Nr. 20a. Abonnements- Bedingungen: abonnements. Preis pranumerando Bierteljährl 8.30., monatl 1.10 ML, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags mummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Belt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Gingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danematt, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweben und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Extra- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblaff. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die iechsgeipaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Big., für politische und gemerfichaftliche Bereins. und Beriammlungs- Anzeigen 30 Big. .Kleine Anzeigen", das erite( fett, gedruckte) Bort 20 Big., jedes meitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erite Wort 10 Big. jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borie. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 3 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Montag, den 25. Januar 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Bernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Der Kampf ums Recht! Die Thronrede vom 20. Oftober 1908 berhieß eine organische Fortbildung des Deshalb ihr Widerstand gegen die von der Sozialdemokratie geforderte Hebung preußischen Wahlrechts. Heute, am 25. Januar, wird die Regierung im Dreiklassenparlament der Volksschule! Deshalb die Erhaltung der traurigen Zustände der Landschulen, zu erklären haben, wie sie sich diese Fortbildung denkt. Die entrechteten Massen freilich der Halbtagsschulen! Deshalb die Ueberfüllung der Volksschulen, der Lehrertvissen bereits im voraus, daß die ihnen über Jahr und Tag zugedachte Wahlreform ihren mangel! Deshalb die Forderungen ebenso Hohn spricht, wie die jetzt herrschende Dreiklassenschmach! " Auslieferung der Schule an die Kirche! " Die sächsische Wahlreform" ist ein abschreckendes Beispiel dieser traurigen Reformistelei. Nach sächsischem Vorbild will man auch das preußische Volk abspeisen, um das Deshalb die Ueberfütterung der Volksschüler mit Religionsunterricht, deshalb gleiche Wahlrecht prellen! An Stelle der Dreiklassenschmach will man die Plural- der Haß unserer Herrschenden gegen die Verbreitung wirklicher und wahrhaft nüßlicher wahl, das Mehrftimmenwahlrecht sezen! Besiß und Bildung sollen mit Zusagstimmen Kenntnisse! bedacht werden, um die Masse der Besitlosen, der durch das kapitalistische Stlassenregiment Und das Volt, dem man die Erlangung höherer Bildung mit allen Mitteln verwehrt, von der Bildung Ausgeschloffenen auch fünftig überstimmen, in der Form scheinbaren will man dann für seine Unbildung damit bestrafen, daß man den Gebildeten", den Rechtes brutal vergewaltigen zu können! Sprößlingen der Besitzenden, ein mehrfach höheres Wahlrecht einräumt, als dem Der Befit soll ein mehrfaches Wahlrecht erhalten! Was aber ist der Besiz? Etwas arbeitenden Volfe in Stadt und Land! Wenn aber das Volk erklärt, wir gebrauchen gerade das gleiche Wahlrecht, um uns durch persönliches Verdienst des Sapitalisten Erworbenes? Ach nein: der Besitz ist kapitalistischer Mehrwert, der den Arbeitern abgezwackt worden ist! Der Bestz ist die den aus den Tiefen des Helotentums herauszuarbeiten, um unsern Anteil an den materiellen Kapitalisten zugeflossene Prämie für die Entbehrung der Arbeiter! Der Besiz ist das und geistigen Kulturgütern zu erlangen, so entgegnet der Sprecher der Regierung höhnisch: ökonomische Machtmittel, traft alten Ausbeutungsrechtes immer erneute Aus- Du friegst das gleiche Wahlrecht nicht, weil ja die Besitzenden die meisten Steuern zahlen! beutung zu üben! Der Besiz ist die Handhabe, durch die Beherrschung der Gesetzgebung und Als ob das Volk nicht viele Hunderte von Millionen an indirekten Steuern an den Staat zahlte, als ob es nicht viele Hunderte von Millionen in Gestalt künstlich erhöhter Verwaltung die große Masse des Volkes immer tiefer in die Brot und Fleischpreise an die Agrarier als Tribut entrichtete! Fesseln der Ausbeutung und Entrechtung zu schlagen! Als ob nicht die besitzenden 5 Proz. des Volkes nur deshalb einen solchen Anteil an den direkten Steuern zahlen könnten, weil mehr als 50 Proz. des Volkes ein Einkommen von weniger als 900 M. haben! Als ob nicht die direkten Steuern der Besitzenden aus dem unbezahlten Erträgnis Was ist die Bildung? Ist sie etwa ein persönliches Verdienst? Da ist zunächst zu bemerken, daß der Begriff der Bildung etwas schwer Definierbares ist, daß viele Tausende der Arbeit des Proletariates flössen! Wer es ehrlich meint mit den Volksinteressen, wer das preußische, das deutsche Volt von Arbeitern, die nur die Volksschule besucht haben, sich ein höheres Maß nüßlicher Kenntnisse erworben haben, als viele sogenannte Gebildete, die höhere zu einer wahrhaften Kulturnation emporheben will, für den kann es nur die eine Losung Schulen besucht oder gar die Universität absolviert haben. Die amtlichen geben: Atteste beweisen nicht das geringste. Wie steptisch selbst unsere Privilegierten über das behördlich diplomierte Wissen urteilen, wenn sie unter sich sind, bewies ein Ausspruch, der vor einigen Wochen erst in der Budgettommission des Abgeordnetenhauses fiel. Da sagte ein tonservativer Abgeordneter, daß der preußische Kultusminister, wenn er heute noch einmal das Abiturienteneramen machen sollte, elend durchraffeln würde! So schäzen Konservative den dauernden Ertrag unserer akademischen Dressur ein! Her mit dem allgemeinen, gleichen, direkten, geheimen Wahlrecht! Wird das für die bürgerlichen Parteien, die gleichfalls das Wahlrecht fordern", eine Losung sein, an der sie sich nichts abmarkten lassen? Freifinn und Zentrum haben ja ihre Wahlrechtsanträge eingebracht. Werden sie unweigerlich auf ihrer Forderung" bestehen?! Dder werden sie sich wiederum mit halben 8üsicherungen, mit der Verheißung eines Pluralwahlrechts, also eines neuen Klaffenwahlrechts, abspeisen lassen? Werden sie wiederum, wie so oft, die heiligsten Interessen und unveräußerlichsten Rechte des Voltes Das entrechtete Volt hat alle Ursache, auf der Hut zu sein! Und diese akademische Bildung will man mit Zusatzstimmen ausstatten! Diese Bildung, der man ein berdoppelte s oder- wie in Sachsen- verdreifachtes Wahlrecht einräumen will, hält man in staatserhaltenden" Streisen nicht eimal für wünschenswert zur Ausübung verantwortungsvoller Beamten funttionen! So sagte in derselben Kommission ein anderer Abgeordneter, daß ein Post. beamter umso untauglicher sei, je mehr er seinen Horaz kenne! Die höhere Bildung betrachtet man also nur als ein Mittel, um einem möglichst engen Streis Besitzender Monopole für höhere Beamtenposten und andere materiell einträgliche Lebensstellungen zu sichern, nicht aber als Seb st zwed, als ein Mittel, das Volk auf eine möglichst hohe Kultur- Bolle neue, empörende Lasten an direkten und indirekten Steuern aufzubürden, sondern auch stufe emporzuheben! Das Mehrstimmenprivileg für Gebildete" ist aber ein umso schneidenderes Unrecht gegenüber der großen Masse des Volkes, als unsere herrschenden Klassen die Bildung verraten?! Nur zu groß ist die Gefahr, daß 8entrum und Freisinn nicht nur darein willigen, dem darein, daß die Parias der Nation abermals gepreIIt, daß sie mit dem schäbigen Linsengericht eines Pluralwahlrechts abgefunden werden! Deshalb ist es Sache des Volkes, vernehmlich seine Stimme erschallen zu lassen! Die Junter schreien wie besessen, weil ihnen die Regierung eine lächerliche, geringfügige Besteuerung des Besizes in Gestalt einer Erbschaftssteuer zumutete. Und das Volk des Nichtbesitzes sollte es dulden, daß eine pflichtvergessene Geldsacksvertretung ihnen noch länger seine des Volkes mit allen Mitteln künstlich daniederhalten! Sie wollen gar kein gebildetes fundamentalsten Bürgerrechte verweigerte?! Bolt, weil sie ein fügfames, einsichtsloses Proletariat erhalten wollen! Sie wollen die geistige Unmündigkeit der Masse des Volkes konservieren, um es desto leichter bethören, beherrschen, knechten und ausbeuten zu können! Millionenstimmig ertöne der Ruf, heute und täglich, dringlicher, unwider. stehlicher: Heraus mit den unverkürzten Volksrechten! " Die Demonstration des Sonntags. " Zum zweiten Male jährt sich heute der Wahltag des Jerdröhnt, das Hoch aufs Wahlrecht erbraust, die Arbeiter- 1 dem Schinkelplatz und dem Zeughause hinein aber es Jahres 1907, der 25. Januar. Am Vortage dieses Gedent- truglieder ertönen, so wird die Polizei nervös und die Schutz- kommt zu feinerlei ernsten Zusammenstößen. Mufik dringt tages haben die Niedergerittenen" auf den Straßen Berlins leute reiten rücksichtslos Attacke. Mit Büffen und Fußtritten bom Schloßportal her... Wer will unter die Soldaten, in imposanten Massen für das gleiche Wahlrecht demonstriert! sucht man die Demonstrationszüge zu zersprengen. Aber der muß haben ein Gewehr!" Aber der muß haben ein Gewehr!" Gelächter empfängt die abDie unerschütterten Arbeiterbataillone marschierten auf. In wenigstens blieben diesmal die Säbel in der Scheide gelöste Wache der" Franzer". Und als die Kapelle das„ Heil dichten Zügen, fest und geschlossen erschienen Kolonnen der und es Dir im Siegerkranz" spielt, antwortet die Menge, die Ines floß kein Blut ein Heiner Fortschritt, strumente übertönend, mit der Marseillaise. Das Entrechteten unter dem feurigen Sang der Arbeitermarseillaise der für Preußen schon etwas heißen will. Auch an war ein Signal für die Behelmten zum Angriff. Aufgeregt stelzt bei auf der stolzen Triumphstraße der Hohenzollern. Ein Aufgebot einigen anderen Punkten, wo offenbar besonders nervöse der Neuen Wache ein Artilleriegeneral von außerhalb, ein leibvoll lebendiger Kraft und entschlossenen Willens, ein Zeugnis Offiziere kommandierten, und Attacken geritten wurden, haftiger General einher. Wütend blidt er auf die langfam, fingend ungebrochenen Lebens der Arbeiterpartei! an anderen stand die Polizei auf dem Sprunge, brutal zu vorüberziehenden Arbeiterscharen. Von der Schloßbrüde rücken aberDie Niedergerittenen" marschieren und die Sieger" der werden. Die Säbel aber sind, soviel wir erfahren haben, nur mals Schußmannsketten an und säubern die„ Linden". Alles was Januarschlacht sind am Ende ihres Lateins. Im Block an zwei Stellen aus der Scheide gekommen und an beiden nach Arbeiter aussieht, wird zurückgedrängt, dagegen können die knisterts beängstigend; der Blockkanzler wanft und versucht ist es, dank der Selbstbeherrschung der Arbeiter, nicht zu Herrschaften" passieren. Ein Polizeileutnant deutet erregt nach vergebens, durch den Aufruf zur Sozialistenheze, schlimmeren Folgen gekommen.( Verhaftungen sind, soweit den von Arbeitern voll besetzten Fenstern des Zeughauses, lebhaft durch das Locken mit Ausnahmegesezen seine ge- wir bis jetzt zu übersehen vermögen, nur in fleinerer Zahl spricht er auf einen höheren Polizeioffizier ein, aber sein offenbarer fährdete Position zu festigen, seine zerfallende Mehrheit zu zu verzeichnen.) Wir dürfen erwarten und haben zu Wunsch, das Zeughaus zu räumen, geht nicht in Erfüllung. sammenzufetten. fordern, daß die Berliner Polizei allmählich sich an den An- Die Schußleute stehen umber. Zwanzig Mann leiten eine höhere Um 2 Uhr ist es in der Berliner Einzugsstraße wieder ruhig. blick demonstrierender Arbeiter gewöhnt und daß sie durchweg Töchterschule unter dem Gaudium des Publikums sicher nach einer lernt, ihn ruhig zu ertragen. Was die Arbeiter dazu tun Nebenstraße. Die Radfahrerpatrouillen haben vor der Universität fönnen, werden sie tun, und so wird ein Stüd wichtiger Er- abgesessen und fauen verdrießlich am Priemchen. Beim„ ollen ziehungsarbeit getan werden. Frizen" halten sechs Polizeioffiziere hoch zu Roß Kriegsrat. Da, um 3 Uhr, tommt noch einmal Leben in das Straßenbild. Berittene und Radfahrer jagen über das Pflaster, die Im Winter des Mißvergnügens erleben unsere Feinde die Wiederkehr des Tages, da sie ihren Pyrrhussieg mit schlechten Mitteln erlisteten- das Proletariat aber seht neue Zeichen seines Vorwärtsdringens. Auf dem Gedenktag des ,, nationalen" Betrugs setzt es den Stempel seines Wahlrechtstampfes! 式 Hoch das freie Wahlrecht! brausende Forderung vernommen hat? Bon anderer Seite wird uns über die Demonstrationen beim Mit stolzer Genugtuung darf das Proletariat auf den Schußleute richten sich aus ihrer Lethargie auf und stehen stramm. 24. Januar blicken. Ein prächtiger Vorstoß gegen die Feste Von der Schloßbrüde her ertönt der Dreiklang der Ein Ehrentag ist der 24. des Januar für die Arbeiterschaft des Dreiklassenunrechts war diese imposante Massenkundgebung. stattbekannten Sirenen... der Kaiser fährt aus, Berlins. Würdig tritt er dem großen Wahlrechtssonntag Ein guter Anfang der neuen Epoche des Wahlrechtskampfes, heute ohne das Hurra des Lindenpublikums. D5 des Vorjahres, dem 12. Januar, dem blutgetauften zur Seite! die mit ihm anhebt. Noch ist er weit vom Ziel. Aber es er die nach ihrem Rechte rufenden Massen gesehen, ob er ihre Wie damals fand der Aufruf zur Kundgebung donnernden muß und es wird erreicht werden. Der feste Wille des Widerhall in den Massen. In imposanter Zahl strömten sie Proletariats, der sich in dieser großen Kundgebung manifestiert in die Versammlungen, zogen sie zum Zentrum der Stadt. hat, ist uns Bürge dafür! Der Kampf wird weitergehen und Zehntausend auf Behntausend, Alte und Junge, allemal wird entschlossene Kämpfer sammeln der Schlachtruf: Schloß gemeldet: Männer und Frauen! Noch läßt sich, Noch läßt sich, da diese Zeilen geschrieben werden, die Zahl der Demonstranten nicht überblicken. Aber alle Einzelangaben beweisen, daß gewaltige Scharen sich versammelt haben. An ver. schiedenen Punkten der Stadt wurden Züge von zehntausend, bon zwölftausend und mehr Teilnehmern gesehen. Die zwölf Versammlungslokale Groß- Berlins faßten nur den kleinsten Teil der Kundgebenden; Massen zogen an ihnen vorbei zum Viertel der Herrschenden, erfüllt von dem Drang, sich den Verteidigern des Wahlunrechts zu zeigen, ihnen das Maß des Grolls und der Empörung, die die Verweigerung des gleichen Rechts erweckt, an Massen Protestierender greifbar bors Auge zu stellen! 19 Unter den Linden. Polizeiliche Vorbereitungen. Selbstverständlich erfreute sich das Schloß eines besonderen Polizeischutzes. An der Kreuzung der Post- und der Königstraße zeigten sich die ersten Spuren des großen Sicherheitsblocks, den die Polizei vor das Kaiserviertel geschoben hatte. Da jah man SchuhLeute zu Fuß, zu Roß und zu Rad, Schuhleute mit und ohne Revolver, Wachtmeister und Offiziere, ja sogar der Polizeihund fehlte nicht. Hoch das freie Wahlrecht! Bis um 1 1hr ungefähr bewahrte das riesige Polizeiaufgebot Unter den Linden seine Ruhe. Gegen 12% Uhr begann givar die Schußmannschaft die Mittelpromenade des Straßenzuges Unter den Linden zu säubern", doch ging das noch ohne sonderliche es tvar ettva i Uhr geworden Bis um 10 Uhr vormittags zeigte die Straße Unter den Erregung ab. Dahörte man Linden" das gewöhnliche Bild der tiefen Nuhe eines sonnigen vom Osten der Linden" her ein dumpfes Brausen, und plöglich, wie aus dem Boden gestampft, wälzte sich eine Menschenarmee, ein Brandenburger Tore, und nur in der nächsten Umgebung des auf: Buerst ein unentwirrbares Rauschen und Summen, dann Sonntagmorgens. Einsam stand der Schutzmannsposten am Wolfeheer von einigen tausend Mann, die Mittelpromenade herSchlosses bemerkte man Zeichen polizeilichen Eifers. Nach 10 Uhr immer deutlicher und deutlicher: die Arbeiter- Marseillaise! marschierten zahlreiche kleine Trupps von Schuhleuten auf, die Jm Marsche zog es heran, und den verschiedenen fliegenden" Wachen zustrebten. Die großen Banten hatten ihre Pforten für die Polizei geöffnet, wie die des Berliner Kaffenvereins. In der Börse, Eingang WolfgangDresdener Bank, die Bank für Handel und Industrie, die Bant dröhnte es kraftvoll empor. Und straße, war, wie gewöhnlich, auch diesmal der große Saal zu einem Bolizeilager umgewandelt worden. Auch am Pariser Plak, scholl es aus tausend Kehlen der Wilhelmstraße, dem Brandenunter den Linden Nr. 16, in der Nähe des Westminster- Hotels, burger Tor entgegen. wie in manchem anderen Privathause lagen Polizeimannschaften Mit der künstlichen Fassung, die Berline Schuhmannschaft bis bereit, ebenso in verschiedenen öffentlichen Gebäuden, so 8. B. hierher bewahrt hatte, war es vorbei. In kühner Attade sprengten im Zeughaus, in der Bibliothek, in der Universität, in der Bau- stranten vorwärts treibend. Bis zur Neustädtischen Kirchstraße berittene und Fußschußleute die Promenade entlang, die Demonakademie, im Marstall und sogar unten im Dom. In der Umgebung des Schlosses sehen. Für Berittene war am Schinkelplatz und in der Burgstraße gesorgt. Alle Brücken waren stark besetzt, zuerst mit doppeltem Posten, später mit ganzen Ketten von Schuhleuten. Eine Demonstration der Empörung war's. Der Empörung nicht bloß gegen die offenen Verteidiger der Dreiklassenschmach, sondern auch gegen die Lauen und Halben, gegen die angeblichen Freunde des gleichen Rechts, die durch ihre Verräterei das Unrecht fügen helfen. Die sich nicht scheuen, sich die Zücken des Unrechts dienstbar zu machen, die sich nicht schämen, die winzige Vertretung, die das Proletariat sich trotz des Unrechts im Dreiflaffenhause zu erobern wußte, mit schändlichen, schurkischen Mitteln anzufallen, die es versuchen, die kleine Vertretung der Arbeiterschaft im preußischen waren alle Wachen außerordentlich stark mit Mannschaften der Parlament zu zerstückeln, indem sie unter dem Schein des Hechts brutale Gewalttat verüben. In den Zehntausenden und Aberzehntausenden gärte der Zorn über den feigen Mandatsraub, den der Freisinn mit Hilfe der Neaktionäre an der Berliner Arbeiterschaft zu berüben gedenkt. Wenig hätte gefehlt, daß der Organisator dieses heimtückischen Ueberfalles, der Fischbeck eine Sonderdemonstration zu hören bekommen hätte. Daß ihm diesmal das donnernde Pfui!" bieler, bieler Hunderte Proletarier erspart blieb, das dankt der Mann nur dem Umstand, daß die Berliner Polizei, wohl eingedenk der heit zu einigen Demonstrationen gefunden. Etwa 400 bis Bevor dies vollständig gelang, hatten unsere Genossen Gelegen univillkommenen Begrüßung, die dem Herrn Kopsch im Vorjahr 500 Personen, die von einer Schuhmannstette nach der Schloßbrüde bereitet wurde, das Haus des von der Reaktion Hochgeschätzten zu gedrängt wurden, zogen heran, die Marseillaise" fingend, der gleich dem Schloß und dem Ministerpalais mit einem starken fie das Lied" Wir sind die Arbeitsmänner" folgen ließen. Dazivischen ertönten Hochrufe auf das freie Wahlrecht. Die Schloß Schuhmannskordon umgeben hatte. brücke war jedoch abgesperrt und die Menge wurde über den Schinkelplatz nach der Schleusenbrüde zu gedrängt. Am Kurz nach 12 Uhr begann die Polizei ihre Tätigkeit. Bon allen Seiten zogen Schuhleute auf und sperrten die Hauptzugänge ab, indem fie die Volksmenge aus einzelnen Teilen der Straße an der Friedrichstraße, am Brandenburger Tor, am Denkmal ,, Unter den Linden" fortdrängte. Zugleich zogen Berittene auf Friedrichs II. Man ließ zuerst die Passage durch die Straßen, welche die„ Linden" freuzen, zu, sperrte aber alle Bugänge zu der Straße Unter den Linden" selbst ab. Brandenburger Tor In der Friedrichstraße hatte man von Norden her schon am Stadtbahnhof Posten aufgestellt und in ähnlicher Weise verfuhr man in den übrigen Straßen. Nieber Bülow! Pfui Bülow! ging der Ritt. Hier wurde die Menge in die schmale Gasse nach dem Schlüterfteg und dem Bahnhof Friedrichstraße zu abgedrängt. In der Neustädtischen Kirchstraße sammelten sich jedoch die Demonstranten wieder und aufs neue brauste der Wahlrechtschoral durch die Luft des flaren Wintertages. Die Schußleute und ihre Führer wurden nervös: Ein Leutnant bemühte sich höchft eigenhändig, Demonstranten, die ihm nicht schnell genug davoneilten, mit Fauftschlägen heimwärts zu befördern, und ein Goliath von Wachtmeister machte sich gar das Bergnügen", Leute, die an ihm vorbeipaffieren mußten, durch Knieftöße voranzutreiben. Am Ende der Neustädtischen Kirchstraße las ein ergrimmter Polizeioffizier einem Wachtmeister ein Kapitel: " Wissen Sie, wie Ihre Leute dagestanden haben? Go: ( faltet die Hände über dem Bauch). Nun aber ein bißchen energifcher! Sie wissen doch: sie sollen nicht hier entlang( nach der Weidendammer Brüde weisend) fie sollen über den Schlütersteg!" gegeben, doch wenn sich ein Dugend Menschen aneinanderdrängten, Um 2 1hr war der westliche Teil der Linden wieder freis oder wenn von einem Omnibusded ein Hurra fürs freie Wahlrecht, ein Pfui Bülow!" herunterscholl, dann wurde die Schutzmannschaft wieder nervös, und von neuem schob man an die hundert Leute durch die Neustädtische Kirchstraße wasserwärts ab. Die Passage blieb den ganzen Nachmittag über gesperrt. Vielleicht fürchtete man, daß bom Gendarmenmarkt her, wo gegen% 42 Uhr etwa hundert Menschen ein Hoch aufs freie Wahlrecht ausgebracht hatten, das Alte Schloß doch noch gestürmt werden könnte..... Tm Often. Jm Saale des Grand Hotel am Alexanderplat saßen und standen die Versammlungsbesucher in dichter Menge Stopf an Kopf und lauschten gespannt der Rede des Reichstagsabgeordneten Ledebour, deffen kraftvolle Ausführungen wiederholt stürmischen Beifall hervorriefen. Man merkte es an der Stimmung der Menge, daß das Volt, trotz aller Scharfmachereien Bülows und seiner Trabanten, mit immer mehr Mut und Tatkraft für die Forberung politischer Gleichberechtigung fämpft, überzeugt, daß der Sieg boch schließlich auf des Boltes Seite bleiben muß. Ein Ehrentag des Proletariats ist der 24. Januar. Glänzend hat sich die Disziplin der Klassenbewußten Arbeiter- sah es aus, als wollte die Schußmannschaft Berlin vor einem ein schaft bewährt. Alle die elenden Verleumdungen unserer dringenden Feinde retten. Dort standen über 70 Mann zu Fuß Feinde, die die demonstrierenden Massen als Horden arbeits- und mehr als ein Dutzend Berittene. Das Publikum wurde schon scheuen, schnapsduftenden, plünderungsluftigen, gewalttätigen, gesiebt", wenn es den Linden" nahte. Man ließ nur Frauen und Herren passieren, die durch ihre Eleganz" imponierten. johlenden und brüllenden Gesindels hinzustellen pflegen, hat sie jämmerlich zuschanden gemacht. In musterhafter Drdnung ist die gewaltige Demonstration verlaufen, ein eflatanter Beweis ist erbracht, daß der besorgte Bürger für Leben und Eigentum nichts zu fürchten hat, daß eine für ihr Recht auf die Straße gehende Arbeiterschaft nicht Händel sucht mit der Eine Demonftration beim Schloß. bewaffneten Macht, daß die öffentliche Sicherheit nicht Troz der Absperrungen gelang es doch einzelnen fleineren gefährdet wird, Tumulte und Krawalle sich nicht ereignen, Trupps der aus den Versammlungen kommenden zu der Straße wenn die Polizei sich nur einigermaßen zurückhält, wenn„ Unter den Linden" vorzubringen, während andere durch die Eine gewaltige Menschenmasse hatte sich auch zu der Versamm Tung bei eller in der Koppenstraße eingefunden, aber kaum fie nicht in friedlichen Demonstranten blutdürftige Straßenbahn und Omnibusse in den Bereich der Gefechtslinie" ge die Hälfte konnte in dem Saal Blab finden. Sturz nach 1 11hr Petroleure sieht, wenn sie nicht glaubt, die" Ordnung" führt wurden. Um ein Viertel nach 1 Uhr schiebt sich ein wohl wurde polizeilich abgesperrt. Die Bielen, die draußen geblieben durch Dreinhauen aufrecht erhalten zu müssen. Diesmal, 300 Mann starkes Schußmannsbataillon auf das Schloß zu, von waren, wandten sich größtenteils bald von dannen. Im Saale Noch ist alles ruhig. Wie borchte die dichtgedrängte Menge der anfeuernden Rede des Reichs= das muß anerkannt werden, hat die Polizei sich im dem die Purpurstandarte weht. zu Kaisers Geburtstag sieht's Da tagsabgeordneten Singer, der scharf, gleichwie Peitschenhieben, allgemeinen weit vernünftiger benommen als am 12. Januar eine Borfeier das reaktionäre Treiben der herrschenden Clique und ihrer Helfers brausen urplötzlich anhaltende 1908. Und da sie sich zurückhielt, ist es diesmal zu Bluttaten, nationale Sozialdemokratie vom Wasser herüber. Trotz der borrief. Hochrufe auf die inter- helfer geißelte, was selbstverständlich stürmischen Beifall herwie sie im Vorjahre traurigerweise zu verzeichnen waren, nicht strengen Absperrung haben Tausende sich in unmittelbarer Nähe des Als die Versammlung beendet war, wandte sich der Hauptstrom gekommen. Allerdings, in einer Hinsicht ist die Polizei grauen königlichen Steinbaufastens zusammengefunden und schmettern hof. Einen Augenblick suchte die Polizei den Weg dorthin zu ver der Männer und Frauen nach der Richtung zum Schlesischen Bahn unbelehrbar geblieben. Wenn auf der Hohenzollernstraße, machtvoll ihren Ruf zu den Fenstern des Schlosses empor. Wie der sperren, gab die Maßregel aber ebenso schnell wieder auf. Bald wenn Unter den Linden der Schritt der Arbeiterbataillone Bind find die Berittenen da, fegen hinter der Schloßbrüde nach bewegte die Stoppenstraße entlang fi aus. tlnc unübersehbare Menschenmenge. Hochrufe auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht, dazwischen:„Ztieder mit Bülow" nnd dann der Gesanzder Arbeiter- Marseillaise ertönten laut und krästig. Polizei, die uniformiert und nichtuniformiert, bei Keller sehr stark vertreten war— hinter dem Caalbau hatte man einen Trupp Berittener untergebracht—, war bald nicht mehr zu erblicken. Es schien, als ob in den Straßen selbst die gewöhnlichen Schutzmannspojten fehlten. Der Zug der Wahlrechtsforderer bewegte sich am Bahnhof bor- bei über die Schillingsbrücke, das Engclufer entlang bis zum Ge- werkschaftShause. Aier ging man aus kurze Zeit in den Hof hinein, soweit es der Raum zuließ. Aber gleich darauf war man loieder auf dem Marsch. Dabei machte sich jedoch ein kleines Polizei- Hindernis geltend. Etwa sechs Mann unter Führung ihres Leut- nants waren angetreten und verwehrten der Menge den Weg in der Richtring zur Annenstraße. Da wandte sich der Zug nach der Adalbertstraße, und nun ging es nach der Köpenickcr Straße, immer unter der Begleitung jener Polizeimannschaft, die jedoch weder die sich immer wiederholenden Rufe der Menge noch ihren Gesang sonderlich störte und im allgemeinen nur darauf bedacht schien, den Fahrdamm freizuhalten. Aber dafür sorgten, schon wegen des Straßenbahnverlehrs, unsere Parteigenossen selbst nach besten Kräften. Die Polizei verließ den Zug nicht, bis er am Mühlen- dämm anlangte. Hier waren andere Polizeileute beflissen, die „Ordnung aufreckt zu erhalten", wag natürlich reichlich überflüssig toar. Die Breitestraße und ihre Parallelstratzen waren meist durch dichte Schuhmannsketten gesperrt. Alles strömte deswegen nach dem Spittelmarkt, und nun wandte man sich nach der Leipziger Straße. Bon dort kam jedoch ein anderer nach Tausenden zählender Zug. Die Züge der Menschenmasscn begrüßten einander mit der Losung des TagcS, vereinten sich und die nun 10 ovo Mann starke Menge zog unter lauten Rufen, Hütcschlvenken und Gesang die Sehdel- straße hinauf nach dem Moritzplatz. Hier wurde kurze Zeit Halt gemacht. Man sammelte sich, um so gemeinsam in gewaltiger Schar das„Nieder mit Bülow", das Hoch auf das allgemeine, gleiche Wahlrecht zu rufen und das Arbeiteriampflicd anzustimmen. Bald marschierte der inzwischen immer mehr angewachsene Zug weiter, die Oranieustraße hinaus durch die Adalbertstraße und so wieder nach dem Getverkschaftshausc. Nun glaubte man für diesmal genug getan zu haben. Tie Parole unserer Genossen an die Menge, sich nun zu zerstreuen, wurde willig befolgt, wenngleich das selbstver- ständlich bei der ungeheuren Menschenmassc nicht in einem Augen- blick möglich war. Wenn auch zuerst noch die Adalbertbrücke und Adalbcrtstraße dicht gedrängt voll von Menschen waren, so schien es doch überflüssig, daß die Polizei hier mit verstärkter Mannschaft wiederum auf dem Plan erschien, um in ihrer Weise die Straßen freizumachen. Unsere Parteigenossen sorgten schon selbst hinreichend für einen guten und würdigen Abschluß der Demonstratio,� •_• Tin Südosten. Im„KonzerthauS Sanssouci" sprach Genosse Paul Hirsch vor einer Zuhörerschaft, die den Saal und die Galerien füllte. Die ruhige, aber sachlich scharfe.Kennzeichnung, welche der Redner der preußischen Wahlrcchtsschmach und schändlichen Schiebungen der Freisinnigen zuteil werden ließ, fanden lebhaften Beifall. Nach dem Neferenien sprach ein Anhänger der Demokratischen Der- c.nigung. Er erklärte sich mit den Ausführungen des Genossen Hirsch vollkommen einverstanden. Tie im Gewerkschaftshause abgehaltene Versammlung gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung. Genosse Z u b e i l entfesselte stürmischen Beifall durch seine energische und kraftvolle Ver- urteilung des reaktionären DpeiklassenwahlfystemS, der Bestrebungen zur Verewigung deS WahlunrcchtS und der Androhung, die Sozial- Demokratie unter neue Ausnahmegesetze zu stellen. Ter Andrang zur Versammlung war«in gewaltiger. AIS Zubeil bereits mit seinem Referat begonnen hatte, strömten noch fort« während Massen von Versammlungsbesuchern herbei. Da im großen Saale niemand mehr Platz fand, so füllten sich in kurzer Zeit auch die unteren Säle, sowie das Vestibül und das Restaurant. Ja selbst im Hof- standen noch Hunderte, die im Hause selbst nicht mehr Unterkunft fanden. Als die Versammlung zu Ende war, zog der größte Teil der Genossen in kompakter Masse nach dem Moritzplatz zu. Weiter ging es von bier, durch polizeiliche Absperrungen oft vom geraden Wege abgelenkt, in verschiedenen Kreuz- und Querzügcn nach dem Inneren der Stadt zu. Bald nachdem die Versammlung im Gcwerkschaftshause ge- schlössen war und der Zug der Teilnehmer sich entfernt hatte, rückte auch die Polizei, die sich übrigens nur wenig bemerkbar machte, ab. Die stille Straße am Engclufer batte wieder ihr ge- wohnteS Aussehen. Da nahte von der Adalbertstraßc her ein imposanter Zug. Dröhnend ertönten die bekannten Verse der Arbcitcrmarseillaise und Hochrufe auf da? freie Wahlrecht.— Jetzt bemcrltc man auch in der Polizeiwache am Michaelkirchplatz das Herannahen de? ibin Wachtmeister und einige Schutzleute stürzten aus dem Wachlokal, und während sie im Laufschritt den Demonstranten entgegenranntcn, ließen sie die Säiuppenketten ihrer Helme herunter und lockerten die Säbel in der Scheide.„Noch mehr Leute her" rief der Wachtnieister einem seiner Schutzleute z«. Der rannte zurück zur Wache. Als die Polizeitruppe am Tore des GcwcrkschaftshauseS eintraf, hatte der Zug der Temon- stranten schon den Hof und die Jnnenräume des Gcwcrkschafts- Hauses erreicht. Stürmische Hochrufe auf da? freie Wahlrecht schallten heraus auf die Straße.— Inzwischen hatte die Polizei Verstärkung bekommen. Auch der Rcvicrleutnant war zur Stelle. Dieser, ein besonnener Mann, zügcltc durch einen Wink den Taten- drang seiner kriegsbereiten Mannschaft. * Tin Süden der Stadt. In K l i c m s F e st s ä l e n, wo polizeilich abgesperrt war, ging Genosse P f a n n k u ch mit den MandatSräubern und Gegnern eines gerechten Wahlrechts scharf ins Gericht. Die Stimmung der Vasammelien fand in den lebhaften Beifallsbckundungcn oeut- lichen Ausdruck. Unterdessen hatten sich im großen Garten und auf der Straße au der Hasenheide immer mehr Entrechtete deS Klasscnstaatö eingefunden, die dort von der Polizei ungehindert im schönen Sonnenschein auf und abgingen. Es waren mehrere Tausend Personen, die keinen Einlaß mehr gefunden hatten. Nach Schluß der Versammlung strömte alles die Straße hinunter, dem Kaiser-Friedrich-Plotz zu. Es bildete sich von selbst ein langer Zug. von einem Ende zum anderen nicht zu übersehen. Die Zahl der Teilnehmer ist. mit 5000 kaum zu hoch geschätzt. Die Marseillaise ertönte machtvoll, aus tausend Kehlen donnerten Hochrufe auf daö allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahl- recht in die klare Winterluft, und:„Nieder mit Bülow!" scholl eS dann wieder. So ging es um die Garnisonkirchc herum und über die Mittelp romcnade der Gncisenau- und yorkstraße. Das Erstaunen der Zuschauer am Straßenrande und an den sich öffnenden Düren über den imposanten Zua wollte nicht enden. Mancher von ihnen hob auch die Hand oder schwenkte den Hut, wenn der Kampf. ruf nach einem gerechten Wahlrecht erklang. Weiter nahm man den Weg durch die Großbcercnstraße, über die Brücke, durch die König» gratzer Straße. Hedemannstraße. Wilhelmstraße bis zur Puttkamer- straße. ohne daß sich bis hierher die Polizei bemerkbar gemacht hatte. Hier griff aber ein SchutzmannSaufgebot ein, das an der Anhalt- straße Anfstellung genommen hatte. Immerhin kam die heilige Hermandad nur noch zurccht, um einen kleineren Teil des Zuges abzusprengen, Qg waren noch Taufende, die sich nach der Friedrich- straße wandten und, diese hiuunkcr und dann durch die Mohren- straßc, nach dem Gcndarmenmarkt gelangten. Die Hochrufe aus das Wahlrecht und die Kampfgesänge des Volks verstummten auch hier nicht. Da die Durchgänge nach den„Linden" gesperrt waren, so löste sich nun der Zug in Gruppen auf. ver Zug nach dem Weiten. Wohl gegen 2000 Arbeiter, die an der Versammlung im Monbite r GesellschaftShauS� Wo Robert Schmidt sprach, teilgenommen oder wegen Uebersüllung des Saales in der Wiclefstraße den Versammlungsschlnß abwarteten, zogen gegen Uhr durch die vornchmstcn Straßen des Hansa- und des Tier- garteuviertelS. Ter Masseuschritt deS Proletariats unter den feierlichen Klängen der Marseillaise rief überall Befremden und Er- staunen hervor. Am meisten aber war wohl die Leitung des zahl- richcn Polizeiaufgebotes überrascht, die in ihrem Feldzugsplau für den Zug der Demonstranten gewohnheitsgemäß die Moltke- brücke als Ziel vorgesehen hatte. Da nun aber die entgegengesetzte Richtun'g eingeschlagen wurde, kam sie diesmal nicht aus ihre Siech- nung, wnigstens vorläufig noch nicht. Ungehindert gelangten die Demonstranten über das Schleswiger User, nahmen ihren Weg unter dem Bahnhof Tiergarten hindurch, um dann die Richtung durch die Josef Haydenstraße nach dem Lützowplatz zu einzuschlagen. Durch den westlichen Teil des Tiergartens hallten tausendstimmige Hochrufe auf das allgemeine Wahlrecht. Häusig mußten die cle- ganten Equipagen Halt machen, den Zug der proletarischen Wahl- rcchtskämpfer vorüber zu lassen. Auf der Eisbahn im Tiergaricn unterbrachen die flinken Schlittschuhläufer ihre geschmeidigen Be- wegungen und— war cS Zufall oder Absicht— Vic dortige Musik- kapelle Hub plötzlich an, den Sozialistcnmarsch der Demonstranten mit dem Preußenlied zu beantworten. Bei Fischbeck, dessen Behausung in der Burggrafensiraße gelegen ist, hatte sich rechtzeitig ein Polizeiausgebot eingefunden, so daß ihm die dar- gebrachten Entrüstungsrufe nur von der Wichmannstrahe aus in die Ohren geklungen sein mögen. Die Polizei, als die uniformierte Vertreterin aller Unfreiheit» schützt einen ihrer besten Schrittmacher, den reaktionären Fischbeck, vor dem Ekel der entrechteten Arbeiter! Durch die Kurfürstenstraße um den Lützowplatz herum ging cS durch die Friedrich-Wilhelm-Straße, Tiergartenstraße, in die Sieges- Allee einbiegend. In der Tieges-Allee. Endlich sollte die Polizei ihren Triumph feiern. Ungehindert gelangte der Zug bis zur Kreuzung der Charlottenburger Chaussee, da sprengten von der Siegessäule her zwei starke Abteilungen Be- rittener mitten in die friedliche Menschenmenge hinein. Rufe der Entrüstung und des Schreckens wurden laut. Einer der Schutzleute kommt auf dem glatten Asphalt mit seinem Pferde zu Falle. Man flüchtet auf die Podeste der Zollerndcnkmäler. Aber auch da hinaus muß der Echutzmannsgaul. Herum um den„Großen Kurfürsten" und die beiden nächsten dickleibigen Marmorgruppen stampfen die Pferdchufe. Herunter ihr Lumpen, die ihr auch für die erbärmlich bezahlten Schutzleute gleiches Recht wollt, fort ihr ängstlichen Frauen, ihr Kinder, die ihr glaubt, im Tiergarten könne man als friedlicher Mensch, Staatsbürger und Steuerzahler seinen sonntäglichen Spaziergang machen. In ihrem Diensteifer gefährden die Schutzleute alles ohne Ansehen der Person, was ihnen in den Weg kömmt. Bis weit in den Tiergarten hinein werden Flüchtende ver- folgt, selbst in den hinter der SiegeSallcc gelegenen Schutz- Pavillon wird hineingeritten, auch da ist keine Sicherheit vor den Hufen der Pferde. Der Gewalt muß schließlich nachgegeben werden, und so zer- streute sich die ohnedies schon auf dem Heimweg begriffene Menge. DaS honette Bürgertum des Westens aber bekam durch diesen De- monstrationszug jedenfalls eine Ahnung, wie bitter ernst es der Berliner Arbeiterschaft um das Wahlrecht zu tun ist. »» Tin Vörden. In der Brauerei Königsstadt sprach Genosse Siröbel unter stürmischer Zustimmung vor einer dichtgedrängten Zuhörer- schar. Golden fluteten die warmen Strahlen der Winterfonne durch die hohen Bogenfenster, als wollten sie symbolisch das lichte, schöne Ziel de?. Sozialismus andeuten. Auf der Straße promenierten einige Schutzleute, die sich aber äußerst reserviert verhielten. Immer neue Scharen von Männern und Frauen strebten dem Eingänge zu, während größere Trupps es vorzogen, im Freien zu bleiben, um dem Straßcnlcbcn ein demonstratives Gepräge zu verleihen. Als die Zuhörerschaft nach Schluß der Versammlung sich in einem dicken, schwarzen Strom auf die Straße ergoß, hatte die Polizei quer über die Schönhauser Allee einen Kordon gebildet und lcnlte min den ungeheuren Dcmonstratiouszug nach der Fehr- belliner Straße ab. Von hier auö konnte dieser ungehindert durch die Betrauen-, Berg-, Elsasscr, Kleine Hamburger und durch die Linienstraße gelangen.� Am Oranienburger Tor stießen noch zwei große Züge hinzu. Eine gewaltige Mcnsckienmenge umlagerte die Normaluhr, wo ein Genosse vom Sockel herab eine wuchtige An. spräche hielt. Tosender Beifall folgte jedem Satze und ein tausend- stimmiges Hoch auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht schloß die improvisierte Kundgebung ab. Solange hatte der Verkehr gestockt, die Elektrischen und Omnibusse hielten und hinter den Scheiben guckten die Fahrgäste mit großem Interesse auf die eigenartige, imposante Szene. Vom Perron und Verdeck aber schollen begeisterte Hochrufe. Kein Schutzmann war zu sehen. Nur an der Weidcndammer Brücke funkelten unzählige Helmspitzcn im hellen Sonnenschein. Dort stützten Roß und Reisige die steilen Höhen, wo Fürsten stehen. Nur nicht das Volk in den historischen Mittelpunkt Berlins lassen, das war die Tagesparole. Immer neue Kolonnen rückten unterdessen an und einige Zeit waren die Anwesenden förmlich eingekeilt. Nach und nach, wie von unsicht- barer Macht geschoben, walzte sich die dunkle Riesenschlange durch den Wcinbcrgsweg, dem Exerzierplätze zu. Orkanartig schwollen die Rufe:„Hoch das Wahlrcchtl Nieder mit Bülow!" au und brausten empor zu den Fenstern, wo die Bewohner, übereinander geschichtet, erstaunt auf das grandiose Bild herabsahen. Einzelne Spießer mußten wohl annehmen, die Revolution habe begonnen, denn sie schlössen, unter dem homerischen Gelächter der Umstehenden Fenster und Ladcntürcn. Markante Köpfe aus der Arbeiter- bcwcgung tauchten in der Menge auf, als schlagender Beweis gegen die hämischen Glossen reaktionärer Blätter, daß die bekannten Ge- nassen der' Vorsicht besseren Teil erwählen und hübsch zu Hause bleiben. �..... Bis dahin waren die Ctragen bollkommen pouzeirein. Im Nu war die große Fläche des Ererzicrplatzes von Demonstranten angefüllt. Einige Gruppen Fußballspieler, in luftigen bunten Sportanzuges vertrieben sich die Zeit mit frohem Spiel. Plötzlich sahen sie sich zu ihrem großen Erstaunen von allen Seiten umringt. Wie von einem Gedanken beseelt, wälzte sich der Zug nach der einsamen Pappel, die in kurzer Zeit von einem unabsehbaren lebendigen Ring um- geben war. Derselbe Genosse, der an der Normaluhr schon ge- sprochen halle, tvar gerade im Begriff, von den Echukler'n einiget stämmiger Männer herab einen flammenden Aufruf gegen das schändliche Dreiklasseuwahlrechi an die Umstehenden zu richten, als ein Ruck durch die Massen ging.„Die Polizei kommt!" hieß es. Ein vieltausendstimmiger Empörungsschrei erfüllte die Luft. Hier aus dem weiten Platz, wo weder die öffentliche Ruhe und der Ber- kehr gestört werden konnte, hier fühlte sich die schneidige Polizei bewogen, eine Attacke auf die friedliche M e n g e zu unternehmen. Ohne jede erkenntliche Ursache wurde eingehanen. Unter der Wucht deS Anpralles verteilt« sich die Masse in größere Gruppen, die nun mit eisiger Ruhe den weiteren Maßnah nifn der Pickelhauben entgegen sah. Inzwischen erhielten diese Verstärkung und drängelten und schubsten nun die Antvesenden nach dem Stabt- innern zu. Die liebe Schuljugenv ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich auf Kosten der grimmigen Polizei köstlich zu amü» sieren.. Behende wie Gichkätzchen schlüpften sie durch die Zaunlücken uns es förderte nicht gerade die politische Autorität, wie die schwer- fälligen Schutzleute einen verzweifelten Kampf mit— Schulkindern ausfochien. Bedenklicher wurde die Sache, als neue Aufgebote an« langten und die Polizei daran ging, die Siraßen zu säubern, in die sie selbst durch ihre geniale Tapsigkeit die Menschenmassen getrieben hatte. Unter Püffen uns Stößen wurden die Gemächlichsten vor- wärtS gedrängt; aber noch aus weiter Ferne hallte, von uner- schütterlichem TrutzgefW und ungeschwächter Kampfeslust getragen, der dumpfe Massengesang in den dämmernden Atzend hineini' ».« Tn den Vororten verlief die Demonstration ebenfalls erhebend. Die große Nasse der Rixdorfer Parteigenossen hatte es vorgezogen, sich ein Rendezvous im Innern von Berlin zu geben. Einzeln und in kleineren Gruppen, zu Fuß und unter Benutzung der verschiedensten Vehikel, gelangten sie zum Teil schon Vormittag oder doch in den Mittagsstunden dahin. So gehörten sehr viele Rixdorfer zu dem Demonstrationszuge, der plötzlich unter den Linden, in der Straße höfischer Prachtentfaltung, zustande ge- kommen war und unter Hochrufen auf das Wahlrecht und dem Gesang der Marseillaise der Friedrichstraße zustrebte, wo man ihn ablenkte. Die Rixdorfer Versammlung wax bei Hoppe in der Hermannstraße. Der große Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Hier schwang Genosse Wels die kritische Geißel über Mandats- räuber und Unrechtsfreunde. Seinen öfter von lebhafter Zu- stimmung unterbrochenen Ausführungen folgte stürmischer Beifall. Rahmig, der Held. Herr Rahmig, der Held der Rixdorfer Wahlrechtsverschlechterer, hatte sich gestern unter die Obhut der Polizei begeben. Vom Morgen bis zum hereinbrechenden Abend hatte dieser für Thron und Altar so wertvolle Mann sein Echutzkommando im Hause und in der Nähe. Am Nachmittag in einem Zuge heimkehrende Rixdorfer Genossen gedachten ihm ein Ständchen zu bringen. Die Polizei war aber auf der Hut. Von den Rixdorfer Genossen kehrten noch mehr in Zügen von mehreren Hundert zurück. Beim Passieren des Rathauses ertönten jedesmal Hochrufe auf das allgemeine Wahl- recht. Etwa fünfhundert dieser Demonstranten wurden von den Rahmigwächtern an der Prinz-Handjery-Straße erwartet. Ver- blufft schauten diese drein, als man schwenkte und Rahmig sich selbst überließ. Bereits gegen Uhr begann sich Ler geräumige Sckal Zev Schloßbrauerei in Schöneberg langsam zu füllen. Erst in kleinen Trupps, dann aber in langen Zügen, die Marseillaise singend und Hochrufe auf das freie Wahl- recht ausbringend, rückten die Arbeiter Schönebergs von allen Seiten heran. Um 12 Uhr wurde der Saal durch die Polizei abgesperrt. Die immer noch Nachströmenden sammelten sich im Garten. Von der Polizei war, abgesehen von den drei Leutnants und dem halben Dutzend Schutzleuten, die die Absperrmaßregeln bei der Versammlung durchführten, nichts weiter zu merken. Nach Schluß der Versammlung formierten sich die Genossen zum Zuge nach der inneren Stadt, gelangten unbehelligt bis zum Nürnberger Platz, wo durch Schutzmannskette der Weitermarsch verhindert wurde. Nachdem der Zug gesprengt war, gingen ein- zelne Genossen und Genossinnen die Motzstraße hinauf. Vor dem Hause Nr. 08 stürzte ein junger Leutnant nebst einigen Polizisten heran. Die Passanten machten Kehrt, um zurück- zugehen. Da ertönte ein Kommando:«Säbel heraus!" und ganz unvermittelt sprengte die bewaffnete Macht auf die Demonstranten ein und hieben mit der blanken Waffe hinein. Vier Genossen und eine Genossin wurden verhaftet und zur Wache nach der Wmter- feldtstraße gebracht. In Charlottenburg hingegen war außer den Polizeimannschasten, die in dem in der Rosinenstraße belegenen Volkshause, wo zwei Versammlungen stattfanden, die Zugänge besetzt hielten, zunächst nur am Schlosse ein stärkeres Polizeikommando zu bemerken, welches die Schloß- aegend absperrte. Und als nach 1 Uhr die Versammlungsteilnehmer in langem Zuge, singend und Hochrufe ausbringend, die Berliner Straße aus dem Fahrdamm entlang zog, kam ihnen am Wilhelme- platz ein Polizeiaufgebot von etwa 00 Schutzleuten und einem halben Dutzend Berittener, unter Führung mehrerer Leutnants, entgegen. Sofort kehrte der Zug um und bewegte sich auf den Bürgersteigen loieder zurück. Aber damit gab sich die Polizei nicht zufrieden. Tie Berittenen machten sich gleichfalls auf den Bürgersteia und trieben die Massen vor sich her, während die Fußmannschaften oaS Publikum in die Nebenstraßen abdrängten. Auf zirka eine halbe Stunde wurde die Gegend an der Rosinenstraße abgesperrt. Biö nach zwei Uhr wurde si« von der Polizei besetzt gehalten. Treptow-Bliumschulenweg. Lange vor Beginn der Versammlung durchbogen sonntäglich gekleidete Arbeiter und Arbeiterinnen die Hauptsiraße des toyllischen Vorortes, um gegen die preußische Dreiklassenschmach zu denson- strieren. Der geräumige Saal des Speerschen Etablissements war gedrängt voll und von über 600 Personen besucht. In markiger Rede, oft von Beifall unterbrochen, geißelte hier Genosse BoeSke das persönliche und Junkerregiment in Preußen, treffend kritisierte er die feige verräterische Haltung der bürgerlichen Parteien, ins- besondere des Freisinns und seines berüchtigten Führers Fischbeck in der Wahlrechtssrage. Gendarmen zu Fuß und hoch zu Roß sowie bis an die Zähne bewaffnete Gemeindeoiener durchzogen den friedlichen Ort. Die Mehrzahl der Versammlungsteilnehmer begab sich nach Schluß der Versammlung per Bahn nach Berlin, um hier im Mittelpunkte der Stadt friedlich für dgs Recht Gleichheit als Staatsbürger zu demonstrieren. » Auch in allen übrigen Borotkn verlies die Demonstration äußerst würdig und eindrucksvoll. Berliner Nachrichten. Bon der Brotteuerung. Das Arbeitshaus der Stadt Berlin hat seit alter Beit eine eigene Bäckerei, die Brot und Weißgebäd für Anstalten der Stadt herstellt. Von den Anstalten wird für das ihnen gelieferte Gebäck nur der Selbst kostenpreis erstattet, den die Arbeitshausbäckerei berechnet. Da nun in diesem Betriebe die Ausgaben für Mehl in der Regel neun Zehntel der Selbstkosten bilden, so bietet das Auf und Ab des von der Arbeitshausbäckerei berechneten Brotpreises ein annähernd getreues Spiegelbild der Auf- und Abbewegung des Mehlpreises. Die Arbeitshausbäckerei hat in dem Betriebsjahr 1907/08 ( 1. April bis 31. März), aus dem jezt der Jahresbericht vorliegt, für das von ihr gebadene Brot usw. ganz außerordentlich hohe Selbstkosten herausgerechnet, weil sie für das verwendete Mehl die damals sehr hohen Preise zu zahlen gehabt hat. Sie zahlte in den Betriebsjahren 1904/05, 1905/06, 1906/07, 1907/08 für 100 Kilogramm der drei zu Brot verwendeten Mehlsorten durchschnittlich 17,01., 18,97 M., 21,02 m., 25,12 M.; für 100 Kilogramm des zum Weißgebäck verwendeten Weizen. meh Is durchschnittlich 24,15 m., 24,86., 24,82 M., 29,05 M. 13,11 M., 14,88 M., 15,85 M., 18,97 M., für 100 Kilogramm Mittelbrot 14,74., 16,97 m., 18,16., 21,62 M., für 100 Kilogramm Semmel 20,68 M., 21,15 M., 21,28 m., 24,92 M., für 100 Kilogramm Milch brot 28,01 m., 29,03 m., 81,30 M., 34,15 M. Die privaten Bädereien Berlins haben in diefen Jahren, wie jede Arbeiterfamilie aus trüber Erfahrung weiß, noch ganz andere Preise fordern müssen als die Arbeitshausbäderei, die ihre Häuslinge hat und auch sonst unter günstigen Bedingungen produzieren kann. Natürlich stellen sich für eine private Bäckerei die Produktionskosten( Mehl, Lohn, Miete usw. usw.) erheblich höher, und dann soll sie ihrem Inhaber doch auch noch einen nicht zu knappen Profit bringen. Das Brot, das man in den Bäckereien Berlins bekommt, ist etwa mit dem Mittelbrot der Arbeitshausbäckerei zu vergleichen, und die Semmeln der Arbeitshausbäckerei sind ziemlich von derselben Qualität toie die Berliner Schrippen. In den vier Kalenderjahren 1905 1906 1907, die sich in der Hauptsache mit den obengenannten vier Betriebsjahren der Arbeitshausbäckerei deden, stellte sich in den Bäckereien Berlins nach Ermittelungen des Statistischen Amtes der Stadt der Durchschnittspreis für 100 Kilogramm Brot auf finden sich 33 Frauen. Gin Antrag des Vorstandes, die Monats- I vorigen Jahre zu verzeichnende Mitgliederverlust wiebergewonnen versammlungen ausfallen zu lassen, dafür aber die Zahlabende aus- werde. zugestalten, fand Annahme. Das Stiftungsfest hat erfreulichers Stralau. Britz- Buckowo. Nachdem noch " weise einen Ueberschuß gebracht. Die Neuwahl des Vorstandes Spandan. ergab folgendes Resultat: Schwent 1. Borsigender, Lehmann Die General- Versammlung des sozialbemokratischen Wahl2. Borsigender, Münnich Kassierer, Hutter 1. Schriftführer, Rojen vereins wurde am 20. Januar im Köpenidschen Lokal abgehalten. thal 2. Schriftführer, Pinseler, Genoffin Schmidt Beisitzer, Krüger, Genosse Paul Schmidt erstattete den Bericht über die GeschäftsAls Bezirksführer fungieren fommission, zunächst über die Presse. Aus demselben ergibt sich, Schröder und Auras Revisoren. Wegner, Hutter, Gronwald, Mariolet, Hammer. In die Zeitungs- daß ein Defizit von 839,10 m. beim Vorwärts" entstanden. Dieses fommission wurden Dehlert, als Kreisdelegierter Münnich, als Defizit hat seine Ursachen darin, so daß die Kosten für Trans Delegierter für Groß- Berlin Schwenk und in die Bibliotheks- port und Expedition des Vorwärts" zu teuer sind. Der Genosse tommission Krell, Schwenf und Hutter gewählt. Die Bibliothek be- Bittdorf aus Berlin, der an Stelle des verhinderten Genoſſen findet sich bei Sutter, Brinzenallee 47 I und ist geöffnet täglich von Wels erschienen, teilt mit, daß die Berliner Brejtonmission mit 62-82 Uhr abends, Sonntags von 10-12 vormittags. Der dem Gedanken umgeht, den ganzen Transport des Vorwärts" zu Jugendorganisation ist es gestattet, dieselbe zu benutzen. Der An- reformieren. Wahrscheinlich werden die ganzen Speditionen der trag des Kreises, einen befoldeten Sekretär anzustellen, fand eine Vororte der Hauptspedition des Vorwärts" angegliedert werden. Die Sache sei zwar noch nicht endgültig geregelt, werde aber in ftinimige Annahme. Bälde zum Abschluß kommen; so lange sollten sich die Spandauer Genossen geduldigen. In der Diskussion wird von den Genossen In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Genoffe Preiser, Konizer und Spior der Wunsch ausgesprochen, daß der Wessel den Jahresbericht. Danach haben stattgefunden 4 öffentliche Vorwärte" durch die Spandauer Schulden einen Strich machen und 6 Mitgliederversammlungen; der Vorstand erledigte seine Ge- sollte. Genosse Bittdorf hält das nicht für nötig. Zwangs schäfte in 17 Sigungen. Die Mitgliederzahl ist von 260 am Anfang inaßregeln würden vom Vorwärts" nicht eingeleitet werden. des Jahres 1908 auf 309 am Schluise des Jahres gestiegen, darunter Außerdem sei es aber doch auch nicht ausgeschlossen, ja es wird befinden sich 8 Mitglieder in Rehfelde. Hieran könne man erkennen, sogar gehofft, daß durch Verbilligung der Transporttosten und daß die Genossen auch im verflossenen Jahre und unter dem Drud Hebung der Abonnentenzahl sich die Verhältnisse wieder bessern der Krise tüchtig gearbeitet hatten. Leider sei die Zahl der„ Vorwärts" werden, so daß die Schulden nach und nach abgezahlt werden Abonnenten nicht im gleichen Maße gestiegen. Sache der Genossen tönnen. Nachdem in seinem Schlußwort der Genosse Schmidt sei es, in diesem Jahre rastlos weiter zu arbeiten und namentlich die mangelhafte Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder am Vor In denselben vier Betriebsjahren ergab sich als Selbstkosten für Berbreitung der Parteipresse Sorge zu tragen. Genosse Gundlach wärts"-Abonnement gerügt und sich auch von der bevorstehenden preis für 100 Kilogramm Schwarzbrot gab den Kassenbericht: der Einnahme von 1898,11 m. steht eine Agitation Erfolge verspricht, wird dieser Gegenstand ohne Beschluß Ausgabe von 1617,18 m. gegenüber. Bei der hierauf vorgenommenen verlassen. Ueber die Buchhandlung gibt Genosse Schmidt ein Vorstandswahl wurden gewählt: als erster Vorsitzender Wessel, erfreulicheres Bild. Die Buchhandlung hatte eine Einnahme von als zweiter: Aue; Kassierer: Gundlach; Schriftführer: Braun; 4880,44 M. und eine Ausgabe von 4528,28 M., mithin einen Ueber. Bibliothekar: Otto Fischer; Revisoren: Kosin, Wiesenthal und schuß von 852,38 M. Es tönnte noch ein größerer Erfolg erzielt Büttner. werden, wenn die Genossen ihre diesbezüglichen Einkäufe mehr als bisher im Parteigeschäft machen wollten. Ueber Agitation und Organisation referierte Genosse Schubert, derselbe führt In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Vor- aus: Unsere Organisation entspreche nicht mehr den Verhältnissen, Das Jahr 1907/08 hat für alle Arten Gebäck eine bedeutende sigende den Bericht des Vorstandes. Die Mitgliederzahl hatte im wir müssen mehr mit den Gewerkschaften Fühlung suchen und Steigerung der Selbstkosten gebracht, entsprechend vierten Quartal 1908 eine fleine Steigerung erfahren und zwar von andererseits müssen die Gewerkschaften ihre Mitglieder für den der bedeutenden Erhöhung der Mehlpreise. Daß in 306 auf 316. Einer Einnahme von 269,92 M. ftand eine örtliche Wahlverein zu interessieren suchen. Auf den Bauten und in den der Arbeitshausbäckerei der Preis des Gebäds noch niedriger Ausgabe von 81,90 W. gegenüber; an den Kreis abgeliefert wurden Werkstätten müsse mehr agitatorisch gearbeitet werden. Bezüglich der Arbeitshausbäckerei der Preis des Gebäcks noch niedriger 179,95 M. Die Geschäfte wurden erledigt in sechs Vorstandssigungen. Der Versammlungen soll mit den Gewerkschaften eine einheitliche war als der Preis desselben Quantums Mehl, wird vielleicht drei Vereinsversammlungen, einer Frauenversammlung und einer Regelung stattfinden, ebenso mit den Vergnügungen. Die Fühlung manchem auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen. Es er öffentlichen Versammlung. Des weiteren wurden eine Handzettel mit den Staatsarbeitern, die in letzter Zeit verloren gegangen, klärt sich daraus, daß selbstverständlich aus 100 Kilogramm Mehl und eine Flugblattverbreitung vorgenommen. Der„ Vorwärts" wird müsse auch wieder aufgenommen werden. Ferner muß die Ver. mehr als 100 Kilogramm Gebäck gewonnen werden, weil ja ein in 339 Gremplaren am Orte gelesen. In den Vorstand wurden ge- bindung zwischen Spandau und Groß- Berlin mehr ausgebaut Teil des dem Teig beigemengten Wassers im Gebäd. zurückbleibt. wählt: als 1. Vorsitzender 2. Beuthmann; als 2. Vorsitzender werden. Berlin müsse mit dem Spandauer Vorſtand in direkte In 1907/08 but die Arbeitshausbäckerei aus 791 200 Kilogramm H. Raat; als Kassierer G. Dumte; als Schriftführer A. Tiepke; Verbindung treten, denn durch den Umweg über den Kreisvorstand Mehl 1045 187 Silogramm Brot( 669 918 Kilogramm Schwarz- Beifizerin Frau B. Schliebig; Revisoren H. Vogt, A. Händel und treten Verschleppungen ein. Die Aktionen, die für Berlin in Frage D. Grieb; Bibliothekkommission J. John, H. Obst und M. Rotter; fommen, tommen auch für Spandau in Frage. Durch den Kreis brot, 378 219 Silogramm Mittelbrot) und aus 55 245 Kilogramm Totalfommission J. Sandmann, O. Helling und J. Ahrens. Zur werde Spandau vernachlässigt. Auch mit allen Vereinen, die auf D. Mehl 72 928 Kilogramm Weißgebäck( 67 984 Kilogramm Semmel, Kreis- Generalversammlung am 21. Februar wurden die Genossen unserem Boden stehen, müssen Verbindungen angeknüpft werden. 4944 Kilogramm Milchbrot. Beuthmann und Raaz und zur Generalversammlung von Groß- Unsere Stadtverordneten mussen alle taktischen Momente, nament Berlin die Genossen Händel und Sandmann delegiert. Eine erregte lich den des Landverkaufs, um Industrie heranzuziehen, beobachter Debatte rief der beabsichtigte Ausschluß des Genossen Schröder und sich zunuze machen. Notwendig sei es auch, daß die ParteiDa derselbe dem Beschluß des Nürnberger Parteitags genossen unter sich einig werken. Im allgemeinen müsse mehr hervor. betreffend Zentral- oder Lokalorganisation nicht nachgekommen, für die Partei von allen Seiten gearbeitet werden, das berlange war der Vorstand der Ansicht, daß derselbe als ausgeschlossen gilt, der Borstand, wenn die Partei am Orte vorwärts kommen solle. und teilte dies dem Genossen Schröder mit. Letzterer erkannte dies zum Schluß bringt Genosse Schubert folgende Resolution zur Ber Dieselbe nahm denn auch gegen vier Stimmen einen Antrag Raas jedoch nicht an und verlangte einen Beschluß der Generalversammlung. lesung: In Erwägung, daß die Zahl der organisierten Genossen dem an, den Vorstand zu beauftragen, das Ausschlußverfahren gegen Verhältnis sowie der Bedeutung des Ortes nicht entspricht, gänz Schröder einzuleiten. Sodann forderte der Vorfigende auf, die lich abgesehen von der Zahl der gewerkschaftlich organisierten ArGemeindewählerliste einzusehen. Sonntags liegt dieselbe in der beiter, fordert der Vorstand die Genossen auf, mit aller ihnen zur Beit von 8-12 Uhr im Rathaus, Zimmer 4, aus. Verfügung stehenden Kraft agitatorisch tätig zu sein. In weiterer zu regerer Beteiligung als im vergangenen Jahre bei allen Partei Erwägung, daß für die Erreichung eines Sieges für die bevor arbeiten aufgefordert, schloß der Vorsigende die gut besuchte Berstehende Stadtverordneten sowie für die im Jahre 1912 ftatte findende Reichstagswahl nur eine starke örtliche Organisation in sammlung um 11 Uhr. Frage kommt, fordert der Worstand, daß seitens der gewerkschaft. Adlershof. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Bor- lich tätigen Genossen in ihren Mitgliederversammlungen sowie sigende Genosse Poppe den Jahresbericht. Es baben stattgefunden: Werkstattbesprechungen auf die Pflicht der politischen Organisation 4 Generalversammlungen, 4 Mitgliederversammlungen, 6 öffentliche eines klassenbewußten Arbeiters aufmerksam gemacht iwrd. Vor Versammlungen, allem aber ist es notwendig, daß die Genossen selbst alle in den 8 Landagitationstouren, 19 engere, 10 er weiterte Vorstandssigungen, und letzten Jahren zutage getretenen Streitpunkte beseitigen und die 8„ Vorwärts" Agitationen 8 Flugblattverbreitungen. Die Mitgliederzahl selben als erledigt betrachten, um ein einmütiges und geschlossenes Stieg 435 auf 536 inklusive 67 Genofsinnen. Den Kassenbericht Arbeiten zu ermöglichen. Es ist einer Organisation wie der vom legten Quartal erstattete Genosse Size, derselbe ergab Sozialdemokratie untvürdig, Genossen erstet und zweiter Stlasse eine Einnahme von 501,68 M., eine Ausgabe von 508,29 M. in ihren Reihen zu haben, da hierdurch die Werbetraft erheblich Der Speditionsbericht des Genossen Steuer weist eine Einnahme geschwächt wird. Es gilt vielmehr mit vereinten Kräften die inDie Zahl differente Masse aus dem Banne der Gleichgültigkeit zu befreien, von 2055,96 M. und eine Ausgabe von 1923,83 m. auf. der Vorwärts"-Abonnenten beträgt 528. Ueber die Tätigkeit der fcwie die am Orte immer mehr zunehmenden gegnerischen OrganiGenosse fationen zurüdzudrängen, zum Wohle des internationalen, völker Der Vorstand." Lokalfommission erstattete Genoffe Feherstein Bericht. Horliz gab eingehend Bericht über die Tätigkeit der Bezirksführer befreienden Proletariate. und des Bildungsausschusses. Den Kassenbericht vom Bildungs- Nach kurzer Diskussion gelangte diese Resolution gegen zwei ausschuß gab Genosse Stropp, derfelbe ergab eine Einnahme von Stimmen zur Annahme. Zu dem nächsten Punkt der Tagesord 80,72 Mart und eine Ausgabe bon 48,40 Mart. Den nung Stellungnahme und Wahl der Delegierten zur Konferenz über die Bibliothekare erstattete Genosse Meil. Der Gemeindevertreter, verliest der Vorsitzende, Genosse Spior, die Bericht Neuwahl des Die Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Tagesordnung dieser Konferenz und beschließt die Versammlung 1. Borsitzender Genosse Ligner, 2. Vorsitzender Riemann, Kassierer sämtliche 4 Stadtverordneten zu delegieren.- Ueber die Konfe Size, Schriftführer Schwarzlose, Beifizer Friedrich und Genoisin renz, betreffend Arbeitslosenzählung durch Hauslisten referiert Sorlig, Spediteur Steuer, Revisoren Emil Neumann, Ladwig, der Genosse Pieper und wird ein Antrag des Genossen Pieser, Betrich, Lokalkommission Feherstein, Martin, Bibliothekare Meil, die Stadtverordneten wollen in der Stadtverordnetenversammlung Nölte." Bur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Ligner, einen Antrag um einen städtischen B trag zu den Kosten dieser Horlig und Niemann delegiert. Der Borsigende teilte mit, daß wegen Zählung stellen, angenommen. Bezüglich zweier in der legten Nichtbeteiligung an der Landtagswahl vom Zentralvorstande die Generalversammlung eingebrachter und zurückgestellter Anträge Mitglieder Lühmann, Schwenzer, Glawe, Hessel, Wobring, Ferenz, bemerkt der Vorsitzende, daß alle Anträge, die zur GeneralversammBerbelow, Schulz, Namsch, Drescher und D. Neumann aus dem lung gestellt werden, vorher schriftlich an den Vorstand eingereicht Wahlverein ausgeschlossen worden sind. Auf die Ernennung eines werden sollen, damit der Vorstand zunächst zu diesen Anträgen Stellung nehmen kann. Der erste Antrag vom Bezirk 5 besagt: Feuerwehrbericht. Am Sonntag hatte die Berliner Feuerwehr Schiedsgerichts hatten die Genannten verzichtet. Mitglieder des Wahlvereins, welche 2 Jahre dem Wahlverein angebereits den 350. Alarm in diesem Jahre zu verzeichnen. In den letzten Stunden mußte unter anderen ein Dachstuhlbrand in hören und 2 Jahre den„ Vorwärts" lesen, erhalten, wenn sie zwei Monate arbeitslos sind, den„ Vorwärts" zwei Monate gratis der Joachimstraße 11 gelöscht werden, der nachts um 2 Uhr Dieser Antrag wird angenommen. Der zweite Antrag vom Bea ausgekommen tvar. Im Maschinenraum der Brauerei von zirk 3: 1 Proz. der Gesamteinnahmen den beiden Kassierern als Berm, Kastanien- Allee 63, hatten fich Buklappen entzündet. In der Generalversammlung des Wahlveeeins gab der Vor Entschädigung zu gewähren, wird nach kurzer Debatte abgelehnt.Der 17. Bug wurde nach der Lindenstr. 100 Hausrat wurde in einer figende in feinem Vorstandsbericht ein Bild raftlofer Organisations- In die Geschäftskommission werden gewählt die Genossen Paul wo ein Automobilschuppen brannte. In den Vorstand Wohnung in der Großen Frankfurterstr. 41/42 ein Raub der Flammen. arbeit. Troß Krise und der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse Schmidt, Emi! Stahl und Porkig. Die Wahl der Ferner hatte die Wehr Prenzlauerstr. 19, Gertraudtenstr. 23 und erhöhte sich die Mitgliederzahl von 189 im Jahre 1908 auf 280 im wird die Genossin Strehlte gewählt. Breslauerstr. 86 zu tun, Immobilien Januar 1909, einschließlich 26 weiblicher Mitglieder. Auch die Zahl Schlichtungsfommission wird bis zur nächsten Generalversammlung two Mobilien und Der Genosse Spior gibt bekannt, daß am 27. Januar Beuth- der Vorwärts"-Leser stieg von 823 auf 350. Der Kassenbericht, vertagt. Brand geraten tparen. Kartons ftraße 17. Ein großer Brand lam am Sonntagnachmittag in der sich auf das letzte Vierteljahr erstreďte, bilanzierte mit einer bei Böhle eine Broteftversammlung abgehalten wird, in welcher der Stralauer Allee 23 c zum Ausbruch, der schnell eine gefährliche Einnahme von 262,60 M. und einer Ausgabe von 228,18 M., wovon die Genossen Schubert und Stahl über die GewerbeordnungsFerner wird bekannt Ausdehnung annahm. Als die 2. Kompagnie dort anfam, stand 175,30 M. an die Kreiskasse abgeliefert wurden. Die anschließende novelle und Invalidengeset referieren. bereits das Erdgeschoß und ein Teil der zweiten Etage Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat. Gewählt wurden gegeben, daß am Sonntag, den 24. Januar, eine Bera des Warenhauses von Meyer in hellen Flammen. als erster Borsigender Fr. Wilsdorf, zweiter Vorsitzender R. Rabe, breitung der Fadel" in Gatom und kladom boIP brannten. Staffierer D. Kiehn, Schriftführer E. Klahn, Beisiger Frau Thiel, wird. Die Verteiler bersammeln Waren aller Art, Regale und Immobilien Brandinspektor Teubner ließ fofort von Dampfsprigen fräftig Revisoren Günther, Göldner und H. Müller. Als Spediteur wurde ich Sonntag früh 8 Uhr bei Köpenid. Wasser geben und es gelang eine weitere Ausdehnung des Feuere Genosse Alb. Thiel gewählt. Eine in Tempelhof vorgenommene zu verhüten. Der Schaden ist bedeutend, indes durch Ver- Unterschriftensammlung für den Achtuhr- Ladenschluß brachte auch für ficherung boll gedeckt. Gleichzeitig mußte ein größerer unseren Ort reichlich die Zweidrittel- Majorität. Ladenbrand in gelöicht Teltow. der Beusselstraße 12( Moabit) werden. Durch energisches Vorgehen und sofortiges WasserDie wirtschaftliche Krise hat, wie aus dem Borstandsbericht in Reichstagsabgeordneter Reese+. geben wurde ein leberspringen der Flammen auf die angrenzende Wohnung und das erste Stockwerk verhütet. Ferner hatte die Wehr der Generalversammlung des Wahlvereins hervorgeht, die Ent24 Mitglieder Stade, 24. Januar.( W. T. V.) Der Reichstagsabgeordnete füs dann noch in der Pasteurstraße 30, wo Wäsche, Körbe usw. in einer widelung der Organisation erheblich beeinträchtigt. Wohnung brannten, in der Brandenburgstraße 16, wo Papier usw. mußten teils wegen Verzugs, teils toegen Restierens der Beiträge den Wahlkreis 18 Hannover, Senator Reese( natl.), ist hier in ber gestrichen werden. Die Mitgliederzahl ist daher von 92 auf 75 ge- bergangenen Nacht gestorben. in Brand geraten war, und anderen Stellen zu tun. junfen. Im Jahre 1908 fanden 12 Mitgliederversammlungen und 1904 28,50 R., 24,30 M., 27,06 m., 80,82 M.; für 100 Kilogramm Schrippen auf 41,78 m., 42,67 M., 44,93 M., 49,36 M. Das Plus gegenüber den Preisen des ungefähr vergleichbaren Gebäds der Arbeitshausbäckerei ist sehr beträchtlich. Die Bäckermeister werden von der Brotteuerung gewiß nicht sobiel wie die Getreide produzierenden Junker profitieren, aber toiebiel sie in Teuerungszeiten sich als Profit buchen dürfen, das möchte man doch gern wissen. Manche behaupten, daß sie da selber Schaden haben. Daß sie aber ihr Gebäck gelegentlich auch sehr viel billiger abgeben, das lehrt gerade der Jahresbericht der Arbeitshausbäckerei. Das Arbeitshaus bezieht für sein in Reinickendorf befindliches Filialhospital die Semmeln aus einer privaten Bäckerei, weil der tägliche Transport von der in Rummelsburg befindlichen Arbeitshausbäderei zu teuer fäme. Da ist es nun sehr merkwürdig, daß im letzten Jahre das Arbeits. haus diese Semmeln zu einem Preise bekommen hat, der sogar noch unter dem von der Arbeitshausbäderei berechneten Selbstkosten. preise für ihr eigenes Semmelgebäck zurückblieb. Die Arbeitshausbäckerei berechnete für 100 Kilogramm Semmel 24,92 M., der private Bäcker lieferte dem Filialhospital 100 Kilogramm Semmel für 24,50 M. Nur um der Ehre willen wird er es wohl schwerlich so billig gemacht haben. in 9 Am Dienstag, den 26. Januar, abends 8, Uhr, findet bei Wöllstein eine Voltsversammlung statt, in der das Thema Stellungnahme zur Gewerbeordnungsnovelle" behandelt wird. Brauerei von Tempelhof. brannten Vorort- Nachrichten. Friedrichsfelde. alarmiert, genommen Letzte Nachrichten und Depefchen. Bum Untergang der„ Republic". " 8 Vorstandsfizungen statt. Von den stattgefundenen Bolksversamm lungen konnte durchweg über einen guten Besuch berichtet werden. Die New York, 24. Januar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Vorstandswahl batte folgendes Ergebnis: W. Bonow, 1. Borfizender; Der Dampfer, der die Republic" angerannt hat, war die Florida" A. Sagert, zweiter Borsigender; Schriftführer Karl Bieberstein, die bei dem Zusammenstoß selbst erheblich beschädigt worden ist. Die Kaisterer: G. Marr. Reviioren: Franke, Gensert und Bielfe. Lokal- Baltic" der White Star- Linie nahm Passagiere und Mannschaft der Eine gut besuchte Generalversammlung des Wahlvereins nahm fommission: W. Keßler und A. Sagert. Bibliothekar: W. Strope. Republic" an Bord, die Florida" brachte ihre eigenen Passagiere am Dienstag den Bericht der Funktionäre entgegen. Die Mitglieder Zum Schluß ermahnte Genosse W. Bonow die Mitglieder, in diesem nach New York. Bier Passagiere der Republic" find bei dem zuzahl ist im Berichtsjahre von 132 auf 185 gestiegen; hierunter bes Jahre ihre Werbekraft für die Partei zu verdoppeln, damit der im fammenstoß umgekommen. Der Dampfer gilt als verloren. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsauftalt Paul Singer& Co., Berlin SW.