt hat. Auf sein Anstiften hin fand damals vor dem Bahnhofsgebäude der Romny-Libau-Station in Minsk ein schauerliches Gemetzel statt, bei welchem im Laufe von wenigen Minuten über fünfzig Leute durch die Kugeln von Soldatenflinten oder Schutzmannsrevolvern den Tod gesunden haben und über hundert Leute schwer ver- wund et oder verstümmelt worden sind. So hatte Kurlow mit einem von ihm selbst gestatteten und von unschuldigen Tausenden besuchten Meeting abgerechnet, als es das Verfassungs- m a n i f e st jubelnd und stürmisch feierte. Ein Schrei des Entsetzens hatte sich dann in Minsk erhoben, und die unglückliche Stadt entsandte in jenen Tagen eine Spezial- deputation nach Petersburg, um die Abberufung Kurlows zu erwirken. Der damalige Premier Witte gestand wohl ein. daß Kurlow ein„unmöglicher Mann sei", aber der bald mächtig gewordene D u r n o w o nahm als Minister des Innern seinen Ge- sinnungsgcnossen unter seinen speziellen Schutz. Es kam sogar so weit, daß die erwähnte Deputation ge maßregelt wurde. Erst viel später befreite die Regierung die Stadt Minsk von dem ver- haßten Mann, der ein anderes Gouvernement erhielt. Kurlows Rolle in der Pogromzcit scheint aber oben unvergeffen geblieben zu sein. Denn nunmehr ist der„unmögliche Mann" auf eine der einflußreichsten Staffeln emporgeschnellt. Dazu aus- ersehen, mit den„Resten der Revolution" aufzu- räumen, bedeutet Kurlow ein klares und unzweitoutigeS Programm, das Programm des Schwarzen Hunderts, das Programm der Pogrome. Was alfer hat noch Stolypin zu sagen, wenn der schlaue Fuchs Kurlow im Ministerium des Innern schalten und walten soll? Orkei. Die Helfershelfer des Despotismus. Konstantinopcl, 18. Januar. Die Depntiertenkammer beschloß nach längerer Beratung mit großer Mehrheit, den Antrag des Großwesirs betreffend das Vorgehen gegen die abgesetzten, geflüchteten und verhafteten Würdenträger des alten Regimes einer Sonderkommission zu überweisen. Cbina. Kein Shstemwechsel. Peking, 16. Januar. Dem englischen und dem amerikanischen Gesandten wurde vom Prinzen T s ch u n g die Versicherung gegeben, daß die Entlassung I u an s ch i ka i s keine Aende- rung der chinesischen Politik bedeute. Nmenka. Panama. New Jork, 18. Januar. Infolge der bekannten Panama- berichte, in denen Präsident Roosevelt der Begünstigung der Korruption bezichtigt wurde, leitet die Bundesbehörde ein Kriminalverfahren wegen Verleumdung gegen die„New Vork World" sowie sechs Washingtoner Korrespondenten ein. GewerklcdaftUcdeq. Königlich preustisckier Tcrrorismus. Eine Begebenheit, die sonnenklar zeigt, daß die schlimmsten Vertreter des wirtschaftlichen Terrorismus durchaus nicht in den Rethen der Gewerkschafter und Sozialdemokraten zu suchen sind, wird auS L i e g n i tz gemeldet. Einem Kutscher, der ans irgend einem Grunde der dortigen königlichen Eisenbahn'nspektion mißfiel, ging das folgende Schreiben zu: „Paul Tietze, Spedition. Kommission, Möbeltransport. Inkasso, Kontor und Lagerplatz: Gerichtsstr. 12. Tel.-Nr. 297 Liegnitz. 12. Dezember 1993. Kutscher Engmann hier. Hiermit kündige ich Ihnen die bei mir innegehabte Kutscher- stelle für den 25. Dezember d. I. auf Grund des Drängens der königlichen Eifcnbahninfpektion, hier. Die Angelegenheit ist im Spediteurverein vorgelegt worden, nun können Sie infolgedessen bei keinemhiesigen Spediteur mehr angestellt werden." Schlimmer, als hier eine königlich preußische Eisenbahnbehörde, kann der ärgste Scharfmacher nicht handeln. Die privaten Scharf- macher schwingen die Hungerpeitsche meist mir über die e i g e n e n Arbeiter. Die königliche Eiscnbahninspektion dehnt ihren Terror sogiar auf die Arbeiter in Privat» betrieben aus. � Herr v. Breitenbach wird im preußischen Landtag Gelegenheit nehmen müssen, vor aller Welt zu erkläven, ob er sich mit solcher dauernden ArbeitsloSmachung preußischer Staatsbürger identifi- zieren will._ Berlin und Umgegend« . Die Regierung als Lohndrückerein in unserem Gewerb« lautete die Tagesordnung einer vom Deutschen Holzarbeiter- verbände(Branche Korbmacher) am Sonntag im Gewerkschafts- hause einberufenen öffentlichen Versammlung. Pappe vom Zentralvorstand hatte das Referat übernommen und gab in großen Zügen ein Bild von der außerordentlich traurigen Lage der in diesem Berufe beschäftigten Arbeiter. Redner war selbst lange tahre in Thüringen und Oberfranken, wo die Korbmacherei zu ause ist und schilderte in ergreifender Weise das Elend der dor- tigen Korbmacherfamilien. Doch sei dies nicht nur für jene Gegenden spezifial, sondern treffe mit kleinen Abweichungen auf die gesamte Korbindustrie zu. Als 1906, in der Zeit der höchsten Konjunktur, eine Lohnstatistik für ganz Deutschland aufgenommen wurde, stellte es sich heraus, daß der Durchschnittslohn 20,08 M. h. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlagSanftält P pro Woche und Arbeiter betrug. In vielen Orten wurden aber IL bis 13 M. festgestellt. Dabei waren gerade die rückständigsten Gegenden, Thüringen und Oberfranken, in dieser Erhebung nicht miteinbegriffen, weil es bei der Unwissenheit der dortigen Arbeiter- schaft nicht möglich war, statistisches Material zu erlangen. Aber selbst wenn man 20 M. als Durchschnittsverdienst annehme, müsse jeder einsichtige Mensch zugeben, daß bei diesem Gelde eine menschenwürdige Existenz nicht möglich ist. Ein Hoffnungsschimmer leuchtete den Korbmachern auf, als die Regierung mit Lieferungen von Geschoßtörben auf dem Plan erschien. Tatsächlich war es den Arbeitern möglich, bei den damaligen, allerdings provisorischen Preisen auskömmliche Löhne zu verdienen. Bald aber kamen Ab- züge, da die Korbmacher, in der Freude über die günstige und bald wieder vorübergehende Gelegenheit, nicht Maß hielten und aus einer Woche anderthalb machten, wobei einzelne besonders flinke Arbeiter bis nahezu 100 M. in der Woche kamen. Als die zweite Lieferung in Aussicht war, rüsteten in Oberftanken und Thüringen sich ganze Korbmacherdistrikte zum Auszug, um gleich einer Völker- Wanderung nach den Eldorados zu ziehen und so auch an dem ver- meintlichen Goldregen teilzunehmen. Doch ihre Hoffnungen wurden zu Wasser, denn als 1907 die zweite Lieferung herauskam, waren die Preise schon erheblich gekürzt. Die Verband?lcitung im Verein mit der Gencralkommission versuchten den Preis pro Korb auf 4,60 M. zu halten, jedoch war dies nicht möglich und so sank dieser bis auf 3 M. herab. Als nun vor einigen Monaten wieder eine Lieferung Geschoßkörbe in Sicht war, zeigte es sich, daß auch der Satz von 3 M. nicht zu halten war. Die Unternehmer zogen nach Oberfranken und Thüringen, mieteten sich in den Ortschaften Tanzsäle(!) und ließen die einheimischen Arbeiter darin arbeiten. Im Laufe des Sommers, als hier um den Drcimarksatz gestreikt wurde, zahlte man dort 1,80—2 M., ja bis 1,59 M. ging der Preis herunter. Bei den nachfolgenden Lieferungen war auck, schon vom Ministermm für Heeresverwaltung der Preis auf 3,29—3,75 M. herabgesetzt. Jetzt zahlen die Unternehmer auf der ganzen Linie 1,89— 2 M. Dabei könne man nicht mehr menschenwürdig existieren. Man müsse fragen, ob die Heeresverwaltung das billige. Oder soll bei den Korbmachern mit der Realisierung der Bülowschcn Sparthcorien begonnen werden? Der Staat hat ein Interesse daran, daß auskömmliche Löhne gezahlt werden. Redner unterzieht dann noch das Submissionswesen einer herben Kritik, bei dem so- Wohl der Staat als auch die Arbeiter geschädigt werden. Die Liefe- rungsverträge müssen den Passus enthalten, daß tarifliche Ab- machungen respektiert werden und daß die Arbeit nicht in die Klein- industrie geht. Auch die Zwischcnmcister müßte man unbedingt ausschalten. In Obersranlen verdienten Korbmacher 3 M. die Woche und müßten davon leben mit ihrer Familie, wie er selbst ge- sehen habe, das wirke verderblich auf die gesamte Korbmacherei. Von den Behörden werde stets gesagt, es liefen keine Beschwerden seitens der Arbeiterschaft ein; nun, der Vorstand habe eine Petition im Sinne des heutigen Referats ausgearbeitet, die dem Kriegs- minister zugehen solle. Das beste Mittel sei allerdings eine starke Organisanon. Nachdem der Vorsitzende die Petition verlesen hatte, stimmte die Versammlung einstimmig dafür. Deutsches Reich. Neugierige Scharfmacher. Der Arbeitgeberschutzverband der deutschen'Tischlermeister und Holzindustriellcn versendet gegenwärtig an seine Mitglieder einen Fragebogen zur Feststellung der Zahl der in den einzelnen Be- trieben im vergangenen Jahre durchschnittlich beschäftigt gewesenen Tischler, Bildhauer, Polierer, Maschincnarbeiter usw. Dieser Fragebogen erscheint an sich harmlos, er dient wahrscheinlich dazu. um den Jahresbeitrag festzusetzen, den der einzelne Unternehmer an den Scharfmacherverband zu zahlen hat. In Luckenwalde jedoch ist diesem Fragebogen noch ein besonderer Bogen beigefügt, auf welchem die Personalien jedes einzelnen Arbeiters aufgeführt werden sollen. Und zwar sollen nicht nur angegeben werden der Vor- und Zunahme des Arbeiters, dessen Geburtsdatum und-ort, sein Verdienst, ob derselbe verheiratet ist und Kinder hat, sondern auch, ob dessen Frau arbeitet und wo und was sie arbeitet. Was in aller Welt, möchte man sagen, geht es die Unternehmer an, ob und wo und was die Frau des Arbeiters arbeitet. Die Antwort ist sehr leicht zu finden. Diese freche Bespitzelung der Arbeiter dient dazu, um bei einem Streik oder einer von den Unternehmern inszenierten Aussperrung, letzteres gehört in Luckenwalde in den Bereich naher Möglichkeit, den eventuellen Beschäftigungsort der Frauen der Streikenden oder Ausgesperrten aussindig zu machen, um diese, die Frauen, dann ebenfalls brotlos zu machen. Die ganze Fragerei geschieht nur deshalb, um den Unternehmern Waffen in die Hand zu geben für den Kampf gegen die aufstrebende Arbeiterschaft. Wenn also ein Unternehmer demnächst seinen Arbeiter srägt, ob seine Frau auch mitverdient, so geschieht dies nicht aus dem Gefühl der Anteilnabme am Leben des Aroeiters heraus, sondern um den Arbeiter besser knebeln zu können. Eine andere Frage auf diesem Bogen lautet: Bezieht der Arbeiter Unsallrente? und die letzte: Ist derselbe organi- sicrt? Nach dem Vorhergesagten ist es leicht zu erraten, wcs- halb gerade die letztere Frage gestellt ist. Es ist deshalb gut und zweckmäßig, wenn der Arbeiter einem neugierigen„Arbeitgeber" die Antwort erteilt, daß dies alles Sachen seien, welche keinem naseweisen Unternehmer etwas angehen. Schuhmacherstreik iu Frankfurt a. M. In der Schuhfabrik von R. und W. Nathan in Franksurt a. M. sind sämtliche Arbeiter in Streik getreten. Bor Weihnachten hatten die Arbeiter dieser Fabrik einen Streik erfolgreich beendigt und nun maßregelte die Firma vier Arbeiter, was einen neuen Streik zur Folge halte. Die Firma sucht überall Streikbrecher. Zuzug von Schuhmachern nach Frank» surt a. M. ist fernzuhalten. Letzte Nachrichten und Depelchen. Ermordet. Benthe»(Oberschi.), IS. Januar.(B. H.) Ein Frouenmerd setz! die Ortschaft Schartet) in größte Aufregung. Die 50 Jahre alte Ehe« ftau des Aufsehers Gollar tnig ihrem Manne das Abendessen nach der Arbeitsstätte und wurde auf dem Rückwege von Wegelagerern über- fallen und ermordet. Lage und Befund der Leiche weisen auf cio Sittlichteitöverbrechcn hin._ Panik in der Schule. Kirn(Pfalz), 13. Januar.(B. H.) In der Küche eines Lehrer« Hauses entstand ein Brand. Der verursachte Ranch drang auch in den Oberstock, wo sich die Schüler befanden. Der Lehrer wurde als- bald von dem Brande benachrichtigt, worauf er in seine Wohnung eilte. Dies war das Signal für die Schüler, sich in Sicherheit zu bringen und zu flüchten. ES entstand ein furchtbares Gedränge. Einzelne sprangen auS den Fensteni, um sich aus den vermeintlichen Flammen zu retten. Ein Dutzend trug dabei Berletzungea da»»«. Folgenschwerer Zusammenstoß. Turin. 18. Januar.(W. T. B.) Ein Automobil, welches eine Probefahrt machte, rutschte infolge der Feuchtigkeit des Erdreichs aus und stiest mit einer Dampftrambah» zusammen. Bon den vier Insassen wurden zwei getötet, von denen der eine, der Führer des Automobils, ein Deutscher namenS Otto Beck ist. Von den beiden anderen wurd« einer schwer und einer leicht verletzt. Eo..BerlinSW. Hierzu 4 Beilagen«.Unterhaltungsbl Nr. 15. 26. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 19. Januar 1909. 187. Gigung vom Montag, den 18. Januar, nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: Dr. Nieberding. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Etats für die Reichsjustizverwaltung Die Beratung beginnt bei Titel„ Gehalt des Staatsfetretärs" 44 000 m. Abg. Dr. Wagner( f.): Auch unabhängig von den großen Reformen, welche das Reichsjustizamt beschäftigen, ist eine Alenderung des Grundstüdsrechts notwendig, die unbegründete Bevorzugung der Hypothekengläubiger muß beseitigt werden. Ein großer Mißstand bei der Rechtsprechung des Reichsgerichts ist die späte Festfegung der Termine; che die Sache ans Reichsgericht kommt, vergehen in der Regel zwei bis drei Jahre. Wenn dann der Berhandlungstermin auch noch auf ein Jahr hinausgeschoben wird, so bedeutet das für viele geradezu eine Rechtsverweigerung. Eine Entlastung des Reichsgerichts muß herbeigeführt werden, um derartiges zu vermeiden. Weiter richte ich an den Staatssekretär die Frage, wie es mit dem Reichsgefeß über die Haftpflicht der Reichsbeamten steht. Abg. Dr. Belzer( 8.): Durch die Reform des Amtsgerichtsberfahrens wird die Lage des Anwaltsstandes ungünstig beeinflußt werden; da sollte der Staatssetretär erwägen, ob in Armenfachen dem Anwalt die baren Auslagen nicht aus der Staatskasse ersetzt werden sollen. Weiter gebe ich dem dringenden Wunsch meiner Freunde Ausdrud, daß die Strafprozeßnovelle uns noch in dieser Session vorgelegt werde; die Einführung der Berufung gegen Urteile der Strafkammer, die sie bringen soll, muß möglichst bald Gesetz werden.( Sehr richtig! im Zentrum.) Das Zuziehen von Sachverständigen könnte erheblich eingeschränkt werden, und dringend wünschenswert wäre es, daß das inquifitorische Ausfragen der Zeugen nach ihrem Vorleben auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt würde. Zu erwägen wäre, ob das Laienelement nicht auch zu den Zivilgerichten heranzuziehen wäre, dagegen wünschen wir nicht die Bildung weiterer Sondergerichte. Wir vermissen noch immer einen Gesezentwurf zur Siche und Ausgestaltung der Tarifverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Weiter wünschen wir eine andere gefeßliche Regelung des Zeugniszwanges der Presse. Dem Wunsche des Vorredners nach einem Gefeßentwurf über die Haftpflicht der Reichsbeamten schließe ich mich an.- Sie steht es ferner mit der Reform des Strafrechts? Das beste wäre, wir erhielten ein völlig neues Strafgefehbuch. Aber ich gebe zu, daß manche Fragen noch nicht geklärt sind, und wir würden deshalb auch mit einer Teilleistung zufrieden sein, welche die größten Steine des Anstoßes aus dem ege räumt. Wir wünschen eine schärfere Bestrafung des Ehebruchs und der Roheitsdelikte.(!) Weiter hat der Reichstag im vorigen Jahre bei Vergehen gegen den§ 175 verlangt, daß die Strafen erhöht werden, wenn die Autorität des Vorgeseßten mißbraucht wird, und daß das Schuß alter heraufgesetzt werde. Es ist nötig, daß ein Damm errichtet wird, um unser Volt vor sittlicher Fäulnis zu sichern. Dazu ist es auch notwendig, auf internationalem Wege die Verbreitung unfittlicher Schriften und Blätter zu verhindern.( Zustimmung im Zentrum.) gefangenen den Besuch seiner Familie zu erhalten! Und wo durch die Juristentagung in Karlsruhe ging. Auch das Reichsbleibt der Angeklagte, der für das Gefängnis zu krank ist und dem gericht verschließt sich diesem Zuge nicht und revidiert seine fo Itein Schloß zur Verfügung steht?( Sehr richtig! bei den vielfach kritisierte Stellungnahme zu Koalitionsfragen, Streit, Sozialdemokraten.) Die Rüdsichtnahme auf einen hochgestellten Boykott, Konkurrenzflausel. Auch die unteren Instanzen beAngeklagten, die anderen Sterblichen untersagt ist, muß gerügt mühen sich, die Konkurrenzflause! möglichst zugunsten der Angewerden.( Zustimmung im Zentrum und bei den Sozialdemo- stellten auszulegen. Angesichts dieser erfreulichen Entwickelung fraten.) sollte man nicht so sehr nach neuen Gesetzen rufen und namentlich feine neuen Sondergerichte einrichten. Unsere Rechtspflege bietet im allgemeinen ein höchst erfreuliches Bild! Lebhafter Beifall bei den Natl.) Abg. Heine( S03.): Staatssekretär Dr. Nieberding: Die Vorlage der Strafprozeßreform wird, denke ich, an den Reichstag gelangen, bevor noch die Etatsberatung abgeschlossen ist. Das Recht der Zeugnisverweigerung der Presse wird darin zum Teil nach den Wünschen des Reichstages geregelt. Mit dem VorIch beabsichtige nicht, hier auf alle Gänge der reichhaltigen redner teile ich und teilt auch die preußische Regierung die Ansicht, Speisekarte neuer Justizgefeße einzugehen. Der Staatssekretär daß gegen den kleinsten Mann nicht anders verfahren werden soll, erklärte uns, mit der Regelung der Haftpflicht der Beamten wolle als es die Rücksicht auf die Erforschung der Wahrheit verlangt. Das Reich warten, bis Preußen die Materie geregelt habe. Ich Aber es ist nicht richtig, daß in dem Prozeß Eulenburg eine be- fehe wahrhaftig nicht den Grund ein, warum Preußen den Vorfondere Rücksicht auf den Angeklagten genommen ist. Man kann tritt haben, soll. Es ist bedauerlich genug, daß die Materie nicht vielmehr sagen, daß gerade, um diesem Vorwurf zu entgehen, schon im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt worden ist. Will man weniger Rücksicht genommen ist als in anderen Fällen.( Sehr nun aber erst auf Preußen warten, so heißt das bei der bekannten richtig! rechts.) Wurde doch während des Prozesses der Vorwurf Schnelligkeit, mit der der Bundesrat arbeitet( Seiterkeit), cine laut, man habe geradezu unmenschlich gegen den Angeklagten ge- neue, unabsehbare Verschiebung. Ich meine, das Reich sollte es handelt, indem man den Prozeß trop der Krankheit des Ange- ganz unabhängig von Preußen als feine Pflicht anerkennen, für flagten weiterführte. Ich erinnere daran, daß der Prozeß zum den Schaden aufzukommen, den feine Beamten anrichten.( Sehr Teil in der Krankenstube verhandelt wurde, nicht aus Rücksicht richtig! bei den Soz.) auf den Angeklagten, sondern um den Prozeß überhaupt weiter zu führen. Trotzdem mußte er abgebrochen werden, sehr zum Bebauern des Gerichts, weil die Aerzte erklärten, das Leben des Angeklagten sei bei der Weiterführung des Prozesses gefährdet. Wenn der Prozeß nicht bereits wieder aufgenommen ist, so beruht auch dies auf einem Veto der Aerzte. Wenn auch die höheren ärztlichen Instanzen, deren Gutachten eingefordert werden soll, die Auffassung teilen, daß der Prozeß nicht wieder aufgenommen werden kann, ohne das Leben des Angeflagten in Gefahr zu bringen, so sind wir ohnmächtig! Zur Frage nach den Vorarbeiten des Strafrechts bemerke ich, daß wir hoffen im Sommer den ersten Entwurf fertig zu haben. Indessen ist die Novelle zum Strafgesetzbuche, trotzdem manche Bedenken gegen eine vorläufige Ordnung der Materie durch Novellen sprechen, dem Bundesrat zugegangen, und ich hoffe, daß es nicht lange dauern wird, bis sie an den Reichstag gelangt. Auch ein Gefehentwurf über die Haftpflicht der Reichsbeamten liegt dem Bundesrat vor. Zum Abschluß kann er aber erst kommen, wenn wir übersehen können, wie der gleichartige Gesezentwurf in Preußen gestaltet werden wird. soll. Eine Neuregelung der Gebühren der Sachverständigen und Beugen eintreten zu lassen, ist sehr schwierig zu einer Zeit, in welcher auf allen Gebieten möglichste Sparsamkeit geübt werden Herr Abgeordneter Wagner führte Klage über die Ueberfind bereits Vorarbeiten im Gange, um diesem unliebsamen zu lastung des Reichsgerichts. Wir erkennen diese Klagen an, und es ftande abzuhelfen.( Beifall rechts.) Abg. Dr. Heinze( natl.): Notwendig ist eine Herabseßung der viel zu harten Mindeststrafen für Diebstahl im Rückfall und Betrug. Die Haftung des Reiches für seine Beamten sollte analog der entsprechenden preußischen Vorlage geregelt werden. Man soll eine Verminderung des Richterpersonals anstreben, einmal durch Befreiung der Gerichte von administrativen Geschäften, zum anderen durch bessere Ausbildung des juristischen Nachwuchses, Bei dem Prozeffe Eulenburg beklagen wir, daß durch ihn wodurch eine größere und intensivere Heranziehung der Refe Rafter und Zustände in weiten Schichten unseres Volkes bekannt rendare zu gewissen Geschäften, wie Rostenberechnung usw. ergeworden sind, von denen diese Gott sei Dank bisher nichts ge- möglicht wird. Ein paar Worte zum Prozeß Gulenburg. Nachdem wußt haben.( Sehr richtig! im Zentrum und rechts.) Die das Befinden des Fürsten Eulenburg sich gebessert hat, ist es im Integrität unserer Richter und Staatsanwälte steht für mich un- Interesse des Ansehens der deutschen Justiz dringend notwendig, crschütterlich fest. Man wollte dem angeklagten Fürsten alle Ver- daß der Prozeß ordnungsmäßig zu Ende geführt wird.( Lebh. Zu teidigungsmittel lassen, aber die Volksmasse wird durch den Ver- stimmung. Na! na! b. d. Soz.) Redner begrüßt die neugegrüngleich mit der Behandlung anderer Angeklagten, wo man nicht so deter Richtervereine: Es ist erfreulich, daß auch die Richter dem minutiös verfährt, aufgeregt.( Sehr richtig! bei den Sozial- gewaltigen Organisationsdrange unserer Zeit folgen. Zu begrüßen demokraten.) Wie schwer ist es nicht für einen Untersuchungs- ist auch bei allen Vorbehalten im einzelnen der soziale Zug, der Kleines feuilleton. Ueber die Ueberlastung des Reichsgerichts, die gewiß bis zu einem gewissen Grade besteht, will ich mich hier nicht weiter äußern. Ebensowenig will ich jetzt auf die Reform der Strafe prozeßordnung eingehen. Seit Jahrzehnten ist die Angelegenheit im Fluß. Es besteht nun ja wohl einige Aussicht, daß die Vorlage uns in absehbarer Zeit unterbreitet wird. Das Eine Frage ist hier berührt worden, die auch ich nicht uns berührt lassen kann: Herr Abg. Belzer hat die Vernehmung von Sachverständigen wegen literarischer und sittlicher Vergehen berührt. Er hält sich darüber auf, daß Sachverständige darüber vernommen werden, ob das Sittlichkeitsgefühl des Volkes verletzt ist. Daran sind dieselben Leute schuld, welche uns mit dem Begriff des Sittlichkeitsgefühls des Normalmenschen" beschenkt haben: das Reichsgericht und manche Juristen, vornehmlich des Zentrums.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Sittlichkeitsgefühl des Normalmenschen ist kein Rechtsbegriff, sondern eine Tatbestandsfrage. Das Richterkollegium, die Schöffen werden sich doch nicht als Normaldeutsche betrachten, Es ist also unumgänglich notwendig, daß Beweise darebensowenig der Staatsanwalt.( Sehr gut! bei den Sozialdemo über erhoben werden, ob ein Kunstwerk das Sittlichkeitsgefühl des Normaldeutschen verlegt. Daß das manchmal wunderlich ist, die Judikatur. Ob ein Werk, das zur Beurteilung steht, gebe ich zu. Schuld daran aber find nicht die Richter, sondern ein künstlerisches ist, darüber kann nur von Sachverständigen ge= urteilt werden.( Widerspruch rechts und im Zentrum.) Darüber fann fein Richter nach Rechtsbegriffen urteilen, darüber kann entscheiden.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) auch nicht das sogenannte Sittlichkeitsgefühl des Normaldeutschen Kunst tommt von Können, und ob einer etwas kann, das ist eine Tatfrage. Dadurch, daß einer Richter ist, ist noch nicht bewiesen, daß er etwas kann. Ob etwas fünstlerisch ist, können nur Künstler entscheiden.( Widerspruch rechts.) Nur sie haben die Vorbildung dazu, das kann nicht von Dilettanten beurteilt werden, das hängt von dem Kunstverständnis ab, das man nicht dadurch erwirbt, daß man Richter wird und auch nicht dadurch, daß man in dieses hohe Haus hineingewählt wird.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In einem Falle, den ich gegenwärtig vertrete, ist ein Kunsthändler wegen Verbreitung von Photographien angeklagt, die ausnahmslos Reproduktionen von anerkannten Werken in Museen sind. Die Anklage sagt selbst, sie gebe zu, daß diese Kunstiverte echt künstlerisch seien. Aber die Reproduktionen hätten keinen künstlerischen Wert! Ob eine Reproduktion eines plastischen Werkes von künstlerischem Wert ist, hängt davon ab, ob die Aufnahme künstlerisch gestellt und gedruckt ist. Und das kann nicht nach dem Gefühl eines Dilettanten, sondern lediglich durch Sachverständige beurteilt Der e. k. beschloß, bildete die ausgelaffene Laune diefer Pariser Faschingspoffe Reizend verstand Elisabeth Bartels des Titelhelden Verlobte zu eine um so angenehmere Ueberraschung. Ein Seitensprung weit ab geben. Eine ganz vorzügliche Leistung hinsichtlich Maste, Sprech von den sonst an dieser ernsthaftesten und strengsten Verliner weise und Haltung bot Mar Bilger als Präpofitus von Korff. Bühnenstätte verfolgten Wegen. Aber es gibt ja teine neuen Werke, Erfreulich war überhaupt, daß alle Vertreter von Charafterchargen Wilhelm Bölsche sprach am Freitagabend in der Singakademie die der großen Tradition auch nur einigermaßen entsprächen. Und es glücklich vermieden, durch karikaturistischen Anbauch zu wirken, über Das Tier im Menschen und der Mensch im wo fie sich im Ganzen eines Repertoires den höheren Zielen unter- und so bekam man ein paar föstliche Lehrertypen zu sehen, unter Tiere. Wie sich im Laufe der menschlichen Kulturgeschichte das ordnet, ist auch die Kunst des Lachenmachens ohne allen Buias denen namentlich Hugo Döblin, ler Scheibach und Carl Verhältnis des Menschen zum Tier umgewandelt hat, wie es sich in literarischer Prätentionen, wenn nur mit Temperament und Witz Wilhelm hervorstachen. der Gegenwart bis zum ethischen Begriff des Tierschutes entwvidelt geübt, gewiß nicht zu verachten. hat, so ist auch der Mensch vor allem dadurch in einen innigeren Daß der Spaß, den die Autoren treiben, Frivolitäten nicht aus Kommer mit dem Tiere gefommen, daß die moderne Biologie in ihm dem Wege geht, im Gegenteil fie auffucht, hat er mit allen nur ein Glied einer langen tierischen Entwickelungsreihe sieht, ein Exemplaren seines Genres gemein. Indessen, er tut's mit einer sorgWesen, das in feiner Einheit doch aus Billionen fleinster Einzel- lofen, anmutigen Freiheit des Sichgehenlassens. Eine flotte alles, wesen zusammengesezt ist: den Zellen. Der menschliche Körper was ihr vor den Schuß kommt: König und Republik, Senatsist gewissermaßen die höchste, bis jetzt in der Natur er präsidenten, Minister, Aristokraten und Streber, denen der Sozialisübermütig pers reichte soziale Gemeinschaft, ein Staat von lauter unendlich fleinen mus als Sprungbrett ihres Ehrgeizes gilt, Zellindividuen, von denen jedes fein ganz bestimmtes Reffort ver- fiflierende Satire hält die Spannung bis zum Schlusse wach. Die waltet, im übrigen aber ein ganz besonderes Leben lebt, ein Staat, augenblicklich ja recht stille deutsche Theaterzenfur würde gewiß foso vollkommen, daß keine Individualität darin unterdrückt wird. fort wieder entschiedene Lebenszeichen von sich geben und ein entVon grundlegender Bedeutung für diese wissenschaftliche Entdeckung rüstetes Veto einlegen, wenn ein Landsmann auf der deutschen des 19. Jahrhunderts, auf der erst eine ganz neue Philofophie und Bühne auch nur annähernd derartige Refpeftlosigkeiten gegen die Weltanschauung im Aufbau begriffen ist, war die Bellulartheorie, obersten Repräsentanten der Heimatlichen Regierung sich erlauben die Rudolf Virchow 1858 zum ersten Male auf den Menschen an- wollte. gewandt und konsequent durchgeführt hat, die aber ein Goethe mit Dem Scharfblick des seiner Zeit vorauseilenden Genies bereits vorausahute. Theater. Humor und Satire. Kulturpioniere. -eldenpeters mimt mal wieder den Unschuldsengel vor Gericht. Wie ist er treu, tie ist er bieder, wenn er von feinen Taten spricht! Und überhaupt: der arme. Peters I Biel schlimmere gibt es anderswo: Als Meister des Jagodja- Töters erscheint ein Mann in Jyehoe. Wir fehn ihn: alles scheint uns anders, und unser Urteil kehrt sich um. Denn vor den Leistungen Colanders berblaßt des Doftor Peters Ruhm. 3war ließ er prügeln gleich Colandern und half selbst einigen zum Tod, doch griff er nicht, gleich jenem andern, zur Menschenfütterung mit Kot. In einem gleicht sich beider Bildnis und beider Wert für die Kulturen: sie lebten beide in der„ Wildnis" und machten dort aus Mädchen Huren. Notizen. Franz. - Bölsche Vortrag. Dienstag, den 19., abends 81hr, findet in der Sing akademie der zweite Vortrag von Wilhelm Bölsche über Die Erziehung des Tieres durch den Menschen" statt. Herr Bourdier, eine den Sozialismus als Bose ausnußende Barlamentsgröße, die sich ihre fulminanten Anklagereden von einem Sefretär dittieren läßt, und im Privatleben grenzenlose Ehr furcht vor gekrönten Häuptern empfindet, hat das Vergnügen und die Ehre, mit einem leibhaftigen von Gottesgnadenmann, einem Neues Schauspielhaus: Kainz Gastspiel. Die gemütlichen Bojarenfürsten, der sich von den Strapazen der ReRolle des Mark Anton in Shakespeares Julius Cäsar", mit der gierung zu Paris erholt, in ganz intime Berührungen zu kommen. Staing fein Gastspiel eröffnete, bot leider nur in wenigen, doch umso Kaum daß der Herr Abgeordnete zur Vermehrung seiner Standes intensiver von ihm ausgenugten Szenen Platz für die Entfaltung chre eine fostspielige Liaison angefnüpft hat, trifft er den König in feiner Kraft. Seine Maste hatte nichts Bestechendes. Auch das zärtlichem Zete- a- tete mit seiner Geliebten. So wird ihm das Glück Gespräch mit Cäsars Mördern auf dem Kapitol war noch von zu teil, daß Majestät eine Einladung auf Bourdiers Schloß huldvoll feinerlei besonderem Klang befeelt. Dann aber, nach dem Abzug annimmt. Hier wiederholt sich, nur mit anderer Rollenbesegung, der Verfchworenen, brach die zuriidgehaltene Leidenschaft in Tönen indem Frau Bourdier an Stelle der Maitresse tritt, die gleidhe glühender Gewalt aus. Wie ein Dämon der Nache, die Züge wild Situation. Beinahe hätte der gefränkte Gatte die schuldige Achtung verzerrt, tarf er die Worte, das erbarmungslose Wüten des Bürger- verlegt, aber die piögliche Beförderung zum Minister stellt ſeine frieges verkündend, brandfadelartig in die Luft. Das Meistertvert allerdevoteste Ergebenheit im Augenblice wieder her. Den Gipfelim Cafar- Drama die große, das Volk aus gleichgültiger Stumpf- punft der Stomil bildet im dritten Akte, wo der befeligte Spießer heit zu rajender Empörung aufpeitschende Zeichenrede fand eine den Besuch des Königs feiert, eine brillante Parodie der offiziellen meisterliche Wiedergabe. In langgezogenen Lauten das Lärmen Fürstlichkeitsempfänge und Fürstenreben. überschreiend, erobert Kainz' Antonius fich Nuhe. Gleich einer Die Aufführung, bei welcher Forest, Reicher, Marr sowie - Boykott der Genossenschaft deutscher TonKriegsfanfare schmetternd, mit immer grimmigerem Hohn ruft der Ida Wüft und Frene Triesch in erster Steihe standen, war aus- jeger in München. leber 200 Münchener Konzertlokalinhaber wiederkehrende Refrain:" Doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann" gezeichnet. Der Erfolg, den der Schwank schon früher in Paris hielten eine Protestversammlung ab, um sich gegen die aus dem zum Stampfe. In seinem Borne flingt zugleich ein Unterton der gehabt, dürfte ihm nach der Aufnahme der Premiere auch in Berlin Urheberrechtsgesetz ergebenden Tantiemeansprüche der deutschen TonBerachtung für das Volt, das er wie willenloses Wachs in feinen treu bleiben. dt. segergenossenschaft in Berlin zu schützen. Nach heftigen Debatten, Händen fnetet. Triumpbierend, ein Epieler, der die Wirkung feines Freie Boltsbühne( im Herrnfeld Theater).„ Der in der auch ein Vertreter der Genossenschaft das Wort ergriff, belegten aufgesparten Trumpfs voraus genießt, schwingt er das Teftament des Cäiar vor der Menge. Doch diese selbstbewußte talte robefandidat", das Schulmeisterdrama aus der Sphäre ichloß die Versammlung, es sei fünftighin mit der Genossenschaft leberlegenheit schlägt dann beim Anblick der entblößten Leiche von böherer Lehranstalten von Mar Dreher, intereffierte bei feiner fein torporativer Vertrag mehr abzuschließen. Die rigorosen Forde Die mit Wig, rungen der Genossenschaft sollen Seite an Seite mit den übrigen neuem um in tief lebende Empfindung des Schmerzes und echte Erstaufführung am legten Sonntag ausnehmend. Leidenschaft. Das Publikum bereitete dem Künstler stürmische Humor und ehrlicher Ueberzeugung geführte Opposition gegen eine Konzertlokalinhabern Deutschlands dadurch bekämpft werden, daß Ovationen. Sonst machte in der Aufführung nur noch Herr von Oben" her systematisch betriebene Knebelung jeder freien man die durch die Genossenschaft vertretenen Komponisten boySiebert in der Volksrede des Brutus Eindrud. dt. Wissenschaft und freien Lehrtätigkeit wurde verständnisvoll aufge- tottiert und nur tantiemefreie Musikstü de zur Aufnommen. Das Stüd, stimmungsvoll inszeniert, fand aber auch eine führung bringt. Bessing Theater: Der König", Burleste von einheitliche, von fünstlerischem Geiste durchwehte Darstellung. Robert Berichtigung. Wildenbruch war nicht, wie in der Gaillavet, Flers und Aréne. Nach Bregenburg", dem artberg brachte als Probekandidat" viel optimistische Berufs- Sonntagnummer irrtümlich gedruckt wurde, Sohn eines Generals, Lendenlahmen Scherz, mit dem das Leffing Theater das alte Jahr und Lebensfreude, doch auch den Mut für die Wahrheit zur Geltung. Ifondern eines Gefandten. B STUP tverden. Die Bedenken des Kollegen Beizer hiergegen zeugen nicht von S-schkundc.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich wende mich nun zu der von der«Kölnischen Zeitung" angekündigten Novelle zum Strafgescvbuch. Wenn die„Kölnische Zeitung" in der Lage war. über diesen Entwurf, wie der Staatssekretär sagte,„voreilig" ziemlich eingehende Mitteilungen zu veröffentlichen, so hätte das Reichs- justizamt die gesamte Presse in den Stand setzen sollen, Mit- tetlungen über den Entwurf zu veröffentlichen. Im übrigen spreche ich dem Stcichsjustizamt meinen Tank aus, dag es eine solche Novelle jetzt schon bringen und nicht bis zu einem vollständig neuen Strafgesetzbuch warten will. Meine Hoffnung auf das Zu- standekommeu eines solchen in den nächsten zehn Jahren ist sehr gering. Ich möchte aber bitten, das; die Novelle uns noch in diesem Winter zugeht, damit sie noch in diesem Jahre Gesetz werden kann.— In der Ankündigung der«Kölnischen Zeitung" heitzt es, der Begriff der Erpressung solle eingeschränkt werden. Vor etwa zehn Jahren haben wir zuerst auf diese Recht- sprechung über Erpressung hingewiesen, und es ist immerhin an- erkennenswert, das; das Reichsjustizamt jetzt unseren Bedenken Rechnung trägt. Ich habe damals gesagt, dag daS Reichsgericht an dieser verkehrten und das Nechtsgefühl verletzenden Auslegung schuld trägt, das; es aber nicht die Kraft haben würde, auf diesem verkehrten Wege umzukehren. Die Erfahrung hat mir recht gc geben: es ist notwendig, das; hier das Gesetz eingreift. Natürlich müssen wir abwarten, wie die Vorschläge der Regierung sind. Die„Kölnische Zeitung" kündigt ferner eine Milderung der Strafen bei einigen Delikten, wie Ärrestbruch, schwerer Haus- friedensbruch an, bei welchen auf Freiheitsstrafe erkannt werden muß. Tas hat meine Zustimmung. Gern hätte ich aber auch eine Milderung bei Z 114 gesehen, wo ebenfalls aus eine Frei- heitsstrafe erkannt werden muß. Auch dieser Paragraph stellt rine Falle dar, in welche Unkundige leicht hineinpurzeln. So ist jetzt wieder ein Bauer verurteilt worden, der an einen Gendarmen schrieb: ivenn er nicht diese oder jene Anzeige machte, toürde er sich über ihn beschweren. Der Mann hat nur eine ge- I etzlich erlaubte Handlung angekündigt. Die Verurieilnng des Mannes ist nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts vollkommen zu Recht erfolgt! Auch hier wünschte ich, daß das Gesetz eine mildere Auffassung ermöglicht. Zu begrüßen ist, daß der Entwurf die Minderdiebstähle milder bestrafen will. Wünschenswert wäre es aber, den Diebstahl in allen Normalfällen zu einem Antragdelikt zu machen. Ueber das Eigentum kann jeder frei verfügen, und wenn der Ge- schädigte selbst nicht das Bedürfnis nach Bestrafung des Schuldigen hak, so sollte eine Strafverfolgung nicht eintreten. Eine Aus- »ahme sollte man höchstens für die Fälle zulassen, welche das Ge- meinwohl berühren, wo es sich also um gewerbsmäßigen Dieb- stahl oder Bandendiebstahl handelt. Eine ungeheure Zahl von wertlosen Prozessen toürde damit erspart werden, und der gute Ruf der Justiz würde dadurch nur gefördert werden.(Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Einem sehr bedenklichen Ziele scheint die Novelle aber zu zu- steuern, wenn sie in manchen Beziehungen die Strafmaße erhöben will. Dazu fehlt jedes Bedürfnis. Die Novelle faßt da an Fälle un. über welche die öffentliche Meinung sich erregt hat. Sie will die Mißhandlung von Kindern schärfer bestrafen. Niemand kann solche Mißbandlungen schärfer verurteilen als meine Parteigenossen. Aber eine Erhöhung der Strafen ist überflüssig, denn schon heute ist das Strafmaß so hoch, daß von dem Strasmcirinium niemals Gebrauch ge- macht wird. Ich eriiinere an den Prozeß Eolander, wo bei einer Reche ganz scheußlicher Fälle auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Ge- fängnis erkannt ist. Wegen jeden einzelnen Falles hätte im Maximum auf ö Jahre, insgesamt auf eine Gesamtstrafe von 10 Jahren erkannt werden können. Ich will nicht sagen, daß ich eine Strafe von 10 Jahren gewünscht hätte, das würde auch mir zu hoch erscheinen in einem Falle, in ivclchem der Verurteilte nicht der einzige Schuldige ist, sondern wo die A u s s i ch t ö b e a m t e n die Schuld haben und das ganz verrückte System der polizeilichen Fürsorge für Minder- jährige.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.)'Wenn eine Er- höhung des Strafmaximums nicht beabsichtigt ist, so bleibt nur eine solche des Straf min im ums, und da ftage ich alle Juristen hier im Hause: empfindet nicht jeder Richter das Bestehen des Straf- Minimums oft als eine ihn einengende Fessel?(Lebhaftes Sebr richtig I) Es lassen sich immer Fälle denken, in denen man das Stratminimum für zu hart hält. Namentlich bei Mißhandlungen von Kindern gibt es immer Fälle, wo der Denunziant nicht besser ist als der Angeklagte, wo die Anzeige aus Neid und Klatschsucht und Nachsucht erfolgt ist. Man sollte hier durch eine höhere Nor- mierung der Mindeststrafen den Richtern nicht unnötige Schwierig- keiten machen, ich sage unnötige, denn wo eö notwendig scheint, kann er auch heute schon über die Mindeststrafen hinausgehen. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Angekündigt ist auch eine Erhöhung des Strafmaßes für Beleidigungeo. Hohe Strafen sind aber kein Schutz für die Ehre. Ebensowenig massenhafte Anklagen wegen Beleidigung. Gerade die Massenhastig- keit der Anklagen wegen Beleidigungen, mit denen die Presse und die öffentlichen Redner überschüttet werden, ist daran schuld, daß das Verantwortlichkeitsgefühl der Presse gegen Beleidigungen ab- gestumpft ist. Auch der wohlmeinendste Reoakteur ist nicht sicher vor einer Anklage und einer Verurteilung. Daher empfindet er auch eine Verurteilmig in dem Falle nicht als unehrenhaft, wo er »virklich frivol beleidigt hat. Solange ein Teil der Presse sich inspi- rieren läßt von Leute», deren Taktik darauf hinausläuft, die politischen Gegner nicht mit Gründen zu überwinden, sondern ihnen Injurien anzuhängen, Uns der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozial- dcmokratie, solange ist mit Anklagen wegen Beleidigungen nichts zu erreichen, namentlich nicht mit Erhöhung der Strafen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) § 185 bezieht sich nur auf formelle Beleidigungen. Wegen einer solchen wird doch kein vernünftiger Mensch zum Richter laufen.§ 180 handelt von der üblen Nachrede. Es ist ein empörender Zustand, daß es bei uns Leute gibt, die ihre politischen Feinde mit Verleumdungen verfolgen. Aber die Strafhöhe braucht deshalb nicht heraufgesetzt zu werden. Schon jetzt ist nach§ 180 eine Bestrafung mit zwei Jahren Gefängnis möglich. Wann aber wird davon Gebrauch gemacht? Ich habe im vorigen Jahre den Fall unseres Kollegen Fischer vorgetragen: Fischer war in der„Post"und in einer Reihe anderer Zeitungen, der„Freisinnigen Zeitung"(auch die„Hamburger Nachrichten" gehörten dazu), nachgesagt worden, er hätte als Leiter der Vorwärtsdruckcrei sich Schmiergelder geben lassen, sich bestechen lassen, er hätte zynisch das zugegeben, gemeint. eS wäre so üblich und die Parteigenossen hätten ihm diese Schmiergelder daraufhin gelassen. Diese Geschichte war von Anfang bis zu Ende erlogen. Derjenige, welcher die Verantwortung trug, »velcher die Geschichte zuerst in die Weit gesetzt hatte und der sich dann iveigerte, sie zu widerrufen, als alle anderen Redakteure zum Widerruf bereit waren, dieser Redakteur ist mit 200 M. Geldstrafe davongekommen. Unserem Kollegen Fischer lag natürlich nichts an einer Erhöhung der Strafe. Aber ich frage, kann man einem Menschen, welcher vom Verttaucn des Volkes abhängig ist, etwas Schlimmeres antun, als derartige Nachreden?(Sehr richtig I bei den Sozialdemo- kcatcn.) Und ivenn dafür auf eine Geldstrafe von 200 M. erkannt wird, so frage ich, wozu ist dann eine Erhöhung der Maximalstrafen not- tvendig? DaS würde nur den Erfolg haben, daß in dem einen und dem anderen Falle ein— ich will mal sagen,„etwas feuriger Richter"(Sehr gutl bei den Sozialdemokraten)— seinen politischen Gegner zu höheren Strafen perurteilt.(Sehr wahr I bei den Sozial- dcmokraten.) Aber in allen Normalfällen wird es bleiben wie bisher. Um die Ehre zu schützen, ist vor allÄn notwendig, die unnütz c n Beleidigungsprozesse zu beseitigen. DaS Reichsgericht hat in einem Erkenntnis gesagt. die Kritik von gerichtlichen Urteilen wäre nicht zulässig, weil daS keine Wissenschaft- lichen Leistungen wären. Von der Judikatur deS Reichs- gcrichts gilt das unbesehen.(Znstinmnrng und Heiterkeit.) Aber � bisher hatte ich jedes Urteil doch i>mnerhin als den Versuch einer wissenschaftlichen Leistung angesehen, und auch ein mißlungener Versuch fällt unter den§ 193. Ein anderes Urteil des Reichsgerichts läuft darauf hinaus, daß gegenüber Amtshandlungen eigenllich niemand daS Recht der Kritik hat. Aber die Leute, welche sich gegen Beamte und ihre Ur- teile wenden, haben auch ihre Ehre, und sie zu vertreten, wird ihnen durch die ReÄtspreckmng verweigert. Die neue Novelle zum Strafgesetzbuck) soll dann nach der An- kündigung der angeblich populären Forderung nachgeben, daß der Wahrheitsbeweis ausgeschlossen ist. wenn die Beleidigung aus schließlich das Privatleben betrifft und öffentliche Interessen nicin berührt. Wenn das wirklich der Fall ist und wenn der Entwurf sonst Tausende von Verbesserungen brächte, wäre er für mick völlig unannehmbar gerade wegen des Schutzes der Ehre. Denn eine �solche Bestimmung wäre ein Un glück gerade für die Beleidigten. Stellen Sie sich den von mir schon früher erwähnten Fall Fischer vor. Unserem ReichStagskollegen Fischer wurden erbärmliche und ehrlose Hand lungen nachgesagt. Die Stoatsanwalischaft in allen ihren Instanzen einschließlich ihres obersten Chefs, des preußischen Jiistizmülisters, erklärte: diese Beleidigung berühre nicht daS öffentliche Interesse; wenn auch Herr Fischer ReichstagSabgeordneter sei, so habe das nichts zu sagen. Offenbar ist die preußische Jnstizverwaltung der Ansicht, daß ein Reichstagsabgeordneter keine Person ist, an der die Oeffentlichkeit ein Interesse hat. Ein Reichstagsabgeordneter erscheint ihr wahrscheinlich als ein gmrz überflüssiger, meist sogar hockst l ä st i ge r Mensch, den sie dahin wünscht, wo der Pfeffer wächst. (Heiterkeit.) Wenn Sie nun den Wahrheitsbeweis verbieten wollten, so hätte der Kollege Fischer gar nickt die Möglichkeit gehabt, nachzu- weisen, daß er gar keine Schmiergelder genommen hat; dann wäre einfach der Redakteur der„Post" zu ö0 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er unbefugt das Privatleben betreffende Tatsachen veröffentlicht habe I Damit ist der Ehre des Beleidigten keine Geiiugluung gegeben.(Sehr wahr! links.) Aber auch eine berechtigte Kntik würde durch diese Bestimmung ab- geschnitten worden. Nehmen Sie z. B. an, ein Arbeiter beschwerte sich in Zuschriften an die Presse oder an die Behörden über Mißslände in der Verwaltung einer Fabrik, über Mchibeachtung der Arbeiter- schutzvorschriften oder übermäßige Ausbeutung. Würde dann Anklage wegen Beleidigung gegen ihn erhoben, so würde ihm der Wahrheils- beweis abgeschnitten, weil ein öffentliches Interesse nicht vorläge. Mit so vagen Begriffe» kann man die Ehre nicht besser schützen, sondern d:e Verhältniffe nur verschlimmern.(Sehr wahr l links.) Wir dürfen zur Justiz nicht das Vertrauen haben. daß sie den Begriff des öffentlichen Interesses immer völlig un- parteiisch und ohne Mißgriffe anwenden wird, wir haben in dieser Beziehung viel zu schlechte Erfahrungen gemacht.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In wie geflissentlicher Weise hat z. B. in dem Prozesse gegen den Bergmann Krämer im Jahre 1904 das Landgericht Saarbrücken jeden Beweis über die Miß- tände auf den staatlichen Gruben, die Wahlbecinflussungen, die wirtschaftliche und politische Unterdrückung der Arbeiter verhindert! Man sollte doch meinen, daß es wahrhastig im öffentlichen Interesse läge, festzustellen, ob aus den staatliche» Gruben so schwere wirtschaftliche und politische Mißstände bestehen, ober daS Gericht hat damals dem Gesetz zuwider jegliche Beweiserhebung abgelebnt. Welche Bedeutung dieser Prozeß und seine ungehinderte Durchführung vor dem Trierer Landgericht gehabt hat, daran möchte ich besonders die Mitglieder der Zentrumspartei erinnern, die unmittelbar interdsiert sind, weil es sich da ja hauptsächlich um die Unlerdrückung von Zentrumsarbeitern handelte. Auch im Falle Moltke-Harden hätte die Unterdrückung des Aahrheit-Z- beweises durchaus nicht im Interesse des Privatklägers Graf Mottle gelegen. Er hätte den Gerichtssaal alsdann mit einem obsiegenden Urterl verlassen, aber hinter ihm wäre daö ollgemeine Urteil her- gelaufen: Er ist doch so einer(Große Heiterkeit.), sonst wäre daS Gegenteil schon in der Verhandlung dargestellt worden. ES kann nichts Gefährlicheres geben, als die Einschränkung deS Wahrheit-- beweiseS in solchen Prozessen. Damit komme ich zum Prozeß Enlenburg. ES ist mir sehr angenehm, daß mir in der Kritik diesmal ein Zentrumsabgeordneter vorangegangen ist, sonst hätte eS wieder ge- heißen: Der Abg. Heine hat gegen unseren ganzen Richterstand empörende Verleumdungen geschleudert, gegen die ich entschieden protestieren muß.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten. Zuruf: DaS wird er doch sagen!) Der Herr Siaatssekretär hat auf die Vorwürfe der Vorredner etwas ausweicheiid geaunvoriet. Er hat gesagt, daß i» der Preffe auch der Borwurf erhoben worden sei, Fürst Eulenburg sei in diesem Prozesse zu grausam behandelt worden. Ich gebe gern zu, daß der Prozeß im Kranken- hause mid am Krankenbett ans das öffentliche Empfinden einen unangenehmen Eindruck gemacht hat. Aber Fürst Eulen- bürg hatte es ja s o gewollt. Man darf überhaupt die beiden Prozesse Mottle und Euleiiburg nicht auseinanderreißen, sondern muß sie als G e s a m t h ei t ansehen. Dann wird man sofort bemerken, daß, ganz abgesehen von den letzten Tagen in der Charitö, Fürst Eulenburg ganz anders behandelt worden ist als andere Menschen.(Lebhaste Zustimmung.) Im Mottke-Harden-Prozeß wurde iii der zweiten Instanz dem Fürsten Euleiiburg gestattet, eine Verteidigungsrede für sich zu hatten, und der Oberstaatsanioalt Dr. Jsenbiel gab eine geradezu schwärmerische Liebeserklärung vor aller Welt für ihn ab.(Heiterkeit und Zustimmung.) Daö Gericht hätte es damals in der Hand gehabt, all die Vorgänge, die den Fürsten Eulenburg berührten, als nicht zur Sache gehörig auSzu« cheiden. Es hat das aber nicht getan, sondern den'Fall gerade so weit erörtern lassen, wie zu der angeblich glänzenden Rcchtkmianng und zu der Ehrenerklärung des Oberstaatsanwalts ftir Euleiiburg notwendig war. Die Beweise, die der Angeklagte danials schon 'pezialisiert anbot. wurden abgelehnt. Jsenbiel hat späier zugegebeli, daß er die Aussage mindestens des einen Zeugen, die den Fürsten so schwer belastete, gekannt hat; er habe ihr nur leine Bedeutung beigelegt, iveil der Zeuge mehrfach vorbestraft war. Also trotz dieser Kemttnis hat der Oberstaatsanwalt nickt nur die Ebrenertlärung abgegeben und sich mit Händen und Füßen gegen weitere Beweiserhebung gesträubt, sondern auch Horden und seinem Verteidiger das Messer an die Kehle gesetzt, um sie zu einer Ehrenerklärung für den Füisten zu zwiiigen.(Hört l hört! bei den Soziald.) Erst als in dem Munchener Prozeß beide BelasnmgSzeugen vernonunen waren, schritt man in Berlin zu genaueren Ermittelungen und Zeugenvernehmungen. Darin liegt der Kern der ganzen Frage: daß man in der Antlageerhebungganz anders vorgegangen ist. nicht dorm, ob man Enlenburg nachher etwas besser oder schlechter behandelt hat. Man hat den ganzen Prozeß von vornherein unter dem Gestchtspunki geführt, den Fürsten Eulenburg herauszuhauen, und man ist zur Anklage erst ge- chritten, als man gar nicht mehr anders konnte.(Lebhafte Zu- timmung links.) Es iväre doch wunderbar, wenn das, was ein Beamter der Berliner Polizei über den Fürsten Euleiiburg ausgesagt hat, dein Oberstaatsanwalt nicht schon im ersten und zweiren Hardenprozesse bekannt gewesen wäre er pflegt doch mit seinen Kriminaltöm- missaren Rücksprache zu nehmen. Trotz aller dieser Bedenken vcr- hinderte er jede Beweisaufnahme und ließ die Ehren- crklärnng loS I Ailch in der Verhandlung vor dem Schwurgericht wurde der Prozeß gegen Eulenburg von der Staatsanwaltschaft in den ersten Tagen so geführt, als ob er zu einer schnellen Freisprechung auö Mitleid mit dem armen Fürsien führen sollte, und erst, als das nickt mehr ging und die Zeugen mit solcher Bestimmtheit aussagten. daß ein Ausweichen nicht mehr möglich war. wurde die Taktik ge- ändert. Auch die Verhandlung in der Charit» war nicht zu- Ungunsten, sondern zugunsten Eulenburgö. denn wenn irgend was die Freisprechnung herbeiführen konnte, war es daS Mitleid mit dem kranken Mann in der Charitö. (Sehr währ! links.) Darum wollte auch Euleiiburg selbst den Prozeß sich solange wie möglich am Krankenbett abspielen lasseiy und erst, als eS absolut nicht mehr ging, oder als man fürchtete, daß es doch nicht mehr helfen würde, ließen seine Vertrauensleute den Prozeß abbrechen. Das ist dir Meinung der Orffeutlichkrit über diese« Prozeß, (Lebhafte Zustimmung links.) WaS nun die Hauptverhandlung anbetrifft, so werde ich nicht Beschwerde führen, daß man den Fürsten zu menschlich behandelt hat. Ich bin der Meinung, das; man ihm gegenüber nicht weiter gegangen ist, als man nach der Lage der Sache und nach billiger Rücksicht auf einen Kranken gehen soll. Ich werfe mir die Frage auf, ob man gegen andere Leute ebenso verfährt!(Sehr gut! links.) Die Frage auswerfen, heißt sie verneinen. Wer nicht geflissentlich die Augen zumacht vor� den Dingen, die sich täglich im Gerichtssaal und in den Gesang- nissen abspielen, der weiß, daß andere nicht so leicht aus der Untersuchungshaft entlassen werden und daß gegen andere ruhig weiterverhandelt wird, selbst auf die Gefahr hin. daß ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende macht. Monatelang hält man Schwindsüchtige in Unter- siichnngshaft und kein Hinweis auf ihr schweres Longcnlcidcn ver- schafft ihnen die Entlaffung oder eine Aufbesserung ihrer Kost.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dergleichen erlebt jeder Verteidiger in Strafsachen, jeder Praktiker. Ich wünsche nicht größere Strenge gegen den Fürsten Eulenburg, zumal da er nach meiner lleberzeu'gung den Eid widerwillig geleistet hat. nur gezwungen durch die ungeschickte Taktik des Oberstaatsanwalts Jsenbiel.(Sehr wahr I bei den Soz,) Ich habe auch Mitleid mit dem kranken Manne und dränge nicht darauf, daß er durchaus jetzt abgeurteilt werden muß. Ich verlange nur, daß andere init derselben Rücksicht behandelt werden, und daran fehlt es!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aus den Vortrag unserer»vetteren Wünsche zur Strafprozeß- ördnung will ich ebenso verzichten wie auf den der zahlreichen Einzelfälle, die uns zugegangen sind, weil ich es für wünschenswert hatte, die Debatte aus die bevorstehende Aenderung des Strafgesetzes zu beschränken. Sorgen und Kümmernisse um die Rechtspflege haben wir die Menge, aber alles hat seine Zeit, und darum soll es für heute genug sein.(Vravo! bei de» Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dr. Niebcrding: Es ist sehr mißlich, Kritik an einem Gesetzentwurf zu üben, den man noch nicht kennt. Den Bc° stiinniungen der Strasgesetznovelle über den Wahrheitsbeweis ist nämlich der Satz hinzugefügt:„Auf Wunsch des Beleidigten ist der Wahrheitslicweis zuzulassen." Die vom Abgeordneten Heine bc- fürchtete Schädigung des Abgeordneten Fischer wäre also niemals eingetreten. Abg. Dr. Ablaß(frs. Vp.) schließt sich den Ausführungen Heines über den Fall Enlenburg vollinhaltlich an. Die Milde gegen das Mitglied des HochadelS steche sehr ab von der Härte gegen gewöhn- liche Angeklagte.(Sehr richtig! links.) Redner verbreitete sich sehr ausführlich über den Formalismus in Zivilprozesscu und über den Stil der Reichsgerichtsurteile, auS denen der gewöhnliche Laienverstand nicht klug werden könne. Durch die formalistische Judikatur des Reichsgerichts werde auch die Eniwickelung der Kommunen gehemmt.' Man sehe daS bei der Rechtsprechung iir Prozessen der Städte mit Straßenbahngesellschoften usw. Durch Schläfrigkeit des ganzen Reichstages— warum soll der deutsche Reichstag nicht auch einmal schlafen, da ja auch Vater Homer manchmal schlafe?(Heiterkeit)— habe sich ein grober Irrtum in den GeketzeSlext der Novelle über den Wechselprotest geschlichen. Der Fehler lasse sich nur durch eine gesetzgeberische Aktion bdeiligen. Redner verbreitet sich darauf über Zeitverschwendimg bei Ge- richten durch unuütze Schreibereien und über die ungebührliche Bc- Handlung, die vielfach Zeugen zuteil wird. Da wird z. B. einem ungen Zeugen nachgewiesen, daß er einmal außerehelichen Geschlechts- zerlehr gehabt habe! Der Richler spricht dem Manne ohne weiteres ede Glaubwürdigkeit ab und bezeichnet ihn im wetteren Ver- aus der Verhandlungen nur als den„Beischläfer"!(Hört! hört! und Heiterkeit.) Die Einschränkung des WahrheitS- beweises begegnet vielen Bedenken, zumal dadurch neuen formalistische» Schikanen Tor und Tür geöffnet wird. Es noch mehr als bisher ins Ermessen der Staalsanwaltschaft zu stellen. ob sie Anklage erheben will oder nicht, würde die Parteilichkeit, die man unserer Rechtsprechung vorwirft, noch steigern. Die Bestimmungen des UrheverrechtS über Nachdruck sind zu einem wahren Kreuz für die anständige Presse aller Richtungen ge- worden und bedürfen dringend der Revision. So hat z. B. der Ex-Staatsanwalt Schweichlcr ein ausgezeichnetes Geschäft mit der Drohung der Verfolgung wegen Nachdrucks gemacht und von einer ganze» Reihe Zeitung die Honorirrung einer nachgedruckten Noti; der„Deutschen Juristen-Zeitung" erzwungen.(HörtI hört!) Abg. Schack(Wirtich. Vg) erkundigt sich nach dem Stande der gesetzgeberischen Vorarbeiten über die Frage der Konkurrenz- tlaufel Staatssekretär Dr. Niebcrding erklärt, man müsse abloarten, wie sich die Kommission zur Beratung der GcwerbeordmmgSnovelle zu der Konkurrenzklausel stellen werde. Abg, Dr. Becker- Köln Herr Hoffman», von Ihnen tverden wir keine Lehren annehmen. ( Abg. Hoffmann[ Soz.]: Aber das Bol! wird Sie belehren! 1 Und eine solche Industrie, die arme Krüppel beriechen ließ, lief das Tier sofort den Weg zurüd, den Sie nach Ob die zu erwartenden Vorschläge das Richtige treffen, werden wir noch etwas beschäftigen tann, will man ber gewissenhaft prüfen. Ein ernstes Bedenken haben wir aber: Vielleicht nichten! einhergehen eine Schwächung der Machtstellung der Krone, mit der hafter Beifall rechts.) Wenn die unbewußt und nicht gewollt, fann doch mit einer solchen Reform Biele Delegierte hatten auch Auftrag von den Landwirten ihrer die Geschicke Preußens unauflösbar verbunden sind und für deren Gegend, alles zu tun, um das Unheil abzuwenden. Stärkung wir mit aller Energie wie bisher eintreten werden.( Leb- Bigarrenmacher fortmüssen, dann find wir verloren, fagen fte. Und so tönnte man weiter die Schrecken schildern, die über das östliche Westfalen und Lippe heraufziehen, wenn der Tabak weiter belastet würde. Möge es gelingen, daß der Kongreß, der in Berlin tagt, den Reichstag und die Regierung überzeugt, daß eine weitere Belastung der Tabatindustrie, cinen Frevel am Bollswohl bedeutet. Abg. Dr. Friedberg( natl.): Der Etat für 1909 ist vorsichtiger aufgestellt als das bei dem letzten Etat der Fall war. Im übrigen ist bei der willkürlichen Gestaltung des Extraordinariums die Bilan zierung des Etats eine so wenig zwingende, daß ich nicht weiß, wie man aus einem solchen Etat die Notwendigkeit neuer Steuern beweisen will. Steuern! eigener Angabe gemacht hatten. An der Hecke, wo sie den Unfall mit dem Rade gehabt haben wollen, blieb der Hund stehen und schnüffelte an den noch deutlich von Ihnen neben dem Rade hinterlaffenen Spuren. Eine Viertelstunde später wird der zweite Bolizeihund Ruß" auf die Fährte gesetzt, der ebenfalls dieselbe Fußspur verfolgt, dann Ihre Müte stellt und schließlich durch eine Tür hineinwill, durch die Sie eben hindurchgeführt waren. Wie erklären Sie sich diese zum mindesten auffälligen Dinge, Angetlagter? Angefl.: Das kann ich mir selbst nicht erklären. In der weiteren Vernehmung behauptete Woldenberg, er sei von Grünau nach der Station Warschauer Straße gefahren und dort ausgestiegen. Hier sei er erst in der Großdestillation Ede Warschauer uned Memeler Straße eingekehrt und habe dann die Destillation von Haß am Balienplatz aufgesucht. Hier sei er schon lange vor 8 Uhr abends eingetroffen. Später fei er zu seinem Bruder gefahren, dem er 2 M. aushändigte, um ihn angeblich am Die Ermordung der Frau Buchholz nächsten Tage um 15 M. anborgen zu können. bei Grünau. Vernehmung. SUPP In der Justizverwaltung ist eine größere Sparsamkeit in der Anstellung von neuen Beamten dringend erforderlich. Die Notwendigkeit der Anstellung von so viel neuen Beamten ist sicher ein Fehler in der Organisation. Sehr viel unnüge Ausgaben entstehen auch dadurch, daß die Beamten zu viel reisen.( Abg. Ein Straßenbahnbillett, das bei dem Angeklagten beschlagHoffmann: Böse Beispiele verderben gute Sitten! Heiterfeit.) nahmt worden war, ist nach den Feststellungen der StraßenbahnUeber das Wahlrecht werden wir uns ja in der nächsten Woche gesellschaft erst zu dem um 9 Uhr 1 Minute von Warschauer Straße ausgiebig unterhalten. Wichtig erscheint es allerdings auch uns, zu Die Ermordung der am 12. September b.. in der abgehenden Straßenbahnwagen gelöst worden. Woldenberg hat dann wissen, nach welcher Richtung die geplante Reform eigentlich gehen Nähe des Friedhofes in Grünau erdrosselt aufgefundenen Fran verschiedene Kneipen besucht und will dann erst gegen 2 oder 3 Uhr foll. Die Konservativen sollten das nicht aufrecht erhalten wollen, was Elifabeth Buchholz fand gestern bor dem Schwurgericht morgens nach Hause gekommen sein. Am nächsten Tage sei er um nicht aufrecht zu erhalten ist.( Sehr richtig! bei den Natt.) Eine des Landgerichts II ein Nachspiel. Als Angeklagter hat sich der 10 Uhr aufgestanden und habe einen Ring an einen fremden Mann Reihe von revolutionären Bewegungen ist zweifellos aus dem Grunde Arbeiter Georg Woldenberg zu verantworten. Er ist am 5. Sep- verkauft. Bon diesem Verlauf des Ringes hatte er in der monste entstanden, weil man ein veraltetes Wahlrecht nicht beseitigte. Unser tember 1882 geboren. Wegen Diebstahls an zwei Fahrrädern langen Boruntersuchung bisher kein Wort gefagt. Nach dem Ver Wahlrecht baut sich zwar auf der Steuerleistung auf, aber wie ist er mit zwei Monaten Gefängnis bestraft worden. Er wird durch kauf des Ringes fei er in den Afrikaner" gegangen. Dort habe Minister Herrfurth einmal gesagt hat, zum Teil auf geschenkten Sie jetzige Anklage beschuldigt, Frau Buchholz ermordet, und ihr er einen gewiffer Schüßler getroffen, mit diesem sei er an der ein Bortemonnaie mit einem Inhalt von 15 M. geraubt zu haben. Schillingsbrüde baben gegangen. Dann habe ihm ein gewisser In der Frage der angeblichen Notwendigkeit neuer dauernder Den Borsiz führt Landgerichtsdirektor Dr. Liepmann, die Anklage Döring gesagt: er scheine wegen eines Mordes gesucht zu werden; Steuern haben nicht wir unsere Stellung geändert, sondern der vertritt Staatsanwalt Tolti, die Verteidigung führt als Offizial- er sei sich aber nichts Böses bewußt gewesen und nach dem„ AfrikaHerr Finanzminister. Sm vorigen Jahre meinte der Herr Finanz- verteidiger Justizrat Dr. Sello. Da die Verhandlung möglicher- ner" zurückgekehrt. Dort sei er dann verhaftet worden. minister, an Schwankungen in der Finanzlage müßten wir weise bis Freitag mit einer Unterbrechung am Donnerstag- Borf.: Die Ermordete hatte in ihrem Portemonnaie atvei uns gewöhnen, jetzt aber behauptet er, folche Schwankungen dauern wird, werden drei hilfsgeschworene ausgelost. Unter den Zweimartstüde, Jubiläumsstücke mit den Bildnissen des Kaisers würden dauernd sein, daher sei eine dauernde Erhöhung 77 Beugen befinden sich eine Anzahl Bahnbeamte und zahlreiche und des Königs von Preußen. Wenn ich Ihnen nun Zeugen vorder Steuern notwendig! Das ist ein offenbarer Widerspruch.( Sehr Kriminalbeamte. führe, die auf das bestimmteste bekunden, daß Sie bald nach dem richtig! bei den Nationalliberalen.) Die Schwankungen in den Morde am Billettschalter in Grünau ein solches Zweimarkstück Ginnahmen liegen vielmehr in dem ganzen System der Aufstellung des Etats. Jedenfalls ist diese Frage eine rein finanzielle. Raubes für schuldig? Borf.: Angeklagter, bekennen Sie sich des Mordes und des ausgegeben haben? Der Angeklagte bestreitet auch dies entschieden. Hiermit wird die Befragung des Angeklagten vorläufig beendet. Angefl.: Es ist unwahr! Ich habe keine In den offiziellen Elaboraten ist sie aber auf das politische Bors.: Sie sind jezt 26 Jahre alt und Es beginnt die Beweisaufnahme. Schuld an dieser Tat. Gebiet hinübergespielt. Man spricht von einer Schwächung der Nach Vernehmung der Zeugen, die zuerst die Leiche gefunden, Rechte der Strone, man spricht davon, daß das Abgeordnetenhaus die unverheiratet. Sie haben, wie fich ergeben hat, im Jahre 1908 finanzielle Lage zur Erpressung von Zugeständnissen ausnutzen wolle. nur wenige Monate gearbeitet. Wovon haben Sie denn gelebt? gibt Dr. Drohfin- Köpenick Auskunft über den Befund, den er an Das ist eine ganz unangebrachte Art der Polemik.( Sehr richtig! matenspielen. Borj.: Wo haben Sie denn gespielt?- Angell.: broffelung mittels einer um den Hals lassoartig geschlungenen Das ist eine ganz unangebrachte Art der Polemik.( Sehr richtig ngeri.: Bom Spielen, hauptsächlich vom Kartenspielen und Auto- Ort und Stelle feststellen konnte. Danach ist der Tod durch Erlints.) Soll denn in Breußen niemals eine Steuer nachgelaffen Das kann ich heute nicht mehr sagen.- Borf.: Es wird behauptet, Beitschenschnur und Bindfadens erfolgt. Ausgeschloffen scheint es, werden? Soll das Geld auf jeden Fall verpulvert werden, auch baß Sie sich von Mädchen aushalten ließen. Sie sollen sogar nicht daß die Schnur etwa erst um den Hals der Frau Buchholz gelegt wenn es gar nicht nötig ist? Für uns bleibt die Frage einer nur von einer Geld bezogen haben, sondern von mehreren zu gleicher worden, nachdem diese schon eine Leiche war. Auch ein Luftmord dauernden Steuererhöhung eine reine Swedmäßigleits- Beit. So sollen Sie mitunter bei dem Gastwirt Stenger, wo Sie ist ausgeschlossen. Sachverständiger Gerichtsarzt Dr. Marg und frage.( Bravo! bei den Nationalliberalen.) berfehrten, zwei und drei Geldsendungen erhalten haben. An- Medizinalrat Dr. Pfleger, welche die Obduktion vorgenommen, Abg. rhr. b. Zedlis( ft.) kritisiert wie der Abgeordnete geflagter: Das lektere ist richtig. Das Geld rührte in einigen befunden u. a.: Es ist zuerst eine Grwürgung und erst nachher Friedberg das System der Aufstellung des Etats in längeren Aus- Fällen von der Buchholz her, vielfach habe ich auch an mich selbst die Grbrosselung der Frau Buchholz ausgeführt worden. Die führungen. Die Art, wie zahlreiche Kategorien der Beamten Geld geschickt, um vor Stenger zu berbergen, woher ich Gelb hatte. Spuren deuteten darauf hin, daß beim Würgen mehrfach zugegriffen fchaft fich in der Deffentlichkeit benehmen, verdient schärfsten Die Buchholz hatte mir das Geld in ihrem eigenen Interesse ge- zu sein scheine und eine recht große Gewalteinwirkung ausgeübt Zabel.( Bravo! rechts.) Diese Agitation hat zur Folge gehabt, daß schenkt. Der Angeflagte fagt weiter aus: er habe Gelb bei der fei. Mit absoluter Sicherheit tönne gesagt werden, daß die Gra cin Plebiszit( eine Boltsabstimmung), das heute über die Buchholz hinterlegt, das diese auf der Sparkaffe hinterlegt habe. würgung während des Lebens erfolgt sein muß, dagegen habe man Beamtenbesoldungen veranstaltet würde, zweifellos ungünstig Es feien dies etwa vier bis fünfhundert Mart gewesen, davon tein absolut sicheres Merkmal, daß die Strangulationsmarke an für die Beamten ausfallen würde.( Sehr wahr rechts.) Die Reichs- feien etwa hundert Mark sein Eigentum gewesen. Der Prä- einer noch lebenden Berson erzeugt worden war. Wenn die Schmur finanzreform zu fördern, haben wir alle Veranlassung. Alle bürger- fident weist ihn darauf hin, daß er noch Miete bei seiner Wirtin lassoartig um den Hals geworfen und die Ermordete dabei fofort lichen Barteien follten in dieser Frage zusammenhalten, zumal da schuldig sei und sich kurz vor dem Morde in großer Geldnot be besinnungslos geworden wäre, würde es ihr wohl möglich gewesen fie alle die Aufgabe haben, einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen, funden habe. Er habe die der Wirtin schuldigen zwölf Mart nicht sein, aufzuschreien, bagegen würde der von Zeugen gehörte Aufder die Grundlage des preußischen Staates, die Monarchie( negiert. fchaffen fönnen und den Tric gebraucht, daß er an sich selbst eine schrei Daß mich los!" ihr nicht mehr möglich gewesen sein. Diese Ich habe es immer für eine Notwendigkeit gehalten, daß einige Bojitarte zichtete, in der angeblich sein Bruder ihm schrieb, daß er Möglichkeit läge aber zwischen den mehrmaligen Zugriffen während Sozialdemokraten auch in diesem Hause vertreten sind.( Lachen bei am 13. September von der Montage zurüdfehre und ihm dann das der Erwürgung vor. den Sozialdemokraten.) Durch ihre Anwesenheit werden wir daran ihm schuldige Geld zurückzahlen würde. Der Borsigende fragt Amtsrichter Dr. Mah hat den Eindruck gewonnen, daß erinnert, daß unsere Taten und Worte jederzeit die schärffte Prüfung ihn, ob dies nicht so zu deuten sei, und der Angeklagte habe Wor- Frau B. von rückwärts erbroffelt worden sei und der Täter keine forge treffen wollen, daß es nicht auffallen follte, wenn er am Mühe gehabt habe, die Schlinge um den Kopf feines Opfers zu 13. im Befize von Geld war. Das bestreitet der Angeklagte. Auf wwerfen. Nach seiner Meinung habe der Täter die Schnur laffoAuch ist es von Nugen, daß unsere Verhandlungen nicht mehr weiteren Borhalt erklärte er: Gr tannte die Buchholz feit acht artig rüdlings der Frau übergeworfen und dann zugezogen. twie früher totgeschwiegen werden; weite Streise des Bolles werden Jahren. Es sei nicht wahr, daß er arbeitsscheu gewesen sei; er habe Daß durch die Hunde erst die Spuren des Täters ermittelt worden Daraus lernen, daß wir hier in Pflichtgefühl und Patriotismus vielfach als Kutscher gearbeitet, sei aber allerdings mehrmals feien, fei nicht ganz zutreffend. Als er an dem Tatort anunferen Mann stehen.( Bravo! rechts.) Die Spannung der ohne Arbeit gewesen. Die Buchholz sei eine lebenslustige Frau. gekommen, wurde ihm schon erzählt, daß der Angeklagte im VerNovembertage hat eine befriedigende Lösung gefunden. Da fie vergnügungsfüchtig war, sei er häufig mit ihr ausgegangen. dacht der Täterschaft stand. Dieser Verdacht sei von den BerEin gegenseitiges Vertrauen Vertrauen zwischen Monarch und Bolf Intim habe er nie mit ihr verkehrt. Der Vorsitzende hält dem wandten der Ermordeten angeregt worden. Als er im Amtsist im Intereffe des Staates dringend notwendig. Angeklagten eine Reihe von Momenten vor, die diese Behauptung hause den Angeklagten vernahm, habe er ihn aus irgendeinem Aus diesem Gesichtspunkte fann es nicht genug getadelt werden, nicht sehr wahrscheinlich erscheinen laffen. Weiter giebt Wolden Grunde abtreten lassen in ein Nebenzimmer. Während er beim baß einzelne Blätter fo wenig patriotisches Gefühl bewiesen burg zu, daß ihm die Buchholz oft geschrieben, er auch wöchentlich Diftieren war, sei der eine Beamte mit dem Hunde gekommen, haben, für einen engen reis bestimmte Borte des ein pcarmal Geldbriefe von ihr erhalten habe. Der Borsigende was er zuerst gar nicht beachtet hatte. Blößlich fet es ihm aufHerrichers in falscher Beleuchtung in die weite Deffentlichkeit zu hält ihm vor, daß er seit 8% Jahren noch ein Berhältnis mit gefallen, wie der Hund die auf einem Tische liegende Müze bes bringen.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Wir sind gute Monarchisten einem anderen Mädchen namens Berel hatte und auch von dieser Angeklagten beschnüffelte, dann offensichtlich stuhte und direkt und tönigstreu bis in die Knochen, und wir sehen in einem durch Geld erhalten habe. Die Perel habe nun gerade wenige Tage auf die Tür losging, durch die der Angeklagte vorher hindurchdie Treue und Liebe feines Boltes getragenen träftigen preußischen vor dem Morde ihm den Laufpaß gegeben, und von diesem Mädchen geführt war. Das jei mindestens ein Beweis von dem guten und Stönigstum den wichtigsten Anker, die kräftigste Stüge für Kaiser und hatte er kein Geld mehr zu erwarten. Angefl.: Sein Verhältnis zu zuverlässigen Geruch des Hundes. Die Spur des Angeklagten fei Neich.( Lebhafter Beifall rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) der Frau Buchholz sei durchaus gut gewesen, so gut, daß sich die auch nicht einseitig verfolgt worden. Zunächst sei ihm auch das Eisenbahnminister Breitenbach geht auf einige Ausführungen Frau von ihrem Manne trennen und mit ihm zusammen gehen Berhalten des Ehemannes der Ermordeten etwas feltsam vorder Borrebner ein und betont insbesondere, daß an dem, was zur wollte. Er habe fogar die Abficht gehabt, sie zu heiraten. Der gekommen. Der Ehemann sei an die Leiche herangetreten und Förderung und Sicherheit des Betriebes notwendig fet, nicht gespart Borsigende hält ihm vor, daß das Verhältnis zur Buchholz, doch habe gesagt:" Lieseten, sichst Du, das hat man mit Dir gemacht!" nicht so sehr zufriedenstellend gewesen sein könne, denn sie sei doch Jeder Verdacht gegen den Ehemann sei ausgeschlossen, zumal der plöblich, ohne ihm etwas davon zu sagen, nach Breslau über- Ehemann auch einen ganz schlüssigen Alibibeweis führen konnte. gefiedelt. Sie foll auch zu Zeugen gesagt haben, sie sei des Wolden. Die Schwester der Ermordeten, die einen absolut ehrlichen berg überbrüffig geworben und müsse von ihm lostommen. Der Schmera befundete, würde sicher zugunsten des Schivagers nichts Angeklagte tann sich dies nicht erklären, behauptete aber, daß er Falsches ausgesagt haben. Der Angeklagte habe behauptet, daß felbft darauf hingedrängt habe, daß Frau Buchholz aus dem Arer um 7 Uhr von Grünau nach Berlin gefahren sei, und darauf noldschen Geschäft weggehe, denn ihr seien dort von einem Ver- erstreckten sich dann die Ermittelungen, die ergaben, daß diese wandten des Arnold unfittliche Anträge gestellt worden. Der Au Behauptung nicht richtig fein konnte. Als der Angeklagte an die geklagte gibt zu, daß, als Frau Buchholz aus Breslau wieder zurüdeiche geführt wurde, habe er teine Spur von Aufregung gezeigt. gelehrt war, er gewußt habe, daß fie bei ihrer Schwester, die in Der Zeuge erklärt noch, das Protokoll sei mit außerordentlicher In einer Bersammlung gegen die drohende Tabaksteuer au Faltenberg bei Grünau mit einem Tischler Herzog verheiratet ist Sorgfalt und Nuhe aufgenommen worden, speziell sei er auch fehr Lübbede t. 8. machte ein Fabrikant den Vorschlag, einen und dort in der Rosestraße 5 wohnte, Aufenthalt genommen hatte. eingehend über feine Barmittel und über den etwaigen Befit Demonstrationszug der Tabafarbeiter zu veranstalten. Taufende Er hat sie dort auch einmal aufgesucht. Die Flucht der Buchholz eines Jubiläums- Zweimar ftüdes befragt worden. Auch über das, bon Zabalarbeitern müßten vor den Reichstag nach Breslau erklärt Woldenberg damit, daß die Frau nicht vor was er nach der Südkehr in Berlin am 12. September getan, sei ziehen und dann eine Deputation in das Parlament hineinsenden, ihm, sondern vor ihrem Manne geflüchtet jei. Sehr unwahrschein er sehr sorgsam und unter wiederholter Ermahnung, sich ruhig welche ben Reichsboten ein für allemal jeben Verfuch einer Tabak bas Frau B. aus Breslau an ihre Verwandten schrieb, fie möchte sich au befinnen, befragt worden. Tich, meinte der Vorsitzende, ilingi dies schon durch die Tatsache, daß steuer austreiben sollte. Infolge der schlechten Erwerbsverhältniffe gern wieder mit ihrem Mann aussöhnen, fie fürchte sich aber vor der westfälischen Tabalarbeiter ist dieses ja nun nicht möglich; aber Woldenberg. als Ersatz dafür hat man auch von jedem Kleinsten Drt Delegierte zum Tabalarbeiter- Stongreß in Berlin gesandt. Wieweit die Era Am Mordtage, dem 12. September, fuhr Woldenberg mit bitterung gegen die Steuer in Westfalen gediehen ist, beweist der einem, wie er zugibt, gestohlenen Rade nach Grünau. Wie er beUmstand, daß über 100 Delegierte allein aus Westfalen und Lippe Hauptet, sei er unterwegs auf den Gedanken gekommen, einen Abgeschickt find, während z. B. 1906 nur 24 von dort famen. Die stecher nach Faltenberg zu machen, um Frau Buchholz zu besuchen. Bahnverwaltung von Bielefeld hatte dem Zuge, der 110 vor- Dicht vor Faltenberg fei er mit dem Nade gestürzt und in eine mittags in der Richtung Berlin fährt, einen Wagen angehängt, den fchon in Bielefeld Delegierte bestiegen. Es stiegen dann weiter ein: in Herford 5, in 2öhne 30, in Deynhausen 5, in Minden 20, in Hannover 20( von Lippe- Detmold). bestehen müssen. werden könne. Sierauf vertagt bas Saus die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr. Schluß 4 Uhr. Der Demonstrationszug der Cabakarbeiter! Berdachtsmomente. dem Polizeihund„ Frad" gemacht worden sind. Er habe den Der Schuhmann Böttger bekundet die Experimente, die mit Hund um die Leiche der Ermordeten herumgeführt und ihm Witterung von der Beitschenschnur gegeben. Er nahm eine Fährte auf, die direkt durch den Wald nach der Chaussee führte. Er blieb einmal stehen und witterte an einer Riefer herum, an der fich ein Fußabdruck zeigte, der von dem Kriminalkommissar Weiß gemessen worden ist. Der Hund ging dann über die Chaussee nach dem Bahnhofe zu; dort wurde die Fährte etwas unsicher, danu ging der Hund durch die Ueberführung über die Wiese nach der Chauffee. Dann ist er nach Faltenberg bis nach dem Hause Noseftraße 5 gelaufen, wo die Ermordete gewohnt hatte. Dort ist er stehen geblieben, nachdem er eine Abschwenkung nach der Hede gemacht hatte, wo nach der Bekundung des Angeklagten diefer mit dem Rade gestürzt war. Sede hineingefallen. Er habe eine Stunde an dem Rade reparieren tüffen. Zufällig fei Frau Buchholz hinzugekommen, mit der er ein Stüd Begs nach der Station Grünau zu gegangen fei. Beugen follen die Beobachtung gemacht haben, daß der Angeklagte auf die Frau B. eingeredet und schließlich wütend sein Rab zu Boden geBezeichnend für die tieftraurigen Verhältnisse der westfälischen worfen hat. Woldenberg behauptet, daß er das Nad vor Wut Tabalarbeiter ist es, daß schon 20 Delegierte mit Billett 4. Klaffe darüber fortgeschleudert habe, weil ihm außerdem noch der Pneu Der Kriminalschußmann Schmidt hat mit einem zweiten vorausgefahren waren, weil die Mandatgeber nicht die Mittel für matif geplakt fet. Gezanti habe er sich keinesfalls mit der Buchholz, Polizeihund Rus" ebenfalls Versuche angestellt. Der Hund ein Billett 3. Staffe aufbringen konnten. Un allen Stationen wurden auch habe er Gelb nicht verlangt. Am Bahnhof Grünau will er mußte die Schnur beriechen, blieb dann unterwegs an einer die Delegierten von einer großen Anzahl ihrer Kollegen begleitet, sich von der Buchholz getrennt haben. Er erklärt dies damit, daß Stiefer stehen, an der sich im Erdboden ein Stiefelabdruck befand welche ihnen noch beim Einsteigen die Mahnung gaben:" Tut alles, die B. nicht von ihren Verwandten gesehen werden wollte, wenn und hielt sich dann längere Zeit an der Hecke auf, an welcher was Ihr könnt, daß die Mehrbelastung des Tabats verhütet wird. fie aus dem Walde käme. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß der Angeklagte, wie er felbft behauptet, am Abend vorher mit dem was Ihr könnt, daß die Mehrbelastung des Tabaks verhütet wird. Diese Angabe seht unwahrscheinlich sei, da die B. mit ihm durch die Nabe gestürzt war. Sodann nahm der Hund den direkten Weg Denkt an unsere Frauen und Kinder, die elend zu Grunde gehen, Straßen, wo sie viel eher gesehen werden konnte, gegangen ivar, auf das Haus Nosestraße 5 zu, wo die Ermordete gewohnt hatte. wenn wir keine Arbeit mehr haben!" Der Zug cilte an Nehme vor und sich nun nicht zu scheuen brauchte, auch mit ihm durch den Kriminalkommissar Weiß, unter dessen Leitung diese Berbei, ein blühendes Gemeinwesen von girla 5000 Einwohnern. Es Wald zu gehen. Außerdem soll Woldenberg von Beugen gesehen suche mit den Polizeihunden unternommen worden waren, hat ist ohne Existenz, wenn die Steuer zur Tatsache wird! Ju worden sein, wie er mit Frau Puchholz den Weg nach dem Walde die von den Hunden aufgefundene Fußspur an der Stiefer nach Herford fam ein Delegierter außer Atem an, er war von Lage einschlug. Dies wird von Woldenberg entschieben bestritten. In gemessen und eine Länge von 81 Bentimeter feitgestellt. An dem in Lippe, war lange aufgehalten worden bei der letzten In dem Walde, um den es sich hier handelt, ist am nächsten Morgen felben Abend hat Beuge dann den Stiefel des Angeklagten nachstruktion der dortigen Arbeiter; find doch dort neun Klein- bie Leiche der Ermordeten gefunden worden. Der Angeklagte bleibt gemessen und nicht nur in der Form, sondern auch in dem Maße fabrikanten mit 28 Arbeitern, die nach der Annahme der dabei, daß er sich am Bahnhof Grünan von der Frau verabschieder eine vollständige Uebereinstimmung mit der Spur gefunden. Der Steuer ihren Betrieb einstellen müssen! Von den habe. Gegen 7 Uhr will er mit der Eisenbahn nach Berlin zurüd 3euge bestätigt im übrigen die Angaben der beiden Vorzeugen. gefahren fein. Ueber die Zuverlässigkeit der dressierten Polizeihunde und 28 Arbeitern find 10 Strüppel. Als ich aufstand, lagen meine brei die Art, wie und welche Spuren diese verfolgen, binnen welcher Arbeitskollegen noch im Bett. Jeder hatte fein Holz bein 3eit sie noch Witterung haben usw. usw., finden längere Erörte bor dem Bette liegen, erzählte der Anlömmling. rungen statt, an denen sich Justizrat Dr. Selle, Staatsanwalt Vorf.: Wie erklären Sie sich nun folgendes: Als nach der Entbedung des Mordes der Kriminalkommissar Weiß aus Berlin den Polizeihund rad" an die Reiche führte und diese von ihm Hierauf erhob sich einte längere, stürmische Geschäftsordnungs Zolfi, der Vorsitzende und die Ariminalbeamten lebhaft beteiligen. 1 hatte, von der Bühne herab und rebete eifrig auf einige seiner GeDer Verteidiger hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Hunde treuen ein. Der Erfolg dieser Unterredung zeigte sich sogleich. debatte. Es wurde schließlich beschlossen, dem folgenden Bedner nur die Witterung der Leiche verfolgt haben mögen und weist Schönknecht, einer der gelben Führer, kam auf mich zu und sagte Cohen eine halbe Stunde, allen weiteren Rednern 10 Minuten Ich antwortete: Redezeit zu gewähren. Es erhielt darauf das Wort auch darauf hin, daß der Weg über die Wiese nach der Bekundung zu mir:" Wir verzichten auf Ihre Anwesenheit.". Adolf Cohen: Ihr Beschluß, mir nur eine halbe Stunde des Angeklagten von diesem auf dem Rade benutzt worden ist und Mit Freuden würde ich gehen, denn es sei für mich durchaus keine die Polizeihunde schwerlich die Witterung eines auf dem Rade Annehmlichkeit, einer Versammlung der Gelben beizuwohnen, ich Redezeit zu gewähren, ist ein Angstprodukt.( Stürmisches Oho! und fißenden Menschen verfolgen können. Staatsanwalt Zolfi hält habe es für eine sehr unangenehme, aber unerläßliche Berufs- Beifall.) Wenn Sie sich nicht fürchteten, hätten Sie einen solchen es nicht für wahrscheinlich, daß der Angeklagte diesen Wiesenweg, pflicht gehalten, dort zu erscheinen, wo Lebius mit Cohen die Beschluß nicht gefaßt, nachdem Sie Herrn Lebius faft zwei Stunden der etwas weich sei, zum Radfahren benutzt haben sollte. Wie kutieren wolle. Ich habe sagte ich weiter nicht annehmen haben sprechen lassen. Lebius hat mir wider Willen ein Komder Weg am Abend der Tat beschaffen war, ob er feucht oder können, daß die Gelben so weit gehen würden, einen ihrer schärfsten pliment gemacht. Ich habe ein jährliches Einkommen von noch troden war, fann nicht festgestellt werden. Es wird aber von Gegner zur Versammlung einzuladen, die Presse des Gegners aber nicht 3000 m. Ich erhalte für jede Versammlung 70 Pf. und habe einigen Zeugen betundet, daß der Weg im gewöhnlichen Zu- auszuschließen. Uebrigens möge Herr Schönfnecht nicht glauben, noch niemals einen Pfennig Zeilenhonorar vom Vorwärts" cr stande für Radfahrer benubbar, bei trüber Witterung aber feucht daß ich unbefugt im Saale verweile, denn der Türkontrolleur habe halten.( Beifall und Widerspruch.) Herr Rebius sagte: Die verist. Der Angeklagte bleibt dabei, daß er diesen Weg entlang mich nicht nur durchgelassen, sondern meine Anwesenheit als selbst- öffentlichten 92 Briefe von ihm haben seine Ehre nicht anzutasten geradelt sei, da es ganz flares Wetter gewesen sei. Gegen 6 Uhr, verständlich bezeichnet. Als ich mich hierauf zum Gehen wandte, vermocht. Wenn von mir nur ein kleiner Teil solcher Briefe verwährend er mit seinem niedergestürzten Rade beschäftigt war, wiederholte Herr Schönknecht überflüssigerweise seine Aufforde- öffentlicht worden wäre, ich würde vor Scham in die Erde sinken. fei allerdings ein Gewitter niedergegangen, durch welches er naß rung, ich solle den Saal verlassen. In demselben Augenblick( Furchtbarer langandauernder Lärm und stürmischer Beifall.) Herr geworden sei. stürmte Lebius mit stieren Augen und wutverzerrten Mienen auf Lebius will trop der 92 Briefe noch behaupten, daß er von den Mehrere Bahnschaffner, die am 12. September auf dem Bahn- uns zu und schrie mich an:„ Ehrabschneider wollen wir nicht in Arbeitgebern nicht abhängig sei. Nicht bloß die sozialdemokratische, hof Grünau tätig waren, werden darüber vernommen, ob sie an unserer Versammlung."- Was soll das heißen?" fragte ich. sondern mit einer einzigen Ausnahme die gesamte bürgerliche jenem Abend den Angeklagten als Abreisenden wahrgenommen Da zeigte Lebius mit der Hand auf mich und rief:" Sie sind Presse hat über Herrn Lebius den Stab gebrochen. Lebius ist vom haben. Sie verneinen es. ein Ghrabschneider, ein notorischer Lump." Sich Reichslügenverband vorgeschickt, um einen Steil in die ArbeiterAlsdann wird Zeuge Richard Herzog vernommen. Er ist der an die Umstehenden wendend, rief er im unmittelbaren Anschluß bewegung zu treiben.( Stürmischer Beifall und furchtbarer Lärm.) Schwager der Ermordeten und bekundet: Frau Buchholz war mit an diese Schimpfworte: Schmeißt doch den Kerl raus!" Lebius erkühnt sich, der Sozialdemokratie alle möglichen Vorwürfe ihrem Manne 10 Jahre verheiratet, die Ehe sei zuerst ganz glücklich Nachdem Lebius diesen Wutausbruch von sich gegeben hatte, zog er zu machen, er bezahlt aber seine eigenen Angestellten nicht einmal, getvesen, lebende Kinder feien nicht vorhanden. Das Verhältnis fich schleunigst zurüd. Diese eilige Flucht war unnötig. Sätte fondern läßt sich selbst von seiner Maschinenschreiberin verklagen. habe sich aber später getrübt; der Mann habe sie öfter geschlagen, mich irgend ein anderer Führer der Gelben so beschimpft, dann Cohen verlas hierauf einen Artikel der Frankfurter Zeitung" über fie fei am Körper manchmal schwarz gewesen und habe Schwellun- hätte ich ihm vielleicht mit einem Faustschlage ins Gesicht geant. Lebius. Lebius habe an die Großindustriellen geschrieben: Er gen im Gesicht gehabt. Sie habe ihm dann auf seine mehrfachen wortet. Aber mit dem Gesicht des Herrn Lebius meine Fauft in werde auch gegen die christlichen Gewerkschaften vorgehen und Fragen eingestanden, daß fie mit Wollenberg zusammen gehe. Am Berührung zu bringen, daran hinderte mich ein unüberwindlicher trotzdem hat Lebius noch die Stirn, zu leugnen, daß er im Solde Tage als sie nach Breslau fuhr, habe sie ihm gesagt: Wollenberg sei fel. Da ich aber eine Hundepeitsche nicht zur Verfügung hatte, der Unternehmer steht. In Dresden hat er einen Mann der Staatsanwaltschaft denunziert.( Furchtbarer langandauernder Lärm und bei ihr in der Privatwohnung gewesen. Sie habe, da sie ihn durch so blieb dem Rebius die verdiente Züchtigung erspart. Leugnen Sie vielleicht noch, Herr Lebius, das Guckloch der Tür gesehen, ihn zuerst nicht in die Wohnung ein- Daß ich Lebius vor Gericht zur Rechenschaft ziehen könnte, da- stürmischer Beifall.) laffen wollen. Denn sie habe Angst gehabt, als sie aber die Tür bor ist er ziemlich sicher, denn, wie ich ihn fenne, hat er nicht den daß Sie von Siemens unterstützt werden?"( Großer Lärm. Rufe: zumachen wollte, habe der Angeklagte den Fuß zwischen die Tür Mut, sich offen zu den Beschimpfungen zu bekennen, die er anderen Das ist ja alles Schwindel! Ihr habt ja die Briefe gestohlen!) gefest. Wollenberg fei dann in die Wohnung gefommen, sie sei entgegengeschleudert hat und von den zahlreichen Zeugen des Bor- Cohen versuchte mehrfach vergeblich weiterzureden, seine Worte aber in den Arnoldschen Laden gegangen. Sie habe ihm( dem ganges ist mir nur Herr Schönknecht bekannt. Ob sich mit Hilfe find jedoch in dem furchtbaren Lärm nicht mehr zu verstehen. EndZeugen) dann auch gesagt, daß sie allem aus dem Wege gehen und dieses Zeugen der Tatbestand feststellen läßt, scheint mir zweifel- niederschreien, weil Sie mich fürchten!( Furchtbarer langandauern lich hört man Cohen ausrufen: Sie wollen mich vergewaltigen, der Lärm, Pfeifen und Schreien. Rufe: Frecher Judenjunge, Faltenberg mit Gepäd gekommen und er habe sie dann nach dem zichten. Es genügt mir, durch diese Schilderung des Sachverhalts Judenlümmel, Laufejunge, Juden raus, Hepp, hepp!) Inzwischen von Berlin wegmachen will. Am nächsten Tage sei sie dann nach haft. Uebrigens fann ich gern auf gerichtliche Genugtuung ver- niederschreien, weil Sie mich fürchten!( Furchtbarer langandauern, Schlesischen Bahnhof begleitet, von wo sie um 11,40 Uhr abends nach den Lebius an den Pranger der öffentlichen Meinung gestellt und Gelben Arbeiterbund und Lebius. Ein sehr großer Teil der VerBreslau fuhr. Dort sei es ihr nicht gut gegangen und sie habe ihn den Lefern des" Vorwärts" in unverfälschter Nadtheit gezeigt bernahm man Hochrufe auf die Sozialdemokratie, Hochrufe auf den G. Reinke. bald einen Brief geschrieben, in welchem es u. a. hieß: Wenn Hugo zu haben. sammelten verließ hierauf unter unbeschreiblichem Lärm und ( ihr Mann) mit mir nach außerhalb ginge und mich der andere in Ruhe ließe, dann käme ich wirklich wieder. Wenn ich doch bloß Gin bürgerlicher Berichterstatter berichtet über den Ver- unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie und dem Gesange der Marseillaise den Saal. Die Zurüdgebliebenen sangen während dessen Deutschland, Deutschland über alles! Die Gallerien waren alles ungeschehen machen könnte und mich der" in Ruhe ließe! Ich lauf der Versammlung: Die Versammlung war zu 10 Uhr vormittags angefekt, jedoch inzwischen vollständig, der Saal über die Hälfte leer geworden. möchte gern, daß Hugo mir meinen Schritt verzeiht." bereits gegen 9 Uhr war der große Saal, die Galerien und auch Troßdem tam es noch zu einigen Rempeleien. Es wurden noch die weiten Hofräume Stopf an Kopf gefüllt, und noch immer neue einige Leute, die bei den folgenden Rednern Oho! gerufen hatten, Scharen drängten herein. Als Lebius im Hofe erschien, wurde aus dem Saale gedrängt. Matschte Stiel führte aus: In Kiel sei der Gelbe Ar. er mit lebhaften Pfuirufen empfangen. Nur mit Mühe konnte Lebius in den Saal gelangen. Er schrie aus vollen Leibeskräften: beiterbund gegründet worden, weil sich die dortigen Arbeiter den Es ist nur eine Versammlung des Gelben Arbeiterbundes" cin- Terrorismus der Sozialdemokraten nicht gefallen lassen wollten. berufen; es haben deshalb bloß Mitglieder des Lundes und die Diese Gründung sei vollständig selbständig, noch lange che Lebius Jm weiteren Vereingeladenen Gäste Zutritt. Ich fordere alle diejenigen, die weber auf dem Plane erschien, vollzogen worden. Mitglieder des Bundes noch eingeladen sind, auf, den Saal zu verlauf machte Bütow- Charlottenburg die Mitteilung, daß Cohen laffen( Stürmisches Oho! und Beifall.) Die Sozialdemokratie einem im Gelben Bund Angestellten, namens Beyersdorf, 8-4000 soll leben, hoch! Der Gelbe Arbeiterbund foll leben! Lebius soll Mark geboten habe, wenn er ihm die Lebius'sche Korrespondenz leben, hoch! so tönte es wirr durcheinander. Plötzlich erschien eine bringe.( Rufe: Pfui!) Lebius bemerkte noch: Die Maschinenungemein starke Polizeimacht, von einer Anzahl Polizeioffiziere schreiberin habe er deshalb nicht bezahlt, weil sie ein Spizel von geführt, im Saale. Ein Polizeioffizier forderte sämtliche An- Cehen war. Im übrigen erkläre er alle Behauptungen Cohens wefende auf, den Saal zu verlassen, widrigenfalls er die Räumung für Lügen. Die Frankfurter Beitung" sei das Leibblatt aller des Saales und der Galerien mit Waffengewalt vornehmen laffen fozialdemokratischen Führer, deshalb müffe fie in das fozialdemo müsse. Unter abermaligen Hochrufen auf die Sozialdemokratie fratische Horn stoßen. Er sage nochmals: Der Gelbe Arbeiterbund und dem Gefange der Marseillaise wurde der Saal, die Galerien werde die Zukunft der modernen Arbeiterbewegung bilden. Es gelangte hierauf folgende und schließlich auch der Hofraum allmählich geräumt. Erklärung Der Angeklagte gibt auf Befragen zu, daß mit dem Ausdrud der" er selbst gemeint sein müsse. Im übrigen erzählt der Angetlagte eine lange Geschichte, die auch wieder darauf hinausläuft, daß fein Verhältnis zu der Frau Buchholz ein durchaus friedliches gewesen sei. Wenn Zeugen gehört haben wollen, daß er bei einer Zwiesprache mit der Frau Buchholz im Arnoldschen Laden zu dieser drohend gesagt habe: es passiert etwas", so habe diese Aeußerung auf den Bruder des Arnold Bezug gehabt. Denn dieser habe der Frau B. einmal eine unanständige Zumutung gemacht und er habe der Frau sehr eindringlich nahe gelegt, daß sie den Laden verlassen müffe. Der Borsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er doch zu einem Ehrentvächter für Frau B. sehr wenig legitimiert sei. Wolden berg meint aber, er habe ein Recht dazu aus der Absicht hergeleitet, Frau B. doch einmal zu heiraten. Am Tage nach der Szene in dem Arnoldschen Geschäft hat der Zeuge die Frau B. direkt gefragt: Der Woldenberg will wohl zuviel Geld von Dir haben?" Seine Schwägerin antwortete ihm damals:„ Wenn es nur das Geld wäre aber er will ja, ich soll mit ihm zusammenziehen und das kann ich dem Hugo nicht antun." Am nächsten Tage äußerte die Ermordete zu ihm, wenn ihr Mann mit ihr nach England gehen würde, so würde sie gerne mitgehen, denn da wäre sie wenigstens sicher. Der Zeuge hat später dem Ehemann Buchholz den Vorschlag gemacht, mit feiner Frau nach England zu übersiedeln. 23. habe aber geantwortet: Wegen dem" verlasse ich Berlin nicht! Mit dem var der Angeklagte Woldenberg gemeint, wie der Beuge befundet. Nachdem Frau B. aus Breslau zurüdgekehrt war, habe er( Beuge) an den Ehemann B. einen Brief geschrieben. Buchholz sei auch sofort nach Falkenberg gefominen und mit seiner Frau zusammengetroffen. Rach längerer Aussprache unter vier Augen habe sich das Ehepaar völlig ausgeföhnt. An demselben Abend habe B. mit feiner Frau noch in einem Lotal in Grünau getanzt. Da Frau B. wegen der Leute Gerebe nicht wieder in die alte Wohnung ihres Mannes zurückkehren wollte, habe sie noch einige Zeit bei dem Zeugen wohnen wollen, um dann gleich in die zum 1. Oktober in Baumschulenweg gemietete neue Wohnung mit ihrem Manne einzuziehen. Buchholz sei ständig am Sonnabend nach Faltenberg gekommen und habe sich stets mit seiner Frau gut vertragen. Am 12. September dem Mordtage habe er( Beuge) des Morgens noch mit seiner Schwägerin gesprochen. Sie sagte ihm noch, er folle mit dem etwa um 8 Uhr vom Schlesischen Bahnhof abfahrenden Buge fahren, da er dann mit ihrem Manne zusammen fahren tönne. Sie wollte um 19 Uhr am Bahnhof Grünau beide abholen. Sie fei aber nicht am Bahnhof gewesen und er mit Buchholz hätten sie bei der Plätterin und bei anderen Bekannten bis gegen 12 Uhr gesucht, jedoch ohne Erfolg. Die Zeugin Emma Müller wohnt ganz in der Nähe des Kirch hofes und hat am 12. September furz vor acht Uhr einen furchtbaren Zant zwischen einem Manne und einer Frau gehört. Beztere schien dem Manne nicht zu Willen sein zu wollen und dieser schien mit scharfen Worten auf sie einzusprechen. Es hörte sich so an, als ob die Frau sich mit dem Manne rang, denn sie rief in höchster Angst: Laß mich los!" Das habe sie gehört, als sie auf dem Wege zum Staufmann war. Die Kirchuhr schlug gerade 8 Uhr. Als sie zum Staufmann war. Die Kirchuhr schlug gerade 8 Uhr. Als sie vom Kaufmann kam, sei alles totenstill gewesen. Ihr sei recht unheimlich zumute gewesen und als sie am nächsten Tage erfahren, daß eine Frauenleiche gefunden sei, habe sie dies gleich mit dem Radau bom Abend vorher in Verbindung gebracht. Die Verhandlung wird auf heute 9% Uhr vertagt . Auf der Straße hatten inzwischen zahlreiche Schuhleute zu Fuß und zu Pferde Posto gefaßt. Cin Polizeioffizier(?) rief: zur Annahme: Die Versammlung gibt ihrer tiefsten Verachtung Wer sich als Mitglied des Gelben Arbeiterbundes" legitimieren Ausdruck für die Kampfesweise der Sozialdemokratie, die es nicht oder eine Einladung vorzeigen kann, fann paffieren." Darauf füllte verschmäht, ihre Gegner mit gestohlenen und unterschlagenen Prisich sehr bald wieder der Saal und die Galerien, allerdings nicht vatbriefen zu bekämpfen. Sie verurteilt aufs scharffte das VorDer Vorsitzende, Eisendreher Schön- gehen der Sozialdemokraten gegen die Gelbe Arbeiterbewegung" berartig wie bordem. necht, bemerkte nochmals bei Eröffnung der Versammlung: Er und spricht dem Vorsitzenden des Gelben Arbeiterbundes", Herrn fordere alle diejenigen, die weder Mitglieder des Bundes noch ein- Redakteur Lebius, ihr unverändertes Vertrauen aus." geladene Gäste seien, auf, den Saal zu verlassen. Er werde andernUeber die Zahl der nach der ersten Räumung von der Polizei in falls von seinem Hausrecht Gebrauch machen. Es verließ aber niemand weiter den Saal. Darauf nahm das Wort Redakteur den Saal hineingelassenen als„ Gelbe" legitimierten Personen wird Lebius: Die Sozialdemokraten behaupten, der Gelbe Arbeiter uns berichtet, daß diese etwa 400 betragen habe. Mit Cohen berbund" fei tot. Die heutigen Vorgänge haben das Gegenteil be- ließen davon soviel den Saal, daß man als wirkliche Gelbe, wiesen. Zunächst suchte man den Gelben Arbeiterbund" totzu- die am Schluß der Versammlung das Lokal verließen, 82 Mann(!) schweigen, da man damit aber keinen Erfolg habe, mache man den zählen konnte. Diese 82 Mann bestanden zum Teil aus ausa Versuch, die Versammlung zu stürmen.( Beifall und Widerspruch.) wärtigen Delegierten, zum größten Teil aber aus Wertmeistern Mean mache ihm den Vorwurf, daß er die Arbeiterbewegung zer- und technischen und taufmännischen Angestellten der Werke, die, flüfte. Die Arbeiterbewegung fei noch niemals eine einheitliche wie ihr Sepp, hepp" und" Deutschland, Deutschland über alles" gewesen, es war immer ein Zwiespalt vorhanden. Die Sozialdemo- beweist, zum Teil wohl durch die Schule des Deutsch- nationalen Die Versammlung traten muten den Arbeitern zu, an ihrer reaktionären Lehre feft- Handlungsgehilfenverbandes gelaufen find. zuhalten, die schon 60 Jahre alt fei. Diese Lehre werde von den sollte den Unternehmern eigentlich zeigen, welcher Verlaß für sie Sozialdemokraten behütet, wie der Bapst die Kirchenlehre. Die auf die mit den schlimmsten Gewaltmitteln gepreßten vermeintRevisionisten in der Sozialdemokratie können ein Lied davon fingen. lichen Gelben" ist, die beim ersten Anlaß unter dem Gefang der Nun sage man, die Gewerkschaften feien ja parteilos. Im Februar Marseillaife zum Fabrittore hinausmarschieren! 1906 habe jedoch in Berlin eine geheime Konferenz der Gewerk schaftsführer stattgefunden. In dieser wurde, wie der Vorwärts" später berichtete, gesagt: Die Gewerkschaften bilden das Rückgrat der Sozialdemokratie. 19 Gerichts- Zeitung. Menschenschindereien in einem Mädchenheim. Zu dem in Izehoe verhandelten Prozeß wird uns mitgeteilt: Von den vier aus der Blohméschen Wildnis" entlaffenen Zöglingen 8wei von diefen, Duntel befanden sich noch drei in Fürsorge. und Runge, befinden sich in Dienst: die erstere in einem Dorf bei Eckernförde, die zweite in dem Dorfe Nahn. Kuhr befindet sich im Magdalenenstift in Hamburg. Daß die früher in Glückstadt internierte Schwiebe in Altona wohnt und in einer Wollschmiererei beschäftigt ist, ist unseren Lefern aus ihrer Zeugenausfage bekannt. Eingegangene Druckfchriften. Neudeutsche Bauzeitung. Seft 1. 1909. Bon E. M. Schubert. Wochenschrift. Biertelj. 2,50 M. Berg Leipzig, Nürnberger Str. 22. Statistics of cities having a population of over 30 000: 1906."( Statistisches über die Stadte, die im Jahre 1906 mehr als 30 000 Einwohner hatten.) Washington. 1908. Handels- und Arbeitsministerium. bilden die Refrutenschule der Partei. Die Sozialdemokraten unterEin anderer Gewerkschaftsführer fagie: Die Gewerkschaften nehmen nicht Streits zweds Erreichung höherer Löhne oder befferer Arbeitsbedingungen, sondern um die Arbeiter zum Klaffentampf zu erziehen und dadurch schneller den Sturz der heutigen Gefell schaft herbeizuführen. Wem dies nicht paffe, werde als Verräter bezeichnet. Ein Gewerkschaftsführer habe in der erwähnten Geheimkonferenz geäußert: Man möge mir einen Arbeiter auf den Tisch des Hauses legen, der durch die Maifeier Parteigenoffe geworden ist. Und trotzdem werden die Arbeiter gezivungen, am 1. Mat die Arbeit ruhen zu lassen. Tausende von Arbeitern werden dadurch brotlos und mit ihren Familien dem Hunger preisgegeben. Ja, man spreche sogar von politischen Massenstreits. Man wolle also Streifs unternehmen, um politische Forderungen durchzubrücken. Und wie sehe es mit dem sozialdemokratischen ZukunftsEine Miederlage des Lebius ftaat aus? Die Angestellten der Konsumbereine, Verkäufer usw. erhalten bei 60-95stündiger Arbeitszeit 50 M. Monatsgehalt. Die bebeufefe feine für den Sonntagvormittag pompos angekündigte Lagerhalter 20-35 m. wöchentlich. Wenn die Angestellten fid) Abrechnung mit der Sozialdemokratie. auflehnen oder auch nur fich organisieren wollen, dann werden sie Serr Rebius hatte schon bei Beginn der Versammlung das einfach hinausgeworfen. Eine Reihe frivoler Streifs werden unterDie Arbeiterversicherung im Auslande. Bon Dr. Zacher. Gefühl der Niederlage. Das bewies fein Verhalten. Wir hatten nommen, und wer nicht mittun wolle, der werde boykottiert oder Best 18a. Die Invaliden- und Altersrenten- Gefchgebung des australischen in die Versammlung einen Berichterstatter geschidt, cinen im gar verhauen. Für die Parteigrößen fei die soziale Frage gelöst. Bundes und Großbritanniens 1908. Von Profeffor Dr. A. Manes. 1,60 M. Dienste der Journalistik ergrauten Kollegen, deffen Objektivität Stadthagen bestehe ein Einkommen von 10 000 m., der hier an- geit 4b. Die Arbeiterversicherung in Frankreich. Bon& Fouster. über jeben Zweifel erhaben ist, und der sich auch in der bürgerlichen wesende Cohen von 4000 M. Die 8400 M., die er, Lebius, bekomme, 4,50. Seit 20. Gesamtregifter. Von Dr. J. Troschel. Berliner Journalistenwelt einer Achtung erfreut, die zu genießen habe er für den Arbeitsnachweis verwendet. Die Sozialdemokraten A. Troschel, Groß- Lichterfelde. Die Annerion Bosniens und der Herzegowina. Bon Graf dem Lebius für alle Zeit versagt sein wird. machen ihm den Vorwurf, daß er von den Arbeitgebern unterstüt Hören wir unseren Kollegen darüber, wie man ihn in der werde. Er habe niemals einen Pfennig von Arbeitgebern erhalten, 2. R. Tolstoi. Ueberlegt von E. Rot. 1. M. H. Walther, Berlin W. 30. Gefundheitstechnische Nebenanlagen im Fabritbetriebe. Bon jelben Versammlung behandelte. Er schreibt uns: dagegen werden die Sozialdemokraten von Singer, Arons S. Müllenbach. 2 M. Der entleuchtete Heizbrenner. Bon E. Walter. Der gelbe Bund hatte fi für die Abhaltung seiner Versamm- uno so weiter unterstützt. Die Sozialdemokraten haben sogar sein 1.. Tung der Hilfe der Polizei versichert, die ihm auch in ausgedehntem Personal bestechen, um ihm Briefe zu stehlen.( Rufe: Pfui!) Es Fachblatt für Holzarbeiter. Heft 1 des vierten Jahrganges. Maße zur Verfügung stand. Als ich um 10 Uhr das Versamm- seien 92 Briefe von ihm veröffentlicht worden, er stehe aber trob- Herausgegeben vom Deutschen Holzarbeiterverband, Berlin. iungslokal betrat, wimmelte es von Schußleuten in den Vor- bem ohne Makel da.( Lebhafter Beifall und stürmisches Gelächter.) 2,80 M.; für Stosmosmitglieder fostenlos). France, R.. Bilder aus Kosmos, VI. Jahrgang, Heft 1 a 30 Bf.( pro Jahrgang 12 geste räumen. In dem Schankraum vor dem Saale hatten sich wenigstens Die Sozialdemokratie sei weder eine Kulturpartei, noch eine demo- dem Leben des Waldes. Geb. 1 M., geb. 1,80 W. Verlag des„ Kosmos", 20 Schuhleute aufgestellt, anscheinend, um dem Wink der gelben fvatische Partei. Das haben die heutigen Vorgänge aufs flarite Gesellschaft der Naturfreunde, Franchsche Verlagshandlung, Stuttgart. Führer zu folgen, wenn diese glaubten, sie könnten sich nicht mehr bewiesen, und das beweise das Verhalten der Sozialdemokraten aus eigener Straft hermetisa abschließen gegen alles, was nicht jeden Tag. Die Sozialdemokraten haben aus den Kaschemmen. Thoma, H. Hesse, A. Langen, se. Aram. Zweites Januarheft 1909. gelb bis auf die Knochen ist. cine Anzahl Schnapsbrüder und Zuhälter engagiert, diese mit geDem Türkontrolleur, einem mir von Ansehen bekannten fälschten Arbeitsscheinen zum Arbeitsnachweis geschickt, um be- Der Tarifvertrag im deutschen Zimmerergewerbe. Herausgegeben Führer der Gelben, stellte ich mich als Berichterstatter des Vor- haupten zu können, der Gelbe Bund" bestehe aus zuhältern und vom Vorstand des Zentralverbandes der Zimmerer Deutschlands. 287 Seiten. warts" vor. Auch er fannte mich, sagte, daß ich selbstverständlich Schnapsbrüdern. E3 werde ihm fehr bald gelingen, den roten Berlag: Fr. Schrader, Hamburg J. Die Spinne von Jiera. Von B. Sturm. Geb. 3,50 M. Haupt Zutritt habe und ließ mir durch einen feiner Anhänger einen Weg Sumpf aufzudecken. Die Zukunft der modernen Arbeiterbewegung u. Hammon, Leipzig. burch die Menge bahnen, welche fich am Eingang drängte. Drin sei nicht die Sozialdemokratie, sondern der„ Gelbe Arbeiterbund". Dentiche Richterzeitung, Drgan des deutschen Michterbundes. Erster war ich also. Aber nicht lange. Während ich mich noch nach einem( Stürmisches langandauerndes Hohngelüchter und lebhafter Bei- Sahrgang. 1. Jeden 15. im Monat. Pro Jahr 5 M. Helwing, poffenden Blah im Saale umfah, sticg Lebius, der mich bemerkt fall.) Gannover. 8 Dł. März", Halbmonatsschrift für deutsche Kultur Herausgeber: 1,20 m., Quartal 6,- A. Langen, München. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth Berlin- Rixdorf. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, r. 15. 26. Jahrgang. 2. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 19. Jonanr 1909. Die Heimatlofen. Rom, 16. Januar.( Eig. Ber.) In fast allen Krankenhäusern Italiens, in fast allen Wohltätigkeitsanstalten haben Flüchtlinge aus den zerstörten Städten Unterkunft gefunden. Mit ihren blassen Gesichtern, ihren verängstigten Augen und ihren verlegten Gliedern tragen die Aermſten die Kunde des großen Unglücks, den lebendigen Widerhall der unsagbaren Zerstörung in alle Gemeinden ihres Vaterlandes. Die Zeitungen sind voll von erschütternden Episoden, die die Geretteten aus der Schreckensden Zahl von Zimmerleuten zum Aufbau der Häuser nötig sind, sollen zwei heute, die anderen im Laufe der Woche abgehen. Banderolensteuer und gegen die Erhöhung des Bolles ausgesprochen. Die Hamburger Handelskammer hat eine Erhöhung der Gewichts und der Inlandsteuer empfohlen. Diese Handelskammer hat auch in ihrem Bericht an den Reichstag den Glauben zu erwecken vers sucht, als ob die Interessenten der Tabakbranche damit einvers Baris, 18. Januar. Das Journal" meldet aus New York: Die Regierung beschloß, eine Summe von 2½ Millionen Dollar für die Opfer in Süditalien zur Errichtung von erdbebensicheren Häusern, bie an der Meerenge von Messina errichtet werden sollen, zu bestanden sind. Wir sind in Hamburg der Sache auf den Grund willigen. Berichtigung. In unserer Freitagnummer war unter" Regte Nachrichten und Depeschen" mitgeteilt, die Münchener Stadtverwaltung habe- 50 000 M. für Sizilien bewilligt. Es muß heißen: 5000 Wt. Cabakarbeiter zur nacht berichten. So liegt im Ospedale Santa Marta in Der Kongreß der Cabakarbeiter zur Bekämpfung der Cabakiteuervorlagen. Welt? Steuerpläne zusammenzukommen. die früheren Tabatarbeiterkongresse, die aus Das Hauptthema des Kongresses lautet: Die Bernichtung der Tabakindustrie nebst ihren Nebengewerben durch die feitens der Reichsregierung geplante Mehrbelastung des Tabaks. Reichstag nicht die Wahrheit gesagt hat. Die Berliner Handelsdie Handelstammer in Münster( Weſtfalen) hat sich für Erhöhung Warum soll es gegangen und in einer von mehr als 2000 Interessenten besuchten Versammlung festgestellt, daß dieselben den Standpunkt der Hamburger Hand Istammer nicht teilen. Herr v. Eiden hat denn auch schriftlich erklärt, daß die von der Handelskammer vernommenen Sachverständigen sich gegen jede Erhöhung der auf dem Labak ruhenden Lasten erklärt haben. Die Versammlung hat hierauf die Handelskammer aufgefordert, diese Erklärung auch öffentlich abzugeben und zu befunden, daß sie in ihrem Bericht an den fammer hat sich ebenfalls für Erhöhung des Zolles erklärt. Auch Catania eine junge Frau, die bei dem ersten heftigen Erdstos mit dem Säugling im Arm an das Fenster geeilt war. der Steuer ausgesprochen und gesagt, wenn dieselbe zu einem Als sie sich an den Fensterrahmen stüßen wollte, brach die ganze vordere Seite des Hauses krachend zusammen, vor ihr hauses der Kongreß der Tabatarbeiter Deutschlands, der der Be- wenn der Konsum zurückgeht, woher soll dann die Regierung das Seit gestern vormittag tagt im großen Saal des Gewerkschafts- Rückgang des Konjums führen sollte, so sei das im Interesse der Volksgesundheit zu begrüßen. Das ist ein Widerspruch, denn tat sich ein vier Stock tiefer Abgrund auf. Aber auch zurück fämpfung der Tabaksteuervorlagen der Reichsregierung dient. konnte sich die geängstigte Frau nicht mehr wenden, denn der Im Namen der Zentralfommission der Tabatarbeiter eröffnete Geld aus dem Tabak hernehmen? Der Geheime Kommerzienrat Boden ihres Zimmers hatte nachgegeben bis auf den einen Börner den Kongreß und führte unter anderem aus, daß es den Bogel in Chemnitz erklärte, die Tabalsteuer sei die populärste Querbalfen am Fenster, auf dem sie stand. Und auch dieser Anwesenden selbstverständlich lieber gewesen wäre, wenn es Steuer. Wir meinen, wenn man hierüber eine Voltsabstimmung einzige fichere Punkt in dem allgemeinen Zusammenbruch ihnen erspart geblieben wäre, wieder einmal infolge neuer veranstalten würde, die würde sich anders aussprechen. Der Redner erinnerte an Uns, den Gegnern der Tabaksteuer wird der Vorwurf ges zitterte unter ihren Füßen. Instinktiv will sie nach einen macht, uns mangele der Patriotismus. Ja, warum greifen denn denselben Balken über ihrem Haupte greifen, um sich festzuhalten, aber ursachen notwendig geworden waren. Der Kongreß im Jahre 1893 die patriotischen" Befürivorter der Steuer nicht in die eigene in ihren Armen hält sie den Säugling. Tasche, um ihren Patriotismus zu bekunden. Von der Straße habe ein gut Teil dazu beigetragen, daß die damals von der Regie- denn immer der Arbeiter sein, der die Kosten für den Staat aufaus bemerkt man ihre furchtbare Lage, sieht die unmittel- rung geplante Fabritatsteuer fiel. Der Protest der einheitlichen bare Lodesgefahr, in der sie sich befindet, und ruft ihr zu: Organisation der Tabatarbeiter, ihre Agitation in ganz Deutsch- zubringen hat. Wenn die geforderte Mehrbelastung des Tabaks Laß das Kind los!" Aber die Mutter fann ihr Kind land, habe damals ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Reichsregieangenommen wird, so bedeutet das für die Tabatarbeiter, daß sie ihre ganze Gristenz opfern müssen und zeitlebens zum Hungern nicht dem sicheren Tode überantworten. In dem instinktiven rung, die zu jenem Songreß eingeladen war, hatte keinen Vertreter verurteilt sind. Das darf niemand von uns verlangen. Bir aber Suchen nach Gleichgewicht packt sie den gewickelten Säugling entfandt und erklärte, daß sie dafür keine Beamten zur Verfügung können verlangen, daß man uns Tabatarbeiter nach den gleichen mit den Zähnen und findet nun mit den Händen Stüke habe. Ihr Verhalten rief um so mehr Empörung unter den Tabak- Grundsätzen behandelt, die anderen Induſtrien gegenüber ange an dem Balken über ihrem Kopfe. So hat die Frau in der Regel Beamte zur Verfügung hat. Uebrigens veranstaltete stenz verlangt. Durch das Gefeß von 1887 ist den Schnapsbrennern arbeitern hervor, als die Regierung ja für Unternehmerfongresse wandt werden. Von diesen hat man noch nie das Opfer der Eri fünf Stunden, fünf endlose Stunden am die Regierung bald darauf eine Enquete über die Verhältnisse in eine jährliche Liebesgabe von 45 Millionen Mark zugewandt Rande des Abgrundes gestanden: an den Balken der Tabatindustrie, ein Beweis dafür, daß sie wohl Aufklärung über worden. Jetzt, wo in der Spiritusindustrie ein Berkaufsmonopol geklammert, das Kind zwischen den Zähnen, unfähig, auch die Angelegenheit für notwendig erachtete. Der Redner erwähnte eingeführt werden soll, verlangt man nicht, daß die Brenner die nur um Hilfe zu rufen. Dann hat man sie gerettet... ferner die Steuervorlage von 1905, dann die Einführung der Liebesgabe zurückgeben, sondern sie sollen dafür, daß sie die LiebesUeber ganz Italien sind Kinder versprengt, deren Namen Bigarettenbanderolensteuer, die Kongresse und Protestbewegungen, gabe nicht mehr bekommen, entschädigt werden. Man will ihnen man nicht weiß, deren Eltern man nicht fennt Kinder, die die dagegen veranstaltet worden waren, und wies turz auf die ver- ihre Erzeugnisse zu guten Preisen durch den Staat abnehmen. von ihren Eltern vielleicht als tot beweint werden. So verderblichen Folgen hin, die schon die Tabatsteuer von 1879 sowie die Wenn man uns nach den gleichen Grundsätzen behandeln würde, öffentlicht die„ Tribuna" den Aufruf eines Fabrikbesizers sich gebracht haben. Nun werde allerdings von manchen Leuten daß man uns unsere Produkte zu guten Preisen abnehmen will. Davon ist aber keine Rede, weiteren Belastungen der Tabatindustrie für die Arbeiterschaft mit dann ließe sich über die Sache reden. aus Palermo, der am 30. Dezember aus den Armen eines behauptet, daß der jetzt vorliegende Entwurf der Reichsregierung Als wir für die Zigarettenarbeiter, die durch die Einführung der italienischen Matrofen ein kleines, in Messina gerettetes schon als gefallen anzusehen sei, aber man wisse ja aus alter Er- Zigarettensteuer arbeitslos geworden sind, eine staatliche UnterKind empfing. Das Kind wird beschrieben: blond, blau- fahrung, daß die Ansichten der Mehrheit der Reichstagsabgeordneten füßung forderten, erklärte der Reichsschatzsekretär Freiherr äugig, mit vierzehn Zähnchen, sehr sauber gewöhnt, scheint wandelbar seien, und darum müsse die Tabatarbeiterschaft alle b. Stengel, davon könne keine Rede sein. mit allen Lurusgegenständen, wie Klavier, elektrisches Richt, Straft einsehen, um die Vorlage zu Fall zu bringen. Die Reichs- Seit Bestehen des Reiches ist bei jeder Finanzreform erklärt Handschuhen, vertraut; es ist höchstens zwei Jahre alt, spricht tagsabgeordneten find zu dem Kongreß persönlich eingeladen. Er worden, der Tabak muß bluten. Das wird auch jetzt wieder erost von Maria und von" Toto" und wenn man ihm das schienen sind bis jetzt von der sozialdemokratischen Fraktion die Ab- flärt. Wir sind deshalb gezwungen, die Gründe, mit denen wir Bild eines Mannes in Uniform zeigt, so zeigt es mit den geordneten Geher, Lehmann und Legien, von der frei stets gegen die Belastung des Tabats angefämpft haben, aufs neue Fingerchen und sagt:„ Mein Papa!" Haben die Eltern des sinnigen Volkspartei Hormann- Bremen. Auf Einladung vorzutragen. Jetzt sollen durch die Banderolensteuer 77 bis der Reichsregierung ist diesmal berzichtet 78 Millionen mehr aus dem Tabak herausgeholt werden. Man Kleinen sich retten können oder ist das Kind allein auf der worden. Wie der Redner mitteilte, war die Bentraltommission sagt, in anderen Ländern bringt der Tabak den Regierungen mehr einstimmig der Meinung, daß, da die Regierung zu den früheren ein wie in Deutschland. Das stimmt aber nicht. Man beruft In Reggio hat der Pretor Varzi seine Frau und seine Stongressen feinen Vertreter gesandt habe, auch fortdauernd den sich in Deutschland immer nur auf die Steuer, die direkt vom fünf Kinder vom dritten Stockwerke seines Hauses mit ein Interessen der Tabatarbeiterschaft feindlich gegenüberstehe, alle Tabat eingeommen werden, ohne zu berücksichtigen, was die paar aus Leinentüchern geformten Striden gerettet. Sechs- Aufklärungsversuche sich ihr gegenüber als vergeblich erwiesen, es Tabatindustrie und ihre Nebengewerbe noch an anderen Steuern mal hat der Mann den ungeheuren Kraftaufwand vollbracht, feinen Zweck hätte, sie jetzt wiederum einzuladen. aufzubringen hat, die in den Monopolländern natürlich fortfallen. fich hinaufzuziehen und mit einem der Seinen im Arm Ferner ist zu berücksichtigen, daß in den Ländern mit höheren Tabaksteuern die Zahl der Tabalarbeiter viel geringer ist als in zurückzukehren. Als er das siebentemal hinaufstieg, um die Deutschland. Hier kommen auf eine Million Einwohner 2908 Sparkassenbücher zu holen, brach die Mauer des gegenüberTabatarbeiter. In Frankreich sind es 78 Proz. weniger, in stehenden Hauses zusammen und erschlug ihn. Der Referent A. v. GIm- Hamburg führte unter anderem Desterreich- Ungarn 61 Proz. weniger, in Italien 75,4 Proz. Genosse De Nava, der unter Ferri zwei Jahre Redakteur etwa folgendes aus: Alle Richtungen unter den Tabatarbeitern weniger, in England 73 Proz. weniger als in Deutschland. Auch im Avanti" war, befand sich am 28. Dezember in Archi, sind darin einig, daß wir gegen jede weitere Belastung des Tabaks in Deutschland würde die Zahl der Tabatarbeiter bedeutend zuoberhalb Reggio. Er hat seine Frau und sein kleines Kind energisch protestieren müssen. Ich gebe meiner Freude Ausorud rüdgehen, wenn die Mehrbelastung des Tabats eintreten sollte. heil aus den Trümmern gezogen und im Laufe desselben treten ist. Bertreter der christlichen Organisation fehlen hier aller Wert der Ware abgestuft ist. Die Abstufung, welche die Vorlage darüber, daß auch der Hirsch- Dunckersche Gewerkverein hier ver- Wir sollen also eine Banderolensteuer bekommen, die nach dem Lages noch 138 Personen retten können! Gerade in den dings. Sie haben zwar auch gegen die Tabatsteuervorlage agi- vorsicht, soll der Gerechtigteit entsprechen. Jeder Fachmann sieht fleinen Ortschaften der kalabresischen Küste hat die Energie tiert, aber sie nehmen einen Sonderstandpunkt ein. Die Christlichen aber, daß fie im höchsten Grade ungerecht ist. Nach der Abstufung einzelner Unglaubliches geleistet. machen uns den Vorwurf, wir seien nicht neutral. Ich betone, dieser der Vorlage bekommt beispielsweise der Raucher für 7 Pf. eine Ganze Spalten der Zeitungen sind voll von Namen Stongreß foll nicht den Interessen einer politischen Partei dienen, bessere Bigarre wie für 8 Pf. Man beruft sich auf die Bandesolcher Personen, die von ihren Angehörigen gesucht werden. sondern er soll die Interessen der gesamten Tabatarbeiter Deutsch- rolensteuer in Amerita. Aber dort beträgt die Steuer auf die So jucht eine Mutter nach ihrem einzigen Sohne, der im Elef- lands vertreten. Wir weisen deshalb den Vorwurf, daß wir nur zwanzigpfennig-( 5 Cents) Bigarre 6 Proz., bei uns dagegen 22 bis trizitätswerk von Messina angestellt war. Eine Frau den Interessen einer Partei dienen, ganz entschieden zurück. Unter 30 Broz. des Breises. Salmeri aus Messina sucht ihren dreijährigen Knaben, den sie Deshalb und wegen der großen Bedeutung der Tabakindustrie sind sein, daß 50 000-60 000 Arbeiter arbeitslos werden. Die Regieden Tabatarbeitern finden wir alle politischen Parteien vertreten. Die Wirkung der Banderolensteuer in Deutschland würde die gerettet weiß und von dem ihr jede Nachricht fehlt. Eine Frau alle Parteien des Reichstages an der vorliegenden Frage inter- rung wil ja die Hausarbeit nicht antasten. Aber wie soll denn bei Lella, die von den russischen Matrosen gerettet sein soll, wird essiert. Wenn unsere Bestrebungen Erfolg haben sollen, dann der großen Ausdehnung der Hausarbeit in der Zigarrenindustrie von ihrer Mutter und ihren Kindern gesucht. Der Direktor müssen wir schon den Versuch machen, die Bertreter aller Parteien Deutschlands die Steuerkontrolle ausgeübt werden. Die notwendige des römischen Wochenblattes The Roman Times" ist am in unserem Sinne aufzuklären, um fie für uns zu gewinnen. Leider Folge der Banderolensteuer würde sein, daß die Hausarbeit anders Abend des 28. Dezember in Messina angekommen und soll ist die Zahl derjenigen, die früher gegen jede Mehrbelastung des geregelt werden muß. Die dezentralisierte Form der Hausarbeit im„ Hôtel de France" Wohnung genommen haben. Jede Tabats im Reichstage auftraten, fleiner getvorben. Die Konser- müßte aufgegeben werden. Auch die Händler und Gastwirte müßten Nachricht von ihm fehlt, und er hinterläßt eine junge Frau vativen haben erklären lassen, daß sie für die Banderolensteuer sind. einer Steuerkontrolle unterzogen werden. Das würde ungeheure und sieben Kinder. Auf diesem Standpunkt standen sie 1893 nicht, als auch eine Bande- Kosten verursachen, die natürlich vom Ertrag der Steuer abgehen.. Beitung": Man fönne nur mit Schreden an die Wirkung dieser nach dem Wert der Fabrikate. In Amerika hat man eine solche rolensteuer den Reichstag beschäftigte. Damals schrieb die Streuz- Die Regierung legt besonderen Wert auf die Staffelung der Steuer Steuer denken.- Die Wirkung der heute geplanten Steuer wird Staffelung gehabt. Sie hatte die Folge, daß die Löhne der Arbeiter dieselbe sein, die sie damals gewesen wäre, es ist deshalb nicht zu ungeheuer herabgedrückt wurden, denn die Fabrikanten waren verstehen, daß die Konservativen heute eine andere Stellung ein natürlich bestrebt, möglichst billig zu produzieren. Dieselben Folgen nehmen wie 1893. Die Vertreter der Nationalliberallen haben werden natürlich auch in Deutschland eintreten. Deshalb ist gerade erklären lassen, daß sie nicht für die Banderolensteuer sind, aber diese Steuer besonders arbeiterfeindlich. In Amerika ist diese wir haben keine positive Erklärung darüber, wie sich die National- Steuerform auf Verlangen der Arbeiter bald wieder abgeschafft hat Profeffor Sieber erklärt, die Nationalliberalen würden nicht liberalen überhaupt zur Mehrbelastung des Tabaks stellen. Zwar worden. für die Banderolen- und die Inlandssteuer auf Tabat stimmen, Folgen für die Arbeiter der Industrie gehabt, daß sie als Warnung Die Banderolensteuer auf Zigaretten hat so schwerwiegende aber wir wissen nicht, ob Herr Hieber im Auftrage seiner Partei vor der Einführung der Zigarren- Banderolensteuer dienen tann. Die sprach. Das Zentrum hat eine Erklärung über seine Stellung Steuer hat die Zigarettenfabrikanten veranlaßt, sich nach billigen zur Tabatsteuervorlage noch nicht abgegeben. Wir wissen nur, daß Arbeitsmethoden umzusehen. Maschinen sind eingeführt und immer Messina, 17. Januar. In der vergangenen Nacht es einer Banderolensteuer nicht sympathisch gegenübersteht. Ein weiter vervollkommnet worden. Die Folge davon war, daß die sind wieder mehrere Erdstöße wahrgenommen worden, Teil der Zentrumsvertreter aus Streifen, wo die Tabatindustrie Handarbeit mehr und mehr zurüdging und viele Arbeiter und Ardarunter ein heftiger um 12 Uhr 45 Minuten, die eine große Rolle spielt, hat sich alleroings gegen die Erhöhung des beiterinnen der Zigarettenindustrie brotlos wurden. Nur große verschiedene Mauern zum Einsturz gebracht haben. Das Gewichtszolles ausgesprochen. Dagegen soll der Zentrumsabge- kapitalkräftige Fabrikanten können sich die kostspieligen Maschinen Wetter ist regnerisch. ordnete Trimborn gejagt haben: Das Reich braucht Geld, des- anschaffen. Infolgedessen werden die kleinen Fabrikanten durch die Meffina, 17. Januar. General Mazza hat an den Minister- halb muß der Tabak bluten. Die Stellung des Zentrums in dieser Konkurrenz der großen mit der Zeit ruiniert, denn die Maschinenpräsidenten Giolitti folgendes Telegrammt gerichtet: Die Kommiffion Frage ist keine einheitliche. Wie wird sich die freisinnige Frat- arbeit stellt sich um das vielfache billiger als die Handarbeit. Hand bes Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, die die Maßregeln tionsgemeinschaft zur Erhöhung der Tabaksteuer stellen? Bisher in Hand mit dieser Entwicklung geht die Verlegung der Zigarettenzur Wiederinbetriebnahme des Hafens studieren soll, ist hier ange- haben die Freisinnigen neben den Sozialdemokraten im Reichstage fabrikation von den großen Städten aufs Land, wo die Löhne billiger kommen. Der Bau von Baraden schreitet fort und wird nach der entschieden gegen die Mehrbelastung des Tabats gekämpft. Die sind. Schließlich wird auch die Zigarettenmaschine den Sieg über Anfunft von 200 Militärzimmerleuten schneller vor sich gehen. Doch Gründe, welche dafür maßgebend waren, bestehen auch heute noch. die Hausarbeit, davontragen. ist sehr viel Holz nötig, um Baraden zu errichten für die zum Aber eine offizielle Erklärung über die Stellung der freisinnigen Allerdings ist in der Zigarrenindustrie die Maschine bei weitem Wiederaufbau der Stadt erforderlichen zahlreichen Arbeiter und für Fraktionsgemeinschaft zur Tabalsteuervorlage liegt bis jetzt noch nicht in dem Maße anwendbar wie in der Zigarettenfabrikation. die Eigentümer, die die Trümmer ihrer Häuser durchsuchen möchten. nicht vor. Herr v. Payer hat sich zwar dazu geäußert, aber seine Aber wenn nicht durch die Maschine, so würden die Zigarrenarbeiter Das portugiesische Schiff„ Vasco de Gama" ist mit Material zur v. Payer ist gegen die Banderolensteuer, er meint aber, es ließe geschädigt werden. Aeußerungen geben zu großen Befürchtungen Anlaß. Herr durch den Rückgang des Konsums infolge der Steuererhöhung schtver Hilfeleistung hier eingetroffen. sich eine andere Form der Steuer finden. Was fann das für eine Das Reich braucht Geld, deshalb ist die Gefahr so groß für die Messina, 18. Januar. Es ist beschlossen worden, den Form sein? Wenn man nicht die Banderolen- und nicht die Wert- Tabatarbeiter aller Branchen. Schon durch die 1879 eingeführte Schutt ins Meer zu werfen. Man wird damit beginnen, die steuer will, dann wird man auf den Inlandszoll und die Gewichts- Tabaksteuer sind die Arbeiter ungeheuer geschädigt worden. Wenn Betten der beiden Flüsse, welche durch Messina fließen, zu steuer zurückkommen müssen. Dagegen hat sich aber auch Herr jetzt die Banderolensteuer eingeführt wird, so werden die Arbeiter reinigen, um Ueberschwemmungen zu verhindern. Der Ge- b. Payer früher erklärt. aufs neue schwer geschädigt werden. 40 000 Arbeiter würden sofort sundheitszustand der Bevölkerung ist ein befriedigender. Klar und bestimmt haben sich nur die Sozialdemokraten und entlassen werden, wenn man die Berechnung zu Grunde legt, welche Rom, 18. Januar. Nach einer Mitteilung des amerikanischen die Polen gegen jede Mehrbelastung des Tabats erklärt. Leider in der Begründung des Gefeßentwurfs aufgemacht wird. Die Botschafters an den Generalsekretär im Ministerium des Aeußern haben diese Parteien nicht die Mehrheit im Reichstage und des- Tabaksteuer von 1870 hat die Folge gehabt, daß die Fabrikation aus Bollati ist im Auftrage des Präsidenten Roosevelt von der Marine- halb ist die Situation für uns sehr beunruhigend. den Hauptorten der Tabakindustrie, Hamburg und Bremen, zum verwaltung in Washington für 500 000 Dollars Material zum Bau Früher haben sich auch die Handelskammern gegen jede Mehr- großen Teil nach Westfalen und Süddeutschland verlegt wurde, weil von 3000 Häusern mit allem Zubehör für die leberlebenden der belastung des Tabats ausgesprochen. Heut aber haben große Teile da die Arbeitslöhne niedriger waren. Diese Verschiebung der Erdbebenkatastrophe in Süditalien beschafft worden. Von sechs der Handelskammern eine entgegegengesetzte Stellung einge- Industrie würde sich auch an sich vollziehen, aber sie wird durch die Dampfern, die zum Transport des Materials und einer ausreichen- nommen. Nur die Bremer Handelskammer hat sich gegen die Steuererhöhung bedeutend beschleunigt. Der Reichsschatsekretär Aber auch Anzeigen Geretteter fehlen nicht. So zeigt ein Professor vom Nautischen Institut von Messina an, daß er verwundet im Palast des Fürsten Caetani in Rom liegt. Er bittet um Nachricht von seiner Frau und seinen vier Kindern. Wie soll wohl ein Kranker Genesung finden, der in Ungewißheit ist über das Schicksal seiner ganzen Familie? Ein Graf Murat aus Rom bittet um Nachricht von seinem Bruder, ein Rechtsanwalt Calari teilt mit, daß er in Sorent im Rathaus untergebracht ist mit Vater und Mutter, mit seiner Frau, zwei Schwestern und zwei kleinen Neffen, die durch das Unglück verwaist sind. • hat am 19. November 1908 im Reichstage behauptet, diese Vera, Industrie insgesamt produzierte, machte die Belastung nicht schiebung der Arbeiter von Nord nach Süd betrage in den leßten weniger als 4 100 000 t. aus. Durch die neuen Steuern würden 20 Jahren nur 7 Prog. Das ist nicht richtig. Es beträgt der Rüda die elenden Löhne natürlich noch viel mehr herabgedrückt. Wic Facharbeitsnachweile würde vernichtet. für gaitwirtschaftliche Angestellte. gang in Norddeutschland 25,6 Proz., die Zunahme in Süddeutsche groß das Elend jezt schon ist, zeigt der Bericht der Handelstammer land 138,8 Proz., also betrug die Verschiebung in 20 Jahren nicht des Bezirks Minden, wonach dort 5822 schulpflichtige Kinder in 7 Bros. sondern 164 Broz, der Tabakindustrie tätig sind. Eine Regierung, die sich erdreiftet, Anr 15. Januar fand eine vom preußischen Neuerdings geht die Verschiebung der Tabakindustrie auch eine Industrie mit so traurigen Arbeitsverhältnissen immer von Handelsminister einberufene Konferenz im nech dem Often dort find die Arbeitskräfte noch billiger zu neuem zu belasten, verdient bei der Arbeiterschaft nicht das min- Herrenhause statt, die sich mit obiger Frage beschäftigte. Zu haben wie im Süden. Die bedürfnislofesten, Proletarier wohnen deste Vertrauen. dieser Zusammenkunft waren geladen die Vertreter der im Often, an der Grenze Rußlands, demi wir uns immer mehr Sillier, Bertreter der Lithographen und Steindruder, weist größeren städtischen und gemeinnützigen Arbeitsnachweisnähern. Auch aus Leipzig und Berlin find die großen Bigarren- nach, wie verderblich auch auf diesen Beruf die neuen Steuern fabriken nahezu verschwunden. Die Folge dieser Verschiebung, die wirken müssen, ja, wie die Steuern schon jest ihre Schatten vorstellen in Preußen sowie die Vertreter der bestehenden VerFolge der fortgesetten Mehrbelastung des Tabals ist eine Herab- auswerfen, schon zu einer ungeheuren Steigerung der Arbeits- einigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Gastwirtsdrückung der Lebenshaltung der Tabalarbeiter. In den Orten iofigkeit außerordentlich stark beigetragen haben, der Berufs- gewerbes. Von den Verbänden der Gastwirtsgehilfen der Tabakindustrie sind viele schwächliche Personen ansässig, die in angehörigen find mit der Steinbrudarbeit für die Tabat- und und Hoteldiener waren erschienen Miller, der Tabakindustrie arbeiten. Was soll aus diesen Arbeitern Tabaifabrikatpadungen beschäftigt. Infolge der drohenben Steuer Borchard, Warnat und Boetsch. Iverden. Sie fönnen der auswandernden Industrie nicht folgen. werden jetzt schon Badungen, die bisher achtfarbig hergestellt Regierungsrat Dr. Neumann, der die Verhandlungen Ihre Griftens wird vernichtet. Westfalen würde aum Teil ent- wurden, nur noch fünffarbig, folche, die bisher fünffarbig, nur leitete, wies in feiner Eröffnungsrede darauf hin, daß die bölfert, wenn die dort ansässigen Tabatarbeiter feine Beschäfti- noch dreifarbig hergestellt. Das bedeutet um ein Drittel weniger verschiedenen Verordnungen gegen die gewerbsmäßige gung finden. Das kleine Eigentum, welches viele derfelben haben, Arbeitsleistung, weniger John und mehr Arbeitslosigkeit. Dazu Stellenbermittelung ziemlich erfolglos gewesen feien, daß die tommt die geplante Platatiteuer, die das Steindrudgewerbe nicht Die neuen Steuerpläne bedeuten also neue, fchwere Schädie minder hart treffen wird; bann der Umstand, daß infolge der Mißstände nach wie vor weiter besteyen. Eine Aendegungen der Arbeiter. Ihre Lebenshaltung wird um 60-100 Pro- unvernünftigen Bollpolitik der Auslandsmarkt für die deutscherung der Gefeggebung(§ 34 der Gewerbesent herabgefeht. Das ist eine Entwidlung zum Stulitum, eine Steindrudindustrie immer mehr abgeschnitten wird. Die Zi- ordnung) stehe deswegen bevor. Beabsichtigt sei, Bersumpfung ohne Ende. Jahrelang haben wir gekämpft und garvenbanderolensteuer wird die kleinen Bigarrenfabrikanten ber- Bestimmungen über die Gebührentarife der Stellenvermittler gearbeitet, um aus der Versumpfung herauszukommen, in die wir nichten und so den Weg ebnen für das Monopol, das die Arbeit zu treffen, ferner für die Vergehen höhere Strafen in Ausburch die 1879 eingeführte Steuer gekommen find. Wenn jekt der Lithographen und Steinbruder für die Tabakindustrie übersicht zu nehmen und die Bedürfnisfrage zur Einführung zu die geplante neue Steuer beschlossen wird, so würden wir wieder haupt beseitigt, wie man jetzt schon in Oesterreich keine Steins bringen. Wo ein Bedürfnis nicht vorhanden sein sollte, wird zurückgeworfen werden in das Glend, aus dem wir uns taum brudarbeit für die Tabakindustrie braucht. etwas herausgearbeitet haben. Unsere Bestrebungen, die Lebensloth, Buchbinderverband, bemerkt, daß es dem Uneinge- danach in Zukunft die Erteilung neuer Konzeffionen an haltung der Arbeiter zu verbessern, würden bereitelt werden. Wenn weihten seltsam erscheinen könnte, daß auch seine Organisation Stellenvermittler verweigert. Mit der Frage der gesetzlichen es. die Herren im Reichstage nicht wissen wir wissen es, und ganz besonders Grund habe, sich an dem Protest gegen die neue Regelung aber habe sich die heutige Konferenz nicht zu behier sind viele, die es am eigenen Zeibe erfahren haben, daß die Belastung der Tabatindustrie zu beteiligen. Es find aber allein faffen, sondern nur mit der Frage der Errichtung besonderer Labatarbeiter Jahr aus Jahr ein hungern mußten. Solches Un- in Dresden 500 im Buchbinderverband organisierte Arbeiter und Fachabteilungen bei den städtischen bezw. allgemein gemeinglück, wie die Tabafiteuer von 1879 aur Folge gehabt hat, darf der Arbeiterinnen mit der Herstellung der Verpackungen, der Kartons nügigen Arbeitsnachweisen. Reichstag, wenn er menschlich denkt, nicht ein zweites Mal her- für die Tabatfabrikate beschäftigt, und in Berlin find es 777. aufbeschwören. Die jest geplante Steuer muß die Konsumenten Dabei sind die noch unorganisierten Personen nicht mitgezählt, mann, Geschäftsführer des städtischen Arbeitsnachweises in Die Referenten, die Herren Jaekel und Brügge. belasten, denn von den Löhnen der Arbeiter kann nicht der ganze abgesehen davon, daß auch noch in anderen Städten eine große Dortmund, begründeten eine Reihe Leitfäße. Darin wird geBetrag der Steuer abgezogen werden, weil ihnen sonst nicht mehr Bahl von Arbeitern und Arbeiterinnen diese Art Arbeiten ausso viel bleiben würde, um auch nur das elendeste Leben zu fristen. führt. Die Arbeitslosigkeit muß natürlich durch die höhere Be- fordert die Errichtung von derartigen Facharbeitsnachweisen Trohdem wird man versuchen, die Löhne herabzudrücken und die taftung der Tabatindustrie auch in jener Branche ungeheuer an in jeder Provinz mit je einem Fachmann an der Spitze. Die Arbeitszeit zu verlängern. Was wir seit Jahren für die Erhöhung wachsen. Man wird fuchen, die Löhne, die sowieso schon in der Aufbringung der Mittel hat in der Weise zu erfolgen, daß die der Lebenshaltung der Tabafarbeiter erreicht haben, wird wieder Startonbranche äußerst niedrig sind, noch mehr herabzudrücken. Der fächlichen Ausgaben von den Gemeinden zu übernehmen sind, verloren gehen. Redner verurteilt in weiteren Ausführungen aufs schärffte die während das Gehalt für den anzustellenden Beamten durd) ganze verderbliche Zoll- und Steuerpolitik der Reichsregierung Beiträge der Angestellten selbst, durch Zuschüsse der Arbeitund ihrer Helfershelfer. Lührs Bremen, istenmacher, geigt, wie auch in geber- und Arbeitnehmervereine und durch staatliche und seinem Berufszweig die neue Belastung verderblich wirken muß, fommunale Zuschüsse aufgebracht werden sollen. weil man an der Ausstattung sparen wird. Sieht man doch jetzt Nach den Referenten kamen die Berterter der fchon in den Zigarrenläden immer häufiger die Aufschrift: Keine städtischen Arbeitsnachweise( es waren meist die StadtAusstattung beffere Qualität!" Wie die Stiftenmacher, werden räte, Dezernenten der betreffenden Ressorts, denen der Arauch die Belleberinnen noch mehr dem Elend preisgegeben werden. beitsnachweis untersteht) zum Wort. Aus ihren Mitteilungen estfalens eine ungeheure Empörung über die geplante Berzahl ablehnen, zu den Soften einer solchen Nachweisstelle für Schlüter Bielefeld berichtet, daß in der Tabatarbeiterschaft ging hervor, daß die Gastwirtebereinigungen es in der Mehrnichtung ihrer Egiftens Plak gegriffen hat, was fich auch darin bas gastwirtschaftliche Personal beizutragen. Es ist das schon zeigt, daß von dort allein 100 Delegierte gefandt find zum weiter nicht zu verwundern, es find ja nicht die Gastwirte, Songreß. 30 000 Menschen arbeiten dort am Tabak und find mit Ruin bedroht, von dem fast 100 000 Familienangehörige mit fondern ihre Angestellten, welche die Bermittelungsgebühren betroffen werden müssen. Glend ist jetzt schon ihr Los, Strankheit, zu tragen haben. Dagegen haben sich die Gehilfen stets und Invalidität und früher Tod. Die Protestbewegung ist allgemein, überall bereit erklärt, einen Teil der Stoften zu übernehmen. selbst Bastoren haben sich ihr angeschlossen. Der Pastor Bodel- Einige Städte, wie z. B. Düsseldorf( in den füddeutschen fchwingh erklärte in einer Rede: Die Bigarrenarbeiter sterben Staaten kommen noch mehrere andere in Betracht), haben die früh, am ersten stirbt meist die Frau. Sterben fie nicht früh, fo fämtlichen Stofsten der Fachabteilung übernommen. werden sie früh invalide." Er hat das auf Grund der Totenbücher festgestellt. Kommt die Tabafiteuer, so bedeutet fie den Leichen- nehmer- Vereinigungen erklärten fich die des Inter= Von den anwesenden Vertretern der Unter ftein für abermals Tausende von Tabatarbeitern. Die Reichs tagsabgeordneten sollten ber Regierung sagen, daß es Leute gibt, nationalen Hotelier Verbandes" für die Grdie das Geld haufenweise verpraffen; die follte man befteuern, richtung von Facharbeitsnachweisen. Sie sind bereit, zu den aber nicht das Elend der Tabalarbeiterschaft. Stoften beizutragen und auch ihre Stellenvermittelung aufShlohmann- Minden berichtet unter anderem, daß die zuheben, sobald durch die Facharbeitsnachweise Ersatz geFabrikanten sich zwar nicht in den Proteftversammlungen der schaffen worden ist. Arbeiterschaft blicken lassen, aber wenn irgendeiner mit den elenden Löhnen, die im Durchschnitt taum 600 M. jährlich ausmachen, nicht zufrieden sein will, erklären, daß fie auswandern vollten, die Arbeiter dann gar nichts mehr zu tun hätten. Berner Trebbin: Die Tabatarbeiter, die die frühere Zeit durchgemacht haben, wissen, was für ein Glend mit der neuen Tabalsteuer hereinbricht. Wir protestieren hier gegen jede Mehrbelastung des Tabaks nicht der Fabrikanten wegen. Wir protestieren auch nicht im Interesse der Händler und nicht der Konsumenten vegen, sondern wir protestieren hier im Intereffe der Arbeiter, die mit vieler Mühe dazu gekommen sind, ihre Lebenshaltung aufzubessern. Wir fordern im Namen der Gerechtigkeit, daß der Reichstag berüdsichtigt, was er mit der Annahme der Vorlage anrichten würde. Wir brauchen nicht übertreiben, wir sagen nur die Wahrheit. Wenn troßdem der Reichstag das Verbrechen begehen sollte, eine Steuererhöhung zu beschließen, so bringt er namenloses Unglüd über die armen Tabatarbeiter.( Debhafter Beifall.) In der Nachmittagssigung wurde mit dem zweiten Bunkt der Tagesordnung: Berichte der einzelnen Delegierten begonnen. Als erster Redner erhält Franz Schmidt- Dresden, Bertreter der Bigarettenarbeiter, das Wort. Er führt aus und beweist durch ein reichhaltiges statistisches Material, daß die 1906 eingeführte Banderolensteuer alle die verderblichen wir fungen auf die 8igarettenindustrie und vor allem für deren Arbeiterschaft ausgeübt hat. Er verurteilte scharf das Verhalten der Regierung, die zur Begründung jener Steuervorlagen anführte, daß die Zigaretten gegenüber den Zigarren allzusehr im Vorteil feien, und nun wieder, nachdem jener Rived erreicht ist, aus Gründen„ ausgleichender Gerechtigkeit", die Zigarrenindustrie mit neuen Steuern belasten will. Die Folgen der Zigarettensteuer zeigen fich unter anderem darin, daß die Maschinenarbeit selbst in solchen Fabriken eingeführt wurde, die bisher ausschließlich Handarbeit machten, die Preise immer mehr gedrückt, irbeiter und Arbeiteriunen in Maffe arbeitslos gemacht wurden. Die Firma Garbaty Berlin hatte vor Einführung der Banderolensteuer Birka 400 Handarbeiter; heute hat fie vier große Waschinen und nur noch 180-200 Sandarbeiter. Gleichzeitig hat diese Firma Stom missionsarbeit nach Cotta bei Dresden vergeben. Es ist nach Eine führung der Steuer allgemein geworden, daß die großen Firmen fowohl aus Berlin wie aus Dresden auf dem Lande Filialbetriebe errichten, um an den Arbeitslöhnen zu sparen. Die Firma Ma. noli Berlin beschäftigt nun in SchneidemühI 60-70 Arber Gemeinderat fich dem Proteft gegen die Steuervorlage an beiterinnen und zahlt bort für dieselben Sorten, für die es in Berlin 2,55-3,95. gibt, 1,60--1,90 M. Daneben hat infolge der Steuer die Lehrlingszüchterei sich entwickelt. In Dresden wird für die halbjährige Lehrzeit 20 M. Lehrgeld verlangt, das zurückgezahlt wird, wenn die Arbeiterin noch 1½ Jahre im Betribe bleibt. Dadurch sucht man sich stets einen Stamm äußerst williger und billiger Arbeitskräfte zu schaffen. Früher wurden in Dresdener Zeitungen oft 3igarettenarbeiterinnen nach aus tvärts verlangt, jetzt lieft man fast nur noch, daß hier und da eine Arbeiterin verlangt wird, damit fie auswärts auf dem Bande andere anlerne. Die Arbeitslosigkeit hat ungeheuer zugenommen, und diejenigen, die nicht in vollem Maße davon betroffen find, arbeiten bei verkürzter Arbeitszeit. Der Redner fordert zum Stampf auf gegen die neue Steuervorlage, gegen das ganze volts. feindliche Steuersystem und die Regierung, die auf Stoften einer fo elend bezahlten Arbeiterschaft immer neue Steuern expreffen Der Vorfigende verlieft eine Sympathieerklärung der obe. ration belaischer Zabalarbeiter, die die Hoffnung cussprechen, daß es ihren deutschen Kollegen gelingen möge, die Eteuerpläne abzuweisen. will. dürfe. 0 Seinzinger St.- Auheim im Maingau teilt mit, daß dort geschlossen hat. In der Hausindustrie werden bort 5 bis 7 M. bie Woche verdient. Stinder werden von frühester Jugend aur Arbeit herangezogen. fogenannten Christlichen Kellnerbundes", zwar auch eine Dagegen gibt der Pfarrer Fendt, der Leiter des platonische Biebeserklärung für den allgemeinen Arbeitsnach eis ab, erklärt aber gleichzeitig, die an die fogenannten Sellnerheime" angegliederten Arbeitsnachweise nicht aufheben zu wollen. Dieser sonderbare Verein wird von einer gehört zu thnen) geleitet, beschäftigt sich mit der Errichtung Anzahl evangelischer Geistlicher( auch Herr Lic. Mumm von Kellnerheimen und Vermittelungsbureaus, die schon mehrfach Streifbrecher bermittelten. Der Deutsche Brintmann- Springe in Westfalen: Die Zigarrenmacher Gastwirte Verband" bezeugte erst fürzlich diesem gehören zu den Wermsten der Armen. Die geplanten neuen Verein feinen Dank durch Ueberweisung von einigen hundert Steuern machen bei uns jetzt schon ihre Wirkung geltend. Als Mark. wir, den Protest dagegen beschlossen, darauf hinwiefen, wie viel Die Vertreter der zahlreichen bestehenden gelb. Existenzen dadurch vernichtet würden, meinte der Pastor, es nationalen Sellner- und Köcheverbände schade nichts, wenn die Leute aus der Gemeinde wegzögen. gaben recht gewundene Erklärungen ab und beerwickelten sich Gräbener Hanau: Wie andere Handelskammern, hat vielfach miteinander in Widersprüche, so daß der Regierungsca auch die in Hanau abgelehnt, gegen die Steuerborlagen zu vertreter mehrfach um flare Antworten ersuchen mußte. Die protestieren; aber ihr Borfikender hatte es um so eiliger, nach aweideutige Haltung dieser Verbände erklärt sich zunächst Berlin zu reifen, um mit Dernburg über die vermeindlich ge- daraus, daß fie felbft zum Zeil gewerbsmäßige fundenen Diamanten zu fonferieren. Die Finanzkommission des Stellenbermittelung betreiben. Einige haben Gemeinderats, in ber auch ein Bigarrenfabrikant fit, hat einen die Erhebung von Gebühren erst seit einiger Zeit und auch Protest ebenfalls abgelehnt, tveil die Handelstammer schon Stellung genommen habe. Nuft die Bigarrenfiften- und Formen- nur für ihre Mitglieder aufgehoben und plazieren desto mehr industrie wird aufs schwerste durch die neuen Steuern geschädigt Nichtmitglieder gegen Entgelt. Aber auch soweit sie kostenwerden. Schon jetzt wird mit Rücksicht darauf nur 5 Tage die lofe Vermittelung haben, möchten sie diese doch gern weiter Woche gearbeitet, und schon jetzt ist erklärt worden, daß, wenn behalten, weil die Stellenvermittelung vielfach ihr einziger die Borlage Gesez wird, viele Arbeiter entlassen werden müffen. Vereinszweck ist, durch den sie Mitglieder zu ergattern suchen. Berrat am Bolte wäre es, wenn die Abgeordneten der Vorlage ihre Stimme geben. Arnold Altona protestiert im Namen der Zigarrenforfierer gegen die Steuerpläne. Durch die Bigarrenbanderole werbe Von den Vertretern der organisierten. diefer ganze Beruf mit Vernichtung bedroht. Die Sortierung und Berpackung diene ja nur dazu, dem Käufer die Ware äußerlich Lange Herzberg am Harz schildert die traurigen 2öhne, fondere Leitfäße unterbreitet und von Poezich begründet. Sie Gastwirtsgehilfen und Hoteldiener wurden beansprechender zu machen. Wird die Banderolensteuer eingeführt, die dort in der Tabatindustrie gezahlt werden, und ruft ebenfalls fordern, daß die städtischen Arbeitsnachweise gänzlich gefo werde man die Zigarren mehr als bisher schon ohne Sortic- zum Protest gegen die neue Belastung auf. rung in Riften zu 500 und 1000 Stüd verpacken. Redner schildert, Kleine Holzhausen bei Pyrmont: Der Gemeinderat bührenfrei vermitteln und daß auch der Staat bezw. die Komwie die sowieso schon unzureichenden Löhne der Zigarren- wollte von einer Proteſteingabe an die Reichsregierung nichts mune die gesamten Unterhaltungskosten tragen soll. Minfortierer in den lebten Jahren zurückgegangen find, wie immer wiffen, weil der Streisamimann solches Vorgehen verworfen hatte. destens follen die städtischen Verwaltungen die fachlichen mehr weibliche Arbeitskräfte eingeführt wurden. Man müsse den Der liberale Abgeordnete des Kreises scheint nur zu geneigt, trob Unkosten, als Bureaumiete, Telephon usw., übernehmen, Protest gegen die neue Borlage in alle Welt hinausschreien, viel des zu erwartenden Elends, der Vorlage in der einen oder anderen während die angeschlossenen Organisationen eventuell den leicht würde die Reichstagsmehrheit es sich doch noch überlegen, ob Form zuzustimmen, obwohl er bei der Stichwahl versprach, gegen Beamten, den sie aus ihren Reihen zu wählen haben, zu befie wieder einmal Tausende von Arbeitern dem Glend preisgeben jede indirekte Steuer zu ftimmen. Der Redner mahnt aur zahlen hätten. Ferner wird die Anstellung von Fachleuten äußersten Vorsicht mit den Liberalen bei den Wahlen. Sorgt Goldschmidt, Vertreter des Verbandes der Hirsch. dafür, daß wirkliche Volksvertreter und feine Wolfeverräter ge- gefordert, auf keinen Fall dürfen die Nachweisstellen als geDunderschen Gewertvereine, erklärt, daß sich seine Organisation wählt werden. eignete Unterkunftsstellen für Militäranwärter betrachtet dem Proteste durchaus anschließe, und schildert, wesentlich im Mest er Leopoldshöhe( Lippe) führt aus, daß sowohl die werden. Die Leute, die an diesem Blaze stehen, müssen ein Sinne des Referenten, welche verderbliche Wirkung die geplante Tabatarbeiter seines Bezirks als auch die Lippeschen Ziegler mit tiefes soziales Verständnis besitzen, gepaart mit feinem Taftneue Belastung der Tabakindustrie haben muß, und daß, wie nach der Politik des Vertreters des dortigen Kreises, Abgeordneten Neu- gefühlt und Energie. Der Umgang mit den Arbeitsuchenden, 1879 eine Abwanderung der Tabakindustrie von Nord- nach Süd- mann- Hofer nicht einverstanden seien. In einer Berfammlung die Führung des Arbeitsnachweises überhaupt, darf nichts deutschland stattfand, bann eine solche vom Süden nach dem habe Neumann- Hofer versprochen, gegen die Steuererhöhung zu Bureaukratisches an sich haben. Eine weitere Forderung der Often mit seinen noch billigeren und anspruchsloseren Arbeits- stimmen, nachdem man ihm vorgehalten, daß er mit Hilfe der Ar- organisierten Gehilfen geht dahin, daß die Pächter städtischer fräften folgen werde, so daß in den bisherigen Giken der Ine beiter in den Reichstag gewählt worden sei. Wir wollen abwarten, und staatlicher Lokale durch Vertrag zu verpflichten find, ihr dustrie die Arbeiterschaft dem Hunger preisgegeben und nebenbei ob Neumann- Hofer Wort halten wird. auch die Armenlasten der Gemeinden steigen würden. Bartel Zuzenau: Der Abgeordnete unseres Kreises, der Personal nur durch den städtischen Arbeitsnachweis zu beEberle Bremen, Vertreter der Rautabatarbeiterschaft, be- Reichsverbandsgeneral Liebert, hat gezeigt, daß er von den Anziehen. merit, daß man es bitter empfinden müsse, daß gerade auch die gelegenheiten der Tabakindustrie nichts versteht. Er hat auf unsere Freifinnigen, denen ja der vorige Redner angehört, sich nur zu Einladung zu einer Versammlung geschrieben, er habe das größte leicht bereit zeigen, neuen Belastungen der Arbeiterschaft suzu Interesse für die Tabakindustrie und werde dahin wirken, daß die stimmen. Der Redner schildert dann die traurigen Folgen, die Steuer auf die tonfumenten abgewälzt werde. Diese Bemerkung die bestehenden Steuern schon der Arbeiterschaft seiner Branche beweise, daß Liebert auch von nationalökonomischen Fragen nichts zugefügt haben. Der Affordlohn wird nach Gewicht des Bro- verstehe. Kommerzienrat Bogel, der an den Batriotismus ber duftes berechnet. Die Gespinste und Rollen müßten nun immer Steuerzahler appelliert, jahlt seinen Arbeitern Stundenlöhne bon schwächer hergestellt werden. Stamen bor 1879 40 Rollen auf ein 20 Pf. Von solchem Lohn trird auch der größte Patriot feine Stilo, fo find es jetzt bis zu 120, die für den gleichen Preis gemacht höheren Steuern zahlen können. Die Steuererhöhung ist gleich werden sollen. Die Produktion der kleinen Genossenschaftsfabrit bedeutend mit der Grdrosselung der Tabatarbeiter. Darum fort der Kautabatarbeiter allein tvar im Jahre 1907 mit 53 300 M. mit dieser Vorlage. Zoll und Steuer belastet, und für die 50 000 Doppelgentner, die die! Hierauf wurde die weitere Debatte auf morgen verlagt. In die Pachtverträge der Inhaber von Bahnhofswirtschaften, Ratskellern, Markthallen usw. sind diesbezügliche Beftimmungen aufzunehmen. Desgleichen ist von den Stadtverivaltungen bei Ausstellungen oder sonstigen Veranstal tungen, die durch die Stadt in irgendeiner Form subventioniert werden, dies als Bedingung mit aufzustellen. Es sei ein Widersinn, wenn die städtischen Verwaltungen Arbeitsnachweise unterhalten oder doch fubventionieren, während die Bächter städtischer Lokale nach wie vor die gewerbsmäßigen Stellenbermitteler durch Zuweisung von Auf trägen unterſtüken. lich nicht gefaßt. Sodann wurde noch ür die Einrichtung öffenther Dienstbotennachweise verhandelt. Das Referat hizu hatte Fräulein Klausner die Leiterin des Bureaus ir die Vermittelung von weiblichen Personen bei dem Betralverein für Arbeitsnachweis in Berlin. Ihrem durchaussachlichem Referat legte sie die folgenden Leitfäße zugrunde: Keir Hardie in New York. Woche Schließlich wird gerdert, daß diejenigen Verbände, die der Sozialdemokrat, der zweiter Vorsitzender werden solle, müsse sich Unberechtigte Lohnkürzung. fich den städtischen Arbeisnachweisen anschließen, ihre eigenen| allen repräsentativen Berpflichtungen unterziehen. Die SozialDie Näherin Anna G. war bei dem Inhaber eitter Arbeitsstube Arbeitsnachweise unbedigt aufzugeben haben, und daß die demokraten erklärten, der betreffende Genosse werde die geschäfts- für Damentonfektion P. Wedwerth, Voigtstr, 6, bei einem Wochen Mitglieder der angeschlofnen Verbände bei der Vermittelungi mäßige Repräsentationspflicht übernehmen und auch, wenn es im lohn von 10 m. bis zum 5. Dezember 1908 beschäftigt. Sie flagte Interesse der Stadt liege, dieses Interesse beim Minister persönlich am Montag beim Gewerbegericht auf Bahlung einer Lohnentschädi unbedingt zu bevorzugen ind. bertreten. Die Nationalliberalen waren aber damit nicht zufrieden, gung für 14 Tage. Beschlüsse werden be derartigen Konferenzen bekannt sie verlangten, daß der betreffende Sozialdemokrat erforderlichen- leber Stindigung war nichts vereinbart. Etwa drei Tage vor falls zu Hofe gehen müsse. Darauf gingen die Sozialdemokraten der Entlassung wurde der Klägerin vom Beklagten gefagt, nicht ein, worauf die Nationalliberalen erflärten, ihre monarchische bag er wenig wenig zu tun habe, er würde fie aber weiter Gesinnung dulde es nicht, einen Sozialdemokraten als zweiten Vor- beschäftigen, tenn fie für 8 Mark die Lohn fizzenden zu wählen. Der Block hat darauf die Sozialdemokratie weiter arbeiten wolle. Das lehnte die Klägerin ab. Darauf überhaupt aus dem Präsidium ausfallen lassen. wurde fie entlassen. Die Behauptungen des Beklagten, daß sie die Papiere felbst gefordert und auch bei ihrem Weggange einen Anspruch auf Kündigungsfrist nicht geltend gemacht habe, London, 14. Jan.( Eig. Ber.) wurden von ihr bestritten. Das Gericht unter Vorsitz des Wie die englische Preffe heute aus New York berichtet, sprach Magistratstat Dr. Leo empfiehlt dem Beklagten, auf einen dort gestern Steir Hardie in einer öffentlichen Versammlung über Vergleich von 10 D. einzugehen, da er, wie selbst zugegeben, eine das Thema:„ Gin Umschwung in der britischen Politik und eine sofortige Lohukürzung eintreten lassen wollte. Er hätte aber der Rektion für Amerika". Er fagte, der Kampf der Arbeiterpartei lägerin ordnungsgemäß fündigen müssen und ihr dabei fagen wverbe folange dauern, bis die Regierung aus den Händen der vielen fönnen, daß fie nach Ablauf der Kündigungsfrist für Müßiggänger in die der Arbeiterklasse übergegangen fei. Solange 8 m. weiterarbeiten fönne. Beide Parteien nahmen den Vergleichsdie Arbeiter geteilt seien, hängen sie von der Gnade der Kapitalisten vorschlag an. ab. Die Reihen der amerikanischen Arbeiter seien gegenwärtig so geteilt, wie die der britischen Arbeiter früher tvaren. Das Ergebnis der Präsidentschaftsivahl zeige bies zur Genüge Der Versuch, die Arbeiter unter das Banner einer der kapitalistischen Parteien zu vereinigen, werde immer ein Mißerfolg bleiben. Dagegen laffen sich die Arbeiter- feien fie liberal oder konservativ, demokratisch oder republikanisch in eine einheitliche Arbeiterpartei organi fieren. Sie tun das in der Gewerkschaft, warum sollten sie es nicht in der Politik tun? Hardie sagte dann:" Ich bin aber überzeugt, baß eine Arbeiterpartei nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn fie fich vom sosialistischen Ideal leiten lagt! ie amerikanischen Arbeiter werden früher oder später zur Ginficht gelangen, daß ihnen nur zwei Wege offen stehen: Hörigkeit oder politische Selbständigkeit. Bir in Großbritannien haben unsere Wahl bereits getroffen und wir sind entschlossen, uns unsere wirt schaftliche Freiheit zu erkämpfen." 1. Algemeines Kennzeiche der gemeinnüßigen Dienstbotennachweise sei die Kostenlosigkei für die Arbeitnehmer. 2. Der Dienstbotenarbeitsnhweis muß leicht erreichbar sein und in guter Gegend liegen. 3. Die Sprechstunden sollengetrennt von denen für Arbeiterinnen und Aushilfspersonal fin. 4. Für Hausfrauen und enstmädchen müssen gesonderte Warteräume vorhanden fein. Fi die Verhandlungen find fleine Einzelräume vorzusehen. 5. Die Beamtinnen sollen nit nur beide Teile zusammenführen und die Abschlüsse buchen sie sollen nötigenfalls in die Verhandlungen eingreifen, insbesosere unerfahrene Hausfrauen und junge Dienstmädchen mit Ratinterſtüßen. 6. Jm Interesse einer langenBertragsdauer sind bei Vertragsabschluß die Arbeitsbedingung genau aufzuzeichnen. 7. In größeren Städten soll dießermittelung nicht an einem Buntt stattfinden, es soll möglichst i jedem Stadttell eine Filiale crrichtet werden. Alle Filialen msen von einer Zentralstelle geleitet sein. 8. Die Arbeitsnachweisbeamtinn müssen in ständiger Fühfung mit Hausfrauen und Dietmädchenvereinen bleiben. Sleine schon bestehende Arbeitsnachrise sind zum Anschluß an Den Bentralarbeitsnachweis zu berlaffen, Hausfrauen und Dienstbotenvertreterinnen eventuell& Mitarbeit an der Verwaltung heranzuziehen. 9. Für eine ständige Propagar in der Preffe durch Annoncen wie durch Lokalnotizen ist sorgen. Behörden sind zur Mithilfe bei der Propaganda zu banlassen. 10. Die Arbeitsnachweisbeamtin u eine gute Borbildung für ihren Beruf mitbringen. 11. Benn angängig, soll mit dem Beitsnachtveis eine fleine Herberge verbunden sein. 12. Die Arbeitsnachweise sollten sie entschließen, aur wirk fameren Propaganda gegen die gewerbhe Stellenbermittelung und gegen bie fich als gemeinnütige Beine geberdenden Mietbureaus, alle den gleichen Namen Benalarbeitsnachweis" angunehmen. Die Diskussion über diesen Punkt ar nur fehr gering; abweichende Meinungen wurden nicht atend gemacht. Parlamentarifoes. Die Bubgetkommiffion des Abgeordnethaufes hat die BeDer Kampf um die Feiertagsbezahlung. Um den Lohn für die Feiertage zu ersparen, hat der Tischler. meister Wilhelm Bolle, Gartenstr. 95, dem Beizer D. am 10. Degember zum 24. Dezember gefündigt und ihn auch mit denz Bemerken entlaffen, das Werkzeug fönne er aurücklassen und nach den Feiertagen wieder anfangen. Da D. aber Anspruch auf Bezahlung der Feiertage erhob, wurde er nach dent Feiertagen nicht wieder eingestellt. D. flagte am Montag beint nnungsschiedsgericht auf Bahlung von 11 M. Lohn für die beiden Feiertage. Er macht geltend, daß die Arbeitswoche ant 24. Dezember endete und da er im Wochenlohn stand, feien ihm die Feiertage zu bezahlen. Er habe auch den Bußtag bezahlt befommen. Der Vorsitzende, Sekretär Hagemann, ertlärte dem Stläger, es fei nicht üblich, den Arbeitern die Feierootage au bezahlen, es sei auch Judikatur aller Gerichte, daß auf Lohnzahlung für Feiertage, an denen nicht gearbeitet wird, kein Anspruch gemacht werden fann. Diese Erklärung des Vorsitzenden des Innungsschiedsgerichts steht mit dem Gefeß und der Rechtfprechung so ziemlich der gefamten Gerichte auf gespanntestem Fuße. Der Arbeitgeber ist zur Zahlung für die Feiertage verpflichtet, iven es sich um auf Bochenlohn beschäftigte Arbeiter handelt. Eine Belehrung des Junungsschiedsgerichtes durch die Berufungsinstanz er fibrigte sich aber, weil die Parteien sich verglichen. Sozialdemokratische Wahlerfolge in der Schwetz. In der Gemeinde Nidau bei Wiel wurden in der Gemeindeversammlung Bei 284 anivefenden Stimmberechtigten zwei Genoffen als Gemeinderäte wieder und ein Genosse neugewählt; ein vierter Genosse wurde als Gemeindeschreiber neu- und als Gemeindetassierer wiedergewählt. Die, Gegner hatten bergebens alle Sträfte aufgeboten, um die Sozialdemokratie zu besiegen. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Sächsisches Boykott- ,, Recht". Der Genoffe Grötsch von der Dresdener Boltszeitung" und der Genosse Neymann, Bezirksleiter des Bäckerverbandes, wurden am Montag vom Dresdener n Landgericht zu 150 beat. 80 M. Geldstrafe wegen Boykottbergehens berurteilt. Das Schöffengericht hatte seinerzeit diefelbe Strafe über die Angeklagten verhängt, worauf Staatsanwalt und beide Angeklagte Berufung einlegten. Bei diesem Erkenntnis ist besonders interessant, daß das Land gericht auch in der Versendung von Briefen eine öffentliche Auf forderung zum Boykottvergehen erblickte. 29 folbungsvorlage in zweiter Refung beendet th den Bericht fertige Hus Induftrie und Handel. geftellt. Der mehrere hundert Seiten umfahde Bericht wird in cinigen Tagen dem Plenum sugestellt werden. Das Maroffo- Weißbuch. 290 Aus der Frauenbewegung. Peters und das Frauenstimmrecht. Gin wirklicher Mann will doch den Frauen nichis borent halten, im Gegenteil, er ist der natürliche Freund und Beschüßer ter weiblichen Hälfte, nicht ihr Feind. Er liebt sie und möchte ihr Gutes tun. Man tönnte meinen, der Autor dieses Eages, in dem dic Frauenwelt in so altmodisch- treuherzig flingender Weise der ritter lichen Gesinnung des Mannes versichert wird, sei ein Biedermann von altem Schrot und Korn. Weit gefehlt! Es flingt wie Jronic, aber es ist tatsächlich fo: Bom Mabruf- Peters stammt dieser 3 ist Britisaje Arbeitsverhältnisse im Jahre 1908. fchöne Gemeinplay, von demselben Starl Beters, der in diesen London, 16. Januar. Die heute ausgegebene Labour Gazette" Tagen einen neuen ebenso grotesten wie erfolglofen Versuch machte, enthält auch einen Rückblick auf die Arbeitsverhältnisse im ver- das Urteil der gesamten gesitteten Welt über ihn durch den Spruch, floffenen Jahre. Es wird gefagt: Der allgemeine Niedergang cines baherischen Gerichts umftoßen zu lassen. Er schrieb diesen Staatssekretär b. Schoen hat im Dezemk fm Reichstage vers der Arbeitsgelegenheit, der während der legten Hälfte des Jahres Sak vor einiger Zeit in Nr. 301 des Scherlichen Tag" in einem sichert, daß ihm spätestens nach den Weihnachterien" ein Weißbuch 1907 einfegte, hielt das ganze Jahr 1908 an und obwohl eine fleine längeren Auffah, in dem der große Kulturpionier das Absurde der über Marotto zugehen werde. Bisher hat matergeblich auf das Befferung im November und Dezember eintrat, so war doch die Frauenstimmrechtsbewegung dartun wollte. Wenn mun Peters in Budh gewartet und jetzt weiß die Scherlpreffe itzuteilen, daß das Arbeitsgelegenheit im Jahre 1908 fchlechter als in irgend einem diesem Artikel auch in beinahe sentimentaler Weise von dem Weißbuch auch in der nächsten Beit n nicht erfcheinen Jahre feit 1892. Die langen Konflikte im Schiffbau- und Maschinen- Süter- und Schüberant des Mannes schwärmt, dem sich die Frau wird! Giniger Schriftftüde wegen, die miteöffentlicht werden baugewerbe und in der Textilindustrie haben auch indirekt andere unferer Tage wie in der Urzeit ruhig anvertrauen tann, fo müßte er nicht der sein, der er wirklich ist, wenn nicht irgendwo der brutale sollen, muß erst mit Frankreich) und Spanien interhandlung ge- Arbeitszweige in Mitleidenschaft gezogen. treten werden. Schließlich kommt das Weißbh nach Schluß der Gewaltmensch zum Vorschein kommen sollte. Das geschieht, indent Reichstagsfeffion und damit ist dann der HerStaatssekretär unPeters sich eines der Hauptargumente der englischen Antiftimme rechtsbelvegung gegen die Ausdehnung des Wahlrechts auf die angenehmen Auseinanberfegungen enthoben... Grauen zu eigen dacht. Nach seiner Darstellung lautet dies Argua ment pie folgt: Druckfachen. Aus dem Reidstage.( Nr. 1096.) erfichten über die Arbeitsverhältnifffe in den Betrieau 1. der Reichs- Marineverwaltung. 2. tönigl. preuß. Heeresverwaltig, 3. 4. " 5. bayerifd). fächstich. württemb ( Nr. 1106.)" Dentichrift über die Entwdelung der Schußgebiete in frita und der Sofee im Jahre 1907/08.( Tell B: Deutsch- Dftafrita. Teil C: Kerun. Teil E: Deutsch- Südwestafrila. Teil G: Samoa.) ( r. 1120.) Entwurf eines Gefezes zur Ergaumg der Gefeße betreffend Post dampffiffsverbindunge mit überfeeischen 2ändern. ( Nr. 1121.) Dentschrift über die wissenschafthen und filnst lerischen Unternehmungen, die aus Titeln der Eta für das Auswärtige Amt und für das Reichsamt des Innern fördert werden. Aus dem preußischen Abgeordetenhause. ( Nr. 42.) Bericht über die Ergebnisse de Betriebes ber bereinigten preußischen und hessisen Staatseifenbahnen im Rechnungsjahre 1907. to a hlen bor. Aus der Partei. sti Gemeindewahlerfolge. Folgende Biffern eigen bie Menderungen, die im Jahresdurch fchnitt in den Prozentfäßen der Arbeitslosen in den letzten 11 Jahren vorgekommen find: 1898: 2,8 Proz., 1899: 2,0; 1900: 2,5; 1901: 3,8; 1902: 4,0; 3.8: 1902: 1908: 4,7; 1904: 6,0; 1905: 5,0; 1906: 3,6; 1907: 3,7; 1908: 7,8 Proz. " Die Gesetze werden beschlossen von der Mehrheit der Männer Bum Verständnis diefer Zahlen muß bemerkt werden, daß sie welt, und ihre eigentliche Basis beruht auf der Tatsache, daß diese nur auf einer regelmäßigen Statistit von über 600 000 geverffchaft Mehrheit ihre tatsächliche Anerkennung auch jeden Augenblick durch lich organisierten Arbeitern beruhen. Bei den Nichtorganisierten ohe Straft ergivingen tönnte. Dies würde sich sofort vers dürfte der Prozentfag der Arbeitslosigkeit biel größer gewesen sein. fchicben, wenn Frauen in das Parlament fämen. Gs tönnte fich Der antliche Rückblid bespricht auch die Henderungen in den dann leicht ereignen, daß die Mehrheit wesentlich von Frauen ge= Lohnfägen:„ Gegen Ende des Jahres 1907 waren die Söhne höher bildet würde, die Minderheit aber erheblich mehr Männer enthielte gestellt wurden, das heißt feit dem Jahre 1893. Jn den ersten zwei Sei es doch ein altes Naturgesek, daß Macht vor Recht gehe und als in irgend einem Jahre, feit dem Lohnstatistiken systematisch auf und damit physisch stärker wäre. Die robe Straft wäre alsdann gegen das Gefeß und könnte es nach Belieben beiseite sehen." Wonaten des Jahres 1908 zeigten die Lohnänderungen eine auf alle fogenannten Ordnungen schließlich auf roher Gewalt beruhen. steigende Richtung, dann aber nahmen fie eine absteigende Nichtung Da haben wir ben echten, unverstellten Beters, der die heuch an. Im allgemeinen blieben sie im Dezember 1908 auf einem Terisch vorgenommene Maste des Ritters, Hüters und Beschüßers höheren Niveau stehen, als sie in den Jahren 1893-1906 waren. Der Frauen abgeworfen und nun sein wahres Antlik zeigt! Füz Die Benderungen in den Arbeitsstunden betrafen nur 21000 r- ihn gilt praktisch und theoretisch das Recht des Stärkeren. Das beiter. Bon diefen mußten fich 8000 eine Verlängerung der Arbeits- ist derfelbe Peters, der seine ungezügelten Herrenmenscheninstinkte geit um 5500 Stunden wöchentlich gefallen lafien, während 18000 ran redyt und wehrlosen schwarzen Weibern init Peitsche und Striek beiter eine Herabsetzung der Arbeitszeit um 26 000 Stunden pro betätigte. Woche erhielten." Soziales. Den Feinden des Frauenstimmrechts gönnen wir einen solchen Kämpen von Herzen. Gegner von diesem Kaliber vermögen der gerechten Sache des Frauenstimmrechts nicht nur nicht zu schaden, sondern nur unfreiwillige Agitationsarbeit für sie zu leisten. Die guten Sitten und die Victoria. Welcher Mißbrauch mit der Konturrenzflaufel unter den gegen- Frauenwahlrechtsdeputation zum Schwedenkönig. Die Kommiffionsberichte über die Beamten- und farrerbesoldung wärtigen in Betracht kommenden Gefeßesbeſtimmungen getrieben crfcheinen in den nächsten Tagen und find von der Sniglichen Hofwird, zeigte wieder einmal ein ellatanter Fall, der gestern( Montag) vor befuchten 35 Hauptvorstandsmitglieder der Landesvereinigung für Entsprechend dem Beschluß des Frauenfongresses in Derebro, buchdruckerei Wilhelm Grebe, Berlin SW. 68, zu biehen. Preis: der 4. Kammer des Berliner Staufmannsgericht zur Entscheidung politisches Frauenwahlrecht den König von Schweden, uni ihn Beamtenbesoldung( 4 Teile und Sachregister, 650 Sten) 8,50 W., fan. Der Kläger C. Richter aus Delbrüd war als Inspektor bei der Verfür das Biel ihrer Organisation zu gewinnen und seine Mitfathol. Geistl. 50 f., evangel. Geistl. 30 f. einfließlich Borto. ficherungsgesellschaft Victoria" mit dem bekannten wirkung zu erbitten. Die Damen behaupteten, daß fie" Frauen Benn die Bestellung bis zum 22. Januar eingeht, emäßigt sich Garantie" Bertrage engagiert. Nachdem er auf Grund diefes Ver- aller Bebefferungsflaffen" repräsentierten. Ihre Sprecherin, der Preis auf 5,40 9, 85 Bf., 20 f. Die Bendung erfolgt trages vom Tage der Kündigung teine weitere Gehalts- beziv. Dr. Lydia Wahlström, die neue Vorsitzende der Landesnur nach portofreier Boreinsendung des Betrages. Garantiezahlung erhielt, strengte er gegen die Gesellschaft die est vereinigung, die in ziemlich langer Rede dem König die unterDer Bericht über die Lehrerbejoldung erscheint fiter. stellungsflage an und beantragte, ihn von den Feffeln tänige Bitte um sein Wohlwollen für das Frauenwahlvecht vor des§ 18 des Anstellungsvertrages zu befreien. Dieser§ 18 lautet: trug, erging fich auch in lächerlichen Schmeicheleien, sprach von des Der Herr Snipettor darf weder vor noch nach Ablauf des Bernadottischen Königsstammes schönen Freisinnstraditionen in Vertragsverhältnisses, gleichgültig wodurch er herbeigeführt worden der Gesetzgebung für die Frauen", bon unseres Voltes immer ist, veranlassen oder auch nur zu veranlassen versuchen, daß ein stärkeren Vertrauen zu dem königlich männlichen Willen" und An 8 Baden liegen wieder einige Erfolge bei der emeinde: Versicherungsnehmer ober Beamter oder Agent der„ Victoria" oder dergleichen mehr. Der König empfing die Deputation natürlich nur auch ein Geschäftsvermittler eines Beamten oder sehr liebenswürdig, wie es Könige bei solchen Gelegenheiten immer Unsere Parteigenossen zu Daganden bei Agenten der Bictoria" von ihr abgeht beztv. die Tätigkeit au machen pflegen, und seine Antwort war föniglich nichtssagend. Starlsruhe behaupteten mit großer Mehrheit in der Wählerklaffe für sie aufgibt oder zu einer anderen Gesellschaft, welche die gleichen Er gelobte, die Sache im Auge zu behalten, erinnerte aber auch gegen den Zentrumsansturm den Sieg und errangen uch mit ihrem Borschlag in der zweiten Klaffe einen Achtungserfolg Ferner siegte Geschäftszweige betreibt wie die Victoria", übergehe beat. für solche daran, daß die Wahlrechtsreform der Männer sehr lange Zeit in die sozialdemokratische Lifte bei den Bürgerausiahwahlen der tätig sei; er darf ferner weder vor noch nach feinem Austritt Anspruch genommen habe. Nach solchen unverbindlichen Redensjemals irgend jemand über schriftliche oder mündliche Mit arten konnten die Damen wieder ihrer Wege gehen. Unsere Ge3. Klaffe in Singen bei Durlach und in Forchhim. teilungen irgendwelcher Art, die ihm von der Victoria" als ver- nofsinnen in Schweben haben bisher die mit großem Eifer betriebene Ein neuer Kämpfer. In Braunschweig erjien die erste traulich" bezeichnet werden, eine Auskunft geben. Sollte der Herr Agitation der Landesvereinigung für das allgemeine Frauenwahla Nummer des Empor!", ein gitationsblatt, da jeden Monat Inspektor vor oder wie lange auch nach feinem Austritt recht gebührend anerkannt und auch nach besten Kräften unterals ein Weckruf für das braunschweigische Land" hereskommen soll. gegen diese Bestimmungen oder auch nur eine von ihnen ver- flüht. Sie weifen aber entschieden den Gedanken zurük, dag Als verantwortlicher Redakteur zeichnet Genosse Rich Bagner forderung eine Wertragsstrafe von 1500 m. an die, Victoria" tänige Damendeputation vor dem König repräsentieren ließen. Sie Wagner- flogen, so ist er verpflichtet, fofort auf einmalige auf etwa auch die sozialdemokratischen Frauen sich durch jene unter wissen, daß ganz andere Mittel als Bittgänge notwendig sind, zu zahlen. Eine Bergewaltigung nach Berline: Mußr. Der Vorsitzende Assessor Dépène bemühte sich, den um das Wahlrecht zu erreichen. Ich hatte wirklich geglaubt", Wie die Freisinnigen zu Berlin, so haben in Firth 1. 2. die Kläger zur tüdnahme der Feststellungsflage zu veranlaffen, schreibt die Genoffin Signa Svensson, daß die FrauenLiberalen im Stadtverordnetenkollegium den Sozialemotraten die indem er ihm den Rat gab, er folle doch mal erst wahlrechtsvereinigung nun ihre Kinderschuhe abgelegt hatte, und Bertretung im Vorstand verweigert. Im Further Eadtparlament gegen den§ 18 berstoßen und abwarten, ob die Beflagte ihrer daß dergleichen, das man wohl in den ersten Zeiten einer jungen find unter 42 Mitgliedern 15 Sozialdemokrat n, fie bilden feits gegen ihn vorgehe. Der Kläger ließ sich aber nicht darauf Bewegung bielleicht hätte entschuldigen innen, jcht unmöglich Tie stärkste Fraktion des Kollegiums. Die Cozialbenotratie hätte ein und verlangte Urteilsspruch. Der Vertreter der Victoria" er gewesen wäre." also auf Grund ihrer Stärke Anspruch auf en erster Borsigenden, flärte, daß in dem§ 18 teine unzulässige Beschränkung zu erblicken fie wollte sich aber mit dem zweiten begnüge. Der rus National fei. Das Kaufmannsgericht entschied, daß der Kläger an den liberalen, Freifinnigen und De motratei bestehende Rathaus-$ 18 nicht gebunden sei. Er verstoße gegen die guten blod hat ihnen aber dieses Recht nicht zugeanden, und zwar aus Sitten, weil er weder nach Zeit noch nach Ort beschränkt feil byzantinischen Gründen. Die Nationallibealen haten verlangt, und den Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs auwiberlaufe! Braunschweig. " 3 VersammlungenVeranstaltungen. Verein für die Interessen der Hausangestellten. Mittwoch, den 20. Januar, 8 Uhr, im Sönigshof". Bortrag von Genoffin Bieg: Der Dienstboten Leid und Freud". Geffentliche politische Versammlungen. V. Berliner Wahlkreis. Hente Dienstag, den 19. Januar, S Uhr abends, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 1718( im Handwerker- Verein). Zages Ordnung: 1. Die Wahlrechtsräuber von Rixdorf. Referent: Genoffe Eduard Bernstein. 2. Freie Diskussion. 3. Diverses. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Einberufer. 23/2 Willi Friedländer, Elsaffer Straße 25. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 19. Januar 1909, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: Oeffentliche Frauenverfammlung. Tages Drdnung: Verband der Maler, Lackierer, Anstregher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. USW. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 21. Janua 1909 abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den ,, Arminhallen", Kommapantenstr. 58/59. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zur Generalersammlung in Köln( Stichwahl). 2. Der Reichstarif( Fortsetzung der Bkussion), 3. Verbandsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Achtung! 128/ 3* Die Ortsverwaltung. Achtung! Schneider- innung zu Berlin. Behufs Bornahme der Wahlen zu Beisitzern beim Anungs- Schiedsgericht werden gemäß der $ 8 2-6 des Rebenstatuts der Vereinigten Innungen zu Berlin, breffend das Schiedsgericht, die bei Mitgliedern der Schneider- Innung beschäftigten Gesellen, Arbeiter und Arbeicinnen, Hausdiener, überhaupt alle Personen, welche im Geschäftsbetriebe eines Innungsmitgliedes tätig sind, Mittwoch, den 20. Jannar abends 8½ Uhr, 1. Der Kampf der Frauen um die politischen Rechte. nag dem Lokale„ Lebensquelle", Kommandantenstr. 20( obere Saal), alte Arminhallen, hiermit eingeladen 2. Freie Diskussion. Referent: Genossin Zietz. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer. August Pohl, Naunynstr. 30. Sozialdemokratischer Wahlverein des IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 19. Januar, abends 8% Uhr: 213/1 5 Volksversammlungen in folgenden Lokalen: Sanssouci, Rottbuser Straße 6. Boeker, Weberstraße 17. Litfin, Memeler Straße 67. Elysium, Landsberger Allee 40. Tagesordnung in allen Versammlungen: Urania, Wrangelstraße 11. 1. 500 Millionen nene Reichssteuern, ein Raub am deutschen Volke. 2. Distuffion. Referenten sind die Reichstagsabgeordneten Genossen Brey- Hannover, Brühne- Wiesbaden, Emmel Mühlhausen, Noske- Chemnitz, Stücklen- Limbach- Mittweida. 215/6 0 Der Vorstand. Paul Hoffmann, Oppelner Straße 47. Tagesordnug: 1. Ergänzungswahl des Gesellen- Ausschusses. 2. Ergänzungswahl der Ersatzmänner des Gesellen- Aischusses. Zweite Versammlung: 9 Uhr. Tagesordnng: 1. Bericht der Belfiger vom verflossenen Geschäftsjah 2. Neutoahl von acht Beisitern und zwei Erfagmann. Zum Mitgliede des Schiedsgerichts soll mur berufen den, wer das 30. Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für sich oder seine FamiliArmenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht erhalten oder die empfangene Unterstügung zurüderstattet hat. Personen, welche zum Amte eines Schöffen unfähig fit( G. B. G. vom 27. Januar 1877[.- G.- B. 187 G. 41]§§ 31, 32) fönnen nicht berufen werden. Zur Zeilnahme an den Wahlen(§§ 3 und 4) ist r berechtigt, wer das 25. Lebensjahr vollendet hat. Die Legitimation zum Eintritt in die Versammlung ist dur das Mitgliedsbuch entweder der Orts- Krantentaffe der Schneider oder einer eingeschriebenen Hilsstaffe oder eir Betriebskaffe, welche nach§ 75 des Krankenkassengesetzes zugelassen ist, zu führen. Im Auftrage des Gefellen- Ausschuffes: ustav Gebauer, Anhaltstr. 15. Berlin, den 19. Januar, 1909. BrustKaiser's Caramellen. Der Vorstand der Schneide Innung zu Berlin.G 5500 not. begl. Zeugnisse verbürgen die sichere Wirkung bei Husten Heiserkeit, Katarrh, Keuchhusten. Paket 30 Pf. Kaiser's Brust- Extrakt Flasche 90 Pf. Zu haben in Apotheken u. Droger. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle Rixdorf. Zweigverein Berlin. Sektion der Fliesenleger. Donnerstag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, bei Thiel, Berg: Mittwoch, den 20. Januar, abds. 8 Uhr, bei Meyer, Dranienftr. 103: ftraße Nr. 151-152: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht der Verwaltung und Kommissionen. 2. Staffenbericht. 3. Wahl der Ortsverwaltung und Kommissionen. 4. Wahl der Beitragsammler. 5. Wahl der Delegierten zur Innungsfrankenkasse. 6. Verbandsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 77/15 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 20. Januar, abends 8, hr, bei Freyer, Koppenstraße 29: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Zages.Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Krifis und die Gewerkschaften." Referent: Genosse Max Grunwald. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Vertrauensmännerfarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. 77/16 Die Ortsverwaltung. Maschinenarbeiter. Montag, den 25. Januar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Branchen- Verfammlung. Näheres fiehe Sonntagsinserat. E Die Branchenkommission. Große Dienstboten- Versammlung Morgen, Mittwoch, den 20. Januar, abends 8, Uhr, im Lokale " Königshof, Bülowstraße 37/40. Referentin: Frau Luise Zietz hema: ,, Der Dienstboten Leid und Freud". Wir erwarten, daß alle Genossen und Genosfinnen für guten Besuch der Versammlung agitieren und die ihnen bekannten Dienstboten auf diese Bersammlung aufmerksam machen. 280/10 136/4 General- Versammlung der Fliesenleger- Sektion. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Wahl des Sektionsvorstandes. 3. Berufsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. Die fäumigen Kollegen sind ganz besonders geladen. Der Sektionsvorstand. S. 2.: H. Waldheim. MANOLI Cigarettes Abbas 3 Pfe. Chic 4 Pfg Gibson Girl 5Pfg Reichel's echter Wacholder- Extrakt Marke ,, Medico" wird mit vielseitigem Erfolge gegen Rheumatismus, Gicht, Ischias, Hämorrhoiden, Magenschwäche. Frauenleiden, Blasens und Nierenleiden, Hustenleiden, Asthma 2c. gebraucht, ist schleimlösend auf Brust und Lunge, treibt Erkältungen aus dem Körper, regt Appetit u. Verdauung an und ist ein Blutreinigungsmittel fondersgleichen. Unerreicht in seiner, für alle Teile des Organismus wohltätigen Wirkung. Tansende verdanken ihm ihre Gefundheit! In Flaschen a 75 Pf., 1,50 und 2,50, große Blechtanne M. 6,-, einzig echt von Berlin S0. 43, F.- Anschlüffe Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. IV. 4751, 4752, 4753. Wo in ben Drogorien und Apotheken nicht erhältlich, hier frei Haus andere Füllungen. drücklich Marke Warnung: Pan Flange Medico und nehme feinesfalls 16, Carmen Sylva H.& P. Uder, Engel- üfer 5. Cigaretten Beste Qualitäten Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. kannten Marken Zigaretten 70 Amt IV, 3014. Gustav Kraus Obermeister. 280/11 Verband de Fabrikarbeiter Deutschlands. _ahlstelle Groß- Berlin. Bureau: Linienftr. 3. Geöffnet von 9-1 u. 4-8 Uhr. Telephon: III, 938 Bezirks- Versammlungen minachfolgenden Tagesordnungen: Mittwoc den 20. Januar, abends 8%, Uhr. Für Südost Hahn, Laufiger Platz 8. 1. Bortrag 8 Genossen Ritter:" National und International". 2. Distuffion. 3.Bericht der Bezirksleitung. 4. Neuwahlen. 5. Stellung. nahme zur Genewerfammlung. 6. Wahl der Delegierten. Mittwh, den 20. Januar, abends 8 Uhr. Für Ober- Scöneweide bei Schulte, Wilhelminenhofstraße. 1. Bericht d Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme zur Generalversammhg. 4. Wahl der Delegierten. Donnerang, den 21. Januar, abends 8%, Uhr. Für Nordenbei Kramer, Huffitenstr. 40. 1. Bericht ŕ Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme zur Generalversammng. 4. Wahl der Delegierten. Für Nordwst bet Kirschkowski, Benfelstr. 9. 1. Bericht Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 8. Stellungnahme sur Generalversammmg. 4. Wahl der Delegierten. Für Osten et Zietz, Warschauer Straße 61. 1. Berichter Bezirksleitung. 2. Reutvahlen. 3. Stellungnahme zur Generalverjamlung. 4. Wahl der Delegierten. Fur Charltenburg im Volkshause, Rofinenstr. 3. 1. Bericht a) Der Bezirksleitung, b) Der Delegierten zur Gewerkschaftsfommiffi, c) Bericht von der Boltshauskommiffion. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme zur Generalversammlung. 4. Wahl der Delegterten. Für Spandu bei Gottwald, Schönwalder Straße 80. 1. Berid der Bezirksleitung. 2. Bericht der Kartelldelegierten. 3. Neuwahlen 4. Unser Stiftungsfest. 5. Geschäftliches. Für Köpeick bei Joch, Grünauer Strake 7. 1. Jahre ericht sämtlicher Funktionäre. 2. Disfuffion. 3. Neuwahlen. 4. Stellungname zur Generalversammlung. 5. Wahl der Delegierten. 6. Verbandsgelegenheiten. Für Weißnsee bei Content, Rehberstr. 5. 1. Berichder Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme aut Generalversamlung. 4. Wahl der Delegierten. Für Rixdef bei Hennig, Zietheuftrafte 69. 1. Berid der Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme zu Generalversammlung. 4. Wahl der Delegierten. Für Schöeberg bei Gebhard, Gothenstr. 28. 1. Berich der Bezirksleitung. 2. Neuwahlen. 3. Stellungnahme zur Generalversamlung. 4. Wahl der Delegierten. Die Arsammlung für Köpenick und Weißensee wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. 63/1 Beds Ausübung einer Kontrolle über die Teilnahme an den Bezirksversamlungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Mitglieder ihre Bücher itbringen sollen, um den Besuch der Versammung durch Stempel im Sitgliedsbuch eintragen zu fönnen. Da in de Bersammlungen die Wahl der Delegierten zur nächsten Generalversammlung vor sich geht, erwarten wir bestimmt, daß die Mitglieder zahltei und pinktlich erscheinen. Die Bezirksleitungen. 63/2 Kufeke Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Kindernahrung Krankenkast Darmkatarrh, etc. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u Berlagsnstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Nr. 15. 26. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Heute Dienstag, abends 81%, Uhr, findet in oen Arminhallen", Stommandantenstr. 58/59, eine Frauenversamm. lung statt. Genoffin Bieg spricht über:" Der Kampf der Frauen um die politischen Rechte". Frauen und Mädchen, erscheint in Massen zu der für Euch so wichtigen Versammlung. Der Einberufer. Tagesord Dienstag, 19. Januar 1909. des mann sucht seinem Besuch möglichst viel Aufmerksamkeiten zu Bodenreformer, dem Bund für Sozialpolitik, der deutschen teil werden zu lassen und dafür zu sorgen, daß es dem Besuche Gartenstadt- Gesellschaft, der Landesgruppe Brandenburg gefällt, aber diese Annehmlichkeiten des Besuches bestreitet der Bundes Heimatschuß, der Zentralkommission der Krankenkassen Privatmann aus seiner Tasche. Wenn aber der Staiser Berlins und der Vororte sowie einer großen Zahl anderer gemeinnüßiger Vereine und Gesellschaften. Besuch bekommt, ist das anders. Da greift die Stadt in ihren Dr. Jablonsti veranschaulichte durch Vorführung von an Sädel und wendet für den kaiserlichen Besuch erhebliche Lichtbildern die feit 1886 in Groß- Berlin geschehene WaldSosten auf. verwüstung. Man tue den Bandalen Unrecht, wenn man sage: Der Magistrat begründet seine Bereitwilligkeit zu festlichen es fei wie bon Vandalen in den Wäldern gehaust worden; die Empfängen fremder Souveräne mit dem Hinweis, daß es gelte, Bandalen haben eine derartige Berwüstung taum angerichtet. Achtung, fünfter Wahlfreis! Seute, Dienstag, abends zu guten Beziehungen zu den verschiedensten Ländern bei- enn dem Volke die Walderholungsstätten genommen werden, 8 11hr, spricht Genoffe Eduard Bernstein in den Sophien- Sälen, zutragen. An fich billigen wir die Bestrebungen, die darauf dann werde es der Trunksucht und Prostitution verfallen. Schuld Sophienstr. 17/18( handwerkerverein), über das Thema hinauslaufen, zu verschiedenen Völkern und nicht zuletzt zu spekulation. Diese von privater Seite unternommene Spekulation diesem Mißstand habe die überhandnehmende BodenDie Wahlrechtsräuber von Rigdorf". England in freundschaftliches Verhältnis zu treten. Nur befei auf Staat und Gemeindebehörden nicht ohne Einfluß geblieben. Für zahlreichen Besuch der Versammlung bitten wir zu agitieren. streiten wir, daß diese Absicht durch den gegenseitigen Besuch( Rufe: Minister v. Podbielsti!) Das deutsche Wolk, daß sich Der Borstand. der Fürsten in irgend einer Weise gefördert wird. 1870/71 feine Einheit erkämpft habe, werde, wenn es den Kampf Charlottenburg. Heute abend 81%, Uhr findet im großen Saale Um die Einzugsstraße festlich zu schmücken und das Königs. einheitlich und energisch führe, auch in dieser, die wichtigsten des Voltshauses die Generalversammlung des Wahlvereins statt. paar seitens der Stadt zu begrüßen, fordert der Magistrat Lebensinteressen des deutschen Volkes berührenden Frage den Tageordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Emil von der Stadtverordnetenversammlung nicht weniger denn Sieg davon tragen.( Lebhafter Beifall.) Landtagsabgeordneter Eichhorn. 2. Disfuffion 3. Bericht des Vorstandes und der 60 000 Mart. Ob diese Summe reichen wird, steht noch einen ganz ähnlichen Kampf führe. In den meisten anderen Dr. Hintmann( Elberfeld) bemerkte, daß man im Rheinland Funktionäre. 4. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 5. Vereins- dahin, man muß sich auf Nachforderungen gefaßt machen. Daß Brovinzen fei es um die Walderholungsstätten nicht viel beffer angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. die Stadtverordnetenversammlung diese Summe mit Hurra bestellt. Baumeister Janssen zeigte, ebenfalls an der Hand Brit- Bukow. Heute abend 8 Uhr findet bei Weniger die bewilligen wird, steht heute schon fest. In solchen Sachen von Lichtbildern, wie in Groß- Berlin immer mehr Mietstasernen Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Bor- find unsere Freisinnigen immer bewilligungsluftig. Ja, würde auf dem Boden abgehauener Wälder entstehen. In Groß- London standes und der Funktionäre. 2. Neuwahl des Vorstandes und der es sich um Anträge auf Erhöhung der Löhne städtischer Ar- wachsen die Barkanlagen jährlich um 43 hektar, in Groß- Berlin Funktionäre. 3. Wahl von zwei Delegierten zur Streisgeneral- beiter handeln oder um durchgreifende Maßnahmen zur Be- verfallen die Bartanlagen immer mehr der Bauspekulation. Ein bersammlung. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. tämpfung der Arbeitslosigkeit, dann würden die Herren zeigen, folches Verfahren könne sich die deutsche Reichshauptstadt, die mit Köpenid. Dienstag, den 19. d. M., abends pünktlich 8 Uhr, daß fie angesichts der Finanzlage der Stadt", wie es so schön ihren Nachbarorten etwa sechs Millionen Einwohner zähle, nicht weiter gefallen lassen.( Lebhafter Beifall.) Dr. v. Mangoldt nung: Bericht und Neuwahl der Funktionäre. Anträge die„ Cölln. heißt, den Daumen böse auf den Geldbeutel drücken könnten. führte aus: Mit feiner Ware werde von den Eigentümern derBorstadt" betreffend. Haustassierung usw. Vereinsangelegenheiten. Eduard nach dem Rathause einzuladen, welcher Einladung er fei hohe Zeit, daß diefem unhaltbaren Zustande durch VerstaatUebrigens verlautet, daß der Plan bestehe, den König artig rüdsichtslos verfahren, wie mit dem Grund und Boden. Es Bankow. Morgen Mittwoch: Flugblattverbreitung im 1. Bezirt. mit dem Staiser auch Folge zu leisten gedente. Dann werden lichung oder Berstadtlichung allen Grund und Bodens ein Ende Die Zahlabende Katuschte und Schwarz helfen bei Kursch, Schloßstraße, diejenigen bei Larsen und Herrmann helfen bei Wunderlich, wohl unsere Freisinnigen ganz und gar aus der Jacke gehen gemacht werde. Wer noch einen Funken Vaterlandsliebe habe, müsse für möglichst baldige Beseitigung dieser himmelschreienden Floraftraße, ebenso der bei Hoffmann tagende Bezirk im Abendrothschen und Freudenpurzelbäume schlagen. Zustände mitarbeiten.( Lebhafter Beifall.) In demselben Zahlabend. Sinne sprachen Professor Dr. Sentig. Profeffor Dr. Bete tamp, Dr. Neuhaus, Albert Rohn, lekterer im Namen der Bentralkommission der Krantenfassen, Frl. Elfe Lüders im Namen der verbündeten Frauenvereine. Die Rednerin bemerkte: Wenn die Frauen erst das allgemeine Wahlrecht haben werben, dann werden sie dafür sorgen, daß Groß- Berlin ebenfalls alljährlich einen neuen Part erhalte. Herr GoldSirsch- Dunderschen Gewerkvereine. Lehrer Kald wies auf schmidt erklärte sein Einverständnis im Namen der die Notwendigkeit genügender Bartanlagen im Interesse der tinder, insbesondere der Kinder der Armen, hin. Es sprachen noch in demselben Sinne Sanitätsrat Dr. Beerwald im Namen des deutschen Vereins für Wolfshygiene, Dr. Mallwik im Namen der Berliner Hochschulsportvereine, Frl. Söchting im Namen der Gewerkvereine der Seimarbeiterinnen, Amtsgerichtsat Dr. Liepmann im Namen der Jakob Plant- Stiftung, Inindustriellen Beamten, ferner Dr. med. Seise und Stadtgenieur& üdemann im Namen des Verbandes der technischverordneter Neutrans( Charlottenburg). Donnerstag: Deffentliche Versammlung im„ Kurfürsten". Referent: Landtagsabgeordneter A. Hoffmann. Der Borstand. Rummelsburg. Es wird nochmals darauf hingewiefen, daß am Donnerstag, den 21. Januar, abends pünktlich 8, Uhr, im Lokale von Wwe. Weigel, Zürrschmidtstr. 45, ein Geschichtsfurfus beginnt. Bum Bortrag kommt: Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts ( zweiter Teil). Bortragender ist Dr. A. Comady. Der Kursus beitrag von einer Mart ist von den Mitgliedern des Wahlvereins für Rummelsburg nicht zu zahlen. Der Vorstand. Recht rege Beteiligung erwartet Friedenau. Die Gemeindewählerliste liegt bis zum 80. Januar wochentägig von 8-3 im Gemeindebureau, Feurigstr. 8 aus. Auch nehmen die durch Blafate fenntlichen Geschäfte Einsicht in diefelbe. Friedenau. Heute abend 8%, Uhr im Rheinschloß, Rheinftr. 60: Ordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1: Unsere nächsten Aufgaben". 2. Die bevorstehende Gemeindewahl. 8. Auf nahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Was die Litfaßsäule erzählt. Gleich einem stolzen Leuchtturm ragt sie aus dem flutenden, brandenden Weltstadtgetriebe auf. Durchdrungen von ihrer Notwendigkeit und Wichtigkeit blidt sie mit unerschütterlicher Ruhe hinein in das brodelnde, quirlende, hastende Berliner Leben, und die brausenden Wogen des nimmerruhenden Verkehrs brechen fich an ihrem bunt gepangerten umfangreichen Leibe. Sie fühlt sich. Und das mit Recht. Denn sie ist zweifellos eine außerordentlich interessante und fesselnde Persönlichkeit, die jedem etwas au bieten hat. Alsdann gelangte eine lange einstimmig zur Annahme, in der es unter anderem heißt: Erklärung " Die Vernichtung der Wälder und die übermäßige Bu fammenbrängung der Bevölkerung gefährden und schädigen die Gesundheit außerordentlich, führen zu einer Berleugnung alles fittlichen Zusammenhanges mit dem Heimatboden und erschweren es auf das äußerste, die Kultur der Stadtbevölkerung über ihren In früher Morgenstunde, wenn der Mond noch verschmigt durch zerrissene Wolfenschleier das nächtliche Straßen leben belauscht, wenn trinkfeste Schlemmer mit fallender Stimme ihrem Heime autorkeln und der Schußmann, dicht vermummt, schläfrig aus einer Haustürnische blinzelt, madyt Fräulein Litfaß unter den kundigen, flinken Händen weißbehemdeter Diener, die mit Kleisternapf und Reiter bewaffnet Mariendorf- Südende. Heute Dienstag, den 19. Januar 1909, find, Toilette. Nach Art höchst distinguierter Damen wechselt abends 8 Uhr, im Lotale des Herrn Zierod, Kurfürstenstr. 44, fie täglich ihr Gewand und trägt ein Kostüm prinzipiell nur Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Raffierers und der Funktionäre, 2. Distuffion. einen Tag. Ihr Kleid ist stets originell und vielfarbig zu3. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 4, Bereins- fammengeftüdt" und wenn Berlin erwacht und die ersten Der Borstand. schüchternen Strahlen der Morgensonne die Kirchturmspigen Reinickendorf- West. Heute abend, 8%, Uhr, findet in den Eichbergolden, reckt sie ihre hohe Gestalt neugeschmückt aus dem bornsälen( Inhaber H. Schiller), Eichbornstr. 60, die Generalver- wirren Knäuel des beginnenden Straßenlebens. Mit un- ießigen Stand zu heben. Tagesordnung: 1. Bericht des fehlbarer Sicherheit lenkt sie die Blicke der Baſſanten auf ihr sammlung des Wahlvereins statt. Borstandes, Bericht des Kaffierers. Bericht sämtlicher Funktionäre. inhaltsschweres Aeußere. Nie verfehlt sie ihre Wirkung, und 8. Wer wenn es auch nur flüchtige Eroberungen sind, die sie macht, 2. Neuwahl des Vorstandes und sämtlicher Funktionäre. schiedenes. Ohne Mitgliedsbuch fein 8utritt. so ändert das nichts an der Tatsache, daß fie im Mittelpunkte Zegel. Heute Dienstag, abends 8%, Uhr, findet in Julius des öffentlichen Interesses steht. Ein Borzug, um den fich Klippensteins Seeschlößchen", Spandauer Straße 4, die General- biele vergeblich bemühen. Mit einem Wort: Fräulein Litfaß versammlung des Wahlvereins ftatt. Tagesordnung: Bericht der ist unwiderstehlich, im Gegensatz zur holden Berolina, die mit Funktionäre und Neuwahl derselben. Statutenberatung. rührender Langmut die Hand ausstreckt und doch unbeachtet bleibt. angelegenheiten und Verschiedenes. " Nieder- Schönhausen. Heute 8 Uhr abends findet im Schwarzen Adler", Blankenburgerstr. 4, eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: Deutschland in der Welt voran! Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse A. Stadthagen. Bossen. Am Sonntag, den 24. Januar, nachmittags 4 Uhr, findet im Saale des Herrn Sturzner die Generalversammlung bes Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mit glieder. 2. Jahresbericht des Borstandes. 8. Abrechnung vom vierten Quartal. 4. Wahl des Gesamtvorstandes. 5. Anträge. 6. Verschiedenes. unabweisbare Pflicht, alle berufenen Faktoren, insbesondere die Gegenüber diesen schweren Uebelständen ist es dringende und unabweisbare Pflicht, alle berufenen Fattoren, insbesondere die Landtag und die Breffe au energischfter und schnellster Gegenzuständigen Staatsbehörden, die Kommunalverwaltungen, den wehr aufzurufen, namentlich aber die Bevölkerung aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln, und zwar nicht nur diejenige GroßBerlins, sondern auch die zahlreichen anderen ähnlich bedrohten Orte. Folgende Reformmaßregeln sind zunächst zu verlangen: a) Ungeschmälerte Erhaltung des jeßigen Bestandes der Wälder und Naturschönheiten in und um Groß- Berlin. b) Möglichst weitgehende Uebernahme der Wälder und Naturschönheiten Groß- Berlins durch die Kommunalverwaltungen gegen Entschädigung der bisherigen Befizer. c) Herabminderung der Ansprüche des Staates und der sonstigen Befiber der Wälder und Naturschönheiten im Falle der Hebernahme derselben. d Aufbringung der Mittel zur Entschädigung des Staates und der anderen Befiber, teils durch direkte Leistungen der Kommunalverwaltungen, teils auf anderem Wege. Bebauungsplanbestimmungen zugunsten eines modernen Grunde) Beseitigung der bestehenden schädlichen Bauordnungs- und fägen entsprechenden Generalbebauungsplanes für Groß- Berlin. Der Ausschuß wird beauftragt: a) diese Beschlüsse den zuständigen behördlichen und sonstigen Stellen zu übermitteln; Die bunte, papierne Dame ist in ihrer stumm- beredten Sprache aber auch äußerst mitteilsam. Sie strogt förmlich von Ueberraschungen und Sensationen. Sie weiß alles und nichts bleibt ihr verschwiegen. Sie kennt sämtliche Theater und alle Stätten, wo man sich amüsieren und totlachen kann. Die Namen der Künstler und Mitwirkenden zählt sie gewissenhaft auf und gibt genau auf Heller und Pfennig an, wat det Berinüjen foftet". Wenn einer Aristokratin ihr Familienschmuck entwendet wird, wenn ein armer Raffierer einen Spandau. Die außerordentliche Generalversammlung des Wahl Hundertmarkschein verloren hat, wenn Bepi", der asthmabereins findet am Mittwoch, den 20 Januar, abends 8 Uhr, im tische Mops, feiner Herrin entlaufen ift, Groß- Berlin erLokal von Emil Kopnid, Bichelsdorferstr. 39 statt. Tagesordnung fährt's am nächsten Worgen brühwarm von Fräulein Litfab. Bericht der Geschäftskommission. a) Presse. b) Buchhandlung. Von Zeit zu Zeit wird sie von einer hälsereckenden Menge um Neuwahl der Geschäftskommission. Stellungnahme und Wahl der ringt, die neugierig zu ihr aufblidt. Dann bringt sie die Delegierten zu der am 14. und 15. Februar stattfindenden Konferenz schauerliche Kunde. daß in irgendeiner Straße ein Word geder Gemeindevertreter Groß- Berlins und Vororte. Neuwahl der der Gemeindevertreter Groß- Berlins und Vororte. Neuwahl ichehen ist und auf die Ergreifung des Täters 1000 Mr. ausreifen herzustellen und in geeigneten Fällen eine gemeinsame Da Schiedskommission. Wahl einer Genoffin zum Borstand. außerdem noch wichtige Bunfte mit auf der Tagesordnung stehen, gefeßt find oder daß der Scharfrichter im Hofe des Plößensee Behandlung der einschlagenden Angelegenheiten sowie weitere ge= ist das Erscheinen aller Genoffen und Genoffinnen erforderlich. Gefängnisses einen geftrauchelten Bruder im Namen des meinsame Kundgebungen in die Wege zu zu leiten. Der Ohne Mitgliedskarte oder die am Zablabend ausgegebene Legiti Christentums liebevoll ins Jenseits befördert hat. Ebenso weitere gemeinsame Kundgebungen in die Wege zu leiten. Der fann man jederzeit die nächste Feuer- oder Polizeiwache, Post- Waldschußtag fordert alle Körperschaften und Einzelpersonen, Eichwalde. Die Gemeindewählerliste liegt auch an unserem Orte amt, Unfallstelle von ihr erfahren. Sie weiß eben alles und denen das Wohl der Groß- Berliner Bevölkerung am Herzen liegt, oom 15. bis 30. Januar täglich während der Dienststunden von nichts Menschliches ist ihr fremd. Berlin, wie's weint und auf, mehr und mehr in die Arbeit für die Erhaltung und Pflege 9 bis 1 hr im Gemeindebureau aus. Auf die Eingabe unferes lacht, mit all feinem Frohsinn und Humor, seinem Web und der Berliner Wälder und Naturschönheiten einzutreten und fie Bezirksleiters hin wurde diesem seitens des Gemeindevorstandes mit Leid offenbart sie den Vorübergehenden. Da, der kleine immer mehr auszudehnen, zu verstärken und zu vertiefen. Er geteilt, daß die Lifte auch Sonntags von 9 bis 10 Uhr ausliegt. formmaßregeln finngemäß auf andere Orte des Landes." empfiehlt weiter die Ausdehnung dieser Bestrebungen und ReParteigenoffen, bis zum 30. d. M. bleibt aber nur noch der nächste Sonntag, der 24. d. M., für uns übrig. Wer bisher die Rifte noch nicht eingesehen hat, tue dies bestimmt an diesem Tage. Wer nicht in der Liste steht, geht feines Wahlrechtes verluftig. mationsfarte fein Zutritt. Die Bezirksleitung. Berliner Nachrichten. Stnirps mit der schweren Last im grünen Tuch hat lange ge standen und auf Mamfell Litfaß gestarrt und wendet sich jest ab, leise vor sich hinfprechend: Justav, fehre zuride, et is Dir allens verjeben", während ein baumlanger Schlingel über die Köpfe der Umstehenden fräht: Kümmere Dir um Amalie, ick fenne ihr nich!" b) eine dauernde Verbindung zwischen den an der Erhaltung Berliner Ansiedelungsverhältnisse überhaupt interessierten der Wälder und Naturschönheiten und an der Reform der GroßMöven. Alljährlich, zur rauhen Winterszeit, finden sich auf den Berliner feinem Erwerb nachgeht, hemmt auf einige Minuten den Schritt Gewäffern fremde Gäste ein. So mancher, der in Haftigem Lauf und sieht mit Verwunderung auf die niedlichen, nimmerruhenden Vögel, die in ihrem blendendweißen Federkleid und ihrer graziöfen Saltung sich vorteilhaft von unseren bodenständigen. Enten abheben. Einmal waren wir Zeuge, als ein jugendlicher Straßenreiniger mit rauher Hand Fräulein Litfaß' feuschen, verschwiegenen Busen öffnete, und mit leisem Erröten und fträf 60 000 Mark städtische Gelder für einen Königsempfang. licher Neugierde blickten wir dem fecken Burschen über die Möven find es, die mit nie versagender Sicherheit zu Beginn Wie befannt, wird König Eduard von England Anfang Schultern, wandten uns aber ebenso schnell und enttäuscht ab. Februar dem deutschen Kaiser einen Besuch machen. Und wie Der jungfräuliche Tabernakel enthielt nur ein wüstes Chaos der falten Jahreszeit ihr Winterquartier in der Reichshauptstadt das in unserer Haupt- und Residenzstadt nun einmal so Brauch von Besen, Schippen und sonstigen sehr nüblichen, aber wenig aufschlagen. Für diejenigen Beobachter, die noch nicht in einer Secist, wenn fremde Potentaten nach Berlin kommen, rüstet man begehrenswerten Gegenständen. Ja, der Mensch versuche die oder Hafenstadt waren, wo die Zahl der Möven Legion ist, bietet ihr munteres Spiel und ihre eleganten Flugübungen immer einen sich an den betreffenden Stellen zum festlichen Empfang. Der Götter nicht und begehre nimmer und nimmer zu schauen, eigenartigen Heiz. Und flink und heillos verivegen sind diese Stadt Berlin ist auch diesmal wieder die Ehre zuteil ge- was fie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen!" Winterfrischler! Wirf ein Stück Brot oder sonst einen Leckerbissen worden, eine Feststraße zu schmücken und dafür das nötige ben Enten hin, in 9 von 10 Fällen erwischt es eine Möve. Gie scheinen dem Grundsatz zu huldigen:" Bescheidenheit ist eine Bier, Geld herzugeben. Wir hatten schon mitgeteilt, daß der Kaiser mit den Spitzen der städtischen Behörden eine Konferenz gehabt Um den Wald der Bevölkerung zu erhalten und ihn vor Ver- boch weiter tommt man ohne ihr". Was gerade einen fleinen Teil hat und dabei seine Wünsche über die Art des Empfanges und wüstungen zu schüßen, hat sich vor einigen Jahren am hiesigen Diefer Fremdlinge nach einem fremden Ort treibt, ist wohl schwer Orte ein Waldschutzverein gebildet, der nun auch weitere Streise au ergründen. Ob sie, wie so viele Außerhalbsche", glauben, hier die Ausschmückung der Feststraße geäußert hat. Der für feine Bestrebungen zu interessieren versucht. Das will er besser durchzukommen oder ob sie der Hang zu Abenteuern nach dem Kaiser wünscht cine recht farbenprächtige Ausstattung unter anderem auch durch Abhaltung von Waldschuttagen er- grünen, wollen fagen, vermauerten Strand der Spree treibt, mer der Straße Unter den Linden, womit cr glaubt, reichen. Am Sonnabend fand ein solcher der zweite im weiß es? Jedenfalls sind sie da und freuen sich ihres Lebens, bis feinem Dheim eine besondere Freude au machen. Architektenhause statt. Er war einberufen vom Ansiedelungsverein die ersten schüchternen Strahlen der Frühlingssonne leuchten. Dagegen wäre ja gar fein Wort zu verlieren. Jeder Privat- Groß- Berlin, dem Berliner Waldschutzverein, dem Bund deutscher Der Schutz des Waldes. 17 In der Waisenpflege der Stadt Berlin befanden sich am Als Beiche wiedergefunden wurde gestern die 17 Jahre alte Ellaj glieder der Deputation, 8 als Mitglieder der Pflegeftellen- und Schluß des Verwaltungsjahres 1907/08, aus dem jetzt der Schalow aus der Thüringer Straße 29 zu Rigdorf, die feit dem Kleiderprüfungsfommission, 148 als Waisenpflegerinnen, 108 als Bericht der Waisendeputation vorliegt, mehr als 10 000 19. November berschwunden war. Das Mädchen hatte, bevor es Pflegerinnen des Freiwilligen Erziehungsbeirats, und außerdem 3öglinge. Am 1. April 1908 wurden nämlich gezählt die elterliche Wohnung verließ, um nicht mehr zurückzukehren, wieder- je 2 befoldete Beamtinnen im Pflegeftellenwesen und in der holt Selbstmordgedanken geäußert. Es hat sich also ohne Zweifel Generalvormundschaft Die Deputation für die Gesundheits6990 Waisenkinder im engeren Sinne, 3482 Fürsorgezöglinge felbst das Leben genommen. Die Leiche kam gestern im Schiffahrtspflege verfügt über 5 Schwestern in der Lungenkrankenfürsorge nebst noch 213 8wangszöglinge, außerdem 6 erwerbsunfähige fanal in der Nähe der Treptower Bride an die Oberfläche und wurde und 8 Schwestern und zahlreiche ehrenamtlich tätige, auch einige beehemalige Waisenkinder, macht zusammen 10 691 Böglinge. gelandet, nachdem sie bis dahin unter dem Eise gelegen hatte. foldete Frauen in den Säuglingsfürsorgestellen und der VorZu den Waisenkindern im engeren Sinne Mit zwei Browningpistolen hat sich gestern früh in einem Hotel findet sich unter den 5 fachverständigen Mitgliedern eine Lehrerin, ernährung für Schwangere. In der Schuldeputation begehören nicht nur die durch Tod der Eltern verwaisten, fondern in der Königgräger Straße ein 23 Jahre alter Student der Medizin, ferner ist angestellt 1 Leiterin für Kindergärten und 1 Schulärztin auch solche Kinder, die nur zeitweise die Hilfe ihrer Ernährer Kurt Spindler aus Tübingen, erichofien. Auf dem Zimmer des für die gehobenen Mädchenschulen. Außerdem find Lehrerinnen entbehren müssen, namentlich auch uneheliche. Die Zahl der jungen Mannes, der nur wenig Gepäck mit sich führte, fielen zwischen mit der Aufsicht über die Haushaltungsküchen betraut, auch find unehelichen Kinder, die der Waisenpflege anheim fallen, ist 8 und 4 Uhr morgens drei Schüsse Angestellte eilten hinzu und Lehrerinnen und andere Frauen bereits vielfach zu Beratungen fehr groß. Die unehelichen waren schon früher ziemlich die fanden ihn bereits in den letzten Zügen liegen. Als von der nächsten und Besprechungen herangezogen worden. Für das in der EinHälfte der Waisenkinder, seit einigen Jahren aber find sie sogar Rettungsmache ein Arzt fam, war er schon tot. Spindler hielt in richtung begriffene Wohnungsamt sollen gleichfalls Frauen als noch mehr als die Hälfte. Am 1. April 1908 waren unter jeder Hand eine Browningpistole und hatte sich in den Kopf, den Wohnungspflegerinnen bestellt werden. den 6990 Waisenkindern 8388 eheliche und 3591 uneheliche, und und das Herz gefchoffen. Weshalb er in den Tod ging, ist noch nicht bekannt. während bei 11 Kindern eine bezügliche Angabe fehlte. Unter -Bor den Augen feiner Mutter und Schwester überfahren und geden Müttern der Unehelichen waren allein 1357 Dienst- tötet wurde am Sonnabendnachmittag um 5% Uhr der vier Jahre mädchen. 245 Uneheliche hatten ihre Mutter bereits verloren. alte Sohn Erich des Straßenbahnführers Stüchler aus der GraeßBesonders in den jüngsten Jahrgängen der Waisenkinder Straße 25 zu Treptow. Frau Küchler ging mit ihrem 1 Jahr alten find die Unehelichen fehr start bertreten, während in den Töchterchen auf dem Arm in der Graegstraße spazieren, während ihr älteren Jahrgängen ihre Bahl immer mehr zurückbleibt und Sohn sich an ihrem Kleide festbielt, als ein großer Hund gelaufen schließlich weit unter die der Ehelichen sinkt. Unehelich waren fam. Der Knabe erschraf, ließ die Mutter los und lief auf den 3. B. von 797 Waisenkindern des ersten Lebensjahres 676, Damm. Hier geriet er unter ein Arbeitsfuhrwerk, dessen Räder ihm Befinnungslos wurde der Verunglückte mit aber z. B. von 516 Kindern des vierzehnten Lebensjahres über die Brust gingen. nur 103. Unter den 3388 ehelichen Waisenkindern waren einem anderen Wagen nach der Rettungswache am Görliger nur 1774 durch Tod verwaiste, nämlich 465 vaterloje, 849 Bahnhof gebracht, wo aber die Aerzte nur noch seinen Tod feststellen mutterlose, 460 Vollwaisen. Bei 58 Kindern fehlte eine Angabe, ob noch Eltern lebten. Die Eltern von 1556 Kindern, die gleichfalls zu den Waisenkindern im engeren Sinne gezählt wurden, waren noch am Leben. Daß sie zusammenlebten, wurde in 350 Fällen festgestellt. Dagegen lebten die Eltern bon 929 Kindern getrennt, und die von 62 Kindern waren geschieden. Bei den übrigen 215 Kindern fehlte eine Angabe über etwaiges Zusammenleben der Eltern. Es kann nicht Wunder nehmen, daß auch eheliche Kinder, die noch Eltern haben, dennoch der Waisenpflege anheimfallen. Dazu fann es kommen, weil die Eltern arm oder frank sind, kein Obdach haben, im Gefängnis fißen, ihre Familie im Stich gelaffen haben, der Erziehungsrechte für verlustig erklärt worden sind, und so weiter. fonnten. Ein schwerer Bauunfall, wobei sechs Personen verlegt wurden, hat sich auf dem Neubau an der Ede der Marienbader und Hundefehlenstraße ereignet. Die Zimmerleute waren beim Richten des Dachgeschoffes, als plöglich ein langer Sparren brach. Sechs 8immerleute, die auf dem Sparren gestanden hatten, stürzten in das untere Stockwerk hinab. Sie trugen sämtlich Verlegungen davon. Am schwersten verwundet waren die beiden Zimmerleute Dönhoff und Waweziniat aus Rigdorf. Zwei hinzugerufene Aerzte fonstatierten bei ihnen Armbrüche und erhebliche innere Verlegungen. Nach Anlegung von Notverbänden wurden die beiden ins Krankenhaus gebracht. Die anderen Verunglückten, die Zimmerleute Müller, Gue, Balfe und Schüler hatten äußere Verlegungen erlitten. Die Ursache des Unfalles ist darauf zurückzuführen, daß in dem Sparren eine schabhafte Stelle war. Ueber die Unterbringung der 6990 Waisenkinder entnehmen wir dem Verwaltungsbericht, daß nur 654 davon Der letzte Schritt eines Arbeitslosen. Aufsehen rief gestern nach sich in den eigenen Anstalten der Stadt befanden. 592 waren mittag am Gröbenufer die Verzweiflungstat eines Arbeitslofen in private Anstalten gesteckt worden, deren Leistungsfähigkeit hervor. Der wohnungslose Arbeiter Albert Schlösser stürzte sich vor bekanntlich nicht immer über allem Zweifel erhaben ist. Die den Augen zahlreicher Baffanten in die Spree und ging unter. Im übrigen Stinder- 5744!-waren in Familienpflege unter- Rettungstahn wurde er schließlich wieder aus dem Wasser heraus gebracht, davon nur 1564 in Berliner Familien, 4180 außer- geholt und von einem Schuhmann nach dem Krankenhaus am Urban halb Berlins. Diese Zahlen fennzeichnen das System der Waisenunterbringung, das unserer Stadtverwaltung als das beste" weil billigste"- gilt. Auf andere Angaben des Verwaltungsberichtes der Waisendeputation werden wir noch näher eingehen. Der Bericht bringt 3. B. auch wieder sehr lehrreiche Ausführungen über die Fürsorgeerziehung, über die Säuglingsfürsorgestellen usw. gebracht. Der Bertreter" fürs Gefängnis. Ein Vorkommnis, das für die Beteiligten recht unangenehme Folgen haben dürfte, wird aus Lichtenberg gemeldet. Der Händler Paul R. aus der Dorfstraße hatte in Tegel eine vierzehntägige Strafe wegen Körperverlegung abzuñizen. Er fam auf den Gedanken, einen Vertreter an seiner Statt ins Gefängnis zu schicken und fand diesen auch in der Person des arbeitslosen Mechaniters Otto St. aus Friedrichsfelde, welcher für die Vertretung" 20 m. erhalten sollte.. brummte denn auch. Die Sache tam aber doch ans Tageslicht und nun wird S. außer den vierzehn Tagen noch längere Zeit gemeinsam mit seinem Ber treter in Tegel zubringen müssen. Freie Armenarztwahl. Zu der Meldung, daß arme Leute nicht mehr an die sogenannte Bezirkshebamme gebunden sind, sondern jede beliebige Hebamme gegen die von der Armendirektion feft gefeßten Gebühren in Anspruch nehmen dürfen, wird uns ge- Ein tödlicher Automobilunfall hat sich in der vergangenen Nacht schrieben: Ein erfreulicher fleiner Fortschritt! Aber es fehlt noch auf dem Astanischen Platz zugetragen. Ein unbefainter etwa die freie Wahl des Armenarztes. Seit langen Jahren werden 60 Jahre alter weißhaariger Herr, der anscheinend nach dem Anhalter nicht wenige Beschwerden über Armenärzte laut. Viele dieser Herren Bahnhof wollte, wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes von faffen ja ihre amtliche Tätigkeit sehr ernst und gewissenhaft auf. einem Brivatautomobil angefahren und niedergeriffen. Der Kraft Manche andere dagegen find bei ihren" Armen verschrien durch wagen ging über den Greis hinweg und eine Strede wurde der eine besonders grobe, kurzangebundene Tonart. Nicht selten ver- Berunglückte vom Hinterrad mitgeschleift. Bassanten schafften ben zichtet ein unbemittelter Stranier auf die Silfe des einzigen zuständi- Berunglückten in besinnungslosem Zustande nach der Rettungswache gen Armenarztes aus Furcht vor dessen ungehörigem Benehmen in der Köthener Straße, wo der diensttuende Arzt bei ihm eine und geht erst dann zu ihm hin, wenn es die Krankheit gebieterisch schwere Gehirnerschütterung feststellte. Der Zustand gilt als hofffordert. Es find das eben solche Armenärzte, welche sich das Recht nungslos. herausnehmen, den armen Patienten anders zu behandeln, als den zahlenden. Dabei sollen die petuniären Verhältnisse den Arzt absolut nichts angehen. Das ist Sache des Armenvorstehers, der den Kranken schidt. Hat erst mal ein Armer mit einem Armenarzt einen Ston. Rigdorf. flift gehabt und er muß sich später notgedrungen an denselben Arzt wenden, so tann das sehr leicht zu größten Unzuträglichkeiten führen. Zum mindesten sollte der Versuch gemacht werden, armen Leuten die Auswahl zu lassen zwischen zwei oder drei Aerzten benachbarter Armenbezirke. Die hier gemeinten Herren werden sich schnell die gebührende Höflichkeit angewöhnen, sobald sie fühlbare Konkurrenz haben. Katholische Tanzstunde. In der Märkischen Boltszeitung", die der„ Germania" an triefender Frömmigkeit noch über ist, geigt ein Berliner Tanzlehrer an, daß er einen neuen Tanzkursus für tatholische Damen und Herren begonnen habe. Das kann gemütlich werden, wenn jeder erst seinen Lauffchein vorlegen muß. Hoffentlich find junge Kapläne, die ja auweilen das Ewigweibliche nicht ungern an die teusche Briefterbrust brüden sollen, vom Zangenlernen auf gut katholisch nicht ausgeschlossen. Ein tatsächliches Bedürfnis! In Kürze wird auch ein„ Merk buch für Fortbildungsschüler" erscheinen. In dem Kalender werden fich nach der Voranzeige Bordrudseiten für Einnahmen, Ausgaben, verliehene Bücher, Adressen usw. befinden. Worauf aber besonders empfehlend hingewiesen wird, das sind„ bon kundiger Hander faßte Artikel über folgende Themen: Was ich vom Deutschen Reiche wiffen muß. Was ich über den Deutschen Reichstag wissen muß. Dente an Deine Wehrpflicht. Der Bundesstaat Preußen. Staat liche Fürsorge für Handel und Gewerbe. Ueber die Handelslammern. Ueber die Kaufmannsgerichte. Ueber die Gewerbe gerichte. Wichtiges von den Steuern. Von der Verwaltung Berlins. Bom Fortbildungsschulwesen. Erste Hilfe bei Unglüdsfällen im Betriebe oder zu Hause. Unseres Wissens sind das alles Sachen, die nach dem Lehrplane der Fortbildungsschulen in diesen behandelt werden sollen, die also die Schüler im Stopfe haben sollen, wenn sie ins Leben treten. Warum sollen sie sie also noch besonders für 50 f. täglich in der Tasche herumtragen. Vorort- Nachrichten. Der Wahlrechtsraub in Rigdorf" war das Thema, das die am 15. Januar stattgefundene Generalversammlung des Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands"( Ortsverwaltung Rig dorf) beschäftigte. Genosse Bagels als Referent legte eingehend die Geschichte diefes niederträchtigen Attentats auf die Wählerschaft dar und tennzeidmete in der scharfften Weise das Verbrechen der Rig dorfer Wahlrechtsräuber, wobei er es nicht unterließ, die Rolle, die bas„ Nigdorfer Tageblatt" in dieser Sache gespielt, in das rechte Licht zu rüden. Der plutokratische Charakter des Dreiklassenwahlsystems zu den Stadtverordnetenwahlen tommt in folgenden Ziffern zum Ausdrud, die wir dem neuesten Berwaltungsbericht des Magistrats entnehmen. Im Jahre 1905 gehörten von 38 810 Wählern 701 zur ersten, 4764 zur zweiten und 33 345 gur dritten Abteilung, im Jahre 1906 betrug die Zahl der Wahlberechtigten 41 764, von ihnen waren 682 in der ersten, 5085 in der zweiten und 35 997 in der dritten Abteilung. Also, obwohl die Gesamtzahl der Wähler um etwa 3000 zugenommen hat, ist die Zahl der Wähler erster Klasse von 701 auf 682 zurüdgegangen. Im Jahre 1907 gehörten von 44 194 Wahlberechtigten nur 696 zur ersten, 6400 zur zweiten, 38 098 gur dritten Abteilung. Nach Prozenten berechnet zählte die erste Abteilung im Jahre 1905: 1,80, im Jahre 1906: 1,83 und im Jahre 1907: 1,58 von je 100 Wählern, die Verhältnisse sind also von Jahr zu Jahr plutokratischer geworden. Die zweite Klasse zählte in den genannten Jahren 12,28 beziv. 12,18 bezw. 12,21 Proz, die dritte 85,92 bezw. 86,19 bezw. 86,21 Proz. Noch deutlicher tritt der Geldsadscharakter des Dreiflassenwahlsystems zutage, wenn man bedenkt, daß man im Jahre 1905„ schon" mit 2055,40 2. Steuern in die erste Stlaffe tam, im Jahre 1906 ba gegen erst mit 2400,20 M. und im Jahre 1907 fogar erst mit 2652,40 W. Um Wähler zweiter Klasse zu werden, mußte man im Jahre 1905 239,60 M., im Jahre 1906 246,60 M. und im Jahre 1907 bereits 265,80 M. Steuern zahlen. Zu dieser Ungerechtigkeit des Dreiflaffenwahlsystems fommt noch bie ungerechte Einteilung der Wahlbezirke. Von den 8 Wahlbezirken der dritten Abteilung zählte im Jahre 1907 der erste 4838, der zweite 7399, der dritte 5967, der vierte 4368, der fünfte 3610, der sechste 4722, der siebente 3819, der achte 3375 Wähler. Die Unterschiede find so gewaltig, daß der größte Bezirk, der zweite, mehr als doppelt so viel Wähler hat als der fleinste, der achte. Trotzdem wählen beide die gleiche Zahl von Bertretern. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion hat die Stadtverordnetenversammlung im vorigen Jahre den Magistrat um eine anderweite Einteilung ersucht. Es ist dringend notwendig, bag der Magistrat diesem Beschluß Folge leistet, damit wenigftens die Ungerechtigkeit der Einteilung der Wahlbezirke beseitigt wird. Auch ist mit Rücksicht auf die im Herbst bevorstehenden Ergänzungswahlen die baldige Bekanntgabe der neuen Wahlbezirke eripünscht. Schöneberg. Der zahnärztlichen Fürsorge für Schulkinder soll nunmehr auch hier nähergetreten werden. Umfangreiche Untersuchungen an vielen Orten haben das übereinstimmende Resultat ergeben, daß etwa 96 Proz. der Schulkinder an tranten Zähnen leiden. Es kann darum gar nicht genug getan werden, um nach dieser Richtung hin unsere Jugend zu schüßen. Leider besteht in der Bevölkerung noch eine große Untenntnis und geradezu sträfliche Gleichgültigkeit in der Pflege der Zähne. Die Folge davon sind zahlreiche Magen- und Darmerfrankungen, die durch schlechtes Gebiß berursacht werden. Dem foll nunmehr durch Errichtung von Schulzahnkliniken soweit als irgend möglich abgeholfen werden. Die Behandlung ist vorwiegend auf die Erhaltung der erkrankten Zähne gerichtet. Die früher allein feligmachende Bahnzange soll verschwinden, denn der Bahnarzt soll erhalten, nicht zerstören. Um nun der Klinik das ihr notwendige Bertrauen zu verschaffen, ist es notwendig, staatlich approbierte Zahnärzte, die teine Privatpragis ausüben dürfen, an zustellen. Die Schulzahnklinik soll vorläufig den Kindern im vor fchulpflichtigen Alter, den Kindern der Boltsschulen sowie auch den Kindern, die die höheren Schulen besuchen, soweit sie vom Schulgeld befreit und den Zöglingen der Fortbildungsschule unentgeltlich zur Verfügung stehen. Die Kosten sind für die Stadt nicht allzu erhebliche. Groß- Lichterfelde. Eine erschütternde Familientragöbie spielte sich am Sonntag in der Chauffeestraße 113 zu Groß- Lichterfelde ab. Dort tötete der 30jährige Schuhmacher Richard Braun seine beiden Kinder im Alter von 3 und 5 Jahren und sich selbst durch Einatmang von Leuchtgas. Die Zeichen wurden nach dem Schauhause gebracht. Ueber die näheren Umstände der Tat werden uns noch folgende Mitteilungen gemacht: In dem genannten Haufe hat seit etwa einem Jahre der Schuhmachermeister In der lebhaften Disfuffion tourden gleichzeitig die Verhältnisie Braun mit seiner Familie eine fleine Kellerwohnung inne. Da Rigdorfs bezüglich der Konzessionsverlängerung für Gastwirte einer es zwischen den Eheleuten wiederholt zu Zwiftigkeiten tam, verließ Stritit unterzogen. Es wurde bemängelt, daß man hier die Er Frau Braun vor einiger Zeit die Wohnung und zog zu Verwandten. teilung der Konzession von der Bedürfnisfrage abhängig mache, und Die beiden Kinder blieben bei dem Vater. Ms sich am Sonntag daß, felbst wenn diese Klippe glüdlich überwunden wäre, die Polizei in dem Hause ein intensiver Gasgeruch bemerkbar machte und man stunde für Gastwirtschaften im Winter fchon um 10 Uhr, im Sommer der Ursache nachging, fand man, daß der Gasgeruch aus der um 11 Uhr eintrete. Nach Schluß der Diskussion fand folgende Resolution einstimmige Braunschen Wohnung drang. Da auf wiederholtes Slopfen nicht geöffnet wurde, vermutete man einen Unglücksfall und alarmierte Die am 15. Januar 1909 tagende Generalversammlung der die Feuerwehr. Diese verschaffte sich nun gewaltsam Zutritt zu Ortsverwaltung Rigdorf des Verbandes der freien Gaft und der Kellerwohnung, die vollständig mit Gas angefüllt war. Nach Schankwirte sieht in dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung dem sämtliche Gashähne, die offen standen, wieder verschlossen bom 17. Dezember vorigen Jahres eine schwere Einichränkung ihrer waren, fanden die Feuerwehrleute den Vater mit seinem dreiRechte. Die Versammlung protestiert umfomehr gegen den von der jährigen Sohn in einem Bett tot liegend vor. In einem zweiten Mehrheit gefaßten Beschluß, als gerade die Gastwirte in der Kommune Bett lag der fünfjährige Sohn, der ebenfalls den Wirkungen des boppelt. und dreifach zu den Laften derfelben herangezogen werden. Gafes schon erlegen war. Alle Wieberbelebungsversuche mit dem Gie protestiert energisch dagegen, daß troz diefer starten Heranziehung zu den Lasten durch den gefaßten Wehrheitsbeschluß Sauerstoffapparat blieben erfolglos. Die herbeigerufenen Herzte erreicht wird, daß die große Mehrheit dieser Bürger in die dritte fonnten bei allen drei Personen nur den Tod feststellen. Wie an Wählerabteilung zurückgedrängt und damit ihr Recht in der Kommune genommen wird, hat Braun die Tat aus Gram über sein unglüdganz erheblich gefchmälert und eingeschränkt wird. Die Versammlung liches Cheleben begangen. Die Kellerwohnung wurde polizeilich ersucht deshalb den Magistrat zu Nigdorf dringend, dem von der geschlossen. Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschluß seine Zustimmung zu versagen." Tempelhof. Annahme: Der Vorstand des Vereins wurde beauftragt, diese Resolution dem Magistrat fchleunigst zu übermitteln. Bei der am Sonntag, den 17. Januar stattgefundenen Nachmittagsvorstellung im Rigdorfer Theater ist Besucher irrtümlich an der Garderobe ein Regenschirm ausgehändigt worden. Es wird ersucht, denselben in der Parteispedition, Neckarstraße 2, im Laden abzugeben. Der Bildungsausschuß. Die Vermehrung der Gemeindevertreter von 12 auf 15 verlangt Der Redakteur der Wahrheit". Mieder verhaftet wurde am ein Antrag des fozialdemokratischen Wahlvereins, welcher in der Sonntagmorgen der Redakteur Hermann Dahfel, der in Gemeins legten Gemeindevertretersizung Gegenstand der Beratung war. Es ist schaft mit feiner Rechercheurin" Frau Schuwardi der Expreffung nicht das erste Mal, daß die in der Gemeindevertretung noch nicht gegen den oberschlesischen Magnaten Grafen Konrad Frankenberg vertretene fozialdemokratische Arbeiterschaft einen folchen Antrag an beschuldigt wird. Der Untersuchungsrichter hatte Dahsel nach seiner das Ortsparlament gerichtet hat. Bugleich haben diesmal auch erften Verhaftung wieder auf freien Fuß gefeßt, weil er ihn nicht bürgerliche Vereine Anträge auf Vermehrung der Gemeindevertreter für fluchtverdächtig hielt. Die Staatsanwaltschaft beschwerte sich gestellt. Wie immer, so fanden sich auch diesmal wieder einige darüber. Hiernach wurde ein neuer Haftbefehl erlassen und auf Charlottenburg. Herren, die eine strifte Ablehnung der Anträge forderten. JnsGrund dessen der Beschuldigte Sonntagmorgen um neun Uhr von Frauen in der städtischen Verwaltung. Auf den Beschluß der besondere waren es Herr Lehne und der Direktor von der Industries einem Kriminalbeamten in seiner Wohnung abermals festgenommen Stadtverordnetentersammlung vom 30. Oftober 1907 betreffend die gesellschaft. Herr Hartmann, die behaupteten, daß die bisherigen und mit einer Droschte nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. weitergehende Heranziehung von Frauen zur städtischen Verwal- Vertreter sich den an sie gestellten Anforderungen gewachien Dahjel bestreitet nach wie bor jebe Absicht der Erpressung und will tung teilt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung jegt gezeigt hätten. War es vielleicht die Angst der Herren, gar nicht daran gedacht haben, Frau Schuwardt in dieser Abficht zu mit, daß in der Armenverwaltung zurzeit 28 Frauen tätig aß durch eine Vermehrung der Vertreter die Sozialdemokratie dem Grafen gesandt zu haben. Was fein Borleben betrifft, so be find, und zwar 3 als Mitglieder der Armendirektion, 18 als Armen- Emzug in die Gemeindevertrening bolten tönnie, die sie zu Gegnern hauptet er, daß er sich in den Händen von Wucherern befunden habe pflegerinnen, 1 als Oberin des Burgerhauses und 6 in der Aus- des Antrages machte? Es besteht tein Zweifel darüber, daß nur und dadurch zu seinen Straftaten gekommen fei. Nicht nett findet tunftsstelle, die letzten 7 sind befoldet. Der Magistrat ist bemüht, durch einen Vertreter der Sozialdemokratie in der Gemeindeer es, daß der Verleger der Wahrheit", Bruhn, jetzt von ihm ab- auf eine möglichste Bermehrung der Zahl der Armenpflegerinnen vertretung ein anderer Geist einziehen würde. rüdt. Er behauptet, daß er tatsächlich Redakteur, nicht bloß ge- hingutvirken, es fehlt aber an einer genügenden Zahl von Frauen, Schließlich wurde beschlossen, die Anträge einer Kommission, Tegentlicher Mitarbeiter gewesen sei. Unter den befchlagnahmten insbesondere im westlichen Teil der Stadt, die als zur Annahme bestehend aus fünf Mitgliedern, zu überweisen. Schriftitüden befinden sich auch Briefbogen mit dem Kopf der des Amtes geeignet und bereit, vorgeschlagen werden können. In Ein streiter Antrag des sozialdemokratischen Wahlvereins, der " Wahrheit", auf denen Dahfel als Redakteur unterschrieben hat. der Waifenpflege find tätig 3 Frauen als beratende Mit- die Errichtung eines Gewerbefchiedsgerichts fordert, wurde bis zur des Drtes anerkannt. Nieder- Schönhausen. Anstellung eines befoldeten Schöffen, der gleichzeitig als Vorsitzender führer Herbert Schmidt. Einer der Forensen, welcher von Hohen- Schönhausen. des Gerichts fungieren soll, vertagt. Die Berechtigung dieser diefem Herrn unter Hinweis auf die nationalen Pflichten um UeberForderung wurde angesichts der rafchen industriellen Entwickelung laffung feiner Stimme erfucht worden war, fandte das erhaltene Veranlassung des Zentralverbandes der HandlungsZum Achtuhr- Ladenschluß. Auch am hiesigen Orte fand auf Schreiben an den sozialdemokratischen Wahlverein und bot diefem gehilfen und gehilfinnen Deutschlands eine Abjeine Stimme an. Wie verlautet, hat den Block die Wahlagitation timmung zivecs Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses statt. bereits über 700 Diart gekostet, ein Beweis, daß unsere Gegner alles aufbieten, um uns den Gieg streitig zu machen, für uns ein 32 dafür, so daß gerade die Zweidrittelmehrheit erreicht ist. Bon 48 in Frage kommenden Gewerbetreibenden erklärten sich Grund mehr, tatkräftig an die Stichwahl heranzugehen. Morgen Mittwoch: Flugblattverbreitung. Mit der Vermehrung der Polizeibeamten hatte sich in einer öffentlichen Sitzung der Amtsausschuß zu beschäftigen. Bom Polizeiwachtmeister wurde beantragt, die Beamten zu vermehren mit der Begründung, daß in letzter Zeit eine große Anzahl von Diebstählen usw. vorgekommen feien, ferner gebrauchten die drei Nachtwächter, die nebenbei einen Tagesberuf haben, zu viel Zeit, bis sie ihren Bezirk durchwandert haben. Der Nachtschutz wäre somit vollständig ungenügend, es müßten nachts ständig ein bis zwei Bolizeibeamte die Straßen abpatrouillieren. Bürgermeister Abraham solvie Schöffe Görger erkennen die Gründe als richtig an, tönnen sich jedoch zur Bewilligung der Kosten auch nicht für einen Beamten entschließen, da die augenblidliche Finanzlage der Gemeinde es nicht zuläßt, sie sind jedoch dafür, daß die Nachtwächter dem Amtsvorsteher als Nachtpolizeibeamte ganz zur Verfügung ges stellt werden. Der Amtsvorsteher bat, den Betrag von 1600 M. irenigstens für einen Beamten zu bewilligen, die Vertreter des Gemeindeborstandes ließen sich jedoch nicht erweichen. Die Angelegenheit wurde vertagt bis nach Aufstellung des Etats. Beschlossen wurde noch der Erlaß eines Nachtrages zur Baugebührenordnung, danach beträgt die Mindestgebühr 5 M. und für die Nachträge anstatt wie seither 5-25 Proz. von jetzt ab 10-50 Proz. des Gebühren fakes. Adlershof. Die Regierung gegen die Arbeiterturnvereine. Seit der bes fannten Verfügung des Ministers Dr. Holle im Jahre 1907, die vor den an Arbeiterturnvereine angeschlossenen Jugendabteilungen warnt und die Regierungen anweist, die Jugend von den staatsfeindlichen Bestrebungen diefer Vereine fernzuhalten, erfreuen sich die Arbeiterturnvereine der fortgesetzten Beaufsichtigung der Behörden. Insbesondere wird an vielen Orten die Braris angewendet, die Kinder nach den in den Arbeiterturnvereinen Unterricht erteilenden Turnwarten auszufragen, um dieselben dann der Regierung zu denunzieren. Lezteres Mittel ist fürzlich auch gegen die Jugendabteilung des hiesigen Arbeiterturnvereins angewandt worden. Nachdem die Lehrer in den Adlershofer Gemeindeschulen bei den Kindern Umfrage gehalten, wie die Turnwarte der Schülerund Schülerinnenabteilungen des Arbeiterturnvereins zu Adlershof Heißen und wo dieselben wohnen, wurden die Turnwarte plöglich mit einer Verfügung von der Potsdamer Regierung bedacht, in welcher ihnen bei 20 M. Strafe das fernere Erteilen von Turnunterricht an Schulkinder verboten wird. Merkwürdigerweise wird der im Geruche des Patriotismus stehende Deutsche Turnverein" von folchen Verfügungen verichont. Die Turnwarte dieses Vereins scheinen die bei den Turnwarten des Arbeiterturnvereins in Frage gestellte Befähigung und sittliche Tüchtigkeit für den Unterricht und die Erziehung der jugendlichen Personen" in ausreichendem Maße zu befizen. Schon dieses Messen mit zweierlei Maß muß bei den Schulkindern das Gegenteil deffen bewirken, was durch die Verfügung der Regierung beabsichtigt wird. Pankow. " Bei den Gemeindewahlen ist es im ersten Bezirk, wie wir bereits in der Sonnabendnummer mitgeteilt haben, zu feinem ends gültigen Refultat gekommen. Am Montag, den 25. Januar, findet bie Stichwahl statt. Bei der Hauptwahl stimmten 1102 Wähler, die abfolute Majorität beträgt also 552 Stimmen. Unsere Standidaten erhielten 550 Stimmen, während auf die Blockfandidaten 581 resp. 528 Stimmen entfielen. Für die entschiedenen Demokraten wurden 10 refp. 15 Stimmen, außerdem 3 und 2 zersplitterte Stimmen abgegeben. Bir fordern sämtliche Arbeiter, welche in der Zeit vom 1. Oftober 1907 bis Ende Januar 1908 am Orte( Bez. I) wohnhaft waren ( ein Jahr lang), auf, am Montag, den 25. Januar, in der Zeit von 11-8 Uhr im Sturfürsten", Berliner Str. 102, zur Wahl zu er scheinen. Dem Block ist es lediglich durch die 26 aufgetriebenen " Lichtenberg. Vermischtes. An der Diphtherie erkrankt find 15 Kinder der VII O- Klasse der 2. Gemeindeichule in der Dorfstraße. Sie VII O- laffe zählt zurzeit Gestrandeter Dampfer. Am Sonnabend ist, wie aus Curhaben 62 Schülerinnen. Um die weitere Verbreitung der furchtbaren gemeldet wird, bei der Jnsel Amrum der englische Dampfer Fidra" Krankheit himanzuhalten, wurde die Klasse vorläufig geschlossen aus Leith gestrandet. Die Mannschaft dürfte ertrunken sein, da und alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Vielleicht erinnert sich der Magistrat bei Anwendung der Vor- bereits Leichen angetrieben wurden. fichtsmaßregeln auch der Anträge der sozialdemokratischen Stadt- Beim Eislauf ertrunken. Wie eine Meldung aus Geithain verordneten, die ja leider bei dem mangelnden fozialen Empfinden( Sachfen) befagt, brachen Sonntag nachmittag brei Knaben beim der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung und auch wohl der Eislaufe auf einem Teiche ein. Zwei find ertrunken, der dritte fonnte Magistratsmitglieder feine Berücksichtigung fanden. Die Sozial- gerettet werden. demokraten forderten Maßnahmen, um weiterem Umsichgreifen der Unterernährung der Schultinder zu begegnen. Zweifellos finden die Gütte stürzten auf dem Krugichachte gewaltige Gesteinsmassen ab. Jn der Grube verschüttet. Nach einer Meldung aus Königs epidemischen Kinderkrankheiten dort ihre beste Brutstätte, wo es mit Gütte stürzten auf dem Krugichachte gewaltige Gesteinsmaffen ab. der Ernährung, der Wohnung, der Bekleidung und der Pflege der Füller Drabig aus Cotuhna wurde verschüttet und konnte nur schlecht bestellt ist. Der Magistrat wird sich hoffentlich nun- als Leiche geborgen werden. Mehrere andere Bergleute erlitten ermehr die Anträge der Sozialdemokraten schleunigft zu eigen machen hebliche Verlegungen. und eine Vorlage einbringen, um eine wirkiame Schulipeisung zu Die Opfer des Eisenbahnungfüds. Aus Denver( Colorado) wird ermöglichen, um dadurch die infolge der Not und Arbeitslosigkeit berichtet: Bei dem Zusammenstoß bei Greenwood Springs find, wie nunmehr festgestellt ist, 21 Personen ums Leben gefomment eingetretene Unterernährung ganzer Familien zu verhindern. Eine folgenschwere Explosion. Aus Saragossa wird bes richtet: In einer hiesigen Fabrik wurden durch die Erplosion eines Dampfteffels zwei Arbeiter und ein Werkmeister getötet und vier Arbeiter verlegt. Der Jahresbericht des Gewerbegerichts und des Kaufmanns- und 40 berlegt worden. gerichts wird veröffentlicht. Der Magistrat scheint auch auf diesem Gebiete der Stadtverordnetenverfamnlung einen weiteren Beweis der Wertschäzung liefern zu wollen. Im Gegensatz zu früher, wo den Stadtverordneten ein gedruckter Bericht zuging, werden diesmal die Zahlen in einem Drtsblatte veröffentlicht. Es sind nach dem Bericht beim Gewerbegericht 365 Slagen( 1907: 408 und 1906: 411) anhängig gemacht. Bei 148 Klagen betrug der Wert des StreitWährend der letzten 24 Stunden sind, wie eine Meldung aus gegenstandes unter 20., bei 33 Slagen mehr als 100 W. 361 Klagende waren Arbeiter und 4 Arbeitgeber. Beim Kaufmanns- Petersburg befagt, wiederum 94 Cholera fälle vorgekommen, gericht waren es 46 Handlungsgehülfen und 2 Kaufleute, die von denen 9 einen tödlichen Ausgang hatten. 48 Slagen anbrachten( 1906: 35, 1907: 50 Slagen). In drei Fällen war der Streitgegenstand unter 20 M. und in acht Fällen über 800 M. Die Cholera in Petersburg. Briefkalten der Redaktion. Die Allüren des Reichsverbandes, in deffen Auftrage augenblicklich der frühere junge Mann des Herrn Stadtrat Koch die Provinz bereist, machen sich in dem stadtratlichen Drgan immer mehr breit, wie folgender Waschzettel beweist: Ausschreitungen von Streitposten ereigneten sich vor dem Gastschen Fabiitgrundstück in der Siegfriedstraße. So wurden die zur Aufrechterhaltung der Ordnung patrouillierenden Be- Tonfünftlervereins, W. 57, Bülowfir. 81, Hof links 1 Treppe. Sie ist täglich amten von hinten angespien, ohne daß es gelang, den Täter zu ermitteln!!( So, fo!) Jufolge der polizeilichen Maß nabmen haben sich diese Ausschreitungen in den legten Tagen nicht wiederholt!" Unsere Bolizei und mit ihr das Polizeiblättchen haben wirklich Bech! War nicht vor nicht langer Zeit eine fast wörtlich gleiche Notiz in demfelben Blättchen, nur daß die Täter" nicht geſpien", fondern mit Ziegelsteinen die Beamten attatiert hatten, ohne daß der oder die Täter von den Beamten festgestellt werden konnten? Sonderbar! Stralan. cr of, Die furiftifdhe Evrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gwelter wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. britter Eingang. vier Treppen, Fahrstuhl Geöffnet 7 1hr Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 lbr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage bergehen. Gilige Fragen trage man in der Evredifunde vor. Die Musikal. Voltsbibliothek befindet sich im Bureau des Berliner von 11-12 Uhr vormittags geöffnet. Heilstätte Beelit, B. I. GSie meinen wohl den Blinddarm, der bei den pflanzensiefjenden Säuge tieren eine für die Verdauung wichtige Rolle spielt, während bei den Fleischfreffern viel fürzer ist und ganz fehlen fann. 2. B. 100. 100 000 m., außerdem freie Dienstwohnung. Lüd straße 100. Monatlich 12 M. 23. R. 79. Wenden Sie sich mit den außerordentlich schwer sein. Buchhandlung Vorwärts. Manuskript an einen Berleger. R. G. 31. Das Selbststudium soll 3. 100. Unseres Erachtens nicht. Beschwerde an den Vorgesetzten des Schleusenmeisters wäre zu empfehlen. 21. G. 1262. 1 und 2. Es ergeht eine amtliche Aufforderung zur Impfung. 3. Gewiß. 4. Rönigliche Charité. 5. Die Gewährung der Stundung oder Ablehnung derselben ist Sache der zuständigen Behörde. Kursti, Genf. Wir empfehlen Geschäfte Aber Ihrem Wunsche kommt auch bei Ihnen grundsäglich nicht. 3. 1000. Ja. Orte jedes größere Berlagsgeschäft nach. R. 2. 25. 1. Direktorium der Deutschen Bank, Berlin. 2. Geschäftsleitung der Firma A. W., Berlin. 21. St. 75. 1. Anschluß an den Borortsverkehr. 2. Db eine Nenderung eintritt, ist uns nicht befannt. R. 10. Auf Antrag bei der Landesversicherung in die Heilanstalt Lichtenberg. 2. P. 007. Arzt oder Hebamme. C. K. S. 1. Fragen Sie einen Fachmann. 2. Leider nein. P. 3. 2274. Am 18. Oftober 1896. Word in Lichtenberg. Die Wirtschafterin des Gärtnereibefibers 3. G. 171. Norddeutsche Jm Betriebe der Stralauer Glashütte ereignete fich am Freitag folgender Vorfall: Der Arbeiter Jahn war mit Abbrennen von Meifingtcilen in der Verschlußfabrik beschäftigt. Dabei entwickelten fidh Gafe, welche auf den genannten Arbeiter so schädlich einwirkten, daß er von heftigem Erbrechen befallen wurde. Und obwohl fofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, starb Jahn in der Nstcht vom Freitag zum Sonnabend nach qualvollem Leiden. Mitgeteilt wird uns, daß der Raum, in dem das Abbrennen vor- Weber in Lichtenberg. 30. Januar 05. Forenfenstimmen gelungen, die Stichwahl herbeizuführen. Bei unseren genommen wird, den polizeilichen Anforderungen nicht entsprechen 1. Bon Berlin: füdlich. 2. Mitteldeutschland. Otto Krüger, Ackerstraße. Blockgegnern scheint es wegen der Leitung bei der Wahlagitation foll und der Gewerbeinfpettor gut tut, sich ihn einmal näher an- tertilberufsgenossenschaft, Berlin W. 52, Lüneburger Straße 21. übrigens zu Zwiftigkeiten gekommen zu fein. Der Reichs- zusehen. J. R. 18. Bezeichnet eine bevorzugte Stahlart. 21. 3. 74. Rein. verband, welcher bei den letzten Wahlen noch die Führung G.. 100. Nein. Die Aufsichtsbehörde hat Einspruch erhoben. M. Sch. 11. 1. Nr. 1 bis 16 Borhagen- Rummelsburg. 2. Lichtenberg. 3. 100. 4. Vor Ablauf des betreffenden Monats. 5. Einschließlich Repräsentationsgelder 300 000 92. P. S. 70. Versuchen Sie es im 21.. 43. Adalberta Laboratorium von Dr. E. G. Engel, Friedrichstr. 125. ftraße 41. 6. F. 777. Buchhandlung Borwärts, Lindenstr. 69. Kirchensteuer. Nein, nicht mehr. Wilhelm Loc. Soweit uns belaunt, Ufermann, Düsseldorf. 1. Germanischer Abstammung. 2. Ja. Durch die Buchhandlung Borwärts. 3. Ja. 4. Nein. 5. Ja. Ein alter Bielleicht durch ärztliche Ratschläge und Selbsterziehung. über die bürgerlichen Vereine hatte, durfte sich diesmal Hohen- Neuendorf. lediglich als Gleichgestellter in den Kreis der Blodbrüder einreihen. Arbeiter Hohen- Neuendorfs! Heute Dienstag, den 19. Januar, Die bekannten Braftifen des Reichsverbandes haben demselben selbst nachm. 5 Uhr, findet im Lokal von E. Schulze, Berliner Straße 80, bei den Blockverbündeten bereits derartig den Kredit geschmälert, die Wahl einer Stommiffion zur Beratung des Sagungsentwurfs daß sich der bürgerliche Wahlausschuß durch die Vorort- Beitung" für die neu zu gründende Ortskrankenkaffe Hohen- Neuendorf aus den dagegen verwahrt, unter der Führung des Reichsverbandes zu stehen. Reihen der berficherungspflichtigen Arbeitnehmer und deren ArbeitTrogdem formell als Vorfizender des Wahlausichufies ein anderer geber statt. Das Erscheinen aller in dieser Stasse Versicherungsfungiert, zeichnet die Korrespondenzen ber Reichsverbands- pflichtigen ist dringend notwendig. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 19. Januar. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Sardanapal. Anfang 8 Uhr. Rönigl. Schauspielhaus. Mrs. Dot. enfang 8 Uhr. Deutsches. Was ihr wollt. Rachmittag 4 Uhr: Der Apotheker. Der betrogene Stadi. Rammerspiele. von Gleichen. Lessing. Der König. Graf Kafino. Die Dianabäder. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Svezialitäten. Folies Caprice. Serous Pschefina. Lustige Ehemann. Unf. 8% Uhr.) Gustav Behrens. Die tolle Lolo. Ein Berliner muß es fein. Spezialitäten. Parodie. 2X3= 7. Die Zauberflöte. Anfang 8, Uhr. Irania. Tanvenitraße 48/49. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Komtesse Guckerl. Luftspiel in 8 ften von Franz von Schönthan und Franz Koppel- Culfeld. Wittwoch, abends 8 Uhr: Komtesse Guckerl. Donnerstag, abends8uUbr: Charleys Tante. Abends 8 Uhr: Nilfahrt bis zum Berliner Theater. zweiten Kataraft. Hörsaal 5 Uhr: Prof. Dr. B. Donath: Optif. 8 Uhr: Dr. W. Scheffer: Das Sehen und der Erfah der Außen Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Morgen: Einer von unsere Leut'. Schiller Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. nicht. Abonnent. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Stadt- Theater Moabit. Schwant in 3 Alten von Brandon Eine Nilfahrt bis zum zweiten Alt- Monbit 48. Thomas. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ein Volksfeind. Donnerstag, abends8ubr: Komtesse Guckerl. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: welt durch photographische Bilder. Lustspielhaus- Das Mädchen auf Irrwegen. Sternwarte, Invalident. 57/62. Redoute. DeraNeues Theater. Beginn 10 Uhr. Berliner. Einer von unsere Leut'. Neues. Jsrael. Neues Schauspielhaus. Rabagas. Kleines. Moral. Komische Oper. Tiefland. Sebbel. Frau Barrens Gewerbe. Laft vielhaus. Redoute.( Anfang 10 Täglich 8 Uhr: Israel. Freitag zum Besten der in Messina Verunglüdten: Zum erstenmal: Die fremde Frau.( La femme X...) Hebbel- Theater Königgräßer Str. 57/58. Anf. 8 1hr Frau Warrens Gewerbe. Neues Operetten- Theater, Schiffbauer umm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Dollarprinzessin. Residenz. Stämmere dich um Amelie Theater des Westens. Die Alien von Leo fall. Schiller 0. Wallner Dealer.) Romteffe Guder!. Schine Charlottenburg. Charleys Zante. Friedrich Wilhelmstädt. Hufaren. fleber. Weften. Der tapfere Solbat Thalia. Meister Kutti. " uisen. tegen. Das Mädchen auf Srra Trianon. Der Satyr. Neaes Overetten. Die Dollar prinzessin. Berliner Operetten Theater SW. Das Himmelbett. Carr Haverland. Spezialitäten. Bernhard Moje. Brüderlein fein. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Mittwoch und Sonnabend nachm. 4 Uhr fleine Preise: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Operette in 3 Mittwoch: Der fliegende Berliner. Die Katarakt. 5% Uhr: Prof. Dr. B. Donath: Optik. 8 Uhr: Dr. W. Scheffer: Das Sehen und der Ersatz der Außenwelt durch photographische Bilder Gastspiel- Theater Größter und vornehmster Theaterfaal Moabits. el. II 2492.) Donnerstag, den 21. Januar 1909: Das Lörle aus dem Schwarzwald. Schauspiel in 5 Atten von Charlott Birch Pfeiffer. Anf. d. Borst. 8, Stassenöffnung 7 Uhr Konzert 7 Uhr. Nach der Borstellung: Tans. Sonntag, 24. Januar: Theaters Köpenicker Straße 68. 8 Uhr: Vorstellung. Montag, 25. Januar: Soiree der Der Pfennigreiter. Montag, 25. San Freitag: Das Mädchen a. Sramegen. Metropol- Theater Sonnabend nachm. 4 Uhr: Dorn röschen. Abends: Der fliegende Berliner. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Stinder des Kapitän Grant. Abends: Das Mabchen auf Irrwegen. Montag: Der Mann mit 4 Frauen. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 20. Januar 1909: Metropol- Theater Walhalla Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Perry Holden Bender Kettner Thielscher. Giampietro Pfann Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: Großartiges Spezialitäten Progr. Der Nadjahrer Dieck, u. a. Salto Mortale über eine mit Personen besepte Droichle. Im Tunnel: Bockbierfest. Regimentskapellen etc. Theater besucher haben freien Eintritt. Residenz- Theater. Der wiffenswurm pollo Casino- Theater Alexander. Abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie." Anzengruber. Anfang 8 Uhr. v. Dienstag, 19. Januev;& njang 8 Ltfr:@gwant in breiffen( ofer Bildern) Dalast- Theater Husarenfieber. Mittwoch: Sm weißen Rögl Donnerstag: Husarenfieber. Freitag: König Christian II. bon Georges Feydeau. Morgen u. folgende Tage: Kümmere Dich um Amelie. Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. a Theater Abends S, Uhr. 8 Uhr. Nur noch bis 21. Januar! Ueber 70 Mal ausverkauft! Onkel Casimir. Die Dianabäder. 26 8 11hr: Das Attraktions- Programm. I. a.: La belle Alexia. Sonntag, 24. Jan., nachm. 3 use: Das Monstre- Januar- Programm. Les Pollos. X? Pilu? Der Floh im Ohr. W. Noacks Theater 12 Attraktionen 12 Gaftiviel Theater. Der Pfennig DERNHARD ROSE THEATED Diretor Rob. Dill Bruments 16, reiter. Bürgert. Schauspielhaus. Fräulein Doktor. tadel Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Apollo. Onkel Kafimir. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter [ 03. Wintergarten. Spezialitäten. #affage. Spezialitäten. Gr. 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Berliner U Fellx Scheuer Ik- Trio. Stralsunderstr. 1/ XIV. Saison! Zirkus Busch. Dienstag, 19. Januar 1909, abends braz. 7 Uhr: Große Vorstellung. Um ca. 9 Uhr: Die neueste Ausstattungs- Pantom. Besonders Auswanderer! hervorzuheben: Strandung oines Ozeandampfers. Lebendig begraben. 2 Meter unter der Erde. Mig Surajah, d. weibl. Fakir! Neu! Neu! Die Granathos! Ferner: Das Mascotte Trio. Frl. Martha Moante, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudress. und das große Gala- Programm. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die heiden Bindelbands und der neue Künstlerteil Zirkus Schumann. Heute, Dienstag, abends 7: Große Vorstellung. Unerreicht bleibt Bact als b fter vierdemiger Nadjanitun l., wirflich sensationell ist das erstklassige Galaprogramm sowie das Manege Pracht- Schauftüd Per Golo" und Mädchenräuber händler. WINDY BARTEN Beispielloser Erfolg! FRAGSON der polyglotten Vortragskünstler am Klavier in seinem Repertoire. 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Januar, nachmittags 2, Uhr, von der Zeichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 215/7 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Görlizer Viertel. Bezir! Nr. 217, Zeil II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Biers abzieher Gustav Rother Wiener Str. 57 215/8 geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19 Januar, nachmittags 22 Uhr, von der Zeichenballe des Emmaus- Kirchhofes in Briz aus statt. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Paul Schwittai am 17. d. M. an Lungenleiden geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. M., nach mittags 3, Uhr, von der Zeichen halle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Am 16. Januar verstarb jäh und unvermutet mein lieber Mann und unser guter Bater Georg Roth. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. Mts., nach mittags 2 Uhr, vom Trauerhause Gabriel Magstraße 14 nach dem Friedhof der Freireligiösen Ge meinde in der Bappelallee statt. Marie Roth nebst Stindern 19 Am 16. Januar verstarb plöglich unerwartet unser langjährig er Sollege und Vorstandsmitglied Georg Roth. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitarbeiter und Berater, deffen Scheiden wir mit dem größten Schmerz betrauern. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. Mts., nach. mittags 2 Ubr, vom Trauerhause Gabriel- Magstr. 14 aus auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Bappel- Allee statt. Möbelfabrik Ostend". Allen Verwandten und Befannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater, Schwieget und Großvater, der Tischler Friedr. Rosenbaum am Sonnabend, den 16. Januar, entichlafen ift. 614b Dies zeigen tief betrübt an Familie A. n. 7. Rosenbaum. Die Beerdigung findet Mitte woch 3 Uhr in Neu- Ruppin statt. Am Sonnabend früh verstarb nach langem schweren Leiden meine liebe Frau und unsere gute Hoffmanns Nordd. Sänger Rutter, Tochter, Schwiegertochter Beg. Sonnt. 5, wochent. 8 U. Morgen Mittwoch: Theater- Abend. Othello. Donnerstag: Große EliteSoiree. Tanz. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Das vollständig neue Karneval Programm! Der blutige Pantoffel an der Kirchhofsmaner. Harlekin und Puppe" und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Unjang 8, Uhr, Sonntags 6 Uhr. und Schwägerin, Frau Margarete Juhre geb. Schley. Um flille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 19. Januar, nachmittags 2 Uhr, vomi Trauerhause Torfstraße 16, aus ftatt 573b Berichtigung. 606b Die Beerdigung meiner lieben Frau Emma Nitschke findet heute nachmittag 3 Uhr auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Franz Nitschke. Für die vielen Beweise bei der Bee erdigung meiner lieben Frau Luise Nonjuweit fagen wir allen Verwandten und Be tamten fowie dem Chef und den Kollegen der Zirnta Rosenfeld unferen herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Tr. Lehrplan für das 1. Quartal 1909. Montag: Naturerkenntnis.( Zweiter Teil.) Die Entstehung der Erde. Die Erdzeitalter. Die Entwickelung des Lebens und die Urzeugung. Darwin und der Darwinismus. Die Entstehung der Arten. Die Beweise für die Abstammungslehre. Die körperliche und geistige Entwickelung des Menschen. Vortragender: Emanuel Wurm. Dienstag: Gesetzeskunde.( Deutsches Reichsstrafrecht.) I. Die Entwickelung des deutschen Strafrechts: Von der Bußo zur Kriminalstrafe. Volksrecht und Juristenrecht. Strafrechtsgreuel und Milderungen. Das geschriebene Strafrecht bis zum Die strafrechtlichen Nebengesetze. Reichsstrafgesetzbuch. Landesstrafrecht. II. Das geltende Strafrecht. Allgemeiner Teil: Voraussetzungen der Strafbarkeit. Strafausschließungs-, Milderungs- und Verschärfungsgründe. Einteilung der strafbaren Handlungen und der Strafen. III. Besonderer Teil. Die einzelnen Straftaten in bezug auf: 1. Staat und öffentliche Ordnung( Hoch- und Landesverrat. Majestätsbeleidigung. Aufruhr und Widerstand gegen die Staatsgewalt usw. Religionsvergehen). 2. Rechts- und Verkehrssicherheit( Meineid. Münzfälschung. Urkundenfälschung). 3. Ehe und geschlechtliche Sittlichkeit. 4. Persönliche Freiheit( Freiheitsberaubung und Nötigung) und Ehre( Beleidigung) 5. Leben und Gesundheit( Tötung, Körperverletzung. Zweikampf, Verletzung der Arbeiterschutzgesetze). 6. Vermögen Diebstahl und Unterschlagung. Raub und Erpressung. Hehlerei. Betrug und Untreue. Wacher. Zoll- und Jagdvergehen). 7. Sachbeschädigung und gemeingefährliche Handlungen. 8. Amts- und Berufsvergehen. 9. Uebertretungen. 10. Spezialgesetze Militärstrafrecht. IV. Der Strafvollzug. Haupt- und Nebenstrafen. Polizeilicher Strafvollzug. Die Jugendlichen im Strafrecht. V. Wesen und Zweck des Strafrechts. Strafrechtstheorien und Tatsachen. Schutz der Gesellschaft und Unterdrückung. Besitz und Autorität als maßgebende Interessen. Klassenrecht und Klassenjustiz. Der Mißerfolg des Strafrechts und die Strafrechtsreform. Ersatz der Strafe durch Sozialpolitik, Erziehung und Auslese. Sozialismus und Strafrecht. Vortragender: Simon Katzenstein. Mittwoch: Gewerkschaftswesen.( Die Praxis der Gewerkschaftsagitation.) Grundsätze der modernen Gewerkschaftsorganisation. Gewerkschaftliche Demokratie und Disziplin. Kleinagitation. Versammlungsleben. Taktik bei Lohnkämpfen. Aufgaben der Arbeiterausschüsse. Unsere Stellung zu den gegnerischen Organisationen. Fachpresse( Berichterstattung usw.). Statistik. Literatur. Vortragender: Emil Dittmer. Donnerstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Dis Grenzen der natürlichen Beredsamkeit. Die Redekunst. Die Rede nach Form und Inhalt. Dispositionslehre. 2. Technische Hilfsmittel: Die Registratur. Die Nachschlage- Bibliothek. Das Manuskript. 3. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald Freitag: Nationalökonomie.( Einführung in die Nationalökonomie. Zweiter Teil.) Das geschichtliche Eingreifen des Kapitals in die Produktionsbedingungen. Der Charakter der Wirtschaftsgeschichte seit dem Ausgang des Mittelalters. Die Entwickelung der mittelalterlichen Produktionsweise über Kooperation und Manufaktur hinweg bis zur großen Industrie der Gegenwart. Der Einfluß dieser geschichtlichen Umwälzungen auf die Lage der Arbeiterklasse. Vortragender: Julian Borchardt. Sonnabend: Geschichte.( Geschichte des Sozialismus. II. Teil.) Sozialismus und Arbeiterbewegung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1. Die industrielle Revolution in England; Robert Owen. 2. St. Simon und Fourier. 8. Chartistenbewegung und Sozialismus. 4. Das französische Proletariat und die französischen Sozialisten zur Zeit des Bürgerkönigtums. 5. Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung; Weitling. 6. Marx und Engels. Die Grundlage des wissenschaftlichen 7. Kommunistenbund und Kommunistisches Manifest. 8. Von der Februarrevolution zur Junischlacht. 9. Proletariat und Sozialismus in der deutschen Revolution. 10. Die französische Arbeiterbewegung bis zum Staatsstreich Louis Napoleons. Sozialismus. Vortragender: Dr. A. Conrady. Fortschrittskursus. Dienstag: Historischer Materialismus. Einführung in die historische Methode des wissenschaftlichen Sozialismus. ( Praktische Anwendungen.) Vortragender: Dr. A. Conrady. Dieser Kursus findet im Verbandshaus der Gastwirtsgehilfen, Hamburger Straße 18/19, statt. Rummelsburg. Großo Donnerstag: Geschichte. Geschichte des neunzehnten Jahrhunderts.( Zweiter Teil.) 1. England zur Zeit der Chartisten bewegung und der Antikorngesetzligue. Frankreich unter dem Bürgerkönigtun. Februarrevolution 2. Deutschland und Italien vor dem tollen Jahr. Die Märzrevolutionen. 8. Der Niedergang des Chartismus. Die Pariser Junischlaeht. Die Wahl Louis Napoleons. 4. Die deutschen Parlamente. Wiener Oktoberrevolution. Der Staatsstreich in Preußen. Italien. 5. Die Zeiten der Reichsverfassungskampagne und des Krieges in Ungarn. 6. Frankreich bis zum Staatsstreich. 7. Dio fünfziger Jahre. Italien. Polen und Rußland. Bürgerkrieg in Amerika. 8. Die Internationale. Lassalles Agitation. Die Konfliktzeit. 1866. 9. Die Zeiten des siebziger Krieges und der Pariser Kommune. 10. Ueberblick über die Geschichte der letzten Jahrzehnte des Jahrhunderts. Vortragender: Dr. A. Conrady. Dieser Kursus findet im Lokal der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45, statt und beginnt Donnerstag, den 21. Januar 1909. Lichtenberg. Nationalökonomie. Grundzüge der Finanzwissenschaft. 1. Begriff und Inhalt der Finanzwissenschaft. Finanzwirtschaft. Staatsfinanzwesen. Budget. 2. Staatsausgaben. 3. Staatseinnahmen: Erwerbseinkünfte. Abgaben. Gebühren. Steuern. 4. Staatsschuldenwesen. 5. Die Finanzen des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten. 6. Die Reichsfinanzreform. Vortragender: Max Grunwald. Dieser Kursus findet im Restaurant Paul Schwarz, Dorfstraße 25/26, statt und beginnt am Freitag, den 22. Januar 1909. In Berlin beginnt der Unterricht in Naturerkenntnis: Montag, 18. Januar; Gesetzeskunde: Dienstag, 19. Januar; Geschichte( Fortschrittskursus): Dienstag, 19. Januar; Gewerkschaftswesen: Mittwoch, 20. Januar; Rednerschule: Donnerstag, den 21. Januar; Nationalökonomie: Freitag, den 22. Januar; Geschichte: Sonnabend, 23. Januar. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 25 Teilnehmer zugelassen, welche schon mindestens einen Kursus in Geschichte oder Nationalökonomie besucht haben müssen. Meldungen zu diesem Kursus sind bis zum 14. Januar an den Vorsitzenden zu richten. Die Jeder Kursus erstreckt sich am zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 1,11 Uhr. reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; W. Kaczorowski, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Geithner, Berlin NO. 18, Friedenstraße 70 III, rechts, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenhoide 56, zu senden. Der Vorstand. Gerantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inferatenteil verantw: Th. Glede, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 15. 26. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. sprach er die verschiedenen Gesindeordnungen in deutschen Staaten. Dienstag, 19. Januar 1909. Die Gründung des Zentralverbandes Er gab zum Schluß der Ueberzeugung ausbrud, daß es mit der Die Zeitung erscheint als Fortſehung der Berliner Monatsſchrift der Hausangestellten. " Die Konferenz nahm den Antrag der Generalfommission an. Unterstüßung der gesamten Arbeiterschaft gelingen werde, die Ge- und führt auf Antrag des Mannheimer Vereins den Titel 3enfindeordnungen zu überwinden und modernen Anschauungen zu tralorgan des Verbandes der Hausangestellten ihrem Nechte zu verhelfen. Deutschlands". Die Zeitung wird herausgegeben in BerEine Konferenz zum Zwede der einheitlichen Organisation dung eines Sentralverbandes der Hausangestellten Deutschlands Verbandes redigiert. Als Vorsißende wurde die Genossin Baar Eine Diskussion fand nicht statt. Einstimmig wurde die Grün- lin, dem Siz des Verbandes, und wird von der Vorsitzenden des Ser Dienstboten hatte die Generalfommission der Gewerkschaften beschlossen. Es folgte die Beratung des Statuts. Auf Antrag gewählt. Als Siz des Ausschusses bestimmte die Konferenz Ham Deutschlands zum 17. Januar nach Berlin Gewerkschaftshaus einberufen. Aus folgenden Städten waren Delegierte von Ver- Regiens kam eine Reihe grundlegender Fragen zuerst zur Beratung. burg und als Vorsitzende des Ausschusses Genossin Kähler. einen von Hausangestellten erschienen: Berlin, Bremen, Sausangestellten zur Mitgliedschaft zugelassen werden sollten. Nur Lebhaft diskutiert wurde die Frage, ob auch die männlichen Die Bestimmungen für den Verband treten am 1. April in Kraft. Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, vereinzelt haben die Dienstbotenvereine männliche Mitglieder aufKiel, Leipzig, Lübed, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart. Von Heidelberg war nur ein genommen. Die Konferenz entschied dahin, daß männliche und Vertreter des Gewerkschaftskartells erschienen. Die Kartelle der weibliche Mitglieder aufgenommen werden können. genannten Orte waren ebenfalls zur Teilnahme an der Konferenz eingeladen und mit wenigen Ausnahmen vertreten. Das getvert schaftliche Frauen- Agitationsfomitee hatte Frau Boenig und Frau Ihrer entsandt. Für die fünf Städte- Frauenkommissionen waren Luise Zietz und Ida Baar, vom Arbeiterinnen- Sekretariat Jda Altmann und Gertrud Hanna anwesend. Stark vertreten war auch die Generalkommission. In einer Begrüßungsansprache bemerkte Genoffe Legien, die Konferenz stehe vor einer sehr bedeutungsvollen Aufgabe. Gerade unter den Dienenden stellten sich der Organisation große Schwierigkeiten entgegen. Durch die lokalen Vereine in den ver schiedenen Städten sei für eine einheitliche Organisation bereits eine Unterlage gegeben, und man dürfe hoffen, daß es gelingen werde, diese Vereine weiter auszubauen und neue erstehen zu laffen, um in absehbarer Zeit eine Organisation der Hausangestellten zu schaffen, die mit und neben den anderen Arbeiter. berbänden eine wirksame Tätigkeit entfalten tönne. Dazu bedürfe es allseitiger ernster und eifriger Mitarbeit.( Beifall.) In das Bureau, welches von den Mitgliedern der General fommission Legien, Bauer und Saffenbach gebildet war, wurden noch Frl. Grünberg- Nürnberg als 2. Vorsitzende und Frau Kähler. Hamburg als 2. Schriftführerin gewählt. Die Tagesordnung der Konferenz lautete: 1. Gründung eines Zentralverbandes der Hausangestellen. 2. Beratung des Statuts. 3. Beratung über Herausgabe einer Verbandszeitung. 4. Wahl des Vorstandes. Als Zweck des Verbandes wurde festgelegt, die Förderung der wirtschaftlichen und geistigen Interessen feiner Mitglieder. Dies soll geschehen durch die Einwirkung auf die Gestaltung des Dienst bertrages, Gewährung von Krantenunterstützung und Rechtsschuh, Errichtung fostenloser Stellennachweise für die Mitglieder, obligatorische Lieferung des Verbandsorgans und Pflege der Ge selligkeit und der Solidarität durch Abhaltung regelmäßiger Verfammlungen und Veranstaltung auftlärender Vorträge. Ein Antrag, ein Eintrittsgeld von 20 Pf. zu erheben, fand Annahme. Als monatlicher Beitrag wurde 40 f. festgesetzt. Wo jekt höhere Beiträge erhoben werden, soll der Ueberschuß als Lokal beitrag gelten. Als Krantenunterstübung zahlt der Verband nach einjähriger Mitgliedschaft bis zu 18 Mt. und zwar pro Woche 3 Mt. von der zweiten Woche an; bei zweijähriger Mitgliedschaft erhöht sich die Unterstützung bis zu 21 m. Freier Rechtsschutz wird den Mitgliedern nach 3 Monaten Mitgliedschaft gewährt in Streitigkeiten, die aus dem Dienstver hältnis entspringen. Die Statuten wurden im übrigen, wie von der Generalkommission vorgeschlagen, angenommen. Zum Schluß wurde noch die Notwendigkeit der Mitwirkung der Gewerkschaftskartelle bei der neuen Organisationsarbeit betont und der Wunsch ausgesprochen, daß die Kartelle Einrichtungen treffen, um stellenlosen oder rei fenden Mädchen Unterkunft zu gewähren. Nach kurzen Ansprachen der beiden Vorsißenden hatte die Nonferenz ihr Ende erreicht. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr start, Geschäft rege, Breise nachgebend, für Kalbfleisch unverändert. Bild: Bufuhr genügend, Geschäft lebhaft, Preise feft. Geflügel: Bu fuhr reichlich, Geschäft etwas reger, Preise behauptet. Fische: Zufuhr gering, Geschäft ziemlich lebhaft, Starpfen wenig gefragt, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Bufuhr reichlich, Geschäft sehr ftill, Breise wenig berändert. Witterungsübersicht vom 18. Januar 1909, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n.. 5°. 4° N. Stationen 4 wollig 3 wolfig 2 wollig-0 Scilly Oberdeen -4 Baris Barometer Bind richtung Winditärle Better 1 aparanda 751 SSD 6 Schnee 3 Petersburg 766 SSW 2 bedeckt 759 629 6 wolkig 746 SSW 3 bedeckt 770S Temp. n. T. -1 9 8 2 wolfen!-0 1 Rebel 2 heiter 4 heiter Wetterprognose für Dienstag, den 19. Januar 1909. nehmender Bewölkung; geringe Niederschläge. Etwas wärmer bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden und zu, Berliner Betterburea th Wafferftands- Nachrichten Der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. In bezug auf den Stellennachweis hatte die Generalfommission borgeschlagen, daß die einzelnen Ortsgruppen mit der Zustimmung des Verbandsvorstandes Stellennachtweise errichten können, sofern Swotnembe. 769 SS nicht am Orte ein städtischer Arbeitsnachweis bore pamburg 768 SS handen ist, dessen Einrichtungen den von der Arbeiterschaft zu Berlin 772 S stellenden Ansprüchen genügen und auf dessen Verwaltung der Franti.a. M. 773 S München 776 SS Arbeiterschaft Einfluß zusteht. In der Diskussion über diesen Bien 775 N Das einleitende Referat zum ersten Punkt der Tagesordnung Borschlag zeigte sich viel Mißtrauen gegenüber den städtischen Nachübernahm der Genosse Bauer: Der noch sehr jungen Diensts weisen, die fast nirgends den Anforderungen der Organisationen botenbewegung, so führte er aus, ist von den Gewerkschaften große auch nur annähernd entsprechen. Wo man eigene StellennachAufmerksamkeit gewidmet worden. Im Oftober 1906 hat die Geweise errichtet habe, sei man mit den erzielten Resultaten sehr neralfommission durch ein Rundschreiben die Kartelle aufgefordert, zufrieden. Genoffin Bieb meinte, daß selbst da, wo der Organian dem Aufbau von Organisationen der Hausangestellten mit fation ein größerer Einfluß zugestanden würde, der eigene zuwirken. Im Mai 1907 erging wieder eine Aufforderung an Nachweis eine unbedingte Notwendigkeit für den Fortschritt Die Kartelle, in recht reger Weise sich der jungen Bewegung an der Organisation sei. In Hamburg habe man die besten Erfolge zunehmen. Und dieser Aufforderung wurde auch Folge geleistet. Damit erzielt; der Nachweis sei geradezu eine Vorbedingung und In 13 Städten haben sich Vereine von Hausangestellten gebildet. das Rüdgrat einer tüchtigen Organisation. Als Mittel der Agis Als die außerordentliche Frauenkonferenz gelegentlich des Preußen- tation unter den Dienstmädchen sei der eigene Nachweis nicht zu tages im November 1907 in Berlin zusammentrat, wurde die Ben- entbehren. tralisation der Bewegung im Prinzip beschlossen und eine Fünf- Die Konferenz entschied sich für den Vorschlag der General. städte- Kommission( 22 Städte waren dort vertreten) gewählt, um tommission mit dem Busak, daß die städtischen Nachweise auch den die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Diese Kommission trat Ansprüchen der Verwaltung des Verbandes genügen müßten. im Januar 1908 in Hamburg zusammen und beschloß, sich mit Zur Frage des Verbandsorgans lagen verschiedene der Generalkommission in Verbindung zu setzen. Eine gemein- Anträge vor. Von Hamburg war beantragt, die" Gleichheit" einschaftliche Sigung fand im Mai 1908 statt. Der lebte Gemert- zuführen; der Berliner Verein trat für die jetzt bestehende und schaftstongreß in Hamburg beschäftigte sich ebenfalls mit dieser in 11 Städten vorbereitete Monatsschrift ein; die Generalfom Frage und beauftragte die Generalkommission, entsprechende miffion beantragte, der Verband solle das Berliner Organ über. Barthe, Sangberg Schritte zu unternehmen. Eine Umfrage, die im Oktober 1908 nehmen und als Verbandszeitung obligatorisch einführen. Genossin nege, Bordamm borgenommen wurde, ergab, daß in 18 Städten Vereine von Dienst 8ie trat für die Gleichheit" ein, die eventuell ein eigenes Elbe, Leitmerik boten mit zusammen 5711 Mitgliedern bestehen. Eine Unterlage Beiblatt für die Dienstboten herausgeben werde, um damit den für eine Zentralisation ist damit gegeben. Die Generalfommission Ansprüchen des Verbandes zu genügen. Genoffe Bauer erist bereit, ihre Unterstützung zu gewähren und größere Mittel zu flärte, daß man aus 8wedmäßigkeitsgründen auf ein eigenes bewilligen, um der Bewegung vorwärts zu helfen. Der Redner Fachorgan nicht berzichten fönne. Genossin Baar wünschte, die ging bann auf die bestehenden Rechtsverhältnisse in bezug auf einzelnen Orte, besonders Hamburg, möchten sich die„ Gleichheit" bie Organisationsfrage ein. In einer kritischen Würdigung be- durch Erhebung eines Lokalzuschlags erhalten. Ganz Berlin = freut sich= Wasserstand me mel, Silfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Aroffen Frankfurt Schrimm Dresden Barby Magdeburg am feit 17. 1. 16. 1. cm cm¹) 2493) 33-4 2183)+26 228)+120 184-3 1575)+62 151+3 98) 10 15+2 -38+8 -184+34 Bafferstand Saale, Grochliz Havel, Spandau) Rathenow) Spree, Spremberg) Beestow ejer, Münden Minden Kaub Main, Wertheim am feit 17. 1. 16.1. cm cm) 176+93 67+1 66 74 0 72+2 62+63 30 0 1996)+28 bein, Magimiliansau 452+12 225+52 Röln 331+132 Redar, Heilbronn 160+12 39+8 38 +6 Mosel, Trier Fall. eisfrei. + bedeutet wuchs, -) Eisgang. Treibeis. über die vorzügliche Qualität und den großen Erfolg der Bouillon- Würfel Marke„ Krone" Man weise minderwertige Nachahmungen zurück. Nährmittelgesellschaft ,, Krone", Michaelis& Co., Berlin SW. 29. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Blumen- und Kranzbinderei Don Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. 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