Nr. 71. Gfbeint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jab fich 3,30 Mart, monatlich 1,10 t, wöchentlich 28 Pfg. frei. in's Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags- Nummer mit ilustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Sferate für die nächste Nummer mussen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. fernsprech- Anschlu 3mt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bu viel des Eifers. Freitag, den 24. März 1893. : Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Bwischenzeit, 1872, nämlich hatte die Seehandlung der größten Delbrüd aus der französischen Kriegskontribution für aller Emissionsbanken, der Miquel- Hansemann'schen Dis- den Reichs- Invalidenfonds und für den Feftungsbaufonds So widerlich uns auch Herr Ahlwardt und seine Gesell- tonto- Gesellschaft, aus den Beständen des Staatsschatzes über 100 Millionen Thaler ungarantirte Eisens schaft sein mag, so können und wollen wir doch unsere recht drei Millionen Thaler gegen 2% pCt. Binsen und bahnfonds gekauft hat. Es ist weiter befannt, daß lebhafte Schadenfreude nicht verleugnen, daß die tonfer- ohne Unterlage vorgestreckt, dank dem Einflusse des unter diesen Eisenbahnpapieren, deren künstlich hochgetriebener vative Partei diesen Ahlwardt sich und allen übrigen bürger- Finanzministers Camphausen. Kurs nur zu schnell wieder stürzte, sich für 3 Millionen lichen Parteien in den Pelz gesezt hat. Der Antisemitismus Haben sie nicht damals gegründet, subskribirt, speku- Thaler Obligationen der famosen Bahn Hannover- Altensollte die Dummen für die Krautjunter- Demagogie einfangen lirt, profitirt, die Größen der bürgerlichen Politik, der befen befanden, welche Bahn noch 1/2 Millionen Thaler und den bürgerlichen Liberalismus zu Schanden machenbürgerlichen Blätter, die Abgeordneten, die Literaten, Kon- für den Festungsbaufonds und 1 Million Thaler und siehe da, das Schreckenskind ist der Schrecken seiner servative und Liberale, Adelige und Bürgerliche, Prinzen für den Provinzial Dotationsfonds abstieß. Wie Eltern geworden und der ganzen heutigen Staats- und und Herzöge, Geheimräthe und Redakteure, haben sie nicht aus ferner aftenmäßig feststeht, trat Herr Miquel 1873 im Gesellschaftsordnung. Daß ein blinder, blöder Hödur mit dem Goldstrom geschöpft, der ewig zu fließen schien? Reichstage mit aller Wärme seiner Beredsamkeit dafür ein, feinem stumpfen Geist und seinen stumpfen Waffen den Sitzen nicht heute noch in den Parlamenten Männer, die daß der Invalidenfonds und andere große Reichsfonds auch Reichstag des deutschen Denkervoltes zwei Tage lang be- in dem amtlichen Berichte über die Eisenbahn- Gründungen ungarantirte Eisenbahnprioritäten erwerben dürften. Deren schäftigen und in Athem halten kann, wäre undenkbar, in Preußen figuriren? hat dann in reichem Maße die Diskontogesellschaft geliefert. = # " D wenn hinter dem Hödur nicht eine verborgene Kraft stünde, War Herr von Kardorff nicht an der famosen Bahn als am 7. Februar 1876 die Novelle zum Reichs- Invalidendie seinen stumpfen Geschossen Spize, seinem schwächlichen Creutzburg- Posen betheiligt, war war er nicht zu gleicher fonds- Gesetz durchgepeitscht wurde, verwarf die ReichstagsArm Stärke verliehe. Diese unsichtbare Kraft ist das böse Beit Mitglied des Aufsichtsrathes der Bahn als mehrheit ein bei dieser Gelegenheit vom Zentrum bean Gewissen der kapitalistischen Gesellschaft. auch der mit dem Bau der Bahn beauftragten tragtes und vom Abg. Freiherrn v. Schorlemer Alst Der blöde, blinde Hödur zielt auf den Juden, Kontinental- Eisenbahn Baugesellschaft, deren Vorsitzender begründetes Mißtrauensvotum gegen die Regierung, weil und er trifft den Rapitalismus, und in ihm die herrschende er sogar gewesen ist, vertrat er nicht so durchaus follidirende fie 300 Millionen der Fondsgelder in nicht garantirten und Staats- und Gesellschaftsordnung. Interessen? Erscheint nicht neben dem Prinzen Biron von unverkäuflichen Eisenbahnpapieren angelegt habe, mit allen Daher die fieberhafte Erregung des Reichstags, die Kurland, neben dem Fürsten Putbus, dem Herzog von Ujeft gegen die Stimmen der Klerikalen und Sozialdemokraten. sonst ganz unerklärlich wäre. auch der Prinz Handjery in jenem Bericht? Prinz Thut nichts, der Teifun sittlicher Entrüftung fegt jeden Der blinde, blöde Hödur hat munde, schmerzhafte Handjery, dessen Wahl soeben von der Kommission für Widerspruch davon. Alle sind sie empört, Alle sind sie einStellen berührt, er ist auf einen gefährlichen Boden ge- giltig erklärt worden ist trotz alledem, hat damals seine müthig darin zu schweigen. Und die Auguren der bürgertappt, unter dem lichtscheue Geheimnisse schlummern. aristokratischen Finger in die Geschäfte der Bahn Berlin- lichen Bresse, mögen sie sonst sich noch so ingrimmig beBloß getappt denn Hödur weiß offenbar nichts. Dresden gesteckt. Er war Vorsitzender des Gründungs- fehden, hier fraternisiren fie, in erheuchelter Freude jubelnd Wie sich vor der Vertrauenskommission des Reichstags her- Komitees, er wurde wie üblich vom Handelsminister Jhen über das Strafgericht", den Ankläger auf der Anklageansstellte, tennt er nicht einmal das von Glagau, Meyer, pliz verpflichtet, die General Entreprise nicht zuzulassen, bant", eingedenk dessen, daß sie auch gegründet, die Gründer Gehlsen schon vor 10, 20 Jahren gelieferte Material. und wie üblich wurde der Bau zuletzt doch einem einzigen gefördert und gefeiert haben, daß sie als Verleger und als Aber damals wurde Alles begraben, es ist Gras dar- Unternehmer, der General- Baubant übertragen. Prinz Redakteure„ betheiligt", oder, wie der alte Meyer Amschel über gewachsen, und jetzt tanzt der blinde, blöde Hödur auf Handjern hatte 350 000 Thaler zu 70 gezeichnet, wobei Rothschild es vor Gericht nannte, best och en worden sind. dem gefährlichen Fleck herum. ihm, wie er selbst angiebt, die Festsetzung eines Vertuschen wir, rühren wir nicht diese„ ollen Ramellen" Kein Wunder, daß es allen Parteien graut, die Ge- höheren Konsortialkurses für die Weiterbegebung wieder auf, moralisirt gleichfalls der entrüstete Chor der heimnisse dort liegen haben. Und welche hätte es nicht der Aftien bereits bekannt war, und so einen Gewinn von gründungsfesten Barlamentarier. Was denn auch haben sie mit Ausnahme der Sozialdemokratie, die als lachender 20 000-30 000 Thalern gemacht, über den er jedoch, wie gethan? Können sie nicht von sich sagen, was 1875 Herr Dritter zuschaut? er vor der Kommission erklärte, zu Kreiszwecken( er war v. Kardorff zu seiner Rechtfertigung schrieb, daß ich mich Die Geschichte der Milliardenära ist die wuchtigste An- damals Landrath des Kreises Teltow) verfügen wolle. Er an industriellen Unternehmungen nicht betheiligt habe, um flagefchrift gegen die deutsche Bourgeoisie, deren Schuld- hatte Bescheinigungen beigebracht, in welchen der Inhalt Schäße zu sammeln, sondern lediglich um mir zu ertonto auf jeder Seite in steigendem Maße wächst. Wäre von Briefen, die er selbst über den Sachverhalt entworfen, möglichen, ohne Vermögensverluste meine parlamentarische irgend Einer beffer geeigenschaftet, die Geschäfte des Rapi- für richtig erklärt wird." Andere Zeugenaussagen liegen Thätigteit wahrzunehmen"? talismus zu besorgen, als Herr Eugen Richter, der über den Kasus nicht vor. Blinder Eifer schadet nur. Uns ist auch diese Wendung fanatische Agent des Besitzes? Am 3. März 1873 freilich War Herr von Bennigsen nicht neben Herrn des jüngsten sozialen Zwischenspiels willkommen. nannte er im preußischen Abgeordnetenhause die" pen- Adickes, dem jezigen Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., fionirten Beamten", die ihre die ihre hohen Adelstitel" auf betheiligt bei der berufenen Gründung der berufenen Bahn Gründungsprospekte setzten, Schlepper im Bauernfang", Hannover- Altenbeken? Spielte nicht hier die anmuthige am 29. März 1876 aber, als die liberalen Gründer Komödie, daß die Bernehmung des Vorsitzenden des Verentlarvt wurden, nannte er die Kritiker feiner Freunde waltungsrathes, des Herrn Asides, nicht zu ermöglichen Politische Leberlicht. " Berlin, den 23. März. Der Reichshaushalt. Nach den Beschlüssen des Bauernfänger in schlimmster Gestalt". Im Jahre 1869 war," wofür die Kommission irgend einen Kom forderte er die Beseitigung der preußischen Seehandlung, merzienrath Cohen zitirte, der sich weigerte zu reden? als einer Sparkasse für Staatsstreiche". Am 2. März 1876 Um zum Schlusse auf den Reichs Invalidenfonds vertheidigte er gegen den Gründer von Kardorff, der zu kommen, den die Spötter in den siebenziger Jahren den Reichstages bei der zweiten Lesung des Reichshausden Romantiker spielte gegenüber der Seehandlung und invaliden Fonds" zu nennen pflegten, wie steht es mit halts für das nächste Finanzjahr ist derselbe in Einihre Aufhebung forderte, diese selbe staatliche Anstalt. In der diesem? Urkundlich festgelegt ist es zunächst, daß der Minister nahme und Ausgabe um 16,3 Millionen herabgesetzt wor Feuilleton. Nadbrud verboten.) [ 47 Die Laufbahn eines Nihilisten. Ich werde die Studentenklubs besuchen, mich in alles Rath", stieß Andrej hervor, indem er um seinem innern mischen um möglichst viel Aufsehen zu erregen. Auf diese Gefühle Luft zu machen, die beiden Zeilen eines Weise werde ich die Aufmerksamkeit der Polizei auf mich Liedes rezitirte Er richtete diese erbauliche Bes lenken. Und dann, wenn sie ganz sicher sind, daß ich in merkung an feinen insbesondere, am wenigsten an Sina, St. Petersburg bin, kehre ich ruhig nach Dubrawnick zurück. für die der gute Rathschlag zu spät kam. Sie müssen mir aber ganz vertrauen und die Stadt ver laffen. Persönliche Gefühle müssen manchmal in Erwägung gezogen werden, wie Sie fagten. Sie tödten sich, wenn Sie hier bleiben und das darf nicht sein. Betrachten Sie es als ein Angebot meiner persönlichen FreundFrei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. schaft für Sie, als nichts Besseres feien Sie aber nicht Das Geständniß, welches Sina widerstrebend gemacht eigensinnig. Nehmen Sie meinen Vorschlag an und tauschen hatte, bestätigte, was er sich schon längst selbst gesagt wir die Pläze! Wollen Sie? Warum antworten Sie hatte. Sie einem langsamen inneren nicht?" Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. wurde von von Feuer verzehrt. Die beständige Ungewißheit, das Gina saß finnend, das Haupt auf die Brust gesenkt Brüten über eine Sache, der Boris Leben da. Es schmerzte sie, Andrej zu verlegen, indem sie einen abhing, war mehr als ein Mensch von Fleisch in solchen Ausdrücken gemachten Vorschlag verwarf. und Blut ertragen konnte. Ein plöglicher Berlust Sie konnte es aber nicht ändern. wäre leichter zu ertragen gewesen. Ihr Schmerz hatte jett Nein, ich kann nicht," sagte sie, langsam den Kopf eine solche Stärke erreicht, daß die Vernunft aufhörte, die schüttelnd. Empfindungen zu beherrschen. Sina war es aber gerade, welche die Herausforderung annahm. Sie war froh, einen Anlaß gefunden zu haben, der die Unterhaltung von einem für sie so schmerzlichen Thema abzulenken versprach. Gedankenvoll über den Tisch gelehnt, zog sie auf dem Tischtuch einige Figuren mit dem Finger. „ Das ist die Moral, die Sie aus der Fabet ziehen, nicht wahr?" fragte sie. Andrej antwortete nicht sofort. Sina lehnte sich zurück und streichelte die gelbe Wasta, ihre Lieblingstage, die ihr auf den Schooß sprang, um auch mit dabei zu sein. Ihre erwartungsvollen Blicke folgten Andrej. Andrej. Sicherlich. Wie kann ich anders?" sagte schließlich Er erhob sich und ging zwei Mal im Zimmer auf innerer Unterwürfigkeit und Demuth aufzunehmen, als er Er hatte versucht, Sina's Entscheidung mit soviel Wenn sie in Dubrawnick blieb, war anzunehmen, daß und ab. sie einen verzweifelten Schritt thun und sich nußlos in's Annie Wulitsch, die in einer Ecke tauerte, magte es nur zur Schau tragen konnte. Was von einer so edlen Verderben stürzen würde. Sie mußte um jeden Preis ent- nicht, sich hineinzumischen. Was konnte sie nach Andrej's Frau kam, die von solch' erhabenen Grundsätzen beherrscht fernt werden. Aufforderung noch sagen? Auch Andrej schwieg. Es war war, mußte nothwendigerweise das Rechte sein. Er konnte Hören Sie mir zu Sina; und Sie Annie auch, denn zwecklos diesen Punkt weiter zu erörtern. Sina hatte sich nicht hoffen, sie wiederzusehen, und es war jetzt nur sein Sie müssen mir helfen, unsere Freundin zu überzeugen," darauf gefaßt gemacht unterzugehen, und sie würde auch einziger Wunsch, die paar Stunden, welche sie zusammen jagte Andrej, Sina's Hand noch in der seinen haltend. untergehen... Er konnte sie nicht zurückhalten und hatte zu verbringen hatten, nicht noch schwerer zu machen. „ Sie haben ganz recht, wenn Sie meinen, daß ich, verfolgt, wie ich jetzt bin, nicht viel nügen könnte. Dem kann aber leicht abgeholfen werden. Ich schlage folgendes vor: Ich werde morgen nach St. Petersburg reisen und dort, jagen wir, vierzehn Tage bleiben. auch nicht das Herz ihr wegen ihrer Hartnäckigkeit zu zürnen. Sie konnte unter diesen Umständen nicht anders handeln, auch waren ihre Gründe stichhaltig. Niemand würde aber dadurch glücklich werden. " Verheirathe Dich nicht, junger Mann, folge meinem Er setzte sich neben sie auf's Sopha. Leute, welche einen so harten Kampf, wie wir zu bestehen haben, sollten ihre Brust gegen zu zärtliche Gefühle stählen," sagte er. Er fühlte sich niedergeschlagen und nicht im geringsten . ift mit eine Folge davon, daß in Aussicht genommene gesetzliche Maßnahmen unserer Regierung unterblieben, was wir zu be dauern haben." Die Wähler müssen auf der Hut sein; denn die soziale den. Er balancirt nunmehr statt mit 1273,9 Millionen mit] 1257,6 Mill. Die Abstriche bei den fortdauernden Auss gaben betragen 881 237 M. Die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats weisen eine Erhöhung um 456 337 auf. Es sind in diesem Etatsabschnitte Abstriche vorges und politische Unterdrückung feiert wieder Freudenfeste. nommen worden, jedoch sind in denselben 3 Millionen für Erweiterung eines Artillerie- Schießplates aus dem außerordentlichen Etat übergeführt. Die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats sind um 15 925 060 Mark gefürzt worden. Diesen Kürzungen entsprechend ist die AnLeihesumme im Anleihegesetz auf 130 228 147 M. festgestellt worden.Der Thurm des Zentrums war in der That einſt ein Thurm", an dem jedes Wetter und jeder Stoß ab prallte. Aber fuimus Troes wir sind Thnrm gewesen, tönnen die Führer des Bentrums jetzt sagen. Daß der Thurm Risse hatte, das sah die Welt schon seit einigen Jahren, d. h. seit der Zeit, wo durch eine flügere Staatspolitik der plumpe, brutale Bismarc'sche Kulturkampf eingestellt Zum Ahlwardt- Rummel. Die Ronservativen des ward. Wenn ein mächtiges Gebäude Risse bekommt, dann Wahlkreises Friedeberg- Arnswalde, die dem Ahl- ist es oft noch lange im stande, Stürmen zu trogen und mardt bei der Wahl allen möglichen Vorschub geleistet Erschütterungen auszuhalten; ist aber einmal ein gewisser haben, hielten am 21. März, wie der Herold" depeschirt, Bunft erreicht, dann geht auch der Auflösungs- und Zereine Versammlung ab, in welcher sie sich von Aylwardt bröckelungsprozeß mit reißender Schnelle vor sich, und die Losjagten. Sie sprachen ihr Bedauern aus, Ahlwardt zum Massenhaftigkeit, die dem gefunden Bau Stärte gab, bes Reichstags- Abgeordneten gewählt zu haben. Die Ratten ver- schleunigt den Zusammenbruch des morsch gewordenen. Und laffen das finkende Schiff. Und der von Herrn v. Borno bröckelt es denn jetzt überall. Die Wahl Fusangel's ist stedt und anderen Notabeln zu Ahlwardt's Gunsten nur ein Symptom. Ein zweites ist, daß Herr von Schorunterzeichnete Wahlaufruf wird jetzt zur bedeutungslosen lemer, der jüngst noch so streitlustige, nun plöglich die Makulatur. Ueber die Verhandlung des Kandidatur für den Dortmunder Kreis abgelehnt hat. Bei Genioren Konvents am 22. b. M. theilt die einer festgefügten Partei hätte das Eine so wenig vorkommen tönnen " Freifinnige Zeitung" Folgendes mit: wie das Andere. „ Der Senioren Ronvent trat in Anwesenheit des Abg. Mark gehabt, aber wir hätten fie auch gehabt, wenn der letzte Res visor des Finanzministeriums Finanzminister gewesen wäre. Daß die zuviel erhobenen Steuern in die Rest verwaltung fließen, anstatt zur Deckung des laufenden Aufwandes verwendet zu werden, sei eine Abnormität. Anstatt dessen verwenden wir sie dann zu nüßlichen, d. h. nicht nothwendigen Zwecken. Hätten wir keine Restverwaltung, so würden wir noch 914 Millionen Mark in der Staatstaffe haben und wären nicht genöthigt, die Steuern zu erhöhen. Wir verwenden die Gelder aber lieber, um hohen Staatstechnikern Gelegenheit zu geben, sich durch Monumentalbauten zu verewigen. Daneben liege die Vertheilung der Gelder aus der Restverwaltung in bem Ermessen und der Gnade des Ministers des Innern, und ein Heer von Wegelagerern bemühe sich, davon zu erbaschen. Das ist eine Aera, die ich gar nicht weiter qualifiziren will. Und was führt man zur Rechtfertigung dieser Dinge an? Man sagt, unsere Abgeordneten hätten so wenig Sinn für ideale Zwecke, für Kunst und Wissenschaft, daß ohne die Restverwaltung niemals Forderungen dieser Art in der Kammer durchdringen würden. In Wirklichkeit fuche jeder Abgeordnete für seinen Bezirk etwas zu ergattern, man versucht, wie man auf Hintertreppen zum Ziel tommt, so ist die Reftverwaltung eine Quelle fortgesetter Korruption. Bei unserer Verschwendung mit den Geldern der Restverwaltung haben wir gar nicht das Recht, uns über die Forderungen der Militärverwaltung zu beklagen." So urtheilt ein Ronservativer. Wie aber, wenn ein Sozialdemokrat diese selbe Kritik geübt hätte und Ahlwardt, des Reichskanzlers, der Minister v. Bötticher und Kelheim in Preußen. Ueber die Wahl Fusangel's vor Gericht gestellt worden wäre? Wir wollen hoffen, Miquel zusammen, um das Vorgelegte zu prüfen. Das schreibt Dr. Sigl im Bayrischen Vaterland":" Das Re- daß dann der Landgerichtsrath Gaupp dem Borgelegte bestand aber lediglich in geschäftlichen Quittungen fultat der Reichstags- Ersatzwahl in Arnsberg- Olpe- Meschede Finanztritifer Gaupp keinen Strich durch die Nechüber Zahlungen und Darlehen aus dem Jahre 1872, ausgestellt ist- eine klägliche Niederlage der Berliner Zentrums- nung machen werde. von der Diskonto Gesellschaft gegenüber der rumä- leitung und insbesondere des reifenden Engels" Dr. Lieber, Rumänien angelegte Rapital verloren gegangen wäre. Es nischen Eisenbahn- Gesellschaft. Bekanntlich hatte die dem alle Federn seiner Engels" Flügel ausgerissen wurden. Vom Moskauer Attentat. Die Frankfurter Distonto- Gesellschaft damals intervenirt, um den Werfall dieses Herr Fusangel erhielt 12 016 Stimmen, der Kandidat der Beitung" schreibt:" Man wird doch gut thun, näheres Strousberg'schen Unternehmens zu verhüten, wodurch das in Berliner, der alte Böse, nur 8335 Stimmen; zersplittert über die Beweggründe des Attentäters abzuwarten, denn handelt sich also hier lediglich um Schriftftücke einer Privat- 450. Das hat mit seinem Singen der retsende Engel" ge- man darf nicht vergessen, daß Alexejew, das StadtBankgesellschaft gegenüber einer ausländischen Privat- Eisenbahn- than! Und die garstige Musit, nämlich die Politik des Zentrums haupt von Mostau, auch wiederholt ben Politiker gespielt Gesellschaft. In bezug auf den Reichs. Invalidenfonds wußte und seiner Führer, zu denen das Bolt kein rechtes Vertrauen hat. Er ist, um es kurz zu sagen, der Typus jenes brutalen Herr Ahlwardt nichts vorzulegen als ein Eremplar des be- mehr hat. Nicht einmal das Gebet des kleinen Schädler aus und unwissenden Altrussenthums, dessen sich die gegenFannten Pamphlets von Rudolf Meyer von 1877." der Pfalz, der auch mit zum Löschen des großen Brandes wärtigen Wachthaber in Rußland mit scheinbar so großem Die Geschichte der Rumänier" ist übrigens nicht ganz im Bentrum gelaufen fam, wir meinen feine Agitations- Erfolge für ihre Zwecke bedienen. Eine recht traurige Rolle so harmlos, wie Herr Richter dies darstellt. rederei in Wählerversammlungen, hat geholfen! Nicht einmal hat dieser Alexejem gespielt, als zu Ostern 1891 vor der Graf Preyfing imponirt den Westfalen! Das Voll der Ankunft des neuen Generalgouverneurs, des Großfürsten Wähler will nicht mehr. Sfergei Mexandrowitsch, die Massenaustreibung der Juden aus Mostau in graufamster Weise vollzogen wurde." 3 ist übrigens derselbe Alerejem, welcher im Sommer 1891 ben Befehl gab, daß keine jüdischen Kranken mehr in die städtischen Hospitäler aufgenommen werden dürften! Die Polenfraktion sucht ihre flägliche Haltung in der Militärfrage durch allerlei Quersprünge zu verdecken. Was werden nun die Obergewaltigen des Zentrums Doch mag der Kuryer Poznansti", das amtliche thun, die fich übermüthig verschworen, Fusangel gehöre Blatt der um Koscielsti- Admiralski noch so zweideutig sich nicht zum Zentrum und werde nie zugelassen werden? äußern, den Staat eine„ Stiefmutter" nennen, der aber doch Nachdem die katholischen Wähler ihn doch gewählt, scheinen eine göttliche Einrichtung" fei, sicher ist, daß die Wasch sie wenig oder gar keinen Werth darauf zu legen, ob einer lapsti's des Bolenadels und des Bolen- Klerus sich ihrer zum Zentrum gehört und zugelassen wird oder nicht. göttlichen Stiefmutter", der Regierung, als be- und diese Ohrfeige haben sich die Herren Ober- Sprißen willigungseifrige Jasager und Apportenträger zeigen meister selbst gegeben!" werden. 0 " Italien. Die Regierung hat sich schließlich doch fügen der die Bankschwindeleien, insoweit politische Charaktere müssen: es ist ein Siebener Ausschuß ernannt worden, verwickelt sind, zu untersuchen hat. Leider bietet die Bu Als der Eislebener Krawall vor der bortigen sammensetzung des Ausschusses feine Garantie für gründ Der Zentralverband deutscher Jndustrieller ist Straftammer verhandelt wurde, brachte der Bertheidiger ber liche Arbeit, und der radikale Professor Bovio, den man feines Jende würdig. Wir haben fürzlich bei der Be angeklagten Genossen ein Gedicht zur Sprache, das in dem 6 weniger- zuverlässigen Leuten als Dekoration zugegeben sprechung des Effener Handelskammer Berichts ausgeführt, Berg boten", dem reichstreuen Blatt der Grafschaft hat, will den Bosten nicht annehmen. daß die um Krupp den vom Reichstage gestrichenen§ 153 Mansfeld, kurze Zeit vor dem Ueberfall erschienen war, der Gewerbe- Ordnungs- Novelle, den Streit- Paragraphen, und durch das er beweisen wollte, daß schon früher in leicht wieder ein boulangistischer Skandal statt. Der berüchtigte Frankreich. Heute findet in der französischen Rammer mit stürmischem Eifer sich ausgebeten haben. Nun hat der verständlicher Weise den Bergarbeitern der Wink gegeben Millevoye hat zu diesem Zweck eine Interpellation auf die Zentralverband eine Eingabe an den Reichskanzler geworden sei, der Agitation der Sozialdemokraten im Mansrichtet, worin die Wiederaufnahme diefes§ 153 erbeten felder Kreise mit Gewalt entgegenzutreten, sodaß auch der Tagesordnung fetzen lassen, betreffend die Nichtverfolgung Herr Millevoye wird. Die Schlotbarone haben eine feine Witterung. Nach- Ueberfall der sozialdemokratischen Versammlung als ein Clemenceau's, Floquet's und Anderer. dem die Regierung Schritt vor Schritt ihnen nachgegeben Werfuch aufgefaßt werden müßte, die Sozialdemokraten ein wird kein Glück haben. Seit der moralischen Hinrichtung hat, hoffen sie, daß sie auch diesmal sich zu einem Kom- zuschüchtern und vor weiteren Verfuchen der Agitation zu Republikanern nicht mehr gefährlich. Andrieux's ist diese Boulangistenbande den Regierungspromiß herbeilaffen wird. In den Verbandsverhandlungen warnen. Wie wir damals berichtet haben, lehnte das Ges führte der Beauftragte Krupp's u. a. aus: richt die Berlesung des Gedichts ab. Wir bringen das der Nr. 17 des Bergboten" vom 23. April 1891 entnommene Gedicht" hiermit zum Abdruck und überlassen den Lesern, was sie daraus folgern wollen. Das Gedicht lautet: Wir stehen heute den Ausstandsbewegungen vollständig machtlos gegenüber. Das Sozialistengesetz ist aufgehoben, der § 158 ist nicht angenommen, der wüstesten Agitation ist Thir und Thor geöffnet. Wir sehen, daß die Agitation lawinenartig wächst, wir sehen, daß die Sozialdemokratie in unseren großen Industrierevieren an Macht zunimmt, und wir können nichts tönnen nichts weiter thun, als bagegen thun; wir uns für alle Ereignisse, die die Zukunft bringt, mit möglichster Ruhe und Kaltblütigkeit versehen. Wir werden, was insbesondere den Steinfohlenbergbau betrifft, lange Pausen in der Ausstandsbewegung nicht mehr zu gewärtigen haben; ber art lange Baufen wie von 1872 bis 1889 werden nicht wieder eintreten. Wir haben 1889 ben großen Streit gehabt; wir haben im Jahre 1890, im Jahre 1891, im Jahre 1893 Streif bewegungen gehabt, theils größere, theils fleinere. Ich bin der Meinung, fie fönnen heute wieder kommen, morgen, in kürzerer Zeit, in längerer Zeit. Jedenfalls müssen wir mit der Thatsache rechnen, daß die Verhältnisse heute so sind, und daß die Führer der Bewegung alles thun, um jeden Augenblick den Streit wieder ausbrechen zu lassen; wir dürfen nicht überrascht sein, wenn dies heute oder morgen der Fall sein sollte. Das geneigt, auf eine neue Debatte einzugehen. Aber diesmal ergriff Sina die Offensive. Ueber die Frage, welche Andrej zu der Bemerkung veranlaßte, hatte sie in letzter Zeit oft nachgedacht. Sie wollte nicht, daß Andrej sie mit dem Eindruck verließ, daß sie dahin gelangt wäre, das, was sie früher so sehr werthschätzte, zu verwerfen. Warum," fragte sie mit leichter Fronie, nehmen Sie nicht sofort Netschajew's Ansicht an, daß ein Mevolutionär sich um so mehr der Vollkommenheit nähert, je mehr er einem Holzklog ähnelt. Alle starken menschlichen Neigungen sind Bande und Fesseln. Aber wozu find Leute denn zu gebrauchen, die solcher Empfindungen unfähig find?" Sie verwirren zwei ganz verschiedene seelische Fähige feiten," sagte Andrej ausweichend. Sina wollte antworten. Da kam aber gerabe etwas dazwischen, welches ihr Gespräch ganz unterbrach. Halten Sie eine Minute inne. Ich hörte irgendwo flopfen," sagte Andrej. Sie horchten. Es war kein Klopfen, sondern ein sonders bares Geräusch, als ob eine Hand voll Sand gegen die Fensterscheiben geworfen würde. " Irgend ein Gassenbubenstreich!" sagte Sina. Sie sahen niemand auf der Straße. Annie Wulitsch öffnete aber das Fenster, hinaus und rief frendig aus: Es ist Waffilij!" " Warnung für die Sozialdemokraten. ( Von Georg Tiede, Groß- Derner). Rommt nur her, Ihr rothen Leute, Ster bei uns giebt's feine Bente, Denn wir hören nicht auf Guch; Wir verachten Gure Lehren Womit Ihr uns wollt bethören. Mansfeld ist nicht Euer Reich! Manfeld's Söhne treu und bieber Stehen wie gefchloff'ne Glieder, Treu zu Kaiser und dem Reich! Halten fest zu Deutschlands Fahnen, Ebenso wie uns're Ahnen; Ruft der Kaiser, fomm'n wir gleich. Drum Jhr Herr'n Agitatoren, Eure Mühe ist verloren, Die Ihr Euch hier mit uns nehmt; Uns tönnt Ihr doch nicht vetheten, Opfern nimmer Eurem Gözen, Mansfeld ist für Guch verpönt. Mansfeld's Berg- und Hüttenleute Fallen Euch doch nicht zur Beute, Darauf braucht Ihr Euch nicht freu'n; Denn sie haben sich verbündet, Was Euch hiermit sei verkündet, Zu' nem reichstreuen Verein. Darum laßt es Euch nur fagen, Ihr mit rothem Shlips am Kragen, Bleibet uns vom Leibe nur; Sonst tönnt' es vielleicht passiren, Daß wir hier an Euch probiren Gine ganz probate tur. Die ganz probate Rur" ist probirt worden. Nachtheil davon haben aber die Werkzeuge der talistischen Volksverhetzer gehabt. Den tapi Das allgemeine Stimmrecht in Schweden. Der schwedische Staatsminister Bostioin erklärte in der zweiten Rammer in seiner Antwort auf eine an ihn gerchtete Anfrage bezüglich der Stellungnahme der Regierung zu bem allgemeinen Stimm. rechte, die Frage sei so wichtig, daß sie nicht verfehlen fonnte, die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich zu lenten". Selbst in der ersten Kammer würden die Stimmen immer zahlreicher, die verlangten, daß in der Frage etwas geschehe". Judeß hätten zunächst die Kammern sich darüber zu einigen. Die Regierung müsse ernstlich untersuchen, wie man die Forderung der Ausdehnung des Stimmrechts mit den erforderlichen Garantien vereinigen könne; jetzt sei die Frage noch nicht genügend geklärt; die Regierung habe, nicht geglaubt, einen bezüglichen Antrag einbringen zu sollen". Der Interpellant Dr. von Frießen sprach fein Bebauern darüber aus, daß die Regierung nicht schon in der gegenwärtigen Session die Initiative in dieser Frage ergriffen habe. Trotz dieser Vorbehalte und trotz der Ver zögerungspolitik der Regierung hat der Boltsreichsa tag feinen Beck, die Bewegung für das allgemeine Wahlrecht in Fluß zu bringen, offensichtlich erreicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese volksthümliche Einrichtung auch in Schweden eingeführt wird. Die Die Achtstunden Bewegung in England. Agitation unter den in den englischen Staatswerkstätten beschäftigten Personen für die Herbeiführung des achtstündigen Arbeitstages nimmt täglich an Ausdehnung zu. In einer Massenversammlung der Angestellten der königl. Gewehrfabrik in Enfield fagte Mr. Fred Hammill, der Arbeiterkandidat für Newcastle, daß der Gewinn der Fabrik mindestens 8 oder 9 pCt. betrage, bisweilen aber 17 pet. erreiche; das Arsenal von Woolwich realisire 25 pet. und die Poft habe sogar einen jährlichen Reinertrag von 8 bis 4 Millionen Pfund Sterling( 60 bis 80 Millionen Mark) erzielt; die Regierung tönne daher Die konfervative Kritik einer konfervativen Re- sehr wohl den Achtstundentag einführen, ohne daß sich ihr gierung. Dieser Tage hat in Stuttgart eine Bersammlung ungeheurer Verdienst merklich vermindern würde. Damit Ser deutschen Partei stattgefunden, auf welcher der würde die Regierung sämmtlichen Fabrikanten des Ver. Landgerichtsrath Professor Dr. Gaupp die est ver- Königreichs ein treffliches Beispiel geben. Die schließlich waltung besprach und unter stürmischem Beifall aus einstimmig angenommene Resolution lautete:" Die Zeit ist führte, in welch unverantwortlicher Weise unter gekommen, da die Regierung es unternehmen darf, den dem früheren Finanzminister von Renner auf grund Achtstundentag einzuführen, und daher fordern wir sie auf, der sogenannten Restverwaltung über die Staatsgelder ver es zu thun." Diese Zeichen der Zeit werden verstanden fügt wurde. Während man die Schuldentilgung ad calendas werden, auch bei uns. graecas( bis zum St. Nimmerleinstag) vertagt, verfügte blickte man über die Ueberschüsse in einer Weise, wofür ein ver- givilisation und Barbarei. Irgendwo auf diesem nünftiger Finanzminister kein Geld gehabt hätte." Erdenrund lebt ein Bolt, daß seine bestimmten Geseze und Ein" In unserer Restverwaltung haben wir richtungen hat, wie alle Völker, und das seine Stellung auf einen Zustand, wie er in ganz Deutschland der Höhe der Kultur ganz normal dadurch bekundet, daß nicht egistirt, und daher wird der neue Finanzminister in die Großen die Kleinen, die Starken die Schwachen todtder Kammer keine leichte Stellung haben, wenn es sich darum schlagen und aufspeisen. Blöglich bricht in das Land dieses handeln sollte, fie abzuschaffen, denn es fuche jeder Abgeordnete Boltes ein anderes Wolf herein, das es in der Kunst des aus der Restverwaltung etwas für seinen Bezirk herauszu fchlagen. Was unfere ganze Gtatewirthschaft anbelangt, so obtschlagens weiter gebracht hat, schießt alles über den tönnten sich nur Gimpel durch die dabei erzielten Ueberschüsse Haufen, was ihm in den Weg kommt, sengt, brennt, verfangen lassen und die Finanzverwaltung deshalb beloben. Solche wüstet und stiehlt, erst das bewegliche Eigenthum, und dann Ueberschüsse haben wir in den letzten 80er Jahren ca. 18%, Millionen das unbewegliche, Dörfer, Städte, das ganze Band- oder Gie eilte die Treppen hinab, um ihm zu öffnen. Bald darauf erschien Wassilij's volle Gestalt und sein strahlendes Gesicht in der Thür; in der einen Hand hielt er einen Koffer, ein Bündel in der andern. Andrej und Sina erhoben sich, um ihm entgegen zu gehen, ihn zu umarmen und zu begrüßen, als ob er von einer langen Reise zurückgekehrt wäre. ( Fortsetzung fofgt.) wenigstens so viel davon, alS eS in die Tasche stecken kann. Das Volk Nr. 1 ist hiervon natürlich nicht sehr erbaut— es sucht sich die vervollkommneten Mordmaschinen zu ver- schaffen, vermöge deren das Volk Nr. 2 seine„ruhmvollen Siege" errungen hat, und hat jetzt die Pause bis zum Ein- treffen der kostbaren Waare benutzt, um an alle Völker der Welt ein Manifest zu richten, das ihnen sagt, wie schwach- voll eS— das Volk Nr. 1— vergewaltigt worden ist, und das sie auffordert, wenn Recht und Gerechtigkeit noch etwas gelten sollen, dieser Vergewaltigung entgegenzutreten und zu verhindern, daß der Starke den Schwachen als seine Beute betrachte. Wo ist nun die Zivilisation und wo die Barbarei? Bei Volk Nr. 1 oder bei Volk Nr. 2? Bei den Vergewaltigern oder bei den Vergewaltigten? Volk Nr. 1 sind die D a h o m e h e r, und Volk Nr. 2 die Franzosen. Die Antwort wird nicht leicht sein. Die Dahomeher betreiben das Auffressen der Schwachen durch die Starken allerdings noch buchstäblich— indeß, ist das etwa ein Nachtheil? Hat der schwarze Mensch, welcher kunstgerecht geschlachtet wird, um dann verspeist zu werden, während der kurzen Prozedur des Schlachtens etwa mehr Qualen auszustehen, als der weiße Mensch, der Jahre und Jahrzehnte lang zollweise geschlachtet, dem das Blut und Mark Jahre und Jahrzehnte lang tropfenweise ausgesogen wird, bis er vom Moloch des Kapitalismus aufgezehrt ist — oder hat dieser weiße Mensch etwa weniger Qualen auszustehen, als jener schwarze Mensch?— Da wir gerade von Dahomeh sprechen, so sei noch er- wähnt, daß der französische General Dodds jetzt gegen deutsche Kauflcute formell die Anklage erhoben hat, die Dahomeher mit Mordwaffen zu versehen. Nun— Kauf- mann ist Kaufmann. Wären es nicht deutsche gewesen, dann wären es französische oder englische gewesen. Und wir wetten, es waren französische dabei. Wann hätte je der Schachergetst der Aussicht aus Gewinn widerstanden?— Neporterklatsch. Tie Pfennigzeilner, die unseren Engels neulich aufs Sterbebett legten, lasten heute Genossen Singer an„so hochgradiger nervöser Erregung leiden, daß er in einer Heilanstalt Zuflucht suchen muß". Die W a h r h e i t ist, daß S i n g e r, der beiläufig nie- mals„hochgradig nervös erregt' war, sich nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz wieder der besten Gesundheit erfreut und heute Abend in Berlin eintreffen wird.— Pttctcinarfivirflfcu. Protest-Versammlungen gegen die Militärvorlage wurden weiter abgehalten in Meld orf(Referenten Kretsch- man n-Hambnrg und H i n s ch e- Lägerdorf), Brinkum(Ref. K e r r l- Bremen). O* ReichStagS-Kandidatur.'Für den 2. hessischen Wahlkreis Friedberg-Büdingen stellte die am 19. März in Friedberg abgehaltene Bezirkskonferenz der Vertrauenspersonen den Genossen Prinz als Kandidaten aus. Weiter erklärte sich die Konferenz im Prinzip für die Errichtung eines Kreis-Wahlver- eins und drückte energisch den Wunsch aus, daß der Partei- vorstand mehr für den Kreis thun möge als bisher. Znm LandtagS-Kandidaten für den IS. hessischen Wahl bezirk stellt««ine Versammlung in Egelsbach den Genossen B. C r a m e r aus Darmstadt auf. Die Stimmung der Bevölkerung ist uns günstig. Eine Krclskonferenz für die Parteigenossen im Wahlkreise Offenbach-Dieburg wird am 16. April, Vorm. 11 Uhr, in Ren-Isenburg im Gasthaus zum Engel zusammentreten, um über die Regelung der Delegation zum Parteitag, die bevor stehende Reichstags- und Landtagswahl und die Maifeier zu be rathen. » �» Maifeier. Tie Sozialdemokratie Harburg? hält am l. Mai eine Bolksversammlung, am Sonntag darauf eine Demon- stration mit daran steh schließender Feier ab. Die in F r i e d b e r g abgehaltene Bezirksionferenz der Ver- tranensleute des Wahlkreises Friedberg-Büdingen beschloß die Feier Sonntag den SO. April durch ein« große Ver sammlung zu begehen, woran sich ein Fest schließen wird. Von der Agitation. Etwa 30 Genossen aus F r e i b u r g, W a l d k i r ch und Emmendingen in Baden vertheilten am vergangenen Sonntag 8000 Exemplare von Bebel's Rede in 53 Ortschaften jener Gegend. Die Agitationstou» war von gutem Erfolg. In Bözingen, wo vor drei Jahren noch der Knüppel geschwungen wurde, wollten die Leute diesmal Geld geben für die Schriften, was natürlich zurückgewiesen wurde. Aus dem Schwarz- wald bekamen die Genossen reichlich„Vergelt's Gott" zugerufen; dort spielte sich manche heilere Szene ab. Der Löwenwirlh zu Ebner wurde ungemüthlich, ballte die Schrift zwischen seine derben Finger und warf sie zum Fenster Hinang. Unsere Ge nossen faßten die Sache gemüthlich aus, setzten sich unter ein Bildilöckle, streichelten das Papier wieder zurccht und vertheilten so Bebel's Rede an die zahlreich herankommenden Bewohner von Ebnet. In St. Peter ging eS ebenfalls lustig zu; dort hatten die Genoffen vor den Gräbern der Herzoge von Zähringen in einer halben Stunde Ausverkauf gehalten, und als den Leuten zugerufen wurde, nur keine anzunehmen, hieß es: „Mer henn schun un gehn sie nimme rus". In Waldkirch ivnrden zwei Auslheiler ob ihrer Missethat zwei Stunden in hastirt und, als sie entlassen wurden, sagte der Wächter des Ge- setzcs:„So, jetzt ist der Gotlesdienst aus, jetzt könnt Ihr an Euer Geschäft." In Kirchzarten wurden unsere Leute von einem Gendarmen vor den Bürgermeister geführt und mußten von Vel bis 3 Uhr warten, bis ihnen dieser den Bescheid gab. sie dürflen die Rede nicht verbreiten. In Eichstetten verbot der Bürgermeister das Abgeben der Schriften in den Wohnungen. was ungesetzlich, hingegen erlaubte er das Verbreiten an Vor- übergehende auf der Straße. Und so kamen noch mehrere heitere Zwischenfälle vor. In bester Laune traten die Genossen den Heimweg an. mit dem Bewußtsein, unsere Ideen wieder um ein tüchtig Stück gefördert zu haben. Weiler wurde die Rede Bebel's verbreitet in Fürsten- walde a. Spree und einer größeren Anzahl Dörfern des Wahl- kreise- Teltow- Beeokow-Starkow. In Schleswig sprach am 7. März Genosse A. v. E l m aus Hamburg in einer gut besuchten Volksversammlung unter großem Beifall über die gegenwärtige wirthschaftliche und poli- tische Lage. Die Versammlung erklärte sich mit seiner Kandidatur für den Reichstag einverstanden und nahm dann einstimmig eine Resolution an, in welcher entschieden gegen die Militärvorlage protesttrt und der jetzige Abgeordnete des Kreises aufgefordert wird, gegen jede Erhöhung der jetzigen Präsenzziffer des Heeres ju stimmen. •,• Aus Mainz wird uns unterm 22. März geschrieben: Der bekannte Polrzeikommissar LämmerSdors, der sich seine Sporen unter dem Sozialistengesetz in dem bekannten Mainzer Geheimbundsprozcß gegen Jost, Eonrad und Genossen verdiente, demzufolge diese Genossen bis zu 9 Monaten im Ge- fängniß zubringen mußten, während Lammersdorf wegen seiner „Verdienste" um diesen Prozeß vom Kriminalschutzmann zum Bezirkskommissar befördert wurde, ist jetzt von der Nemesis ereilt werden. In der heutigen Stadtverordneten- Versammlung wurde auf Antrag der juristischen Kommission und infolge eines vom Irrenarzt Dr. Stühling in Heppenheim ausgestellten Gut- achtens, welches den Lämmersdorf als seit zirka drei Jahren an chronischem Größenwahn, dem sich noch Verfolgungswahn zu- gesellt habe, leidend bezeichnet, der Kommissar endgiltig seiner Stelle enthoben und in den Pensionszustand versetzt. «* Todtenliste der Partei. In Hannover-Linden ist der Sattler Berthold Rudolph gestorben. Polizeiliches, Gerichtliche« tc. — OesterreichifcheZensurblüthen. Di« Nummer der Wiener„Bolkstribüne" vom 20. März enthält folgende an« muthige Stellen: Unsere Herren Staatsanwälte sehen strenge daraus, daß ------ Konfiszirt!"(Fehlt nur noch das Wörtchen „wird".) „Ausbeuwngswuth und Profitgier— diese beiden Konfiszirt".(Glückllches Oesterreich, das schon jetzt so etwas fertig bringt!) „Die Pfaffen--- Konfiszirt! Konfiszirt!--- Für das Volk gesünder ist das letztere". Eine Glosse hierzu ist wohl kaum nöthig. — Wegen Beleidigung des Staatssekretärs Dr. v. Stephan wurde der Redakteur des„Hamburger Echos", Genosse Gustav Stengel«, zu 1 Monat Gefängniß und 300 M. Geldstrafe verurtheilt. Das Gericht hat den Einwand des Angeklagten und der Vertheidigung, daß er wegen eines der inkriminirten Artikel, den er auch in der„Norddeutschen Vollszeitung" ausgenommen, in Altona bestraft und daher nicht nochmals verurtheilt werden könne, für unbegründet erachtet; indem„Echo" und„Volkszeitung" für verschiedene Leserkreise bestimmt sind, und somit eine zwei» fache Handlung vorliegt. — In den Herstellungslokalitäten des„Hamburger E ch o's" wurde wieder eine Haussuchung vorgenommen, diesmal nach einem Manuskript der„Nordd. Volks-Zeiwng", die den- selben Artikel gebracht hatte, der dem„Hamburger Echo" eine Beschlagnahme zuzog. Der betreffende Artikel soll gegen die §§ HO, III und 112 des Strafgesetzbuches verstoßen(„Auf- sorderung zum Ungehorsam gegen Gesetze"— Maximalstrafe zwei Jahre Gefängniß— und„Aufforderung von Personen des Soldatenstandes zum Ungehorfvm"— Maximalstrafe 2 Jahre Gefängniß). Dem„Hamburger Echo" ist es unerfindlich, wo in dem Artikel diese Vergehen entHallen sein sollen, und es glaubt nicht, daß sich ein Gericht findet, das das Strafverfahren eröffnen werde. Hoffentlich hat sich's nicht getäuscht. — Der Redakteur der„Bielefelder VolkSwach t". Genosse A. Siggelkow, wurde wegen Beleidigung eines Gemeindevorstandes zu l Monat Gefängniß verurtheilt, während der Staatsanwalt das Vorgehen mit SO M. Geldstrafe für ge- nügend gesühnt erachtete. Der Verurtheilt« will die Wieder- ausnahm« des Versahrens beantragen. Das Vergehen wurde darin gesunden, daß Siggelkow behauptet hatte, der Gemeinde- vorstano habe die vier Personen gekannt, die am 1. September vor. Js. in Herringhansen an der Wahl theilnahmen, obwohl sie das gesetzlich ersorderliche Alter noch nicht erreicht hatten. — Aus grund der dänischen Sabbathordnnng verbot die Polizeibehörde in Schleswig die Abhaltung eines Balles am 18. März, die der Gesangverein Frohsinn beabsichtigt hatte, während sie das dem Verein ehemaliger Mannsteiner gestattete. Die Behörde thut nicht gut daran, die preußisch-deutsche Legende vom gleichen Recht gerade am 13. März so— satirisch zu illustriren. Suzisle Asboryich?; Die Schneider VerlinS befinden sich augenblicklich im Ai!S> stand. Eine am 22. März von 4—5000 Arbeitern besuchte Ver sammlung beschloß, den Streik in denjenigen Geschäften, welche die Forderung nicht bewilligt hatten, sortzusetzen. Wir ersuchen die Arbeiterschaft,»ns in unserem Kampfe finanziell und moralisch zu unterstützen. Zinug ist streng fern zu halten. Geldsendungen sind zu richten an W. Schulze, Zimmerstr. 86, 2. Hof 8 Tr.; Anfragen sind zurichten an J.Timm, Schützenstraße 18/19, Restaurant Freygang. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Nachdruck gebeten. Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Achtung, Metallarbeiter! Die unterzeichnete Kommission ist nach Prüfung der Each läge zur der Ueberzeugung gelangt, daß die von dem Schlosser Falkenhahn wider den Kollegen Rein ausgestreuten Gerüchte auf Unwahrheit beruhen. W. H a n s e n. R. W e i n e r t. E. D z i n a. Achtung Mechanikerl Der Streik bei G r o ß u. G r a f dauert unverändert fort. Zuzug streng fernzuhalten. Der Vorstand dcS Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. A« alle HanS- und Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen Berlins. Der Unterzeichnete, welcher in der öffentlichen Versammlung vom 21. März zum VertranenSmann für die oben genannten Berufe gewählt worden ist, ersucht die Kollegen, alle Angelegen- heilen von öffentlichem Interesse bei ihm zu melden, damit in der erforderlichen Weise den zahlreichen Schäden und Mängeln in unserm Beruf entgegengewirkt werden kann. Mit kollegialem Gruß Karl Alboldt, Vertrauensmann, Elisabeth-Ufer 45. Hof 3 Tr. An die an HolzbearveitnngS- Maschinen beschäftigten Arbeiter. Am Donnerstag legten sämmtliche Maschinenarbeiter der Firma Stieghahn, Waldeinarstr. 14, die Slrbeit nieder, weil die Firma den neneingestellten Arbeitern, die sie sich ans Polen verschrieben hat, einen geringeren Lohn zahlt, als sonst üblich war. Näheres in der Sonnabend-Nummer. Die Kollegen werden um Fernhaltung des Zuzugs ersucht. Die Agitations-Kommission er in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplähen beschäftigten Arbeiter. Parteigenossen und Genossinnen Berlins! Äuch allen wird die elende Lage der Arbeiter in den östlichen Provinzen be- kannt sein. Nicht allein daß ihre Lebenshaliung die denkbar kärglichste ist, auch in geistiger Beziehung stehen sie auf einer Stufe die beschämend für unsere gepriesenen Kulturzustände genannt weroen muß. Weder Zeitungen noch sonstige Schriften aufklärenden Inhalts stehen dem Proletarier des Ostens zur Verfügung, über ihn hat die Kirche noch unumschränkte Macht, über' ihn übt die Autorität in jeg- licher Form noch eine Gewalt aus, die dem modernen Industrie- Proletarier fast unfaßbar scheint. Und doch gilt eS für die klassenbewußten Ardeiter, auch ihre Brüder im Osten zu geistigem Leben zu erwecken und sie den sozialistischen Ideen zuznfuhren. Einige Gen offen haben sich daher die Aufgabe gestellt, die Ar« beiter in den Ostprovinzen mit paffender sozialistischer Literatur zu versehen, um sie für die moderne Arbetterbewegung zu ge- Winnen. An die Arbeiterschaft Berlins ergeht nun die Bitte, gelesene sozialdemokratische Zeitungen und Schriften, die sonst etwa sortgeworfen werden, an die untenstehenden Adreffen abzuliefern, von wo aus sie an die passende Stelle besorgt werden. An die Vertrauensleute in Ost- und Westpreußen richten wir gleichzeitig das Ersuchen, ihre Adreffen dem Unterzeichneten, C. Rott, Münchebergerstr. 29. 3 Tr., mttzutheilen. Mit sozialdemokratischem Gruß Die Agitalionskommission für Ost- und Westpreußen. I. A.: C. Rott. Zeiwngen nnd Schriften wolle man abliesern an: C. Rott, Münchebergerstr. 29, 4 Tr.; 3i. Gottschalk, Stall» schreiberstraße 24. 2 Tr. l.; W. Fischer. Fürstenbergerstraße 12: Radlke, Krautstr. 48: Krüger, Hirtenstr. 10. An sämmtttche Mitglieder der Allgemeinen OrlS« Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen (früher Meyer'sche). Durch Beschluß der Aufsichtsbehörde müssen sämmtliche Ver- sicherungspflichtige vom 1. April er. ab derjenigen Zwangskasse angehören, welche für die Beschäftigung, in der sie stehen, er- richtet ist, z. B. gehören Buchdruckerei-Arbeiter und Arbeiterinnen zur Buchdruckerkasse. Da nun die Aufsichtsbehörde entschieden hat und zwar auf erfolgte Beschwerde hin, daß diejenigen, welche der Kasse vor dem Jahre 1384 angehörten, zwar weiter Mitglied bleiben, sich aber nicht in zwei Kassen versichern dürfen, so ersuchen wir alle Mitglieder die Interesse an der Sache haben, insbesondere die Delegirten, ihren diesbezüglichen Wunsch mit genauer Angabe des Bor- und Zunamens, der Wohnung sowie der Buchnummer dem Vorstand der Kasse schleunigst zu unterbreiten, da sie sonst still- schweigend einer anderen Kasse überwiesen werden. Die Krankenkassen-Ko in Mission der gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen. I. A.: O t t o B l e i ch, Sorauerstr. 5, 2 Tr. Das Kassenlokal ist von Michaellirchstraße 40 nach Adalbert. straße 94, Ouergeb. 2 Tr., verlegt. Die in der Bekleidungsindustrie beschästtgten Arbeiter und Arbeiterinnen Badens, des Elsaß und der Pfalz halten am ersten Osterseiertag Vormittags von 10 Uhr an im GasthauS zum Storchen in Karlsruhe eine Bezirkskonferenz ab, deren Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Delegirten über die örtlichen Verhältnisse. 2. Regelung einer einheitlichen Ägi- tation, 3. Bekleidungs-Jndustrie-Verbände, 4. Regelung des Herbergwesens und des Arbeitsnachweises, 5. Allgemeines über gewerbliche Interessen. Alle die Konserenz betreffenden Zuschriften sind an Fritz Töpper, Karlsruhe, Rillerstr. 4, zu richten. schloffen: 1. Von jetzt ab sollen bei städtischen Bauten in erster Linie nur hiesige Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter beschäftigt werden. 2. Die städtischen Bauten sind nicht mehr in Sub- Mission zu vergeben, sondern in eigener Regie auszuführen. 3. Die Bezahlung der auf städtischen Bauten beschäfttglen Maurer, Zimmerer und deren Hilssarbeiler hat nach einem mit den Ar- beiteru zu vereinbarenden Mindesilohn staltzusinden. 4. Auf siädtischen Bauten ist der zehnstündige Arbeitstag einzuführen. Nach bürgerlichen Blättern soll der Streik der G l a S- und Krystallarbeiler im Gablonzer Bezirk beendigt sein und für die Arbeiter keinen Erfolg gehabt haben. Die Spenglermeifter der rumänischen Hauptstadt Bnkarest suchen Arbeitskräfte im Auslände, weil ihre bisherigen Gehilfen nicht mehr zu den dort üblichen überaus er« bärmlichen Bedingungen arbeiten wollen. Der am 12. März 1891 gegründete Fackverein der Spenglergehilsen Bukarests warnt deshalb alle Kollegen nachdrücklich vor Zuzug. Ueber die Verhältnisse der dortigen Spengler schreibt man uns: Die Bauarbeir beginnt nach Ostern und dauert bei günstiger Witterung bis Mitte Oktober; während der übrigen Zeit kann der Spengler den Winterschllff halten und von dem zehren, was er im Sommer nicht erspare» konnte. Die Arbeitszeit ist mindestens 12 und häufig 15 bis 16 stündig, bei einer Temperatur von im Sommer 35 bis 40 Grad Reaumur. Bei dieser Quälerei giebt es einen Lohn von nur 3 bis 6 Franken. Ueberstunden werden wie gewöhnliche Tagesstunden bezahlt. Die Lebensmittel haben durchschnittlich de» gleichen Preis wie in Deutschland und Oesterreich, die Kosten für Wohnung und Klei» dnng sind jedoch außerordentlich hoch; es beträgt z. B. der Miethpreis für eine aus einem Zimnicr und einem kleinen, als Küche dienenden Raum bestehende Wohnung, noch dazu außer- halb der Stadt, 250—350 Franken. Ein halber Liter Bier lostet 60 Centimes(48 Pf.), der Wein ist jedoch billiger. Neigt sich der Oktober und mit ihm, der Witterung wegen, die Arbeit dem Ende, so beginnt für den Bukarest« Spengler das Elend der Arbeitslosigkeit in seiner ganzen Schwere. Den Sommer über hat er sich geplagt, Gesundheit und Kraft geopfert, um die Schulden zu be» zahlen, die er im Winter machen mußte, und bereits im November oder Dezember ist er wieder darauf angewiesen, neue Schulden zu machen. So kommt er niemals aus den Schulden heraus. In anderen Ländern steht ein großer Theil der Spengler auch im Winter in Arbeit, hier ist das nicht der Fall. So sehen sich denn die Bukarest« Spengler gezwungen, die Besserung ihrer Arbeitsbedingungen nöthigenfalls durch einen Streik zu erzwingen und ersuchen deshalb die Gesainmtheit der ausländischen Kollegen, sie durch strengste Fernhalrung des Zuzugs zu unterstützen. Die Forderungen der Bukarester Spengler sind:».Zehnstündige Arbeitszeit. 2. Minimallohn, 6 Frank in der Werkstatt, 1 Frank Vauzulage am Orte, 1 Frank 50 Centimes in der Provinz. 3. Ueberstunden 30 pCt. Zuschlag. 4. Verbot der Sonntagsarbeit. Regelung der Fabrik- und Werkstattordnung. Alle arbeilersreundlichen Blätter werden gebeten, durch Ab- druck des vorstehenden den Bukarester Spengler» gleichfalls bei- zustehen. NuS Argentinien geht un? folgende Warnung zu: Die Argentinier tragen sich mit der Hoffnung, daß die von den Ver- einigten Staate» dekretirte Einwanderungsbeschränkung den Zu» fluß der europäischen und namentlich der deutschen Auswanderer- Massen nach Argentinien lenken werde. Ich nun muß auf grund meiner Erfahrungen, die ich seit 20 Jahren sowohl in Argen- ttnien, wie in Uruguay und den südlichen Provinzen von Bra- stlien gemacht habe, meine Landsleute vor der Auswande- rung nach Südamerika ganz entschieden wa rne n. Die Einwanderer, denen man drüben durch Agenten und selbst noch bei ihrer Ankunft hier in Buenos Ayres alles mögliche ver- spricht, um sie aus den Leim zu locken, verfallen sammt und sonders den Klauen einer abgefeimten und dabei noch barbarischen Räuberbaude, die sich hier Regierung nennt. Ein Recht giebt es bei dieser Gesellschaft nicht einmal für die Eingeborenen., ge- schweige denn für die der Landessprache nnkundigen Auswanderer, und energischen Schutz, den diesen die hiesigen berufenen Ver- treter der deutschen Interessen z» gewähren hätten, giebt es entweder gar nicht oder nur in ganz besonderen Ausnahmefällen. Man hat sich neuerdings wieder gegen fremde und zwar deutsche Kolonisten in den Kolonien„Bolivar"(Provinz Buenos Ayres), „Humboldt"(Provinz Santa Fs) und Roca(Patagonien) Bru- talitäten erlaubt, die jeder Beschreibung spotten. Mögen diese Zeilen meinen Landsleuten und namentlich den Westpreußen zur Zarnung dienen— sie ifinden hier, wohin sie auch kommen, weit« nichts als«in Räubernest. Für den Inhalt der Jnserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 24. März. Opernhaus. Der Freischütz. Schauspielhaus. Vasantasena. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Viel Lärm um Nichts. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Die GroßstadtIuft. Kroll's Theater. Fra Diavolo. Residenz Theater. Die beiden Champignol. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, 24. März, Abends 7/4 Uhr: Auf vielseitiges Verlangen: 11. Wiederholung der Gala- Feftvorstellung vom 27. Januar. B Großer Feftaufzug. 1. Reigen der Ritter und Edeldamen; 2. Militärisches Divertissement( Gegen wart) ausgeführt vom ges. Person al. Ein Künstlerfest. Große Ausstattungs- Pantomime. Neue Einlagen mit überraschenden Wasser- n. Lichteffecten. Kinderorchester neu besetzt; neue Musik. Ballet von 100 Damen. Glänzender Blumencorso. Grosses Brillant- Feuerwerk. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. 4 arab. Vollblut- Schimmelhengste in Freih. dress. und vorgef. vom Direktor Grande Quadrille de la Unserm Buditer auf Schloß Cuvry Gustav Schönid zu seinem heutigen Wiegenfefte ein donnerndes Hoch. 2008 Die von 3 Treppen. Nauke den Gießbock. Achtung, Schneider! Hente, Freitag, Abends 8 Uhr, bet Joël( gr. Saal), AndreasAraße 21: Fortsetzung der Versammlung vom Mittwoch, ben 22. März. Die Kollegen der Firmen: Weltmann, Landsberger, Baum, Baruch, Basedow, Hoffmann, Mohr& Speier, Sachs, Berger& Collani, Wernaer, Waarenhaus für deutsche Beamte, Offizierverein, aus dem Frankfurter 1996b Viertel: Sax, Lindenbaum, Baer Sohn, Bacon, Kuhnert, Kleinitzki, Meier werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Sonntag, Vormittags 10 Uhr, im Feenpalast: Am 21. d. M. entschlief nach kurzem Leiden mein lieber Manu Johann Rausch im 42. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Wittwe Ransch, geb. Silbrecht, Oranienstr. 15. Gratweil statt. Große Streif- Versammlung. Die Kontrollversammlungen finden täglich um 10 und 3 Uhr bei Zur Notiz: Herr Ernst Dittmar, Zimmerftr. 23, zieht seine Bewilligung zurück. Außer den von gestern veröffentlichten Geschäften haben noch bes Todes- Anzeige. 2000b willigt: Lezcynsky, Ranonierstr. 9. Franz, Markgrafenftr. 79. Herrmann, Allen Freunden und Bekannten hier Surftr. 31. Danziger, Jägerstr. 10. Kluge, Jerufalemerstr. 18. Rund, Krausenmit die traurige Nachricht, daß meine straße 30. Kadisch, Alt- Moabit 18. Hermann Gerson( Kaiserbazar). Georg liebe Frau Anna, geb. W egebaupt, Witte, Markgrafenftr. 51. Schade, 3immerstr. 63. Pluschkewitz, Krausenam Mittwoch früh 7 Uhr in der Kgl. Straße 45. Landsberger, Leipzigerstr. 73. S. Adam, Leipzigerstr. 103. Dröhlich, 390/4 Charitee an der Kopfrose verstorben ist. Friedrichstr. 91/92. Versandhaus Germania, Unter den Linden. Sie hinterläßt zwei unmündige Kinder Viktoria- Theater. Die Reife um haute équitation, ger. v. 6 Damen u. im Alter von 3 Wochen und 19 Monaten. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter die Welt in achtzig Zagen. Nenes Theater. Der eiferne Graf. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Adolph Ernst- Theater. Berlin wie es weint und lacht. Thomas- Theater. Lumpaci Bagabundus. National- Thenter. Graf Essex. Alexanderplatz- Theater. Die Konfettioneuse. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. 6 Herren arrang. vom Dir. Fr. Renz 2c. Gin Künstlerfest. Morgen, Sonnabend, Abends 7/4 Uhr: Sonntag: Zwei Vorstellungen. Um 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei) Abends Die lustigen Heidelberger. 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Birtustaffe beim„ Invalidendant", Markgrafen straße 51a. Fr. Renz, Direktor. Neue freie Volksbühne. Sonntag: I. Abtheilung: Kein hüsung. T Feen- Palast Jeden Tag: Gr. Spezialitäten Borstellung. = Adolph Ernst- Theater. Baffepartouts u. Bons haben Giltigkeit. Berlin wie es weint und lagt. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Goldlotte. Gefangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss, Mufit von G. Steffens. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodiftisch- realistischer Vorgang in der Dachtammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) % Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Castan's Panoptikum. Große Ausstellung Iebensgroßer Wachsfiguren u. Gruppen. Neue Illusion: Lotosblume. Andere Jllusionen. Fantoche- Theater. Castan's Irrgarten. Schreckenskammer. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Große Spezialitäten Borstellung zum Benefiz f. d. beliebte Gymnastikertruppe Hugoston. Truppe Hugoston, Afrobaten. Tom. Belling, Original- August. Kolling Müller, Wasserkünstler. The Matinos, Erentrics. Geschw. Tacianu, Duettistinnen. Heinr. Bender, Humorist. Miss Victoria, Jongleuse und preisgekrönte Schönheit. Rigó Manó, Ungarischer National Sänger. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Größtes Lager Berlins Ainderwagen.andreasftr. 23. Hv Die Beerdigung findet Sonnabend, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Petri- Stirchhofes aus statt. Frik Wagner, Scharrenstr. 5. Grosse öffentliche Frauen- u. MännerBerlins und Umgegend. Große Versammlung für den Norden am Montag, 27. März, Abends 81/2 Uhr, in Pape's Salon( fr. Knebel), Badftr. 58. Zages Ordnung: Versammlung der die Gewerkschaftsorganisationen? Referent Herr Dr. Lütgenau 2. Disfusion. Drechsler Berlins am Sonnabend, 25. März, Ab. 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstraße 16. Tagesordnung: 1. Warum organisiren sich die Arbeiter und welche Bedeutung haben 3. Verbandsangelegenheiten, Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Die Kollegen der nachstehenden Werkstätten sind hierzu ganz besonders eingeladen: Aktiengesellschaft vorm. Kapler, Arnheim, Zimmermann& Buchloh, Cyklop" Mehlis& Behrens, Rudolf& Kühne, Belter& Schneevogl, 229/5 Aichele& Bachmann, Schöning. 99 1. Vortrag über: Die Frau und der Sonntag, den 26. März, Vormittags, findet eine Besichtigung der Sozialismus. Referentin Frau Emma Genossenschafts- Hutfabrik statt. Sammelpunkt für die Kollegen des Ihrer- Belten. 2. Diskussion. 3. Ver- Süden 3 bei Kuhlmey, Schönhauser Allee 28; für die des Nordens bei schiedenes. Schayer, Brunnenstr. 40; nach 10 Uhr in der Hutfabrit, Pappel- Allee 4. Die Bahlreicher und pünktlicher Besuch Kollegen werden ersucht, sich hieran recht lebhaft zu betheiligen. Die Agitationskommission. wünscht NB. Nach der Versammlung findet Gratweil's Bierhallen gemütliches Beifammensein verbunden Kominandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger fowie großartige Bravour Leistungen des Dou Pertusio, italienische Mandolinen und Serenaden- Sänger. Bu Bwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen, jowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. 136/16 Der Vorstand. Glaser. Sonntag, 26. März, Vorm. 101/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen( ob. Saal), Kommandantenstr. 77/79: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Kämpfe der Arbeiterorganisationen und was lehren uns dieselben. Referent G. Koopmann. Etablissement morig- 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Buggenhagen. Play. MoritzPlay. Täglich: Intrumental- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Achtung! Mechaniker. Achtung! Der Streik bei der Firma Gross& Graf dauert unverändert Der Vorstand. ført. Zuzug ist ftrengſtens fernzuhalten. Achtung! Maurer! Achtung! Sonntag, den 26. März, Vorm. 10 Uhr: Bwei gr. Derlammlungen des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. 1. Moabit, Perlebergerstraße 13. 2. Proskauer Garten, Frankfurter Allee. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Jeder Maurer hat Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 380/15 Zur Deckung der Untoften findet Deutscher Tischler- Verband. Zellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bitten Die Vertrauensmänner. 165/7 Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse der Buchbinder etc. Bom 1. April d. J. ab befindet sich die Kaffe aunyutr. 33, 1 Tr.( Ecke der Adalbertstraße) und ist dieselbe ge= öffnet an den Wochentagen von 7 bis 1 Uhr Mittags und Sonnabend von EingetretenerUmstände halber findet die 6-8 hr Abends. An Sonnund Festtagen gänzlich geschlossen. Der Vorstand. C. Hoffmann, Vorsitzender, Naunynstr. 38, IV. General- Versammlung d. Genossenschafts- Buchdruderei ( eingetr. Gen. mit beschr. Haftpflicht) nicht Sonntag, den 26. März, sondern am 9. April statt. 19936 Solingen, 22. März 1893. 119/4 Markthalle Wedding. Bahlstelle Berlin. Dersammlungen 817/ 14* Sud- West u. West: Sonntag, den 26. März, Vorm. 104 Uhr, in Habel's Brauerei, Sergmannstraße Nr. 5-7. Bortrag des Kollegen Koblenzer über: Die wirthschaftlichen Krisen. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 27. März, Abends 81/2 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstrasse No. 48a. Vortrag des Kollegen Sparfeld über Alters- und Invalidenversicherung. Die Ortsverwaltung. Verbandsangelegenheiten, Verschiedenes. Große öffentliche Versammlung der Nagelschmiede Empfehle den Genossen meinen Stand am Sonntag, den 26. März, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Der Vorstand. Der Aufsichtsrath. Nr. 260. 2004b H. Grashold. Elektr. Beleuchtung. Versand nach Auswärts. „ Zum Prophet" Welthans für Herren- und Knaben- Garderoben. I. Etage. I. Am Dönhoffplatz. Etage. Ecke Leipziger und Kommandanten- Straße. Abth. I. Herren- Anzüge von 9 Mark an bis zu den feinsten Qualitäten vorräthig. Villa. Tuchhosen Valetota Schlafröcke 3886L Anzüge Salon- Anzüge sonst 18-48 M. von 9 M. an Kammgaru " " " 30-60 48-55 20 " # " " 32 " " " 6-26 21/2 20-54 9 16-36 " 6-13 11/3 4-10 2. 9-18 15-30 . " " Westen naben- Anzüge Villb. BurschenVille. Sünglings258 " " P Einsegnungs- Anzüge in großartiger Auswahl von M. an bis zu den elegant. Versand gegen Nachnahme. E Nur Schneider- Arbeit. = 24 Verkäufer. Herrn Heise, Lichtenbergertr. 21. Tages- Ordnung: 1. Die Verhältnisse der Ortstrankenkasse der Schmiede und verwandter Gewerbe. Referent: W. Miehlke. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. 368/11 Die Mitglieder der Krankenkasse der Schmiede werden zu dieser Verfammlung ganz besonders eingeladen. Der Einberufer. Weißensee. Töpfer! Friedrichsberg. 2 Wander- Versammlungen des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. 1. Bersammlung in Friedrichsberg am Montag, den 27. März, Abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Spikig, Frankfurter- Allee 193. 2. Versammlung in Weißensee am Dienstag, den 28. März, Abends 6 Uhr, im Lokale des Herrn Damrat, Charlottenburger- n. WilhelmStraßen- Ecke. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag. 2. Gewerkschaftliche Angelegenheiten. 324/ 2* Un zahlreichen Besuch derselben bittet Der Vorstand. J. A.: R. Topf, Gipsstr. 3. Oranien- Bad Oranienstrasse 44. Abonnements I. RI. 60 Pf., II. Kl. 8 Bäder 1 M. Dampfkasten- Bäder. Einpackung und Massage. Leitungswaffer. 8719L Jamaica- Rum, [ 131M echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1.20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienſtr. 8. Aug. Herold, Möbel u. Polsterwaaren Oranienstr. 83/84. J. Semmel, praft. Zahnarzt, Oranienstr. 55( Morigplaz). Sprechst. merttägl. 8-6, Sonntags 9-1. Hierzu eine Beilage. Verantwortlicher Redakteur: Vilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 71. Freitag, den 24, März 1893. 10. Iahrg«! Vonrnrunnles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, den 23. März, Nachmittags S Uhr. Der frühere Stadtv. Franke, der im Januar sein Mandat wegen Krankheit niederlegte, ist verstorben. Die Versammlung ehrt sein Andenken durch Erheben von den Sitzen. Die Berathung des S t a d t h a u s h a l t s- E t a t s für 1893/94 wird fortgesetzt. Der Etat für"das Armenwesen schließt nach dem Vor- anschlag des Magistrats mit 6 476 468 M. Zuschuß ab; der Mchrzuschuß gegen das Vorjahr soll 1 024 300 M. betragen. Für Almosengelder, Pflegegelder und außerordentliche Unter- ftiitzunaen sind zusammen 5 100 000 gegen 4 263 000 M. im laufenden Jahre ausgeworfen. Der Ausschuß hat von der geforderten Summe 300 000 M. abgesetzt, da die Erwerbsverhältnisse im Allgemeinen in der Ausbesserung begriffen seien und der Preis des Brotes gegen 1891/92 um rund ein Drittel billiger geworden sei, auch die staatliche Sozialgesetzgebung unbedingt von Einfluß aus den Armen-Etat sein müsse. AnKur-undVerpflegungSkostenhatder Magistrat diesmal 1 Million Mark, d. h. 150 000 M. mehr als im lau» senden Jahre gefordert. Auch hier sind 50 000 Mark ge- strichen, da der Ausschuß nicht glaubt, daß die Steigerung der Ausgaben in dem vom Magistrat angenommenen Maße stattfinden werde, jedenfalls der Vergleich mit dem Vorjahre 1892/93 wegen der durch die Choleragefahr in diesem Jahre ge» schaffenen anormalen Verhältnisse nicht statthaft sei. Durch die Abstriche ermäßigt sich der Zuschuß auf 6 126 468 Mark. Ein Antrag Spinola will die vom Magistrat geforderten Summen voll bewilligen. Stadtv. Spinola hält sich zu seinem Widerspruch gegen die Abstriche als Mitglied der Armendirektion für verpflichtet. Diese habe den Etat mit der alleräußersten Vorsicht aufgestellt und der Magistrat habe zugestimmt. Die Gründe für den Be- schluß des Ausschusses seien nicht stichhaltig; ganz besonders nach- lheilig würde der Abstrich an den Kur- und Verpflegungskosten in den Krankenhäusern wirken. Die Choleragefahr sei doch auch für das kommende Jahr nicht zu unterschätzen; dagegen könne der Ausschuß ebensowenig eine Garantie übernehmen, wie für eine gute Ernte oder einen milden Winter. An den Almosen- geldern könne man auch keine Abstriche machen, da eine all- gemeine Erhöhung der Sätze stattgefunden habe und die Erwerbs- Verhältnisse doch immer noch sehr dürftige seien, u. a. aber auch das Fleisch jetzt theilweise ganz exorbitante Preise erreicht habe Stadtv. Borgmann: Ich freue mich, Herrn Spinola auf diesem Wege zu sehen, umsomehr, als ich gerade ihn und seine Freunde im Verdacht hatte, an dem Armen-Etat sparen zu wollen. Auch ich bitte Sie, hier nichts zu streichen; es würde der Würde der Stadt Berlin nicht entsprechen. Damit, daß be- hauptet wird, die Forderungen seien zu hock, werden die Fragen nicht erledigt. Stellen Sie die geforderte Summe wieder in den Etat ein. Stadtv. NamSla u: Der Schwerpunkt der Bewilligungen liegt in den Armen-Kommissionen; auf diese fehlt uns jeder Ein» fiuß. Es wird also kein Pfennig mehr oder weniger ausgegeben werden als diese wollen, gleichviel, wie hoch die Summe im Etat ist. In den Ausgaben für das Armenwesen ist im vorigen Jahre ein Sprung von etwa 19 pCt. gemacht worden. Der Magistrats- antrag setzt nun eine weitere Zunahme dieser Ausgaben von 20 pCt. voraus. Wenn das der Fall wäre, dann könnten wir uns in Sack und Asche legen(Zwischenrufe). Nein, diese Steigerung ist nicht motivirt. Was früher etwa versäumt wurde, in durch die vorjährigen Erhöhungen ausgeglichen. Was der Ausschuß jetzt vorschlägt, bedeutet auch immer noch eine Zu- nähme von 10 pCt. Das ist doch gewth ein sehr großes Ent- gegenkommen. Stadtv. Dr. Zadek: Wenn die soziale Gesetzgebung der letzten 10 Jahre ausgesprochenermaßen das Armenbudget entlasten wollte und das Armenbudget dennoch zunimmt, so liegt doch der Schluß nahe, daß es sich nicht sowohl um Kranke und Invalide, als um gesunde Arbeitslose handelt, die die Stadt nicht hungern und frieren lassen kann. Darum ist es bedauerlich, daß die Ver- sammlung unsere Anträge auf anderweite Organisirung der städtischen Fürsorge aus diesem Gebiete abgelehnt hat. Sie haben sie abgelehnt aus Furcht vor der Sozialdemokratie und müssen jetzt in den sauren Apfel beißen, daß das Armenbudget Jahr flir Jahr ganz enorm steigt. Mit kleinen Abstrichen werden Sie nichts erreichen. Auf einem anderen Wege könnten Sie vielleicht etwas sparen, nämlich durch Errichtung einer Armen-Apotheke, in welcher alle Arzeneimittel für die Armen sabrizirt werden. «Unruhe.) In vielen deutschen Städten giebt es solche städtische Apotheken bereits, so in Breslau. Sie sollen zum Theil das 'Armenbudget, zum Theil die Krankenkassen entlasten. Ich bitte den Magistrat, die Sache in Anregung zu bringen. Ferner möchte ich die Abschaffung des Armenarztes anregen. Schon Virchow hat vor vielen Dezennien dieses verlangt. Bls jetzt aber gab es keine Organisation der Aerzte, mit der die Stadt sich in Verbindung setzen konnte; seit einem Jahre besteht aber eine solche Vereinigung, der bereits die Mehrzahl der Aerzte angehört. Auch nach dieser Richtung bitte ich den Magistrat, für den nach- sten Etat Vorschläge an uns zu bringen. Ein Schlußantrag wird angenommen und nach Ablehnung der Anträge Spinola die Ausgabe des Armenetats nach dem Ausschußantrage festgestellt, desgleichen der Etat für das Friedrich- Wilhelm-Hospital und die Siechen-Anstalten. Beim Etat für das Arbeitshaus in Rummelsburg sind an der Position„Verpflegung und Bekleidung" bei den Kosten für Beschaffung des Roggenmchls zum Backen des Brotes mit Rück- ficht auf den eingetretenen Preisrückgang 15 000 M. abgesetzt worden, so daß sich der Zuschuß für diese städtische Anstalt auf 455 029 M. ermäßigt. Der Etat für das st ä d t i s ch e Obdach und die städtische Desinfektionsanstalt ist unverändert geblieben. Beide Etats werden ohne Debatte nach den Ausschußanträgen genehmigt. In den Etat für Hochbau sind von dem Ausschusse neu eingesetzt worden 5700 M. zur Herstellung einer Grenz- mauer und eines Abschlußgitters infolge der Vergrößerung des Schulhofes des Kölnische» Gymnasiums, Jnselstr. 3—5, und 4000 M. für Verlegung resp. Neubau des Straßenreinigungs- Depots Stralauerplatz 24. Im Extra-Ordinarium sind ab» gesetzt 40 000 M. von der ersten Baurate von 50 000 M. für eine neue Gcmeinde-Doppelschule an der Straße 36 a, dagegen e i n g e st e l l t 5000 M. als zweite Baurate für die Unterkuufrs- und Erfrischungshalle im Treptower Park. Stadtv. Zadek: Eine Anzahl städtischer Bauwächter haben sich an mich mit dem Wunsche gewandt, auf eine Verbesserung ihrer Lage hinzuwirken. Sie beklagen sich vor allem über ihre mangelhafte Unterbringung in den Baubuden, dann auch über die achttägige Kündigungsfrist. Mit ihren Bitten beim Stadt- Baurath Blankenstein sind sie schon vor Jahren sehr schlecht angekommen; nach dem Muster des Königs Stumm erklärte ihnen der Herr: Entweder pariren oder abgehen! Eine Antwort vom Magistratstische erfolgt nicht; der Etat wird nach den Ausschußanträgen festgestellt. Beim Kapitel X„Verwaltungskosten" werden die Besoldungen, die Ausgaben für Geschästsbedürfnisse und Prozeß- kosten. Pensionen, Wittwenpensionen und Unterstützungen nach den Ausschußvorschlägen bewilligt. Gegen den Anschlag ist nur eine Position verändert, indem die Ausgaben für Reinigung der außerhalb der Rathhäuser befindlichen Bureaus von 10 000 aus 12 000 M. entsprechend einem Nachtragsanlrage des Magistrats erhöht worden sind. lieber die Spezialetats für„ P o l i z e i k o st e n im allgemeinen und Feuerlösch- und Telegraphenwesen, Straßen- beleuchtung. Reinigung und Besprengung, Gemeinde- friedhöfe, Zivilstandsämter" referirt namens des Ausschusses Stadtv. Borgmann. Beim Extraordinarium für das Feuerlöschwesen sind für den Anschluß der Zugwachr in der Mauerstraße 15a. an das Kabelnctz der Elektrizitäts- werke 1298 Mark gefordert, welche der Ausschuß gestrichen hat. Er konnte sich von der Nothwendigkeit der Einrichtung nicht überzeugen und besorgt, daß im Falle der Bewilligung sehr bald für alle Wachen elektrisches Licht gefordert werden würde, während Gasbeleuchtung unzweifelhaft billiger sei und die Stadt den Konsum des Gases zu heben, nicht zu beschränken, bestrebt sein müsse. Stadtv. Sachs ll beantragt, daS Kapitel„Polizeikosten" an den Ausschuß zurückzuverweisen. Der Satz von 2,50 M. als Beitrag der Stadt pro Kopf der Bevölkerung zu den Kosten der Polizeiverwaltung sei gesetzlich festgelegt unter der Voraussetzung, daß auch das Nachtwachwesen vom Staate übernommen wird, wofür der Staat das Doppelte der städtischen Ausgabe aufwenden wollte. Es bleibe aber am 1. April bezüglich des Nachtwachwesens alles beim alten, die Stadt müsse also mehr bezahlen, ohne etwas davon zu haben. Mindestens müsse Auf- klärung über die Lage dieser Angelegenheit geschaffen werden. Kämmerer Maaß: Ich bitte, den Antrag als gegenstands» loS abzulehnen. Der Magistrat hat bereits beschlossen, sich peti- tionirend an den Landtag zu wenden. Eine Zurückbehaltung des betreffenden Antheils an den Kosten ist natürlich unmöglich, da das Gesetz uns zur Zahlung von 2,50 M. pro Kopf verpflichtet. Stadtv. Baumgarten: Im Ausschusse ist behauptet worden, daß eine Firma, welche Lieferungen von Bekleidungs- gegenständen der Schutzmannschaft und der Feuerwehr erhalten hat, die Sachen in Strafanstalten anfertigen lasse. Da solche Behauptungen leicht tendenziös ausgebeutet werden können, wenn ihnen nicht sofort widersprochen wird, so bitte ich den Magistrat, sich, was im Ausschüsse nicht geschehen ist, über die Behauptung zu äußern. Ich hoffe, daß dieselbe sich als unbegründet heraus stellen wird. Stadtv. Stadthagen: Ich unterstütze den Antrag des Herrn Sachs U und beantrage, den ganzen Etat für die Polizei- Verwaltung dem Ausschusse zurückzugeben. So einfach wie der Kämmerer sagt, liegt die Sache denn doch nicht. Wir haben volles Recht, bei der außerordentlich zweifelhasten Rechtslage des Feuerlösch- und Straßenwachwesens, die durch das neue Gesetz noch zweifelhafter geworden ist. Alles zu versuchen, um Klarheit in die Sache zu bringen, namentlich die Frage zu untersuchen zu lassen, welche von den Ausgaben, die außerhalb der 2,50 M. noch in dem Etat von uns verlangt werden, eigentlich mit durch die 2,50 M. zu decken sind. Es handelt sich ja nur darum, die rein rechtliche Seite der Sache im Etatsausschuß nochmals zu prüfen; eine Verzögerung der Etatsberathung entsteht dadurch nicht. Stadtv. Meyer I: Wir haben hier keine juristische Fakultät. Der Antrag verspricht nicht den geringsten Erfolg. Was der Ausschuß machen soll, hat keiner der Vorredner dargelegt. Wollen Sie etwas Praktisches machen, dann beschließen Sie:„Die Be- willigung erfolgt nur unter Vorbehalt der Rechte der Stadd gemeinde." Stadtv. S a ch S U: WaS würde man zu einem Kaufmann sagen, der unter bestimmten Voraussetzungen den Kaufpreis für ein Objekt erhöht und diese Voraussetzung später einfach nicht erfüllt? Eine Petition in einer an sich so klaren Sache wäre nicht der richtige Weg, sondern die Stadt hat die Pflicht, ihre aus dem Gesetz ihr zustehenden Rechte aufs Energischste zu be- tonen. Stadtv. Spinola tritt dem Vorschlag« deS Stadtv. Meyer I bei. Stadtv. Vogtherr: Der Magistrat hat sich auf die Bitte deS Herrn Baumgarten noch nicht geäußert, dieses Schweigen ist eine der deutlichsten Antworten auf die Anfrage des Herrn Baum- garten. Die Anzapfung der Sozialdemokraten, als ob diese die Angelegenheit agitatorisch oder tendenziös ausnutzen würden, wird ganz hinfällig dadurch, daß die von uns erhobene Anklage nicht bloS von dem betreffenden Arbeiter bestätigt wird, sondern auch von dem Obermeister der Schneider-Jnnung, dahin gehend, daß seitens einer bestimmten Firma die betreffenden Kleidungsstücke in Moabit und Plötzensee gefertigt werden. Das ist dieselbe Firma, von der eine Anzahl Kleidungsstücke als unbrauchbar zurückgewiesen wurden. Wir wünschen selbst, daß der Magistrat sich äußert. Es bleibt dabei, daß die Stadt durch Vermittelung ihrer Unternehmer in Zuchthäusern und Gefängnissen arbeiten, und sich lieber gefallen läßt, daß große Partien wegen Unbrauch barkeit zurückgewiesen wurden. Eine der glänzendsten Leistungen des Wirthschaftssystems der Stadt Berlin! Unter Ablehnung des Antrags Sachs ll wird der Etat der Polizeiverwaltung nach dem Antrage Meyer I genehmigt. Beim Etat für die Straßenreinigung, Beleuchtung und Be sprengung bemerkt Stadtv. Zadek: Arbeiter der Straßenreinigung haben sich bei uns beklagt über die eigenthümlichen Zustände bei der Selbstverwaltung ihrer Krankenkasse; die Wahl der Vorstandsmitglieder gleiche mehr einer Abkommandirung. als einer geheimen Wahl. Ich möchte bitten, die Selbstverwaltung bei dieser Knsse mehr Thatsache werden zu lassen. Ferner ist darauf hinzuweisen, daß am Humboldt-Hafen Bedürfnißanstalten fehlen und deshalb mehr- fach die Bedürsnffse in ganz idyllischer Weise dort öffentlich be- friedigt werden. Schon wegen der Cholera- Gefahr ist Abhilfe dringend nöthig. Stadtrath M e u b r i n k: Dem Magistrat sind Klagen wie die vorgetragenen direkt nicht zugegangen. Wenn Leute sich un- angemessen auf öffentlicher Straße benehmen, so ist das kein Gegenstand der Straßenreinigung. ebenso wenig wie die Be- dürsnißanstalten. Der Etat wird en Kloo angenommen. Zum Etat der Gemeindesriedhöfe beantragt der Ausschuß eine Resolution, welche die Errichtung eines besonderen Kura- toriums für den Gemeindefriedhof in Friedrichsfelde empfiehlt und telephonische Verbindung zwischen dem Rathhause und dem Friedhose wünscht. Stadtv. Pincussohn beantragt die Annahme einer Re- solution, welche die schleunige Anbahnung von Verhandlungen mit der Ostbahn behuss Errichtung einer Haltestelle an dein Friedhofe verlangt. Es sei bisher in dieser dringenden An- felegenheit nichts geschehen. Vor dem Friedhofe befind« sich ein latz, vollkommen ausreichend zur Errichtung einer solchen Halte- stelle. Der Transport der Leichen mit der Bahn würde sich viek billiger stellen als zu Wagen. Beide Resolutionen werden einstimmig angenommen und der Etat unverändert bewilligt, desgleichen ohne Debatte der Etat für die Zivilstandsämter. Der Etat der städtischen Gasanstalten ist nach den Beschlüssen des Ausschusses in Einnahme und Ausgabe aus 22 317 150 M. festgestellt. Dem Ausschusse lagen hierzu zwei Anträge vor: 1. Die Versammlung ersucht den Magistrat, s) unter Vereinbarung mit der Englischen Gasanstalt vom Etatsjahre 1894/95 ab den Preis des Gases gleichmäßig. ob zu Leucht», Wirthschafts» oder Jndustriezwecken, nicht unerheblich herabzusetzen: K) das zur öffentlichen Beleuchtung erforderlich« SaS von etwa 16 Millionen Kubikmeter k 12 Pf. in den Etat für 1894/95 in Einnahme zu stellen. 2. Die Versammlung ersucht den Magistrat? die Gaspreise für 1894/95 wesentlich zu ermäßigen und diese Preisreduktion bei der Etatsausstellung zu berück- sichtigem Beide Anträge sind im Ausschusse abgelehnt wordem Die Mehrheit und die Magistratsvertreter sind der Meinung, daß eine Verbilligung des Gases um 4 Pf. pro Kubikmeter einen Emnahme-Ausfall von 3 200 000 M, ergeben würde, der eventuell auf die Einkommensteuer geschlagen werden müßte. Eine Steigerung des Konsums bis zur Ausgleichung des Ausfalls sei nicht zu er- warten. Das Gaskuratorium habe bereits eine Sub» kommisston zur Prüfung der Frage eingesetzt, welche Schritte zur Hebung der Produktion und Erzielung eines größeren Absatzes gethan werden müssen. Das Gaskuratorium verfahre nicht bureaukratisch, wie ihm vorgeworfen werde, könne aber auch in bezug auf kaufmännischen Betrieb nicht so weit gehen, wie die Englische Gesellschaft, die als freie Erwerbsgesellschaft in ihrer Bewegung viel weniger gehindert sei. Es werde inoeß danach gestrebt werden, dem Vortyeil oder der Bequemlichkeit der Konsumenten so viel als thunlich entgegenzukommen. An den Kosten für die öffentliche Petroleumbeleuch- tung sind 3000 M. abgesetzt worden. Zur Plenarberathung wird von dem Stadtv. Kalisch der Antrag eingebracht, eine allmälige Verbilligung des Gases in Erwägung zu nehmen. Stadtv. Zadek: Die Arbeiter der Gasanstalt in der Gitschinerstraße beschweren sich über mangelndes oder schlechtes Trinkwasser. Der früher vorhandene einzige Hahn lieferte un- genießbares Wasser. Die Choleragefahr brachte es zwar dahin, das ein zweiter Hahn angebracht wurde, der gutes Trinkwasser im Sommer und Winter liefert. Die Arbeiter fürchten, daß mit der Choleragefahr auch diese Einrichtung wieder verschwindet. Es sollten neue Bohrungen nach Trinkwasser vorgenommen oder sonst dauernde Abhilfe geschaffen werden. Bei der Gasanstalt in der Mnllcrstraße sind die Einrichtungen sür Klvsets sehr mangelhaft und der Stadt nicht würdig. Der Etat wird genehmigt. Den Antrag Kalisch bittet der Referent NamSla» abzu- lehnen. Die Wahnvorstellung, daß die Verbilligung den Konsum verdoppeln werde, sei nicht haltbar. Der Ueberschuß von fünf Millionen sei bei einer Herabsetzung des Preises von 16 aus 12 Pf. nur zu erreichen, wenn der Absatz des mit 16 Ps. ab- gegebenen Gases von 80 auf 120 Millionen Kubikmeter stiege. Das sei ganz ausgeschlossen. Auch die englische Gesellschaft gehe in dem Prozentsatz des Mehrkonsums zurück. Stadtv. K a l i s ch: Ich habe lediglich beantragt, eine allmälige Herabsetzung der Gaspreise in Erwägung zu nehmen; die Aus- suhrungen des Referenten treffen diesen harmlosen Antrag gar nicht. Stadtv. S ch e i d i n a: Ich muß bei meiner Ansicht bleiben, daß die gegenwärtige Höhe des Gaspreises lediglich als indirekte Steuer auf die Abnehmer drückt. Wenigstens müßten doch die Ausgaben für die öffentliche Beleuchtung in den Gasetat ein- gestellt werden. Die Annahme des so abgeschwächten Antrags Kalisch kann ich nur empfehlen. Stadtrath Marggraff: Die direkte Aufforderung zur Ermäßigung der Gaspreise möchte doch in der Bürgerschaft un» berechtigte, weil unerfüllbare Hoffnungen erwecken. Wir schreiten nur sehr langsam noch mit dem Mehrabsatz fort und sind fast schon zu einem Stillstand ge- kommen. Die Gasanstall in Schmargendorf kann vorerst sich nicht so rentiren wie die alten Anstalten. Auch die Be- stimmungen über die Sonntagsruhe schneiden hier ein. Wir können nicht in 6 Tagen soviel produziren, als wir in 7 ver- brennen. An Gasbehältern und sonstigen Baulichkeiten wird da- durch ein Erhebliches mehr erfordert. Wenn wir schon jetzt dieser Schwierigkeit gegenüberstehen, so läßt die Herabsetzung der Gaspreise vollends ein Ende der schiefen Ebene nicht ab- sehen. Stadtv. Deter tritt für den Antrag Kalisch ein. Derselbe ?ehe nicht etwa zu weit, sondern lange nicht weit genug. Es önne nicht länger geduldet werden, daß die Gaskonsumenten mit einem Theil des öffentlichen Ausgabebedarss belastet werden, den sonst die Gesammtheit zu tragen hätte. Im Schlußwort führt Stadtv. N a m S l a n auS, daß die Gründe, welche die Versammlung 30 Jahre lang zur Ablehnung derartiger Anträge bewogen haben, gute gewesen sein müssen. (Heiterkeit.) Der Antrag Kalisch wird abgelehnt, der Etat der GaSwerke genehmigt. Beim Etat für die W als erwerke ist beschlossen worden, den gilttgen Tarif für Wasser und Wassermesser auch für 1893/94 in Kraft bleiben zu lassen. An den Betriebskosten sind mit Rücksicht auf daS günstigere Ergebniß der Kohlensubmission 40 000 M., von den Zinsen sür die Anleihen 105 595 M. abgesetzt, so daß sich der Ueberschuß dieser Verwaltung von 1 533 712 M. auf 1 679 307 M. erhöht. Der Etat balancirt mit 11020 428 M. Die Versanimlung beschließt hinsichtlich deS Tarifs und deS Etats nach dem Ausschußantrage. Beim Etat des Z e n t r a l- V i e h m a r k t e S hat der AuS- schuß die Herabsetzung des Futtertarifs und die Erhöhung des Standgeldes für das Vieh genehmigt, der Etat selbst wurde un- verändert zur Annahme empfohlen, dergl. der Etat des Schlacht- Hofes. Die Schlachtgebühr für Rinder wird von 1,50 auf 1.40 M herabgesetzt. Zu den neuen Tarifen und zur Ermäßigung der Schlacht- gebühr für Rinder ertheilt die Versammlung die Zustimmung. „...Stadtv. Vogt Herr: In jüngster Zeit ist zwischen den Viehhändlern und Schlachtern ein Streit entstanden be- züglich der Verlegung der Hauptmärkte. Dieser Streit hat ein schnelles Ende dadurch vorläufig gesunden, daß sich das Polizei- Präsidium auf die Seite der Vieh- Händler gestellt und die Viehmärkte aus Mittwoch und Sonnabend angesetzt hat. Ich bin abgesehen von meiner Eigen- schast als Fleischkonsument(Heiterkeit) durchaus sachunverständia. möchte aber den Magistrat darum ersuchen, daß er, wenn er um seine Zustimmung zu der Polizeiverordnung angegangen wird, die Frage von dem Standpunkte aus prüfen möge, wie Einnahmen erwachsen. " diefe Verlegung der Märkte auf die Fleischpreise einwirken wird.| Schneiderinnen mittheilt, Wertstellen für ihre in der Maaß- 14,65-4 M. Heu p. 100 Kilogr. von 8,20-5 M. Erbsen, gelbe Das Publikum hat daran ein großes Interesse, eine Erhöhung branche beschäftigten Schneider ein. Wer da weiß, unter wel zum Kochen per 100 Rg. von 40,00-25,00 M. Speisebohnen, weiße der Fleischpreise dürfte unabwendbar fein. Möglicherweise chen schlechten Bedingungen die feinsten Kleidungsstüce in der per 100 g. von 50,00-20,00 m. Linfen per 100 g. von 80,00 würde der Magistrat auch dadurch beeinflußt werden Hausindustrie hergestellt werden, wird dieses als einen wesent bis 50,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 6,00-4,50 M. Rindkönnen, daß durch die längere Fütterung der Stadt größere lichen Fortschritt betrachten müssen. Diese Firma hat auch ihren fleisch von der Keule per 1 kg. von 1,60-1,20 M. Bauchfleisch Ich hoffe, daß diese Rücksicht Arbeitern den verlangten Lohn bewilligt und sonstige Berbesse- per 1 Kg. von 1,30-0,90 m. Schweinefleisch per 1 Kg. von nicht entscheidend in die Waagschale fallen wird. Es rungen getroffen. Dieses beweist, daß das Geschrei, welches 1,50-1,20. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 M. Hammel handelt sich darum, das Interesse des Publikums, nicht einseitig augenblicklich bei der Sohnbewegung in der Schneiderei ertönt, fleisch per 1 Rg. von 1,50-0,90 m. Butter per 1 Kg. von 2,80 bas der Schlächter oder der Viehkommissionäre zu wahren. als fönne die Industrie die Regelungen, welche die Arbeiter bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 5,00-2,40. Fische per Stadtrath Hübner: Dem Magistrat oder dem Kuratorium treffen wollen, nicht vertragen, vollständig ungerechtfertigt ist. 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 M. Aale von 3,00-1,20 9. liegt noch teine Spur einer Nachricht von diefer Polizeiverordnung Bander von 2,40-1,00 2. Sechte von 1,80-1,00 M. Barsche Dor. Die National- Zeitung" hat uns bereits ihr zustimmen„ Die Arbeiter- Wohlfahrts- Kontos der deutschen Fabrilen von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 m. Bleie von 1,40 Tassen, während die Verordnung uns noch nicht einmal au- mehren sich in erfreulichem Maße", schreibt die von Dr. bis 0,60 M. Krebse per 60 Stück von 10,00-3,00 7. gegangen ist. Böhmert herausgegebene Sozial- Korrespondenz", das Organ des Der Etat wird genehmigt, desgleichen der Etat für die Beleg hierfür führt sie den von uns bereits mitgetheilten beiter in seiner Wohnung, in der Kronenstraße, erhängt vor. Wohl der Polizeibericht. Am 22. d. M., Morgen?, wurde ein Mr. Geschäftsbericht der Chemischen Fabrit auf Attien"( vormals gefunden. Gegenüber dem Haufe Burgstr. 19 sprang Bor E. Schering) in Berlin N., Müllerstraße 170. Diese Chemische mittags ein Schlächter in die Spree, wurde jedoch noch lebend Fabrit," schreibt sie, deren Aftientapital 8 Millionen Mart be- aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. Auf trägt, erzielte im Jahre 1892 einen Reingewinn von dem Plaße vor dem Görliger Bahnhofe erlitt ein achtjähriger 843 569 M. 85 Pf., wovon die Aktionäre 20 pet. Dividende, Rnabe beim Spielen einen Bruch des Ellbogengelents. In b. i. 600 000 m., erhalten sollen, während der Antheil des der Nacht zum 23. d. m. vergiftete fich eine Frau in ihrer Aufsichtsraths 5 pct. 41 878. 47 f., des Vorstandes Wohnung, in der Andreasstraße, mittels Karbolsäure. 10 pt. 93 756. 93 f. und der Beamten 81/3 pCt. 22. b. M. fanden drei kleine Brände statt. gleich 69 797 90. 44 Pf. betragen und die Allgemeine Unterftügungstaffe eine 7. Dotation von 6000 M. empfangen hat." und dieser großmüthigen Dotation gegenüber hebt die„ Sozialforrespondenz" noch rühmend hervor, daß zwar die Dividenden der Aktionäre und der Reingewinn des Aufsichtsraths und Vorstands sehr erhebliche sind, daß man jedoch auch die Beamten und Arbeiter nicht vergißt." Fleischschau. Die Fortsetzung der Verhandlungen muß wegen eingetretener Beschlußunfähigkeit der Versammlung unterbleiben. Schluß 9 Uhr. Tokales. Aufruf an die Gewerbegerichte- Beißiger und Vorstandsmitglieder der Gewerkschaften und Arbeitervereine Berlins. Am 1. April beginnen an der Arbeiter- Bildungsschule, und awar in der Nordschule, Müllerstr. 179a; Ostschule, MarkusStraße 31, und Südostschule, Reichenbergerstr. 183, Unterrichtsfurse für Gesezestunde und zwar zunächst speziell für die Gewerbegerichts- Beisitzer. Versicherungsgesetzgebung. " 1 plögliches Ende genommen, indem das Polizeipräsidium ein Der Kampf gegen die Viehmarkts- Berlegung hat ein Machtwort sprach und folgende Verfügung erließ§ 1. Auf dem Viehhofe findet fortan nur am Mittwoch und Sonnabend jeder Woche Schlachtviehmarkt statt.§ 2. Zuwiderhandlungen gegen diese Polizeiverordnung unterliegen der Strafvorschrift des § 149 Nr. 6 der Reichs- Gewerbe- Ordnung." Gerichts- Beifing: in Am Der Umfangreiche gegen den Postfiskus begangene Bes 600 000 M. Dividende für die nichtsthuenden Aktionäre, trügereien beschäftigten gestern die neunte Straftammer des 6000 M. für die Arbeiter- und hieraus will der Zentralverein Landgerichts I in einer längeren Berhandlung, welche sich gegen Der Unterricht hat ben Zwed, die Beisiger in den Stand zu für das Wohl der arbeitenden Klassen" die Herrlichkeit der kapi- den Briefträger Friedrich Bernhard Weichert und fetzen, das ihnen durch das Vertrauen der Arbeiter übertragene taliftischen Gesellschaftsordnung, die so gut für die Arbeiter dessen Ehefrau Marie Weichert, geb. Roch richtete. Amt gehörig auszufüllen. Unterrichtet wird in den hauptsächlich sorgt, nachweisen. Erstere war der unbefugten Gröffnung von Briefen in mindestens hierfür in Betracht kommenden Fragen: Gewerbe- Ordnung und 66, der Amtsunterschlagung in 22 Fällen, außerdem der UrkundenArbeitsvertrag, an der Hand von Beispielen, wie sie sich in der die Handhabung der Polizeistunde den Erfolg gehabt, daß der versuchten Betruges In Friedrichshagen hat die Beschwerde der Wirthe über fälschung, des vollendeten Betrugs in mehreren Fällen und des Pragis ergeben. Die Dauer des Kursus ist auf drei Monate Amtsvorsteher der Deputation der Wirthe mittheilte, daß vom mitangeklagte Ehefrau foll einem Falle beschuldigt, feine sich feftgesetzt. der schweren Hehlerei des vers Sieran anschließend beginnt der Unterricht für die Vorstands. 1. April ds. Js. ab die Polizeistunde für alle dortige Wirthe bis und der Beihilfe zur Urkundenfälschung und mitglieber gewerblicher und anderer Vereine. Zur Behandlung 12 Uhr Nachts währen soll. suchten Betruges in je einem Falle schuldig gemacht haben. gelangen: Vereinsgefeß; die hauptsächlichsten Bestimmungen des Die Anklagefache hat bei der Postbehörde außerordentliches AufStrafgesetzbuches; Unfall-, Kranken-, Alters- und Invalidender Verhandlung bei. In den lezten Jahren liefen bei der hie, sehen erregt, es wohnten vier höhere Beamte am Reichs- Bostamt Der Unterricht wird von den Rechtsanwälten Herren figen Postbehörde außerordentlich viele Beschwerden ein, wonach Heine, Freudenthal und Stadthagen ertheilt. Checks, welche vom Auslande in gewöhnlichen Briefen an hiesige Da dieser Unterricht von der größten Wichtigkeit ist, er Adressaten geschickt worden waren, nicht in den Besiß derselben wartet der Vorstand der Schule die Betheiligung sämmtlicher gelangt seien. Es stellte sich heraus, daß die vernichteten Checks dabei in Betracht kommenden Personen. Die Berliner Arbeiterin allen Fällen von unberufener Hand bei den betr. Bankhäusern schaft tann verlangen, daß die Aemter, die sie zu vergeben präsentirt und wie es bei diesem Zahlungsmodus üblich ist, Wegen Soldatenmißhandlung verhaftet ist der Unter: ohne Brüfung der Person ausbezahlt worden waren. Alle hat, auch gehörig verwaltet werden. Dies wird aber nur dadurch möglich, daß jeder die einschlägigen Berhältnisse zu in Spandau. Am Sonnabend voriger Woche erfchoß sich in der der größten Aufmerksamkeit der Beamten wiederholten sich die offizier Sch. der 6. Kompagnie des Garde- Elisabeth Regiments diese Briefe waren durch das Postamt 26 expedirt worden. Troy beurtheilen in der Lage ist. Diese Kenntnis zu schaffen, bietet Raserne biefes Truppentheils der im ersten Jahre dienende Fälle; die Lage der bei dem Poftamt 26 angestellten Beamten die Schule durch die Einrichtung des Unterrichts die einzige Ge- Grenadier Müller. Der Selbstmörder war nicht augenblicklich wurde eine unerträgliche, einer traute dem anderen nicht. Im Iegenbeit. Um ermessen zu können, mit welcher Theilnehmerzahl für bem hinzugerufenen Kompagniechef, Herrn Hauptmann von Arnim, einem Mittel, wodurch es endlich gelang, den Thäter in der todt, sondern besaß nach seiner Auffindung noch so viel Kraft, um November v. J. griff der Kommissar der Postverwaltung zu jede der drei oben genannten Schulen gerechnet werden kann, als Motiv der That anzugeben, daß er in den Tod gegangen, Person des Angeklagten zu ermitteln. In Mailand wurde ein werden sämmtliche Gewerbegerichts- Beisiger und Vorstandsmit glieder, die sich an dem Unterricht betheiligen wollen, ersucht, widerfahren, aus dem Wege zu gehen. Die militärische Unter einem Briefe um den Mißhandlungen, die ihm seitens des Unteroffiziers Sch. gefälschter Check auf ein hiesiges Banfhaus aufgegeben, der einverleibt wurde, ben ber Angeklagte ihre Adresse mit deutlicher Wohnungsangabe und dem Vermert, fuchung führte zu dem Resultat, daß Sch., welcher in einer zu bestellen erhielt. Der Brief wurde nicht abgegeben, ob Gewerbegerichts: Beisitzer oder Vorstandsmitglied, bis zum Unteroffiziersschule ausgebildet und erst turze Beit bei dem Regi- der Check dagegen bei dem betreffenden Bankhause von der Che Donnerstag, den 30. März, an den Kassirer der Arbeiter- ment ist, in Arrest geführt wurde. Bildungsschule H. Gumpel, Barnimstr. 42, einzureichen. frau des Angeklagten zur Zahlung vorgelegt. Sie sowohl wie Der Vorstand ber Arbeiter Bildungsschule. ftreifender Arbeiter seitens der Unternehmer steht nach wie vor in vollſter Blüthe, wie folgendes uns in die Hände gefallene Birkular wiederum beweist. 22. März 1893. Bertraulich! P. P, Wir erlauben uns, Ihnen ergebenft mitzutheilen, daß die auf beiliegender Liste verzeichneten bei uns beschäftigt geweſenen Laffenen Schraubendrehern( folgen die Namen der drei EntMechaniker, Schloffer zc. streiken und sich mit den von uns ent laffenen) solidarisch erklärten, weil wir es ablehnten, den letzteren 25 pet. Zuschlag für Ueberstunden zu gewähren. Wir halten es für geboten, Ihnen hiervon vertrauliche Mittheilung zu machen und stellen es Ihnen ergebenst anheim, bei Einstellung von Arbeitern Ihre Maßnahmen im gegenseitigen Interesse der Arbeitgeber zu treffen. Hochachtungsvoll Groos u. Graf( G. Graf. E. Hoffmann). Dem Birkular ist eine Liste mit den Namen und Adressen von 46 streitenden Arbeitern beigegeben. Beachtenswerth ist die zarte Wendung in dem Birkular, weil wir es ablebuten, 25 pet. Zuschlag für Ueberstunden zu ge währen". Wie bekannt ist, liegt die Sache so, daß die Firma ihren Arbeitern zugemuthet hat, auf ben bisher gewährten Zuschlag für Ueberftunden zu verzichten, ihnen also einfach mit einer ganz bedeutenden Bohnreduktion entgegen getreten ist. hat ftets Im Gerichtsgebände zu Moabit sollte heute Vormittag ihr vor der Thür harrender Ehemann wurden festgenommen. im Bimmer 70 ein Beleidigungsprozeß verhandelt werden, in Der Angeklagte legte in der Verhandlung im wesentlichen ein 3mm Rapitel der schwarzen Liften. Die Berufserklärung v. B. die Angeklagte war, weil sie sich gegen Miether thätlich feinem verbrecherischen Treiben Kenntniß gehabt. Er habe ein dem die in der Köpenickerstraße wohnende Hauseigenthümerin Geständniß ab, er bestritt aber entschieden, daß seine Ehefrau von Gehalt von insgesammt 1400 M. bezogen. Seine Ehefrau vergangen haben soll. Die Sache war schon früher vertagt worden und wurde es diesmal wieder, weil ein Zeuge nicht er- stamme aus guter Familie, fie fei auf einem Gute bei Stallus schienen war. Infolge dessen wurde Frau v. B., eine sehr ponen erzogen worden. Er habe ihr ein besseres Leben verschaffen forpulente Dame, anscheinend von einem Schlaganfalle befallen, wollen, als sonst ein kleiner Beamter es tönne und deshalb den fchrie laut auf und mußte auf eine Bank gebettet werden. Hier lan gefaßt, ihr ein kleines Posamentiergeschäft einzurichten. hat sie etwa zwei Stunden zugebracht, statt daß man sie gleich Hierzu hätten ihm die Mittel gefehlt. In Unterhaltungen mit nach einem Krankenhause beförderte. Endlich trugen vier Männer feinen Kollegen sei mehrfach zur Sprache gekommen, daß häufig die Krante aus dem Gerichtsgebäude heraus, brachten sie in Shects aus dem Auslande in gewöhnlichen Briefen verschiat Wohnung. Auf der Straße mußten Schuhmänner zusammen- untersuchen. Er habe dies in den Hausfluren gethan, indem er eine Droschke erster Klaffe und sorgten für ihre Fahrt nach der würden. Er fei auf die Idee gekommen, die ihm zur Bestellung übergebenen Briefe an größere Firmen auf etwaigen Inhalt zu laufende Leute fernhalten. durch Benegen der gummirten Stellen die Klebkraft aufhob und Ein bedeutender Auflauf entstand gestern gegen Mittag in geschickter Weise die Briefe durch Einschieben eines Bleistifts auf der Kaiser- Wilhelmbrücke. Um 11½ Uhr war ein etwa öffnete. Wenn er nichts in dem Briefe gefunden, habe er ben zu welchem Zwecke er 50 Jahre alter Mann über das Geländer hinweg in die Spree felben wieber geschlossen, mit flüssigem Gummi bei sich geführt. gesprungen. Von den bort ankernden Fahrzeugen wurden sofort ein Fläschchen Kähne Tosgemacht, und es gelang auch, den Lebensmüden zu Schon nach wenigen Versuchen sei ihm ein Check aus Genua in retten. Wie fich jetzt herausgestellt hat, ist es der Schlächter die Hände gefallen, derfelbe habe auf 2000 m. gelautet. Den Karl H., der in der alten Schönhauserstraße wohnt und wegen Brief habe er vernichtet, der Check fei ihm anstandslos aus andauernder Krankheit den Selbstmordversuch gemacht hat. bezahlt worden. Nun habe er 1000 m. zur Einrichtung des Posamentierwaaren- Geschäfts aufgewandt, Er habe das unredManöver dann Ein bissiger Gatte und Vater ist in der heutigen fiche Die noch 21 mal wiederholt. Nacht in der Person des Bauarbeiters Lösch( Neue Schön- Checks tamen aus allen Himmelsrichtungen, aus Smyrna, London und anderen hauferstr. 14 wohnhaft) festgenommen worden. Gegen 12 Uhr Lissabon, Kopenhagen, Wiborg, Jm Ganzen der fam die Frau des Obengenannten, welche einen Viktualienhandel Städten. über Angeklagte betreibt, nach Hause, wurde jedoch von 2. nicht in die Wohnung 12 000 Mart erbeutet. Er behauptete, daß das von seiner bineingelaffen. Als der zwanzigjährige Stiefsohn, der Maurer Frau betriebene faufmännische Geschäft so schlecht geMaiczyt, die Thür öffnete, gerieth L. in eine solche Wuth, daß gangen fei, daß er stets neue Buschüsse habe machen müssen. er sich auf seine Gattin stürzte, und derselben den Daumen der Seine Frau habe er wiederholt gefagt, daß er in der Lotterie linken Hand abbiß, sowie auch eine schwere gleiche Wunde am gewonnen habe. Der Vorsitzende wies den Angeklagten darauf Oberarm beibrachte. Als der Sohn zur Unterstützung der Ber- bin, daß er zweifellos noch Geld hinter sich haben müsse, er legten herbeieilte, biß 2. auch diesen M. in den rechten Arm und könne unmöglich die große Summe verbraucht, sondern müsse Die wünschenswerthe Einführung eines allgemeinen in die Nase. Während die Polizei den bissigen Familienvater einen Theil derfelben vermauert, vergraben, oder sonstwie bei Die wünschenswerthe Einführung eines allgemeinen Behupfennig- Tarifs für den Stadtverkehr bei den Bierbebahnen festnahm, mußten sich die beiden Verwundeten nach der nächst Seite gefchafft haben. Er solle die schwere Strafe, die er zu er Behupfennig.Tarifs für den Stadtverkehr bei den Pferdebahnen belegenen Sanitätswache begeben, wo ste Nothverbände erhielten. warten habe, doch durch ein völlig offenes Geständniß etwas zu wird als Bedürfniß u. a. auch durch den Jahresbericht der II- belegenen mildern suchen. Der Angeklagte blieb dabei, daß das Geld verbraucht sei und daß seine Ehefrau von dem unredlichen Erwerbe nichts wisse. Die Lettere, welche fich früher für schuldig be fannt, zog ihr Geständniß im Termine zurück, fie will wirklich geglaubt haben, daß ihr Mann häufig in der Lotterie gewonnen. Nur bei dem letzten Falle habe sie sich gedacht, daß es sich um eine schlechte Sache handele, denn ihr Mann habe ihr gesagt, fie möge lieber zur Bank geben, da er erkannt werden könne. Der als Zeuge vernommene Postinspektor Meißner bekundete, daß die Postbehörde wie das Publikum kaum fchiverer getäuscht werden tönne, wie es durch den Angeklagten geschehen. Derselbe genoß bei dem Bollants- Vorsteher ein besonderes Vertrauen, so daß der Verdacht erst nach Jahren auf ihn fiel. Andere Beamte feien verdächtigt gewesen und hätten darunter schwer gelitten, einen Beamten habe man 14 Tage hindurch auf Schritt und Tritt von einem Geheimpolizisten beobachten laffen, und es hätten sogar Verfegungen stattgefunden. In dem Bezirk, in welchem der Angeklagte zu bestellen hatte, set gulegt eine solche Unsicherheit im Boftverkehr eingeriffen, daß bie größeren Firmen rathlos gewesen wären. Der Angeklagte müsse eine Unmenge von Briefen geöffnet und unterschlagen haben, um sich so viele Checks aneignen zu können, wie es gefcheben. Seine Wohnung sei elegant eingerichtet gewesen, er habe sich ein Dienstmädchen gehalten und überhaupt so gelebt, daß seine Ehefrau einsehen mußte, daß bies mit den Verhältnissen eines Briefträgers in Widerspruch stehe. Der Polizeipräsident bringt das unterm 16. Oftober 1879 erlassene er bot, Kinder unter vierzehn Jahren auf den Straßen, in den Häusern oder in Lokalen handeln zu lassen, in Erinnerung. gemeinen Berliner Omnibus- Attiengesellschaft In der Schlaftrunkenheit hat die Ehefrau des Tischlers erwiesen. Diese Gesellschaft beförderte im vorigen Jahre auf elf Borneleit, Andreasstraße 18, eine für sie verhängnißvolle VerLinien mit täglich 143 Wagen 21 202 617 Personen. Von diesen wechselung vorgenommen. Sie erwachte in der letzten Nacht bezahlten den Normalpreis von 10 Pf. 17/2 Millionen Fahr vor Durst und wollte Waffer trinken. Hierbei griff sie aus Ver gäste, während nur 21/2 Millionen 15 Pf. zahlten und gar nur sehen nach einer mit Karbolsäure gefüllten Flasche und trank I million 20 Pf. Aus diesem Zahlenverhältniß ergiebt sich zur davon eine ziemlich erhebliche Menge. Obgleich von der nahe Genüge das überwiegende Bedürfniß nach Behnpfennig- Strecken. belegenen Sanitätswache ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, fo Daß die Gesellschaft selbst dabei nicht schlecht gefahren ist, bereift fonnte die Unglückliche nicht mehr gerettet werden, fie starb die Einnahme von 2 353 645. 20 Pf. aus dem Omnibusdienst bereits gestern Morgen an inneren Verlegungen. im vorigen Jahre und die Vertheilung von 12 pet. Dividende an die Aktionäre. In entfehlicher Weise verbrüht wurde in der Nacht zu Mittwoch um 11/2 Uhr die fünfjährige Tochter des Gastwirths Betreffs des Uebergangs auf die mitteleuropäische Mertens, Glifabeth- Ufer 47. Das Dienstmädchen hatte in der Zeit wird im Reichs- Anzeiger" auf die zahlreichen, an die Rüche eine Wanne mit heißem Waffer ge üllt. Als sie für kurze Berliner Sternwarte gelangten Anfragen folgendes mit- Beit die Küche verließ, fiel das fünfjährige Töchterchen des M. getheilt: Die von der Berliner Sternwarte regulirten städtischen rücklings in die Wanne und verbrühte sich Rücken und Hals so Normaluhren werden am Nachmittage des 31. März Frei- start, daß es schwer daniederliegt und bis jetzt nur geringe Hoff tag) zwischen vier und sieben Uhr auf die mitteleuropäische nung auf Wiederherstellung bietet. Beit gebracht, das heißt um sechs Minuten 25 Gefunden vorgestellt werden. Man wird also am Freitag, 31. März, von fieben Uhr Abends ab von der Normaluhr am Rammer gerichts- Gebäude, sowie am Potsdamer Thor, am Oranienburger Thor, am Hackeschen Markt, am Spittelmarkt und am Morigplatz die mitteleuropäische Zeit mit Sicherheit entnehmen tönnen. Im Anschluß an diese Borrückung der Normaluhren werben an dem selben Nachmittag und Abend auch die Angaben der Uhren an den Urania- Säulen auf die mitteleuropäische Zeit eingestellt werden, sodaß jedenfalls noch vor der Mitternacht, mit welcher der 1. April beginnt, an allen öffentlichen Uhren, welche unmittelbar oder mittelbar von der hiesigen Sternwarte aus regulirt werden, bie mitteleuropäische Zeit durchgeführt sein wird. Um den hygienischen Ansprüchen im Schneidergetverbe zu genügen, richtet die Firma Hermann Gerson, früher Kaifer Bazar, wie uns die Agitationstommission der Schneider und Selbstmord! Aus Weißensee meldet man uns: Am Mittwoch Bormittag wurde der Häusler August Seibel aus Blankenfelde am Gartenzaun des Hauses Heinersdorferstr. 1 ers hängt aufgefunden. Irgend welche Papiere, welche den Selbstmoro des hier und auch in Berlin bekannten Händlers motiviren tönnten, fehlen gänzlich. Der Staatsanwalt hielt es doch für angezeigt, den Anges lagten mildernde Umstände zu bewilligen, er beantragte gegen den Ehemann vier Jahre Gefängniß und fünfjährigen Ehrverlust, gegen die Ehefrau zwei Jahre Gefängniß. Marktpreise in Berlin am 22. März, nach Ermitte lungen des Bolizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von 15,60-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,60 m., geringer von 14,50-14,00 M. Roggen per 100 g. guter von 18,20-18,00 m., mittlerer von 12,90-12,80 m., geringerer von 12,70-12,50 M. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, fuchte eine noch Gerfte per 100 g. gute von 17,50-16,30., mittlere von mildere Auffassung bei den Richtern zu erzielen. Der Gerichts16,20-15,10 M., geringe von 15,00-18,80 M. Safer per 100 Rg. hof ging in betreff des Angeklagten Weichert weit über den Anguter von 15,80-15,20 m., mittlerer von 15,10-14,60 m., trag des Staatsanwalts hinaus. Es wurden die mildernden geringer von 14,50-14,00 W. Stroh, Nicht per 100 Rg. von Umstände verneint und der Angeklagte su sechs Jahren B ber Getreide Arbeiter V Buchthaus und zehnjährigem Chrverlust verurtheilt. Die welche bereits die Tarife anerkannt haben. Mit einem dreifachen Wafferthorstr. 49, 2 Tr., bei Frau Meyer, Staligerstraße 58, mitangetlagte Ehefrau Weichert wurde zu einem Jahre Soch auf die Schneiderbewegung schloß die Versammlung. Quergeb. 2 Tr., und bei Frau Brödel, Manteuffelstraße 49, Gefängniß verurtheilt. Hof 4 Tr., wieder zu eröffnen. Mit dem weiteren Schritte in der Wegen fahrlässiger Tödtung stand gestern der Droschken- Bentral- Kranken- und Begräbnißkaffe für Frauen und Bum Schluß ersuchte Mohrbach, nicht mit den Beiträgen im Eine öffentliche Versammlung der Mitglieder der Angelegenheit wurde das Bureau der Versammlung betraut. futscher August eigte vor der vierten Strafkammer des Land. Mädchen( E.. 26 in Offenbach a. W.) beschäftigte sich am Rückstande zu bleiben und damit dem Vorstand Gelegenheit zum gerichts I. Der Polizeilieutenant Kuhlmann ging am Abend des 22. März mit der Schließung der Bahlstelle Berlin I durch den Ausschluß der Säumigen zu geben. 24. Januar v. J. von der Weidendammer Brüde tommend die Zentralvorstand. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab ber Friedrichstraße entlang. Beim Monopol- Hotel angelangt, tam Ginberufer und Leiter der Versammlung( der frühere Kassirer Eine öffentliche Versammlung der in der Ges ihm eine Droschke entgegen, deren Führer sein Pferd durch fort- der Zahlstelle I), Brödel, befannt, daß er die Verwaltungs- treibebranche befchäftigten Arbeiter tagte am gesetzte Beitschenhiebe zum schnellsten Galopp anfpornte. Gleich beamten der Bahlstellen II, III und IV ebenfalls zum Erscheinen vergangenen Sonntag. Nach einem mit lebhaftem Beifall aufzeitig bemerkte der Lieutenant bei der Stadtbahn- Ueberführung eingeladen habe, es feien jedoch nur die Damen aus der Ver- genommenen Vortrag des Genossen Koopmann über den fet. Der Lieutenant rief dem Droschkenkutscher zu, er solle Vorsitzende der Zahlstelle I, Herr Papte, waren nicht an in welcher sich die Versammlung mit den Ausführungen des halten, derfelbe raste aber weiter, auch zwei ihn verfolgende wesend. Der frühere Revisor Mohrbach referirte und führte Redners einverstanden erklärte und die nichtorganisirten Arbeiter Schuhleute vermochten ihn nicht einzuholen. Es zeigte sich, daß Folgendes aus: Der gute Besuch der Versammlung beweist, daß aufforderte, dem bestehenden Fachverein beizutreten. Hierauf wählte der Droschkenkutscher in vorschriftswidrig schneller Gangart Die Mitglieder der Bahlstelle I sich nicht so ohne weiteres die die Versammlung zum Vertrauensmann den Kollegen Tees die äußerst lebhafte Stelle vor dem Monopol Hotel Maßnahmen des Borstandes gefallen lassen wollen. Hätten und zu Mitgliedern der Lohnkommission die Kollegen Otto, pafsirt und dabei einen Herrn überfahren hatte, den Eingang zum Bahnhof Friedrichstraße gewinnen wollte. was er entschieden bestreite, dann dürften doch nicht die verhältnisse hatte, der wirklich einige Berwaltungsbeamte statutarische Verstöße begangen, Timm und Hammel. Ueber die Lohn- und Arbeitsförderte ber Kol Der Verunglückte war der zu Friedrichshagen wohnhafte 350 Mitglieder darunter leiden. Der Redner gab nun ein überlege Sauer einiges interessante Material zu Lage. Schriftsteller Wilhelm Grothes Er hatte verschiedene Rippen- fichtlichtliches Bild der Vorgänge innerhalb der Bahlstelle I feit Trotz des im Jahre 1873 im Jahre 1873 ausgefertigten Tarifs werde brüche erlitten, nach eltägigem Krantenlager ist er feinen Ver- Juli 1892, wo die Streitigkeiten damit begonnen hätten, daß den Arbeitern der darin festgesezte Lohn nicht voll auslegungen erlegen. Sowohl der Polizeilieutenant wie die beiden dem Ortsvorsitzenden der Bahlstelle I Papfe und der Ortsgezahlt, vielmehr wüßten die Unternehmer ihren Arbeitern Schußleute hatten sich bie Nummer der Droschte gemerkt und vorsigenden der Zahlstelle Il Frau Luz Vorwürfe bezüglich der wei bis brei Fünftel von demselben abzuz, wacken. dadurch ist es gelungen, den Führer derfelben in der Person des Erlangung ihrer Mandate zur Generalversammlung gemacht uch über Manipulationen, welche mit verdorbenem Angeklagten zu ermitteln. Im gestrigen Termine legte der An- wurden. Die Verwaltungsbeamten der Zahlstelle I verlangten Getreide vorgenommen würden, wußte der Redner verschiedenes geklagte sich aufs Leugnen, er wisse von der ganzen Geschichte von Papte energisch das Vorlegen bestimmter Briefe des mitzutheilen. Der Kollege Otto ergänzte diese Mittheilungen. nichts, die Beamten müßten sich in der Nummer irren. Der Bentralvorstandes, welchem Drängen er jedoch nicht nachgab und Nach demfelben fei früher von jeder Kahnladung der Gerichtshof gewann durch die Beweisaufnahme die Ueber die Briefe als sein Privateigenthum erklärte. Selbst dann, als Polizei ein versiegelter Beutel zur Untersuchung überzeugung, daß der Angeklagte der Thäter sei. Das Urtheil die übrigen Berwaltungsbeamten sich Beschwerde führend an den wiesen worden, jedoch geschehe dies gegenwärtig nicht mehr. lautete auf anderthalb Jahre Gefängniß bei sofortiger Bentralvorstand in Offenbach wendeten und er diesbezügliche Bezüglich des vom Kollegen Münch der Versammlung ver leſenen Verhaftung. Weisung erhielt, beharrte er bei seiner Weigerung. Daraufhin Lohntarifs wurde folgende Resolution angenommen, welche der Bestrafte Milchplantscher. Diejenige Bauernklugheit, Aemter nieder. Eine Mitgliederversammlung sprach Papte das den foll legten jämmtliche Verwaltungsbeamten der Bahlstelle I ihre Berliner Raufmannschaft zur Kenntnißnahme unterbreitet wer welche sich in der Meinung ausdrückt, daß für die Berliner Vertrauen ab und forderte von ihm Niederlegung seines Amtes," In anbetracht der traurigen Löhne in unserer Branche, die alles gut genug" ift, fand am Donnerstag durch ein Urtheil der welcher Forderung er sich schließlich auch fügte. Der Zentral- zu der übermäßigen Ausnutzung unserer Körperkraft in gar erften Straftammer am Landgericht 11 eine gebührende zurück- Vorstand nahm wohl die Amtsniederlegung aller übrigen, nicht feinem Verhältniß stehen, richtet die Versammlung in die weifung. Bier Bauerngutsbesizer aus Gladow bei Spandau, aber die des Herrn Papke an und schrieb, wem das nicht ge- Berliner Raufmannschaft den Appell, nach Kräften auf die Wilhelm Schulze, Albert und Karl Barnemann falle, der möge aus der Kasse ausscheiden. Eine Mitglieder Unternehmer der Getreidebranche babin einzuwirken, daß und Wilhelm Marzahn, waren wegen Bergehens gegen versammlung, die zwecks Neuwahl veranstaltet war, sprach der im Jahre 1878 geschaffene und von der Kaufmannschaft andas Nahrungsmittel- Gefeß angeklagt. Der in Berlin wohnhafte Bapte wiederum und mit großer Majorität ein für alle mal erkannte Tarif auch ferner hochgehalten werde." Milchpächter W. hatte von den vier Angeklagten die Milch für ein bas Bertrauen ab, in der Arbeiterbewegung ein Ehrenamt zu Ueber den Erfolg diefer Resolution soll demnächst in einer Jahr gepachtet, machte aber sehr bald schlimme Erfahrungen, die Berbekleiden, und wählte einen neuen Vorsitzenden und einige neue öffentlichen Bersammlung berichtet werden. Der Kollege Beutler liner Polizei befchlagnahmte ihm schon im Frühjahr v. I mehrere Beamte in die Verwaltung der Zahlstelle I, diese Wahl bestätigte theilte mit, daß der Unternehmer R. im Oktober einen Mann Male kurz hintereinander große Posten von Milch wegen Winder der Zentralvorstand jedoch wieder nicht. Am 26. Oftober erschien aus der Arbeit entlassen habe, weil derfelbe in anbetracht, daß gehaltes. W., der sich einer reellen Behandlung der Milch be- in einer neuen Wahlversammlung der Ausschußvorfigende tausende Arbeiter brotlos waren, sich weigerte, Sonntags zu arbeiten. wußt war, suchte den Fehler in der Quelle. Am 12. April v. J. Kißling aus Braunschweig, der aber, statt zu schlichten, nur Dieſer Herr sei übrigens derselbe, welcher im Vorjahre verfäumt habe, begab er sich nach Gladow, holte sich den Gemeindevorsteher als noch mehr Del ins Feuer gegossen habe, indem er zu einseitig für seine Arbeiter zur Krankenversicherung anzumelden, so daß die Zeugen, und entnahm in deffen Beisein von der Lieferung jedes Papfe eingetreten set. Die Mitglieder waren der Bänkereien endlich Bolizei auf grund einer in öffentlicher Versammlung gemachten einzelnen Bauern je eine Probe, unmittelbar darauf, als die müde und darum sei auch die damalige Bersammlung schwach Mittheilung iha erst zur Erfüllung seiner Pflicht habe anhalten Milch aus dem Kühlapparate tam, welchen die vier Lieferanten besucht gewesen. apte erhielt einfache Majorität, hatte aber müssen. Nach einem Schlußwort des Genossen Thierbach erhoben auf gemeinschaftliche Kosten gestellt hatten. Die entnommenen zwei Kandidaten gegen sich, und die Versammlung verlangte sich die Bersammelten zu Ehren der gefallenen Freiheitskämpfer Proben wurden dem Gerichtschemiter Dr. Jeserich zur Untersuchung eine Stichwahl, die jedoch ißling für nicht ftatutengemäß von ihren Plätzen und gingen mit einem Hoch auf die Sozialübergeben und dieser konstatirte, daß die Proben aus weniger als ertiärte, weshalb er apte als Vorsitzenden proflamiren müffe. bemokratie auseinander. ertannte. Versammlungen. 3 3/3 Milch und mehr als 1/3 zugefehten Wassers bestanden. Auf grund Eines angeblichen Formfehlers wegen erfolgte auch jest wiederum dieses Gutachtens wurde gegen die 4 Lieferanten die Anklage wegen feine Bestätigung des neuen Verwaltungstörpers, sondern der eine Berichtigung zu ihrem letzten Bersammlungsbericht, nach Die Freie Vereinigung der Getreideträger fendet und Lebensmittelverfälschung erhoben, das Spandauer Schöffengericht Zentralvorstand beauftragte die Herren Bapte und Brödel erfannte aber auf Freisprechung, weil ihm nicht genügend er mit der kommissarischen Wahrnehmung der Geschäfte bis zu einer welcher das Verhalten des Delegirten der Vereinigung zur Streifwiesen erschien, daß die Angeklagten bei der Milchverfälschung weiteren Neuwahl. Die letzte Bersammlung am 8. Februar felber als zu lau von dem Kollegen Beutler getadelt wurde. mitgewirkt oder sonst Beihilfe geleistet hätten. Die Staats: lehnte eine Neuwahl ab und verlangte die Bestätigung der von außerdem hat Beutler zur regen Agitation aufgefordert. am 8. Februar Rontrollkommission, und nicht das Verhalten der Kommission anwaltschaft legte Berufung ein und die Straftammer stellte durch ihr gewählten und ihr vollstes Vertrauen besitzenden Beamten. Außerdem hat Beutler zur regen Agitation aufgefordert. die erneute Beweisaufnahme ein so gravirendes Resultat feit, Am 12. März tam der Zentralvorsitzende Rudolf Schulze baß sie gegen die vier Angeklagten auf je zwei Wochen In der Arbeiter Bildungsschule hielt am 14. März Herr von Offenbach nach Berlin Gefängniß und 300 Mart Gelbbuße, eventuell und nahm dem bisherigen Dr. As cher einen interessanten und von den Versammelten mit Geschäfte ab. Statt nun eine noch 60 Tage Gefängnis und Publizirung des Kassirer Brödel die regem Interesse verfolgten Vortrag über Verbrechen und GeistesVersammlung der und Bahlstelle I einzuberufen felbit trankheit. Urtheils im Osthavelländischen Kreisblatte augenscheinlich sich von der Stimmung der Mitglieder gegen Papte สิน überführen, hielt er eine Ver- Arbeiter Bildungsschule. In einer am 19. März abge. Mainz, 21. März. Vor dem hiesigen Schöffengericht wurde sammlung der Bahlstelle II ab, die nur von 10 Personen besucht haltenen, start besuchten Versammlung, der Nord- Schule hielt der heute folgender Fall verhandelt. Angeklagt war der Redakteur war und der von ihm vertretenen Ansicht, die Zahlstelle II sei Schüler Wilh. Baumann einen fünfviertelstündigen fesselnden Am Vortrag über Optimismus und Pessimismus, der eine sehr leb= Hans R. Fischer der Beleidigung des Polizeikommissars aufzulösen, zustimmte, und reiste darauf wieder ab. Sämmersdorf, der seit einigen Monaten zur Disposition 17. März erhielten nun die meisten Mitglieder der Bahlstelle Ihafte Diskussion hervorrief. An die Versammlung schloß sich ein gestellt ist. Fischer hatte in einem Artikel ber Frantf. 8tg." eine Paletfahrtkarte folgenden Inhalts: Den Mitgliedern der geselliges Beifammensein mit deflamatorischen Vorträgen, welches gestellt ist. Fischer hatte in einem Artikel ber Frankf. 3tg." geschildert, welche Vorgänge dahin geführt hatten, das Lammers Berwaltungsstelle Berlin I zur Nachricht, daß der Ausschuß im die Anwesenden noch lange zusammenbielt. dorf. der unter der Herrschaft des Sozialistengefeges vom ein Einverständniß mit dem Bentralvorstande die örtliche BerwalDer Arbeiterverein für Nummelsburg und Umgegend fachen Schuhmann bis zum Rommiffar aufgestiegen ist, feines lungsfielle Berlin I mit Wirkung vom 1. März d. J. aufgelöst Amtes enthoben wurde. Das Gericht ging nicht näher auf den hat. Die Mitglieder werden ersucht, Zahlungen ihrer Beiträge, hatte zum 22. März eine öffentliche Versammlung veranstaltet, Wahrheitsbeweis ein, weil ameifellos in formeller Beziehung eine Krankmeldungen und die Empfangnahme der fälligen Kranten- die von etwa 300 Personen aus allen Gesellschaftsschichten beBeleidigung des Klägers vorliege, und verurtheilte Fischer au rente nur bei Frau Bertha Luh, Buttkamerstraße 7, fucht war. Der Genosse Vogtherr sprach über das Thema: 50 M. Geldstrafe und in die Kosten. Bemerkenswerth ist, daß vollziehen zu wollen. Der Grund dieser Maßregel ist die feit Der Volksschul- Unterricht und die Dissidentenkinder und legte Lämmersdorf von dem Leiter der Frrenanstalt Heppenheim als Juli 1892 bestehende und bis heute fortgesette Renitenz bar, daß trotz alles Rühmens der Glaubens und Gewiffeus feit brei Jahren geistestrant erklärt worden ist, und dabei konnte des größten Theiles der Orts Vorstands Mitglieder, die freiheit, welche das Allgemeine Landrecht jedem Bürger zusichere, alle gütlichen Wege, bie der er bis vor einigen Monaten sein Amt weiterführen. von einer solchen, vor Allem soweit die unteren" Klassen der der Zentral Borstand ชิน einer Verständigung vorschlug, zu nichte zu machen Gesellschaft in Frage tämen, thatsächlich nicht die Rede sein wußten. Diese Personen hatten nicht das Interesse der Mit- tönne. Der Redner ging aur Beweisführung für seine Darglieder, sondern nur ihr persönliches im Auge; falsch angebrachter legungen auf den Boltsschul- Unterricht ein und wies nach, Ehrgeiz war deren Triebfeder in allen Handlungen betreffs der daß es den Dissidenten schwer, wenn nicht gar unmöglich gemacht Raffe. Sie scheuten sich nicht, zu wiederholten Malen den Vor- wird, ihren Kindern eine Erziehung ohne Religion zu geben. Bum stand bei der Aufsichtsbehörde in Offenbach zu vertlagen. Die Schluß seines mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages Aufsichtsbehörde hat diese Beschwerde geziemend abgewiesen. Wie richtete der Rebner an die Anwesenden den Appell, trog aller Zur Lohnbewegung der Schneider fand am Mittwoch groß das Intereffe dieser Herren und Damen für die Mitglieder Hindernisse nicht nur für religiöse Freiheit einzutreten, sondern Abend abermals in Gratwell's Bierhallen eine Versammlung ist, mögen diese daran ermessen, daß der Ortstaffirer die Absicht auch der Sozialdemokratie immer neue Anhänger zuzuführen. ftatt. Der Saal war überfüllt, Tische und Stühle wurden hin- äußerte, am 5. März feine Krantenrente auszuzahlen, um so die An der Debatte betheiligten sich die Genossen Rosenfranz, Weigel, ausbefördert, um 9 Uhr wurde das Lokal polizeilich abgesperrt, tranten Mitglieder zur Klage gegen den Zentralvorstand zu Ritter, Deutschmann und Langer. Der Vorsitzende Thielicke verso daß hunderte von Berfonen wieder umlebren mußten. Rollege zwingen. J. A.: folgen die Unterschriften." Der Referent las ein Amtsgerichts Erkenntniß, welches die Weigerung des Timm gab ein Bild der augenblicklichen Stellung einiger tauf protestirte lebhaft gegen diese mit offenen Karten ausgesprengten Genossen Rosenkranz betrifft, feine Kinder am Religions männische Geschäfte zu den bei ihnen beschäftigten Arbeitern, Berdächtigungen, betonend, daß alle Verwaltungsbeamten außer unterricht theilnehmen zu lassen. Rosenkranz ist zu zwei tabelte bas Betragen des deutschen Post und Telegraphen dem Borsigenden und dem Kassirer ihre Aenter ohne jede Ent- Mark Geldstrafe event. zwei Tagen Haft verurtheilt worden, und Vereins, des Abzahlungsgeschäftes der Firma Weltmann, Hirschlag schädigung verwalteten, während der Zentralvorsigende, der gut zwar wegen Uebertretung der Regierungsverordnung Der Genosse erklärte, daß er sich nicht mit dem und Eppstein, sowie der Firma Adam und schloß mit dem Aus- besoldet werde, zu glauben scheine, die Kasse sei nur seinetwegen 12. Juli 1869. druck der Ueberzeugung, daß die Situation günstig ist. Stünd- da. Dem Kliquenwesen innerhalb der Kasse müsse entschieden Erkenntniß zufrieden geben, sondern weiter gehen wolle. Ihm lich liefen Mittheilungen über neue Bewilligungen ein. ein Ende gemacht werden.( Lebhafte Zustimmung.) Bildhauer feien übrigens schon 11 neue Strafmandate zugesandt worden. Außer den bereits bekannt gegebenen Firmen haben weiter 23 intler schließt sich der Meinung Mohrbach's voll. Des ferneren wurde in der Versammlung der unfreiwilligen die Lohntarife anerkannt und unterschrieben: Rraisch, Alt- ständig an. Auch er gab den Mitgliedern den Rath, nicht Agitation rühmend gedacht, welche der Pastor Schläger für die Moabit 17. Hermann Gerfon, Rommandit und auszuscheiden, sondern bei ihrem Rechte zu verharren und die Sozialdemokratie entfaltet. Zum Schluß theilte Weigel im Attien Gesellschaft, früher Raiser Bazar. Les- Wiedereröffnung der Bahlstelle zu verlangen. Tischler Brödel Namen der ernannten Untersuchungskommission mit, daß der Gecinsti, Ranonierstraße 9. Franz, Martgrafenstraße 79. erklärte, der Zentralvorstand habe ihm aufgegeben, seine Ge- noffe Schent unrichtiger Weise in den Berdacht der PolizeiHerrmann, Rurstr. 51. Danziger, Jägerstr. 10. fchäfte bis zum 11. März an Frau Luz abzutreten, trobem fei fpionage gekommen ist. Schent sei auch hinfort als guter Genoffe 3. Kluge, Jerufalemerftr. 18. Rund, Krausenstr. 30. bereits am 8. März seitens des Zentralvorstandes Klage gegen anzuerkennen. Georg Witte, Markgrafenstr. 51. Math. Schade, ihn erhoben worden; doch konnte er im Termin am 19. März In der öffentlichen Versammlung der in Holz. Bimmerftr. 63. R. Pluschtewig, Krausenstr. 45. Lands: durch Quittung beweisen, daß er am 12. März alles bearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten berger, Leipzigerstr. 73. S. Adam, Leipzigerstr. 103. an ben Zentralvorfizenden ausgehändigt habe. Er fehe Arbeiter, welche am 20. März stattfand, wurde, nachdem der Dröhlich, Friedrichstr. 91/92. Kollegen aus Riel verlangten weiteren Schritten mit Ruhe entgegen. Papte gehe 1848 gefallenen Freiheitskämpfer ehrend gedacht worden war, Information wegen einiger hiesigen Firmen, bie in Kiel Filialen jetzt mit der Absicht um, eine neue Bahlstelle zu errichten, der Bericht über den Vorschlag des Magistrats- Assessors Dr. Freund errichtet haben und dort jedenfalls die Hauptproduktion hinzu- würde wohl aber faum die nöthigen 20 Mitglieder zusammen betreffend den öffentlichen Arbeitsnachweis entgegengenommen. verlegen gedenken. Die sehr ausgedehnte Debatte findet ihre bekommen. Der Redner ersuchte um Annahme nachstehender Befremden und heftigen Zadel erregte das Verhalten des bisFortsetzung am Freitag Abend in Joel's Lotal. Alle gesperrten Resolution: Die am 22. März in Hoffmanns Sälen, Oranien herigen Delegirten zur Streif- Kontroufommission. Derselbe ging Geschäfte werden streng fontrollirt. Stontrollen werden abgelöst. ftraße 180, tagende Versammlung von Mitgliedern der Diffen- nämlich zu Aller Erstaunen aus der Versammlung mit Megen Mangel an Raum konnten gestern nur 4-6000 Streit bacher Frauenfasse erklärt das am 17. März versandte Birkular ber Erklärung fort, daß er teinen Bericht erstatten farten ausgeftellt werden. des Zentralvorstandes, welches neben Mittheilung der Schließung wolle. Getadelt wurde auch, daß der Rollege Rühl, wie der Verwaltungsstelle I die gröbsten Beleidigungen und Ber- berichtet wurde, vom Besuch der Versammlung abgerathen habe. Eine gut besuchte Versammlung der in der Schneiderei leumdungen der bisherigen Beamten enthält, als ein bes Ver- Ferner sollte in der Angelegenheit des Kollegen Egers berathen beschäftigten Frauen tagte am Dienstag bei Marten in der waltungsförpers eines Arbeiter- Instituts unwürdiges Machwert. werden, derselbe verließ aber den Saal, ohne sich gerechtfertigt Friedrichstraße 236. Frau Ihrer, welche au referiren versprochen In Eriangelung fachlicher ftatutarischer Gründe, welche diese zu haben. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am 18. April hatte, war am Erscheinen verhindert; dafür hielt Frau Emma Auflösung rechtfertigen könnten, werden die von den Mitgliedern Bergstr. 12 eine Mitgliederversammlung und am 24. April eine Schulz einen oft mit lebhaften Beifallsbezeugungen auf gewählten und ihr vollstes Vertrauen befizenden Ortsbeamten öffentliche Versammlung stattfindet. genommenen Vortrag über die Frage: Welches Jutereffe haben herabzuwürdigen versucht. Die Mitglieder beschließen deshalb, Die Frauen an der Lohnbewegung der Schneider?" Kollege die Angelegenheit zur prinzipiellen Entscheidung zu bringen und gegen Der allgemeine deutsche Tapezirerverein, Filiale Berlin, Timm machte einige Ausführungen über den anwesenden den Zentralvorstand und Ausschuß bei den zuständigen Behörden hatte am 21. März eine Versammlung in welcher Kollege Fried Herrn Vandsburger, welche mit lauten Pfuirufen unterbrochen beschwerdeführend vorzugehen.( Unterzeichnet von 5 Mitgliedern.)" meier eine Vorlesung aus der Neuen Zeit" über die Gewurden. Herr Vandsburger versuchte zu widerlegen, verlas Die einstimmige Annahme der Resolution war das Resultat der werkschaftsbewegung in Deutschland hielt. Dieselbe wurde mit feinen bewilligten Lohntarif und versprach dem Unwesen des längeren Berhandlungen. Da der Bereich der Bahlstelle I außer Beifall aufgenommen. In der Diskussion entspann sich die alte Blasgeldes zu steuern, indem er dem Zuschneider Holz die der Louisenstadt und der Hafenhaide sich auch auf Stralau und Debatte, ob Zentral- oder Lokalorganifation. An derfelben be Meristelle schließen laffe. Einen feurigen Appell, ihre Männer Rummelsburg erstreckt, forderte die Versammlung durch ein theiligten fich Dembowski, Wachsen, Moskopf, Uessem, Schmidt anzuspornen, nicht eher zu ruhen, bis sie ihre gerechten Ansprüche stimmige Annahme einer weiteren Resolution die Verwaltung und Gers. Zu Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, daß erfüllt fehen, richteten die Kolleginnen Frau engels, Frau ber Bahlstelle II auf, bis zum endgiltigen Austrage der Streit am 23. April eine öffentliche Versammlung mit Frauen stattBalm und der Rollege aterom an die versammelten fache zur Bequemlichkeit der Mitglieder und im Intereffe der findet, welcher ein gemüthliches Beifammenfein folgen foll. Frauen. Hiernach wurde die Lifte berienigen Firmen verlesen, Raffe die bisherigen Beitrag Sammelstellen bei Frau Walther, Ferner wurden wieder Klagen geführt über schlechte Berhältnisse 11 vom Alte Jakobftr. 128( Logenhaus). Lepidopt. Vereinigung Mufitverein off: auf der Herberge. Die Versammlung beauftragte den Vorstand,| Drantenftr. 183 p.- Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, daß wir mehr Soldaten haben wollen, die neuen Steuern für hierin Mandel zu schaffen und eventuell bei vorgefundenen& uhr im Restaurant Holzbächer, Dreyfeftraße 3. Unterhaltungsflub Schiller, Abends das arbeitende Bolk werden dann schon von selber kommen. Mängeln in sanitärer Beziehung die Sache der Arbeiter- Sanitäts- Orion, Abends 9 Uhr Sigung Schüßenftr. 29. Inzwischen ist es Abend geworden. Sechs Droschken stehen am tommission zu übergeben. Ferner wurden die Mitglieder auf- nung", Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Prostauerftr. 35-37 bei Hirschen" bereit, die deutschparteilichen Agitatoren nebst dem gefordert, in den nächsten Bersammlungen pünktlicher zu Schneider. Stattlub, Kairo" Abends 8 Uhr bei Flid, Simeonftr. 23. erfcheinen. Die nächste Vereinsversammlung findet am Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant English Conversational Club Shakespeare. zahlreichen Gefolge in die schwäbische Hauptstadt zurück zu bringen." 17. April statt. In der Eifel ist, wie die Kölnische Volkszeitung" meldet, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome ein Kohlenflöt entdeckt worden, das nach dem Oberbergrath Dr. Diesterweg aus devonischer Anthracitkohle besteht, welche auch Schwefelties führt. Derartige Kohle ist bisher in England abs gebaut, aber in Deutschland noch nicht gefunden worden. Vermischkes. " Felssturz. Auf der Eisenbahnstrecke Wetter- Witten stürzten 2000 Rubifmeter Fels auf das Geleise, als ein Güterzug paffirte. ein Bremser schwer verletzt. Die Lokomotive und 12 Rolliwagen wurden total zertrümmert, worden. Literarisches. Depeschen. Lüttich, 23. März. Das Schwurgericht verurtheilte heute die Anarchisten Petit und Cybers wegen Ermordung des Rentiers Fresart zu lebenslänglicher Zwangsarbeit. Briefkaffen der Redaktion. 2., Magdeburg. Das Turnen ist teine öffentliche Ans gelegenheit"; Turnvereine fallen also nicht unter das Vereinsgefeß, soweit es Vereine betrifft, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen. Vor 70 oder 80 Jahren wurden die Turner freilich als Demagogen verfolgt, aber seitdem sind die Beiten andere geworden und die Turner auch. " R. H., Tabatarbeiter. Verwechseln Sie nicht den Vorwärts" mit der Staatsbürger- Zeitung"? 166. Der Wirth ist nach§ 4 Ihres Miethsvertrages im Recht. Eine öffentliche Versammlung der in der FirmenschilderBranche beschäftigten Arbeiter fand am 19. März statt. Genosse Seidel hielt in derselben einen interessanten Vortrag über das Thema:„ Gleiches Recht". Eine Diskussion fand nicht statt. Die auf die Tagesordnung gesetzte Frage: Wie stellen sich die Schriftenmaler zur Organisation? wurde fallen gelassen, nachdem der Antragsteller erklärt hatte, daß er diesen Gegenstand namentlich auch auf dem Lande nichts weniger als populären Wie Zustimmungserklärungen zu der im Volke und nur auf Wunsch einiger leider nicht in der Versammlung anwefenden Schriftenmaler zur Erörterung gestellt habe. Die Kol: Militärvorlage gemacht werden, befchreibt der„ Schwäb. legen Bertram und Neumann verurtheilten den Kastengeist der Tagwacht" ein Leser auf den Fildern wie folgt:" In den letzten Schriftenmaler und deren geringschäßendes Urtheil über die Wochen sind die Bewohner der Filder, vom Großbauern bis ungelernten Arbeiter. Mit einem Hoch auf die Organisation herab zum einfachen Arbeiter und Tagelöhner, von den„ großen wurde darauf die Versammlung geschlossen. Herren" aus der Stadt, die sonst nur von den dummen Bauern" Seife's sozialistische Kouplets.„ Der Zukunftsstaat." reden und bei jeder Gelegenheit in der Stadt ihren Spott über Wann wird's anders?" u. f. w. Die Lackirer hatten am 13. d. M. eine Versammlung, in diefelben zu ergießen belieben, mit besonderer Aufmerksamkeit" mit besonderer Aufmerksamkeit Mein Heimathland." Der neue Hausdoktor. Wochenschrift für Naturheilkunde. welcher zunächst der Vorstand Bericht erstattete. Danach ist der bedacht worden. Das hat natürlich seinen guten Grund: fie Bestand in den verschiedenen Quartalen sich ziemlich gleich ge- fürchten, es könne bald eine Neuwahl für den Reichstag geben Redaktion von Dr. med. Meyner in Chemniz. J. Gräfe u. G blieben; die Organisation zählt gegenwärtig 87 zahlende Mit- und da müssen wir Bauern doch bei Zeiten unterrichtet werden, Ruhmann, Dresden.( Probenummer.) Vierteljahr 1 Mart. glieder. Die entfaltete Agitation hat insofern ein günstiges Re- was die Deutsche Partei und ihre Vertreter in unserem Interesse fultat gehabt, als die Blechlackirer fich zum Anschluß bereit er- alles geleistet haben. Das ist freilich herzlich wenig, und bei flärt haben. Die Versaminlung war mit der Thätigkeit des dem Wenigen fragt es sich noch sehr, ob es wirklich zum VorVorstandes zufrieden; fie mißbilligte jedoch in der erlassenen An- theil für den Bauernstand ist. Interessant ist aber namentlich, zeige den Zusatz! Mitgliedsbuch legitimirt", dadurch hätten wie man Stimmung auf dem Lande für die Militärvorlage ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) fich viele Rollegen insbesondere die Blechlacirer vom macht. Da tommen an einem Sonntag ein, zwei, drei oder auch Besuch der Versammlung abhalten lassen. Ein Antrag, mehr Dugend Personen per Extrazug mit der Filderbahn oder Mainz, 23. März. Nachdem in einer gestern stattgehabten deswegen die Vorstandswahl zu vertagen, wurde jedoch per Chaisen im Orte an und halten im ersten" Gasthaus, wo Versammlung der Bierbrauer der Streit beschlossen worden war, abgelehnt. Die vorgenommene Wahl hatte folgendes Resultat: gewöhnlich die Honoratioren" der Gemeinde verkehren, Ginfehr. ist heute in vier größeren Etablissements die Arbeit eingestellt Zum Bevollmächtigten wurde Schüßler gewählt, zum Kassirer Nachdem sich die deutschparterlichen Agitatoren, unter denen sich Barndt, zum Schriftführer Guiard, zu Beifizern Runstmann und Professoren und Schneidermeister, Millionäre, Fabrikanten, Pri Leben, zu Revisoren Kolaschinsky und Rautenberg. Der von der vatiers, Kaufs und andere Leute befinden, ordentlich gestärkt Arbeitsnachweis- Kommission erstattete Bericht lautete nicht sehr haben, geht's zur Versammlung". Inzwischen sind auch der günstig, es fonnten nur 30 Stellen besetzt werden. Aus der Herr Schultheiß, der, wie sich das für einen unparteiischen" Bibliothet wurden 15 Bücher entlichen; die Kollegen wurden Ortsvorstand geziemt, den Vorsiz in der deutschparteilichen Veraufgefordert, diefelbe fleißiger zu benußen. Die Wahl von Arbeits- fammlung übernimmt, weiter der Herr Gemeindepfleger, der vermittlern unterblieb, da die Mehrzahl der Kollegen der Ansicht Herr Pfarrer, vielleicht auch der Schullehrer und wenn's gut geht war, daß der Maler- Arbeitsnachweis mit dem der Lackirer ver- ein halbes Dußend Groß- und ein paar Kleinbauern aus der einigt werden müsse. Zum Schluß wurde zu dem am 6. Mai Umgegend erschienen, der kleine Saal ist bald gefüllt und nun stattfindenden Stiftungsfest ein Komitee gewählt, welches aus tann's losgehen. Nachdem der Herr Schultheiß die so zahl den Kollegen Linde, Stiegmann, Warnke, Schüßler und Kunst- reich" Erschienenen bewillkommnet, eröffnet Herr Ed. Elben mann besteht. vom Schwäbischen Merkur" den Reigen. Als alter Artillerist schwärmt er erklärlicher Weise besonders für diese Waffengattung, In Friedrichsfelde hielt der Arbeiter- Bildungsverein am und wenn er auch anfangs etwas weniger, als die Regierung Sonntag eine Versammlung ab. Dr. Pinn sprach in fesselnder verlangt, bewilligen wollte, so hat er als echter Nationalliberaler Weise über die Märztage des Jahres 1848 und erntete für seinen doch bald erkannt, daß er stets und ohne ernstliche Widerrede Vortrag reichen Beifall. Von einer Diskussion wurde Abstand das zu bewilligen habe, was die Regierung fordert. Nur so genommen. Hierauf wählte die Versammlung den Genoffen bleibt er der feitherigen Gepflogenheit der nationalliberalen Partei Bretki zum Vorsitzenden wieder. Fellenberg gab bekannt, treu. Seine treffliche Rede findet natürlich mit alleiniger 2. Enpen. Der Arbeitgeber ist im Unrecht: unklar bleibt daß am Sonntag, den 26. März, eine Agitationspartie statt Ausnahme der Sozialdemokraten den Beifall der ganzen Ver- nach Ihrer Darstellung, wie er dazu kommen fann, Kranken- und findet und richtete an die Genossen die Aufforderung, fammlung, insbesondere der zahlreichen von Stuttgart mitgekom- Invalidenkassen- Beiträge Ihnen abzuziehen, während Sie fich Morgens 7 Uhr im Vereinslokal zu versammeln. Das menen Freunde, die schon ungefähr ein Dutzend Mal in ähnlichen drei Monate teine Arbeit hatten. Wann hat ein Abzug, wann Ziel werde daselbst bekannt gegeben. Pretti machte zum Versammlungen für die Regierungsvorlage votirt haben. Es haben Lohnzahlungen stattgefunden? Wann bestand das ArbeitsEchluß noch auf das am ersten Feiertage stattfindende Vereins- taucht auch bereits der Gedanke auf, Herrn Siegle, den Abgeord- verhältniß? vergnügen aufmerksam. neten des ersten Reichstags- Wahlkreises, von der ausgezeichneten, von echt deutschem Geist durchwehten Stimmung", welche in der Versammlung herrscht, telegraphisch zu benachrichtigen mit der Bitte, er möge energisch für die Bewilligung der RegierungsArbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% uhr: ab: vorlage eintreten. Als zweiter Redner tritt der Herr Pfarrer M. P. Wenn der Arbeitgeber Grund zur sofortigen AufSchule, Sagelsbergerfir. 43: Unterricht in doppelte Buchführung oberes); Rechnen. Süd- Ostschule, Reichenbergerfir. 188: Unterricht in vom Drte auf. Ein frostiges Gruseln überkommt die Zuhörer, fündigung hatte, so steht dem Arbeiter kein Recht auf Lohn u. s. m. Mathematit und mathematische Geographie. Oft- Schule, Martusstraße als er mit drastischen Worten und Geberden erzählt, wie schreck zu. Die Gründe zur sofortigen Entlaffung find in§ 123 GewerbeMr. 31: Unterricht in Geschichte( neue). Nord- Schule, Müllerstraße Es sind im Wesentlichen folgende: Nr. 179a: Unterricht in Phyfiologie, Rechnen. In allen Unterrichtsfächern, lich die Franzosen ums Jahr 1796 auf den Filderorten gehaust ordnung aufgeführt. mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und hätten. Eine alte, in Schweinsleder gebundene und im Pfarr- 1. Hintergehen bei Abschluß des Arbeitsvertrages; 2. Diebs Echülerinnen, auch jezt im Laufe des Gemefters, eintreten. Unterschlagung, Entwendung, lüderlicher Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends sy uhr, hause aufbewahrte Chronik sei ein klassischer Zeuge dafür. Ja, stahl, Betrug, des Gehilfen; - Gott hab' fie felig! sei beim Lebenswandel unbefugtes Verlassen Weften, bei S. Werner, Bülowfir. 59. die damalige Frau Pfarrerin Solzarbeiter". Abends 8% Uhr im Lotale des Herrn Peterson, Anblick der Franzosen so sehr erschrocken, daß sie an den Folgen der Arbeit oder beharrliche Verweigerung, ArbeitsvertragsBeteranenftr. 22.--Refe- und Diskutirklub Otto Reimer, Abends 8 Uhr der Aufregung gestorben sei. Dieser Umstand allein dürfte einen Pflichten zu erfüllen; 4. unvorsichtiges Umgehen mit Feuer und Wilhelmshavenerftr. 28 bei Ruba. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen vollgiltigen Beweis für die Nothwendigkeit der Heeresvermehrung Licht troh Verwarnung; 5. Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. im Sinne der Regierungsvorlage abgeben. Hat der Herr gegen Arbeitgeber, oder gegen dessen Vertreter, oder gegen deren Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser Pfarrer so seine Sympathie für die Militärvorlage Familienangehörige; 6. Sachbeschädigungen zum Nachtheile des cher Männerchor, Echönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Nord, Bergzum Ausdruck gebracht, To lenkt er am Schluffe Arbeitgebers oder eines Mitarbeiters; 7. Berleitung zu Unfittlichftraße 68, bet Keller. Borwärts 1, G.D. Adalbertfir. 21, bei Noll. Summer's cher Gesangverein, Langeftraße 65, bei Tempel. Buchseiner Stede sogar noch ein wenig in oppofitionelle feiten; 8. Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit oder Leiden an binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bet Deter. an einer abschreckenden Krankheit. Nur im Falle 8 tann unter Mai Fahrwaffer ein, indem er auf die Zwischenrufe der glödchen, Hochfir. 32a, bet Wilte. Gemütlichkeit er, wesenden Sozialdemokraten hin sein lebhaftes Bedauern über Umständen dem Arbeiter ein Recht auf Entschädigung zustehen. Genbelstraße 80.- Fris, Naunynstraße 86, bet Bubeil. Balme, in Velten, bei Schröder. W. A. Sächsisches Voltsblatt" in Zwickau, Redakteur Blaue Sletfe, in Banton, Mühlenstr. 24, die grausamen Soldatenmißhandlungen ausspricht falls solche bei@ töhr. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerftr. 8 bet Held., wirklich" vorgekommen wären. Sein Parteigenosse Elben bes W. Trogih. Wahrheit, An der Zwölf- Aposteltirche 7b, bei Framte. Rarth aus: fcher Gefangperein, Lichtenbergerstraße 21, bet Betfe. Befang: lehrt ihn aber sofort, daß gegen die Soldatenschindereien bereits G., Steindrucker. Ihr Gedicht ist gewiß als nicht vers verein Eintracht zu Alt- und Neu- Glienice, bei S. Stabelhof, energisch" eingeschritten worden sei. Wenn sie nicht aufgehört wendbar in den Papierkorb gewandert. Rubowerstraße. Gefangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, haben, so tann Herr Elben freilich nichts dafür, denn diese Vor- Vorstand der Gehilfenschaft altdeutscher Barbiere und Bismarckstr. 74. Arbeiter- Gefangverein. Gefangverein Berliner fommnisse haben ihre Ursache in unserem ganzen heutigen Friseure. Bringen Sie doch einen Bericht, der die angeblich 2ypographia, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Gefangverein Nordwacht, Müllerstr. 7, bet Reichert. Gesangverein Schmargen Militärsystem, dieses aber muß von einem echten National falschen Mittheilungen der Arbeiter- Sanitätskommission that: borf in Schmargendorf, Wirthshaus.- 8ufunft i, Steglis, Ahornftraße ,, liberalen unter allen Umständen hochgehalten werden. Nun tritt fächlich richtig stellt. im Gambrinus. Offenbacher Sängertrans, Restaurant Prog. R. H. Kommen Sie in den Stunden von 2-7 nach der Annenstr. 9.- Gefangverein Collegia 1, Manteuffelftr. 9 bei Nomiads. in der Versammlung eine kleine Pause ein, während welcher die Gefangverein Freiheit Moabit, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Herren die verblüffende Entdeckung machen, daß die anwesenden Bereinte Sangesbrüber Moabit" Stromstraße 28 Sozialdemokraten fast lauter gediente Soldaten sind. Ein reicher D. S. Dissidenten haben das Recht, ihre Kinder nicht konSängerverein Sorgenfret" Melchiorstr. 15 bet Stehmann. Nord- West: Wengerter"( Weingärtner) aus Stuttgart erklärt, daß er seinen ein- firmiren zu lassen, auch wenn das Kind getauft ift. Gegen dies Gefangverein Rosalia" Blumenftr. 45 bei Went. Stern", Lessingstr. 2 bet J. Griethe. Junge Eiche", Reinickendorf, zigen Sohn gern zum Militär gebe, obwohl er ihn gut brauchen könnte, Recht und das weitere, ihre Kinder vom Religionsunterricht beGesellschaftsstr. 11 bet 2. Hartmann. Bineta", Swinemünderstr. 122. wogegen ein Bauer bemerkt, sein Vater habe seine vier Söhne freien zu lassen, versuchen jetzt verschiedene Behörden allerlei. bet Gnadt. Freie Liebertafel, Neue Königstr. 73 bet Hahn. nur ungern einrücken sehen, weil es ihm an den Mitteln gefehlt Das Recht ist durch die Verfassung garantirt. Einig, Lebuferstraße 5 bet Nemig. Brandenburger Männerhabe und weil die Selbstmorde aus unbekannten Gründen" beim D. K., Marienburgerstraße. Gefangverein in Brandenburg a. G., Mengert's Boltsgarten. Wenn Ihr sechsjähriges Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Militär so zahlreich seien. Endlich hält noch der unvermeidliche Kind beim Kreiseln eine Scheibe zerschlägt, so werden Sie gut Alle Buſchriften find zu senden an P. Hentel, Bergmannfir. 21, of 8: Herr Schultheiß einer benachbaten Ortschaft, der bei solchen Ge- thun, die Scheibe zu bezahlen. Freitag: Bergnüg ungsverein Grüne Zanne, Martusstr. 8.- Zambours Tambour- Berein Ruflegenheiten nie fehlt, eine gewürzte faftige Bauernrede, und wenn E. 2. 20. Das Grundstück muß von den Erben verkauft Berein Borussia, Weibenweg 93/94 bet Scholz.Inselstraße 1. Tambourverein Wirbel Gartenstr. 52. auch die Bauern selbst mit ihrem Beifall fargen, so flatschen die werden. Vielleicht sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang: Herren aus der Residenz nur um so mehr. Nachdem noch ein G. K., Moabit. Keine der beiden Forderungen ist verjährt. verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Quartettverein Abonnent H. H. Die innerhalb der letzten sechs Monate Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Steue pochstr. 49. Männerchor deutschparteilicher Schneidermeister aus der Stadt den Bauern walbe srauschen, Abends 9 Uhr, bet Weigt, Wtartgrafenftr. 87. Brivat erzählt hat, wie schwer er bei oder troh seiner Wohlbeleibtheit vor gerichtlichem Widerruf gemachten Geschenke müssen 2heaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunouferstr. 35. zu arbeiten habe, wie zufrieden seine Gefellen seien und welch' zurückgegeben werden, spätere Geschenke nicht. Mufit- Dilettantenverein, onita", Abends 8 Uhr bei Schent, Krautnr. Uebungsstunde. Musttverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Netchen, hohe Löhne sie erhalten, ift der offizielle Theil der Bauernbergerfir. 24. Agitationsversammlung beendigt und Herr Elben fonstatirt mit Berliner Zurngen offenschaft. Die erfte Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle bes großer Befriedigung, daß die Stimmung auf dem Lande überall Auf welche Weise die vielen Millionen Leffing- Gymnasiums Pantfir. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen eine sehr gute" fei. bie 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turn- für die Heeresvermehrung beigetrieben werden sollen, wird den halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerftr. 11-12, Bauern allerdings nicht gesagt, sie werden's später schon spüren. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9% Uhr, bet Brauns, Die Hauptsache ist vorerst, daß Herr Siegle unterrichtet wird, Canslehrer Verein Solidarität". Am Freitag, den 25. März, Abends 8% Uhr, im Lotal des Herrn Ghrenberg, Annenstr. 16. Bortrag des Kollegen Otto Schüß. bet Gruber, Mariendorferftr. 5. Mr. 47/49. bet Lange. 1 T 1 im Restaurant. -Bitte lesen Sie! und Der in unbekannter Abwesenheit lebende Tischlergeselle 2002b* Robert Heseler Jedem Genossen, der billig und gut Laufen will, empfehle mein sehr reichh. wird hierdurch aufgefordert, behufs Lager von ca. 1000 Sommer- Pale- Abhebung der von seiner Schwester tots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Emilie Hefeler, hierselbst ihm zugeRöcke, Jaquets, Hosen, Westen 2c. fallenen Erbschaft bei dem Unterzeich Ferner Uhren, Ketten, Ringe, neten oder bei dem Töpfermeister Betten, Wäsche, Stiefel, süte, Albert Heseler, Berlin West, KleistReise- u. Holzkoffer, Waschkefel zc. straße 6, recht bald sich zu melden. Sämmtliche Sadjen in alt und neu, Rechtsanwalt Liebrecht, auch werden verfallene Pfänder verkauft. Charlottenburg, Berlinerstr. 104. A. Wergien, Volks- Buchhandlung Schneidermeister und Parthiewaaren Händler, 8768L fucht ein Parteigenoffe gegen Baarzahlung zu kaufen. Gefl. Offerten unter A. 2 a. d. Exp. des ,, Vorwärts". 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