Nr. 58. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für bie fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 10. März 1891. Dom schwarzen Land. ben Minimallohn, den die Arbeiter der fiskalischen Werke " 1 11 Expedition: Beuth- Straße 3. Gewiß wäre dies auch der geringste Schaden, der verlangt haben, fann der Fiskus nicht bewilligen, weil er überhaupt eintreten könnte. Eine allgemeine ArbeitseinWir gestehen es gerne zu, nicht allein der Arbeiter, eine Prämie auf Trägheit und Unzuverstellung in den Kohlenbaurevieren kann aber Folgen nach auch der Rentier ist zuweilen ein geplagter Mensch. Lässigkeit" wäre. Von nationalökonomischen Dingen sich ziehen, deren Wirkungen sich heute nach keiner In diesen Tagen, da die Fesseln des Winters brechen und scheinen die Herren von der fiskalischen Verwaltung nicht Richtung überschauen lassen und für die die Veranteinzelne Vorboten des nahenden Frühlings sichtbar werden, viel zu verstehen, sonst müßten sie wissen, daß es die wortung heute schon jenem übermüthigen Prozenthum zuda wandelt so mancher Aktionär mit sorgenvollem Antlig Schwankungen des heutigen Arbeits- und Waarenmarktes geschoben werden muß, welches selbst so harmloſe seinen Weg. Wenn er Bergwerksaktien hat, so ist seine sind, die einen Minimallohn undurchführbar machen, nicht Forderungen wie die der Einführung von Arbeiter- Ausunaufhörliche Frage: Werden die Bergleute aber die Trägheit" und" Unzuverlässigkeit". schüssen, als unvereinbar mit der ,, nothwendigen Disziplin" einen Streit machen?- Solch ein armer Mensch muß immer für seine Dividenden fürchten jaja, es ist Arbeitszeit sperrt, trotzdem man die Wohlthaten einer Wo die Regierung sich so sehr gegen eine Abkürzung der zurück weiſt. Was die Verwaltungen der königlichen Bergwerke nichts vollkommen auf dieser Erde. solchen ganz gut einsieht, da sind natürlich die Privat- bereits zugestanden und was Sozialreformer von so zweiBis jetzt haben zwar die Bergwerksaktionäre sich nicht Grubenverwaltungen noch viel weniger geneigt, auf die deutiger Arbeiterfreundlichkeit wie der Abgeordnete Dechelzu beklagen gehabt. Die Direktoren der großen Kohlen- Forderungen der Arbeiter einzugehen. Alle die alten, so häuser verlangen, das ist in den Augen der westfälischen gruben und Hüttenwerke haben es verstanden, die oft gerügten Mißstände bestehen noch in voller Kraft und Kohlenlords eine unerfüllbare Forderung". Die Herren Dividenden hoch zu halten. Es war, als hätten sie das auch das berüchtigte Wagen nullen behauptet sich. wollen eben die Arbeiter zum Aeußersten treiben, um dann Mittel gefunden, die Kohlen in Gold zu verwandeln. Sie wie die großen Unternehmer denken, bewies jüngst eine im Trüben fischen zu können. Gerade diese letztere Abbrachen einfach die Versprechungen, die sie den Arbeitern westfälische Grubenverwaltung, der man vorgeworfen sicht aber, die besonders durch die brüske Form der Abbeim großen Ausstand gemacht, nuzten die Arbeits- hatte, sie zahle niedrige Löhne, und die nun selbst eine lehnung der bescheidensten Arbeiterforderungen zum unnerfraft nach wie vor schrankenlos aus und ließen Bohnstatistik veröffentlichte. Danach verdienten von den hohlenen Ausdruck kommt, sie muß den Arbeitern Anlaß sich den Ausfall, den sie durch den Streit erlitten, Arbeitern dieser Verwaltung 31 pct. per Schicht 4-5 M., zu doppelter Vorsicht bieten. Die Arbeiter können ihre vom Publikum in Form hoher Kohlenpreise doppelt 25 pCt. 3-4 m., 34 pCt. 2-3 M. und 4 pCt. unter berechtigten Forderungen nur durchsehen, wenn sie danernd und dreifach bezahlen, wobei sie wie die Schienen- Kartell- 2 M. Und damit wollte sich die Firma gegen den Vor- der moralischen Unterstützung der öffentlichen Meinung brüder dem Ausland gegenüber dem Inland Vortheile wurf niedriger Löhne rechtfertigen! Was mögen nun die sicher sind. Diese Unterstützung den Arbeitern abfpenftig zu gewährten, während sie gegenüber der„ internationalen Bergleute da verdienen, wo die Verwaltungen selbst ein- machen, sie in den Augen der Allgemeinheit ins Unrecht zu Sozialdemokratie" nicht genug ihre patriotischen" Gefühle gestehen, daß sie niedrige Löhne zahlen! setzen, das ist seit dem letzten großen Ausstand das unablässige betheuern können. Bestreben der Organe der Kohlenlords. Immer und So hat sich nach all den Kämpfen in der Bergarbeiter- nationalliberalen Partei und den Kohlenbaronen eine baß die von den Arbeitern durch ihre fortgesetzten Streif Es schien einen Augenblick, als sollte zwischen der immer wieder begegnet man in denselben der Behauptung, Welt vorläufig noch nichts geändert; eine umfassende einheitliche Organisation ist durch die politische Bersplitterung stand gegen alle und jede Einmischung der Gesetzgebung die Ursache an den allgemein schmerzlich empfandenen Trennung stattfinden, weil die letzteren auf ihrem Wider- drohungen erzwungenen unverhältnißmäßig hohen Löhne nicht zu Stande gekommen, und die Bergleute müssen den Kampf um ihr väterliches Erbtheil, die a cht stündige beharrten. Allein nun hat die nationalliberale Partei- verbreitete Lüge ist nicht ganz ohne den gewünschten Erin das Verhältniß zwischen Unternehmer und Arbeiter hohen Kohlenpreisen sind. Diese seit Monaten systematisch Schicht, die vor bald 350 Jahren von Reichs wegen leitung reumüthig die Kohlenbarone wieder unter ihre folg geblieben, daß derselbe kein allgemeiner werde, das dekretirt und vom profithungrigen modernen Kapitalis- Fittige genommen, so daß den Herren ihr parlamentarimus wieder abgeschafft wurde, von Neuem aufnehmen. Die Regierung will die achtstündige Schicht scher Einfluß voll und ganz gewahrt bleibt. Wenn die zu verhindern liegt an den Bergarbeitern selbst. Deren erfahrenste Führer sind sich über das Zweischneidige ablehnende Haltung der Regierung gegenüber den fiskali- eines Streits unter den jetzigen Verhältnissen vollständig und Ausfahrt inbegriffen auf ihren fistalischen Werken schen Bergleuten eine Nachgiebigkeit gegen die frondirenden im Klaren und es ist bezeichnend für die Situation, daß, nicht gewähren. Sie erklärt im Reichs- Anzeiger", dies Rohlenbarone bedeutet und anders können wir sie kaum während die Leiter der Bergarbeiter keine Gelegenheit bedeute in der Förderung einen Ausfall von 12 pet., auffaffen so ist bei den privaten Grubenverwaltungen vorüber gehen lassen, ohne den Streit als unerwünschtes und sie müsse dann einige Tausend Mann mehr beschäftigen. und nur letztes Mittel zu bezeichnen, Preffe und TeleDamit gesteht die Regierung die um so weniger an ein Nachgeben zu denken. Eineine segensreiche Wirkung der Verkürzung der Arbeits- Wenn man bedenkt, wie alle diese Umstände auf die graph soweit dieselben den Kohlenlords bienstbar sind zeit zu; sie schafft Arbeit für die feiernden Hände. Bergleute wirken müssen, so kann Niemand mehr zweifel- den Streit als sicher in Aussicht stehendes Ereigniß außer er müßte sich mit Gewalt einer besseren behandeln. Aber der Fiskus ist so gierig auf seinen Profit haft sein wie der Privatunternehmer, und so wird die Forderung Erkenntniß verschließen, daß man mit dem Zurückweisen Nun, hoffen wir, daß die eigensüchtigen Pläne geauch der mäßigsten der achtstündigen Schicht abgewiesen mit dem Bemerken, allerForderungen die Arbeiter wisser Kreise elend zu Schanden werden. Die Forde man müffe dann ungeübte Leute heranziehen und das dazu treibt, bei der ersten günstigen Gelegenheit zu einem rungen der Bergarbeiter aber, wie sie bei der Bochumer würde die Grubenunglücke vermehren. Es geht der Re- neuen Ausstand zu schreiten. Ob dann die Aktionäre Stichwahl im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen, sie gierung wie den ostpreußischen und oberschlesischen Mag- mit ihrer Rente und Dividende ungeschoren davon kommen werden nicht mehr verschwinden, bis zu ihrer Erfülung. Auf welchem Wege diese Erfüllung vor sich geht, das naten, sie kann keine geeigneten" Arbeiter kriegen. Auch werden, dürfte mehr als zweifelhaft sein. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Die Falkner von St. Vigil. ( 8 Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. setzt die Hände zusammen, der sitzt jetzt auf dem heiligen Stuhl zu Rom?" ,, Das just nicht," berichtete der Gaft, ich hab' nur gemeint, daß der jetzt auch in allen Glaubenssachen befiehlt." Daß Dich!" schmetterte der Klosterbauer zornig mit der Hand auf den Tisch. Es wird ihm wohl nicht vergessen werden," meinte der Glaser." Ja, ja, sie wissen sich halt nicht zu lassen vor Hochmuth und Uebermuth, und Vefa athmete erleichtert auf und ihr Bruder spottete: guade Gott dem, der sich ein uneben Wort über das fremde Regiment verlauten läßt! Für den giebt's Ja, Du bist klug." Wir haben alleweile zwei Päpste," fuhr der Glaser- nicht Recht noch Urtel." " nnr meister fort, aber der heilige Vater in Rom soll bei Wo aber soll das hinaus?" fragte der Klosterbauer uns nichts mehr zu sagen haben. Die hochwürdigsten mit finsteren Brauen. Er machte ein eigenthümliches Gesicht, als es bejaht Bischöfe von Trient und von Chur oder Meran hat die Der Topf geht so lange zum Brunnen, bis er bricht," murde; es schien anzubeuten, das er sich jetzt es erklären Regierung aus dem Lande gewiesen, weil sie die Gebote des verseßte Hartwanger mit gedämpfter Stimme.„ Aber an fönnte, wenn es Streit auf der Frohuviese gegeben hätte. heiligen Baters höher achteten, als die des Königs, und wer alledem ist nur der Napolium schuld. Seitdem der Meister Bon Vefa gedrängt, weitere Mittheilungen über den Her- von den geistlichen Herren fest zum Bapst steht, der fährt in der Welt ist, geht alles darunter und darüber. Wie es gang zu machen, antwortete er aber, daß er der Sache nicht übel. Maucher Pfarrer hat darum schon vom Amte und ihm gefällt und paßt, so müssen die Völker ihre Herren wechseln, weiter nachgefragt hätte. Reibungen zwischen den Bayern ins Gefängniß wandern müssen, wenn er nicht hat flüchten als ob sie schwarze Sklaven wie in dem Amerika wären. Und und Tirolern wären ja etwas Alltägliches. können. Sänftiglich wird mit ihnen dabei nicht umge- die Herren sind auch nicht besser daran. Sie müssen tanzen, wie der Franzosenkaiser pfeift. Reiner kennt sich mehr in seinem eigenen Land aus. Heut ist der Schlagbaum roth, und weiß angestrichen, morgen blau und weiß. Es weiß Keiner mehr, wenn er sich zu Bett legt, als was er morgen aufstehen wird. An den grünen Tischen da schneidern sie und schneidern sie." " Da könnt' Einer ja des Teufels werden," murrte der Vefa warf ihrem Bruder einen Blick zu, der ihn an sprungen." den Schmied Wolfgang Lechner erinnern follte. Deffen Wenn so' was meinem geistlichen Herren geschähe, bei Mienen blieben jedoch undurchdringlich. Er verstand es, seinen Jahren hätte er den Tod davon," rief Vefa beunhinter falten, starren Augen zu verbergen, was er nicht ruhigt. sehen lassen wollte. " Ja, der Bayer ist gar herb und gewalthätig," nichte " Ich habe blos noch gehört, daß der Kreishauptmann Hartwanger. die heiligen Gefäße aus der Kapelle hat wegnehmen laffen, zu Nichts gut war, bei uns einen Posten erwiſcht und spielt der Glaser noch seinen Mittheilungen hinzu. damit ja teine Messe mehr dort gelesen werden kann," fügte sich jeßt auf, je gröber, je besser. Sie schmeißen mit den Klosterbauer und schenkte sich ein Schnäpschen ein. Dem Schimpfwörtern nur so um sich. Nichts wie dumme Bauern- Gafte bot er nicht an. Vefa machte jedoch seine Unhöflichkeit lümmel sind wir in ihren Angen. Sie meinen, es gehe uns gut und übernahm mit süßlichem Mundspitzen die Rolle Bu verwundern iff's nicht," sagte Hartwanger.„ Denn noch viel zu gut, gleich sind sie mit dem Stock bei der Hand der Hebe. Ihr Bruder fuhr unterdessen fort:„ Die Steuern messen, es müßte noch dahin mit uns kommen, daß wir werden immer größer und die Bankozettel" und Kupfermünzen immer minder im Werth. Dazu stecken sie unsere ,, Das ist ja aber ganz schrecklich," stöhnte Vefa. der Bapst gilt ja jetzt nichts mehr. Der König in Bayer- und ein Rentmeister im Mühlthal, der hat sich gar ver land hat sich an seine Stelle gefeßt. " D, Du blutiger Heiland," schlug die Pfarrwirthin ent- Gras fräßen." eine wird die Zukunft zeigen. Nur so viel für heute: Es| Engländer und Amerikaner. Wir kennen jedoch weder in Sozialistengesetzes entstandene Verstimmung unter den Arbeitwäre der erste Fall, daß deutsche Arbeiter streifen -weil England noch in den Vereinigten Staaten so viele Stan- gebern verantwortlich zu machen. die Träger und Hauptstüßen der politischen und wirth- dale die Geschichte dieser Länder auch aufweisen mag schaftlichen Reaktion einen solchen Streit brauchen, um ihre lichtscheuen Pläne durchzusehen. Politische Lebersicht. zurückgewiesen. Berlin, den 9. März. Wozu diese Vertheidigung des Sozialistengeseh- Kanzlers Partei oder eine Parteiverbindung, welche fich offen jetzt vorgebracht wird, ist uns unerfindlich, falls es sich nicht und unverhohlen die Bereicherung der durch sie vertretenen um einen Angriff gegen Herrn v. Caprivi, den Unteroffizier Interessengruppen zur Aufgabe gemacht hätte, wie Prämientanzler, handeln joll. Herr v. Bismard mag ruhig dies in unserem idealen" Deutschland 13 Jahre sein, die Arbeitgeber grollen ihm nicht, sie und die Agrarier lang durch die Herren Agrarier und Schutzöllner sind die einzigen Deutschen, welche sich nach ihm zurückwünschen. geschehen ist. Auch heute sind diese Herren noch ebenso begehrlich" wie zu den Zeiten des Fürsten Bismarck, der ihnen seinen Trotz der großen Aufregung ist die österreichische Jm Reichstag begann die heutige Sigung mit der den Herren, seit den zwei famosen Bismarck- Reden des Beitung" meldet: Jam Reichstag begann die heutige Sitzung mit der ganzen politischen Einfluß zur Verfügung stellte und daß Wahlbewegung in Ruhe verlaufen. Die hiesige BoltsAbstimmung über den Antrag, welchen die Freunde der Herrn v. Caprivi der Kamm wieder bedeutend geschwollen" In Hernals stürmten die Sozialdemokraten mehrere Erhöhung von Etatssummen, als goldene Brücke für den ist, das haben wir die letzten Tage im Reichstage ge- 2otale, in welchen sich Lichtenstein'sche Anhänger befanden. Um Rückzug von dem vernünftigen Kommissionsbeschluß, die merkt. weitere Exzesse zu vermeiden, mußte schließlich die Polizei einGeldforderung der Regierung für den Neubau von Kriegsschiffen a baulehnen, gebaut hatten. Sie hatten nämlich die noch- Hoffnungen der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" entTrotzdem glauben wir nicht, daß der Reichstag den schreiten. Die Sozialdemokraten haben nämlich gestern beschlossen, die Liberalen in allen Wahlkreisen zu unterstützen." malige Verweisung der Angelegenheit an die Kommission vorsprechen wird. Obgleich sich bei den neulichen Abstimmungen traten haben keine Lokale gestürmt, sondern nur in fihr Dies entspricht nicht den Thatsachen, die Sozialdemo geschlagen. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, eines über die Anträge auf Serabsetzung der Kornzölle und auf Lokal eindringende besoffene Antisemiten hinausgewiesen. Theils des Hentrums und einiger Freifinniger wurden darauf die Beseitigung der Maßregeln zur Fleischvertheuerung Etatstitel in die Budgetkommission zur nochmaligen Erwägung eine erhebliche Mehrheit für die Politik der Bereicherung Sie haben ferner in allen Bezirken mit Ausnahme des Antrag auf Rückweisung an die Budgetkommission u. a. des Voltes ausgesprochen hat, so ist diese Majorität doch Wahlkreise Kolomea fam es zu Unruhen und ernstlichen Bon den Freisinnigen ſtimmten für den einer kleinen aber mächtigen Interessentengruppe auf Kosten Hernalser Wahlkreises, wo Kronawetter in Stichwahl stand, Wahlenthaltung proklamirt. Nur in dem Baumbach, Rickert, Barth, Bamberger, Dohrn, Lüders, etwas bröckelig, und wird, wenn die Regierung beim Ab- Wahlkreise Kolomea kam es zu Unruhen und ernstlichen Goldschmidt und Schenck, der Nachfolger von Schulze schluß des Handelsvertrages mit Desterreich ein Loch in das Thatlichkeiten gegen die Juden. So entschieden wir auch Delitzsch. I'm Hintergrunde sah man die bekannten System der Lebensmittelvertheuerung zu bohren gezwungen diese verdammen, so sind sie durch den Umstand erklärlich, Wadenstrümpfe sich zu einem parlamentarischen Diner ist, wohl schwerlich zusammenhalten. Auf einen ernsthaften daß der im österreichischen Abgeordnetenhause fast so wie rüsten. Die übrigen Titel des Etats wurden sang- Konflikt mit der Regierung werden die Herren Agrarier Pickenbach im Deutschen Reichstag gemiedene Rabbiner Bloch aber leider nicht klanglos, denn es handelte sich um viele und Schutzzöllner es um so weniger ankommen dort gewählt wurde. Ueber die bedauernswerthen Unruhen Millionen angenommen. Lassen, als fie selber am besten wissen, daß meldet eine Depesche: Hierauf bagann die erste Berathung über den sie im Fall einer Auflösung bei den Neu Entwurf eines Gefeges über das Tele- wahlen von der Bildfläche verschwinden würden. Das: graphenwesen. Nach demselben soll das Recht, Tele-„ Reichstag werde hart!" des Organs der Kohlenbarone wird graphen- und Fernsprechanlagen herzustellen und zu also schwerlich die beabsichtigte Wirkung haben. Wir unserbetreiben, ausschließlich dem Reich zustehen. Der aus seits aber rufen dem deutschen Volk zu: Volt werde 8 Paragraphen bestehende Gesezentwurf enthält in nicht hart! Laß dich nicht länger durch deine Feinde beweniger als 3 Paragraphen Strafbestimmungen. Dieses thören und mißbrauchen! Telegraphengesetz wurde einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. • Rolomea und Umgebung find fortgesetzt den Ausschrei tungen des Böbels preisgegeben. In Sloboda wurden die Wohnungen der Juden geplündert. Es tamen schwere Verwun dungen vor, drei Juden wurden getödtet. Der Ministerpräsident ist telegraphisch um Entfendung von Truppen und um Ver hängung des Standrechts ersucht worden." Die antisemitischen Siege in Desterreich beweisen nichts für die Stärke, jedenfalls nichts für den inneren Halt Wie die N. A. 3." mittheilt, werden für die nach der dieser Partei. Infolge der Wiener Wahlen wollen zwei letzten Denkschrift zum preußischen Etat neu zu beschaffenden hervorragende Antisemitenführer, der Reichstagskandidat und Reichstag werde hart!" ruft die Rheinisch- West- Stellen der Gewerberäthe, Gewerbe- Inspektoren und Gemeinderath Velter und der Landtags- Abgeordnete Baufälische Zeitung", das bekannte Organ der Kohlenbarone, Gewerbe- Inspektions- Assistenten im Handelsministerium nur mann ihre politischen Ehrenämter niederlegen. dem Reichstage zu, und meint damit, daß derselbe unter solche Personen ins Auge gefaßt werden, welche Techniker In Ungarn will man jetzt ernstlich die Rechte der allen Umständen an der Schutzzoll- und Brotvertheuerungs- sind und ein Staatsexamen abgelegt haben; vornehmlich politit festhalten solle. Das Organ der Kehlenbarone legt werden dabei Assessoren und Referendare des Bergfaches, Romitate, der alten Selbstverwaltungstörper der Kreise, besich mit besonderer Wärme für die bedrohte Landwirthschaft sowie Regierungs- Baumeister und Ingenieure in Betracht schränken. Da die ungarische Selbstverwaltung durchaus ins Zeug und prophezeit für den Fall der Abschaffung der kommen. Die Zahl der eingegangenen Bewerbungen von verrottet ist, so wäre diese Verwaltungsreform ein Fort Kornzölle bie Eroberung des Landes durch die Sozialdemo- Personen der genannten Stände ist übrigens schon so groß, schritt, wenn der Beamtenkörper Ungarns zuverlässig und fratie. Natürlich erwartet das Organ der Kohlenbarone daß Gesuche von Bewerbern aus anderen Ständen Berück- unbestechlich wäre. Da dies aber nicht der Fall ist, so wird mit dieser Reform wenig genügt werden.-C vom den brotvertheuernden Grundbefizern als Gegendienst, sichtigung nicht finden können. daß diese ihrerseits für die industriellen Schutzölle eintreten Unsere sofort nach Mittheilung des preußischen Etats Die revidirte Teffiner Verfaffung dürfte, obgleich nach dem Grundsaze, daß eine Hand die andere wäscht. ausgesprochene Befürchtung, daß die preußische Gewerbe- das Resultat der Abstimmung von 17 Gemeinden noch ausDie Herren Junker werden sich das nicht zwei Mal Inspektion einzig und allein Technikern überantwortet fagen laffen im Grunde des Herzens verachten sie zwar werden wird, hat leider durch die Thatsachen ihre Besteht, mit einer Mehrheit von etwa 500 Stimmen vom Bolte angenommen sein. Nach amtlicher Mittheilung ist bie bürgerliche Fabrikantenkanaille, allein in Geldsachen hört stätigung erhalten. die Revision der Tessiner Verfassung mit 11111 gegen nicht blos die Gemüthlichkeit, sondern auch der Adelsstolz auf- und die herrschenden und vornehmen K'assen huldigen Bismara habe privatim seine Zustimmung zur Aufstellung das Ergebniß zwar noch aus; durch dasselbe kann jedoch Der Köln. Btg." wird aus Bremen gemeldet, Fürst 10 625 Stimmen angenommen. Von 5 Gemeinden steht heute demselben krassen Materialismus und wilden Gold- feiner Reichstagskandidatur gegeben, wolle fich aber über die erfolgte Annahme der Revision eine Aenderung nicht hunger, wie weiland die herrschenden und vornehmen Klassen eine etwaige Annahme eines Reichstagsmandats erst dann erleiden. des verfaulenden Römerreichs, von denen der Dichter fang: erklären, wenn sich das endgiltige Wahlergebniß übersehen " Ihr Trachten ist Geld, Geld die Tugend kommt nach Nach Meldungen aus Commentry hat der gestern bort bem Celd." Wenn nur Geld gemacht wird alles Andere lasse. Jedoch behalte sich der Fürst auch noch eine andere abgehaltene französische Bergarbeiter- Kongres Redem Cheld." Wenn nur Geld gemacht wird alles Andere Entschließung vor, was von der allgemeinen Aufnahme folutionen zu Gunsten des Achtstunden- Arbeitstags, der Er tommt erst in zweiter Linie. Und der Staat ist für diese goldhungrige Sippe einer Kandidatur abhänge. Das ist die höchste Vorrichtung einer Arbeiter- Pensionskasse durch den Staat und ficht!. nur eine melkende Kuh, die vermittelst der Klinke der einer 30 prozentigen Lohnerhöhung beschlossen und dem Gesetzgebung" trocken gemolten wird. Die Hamb. Nachrichten" protestiren an leitender Stelle Prinzip der Organisirung von Generalstreits zugestimmt. In anderen Staaten ist das ähnlich; der Besitz der gegen die Behauptung der Deutschen Arbeiterzeitung", Die französische Rammer und Regierung tritt schon in politischem Macht war von jeher hauptsächlich deshalb so Fürst Bismarck habe das vom vorigen Reichstage dargebotene der Frage der Wettrennen den Rückzug an. Die Kammer hoch geschäßt, weil er die Möglichkeit wirthschaftlicher Aus- Sozialistengesetz verworfen, und wiederholen ihre frühere Er wird erklären, daß sie einen modus vivendi in der Weise nuhung pewährt. Die am Staatsruder befindliche Klasse klärung, daß der Fürst das Gesez auch ohne den Aus- herzustellen gedenke, indem sie im Interesse der Pferdezucht hat zu allen Zeiten und in allen Ländern den Staat zur weisungsparagraphen empfohlen habe, unter der Voraus unter gewissen Bedingungen das Wetten zuläßt, aber die Förderung ihrer Klasseninteressen und persönlichen Zwecke ſetzung freilich, daß das Plenum des Reichstags das Theilnahme der ärmeren Klassen der Bevölke benutzt. ir glauben aber nicht, daß in der Geschichte unverkürzte Gesez nicht annehmen würde. Der rung an den Wetten verhindert.irgend eines der zeitgenössischen Staaten ein Seitenstück zu Kanzler wollte eben die Verantwortung dem Reichstage überder jede Hulle verschmähende Rücksichtslosigkeit zu finden ist, lassen. Aber da die konservative Partei erklärt habe, für Eine doppelte Wahl zum gefeßgebenden Körper fand mit der bei uns ganze Parteien den nackten das Gesetz nur dann stimmen zu wollen, wenn die Regierung vor einigen Tagen im zweiten und dritten Wahlbezirk von Interessentultus als ihr politisches Programm vorher die Erklärung abgäbe, daß sie damit einverstanden Rouen( Departement der unteren Seine) statt. Die Kans bezeichnet, und an der Verwirklichung dieses Programms sei, so sei das Gesetz gescheitert. Die Hamb. Nachrichten" didaten der Arbeiterpartei, die Bürger Gahineau und gearbeitet haben. Wir nennen uns gern das Volk der Ideale fügen hinzu, daß es danach jedenfalls wahrheitswidrig und Cornillard, vereinigten 3010 resp. 1014 Stimmen auf sich. und rümpfen die Nase über die realistische Profitwuth der widersinnig sei, Fürst Bismarck für die nach Erlöschen des Das ist ein Erfolg, auf den wir um so stolzer sein dürfen, jungen Bursche unters Militär und können nicht genug Soldaten friegen Um dem Napolium die Kastanien aus dem Feuer zu holen," schaltete der Glaser ein. So daß Giner nur noch um schweren Lohn Leute für die Feldarbeiten finden kann," fuhr der Klosterbauer fort. Grundschlecht sind die Zeiten." in breitspuriger Würde dahertrat, als wollte er den Leuten zurufen: aufgeschaut, hier kommt der reiche Klosterbauer! follte Späße treiben! hinzu. " " Ich hab' unseren Ambros gemeint", fügte Vefa Mit dem hat's schon noch Zeit," wehrte ihr Bruder Ich war älter wie er, wann ich heirathete." " Jung gefreit, hat Niemand gereut, und reden tann man ja davon", äußerte die Schwester. " ab. Er schob seine Pelzmüze verdrteßlich hin und her, und Hartwanger nickte zustimmend. wilden Hafer gefäet hätte und dennoch gäbe es jetzt in St. Vigil keinen respektableren Mann als ihn. " Freilich, Du warst auch ein Wilder," schmeichelte die Schwester, und die Hochmuthwinkel seines Mundes verzogen sich wohlgefällig. " Einen wilden Stier zu bändigen, ist nicht jeder Dirne ihr Geschmack," sagte Hartwanger trocken. Soll's denn im Ernst gelten? Denn Ihr wisset ja, wenn der Ambros nicht will, so will er halt nicht." " Wenn nur einmal rechtschaffen Frieden in der Welt Reden kann man freilich alleweile davon", gab der Der Klosterbauer zog die Brauen in die Höhe, cr würde, so könnte noch alles gut werden," meinte er. Jetzt Klosterbauer zu. staunt, daß man seinem Willen gegenüber von dem eines liegt der Preuß auch am Boden, wie alle Anderen," fuhr er Ja, das kann man schon", meinte auch der Glaser, Anderen sprach und vollends von dem seines Sohnes. fort, und sein Freund, der Russ, soll just von dem Napo- und" Befa rief:„ Aber eine rechte Feine muß es sein, Sierauf etwas zu erwidern hielt er der Mühe nicht werth. lium Schläg' gefriegt haben, wie sie in Bruned erzählen. Meister." Vefa aber sagte: Darüber laffet Euch kein graues Aber was hilft's, wenn sie auch Friede schließen, morgen Weiberschnack", brummte ihr Bruder. Schönheit Haar wachsen. Er wird schon wollen, wenn Ihr giebt's wieder neue Händel irgend wo anders." ohne Geld thut's nicht. Die Schönheit vergeht," bas Geld ihm eine rechte Feine aussuchet! das ist die Haupts Vefa warf ihrem Bruder einen bedeutungsvollen Blick bleibt. Ich hab's Gott sei Dank nicht nöthig, auf Geld zu ſache! Und ihre Verwandtschaft muß was vorstellen zu und sagte: sehen; aber die Zeiten sind schwer, und Geld zu Geld, das in der Welt. Er und sein Vater sind noch immer ein Herz giebt alle Wege eine feine Wujit." und eine Seele gewefen." " Ihr kommt ja weit im Lande umher, Meister Hart- Darin hatte sie Recht; denn Ambros hatte bisher noch wanger," nahm Besa das Wort, Wann Ihr also eine immer seinen Willen gehabt. Die Schwäche des Klosters Ja, will die Jungfer denn noch heirathen?" fragte Junge, Schöne und Reiche wisset, dann dentet an unseren bauers gegen ihn war die Eitelkeit, mit der er sich in dem Hartwanger mit einem nicht schmeichelhaften Erstaunen Ambros." Sohne spiegelte. für Befa. " Das ist ein seltener Bogel, den Ihr fangen wollet," Abgemacht also," sagte Hartwanger und die beiden Wenn Ihr Einen wüßtet, der mir ansteht, warum lachte der Glaser. Mit dem Gelde zumal will in diesen Männer reichten sich zur Bekräftigung über dem Tische denn nicht", zierte sie sich halb im Scherz halb im Gruste. unruhigen Zeitläuften Keiner herausrücken." Hände. Sie hat ja auch erst ein halbes Jahrhundert auf dem Rücken", höhnte ihr Bruder. Thr habt wohl Recht, Meister, und da dent' ich: es ist nicht gut in solchen Zeiten, daß der Mensch allein ist. Bu Bweien trägt es sich leichter." die Gelt, Ihr könnt aber auch durch die Thäler weit Befa war sehr zufrieden mit sich. Endlich würde wies und breit mit der Laterne suchen, ehe Ihr einen Buben der eine standesgemäße Bäyerin auf dem Klosterhose rest findet, der unserem Ambros das Wasser reicht," rief Vefa diren, und das war ihr Wert. Sie ließ ihre Augen über lebhaft und ihr Bruder bestätigte gelassen:„ Der Bub ist das von Alter tief gebräunte Hausgeräth gleiten und dachte freilich mein eigen Fleisch und Blut, was aber wahr ist, sich in dieser etwas düstern Umgebung, zu der das Holz, getäfel gut ftimmte, die junge, schöne Klosterbäuerin aus Sie protestirte mit einem zornigen Gesicht, obgleich ihr Bruder den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Weiß der Teixel, Ihr Weibsleute habt alle daffelbe Unglück," fiel er ihr in's Wort; Euren Taufschein hat das muß wahr bleiben." immer die Kay' gefressen, so daß Ihr nie wisset, wie alt Hartwanger hüftelte. Ihr seid." Wen wollt Ihr denn unter die Haube bringen?" lenkte der Glaser ab. Die Gitsche, die den Ambros freien soll," äußerte er, wird noch was mehr nöthig haben, als was die Jungfer vorher aufgezählt hat. Sie muß eine starke Hand haben, um den Ambros bei den Hörnern zu nehmen." „ Die wird er sich schon ablaufen," reichbegüterter Sippe. indem er sich zum Aufbruch rüstete. Hartwanger störte sie aus diesen Zukunftsträumen auf, " Der Sepp muß mich auch immer foppen; er ist ein bauer auf die Wiese sich begab, wo sämmtliches Gesinde, Vefa begleitete ihn nach St. Vigil, während der Klofter folcher Spaßvogel," beruhigte sich Vefa. Der Glafermeister bemerkte auch Ambros und Lifei, das frische Heu um Pfähle, durch aber machte verwunderte Augen zu der Behauptung, daß der der Klosterbauer, indem er sich mit einer Miene in welche Querstäbe gezogen waren, in Haufen stellte. Klosterbauer ein Spaßvogel wäre. Dieser Mann, der immer die Brust warf, die andeuten sollte, daß auch er seinen Fortsetzung folgt.) da wir unser Programm der politischen und ökonomischen) In Serbien geht es recht lustig her. Der Erkönig ter Stendal, 4. März. In einer gut besuchten Versammlung Enteignung der Rapitalistenklasse zum ersten Mal in diesem Milan wechselt mit dem Erminister Garaschania Briefe, im Vogelgesang" wurde nach einem Referat des Genossen Departement entrollt haben. worin sie sich gegenseitig den Mord zweier politischer Ge- Emil Schade die Gründung des Arbeiter- Bildungsvereins vorZwei andere Wahlen zum Generalrath werden in Cette fangenen vorwerfen. Wir kommen auf den Fall noch genommen. In der hiesigen fönigl. Eisenbahn- Werkstatt ist ein An( Hérault) und Marseille bald stattfinden. Die Kandidaten zurück. schlag angebracht, wonach jeder Arbeiter, welcher das Versammder Partei, die Bürger Courbes und Bernard Cadenat sind des Sieges über ihre Mitbewerber von der Bourgeoisie lungslokal der Sozialdemokraten, den Bogelgesang", besucht, sofort gekündigt wird. Daß hierin eine dirette Berrufserklärung sicher.( Dies hat sich inzwischen schon für ersteren bewahr des Wirthes vom Lokale Vogelgesang vorliegt, ist einleuchtend. heitet.) Nur gemach ihr Herren, immer fest verboten. Jedes Verbot ist ein Agitationsmittel für uns, für die Sozialdemokratie. Die franzöfifche Zollkommission ist eben an der Arbeit, die Zölle auf Getreide, Vieh, Zucker u. s. w. auf alle die hunderttausend Dinge auszudehnen, welche den französischen Handel mit dem Auslande bilden. Unser Pariser Korrespondent schreibt uns hierüber: Werden diese Zölle von der Kammer genehmigt und sie werden es so bereitet sich für 1892 eine Krisis vor, neben welcher die Rrifis, welche 1860 der vom Baune gebrochenen Einführung des Freihandels folgte, gar nicht ins Gewicht fällt. Man hat ausgerechnet, daß alle diese Prämien, welche man dem Großgrundbesitz und einigen hohen Industriebaronen so freigebig bewilligt hat, für die Konsumenten, soweit sie Arbeiter und Kleinbürger sind, eine durchschnittvorrufen werden. Ueber London kommen Meldungen aus Petersburg, wonach die russische Polizei den ſeit Jahren vergeblich gesuchten Nihilisten Degajew ergriffen haben soll. Man berichtet hierüber der Bossischen Zeitung": Aus Petersburg ist durch den Draht die Nachricht hierher gelangt, daß der Nihilist Degajem, welcher verdächtig ist, den Oberst Sudeitin, Chef der Geheimpolizei, im Jahre 1888 ermordet zu haben, vor 14 Tagen in Kostroma, wo er unter falschem Namen bei einem unteren Beamten der Kanzlei des Gouverneurs wohnte, verhaftet ist. Degajem galt als das wichtigste Mitglied der revolutionären Terroristenpartei. Die Regierung hatte eine Belohnung von 10 000 Rubeln auf seine Ergreifung ausgesetzt. Mehrere andere Personen in Kostroma, die in Verbindung mit dem erwähnten Morde gebracht werden, find verhaftet, darunter ein Turnlehrer, der bei seiner Feft nahme Selbstmord beging. Der Gouverneur von Rostroma, Staatsrath Kalatchew, wurde nach Petersburg berufen. * Erfurt. Im Prozeß gegen die Genoffen Karl Schulze und Paul Rosenthal wegen durch die Presse begangener Beleidigung bezw. Beihilfe dazu hat das Neichsgericht am 12. Februar entschieden, daß das Urtheil des Erfurter Landgerichts in Bezug auf die Klage des Bauunternehmers Göze- Weimar gegen Schulze gerechtfertigt sei, in Bezug aber auf den Freiherrn v. Erffa im Ziegenrücker Kreise nochmalige Verhandlung vor dem Erfurter Gericht stattzufinden habe, damit festgestellt werde, ob Schulze nur die Verleger- Verantwortung oder auch die Verantwortung als Verfaffer treffe. Infoweit ist also die Reviston unseres Ge nossen Schulze von Erfolg gewesen. Die Revision unferes Genoffen Rosenthal, welcher als Drucker des betreffenden Flugblattes, durch das der Freiherr v. Erffa sich beleidigt fühlte, der Beihilfe beschuldigt war, ist von vollständigem Erfolg gewesen. die Gründung einer Genossenschafts- Bäckerei hierselbst beschloffen Nach Meldungen aus New- York beurtheilt der Herald" liche Vertheuerung des Lebensunterhaltes um 20 pet. her- die finanzielle Situation der Verein. Staaten von und Belgien, diese Grenzsperre für ihre Waaren mit der Hoffnungen, die man auf seine Thätigkeit gesezt habe, ge und die Statuten für dieselbe bereits angenommen. Liſten zum Andererseits beabsichtigen z. B. die Schweiz, Holland Nordamerika in ungünstiger Weise. Der Kongreß habe die Hannover, 6. März. Die hiesigen Sozialdemokraten haben täuscht; er habe Mittel zur Anwendung gebracht, die Kündigung nicht allein der Handelsverträge im eigentlichen schlimmer seien, als die zu heilenden Uebel. Ueber 1000 Ginzeichnen in die Genossenschaft liegen an mehreren Stellen aus. Sinne, sondern auch der Uebereinkommen über die Fabrik Millionen Dollars seien verschleudert worden und während Darmstadt, den 4. März. Für die Wahlkreise Darmstadtmarken, den Transit( Waarendurchgang durch ihre Länder) der kommenden drei Jahre werde jedes Mal mit einem Großgerau, Erbach- Bensheim und Worms- Heppenheim findet am u. f. w. zu beantworten. Man berechnet, daß der Schaden, ernstlichen Defizit anstatt der bisherigen beträchtlichen Ueber- Sonntag, den 15. März in Darmstadt eine Wahlkreis- Konferenz welchen dieser Schlag unserer Ausfuhr von Manufaktur der waaren bringen wird, ziemlich eine Million Arbeiter, meist schüsse zu rechnen sein, trotz der Zunahme der Steuererträge. ftatt. Als Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Die Bedeutung bet Presse, mit besonderer Berücksichtigung des Standes der HessiFamilienhäupter, treffen wird, von denen ein Viertel oder Nach Meldungen sind die Revolutionäre in Chile schen Volksstimme." 2. Der Achtstundentag und die Kundgebung höchstens ein Drittel in den mit Rücksicht auf den Konsum auf der ganzen Linie siegreich. Eine Depesche aus Iquique für seine Durchführung. 3. Die Wichtigkeit der Organisationen im Innern umgebildeten oder vergrößerten Werkstätten ein meldet, die Truppen der Kongreßpartei hätten die Regie- für Arbeiter und Arbeiterinnen. Zotal und Stunde des BeUnterkommen finden wird. rungstruppen bei Bozo al Monte, 25 Meilen von Iquique sinnens wird später bekannt gegeben. geschlagen. Die ganze Provinz Tarapaca sei jegt in der Verwaltung der Kongreßpartei. Die Ruhe in Iquique sei wieder hergestellt. Fast 700 000 Menschen ohne Arbeit, ohne Brot; so soll es sein! Diese Aussicht auf ein Heer des Hungers von mehr als einer halben Million Menschen ist für die scharfblickendsten unter unseren staatserhaltenden Klassen ziemlich besorgnißerregend. Sie sind sich der„ Gefahren", welche daraus in Bezug auf die soziale Entwickelung entspringen" könnten, wohl bewußt. Die Sachlage ist die, daß bei den seit einigen Jahren vorhanbenen Fortschritten der sozialistischen Ideen und derOrganisation: der Arbeiter die Bourgeoisregierung der französischen Republik nicht leicht ein derartiges Kap der Stürme glücklich umsegeln wird. Die Sozialisten find auf der Hut und rüsten sich, auch das ihrige zu diesem Schiffbruch bei zutragen. Wie sehr unser Rorrespondent Recht hat, geht aus einem eben eingetroffenen Telegramm hervor, welches meldet: Das Journal des Débats" kündigt die Schließung weiterer Spiritusbrennereien als unmittelbar bevorstehend an und bemerkt, diese ersten Resultate des Schutzzollsystems gestatteten einen Blick in die Zukunft. Der Nuin der fran zösischen Spiritusindustrie sei nur das Vorspiel zur Vernichtung mehrerer hundert anderer Industrien und des Elends einer Million von Arbeitern. Das Blatt schließt seine Ausführungen mit der Frage, ob die Herren Meline und Ge nossen wohl den traurigen Muth haben werden, bis zum Ende zu gehen. Der franzöfifche Thronprätendent und Bruder Napoleon M., Jerome Napoleon( Plon- Plon) soll im Sterben liegen. Aus der Spielhölle von Monaco wird gemeldet: In Mentone hat sich ein durch die Bank ruinirter Offizier, in Nizza gleichfalls eine um Hab und Gut gefommene Dame ums Leben gebracht. Legtere, eine schöne, elegante Fremde wie man glaubt Amerikanerin warf sich unter den Zug und wurde gräßlich verstümmelt. Ein französischer Advokat endlich, der die ihm anvertrauten Gelder feiner Klienten im Spiel verloren hatte, versuchte im Hotel sein Leben durch Gift zu enden, wurde aber gerettet und ins Gefängniß gebracht. Diesem Unfuge gegenüber verhalten sich die Re gierungen ganz neutral. Hält sich aber ein oder der andere arme politische Flüchtling in der Schweiz oder in Bulgarien auf, so wird sofort eine große diplomatische Aktion eingeleitet.nl Die Londoner Agentur des Depeschenbureaus Herold" erhielt vom auswärtigen Amt die Mittheilung, daß das gelbe Fieber in Brasilien sich immer weiter ausbreitet, und daher vor Auswanderung dorthin dringend zu warnen sei. des fratischen Versammlungen ausführliche stenographische Berichte Gutes Vorhaben. In Hessen sollen über alle fozialdemo von den Beamten gemacht werden. Das ist sehr erfreulich. Beamten eifrig studirt werden. Diese würden sicher noch vieles Hoffentlich werden die Berichte genau abgefaßt und von den lernen Köln, 6. März. Die„ Germania" bringt einen Bericht über einen sozialpolitischen Vortragsabend" der Ultramontanen Rölns, in welchem ein Kaplan Dr. Oberdörffer den sozialistischen Zu In der Konvention, welche am 2. b. Mts. in funftsstaat" malträtirte. Das Kölner Karnevalsbild muß auf Sydney zusammenkam, um die Föderation der den Dottor- Kaplan eine recht nachhaltige Einwirkung ausgeübt australischen Kolonien herbei zu führen, find sämmt haben, denn er geftel sich darin, seinen Vortrag mit einem echten liche Rolonien australischen Festlandes, sowie Hanswursten Stücklein zu beginnen. Dem Bericht nach erTasmanien und Neu- Seeland vertreten. Wir lesen über lärte er: Das Romitee sei der Ansicht gewesen, baß über den„ soziadieses Ereigniß in einer Londoner Korrespondenz der„ Frank- listischen Zukunftsstaat", über welchen der erkrankte Dr." Lieber furter Beitung": sprechen sollte, Niemand besser unterrichtet sein könne, als bie " Sir Henry Parkes, ber 76jährige Premierminister von sozialistischen Führer. Daher habe man sich telegraphisch Neu Südwales, hat am Samstag als Losungswort die Devise an Herrn Bebel in Berlin gewandt, ob er über dieses ausgegeben: ein Volt, ein Schicksal". Da die Kolonisten Thema sprechen wolle. Dieser habe indeß geantwortet, Australiens demselben Voltsstamm angehören, so tann man nur seine Frau" wolle es nicht haben.( Große Heiterfeit.) Herr bedauern, daß nicht weit früher, etwa zu Anfang dieses Jahr Liebknecht habe auf eine gleiche Anfrage geantwortet, er müsse in hunderts, England weitausschauende Staatsmänner besessen hat, die Philharmonie gehen.( Stürmische Heiterkeit.) Infolge dessen welche ein einheitliches Verwaltungssystem für den ganzen habe der Redner seinen Vortrag auf beide Punkte der Tagesord australischen Kontinent einführten. Jezt, wo das Land in 5 nung, auf den sozialistischen und den katholischen Zukunftsoder wenn man Neu- Seeland und Tasmanien dazu nimmt, in staat(!!!) ausdehnen müssen. 7 selbständige Gemeinwesen getheilt ist, mit Sonderinteressen und Der Doktor- Kaplan trat dann den sogenannten Beweis" eigenartiger Entwickelung, ist die Aufgabe, eine Zentralver- an, daß die Forderungen der Sozialdemokratie unvernünftig" waltung herzustellen, weit schwerer; man möchte fast sagen un- feien und wider göttliches und menschliches Recht" verstoßen. ausführbar, wenn nicht der demokratische Geist, welcher die Kon- Ueber den„ katholischen Zukunftsstaat" äußerte er sich wie stitutionen der einzelnen Rolonien burchweht, dem Einheits- folgt: bestreben Vorschub leistete. Zunächst handelt es fich nur um Das politische Jdeal der Ratholiten ist ein Rönigthum, eine von den leitenden Staatsmännern unterstützte Bewegung welches nur für das Wohl der menschlichen Gesellschaft lebt und man muß abwarten, ob die einzelnen Parlamente und in und wirkt und seine Stüße findet in dieser Gesellschaft, letter Instanz die Bevölkerung Australiens den Plan gutheißen welches die Mitte hält zwischen absolutistischem Zäsarismus werden. Um eine einheitliche Verwaltung zu schaffen, müssen und tonstitutionellem Scheintönigthum. In wirthschaftlicher Bedie verschiedenen Kolonien auf einen Theil ihrer Autonomie ziehung wäre nach Ansicht der katholischen Sozialpolitiker die zu Gunsten der Zentralregierung verzichten. Dieses Opfer zu Gesellschaft in Berufsgenossenschaften zu gliedern. Die wirthbringen, dürfte Manchem um so schwerer fallen, als fein äußerer schaftliche Freiheit bedeutet für sie nicht den Kamps Aller gegen Einfluß, keine dringende nationale Nothwendigkeit für eine Alle, sondern die Schaffung und Erhaltung möglichst vieler selbstsolche Aenderung der Verfassung vorliegt. Welche Form die ständiger Interessen; die Freiheit soll ihre Stüße und Grenze geplante Föderation annehmen wird, ob man Kanada als finden in der organisirten Berufsgenossenschaft. Die sämmtlichen Vorbild nehmen soll, wie die Vertreter von Neu- Südwales, Bürger lassen sich in vier Klassen theilen. Die erste Klasse würden Queensland und Bittoria wünschen, oder die Vereinigten Diejenigen bilden, welche für das geistige Wohl der Gesellschaft Staaten von Amerita, wie die Vertreter von Süd- und von wirken: die Priester, Ordensleute und Lehrpersonen; zur zweiten West- Australien verlangen, dürfte in den nächsten Tagen klar würden solche gehören, welche im Staatsdienste für das öffentliche werden. Tasmanien neigt ebenfalls der leztgenannten Ver- Wohl arbeiten, sei es im Heer, in der Gerichtsbarkeit, in der fassung zu. Im Allgemeinen sind es die reicheren und Verwaltung oder im öffentlichen Verkehr. In die dritte Klasse mächtigeren Kolonien, welche eine fräftigere Bentral fallen Alle, die eine private wirthschaftliche Thätigkeit entfalten: leitung vorziehen, während die jüngeren und schwächeren, auf im Handel, im Handwerk oder in den freien Künsten. Die vierte die Bewahrung ihrer Selbständigkeit eifersüchtiger, einen Staaten Klasse endlich würde die ackerbautreibende Bevölkerung bilden. bund einem Bundesstaat vorzuziehen. Doch ist dieses nur Es würde nicht schwer fallen, die einzelnen Sände zu ordnen in Nebensache. Gesammt und Zweiggenossenschaften je nach der Art der Thätig Die eigentlichen Schwierigkeiten beginnen, sobald es darauf teit. Die Großindustrie ist das Schreckenstind unserer Zeit; fie ankommt, die Befugnisse der Zentralregierung festzustellen. hat die schreienden Mißstände herbeigeschafft, unter denen wir Daß diese mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten feufzen. Sie hat zahllose Existenzen vernichtet und leider auch betraut wird, ist selbstverständlich. Sie wird jedoch vorerst nur viele Arbeiter ausgebeutet, indem fic die Arbeitszeit übermäßig burch Bermittelung des englischen Sekretärs des Aeußern mit ausdehnte und den Arbeitslohn unter Gebühr herabdrückte. fremben Staaten verkehren tönnen. Gine Vereinfachung der Die Quintessenz der ganzen sozialen Frage bleibt die Lohnfrage. Prozedur ist, so lange die Kolonien zum britischen Reich ge- Der Arbeiter hat Anspruch auf auf einen Antheil Unternehmergewinn, dessen Norm durch die Genossenschaft festhören, nicht möglich. zusehen wäre und welche im Einzelnen von Zeit zu Zeit zwischen beitszeit läßt sich nur regeln durch Eintheilung der Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeiter festgestellt werden müßte. Auch die ArGenossenschaften. Das religiöse Programm der Katholiken ist in allen Jahrhunderten dasselbe; es ist ebenso unabänderlich, wie fein Urheber." Und diese Schwierigkeiten werden vvoraussichtlich den Plan der Lostrennung vom Mutterlande nur rascher zur Reife bringen. am Die Erklärungen des italienischen Ministerpräsidenten Rudini über die auswärtige Politik Italiens haben unseren Chauvinisten sehr wenig gefallen. Daß Herr Nudini sagte, Italien werde am Dreibund festhalten, das finden sie natürlich ganz in der Ordnung, aber daß er hinzufügte, Italien werde auch mit Frant reich freundschaftliche Beziehungen pflegen, das paßt den patriotischen Herren Nadaupolitikern gar nicht in den Kram. Rudini will Licht und Schatten zwischen Deutschland und Desterreich- Ungarn einerseits und Frankreich ander seits vertheilen; und das geht nicht an. Das verträgt fich Die Frage: Bundesstaat oder Staatenbund wird den nicht mit dem Dreibund" ruft das„ Leipziger Tageblatt" Australiern nicht viel Kopfzerbrechens verursachen. An eine Ja warum denn nicht? Bedingt denn der Dreibund Feind- Bentralisation im deutschen oder französischen Sinne ist bei schaft mit Frankreich? Bisher wurde das hartnäckig abge einer Bevölkerung englischer Abkunft von vornherein nicht leugnet. Wie dem nun sei Italien ist zum Glüd nicht in der Lage, unfern Chauvinisten viel Berau denken. Und es kann sich überhaupt fürs Erste nur um als was die katholische Hierarchie stets war in Theorie und eine ziemlich lose Verbündung handeln. gnügen zu bereiten. Die Interessen und Sympathien Das einzige wirkliche Hinderniß sind die ungeheuern Der Maffe des italienischen Bolts neigen unzweifel- Entfernungen. Die Kolonien, welche die Bereinigten Staaten der französischen Stepublik zu; Herr Crispi, von Amerika gründeten, grenzten sämmtlich aneinander ber in seinem Apostatenhaß gegen die Demokratie dies ver und nahmen einen vergleichsweise nur geringen Raum ein. fannt und sich der Bismarc'schen Reaktionspolitik in die Indeß auch die Schwierigkeiten der Entfernungen werden Arme geworfen hatte, wurde das Opfer seiner falschen Be überwunden werden und das 19. Jahrhundert wird, aller rechnung. Und wollte Herr Rudini in die Bahnen des Wahrscheinlichkeit nach, vor seinem Scheiden nach die Veritalienischen Bismarck einlenken, so würde er bald dessen einigten Staaten von Australien fehn.Schicksal zu theilen haben. haft In Dänemark scheint der langjährige Verfassungsfonflikt seinem Ende entgegen zu gehen. Während früher von der Opposition alle Forderungen der Regierung abge lehnt wurden, meldet eine Depesche aus Kopenhagen von gestern: Korrespondenzen und Parteinachrichten. So viel Worte, so viel Dummheiten und Unwahrheiten. Der katholische Zukunftsstaat" würde gar nichts anderes sein können, Praxis: eine Einrichtung zur Knechtung und Stallfütterung der Boltsmaffen mit einem schmarogenden Pfaffen- und Mönchsthum demokratischen Sozialismus geborenen Gedankens der berufsan der Spitze. Die Anwendung des neuzeitigen, aus dem genossenschaftlichen Organisation der Arbeit auf das Prinzip des „ katholischen Bukunftsstaates" ist ein frommer Betrug. Chemnih, 4. März. Die Vorstände der sämmtlichen hiesigen Gewerkschaften werden eine Statistit über die gegenwärtige Arbeitslosigkeit im hiesigen Bezirk aufstellen. Dieselbe ist ohne Zweifel erheblich, aber schwerlich werden die Gewerkschaften ziffernmäßig genaue Belege über ihren Umfang beibringen können. Wer heute über den Arbeitsmarkt ein Urtheil gewinnen will, der muß vor Allem nicht nur die völlig Arbeitslosen zählen, sondern auch die weit größere Menge derer berücksichtigen, die nur theilweise beschäfdotigt find. Namentlich in einem Theile der sächsischen Hausindustrie müssen die Arbeiter jetzt tagelang, ja wochenlang auf Beschäftigung warten, ohne daß sie deshalb eigentlich arbeitslos" im gewöhnlichen Wortsinne wären. Auch die zahlreichen und oft sehr erheblichen Betriebseinschränkungen und die stark ausgedehnten Wartezeiten in der Hausindustrie sind für die augenblickliche allgemeine als die Zahl der völlig Arbeitslosen. Sie verschwindet in den Lebenshaltung der fächsischen Arbeiter von größerer Bedeutung, großindustriellen Bezirken gegen die Menge der nur theilweise Beschäftigten, Hamburg, 7. März. In einer gestern Abend im Beisein Rechten wurden gestern Abend Bereinbarungen getroffen über des Abgeordneten Grobme in toma abgebotenen Boltsversamm " Zwischen der Regierung, der Oppositionspartei_und_ber die Errichtung eines Greihajens in Kopenhagen, die Aufhebung lung wurde beschlossen, ben 1. Men feiern, aber ein leichterung bieter und Betroleum und über ein gemeinen Kaffe zuzuwenden. Der darauf folgende Sonntag foll Der Schifffahrts- Abgaben, die theilweise Aufhebung bezi Er- Viertel des an diesem Tage verdienten Arbeitslohnes der allber Steuer auf Zucker ( gefek betreffs Altersversorgung mit einem Staatszuschuß von festlich begangen werden. jährlich 2 Millionen." Theater. Dienstag, den 10. März. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing- Theater. Thermidor. Berliner Theater. Arbeit. Deutsches Theater. Das alte Lied. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Wallner Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Vorher: Die Schulreiterin. Viktoria Theater. Die fieben Raben. . Bellealliance- Thenter. Gavaut, Minard u. Ro. Oftend- Theater. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 10. März, Abds. 81/2 Uhr, im Lokale des Hrn. Knebel, Badstr. 58. Grosse Versammlung Tages Ordnung: 341/9 1. Vortrag des Reichstags- Abgeorneten Wurm über„ Fabrik- Inspektion". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Zahlstellen des Vereins, wo des Sonntags von 10-12 Uhr Beiträge entgegen genommen werden( auch werden daselbst Mitglieder aufgenommen) befinden sich in folgenden Lokalen: Fr. Gleinert, Müllerstr.174, Ecke Fennstr.| Fr. Linneken, Beusselstr. 57. Oskar Kleinau, Gartenstr. 171. Emil Schmidt, Tresckow- und DiedenJulius Otto, Bankſtr. 33. hofenerstraßen- Ecke. Louis Vieck, Birkenstr. 34. Steinbach, Antonftr. 1, Zigarrengeschäft. Central- Kranken- u. Sterbekasse d. Tischler. Sonnabend, den 14. März, im Konzerthaus Sanssouci: Grosser Wiener Masken- Ball veranstaltet von Mitgliedern obiger Rasse. Anfang 812 Uhr. Billets à 50 Pf. Hierzu ladet ergebenst ein Das Komitee. Billets sind zu haben auf den Zahlstellen sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen, ferner bei den Herren A. Geske, Forsterftr. 48, v. 4 Tr.; Gustav Logan, Staligerstr. 66, Hof 4 Tr.; H. Pielecke, Rottbuser Ufer 60, Hof 2 Tr.; Rölling, Kottbuser Damm 93, v. 3 Tr.; R. Krüger, Manteuffel, Straße 67, Seitenfl 3 Tr.; 0. Rasche, Mariannenstr. 34, Hof 2 Tr.[ 112/2 Seinrich Seine. Verein der Eisen- und Metalldreher Berlins u. Umgegend. Deutsch- Wilmersdorf. Volksgarten v. Pietsch. Vorher: Der Präsident. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Vorstellung. Große SpezialitätenGebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Vorstellung. Mittwoch, d. 11. März, Abds. 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75( unterer Saal). Grosse Versammlung Zages Ordnung: 144/8 330 008 Sonnabend, den 14. März, findet vom Beerdigungs- Verein der Zimmerer Deutsch- Wilmersdorfs und Umgegend 1. Der wirthschaftliche u, politische Bankerott des Rapitalismus. Ref. Pëus. das 2. Raffenbericht für 1890. 3. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Wintergarten. Große Spezialitäten- aller beim denaturirten Spiritus interessirten Berufe, als da sind: Tischler, Möbelpolirer, Drechsler, Klavierarbeiter, Hutmacher, Vergolder, Rohrleger und speziell die Haushaltungs- Vorstände Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. am 11. März, Abds. 81/2 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstr. 21. Tages Ordnung: Circus unter Wasser.steuer- Gefe, feine Wirkung für die arbeitende Klaſſe. 2. Diskussion. Die Marionetten. 3. Berichterstattung über die Thätigkeit der Kommission zur Beseitigung des 1. Vortrag des Stadtverordneten Fritz Zubeil über: Das Branntweinund oder: denaturirten Spiritus. 4. Kassenbericht. W Die 21 er Rommission des Deutschen Reichstags zur Berathung der Täuschungen in ein. Damen- Pensionat. Branntweinsteuer- Gesetz- Novelle ist hierzu eingeladen. Die Arbeitervertreter Sensationelle Wasserpantomime. haben ihr Erscheinen zugefagt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer: Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92. Englischer Garten. 109/7 Direttion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Fräulein Liri Armani, schwedische Chansonette. Klempner Berlins u. Umgegend. Umberto Bozza, Produktionen auf Dienstag, den 10. März, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Saal, Alte Jakobstr. 48a. dem Piedestal. Frl. Lilli Nora, deutsche KostümSoubrette. Die berühmte Borza- Truppe, Parterre- Akrobaten. Sr. Paul Jülich, Gesangshumorist. Kathi und Pepi Wolter, GesangsDuettisten. Große öffentliche Versammlung Zages Ordnung: 1. Die Aussperrung der Hamburger Tabafarbeiter. Referent Roll. Weber. 2. Bericht der Lohnkommission. Berichterstatter Roll. Köhler. 3. Revisionsbericht der Lohnkommission. 4. Verschiedenes. Kollegen, da die Tagesordnung eine hochwichtige ist, so bitten wir, recht Der Einberufer. Ballet Gesellschaft Menni, 6 Pers. zahlreich am Plaße zu sein. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 187/5 Große öffentliche Versammlung 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf der gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins u. Umgeg. 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 Mittwoch, den 11. März, Abds. 81/2 Uhr, im Saale des Relik, Bergstr. 23. Norden. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichtags- Abgeordneter Herrn Heine. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten Tellerfammlung. Es werden alle Hilfsarbeiter hiermit eingeladen. Faller für F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Wall Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Der Einberufer. 157/9 Große öffentliche Versammlung Frauen u. Männer 153/16 Mittwoch, den 11. März, Abends 8 Uhr, bei Bolzmanu, Andreasstr. 26. Tages Drdnung Vortrag des Herrn Regierungsbaumeister Keßler über Familie und Sozialismus". Diskussion. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Die Einberuferin. Freireligiöse Gemeinde. Empfehle zugleich meinen Frühstücks- Dienstag, den 10. März, Abds. 81/4 Uhr, im großen Saal von Joël, Andreasstr. 21. und reichhaltigen Mittagstisch, sowie Vortrag von Fran Henrich- Wilhelmi 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Ver sammlungen. 703 F. Sodtke. über Feuer- Bestattung. Nach dem Vortrage freier Meinungsaustausch. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Passage Gauverein Berliner Bildhauer. Panopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe Dienstag, 10. März, im Vereinslokal, Prinzenftr. 87, bei Herrn Gaillard. Ausserord. Mitglied.- Versammlg. d. Zentral- Krankenkasse Zages Ordnung: 868 mit 2 Köpfen. 1. Geschäftliche Mittheilungen. 2. Entgegennahme und Beschlußfassung Amerikanerin von Anträgen zur Statutenänderung für die diesjährige General- Versammlung. 3. Verschiedenes. m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. JA Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Welt- Restaurant. 97. Dresdenerstraße 97. Täglich Auftreten der Norddeutschen Sänger ( 7 Personen) sowie der Konzert- Sängerin Fräulein Elise König und Geschw. Waldmann. Auftreten des Der wichtigen Tagesordnung wegen, ist es nothwendig, daß die Mitglieder recht zahlreich erscheinen. Der Verwaltungs- Vorstand. Bock- Bier 20 Flaschen 3 Mark. Berliner Unions- Brauerei empfiehlt ihr vorzügliches Münchener Bier 25 gr. oder 30 fl. Flaschen für 3 Mart, Pilsener Bier 25 gr. oder 30 ft. Flaschen für 3 Mark, 828L helles Lagerbier 30 gr. oder 36 kl. Flaschen für 3 Mart, direkt von der Brauerei: Hafenhaide Nr. 22/31, und in allen besseren Kolonialwaaren Geschäften zu haben. = 20 Flaschen 3 Mark. Bock- Bier dritte Stiftungsfest statt, verbunden mit Ball intl. Kottillon- Aufführung. Gäste sind willkommen. Entree Herren 75 Pf., Damen 25 Pf. Das Komitee. 335/12 Charlottenburg. Freie Dissidenten- Gemeinde. m he & A DE 2 81 a fo a d ด 142/5 9 S 9 Mittwoch, den 11. März, Abends 8 Uhr, in„ Bismarckshöhe"( großer Saal), Wilmersdorfer- Straße 39. Große öffentliche Versammlung Menschenrecht" 180 L 13 Tages Ordnung: Vortrag der Frau Hedwig Henrich- Wilhelmi über„ Frauenrecht ist Zutritt ist Jedem ohne Unterschied des Glaubens gestattet. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Reich illustrirte Preiscourante versenden wir gratis und franko. Zur Der Vorstand. Reich illustrirte Preiscourante versenden wir gratis und franko. Einsegnung empfehlen wir All di Schmuck aus echten böhmischen fein geschliffenen Granaten. 肪 Spezialitäten in hochfeiner Ausführung. Apparteste Muster. Gediegene Faffung in allen anwendbaren Form- Arten. Reichste Auswahl. Solideste Bedienung. 75 M Schönste und beliebteste Brant- und Gelegenheitsgeschenke. August Goldschmid& Sohn, *.*. österr. Hoflieferanten aus Prag. Filiale in Berlin W., Friedrich- Strasse No. 175. Soeben erschienen! Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße 3. 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März. 2 Uhr. Dienstag, den 10. März 1891. 8. Jahrg. bringen will, wird die Vorlage an eine Rommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Es folgt die erste Berathung der internationalen Konvention über den Eisenbahn- Frachtverkehr. Präsident des Reichs- Eisenbahnamts Dr. Schulz: Die Vor# Telegraphen- und Telephonanlagen herzustellen und zu betreiben. Ein Telegraphenregal sei zwar nicht von allem Anfang an vorhanden gewesen, habe sich aber historisch herausgebildet. Art. 48 der Reichsverfassung spreche nur von der Einrichtung des Telegraphenwesens als einer einheitlichen Staats- Verkehrsaustalt; Am Tische des Bundesrathes: von Bötticher, Holl- die Auslegung dieser Bestimmung durch die Reichsorgane, daß lage ist bestimmt, der Vielfältigkeit der Bestimmungen auf diesem mann, von Marschall, von Malzahn. damit ein Alleinrecht des Reiches gegeben sei, werde, wenn Gebiete abzuhelfen, und wird nach dem bewährten Vorbilde des dieser Auslegung entspreche, Weltpost- und Welttelegraphen- Vertrages große Schwierigkeiten Gingegangen ist ein Vertrag mit Dänemark betr. die Auf- auch faktisch der Zustand hebung des Abschosses und Abfahrtsgeldes. nicht durchweg anerkannt. Wenn jetzt die verbündeten beseitigen. Dieses Ziel war erst in langjährigen Verhandlungen Die Berathung des Extra- Ordinariums des Marine- Regierungen durch die Vorlage des Gesetzes die Zweifel und nur durch allseitiges Entgegenkommen zu erreichen. DeutschEtats wird fortgesetzt, und zwar mit der Abstimmung über den an der rechtlichen Grundlage des in Anspruch genom- land besaß erfreulicherweise schon ein einheitliches EisenbahnAntrag v. Manteuffel, die Forderung von zwei ersten Raten für menen Regals beseitigen wolle, so würden sich aus der Frachtrecht, das wesentlich mit dem österreichisch ungarischen die Panzerfahrzeuge" S" und" U" sowie die für die artilleristische Sonderstellung Württembergs und Bayerns wiederum neue übereinstimmte und auch im Verkehr mit den anderen NachbarArmirung geforderten Summen an die Budgetkommission zurück- Schwierigkeiten ergeben, welche in der Kommission erörtert wer- staaten Anwendung fand. Dieses wurde den Verhandlungen mußten zuverweisen. Die Abstimmung über den Antrag hatte am Sonn- den müssen. Ein solches Recht der Verwaltung müsse einheitlich vielfach zu Grunde gelegt; den Rechtsanschauungen anderer Die Zugeständnisse gemacht werden. abend die Beschlußunfähigkeit des Hauses ergeben. auch in dem Sinne ausgeübt werden, daß Niemand benach Staaten deckten fich aber glücklicher Weise mehrfach Der Antrag wird heute mit beträchtlicher Mehrheit angetheiligt, Niemand bevorzugt werden darf: erst vor einiger Zeit letzteren des deutschen Handelsstandes. nommen; die Forderung von 11/2 Millionen für das Panzer- aber habe der Reichstag in dieser Beziehung über das Wolff'sche mit den Wünschen der Vertrag nicht; fahrzeug T, welches auf einer Privatwerft erbaut werden sollte, Bureau ganz seltsame Mittheilungen erhalten. Die Schonung Vollkommenes bietet natürlich abgelehnt. Die erste Rate zum Bau des Kreuzers F, 500 000 m., der berechtigten Interessen des Publikums hinsichtlich des Beschlüsse sind erst auf dem Wege der Kompromisse zu Stande und zum Bau des Avisos H, 1 Million Mart, werden ohne Debatte Telephonwesens mache gleichfalls Kommissionsberathung nöthig. gekommen. Auf dem Güterverkehr innerhalb Deutschlands erdem Kommissionsantrag gemäß gestrichen. Entsprechend dem Alle diese Fragen würden in der Kommission ihre gründliche streckt sich das Uebereinkommen nicht; das Reichs- Eisenbahnamt ist aber mit der Umarbeitung unseres Betriebsreglements befrüheren Beschluß des Hauses, die ersten Raten für die Kreuzer- Prüfung zu finden haben. Etwas viele schäftigt, wobei es hofft mit Oesterreich- Ungarn Hand in Hand Abg. v. Bar empfiehlt die Annahme der Konvention, deren Korvetten J und K zu streichen, wird auch die Forderung von Abg. Dr. v. Bar( dfr.) tritt dem Antrage auf Rommissions 800 000 m. zur artilleristischen Armirung derselben abgelehnt, berathung bei. Die Verwaltung befize thatsächlich ein Monopol, zu gehen. desgleichen die Forderung von 110 000 M. für die artilleristische aber nicht gesetzlich firirt. Der Gedanke, daß das Reich dieses Armirung des Avisos H. Zur Ausrüstung und Armirung von Monopols nicht entbehren könne, habe viel für sich; aber dann Abschluß ein sehr erfreuliches Resultat internationaler BerhandKriegsschiffen zum Gebrauche von Torpedos wird als zweite müßten auch die Rechte des Publikums im Allgemeinen gegen den lungen darstellt. Redner beantragt die Ueberweisung der VorDer Vorlage an eine Kommission, damit diese dem Hause über den wichtigen Rate 1 221 000 m. gegen 1435 000 M. des Etatsanschlages be- Mißbrauch eines solchen Zwangsrechts geschützt werden. willigt. Gestrichen werden ferner die Forderung von 60 000 m. rebner habe verschiedene Vervollständigungen in diesem Sinne als Inhalt dieses wichtigen Friedensiverkes weiter detaillirte Mitzur Beschaffung eines eisernen Verschlußpontons für die Helling 1. wünschenswerth bezeichnet; aber auch einige andere Punkte be- theilungen mache. Die Konvention wird der soeben für die Telegraphenvorlage auf der Werft zu Danzig und die erste Rate von 100 000 M. dürfen der Klarstellung. Der Umfang des Monopols sei nicht zur Herstellung einer elektrischen Beleuchtungsanlage auf der genügend umgrenzt; nach§ 2 solle das Recht des Reiches für beschlossenen Kommission überwiesen. Schluß nach 42 Uhr. Werft zu Danzig, der Rest des Extra- Ordinariums wird ohne einzelne Strecken oder Bezirke verliehen werden können. Hier sei Debatte nach den Vorschlägen der Kommission bewilligt. eine präzisere Fassung nothwendig; die allgemeine Fakultät reiche In der Berathung der noch nicht erledigten Theile des nicht aus; die Bedingungen der Verleihung müßten ausdrücklich Reichshaushalts- Etats für 1891-92 werden diejenigen Positionen geseßlich festgestellt, nicht einseitig von der Verwaltung voraus dem Etat des Reichsscha B- Amtes, die der Budget- geschrieben werden. Unentschieden sei ferner die Frage der Hafttommission überwiesen waren, ohne Debatte genehmigt, ebenso barmachung der Verwaltung für die Nichtbeförderung der der Spezialetat des Rechnungshofes des Deutschen Reiches. Depeschen. Sodann dürften die Erhöhungen der Telegraphengebühren nicht ohne Genehmigung des Reichstages erfolgen. Auch über die Modalitäten der Gebührenfreiheit sei eine Erörterung wünschenswerth. Nächste Sigung Dienstag 2 Uhr.( Kleinere Vorlagen, Vorlage, betreffend die Schußtruppe in Ostafrika, Wahlprüfungen.) Abgeordnetenhans. 52. Sigung vom 9. März, 11 Uhr. Der Etat des allgemeinen Pensionsfonds wird ebenfalls ohne Diskussion unverändert bewilligt, desgleichen Am Ministertische: Dr. Miquel, Herrfurth und verschiedene Ausnahmekapitel, darunter der Ueberschuß aus dem Kommissarien. Etatsjahr 1889 in Höhe von 2 519 743 M. und das Kapitel Abg. Kurt( dk.): Die Vorlage hat unseren Beifall; sie ist Die zweite Berathung des Gesehentwurfs Matrikularbeiträge, legteres vorbehaltlich der kalkula- bestrebt, thatsächlich bestehende Zustände gefeßlich zu firiren, betreffend die Gewerbesteuer wird fortgesetzt bei§ 5. torischen Feststellung der Ziffern. Im Etat der Reich 3- sowohl das Telegraphenregal oder-Monopol, welches ganz Danach find nicht gewerbesteuerpflichtig Vereine, eingetragene schuld befindet sich eine außerordentliche Ausgabe von unter dieselben Gesichtspunkte fällt, wie das Postregal; ferner die Genossenschaften und Korporationen, welche nur die eigenen Be10 242 500 M. zur Einlösung des am 1. April 1891 fälligen gefeßliche Gleichstellung der Telephon- mit den Telegraphen- dürfnisse ihrer Mitglieder an Geld, Lebensmitteln und anderen Zinsscheins der 4 v. H. und der am 1. April und 1. Oktober Anstalten, endlich den strafrechtlichen Schutz der hier auf gefeß Gegenständen zu beschaffen bezwecken, wenn sie sagungsmäßig und verzinslichen 31/2 v. H. Reichsschuld. liche Grundlage gestellten thatsächlichen Einrichtungen. Höchstens thatsächlich ihren Verkehr auf ihre Mitglieder beschränken Die Budgetfommission hat diese Position gestrichen, dem in letzterem Punkte wären in einzelnen Bestimmungen Milderungen und feinen Gewinn unter die Mitglieder vertheilen, auch entsprechend auch die unter den Einnahmen aus dem Ertrage oder Ausnahmen wünschenswerth. Eine Bestimmung über die eine Vertheilung des aus dem Gewinne dem Gewinne angesammelten der Zölle und der Tabaksteuer aufgeführte Einnahme Gebühren hineinzubringen scheint mir bedenklich, wie über- Vermögens unter die Mitglieder für den Fall der Auflösung ausin gleicher Höhe gestrichen und schlägt vor, die geforderten Summen in einem besonderen Gesetz zu bewilligen, durch welches haupt die Belastung des Gesetzes mit diesen Nebenfragen sein schließen. Zustandekommen gefährden würde. Selbstbeschränkung ist daher Falls Konsumvereine einen offenen Laden halten, unterliegen als Nachtrag zum Etat für 1890/91 die Matrikularbeiträge um geboten. sie der Besteuerung, ebenso unter denselben Voraussetzungen dieselbe Summe erhöht werden sollen. Der Referent Abg. Wirklicher Geheimer Ober- Postrath Dr. Dambach: Ich Konsumanstalten, welche von gewerblichen Unternehmern im Scipio führt aus, daß die Kommission die geforderte Erhöhung spreche den Rednern den Dank für die freundliche Beurtheilung Nebenbetriebe unterhalten werden. der dem Reiche von dem Ertrage der Zölle und der Tabaksteuer des Entwurfs aus. Daß er seine Mängel hat, davon bin ich voll- Molkereigenossenschaften, Winzervereine und andere Ververbleibenden 130 Millionen Mark nicht habe zugestehen können, ständig durchdrungen; aber es ist das erste Mal, daß die Tele- einigungen zur Bearbeitung und Verwerthung der selbstgewonnenen vielmehr vorschlage, die Summe auf die Matrikularbeiträge der Einzelstaaten zu übernehmen; materiell aber stimme die Kom- graphie in Deutschland durch Gesetz geregelt werden soll. Die Frage Erzeugnisse der Theilnehmer unterliegen der Gewerbesteuer nur mission dem Vorschlage der Regierung zu, die Gelder für den war, was denn überhaupt in das Gesez hineinkommen solle. Da unter denselben Voraussetzungen, unter welchen auch der fam es vor Allem auf die Schaffung einer staatsrechtlichen gleiche Geschäftsbetrieb des einzelnen Mitgliedes hinsichtlich Aprilfoupon auf das vorhergehende Jahr zu übernehmen. Staatssekretär von Malzahn erklärt, daß die Absicht, Basis an. Dementsprechend bitten wir den Reichstag, diese staats- feiner selbstgewonnenen Erzeugnisse der Gewerbesteuer unterrechtliche Basis eines Landesverkehrs Instituts uns zu geben. worfen ist. neue Anleihen öffentlich oder unter der Hand zu begeben, nicht Die vermißten Punkte sind nicht aus Versehen weggeblieben, son- Endlich sollen Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit besteht, so lange die letzten Ginzahlungen auf die soeben auf- dern wohlüberlegt weggelassen worden; namentlich das Expro- der Gewerbesteuer unterworfen sein. gelegten Anleihen nicht erfolgt find. priationsrecht haben wir für jetzt noch gar nicht haben wollen. zu streichen. Der Kommissionsantrag und demgemäß der vor- Alles dies wird sich später durch Novellen oder besondere Geseze Worte: und feinen Gewinn u. f. w." bis ausschließen" zu Abg. Parifius beantragt im ersten Absatz die letzten geschlagene besondere Gesezentwurf werden ohne Debatte machen lassen. Das Telegraphen- Geheimniß ist gefeßlich geregelt streichen, ben zweiten Absatz ganz zu streichen und im Abfah s genehmigt. in der Strafprozeß, der Konkursordnung und im StrafgesetzDie zweite Berathung des Etats- und des Anleihegesetzes buch; die in dieser Beziehung hervorgetretene Besorgniß ist un- die Worte;" hinsichtlich seiner selbst gewonnenen Erzeugnisse" wird bis zur Erledigung der Kommissionsberathung über begründet. Die Abgg. Robert- Tornow, Eberhard u. Gen. beantragen die der Kommission nochmals überwiesenen Titel des Marineim Absatz 2 statt„ gewerlichen" Unternehmern zu sehen gewerbeEtats ausgefeßt. steuerpflichtigen" Unternehmern. Abg. v. Jhenplit beantragt den letzten Absatz ganz zu Abg. v. Heede erklärt sich gegen die Heranziehung der Konsumvereine, wenn dieselben einen Gewinn vertheilen. Dadurch wird einmal jeder Konsumverein gezwungen werden, so Theater. Abg. Möller( natl.) erkennt gleichfalls das Bedürfniß gesehlicher Regelung an, doch sei eine Reihe von Zweifeln vorhanden, die in einer Kommission erörtert werden müßten; geben wir dem Reiche ein Regal, fo binden wir uns für die elektrischen Leitungen, die wir später selbst bewilligen sollen. Den Ausführungen des Abg. v. Bar könne er sich nur anschließen. streichen. Im Uebrigen ist damit die zweite Berathung des Etats erledigt. Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs betreffend das Telegraphenwesen des Deutschen Reiches. Abg. v. Buol( 3.) beantragt die Ueberweisung der Vorlage Nach einer kurzen Erwiderung des Abg. von Bar, der in eine Rommission von 21 Mitgliedern. Eine gleichmäßige Behandlung des Fernschreib- und Fernsprechwesens habe in der zwar das Gesetz nicht mit zu vielen Nebenpunkten bepacken billig als möglich zu verkaufen, um jeden Gewinn zu vermeiden; aber wenigstens die Unterscheidung von Telephon- dadurch werden die kleinen Händler erst recht geschädigt. Ferner Vorlage Platz gegriffen, wie sie mit Recht auch angezeigt sei. will, Es solle das ausschließliche Recht des Reiches statuirt werden, anlagen lokalen und allgemeinen Charakters in dasselbe hinein- wird aber auch der Spartrieb beeinträchtigt, der jetzt dadurch geeinflußreichen, aber verarmten Lords zu verloben. Die rechtigte Rolle im Stücke. So z. B. ist sehr unwahrscheinlich, andere Tochter Duncan's ist ein fleißiges, einfaches, über- daß der Brief des jungen Fosters in die Hände seines aus energisches Mädchen, das von dem Gehilfen des Vaters fällt. Durch nichts ist erklärt, wieso der unpraktische Der junge Arbeiter Duncan in die Lage kommt, seine Erfindung zu Berliner Theater. Norweger und Russen, Franzosen, Vaters, dem Former Pegg, geliebt wird. Italiener und Spanier sind auf unseren Bühnen gute Be Foster enthüllt seinem Vater seine Liebe zu Mary Duncan eigenem Nußen zu verwerthen u. s. w. u. f. w. Die langen tannte, ja sie gelten uns zum Theil als nachahmenswerthe und läßt sich nach einem halten, nicht ernst gemeinten Monologe auf der Bühne und ähnliche Schwächen sollen Vorkämpfer einer neuen vielverheißenden Richtung im Zugeständniß des Vaters bestimmen, sofort nach Egypten nur noch erwähnt werden. Und sozial ist das Stück auch nicht auf dem Boden der Drama. Theils um uns Muster für unsere zurückgebliebene abzureisen; ein Brief, den er Mary sendet, um sie nach Paris Dramatit zu verschaffen, theils um dem Mangel an Stücken zu bestellen, wo sie heirathen sollen, fällt in die Hände Wahrheit gebaut. Wohl giebt es solche Fabrikanten wie abzuhelfen, die unseren Theaterdirektoren aufführbar er- Fosters. Mary, welche dem Vater die Schande ersparen Foster, solche Lords wie Arlington, nicht aber solche Arbeiter scheinen, d. h. die Bourgeoisie in's Haus locken müssen will, flieht und wird allgemein todt geglaubt. Der seine wie Duncan. Der Versuch ist gemacht, die sozialen Gegenfremde Autoren auch für unsere Bühne schaffen. Aber Tochter heiß liebende Vater konzentrirt seinen Haß auf fäße, ja noch mehr die ökonomische Entwickelung auf die feine von beiden Rücksichten schien bei der Wahl des am Foster, dem er den Untergang schwört. Alle Versuche, ihm Bühne zu bringen. Aber schmählich ist dies mißlungen. Sonnabend im Berliner Theater zur ersten Aufführung ge- seine Entdeckung abzukaufen, lehnt er ab. Die Noth hin- Eine Moral des Stückes ist doch, daß der tüchtige, selbstdenkende Proletarier die ökonomische brachten Stückes von Henry Arthur Jones Arbeit"( The bert ihn, wie er glaubt, den letzten Schritt auszuführen, um ständig Middlemann) zu gelten. Weber geschäftliche, noch ästhetische, seine Erfindung abzuschließen. Trotzdem wehrt er sich stand abhängigkeit erringt und daß der geistlose Millionär zu noch soziale Gründe können die Aufführung dieses Stückes haft gegen alle Angebote Fosters, dessen Fabrik er seit Mary's Grunde geht. Dies mag ja in Märchen von Harmonieduslern rechtfertigen. Doch bevor wir dies begründen, sei in Kürze Verschwinden verlassen hat. Da in der höchsten Noth, eben einen hübschen Effekt machen, aber in der Wirklichkeit kommt der Inhalt des englischen Schauspieles hier mitgetheilt. Im als das letzte Stückchen Kohle verglimmt, ist die Erfindung dies nicht vor. Ebensowenig ist auch die Entwickelung der ersten Afte sehen wir alle Hauptpersonen des Stüdes: Joseph gemacht. Foster ist unterdessen durch falsche Spekulationen Verhältnisse so gegangen, daß wie dem Landlord der SchlotFoster, ben Fabrikanten, der eben um einen Bar bankerott geworden, muß Fabrik und Haus verkaufen, welche baron, so diesem der tüchtige Arbeiter in der Herrschaft burch in Duncan einen Käufer findet. Im Schlußakt übernimmt Duncan folgt, wie Herr Jones uns auf der Bühne zeigt. So müssen lamentsfit sich bewirbt, einen Hohlkopf, der Ausbeutung der Erfindung eines seiner Arbeiter zum Millionär von Foster das Haus, Foster bittet als Arbeiter bei Duncan ein- wir zu dem Urtheil kommen, daß Jones Arbeit weber per geworden, und bereit ist, seinem Egoismus und Ehrgeiz treten zu dürfen, was ihm nach innerem Kampf vom glücklichen ästhetischen noch der sozialen Kritik genügen kann. Wenn Alles zu opfern, selbst die Ehre seines Sohnes. Nichts ist Erfinder gewährt wird. In diesem Momente kehren der trotzdem viel geklatscht und die Darsteller nach jedem Aktihm peinlicher, als an den Erfindungsgeist seines Arbeiters junge Foster mit Mary zurück, zurück als Eheleute, die in schlusse mehrmals hinausgerufen wurden, so ist dies theils Robert Duncan, dem er Alles verdankt, erinnert zu werden. Egypten sich zusammen gefunden hatten und unter allge- bem guten Claque- Arrangement des Herrn Barnay, theils der trefflichen Darstellung Duncans durch Herrn Kraußneck Dieser ist ein genialer Erfinder, der, von seiner Erfindung meinen Umarmungen schließt das unwahre Schauspiel. Ob Herr Direktor Barnay bei diesem Stück seine Rech- zuzuschreiben. Der Former Pegg( Herr Schindler) und abgesehen, für Nichts, am allerwenigsten für die Wahrung ſeiner Interessen Ginn hat, und nur an seine Lebensaufgabe nung finden wird, wissen wir nicht. In diesem Punkte erkennen Annie Duncan( Fräulein Odilon) ernteten auch Beifall. denkt: die Mischung des chinesischen Porzellans zu entdecken. wir aber die Autorität dieses Herrn uneingeschränkt an. Leider, es ist dies Schuld des Autors, nicht der Darsteller, Eine seiner Töchter lebt als Gesellschafterin der Tochter des Aber über die ästhetischen und sozialen Fehler müssen wir störten die heiteren Episoden die ernste Stimmung in nicht Fabrikanten in dessen Hause, wo sie sich unwürdige Zurück hier sprechen. Das Stück leidet an inneren und äußeren zulässiger Weise. Ueber die übrigen Darsteller läßt sich fegung gefallen lassen muß, fie wird von dem Sohne Foster's unwahrscheinlichkeiten. Die Haltung des jungen Fosters weder viel Gutes noch viel Schlechtes sagen. Die Regie geliebt und verführt. Dieser, früher ein leichtfertiger Lebe vor seiner Abreise nach Egypten ist zu wenig begründet, war im Allgemeinen sehr gut. mann, will nun das Proletariermädchen heirathen, fügt sich das Verschweigen der Heirath durch 11/2 Jahre ist durch aber dem Wunsche des Vaters, sich mit der Tochter eines keine Silbe erklärt; dann spielen die Zufälle eine unbeUnt # Noch ein nenes Mittel gegen Tuberkulose. Wie die Apotheker- Zeitung" meldet, wiro Prof. Ewald, der bekannte Dirigent der inneren Abtheilung des Augusta- Hospitals zu Berlin, demnächst mit einem neuen Tuberkulose- Mittel an die Deffentlichteit treten. Im Regiment der Gardes du Corps hat man, wie uns fördert wird, daß die fleinen Leute in den Konsumvereinen der Gesellschaft betrifft, so haben unsere Vereinigungen alles Dividendben erhalten. Mögliche gethan, den Stand der Kellner zu heben, was ihnen mitgetheilt wird, dieser Tage Haussuchung nach sozialdemokra Abg. Hammacher hält die Steuerfreiheit der Genossenschaften anerkanntermaßen auch gelungen ist", so ist das eitel Sumbug. tifchen Schriften abgehalten. Bei einem Soldaten der vierten und Kons invereine für eine Uebertreibung des Grundsages, daß Die gastwirthsgewerblichen Bereinigungen sind die ödesten Inter- Eskadron hat man solche gefunden; derselbe befindet sich seitdem essenvereine, die für die Kellner absolut noch nichts gethan haben in Untersuchungs- Arrest. gemeinnützige Anstalten nicht steuerpflichtig sein sollen. Genere steuerdirektor Burghart: Die Sache muß mit kühler und auch nie thun werden. Die Fachschule, auf welche hier verAuläßlich unserer Meldung von einer polizeilichen Suche Ruhe betrea htet werden, denn die Gewerbesteuer nach dem vor- muthlich gefußt wird, ist ein einfaches Ronkurrenzunternehmen liegenden Entwurf ist durchaus nichts so Erhebliches, daß gegen die Gastwirthe- Innung und noch viel zu jung, um bedeu- nach Liederbüchern in der Druckerei von Maurer, Werner und dadurch die Genossenschaften in ihrer Entwickelung gehemmt tungsvoll zu sein. Die Versicherung der„ D. G. 3.", auch der Dimmit, wird uns mitgetheilt, daß an demselben Tage werden könnten, die Befreiung von der Gewerbesteuer würde auch Stand der Gastwirthe wird gern mitwirken in dem Streben, allen Sonnabend bei dem Vertrauensmann des fünften Wahlkreises, wirthschaftlich nicht so bedeutend sein, daß daraus ein neuer Auf- Arbeitern ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen, nur darf dem Genossen Gabbert, ebenfalls in dessen Abwesenheit eine fchwung der Genossenschaften erfolgen wird. Redner verweist man ihm die geschäftlichen Lebensadern nicht unterbinden, denn aussuchung stattfand, wobei der Polizei 4 Badete mit darauf, daß die Regierungsvorlage gegenüber der Kommissions wenn er selbst nichts verdient, fann er auch seine Gehilfen nicht Liederbüchern- insgesammt etwa 800 Stück in die Hände vorlage erhebliche Vorzüge habe. Sie wolle die Gewinnver so bezahlen, wie er gern möchte" bekundet zur Genüge den Egois: fielen. theilung nicht verhindern, aber sie stattfinden lassen nach den mus der Gastwirthe. Nur immer hübsch für den Gastwirth ge zivischen den Mitgliedern und dem Vereine gemachten Geschäften; forgt; für die Kellner sorgt er dann! Wie? Das ist eine andere denn die Bertheilung von Dividenden nach Maßgabe der Ge- Frage! schäftsantheile und die Ansammlung von Kapital würde auf ein Gewerbe hindeuten. Ich bitte also, im ersten Absatz die Re- Ein Arbeiterfeft und zwar ein wahres Arbeiterfest war gierungsvorlage wiederherzustellen und den legten Absatz wegen es, welches die Genoffen und Genoffinnen des fünften WahlDer Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit zu streichen ent- Gonnabend Abend in der Brauerei Bütow vereinte. Mitten im welcher eine auffallende Aehnlichkeit mit der Ermordung des Bauzur Feier des Stiftungsfestes ihres Wahlvereins am Ein räuberischer Ueberfall auf einen Bauwächter, sprechend den Beschlüssen vom Sonnabend. Abg. Parifins( fr.): Die Erzielung von Dividenden hat Saale wallte von der Decke herab das rothe Freiheitsbanner und welcher eine auffallende Aehnlichkeit mit der Ermordung des Bau1889 aufweist, ist am Sonnabend auf dem Neubau Blumenstr. 69 flets bei den Genoffenschaften in erster Linie gestanden; eine angesichts dieses Zeichens schienen auch alle Anwesenden für den Wächters Meißner in der Eberswalder Straße am 7. Dezember folche Auffassung wie die des Regierungskommissars, hat noch einen Abend alle die Sorgen und Plagen in dem schweren Kampf verübt worden. Der 70jährige in der Möckernstraße wohnhafte Die ums Dasein, alle Bedrückungen und Knechtungen vergessen und Bauwächter August Körber, welcher nicht weniger als drei Bauten niemals Jemand von den Genossenschaften ausgesprochen. Klagen bisher gingen nicht dahin, daß die Genossenschaften über- hoffensfreudige Blick auf die rosige Zukunft gerichtet zu haben. in Bauparzelle 9 zu beaufsichtigen hat, verließ am Abend des haupt nicht besteuert werden, sondern es wurde darüber geklagt, Der Verlauf des Festes war ein geradezu musterhafter, durch daß jest ohne jede gesetzliche Vorschrift die Genossenschaften als feinen Miston wurde die Feier gestört, ein Jeder schien das erwähnten Tages gegen halb 11 Uhr feine Wächterstube, um Zimmer verlassen hatte, erblickte er auf dem anstoßenden Steuerpflichtig hingestellt werden und gewährt nur gewisse Ausnahmen. edle Bestreben zu haben, nicht blos für sich selbst einen einen Rundgang durch die Neubauten anzutreten. Als er sein Der Regierungsvorschlag ist ganz unannehmbar, denn es besteht keine solchen Augenblick zu erhaschen, sondern auch alle seine Storridor einen ihm unbekannten Menschen. Ehe R. Zeit hatte, den dieselbe forglos- heitere einzige Genoffenfchaft in Deutschland, welche ihre Gewinne ver- Fest- und Gesinnungsgenossen in Fremden schärfer ins Auge zu fassen, wurde ihm plötzlich durch theilt nach dem Maßstabe der gemachten Darlehen und Waaren- Stimmung zu bringen. Und fürwahr, ohne zu große Anstrengung einen Sieb mit einem Knüttel die Laterne, die er in der Hand hielt, einen Sieb mit einem Knüttel die Laterne, die er in der Hand hielt, bezüge. Im Hause ist durchaus keine Abneigung gegen die Ge- gelang dies bald, so daß allmälig ein ungezwungener harmonischer zerschmettert und in der nächsten Sekunde fühlte sich der alte nossenschaften vorhanden gewesen; die Regierung hat an- Ton Plaz griff. Mann von fräftigen Fäusten am Halse gepackt. Die Kehle wurde gefangen, alle fleineren Genoffenfchaften mit steuerlichen Maß- Ernste und heitere Vorträge, ein sehr gut vorgetragener ihm derartig zusammengeschnürt, daß er weder athmen noch regeln zu verfolgen. Redner empfiehlt die Annahme seiner An- Prolog, ein Festvortrag und Deklamationen wechselten anmuthig fchreien fonnte und ihm ein Blutstrom aus Mund und Nase her träge, namentlich auch im Jnteresse der landwirthschaftlichen Ge- ab mit dem Tanz. Dazwischen flangen die gelungenen Vorträge vorquoll. Der Attentäter würgte sein Opfer so lange, bis es nossenschaften. des Arbeiter- Gefangvereins Unverzagt", dessen meisterhaftes Ab- die Besinnung verlor, und raubte es dann aus. Als der Wächter Die Abg. Eberhard und Robert- Tornow empfehlen die singen der Marseillaise ganz besonders allgemeinen und unge- wieder zum Bewußtsein kam, vermißte er seine Baarschaft, die Wiederherstellung der Regierungsvorlage bezw. den oben mit- theilten Beifall fand. Erhöht wurde die heitere Stimmung noch, aus 6 Thalern, 2 Zweimarkstücken und einigen 50- Pfennigflücken getheilten Antrag zu Abfaz 2, wonach das Wort gewerbliche" als eine größere Bahl, theilweise sehr schöner Gewinne zur Ver- bestand. Der Ueberfallene, welcher glaubt, den Räuber an der ersetzt werden soll durch gewerbesteuerpflichtige". Toofung gelangten. In dieser Weise nahm das Fest feinen un- Hand gefragt und dadurch vielleicht kenntlich gemacht zu haben, Abg. Dasbach( 3.) empfiehlt die Besteuerung der Konsum- gestörten Verlauf, nur ungern trennten sich die Genossen, als der hat äußerlich feine erheblichen Verlegungen davongetragen; da er vereine, welche fein Stenerprivileg brauchen. Morgen bereits heranzubrechen begann. aber aus einem Ohre Blut verloren hat, so scheint es, daß er innerlich verlegt worden ist. Nach der Schilderung des Ueberfester Statur, träftigem Körperbau und dunklem Vollbart. Abg. von heuplis empfiehlt die Streichung des Abfatz 4, weil Gegenseitigkeits- Gesellschaften nicht steuerfrei je eder, der einmal in die traurige Lage kommt, sich mit der fallenen ist der Räuber noch ein junger Mann von kleiner, unter fönnen. Abg. Bachem- Krefeld( 3.) erklärt sich ebenfalls gegen die Steuerfreiheit der Konsumvereine; ebenso Abg. von Tiedemann- Bomst, welcher bestreitet, daß die Kommission von einer Abneigung gegen die Konsumvereine geleitet sei. Abg. Lückhoff( ft.) bestreitet, daß die Regierung ungefeßlich verfahren habe, als sie die Konfumvereine besteuerte. Es sei vielfach vorgekommen, daß die Konsumvereine in großem Maß stabe an Nichtmitglieder verkauften und das führte zur Schädigung der kleinen Gewerbetreibenden. Es liege nur im Interesse der Komfumvereine, wenn die Unzufriedenheit dadurch beseitigt wird, daß sie ebenso wie ihre Konkurrenten Gewerbesteuer zahlen. daktionellen Menderungen angenommen. Pflege eines Kranken beschäftigen zu müssen. Die Mitglieder der Krankenkassen sind nun noch mehr reizbar, als andere Krante, Mordversuch und Selbstmord! Einen Mordverfuch auf weil ihnen die Kontrollmaßregeln sehr lästig sind, chifanös er feine eigene Frau hat am vergangenen Freitag der Gärtner Pohlscheinen und den Kranken in der That Verpflichtungen auferlegt mann aus Berlin, wie aus dem an der Stettiner Bahn belegenen werden, die mehr nach einer Freiheitsstrafe, als nach vernünftigen Dorfe Zeppernick gemeldet wird, ausgeführt und sich dann selbst Vorschriften zum Zwecke der Krankenkontrolle aussehen. Wenn durch einen Schuß entleibt. Die P.'schen Eheleute waren vor der Arzt einen Kranken untersucht und ihn als frank befunden etwa 6 Jahren von hier nach Zeppernick verzogen und hatten hat, so sollte man den Kranken doch nicht, wie es heute ge- daselbst eine größere Acferwirthschaft gekauft. P. vernachlässigte wöhnlich geschieht, an das Zimmer fesseln, sondern ihm freie seine Besitzung aber derartig, daß er dieselbe in den letzten Bewegung lassen und wenn Kontrollbesuche nöthig, diese auf be- Jahren nicht mehr zu halten vermochte; das Gut mußte auf den stimmte Stunden festsetzen. Bei den meisten Krankheiten wirkt ja Bruder seiner Frau übertragen werden. Da sich P. auch dem der Gemüthszustand mehr als die Arznei für die Genesung und Trunte ergab, wurde ihm seitens der Verwandten der Aufent der dauernde Aufenthalt im Krankenzimmer ist keineswegs immer halt auf der Besizung untersagt und nun zog er wieder nach § 5 wird unter Streichung des Absatz IV mit einigen re- zu empfehlen. Es sind uns in letterer Zeit eine ganze Anzahl Berlin, um sich hier als Gärtnergehilfe oder Arbeiter zu ernähren. von Beschwerden zugegangen, die sich alle um diese Behandlung Mehrere Male tehrte P. nach Zeppernick zurück, durfte jedoch, Abg. Hammacher beantragt darauf mit Rücksicht auf die und um die lästigen Kontrollbesuche drehen und zum Theil auch weil er stets in Streit und Hader mit den Seinigen gerieth, nie bevorstehenden Berathungen des Reichstages die Vertagung der gegen die freien Kassen sich richten. So schreibt uns ein Maurer, lange daselbst verweilen und schließlich wurde ihm jeder der einer freien Kaffe als Mitglied angehört, folgendes: Es steht fernere Besuch auf dem Gute untersagt. Am vorigen mir nach dem Kassenstatut die freie Wahl des Arztes zu. Als Freitag fuhr P. wieder nach dem Wohnort seiner Frau und ließ Abg. von Bedlin hält nur eine Vertagung der Sizung solchen hatte ich den Professor 2. gewählt. Am 28. Januar dieselbe auf den Hof hinausrufen; als Frau P. erschien, zog der auf eine halbe Stunde für nothwendig, da es sich im Reichstag wurde ich von dem Vertrauensarzt der Kasse besucht und erhielt Mann einen Revolver und feuerte denselben auf die Ahnungsnur um eine einzige wichtige Abstimmung handelt. Abg. Stengel empfiehlt aber, die Sigung um 9 Uhr beginnen am 2. Februar die Aufforderung, diesen Herrn in seiner Woh lose ab; er hatte nach dem Herzen gezielt, und nur dadurch, daß zu laffen( Widerspruch und Gelächter), damit sie mit Rücksicht nung in Moabit zu besuchen( ich wohne in der Swinemünder die Frau unwiütürlich die rechte Hand auf die Brust legte, wurde auf den Reichstag um 2 Uhr abgebrochen werden kann. Das straße). Nach mehrmaliger Untersuchung erklärte mir der Ver- fie vom sicheren Tode gerettet. Die Kugel ging in den Unterarm trauensarzt, daß die Schmerzen, an denen ich litt, sich vorläufig und blieb im Knochen stecken; ehe noch die hinzukommenden AnHaus entschließt sich dafür, die Sißung um 10 Uhr zu beginnen. noch nicht verlieren würden, ich möchte mich trotzdem aber gefund gehörigen es zu verhindern vermochten, hatte sich P. eine Kugel melden, nur um der Kasse den Willen zu zeigen. Dabei meinte in den Kopf gejagt, so daß er sofort bewußtlos zu Boden fant. Nächste Sigung Dienstag 10 Uhr.( Fortsetzung der zweiten der Herr Doktor sehr freundlich: Sie sind Maurer, nicht Die verwundete Frau wurde nach dem Krankenhause Bethanien Berathung der Gewerbesteuer.) wahr? Und nun lassen Sie das schöne Wetter vorübergehen" überführt, während P. in das Bernauer Hospital geschafft wurde, Am 26. und 27. Januar erschienen außer dem Krankenbesucher noch wo er bald nach Einlieferung an den Folgen seiner schweren Ver zwei Kontrolleure in meiner Abwesenheit bei mir, von denen letzung verschied. Wie aus Bethanien mitgetheilt wird, befindet einer auf Befragen meiner Frau erklärte, mit mir über Arbeits- sich Frau P. auf dem Wege der Besserung. angelegenheit sprechen zu wollen. Sigung. Schluß 2 Uhr. Tokales. " Auf mein Befragen bei der Kaffe, wer die beiden Kontrolleure Von einer Lokomotive überfahren und getödtet wurde waren, erhielt ich die Antwort, ich müßte mich nach Hamburg in der Nacht zum Sonntag der Stationsvorsteher des StadtringBahnhofes Weißensee. Nachts gegen 12/2 Uhr, nachdem bereits an den Hauptvorstand wenden, um dies zu erfahren. Bur Kellnerfrage nimmt die ,, Deutsche Gastwirths- Zeitung" in einer ihrer legten Nummern das Wort, und zwar anläßlich ber von sozialdemokratischer Seite im Reichstage an den Gasts Wir sind ja unsererseits überzeugt, daß die Leute nach ihrer der sogenannte Theaterzug" den Personenbahnho, Weißenfee verwirthen in Bezug auf die Kellnerfrage geübten Kritik. Das besten Ueberzeugung ihre Schuldigkeit gethan zu haben glauben; lassen hatte, wollte der diensithuende Stationsvorsteher Herr Prinzipal Organ versucht nun, die dem Gastwirthe gemachten aber mit Stranten muß man eben anders umgehen, als mit Genetschte die Geleise und Weichen des Güterbahnhofes, welche Vorwürfe auf ihr richtiges Maß zurückzuführen, indem es der funden und die freien Kassen sollten in dieser Beziehung mit jenseits der Greifswalder Straße am ehemaligen Personenbahnhofe gelegen find, revidiren, und überschritt die neben der Station Meinung ist, daß auch der Parlamentarier zuweilen der gutem Beispiele vorangehen und die läftigen Kontrollen beseitigen; befindlichen Geleise des Güterverkehrs. Wohl infolge der regneBlakpatronen(!) bedürfe. In erster Linie tritt das Fachblatt lieber eine firengere ärztliche Untersuchung als diese lästige rischen, feuchten Witterung muß der Beamte auf den Schienen dem erhobenen Borwurfe der Ausbeutung des Kellners seitens Freiheitsbeschränkung der Kranken, die diese mißmuthig macht ausgeglitten und gefallen fein; während Herr K. sich dann aufdes Gastwirths durch Vorenthaltung der Sonntagsruhe und über und ihnen in der Genesung schadet. zurichten verfu, te, tam eine nach Station Rummelsburg zurückmäßig lange Beschäftigung an den Wochentagen entgegen und weist zunächst darauf hin, daß im Gastwirthsgewerbe der Sonntag Zu dem Artikel: Wie nachtheilig die Berliner fahrende Lokomotive vom Güterbahnhof Weißenfee herangebraust, gerade ein Hauptarbeits- und Erwerbstag, letterer auch für die Miethsverhältnisse ze." in unserer Nr. 53 vom Mittwoch, den und da in der Dunkelheit der Führer der Maschine den auf den Kellner sei, und daß diese selber nicht auf den Sonntag verzichten 4. d. Wits., wird uns von dem Besizer des Hauses Neue Jakob- Geleisen liegenden Beamten nicht bemerken konnte, so gingen die würden, daß den Kellnern aber an Stelle des Sonntags in der Straße 23, Herrn Neumann, berichtigend mitgetheilt, daß sich die Räder der Lokomotive so unglücklich über den rechten Arm und Woche ein freier Tag gewährt werde. Es ist dies einer der Sache nicht so verhielt, wie wir nach der uns gewordenen Mit Fuß des Stationsvorstehers hinweg, daß diese Gliedmaßen total vom Körper abgetrennt wurden. Der Todesschrei des Unglücknichtssagendsten Einwände, wie sie von unseren Gegnern so vielfach theilung annehmen mußten. gemacht werden. Besonders flammern sie sich fest an das Wort In dem genannten Hause betreibt der Gastwirth Tipke ein lichen wurde auf dem Personenbahnhofe gehört und mehrere AnSonntagsruhe", obgleich darauf gar kein Gewicht zu legen ist. Schankgeschäft im Keller. Die Frau des Herrn Tipfe kam eines gestellte eilten mun hinzu, welche Herrn K., in einer Blutlache Ob der freie Tag, und auf diesen tommt es an, nun gerade ein Tages mit der Anmeldung des betreffenden jungen Mädchens, in dem Stationsbureau schafften. Hier verschied R. nach wenigen liegend, vorfanden und den nur noch schwach Athmenden nach Sonntag ist, ist von nebensächlicher Bedeutung. Wenn den welcher dasselbe als Arbeiterin bezeichnet war, zu dem Wirth. Kellnern also ein freier Wochentag gewährt würde, so wäre ja Herr Neumann bat darum, das junge Mädchen doch lieber als Minuten, noch bevor ärztliche Hilfe zur Stelle war; der bei Alles in Ordnung, aber, fragen wir, wo besteht denn diese Dienstmädchen anzumelden, weil es einen schlechten Gindruckt seinen Untergebenen sehr beliebte, in den besten Jahren stehende Mann hinterläßt eine aus Frau und drei Kindern bestehende Einrichtung überhaupt? Wo überhaupt freie Zeit gewährt wird, mache, wenn in einem Schankgeschäft, in welchem viele junge Familie. Die sofort von dem Unglücksfall benachrichtigte Revierda wird sich diese nur auf einen halben Tag beschränken, sonst Männer verkehren, eine Arbeiterin, als in Schlafstelle liegend, polizei ordnete die Ueberführung der Leiche nach dem Obduktionsaber wird auch dieser in Wegfall fommen. Die Ueberbürdung angemeldet würde. Von einer Exmission oder Drohung mit ge- hause an. an den Wachentagen ist nach Ansicht der D. G.- 3." nicht so richtlichen Schritten war so wenig die Rede als davon, daß Frau schlimm, denn es giebt lange Stunden des Tages, in denen der Tipke Herrn Neumann ein Dienstzeugniß des jungen Mädchens Wegen Verdachts der Brandstiftung ist der Bigarren Kellner garnicht beschäftigt ist, weil teine Gäste vorhanden sind, vorwvies. Herr Neumann gehört auch keineswegs zu den rigorosen händler H. in der Heinickendor erstraße verhaftet worden. Ende die außer dem Wirth Niemand schmerzlicher vermißt, als er selbst, Berliner Hauswirthen, da er in seinem Hause an eine ganze vorigen Monats brach bei ihm Feuer aus, das jedoch bald ges der froh ist, noch ein paar Abendstunden dem Erwerb widmen Anzahl von Arbeitern und alleinstehenden Frauen Wohnungen löscht wurde. Die Entstehungsursache wurde damals nicht er zu können. Die„ D. G.- 3." fußt hier auf die weniger be- vermiethet hat und mit diesen Wiethern im besten Einvernehmen schäftigte Zeit der Kellner während einzelner Tagesstunden, lebt. vergißt die Kellner daß ganz aber während dieser mittelt; da aber die Kriminalpolizei später erfuhr, daß ein alter Einbrecher in einem Verbrecherlokale demjenigen, welcher in dem H.'schen Geschafte Feuer anlegen werde, eine Belohnung von 500 m. zugenichert hatte, so trat sie der Geschäftsführung des H. etwas näher und fand, daß er sich in sehr übler Geschäftslage befand. Das Geschäft ging gar nicht mehr, die Kasten in dem Repositorium waren meist leer, es fanden sich nur noch 100 Stüc Bigarren vor, die für den Einzelverkauf bestimmt waren. Die Kriminalpolizei hegt daher den Verdacht, daß H. den Brand selbst wenigjiens veranlaßt hat und nahm ihn fest. Zeit auch im Dienste" sind und entweder jeder Zeit zum Eine Kugel kam geflogen, aber leider an den unrechten Bedienen etwa erscheinender Gäste bereit sein müssen, oder aber Ort, nämlich in die erste Etage eines an der Kruppstraße gegen von den Herrn Gastwirthen, während sie der wohlverdienten über dem großen Militär- Exerzierplay gelegenen Hauses. Die Ruhe pflegen, mit zeitvertreibenden Nebenbeschäftigungen bedacht selbe schlug zunächst durch den unteren Holzrahmen des Außenwerden, sodaß von Ruhe und Erholung keine Rede sein kann. fensters, bohrte ein rundes Loch in die innere Scheibe und nahm Und wenn die Kellner froh find, noch ein paar Abendstunden dann etwas steigend ihren Weg durch das Zimmer bis an die dem Eriverb widmen zu können", so beweist das eben, daß die dem Fenster gegenüber befindliche Wand, in welche sie etwa in Sellner materiell schlecht gestellt sind, und wenn auch die D. Manneshöhe einschlug. Ein weiterer Unfall ist nicht vorG. 8." Kühn behauptet, jeder anständige Gastwirth honorirt gekommen; wäre der Schuß aber nur eine Minute früher erfolgt, Polizeibericht. Am 7. d. M. Nachmittags stürzte fich ein feine Gehilfen", so ist doch stadtbekannt, daß diese Honorare" so würde er wahrscheinlich einem Menschenleben ein jähes Ende 38jähriger Arbeiter in selbstmörderischer Absicht aus dem Rüchenebensowenig anständig sind, wie die Gastwirthe, die gar fein bereitet haben. Denn ein Bewohner des Hauses hatte noch fenster der im Hause Nr. 39, Straße 80, im 8. Stock belegenen Honorar" bezahlen! Die Kellner sind eben auf die Trinkgelder gerade vorher lesend an dem Fenster gesessen und eben das Wohnung seiner Mutter auf den Hof hinab und erlitt hierbei fo angewiesen, um diese Thatsache kommt auch die" D. G. 3." tros Bimmer verlassend die Thür hinter sich geschlossen, als er den schwere innere Verlegungen, daß er nach der Charitee gebracht aller schönen Redewendungen nicht herum. Gar sonderbar flingt durch das Einschlagen der Kugel verursachten Lärm wahrnahm werden mußte. In der Nähe des Denkmals Friedrich des e bemgegenüber, wenn die D. G. 3." sagt:" Wir glauben be- und in das Bimmer zurückkehrend das noch warme Geschoß vor- Großen machte Nachmittags ein etwa 20 Jahre alter unbekannter Auf dem dem Hause gegenüber gelegenen Theil Mann den Versuch, sich durch einen Revolverschuß in den Mund haupten zu dürfen, daß von allen Gewerbegehilfen die Kellner mit am fand. besten sich stehen, wie man von ihrem im Allgemeinen gesunden Aus- des Ererzierplazes übte eine Abtheilung Infanterie, als sich zu tödten. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. fehen täglich sich überzeugen kann." Nun, die„ Kellnerlost" ist hieran diefer Vorfall, am Freitag, ereignete. Die Untersuchung, welche Als am 7. b. M. Abends der Bauwächter Körber nach einem ficher nicht schuld, und was die Kellner sich aus eigener Tasche bereits eingeleitet sein soll, wird hoffentlich ein zufriedenstellendes Rundgange durch den Neubau Blumenstraße 69 die ten jur Erhaltung ihres Körpers leisten, haben sich die Gastwirthe Ergebniß haben und dazu beitragen, daß die in jener Gegend rechten Seitenflügel zu ebener Erde für ihn hergerichten wahrlich nicht auch noch als ihr Verdienst a conto zu schreiben. wohnenden Bürger in Zukunft nicht mehr solchen Lebensgefahren Räume betreten wollte, bemerkte er, daß die bisher verschloff, Und wenn die D. G. 3." weiter sagt: was ihre Stellung in ausgesezt sind. gewesene Thür geöffnet und die an derselben befindliche Kramme ab ge DE er tr DE 198 be ft 21 in 0 t gebrochen war. Er begab sich infolge deffen sofort wieder nach| Brüßhaver war übel augerichtet, thr Gesicht wird zeitlebens durch zustande der Maffenfamilie im Laufe der Jahrtausende zu dem Rorridor, wo er von einem unbekannten Manne einen Schlag Brandnarben verungiert sein. Im Verhandlungstermine machten unserem heutigen Familienleben allmälig herausgebildet hätten. erhielt, durch welchen seine auf der Brust getragene Laterne zer die Ehefrau und der Bruder des Angeklagten von dem Recht der Redner sprach besonders über die Stellung der Frau im Altertrümmert wurde. Hierauf schlug der Mann den Körber mehrere Beugnißverweigerung Gebrauch, der Gerichtshof hielt die übrigen thum, im Mittelalter und in der Neuzeit und hob hervor, daß Male auf den Kopf, würgte ihn so lange, bis er das Bewußtsein Belastungsmomente aber für ausreichend genug, um den An- die Frau natur- und vernunftrechtlich dem Manne vollfominen verlor und beraubte ihn seiner aus etwa 23 Mart bestehenden geklagten für überführt au erachten. Das Urtheil lautete auf gleichzustellen sei. Der Redner erntete reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Reichling, Baarschaft. Die Verlegungen, welche Körber erlitten, scheinen fechs Monate Gefängniß. nur leichte zu sein. Vor dem Hause Elisabeth- Ufer 44 fiel in Thomas, Müller, Hempel, Schmidt, Lehmann, Geschty, Weigner und noch verschiedene Andere. der Nacht zum 8. d. M. ein unbekannter Mann in den Louisen= städtischen Ranal und ertrank. Die Leiche ist bisher nicht aufAuf dem Bahnhof Weißensee wurde am gefunden worden. 8. d. M. früh der Stationsvorsteher Knetschte beim Ueberschreiten des Bahngeleises von einer nach dem Stettiner Bahnhof fahren den Rangirmaschine überfahren und auf der Stelle getödtet. Am 7. b. M. fanden vier kleine Brände statt. Gerichts- Beitung. auf 300 M. herabfeste. Arbeiterbewegung. Bochum, 5. März. Als Delegirte für den in Paris am Ofterdienstag, 81. März, stattfindenden internationalen Bergarbeitertag sind bisher folgende Bergleute gewählt: für Bochum Meyer, für Wattenscheid Kahn, für Ueckendorf Brodam, für Weitmar Bauer, für Eickel Berheide, für Essen Margraf, für Dortmund Bunte, für Annen Schröder, für Eving Dyckershoff, für Recklinghausen Schröter- Steele, außerdem Siegel für den Bezirk Eisleben. Das Referat zu Buntt 2 der Tagesordnung: Stellungnahme zur Baugewerkschafts- Konferenz, übernahm der Vorsitzende, Kollege Ahlike, und empfahl den Kollegen die Annahme der in der Konferenz vertheilten Resolution. An der Diskussion über diesen Bunft betheiligten sich die Kollegen Viereck, Losinski, Hempel, Scherz, Siegel, Geschky, Fährmann und Reichling. Die umfangreiche Resolution wurde angenommen. Unter Gewerkschaftliches" wurde beschlossen, zu Gunsten der ausgesperrten Kollegen in Oppach kräftig zu agitiren. Die betr. Listen sind von dem Vertrauensmann an die einzelnen BauBochum, 9. März. In Wattenscheid fand eine starke Be- pläge abzusenden und die gezeichneten Beträge an ihn einzuDie Angelegenheit des stud. phil. Paul Fittig beschäftigt Da Kollege Hempel sein Amt als Ginsammler der Gelder immer noch die Gerichte. Bekanntlich hat Fittig gegen die Res legschaftsversammlung der Zeche Holland statt. Der Bergarbeiter liefern. dakteure einer Anzahl hiesiger Zeitungen, welche einen ihn schwer Bringewald sprach sich für die Aufrechterhaltung der Forderungen niederlegte, so wurde dieser Posten dem Kollegen Losinski überoerlegenden Artikel aus dem„ Börsen- Courier" entnommen und der Bergarbeiter aus. Der Bergrath Meißner, der sich gegen dieRevisoren des Verbandes ohne Hinzuziehung der Dresdener Neveröffentlicht hatten, den Klageweg beschritten und durch die Er selben erklärte, konnte die Versammlung nicht für sich gewinnen. tragen. Nachdem ferner beschlossen war, daß die Revision von den fenntnisse Genugthuung erhalten. Auch gegen den Verfasser des Effen, 8. März. Eine start besuchte Bergarbeiter- Verfamm- visoren vorgenommen werden solle, wurde die Versammlung gebeleidigenden Artikels, den früheren Studenten Alfred lung beschloß, die von den Delegirten aufgestellten Forderungen schlossen. Morgenstern, hatte Fittig Strafantrag gestellt und der Be- aufs Aeußerste zu vertreten. Der Vorsitzende Ballmann wurde Der Verband deutscher Zimmerlente, Lokalverband Berlin, flagte war in erster Instanz zu einer Geldstrafe von zum Delegirten für den Pariser Kongreß gewählt. Der Vor1000 Mart verurtheilt worden. Wegen der Höhe des Straf- fizzende des neuen Verbandes Fischer lehnte die Wahl ab. Wegen hielt am 2. März cr. eine Versammlung ab. Die Tagesordnung maßes war Berujung eingelegt worten und machte der Ver- der Saal- und Schenfsperre im Effener Bezirk soll.me Petition lautete: 1. Abrechnung vom Sylvestervergnügen. 2. Vortrag des Herrn Schweizer über:„ Nationalreichthum und Nationalarmuth". theidiger des Beklagten, M.-A. Dr. Friedmann, im gestrigen an den Regierungspräsidenten gerichtet werden. 3. Berschiedenes. Zum ersten Punkt verlas der Rassirer des BerTermine vor der zweiten Instanz so viele Milderungsgründe Sattingen, 9. März. Die gestern hier tagende Versammlung gnügungs- Komitees die Abrechnung. Dieselbe ergab eine Gingeltend, daß das Gericht das erste Urtheil aufhob und die Strafe der Bergleute von Dahlhausen, Herbede, Baak und Linden im nahme von 217,69 M. und eine Ausgabe von 187,77 M., mithin Hattinger Bezirk wählte den Redakteur der Bergarbeiter- Beitung" einen Ueberschuß von 29,92 M. Sie wurde für richtig anerkannt Möller in Gelsenkirchen zum Delegirten für den Pariser inter- und dem Kassirer Decharge ertheilt. Darauf hielt Genosse nationalen Kongreß. Die Versammlung will sich den Pariser Schweißer seinen Vortrag, der mit großem Beifall aufgenommen Beschlüssen unterwerfen. Möller erklärt, bei Ausständen würden wurde. Im„ Verschiedenen" entspann sich eine längere Diskussion über die Anträge zur Generalversammlung, welche aber wegen Deutschland, Belgien und Frankreich geeint sein. der großen Anzahl der Anträge und wegen vorgerückter Beit nicht erledigt werden konnte. Von Kamerad Weiß war ein Antrag gestellt, bei Kamerad Zipke, Grüner Weg 14 und bei Hilgenfeld, Bergstraße 60, eine Arbeitsvermittlung für Zimmerleute zu errichten. Der Vorstand hat dafür Sorge zu tragen, daß Sonntag von 10 bis 12 Uhr Vormittags und Mittwoch Abends von 8 bis 10 Uhr eine Person anwesend ist, welche den arbeitslosen Kameraden Auskunft ertheilt, wo und wann angestellt wird. Die anwesenden Kame1818 raden verpflichten sich, sobald sie in Erfahrung bringen, daß ein Arbeitgeber anstellen wird oder muß, den angeführten Stellen Nachricht zu geben. Der Vorstand hat dies in den Arbeiterblättern bekannt zu machen. Der Antrag wurde angenommen. Es waren noch mehrere Fragen eingegangen. Dieselben wurden aber wegen zurückgelegt. vorgerückter Beit nicht erledigt, sondern zur nächsten Versammlang Boziale Ltebersicht. Unter einem schweren Verdachte standen gestern awei bisher unbescholtene Personen, die Wittwe Marie Köpte und deren siebzehnjährige Tochter Elisabeth Röpke, vor der ersten Strajtammer des Landgerichts 1. Die Mutter sollte unter Beihilfe der Tochter in äußerst raffinirter Weise einen London, 7. März. Die Bergleute in den dem Bord Londonschweren Diebstahl ausgeführt haben. Am Morgen des 8. Juni derry gehörigen Kohlengruben von Seaham und Rainton Durham vorigen Jahres begaben sich beide Angeklagte nach einem Hause stellten heute die Arbeit ein, um damit gegen die Ausweisung in der Königgrägerstraße, um der Haushälterin einer daselbst einiger Arbeiter der Siltsworthgrube aus ihren Wohnungen zu wohnenden Herrschaft zu ihrem Geburtstage einen Blumen- protestiren. Infolge dessen ist jetzt der Betrieb auf allen Gruben strauß nebst Glückwunsch zu überbringen. Vor dem Hauſe trennten des Lord Londonderry eingestellt und sind an 6000 Grubenfich Mutter und Tochter, nur die letztere ging unter Benugung arbeiter ausständig. der Hostreppe zur Haushälterin hinauf. Als die letztere öffnete, war die erste Frage der Besucherin, ob die Herrschaft zu Hause sei, welches verneint wurde. Nach wenigen Minuten er flärte Elisabeth Köpke, sie müsse sich durch einen Blick auf die Straße überzeugen, ob ihr nicht etwa ihre kleine Schwester nachgelaufen fei. Nach wenigen Minuten kehrte sie zurück und nach Aufruf. Es ist unsererseits vor kurzer Zeit in der gefurzem Aufenthalte wußte sie die Haushälterin zu bereden, einen Spaziergang mit ihr zu machen. Nach einer halben Stunde kehrte fammten Arbeiterpreffe aufgefordert worden, baß sämmtliche Baus die Haushälterin zurück. Sie sah auf dem Küchentische ein Arm- und gewerblichen Hilfsarbeiter sich auf dem vom 6. bis 9. April Eine gut besuchte Versammlung der polnischen Sozia band liegen, das sie vorher einem Mahagonitasten entnommen, in Halle a. S. stattfindenden Kongreß vertreten laffen, indem sie um es ihrem Besuche zu zeigen. Sie wollte es wieder zu ihren von allen Orten Delegirte dahin entsenden. Hierzu fordern wir liften Berlins tagte am 4. d. M. unter dem Vorsitz des Geanderen Schätzen legen und begab sich deshalb nach dem Hängeboden, nochmals dringend auf, indem nach Punkt 3 der Tagesfrage nossen Morawski. Genosse Kurowsti hielt einen Vortrag über wo sie schlief und wo der Kasten stand, der außer ihren Schmud Organisationsfrage" eine einschneidende Aenderung in der Form das Thema:„ Die Arbeiter- Frage von F. Lassalle". Er erntete fachen ihre Ersparnisse, 162 M., enthielt. Der Raften war fort, unserer jetzt bestehenden Organisation veraussichtlich entstehen reichen Beifall. In der Diskussion, welche eine rege war, er mußte gestohlen sein, während die Eigenthümerin die Wohnung tann. Allen Delegirten, welche schon gewählt sind, resp. sprachen sich alle im Sinne des Referenten aus. Im weiteren auf furze Zeit verlassen hatte. Die Wwe. Köpke, welche in dem noch gewählt werden, wird hiermit die Verpflichtung auferlegt, Verlauf der Verhandlungen beantragte der Vorsitzende, der Haushalte mehrfach Aushilfedienste geleistet und dadurch Kennt den Vertrauensmann, D. Sprotte, in Giebichenstein- Halle a. S., Märzgefallenen im Friedrichs- Hain zu gedenken und einen Kranz niß von den Verhältnissen erhalten hatte, wurde der That ver- große Breitenstraße Nr. 7, von ihrem Erscheinen rechtzeitig zu auf die Grabstätte am 18. März niederzulegen. Der Antrag dächtigt. Sie war auch zeitweise mit dem Korridorschlüssel ver- in ormiren, damit die Hallenser Kameraden im Stande find, recht wurde einstimmig angenommen. Weiter wurde vom Genossen sehen worden. Die Anklage nahm an, daß die Beschuldigte Marie zeitig genügende Quartiere beschaffen zu können. Gleichzeitig wird Tomaszewsti beantragt, einen Berichterstatter für den Vorwärts" Er empfahl als solchen den Genossen Zalejski. Röpfe sich einen Schlüssel hatte anfertigen lassen und den Dieb jämmtlichen Delegirten bekannt gemacht, daß zu ihrem Empfang au ernennen. Antrag wurde einstimmig angenommen. Nachftahl seit langer Hand vorbereitet habe. Es wurde angenommen, ein Komitee gewählt ist und die Mitglieder desselben zu erkennen Der dem eine Kommission zum Aussuchen eines passenden Lokres für baß die Angeklagte Elisabeth Köpte sich erst überzeugen mußte, find an sichtbar getragene gelbrothe Schleifen. Also nochmals, Kameraden allerorts! Wo es noch nicht die Bibliothek gewählt worden, schloß der Vorsitzende mit einem ob die Haushälterin allein in der Wohnung sei, daß sie dann unter einem falschen Vorwande auf die Straße eilen mußte, um geschehen ist, beruft öffentliche Versammlungen ein und wählt Hoch auf die internationale Sozialdemokratie die ihrer unten harrenden Mutter Bescheid zu sagen und schließlich Delegirte; denn es ist nur noch eine kurze Spanne Zeit fammlung. Bis dahin aber muß die allgemeine die Haushälterin aus der Wohnung fortzuloden hatte, während bis zum 6. April. ihre Schuld, der Staatsanwalt hielt sie aber durch die Beweis- so kann und wird der Erfolg nicht ausbleiben. Diejenigen Dele die Mutter den Diebstahl ausführte. Beide Angeklagte bestritten Parole sein:" Auf zum Kongreß!" Thue ein Jeder seine Pflicht, aufnahme für überführt. Er beantragte gegen die Mutter girten aber, welche gewillt sind, über irgend einen Punkt der Jahr 3 Monate Buchthaus, gegen bie Tochter vier Tagesordnung ein Rejerat zu übernehmen, fordern wir nochmals Monate Gefängniß. Der Gerichtshof hielt aber trotz der dringend auf, dieses der Kommission in Bälde anzuzeigen. Wir vorliegenden schweren Belastungsmomente die Sache nicht für schließen mit dem Rufe: Kameraden allerorts, auf zum Kongreß! hinreichend aufgeklärt, um ein verurtheilendes Erkenntniß aus- Wit kameradschaftlichem Gruß unterzeichnet J. A. der Agitationsfprechen zu können, es wurde auf Freisprechung erkannt. lands. C. Lange, Hohlerweg 19, 111, Hamburg. Alle Anfragen sind an diese Adresse zu richten. Sämmtliche Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Versammlungen. Zehlendorf. die VerEine zahlreich besuchte Volksversammlung für Männer und Frauen fand am Sonntag Nachmittag in Aigner's Höhe statt, Frauen fand am Sonntag Nachmittag in Aigner's Höhe statt, zu welcher Herr Abgeordneter Wilhelm Schmidt das Referat übernommen hatte. Der Referent gab in etwa 11/ 2stiindigem in der deutschen Arbeiterschaft. Er schilderte die Ursachen und Vortrage ein flares Bild von der sozialdemokratischen Bewegung Wirkungen des Auftretens Lassalle's, die Beziehungen zur FortSchrittspartei, das Entstehen und die Wirkung des SozialistenPremierlientenant a. D., Freiherr v. Schenk, hatte sich gefeßes, die ungeheuerliche Entstellung unseres Programmes, wie sie sich in den Ausdrücken ,, Theilen" und Weibergemeinschaft" wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit vor der 111. Straffammer zeigt und erläuterte die vom Parteitag in Halle vorgeschlagene des Landgerichts 1 zu verantworten. Der Angeklagte ist bereits und angenommene Neuorganisation der Partei. Hierauf und mit feit 4 Monaten in Untersuchungshaft und findet die Verhandlung Bezug auf das Gesagte wies Referent die Nothwendigkeit der unter Ausschluß der Deffentlichteit statt. In der Ausbildung der Arbeiter nach, zeigte, wie die Frauen in jeder Urtheilsverkündigung bedauert der Vorsitzende, daß der Ange Beziehung das gleiche Recht wie die Männer zu beanspruchen flagte, bem verbotener Umgang Umgang mit einem Eine öffentliche Versammlung der Stuckateure und haben, sich also auch in demselben Maße an den Bildungsbestrebungen 15jährigen Knaben zur Laft gelegt war, allein auf die Aussagen dieses Jungen hin in Saft ge- Gypsbildhauer fand am Freitag, den 6. März, statt. Es war der Männer zu betheiligen hätten. Da den Frauen eine Mitgliednommen fei, er tonne es nicht verantworten, diefes die erste Versammlung, an welcher die Stuckateure ge- schaft an Arbeitervereinen nicht gestattet sei, so müsse die Aufklärung einen gebildeten Ravalier auf die Aussage meinsam mit den Gypsbildhauern und Modelleuren theilnahmen, in öffentlichen Versammlungen, und durch die Presse und andere diefes einen Beugen hin zu verurtheilen. Es weshalb dieses Zusammengehen der eigentlich absolut verwandten Lektüre gefördert werden. Redner empfiehlt hierauf das neu erfolgt kostenlose Freisprechung. Der Termin hatte fiber 3 Stunden Berufsgenossen allseitig mit lebhafter Freude begrüßt und die begründete Organ:„ Volksblatt für Teltow, Beeskow, CharlottenHoffnung ausgesprochen wurde, daß sich diese Zusammengehörig- burg u. f. 1." einer recht regen Lektüre und darauf den Genossen gebauert!! feit auch in späteren Versammlungen bethätigen werde. Zum die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins. Lebhafter Beifall Struppirte Pferde dürfen im öffentlichen Fuhrwesen nicht ersten Punkt der wichtigen Tagesordnung sprach der Bildhauer folgte diesem Vortrag. Da sich Gegner nicht zum Worte meldeten, wird von einer verwendet werden. Bisher wurden auf die von Schuyleuten er- Genoffe Dupont über das Thema: Der Werth und Nutzen der stattete Anzeigen die Befizer notirter Droschten wegen Ginstellung modernen Arbeiterbewegung gegenüber den Innungsbestrebungen. Diskussion Abstand genommen, und es findet folgende Resolution eine eingehende Schilderung einstimmige Annahme: Struppirter Pierde in Polizeistrafen genommen. Auf den von Der Referent gab zunächst mittelalterlichen Bünste und deren weitschweifiger Die heute auf Aigners Höhe tagende öffentliche Boltseinem solchen erhobenen Widerspruch fällte, nachdem ein sachver und tam au dem Die versammlung für Zehlendorf und Umgegend schließt sich den Schlusse, daß ständiger Thierarzt über die Qualität des betreffenden Pferdes Einrichtungen anderes bezweckten, als die Ausführungen des Referenten voll und ganz an. Dieselbe be= das entgegengesetzte Gutachten abgegeben hat, die 95. Abtheilung heutigen Innungen nichts des Berliner Schöffengerichts ein freisprechendes Urtheil Bestrebungen der Zünfte wieder aufleben zu lassen. Die schließt, dahin zu streben, daß der Wahlkreis Teltow- Beeskow= mit dem Präjudicat, daß fortan nicht die Sicherheitsbeamten, Bünfte im Mittelalter hätten aber noch immer eine gewisse Eri- Storkow im Jahre 1895 im ersten Sturm erobert wird; denn sondern nur der Kommission für das öffentliche Fuhrwesen zu stenzberechtigung gehabt, die den heutigen Innungen infolge nur durch die Vertreter der Arbeiterpartei ist eine Besserung unferer Kapitalswirthschaft abfolut mangele. Außerdem wollen unserer Lage möglich. Wir verpflichten uns nach allen zu Gebote entscheiden habe, ob ein Pferd struppirt sei oder nicht. die heutigen Innungen nicht der Allgemeinheit nügen, sondern stehenden gesetzlichen Bestimmungen tüchtig zu agitiren, um den Ein Vitriol Attentat gelangte gestern zur Kenntniß der nur einzig und allein sich einen Nugen verschaffen. Ein ziel- Unverstand der großen Masse zu bekämpfen, hauptsächlich durch II. Straffammer des Landgerichts I. Wegen schwerer Körper bewußter Arbeiter müsse deshalb den Innungs- Bestrebungen von die Wissenschaft. Unser Wahlspruch sei: Macht ist Wissen, Wissen verlegung befand sich ein gewiffer Ludwig Brüß haver auf vornherein ablehnend gegenüberstehen.( Beifall.) der Anklagebant. Der Beschuldigte hat mit seiner Chefrau ein In der Diskussion sprachen die Kollegen Mietke, Maße, fo unglüdliches Zusammenleben geführt, daß die Lettere fich von Schmiehl, Schulz und Brachvogel im Sinne des Referenten. ihm getrennt hat. Seit dieser Beit verfolgte Brüßhaver seine Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: Ehefrau mit der Aufforderung, zu ihm zurückzukehren und als er In Erwägung, daß die Bildhauer- und Stuckateur- Innungen auf entschiedene Weigerung stieß, brütete er auf Rache. Um feinerlei Vortheile bieten, sondern unseren Bestrebungen hinderlich sind, 3. November besuchte Frau Brüßhaver ihre beiden in der erklären die versammelten Modelleure, Gypsbildhauer und Rügenerstraße wohnhaften Schwager, mit denen sie in gutem Stuckateure von Berlin und Umgegend, keinerlei Innungsamt Ginvernehmen lebte. Am Abende wurde ihnen mitgetheilt, annehmen zu wollen, vielmehr dahin zu wirken, daß jeder der baß der Angeklagte sich feit Stunden auf der Straße den hiesigen Fachvereinen noch fernstehenden Kollegen sich diesen in der Nähe des Hauses umbertreibe und augenscheinlich anschließe. Wir alle sind der Meinung: nur eine stramme Arauf seine Ehefrau wartete. Von dem von der Eifersucht ge- beitervereinigung kann unsere Lage bessern und die mißlichen Zuplagten Bruder Schlimmes erwartend, beschloß Rud. Brüßhaver, stände in unserem Gewerbe entfernen. Zu Puntt 8 der Tagesordnung: Bericht der Delegirten von seine Schwägerin nach Hause zu begleiten. Sicherheitshalber bebugten sie eine Droschte. Plößlich bemerkte Frau Brüßhaver, der Berliner Bauhandwerker- Konferenz wurde die auf der Kon- tattet. baß ein Mann neben der Droschfe herlief. Sie machte ihren Bes ferenz gefaßte Resolution verlesen und mit zwei kleinen vom der " ist Macht!" Beim dritten Punkt der Tagesordnung:" Wahl eines Ver trauensmannes, wird der Genosse Emil Hartmann, Zehlendorf, Königstr. 20, per Afflamation gewählt. Es wird schließlich die Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins für Zehlendorf und umgegend gut geheißen und eine Kommission von 7 Mitgliedern zur Ausarbeitung der Statuten gewählt. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Ver sammlung geschlossen. Charakteristisch ist es, daß man einigen Genossen die in ihrem Privatbesih befindlichen Lieberbücher tonfiszirte und die aus einer nach Schluß der Versammlung vorgenommenen amerikanischen" Auktion herrührenden Gelder beschlagnahmen wollte. Die Tellersammlung wurde auch nicht gegleiter darauf aufmerksam und Beide näherten ihre Gesichter dem Sollegen Schulz beantragten Veränderungen einstimmig anges Brauführer des Münchener Brauhauses, zu:" Ich habe nicht zu nommen. Folgende Erklärung geht uns von Herrn G. Wiehel, dem offenen Wagenfenster, um sich zu überzeugen, ob jener Mann der Unter„ Verschiedenem" tritifirte Kollege Schulz einen Artikel dem Kollegen Mikur des Herrn Mehl am dritten Tage seiner Angeklagte sei. In demselben Augenblicke wurde ihnen eine Krankheit gesagt, daß die Stellung bereits anderweitig besetzt sei, ägende Flüssigkeit ins Gesicht geschleudert. Die von Schmerz Ge- des„ Bauhandwerker". sondern habe im Gegentheil, als Mehl bereits vier Wochen peinigten ließen die Droschte halten und stiegen aus, um den er Eine öffentliche Versammlung der Steinmehen fand trant war, den betreffenden Mikur aufgefordert, den Kranken zu wähnten Mann, welcher die Flucht ergriff, zu verfolgen. Sie näherten fich am Mittwoch, den 4. März, statt. Zum ersten Punkt der Tages- besuchen und ihm mitzutheilen, daß seine Stelle noch offen fet. Angeklagten erkannten, Dann gaben sie die Verfolgung auf und ordnung ſprach Herr Ströbel über die Entwickelung der Familie Daß Mikur dies nicht gethan hat, ist nicht meine Schuld, th eilten zur Sanitätswache, mo sie, wie ebenfalls bei der Polizei, und führte in eingehender Rede aus, daß man fünf verschiedene kann aber meine Behauptung durch viele Zeugen beweisen, und ben Angeklagten als den Zhäter bezeichneten. Besonders Frau Formen der Familie unterscheiden könne, die sich aus dem Ur- wird dadurch die Aussage des Mitur als unrichtig erwiesen. In " Antwort wird nicht ertheilt. diefer Angelegenheit behalte ich mir alle weiteren Schritte gegen| bumoristische Pfeifenbrüder", Abends 8 Uhr, bet Guber, Klofter Briefkaffen der Redaktion. Rauchtlub Mikur vor, welcher übrigens auch größtentheils an der Entlassung Straße 63. Gäfte, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. Borfig", Borsigstr. 27 bei Jentsch. der Herren Mehl und Demling Schuld trägt." Geselliger Verein„ Climbim", Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Abends 9 Uhr bei George, Großgörschenstraße 13. Herren als Gäste willkommen. im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13. Bergnügungsverein Reichstro ne" Abends 9 Uhr, auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Gäste will Bergnügungsverein Glüc tommen. Bergnügungsverein Schönhauser Linde" Abends 8% Uhr, Schönhauser Allee 46. Gäste willkommen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands( Ortsverwaltung Berlin 4). Dienstag, den 10. März, Bersammlung bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Zahlreiches Erscheinen nothwendig. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Mittwoch, den 11. März, Abends 8 Uhr, im Lotal Bolzmann, Andreasstr. 26. Vortrag des Herrn Regierungsbaumeister Reßler über: Familie und Sozialismus." Diskussion. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Zellerfammlung. Die Einberuferin. Gauverein Berliner Bildhauer. Prinzenstraße 87 bet Herrn Gaillard: Außerordentliche Mitglieder Versammlung der Bentral- Krantentaffe. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mittheilungen. 2. Entgegennahme und Beschluß" Proletarier", " Sprechlaal. Die Rebattion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit Raum dafür abzus geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. Geehrte Redaktion! Inferat veröffentlicht werden. ,, Eintracht." Derartige Aufforderungen können nur als Genosse L., Zürich. M.'s Adresse ist uns nicht bekannt. Wie wir hören, wurde er telegraphisch abgerufen. D. H. Gesetzliche Vorschriften über die Dauer der Arbeitszeit oder über die zu machenden Pausen giebt es gegenwärtig, außer für jugendliche Arbeiter, überhaupt nicht. H. M. Leipzig und dann Hamburg. Blücherstr. 12. Eine Aufwärterin braucht, wenn sie nicht faffung von Anträgen zur Statutenänderung für die diesjährige Generalver im Laufe des Jahres selbst kündigt oder zu einer Kündigung sammlung. 3. Berschiedenes. Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Serwegh", Abends 8 Uhr, gerechtfertigten Anlaß giebt, die Weihnachtsgeschenke nicht heraustm Lotale des Herrn Otto Linke, Forsterstraße 45. Gäste will= zugeben. tommen. Sumanität" Abends 8 Uhr im Lotale bes Wilhelm K. An Alimenten für uneheliche Kinder sind in Herrn Steuer, Weinstraße 22. Gäste willkommen. ( Pankow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28.- Safenclever", Abends Vor einigen Tagen fam in die Schankwirthschaft von Berlin ohne Rücksicht auf Stand oder Vermögen des Vaters zu 8% Uhr, im Restaurant Scholz, Kastanien Allee 35. Gäſte wiltommen. A. Jarius, Berlin, Friedrichstr. 234, dem Anschein nach ein Arzahlen 13,50 M. monatlich bis zum vollendeten sechsten und Fester Wille", bei Schulz, Gartenstraße 70. Agitationsverein beiter und bat um ein Almosen. Der Gastwirth Jarius sagte 15 M. von da bis zum vollendeten vierzehnten Lebensjahre des Baffalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Spinoza", Abends 8% Uhr, bet Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäste haben Zutritt. darauf folgendes:" Ja, ich darf nichts geben, es fann hier ein Kindes. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends Kriminalbeamter sein, und dann bin ich dran, uns Wirthen ist Gefangverein bei Strafe, sogar mit Entziehung der Konzession von der Polizei verboten, etwas zu geben." " " " Ge= 9 Uhr, Uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. ,, Steinetche"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 bet Heise. fangverein Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz Grenadierplay 7. Gefangverein Allegro", Staligerstraße 142 bet Greifer. Gefangverein Olympia", Brinzenstraße 106 bei Gerth. Gefangverein Kreuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. Gefangverein" Fidelitas", Ackerstraße 13 bei Kummer. Moabiter Liedertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Gefangverein Mat glöckchen", Hochstr. 32 a bei Wilte. Männerchor Süd- Ost", köpnickerfiraße 191 bei Foge. Männer- Gesangverein" armonta", Abends 9 Uhr Flottwellstr. 5 bei Bartels. Gesangverein Bruderherz" bei Birko, Straußbergerstr. 3. Männer- Gesangverein Schildhorn", Usedomstr. 33, bet Miete, Abends 9 Uhr. Gefangverein Waldtapelle" in Friedrichshagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. Gesangverein ,, unverzag t", Köpniderstr. 127 a bei Küster. Jhn'scher Gesangverein Humor", bei Birt, Straußbergerftr. 3. " " Da wir Unterzeichnete Zweifel an diesen Angaben hegen, so bringen wir dieses zur Deffentlichkeit mit der Bitte, ob uns vielleicht Jemand eine Rechtsbelehrung könnte zu Theil werden lassen. 1. Ob dieses Verbot thatsächlich existirt. 2. Ob dasselbe gesetzlich zulässig ist. In der Hoffnung, daß unsere Bitte von Jemand erfüllt wird, zeichnen sich achtungsvoll C. Sonnenberg, Nixdorf, Juliusstr. 24. R. Rohm, Rigdorf, Schönweiderstr. 11. Eine derartige Polizeiverordnung besteht natürlich nicht. D. Red. Literarisches. Briefkaffen der Expedition. Für die Ausgesperrten gingen ferner ein: Schäftebranche d. Krause 3,15. Lohnkommission d. Korbmacher 20,-. Tischlerwerkstatt Fischer, Gubenerstr. 39, 5,65. Verein Quodlibet 10,-. Von den Rothen v. Pfaff, ges. bei einer Geburtstagsfeier 5,50. Werkstatt Larsen, Wasserthorstr. 27, 6,30. Dicker Kellner-, 50. Gesang- und Musikverein Firmitas 20,-. Stockfabrit Goldbach 3,25. Ges. auf d. Drechslerball bei Renz v. d. Konzertvirtuosen Reisaus 10,-. 30 245 2,50. N. A. 3. 28,-. Ges. i. d. Pazzenhofer Tonne, Sebastianstr. 4, d. Davidshäuser 2,50. Mehrere Tischler d. Kallene 3,15. Tischlerwerkstatt Gerlich, Krautstr. 38, 3,35. Fachverein der Schlächter Berlins und Umgegend 30,-. Lampenfabrik v. Schw. Gr. 17,-. Schlumps 0,50. Schlosser v. C. R. 4,50. Ges. von den Arbeitern der Gebr. Buhlmannschen Posamentenfabrik 7,35. 5 Anschläger, AckerGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Gefangverein Anacreon", Dienstag, Abends von 9-11 Uhr, bei Keßner, Annenstr. 16. Männer- Gefang verein unverzagt",( Moabit), Abends 8% Uhr, bei Hermerschmidt, Perle bergerstraße 28. Gesangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, Theater- und Bergnügungsverein im Restaurant Poppe, Lindenstraße 106. Bulcania", in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Theaterklub elmerding", Abends 9 Uhr, in Hanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ede der Großbeerenstraße. Privat- Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bei Meißner, Gartenstraße 162. Gäste willkommen.- Bergnügungs- und Theaterverein ,, Romeo", Soeben erschien bei Wörlein u. Co., Nürnberg, daß 4. Heft Abends 9 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Gäste willkommen.- Bergnügungs- der Bibliothek politischer Reden. Dasselbe enthält: Mira- straße 22, 2,50. Verein„ Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, bet S. Sperling, Görligerstr. 37. beau's Rede über den Namen und die Bedeutung der franzö Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bergnügungs- Verein Fidele Brüder", Abends 9 Uhr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäfte wiltommen. fischen Abgeordneten- Versammlung.( Gehalten am 15. Juni 1789.) Geselliger Verein Brüderschaft", Abends 9 Uhr, Wilsnackerstr. 63. Björnstjerne Björnson's Rede über die Republik. Aus Berein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarkt dem Schwedischen übersetzt von G. v. Bollmar. Biographische Straße 72. Rauchklub Rosenblätter", Abends 8% Uhr, bei Leopoldt, York- und Mannsteinstraßen- Ecte. Gäste willkommen. Rauchttub Notizen über Mirabeau. Preis des Heftes 20 Pf. Am Sonnabend, den 7. März, verstarb nach langem, schweren Leiden im Alter von 33 Jahren unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Herr Otto Driemer. Sein aufrichtiger, kollegialischer Sinn wird ihm unter seinen Kollegen ein dauerndes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. März, Vorm. 10 Uhr, von der Leichenhalle der Zionsgemeinde ( Weißensee) aus statt. Die Kollegen der Druckerei des ,, Deutschen Tageblatt" und ,, Neueste Nachrichten." Danksagung! Allen Verwandten und Bekannten, sowie den Kollegen des Fachvereins der Buzzer und dem Gesangverein, die meinem lieben Mann am Grabe die letzte Ehre erwiesen haben, sage ich meinen aufrichtigsten Dank. 875 b Wive. Bratner nebst Kindern. Danksagung! Allen Freunden, Kollegen und BeVereinigung der Maler| Berl. Bock- Brauerei, und verw. Berufsgenossen. Filiale Berlin V. Nord. Mittwoch, den 11. März, Abends Tempelhofer Berg. Täglich: E 8 Uhr, bei na dt, Brunnenstr. 38: Alt- Berlin auf d. Bock. Ord. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. Refer. Rollege Fleischer. 2. Unsere Lokal3 Humoristisch historischer Rückblick zur Feier der Statistik. 2. Verschiedenes und Frage- Bock- Saison 1891, tasten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Bevollmächtigten. 210/1 Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff. Spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! [ 275 L Möbel- und Polsterwaaren empfiehlt zu billigen Preisen bei guter 304L reeller Arbeit Tapezier, kannten, insbesondere den Meistern und Rob. Fischer, master, Kollegen der Firma Spinn u. Sohn, sowie der Freien Vereinigung der Graveure und Eiseleure für die bewiesene Theilnahme während der Krankheit sowie bei der Beerdigung unseres lieben Mannes, Sohnes und Bruders, des Ciseleurs Willi Jlchmann, unfern tiefgefühlten Dank. 878 b Die trauernden Hinterbliebenen Frau, Mutter und Schwester. Danksagung! Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes und Vaters Adolf Hansen sage ich allen lieben Ver wandten, Freunden, Bekannten, dem Verein der Klavierarbeiter, den Kollegen der Hooff'schen Pianofortefabrit, sowie auch dem Prediger Herrn Grauenhorst für seine trostreichen Worte meinen tiefgefühlten Dank. 842 b Wwe. Hansen, geb. Grassoldt. Danksagung! Allen Freunden, Betannten und Manteuffelstr. 85,1. Rein Laden. Den besten bayrischen Schmalzler aus ächtem Brasiltabak, sowie ihre rühmlichst bekannten Raugh, Kau- u. Schnupf Labakjorten empfehlen 194L Schwarz& Co. Tabak- Fabrit, Nürnberg. Marienvorstadt, 4. Gleisbühlstrasse 4. Versandt von Schmalzler von 7 Pfd. an franko. Jede Uhr 2 Kollegen, sowie insonderheit dem Ver- zu repariren ein der Klavierarbeiter erstatten wir( außer Bruch) unter Garantie foftet bei mir 1,50 Mk. für die ſo herches und Bruders Kleine Reparaturen entsprechend billiger. unseres Sohnes Heinrich innigsten Dank! Uhren, Gold- u. 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Gerade jetzt dürfte diese Schrift Liebknechts zur weitesten Verbreitung geeignet sein, wo die Gegner mit allen ihren geistigen Waffen die Sozialdemokratie befämpfen wollen.„ Wissen ist Macht" zeigt, mit welcher Art Bildung die Bourgeoisie die Proletarier abspeist, während sie für sich und ihre Söhne alle Schleusen des Wissens offen hält. Chauffeestraße 14 Rechts- Bureau Sinigl. Preuß. Hiermit erkläre ich meinen Bruder Geschäftshaus S. Seine. Photographie- Atelier Berlin Gustav Stut Hamburg Landsberger- Strasse 82. 12 oder Spezialität: niebild u. 1 wirtliches Rabinetsbild, zusammen 4,50 M. In hochfeiner Ausführ. u. Haltbarkeit. Bitte lesen Sie! Jedem, der billig und gut kaufen will, empfehle mein fehr reichhaltiges Lager des| Amtsrichters a. D., als einen Ehrenmann und nehme die Alte Jakobstr. 102, 11. Gewissenhafter Beleidigung zurück. A. Hiller.[ 879b Rath, Hilfe in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. Im Tuchgeschäft Oranien- Str. 126. I. Herren- u. 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Die Konferenz der Bauhandwerker frat am 8. d. M. zu ihrer zweiten Berathung zusammen. Die Leitung der Delegirtenversammlung wurde dem vorigen Bureau übertragen, welches beauftragt worden war, die Beschlüsse der einzelnen Gewerkschaften zu sammeln und der zweiten Konferenz vorzuführen. Material ist an die Kommission nicht eingegangen, und Thieme( Töpfer) berichtete nach den erschienenen Beitungsberichten. Vertreten waren folgende Baugewerbe durch Delegirte: Maurer 2, 3immerer4, Solzarbeiter 1, Töpfer 2, Maler 3, Studateure 2, Dachdecker 1, Tape zirer 2, Puber 1, Steinmegen 1, Glaser 1, Steinträger bezw. Bau- Arbeiter 3, Marmorschleifer i, Schlosser 1, Steinbildhauer 1, Ein= feger 1. Der Vorsitzende Thieme( Töpfer) gab bekannt, daß die Bau- Arbeiter keine bindende Stellung eingenommen haben. Die Töpfer, Maurer, Stucateure stehen auf dem Boden der Nesolution. Die Maler beantragen Ab änderungen. Thieme war der Meinung, daß alle Delegirte, die nicht voll auf dem Boden der Resolution stehen, nur eine berathende, nicht aber beschließende Stimme haben follen, doch wäre Jeder berechtigt, Abänderungs- Anträge zu ftellen. Schönberg( Einfeger) bekundete, daß seine Gewerkschaft die Stellungnahme zur Resolution vertagt habe, daß er aber auf dem Boden derselben stehe und für dieselbe wirken werde. Abänderungs- Anträge waren gestellt von der Gewerkschaft der Maler, und zwar waren dies die umfangreichsten, sowie der Stuckateure. Schönberg beantragte eine Spezialdiskussion der vorliegenden Resolution. Die Versammlung beschloß dengemäß. Wernau war gleichfalls der Ansicht, daß diejenigen Gewerkschaften, die sich zur Resolution ablehnend verhalten haben, tein Stimmrecht über dieselbe haben können. 10150 1891. Dienstag, den 10. März 1891. 8. Jahrg. Ausscheidende Mitglieder werden in öffentlicher Verfamm- thun, was in seinen Kräften steht, um das Gelingen des Ausstandes zu erreichen. Er ist zur Einleitung schiedsrichterlicher lung der Bau- Arbeiter ergänzt." Vergleichsverhandlungen berechtigt und verpflichtet. Im Passus der Ausschuß ist berechtigt" werden in Abfas 3 die Worte:„ und gesetzlicher" gestrichen, Im Uebrigen wurde der Passus V nach dem Wortlaute der Vorlage( Resolution) angenommen. Diese Beschlüsse werden vom gewählten Ausführungsausschusse in geeigneter Art unter die Bauhandwerker Berlins verbreitet. Derselbe hat dabei die Gewerkschaften und ArbeiterBaugruppen aufzufordern, sich mit diesen Beschlüssen in öffentlichen Versammlungen einverstanden zu erklären." Bassus VI wurde unverändert angenommen. Auf Wunsch der Bau- Arbeiter tritt überall das Wort Arbeiter" an die Stelle des Wortes Bauhandwerker". Die Wahl der Gewerkschaften zum Ausschusse wurde vertagt. Das Bureau bleibt bis dahin in Funktion. Die Resolution lautet nunmehr nach den Beschlüssen der Konferenz wie folgt: Die Konferenz der Delegirten der Bau- Arbeiter beschließt: I. In Bezug auf Agitation. Mit Vereinen irgend welcher Art tritt der Ausschuß in feinerlei Verbindung, weder durch Schristwechsel noch durch Personenverkehr, weder in Berlin, noch nach außerhalb. Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Buchdruckergehilfen Da besonders die Bau- Arbeiter in Berlin unter dem Zuzug der Provinz Brandenburg der Brandenburger- Tag- fand aus den weniger organisirten Provinzen leiden, ist es eine un- am Sonntag, den 8. März, im Feen- Palast statt. Die über bedingte Nothwendigkeit, die kleinen Orte vorzugsweise aufzu- 2000 Personen zählende Versammlung war auch von etwa 400 tlären. Es soll deshalb mit allen für Berlin verfügbar zu bis 500 auswärtigen Buchdruckergehilfen besucht. Nachdem durch machenden Mitteln eine Agitation eingeleitet werden, die sich auf den Berliner Vereins- Vorsitzenden Schmitt die Versammlung mit die Orte und Provinzen erstrect, aus welchen besonders der einer furzen Ansprache begrüßt war, wurde das gemeinschaftliche Zuzug nach Berlin kommt. Streits in diesen Orten zur Ver- Mittagsmahl eingenommen, das die Vorträge des Gesangvereins befferung der dortigen Lohnverhältnisse sollen von den Berliner Typographia" und des„ Gutenberg- Gesangvereins" verschönerten. Kurz nach 1 Uhr wurde die Versammlung eröffnet und zunächst Bau- Arbeitern in erster Linie nach Kräften unterstüßt werden. II. Streifunterstügung. dem Kollegen Döblin das Wort zum ersten Punkt der TagesOrdnung: Die Ziele des Unterstüßungsvereins ertheilt. Kollege Döblin führte aus: III. Bestrebungen für Berlin. Fettfenauer( Töpfer) war entgegengesetter Ansicht. Den Paffus I der Resolution beantragen die Maler zu streichen. Ge ist mit allen Kräften eine Einigung und ein Einver Diefem Antrage schlossen sich die Delegirten Rad wi( Dachständniß unter allen Berliner Bau Arbeitern anzubahnen, damit decker), Fetttenauer( Töpfer), ohlwegler( Maler), biefelben befähigt werden, ihnen allen gemeinsamen AngelegenSchweiger( Maler), um eine thatsächliche Einigkeit unter den heiten mit dem gehörigen Nachdruck zu vertreten. Berliner Bauhandwerkern zu erzielen, an. Dagegen sprachen Wernau und Grothmann( Maurer), Schulz( Stuckateur), Schönberg( Ginfeger), Lehmann ( Bimmever), Freiwald( Tapezirer) und Thieme( Töpfer). Wernau beantragte hierauf nur Streichung der Worte in Paffus I: „ Jede Gewerkschaft der Berliner Bauhandwerker hat felbständig zu beschließen, was sie für sich als das Beste findet." Vor der Abstimmung wurde der Abstimmungsmodus dahin geregelt, daß nach Stimmenzahl abgestimmt werden solle. Paffus I: In Bezug auf Organisation" wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Schlosser und Einfeber enthielten sich der Abstimmung. Die Zimmerer ftimmten getheilt. Paffus 11: In Bezug auf Agitation" wurde angenommen mit der Abänderung, welche die Maler beantragten, statt weniger kultivirten Provinzen" zu sehen„ weniger organi firten Provinzen." Bu Passus: Streitunterstüßung" beantragten die Maler folgenden Zusah:„ Das Sammeln auf Bisten zwecks Streitunterstützung ist unstatthaft. Jede Gewerkschaft hat das Streitmartensystem einzuführen und sind hieraus die erforderlichen Unterstützungen zu bewilligen." Mit Bezug auf die vorstehende Resolution, daß in erster Linie die Ausstände in solchen Orten unterstützt werden, welche Schon seit langer Zeit herrscht in unserem Gewerbe seitens die niedrigsten Arbeitsbedingungen haben, erklären die Berliner Bau- Arbeiter sich mit allen deutschen Arbeitern solidarisch und der Gehilfenschaft das Bestreben vor, Verhältnisse zu schaffen, werden alle Ausstände wie bisher nach Kräften unterstützen, so die der Buchdrucker würdig sind, und bei der Verwirklichung lange und soweit die Nothwendigkeit erwiesen ist und die Mittel dieses Bestrebens haben die Kollegen kein Opfer gescheut und ausreichen. Das Sammeln auf Listen zwecks Streifunterstützung stets unentwegt zur Fahne der Solidarität geschworen. Seit dem ist unstatthaft. Jede Gewerkschaft hat das Streit- Markensystem beinahe 25jährigen Bestehen unserer Organisation haben wir durch einzuführen und sind hieraus die erforderlichen Unterstützungen einmüthiges Zusammengehen schon jetzt wenigstens annähernd bezu bewilligen. Listen von außerhalb bleiben gleichfalls unberück- friedigende Verhältnisse geschaffen und besonders infolge der Tarifvereinbarung einen immerhin einigermaßen annehmbaren Lohnfichtigt. fat erzielt. Unser Bund muß aber noch weitergehen und um eine Berkürzung der Arbeitszeit zu erreichen, vor allem danach streben, daß der immer weitere Ausdehnung gewinnenden Lehrlings züchterei ein kräftiger Damm entgegengesetzt werde. Durch diese Lehrlingszüchterei werden Leute geschaffen, die von dem Buchbruckergewerbe in der Regel nur wenig verstehen und unter deren Eine von dem Lage die ganze Gehilfenschaft zu leiden hat. Unterstügungsverein angestrebte Verkürzung der Arbeitszeit wird aber gleichzeitig eine Verminderung der Arbeitslosigkeit zur Folge haben, die gerade in unserem Gewerbe eine enorme ist. Soweit der Unterstützungsverein eine Kontrolle ausüben konnte, giebt es in Buchdruckgewerbe jährlich 247 249 fonditionslose Tage gleich 35 321 tonditionslofen Wochen gleich 680 permanent tonditions Das muß aufhören, dahin geht das Streben losen Kollegen. unserer Organisation. Damit dieses Streben aber verwirklicht werden kann, muß die Gehilfenschaft vor allen Dingen darauf bedacht sein, die Organisation numerisch und pekuniär zu fräftigen. 5 500 000 m. hat der Verein bereits für Unterstützung aufgebracht, und gegenwärtig zählt der Bestand sämmtlicher Kassen des Vereins 2 000 000 M.( Beifall.) Als solche gemeinsame Angelegenheiten gelten: a) Regelung des Arbeitsnachweises durch Errichtung einer Arbeitsbörse aus städtischen Mitteln, welche die Arbeiter bewahren foll vor unnügen, zeitraubenden Laufereien und Ausgaben für Anzeige und Kommissionäre. Die Bau Arbeiter fordern hiermit alle Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins auf, sie in diesem Bestreben zu unterstützen. b) Abschaffung gesundheitsschädlicher Arbeitsarten, des Gebrauchs von offenem Koatsfeuer in Räumen, in welchen BauArbeiter beschäftigt sind; der Arbeit für die beim inneren Ausbau beschäftigten Handwerker und Arbeiter in Räumen ohne Fensterverschluß in der talten Jahreszeit; Beschaffung von Baubuden, den Vorschriften der Sittlichkeit und Gesundheit entsprechend; Abtrittsanlagen für die Arbeiter während der Bauzeit und aller solcher Vorrichtungen und Einrichtungen, wodurch Gesundheit und Leben des Arbeiters geschützt wird. c) Regelung von Lohn und Arbeitszeit auf städtischen Bauten. Einführung des Regiebaues statt des Unternehmerbaues bei allen Arbeiten, die diese Einrichtung irgend zulaffen; Annahme und Auslöhnung der in Tagelohn beschäftigten Bau- Arbeiter bei städtischen und staatlichen Bauten durch die Bauverwaltung selbst, nicht aber durch Zwischenbau- Unternehmer, welche die Arbeiter ausnüßen und einen Theil des Lohnes derselben in ihre Tasche d) Beseitigung der Affordarbeit in jeder Form und in allen Gewerben. e) Gegenseitige Unterffügung der Bau Arbeiter in Kämpfen für Abkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes. Als zu erstrebende Arbeitszeit für alle Bau- Arbeiter wird vorläufig die neunstündige Arbeitszeit festgehalten. oladom stecken. Lehmann( Bimmerer) beantragte ferner, daß Listen von außerhalb ferner nicht berücksichtigt werden. Paffus 11 mit beiden Amendements wurde einstimmig angenommen. 3u Paffus IV: Bestrebungen für Berlin" lagen Abänderungsanträge feitens der Maler und Stucateure vor. Zu Abfaz a beantragten die Stuckateure folgenden Zusatz: Die Bauhandwerker fordern hiermit alle Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins auf, fie in vorgenannten Bestrebungen zu unterstüßen." Die Lohnforderung und die weitere Berkürzung der Arbeitszeit wird den einzelnen Gewerkschaften festzustellen überlassen. IV. Ausführung dieses Beschlusses. Zur Ausführung dieses Beschlusses wird ein AusführungsDie Maler beantragten( außer Minklei) die Streichung ausschuß, aus fieben Personen bestehend, eingesetzt. Die Mitglieder dieses Ausschusses haben die Vollmacht, in der Worte: Aus städtischen Mitteln"( Arbeitsbörse betreffend), Zusatz: Die den Grenzen des oben gefaßten Beschlusses alles zu thun, was dafür beantragte Hohlwegler( Maler) den Zusatz: Sie sind verantwortlich ben fozialdemokratischen Stadtverordneten sollen in der Stadt- ihnen erforderlich erscheint. verordneten Verfaminlung darauf hinwirken, daß die Arbeitsbörse allgemeinen Bauhandwerker Versammlungen, die sie so oft als Unda möglich und erforderlich, mindestens aber viertelfährlich einmal, aus städtischen Mitteln unterſtügt wird." einzuberufen haben. Zu diesen Versammlungen haben die Angehörigen aller folcher im Baugewerbe thätigen Gewerkschaften Zutritt, die diesen Beschluß in öffentlichen Gewerksversammlungen ohne weiteren Zufa oder Bedingungen angenommen haben. Eine Auflösung des Ausführungsausschusses kann nur durch Beschluß aller Gewerkschaften erfolgen, die ihn eingefeht oder nachträglich anerkannt haben. Absay a wurde im Wortlaute der Resolution mit dem Zusaße der Stuckateure unter Ablehnung der Anträge der Maler mit Stimmenmehrheit angenommen. Absatz b gelangte ohne Debatte einstimmig zur An120 nahme. Abfah e beantragten die Maler zu streichen. Derselbe gelangte bei der Abstimmung zur Annahme. Ebenso Abfaz d. Zu Absaz e beantragten die Bau- Arbeiter Streichung des Wortes Bauhandwerker" und Ersatz desselben durch Arbeiter". Das Mandat des Ausführungsausschusses lautet auf ein Bau- Jahr, wenn es ihm nicht durch eine öffentliche Versammlung aller Bauhandwerker, die den Ausschuß anerkannt haben, ver längert wird. Ferner wurde beantragt, hinter die Lohnforderung" einzuschieben ,, und die weitere Verkürzung der Arbeitszeit" wird 2c. Abfaz e wurde mit diesen Abänderungen angenommen. Paffus V beantragten die Maler au streichen bezw. dem felben folgende Fassung zu geben: " Zur Ausführung dieses Beschlusses hat jede Bauhandwerker Gewertschaft einen Vertrauensmann zu wählen. 990 Mit Ablauf des Jahres hat der Ausführungsausschuß eine neue Delegirten- Konferenz einzuberufen, zu welcher jede GewerkDiese jeg nerament hat, brei Delegirte entfendet. Diese Delegirten fegen den neuen Ausschuß In der Auswahl zum Ausführungsausschuß zu wählender ein. Die abtretenden Mitglieder find wieder wählbar. Personen tritt teine Beschränkung irgend einer Art ein. Ausscheidende Mitglieder werden in einer öffentlichen VerDer Ausschuß ist berechtigt Das Mandat des Vertrauensmannes ist unbeschränkt. Jeder Vertrauensmann ist in Bezug auf die gefaßten Befammlung der Bau- Arbeiter erfett. schlüsse souverain und hat demgemaß das Recht, die Ver trauensmänner zwecks Besprechung von Fragen, welche sich mit den Beschlüssen deden, jederzeit einzuladen. Jede Gewerkschaft ist selbständig und unterliegt keinen Be schränkungen, betreffs Agitation, Unterstützungen, Petitionen, Bersammlungen, Demonstrationen und Arbeitseinstellungen. Der Vertrauensmann hat die Pflicht, Versammlungen seines Gewerbes einzuberufen, um die gefaßten Beschlüsse zur Durchführung zu bringen. Kombinirte Gewerkschafts- Versammlungen einzelner oder sämmtlicher Bauhandwerker tönnen teine bindenden Beschlüsse faffen. In diesen fombinirten Versammlungen findet nur allge meine Generaldiskussion über gestellte Fragen statt." Ueber Passus V fand zunächst eine lebhafte General biskussion statt. Nach Schluß derselben wurde der Antrag der Maler mit 11 gegen 8 Stimmen abgelehnt und trat die Versammlung nunmehr in die Spezialdiskussion des Passus V der Resolution ein( die Zimmerleute stimmten getheilt). Folgende Abänderungsanträge wurden beschlossen: Absatz 5 statt einen" Delegirten drei". Absatz 7 wird gestrichen und dafür gesetzt: Zu Punkt 2 der Tagesordnung: Verkürzung der Arbeitszeit im Buchdruckgewerbe und die Halle'schen Beschlüsse führte Kollege Besteck aus: Nachdem sich in früherer Zeit der Arbeiter allen Maßregeln der Arbeitgeber zur Verlängerung der Arbeitszeit willig gefügt hatte, wenn er nur einer Lohnverminderung dadurch vorbeugen fonnte, und nachdem er dann die Erfahrung gemacht hatte, daß er es trotz der immer länger und länger werdenden Arbeitszeit zu nichts brachte, daß im Gegentheil seine Lage immer trauriger wurde, daß er sogar dem Siechthum verfiel, dämmerte endlich der Gedanke in ihm, daß all' diese Uebelstände wohl darin wurzelten, daß man zu lange arbeite. Aus dieser Erkenntniß ist die Forderung einer verkürzten Arbeitszeit bei bleibendem Lohn entstanden, und speziell für das Buchdruckgewerbe auf dem Halle'schen Rongreß dahin formulirt worden, daß vom 1. Januar 1892 ab alle Buchdrucker nur noch 9 Stunden täglich zu arbeiten haben. In Leipzig hatten die Kollegen dieses schon im Jahre 1886 beantragt, und drei Jahre später sprach sich die Mehrzahl der deutschen Städte dahin aus, daß eine 9 stündige Arbeitszeit eingeführt werden foll. Jetzt fordern wir aber eine für alle Buchdrucker allgemeine Arbeitszeit von 9 Stunden, und in der Hand der Prinzipale liegt es, ob wir unser Ziel auf friedlichem Wege oder durch einen Kampf erreichen sollen. Erreichen werden wir das Ziel ganz gewiß, wenn alle Kollegen einig sind, wenn sie am Tage der Ent fcheidung Mann für Mann zusammenstehen und-kämpfen. Sollten wir also wirklich in den Kampf eintreten müssen, so werden wir ganz gewiß den Sieg nicht nur erringen, sondern auch behaupten. Beifall.) Bevor man in die Diskussion eintrat, verlas der Vorsitzende zahlreiche Telegramme, welche an den„ Brandenburger Tag" gerichtet waren und in trefflichen Worten und Versen der Versammlung ihr Interesse an den Verhandlungen aussprachen. Es waren Telegramme eingelaufen aus Dresden, München, Stuttgart, Halle a. S., Krefeld, Mainz, Hamburg, Leipzig, Würzburg, Chemnitz und Augsburg. In der Diskussion sprach zunächst der Buchdruckereibefizer Herr Näther aus Berlin und legte es den Buchdruckergehilfen eindringlich ans Herz, sie möchten sich ihre Forderung erst reiflich überlegen, ehe sie zur Verwirklichung derselben schritten. Die Kollegen Both- Stettin, Buchholz- Stettin, Reinfeit- Charlottenburge Leimbach- Brandenburg, Albert Schmidt- Landsberg a./W., MüllerNeuruppin, Schröder- Potsdam, Sonnenburg- Friedrichshagen, Sella- Spandau, Labjuhn- Langwiß und Eichler- Leipzig sprachen fämmtlich im Sinne der beiden Referenten und betonten wiederholt, daß der Brandenburger Tag" nicht etwa auf Anregung der Berliner einberufen sei, sondern daß die Anregung hierzu zuerst in der Provinz selbst gegeben sei, weil sich gerade in der Provinz der Wunsch geltend gemacht habe, die Stellung der Buchbedruckergehilfen zu den auf der Tagesordnung stehenden Punkten tennen zu lernen. Folgende Resolution gelangte hierauf einstimmig zur AnDie am 8. März 1891 im Feenpalast" tagende Zusammenkunft der brandenburgischen Buchdrucker beschließt in Anbetracht: 1. der infolge der wirthschaftlichen Verhältnisse immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit, deren Druck außerdem durch die ins Maßlose fich steigernde Lehrlingszüchterei für die Gehilfenschaft Deutschlands unerträglich geworden ist; in Anbetracht 1. öffentliche Versammlungen fämmtlicher Bauhandwerker oder einzelner Gruppen von Bauhandwerkern zu rufen; 2. die Ginberufung von Versammlungen der einzelnen Gewerkschaften zu veranlassen; 3. Sammlungen von Geldern in geeigneter Form zu veran ftalten; 4. über die so gesammelten Gelber zu verfügen zu den Zwecken, für die er eingesetzt ist. Besonders darf er darüber verfügen zu mündlicher und schriftlicher Agitation, zur Versendung von Flugblättern und anderen Druckschrijten, zur Veranstaltung von Petitionen, Versammlungen, Demonftrationen und zur Streifunterstügung. nahme: 2. der durch die fortschreitende Technik im BuchdruckerDie Rechnungslegung erfolgt vierteljahrlich öffentlich in gewerbe in übergroßem Maße Inanspruchnahme der physischen öffentlichen Bauhandwerker- Berjammlungen, die bann Revisoren Kraft des Einzelnen und des daraus resultivenden hohen Krankenzur Prüfung der Abrechnung zu ernennen haben, Standes Wenn eine Gruppe Bauhandwerker Berlins in einen Aus- mit allen Mitteln für eine Verkürzung der Arbeitszeit auf stand eintreten will, so hat sie diese Absicht dem Ausführungs- 9 Stunden zu wirken und zur Durchführung zu bringen, da dieausschuß anzuzeigen. Derfelbe hat seinen Rath zu ertheilen, felbe allein nur im Stande ist, die sanitäre und materielle Lage nöthigenfalls eine öffentliche Bersammlung in der Sache zu bei der Gehilfen zu verbessern. Ferner spricht die Versammlung die Erwartung aus, daß rufen und dann, wenn der Ausstand gebilligt wird, Alles 34 Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgefuereten deutschen Arbeiter! die Gehilfenschaft bei der Prinzipalität ein den gegebenen Ver-| begehen. Wenn auch von einem Ruhetag am 1. Mai in diesem enthaltenen Grundsäge für praktisch und allein maßgebend für hältnissen Rechnung tragendes Entgegenkommen finden wird. Hierauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen, be- austausche beschlossen, am 1. Mai Abends eine Bolksversamm- in Berlin anwesenden Zimmerer sich dem Beschluß unterzuordnen Jahre abgefehen wurde, so wurde doch nach längerem Meinungs- die Form ihrer Organisation und Agitation und verpflichtet alle geistert ausgebrachten Hoch auf die Erreichung des Neunstunden- lung zu veranstalten und am 3. Mai einen Ausflug zu machen. und als Bekräftigung dieses Beschlusses sich Mann für Mann Tages gefchloffen. Die anwesenden Gäste sowohl wie hiesigen Gehilfen blieben dagegen, daß ein für alle Mal der erste Die Bolksversammlung protestirt energisch der Freien Vereinigung der Zimmerer Berlins" anzuschließen. Da während dieser Verhandlungen die Zeit sehr vorgerückt noch eine Weile zusammen. Für Unterhaltung sorgten die Ge- Sonntag im Mai als Arbeiter Feiertag ange- war es war inzwischen zwei Uhr geworden- nahm man fangvereine, von denen unter anderen Liedern auch die Arbeiter- sezt wird. Marseillaise" gesungen wurde. Den Schluß des Brandenburger davon Abstand, in eine Berathung über die übrigen noch auf der Hierauf erfolgte Schluß der Volksversammlung mit einem Tagesordnung stehenden Punkte, unter ihnen auch Beschlußfassung Tages" machte ein in Brünning's Festsälen am Alexanderplay dreifachen Hoch auf die revolutionäre internationale Sozial- über die Stellung zum 1. Mai, einzutreten. Das Bureau der abgehaltener Abschiedskommers. demokratie. übernommen. 3. Wahlkreis. Eine Versammlung des Wahlvereins des 8. Berliner Reichs tags- Wahitreises fand am Dienstag, den 3. März 1891, unter Leitung des Genossen Schweizer statt. Als Genosse Wilhelm Werner zum ersten Punkt der Tagesordnung den Vortrag beginnen wollte, lief vom Genossen Kräfer ein Antrag ein, den Referenten nicht sprechen zu lassen, der Antrag wurde gegen eine Stimme abgelehnt. Nunmehr begann Wilh. Werner seinen Vortrag, welcher die heutige Wirthschaftskrise und die Irrlehren des Abgeordneten Eugen Richter behandelte. Die Ausführungen fanden lebhaften Beifall, und der Vortrag wurde in der Diskussion noch von Genossen Apelt, Gründel und Schernick ergänzt. Es erfolgte sodann der Bericht des Genossen Gründel über die stattgehabte Erfahwahl im 21. Kommumal- Wahlbezirk die Einnahme betrug 169,35, die Ausgabe betrug 145,50 m., bleibt ein Mehr von 23,85 M. Ein Antrag, welcher verlangte, daß beim Genossen Börner, Ritterstr. 108, noch eine Zahlstelle des Vereins eingerichtet werde, wurde einstimmig angenommen. Es ist dies nunmehr die fünfte Zahlstelle, die zur Bequemlichkeit der Mitglieder eingerichtet worden ist. Die anderen Zahlstellen sind folgende: 1. Gründel, Dresdenerstraße 116. 2. Schweizer, Dresdenerstraße 52-53( City). " " " Maler. # Versammlung wurde vielmehr beauftragt, in nächster Zeit eine Versammlung zur Fortfehung der heutigen Tagesordnung einzuberufen. Der Vorsitzende machte zum Schluß noch die Kollegen auf das am kommenden Donnerstag stattfindende Stiftungsfest der „ Freien Vereinigung der Zimmerer Berlins" aufmerksam und forderte zur Betheiligung an demselben auf. angenommen: Die Eine Volksversammlung für den 1. Wahlkreis fand am 7. März unter dem Vorsitz des Eine öffentliche Versammlung der Maler und verwandten Genossen Täte row statt, um zu der Maifeier Stellung zu Berufsgenossen fand am 5. März statt, um einen Bericht des nehmen. Das einleitende Referat hatte der Genosse Täterow Herrn Hohlwegler über die Bauhandwerker- Konferenz zu hören und zu der derselben vorgelegenen Resolution Stellung zu Am Schluffe feiner Ausführungen machte derselbe den Vor- nehmen. Hohlwegler unterwarf die einzelnen Punkte der schlag, die Genossen möchten gemäß dem von der Fraktion ge- Resolution einer Kritik, wobei er in scharfer Weise sich gegen den Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Blech, machten Vorschlage handeln und am 1. Mai die Arbeit nicht 1. Punkt der Resolution, betreffend die Organisation, wandte. Möbel- und Wagenfactirer tagte ant 2. März unter Vorfiz ruhen lassen. Wlan möge den Gewerkschaften überlassen, am Ebenso wie diesen Punkt verwarf er den 5. und 6. der Resolution, des Kollegen Rautenhaus. An Stelle des Reichstags- Abgeordneten 1. Mai des Abends Versammlungen abzuhalten, um dort die welche beide sich mit der Ausführung des event. Beschlusses und Schwarz, welcher am Erscheinen verhindert war, sprach Genoffe Frage der Verkürzung der Arbeitszeit zu diskutiren. Redner den Funktionen des damit zu betrauenden Ausschusses beschäftigen. Hohlwegler unter allgemeinem Beifall über das Koalitions macht weiter den Vorschlag, die Genossen des 1. Wahl- Redner stellt einige Abänderungsanträge zu der Resolution. Er recht. Folgende Resolution wurde treises sollten gemeinsam mit denen des 2. Wahlkreises spricht sich für eine Annäherung der verschiedenen Bauhandwerker öffentliche Versammlung sämmtlicher Blech, Möbel, und ain 3. Mai( Sonntag) ein Vergnügen auf der Berliner Bockbrauerei Branchen in der Weise aus, daß man gemeinsam empfundene Wagenlackirer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den abhalten. An einen Ausflug der gesammten Berliner Genossen Verhältnisse gemeinsam zu beseitigen strebe, wendet sich aber gegen Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und könne man um verschiedener Hindernisse willen nicht denken. Das Projekt einer Berliner Bauhandwerker- Union. Jede Branche erkennt, daß durch die in zweiter Lesung im Reichstage ge Durch Beschluß der Versammlung wurden die von Táterow ge- möge erst für eine gute, sich über ganz Deutschland er pflogenen Verhandlungen über die deutsche Gewerbe- Ordnung machten Vorschläge als maßgebend für das Verhalten der Ge- streckende Organisation innerhalb ihrer selbst sorgen. Bu ein freies Koalitionsrecht den Arbeitern nicht gewährleistet ist. nossen des 1. Wahlkreises zur Maifeier angenommen. Zur Aus diesem Punkt der Tagesordnung Sprachen noch die Herren Sie protestirt energisch dagegen, daß Streitführer bis zu einem führung des Beschlusses wurden die Genossen Felgentreff, Schweizer, Poppen, Mintlei, Schulz, Heide Jahre mit Gefängniß bestraft werden können, sie proteſtirt ferner Petermann und Herbst gewählt. Zum Mitgliede der Bermann, Link und Jablonsti. Aúe Redner erklärten sich dagegen, daß dem Arbeitgeber gestattet ist, eine Woche Lohn liner Lokalkommission wurde als Vertreter des 1. Wahlkreises mit den Ausführungen des Referenten in Betreff der Resolution als Raution von ben einzelnen Arbeiten einzubehalten, der Genosse Wiaderny gewählt und dann die Versammlung einverstanden. Folgende Abänderungs- Anträge zur Resolution da in vielen Fällen dem verdienter Arbeiter sein geschlossen. Sie wurden angenommen, nachdem der erste, sowie der fünfte und Lohn für die laufende Woche nicht gesichert ist. fechste Punkt derselben von der Versammlung verworfen worden: erachtet eine 24stündige Ruhepause in der Woche nicht für genügend Im dritten Theil, die Streifunterstützung betr., ist aufzunehmen: zur Erholung, sie ertlärt sich vielmehr vollständig mit dem von Das Sammeln auf Listen ist unzweckmäßig. Es ist das Marken- der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Arbeiterschutzsystem einzuführen“." Jm vierten Theil,( Bestrebungen für Gesetze einverstanden." Hierauf sprachen die Kollegen Schüßler Berlin) ist aus städtischen Mitteln"( bei Errichtung einer Ar- und Rautenhaus in fachlicher Weise über die Bedeutung des beitsbörse) zu streichen." Betreffend die Ausführung des Be- 1. Mai. Folgende Resolution wurde angenommen: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Redner be schlusses ist folgendes in die Nesolution aufzunehmen: Zur Ausführung des Beschlusses hat jede Bauhandwerker- treffs der Feier des 1. Mai einverstanden und verpflichtet sich, Gewerkschaft einen Vertrauensmann zu wählen. Das Mandat mit aller Energie dahin zu wirken, daß das Prinzip des Achtdesselben ist ein unbeschränktes. Jeder Vertrauensmann ist in ſtundentages zur Durchführung gelangt. Ein weiterer Antrag Bezug auf die gefaßten Beschlüsse souverain und hat wurde angenommen, am 1. Mai Abends eine Versamm demgemäß das Recht, die Vertrauensmänner zwecks Be- lung mit Männern und Frauen mit einem dem Tage sprechung von Fragen, welche sich mit den gefaßten Beschlüssen entsprechenden Thema abzuhalten, nachher geselliges Bu decken, jederzeit einzuladen. Jede Gewerkschaft ist selbständig und sammensein. Ueber die weitere Feier am 3. Mai wurde noch Zu Verschiedenem richteten die Kollegen unterliegt feinerlei Beschränkungen betreffs Agitation, Unter- nichts beschlossen. itügung, Petitionen, Versammlungen, Demonstrationen und Arbeits- Rauthenhaus, Schüßler einen warmen Appell an die Versammlung: einstellungen. Der Vertrauensmann hat Versammlungen seines Nachdem die Einigung beider Vereine hergestellt ist, muß es AufGewerbes einzuberufen, um die gefaßten Beschlüsse zur Durchfüh- gabe eines jeden Kollegen sein, die Organisation der Lacirer groß rung zu bringen. Kombinirte Versammlungen sämmtlicher Bau- und stark zu machen, und sich der Filiale 4 der Zacfirer anzuhandwerker können keine bindenden Beschlüsse fassen. In diesen schließen. Mit einem Hoch auf die völkerbefreiende, internatiofombinirten Bersammlungen findet nur allgemeine Generaldis nale Sozialdemokratie schloß die Versammlung. fussion über aufgeworfene Fragen statt." Puntt 2 der Resolution Oeffentliche Versammlung der Stein- Bildhauer Ber wurde in feiner bisherigen Fassung akzeptirt. Bum aweiten fin3. Am 6. März fand in dem Saale des Herrn Müller, Punkt der Tagesordnung:„ Stellungnahme zum 1. Mai", 3. Gimede, Köpnickerstraße 180. erhielt als erster Redner in der Distusfion Herr Schweitzer Johannisstr. 20, eine öffentliche Versammlung der Stein- BildAuf der 4. Schönide, Wasserthorstraße 20. das Wort. Redner wendet sich prinzipiell gegen den von der bauer Berlins unter Leitung des Herrn Roßberg statt. Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Bericht der Kommission Auch wurde zur Sprache gebracht, daß noch Fraktion gefaßten, die Maifeier betreffenden Beschluß. Man werde über den Verlauf des Streits bei der Firma Gebr. Beidler. Mitglieder, welche sich einzeichnen ließen, legt demselben entsprechend handeln müssen, aber fritijirt müsse 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Streit bei der genannten aber noch nicht ihre Bücher abgeholt haben, er auf jeden Fall werden. Redner giebt der Meinung Ausdruck, Firma ist als erloschen anzusehen und zwar zu Gunsten der Steindieses in der nächsten Versammlung, we Iché daß, wenn die Fraktion im vorigen Jahre nicht abgewinkt hätte, Bildhauer. Es wurde beschlossen, den Ueberschuß der Streittaffe vorher bekannt gemacht wird, an thun hätten. die Maifeier eine viel allgemeinere geworden wäre und demzu- und der Tellersammlung den ausgesperrten Arbeitern zu überDer Vorsitzende, Genosse Schweizer, tam zum Schluß auf folge Aussperrungen im stattgehabten Maße nicht in Szene geweisen. Außerdem gelangte folgende Resolution zur Annahme: den Antrag Kräcker, Werner nicht referiren zu lassen, nochmals fegt worden wären. Wäre im ersten Jahre auch nur ein ver: Die heute am 6. März bei Müller tagende Versammlung be zurück. Er bemerkte dabei, daß der dritte Wahlkreis Einigkeit hältnißmäßig kleines Häuflein Feiernder vorhanden gewesen, so unter den Genossen wünsche und daß derselbe deshalb gerade den hätte sich doch der 1. Mai von Jahr zu Jahr mehr eingebürgert. schließt, überall, wo thunlich, für die Hamburger Arbeiter freiGenossen Werner zu einem Vortrag veranlaßt hat. Wenn sich Was die Bedenken gegen die Maifeier betrifft, so sind dieselben willige Beiträge zu sammeln. In nächster Zeit wird wiederum nun viele Genossen, welche er in seinem Schlußwort der legten gerade bei dem derselben untergeschobenen Charakter als Demon- eine Versammlung der Stein- Bildhauer stattfinden, in welcher die Bersammlung näher bezeichnet habe, veranlaßt sehen, dem Wahl- tration, als Ausdruck des Kampfes, hinfällig. Wenn man sich Frage der Stellenvermittlung besprochen werden soll. Zum Schluß verein trotzdem fern zu bleiben, so sei das sehr bedauerlich. Der vor jedem Bischen Kampf scheuen will, wird man nichts er- ermahnte Herr Dumansky die Kollegen, sich immer fester anein Sache muß gemeinsam gedient werden, und Personenfragen müssen reichen. Nur wenn wir uns in drohender Haltung dem Kapital ander zu schließen, weil nur eine jeste Organisation Erfolge in Lohnbewegungen oder anderen Arbeiterfragen sichere. uns vollständig fern stehen. Durch die Anregung, Werner gegenüberstellen, dann macht es Ronzessionen. Redner verreferiren zu lassen, hat sich der Verein auch nach dieser Richtung weist auf England; dort hatten die Arbeiter auch nur Der Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und hin bemüht, immer mehr für den Zusammenschluß sämmtlicher durch ihre drohende Haltung in früherer Zeit etwas umgegend hat am Sonntag durch die Delegirten der ihm anGenossen des 3. Reichstags- Wahlkreises einzutreten und zu errungen, so die Beseitigung der Verschwörungs- Gefeße, gehörenden Vereine einen Statutenentwurf aufgesezt, der den im agitiren. Diese Ausführungen wurden lebhaft applaudirt. Mit dies lettere spreche Mary in feinem„ Rapital" direkt aus. Jezt Borwärts" annonzirten Vereinen zugestellt wird, damit diese nach einem stürmischen Hoch auf die Einigkeit der Partei schloß der werde nichts übrig bleiben, als den Sonntag zu feiern, jedoch Borlegung und Berathung in ihren Bereinen bis zum 13. März Vorsitzende die Versammlung. müsse am 1. Mai eine Versammlung stattfinden. Der Zweck des den Kommissionsmitgliedern: A. Forsberg, S., KommandantenGanzen, die Kraft des Arbeiters zu stählen, wird nicht erreicht straße 48; 8. Ieist, SO., Waldemarjir. 48; G. Kraft, S., werden. An der Diskussion betheiligten sich noch die Herren Boedhitr. 14; R. Ullrich, S., Schönleinstr. 6; M. WadeDie Voltsversammlung für den fünften Verliner Reichstags- Spur, Heidemann, Hohlwegler, Lint, Buch- phol, SO., Görlizer User 5; G. 3epmeisel, SW., LindenWahlkreis fand am Freitag Abend bei vollbeseztem Saale in der mann, Schmidt, Schulz, Mintlei und Stein. straße 9, das Resultat ihrer Berathungen zusenden können oder Brauerei Königstadt unter Leitung des Genossen Berndt statt. Ausgenommen zwei derselben sprachen sich alle andere Redner event. ihre Mitgliedschaft anzeigen. Die nächste beschließende VerDen Vortrag des Abends hatte Genoffe Auerbach übernommen. gegen den Beschluß der Fraktion aus. Die Herren Spur und fammlung findet am Sonntag, den 15. Mars, Bormittags 10 Uhr, Er sprach über das Thema:„ Die politische age". Er Winklei vertraten den Standpunkt der sozialdemokratischen in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20, statt, zu welcher hob einleitend hervor, daß von gegnerischer Seite das immense Reichstage- Fraktion. Nach Schluß der ziemlich heftigen Debatte nur angemeldete Telegirte und Mitglieder von Wereinen, die dem Wachsthum der Sozialdemokratie immer auf das dieselbe unter- wurde mit 54 gegen 32 Stimmen beschlossen, den 1. Mai ganz Bund angehören, Zutritt haben. drücken sollende Sozialistengesez zurückgeführt worden sei. Redner zu feiern; jedoch wurden nun Kempetenzbedenken laut und wies nach, daß auch nach dem Falle des Sozialistengesetzes die beschlossen, den Vertrauensmann zu beauftragen, eine öffent- Reinickendorf. Am Sonntag, den 1. März b. J., hielt der Sozialdemokratie nach wie vor ihren Siegeslauf nehme. Redner liche Versammlung der Maler in einem größeren Saale Fachverein der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Reinickenging sodann eingehend auf die inneren politischen Ver- anzuberaumen, biese Versammlung ordentlich bekannt dorf und Umgegend im Lokale des Herrn Ludicke seine be hältniffe ein, in sarkastischer Weise die neueren neuesten Ereignisse in der neueren und zu machen und zu derfelben ein Mitglied der Fraktion einzuladen, schließende Mitgliederversammlung ab. Zunächst erstattete der politischen Kampfesarena be- um dann endgiltig über das Verhalten der Maler zur 1. Wlai- Borsigende Thal den Bericht über die Thätigteit des Vereins, sprechend und die politische Lage erörternd. Der Vortrag erlitt Frage zu beschließen. Herr Hohlwegler machte bierauf noch auf forderte dann die Kollegen auf, den„ Arbeiter" zu abonniren und eine längere Unterbrechung dadurch, daß aus dem Saale die von den Filialen des Verbandes angestellten statistischen Er- legte sodann sein Amt als Vorsigender nieder. An seine Stelle Tische entfernt werden mußten, um den ausgesperrten" bebungen über die Lage der Maler im verflossenen Winter auf- wurde Kollege Schafer einstimmig gewählt. Nachdem der stellGenoffen Platz und Eingang in das polizeilich gesperrte Lokal merksam und forderte zur Entnahme von Fragebogen auf. Die vertretende Borsigende noch bekannt gemacht hatte, daß am zu verschaffen. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages beleuchtete felben müssen bis 20. März an die betreffenden Filialen oder an 22. März die nächste öffentliche Mitgliederversammlung stattfindet, der Vortragende die einzelnen politischen Parteien, die allseitigen ihn, Hohlwegler, abgeliefert sein. Darauf wurde die Versammlung schloß er die Versammlung. Bestrebungen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, die Steuer- geschlossen. reform, das Volksschulgesetz, die Jesuitenirage, die ArbeiterschutzGesetzgebung, den Militäretat und Unteroffiziersprämien und die Eine Generalversammlung der Zimmerleute, welche in fand in dem nahe gelegenen Sandhausen eine stark besuchte VerStellung der Sozialdemokratie zu allem diesem, streifte auch das der„ Norddeutschen Brauerei" unter Leitung der Genossen Leh- sammlung des Arbeiterbildungs- Vereins für Oranienburg und Gebiet der äußeren Politit, die neuesten Ereignisse in Frankreich, mann, Echmidt und Wilt am Sonntag Vormittag tagte, beschäf- umgegend statt, in welcher Herr Kndus- Reinickendorf einen nature den Dreibund u. f. w., und folgerte, daß die gesammten befißen- tigte sich mit der Frage: Welche Stellung haben die wissenschaftlichen, durch Abbildungen erläuterten Vortrag über den Klassen der Sozialdemokratie gewappnet gegenüberstehen, 3immerleute Berlins der auf der Bau- Arbeiter: das Thema:" Wie lange ist die Erde schon von Menschen be welche sich allein zu stüßen hat auf die Massen des Bolkes. Konferenz gestellten Resolution gegenüber ein wohnt?" hielt. Mit großer Aufmerksamkeit hörten die Anwesenden Redner folgerte weiter, daß das Proletariat, um der Sozial zu nehmen?" Nachdem der Regierungs- Baumeister G. Kepler die vortref.ichen Ausführungen des Referenten und aufeitiger demokratie den endlichen Sieg zu sichern, sich nicht nur als Referent hierüber die Resolution einer Besprechung unterzogen Beifall wurde ihm am Schlusse zu Theil. An der Diskussion gewerkschaftlich zu organisiren, sondern auch das Hauptaugen hatte, entspann sich in der Diskussion ein äußerst heftiger und betheiligten sich eine Anzahl Genossen. Nachdem noch verschiedene mert auf den politischen Kampf zu richten habe und erntete mehrerere Stunden währender mehrfach auf persönliches Ge- Vereinsangelegenheiten erledigt waren, schloß der Vorsitzende die am Schluffe feines umfangreichen Bortrages den reichsten biet hinüber spielender Wortkampf anischen den Anhängern Bersammlung mit der Bitte, daß die Genossen recht rege das Beifall. Zur einstimmigen Annahme gelangten ohne Diskussion und Gegnern der Resolution. Von den zahlreichen Befürwortern Lokal des Herrn Dally besuchen möchten, da er der einzige Wirth folgende Resolutionen: einer Ablehnung derselben wurde jedoch, worauf der Referent in ist, welcher sein Lokal zu Versammlungen giebt. " V. Wahlkreis. Oranienburg, den 5. März 1891. Am Sonntag, den 1. März, 1. Die heutige Boltsversammlung erklärt sich mit den Aus feinem Schlußwort auch aufmerksam machte, wenig über die Re- Von Herrn A. Werkmeister geht uns folgendes Schreiben führungen des Genossen Auerbach einverstanden. Sie erklärt von solution selbst gesprochen, als vielmehr die Gelegenheit wahr zu:„ Ein Streit der Versilverer in meiner Fabrit liegt nicht vor, Neuem ihre Unverföhnlichkeit mit dem heutigen kapitalistischen genommen zum Angriff auf die Lokalorganisationen und zur Ver- davon hat sich das Streitfomitee zur Zeit selber überzeugt: auf Staate; sie erklärt, daß die heutigen Bestrebungen der gefeßgeben- theidigung der Sentralisation. Es sprachen im Laufe der Debatte das Ersuchen desselben die alten Leute wieder einzustellen, hatte den Körperschaften für Besserung der Lage der arbeitenden die Genossen Loß, Grell, Stöhr, Petermann, Weiß, Knüpjer, Ort ich mich auch bereit erklärt, dieselben nach Bedarf wieder zu be Klaffen nur im Interesse der Besitzenden Werth haben. Die land gegen die Annahme der Resolution und empfahlen an Stelle schäftigen. Voltsversammlung erklärt ferner diesen Bestrebungen zum dessen Anschluß an die Zentralisation, während die Genossen Was die Kantenmacher anbetrifft, so liegt auch hier kein nach wie vor einzig und allein für die Sozialdemokratie Schenk, Tamm und der Referent in seinem Schlußwort die An- Lohnabzug vor: Am 4. 5. M. sollten 2-3 Mann wegen nicht in Wort und Schrift einzutreten." nahme anriethen. Von den Telegirten zur Konferenz erklärte genügender Beschäftigung aussehen. Auf Vorstellung des Werk2. Die heutige Voltsversammlung erklärt sich mit den Aus- fich Genosse Lehmann für und Genosse Wolter gegen die Re- führers sagte ich jedoch zu, die Leute alle weiter zu behalten. führungen des Referenten voll und ganz einverstanden und ver- solution. pflichtet sich, für die immer weitere Verbreitung der sozialdemo- nehmenden Beeren eingelaule jobann folgende mit sehr großer und weil er Familienvater von 4 Kindern ist, wieder angenann Bon mehreren eingelaufenen, auf die Tagesordnung Bezug Bitten Nun hatte ich schon vergangene Woche 2 Mann wegen Mangel Resolutionen wurde Mehrheit angenommen: Troz tratischen Ideen zu agitiren." Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Stellung. men. Jetzt erklärten die Herren Bergolder, daß sie nur dann nahme zur Maifeier. Der von der Fraktion gemachte Die heute, den 8. d., in der„ Norddeutschen Brauerei" tagende weiter arbeiten würden, wenn ich auch den andern, vorige Wo Borschlag, die Maifeier am 3. Mai zu begehen, fand in der Generalversammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend erklärt sich entlassenen Rantenmacher wieder einstellen würde, obgleich ihnen Versammlung wenig Sympathie, und es sprach sich eine ganze mit den Ausführungen des Genossen Kepler einverstanden und hinlänglich bekannt, das ich für die vorhandenen Leute nicht eins Reihe von Rednern dagegen aus, besonders gegen den Borgiebt infolge dessen der auf der Bauarbeiter- Konferenz gestellten mal genügende Beschäftigung hatte. Da ich mich dies zu thun schlag, die Maifeier auch in Zukunft in der gedachten Weise zu Resolution ihre Zustimmung und erklärt die in der Resolution weigerte, legten sie die Arbeit nieder. Berantwortucher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 б k 6 b el 2 f D r C