" Nr. 18. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gebrudte) Bort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg. jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition i bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. " 0 Freitag, den 22. Januar 1909. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Arbeiterpartei kann mit Genugtuung auf das ab- land, das durch die Reise des Königs nach Reval gelaufene parlamentarische Jahr zurückblicken. Sie hat von und durch die Unterredungen Iswolfis mit Grey befleineren Maßnahmen abgesehen als ihr Guthaben das kräftigt wurde. England ist so in die slawische Politik gezogen Alterspensionsgesez und den Marimalarbeits- worden, die gegen die Ausdehnung Desterreich. Im Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten tag( 8 Stunden ausschließlich Ein- und Ausfahrt) für die Ungarns zum Aegäischen Meer gerichtet ist. Sollte der gefolgende Parteibeiträge ein: Groß- Berlin a fonto seiner acht Wahlkreise 20 000,-( darunter Bergleute. Sie hat den größten Teil der liberalen Arbeiter fürchtete Drientkrieg ausbrechen, so wird ohne Zweifel die Ueberschuß der 16. Abteilung vom Herbstvergnügen 39,30, desgleichen abgeordneten an sich gezogen. Wie der lettere Erfolg von britische Mittelmeerflotte nach dem Adriatischen Meer beordert Abteilung 24 59,50, Mitglieder der Union Druckerei 9,90, Gesang- den besigenden Klassen aufgefaßt wird, zeigt das Urteil der werden, um an der dalmatischen und montenegrinischen Küste verein Männerchor Nord- Ost" durch M. M. 5,25, Parteibeitrag von Times", das folgendermaßen lautet: Die bergangene gegen Desterreich- Ungarn zu operieren. Ebenso erklärt sich B., I. Quartal 3,-, M. H. 10,-, Matinee bei Rausch 4,15, amerit. parlamentarische Tagung brachte eine bemerkenswerte Zu- daraus die außerordentlich freundschaftliche Haltung Englands Weihnachtsbaumauktion bei Otto Buchholz, Alexandrinenstr. 114/115 nahme des Zusammenwirkens zwischen den liberalen Arbeiter zur türkischen Revolution, die den deutschen Einfluß 3,-, Paul Sturke, Großdestillation 100,-, durch Warnst Meyer abgeordneten und der selbständigen Arbeiterpartei und des- am Goldenen Horn einigermaßen zurückdrängt. Die ganze 75,-, Argus Motoren 4,75, A. B. Mister 1,-, Jahreshalb eine Schwächung ihrer Allianz mit den regelmäßigen Lage ist kritisch. Sie ist indes nur ein Teil der europäischen beitrag Gieshoit 100,-, Mantheis lustige Sänger 20,-, Liberalen." Krise, in der das Jahr 1908 abschließt. Karl Berger 2,-, 653. Bezirk, Laaß 10,-, Bezirk 657a, Auf Rechnung der Arbeiterfraktion ist auch die vollständige Das ganze Jahr hindurch befand sich Indien, oder Kranzüberschuß 7,10, Arbeitgeber- Gewerbegerichtswahl 1,-, ameri kanische Auktion einer Specfeite bei Richter 19,10, Monatsbeitrag Diskreditierung von John Burns zu sehen. Burns und richtiger Nordindien, in einer Agitation, die nationalRaschte 10,-, Bezirk 718, Martenbefeuchter 1,32, Lebensquelle durch seine Politik find für immer abgetan. Auch das Urteil des und wirtschaftspolitische Ziele hat und die auf eine Aenderung Schleuffener 8,-, Monatsbeitrag Baß- Karl durch Vogel 3,-, von Appellhofes gegen die Arbeiterpartei, das den Zweck hat, die des bisherigen Verhältnisses zu England hinarbeitet. Die einem Schwarzen durch Dobrohlaw 5,-, Verein" Gießkanne", Ra- felbständige politische Arbeiterbewegung finanziell zu schwächen, Agitation ist nicht einheitlich. Sie hat, wie jede andere Bewegung, venéstraße 1,50, vom Rauchklub" Pappel" 5,-, Ueberschuß bom darf als Beweis dafür gelten, daß die Arbeiterpartei den gemäßigte und radikale Elemente. Die gemäßigten Reformer 28. Nov. A. E.-G. Aderstraße 5,30, Doktorbest. durch André 20, bürgerlichen Barteien unangenehm ist. Sogar ein Mann wie verlangen nur parlamentarische Zustände, während die Ueberschuß bei Besichtigung der Genossenschaft in Bohnsdorf durch die Lokalkommission, 70). Berlin, diverse Beiträge: Von den Frederick Harrison, der stets für die Trade- Unions machtvoll Radikalen die vollständige Unabhängigkeit Jndiens fordern. Kollegen der Werkstatt J. Demuth 5,-. Werkstattarbeiter eintrat, bietet jetzt seinen ganzen Einfluß auf, das Urteil des Die englische Regierung ist den Gemäßigten einigermaßen entder Firma H. Hoffmann, Friedrichstraße 50/51 50,- Appellhofes aufrecht zu erhalten, da er in ihm ein Hindernis gegengekommen, indem sie den Hindus eine größere Vertretung Dr. K. R. 25,-. Dr. Siegfrieda 5,-. Kollegen v. Judenberg 12,50. der sozialistischen Bewegung erblickt. in der Zentralregierung und in den Provinzlandtagen gewährte. Abt" 5,-. Machetes 5,-. Dr. 2. A. 100,-. Die Kontobuch- In allen fortschrittlichen legislatipen Maßnahmen hat Der, nationale indische Kongreß, der gegenwärtig in arbeiter vom Wedding 5,-. M. W. 2. M. B. 50,- Guten die Arbeiterfraktion die liberale Partei und deren Regierung Madras tagt und der die Gemäßigten vertritt, sprach der engberg 34,60. Dr. H. 100,-. Rest der Groschenkasse v. d. Schlossern unterſtützt. So bei der Beratung des Kinderschulischen Regierung seine Dankbarkeit für die gemachten der Firma Protos 5,-. Staffenbestand bei Auflösung der Frauen gesetzes, bei der Verstaatlichung des Londoner Konzessionen aus. Einer der energischsten Verteidiger der organisation durch Gen. Baader 417,64. Von den Verwaltungsbeamten b. Allg. Kranten- u. Sterbekasse der Metallarbeiter afens und bei der Schanklizenzvorlage. Lektere indischen Revolution ist Genosse Hyndman. Die Regierung ( E. H. 27, Hamburg), Filiale Berlin II 75,-. Sechs Hutmacher, fand ohne Zweifel den Beifall eines großen Teiles der hat deshalb die Verbreitung der Justice" in Indien verboten. Sönigstr. 28 15,-. Jule, Ritterstr. 85, 4. Quart. 08 17,70. gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, die für Temperenz sind. Die Bundesregierung in Australien befindet sich seit Knabe 5,-. Beelig, von den blauen Brüdern im Sanatorium 15,-. Daß diese Vorlage ihre guten Seiten hatte, zeigt schon die Mitte November in Händen der Arbeiterpartei, die sie von Desgleichen 30,80. Bern 50,-. Chemniz. J. E. 1, Dresden- feindliche Haltung der Lords. Dagegen hat die Arbeiterfraktion den Schutzöllnern übernommen hat. Die Ursache der Land a fonto der Beiträge des 6. fächs. Wahlkreises 2000,-. Diez die Regierung angegriffen wegen ihrer Lauheit gegenüber der Ministerkrise war folgende: Jm Oftober 1907 brachte die Limburg- Weilburg, sozialdem. Streiswahlver. 10,-. Eschwege" 4, Arbeitslosigkeit, dann wegen Gewährung einer Summe von frühere Regierung eine Vorlage ein, die den Zweck hatte, Eisenach, Beitrag des 2. weimar. Wahlkr. f. 1. Halbjahr 1908/09 50 000 Pfund Sterling an Lord Cromer, schließlich wegen der durch Schutzzoll sowohl die Interessen der Fabrikanten wie 120,- Faltenberg( Oberschl.) 3,-. Gera, fozialdemokr. Verein f. Die erzeugten Reuß i. 2., Halbjahrsbeitrag 800,-. Gebweiler i. Els., 4. Dart. 07 Reise des Königs nach Reval. Auch an einer scharfen Stritit der Konsumenten und Arbeiter zu schüßen. 19,36. Desgl. 1. Halbjahr 1908 12,05. Desgl. 3. Quart. 08 15,92. der Regierungspolitik gegenüber Indien haben es die Arbeiter- Waren sollten mit einer Verbrauchssteuer belegt werden, Görlig- Lauban, Wahlkreisbeitrag f. 4. Quart. 08 231,85. Hamburg, abgeordneten nicht fehlen lassen. die die Hälfte des Einfuhrzolls betragen follte. Diejenigen 3. Wahltr. a tonto der Beiträge f. 1908/09 15 000,-. Hamburg, Die Besprechung der Leistungen der Arbeiterpartei gilt Waren aber, die unter anständigen und vernünftigen i. d. Erped. d.„ Hamb. Echo" eingeg. 167,43. Köln a. Rh., Reg.-W. 20, zum Teil auch der liberalen Partei. Die liberale Re- Verhältnissen erzeugt erzeugt wurden, sollten von der VerKiel, 7. schlesw. holst. Wahltr. a konto der Beiträge für 3. Quart. 08 gierung ist es, die die früher erwähnten legislativen Maß brauchssteuer befreit sein. Eine Verbrauchssteuerbehörde 1000,-. Leipzig, a tonto der Beiträge des 12. sächs. Wahlkreises nahmen durchgesetzt oder vorgeschlagen hat. Troß dieser Gesetz- follte errichtet werden, um zu bestimmen, welche Fabriken für 1908/09 500,-. Luckenwalde, Wahlkreisbeitrag f. 3. Quartal 08 110,22. Leipzig- Land, a fonto der Beiträge d. 13. fächs. Wahlkreises gebung und ihrer ausgezeichneten Finanzverwaltung ist ihre Lage und Werkstätten unter anständigen und vernünftigen Verfür 1908/09 6000,- Magdeburg, sozialdemokr. Berein 4. Quart. 08 feine beneidenswerte. Der Rücktritt und Tod Campell- Banner- hältnissen" arbeiten. Die Vorlage wurde angenommen, aber Desgl. Extrabeitrag 1000,- Mroßen, C. H. 25, mans im April des Berichtsjahres haben der liberalen Partei ihren im Juni des Berichtsjahres erklärte das hohe Bundesgericht, Mülhausen i. E., sozialdemokr Kreisverein für 4. Duartal 08 78,86. beliebtesten Führer geraubt. Asquith übernahm die Leitung der daß dieses Gesetz gegen die Verfassung verstoße, indem es die München, G. M. 3, Neustadt( Holstein), Wahlkreisbeitr. f. 2. u. Partei und deshalb die Premierschaft der Regierung; Rechte der einzelnen Staaten verlege und deshalb ungültig 3. Quart. 08 91,26. Nürnberg, Gau Nordbayern, Beitr. f. 3. Quart. 08, aber er wird ungeachtet seiner Kenntnisse und seiner Bered- fei. Daraufhin brachte der frühere Premierminister Drafin im Wahlkreise: Regensburg 44,34; Amberg 8,16; Neumarkt i. D. 3,30; famfeit, die ohne allen Zweifel größer sind, als die Campell- Oftober eine Vorlage ein, die die Bundesverfassung dahin Neustadt 28. N. 11,04; of 114,69; Bayreuth 112,29; Forchheim Bannermans, weniger von der Opposition gefürchtet und amendierte, daß das Bundesparlament das Recht haben soll, Kulmbach 26,52; Kronach Lichtenfels 48,15; Bamberg 38,04; Nürn: noch weniger von manchen seiner Anhänger geachtet, als sein über die Beschäftigung und Entlohnung der Arbeiter in allen berg 1157,64; Erlangen- Fürth 466,98; Ansbach- Schwabach 102,15; war Campell Bannerman Eichstätt 12,39; Dinkelsbühl 16,98; Rothenburg 9,30; Rigingen Vorgänger. demokratischer, durch Zölle geschüßten Gewerben Gesetze zu machen. Die Die konservative Arbeiterfraktion hielt die Vorlage für unzureichend und stimmte 11,52; Neustadt a. S. 9,93; Schweinfurt 56,31; Würzburg 75,63; charakterfester und ernster als Asquith. Summa 2325,36. Olvenstedt, Wahltr. Wolmirstedt- Neuhaldens Opposition und die Lords empfanden, daß mit Campell gegen die Regierung. Das Kabinett Drakin blieb in der Minderleben, 1. Quart. 1908/09 120,-. Nigdorf, Zähler 17. 11. 9,- Bannerman nicht zu spielen sei, und die liberalen Wähler heit und trat demgemäß zurück, worauf Mr. Fisher, der Führer Happoltsweiler- Markirch, 3. Quart. 08 8,-. Stuttgart, G. 1. 10,- wußten, daß sie von ihm nie verraten werden. Eine weitere der Arbeiterpartei, die Regierung übernahm. Lange dürfte sich Strehlen i. Schl., Beitrag d. Wahlvereins für 4. Quart. 08 12,60. Ursache der Schwäche der liberalen Regierung ist der indes das Arbeiterkabinett nicht halten, da es keine Mehrheit Settin, Beitrag d. Provinz Pommern für 3. Quart. 08. Wahlkreise: Umschwung der Gesinnung zahlreicher Wähler zugunsten im Parlament hat hat umd auf die Unterstützung der Stettin 207,72; Randow- Greifenhagen 301,56; ledermünde- Usedom der Zarifreform, ein Umschwung, der der englisch Anhänger Drafins angewiesen ist. Legtere find gegenwärtig 38,44; Greifswald- Grimmen 58,-; Stralsund- Rügen 80,80; deutschen Rivalität, der Wirtschaftskrise und der mit einer Reorganisation ihrer Partei beschäftigt. Sobald die Antlam- Demmin 16,16; Stolp- Lauenburg 6,72; Phriz- Saagig 20,88; Greifenberg- Rammin 8,80; Neustettin 8,-; Dramburg- Schivelbein angeblichen Nachgiebigkeit der Regierung gegenüber der Reorganisation fertig ist, werden sie den Sturz des Arbeiter4,40; Bitow- Schlawe 4,-; Summa 755,48. Schwenningen, Arbeiterpartei zuzuschreiben ist. Daraus resultieren die Nieder- kabinetts herbeiführen und Neuwahlen provozieren. 9. württemb. Wahlkreis, 3. Quartal 1908 121,16. Spandau, lagen der Regierung bei parlamentarischen Nachwahlen und Ein anderes wichtiges Ereignis im australischen Leben D. 1 3,-.. 9. 3. 6334,70. Bingft, Insulaner" 6,-. Zinsen der wachsende Mut der Schutzöllner und des Oberhauses war die Ankunft der amerikanischen Flotte, die auf aus dem Margismus 6595,45. gegenüber der Regierung. Eine Regierung ohne moralisches ihrer Pazifitreise mehrere australische Häfen anlief und von Für„ Radbod" gingen ein von der 5. Damenabt. der Berliner Ansehen ist in einer Demokratie nicht möglich. Man rechnet der Bevölkerung mit demonstrativem Beifall begrüßt wurde. Turnerschaft 15,-, die wunschgemäß dem Bergarbeiter- Verb. in Bochum zugestellt wurden, zur Aufnahme in die Sammlung für die deshalb, daß das nächste Jahr die Lösung bringen wird: ent- Diese Rundgebungen haben viel dazu beigetragen, daß fich England bemühte, zwischen Amerika und Japan ein AbHinterbliebenen der auf der Beche Nadbod verunglückten Bergleute. weder Rehabilitation oder Neuwahlen. Berlin, den 16. Januar 1909. kommen herzustellen, das auf mehrere Jahre hinaus den Frieden im Stillen Ozean sichert. 1000,-. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Die politische Situation Englands. nemen. Änter den demokratischen Maßnahmen müßte Unten durch. Die Wiederherstellung des Ansehens der Regierung wird eine ungemein schwierige Arbeit sein, außer wenn das Wirt schaftsleben einen neuen Aufschwung zeigt, der es der Regierung gestatten würde, sowohl für Flotte und Armee, wie für Sozialpolitik erhöhte Ausgaben zu machen, demokratische Reformen durchzuführen und den Kampf gegen das Oberhaus aufzunehmen. Der Schlaue war allzu schlau, und vielleicht erinnert fich auch eine Wahlreform sein, die die Frauenrechts- Bülow, der gewohnt war, jede seiner Reden für einen Sieg zu Aus London wird uns geschrieben: bewegung berücksichtigte. Damit soll indes nicht gesagt halten, heute schon der Weisheit des Wortes: si tacuisses, tvenn Du Das entschwundene Jahr sah ein tätiges und fort- sein, daß die Frauenbewegung in nächster Zeit Aussicht auf nur den Mund gehalten hättest. Denn seine vom Zaun gebrochene schreitendes England auf allen Gebieten des öffentlichen Erfolg hätte. So lebhaft und demonstrationslustig diese Be- Selbstverteidigung gegen die Vorwürfe der Kamarilla hat nur die Lebens. Sowohl das Proletariat wie die besigenden Klassen wegung ist, so hat sie noch große Hindernisse zu überwinden, Schwäche seiner Stellung enthüllt, und dem Schwachen entfalteten viel Energie, viel organisatorische Kraft zum Schute che sie auch nur ein bescheidenes Maß von Erfolg aufzuweisen glaubt niemand die starke Faust. Was der Kanzler über die ihrer Interessen. haben wird. Bekämpfung der Sozialdemokratie gefagt hat", meint Der Aufstieg der britischen Arbeitertlaffe zur Der Gegensatz gtvischen der Regierung und der konser- wegwerfend die„ Kreuzztg."," war undeutlich und hat bei den politischen Macht geht langsam, aber ununterbrochen vor sich. vativen Opposition und dem Oberhause machte sich indes Liberalen sehr scharfe Erwiderungen hervorgerufen, während die Der Gedanke der Einigkeit und Solidarität der Arbeiterklasse, nur in der inneren Politik bemerkbar. Dagegen verschwand er konservativen die Gelegenheit, bei der es vorgebracht wurde, den die politische Arbeiterpartei von der Gewerkschaftsbewegung vollständig auf dem Gebiete der äußeren Politit. Hier gehen wenig geeignet finden und deshalb lieber gar nicht übernahm, ist auch im Parlament ihr Leitstern. Allen Bruch beide Parteien im Unter- wie im Oberhause zusammen. Sir Edw. darauf eingehen." D teilen des Proletariats einen gemeinschaftlichen Nenner zu Grey hat unter den bürgerlichen Parteien mur Anhänger. Die Po- Die Konservativen und die anderen Echarfmacher fühlen eben, geben und sie zu einer machtvollen Summe zusammenzufassen, litik ist hier einheitlich, da England die deutschen Flotten- daß Bülow selbst zur Sozialistenhezze nicht mehr taugt und daß es das ist die Aufgabe, mit deren Lösung die klügsten Köpfe der rüstungen für eine ernste Gefahr hält. Der Brief des nur lächerlich wirkt, wenn der Mann der Sozialdemokratie die britischen Arbeiterbewegung beschäftigt sind. Daß dann die deutschen Kaisers an Lord Tweedmouth, den Verleumdung ins Gesicht schleudert, sie sähe mit Mizgunst auf die Qualität der Summe eine höhere sein wird, ist für jeden, der die" Times" enthüllte und das Interview des deutschen Machtstellung des Reiches", derselbe Mann, der das Ansehen und von der Unvermeidlichkeit der Entwickelung des Proletariats Kaisers, das der„ Daily Telegraph" enthüllte, haben die Lage die Stellung Deutschlands in der Welt schwerer geschädigt hat zum Sozialismus überzeugt ist, eine über allen Zweifeln er- noch verschlimmert. Darüber darf man sich nicht täuschen. Darüber darf man sich nicht täuschen. durch seine Taten wie durch seine Unterlassungen als irgend habene Sicherheit. Diese Lage diftierte das Einvernehmen Englands mit Ruß ein anderer Deutscher. £fl{5 Bülow nicht einsehen will, das; die Tage seiner Kanzler- Herrlichkeit dahin sind, daß er sich auch jetzt noch so gierig an die Macht klammert,»nacht sein Ende nrn so würdeloser, ohne sein Geschick aufzuhalten. Vergebens hat er nochmals seine Taktik gewechselt: glaubte er in den Nodemberiagen die Angriffe auf den Kaiser zur Bcrstärkllng seiner Stellung ausnutzen zu können, so suchte er im Abgeordnetenhause sich als allergctreuefter Verteidiger de-Z Kaisers wieder in Empfehluiig Zu bringen. Vergeblich. Das Schwanken seiner Taktik Zeigt nur die Rot. in der Bülow sich befindet, und seine Unentschiedenheit verstärkt nur die Sicherheitsei nerNieder- läge. Und einem solchen Minister, der bereits gezeichnet ist, sollen die Konservativen, sollen preußische Junker noch eine Konzession bewilligen? Selbst wenn die Junker in Fragen, wo ihr Eigentumsinteressc ins Spiel kommt, etwas mehr Spaß verstünden, wenn es ihnen »nit der Nachlaßsteuer nicht so blutig ernst wäre, einem Bülow würden sie nicht das geringste Entgegenkommen mehr beweisen. Deshalb weist die„Kons. Korresp." jede Nachgiebigkeit kühl ab, des- halb schlägt Herr v. Oldenburg- Januschau, der bereits in der Kaiserbebatte sich als„Ltoyalist", damals in sichtbarem Gegen- satz zur Haltung deS Kanzlers, bezeichnet hatte, noch weit schärfere Töne an. Ans der Jahresversammlung der Konser- vativen Wesipreußens erklärte er: „Die Rede deS Reichskanzlers werde, wenn der tele- graphische Bericht sie richtig wiedergebe. eine wesentliche Aenderung der politischen Konstellation und ebenso eine große Aenderung der Stellung der Konservativen dem Reichs- kanzlcr gegenüber im Gefolge haben. Aber auch im Parlament und bei der Regierung werde»nchtS so heiß gegessen, wie eS gelocht werde, sonst würde die Rede deS Kanzlers das Ende der Blockpolitik und die Eiuschwenkuilg der Konservativen zur Opposition bedeuten. Die N a ch l a ß st e u e r ist für die Kon- scrvativen unannehmbar. Die Drohungen vom Ministertische werden diesmal nicht mehr ziehen. Auf Drohungen mit dem Rücktritt des Reichskanzlers wird nickt»n e h r gegangen. Die Abgeordneten müssen mehr als bisher Front macheu gegen Kompromisse. Wir werden schüttend vor dem König stehen und vor niemand zurücktreten, nicht vor dem Ausland, nicht vor den süddeutschen Demokraten, nicht vor denen, die den Block ans Preußen übertragen wollen." Die Stimmung in der Versammlung kam schließlich darin zum Ausdruck, daß das früher übliche Telegramm an den Reichs- k a n z l e r diesmal nicht abgeschickt wurde, da der Reichskanzler wichtige Fragen in einem Sinne behandelt habe, der zu den konservativen Grundsätzen i,n Gegensatz stehe. Fürst Bülow ist also bei den Konservativen unten durch. Herr v. O l d e n�b u r g steht schützend vor dem Kaiser, und den Kanzler grüßt kein Telegramm mehr. Die Junker freuen sich des neuen Lebens, das aus den Ruinen des Blocks ihnen erblüht und lassen die---FreisinnigenihreTotett begraben. Ser andern eine Grabe gräbt... Genosse Heimann am Mittwoch dem überrascht auf- horchenden Haiise die Mitteilung machte, daß sehr wohl ein frist- und fort« gerecht er Protest gegen sämtliche zwölf Berliner Landtagswahlkrcise vorgelegen habe, und als z)err Fischbeck mit rotem Kopfe und verlegenem Lächeln unter seinen ob dieser Fesrnagelung nicht wenig verdutzten Fraktrons- kollegen sasz. rief ihm Genosse Hofsmann schadenfroh zu:„Wer andern eine Grube gräbt.. Als dann am Schluß der Debatte, wo er sich vor der verdieuten Antwort eines Sozialdemokraten gesichert wußte, Herr Fischbeck sein böses Gewissen in den albernsten Beschimpfungen der Sozialdemokratie zu beschwichtigen suchte, bildete er sich wohl ein. daß das Belfallsgejohle der Junker die unerbittliche Stimme der Tatsachen übertönt hätte. Damit hat er sich freilich gründlich getäuscht. Mit Schimpfereien auf den sozialdemokratischen Terrorismns und ähnlichen Wippchen lassen sich brutale Tatsachen null einmal nicht aus der Welt schaffen. Und wenn die„Frei f. Ztg." heute das Bertuschungsmanöver noch dreister fortzusetzen sucht, als es gestern sogar Herr Fischbea wagte: wenn sie nämlich mit der unbefangensten Miene behauptet, der Wahl- Protest des Leutnants Pohl richte sich nur gegen die Wahl in Berlin XII, nicht aber auch auf die übrigen Berliner Wahl- kreise(während doch Herr Fischbeck nur zu beteuern wagte. daß er von diesem Protest keine Kenntnis gehabt habe!), so kann die Naivität dieser Versicherung nur Mitleid erregen. Von allen Blättern wagt es denn auch nur die„Deutsche T a g e s> Z t g.". sich" dieser lächerlichen Auffassung anzu- schließen. In den Blättern aller anderen Parteien wird un° umwunden zugegeben, daß ein frist- und formgerechter Protest gegen alle 12 Wahlkreise in derTat vorlag und nur „ anscheinend übersehen" worden sei. So lassen sich„Post" und»National-Zeitung" schreiben: „Der sozialdemokratische Abgeordnete Heimami hat darauf aufmerksam gemacht, daß gegen alle 12 Berliner Wahlen ein vo llgültiger Protest vorliege und alle 12 Wahlen kassiert werden müßte,». Wie wir festgestellt haben, ist diese Behauptung richtig. Ein Leutnant a. D. Pose hatte«inen Protest gegen die Wahl de» Abg. Hoffmann eingelegt aus den bekannten Gründen(verschiedene Veranlagung der Wähler) und im Lause seines Schreibens ferner auch gegen dieGültig- keit der übrigen 11 Wahlen aus denselben Gründen protestiert. Dieser Protest scheint übersehen »oorden zu sein. Mit Ausnahme der vier Wahlen im«., 7. und 12. Kreise sind die übrigen Berliner Wahlen von den Ab- teilungen, aber noch nicht vom Plenum für güllig erklärt worden. DaL Plenum dürste, da neue Momente vorliegen, deshalb dem Beschluß der Abteilung nicht beitreten, sondern auch die übrigen acht Berliner Wahlen der Wahlprüfungskommission überweise n." Auch„Germania" und„Mär k. V o l k s- Z t g." konstatieren das Vorliegen eineZ ordnungsgemäßen Protestes. Sie glauben zwar, daß die von den Abteilungen trotzdem nicht beanstandeten Wahlen jetzt zwar aus formalen Gründen nicht mehr angefochten werden könnten, erklären iuöc�: „Jedenfalls sieht das eine fest: Werde» auf Grund der für sämtliche Berliuer Wahlkreise einheitlich aufgestellten Wähler- liste vier sozialdemokratische M a n d a t« für ungültig erklärt, dann ist«S nur logisch und folgerichtig, auch die sämtlichen anderen Mandate für ungültig zu erklären, in?bekümmert darum, welche Partei nun in diesen Wahlkreisen zu- fällig den Sieg davongetragen hat." Auch das„Berliner Tageblatt" schreibt: „Mitgegangen, mitgchangen I ES hat sich ja jetzt als ganz zweifellos herausgestellt, daß der Protest der Konservativen gegen die Wahl im 12. Berliner Wahlkreise auch«inen Protest gegen die übrigen Berliner Wahlen auf Grund der falschen Listenaiifstellung de? Berliner Magistrats enthält. Allerdings wird behauptet, daß da» „Bureau" des Abgeordnetenhauses diesen Protest so„auf- gefaßt" habe, al» richte er sich nur gegen die Wahl de» Abgeordneten Hoffmann. Aber die Auffassung des Bureaus, die ja gewiß im besten Glauben geschah, i st doch nicht maßgebend. Sobald ein Irrtum erkannt worden ist, muß auch die Wahlprüstuigskoinmissiott vou der neuen Sachlage Kenntnis nehmen. Sie konnte es um so eher, als ja der konservative Protest ihr bereits vorliegt, wenn er auch anscheinend sich nur gegen die Wahl des Ab- geordneten Hoffmann richtete. Man kommt deshalb, mag man sich drehen und wenden, wie man will, nicht um die Notwendig- keit herum, alle zwölf Berliner Mandate fiir ungültig zu er- llären." DaS„Berliner Tageblatt" weist ferner darauf hin, daß das Abgeordnetenhaus sehr wohl auch die formale Handhabe besitze, auch die übrigen acht Mandate, also auch die sechs freisinnigen, noch zu beanstanden, da sie ja v o m Plenum noch nicht für gültig erklärt lvorden seien! Wenn das preußische Dreiklasienparlament sich also nicht vor aller Welt blamieren will, bleibt ihm trotz allen Hasses gegen die Sozialdemokratie gar nichts anderes übrig" als sämtliche Wahlen zu kassieren oder auch diesen KaffationL- grund gegen die vier sozialdemokratischen Mandate fallen zu lassen. Es wäre ja ungeheuerlich, wenn man ein „Versehen des Bureaus" vorschützen wollte, Ivo doch sträfliche Lotteret oder— was im Falle Fischbeck viel wahrscheinlicher perfideste Absicht vorlagen! Denn einen normalen Menschen wird man doch nicht vor- machen wollen, daß nicht nur ein Bureaubeamtcr, sondem auch die pflichtgemäß zum Studium der Wahlprotcste berufenen Mitglieder der Abteilungen und die Referenten der Wahlprüfungs- k o m m i f s i o n den Wahlprotest samt und sonders gar nicht gelesen hätten! Aber selbst wenn nur beispiellose Liederlichkeit vorgelegen hätte— es wäre eine Provokation ohnegleichen, ivenn die Junkerkammer die Sozialdemokratie zu Prügelknaben der Pflichtvergessenheit dritter machen wollte, zumal sie auch geschäfts- ordnungsgemäß die Möglichkeit besitzt» die schreiende Ungerechtigkeit noch gutzumachen! Aber mag das Dreiklassenparlament handeln, wie es ihm gutdünkt: die Sozialdemokratie wird in keinem Fall der Leidtragende sein!_ Die Handhabung des Dereinsgeietzes. Aus dem Reichstag.(21. Januar.) Als im De- zember vorigen Jahres die Klagen über das Vereinsgesetz und seine Handhabung im Reichstag laut wurden, glaubte der Staatssekretär v. B e t h n« a n n- H o l l w e g sich den Spott erlauben zu können, daß ihm bis dahin aus den Zeitungen nur vier Beschwerden über das Bereinsgesetz bekannt geworden seien, und bei einer der Auseinander- setznngen imitierte Herr M u g d a n seinen Blocksteund v. O l d e n b u r g- I a n u s ch a u, indem er die Sozialdemo- kratic verhöhnte init den Worten: Sic haben nischt l Der Spott war verfrüht. Bei Begründung der Jnter- pellation konnte Genosse Brey sich allein auf mehr als 56 Fälle stützen, von denen er in seiner zweistündigen wohl- durchdachten und wirksamen Rede nur den kleineren Teil zur Erörterung bringen konnte: Nicht minder ivar der zweite Interpellant, der Pole B r o j 2 k i, mit einem wohlassortierten Lager von Beschwerden versehen. Auch er brachte nur eine kleine Musterkollektion zum Vortrag. indem er Herrn v, Bethmann-Hollwcg versicherte, daß er bis Mitternacht sprechen müßte, wenn er sein Thema c r s ch L p f e.n d be- handeln Ivollte. Wie verlautet, ist auch das Zentrum mit einer Fülle von Material versehen, auf dessen Vorlegung im einzelnen es verzichtet, da es nicht zu den Interpellanten ge- hört. Es ist notwendig, daS ausdrücklich zu betonen, um die geflissentlich von Amts- und Blockwcgen verbreitete Legende zu zerstören, daß eigentlich eitel Freude und Wohlgefallen über das Reichsvereinsgesetz herrsche. Genosse Brey konnte nachweisen. daß gegen die wichtigsten Paragraphen des Gesetzes fortwährend seitens der Behörden verstoßen wird, teils weil sie das Gesetz überhaupt nicht kennen, teils weil sie es falsch auslegen, teils auch, weil das Gesetz so mangelhaft ist, daß es eine vielfältige Auslegung zuläßt. Dabei macht sich dann auch fortgesetzt die ein- gerostete Gewohnheit der deutschen, insbesondere der preußischen Polizeibehörden, geltend, dem Publikum gegen- über den Herrenstandpunkt herauszukehren in dem Voll- gesühl bureaukratischer Sicherheit, die sich sagt: Gehen tvir zu weit, so schadet eS nicht; bestraft werden wir doch nicht. Der Pole BrejSki hatte insbesondere die Schika- nicrung der polnischen Gewerkschaften vermittelst deS Sprachen- Paragraphen vorzubringen. Lluch da zeigte es sich, daß in der praktischen Anwendung die Behörden noch weit über das hinausgehen, was die Reichsverwaltung für zulässig hielt. Der Staatssekretär v. L e t h m a n n- H o l l w e g machte sich die Verteidigung insofern sehr leicht, als er erklärte, auf die Frage, ob das Gesetz zweckmäßig gestaltet sei. über- Haupt nicht eingehen zu wollen. Er bemühte(ich nachzuweisen, daß in den meisten Fällen die Behörden den Beschwerden gegenüber„Rcmcdur" hatten eintreten lassen. Den Hauptteil seincr Rede bildete die endlose Verlesung von Aus- schnitten aus Zeitungen und Aufrufen aller Parteien, aus denen er beweisen wollte, daß die polnischen BcrufSvereine nationalistische Zwecke verfolgten, und weil sie das täten, auf Grund des Sprachenparagraphen mit vollem Recht als politische Vereine behandelt worden wären und werden müßten. Er erzielte natürlich stürmischen Beifall bei den Blockparteien, gls er am Schluß seiner Ausführungen in seiner sentimentalen Manier die rührende Frage stellte, ob nicht der Reichskanzler alles getan habe, um dem trefflichen Gesetz zur sinngemäßen Durchführung zu verhelfen. Eine kleine Nachlese hielt noch der sächsische Bundes- bevollmächtigte Fischer in betreff der aus Sachsen vorgebrachten Beschwerden. Tann wurde die Besprechung auf Freitag verlegt._ Der fiotschre) der Cabaßarbeiter. Wie tief die Erregung der Tabakarbeiter über die endlose Schikanierung der Tabakindnstrie durch immer neue Stenerpläue geht, das ging bisher schon aus der Bewegung unter ihnen im ganzen Reiche hervor, die so hohe Wogen schlug, daß sogar ein Nnteniehmer der Zigarrenindustrie den Zigarrenarbeitern in einer Versammlung in Lübeck riet, einen Demonstrationszug der West- Mischen Tabakarbkiter nach Berlin zu arrangieren und dort der Regierung iuS Gewissen zu reden, daß sie von den Stcuerquälereien der Tabakindustrie ablasse. Den grotesken Rat befolgten die Tabakarbeiter natürlich nicht, aber sie riistclcn zu einer wichtigeren Kundgebung. sie delegierten zahlreiche LcidenSkollegen zum Tabakarbciterkongreß, der vom 13. bis 20. Januar im Gewerkschafts- hause zu Berlin tagte. In solch großer Zahl waren die Delegierten des grauen Elends noch aus keinem früheren Kongreß der Tabakarbciter vertreten; 315 Abgesandte, darunter L weibliche, waren erschienen, die 168 215 Arbeiter und Arbeiterinnen au» 758 Orten verlraten. Und der Ernst der Lage kam in der— trotz des aufbäumenden Grolles— würdigen Haltung der Delegierten und in dem imposanten Verlans des Kongresses zum Ausdruck. Dem Genossen v. Elm war die Aufgabe zugefallen, die Lage. die durch die neueste Tabakstcucrvorlage der Regierung geschaffen worden ist, umfassend darzustellen. Die umfassenden, von ein- dringender Sachkunde getragenen Darlegungen zeigten die ganze Größe der Gefahr, die der Tabakarbeiterschaft droht. AI» er mir dem Aufruf zum schärfsten Kampf und dem erschütternden Hinweis schloß, daß die Existenz von 401— 50000 Arbeitern auf dem Spiele stehe, bewies die stürmische Akklamation der Rede, wie sehr sie den Empfindungen der Delegierten entsprochen hatte. Dann folgte der Ehor der Not. In schier endloser Reihe cnt° rollten die Schilderungen der Delegierten von den Verhältnissen der Tabakarbeiter ihrer Bezirke ein Bild des Elend» über das andere. Zeugnis über Zeugnis häufte sich, jedes eine Anklage,, jedes ein Nachweis, bestätigt selbst durch amtliche und halbamtliche Nachrichten, daß die Tabakproletarier zu den schlechtest gelohnten Arbeitern zählen. Und zu den Hungerlöhncn tritt W Heimarbeit, die gefährliche, familienvergistende! Und diese jammervolle Existenz ist bei jeder Finanzberlcgenheil des Reiches immer wieder bedroht worden. Und wenn auch die früheren Anschläge der Reichsregierung auf den Tabak erfolglos blieben, einen bösen Erfolg haben sie doch gehabt. Sie haben jede durchgreifende Befferung der Lage der Tabakarbciter verhindert, weil dit Tabakfabrikanten beständig befürchteten, daß das ReichSschatzantt neue Vorstöße gegen den Tabak unternehmen toerde. Die Kongreßdclegierten protestierten deshalb nicht nur gegen die Banderolensteuer, die 40—50 000 Tabakarbeitern das Brot nehmen würde, sondern auch dagegen, daß den Tabakarbeitern der Kampf um höhere Löhne durch die Steuerpläne der Regierenden so gut wie unmöglich gemacht wird. Die qualvolle Unsicherheit, die durch die fortwährende Androhung und öftere Vorlegung neuer Tabaksteuervorlagcn in die Tabakindustrie getragen wird, gibt den Unternehmern bequeme» Vorivand zur Ablehnung von Loh::- forderungen. Die Regierung trägt also in erster Linie die Schuld an der traurigen Lage der Tabalarbeiter. Aus diesen und noch vielen anderen Gründen wandte sich der Kongreß nicht bloß gegen die Banderolensteuervorlage, sondern kämpf:- gegen jede weitere Steuerbelastung deS Tabak» an, in welcher Form diese auch auftrete. Denn jede weitere Belastung muß den Konsumrückgang, der der Banderolcnsteucr folgen würde, mehr oder minder stark ebenfalls herbeiführen. Und die Gefahr der Belastung deS Tabak» in anderer Form als durch die Banderole ist brennend. Die bürgerlichen Parteien haben zwar Erklärungen gegen die Banderolen st euer abgegeben und nicht wenige Abgeordnete auS der Regierungsmehrheit haben sich den Tabak- arbeiten, gegenüber verpflichtet, gegen diese Steuer zu stimmen, so daß ihr Schicksal besiegelt erscheint— aber eine Ablehnung jeder Mehrbelastung des Tabaks haben jene Parteien und Politiker damit nicht versprechen wollen. Im Gegenteil! Die Bestrebmigen, eine andere Form höherer Tabakbesteuerung zu finden, sind unter den bürgerlichen Parteien lebhast im Gange. Vermutlich wird die Sache in der Finanzkommission des Reichstage» so verlaufen wie gestern bei der Beratung der Branntwein-Monopolvorlage. Die Banderolensteuer würde danach abgelehnt, aber eine S u b- kommission eingesetzt, die eine andere Vorlage zu höherer Besteuerung des Tabaks vorbereiten resp. auszuarbeiten hätte. Das scheint augenblicklich die größere Gefahr für die Tabakindustrie zu sein. So wies auch Genosse ReickstagSabgeordnetcr Geyer auf dem Kongreß ausdrücklich darauf hin. daß in den bürgerlichen Parteien geflissentlich die Anschauung genährt werde, nur die B a n d e r o l e n st e u e r sei der Zigarren- resp. Tabak industrie gefährlich. Angesicht» dieser Umstände mußte der Kongreß über einen Protest gegen die Banderolensteuer hinausgehen, er erklärte sich einmütig gegen jede höhere Besteuerung des Tabaks. Diese Einmütigkeit des Kongresses sollte den bürgerlichen Parteien zu denken geben, denn der Kongreß war nicht eine Vcr- anstaltung für sozialdemokratisch organisierte Tabakarbeiter, wie bürgerliche Zeitungen verdächtigend schrleben, sondern er um- aßte auch die Delegation der Gcwerkvereine Hirsch-Dunckerscher Richtung, und a u.ß erdem war die große Masse der— leider— unorganisierten Tabakarbeiter durch viele Delegierte vertreten. Die gemeinsame Gefahr, die höchste Sorge um die Existenz hatte sie zusammengeführt zu einem Notschrei, der die Parteien de» Reichstages um Schutz und Hilfe gegen die gefahrvollen Steuer- plane der Regierung anruft. Und viele der Geängsteten trieb e» in die Wandelgänge deS Reichstages, wo sie dringlich die Abgeordneten ihrer Wahlkreise aufforderten, gegen die weitere Belastung de» Tabaks zu stimmen und so der Gefahr und der ummterbrochenen Sorge um die Existenz. ein Ende zu bereiten. Möge dieser Appell an das Parlament nicht vergeblich fein: möchten aber auch die gesamten Tabakarbeiter einsehen lernen, daß ein Schutz ihrer Existenz in ihrer Organisierung liegt. Leichter wird der Kampf, wenn alle vereinigt sind! Das lehrte auch der Kongreß._ politische Oeberfiebt. Berlin, den 21. Januar 1900, Tas Vierftimmenunrccht in Sachsen. Dresden, 21. Januar. Die GesetzgebungSdepntation der Zweiten Kammer empfiehlt die Annahme des von der Ersten Kammer beschlossenen Wahlgesetzes. Der Bericht ist von sämtlichen Mitgliedern der konservativen und national- liberalen Partei unterschrieben, so daß an dem Zustande- kommen der Z lv e i d r i t t e l- M a j o r i t ä t nicht zu zweifeln ist. Am Freitag findet die Verhandlung im Plenuin der Zweiten Kamm« statt.—_ Thorner Vereinsgesetzpraxis. In T h o r n besteht für Sozialdemokratie und Getterkschaftcd kein Versammlungsrecht. Tie Polizei weiß immer neue Weg« zu finden, um ihnen das Abhalten von Vcrsamlnngcn unmöglich zu »lachen. Am 6. Januar wollten die organisierten Maurer eine Versammlung im Saale des„Schütze, chauses" abhalten, den sie gegen Erlegung von 5 M. gemietet liatwn. Aber am 5. Januar wurde da» Lokal zurückgezogen. Ter Wirt weigerte sich, die Ver- fammlung abhalten zw lassen, weil ihm die Polizei gedroht habe, c» lver.de sonst der Rilitürboykott über das Lokal verhangt werden. Auf dem Polizeibureau, wo der Einberufer an- demokraten auf jede weitere Teilnahme am Bräsidium überhaupt, so fragte, wollte niemand etwas von der Sache wissen, hinterher aber das Boltspartei und Nationalliberale auch den Bosten des zweiten wurde durch das Zeugnis eines Kellners und einer Dame festge- Vorsitzenden sowie die beiden Schriftführerposten unter sich verteilen stellt, daß der Polizeisekretär Bohn es war, der mit dem Militärbontott gedroht hatte. Die Versammlung konnte nicht abgehalten werden. Arbeitslosendemonstration in Dresden. Einem anderen Wirt, der sich nicht hindern ließ, eine Verfammlung abhalten au laffen, ging folgender Strafbefehl zu: Thorn, den 15. Januar 1909. Polizei- Verwaltung. Tagebuch Nr. III( fehlt). laffen. Sie haben, entgegen der diesseitigen Verfügung vom 4. De sember 1900, Nr. III 767/11. 00, am 6. d. Mis. abends 6 Uhr, in den Räumen Ihres Schanklokals, Thorn, Schillerstraße 17, eine öffentliche Versammlung des Maurerverbandes abhalten Die Ihnen in der eingangs erwähnten Verfügung angedrohte Zwangsstrafe von 50 M. eventuell 5 Tagen Haft wird daher hierdurch gegen Sie festgesetzt. Der Strafbetrag ist binnen 8 Tagen bei der hiesigen Polizei- Bureau- Kaffe, Rathaus, Zimmer Nr. 50, einzuzahlen. Kersten. 16./1. 09 erhalten. An den Restaurateur Herrn Franz Grzankowski, hier. Die in diesem Strafbefehl angezogene Verfügung vom 4. De 3ember verbietet das Abhalten von Versammlungen in diesem Lokal aus baupolizeilichen Gründen". Wer wissen will, was es mit diesen„ baupolizeilichen Gründen auf sich hat, der lese die folgende unglaubliche Verfügung derselben Polizei: Thorn, den 22. Juni 1908. verwaltung: Polizei- Verwaltung Mus fanitäts- und sicherheitspolizeilichen Gründen werden Sie hierdurch aufgefordert, uns 24 Stunden vor dem Beginn jeber Versammlung. die in Ihrem Lokal abgehalten werden soll, eine schriftliche Anzeige zu erstatten. Es muß sich aus ihr Zeit, sowie der Name, der Wohnort und die Wohnung des Veranstalters ergeben. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht Folge geben, fo werden wir für jeden Fall der Zuwiderhandlung gegen Sie eine Zwangsstrafe von 30 M., eventuell 3 Tage Haft festjeßen, die wir Ihnen auf Grund des§ 132, Abs. 2, des Landesverwaltungsgefehes hiermit ausdrücklich androhen. An den Gastwirt.. Namen. Die Ungefeßlichkeit dieser Verfügung war fo fraß, daß der Regierungspräsident sie auf Beschwerde der Gastwirte aufheben mußte. Aber die Polizei von Thorn hat, wie unsere Mitteilungen zeigen, noch andere Mittel, die Gewerkschaften am Abhalten von Bersammlungen zu verhindern? Es lebe das Vereinsgefen! Bülow, der Sozialistentöter, erhält in einem feiner Leibblätter, der Sölnischen 3eitung", eine deutliche Absage. Das nationalliberale Blatt findet zwar, daß der Reichskanzler mit feiner Rede im Abgeordnetenhause„ vortreffliche Dinge" gesagt habe, aber mit feinen Andeutungen über gesetzgeberische Maßnahmen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie werde er im liberalen Bürgertum wohl keinen Anklang finden: „ Er hat damit der Sozialbemokratie neuen fonnten. Graf Hompesch gefcvent. schen Vereins für das nördliche Schleswig" hat in der in Londern abgehaltenen Agitationsversammlung geäußert: Wir sind deutsch, und geht es nicht anders, so hilft Gott und kaltes Gifen." Derselbe Manner ist Landgerichtsrat in Flensburg hat nach Blättermeldungen schon früher in einer Versammlung in Lübeck den Dänen den Strieg bis aufs Messer erklärt. Dabei ist dieser Agitator, der als Politiker in solcher Weise gegen den Dresden, 21. Januar. größten Teil der nordschleswigschen Bevölkerung zu Felde steht, Heute vormittag tagte hier eine Arbeitslosenver- Richter, der in Straf- und Zivilsachen unparteiisch und ohne Vorsammlung, durch die cin erschreckender Umfang der eingenommenheit Recht sprechen soll. Arbeitslosigkeit offenbart wurde. Schon eine halbe Stunde vor der festgesetzten Zeit mußte der große Saal des Tivoli, der zirka 3000 Personen faßt, wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt Der Senior der Zentrumspartei, Graf Hompesch, ist heute werden. Bald standen Hunderte von Arbeitslosen auf der Straße. vormittag im Alter von 82% Jahren gestorben. Der Verstorbene Rawinenartig wuchs die Menge der Armen, die vom schlimmsten vertrat im Reichstag den 4. Streis des Regierungsbezirks Aachen, aller sozialen lebel betroffen worden sind. Etwa 2000 Arbeitslose Düren- Jülich. Er wurde bei den letzten Wahlen mit 22 800 gegen füllten die Wettinerstraße und die angrenzenden Gaffen. In der 2600 gegnerische Stimmen gewählt. Versammlung wurde eine Deputation gewählt, die beim Oberbürgermeister zweds Einleitung von Rotstandsarbeiten vorstellig werden sollte. Die ungenügende Fürsorge des Rats für die Arbeitslosen wurde von dem Referenten, Genossen Menke, und anderen Rednern scharf gegeißelt. Die Ausführungen wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Nach der Versammlung zerstreute sich zwar ein großer Teil der Besucher; die Mehrzahl aber wandte sich in losen Gruppen der inneren Stadt zu. Da die Polizei wieder übertrieben besorgt die Bugänge zum Schloß und zum Landtage abgesperrt hatte, tam es bald zu Ansammlungen Arbeitsloser. Namentlich auf dem Post plat und auf dem Altmarkt hatten sich Sunberte zusammengefunden. Schließlich sammelte sich eine tausendköpfige Menge vor dem Rathause, die die Zurückkehr der Deputation crivartete. Diese hatte den Oberbürgermeister nicht angetroffen, der die Tagung der Ersten Sammer für wichtiger gehalten hatte, als eine Verhandlung über die Not der Arbeitslosigkeit. Der zweite Bürgermeister, Dr. Kretschmar, speiste die Deputation mit allerhand Versprechungen ab, sagte die Inan griffnahme von Straßenbauten zu, ersuchte aber die Deputation besonders dringend, für Ruhe zu sorgen. Die Deputation gab den versammelten Arbeitslosen von dem Ergebnis der Verhandlungen Kenntnis. Geradezu provozierend wirkte das Polizeiaufgebot vom Mtmarkte aus. Die Schloßstraße war wieder von einer doppelten Gendarmentette abgesperrt. Dahinter stand dazu noch, wie zum Einhauen bereit, ein Trupp Berittener. Bisher ist es noch nicht dazu gekommen, die Polizeisabel an den Leibern Arbeitsloser zu erproben. Höhere Diäten hat sich das sächsische Dreiflaffenparlament gesichert, das in Zukunft ein Bierflasienhaus sein wird. Während jetzt 12 M. pro Tag Diäten gezahlt werden, so daß im Durchschnitt auf jeden Abgeordneten in einer Session etwa 2200 M. tommen, soll in Su funft eine Pauschale von 8000 M. für zwei Jahre, also für die 25 Proz. und damit waren die Landboten natürlich im allgemeinen Session gewährt werden, das entspricht einer Zulage von etwa einverstanden. Gegen 16 Stimmen wurde die Vorlage am Donnerstag in der Agitationsstoff gegeben und in die Maffen ein gweiten Rammer angenommen. Moment der politischen Beunruhigung getvorfen, das gerade Diese Lohnzulage bewilligten sich die Dreiklassenvertreter in jezt entbehrlich gewesen wäre. Man sollte meinen, der preußi- demselben Augenblid, wo auf dem Altmarkt das Glend der Arbeitsfchen Regierung fei nach all den fehlgeschlagenen er lofigleit demonstrativ in der Ansammlung Arbeitsloser zu tage trat. Verlofigkeit fuchen, der Sozialdemokratie durch Polizei- Bewilligten fie fich, während sie entschlossen sind, dem Volte das maßregeln beizukommen, die Luft vergangen, diefen Weg gleiche Wahlrecht zu verweigern. wieder zu beschreiten. Er wird jest so wenig wie früher zum Ziele führen." Die Kölnische Zeitung" will auch nicht gelten lassen, daß die Sozialdemokratic, wie Bülow meint, ihre schärfften Waffen aus den Köchern der bürgerlichen Bresse, aus den Arsenalen der bürgerlichen Parteien ziehe. Das Blatt will nicht alles gut heißen, was die Parteien und die Presse des Bürgertums über die Sozialdemokratie gesagt haben, aber, so heißt es dann: Eine Erinnerung. Berichtigung. Herr Fris Bleh, der perausgeber der Zeitfragen", erfreut uns abermals durch eine niedliche Berichtigung. Gr schreibt: In Nr. 14 des Vorwärts" werfen Sie im Anschluß an den Abdruck meiner Ihnen übersandten Berichtigung die Frage auf, ob Herr Dahsel vielleicht nur Mitarbeiter der Bettfragen" gewesen sei. Antwortlich dessen ersuche ich Sie um Aufnahme folgender Berichtigung: Herr Dahsel ist niemals Mitarbeiter der Zeitfragen" gewefen! Friz Bleh. Herausgeber der Zeitfragen". Oefterreich. Die Vizepräsidenten. In Wien sind heute die neugewählten Vizepräsidenten vom Staiser empfangen und ihm vorgestellt worden, unter ihnen auch Genosse Bernerstorfer. Dieſe Nachricht kommt schon deshalb überraschend, da man weiß, daß Pernerstorfer bei feiner Wahl gar keine Verpflichtung irgend welcher Art übernommen hat. Eine folche Bedingung wurde weder gestellt Daß der sozialdemokratische Vizepräsident noch angenommen. fich dem Kaiser vorstellte, ist also ein freiwilliger Aft, der unserer Die sozialdemo Meinung nach besser unterblieben wäre. fratische Partei ist eine republikanische Partei und hat keinen Grund, diesen Charakter irgendwie zu verhüllen. Die Erfüllung Höflichkeitsafte aber, die auch solcher von bürgerlichrepublikanischen Parteien stets unterlassen werden, muß bei den Maffen Mißverständnisse hervorrufen. So sehr die Verhältnisse Desterreichs und ganz besonders die Stellungnahme des augenblicklichen Trägers der Krone zur Arbeiterbewegung, ihren politischen und sozialen Forderungen auch von deutschen Verhältnissen abweichen mögen, hier handelt es sich unserer Meinung nach um ein Abweichen von jenen Verpflichtungen, die ein wichtiges Prinzip der Partei all ihren Repräsentanten auferlegt. leber den Vorgang selbst unterrichtet folgendes Telegramm: des Abgeordnetenhauses durch den saiser sprach dieser mit dem Wien, 21. Januar. Bei dem Empfange des neuen Präsidiums Bizepräsidenten. Bernerstorfer sozialistischen über die Tätigkeit der Ausschüsse und verwies auf die großen, der Erledigung harrenden Aufgaben, wie die Eifenbahnverstaatlichung und das Gefeß über die soziale tender betonte der Kaiser die Notwendigkeit einer Reform der Versicherung. Gegenüber dem Vizepräsidenten SteinGeschäftsordnung. Mit den beiden anderen Bizepräsidenten sprach tender betonte der Kaiser die Notwendigkeit einer Reform der der Kaiser über den Landtag in Krain und Böhmen. Gegenüber dem Präsidenten Weißtirchner verwies der Kaiser auf die bisherigen großen Leistungen des Parlaments. Am Ende fagte der Kaifer, er habe sich wirklich fehr gefreut, das neue Präsidium des Abgeordnetenhauses tennen zu lernen. frankreich. Eine Vereinbarung? Ende voriger Woche war der Anzeigenfeil der Kölnischen Beitung" einige Tage lang angefüllt mit mächtigen Nachrufen auf den verstorbenen Freiherrn Eduard von Oppenheim, ein Mitglied der bekannten Kölner Bantiersfamilie. Baron Eduard, Seniorchef des Hauses, war im Aufsichtsrat von Man sähe doch den Wald vor lauter Bäumen nicht und einigen Dußend Aktiengesellschaften, Besitzer eines hervorragenden Paris, 21. Januar. Zwischen der deutschen und e3 zeugte von einer gefährlichen Verblendung, wenn man sich Gestüts und erfolgreichen Rennstalls, Vorstandsmitglied von un- der französischen Regierung ist in der letzten Zeit der Tatsache verschlösse, daß die ebelstände des Re- zähligen Vereinen, die es auf Leute von Bildung und Besis" vereinbart worden, alles zu vermeiden, was die öffentgimes, mit deren Reformierung nun endlich begonnen wird, abgesehen haben. Was Wunder, daß es Nachrufe gab und ein liche Meinung alarmieren fönnte. Es ist in diesem in erster Reihe das sind, was die Sozialdemokratie gezüchtet Reichengefolge, als ob ein Großer dieser Erde, ein Bahnbrecher Sinne bereits auch auf die. Preffe eingewirkt worden. hat und ihr den Zulauf sichert. Hier hat daher zu allererst der Menschheit geschieden wäre. Und doch bestand die Lebensdie Besserung einzusehen; man darf der Sozialdemokratie nicht tätigkeit des Herrn Barons in nichts als in dem Besuch von AufRußland. als Scheibe dienen und ihr ermöglichen, mit ihren vergifteten fichtsratsfizungen, von Pferderennen und anderen mehr Pfeilen so ins Schwarze zu treffen." mann einen Teil des Riefeneinkommens, das dem Geldmann müheamüsanten als kulturfördernden Veranstaltungen, wo der Lebelos zufloß, wieder unter die Leute brachte. los zufloß, wieder unter die Leute brachte. Der ewige Ausnahmezustand. Petersburg, 21. Januar. Der Ausnahmezustand für Petersburg und das Petersburger Gouvernement ist um ein halbes Jahr, bis zum 21. Juli verlängert worden. Eine Demiffion. Vom Standpunkt des Liberalismus, so fährt das Blatt fort, Jei es eine recht uniiebsame Ueberraschung, daß der deutsche Reichskanzler und die preußische Regierung noch immer der Hoffnung leben, die Sozialdemokratie mit dem demokratische Presse mit dem Herrn Baron beschäftigt. Jm da Vor. dreißig und einigen Jahren hat sich auch die sozialuntauglichen Mittel der Ausnahmegesetzgebung bekämpfen zu maligen Vorwärts"( Jahrgang 1877) wird folgende Getönnen, und nichts sei trügerischer als die Hoffnung, das Bürger- schichte aus Köln erzählt: In der zweiten Märzwoche führte der Petersburg, 20. Januar. Dem Marineminister Dito lb tum auf dem Boden eines neuen Sozialistengejeges zu einigen, Kölner Männergesangverein im Stadttheater die Voltsoper Jan ist die aus Gesundheitsrücksichten nachgesuchte Entlassung aus denn bis in die konservativen Reihen hinein habe sich mittlerweile un Griet" auf, die die Geschichte des Generals und Reichsgrafen dem Dienste gewährt worden. Dikow hat ebensowenig wie es die Ueberzeugung festgesetzt, daß man eine Partei von 3 Millionen Wählern mit Bolizei- Jan von Werth behandelt, der als Bauernknecht von Köln in die feine Vorgänger getan und feine Nachfolger tun werden, die gesezen nicht erdrosseln könne, selbst wenn Welt zog und im dreißigjährigen Striege es zum großen Manne Rorruption beseitigen fönnen. man wolle. Die Kölnische Zeitung" erinnert Bülow an das Bort Crispis, daß die Sozialdemokratie nur mit geistigen Waffen zu bekämpfen fei, und schließt: Cürkei. Aus dem Parlament. brachte. Die Oper flocht in die Handlung manche aktuelle fofale Begebenheit ein, unter anderem auch das Liebesabenteuer, das der Sohn des Barons Simon von Oppenheim, der Herr Eduard, Konstantinopel, 21. Januar. Deputiertenfammer. Der Wir hatten geglaubt, diese Erkenntnis, die damals Auf- auf dem väterlichen Gut Schlenderhan mit Oceana Nenz, der fehen erregte, sei inzwischen Allgemeingut der politischen An- Tochter des bekannten Zirkusbejizers, hatte ein Amusement, Verwaltungschef der Hedschasbahn beantwortete eine Interschauungen in allen Ländern und in allen Streisen geworden, das für die drei Tage, die Oceana und Eduard auf Schlenderhan pellation über den schlechten Zustand seiner Verwaltung. Die Ausführungen eines Abgeordneten, die Hedschasbahn sei als cin die die Politik als die Kunst des Möglichen betreiben. Man verlebten, das runde und nette Sümmchen von 30 000 2. fojtete. eiligt um zu betrachten, das nur bie Mohammedaner forge in Preußen für eine gute und allgemeine Dieses Liebesabenteuer war nun in der genannten Oper recht etwas angehe, stießen auf heftigen widerspruch. Es wurde Boltsbildung, man unterrichte das Bolt in seinen staats- fühlbar gekennzeichnet. Dem alten Baron ging die Sache wider eine Kommission zur Revision der Verwaltungsgelder der Bahn bürgerlichen Rechten und Pflichten und gebe das Recht auf den Strich. Er tauft sofort nach der ersten Aufführung jämtliche gewählt. Der Antrag, den 24. Juli, den Tag der Einführung Bildung frei, man mache die politische Gleich anberechtigung aller zur Wahrheit, man lege die noch vorhandenen Teribücher für 450 W. auf, läßt die Verfasser der Werfaffung, als Nationalfest zu feiern, wurde a 11an die Kaffe des Theaters zu sich rufen. Die Leutchen haben genommen. Der Antrag, der Großwefir möge ein beSchranken nieder, die die Stände und Klassen trennen, furz, man lasse alle Sträfte in freiem Wettbewerb Rücksicht zu nehmen, denn die Macht der Familie Oppenheim ist stimmtes Minifterium übernehmen, wurde der Kommission für fich entfalten, dann wird es möglich sein, die Besten und sehr groß. Kurzum: die neu gebrudten Tegtbücher enthalten die Verfassungsreviston überwiesen. Züchtigsten in den Dienst des Staates 3u Spotiverse nicht mehr und sie wurden auch nicht mehr auf der stellen und sie für das Gemeinwohl nußbar zu machen. Das Bühne gesungen. Die unangenehme Geschichte war aus der find Forderungen des Tages, vor denen die Sozialdemokratie Welt geschafft und der Name derer von Oppenheim strahlte in auf die Dauer nicht bestehen kann; Ausnahmegefeße und Bolizei- altem Glanze. maßregeln aber gehören nicht ins zwanzigste Jahrhundert." Diese Lektion aus dem Kreise seiner Getreuesten darf man dem ausnahmegeseblüfternen Kangler gönnen. Im übrigen haben wir nichts gegen den Versuch der Liberalen, uns auf dem Wege ber Gleichberechtigung wirkjamer zu bekämpfen als auf dem Wege der Ausnahmegefeße. Die Liberalen mögen mit der Gleich berechtigung nur erst mal ernst machen, uns ist um den Ausgang dieses Kampfes nicht bange. Die Geschichte ist auch in Köln vergessen, wenigstens enthielten die Nachrufe nichts von den Abenteuern des Flips von Schlenderhan", wie der Herr Generalkonsul Baron Eduard von Oppenheim in seinen jungen Jahren genannt wurde. Ein schlagfertiger Abgeordneter. Der nationalliberale Landtagsabgeordnete, Landrat a. D. Dr. Heydweiler, war im Wahltreise Siegen als Redner tätig und geriet bort mit dem christlichsozialen Agitator Rafflenbeul Aus dem Stuttgarter Rathause. in eine heftige Diskussion. Der Antisemit schleuderte dem natioausichuffes( Stadtverordnetenversammlung) wurde durch ein Bündnis biefer nicht faul, verabreichte dem Antisemiten eine Ohrfeige, daß Bei der heute erfolgten Konftitulerung des Stuttgarter Bürger- nalliberalen Rebner einen flegelhaften Husbrud entgegen und ez fast zusammenbrad. zwischen Bolkspartei und Nationalliberalen die Sozialdemokratie um Wäre das in einer sozialdemokratischen Versammlung passiert, den ihr nach der Stärke ihrer Fraktion zustehenden Anspruch auf so würde die ganze bürgerliche Presse Zeter und Mordio schreien über sozialdemokratische Roheit. den Bosten des Vorsigenben gebracht. Die Hehe gegen die Dänen. Der Volksparteiler Dr. Erlanger wurde mit 16 vollsparteilichen und nationalliberalen Stimmen zum Vorsigenden gewählt, während unser Kandidat, Genosse Dr. Findemann, mit 12 fozialdemokratischen Die Sebereien gegen die dänisch gesinnte Bevölkerung in Nord. Stimmen in der Minderheit blieb. Darauf verzichteten die Soziale Saleswig werden immer schlimmer. Der Borsigende bes DeutAmerika. Gegen die japanische Einwanderung. New York, 21. Januar. Die Urheber der Japanerbills in der falifornischen Legislatur find unnachgiebig und erflären, daß ihnen in den letzten Tagen Hunderte von Zustimmungen zugegangen feien. Der Gouverneur dürfte die Bills, falls fie an genommen werden, votieren. Nach Meldungen aus Tokio find Die Regierungsfreise und die Presse, mit Ausnahme der Sensationsblätter, ruhig. Gewerkschaftliches. Klassisches Unternehmer- Einmaleins. huldigendem deutschen Unternehmertums fühlt sich die„ ArbeitAls berufene Vertreterin des Aussperrungsroheiten geber- Zeitung" durch unfere vergleichenden Feststellungen der Arbeitskämpfe in Deutschland und Amerika veranlaßt, den Vorwärts" wieder mal totzubeißen. Das Rezept ist immer noch das alte. Voran kommit ein Klassisches Zitat, übrig geblieben aus längst entschwundener Jugendzeit. Der arnie Goethe muß daran glauben, dann eine blödsinnige Schimpfkanonade wie fplat: Wenn auf der Redaktion des Vorwärts" der Giftborrat zu Ende geht, dann hilft man sich mit einem wunderbaren Rezept, um den eigentlichen Zweck des Blattes, verheßend und verbitternd zu wirken, trotz der Abwesenheit eigener Einfälle erreichen zu fönnen. Man nimmt irgendwoher einen Haufen Zahlen, schüttelt diesen möglichst wild und wüst durcheinander und jetzt voran eine recht sensationelle Ueberschrift, hintenan einen Sag, der regelmäßig besagt, daß die obigen Zahlen einen neuen Beweis für die Niedertracht des Unternehmertums und der ganzen gegenwärtigen Wirtfchaftsordnung geliefert hätten." Nach einem erleichternden Aufatmen, der erste Biß ist immer der schwerste, kann es mit dem Lügen losgehen. Um nachweisen zu können, daß auch in Amerika das Scharfmachertum"- die Arbeitgeberzeitung" setzt dies verständnisinnig gleich mit Organisation der Arbeitgeber" einen Fortschritt gemacht habe, daß also Deutschland darin nicht allein sei, und um dieser Feststellung die nötige bleibende Wirkung zu geben, wird einfach so geschrieben, als habe der Vorwärts" für Amerita eine fallende Tendenz" festgelegt. Obgleich wir schrieben, daß das Anwachsen der Kämpfe für beide Länder flar zutage liege. Allerdings mit dem schwerwiegenden Unterschiede, daß in Deutschland prozentual mehr ausgesperrt wird als in Amerika. Um nun die gotteslästerliche Verruchtheit des sozialdemokratischen Zentralorgans gründlich zu zeigen, um zu beweisen, daß das Verhältnis zwischen Streits und Aussperrungen auch in Amerika dasselbe sei wie hier, wird der Nachweis geführt, daß wir ja der amerikanischen amtlichen Statistit nicht die deutsche amtliche, hohe Streifzahlen bringende, sondern die tendenziöfe", niedrige Streifziffern zeigende Statistik der Generalfommission gegenübergestellt hätten. Durch die bis 1906 rein zufällig größeren Ziffern der Streitfälle ergibt sich dann ein ähnliches Verhältnis zu den amerikanischen Streifziffern wie zwischen denen der Aussperrungen hüben und drüben. Nun tann stolz gefragt werden: Wo bleibt der Scharfmacherrekord? Was ist nun aber die amtliche Statistik mit ihren hohen Ziffern wert? Sie hat um nur an einem Beispiel ihren. -O nicht diskutieren". Herr Rebius felbst aber stellt sich zur Disfussion da, wo er ein genügend für seine Zwecke präpariertes Publikum vor sich zu haben glaubt. So am Sonntag, wo er sich allerdings glänzend verrechnet hatte; so heute, an welchem Tage außer= dem eine Nummer des" Bund" mit dem Sieger"-Bulletin bom Sonntag die gewünschte Stimmung machen sollte. Bischofswerda gehört zur Verwaltungsstelle Dresden. Unser dortiger Vertrauensmann Bergmann teilte mir telephonisch mit, daß bei Buschbeck u. Hebestreit Streifarbeit gemacht wird und fämen Kesselhähne, Regulierventile uſtv. in Betracht. Ich habe sofort in Mannheim telephonisch angefragt, ob diese Arbeit Streif arbeit sein könnte, und wurde dies mit ja beantwortet. Ich habe darauf bei dem Kollegen Bergmann noch einmal angefragt, was an der Arbeit dort gemacht wird( in Dresden hat die Firma noch eine Fabrik), und teilte mir der Kollege mit, daß die Arbeit fig und fertig gemacht wird. Dann sind einzelne Kollegen sofort zu einer Sigung eingeladen worden und habe ich auch aus dem Betrieb in Dresden sofort Erkundigungen eingezogen, ob hier auch Streif arbeit in Betracht kommt, was aber nicht der Fall war. Das habe ich wieder telephonisch nach Mannheim übermittelt. Wir konnten uns aber nicht verstehen; darauf habe ich das Telegramm gesandt. Die Vertrauensleute haben auch alles bestätigt und haben dies auch den Kollegen aus Mannheim mitgeteilt. Diese haben auch erklärt: Das Telegramm stimmt dann ganz genau", d. h. nach den mir von Bischofswerda gewordenen Mitteilungen konnte das Telegramm gar nicht anders lauten. " Auf die oben abgedrudte Einladung zum Besuch der Versammlung antwortete Genosse Cohen mit folgendem Schreiben: Berlin, den 21. Januar 1909. Herrn E. Fichtner! Antwortlich Ihres Schreibens vom 14. d. M., das am 17. in meine Hände tam, teile ich Ihnen namens meiner ebenfalls eingeladenen Freunde mit: Zu der am 22. d. M. geplanten Vereinsversammlung kommen wir nicht. Es würde sich überhaupt erübrigen, noch zu einer von Ihnen einberufenen Versammlung zu kommen, wenn Herr Lebius spricht, denn dieser Mann ist durch die Aufdeckung seiner Praktiken für die Oeffentlichkeit vollständig ab= getan. Doch würden wir immerhin noch den uns überkommenden Ekel diesem Mann gegenüber überwinden und kommen, wenn erstens eine genügende Gewähr dafür vorhanden wäre, daß die Dies zur Steuer der Wahrheit. Ich habe allerdings angenommen, Versammlung wirklich objektiv geleitet wird und zweitens, wir daß die beiden Kollegen aus Mannheim diese Angelegenheit ebenso annehmen könnten, daß zu der von Ihnen einberufenen Ver- schnell öffentlich richtigstellen würden, als wie sie zur Klarstellung einsversammlung wenigstens eine einigermaßen erhebliche An- nach Bischofswerda gereist sind, besonders da die Sache benutzt zahl wirklicher Arbeiter käme. Da wir aber am Sonntag, den worden ist, unsere Organisation auf das schwerste zu verleumden. 17. d. M., gesehen haben, daß Sie von objektiver Leitung soweit entfernt sind, wie der Mond von der Erde( Beweis die Behandlung der Versammlung im allgemeinen und besonders unserer Genossen Wels und Reinte durch Sie), und da wir am Sonntag weiter gesehen haben, daß wirklich zu Ihnen stehende Arbeiter zu Ihren Versammlung fast gar nicht kommen, so schlagen wir Ihnen vor, eine Versammlung aller bei der SiemensGesellschaft beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen einzuberufen. Zu dieser Bersammlung würden wir unter Hintenansehung des Widerwillens gegen die Person des Herrn Rebius tommen. Natürlich müßte genaue Kontrolle geübt werden, daß nur bei der Siemens- Gesellschaft beschäftigte Arbeiter und Arbeiterinnen Zutritt haben und außerdem müßte die Leitung paritätisch sein. Ihrer Antwort sehe ich entgegen. Adolf Cohen, Charitéstraße 3. Ob die Herrschaften nach ihren Erfahrungen am Sonntag den Wert zu illuſtrieren von 1901-1907 2783 Streits und Aus- Mut haben werden, eine Versammlung in der gewünschten Busperrungen, die nachweislich stattgefunden haben, nicht gezählt, sammensehung einzuberufen? Wir glauben, daß sie es nach wie dafür rund 3500 Stämpfer mehr als die Gewerkschaftsstatistik. vor für sicherer halten werden, Werksbeamte und Bureaupersonal Dabei konnten bei der Eigenart der amtlichen Statistit nur als Statisten für ihre Zwede zu kommandieren. Die in die gelben ein Teil der aufgewiesenen Kämpfe nachkontrolliert werden. Organisationen hineingezwungenen Arbeiter aber werden weiter Stattgefunden haben haben nach der der amtlichen Feststellung den Verlockungen der Unternehmerföldlinge gegenüber passive Rebon 1901-1907 14 629 Stämpfe. Es müßten also, unter" Bewegung", die feinerlei realen Hintergrund hat und lediglich sistenz üben. Aber was denkt man sich wohl als Zweck einer solchen Hinzurechnung der fehlenden bon 1901-1907 rund furzsichtigen Geldgebern vorgetäuscht wird? 6300 Stämpfe, dies ist pro Jahr 900 Kämpfe stattgefunden Auf die Ausschußwahlen darf man neugierig sein. Wird der haben, bei durchschnittlich 2100 Streits und Aussperrungen, gelbe Terror oder wird das wiedererweckte Selbstbewußtsein der an denen die gewerkschaftlichen Zentralorganisationen gänzlich Arbeiter den Sieg davontragen? unbeteiligt gewesen wären. Da dies unmöglich ist, so ergibt sich daraus, daß in der amtlichen Statistik ein großer Teil der Lohnbewegungen, die ohne Arbeitseinstellung verliefen, als Streits gezählt worden sind. Jezt ist's sogar soweit gekommen, daß die amtliche Statistik für 1907 82 Stämpfe weniger auf weist als die gewerkschaftliche Statistik! Zum Glück für die ,, Arbeitgeberzeitung" ist dies aber 1907 zum erstenmal passiert, und sie brauchte die amtlichen Zahlen ja nur bis 1905, wo sie immer größer sind als die gewerkschaftlichen. Um die bessere amtliche Statistik noch deutlicher hervorleuchten zu lassen, hat die Redaktion in der Eile auch noch die falsche Zahlenreihe abgeschrieben, nicht die Zahl der beendeten, also der vollen Streits, sondern die der begonnenen Kämpfe, macht einen fleinen Profit von 150 Stämpfen. Berlin und Umgegend. Zentralverband der Schuhmacher. Gau Berlin. Tabatarbeiter- Kongref. Metallarbeiterverband. Verwaltungsstelle Dresden und Umgegend. Friedr. Föller, Bevollmächtigter. Die Vereinigung der polnischen Berufsverbände. Vor etwa bier Monaten vollzog sich, wie schon fura berichtet, nach sehr langen Unterhandlungen die Vereinigung des„ Polnischen Berufsverbandes" in Posen mit der Polnischen Berufsvereinigung" in Bochum. In der mächtigeren Bochumer Organis fation ging der schwache Posener Verband vollständig auf. Der oberschlesische Verband zur gegenseitigen Hilfe" wurde von der Bereinigung damals nicht berührt, bis schließlich Unterhandlungen eingeleitet wurden, um auch ihn zum Anschluß zu bewegen. Sie fanden vor kurzem in Königshütte statt und führten zum positiven Ergebnis. Der Vorstand und der Aufsichtsrat des Beuthener Verbandes erklärte sich wie der national- polnische" Dziennik Berlinsti" mitteilt im Prinzip mit der Vereinigung einverstanden, jedoch mit der Beschränkung, daß die Generalversammlung dieselbe bestätigen wird. Vor der Generalversammlung sollen gemeinsame Sabungen ausgearbeitet werden. Nach der Vereinigung wird man in der gemeinsamen Organisation Fachabteilungen errichten, und zwar für Bergleute, Hüttenleute, Fabritarbeiter und Handwerker. Wir werden also innerhalb Deutschlands bald mit einer einaigen polnischen Gewerkschaftsorganisation zu tun haben. Das Organ der Bolnischen Berufsvereinigung" gibt in seiner Neujahrsnummer an, daß die Vereinigung" nach dem Anschlusse des Posener Verbandes 55 000 Mitglieder zählt und über 340 000 m. Vermögen befißt. Vor dem Verschmelzen hatte die Polnische Berunfsvereinigung": Jahr Mitglieder 5 000 11 500 -" Vermögen 1903 1904 1905 25 000 1906 40 000 . 1907 1908 8 000 m. 20 360" 56 000 132 084 223 054" 47 000 50 000 " " Achtung, Schuhmacher! Im Annoncenteil der hiesigen„ Boltseitung" erklärt der Schuhfabrikant Rosenberg, Dirdſenſtr. 47, die Behauptung, daß ein Lohnabzug vorliege, für eine wissentlich falsche Angabe. Wir wollen nicht in denselben Ton verfallen, stellen aber fest, daß der Lohn für den strittigen Artikel vor vier Jahren mit dem Verbande der Berliner Schuhfabrikanten vereinbart und bis jetzt gezahlt wurde. Durch Einführung eines angeblich schlech.. 336 000" teren Ziegenleders glaubte der Fabrikant befugt zu sein, den Wenn diese Angaben auch übertrieben sind, so kann man 3widern pro Dubend 20 Pf. abzuziehen. Der Lohnausfall würde immerhin annehmen, daß, wenn die Vereinigung mit dein Beupro Woche bis 3 M. ausmachen. Da dieser Abzug nicht gutwillig thener Verband tatsächlich perfekt wird, die gemeinsame Gewerkhingenommen wurde, versuchte Herr Rosenberg durch Umschaftsorganisation etwa 60 000 organisierte polnische Arbeiter um fchreibung der Artikelnummer die Zwicker zu täuschen. Dies ge- fassen wird. lang aber nicht. Wenn wir diese Organisation- sagt unser polnisches ParteiDen Fabrifausschuß, welcher die Sache zu regeln suchte, organ, die Kattowiger Gazetta Robotnicza" wie bisher die herrschte der Fabrikant mit einer für die Zwicker beleidigenden einzelnen national- polnischen Berufsverbände bekämpfen werden, In dieser frommen und praktischen Art geht es fröhlich Redewendung an. Die übrigen Arbeiter wurden aufgefordert, so wird es aus dem Grunde geschehen, weil wir ihr Bestehen als weiter. Warum soll man davon schreiben, daß in Wirklichkeit ebenso wie die Zwicker die Fabrik zu verlassen. Noch andere Beschädlich für den gewerkschaftlichen Kampf der polnischen und deutdie amerikanischen Zahlen noch höher sein werden, leidigungen der Arbeiter entflogen dem Gehege seiner Zähne. Jest schen Arbeiter betrachten. Die Gewerkschaftsbewegung bedarf zur besser ist's, wenn sie als ungefähr das Richtige treffend" hin- möchte der Fabrikant die Tatsachen verschleiern, um sich vor der erfolgreichen Führung des Kampfes mit dem Kapital vor allen Dingen der Einheitlichkeit, die besondere polnische Gewerkschaftsgestellt werden; wer hat auch ein Interesse daran, zu erfahren, Deffentlichkeit zu rechtfertigen. daß im„ Reichsarbeitsblatt" von der Möglichkeit einer Ver- roten Plakate werden jeht in den Vororten angeschlagen. Auch gegen. Die polnischen Unternehmer schließen sich zu rein wirtAlle Mittel werden versucht, Arbeitswillige heranzuziehen. Die organisation tritt aber auf jedem Schritt dieser Einheitlichkeit entbesserung der Resultate bei Beseitigung zurzeit noch bestehender wird in den östlichen Provinzen nach Arbeitskräften annonciert, schaftlichen Zwecken gemeinsam mit den deutschen Unternehmern Mängel geschrieben wird. Es läßt sich ja in der Gleichung; worauf wir die arbeiterfreundlichen Blätter dieser Provinzen be- zusammen dasselbe müssen auch die polnischen Arbeiter tun. richtige amtliche Statistik in Amerika ,, sicher noch zu sonders aufmerksam machen. Wenn die nationalpolnischen Führer die polnischen Arbeiter für niedrige" amtliche Feststellungen für Deutschland, der Vortie Polnische Berufsvereinigung" zu gewinnen trachten, so hanwärts" viel schöner vernichten. Es geht doch nichts über einen delt es sich für sie nicht um das Wohl des polnischen Arbeiters, Klassisch veranlagten Redakteur. sondern einzig und allein darum, um ihn in der Abhängigkeit von der polnischen besitzenden Klasse zu erhalten, damit der polnische Arbeiter sich seiner Klassenlage nicht bewußt wird. Wenn die pol nische besißende Klasse sich in ihrer Presse über die Tatsache der Vereinigung der polnischen Berufsverbände freut, so tut sie es dess halb, weil sie sich dessen gut bewußt ist, daß sie dadurch ihre KlassenHerrschaft über den polnischen Arbeiter beibehält. In ihrer Freude vergißt sie aber das eine: daß der polnische Arbeiter sich für immer an ihrer Leine wird nicht führen lassen, daß er heute durch sie organisiert, mit der Zeit sich gegen ihre Vormundschaft erheben wird. Das ist das Schicksal aller Arbeiterorganisationen über furz oder lang, welche durch die Bourgeoisie ins Leben gerufen worden Wegen Beleidigung des Vorstandes des Bergarbeiterverbandes find. Der Arbeiter, welcher in irgendwelcher Weise in das Gehatte der frühere Sekretär des Bergarbeiter- Rechtsschutzbureaus, triebe des sozialen Lebens hineingezogen wurde, wird auf halbem Spaniol in Oberhausen, sich vor dem dortigen Schöffengericht zu Wege nicht stehen bleiben, die Verhältnisse des Lebens, der immer verantworten. Spaniol hatte unter anderem in öffentlicher Ver- währende Klaffenkampf, welcher in der kapitalistischen Gesellschaftss sammlung den Vorstand bezichtigt, sich der denkbar ehrlosesten Hand- ordnung tobt, wird ihm die Augen auf den Gegensatz zwischen dem lungen schuldig gemacht zu haben. So habe der Vorstand z. B. ausbeutenden Kapital und der ausgebeuteten Arbeit auftun müssen, den Beamten beim letzten großen Bergarbeiterstreit Revolver gestellt, um ihn schließlich zur Erkenntnis zu bringen, daß für ihn nirgends um eventuell die Unterstützung beifchenden Streikenden mit blauen Blab zu finden ist, als nur in selbständigen Arbeiterorganisationen, Bohnen zu füttern. Der Verbandskassierer Horn habe ein Manto und als solche sind es auf wirtschaftlichem Gebiet nur die freien von 10 000 m. gehabt. Bei seiner Spaniols Entlassung und Gewerkschaften, welche auf dem Boden des Klassenkampfes stehen. der Entlassung eines anderen Sekretärs habe der Vorstand rück Ein solcher Arbeiter muß auch einsehen, daß der wirtschaftliche fichtsloser gehandelt wie die Bechenbefizer und so weiter. Stampf allein nicht genügt, daß er Hand in hand mit dem selbs Die Beweisaufnahme ergab die Haltlosigkeit aller Beschuldigungen. ständigen politischen Kampf um die Umgestaltung der planloser -Der Verbandskassierer Horn hatte gegen sich selbst Strafantrag tapitalistischen Wirtschaft in eine Ordnung, wo es teine Ausbeutung gestellt und legte den Beschluß der Staatsanwaltschaft vor, worin der Arbeit geben wird, d. h. in sozialistische Gesellschaftsordnuna. erklärt wird, daß die Einleitung eines Strafverfahrens wegen der vor sich gehen muß. Soweit unser polnisches Parteiorgan. angeblichen Unterschlagung als grundlos abgelehnt worden sei. Das um 10 Uhr abends gefällte Urteil lautete auf 50 M. Geldstrafe. Spaniol hatte gegen den Vorsitzenden Sachfe Widerklage erhoben wegen der Angriffe, die dieser aus Anlaß der Ausführungen Spaniols gegen diesen gerichtet. Sachse wurde zu 20 M. Geldstrafe berurteilt. Ein mißglückter Wahltrick. In den Siemenswerken finden dieser Tage die Ausschußwahlen statt, die unter dem üblichen Aufwand sanfter Nachhilfe zu einem den Gelben" günstigen Resultat geführt werden sollen. Das ist nicht so leicht, denn die Enthüllungen über den gelben Sumpf baben bei der Arbeiterschaft angeschlagen und die famose Lebiusbersammlung am Sonntag, die das verlorene Renommee des Obergelben wieder herstellen sollte, endete mit einem so kläglichen Fiasko, daß von seiten der gelben Leitung alle Hebel in Bewegung gesezt verden mußten, die Scharte wieder auszuwegen. Was man von er Sonntagversammlung vergeblich erhofft hatte, sollte eine andere Versammlung vollenden, die am Tage vor der Wahl stattfinden follte. Zu dieser Versammlung erging folgende merkwürdige Einadung: Unterstützungsverein Charlottenburg, den 14, 1. 09. der Siemenswerke. Wernerwert. Herrn Adolf Cohen! Berlin NW. 6, Charitéstraße 3. Ew. Wohlgeboren ersuchen wir hiermit, zu unserer am Ew. Wohlgeboren ersuchen wir hiermit, zu unserer am 22. Januar 1909 in" Artus- Hof", Perleberger Straße 26, statt. findenden Versammlung zu erscheinen. Es werden zu dieser Versammlung die Redner der 7 Berfammlungen vom 5. b. M. außer Ihnen, die Herren Adolf Ritter, Willi Siering, Otto Handte, Otto Wels, Hermann Bernide, W. Eggert und Hetschold eingeladen. Ihnen haben wir das Referat Der gelbe Sumpf" vorbehalten, während Herr Lebius über das Thema" Der rote Sumpf" sprechen wird. . Der Delegierte Christian Blome- Bremen bittet uns, folgendes berichtigen zu wollen: In dem heutigen Bericht über den Tabatarbeiter- Kongreß ist dem Berichterstatter ein Irrtum unterlaufen; in der Mittelspalte des Berichts, Zeile 6 von unten, habe ich gefagt: Derartige Einladungen seien immer tendenziös, aber nicht derartige Versammlungen. Chr. Blome. Bremen. Deutsches Reich. Ein Gewerkschaftsverleumder. Sollten Sie nun wider Erwarten verhindert sein, so stellen Gegen vierzig bürgerliche Blätter, welche die Beleidigung wir es Ihnen frei, aus der Mitte der oben genannten Herren Spaniols gegen den Vorstand des Bergarbeiterverbandes weitereinen Referenten zu stellen. Laut Vorstandsbeschluß stehen berbreitet hatten, ist gleichfalls Klage erhoben worden. jedem Referenten 30 Minuten, jedem Diskussionsredner 10 Minuten Redezeit zu. Zur Aufklärung. Ihnen gegenüber würden wir bei einer nicht allzuerheblichen In der Versammlung, in der der Streit in den Strebelwerken Ueberschreitung der Redezeit nichts einwenden, damit Sie Ge- in Mannheim beendet wurde, ist auch ein Telegramm aus Dresden legenheit haben, unsere Mitglieder über die Korruption, die bei verlesen worden, in dem mitgeteilt wird, daß in Bischofswerda bei der uns herrschen soll, aufflären zu können. Die Versammlung Firma Buschbed u. Hebestreit für die Strebelwerke Streitarbeit gewird nach der Geschäftsordnung des deutschen Reichstages ge- macht wird, infolge schlechter Organisation aber dagegen nichts unterleitet. nommen werden kann. In der betreffenden Versammlung wurde die Echtheit des Telegramms angezweifelt und behauptet, es sei nur gefandt worden, um die Kollegen bei der Abstimmung zu beeinflussen. Zwei Kollegen aus Mannheim find darauf nach Bischofswerda gereist und haben diese Angelegenheit untersucht. Die Gegner unferer Organisation haben die Sache aufgegriffen und sprengen in ihren Zeitungen und in den Betrieben das Gerücht aus, das Telegramm sei von mir im Auftrage des Vorstandes nach Mannheim gesandt worden, in Bischofswerda werde gar keine Arbeit für die Strebelwerke gemacht. Damit unsere Kollegen dem Schwindel entgegentreten fönnen, diene nachstehendes zur Aufklärung: In der Erwartung, daß Sie diese günstige Gelegenheit nicht werden vorübergehen lassen und am 22. Januar 1909, abends um 7% Uhr in dem genannten Lokal erscheinen werden, zeichnet Edm. Fichtner, Schriftführer des Unterstützungsvereins Abteilung Wernerwert. 14 Letzte Nachrichten und Depefchen. 679 Häuser vom Erdbeben zerstört. Konstantinopel, 21. Januar.( W. T. B.) Blättermeldungen zufolge erhielt der Minister des Innern gestern abend ein Telegramm, wonach in Phokia durch ein Erdbeben 679 Häuser zerstört worden feien und Hilfe nötig sei. Der Minister habe zweihundert Pfund geschickt. In einem Salzbergwerk der Dette Publique feien acht Arbeiter getötet worden. Bisher fehlen weitere Einzelheiten. Jm Gefängnis erhängt. München- Gladbach, 21. Januar.( B. H.) Der wegen Unterfchlagung und Bücherfälschung verhaftete königliche Gilgutvorsteher Otto Weber erhängte sich nachts im Gefängnis. Feuer im Landgerichtsgebäude. Gummersbach, 21. Januar.( B. H.) In der verflossenen Nacht brach im hiesigen Amtsgerichtsgebäude Feuer aus, das einen großen Teil der Akten zerstörte. Wir haben diese Ginladung merkwürdig genannt, weil fic n einem sonderbaren Gegensatz zu dem immer wiederholten AusSpruch des Lebius steht, mit der Sozialdemokratie tönne man Berantw. Redatt.: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Inserate verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl ir.18. W.IahlMS. 1 KeilM kD„llormirls"{Ittliin llollisiiliill Freitag, 22. Innnitr 1909. Reid)9ta� 190. Sitzung bom Mittwoch, den 21. Januar, nachmittags 1 Uhr. Tm BundeSratstische: v. Beth mann- Hollweg. Präsident Graf Stolberg teilt mit, dasi der Alterspräsident des Reichstages, Graf Hompesch, der bereits dem konstituierenden Reichs- tage und dem des Norddeutschen Bundes und dann dem Reichstage seit 1874 ununterbrochen angehört hat. heute vormittag ge- storben ist. Die Mitglieder haben sich von ihren Plätzen erhoben. Auf der Tagesordnung steht der Interpellation Albrecht und Genosien(Soz.): „Ist den» Herrn Reichskanzler bekannt, daß das Reichsvereins- gesetz, insbesondere dessen 8 �3(Sprachenparagraph) von Verwaltungsbehörden vielfach in einer Art und Weise gehandhabt wird, dir sich weder mit dem Wortlaut des Gesetzes noch mit den Er- klärnngrn der Vertreter der verbündeten Regierungen vereinbaren läßt? Welche Maßregeln gedenkt der Herr Reichskanzler zu er- greifen, um gegen diese Uebelstände AbhUfe zu schaffen?" in Verbindung mit der Interpellation Brandys u. Gen.(Polen): „Ist dem Hem Reichskanzler bekannt, daß die Vor- waltungsbehörden einzelner Bundesstaaten durch miß- bräuchliche Anwendung der§§ 3 und 12 des Reichsvcreins- gesetzeS Reichsangehöngen das Recht verkümmern, sich zu versammeln und Vereine zu bilden? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um diese Mißstände abzustellen?" Auf die Frage des Präsidenten erklärt sich Staatssekretär von Bethmann-Hollweg zur Beantwortung der Jnter- pellationen bereit. Die erste Interpellation wird begründet vom Abg. Brey(Soz.): Der Herr Staatssekretär hat bereits zu unserer Interpellation Stellung genommen, bevor sie begründet war. Die Gunst der Geschäftsordnung und Herr Bassermann gaben ihm die Möglichkeit dazu. Herr Bassermann hat ja schon des öfteren in wunderbarer Voraussicht und Sicherheit geahnt, zu welchen Fragen der Herr 5kanzler oder die Regierungsvertreter Stellung nehmen wollen. Redner aus den verschiedenen Parteien haben dem Herrn Staatssekretär bereits ihr Verttauen ausgesprochen. obivohl sie die Klagen, die in, einzelnen zu erheben sind, noch aar nicht kannten. Ganz besonders hat der Staats- f-kretär bei seinen Ausführungen den Beifall der Freisinnigen ge funden, und der wackere Demokrat aus dem Schwavenlande meinte sogar, diesen Beifall w ein Vertrauensvotum für den Staatssekretär ummünzen zu können! Aber nicht nur die sozial dernokratische Presse, sondern auch die Hern, Haußmaim verwandte Presse, wie das„Berliner Tageblatt" und die„Frankfurter teitung�, haben auf Tatsache» hingewiesen, die alles andere beweisen als eine loyale Ausführung des VercinSgesetzeS. Diese Presse stand eben der prentztschen und sächsischen Praxi? näher als Herr Haustmann. Der Herr Staats- sckretär hat selbst zugegeben, daß Mißstände vorgekommen sind. Ich habe zirka 50 solcher Fälle zu seiner Kenntnis gebracht, womit die Zahl der Fälle keineswegs erschöpft ist. Die Entstehungsgeschichte der Fälle ist nicht so. wie der Staatssekretär anzunehmen scheint. Er meinte, wenn sich ein Mißgriff unserer Behörde creignet, so greife die Presse ihn auf und er verwandele sich dann in so viele Fälle, als Zeitungen ihn aufnehmen. Unter den Fällen. die i ch zur Kenntnis des Staatssekretärs gebracht habe, ist ein derartig vervielfachter Fall nicht. Mein Material zählt die ganze Quäletei der vorreichSgesetzlichen Schikaniererei auf. Wir finden alle die Dinge wieder: Belästigung der Gcwerki'chasten, Verbot von ArbeitervereinSfestlichieiten. Abtreibung von Versammlungslokalen, Erschiviiidelung der Mitgliederlisten, kurz und gut, die ganze Janitscharemnusik. über welche die in der Arbeiterbewegung tätigen Personen vor dem 18. April zu klagen hatten. Wir wollen ver- hindern, daß diese Dinge sich dauernd einnisten.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Staatssekretär vergreift sich vollkommen in der Annahme, daß wir ihn als den bösen Geist ansehen. Allen Respekt vor ihm. Aber so hoch schätzen wir seine Macht nicht ein, daß er kleines feuilleton. Tie Erziehung de-Z Tieres durch den Menschen behandelte Wilhelm B ö l i ch e in seinem zweiten Bortrage in der Sing- akadcmie am vergangenen Dienstag. Lange vor Darwins Theorie war der Mensch praktischer Darwinist, der gewissermaßen durch eine Kreuzung zwischen seinen Idealen und der tierischen Eni- Wickelung ein Kunstprodutt, einen Mischling hervorbrachte, unsere Haustiere, und der seine Züchtungsversuche seit den Tagen der Menschwerdung bis in unsere Zeit fortsetzte, wo unter anderein in Südafrika der Strauß in der letzten Hälfte deö vorigen Jahrhunderts als Haustier gewonnen wurde. Das Verhältnis des Menschen zum Haustiere ist nicht, wie bielfach an- genommen lvird, das eines Sklavenhalters zum Sklaven, viel- mehr eine besondere Art höchstentwickelter Symbiose, eine gegen- scitige Schutzgcnoffenschaft, wie wir sie in der organischen Welt noch öfter in anderer Form beobachten lönnen, z. B. zwischen Einsiedlerkrebs und Polyp, die aber in ähnlicher Vollendung ivie bei dem Menschen nur noch von den Ameisen versucht wurde, die in ihren Bauten sich Blattläuse und Käfer als Haustiere halten. Auf der llrstufe der Kultur waren wobl schon vcrsckticdene Tiere Gesellschafter deö Menschen, der sich an ihren schönen Farben oder grotesken Bewegungen ergötzte, wie wir das bei Völkern auf niedriger Kulturstufe noch heute beobachten können. Zu Haus- ticren wurden ihm dann solche, die er als Werkzeuge zur Er- gänzung seiner unvollkommenen Organe benutzen konnte. Vor allem Pferd und Hund. Das Pferd; denn es entlastete den unpraktischen, nur ungenügend aus einem Kletter- zu einem Geh- organ umgewandelten menschlichen Fuß. und hat von allen Tieren den leichtesten, elegantesten und schnellsten Gang entwickelt und doch dabei noch eine Menge Kraft zum Fortschaffen von Lasten erübrigt. Zudem erwies es sich durch seinen in den sozialen Wild- pscrdhorden der Steppe besonders ausgebildeten Signalsinn als hervorragend gelehrig. Der Hund andererseits ersetzte den schwach entwickelten menschlichen Geruchsinn und machte sich durch Wachsamkeit und Aufstöbern und Festhalten der Jagdbeute besonders nützlich. Er ist, wie mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen ist, ein Ab- töinmling eines schakalartigen Raubtiers, bei dem auch Kreuzungen mit dem Wolf, vielleicht auch mit dem Fuchs nicht ausgeschlossen sind. Ursprünglich mag er wohl gleich den heutigen Pariahunden des Orients in Horden um die Wohnplätze der Menschen gestreift sein, um sich von den Abfällen zu nähren. In der älteren Stein- zeit treffen wir ihn noch nicht als menschliches Haustier. Erst in den Pfahlbauten tritt als Wachhund der sogenannte Torfbund auf. dessen Aachkomme unser Spitz ist, aus dem sich mit der fort- sck'reitenden Viehzucht der Schäferhund noch in der Vorzeit ent- allein imstande sein sollte, die reaktionären Tendenzen, die in der Verwaltung ihr Wesen treiben, zu hemmen. Wenn ich nunmehr auf die einzelnen Fälle eingehe, so betone ich von vornherein, daß ich nicht alle erwähnen kann. Ich bitte aber, daraus nicht den Schluß zu ziehen, als ob ich die Fälle, die ich nicht behandele, für weniger bcdeiitmigsvoll hielte. Kurz vor Verabschiedung dcS Gesetzes pries Herr Müller-Meiniiigen das Vereinsgesetz als eine Frucht, welche den deutschen Frauen in den Schoß falle. Der Prozeß des Reifens dieser Frücht hat die sonst übliche Zeit überdauert(Heiterkeit), man hätte deshalb voraussetzen dürfen, daß die Sache ohne Nachwehen geblieben wäre. Diese Erwartung ist aber getäuscht worden. Die Ironie der Ge- schichte hat eS gewollt, daß bürgerliche Frauen diese Frucht des Bcreinsgesetzes zuerst haben kosten müssen. Die Schatzmeisterin des bürgerlichen Vereins für Frauenstimmrecht hatte in Langenschwalbach eine öffentliche Versammlung einberufen. Dort übte der lleber- wachende das UeberwaÄungsrecht in so urwüchsiger Form aus, daß die Veranstalterin Veranlassung nehmen mußte» ihn in seine Schranken zu weisen. Man gewann den Eindruck, als verlangte er, daß jeder Versanimlungsteilnehmcr seinen Taufschein mitbringen müsse I In Breslau ist die Frage strittig geworden, ob eine Versamm- long von Wahlberechtigten dann noch unter die Bergünstigung des Gesetzes falle, wenn Frauen als Rednerinnen und Teilnehmerinnen dabei in Frage kämen. Ich halte das für selbstverständlich und glaube, daß sowohl der Herr Staatssekretär wie auch Herr Müller- Meiningen und die übrigen Herren des Blocks dieser Meinung sind; denn ich wüßte sonst wahrhaftig nicht, welchen Vorteil das Reichs- vereinsgesev den deutschen Frauen gebracht'hätte.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) 8 3 des Vereinsgesetzes verpflichtet Vereine, die eine Einwirkung auf politische Angelegenheiten ausüben, zur Einreichung der Satzungen und der Mitgliederliste des Vorstandes. Der Bürgermeister von Steglitz hat trotz der ministeriellen Anweisung und der Rede des Herrn Staatssekretärs um die Jahreswende»och nicht gewußt, daß politische Vereine weder Stempelgebiihren für die Anmeldung zu zahlen, noch Miigliederlisten einzureichen haben I(Hört! hört! bei den Sozial- deniokraten.) Die Polizciverwaltung ui Bautzen und in Nowawes verlangt von dem dortigen Gcwcrkschaflskartell Anmeldtingen des Vorstandes! Dies Verlangen stellt sich als ein Versuch dar, hinter den rechtlichen Zustand zu gehen, der auf Grund deS alten Vereins- gesetzeS bestand. Es ist schon 1800 vom Kammergericht in Bciliu entschieden worden, daß GewcrkschaflSkartellc leine politischen Vereine sind. Die betreffeiiden Kartelle habe» sich über dies Verlangen be schwort. In der Antwort auf diese Beschwerde hat der Herr AmtSvorsteher von NowaweS den Standpunkt vertreten, daß die Gewerkschaften nach dem Inhalt ihrer Satzungen als Vereine mit politischen Zwecken anziisehen sind! (Hört! hört! bei den Sozialdcmolraien.) Eine solche Auslegung deS Gesetzes widerspricht sowohl seinem Wortlaut als auch seinen Ab- sichten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich erwarte, daß der Herr Staatssekretär das Verhalten der hier in Frage kommenden Beamten ohne weiteres preisgibt. Um einer alten, liebgewvrdenen Gewohnheit zu frönen, hat die Behörde in Lip.ehne den originellen Ausweg gefunden, daß'sie einen ?Zolizeibeainlen' zu den gewerkschaftlich organisierten Arbeiter reihum andre, um ihnen die Frage vorzulegen, ob sie einer Gewerkschaft angehören. Eine solche Umfrage halte ich für ebenso überflüssig wie ungesetzlich.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Am 30. Oktober lOOS, also kurz nach Inkrafttreten des Vereinsgesetzes, forderte der Herr Landrat in Hildburghansen unter Hinweis auf die im 8 l8 vorgesehenen Strafen den Bevollmächtigten deS Holzarbeiterverbandes zur Einreichung der Satzung und Namhaftmachnng des Vereinsvorstandcs auf." Es wurde auf die Ungesetzlichkeit hingewiesen, und es wurde seitens Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion mit dem Ministerium Rücksprache genominen. Anstatt daß man zugab, daß der Beamte sich verhauen habe, antwortete man einfach:„Die anderen Ver- bände haben daS Geforderte ja auch eingereicht, veranlassen Sie den Holzarbeitervcrband, der Forderung ebenfalls nachzukommen." (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Respekt vor dem Gesetz geht also bei dieser Regierung so wenig weit, daß sie mit Seelenruhe einräumt, das Gesetz bei allen Verbänden, natürlich Arbeiterverbänden, nicht beachtet zu haben. Ein DistriltSkommisiar in einem Orte in der Nähe von Schneide- müh! forderte von dem Vorsitzenden des katholische» Arbeitervereins Auskunft über alle möglichen Dinge. Er unterbreitete ihm nicht Beine— ein Parallelvorgang dazu läßt sich aus den Mumien Alt-Perus. des Reiches der Jnkas, belegen—. der Teckel heraus- bildete. Babylon lieferte, vermutlich durch Kreuzung mit einem heute noch in Tibet vorkommenden schwarzen Wolf, die Dogge, die, durch Alexander den Großen nach Europa gebracht, die im Altertum so hochgeschätzte Molosserrasse erzeugte, aus der sowohl der Bernhardiner und Neufundländer, wie der ins Extrem ge- Lricbenc Bullenbeißer und, durch Kreuzung mit dein Windhund, die dänische Dogge hervorgingen. Mit der steigenden Entwickelung Iverden die Haustiere für den Menschen mehr und mehr überflüssig, die immer mehr sich vervollkommnende Technik läßt ihre Verwendung allmählich zurück- treten und wird die Herausbildung eines neuen Verhältnisses zwischen Tier und Mensch notwendig machen. Das Wachstum der Riesenfernrohre. Die Frage, ob die gegen- wältige, allerdings schon höchste Achtung gebietende Größe der Ricscnfernrohre in Zukunft noch zu überschreiten sein wird, findet von sehr sachveritäudigcr Seite eine verneinende Beantlvortung. Wie die Wochenschnft„English Mechanic" mitteilt, äußert sich der Erbauer des Perkes- Fernrohres, des bisher größten der Erde, Am- brose Swasev. in dem Sinne, daß sein Instrument bezüglich der Maße ein Maximum darstellt. Die astronomische Forschung»- richtung hat sich in den letzten Jahren in sehr wesentlicher Weise verändert und ist mehr und mehr nach der Seite astrophysikalischer Untersuchungen gerichtet. Auch liegen die steten Verbesserungen aus dem Gebiete deö Baues der Instrumente keineswegs in der Richtung ihrer Vergrößerung. Wie bei Derkes selbst mag" natürlich auch bei manchem anderen die Freude am Rekord zur Ausfiihrung riesiger Instrumente anspornen. Im allgemeinen besteht aber gegenwärtig überhaupt wenig Nachfrage nach Teleskopen. Schließ- Ulli nützen sick, derartige Instrumente nicht ab wie Kleider oder Schuhe. Es ist nicht einzusehen, warum sie nicht ein- bis zwei- hundert Jahre gebrauchsfähig bleiben sollen. Die Abnutzung de» BewcgungsmcchanismuS ist eine äußerst geringe. Unter den Niesenfernrohren steht das berühmte Instrument der Lick-Siern- warte hinter dem Aerkes-Teleskop an Größe zurück. Doch ist es infolge seiner günstigeren Aufstellung außerordentlich lcistungs- fähig. Die modernen Teleskope kann man init vollstem Recht als Weltwunder bezeichnen, wenn man sich die ungeheuren Gewichte vorstellt, die auf den Druck einer Mitromcterschraubc die kleinsten Bewegungen des betrachteten Sterns zu verfolgen gestatten. Da» Rohr der Instrumente hat eine Länge von fast 20 Meiern und ein Gewicht von mehr als fünf Tonnen. Daß eine solche Riesenmasse, deren Linse allein 25 Kilogramm wiegt, selsenfest montiert sein muß, versteht sich von selvst. Um so bewundernswerter ist die Prä- zifion. mit der die leichte Beweglichkeit erzielt wird. Hnmor und Satire. Der Kampf u m die Lau». Im Hyperion, einer im Ver- läge von H. v. Weber in München erscheinenden sehr cxguisitcn Zweimonatsschrift, werden bisher imveröffenilichte Briefe veröffentlicht, weniger als ein Dutzend Fragen! Er muß offenbar eine Menge Zeit haben, und die ministerielle Anweisung hat. wie es scheint, eine arge Verwirrung in seinem Kopfe angerichtet. Ohne Zweifel hat es ihm der Ministerialerlaß vom 13. Mai 1008 angetan. Tarin wird erstens aus- einandergesetzt, daß die Feststellung des Begriffs„politische Angelegenhetten" der Judikatur und Praxis überlassen bleiben solle. DaS heißt mit anderen Worten, c» ist den Herren Gendarmen, Schutzleuten, Landräten und Bürgermeistern zunächst einmal freie Hand" gelassen, wie sie die Praxis unter dem neuen Bereit, Sgesetz gestalten wollen. Es heißt in dem Erlaß weiter:„Inwieweit ein Zweigverein, eine Ortsgruppe, Zahlstelle usw. der im§ 8 bezeichneten Verpflichtimg unterliegt, ist eine in jedem Einzelfälle nur uutcr Berücksichtigung der ganzen Verhältnisse zu beantwortende Frage." Der Beamte, welcher da» liest, besinnt sich jedcnfall» darauf, daß es wenige Zeilen vorher in der Anweisung hieß, man wisse nicht, was unter„politischen Angelegenheiten" zu verstehen sei, und um sicher zu gehen, sieht er alle Vereine und deren Zahlstellen usw. als politische an. Daher die ungeheure Zahl der Bütleieicn, uuler denen ganz neutrale Vereine in Deutschland zu leiden haben, vor allem aber die Gewerkschaften. Der Beamte, der eine solche Anweisung liest, steht offenbar wie das Kind im Dreck(Heiterkeit) und lomint sich ebenso geist- reich vor wie der junge Assessor in Ludwig Thoma»„Moral". Ich verweise auf die entsprechende Anweisung der bayerischen Negierung. Dort heißt es klipp und klar:„Gewerkschaftliche Vereinigungen, die sich innerhalb des Rahmens der Gewerbeordnung nur mit Berufs- und Standcsfragcn ihrer Mitglieder befassen, sind als politische Vereine nicht anzusehen".(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Hier hat man also gewußt, den Anfordermigen Rechnung zu tragen, die an ein Vereinsgesetz in einem Kultur- slaat zu stellen sind. Daher sind auch aus Bayern nur zwei Verstöße gegen dos Gesetz zu verzeichnen. In Preußen haben eine ganze Anzahl nicht nur niederer Beamten, sondenr auch Polize i- k o m IN i s s a r e erklärt, sie wüßte» nicht, wie sie sich in dieser oder jener Frage zu verhalten haben. Eine Anzahl Kollegen in diesem Hause haben Wohl auch trotz des unklaren Texte» der Bestimmung ihre Zustimmung gegeben, in der Erwartung, daß Mißgriffe durch' die Gerichte korrigiert werden. Nun liegen bereits Urteils bor, sie bestätigen aber nur die schlimnien Erwartungen, denen meine Parteifreunde sowohl in der Kommission lvie hier im Plenum Ausdruck gegeben haben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ein Urieil ist aus Grund eines Verstoßes gegen daS alte Gesetz erfolgt und richtete sich gegen den Verband der Glasarbeiter. Ende dieses Jahres ist vom Gericht entschieden worden und da» Urteil eröffnet den Gewerkschaften die Aussichten, die tvir bei Beratung des Gesetze» hier gekennzeichnet haben. Dies Urteil, da» die Ferienkammer des Landgericht» in Schneidemiihl in der Sitzung vom 14. September fällte, erkennt auf Tragung der Kosten. In dem Urteil heißt eS: Der Zweck des Verbandes sei, die geistigen und materiellen Interessen seiner Mitglieder zu wahren, günstige Lohn- und Arbeit»- bcdingungen für sie zu erzielen. Dieser Zweck soll u. a. erreicht werden durch die Erstrebung der achtstündigen Arbeitszeit, durch Be- seitigung der Akkordarbeit, der Ueberstunden- und Nebenarbeit, vor allem der SonntagSarbeit, durch Gewährung von Rechts- schütz usw. Alle diese Bestrebungen, heißt eS im Urteil, sind sozialpolitischer Natur.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Sie bilden einen Hauptbestandteil dcS sozialdemokratischen Programms(Lebhaftes Hört! hört!°bei den Sozialdemo- kralen.) und erstrecken sich auf die schwierigsten Probleme der staat- lichen Gesetzgebung. Es könne deshalb keinem Zweifel unterliegen, daß der Zentralverband der Glasarbeiter und damit auch der betreffende Lolalverein ein politischer Verein im Sinne des Vcreinsgcsetze» ist!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ES wird dann dem Beklagten die Verpflichtung auferlegt, laut Z 3 Absatz 2 des Gesetzes da» Verzeichnis der Mit- gliedcr einzureichen. Taö kgl. Oberlandesgericht Posen ist diesem Urteil beigetreten(Hört! hört! bei den"Sozialdemokraten) und der Polizeiinipektor in Schneidemühl verlangt bereit» unter Be- rufung auf dieses Urteil Einreichung der Vorstandslisten von den Schneidemühler Gewerkschaften!(Hört! hört I bei den Sozialdemo- traten.) Der Herr Staatssekretär wandte sich bei Beratung dcS Gesetzes gegen eine Begrenzung des Begriffs„politische Angelegen- heiten". Er meinte, eine neue Judikatur werde die alten Hemmnisse beseitigen. Jenes Urteil des Gerichts aber steht nicht nur im Widerspruch mit dem Geist deS Gesetzes, sondern ist auch abgesehen davon ein Fehlspruch; denn der Glasarbeiterverband die der Romantiker E. T. A. H o f f m a n n mit Chamiffo wechselte. Einer davon, der den Inhalt von HoffmannS Erzählung Haimato- chare zum Gegenstand hat. ist nicht nur für Hoffmanns ganze pban- tastische Art sehr charalteristisch, sondern zugleich eine famose' Ver- spottimjj deS DnellS. Hoffmann schreibt: „Die Geschichte von der LanS soll ganz kurz in einer Reihe von Briefen bearbeitet werden. Bedingnisse: 1. Zwcy Naturforscher befiiideir sich ans einem zu irgend einer Expedition ausgerüsteten Schiffe. 2. Einer von ihnen sindet das merkwürdige Insekt zufällig auf irgend einer Insel — Neid und Hab des andern!— Hierüber entsteht ein Brief- Wechsel— Nusfordernng— Duell— beide bleiben. Es kommt darauf an, daß der Leser bis zum letzten Augenblick, als die Ursache des Streits in einem Schächtelchen auf dem Kampfplatz gefunden wird, glaube, es gelte den Besitz eines schöne» Mädchens, einer holden Insulanerin. Ich bitte mir allso mit Hinsickit auf jene Bedingnisio gefälligst anzugeben: a) Ivohin kann die Expedition ausgerüstet feyn? b) wie heißt da»— höchst merkwürdige seltene Insekt und auf welcher Insel wird eS gefunden?— Ich denke die LanS muß aus dem Geschlecht der Blattläuse oder wie die Dinger sonst heißen seyn, damit der Naturforscher sie im Walde oder überhaupt in der freien Natur findet, daS giebt dann eins empfindsame Schilderung des Moments in dem er die Jnfulanerinn fand, die sich am Ende sehr burlesk auflöst." Notizen. — Die rechtliche Seite des Falles Jank bespricht in der„Werkstatt der Kunst" der Syndikus der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschast, Dr. Friedrich Rothe. Er kommt zu dem Resultal, daß die Abnahme und Bezahlung der Bilder vom Reichstnge nicht verweigert weiden könne(was der Reichstag auch nicht bcab- sichtigl), daß Jank aber keine Rechtsmittel habe. die An- bringung der Bilder im Reichstage zu erzwingen.— Da die Affäre am 21. Januar in der AnsschmiickungSkommission behandelt werden sollte, wird man hoffentlich bald crivaS Nähere» über die Motive der NeichStagsmehrheit hören. Denn, daß man einen Künstler wie Jank nicht einfach in die Ecke stellen darf, ohne daß in aller Oeffentlichkcit die Gründe erörtert werden, sollte auch den Gegnern der Jankschen Bilder einleuchten, lim so mehr, da nach einer Mit- teilung des„Kunstwart" das Bureau des Reichstags bisher die lleberlassung von Photographien zu VeröffentlichungSzwecken ver- weigerte. Die Oeffentlichkeit hat also keine Möglichkeit, sich selber ein Urteil zu bilden. — Di e Marvo»- Ausstellung, die gegenwärtig in München einen Ueberblick über fein Schaffen vermittelt, soll auch nach Berlin kommen. — Ein S e g a n t i n i- M u s e u in wurde an der Stätie seines Wirkens in Engadin eingeweiht. 13 Originalgemälde de» grandiosen Malers de» Hochgebirges, darunter„das Leben" und„der Tod" (aus dem Tryptichon), ferner Zeichrnrngen und Skizzen und da» ganze Berk in Reproduktionen sind in einem Rundbau vereint, in dessen Vorhalle das Denkmal Segantinis von Bistolfi steht, In Stettin fand eine Branchenversammlung statt, in der die Tatsache besprochen werden sollte, daß eine dortige Firma Streit arbeiten anfertigen ließ. In der Versammlung erschien ein Polis zeibeamter aur leberwachung! Alle Aufforderungen, fich zu entfernen, waren vergebens. Um sich nicht umsonst Beit- und Gelb fosten gemacht zu haben, mußten die Arbeiter den Beamten in der Versammlung laffen, auf die Gefahr hin, daß der Obermeister am anderen Tage die Namen der Versammlungsbesucher erfahren und die ganze Taktik der Firma verraten werden würde. Für die Art und Weise, wie die Polizei die Intereffen der Arbeitgeber fördert, find die Vorgänge bei einem Brauerftreit in Dirschau bezeichnend. 22 Brauer streikten dort. Die Polizei fergte dafür, daß die Streifenden nicht nur kein Versammlungslokal, fondern nicht einmal ein Obbach hat weber in feiner Gesamtheit noch in einer feiner einzelnen Zahl- 1 nung in ihren Versammlungen halten die Arbeiter allein aufrecht. 1 verbandes, Ser 120 Perfonen beiwohntent, stapfte der beffaffnete stellen jemals etwas unternommen, was als Ginwirkung auf den Das Gingreifen der Polizei kann die Versammlungen höchstens Herr Gendarm nicht weniger als dreimal durch das VersamutStaat, feine Organe oder seine Gesetzgebung angesehen werden fann. stören.( Sehr richtig! bei den Goz.) Das aber liegt im Inter- lungslokal. Die Versammlung sollte einen Vortrag über die Der Glasarbeiterverband will sein Programm nur erreichen nach Maß effe der Unternehmer, und ich kann die Meinung nicht unterdrücken, Strife hören und die Berichterstattung vom verflossenen Verbandsgabe des§ 152 der G.-D., alfo durch die Macht der Organisation. daß es auch die Absicht der Polizei ist, die Intereffen der Unter- tag entgegennehmen. Dem Gendarm wurde wiederholt bedeutet, Aber felbft angenommen, nicht zugegeben, daß diefer Verband die Hilfe nehmer zu fördern, wozu ihr das Geseb kein Recht gibt.( Lebh. da gäbe es nichts zu überwachen; er erwiderte aber, er müsse revidieren! der Gesetzgebung zur Verwirklichung feiner fozialen Aufgaben in An Sehr richtig! bei den So3.) Auch in Preußen findet man neuerdings Vorsprach wehmen wollte, so würde das, wenn man das Reichsvereinss liebe für solche Revisionen" der Versammlungslokale, die gerade gesetz als ein großzügiges, liberales Werk ansieht, doch nicht bedann stattfinden, wenn zufällig Versammlung ist. Zuweilen gründen, diefe Organisationen unter die einschränkenbe Bestimmung werden die Versammlungen dann auch aufgelöst, weil das des§ 3 des Vereinsgefeges zu bringen. Die Intereffenverbände der Versammlungslotal nicht geeignet" fei, felbst wenn es sich um Unternehmer nehmen ja in viel weitergehender Weise die Geein öffentliches Tanzlokal handelt.( hört! hört! bei den Sozialseggebung für fich in Anspruch und suchen sie zu beeinflussen.( Sehr demokraten.) In diesem Falle, in der Rheinproving, wurde der wahr bei den Sozialdemokraten.) Ich erinnere an die Gescheh Beamte wegen der erfolgten Auflösung allerdings gerügt. Aber niffe bei der Beratung der Gewerbeordnung, wo die Bertreter der in Sachsen soll nach dem Verlauf der Beschwerde die Revision Unternehmerberbände unter Mißachtung jeder Rücksicht den Verfuch weiter als Erfaz der Ueberwachung dienen! Die Amishauptmanngemacht haben, die Gesetzgebung ihren Interessen dienstbar zu machen. schaft hat nämlich auf die Beschwerde erwidert, daß die allgeMan hat aber fein Schnaufert davon gehört, daß diefe Drganimeinen landespolizeilichen Bestimmungen den Beamten ver fationen je belästigt worden sind. Wir verlangen dasselbe Recht, pflichten, an den Orten zu erscheinen, wo es die allgemeine wie die Unternehmerorganisation. Wir verlangen, daß der StaatsSicherheit erfordert, also auch in Versammlungslokalen, wenn eine mittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit der Versammfelretär dafür sorge, daß in Preußen und Eachien die gleiche Berlungsteilnehmer besteht".( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.); ordnung gegeben werde, wie in Bayern, Baden, Württemberg. Ich habe dem Staatssekretär bereits drei Fälle aur Stenntnis fanden!( hört! hört! bei den Soz.) Dem Bahnhofswirt wurde Infolgedessen seien gebracht, in denen Arbeiter, die sich zur Erörterung der Lohn- untersagt, den Streitenden den Aufenthalt in feinem Lokal zu verhältnisse zusammenfanden und deren Bersammlungen deshalb geftatten oder ihnen auch nur Speise oder Trant zu verabreichen. nicht anzeigepflichtig waren, verfolgt und sogar bestraft find.( Sört! hört!) Als nun die Streitenden endlich einen Gastwirt worden. In eine andere sächsische Bersammlung wurden vier Ich füge heute zwei weitere Fälle hinzu: In Kattowiz fanden, der sie in Logis nahm, da entdeckte die Polizei plöblich, daß Beamte zur Ueberwachung entsandt, während das Gefeß nur zwei fand am 17. Mai eine Mitgliederversammlung des Fabritarbeiter das seit 3 Monaten bewohnte Haus noch nicht bewohnbar zuläßt. Auf die Beschwerde wurde erwidert, daß verbandes statt. Im ganzen waren 16 Personen anwesend, und sei! Bei 8 Grad Kälte sahen sich die Leute auf die Straße gefent follten. " 2 unter dem 10. Juni 1908 besondere Vorschriften über die Beschaffenheit von Bersammlungsräumen erlassen Butritt haben müßten!( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In Sachsen herrscht also noch der alte Geist, die Nadelstichpolitik gegen das Vereinsrecht, und es ist Aufgabe des Reichstags, ein träftiges Wort zu sprechen, wenn er anders, er will, daß das Vereinsgefeß so zur Anwendung kommt, wie es gemeint war. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich komme dann noch mit einigen Worten zwei Ueberwachende und zwei Abgeordnete der Behörden zum Sprachenparagraphen. wegen dieser Berſamundung, die fich lediglich mit Berufsangelegen- und wußten nicht, wo fie die Macht verbringen, ber in Rheinlandheiten befaßte, ist in Stattowig eine Bestrafung in Höhe von 30 m. In dem Kommentar zum Vereinsgefeß, erfolgt!( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In dem Urteil Westfalen bereits zur Richtschnur der Polizeibehörden geworden ist. heißt es, daß politische Angelegenheiten erörtert find, denn es und der, wie ich fürchte, in ganz Deutschland oder doch in ganz ist schlechthin über die schlechten Lohn- und Arbeitsbedingungen Preußen zur Richtschnur werden wird. wird auf Grund eines Oberschlefiens gesprochen, und es find die Mittel erörtert worden, Reichsgerichtsurteils eine Handhabe geboten, um fämtliche Gewert wie die Arbeiter zu vorteilhafteren Lohn- und Arbeitsbedingungen schaftsversammlungen zu öffentlichen zu stempeln! Es heißt darin, tommen tönnen."( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist daß Erwerbung und Verlust der Mitgliedschaft in Gewerkschaften nicht einmal der Berfuch gemacht worden, zu beweisen, daß über Dinge und politischen Vereinen an derart geringfügige Bedingungen gesprochen ist, die man gemeinhin als politische bezeichnet. Nach geknüpft sei, daß von einem engverbundenen Kreise von Personen Siesem Urteil dürfte in Zukunft der Gendarm das Recht haben, sich keine Rede sein könne. So sind auf einmal die Beiträge zu den polnischer Bunge gibt, weil wir der Auffassung sind, daß die Or Wir bedauern, daß es besondere Organisationen der Arbeiter hinter jeden Stammtisch zu postieren, denn auch da wird über Gewerkschaften geringfügig", während der preußische Finanz- Polnischer Zunge gibt, weil wir der Auffassung sind, daß die Orschlechte Löhne geredet, über schlechten Geschäftsgang, ungünstige minister gar nicht genug über die angebliche Höhe derselben stöhnen ganisierung der Arbeiter nach Landsmannschaften geeignet ist, die Finanzen des Reiches, persönliches Regiment und dergleichen.( Sehr und feufzen kann!( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Und der Arbeiter noch mehr und immer weiter zu zersplittern.( Sehr wahr! richtig bei den Sozialdemokraten.) Austritt foll nichts bedeuten! Der Ausschluß aus politischen Or- bei den Goz.) Aber wir bedauern noch mehr, daß die OrganiDer andere Fall betrifft eine Bersammlung des Holzarbeiter ganisationen bedeutet für den Ausgeschlossenen den Verlust eines fationen der polnischen Arbeiter durch den Sprachenparagraphen verbandes in Festenberg. An dieser Versammlung nahmen Arbeiter, Stüds Klaffenehre. Der Verlust der Mitgliedschaft in seiner Ge- belästigt werden, während die Bestrebungen, die nach der Meinung die in der Holzindustrie und im Baugewerbe beschäftigt find, teil. werkschaft bringt dem Arbeiter die schwersten materiellen Nachteile: des Staatssekretärs getroffen werden sollen, zur Propagierung Das Urteil stellt fest, daß der Parteisekretär aus Breslau zunächst Gr verliert die Organisation, die ihn in feinem Streben nach Reichsvereinsgefeßes hat der Abg. Dr. Müller- Meiningen hervorleicht andere Wege finden. Bei Aufzählung der Vorzüge des ilber die materielle Lage in Festenberg sprach und im Anschluß Verbesserung der Lebenslage unterstüßt, er verliert unter anderem daran zum Eintritt in den Deutschen Holzarbeiterverband auf das Recht auf Arbeitslosenunterstützung. Diese beträgt gemeinhin gehoben als einen der Vorzüge, die er an dem Gesetz zu entdecken forderte. Er tam zu der Ansicht, daß eine Einstellung der Arbeit ein Achtel bis ein Zehntel eines durchschnittlichen Arbeiterein- glaubt, daß es sich auf die politischen Vereine beschränke unb Jahl der Arbeiter zu gering fei. Das Urteil fagt: hiernach war tas etwa die monatliche Ausgabe für Zigarren bedeutet.( Sehr gut Herr Dr. Müller- Meiningen wird natürlich auch hier den Nachweis in geftenberg gegenwärtig feine Aussicht auf Erfolg habe, weil die kommen. Das mag geringfügig sein für Befigende, bei denen die Berufsorganisationen gar nicht treffe. Demnach kann keine Die Erörterung der wirtschaftlichen Dinge nur Beiwert. Denn man bei den Sozialdemokraten.) Für Arbeiter aber ist das nicht führen, daß seine Worte anders aufzufassen waren.( Große Heiterwar fich von vornherein darüber tiar, daß die Verweigerung der geringfügig. Arbeit nicht möglich sei. Die Hauptsache war die Agitation für den Selbst Versammlungen der Arbeiter einer Fabrik oder eines feit bei den Soz.) Als einen ausgezeichneten Interpreten des Holzarbeiterverband. Das aber ist eine politische Angelegenheit Bergiverks stempelt der Kommentar zu öffentlichen". Als ob die Reichsvereinsgefehes fühlte sich auch fein Referent, Herr Dr. ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten), denn der Holzarbeiterverband Arbeitsgemeinschaft in der Fabrik oder die gleiche Furcht vor Sieber. Er führte furz vor der Verabschiedung des Gesetzes aus, ist bestrebt, eine Einwirtung auf die fozialpolitische Gesetzgebung zu schlagenden Wettern nicht ein enges Band zwischen den Arbeits- daß der Gebrauch der polnischen Sprache in Vereinen überhaupt erlangen." In der Bersammlung ist kein Wort von Politif ge- follegen bildete. Auch die Bersammlungen der Organisationen, die nicht und in Bersammlungen nicht ohne weiteres verboten sei; es sprochen. Aber der Swed des Holzarbeiterverbandes und aller Ber- Tarifverträge geschlossen haben, die Versammlungen, in denen fei nur der Grundfas aufgestellt, daß in öffentlichen Berfamntbände überhaupt, der in der Berbesserung von Bohn- und Arbeits- Tarifangelegenheiten verhandelt werden, sind nach dem Kommentar fungen, in welchen die Angelegenheiten unseres deutschen Baterlandes zur Sprache tamen, selbstverständlich die Verhandlungsbedingungen besteht, wird zum Rebenzwed erklärt und das Werben als öffentliche zu betrachten. Ich bitte den Staatssekretär um Aussprache deutsch sein müsse. Auch der Staatssekretär v. BethDie Maurer in Gronau hielten eine Gewerkschaftsversammlich versprochen, daß die fremdsprachlichen Teile der Arbeiterschaft mann- Hollweg hat vor der Verabschiedung des Gesetzes ausdrüc allzu viel find es ja nicht vor solchem Rechtsspruch lung ab mit dem Thema:„ Der Kampf ums tägliche Brot". Die in der Verfolgung ihrer geschlichen Bestrebungen auf dem Gebiete ein Kreuz machen, doch glaube ich, nicht aus Ehrerbietung. Bolizei hatte einen überwachenden Beamten geschict, auf den nicht der Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse nicht beeinträchtigt ( Gehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Und ich frage den bie Borausseßungen zutreffen, die die bayerische Regierung von werden sollten. Diese Erklärung haben meine Parteifreunde Staatsjefretär, twie ihm diese Begriffsbestimmung burch Judikatur folchen Beauftragten der Polizei erwartet, nämlich: Erfahrung fofort unterstrichen und ohne Widerspruch auch für dic und Braris gefällt. Das Urteil unterstellt, daß eine Versammlung und bewährter Taft.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) freien Gewerkschaften reklamiert. Demnach ist es ungefehlich, wenn von Arbeitern und Gehilfen nur dann nicht anmeldepflichtig ist. Der Beamte löste die Versammlung auf. Es kam dabei zu Auf der Sprachenparagraph fortdauernd auf die Berufsvereinigungen wenn fie erörtern wollen, ob sie bei dem Arbeitgeber oder die tritten und schließlich noch zu Anklagen von etwa 30 Berfamm angewendet wird. Gleichwohl ist das in Breußen fast überall geArbeit einstellen. Alle anderen Mittel zur Verbefferung der Arbeits- lungsteilnehmern. Bergebens wies der Verteidiger, ein bewährter fchehen. In Stettin hat man in einer Schneiderversammlung deu bedingungen, die noch dazu ausbrildlich im Gesez genannt sind, Jurist, aber kein Sozialdemokrat, auf den Wortlaut des Gefeßes Gebrauch der polnischen Sprache untersagt. In Boguschüß in Oberbin. Es feßte etwa 900 M. Geldstrafen: auch eine Enteignung schlesien wurde eine Bergarbeiterversammlung wegen des Ge( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) brauchs der polnischen Sprache aufgelöst, obwohl der BergarbeiterIn Hannover, Magdeburg und anderen Orten fchien bis zum verband doch über den Verdacht erhaben ist, einsettig polnischBerbit die Polizei der richtigen Ansicht zu sein, daß nicht anmelde nationale Interessen zu verfolgen. Der Veranstalter wurde mit pflichtige Versammlungen auch nicht zu überwachen finb. Dann 30 M. Geldstrafe, cin Teilnehmer mit 15 m. belegt. An der Grenze aber wandte sich das Blättchen. Bisweilen maßt sich die Polizei von Holland hat man fogar Versammlungen aufgelöst, in denen das Recht der Ueberwachung aud, bei Versammlungen bürgerlicher gar nicht geredet, sondern nur die Beiträge bezahlt und die Vereine an. So erschien die Polizei in der Versammlung eines Verbandsbücher tontrolliert werden sollten, bloß weil babci polnisch oberschlesischen liberalen Arbeitervereins. Als man sie herausgesprochen wurde!( Sört! hört! bei den Goz.) weisen wollte, erklärte fie rundweg: bon Mitgliedern und das Zahlen von Beiträgen wird zur politischen tunft darüber. Betätigung! Jch glaube, daß selbst die Arbeiter, die Herrn Behrens folgen würdigt es nicht. Auch ein Gericht in Neustadt in Schleften hat erkannt, daß eine Zusammenkunft von 43 Maurern eine politische Versammlung darstellte, weil darin über die Einrichtungen und die Wirksamkeit des Maurerverbandes gesprochen wurde. Solche hinterliftige Auslegung des Gesehes fennzeichnet unsere Braris.( Sehr wahr 1 bei den Sozialdemokraten.) Der Auflösung verfielen Bersammlungen der Transportarbeiter in Straßburg, Mülhausen i. Eli., Berlin, weil sie zu den statistischen In Königshütte wurde die Auflösung einer BergarbeiterberErhebungen des Arbeiterbeirats Stellung nehmen wollten. In Wir bleiben hier oder wir lösen auf! fammlung angedroht, wenn die polnische Sprache gebraucht würde. Berlin wurde eine Bauarbeiterversammlung aufgelöst, weil die Steuer-( Sört! hört! links.) Bei der Gelegenheit hat der Kollege Müller- Alle diese Fälle stehen nicht im Einklang mit den Berheizungen frage gestreift wurde ein Verbrechen, das man bei dem alten Ge- Meiningen einen langen Brief an jenen Verein geschrieben, worin des Herrn Staatssetretärs. Die Bezahlung der Beiträge ist eine fet ungestraft gestatten fonnte.( Sehr wahr 1 bei den Sozialdemo- er sich auf den richtigen Standpunkt stellt, daß die Nichtanmelde- recht gute und nüßliche Sache, aber eine Angelegenheit des deutfraten.) Selbst bei Versammlungen, die auf ein bestimmtes Gebiet pflicht auch die Nichtüberwachung im Gefolge habe, und von der schen Vaterlandes ist es nicht, und so ist die Auflösung solcher Verund wenige Berfonen eines Berufs begrenzt waren, hat man die turzsichtigen Bureaukratte spricht, die den Bived des Gefeßes durch fammlungen ungefeßlich und bedeutet gleichzeitig eine Hinderung polizeiliche Anmeldung verlangt. Derartige ungefeßliche Maßnahmen treuze. Müller- Meiningen verlangt in dem Priefe loyale Aus der gewerkschaftlichen Bestrebungen.( Sehr wahr! bei den Soz.) machen den Arbeitern den Zweck des Versammlungsrechtes nicht nur führung des liberalen Gefehes( beiterkett bei den Sozialdemo Ich möchte nun noch kurz auf eine neue Rute hinweisen, die illuforisch, sondern verursachen ihnen auch unnige Kosten. Man fann vaten), flagt darüber, daß die Gerichte in Dortmund und Alten- mit dem neuen Vereinsgefe getounden zu werden scheint. Die Diese Mißgriffe der Behörde nur als einen Ausfluß eines fleinen burg und das Ministerium in Reuß die untergeordneten Bolizeis Fälle sind durch die Presse bekannt geworden: In Sachsen wollte Bolizeigeistes betwerten, welcher sich über die Notwendigkeit der Be- organe in ihrer Durchfreuzung des Gefeßes unterstüßen, und der Tertilarbeiterverband ein Vergnügen abhalten. Bei der Erwegungsfreiheit des Arbeiters einfach hinwegfest. spricht davon, daß man sich in Geduld faffen müsse.( Große Seiter- laubniserteilung bemerkte die Amishauptmannschaft Glauchau, Auch too es fich um die Gestaltung der fünftigen Arbeits- teit bei den Sozialdemokraten.) Die Geduldsprobe hätte und Herr von der Einreichung eines Mitgliederverzeichnisses tönne in Bubedingungen im allgemeinen handelt, versucht die Polizeibehörde Müller- Meiningen ersparen können, wenn er für eine bessere funft nicht abgesehen werden. Auch in Bayern, das sonst so verdabei zu sein. Am 27. Juli 1908 wurde eine Brauereiarbeiterver- Fassung des Gefeßes eingetreten wäre.( Sehr wahr! bei den Sozial- nünftig ist( große Seiterkeit), hat man in Dittweiler die Einfammlung in Effen, die zu einem Tarifabschluß Stellung nehmen Semokraten.) reichung einer Mitgliederliste gefordert, offenbar, will die Behörde wollte, polizeilich überwacht. Der Beamte, den man hinauswies, Die bayerischen Ausführungsbestimmungen zu§ 6 Absatz 3 auf diese Weise die Mitglieder fennen lernen. berief fich auf seine Instruktion und darauf, daß der Minister die sagen flipp und flar, daß für Vereinsversammlungen keine AnIch könnte noch eine ganze Reihe von preußischen und fächfiUeberwachung angeordnet hatte! Dasselbe geschah bei einer Tape- zeigepflicht besteht und die Polizei auch nicht befugt ist, in solche schen Taten anführen Verweigerungen der Tanzerlaubnis zur ziererversammlung in Effen, die fich ebenfalls mit Lohntarifen Bersammlungen Beamte zu senden. Eine solche Anweisung er- bhaltung von Vergnügungen, Verbot von Umzügen des Gewerkbeschäftigte. Auf die eingelegte Beschwerde wurde geantwortet, daß bitten, nein, berlangen wir auch von Preußen.( Sehr gut! schaftstartells, Verbot eines Turnfestes ich will aber nur fura die Polizei als Behörde, welche für die Ordnung und das öffent- bei den Sozialdemokraten.) Die preußischen Beamten sollen feststellen, daß mit dem Abtreiben von Versammlungslokalen es Tiche Wohlergehen zu sorgen habe, ein wesentliches Interesse daran nicht länger in der bitterbösen Situation fein, an den Knöpfen heute noch genau so steht wie vor dem Reichsvereinsgesch. Ich mus hat, zu erfahren, was für ein Verhältnis im Lohntampf zwischen abzuzählen, au raten, was eine öffentliche politische Versammlung also schon bitten, daß der Wink des Herrn Staatssekretärs an dic Arbeitern und Arbeitgebern vorhanden ist. Auch in Emmerich und ist. Wille und Absicht des Gesetzes sind durch die bayerischen Aus- Behörden recht deutlich wiederholt wird. Besonders schlimm in Bonn wurde eine Beschwerde mit gleicher Begründung zurüd- führungsbestimmungen klar zum Ausdrud gebracht; daher bleiben ist die Saalabtreiberei in den Gegenden, wo die Großindustrie zu gewiesen. Also ist wohl eine Anweisung ergangen, auch gewerk- in Bayern auch die politischen und gewerkschaftlichen Ver- Hause ist: in Rheinland, in Westfalen, in Schleften, nicht zu verschaftliche Versammlungen unter die Ueberwachung zu bringen. einsversammlungen ungeschoren. Anders in Preußen. Dort be- geffen die Gegenden, wo die Herren der Rechten gewählt find. Ich Eine folche Auslegung ist aber ungefeblich.( Bustimmung bei droht jetzt die Polizei sogar die Gastwirte mit Strafe, wenn die verweise nur kurz auf einen Fall in Gleiwiß, der am 28. Oftober Gen Sozialdemokraten.) Die Antwort auf die erfte Beschwerde ist Vereinsversammlungen nicht angemeldet tverden! In Bonn hat im Vorwärts" veröffentlicht wurde. am 28. Juli ergangen, auf die zweite am 16. Ottober. Der vom die Polizeiverwaltung eine Berfügung erlaffen, burch die den In Danzig war es der Partei und dem Gewerkschaftskartel Staatssekretär geltend gemachte mildernde Umstand trifft hier also Gastwirten 30 M. Strafe angedroht werden, wenn sie nicht nicht zu, denn es handelt sich um eine lange Zeit und um eine 24 Stunden vorher jebe Versammlung zur Anmeldung bringen! wohlgeordnete Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister bon( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist ein jo tolles Effen war so freundlich, in seinem Bescheide zu sagen: wenn der Bolizeistückchen, daß ich wohl ohne weiteres voraussehen darf, daß Wunsch geäußert werde, so sei er bereit, wo es angehe, Beamte in der Staatssekretär es migbilligen wird. Aber die Verfügung hat 3ivil zur Üleberwachung zu schiden. Als ob die Arbeiter dies fchon Schule gemacht. In Jägerndorf wurden die Rokalinhaber als eine Iniformfrage betrachten. Für uns handelt es angewiesen, sozialdemokratische Vereinsversammlungen in ihrem eine Frage des Rechts! sich um endlich gelungen, ein Bersammlungslokal zu erhalten. Darauf traf der Chef der Polizeibehörde die Anordnung, die Tür des Lotals müsse geändert werden: fie müsse mit einem Griff zu öffnen sein. Dabei handelte es sich um eine zweiflügelige Tür, bie leicht zu öffnen war! Schließlich erfüllte der Wirt den Wunsch der Polizei, wie ja alle Gastwirte zusammenfniden, wenn diefe strengen Herren sich sehen lassen. Aber das genügte nicht, nach einiger Zeit Lotal nicht mehr zu dulden, wenn sie nicht angemeldet seien. wurde für den Gastwirt die Polizeistunde auf 8 Uhr abends festSelbft bei rein gewerkschaftlichen Versammlungen, z. B. bei gefest!( Hört! hört! bei den Goz.) Daß der Mann es dann vereiner Besprechung von Arbeitern einer Wandplattenfabrik, hat lernte, den Arbeitern sein Lokal zu geben, liegt auf der Hand. Beder Unternehmer die Polizei aufgeputscht, daß sie an den Lofal- fonders schlimm steht es mit den Saalabtreibungen in Beuthen, inhaber eine gleiche Verfügung richtete. Der Fall muß bei dem Schwientochlowitz und Zabrze. Dort verlangte im Dezember v. J., gänzlich unpolitischen Charakter der Versammlung doppelt traß also nach der Rede des Herrn Staatssekretärs, ein Kriminalwachtmeister während einer Bersammlung die Borlegung der Zeichnung des Saales!( Sört! hört! bei den Goz.) Sachfen Wir sagen, daß diese Auffassung im Widerspruch steht mit den Paragraphen 3 und 6 des Vereinsgesetzes( Bebhaftes Sehr richtig! b. d. Soz. und den Polen), im Widerspruch auch mit dem Zweck des Gesebes( Sehr wahr), und wir fragen, wo bei einer solchen Auslegung das gleiche Recht für hoch und niedrig bleibt.( Bebhafte erscheinen. Zustimmung.) Die Unternehmer treten zusammen und beraten Aussperrungen und dergleichen, das ist kein Geheimnis; nur too § 7 des Gesebes bestimmt, daß die Verweigerung der Gefie zusammentreten und was sie beraten, bleibt so lange Geheim- ist immer besonders erfindungsreich und originell, wenn es fich nehmigung zur Abhaltung einer öffentlichen Versammlung unter mis als sie es für notwendig erachten. Wollte in ihre Zusammen- darum handelt, den Arbeitern das Vereins- und Versammlungs- freiem Himmel unentgeltlich berabfolgt werden muß. Jeder tünfte, wo über Tarife, Lohnverhältnisse, Aussperrungen gesprochen recht zu beschränken. Weil die Versammlungen nicht mehr über- Mensch mit fünf gesunden Sinnen folgert daraus, daß die Ge= toirb, ein überwachender Beamter kommen, da würde er schön ab- wacht werden dürfen, hat man in Sachsen eine neue Methode ge- nehmigung einer solchen Versammlung ebenso unentgeltlich gebürstet" werden.( Sehr richtig! bei den Soz.) Die Polizei muß funden, um zu erfahren, was in den gewerkschaftlichen Verfamm- ausgestellt werden muß, aber es gibt Behörden in Preußen und sich darein finden, daß auch die Arbeiter ihr ihre Angelegenheiten fungen vorgeht: die der Revisionen!( hört! hört!) In auch in Sachsen, die anderer Meinung sind.( Sört! hört! bei den nicht auf die Nase binden.( Bustimmung bei den Soz.) Die Ord- leiner Versammlung von Einzelmitgliedern des Fabrikarbeiter- Sozialdemokraten.) So mußten in einem Orte bei Breslau wendung der gesetzlichen Vorschriften hinzuwirken.( Lebhafter Bei- ja nicht über. wenn fie biefe Fälle hier vorbringen.( 3urufe bei Bur Beantwortung der Interpellation erhält das Wort 1,50 M. Stempelgebühren für die Genehmigung bezahlt werden. Wenn ich nicht irre, ist das nicht aufrechterhalten fall bei den Polen, Sozialdemokraten und im Zentrum.) worden. Aber die Amtshauptmannschaft Schwarzenberg in Sachfen hat ausdrücklich auf eine Beschwerde erklärt, das Gesez sähe die Stempelfreiheit nur für die Nichterteilung der Genehmigung vor!( Hört! hört!) Und auch für diese Auskunft find wieder 50 Pf. Gebühren erhoben worden! ( Heiterkeit.) Aus dieser Auslegung folgt zum mindesten, daß die ablehnenden Bescheide keinen Heller wert sind.( Heiterkeit.) Ich habe bewiesen, daß die Verwaltung und die Spruchpragis der Gerichte auf dem alten Gleise steht. Durch unsere Interpellation wollen wir rechtzeitig das Warnungssignal geben, damit die Weiche herumgeworfen wird. Der ein Menschenalter währende Kampf der Arbeiter um ein freiheitliches Bereins- und Versammlungsrecht darf nicht so enden, daß Bureaukratie und Justiz dem neuen Gefehe den Geiſt einhauchen, der ihnen gleicht. Will der Herr Staatssekretär nicht, daß das werktätige Volt durch die schikanöfe Handhabung des Gesetzes noch weiter belästigt und verärgert wird, dann möge er endlich für Anweisungen jorgen, die den Beamten flar sagen, was sie zu tun haben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Die Jnterpellation der Bolen begründet Ich gehe zunächst auf den Fall ein, in dem eventuell der Reichskanzler hätte einschreiten tönnen, wenn er geglaubt hätte, daß die Entscheidungen der bundesstaatlichen Zentralbehörden mit dem Gefeß nicht im Einklang ständen, auf die Beschwerde, welche erhoben wird darüber, daß der polnischen Berufsvereinigung in ihren öffentlichen Versammlungen der Gebrauch der polnischen Sprache versagt wird, weil die preußische Regierung der Ansicht ist, daß diefe Berufsvereinigungen nicht rein gewerkschaftliche Ziele berfolgen, sondern daß fie politischen Bestrebungen auf der Grundlage großpolnischer Aspirationen huldigen. Diese Behauptung habe ich bereits bei der Beratung des Vereinsgefeßes aufgestellt und damit den starken Widerspruch des Fürsten Nadziwill gefunden. Als ich sie inzwischen wieder aussprach, hat mich Herr v. Dziembowsti- Bomian emphatisch darauf hingewiesen, daß ich für diese meine Behauptung den Beweis zu führen hätte. Den Beweis werde ich jeht erbringen. Der Redner geht zunächst auf den Sozialdemokraten.) Sie werden mich auch stets bereit finden, darauf zu antworten, soweit die Verantwortlichkeit des Reichstanglers babei in Frage kommt. Weder der Herr Reichskanzler noch ich, sein Stellvertreter, werden uns je dieser Verantwortlich feit entziehen.( Lebhafter Beifall beim Blod.) Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg: Ich danke den Herren Ich kann natürlich nicht das ganze Material borlesen, dazu Interpellanten, daß sie meiner Bitte um Ueberlaffung des Mate- würde meine physische Kraft und auch die Ihre zum Anhören nicht rials entsprochen haben. Auf die Kritik des Vereinsgefeßes felbst ausreichen; ich will Ihnen aber in turzer Gruppierung das fann ich natürlich nicht eingehen. Es handelt sich nicht um eine wesentliche mitteilen: Im ganzen find mir vierte Lesung des Vereinsgefeßes, sondern allein um die Handctwa 100 Fälle habung des Gefehes. Auch auf eine Kritik der gerichtlichen Ent- übergeben worden. Nicht alle haben erledigt werden können, da scheidungen kann ich mich natürlich nicht einlassen. Im übrigen mir einzelne erst vorgestern sugingen, Unter diesen 100 Fällen habe ich bereits einmal betont, daß die. Organe, die das Gefch aus- befinden sich 33, in denen eine Beschwerde zuständigen Os zuführen haben, zu meinem Bebauern Weißgriffe begangen haben. überhaupt nicht erhoben worden ist.( hört! hört! rechts.) Inter Ich habe aber schon damals bemerkt, daß in allen den Fällen, welche anderem gehört dazu die Schneiderversammlung in Stettin, von der auf dem Beschwerdewege oder durch die Preſſe an mich gekommen Herr Breh gesprochen hat. Mit diesen 33 Fällen beschäftige id find, die Landesregierungen überall im Sinne des Gesetzes haben mich nicht.( Sehr richtig! rechts.) Wenn die Betroffenen es nicht Hemedur eintreten lassen und daß mir kein einziger fall bekannt einmal der Mühe für wert halten, Beschwerde bei der ersten Instanz geworden ist, in dem der Herr Reichskanzler auf Grund der ihm einzulegen, so haben wir uns im Reichstage mit diesen Sachen übertragenen Beaufsichtigung der Ausführung von Reichsgesehen hätte eingreifen müssen. Das ist doch die Hauptsache, die die nicht zu beschäftigen. Ebenso scheiden für mich aus die 23 weiteren Reichsregierung bei diesen Interpellationen beschäftigt. Ich muß Fälle, die entweder von Amts wegen oder in der Beschwerdeinstanz im Sinne der Beschwerdeführer erledigt worden sino. Zu diesen nun auch jetzt, tros des heute vorgebrachten Materials behaupten, im Sinne der Beschwerdeführer erledigt worden sind. Zu diesen Abg. Brejski( Pole): Es ist vielleicht noch nicht vorgekommen, daß ich von keinem Fall gehört habe, in dem der Reichskanzler hätte letteren gehört der von Herrn Breh erwähnte Fall in Thorn, wo eine allerdings ganz unzulässige Berfügung der Polizei an einen daß ein neues Gefek so kurz nach seiner Ausführung so viele Be- einschreiten müssen. schwerden hervorgerufen hat. Die Freifinnigen wurden vor die Gastwirt gerichtet war: von jeder Versammlung innerhalb 24 Stun Alternative gestellt, das Gesez unverändert anzunehmen oder, wie den Mitteilung zu machen! Der Regierungspräsident in MarienHerr von Bayer sich offen ausdrückte, aus der Regierungsmehrheit werder hat diese Verfügung sofort aufgehoben. Zu dieser Kateausgeschaltet zu werden. Die Verantwortung für das Gefeß trägt gorie gehört auch der von Herrn Brejsti erwähnte Fall der Verdaher in erster Linie die Regierung, vor allem der Staatssekretär sammlung eines polnischen Wahlvereins zum 25. März 1908 in des Innern, um so mehr, als er sich dagegen wehrte, klare BegriffsKulmfee. Nun gebe ich Herrn Brejsti ganz recht darin, daß die bestimmungen in das Gefeß aufzunehmen; er verwies uns vielGefeße nicht so gehandhabt werden dürfen, daß unausgeseßt der mehr auf die Entscheidungen der Gerichte, machte uns also zu Ver ruhige Bürger mit verfehrten Verfügungen behelligt und in die fuchstaninchen für den Scharfsinn der Juristen. Jetzt beschäftigen Notlage versezt wird, sich an die oberen Behörden zu wenden, dasich die Kommentare mit solchen Begriffsbestimmungen, die zum mit sie die Dummheiten der unteren wieder gut machen. Ich stehe Teil entgegengesett find. Wie sollen die Schöffen- und Amtsdurchaus auf diesem Standpunkt. Aber eine andere Frage ist es, richter das Richtige treffen? Bei den Mißgriffen handelt es sich ob wir vor dem Forum des deutschen Reichstags folche Fälle noch * cineswegs immer um bösen Willen und bewußte Rechtsverlegung. zu besprechen haben. Jedenfalls sind das Fälle, in denen der Der Staatssekretär gibt zu, daß Mißgriffe vorgekommen sind, Reichskanzler nichts weiter tun tann.( Sehr wahr! rechts.) In nur meint er, es feien wenige. Aber er irrt, es find sehr viele. 20 weiteren Fällen haben sich die Beschwerdeführer bei dem cra gangenen ablehnenden Bescheid beruhigt.( Hört! hört! rechts.) Das ( Sehr richtig! bei den Polen und Sozialdemokraten.) Wollte ich alle anführen, so würde ich um Mitternacht noch nicht fertig sein. zu gehört der von Herrn Breh vorgetragene Fall wegen Auflösung einer Bergarbeiterversammlung für den Fall des Gebrauchs der Ich muß mich daher auf einige wenige beschränken. In Pr.- Stardie historische Entwicklung der polnischen Berufsvereine gard wurde eine Wahlversammlung am 24. Mai aufgelöst, weil fie ein. 1891 war die Zahl der polnischen Arbeiter im rheinisch- west- gar nicht in der Lage gewesen, eine Entscheidung zu treffen. In polnischen Sprache in Königshütte. Da ist also die Zentralbehörde nicht angemeldet war; der Gendarm kannte das Vereins- fälischen Industriegebiet auf etwa 100 000 gestiegen. In dieser die höhere Instanz gelangt find im ganzen drei von den hundert gejek nicht, auch der Amtsvorsteher nicht, selbst der Landrat hatte Zeit 30g sich die Kirche von dem Vereinsleben der polnischen Ar- Fällen.( Hört! hört! rechts.) Von den sämtlichen angemeldeten noch kein Exemplar des Gefeyes, aber der Gendarm hatte eine beiter zurück, ihr Organ, das in den Besitz des Herrn Johannes Fällen aus Preußen ist nur ein einziger zur instanzenmäßigen mündliche Instruktion zur Auflösung bekommen! Der Pfarrer Rogowsti in Oberschlesien wurde bestraft, sogar Brejski überging, wurde ein radikalnationalpolitisches, das sich auch Entscheidung gelangt, und dieser eine Fall betraf die Erlaubnis in der Berufungsinstanz vom Landgericht, weil einige Frauen gegen den Bischof wandte.( Hört! hört! rechts.) Gleichzeitig bebes Gebrauchs der polnischen Sprache in einem polnischen Berufsin einer von ihm einberufenen Wahlversammlung zugegen waren; um die polnischen Arbeiter, und es ist anzuerkennen, daß sowoht berein, worüber ich am Anfang gesprochen habe.( hört! hört! und dabei hat der Staatsfefretär hier ausdrücklich erklärt, daß das er die christlichen wie die freien Gewerkschaften für die besonderen Eine weitere Gruppe der mitgeteilten Fälle gehört zur Kognte laubt sei.( Sört! hört! bei den Polen.) Bedürfnisse der polnischen Arbeiter zu sorgen fich bemühten. In tion der Verwaltungsgerichte oder der ordentlichen Gerichte. DaDer Bürgermeister in Thorn, ein Jurist, erließ an alle Vereine diesem Konkurrenzkampf fiegten die großpolnischen Führer. Der von sind, soweit ich habe feststellen können, rechtskräftig erledigt bei cin Zirkular, in welchem er Anzeige ihrer Versammlungslokale und Jaros polski", das schon genannte Blatt, verlangte eine national- Den Verivaltungsgerichten 5, bei den ordentlichen Gerichten 3, noch Bersammlungszeiten bei Strafandrohung forderte! Aller: polnische Absonderung.( Hört! hört! rechts.) Als Aufgabe des unerledigt bei den Berwaltungsgerichten 5, bei den ordentlichen dings ist eine angeordnete Strafe vom Gericht aufgehoben.( Buruf Polenbundes wurde bezeichnet:" Die nationale Organisation der Gerichten 17. Zu diesen Fällen äußere ich mich natürlich nicht rechts: Was verlangen Sie mehr?) Wir verlangen, daß die polnischen Auswanderer das sind die aus dem Osten kommenden und ebensowenig zu denen, die noch in der Instanz eines Gerichts Beamten das Gesez richtig anwenden und den Bürgern nicht die Polen zur politischen Tugend in national- polnischem Christen- schweben. In dieser Gruppierung der Fälle ist die Gesamtheit der Scherereien und Kosten gerichtlicher Verfahren unnüz bereiten. tum." Um die polnischen Arbeiter noch fester an sich zu feffeln, mir mitgeteilten Fälle erschöpft. Ich möchte daher fragen: welcher ( Lebhafte Zustimmung bei den Polen und Sozialdemokraten.) Be- suchte der Polenbund auch für ihre gewertschaftlichen Bedürfnisse Fall gehört in streng staatsrechtlichem Sinne fonders dem einfachen Wanne ist es sehr schwer, oft fast unmöglich, au forgen. 1902 wurde die gewerkschaftliche Vereinigung der wieder den Vorwurf des Herrn Ledebour zuzuziehen( Heiterkeit fich schriftlich an die Gerichte zu wenden.( Sehr wahr! bei den Polen, die jebige polnische Berufsvereinigung, gegründet. Sie war rechts)- zu den Fällen, wo der Reichskanzler Rede und Antwort Sozialdemokraten.) In den Regierungsbezirken Münster und ursprünglich nur für den Westen gedacht, dehnte ihre Tätigkeit stehen foll? Weiter kann ich Ihnen noch mitteilen, daß, ohne daß Arnsberg werden alle Vereine von Polen einfach als politische aber bald auf den Often aus und kam mit dem polnischen Berufs- Beschwerde eingelegt worden wäre, die Landesbehörden in 70 Fällen Vereine erklärt und behandelt, gleichgültig, welche Bestrebungen fie verein in Bosen in Konflikt, der in ihr aufging, während der Beschwerde eingelegt worden wäre, die Landesbehörden in 70 Fällen haben; auch Vereine mit rein tirchlichen Bestrebungen teilen das Beuthener Berufsverein in ein enges Startellverhältnis zu ihr geneten Behörden eingetreten find. von Amts wegen in eine Revision der Tätigkeit der nachgeordSchicfal. Als Beweis für die politischen Bestrebungen wird die treten ist. Die Entwicklung der polnischen Berufsvereine hat sich Herr Breh sprach von ciner Frauenversammlung. Es fand in fogenannte nationalpolnische Tracht der Vereinsmitglieder ange- also auf der Grundlage der national- polnischen Organisationen ihr ein Vortrag über das Thema statt: Waruut erstreben führt! Ein Lotterieverein, der sich mit dem Vertreiben von vellzogen. Aber auch sie selbst sind darauf bedacht, die Abkehr der die Frauen das Frauenft immrecht?" unzweifelhaft Lotterielofen beschäftigte, wurde ebenfalls für politisch" erklärt! Polen vom Deutschtum zu verschärfen und zu vertiefen und die eine politische Versammlung, an der nach§ 17 des Vereinsgefeßes ( Seiterkeit.) In Königshütte verlangte man von einem polnischen Nationalitäten in Gegensatz zueinander zu bringen. Das beweist Personen unter 18 Jahren nicht teilzunehmen haben. Als bie Verein nicht nur, daß er deutsche Sakungen, sondern auch, daß er ihre ganze Tätigkeit. Deutlich beweisen das die Versammlungseinen deutschen Namen haben sollte.( Hört! hört! bei den Polen.) themen auch aus den Jahren vor dem Vereinsgefeb. 3. B. Das Rednerin auf das Dirnenleben, die Leibesfrucht uſw. zu sprechen Daß der§ 3, der das Versammlungsrecht regelt, Fußangeln Dreiflaffenwahlrecht"," Die Tätigkeit der polnischen Abgeordneten", tam, hat der Polizeibeamte die Kinder entfernen laffen und einige enthält, hat der Abgeordnete Bedebour gleich bei der ersten Lesung Die Lage der Polen unter der preußischen Herrschaft". Die fehr jugendlich aussehende Personen gefragt, ob sie bereits 18 Jahre treffend hervorgehoben. Aber der Staatssekretär hat sich der Ent. Reichstagswahlen und ihr Ergebnis"," Die sogenannte Stultur, die alt feien. Das war fehr verständig, meine ich.( Bravo! rechts.) Heber 31 Fälle ist Beschwerde geführt worden, in denen Ver fernung dieser Fußangeln mit Erfolg widersetzt. Die Folgen er- Preußen den Polen gebracht hat" und viele andere. In dem fahren wir jetzt. In Mariendorf bei Berlin wurde eine Verfamm- Organ der Berufsvereinigung heißt es u. a.: Jeder Bole müsse sich eins- als öffentliche Bersammlungen behandelt fein sollen. lung um 12 Uhr aufgelöst, weil der Gendarm erklärte, fie dürfe vor der deutschen Sprache efeln.( Heiterfeit rechts.) Jeber Bole, Ich erinnere daran, daß in der Stommission vergebens versucht nicht bis in den nächsten Tag hinein tagen!( Sört! hört!) Eine der die deutsche Sprache benußt, wird ein Vaterlandsverräter ge- wurde, den Begriff der öffentlichen Versammlungen" zu figieren. Delegiertenverfammlung des Gauberbandes polnischer Turnvereine nannt.( hört! hört! rechts.) In einer Versammlung in Hannover Wir waren und darüber einig, daß keine Kautschukbestimmung gewurde in Marienwerder aufgelöst, nicht durch den Uebergriff eines im Jahre 1906 fagte der Vorfißenbe der polnischen Berufsvereini- fchaffen werden follte, daß andererseits aber auch nicht die Bestim Gendarmen, fondern auf ausbrüdliche Anordnung der Regierung. gung selbst, sie wolle nicht nur die wirtschaftliche Lage der Mit- mungen über öffentliche Bersammlungen gegenstandslos gemacht ( hört! hört!) Die Versammlung fand dann unbehelligt in der alieder verbessern, sondern auch die politischen Angriffe auf ihre werden dürften dadurch, daß man die Möglichkeit gäbe, alle Ber ( Schr Brivatwohnung des Ginberufers statt, und nun soll dieser strafrecht- Sprache zurückweisen. Uebrigens hat ja auch Herr Bret) gefagt, fammlungen als Vereinsversammlungen zu behandeln. lich verfolgt werden. Die Polizeibehörde verbot auch den Gast- daß die Sozialdemokratie die besondere polnische Gewerkschafts- wahr! rechts.) Man muß zudent bedenken, daß das Gesek erst wirten, die Versammlung aufzunehmen mit der Androhung, sonst organisation nicht gutheiße; man erkennt diese Organisationen fehr turze Zeit in Straft ist und daß die Fehlgriffe, wie sie vorge ihr Lokal zu schließen! Dabei hat der Staatssekretär in der Stom- nicht an und schäßt ihre Tätigteit für das Intereffe der Arbeiter tommen find, bon verhältnismäßig untergeordneten Organen ausmission erklärt: Wenn die Polizei einem Gastwirt Schaden an- gering ein. Auch bei den Sozialdemokraten hat man eben erkannt, gegangen sind.( Sört! hört! beim Block.) Allerdings hat auch der drohe, würde das ein Mißbrauch der Amtsgewalt sein, der nach den baß ihre Tätigkeit eine national- polnische ift. Für die Ab- Polizeipräsident in Hannover die Versammlungen des fozialdemo allgemeinen Strafbestimmungen zu ahnben wäre.( Sört! hört! schließung der Polen von dem Deutschtum machen die Sozialdemo- fratischen Wahlvereins als öffentliche behandelt, weil der Berein bei den Polen und Sozialdemokraten.) Jch warne die preußische traten die preußische Bolenpolitik verantwortlich, die fie für ver- über 14 000 Mitglieder umfaßt, weil in einem Jahre 2174 MitRegierung, daß fie durch solche Maßnahmen nicht harmlofe Bereine werflich halten, ich will das ausdrücklich hervorheben. Aber darauf glieder ausgetreten, 3226 neu eingetreten sind. Diese Angelegen erst zur politischen Betätigung drängt.( Sehr richtig! bei den tommt es jekt nicht an, ich will jest nur den Beweis führen, daß heit schwebt noch beim Oberverwaltungsgericht, und bis zu feiner diese national- polnische Tätigkeit vorhanden ist, und nicht auf Entscheidung ist angeordnet, daß die Versammlungen des Vereins Sozialdemokraten und Polen.) nicht überwacht werden.( Sört! hört! rechts.) ihre Ursachen eingehen. Ganz besonders schitaniert man die polnischen Gewerkschaften. Um zu beweisen, daß polnische Gewerkschaftsversammlungen in Westfalen öffentliche seien, wird sogar der starke Wechsel der Bevölkerung in den Gemeinden, in welchen die Bersammlungen stattfinden, herangezogen! Au das Gesagte bezieht sich auf den§ 3. Nun zum " § 12, " " rechts.) um mir nicht Die Bergarbeiterzeitung" gibt zu, daß die polnischen Arbeiter Die Behauptung des Herrn Brejski, daß in den Regierungsin ihren Werufsorganisationen von polnischen Phrasen gefüttert" bezirken Arnsberg und Hörde alle polnischen Vereine unterschiedswerden. Auch Herr Sue hat in der Neuen Zeit" von einer los als politische behandelt werden, ist in dieser Allgemeinheit national- polnischen Partei" in Rheinland- Westfalen gesprochen. nicht richtig. Beschwerden wegen des Berbotes des Gebrauchs einer ( Buruf bei den Sozialdemokraten.) Auf die Ursache, warum sie anderen Sprache als der polnischen sind mir nur von dem Abg. da ist. kommt es heute, wie gesagt, nicht an, genug: sie ist da. Hansen mitgeteilt worden, und zwar am 19. Januar, wobei es sich Aehnlich äußern sich die Hirsch- Dunderschen Gewerfvereine über die um Verhandlungen in dänischer Sprache handelte. Es war mir dem Sprachenparagraphen. Selbst Herr Sieber erklärie bei der Beftrebungen der polnischen Berufsvereine. Es wird in ihrem aber seit vorgestern nicht möglich, mich darüber zu informieren, Beratung des Vereinsgefehes:" Der Paragraph bezieht sich nur auf Organ unter anderem berichtet. daß eine polnische Gewerkschafts- ebenso nicht bei einigen Fällen, die der Abg. Brejski mir am öffentliche Versammlungen, in denen öffentliche politische An- versammlung einen Redner des Gewerkvereins. weil er Deutscher 15. Januar mitgeteilt hat. Nicht vorgebracht sind heute Stlagen gelegenheiten behandelt werden.( hört! hört!) Was aber erlebt war, nicht anhören wollte. Auch die chriftlichen Gewerkschafts- über Mißbrauch bei der Auswahl von Zeitungen, in welchen statt man? Es werden Vorträge in polnischer Sprache verboten über blätter sprechen von den polnischen Gewerkvereinen as feudo- der polizeilichen Anmeldung eine Versammlungsanzeige zu ver Epidemien", über Einfluß der deutschen Romantik auf die pol- gewerkschaften, die nur die Aufgabe hätten, die Polen gegen die öffentlichen ist. Die Presse brachte einige derartige Fälle, denen nische Literatur".( Heiterkeit und hört! hört!) Sogar auf Er- Deutschen zu verheten. Herr Giesberts schreibt in seinem Blatt ich nachgegangen bin und in welchen der preußische Minister des werbsgenossenschaften, bie gar nicht unter das Vereins- bei der Gründung einer polnischen Gewerkschaft, sie sei lediglich der Innern sofort hat Remedur eintreten lassen. gefes fallen, ist der Sprachenparagraph angewandt worden.( Hört! großpolnischen Agitation zu verdanken, der sie Handlangerdienste Auf weiteres cinzugehen, bin ich je nach dem Gange der Verhört!) Selbst auf Hochzeitsbersammlungen wendet die zu leisten bestimmt sei. Dieselbe Behauptung stellt von den pol- handlungen bereit. Am Schlusse möchte ich aber doch die Frage an Polizei das Sprachenberbot an! Gerade wegen der Sprachen- nischen Pergarbeiterorganisationen ein Herr Imbusch in seinem Sie richten: Ist der Vorwurf, der in den Interpellationen liegt, verschiedenheit, die ein gedeihliches Zusammenarbeiten im Rahmen vor zwei Monate erschienenen Buche Arbeitsverhältnisse und Ar- daß die Reichsregierung bei der Aufsicht der Handhabung des Verderselben Organisation unmöglich macht, haben die polnischen Arbeiterorganisationen im deutschen Bergbau" auf. Nach alledem kann einsgefebes es an sich hat fehlen lassen, wirklich begründet? beiter, statt sich den freien ober den christlichen Gewerkschaften an- man nicht mehr behaupten, ich hätte den Beweis nicht erbracht,( Stürmische Rufe beim Blod: Meir!) Ich habe diese Frage im auschließen, eigene Gewerkschaften gegründet nach dem Grundfab: daß in den polnischen Gewerkschaften großpolnische Agitation ge- Dezember vorigen Jahres vernetni und muß das trob Ihres Mate Getrennt marschieren, vereint schlagen! Man fucht die polnischen trieben wird. Aus diesem Grunde hat die preußische Regierung rials auch heute tun.( Schr richtig! beim Blod.) Ich wiederhole, Gewerkschaften wegen vereinzelter politischer Aeußerungen, die in durchaus mit Recht diesen Vereinigungen in ihren öffentlichen Ver- daß ich auch von meinem Standpunkt aus sehr bedaure, daß Weißihren Versammlungen gefallen find, zu politischen zu stempeln. sammlungen den Gebrauch der polnischen Sprache untersagt.( Sehr griffe vorgetommen sind und daß die Betroffenen veranlaßt werden Dabei erklärt selbst Dr. Müller- Meiningen in feinem richtig! rechts.) mußten, Beschwerde einzulegen. Aber ich muß doch offen sagen, Kommentar, daß man wegen beiläufiger politischer Aeuße= Was nun die anderen Ginzelfälle anlangt, so danke ich noch wenn Sie die Befugnis des Reichstanzlers betrachten: Was foll rungen eine Gewerkschaft nicht zu einem politischen Verein stem- mals für die Ueberlassung des Materials. Man hat nicht die nahe- ich denn machen? Ich habe Ihnen auseinandergesetzt, wie die peln dürfe. Durch die Behandlung, die man ihnen zuteil werden liegende Frage aufgeworfen, ob diese Sachen nicht vor das Forum Reichsregierung und die Bundesregierungen durch ihre Instruk läßt, treibt man die polnischen Gewerkschaften so gut wie die poloer Gingellandtage gehören( Lachen bei den Sozialdemo- tionen und Verordnungen bestrebt gewesen sind, daß das Gesch nischen Turnvereine mit Gewalt in die Politik hinein.( Sehr fraten), die doch zuständig sind, wenn es sich um Maßnahmen der nach jeder Richtung him einwandfrei und loyal gehandhabt werde, gut! bei den Polen.) Man toirfi den Polen vor, daß sie in Stich- Einzelregierungen handelt, einerlei ob die Ausführung von Landes- und ich erkläre, daß ich auch weiter in demselben Sinne handeln wahlen sozialdemokratisch stimmen. Sollen sie etwa für die Bäter gefeßen oder die von Reichsgesehen in Frage tommt. Ich werde werbe.( Rebhaftes Bravo! bei den Freisinnigen.) Ich frage Sic, des Sprachenparagraphen stimmen? Höchst bedauerlich ist es, mir überlegen müssen, ob ich in Zukunfi mit solchen Anfragen an wo habe ich meine Pflicht verlegt?( Burufe beim Blod: Gar daß die Freisinnigen ihren freiheitlichen Standpunkt verlassen die Einzelregierungen herantreten werde.( Sehr gut! rechts.) Ich nicht!) haben, den sie früher in der Polen und in der Sprachenfrage ein muß dabei befürchten, die den Neichsbehörden verfassungsrechtlich Ich möchte mich nun an Sie und darüber hinaus an die Parnahmen. Immerhin haben sie uns noch bei der Beratung des Ver- gezogenen Schranken zu überschreiten.( Schr gut! rechts. Abgeord- teien im Lande mit emer Bitte wenden: Belasten Sie doch das einsgefches das Wort gegeben, daß es wenigstens Iohal gehand- neter Bedebour ruft: Bureaukratische Auffassung!) Meine Bereinsgefeß nicht auf die Dauer mit der Unzufriedenheit über Fabt werben solle. Wir richten an alle Parteien des Hauses, be- Serren( mit erhobener Stimme). das ist nicht bureaukratisch, das die parlamentarische Situation, unter der es zustande gekommen sonders aber an die Freifinnigen, die Bitte, auf eine Toyale 2n- list staatsrechtlich!( Lautes Bravo! rechts.) Ich nehme den Herren list. Gewiß ist der Sprachenparagraph für viele ein Stein des An sto�eS, o5er ein so beachtensSerier Teil der Bevölkerung die Polen auch sind, sie sind doch nicht die einzigen in Deutschland. Und das Vereinsgesetz hat doch nach links einen großen Fortschritt gebracht. (Lebhafte Zostimmimo bei den Freisinnige». Lebhafter Wider- spruch bei den Polen und den Sozialdemokraten.) Das können Sie nicht leugnen. Daran, daß es loyal gehandhabt wird, haben alle Parteien von rechts bis links ein Interesse, und dafür werde ich, wie bisher, auch in Zukunft eintreten.(Stürmisches Bravo I bei den Freisinnigen und den Nationalliberalcn. Zischelt bei den Polen und den Sozialdemokraten.) Sächsischer Geheimrat Fischer(bei der Unruhe des Hauses fast unverständlich) nimmt die sächsische Regierung in Schütz: Es ist menschlich sehr begreiflich, wenn die Behörden nicht sofort den Weg aus der alten Rechtslage in die neuen liberalen Bestimmungen (Lachen bei den Sozialdemokraten) finden. Der Abgeordnete Brey hat mit heißem Bemühen 6 bis 7 Fälle angeblicher Gesetzesver- letzung ausfindig gemacht. Daraus darf man nicht voreilige Ver° ollgemcinerungen zuungunsten der königlich sächsischen Staats- regierung ziehen. Ich freue mich über das Lob, das der Abgeord- uete Brey der königlich bayrischen Regierung gesungen hat; wenn er aber gerecht sein will, muß er das Lob auch auf die königlich föchsifchc Regierung ausdehnen.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) In seiner Verlesung der bayrischen Instruktionen hat der Abge- ordnete Brey da aufgehört, wo sie ihm nicht mehr paßten.(Hört! hört! rechts.)— Die weiteren Ausführungen des Redners bleiben unverständlich; man vernimmt nur, daß er mit besonderer Wärme das Recht der Polizei verteidigt, darauf zu achten, daß in Vor- trägen über sexuelle Dinge das Schamgefühl nicht verletzt werde. (Bravo! rechts.) Abg. v. Czarlinski(Pole) beantragt Besprechung der Interpellationen.(Heiterkeit. Es ist nämlich bereits 6 Mi Uhr.) Die Besprechung wird mit großeb Mehrheit beschlossen. fluch die Freisinnigen stimmen dafür. Sie wird jedoch sofort auf Freitag I Uhr vertagt. Schluß ü'.ö Uhr._ parlamentarisches. Die Niederlage der Branntwelnmonopolisten. (15 gegen 12 Stimmen.) In der F i n a n z k o m m i s s t o n des Reichstages wurde lim Donnerstag mit der Diskussion über§ 1 der Vorlage (Reichs-Branntiveinverkaufsmonopol) fortgefahren. Die Konservativen und Nationalliberalen gaben sich die größtmöglichste Mühe, die Freisinnigen und das Zentrum zu überzeugen, daß es ohne das Monopol gar nicht gehe. Um das Prinzip zu retten, beantragte Freiherr v. G a ni p. unter- stützt von den Nationalliberalen, folgenden Zusatz zum§ 1 der Vorlage: „Die weitere Verarbeitung des Branntweins zu Trinkbrannt- wein und der Handel mit solchen, wird ausschließlich der Privat- industrie überlassen." Um die Abstimmung über§ 1 vorläufig zu verhindern. beantragten die Monopolanhänger: „Die Konnnission wolle beschließen: a) zu§ 1 die Beschlußfassung. b) zu ß§ 2 st. die Beratung vorläufig auszusetzen c) eine Subkommissio» einzusetzen zur Ausarbeitung eines Gesetz« enrwurfs, durch welchen, m, Hinblick auf den bei stärkerer Belastung des Branntweins mit Sicherheit zu erwartenden Rückgang de?-Verbrauchs, die Sicherung der gegenwärtigen Produktionsverhältnisse angestrebt, insbesondere die Erhaltung des technischen Verbrauchs sichergestellt wird. Eine w e s e n t- liche Herabsetzung der Kontingentsspannung von 20 Mark ist in Erwägung zu ziehen." Bezeichnend ist der letzte Satz, oer die Rosine bildet, die namentlich den freisinnigen den Kuchen schmackhafter erscheinen lassen sollte. Sie verharrten aber trotzdem auf dem ab- lehnenden Stmidpunkt. Ob der Schlußsatz unter der Mit- Wirkung des der Sitzung zu Anfang beiwohnenden und mit Gamp im dunkelsten Winkel eifrig konferierenden Chefs der Reichskanzlei v. Loebell entstanden, entzieht sich unserer Kenntnis. Sowohl der Reichsschatzsekretär Shdow wie auch Diet» r i ch, Gamp und Sieg suchten das Zentrum dadurch zu beeeinflussen, daß sie in Aussicht stellten, die süddeutschen Brenner würden die Zeche bezahlen müssen, durch welche Drohung sich aber Speck nicht einschüchtern ließ. Da Sieg der Ansicht Ausdnick verliehen hatte, daß die Sozialdemokraten doch eigentlich für das Monopol stimmen müßten, wenn sie an den Zukunftsstaat glauben, nahm Genosse S t ü ck l e n Ge- legenhcit. dem Herrn nachzuweisen, daß der Witz schon auf ein ehrwürdiges Alter zurückschauen könne, denn er sei bereits 1885 bei Beratung der ersten Monopolvorlage gemacht worden; im übrigen sei wohl genügend über das Prinzip geredet worden, und im Interesse der Branntwein- interessenten erscheine eS ihm> geboten. Schluß der Dis- kusfion zu machen. Die Sozialdemokraten feien Gegner des Monopols im bestehenden Staate, da die Regierungen jedes Monopol dazu ausuutzen würden, die Einnahmen daraus nach Belieben zu erhöhen,'um sich von den Beschlüssen der Volksvertretung möglichst unabhängig zu machen. Deshalb würden er und seine Freunde gegen§ 1 und für den Antrag Speck stimmen, da eine Verbrauchsabgabe ihnen als die an- gemessenere Fonn erscheine, selbstverständlich unter gänzlicher Beseitigung aller Liebesgaben, auch der geplanten Schenkung der Schlempe an die landwirtschaftlichen Brenner. Nachdem noch mehrere Redner für und gegen§ 1 gesprochen hatten, wurde zur Abstimmung geschritten. Die beiden oben wiedergegebencn Anträge und § 1 der Regierungsvorlagefvurden mit 13 gegen 13 Stimme» abgelehnt. Mit demselben Stimmenverhältnis wurde folgender Antrag des Zentrums angenommen: „Die Kommission lvolle für den Fall der Ablehnung des Z 1 des Entwurfs eines Gesetzes über den Zwischenhandel mit Brannt- wein die Weiterberatmig dieses Gesetzentwurfs aussetzen und eine Subkommission einsetzen zur Ausarbeitung eines anderen Gesetzentwurfs, durch welchen unter Aufhebung der Maischbottichsteuer, der Materialsteuer und der Brennsteuer und unter gleichzeitiger entsprechender Erhöhung der Ver- brauchsabgabe ein höheres finanzielles Erträgnis aus der Branntweinbesteuerung sichergestellt wird unter geeigneter Berlickfichligung der nach Lage, Act und Große der Brennereien verschiedenen ProdnkiionSkosten sowie unter Wahrung der den süddeutschen Staaten zugestandenen Reservatrechte." Für diesen Antrag stimmten außer dem Zentrum die Polen, die Freisinnigen und die Sozialdemokraten. Sodann wurde zur Bildung der auf neun Mitglieder festgesetzten Snb- kommission geschritten, in die von uns Genosse Südekum entsandt wurde. Am Freitag soll das Reichserbschaftsgesetz zur Verhandlung gelangen._ �AuS der Budgetkommifsion des Reichstags. 6. Sitzung v o ui 21. Januar. Beim auswärtigen Amt pflegt die auswärtige Politik der Regierung behandelt zu werden, aber nicht öffentlicd, sondern, wie es der im diplomatischen Dienst üblichen Geheimniskrämerei entspricht, hinter verschlossenen Türen. Sehr überflüssiger Weise. Denn was der Herr Staatssekretär, Herr v. Schoen, den Mit- gliedern aus dicken Aktenstücken über die Maroktofrage verlas, ist längst durch die Zeitungen und durch das im Dezember erschienene Weißbuch bekannt geworden. Herr v. Schoen behauptete nun allerdings, daß die Zeitungsberichte vielfach ungenau gewesen seien und daher vielfach zu Mißverständnissen geführt hätten» was für ihn ei» Grund mehr hätte sein sollen, seine Darlegungen und „Richtigstellunge n" nicht unter Ausschluß der Oeffentlich- keit zu machen und so die regierungstreuen ZcitungSberichtcrstatter in der Kommission zu hindern, das nach dem Herrn Staatssekretär von unserm auswärtigen Amt bewiesene diplomatische Geschick in die richtige Beleuchtung zu rücken. Aus diesem Gefühl heraus machte auch wohl ein zum Block gehörendes Mitglied der Kommission den Vorschlag, festzustellen, was nun eigentlich an den Ausführungen des Staatssekretärs geheim gehalten werden solle. Die Kommission ging auf diese Frage nicht weiter ein, hingegen wurde beschlossen, die Diskussion über d'e Ausführungen des Staatssekretärs zu vertagen, bis das neue Weißbuch, dessen Druck- leaung beschleunigt werden soll, erschienen ist. lieber die Casa- blancaaffärc wird es mit Rücksicht auf das zur Behandlung dieser Frage eingesetzte Schiedsgericht nichts enthalten. Eingehend erörterte Staatssekretär von Schoen die Balkanpolitik Deutschlands» die er selbstverständlich als korrekt und geschickt bezeichnete. DaL Erscheinen eines Weißbuches über diese Frage ist sobald nicht zu erwarten. Mehr zu sagen verbietet auch hier der Beschluß der Geheimhaltung, der in di-sem Falle, da die Dinge aus dem Balkan noch in Fluß sind, allerdings verstandlich ist. Daß damit aber keine Zustimmung zur deutschen Balkanpolitik oder gar zu den Ausführungen des Staatssekretärs des Auswärtigen ausgesprochen wird, ist selbstverständlich. Denn an der in der Türkei sich deutlich zeigenden Antipathie gegen Deutschland ist unsere deutsckie aus- wärtigc Politik wahrlich nicht unschuldig. Trotz aller Geheim- Haltungsbeschlüsse glaubt der Berichterstatter die Versicherung des Herrn von Schoen, daß er auch im Urlaub nicht gebummelt, sondern sich auch da mit Politik beschäftigt und diplomatische Be- suche auf seinem Landsitz empfangen habe, nicht verschweigen zu dürfen, selbst auf die Gefahr hin, hierdurch ein— Staatsgeheimnis preiszugeben. Morgen: Fortsetzung der Gcheimsitzung, Die Gemeindetommisfion des preußischen Abgeordnetenhauses be- riet gestern die Vorlage über die Aufhebung des Steuerprivilegs der Beamten. Die Debatte drebt sich im wesentlichen um den von sozial- demokratischer und freisinniaec Seite eingebrachten Antrag ans Be- seitigung des Privilegs der Lehrer und Geistlichen. Der Antrag wurde von der Regierung heftig bekämpft; feine Ablehnung ist so gut wie sicher. Drucksachen. Aus dem Reichstag.(Zu Nr. 1106, Denkschrift über die Entwickelimg der Schutzgebiete in Afrika und der Südsee im Jahre 1907/08) Anhang: MisstouSberichtc. Hus der Partei. Zur Landtagskandidatenfrage in Pforzheim wird uns aus Pforzheim geschrieben: In hiesigen Parteikreisen ist man sehr überrascht, daß das Wahlkomitcc für Pforzhcim-Stadt Garantien von dem tu Aussicht genommenen Kandidaten und früheren Landtagsabgeordneten Gc- itossen Adolf Geck darüber verlangt hat, daß er oie Einigkeit inner- Kalv der Partei hochhalten will. Unseres Wissens hat Geck die Einigkeit nie gestört. Dann aber ist weiter nicht in Partcikreisen bekannt, und es kann sich niemand erinnern, daß sich je eine Ver- sammlung mit dieser Frage beschäftigt habe, oder daß das Wahl- konntee beauftragt worden wäre, nach dieser Richtung den Kandi- daten zu examinieren. Das Wahlkomitec hat also über'die Köpfe der Parteigenossen hinweg gehandelt. Man ist in der Partei ganz allgemein der Ansicht, daß selbstverständlich der bewährte frühere Abgeordnete wieder aufgestellt wird, ohne jedwede Bedingung. Es ist in Pforzheim allerdings bekannt, daß von außen versuch! worden ist, die Kandidatur Geck zu hintertreiben; mit welchem Erfolg, lehren leider die letzten Vorgänge. Erzählt man sich ja, daß der Ersatz für Adolf Geck schon gefunden sein soll. Das Wahlkomitce hält Sitzungen ab mit Genossen, die nicht zum Wahlkomitee gehören, alles wohl nicht zu dem Zweck, die Kandidatur Geck zu fördern. In einer Erklärung in Nr. 12 der Pforzheimcr„Freien Presse" sagt das Wahlkomitec, das letzte Wort werde es dem demnächst stattfindenden badischcn Parteitag sprechen lassen. Die über- große Mehrzahl der Pforzheimer Parteigenossen ist nun aber der Ansicht, und diese Ansicht deckt sich mit dem Statut, daß es Sache der Pforzheimcr Parteigenossenschaft ist, die Kandidaten- frage zu regeln, nicht aber des Parteitages. Im Parteiinteresse ist dringend zu wünschen, daß so schnell wie möglich eine Versammlung stattfindet, die sich mit der Aufstellung des Kandidaten beschäftigt; vorher muß aber dem Genossen Adolf Geck Gelegenheit gegeben' werden, sich über die angeblichen Streit- fragen vor den gesamten Pforzheimer Genossen auszusprechen. Erst dann kann in eine kräftige Agitation eingetreten lvcrden. Jede Verzögerung dieser ganzen Angelegenheit bringt der Partei nur Schaden und dem Gegner Vorteil. Bemerken wollen loir noch, daß die Erklärung in Nr. 12 der „Freien Presse" wohl vom Wahlkomitee unterzeichnet ist, daß die Mitglieder desselben sie aber nicht beschlossen haben. Es ist wohl einmal in einer Sitzung darüber gesprochen worden. Die Erklärung ist das Machwerk eines Einzelnen, der offenbar ein sehr lebhaftes Interesse daran hat, daß der Genosse Adels Geck nicht wieder aufgestellt wird. Hoffentlich besitzt die Pforzheimer Arbeiterschaft so viel gesunden Sinn, daß sie sich in dieser wich- ftgen Frage nicht einfach beiseite schieben und übergehen läßt. Ein erfteulicheS Dementi. Die Meldmig, daß Genosse Gold- stein abermals einen Schlaganfall erlitten hat, bestätigt sich crfteulicherweise nicht. Er wurde lediglich von einem Ohnmachts- anfall betroffen, wodurch die Uebersiedelung nach dem Sanatorium in Kreischa um einige Tage hinausgeschoben wird. Gemcütdevertreterfieg. In Ocbscnwärder(Hamburger Landgebiet) gelaug es unseren Genossen zum erstenmal in der zweiten Klasse einen Vertreter durchziibringen. In der dritten Klaffe wurden der Sozialdemokratie überhaupt keine Kaitdidateit gegenübergestellt. Dort wurden sämtliche Stimmen für die beiden aufgestellten Genossen abgegeben. WasierltandS-Slachrtchte» der LandeSanitalt vir Gewäherlmtde. mitgeteilt vo» Berliner Wetterbureau. >>+ beveutet Duck».— Fall.— ff Unterveaet.—•) Sisstattd. schwaches Grund- und Treibeis.—') schwacher Eisgang,—•) mäßiger EiSgang.— 7J schwaches Grundeis—•) schwache» Eistretben. Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Kottbuser Damm Schluss Sonnabend den 23. Januar Selten dagewesene Einkaufsgelegenheit Beachten Sie die Schaufenster! TTlan verlange — Sonnabend sind unsere Geschäftshäuser bis 9 Uhr geöffnet— «Cwautlmtit(Mattem: Carl Wcrmuih» BcrinbRixdors. Für denJnsemtetsteilverantlv,: Th. Glocke» Berlin. Drucku.Verlsg:VorwärtSBvchdruckcrei u. Verlogkcmsysit Paul Singer SW»" Nr. 18. 26. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 22. Januar 1909. Stadtverordneten- Verfammlung. B. Sigung vom Donnerstag, den 21. Januar 1909, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung um 16 hr. Bon den Abteilungen find u. a. die Ausschüsse für die Vorberatung 1. des Antrages Arons( Soz.) wegen Uebernahme des Aquariums in städtische Verwaltung, 2. der Vorlage betr. das Scheunenviertel gewählt worden. Im ersteren ist die sozialdemokratische Fraktion durch die Stadtvv. Hinze, Singer, Stadthagen, Wurm, im zweiten durch Basner, Hinge, Singer vertreten. gegenüber einzunehmen gewöhnt sind. Daß das englische Königspaar nach Berlin kommt, ist an sich gewiß ein freudiges Ereignis. Db fid Bautenkontrolleure und der Reichstagsdie Hoffnungen, die von verschiedenen Seiten daran geknüpft werden, erfüllen werden, wollen wir abwarten. Die Auffassung, daß dieser Besuch die friedlichen und freundlichen Beziehungen zwischen dem deutschen und englischen Volke fördern wird, eine Auffassung, die, twie ich glaube, ganz allgemein im Volke geteilt wird, kann aber nicht dazu führen, unseren Standpunkt solchen höfischen Besuchen gegenüber zu ändern. Auch hier liegt für uns gar keine Veran lassung vor, gegenüber diesem angenehmen Besuch städtische Mittel zu verwenden. Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten: entweder der Sönig kommt mit seiner Gemahlin als Onkel und besucht seinen Neffen und dessen Gemahlin; dann liegt doch die Pflicht des Empfanges, demjenigen ob, dem der Besuch gilt; oder der König von England tommt zum König von Das von der Verwaltung zum Eriverbe behufs Erbauung einer Preußen oder zum eeutschen Kaiser, dann liegt die Verpflichtung Gemeindedoppelschule vorgeschlagene Grundstück an der der Empfänge wieder anderen Instanzen ob, entweder dem KönigOfener Straße ist nur 4996 Quadratmeter groß und deshalb in reich Preußen oder dem Deutschen Reich. In keinem Fall kann ich der Ausschußberatung als zu klein beanstandet worden. Schließlich anerkennen, daß von der Stadt Berlin aus Anlaß dieses Besuchs hat fich der Ausschuß dahin geeinigt, der Versammlung beansprucht werden kann, die Straßen auszuschmücken. Nun läßt Die Genehmigung des Ankaufs mit der Maßgabe vorzuschlagen, sich ja nicht leugnen, daß im Zeichen der Regierung des Blocks daß noch eine anstoßende, mit der Hinterfront des Grund- auch ein gewisser liberaler Fortschritt bezüglich des Beremoniells sticks abschneidende, mit 18 Meter Straßenfront an der Straße 30 belegene, zirka 558 Quadratmeter große Fläche zu demselben Preise von 58 M. pro Quadratmeter hinzuerworben wird. Der Kaufpreis von 322 132 M. soll aus dem Grundstückserwerbungsfonds entnommen werden. angenommen. abgeordnete Pauli- Potsdam. Aus Bauarbeiterkreisen schreibt man uns: die„ Anstellung von Bautentontrolleuren aus dem Arbeiterstande" Als am 12. Januar d. J. im Reichstage die Petition betreffend zur Beratung stand und von der Kommission beantragt wurde, die Betition zur Berücksichtigung zu überweisen, erhob sich der kon Petition zur Berücksichtigung zu überweisen, erhob sich der kon Antrag der konservativen Partei, über die Petition zur servative Abgeordnete Pauli- Potsdam und befürwortete einen Tagesordnung überzugehen. Er führte dazu folgendes aus: Die Berufsgenossenschaften kontrollieren in sorgfältiger und gewissenhafter Weise die Beobachtung der Unfallverhütungss borschriften.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wenn troßdem noch so häufig Unfälle vorkommen, so sind nicht die Unternehmer daran schuld, sondern die Arbeiter, die aus Gewohnheit manche Unfallverhütungsvorschriften außer acht lassen. Uebrigens übt ja auch die Baupolizei noch die Baukontrolle aus. Von sozialdemokratischer Seite will man die Bautenkontrollenre, die man verlangt, auch zur Kontrolle der Zugehörigkeit zur Organisation, also zu agitatorischen Zwecken haben. Darunter würde das Baugewerbe sehr erheblich leiden. Herr Wiedeberg mag sich gegenwärtig halten, daß auch die christlichen Arbeiterorganisationen keinen Vorteil von solchen Kontrolleuren haben; denn die christlichen Organisationen sind doch überall in der Minderheit. Ueberhaupt möge das Zentrum bedenken, daß der Mittelstand durch Einrichtungen wie Bautenkontrolleure schwer geschädigt werden würde.( Bravo!) Herr Pauli ist offenbar von seinen Auftraggebern falsch beraten. und wir möchten bei dieser Gelegenheit auf zwei Fälle hinweisen, die wiederum dartun, daß die Forderung der baugewerblichen Arbeiter: Bautenkontrolleure aus den Arbeiterkreisen anzustellen, eine unabweisliche Notwendigkeit ist. " eine Wie mau bei den Empfängen gemacht worden ist, indem, wenn die kursierenden Nachrichten richtig sind, bei dem Empfang am Brandenburger Tor die verehrten Herren vom Magistrat und der Versammlung vielleicht vor Unbilden des Wetters geschützt sein werden, da man ja in bezug darauf anderweite Einrichtungen treffen will. Ohne Debatte tritt die Versammlung dem Ausschußantrage bei. Aber mit dieser Veränderung des Zeremoniells wird man der Stadt Dem Entwurf und Kostenanschlag für den Schillerpark und Berlin als solcher nicht gerecht. Soll die Stadt als solche den Besuch feiner Ausführung unter Mitbeteiligung des Verfassers bei Leitung empfangen, so wäre der Sitz der Stadt, also das Rathaus der richtige der künstlerischen Gestaltung des Parkes hat der eingesetzte Sonder Drt. Und wenn bei diesem Besuch geplant ist, daß der König von ausschuß nach längerer Erörterung mit der Maßgabe zugestimmt, England, mehr einem Gebrauch seines Landes, die Stadt Berlin an daß durch reichlichere Randpflanzungen besonders an der Bürger- dieser Stelle besuchen will, so erachte ich es für ganz selbstwiese in erhöhtem Maße für das lustwandelnde Publikum schattige verständlich, daß unser Oberbürgermeister und die städtischen BeWege geschaffen werden. hörden in achtungsvoller Form den Besuch entgegennehmen und Berichterstatter ist der Stadtv. Rosenow( N. L.). der Oberbürgermeister seine Zimmer vielleicht etwas prunkvoller als Stadtv. Caffel( A. 2.) erklärt namens seiner Freunde, der Vor- gewöhnlich herrichtet. Aber das ist eine Sache per se. Wie wir Lage zustimmen zu wollen, bittet aber, nicht zu viel Rasenpläge für dazu kommen sollen, eine farbenprächtige Straße durch bunte PapierDa ist zunächst Wildan- an der Görliger Bahn, two die Spiele usw. im Park zu schaffen, sondern mit schattigen Bäumen be- feßen, die in der Luft umherflattern, herzustellen, kann ich nicht ein Schwarzkopffiche Fabrik Arbeiter Familienhäuser aufführen läßt. setzte Alleen in größerem Umfange vorzusehen. sehen. Ich kann also nur unseren alten Standpunkt einnehmen: Dort haben die Dachdecker und Klempner entgegen den Bürgermeister Dr. Reide sagt dem geäußerten Wunsche Erfüllung Die Kommune ist nicht dazu da, für solche hösischen Veranstaltungen Unfallverhütungsvorschriften ohne jede Schußrüstung arbeiten zu. Das in der Presse ihm gespendete Rob für die Verfasserschaft allgemeine Gelder aufzuwenden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) müssen. Eine an die Nordöstliche Baugewerks- Berufsgenossenschaft der Begründung des Entwurfs über den Schillerpart müsse er ab Stadtv. Cassel( A. L.): Herr Singer hat selbst an unter dem 15. Dezember 1908 gerichtete Beschwerde hatte den Er lehnen, Verfasser sei ebenfalls der Urheber des Partentwurfs, Friedrich erkannt, daß der Besuch geeignet ist, die guten Beziehungen folg, daß tags darauf auf der Baustelle ein„ technischer Bauer in Magdeburg. zwischen England und Deutschland zu fördern. Diese Aufsichtsbeamter" erschien. Derselbe ordnete an, daß Der Ausschußantrag wird mit der gedachten besonderen Maßgabe Ueberzeugung darf tatsächlich eine allgemeine genannt werden. den Anforderungen entsprechende Schußrüstung Wenn der König von England und seine Gemahlin hier gebaut werden sollte. Die Arbeit ist ohne SchutzIn den Markthallen X, XI und XIII soll der alte nach Berlin ihre Reife nehmen, so handelt es sich nicht bloß um rüstung sehr gefahr voll, doch ist bis zum heutigen Tage Standgeldertarif wieder eingeführt werden, nachdem die vor einen Familienbesuch, sondern um einen Aft, der geeignet ist, eine Schußrüstung- noch nicht gebaut. noch nicht gebaut. Die Unglücksfälle einigen Jahren erfolgte Ermäßigung den erhofften Erfolg für die zwischen diesen beiden Reichen möglichst gute Beziehungen zu ge- in Wildau find doch schwer genug gewesen, so daß die Nordöstliche Hebung der Frequenz nicht gehabt hat. stalten. Der Besuch gilt nicht bloß dem Kaiser, sondern Baugelverks- Berufsgenossenschaft sich doch etwas mehr um die Stadtv. Reimann( A. 2.) beantragt Ausschußberatung. In auch dem deutschen Volke und der Residenzstadt Berlin, und da ist leberwachung der Unfallverhütungsvorschriften kümmern dürfte. dem Magistratsantrag vermißt er die Logik. Die Verwaltung hätte es Pflicht der Hauptstadt, diesen Besuch ebenso herzlich zu empfangen, Am 10. Dezember 1906 stürzte auf den Neubauten der SchwarzSoch eher eine weitere Ermäßigung vorschlagen oder aber weiter wie in England voriges Jahr unser Kaiser und unsere Kaiserin topfffchen Familienhäuser ein Klempner infolge Fehlens warten sollen. Der Vorschlag des Magistrats sei ein Rätsel. empfangen worden sind. Dabei haben wir auch in angemessener jeder Schußrüstung herunter. Der Tod trat nach einigen Stadtv. Hinge( Soz.): Wenn man vor einem Jahre eine Er- Form dem Herrscher dieses großen Reiches unsere Ehrerbietung zum Stunden cin. Trotzdem wurde feine Schutzrüstung ge mäßigung der Tariffäße einführte, so wollte man dadurch die doch Ausdruck zu bringen. baut. Ji Sonimer 1907 stürzte von dem Neubau des allzu entblößten Hallen wieder mehr mit Standinhabern besetzen Was die Form anbetrifft, so mache ich darauf aufmerksam, daß Berwaltungsgebäudes der Fabrik der Dachdecker Otto H. herab und und dadurch auch das Publikum wieder in größerem Maße gerade in dem freien England von den freiesten Männern die Ehr- starb an den Folgen des Unfalles nach einiger Zeit. Trotz dieser heranziehen. Das Ganze war ein Versuch; gerade diese erbietung zum Teil in devoten Formen zum Ausdruck gebracht wird. beiden Unfälle mit tödlichem Verlauf ist bei den später aufgeführten brei Hallen waren in rapidem Rückgang begriffen. Die Markthalle Wenn der Kollege Singer auf die jeßigen wirtschaftlichen Ver- Neubauten eine Schußrüftung nicht angebracht worden. in der Wörther Straße wies 90 Proz. unbenuzte Stände auf, und hältnisse Bezug nimmt, so ist doch zu beachten, daß diese Ausgaben hört, soll die bauausführende Firma vertragsmäßig zur Andiese leeren Stände find trotz des gemachten Verfuchs leer geblieben. hauptsächlich denen zu gute kommen, welchen dadurch Arbeits- bringung von Schuhgerüsten verpflichtet sein. InAuch die Standinhaber haben kein Vertrauen dazu, daß in die Halle gelegenheit gegeben wird.( Lachen.) Das Gelächter beweist nicht bessen Sparsamsteitsrücksichten auf den Geldbeutel des Unternehmers mehr Leben hineingebracht werden wird, Hier heißt es einfach das Gegenteil; der Hauptwert des Berausgabten jetzt sich in dulden keine Rücksicht auf Menschenleben. tabula rasa machen, diese Hallen, die an entlegenen Straßen liegen, Arbeitslohn um, und auch das übrige Geld wird nicht unproduktiv Demnächst begümen dort die Dachdecker und Klempner wieder in deren Umgebung sich große Warenhäuser entwickelt haben, einfach ausgegeben. Andererseits wird der Etat durch diese im Rahmen des mit den Arbeiten. Sie verlangen mit allem Nachdruck mehr eingehen lassen. Es hat sich eben nur um einen Versuch gehandelt, Ganzen geringe Summe nicht leiden. Wir stimmen daher für diese Schutz für Leben und Gesundheit der baugewerblichen Arbeiter! und der ist fehlgeschlagen; darum sollten auch für diese Hallen die Vorlage. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Wir halten es für selbstverständlich, gelobte Kontrolle der Bauten durch technisch" gebildete AufHerr Pauli, kann es übrigens ganz bequem haben, die von ihm so normalen Tariffäße wieder eingeführt werden. Gegen Ausschußberatung haben wir nichts einzuwenden. für die Vorlage zu stimmen. Einer eingehenden Begründung dafür fichtsbeamte kennen zu lernen. Er darf nur den Neubau der bedarf es eigentlich nicht. Der ganze zweite Teil der Rede des Kadettenanstalt in Potsdam ansehen. Dort werden die DachdeckerHerrn Singer empfiehlt nichts Neues, aber im ersten Teil hat er, ich arbeiten von dem Dachdeckermeister Herbst zu Potsdam ausgeführt. freue mich, das konstatieren zu können, den Besuch als ein freudiges Das Dach besteht aus einem Oberdach und Mansarde. Die EinEreignis bezeichnet.( Zustimmung und Heiterkeit.) Dann müssen deckung des Oberdaches ist ohne jede Schußrüstung von einem wir als Vertreter der Hauptstadt auch unsere Schuldigkeit tun und Lehrling und einem un organisierten Dachdecker erfolgt. Die die Mittel für ein anständiges Gewand bewilligen. Eindeckung der Mansarde ist fast lebensgefährlich, da dieselbe sehr Stadtv. Rosenow: Es gibt Augenblicke der politischen Kon- steil ist. Da eine Schußrüstung- troz aller Vorstellungen von Stadtv. Gronewaldt( A. L.): Die Vorlage bedeutet den Anfang Seit ſtellation, wo ein Widerspruch gegen solche Anforderung nicht er- bem Unternehmer nicht angebracht wurde, weigerten sich die einer neuen Aera in der Bewirtschaftung unserer Rieselgüter. Sobrechts Zeiten haben wir dort kaum Neuerungen eingeführt, erst hoben werden sollte. Auch Kollege Singer hat den diesmaligen organisierten Dachdecker, die Arbeit auszuführen. Die Folge jezt rüsten wir uns dazu infolge der von dem neuen Direktor Schröder Besuch höher bewertet, als es sonst von seiner Seite geschieht. Der war, daß sämtliche 5 Dachdeckergehilfen entlassen der Handels- und Gewerbetreibenden begrüßt diesen wurden, weil diefelben auf gegebenen Anregungen. Es ist unter anderem auch die Anlage eines Stand Erfüllung der Unfallverhütungss Sägewertes, eines Zentralspeichers und anderes mehr in Aussicht Besuch ganz besonders. Die Stadt Berlin hat bisher immer die vorschriften bestanden. genommen. Die Erörterung dieser Pläne geschieht am besten in einem Gäste des Kaisers als die eigenen Gäste betrachtet. Am 11. Januar d. J. wurde Beschwerde bei der Nordöstlichen Stadtv. Dr. Nathan( foz.- fortsch.): Diese Veranlassung als Aus- Baugelverksberufsgenossenschaft geführt, am 13. Januar erschien ein besonderen Ausschusse. Stadtrat Marggraff: Auch wir haben ein dringendes Interesse, gangspunkt einer Notstandsdebatte zu benutzen, dürfte gänz- Aufsichtsbeamter der Berufsgenossenschaft. Nun wurde eine„ Schutz". Eine Stadt wie Berlin muß der Versammlung die nähere Kenntnis der neuen großzügigen Pläne lich unangebracht sein. rüftung gebaut, aber was für eine. Zwischen der fünften und zu vermitteln, da wir jegt soweit sind, nicht mehr die sanitären, der Lage sein, felbst bei wirtschaftlicher Depression eine ge- fechsten Latte sind vom Boden Stangen herausgestedt, einige sondern die wirtschaftlichen Interessen unseres großen Güterbefizes wisse Summe für Repräsentation auszugeben. Wie sie dies fut Bretter darüber gelegt, ein Querbrett als Brüstung angebracht und die bei Stongressen, so auch bei Empfängen von Monarchen befreundeter, Schutz" rüstung ist fertig. Unterhalb dieser sind indessen fünf Latten in den Vordergrund stellen zu können. Stadtv. Rosenow: leber den Gesamtplan des Direktor großer und mächtiger Reiche. Auf diesen Standpunkt haben sich auch frei, und da die Dachrinne unterhalb der Simses( Traufe) ist, so Schröder möchten auch wir nähere Auskunft haben, und so begrüßen fchon zahlreiche Sozialdemokraten gestellt, wie seinerzeit der Bürger- haben die Arbeiter, wenn dieser Teil eingedeckt wird, auch nicht den wir die Anfündigung des Magistratsvertreters. Vielleicht kann meister von Rheims den russischen Kaiser Nikolaus empfing. geringsten Salt. Die sogenannte„ Schußrüstung" muß entfernt auch der Bericht des Direktors an den Magistrat der Bersammlung Wir wissen ja nur, daß als Ergebnis der Blockpolitik die Einführung werden, ehe der untere Teil eingedeckt werden kann. Am 14. Januar von Ueberziehern erfolgen foll.( Heiterkeit.) Das Bild der Empfangs- erschien der Beamte der Berufsgenossenschaft wieder und erklärte: Stadtrat Marggraff bittet, letzteren Wunsch bis zu den deputation in den verschiedensten Ueberziehern wird nicht sehr schön Für dieses Mal sollte die Rüstung genügen, für die Zukunft aussehen, obwohl es gewiß erfreulich ist, daß die Vertreter der müsse die Rüstung unterhalb des Daches gebaut werden! Ausschußberatungen zurückzustellen. Stadtv. Kylmann: Auch wir sind für Ausschußberatung, Stadt jetzt etwas wärmer gehalten werden sollen als früher. Warum die völlig ungenügende Rüstung jekt genügen foll, ist uns ( Heiterfeit.) um die neuen umfassenden Pläne kennen zu lernen und um zu unverständlich. Stann ein Beamter, der so gegen die Vorschriften Oberbürgermeister Kirschner: Ich habe nicht das Wort ge- der Unfallverhütung ber stößt, für fähig betrachtet werden, Konprüfen, ob wir ihnen in allen Punkten folgen fönnen. Wir glauben unsererseits auch nommen, um die Vorlage noch näher zu begründen oder zu unter- trolleur zur Ueberwachung der Unfallverhütungsvorschriften zu sein? deshalb für den Ausschuß stimmen zu sollen, um der Versammlung ſtützen; ich habe das auch nicht nötig nach den dazu schon aus der Erwähnt sei, daß an diesem 18-20 Meter( bis zur Dachtraufe) Gelegenheit zu geben, eine nähere Prüfung dieser weitausschauenden Versammlung gemachten Ausführungen. Ich beabsichtige auch nicht, hohen Neubau an der Straßenfront eine Mauerrüstung steht, an den Pläne vornehmen zu fönnen. Ich glaube allerdings aus meiner auf die Einzelheiten des Empfanges einzugehen; ich würde glauben, drei Seitenfronten indessen nicht eine vernünftige Schußrüstung anein Eingehen auf solche Kleinigkeiten die BeKenntnis der Dinge, daß sie sich schließlich völlig auf den Boden der durch gebracht ist. Müssen erst wieder Unfälle stattfinden, ehe man die deutung der Vorlage und dieser Debatte abzufchwächen. vorschriftsmäßige Rüftung anbringt? Vorlage und dieser Pläne stellen wird. Die Vorlage wird einem Ausschusse von 15 Mitgliedern über- Der Vorredner kann überzeugt sein, daß in den Einzelheiten nichts Wenn die Arbeiter energisch für ihre Forderung:„ Anstellung geschehen wird, was der Würde der Stadt Berlin nicht entspräche. wiesen, der sofort vom Vorstande ernannt wird. Bautentontrolleuren aus den Arbeiters Das der Stadt gehörige Grundstück Seestraße 43 in Ich ergreife nur das Wort, um Ihnen zu danken für die Art, wie die organisationen" eintreten, dann geraten die Herren aus dem Friedrichshagen soll für 46 000 m. bei 6000 M. Anzahlung Vorlage in dieser Versammlung aufgenommen worden ist und um hiermit Häuschen. Stellt sich da so ein Scharfmacher aus Stettin, feines ausdrücklich zu konstatieren, daß, wenn auch eine Partei dieser Versammlung Beichens Maurermeister und Architekt, mit Namen Müller, in Essen Stadtv. Edard( A.- 2.) hält den Preis für zu niedrig und die der Vorlage nicht zustimmt, das nicht aus Gründen geschicht, die aus auf dem Verbandstage der deutschen Baugewerksberufsgenossenschaften dieser Vorlage hergeleitet werden, sondern aus prinzipiellen Gründen, hin und erklärt:„ daß die langjährige wüste Heze der sozialAnzahlung für zu gering. Er beantragt Ausschußberatung. Es ist nämlich inzwischen ein Gebot aus Köslin auf 50 000 m. und daß in einem Punkte sämtliche Gruppen dieser Versammlung bemokratischen Presse gegen die Arbeitgeber und die Berufsgenossenübereinstimmen und das zum Ausdruck gegeben haben: nämlich schaften, ihre maßlofen Uebertreibungen, ja, wie feinerzeit nacheingegangen. Rach längerer Beratung, in der Stadtv. Hintze ausführt, daß in dem Punkte, daß der Besuch des englischen Königspaares gewiesen, erfundenen Geschichten von Mißständen auf Bauten eine unferem Hofe und in dieser Hauptstadt Berlin als die Versammlung doch allen Grund habe, den der Stadt gehörigen at Grund und Boden so hoch und so tener wie möglich zu verkaufen, cin erfreuliches Ereignis begrüßt und daran die Hoffnung begrüßt und daran die Hoffnung gewiß häßliche Tat war". Dies hat indeffen das Gute gezeitigt, daß die Arbeitgeber Nachgleichviel wo er liege, und daß es sich hier um ein großes, an einer geknüpft wird, daß die Beziehungen der beiden großen Nationen prüfungen vornehmen müſſen. Und da könne er heute voll Freude gut gelegenen Straße liegendes Grundstück handele, daß auch kein dadurch gefördert werden. Ich möchte dies als ein durchaus er- fonstatieren, daß bei einer von ihm veranstalteten Enquete durch die isiko bestehe, wenn man es heute nicht verkaufe, wird Ausschuß- freuliches Ereignis auch dem Auslande gegenüber konstatiert haben technischen Beamten der Sektion III der Nordöstlichen Baugewerks und nicht unterlassen auszusprechen, daß sich der Magistrat dem voll berufsgenossenschaft von den revidierten Betrieben 5052 gleich beratung beschlossen. anschließt.( Lebhafter Beifall.) Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Auf den städtischen Rieselgütern ist für das Etatsjahr 1909 der Ankauf eines Dampfpfluges, der Bau mehrerer Feldbahnen und die Errichtung einer Reihe von Baulichkeiten geplant, wofür im ganzen 1 254 150 M. aus Anleihemitteln, 139 450 Mark aus laufenden Mitteln entnommen werden sollen. mitgeteilt werden. verkauft werden. Dhne Debatte erklärt sich die Versammlung damit einverstanden, daß die in Birkholz errichtete Baracke schon im laufenden Rechnungsjahre mit 50 Fürsorgeerziehungszöglingen belegt wird, und bewilligt die Mittel zur Anschaffung des Inventars und zum Betriebe der Anstalt für Februar und März dieses Jahres mit 18 842 Mart aus dem Dispositionsfonds. Für die Ausschmückung der Einzugsstraße und für die Begrüßung des englischen Königspaares am 9. Februar cr. fordert der Magistrat 60 000 m. Stadtv. Singer: Meine Freunde werden auch dieser Vorlage gegenüber den Standpunkt einnehmen, den wir solchen Vorlagen Als hiernach der Vorsteher dem Stadtv. Cassel noch einmal das Wort erteilt, wird durch die alsbald einsetzende große Un ruhe es dem Redner verwehrt, verständlich zu werden. Anscheinend will er der Anzapfung" des Stadtv. Dr. Nathan entgegentreten. Die Bewilligung der 60 000 m. erfolgt hierauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten. " Schluß gegen 28 Uhr. von 31,05 Proz. 811 bemängeln waren. Von den 7183 festgestellten Werstößen waren 35 Broz. schwer und 65 Broz. leichterer Art. Von diesen 7133 Verstößen fallen 2790 den Arbeitgebern zur Last. Davon sind 1166 abzuziehen, da dieselben lediglich den Nichtanshang der Unfallverhütungsvorschriften ( vom Verfasser unterstrichen) betrafen. Den Aracitnehmern waren 2190 Verstöße zur Last zu legen. Es treffen demnach die Arbeits geber 22,77 Proz. und die Arbeitnehmer 30,70 Proz. der Verstöße. In 2082 Fällen 29,19 Proz. trifft die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam die Schuld. Werden die gemeinsam gemachten Verstöße( 29,19 Proz) den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu den befonderen Berstößen zugezählt, fo trifft die Arbeitgeber in 51,96 Broz, die Arbeitnehmer dagegen in rund 60 Proz. der Fälle die Schuld." Aus Süditalien. hat Bedenken, die Konkurrenzflausel gänzlich zu streichen. Einen anderen Standpunkt nimmt Abg. Naumann( frs.) ein, der sich Messina, 21. Januar. Die Rettungsmannschaften entbedten Geheimnisse des Betriebes tann mit dem Angestellten durch befür die Streichung ausspricht. Der Schutz bestimmter technischer Mit welchem Rechte zieht Herr Müller die Fälle, wo die Unfall- beim Aufräumen der Trümme: des Corso Vittorio neben zwei sonderen Vertrag vereinbart werden. berhütungsvorschriften nicht ausgehangen haben, den Unternehmern Leichen einen noch lebenden Mann, welcher mit größter Borsicht Als Eventualantrag fordern unsere Parteigenossen, ab? Lediglich weil ihre" Enquete sonst das Gegenteil beweisen würde, was bewiesen werden soll. In den Fällen, wo die Unfall- ins Spital gebracht wurde. Man hofft, ihn am Leben zu erhalten. daß nur bei Angestellten mit über 3000 M. Geberhütungsvorschriften nicht aushängen, tönnen die Arbeiter den Ministerpräsidenten Giolitti meldet, daß die Gemeinden klausel angewendet werden kann und daß für einen längeren ZeitRom, 21. Januar. Ein Telegramm des Generals Tarditi an halt für den Zeitraum von einem Jahr die Konkurrenzdiefe auch nicht kennen und beachten lernen. Die Schuld für Un- Balmi, Seminara, Santa Eufemia, Scilla, Cannitello und Bagnara raum die Vertragsbeschränkung nur statthaft ist, wenn dem Anfälle bezw. Berstöße trifft daher die Unternehmer. Deren Konto wieder Beleuchtung haben. Bei Palmi habe sich in der Nähe des gestellten das volle Gehalt weiter gezahlt wird. würde dann allerdings auf mehr als 60 Prozent steigen und das der Arbeiter dagegen erheblich niedriger werden. Kommt Meeres ein Erdspalt gebildet, aus dem heiße Schwefeldämpfe ferner wollen unsere Parteigenossen, daß die Bestimmungen dieser Baragraphen aud) auf alle Arbeiter Anwendung finden. hinzu, daß auch im übrigen die Frage, auf weffen Stonto die Unfälle bringen, die ringsherum alle Vegetation vernichten. Bisher ist die Konkurrenzflauset für die Arbeiter feiner Beschränzu schreiben sind, vom einseitigsten Unternehmerstandpunkt beantDas deutsche Lazarett in Shrafus funktioniert erfolgreich. Fung unterworfen. tportet ist. Trimborn( 8.) ist für eine allmähliche Beseitigung Wie wir an den beiden Fällen nachgewiefen haben, fann von 42 Schwerverlette sind dort untergebracht. Dr. Colmers macht einer wirffamen Bautenkontrolle durch die technischen Aufsichts- durchschnittlich vier Operationen, denen Shrakufer Aerzte auch bei der Konkurrenstlaufel und beantragt die Beschränkung der Klause! auf ein Jahr. beamten teine Rede sein. Herr Bauli- Botsdam mag fich indessen, ehe wohnen. er sich wieder als Kämpe für die Berufsgenossenschaften aufwirft, Die Fortsetzung der Debatte wird verlagt. Die nächste Sitzung Rom, 21. Januar. Für die Provinzen Reggio di Calabria erst beffer informieren. Die Arbeiter werden nicht raften, und Messina ist ein tönigliches Detret erlassen worden, das die findet am 28. Januar statt. ihre Forderung: Bautentontrolleure aus den Arbeiter= 3ahlungstermine bei Lebens- und Unfallversicherungsgesellschaften organisationen aufzustellen und mehr mehr Bau- hinausschiebt. Der Tod eines Versicherten soll auch hinsichtlich der arbeiterschutz mit allem Nachdruck zu fordern. Mehr Arbeiterschutz im Gastwirtsgewerbe. Zahlungsverpflichtung der Gesellschaft nach den fummarischen Bestimmungen des Gesetzes vom 12. d. M. für erwiesen gelten. Gine Vorzeigung der Police foll nicht erforderlich sein, wenn das Bestehen der Versicherung, durch gefeßliche Beweismittel bewiesen iverden kann. Aus Induftrie und Handel. Hohe Lebensmittelpreise. Daß die Lebensmittelprèispolitik der Zöllner für die Konsumenten wie Stodfchläge wirkt, wird von feinem ernsthaften Nationalökonomen Rom, 21. Januar. Popolo Romano" schreibt, daß zirka mehr bestritten. Wenn die gegenteilige Meinung der beutefchluckenden 130 000 Ueberlebende der Erdbebentatastrophe augenblic Agrarier auch noch von preußischen Ministern à la. Rheinbaben und Die Gewerbeordnungsnobelle, deren Beratung im Reichstag lich von der öffentlichen Mildtätigkeit leben, was einen sonstigen fubalternen Geistern vertreten wird, dann bringen diese dabei bevorsteht, von der ein Teil aber schon abgeschlossen ist, droht wieder Kostenaufwand von täglich über 200 000 Lire erfordere. Das wohl mehr moralische als intellektuelle Opfer. Ist es doch gerade cin arges Flidwerk deutscher Geschgebung zu werden. Mit übergroßer Vorsicht tastet man weiter; aus Rüdficht auf die Interessen Blatt erklärt, daß solche Lage auf die Dauer unhaltbar und eine markante Erscheinung der diesmaligen Krise, daß wohl die des Unternehmertums überall nur halbe Maßnahmen, Stüdwerf. gefährlich sei. Es sei an der Zeit, daß die Behörden und Preise der Industrieartikel, selbst der kartell- and syndikatsgeschützten, Bahlreiche Arbeiterkategorien find deshalb mit Recht durchaus un- auch die Bevölkerung an die Aufräumungsteilweise start nachgeben mußten, die Preise der Lebensmittel dagegen befriedigt, da ihre berechtigten und bescheidenen Forderungen ganz arbeiten heranträten; dies läge im Interesse der öffent- teilweise sogar noch fräftig in die Höhe gingen. Die Verschiedenheit unberücksichtigt geblieben sind. Zu diesen gehören auch die Gastlichen Ordnung. Eine Anzahl Abgeordnete, Mitglieder aller der Preisbewegung für Lebensmittel und Industrieartikel zeigen wir wirtsgehilfen. Parteien, werden in den nächsten Tagen nach Messina ab- in nachfolgender Zusammenstellung, deren Zahlen den von der Die Arbeiter und Arbeiterinnen in diesem Gewerbe sind von reisen, um an Ort und Stelle zu prüfen, auf welche Weise die Deutschen Bank alljährlich herausgegebenen graphischen Darstellungen den geringen Schutzbestimmungen der Gewerbeordnung ausge- Aufräumungsarbeiten sowie die Unterstüßung der Not der Warenpreisbewegung entnommen find. schaltet. Für fie besteht die Bundesratsverordnung vom Jahre leidenden zu handhaben ist. 1902. Diese legt für das gelernte Personal( Kellner, Köche usw.) leidenden zu handhaben ist. cine Normalarbeitszeit von 16 Stunden fest, die Lehrlinge unter 16 Jahren dürfen nur" 15 Stunden beschäftigt werden. Alle 14 Tage und in kleineren Städten unter 20 000 Einwohnern alle drei Wochen hat eine Ruhepause von 24 Stunden einzutreten. So Die Kommission zur Beratung der Novelle zur Gewerbeord: geringfügig wie diese Bestimmungen auch sind, so würden sie doch nung fehte am Donnerstag die Beratung bei cine Berbesserung gegenüber den früheren Zuständen bedeuten, wenn sie von den Unternehmern nur innegehalten würden. Daß dies namentlich in den kleineren Städten nicht geschieht, geht aus dem Bericht der Gewerbeinspektoren hervor. Parlamentarifches. § 133d a fort. Die Regierungsvorlage enthält die Bestimmung, daß menn ein Betriebsbeamter, Wertmeister oder Techniker zur Fortfeßung des Dienstes durch unverschuldetes Unglück behindert ist, er Anspruch auf Gehalt während 6 Wochen hat. Der Angestellte muß sich aber den Betrag, den er als Krankengeld und Unfalls. rente erhält, auf sein Gehalt aurechnen lassen. Bint Steigerung+ oder Rügang in 1908 gegen 1906 18,6 Proz. 26,7 D 39,5" 31,4 D Silber Blei Stupfer Höchst kurse 1906 1907 3318 325/ s 201 223 1071/2 1908 1102 Binn 214 200 293/8 281/8 27 1478 63 14634 21 -F -WO Wolle 6,20 6,22 5,40 26,9" 12,8" Baumwolle. 65 69 633 Jute Staffee 283 27 1912 403 334 33 Zuder. 20,45 20,55 24,10 Weizen 96 115 1148/8 Roggen 178 2171 217 Mais 481 61 653 Schmalz 9,85 10,17 10,40 -GO 1,9" 31,8" 15,3 27 +17,8 27 19,1 " 22,8" 35,5" 5.6" Ein Widerfinn ist es, diese Bestimmungen nicht wenigstens auf das gesamte Personal auszudehnen. Warum soll der jugendliche Arbeiter nur dann geschüßt sein, wenn er Kellner oder Koch Iernt, nicht aber wenn er Riftboh oder Hausdiener ist, auch nicht, Diese lezte Bestimmung wollen unsere Parteigenossen ftreichen. wenn es sich um junge Mädchen handelt, die in der Küche unter Molfenbühr empfiehlt den Antrag, der einer Entscheidung den denkbar ungünstigsten Verhältnissen, in dunklen, feuchten des Reichstages zum Handelsgesetzbuch entspricht. Allerdings hat Löchern beschäftigt find. So kommt es, daß Hoteldiener nicht der Bundsrat seine Zustimmung zu diesem Beschluß des Reichsfelten 24 Stunden hintereinander beschäftigt werden. Vielfach tages nicht gegeben; das könne aber doch die Kommission nicht abmüssen diese Leute nach ihrer schweren Tagesarbeit des Nachts die halten, aufs neue den Antrag anzunehmen. Manz( fri.), der Die Industrieerzeugniffe haben alle die frühere Preishöhe vers Bache halten, die Fremden hineinlassen, so daß sie manchmal 36 einen gleichen Antrag gestellt hat, will durch die Annahme dieses laffen müssen, andererseits find die Lebensmittel, mit Ausnahme für auch 40 Stunden nicht aus den Kleidern kommen. Antrages die Vorlage nicht gefährden und legt deshalb auf die Staffee, empfindlich teurer geworden. Die enorme Verteuerung der Troß wiederholten Petitionierens an den Reichstag und Bundesrat Annahme des Antrages teinen großen Wert. Schad( Wirtsch. Lebenshaltung tritt auch markant in Erscheinung durch die von der hat sich die Regierung noch nicht entschließen können, wenigstens Bereinig.) ist gleichfalls zur Umkehr geneigt und will einen Ber- amtlichen„ Statistischen Korrespondenz zusammengestellten Jahresdie geringfügigen Bestimmungen der oben bezeichneten Verordnung mittelungsvorschlag empfehlen: Man müsse sich mit etwas weniger auf das gesamte Hilfspersonal auszudehnen. begnügen; denn die Stellung der Handlungsgehilfen sei nicht gleich durchschnittspreise nach den monatlichen Notierungen von 23 verder der Betriebsbeamten. Bei den Handelsangestellten war bisher foiedenen Macktorten. Wir gewinnen aus den Jahresangaben diese die Anrechnung der Krankenrente im allgemeinen nicht üblich, Tabelle. Es foftete im Groß- bezw. im Kleinhandel: 1908 gegen anders lag es bei den Technifern und Betriebsbeamten, die eine 1900 1902 1904 1906 1908 1900 mehr-+ gleich günstige Position nicht hatten. Der Redner beantragt des halb eventuell: Der Angestellte ist nicht verpflichtet, sich von in Prozent 161 1000 kg M. 149 168 178 204 dem Betrage, der ihm für die Zeit der Berhinderung aus einer Weizen +36,9 142 142 188 156 180 Stranten- oder Unfallversicherung zukommt, mehr als den den Be- Roggen 139 142 triebsleistungen des Gewerbeunternehmers entsprechenden Anteil Gerste 138 165 153 136 154 134 160 162 anrechnen zu lassen." 229 245 233 238 263 255 260 296 330 301 Die neue Gewerbeordnung bringt den gewerblichen Arbeitern und den Jugendlichen in den gewerblichen Betrieben einige Verbesserungen bezüglich der Arbeitszeit; trok des Bemühens der fozialdemokratischen Abgeordneten gelang es nicht, diese Bestimmungen auch auf das Gastwirtsgewerbe auszudehnen. Hier werden die jugendlichen Arbeitskräfte, noch wenn sie halbe Kinder find, in der unverantwortlichsten Weise bis in die späte Nacht ausgebeutet. Hafer fchmalz 26,7 D " "" 16,2 " F" " 7 19,1 14,8 " D 1,80 "" " " D" " " n 402 373 372 527 484 50,7 45,7 60,8 50,0 60,4 20,4 19,1 1071 1096 1128 1247 1225 D D 14,6 kg M. 1,35 1,40 1,43 1,62 1,16 1,19 1,21 1,38 1,58 16,2 1,34 15,5 群 1,32 1,50 1,32 1,69 1,51 14,4 OP D" " " 1,33 1,39 1,44 1,65 1,60 1,30 1,33 1,41 1,59 1,59 1,52 1,75 1,51 1,87 20,3 22,3 1,67 9,9 " " D 0 SP 2,28 2,29 2,36 2,45 2,57 12,7 " 1,56 1,78 1,55 1,80 1,65 5,8 " 0,30 0,30 0,30 0,31 0,36 " " " D 0,32 0,26 0,20 0,25 0,27 3,78 3,86 3,91 4,31 4,44 +20,0 23,1 " 17,4 Auf eine Sonntagsruhe müssen die gastwirtschaftlichen AnDie Regierungsvertreter erflären sich gegen die Erbfenz.Kochen, gestellten nach Lage der Dinge ebenfalls verzichten; fie glauben aber mit vollem Recht umso mehr Anspruch erheben zu fönnen auf Vorschläge unserer Parteigenossen und auch gegen den Vorschlag Speisebohnen einen Ruhetag an einem Werttage jeder Woche. Sie fordern des- Schad. Sise( 3.) fieht in der Regierungsvorlage eine Beffe Linsen halb eine Aenderung des§ 105 i der Gewerbeordnung nach der rung gegenüber den bisherigen Zuständen. Für die Unfallvente Ggfartoffeln Richtung hin, daß ihnen die Gesetzgebung anstelle der Sonntags- liege indes fein Grund vor, hier die Anrechnung zuzulassen. Dem Rindfleisch ( Seule) ruhe einen allwöchentlich wiederkehrenden 36stündigen Ruhetag ge- Antrag Schad fönne man zustimmen; der Arbeitgeber soll das währleistet. Recht haben, entsprechend seiner Beitragsleistung den Betrag vom( Bauch) Die Ausdehnung der Bundesratsverordnung Krankengeld abzuziehen. Der Redner stellt einen seinen Aus- Schweinefleisch, auf das gesamte Personal, erweiterter Schuh führungen entsprechenden Antrag, der den sozialdemokratischen und Kalbfleisch der Jugendlichen und Frauen und die Gewährung den Prinzipalantrag des Abgeordneten Schack abschwächte. Stadt Hammelfleisch eines wöchentlichen Ruhetages das sind die Forde- hagen weist darauf hin, daß man beim Handelsgesetzbuch den Ger. Sped ini. rungen, für welche die gastwirtschaftlichen Arbeiter und Angestellten Grundfas vertreten hat, im Falle der Krankheit solle den Ange- Eßbutter in diesen Tagen in girta 100 Versammlungen in allen größeren stellten durch die Fortzahlung des Gehalts während fechs Wochen Schweine Städten des Reiches demonstrieren. Die Versammlungen sind ge- die Möglichkeit einer höheren Aufwendung gegeben werden. Das meinschaftlich von den Verbänden der Gastwirtsgehilfen Burüdweichen der Abgeordneten Hiße und Schad in der Frage Weizenmeh! und der Hotelbtener einberufen, die auch in einer Petition wird dazu führen, daß man sich gegenüber den Handlungsgehilfen Roggenmehl an den Reichstag und Bundesrat diese Forderungen eingehend auf die Anträge zur Gewerbeordnung berufen wird. Die Ver- Eier ein Schod begründet haben. fuche der Regierung, den gleichen Standpunkt in ihren Anträgen Also bei allen Artikeln, sowohl im Groß- als auch im KleinIn Berlin hat die Bewegung eingesetzt mit einer Ver- sum Handelsgesetzbuch durchzusehen, werden damit nur eine neue fammlung der Caféhausangestellten, die am Montag Stüße erhalten, desgleichen auch die bei einigen Kaufmanns- handel, ganz bedeutende Preissteigerungen. Das ist die Zugabe zu morgen im Grandhotel am Alleganderplas tagte und sehr stark gerichten inzwischen eingetretene ungünstige Judikatur in der Aus- der aus Arbeitslosigkeit und Lohnkürzungen resultierenden Not des besucht war. Hier referierte Genoffe Beiste vom Verband deutscher legung der Bestimmung des Handelsgesetzbuchs gegenüber den arbeitenden Wolfes. Gastwirtsgehilfen. Handlungsgehilfen. Eine zweite Versammlung fand in der Mittwochnacht in dem Bed( natl.): Die Prinzipale im Handelsgewerbe machen gleichen Lokal statt, die von zirka 1000 Personen besucht war. in letter Zeit sehr umfangreichen Gebrauch von der Anrechnung Alls Referent war der Reichstagsabgeordnete Genosse Robert der Krantenunterstüßung. Es müsse die Möglichkeit zu einer VerSchmidt erschienen, der in eingehender Weise die berechtigten ständigung auf dem Boden des Antrages Hiße gefunden werden, Forderungen der gastwirtschaftlichen Angestellten begründete und obwohl grundsäglich der Antrag der Sozialdemokraten das am Schlusse seiner mit ungeheurem Beifall aufgenommenen Rede Richtige trifft! Nachdem Abg. Manz erklärt hat, daß feine forderte er die Anwesenden auf, treu zur Organisation ihres Be. Freunde für die erste Besung feft auf ihrem Standpunkt bleiben und sich auf die Abschwächungsanträge nicht einlassen werden, zieht rufes zu halten. Abg. Hite( 3.) feinen Vermittelungsantrag zurück und stimmt mit feinen Parteifreunden und dem Abg. Schack für den Antrag, der grundfäßlich die Aufrechnung der Krantenunterstützung und Unfallrente verbietet. Dieser Antrag wird sodann mit großer Maforität angenommen. In Charlottenburg hatte am Dienstagabend eine Ver. fammlung mit derselben Tagesordnung stattgefunden, in der Stadt verordneter Genosse Gebert in trefflichen Ausführungen über das gleiche Thema sprach. In allen Versammlungen wurde nachstehende Resolution einstimmig angenommen: 3u§ 133d b beantragen unsere Parteigenoffen, daß das Die Bersammlung nimmt mit Bedauern Kenntnis von der Gehalt für Techniker und Betriebsbeamte spätestens am Schluß Tatsache, daß die bescheidenen Wünsche der gastwirtschaftlichen des Monats zu zahlen ist. Abg. Schad stellt einen ähnlichen Angestellten, die in zahlreichen Eingaben an den Bundesrat und Anfrag. Die Kommission beschließt diesen Anträgen entsprechend, Reichstag den gesetzgebenden Körperschaften unterbreitet worden dem§ 133d b folgende Fassung zu geben: Die Zahlung des dem Angestellten zukommenden Gehalts jind, bei der jetzt vorgenommenen Abänderung der Gewerbehat spätestens am Schlufje jedes Monats zu erfolgen. Eine Berordnung gänzliay unberüdsichtigt geblieben find. einbarung, nach der die Zahlung des Gehalts später erfolgen foll, ist nichtig." Die Versammlung legt hiergegen Protest ein und schließt fir durchaus den in der Petition der Verbände der Gastwirtsgehilfen und der Hoteldiener aufgestellten Forderungen an. Der§ 183f behandelt die Konkurrenzlaufel.. Deutschlands Außenhandel im Jahre 1908. Der Wert der deutschen Einfuhr betrug im Spezialhandel des abgelaufenen Jahres 8,7 Milliarden Mark gegen 9 Miliarden im Borjahre, der Wert der deutschen Ausfuhr 6,8 gegen 7,1 Milliarden Mart einschließlich der Edelmetalle und 8,3 gegen 8,7 milliarden der Einfuhr und 6,8 Milliarden gegen 6,9 Milliarden der Ausfuhr ohne Edelmetalle. Bayern auf dem Wege zum Industriestaat. Schon durch die in Angriff genommene großindustrielle Aus beutung der Wafferkräfte gewann Bayern die Aussicht, aus seiner industriellen Stagnation erlöst zu werden. Jetzt hat auch die schwere Industrie dort Lebensmöglichkeit erhalten. Die Zeitschrift„ Stahl und Eisen" berichtet über das Vorkommen von Brauneisenerz- Lagerstätten öftlich von Bamberg in der Nähe des oberfränkischen Städtchens Hollfeld. Sie sind von solchem Umfang und solcher Befchaffenheit, daß sie die größte Aufmerksamkeit erfordern. 25 Normalfelder gleich 50 Millionen Quadratmeter sind der Gewerkschaft Wittelsbach in Hollfeld verliehen. Das Gefamtareal hat außerdem noch 23 Normalfelder. Für die vollsivirtschaftliche Zukunft Bayerns find diese Eisentersfunde bei ihrer Mächtigkeit von nicht untergeordneter Bedeutung. Soziales. Eine Massenstucht von Fürsorgepfleglingen aus der Blohmefchen Wildnis. Anarchistische Zustände herrschen feit dem in Jhehoe verhandelten Im Interesse der Gesundheit und der törperlichen Fortentwidelung der jugendlichen Arbeiter und der weiblichen Ange- Gegenüber der heutigen Rechtslage will die Regierungsvorlage stellten ist ein criveiterter Schutz für diese im Gastwirtsgewerbe die Aenderung, daß die Eingehung eines Dienstverhältnisses bei genau so notwendig, wie in anderen Berufen. Ebenso berechtigt einer Konkurrensfirma nur für 3 Jahre foll verhindert werden ist die Forderung, den minimalen Schuk, den die Bundesrats- tönnen. Ueber diese Zeit hinaus soll die Beschränkung erfolgen berordnung vom 23. Januar 1902 für einen Teil der Angestellten fönnen, wenn dem Angestellten das Gehalt fortgezahlt wird. W DIbringt, auf das gesamte Personal auszudehnen; schließlich ist fenbuhr plädiert für die Streichung der Konkurrenstlaufel, auch das Verlangen nach einem wöchentlich wiederkehrenden Ruhe- denn die Angestellten können durch diese Beengung in der Annahme Mißhandlungsprozeß gegen den Hausvater Colander und dessen Ehetag für alle im Gastwirtsgewerbe tätigen Personen umsomehr einer Stellung schweren Schaden erleiden. Die Konkurrenzklauset frau von der Fürsorgeanstalt Blohmefähe Wildnis" bei Glüdstadt gerechtfertigt, als diesen die sonst fast allen Arbeitern im ist ein Mittel, die Angestellten zu proletarisieren. Wir treiben in diesem Institut. Der zu einer neunmonatigen GefängnisDeutschen Reiche gesicherte regelmäßige Sonntagsruhe gänzlich durch folche Stiaventräge die intelligenten Leute ins Ausland; fie strafe verurteilte Hausvater Colander hatte am Tage nach verfagt ist. fuchen fich dort eine Stellung, die ihnen Gelegenheit gibt, ihre der Verkündigung des Urteils feine Stellung dem Direktorium Die Versammlung gibt sich deshalb der sicheren Grwartung Senninisse zu veriverten. Zum Vorteil der deutschen Industrie der Anstalt gefiindigt, wohl weil er sich durch den Verlauf hin, daß Reichstag und Bundesrat den in der Petition nieder- ist ein solcher Zustand nicht. gelegten Wünschen nachkommen und Gefeße schaffen werden, Schad will. zunächst auch die Beseitigung der Konkurrenz der Verhandlung darüber flar getvorden war, daß seines Bleibens die im Interesse von Leben und Gesundheit Zehntausender und flaufel, beantragt aber eventuell: Die Beschränkung fann als Hausvater der Anstalt doch nicht mehr lange fein werde. deren Familien unbedingt notwendig und unabweisbar sind. nicht auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr von der Be Trotzdem hatte Colander inzwischen Berufung gegen das Urteil eine endigung des Dienstverhältnisses an erstreckt werden." Mana( fri) Iegen laffen, hat es aber vorgezogen, am Montag mit feiner Frau „ Der Verein belehrt, auch unter Verteilung von geeigneten Druckschriften, die Frauen darüber, wie gefährlich es ist, den Kindern geistige Getränke zu berabreichen. Er ermahnt die Frauen, warme Speisen zu bereiten und nicht, was leider hier und da geschieht, die Familie für gewöhnlich auf falte Stüche nebft Bier oder Branntwein zu beschränken. Dieser Rippenstoß der Arbeiterfrauen hatte zur Folge, daß umb dem gesamten Mobiliar die Anstaltsräume zu verlaffen und nach der Frauen nach den Verkröftungen der Kirche auf ein besseres der Bürgermeister in der bürgerlichen Zeitung des Ortes einen dem etwa dreiviertel Stunden entfernten Glüdstadt überzufiedeln, wo Jenseits entgegenarbeiten. Das Geschlecht, das alle Revolutionen gemacht habe, begegne längeren Artikel veröffentlichte, in dem edeldenkende" Frauen er den Berlauf der Angelegenheit abzutvarten gedenkt. Seit dieser Zeit war die Anstalt eigentlich ohne Beaufsichtigung, da auch der Direktor Einwand: die Frau jei so revolutionär. Dabei haben die Frauen verständlich sollten die Frauen nicht, wie dies vielfach in Amerita Zeit war die Anstalt eigentlich ohne Beaufsichtigung, da auch der Direktor dem Verlangen der Frauen nach politischen Rechten auch mit dem zur Bildung eines Frauenvereins aufgefordert wurden. Selbst Colander sen. bereits am vorigen Sonnabend die Direktionsgeschäfte bisher in allen Revolutionen nur in zweiter Reihe gekämpft. Als niedergelegt hatte und voraussichtlich demnächst auch von der Leitung revolutionär verurteile man bei der Frau freilich schon jedes geschehe, den Wirten ins Haus bringen, um ihnen die Gläser, der Landeskorrektionsanstalt zurücktreten wird. Vom Direktorium Heraustreten aus ihrer Sphäre, jedes Abweichen vom Hergebrachten. Flaschen und Fässer einzuschlagen und die geistigen Getränke zunt waren daher nur noch der Bürgermeister Brandes und die beiden Wieweit die Meinung der Männer Frauenkreise zu beeinflussen Auslaufen zu bringen. Der Frauenverein müßte hier auf fanstere Bastoren Holst und Jacobsen übrig geblieben, die aber durch ihre vermöge, das habe sich in neuester Zeit in den abfälligen Urteilen Weise seine Aufgabe zu lösen versuchen und dazu ständen ihm eigenen amtlichen Berufsgeschäfte derartig in Anspruch genommen Suffragettes gezeigt. In längeren Ausführungen verteidigte die eigenen amtlichen Berufsgeschäfte derartig in Anspruch genommen über die lärmende und reklamebafte Agitationsweise der englischen unter anderem folgende Wege offen:" waren, daß fie den Vorgängen in der Anstalt nur wenig Rednerin die Kampfestechnik der englischen Frauenrechtlerinnen, Zeit widmen fonnten, zumal der Auszug des Hausvaters die nach 60jährigem vergeblichen Fordern des Stimmrechts schließ fehr schnell und heimlich vor sich gegangen sein soll. Es lich zur Anwendung starter Mittel gezwungen waren. Die Mehrwaren nur noch 29 Mädchen in der Anstalt verblieben, zahl der Männer und Frauen betrachte diese Stampfesweise als von denen etwa die Hälfte in der Jhehoer Verhandlung als unweiblid), wie alles, was eine Entfernung von dem hergebrachten Zenginnen vernommen worden war. Es scheint fein Zufall zu sein, Ideal der Frauen bedeutet. Solche uralten Anschauungen über daß gerade dieser Teil der Mädchen unmittelbar nach dem Verlassen das, was der Frau ziemt, fänden wir nicht nur bei Konservativen und Klerifalen, sondern auch bei liberalen Männern und selbst bei der Anstalt seitens des Hausvaters die Macht in der Anstalt den Sozialisten. Die Rednerin berief sich hier auf eine angebliche an. fich riß und schließlich durch einen Eflat wieder die Aeußerung der Genossin Zetkin, ohne anzuführen, wann und wo allgemeine Aufmerksamkeit auf die Anstalt lenkte. Denn nach fie getan wurde. Frl. Dr. Schirrmacher sollte eigentlich wissen, Soweit das Rezept des sorglichen Bürgermeisters, der sich dem es ihnen am vorgeftrigen Mittwochvormittag gelungen war, daß teine Partei außer der sozialdemokratischen die Frauenstimm die Schlüffel zu den Kleiderkammern zu erlangen, fleideten rechtsforderung rüdhaltlos vertritt, daß die Sozialdemokratie seit 34 folgender Anschauung bekennt: Die Lehre, die Trunksucht sei sich zwölf Mädchen dort vollständig um, ließen ihre aus einem ihrem Bestehen die Abschaffung aller Geseke, welche die Frau eine Folge des sozialen Glends, erweist sich als eine Irrlehre. Das blaupunktierten hellen Stleide und einem schwarzen mit grünem über benachteiligen, in ihrem Brogramm fordert und überall, wo und die Trunksucht wieder hat ihren Grund in Genußsucht, Leichtin öffentlich- und privatrechtlicher Beziehung dem Manne gegen- foziale Elend ist vielmehr hauptsächlich eine Folge der Trunksucht Band versehenen Hut bestehende Anstaltskleidung zurück und es ihr möglich ist, die Gleichberechtigung der Frau auch praktisch finn und Charakterschwäche. Mancher eben ist der Sklave feiner marschierten im 8uge unter Sang und Klang zum durchführt. Daran ändert nichts, daß vor Jahrzehnten, als die Leidenschaft und für die Selbständigkeit und Freiheit nicht geboren. Zore der Anstalt hinaus. Die Verblüffung in der Anstalt Sozialdemokratie noch in den Kinderschuhen stand, vereinzelt rüd- Jhm bietet die Jrrlehre eine willkommene Entschuldigung." über diesen weiblichen Reservistenauszug war zunächst so groß, ständige Meinungen laut wurden. daß niemand an eine Verfolgung der Flüchtigen dachte. Im Laufe des Nachmittags marschierten dann weitere sechs Mädchen ungehindert davon, so daß nur noch zwölf in der Anstalt verblieben. Nach einer Meldung aus Glückstadt find von den entflohenen Mädchen noch am Abend zehn wieder ergriffen und eingeliefert worden. Aus der Frauenbewegung. " Die Vortragende bemerkte, der Frau gebühre das Stimmrecht, ganz gleich, ob sie im konservativen oder revolutionären Sinne davon Gebrauch machen würde. Ein politisches Recht könne teine Belohnung für eine politische Meinung sein. Der Frauenverein kann den Trunksüchtigen felbst auch ermahnen und, sofern er sich unzulänglich eriveist, der Behörde ein strenges Borgehen( Aufnahme in die Säuferliste, Strafen, Unterbringung in einer Arbeits- oder Besserungsanstalt, Entziehung der väterlichen Gewalt usw.) crmöglichen." Wollten wir boshaft sein, würden wir sagen, der Alkoholdusel müsse die Entschuldigung für des Bürgermeisters Irrlehre abgeben. Doch der Herr meint es vielleicht gut, er zeigt aber mit seinen Behauptungen, daß er nicht weiter sicht als seine Nasenspike reicht. Leseabende am Freitag, den 22. Januar. In der langen und sehr lebhaften Diskussion zeigten vor allem einige bürgerliche Redner, daß sie von einer vorurteilsfreien WürWollen die Frauen wirksam den Schnapsteufel bekämpfen und digung der Forderung des Stimmrechts für die Frau noch sehr dadurch Licht und Sonne in ihr ärmliches Proletarierheim tragen, teit entfernt waren. Von den Frauenrechtlerinnen fielen be- so müssen sie sich an der modernen Arbeiterbewegung beteiligen. geisterte Worte der Anerkennung über die Leistungen der englischen Denn nur durch die sozialistische Aufklärung und den endlichen Suffragettes. Aber weder in dieser, noch in irgendeiner anderen Sieg des Sozialismus wird auch die Schnapspeft beseitigt, frauenrechtlerischen Versammlung haben wir ein verurteilenbee Wort darüber gehört, daß die Suffragettes die Vorteile einer ErDie Fran ist so konservativ, die Frau ist so revolutionär. weiterung des Wahlrechts lediglich ihrer Klasse zuschanzen wollen, Kein Die Stichhaltigkeit dieser beiden gegen das Frauenstimmrecht indem sie für ein beschränktes Damenwahlrecht eintreten. erhobenen Argumente beleuchtete die bekannte Frauenrechtlerin Wörtchen der Kritik von Seite jener Führerinnen der linksstehenden Rummelsburg, bei Tempel. Vortrag der Genoffin Baadež Dr. Ratbe Schirrmacher- Baris in einer Versammlung bürgerlichen Frauenbewegung, die doch auf das allgemeine, gleiche, Bankow, bei Abendroth, Mühlenstraße 31, der Charlottenburger Ortsgruppe des Vereins Frauenwoh!". geheime und direkte Wahlrecht eingeschworen zu sein vorgibt. Solche Die Referentin bertrat den Standpunkt, daß besonders der Ein- Infonsequenzen gehören aber zum Wesen des bürgerlichen Frauenwand, die politisch rüdständigen Frauenschichten würden die Macht Radikalismus. des protestantischen oder katholischen Klerikalismus verstärken helfen, unhaltbar sei. Wo das Frauenstimmrecht bisher durch) gedrungen seis in Australien, in Finnland und Norwegen, nirgends habe man in seinem Gefolge ein Anschwellen der Kirchlichkeit bemerkt. Dagegen sei es doch eine Tatsache, daß in anderen Län dern ohne Frauenwahlrecht z. B. Zentrum schon Trumpf gewesen sei. Im übrigen habe man es in der Hand, die Anziehungskraft des Klerifalismus für die Frauen dadurch zu paralysieren, daß man von ihm lerne, wie die Frauen zu interessieren und zu organi sieren seien. Indem man ihnen eine freiere Stellung in der Gesellschaft gebe und ihnen das Leben hier auf Erden reicher und vertvoller gestalte, werde man am besten dem überspannten Drang Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 22. Januar. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Bajazzt. Bersiegelt. Königl. Schauspielhaus. Mrs. Dot. Deutsches. Revolution in Strähwintel. Rammerspiele. conda. Anfang 8 Uhr. Reues. Die fremde Frau. Anfang 8 Uhr. La GioLeffing. Der Bund der Jugend. Berliner. Einer von unsere Leut'. Neues Schauspielhaus. Rabagas. Kleines. Moral. Komische Oper. Hoffmanns Era zählungen. Sebbel. Die Revolutionshochzeit. Luftspielhaus. Die deutfchen Klein ftädter. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller 0. Walterbeutel.) Das Opferlamm. Sch ner Charlottenburg. Dic Zwillingsichwester, Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Sonnabend und Mittwoch nachm. 4 Uhr fleine Breise: Dornröschen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Freitag, den 22. Januar, Anf. 8 Uhr: König Christian II. Sonnabend: König Chriftian II. Sonntag nachm. 3 Uhr: Madame Sans- Gêne. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Leut'. Morgen: Einer von unsere Leut'. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Kümmere Dich um Amelie." Schwant in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen u. folgende Tage: Kümmere Dich um Amelie. Ein Bürgermeister als Frauenerzieher. Der Bürgermeister eines Industrieortes im Bergischen Lande fühlte sich vor kurzem als Anwalt der Schnapsbrenner, indem er eine vom Kartell der freien Gewerkschaften geplante Verbreitung einer Broschüre über den Alkoholmißbrauch verbot und über ben Plan der Gewerkschaften noch eigenartige Wize riz. Darauf schrieben ihm einige Arbeiterfrauen einen Brief, worin sie ihm zu Gemüte führten, daß er als Vater der Stadt doch wohl auch einiges Interesse an der Einschränkung des Alkoholmißbrauchs haben müsse. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Freitag, abends 8 Uhr: Das Opferlamm. Schwant in 8 Aufzügen von Oskar Walther und Leo Stein. Sonnabend, abends 8Uhr: Komtesse Guckerl. Sonntag, nadm. 3 br: Ein Volksfeind. Sonntag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. MassaryHolden Perry Bender Giampietro Kettner Pfann Thielscher. Schiller Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Ubr: Die Zwillingsschwester. Quitspiel in 4 Aufz. von Ludwig Fulda. Sonnabend, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Sonntag, nach m. 8 Uhr: Julius Cäsar. Sonntag, abends 8 Ubr: Monna Vanna. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 24. Januar 1909: Cornelins Voß. Luftspiel in 4 Alten v. F. v. Schönthan. Anfang 7%, Uhr. Dollo Passage- Theater. Theater Abends 8%, Uhr. Sonntag, 24. Jan., nachm. 3 ur: Onkel Casimir. Friedrich Wilhelmstädt. König Der Floh im Ohr. Christian II. Weften. Der tapfere Soldat. Thalia. Meister Tutti. Quisen. Uhr: Ab 8 Uhr: Lustspielhaus. Das Attraktions- Programm. II. a.: Abends 8 Uhr: Das Mädchen auf Srr- Die glücklichste Zeit. wegen. Trianon. Der Satyr. Nenes Overetten. Die Dollar. prinzeffin. Berliner Operetten- Theater SW. Das Himmelbett. Bernhard Noie. Brüderlein fein. Gastspiel Theater. Der Pfennigreiter. Hebbel- Theater Königgräßer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Revolutionshochzeit. Neues Operetten- Theater. Schiffbauerdamm 25, a. b. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Operette in 3 Aften von Leo Fall. Bürgerl. Schauspielhaus. Der Königsleutnant. Bindelbands. La belle Alexia. Les Pollos. X? Pilu? Les fleurs Polonaises. Internationales Radrennen. WING BARTEN Beispielloser Erfolg! Fragson Dntel Stafimir. Spezialitäten. Gastspiel- Theater( der polyglotte Vortragskünstler am tadel- Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Klavier in seinem Repertoire. Der Pfennigreiter. Olga Desmond Metrovo. Donnerwetter Ios. Wintergarten. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Pasage. Spezialitäten Rafino. Rußland. Spezialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Lustige Ehemann.( Anf. 8 Uhr.) Behrens. Gustav Pantoffel a11 die Berühmtheit Willi Agoston in der tollen Burleske Berlin im 2.5 L.L. ( Berlin im lenkbaren Luftschiff) .: und das grandiose:: Januar- Programm, 10 erstklass. Nummern: Passage- Panoptikum. New! Neu! Ein Stündchen im Himmelreich. Gr. Ausstatt.- Feerie im Festsaale des Zwischengeschosses Die singenden Engelsköpfchen. Mysteriöse Illustrationsvorst. Das Bärenweib, Luisen- Theater, der Schönheitsabende ebend. Abends 8 Uhr: Der blutige Das Mädchen auf Irrwegen. mauer, Harlekin und Puppe". Sonnabend nachm. 4 Uhr KinderSpezialitäten. infang 8 Uhr Parodie. 2 × 3-7. Die Zauberflöte. Anfang 8%, Uhr. Urania. Zaubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Reiseerlebnisse der Zentralafrita- Erpedition. Steinarte, ubabent. 57/62. vorstellung: Frau Holle. Abenbs: Der fliegende Berliner. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Kinder des Stapitän Grant. Abends: Das Mädchen auf Zrrwegen. Montag 8. erstenmal: Der Mann mit den vier Frauen. Neues Theater. DERNHARD ROSE THEATED Zum Besten der in Meifina Berunglüdten: Zum erstenmal: Die fremde Frau. ( La femme X...) Morgen und folgende Zage: Die fremde Frau. Sr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Brüderlein fein. Bochentagspreise. 4 Sonnabend nahm. 4 Uhr: Robinson Crusoe. Abends: Brüderlein fein. in ihren neuen Tanzweisen sowie das übrige von Publikum und Presse glänzend beurteilte Januar- Programm. Sonntag, den 24. Januar: Nachmittags- Vorstellung. Kleine Preise! Anfang 3, Uhr! Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß: Der Kompagnieball Militär. Humoreste von Meyfel. Anfang wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Alles ohne Extra- Entree. Berfammlungen Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 25. Januar, 8% Uhr, im Neuen Klubhaus", Kommandantenstraße 72. Vortrag: Die Arbeiterin als Hausfrau und Mutter." Referentin: Louise Bieg. Gäste willkommen. Sonntag, den 31. Januar. 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Beethoven- Abend". Gesang und Klavier: Dr. Hirschberg. Nachher Tanz. Sonntag, den 28. Februar, in Stellers Festsälen, Stoppenstraße, Zehntes Etiftungsfest. Hestrede: Clara Bettin. Mitwirfung des Boltschors unter Leitung des Herrn Dr. Zander. Billetts à 50 Pf. im Verein, Zahlstellen und Abendkasse zu haben. Urania. Walhalla Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Oberleutnant Max Weiß: Meine Erlebnisse auf der Zentralafrikanischen Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die beiden Bindelbands und der neue Künstlerteil Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Bum 1. Male: Der Königsleutnant. Lustspiel in 4 Aften von St. Guztow. Anfang 8 Uhr. Morgen Sonnabend, 23. Januar: Großes Alpenfest. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Buntes Programm. Hierauf: Rußland. Sensationelle Novität von Norden. W. Noacks Theater Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Direttion: Rob. Dill. Srumentz. Der größte Lacherfolg der Sationalast- Theater Einer von unsere feat. Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Boltstid mit Gefang und ans. Das Monstre- Januar- Programm. F. Gluth mit eigenen Liedern zur Laute als Ga ft. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf: Sonnabend Extravorit: Uriel Acosta. Folies Caprice. 8um 43. Male: Ein lediger Ehemann. Anfang 8, Uhr. 12 Attraktionen 12 unter anderem: Sign. Milano Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: Großartiges Spezialitäten- Progr. Der Radfahrer Dieck, it. a. Salto Mortale über eine mit Berfonen besetzte Droschke. Jm Tunnel: Bockbierfest. Regimentskapellen etc. Theater besucher haben freien Eintritt. Brunnen- Theater Babstraße 58. Direktion: Willi Voigt. Freitag, den 22. Januar 1909: Bocksprünge. Schwant in 8 After von P. Hirschs berger und C. Straag. Kaffenöffnung 7 Uhr. Auf. 8% Uhr. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Stets neues aktuelles Programm. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Variété- Brillant ( City- Passage) Dresdenerst. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich Intern. Ringkampf- Konkurrenz um den goldenen Meisterschaftsgürtel von Berlin und M. 1500 in bar. Borh. b. großart. Spez.- Progr. Anf. 8, Beg. d. Ning!. 9%, Uhr. Entree 50 P1., ref. Play 1,-. Königstadt Kasino. Holzmarftstr. 72. Täglich: Konzert, Theater und Spezialitäten Vorstellung. Auftreten eritflaffiger Sträfte. Franz Sobanski Chiggi Chigetth. Joe de Diaz Lola Estrella. Jim und Jam. Riesen- Erfolg! Liebfrauenmilch. Operette in 1 ft. Prima Ballerina vom Scala- Theater Auf. d. Borst. 8, Sonntags 6 h in Mailand. Am Brunnen vor dem Tore. Berliner Bollsstüd mit Gelang in 1 Att. Familienfarten, halbe Freife, wochentags überall gratis." Fellx Soheuer U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. XIV. Saison! Zirkus Busch. Freitag, 22. Januar 1909, abends präz. 7, Uhr: Große Vorstellung. Um ca. 9, 11hr: Die neueste Ausstattungs- Pantom. Besonders Auswanderer! hervorzuheben: Strandung eines Ozeandampfers. Lebendig begraben. 2 Meter unter der Erde. Miß Surajah, d. weibl. Fakir! Neu! Neu! Die Grunathos. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theatersaal Moabits. Alt- Moabit 48.( Tel. II 2492.) Sonntag, den 24. Januar 1909: Das Lörle aus dem Schwarzwald. Zirkus Schumann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag, abends 7: Großes Gala- Programm. Einzig dastehend ist der Chimpanje ,, Paet" als Kunstradfahrer. Das borende Känguruh. Das Beste vom Besten. Die Pracht: Pantomime Der SeeSchauspiel in 5 Atten von Charlotte räuber ,, Golo" und MädchenBirch- Pfeiffer. Anf. d. Vorst. 7, Staffenöffnung 6 Uhr. Konzert 62 Uhr. Nach der Borstellung: Tanz. Vorverkauf von 10-1 Uhr mittags im Theater- Restaurant. Montag, 25. Januar: Soiree der Lustigen Sänger. händler. Sonntag: 2 gr. Vorstellungen. Berliner Eis- Palast Täglich geöffnet von morgens 10 1hr bis nachts 12 Uhr. Konzertu Kunstlaufen Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptburean: Hoj I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Achtung! Kammacher! Achtung! Montag, den 25. Januar 1909, abends präzise 8%, Uhr: Branchen- Versammlung der Kammacher und aller in der Zelluloid- Haarschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 8). Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Der sehr wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 78/1 Die Kommission. Verband der Lagerhalter und Lagerhalterinnen Deutschlands. Bezirk Berlin und Umgegend. Sonntag, den 24. Januar 1909, nachmittags 1 Uhr: Konferenz der Provinz Brandenburg im Gewerkschaftshause Berlin, Engelufer 15( Saal 8). Zages Ordnung: Treue Welt Hasenheide 108-114. Täglich: Bockbier Fest in den bayrischen Alpen Baron Muckls Bauernkapelle. 30 echte bayr. Madl. Sensationelle Dekoration. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Gustav Verband der Portefeuiller. Zahlstelle Berlin. Am Dienstag, den 19. d. M., verstarb nach kurzem Krankenlager unser Mitglied, der Portefeuiller Karl Kühn im Alter von 29 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 22. d. M., nach mittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 109/2 Die Ortsverwaltung. Am Mittwoch, den 22. d. Mts., vormittags 8 Uhr, entschlief nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser Herzensguter Bater, Bruder, Steager und Dnkel, der Gastwirt Balduin Franke Neue Grünstr. 39 Behrens- im 56. Lebensjahre. Theater. Goltzstr. 9. Das vollständig nene Karneval Programm! Der blutige Pantoffel an der Kirchhofsmaner. 1. Die Unterſtüsungseinrichtungen in unserem Verbande. Harlekin und Puppe" Referent: Kollege Döhnel- Leipzig. 2. Verschiedenes. Zu dieser Konferenz sind die Kollegen und Kolleginnen sowie die Berwaltungen sämtlicher Konsumvereine der Provinz Brandenburg freundlichst eingeladen. Gäste willkommen. J. A.: H. Lammé, Berlin- Nirdorf, Steimmeßstr. 51, III. Sonntag, den 24. Januar 1909, vormittags 10 Uhr: 280/16 Versammlung der Eisen-, Metall- und Revolverdreher in den Musiker- Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 18m. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Scheffler- Dresden: wirken hemmend auf unsere Bewegung ein?" 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Welche Ursachen 2. Diskussion. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir vollzähliges Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Sonntag, den 24. Januar 1909, vormittags 10 Uhr: Branchen- Versammlung aller in der Metall- und Eisenindustrie beschäftigten Maschinen- Arbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 1). Tages- Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Wissel:" Die Entwickelungstendenzen der modernen Technik". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. In Anbetracht des sehr lehrreichen und für unsere Branche ganz besonders wichtigen Vortrages erwarten wir, daß alle Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser, Schnittarbeiter, Stanzer, Zuschneider, an Stoß- und Ziehwerken Beschäftigte, sowie Presser zu dieser Bersammlung erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Montag, den 25. Januar 1909: Bezirks- Verfammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: 1. Osten- Lichtenberg u. Stralau- Rummelsburg: Prachtsäle des Ostens, Frankfurter Allee, abends 8, hr. 2. Weißensee: Roßkopf, Königchauffee 38, abends 8 Uhr. 3. Süden: Urania, Wrangelstraße 11, abends 8 Uhr. 4. Rixdorf: Thiel, Bergstraße 152, abends 82 Uhr. abends 8, Uhr. 5. Westen- Schöneberg: Zühlke, Dennewigstraße 13, 6. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstraße 3, abends 8 Uhr. 7. Moabit: Prachtsäle Nordwest, Wiclefstraße 24, abends 8, Uhr. ( Bericht der Bezirksleitung und Neuwahl derfelben.) 8. Norden: Bockbrauerei, Chauffeestraße 64, abends 8 Uhr. abends 8 1hr. 9. Norden: Obiglos Festsäle, Schwedter Straße 23, 10. Norden: Frankes Festsale, Badstraße 19, abends 8, ihr. 11. Oberschöneweide: Wilhelminenhof, Wilhelminen. 12. Köpenick: Gesellschaftshaus, 82, abends 6 Uhr. Friedrichshagen, Friedrichstraße 69, abends 8 1hr. abends 8%, Uhr. 13. Groß- Lichterfelde: Warendorf, Bäfestraße 22, 14. Spandau: Böhle, Savelstraße 20, abends 8 Uhr. 15. Tegel: Trebesch( früher Trapp), Bahnhofstraße 1, abends 6 Uhr. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Beratung der Anträge zum Verbandstag in Hamburg. Ohne Mitgliedsbuch hat niemand Zutritt. Bahlreicher Besu wird erwartet. Metallarbeiter- Notizkalender 1909, Stück 60 Pf., sind im Bureau zu haben. Die Vertrauenspersonen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Legitimationskarten zur Generalversammlung für das Jahr 1909 verschickt worden sind. Diejenige Vertrauensperson, die bis zum 23. Januar nicht im Besitz einer Karte ist, hat dieselbe unter Angabe ihrer Per sonalien und des Betriebes, in dem fie als Vertrauensperson fungiert, in unserem Bureau, Charitéstr. 3, zu reklamieren. 110/13 Die Ortsverwaltung. Grand- Hotel- Festsäle Am Alexanderplatz. Täglich B. Jehmlich. und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. 6426 Dies zeigen, um stille Teilnahme bittend, tiesbetrübt an Adelheid Franke geb. König. Artur Franke. Willy Franke. Luise Behrens geb. Franke. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 23. d. Mts., nachmittags 23 Uhr, von der Leichenhalle des neuen LuisenKirchhofes, Rigdorf, Hermannam traße 186-190, aus ftatt. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. am barlottenburg Prinzenstr. 41, Micha Moritzplatz, F.Kunstmann Wallstr.1 10-2.5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Moderne Uhren u.Goldwaren Wir haben eine Reihe Bände bon Reclams Offeriere in nur frischer, schöner Ware, solange Vorrat reicht: Hasen, Bier- Kabarett. Interhaltungs- Bibliothek sauber gespickte, von 3-4 M. Anfang 9 Uhr. Brauerei Friedrichshain Heute sowie täglich( außer Sonnabends): Große Münchener Bock- Feste Der berühmteste Festwirt Schorsch Ehrengruber aus München mit seiner Truppe( 60 Mitwirkende). Bedienung: 30 Bayr. Mad'In. Schönste Alpendekoration. Houte Freitag, Das große Pferdewettrennen. d. 22. Januar: 6 Geldpreise Anfang& Uhr. 100 M. bar. Entree 20 Pf. für Reise und Haus am Lager, die wir zu herabgeseztem Preise veräußern. Die Bände enthalten Romane, Novellen, Erzählungen 2c. der verschiedensten Autoren. Preis pro Band gut kartoniert statt 50 Bf. lllr 40 f. Expedition des Vorwärts BERLIN SW. Lindenstr. 69, Laden. Große Feiste Rehrücken. Wilde Kaninchen . . 5,- M. 6,50, 1,10, Gänse, nur frische, junge, zarte, von 7-14 Pfd., à Pfd. 65 u. 70 PL Gänserümpfe, 12 Gänse. Enten, fleischvoll und fett, von 2,50 M Hühner Fette Suppenhühner, junge Brathühner, in ganz besonders schöner 29/ 20* Schöne 2 Zim.- Wohnung., Auswahl. Balf., Sparrstr.13 air, Stammer sof.billig. Wegner, SO., Mariannenstr. 34. H. Greifenhagen Nachfl. Freitag und Sonnabend Brunnenstrasse 17-18 Freitag und Sonnabend Billige Lebensmittel Delikatess- Kassler Pfund 85 Pf. la Apfelsinen 10 Stück • 22Pf. ca. 2 Pfund incl. 45 Pf. la Räucher- Lachs Stacken 80 Pr. Mandarinen Markttasche... Pfund Prima Spitzbeine 25 Pf. Prima Eisbeine Pfund Prima Pökelrippen 40 PL Pf. 60 Pf. WienerDampfwurst 75 Pr. Pfund feinste Pfund Pf. Pfund Pa. Cervelatwurst.. Pfd. 1.15 Pf. Pa. Salamiwurst... Pfd. 1.15 ff. Leberwurst..... Pfd. 95 Pt. Pa. Landleberwurst. Pfd. 85 Pf. ff. Hallesche Leberw. Pfd. 95 Pt. Pa. Zwiebelleberw.. Pfd. 45 Pf. Hausmacher- Blutw. Pfd. 48 Pt. Pa. Fleischwurst... Pfd. 95 Pf. Westfäl. Mettwurst. Pid. 95 Pf. Braunschw. Mettw.. Pfd. 95 Pf. Berliner Mettwurst. Pid. 70 Pt. Polnische Bratwurst Pfd. 90 Pf. Wiener Würstchen 25 Pf. feinste*** Paar Pa. Schinkenspeck In u. 2 Stücken..... Pfund 95 Pf. Kakao- Schokolade Haushalt- Kakao Feinster Kakao... Pfund Pf. Pf. 80 ...... Pfund 95 Pf. Hafer- Kakao......... Pfund 75 Haushalt- Schokolade.. Pfund Pa.Gänse- Pökelfleisch 63Pt. Pfund Gebrannte Kaffees Prima Auslese...... Pfund 38 Pf. Haushalt- Mischung Feinster Stonsdorfer/ FI. 95 Pf. Feinst, alter Portwein, Fl. 95 Pf. Feinster Eier- Cognac/ FI. 95 Pf. Cognac Mercier la Roche 1, FI. 95 Pf. ca 5Pfd. ca. 1 Pfd. Dose... Melange- Marmelad... 95 Pf. PrimaPflaumenmus d. 95 Pf. Feinstes Apfelkraut 38 Pf. Metzer Mirabellen/ Dose 68 Pt. Birnen weiss.... Dose 65 Pf. Heidelbeeren.. Dose 60 Pf. Pflaumen sauer u süss, Dos 45 Pt. Pa.Schnittbohnen, D.28.32 Pt. Käse 1 Feinster Brie- Käse... Pfund 55 Pf. Prima Schweizer- Käse. Prund Pf. Prima Kaiser- Käse *** 12 Pfund 48 pf. ½ **** 2 **** Victoria Mischung.. Wiener Mischung. Pf. 75 Pt. Pa. Suppenhühner Stück. 70 Pf. Schachtel 10 25 Pf. Pf. Pfund 53 pe Pfund 58 Pr. Feinster Ramatour Stück 65| Grosser Blumenkohl 18. 165 Kopf.. Pa. Backpflaumen Pfund.. 15PT. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Sinaer& Co. Berlin SW Kr. 18. 26. Jahrgang. 3. KnlW In Jormärtü" Kerliim|lolli«blnlt. kreitstg, 22. lötmot WS. Huf zum Protelt gegen den besbUchtigtei» lliandatsraub! Achtung! Am Sonntag, de» 24, Januar 1909, mittags 12 Uhr, finden in Berlin und einer Reihe Vororte Masseuversammlnttgen statt, welche sich mit dem Thema: „Freies Wahlrecht oder Mandatskasfierung und Ausnahmegesetze" beschäftigen. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen, sür Massenbesuch zu agitieren! Der Aktions-Ausschuß. Partei-)Zngelegendeiten. Schöncberg. Am Freitag, den 22, d. M,, findet im Lokal von I. Wieloch. Grunewaldstr. l>0, die Fortsetzung der DiSkuision über das Kommuni st ische Manifest statt. Die Mitglieder werden ersucht sich zahlreich daran zu beteiligen. Der Vorstand. Reinickendorf. Die Gemeinde-Wählerlisten liegen aus an Wochenlagen von 9—3 Uhr, an Sonntagen von 9— b'/z und von Uhr im Rathaus, Zimmer 11. Zossen. Wir machen nochmals auf die am S o n n t a g, den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr. im Lokale des H, Kurmer statt» findende Generalversammlung des WadloeremS auf» nierlsam. Die Mitglieder werden geben, ihre Mitgliedsbücher mit» zubringen._____ ßerltner JVachncbten. Die Stadtverordneten hatten gestern eine Sitzung von nur mäßiger Dauer, obwohl aus der Tagesordnung manches Wichtige stand. Ucber den Entwurf zum Schtllerpark, der von dem Ausschuß mit erfreulicher Schnelligkeit durchberaten worden war, brauchte nicht mehr debattiert zu lverden. Nur Herr Cassel glaubte, noch eine Überflüssige Rede halten zu sollen. Nachdem er diesen, Bedürfnis Genüge getan und Bürgermeister Reicke ihm geantwortet hatte, wurde der Entwurf in endgültiger Fassung angenommen, so daß nun in Kürze an die Ausführung wird herangegangen werden können. Zu einer kurzen Debatte über die wirtschaftliche Lage der Markthallen kam es aus Anlaß des Ma» gistratsantrages, die Standgeldermäßigung wieder auszuheben, die für einige besonders schlecht besetzte Markthallen versuchsweise bewilligt worden war. Namens der sozialdeniokratischen Fraktion setzte Genosse Hintze auseinander, daß in manchen Stadtteilen eine Hebung des Geschäftsverkehrs der Markthallen init keinem Mittel zu erreichen sein wird, so daß man sich dazu wird entschließen müssen, diese Hallen ganz aufzugeben. In dem Ausschuß, dem der Antrag des Magistrats überwiesen wird, wird diese Angelegenheit voraussichtlich noch eingehend er» örtert werden.» Ein ansehnliches Bündel üzn Entwürfen zu Bauten auf den Rieselgütern wurde gleichfalls einem Aus- schuß überwiesen. Dort sollen einmal die von der Kanali» sationSdeputation vorbereiteten weitausschauenden Pläne zur intensiveren Nutzbarmachung der Nieselgüter in ihrem Zusammenhange geprüft werden. das war die Meinung aller Gruppen der Versammlung. Im „Vorwärts" sind kürzlich diese Pläne bereits angedeutet word-'n. Den Schluß der Sitzung bildete die Beschlußfassung über die Vorlage, durch die der Magistrat für die Aus» s ch m ü ck u n g der„Linden" aus Anlaß d e S B e» fucheSdesKönigsvonEnglandM WO M. forderte. Die Summe wurde bewilligt, wie zu erwarten gewesen war. Dem Beschluß ging aber noch eine Debatte voraus, und das Interessante dabei war, daß sie nicht, wie es bei anderen Gelegenheiten dieser Art geschehen iit, in den geheimen Teil der Sitzung verlegt, sondern in voller Oeffentlichkeit geführt wurde. Gegen den Antrag des Magistrats stimmte nur die sozialdemokratische Fraktion. Genosse Singer gab die Erklärung ab, daß man diesen Besuch des Königs von England als ein erfreuliches Ereignis ansehen könne, sofern man sich hiervon eine Förderung der freunvlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen verspreche. Aber daö könne die sozialdemokratische Fraktion nicht hindern, nach wie vor aus prinzipiellen Gründen sich dagegen zu wehren, daß Mittel der Stadt hergegeben werden, fürst» liche Gäste zu bewillkommnen, deren Besuch dem Träger der Krone und nicht den Vertretern der Stadt gilt. Die Redner aller übrigen Fraktionen bekundeten rückhaltlos ihre Bereit- Willigkeit, den Stadtsäckel zu erleichtern, damit das höfische Fest zu einem möglichst eindrucksvollen sich gestalte. Herr Cassel meinte, in Berlin sei man bei solchen Gelegenheiten noch nicht mal so devot wie in London. Als er sagte, daS aufgewendete Geld komme ja doch hauptsächlich den Ar» beitslosen zugute, antwortete ihm aus den Reihen der sozial- demokratischen Fraktion eine Lachsalve, in die das Tribünen- Publikum verständnisvoll einstimmte. Wieviel da in den Taschen der Unternehmer hängen bleibt, davon sprach Herr Cassel nicht. Aus den Ausführungen, mit denen der Ober- bürgern, ei st er Kirschner der Debatte einen Abschluß zu geben gedachte, wurde klar, daß der Berliner Stadtfreisinn mit Vorbedacht zum Fenster hinaus geredet hatte. Die Wir- kung dcr� oberbürgcrmeisterlichen Ansprache wurde nur dadurch ein wenig beeinträchtigt, daß Herr Cassel selbst- verständlich wieder noch das allerletzte Wort haben wollte, diesmal zum Verdruß seiner eigenen Freunde. Mit den W Proz. Gemeinbrstruerzuschlag. die Charlottcnburg und Schöneberg in diesem Jahre erheben wollen, soll ei nichts fein. Soweit Charlottenburg in Frage kommt, soll es großer Mühe be. dürfen, mit dem bisherigen Steuersatz von Ivo Proz. auszu» kommen. Auch der Schöneberger Magistrat hat noch keine Be- schlüsse gefaßt. Das Gleisdreieck der Hochbahn wie die Versuchseinrichtunocn wurden gestern vom Minister der öffentlichen Arbeiten, dem Prasi- denken der Eisenbahndirektion und Vertretern des Polizeipräst- denken besichtigt. Die Vcrsuchseinrichtungen sollen die Züge gegen Ucberfahren auf„Halt" stehender Signale sichern. Die vorgeführte Einrichtung im Gleisdreieck besteht darin, daß bei Haltstcllung des Signals ein Auslegearm bis nahe über das Wagcndach herab- gesenkt wird. Falls nun ein Zug das Haltesignal überfahren sollte, so trifft der genannte Auslegearm eine Spreize, durch deren Be- seitigung ein Kontakt geschlossen wird, bei dann die sämtlichen Brenisventile des Zuges betätigt. Bei der gestrigen Vorführung funktionierte die Einrichtung zur Zufriedenheit, so daß voraus- fichtlich deren dauernde Beibehaltung im Gleisdreieck genehmigt werden wird. Neue Verhandlungen zwischen Zoo und Aquarium. Die Frage der Erhaltung deS Berliner Aquariums beschäftigt zurzeit nicht nur den Magistrat und die Stadlverordiietenversaminlung, sondern ist auch Gegenstand eifriger Beratungen im Kultusministerium wie im Finanzministerium. Beide Behörden wollen Schritte tun, damit auf Grund neuer Vorschläge die Verhandlungen zwischen der Zoologischen Gartengesellichast und dem Berliner Aquarium wieder aufgenoinnien werde» können. Die Direktion des Zoologischen Gartens soll bereit sein, wieder in Verhandlungen einzurreten, doch besteht sie mit Rücksicht auf die nahende Generalversammlung aus ihren alten Forderungen. LessinghauS-Museum. Heut, Freitag, am 189. GeburtS- tage Lessings, wird daS LessinghauS-Museum, wie jeden Sonnabend, von 3— 6 Uhr geöffnet sein, ebenso Montag, den 2S., dem Tage der Enthüllung des Moses Mendels so Hn-Denk- m a l s. Von dem Philosophen besitzt das Museum eine schöne, von R. Marcuse, dem Schöpfer des Denkmals, stammende Porträtbüstc in Marmor. Die Bildersammlung wurde neuerdings vermehrt durch eine wohlgelungene Kopie des Grassschen Ekhof- Porträts von Wolfgang Kronsbein. Der Eintritt ist frei. „Der Dienstboten Leid und Freud" hieß das Thema, über welches Genossin Luise Zietz am Mittwochabend in einer öffentlichen Dienstbotcnvcrsammlung sprach, die im Westen Berlins, im Lokal„KönigShof", Bülowstraßc, stattfand. Die Rednerin be- leuchtete die Stellung der Dienstmädchen in rechtlicher, ge- sellschaflicher und wirtschaftlicher Beziehung. Sie kennzeichnete die Gesindeordnung als Ausnahmerccht und nannte das Dienstbuch den eigenen Steckbrief, den jedes Dienstmädchen mit sich herumtragen muß. Dem Wortlaute nach mag die Gesinde- oibnung den meisten Herrschaften und den Mädchen unbekannt sein, aber diese„Ordnung" ist schon so tief in das allgemeine öicckitsbcwußtsein eingedrungen, daß gerade die Dienstmädchen gc- sellschastlich sehr niedrig eingeschätzt werden. Und das ist nicht zum geringsten ein Grund für die oft beklagte Dienstbotennot. Daß die Abneigung gegen den Dienstbotenberuf immer größer wird— abgesehen von Zeiten wirtschaftlicher Krisen wie gegen- wärtig—, ist als ein deutliches Zeichen des wachsenden Persön- lichkeitSbewußtseinS der Mädchen freudig zu begrüßen. Lieber wollen sie sich schwer plagen in einer Fabrik, nur nicht als das gering geschätzte„Gesinde", als Dienstmagd in sklavischer Ab- I?ängigkeit von der Herrschaft leben! Und dazu kommt noch die schlechte wirtschaftliche Lage der Dienstboten. Wie niedrige Löhne da gezahlt werden, wie unwürdig oft die Behandlung ist, welche schlechte Kost den Mädchen geboten wird, wie mangelhaft gewöhn- lich der Schlafraum ist. wie ausgedehnt die Arbeitszeit, das alles schilderte die Rcdncrin in anschaulicher Weise und wurde dabei häufig von beistimmenden Zurufen unterbrochen. Sie erläuterte dann die Forderungen der Mädchen, die sich zu festen Vereini- gungen zusammengeschlossen haben und betonte die Notlvendigkeit, diesen Organisationen, die in vielen Städten schon gegründet worden sind, und den Verband der Hausangestellten Deutschlands bilden, beizutreten. Rur durch die Be» strebungen dieses Verbandes wirb es endlich gelingen, aus der unterdrückten Dienenden die freie häusliche Arbeiterin zu machen. Der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. Eine kurze Diskussion entspann sich, in der auch eine Russin auftrat und die Leiden der Dienstmädchen in ihrer Heimat schilderte. Genossin Kühler erzählt« von dem Verband der Mädchen in Hamburg, der die stärkste Mitgliederzahl besitzt und eine große Tätigkeit ent- faltet. Den Ausforderungen zum Beitritt in den Verband ent- sprachen 22 der Anwesenden. Die„Deutsche Kranken-UnterstUvungSkasse zu Kassel", die auch in Berlin Mitglieder hat und hier ein« Zahlstelle unterhält, ist den Lesern deS„Vorwärts" bekannt aus mancher Betrachtung, die wir ihr widmen mutzten. Die hiesige Zahlstelle ist kürzlich— dank dem Eingreifen der zuständigen Aufsichtsbehörde, der das Treiben zu bunt geworden war— ihren bisherigen Vorsteher losgeworden, den sogenannten„Betriebsdirektor" C. Peter. Von Kassel aus, wo der Generaldirektor M. B u s s i e n residiert, ist der nach Ab- sägung deS Herrn Peter freigewordene Posten in Berlin mit einem Herrn G u i l l e a u m e besetzt worden. Den Ankündigungen, daß nlln für den Bezirk Verlin wieder geordnete Zustände herbeigeführt werden sollen, brinat ein Teil der Mitglieder starkes Mißtrauen entgegen. Anfang Januar d. I. wurde eine Versammlung Ber- liner Mitglieder— solcher, die es noch sind, und auch solcher, die es früher mal waren— veranstaltet, in der bittere Klagen über Nichterfüllung von Ansprüchen erkrankter Mitglieder vorgebracht und schwere Vorwürfe gegen die biShenge Verwaltung erhoben wurden. Aber auch gegen den neuen Zahlstelleninhabcr Guilleaumc wurden in jener Versammlung heftige Angriffe gerichtet, und cS kam dabei zu sehr stürmischen Szenen. In einer erneuten Ver- sammlung, die am Mittwoch stattfand, wurde behauptet, e» habe sich da nur um eine Mache der Peter-Clique gehandelt, die sich natürlich nicht ohne Gegenwehr verdrängen lassen wolle. Wir haben keine Lust, uns in den Streit hineinzumischen. Bei Hilfskassenunternehmungen dieser Art, die ihren Leitern samt An- hang zumeist eine recht behagliche Existenz schaffen, ist man zu sehr daran gewälmt, daß in dem Kampf um die Futterkrippe die Parteien einander mit den schwersten Beschuldigungen über- häufen. Auch in der Versammlung vom Mittwoch fehlte e» wieder nicht an Vorwürfen und Beschwerden über allerlei Dinge, für die der neue Zahlstellenvorsteher Guilleaunie verantwortlich gemacht wurde. Geklagt wurde unter anderem darüber, daß man im Zahl. stcllenburrau grob behandelt werde, daß erkrankte Mitglieder als „chronisch" krank bezeichnet worden und somit ihres Anrechtes auf Unterstützung verlustig gegangen seien, daß ein Mitglied vom Ver- trauensarzt für immer noch zu zwei Dritteln krank erklärt, aber nachher von der Verwaltung in Strafe genommen worden sei, weil besagtes Mitglied das wiedererlangte eine Drittel der Gesundheit bereits zuin Arbeiten verwenden zu dürfen geglaubt hatte. Mit ungeschminkter Offenheit wurde ausgesprochen, die„Deutsche Kranken-Unterstützungskasse zu Kassel" sei eine„Schwindelkasse", und eS könne nur empfohlen werden, schleunigst aus ihr auszu- treten. Schließlich wurde Herr Guillcaume selber herbeigeholt, um sofort Rede und Antwort zustehen. Man empfing ihn mit höh- nischcm Gelächter, aber cS gelang ihm, die Versammelten zu be- schwichtigen. So ein Zahlstellenvorsteher ist ja gegenüber dem all- mächtigen Generaldirektor ein ganz bedeutungsloses Persönchen; bor allem darf er über Ansprüche der Miiglicdcr an die Kasse keine selbständige Entscheidung von Belang treffen. Auf dem Herrn Generaldirektor B u s s i c n blieben zuletzt die Vorwürfe sitzen. Die Behauptung, daß die„Deutsche Kranken-unter- stützungskasse zu Kassel" eine..Schwindelkasse" sei, könne nicht entkräftet werden, wenn nicht von Kassel aus dafür gesorgt werde, daß alle berechtigten Ansprüche an die Kasse Er- füllung linden. In der Versammlung wurde ein von Herrn Bufsien gezeichnetes Zirkular verteilt, das auf eine durch die Kasseler Polizei vorgenommene Prüfung der Kasse Bezug nahm. Es sei dabei keine Unregelmäßigkeit gefunden worden, die auf betrügerische Leitung schließen lassen könnte. Die jetzt von Herrn C. Peter nach seiner Entlassung vorgebrachten Anschuldigungen gegen die .Kasse seien Verleumdungen, C. Peter habe hierdurch die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft nur auf.sich selber gelenkt und sei inzwischen verhaftet worden. Die Versammelten ließen sich durch dieses Zirkular nicht abhalten, ihre Wünsche und Ab- sichten zum Ausdruck zu bringen in einer Resolution, die der Direktion gewidmet ist und ihr nach Kassel übersandt werden soll. Darin wird an die Direktion die Frage gerichtet, ob sie die F o r- dcrungen der Berliner Mitglieder, der jetzigen und ehemaligen, prüfen und die als berechtigt befundenen»ach- träglich begleichen will,„um den Namen einer Schwindelkasse Lügen zu strafe n". Zugleich wird der Direktion angekündigt, daß den Berliner Mitgliedern geraten wird, bis zur Erfüllung ihrer berechtigten Forde- rungen die Beitragszahlung einzustellen. Das ist ein letzter Versuch, zu retten, was etwa noch zu retten ist. Warten wir ab, welches der Erfolg sein wird. DaS Militärluftschiff Groß l hat gestern mittag wieder eine einstündige Fahrt unternommen, an der General der Kavallerie von Pfnel teilnahm. Das Luftschiff wurde nach dem Tegeler Schießplatz geführt und stieg dort bei Ostwind von 2 Meter Stärke in der Sekunde und dunstigem Wetter, mit General von Pfucl, Major Groß, Haupimann George unter Führung deS Major Sperling und des Oberingenieur Basenach zu einer Höhe von etwa 150 Meter auf und fuhr mit dem Winde den Schießplatz entlang, über den Tegeler See die Spandauer Forst; steuerte dann hinter Spandau Backbord und kebrte gegen de» Wind nach dem Schießplatze zurück, wo es um 12'/« Uhr in großer Spirale glatt landete. Bald nach dem Aufstiege des„Groß I" stieg der Freiballon„Orion" unter Führung des Oberleutnants von Frankcnberg zu einer Freifahrt auf und ver- schwand ebenfalls in westlicher Richtung im Nebel. Au» dem Borstand des Berliner Lehrervrrcins wird uns ge- schrieben: Die unter der Ueberschrift„Lehrergründungen" vom „Vorwärts"(Nr. 16) wiedcrgegebenen Mitteilungen der„Ber- liner Morgenpost" entsprechen, soweit sie das VereinShauS des Berliner Lehrcr-Vereins und das Verhältnis der organisierten Lehrerschaft zu den dort genannten Firmen betreffen, nicht den Tatsachen. Jene geschäftlichen Unternehmungen(Zentral- Militär-Darlchnskasse,.Kaufhaus für deutsche Lehrer und Beamte, Aussteuerkasse usw.), Gründungen des„Hilfsvereins deutscher Lehrer, A.-G." sind Privatunternehmungen, die mit dem Berliner Lehrerverein in keinerlei Verbindung stehen. Allerdings mußten diese Firmen durch die Art ihrer Reklame und die Verlegung von Geschäftsräumen in die Nachbarschaft unseres VcreinShauseS den Eindruck erwecken, als sei die? der Fall, und gewannen dadurch in erhöhtem Maße das Vertrauen der Lehrerschaft außerhalb Berlins. Für unS hatte das vielfache unliebsame Verwechselungen zur Folg«. Es ist uns nicht gelungen, diese Aktiengesellschaften, die augenscheinlich mit unserem Namen Geschäfte machten, zu einer Aenderung ihrer Firmenbezeichnungen zu zwingen. Wir haben uns darauf beschränken müssen, in der pädagogischen Presse von Zeit zu Zeit auf den wahren Sachverhalt aufmerksam zu machen. Das Gleiche trifft bezüglich der„Stcrbekasse deutscher Lehrer" zu, nur besteht nach einem Gutackten deS Präsidenten des Kaiserlichen AufsichtSamtS für Privatversicherung bezüglich dieser „zu Bedenken hinsichtlich der Sicherheit ein Anlaß nicht". Daß unser Vcreinshaus am Ale�anderplatz„schlecht gelegen, verbaut, versteckt ist hinter dem Polizeipräsidium" ist uns neu. Die Finanzierung des HauseS ist ebenso günstig wie sein« Lage. Auch war der Grund zum Bau nicht der Mangel eines ausreichen- den Saales, sondern die Notwendigkeit von eigenen Geschäfts- räumen, von Räumen für unsere obdachlos gewordene bedeutende pädagogische Bibliothek(Deutsches Schulmuseum) und einen Lese- saal, die in„einer kleinen Nebenstraße(Kurze Straße)" sehr zweck- mäßig untergebracht sind, wovon sich die„Morgcnpost" gelegentlich überzeugen sollte. Die Kindesleiche»wischen den Gräbern. Auf einen Kinde»- mord deutet ein Fund, der gestern auf dem Sophienkirchhof ge» macht wurde. Zwischen Gräbern versteckt entdeckten Friedhofs- arbcitcr die Leiche eines Knaben, der erst wenige Wochen alt gc- Wesen sein dürfte. Die Polizei beschlagnahmte die Leiche und ließ sie nach dem SchauhauS bringen, wo durch die Obduktion fest- gestellt werden wird, ob cS sich hier um einen Kindesmord handelt oder nur um die Beseitigung einer Leiche. Ein BcrmittclungSschwindlcr treibt seit einigei hier sein Unwesen. Er hat es auf Leute abgesehen, die ihr Geschäft verkaufen wollen, und schädigt sie doppelt. Mit Anzeigen, die er in den Zeitungen findet, geht er zu den Vcrkaufslustigen, gibt sich für den Angestellten einer Agentur aus und erzählt, daß diese bereits einen Käufer haben, der unter den günstigsten Bedingungen das Geschäft sofort übernehmen wolle. Daraufhin geben die Leute gern einen Vorschuß von 3 M. für Fahrgeld und vergleichen kleine AnSlagen, zumal da dieser Vorschuß beim Abschluß des Kaufvertrages mit ver- rechnet werden soll und sie sonst nur einen unverfänglichen Auftrag- schein zu unterschreiben haben. Der„Vermittler" läßt nun nichts mehr von sich hören. Zu spät erfahren die Geprellten, daß er mit den Agenturen, deren Vertreter er sein will, nichts zu tun hat. Die Berkaufslustigcn sind nicht nur den Vorschuß los, sondern leiden größeren Schaden dadurch, daß sie sich ans den Abschluß mit dem in Aussicht gestellten Käufer verlassen und weiter keine Mühe geben. Da dem Schwindler nach den eingelaufenen Anzeigen der Kniff jeden Tag zwei- bis dreimal gelingt, so kann er davon gut leben Der Tod im Asyl. Im städtischen Obdach in der grSbelstraße ist die 33 Jahre alte wohnungSlosc Anna Bcnnccker vom Tod über- rascht worden. Die B. hatte im Asyl Zuflucht suchen wollen. Beim Auskleiden brach sie plötzlich zusammen und war auf der Stelle tot Die Leiche wurde dem Schauhause zugeführt. Eine Fraurnleich« ist gestern nachmittag beim Freibad Wannscc au» der Havel gelandet worden. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Lebensmüde. Die Unbekannte, die anscheinend den besseren Kreisen angehört hat, dürfte etwa 50 Jahre alt gewesen sein. Be- kleidet war die Leiche mit einem Filzhut, dunklem Kostüm, einer Pclzboa und Muffe. Am Hals hing eine große Perlenkette. Eine Visitenkarte, die man bei der Toten vorfand, lautete auf den Namen Luise Hansen. Die Leiche wurde nach der Halle des Friedhofs in Schildhorn gebracht. Wegen eines KellcrbrandcS wurde am Donnerstag die S. Korn- pagnie nach der Göbcnstraße 20 alarmiert. Dort brannten in der chemischen Fabrik von Fr. BriickerS Wwe. Militärputzartikel und Möbel im Vorderhanse. Bei Ankunft der Feuerwehr waren die Treppen deS Vorderhauses und rechten Seitenflügels schon verqualmt. Die Feuerwehr beruhigte die Bewohner und löschte die Flammen mit mehreren Schlauchleitungen innerhalb einer Stunde. Fenerwehrnachrickiten. In der letzten Nacht kam in einem Modesalon in der Potsdamer Straße l38a Feuer aus. Dort stand u. a. die Türbekleioung der Werkstatt in Flammen, die vermutlich durch die Heizung entstanden waren. Auch die Holzwcrkbekleidung, die in Brand geraten war, mußte abgelöscht werden.— Wegen eines Kellerbrandes wurde die Wehr nach dem Kottduser Ufer 34 gerufen. Kisten und anderes brannten dort.— In der Bülow- ftraße 88 hatte der 12. Zug mit einem Balkenlagerbrande zu tun. Um an den Brandherd zu gelangen, mußte das Zwischengcdälk mit dem Fußboden aufgerissen werden.— Bei einem Brande, der den 15. Zug in Alt-Moabit 123 beschäftigte, mutzte kräftig Wasser gegeben werden. Ein Benzinautomobil wurde durch den Brand stark beschädigt. Am.Mittwochabend kam in der Berliner Velvetfabrik, Köpe nickcr Strasse 18/23, nahe der Mühlenstratze, Feuer aus. Die Fabrik, im Besitz der Firma M. Mengert u. Söhne, ist bor Jahren einmal total niedergebrannt, dabei verunglückten ein Brandmeister und mehrere Feucrmänner. Gestern abend stand ein Trocken- räum in Flammen. Brandtnspektor T e u b n e r ließ sofort mit mehreren Schlauchleitungen kräftig Wasser geben, wodurch es gc- lang, den Brand auf den Trockenraum, der total ausgebrannt ist zu beschränken. Gleichzeitig wurde die Feuerwehr von d r c Seiten nach der Brunnenstratze 93 gerufen, wo der Fabrikschorn stein einer Tischlerei in Flammen stand, die weithin sichtbar waren Die Feuerwehr ließ zur Beobachtung des Brandes, der nicht zu löschen war, eine Brandwache zurück.— Ferner hatte die Wehr in der Choriner Straße 46/48 einen Schaldccken- und Balkenbrand. sowie einen Waschküchenbrand in der Kottbuser Straße zu löschen Vorort- JVacbncbtem Der Rixdorfer Magistrat für den Wahlrechtsraub. Die Hoffnung, der Ritzdorfer Magistrat würde in Rück ficht auf die ungeheure Erbitterung, die der schamlose Wahl rcchtsraub in dar Bevölkerung Rirdorfs hervorgerufen, dem reaktionären Machwerk seine Zustimmung versagen, hat sich nicht erfüllt. Wie uns mitgeteilt wird, hat der Magistrat in seiner Sitzung am Mittwoch dem am 17. Dezember von der bürgerlichen Rathausmehrheit beschlossenen Wahlrechts- Verschlechterungsantrag seine Zustimmung gegeben. Damit hat sich der Magistrat mit der reaktionären Rathausmehrheit in Gegensatz zu der übergroßen Mehrheit der Rixdorfer Steuerzahler gesetzt. Offiziell ist über den Magistratsbeschluß noch nichts bekannt._ Charlotbendurg. Die Charlottenburger Srndtverorbneteuversammlung beriet in ihrer Sitzung vom Mittwoch nur unbedeutende Vorlagen. Die Mit teilungen des Magistrats über die unentgeltliche zahnärztliche Bc Handlung derjenigen Schüler und Swülcrinnen der höheren Lehr- anstalten. welche' ganze oder halbe Freischule haben, ,n der Schul- zahnklinik wurde debattelos durch Kenntnisnahme erledigt, ebenso die Mitteilungen betr. Heranziehung von Frauen zur Armenpflege und betr. den Verwaltungsbericht für 1937. Einige weitere Borlagen, die Skachbewilligungen für verschiedene Etats betrafen, wurden nach kurzer Erörterung angenommen. Weiter stimmte die Ver« sammlung gegen den Widerspruch der sozialdemokratischen Fraktion, deren grundsätzlich ablehnende Haltung Genosse W i l k motivierte, der Vorlage betr. den Verkauf deS Grundstücks Spreeslr. 10 zu. Die Vorlage betr. Abordnung von fünf Mitgliedern der Stadl- verordnetcuversammlung zur Mitwirkmig bei den Revisionen der städtischen Kosicn ging nach längeren juristischen und staatsrechtlichen AuSeinanderscyungen über Geietzmäßigkeit einer solchen Vorlage an einen Ausschuß. Lebhafter wurde die Debatte, als die Vorlage betreffend Verwendung der Mittel der Freiherr v. Stein-Stislung zur Beratung kam. Der Magistrat will aus dieser Stiftung an bedürftige und würdige städtische Ehrenbeamte oder deren Hinter- bliebene Beihilfen geivähren. Genosse Z i e t s ch bekämpfte wieder- bolt die Bestimmung, daß die Würdigkeit geprüft wird, er will das Gewicht auf die Bedürftigkeit legen und verlangt ferner bei der Verteilung eine Mitwirkung von Vertretern der Stadtverordneten- Versammlung. Auch diese' Vorlage wurde einem Ausschuß über- wiesen. Schließlich bewilligte die Versammlung noch 5300 M. an den Verein für Armenpflege. Die hiesigen Bautischlermeifier suchen fortgesetzt die tariflichen Abmachungen zu durchbrechen, indem sie Abzüge machen. Viele solcher Beschwerden wurden in der letzten Generalversammlung der Zahlstelle Eharlottenburg de? Deutscheu Holzarbeiterverbandes vor- getragen. In die Gewerkschaftskommisston wurden Graudenz und Storch delegiert. Wilmersdorf. Tie Stadtverordnetenversammlung in Wilmersdorf hielt am Mittwochabend eine Sitzung ab, in der zunächst der Stadtverordnete Justizrat Wolfs in sein Amt wiedereingeführt wurde. Unter den übrigen Gegenständen der Tagesordnung verdient die Er- örterung über eine Magistratsvorlage Beachtung, wonach eine ge- mischte Deputation für Grundstücksver kaufe gebildet werden soll. Nachdem der Berichterstatter, Stadtverordneter R ö s l e r, die Vorlage mit der Begründung zu rechtfertigen gesucht hatte, daß eine Anzahl von früher angekauften- Grund- stücken, die vorab keine Verwendung fänden, zu teuer an Zinsen kämen und daher losgeschlagen werden müßten, meinte Stadt- verordneter Pulver, datz gegen die Bildung einer derartigen Deputation an sich nichts einzuwenden sei. Jedoch empfehle es sich, daß man eS mit dem Verkauf von vermeintlich überflüssigem Grundbesitz in städtischen Händen nickt gar so eilig habe. Im Hinblick darauf z. B.. daß die Spielplätze der städtischen Schulen viel zu klein seien, müsse es besonderes Befremden erregen, datz sich unter den zum Verkauf gestellten Grundstücken auch ein Ge- lände befinde, das beim Bau der städtischen Cecilienschule übrig geblieben sei. weil eS angeblich nicht habe ausgenützt werden Linnen. Der Magistratsantrag wurde angenommen. Hierauf kam der Bericht des PetitionsauSschusseS zur Verhandlung. Einer Petition des Bezirksvereins Halensee um Weiterführung der geplanten Untergrundbahn nach dem dortigen Hcchmeisterplatz wurde nicht einmal das von einem Halensecr Stadtverordneten' beantragte Begräbnis erster Klasse bereitet. Der Herr betonte zwar, datz an dem Entschluß der Stadt- verordnetenversammlung. die Bahn nach Dahlem zu leiten, nichts mehr zu ändern sei. doch meinte er, datz die Petition den- noch für spätere Zeiten dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen werden solle. Die Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung tat dem Vorkämpfer des Ortsteils Halensee nicht diesen Gefallen, sondern überwies die Petition dem Antrage des Ausschusses gemäß nur als Material an den Magistrat. In der Arbeiterschaft von Wilmersdorf kann die Be- Handlung einer Petition der unter„reichstreuer" Flagge segeln- den Turnvereine aus Beachtung Anspruch machen. Tie Vereine setzen auseinander, datz die Miete zu hoch sei, die die Stadt von ihnen für die Ueberlassung der Turnhallen fordere. ES möge daher der jetzt zu zahlende Betrag von 333 M. jährlich nach Möglichkeit ermäßigt werden. Tie Berechtigung der Petition wurde von allen Seiten an- erkannt; und nachdem ein Stadtverordneter sogar für die pekuniäre Unterstützung der Turnvereine aus stödti- Shen Mitteln eingetreten war. beschloß man dem Antrage des usschusses gemätz. die Petition dem Magistrat zur Berück- sichtigung zu überweisen. Wir nehmen an, datz auch der in Wilmersdorf bestehende Arbeiterturnverein versuchen wird, von dieser freund- lichen Behandlung des Turnwesens sein Teil zu profitieren. Bis jetzt hat er. wie kürzlich erst in einer Kommunalwählerversamm- luna mitgeteilt wurde, beim Magistrat kein Entgegenkommen ge- funden; doch läßt sich dieser imparitätische Zustand ja ändern. Für den Fall, datz das Provinzialschulkollegium dann etwa auch in Wilmersdorf versuchen sollte, der vom Gesetz gewährleisteten Gleichberechtigung der Staatsbürger zum Trotz dem Arbeiter- turnverein mit Gewalt die Schulturnhallen zu sperren, gibt «» ja nach dem von Schoneberg kürzlich gegebenen Beispiel Mittel zur Abhilfe, Kann Schöneberg sich eine eigene städtische Turn- Halle bauen, so wird Wilmersdorf mit seinen reichen Mitteln erst recht imstande sein, auf diese Weise die Empörung eines großen Teils seiner Einwohnerschaft zu beschwichtigen. Wenn am Mittwochabend kein Stadtverordneter es für nötig fand, das von der Regierung an den Arbeiterturnverein geübte Unrecht zu geißeln, so lag das gewiß nur daran, datz niemandem von den Herren der Skandal— bekannt war. Oder waren andere Gründe matzgebend? Pankow. Gemrindevertreter-Stichwahl. Am Montag, den 25. Januar von 11—8 Ubr, finden die Stickwahlen statt. Wahllokal:„Zum Kurfürsten", Berliner Str. 132. Wir ersuchen alle diejenigen, welche in der Zeit vom 1. Oktober bis 33. Januar 1938 ein Jahr lang am Orte wohnhaft waren, zur Stichwahl zu erscheinen, da nach den vorjährigen Listen gewählt wird. Es kommt bei uns auf jede einzige Stimme an. Ein jeder bringe aber eine Legitimation mit. zichtenberg. Die Arbeitslosenfrage und die Stadt Lichtenberg. Die Bemühung unserer Fraktion im Stadtparlament, die Stadtverwaltung zu veranlassen, Matznahmen zur Linderung der durch die Arbeitslosigkeit hervorgerufenen Not zu ergreifen, datieren bereits ein Jahr zurück. Der positive Erfolg ist dank der bürger- lichen Majorität ein sehr minimaler. Lediglich wurde in der Sitzung am 3. November 1933 beschlossen, sich an der Arbeitslosen- Zählung nach dem Meldesystem durch die Stadt zu beteiligen- Ferner gestattete die Majorität die Einsetzung einer sozialen Kom- mision, die sich— später mit der Frage der Arbeitslosenfürsorge beschäftigen soll. Bereits am 33. Januar 1933 trat die sozialdemokratische traktion in einer Interpellation an den Magistrat heran mit der nfrage, ob er bereits Vorsorge getroffen habe, Arbeitslose zu be- schäftigen. Der Erfolg war eine platonische Liebeserklärung des Herrn ersten Bürgermeisters Ziethen. Gern möge er was tun, aber er stehe da mit leeren Händen. Unsere Genossen ließen sich nicht da- mit abspeisen. Am 3. März 1933 interpellierten sie von neuem, wobei die Fraktionsredner nicht nur an der Hand amtlich statisti- schen Materials auf die wachsende Arbeitslosigkeit hinwiesen, sondern auch dem besonderen Umfang der Arbeitslosigkeit in Lichtenberg an der Hand des Ergebnisses einer vom sozialdemokratischen Verein veranstalteten Hauszählung darlegten. Nach dieser waren gezählt worden: 1373 Arbeitslos« mit 1169 schulpflichtigen Kindern. Ferner 589 Personen, die nur noch in beschränkter Arbeitszeit beschäftigt wurden, und die 658 schulpflichtige Kinder zu ernähren hatten. Aber alles Material und der drin- gende Appell, die soziale Fürsorge nicht ganz in den Hintergrund zu drängen, waren ergebnislos. Der Führer der scharfmacherischen Gruppe beantragte Ucbergang zur Tagesordnung und hatte damit Erfolg. Wiederum trat unsere Fraktion in einer Interpellation am 13. Oktober 1938 an den Magistrat heran, um zu erfahren ob in Konsequenz der von Herrn Ziethen damals abgegebenen Pia- tonischen Erklärung wenigstens einigcrmatzen Vorbereitung zur Beschäftigung von Arbeitslosen getroffen sei. Die Antwort fiel wieder so aus, datz der Sprecher unserer Fraktion dem Herrn Ziethen sagen konnte: wir hören aus alledem nur das„Nein"! Die Forderung, durch vermehrte Anstellung von Arbeitern auf den städtischen Werken wenigstens etwas beizutragen zur Linderung der Not, wurde abgelehnt, obwohl darauf hingewiesen werden konnte, datz auf den städtischen Werken nicht nur noch 13 Stunden, sondern auch noch längere Schichten gearbeitet werde, ja, datz ein- zelne Leute sogar 365 Schichten im Jahr arbeiten. Der Liebe Mühe war vergebens! Der Magistrat verweigerte die Zusage� posi- tive Maßregeln zu ergreifen, er wurde dazu noch von der bürger- lichen Vertretern mifgesordert. Auch die Anfrage, ob der Magistrat geneigt sei, die Einrichtung einer Arbeitslosenversicherung ins Auge zu fassen, wurde negativ beantwortet. Ein von unseren Genossen in der Sitzung vom 3. November 1938 eingebrachter Antrag forderte die Stadtverwaltung auf, sich der von Berlin beschlossenen Zählung der Arbeitslosen anzu- schließen. Dieser Antrag fand nach langer Debatte Annahme, doch wurde der weitergehende Antrag, Mittel zur Verfügung zu stellen, um Arbeitslose außer dem Rohmen der Armenunterstützung zu unterstützen, abgelehnt. Dagegen konnte in dieser Sitzung in- sofern ein kleiner Erfolg erzielt werden, als in Verfolg eines von unseren Genossen bereits im März 1938 gestellten Antrages nunmehr 753 M. zwecks Speisung von Schulkindern bewilligt wurden. Der letzte von unseren Genossen am 12. Januar 1939 ein» «brachte Antrag, der die erneute Zählung der Arbeitslosen nach em Hauslistensystem forderte, wurde natürlicherweise auch wieder abgelehnt, wobei sich der Führer der prononziert scharfmacherischen Gruppe die Bemerkung gestattete:„Mögen die Herren Sozialdemokraten reden» was sie wollen; wir haben die Macht. Wir tun. was wir wollen!" Außer bei Gelegenheit der von uns eingebrachten Jnterpella- tionen und diesbezüglichen Anträge haben unsere Genossen auch bei anderen Gelegenheiten wiederholt die Beschäftigung von Arbeits- losen gefordert, wie z. B. in der Sitzung am 2 2. Dezember. wo die Einrichtung eines Wochcnmarktes zur Erörterung stand. Bei dieser Gelegenheit meinte der schon erwähnte Herr:„Wir 'ind nicht dazu da, um Arbeitsgelege nhcit zu �chaffen, eventuell sollen die Leute zur Armen- Verwaltung gehen!" „Laßt sie betteln gehen, wenn sie hungrig sind!" Das ist der Weisheit Schluß aus der sozialen Erkenntnis dieser Herren, die von Gcldsacks- und HausbesitzerprivilegS-Gnaden cm Stadtparia- ment Sozialpolitik— verhindern. Arbeiter-BildungSfchule Berlin. Heute abend wird im Re- taurant von Paul Schwarz, Dorfstratze 25/26, der Unterrickt in Nationalölonomie fortgesetzt. Genosse Max Grunwald wird in diesem Quartal über das so wichtige Thema:„Grundzüge der Fina�nzwissenschaft" iprechen, das jetzt, im Zeichen der neuen Stcuerprojekte, doppelt aktuell ist. Der Unterricht beginnt pünktlich um 9 Uhr, und werden die Lichtenberger Genossen im eigenen Interesse ersucht. ich recht zahlreich an diesem Kurse beteiligen zu wollen. Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins. Vor Beginn der Tagesordnung gedachte der Vorsitzende der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder, deren Andenken durch Er- heben von den Plätzen geehrt wurde. Genosse Brühl gab dann den Vorstandsbericht. In dem letzten halben Jahre hatte sich der Verein mit dem Ausbau der Organisation zu beschäftigen. Trotz der Krise sei es doch vorwärts gegangen. Die Zahl der Mitglieder hat die Höhe von 2513 erreicht; das ist im Vergleich zum Vorjahre ein Zuwachs von 733 Mitgliedern. In Lichtenberg fanden 13 Flugblattverbreitungen statt, bei der 238333 Exemplare zur Berleilung gelangten. Es wurden 12 Volks- und 5 Mitglieder- Versammlungen abgehalten. Zur Erledigung der Geschäfte waren 43 Vorstandssitzungen erforderlich. Auch die Weiterbildung der Mitglieder hat sich der Vorstand angelegen sein lassen. Der Besuch der Arbeiter-BildungSfchule war ein reger. Der Wahlverein zahlte für die Wahlvereinsmitglieder den Beitrag der Kurse, ebenso für Arbeitslose auf Antrag den Mitglieds- beitrag der Schule. Fortschritte sind auch in der Landagitation gemacht worden. Wer den Ort Alt-Landsberg kennt, mutz zu- geben, datz der Zuwachs von Mitgliedern für ländliche Verhält- gut zu nennen sei. Dem Kassenbericht ist zu entnehmen: Die Einnahme vom 1. Juli bis Ende Dezember 1938 erreichte die Höhe von 5123,71 M., die Ausgaben in derselben Zeit 4697,73 M., es bleibt somit ein Bestand von 425,98 M. Die stattgefundcne Diskussion über Vorstands- und Kassen- bcricht brachte folgenden Antrag: „Der Vorstand fvird beauftragt, am Schlüsse deS JahreS einen gedruckten Kassenbericht vorzulegen." Der Antrag wurde dem Vorstande überwiesen. Der Bericht der Zeitungskommission wurde vom Genosse» Wilh. Schulz gegeben. Die Spedition bat 4343 Abonnenten. Auf die einzelnen Orte berechnet, stellt sich das Verhältnis wie folgt: Wilhelmsberg 137, Friedrichsselde 211, ein Teil des 4. Kreises 1218, Lichtenberg 2534, Der Ueberschutz der Spedition beträgt 1953,28 M. In der Diskussion wurde folgender Antrag eingebracht: „Der Vorstand wird beauftragt, Fragebogen herau?« zugeben, wer von den Genossen„Vorwärts"-Leser ist." Dieser Antrag gelangte zur Annahme. Von der Lokalkommission machte Genosse Elias einige Mit« teilungen. In Lichtenberg stehen sämtliche Lokale der Arbeiter» schaft zur Verfügung. Nur für Alt-Landsberg, welches Lichten- berg als Agitationsbezirk angeschlossen ist, haben wir leider keinen Saal erhalten können. Eine Differenz besteht in Radebrück, wo der Saalinhaber Schwarz erklärte: Er brauche die Arbeiterschaft nicht; er würde lieber Schweineställe aus seinem Lokal machen. Genosse Evers erstattete dann den Bericht vom Bildungs- ausschutz. Das vergangene Jahr war ein Versuch und werde der neue Bildungsausschutz Lehren daraus ziehen. Die vorgenommene Neuwahl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Genosse Brühl, 2. Vorsitzender Genosse Spieckermann, 1. Kassierer Genosse Linke, 2. Kassierer Genosse Becker. 1. Schrift» führer Genosse Kliem, 2. Schriftführer Genosse Jaffke; als Re» visoren die Genossen Graf, Katzler sen.. Radke; die Genossen Tüwell und Kupfer wurden als Beisitzer gewählt. In die Zeitungskommission sind die Genossen Jaffke und Wilh. Schulz wiedergewählt worden. Als Vertreter der Lokalkommission kommen die Genossen Elias, Hennig und Wilh. Schimke in Betracht. Die Wahl des Bildungsausschusies wurde bis zur nächsten Ver- sammlung zurückgestellt, ebenso die Wahl einer Beisitzerin für die Frauen. Wcihensee. Aus der Gemeindevertretung. Herr Professor Brix, der Verfertiger des Kanalisationsprojektes, führte in einem ein- stündigen Vortrage das spezielle Projekt vor, während das generelle Projekt bereits am 17. Juni v. I. angenommen wurde und auch von der Regierung bereits genehmigt ist. Hiernach würden die Kosten betragen: für die Herstellung der Schmutzwasserkanalisatio» 1 645 333 M., der Pumpstation 470 000 M., die Druckleitung 875 333 M, in Summa 2 993 333 M. Die Betriebskosten ver- Ursachen bei einer Einwohnerzahl von 75 333 einen jährlichen Auf- wand von 235 333 M. gleich 3,33 M. auf den Kopf der Bevölkerung. Würde man aber ein gemischtes Svstem gewählt haben, so würden die gesamten Baukosten 6 983 333 M. betragen haben, da Regen- Wasserkanäle durch den ganzen Ort gelegt werden mühten, während man bei dem Trennsystem die schon vorhandenen Kanäle zum großen Teil wieder benutzen kann. Eine ziemlich lange Tis- kussion entspann sich hierauf, um zum Schluß das Projekt ein- stimmig zu genehmigen.— Die Uebernahme eines Teiles der Kreischaussee an der Malchower Grenze wurde gegen eine Ab- findUng von 568 M. angenommen. Im letzten Etatsjahre waren 1533 M. für Speisung armer Schulkinder im Etat eingesetzt. Die Befürchtung unserer Genossen, datz diese Summe nicht ausreichen wird, ist eingetroffen. Während im vorigen Jahre 235 Kinder gespeist wurden, hat sich in diesem Jahre bei 328 Kindern die Bc- dürftigkeit herausgestellt, so datz eine Summe von 854,43 M. nach- bewilligt werden mutzte.— Der Pächter der RestaurationSräumc in der Gemeindeturnhalle, die Brauerei Patzenhofer, hat den Betrieb erst seit einigen Monaten inne. Schon jetzt verlangt die Pächterin eine Herabsetzung des Pachtzinses, was von der Ber- tretung abgelehnt wurde. Ferner verlangt die Pächterin die Auf- stellung eines Büfetts im Turnsaal, was ebenfalls abgelehnt wurde, um den Charakter der Turnhalle nicht zu verwischen. Nach langer Debatte wurde der Pächterin gestattet, im Vorraum ein Büfett nach Vorschrift aufzustellen. Dieser Punkt mutz bei den Weitzenseer Gastwirten ganz besonderes Interesse gezeitigt haben. denn der Zuschauerraum war gedrängt voll von Gastwirten. Einer der Herren konnte es sich nicht verkneifen, von der Tribüne herabzurufen, datz er auch ein neues Büfett gebrauchen könnte. Zossen. Die KrifiS! Heute wurden 82 Arbeiter der hiesigen Jnter- nationalen Schlafwagenfabrik wegen Arbeitsmangel sofort entlassen. Darunter befinden sich auch Familienväter. Drewitz. Unter außerordentlich schwierigen BerhSltniffea vollziehen die hiesigen Genossen die Agitationsarbeit für die Sozialdemokratie. Welche Anforderungen an den einzelnen gestellt werden, erhellt schon daraus, datz der Partei am Orte nicht ein einziges Lokal zur Ber- ügung steht; selbst zu den Mitgliederversammlungen des Wahl- Vereins müssen unsere Genossen einen fünf Kilometer langen Weg nach dem benachbarten Nowawes machen. Trotz alledem kann auch hier von einem Vorwärtsgehen der Sozialdemokratie berichtet werden. Um immer weiter in die Reihe» der Indifferenten einzu- dringen und mit letzteren Gelegenheit zu haben, zusammenzukommen, veranstaltet der Wahlverein am Sonnabend, den 23. Januar, abends 8 Uhr, im Restaurant Ebel, Nowawes, Stahnsdorfer Straße, einen Familicnaöeiid, bestehend in Konzert, humoristischen Borträgen und Gesang. Für Fahrgelegenheit ist Sorge gelragen. Es werden nun die Genossen ersucht. für den Besuch deS ein paar angenehme Stunden versprechenden Festes zu agitieren. Versammlungen. vierter Wahlkreis. Die am Dienstag abgehaltenen öffentlichen Volksversammlungen des vierten ReichstagswahlkreiseS. über die wir schon teilweise be- richtet haben, waren durchweg überfüllt. Auffallend war die große Anzahl der in den Versammlungen erschienenen Frauen. Auch die Polizei war stark vertreten. In der Weberstraße hätte auch der harmloseste Paffant gemerkt, daß wieder.mal was loS ist", was den vreußiichen Staat eventuell in leinen morschen Grundfesten erschüttern könate. 4— 5 Schuvleute, harrten mit der von oben für solche Aktionen vorgeschriebenen könig- lich preußischen Amtsmiene und dem banmeluden Schießeisen am Ledergürtel, allerdings vergeblich, auf eine Gelegenheit, die ge- fährdete Staatsordnung zu rette». Auch im Hofe des Boekerschen Erablisseinents blitzten den Eintretenden Pickelhauben ent- gegen, was der Veraiistallung immerhin ein interessantes Relief verlieh. Kops an Kopf gedrängt lauschten die Anwesenden den trefflichen Ausführungen� des Genossen Brey- Hannover. DaS Litfiiiiche Lokal, Memeler Straße, war polizeilich abge- sperrt und viele mußten wieder von bannen ziehen. Hier sprach Genoffe Noske und kennzeichnele besonders unsere verschuldeten Fliianzzustäiide und die endtose Steuerschraube, die den armen Schichten selbst die alleriiotivendigsten BedaifSartikel verteuere. Unter großer Heiterkeit ironisierte der Redner die Bütowkchen Spar» lyeorien, indem er an der Hand eines reichen TatsncheliinaterialS die ungeheure Verschwendung der vom Volke aufgebrachten Steuer- groschen illustrierte._ Vermilcbtes. Der Bürgermeister von Maricnburg ermordet. Nach einer Meldung aus Marienburg, drang vorgestern abend in daS Bureau deS zweiten Bürgermeisters Dr. Kunze der OrtSarme und invalide Arbeiter Hein und stach Dr. Kunze mit einem Messer in der Nähe deS Auges inS Gesicht. Der Schwerverletzte, der großen Blutverlust erlitten hatte, wurde auf einer Tragbahre in das Kranken- hcuiS gebracht. Gestern ftüh ist Dr. Kunze, der die Besiiumng nicht wieder erlangt hat, feinen Wunden erlegen. Der Mörder wurde in p das Amtsgericht überführt. 1 -W Der bor. Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Subhastation eingetretene Birt, nicht aber Sie, fann und zivar his am ( Stuttgart, Berlag von Baul Singer), ist uns soeben Nr. 8, des 19. Jahr- 3. April zum 30. Juni fündigen. Nach Ablauf des 3 April steht auch ihm P. S. 24. 1. Das ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Eine Frucht der ein vorzeitiges Kündigungsrecht nicht mehr zu. Durch einen Sprung aus einem Eisenbahnzuge in die Elbe ver- Revolution. Der erste Alrusische Frauentongreß. Von einer russischen Zahlungsverbot muß angeben, ob es sich auch auf den fünftigen Lohn. erstreckt. fuchte der Husar Wilhelm Dehne sich das Leben zu nehmen. Als Genossin. Stellungnahme des Zentralbureaus der Petersburger Gewerf 2. Etwa 10 m. wöchentlich. 3. Sie können als Selbstzahler der Staffe beitreten. 4. Ja. der um 11.29 Uhr vormittags auf dem Lehrter Bahnhof fällige Arbeiterinnenschutz im Plenum des Reichstages. III. Bon gh. F. S. Sie fönnten nur flagen. Ein Grund für einen Arrest liegt schaften zum ersten bürgerlichen Frauenkongreß in Rußland. W. S. 39. 1. Ja. 2. und 3. Nein. B. R. 21. Deutsch nicht vor. Bersonenzug von Hannover die Elbbrücke bei Wittenberge befubr, land im Jahre 1908. II. Von H. B. Die Prometheussage. Von G. G. 1. Leider ja. 2. Nein. Schadenersatz 1899. Verjährung liegt nicht sprang D. aus dem in voller Geschwindigkeit befindlichen Train,( Fortsetzung) Aus der Bewegung: Von der Agitation. Die Klage aus den von Ihnen angeführten Paragraphen ist möglich, Tätigkeits: M. K. 1000. stürzte mit dem Kopf gegen das Eisengeländer der Brücke und blieb bericht der Genoffinnen des fünften sächsischen Reichstagswahlkreises für das Sie hätten aber die Vertragsverlegung nachzuweisen. besinnungslos auf derselben liegen. Hier wurde der Husar später Jahr 1907/08. Von H. B. 1. Nein. 2. Ja. Politische Rundschau. Gewerkschaftliche Treptow 09. 1. Auf H. G. 26. Leider nein. Aus dem rheinischen Tertilgebiet. durch einen Streckenbeamten aufgefunden, der den nachfolgenden Rundschau. Genossenschaftliche Rund- Aufforderung ja. 2. Das Amtsgericht Berlin- Mitte ist zuständig. Schnellzug zum Stehen brachte, so daß der Schwerverlegte nach schau. Von H. Fl.. Notizenteil: Dienstbotenfrage.- Frauen- und Kinder 100. Bur Leistung des Offenbarungseides find Sie verpflichtet. Der Wirt ist im Recht. Hochschule 85. Frauenstimmrecht. Alfred, Schöneberg. Soziale Gesetzgebung. bem Garnisonlazarett in Rathenow gebracht werden konnte. Wilhelm arbeit in der Landwirtschaft. 1. Treten Sie direkt mit den beiden Instituten in Verbindung. 2. Die Soziale Elendsbilder. Soziale Frauenbewegung im Ausland. Dehne steht bei den Ziethen- Husaren, hatte den Weihnachtsurlaub Quittung. Scheidung ist unzulässig, weil das österreichische Gesez in' Anwendung überschritten und war deshalb nicht zu seinem Truppenteil zurückFür unsere Mütter und Hausfrauen: Erleuchtung. Bon kommt. 5. W. Sie könnten direkt gegen die Stadt flagen. Die gefehrt. Auf Zureden seiner Verwandten wollte er sich selbst stellen Friedr. Hebbel. Von der Lust des Lesens. Von Gerstacker. Für die Bescheinigung über das Unvermögen zur Kostentragung lassen Sie sich und fuhr mit dem erwähnten Zuge nach der Garnison zurück. Aus Hausfrau. K F. Nein. Feuilleton: Proletariat. Von Lu Märten. Die Schlacht hier, das Armenrecht vom Landgericht Graudenz erteilen. O. m. 18. 1. Ja, es sei denn, es ist ausdrücklich von der Vollziehung Furcht vor der bevorstehenden Strafe versuchte der Husar dann bei Sempach. Von Philipp Langmann.( Fortsekung.) unterwegs in der geschilderten Weise sich das Leben zu nehmen. Für unsere Kinder: Der verborgene Kaiser. Von Friedr. Hebbel. eines schriftlichen Bertrages seine Gültigkeit abbängig gemacht. 2. Das hängt Ich und der Blinde. von der getroffenen Vereinbarung( wie sollte Miete gezahlt, monatlich?, cauf Dehne, der außer einem Schädelbruch auch anscheinend innere( Gedicht) Es ist ein Gericht!" Von Brand. J. 2. 12. Der wie lange sollte der Vertrag geschlossen werden?). 3. Nein. Eine Winterfahrt. Von B. D. Von Friedr. Hebbel.( Gedicht.) Verlegungen davongetragen hat, dürfte wohl kaum wiederhergestellt möuch auf dem St. Bernhard. Von H. Lingg.( Gedijt.) Gefelliges 1. Ihre Frau, nicht Sie, ist aus dem Vertrage auch nach der Eueschließung werden. Leben der Tiere.( Schluß.) Der Mann, der das Haus bestellen sollte. verpflichtet. 2. Nein: mur innerhalb eines Jahres nach der Eheschließung Strafpredigt. Von Lina Sommer.( Gedicht) tann die Hälfte der Klebemarkenbeiträge zurückgefordert werden. Zwed Ein nordisches Märchen. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer mäßiger ist es, weiter zu versichern; das geschieht durch Einkleben von 10 Bf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich mindestens 20 Marken innerhalb je zweier Jahre. Vorwärts 100. ohne Bestellgeld 55 Bf. unter Streuzband 85 Pf. Jahresabonnement 1. Möglicherweise wird der gesamte von Ihnen vorgetragene Sachverhalt 2,60 m. als ausreichend zur Ehescheidung erachtet werden. Der Klage muß ein Sühnetermin beim Amtsgericht vorausgehen. Dann müssen Sie das Armenrecht erwirken. 2. Sie fönnen und sollten Herausgabe der Kinder verlangen. Sonst würden etwa 25 M. monatlich als angemeffem erachtet. 3. Zeitungsinserate schüßen vor Ihrer Zahlungspflicht nicht. Schyzeiben Sie: „ Das Recht meiner Ehefrau, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises Geschäfte für mich zu besorgen und mich zu vertreten, hebe ich hiermit auf und beantrage, diese Aufhebung in das Güterrechtsregister einzutragen. Berlin, den.." Unter das Schriststück sehen Sie bei einent Notar Jhren Namen, lassen den Namen vom Notar beglaubigen und reichen das Schriftitüd dem Amtsgericht ein. Dann haften Sie für die von Ihrer Frau gemachten Schulden nicht. Ermordet aufgefunden. Rottbus, 21. Januar. Heute früh wurde auf dem Rittergute in Leuthen eine 13jährige Wirtschaftselevin im Milchkeller mit durchschnittener Kehle tot aufgefunden. Es liegt anscheinend ein Lustmord vor. Der Täter ist unbekannt; Ginzelheiten fehlen noch. Die Cholera in Petersburg. Gestern sind, einer Meldung aus Petersburg zufolge, 37 Personen an Cholera ertrantt und sechs gestorben. Im ganzen liegen gegenwärtig 310 Perfonen frank danieder. Zur Chicagoer Brandkatastrophe. Bon den Arbeitern der in Brand geratenen Wasserwerke sind, Chicagoer Meldung zufolge, 3 to anzig als Leichen geborgen Der unter der Sohle des Sees befindliche Tunnelbau ist worden. durch eine infolge des Brandes erfolgte Sprengpulverexplosion schwer beschädigt worden. Deutscher Arbeiter Abstinenten- Pund. Ortsgruppe Berlin. Freitag abend 8% Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 15: Bortrag des Genossen S. Staßenstein über: Unser Programm". Gäfte willkommen. Freie Gemeinde Spaudan. Sonntag, 24 Januar, nachmittags 5 Uhr, bei Feuerheerd, Kurstr. 21: Vortrag des Genossen Störmer über: ,, Der Kampf zweier Welt- und Lebensanschauungen!"" Nachdem Generalversammlung. Gäste willkommen. Briefkaften der Redaktion. Die furiftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Sof, dritter Eingang, bier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abende von 7 bis 9 lbr statt. Geöffnet 7 Uhr Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Babl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage vergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. M. K. 7. 1. Ja. 2. Mindestens 20 Marken müssen für je 2 Jahre Ausgang einer eventuellen Klage ist zweifelhaft. Lassen Sie es darauf an peklebt werden. 3. Das steht in Ihrem Belieben. 2. B. 100. Der fommen. A. G. 25. Leider ist gegen das Urteil nichts zu machen. Verlangen Sie Wiederaufnahme Ihrer Person und flagen Sie im Falle der Beigerung auf Herausgabe der Sachen. Vielleicht hätte dieser Weg Erfolg. aber auf Antrag die Steuern erlaffen. Ebelingstr. 4. Ja. R.$. 11. Ja, die Steuerdeputation fann E. S. 40. Lehnen Sie die Bahlung der Forderung ab und lassen Sie es auf eine Klage ankommen. E. P. 79. Der Birt fönnte auf Ermission flagen und wäre zur Retention berechtigt. G. R. 180. Nein. G. H. 5. 1. und 2. Nein. Oslid. Eine Klage auf Zahlung des vollen Wertes bätte Aussicht auf Erfolg. H. S. 888. Wenn das Testament datiert, eigenhändig ge- und unterschrieben ist, hat es Gültigkeit, auch wenn es zu Hause und ungestempelt bleibt. G. S. 200. Soweit ersichtlich, würden Sie sich nicht strafbar machen, aber in der Höhe des Restlaufgeldes Schuldner bleiben. S. 100. Wir würden von einem Beitritt abgeraten haben. Vor dem Bon der Neuen Zett"( Stuttgart, Paul Singer) ift foeben das Austritt achten Sie darauf, in welcher Weise derselbe nach den Statuten zu 17. Seft des 27. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: erfolgen hat. Die Unterlassung der Weiterzahlung bewirkt nicht den AusWeitling und Proudhon. Die Arbeiterbewegung in Australien. Von tritt. D. St. 100. Der Birt ist nicht verpflichtet, einen anderen statt einem deutschen Arbeiter in Melbourne. Kritik und Syndikatspolitik in Ihrer Person als Mieter anzunehmen. 5. R. 100. 1. Wenn Sie eine der deutschen Textilindustrie. Von H. Krätig. Gemeindesteuern. Von Urkunde darüber befizen: Ja. 2. Wenden Sie sich an das Auswärtige Amt. Paul Hirsch.( Schluß.) Eine ruffische Agrarstatistik. Von N. N. $. Pl. 6. 1. Ja. 2. Nein. Nur wenn das Haus durch Subhastation Literarische Rundschau: Die Weiterbildung des Tarifvertrages im Deutschen auf den ueuen Wirt übergegangen ist, kann dieser rechtzeitig fündigen. G. 2. 1867. Reich. Bon Emil Kloth. H. de Man, Het tydvak der Demokratie. Von Marquart. Die Klage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. A. P. Ernst v. Meier, Französische Einflüsse auf die Staats- und Rechts 1. Der Wirt. 2. Auch das hätte Sie von Ihrer Erjazpflicht nicht entbunden. K. S. entwidelung Preußens im neunzehnten Jahrhundert. Von Ph. Rudolf F. H. 200. Wenn dies im Interesse der Kinder liegt: Ja. Goldscheid, Entwickelungswerttheorie, Entwidelungsökonomie, Menschen- 10. Nein. 2. 100. Den Versuch tönnen Sie machen. G. C. 13. ökonomie. Bon G. Edstein. Friedrich Bediren, Das Wesen des Geldes. Sie müssen beim Amtsgericht flagen. A. B. 13. An das Arbeitersekretariat. Von J. Karski. G. 72. Nein. 8. G. 28. Die Polizei fann das verlangen. Notizen: Ein Jugendbund. Bon Rudolf Waclawiat. Zeitschriftenschaut. Eingegangene Druckfchriften. Die Neue Belt" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 m. pro Quartal zu beziehen; jedoch fann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foftet 25 Pf. Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. G. D. 10. Versuchen Sie es mit einer Ehescheidungsflage. B. 2. 11. Stets. G. 43. 1, Rein. 2. Die Klage ist an das Amtsgericht zu richten. Sie fann bei Gericht zu Protokoll erklärt werden. 8. Nein. 4. Ja. .. 33. 1. Zurückzahlung erfolgt nicht. Sie fönnen aber weiterleben. Sie müssen mindestens 20 Marfen für je 2 Jahre fleben, um Ihre Ans sprüche aufrecht zu erhalten. 2. Nein. O. G. 10. Der neue, durch W. D. Sie müssen für Deffnung zu angemessener Zeit Sorge tragen, meffen erachtet wird, entscheidet der Ortsgebrauch. eventuell das Gericht. eventuell den Stubenschlüssel abgeben. Darüber, welche Zeit als ange Belleville 54. Da Sie im Jahre 1908 aus der Kirche ausgetreten sind, müssen Sie die Stirchensteuer noch bis zum 31. Dezember 1909 zahlen. Verjährung liegt nicht vor. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über Marktlage: Fleisch: den Großhandel in den Zentral- Marktballen. Zufuhr start, Geschäft schleppend, Breise für Nind- und Hammelfleisch nach gebend, Schweinefleisch anziehend. Wild: Zufuhr mäßig, Geschäft ziemlich rege, Preise behauptet. Geflügel: Zufuhr genügend, Geschäft rege, Preise wenig verändert. Fische: Bufuhr ziemlich genügend, Geschäft etwas belebt, Starpfen wenig gefragt, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft still, Preise gebrüdi. Witterungsübersicht vom 21. Januar 1909, morgens 8 hr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better 2 bedeckt 2 bedeckt Swotnembe 774 NNW 1 Dunst amburg 775 NND Berlin 775 OND Franfi.a M. 773 ND Münden 7720 Wien 772 St 3 Nebel Temp. n. T. 6°. 4° N Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windſtärke 0 Habaranda 765 W -0 Betersburg 772 -2 Scilly -3 berbeen 4 bedeckt-5 Baris wolkenl-2 774 D 771 NND Better 2 heiter 2 bedeckt Ho= 909 62722 1010 Temp. n. 6. 2 halb bd. 7 3 bedeckt 771 NND 3 bedeckt Wetterprognose für Freitag, den 22. Januar 1909. Bunächst etwas tälter, vielfach nebelig, sonit ziemlich trübe, ruhig und troden; später mäßige südwestliche Winde und langsame Erwärmung. Berliner Wetterbureau. Conrad Tack& Cie. 8+-50 Dis 38 C., Spittelmarkt 15( Tellhaus) C., Rosenthaler Straße 14 W., Potsdamer Straße 50 Fernsprecher: VI 16 831 W., Schillstraße 16 NW., Zurmstraße 41, Ede Oldenburger Straße Fernsprecher: II 7820 NW., Wilsnader Straße 22 Ball- Schuhe Reichhaltigste Auswahl in eleganten Formen, reizenden Neuheiten und allen Preislagen. Feinste Genres, hochaparte Dessins, in prima Kalblad, weiß Glacé- und Bronze- Leder, mit und ohne Stickerei, im Preise bedentend ermäßigt! 6.75, 4.75 in hochmod. bis 45% Damen- Tanzschuhe aus farbigem Satin ober la 2ad. 14|| Damen- Chromleder- Spangenschuhe in eleg. Form. 400 Damen- Spangenschuhe ta zadtuch, verzierte Spange 135 Damen la Kalblack- Spangenschuhe Damen- Spangenschuhe 4.50, mit i Spange 3.75% weiß Leber, mit Doppelfpange 275 Damen- Goldkäfer- Spangenschuhe, te effins 575 Damen- Spangenschuhe- Goldſtoff- lekte Neuheit 325 Damen la weiß Glacé- Spangenschuhe 12.50 bis 600 275 Damen- Molierschuhe Stalbiadi. 9.50, weiß Glacél.. 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