Nr. 38. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 fg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen Bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Selegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das neue württembergische Schulgesetz. Sonntag, den 14. Februar 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. brutaler Anwendung Ihrer Macht haben Sie sich durch diese Gemeinheit selbst gekennzeichnet.( Uns ruhe rechts; lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten. Vizepräsident Dr. Porsch ruft den Redner zur Ordnung. Bravo! rechts.) Abg. 6. Arnim- Büsedom(.): Wir haben den Schlußantrag gestellt, um Herrn offmann teine Gelegenheit au geben, bei Gelegenheit des Pfarrerbesoldungsgesetzes in zweiter Refung eine ähnliche Rede zu halten, wie sie in erster Lesung gehalten worden ist. Das Haus hat ihm damals das Wort nach einem dreimaligen Ordnungsruf ent aogen, und es erschien uns erwünscht, daß nicht eine ähnliche Rede ogen, und es erschien uns erwünscht, daß nicht eine ähnliche Rede wieder gehalten werde.( Bravo! rechts.), Abg. Hoffmann( Soz.): Ich habe dem Vorreoner zu erwidern, daß ich meine damalige Welche Forderungen läßt das Gesetz un lichen zum Worte gemeldet hatte. Es versteht sich von selbst, daß berücksichtigt? Das 8. Schuljahr obligatorisch ein- Hoffmann nochmals Veranlassung nahm, diese Vergewaltigungstaltik zuführen, wurde abgelehnt; die Gemeinden erhalten nur die mit herzerfrischend kernigen Worten zu charakterisieren. Befugnis, die achtjährige Schulzeit einzuführen. Abgelehnt Die Szene spielte sich nach dem uns zugegangenen Bericht wie wurde ferner die gesetzliche Aufhebung des Schul- folgt ab: geldes. Auch hier ist es den Gemeinden überlassen, zu Nach Annahme des ersten Schlußantrages bemerkte Der Kampf um die Volksschule in Württemberg ist aller tun, was ihnen gut dünkt. Die Lernmittelfreiheit Abg. Hoffmann( Soz.): Voraussicht nach auf Jahrzehnte entschieden. Die Zweite einzuführen, wurde abgelehnt. Abgelehnt wurde weiter der Ich will zur Geschäftsordnung erklären, daß durch Ihren Be Kammer nahm, wie wir gemeldet haben, die Volksschul- Antrag der Sozialdemokratie, den Religionsunterschluß es meiner Partei zu wiederholten Malen unmöglich gemacht nobelle mit 63 gegen 26 Stimmen an. Die Mehrheit sekte richt aus der Volksschule zu entfernen und ihn den Kirchen worden ist, zu einer äußerst wichtigen und prinzipiel. fich zusammen aus Sozialdemokratie, Voltspartei, National- zu überlassen, sowie der Antrag unserer Genossen, dann len Sache hier zu Wort zu kommen. In liberalen, Konservativen und Bauernbündlern. Dagegen wenigstens dem Religionsunterricht die überstimmte geschlossen das Zentrum; ein mit Zentrumshilfe ge- ragende, alle anderen Fächer erdrückende wählter Bauernbündler Dr. Nübling schloß sich den Mannen Bedeutung im Lehrplan zu nehmen. Abgelehnt Gröbers an. wurde die gesetzliche Einführung der Simultan Die große, aus den verschiedenartigsten Parteien zu schule; abgelehnt wurde auch der Antrag, den Gesammengesetzte Mehrheit spricht jedoch nicht für die Güte des mein den zu gestatten, ihr Schulwesen simultan zu geGeschaffenen; fie bezeugt nur die unhaltbarkeit der stalten. Der berühmte Antrag Hieber, dessen Fall sobiel bisherigen Schulzustände in Württemberg. Das Lärm verursacht hat, wollte keineswegs der Simultanschule neue Gesetz ist ein Kompromißwerk, es befriedigt im Grunde ein Pläßlein gönnen, damit sie wachsen und sich ausbreiten genommen niemand, nicht einmal die nationalliberale Partei, fönne. Im Gegenteil war der Antrag darauf angelegt, die obgleich es deren Ansprüchen noch am ehesten genügt. Den Einführung der Simultanschule in weiterem Umfang zu größten Teil der Kosten zahlt die Sozial- hintertreiben. 300 Familienbäter sollten dem Antrag Hieber demokratie. Sollte die Erste Kammer wider Erwarten zufolge das Recht erhalten, die Errichtung einer„ Simultandas Gesetz nochmals rückwärtsrevidieren wollen, so tritt an schule" neben den Konfessionsjajulen zu verlangen, falls unsere Fraktion ernstlich die Frage heran, ob sie einem Gefeß, durch die Simultanschule" der Schulbetrieb der Konfessionsdas noch weniger bietet als das von der Zweiten Kammer Schulen nicht geschädigt würde. Sind die Konfessionsschulen Rebe, auf die er Pezug nimmt, ohne den Schuß der Immunität gutgeheißene, noch zustimmen können wird. Was bringt das neue Gefeß? Die Höchst schüler- Simultanſchule" nicht zugelassen werden, weil sie dem Aus- draußen noch einmal gehalten habe; sie ist als zahlen der Klassen find herabgesetzt worden. Bisher bau der Konfessionsschule hinderlich wäre. Sind die Kon- Broschüre gedruckt Ihnen zugestellt worden. Das beweist, daß in durften 90 Schüler in eine Klasse gepfercht werden. Der fessionsschulen aber ausgebaut, so darf man sie doch nicht der Preußen die Staatsanwaltschaft viel lohaler Regierungsentwurf setzte die Zahl auf 70, die Kammer auf Simultanschule zuliebe zu sechsklassigen Schulen degradieren! 60 herab. Bei mehr als 60 müssen 2, bei mehr als 140 Uebrigens wäre auch die Hiebersche Simultanschule" weiter ist, wie Sie als gefeggebende Körperschaft.( Sehr gut! bei den ( Entwurf: 160, bisher 180) Schülern 3' Lehrstellen, bei ie nichts als eine Konfeffionsschule der Mehrheitskonfession ge- Sozialdemokraten.) weiteren 70( Entwurf: 80, bisher 90) Schülern je eine weitere worden, deren Besuch auch den Kindern der Minderheits- Die einzelnen Artikel des Gefeßes über die evangelischen Geist Lehrstelle errichtet werden. Bei Abteilungsunterricht fann fonfession gestattet gewesen wäre. An der starren Kon- lichen werden hierauf debattelos angenommen. Zum Artikel 3a, die Schülerzahl einer Klasse bei einer Lehrstelle auf 70 fessionalität der württembergischen Volksschule hätte die der den von der Kommission eingefügten Antrag Windler enthält, ( Entwurf: 80, bisher 120), bei zwei oder mehr Lehrstellen auf Siebersche Simultanschule" so gut wie nichts geändert. ist nur der Abg. Hoffmann( Soz.) gemeldet. Bizepräsident 80( Entwurf: 90, bisher 130) steigen. Hier liegt also eine Dem sozialdemokratischen Schulideal entspricht der neu Dr. Porsch berliest aber sofort einen wesentliche Verbesserung vor, die leider auf Jahre hinaus geschaffene Zustand keineswegs. Nicht einmal die FortSchlußantrag nur programmatischen Charakter haben wird; es fehlen näm- schritte wurden erreicht, die in anderen Staaten längst Wirklich die Geldmittel und die Lehrer, auch die Schulhäuser, lichkeit sind. Wir erinnern nur an die gänzliche Beseitigung um den Anforderungen des Gesetzes zu genügen. der geistlichen Schulaufsicht, an das achte Schuljahr, BeseitiDas Verhältnis der Zahl der ständigen gung des Schulgeldes, Simultanschule, Einheitsschule, Lehrer zu den unständigen ist günstiger gestaltet wenigstens auf den unteren Stufen, usw. Die schwäbischen worden. Bei zwei Lehrstellen muß in allen Fällen die erste, Nationalliberalen, nach deren Rezepten hauptsächlich das neue bei mehr als 130 Schülern auch die zweite Lehrstelle mit Schulgesetz hergestellt wurde, zeigten sich rückschrittlicher als einem ständigen Lehrer besetzt werden. Bei mehr als selbst die preußischen Nationalliberalen; sie bekämpften Forde110 und weniger als 130 fo II der zweite Lehrer der Regel rungen, die von den preußischen Liberalen vertreten werden. nach ständig sein. Die zulässige Höchst zahl der weib- Leider ist die reaktionäre Haltung der„ Liberalen" wie auch lichen Lehrkräfte wurde von 8 auf 15 Proz. erhöht. der Volkspartei in den Debatten nicht so gekennzeichnet Der Lehrplan der Volksschule wurde erweitert, worden, wie es notwendig gewesen wäre. Knabenturnen, Zeichnen, weibliche Handarbeit wurden als obligatorische Fächer( bisher fakultativ) in den Lehrplan aufgenommen. 3:18 am Ort noch nicht siebenklassig ausgebaut, so kann die " Machtkoller der Dreiklaffenmänner. der Konservativen, der angenommen wird. Genau so erging es unserem Genossen bei der Beratung des Gefeßentwurfs über die Katholischen Geistlichen. Hier erklärte Hoffmann zur Geschäftsordnung: Mit dieser dritten Guillotinierung haben Sie den Beweis er. bracht, daß Sie selbst fich für unfähig erklären, auf meine Ausbracht, daß Sie selbst fich für unfähig erklären, auf meine Ausführungen zu antworten.( Lachen rechts.) Diese dritte Wortentziehung Ihrerseits ist feige( Unruhe rechts, Glocke des Präsidenten), feige und infam zugleich. ( Unruhe rechts, Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Dr. Krause: Zunächst muß ich Sie bitten, das Weitersprechen zu unterlassen, sowie der Präsident die Glocke rührt. Das ist ein Gebot der Ordnung des Hauses und ein Gebot der Achtung vor dem Präsidenten.( Bravo! rechts.) Abg. Hoffmann( Soz.): Nicht vor dieser Mehrheit. Bizepräsident Dr. Krause: Wieweit Sie mit Ihren Worten Shre Selbstachtung gewahrt haben, haben Sie selbst zu entscheiden. Sie haben aber die Würde des Hauses verlegt und ich rufe Sie deshalb zur Ordnung.( Brabol rechts.) Abg. Hoffmann( Soz.): Das ist eine Ehre für miaj. Vizepräsident Dr. Krause: Diese letzte Bemerkung war gleich falls ordnungswidrig. Ich rufe Sie zum zweiten Male zur Ordnung und mache Sie auf die geschäftsordnungsmäßigen Folgen dieses Ordnungsrufes aufmerksam.( Bravo! rechts.) Daß sich etliche Freisinnige hysterisch darüber entsetzten, daß Hoffmann die Dinge beim rechten Namen nannte, beteist mur, tvie sehr Hoffmann den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Die Erste Kammer wird vielleicht versuchen, der evangelischen Kirche in bezug auf die Leitung und Beaufsichtigung des Religionsunterrichts an den Schulen und Lehrer. Das Hauptgewicht ist auf die Neu organisation bildungsanstalten dieselben Rechte zu erobern, die der fath o kathoder Schulaufsicht gelegt. übte die Schulaufsicht lischen Kirche faktisch eingeräumt sind. Es ist zu wünschen, der Geistliche allein aus. Die obersten Kirchenbehörden daß wenigstens in diesem Punkte die Zweite Stammer fest bildeten zugleich die evangelische bezw. katholische Oberschul- bleibt, anderenfalls das Wort des volksparteilichen Stutt behörde. Jetzt endlich ist der Fachaufsicht eine Gaffe gebahnt. garter„ Beobachters" Geltung bekommen könnte, daß, wenn Aber beseitigt ist die geistliche Schulaufsicht noch feines- Dieser Entwurf keine Annahme findet, der nächste, der wegs. kommen muß, ebenso über den vorliegenden hinauswachsen Nunmehr wird eine Oberschulbehörde mit wird, wie dieser über den von der Ersten Kammer seinerzeit zwei Abteilungen, einer evangelischen und einer verworfenen". katholischen, geschaffen. Der Geschäftskreis der Abteilungen wird vom Ministerium des Kirchen- und Schulwesens bestimmt. Dem Bezirksschulaufseher wird die eigentliche fachmännische Schulaufsicht im Hauptamt übertragen, natürlich nur über die Schulen der betreffenden Konfession im Bezirk. Die famose Erklärung des Herrn v. Arnim, daß sie Hoffmann Ms am Freitag bei der Beratung der Besoldungsreform Es sollen vorzugsweise Lehrer zu diesem Amte genommen für die Geistlichen im Abgeordnetenhause der freisinnig- des bei der ersten Lesung des Gesezes angeschlagenen Tones werden, nach vorgängigem zweijährigen Universitätsstudium nationalliberale Antrag zur Debatte stand, auch den jüdischen wegen nicht nochmals reden lassen wollten, verrät nur den zum und bestandener Prüfung. Philologen, Theologen und andere Stultusbeamten eine staatliche Subvention zu gewähren, hatte sich beritablen Machtkoller entarteten Größenwahn der Herren von der Akademiker werden aber wohl in übergroßer Zahl in die auch Genoffe Hoffmann zum Wort gemeldet, um lurz den ab- Rechten. Sie glauben also den sozialdemokratischen Rednern vorStellen einrüden, troß der Stipendien, mit denen den Lehrern lehnenden Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion zu begründen. schreiben zu dürfen, wie und was sie reden sollen! Nicht zudas Universitätsstudium möglich gemacht werden soll. Der Da wurde plöglich von konservativer Seite Schluß der Debatte frieden damit, daß Herr v. Kröcher seinerzeit Hoffmann das Wort Ortsschulrat, bestehend aus Mitgliedern der Gemeinde- beantragt, als sämtliche Redner bis auf den an letzter Stelle entzogen hatte, wollten sie ihn jezt überhaupt nicht einmal zum behörde, einem Geistlichen der betreffenden Konfession, der Rednerliste stehenden Genossen Hoffmann gesprochen hatten. Wort kommen lassen! So ließen sie durch den Präsidenten mindestens einem Lehrer, sowie einer entsprechenden Anzahl Diese ostentative Brüstierung der sozialdemokratischen mal nicht Herrn v. Kröcher die Debatte schließen, be Bürger( auch Frauen können in den Ortsschulrat delegiert Fraktion war aber nur das Vorspiel zu der ebenso törichten wie vor sie überhaupt er öffnet worden war, da der gouillotinierte werden), hat sich um die„ Schulpflege", Schulzucht und Schul- brutalen Bergewaltigung der sozialdemokratischen Fraktion, die sich Genoffe Hoffmann der einzige Redner zu dem betreffenden gesundheitspflege zu kümmern. Der technische Schulbetrieb die aus Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen be- Punkte war! Mögen die Dreiflaffenmänner nur so fortfahren! Solche Ges geht ihn nichts an. In Orten mit ein- bis zweiflassigen stehende Mehrheit des„ hohen Hauses" am Sonnabend leistete. Bu Schulen ist der Geistliche Mitvorsitzender", ihm wird in der der allgemeinen Debatte über Besoldungsreform der evengelischen waltakte gegenüber den Vertretern der entrechteten Masse wirken Regel auch die Aufsicht übertragen werden, wenn der Orts Geistlichen hatte sich als Fraktionsredner wiederum Genosse Hoff- unendlich biel aufreigender als alle die sozialdemokra schulrat auch das Recht hat, ein anderes Mitglied mit diesem mann zum Wort gemeldet. Aber unmittelbar bevor er zum Wort| tischen Reden! Amte zu betrauen. Letzteres wird selten genug der Fall sein. lam, wurde abermals ein konservativer Schlußantrag Die ein bis zweiflassigen Schulen machen rund 90 Proz. gestellt, der mit derselben Mehrheit wie am Freitag angenommen aller Schulorte aus. In 1780 unter insgesamt 1997 Schul- wurde. Als Hoffmann mit gebührender Schärfe diesen Gewaltakt orten bleibt also die geistliche Schulaufsicht bestehen. In geißelte, erklärte der konservative Abgeordnete v. Arnim noch zu nicht seltenen Fällen wird auch der Bezirksschulaufseher dem allem Ueberfluß, daß der Schlußantrag in der Absicht gestellt worden geistlichen Stande entsprossen sein. So sieht die Beseitigung sei, dem sozialdemokratischen Redner jede Möglichkeit zu rauben, das der geistlichen Schulaufsicht" bei Licht besehen aus. zu sagen, was zu sagen er für notwendig hielt. Man wolle Hoffmann Was das Gesetz sonst noch bringt, ist kaum der Rede unter allen Umständen verhindern, ähnliche Ausführungen zu machen, wert. Hilfsschulen für Schwachbegabte und Mittelschulen wie in seiner Rede zur ersten Lesung. Und als Hoffmann sich aberfollen fünftig in simultaner Gestaltung zulässig sein, d. h. mals zum Wort meldete, um zum§ 3, der ausschließlich eine Erden Kindern der Minderheitskonfession wird gestattet, die örterung des Gehalts der Geistlichen zuließ, zu sprechen, funktionierte fonfessionelle Mittelschule bezw. Hilfsschule der Mehrheits- die Guillotine ebenso, wie noch ein biertes Mal, als Hoffmann fonfession zu besuchen. sich zur Erörterung der Gehaltsaufbesserung der katholischen Geist Der Städtetag gegen die Lehrer. diesDer Heute im Bürgersaale des Nathauses abgehaltene außer ordentliche brandenburgische Städtetag hat das Kunststüd fertig gebracht, rückschrittliche Auffassungen und Forderungen mit dem Brimborium radikaler, oppositioneller Worte zu umfleiden. Der Städtetag war einberufen zur Stellungnahme gegen die Kommissionsbeschlüsse des Abgeordnetenhauses über die Lehrerbesoldungsvorlage. Verteidigung der Selbstverwaltung! Keine Beschränkung der Selbstverwaltung! Das waren die Schlagworte, die als Dugendware dargeboten wurden. Bürgermeister Werner- Rottbus rief auf zum heiligen Kampf für die städtische Selbstverwaltung. Ermachte der Regierung den Vorwurf des Wortbruchs und böhnte in frisch- fröhlicher Weise über das reaktionäre Abgeordnetenhaus. Ilpd doch galt eS nur der Opposition gegen die höhere Lehrcrbesoldung. Die Lehrer ineinte man und schlug auf die Regierung und das Ab- geordnetenhauS loS, weil beide Körperschaften die Lehrerschaft ein- seitig bcdorzugt und deren Begehrlichkeit aufgestachelt haben sollten. Eine Resolution, die Bürgermeister Werner und andere städtische Vertreter der Versammlung unterbreiteten, spricht denn auch von „maßloser Agitation" der Lehrer. Das was die Vorlage den Lehrern bietet, bezeichnete man als„einseitige Bevorzugung". Die„hohe" Besoldung der Lehrerinnen wird verurteilt, weil sie die„Neigung zur Ehelosigkeit" fördere. Die minimale Aufbesserung der Lehrerinnengchälter charakterisiert sodann die Resolution als gefährlichen Versuch und als„unsoziale, un- gerechte Begünstigung der Lehrerinnen", als„Verschwendung öffcnt- lichcr Mittel". So behauptete Herr Werner und er fand lebhaften Beifall! Von den bürgerlichen Vertretern wandte sich nur Herr Oberbürgermeister SchustehruS gegen die Nnterschätzung der Schule und der Lehrer. Genosse Hirsch präzisierte den Standpunkt der sozial demokratischen Fraktion des Abgeordnetenhauses zur Besoldung� frage. Seine Erklärung, die Sozialdemokratie würde sicherlich eine bessere Vorlage gemacht haben. quittierte der radikale Herr Werner mit der geistreichen Bemerkung: Eine Borlage von Ihrer Seite wurde ich auf jeden Fall ablehnen. Ein Herr Töpfer. Stadtverordneter aus Potsdam, konnte, ohne Widerspruch zu finden, erklären: Die Bedeutung der Lehrer wird weit überschätzt! Beschämend war. daß nicht einer der anwesenden Lehrer die gegen die Lehrerinnen gerichteten Angriffe und Herabwürdigungen zurückwies. Bei Freunden der Schule muß die von den Lehrern bekundete Animosität gegen die Lehrerinnen unangenehm ausstoßen. Professor Liszt versetzte den Herren einen niedlichen Hieb, indem er auf ihre Klagen über die reaktionäre Gesinnung des Abgeordneten Hauses und dessen Angriffe auf die Selbstverwaltung mit der sarkasti schen Bemerkung reagierte: Gerade die Städte, die sich hier für die Selbstverwaltung begeistern, tragen ja an der Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses die Hauptschuld. Schließlich nahm der Städtetag mehrere Anträge an, die eine Erleichterung in der Belastung der Städte fordern. Aber damit die Oeffcntlichkeit über den Geist, der hier waltete, nicht im unklaren bleibe, bekannte der Städtetag sich ganz ausdrücklich zu der gekeun- zeichneten Resolution, indem er sie dem Borstand als Material über> wies. Das preußische Abgeordnetenhaus hat Ursache, gegen solchen unlauteren Wettbewerb auf reaktionärem Gebiet Protest zu erheben. Sie türkische Me. Im Parlament. Der Ministerwechsel und seine Begleitumstände, die vermuten lassen daß der Grotzwesir Kiamil Pascha reaktionäre Bahnen ein- schlagen will, haben zu einem akuten Konflikt zwischen der au' ihre konstitutionellen Rechte bedachten Kammer und der Regierung führt. Zugleich hat eS aber den Anschein, als ob die Gerüchte über die bevorstehende„Entthronung d e S S u l t a n s" von reaktionärer Seite ausgesprengt werden, um die Jungtiirken zu kompromittieren. Eine offizielle Mitteilung des j n n g t ü r k i s ch e n Komitees erklärt kategorisch diese Gerüchte für unbegründet und leugnet, daß deshalb der Kriegs» und der Marineminister abgesetzt worden seien DaS Komitee, welches so viel Mäßigung bewiesen, habe sich auch in dem neuen, beim letzten Kongreß ausgearbeiteten Programm ver- pflichtet, das Leben und die Rechte des Sultans, fo lange er der Verfassung treu bleibt, zu schützen und weise daher die von Feinden der Humanität und des OttomanentumS auf gebrachten Lügen zurück. Die Iuugtürken wollen nun den Großwefir zur Ver- a n t w o r t u n g ziehen und ihn bei der heutigen Jntcrpellatious- beratuitg über den Ministerwechsel durch ein Mißtrauensvotum lhzeckel über das Weltbild von Catnarcü und Darwin. Ernst Haeckel, der erste und wirksamste Vorkämpfer des Dav triuiömus in Deutschland, sprach am Freitagabend in der zu Dao lvinS Ehren veranstalteten Feftsctcr im Jenaer Volkshausa über Lainarck und Darwin. Tie Rede bedeutet zugleich Haeckels Abschied vom öffentlichen Leben� da er seine Profcssur bereits niedergelegt hat und nun nicht mehr öffentlich hervorzutreten ge- denkt. AIS Kundgebung dieses hervorragendsten Lehrers, Meiterbildners u»d Popularisators des Darwinismus verdient sie unser Interesse, wenn wir auch nicht in allen Punkten mit HaeckelS Auffassung übereinstimmen. Haeckcl führte aus: „Das hohe Fest, daS uns heute hier zusammenführt, wird in der Wissenschaft gleichzeitig an allen Orten in der gebildeten Welt feierlichst begangen. In allen Teilen unserer Erde sind heute ge- lehrte Gesellschaften, Naturforscher und Freunde der Aufklärung versammelt, um einmütig den lllvjährigen Geburtstag Charles Darwins zu feiern. Kein anderer großer Geist aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat so viel zur Aufklärung der Menschheit beigetragen wie Charles Darwin. Als er im Jahre 1L'>g sein epochemachendes Werk über die„Entstehung der Arten" erscheine» ließ, hatte er bereits das 50. Levensjahr überschritten. So reif luar die Frucht seines Llljährigen Denkens und Forschens, daß sie schon in kurzer Zeit ihre» Einfluß zu äußern begann. Und dcch war der Grundgedanke der Theorie von einer natürlichen Ent- Wickelung aller Lebensformen keineswegs neu. Schon 50 Jahre früher hatte ihn Jean Lamarck in eine klare wunderbare Form gegoffen. Allein dieser kühne Versuch war der Zeit viel zu sehr vorausgeeilt und wurde in den Kreisen der damaligen Naturforscher bald vergessen. Erst im Laufe der letzten 30 Jahre hat sich das Lamarcksche Werk die verdiente Anerkennung erwvrbeir. Es hat sich sogar in neuester Zeit eine Extraschule des LamarckismuS gebildet, die den Darwinismus in den Hintergrund drängen will. Unser Blick muß daher am heutigen Tage vor allem auf diese großen Führer gelenkt sein. Worin besteht daS große Reformwerk von Lamarck und Darwin und in welcher Richtung unterscheiden sich diese Geistes- Helden? Das Haupivcrdicnst der Lamarck-Darwiuschen Theorie ist die endgültige Lösung der großen Schöpfungsfrage. Wie sind die Tiere und Pflanzen, die unsere Erde bevölkern, aus die Welt gekommen? Woher ist dcc Mensch selbst gekommen, das voll- tommenste aller organischen Wesen? Solange es Menschen gibt, ist versucht worden, diese Frage zu lösen. Zunächst hat man die These der Schöpfung durch einen Gott aufgestellt, der einen be- sonderen Schöpsungsplan entworfen und mit entsprechenden Mitteln ausgeführt hat. Manchmal erscheint dieser Gott in der Form eines Dichters, manchmal in der Form eines Rtaschinen- ingcnicurs, der mit vollendetster Technik arbeitet und schließlich seinen Maschinen lebendigen Odem cinbläst. Diese besondere Farm des Schöpsungsmythus ist auch in die Wissenschaft übergegangen, besonders durch Linne, der den Satz ausstellt, daß es so viele Tiere und Pflanzenarten gibt, als von Gott erschaffen worden sind. Sck>on im Altertum hat man sich die Erde durch eine natürliche Entwickelung zu erklären versucht. Allein diese Keime wurden unterdrückt durch die Ausbreitung de-Z Dualismus, der einerseits von Plato gepredigt wurde, andererseits vom Christentum. Dieser Dualismus hat sich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts er» halten, stürzen. Unterdessen hat sich die Ministerkrise verschärft. Der Minister des Innern H i l m i Pascha hat in offenem Konflikt mit dem Großwesir demissioniert. Der Minister fragte den Großwesir nach dem Grund der Demission des Unterrichts- und Marineministers. Der Großwesir erwiderte, der Grund des Wechsels im Kriegs Ministerium liege in gewissen gefährlichenPlänen, welche man mit den Schütze n bataillonen vorhatte. Auf die weitere Frage Hilmi Paschas, seit wann der Großwesir davon Kenntnis habe, erwiderte dieser, seit 14 Tagen. Daraufhin habe Hilmi Pascha dem Großwesir Vorwürfe gemacht, daß er als Minister des Innern davon nichts erfahren habe und habe seine Demission gegeben. Außerdem verlautet, daß auch der Scheik ül Islam, der höchste geistliche Würdenträger, seine Demission gegeben habe. Diese Vorgänge haben in der Türkei die grüßte Erregung hervorgerufen. Das Parlament, in dem heute die Entscheidung fallen soll, ist von Menschenmassen umlagert und von Feldjägern besetzt. In der Kammer selbst steht die Jnter pellation an den Großwesir über den Ministcrwechsel auf der Tagesordnung. In den Wandelgängen herrscht große Er r e g u n g. Beharrlich erhält sich daS Gerücht, heute werde ein Wechsel im Großwesirat eintreten; Hussein Hilmi wird für daS Präsidium und für das Innere, der Londoner Botschafter Rifaat für das Aenßere und der frühere Kriegsminister Ali Giza für die Marine genannt. Nazim Pascha soll daS KriegSportefeuille beb behalten. Der Großwefir ist aber nicht erschienen. Er hat daS HauS schriftlich verständigt, daß er mit Rücksicht darauf, daß er Botschafter empfangen müsse und aus anderen politischen Gründen heute nicht in die Kammer kommen könne. Darauf hcschließt die Kammer, sofort zu erwidern, daß der Groß wesir den Empfang der Botschafter ver tagen könne. Die große Erregung in der Kammer mache das Erscheinen des GroßwcsirS unbedingt notwendig; im anderen Falle würde die Kammer gezwungen sein, sich in Per manenz zu erklären und in Abwesenheit des Großwesirs Be- schlüsse zu fassen. Darauf trat eine Pause ein. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erklärte sich die Kammer in Permanenz, bis der Großwefir Aufkläruugen über sein Vorgehen liefern werde. Unterdessen kommt die Antwort des GroßwcsirS. Er weigert sich, dem Verlangen der Kammer Folge zu leisten. Er könne vor Mittwoch nicht erscheinen. Die Antwort ruft st ü r mische Erregung hervor. Der Präsident läßt einen Protest verlesen, den die O f f i z i e r e des hier stationierten Geschwaders gegen die Ernennung des Marineministers übersandt haben. Sie weisen darin auf die Gärung unter den Marine« truppen hin und erklären, die Marine sei ohne Kommando. Sie erkenne nur das Kommando der Kammer an Der Führer der Jungtürken, Riza Tevfik protestierte in heftiger Rede gegen dieses disziplinwidrige Vorgehen der Offiziere. Als Riza Tevfik während einer Pause in den Wandelgängen erschien, wurde er von Offizieren umringt, die ihm lebhafte Vorwürfe machten, worauf Riza ausrief:„Wir haben bisher verstanden Ordnung zu halten, wir werden eS, wenn nötig, auch weiter verstehen. Der Kammerpräsident machte dem Zwischenfall dadurch ein Ende, daß er Riza ins Präsidentenzimmer zog. lieber zwei- hundert Offiziere waren im Hause anwesend. Die Erregung steigerte sich, als der Großlvepr noch immer nicht er- schien und, als er dazu durch einen Boten aufgefordert wurde, es endgültig ablehnte, heute in der Kammer zu er« scheinen. Der Weigerung des Großwesirs antwortet der Beschluß der Kammer. Sie beschließt mit 198 gegen 8 Stimmen, also mit an Ein stiminigkeit grenzender Majorität, eine Wirtung des brüsken Auftretens des Großwesirs, diesem dos Mißtrauen Dieser herrschenden Anschauung trat zuerst Lamarck enb gegen. Er schuf die UmbildungLlehre. Als die wichtigsten Momente dieses UmbildungsprozesseS nannte er die Anpassung und Ver c r b u n g. Lamarck nahm auch den Menschen von dieser Um- bildung nicht aus. Er erkannte die natürliche Einheit des großen Wirbeltierstammes und stellte auch zuerst die vier Klassen auf: Fische, Amphibien, Vögel und Säugetiere. Schon Lamarck sagte, daß durch Umbildung der Mensch das höchste Säugetier geworden sei. Dieser Grundpfeiler unserer modernen Entwickclungslehre warf die alte Schöpsungssage über den Haufen. Ihr wurde aber von den herrschenden Autoritäten so energisch entgegengetreten, daß sie beinahe vollständig vergessen wurde. Als 50 Jahre später Darwin sie von neuem aufnahm, wenn er auch von anderen Gesichtspunkten anSging, erschien die ganze Abstammungslehre als neue Theorie und wurde kurz Darwinismus genannt. Der auffällige Gegensatz zwischen dem Mißerfolg von Lamarck und dein großen Erfolg von Darwin erklärt sich zunächst durch die glänzenden Fortschritte, die die Naturwissenschaft gemacht hat, außerocm aber durch zahlreiche Entdeckungen, auf dem Gebiete der Physiologie. Außerdem füllte der Darwinismus weite Lücken auS, die Lamarck offen gelassen hatte. Darwin stellte die Selektions- theorie aus und löste das große Rätsel von der mechanischen Ent- tchung und der Zweckmäßigkeit der Organismen. Er erklärte die Frage, daß die Natur sich ohne Schöpfer selbst regeln könne. Sein Verdienst war es, daß er ein klares, einheitliches Weltbild aufstellte. Er gab uns die natürlichen Ursachen für die wundervollen Er- 'cheinungen des täglichen Lebens, er bewies die Allmacht der unbeug- amen Naturgesetze gegenüber der alten mystischen Auffassung eines persönlichen Schöpfers. Was man in der Astronomie und Geologie längst wußte, bewies er auch für die Naturwissenschaft. Lamarck und Darwin waren Autodidakten; durch die unmittelbare Anschauung der Natur selbst gelangten sie zu ihren Ansichten. Lamarck stellte zuerst den Unterschied zwischen den Wirbeltieren und den wirbellosen Tieren fest. Bei der Untersuchung der Tausende von Pflanzen und Tieren fand er, daß es überall innere Verwandt- chaft gäbe. Er verglich auch die Skelette der alten Tiere und kam zu dem Schluß, daß diese die Vorgänger der heutigen Organismen ein müssen. Er vermochte aber mit seiner Lehre nicht durchzu- dringen." Anders ging Darwin vor. Auf seiner Forschungsreise durch Südamerika konnte Darwin in fremden Gebieten weite Studien- reisen ausführen. Nach der Rückkehr von dieser Weltreise entstand sein Werk von der„Entstehung der Arten". Lamarck hatte die Lösung ans deduktivem Wege versucht, Darwin verfuhr induktiv. Darwin studierte jahrelang die Umänderung, die der Mensch an Haustieren und Hauspflanzen hervorgebracht hatte. Er lernte so die künstliche Zuchtwahl genau kennen. Er war der erste Physiologe, der sich die Frage vorlegte: Wie sind die merkwürdigen Verändc- rungcn in den zahlreichen Pferde- und Taubenrasscn hervorgebracht? Er erkannte, daß das organische Leben sicher aus mehr als 100 Millionen Jahre zurückgeht, und verglicb die Ausgrabungen mit den heutigen Zwergsormen. Er fand gewisse Aehnlichkeiten, deshalb 'agte er sich, daß die früheren Tiere mit den heutigen stammes- verwandt fein müßten. Trotzdem Darwin niemals Philosoph sein wollte, war er es vielmehr als alle, die sich so nennen. Er wollte eben Empiriker(auf dem Boden der Tatsachen) bleiben und nur das anerkennen, was er an taufenden Beispielen beweisen konnte. Das bedeutungsvollste Problem aber war für ihn dieEntstchung es Menschen. Schon Lamarck hat diese Frage zu beantworten versucht durch Uebertragung der Abstammungslehre vom Tier auf auszudrücken. Darauf wird eine Resolution angenommen, in welcher der Präsident der Kammer ersucht wird, dem Su'ltan die Willensmcinung der Kammer zur Kenntnis zu bringen, daß ein Kabinettschef ernannt würde, welcher das Vertrauen der Kammer besitze. Der zweite Teil der Resolution, worin die Kammer erklärt, sie wolle so lange tagen, bis sie die Erklärung de» Großwesirs erhalten hätte, wurde abgelehnt.— Eingreifen der Flotte. Frankfurt a. M., 13. Februar. Einer Meldung der„Franks. Zeitung" aus Konstaiitinopel zufolge hatten die K o m m a n- d a n t e n der drei vor dem Palaste von Dolma Bagtsche liegenden Panzerschiffe an den Großwesir ein Ultimatum gerichtet, worin sie die Wiedereinsetzung der ab» gesetzten Minister verlangen und mit einem Born» bardement drohen, bei dem gering st en Versuche der Pforte, reaktionäre Maßregeln zu ergreifen. Konstantinopel, 13. Februar.(Meldung des Wiener k. t. tele- graphischen KorrespondenzbureauS.) Die Kommandanten der Panzerschiffe haben in ihrem dem Großwesirat und der Kammer eingereichten Proteste auf die Gärung unter den Marinetruppen hingewiesen und erklart, die Marine sei ohne Kommando. Sie erkenne nur das Kommando der Kammer an. poUtifebe ücberrkbt* Berlin, den 13. Februar 1909 Reichsgesundlicitsamt und Reichsversicherungsamt. Aus dem Reichstag(13. Februar). Das Kapitel Reichsgesundheitsamt" gab zu eingehenden Debatten Anlaß. Genosse Brühne führte die Mißstände vor, die durch den Kölner Aerztcstreit veranlaßt worden sind, und drang, wie Zubeil früher schon, auf ernstlichere Bekämpfung der Blei- crkrankungen in den verschiedenen Betrieben, in denen die Arbeiter mit Blei in Berührung kommen. Der Präsident des Reichsgesundheitsamts, Herr B u m m, meinte, ein Verbot der Bleiweißverwendung lasse sich nicht rechtfertigen, riet aber, die Arbeiter möchten das Bleimerkblatt, das vom Reichsgesnndheitsamt herausgegeben worden ist, sorgfältig studieren, dann würden sie sich vor den schädlichen Einflüssen des Bleies meist bewahren können. Herr Mugdan(srs. Vp.) suchte die Schuld an dem Kölner Aerztestreik den Krankenkassenverwaltungen aufzubürden, worauf Genosse Hoch diesen und ähnlichen früheren Angriffen des Freisinnigen Dr. S t r u v e entgegentrat. Nicht von einem Zlvist zwischen Aerzten und Kassenvorständen könne man reden, da die Vorstände die volle Zustimmung der Mit- glieder, und zwar sowohl der Unternehmer wie der Arbeiter hätten. Die Behauptung des Herrn Struve. die Leipziger- Kasse hätte die Kölner vor den Leipziger Aerzten gewarnt, entkräftete Hoch durch Verlesung eines Briefes des Leipziger Kassenverbandcs, aus dem genau das Gegenteil der Struvescheu Behauptung hervorging. Beim Kapitel Reichsversicherungsamt erörterte Genosse B ö m c l b u r g die Mängel der Unfallstatistik und der Unfallverhütungsvorschriften. Er wies nach, daß für die gefährlichen Arbeiten unter Preßlust bei Bauten im Wasser ganz verschiedenartige Vorschriften vom Reichsmarineamt und der TiesbauberufSgenossenschaft erlassen find. ersteres dulde z. B. fortgesetzte Arbeiten unter Wasser nur zwei Stunden lang, letztere sechs Stunden lang. Es sei dringend notwendig, daß das Reichsversicherungsamr energischer als bisher auf genügende Schutzeinrichtungen bei der Tiefbaubernfsgenossenschaft dringe. Der Direktor Caspar verwahrte die Behörde gegen den Vorwurf, daß sie zu zag- hast den Unternehmern gegenüber sei, versuchte aber gar nicht den Menschen. Lamarck schilderte den merkwürdigen Gang dieses Umbildungsprozesses. Er erklärte auch die Vernunft, diese höchste Tätigkeit, aus physikalischen Ursachen. Darwin baute das weiter aus, aber er fürchtete das allgemeine Vorurteil gegen die tierisckje Abstammung, obgleich er sie zuerst nur andeutete. Diese An- dcutung schien aber dem deutschen Ucbersc|er so bedenklich, daß er ie überhaupt wegließ. Aber nachdem schlMtich Bückmer und Voigt in Deutschland aufgetrelcn waren, erschien 1871 Darwins Werk über die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl. Die hohe allgemeine Bedeutung dieses anthropologischen Werkes Darwins liegt in der Darstellung der Entstehung der heutigen Formen aus anderen Forme». Die Seele ist ihm nicht ein über. natürliches Wesen, das im Körper wohnt und ihn dann verläßt, andern sie ist die Summe der Gehirnfunitionen. Um Mißverständnissen über die verhaßte Affcnabstammung entgegenzutreten, möchte ich erklären: Es ist ganz sicher, daß auch die menschenähnlichsten Affen keine Vorläufer von Menschen sind. Ter wichtigste Punkt, aus den es Darwin ankam, ist zweifel- loS die Einheit des S ä u g e t i e r st a m m e s. Alle Säuge- tiere haben so viel merkwürdige Eigenschaften in ihrem Körperbau gemein, daß niemand mehr an ihrer einheitlichen Abstammung zweifelt. Kein anderer als Goethe hat das schon erkannt. Es wurde lange gestritten, wie weit Goethe als Vorläufer Darwins anzusehen sei. Aber soviel steht fest, daß die Formenlehre, wie ie Goethe schon vor 120 Jahren begründete, unmittelbar als Vor- läufer der Lainarckschen und Darwinschen Lehre anzusehen ist. Goethe schließt auch den Menschen aus seiner Entwickelung nicht aus. Diese klare monistische Weltanschauung ist die Grundlage, auf der Goethes herrlichste Schöpfungen beruhen. DaS ist dieselbe atheistische Religion, die vor Jahrhunderten Giordano Bruno in Italic» und Spinoza in Holland gelehrt hatten und die in der Jetztzeit durch die Empirik ihre Begründung gefunden hat. Gemein- am sowohl bei Lamarck wie Darwin und Goethe ist ihr tief- gründiges Denken, ist das große einheitliche EntwickelungSgesetz, das das Gesanitgebiet der Natur beherrscht und das den Menschen aus diesem Gesetz nicht ausschließt. Durch die Anerkennung dieser Lehre finden wir jene kosmopolitische Perspektive, die unseren Geist über Zeit und Raum erhebt. Wir werden von den Irrtümern und Vorurteilen der traditionellen dualistischen Weltanschauung befreit. KopernikuS zerstörte den Irrtum, daß die Erde der Mittelpunkt der Welt sei. Darwin zerstörte das Dogma, daß der Mensch der vorausbejtimmtc Mittelpunkt des Erdenlebens sei." Nachdem sich der stürmische Beifall gelegt hatte, nahm Haeckel noch einmal daS Wort, um seine eigene Rolle in dem Kampf um den Darwinismus zu beleuchten. Seine Abschiedsworte lauteten: „ES ist mir schon vorgestern, äks ich meine letzte akademische Vorlesung hielt, seitens meiner Schüler soviel der Zuneigung und Dankbarkeit zuteil geworden, daß ich nur sagen kann, meine be» 'cheidenen Verdienste werden weit überschätzt. Ich bin nur einer von den Epigonen, die in den Fußtapfcn unserer großen Heroen Goethe, Lamarck und Darwin gewandelt sind, und ich habe in dem halben Jahrhundert meiner Naturforschertätigkeit nur das, was ich als wahr erkannt habe, meinen Schülern vorgetragen. Ich weiß, daß ich als Mensch Irrtümern unterworfen bin; allein, wenn ich heute zurückblicke auf diese lange Zeit eines schwierigen, kampfbewegtcn Lebens, so kann ich sagen, daß ich mit einer gewissen Befriedigung schließen kann: Die Grundgedanken unserer Führer find durch die neuesten Forschungen zu solcher Festigkeit erhoben worden, daß sie, wie ich glaube, für alle Zeiten nicht zu zer» stören sind. die von Bomelburg mitgeteilten kompromittierlichen Tatsachen andere Kapazitäten auf dem Gebiet vaterländischer politischer| zu bestreiten. Bildung. Die Etatsdebatte im württembergischen Landtage. Weitere Einschränkung der Revision geplant! Bekanntlich war bis zum Jahre 1905 die Zulässigkeit der Re vision in Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche durch einen den Betrag von 1500 W. übersteigenden Wert des BeschwerdeAntisemitische Wäsche. Der Zentrumsabgeordnete Marcour brachte in Unterstützung einer Zentrumsresolution den Unfug der Abonnentenversicherung bei geitungen zur Sprache, Stuttgart, 12. Februar. Die Debatte über den Hauptfinanzetat gegenstandes bedingt. Diese Revisionssumme wurde durch die Noder vielfach den Abonnenten schweren Schaden verursacht. hat sich in der Zweiten württembergischen Kammer zu einer gründ- velle vom 5. Juni 1905 auf 2500 2. erhöht, wodurch die Revision Was für Unfug da getrieben wird, ging flar hervor aus den lichen Auseinandersetzung zwischen der Sozialdemokratie einerseits in vermögensrechtlichen Rechtsstreitigkeiten noch mehr als bisher zu von ihm verlesenen Versicherungsbedingungen in einer Police und der Regierung und den bürgerlichen Parteien andererseits ge- einem Privilegium der Reichen wurde. Die Regierung des berüchtigten Feierabend", der nicht weniger als staltet. Unser erster Etatsredner, Genosse Dr. Lindemann, hielt hatte sogar Erhöhung der Revisionssumme auf 8000 m. verlangt. 34 Millionen Abonnenten durch den Versicherungstöder ein- gestern eine großzügige Rede, in der er der württembergischen Jetzt planen die verbündeten Regierungen eine weitere Eingefangen haben soll. Bassermann( natl.) wollte sich auf Regierung bittere Wahrheiten zu schlucken gab. Sofort erhob schränkung der Revision in Zivilfachen! Wie wir das von Marcour geforderte Verbot nicht einlassen, sondern sich der Minister des Junern, um den Eindruck der Ausführungen erfahren, wird dem Reichstag noch in diesem Jahre ein vom plädierte für eine Enquete. Lindemanns nach Möglichkeit abzuschwächen. Er bestritt, daß die Bundesrat bereits angenommener Gefeßentwurf Genosse Frant unterstützte lebhaft die Marcoursche Arbeitslosigkeit und die Not so groß seien, wie Lindemann be- augehen, der die Revisibilität an das Erfordernis der sogenannten Forderung, indem er nachwies, daß das Volk in doppelter Hauptet habe. Auf die Ausführungen Lindemanns über das Bera zugehen, der die Revifibilität an das Erfordernis der sogenannten Ver- Difformität der Entscheidungen der beiden Unterinstanzen Richtung durch die Feierabendmethode geschädigt wurde: es hältnis Württembergs zum Reiche und die Politik Bülows ging da- knüpfen will, d. H. die Revision in Zivilsachen soll hinfort nur dann wird ganz wertlose literarische Stoft in die Bevölkerung hinein- gegen der Minister vorsichtigerweise gar nicht ein. zulässig sein, wenn die beiden Unterinstanzen verschiedene Entgeschmuggelt, und durch den unlauteren Wettbewerb mit der Heute vormittag ging die Beratung weiter. Der erste Nebner, scheidungen getroffen haben! Das Erfordernis der Difformität Abonnentenversicherung werden die besseren politischen oder André, ein christlicher Arbeiterfekretär, mußte anerkennen, daß war bereits in dem ersten Gefeßentwurf zur Zivilprozeßordnung Unterhaltungszeitschriften geschädigt. Außerdem aber werden Lindemann die Notlage der Arbeiterschaft richtig geschildert habe, enthalten, wurde aber vom Reichstag abgelehnt. Von dem jezigen die Versicherten noch über die Geringwertigkeit und geringe aber die württembergische Regierung habe, meinte er, getan, was in Blodreichstag erhofft die Regierung mehr Entgegenkommen Zuverlässigkeit der Versicherung getäuscht. ihren Kräften stehe. Das Problem der Arbeitslosenversicherung fei gegenüber ihren reaktionären Wünschen, das Reichsgericht auf Kosten Nach dem noch Giesberts( 3.) fich) mit Bassermann zu schwierig. Nachdem der Finanzminister auf vorgebrachte Einzel- der rechtsuchenden Barteien zu entlasten... über die Frage auseinandergesezt hatte, wurde die Ab- wünsche geantwortet hatte, fam Genoffe Seil zum Wort, der in stimmung über die Resolution bis zur dritten Lesung vertagt. feiner Rede mit dem Zentrumsmann abrechnete und dann die AusDie Debatte erstreckte sich noch über eine Fülle von führungen des Ministers einer scharfen Kritik unterwarf. Er führte Einzelfragen, dann wurde nach achtstündiger Sigung der Etat unter anderem aus: Der Minister des Innern habe zugeben müssen, des Reichsamts des Innern zu Ende gebracht. daß die Krisen eine Folgeerscheinung der heutigen Wirtschaftsordnung feien. Dies Zugeständnis befunde eine erfreuliche Annäherung an die Lehren von Karl Marg. Die Zoll- und Handelspolitik hätte das Wirtschaftsleben schwer geschädigt. Die Agrarpolitik bringt nach oben Nugen in progressivem Maße, nach unten aber in zunehmendem Maße Schaden. Sodann beleuchtete Stedner die Behauptung des ministers: mit der Arbeitslosigkeit sei es nicht so schlimm. Der Minister möchte doch die Berichte der württembergischen Arbeits11 648 arbeitslose Arbeiter sich gemeldet haben. Eine Unsumme von ämter lesen, nach denen im Dezember 1908 auf 2888 offene Stellen Elend stede in diesen Zahlen. Es sei eine Pflicht des Staates bei einer so großen Not alles zu tun, was in seinen Kräften stehe. Reil ging dann weiter auf die Reichsfinanzreform ein, und bezeichnete die Belastung der Masse durch die indirekten Steuern als einen Mißbrauch der Macht. Die neuen indirekten Steuern bewirkten nicht nur eine noch größere Belastung der Masse, sondern beunruhigten auch seit Monaten zahlreiche Gewerbe und Industrien. Sie verschärften die Krise. Zur Dekoration sei die Nachlaßsteuer borgeschlagen, die die Agrarier bekämpfen. Den Regierungen ge= schehe es recht, daß sie jest in Verlegenheit seien. Sie hätten seit Jahr und Tag die Besteuerung des Besiges von Reichs wegen aufs wisse man noch nicht, aber selbst wenn die Finanzreform des Reiches schärfste bekämpft. Was aus der Reichssteuermacherei herauskomme, wisse man noch nicht, aber selbst wenn die Finanzreform des Reiches gelinge, stehe es mit dem württembergischen Etat schlecht. Die von mäßig alle Schichten treffen. Die oberen Schichten würden geder Regierung vorgeschlagene Steuererhöhung würde nicht gleichschont, um so mehr als der Einfommensteuertarif nach unten viele Härten aufiveise. Pfarrerbesoldungen. Die Beratung der Pfarrer besoldungsgesetze, die bas preußische Abgeordnetenhaus am Sonnabend bornahm, vollzog sich in eintöniger Weise. Die Mehrheit war sich über die vollzog sich in eintöniger Weise. Die Mehrheit war sich über die wesentlichsten Punkte bereits in der Kommission einig geworden und den einzigen Redner, der wirklich neue Momente in die Debatte geworfen hätte, den Genoffen Hoffmann, ließ man nicht zu Borte kommen. Das Dreillaffenparlament ist nun einmal fein Drt, an dem die Wahrheit ertönen darf. Wir berichten über den Zwischenfall Hoffmann an anderer Stelle und begnügen uns hier mit der Mitteilung, daß das Haus nicht weniger als 121, Millionen 30 Millionen jest gezahlten etwa Gehaltserhöhung für die Geistlichen beiber Konfefsionen bes willigte. Dies Geld müssen die Steuerzahler aufbringen, ob sie wollen oder nicht. Gleichviel ob sie aus der Kirche ausgetreten find, gleichbiel, welcher Konfession sie angehören, ihre vornehmste Staatsbürgerpflicht ist es, zu zahlen. Ueber die Verwendung der Gelder aber haben sie nichts zu fagen. ศู น den bereits Haus noch 500 000 M. als Jm einzelnen sei erwähnt, daß die Gehälter der evangelischen Geistlichen auf 2400 bis 6000 2. bemessen wurden; ihre Brüder fatholischen Glaubens arbeiten etwas billiger; da fie teine angetrauten Frauen und feine legitimen Kinder zu ernähren haben, tönnen sie mit 2300 bis 4000 m. auskommen. Außerdem bewilligte das Erhöhung des Fonds für Witwen und Waisen der evangelischen Geistlichkeit. Dagegen konnte sich die Mehrheit nicht dazu aufschwingen, die Ausnahmebestimmungen für die Erzdiözese Posen- Gnesen und die Diözese Kulm zu streichen, jene Bestimmung, durch die die Zulagen dens jenigen Pfarrern entzogen werden, die durch die Beteiligung an einer dem preußischen Staate oder dem deutschsprechenden Teile der Bevölkerung feindlichen Gesinnung das friedliche Zusammenleben der Bevölkerung oder sonst die staatliche Ordnung gefährden. Am Montag soll das Lehrerbefoldungsgeset in britter Lesung und die Novelle zum Berggefes in erster Lesung beraten werden. Das würdige Kanzlerblatt. Der ehedem deutschsozial- antisemitische, jetzt reform- antisemitische Reichstagsabgeordnete h. Köhler- Langsdorf, so fchreibt unser Kasseler Parteiorgan, das Boltsblatt", hat fich bekanntlich von der Wirtschaftlichen Vereinigung verabschiedet, weil sie ihm zu reaktionäre Politif betrieb. Durch die Motibierung seines Ausscheidens in öffentlichen Organen hat er sich ben Zorn derer um Lattmann und Liebermann v. Sonnenberg zugezogen. Dieſe ſehen ihm bereits durch Refolutionen zu und wilt, sich widerspruchslos abschlachten zu lassen. Er fährt im Amisfündigen ihm schlimme Fehde an. Aber Herr Köhler ist nicht geblatt feines Wahlkreises, dem" Gießener Anzeiger", seinen ehemaligen Freunden sehr energisch in die Parade. Gr führt an, wie unfollegial es in der Stöcker- Laitmannschen Wirtschaftlichen Bereinigung zugegangen fei und setzt dann auseinander, daß die um Liebermann einen förmlichen Terrorismus in Anivendung gebracht haben, um Stimmen für ben Sprachenparagraphen des Vereinsgefehes zu gewinnen. Von dem Vereinsgesetz selbst sagt Köhler, daß es mit seinen unfreiheitlichen Bestimmungen den Hessen einen Bolizeiawang gebracht habe, den man bisher nicht gekannt hat. Wörtlich sagt Köhler dann weiter: 174 es ist den Deutschsozialen durch ihren Terrorise mus gelungen, meinen Freund, den christlich- sozialen Abgeordneten Franz Behrens( man fann fast sagen) zu zwingen, mit ihnen für den Sprachenparagraphen und andere freiheitsbeschränkende Bestimmungen zu stimmen. Ich rief dem Abg. Behrens damals zu: Aber, Franz, was tust Du da!" Mir selber hatte man derwei! Sen Kasten, der die Abstimmkarten enthält, entwendet, um mich in der Abstimmung zu hindern; auch hatte mir die Fraktion das Referat über das Reichsvereinsgesetz entzogen." Die Mittel, die die um Latt- und Liebermann in Anwendung gebracht haben, um den Sprachenparagraphen zu sichern, find ebenso charakteristisch für die Antisemiten, wie für das Vereinsgesetz. Diese Feststellung ändert natürlich nichts an der Tatsache, daß in bezug auf ihre Wirksamteit als Boltstheater die Schillertheater den Vergleich mit den Freien Voltsbühnen nicht aushalten fönnen. frankreicn. Stuttgart, 12. Februar.( Telegraphischer Bericht.) Kammer Das Schillertheater. Wir hatten fürzlich, als der Reichstag der Abgeordneten. Im Laufe der Etatsdebatte erklärte Minister- sich mit den Theaterverhältnissen beschäftigte, beiläufig bemerkt: präsident v. Weizsäder gegenüber sozialdemokratischen Angriffen das Berliner Schillertheater fei nur eine zu Zwecken der Privatauf die auswärtige Politit des Reichskanzlers, die auswärtige spekulation ins Leben gerufene Nachahmung der Freien- BoltsPolitik des Reichskanzlers stehe im Reichstage zur tonftitutionellen bühnen". Auf verschiedene Anfragen und Mitteilungen hin nehmen Debatte, nicht in den einzelnen Landtagen. Es wundre ihn, daß wir Notiz davon, daß die Aktionäre der beiden Schillertheater gegerade in diesen Tagen die auswärtige Politit des Reichskanzlers mäß ftatutarischer Bestimmung im Höchstfalle 5 Proz. angegriffen werde, in denen ihr eminent frieblicher Charakter Binsen erhalten dürfen, während die darüber hinausgehenden Erbewiesen worden sei. In der Frage des Reichstagswahlrechts habe trägnisse zugunsten und zur Bergrößerung des Unternehmens Verwendung finden müssen. der Reichskanzler namens der verbündeten Regierungen erklärt, Seit der Reichskanzler in dem Bemühen, seine er daß sie eine Aenderung des Reichstagswahlrechts nicht planen. schütterte Stellung zu befestigen und die Gunst der Agrar- Diese Erklärung sei nach der Ansicht der Staatsregierung geeignet, fonservativen und industriellen Scharfmacher Scharfmacher zurück- alle Befürchtungen zu zerstreuen. Von der Absicht eines zugewinnen, von der Möglichkeit der Vorlegung eines neuen Ausnahmegefeßes gegen die Sozialdemokratie Ausnahmegesetzes gegen sozialistische Bestrebungen im Reichs- sei der Regierung nichts bekannt. tage gesprochen hat, läßt sein Leibblatt, die„ Nordd. Allg. 3tg.", feine Gelegenheit vergehen, um auf die staatsgefährlichen Umtriebe" der Sozialdemokratie hinzuweisen und sie durch Schimpfkanonaden zu bekämpfen. Das ist begreiflich. Die sozialistische Preise und speziell der Vorwärts" hat in dem Kampf der Bülowclique gegen Wilhelm II. die Haus meier- Allüren des Kanzlers und seinen politischen Bankrott so scharf gekennzeichnet, daß man in der Wilhelmstraße über Diese Kritiken aufs höchste erbost ist und sich nun auf jede Wiese zu rächen sucht. Auffällig ist nur, daß das Kanzler blatt bei seinen Angriffen auf die Sozialdemokratie so täppisch vorgeht, daß seine Aeußerungen oft, anstatt zur Ent rüstung aufzustacheln, zum Spott stimmen; aber niemand vermag mehr zu geben, als er hat, und die geistigen Qualitäten der offiziellen und inoffiziellen Redigenten des Kanzlerblattes gebieten ihm, mit der Berausgabung von Geist streng Maß zu halten. " 1 Als schöne Probe der geistigen Leistungsfähigkeit der Nordd. Allg. Ztg." kann der nachfolgende Passus aus dem ,, Nüchlick" ihrer legten Nummer gelten: Ein Dementi. Die geeinigte Partei und die Einkommenftener. Paris, 12. Februar.( Eig. Ber.) Das Wolffiche Telegraphische Bureau verbreitet folgendes Dementi:" Zeitungsmeldungen gegenüber ist festzustellen, daß die die Beratung über ihr Verhalten bei der Schlußabstimmung Die Parlamentsfraktion der geeinigten Partei hat heute Absage des Reichstagspräsidenten Grafen Stolberg zum Galadiner über die Einkommensteuer zu Ende geführt. Darüber, daß zu Ehren des Königs von England erst im letzten Augenblide in die Deputierten der Partei für die Vorlage, felbft in folge einer plöglichen Erkrankung in seiner Familie erfolgte, so daß ihrer im Laufe der Verhandlungen bewirkten Verschlechterung, die Einladung des Stellvertreters des Reichstagspräsidenten nicht stimmen sollen, herrschte Einmütigteit, dagegen mehe möglich war. Zu dem Ballfest zu Ehren des englischen wurde die von Gues de beantragte Abgabe einer prinSönigspaares ist übrigens das ganze Reichstagspräsidium fowie die zipiellen Ertlärung über den bürgerlichen Charakter Bräjidien des Herren- und Abgeordnetenhauses, und außerdem der Reform von Jaurès, Varenne u. a. heftig beeine große Zahl von Abgeordneten der verschiedenen Parteien ein- fämpft. Schließlich geladen gewesen." Sind Sozialdemokraten vogelfrei? " Schließlich drang die Anschauung Guesdes mit knapper Mehrheit durch. 26 Mitglieder der Fraktion unterzeichneten die Erklärung, die anderen 24 lehnen weitere Erklärung stimmen. die Unterzeichnung ab und werden für das Gesetz ohne Italien. Barlamentsauflösung und Ministerrelation. Rom, den 11. Februar 1909.( Eig. Ber.) Die im Zeichen der Generalstreitsfurcht entstandene Rammer Jm Herbst 1907 brachte das„ Saalfelder Kreisblatt", das die Sozialdemokratie nach Reichsverbandsmanier bekämpft, eine Notiz, der Saalfelder Saalfelder Voltsblatt- Redakteur Heinrich Beder sei aus Saalfeld verschwunden und habe Frau und Kinder in großer Not zurüdgelassen Tatsächlich war Beder seit zehn Während die Berliner Bürgerschaft dem britischen Königsfondern nach Dortmund übergesiedelt. Im Sommer 1907 fam B. Jahren nicht mehr im Voltsblatt" beschäftigt, paar einen ebenso würdigen wie herzlichen Empfang bereitete, als Farbenreifender nach Saalfeld zurüd, und hatte also absolut ist, tura che fie an Altersschwäche gestorben wäre, aus Bequemlich auf den in der morgigen Wochenrundschau noch zurückzukommen nichts mehr mit der„ Voltsblatt"-Redaktion zu tun. Die gesamte feitsrüdjichten der Regierung eingegangen. Es war Giolitti nach sein wird, haben die Pioniere der sozialdemokra bürgerliche Presse Thüringens nahm die Kreisblattnotia mit Be tischen Zukunftstultur in den von der Polizei ent- hagen auf. Einige Tage später mußte das„ Streisblatt" eine Be- gerade unbequem geworden, mit einer Kammer zu regieren, die blößten Straßen unserer Stadt ihrer Bandalennatur freien Lauf richtigung des Voltsblatt"-Berlegers, Genossen Hofmann, bringen, nur noch wie hypnotisiert auf den spätestens im November eingelassen, mit dem Mute hundertfacher Uebermacht wehrlose doch hängte der Streisblatt"-Redakteur einen viermal längeren tretenden Zeitpunkt ihres Endes starrte. Da war es schon beffer, Bürger, die sich ihrem Treiben entgegenseßten, mißhandelt, den Redaktionsschwanz an, in dem wiederum die Sache entstellt und ein schnelles Ende zu machen und die Neuwahlen über sich ergehen Fahnenschmud, wo er ihnen erreichbar war, niedergerissen und Hofmann in der gröbsten Weise beleidigt wurde. zu lassen, da sie nun einmal ein periodisches Uebel in einem kondurch ihr Gejohle abermals den Beweis erbracht, wie reif sie einem fräftigen Artikel kennzeichnete er die Kreisblatt"-Methode welcher Hinweise des Landes zu bedürfen, nicht daß sie ihm ein Nun war die Geduld des Genossen Hofmann zu Ende. In ftitutionellen Lande sind. Nicht daß die Regierung glaubte, irgend für das allgemeine gleiche Wahlrecht sind. Dieses Treiben hat und forderte den Redakteur Bilz auf, ihn zu berflagen. Herr Bils Programm vorzulegen hätte oder von ihm die Wahl erwartete, bei allen anderen Parteien die verdiente Verurteilung gefunden, tat es. Hofmann erhob wegen früherer Angriffe des Kreissogar das„ Berliner Tageblatt" versagte es sich dieses Mal, blattes" in neun Fällen Widerklage. Schließlich wurde Pilz vom zwischen zwei verschiedenen Wegen, zwischen zwei abweichenden seine sozialdemokratischen Schüßlinge unter seine Obhut zu Schöffengericht zu 30 M. und Genosse Sofmann eben- Richtungen. So ernst nimmt ein Ministerium Giolitti die nehmen. Ein Funke von Ehrlichkeit hätte genügt, um den„ Bor- falls au 30 M. Geldstrafe verurteilt, Gin Glück für Parlamentswahlen nicht. Es erwartet von ihnen die Bildung wärts" zu veranlassen, entweder lipp und flar die Aus- den Kreisblatt"-Redakteur war, daß von den neun Widerklagen einer Mehrheit, die der alten möglichst ähnlich sein soll, liberal mit schreitungen zu verdammen oder aber ebenso klipp und flar Sofmanns sieben für verjährt erklärt und nur zwei zugelassen konservativ- kleritalem Einschlag, also ohne Farbe und ohne sich zu derartigen Machenschaften als einem„ berechtigten Kampfmittel" für die Veredelung der Menschheit zu bekennen. Wie In der Urteilsbegründung wurde, betont, daß Pilz den GeWie soll nun eine Regierung, die mit dieser idealen" Aufaber hat er sich mit der ihm zugefallenen Aufgabe abgefunden? nossen Hofmann ganz grundlos beleidigt habe und nur beshalb faffung der Parlaments erneuerung entgegensieht, vor das Land nicht höher bestraft werde, weil ihn infolge seiner wirtschaftlichen Mit einem abstoßenden Gemisch von Feigheit, Rage bie 30 W. Geldstrafe härter treffen, als den Angeklagten treten? Sie kann nicht gut sagen: Die Nammer verrect mir unter unwahrhaftigkeit und 3ynismus fuchte er den Hofmann. Die Straffammer in Rudolstadt warf das den Händen aus lauter Geschmeidigkeit und Angst vor Neuwahlen, randalierenden Pöbel zu umschmeicheln und doch gleich ganze Urteil um und fam zu dem unglaublichen Erkenntnis, Bila darum wählt mir bitte eine neue, die ebenso geschmeidig, aber der zeitig die Verantwortung von den Führern der Sozialdemokratie freizusprechen, während Hofmann 100 M. Geldstrafe Angst um ihre Eristenz ledig ist. Sie kann nicht gut fagen: ich abzuwaschen. Für ihn ist nichts weiter vorgefallen als„ spontane" erhielt. Das Gericht nahm an, die beiden Widerklagen seien bitte um gutfunktionierende Stimm- Maschinen für die Fortsetzung Demonstrationen der Arbeitslosen, die zu einzelnen unnüßen berjährt, da sie nicht form- und zeitgerecht eingereicht seien. meiner Dittatur. Und so bringt sie, da ihr jedes Programm fehlt, lebergriffen" geführt hätten." Das Jenaer Oberlandesgericht als letzte Instanz war jedes Verständnis für die Fragen des Landes, eine Art WahlaufEine ganz ansehnliche journalistische Leistung. Hoffent- jedoch entgegengejekter Meinung, hob das Urteil auf und lich bleibt aber das Blatt nicht auf halbem Wege stehen, fon- verwies den Prozeß an die Straffammer Rudolstadt zurück. Diese ruf, der an Leere und Nichtigkeit geradezu einzig dafteht erkannte nun am Sonnabend gegen ofmann wieder auf dern vervollständigt, um selbst den größten Anforderungen 100 m. Geldstrafe, erflärte Bilz zwar der Beleibi Jahre ungestört oder doch fast ungestört regieren kann, auch wenn gewachsen zu sein, seinen Redaktionsstab durch Herrn von gung schuldig, aber für straffret. Hofmann soll brei man so gut wie garnichts tut, hält er es natürlich für unnötig, für Oldenburg- Januschau, Hermann Kreth, Gustav Maltewitz und Biertel Bila ein Biertel der nicht unbeträchtlichen Koften tragen. Die neue Legislaturperiode große Versprechungen zu machen. Mit wurden. Rüdgrat. Da Giolitti aus der Erfahrung gelernt hat, daß man fünf ein paar Phrasen wird er fertig. So verheißt er eine Steuer- entlastung der Artikel des Massenkonsums, zu der er in weit günstigeren Finanzlagen nie den Mut gefunden hat. Weiter wird eine Vereinfachung des Straf- und Zivilprozesses versprochen, für die es allerdings hohe Zeit wäre. Dazu noch ein paar all- gemeine Redensarten über die Friedenspolitik, herzliche Freund- schast mit allen Mächten und die Notwendigkeit, die Rüstungen zu vermehren. Damit ist man mit der auswärtigen Politik, über die � sich doch jetzt einiges sagen ließe, fertig. Daß man es weiter mit den Klerikalen halten will, geht aus dem Stillschweigen hervor, mit der man über die Frage der Ehescheidung hinweggeht, die doch schon in einer Tronrede in Aussicht gestellt worden war. Ohne Programm tritt jetzt die Regierung voll Gottvcrtraucn in den Wahlkampf. Sie glaubt, für eine gute Stimmung der Massen durch die Amnestie Sorge getragen zu haben. Auch möchte sie Vorteil daraus ziehen, daß die Katastrophe in Süditalien den Widerstreit der Parteien über der allseitigen Hilfsaktion hat ver- gessen lassen. Was die günstige Stimmung nicht vermag, soll das halboffizielle Bündnis mit den Klerikalen tun und wenn dies beides nicht zum Durchsetzen des Regierungskandidaten aus- reicht— wozu wäre da Giolitti Spezialist in der Wahlmache, sei es durch Vergewaltigung oder Bestechung? Jdeallos und schlau geht so die Regierung an die Arbeit, verschachert ihre Unter- slützung für kommende Gegenleistung und wird hier den Klcrika- lcn und dort den Freimaurer, hier den Konservativen und dort den Radikalen unterstützen. Unterschiede macht sie nicht, weiß doch Giolitti allzu gut, daß von der so zusammengewürfelten Mehrheit einer des andern wert ist. Aus persönlichen Gründen wird Giolitti in manchem Wahl- kreis auch konstitutionellen Gegnern einen harten Kampf liefern; er hat eine sehr weitgehende Fähigkeit, zu hassen und diesem Haß politischen Ausdruck zu geben. Aber die Hauptwucht des Kampfes wird sich gegen die S o z i a l i st e n wenden. Giolitti hat es diesen nie verziehen, seinen Liberalismus einmal für echte Münze ge- nommen zu haben. Wer ihm ein politisches oder soziales Ideal zutrauen konnte, mag Giolitti wohl als sein lebendiges, böses Ge- wissen erscheinen oder doch wenigstens als eine Gefahr, ihn in der Geschichte zu kompromitieren. Wir unterschätzen Giolitti gewiß nicht als Gegner, glauben aber, daß er unserer Partei nie Verderb- licher werden kann als er ihr als Bundesgenosse war. Die Ehre, den Hauptangriff des Ministertums auf ihre Kandidaten gerichtet zu sehen, weiß die Partei zu schätzen und wird sich ihrer würdig zeigen. Snglanct. Eine Arbeitsloscndemonstration. London, 13. Febr.(Privatdepesche d.„Vorwärts".) Der Trasalgar Square, der denkwürdige De- Ntoitstrationsplatz, der schon so viele mächtige Kundgebungen gesehen hat, sah heute eine der e i g e n a r t i g st e n De- inonstrationen. Unter Leitung von dreißig anglikanischen und baptistischen G e i st l i ch e n tagte auf diesem Platze ein von zehntausend Personen besuchtes Meeting zug unsten der Arbeitslosen. Drei geistliche Redner sprachen durchaus im s o z i a l i st i s ch e n Sinne und riefen mit ihren Ausführungen große Begeisterung hervor. Folgende Reso- lution wurde angenommen: Die Arbeitslosigkeit kcmn nur geheilt werden durch Aenderung der Grundlagen des jetzigen Wirtschaftssystems. Inzwischen wird die Negierung aufgefordert, sofort Geldmittel für Arbeitslose zu bewilligen und in der nächsten Parla- mentstagung vor allem die Arbeitslosenfrage auf die Tages- Ordnung zu setzen._ Die künftige Wahlparole. London, 12. Februar. Der Haupteinpeitscher der Regierungs- Partei, P e a s e, erklärte in einer Rede, die er heute in Plymouth hielt,-die Regierung lverde, bevor noch viele Monate ins Land ge- gangen seien, an das Volk appellieren, da sie entschlossen sei, das Vetorecht des Oberhauses zu beseitigen. Rußland. Azclu— der Chef der echtrussischen Kampsorganisationen? Die Pariser Zeitung„Les Nouvelles" brachte vor einigen Tagen die Mitteilung, daß der nach Paris geflüchtete Mörder des Kadetten führerS Dr. Jollos sich an die französische Negierung mit der Bitte gewendet habe, ihn auf Grund des Aus- lieferungsvertragcs an Rußland auszuliefern, damit er die Mög- lichkeit erlange, die Begleitumstände des Mordes vor Gericht auf- zuklären. Das Blatt fügte hinzu, daß dieses Gesuch in Ver- bindung stehe mit den Enthüllungen über die provokatorische Tätigkeit A z e w s. Die Vorgeschichte dieses Falles ist folgende: Anfang Juni 1907 wurde einer der energischsten Führer der echtrussischen Kampf- organisationcn, der frühere Arbeiter K a s a n z c w, in der Nähe von Petersburg ermordet aufgefunden. Es stellte sich heraus, daß er unter dem Deckmantel eines Revolutionärs in den Kreisen un- erfahrener junger Arbeiter Anhänger geworben hatte, mit deren Hilfe er Attentate gegen Leute inszenierte, die der e ch t r u s s i s ch e Volksverband aus irgendwelchen Gründen beseitigen wollte. So organisierte er u. a. ein Bombenattentat gegen den Grafen Witte und den Mordanschlag gegen Dr. Jollos. Der Mörder des letzteren, ein junger Arbeiter, namens Fedorow, erfuhr erst nach dem Morde, daß er das Werkzeug eines echtrussischen Provo- latcurs geworden war und ermordete ihn aus Rache. In welchen Beziehungen steht Azew zu diesem Falle? War er, der Ehef der Kampfesorganisation der Sozialistcnrevolutionäre, der agent-provocsieur des Polizeidepartcments, zugleich der Chef der Kampforganisation des cchtrussischen Volksverbandes? Es spricht sehr viel dafür, daß diese Verbindung tat- sächlich e x i st i e r t e. Dunkle Gerüchte darüber waren schon längst im Umlaufe. Und nun finden wir in den Petersburger Zeitungen folgende Angaben: „Personen, mit denen Azew durch seine verbrecherische Tätig- kcit verknüpft war, standen auch in Verbindung mit den Kampf- Organisationen des echtrussischen Volksverbandes. Der Apparat, welcher revolutionäre Attentate vorbereitete, stand vermittels dritter Personen in Verbindung mit dem Apparate, welcher die cchtrussischen Attentate inszenierte." Diese Angaben lösen den Widerspruch, der darin enthalten ist, daß Kasanzew, der seine Hand im Spiele hatte bei der Ermordung Herzensteins und Jollosh einige Zeit in den Reihen der„Maxi- malisten" tätig sein konnte. Die Attentate, die Azew mit Wissen und Willen der politischen Polizei organisierte, genügten eben nicht. Es mußte nebenbei noch ein anderer Apparat ins Leben gerufen werden, der neben der aktiven Teilnahme an Pogroms Attentate gegen mißliebige Personen ausüben konnte — die echtrussischen Kampforganisationen. Und die Tätigkeit dieser Organisationen scheint Azew mit der der ihm„unterstellten" revolutionären Organisationen„koordiniert" zu haben. Jedenfalls hat er auch dort seine Hand im Spiel gehabt. Verantw. Redakt.: Carl Mermuth, Berlin-Rixdorf. Inserate verantw.: Ist das vielleicht die Ursache, weshalb das Zentralorgan der Echtrussen,„Rußkoje Snamja", so energisch für Azelo eintritt und erklärt, es sei die„Ehrenpflicht" der Regierung,„Azew zu schützen"? Ein politisches Attentat. Riga, 13. Februar. In der Nähe der Kathedrale wurde der Vorsitzende des temporären Kriegsgerichts K o s ch e l e w von einem Unbekannten durch einen Revolverschuß am Kopfe verwundet. Der Täter ist nach längerem Wider- stände schwer verwundet und dann verhaftet worden. Gewerkfcbaftlkbes. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Sims u. Co. in London(England) werden fortwährend die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse verschlechtert, so daß die dortige Metallärbeiterorgani- sation gezwungen war, über diese Firma die Sperre zu verhängen. Demnach bekommt jetzt die Firma keine geeigneten Arbeitskräfte, und versucht durch Agenten und Inserate deutsche, insbesondere Berliner Metallarbeiter nach London zu engagieren, damit die- selben Arbeitswilligen dien st e verrichten. Es kann wohl ohne weiteres angenommen loerden, daß jeder Kollege ein solches Anerbieten zurückweisen wird. Die Firma Sims u. Co. in London ist für Metallarbeiter gesperrt. Arbeiterfreundliche Zei- tungen werden um Abdruck ersucht. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Der Kampf der Bäcker um ihre Sonntagsruhe! Seit etwa 4 Jahren sind die Bäckergesellen unter Führung ihrer Organisation, dem Deutschen Bäcker- und Konditorenverband, bestrebt, auch für sich das ihnen vorenthaltene Recht zu erlangen» nur ö Tage zu arbeiten, und den siebenten zu ruhen. Schon zweimal haben sie in mehreren Hunderten von Versammlungen beschlossen, sich mit Petitionen an den Bundesrat zu wenden, um, wenn nicht die Sonntagsruhe, so doch als Ersatz dafür einen 36stündigen Ruhe- tag an einen Wochentag durch Bundesratsverordnung zu erlangen. Charakteristisch für den sozialen Geist unserer Reichsregierung ist es, daß man es nicht einmal für notwendig hielt, den Absendern der Petition zu antworten. Als die Bäckerinnungen im entgegen- gesetzten Sinne vorstellig wurden und um Ablehnung der Gesellen- Petition baten, war man schnell zur Hand, um die erschreckten In- nungen zu beruhigen, indem man ihnen erklärte, daß der Bundes- rat die Petition der Gesellen abgelehnt habe. Die Bäckergesellen wandten sich nunmehr mit ihrer Petition direkt an den Reichstag. In eingehender Begründung wiesen sie darauf hin. daß in weiten Landesteilen, besonders in Rheinland und Westfalen die Sonntagsruhe schon von alters her bestehe, die jetzt erst durch Verordnung des Regierungspräsidenten von Düffel- dorf gesetzlich auch für die Rheinprovinz festgelegt ist, daß weiter in vielen Großstädten Tarifvereinbarungen bestehen, nach welchen den Arbeitern wöchentliche Ruhetage gewährt werden müssen, und daß besonders andere Staaten längst schon ähnliche, oft sogar noch weitergehende Gesetze haben, die den Bäckern bestimmte wöchent- liche Ruhepausen gewähren. Besonders aber wurde auf die hygienische Notwendigkeit der Forderung und auf die geradezu unglaubliche Krankenstatistik der Bäcker hingewiesen, wonach zur- zeit über 42 Proz. der Krankenkassenmitglieder ständig erkrankt sind, und das in einem Gewerbe, das wenig mit Unfällen zu rechnen hat. Den Bückerinnungen mögen nun wohl diese Feststellungen mit samt der ganzen Petition schwer im Magen gelegen haben. Auf der einen Seite konnte» sie die Tatsachen nicht widerlegen, wahr- scheinlich wollte man die Erbitterung der Bevölkerung, die bereits durch das mehr als reaktionäre Verhalten der Bäckerinnungen bei früheren Anlässen geschaffen wurde, nicht noch steigern, auf der anderen Seite aber konnten die Jnnungsmacher nicht zugeben, daß etwa der Reichstag in einem Anfall von sozialer Einsicht auf das Verlangen der Gesellen eingeht. Für die Jnnungsmacher war somit guter Rat teuer. Da verfielen die Jnnungsdrathzieher auf einen Ausweg, der bisher in der Geschichte der sozialen Kämpfe der Neuzeit als unerhört bezeichnet werden muß. Der Führer der„Gelben" Bäcker, Gustav Wischnöwski, der anscheinend das Bäckergewerbe und die Hoffnung, einmal als Meister selbständig zu werden, längst aufgegeben hat—/er betreibt in Moabit, Wicleffstraße 48, ein flottes Zigarrengcschäft und sammelt für den gelben Verleger Hartmann Inserate und Abonnenten— ließ sich prächtig dazu verwenden, den Hoffnungen Hunderttausender von Bäckergesellen ein Bein zu stellen und die Innungen vor neuer Kompromittierung zu retten. Dieser gelbe Präsident Wischnöwski hat also eine Petition an den Reichstag gerichtet, in welcher er bittet, die Forderung der Bäcker- gesellen nach einem wöchentlichen Ruhetag ab- zulehnen! Es würde zu weit führen, auf die groben Unrichtigkeiten, Ver- drehungen und Entstellungen dieser gelben Petition einzugehen. Dieselbe atmet den reaktionären Geist, der bei unseren Bäcker- innungen stets und bei jeder Veranlassung zum Ausdruck kommt. Dieser Streich scheint nun aber eine Wirkung zu haben, die sich die Arrangeure desselben nicht haben träumen lassen. Wie uns aus allen Teilen Deutschlands gemeldet wird, hat sich der Masse der Bäckergesellen, auch der Unorganisierten, eine ge- waltige Erbitterung bemächtigt, die sich weniger gegen das schmäliche Jnnungswerkzcug Wischnöwski, als gegen seine Auftraggeber, die Bäckerinnungen, richtet. Versammlungen, die bereits stattgefunden haben, sind bisher so besucht gewesen, wie nie boher. Selbst Mitglieder der Gelben haben unverhohlen auSge- sprachen, daß sie diese gelbe Petition für einen Verrat an den Ge- felleninteressen halten müssen und Wischnöwski selbst ist auf einem gelben Bundestag gezwungen worden, einer Resolution zuzustimmen, nach welcher die gesetzliche Festlegung der Sonntagsruhe von 26 Stunden erstrebt werden soll. Das mag wohl dem gelben General äußerst bitter angekommen sein, aber er mußte in den sauren Apfel beißen. In Berlin wird sich nun am nächsten Dienstag eine Versammlung der Bäcker Berlins und Umgegend mit der neuesten Heldentat des gelben Generals beschäftigen. Die- selbe findet in Freyers Festsäle, Koppen st raße 29, und zwar n a ch m i t t a g s Slü U h r st a t t. Zu dieser Versamm- lung sind die Mitglieder des Reichstags aller Parteien, soweit sie der Kommission zur Vorberatung der Ge- werbeordnungsnovelle atzgehören, eingeladen worden. Auch der Absender der gelben Petition, Gustav Wisch- n ö w s k i, Wicleffstraße 43, ist aufgefordert worden, in der Ver- sammlung zu erscheinen, und sein gemeinschädlichcs Tun zu recht- fertigen. Diese Versammlung verspricht, eine gewaltige Demonstration zugunsten des Ruhetages zu werden, zugleich aber auch ein Straf- gericht über die niedere Kampfeswcise der Bäckcrinnungen und ihres gelbe» Generals Gustav Wischnöwski. Die Bäckergesellen von Berlin und Umgegend werden dringend ersucht, vollzählig und frühzeitig in der Versammlung zu er- scheinen. Bezirksleitung Berlin de? Deutschen Bäcker- und KonditorenverbandeS. Ein preußischer Kanzleideamten-Berband ist in Berlin gegründet worden. Nachdem der Hauptrefereut, Herr Neumann, die allgemeine Lage der Kanzleibeamten, namentlich die traurigen BcsoldUngSverhältnisse geschildert hatte, beschloß die !h, Glocke. Berlin. Druck u.Verl2g:BorwärtsBuchdr.u.VerIagSanstätt� Versammlung einstimmig die Gründung eines„Verbandes der mittleren Beamten im preußischen Provinzialkanzleidienst". Der Verband unifaßt alle Kategorien von Beamten, nur die Eisenbahn- kanzlistcn sind mit Rücksicht auf ihre besonderen Dienstverhältuisse dem neuen Verbände fern geblieben. Sie haben beschlossen, einen eigenen Verband mit dem Sitz in Kassel zu gründen. In der längeren Diskussion wurde die wirtschaftliche Lage der Kanzlei- beamien durch einzelne prägnante Beispiele grell beleuchtet. Es wurde noch beschlossen, in einigen Wochen eine große Versammlung einzuberufen, in der die offizielle Konstituierung des neuen Ver- bandes erfolgen soll. DeurWies Reich. Tie Aussperrung der Steinseher und Ramm er in Kiel ist be- endet, und zwar mit einem sehr guten Erfolg für die Arbeiter. Tie Unternehmer hatten denselben gleich ein ganzes Bündel Verschlechte- rangen zugemutet: Lohnherabsetzung in doppelter Beziehung, Ein- führnng der Akkordarbeit, Verlängerung der Arbeitszeit, obliga- torische Anerkennnung eines unsinnig hohen Arbeitsleistung»- tarifes, und noch einige ähnliche„Kleinigkeiten". Alle diese Ver- schlechterungen haben die Unternehmer im Verlaufe des Kampfes nicht nur zurückziehen müssen, sondern sie mußten sich auch noch zu einer Lohnerhöhung verstehen, die für Steinsetzer 5 Pf., für Rammcr S Pf. pro Stunde, auf die Jahresstaffeln verteilt, beträgt. Ter am heißesten umstrittene Punkt war die Dauer des Vertrages. Die Unternehmer erklärten bis zuletzt, daß sie unbedingt daran festhalten, den neuen Tarif nur bis zum 31. März 1919 abzu- schließen, an welchem Zeitpunkte bekanntlich alle Verträge im Baugewerbe ablaufen. Die Arbeiter erklärten, unter allen Um- ständen daran festzuhalten, daß die von ihnen beantragte Lohn- erhöhung sofort in vollem Umfange eintreten müsse. Schließlich gaben die Unternehmer auch hierin nach und stimmten nunmehr einem vierjährigen Vertragsschlusse zu. Vom Arbeitgebcrschutzverband für baS Holzgewerbe in Bayern. Eine gelungene bezw. köstliche Naivität bezeigte die Ortsgruppe Würzburg des Arbeitgeberschutzverbandes für das Holzgewerbe, als ihr Vorstand am 1. Februar d. I. den im Jahre 1996 ab- geschlossenen Tarifvertrag kündigte. Mit dem Kündigungsschreiben an die Lokalverwaltung übersandte der Schutzverband gleichzeitig einen neuen.Tarifentwurf" und schrieb dazu wie folgt: „Sollten wir bis zum 8. Februar d. I. ohne Rückäußerung Ihrerseits sein, so erachten wir Ihr Stillschweigen als Anerkennung beifolgenden Bertrag'es.' Dieser Zumutung entsprechend, war denn auch der übersandte Vertrag mit Stempel und Unterschrift des Schutzverbandes versehen, gerade als ob man im Ernst gehofft hatte, die Holzarbeiter in Würzburg würden in solcher Weise„stillschweigend" mit sich um« springen lassen. Mittlerweile sollte eS doch den Arbeitgebern aller- orts, namentlich aber denen vom Schutzverband. endlich klar geworden sein, daß Tarifverträge mit den Holzarbeitern nur auf dem Wege gegenseitiger Verhandlung und Verein« barung zustande kommen können. Ausland. Friede im Schnhmachergcwerbe zu Budapest. Nach längerem Zwist wurde zwischen den Arbeitgebern und den Gehilfen des Budapcster Schuhmachergewerbes endlich der Friede wieder hergestellt. Die Gehilfen hatten die v o l l st ä n d i g e Ab- schaffung der Heimarbeit gefordert. Die Arbeitgeber haben nun- mehr diese Forderung zu erfüllen sich verpflichtet. Zunächst wird für 599 Gehilfen eine mit modernen Maschinen ausgestattete Zentralwerk statte errichtet. Der wesentlichste Nutzen für die Gehilfen besteht darin, daß die bei der Heimarbeit fast unausbleibliche Arbeitsdauer von 14 bis 16 Stunden wesentlich abgekürzt wird. Verworfen wurde der Einheitstarif für die Maschinensetzer in der Schweiz in der Urabstimmung des Typographenbundes mit 1489 gegen 865 Stimmen. Mit Ausnahme der Berner haben alle großen Sektionen den Tarif verworfen, so z. B. Zürich mit 385 gegen 61 Stimmen. Die„Helv. Typographia" bemerkt, daß nun trotzdem ein neuerlicher Versuch zur Schaffung eines Einheits- tarifes für die Maschinensetzer gemacht werden müsse. Uhrcnarbeiterstreik in der Schweiz. Die Krise in der Uhren» industrie ermutigt die brutalen Kapitalisten, ihren Arbeitern daS Koalitionsrecht zu rauben. In der Uhrenfabrik-Aktiengesellschaft zu Reeonvillier, wo bisher schon eine Lohnreduktion der anderen folgte, ist den zu einer Versammlung einberufenen Arbeitern vom Ver- waltungsratspräsidcnten erklärt worden, daß von nun an keine Gewerkschaft mehr geduldet werde, worauf die zirka 359 Arbeiter einmütig die Fabrik verließen und in den Streik traten. M der Suche nach dem Messerstecher. In letzter Stunde wird uns noch eine Verhaftung ge- meldet, die bereits gestern vormittag erfolgte, zunächst aber noch unsicher erschien. Das Ergebnis der weiteren Ermittelungen ist aber jetzt doch so, daß die Festtzahme voraussichtlich aufrechterhalten wird. Sie betrifft einen 23 Jahre alten Kaufmann Karl B., auf den die Lichtenberger Kriminalpolizei schon ihr Augenmerk ge» richtet hatte, als er nach längerein unbekannten Aufenthalt gestern in Lichtenberg wieder angemeldet wurde. B. ist geistig minder» wertig, ein„verbummeltes Genie" und Epileptiker. Er hat sich auffallend bcnomtzten. Aussagen wollte er zunächst überhaupt nicht machen, auch über seine Person nicht. Sein Alibi für die Zeit des Ueberfalles auf Dora Rabenhorst ist ganz unsicher. Zudem er- klärten dieses Mädchen und auch die Frau, die der Täter bei der Flucht aus dem Hause Kronprinzenstrahe 3 beinahe umgerannt hätte, übereinstimmend, daß der Messerstecher jedenfalls eine sehr große Aehnlichkeit mit B. habe. Sie glauben Wohl, daß er e» sei. Der Verhaftete wurde unter diesen Umständen festgehalten und wird voraussichtlich heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Letzte JVacbricbtcn und Dcpcfcben» Eine Polizeileuchte. Magdeburg, 13. Februar.(B. H.) Der Polizeikommissar Karl Sernow, früher hier und zuletzt in Danzig im Amte, wurde heute von der Strafkammer des Landgerichts in Magdeburg wegen Unterschlagung amtlich anvertrautcr Gelder zu sechs Monaten Ge- fängnis verurteilt. Er hatte von einem jungen Mädchen etwa 756 M. einbehalten, das unter dem Verdachte der gewerbsmäßigen Unzucht stand, und das Geld erst zurückgezahlt, als seine Behörde davon erfuhr. Ehe er das Geld zurückzahlte, lieh er sich 899 M. von einer Bordcllwirtin. Bon einer FcuerSbrnnst zerstört. Paris, 13. Februar.(B. H.) In Pouily an der Loire wurde heute die Gcndarmeriekaserne durch eine Feucrsbrunst vollständig zerstört. Es liegt Brandstiftung vor, welche den Anarchisten zur Last gelegt wird. Wie es heißt, ist berr'� ein Anarchist, welcher der Tat verdächtig ist, verhaftet worden. Ein Vulkan in Tätigkeit. New Aork, 13. Februar.(B. H.) Der Vulkan Colima (Mexiko) zeigt eine gewaltige Eruption. Eine Feuersäule schießt mehrere hundert Fuß hoch aus dem Krater hervor, enorme Lava- ströme ergießen sich.__ jaul SwgerLc Co., Berlin SW, Hierzu 5 Beilage«, Nr. 38. 26. Jahrgang. l. KtilM Ks Jitmätte" Anlim WIKsdlM Söitiiiög, 14. Februar 1909. Reid)9tag» 206. Sitzung. Sonnabend, 13. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Bethmann-Hollweg, Sydow. Zunächst steht auf der Tagesordnung die dritte Beratung eines Nachtragsetats(4� Mill. Mark zur Verzinsung mehr aus- gegebener und neuer Schatzamveisungen und 1718 320 M. zur Ver- vollständigung der Kosten der Berufs- und Betriebszählung, die ins- gesamt SMj Millionen Mark Kosten verursacht hat). Abg. Graf v. Könitz(I.) betont, daß die Reichskassenscheine ge- rügend gedeckt sind, ohne daß auf den Kriegsschatz zurückgegriffen zu werden brauche. Nach einigen weitereu Bemerkungen der Abgg. Arendt lRp.) und Speck(Z.) wird der Nachtragsetat bewiUtgt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern. Die Beratung beginnt beim Kapitel Reichsgesundheitsamt. Abg. Brühne(Soz.): Das Reichsgesundheitsamt sollte sich cinmäl gründlich damit beschäftigen, die gesundheitlichen Zustände in den chemischen Fabriken zu untersuchen. Es haben sich da so viele Uebelstände herausgestellt, daß das dringend notwendig wäre. Das kann um so leichter ge- schehen, als za diese Betriebe in bczug auf die Arbeitszeit und die Gesundheitszustände der Kontrolle unterliegen, und das Reichs- gcsundheitsamt sollte die berufene Instanz sein, alle Feststellungen, bei denen es sich um Leben und Gesundheit der Arbeiter handelt, zu machen. Weiter sollte es sich auch ernstlich einmal mit der Frage beschästigen, ob bei Unglücksfällen und Krankheiten genügend für ärztliche Hilfe gesorgt ist. Der Herr Staatssekretär sagte hier am 12. Februar, es führe zuni Rückfall in unsoziale Zustände, wenn Aerzte«schwerkranken die Hilfe verweigern. Dem stimmen wir wohl alle zu.(Sehr richtig Tbei den Sozialdemokraten.) Wir alle wünschen, daß die Konflikte zwischen Krankenkassen und Aerzten beseitigt werden. Mit gutem Willen auf beiden Seiten muß das gehen. Sonst mutz es in der Weise erfolgen, daß die ganze Frage einem Schiedsgericht übergeben wird.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Bor einigen Tagen haben die Aerzte in Köln gegen- über dem Ausspruch des Herrn Staatssekretärs erklärt, sie seien nicht willens und auch nicht willens gewesen. Schwerkranken und Sterbenden die Hilfe zu verweigern. Die Zuspitzung des Konflikts I>edauern sicher wir alle, denn bei der Einfuhrung der Krankenver- sicherung hat man derartige Dinge wohl nicht geahiit. Sie ist doch bestimmt, bei Krankheiten und schweren Unglücksfällen helfend einzutreten. Die Aerzte sind aber keineswegs von Vorwürfen frei- zusprechen. Ich erinnere nur an einen Fall, der sich bei dem Un- glück auf der Zeche„Groß-Rosseln" abspielte. Da verweigerten die Aerzte, dir zu einem Verunglückten gerufen wurden, die Hilfe, weil sie nicht„Grubenärzte" waren!(Hört! hörtl bei den Sozialdenw- richtig! bei den Sozialdemokraten,..... in Köln ähnliche Dinge ab. wobei ich freilich annehmen will, daß das Gros der Kölner Aerzte mit dem Vorgehen einzelner nicht ein- verstanden ist: AuL einem Vorort von Köln wird berichtet, daß c i n Kind sich mit siedendem Wasser verbrüht hatte und außerdem an Krämpfen litt. Der herbeigerufene Arzt weigerte sich, das Kind zu behandeln, als er hörte, daß der Vater des Kindes Kaffenmitglicd fei.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Und auch auf das Flehen der Mutter, dem Kinde wenigstens etwas Schmerzstillendes zu verschreiben, achtete er nicht. (Hörtl hört!) In einem anderen Falle wurde ein Arzt zu einem Kinde gerufen, das in Krämpfe gefallen war. Er weigerte sich, das Kind zu behandeln, und als endlich ein anderer Arzt herbeigerufen mar, war das Kind bereits tot!(Hörtl hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Ich wünsche, hoffe und glaube, daß wir alle in dem Wunsche einig sind, solche Dinge nicht mehr zu erleben, und ich bewne noch einmal, daß ich glaube, daß auchdaS Gros der Aerzte in Köln mit diesem Vorgehen ihrer Kollegen nicht einverstanden ist. Wir alle erkennen es an, daß die Aerzte sich eine Berufsorganisation ge- schaffen habeir. Aber man soll doch nicht verkennen, daß die freie Arztwahl überall auch für die Aerzte den Mißstand gezeitigt hat, daß ein Teil der Aerzte sehr hohe Einnahmen, andere autzerordent- lich geringe haben.(Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Unrichtig ist es auch, wenn vielfach behauptet wird, die Kranken- Versicherung werde auf Kosten der Aerzte geleistet. Die Statistik des Reichsgesundheitsamts zeigt, daß die Krankenkassen im Jahre 1006 insgesamt 143 Klcimd feuillcton. Eine Darwinfeier veranstaltete am Freitag abend die Orts- gruppe Berlin des Deutschen Monistenbundes im Fest- saal des Berliner Rathauses, den das überaus zahlreich erschienene Publikum bis auf den letzten Platz füllte. Der Festschmuck, den Haus und Saal noch trugen von den, Besuche eines Mannes, der sich wahrscheinlich selbst kaum Verdienste um die menschliche Kultur Zuschreiben wird, stimmte allerdings etwas wehmütig, zumal der Vorsitzende sich noch bei dem Magistrat für die gütige Belassung dcS Schmuckes zu dieser Feier bedanken zu müssen glaubte. Die Geistes- beroen müssen sich mit den welken Resten von dem zufälligen festlichen Empfang eines Fürsten begnügen! Um so erfrischender wirkte die Betonung des revolutionären Elements der Lehre Darwins in der Rede, die der erste Festredner des Abends. Wilhelm B ö l s ch e. hielt. Er ging von dem Gedanken aus, daß nicht der Festschmuck, sondern der Ort der Feier, Berlin, das Zentrum einer rastlosen Arbeit, gut gewählt sei im Hinblick auf Darwin, der unablässkg ein Arbeiter auf dem Felde der Wissen- schaft, sogar ein Märtyrer der Arbeit gewesen sei. Wie das 18. Jahrhundert den Namen des größten Deutschen, Goethe, trägt, so verdiene das 19., nach Charles Darwin benannt zu werde»; in seinem Namen ließen sich am besten all die weitverzweigten Fortschritte der Technik zusammenfassen, die wir in erster Linie der Naturwissenschaft und ihrer Methode verdanken. Nicht als ob eine einzelne Person das Rad der Weltgeschichte vorwärtstreibe, sondern was in dem einzelnen Menschen arbeitet und wirkt, sei das Er- gebnis einer langen, weit zurückgehenden geistigen EntwickelungS- reihe. Im Anschluß hieran gab Bölsche eine gedrängte Uebersicht über die Phylogenie, die Entwickclungsgcschichte, des Darwinismus von Anaximander und Empedoklcs bis Darwin. Bei Darwin selbst können wir gewissermaßen eine Ontogenie deS EntwickelungS- gedankens, eine kurze Rekapitulation seiner Phylogenie. beobachten. Darwin begann als Theologe und wandte sich dann als Autodidakt den Naturwissenschaften zu; erst allmählich reiften in ihm die Gedanken, die sich dann bor ungefähr einem halben Jahrhundert zu seiner Entwickelungstheorie zusammenschlössen. DarwinS Ver- dienst beruht aber nicht allein auf dieser, sondern auch darin, daß er die verschiedenen Wissensgebiete miteinander vereinigte und in Zusammenhang brachte und so den Grund legte zu der moni- stischen Weltanschauung, lieber„Darwin a l s Forscher" referierte alsdann Pros. L u d w i g P l a t c. Er gab in kurzen Zügen eine Uebersicht über die Hauptwerke'Darwins von seinem Erstlingswerk, dem Journal seiner Weltreise, bis zu feiner letzten Schrift„über die Regenwürincr", um dann etwas näher auf die Haupttheorien des Forschers einzugchen: di? Entstehung der Millionen Mark ausgegeben haben, davon an Aerzte 47 Mit lionen, für Arzneien 36 Millionen, für diese beiden Posten also 83 Millionen, weit mehr als die Hälfte und weit mehr als das, was die Kranken! beziehen.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Ich betone aber nochmals, daß ich wünsche, daß die Streitfragen zwischen Aerzten und Krankenkassen beim neuen Versicherungsgesetz durch Einführung von Schieds- g e r i ch t e n geregelt werden. Ich wende mich nun zu den Bundesratsvcrordnungen„zum Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter". die leider nicht genügend innegehalten werden. Leider hat ein großer Teil von Arbeitgebern weder die Verordnungen noch die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der jugendlichen Arbeiter durchgefüht. Andauernd haben die BZrichte der Gewerbeaufsichts- beamten auf solche Fälle hinzuweisen. Auch auf das Wohnungs- Wesen sollte das Reichsgesundheitsamt seine Aufmerksamkeit lenken Wie ein Fabrikinspektor berichtet�sand er in einem Betriebe fünf Arbeiter, die Kost und LogiS hatten und die alle S nur ein einziges Bett zur Verfügung hatten!(Hörtl hört! bei den Sozialdemo- traten.) Sie arbeiteten schichtweise und legten sich auch schicht- weise ins Bettl(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Gesundheitsfördernd ist das sicher nicht.>— Auch in den Ziege- leien müßten die Gewerbeaufsichtsbeamten in einer ganzen Reihe von Fällen Strafanzeigen machen, aber sie klagen darüber, daß das Gesetz versagt. Was will es denn auch heißen, wenn ein Ziegeleibesitzer, der einen 11jährigen Knaben acht bis zehn Stunden hintereinander beschäftigt hat, schließlich mit einer Geldstrafe von 3 M. belegt wird. Wie das Kinderschutzgesetz in Bäckereien mißachtet wird, ist ja bekannt. Selbst in Berlin gibt es viele Bäckereien, in denen Kinder im Alter von 5 bis 6 Jahren mit Frühstückaustragen beschäftigt sind, die ihre Tätigkeit bereits um 5 Uhr morgens beginnen! Eltern können sicherlich nur durch die bitterste Not getrieben sein, ihre Kinder hierzu herzugeben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese Kinder können in der Schule gar nichts lernen und können auch nicht zu gesunden Ar- beitern heranwachsen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Auch über die große Zahl der Unfälle der jugendlichen Arbeiter geben uns eine Anzahl von Berichten der Aufsichts- beamten Auskunft. Diese jugendlichen Arbeiter werden beschäftigt, damit an den Löhnen gespart werde. Was soll man aber dazu sagen, wenn z. B. in Oppeln Kinder von 8, S und 10 Jahren auf Bauten mit dem Tragen von Steinen und Mörtel beschäftigt werden?(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In einer Zementfabrik in Minden— eine Zementfabrik ist ein eminent ge- sundheitsschädigender Betrieb— werden zwei Knaben täglich bis zu 10 Stunden beschäftigt! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ebenfalls in Minden wurden in einer Kartonnagefabrik die Arbeiterinnen bis nach Mitternacht beschäftigt, und da sie zum Teil auswärts wohnten, blieben sie über Nacht in der Fabrik und schliefen einfach auf dem Arbeitstisch!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Solchen Dingen müßten' die Behörden nachgehen und Whilfe schaffen. In zwei Fällen Waren die Arbeiterinnen in der Hochsaison bis 4 Uhr morgens beschäftigt; einschließlich der Frauen waren sie ununterbrochen 20 Stunden beschäftigt! Der Unternehmer wurde dafür mit 30 M. Geld„strafe" belegt, die ihm sicher vorher reichlich eingebracht waren. Hier wäre ledig- lich Gefängnisstrafe am Platze gewesen. In einem Säge- werk in Oberbayern waren stnaben unter 14 Jahren 12 bis 14 Stunden hindurch beschäftigt; zwei Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren waren mit dem Tragen von Brettern beschäftigt! Wohl keiner von Ihnen meint, daß das eine Arbeit für Kcinder in diesem zarten Alter ist.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In einem Sägewerk war ein lä Jähre alter Ju»ge von 0 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, also volle 14 Stunden, beschäftigt!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In den Bäckereien hat sich ja durch!die im Reichstag geübte Kritik und durch die Tätigkeit des Reichsgesundheitsamtes manches gebessert. Das Ivill ich gern zugeben. Aber man findet doch immer noch auch da sehr viele Uebelstände. So wurde ein schulpflichtiger Knabe für die außerhalb der Schule fallende Zeit als Lehrling an- genommen, so daß dem Kinde im ganzen nur 4 Stunden Zeit zum Schlafen blieben. Und diesen schwächlichen Knaben miß- handelte der Meister noch, weswegen ihm das Recht der Lehrlings- ausbildung abgesprochen wurde. Es wäre sehr wünschenswert, daß das in sehr viel mehr Fällen geschehe. Dann würde sich viel- leicht der Reichstag im nächsten Jahre nicht mehr mit derartigen Koralleninseln, die geschlechtliche Zuchtwahl, die Selektionstheorie und die Abstammungslehre im allgemeinen,— wobei er auch die Einwände der Gegner Darwins mit einigen Worten streifte. > Theater. Friedrich-Wilhelm städtisch es Theater.„ Lum- paciva�abundus" von Johann Nest roh. In, Deutschen Theater, in dem jetzt unter Reinhardts Direktion Nestroys„Revo- lution in Krähwinkel" seit Monaten volle Häuser macht, feierte in den neunziger Jahren unter Brahm sein freilich nie recht vergessener .Lumpacivagabundus" mit Kainz als Schneider fröhliche Auf- erstehung. Soviel Versuche mit Neuaufführungen der alten Berliner Lokalpossen von Kalisch, Weihrauch usw. in Berlin seither uuter- nommen wurden, keiner brachte es hier zu einem ähnlichen Erfolge wie die Wiederaufnahme jenes altösterreichischen Handwerksgesellen Schwankes. Auch in der Vorstellung des Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters erwies sich wieder seine Schlaglrast. Die Szenen auf der Landstraße, wo die drei wandernden Burschen, der windige Schneider, der phlegmatische, versoffene Schuster und der solide Tischler an den verschiedenen Paffanten ihre Fechtkunststücke probieren, das bunte Herbergstreiben, der Kauf des großen Loses und die Zusammenkunft der drei Geioinner nach Jahresfrist, bei der Schuster und Schneider, wie einst als arme Kirchenmäuse ausmarschieren, enthält eine Fülle lustigen volkstümlich-spottenden Humors. Genug, um für die angeflickten Zauberszenen und den be- denklich leeren Zwischenakt, in demcher Schneider sich als Parvenü präsentiert, zu entschädigen. Gespielt wurde flott und munter. B a s e l t war ein äußerst behender Schneider Zwirn, wenngleich ihm die Natur die Zwirnsgestalt, auf die im Stück fortwährend ge- stichelt wird, radikal versagt hat. Vorzüglich brachte Franz Arnold, der auch im Coupletvortrag überraschend komische Mimik zeigte, die sanftselige Benebeltheit des verbummelten Schusters heraus. ät. Tha li a°Thea te r:„Wo wohnt sie denn?" Schwank von Jean Kren unÄ Georg Okonkowsky. Das aus dem ledigen Junggesellentum, freiwillig oder unfreiwillig, in den Ehe- stand hinübcrgeschleppte«Verhältnis" bildet ein beliebtes Motiv der französischen Possendichter. Da nun, loie die letzte Premiere des Lustspielhauses erwiesen hat, der Rachahwungstrieb bei unseren einheimischen Stückemachern so arge Verwüstungen anrichtet, wollen wir auch die neueste Gabe Äer Hansdichter des Thalia-Theaters geduldig in Kauf nehmen, eingedenk des Spruches, daß kein Mensch seinem Schicksal entrinnen kann. Nun, die Verfasser haben doch wenigstens jeueS Schwankmotiv aus eine deutsch-spicßbürgerliche Formel gebracht— Grund genug, daß alle Äaffeeschwestern und Bierdimpfel vor Wonne erschauern werden.„Schwant" hin, «Schwan!" her. Aber der Löwenanteil deö lärmenden Erfolgs ge- Fällen beschästigen müssen.(Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten.) Das wünschen wir gewiß auch, aber leider wird eine Besserung nicht eintreten, ehe man sich nicht entschließt, Gewerbeaufsichtsbeamte» aus den Reihen der Arbeiter anzustellen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Mugdan(frs. Vp.): Den Ausführungen des Abg. Brühne, die Streitigkeiten zwischen Aerzten und Krankenkassen durch Schiedsgerichte zu beseitigen, stimme ich zu. Die von ihm angeführten Fälle bei Köln verurteile ich gerade so wie er, falls sie vorgekommen sind, was freilich noch zweifelhaft ist. Einen großen Teil der Schuld tragen freilich die Kasscnvorstände, welche schon vor Monaten in die Welt posaunten, sie hätten genügend Aerzte, was eben nicht der Fall ist. Zum Schluß richte ich an den Staatssekretär die Frage, wann wir ein neues einheitliches Hebammengesetz zu erwarten haben. Auf einem gut ausgebildeten Hebammenstand beruht unsere ganze Zukunft.(Heiterkeit.) Man sollte den Hebammen die Segnungen der Arbeiterversicherung zu- gänglich machen; ebenso müßten die Krankenpflegepersonen ver- sichert werden. Schließlich bemerke ich noch in bezug auf die Blei- weißvergiftnngen, daß alle Verfügungen, Gefetze und Ver- ordnungen nichts helfen können, wenn nicht die Arbeiter selbst sie besser halten als bisher; schon jetzt ließen sich durch genügende Aufmerksamkeit der Arbeiter die meisten Fülle von Blei- Vergiftungen vermeiden.(Bravo! bei den Freisinnigen.) Präsident des Rcichsgesundheitsamtes Dr. Bumm: Herr Brühne hat sanitäre Mißstände in den chemischen Fabriken be- anstandet. Deutschland kann auf seine chemische Industrie stolz sein.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Soweit aber wirklich Mißstände vorhanden sein sollten, Wird auf ihre Abstellung Bedacht genommen werden. Uebcrhaupt läßt sich kein endgültiges Urteil über die Beschwerden des Abg. Brühne abgeben, denn vorher müßte der andere Teil gehört werden.— Ein Reichshebammengesetz zu erlassen, empfiehlt sich nicht. Es mutz der Landesgesetz- gebung überlassen werden, diese Materie zu regeln; doch wird beabsichtigt, durch Reichsgesetz gewisse Grundregeln fest- zusetzen. Die Abgg. Fleischer und Brühne haben von der Bletweißgefahr gesprochen. Gewiß eine furchtbare Gefahr! Aber erkannt ist sie längst, und nicht weniger als fünf Bundesratsverordnungen bc- schäftigen sich mit ihrer Bekämpfung. Mg. Kulerski(Pole) rügt die Kleinlichkeit, mit der oft gegen die Drogisten vorgegangen wird. Es ist vorgekommen, daß man ihnen die Führung so unschuldiger Dinge wie Sennesblätter verboten hat! Abg. Hoch(Soz.) Z Ich möchte mich kurz gegen verschiedene Unrichtigkeiten in der Besprechung des Krankenkaffenkonflikts wenden. Der Kölnische Kassenvorstand hat bei seinem Borgehen die Zustimmung aller Kaffenmitglieder, einschließlich der Unternehmer, gefunden.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Mugdan meinte, unsere Behauptungen über den Konflikt ließen sich nicht auf ihre Richtig- kcit kontrollieren. Llber ist es etwa möglich, die Behauptungen der Herren Struvc, Mugdan und anderer Aerztevertreter auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren?— In dem einen Falle, in welchem wir sofort diese Kontrolle üben konnten, haben wir die Unrichtigkeit festgestellt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Dr. Struve hat hier behauptet, die Leipziger Ortskranken- lasse habe eine öffentliche Warnung vor den streikenden Aerzten erlassen. Ich habe hier ein Schreiben des Vorstandes der Orts- krankenkasse, in welchem klipp und klar an der Hand amtlicher Urkunden nachgewiesen wird, daß in keiner Beziehung von einer solchen Warnung die Rede sein kann.(Hört! hörtl bei den Sozial- demokraten.) Aus dem Schreiben geht zudem hervor, daß die Orts- krankenkasse jedem Arzt, der seine Obliegenheiten während der Zeit seiner Tätigkeit bei der Krankenkasse erfüllt hatte, ohne weiteres auf Wunsch ein Zeugnis ausgestellt hat.(Hörtl hörtl) Das zur Steuer der Wahrheit.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Hiermit schließt die Debatte. Der Titel wird bewilligt und der Rest deS Etats de' Rcichsgesundheitsamts debattelos erledigt. Beim Reichspatentamt wünscht Abg. Dr. Junck(natl.) möglichst frühzeitige Vorlegung der Novelle zum Patenigesetz, damit die zahlreichen Wünsche der In- dustrie genügend berücksichtigt werden können. Im weiteren Ver- laufe seiner Ausführungen fragt Redner an, wie weit die Ver- Handlungen mit Amerika über den Patentschutz gediehen sind. Abg. Dove(frs. Vg.) schließt sich im wesentlichen den Aus- führungcn des Vorredners an. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Die Novelle zum Patent- gesetz befindet sich im Stadium der Verhandlungen der unmittelbar bührt eigentlich den Herren Alfred Schönfeld und Viktor Hol- länder: jenem als Verfasser der Gesanigstexte, diesem als Kam- positeur der Musikeinlagen. Unter ihnen übten die Schifferpolka: „Krischan, wir Möllens mal riskieren", das italienische Duett: „Die kleinen Straßensänger" und namentlich das höchstaktuelle Terzett:„Wo wohnt'sie denn?", das an die Herren Stuben- rauch, Kirschner, Bülow und Roeren adressiert ist, zündende Wirkung aus. Wir sind wahrlich die letzten nicht, die diesem buntscheckigen Vierblatt wenigstens einen belustigenden Er- folg auf der Theaterbühne vergönnen, weil ex sie sicher für ihre sonstigen Durchfälle entschädigen dürste.— Helene Ba I lot, Mimi Schwarz, Arnold R i eck, Emil Sondxirmann, allen voran aber der kleine Kurt B o i s, der eine verblüffende Verve und Routine osenbarte, entluden stürmische Heiterkeit. e. k. Notizen. — Die Klinger-AuSstellung in der Sezession au' Kursllrstendamm ist bis Sonntag, den 21. Februar, abends 7 Uhr, verlängert worden. — Vorträge. Im Institut für Meereskunde, Georgenstraße 34—36, spricht Dienstag Fischereidirektor Liibbcrt über„Die deutsche Hochsee- Segelfischerei in Vergangenheit und Gegenwart", Donnerstag Dr. v. Zahn über„Die Nebenmeere des Pazifischen OzcanS", Freitag Prof. Oppel über„Die großen Baum- Wollhäfen der Erde". Einlaßkarten zu 25 Pf. sind in der Geschäfts- stelle des Instituts erhältlich. — Der Chemiker JuliuS Thomfen ist in Kopen- Hagen im Alter von 80 Jahren gestorben. Er lehrte viele Jahre Chemie an der Kopenhagener Universität. Seine wissenschaftliche Bedeutung beruht auf der Anwendung der mechanischen Wärme- theorie auf chemische Prozesse. — Rieseneisberge. Eine Zusammenstellung der Berichte über die Beobachtung riesiger Eisberge auf dem Ozean wird in der englischen„Shipping Gazette" veröffentlicht. Die größten wurden in den südlichen, Meeren an der Grenze der antarltischen Zone gesehen. Kapitän Pattman von der„Loch Torridon" beobachtete 1303 südlich vom Kap Horn einen Eisberg von ISOO Fuß Höhe. Aber der Rekord wurde schon im November 1004 überboten, lvo die„Zinita" eine ganze gewaltige weibende Eisinsel sichtete, die bei gleicher Höhe eine Länge von sieben englischen Meilen hatte. 1803 stieß die„Loch Torridon" auf eine fünfzig englische Meilen lange weibende �Eisbank von erheblicher Höhe. Drei Jahre später traf die„Antarctic" einen Eisberg von zwar nur 60 Fuß Höhe, jedoch von einer Länge von 68 englischen Meilen. Noch größer war die treibende Eisinsel, die 18SS ein Emigrantcnschiff am Kap der guten Hoffnung sichtete und die ihm zum Verderben wurde. vekeiligten Nessorts. Mitteilungen über den Stand der VerHand- lungen mit Amerika möchte ich in diesem Augenblick nicht machem DaS Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel„Neichsversichcrungsamt"» Titel 1. Präsident". nimmt das Wort Abg. Erzbergcr(Z.): Unsere Invalidenversicherung ist be- deutend, nicht nur durch die Renten, die sie zahlt, sondern durch die angesammelten Kapitalien, die aber noch mehr als bisher ge- meinnützigcn Unternehmungen zugänglich gemacht werden sollten; das gilt z. B. für die Verbesserung des Wohnungswesens. Bau- genossenschaften sollten Geld von den Versicherungsanstalten auch außerhalb der Mündelsichcrhcit erhalten, wie es von der Landes- Versicherungsanstalt Berlin schon zctzt geschieht.— Auch für die Ausdehnung der Heilsürsorgc auf dem Lande könnte durch Unter- stützung von Diakonissinnen- und Krankenpflegestationen mehr ge- schehen. Auch die Gcmeindekrankenpflege sollte noch mehr von den Versicherungsanstalten unterstützt werden. Zu bedauern ist aber, daß den Gesuchen von katholischen Kirchengemeindcn und Korpo- rationen sehr wenig Sympathie entgegengebracht wird; eine rühm- liche Ausnahme macht die Landesversicherungsanstalt Hessen- Nassau, welche paritätisch verfährt.— Der Hcilstättenbewcgung stehe ich sympathisch gegenüber; aber auch bei den Heilstätten werden bei der Anstellung von Pflegepersonal die Katholiken zurückgesetzt, und katholische Patienten werden in bezug auf ihr religiöses Empfinden geradezu drangsaliert. Ueberhaupt bringt gerade der Vorsitzende der Landesversicherungsanstalt Württem- berg den Katholiken nicht die notwendige Objektivität entgegen. wie ich eS z. B. bei dem der Anstalt von Hessen-Nassau rühmen tonnte. Abg. Biimelburg(Soz.): Mit Rücksicht auf die kleine Anzahl der anwesenden Kollegen (eS sind noch nicht M Abgeordnete im Saal) werde ich mich darauf beschränken, einige Wünsche an die Herren des Reichsversicherungs- amtcs zu richten. Unsere Unfallstatisti» dedarf einer wesentlichen Ergänzung. Sie muß so aufgebaut sein, daß man die Unfallgefahrcn der einen Berufsgruppe mit einer anderen vergleichen kann. Das ist gegenwärtig nicht der Fall, wo die Unfallziffern auf je 1000 Vollarbeiter angegeben werden. Denn auf 300 Arbeitstage entfallen für verschiedene Berufe verschieden lange Arbeitszeit: in Bauberufen rund 2008 Ar- beitsstuniden, in den Fuhrwerlsbetrieben zirla 4000 Arbeits- stunden. Den Berechnungen mutz die gleiche Zahl der Arbeits- stunden zugrunde gelegt werden. Das würde möglich sein, da in den meisten Berufen die Stundenlöhnung eingeführt ist. Auch in den Berufen, die zu einer Gruppe zusammengefaßt sind, ist die Unfallgefahr verschieden. Aus der Unfallstatistik für 1007 ist zu sehen, daß im Baugewerbe auf 1000 Vollarbeiter 11,41 Unfälle kommen. Dabei bleiben die Maurer unter dieser Durchschnitts- ziffcr. Bei den Zimmerern ist die Unfallziffer dagegen 15,03, bei den Dachdeckern 25,24, bei den Brunnenmachern 31 und bei den Abbruchsbetveben sogar 57,31. Wie im Jahre 1907, so müßte auch künftig aus der Statistik ersichtlich sein, wie fid) die Unfälle auf die einzelnen Berufe verteilen. Ferner müßte man auch ersehen, wie sie sich auf die Größenklassen der Orte verteilen. Ich venuute, daß die Unfallziffer auf dem flachen Lande bedeutend höher ist als in den Städten. In den letzten sechs bis sieben Jahren sind in den Städten eine ganze Anzahl Maßregeln zur Verhütung von Unfällen getroffen, ich erinnere nur an die Einführung von Ar- beiterkontrolleuren auf Bauten in Bayern. Wenn trotzdem für das genannte Land die Unfallziffer nicht gesunken ist. so muß man zu dem Schluß kommen, daß in den Städten wohl eine Abnahme ein- getreten ist, auf dem flachen Lande dagegen eine Bermehrung. In der Statistik müßte das zum Ausdruck gebracht werden. Weiter bemerke ich. daß der Reichstag vom Reichsversicherungs. amt nicht gerade gut behandelt wird. Vor vier Jahren und früher mar den amtlichen Nachweisen eine Tabelle angefügt, die einen Ver- gleich mit früheren Jahren ermöglichte. Seit drei Jahren ist diese Tabelle fortgelassen, vermutlich, damit wir die Schlnsznummer der gestimmten Unfälle für eine Reihe von Jahren nicht so leicht zu- lammenstellen können! Zum ersten Male sind jetzt auch die Berichte der technischen Aufsichtsbeamte» der Berufs genossenschaften gedruckt und der Oeffentlichleit zugänglich gemacht. Bedauerlicher- weise sind sie dem Reichstage nicht zugegangen, ein Exemplar kostet 24 M., und nicht jeder Reichstagsabgeordnele ist in der Lage, ohne weiteres eine solche Summe auszuwcnden. Die Statistik, die diesen Berichten beigegeben ist, ist in jeder Beziehung unbrauchbar. Das ist erklärlich, weil die Berichte zunächst an die Berufsgenossen- fchaften gehen, die daS Material für die Statistik liefern sollen. Daher zieht sich wie ein roter Faden durch sie die Behauptung, daß die Arbeiter selbst an den Unfällen schuld sind! Die Statistik sollte auch ergeben, wieviel Betriebe und wie oft sie kontrolliert find. Da sind nun die Rubriken: vorhandene Betriebe, revidierte Betriebe, und dann revidierte Betriebe in Prozenten, d. h. doch: im Verhältnis zu den vorhandenen Betrieben. Da sollen aber in Bayern 123,0 Betriebe revidiert sein!(Heiterkeit.) Das wäre nur möglich, wenn die Zahl sich auf die überhaupt vorgenommenen Revisionen im Verhältnis zu den vorhandenen Betrieben bezöge. Aber tatsächlich heißt es so, wie ich angegeben habe. Auf Bayern folgt dann die nordöstliche Berufsgenossenschaft mit 95 Proz., Hefsen-Naussau mit 94, die Hambnrgische mit 76, dann geht es immer weiter herunter, die fchlesisch-posensche haf nur noch 40, !die südwestliche 44. die sächsische 43 Proz. der Revisionen, und die Tiesbau-Berufsgenossenfchast hat nur noch 19 Pro,, der Betriebr revidiert! Von einer eigentlichen, wirksamen Betriebskontrolle durch die Berufsgenossenschaften kann also keineswegs die Rede fein.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Zu den Hauptaufgaben des ReichSverficherungSamteS gehört auch die Förderung der Unfallverhütung. ES ist anzuerkennen, daß das Amt in der letzten Zeit auch mit den Unternehmern und Ar- beitern Fühlung genommen hat, daß Beamte gemeinsam mit diesen Interessenten Besichtigungen an Ort und Stelle vorgenommen haben. DaS ist ein durchaus richtiger Weg, um die vorhandenen Mißstände zu beseitigen. Aus einem Bericht ist auch zu ersehen, daß ein Aufsichtsbeamter in einer Fortbildungsschule, vermutlich für das Baugeioerbe, Vorträge über Unfallverhütung ge- halten hat. Diese müßten auf allen technischen Unterrichts- anstalten in den Lehrplan ausgenommen werde«. Hier ist auch über ungerechte Angriffe auf die Berufsgenoffen- fchaften geklagt worden. Würden die Arbeiter gemeinsam mit den Unternehmern zur Unfallverhütung zusammenarbeiten können, so würde wohl manche Klage verstummen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Herr Mugdan fragte jüngst den Kollegen Hoch, ob er denn nicht wisse, daß auch heute schon die Arbeiter an der Unfallverhütung mitzuarbeiten haben. Gewiß, die Arbeiter müssen gehört werden, ehe Unfallverhütungsvorschriften erlassen werden, und wenn eS sich um Herbeiführung von Verbesserungen handelt. so nehmen die Arbeiter an den Beratungen auch sehr lebhaften Anteil, und in den meisten Fällen werden ihre auS der Praxis geborenen Borschläge auch als berechtigt anerkannt. Dann aber bemerken wir, wenn die Unternehmer zu den Genossenschaften kommen und ihnen das unterbreiten, worüber sie sich im engeren Kreise mit den Arbeitern geeinigt haben, daß daS von öen Berufs- gcnossenschaften abgelehnt wird!(Sehr wahr! bei den Sozial« Demokraten.) Zum Schluß möchte ich noch den Wunsch aussprechen, daß das Reichsversicherungsamt dahin wirken möge, daß > mehr Einheitlichkeit in die Unfallverhütungsoorschriften kommt. So ist von einigen Berufsgenossenschaften das gefährliche„Ucber die Hand mauern" verboten, von anderen gestattet. Für da? Arbeiten unter Preßlust sind 1398 Unfallverhütungsvorschriften von der Marine- Behörde erlassen.1002 von der TieMuberussgenossenschaft. lieber< den Grad des noiwendigen Schutzes gehen beide Verwaltungen weit auseinander: Beim Arbeiten unter 2Vj— 3 Atmosphären Niederdruck, so schreibt das Reichsmarineamt vor, darf nur zwei Stunden ununterbrochen gearbeitet werden, und über- Haupt nur vier Stunden innerhalb 24 Stunden; die Tiefbaugenossenschaft dagegen gestattet eine ununterbrochene Arbeit von sechs Stunden!(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Zum Aufschleusen schreibt bei 2 Atmosphären das Reichsmarineamt 20 Minuten vor, bei 3 Atmosphären 50 Minuten, die Tiefbauberufsgenossenschaft nur 13 resp. 30 Minuten.— Die Tiefbauberufsgenossenschaft hat nicht, wie das Marineamt. über Kleidung, Ernährung usw. der Arbeiter Vorschriften erlassen. Natürlich I Sie sürcbtet, daß sich daraus Lohnerhöhungen ergeben würden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Weiß das Reichsversicherungsamt nichts von den bei der Marine existierenden Vorschriften? Oder kennt eS dieselben, bat sie aber nicht als ge- eignet für die Tiefbauberufsgenossenschaft geyalten? Ich glaube, beides trifft nicht zu, sondern das Reichsversicherungsamt ist bei dem Versuch, die Berufsgenossenschaft zu gleichen oder ähnlichen Vorschriften zu veranlassen, auf unüberwindlichen Widerstand ge- stoßen. Der weitere Versuch, den Widerstand zu brechen, ist nicht gemacht worden. Wir sind es ja gewöhnt, daß das Neichsversiche- rungsamt die Berufsgenossenschaften äußerst zart anfaßt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) DaS Reichsversicherungsamt sollte aber doch nicht vergessen, daß es sozusagen doch auch die Interessen der Versicherten wahrzunehmen hat.(Lebhafte Zustim- mung bei den Sozialdemokraten.) Und der Staatssekretär möge in diesem Sinne auf das VersicherungSamt einwirken!(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Behrens(Wirtsch. Vg.) wird aufgerufen, ist aber nicht zur Stelle. Abg. Vogel(natl.) verbreitet sich, vom Vizepräsidenten K a e m p f mehrfach zur Sache gerufen, über die Berggesetz- g e b u n g. wünscht reichsgesetzliche Regelung wenigstens des Knapp- fchaftswesens und führt aus, daß das Zusammenwirken von Arbeit- gebern und Arbeitern segensreicher sein würde als die schwere Menge bergpolizeilicher Verordnungen. Redner wünscht wirksamere Unfallverhütungsvorschriften für den Bergbau. Direktor im Reichsamt des Innern Caspar bestreitet entschieden, daß die katholischen Gemeindeschwestern von den Bersicherungs- anstalten gegenüber den protestantischen zurückgesetzt werdyz.— Die vom Abg. Bömelburg gewünschten Vorlesungen über Unfall- Verhütung sind schon an vier technischen Hochschulen eingeführt.— Das Reichsversicherungsamt ist nach Lage der Gesetzgebung außer- stände, den Berufsgenossenschaften verschärfte Unfallverhütungs- Vorschriften aufzuoktroyieren. Wüttembergischcr Ministerialdirektor v. Köhler weist die Be- hauptungen Erzbergers über die angeblich unparitätische BeHand- lung der Krankenschwestern in Württemberg zurück. Abg. Göring(Z.) verbreitet sich über die Frage des Reservefonds der Werufsgenoffenschaften. Abg. Neuner(natl.) äußert sich in demselben Sinne: Gegen die nachgerade unerträglich gewordene Höhe ver Beiträge der Be- rufsgenossenschaftcn muß endlich Lorkehrung getroffen weroen. Auf der anderen Seite ist aber auch die Entziehung der kleinen Renten als ungerechtfertigte Härte zurückzuweisen. Direktor Easpar: Die Frage des Reservefonds ist noch nicht recht geklärt. Bei Gelegenheit der Beratung der Bersicherungs- ordnung wird sich wohl auch Klärung und Verständigung über diesen Gegenstand erreichen lassen. Die Versicherung der Feuer- Wehrleute soll später durch ein besonderes Gesetz eingeführt werden. Abg. Erzberger(Z.) hält seine Behauptungen gegenüber dem Württembergischen Bundesratsbcvollmächtigten aufrecht. Abg. Dr. Mugdan(fcs. Vp.) bestreitet, daß von den Landes- Versicherungsonstalten die Katholik«, zurückgxjsetzt werden, eher könne mau das Gegenteil behaupten I Damit schließt die Diskussion. Das Kapitel wird be- willigt. Beim Kapitel „Kanalamt" tritt Abg. Leouhart(srs. 83p.) für die Wünsche einiger Beamten- kategorien ein. Abg. Carstens(srs. Lp.) kritisiert die Handhabung der Kanal- betriebSordnung. Abg. Lehmann-WieSbaden(Soz.): Die Regierung hat uns eine Denkschrift über die Beschäftigung der Arbeiter bei deni Kanalbau zugehen lassen. Wir ersehen daraus, daß zwar gesagt wird, es sollen vorzugsweise deutsche Arbeiter herangezogen werde«. Das steht aber lediglich auf dem Papier, überwiegend werden ausländische Arbeiter beschäftigt, wie die Kanalveriraltung sagt: weil es im Interesse der Landwirt- schaft liegt, ihr nicht die deutschen Arbeiter zu entziehen. Dabei werden aber die Krocktenivon der Beschäftigung ausgeschlossen; eine solche Ausschließung eines einzelnen Volksstamms ist illoyal gegenüber dem Auslande. Begründend wird gesagt:.Nach den neueren Vorgängen schien es geboten, die Kroaten auszuschließen." Diese„Vorgänge" bestehen in einigen Ausschreitungen, wofür die Betreffenden bestraft sind. DaS ist kein Grund, einen ganzen Volksstamm auszuschließen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- kraten.) Ferner sollen„schlechte Elemente" und„Landstreicher" abgewiesen werden. Wer»st denn ein Landstreicher und Arbeits- scheuer? Sollen„arbeitsunlustige" Leute in dem Moment abge- wiesen werden, in dem sie sich zur Arbeit melden?— Weiter heißt es:„Zweifelhafte Persönlichkeiten oder erheblich Vorbestrafte können beschäftigt werden, wenn sie vorher in einer Arbeiterkolonie beschäftigt waren." Derartige Schwierigkeiten macht man deutschen Arbeitern. Dagegen steht nichts der Beschäftigung von Strafgefangenen entgegen!(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Im Absatz 7 verbietet man den Unternehmern, welche von der Kanalvertoaltung beschäftigt sein wollen, die Heranziehung bind- wirtschaftlicher Arbeiter und die Beschäftigung anderwärts ver- pslichteter oder Vertragsbrüchiger Arbeiter. Aber auch solche Arbeiter, die ordnungsmäßig gekündigt haben, werden nicht be- schästigt. Die Kanalverwaltung bcchkottiert geradezu die in der Nähe des Kanals wohnenden deutschen Arbeiter. Elne weitere Bestimmung sagt, daß minderjährige Arbeiter aus Schleswig- Holstein am Kanal überhaupt nicht beschäftigt werden sollen, aus anderen Gegenden Deutschlands nur mit Genehmigung der Kanal- Verwaltung. Diese Grundsätze schlagen aller Gerechtigkeit ins Gesicht.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weiter wird die Polizeiverwaltung und der Regierungspräsident aufgefordert, darauf zu achten, daß die aus der Arbeit entlassenen oder ab- gewiesenen Arbeiter aus dem Kanalgebiete entfernt werden. (Hört? hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun, vorläufig haben wir in Deutschland noch Freizügigkeit, und kein RegierüngSpräsi- dent und keine Polizei darf einen Arbeiter aus dem Kanalgebiet abschieben.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn das erlaubt wäre, könnten Leute auch bei jedem Streik aus dem Streik- gebiet abgeschoben werden. Einverstanden kann man damit sein. daß die Kanalverwaltung den Alkoholmißbrauch bekämpfen will. Die Bestimmungen aber, die sie dazu erlassen hat. zeugen von einem unerträglichen Bevormundungsgeist und zeigen, daß sie am grünen Tisch von Leuten gemocht sind, die vom praktische a Leben nichts verstehen. Auch direkte Ungesetzlichkeiten enthalten die Bedingungen, welche die Kanalverwaltung den Unter- nehmcrn auferlegt. So knüpft sie die Errichtung eines Arbeiter- auSschusses seitens der Unternehmer— es handelt sich wohlgemerkt um Privatunternehmer— an eine Genehmigung seitens der Kanalverwaltung? Weiter legt sie den Unternehmern Bedingungen ouf in bezug auf die Arbeitszeit und das Koalitionsrecht, aber nicht etwa, um dasselbe zu sichern. Ferner verlangt sie, daß die Unternehmer die Kündigungsfrist auS- schließen. Nur in einer Beziehung läßt sie den Unternehmern volle Freiheit gegenüber den Arbeitern: in bezug auf die AuS- beutung. Danach muß man zusammenfassend sagen: diese Grundsätze schlagen allem sozialpolitischen Denken inS Gesicht. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Damit schließt die Diskussion. Das Kapitel wird b e- willigt. Beim Kapitel „Aufsichtsamt für Privatversicherung'' beantragt das Zentrum eine Resolution, in der ein Verbot der Verquickung von Zeitungen und Zeitschriften mit Versicherungen irgendwelcher Art verlangt wird. Abg. Bassermann(natl.) beantragt, unter Ablehnung dieser Resolution eine Denkschrift über den Umfang dieser Ver- quickung zu verlangen, wobei auch untersucht werden soll, ob und welche Mißstände dabei hervorgetreten sind. Abg. Dr. Marcour(Z.): Gerade aus Berlegerkreisen heraus ist der Wunsch an uns herangetreten, diese Sache vor die Oeffent- lichkeit zu bringen. Falls unsere Resolution abgelehnt wird, werden wir dem Antrage Bassermann zustimmen.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Bassermann(natl.): Bei der Strittigkeit der Materie halten wir ein direktes Verbot nicht für angängig. Nicht das Preßgesetz, sondern daS Gesetz über die Versicherungen ist als Grundlage für gesetzliche Maßnahmen gegen die zweifellos be- stehenden Mißstände geeignet. Die Behauptung, daß kein an- ständiges Blatt sich aus eine solche Versicherung seiner Abonnenten einlassen würde, halte ich für zu weitgehend. Direktor Caspar verspricht die Vorlegung einer Denkschrift, wie sie der Abg. Bassermann verlangt. Abg. Dr. Frank-Mannheim(Soz): In Deutschland ist die Abonnentenverficherung die schlechteste Form sowohl der Versicherung wie der Zeitung. Regelmäßig tritt die Abonnewtenversicherung in Verbindung mit unparteiischen Blättern auf, die auf der tieftten literarischen Stufe stehen. Will man das Volk vor solchen Produkten bewahren, so muß man für die Resolution des Zentrums eintreten. Aber auch versicherungs- technisch ist die Abonnenienversicherring sehr minderwertig. Die Policen stellen eine wahre Blütenlese von unbegrenzten Möglich- ketten der Abonnentenschikane dar. Wemr die Leute jahrelang ihre Beiträge gezahlt haben, werde« sie durch Fristversäumnis oder weil sie die Klage bei einem unzuständigen Gericht anbringen, um ihr Recht gebracht. Trotz aller Warnungen der Arbeiterpresse wird doch bielfach die Erfahrung gemacht, daß durch die rührigen Agenten dieser Versicherung das Uebel weiter gedeiht. Sowohl vom versicherungstechnischen Standpunkte wie von dem der Volks- bildung aus ist es nötig, hier einzugreifen. UebrigenS möchte ich dabei erwähnen, daß von politischen Blättern die sozialdcmo- kratische Presse sich stets vollkommen frei von der Abonnenten- Versicherung gehalten hat. Die Frage ist aber eine interpolitischc. Jeder, der sieht, um welche Beträge die Arbeiter hier gebracht werden, muß dagegen eintreten. Wie die Dinge heute liegen. scheint uns ein Verbot das richtige zu sein. Daß die Sachen noch ,m Fluß sind, noch in der Entwickclung begriffen, kann uns daran nicht hindern. Vielmehr ist es gerade jetzt, wo der Umfang noch kein allzu großer ist, wo noch wenig Privatinteresse« berührt werden, an der Zeit einzuschreiten.(Bravo! bei den Sozial- demokraten.) Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. GieLbertS(Z.) und Bassrrmann(natl.) schließt die Debatte. Das Kapitel wird bewilligt. Die Abstimmung über die An- träge wird auf die dritte Lesung verschoben. Damit ist das Ordinarium erledigt. Das Extra- ordinarium wird nach kurzer Debatte bewilligt. Ebenso die Einnahmen. Damit ist der Etat erledigt und die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: Montag 2 Uhr.(Dampfersubvention; Etat deö Reichstags und des ReichScisenbahnamtes.) Schluß Uhr._ Hub der Partei. Sozialdemokratische Bürgermeister. In Ichtershausen(Herzogtum Gotha) ist Genosse Otto Eberhardt als Schultheiß gewählt worden. Bei der Vürgermeisterwahl in Mörsch bei Karlsruhe wurde der von der sozialdemokratischen Partei vorgeschlagene Gemcinderat Fütterer mit 37 Stimmen gewählt.— Der Zentrums-Bürger- meister-Kandidat erhielt 30 Stimmen. Der Wahlkampf war ein äußerst heftiger._ Taktik der italienischen Sozialisten bei den Kammerwahle». Rom, 13. Februar. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Parteivorstand faßte eine Resolution, wonach die Sozialisten aufgefordert werden, in allen Wahlkreisen, wo ein Sieg der Sozialdemokratie ausgeschlossen ist, für Republikaner oder Ra- dikale zu stimmen. Wenn solche Kandidaten nicht vorhanden sind, sollen sozialistische Zählkandidaten aafgestellt werden. Ein Vorschlag. auch für christliche Demokraten zu stimmen, wurde abgelehnt. Ein kleines Ausnahniegesetz gegen die Sozialdemokratie wurde für den Staat Lübeck geschaffen. Der Senat brachte in der Bürgerschaft einen Nachtrag zur Landgemeindeordnung ein, wonach der Senat das Recht hat, einen Geineindevertreter zu ernennen. wenn eine Gemeindevertretung ihm zum drittennmal ein Mitglied des Gcmcindevorstandeö präsentiert, dem er ebenso oft die Bestätigung versagt hat. Die Sache war„brennend" geworden, weil die Ge- meindcvertretung zu Moisburg zum drittenmal einen Mann zun: Mitglied des GemeindevorstmideS gewählt hatte, den der Senat nicht bestätigen will, weil er sozialdemokratischer Agitator sein soll. In der Bürgerschaft gab's über den Eni- wurf eine heftige Sozialistendebatte, ein Gegenantrag der Sozial- demokraten, das BestätigimgSrecht des Senats überhaupt aufzuheben. wurde abgelehnt, auch die Liberalen und Freisinnigen stimmten gegen ihn. Dann wurde daS kleine Sozialistengesetz deS Senats angenoinmcn; auch einige„Liberale" stnumteu dasür. Zur Offcuburger Stadtverordnetenwahl ist unsere gestrige Notiz geschrieben, der der Druckfehlerteufel die Spttzmarke„Zur Offen- v a ch e r Stadtverordnetenwahl" gegeben hat. Jugendbewegung. Von der„Arbeiter-Jugend" ist soeben Nr. 2 erschienen. Sie Hai folgenden Inhalt: Im Kampfe.— Die proletarischen Frauen und die Arbeiterjugend. Von Klara'Zetkin.— Die Vorläufer der „Arbeitcr-Jugend". II.— Die arbeitende Jugend. Von M. PeterS- — Ein sozialistisches Jubiläum. Zum 50. Geburtstag der materialistischen Geschichtsauffassung. I.— Charles Darwin und feine Lehre. Zu Darwins 100. Geburtstage, von M. H. B a e g e. Die Berliner Jugendbewegung. Von Fritz M a s ch k e.— Gewerk- schaftliche Bewegung. Von W. J.— AuS der Politik. Von H. B. Vom Kriegsschauplatz. Ein weiterer Schlag gegen die Jugend.— Fremdwörter. Die Beilage enthält: Junge Arbeiter, Gedicht von Hammers- dorf.— Die zwei Kollegen. Von Robert Grötzsch.— Ein Soldat der Revolution.— Der Vortrag als BildungSmittel. Von Heinrich Schulz. Bücher für die Jugend: Billige und Volks- tümliche Schriften über Darwin und seine Lehre. Von M. H. Baeg e. — Glaubensbekenntnis. Von Fr. Theodor Fischer. Die„Arbeiter-Jugend" erscheint alle 14 Tage. Preis der Einzelimmmer 10 Pf. Abonnement vierteljährlich 50 Pf. Aus Induftrie und Dandel. Die Versorgung des deutschen Marktes mit einigen wichtigen Waren, die im Konsum eine Rolle spielen, wird in nachstehender Zusammenstellung für die beiden Jahre 1907 und 1908 angegeben. Die Versorgungsziffer für Waren, die im Inlande gewonnen werden, ist in der Weise berechnet, daß zu der heimischen Produktionsziffer die Einfuhr addiert und die Ausfuhr subtrahiert wurde. Für Waren, die nur vom Auslande kommen, bedeutet die Mehreinfuhr die Versorgung. Nach dieser Berechnung stellte sich die Versorgung des deutschen Marktes während der beiden legten Jahre in Doppelzentnern, wie folgt: Steinkohle Braunkohle Roheisen Baumwolle Seide Petroleum Staffee • ° Kalao in Bohnen Reis Südfrüchte Tee Fische 1907 1 369 344 940 712 608 400 91 461 370 4 500 527 57.906 10 206 568 1895 282 343 764 2 581 956 2025 159 39 240 3 439 631 1908 1 392 203 420 750 042 330 72 304 780 4 205 281 53 580 10 507 205 1927 550 342 334 3913 866 2144 602 39 863 4 096 098 Verbrechen an Kindern. gingen aber diesmal nur drei fwieder selbständig bor, die den am 21. Auguft geschrieben haben müsse, da die Handschriften genau Zentralverband ausgenommen sämtlich einen Stimmenrüdgang übereinstimmen. Senger beftritt aber entschieden, die Karte gezu verzeichnen haben. So gingen die auf die Liste der Deutsch- schrieben zu haben und trat einen Alibibeweis an, der aber sehr nationalen entfallenen Stimmen von 1249 13 Beisiger auf 928, unglaubwürdig ausfiel. Seinen Wirtsleuten hatte er aufgegeben, und die für den Leipziger Verband von 516 auf 448 zurüd. Die wenn die Polizei nach ihm fragen sollte, zu sagen, daß er sich vom Beteiligung an der Wahl für die Unternehmerbeifißer war dies- 16. bis 30. August nicht aus Berlin entfernt habe. Die Polizei mal stärker als 1907. Es wurden 1105 Stimmen abgegeben gegen fand auch ein Notizbuch, in dem vom 16. bis 30. August jeder Tag 368 im Jahre 1907. verzeichnet ist und wo er sich aufgehalten habe. Es ist aber ermittelt worden, daß Franke zu der Vorstellung seinen besten Geh rodanzug angezogen und Senger mit einem solchen gut gekleideten Menschen nach Forst gefahren ist. Franke war außerdem auch noch nie in Forst gewesen und wäre schwerlich ohne ortskundigen Führer an die Stelle gekommen, wo er als Leiche aufgefunden worden ist. als schwerster Belastungsbeweis kommt jedoch in Betracht, daß ein Leinenbeutel mit Bügel, wie ihn Franke besaß, in der Stube Sengers aufgefunden worden ist. Auch zirka 130 M. in Gold und Papier wurden bei ihm vorgefunden. Allen diesen Beweisen gegenüber leugnet Senger die Tat. Wie der Raubmörder Hennig alles auf einen gewissen Franz" schob, so erklärt Senger, der Bankbeamte Karl Sommer aus Teupit", der seine Handschrift genau fenne, habe die Karte vom 21. August geschrieben und Franke wahrfcheinlich erschossen. Dieser Karl Sommer hat sich aber bisher trob eifrigster Bemühungen nicht auffinden lassen. Die Anklage nimmt daher an, daß es der bekannte große Unbekannte" sei. Es ist daher gegen Senger Anklage wegen Raubmordes erhoben worden. Bei der Ausführung des Verbrechens ist bis in alle Einzelheiten der tcpiert worden. von Hennig im Potsdamer Forst verübte Raubmord ganz genau In einer Versammlung in Regensburg zur Gründung eines Jugendfürsorgevereins wurde von Herren, die es wissen müssen, die Tatsache konstatiert, daß in Regensburg die Praxis besteht, daß die städtischen Armenräte Waisenkinder, die mittellos sind, einfach in die Besserungsanstalt( jogenannte Verbrecher schule für Jugendliche) einschaffen lassen, und zwar einzig und allein deswegen, weil die armen Geschöpfe unehelich geboren find. l Wann wird endlich ein reichsgeseßliches Fürsorgegesetz die unter dem Dedmantel der Fürsorge gegen Kinder verüblen Berbrechen unmöglich machen? Neben einigen erheblichen Zunahmen der Versorgung twie bei Kohle, Reis und Fischen überwiegen die Abnahmen oder aber die Zunahmen sind so gering, daß sie angesichts des Bevölkerungszuwachies faum als Zunahmen gerechnet werden dürfen. Trotzdem so überwiegend die Versorgung eine Abnahme zeigte, fo dürfte doch anzunehmen sein, daß die Versorgung für den Bedarf vielfach noch zu groß war, d. h. der tatsächliche Verbrauch ist hinter der Verforgung noch mehr oder weniger erheblich zurückgeblieben. Institut für Gärungsgewerbe. In der Zeit vom 22. bis 27. Februar 1909, von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 31%, Uhr, findet in der Ausstellungshalle des Instituts für Gärungsgewerbe, Berlin N. 65, Seestraße, eine Ausstellung statt, auf welcher bonitierte und analysierte Gersten der Kampagne 1908, Ergebnisse der Anbauversuche 1908 der Deutschen Kartoffelfultur- Station und Kartoffel trodnungsprodukte zur Schau gestellt werden. Außer den genannten Produkten werden auch einige Spezialmaschinen der Kartoffeltrocknung vorgeführt. Da ein besonderes Gewicht auf die Schaustellung von Trockenprodukten gelegt ist, so werden auf dieser Ausstellung alle Arten der Erodenfartoffeln vertreten sein. 3900 Gerichts- Zeitung. Unter der Maske eines Kriminalbeamten berübt, die ihn gestern der wohlverdienten Zuchthausstrafe überhat ber Gelegenheitsarbeiter Paul Kellner verschiedene Verbrechen lieferten. Aus der Untersuchungshaft wurde. der 2. Straftammer des Landgerichts III vorgeführt, um sich wegen Sittlichkeitsverbrechens, Freiheitsberaubung, Betruges, unbefugter Ausübung einem Amtes und Beleidigung zu verantworten. Der Angeklagte ist ein vielfach vorbestrafter Mensch, u. a. ist er wegen Straßenraubes zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Im Oktober trieb er sich beschäftigungslos umher und kam auch nach Spandau, um sich hier angeblich Arbeit zu suchen. Hier beobachtete er auf dem Bahnhof, wie der Schlosser L. aus Charlottenburg von zwei halbwüchsigen Burschen angesprochen wutde und mit diesen ein Stück Weges ging. Schwindel, der nahe an eine Erpressung streifte. Er folgte dem Dies benutte er zu einem raffinierten 2., trat dann ihn heran und stellte sich in barschem Ton als Kriminalschutzmann Franz bor. Mit einer unglaublichen Dreistigkeit beschuldigte er den 2., er habe sich an den beiden Knaben im Sinne des§ 175 vergangen. Der völlig Ueberraschte ließ sich ohne weiteres am Hermel packen und zur Polizei führen. Auf dem Wege bekam 2. Angst vor allerlei Unannehmlichkeiten. Er bot dem angeblichen Kriminalbeamten, da er kein Geld bei sich hatte, seine Uhr an, die der Angeklagte auch an sich nahm und damit verschwand. Später Stiegen dem Düpierten doch Bedenten auf. Er ging zur Polizei Der auch vom Vorwärts" fürzlich gemeldete Schritt des Ver- und erfuhr, daß er einem Schwindler zum Opfer gefallen war. bandes der füddeutschen Industriellen gegen das rheinisch west Der Kriminalkommissar Wangelin ließ soofrt auf Grund des von fälische Kohlensyndikat und seine Verkaufsorganisation, der Kohlen 2. gegebenen Signalements auf den Täter und die beiden Burschen handelsgesellschaft, beginnt, wie es scheint, nachhaltige Wirkungen fahnden. Die beiden Knaben wurden auf dem Bahnhofe angehalten. Es waren zwei Schüler aus Charlottenburg, die ihren Eltern durch Die Handelskammer Bielefeld veröffentlicht jetzt die folgende gebrannt waren. Bei der Vernehmung stellte es sich heraus, daß Mitteilung: der Angeklagte selbst sich an ihnen im Sinne des erwähnten ParaMit Rücksicht darauf, daß die neuen Offerten der Koblen- graphen vergangen hatte. Es gelang denn auch, den Angeklagten handelsgesellschaft nur unwesentliche Herabsesungen der Kohlen- felbst zu verhaften, der inzwischen auf der Straße sich einem preise aufweisen, ist von der Handelstammer Bielefeld ein ge- Mädchen gegenüber als Kriminalbeamter ausgegeben und an dieses meinsames Vorgehen der Kohlenverbraucher beleidigende Zumutungen gerichtet hatte, Der Antrag des in Aussicht genommen, um entweder eine weitere Herab- Staatsanwalts lautete auf 3% Jahre Zuchthaus. Das Gericht setzung der von der Kohlenhandelsgesellschaft vorgesehenen Preise erkannte auf 2 Jahre und 3 Monate Zuchthaus, 3 Jahre Ehrberlust zu erwirken, oder aber um Kohlenlieferungsverträge mit außerhalb und Stellung unter Polizeiaufsicht. des Synditats stehenden Zechen in die Wege au leiten. auszuüben. Zum Kampfe gegen das Kohlensyndikat. 9 Im Interesse der Verbraucher liegt es daher, borläufig bei der Vergebung von Lieferungsaufträgen sich eine gewisse Zurüdhaltung aufguerlegen. Es ist nur zu wünschen, daß dieses Vorgehen gegen die Syndikategewaltigen, die sich als Herren der Welt fühlen, von Erfolg begleitet sein wird. Soziales. Lehrlingsausbeutung im Theater. Der Kapellmeister Wilf ersucht uns um die Mitteilung, daß die Aussage des Lehrlings Baabel Unrichtigkeiten und lebertreibungen enthalte. Er habe den Termin, über dessen Verlauf wir berichteten, absichtlich versäumt. Die Züchtigung, die er dem Lehrling Baabel erteilt habe, fei nicht der Rede wert gewesen. Er sei dem Zeugen des Klägers gar nicht an den Leib gekommen. Bu efsen befämen die Lehrlinge im Ueberfluß. Er habe zurzeit nur 8 Lehrlinge, von denen die Hälfte fast ständig trant" sei. Die vor Gericht abgegebenen Beugenaussagen haben wir zu treffend wiedergegeben. Daß sie gemacht werden konnten, ist Schulb des Herrn Wilf, dessen Berichtigung selbst übrigens feine Auffassung über Lehrlingsausbeutung hinreichend charakterisiert. Revision im Hochbahnprozek. Für den im Hochbahnprozeß berurteilten Fahrer Schreiber hat fein Verteidiger Revision eingelegt. Diese macht in erster Reihe Beschränkung der Verteidigung geltend und beschwert sich u. a. darüber, daß eine große Reihe von Zeugen, die vom Verteidiger benannt worden waren, um zu befunden, ob" gewisse näher bezeichnete Dinge passiert seien, von dem Gericht nicht vorgeladen worden, der Antrag des Verteidigers vielmehr mit der Begründung abgelehnt sei, daß tein erkennbar präzises Beweisthema vorliege. Die Revision rügt ferner die Bernehmung von Personen, die bei der Hochbahn angestellt sind, als Sachverständige, und die Ablehnung des Antrages, einen Ingenieur aus Hannover als Sachverständigen zu laden. orte. Ein fideles Gefängnis. Wir werden über den Ausfall des Prozesses berichten. www Aufgehobenes Todesurteil. Glöckner und Fleischermeister Johann Rohrigk wegen Mordes zum Vom Schwurgerichte Allenstein ist am 18. Dezember v. J. der Tode verurteilt porden. Er hat nach dem Spruche der Geschworenen am 6. April 1908 feine Patin, die Lehrerwitwe Demski, ermordet, und zwar hatte er die Absicht, ihr Geld au rauben, um feine völlig zerrütteten Finanzen aufzuhelfen. Frau Demsti hatte ihm in ihrem Testamente den Betrag von 100. ausgesetzt. fangreicher Indizienbeweis Der Angeklagte hatte die Tat geleugnet, aber es war ein um128 Beugen und die Geschworenen haben ihn offenbar für völlig ausreichend angetreten worden erachtet. Die Revision des Angeklagten tam am Freitag vor bem II. Straffenate des Reichsgerichtes zur Verhandlung. Die lettere wurde auf den einen Beschwerdepunkt beschränkt, daß die Verhandlung terliveise in Abwesenheit des Angeklagten stattgefunden habe, wodurch die§§ 229, 230, 1 und 877, 5 Ber Strafprozeßordnung berlebt seien. Wie sich aus dem Protokoll der Hauptverhandlung ergab, war am 14. Dezember( die Verhandlung hat fünf Tage gebauert) beschlossen worden, am nächsten Tage eine Augenscheinnahme an der Mordstätte vorzunehmen, und zwar in Gegenrart der Gerichtspersonen, der Geschworenen und Ergänzungsgeschworenen, des Staatsanwalts und Verteidigers sowie des Angeklagten. Im Protokoll heißt es dann, daß am 15. Dezember die in Frage kommenden Oertlichkeiten von allen genannten Perfonen besichtigt worden seien. Daran schließt sich der Vermerk: Der Angeflagte, welcher auf seine Anwesenheit bei der Besichti gung verzichtete, wurde abgeführt. Demnach hat, so führte der Berteidiger in der Reviston aus, die Hauptverhandlung teilweise in Abwesenheit des Angeklagten stattgefunden, obwohl seine fortgesezte Anwesenheit in der Hauptverhandlung gefeßlich vorgeschrieben ist. Die ganze Besichtigung am Tatorte stellt aber einen wesentlichen Teil der Hauptverhandlung dar, welchem der Angetlagte beiwohnen mußte. In der Gegenerklärung des Staatsanwalts wurde dieser Mangel als belanglos bezeichnet, weil er im weiteren Verlaufe der Hauptverhandlung nicht gerügt worden sei. Das Reichsgericht hob jedoch auf Antrag des Reichsanwalts das Urteil auf und verwies die Sache an das Schwurgericht zurück. Ein Verstoß gegen§§ 229 und 230, 1 der Strafprozeßordnung liegt vor;§ 230, 2 fonnte für den vorliegenden Fall nicht zur Anwen dung kommen. wahlkreis Züllichan Schwiebus- Kroffen Sommerfeld( Ortsverein Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. Berlin). Dienstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr, im Bereinslokal, Koppenstr. 47 bei Eichholz: Mitgliederversammlung. Landsleute des Kreises sind freundlichst eingeladen. NB. Alle Mitglieder sowie alle fich für den Berein intereffierenden Der Vorstand. Kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe von 1885.( E.§. 71.) Dienstag, den 16. Februar, abends 9 Uhr, im Restaurant A. Landre, Stralauer Straße 36/37: Sizung. Algemeine Familien Sterbekaffe. Heute Aderstr. 123 im Restaurant von 8-6 Uhr: Bahltag und Aufnahme. ( nomen et omen!) spielt, gelangte am Freitag zur Kenntnis des Gine ergößliche Geschichte, die im Dorfe Rauno, Kreis Kalau Reichsgerichts. Es handelte sich um ein Urteil des Landgerichts Friedrichsfelde, Lichtenberg: Heute mittag 1 Uhr bei Bausdorf, Friedrichs. Freie Jugendorganisation Berlin. Deffentliche Versammlung für Stottbus vom 19. Oktober v. J., durch welches der Schniedemeister felde, Berliner Straße 18. 1. Borttag des Genoffen Mag Grunwald August Scholte in Rauno wegen passiver Bestechung und Amts- über: Die Fortbildungsschule und die arbeitende Jugend". 2. Die chrift berbrechens nach§ 346 des Strafgefeßbuchs zu 2 Monaten lichen Jünglingsvereine. Die Herren Lehrer und die„ Chriftlichen" find einGefängnis verurteilt worden ist, während der Kaufmann Winkler im Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 147. Vortrag des Reichstags. gelaben. Versammlungen finden statt: Heute nachmittag 2%, Uhr wegen aktiver Bestechung in Strafe genommen worden ist. Scholte abgeordneten Lehmann Wiesbaden: Arbeiterbewegung und Jugend". war früher Gemeindediener und Hilfsamtsdiener in feinem Wohn- 24, Uhr bei Obiglo, Schwedter Str. 23. Bortrag des Genossen St. Lüpniz Eine wider die guten Sitten verstoßende Vertragsabrebe. Winkler hatte als Landwehrmann die Kontrollversammlung über Heinrich Heine" mit Rezitationen. 3 Uhr bei Sentel, Gubener Die 15jährige Arbeiterin E. war für die Vergrößerungsanstalt versäumt und dafür 3 Tage Mittelarrest zubittiert erhalten. Straße 13. Vortrag des Genoffen Unger. 2 Uhr bet Grumbach, für Semi- Emaille von Pohl als Photosammlerin tätig. Wie fie Schwierigkeit machte es mun, die Strafe verbüßen zu laffen. Der Schönleinſtr. 6. 2, Uhr bei Biebermann, Horndorfer Straße 9. 2 1hr angibt, sollte sie einen Wochenlohn von 14 M. erhalten. Auch eine Amtsvorsteher ließ dem W. durch den Amtsdiener bie Strafver- bei Bielede, Balbftr. 8. Bortrag des Herrn Dr. Rosenthal:" Darwin". Probezeit von drei Tagen ist vereinbart worden. Am vierten Tage fügung zustellen und teilte dann dem Angeklagten mündlich mit, 3, Uhr in Rigdorf bei Hoppe, Hermannstr. 49. Vortrag des Stadtv. 3 Uhr bei Wils, Schulstr. 74. 3 Uhr bei Scholz, Boffener Straße 1. hat sie die Arbeit eingestellt. Sie fordert Bezahlung für ihre er solle 28., wenn er sich bei ihm melde, die Strafe im Ortsgefängnis ufy. 3 Uhr in Schöneberg bei Sanders, sholaftr. 16. 2%, Uhr Tätigkeit. Beklagter wendet ein, daß für die Probezeit keine feste( vulgo Sprißenhaus) zu Rauno verbüßen lassen. W. kam dann Abteilung Rummelsburg Abteilungsversammlung bei Schwandt, GoetheBezahlung, sondern nur vereinbart sei, daß Klägerin für jedes Bild, auch zu Scholte und äußerte den Wunsch, eingesperrt zu werden. ftraße was fie bringt, 30 Pf. erhält. Selägerin habe bier Bilder gebracht Scholte war über dieses Verlangen gar nicht erfreut und meinte, und auch bezahlt erhalten. Bei Empfangnahme des Betrages hat es sei doch schade, wenn ein so netter Mann eingesperrt werden fie keinerlei Vorbehalte gemacht. Auch ist ein festes Verhältnis noch solle. Er lud ihn ein, zunächst mit ihm ein Glas Bier zu trinken. nicht eingetreten. Denn am dritten Tage habe er Klägerin gesagt,. hatte nichts dagegen und zahlte natürlich die Zeche. Nun er daß es teinen Zwed habe, daß sie fich weiter versuche, sie würde doch klärte Scholte, ein Tag fei schon verbüßt. Wintler fönne ruhig nach nicht zurechtkommen. Er habe ihr aber freigestellt, es noch einige Hause gehen und brauche nicht noch einmal nach Rauno zu fommen. Tage zu versuchen. Sie löste aber im Laufe des nächsten Tages. hatte nichts dagegen einzuwenden und spendete seinem Kerkerdas Arbeitsverhältnis. Die 17jährige Zeugin S., die mit der Klägerin meister noch 2 M. in bar. Das Gericht hat angenommen, daß Memel, Tilfit zusammen eingestellt worden und auch gegangen ist, bestätigt die Scholte ein Beamter im Sinne des§ 346 des Strafgesetzbuchs war, regel, Insterburg Behauptungen der Klägerin. Daß es für die Probezeit eine feste der bermöge feines Amtes bei der Vollstreckung von Strafen mit- 28 eich fel, Thorn Auf die Revision des Angeklagten hob aber das Dber, Ratibor Bezahlung nicht geben soll, hat der Beklagte erst am dritten Tage zuwirken hatte. Stroffen gesagt. Das Gewerbegericht, unter Vorsiz des Magistratsassessors Reichsgericht das Urteil auf, soweit es nach§ 346 ergangen ist, Frankfurt b. Schulz, verurteilte gestern den Beklagten, an die Klägerin noch und verwies die Sache insoweit an das Landgericht zurück. Der Warthe, Schrimm 6,35 M. au aahlen. Eine Probezeit ohne Lohnbergütung sei eine Angeklagte ist nicht als Beamter nach§ 346 anzusehen. Landsberg wider die guten Sitten verstoßende Vertragsabrede. Nete, Bordamm Elbe, Leitmerih Dresden Barby Zur Verdrängung inländischer durch ausländische Arbeiter. Der bayerische Landwirtschaftsrat hat beschlossen, für 1909 wieder ein größeres Quantum" ausländische Arbeiter( Bolen und Galizier) zu beziehen". Erst in den letzten Tagen mußten baherische Zeitungen, die der Landwirtschaft besonders nahestehen, wiederholt zuschriften Raum geben, worin durch Anführung von Tatsachen der Beweis erbracht wurde, daß unter den gegenwärtigen Dienstbotenverhältnisse auch der Teufel davonlaufen würde! 81 Ein Naubmord nach Hennigs Muster. Die mysteriöse Grmordung des Versicherungskassierers August & rante aus Berlin, die in ihren Einzelheiten lebhaft an die Gr mordung des Kellners Giernoth durch den später hingerichteten Lederarbeiter Rudolf Hennig erinnert, wird am Dienstag das Schwurgericht in Guben beschäftigen. Franke wurde am 27. August vorigen Jahres in dem Brühlschen Walde bei Forst i. L. mit einer Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt Dom Berliner Wetterbureau. Basserstand am feit 12. 2. 11. 2. cm cm ¹) 1938) 3+2 88+8 884) 217-19 261)-25 122-4 1099)+9 124)-8 83-27 -585)-38 464-42 Magdeburg 428(* 0 )+ bedeutet Buchs, Gisgang. 5) Treibeis. Grundeistreiben. Fall. Bafferstand Saale, Grochli am feit 12. 2. 11. 2. cm cm³) 256 Havel, Spandau) 78 Rathenow) 90 Beestom Minden 80 Spree, Spremberg) 130 79 Befer, Münden -39 1467) Retn, Marimiliansau 324 Raub 210 Köln 284 Nedar, Heilbronn 90 Main, Wertheim Mosel, Trier 100-11 Unterbegel. Eisstand. 2 Schwages Grunbels.- Startes Nach telegraphischen Meldungen ist die Ibe bet Barby bis Witterungsüberficht vom 13. Februar 1909. morgens 8 Uhr. Stationen Wetter Stationen Wetter Zemp. n. E. ten nicht gefunden wurde, nahm die Gerichtskommission doch heute früh auf 350 cm gefallen und fällt ben 134 cm erreicht und fäut Selbstmord an und die Leiche wurde beerdigt. Die Ermittelungen Magdeburg hat sie am 12. thren höchsten Stand: 434 cm erreicht und fällt Bei den Kaufmannsgerichtswahlen in Frankfurt a. M., der Berliner Kriminalpolizei evgaben jedoch folgendes: Franke, feitdem. ber mit seiner Tätigkeit als Versicherungskassierer nicht zufrieden Die am Mittwoch stattfanden, gelang es dem Zentralverband der war, hatte am 25. Auguft seine Wohnung in Weißenfee verlassen Handlungsgehilfen, wie schon telegraphisch gemeldet, einen erfreu- und angegeben, ein Freund wolle ihm eine andere Stelle besorgen. lichen Fortschritt zu erzielen. Die auf seine Liste entfallene Bei seinem Bruder in der Lippehner Straße hatte er sich 500 M. Stimmenzahl erhöhte sich gegen 1907 um 100 Stimmen und die geben lassen, welche Summe er als Kaution hinterlegen müsse. Im Beisigerzahl stieg von 1 auf 3. Es waren insgesamt fünf Listen Nachlaß des Toten fand sich auch eine Postkarte, die ein gewisser für Gehilfenvertreter eingereicht und wurden 2878 Stimmen Senger am 21. August an August Franke geschrieben und in der ihm abgegeben. Auf die Liste 1( Deutschnationaler Handlungsgehilfen eine schöne Stelle als Schloßverwalter mit 150 M. Monatsgehalt, Swinembe 768 23 1 Dunst-3 Haparanda 765 Still Verband) entfielen 928 Stimmen 10 Peifiker, die Liste 2( Leip- freier Wohnung, Heizung und Pensionsberechtigung in Aussicht = 3 bedeckt-6 Betersburg 764 D 1 Dunst ziger Berband) erhielt 443 Stimmen 5 Beisiher, Liste 3( Ver- gestellt wurde. Die Nachforschungen ergaben, daß als Absender Berlin 1 Nebel 7 Scilly 772DD 4tollig einigung Kaufmännischer Vereine) 1018 Stimmen 12 Beisitzer, dieser Karte der Maler Albert Senger aus Forst i. 2., der seit Frautj.a.m. 768 9 6 molten!-8 elberbeen 778 R 1 wollen!-- 2 Lifte 4( Zentralverband der Handlungsgehilfen) 234 Stimmen ciniger Zeit in Berlin in der Andreasstraße lebte, in Betracht kam. München 4 wolfig-5 Baris 767 RRD 3 woltig 3 Beifiker und Liste 5( Verband der Versicherungsangestellten) 257 Senger bejibt aber noch eine Schwester in Forst i. 2., die dort Wien 763 3 2 wolkig-8 Stimmen 3 Beijiber. Die Wahlbeteiligung war um 273 Stim- Bartstraße 4 wohnt. Es meldeten jich verschiedene Zeugen, die Wetterprognose für Sonntag, den 14. Februar 1909. men geringer als bei der lebten Wahl 1907. Damals waren von befundeten, daß Senger und Franke in Berlin bekannt gewesen Siemlich trübe und etwas nebelig mit Schneefällen, gelindem Frost und sechs verschiedenen Korporationen Listen eingereicht. Von diesen feien. Eine Handschriftenprobe ergab ferner, daß Senger die Karte mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. pamburg 7729 7700 76e ND bebedt-18 -15 2 AWERTHEIM Ein Posten weisses Porzellan Speiseteller def 15, Bach 18 Pt. Dessertteller 8 Pr. Kompotteller 61 Pr. Bratenplatten oval 20, 80, 45, 60 Pl. Bratenplatten rund Kartoffelnäpfe Saucieren Salatieren Terrinen Salzgefässe Kaffeekannen Milchtöpfe Zuckerdosen 45 Pl. 68 Pf. 45 Pf. 25, 35, 45 Pf. 1.15, 1.35 Mk. 6 Pf. 45 Pl. 8, 12 Pl. 10 Pf. Tassen 10, 15 Pr. Leuchter 10 Pr. Ein grosser Posten Kaffeegeschirr mit blauem Kobaltband und Goldlinie wesentlich unter regul. Wert. 75 Pf. bis 8.20 Mk. Kaffeekannen Teekannen Milchtöpfe Zuckerdosen Tassen 1.10 bis 2 Mk. 15 Pr. bis 1.80 Mk. 80 Pr. bis 1.15 Mk. 50, 65, 75, 85 Pf. PORZELLAN Weisses Tafelgeschirr ,, Feston Rosenthal" Bratenplatten oval 50 Pf. bis 4.90 Mk. Bratenplatten rund, tief u. Bach 2.25 Mk. Fischplatten 7.20 Mk. Kartoffelnäpfe oval 2.50, 8.10 Mk. Kartoffelnäpfe rund 1.35 bis 2.25 Mk. Saucieren ohne Henkel 80 Pf., 1.10 Mk. Saucieren mit Henkel 1.20, 1.60 Mk. Salatieren eckig 32 Pf. bis 1.90 Mk. Terrinen rund 2.85, 4.50 Mk. Terrinen oval 2.85, 4.50, 5.65 Mk. Speiseteller tief und fach 28 Pl. Dessertteller 22, Kompotteller 15 PL.. Ein Posten: Tafelgeschirr„ Apfelblüte" 32 Pl. Speiseteller tief und flach Dessertteller 27, Kompotteller 20 pr. Bratenplatten oval 44 Pf. bis 2.45 Mk. Bratenplatten rund 1.10, 1.40 Mk. Kartoffelnäpfe rund 1.70, 2 Mk. Saucieren ohne Henkel 90 Pf., 1 Mk. Saucieren mit Henkel 1.20, 1.50 Mk. Salzgefässe 85 Pr. Senfgefässe 80 pr. Kompottschalen Terrinen rund Terrinen oval Kaffeekannen Tassen Milchtöpfe Zuckerdosen 33 Pf. bis 1.35 Mk. mix Buntes Porzellan Kaffeeservice für 2 Pers., 5 teilig 1.65 Mk. für 12 Personen für 6 Personen, 9 tellig 2.25, 2.85, 8.25 5.90, 6.50 Kinderkaffeebecher 18, 18, 20 Pl. Milchtöpfe 1 Liter Inhalt 28 PL Satztöpfe 6 Stück 95 P., 1.35, 1.50 Tafelservice 30 tellig mit Goldbordüre oder Kaffeetassen Goldband 24 M 78 tellig 75 Mk. 22 Pl. 2.95, 3.60 Mk. 3 Mk., 3.80 Mk. 48 Pf., 1.05 Mk. 27 Pl. Teetassen m. Goldbordüre od. Goldband 22 Pt. 25 Pf. 18, 25, 88 Pf. 85 PL. Bunte Kindertassen 18 PL Kaffee- und Teetassen feines dünnes Porzellan mit Blumendekor und Goldrand 45 Pf. Meissner Speiseteller tier 58, flach 55 Pf. Frühstücksteller 38, Kompotteller 33 Pr STEINGUT Pf. Teetassen m. Goldband, dünnes Porzellan 33 Pf. Kaffeetassen mod. Banddekoration dünnes Porzellan, mit Golddekoration und Empire- Kränzen 68 PL feines dünnes Porzellan, PollerGold- Dekoration dünnes Porzell., BlumenMokkatassen dekoration, Goldrand Frühstücksteller buat 85 PL 20 PL 28 PL. tief und flach, blau Speiseteller Zwiebelmuster, Ein Posten 0 Pl. Einzelne Waschschüsseln 1.25 1.25 Dessertteller blau 9, Kompotteller 8 Pr. Salatieren weiss Salatieren Satz 6 Stück 85 PP. Satz 6 Stück 1.05 Mk. blau Zwiebelmuster Salatieren farbig Satz 4 Stück 80 Pl. Tassen blau Zwiebelmuster Satztöpfe bust 15 Pf. 6 Stück 95 Pf. Leuchter Majolika englisch 95 Pf., 1.25 Mk. Englische Teekannen schwarz 45, 55, 65, 75 Pf. Dazu passende Tassen Tafelservice 41 tellig Butterdosen Butternäpfe 25 Pl. 15 Mk. Einzelne Waschkrüge Waschgarnituren Toiletten- Eimer weiss, mit Bügel Toiletten- Eimer weiss, mit Goldband Tafelgeschirr aus Hartsteingut 2.25, 2.50 3.75, 4.40 gerippte Form Bratenplatten oval Bratenplatten rund 30 pt. bis 1.50 M 60 P. 15 PT. 2 tellig dekoriert 3.75, 4 teilig bust 1.45 Mk. Waschgarnituren stellig 2.85, 3.75, 4.75, 5.50, 6 M., 7.40 Mr. Ein grosser Posten feiner weisser und dekorierter Porzellan- Figuren und Vasen zu ausserordentlich billigen Preisen. GLASWAREN 18, 25, 30 Pr. Rotweingläser geschliffen 12 Pf. Honigdosen 15, 20, Käseglocken 42 Pr. Kompott-.Salatschalen 5, 18, 25 Pl. Teller dazu passend Wasserbecher Bierbecher pollert 6, verschmolzen Weissweingläser geschliffen Portweingläser geschliffen Likörgläser geschliffen Neu eingeführt: 24 Pf. 24 Pf. 22 Pf. 15 Pt. Kristall- Trinkbecher optisch, mit labgeschliffenen Böden 5 Pl. 5, 6 Pl. 7 Pl. 18 PT. Bierbecher 20, 25 Pf. Bierbecher mit Goldrand 7, 10 Pf. Wasserbecher 20 Pl. Bierbecher mit Bordüre 10, dekorat. 20 Pf. GoldSelterbecher 15 Pt. Likörbecher 6 Pl. Bierbecher mit starkem Boden Selterbecher migBordüre 8, Goldrand 10 Pf. Ein Posten schwer gepresster Kompottschalen und Teller wesentlich unter den früheren Preisen 20, 27 Pl. Wassergläser geschliffen Bierbecher u. Biertulpen geschli. 28 Pf. 50 Pf. bis 1.25 1.20 Butterglocken geschliffen 68 Pf. bis 1.15 Käseglocken geschliffen Fruchtschalen geschliffen Salatschalen Oliven geschliffen 25 bis 85 Pf. Kompotteller geschliffen. Oliven 18, 21 Pf. Likörgläser glatt 15, auf hohem Fuss 28 Pf. Weinrōmer Speiseteller def and flach Dessertteller 18, Kompotteller 11 Pr. Saucieren Kartoffelnäpfe 1.90 Mk. 68, 85, 95 PL. Salatieren eckig Salatieren rund Terrinen 30 pt. bis 1.05 M 33 Pf. bis 1.20 Mk 1.75, 2.25 Mk. Sturzflaschen mit Goldrand 30 PL mit farbige 45 Pf. geschl. 1.05, 1.20, 1,60 geschliff. Boden Steinseidel m. Ziandeckel 85 Pf., 1,35, 1.90 Kristallgarnitur ,, Sappho" Rotweingläser Weissweingläser Madeiragläser 42 Pf. 42 Pf. 88 Pf. 15 bis 40 Pf. Likörgläser 36 P. 48 Pl. Oliven 62, 75 Pr. 42, 65, 80 Pr. 90 Pt, bis 2,10 Sektschalen 48 PL Wasserbecher 34 Pf. 38 Pf. 48 Pl. Weinrömer mit Goldrand Likörflaschen Reiber O Wasserflaschen Bowlenkannen Oliven 3 Reihen Bierbecher Bowlenkelche EMAILLIERTE GESCHIRRE Kasserollen ohne Ring Kasserollen mit Ring Schmortöpfe ohne Ring Schmortöpfe mit Ring. Gaskochertöpfe mit Deckel Bratpfannen lang Pfannen rund 8 Grössen 15 Pf. bis 1 Mk. 6 Grössen 65 Pf. bis 1.40 Mk. 8 Grössen 55 Pf. bis 2.25 Mk. 6 Grössen 65 Pf. bis 1.50 Mk. 5 Grössen 90 Pf. bis 1.80 Mk. 6 Grössen 1.40 bis 2.80 Mk. 8 Grössen 15 Pf. bis 70 Pf. Fischkocher mit Einsatz u. Deckel 4 Grössen 3 Mk. bis 6.75 Mk. Wasserkessel für Gas Ringtopfe Milchkocher mit Lochdeckel 5 Grössen 60 Pf. bis 1.40 Mk. 6 Grössen 80 Pf. bis 2 Mk. 4 Grössen 80 Pf. bis 1.30 Mk. Milchtöpfe Trinkbecher Teller flach oder tief Teller flach oder tief, dekoriert Durchschläge Teesiebe mit Griff und mit Stiel Schöpflöffel Essenträger 3 tellig mit Bügel Essnäpfe Küchenschüsseln tief Schüsseln flach 75 Pf. 6 Grössen 25 Pf. bis 4 Grössen 15 Pf. bis 22 Pf. 3 Grössen 20 Pf. bis 30 Pf. 3 Grössen 25 Pf. bis 3 Grössen 20 Pf. bis 10 und 45 Pf. 45 pr. 3 Grössen 25 Pf. bis 2 Grössen 22 Pf. u. 15 Pf. 35 Pf. 1.75 Mk 28 Pf. 5 Grössen 55 Pf. bis 1.25 Mk 8 Grössen 10 Pf. bis 90 pr Teigschüsseln mit Griffen Waschschüsseln weiss Wasserkrüge 6 Grössen 60 Pf. bis 1.80 M. 1 Mk., 1.75, dekoriert 2.50 Mk. dekoriert 2 Mk. bis 2.50 Mk. dekoriert 4.25 Mk. 4.50 Mk. 2 Grössen 50 Pl. und 60 PL dekoriert 30 Pr. Toiletten- Eimer 2 Mk. und 8 Mk. Fusswannen dekoriert Waschschüsseln mit Selfnapf Leuchter Wannen rund Wannen oval 20 Pf. 4 Grössen 1.25 bis 2.75 Mk. 5 Grössen 1.40 bis 4 Mk. Wassereimer Durchm, ca. 28 cm, weiss 85 Pf. hellblau 80 Pt. Wassereimer Durchmess. ca, 28 cm, grau WIRTSCHAFTS- ARTIKEL Wringmaschinen Walzenlänge ca. 39 42 cm 36 9 Mk. Reibemaschinen 10 Mk. 85 Pf. 11 Mk. Messerputzmaschinen 4.75 Mk. Fleischmühlen 4 Sorten 1.40, 2.40, 2.75, 4.50 Mk. Ofenvorsetzer bronzlert Ofenvorsetzer mit Einlage 2.50 und 3 Mk. 3.50, vernickelt 3.25 Mk. Kaffeeservice vernickelt 8.50, 11.50 mit Teekanne 12.50, 14.50 Petroleum- Öfen 309MK., 60 13.50. Heizröhrens weiss u. hellblau 2 Mk. marmoriert 2.25 Wandfeuerzeuge für 10 Schachtela Wandkaffeemühlen mit Glasbehälter Messerputzer ,, Frauenlob" Küchenlampen s Sortes Tischlampen mit Imit. Onixfuss Tischlampen mit Messing- Bassin 65 Pl. 20 Pf. 4.25 Mk. 1.25 M 90 Pf. bis 1.75 Mk. 2.25 und 2.75 Mk. 3.50 und 4.25 Mk. Rand gesetzl. geschützt Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 38. 26. Jahrgang. 2. WM i>cs Jointtf Kerlim WIIisdlÄ Zimtlig. IL Ithnat 1909. Zur Bundesratsverordnung über den Be trieb der Hnlagen der Großeiieninduitrie Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat zur Ausführung der Bundesratsverordnung über den Betrieb der Au lagen der Großeisenindustrie eine eingehende Ausführungsanwcisung unter dem IS. Januar erlassen, die im nächsten Ministerialblatt Veröffentlichung finden soll. Dieselbe drucken wir nachstehend wörb lich ab. S'e ist an die Regierungspräsidenten und den hiesigen Polizeipräsidenten gerichtet und lautet: Am t. April d. IS. treten die Bestimmungen des Bundesrats über den Betreib der Anlagen der Großeisenindustrie in Kraft. die durch die Bekanntmachung deS Herrn Reichstanzlers vom 19. Dezember 1908(RGBl. S. 650) veröffentlicht worden sind Zu ihrer Erläuterung und zu ihrer Ausführung bemerke ich folgendes: Durch Resolution vom 13. Februar 1906, der ähnliche Be- schlüsse bei der Beratung der Etats für 1907 und 1908 gefolgt sind, hatte der Reichstag den Herrn Reichskanzler ersucht, eine ein- gehende Untersuchung der Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in der Großeisenindustrie einzuleiten, die unter anderem auf folgende Punkte zu erstrecken wäre: 1. Die Dauer der täglichen Arbeitszeit oder die Dauer der Arbcitsschichten; 2. die Ueberstunden und Ueberschichten unter Berücksichtigung der Zahl der Ueberarbeit leistenden Arbeiter für jedes einzelne Werk sowie der auf jeden Arbeiter entfallenden durchschnitt- lichen Zahl der Arbeitsstunden; 3. die Einwirkung der Arbeitszeit sowie der Nacht- und Ueberarbeit auf die Unfallhäufigkeit und die Erkrankungsgesahr für die Arbeiter; 4. die Durchführung und die Wirkung der bis jetzt er- lassenen Schutzbestimmungen für die Arbeiter; 5. die von den Werksleitungen getroffenen Einrichtungen. wie Waschgelegenheit, Badeeinrichtungen, Räume zum Ein- nehmen von Wahlzeiten usw. Eingehende Ermittelungen, wie den Wünschen deS Reichstags am besten werde entsprochen werden können, führten zu der Er- kenntnis, baß es nicht nur ungewöhnliche Schwierigkeiten bereiten. sondern namentlich auch eine ganz unverhältnismäßig lange Zeit erfordern würde, wollte man jene Resolution wörtlich ausführen und eine eingehende Untersuchung der Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in der Großciscnindustrie nach Maßgabe der bezeichneten Gesichtspunkte in allen einzelnen Betrieben oder wenigstens in einer so großen Reihe von ihnen vornehmen, daß dabei alle in Be kracht kommenden sachlichen und örtlichen Verschiedenheiten aus reichend zur Geltung kämen. Bei diesen Ermittelungen wurde aber gleichzeitig festgestellt, daß tatsächlich in einem großen Teile der Großeisenindustrie in den letzten Jahren häusig die Arbeits- zeit einzelner Arbeiter infolge ausgedehnter Ueberarbeit so lange gedauert hat, und daß die Arbeitspausen so knapp bemessen ge- Wesen sind, daß darin eine Gefahr für die Gesundheit der Arbeiter erblickt werden muß. ES bestehen jedoch hierbei die größten Unter- schiede zwischen den verschiedenen Arten der zur Grotzeisenindustrie gehörenden Werke, zwischen den verschiedenen Werken derselben Arten, zwischen den verschiedenen Abteilungen der einzelnen Werke, ja sogar zwischen den einzelnen Arbeitsverrichtungen inner- halb der einzelnen Abteilungen. Eine Arbeitsdauer, die deshalb bei einzelnen Arbeiten das zulässige Maß erheblich überschreiten würde, erreicht bei vielen anderen die Grenze des Zulässigen noch nicht; während manche Arbeiten eine Unterbrechung durch längere Betriebspausen ohne Schwierigkeiten gestatten, ist eine solche bei anderen geradezu unmöglich: während bei manchen Arbeiten schon die Natur deS Betriebs häufige Unterbrechungen und Pausen mit sich bringt, fehlen solche bei anderen ganz; und während bei manchen Arbeiten eine kürzere Vertretung durch einen Ersatzmann unschwer bewerkstelligt werden kann, ist dies bei anderen nicht an- gängig. Einer Bestimmung der zulässigen Arbeitszeit durch all- gemeine Anordnung des Bundesrats standen daher große Schwierig- leiten im Wege. Andererseits Umr anzuerkennen, daß eine über- mätzige Ausdehnung der Arbeitszeit in solchem Umfange vor- kommt, daß zu ihrer Bekämpfung allgemeine Bestimmungen des Bundesrats nicht entbehrt werden können. Erforderlich erschien zunächst nicht sowohl eine Beschränkung der Höchstdauer der regelmäßigen Arbeitszeit, die in den Arbeitsordnungen begrenzt und im allgemeinen nicht zu hoch bemessen ist, als eine Bekämpfung über- mäßiger Ueberstunden und eine Sicherstellung von Mindcstpausen während der längeren Arbeitsschichtcn und zwischen je zwei Arbeits- schichten. Behufs Bekämpfung einer übermäßigen Ausdehnung der täg- lichen Arbeitszeit ist an die Spitze der Bestimmungen des Bundes- rats die Vorschrift gestellt, daß alle Arbeiter, die zu Ueberstunden oder Ueberschichten herangezogen werden, in ein monatlich dem Ge- Werbeinspektor einzureichendes Verzeichnis einzutragen sind, das über die Dauer ihrer tatsächlich an jedem einzelnen Tage geleisteten Arbeitszeit genau Auskunft gibt und insbesondere die Zahl der von ihnen geleisteten Ueberstunden erkennen läßt. Eine solche An ordnung wird besser und weit schneller als etwaige jetzt anzu stellende umfangreiche Erhebungen die Unterlagen für die Boant» Wartung der Frage gewähren, ob und in welcher Weife etwa dem- nächst eine Beschränkung der Arbeitszeit erforderlich ist, sei es, daß diese sodann auf Grund des ß 120e der Gewerbeordnung vom Bundesrat allgemein, sei es, daß sie auf Grund des dem Reichs- tage vorliegenden neuen Entwurfs für K 120k Abs. 2 der Gewerbeordnung von den zuständigen Polizeibehörden für einzelne Be- triebe zu bewirken sein wurde. Es darf auch gehofft werden, daß in der Regel die Notwendigkeit, alle Ueberarbeit in ein solches Ver- zcichnis einzutragen, in Zukunft von vornherein die untepen Werks- bcamten von der Anordnung unnötiger Ueberarbeit und von deren unangemessener Ausdehnung abspalten und den Leitern der Werke (Unternehmern. Abteilungschefs. Generaldirektoren) die ihnen bisher oft fehlende genaue Kenntnis der vorkommenden Ueberarbeit und einen besonderen Anlaß geben wird, diese auf ein angemessenes Maß zu beschränken. Unabhängig davon, ob mar: auf Grund dieser Unterlagen später zu Vorschriften über die Dauer der Arbeitszeit kommen wird, war außerdem alsbald Vorsorge dafür zu treffen, daß zwischen zwei Arbeitsschichtcn eine Ruhezeit von mindestens 8 Stunden, und daß in allen Arbeitsschichten, die länger als 8 Stunden dauern,— und das sind in den Betrieben, um die es sich hier handelt, im wescnt- lichen die 12stündigen Schichten— Pausen in der Gesamtdauer voii 2 Stunden und darunter eine einstündige Mittagspause gewährt werden. Daß derartige Ruhezeiten und Pausen erforderlich sind, muß bei den schweren Arbeiten, um die es sich handelt, ahne weiteres einleuchten. Dies wird auch von allen einsichtigen Unter- nchmern anerkannt. Tatsächlich sind aber trotzdem so häufig diese Ruhezeiten und Pausen nicht vollständig gewährt worden, daß es geboten erschien, für ihre unbedingte Jnnchaltung durch eine zwingende Vorschrift zu sorgen. Bon besonderen Bestimmungen zur Einschränkung der Sonn« tagsarbeit ist einstweilen abgesehen worden, weil es zunächst frag. lich war, inwieweit deren Einschränkung technisch möglich ist, und weil jedenfalls eine solche Einschränkung so große Schwierigkeiten verursachen würde, daß eS nicht geraten war, vor der ohnehin be- rcits in Angriff genommenen allgcmeiiwn Neuregelung der Be- stimmungen über die Sonntagsruhe jetzt allein für die Sonntags- ruhe in der Großeisenindustrie besondere Vorschriften zu erlassen. WaS endlich die Einrichtungen der Werksleitungen für das Wohl der Arbeiter, wie Trinkwasserversorgung, Waschgelegenheiten, Badeeinrichtunaen, Räume zum Einnehmen von Mahlzeiten usw betrifft, so erschien es weder erforderlich noch zweckmäßig, darüber allgemein verbindliche Bestimmungen zu treffen. Denn, um überall durchführbar zu sein, würden solche Bestimmungen in ihren Forde- rungen hinter dem zurückbleiben müssen, was viele Werke bereits freiwillig eingerichtet haben, andere bei nachdrücklicher, gütlicher Einwirkung freiwillig einrichten werden. Allgemeine Vorschriften würden sich im wesentlichen darauf beschränken müssen, den Inhalt der§§ 120a und 120b der Gewerbeordnung zu wiederholen, ohne damit sonderlichen Nutzen zu stiften. Dagegen muß es den C wcrbeaufsichtsbeamten auch ohne solche Sonderbcstimmungen ge- lingen, die an manchen Stellen vorhandenen Mißstände durch Er- Mahnungen, nötigenfalls durch polizeiliche Verfügungen gemäß tz 1206 der Gewerbeordnung zu beseitigen. Was insbesondere die Ankleide- und Waschräume betrifft, so erschien eine besondere Be stimmung darüber um so mehr entbehrlich, als bereits 8 120b Abs. 3 der Gewerbeordnung ihr Vorhandensein für alle Anlagen aus- drücklich fordert, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiter sich umkleiden und nach der Arbeit reinigen. Zu den einzelnen Paragraphen dek Bestimmungen bemerke ich folgendes: § 1 regelt das Anwendungsgebiet der Bestimmungen. Die dort aufgeführten Werke sind diejenigen, die üblicherweise unter dem Namen der Großeisenindustrie zusammengefaßt werden. Es sind zugleich diejenigen, in denen nach den im Reichstag erhobenen und von den Gewerbcaufsichtsl'eamten insoweit bestätigten Klagen die Mißstände hervorgetreten sind, die zu den Bestimmungen Anlaß gegeben haben. Diese auf die Reparaturwerkstätten und Neben- betriebe auszudehnen, war geboten, weil in ihnen besonders häufig eine bedenklich lange Ueberarbeit vorgekommen ist. Die Bestimmungen finden Anwendung auf alle in den be- zeichneten Werken beschäftigten Arbeiter und zwar auch dann, wenn diese von Zwischenunternehmern angenommen und entlohnt werden. Kleinere Hammerwerke, wie z. B. die meisten lediglich mit Wasserkraft betriebenen, werden nicht zur Großeisenindustrie ge- rechnet. Sie fallen daher nach dem Wortlaut des§ 1 nicht unter die Bestimmungen. § 2 regelt das Verzeichnis der Ueberarbeit, dessen Zweck be- reits erörtert worden ist. Als Ueberarbeit im Sinne dieser Be- stimmungen gilt jede llcberschreitung der durch die Arbeitsordnung gemäß 8 134b Abs. 1 Nr. 1 der Gewerbeordnung festgesetzten Arbeitszeit und jede Sonntagsarbeit, die nicht einen Bestandteil der regelmäßigen Wechselschichten bildet. In das Verzeichnis, das über die Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit und der an jedem einzelnen Tage geleisteten Ueberstunden der einzelnen Arbeiter Auskunft geben soll, sind in jedem Monat alle Arbeiter aufzunehmen, die in seinem Verlauf überhaupt zu Ueberstunden herangezogen werden. Den sonstigen Vorschriften der Gewerbeordnung und der Be- stimmungen des Bundesrats entsprechend, ist vorgesehen, daß die Unternehmer dicS Verzeichnis zunächst der Ortspolizeibehörde ein- zusenden haben. Seine Prüfung und weitere Bearbeitung ist je- doch den Gewcrbeaufsichtsbcamten zu übertragen. Sie wollen des- halb Anordnung treffen, daß die Ortspolizeibehörden es regel- mäßig alsbald an den Gewerbeinspektor weitersenden. Ueber die Form des Verzeichnisses nähere Bestimmungen zu erlassen, ist den höheren Verwaltungsbehörden vorbehalten, damit dabei deren praktische Erfahrungen verwertet, und von ihnen später ohne Schwierigkeiten die etwa erforderlichen Abänderungen vor- genommen werden können. Damit jedoch eine gleichmäßige Auf- arbeitung dieser Verzeichnisse nicht unnötig erschwert wird, empfehle ich Ihnen, einstweilen Ihren Anordnungen das beigefügte Muster A zugrunde zu legen und, wenn sich demnächst der Wunsch nach Aendcrungen ergeben sollte, darüber zunächst mir zu berichten. Um zu vermeiden, daß dies Verzeichnis zu einer unnötigen Belästigung der Unternehmer und Behörden mit entbehrlichem Schreibwerk führt, ist in Abs. 2 deö 8 2 der Bundesratsbestimmungen vorgesehen, daß auf Antrag der Unternehmer mit Genehmigung und nach näherer Bestimmung der höheren Verwaltungsbehörde an Stelle eines besonderen Ueberarbeitsverzeichnisses die Lohnlisten und besonderen Auszüge aus ihnen treten können. Wenn derartige Anträge an Sie gelangen sollten, so stelle ich Ihnen anheim, be- züglich der Lohnlisten oder Schichtbüchcr die antragstellenden Unter- nehmer selbst zur Einreichung bestimmter Vorschläge zu veranlassen und diese zu genehmigen, sobald sie die regelmäßige tägliche Arbeits- zeit und die Ueberstunden, die von den einzelnen Arbeitern an den einzelnen Tagen geleistet werden, ohne Schwierigkeiten erkennen lassen. Für die Auszüge aus den Lohnlisten empfehle ich, das in der Anlage B beigefügte Muster vorzuschreiben und Abweichungen davon nur zu genehmigen, nachdem Sie sich vorher darüber mit mir verständigt haben. 8 3 ordnet für alle über 8 Stunden dauernden Arbcitsschichten die Regelung der Arbeitspausen. Eine entsprechende Vorschrift auch für die achtstündigen und kürzeren Schichten zu treffen, erschien zunächst nicht erforderlich. Die Dauer der Pausen ist den bisherigen Gepflogenheiten der gut geleiteten Werke entsprechend, auf insgesamt 2 Stunden estgcsetzt. Diese Vorschrift soll für alle Arbeiter, also unter Ab- ander ui«g der Bestimmung in Nr. II 2 Abs. 1 der Bekanntmachung, betreffend die Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Walz- und Hammerwerken, vom 27. Mai 1902(RGBl. S. 170) auch für junge Leute männlichen Geschlechts gelten. Wie in Nr. II 2 Abs. 2 jener Bekanntmachung ist auch hier vor- geschrieben, daß in der Regel Arbeitsunterbrechungen von weniger als einer Viertelstunde auf die Pausen nicht in Anrechnung kommen. Dies schien geboten, weil solche kürzeren Unterbrechungen dem Arbeiter in der Regel keine genügende Gelegenheit zu er- holender Ruhe gewähren und in ihrer tatsächlichen Dauer selten ohne weiteres zweifelsfrei festgestellt werden können. Ebenso wie in Nr. II 2 Abf. 2 der Bekanntmachung vom 27. Mai 1902 ist jedoch auch in den vorstehenden Bestimmungen vorgesehen, daß die höhere Verwaltungsbehörde für Betriebsabteilungen, in denen die Arbeit naturgemäß mit zahlreichen, eine hinlängliche Ruhe gewährenden Unterbrechungen verbunden ist, widerruflich gestatten kann, daß auch Arbeitsunterbrechungen von kürzerer als viertel- stündiger Dauer auf die zweistündige Gesamtdauer der� Pausen angerechnet werden. Da der höheren Verwaltungsbehörde vor der Erteilung dieser Genehmigung nachgewiesen werden mutz, daß ihre Voraussetzungen erfüllt sind, und da die Genehmigung jeder- zeit widerrufen werden kann, erschien eine solche Einschränkung der allgemeinen Vorschrift unbedenklich. Andererseits ist sie für Werke, in denen Arbeitsunterbrechungen der bezeichneten Art häufig vorkommen, von wesentlicher Bedeutung. Die Gewährung einer längeren, annähernd in der Mitte der Arbeitszeit liegenden, zur Einnahme des Essens und zum Ausruhen bestimmten Pause ist in den meisten gut geleiteten Werken vcreits üblich und aus anerkannten hvgienischen Rücksichten allgemein zu fordern. Soll sie ihren Zweck vollständig erreichen,' so muß sie mindestens eine Stunde dauern und zwischen dem Ende der fünften und dem Anfange der neunten Arbeitsstunde— d. h. z. B. bei den um 6 Uhr beginnenden zwölfstündigen Schichten zwischen 11 und 2 Uhr— liegen. Dies ist daher als Regel vorgeschrieben. Um jedoch auch den besonderen Fällen Rechnung tragen zu können, wo die Natur des Betriebes oder Rücksichten auf die Arbeiter eine andere Regelung geboten erscheinen lassen, ist— ähnlich wie in 8 139 Abs. 2 der Gewerbeordnung— weiter vorgesehen, daß die höhere Verwaltungsbehörde unter Aufrechtcrhaltung der Gesamt- dauer der Pausen von zwei Stunden die Beschränkung der Mittags- pause auf eine halbe Stunde widerruflich gestatten kann. Abs. 3 entspricht einem Wunsche der vor Erlaß der De- stimmungen vernommenen Sachverständigen, die namentlich Gewicht darauf legten, daß auch in Zukunft die Möglichkeit offen gehalten werde, die zwei Stunden Pause, die den in der zwölfstündigen Nachtschicht beschäftigten Arbeitern grundsätzlich gewährt werden sollten, auf deren Wunsch dann zu verkürzen, wenn damit eine entsprechend frühere Entlassung von der Arbeit verbunden würde. Zur Unterstützung dieses Wunsches wurde angeführt, daß auf diese Weise tatsäckstich in der zwölfstündigen Arbeitsschicht die vorgeschriebenen zwei Stunden Ruhe gewährt würden, wenn auch zum Teil nicht zwischen der Arbeit, sondern vor ihrem Beginn oder nach ihrem Ende. Nach den Angaben der vernommenen Arbeitgeber, die von den vernommenen Arbeitern bestätigt wurden, ist es bei manchen der in der Großeisenindustrie vorkommenden Arbeiten unmöglich, einen Arbeiter während der vorgesehenen Pausen so durch einen anderen Arbeiter zu ersetzen, daß dieser die volle Verantwortlichkeit über- nimmt und der von ihm vertretene Arbeiter von allen Verpflich- tungen befreit wird. Insbesondere gilt dies von den Schmelzern und Gichtarbeitcrn an den Hochöfen. Auch wenn für sie, wie dies erforderlich erscheint, ein Vertreter bestellt wird, dürfen sie sich doch während der Pausen, soll nicht der Betrieb und das Leben der Arbeiter gefährdet werden, von ihrer Arbeitsstätte nicht zu weit entfernen und müssen sie bereit sein, in dringenden Fällen Hilfe zu leisten. Um dies zu ermöglichen, ist die Bestimmung in Abs. 4 aufgenommen worden. Eine regelmäßige, wenn auch nur überwachende Tätigkeit darf jedoch den Arbeitern auf Grund dieser Bestimmung während ihrer Pause nicht zugemutet werden. ß 4 will die Einhaltung einer Mindestruhezeit zwischen je >wei Arbeitsschichten sicherstellen. Entsprechend dem 8 93 6 Abs. 2 !cs Preußischen Allgemeinen Berggesetzes in der Fassung vom 14. Juli 1905(GS. S. 307) ist diese Ruhezeit auf acht Stunden bemessen. Diese Regelung empfahl sich, weil sie es gestattet, da, wo mit drei achtstündigen Schichten gearbeitet wird, bei außer- ordentlichen Umständen— z. B. beim plötzlichen Aushlciben eines erkrankten unentbehrlichen Arbeiters— einen Anderen Arbeiter eine volle Ueberschicht leisten zu lassen. Auf die Wechselschichten kann diese Bestimmung nicht ohne weiteres Anwendung finden. Es erschien jedoch geboten, deren Regelung den bereits eingeleiteten Berhandlungen über die Neu- gestaltung der vom Bundesrat auf Grund des 8 165 6 der Gewerbe- ordnung gestatteten Ausnahmen von dem Verbote der Sonntags- arbeit im Gewerbebetriebe vorzubehalten. § 5 regelt die Verhältnisse bei Not- und Unglücksfällen. Abs. 1 ist dem 8 105 c Abs. 1 Nr. 1 der Gewerbeordnung nachgebildet und nimmt von den vorhergehenden Bestimmungen die Arbeiten aus, die in Notfällen unverzüglich vorgenommen werden müssen. Um einen Mißbrauch dieser Bestimmung zu verhindern, ist dabei vorgesehen, daß solche Arbeiten binnen drei Tagen der Ortspolizci- behörde schriftlich anzuzeigen sind. Sie wollen die Ortspolizei- behörden veranlassen, derartige Anzeigen unverzüglich dem Gewerbe. inspektor zu übersenden, damit dieser nachprüfen kann, ob tatsächlich ein Notfall die unverzügliche Vornahme der von den Vorschriften abweichenden Arbeit erfordert hat. Für den Fall, daß Naturereignisse oder Unglücksfälle den regel- mäßigen Betrieb eines Werkes unterbrochen haben, sieht Abs. 2 entsprechend dem 8 139 Abs. 1 der Gewerbeordnung die Gestattung von Ausnahmen vor, und zwar auf die Dauer von vier Wochen durch die höhere Verwaltungsbehörde, auf längere Zeit durch den Reichskanzler. Ich ersuche Sie, die Gewerbeaufsichtsbeamten anzuweisen, daß sie der Durchführung dieser Bestimmungen ihre besondere Auf. merksamkeit zuwenden, die Unternehmer auf ihre neuen Ver- pflichtungen rechtzeitig hinweisen und sie bei deren Erfüllung durch ihren sachverständigen Rat tunlichst unterstützen. In den Jahres. berichten 1909 ist über die Durchführung dieser Bestimmungen ein- gehend zu berichten und gleichzeitig zu erörtern, in welcher Weise in den Werken der Großeisenindustrie für Trinkwasser. Wasch. gelegenheit, Badceinrichtungen, Speiseräume usw. gesorgt ist. Delbrück. Die Anlage A ist das Muster zu einem Ueberarbeit?, Verzeichnis. In dieses ist das Werk, die Betriebsabteilung. daS Datum und die Dauer der Ueberarbeit(einschließlich der Pausen) mit Kontrollnummcrn und den Namen der Arbeiter, die übcrgearbcitct haben, einzutragen. Die Anlage B ist ein A u S z u g aus den Lohnlisten. In dieses sollen die Eintragungen nach nachfolgendem Schema stattfinden: Werk:....................... Monat: Jahr: Die NundeSr«tKer«rdnung ist eine Folge der Reichstags- beschlüsse. die auf s�ialdcmokratische Initiativanträge hin gefaßt sind. Der Inhalt der Verordnung entspricht, wie wir schon bei dem Erlaß deS Bundesrats hervorhoben, nicht dem schon jetzt Erreich. baren. Der preußische Ministerialerlaß zeigt, daß die Perordnung auch nur als Vorbereitung zu den so dringlichen Schutz. bestimmungen gedacht ist, welche für die in den Anlagen der Groß» eisenindustrie beschäftigten Arbeiter erforderlich sind. Möge der Erlaß solcher Vorschriften bald erfolgen, Wirtschaftlicher Wochenbericht. tung der Zementaktien. Getreidemarkt. 00 in der Kursbewegung zur Geltung fommt. Zwar konnten in den| Freitag: Der Graf von Gleichen. Sonnabend: Der Arzt am Scheidewege. lezten Wochen manche Hypothekenpapiere kleine Avancen ver- Sonntag: Der Graf von Gleichen. Montag: Frühlings Erwachen. Leffing Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Stüßen der zeichnen, aber das Plus steht in gar feinem Verhältnis zu dem am Terrainmarkt erzielten. Ja eine Reihe Attien konnten nicht einmal Gesellschaft. Abends: Der König. Montag: Die Frau vom Meere. den Kurs behaupten; anstatt Höherbewertung ist bei manchen König. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend bis Montag: Der König. : Der König. Mittwoch: Baumeister Solneß. Donnerstag: Der Dienstag: Papieren eine Kursabbröckelung zu verzeichnen. Am HypothekenNeues Theater. Allabendlich: Die fremde Frau.( Anf. 8 Uhr.) markt scheint man über das Schicksal des Baugewerbes für die Berliner Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Bartel Turaser. nächste Saison doch mehr im unklaren zu sein als die Konservativen Abends: Einer von unsere Leut'. Montag bis Sonntag: Einer von unsere Leut'. Montag: Herodes und Mariamne. über das Resultat ihrer Kampagne gegen die Nachlaßsteuer. Fast genau so wie am Hypothekenmarkt äußert sich die StimNeues Schauspielhaus. Sonntag: Hamlet. Montag: Die Sün ( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Weh dem, der lügt.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag: Hamlet. Montag: Mittwoch: Fauft. 1. Zeil. Donnerstag: Samlet. Sveitag: Fauſt. 1. Zeil Sonnabend: Rabagas.( Anfang 8 Uhr.) Diamant. Zerbrochene Krug. Berlin, 13. Februar 1909. Zunahme des Stahlverfandes. Noheisenerzeugung. Kurs der Terrainaktien. Stimanung am Hypothekenmarkt. Bewer: Auswanderung. Preissteigerung am Schiffsverkehr in den Nord- und Ostseehäfen. Der letzte Versandausweis des Stahlwerksverbandes sowie die Biffern über die deutsche Roheisenerzeugung im Januar sind geeignet, Hoffnungen auf eine günstige Wendung am Arbeitsmarkt mung am Markte der Zementatien. Auch hier stehen kleinen auszulösen. Der Versand des Stahlwerksverbandes ist nach vor- Kursaufbesserungen geringe Minderbewertungen gegenüber. 62 liegenden Angaben im Januar um 50 700 Tonnen über die Versand- mag sein, daß akute Umstände start auf den Kurs einwirken, das menge des Dezember 1908 hinausgewachsen. Das bedeutet eine ab- ist trotzdem zu erkennen: ein allgemeines, festes Vertrauen auf Kleines Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: 2X2= 5. Abends folute und relative Zunahme, denn auch der Versand im Januar günstige Gestaltung der Verhältnisse im Baugewerbe ist noch nicht bis Montag: Moral.( Anf. 8 Uhr.) Residenz Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ferreol. All1908 ist überholt worden. Allerdings die Resultate der Jahre 1907 vorhanden! Da die Bautätigkeit in den letzten Jahren verhältnis. und 1906 find noch bei weitem nicht wieder erreicht. Es ergeben sich mäßig weit hinter der Volksvermehrung zurückgeblieben ist, liegen abendlich: Kümmere dich um Amelic.( Anfang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Tiefland. Abends: für den Januar folgende Versandmengen: 1906 459 833 Tonnen, aber innere Gründe für eine umfangreichere Wohnungsproduktion 1907 489 571 Tonnen, 1908 383 056 Tonnen und 1909 409 191 unstreitig vor. Die Krise hat schließlich wohl eine starke Ver- Lazuli. Montag: Baza. Dienstag: Lazuli. Mittwoch: Tiefland. Donnerstag: Sonnabend bis Montag: Tonnen. Aber fast der ganze Zuwachs des Januar entfällt schiebung der ortsansässigen Bevölkerung hervorgerufen, der azuli. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. auf Formeisen. Wie sich in den einzelnen Artikeln der Versand Menschen sind jedoch nicht weniger geworden, so daß im allgemeinen Lazuli. Hebbel Theater. Allabendlich: Revolutionshochzeit.( Anf. 8 Uhr.) gestaltete, zeigt diese Zusammenstellung. Es betrug der Januar- der Wohnungsmangel zugenommen haben muß. allabendlich: Der Satyr.( Unf. 8 Uhr.) Trianon Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Liebe wacht. versand: Halbzeug. 1906 1907 1908 175 962 129 012 in Tonnen 154 815 188 386 146 370 0 101 460 214 557 67 039 Eisenbahnmaterial. 154 859 Formeisen 1909 118 745 159 266 131 180 Der Versand in Eisenbahnmaterial ist demnach weit hinter dem borjährigen Resultat zurückgeblieben. Auch die Roheisenerzeugung ist im Januar über das Ergebnis des Vormonats hinausgegangen. Sie bleibt mit ihrem Resultat aber hinter dem des vorjährigen Parallelmonats zurück; dagegen ist die Produktion des Januar 1906 etwas überholt. Es wurde nämlich Roheisen erblasen im Januar 1906 1907 1908 Die Entwickelung der Weizenpreise hat in den letzten Wochen wieder eine sehr ungünstige Wendung genommen. Von dem außerordentlich hohen Preisstand Ende des Jahres 1907 und Anfang 1908, wo Weizen bis über 220 M. hinaufging, Roggen 210 M. notierte, waren wir Anfang dieses Jahres bis auf den Satz von 200 M. für Weizen hinabgegangen. Nun ist ein scharfer Umschwung eingetreten. Die folgende Zusammenstellung gibt die Preise für den Februar im Monatsdurchschnitt für die Jahre 1903 bis 1908 nach den Notierungen an der Berliner Börse: 1904 1905 1906 1907 1908 Noggen Weizen 170 131 141 177 164 179 172 201 185 212 An ungefähr den gleichen Terminen notierten folgende Preise: 18. Febr. 1907 12. Febr. 1908 13. Febr. 1909 Weizen 187,75 213,00 219,50 Diese Bewegung läßt befürchten, daß wir von dem außerordentlich hohen Stande der Preise für Weizen alsbald nicht herabkommen, wenn nicht gar noch weitere Aufschläge erfolgen. = Neues Operetten Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Das verwunschene Schloß. Allabendlich: Die Dollarprinzessin.( Anf. 8 Uhr.) Lustspielhaus. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die glücklichste Zeit. Abends: Seine kleine Freundin. Montag bis Freitag: Seine kleine Freundin. Sonnabend bis Montag: Im Klubjessel.( Anf. 8 Uhr.) Walzer. Allabendlich: Der tapfere Soldat.( Anf. 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ein Schiller Theater O. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ein Volksfeind. Abends: Der Familientag. Montag: Ein Volksjeind. Dienstag: Die Braut von Messina. Mittwoch: Der Graf von Charolais. Donnerstag: Rechts herum. Freitag: Charleys Tante. Sonnabend bis Montag: Rechis herum.( Anf. 8 Uhr.) Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Julius Cäsar. Abends: Wilhelm Tell. Montag: Das Erbe. Dienstag: Ein Boltsfeind. Mittwoch: Charleys Tante. Donnerstag: Das Erbe. Freitag: Komtesse Guderl. Sonnabend bis Montag: Das Erbe.( Anfang 8 Uhr.) Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Madame Sans Gêne. Abends: Husarenfieber. Montag und Dienstag: Lumpacivagabundus. Mittwoch: Husarenfieber. Donnerstag bis Montag: Lumpacivagabundus.( Anf. 8 Uhr.) Thalia Theater. Sonntag: Nachmittags 3 1hr: Er und seine Schweiter. Allabendlich: Wo wohnt sie denn?( Anf. 8 Uhr.) Luisen Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends: Das Mädchen auf Zrrwegen. Montag: Der Hypochonder. Dienstag: Mein Leopold. Mittwoch: Die Räuber. Donnerstag: Das Mädchen auf Irrwegen. Freitag: Mein Leopold. Sonnabend: Der Mann mit den vier Frauen. Sonntag: Mein Leopold. Montag: Das Mädchen auf Irrwegen.( Anjang 8 Uhr.) Bürgerliches Schauspielhaus. Somitag: Nachmittags 3 Uhr: Othello. Abends: Narziß.( Unf. 8 Uhr.) Montag: Der Goldbauer. Dienstag: Narziß. Mittwoch: Der Goldbauer. Donnerstag: Othello. Freitag: Der Salontiroler. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Der Goldbauer.( Anf. 8 Uhr.) Montag: Narziß.( Anf. 8, Uhr.) 1909 Tonnen 1018 461 1 062 152 1 061 329 1 021 721 Die erwähnten Ausweise könnten Hoffnungsvoll stimmen, wenn nicht die letthin vorgenommenen Betriebseinschränkungen im Bergbau und in der Eisen- und Stahlschwerindustrie sowie im Maschinenbau und in der Kleineisenfabrikation von kühnen Erwartungen ab- Die Auswanderungszahlen der letzten Monate tönnten zu der hielten. Lediglich die Steigerung der Produktion in der Walz- Ansicht verführen, die Verhältnisse in Amerita hätten sich wieder ivertindustrie hat für den Arbeitsmarkt wenig zu bedeuten, denn zum Guten gewendet und ein gesteigertes Bedürfnis nach Arbeitsgerade im Walzwerk spielt die manuelle Arbeitskraft nur noch eine fräften ausgelöst. Die Marktberichte von drüben bestätigen solche bescheidene Rolle; die meisten Betriebe funktionieren fast vollständig Auffassung aber nicht. Trotzdem wächst die Zahl der Auswanderer automatisch. Und in anderen Betrieben der Eisenindustrie sind wieder! Während z. B. über Bremen im Dezember 1907 und in den letzten Wochen vermehrt Feierschichten eingelegt und Ar- Januar 1908 zusammen nur 8982 Personen auswanderten, waren beiter entlassen worden. es in den letzten beiden Monaten 25 156 Heimatmüder, die übers Waffer wanderten. Das ist jedenfalls eine sehr starke Zunahme. Ob Herr v. Rheinbaben sich darüber freut? Wie start die Depression in Amerika den Auswandererverkehr beeinflußt hat, geht aus nachstehenden Zahlen hervor. Es stellt sich die Zahl der Auswanderer Berliner Operetten- Theater SW. Sonntag: Nachmittags über Hamburg und Bremen zusammen: für 1907 auf 523 823, für 3, Uhr: Die Geyer- Wally. Allabendlich: Das Himmelbett.( Anfang 1908 auf nur 153 506 Personen. Natürlich hat auch der gesamte 8, Uhr, Sonntags 8 Uhr.) Schiffsverkehr gelitten. Das beweist der Verkehr in allen Nord- Gastspiel- Theater. Allabendlich: Der Hüttenbefizer.( Anf. 8% Uhr, Sonntags 8 Uhr.) und Ostseehäfen. In den deutschen Häfen liefen z. B. an: 1907 Bernhard Rose- Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Brüderlein 30 992 Schiffe mit 23 Millionen Tonnen Raumgehalt, 1908 fein. Abends und Montag: Das Warenhausfräulein. Dienstag: Einjährig 30 995 Schiffe mit 18% Millionen Tonnage. Trotz der Zunahme unfreiwillig. Mittwoch: Das Warenhausfräulein. Donnerstag: Einjährig der Schiffe hat die Tonnage um über 20 Proz. abgenommen. In unfreiwillig. Freitag: Minna von Barnhelm. Sonnabend: Ehrliche 124,00 128,00 4,00 den außerdeutschen Nordseehäfen stieg in der angegebenen Zeit die Arbeit. Sonntag: Das Warenhausräulein. Montag: Unbestimmt.( Auf. 122,75 5,25 Bahl der Schiffe von 19 268 auf 19 308, alfo um 40; die Tonnage 8 Uhr.) 123,50 139,30 15,80 fant dabei bon 25 auf 24% Millionen. Hier ist der Rückgang nicht Folies Caprice. Täglich: Servus Pschefina. Der luftige Ehemann. 187,50 196,50 9,00 fo start wie in den deutschen Häfen. Das beffere Resultat ist der Anf. 8 Uhr.) 137,10 145,00 guten Entwidelung des Emdener Hafens zu verdanken. Wenn man von der Kursentwickelung der Terrainaktien auf die Aussichten für das Baugewerbe schließen will, dann beginnen die Verhältnisse ein freundlicheres Gesicht zu zeigen. Welche Verärderung seit Anfang Januar in den Notierungen einer Reihe von Papieren eingetreten ist, zeigt die folgende Zusammenstellung: 2. Jan. 12. Febr. Differenz Aktienges. für Bauausführungen Bauland Seestraße 117,50 70,75 9,00 114,75 9,25 263,00 20,50 192,00 198,50 6,50 127,00 134,00 7,00 61,75 105,50 Berlin- Nordost- Terrainges. Boden- Aktienges. Amtsgericht Pankow Bodenges. Berlin- Nord 242,50 127,00 129,50 2,50 Borsigwalder Terrainges. Terrainges. Frankfurter Chaussee Handelsgef. für Grundbesig Groß- Lichterfelder Bauverein Neu- Westend Nieder- Schönhausen Schöneberg- Friedenauer Terrainges. 184,50 Teltow- Kanal- Terrainges. 72,30 Terrainges. Berlin- Südwest Union- Baugesellschaft Terrainges. Wilmersdorf- Rheingau Bodenges. Kurfürstendamm. M. Nordpart Terrainges. " Terrainges. Schönhauser Allee. " Terraingef. Park Wigleben 542,00 2675,00 • " Terrainges. Weißensee 1380,00 " " Westl. Bodenges.. 194,00 9,50 79,00 6,70 135,25 140,75 5,50 124,75 131,25 6,50 113,25 131.00 17,75 2500,00 2640,00 140,00 3040,00 3140,00 100,00 577,00 35,00 2890,00 215,00 1385,00 5,00 715,00 755,00 40,00 Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. D. Königl. Opernhaus. Sonntag: Der fliegende Holländer. Montag: Elektra.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Die Entführung aus dem Serail. Versiegelt. Mittwoch: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Elettra. ( Anfang 8 Uhr.) Freitag: Der Freischüß. Sonnabend: Madama Butterfly. Sonntag: Elettra.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Der Waffenschmied. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die Duigoms. Montag: König Heinrich V. Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Mrs. Dot. Donnerstag: Die versunkene Glode. Freitag: Die Braut von Messina. Sonnabend: Mrs. Dot. Sonntag: Die bersunkene Glode. Montag: Die Das find zweifellos wesentliche Höherbewertungen. Da sich Rabensteinerin. Deutsches Theater. Sonntag bis Donnerstag: Revolution in Strähdiese auf fast alle Gesellschaften, allerdings mit ziemlich großer winkel. Freitag: Ein Sommernachtstraum. Sonnabend bis Montag: Differenzierung, erstrecken, scheint man in diesen Interessenten- Stevolution in Strähwinkel. freisen auf eine starte Bautätigkeit im laufenden Jahre zu rechnen. Deutsches Theater.( Kammerspiele). Sonntag: Der Graf Es muß aber doch etwas stubig machen, daß gegenüber den Aftien von Gleichen. Montag: Der Arzt am Scheidetege. Dienstag: Der Graf ter Hypothekenbanken und Zementfabriken nicht dieselbe Auffassung von Gleichen. Mittwoch und Donnerstag: Der Arzt am Scheidewege. Falls ich Fräulein Höcks, Stralauer Straße 51, am 4. Dezember 1908 beleidigt haben sollte, nehme ich die Beleidigung zurüd. Die 287/12 Berth Borhagener Straße 23/24. homöopathische Poliklinik des Berliner Vereins homöo: pathischer Aerzte ist von der CharLottenstraße 82 nach dem Hahnemannhaus, Königgrätzer Str. 48 verlegt. 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Silberfischchen; im Neuen Operetten Theater: Das vertounschene Schloß; im Ber liner Theater: Bartel Turaser; im Hebbel- Theater: Erde; im Friedrich Wilhelmstädtisch. Schauspielhaus: Madame Sans- Gene; im Schiller- Theater O: Ein Bolts. feind; im Schiller- Theater CharLottenburg: Julius Casar. Lessing- Theater. Sonntag 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. 8 Uhr: Der König. Montag 8 Uhr: Die Frau v. Meere. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. D. Opfer unbarmherz. Tätowation. Alles ohne Extra- Entree. Eintr. 50 Pf., Kind., Soldat. 25 Pf. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen Nachm. 3-7( kleine Preise). Abends 8-11 Uhr: Mdme. Hanako Japans größte Schauspielerin, mit ihrem Ensemble Anna Müller- Lincke, Soubrette Robert Koppel, Chansonnier The Mary Sisters, Drahtseil Boston Quartett, Kunstgesang und das glänzende Februar- Variété- Programm. Revolutionshochzeit. Metropol- Theater Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Nachm. 3 Uhr: Bartel Turaser. 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Es gehörten der Genossenschaft am Schluß des Geschäftsjahres 1907/08 15 Genossen an mit einer Gesamthaftsumme von 1500 Mart und dem gleichen Geschäftsguthaben. Die Haftsumme hat sich nicht vermehrt und nicht verringert. 103/14 Berlin, den 14. Februar 1909. Der Vorstand: A. Michaelis. Paul Lenz. frühere Firma S. Kaliski Baby fachtätig in der Nähmaschinenbranche seit zirka 30 Jahren. Spezialhaus ir Nähmaschinen, Kinderwagen und Metallbettstellen 1. Kleisistr.21, am Wittenbergplats. Singer A 75.00 Naumann Bob- 2. Brunnenstr. 173. Ecke Invalidenstr. bin, Platt, Adler 8. Chausseestr. 80, a. d. Boyenstr. nahtvor- u.rück- 4. Brunnenstr 92, a d. Rügener Str. wärts. Auch 5 Frankfurter Str. 115, a. d. Andreassir, ohne Anzahlung. 6. Oranienstr. 2a. an der Hochbahn. 1.00 wöchentl. 7. Bellealliancestr. 107, a. Hallesch. Tor. 8. Beusselstr. 18, an der Turmstr 9. Rixdorf, Reuterstr. 56. 10. Spandau, Havelstr. 20 Poste a. billigste Kassapreise für Wagen u. 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Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co. Berlin SW. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 14. februar 1909. Br. 38. 26. Jahrgang. 3. Beilage des Verfammlungen. ihren Abschluß mit der Annahme der Konferenzresolution, in der vom Vorsitzenden noch mitgeteilt wurde, daß die Zimmerer Oskar anerkannt wird, daß der Ausbau der Arbeitslosen- und die Ein- Mesek und Gustav Guyot, beide aus Franz.- Buchholz, auf dem führung der Krantenunterstüßung notwendig und zweckmäßig wegen Lohndifferenzen( Klassenlohn) gesperrten Bau des Unters feien, doch von einer Beitragserhöhung für diese Zwecke Abstand nehmers eher in Niederschönhausen, Kaiserweg, Ede MoltkeDer Zimmererverband, Bahlstelle Berlin, hielt am Sonntag zu nehmen. Dagegen sollen die Kameraden eine Beitragserhöhung straße, als Arbeitswillige tätig sind. Weiter ist zu berichtigen, bei Kube, Alte Jakobstraße, eine Delegiertenversammlung ab, die zum Kampffonds in ihren Zahlstellen anregen und dafür ein- daß nicht 2913 8immerer, sondern 3913 bei 671 Unternehmern sich ausschließlich mit der Tagesordnung der im April d. J. in treten, damit den Unternehmern bei in Zukunft sich aller Wahr- in Arbeit standen. Stuttgart tagenden 18. Verbandsgeneralversammlung beschäftigte. scheinlichkeit nach abspielenden schwierigen Kämpfen der entBesonders die Punkte Arbeitslosen- und Krantenunterstützung schiedenste Widerstand entgegengesetzt werden kann. Unter und Tarif und Lohnbewegung wurden lebhaft diskutiert. Ueber Lohn- und Tarifbewegung" wurde hauptsächlich die Frage bedie Frage des Betonbaues wurde nicht verhandelt. Die Versamm- handelt, wie die nächsten Verhandlungen gepflogen werden sollen lung trat ohne Debatte dem Beschluß der Provinzialtonferenz bei, und wer dieselben wahrzunehmen hat. Die Entscheidung im Einschalarbeiten bei Betonbauten find Zimmererarbeit. Zur Ar- Sinne der Berliner Mitgliedschaft auf dem Verbandstag 3 beitslosenunterstüßung, die seit 1905 im Verbande eingeführt ist, treffen, bleibt den Delegierten überlassen. Als Delegierte zum werden zum Teil Verbesserungen gewünscht, zum Teil soll diese Verbandstage werden gewählt: Klossowski, Schröder, Einrichtung in ihrer jezigen Gestalt bestehen bleiben, während Witt und Ziege. Die Versammlung wird dann wegen vorwieder andere Redner für einen höheren Beitrag zum Kampf- gerückter Zeit abgebrochen. Der Rest der Tagesordnung wird in fonds eintreten. Der Einführung einer Krantenunterstüßung steht einer späteren Versammlung erledigt werden. Zu dem Bericht in bie Versammlung nicht sympathisch gegenüber. Die Debatte findet der Freitagnummer des Vorwärts" ist noch nachzutragen, daß lottenburg. Kurze Gelegenheit 20.000 Lister Jackets 0 8 8dman.sh kommen von Dienstag dem 16. bis 22 Februar zum Verkauf 68 sinnad mo at 8 20mon minds but2018 Eingegangene Druckfchriften. Erwerb und Einkommen im Zukunftsstaate von E. Perwolf. - Die auswärtige Politik des Peter Rares, Fürst von Moldau. Bon Dr. 3. Urſu. 5 M. 3,50 m. G. Stonegen, Wien 1. Opernring 3. Stisport. Auffäße von M. Zdarsky. 1,50 M. Brosch. 1 M., geb. 2 M. In die Lüfte empor! Quer durch Jsland. Brosch. 2 M., geb. 3 M. Ueber Luftschiffahrt von Hauptmann v. Krogh. Fenergewalten von M. v. Komorowicz. 1 M. Reiseschilderungen von M. v. Samorowicz. Schiller- Buchhandlung, M. Teschner, CharKeine Ladenhüter, sondern nur frische Waren in modernsten Farben, schwarz, grau und beige, sowie in glatten, gestreiften und karierten Dessins. Sauberste Verarbeitung, mit und ohne Futter von Mk. 1.65.. an Auslagen auf besonderen Tischen BaerSohn Spezial- Haus größten Maßstabes 29/30 Chausseestraße 29/30 □ 11 Brückenstraße 11, Gr. 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Zages Drdnung: Die Pfarrerbesoldungen und der preußische Landtag. Referent: Landtagsabgeordneter Ad. Hoffmann. Freie Aussprache. Wähler Moabits, erscheint in Massen! Der Einberufer: Max Vieth, Wiclefftr. 23. 6. Wahlkreis. Sonntag, 14. Februar, abends 6 Uhr, bei Raabe, Rolberger Straße 23: Oeffentliche politische Versammlung für Männer Zages Drdnung: Bortrag des Genen Paul John: Die Frauen und die Politik. Redakteur Bu zahlreichem Besuch ladet ein Nach der Der Einbernfer: E. Ernst, Böhlertstr. 9. Bersammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Arbeiter- Bildungsfchule Berlin. Montag, den 15. februar, abends 8%, Uhr, in den Musikerjälen, Kaiser Wilhelm traße 18m: Oeffentlcher Vortrag des Genossen Emanuel Wurm über: Naturerkenntnis und Darwinismus. Eintritt 20 Pf. Darwin an seinem hundertsten Geburtstage zum Gedächtnis. [ 6/7] Eintritt 20 B1. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Montag, den 15. Februar, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung Orts Krankenkaſſe Arbeitsseit. der Schmiede. Am Montag, den 22. Februar 1909, findet im Lolal von Merkowski, Andreasstraße 26, die bee Wahl der Delegierten für 1909 statt. 270/15 für sämtliche Bezirke und Branchen in Freyers Festfälen, Koppenstr. 29. Tages- Ordnung: Der Schiedsspruch des Einigungsamtes in bezug auf die Verkürzung der Mitgliedsbuch nebst Vertrauensmännerkarte legitimiert. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Achtung Kollegen! Nach dem in der gestrigen Nummer veröffentlichten Schiedsspruch ist der Unternehmer verpflichtet, wegen Einteilung der Arbeitszeit mit den Kollegen der Werkstatt in Verhandlung zu treten. Die Verwaltung wird am Montag in der Vertrauensmännerversammlung für die Verfürzung der Arbeitszeit folgende Vorschläge machen: Die Arbeitszeit am Sonnabend um 1. Abends 7 Uhr: Bahl von eine Stunde, oder Montag und Sonnabend um je eine halbe Stunde, oder aber 9 geber. Delegierten feitens der Arbeit. 2. Abends 8, Uhr: Wahl von 18 Delegierten seitens der Arbeit nebmer Wahlberechtigt und wählbar sind nur die großjährigen Mitglieder. Der Vorstand. Ad. Pilgrim, Vorsitzender. Verband der Fabrikarheiter Deutschlands Möbelfabrik Linde Zahlstelle Groß- Berlin. G. m. b. Außerordentliche General- Versammlung Bureau: Linienstr. 215. Geöffnet von 9-1 u. 4-8 Uhr. Telephon: III, 938. am 1. März 1909, nachm. 5%, Uhr, Bezirks- Versammlungen mit nachfolgenden Tagesordnungen: Sonntag, den 14. Februar, vormittags 9%, Uhr. Für Adlershof bei Kaul, Bismardstr. 16. 1. Vortrag des Koll. Sewetom: Die wirtschaftliche und politische Lage." 2. Distusfion. 3. Bericht von der Generalversammlung. 4. Bericht vom Kartell. 5. Berbandsangelegenheiten und Berfchiedenes. Mittwoch, den 17. Februar, abends 8 Uhr. Fir Ober- Schöneweide bei Schulte, wilhelminenhofstraße. 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegierten von der General versammlung. 4. Verschiedenes. Für Osten bei Zietz, Warschauer Straße 61. 1. Bortrag des Roll. Bruns: Schmaroker in der Arbeiterbewegung." 2. Distuffion. 3. Berichte ust. 4. Berschiedenes. Donnerstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr. Für Norden bei Kramer, Suffitenftr. 40. 1. Vortrag des Koll. Semelom: Strife und Arbeiterbewegung. 2. Dis. Tuffion. 3. Berichte ufw. 4. Berschiebenes. Für Nordwest bei Kirschkowski, Benffelstr. 9. 1. Bortrag des Roll. Bruns: Schmaroker in der Arbeiterbewegung." 2. Diskussion. 3. Berichte usw. 4. Berschiedenes. Für Köpenick bei Joch, Grünauer Straße 7. 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Berichte usw. 4. Verbandsangelegen heiten. Für Weißensee bei Content, 2ehderstr. 5. in unserem Geschäftslokal. Tagesordnung: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag um je eine viertel Stunde zu ver kürzen. Mittwoch, den 17. Februar, abends 8% Uhr, bei Freyer, Koppenstraße 29: General- Versammlung. 2ages Drdnung: 1. Raffenbericht vom lekten Vierteljahr und Jahresbericht des Vorstandes. 2. Erfahwahlen zur Drtsverwaltung und Wahl der Angestellten. 3. Berbandsangelegenheiten. Sämtliche Delegierte müssen anwesend sein. Statutenänderung. Vorstandswahl. Ohne Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte kein Zutritt. Berschiedenes. 9745 Der Aufsichtsrat. Wir empfehlen anläßlich der sozialdemokratischen Gemeindevertreter- Sonferenz Kommunal politische Schriften: Die Sozialdemokratie in den Gemeindevertretungen. Preis 10 Städteverwaltung und Munizipal- Sozialismus in England. Bon Dr. Lindemann. geb. 2.50 M. Die deutsche Städteverwaltung. Bon Dr. Lindemann. geb. 13.50 m. Arbeiterpolitik und Wirtschaftspflege in der deutschen Städteverwaltung. Bon Dr. Lindemann. 2 Bde., brosch. 16.50 M. geb. 19.50 " 1. Bortrag des Stoll. Rüder: Die Strife und die Arbeiterschaft. 2. Dis- 25 Jahre sozialdemokratischer Luffion. 3. Berichte usw. 4. Neuwahl eines Bezirksleiters. Für Rixdorf bet Hennig, Ziethenftrafe 69. 1. Bortrag der Kollegin Lungwit: Rapital und Verbrechen. 2. Dis. Tuffion. 3. Berichte ust. 4. Berschiedenes. Sir Schöneberg bei Gebhard, Gothenstr. 28. 1. Vortrag. 2. Distuffion. 3. Berichte usw. 4. Berschiedenes. Sir Charlottenburg im Volkshause, Rofinenstr. 3. Arbeit in der Gemeinde. Die Tätigkeit der Sozialdemokratie in der Berliner StadtverordnetenVersammlung. Auf Grund amtlicher Quellen geschildert von Paul Hirsch. Preis brosch. 12.50 m. geb. 15.1. Bortrag des Gen. Bauer über die Unfallversicherung. 2. Distulfion. Expedition des ,, Vorwärts", 3. Berichte usw. 4. Verschiedenes. Für Südost bei Hahn, Laufther Platz 8. 1. Bortrag. 2. Distuffion. 3. Berichte usw. 4. Verschiedenes. Sonntag, den 21. Februar, vormittags 9%, Uhr. Für Rummelsburg bei Schiefer, Hauptstr. 4. Berlin SW., Lindenstr. 69, Laden. Kolonialwaren Geschäft, an schließende Wohnung, 100,- Monats 1. Bortrag des Gen. Zimmermann: Heinrich Seine als Satirilermiete, 70- Tagestaffe, fofort ver. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Generalversammlung. 4. Berschiedenes. Für Spandau bei Gottwald, Schönwalder Strake 80. 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Bericht vom Gewerkschafts. Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Mittwoch, 17. Februar, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen: Bezirk- Sitzungen für Berlin und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Vorstandswahl und Wahl der Revisoren. 2. Vereinsangelegenheiten. 133/5 Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, an der Sigung teilzunehmen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe tein Zutritt. 3. Berschiedenes. Der Vorstand. 3..: E. Schulze. Zentral- Verband der Stukkateure. Filiale Berlin. Heute mittag 1 Uhr: Außerordentliche Mitgliederversammlung bei Meier, Sebastianstraße 39( früher Frankes Festfäle). Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Tarifablauf. 2. Wahl der Kandidaten zum Verbandstag. 3. Verschiedenes. Da die Unternehmer am 17. Dezember 1908 den Beschluß gefaßt haben, den mit uns vereinbarten Tarif zu kündigen, ist es Pflicht aller Sollegen, zu erscheinen. läuflich. 1500 M. genügen zur Ueber- Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. nahme. Anfragen unter„ Eriftenz" postlagernd Elsasserstraße. 287/7 173/8 fortell. 8. Baht eines Belligers zur Besirtsleitung. 4. Sonſtiges( Stiftungs. Achtung! Bäcker Berlins und Umgegend! Achtung! feft). NB. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Gruppe der Kunststeinarbeiter im ,, Rosenthaler Vereinshaus", Rosenthaler Str. 57. 1. Bericht von der Generalversammlung. 2. Diskussion. 3. Neuwahl ber Gruppenleitung. 4. Branchenangelegenheiten. Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 3 Uhr. Für Tegel bei Kakles, Berlinerstraße. 1. Bortrag des Roll. Bentin: Die gegnerischen Gewerkschaften. 2. Dis. fuffion. 3. Bericht von der Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Sar Niederlehme u. Umg. bei Koch, Reft. Jägersruh. 1. Vortrag des Stoll. Sewelow: Das Recht auf Arbeit. 2. Diskussion. 8. Bericht von der Generalversammlung. 4. Berbandsangelegenheiten. Die Versammlung für Köpenick und Weißensee wird pünktlich 8 Uhr eröffnet. 63/4 Sweds Ausübung einer Rontrolle über die Teilnahme an den Bezirksbersammlungen wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Mitglieder ihre Bücher mitbringen follen, um den Besuch der Versammlung durch Stempel im Mitgliedsbuch eintragen zu tönnen. Da in den Bersammlungen die Berichte von der Generalversammlung gegeben werden, ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder unbedingt notwendig. Die Bezirksleitungen. Am Dienstag, den 16. Februar 1909, nachmittags 3 Uhr, in Freyers Festfälen, Koppenstr. 29( früher Keller): Massen- Protestversammlung. Tagesordnung: Der gelbe Berrat an unserem wöchentlichen 36 stündigen Ruhetag, ein unerhörter Täuschungsversuch des deutschen Reichstages. Referent Sollege Sekichold. 9815 Die Ortsverwaltung. Bixdorf! Zentralkrankenkasse der Maurer etc. ,, Grundstein zur Einigkeit". Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß vom 20. Februar er. ab jeden Sonnabend, abends von 8-10 Uhr, die Beiträge faffiert werden, und zwar in folgenden Lokalen: Die Reichstagsabgeordneten aller Parteien, soweit fie der Reichstagsfommission zur Beratung der Gewerbeordnungsnovelle angehören, find zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen. Der Präsident der " Gelben", Herr Kaufmann und Zigarrenhändler Wischnöwski, ist brieflich aufgefordert, in dieser Versammlung zu erscheinen und die an geblichen 10 000 Mitglieder des gelben Bundes aus ganz Deutschland 14914 famt und sonders mitzubringen. " Kollegen! Bäcker von Berlin! Sorgt durch Maffenbesuch dieser Versammlung dafür, baß sich der nieberträchtige Streich, den man gegen unseren Ruhetag zu führen dachte, ins Gegenteil verwandelt. Sorgt dafür, daß der 16. Februar 1909 ein Markstein werde in der Geschichte unseres Rampfes für unseren 36 stündigen Ruhetag! Mit Brudergruß Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Bäcker und Konditoren- Verbandes. 1. bei Otto Großer, Kirchhofstr. 45. 2. bei Emil Dansacker, Biethenstr. 35. 3. bei Max Schönemann, Weichselstr. 65, Ede Donaustraße. ( Näheres siehe Handzettel in den Kaffenlokalen.) Die örtliche Verwaltung. J. A.: Wilh. Kraft MAL- KAH- Zigaretten vorzüglich. Achtung! Erster Wahlkreis. Achtung! Dienstag, den 16. Februar 1909, abends 8 Uhr: Oeffentliche Frauen- Verfammlung in Dräfels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35. Tages Ordnung: Danksagung. Für die vielen Beweise herzliche Gesangverein Männerchor" Teilnahme und die reichen Stranz spenden bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, des Tischlers Hermann Schulz sage allen Berwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen, dem Holzarbeiterverband, dem Wahlverein des 4. Berliner Wahlkreises, insbesondere tiefgefühltesten Dant. 9846 Witwe Anna Schulz nebst Stind. 1. Der Kampf der Frauen um ihre politischen Rechte. dem Gesangverein„ Märggruß meinen Referentin: Genossin Ottilie Baader. 2. Diskussion. Genossinnen, Arbeiterinnen! Erscheint alle zu dieser so wichtigen Versammlung! Sozialdemokratischer Wahlverein 208/1 des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 16. Februar, abends 8% Uhr: Neun Mitglieder- Versammlungen. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wahl der Delegierten zur Verbands Generalversammlung. 2. Bortrag. 3. Diskussion. 1. Abteilung: Obiglo, Schwedter Str. 28/24. 2. Abteilung: Arndts Feitsäle, Belforter Str. 15. 3. Abteilung: Arnim Festiäle, Schönfließer Str. 22. 4. Abteilung: Fris Wilke, Brunnenstr. 188, 5. Abteilung: Swinem. Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42 6. Abteilung: Kromrey, Eichendorffstr. 8. 9. Abteilung: Gebr. Cranz, Rösliner Str. 8. 10. u. 11. Abteilung: Sachou, Müllerstr. 136. 12. u. 13. Abteilung: Joseph Franke. Badstr. 19. Billigste Bezugsquelle gedieg. Trauergarderobe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Frankf. Str. 115. Genaue Beachtung meiner Firma u. Hausnummer geboten!* Köpenick. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sangesbruder Albert Buchholz am 31. Januar im Streisfraufenhause zu Brit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 60/5 Todes- Anzeige. Nach furzem aber schweren Leiden verstarb am 12, Februar meine liebe Frau Helene Michael am geb. Barowsky. Max Michael. Die Beerdigung findet Montag, den 15. Februar, nachmittags 4 Uhr auj dem städtischen Friedhofe in Friedrichs. felde statt. 1502 Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Zahlstelle Berlin. Bureau: Blankenfeldeftr. 10. Telephon: VII, Nr. 6920. Landsberger Straße 31: Referenten: Gustav Bauer, H. Guttmann, Wilhelm Kubig, Montag, 15. Februar, abends 8%, Uhr, in den Residenz- Festsälen, Emil Kloth, Hermann Müller. Adolf Ritter, Dr. Kurt Rosenfeld, Georg Ucks und Luise Zieh. 7. und S. Abteilung( Moabit). Montag, den 15. Februar, 22. Februar und 1. März in den Prachtiälen Nordwest, Wiclefftr. 24: Versammlungen. Vortrag des Genossen Mag Grunwald: Das Erfurter Programm, 224/ 16* General- Versammlung. Zages.Drdnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht pro 1908. 2. Distuffion. 8. Neuwahl der Ortsverwaltung. 4. Berschiedenes. Wir ersuchen um vollzähliges Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Am Sonnabend, den 20. Februar, findet im Schweizer. Die Wahl der Delegierten erfolgt in der Versammlung am 15. Februar. Garten( am Königstor) ein Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof 1. Amt 3, 1239. Graveure! Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3. 1987. Ziseleure! Dienstag, den 16. Febr., abends 8 Uhr: Versammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59 ( Großer Saal). Zages Drbnung: ftatt. 169/4 Maskenball Billetts a 50 Pf. sind im Burean zu haben. Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, 18. Februar, abends 8, Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59: Ordentl. General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht über das Geschäftsjahr 1908. 3. Neuwahl des ersten Borsitzenden, des Kassierers und drei Revisoren. 4. Bericht und Abrechnung des Vergnügungskomitees. 5. Verschiedenes. Achtung! Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Die Vertrauenslente find hiermit angewiesen, den Mitgliedern ble Bücher auszuhändigen. Zahlreiches Erscheinen erwartet 1. Vortrag des Arbeiterjekretärs R. Wissell: Ueber Tarif. 156/11 verträge." 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 111/13 Dienstag, den 16. Februar, abends 7½ Uhr: Versammlung der Bananschläger im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 ( Saal 1). Zages Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Ulm über: Das revolutionäre Element im Handwert. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegen heiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. oldisanschmuck G₁ bester Ersatz für ächten Goldschmuck, starke 14 kar. Goldauflage, 10 jährige urkundliche Garantie für gutes Tragen, sonst verbürgter Umtausch, Elegante Original- Etuis. Billige Preise.- Erhältlich in Goldwarenhandlungen. Komm doch Die Ortsverwaltung. Achtung! Kleber. Achtung! Mittwoch, 17. Februar, abends 7 Uhr, bei Meyer, Oranienftr. 103: Versammlung Tages Ordnung: 1. Gelbe Gewerkschaften. Neferent: Kollege Becker. 2. Bericht der Baukontrolle. 3. Verschiedenes. 177/8 Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen! Die Verbandsleitung. Prachtsäle des Ostens Frankf. Allee 151/52. Inh.: 0. Cranz. Frankf. Allee 151/52. Achtung! Vereine n. Gewerkschaften. Achtung! Großer Saal mit Theaterbühne sind noch Sonntage im April, Mai, Juni und Juli 09 zu vergeben. Tel.: Amt VII 4208. 0. Cranz. [ 96L+] Zur besonderen Beachtung f. d. IV. Wahlkreis u. Niederbarnim. Solch günstiges Angebot kommt nie wieder! 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Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Februar, nach mittags 8 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Friedhofes aus statt. Sonnabend früh verstarb mein lieber, guter Mann, ber Restau rateur 40/8 Theodor Günther im 49. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Die trauernde Witwe Albertine Günther geb. Arndt. Die Beerdigung findet Dienstagnachmittag 4 Uhr, von der Leichen balle des Thomas Kirchhofes, Hermannstraße aus ftatt. Allen Freunden und Bekannten die tieferschütternde Nachricht, daß am 13. Februar, nachts 1, Ubr, meine liebe Frau 9865 Anna Buhle geb. Michler nach kurzem aber schmerzlichem Strantenlager in der Blüte ihrer Jahre vom unerbittlichen Tode dahingerafft worden ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Februar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Eminaus- Kirchhofes in Briz aus ftatt. Um stilles Beileid. bitten der hinterbliebene Gatte und Tochter Otto Buhle( Burns). Allen Freunden, Bekannten und Kollegen die traurige Nachricht, daß am 12. Februar meine liebe Frau Albertine Traute geb. Kohls nach schwerem Leiden verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Albert Trante, Buker, Faldensteinstraße 32. Die Beerdigung findet Montag. den 15. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Emmaus Stirchhofes, Nigdorf, Hermannstraße aus statt. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß unsere Schwester, Schwägerin und Tante Ernestine Treschel am 10. Februar cr. nach schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 15. Februar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen. halle des Elisabeth- Kirchhofes aus ftatt. 9786 Samilie Mrosinsky. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Die Beerdigung unseres am 7 Februar durch Erschießen ums Leben gekommenen Mitgliedes, Steinmet Max Hoffmann findet heute, Sonntag, den 14. Februar, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofs, Charlottenburg, Fürstenbrunnerweg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 224/17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Gustav Gransee gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in der Hermannstr. 136 aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/14 Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein zu Berlin E. H. No. 89. Hierdurch die traurige Nachricht, daß unser Mitglied Heinrich Ring im Alter von 71 Jahren am 10. Februar verstorben ist. am Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Februar, nachmittags 2 1hr, von der Leichen halle des Jerufalemer Kirchhofs aus statt. 198/7 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Georg Freigang am 10. Februar verstorben ist. Ghre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 15. Februar, nach mittags 2 Uhr, von der Leichenhabe des Thomas- Stirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. 79/6 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und unser guter Bater, der Zigarrenfabrikant Wilh. Zuchelt im 29. Lebensjahre plötzlich ber ftorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle, Bornißstraße, aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Die Hinterbliebenen: Helene Zuchelt nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers und Dnfels, des Restau rateurs Hugo Joost lagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, dem sozial Semokratischen Wahlverein, besonders aber meinen Stammgästen, welche mir auch während der langen Strants heit treu zur Seite standen, meinen herzlichsten Dank. 9886 Wwe. Martha Joost als Frau. Marie Joost als Tochter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, fpreche allen Zeilnehmern innigsten Dant aus. 9885 Anna Bahlmann. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Todes- Anzeige. Unseren werten Mitgliedern, Freunden und Genossen haben wir die traurige Mitteilung zu machen, daß der Mitbegründer, langjährige Herausgeber und Redakteur des Grundstein", unser bewährter Kollege 23 Johann Stanningk im 57. Lebensjahr infolge eines Gehirnschlages am 13. Februar des Todes verblichen ist. aus statt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 17. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Krankenhause St. Georg, Hamburg, 281/14 Der Verbandsvorstand. Redaktion und Expedition des ,, Grundstein". „ Hoffnung" Berliner Schneiderei- Genossenschaft E. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler Zwischen Rosenthaler Brunnenstr. 185 Toru. Invalidenstr. Tor u. Invalidenstr. Gegr.i. Februar 1906 v. organisiert. Schneidergehülfen Berlins. und sich allen Empfehlt Arbeitern, Parteigenossen Mitbürgern zur Anfertigung eleganter Herren- u. Knabengarderobe Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder- Anzüge. Große Auswahl in Winter- Paletots, Ulster, Radfahranzügen u. Fant.- Westen in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufskleidung. Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt in eigenen Betriebswerkstätten unter den von unserer Organisation festgelegten Bedingungen. Lieferanten der Konsum- Genossenschaft Berlin u. 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Arbeitslofenzählung. Heute Sonntag von 8 Uhr früh an sind die Fragekarten einzuholen. Wir hoffen, daß kein Parteigenoffe der Arbeit fern bleibt und bitten nochmals mit der größten Gewissenhaftigkeit zu Werke zu gehen, damit alle Arbeitslosen oder bei verkürzter Zeit Beschäftigten, gleichviel ob Männer oder Frauen, Aufnahme in das Zählwerk finden. Die Genossen tun gut, leere Fragekarten bei sich zu führen, um bei etwaigem Fehlen der Karten sofort aushelfen zu können. Wie uns berichtet wurde, sind am Freitag einige Bezirke nicht genügend besetzt gewesen. Wir hoffen, daß heute fein Mangel an Kräften vorhanden sein wird. Wie aber schon gestern mitgeteilt, werden noch einige Hilfskräfte für heute zur Stelle sein. Wer daher noch auf Hilfe angewiesen ist, telephoniere an Frizz Wilke, Brunnenstr. 188, Amt 3a, 4835, Paul Litfin, Memelerstr. 67, Amt 7, 1075 oder Julius Meyer, Dranienstr. 103, Amt 7, 5652 um Unterſtügung. Hoffentlich wird aber von diesem Mittel nur vereinzelter Gebrauch gemacht. Die Karten sind an den Bezirksführer so rasch als möglich zurückzuliefern. Dieser übermittelt die Karten dem Abteilungsführer, welcher dann, natürlich nur die aus gefüllten Karten, an das Gewerkschafts- Burean, Engelufer 15, zu expedieren hat. Saal 9 und 10 sind für Berliner Karten, Saal 11 für Ablieferung der Vorortstarten bestimmt. Diese Bureaus sind am Sonntag den ganzen Tag von 10 Uhr früh bis 29 Uhr abends geöffnet. Mit Parteigruß! Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine. Partei- Angelegenheiten. Zyklus- Vortrag. Sonntag, 14. februar 1909. Achtung! Fünfter Wahlkreis. Dienstag, den 16. Februar, um ihre Einnahme wieder auf den alten Stand zu bringen, sind abends 82 Uhr, findet eine Versammlung der ersten Abteilung in sie in eine Erhöhung der Preise für die Jahreskarten eingetreten, den Union- Sälen", Greifswalder Straße 222, statt. Genosse von denen die beiden erwähnten Fischereiinnungen zusammen Schubert referiert, danach Wahl der Delegierten zur Verbands 1300 ausgeben dürfen. Die beiden Jnnungen würden insgesamt, generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Niemand wenn fie sämtliche Starten abfekten, eine Mehreinnahme von 5600 fehle. Der Abteilungsführer. Mark erzielen, das heißt 1600 M. mehr, als sie Pacht an die Regierung zahlen. im Fürstenbad die Wahlvereinsversammlung statt. Bortrag über Karlshorst. Dienstag, den 16. Februar, abends 19 Uhr, findet " Charles Darwin". Der Vorstand. im Lotale des Herrn Drygas Volksversammlung. Thema:" Die Woltersdorf bei Erfner. Heute, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, politische und wirtschaftliche Lage." Referent: Arbeiterfekretär Genoffe Emil Kloth. Neuenhagen( Ostbahn). Am heutigen Sonntag, nachmittags 4 Uhr, findet in Fredersdorf im Lofal von Mag Girte eine öffents liche Versammlung statt, in der Genosse Stadthagen über " preußisch- deutsche Politit" sprechen wird. Tempelhof. Am Dienstag, den 16. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Wilhelmsgarten, Berliner Str. 9, die Mitgliederversamm ung des Wahlvereing statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Siering über:„ Die Gewerbeordnungsnovelle". Potsdam. Am Mittwoch, abends 812 Uhr, findet in allen Bezirken Zahlabend statt. Alle Genossen werden dringend ersucht, an diesem Abend ihre alten Mitgliedsbücher gegen die neuen umzutauschen. " Ober- Schöneweide. Dienstag, den 16. Februar, abends 81%, Uhr, findet in Wilhelminenhof" eine öffentliche Versammlung statt Genosse Artur Stadthagen referiert über Deutschlands innere und äußere Politik". Die Genossen werden ersucht, für regen Besuch Sorge zu tragen. Die Parteispedition befindet sich nicht mehr Edisonstraße 10, sondern Laufener Straße 2, vorn 1 Treppe, beim Genossen Henjes. Entgleisung eines Zuges der Untergrundbahn. Freitagabend um 834 Uhr entgleiste hinter der Station Zoologischer Garten, und zwar glücklicherweise nicht verlegt, und Materialschaden ist nicht zu vervor der Werkstatt im Tunnel, der Wagen eines Leerzuges der Hochund Untergrundbahn, der dort rangieren follte. Personen wurden zeichnen. Durch die Entgleisung entstand auf fämtlichen Strecken eine Betriebsstörung von reichlich 20 Minuten. Die Weststrecke blieb bis in die späte Nachtstunde gesperrt. Die in den Zügen befindlichen Fahrgäste wurden infolge des langen Haltens auf offener Strecke von großer Unruhe befallen. Die Leitung der Hochbahngesellschaft teilt über die Verkehrsdes Rangierens eines leeren Zuges auf den Werkstattsgleisen des störung mit: Die Betriebsstörung entstand dadurch, daß während Bahnhofs Boologischer Garten infolge Unachtsamkeit eines Weichenstellers ein Drehgestell eines Wagens entgleiſte. Der betreffende Wagen versperrte das nebenliegende Betriebsgleis nach Westen. Die Störung konnte noch vor Betriebsschluß beseitigt werden, so daß der Betrieb nachts wieder aufgenommen werden konnte." Der Messerstecher. Der Messerstecher, der im Schlesischen Busch und in Lichtenberg Frauen und Mädchen überfallen hat, ist Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 16. d. Mts., abends 8 Uhr, im„ Rheinschloß", noch immer nicht verhaftet. Mehrere Sistierungen sind in der Rheinstr. 60, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.:„ Die bevor- affäre vorgenommen worden, doch ist es bisher in keinem Fall gestehende Stichwahl zur Gemeindevertretung, Delegiertenwahl zur lungen, bestimmte Anhaltspunkte für die Persönlichkeit des AttenStreisgeneralversammlung und zur Generalversammlung von Groß- täters zu gewinnen. Am stärksten von den bisher festgenommenen Berlin". Der Vorstand. Männern scheint ein Arbeiter P. der Bluttat verdächtig zu sein. Er hat eine Zeitlang in der Arbeiterkolonie Hoffnungstal und zuletzt in der Garage gearbeitet, in der der Droschkenkutscher Schäfer, der Mann der Erstochenen, den Chauffeurdienst erlernte. P. hatte früher geäußert, daß er einmal jemanden in die Hand gestochen habe. Als Schäfer das traurige Geschickt seiner Frau erzählte, hörte er unruhig zu, verließ dann die Arbeitsstelle und schrieb einen Brief, daß er nicht wiederkommen könne, weil seine Mutter gestorben sei. In Wirklichkeit lebt aber seine Mutter noch, sie wohnt in der Frankfurter Chaussee in der Nähe des Lichtenberger Tatortes. P., der keine Beitung gelesen hatte, erschien gestern morgen wieder auf seiner Arbeitsstelle und wurde festgenommen, um auf dem Polizeipräsidium den gestochenen Mädchen gegenübergestellt zu werden. Diese Konfrontation soll auch mit dem Arbeiter Willy B. aus der Posenerstraße vorgenommen werden, der in Lichtenberg in einem Lokal auf die Polizei schimpfte und äußerte, der Täter, den die Polizei zu fangen unfähig sei, werde bald wohl noch mehr von sich hören lassen. Er wurde in Haft genommen, weil eine Frau, die während seiner Vernehmung kam, um eine ihr widerfahrene Belästigung anzuzeigen, in ihm den Täter zu erkennen behauptete. Diese Belästigung soll am ver= gangenen Sonntag stattgefunden haben. Der Mann ist wegen Unterschlagung, nicht aber wegen Sittenbergehens vorbestraft. Dic gestochene Dora Rabenhorst, der er gestern morgen gegenüber. gestellt wurde, erklärt, er sei nicht der Täter. Spandau. Am Mittwoch, den 17. Februar, abends 81 Uhr, findet im Lokal von G. Gottwald, Schönwalderstr. 80, die außer ordentliche Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Stellungnahme zu der am 28. Februar in Staaten stattfindenden Kreisgeneralversammlung. 2. Anträge zu derselben. 3. Wahl von 3 Delegierten. 4. Bericht von der Gemeindevertreterkonferenz Groß- Berlins und der Proving Brandenburg. 5. Neuwahl der Lokalfommission. 6. Neuwahl der Schiedskommission. Ohne Mitgliedsbuch oder Legitimationsfarte Der Vorstand. fein Zutritt. Den Parteigenossen und Genossinnen zur Nachricht, daß Königs- Wusterhaufen. In der heute nachmittag 3 Uhr im durch die Erkrankung der Genossin Zetkin der Wedhornichen Lokal stattfindenden Wahlvereinsversammlung spricht für Montag, den 15. d. M., in Kellers Festsälen an- Genosse Fendel über„ Reform und Revolution". Zahlreiches ErDer Vorstand. gefündigte 8yklus Vortrag über die Frauen- fcheinen erwartet frage nicht stattfinden tann. D Ob und welcher Ersatz für die Referentin beschafft werden fann, wird sich im Laufe der Woche entscheiden und werden wir das Erforderliche schnellstens bekanntgeben. Der geschäftsführende Ausschuß. Berliner Nachrichten. Die Konferenz der sozialdemokratischen Gemeindevertreter Die unausgesetzten Nachforschungen nach dem Frauenmörder von Groß- Berlin und der Provinz Brandenburg tritt heute bormittag im Gewerkschaftshaus zusammen. Es ist das erste haben noch immer nicht zum Erfolge geführt. Alle Verdächtigen Der Pankower Parteifrakeel, mal, daß die Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg mußten wieder entlassen werden, auch der Arbeiter P., der mit der durch die Versendung eines gedrudten, im Auftrage von neun mit denen von Groß- Berlin sich zusammenfinden. Die An- Schäfer zusammen in einer Garage beschäftigt gewesen war. Er Borstandsmitgliedern des Wahlvereins Pankow von Gustav Röber regung hierzu gab die letzte Provinzialfonferenz, auf der sich konnte sein Alibi nachweisen und die Mädchen erklärten dann auch, unterzeichneten Flugblattes an viele Zahlabende der Berliner die Notwendigkeit ergab, die Gemeindepolitik einer ge- daß er nicht der Täter sei. Nachdem auch noch das Lichtenberger Genossen von neuem aufgerührt und fortgesetzt wird, hat in Partei- sonderten Besprechung zu unterziehen. Sind auch für die Mädchen ihn entlastet hatte, wurde auch er wie alle anderen wieder freisen entschieden Verurteilung, im gegnerischen Lager aber Tätigkeit sozialdemokratischer Vertreter in den Gemeinden auf freien Fuß gesetzt. In Lichtenberg und dem angrenzenden Berschmunzelndes Behagen ausgelöst. Eine ganze Reihe bürgerlicher bestimmte programmatische Richtlinien festgelegt, so ist doch liner Bezirk ist es beinahe schon lebensgefährlich, dem FrauenBlätter haben mit einer gewissen Schadenfreude von dem zweifellos bei der Vielgestaltigkeit des Gemeindelebens von mörder auch nur entfernt. ähnlich zu sehen. Die unschuldigsten Vorgang Notiz Notiz genommen, nicht ohne dabei sich zahl erheblichem Nußen, von Zeit zu Zeit zu bestimmten fom- Leute werden im Handumdrehen vom Bublifum festgenommen reicher Uebertreibungen und Unrichtigkeiten schuldig zu munal- politischen Fragen Stellung zu nehmen und eine ge- und zum Teil auch nach der Polizei geschleppt. Alle Augenblicke machen. Um nur auf zwei Behauptungen einzugehen, die wir in wisse Einheitlichkeit der Arbeiten sozialdemokratischer Ge- hieß es dann, der Mörder sei gefaßt, und so ein Gerücht verbreitet der Berliner Bolts- Zeitung" finden, wollen wir feststellen, daß es meindevertreter herbeizuführen. Gerade in der Gemeinde tritt sich schnell über das Viertel und die ganze Stadt. Ein Maurer sollte falsch ist, wenn da behauptet wird, die Genossen Eichler und Kubig an sozialdemokratische Vertreter leicht die Versuchung heran, gestern nachmittag eine neue Schandtat versucht haben und wurde feien aus dem Wahlverein ausgeschlossen worden, falsch muß auch im Hinblick auf die Erreichung kleiner Konzessionen unsere deshalb ebenfalls für den Frauenmörder gehalten. Der harmlose die weitere Behauptung sein, die Bankower Sozialdemokraten prinzipielle Auffassung zurücktreten zu lassen. Deshalb ist Mann wollte einen Bolier aufsuchen, um Arbeit zu bekommen. Der wollten geschlossen aus der bisherigen Organisation austreten es von doppelter Wichtigkeit, gemeinschaftlich besonders Polier, der früher in der Eckertstraße gewohnt hatte, sollte und einen neuen unabhängigen Verein schaffen. Hierbei aktuelle Fragen der Gemeindepolitik vom sozialdemokratischen nach der Gärtnerstraße 19 auf Berliner Gebiet verzogen sein. der Maurer auch dort hin. Vor der Tür ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens. Standpunkt zu betrachten. Dazu kommt, daß die Zahl Also ging Ganz unwahrscheinlich ist die Mitteilung, daß nach Abstimmungs- unserer Vertreter in den Gemeinden fortgesetzt zunimmt. standen zwei kleine Mädchen, als er eintrat, um den stillen ergebnissen von etwa 1000 Mitgliedern sich noch nicht 100 den bis- Deshalb ist es doppelt erwünscht, Erfahrungen auszutauschen Portier nachzusehen. Die tamen ebenfalls herein und flingelten bei herigem Organisationsrahmen der Streisorganisation einfügen und gegenseitig neue Anregungen zu geben. Diesem Zwecke den Eltern. Eines glaubte, der Mann habe ihm etwas tun wollen. wollten, und zwar um beswillen, weil der Bankower Wahlverein nur dient die heutige Gemeindevertreterfonferenz. Zwar hat die Als nun der Maurer sich wieder entfernte, weil er den Bolier auch etwa 600 Mitglieder zählt und andererseits gerade die Pankower arbeitende Bevölkerung infolge eines elenden Dreiklassenwahl- hier nicht fand, wurde er verfolgt und festgenommen. Wieder hieß Genossen immer und bei jeder Gelegenheit auf das demokratische rechts nur einen bedingten Einfluß auf die Geschäfte der Gees: der Messerstecher ist gefangen! Der Mann wurde auch nach Brinzip hinwiesen, daß ja schließlich, wenn es einen Sinn haben meinde. Aber auch eine zielbewußte Minderheit mit Ausdauer dem Polizeipräsidium gebracht, aber bald wieder entlassen, weil sich soll, die Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit fordert. und Zähigkeit kann der privilegierten Mehrheit in den Ge- feine Schuldlosigkeit nach kurzer Zeit herausstellte. Aehnlich erUnd schließlich steht immer die Sache über der Person; mehr noch: meinden manche sozialen Maßnahmen abnötigen und der ar- ging es einem anderen. Dieser Uebereifer ist aber immerhin noch das Interesse an der gemeinsamen Sache verlangt, daß Perfonen, beitenden Klasse zeigen, daß auch auf dem Gebiet der Ge- erklärlich, so unangenehm und gefährlich er auch diesem oder jenem die eine Bewegung fortgesetzt schädigen, beiseite geschoben werden meindepolitik allein die Sozialdemokratie für die Rechte der werden kann. Weber Erklärung noch Entschuldigung gibt es arbeitenden Klassen nach vorwärts drängt. dagegen für ein Gebaren, dessen sich junge Burschen hier und da, besonders in den betroffenen Vierteln schuldig machen. Diese Inzwischen hat sich der Kreisvorstand mit der neuesten Treiberei Auf England bezügliche Straßenbenennungen in Berlin. Der Burschen treiben einen Scherz" damit, junge Mädchen zu ängstigen, der Bankower Vorstandsmitglieder befaßt und den bisher amtierenden Magistrat in Berlin hat beantragt, im Nordwesten des Wedding indem sie den Messerstecher nachahmen. Sie schlagen zwar nicht Vorstand seiner Aemter entsetzt. Im Laufe dieser Woche wird in Stadtteils, in der Nähe des Rudolf- Birchow- Krantenhauses, ent au und stechen noch weniger, aber der Unfug fann trotzdem in der Bankow eine Versammlung stattfinden, die vom Kreisvorstand ein- sprechend der geographischen Orientierung- fünf neue Straßen Zeit der Aufregung für die Mädchen die schlimmsten Folgen haben. berufen ist und zu der neuen Lage der Sache Stellung nehmen mit Benennungen, die auf Großbritannien und Irland bezüglich wird so ein Unfugftitter einmal erwischt, so kann er sich auf wird. Die nähere Mitteilung finden unsere Leser am Schluß dieser sind, zu versehen:" Londoner Straße", Edinburger Straße": eine exemplarische Strafe gefaßt machen, und allzu fanft wird mit Zeilen. " Dubliner Straße"," Liverpooler Straße" und Glasgower Zu unserer Notiz" Parteifrafeetcr" in der Nr. 36 geht uns ein Straße". Die Bewohner der Gegend werden also mit der ihm das Publikum sicher nicht umgehen. Schreiben zu, das unterzeichnet ist von Hilmann, Jügler, Korte, Schaffung eines neuen eigenen Englischen Viertels" innerhalb Raute, Nieble, Staub und G. Röber und eine Berichtigung darstellen Berlins zu rechnen haben. Die Londoner Straße zeichnet sich durch foll, aber feine ist. Das Schreiben richtet sich gegen unsere Auf- besondere Länge, entsprechend ungefähr der Markgrafenstraße, und faffung des Zuhaltes des Flugblattes und bezieht sich zum Betweise eine größere Breite von den übrigen Straßen aus. der Richtigkeit desselben auf frühere Behauptungen. Wir müssen es ablehnen, durch Veröffentlichung der Zuschrift den neuesten Quertreibereien Vorschub zu leisten und uns so zum Mitschuldigen an müssen, denselben zu machen. Der Kreisvorstand ersucht uns um Bekanntgabe folgender Mitteilungen: Bankow. Am Donnerstag, den 18. b. M., abends 8%, Uhr, findet bei Rozycki, Kreuzstr. 3/4, eine Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den Bezirk Pankow statt. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem Pantower Konflikt. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorstandes. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Kreisvorstand. Das Material von der Arbeitslosenzählung in Bankowo ist an den Genossen Gütig im Lokal von Abendroth, Mühlenstr. 31, und den Genossen Fengler bei Clemen, Wollantstr. 122, abzuliefern. Erster Wahlkreis. Montag, den 15, d, M., abends: Flugblattberteilung von den bekannten Stellen aus. " " " Der Messerstecher setzt, wie gestern abend noch spät berichtet wurde, sein unheimliches Treiben fort. Gestern, Sonnabend, abends um 6 Uhr, verübte er in der Friedrich- Karlstr. 33, dicht an der Frankfurter Allee, eine neue Untat. Eine Arbeiterfrau Abwehr gegen die erhöhten Breise für Angelkarten. In einer Meißner, die dort im Haufe wohnt, fehrte von einem Ausgang gemeinsamen Sibung der Vorstände von Anglervereinen an der zurück und fah, als sie die Treppe des zweiten Stodes erreicht hatte, Cberspree wurde beschlossen, von seiten der Oberspreevereine Angel eine halbe Treppe höher einen unbekannten Mann stehen. Dieser die Köpenicker und Nahnsdorfer kam dann im selben Augenblick herunter. farten zu erhöhten Preisen Frau Meißner Fischerinnungen haben die Preise für Angelfarten verdoppelt bot ihm einen Guten Abend". Er ertviberte den Gruß, nicht zu kaufen. Es wurde eine siebengliedrige Kommission ge- ging dabei dicht an ihr vorüber und verfezte der Ahnungswählt, die beauftragt wurde, mit den genannten beiden Fischerinnungen in Unterhandlungen zu treten und eine große Brotest- lofen einen Stich in den rechten Oberschenkel. Die Verwundete war versammlung sämtlicher Freunde des Angelsports einzuberufen. fo erschrocken, daß sie kein Wort sprechen konnte. Sie hörte noch, Die lettere soll im Laufe des Februars stattfinden. In den bis wie der Mann in gewaltigen Säßen die Treppe hinabstürmte. Nach herigen Beratungen der Vereine vertrat man den Standpunkt, dem ersten Schred riß fie die Klingeln der Wohnungen am Flur. gänzlich auf den Angelsport für dieses Jahr zu verzichten, den er- Als nun aber die Leute dazukamen, war der Täter spurlos verhöhten Preis für die Angelkarten aber unter keinen Umständen zu schwunden. Das Publikum draußen wurde alarmiert und zahlen. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß die Erhöhung suchte in großer Aufregung die Straßen ab, jedoch ohne der Preise für Angelfarten dadurch herbeigeführt worden sei, daß jeden Erfolg. Es nahm zwar einen Mann fest, der fonnte die Regierung die Ausgabe von sogenannten Saisonfarten in- aber alsbald seine Unschuld nachweisen und wurde vom hibiert hat. Diese Saisonkarten wurden an Sommergäste in den aber alsbald seine Unschuld nachweisen und Polizeirat Boesel und die östlichen Vororten mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Wochen Polizeipräsidium wieder entlassen. zum Preise von 4 M. ausgegeben, und es bildete dies eine sehr Kriminalfommiffare Naffe II und Dr. Neumann suchten mit ihren hübsche Nebeneinnahme der Fischer, die, wie behauptet wird, schon Beamten auch das Haus Nr. 38 und die Nachbarhäuser bis in jeden aus dem Erlös dieser Karten heraus die Fischereipacht deckten. Winkel hinein ab, fanden den Täter aber auch hier nicht. Weil er aus dem Hause entkommen sein muß, fo traf die Kriminalpolizei hiernach alsbald ihre Maßnahmen. Frau Meißner, die sich in gesegneten Umständen befindet, ist glücklicher- Schöneberg. und Vorort- Nachrichten. weise nur nur leicht verletzt. Die Beschädigung der Kleider Die Flucht aus der Kirche. Eine nicht geringe Aufregung die Wunde entsprachen dem Befund in den früheren herrscht gegenwärtig in den Reihen der hiesigen Seelenhirten. Es Fällen. Die Angefallene, die den Täter auf der beleuchteten ist bekannt geworden, daß im vergangenen Jahre nicht weniger Treppe von vorne gesehen hat, beschreibt ihn als einen Mann von als 500 Anträge auf Austritt aus der Landeskirche gestellt, und etwa 25 Jahren. Er hat dunkles Haar und einen kleinen dunklen zum größten Teil auch bereits vollzogen worden sind. In WirkSchnurrbart und trug einen schwarzen Ueberzieher, dunkle Bein- lichkeit dürfte die Zahl bedeutend höher sein, denn die jüngst erhobene Statistik stellt fest, daß 500 Personen bereits aus Kleider und einen schwarzen runden steifen Hut. Das Gerücht von einem Anfall in der Straßmannstraße bestätigt geschieden sind; hinzukommen die Anträge, die noch vorliegen und fich täglich mehren. Es soll nun erwogen werden, wie eine weitere sich nicht. Es entstand daraus, daß aus dieser Straße eine Beugin Flucht aus der Kirche verhütet werden kann. Den Arbeitern wird bereits„ klar" gemacht, wie wichtig es ist, wenn bei den bevor stehenden Kirchenwahlen einem liberalen Kirchenvater die Stimme Fortgesetzt laufen Nachrichten über neue Untaten und über neue gegeben wird, dem Wähler werde dadurch sein Seelenheil wiederBerhaftungen ein, die wir aber nicht nachprüfen können und wohl gegeben. Besonders an die Frauen will man sich wenden; man auch oft einer starten Phantasie entspringen. Ein Wunder ist das glaubt, daß diese für salbungsvolle Worte noch etwas Verständnis nicht bei der großen Aufregung, in der sich die Bevölkerung| hätten. Die Kirchenväter täuschen sich, wenn sie meinen, durch felche befindet. Mittel die Kirchenflucht zu bannen. Immer weitere Kreise werden davon überzeugt, daß die Kirche für die Aermsten nichts tut und somit die elementarsten Grundsätze ihrer Lehre mißachtet. vernommen wurde. Für 3000 M. Felle gestohlen. Mit einem Fuhrwerk„ arbeitet" eine größere Einbrecherbande, die im Norden der Stadt ihr Unwesen treibt. Bei einem Einbruchsdiebstahl in der Fellehandlung von Kobylinski, Badstr. 9, schleppten die Diebe nicht weniger als tausend Kaninchen- und ebensoviel Hasenfelle fort. Außerdem erbeuteten fie zehn Zentner Roßhaar, einen Zentner Luftschläuche und mehrere hundert Mark bares Geld. Auf einem Einspänner schaffte die Bande das gestohlene Gut fort. Der Todessprung in den Urbanhafen. Großes Aufsehen rief die Tat einer Lebensmüden am Urbanhafen hervor. Eine unbekannte, etwa 50 Jahre alte Dame, die anscheinend den besseren Ständen angehört hat, sprang mit einem Aufschrei in die falten Fluten und ging sofort unter. Man unternahm Rettungsversuche, die aber erfolglos waren. Ein Bildungsausschus, bestehend aus drei Parteis und zwei Gewerkschaftsgenossen, ist für den hiesigen Ort gebildet worden. Alls Vorsitzende fungiert die Genossin Frau Wickert, Schöneberg, Gustav Freitagstraße 8, I. Stfl. 4 Tr.; dieselbe nimmt Anmeldungen für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinen an.. Rixdorf. Vortragszyklus. Der am Montag, den 15., abends 8 Uhr, stattfindende 6. Vortragsabend des Genossen Heinr. Schulz behandelt das Thema:„ Die Ursachen der Märzrevolution". Der Bildungsausschuß. Gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Vertreter wurde Bertagung" beschlossen! Notdürftig wurde ein Brett eingeflict und nun fann es- weiter stinken. Die Fenster und Türen bieten dem Wetter keinen Widerstand, die Oefen, in böser Verfassung. vermögen nicht mehr ihren Zweck zu erfüllen. Am Freitag mußte der Unterricht abgebrochen werden, weinend und frierend kamen die Kinder nach Hause. Mit ihrer vollständigen Garderobe angetan, waren die Kleinen und der Lehrer nicht mehr imstande, sich in dem nach Stock und Qualm stinkenden Zimmer zu erwärmen. Lehrer Sparwut und Pfarrer erklären sich ohnmächtig gegenüber der der Majorität der Stadtverordneten, in deren Mitte sogar der Schularzt sikt. Angesichts eines solchen Zustandes drängt sich die Frage auf: it es noch nicht genug mit der soeben erst erloschenen Diphtherieepidemie in der 2. Gemeindeschule? Müssen auch hier erst wieder Lehrer und Kinder der Volksschule an ihrer Gesundheit geschädigt werden? Sind dem Schularzt die Zustände nicht bekannt? und die Schuldeputation? In einem Gymnasium oder der höheren Töchterschule würde ein ähnlicher Mißstand sicher nicht möglich sein. Steglit das Erd- und Maurerarbeiten Asphaltarbeiten Steinmetzarbeiten man bei uns baut. Bis Ende Schmiede- und Eisenarbeiten • 112 000 m. an die Terrainspekulanten verschenkt hat die geftrige Gemeindevertretersizung. Der Gemeindevorstand beantragte Bewilligung eines Zuschusses von 150 000 M. zum Bau der Wilmersdorfer Untergrundbahn und Heranziehung der an dem Bau dieser Bahn interessierten Stegliber Grundstückseigentümer mit 75 Proz. der Summe, also rund 112 000 M., zu den Koften, weil die Grundstücksbesitzer durch das Steigen des Grundwertes bedeutende Vorteile hätten. Nach langer und heftiger Diskussion wurde schließlich der ganze Antrag mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Die Freude dauerte aber nicht lange. Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte wurde eine nochmalige Abstimmung vorgenommen und nunmehr ergab sich das richtige" Resultat: Der erste Teil des Antrages wurde angenommen, der zweite abgelehnt. Weil es sich um eine Summe von über 100 000 M. handelte, konnte mun mehr die Minorität noch den Geschäftsordnungsantrag auf eine Die Konsumgenossenschaftsbewegung in Rigdorf macht ganz gute aweite Lesung stellen. Die nächste Sibung wird sich also nochmals damit beschäftigen müssen.- Dem Vertrage mit der Westlichen Ein schreckliches Brandunglück hat sich vorgestern Abend auf Fortschritte. Der Umfaß in den einzelnen Verkaufsstellen steigt Berliner Borortbahn betr. Verlängerung ihrer Linien dem Gesundbrunnen zugetragen. Die bei ihrer Schwester in der und es bestebt die Absicht, die Zahl der Verkaufsstellen zu verfelde wurde zugestimmt. Grünthaler Straße 11 gegenwärtig zu Besuch weilende 19 jährige mehren, sobald in den betreffenden Bezirken die notwendige Mit- urch die Lichterfelder Chaussee bis zur Chaussee in Groß- LichterDas neue Ortsstatut über Frieda Kleinhans fam, kurz bevor sie ausgehen wollte, mit ihrem gliederzahl vorhanden ist. Gewerbegericht wurde einstimmig angenommen. Mit der Propaganda für die Genossenschaftsbewegung beKleid dem eisernen Ofen zu nahe und im nächsten Augenblick hatten die leicht brennbaren Stoffe Feuer gefangen. Fräulein St. fchäftigte sich auch die letzte Sigung der hiesigen Ge to erfichafts- Somit werden die im März stattfindenden Wahlen nach dem Verhältniswahlsystem vorgenommen. bemerkte den Vorfall erst, als die Flammen bereits den Rücken, tommission. Nach einem Referat des Genossen Nitschke über dem Wunsche der hiesigen Arbeiterschaft entsprechend, dem sich auch Die Gruppenwahl ist hinaufzüngelten. Im Laufe weniger Sekunden stand das junge den Gegenstand wurde folgende Resolution angenommen: " Die heute bei Hoppe tagende Versammlung der Delegierten die Arbeitgeberbeifiber angeschlossen hatten, nunmehr ebenfalls be. Mädchen ganz in Flammen. Auf das Hilfegeschrei der Brennenden seitigt. Beschlossen wurde ferner, vom 1. April d. J. ab eilte die im Nebenzimmer weilende Schwester herbei und erstickte und Funktionäre der der Rigdorfer Gewerkschaftskommission andie Flammen durch Ueberwerten von Tüchern. Fräulein St. hatte geschlossenen Organisationen erkennt, in voller Uebereinstimmung mit Desinfektionen bei austedenden Krankheiten fostenlos auszuführen. Zwecks Teilnahme von zwet aber inzwischen bereits am ganzen Körper so schwere Brand- den Ausführungen des Referenten, den hohen Wert der Genossenschaft: Turnlehrerinnen an orthopädischen Kursen wurden 250 M. bewunden erlitten, daß sie in bedenklichem Zustand nach dem bewegung für die gewerkschaftlichen Bestrebungen an. Sie betrachtet willigt. Auf Anregung des Schularztes sollen diese Lehrerinnen die genossenschaftliche Organisation als eine unbedingt notwendige dann solche Mädchen, die an Rückgratvertrümmung leiden Krankenhaus Moabit gebracht werden mußte. Opfer des Frostes. Auf den Chausseen in der Umgebung Lebenshaltung der arbeitenden Klassen zu erhöhen und die Wider- oder dazu disponiert sind, in besonderen Turnriegen vereinigen, um durch systematische Uebungen dem Leiden entgegenzuwirken. Berlins wurden gestern und in den beiden legten Nächten mehrere standskraft der Organisationen im Kampfe mit den Unternehmern Bom Stadtbad". Ueber Mißwirtschaft im Roten Hause sprach Männer, dem Tode des Erfrierens nahe, aufgefunden. Die Be- bezüglichen Beschlusses des Kölner Gewerkschaftskongresses verpflichtet fürzlich in einer öffentlichen Versammlung ein bürgerlicher GemeindeBe- zu steigern. In Erkenntnis dessen und Berücksichtigung des diesdauernswerten, die alle nur ganz notdürftig bekleidet waren, ent- die Versammlung die Gewerkschaftsorganisationen Nixdorfs, in jeder vertreter. In der Diskussion meinte ein Kollege des Referenten, gingen nur dadurch dem Schicksal, einen elenden Tod zu finden, Weise die Genossenschaftsbewegung zu unterstützen, speziell durch daß der Ausdruck„ Mizwirtschaft" zu geliude sei, Skandalwirts daß rechtzeitig Hülfe zur Stelle war. Die Handwerksburschen aufklärende Vorträge in den einzelnen Berufsorganisationen die ge- fchaft sei die treffendste Bezeichnung. In dieses Bild paßt vorzüglich die Gefchichte unserer Badeanstalt. In der November. werden von der starken Kälte ganz besonders hart betroffen. nossenschaftlichen Jdeen nach Kräften zu propagieren." fizing der Gemeindevertretung mußte bekanntlich der GemeindeEine Villa durch Brandstifter zerstört. Bis auf die Umfassungs- Charlottenburg. vorsteher auf eine Anfrage das sensationelle Eingeständnis machen, mauern ist in der Nacht die Villa des hiesigen Kaufmanns Ebel Die städtische Armen- und Waisenpflege Charlottenburgs erforderte daß die Baukosten den Voranschlag um zirfa 88 000 m. überin dem benachbarten Villenvorort Woltersdorf niedergebrannt. Das im Jahre 1907 eine Gesamtausgabe von 1441 884 W., das sind schritten hätten, ohne daß der Gemeindevorstand eine Ahnung davon Gebäude ist augenblicklich unbewohnt. Nachts in der zweiten Stunde 85 077 M. mehr als im Vorjahre. Von der Mehrausgabe, die un- gehabt habe. Drei Monate sind seitdem vergangen, ohne daß man schlugen plötzlich helle Flammen aus der Villa heraus, und als gefähr der Zunahme der Bevölkerung um rund 12 800 Perfonen näheres erfahren hätte. Wir wollen deshalb der Gemeindeverdie freiwilligen Feuerwehren aus der Nachbarschaft am Brand- entspricht, entfallen die Hauptposten auf bare Unterstützungen, Pflege- waltung die anscheinend unangenehme Arbeit abnehmen und der herd erschienen, hatte das Feuer bereits das ganze Gebäude er- gelder, Arzneien, Milch und Irrenpflege. Allein die Zahl der auf Deffentlichkeit zeigen, wie griffen. Die Löschmannschaften vermochten nichts mehr auszurichten. Armentosten verpflegten Geistestranten ist von 149 auf 209 gestiegen. November wurden folgende Ueberschreitungen feſtgeſtellt: Bis auf die Umfassungsmauern brannte die Villa nieder. Es wurde Unterstügt wurden insgesamt 7525 Personen gegen 6759 im Jahre festgestellt, daß das Feuer durch Brandstifter hervorgerufen worden 1906; meist waren es Frauen, vor allem Witwen und Cheverlassene. ist. Ob es sich um einen Racheatt handelt, oder ob die Brand- Obwohl die Verhältnisse auf dem Wirtschaftsmarkte sich bereits im stifter das Feuer angelegt haben, um etwa einen Einbruch zu ver- Jahre 1907 recht schwierig gestalteten, ist doch die Höhe der decken, konnte noch nicht ermittelt werden. laufenden Unterstützungen in verhältnismäßig niedrigen Grenzen haben mehr Arbeiterbildungsschule Berlin. Der für Freitag, den 12. d. Mts., geblieben, nur 42 laufend unterstügte Personen 390 mehr als 21 M. monatlich bezogen; projeltierte Darwin- Vortrag konnte, der umfangreichen Arbeiten für als 30 M., bie Arbeitslosenzählung wegen, an dieiem Tage nicht den meisten Fällen schwankten die Unterstützungssäge zwischen 9 und stattfinden. Bei der großen Bedeutung der Forschungen Darwins 15 Mart. Der amtliche Bericht bezeichnet den Monatsdurchschnittsfür die Naturwissenschaft hat die Schule sich doch entschlossen, wenn fag von 15,54 Mart selbst als außerordentlich gering, einmal wegen auch etwas post festum, Darwins zu gedenken. Es wird deshalb der Steigerung der Preise nahezu aller Lebensbedürfnisse und der naturwissenschaftliche Unterricht am Montag im Schullokal aus zweitens weil auch diesmal wieder das geringe Angebot fleiner fallen und dafür wird, um auch weiteren Kreisen die Möglichkeit zu Wohnungen und die Höhe der Wohnungsmieten nicht ohne Einfluß 14 804,95 geben den Vortrag mit anzuhören, Genosse Emanuel Wurm auf die Höhe der Unterstützungen geblieben ist. Außerordentlich an Zum Nach Abzug von 766,10 M., die an einzelnen anderen Positionen im großen Saale der Musiker Festsäle", Raiser gewachsen ist die Inanspruchnahme armenärztlicher Hilfe. Wilhelm Straße 18m, über„ Naturerkenntnis und 1. April 1908 ist deshalb ein neuer Medizinalbezirk gebildet worden. erspart wurden, ist also der Voranschlag von 350 000 m. um Darwinismus" sprechen. Es kann wohl mit Recht erwartet Auch die Frage der Einführung der freien Arztwahl in der 88986,88 M. überschritten worden. Wie wir hören, hat werden, daß dieser Vortrag einen recht zahlreichen Hörerkreis findet. Armenpflege ist eingehend erörtert worden, die Armendirektion hat sich die Summe mittlerweile auf rund 126 000 m. erhöht. Ob jedoch davon absehen zu müssen geglaubt, weil es für unbedingt notwendig indes hiermit schon die Schlußsumme erfaßt ist, wagen wir nicht Achtung, Metallarbeiter! In der Generalversammlung am erachtet wurde, in den Sizungen der einzelnen Kommissionen einen zu behaupten. Die Begründung der Ueberschreitungen variiert das Sonntag, den 7. d. M., ist eine Brille gefunden worden. Dieselbe ständigen ärztlichen Berater zur Seite zu haben. Dagegen ist die Thema:" Es ginge wohl, aber es geht nicht". Als willkommener ist im Bureau, Charitéstr. 3 III, abzuholen. zahnärztliche Versorgung der Armenkranken in der Weise geordnet Sündenbock muß der Bauarbeiter, Streit" im Sommer worden, daß sie bei dem zahnärztlichen Standesverein Charlotten- 1907 herhalten, durch den die Arbeiten sehr im Rückstande geblieben Feuerwehrnachrichten.„ Feuer im Palais des Kaisers burg mit freier Auswahl für die Armen unter dessen zur Behand- feien. Daß der Gemeindevorstand erst im November von den un Wilhelm I", Unter den Linden 37, alarmierte gestern vormittag lung Armentranter bereiten Mitgliedern zu den Sägen der zahn- geheuren Ueberschreitungen erfuhr, wird damit entschuldigt, um 7 Uhr die Berliner Feuerwehr. Branddirektor Reichel rückte ärztlichen Minimaltare übertragen worden ist. " daß es sehr schwer sei, vor der endgültigen Abrechnung fofort mit einigen 50 Fahrzeugen nach den Linden aus. Es stellte Auf die Fürsorge für Lung entrante ist auch im den finanziellen Stand zu übersehen". Zu diesem fich aber bald heraus, daß es sich nur um„ blinden Lärm" handelte, Jahre 1907 besonderes Gewicht gelegt worden. Zahlreiche Heilbare Armutszeugnis wollen wir bor allem bemerken, daß es verursacht durch niedergedrückten Rauch aus einem Schornstein, Krante, Erwachsene und Kinder, sind zum Teil ganz auf Kosten der wahrheitswidrig einen Streit im Sommer 1907 für die so daß die Feuerwehr gleich wieder abrücken konnte. In der Nacht Armenverwaltung, zum Teil gemeinsam mit der Landesversicherungs- Verzögerung des Baues verantwortlich macht. In Wirklichkeit war zum Sonnabend kam in der Leipziger Straße 57 Feuer aus. Dort anstalt Brandenburg Heilstätten überwiesen worden. Nicht mehr es eine Aussperrung. Daß die Verwaltung den aussperrenden brannten u. a. in einen Lagerraum ein Ladentisch und diverse für die Heilstättenbehandlung geeignete Kranke sind Pflegeheimen, Unternehmer ruhig gewähren ließ, müssen die Steuerzahler jetzt Waren. Der Pförtner Wilhelm Flohr war bei dem Löschversuch in erster Reihe der Anstalt Burg- Daber, überwiesen worden. büßen. Die Ueberschreitung von rund 25 000 M. bei den Erd- und vor Ankunft der Feuerwehr durch ein Glasdach gebrochen und Den aus den Anstalten Entlassenen und den in den Wohnungen Maurerarbeiten, von rund 7300 M. für Bauzinsen und von 600 M. hatte sich dabei einen Bruch des rechten Beines zugezogen. Er verbleibenden Kranken ist besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden für Gehälter vor der Jubetriebsegung ist jedenfalls nur ein Teil der wurde nach der nächsten Unfallstation und von da nach dem durch Gewährung von Stärkungsmitteln und von Betten und Summe, die dem Jnteresse des aussperrenden Bauunternehmers geopfert Krankenhause gebracht. Die Gefahr für das Geschäft konnte bald Mietsbeihilfen zur Ermöglichung der Isolierung der Kranken. Den wurde. Für heute genug von diesem Trauerspiel. Konstatiert fet beseitigt werden. Früh um 4 Uhr mußten zwei Wohnungsbrände, Walderholungsstätten sind 242 Erwachsene und 450 Kinder gegen nur noch, daß man sich anscheinend bei der Einweihungs. am Tempelhofer Ufer 4 und am Michaelfirchplah 7, gelöscht werden. 186 Erwachsene und 345 Kinder im Vorjahre überwiesen. feierlichkeit teine Stopfichmerzen um den schnöden Manumon Um 5 Uhr brannten in einem Keller Gozkowskyftr. 5 Bretter u. a. Eine ganz erhebliche Zunahme weist die Zahl der in städti- gemacht hat, denn das Frühstück" hat die anständige Summe von und um 6 Uhr in der Stralsunder Straße 36/37 Stiften usw. Der sche Kostpflege genommenen Kinder auf. Veranlagt ist 900 Mart gefoftet. 3. Zug wurde nach der Rykestr. 37( Räucherei) alarmiert. Auf diese Zunahme einmal durch das Gesch über die Fürsorgeerziehung, dem Hofe Matternstr. 3 waren Müllfästen u. a. in Brand geraten sodann durch die Aufsichtführung über die Haltekinder durch Köpenick. und in der Stromstr. 27 Kisten in einer Stube. Ferner hatte die die Organe der Waisenpflege, vor allem aber durch die Gewerbegerichtswahl. Am Montag, den 15. Februar, nachmittags Wehr in der Simon- Dach- Straße 21 und Prenzlauer Straße 35 am 1. Oftober 1906 eingeführte Berufsvormundschaft. von 4-9 Uhr, findet im kleinen Saale des Kaiserhofes, 1 Treppe, zu tun, wo der Fußboden, Körbe, Wäsche, Kleider u. a. in Brand Unter Berufsvormundschaft standen am Schlusse des Rechnungs- die Gewerbegerichtswahl statt. Die Gewerkschafts- und Parteigeraten waren. Der 11. Zug hatte in der Gitschiner Straße 89 jahres 1907 nach Abzug der inzwischen ausgeschiedenen noch 458 genossen werden ersucht, für rege Wahlbeteiligung Sorge zu tragen. einen gefährlichen Brand zu löschen. Dort brannten in einem Rinder, von denen fich 184 bei der Mutter, 145 in Haltepflege und Keller unter starter Qualmentwickelung Tannenreifige, Hausrat 129 in städtischer Kostpflege befanden. Durch den Generalvormund Kalkberge- Nüdersdorf. und anderes. Um an den Brandherd zu gelangen, mußte die sind im Rechnungsjahre 1907 rund 18 190 M. an Alimenten ein- Zwischen zwei Loren totgedrückt. Einen schrecklichen Tod Feuerwehr Rauchschußapparate benutzen. Gleichzeitig mußte ein gezogen worden, wovon rund 4947 M. für in städtische Pflege ge- fand gestern der Kutscher Otto Bergmann in dem Tiefbauwert Feuer in der Gerichtstr. 57 gelöscht werden, das in einem Klosett nommene Kinder an die Stadt erstattet worden sind. Ein großer in Kalkberge- Rüdersdorf. B. war neu eingestellt worden und ausgekommen war. In der Bellevueftr. 4 brannten Hüte und Teil der Alimentenzahlungen erfolgt nicht an den Generalvormund, gestern sollte er nun zum erstenmal in dem Bergwerk Loren Kartons und in der Bötticherstr. 5 Kleider usw. Der 15. Zug fondern direkt an die Mündelmütter oder die Haltefrauen. Diefe fahren. Er fand sich jedoch mit der Bespannung nicht zurecht, und hatte in der Beuffelstr. 44a zu tun, wo in einer Wächterbude Feuer Summe ist in der angeführten Gesamtfumme nicht enthalten. Die als er mit einem Bug Waggons anhalten wollte, geriet er so unausgekommen war. Außerdem wurden noch Brände aus der Sterblichkeit unter den Pflege- und Haltekindern hat erfreulicherweise glücklich zwischen zwei Loren, daß ihm der Brustkasten gänzlich Dennewißstr. 36, Rügener Straße 1 und anderen Stellen ge abgenommen, das Bestreben, die Säuglingssterblichkeit namentlich eingebrüdt wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. Bei zwei meldet. Es handelte sich in diesen Fällen um Schaldecken- und der unehelichen Kinder, herabzusetzen, ist also von Erfolg getrönt weiteren Unfällen in dem Bergwerk wurden die Betroffenen schwer Balkenlagerbrände. gewesen. Dachdeckerarbeiten in Klempnerarbeiten Tischlerarbeiten " Boranschlag Ueberschreitung 129 657,52. 25 046,48 M. 100,00 60,00 8 630,00 930,00 " " " 26 814,00 86,00 " " 4797.50 302,50 " " 9 • 9 684,25 13 892,00 7 038,00 6 611,58 80 000,00 15 000,00 15 000,00 12 769,00 2415,00 " " 108,00 " " 2 500,00 " " 2 220,00 " " 35 200,00 " " 1 840,00 " " 4 240,00 " 7 " " " Schlosserarbeiten Malerarbeiten Technische Einrichtung. Inneneinrichtung Bauleitung Insgemein berlegt. Bohnsdorf. · • • Arbeiter- Samariter- Kolonne. Morgen Montag, abends 9 Uhr: Lichtenberg. 2. Abteilung Brunnenstr. 154 und 5. Abteilung in Nigdorf, Berg- Ein Notschrei über die elenden Zustände in einer hiesigen VolksEin bedauerlicher Unfall ereignete sich am Freitagabend 6 1hr straße 151/152: Vortrag über gefahrdrohende Krankheitszustände; schule dringt an unser Ohr. Seit langer Zeit petitionieren die im bäuerlichen Betriebe von Kiekebusch. Dort geriet durch Ausgleiten baran anschließend praktische Uebungen. Am Donnerstag Uebungs- Lehrer, ja auch der Geistliche als Mitglied der Schuldeputation, die bedienstete Magd Elisabeth Nite mit dem rechten Fuß in die im stunde der 3. und 4. Abteilung. Heute abend 6 Uhr im großen um Schaffung eines erträglichen Zustandes in dem alten DorfSaale Dresdener Str. 45: Lichtbildervortrag über„ Eine Reise um schulhause an der Kirche in der Dorfstraße. Vor Weihnachten hatte Gang befindliche Dreschmaschine, wobei der Verunglückten der Fuß die Erde"; daran anschließend: humoristische Lichtbilder und gemüt- fich die Baudeputation mit einem bringlichen Antrage zu be- bis über dem Knöchelgelenk abgeschnitten wurde. Nach Anlegung schäftigen, endlich den Fußboden, der verfault und morsch, eine eines Notverbandes wurde sie dem Brizer Kreiskrankenhause überstete Gefahr für Lehrer und Kinder ist, zu erneuern. Umsonst. wiesen. liches Beisammensein. Bankow. Spandau. Vermischtes. Ein Raub der Flammen. Amtlich wird aus Schwientochlowi gemeldet: Letzte Nacht um 2 Uhr 30 Minuten entstand aus noch nicht aufgeklärter Ursache ein Feuer im Güterschuppen des Bahnhofs Schwientochlowig, welches das Dach des Schuppens sowie die dort lagernden Güter fast vollständig vernichtete. Personen wurden nicht verletzt. Der Verkehr wird ungestört aufrechterhalten. Da der Schuppen während der Nacht geschlossen war, wird angenommen, daß ein überhitter Ofen den Brand verursachte. " Briefkaften der Redaktion. Die juriftifche Evrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Sof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl womentäglich abends von 7 bis 9½ 1hr statt. Geöffnet? br Sonnabende beginnt die vrechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beigufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage bergehen. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. strieren, dann könne es leicht anders kommen. Bei der letzten 1911 gewährt. Die Vertretung erklärte sich mit diesem Blan einMit der Gewerbeordnung8novelle Beschäftigte sich im Lokale von Wahlrechtsdemonstration habe er einen Trupp von jungen, faum verstanden. Rozhdi eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung. Das Referat 20 jährigen Menschen auf dem Marktplatz beobachtet, die verschiedene hierzu hielt Genosse eh bein. Am Schlusse des mit lebhaftem Hochs ausbrachten und Nieder mit Bülow" brüllten. Er habe Potsdam. Interesse aufgenommenen Vortrages wurde die den Berliner Ver- erst geglaubt, es solle ihm eine Ovation gebracht werden.( Ach, Die Potsdamer Patrioten sind entrüstet. Zweimal haben sie fammlungen vorgelegene Resolution einstimmig angenommen. Hier- Sie spaßen, Herr Oberbürgermeister?) Leider habe er keinen auf der Straße gestanden und sind ausgefroren, ohne ihre Neuauf erstattete Genosse Spiekermann den Tätigkeitsbericht der Unter- Beamten zur Hand gehabt( die mußten natürlich in den andern gierde zu befriedigen. Eduard VII. famt nicht am Donnerstag, fommission. Er erwähnte u. a. die Wahlen der Delegierten zur Straßen friedliche Spaziergänger zur Demonstration veranlassen), auch nicht am Freitag. Ihm ist es zu kalt, um die Grabstätten Ortskrankenkasse und die Wahlen zum Gewerbegericht. Stattgefunden sonst hätte er den lautesten Schreier, der kaum 20 Jahre alt sein seiner Schivester und seines Schwagers zu besuchen. Dafür hatte haben 4 öffentliche Gewerkschaftsversammlungen. In der Diskussion konnte, festnehmen lassen. Sehr treffend erwiderte darauf der es sich die Stadtverwaltung nicht nehmen lassen, die Straßen auswurde der Kommission zum Vorwurf gemacht, daß sie für diese Genosse Pieper, wenn die Polizeibeamten nicht dazwischen ge- zuschmücken und Ehrenbogen zu bauen. Ganze Wagenladungen Versammlung nicht genügend agitiert hätte. Die Mitglieder kommen wären, dann wäre alles ruhig verlaufen. Wenn aber Girlanden und Fahnen sind verwendet worden. Was am ersten der Kommission wieſen diesen Vorwurf zurück und betonten, daß sie andererseits sich halbwüchsige Burschen nachts vor ein Denkmal Tage, am Donnerstag, nicht fertig war, sollte noch am Freitag in von der Berliner Gewerkschaftskommission, bezüglich der Beschaffung hinstellen und laut singen und brüllen, so daß die Leute in ihrer aller Frühe fertiggestellt werden. Aber er kam nicht! Jekt hat eines geeigneten Referenten, solange hingehalten worden sei. Auch Ruhe gestört werden, da kümmere sich keine Polizei darum. Stadtv. die Stadt die Kosten zu zahlen. Das sind eben besondere Vorhabe der Vorwärts" die Veriammlung nur einmal, anstatt wie Justizrat Dr. Baumert mußte seinen Senf natürlich hier auch züge" ciner Residenzstadt. gewünscht, dreimal bekannt gemacht. Bei der hierauf vorgenommenen wieder zugeben. Er meint, mit der Wahlrechtsdemonstration Wahl wurde Genosse Hirschmeier, Gaillertstr. 32, als Obmann, sollten die anderen Bürger nur eingeschüchtert und terrorisiert Genosse Deich als Kaffierer und Genosse Falg als Schriftführer werden. Der Genosse Pied rief zwar dazwischen: die anderen gewählt. Zum Schluß wurde noch auf die am 12. Februar statt- Bürger sollten dadurch aufgeklärt werden, das wollte der Herr findende Arbeitslosenzählung hingewiesen. Justizrat natürlich nicht wahr haben. Er behauptet, es sollte terrorisiert werden, auch seien keine 30-40 Beamten beim Seizschen Boykott in der Schüßenstraße gewesen. Gesehen hat's der Stadtverordnetenversammlung. Bei Verlesung der Resolution, Herr zwar nicht, aber er behauptet es. Die Magistratsvorlage Aus der vorigen Stadtverordnetenwelcher die öffentliche Versammlung der Mitglieder der drei Orts: wurde angenommen. frankenkassen am 29. Januar zugestimmt und die der Stadt- bersammlung hatte der Vorwärts" bereits berichtet, wie dem verordnetenversammlung zugesandt war, beschwert sich der konser- Stadtverordneten Schmiedemeister Schulze die gesamte Gespann vative Stadtverordnete Sch ob darüber, daß der Vorwärts" einen stellung für die Feuerwehr und Straßenreinigung zugeschanzt langen Artikel über die Versammlung gebracht, in welchem man wurde. Diese Angelegenheit beschäftigte die heutige Versammlung ihm, sowie den Stadtvv. Lüdicke und Baumert den Vorwurf der noch einmal, und der Grund dafür ist äußerst interessant. Der Eine Schiffskatastrophe. Nach einer Meldung aus Wellington ist Feigheit gemacht. Nur der Stadtv. Bied sei lobend hervorgehoben, Magistrat hat nämlich beantragt, daß die Gespannstellung nochmals er habe den Mut gehabt in dieser Versammlung zu erscheinen. ausgeschrieben wird, weil die Deputation nicht ganz forrett ver- der Dampfer Penguin" der Union Company bei Therawhiti an der Dabei mußte er feststellen, daß ihm sowie den Stadtvv. Lüdide und fahren hatte. Wie der Oberbürgermeister selbst erklärte, waren Cooksstraße gescheitert. 67 Personen sollen umgekommen sein. Eine Der bei Baumert zu dieser Versammlung gar keine Einladung zugegangen atvei Bewerber aufgetreten, nämlich der Stadtv. Schulze zunächst spätere Meldung besagt: Wellington, 13. Februar. war.( Die Einladung war öffentlich ergangen! D. B.) Daß die für die Gespannstellung der Feuerwehr und die Firma Gebrüder Therawhiti gescheiterte Dampfer" Penguin" war während eines Versammlung über die Beamten der Kasse ein großes Lob aus- Grunow für die Straßenreinigung; beide Bewerber hatten auch Sturmes um 10 Uhr abends in der Cooksstraße gegen Felsen gegesprochen, sei nicht zu verwundern, denn es waren ja lauter Sozial- Offerten abgegeben für die Gesamtgespannstellung. Die Firma laufen. An Bord befanden sich ungefähr 100 Personen Mannschaft Semokraten.( Ob die anwesenden Arbeitgeber von dem Stadtv. Grunow allerdings nur für drei Jahre, der besser informierte und Passagiere-, die versuchten, sich auf Booten und Flößen zu Schob auch als Sozialdemokraten angesehen worden sind?) Diese Stadtv. Schulze für 3 und 6 Jahre. Bei 6 Jahre war Schulze retten. 26 Personen gelang es, das Land zu erreichen, die übrigen Ausführungen waren nun das Signal für den Sozialistenfresser der billigste. Da die Firma Grunow eine Offerte auf 6 Jahre Die sind wahrscheinlich umgekommen. Dr. Baumert, seines Zeichens Justizrat, Stadtverordneter und nicht abgegeben hatte, kam sie hierbei nicht in Betracht. Handwerksretter, auch in die Arena zu steigen und einen Gang Deputation wollte zunächst beiden Bewerbern etwas zukommen Fünf Bahnarbeiter getötet. Gestern früh wurde, wie eine Mel gegen die Sozialdemokratie zu unternehmen, der allerdings kläglich laffen. Sie veranlaßte nun Schulze, der bei der Beratung als dung aus Petersburg besagt, auf der Strecke Petersburggenug ausfiel. Dr. Baumert, der ja im übrigen die Gewohnheit Intereffent zugegen war, sich mit Grunow in Verbindung zu setzen, hat, fast zu jeder Vorlage das Wort zu ergreifen, um oft vielfach damit dieser von seiner Forderung 1000 m. ablasse, dann wolle Gatschina in der Nähe der letzteren Station eine Gruppe von zu wiederholen, was andere Redner schon gesagt haben, und der man Schulze 1000 M. mehr geben. Schulze sprach dann auch dies- Arbeitern, welche die Bahngleise ausbesserten, von einem Zuge infolge dieser Redewut sogar seinen eigenen Parteifreunden ein bezüglich mit Grunow, erhielt aber, wie nicht anders zu erwarten überfahren. Fünf Arbeiter wurden getötet und mehrere schwer nicht geringes Gruseln beigebracht, redete zunächst darüber, daß die war, keine Antwort. Dann wollte man Schulze, der noch extra verletzt. Verwaltung der Kassen zu teuer sei, daß ein Beamter gespart einen Kutscher stellen mußte, 750 M. mehr geben. Der Oberwerden könnte, daß die jetzigen Beamten eine zu geringe Arbeits- bürgermeister erklärt, daß dies Verfahren der Kommission unzuzeit( von 8-4 Uhr englisch) haben und infolgedessen nicht fleißig lässig sei. Ferner könne man auch die Firma Grunom nicht genug wären und dergleichen Ungereimtheiten mehr. Zu seiner zurückseßen, die schon jahrelang die Gespannstellung für die ganzen Höhe erhob er sich aber, als er auf den Ausspruch des Straßenreinigung hat und infolgedessen verschiedene Inventar. Stadtverordneten Weber aus einer früheren Sizung einging, der und Pferdeanschaffungen gemacht hat.( Welch zarte Rücksichtnahme; da sagte, ein fleißiger Sozialdemokrat sei ihm lieber als ein fauler bei Arbeiterangelegenheiten verfährt man in der Regel anders.) Patriot. Als der Herr Justizrat diese Worte zitierte und der Kurz und gut, es sind Fehler gemacht, die eine nochmalige AusStadtv. Genosse Pieck Sehr richtig!" dazu rief, da schrie er, man schreibung nötig machen. Wahrscheinlich hat die Kennzeichnung A. F. 3. Der Unterstüßungswohnsitz wird in der Regel durch zweimöchte bald sagen, brüllte er mit seiner Stentorstimme in den durch den Vorwärts" dazu beigetragen, daß der Magistrat diese Saal hinein:" Mir ist ein Vaterlandsfreund lieber als ein Sozial- gemütlichen Verhältnisse doch nicht durchgehen lassen konnte. Ge- jährigen ununterbrochenen Wohnsiz erworben. Der Erwerb tritt aber nur demokrat." Allerdings verriet der Herr Justizrat nicht, ob der noffe Schmidt I kennzeichnete denn auch mit treffenden Worten ein, wenn Armengelder und dergleichen in dieser Zeit nicht empfangen find. 2. 100. Der Abspruch kann von neuem geltend gemacht werden. Er Baterlandsfreund ein Erzfaulenzer sein könnte. Als Erwiderung dies Verfahren und meint, die Deputation hätte eigentlich ist zunächst an die Berufsgenossenschaft zu richten. Erfolg hätte er aber nur, auf diese Anwürfe ergriff zunächst der Stadtv. Genosse Pied das demissionieren müssen. Da tam Genosse Schmidt aber schön an, wenn nachgewiesen wird, daß nachträglich die Erwerbsfähigkeit beantragt B. M. Schönfeld. 1. bis 3. Ja. C. S. 32. Benden Sie Wort, um dem Stadtv. Schob zu sagen, daß diese ganze Aktion ein so feines Gefühl haben diese Interessenten nicht, fein Verlangen ist. nur den Zweck habe, die Ortskrankenkassen zu vernichten. Er ver- wurde einfach belacht. Ja, ja, der Geldsack bleibt sich immer gleich. sich an den Direktor einer der städtischen Handwerkerschulen. Die Herren Die Magistratsvorlage wurde mit der Aenderung angenommen, daß werden Ihnen die sachkundigste Auskunft erteilen fönnen. W. F. 27. bat sich den auch, daß Schob ihn immer init Genoffe" anrede, wenn dies nicht unterbleibe, werde er fünftig Schob mit Kameras die Gespannstellung auf 3 und auf 6 Jahre ausgeschrieben wird, Sie müssen mit der Versicherungsanstalt felbst Nüdsprache nehmen. M. Sekretär. Eine Anordnung darüber, wie lange in einer Privatanreden. Dann tnöpfte fich aber der Stadtv. Töpfermeister der Magistrat wollte nur auf 3 Jahre. Weber, der zwar fein Sozialdemokrat ist, der aber noch Gerechtigwohnung abends musiziert werden darf, gibt es nicht. Es fann event. strafrechtlich wegen ruheftörenden Lärms oder zivilrechtlich auf Grund des Mietsfeitsgefühl besikt, den Herrn Justizrat Dr. Baumett vor. vertrages gegen ein zu lange oder zu lautes Mufizieren vorgegangen werden. Sch. 12. Der Wirt fönnte die Räumungsklage erheben. Der Mieter Es war eine wahre Freude, dieser Abfuhr zuzuhören. Stadtv. Weber, der Vorsitzender der Krankenkassen ist, wies dem Dr. könnte aber beantragen ihm nachzulassen, bis zum Schluß des Monats wohnen zu bleiben. 2. B. 65. Ueber Auswanderungsangelegenheiten Baumert nach, daß er gar keine Ahnung von den Verhältnissen der Krankenkasse habe und völlig uninformiert solche Verdächtierhalten Sie zuverlässige Auskunft durch das amtliche Auskunftsbureau, Kinder nicht. Ein solcher existiert erst nach dem Tode des Baters. Schellingstr. 4. 3. 100. Einen Anspruch auf den Nachlaß haben die gungen in die Oeffentlichkeit schleudere. Es sei bei den Kassen 2. 79. 1. a. 2. Wohl Weißensee. 23. K. 41. Ein Rücktrittsrecht fein neuer Beamter eingestellt, die jetzigen Beamten haben so haben Sie nicht. Der Vertrag ist gültig. M. E. 73. 1. Nein. 2. Ja. viel zu tun, daß sie sogar Ueberstunden machen müßten. Daran, Aber der Ausgang der Klage ist ein zweifelhafter. St. 44. 1. Dhne Eindaß die Beiträge erhöht werden mußten, seien nicht die Beamten schuld, sondern es komme daher, daß das Krankengeld erhöht, daß Die bevorstehenden Gemeindevertreterwahlen bildeten den ficht in die Kostenrechnung nicht zu beantworten. 2. und 3. Ja. 4. In 4 Jahren. 2. S. 6. 1. Die Klage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. mehr Leistungen gewährt und daß statt früher 3 Aerzte, jetzt deren Hauptverhandlungsgegenstand der letzten Wahlvereinsversammlung. 2. Nein. 3. Fürstenwalde ist zuständig. Sie könnten Klage bei der 8 angestellt seien. In anderen Krankenkassen komme auf 800 bis Das einleitende Referat hielt Genosse Gru hl, der die Entwicklung, hiesigen Anmeldestube zu Protofoll geben. 23. M. 100. Leider ja.. 900 Mitglieder ein Beamter. Bei den hiesigen Ortskrankenkassen welche die Gemeinde seit der letzten Wahl durch die Einverleibung Fr. B. Zur Ausführung des von Ihnen gehegten Planes können wir fommer erst auf 1200 Mitglieder ein Beamter. Wenn gesagt von Neuendorf gemacht hat, eingehend schilderte und erläuterte, nicht raten. Auskunft über Auswanderungsangelegenheiten erteilt die amtAuskunft über Fahrgelegenheiten werde, die Beamten seien Sozialdemokraten, so sei ihm das egal, welche Aufgaben die Vertretung in der nächsten Zukunft zu lösen liche Auskunftsstelle, Schellingstraße 4. er treibe keine Politik, in den Krankenkassen so wenig wie in der hat. An Hand verschiedener Beispiele zeigte Redner, wie wichtig erhalten Sie in den amtlichen Auskunftsbureaus der Eisenbahn( Bahnhof Alexanderplat usw.) Bergholz 50. 1. und 2. Nach§ 109 der LandStadtverordnetenversammlung. Die Hauptfache sei, daß die Be- es ist, daß auch die Sozialdemokratie im Gemeindeparlament gemeindeordnung findet bei den Sibungen der Gemeindeversammlung oder amten ihre Schuldigkeit tun. Der Herr Dr. Baumert möge doc vertreten ist, und forderte die Versammelten auf, in eine energische Gemeindevertretung beschränkte Deffentlichkeit statt. Denselben können als selbst in die Krankenkassenversammlungen kommen und sich in- Agitation für die Wahl einzutreten, damit unsere Kandidaten Zuhörer die zu den Gemeindeabgaben herangezogenen männlichen Großformieren und nicht einen Vertreter hinschicken, dann werde er fobiel Stimmen erhalten, daß sie als die Vertreter der großen fährigen beiwohnen. Für einzelne Gegenstände kann durch besonderen gewiß anderer Ansicht werden.( Das dürfte noch stark zu be- Mehrzahl der gesamten Bürgerschaft ins Rathaus einziehen können. Beschluß, der in geheimer Sigung gefaßt wird, die Deffentl, chkeit zweifeln sein.) Stadtv. Dr. Baumert war nach dieser Kopfwäsche Nach einer kurzen Diskussion, in welcher verschiedene Mißstände ausgeschlossen werden. 4. An den Regierungspräsidenten. recht kleinlaut geworden. Er wies mit etwas leiserem Tone auf in der Gemeinde erörtert wurden, stellte die Versammlung die aus 5. Ein Verwaltungsstreitverfahren findet über diese Frage nicht statt. H. M. 100. Wenn in Ihrem Mietsvertrag keine entsprechende, aus die Berliner Krankenkassen hin, die sogar Wohnungsenqueten der Bertretung scheidenden Genossen Gruhl und Fesser wieder brüdliche Bestimmung steht, würden Sie von dem wirt weder die Artveranstalteten, photographierten, kurzum Dinge trieben, die die als Kandidaten auf; als Wahlkomitee wurde der Wahlvereins- bringung eines Gitters, noch die Aufhebung des Vertrages beanspruchen Hierauf fönnen. Stassen gar nichts angingen. Sein Schluß war, er besuche grund- vorstand und die Gemeindevertreterfraktion bestimmt. A. 3. 300. 1. Eine andere als die von Ihnen genannte Staffe fäßlich keine sozialdemokratischen Versammlungen. Damit war wählte die Versammlung die Genossen Fütterer, Haseloff, Richter fönnen wir nicht empfehlen. Vielleicht sehen Sie sich mit Genossen diese denkwürdige Angelegenheit beendet, die sicher noch den Stadtv. und Schönbeck zu Delegierten der Kreisgeneralversammlung und Simanowski, Engelufer 15, in Verbindung. 2. Gefeßlich sind Kinder zum Lüdice Anlaß gegeben hätte, seine Philippita gegen die Sozial- die Genossen Gruhl, Gomoll und Neumann als Vertreter unseres Unterhalt der bedürftigen Eltern nur soweit verpflichtet, als dadurch der Zu einer Aussprache Unterhalt und die Verpflichtungen gegenüber ihrer engeren Familie nicht demokraten loszulassen, wenn er schon anwesend gewesen. Eigent. Ortes auf der Gemeindevertreterkonferenz. Bu einer Aussprache Unter lich recht schade. über die Arbeitslosenzählung waren auch die Gewerkschaftsvorstände Schaden leiden. 3. Sie können sich direkt an die Waisendirektion wenden, event. würde gegen Invalidität und Strankheit versichert werden müssen. Da die Stadt zum April d. J. die Straßenbahn in eigene extra eingeladen worden und sämtlich erschienen, mit Ausnahme.. 27. Soweit ersichtlich ist der mündlich geschlossene Vertrag gültig Regie übernimmt, so muß eine Straßenbahndeputation gebildet des Vorstandes der hiesigen Buchdruckerorganisation. Der Vor- und eine Klage auf Rückzahlung in Ihrem Falle ohne Aussicht auf Erfolg. werden. Der Magistrat hatte fünf Mitglieder beantragt, die Ver- fißende, Genosse Krohnberg, verurteilte dieses unsolidarische Ver A. K. 105 und K. A. 025. Will der Ehemann dem außerehelichen sammlung beschließt aber sieben Stadtverordnete darein zu wählen. halten des Buchdruckervorstandes, dessen Mitglieder allerdings mit Stinde seiner Ehefrau, das nicht von ihm gezeugt ist, seinen Namen beilegen, Stadtv. Genosse Pieper wundert sich, als die Vorschlagsliste ver- einer Ausnahme politisch nicht organisiert sind, in scharfer Weise so kann dies dadurch erfolgen, daß der Ehemann, seine Frau und der Bors lesen wird, daß sein Name darin fehle, der 6. Ausschuß habe ihn und forderte die Anwesenden auf, sich zahlreich an der Arbeit zu mund des Kindes die entsprechenden Erklärungen zu Protokoll des StandesNach Erledigung einiger interner Angelegenheiten tönnen auch zu notariellem oder gerichtlichem Brotokoll abgegeben und dann beamten erklären, bei dem die Geburt angemeldet ist. Die Erklärungen doch auch vorgeschlagen. Grandios war die Erklärung des Vor- beteiligen. Nach Erledigung einiger interner Angelegenheiten tönnen ſtehers, der das Ausfallen des Namens des Genoffen damit erklärte, wurde die gutbesuchte Versammlung, in der sechs Genossen auf dem Standesbeamten mit dem Antrage auf Umschreibung überwiesen werden. daß der Zettel verloren gegangen sei, auf dem die Namen der Vor- genommen wurden, geschlossen. Dieser Weg ist aber teurer. P. K. G. Der Betreffende hält seine Au zuschlagenden ftanden. Man habe daher aus dem Gedächtnis vorsprüche aus der Versicherung dadurch aufrecht, daß er in je zwei Jahren geschlagen. Das merkwürdige dabei ist nur, daß gerade der Name Der Kostenverteilungsplan für die mindestens für die mindestens zwanzig Marken selbst klebt. C. C. 100. Bis um 3. Das ist leider nicht der Fall. des Genossen Pieper aus dem Gedächtnis verschwunden war, Pflasterung der Friedrichstraße ist in der Weise festgesetzt, daß die 12 Uhr mitfags des 1. April. 2. B. 103. Eine Selage hätte leider keine Aussicht auf Erfolg. während man alle anderen Namen behalten hatte. Da nun aber Anlieger zwischen Wilhelm- und Auguststraße 28,15 M., dagegen Keula i. Schl. Etwa 10 Mart. Omega 17. 1. Ja. 2. Ncin. noch mehr wie sieben Stadtverordnete vorgeschlagen wurden, so die Besizer zwischen August- und Priesterstraße wegen der geringeren 3. Spandau. 4. Der Grund zu I tönnte durchschlagen. A. B. 200. erfolgte Bettelwahl, und bei dieser kam keiner unserer Genossen Breite dieses Straßenteils nur 23,55 M. pro laufenden Meter in Ihrem Fall, soweit ersichtlich ist, nur die skleidungsstüde und die alten Eine fernere ergögliche Debatte entstand bei der Vor- zu zahlen haben. Möbel. N. S. 25. 1. Entscheidend ist der Wortlaut des Testaments. lage betreffend Neuanstellung von 4 Polizeifergeanten. Der Der Beitrag der Anlieger in der Lindenstraße zu den 2. Die Kinder können ihr Pflichtteil verlangen. 3. u. 4. Der VormundReferent dieser Vorlage, Stadtb. Oberverwaltungsschreiber Tietze, Pflasterungskosten derselben, die 138 000 M. betragen, ist nach schaftsrichter kann die Einreichung des Nachlaßverzeichnisses erzwingen, hatte an den 4 Beamten noch nicht genug, er wollte 6 haben. Abzug des Kreiszuschusses von 28 000 m. und des Erlöses aus Strafbarkeit würde nicht vorliegen. 5. Die Kinder würden die Erben sein. zu fümmern, Stadtv. Genosse Pieper meinte, man empfehle doch jetzt überall dem alten Material von 7000 M. auf 50 Proz. festgesetzt, was Das Gericht hätte sich um die Nachlaßregulierung mur wenn die Kinder minderjährig sind. Paul 77. 1. Nein. 2. Ja. Sparsamkeit, hier sei mal eine passende Gelegenheit, jährlich 6800 zirka 28,70 M. pro Meter ausmacht. 2. 3. 10. Sie leben außer Gütergemeinschaft. Ein Vertrag ist nicht Mark zu sparen. Spandau sei eine ruhige Stadt, es fomme hier Der Kostenverteilungsplan für die Kanalisation, der am erforderlich. Er würde auch vor Pfändungen nicht schüßen. 2. Der Wirt sehr wenig vor, deshalb wären die 4 neuen Polizeibeamten gar 16. Oftober 1907 von der Vertretung beschlossen wurde, hat nicht geht vor. 3. und 4. Ein Testament fönnen Sie beim Amtsgericht oder nicht nötig. Wenn die Polizei natürlich zu Sachen benutzt wird, die Genehmigung des Landrats gefunden. Es lag deshalb der beim Notar oder eigenhändig errichten. Das eigenhändig ge- und unterdie sie nichts angehen, dann reichen die Beamten allerdings nicht. legten Sibung der Gemeindevertretung ein neuer Plan vor, über schriebene Testament hat Gültigkeit. Beispiele für solche Testamente und Go werde die Polizei durch die hiesigen Staatswerkstätten zu welchen Genosse Gruhl referierte. Derselbe teilte mit, daß sich die Anleitung zu einem solchen finden Sie auf den letzten Seiten des dem Das Buch liegt in den öffentlichen allerlei Recherchen benutzt. Das solle man einfach ablehnen; beim Gesamtkosten der Kanalisation auf 1560 000 m. belaufen; es follarbeiterrecht beigefügten Führers. Seitschen Saalboykott waren an Sonntagen zeitweilig 30-40 von allen an tanalisierten Straßen liegenden Grundstücken ein Bibliotheken aus. 5. Die Ehefrau und die Kinder sind pflichtteilsBeamte in der Schüßen- und den anliegenden Straßen. Das einmaliger Beitrag von 40 M. für das laufende Meter Straßen- Vielleicht ist das Ziel dadurch zu erreichen, daß das Mädchen den Anberechtigt. 6. Ja. K. W. 94. Ein gerichtlicher Weg ist unmöglich. fei gar nicht nötig gewesen. Außerdem sei es ein Beweis, daß front dergestalt erhoben werden, daß sofort zu zahlen find: a) für trag beim Amtsgericht stellt, es für großjährig zu erklären. Das AmtsSpandau eine ruhige Stadt sei, denn die Beamten fehlten doch alle Bauten, die nach dem 30. September 1907 nubbar geworden gericht kann dem Antrag stattgeben, da das Mädchen älter als 18 Jahre ist. in den anderen Revieren und da ist nichts vorgekommen. Im find, 40 M.; b) für Grundstücke, welche vor oder nach Einführung G. W. 51. Sie fönnen beim Polizeipräsidium anfragen. Dus NeichsIntereffe der Steuerzahler beantrage er die Ablehnung der Vor der Wasserleitung bebaut und gleichzeitig mit Wasserklosetts ver- gericht hat, wie wir wiederholt dargelegt haben, in einer Reihe von Fällen lage. Oberbürgermeister ölbe gibt zu, daß gespart werden sehen sind, 30 M.; c) für bebaute Grundstücke ohne oder mit Automateninhaber wegen Glückspiels bestraft, in einigen Fällen allerdings S. 40. 1. Nein. 2. Nein, aber muß, wenn man nicht die Steuerzuschläge erhöhen wolle. Deshalb Wafferklosetts, falls diese nach Einführung der Wasserleitung be- auch freisprechende Urteile bestätigt. habe der Magistrat auch nur 4 Beamte gefordert. Gebraucht fonders eingerichtet sind, 20 M.; d) für Fabriken 40 M.; e) für Strafverfolgung wäre nicht ausgeschlossen. 4. Beide Fragen sind zu bejahen. Anspruch auf Rüderstattung kann erhoben werden. 3. Die Möglichkeit einer iverden sicher mehr.( Na! Na!) Er erkennt an, daß Spandau Baustellen 40 M., die aber, solange das Grundstück noch nicht bebaut 5. Es gibt nur einen Bezirksausschuß in Berlin. 23. 164. 2,90 Mart. eine ruhige Stadt sei und wünscht daß es so bleibe; wenn man ist, nur zur Hälfte erhoben werden. Für den Anschluß der unter N. C. N. Gegen die Firma würde mit Aussicht auf Erfolg auf Grund aber anfängt die Leute auf die Straße zu schicken und zu demon- b- d aufgeführten Grundstücke wird eine Frist bis zum 31. März des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches geklagt werden können. durch. Wenn die Spandauer Arbeiter und Steuerzahler diesen Vorgängen, die ihnen ja allerdings durch die Lokalpresse nicht so vor Augen geführt werden, einigermaßen Beachtung schenken, dann werden sie bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen dafür Unsere Genossen sorgen, daß solche Betternwirtschaft aufhört. werden diese Sachen als schönes Agitationsmittel sicher verwerten. Es wurden dann noch einige weniger bemerkenswerte Vorlagen erledigt und ein Teil derselben vertagt. Nowawes. Gemeindebeschlüsse. 3. Ja. 17, Koppenstraße 72. Rote Radler! Hervorragende Qualitäts- Zigarre! Stück 5, 712 und 10 Pl. Vertreter för Berlin Alfred Dieck, Teleph. Amt VII 6178. Waren gepeinigt durch Zahnschmerzen manche Nacht.. Wir berechnen 00 Man lasse sich durch scheinbar billige Angebote nicht täuschen. Es werden oft sehr billige Angebote von Zahnersatzstücken veröffentlicht mit den Wörtchen„ von- an", z. B. von 1.50 M. an. Mit solchen Angeboten bitten wir unsere Preise nicht zu vergleichen, denn diese werden nur angewandt, um einen billigen Preis auf das Papier zu bringen. In Wirklichkeit werden die Patienten meist, um etwas Brauchbares zu bekommen, überredet, einen höheren Preis von 2,50 M. bis 5 M. anzulegen. Wir möchten ganz besonders darauf hinweisen, daß bei uns dieses Verfahren ausgeschlossen ist und sichern 300 Mark Belohnung und demjenigen zu, der uns nachweist, daß In der Reform wird schmerzlos der Sache ein Ende gemacht. wir höhere Preise als 1.80 M. pro Zahn mit Kautschukplatte fordern. künstliche Zähne 1.80 M. Zahnziehen fast schmerzlos 1 M. pro Zahn mit echten Platinstiften und mit Kautschukplatte. Es sind die besten überhaupt existierenden Zähne, WO manch andere 5 M. und mehr dafür verlangen. Nur die Anzahl der Zähne wird berechnet. ::: Keine Extraberechnung der Platte.::: speziell für nervöse, empfindliche und ängstliche Leute zu empfehlen. Spezialität: Umarbeitung von nicht sitzenden Gebissen sowie Plombierungen in Gold-, Silber- Amalgamen, Porzellan- Zementen allerbilligst und in korrekter Ausführung ZahnReform- Praxis Steht unter Leitung von 1. Praxis N. Elsasserstraße 14, 1. II. " Ill. SW. Friedrichstraße 35, I. S. Oranienstraße 61, II. V. VI. 99 " " Carl Rudolph& prakt. Zahnärzten u. Assistenten. Sprechzeit 9-7, Sonn- u. Festtags 9-1 Uhr. IV. Praxis NO. Palisadenstraße 105, 1. Moabit: Huttenstraße 65, II. Deutschlands größtes zahntechnisches Unternehmen. Charlottenburg: Wilmersdorferstr. 117, 11. Auswärtige Patienten werden möglichst in einem Tage abgefertigt. Wenden Sie sich vertrauensvoll an unser Atelier. Ueberzeugung macht wahr. 35/ 18* Gesundheitfördernd für Zigarettenraucher sind: 2. Ziehung 2. Kl. 220. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. Februar 1909, vormittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 131 53 386 38 602 880 1123 27 620 40 65 2130 200 [ 200] 428 724 42 862 940 3036 104 290 446 51 674 729 810 970 4037 164 226 308 94 435 64 662 830 5001 153 297 415 98[ 300] 608 87 748 978 6279 501 63[ 300] 795 886 964 17315 441 504 734 8166 357 436 42 551 666 705 977 9056 229 93 10062 11419 565 707 26 808 13176[ 200] 321 429 32 68 628 14248 649 709 811 15185 89 90 96 396 486 999 16245 72 399 917 17110 34 53 69 224 85 385 438 69 839 084 18246[ 200] 56 355 86 406 28[ 200] 95 875 86 947 19947 20076 106 99 360 587 738 75 869 994 05 21318 416 887 [ 300] 22104 379 575 750 77 825 23020 210 89[ 200] 817 47 903 40 24182 342 85 416[ 400] 524 605 777 873 25027 178 217 41 358 409 533 705 881 26049 98[ 200] 193 203 834 75 91 431 666 89 877 27042 72,281 507 46 63 714 50 939 28071[ 500] 172 77 229 483 598 964 29048 96 132 50 218 44 451 559 611 22 886 30094 145 206 37 306 895 912 31327 738 92 843[ 200] 045 93 32087 109 96 365[ 300] 403 824 71 33288 365 550 1500] 670 753 801 44 946 34191 333 34 403 11 869 35060 78 134 279 80 423 81 681 90-757 72 87 837 58 72[ 300] 36093 183 244 694 802 37052 330 440 502 743 38258 13 40[ 300] 507 698 999[ 200] 39076 215 411 828 923 40105 290 41049 387 432 49 631 44 708[ 200] 93 942 66 96 42020[ 200] 197 269 534 93 618 737 831 43203 665 693 44027 455 511 799 943 47 62 76 45175 210 437 504 5 755 46027 105 77 79[ 300] 227 772 83 929 47133 88 682 48085 180 203 41 405 543 674 740[ 1000] 63 77 49294 609 88 871 961 89 50163 211 354 539 70[ 300] 609 717 51108 638 704 17 818[ 200] 998 52303 58 408 573 684 749 888 933 53089 [ 200] 174 77 239 77 90 93 879 498 504 43 76 815 926 54224 84 848 461 535 653 863 946 55296 670 759[ 300] 56019 20 56 212 32 57019 132 70 72 97 258 348 570 666 703 54 58097 295 500 12[ 200] 49 672 857 59456[ 200] 89[ 200] 614 60 60058 76 102 17 263 460 71 569 643 61029[ 300] 144 234 470 88 625 27 44 62147 210 22[ 200] 326 43 868 918 63216 862 577 620 740 908 40 64414 99 694 741 68[ 200] 822 88 930 42 71 65041 84 100 96 285 342 48 53 698 760 66001 16 21 181 546 624[ 400] 63 718 882 67097 396 440 549 676 68068 141[ 400] 72 495 501 45 738 85 803[ 300] 31 68 69008 191 208 69[ 300] 524 74 635 952 70109 86 275 331 443 523 826 47 91 987 71105 233 689 800 959 90 72081 339 464 623 26 31 751 73018[ 300] 276 305 931 37 74181 86 258 462 560 651 726 75167 515 17 982 92 76008 150 348 638 978 90 77183 571 75 77 82 781 94 985 78052 582 39 656 99 754 57 855 965 79016 68 87 827 692 793 865 921 80185 657 750 997 81039 158 362 692[ 400] 724 61 80 98 857 925 28 82107 490 568[ 300] 98 796 83103 394 465 578 79[ 200] 784 858 909 20 68 84004 390 500 13[ 200] 743 47 58 822 26 985 85047 53 71 122 56 98 210 746 817 87 90 935 86030 98 592 87265 77 317 496 740 88123 46 250 584[ 200] 686 896 89134 207 650 78 801 937 90006 685 91065 95 356[ 200] 695 780 819 92226 27 994 93011 15[ 200] 148 68 207 391 560 680 798 903 67 94158 716 816 28 58 95082 73 99 188 237 58 507 72 843 64[ 200] 96034 48 95 133 496 97 98 743 97021 171 225 87 318 656 764 923 64 98058 350 659[ 300] 841 981 99135 240 97 314 47 421 69 78 516 40 72 705 942 61 100250 969 101038 151 79 93 711 836 925 102197 425 741 921 48 103158 403 635 38 753 94 868 987 104246 676 105213 439 841 106075 190 307 77 410 544 63 728 53 88 811 98 998 107170[ 200] 467 625 84 873 938 108248 454 574 649 50 109011 117 209 304 715 110025 161 293 482 599 610 780 847 58[ 400]-940 111078 349 412 26 48 637 780 99 866. 972 112057 162 72 301[ 200] 515 44[ 200] 830 924 55 113022 142 645 769 867 958 114256 425 63 548 58 655 115084 129 232 835 511 116055 281 552 970 117043 63 75 137 68 814 46 63 771 871 97 118263 306 551 648 119002 270 444 879 120114 293 806 74 518 708 869 76 121033 138 77 265 71 384 497 634 800 122468 669 780 838 123068 143 [ 500] 463 506 41 85 92 881 954 124108 229 74 842 612 733 818 70 951 125489 900 126149 361 888 127016 41 83 162 210 40 876 128074 235 392 444 691 898 925 129377 [ 200] 425 760 130055 249 59 478 131008 171 200 51 452 596 623 73 757 801 5 132130 92 373 458 97 674 84 736 824 86 133065 205 505[ 400] 715 958 74 82 134009 28 78 131 205 21 449 72 511 90 858 80 135163 307 468 523, 609 136186[ 400] 436 691 800 23[ 400] 137119 218 657 833 138009 86 178 472 525 806 139169 347[ 300] 506 672 707 21 853 916 70 82 93 140078 203 69 322 485 867 99 141070[ 400] 126[ 200] # 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Ziehung 2. Kl. 220. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 13. Februar 1909, nachmittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 357 465 1055 75 226 809 85 99[ 800] 2143 96 214 788 848 3562 98 616 700[ 200] 60 87 829 4033 106.[ 300] 18[ 300] 50 263 326 30 90 671 72 762[ 200] 5101 405 36 523 43 98 717 878 974 6170 347 92 447 56 649 92 7048 257 84 365 500 76 836 63 940 8169 227 318 443 540 621 40 707 60 894 909 9161 258 301 26 37 620 914 10207 17[ 200] 494 845 11059 210 18 20 365 556 622 63 65 861 12175 370 440 638 64 13052 169 293 853 14021 25 109 94 289 471 567 88 794 835 95[ 400], 15135 223 845 48 16109 251 879 17225 317 415 700 18248 413 [ 200] 543 74 673 19149 201 328 81 436 528[ 400] 883 20092 115 38 206 446 620 85 21027 138 261 585 760 22004 40 497 589 610 708 864 77 86 23040 359 448 57 592 608 86 728 24025 240 325 725 25038 269 377 502 656 57 703 55 872[ 500] 909 59 26104 79 394 592 825 27166 241 361 735 839 28145 431 84 895 29097 723 59 78 853 908 30024 280 629 704 17 31044 205 884 048 32028 115 472 536 55 668 742 828 30 93 936 93 33010 69 146 56 245[ 200] 374 97 433 95 504 28 691 745 843 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284 448 655 91 765 842 63 905 230079 285 331 672 879 82 98 231107 806[ 200] 26 539 81 678 940 232012 73 126 214 62 367 70 82 428 [ 400] 560 69 624 740 914 233094 352[ 300] 482 91 540 55 62 78 673 755 234235 484 97 509 629 710 76 235091 282 348 514 84 601 94 863 0026 525 69 638 51 70 700 34 88 237027 113 401 91[ 200] 761 850 238462 83 541 93 670 780 99 239348 474 527[ 200] 95 828 35 61 240363 66 527 662 759 877[ 200] 971[ 400] 241039 57 123 523 88 738 885 242192 240 381[ 200] 419 611 718 906 55, 243034 158 240 41 316 88 526 692 708[ 200] 847 70 244073 262 302 495 524 55 748 894 245015 69 200 94 603 733 246075 193 381[ 200] 527 610 899 247177 443 572 784 856 248027 82 91 153 418 780 800 992 249149 259 453 744 925 250151 405 15 59 573 837 926 251027 30 196 476 708 60 810 37 45 252060 93 166 328 38 43 446 725[ 200] 833 910 253111 33 256 75 838 772 4 853 254105 273 83 323 409 538 744 804 24 27 58 968 255317 423 526 625 788 79 862 256332[ 200] 715 22 983 257246 88$ 13 576 640 754 824 45 47 258023 56[ 200] 195 387 521 836 259001 236 597 771 920 48[ 200] 72 260071 208 332 421 23 67 606 994[ 300] 261703 860 74 262198 223 886 484 541 636 98 263883 427 65 502 29 46 75 729 813 936 72 264233 302[ 200] 34 858 265041 181 288 346 98 519 745 807 960 266182 93 481 531 44 78 666 944[ 300] 67 267037 106$ 45 457 963 [ 200] 268071 247 345 459 73 925 32 46 97 269023 115 284[ 300] 89 311 91 568 725 29 930 270016 582 604[ 200] 735 36 905 9 271837 70 272303 413 726 70 956 70 273519 75 626 981 274120 [ 100 000] 229 83 91 654 70 97 845 89 275003 44 63 540 698 737 67 814 22 71/276044 65 115 510 688 709 981[ 200] 277383 372 418 72 687[ 200] 97 868 278019 164 586 614 15 66 96 748[ 10000] 879 279051 105 518 938 53 59 280010 475 968 80 281070 297 360 703 971 95 282245 72[ 200] 456 534 611 69 738 61 811 938 283062 168 252 57 75 417 49 543 611 928 284297 449 578 743 842 973 87[ 200] 285039 311 86 502 6 638 739 804 8 79 985 286271 409 655 974 287170 317 23 781 934 288000 Die Zichung der 3. Klasse 220. Königl. Preuss, Klassen- Lotterie findet statt am 12. und 13. März 1909. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Ber.in SW, Kr. 38. 36. Jahrgang. 5. KtilM Ks JotBirts" Knliitt UsIksM Zonlltllg, 14. Februar 1969. Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung sämtlicher Barbier-, Herren-, Tamen-Friseur- und Perückcumachcr-Gehilfen Berlins und Um- gegend war von den verschiedenen Korporationen gemeinschaftlich veranstaltet worden. Der Saal in den„Jndustrie-Festsälen", Beuthstr. 19/20. war erdrückend angefüllt, viele mußten, eng- gedrückt, mit einem Stehplatz fürlieb nehmen. Die Tagesordnung drehte sich um die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit im Berufe, besonders aber sollte Stellung genommen werden zum L Uhr- Ladenschluß. W e r m k e referierte und ging eingangs sofort auf die über- aus lange Arbeitszeit im Barbiergewerbe ein, die durchschnittlich 14 Stunden, an Sonnabenden aber 16 und selbst Sonntags 7 Stunden betrage. Unter Abrechnung des freien Nachmittags kämen 85 Stunden in Betracht. Oft aber werde der halbe freie Tag nicht gewährt, dann steige die Stundenzahl auf 93. Die Chefs erhöben nun djn Einwand, daß man von Arbeitszeit ja nicht reden könne, es sei nur lediglich Geschäftszeit. Viele Stunden des Tages könnten sich die Gehilfen der Ruhe hingeben. Das sei aber nur in den wenigsten Fällen zutreffend. Gewöhnlich würden diese Stunden mit.yaararbeiten, Reinigung usw. ausgefüllt. Aber selbst wenn der Kundenbesuch zeitweise stocke, so kämen doch wieder Stunden mit einem gewaltigen Andrang. Von morgens früh bis abends spät in demselben Raum sich aufhalten zu müssen, ohne jede Abwechselung, sei ermüdend und gesundheitsschädlich. An die Nerven der Gehilfen würden große Anforderungen gestellt. Viele Kunden seien nervös und schwer zu behandeln. Das greife auf die Dauer ebenso an, wie die Arbeitszeit am Schraubstock oder Ambos. 14 bis 16 Stunden müßten die Gehilfen beständig bereit sein, obwohl die zu leistende Arbeit in 5 bis 6 Stunden zu er- ledigen wäre. Jeder Arbeiter könne mit Ruhe seine Mahlzeit ein- nehmen, die Gehilfen in Kost und LogiS aber müssen das Essen hinunterschlingen. Erst ein Bruchteil der Geschäfte hätten aber Kost und Logis abgeschafft. Die lange Geschäftszeit resultiere sich einzig und allein aus der Konkurrenzfurcht des Chefs. Hätte man Stundenlohn, würde es bald in dieser Hinsicht anders. Durch diese Verhältnisse blieben den Gehilfen sämtliche Bildungsmittel und-institute gänzlich verschlossen. Deshalb müßten sie fordern: anständige Lohn- und Arbeitsbedingungen, Abschaffung von Kost und Logis. Die Gehilfen sollten auf das zweifelhafte Glück der Selbständigkeit verzichten und lieber für Durchfübrung obiger Forderungen kämpfen. Dann würden die Verhältnisse gesunden und ein stabiler Gehilfenstand sich bilden, dann könnten sie auch daran denken, zu heiraten. Die meisten Geschäftsinhaber helfen sich mit Lehrlingen aus. ohne zu bedenken, daß durch diese Lehr- lingszüchterei auch ihre eigenen Existenzbedingungen sich ver- schlechter». Die Tradition gebiete es auch, daß der Gehilfe sich als Spaßmacher vor der Kundschaft aufspielen muß. um diese zu unterhalten. Das sei unwürdig und mit der Gepflogenheit müsse gebrochen werden. Auch der Berufsdünkel müsse aufhören. Wir wollen nichts als einfache Arbeiter, dafür aber auch Mensch und geachtet sein. Es würden Leuten noch Löhne von 3 M. an pro Woche gezahlt. Solle es anders werden, so müsse man zusammen- gehen und nicht getrennt marschieren. Andere Arbeiter hätten ihre Verhältnisse ohne Gesetze, einzig durch eigene Kraft gebessert, das müsse vorbildlich sein. Mit allem Nachdruck müsse sich aber der Kampf gegen das Kost- und Logisunwesen richten. Redner schließt mit der Besprechung der unten folgenden Resolution.(Stürmischer Beifall.) Von de» eingeladenen Neichstagsabgeordneten war nur Robert Schmidt erschienen, der auch unter allseitiger Spannung das Wort ergriff. Er betonte, daß er gern dem Rufe gefolgt sei. um zu hören, wie die Barbiergehilfen sich ein Ein- greifen auf gesetzlichem Wege dächten und wie sie es begründen. Er wies auf den zurzeit dem Reichstag vorliegenden Entwurf der Ge- Werbenovelle hin, in dem zwar für die Barbiere speziell nichts ent- halten sei. der sich aber mit Arbeiterschutz im allgemeinen beschäf- tigt und bei deren Besprechung es wohl möglich sei, auch die Ver- Hältnisse im Barbierberuf zu beleuchten. Er werde sehr gern die Gelegenheit ergreifen, alles zu tun, was in dieser Sache sich machen ließe. Ter Wunsch, gesetzlich einzugreifen bei derartigen Fragen, sei schon alt. stoße aber immerwährend bei den Arbeitgebern auf heftigen Widerstand. Unter fortdauernder Zustimmung schildert Redner, gestützt auf statistische Zahlen, die ungünstigen Zustände des Friseurgewerbes und beleuchtet besonders die gesundheitlichen Verhältnisse, die den Schrei nach besseren Lebensbedingungen voll- ständig gerechtfertigt erscheinen ließen. Aber nicht auf das Gesetz sollten sich die Gehilfen verlassen, sondern durch gemeinsames Streben, durch eigene Kraft, durch Selbsthilfe sich menschenwürdige Lohn- und Arbeitsbedingungen schaffen.(Langanhaltender, tosen» der Beifall.) In der Diskusswp vertrat ein Redner die Ansicht. nur durch Freundschaft der Gesellen zu den Chefs ließen sich andere Zustände herbeiführen. Dröhnendes Hohngelächter fegte diesen wunderlichen Heiligen von dem Rednertisch. Folgende Resolution wurde gegen einzelne Stimmen angenommen: »Die Arbeitszeit im Barbier-, Friseur» und Perückenmachergewerbe ist infolge der ungünstigen Konkurrenzverhältnisse, durch welche sie bestimmt wird, eine überaus lange. Abgesehen von den Sonntagsruhebestimmungen unterliegt sie keinerlei gesetzlichen Beschränkungen; weder be- züglich der Dauerndes Beginns und der Beendigung, noch der Gewährung von Essenspausen. Die Bemühungen der Arbeitgeber uni die Einführung eines örtlich bestimmten Geschäftsschlusses an Wochentagen auf gesetz- licher Grundlage scheitern daran, daß die Gewerbeordnung keine Handhabe dazu bietet. Dw Sonntagsruhebestimmungen vom 1. Avril 1895 lassen den Beginn der Sonntagsarbeiten unberührt und bieten den Barbier-, Friseur- und Perückenmachergehilfen und Lehrlingen nicht einen einzigen völlig freien Sonn- und Festlag. Daß die Freigabe der drei zweiten Feiertage sehr wohl möglich ist, be- weist die Tatsache, daß bereits an über 190 Orten Deutschlands die Prinzipale auf Grund des§ 41b der Gewerbeordnung mit Zustimmung der Herren Regierungspräsidenten eine völlige Be- triebsruhe an den zweiten Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfest- tagen eingeführt haben. Eine Kontrolle über die Freigabe der bei länger als drei- stündiger Sonntagsarbeit unter der Woche zu gewährenden Ruhe- zeit, findet nicht oder doch nur in durchaus ungenügendem Maße statt. Besonders in der Perückenmacherbranche wird den Ar- beitern die ihnen an Wochentagen zustehende Freizeit empfindlich gekürzt oder überhaupt verweigert. Da im Friseurgewerbe hauptsächlich jugendliche Arbeiter beschäftigt werden, wünschen die Versammelten in Anbetracht der auf dem Gebiete der Arbeitszeit in ihrem Gewerbe herrschen- den Mißstände eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit auf folgender Grundlage: An Wochentagen ist eine Beschäftigung von Arbeitern nicht vor 7 Uhr lnorgens uns nicht nach 8 Uhr abends(Sonnabends nicht nach 10 Uhr abends) zulässig und ist eine ununterbrochene, mindestens einstündige Mittagspause außerhalb der Geschäftsräume zu gewähren. An den drei zweiten Feiertagen dagegen ist eine Beschäftigung überhaupt nicht gestattet." Die Filiale Berlin des deutschen Kürschnerverbandes bebeschäftigte sich am Donnerstag in einer gut besuchten außer- ordentlichen Generalversammlung mit dem bevorstehenden Ver- bandstag, der vom 19. bis 21. April in Nürnberg stattfinden soll. Der Vorsitzende R e g g e machte aus die wichtigsten Punkte, die auf dem Verbandstag zur Verhandlung kommen sollen, aufmerk- sam, unter anderm auch auf die Frage der Arbeitslosenunter- stützung. In dieser Angelegenheit, meinte der Redner, würden wohl kaum bindende Beschlüsse gefaßt werden; vielleicht werde man aber beschließen, daß sie vom nächstfolgenden Verbandstag ab ein- geführt werden solle. Im Grunde genommen sei es vor allem Pflicht von Staat und Gemeinde, für die durch die kapitalistische Produktionsweise zur Erwerbslosigkeit verdammten Arbeiter zu» sorgen. Ferner empfahl der Redner im Namen der Ortsverwaltung einen Antrag:„Die Scllung des Verbandes zur Hausindustrie" auf die Tagesordnung des Verbandstages zu setzen, und führte dabei aus, daß die Hausindustrie ein Hauptübel des Berufes sei, das bekämpft werden müsse. Man könne wohl den einzelnen Hausinduftriellen bedauern, der, wenn die Fa- brikanten eigene Werkstätten einrichteten, seine bisherige Eristenz einbüße: das könne aber die Arbeiterschaft nicht abhalten, ein Produktionssystem zu bekämpfen, das für sie höchst schädigend sei und nur dem Unternehmertum zum Vorteil gereiche. Sodann ein- Pfahl der Redner einen Antrag, der Verbandstag möge dahin wirken, daß im Verbandsorgan eine lebhaftere Sprache geführt und mehr agitawrisch wirksam geschrieben werde, sowie daß, da jetzt zu viel Raum für den französischen Text verloren gehe, für Er- Weiterung des Organs in seinem deutschen Text gesorgt werde. Da„Der Kürschner" ein internationales Organ ist und vom inter- nationalen Sekretariat herausgegeben wird, handelt es sich bei diesem Antrag um etwas, worüber die nächste internationale Kon- fevenz zu entscheiden hat. Im übrigen sprach der Redner noch für einige Anträge auf Abänderungen des Verbandsstatuts und des Streikreglements, die, ebenso wie die beiden oben erwähnten An- träge, nach kurzer Diskussion die Zustimmung der General- Versammlung fanden. Ferner wurde ein Antrag:„Abschaf- f u n g der Akkordarbeit" auf die Tagesordnung des Ber- bandstages zu setzen, gutgeheißen. Eine längere Debatte rief die Frage der Arbeitslosenunterstützung hervor, wobei es sich zeigte, daß die Meinungen über die Zweckmäßigkeit ihrer Einführung sehr geteilt waren. Als Delegierte zum Verbandstag wurden gewählt: Rogge, Fritze, Otto Bitter. Zimmerling und Muntean. Der Verbandsvorstand hat der Filiale Berlin nur das Recht, drei Delegierte �zu wählen, zugestanden, indem er seiner Berechnung nur die Mitgliederzahl zugrunde legte, die die Filiale vor der am 1. Mai durchgeführten Verschmelzung mit dem alten Lokalverband der Kürschner hatte. Die Generalversammlung beschloß einstimmig, hiergegen auf den Verbandstag Protest zu erheben. Der Vorsitzende machte sodann auf die am 24. Februar im „Alten Schützenhaus" stattfindende öffentliche Versammlung auf- merksam, die sich mit der Tarifkündigung in der Mützenbranche befassen wird. Auf diese Angelegenheit ist bereits in einem Mitte Januar herausgegebenen Flugblatt hingewiesen worden. Das Flugblatt hat der„Bereinigung sclbständigfr Kürschner und Mützenmacher" derartig mißfallen, daß diese hausindustriellen Arbeitgeber selbst ein Flugblatt drucken ließen, und es dem Filial- Vorsitzenden Rogge mit der Aufforderung, eH„unter den werten Kollegen und Kolleginnen zu verteilen", zusandten. Pem Wunsche war man in der Generalversammlung reichlich nachgekommen; auf allen Tischen lag das Flugblatt in vielen Exemplaren. Die Haus- industriellen behaupten darin, daß sie keineswegs mit ihrer Tarif- kündigung die Absicht verbinden, die zehnstündige Arbeitszeit wieder einzuführen, und regen sich unter anderm auch über einige Aeußerungen gegen die Hausinduftriellen auf. Rogge machte demgegenüber darauf aufmerksam, daß die Hausindustriellen sicher- lich den Tarif nicht aus Wohlwollen für die Arbeiter gekündigt haben.— Im übrigen wird sich ja noch die öffentliche Bersamm- lung mit der Angelegenheit befassen. Klus der frauenbewegung. Ein feministischer Liebert-Berband. Um einem dringenden Bedürft, iL abzuhelfen, will sich der Reich?» verband des Herrn Liebert eine Gefährtin anschaffen, die ibm helfen wird, des Lebens Bürde und Lust zu tragen. DaS Pärchen soll ver- eint das leisten, was den männlichen Ausgaben der Liebert-Schule allein nicht gelingen wollte: Vernichtung der Sozialdemokratie und Vermehrung politischer Heloten und gedankenloser Hurra- Schreier I Die Leidensgefährtin, d,e in einer Sitzung im Reichstagsgebäude dem Liebert vermählt wurde, erhielt dabei den Namen„Reichs- ländischer Frauenverein zur Bekämpfung sozialdemokratischer Welt« anschauung in den unteren Frauenklassen". Die„unteren" Frauen- klaffen werden den„oberen" sicherlich gebührendes Verständnis entgegen bringen. Glück auf der Faswachts-Gründung I Obdachlos am Weihnachtsabend. Der Fall einer obdachlos Gebärenden, die erst nach längerer Hin- und Herfahrt schließlich durch Vermittelung einer Unfallstation in einen, Krankenhause Unterkunft für ihre schwere Stunde fand, wurde kürzlich im Organ des Bundes für Mutterschutz besprochen. Es ist durch öffentliche Erklärungen versucht worden, die Tragik des Falles abzuschwächen. So gibt der Magistrat von Charlotten- bürg eine Darstellung, nach der von einer rücksichtslosen Behandlung einer Wöchnerin gar keine Rede sein könne. Die Hilfe Suchende habe ohne Weiterungen im Charlottenburger Krankenhause Aufnahme gefunden. Schließlich wird auch noch ein gerichtliches Verfahren in dieser Sache angekündigt. Die Erklärungen, die dazu nun im Organ des Bundes gegeben werden, lassen erkennen, daß man auf dieser Seite die gerichtliche Klarstellung des Falles imr mit Freuden be- grüßen kann, denn sie dürfte die Aufmerksamkeit auf ein großes soziales Manko in der Metropole Groß-Berlin lenken. Damit sich die Oeffenttichkeit auf jede» Fall mit der Sache beschäftigen muß. hat der Bund für Montagabend nach der Viktoria-Brauere«, Lützow- straße, eine Protestversanimlung einberufen. Bom Kampfe um das Frauen-Stimmrecht. Mit dem Beginn des neuen Jahres sind unsere englischen Ge» nossinnen von der„Allgemeinen Stimmrechts-Vereinigung(Axiult Sakkraga Society) in eine lebhafte Agitation für die politische Gleichberechtigung eingetreten. Nach einer Mitteilung der„Woman Worker" sollen„unmehr alle GewerkschaftSräte im Vereinigten Königreich durch Rundschreiben veranlaßt werden, Resolutionen für das allgemeine Wahlrecht anzunehmen und dem Premierminister zu übersenden. Gleichzeitig stellt die A. S. S.. den Gewerkschaften Redner und Vorleser für die Stimmrechts-Propaganda zur Ver- fügung. Für die Eröffnung des Parlaments haben sich sogenannte Sandwich-Männer erboten. Plakate mit der Slimmrechtsforderung durch die Straßen zu trage». Eine zum Maitagkomitee entsandte Delegiertin wird beantragen, daß der A. S. S. an,|l. Mai eine Tribüne im Hydepark zur Verfügung gestellt wird. Leseabeude. Trepto»- Baumschulenwcg. Monro.g. 16. Februar, im Restaurant Wilh. Schnorre, Elsenstr. 106. Wahlen. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Marktballen. Marktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäft still, Preise uuveräudert. Wild: Zufuhr knapp, Geschäft still, Preise behauptet. Geflügel: Zufuhr genügend, Geschäft nicht lebhast genug, Preise befriedigend. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft ziemlich belebt, Preise im allgemeinen besiiedigend. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise un verändert. Gemüse, O b st und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft schleppend, Preise wenig verändert. flnckim- Straße Ecke ßlumen-Straßc Phonograptien-Katz Rofcntl)alerstr.2i» Ecke Gips-Straße DirksensStraße 20 direkt am Bahnhof Alexanderplatz Seltene Gelegenheit!!! Dieser Apparat, genau wie Abbildung, mit Konzert- Schaildose u. 30 cm großem Blumentrichter, zusammen m. 10.-. Glänzende lieu-Auf nahmen! „Ringelreihen",„Donaunixe", Lieder der Liebesnacht" usw., usw. 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