Nr. 44. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50$ fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 80 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Jeder will's gewefen fein! " Sonntag, den 21. Februar 1909. mußte wohl in dieser Form dementieren, sollte der Gegensatz zwischen ihm und Bülow nicht allzu offenkundig werden. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Germania" berichtet darüber: ,, Eine Verständigung über einen wichtigen Teil der Reichsfinanzreform ist heute, wie in parlamentarischen Kreisen ber lautet, in der Subkommission des Reichstages erfolgt, welcher die Nachlaßsteuervorlage in Verbindung mit den dazu gestellten Anträgen Gamp und Wiemer zur Vorberatung überwiesen war. In der heutigen Besprechung der Kommission einigte man sich nämlich auf der Grundlage der Anträge Gamp, zu welchen der Zentrumsabgeordnete Herold Verbesserungsanträge gestellt hatte, die vom Reichsschapamt als die Vorbedingung für eine Berständigung afzeptiert wurden, dahin, die Nachlassteuer ebenso wie die Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten und den Ausbau des Erb. lassen und dafür eine rechts des Staates.Jmart, welche von den Besitzsteuer in Höhe von 萬 ben. lassen und sich mit dem Zentrum und den Freisinnigen zum Schacherabschluß zusammenfinden. Aber von diesem heiteren Intrigenspiel hebt sich als ernster Auch die Regierung hat sich noch nicht offiziell der SchacherHintergrund die deutsche Marokkopolitik ab, die Deutschland machei angeschlossen, und die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" Der Abschluß des Marottoabkommens hat; wie schon kurz 3iveimal hart an den Abgrund des Krieges geführt zeigt offiziell an, daß die Reichsfinanzverwaltung den Beschlüssen berichtet, ein eigentümliches Nachspiel gezeitigt, das sehr komisch hat. Daß es in diefer Politik auf deutscher Seite wei noch nicht zugestimmt hat, da sie damit von der vom wäre, wenn es nicht aufs neue die Fämmerlichkeit und Klein- Strömungen gegeben hat, ist ja bekannt. Man weiß auch, Bundesrat bisher eingenommenen Stellung lichkeit der deutschen politischen Leitung so grell hervortreten daß die Politik des Kaisers damals unter dem Einfluß abgewichen" wäre. Doch läßt schon diese Fassung erkennen, liege. Man erinnert sich, daß der Pariser Matin" vor Eulenburgs stand, während Bülow, dessen Fähigkeit daß die Reichsregierung selbst die Beschlüsse anzunehmen bereit wenigen Lagen in der Lage war, ein Glückwunschtelegramm zu selbständigen Entschlüssen nur gering entwickelt ist, von ist und nur aus formalen Gründen, aus Rücksicht auf die BundesEs ist auch im großen und ratsbeschlüsse, noch mit ihrer Zustimmung zurückhält. des deutschen Kaisers an unseren Pariser Botschafter, Solstein gelenkt ward. Wie die Mitteilungen der leitenden Zentrumsblätter erkennen den Fürsten Nadolin, zu veröffentlichen, in dem dem Bot- ganzen richtig, daß Eulenburg franzosenfreundliche und also schafter für die Arbeit zum Abschluß des Vertrages der in diesem Falle friedliche Politif getrieben, während Herr lassen, hat die Unterkommission sich im wesentlichen auf die Vorwarme Dank" ausgesprochen wurde. In einem Kommentar v. Holstein eine Richtung einschlug, die 1905 zur Kriegs- schläge Gamps geeinigt, und zwar dahin, daß für einen bestimmten zu dieser Depesche hob Fürst Radolin hervor, daß das Ueber- gefahr wurde, die im entscheidenden Momente durch den Zeitraum eine sogenannte Besitzsteuer in Höhe von 150 Millionen Holsteins Idee war Mark durch Matrikularbeiträge in der Form aufgebracht werden einkommen der vom Kaiser stets verfolgten Friedens- Sturz Delcassés beseitigt wurde. der Wilhelm II. zuerst soll, daß die Bundesstaaten sich verpflichten, die auf sie entfallenden und Versöhnungspolitit entsprochen habe. Fürst auch die Tangerfahrt, widerstrebte, deren Ausführung aber er schließlich Steuerbeträge durch Steuern vom Einkommen und Besitz zu er Bülow wurde dabei nicht erwähnt. In einem zweiten Kommentar des„ Matin" aus anderer Quelle wurde dann den Stempel seiner romantischen Art aufprägte, wovon die heben und an das Reich abzuführen. Die definitive Regelung soll behauptet, daß der Kaiser im Jahre 1905, als die Diplomatie Rede, in der er Abdul Asis seinen Schutz verhieß, genugsam durch ein innerhalb drei Jahren vorzulegendes Reichsgesetz er= und die Heeresleitung für den Krieg waren, für Zeugnis ablegte. Der Konflikt zwischen der hösischen und folgen. den Frieden eingetreten sei. Er hätte sich nur ungern auf Stanzlerpolitik führte schließlich zur Entlassung Holsteins, die ganze Marokkoaffäre eingelassen und auch in der Casablanca- der aber Bülows Ratgeber blieb. In Algeciras war die affäre der Deserteure den Streit beendet. Damals habe der Isolierung Deutschlands offenbar geworden und der MarokkoStaiser zu einem intimen Freunde gesagt:„ Ich habe den Betonflift verlor seine akute Gefahr. In jener Zeit beginnt seine Macht gegen die fehl gegeben, die Affäre innerhalb 48 Stunden zu erledigen auch Bülow den Kampf um " Kamarilla". Er hatte eingesehen, daß er nur ein Schattenund alles ist nun glücklich geregelt." Diese Geschichts- und Geschichtenschreibung mußte natürlich tangler sei, so lange das persönliche Regiment durch seine Bülow recht schmerzlich sein. Wie? Dieses Maroffo- eigene Politik die seine jederzeit vereiteln könne. Damals abkommen, das einzig Vernünftige, was mir in der ganzen konnte er auch noch hoffen, daß, wenn nur der Einfluß seines Zeit, seitdem ich die Geschicke des Reiches Leite, passiert ist, das Feindes Eulenburg beseitigt, er seinen alten Einfluß bei foll jest gar nicht auf mein Konto gebucht werden, sondern auf Wilhelm II. wieder gewinnen werde. Holstein gelang es, das eines, der sogar als mein Nachfolger genannt wird? Eulenburg zu stürzen, aber nur in einem unerhörten Standal, Und ist dies nicht um so ungerechter, als ja dieses Abkommen der zuerst auch die Autorität des persönlichen Regiments in nie möglich gewesen wäre ohne all die Dummheiten, die in schwere Mitleidenschaft zog, was Bülow nie vergeben worden der Marottoaffäre von der deutschen Politik begangen wurden ist. So war damit der Kampf nicht beendet, dessen Gipfelpunkt und für die ich wirklich die Verantwortung trage, wenn auch die Veröffentlichung des Kaiserinterviews geschickte Federn für die schlimmsten nicht mich, sondern das bildete, das dem persönlichen Regiment einen so schweren diesmal zufällig ziemlich unschuldige persönliche Regiment" Schlag versette. Da flammt die halbvergessene Marokkobeschuldigten? Das Maroffoabkommen ist nichts als die Ver- affäre von neuem auf. Ein gleichgültiger Zwischenfall, eine leugnung meiner Dummheiten. Dhne diese wäre es nie möglich Schlägerei zwischen Konsulatsbediensteten bei einer Verhaftung einiger Deserteure der Fremdenlegionäre in Casablanca gewesen, und so ist es sicherlich das Verdienst meiner Politik. wird in der offiziösen Presse maßlos aufgebauscht, die deutsche Und jetzt bekommt Radolin ein Danftelegramm der 17. November war ja doch für die Katz- und jeder wird Ehre für verlegt erklärt und so wird behauptet- Bülow sagen, da ich keins bekommen, sind meine Beziehungen zum droht in Paris bereits mit der Abberufung des Botschafters. Man erinnert sich noch des plötzlichen Umschwunges, Staiser schlecht und meine Stellung wird noch unsicherer. Der bisher nicht völlig aufgeklärt war. Jezt rühmt sich Zwar hat man mich bisher bei der ganzen Sache wenig ge- Wilhelm II., dem gefährlichen Spiel ein Ende nannt, sondern immer nur Schoen und Cambon; ich bereitet zu haben. Die Worte sind nicht dementiert. Und wußte ja auch nicht im voraus, daß die Geschichte so günstig doch enthalten sie die schwerste Anklage, die gegen aufgenommen wurde. Es war ja doch eigentlich das Gegen Bülow formuliert werden kann: Wenn der Kaiser recht hat, teil dessen, was ich bisher gemacht und was auch immer ge- dann hat Bülow, der damals in den Nöten der Interviewlobt wurde. Aber nun ich's weiß, steht die Sache veröffentlichung steckte, eine Politik gemacht, deren Leicht. Ich brauche bei meinen Verhältnissen einen fertigkeit zu fennzeichnen, kein Ausdruck stark genug Wär's aber selbst wäre. Brot. einen Bissen mich bestellt, so gut in Wirklichkeit Der Zwischenfall ist dann bekanntlich rasch erledigt schlecht, so würde ich's einem möglichen Nachfolger nimmer worden, Bülow mußte alle seine Forderungen fallen lassen mehr gönnen." und Schoen und Cambon, die auch das letzte Abkommen Also ging Bülow hin zu den Agrariern und sprach nicht gezeichnet haben, brachten die Sache rasch ins Reine, wozu ia nur über sein agrarisches Herz, sondern auch zu den Schweine- nur ein wenig Verstand und guter Wille gehörten. Bülow züchtern und Brotverteuerern engros über das Marokko- mußte sich bescheiden. Jetzt glaubt er die Zeit gekommen, abkommen. Höflich, wie diese Leute nun einmal zu ihrem um sich wieder vorzudrängen. Nie hat eine Politik schmähGeschäftsführer sind, rief ihn kein Vorsitzender zur Sache. licher Schiffbruch gelitten als die feine; aber weil dieser Und Bülow sprach das große Wort„ Sch" wieder einmal ge- Schiffbruch vom Standpunkt des deutschen Volfes ein lassen aus: Glücksfall ist, kommt dieser politische Glüds „ Das Abkommen mit der franzöfifchen Regierung über ritter, um zu ernten, wo er nicht gesät. Plötzlich erMaroffo, für das Jch mit dem ausgezeichneten Vertreter der innert sich der Mensch, daß ja er eigentlich für die deutsche französischen Republik an unserem Hofe, Herrn Cambon, eine, Politik verantwortlich zeichnet, und auf Grund dieser Fiftion wie ich glaube, für beide Teile ehrenhafte und praktische Form eignet er sich den einzigen nüglichen Akt der deutschen gefunden habe, hat im Westen den Horizont geklärt." Nichts von Schoen, erst recht nichts von Radolin, Politik an, bloß weil er ihn glücklicherweise nicht ber alles nur höchsteigenes Verdienst. Die faiserliche Depesche hindern konnte. Das ist Bülows Anteil an dem Maund gar erst der Stommentar des„ Matin" war desavouiert; roffoabfommen, das sein Verdienst an der Besserung der die neueste Betätigung des persönlichen Regiments auf deutsch- französischen Beziehungen! Die Hämmerlichkeit der deutschen Marokkopolitik findet telegraphischem Wege als dem wirklichen Hergang der Sache nicht entsprechend gekennzeichnet und das in Gegenwart solcher in diesem Nachspiel einen würdigen Epilog. Abenteuerlich wenn und gefährlich von Anfang an, wird die Marokkopolitik im Royalisten wie des Januschauers Oldenburg Bülow Gefahr für seine Stellung wittert, wird er sogar weiteren Berlauf zu dem Boden, auf dem die Kamarilla fämpfe ausgefochten werden. Und so endet sie würdig in mutig. Weit diesem Pfeil war's aber nicht genug. Fürst Bülow einem Kampf der Cliquen, wo die aufeinander eifersüchtigen ist der Chef des Fürsten Radolin. Also erschien prompt in Parteien des Hofes und des Kanzlers einander den Ruhm der„ Nordd. Allg. 3tg." eine Erklärung des Botschafters. streitig machen, wem von beiden an dem Zusammenbruch Er stehe der Veröffentlichung der Depesche völlig fern und des schmählichen Abenteuers, an dem sie gemeinsam die Verdienst gebührt. fei entrüstet, daß der Matin" illoyalerweise einen mit seinem Schuld tragen, schließlich das Namen gezeichneten Kommentar hinzugefügt habe. anders. Erfolg 11117 wie " wie Kompromiẞmogelei. f Einzelstaaten durch Steuern vom Besiz und Einkommen, einste tveilen nach der Stopfzahl der Beevölkerung aufzubringen ist. an Stelle der Matrikularbeiträge treten zigen Lassen, so daß die Matrikularbeiträge der Einzelstaaten, welche f= die Regierungsvorlage felbst auf 50 Millionen Mark erhöhe sich wollte, um weitere 100 millionen erhöht werde idasEs wurden darüber eine Reihe programmatischer Punkte feit ist gestellt, die von dem Abg. Weber redigiert und mit einem schriff lichen Bericht der Finanz- und Steuerkommission des Reichstages, f die am Donnerstag wieder zu einer Sigung zusammentritt, unterbreitet werden sollen. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen als sicher an, daß die Verständigung innerhalb der Subfommission und mit der Regierung auch die Zustimmung der Finanz- und Steuerkommission finden wird, womit dann ein wichtiger Teil der Reichsfinanzreform eine befriedigende Lösung gefunden haben würde, falls nicht Fürst Bülow daran Anstoß nehmen sollte, daß das Zentrum mit feinen Verbesserungsanträgen dabei mitgewirft hat. Wir hatten in Nr. 37 II. Bl. vom 16. Februar bereits darauf hingewiesen, daß an erster Stelle eine derartige Verständigung in betreff der Belastung des Besitzes durch eine entsprechende Erhöhung der Matrikularbeiträge zu erwarten sei, womit die Frage der direkten Steuern erledigt ist, da eine Reichsvermögens- oder Einkommensteuer nun nicht mehr in Betracht kommt. Es bleibt dann aber weiterhin die Frage der indirekten Reichssteuern zu lösen, die auch noch manche Schwierigkeiten bietet." Die Führung hat, wie vor drei Jahren bei der ersten Reichsfinanzreform, das Zentrum übernommen. Daher die spöttischen Bemerkungen der Germania", daß Fürst Bülow hoffentlich keinen Anstoß an der Lösung nehmen werde, weil das Zentrum mit seinen Verbesserungsanträgen" dabei mitge. wirkt habe. Die Konservativen sind ebenfalls im ganzen mit den Vorschlägen einverstanden; nur ist ihnen eine Besizsteuer" von 150 Millionen Mark zu hoch. Sie wollen zwar ebenfalls 150 Millionen Mark bewilligen, doch sollen die Einzelstaaten nur gehalten fein, 100 Millionen Mart durch eine Besitzsteuer aufzubringen; die übrigen 50 Millionen Mart sollen sie aufbringen fönnen, wie ihnen gefällt, damit der Besitz doch nicht allzu sehr belastet wird. Die Nationalliberalen wollen vorläufig nicht mittun. Sie haben ihre Mitwirkung versagt und verlangen eine Reichsvermögenssteuer, in jedem Fall aber eine gewisse Garantie, daß, nachdem die Verbrauchssteuern auf Tabat, Bier, Branntwein, sowie die Bollerhöhung auf Kaffee bewilligt sind, nicht die Einführung der Besitzsteuer auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird. Vertrauensseliger sind die Freisinnigen, wenigstens die um Wiemer und Kopsch. Die Freifinnige 8tg." hat zwar an den Be schlüssen manches auszusehen. Sie glaubt nicht, daß die liberalen Barteien, die eine ausreichende Besteuerung des Besizes für Reichsatvede verlangen, auf solche problematischen Künste= leien eingehen können." Doch beziehen sich diese BeLeider erklärt der Matin" dieses Dementi für unbenken nicht auf die Einführung der Besitzsteuer an sich, sondern begreiflich. Die Depesche habe er nicht von Radolin und nur auf die borgeschlagene Art der Erhebung, die nach Ansicht der habe das nicht behauptet. Der Botschafter habe ihm nur " Freis. 8tg." den Bundesstaaten einen zu weiten Spielraum läßt. ihre Richtigkeit bestätigt und sich dann darauf be- Nach den Mitteilungen Ileritaler Blätter, der Germania" Wörtlich sagt das Blatt des Herrn Wiemer: Jedenfalls ist es bon schränkt, die Erklärung über die friedliche Politik und der Köln. Volfsztg.", haben die vorgestrigen Beratungen des sehr problematischem Wert, wenn bestimmt werden soll, des Kaisers hinzuzufügen. Diese aber habe er in die Unterausschusses der Steuerkommission unter der Führung des daß ein bestimmter Betrag durch Matrikularbeiträge beigebracht Feder dirtiert und die Veröffentlichung autorisiert. Bentrums zu einem borläufigen Kompromiß geführt. Zwar sollen und den Bundesstaaten vorgeschrieben werden soll, daß sie Der zweite Stommentar rühre, wie das sofort gesagt worden, direkt bindende Beschlüsse nach der Mitteilung der Kreuzatg." den auf sie entfallenden Betrag durch Befitsteuern zu erheben nicht vom Botschafter her, sondern von einer Persönlichkeit, und des Berl. Lokal- Anzeigers" noch nicht gefaßt sein, da die haben. Von allen anderen Bedenken abgesehen, ist es doch keines. zu der der Kaiser die angeführten Aeußerungen getan habe. Agrarfonservativen und die Nationalliberalen noch einige Spezial. wegs sicher, daß die Bundesstaaten die auf sie entfallenden Beträge ( Als diesen Freund des Kaisers vermuten mehrere Blätter- wünsche haben; doch ist es ziemlich wahrscheinlich, daß die Stone auch wirklich so aufbringen, daß die leistungsfähigen den Fürsten von Monato.) Soweit der Matin"; fervativen schließlich den von ihnen erhobenen Einwand, der ledig- Schultern belastet werden. Wenn die einzelstaatlichen Regierungen was er sagt, erscheint glaubwürdig. Aber Fürst Radolin lich die Summe der erhöhten Matrikularbeiträge betrifft, fallen und Landtage die Steuern in der vom Reiche gewünschten Form nkcht aufbringen wollen oder augeblich nicht können, p fehlt jedes Mittel, sie zu solchen Maßnahmen zu zwingen." Wenn die Herren Freisinnigen jedoch schon so weit gelangt sind, daß sie sich nicht mehr an dieser sogenannten Besitzsteuer stoßen und sie bereits für einen akzeptablen Ersatz der Nacklatzsteuer an- sehen, dann werden sie schließlich nach- einigen Versicherungen der Regierung, daß nur der Besitz herangezogen werden solle, auch wohl die Fassung der Beschlüsse für annehmbar finden. In Wirklichkeit läuft das ganze Kompromiß auf eine unsichere Erhöhung der Matrikularbeiträge und ein infames Herum- drücken des großen beweglichen und unbeweglichen Besitzes um seine Steuerpflicht hinaus; denn eS ist höchst unsicher, datz, wenn erst einmal die Verbrauchssteuern bewilligt sind, wirklich die Einführung der Besitz st euer bis zum 1. Februar 1912 erfolgt, und wenn das satsächlich geschehen sollte, ob dann der Betrag von löl) Millionen Mark von den Ver- mögenden erhoben würd, und nicht auch von den kleineren Ver- mögen und Einkommen. Ta die Art der Aufbringung den ein- zelnen Bundesstaaten überlassen bleiben soll, haben alle Zusiche- rungcn der Reichsregierung noch weniger Wert als sonst. Sie Satten und die hungernden. Ueberall im Reiche haben Sozialdemokratie und Gewerkschaften die Aktion für die Opfer der Krise, für die Arbeitslosen aufgenommen. In den Gemeindevertretungen, in denen Sozialdemokraten sitzen. bemühen sie sich, die Aufmerksamkeit der bürgerlichen Welt auf das Elend zu lenken, das die Stockung der Produktion über die Arbeiter bringt und ihr das soziale Gewissen zu schärfen. Durch ihre An- träge suchen sie den Vertretern der Besitzenden die Wege zu weisen, wie die Not, die ja leider in der kapitalistischen Gesell- schaft nicht völlig beseitigt werden kann, wenigstens nach Möglichkeit zu lindern> ist. Und mehr oder minder lang- sam setzt sich dann im günstigste» Falle der Apparat der Selbstverwaltung in Bewegung, um die eine oder die andere der Matzregeln, die die Sozialdemokraten fordern, durchzuführen. Von einer großzügige!» Arbeitslosensürsorge, von einer unumwun- denen Anerkennung ihrer Pflicht, für die ohne ihr Verschulden erwerbslos Gewordenen einzutreten, find die herrschenden Schichten in den deutschen Stadtverwaltungen noch weit entfernt. Um Summen, die man für Fürstenempfänge, Wettrennen und dergleichen edle Zwecke ohne ängstliche Berechnung sofort bewilligt, wird peinlich gemarktet, wenn sie für Arbeitslose gefordert werden. Weit lvichtiger als die Tatsache, daß Hilfe dringend notwendig ist, erscheint manchem bürgerlichen Stadtvatcr die Frage, ob nicht ein paar Arbeitsscheue unter den Unterstützten mit unterlaufen könnten und ob die städtischen Notstandsarbeiten und Unterstützungen nicht etwa die Interessen der Unternehmer schädigen könne. ES kommt bei den Beratungen der sozialdemokratischen Anträge bis- weilen zu Ausbrüchen eines bornierten Hasses gegen die Arbeiter- bclvegung und zu Kundgebungen sozialer EinsichtSlosigkeit, die auf die darbenden Arbeitslosen wie direkte Verhöhnung ihrer Not wirken müssen. Klassische Beispiele solcher VerständniSlosigkcit der Satten für die Lage de� Hungernden haben in diesen Tagen die bürgerlichen Mehrheiten der Stadtverordnetenversammlungen von Nürnberg und Dresden geliefert. In Dresden kamen am Freitag mehrere sozialdemokratische Anträge aus Arbeitslosensürsorge im Gemeindcparlmnent zur Verhandlung. Sie forderten Vermehrung der städtischen Arbeiten, warmes Mittagessen für die schul« Pflichtigen Kinder der Arbeitslosen, Barunterstlltzung für jene Arbeitslosen, die keine Beschäftigung erhalten können, wofür 30 009 Mark aus disponiblen Mitteln bereitgestellt werden sollten und Er- wägung der kommunalen Arbeitslosenversicherung im Sozialen Ausschüsse. Genosse N i tz s ch e begründete die Anträge, er vies nach, daß im Dezember nach den Zusammenstellungen oer Dresdener Arbeitsnachweise 46000 Arbeitslose vorhanden waren. deren Zahl inzwischen infolge Wegfalles der Weihnachtsbeschäftigung und anderer Arbeiten sich mehr als verdoppelt haben werde. Als er darlegte, daß die Not größer sei denn seit vielen Jahren, ertönte höhnisches Na, na I aus den Reihen der Bürgerlichen. ES liege im eigenen Interesse der Gemeinde, dafür zu sorgen, daß die Arbeitslosigkeit nicht zur Massenvcrarmung und zur Steigerung der Verbrechen führe. Wenn die Gemeinde untätig bleibe, so müsse der Mehrheit zugerufen werden:„Ihr laßt die Armen schuldig werden, dann überlaßt ihr sie der Pein!" Gegen die„Uebertreibungen" dieser Rede nahm darauf der Bürger- meister Dr. Kretzschniar die städtischen Kollegien in Schutz. Er fand, daß die Gemeinde schon genug für die Arbeitslosen getan habe, denn sie habe die Mittel für städtische Bauten usw. bewilligt, wie wohl kaum eine andere Stadt. Die Arbeiten, die die Stadt vornehmen lasse — die aber, beiläufig bemerkt, zum größten Teil noch gar nicht in Angriff genommen sind,— hätten einen Wert von 3— 1 Millionen Mark. ES gäbe aber genug Arbeit, wenn man nur arbeiten wolle. Zum Schluß erklärte der Herr sich gegen eine Gemeinde- arbeitslosenverstcherung, höchstens eine Reichsarbeitslosenversicherung könne in Frage kommen. Der Stadtverordnete Dr. Thümmler ersuchte um Ablehnung der sozialdemokratischen Anträge von wegen der Rücksicht auf die Finanzen. Immerhin hatte er auch etlvaS für die Arbeitslosen. E r w ä g u n g e n soll der Soziale Ausschuß anstellen, ob eine Arbeitslosen Unterstützung möglich ist— die Erfahrungen anderer Städte sollen dabei berücksichtigt werden und dann werden die Stadtverordneten weiter sehen. Ter Herr war der Interpret der bürger- lichen Mehrheit. Größeren Beifall aber als er fand bei ihr der Antisemit Dr. Höckel, der im unverfälschten ReichSlügenvcrbandSstil erklärte, die Sozialdemokraten seien an der Arbeits- losigkeit schuld, denn in Zeiten bester Arbeitsgelegenheit hetzten sie zum Streik(Bravorufe bei der Mehrheit), uin höhere Arbeitslöhne zu erringen. Die Sozialdemokratie sorge dafür, daß die Arbeiter keinen Sparpfennig zurücklegen dürften(allgemeine Zu- stimmuiig bei der Mehrheit), sie wollen gerade die Not, iveil sie Bgitationsstoff brauchen(Gelächter bei den Sozialdemokraten, Zustimmung bei der Mehrheit.) Nach dieser Glanzleistung, die die intimsten Gedanken der bürgerlichen Mehrheit aufdeckte, wurde schleunigst Schluß der Debatte gemacht. Genosse Nitzsche. der im Schlußwort den» antisemitischen Arbeiterfeind die gebührende Anttvort erteilte, erhielt unter brüllenden, Beifall der Mehrheit einen Ordnungsruf und dann tvurden die Anträge der Sozialdemokraten samt und sonders abgelehnt und dafür der Antrag Thümmler angenommen, da der Arbeitslosen auf die Erwägungen des Sozialen Ausschusses vertröstet. Die zahlreichen Arbeitslosen, die die Tribüne füllten, brachen während und nach der Abstimmung m stürmische Pfuirufe aus, so daß der Barsteher mit der Räumung der Tribüne drohte. ES entjtartd allgemeiner Lärm und der Genosse Kühn, der den Zwischenruf machte:„Das war hie einzig richtige st n t w o r t l" erhielt auch einen Ordnungsruf. Die bürgerliche Mehrheit farderte lärmend die Räumung der Tribüne, was dem Genossen Meißner zu dem Zwischenbemerkung Anlaß gab:„Weil Sie sich schämen." Unter wachsimdcr Unruhe denunzierte dann noch ein nationalliberalet Stadtvater dem Borsteher, daß Genosse Nitzsche in einem Zwischenruf daZ Verhalten deS Kollegiums als skandalös bezeichnet habe, worauf den Sünder der zweite Ordnungsruf ereilte. In all- gemeinem Lärm und großer Erregung endete die Beratung. "»* lieber die Sitzung des GemeindckollegiumL von Nürnberg, über die wir schon kurz berichtet haben, werden uns noch bemerkcns. wertere Einzelheiten»nitgeteilt. Es gab eine dreistündige Rede- schlacht, da der Antrag des Magistrats, 150000 M. für Arbeits- wsenunterstützung zu bewilligen, von nationalliberaler und frei- sinniger Seite heftig bekämpft wurde. Dabei plauderten die Gegner die intimsten Unternehmergcheimnisse aus. Der Freisinnige Heinrichen betonte, für die Arbeitslosen zu sorgen sei lediglich Sache der Gewerkschaften, die Gemeinde dürfe nicht dazu die Hand bieten, datz die Getvrrkschaften ihre reichen Mittel ans- sparten, um bei wieber eintretender guter Konjunktur Beweglingeu für Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen entfesseln zu können. Noch unverhüllter kehrte der Nationalliberale Kühleißen den Scharfmacher heraus; er sprach von Arbeitsscheuen, die überhaupt nicht arbeiten wollen, w erarbeiten wolle, finde in Nürnberg immer noch Arbeit. Wenn wirklich Ar- dcitslose da seien, so käme das eben daher, daß die Unternch- mer nur auf die schlechten Zeiten warten, um die Arbeiter hinauszuwerfen, denen sie das aus guten Gründen schon lange im stillen zuge- schworen haben; solchen Elementen schade eS bann auch nichts, wen» sie eine Zeitlang arbeitslos seien. Die freisinnigen und liberalen Herren wurden durch den einzigen im Kollegium sitzenden Konservativen. Dr. Seiler, beschämt, der erklärte, er trete für die Unterstützung ein, weil er auS seinem Berufe heraus wisse, daß viele Arbeitslose, die mit leichten Lungenerkrankunge,» usw. behaftet sind, Notstai»dsarbciten nicht leisten können, weil die Be- schäftigung im Freien bei Nässe und Kälte für ihren Körperzusta,»d gefährlich sei.— Trotz dieses Zeugnisses von gewiß unverdächtiger Seite wurde der Antrag des Magistrats bekanntlich verworfen. So sorgen die Satten dafür, daß die Hungerleider nicht allzu üppig werden! So erteilen sie den Proletariern Lektionen in Klassenbewußtsein!_ Die Meitetfralttion und die fldreß- debatte. London, 18. Februar.(Eig. Ber.) Unmittelbar nach Verlesung der Thronrede begann die Adretzdebatte. Im Namen der Konservativen sprach A. Balfour, im Namen der Arbeiterpartei H e n d e r s o n. Letzterer sagte, seine Partei freue sich über den Versuch der Regierung, freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland anzubahnen, sie sei aber gegen die Flottenvermehrung, und sie bedauere, daß die Thronrede keine gesetzgeberische Maßnahme betreffend A r- beitslosigkeit enthalte. Er kündigte deshalb an, daß seine Fraktion einen Zusatzantrag zur Adresse stellen werde, in dem sie ihr Bedauern darüber aussprechen werde. Es ist hier zu bemerken, datz ein derartiges Amendement zur Adresse ein Mißtrauensvotum bedeutet, dessen Annahme den Rücktritt der Regierung zur Folge hat. Der erste Redner in der Unterhaussitzung vom 17. d. M. war der Arbeiterabgeordnete B a r n e s. der folgendes Amen- dement zur Adresse stellte: „Und wir drücken ergebenst unser Bedauern darüber auS, datz, angesichts der infolge von Arbeitslosigkeit vorhandenen Not, die Berater de» Königs es für passend gehalten haben, Vor- schlage zu machen, die weder die Wurzeln noch die Uebcl der Ar- beitslosigkeit zu treffen imstande sind." Zur Begründung sagte Barnes:«Wir haben jetzt unter uns eine Armee von unbeschäftigten Arbeitern— eine See von Leuten, deren Wogen bis an die Tore deS Parlaments schlagen—, die die ernsteste Aufmerksamkeit dieses HauseS auf sich lenken müßte.... Die Verantwortlichkeit ruht nicht nur auf der Negierung, sondern auf jedem Mitgliede dieses Hauses. Ich stoße keine Drohung aus. sondern konstatiere nur eine Tatsache, wenn ich sage, daß die Frage der Arbeits- losigkeit den ganzen Parlamentarlsmus auf die Probe stellt. Das Haus steht einer Frage gegen- über, deren wachsende Wichtigkeit alle anderen in der Thron- rede aufgezählten Maßnahmen vollständig in den Schatten stellt. Der Präsident der Lokalregierung(John B u r n s) sagte uns gestern, daß er eine Vorlage betreffend Arbeiter- behausung einbringen werde. Würde das Parlament die Frage der Arbeitslosigkeit so behandeln, wie sie es verdient, dann würden die Arbeiter schon selbst für Behausung sorgen und sie hätten es nicht nötig, den Präsidenten der Lokal- regierung zu belästigen. Dasselbe gilt von der Speisung der Schulkinder. Wäre nur das Hauptübel beseitigt und eS hätte erheblich gemildert werden können, wenn das Haus die Arbeitslosenvorlage angenommen hätte— dann würden die Eltern schon für die Ernährung ihrer Kinder sorgen, ohne den Staat zu Hilfe rufen zu müssen. Die Arbeiterfraktion ist von der Grötze der ArbeitSlosensrage so tief überzeugt, daß sie nicht ruhig zusehen kann, wle das Parlament seine Zeit und seine Kraft viel unwichtigeren Angelegenheiten zu- wendet.... Da wir keine Arbeitslosenstatistlk haben, ist es unmöglich, mehr zu tun, als Schätzungen anzugeben. Allein jeder weiß, daß Arbeitslosigkeit vorhanden ist. Die wichtigste Seite der Frage ist doch das Zugrundcgehen von Menschen, das sich vor unseren Augen abspielt. Jeder Schritt abwärts auf der wirtschaftlichen Letter bedeutet da eine Stufe tiefer auf der sittlichen und intellektuellen Leiter. „Die Hauptursache der Arbeitslosig- keit ist das Privateigentum von Grund und Boden. Dann das Privateigentum an den i n- dustriellcn Produktionsmitteln. Die anar- chische ProduktlonLwctse erzeugt ein Auf und Ab des Wirt- schaftslebenS, aus dein die Arbeitslosigkeit entspringt. Gegen- über derartige Erscheinungen helfen alle sittlichen und tcch- nischen Qualifikationen der Arbeiter nichts. In Groß- britannien nimmt die Zahl der industriellen und landwirt- schaftlichen Arbeiter ab. während die Zahl der dienenden Per» sonen zunimmt. Wir werden eine Nation von Lakaien.... „Was kann unter solchen Umständen eine Organisation der Arbeitsnachweise nützen? Die Arbeiterfraktion hat des- halb vorgeschlagen: Auffsrstung brachliegender und geeigneter Ländereien, Kürzung der Arbeitszeit. Verstaatlichung der Eisen- bahnen, Reinigung und Inbetriebsetzung der Wasserwege usw. Und da die Regierung sich noch immer mit viel kleineren Angelegenheiten abgibt, so beantragt lue Arbeiterfraktion daS oben erwähnte Amendement." Der Arbeiterabgeordnets O' S r a d y unterstützte das Amendement und ging auch auf die Frage von Frei- Handel und Schutzzoll ein. Er wandte sich besonders gegen die Behauptung der Tarifrefarmer, daß Schutzzoll die Laae der Arbeiter verbessern könnte. ES fei wohl trotzallebem möglich, daß ein Teil der Arbeiter sich aus Verzweiflung für den Schutzzoll erklären werde, aber es sei sicher, daß die Bc- trogenen sich dann um so eifriger dem Sozialismus zuwenden werden. Redner schloß mit der Ankündigung, daß er jedes Mittel der Geschäftsordnung anwenden werde, die Aroeitslosenfrage vor das Parlament zu bringen. Es sprachen sodann im selben Sinne die Arbeiter- abgeordneten Vrace, Summerbell, Crooks und Hardie, während Burns, Churchill, Cox und Fenwick gegen das Amendement sprachen. Die Arbeitersraktion lies; über das Amendement abstimmen, das mit 20? gegen 101 Stimmen verworfen wurde. Aus den Reden der RegierungSvertretec ging jedoch hervor, daß die Regierung einen Plan für Arbeits- l o i" v e r s i ch e r u n g vorbereitet. * Der Bericht der königlichen Kommission über Armen- gesctzgebung und Linderung von Notstand ist gestern abends erschienen. Er enthält 1238 Folioseiten, von denen über 500 dem Minderheitsbericht gewidmet sind. Wir werden ihn demnächst an dieser Stelle besprechen. politilcke(ZeberNebt. Berlin, den 20. Februar 1909 Ei» sozialdeinokratischer Erfolg. Bei der Beratung der Stcuergesetze im Abgeordnetcnhause hat die kleine sozialdemokratische Landtagsfraklion ihren ersten positiven Erfolg errungen. Handelt es sich dabei auch um keme weltbeivegeude Frage, so ist doch das Faktum»vohl der Erivähnung wert. Nach den KommissionSbeschlüssen sollten»»ämlich im Gebiete deS Drei- klasseiuvahlsystemS für den Staat und für die Gemeinden die auf Grund deS Kindcrprivilegs gewährten Abzüge sowie die Zuschläge zu den Stenern bei der Berechnung für Wahlzwecke mißer Betracht bleiben. Die Sozialdemokraten beantragten, diese Bestimmung auch aus d i e Orte auszudehnen, wo kein Dreiklassenwahlsystem, sondern ein ZensuSwahlrecht eingeführt ist, und sie erreichten, daß ihr An- trag, den Genosse Hirsch begründete, trotz der Bekämpfung durch die Konservativen und durch die Regierung gegen die Stimmen der äußersten Rechten zur Annahme gelangte. Dagegen fand ein sozialdemokratischer Antrag auf Wieder- herstellilng des§ 23 des Einkommensteuergesetzes in seiner früheren Fassung, d. h. aiif Beseitigung der Pflicht der Arbeitgeber zur AuSkunsterteilung über die Löhne ihrer Arbeiter, keine Gnade vor den Augen der Mehrheit; mir Sozialdemokraten, Zentrum, Polen »md Freisinnige stimmten dafür. Im übrigen erfolgte die Aimahme der Stieuervorschläge, wie vorauSzlisehen war, im tvesentlichen nach dem in der Kommission abgeschlossenen Kompromiß. Nur zweimal versuchten Anhänger deZ KompromtsseS, für sich eine Extrawurst zn ergattern. Das eine Mal war es daS Zentrmn, das eine andere Einschätzung deS land- und forstwirtschaftlichen Zwecken dienenden Grundbesitzes ver- langte. Wie dreist die agrarische Forderung war. kann man am besten daraus ersehen, daß nicht nur die Rechte»ncht mitmachen wollte, sondern daß sogar der Finanzminister Freiherr v. R h e i n b a b e n sich mit ganz uilgewohnter Schärfe gegen die Anregung wandte. Den zweiteu Mißton in die Harmonie der bürgerlichen Parteien brachte der konservative Antrag, auch für 1908 nachträglich Steuer- zuschlage zu erheben. Die Linke und das Zentrum betrachteten das als Wortbruch»md stimmten denn auch den Antrag nieder. Für den sozialdemokratischen Antrag ans Befreiung der Ein- kommen bis zu 7060 M. von den Steuer z u s ch l ä g e>» stimmten außer den Antragstellern nur noch die Polen, für den freisinnigen Antrag auf Freilassung der Einkommen bis zu 3000 M. auch noch die beiden freisinnigen Parteien. Als aber ihr Antrag abgelehm war, da stimnrten die Freisinnigen in holder Ei»»- tracht mit Ratio,»alliberalen. Zentrum. Frei- konservativen und Konservativen für die Zu- schlage auf alle Einkon,, neu von ILOOMark ob! Schließlich wurden auch die anderen Borschläge der Kommission mit der gleichen Mehrheit angenominen. Die Debatte, die sich im allgemeinen streng an die stenertechni- schon Fragen hielt, lourde mir einmal auf das allgernrin-politischc Gebiet hinübergelenkt. Der Abgeordnete Dr. Röchling(natl.) hielt eS für angebracht, mit den Sozialde>nokratcn anzubinden. Er erreichte aber nichts weiter, als daß Genosse Hirsch Gelegenheil fand, nochmals kurz die Stellung der Sozialdemokraten zu präzisieren und der Bourgeoisie ihre schwächliche Haltung im Kampfe gegen daö Kreiklassenwahlsystcn» vor Alkgen zu führen. Nach Erledigung der Steuergcsetze begann die zweite Beratung deS Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung, den die Konservativen und das Zentnim zu einem Borstoß gegen den. Professor Plate von der landwirtschaftlichen Hochschule wegen dessen bei der letzten Kaiser-GeburtStagSfeier bekundeten monistischen Weltanschauung mißbrauchten. Auch der LandwirtsthastSminister v. Arnim erklärte, daß er daS Auftreten des Prof. Plate nicht billigen könne. In Preußen ist eben mir die obrigkeitlich genehmigte Wissenschaft frei. Montag: Fortsetzimg._ Zwangsarbeit. Die Redaktion der„Korrespondenz des Bundes kür Landwirte" hat in ihrer Weisheit ein Mittel eitfbeBi-, wie der durch die gegenwärtige Wirtschaftskrise hervor- gerufenen Arbeitslosigkeit und Wanderbntelei gesteuert werden könnte. Ein Landwirt aus Schlef-wig-Holstein bc- klagt sich nämlich in der Korrespondenz, daß zurzeit die Wanderbettelei auf dem Lande zu einer„förmlichen Landplage" würde; oft sprächen 30 bis 40 Bettler an einem Tage auf einem Bauernhof vor, da die Polizei viel zu nachsichtig gegen die Frechheit der Wettler wäre. Als Mittel der Abhilfe empfiehlt der ehrenwerte Notleidende, daß die Bettler aufgegriffen und zwangsweise nach dem Ort transportiert würden, wo sie ihren Unterstützungswohnsitz hätten. Der Redaktion genügt dieses Mittel nicht. Sie meint: „Das zwangsweise Abschieben der aufgegriffenen Bettler nach dem Heimatsort würde doch gewaltige Kosten verursachen, namentlich, wenn eS den Leuten freisteht, ihre zwangsweise unter- brochene Wanderschaft sofort von neuem aufzunehmen. Nach unserer Ansicht würde eS zweckdienlicher sein, alle arbeitsfähigen Bettler un5 Vagabunden von Staats wegen zur Arbeitsleistung zu zwingen. Bei den großen Kanal- bauten, in den großen Forsten vmh bei Meliorationsarbeiten in den ausgedehnten Moorgebieten usw. gibt es überall auch im Winter Arbeitsgelegenheit. Nach der nächstgelegenen dieser Arbeitsstätten müßten die Veigabunden transportiert, dort untergebracht uild zur Arbeit unter strenger Aufsicht angehalten werden. Dadurch könnte nach jeder Richtung hin sehr viel Segen geschaffen werden." Der schöne Vorschlag zeugt zur Genüge von der Human»- tat und„Arbeiterfrenndlichk�t". die die auf Volkskosten künst- " Dolizeiliches, Gerichtliches ufw. Mangelnde Befähigung. lich erhaltenen Herren Landwirte" beseelt. Durch die fogar Durch die fogar auf erfolgte Beschwerde verfügen, daß eine Angöttliche Weltordnung", die kapitalistische Wirtschaftsweise zabl Berfonen wieder aus dem Bürgerbuche gestrichen werden mit ihren Krisen wird der Arbeiter aufs Pflaster geworfen. mußten. Der Wahlprüfungsausschuß empfahl trobem die Gültige feit der Wahl. Genosse Baudert stellte den Antrag auf ungültigkeit Mit Behagen verbreitet die Drdnungspreffe folgende Meldung Brotlos irrt er von Fabrik zu Fabrik und sucht Arbeit, um der Wahl. Es sei in Jimenau systematisch gemogelt worden. wan ber Frankfurter Zeitung": Gotha, 20. Februar. Der Wahl des für sich und die Seinen das zum Leben Nötigste beschaffen zu habe einfach eine Storreltur des Glüdes vorgenommen, nur um den foaialdemokratischen Bürgermeisters Ehrhardt in tönnen. Dech nirgends findet er Arbeit, und nun entschließt Sieg der bürgerlichen Barteien zu ermöglichen. Ichtershausen wurde die Bestätigung bersagt. Als er sich, nachdem ihm das Elend in grauenhaftester Gestalt ent Aber es half alles nichte; der ganze Blod, vom Freifinn bis zu Grund wurde Mangel an befonderer Befähigung angegeben. gegenstarrt, zum Betteln. Damit hat er nach der Ansicht der den Agrariern stimmte gefchloffen gegen die drei Sozialdemokraten Es muß natürlich heißen: Mangel an besonderer Befähigung agrarischen Wortführer fein Recht auf Freiheit und Selb für die Gültigkeit des auf so wunderbare Weise zustandegekommenen zum Surrapatriotismus und sogenannter guter Gesinnung" ständigkeit verwirkt. Obgleich er die heutige Wirtschaftsweise Mandats. berwirft, hat er doch ruhig deren Folgen auf sich zu nehmen und mit den Seinen geduldig zu hungern, wenn es nötig sein follte, auch zu frepieren. Will er das nicht, dann hat der fürsorgliche Staat ihn einfach aufzugreifen, nach irgendwelchen Moorgegenden zu transportieren und dort unter strenger Aufsicht" zur Arbeit anzuhalten- natürlich gegen möglichst fargen Lohn. Eine prächtige Weltordnung! Kirche und Karneval. Im heiligen Köln tobt seit Neujahr der Karneval, eine ununterbrochene Folge von Maskeraden, Ballfesten und Gelagen. Und wenn auch nicht ganz so wild, so geht's doch auch in den übrigen Städten des frommen Rheinlandes, in Aachen, Bonn, Trier usw. in dieser Zeit ganz munter zu. Die Kirche gestattet ihren Gläubigen einen Sündenrausch; fettet doch der darauf folgende Katzenjammer die frommen Büßer desto fester an die verzeihende Muiter Kirche, deren strafende Hand nicht allzu schwer auf den Sündern laftet, wenn diese nur reuigen Herzens und guten Willens find, bis zur nächsten Versuchung nicht wieder zu fündigen. Die Balkankrise. Eine Intervention. Paris, 20. Februar. Giner offiziösen Mitteilung zufolge hatte Minister des Auswärtigen Bichon vorgestern, gestern und heute mit den Botschaftern von England, Italien, Deutsch. land und Mußland längere Unterredungen über die Orient frage. Der Temps" meldet, daß in diesen Unterredungen die Möglichkeit erörtert wurde, gemeinschaftliche Ratschläge zur Beis legung des Konfliktes zwischen Oesterreich- Ungarn und Serbien zu erteilen. Angesichts des Ganges der Ereignisse sei es denkbar, daß eine solche gemeinsame Aftion, falls fie tunlich er. scheine, einen allgemeinen Charakter erhielte. frankreich. Differenzen wegen des Flottenbaues. Aeußern Bichon Erklärungen über die auswärtige Lage ab. Paris, 20. Februar. Im Ministerrat gab Minister des Minister der öffentlichen Arbeiten Barthou und Finanzminister Wie weit die Kirche in ihrer Liebe der fündigen Menschheit ent- Caillaug geichneten in großen Sinien den Gesetzentwurf über gegenkommt, zeigt die Ankündigung der katholischen Blätter in bie Altersversorgung der Arbeiter und Beamten der Eisenrier, daß an den bevorstehenden drei Fastnachtstagen in der bahnen. Caillaug verlas ferner seinen Bericht über die VorKirche zu Unferer lieben Frauen ein vierzigstündiges fchläge bes Marineministers. Er erkennt barin die NotGebet stattfindet. Diese Feier so lefen wir in der Trieri- vendigkeit neuer Aufwendungen für die Marine an, wünscht jedoch fchen Landeszeitung wurde vor Jahrhunderten von den nur die Hälfte der von Picard geforderten Strebite bewilligt, Marianischen Bürger- Sodalität eingeführt. Früher in der Jesuiten- Bicarb wird am Donnerstag antworten. Er scheint zurzeit nicht Kirche abgehalten, findet sie feit Anfang vorigen Jahrhunderts in geneigt, auf eine Herabfetzung der Kredite einzugehen, der Liebfrauenkirche statt. Die Feier wurde eingeführt als Sühne für die vielen Sünden und Beleidigungen, welche ganz besonders während der drei Fastnachtstage England. Keine Parlamentsauflösung. dem im Allerheiligsten Altarssakramente verborgenen Gottmenschen London, 19. Februar. Minister Haldane erflärte in einer zugefügt werden und zugleich als Bitte für die zahl- Rede, die er heute in Bishop Auckland hielt, daß die Regierung das reichen Seelen, welche gerade während dieser Zage Parlament so lange nicht auflösen werde, wie sie einer in Gefahr tommen. großen Mehrheit im Unterhause sicher sei. Serbien. Die Ministerkrise. Die frommen Trierer haben es, wie man sieht, besonders gut. Sie können die drei Karnevalstage lustig und guter Dinge sein. Während sie fündigen, übernehmen aufopfernde Seelen, für die Vers gebung aller Karnevalsfünden zu beten. Die Kirche könnte fich nun zwar Belgrad, 19. Februar. Die drei jungraditalen berdienter um die Moral machen, wenn sie für die Abschaffung des Minister' Glaivinitsch, Sawtschitsch und Timotjevitsch überKarnevals einträte, der ungeheure Verwüstungen am leiblichen, geistigen reichten heute abend dem Könige ihre Demission. Die altund fittlichen Wohl der rheinischen Bevölkerung anrichtet. Aber dem radikale Partei hat die Jungradikalen aufgefordert, an steht das Intereffe der frommen Krämer- Wirte und anderer mittel- Stelle der zurüdgetretenen brei Minister neue Kandidaten ständischer Staats- und Stirchenstügen entgegen, die am Karneval zu nominieren. Die Jungradikalen haben beschloffen, das Stomzu verdienen suchen. Somit bleibt's also beim Starneval, bei dem promiß mit den Miradikalen unter keiner Bedingung mehr zu alle auf die Soften tommen: die Kirche, die sich die frommen verlängern. Sünder verpflichtet, das Volk, das unter dem Narrenschutz fündigen darf und endlich alle diejenigen, die von der Ausnußung und Ver fimpelung der Masse leben, Der Neunstundentag in den württembergischen Staatsbetrieben. Auf unablässiges Betreiben der sozialdemokratischen Fraktion bes württembergischen Landtages ist vor einigen Jahren in den Staatswertstätten der Neunstundentag eingeführt worden. Als der Eintrag gestellt wurde, erhob die Regierung großes Wehtlagen über die Mehrbelastung des Etats, die hierdurch eintreten würde. Der damalige Regierungsvertreter sprach von 2215 000 m. einmaligen Ausgaben für Reubauten und Anschaffungen und einem jährlichen Mehraufwand von 675 000 m. Trotz dieses Klageliebes wurde der fozialdemokratische Antrag erfreulicherweise angenommen und der Reunstundentag eingeführt. Jetzt hat nun die Regierung der Finanztommiffion des Landtages Bericht über die Durchführung des Be schluffes erstattet. Wir entnehmen diesem Bericht: Amerika. Eine Weltkonferenz. washington, 19. Februar. Präsident Moosevelt kündigte an, es würden unverzüglich an 45 Staaten Einladungen zu einer Weltkonferenz ergehen, die im September d. J. im Haag stattfinden und über Maßregeln zur Erhaltung der natür lichen Hilfsquellen diefer Staaten beraten soll. Aus der Partei. Parteiliteratur. Im Berlage von W. Pfannkuch u. Co.( Berlag der Boltsstimme"), su Magdeburg, Gr. Münzftr. 3, ist erschienen: Eine Ehrenerklärung. Bei den letzten Gemeindewahlen in Offenbach hatte der nationalliberale Stadtverordnete Böhm den fozialdemokratischen Stadtverordneten Falle und Stadtmüller nachgefagt, sie benußten ihr Stadtverordnetenmandat zur persönlichen Bereicherung. Das Schöffengericht sprach den Beleidiger frei. Bor der Berufungsinstanz in Darmstadt kam ein Vergleich zustande, in dem der Angeklagte Böhm ausdrücklich erklärte, die beiben läger hätten sich nichts Ehrenrühriges zuschulden fommen laffen. Straffonts der Presse. Wegen angeblicher Beleidigung eines Reichsverbändlers wurde Genosse Hey von der Schleswigolsteinifden Boltszeitung zu siel zu 150. Geldstrafe verurteilt. Die Ebre eines Gelben soll der Genoffe Deifel von der Bergischen Arbeiterstimme" zu Solingen berlest haben. Das Schöffengericht zu Opladen brannte ihm dafür 300 M. Geldstrafe auf. Die„ Berg. Arbeiterstimme" hatte sich lediglich gegen ein von den Gelben herausgegebenes, von Gemeins heiten strozendes Flugblatt gewehrt. Auf die Widerflage, die Deifel auf Grund dieses Flugblattes erhob, wurde der Gelbe zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Jugendbewegung. Erklärung. Zu den Nachrichten der bürgerlichen Presse über beabsichtigte Straßendemonstrationen der Jugendlichen aus Anlaß der für Sonntag in Stellers Festfäle einberufenen Protest versammlung gegen die neuen Lehrlingsvorschriften der Hanwerkskammer, erklärt der unterzeichnete Vorstand, daß diese Nachrichten vollständig erlogen fin d. Vielleicht ist es der Wunsch gewisser Streise, die Jugendlichen vor die Polizeifäbel zu treiben. Die Jugendlichen haben aber nie daran gedacht, Straßenumzüge zu machen. Der Vorstand des Vereins der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend Frizz Maschke, Vorsitzender. Gewerkschaftliches. Was geht im Ruhrkohlenrevier vor? Seit einigen Wochen haben wir eine latente Srisis im Ruhrfohlengebiet. Unter der Arbeiterschaft macht sich eine begreifliche Grregung bemerkbar, die durch das Grubenunglüd in Hamm er neute Nahrung gefunden hat und im übrigen fortgesetzt durch das Verhalten der Bechenbefizer und der Bergbehörden gegenüber den Wünschen der Arbeiterschaft geschürt wird. In diesen Tagen ist zu all ben aufreizenden Momenten ein neues getreten: die Arbeiterentlassungen auf verschiedenen Bechen, die Stillegung der fleineren Betriebe und die Ginlegung von reichlichen Feierschichten auf den größeren Zechen. Der Bergarbeiter- Zeitung" gingen allein an zwei Tagen darüber folgende Mitteilungen zu:" Auf Dahlhauser- Tief= bau ist etwa 30 Mann der Belegschaft gesagt worden, daß sie sich fündigen möchten, auf Mansfeld ist einer großen Anzahl dasfelbe gesagt worden. Auf Zeche Friedrich der Große ist etta 200 Mann gefündigt bezw. die Kündigung angesagt worden. Gefündigt wurde ferner auf Sonstantin I u. II 50 Mann, auf Seinrich- Gustav 50, nach einer anderen Meldung sogar 100 Mann, Auf Caroline und Vollmond 60 Mann, auf Bereins- und Bersammlungsrecht. Eine Anleitung zum praf Brinz v. Preußen 50 Mann( nach anderer Meldung 36 tischen Gebrauch mit Beispielen und Formularen. Bon H. Peims. Mann), auf Neu- Iserlohn II 105 Mann, auf SiebenBei der Stücklohnarbeit habe sich die Befürchtung, daß ein Breis 25 Pf. Der Verfasser gibt in furzen Artikeln Anweisung planeten 50 Mann, auf Bruchstraße 22 Mann, auf Mehraufwand nötig fei, nicht erfüllt. Die Leistung der für das Berhalten im einzelnen Falle. Dabei sind gelehrte Aus- Engelsburg 28 Mann, auf Schwerin 29 Mann, auf Arbeiter fei gestiegen. Bei den Stüdlohnarbeitern sei einandersehungen vermieden. Soweit die Landesgesetzgebung in weder eine Bermehrung der Arbeiter noch ein Mehraufwand Frage kommt, find die preußischen Berhältnisse besprochen. Wiendahlsbank 19 Mann, auf 8ollverein IV und V an Löhnen eingetreten. Bei den Zeitlohnarbeitern sei bies Jm Verlage der Buchhandlung ber sosialistischen zwar der Fall, doch Arbeitszeit- Partei fönne die wirtung der Arbeitszeit Partei Frankreichs, Paris, Sue de la Corderie 16, erber Große" sich au ihren Arbeitern gestellt hat. Mehrere hundert verfürzung hierauf nicht genau festgestellt werden, da gleich farien: zeitig Verkehrssteigerungen und Betriebsausdehnungen ftatt 70 000. anzunehmen. 54 Mann." Sypisch dabei ist die Art und Weise, wie die Beche Friedrich Mann sind am 15. Februar aufgefordert worden, ihre Kündigung per ultimo des Monats einzureichen, oder, wie die Zechenverwaltung fich offiziell auszudrüden beliebte, es ist den Leuten„ nahegelegt" worden, sich nach anderer Arbeit umzusehen, da ste sonst Le Parti Socialiste et la Guerre( Die sozialistische Partei gefunden hätten. Der gesamte Mehraufwand bur ch und der Krieg). Preis 10 Centimes. ben Neunstundentag, fei fei auf jährlich etwa Die Broschüre gibt eine Rebe wieder, die der Deputierte GeMit diesem Berichte vergleiche man das Schredgespenst, das die noffe Breffensé am 26. November 1908 in ber Stammer bei Regierung an die Wand gemalt hatte! Die Neubauten, die der Beratung des Budgets bes Auswärtigen gehalten hat. faft 2 Millionen Marf kosten sollten, find überhaupt nicht Im Verlage des Deutschen Arbeiter Abstinenten- beiter zur Kündigung auffordert, das Odium von sich wälzen, als erfolgt, und der jährliche Mehraufwand beträgt gerade ben Bundes, Joh. Michaelis, Berlin O. 17, erschien: zehnten Teil dessen, was die Regierung falfuliert hatte. Danach fann man den Wert solcher Regierungseinschätzungen im allgemeinen bemessen. Gemeinde und Alkohol. Aufgaben der Gemeindepolitik im Kampfe gegen den Alkoholismus. Von Ernst Mehlich- Stettin. 48 Seiten. Breis 1 M. Billige Ausgabe Breis 25 f. entlassen werden müßten. Die Zeche will also, indem sie die Arhabe sie vierhundert Mann entlassen; es heißt eben, die Leute haben die Arbeit aufgefagt. An den Tatsachen ändert die Wortklauberei natürlich nicht das mindeste. Es ist und bleibt unbestritten, daß die Zechen Arbeiterentlassungen in größeren Umfange vornehmen und daß überall das Bestreben herrscht, den Betrieb einzuschränken. Dazu muß man sich zunächst vor Augen halten, daß im oberschlesiNicht geringe Ueberraschung gab es am Freitag im Landtag Bon der Parteipresse. Die Breslauer Boltsw a cht" fchen Sohlenbezirk derartige Maßnahmen nicht getroffen werden, bon Schwarzburg- Rudolstadt, als die Finanzkommiffion berzeichnet in ihrem Jahresbericht für 1908 einen fleinen, infolge daß die Bechen vielmehr übereinstimmend erklären, sie seien zu bei der Beratung des Staatshaushaltsetats beantragte, die mit der großen Arbeitslosigkeit( über 10000 Arbeitslose wurden einmal Arbeiterentlassungen nicht genötigt und daß einzelne von ihnen, so 900 M. angesetzte Position Drden" au streichen. Der Stefenahme der Einnahmen aus Inferaten und dem Buchhandel. Die die Donnersmardhütte, sogar mehr Arbeiter einstellen. Es handelt 900 M. angefette Pofitiou„ Drden" zu streichen. Der Refe- gezählt entstandenen Rückgang der Abonnenten, bagegen eine Zurent, Abg. Stir sten( Bund der Landwirte), motivierte die Ablehnung Einnahme aus dem Abonnement und Buchhandel betrug 1908: fid) alfo lebiglich um Manöver im westlichen Deutschland, im mit der sehr vernünftigen Ansicht, daß, wer Orden verschenken will, 284 866,59 9.( weniger 8800,91 m.), aus Juferaten 91 584,54 M. Bentrum des Kohlensyndikats. Die wichtige Position. . wat diese auch bezahlen soll. Sofort erhob sich der Staatsminister, Frei( mehr 5880,64 W.), aus der Tageskaffe 6038,80 W.( mehr 2139,63 m.). Gerade in diesem Augenblicke erläßt die Handelskammer Biele. Herr v. d. Rede, um in beweglichen Worten die Wichtigkeit gerade Unter den Ausgaben figuriert an größeren Bosten: Drud feld ein Zirkularfchreiben, in welchem sie die Kohlenverbraucher dieser Position zu schildern. Würde der Posten nicht bewilligt, dann rechnung 210 625,84 ( mehr 2566,94 M.), Buchhändler auffordert, sich zu gemeinsamem Vorgehen gegen die Nebermacht würde die Regierung den ganzen Etat ablehnen. 19 985,80 20., Porto 15 045,00 9. Gehalt für die Ne Unser Genosse Hartmann kennzeichnete gebührend diese baltion 14 600,50 M., Gehalt für Expedition 16 918 m., für Mit der Sohlenhandelsgesellschaften zusammenzuschließen, mit Zechen, Sorte Regierungspolitik, die sich nicht scheut, wegen einer höchft arbeit 12 787,75 M.( mehr 8618,98 r.), für Agitation, für die die außerhalb des Syndikats stehen, Verhandlungen einzuleiten und Werbung neuer Abonnenten und Inferenten 1819,24 m., an Strafen die Dedung des Bedarfs von diesen Bechen zu bewirken. Der Grund überflüssigen Ordensposition den ganzen Staatshaushalt in Frage und Kosten wurden ausgegeben 4162,19., bas find gegen 1907 au biefem Borgehen ist in dem mangelnden Entgegenkommen zu zu stellen. Bei den bürgerlichen Abgeordneten wirkte aber die 2158,82 m. weniger. Für's neue Jahr 1909 find aber bereits fuchen, welches die Kohlenhandelsgesellschaft den Abnehmern beDrohung des Staatsministers. Mit der knappen Majorität von wieder zirka ein Dugend Brozesse in der Schwebe. Da es der Ge- weift. Auch in der neuen Kampagne sind die hohen Preise bei8 gegen 7 Stimmen wurden die Ausgaben für die Orden schließlich schäftsleitung gelungen ist, nicht nur die Schulden abzustoßen behalten worden, obwohl sich die Klagen der Verbraucher über die bewilligt. Außer unseren Genossen besaß nur ein bürgerlicher sondern auch noch einen Fonds von über 40 000 27. anzufammeln, Härten des Preisturants mehren und obwohl bereits wiederholt Abgeordneter so viel Rückgrat, die Position abzulehnen. ist der Gedanke an die Errichtung einer eigenen Drnderei festgestellt worden ist, daß deutsche Kohle vom Syndikat billiger im eigenen Heim in greifbare Nähe gerüidt. Abonnenten, die vor fünf Jahren noch 14000 Betrug, ist auf 30 000 gestiegen. 37 nach dem Auslande abgegeben worden ist, als nach den heimischen Eine lebhafte Wahlprotest- Debafte Berbrauchsstätten. Ga is zu wünschen, daß das Vorgehen ber Bielefelber Handelstammer Erfolg hat und daß es nicht bereinzelt hatte der weimarifche Landtag am Freitag. Trotzdem der Landtag im letzten Jahre seiner dreijährigen Tätigkeit angelangt ist, fonnte Unfere Toten. In Hamburg starb ein Veteran der Partei, bleibt, denn in diesem Augenblide beiveisen die Zechen des Ruhrjetzt erft über den Wahlproteft verhandelt werden. Im Wahlgesetz der Genoffe Johann Staningt im after bon 57 Jahren. Er Bezirks aufs neue flar und deutlich, daß sie nicht gewillt sind, Rüdund auch in der Geschäftsordnung für den Landtag befindet fich hat sich besonders in der Gewerkschaftsbewegung betätigt. Als sicht auf die Interessen der Verbraucher zu nehmen, sondern daß feine Bestimmung darüber, innerhalb welcher Zeit ein Wahlproteft Jüngling trat er anfangs der 70er Jahre in Wilhelmshaven dem sie lediglich in ihre eigene Tasche arbeiten wollen. Diesen einzigen eingereicht werden muß. Dieser Umstand ermöglichte es unseren Allgemeinen deutschen Maurerberein bei, und bald darauf wurde er gwed haben die Arbeiterentlassungen, die Feierschichten und die Genossen in Ilmenau, lange nach der Wahl, als sie dahinters in Hamburg Bevollmächtigter des Maurer und Steinhauerbundes, Stillegung der fleineren Betriebe, deren Erträge den Zechengekommen waren, daß man einfach einer größeren Anzahl Bersonen dann Mitbegründer des Hamburger Maurerfachvereins, Mitglied der das Bürgerrecht und damit das Wahlrecht zum Zandtage erteilt Agitationstommiffion und der Geschäftsleitung der Maurer Deutsch besikern nicht hoch genug sind. hatte, einen Brotest einzureichen. Hatten doch Perfonen das lands, Mitbegründer und Herausgeber des Grundstein bes Wahlrecht erhalten, die nicht einmal die Vorausseßung Zentralverbandes der Maurer Deutschlands. Ueber der Gewerk zur Erwerbung des Bürgerrechtes erfüllt hatten, Die Tat haft hat Johann Staningt die Partei nicht vergessen. Ein verfache stand fest, Die höhere Verwaltungsbehörde mußte dienter Stämpfer ging in ihm dahin. Es ist richtig, daß der Rohlenberbrauch im allgemeinen nach gelaffen hat, da die Hauptabnehmerin, die Eisenindustrie, unter einer anhaltenden Ungunst der Marktverhältnisse leidet. Infolgedessen sind auch die Vorräte bei den Zechen größer geworden, als ssz sonst um fcicfa Iqhreszeit ZU sein pflegen. Würden die Zechen ihre normale Förderungsweise beibehalten, so würde naturgemäs; der Vorrat weiter steigen und cS mühte ein mehr oder weniger er- heblicher Preisnachlaß eintreten, um Angebot und Nachfrage wieder in ein richtiges VerWtnis zu bringen. Damit wäre allerdings der lohlenverbrauchenden Industrie ein wesentlicher Vorteil geboten, aber eben dies paßt nicht in die Rechnung der Zcchenbesitzer, denn an niedrigeren Preisen verdienen sie nicht soviel, wie an den setzigcn hohen. Es ist also das Bestreben der Syndikatsleute, den Preis hochzuhalten, und zwar selbst mit zweifelhaften Mitteln. Läßt die Nachfrage nach, so wird die Förderung soweit eingeschränkt, daß trotzdem noch eine Art Kohlennot erzeugt wird; reicht die prozentuale Einschränkung der Förderung noch nicht aus, so werden Feierschichten eingelegt, schließlich ganze Zechen stillgelegt und Hundertc von Arbeitern davongejagt, nur damit der Verdienst der Zcchenherrn nicht etwa um einen Pfennig gekürzt wird. Daß durch die Brotlosmachung so vieler Arbeiter auch die Industrie und das Gewerbe empfindlich geschädigt wird, kümmert die Herren durch- aus nicht. So liegen die Dinge augenblicklich und so ist die Rechnung der Zcchenbesitzer. Es fragt sich nur noch, ob diese Rechnung nicht irgendwo ein Loch hat. Der Vergarbeiterverband tut was er kann, das Vorhaben gewisser Scharftnachcr zu durchkreuzen. Es könnte darüber hinaus etwas getan werden, wenn die kohlcnverbrauchenden Industrien sich in der von Bielefeld angeregten Weise zusammen- schließen und energisch versuchen, die Syndikatszcchcn von den künftigen Lieferungen auszuschließen. Man müßte dabei vielleicht zu einem Teile das Ausland heranziehen, aber selbst das wäre noch zu verteidigen, wenn es dadurch gelingt, den Ucbermut der Syndikatslcute zu brechen und wieder normale Kohlenpreise in Deutschland zu erreichen. Es wird indessen notwendig sein, die Maßnahmen zu einem solchen Kampfe recht bald zu treffen und für die Deckung des Bedarfes zu sorgen, denn die Arbeiterverhält- nisse im Ruhrbezirk können in absehbarer Zeit zu einenr allgemeinen Ausstand führen, der die kohlenverbrauchenden Industrien sehr schwer treffen würde, wenn sie nicht vorher ihren Bedarf geregelt und eingedeckt haben. Der Kampf, der da ausbrechen würde, geht nicht um Lohndiffercnzen, sondern er geht gegen das ganze System, er geht um die Sicherheit der Arbeiter und gegen die groben Nach- lässigkciten, die ein Reden- und Radbodunglück verschuldet haben, und die jeden Tag ein ähnliches oder noch schlimmeres Unglück ver- Ursachen können. In diesem Kampf- werden daher die Sympathien nicht auf feiten der Zechenbesitzer sein, denn diese haben es durch ihre Preispolitik und durch ihr ganzes Verhalten gegenüber den Verbrauchern verstanden, sich jede Teilnahme zu verscherzen. Es mag sein, daß ein solcher Krieg nicht mit einem vollem Siege der Arbeiter endet; das eine steht jedenfalls schon heute fest, daß er die empfindlichste Schädigung unseres gesamten Wirtschaftslebens mit sich bringen und weit über den eigentlichen Kampfbczirk hinaus- greifen würde. Ob es richtig ist, die Arbeiterschaft ins äußerste zu treiben und sie durch andauernde Abweisung selbst der berech- tigsten Forderungen zur Selbsthilfe zu zwingen, diese Frage wird kaum jemand bejahen könne». Die Vorgänge im Ruhrbezirk verdienen in jedem Falle die ungeteilte Aufmerksamkeit aller derjenigen, die mittelbar oder un- mittelbar an einem solchen Kampfe interessiert sind. Es kann nicht gleichgültig bleiben, ob durch verfehlte Schroffheit einer einzelnen Interessengruppe so weitgehende Schädigungen der gesamten deutschen Industrie- und Gewerbezweige hervorgerufen werden, wie sie hier bevorstehen und aus diesem Grunde muß die Industrie schon jetzt gegen die drohende Gefahr zusammentreten. Das Kohlen- syndikat ist allmählich ein Feind geworden, der energisch bekämpft werden muß, weil er bekämpft werden will. Alsp gilt es, recht- zeitig die Waffen bereitzuhalten. Berlin imck Nmgegenck. Die Krise und die Maschinenforuier. In den Eisengießereien bestehen gegenwärtig recht drückende Arveitsverhältnisse für die Maschinenformcr. Ucberall wird geklagt über Mangel an Arbeit, verringerte Löhne, unerhörte Konkurrenz aus der Provinz sowie in Berlin selbst und den andauernden schlechten Einfluß der Gelben auf die Arbeitsverhältnisse. In einer Versammlung, welche die Maschinenformer am Donnerstagabend in den Borussia-Sälen abhielten, wurde die Lage im allgemeinen sowie in den einzelnen Berliner Betrieben besprochen. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft diktiert jetzt den Eisengießereien die Preise so niedrig wie nie zuvor, und der Druck, den die Arbeiter aushalten müssen, wird immer schwerer. In manchen Betrieben, wo es ISOS noch zu tun gab. ist es jetzt ziemlich still geworden. Von den Maschinenformern wurden im Gau Berlin am 15. April 1907 als beschäftigt 613 gezählt, am 15. April 1908 nur noch 464. Organisiert waren 433 im Jahre 1907, dagegen nur 330 im Jahre 1908. Dem Deutschen Metallarbeiterverband gehörten im Jahre 1907 an 312 Maschinen former und 289 im Jahre 1903. Dem gelben Bund gehörten 92 Maschinenformer im Jahre 1907 an, im Jahre 1903 nur noch 63. Gegenwärtig ist die Zahl der Gelben wieder auf 100 angeschwollen, indem der Betrieb von Härtung in Moabit nach dem Streik mit Gelben besetzt worden ist. Diese sind aber mit den Verhältnissen bei Hortung jetzt auch sehr unzufrieden geworden und suchen neuerdings Anschluß an den Verband, weil es ihnen mit der Zeit klar wurde, daß der Verband die einzige Rettung ist, wenn sich Arbeiter vor immer größerer Ausbeutung schützen wollen. Auch von anderen Seiten mehren sich die Zeichen, daß die Gelben merken: sie sind für die Unternehmer zeitweilig ein Mittel, um den Verband zu be- kämpfen und während dieser Zeit werden sie besser bezahlt und be- handelt als sie selbst erwarten; ist aber der beabsichtigte Zweck erfüllt, dann werden sie rücksichtslos ausgebeutet und zu Boden ge- treten, denn dem Unternehmer kommt es allein auf die größt- möglichste Ausbeutung des Arbeiters an. Der Verband aber steht den bußfertigen Gelben mit Mißtrauen gegenüber und in allen Füllen wird zuerst verlangt, daß der gelbe Verein aufgelöst wird. Eine schwere Konkurrenz haben die Berliner Maschinenformer von Torgelow in Pommern auszuhalten. Dort bestehen zahlreiche Eisengießereien und viele Aufträge gehen von Berlin dorthin, wo äußerst niedrige Arbeitslöhne gezahlt werden.— In einigen Be- trieben hat man versucht, den Formern bei Lieferung von Ausschuß den Kernmacherlohn oder auch den Kernmachern den Formerlohn in Abzug zu bringen. Dagegen sollte jeder Arbeiter Stellung nehmen und beim Verbände melden, wo dergleichen vorkommt. Mit Nach- druck wurde in der Versammlung auf die Notwendigkeit eines einigen Vorgehens unter den Maschinenformern hingewiesen; die Agitation für den Verband müsse unausgesetzt betrieben werden. Die Arbeiter der Kleinmotorenfabrik der A. E.-G. beklagen sich lebhaft über Verschlechterung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse. Es acht ihnen, wie den Arbeitern anderer Groß- betriebe auch: Weil zur Zeit eine allgemeine Krise herrscht, werden die Arbeitslöhne herabgesetzt und sonstige Verschlechterungen ein- geführt, obgleich das betreffende Unternehmen gar nicht unter der Krise zu leiden hat. Die besonderen Beschwerden der Arbeiter aus der Kleinmotorenfabrik der A.-E.-G. wurden am Sonnabend in einer Betriebsversammlung zur Sprache gebracht. Es wurde be- richtet, daß den Arbeitern schon seit längerer Zeit Herabsetzungen der Akkordlöhne aufgedrängt sind, so daß die heutigen Löhne 30 bis 40 Proz. niedriger sind als die früheren. Selbst die Lohnsätze welche ohnehin schon als sehr niedrig galten, sind noch weiter her- abgesetzt worden. Als der Arbcitcrausschuß deswegen mit der Di- rektion verhandelte, wurde ihm gesagt, wegen der Krise sei die Direktion nicht mehr in der Lage die früheren Löhne zu zahlen, sie werde sich vielleicht genötigt sehen, die Hälfte der Arbeiter wegen schlechten Geschäftsganges zu entlassen. Gegen die Behauptung, die A.-E.-G. leide unter schlechtem Geschäftsgang, spricht die Tat- fache, daß sie im letzten Geschäftsjahrs einen Reingewinn von 12 Millionen Mark erzielte. Da nun die Arbeiter bei den herab- gesetzten Löhnen den früher üblichen Verdienst nicht mehr erreichen konnten, so wollte die Direktion die 8stündige Schicht auf 9 Stunden verlängern. Durch die Verlängerung der Arbeitszeit sollte den Ar- beitern Gelegenheit gegeben werden, etwas mehr zu verdienen, als sie in der üblichen Arbeitszeit bei den herabgesetzten Löhnen ver- dienen konnten. Aber die Arbeiter wollten von dieser..Fürsorge" nichts wissen. Wieder versuchte der Arbeiterausschuß, durch mehr- malige Verhandlungen mit der Direktion die Beibehaltung der Achtstundcnschicht zu erlangen. Aber alle Bemühungen waren ver- gcbens. Die Direktion verfügte, daß statt 8 Stunden 9 Stunden gearbeitet wird und dabei blieb es. Unter diesen Umständen sahen sich die Arbeiter genötigt, die Angelegenheit tn einer Versammlung zu besprechen, um die öffentliche Meinung sowie die Behörden, welche zur Kundschaft der A.-E.-G. gehören, aufmerksam zu machen auf das unsoziale Verhalten der Direktion. Eine Resolution fol- genden Inhalts wurde angenommen: Die Versammlung verurteilt die Maßnahmen der Direktion der Kleinmotorensabrik der A.-E.-G., denn diese Maßnahmen stellen eine durch nichts gerechtfertigte Verschlechterung der Lohn- und ArbcikZverhältnisse dar. Dadurch hat die Direktion bewiesen, daß sie eine falsche Auffassung von ihren sozialen Pflichten den Arbeitern gegenüber und kein Verständnis für deren wirtschaftliche Lage hat. Die Arbeiter ziehen daraus die Lehre, daß sie von der Direktion nichts zu erwarten haben und verpflichten sich deshalb, mehr als bisher für die Ausbrei- tnng der gewerkschaftlichen Organisation zu sorgen. Achtung! Vacker»nd Konditoren!! Wieder ist ein unerhörter Ueberrumpelungsversuch bei.der Gesellcnausschusiwahl der„Konkordia"-Bäcker'innung geplant. Zu morgen. Montag, den 2 2. Februar, also morgen, nachmittags 3 Uhr, ist in der heutigen Konkordia-Zeitung ganz plötzlich die Wahl des Gesellenausschusses anberaumt. Obgleich der Obermeister Fritz Schmidt, Fruchtstr. 21. dem bisherigen Altgesellen versprach, den Wahltermin zweimal in der Jnnungszcitung bekanntzninachen, erfolgt dieser hinterhältige Ueberrumpelungsversuch, bei dem die Meister und Gesellen nicht einmal alle die statutenmäßig vorgeschriebenen 24 Stunden vor der Wahl Kenntnis vom Stattfinden derselben bekommen können, da viele erst Montag die Zeitung erhalten. Man will eben um jeden Preis die Gelben, die fort- gesetzt Verrat an den Geselleninteressen üben, in den Gesellcnaus- schuß hinein—„wählen" lassen. Der Zweck heiligt da die Mittel. Die Innung wendet sich bei der Bekanntgabe des Wahltermins in widerlich-süßlichem Ton an die Jnnungsmitglicder, daß sie die sonst so verachteten weiblichen Bediensteten: Verkäuferinnen, Dienstmädchen, neben ihren„treuen" Gesellen, ihren Söhnchen und Töchterchen zur Wahl schleppen sollen. Gerade wie die Agrarier in Ostelbien, sucht die Innung die Wahlen der Arbeiter zu beeinflussen. Selbst die Frühstücksausträger und-Austrägerinnen sollen im Sinne der Innung boeinflutzt werden. Ihren Gelben zu Liebe hat die Innung das Mitbringen der Jnvalidenkarte mit der letzten Marke und dem Datum darauf diesmal zum erstenmal angeordnet. Die Gelben sind von diesem Trick längst unterrichtet, denn ihr letztes Fugblatt, das diese Woche erschien, teilte ihren Getreuen schon diese neue„Wahllegitimation" mit. Wo nun der Meister die Jnvalidenkarte„nicht in Ordnung" hat, wie so oft, oder verbummelte. gehen dort die Gesellen ihres Wahlrechts verlustig? Gegen diesen Trick muß schärf st er Protest eingelegt werden. Alle denkenden und ehrlichen Kollegen fordern wir auf. ein- mutig wie ein Mann zur Wahl zu erscheinen, und den Ver- rätern unseres Ruhetages eine noch schmäh- lichere Niederlage beizubringen als bei der letzten Wahl. Alle 21jährigen bei Konkordia-Jnnungsmeistern Beschäftigten sind wahlberechtigt. Verbandsmitglieder und Freunde unserer Sache treffen sich morgen, Mvntagmittag, Punkt 4 Uhr, im Lokal von Merkowski, Andreas st r. 26, zur Vorbesprechung. Jedes Mitglied erhält dort zur Kontrolle den Stempel: Wahlbeteiligung ins Mitgliedbuch. Laßt Euch aber von Euren Meistern die gedruckten Wahllegitiina- tioncn geben, ohne diese kein Zutritt zum Wahllokal. Bringt auch Eure Jnvalidenkarte, die in Ordnung sein muß, zur Wahl mit. Auch die Aushilfen sind wahlberechtigt. Wir bitten auch die Parteigenossen, wo sie mit Bäckern., Kon- ditoren, aber namentlich Hausdienern. Frühstücksaus» trägern und-Austrägerinnen, Verkäuferinnen und Dienstmädchen der Bäckermeister zusammenkommen, diese über die Wahl und die schmutzig-gelben Absichten der Wahl- macher bekanntzumachen. Die Ortsverwaltung Berlin de? Deutschen Bäcker» und KonditorenverbandeS. Deutlehes Reich. Weberaussperrung. Die Aktienweberei Schwartz u. Co., Gräfrat bei Krefeld, sperrte ihre sämtlichen Weber und Weberinnen und einen Teil der Hilfsarbciterinnen, zirka 300 an der Zahl, aus. Die Aussperrung war die Antwort darauf, daß 56 Weber der Teppichbranche die Kün- digung wegen Ablehnung einer 25— 30prozentigen Lohnreduktion einreichten. Die Firma versucht bereits zum vierten Mal inner- halb Jahresfrist"eine Lohnreduktion durchzubringen.— Die Belegschaft ist ziemlich vollständig organisiert, teils im„Deutschen Ver- Hand", teils im christlichen. Die Firma stellt sich auf den Herren. standpunkt und lehnte jede Verhandlung mit den Verbands- leitungen ab._ Gewerkschaften und Arbeitslosigkeit.[ Im November v. I. wurden bei einer von Haus zu Haus vor- genommenen amtlichen Arbeitslosenzählung— ausgeführt durch das Gewerkschaftskartell— 2833 Arbeitslose in Magdeburg gezählt. Nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis einer Um- frage in den Gewerkschaften hatten allein diese am 23. Januar d.J. 3086 Arbeitslose— bei rund 23 000 Mitgliedern— zu verzeichnen, wobei noch der Bauarbeiterverband und weitere 5 kleinere Gewerk- schaften außer Betracht geblieben sind. Nach den von den einzelnen Gewerkschaften für ihren Beruf vorgenommenen Schätzungen der Gesamtzahl der Arbeitslosen betrug diese am 23. Januar 4619. Es war also innerhalb zweier Monate eine ganz enorme Steigerung der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen! Welche riesige Lasten der Armenverwaltung von den Gewerk- schaften durch die Unterstützung der Arbeitslosen abgenommen werden, mag die Tatsache illustrieren, daß die Magdeburger Ver- waltungsstelle des Metallarbeiterverbandes im Jahre 1908 bei 8766 Mitgliedern(am Schlüsse des Jahres) 114 201,20 M. an Arbeitslosenunterstützung auszahlte. In den Jahren 1907 bezw. 1906 wurden bei einer um ein geringes höheren Mitgliedekzahl 38 771,15 M. bezw. 23 292,65 M. für den gleichen Zweck ausgegeben. Zu der Arbeitslosenunterstützung kommen noch für Krankcmintcr- stützung hinzu: 1908: 97 611.35 M.. 1907: 77 823,25 M., 1906: 29 699,45 M.— Außerdem wurden noch aus der Lokalkasse— außer den Unterstützungen bei Streiks, Maßregelungen, Umzügen und für Reise— an besonderen Unterstützungen gezahlt: 1908: 32 287.50 M.. 1907: 42 581,76 M.. 1906: 31044,50 M. Unter den größeren Verwaltungsstellen des Metallarbeiter- Verbandes hatte Magdeburg in ganz besonders heftiger Weise unter der Arbeitslosigkeit zu leiden. Ein Vergleich der Einnahmen aus den Mitglicderbeiträgen mit den Ausgaben für ArbcitSlosenunter- stützung zeigt, daß in Stuttgart 12,25 Proz.. in Frankfurt a. M. 14,70 Proz., in Bremerhaven 16,15 Proz., in Darmstadt 16,54 Proz., in Karlsruhe 20,34 Proz., in Nürnberg 32,60 Proz., in Dresden 39,22 Proz., in Magdeburg aber 43,42 Proz. der erwähnten Ein- nahmen für die Unterstützung der Arbeitslosen verwandt wurden. Dabei darf nicht unbeachtet bleiben, daß noch zahlreiche Mitglieder mit verkürzter Arbeitszeit arbeiteten. Die Aussperrung der Stukkateure Slürnbergs ist nach acht- tägiger Tauer durch Verhandlungen zwischen den beteiligten Unter- nehmerverbänden und dem Verband der Stukkateure beendet worden. Der Streit endigte mit einem Siege der Arbeiter über die Firma Bockert, die ihn durch ihr Vorgehen heraufbeschworen hatte. Sie hat den strittigen Akkordvcrtrag aufgehoben, zahlt die bisherigen Löhne weiter und zieht den Revers zurück, durch den sie mit eingestellten Arbeitern niedrigere Löhne vereinbaren wollte, als im Tarif festgesetzt sind. Die Zahlstelle der Stukkateure erklärte dann die über den Beckertschen Betrieb verhängte Sperre für auf- gehoben. Kuslsnä. Die christliche und die nicht christliche Gewerkschaftsbewegung in Holland. Der Niederländische Verband der Gewerkschaften hat dieser Tage eine von seinem zweiten Sekretär Jan van den Tempel ver- faßte Broschüre herausgegeben, die den Titel„Vackbeweging cn Kerk" führt und eine treffende Schilderung des Verhältnisses zwischen Gewerkschaftsbewegung und Kirche enthält. Es wird darin an vielen Beispielen und durch statistisches Material nachgc- wiesen, daß die Geistlichkeit Hollands, soweit sie sich um die Ge- Werkschaftsbewegung bemüht hat. immer nur einer zweckmäßigen EntWickelung hindernd in den Weg getreten ist. Die Taktik der Kirche ist im allgemeinen die, daß sie zunächst bestrebt ist, die unter ihrem Einfluß stehenden Arbeiter überhaupt von jeglicher Fach- organisation fernzuhalten. Will ihr dies nicht gelingen, so gründet sie kleine Klubs von Handwerksgesellen, von denen man keine Ein- Wirkung auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse erwarten kann. Zeigt aber diese Art christlicher Organisation ein solches Maß von Wachstum, daß sie den Unternehmern unbequem werden könnte, dann entdeckt die Geistlichkeit, daß um des Glaubens willen eine Trennung nach Konfessionen notwendig ist. Genügt aber auch das nicht, um die Organisation machtlos zu machen, so pflegt die katho- tische Geistlichkeit eine weitere Spaltung nach Bistümern vorzu- nehmen. Dies Verfahren hat sie z. B. auch gegenüber dem größten christlichen Verband, dem der Textilarbeiter, eingeschlagen, der sich wiederholt dem Unternehmertum gegenüber ziemlich kräftig zur Wehr setzte. Aber die Geistlichkeit erreicht mit ihren Treibereien im allge- meinen just das Gegenteil von dem, was sie bezweckt. Die Ar- beiter lernen gerade dadurch, daß sie sich selbständig und nicht rcli- giös oder konfessionell organisieren müssen, wenn sie dem Unter- nehmerium, dem die Geistlichkeit keinerlei religiöse Fachorganisa- tion zumutet, irgendwie als ein Machtfaktor entgegentreten wollen. So zeigt es sich dann auch, daß die Zeit des Aufschwungs der ckrist- lichen Gewerkschaftsbewegung vom Jahre 1903 vorbei ist, daß sie sich im Rückgang befindet, und daß demgegenüber die unter Leitung des Verbandes der Gewerkschaften stehenden Organisationen immer mehr anwachsen. Die protestantisch-christliche Gewerkschaftsbewegung ist in Hol- land fast ganz bedeutungslos. Nach der offiziellen Statistik ist der stärkste der Verbände dieser Richtung, die Vereinigung christlicher Kontor- und Handelsgehilfen, nur 443 Mann stark. Kräftiger hatte sich die katholische Gewerkschaftsbewegung entwickelt. 10 Ver- bände dieser Richtung, die 1906 bestanden und im Jahre 1908 noch am Leben waren, zählten Ende jenes Jahres zusammen 7615 Mit- glieder, im August 1908 aber nur noch 6557. Während desselben Zeitraums waren dem Verband der Gewerkschaften 13 Organisa- tionen angeschlossen und ihre Mitgliederzahl stieg unterdessen von 21584 auf 28 626.— Im ganzen gehörten dem Verband der Ge- werkschaften im Oktober 1968 schon 27 Organisationen mit 35 016 Mitgliedern an.— Im Römisch-katholischen Fachverband wie im Verband der Gewerkschaften waren sowohl im Jahre 1906 wie 1908 die Zigarrenmacher, die Schneider, die Maler, die Metallarbeiter, die Handclsgehilfen, die Textilarbeiter und die Zimmerleute ver« treten. Aber in diesen 7 Berufen ging die katholische Organisation von 6401 auf 5887 Mitglieder zurück, während sie im Verband der Gewerkschaften von 7379 auf 12 037 Mitglieder stieg. Nach den hier angeführten Zahlen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die hollän- dische Gewerkfcheiftsbcwegung sich in nicht zu langer Zeit von dem Einfluß der Kirche gänzlich frei machen wird. Letzte)Vachncbter» und Oepe leben Die Industriellen rüsten. Dresden, 20. Februar.(B. H.) Die sächsische Industrie wird sich einmütig gegen die geplante Kohlensteucr wehren. Ihre Orga- nisationen werden, wie verlautet, zu der Kohlensteuer sofort und entschieden Stellung nehmen, sobald diese ernstlich in Frage kommt. Die wirtschaftlichen Interessen Sachsens sind gegen die Kohlen- steuer gerichtet und man erwartet, daß auch die sächsische Regierung die Konsequenzen aus dieser Tatsache ziehen wird. Dammbruch. Gelsenkirchen, 20. Februar.(W. T. B.) In dem benachbarten Crange ereignete sich heute nachmittag ein Unglücksfall. Der Damm des neuen Emscherbcttes war dort anscheinend durch Hochwasser unterspült. Als Arbeiter mit Rollwagen die betreffende Stelle passierten, senkte sich der Boden. Die Wagen stürzten den Damm hinunter, wobei drei Arbeiter getötet und zwei schwer verletzt wurden. Die Arbeiter sind sämtlich Italiener. Eine unliebsame Entdeckung. Mainz, 20. Februar.(B. H.) Wie der„Mainzer Anzeiger" mitteilt, ist man bei-der hiesigen städtischen Sparkasse, außer den schon bekannten Fällen von Unterschlagungen(8600 Ml) durch den verhafteten Buchhalter Scheuer, noch weiteren bedeutenden Be- trügereien aus die Spur gekommen. Die neu entdeckten Unter- schlagungen haben bis jetzt bereits eine Höhe von 15 000 M. erreicht und die noch nicht abgeschlossene Untersuchung dürfte noch zu un- liebsamen Entdeckungen führen. Oesterreichische Staatsretterei. Prag, 20. Februar.(W. T. B.) Die Führer der tschechischen Nationalfvzialen in Jungbunzlau sind wegen Verbrechens der Auf- fordcrung von Soldaten zur Desertion in Untersuchung gezogen worden. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drgck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co., Berlin LtzV. Hierzu 4 Beilagen. Mr. 44. 26. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 21. Febinar 1909. Abgeordnetenbaus. 84. Sigung Sonnabend, den 20. Februar 1909, bormittags 11 hr. Am Ministertische: Frhr. v. Rheinbaben. Die zweite Beratung der Steuergesetze wird fortgesetzt. Abg. Herold( 8.): Dem sozialdemokratischen Antrag zum§ 23 stimmen wir zu. Auf die Reichsfinanzreform will ich nicht eingehen. Eine Nachlaßsteuer wollen wir jedenfalls nicht und ebensowenig eine Ausdehnung des Erbrechts auf die Deszendenten und Ehegatten. Wir werden aber ebenso wie hier im Abgeordnetenhause fleißig mitarbeiten, daß auch im Reiche die Finanzverhältnisse gebeffert werden. Finanzminister v. Rheinbaben: februar Abg. Keil( natl.): Wir halten den Antrag der Sozialdemokraten( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Unsere Taftit ist so far ,, für begründet, stellen aber fest, daß bei seiner Annahme der daß die Beamten, die nachzudenken wissen, sie auch verstehen werden. behauptete plutokratische Charakter des Wahlrechts erheblich herab- Wir haben es wirklich nicht nötig, um die Gunst der Beamten zu gemindert wird. buhlen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) So lange tvir Ein Regierungstommiffar legt die Konsequenzen des infolge des Dreiflassenwahlrechts hoffnungelos in der Minderheit Kommissionsbeschlusses dar. Seine Ausführungen bleiben auf der sind, ist es nicht unsere Pflicht, für die Befchaffung von DeckungsTribüne unverständlich. mitteln zu forgen. Wenn Herr Röchling ebenso fonsequent wäre Abg. Herold( 8.): Die Ansicht der Kommission war es in der wie wir, so müßte auch er der Regierung nicht die Mittel beTat, daß durch ein Kinderprivileg das Wahlrecht in feiner willigen, solange sie nicht das Wahlrecht gibt, das er wünscht. Bir Weise beeinträchtigt werden sollte, auch nicht bei der Zenjuswahl. fassen eben den Kampf um das Wahlrecht etwas ernster auf aus Wir werden daher, um Klarheit zu schaffen, für den Antrag Borg- die bürgerlichen Parteien.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) mann stimmen.( Bravo! links.) Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben bittet, es einstweilen bei dem Konmmissionsbeschluß zu belassen und bis zur dritten Lesung nähere Aufklärung über die Tragweite des Beschlusses abzuwarten. Abg. Gyßling( fri. Bp.) hält das nicht für notwendig, sondern ftimmt dem Antrage Borgmann zu. Im übrigen wird das Gesetz nach den Beschlüssen der Kommiffion angenommen. Hierauf wird die Gesellschaftssteuer Gegen den Antrag, den die Kommiffion angenommen hat, den Der Antrag Borgmann wird hierauf gegen die Stimmen Ertragswert bei landwirtschaftlichen Grundstücken für die Er- der konfervativen Partei angenommen. gänzungssteuer zugrunde zu legen, will ich loyalerweise mit Rück- Beim§ 23 wird der Antrag Borgmann, die Verpflichtung sicht auf das Kompromiß feinen Widerspruch erheben. Die der Arbeitgeber zur Angabe des Einkommens ihrer Arbeiter zu be Kommission hat beschlossen, die Steuer zu berechnen nach seitigen, mit den Stimmen der Rechten und der Nationalliberalen dem Ertragswert, den das Grundstück getvähren kann". Herr abgelehnt. Herold hat aber nun für die dritte Lesung einen Antrag in Aussicht gestellt, wonach der Ertragswert zu Grunde gelegt weredn fanm, den das Grundstück ge toährt". Dagegen muß ich ents schieden protestieren. Es kommt auf den Ertragswert an, der bei ordnungsmäßiger Wirtschaft gewährt werden kann.( Sehr wahr! ohne Debatte nach den Beschlüssen der Kommission abgelehnt. links.) Entschiedenen Widerspruch muß ich auch erheben gegen den weiteren in Aussicht gestellten Antrag des Vorredners, daß noch auf die Steuern bezieht. Dazu liegt ein Antrag der Konfervativen Es folgt die Beratung des Mantelgesetes, soweit es sich ein angemessenes Arbeitseinkommen des Bewirtschaftenden" abgezogen werden soll. Dadurch würde für die Landwirtschaft vor, die Steuerzuschläge von den Einkommen von 1200 M. an auch insbesondere für den Großgrundbesitz ein Vorrecht geschaffen, bem für 1908 nachträglich zu erheben. ich bei allem Interesse für die Landwirtschaft nicht zustimmen fann. ( Bravo! links.) Mit der Annahme eines solchen Antrages würde die ganze Deckungsfrage und damit die Verabschiedung der ganzen Be- 1. April 1909 an). amtenbesoldungsgesetze in Zweifel gestellt werden. Wenn wir für die Landwirtschaft eine solche Ausnahme beschließen wollten, würde morgen das Handwerk und der städtische Besitz mit denselben Ansprüchen kommen.( Buruf links: Mit mehr Recht!) Ich kann also nur dringend bitten, von solchen Anträgen abzusehen.( Lebhafter Damit schließt die allgemeine Besprechung. n Beifall links.) In der Spezialberatung werden die ersten Paragraphen des Einkommensteuergefeges nach den Beschlüssen der Kommission Die Abg. Borgmann( Soz.) und Genossen beantragen, daß die Steuerzuschläge erst erhoben werden von 7000 M. ab( bom Die Abgg. GyBling( frf. 2p.) und Genossen beantragen, die Zuschläge von 3000 m. an beginnen zu lassen und die Gesellschaften mit beschränkter Haftung in bezug auf die Besteuerung mit den physischen Personen gleichzustellen. Abg. Dr. Röhling( natt.): Die Beamten fönnen doch nichts dafür, daß wir das allgemeine Wahlrecht in Breußen nicht haben. Es ist also nicht richtig, sie hier dafür zu bestrafen. Den Borwurf, daß wir um die Stimmen der Beamten buhlen, lehne ich ab. Abg. Hirsch( Soz.): Wenn Herr Röchling es rügte, als ob wir die Beamten dafür bestrafen wollten, daß in Preußen das allgemeine Wahlrecht nicht eingeführt ist, so heißt bas, die Logik vollkommen auf den Kopf stellen. Ich verzichte darauf, Herrn Röchling auf diesem Gebiete weiter zu folgen.( Bravo! bei den Soz.) Damit schließt die Debatte. Der Antrag v. Hennigs auf nachträgliche Erhebung der Steuerzuschläge für 1908 wird gegen die Stimmen der Konserbativen abgelehnt. Danach werden auch die freisinnigen und der sozialdemokratische Antrag abgelehnt. Angenommen wird ein konservativer Antrag, der die Gesellschaften m. b. H. um die Hälfte gea ringer besteuern will, als die Kommission fefta gefest hat. Im übrigen wird das Mantelgesek nach den Beschlüssen der Kommission angenommen. Es folgt die zweite Beratung des Landwirtschaftsetats. Beim Titel„ Ministergehalt" beklagt Abg. v. Kessel( fons.) die Hochwasserschäden und den ländlichen Arbeitermangel. 3u begrüßen sind die Versuche, die Elektrizität in größerem Maße in den Dienst der Landwirtschaft zu stellen. Redner kritisiert die Etatsüberschreitungen bei diesem Gtat. Sie bedeuten, daß entweder der Etat zu inapp bemeffen ist, oder daß nicht sparsam gewirtschaftet wird. Abg. Dr. Friedberg( natl.) bedauert, daß der Finanzminister entgegen dem Kompromis sich für die Zuschläge für das Jahr 1908 ausgefprochen hat. Sollte dieser Antrag der Konservativen Abg. Graf Spee( 3.) lagt über Berunreinigung von Flüssen angenommen werden, so würden seine Freunde in der britten Lesung im Westen durch industrielle Anlagen. Bei der Kaisergeburtstagsfür den Antrag Gyßling, der ihnen sehr sympathisch fei, stimmen. feier der landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin hat ein föniglich Abg. v. Dewis( ft.) wendet sich gegen den Antrag Borgmann: preußischer Hochschullehrer, Prof. I ate, für den Monismus Die Herren Sozialdemokraten betonen immer ihr Interesse für die Bropaganda gemacht unter unglaublichen Angriffen gegen eine pos As§ 20a bat die Kommission folgende Einschaltung beschlossen: Unterbeamten, bringen aber hier einen Antrag, dessen Annahme litische Partei. Der Landwirtschaftsminister möge dafür sorgen, Die in den§§ 19 und 20, Kinderprivileg gewährten Ermäßigungen zweifellos das völlige Scheitern der Vorlage bedeuten würde. Also daß ein folcher Vorgang sich nicht wiederholen kann.( Abg. Hoffbleiben außer Betracht bei Berechnung der zu entrichtenden Steuer- ihr Barteiintereffe scheint doch stärker zu sein als das Intereffe für mann: Der Mann muß gevierteilt werden! Heiterbeträge für Wahlzwecke.( Gesetz betreffend Aenderung des Wahl- die Beamten. feit.) verfahrens 1893 und Gesez betreffend die Bildung der WählerAbg. Dr. Crüger( frs. Vp.): Man kann von einem Nature abteilungen bei den Gemeindewahlen vom 30. Juni 1900.) angenommen. Die Abgg. Borgmann( Soz.) u. Gen. beantragen, die eingeflammerten Worte zu streichen. Abg. Graf Groeben( f.): Wir lehnen den Antrag als zu weitgehend ab. Wir wollen, daß nur bei den Wahlen nach dem Dreitlassenwahlsystem das Kinderprivileg ohne Einfluß bleiben soll. Abg. Freiherr v. 3edlik( ft.) hält den Antrag Borgmann für überflüssig, weil die Kommission nichts anderes wolle. Abg. Hirsch( Soz.): mit ihrem Antrage das Kompromiß verlegt hätten. Abg. v. Hennigs- Techlin( L) bestreitet, daß die Konservativen forscher nicht verlangen, baß er bei einer Staifergeburtstagsfeier Abg. Dr. Röchling( natl.): Es hat sich unter den bürgerlichen seine Ueberzeugung verleugnet. Es ist besser, er hält eine solche Parteien die Ansicht verbreitet, daß die Regierung ernstlich die Zu- Rede, als daß er Byzantinismus treibt.( Bravo! links.) Redner fchläge für 1908 gar nicht verlangt.( Buruf rechts.) Das mag ein wendet sich des weiteren gegen den Beschluß des deutschen Land Fehler der Regierung sein, aber es ist nicht Sache des Parlaments, wirtschaftsrates, wonach zur Ausbreitung der Anwendung elektris der Regierung Steuern aufzudrängen, die sie nicht braucht.( Sehr scher Kraft auf dem Lande Mittel von der Zentralgenossenschaftsrichtig! links.) Die prinzipiell ablehnende Haltung, die Herr Hirsch faffe zur Verfügung gestellt werden sollen. Diese Kaffe hat nur in der Kommission zu den Steuern eingenommen hat, ist ja ganz den Zweck, Personalkredit zu geben. Von einer Not der Landwirtfonfequent. Herr Hirsch fagte, es hieße dem Feinde Munition schaft kann heute nicht mehr die Rede sein. Bedenklich ist allerliefern, wenn sie dem Staate die Mittel an die Hand geben wollten, dings die fortgesetzte Steigerung der Güterpreise, die zu einer die er braucht, um die Beamten zu besolden.( Widerspruch bei den Verschuldung der Landwirte führen muß.( Sehr richtig! links.) Sozialdemokraten.) Das ist doch die Konsequenz Ihrer Auffassung. Abg. Dr. Heydweiller( natl.) verlangt, daß die VersicherungsWenn Sie sich im Gegensas fühlen zum Staate, so müffen Sie fich anstalten Gelder in Heinen Rentengütern anlegen. auch im Gegensatz zum Beamtentum fühlen, das ein wesentlicher Entschuldungsfrage nicht ohne Mithilfe der Genossenschaften zu Bestandteil des Staates ist. Abg. Gyßling( fr). Wp.) befürwortet die freisinnigen Anträge. Abg. Hirsch( Soz.): Landwirtschaftsminister v. Arnim- Griewen glaubt, daß die Daß die Annahme unseres Antrages nicht überflüssig ist, ergibt fich schon daraus, daß Graf Groeben anderer Meinung über die Tragweite der Kommissionsbeschlüsse ist als Freiherr v. Bedliß. Es ist also durchaus notivendig, in dieser Frage Klarheit lösen ist. Ein gewisser Prozentsah ihrer Mittel kann wohl in zu schaffen, und das will unser Antrag. Wir wollen, daß nicht Hypotheken festgelegt werden, ohne ihre Liquidität zu gefährden. nur bei den Wahlen nach dem Dreiflassenwahlsystem, sondern auch Natürlich ist dabei große Vorsicht geboten. Was die Ueberschwemdort, wo ein anderes Bensuswahlrecht besteht, das Kinderprivileg, ohne Einfluß fein soll. In Schleswig- Holstein würden unter Um- Jah habe die Stellung meiner Freunde gestern fo unglvei- mungen anlangt, so tvird die Stodung an der Elbe Hoffentlich in ständen Zensiten, denen infolge einer hohen Kinderzahl die Steuer deutig umb ausführlich dargelegt, daß ich glaubte, es wäre heute 3 bis 4 Tagen beseitigt sein. Bei der Konzessionierung von indus herabgefegt ist, dadurch ihr Wahlrecht verlieren, wenn wir nicht nicht nötig, darauf zurückzukommen. Ich will nur furz Herrn Röchling striellen Anlagen auf dem Lande sollen in Zukunft im Vorberdie Berücksichtigung dieser Herabsetzung der Steuer bei den auf seine Angriffe erwidern. Wenn es sich bei der Bewilligung fahren landwirtschaftliche Beamte gehört werden. Ileber die AusWahlen ausschließen. Wenn sich nicht die übrigen Parteien von Staatsmitteln mre um die Beamtenbesoldung handelte, so gestaltung des Erbbaurechts schieben mit dem Reichsamt des der Auffassung des Frhrn. v. Bedlig anschließen, muß ich Sie bitten, würden wir dafür stimmen, vorausgefeßt daß die Bewilligung in Innern Verhandlungen. Abg. Dr. Heißig( 3) befürwortet einen Antrag auf gefeßliche unferem Anfrage zuzustimmen, damit der wirkliche Wille der einer Weise und Höhe erfolgt, die wir für richtig halten. Ich habe Kommission zum Ausdruck kommt.( Bravo! bei den Sozial- in der Kommission schon betont, daß wir, unseren Grundfäßen ent- Neuregelung des Tarwesens namentlich in landwirtschaftlichen Andemokraten.) fprechend, prinzipiell dem heutigen Junterstaate nichts bewilligen. gelegenheiten. Kleines feuilleton. " Humor und Satire. 0 ( Jugend".) sonders mit Savoyen und Genf, da die diefen beiden Staaten während der Burgunderkriege auferlegten Kontributionen nicht eingingen und der Stat nicht die geringste Miene machte, diese ausUm des Königs Bart. stehenden Gelder endlich einzutreiben. Während der Fastnacht 1477 In Rohrbach bei St. Ingbert hat sich ein König Ludwig II.. Politik im mittelalterlichen Fastnachtstreiben. Gegen Ende des tam es dann zum Strachen. Den Gipfelpunkt des Luzernischen Narren13. Jahrhunderts fing das mittelalterliche Bürgertum allmählich an, treibens bildete der Fritschiumzug, der übrigens noch heute besteht und Bartverein gebildet, dessen Mitglieder sich verpflichten, einen solchen sich von dem geistigen Drucke der Kirche loszulösen. So sehr alljährlich mit großem farnevalistischem Pompe gefeiert wird. Die Form Bart zu tragen, wie Ludwig II. ihn trug. Das Beispiel der patriotischen Rohrbacher hat ansteckend gewirkt: waren die Kirche und ihre Interessen bis dahin maßgebend gewefen, des damals üblichen Umzuges, kurz vorher von dem Luzerner Bürger In Köpenick hat sich ein Fürst Bülow- Bubelscherverein gebildet, daß selbst der tollste Fastnachtssput des frühen Mittelalters| Fritschi zur Zeit der Burgunderkriege gestiftet, war einfach genug. Von fein näherliegendes Objett feiner Spottjucht fand, als eben einem Jüngling in Striegertracht wurde am Fastnachtstage ein Bokat beffen Mitglieder sich scheren lassen, wie der Budel des Reichskanzlers die Kirche und ihre Einrichtungen. Ueber den Gedanken- mit Wein gefüllt durch die Straßen der Stadt getragen und jedem geschoren ist. In Treuenbrießen hat sich ein Landrat- Räusper- und Spuckfreis der Stirche fam jene Zeit selbst in der Satire nicht hinaus. Begegnenden zu trinken gegeben. Wer getrunken, war aber bafitr verein gebildet, dessen Witglieder sich verpflichten, sich nur so zu Daher denn jene wilden, rajend- tollen Narren- und Efelsfeste, jene verpflichtet, sich dem mehr und mehr anwachsenden Zuge anzuschließen. räuspern und nur so zu spuden, wie der Herr Landrat. blasphemischen Saufmetten, bei denen die ausgelassene Wenge in Waren alle Straßen Luzerns durchtollt, so zog man hinaus auf die In Potsdam hat sich ein Kaifer Wilhelm II. Rafierberein geparodiertem Priestergewande von Kirche zu Kirche tollte, immer benachbarten Dörfer, stattete wohl auch benachbarten und be- bildet, dessen Mitglieder den Aülerhöchsten Seifenschaum Seiner unter Führung des Klerus selbst, der auch hierbei wie bei allen freundeten Städten einen Besuch ab. So tamen in jenem Jahre Majestät nach dem Rasieren erhalten, mit dem sie ihre Baisers und sonstigen Gelegenheiten an der Spize stand. die Luzerner auch nach dem benachbarten Zug. Beim Wein Windbeutel füllen. Bald aber wurde dies anders. Die Kirche mußte vor dem mit den Zuger Bürgern ließen die Fastnachtsfeiernden ihrem die Zügel schießen. Bürgertum und der staatlich- weltlichen Enitoicklung in den Hintergrund politischen Grimm denn auch weidlich treten; weltliche Dinge wurden nun Gegenstand der bürgerlichen Spott" Sind wir", rief da einer der erhizten Luzerner, die Leute, uns Notizen. fucht. Bürgerliche Anschauungen, bürgerliche Interessen beherrschten die äffen zu lassen? Wenn es Blut gilt, so weiß man uns zu finden, - Die Freie Volksbühne veranstaltet ihren 31. Wor Satire des späteren mittelalterlichen Fastnachtstreibens. Und da was eingenommen, was unterhandelt wird, behalten die Herren für tragsabend am Montag, den 22. Februar, in den unsere Vorfahren mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berge zu fich." Wir find", sprach dann ein anderer, allzu gut. Freie Sophiensälen, Sophienstr. 17/18. Bum Vortrag kommen halten pflegten, war es gerade die Zeit des fröhlichen Mummen- Männer müffen zuweilen etwas für sich unternehmen, auf daß die moderne Dichtungen und Satiren durch Marcell Salzer. Ginlaßschanzes und bunten Maskenspieles, in der die Oppositionsluft am Oberen nicht meinen, fie haben mit Slaven zu tun."" Brüber" farten zu 40 f. in allen Bahlstellen des Vereins.- Einige Mitglieder üppigsten in die Halme schoß. Unter der Maste des lebermutes rief schließlich ein dritter, höret mich! Man fährt noch nicht können sich für die Abendabteilungen noch melden. und dem Dedmantel der Fastnachtsfreiheit ward da mit manchem zur Alp, auch im Feld ist nichts zu bestellen, ziehen wir Vorträge. Im Institut für Meeresfunde. abgerechnet, was der Einzelne oder eine ganze Gesellschaftstlaffe im nach Genf! Sie follen uns das Geld wohl geben! Laufe des Jahres etwa verbrochen. Und wie der Geselle in jungen Jahren brauchen wir Striegskunst? Wir haben mächtige Arme und wissen Georgenstraße 34-36, spricht am Dienstag, den 23., Dr. Neubaur über„ Die Sicherheitsvorrichtungen an Bord moderner Seeschiffe"; mit spottendem Munde seinem Meister alles unter die Nafe rieb, was er die Streitkolben zu schwingen." in den letzten Monaten sich aufs Kerbholz geladen, so tat es der Dieser Ruf zur Selbsthilfe fand jubelnde Zustimmung, und Freitag, den 26., Dr. Meding über„ Das Eis des Meeres". EinfaßBürger mit seinem hochweisen Rate und allen jenen, die ihn politisch allsogleich schritt man zur Tat, indem, der Bund, die fröh- farten zu 25 Pf. in der Geschäftsstelle des Instituts. liche Bande der Gesellschaft bom tollen Leben" Der Kampf gegen die Schundliteratur wird oder wirtschaftlich irgendwie bedrückten. Die beliebteste Art der Kritik war im Mittelalter die Parodie. gefchloffen wurde. Wie der Name, so berriet auch das Banner den von einigen Schulverwaltungen großer Städte mit einigem Eifer Deshalb wählte man in vielen deutschen und schweizerischen Städten Ursprung des neuen Bundes. Die als Feldzeichen gewählte Fahne, geführt, indem Eltern und Kinder über den Charakter dieser während der Fastenzeit einen sogenannten Narrenrat. Seine das sogenannte Saupanner, zeigte denn auch eine Sau und einen Literatur aufgeklärt werden. Viel wirksamer wäre er freilich Funktionäre nahmen die von der herrschenden Ratsclique ein von einem Narren mit der Schellenkappe geschwungenen Kolben. noch zu führen, wenn der Vertrieb der Indianer- und Detektivgeschlagene Politit, etwaige Urteile, die dem Rechtsempfinden des Sau und Kolben als Sinnbild der unwiderstehlichen Ge- geschichten unterbunden würde. Die Münchener Ortsgruppe Bürgertums nicht entsprachen, vorhandene Mißstände usw. in walt des Bolles, wenn es sich erhebt, und der Narr zum des Verbandes deutscher Papier- und Schreibwarenhändler befatirischer Form, aber sonst recht ernsthaft und energisch unter die Lupe. zeichen des Narrenfestes, welches die Veranlassung zu diesem Zuge schloß auf die Anregung der obersten Schulbehörde bin. Schrund Wo diese Sitte eine dauernde wurde, zum Beispiel in mehreren gab. Ende Februar stand das tolle Leben mit 2000 Mann vor den literatur dieser Art nicht mehr zu führen. Die Kosten des Panamafanals. Aus Washington schweizerischen Städten, in denen sie bis zur großen französischen Toren Freiburgs, um mit dieser Stadt, die mit Bern im Bunde Mevolution bestehen blieb, wuchsen sich die Narrenräte schließlich zu offen französische Politik trieb, ein Hühnchen zu rupfen. Nun da wird berichtet: Roosevelts dem Kongreß übermittelte Botschaft über bürgerlichen gegerichten aus. Diese brachten während der das Volk ven Luzern Ernst machte, begannen die Dinge auf einmal den Panamakanal, die das Ergebnis der Taftschen Inspektionsreife Fastnachtszeit das innere Leben der Bürgerschaft, ihr gegenseitiges zu laufen. Augenblicklich zahlte Genf die ihm auferlegte Kontribu- nach Panama übersichtlich zusammenfaßt, enthält nähere Angaben Berhalten, ihre Streit und Selbstsucht, aber auch schwere Bergehen, tion und veranlaßte dadurch das tolle Leben zur Rückkehr und zur über die Koften des gewaltigen Werkes. Unzucht, eheliche Untreue, Habgier und Wucher vor ihr Forum und Auflösung. Schäßung der Ingenience nicht weniger als rund 1500 Millionen verhängte ziemlich empfindliche, rechtsgültige Strafen. Den Luzerner und Berner Ratsperrücken tvar ob bes tollen Mark betragen. Das find 105 Millionen Mark mehr als die Doch nicht immer blieb es bei der bloßen Fastnachtskritit. Das Lebens fein geringer Schreck in die Glieder gefahren. Sie traten Schägung, die im vergangenen Jahre vorgenommen wurde, ind mittelalterliche Bürgertum schritt gar leicht zur Selbsthilfe und zur zwar zusammen und schufen Ausnahmegesetze gegen den oppofitio- 945 Millionen Mart mehr, als man ursprünglich veranschlagte. Tat. So war im Jahre 1477 das Bürgertum von Luzern auf das nellen Uebermut der Bürger, die aber, so lange das Bürgertum Bis jetzt sind bereits 735 Millionen für die Arbeiten ausgegeben äußerste unzufrieden mit dem herrschenden Rate. Man beschuldigte selbst start und fräftig blieb, wie alle Ausnahmegeseke nur für die worden, außerdem 168 Millionen, mit denen seinerzeit die französischen den Rat der Bestechlichkeit, glaubte an verräterische Bettelungen, be- Staß waren. Rechte abgelöst wurden. Was Sie werden nach der Mg. Graf Spee(Z): ES handelt sich bei nieiner Kritik nicht nm die Weltanschauung des Herrn Plate, sondern darum, daß er seine Rede bei einer patriotischen Feier hielt, wo Angehörige aller Parteien anwesend waren. Das war eine Takt« bczw. Rücksichts- losigkcit. Er sagte g. 23.:..Wenn man für eine einheitliche Welt- anschauung— das ist der Monismus— eintritt, so wird man als Atheist verschrieen. So wenig theologisches Verständnis herrscht auf� der Redaktionsstube der„Kreugzeitmig"."— lieber das Zentrum' sagt er:„Niemand kann zwei Herren dienen. Solange Staat und Uirche nicht völlig getrennt sind, wird eS stets Staatsbürger geben, welche im Falle eines Konflittes zuerst der 5tirchc dienen."(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Für Sie(zu den Soz.) hat er auch etwas übrig.(Heiterkeit.) Er sagt:'„Ich würde mich nie genieren, in einem sozialdemokratischen Verein über Darwinismus gu reden. Das lväre die beste Gelegenheit, der verderblichen Irr- lehre entgegenzutreten, daß eine allgemeine Gleichheit der Men» schen auch nur annähernd erreicht werden kann."— Dem Zentrum wirst er noch vor, daß es die Interessen Rom» inuner höher ge- stellt habe als die Interessen des Vaterlandes. Ich würde mich freuen, wenn der Herr Minister sein Nichteinverstündnis mit diesem Vorgehen ausdrücken würde.(Bravo! im Zentrum.) Abg. Kreth(kons.): Entsprechend unserer allgemeinen Haltung können wir uns den Ausführungen des Vorredners nur a n- schließen. Prosessor Plate ist schon genug dadurch gestraft, daß er den Beifall des Herrn Borgmann gefunden hat.(Heiterkeit rechts.) Landwirtschastsminrster v. Arnim-Criewen erklärt, daß er das Auftreten de» Professor Plate bei der erwähnten Gelegenheit nicht billigen könne)(Bravo? rechts und im Zentrum.) Hierauf vertagt sich das Hau». Persönlich bemerkt Abg. Borgmann(Soz.): Herrn Kreth erwidere ich, daß Ver- nunft und Einsicht bei uns immer eine Stätte finden; Herr Kreth ivird natürlich niemals in diese Verlegenheit kommen.(Heiterkeit und sehr gut! bei den Sog.) Abg. Kreth(kons.): Auf die letzte Bemerkung kann ich nicht antworten, da ich ihren tiefen Sinn nicht verstanden habe.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) (Nächste Sitzung: Montag, 11 Uhr.(Fortsetzung der Beratung des Landwirtschaftsetats.) Schluß 4:)i Uhr._ paHamcntanrcbeö, AuS der Bubgetkommifsion des Reichstags. (21. Sitzung vom 20. Februar.) Der Umstand, daß die Mitglieder der Budgetkommission am Sonnabend noch tagen mußten, während die übrigen Abgeordneten längst der Heimat zugeeilt waren, hatte statt der gewohnten Kampfeslust eine fast elegische Stimmung etzeugt. Mehr aber noch als das Heimweh und die Ferienstimmung hat eine Unterredung, die Herr Erzberger und der Referent Semler mit dem Staatssekretär Dernburg am Abend vorher gehabt hatten, zu der schnellen Abwürgung de» Etats für die Schutzgebiete beigetragen. Die Herren hatten sich darüber geeinigt, wo Abstriche gemacht werden sollten, so daß der ganz« Etat im Galopp durch,, b e r a t e n" werden konnte. Vom Etat für Südwestafrika wurden dieser Ver- cinbarung zufolge die für außerordentliche Unterstützungen geforderten Summen, meist ohne Debatte, gestrichen. Auf diese Weise gelang es nicht nur, den Rest des Etats für Südwestafrika, sondern auch die Etats für Togo, Kamerun und den Kolonialetat ge- wissermaßcn im Handumdrehen zu„erledigen". Bezüglich der Erschließung des O v a m b o l a n d c S einigte man sich auf eine Resolution Semler. die besagt, daß zur Erkundung der Verhält- niffe in Ovamboland, namentlich der Arbeiterverhältnisse und der Bedingungen, unter denen eventuell eine Eisenbahn zu bauen ist, ein Zivilkommissar zu entsenden ist. Die Kosten sollen auf den Hauvtetat übernommen werden. Eine kurze Debatte entspann sich nur darüber, ob es zulässig ist, die Kosten für Straßenbautcn aus Anlehen zu übernehmen. Herr Erzberger, der diesem Zweifel Ausdruck gegeben hatte, wurde dahin belehrt, daß diese Schuldenwirtschaft auch in den deutsthen Bundesstaaten allgemein üblich sei.... Eine weitere Debatte entspann sich bei dem Titel„Militärverwaltung" über die Sicherheit der Kolonie. Von einer Seite wurde auf die Gefahr hingewiesen, die darin bestehe, daß die Schutztruppe aus der eingeborenen Bevölke- rung genommen und in den europäischen Waffen ausgebildet werde. Der Etat sieht 25 000 M. vor für Anwerbung von Schwarzen in Ostafrika, die in Kamerun Dienst tun sollen. Herr Erzberger verlangte die Streichung des Postens, weil die Anwerbungen unbe- denklich in Kamerun selber vorgenommen werden können. Der Posten wurde mit geringer Mehrheit genehmigt. Beim Reichskolonialamt ivird beim Titel„Militär- Verwaltung" von den fünf Stabsoffiziersposten auf Antrag des Be- richterstatterS ein Posten gestrichen. Erzberger tritt für Ab- schaffung der Burschen bei den Kommandos der Truppen ein, findet damit aber bei der Mehrheit der Kommission keine Gegenliebe. Beim Posten„andere persönliche Ausgaben" werden von den ge- forderten 42SCK) M. 7000 M. gestrichen. Desgleichen wird die Mehrforderung für gemeinsame Fonds von 37 200 M. abgesetzt. gas entoebe» und die Verantwortlichkeit der Regierung. Rom, den 17. Februar 1909.(Eig. Set.) In der italienischen Presse dauert die Diskussion über die Ver- anivortlichkeit der Regierung bei der letzten Erdbebenkatastrophe fort. Die meisten Blätter erkennen jetzt an, in der ersten Zeit viel übertrieben und manche Anschuldigung gegen die Regierung er» hoben zu haben, die nur in der lebhaften Phantasie der Korre- spondenten ihre Begründung hatte. Von der schweren Schuld, alle Mittel zur Verhütung des Unglücks unbeachtet gelassen zu Haben, kann aber niemand die Regierung freisprechen. ES wird jetzt bekannt, daß eine fast geheimgehaltene Rcgierungsenquetc über das Erdbeben vom Jahre 1890 schon auf die hohe Gefährlichkeit vieler öffentlichen Bauten in Messina und namentlich in Reggio hingewiesen hatte!— Die Regierung hat nicht nur ruhig mit- angesehen, daß alle Bauverordnungen im süditalienischen Erb- bebengebiet vernachlässigt wurden, wie man sie in Jschia und in Lignrien vernachlässigt hat. sie hat sogar die im Besitze und in der Verwaltung des Staates stehenden Gebände weiter benutzen lassen, nachdem sie die Enquetekommissio» als Hochgefährtich bezeichnet hatte! Unter diesen Gebäuden befand sich auf die Caserma Mezzacapo in Reggio, die am 28. Dezember SOO Soldaten unter ihren Trümmern begrub. Wenn auch mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß ein Etb- beben, wie das vom 23. Dezember, in jeder europäischen Stadt un- «rmeßlichc Verwüstungen angerichtet hätte, so muß es doch geradezu frevelhaft erscheinen, daß eine Regierung Kommissionen ernennt, um erdbebensichere Bauarten zu studieren und dann ruhig die Barl- lichkeiten weiter benutzt, die die Kommission als hoch gefährlich gekennzeichnet hat. Schon die Bourbonen hatten den Typus des erdbebensicheren Hauses festgestellt, in einer Weife, die nur in den technischen Einzelheiten der Ausführung überholt worden ist: Einstöckige Häuser mit festgefügten Mauern, deren Dächer nicht durch diese, sondern durch besondere Pfeiler getragen werden. Das Abgehen von diesem Typus, dem man freilich auch nicht zur Zeit der Bourbonen treu geblieben war, trug Schuld an dem Unheil. Was man sonst über die Bauart der verwüsteten Städte sagt, von der Schlechtigkeit des Materials, von der Unzulänglichkeit bell Unierhaues und der Mnue der Mquern, da» hat jwch iinscrcrn Ermessen nur eine nebensächliche Bedeutung. Jedes mehrstöckige Haus wäre trotz bester Fundamente, trefflichsten Materials und stärkster Mauern der Gewalt de» Erdstoßes erlegen, wie ihr der Dom von Messina erlegen ist, der seit dem Jahre 1125 den Jahr- Hunderten und ihren Unbilden standgehalten hat. Wir wollen da- mit nicht die schlechte Bauart entschuldigen, zu der die Profitgier der Häuserspekulanten von Messina getrieben hat, wollen aber vor der schon austauchenden Illusion warnen, als genüge der mit vollendeter Technik ausgeführte Bau, auch Ivenn er mehrere Stock- werke hoch sei, um Katastrophen wie die vom 23. Dezember zu be- schwören. Wenn wirklich das Ungeheure geschehen sollte, daß die Regierung noch einmal den Bau mehrstöckiger Häuser in der Erd- bebenzone zuläßt, so müßte man wirklich sagen, daß der italienische Staat sich bemüht, die Zwecklosigkeit, Ohnmacht und Blindheit seiner Zentralgewalt handgreiflich zu beweisen. Was die Kritiken der Hilfsaktion betrifft, so haben wie gesagt— auch die Blätter, von denen die heftigsten Angriffe aus- gegangen waren, unter dem Einfluß der an Ort und Stelle weilenden Korrespondenten ihre Anklagen wesentlich modifiziert. So hat Genosse M o r g a r i im„Avanti" den Belagerungszustand in Schutz genommen und den Mut, die Opferwilligkeit und Milde des Heeres gepriesen. Auch General Mazza hat Verteidiger seines Werkes gefunden, in den Blättern, die ihn am schärfsten ange- griffen hatten: im„Giornale d'Jtalia" und im„Corriere della Sera". In dem Matze, wie man eine annähernde Vorstellung von der Gewalt der Zerstörung bekommt, schrumpft auch in der öffent- lichen Meinung die Verantwortung der Behörden zusammen. „Wenn das gesamte italienische Heer durch ein Wunder am 23. De- zember morgens in Bkessina gewesen wäre, so hätten seine Kräfte nicht ausgereicht, um alle lebend Begrabenen zu retten," schreibt Barzini im„Corriere della Sera".— Man hat eö dem General Mazza zum Vorwurf gemacht, daß er am siebenten Tage nach dem Unglück die Ausgrabungen einstellen ließ. Das ist tatsächlich ge» schehen, aber nur, um an Stelle der Ausgrabungen ein systema- tisches Absuchen und Abhorchen der Trümmer treten zu lassen. Die Ausgrabungen waren ja fast ausschließlich vom Zufall be- gleitet. So haben fünf Tage lang die Feuerwehrleute von Jmola keinen Lebenden geborgen und in den darauf folgenden zwei Tagen vier gerettet. Auch mußte man, um bei einem Hause zu graben, den Schutt auf die Trümmer eines anderen Hauses werfen, und man grub so vielleicht Leichen aus. während man Lebendige be. grub.... ES ist gewiß entsetzlich zu denken, daß man nach 39 Tagen noch unberweste Körper gefunden hat, aber die furchtbare Todesqual, von der diese Funde erzählen, mutz der Uebcrmacht des elementaren Ereignisses, nicht der Untüchtigkcit der Menschen zur Last gelegt werden. Die Räumung der Trümmer von Messina wird Jahre erfordern; wie hätte man dies in der Spanne Zeit vollbringen können, da ein Leben unter den Trümmern möglich war?— Die alle anderen Rücksichten beiseite setzende Sorge um Hab und Gut, die wir als Sozialisten beklagen müssen, ist den Behörden durch die Ueberlebenden, durch die öffentliche Meinung, durch die abstoßende Habgier der Plünderer selbst aufgezwungen worden. Messina war eine wirtschaftlich rückständige Stadt, in der man Gold und Schmuck und Banknoten im Hause bewahrte, während zum Beispiel in San Francisco der Schutz der bewaffneten Macht sich fast ausschließlich auf die Banken beschränken konnte. Fast ohne Nachgrabungen hat man zwischen den Trümmern für 20 Millionen Wersachen, Schmuck und Gold aufgelesen; dabei be- findet sich auch ein Tafelservice in massivem Gold für 30 Per- sonen, das noch nicht einmal reklamiert worden ist. Ist es zu ver- wundern, daß solche Schätze die Habgier erweckten, ist es zu ver- wundern, daß die Militärbehörden den Schutz des Eigentums für eine wichtige Ausgabe hielten, wenn er allen Ueberlebenden so am Hexzen lag, daß sie jetzt schon anfangen, nach Wiederherstellung des Belagerungszustandes zu jammern?— Sicher ist wohl, daß die Lokalbehärden der verwüsteten Ortschaften, bestehend aus den Baronen und Feudalherren, die eine Geißel der arbeitenden Klasse sind, weder die Rechtschasfenhcit noch die Tüchtigkeit der Militärbehörden gezeigt haben würden, wenn ihnen das Ober- kommando zugefallen wäre. Kopflosigkeiten sind freilich von der Regierung genug begangen worden, entschuldbare und unentschuldbare. Entschuldbar ist eS wohl, daß man die ersten dreitausend Soldaten ohne Proviantnach Messina sandte, denn e» mochte wohi jedem unfaßlich erscheinen, daß eine Stadt von 106 000 Ein- wohnern nicht einmal Nahrung hätte für zwei Regimenter. Aber unentschuldbar ist es, daß man noch zehn Tage nach dem Unglück Schiffe schickte, mit dem Befehl, die Bote zum Ausschiffen an Ort und Stelle zu requirieren, während doch alle Bote der betroffenen Küste vom Meerbeben zerstört worden waren. Die verspätete Wiederherstellung der Beleuchtung der Stadt haben wir schon zu beklagen Gelegenheit gehabt. In das Schuldbuch der Regierung muß man auch die Vernachlässigung der kleinen Orte der kalabre- fischen Küste schreiben. Durch rechtzeitige Mobilmachung von Fvci» willigenkorps und durch Requisition von Automobilen hätte man hier zweiffelloS hunderte von Leben retten können. ES ist jetzt auch durch Veröffentlichung der offiziellen„Nowoje Wremja" außer Zweifel gestellt worden, daß die russischen Kriegsschiffe auf Wunsch der italienischen Be- Hörden ihre Rettungsarbeiten schon am 2. Ja» nuar eingestellt habenl An Stelle der Internationale des Erbarmens, der die Russen in Messina ein leuchtendes und un- vergängliches Denkmal gesetzt haben, hat man die Kleinlichkeit und Engherzigkeit nationaler Politik treten lassen und die Abreise der russischen Flotte veranlaßt aus hohem Nationalstolz oder dummer lleberschätzung der eignen Kraft. Man hat den Russen dankend be- deutet, jetzt selbst allen Anforderungen gewachsen zu sein, so daß die Matrosen die schon begonnenen Ausgrabungen aufgaben, nach- dem sie den italienischen Soldaten gezeigt hatten, wo die Opfer zu suchen seien. Diese durch ein offizielles Communique des russischen Admirals festgestellte Tatsache ist die schwerste Anklage gegen die italienische Negierung. Hier hat sie sich so klein und engherzig gezeigt, wie die russischen Mannschaften groß und tapfer und tüchtig. Durch eine eigene Ironie hat das furchtbare Naturereignis. das so viel Großes im Menschen weckte, gerade die Ideale unserer Bourgeoisie als Menschenopfer heischende Götzen gezeigt: das heilige Eigentum und den nationalen Stolz. Beide haben im Bunde mit der Zerstörung gearbeitet, und viel guter Wille und aufopfernde Tüchtigkeit sind an ihnen zunichte geworden. Soziales* Biickcreiverordmmg. Für den Landespolizeibezirk Berlin ist folgende Bäckerei- Verordnung über die Arbeit an Sonn- und Festtagen seitens des Polizeipräsidenten unter dem 13. d. MtS. erlassen: §1. In Bäckereien dürfen Arbeiter an den Sonn- und Festtagen nur nach Maßgabe nachstehender Vorschriften beschäftigt werden: 1. Die Arbeit darf einschließlich etwaiger Pausen nicht länger als zehn Stunden dauern. 2. Jedem Arbeiter ist an jedem Sonn- und Festtage eine un- unterbrochene Ruhe von 1t Stunden zu gewähren. Diese Ruhezeit muß ftühestenZ um 12 Uhr nachts, spätestens um O'/a Uhr morgens beginnen. Am Weihnachis-, Oster- und Pfingstfeste ist abweichend von den vorstehenden Bestimmungen jedem Arbeiter in der Zeit von gl/.z Uhr vormittags des ersten Feiertages bis O'/s Uhr abends de» zweiien Feiertages ununterbrochene Ruhe zu gewähren. 3. Jedem Arbeiter muß mindestens an jedem dritten Sonn- tage die zum Besuche des GolteSdieusteS erforderliche Zeit freigegeben werden. 4. Diejenigen Arbeiter, denen nach Vorstehendem eine Ruhezeit von 14 Stunden zusteht, dürfen während dieser Ruhezeit mit Arbeiten beschäftigt werden, die zur Vorbereitung der Wieder- aufnahm? der regelmäßigen Arbeit am nächsten Tage notwendig sind, sofern diese Arbeiten nach 6 Uhr abends stattfinden und nicht länger als 1 Stunde dauern. §2. In Konditoreien dürfen Arbeiter an den Sonn- und Festtagen nur nach Maßgabe nachstehender Vorschrifteu beschäftigt werden: � 1. Die Arbeit darf nicht vor 2 Uhr nachts beginnen, nur während eines Zeilraums von acht Stunden stattfinden und muß spätesten» um 12 Uhr mittags endigen. 2. Am Karfreitage, am Sonnrage vor Weihnachten und am Sil- vester, sofern dieser aus einen Sonmag fällt, darf die frühestens um 2 Uhr nachts beginnende Arbeitszeit(Ziffer 1) bis zu 16 Stunden, an acht weiteren von dem Arbeitgeber nach freier Wahl zu bestimmenden Sonn- oder Festtagen des Kalenderjahres bis zu 12 Stunden ausgedehnt werden. 3. Abgesehen von den Fällen unter Ziffer 2 dürfen Arbeiter über 12 Uhr mittags hinaus, aber nicht länger als bis 7 Uhr abends, mit folgenden Arbeiten befchäsiigt werden: Bereitung und Austragen leicht verderblicher Waren, die unmittelbar vor dem Genüsse her- gestellt werden müssen(Eis, CrSmcS und dergl.). Alsdann sind diese Arbeiter an einem Werktage der darauf folgenden Woche, mit Ausnahme der beiden letzten Wochen vor Weihnachten, von 12 Uhr mittags an von jeder Arbeit frei zu lassen. 4. Jedem Arbeiter ist zwischen der Beendigung der dem Sonnoder Festtag vorangehenden Arbeitsichicht und dem Beginne der Sonn- oder FcsttngSschicht eine ununterbrochene Ruhe von mindesten» sechs Stunden und an den Sonn- und Festtagen, an denen seine Arbeitöschicht acht Stunden oder weniger beträgt, eine ununter- brochene Ruhezeit von wenigstens vierzehn Stunden zu gewähren, Diese vierzehnstündige Ruhe muß spätetenS um 12 Uhr mittags be- ginnen»nd mindestens bis Mitternacht dauern. 5. Jedem Arbeiter ist wenigstens an jedem dritten Sonntage die zum Besuche des Gottesdienstes erforderliche Zeit freizugeben. 6. Arbeitgeber, die von der in Ziffer 2 erteilten Erlaubnis, an acht Sonn« oder Festtagen im Kalenderjahre bis zu zwölf Stunden arbeiten zu lassen, auch nur an einem dieser Tag» Gebrauch machen, sind verpflichlet. in dem Arbeitsraume eine mit der Jahreszahl ver- sehene und polizeilich abgestempelte Tafel auszuhängen und auf dieser die betreffenden Tage unter Angabe des Beginns und der Beendigung der Arbeit mit Tinte einzutragen. Die Eintragungen müssen vor Beginn der Ueberarbeit erfolgen, andernfalls ist diese nicht erlaubt. 8 3.„In Betrieben, in denen sowohl Bäckerwaren als auch Konditorwaren hergestellt werden, ist die Beschäftigung solcher Arbeiter, die an de» Sonn- und Festtagen aus- schließlich Konditorwaren herstellen, nach den in§ 2 dieser Ver- ordnung gegebenen Bestimmungen zu regeln. Die Beschäftigung aller übrigen Arbeiter solcher Betriebe unterliegt den in§ 1 der Verordnung erlasienen Vorschriften. Bäckerware im Sinne dieser Verordnung ist dasjenige Backwerk, das herkömmlich unter Verwendung von Hefe oder Sauerteig ohne Beimischung von Zucker zum Teig hergestellt wird. Z 4. Vorstehende Verordnung tritt am 1. März 1909 in Kraft. Mit diesem Tage werden hiermit alle den gleichen Gegenstand betreffenden früheren Bestimmungen aufgehoben. AuS der AuSschußsiyung des Berliner KaufmannSgerichtS. Die letzte AuLschußsitzung des Berliner KaufmannSgerichtS lbc- schäftigte sich mit Anträgen, die auf Einschränkung des Verbots einer Aufrechnung gegen den Lohn, auf Errichtung eineS paritä- tischen städtischen Arbritsnachweises und aus Durchführung des Achtuhr-Ladcuschlusses abzielten. 8 694 des Bürgerlicl)en Gesetzbuches verbietet in Konsequenz deS Grundgedankens des Lohribeichlagnahmegesetzes die- Äufrech- nung gegen den Lohn, soweit dieser den Jahreöbetrag von IvOO M. nicht übersteigt. Ein Antrag der Beisitzer der Kauflcute verlangte eine Verschlechterung dieses Verbots durch folgenden Zusatz zum 8 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Eine Ausrechnung gegen Lohn oder Gehalt ist auch für die Beträge, um die ein Angestellter seinen Dienstherrn grob fahr- lässig oder absichtlich geschädigt hat. zulässig." Zur Begründung diese» antisozialen Antrages wurde an- geführt: Es widerspreche dem allgemeinen Gerechtigkeitsgefühl, daß einem Angestellten, der nur ein Gehalt bis zu 1S00 M. bezieht, kein Gehaltsabzug gemacht werden darf, auch wenn er durch grob- fahrlässige Handlung oder absichtlich(Diebstahl, Betrug, Unier- schlagung) seinen Dienstherrn geschädigt hat. In der Diskussion wurde der Antrag von den Gehilfenbeisitzerr! mit einer Ausnabmc, sowie von einem Beisitzer der Kaufleute energisch bekämpft. Letz- terer hob unter anderem hervor, daß der Antrag ohne genügendes Material eingebracht sei, man solle sich doch die Abänderung von Gesetzen nicht gar so leicht machen. Redner beantragte, den An- krag einer paritätischen Kommission von 6 Beisitzern zu überweisen, der dos Moierial für denselben unterbreitet werden soll. Der AuS- schuf« stimmte dem zu.! Die Beisitzer des ZerrtrolverbandeS der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands hatten folgenden auf den Arbeits- nachweiS bezüglichen Antrag eingebracht:„Das Kaufmannögericht Berlin ersucht die Gemeinoebchörden von Berlin, für die kaufmännischen Angestellten einen städtisch-paritStischen Arbeitsnachweis zu errichten. Da die Zentralisierung des ArveitSnachweises für Berlin mit den Nochbargemeinden notwendig ist, ersucht das KaufmannSgericht ferner oie Gemeindebehörden von Berlin, sich zu diesem Zweck mit den Nachbargemriuden in Verbindung zu setzen. Tie Kosten deS Arbeitsnachweises sollen die daran be- teiligten Gemeinden tragen." Zur Begründung brachte der Ver- treter deS Zentralverbandes reichliches stmistischeS Material dafür bei, daß die Stellenvermittelung, wie sie heute besteht,«in Krebs- schaden für die Berufsgenossen ist.— Für den Antrag erklärten sich die Gehilfenbeisitzer deS deutsch-nationalen Verbandes, sowie ein Beisitzer der Kausleute. Bei der Abstimmung stimmten sechs Gehilfenbeisitzer und ein Beisitzer der Kaufleute für denselben, vier Gebilfcnbeisitzer und neun Beisitzer der Kausleute dagegen. Ein weiterer Antrag de« Zentralverbandes bezog sich aus den Achtulir-Ladeuichluh. Er ging dahin:„Ten Rchtubr-Ladenschlus« reichsqeietzlich für alle offenen Verkaufsstellen an allen Werktagen einzuführen und die Arbeit»ach dem Ladenschluß— mit Ausnahme des Zuendebedienens der Kundschaft— zu verbieten." Die Beisitzer der Kaufleuke erklärten sich in der Diskussion mit Aus- nahine eines Beisitzers gegen den Antrag. Letzterer erklärte sich für den Antrag, tveil er für ihn eine Etappe zum achtstündigen Arbeitstag bedeute, der fem Ziel sei. Während der Diskussion ging von den Beisitzern des Deutsch- nationalen HandlungsgehilfenverbandeS ein Antrag ein, als Schliißpassus dem Antrage«mzufügeu� daß Absatz 1 und 2 deS § 130c der Gewerbeordnung so abgeändert werden sollen, daß nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit(statt wie jetzt 10 bis 11 Stunden) nunmehr' eino«»unterbrochene Ruhezeit von 12 Giunden gewährt werden muß. In der Diskussion wurde von feiten der Kaufleutebcisitzer' hervorgehoben, daß diese Anträge nur eingebracht würden, um agitatorisch zu wirken. Wenn derartige Anträge Gesetz würden, gehe der Kaufmannsstand zugrunde und die Gehilfen würden sich am meisten damit schadcnl Man solle durch solche Gesetze nicht noch mehr unglückliche Leute schaffen, als heute schon sind, und solle es der freien Vereinbarung überlassen. Die Prinzipale würden schon von selbst Verbcsserungen einführen, nur solle man sich hüten, diese durch gesetzlichen Zwang zu er- reichen. Diese Ausführungen wurden von einem Beisitzer der Kaufleute und den Gehilfenbeisitzern gründlich widerlegt und dar- gelegt, daß die Handlungsgehilfen keine platonische Liebe seitens der Chefs zu den, Sozialgesetzen, sondern gesetzliche Maßregeln zum Schutze ihrer Gesundheit wünschen. Der Antrag gelangte gegen ü Stimmen der Kaufleute durch die Stimme eines Chefs und der Gehilfen zur Annahme. Der Passus, der sich auf das Verbot der Arbeit nach dem Ladenschluß bezieht, wurde bor der Abstiminung zurückgezogen. Bohkettplakate. Zur Zeit des Bäckerausstands und-Boykotts in Berlin hatten eine Anzahl Bäckermeister die bekannten Plakat« öffentlich sichtbar ausgehängt, welche ankündigten, daß hier boykottfreie Backwars zu haben fei, und auf denen unten der Bäckerverband die Angabe als zutreffend bestätigte. Es ergingen mehrfach polizeiliche Anweisungen auf Entfernung der Plakate. Bäckermeister Obcrreicher und Genossen klagten nach vergeblicher Beschwerde im Verwal- tungsstreit. Das ObervcrwaltungSgericht wies ain DienStag ihre Klage mit folgender Begründung ab: In der Bezugnahme der Plakate auf den damaligen Lohnkampf im Bäckcrgewerbe finde das Gericht, gleich dem Kammergericht, eine Ueberschreitung derjenigen Bestimmungen, welche im preußischen Pretzgesetz von 1851 in bezug auf Plakate gegeben seien und noch zu Recht beständen. An- geschlagen, angeheftet oder in sonstiger Weise öffentlich ausgestellt werden dürften danach sß 9) keine Plakate, welche einen anderen Inhalt hätten als Ankündigungen über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, über öffentliche Vergnügungen, über gestohlene, verlorene oder gefundene Sachen, über Verkäufe oder andere Nach- richten für den geinerblichen Verkehr. Es gehe nun über den Bc- griff«Nachrichten für den gewerblichen Verkehr" hinaus, wenn es in den Plakaten heiße, daß die fragliche Bäckerei vom Gesellen- verband freigegeben sei und dort boukottfreies Backwerk zu haben wäre. Denn das bedeute eine Stellungnahme im Lohnkampf. So- nrit handele es sich um unzulässige Plakate und die Klage wäre abzuweisen. Die Entscheidung ist irrig. Denn gerade für die Kreise, die boykottfreie Bäckerwaren haben wollen, teilt das Plakat in der denkbar kürzesten Weife mit, daß Ware der gesuchten Art vorliegt. Die Auslegung des Kammergcrichts und Obervcrwaltungsgerichts enthält die durch das Gesetz nicht gerechtfertigte Behauptung, dem Käufer dürfe nicht daran liegen, zu wissen, unter welchen Arbeits- bcdingungen die Waren hergestellt sind. Wäre statt des Zusatzes «boykottfrei" eine Schutzmarke..gesund" gewählt, so ergibt sich das Unzutreffende der höchftrichterlichen Entscheidung noch klarer. Für die„Leute" gut genug. Vom Landgericht Gera(R.) ist am 12. November v. I. der Mühlen besitzet Bernhard Wolfram wegen Vergehens gegen das Nahrungsmitielgesetz verurteilt worden. Er beschäftigt in der Burkhardtsmühle bei S ch l e i z mehrere Personen als Gesinde, die von ihm Wohnung und Beköstigung erhielten. Eine neue Wirt fchafterin fand große Unfauberkeit vor. Das Pökelfleisch hatte einen üblen Geruch und war fingerdick mit Maden belegt, auch innen init Maden durchsetzt. Der neuen Wirtschafterin erklärte der Mühlen besitzer auf den Hinweis des ekelerregenden Zustandes des Fleisches: «Ach, das ist für die Leute gut genug, was ich esse, können die Leute essen. Putz' die Maden ein bißchen weg." Derartiges Fleisch ließ der Angeklagte längere Zeit den Leuten vorsetzen. Di- Leute ekelten sich aber in manchen Fällen und warfen daS Fleisch zwn Fenster hinaus. Das Fleisch war verdorben und enthielt schwere Fleischgifts, die wahrscheinlich die Ursache der Magen- erkrankungen mehrerer Arbeiter waren.— Die Revision des An- geklagten wurde am Freitag vom Reichsgericht verworfen. Der Mann sollte zum Ehrenmitglied der konservativen Partei ernannt werden. Hus Induftm und Ftandel. Bon der Krise. Wenn die öftere Wiederholung eine behauptete Tatsache wahr machen könnte, müßte die Krise überwunden sein. Leider ist sie es nicht, trotz der vielen Ankündigungen: Nun Ivird's besser I Die Summe der ungünstigen Verhältnisse überwiegt bei weitem die meist nur konstruierten Momente, die eine Belebung am Wirtschafts» markt darstellen sollen. In den letzten Tagen blieb die Lage an den Montanmärkten unverändert ungünstig, von Kauflust war nichts zu spüren. Der Stahlformgußverband, der bereits im November vorigen Jahres wegen Preisunterbietung der außenstehenden Werke eine zehuprozentige Preisermäßigung vornahm, hat die Berkaufspreise ckbermals um 5 bis 10 Prozent herabsetzen müssen. Die ProduktionS- emschränkungen haben die Ansprüche an den Eisenbahnwageiipark erbeblich einschränkt. So sind z. B. im Bereich des preußischen EisenbahnwagenverbandeS im Januar d. I. gegenüber dem Parallelmonat deS Vorjahres 84 Still oder pro Arbeitstag 716 offene Wagen weniger gestellt. Für gedeckte Wagen ergibt sich eine Zu- nähme von 17 230 Wagen. Natürlich sind auch die Einnahmen zurückgegangen und zwar im Güterverkehr um 5 834 453 M. bei allen deutscben Eisenbahnen zusammen. Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahre April— März stellen sich nunmehr die Einnahmen für die Zeit vom 1. April 1903 biö Ende Januar 1909 aus dem Güterverkehr auf 1 150 052 257 M.(- 51 439 289 M.). DaS ist ein ganz erheblicher Ausfall. Auf den amerikanischen Eisen- und Stahl- markten ist wieder ein Rückschlag eingetreten. So wird auS Pittsburg gemeldet: Die Stahlmärkte sind demoralisiert durch die Preis- rückgänge in Stahlrohren, die um 10 bis 12 Dollar niedriger notierten als gestern abend. Stahlstangen lagen um 4 Dollar niedriger. Und eine Meldung aus New Jork besagt: Die Carnegie Steel Company reduzierte den TrnmenprciS für Stahlbarren um i Dollar. Die Börse war daraufhin sehr gedrückt. Allzu scharf macht schartig. Dem Rheinisch-Westsälischen Kohlensyndikat muß eS allmählich oämmern, daß es mit seiner Preispolitik den Bogen überspannt hat. Die Zahl der abspringenden Konsumenten mehrt sich. Die«Rh.- Wests. Ztg." schreibt in der Angelegenheit: In der letzten Zeit mehre» sicki die Mitteilungen über außersyudikatliche Kohlen- und Kolsabschlüjse von industriellen Werken und Verbänden. Ww erinner» nur au das Vorgehen der süddeutschen Industriellen, der Bielefelder Handelskammer sowie verschiedener einzelner Gesellschaften, unter denen sich auch große südwestdeutsche Werke befinden. U. a. haben verschiedene größere lrnhr.» luxenib. Werke, wie die Firma Gebr. Röchling, bei der VereinignngSgesellschaft im Wnrmrevier und beim Eschweiler Bergwerksverein langjährige Verträge auf Kohlen bezw. Koks ab- geswlosien. Auch im Sicgerlonde sind, wie wir hören, neuerdings von zwei Werken, Eharlottenhütte und Rolandshütte, langjährige Verträge auf Kokslieferungen mir dem Fiskus gemacht worden. Der Vertrag der crsteren mit den, FiSkuS läuft aus die Dauer des SyndikatövertrageS, und die vereinbarten Preise sollen sich unter den Syndikat?» preisen bewegen. Es wird uns verwaltungsseitig versichert, daß dem Werke aus diesem Vertrage außerordentliche Vorteile erwachsen würden. Auch die Lkonlordiahlitte in Bendorf hat ihren Koksbedarf beim Fiskus eingedeckt. Wir wollen nicht weiter untersuchen, inwie« weit der Fiskus nun auch in der Lage ist, die zahlreich eingegangenen Verpflichtungen auch wirklich zu erfüllen. Dieselben scheinen doch recht groß zu sein und etwas über seine heutige Herstellung an Koks und Kokskohlen hiuculsziigehni Ob die Werke Garantien für die pünktliche Lieferung der abgeichloffenen Mengen erhalten haben, ist uns nicht bekannt. Für die Güte deS Koks soll der Fiskus die weitestgehenden Verpflichtungen übernommen haben, wie sie das Kokssyndilat nicht eingeräumt hat. Von den Werken wird auch versichert, daß der Kots besser sei, als der vom Syndikat gelieferte.— Für das Syndikat sollten diese abspringenden Verbraucher und die immer mehr um sich greifende Unzufriedenheit doch eine Mahnung sein, in seiner Preispolitik sich in Zukunft nicht allzusehr von theoletischeu Grund- sätzen leiten zu lassen, sondern niebr den tatsächlichen Konjunktur- Verhältnissen und den Wünschen seiner Abnehmer Rechnung zu tragen. Nicht zuletzt wird neuerdings auch über die Uutersytldlkate, die sogenannten Kohlenhai, delsgcsellschaften in dieser Beziehung gellagt. Kohleudividenden. Den Aktionären des Kölner Bergiocrksverem soll eine Krisen- dividende von nur 30 Prozent in Vorschlag gebracht werden.— Die Papierinhaber der„Eintracht", Braunkohlenwerke, die für das vor- letzte Jahr mit„24 Proz. sich begnügen mußten, sollen diesmal ivenigsienS 27 Proz. erhalten. 217 Proz. Dividende können die Aktionäre des Zwickauer Steiiikohlenbergbauvereins einstreichen. Auf jede Aktie im Nennwert von 138 M., die au der Börse mit über 2900 M. gehandelt werden, kommen 300 M. Dividende zur Ver- teilung. für das vorausgegangene Jahr bloß 270 M.— Die Kohlen- burone Habens doch schwer._ Schüruiig der Nnzufriedenheit. Wie die„Köln. Volksztg." glaubt feststellen zu können, sind bei den am 15. Februar auf einer Reihe Gruben iin Ruhrrevier borge- nommenen Kündigungen nur organisierte Arbeiter von der Maßregel betroffen worden. Das könnte kein Zufall sein. Und der Zweck der Ucbung kann auch kaum verkannt werden. Man will„säubern" und eventuell die Empörung ausstacheln. Die Kohlenbarone könnten einen AliSstaiid gut gebrauche», das wäre das beste Mittel zur Durchsetzuiig der nun von vielen Seiten angegriffenen Syndikatspreispolitik. Herr Langhammer auf KriegSpfaden. Unsere Notiz über den„Tiog" hat Herrn Tapetenfabrikant Max Langhammer aus den Plan gerufen. Aber er weiß nichts Besseres zu tun, als den Sozialistentöler herauszukehren. Das soll der Ersatz lein für die Unmöglichkeit, sachlich etwas zu sagen. Er hat ein Rundschreiben an Tapeteuhändler losgelassen, in dem er'also orakelt: „Mit welchen Mitteln diese Agitation betrieben wird, beweist die Tatsache, daß sämtliche sozialdemokratische Zeitungen daS Material für die Angriffe erhallen haben. Diese Panelzeiluiigen benutzen das mit um so größerem Behagen, weil ich mich seit Jahrzehnten an dem Kampf gegen diese Partei beteiligt habe und deshalb bin ich bei der Sozialdemokratie eine unbeliebte Persönlichkeit." Was Herr Laughammer behauptet, ist— nicht wahr. Eine Un- Wahrheit ist alles was er zur Verteidigung deS vom„Tiag" ausgeübten Terrorisnius aufbieten kanir. Hm der frauenbcwec|unc(. Rückstündigkeit gegenüber der Lehrerin. Der brandenburgische Städtetag erklärte am 13. d. M. in außerordentlicher Tagung den Gesetzentwurf betreffend die B.esol- dungsfrage der VolkSschullehrer und-Lehrerinnen für unan- nehmbar. Den Gipfelpunkt der Verständnislosigkeit bezeugen die Herren Beschluhverfasser in der Auffassung des Berufes der Lehrerinnen. Nicht allein, daß sie von einer augenfälligen Bevorzugung der Lehrerinnen vor den Lehrern sprechen, dadurch, daß die Erreichung des Höchsteinkommens nur um 900 M. dem Höchsteinkommen der Lehrer nachsteht, sie orakeln auch, daß durch angemessene Entlohnung die„Neigung zur Ehelosigkeit" gefördert und somit ernster sozialer Schaden gestiftet werde. Es würde dieses Einkommen der Iben. tität als„Unterhaltungsrente" nicht mehr entsprechen, befürchten die Stadthäupter und fanden verständnisinnige Zustimmung bei den— Lehrern. Wörtlich sagt ein vorgelegter Beschluß: „Will der Staat den gefährlichen Versuch machen, die Besol. dung hinfort als volle Entlohnung für geleistete Dienste zu bc- handeln" usw. Das ist zwar nicht schön gesagt, aber dafür ist das Motiv recht häßlich. Man führt an, daß die Lehrerin eine geringere Vorbildung besitze, weniger Stunden erteile, und den Lehrer erfahrungsmäßig in der Regel weder in den Gipfelleistungen erreiche, noch in stark gefüllten Klassen und in den ihrer Begabung ferner liegenden Lehr gegenständen des Realgebietes ersetze. Einerseits ist ja dement sprechend schon ein um 900 M. geringeres Höchsteinkommen voraus gesehen, andererseits werden durch bessere Entlohnung Kräfte mit besserer Vorbildung in den Lehrerinnenberuf hereinbezogen werden und zugleich höhere Leistungen garantiert. Wie kann man jedoch von„antisozialer und ungerechter Be günstigung" der Lehrerinnen sprechen, wenn kurz vorher„die Be- soldung als volle Entlohnung für geleistete Dienste" als„Unrecht' proklamiert wird! Und angesichts solcher vom Staate gefor derten ungerechten Handlungsweise von„Ver schwendung öffentlicher Mittel" zu reden noch den Mut haben? Das sagt man, obwohl nicht unbekannt ist, daß die Höchstgehälter von den Lehrerinnen nur sehr selten erreicht werden, weil viele von ihnen vorher durch Heirat abgehen. Und mit den AnsangSgchältern — nicht mal 1100 M.— sind die Lehrerinnen ganz bedeutend schlechter gestellt als die Lehrer. Allerdings, man befürchtet, daß wenn die Höchstgehälter höher normiert werden, dann der Abgang durch Heirat sich vermindere. Deshalb sollte man aber nicht mit ungleichem Maß messen, sondern vielmehr das Eheverbot der Lehrerinnen aufheben. Der Beruf der Volksschullehrcnden, männlichen und weiblichen Geschlechts, fordert Einsetzen der ganzen Kraft und der ganzen Persönlichkeit! Daß die Lehrer seit einem Jahrzehnt eine umfangreiche Agi- tation zur Erreichung besserer Besoldung betrieben haben, ist ihr gutes Recht, und auch, daß sie weiterhin an ihrer und der Volks- schule Besserstellung arbeiten. Aber— einen Vorwurf den Lehrern nicht getrennt, sondern vereint mit den weiblichen Kolleginnen sollten sie arbeiten. Infolge einer Besserstellung der Lehrerinnen werden sich der Volksschule immer mehr bessere und gut vorgebildete Kräfte zur Verfügung stellen. Das kann dem Wesen der Volksschule entschieden nur förderlich sein. Wenn Herr Oberbürgermeister Werner durch die Erhöhung der Lchrerinnengehälter die Neigung zur Ehelosig- keit befürchtet, so wäre, wie bemerkt, die einfachste Lösung: die Fortsetzung des Berufs auch in der Ehe. Gerade für die Volksschule können weibliche Kräfte in sorgen- freier Existenz viel Gutes leisten! Und eine Lehrende, die selbst Mutter ist, wird der Pädagogik Gemütvolles und Wertvolles hinzu- zusetzen haben. Eingedenk des Wortes im vielerwähnten Sinn, daß der beste Vater dem Kinde nicht die Mutter ersetzen kann", werden gemeinschaftlich männliche und weibliche Kräfte harmonisch wirken müssen, um die Volksschule auf ein höheres Niveau schaffen zu helfen! �Versammlungen— Veranstaltungen. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 22. Februar, abends 3'/, Uhr im neuen Klubhause, Komrmndantenstr 72: Vortrag des RcichStagsabgeordneten Karl Regien:„Die Arbeiterin in der Gewerkschaftsbewegung". Gäste willkommen. Sonntag, den 28. Februar: 10. S t i f t u n g S f e st in Freycrs Festsälen. Festrede, Orchcsterinusik und VvlkSchor unler Leilung des Herrn Dr. Zander. Billetts im Verein, in den Zahlstellen und an der Abendkasse. Verein der Hausangestellten. Sonntag. 21. Februar bei Mirich, Sleglitzer Sri. 85; Anfang der Veranstaltung 6 Uhr. 8 Uhr Vortrag. Herr Heim. Schulz:«Wie und waS sollen wir lesen Z"_ Versammlungen. Die Berliner Holzarbeiter im Jahre 1908. In der am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung der Berliner Zahlstelle des'Holzarbeiterverbandes wurde der Jahres- bericht für 1908 ausgegeben. Er ist in einer reichhaltigen Btoschnro niedergelegt. Wir entnehmen ihm einige der weseullichsten Au- gaben: DaS Jahr 1908 war für die Berliner Holzindtistrie ein Jahr des Niederganges, ein Jahr der größten Arbeitslosigkeit. In fast allen Branchen fanden umfangreiche Betriebseinschränkungen und Arbeiter- entlasiungen statt. Durchschnittlich waren im Laufe de« Jahres rund 3000 Mitglieder arbeitslos. Die höchste Zahl der Arbeitslosen war 4000, sie wurde in der ersten Woche des MonatS Januar erreicht. Die niedrigste Zahl der Arbeitslosen war im September mit 1990 zu verzeichnen. Für Arbeitslosenunterstützung wurden 504 860 M. und für Unlerstützuiig der Gemaßregelten 27 159 M. ausgegeben. Wegen der schlechten Geschäftslage sind Bewegungen zur Ber- besseruug der Lohn- und Arbeitsbedingungen nickt gesührt worden. Dagegen wurden zahlreiche Eiiizelkämpte zur Abwehr von Lohn- abzügen und sonstigen Verschlechterungen geführt. Eine Bewegimg in der Stockbranche brachte Verbesserungen durch einen günstigen Vertragsabschluß, der für 15 Betriebe mit 335 Arbeiten» gilt. In zwei nicht unter den Vertrag fallenden Betrieben mit 122 Arbeitern wurden ähnliche Bedingungen durchgesetzt. In allen anderen Branchen der Holzindustrie sind nur Kämpfe zur Abwehr von Verschlechterungen geführt worden. Die Unternehmer, die nicht im Vertragsverhältnis mit dem Verbände stehen, versuchten fast ausiiahmsloS Lohnabzüge vorzunehmen. In 256 Werkstätten mit rund 4400 Arbeitern konnten die Abzüge durch Verhandtuiigen umist vollständig rückgängig gemacht werden. In 35 anderen Werkstätten mit 753 Arbeitern wurden Ä b w e h r streilö geführt, die in 20 Betrieben Erfolg hatten, in 12 Beiricben aber verloren gingen und in 3 Betmben am Schluß deS Jahres noch nicht erledigt waren.— Angrifssstreiis wurden in 2 Betrieben mit 35 Arbeitern erfolgreich und in 1 Betrieb mit 13 Arbeitern er- solgloS geführt. Im ganzen wurden im Berichtsjahre 40 Streiks mit 4934 Beteiligten geführt.-- Im Borjahre waren cS 63 Streiks mit 11268 Beteitigteii. Aus Anlaß der Maifeier nahmen die Unternehmer im Jahre 1903 eine größere Aussperrung vor als früher. Dazu erinunterte sie die große Arbeiislosigkeit. Diese war auch die Ursache, daß die Beteiligung an der Maiseier geringer war als im vorhergegangenen Jahre. An der Demonstrationsversammlung am 1. Mai nahmen im Berichtsjahre 20 750 Feiernde teil gegen 25 879 im Vorjahre. Ausgesperrt wurden 4033 Maifeiernde aus 249 Betrieben. Von den Ausgesperrten wurden 266 endgültig entlassen. Die Unterstützung der MaiauSgesperrten erforderte 61 103 M.— Daß die geringere Beteiligung an ber Maifeier und die größere AuSsperrnna lediglich auf die wirtschaftliche Krise zurückzuführen ist und bei besserem Geschäftsgang wieder eine entgegengesetzte Wirkung eintreten wird, zeigt folgende Zusammenstellung über die Maifeier in früheren Jahren: Ausgesperrt Betriebe Holzarbcit. Jahr 1901 1902 1903 1905 1906 1907 1903 Feiernde 14 000 15 000 17000 20 000 28 000 25 379 20 750 179 288 15 22 80 67 219 2922 2 779 114 278 1678 922 4093 Streikunterstützung 19030 M. 20 Pf. 18 275 1847 1 154 12 629 1675 61 103 05 45 20 45 75 10 In den Betrieben, welche dem Tarifverträge unterstehen, waren in 246 Fällen Lohndifferenzen ausgebrochen, von denen 234 durch die S ch l i ch t u n g«- K o in m i f s i o n beigelegt worden sind. Die Vertreter der beiderseitigen Organisationen mußten 252 mal in den Betrieben verhandeln, dabei wurden in 33 Fällen Sachverständige hinzugezogen. Von den 234 Differenzen wurden 103 zuglinsten der Arbeitnehmer, 62 zugunsten der Arbeitgeber und 64 durch teilweise Aneikemmng der Forderungender Arbeiter erledigt. Wiederholt kam eö vor, daß sich Unternehmer dem Spruch der Schlichtringskom- Mission nicht fügten und deshalb verklagt iverden mußten. Die M i t g l i e d e r z a h l ist im Laufe des JahreS von 24 092 auf 23 835 zurückgegangen. Der geringe Rückgang von nur 257 Mitgliedern in einem Jahre des schwersten wirtschaftlichen Niederganges ist ein sicheres Zeichen für die Festigkeit der Organi- sation und den Zusammenhalt der Mitglieder. Sie bleiben, wie man aus den Zahlen sieht, auch in schweren Zeiten dem Ver- bände treu. Der Kassenbericht zeigt ein« JahreSeinnahme von 1 201 991,80 M., davon sind 100 121,07 M. Bestand vom Vorjahre. Ausgegeben wurden für Streikunterstützung 115 112,69 M., Maß- regelungSiinterstützuiig 27 159,90 M.. Netseunterstützung 5866,89 M.. Arbeitslosenumerstützung 504 860,26 M., Kraiikenunterstütziing 244 935,80 M,. Sterbegeld 9889,15 M.. Rechtsschutz 10 326,18 Mark, besondere Unterstützuilg 11 049,45 M., an die Haupt- lasse gesandt 20 773,37 M., örtliche Verwaltung 51 290,46 M.. andere Ausgaben 60 677.05 M. Die Gesamtausgabe beträgt 1 081 941,20 M.. der Kassrnbesiaiid 120 050,30 M. Nach Eröffnung der Versammlung verwies Glocke darauf, daß diese Ge>»eralversamml»ng die erste unter dem Delegierte»- system ist. Da die Delegierten für das ganze Jahr gewählt sind, so hätten sie Gelegenheit, gründlich Einblick zu nehmen in die Ge- sckäfte und durch die so gewonnene Sachkenntnis zum Wohle des Verbandes zu wirken. Hierauf wurde ber Kassenbericht für dal vierte Vierteljahr 1908 erstattet und diskutiert.— Dann gab Glocke einen lleberblick über die Tätigkeit der Organisation im obgeloufeuen Jahre und gab einige Erläuterungen zu dem gedruckten Jahresbericht.— Nach einer Diskussion über geschäftliche' Angelegenheiten ohne allgemeines Interesse, nahm die Versammlung die regelmäßigen Ersatzwahlen zur OrtSverwaltuug vor. Etnstimniig wiedergewählt wurden als erster Bevollmächtigter G l o ck e. als erster Kassierer M i e k e, als erster Schriftführer Grabe, als zweiter Obmann der Schlichtungs- kommtsston Reiche, als Arbeitsvermittler G u t h, als Bureau- arbeiter Kloß imd Langhammer. Ferner wurden gewählt als Belsitzcr Felix Leopold, als Revisoren H a b e r ni a n n und Breitkopf. Aus der Stichivahl. die noch von der vorigen Generalversammlung her datiert, ging Werner als Bureau- arbeiter hervor. Nebeissche Kranken- und Sterbekafle Nr. 5, gegr. 1795. Heukd 8—7 Uhr: Zahl- und Ausnahmelag bei Nvivcr, Elijobethkirchstr. 44. Amtlicher Marktbericht der städtischen KarkthallcU'Dlrektlon über den Großhandel � den Zentral-Mai-kthalleu. Biarktlage: Fleisch: Zufuhr schwach, Geschäft still, Vrnle unverändert. Wild: Zufuhr nicht cnägend, Geschäft etwas lcdhafter, Preise befriedigend. Gcslügel: .usuhr genügend, Geschält lcbhast, Preise vehanptcr. Fische: Znsuhr n Fiuhsifchen etwa? knapp, Geschäft ziemlich lebhast, Preise angemessen. Bulter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: gnftchr genügend, Geschäft ruhig. Preise mwerandert: HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE 6Waggon Porzellan..Wirtschaftsartikel Diese Woche zu außerordentlich billigen Preisen. Braune emaillierte Geschirre mit Hohlgriffen aussergewöhnlich billig ohne Ring.. Schmortöpfe 30,35,45,55,65,80PT. Schmortöpfe 45,55,75,85,95 Pf. Kasserollen ohne Ring..... Ring 25,30,35,40, 50, 60Pf. .. 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Die katholische Kirche hat es jederzeit sehr gut verstanden, sich den bestehenden Verhältnissen anzupassen, dabei aber den Schein starrster Pdnzipientrene zu wahren. Die Lehre einer Neligions- gcineinschaft jeweils so auszulegen, wie es die Bedürfnisse des praktischen Lebens erfordern, ist die vornehmste Aufgabe jeder Theologie, und dieses Bestreben hat naturgemäß zur Ausbildung und höchsteu Verfeinerung jener Verdrehungskunst geführt, die wir an Jesuiten und Talmudistcn in gleicher Weise bewundern können. Eine der interessantesten Erscheinungen auf diesem Gebiete all- mählicher Anpassung der Kirchenpolitik an die Anforderungcu des praktischen Lebens ist die Geschichte des kanonischen Zinsverbotes. Im frühen Mittelalter war die vorherrschende ssorm des zinS- tragenden Kapitals das Wucherkapital, das in erster Linie die Land- Wirtschaft ausbeutete. Der Wucher ist lediglich ein Schmarotzer am WirlschastsorganiSmuS, der ihm die Lebenssäfte aussaugt. Nimmt er überhand, so geht die Wirtschaft zugrunde. Kein Wunder daher, daß daS ZinSkapital im Mittelalter nicht nur tief verhaßt war, sondern daß jede Erschwerung seines Umsichgreifens als kulturfördernd angesehen werden konnte. In diesem Sinne war daher die Kirche vollkommen im Rechte, als sie mit voller Schärfe das Zinsnehmcn verbot. Mit der steigenden Macht der Kirche wuchs auch die Strenge und zugleich die Bedeutung diese? ZinsverboteS, dem sich auch daS weltliche Recht anschloß. Trotzdem blühte aber der Wucher fort, und der Kampf kam nie zur Ruhe. Auf der einen Seite erneuerte» die Päpste und Konzilien fortwährend ihre Verdammungen des ZinS nchmenS und stellten die Wucherer mit den ärgsten Verbrechern au eine Stufe, auf der anderen Seite versuchten die Geldbesitzer mit allen möglichen Mitteln der List und Spitzfindigkeit die kirchlichen und weltlichen Verbote zu umgehen, und es ist höchst interessant zu sehen, welche Orgien auf diesem Gebiete theologische und juristische Verdrehungskunst um die Wette feierten. Die Kirche aber beharrte als solche auf ihrem strengen Standpunkte, wenn auch zur gleichen Zeit Kleriker und Klöster sich selbst eifrig an Geld- geschäften beteiligten. Ja. jeder Zweifel daran. daß Zinsnchmen sündhaft sei, wurde in der feierlichsten Form als Ketzerei gebrand markt. Aber die wirtschaftliche EntWickelung ist doch stärker als alle Autorität. Konnte das Zinsverbot schon im frühen Mittelalter� nichl immer wirklich durchgeführt werden, so war dies vollends unmöglich, als mit dem Wachstum und der steigenden Bedeutung der Städte das Handelskapital und später auch das industrielle Kapital ihren Einzug hielten. In diesen Formen wirkt das Kapital nicht mehr hemmend und desorganisierend auf die Produktion, im Gegenteil ivird es zu deren hervorragendstem Hilfsmittel und wirkungs Vollstem Ansporn. Jetzt wurde jede Einschränkung seines Verwertungs bcdürfnisses zum Hemmschuh der Produktion, gegen den sich diese mit Erfolg wehrte. Freilich spielte das Kapital diese Rolle zunächst nur in Industrie und Großhandel, der Landwirtschaft und dem Handwerk trat es noch immer vornehmlich als Wucherkapital gegenüber, nicht befruchtend, sondern zerstörend. Nun hat sich zwar die katholische Kirche allmählich auch der kapitalistischen Industrie und dem großen Warenhandel anzupassen gewußt; aber wirklich Ivohl fühlt sie sich doch nur auf den Gebieten der Landwirtschaft und des Handwerks, und so ist sie im Herzen dem Großkapital stets feindlich geblieben, wenn sie das heute auch oft nicht mehr so offen einzugestehen wagt. So kam die Kirche allmählich in eine recht peinliche Situation. Nach all den feierlichen Verdammungen des ZinSnehmenS konnte sie es, da sie ja stets behauptet, ihre Prinzipien gälten für alle Zeiten und alle Verhältnisse, nun nicht geradezu gestatten. Dabei aber fühlte sie sehr wohl ihre Ohnmacht, das Verbot in die Wirklich keit unizusetzen. Noch einige Male machte sie etwas krampfhafte Versuche, und noch 1745 verbot eine Enzyklika deS Papstes Benedikt XIV. das Zinsnehmcn auch bei Produktivdarlehen; aber bereits seit dem 16. Jahrhundert hatten sich die weltlichen Gewalten zur ausdrucke lichen Gestaltung des Zinses bekehrt, und waS noch Iveit wichtiger war. der Kapitalisnins hatte die Welt erobert und lachte der Spiuuewebfäden, mit denen ihn die kirchliche Autorität zu fesseln unternahm. Ausdrücklich gestattet hat die katholische Kirchs das Zinsnchmen auch bis heute nicht. Sie macht es hier wie auch sonst oft. Wenn sie einen Anspruch nicht durchsetzen kann oder will, läßt sie ihn nicht fallen, sondern sie duldet schweigend, daß ihm zuwidergehandelt wird und behält sich vor, die alten Forderungen aufleben zu lassen, sobald ihr die Zeit geeignet erscheint. Es wurde daher von Rom an die Beichtväter die Weisung hinauSgegeben. die Gewissen derer, die mäßigen ZinS nehmen, nicht zu beunruhigen, sofern sie nur bereit seien, sich den etwaigen kirchlichen Entscheidungen zu unter- werfen. Jedenfalls hat aber diese Situation etwas Beunruhigendes für die Frommen, und es ist daher wieder Aufgabe der Theologen, zwischen Theorie und Praxis in irgend einer Weise Einklang her- zustellen. Diesmal ist aber die Aufgabe wirklich schwer. Denn die kanonische, in den kirchlichen Gesetzbüchern festgelegte Definition des Wuchers lautet, daß er überall dort vorliege, wo.mehr zurück verlaugt wird, als gegeben wurde". Um also, wie es jetzt so dringend erforderlich scheint, die Gottgefälligkeit der kapitalistischen PlnSmachcrei zu beweisen, muß dargetan werden, daß beim ZinS- nehmen in Wirklichkeit gar nicht mehr verlangt wird als gegeben wurde, der ZinS muß also als Bezahlung für irgend etwas fungieren. ivaö der Darleiher dem Borger bei der Kreditgewährung über- tragen hat. Dieser Nachweis ist aber heute durchaus keine Hexer?!; denn auf diesem Gebiet haben die liberalen Vulgärökonomen ihren katholischen Brüdern schon wacker vorgearbeitet. Unter den ver- schiedenen ZinStheorien, wie sie von den sonst von katholischer Seite so verlästerten liberalen Professoren ausgekocht wurden, empfiehlt sich da den Theologen eine ganz besonders, die Lehre, daß beim Darlehen nicht nur das Gelb übertragen wird, daS natürlich zurück- gegeben werden muß, sondern zugleich auch der— Gebrauch des Geldes, dessen Preis der Zins ist. Diese„Theorie" ist zwar so un- sinnig, daß dies selbst Böhm-Bawerk zugibt, obwohl sie von seinem Meister Karl Menger vertreten wird; aber zu welchen geistigen Gliederverrenknngcn ist ein Theologe nicht bereit, wenn es gilt, Dogma und Wirklichkeit in Einklang zu bringen I Aber die Theologen hatten hier zu viel bewiesen, mehr als für sie selbst gut war; denn wenn die Fruchtbarkeit eine dem Kapital von Natur aus innewohnende Eigentümlichkeit ist, dann hatten_ die liberalen Kirchenfcinde recht, die daS alte kirchliche Zinsverbot als einen ividernatürlichcn und darum schädlichen, fast verbrecherischen Blödsinn betrachteten. Eignete dem Geldkapital wirklich die schöne Eigen- schaft, von selbst wertheckender Wert zu sein, ohne weiteres Zutun ZinS zu produzieren, dann waren die alten Kirchenväter, die Päpste und Konzilien, die Scholastiker und Gelehrten deS Mittelalters Dummköpfe und Narren, die die alleinseligmachende Lehre der liberalen Manchestcrschule nicht begreifen konnten. Gegen diesen Vorwurf sucht nun Hohoff die Kirchs oder wie er cL nennt, das Christentum, in Schutz zu nehmen. Wilhelm Hohoff selbst ist eine eigenarttge und interessante Persönlichkeit. Katholischer Priester nicht nur dem Kleide und dein Namen nach, sondern offenbar auch mit dem Herzen, dabei ein Mann von scharfem Geist und großem Wissen, führt er seit Jahren einen mutigen, wenn auch aussichtslosen Kampf, um dem Geltung zu verschaffen, was er als Wahrheit erkannt hat. Wie aus einem Brief hervorgeht, den er im Jahre 1873 an den„Volksstaat", den Vorläufer des„Vorwärts" richtete, bat er schon als Student danach gerungen, sich ein eigenes Urteil zu bilden und zur Wahrheit zu ge langen. Diese glaubte er endlich in der katholischen Lehre zu finden zugleich aber stand er doch bereits im Banne des Geistes von Karl Marx, den er als den hervorragendsten und bedeutendsten Oekonomen erkannte, der je gelebt. Die späteren Schriften Hohoffs zeigen, daß sein ganzes geistiges Leben fortab von diesem Wider- streit beherrscht war. den er durchaus zur Versöhnung bringen wollte. So bietet sein Streben ein höchst lehrreiche«, aber wie es scheint fast tragisches Beispiel dafür, wie der Mensch sich nicht von seiner Erziehung, seiner Jugend und all den ungezählten Einflüssen losmachen kann, die unkontrolliert auf ihn einstürmen. Wäre Hohoff in anderer Um- gebung aufgewachsen, er wäre Sozialdemokrat geworden, und die Partei hätte in ihm einen scharfsinnigen, kenntnisreichen, tcnipera mentvollen und charakterfesten Kämpfer gewonnen. So blieb er in ewigem Zwiespalt zwischen dem Kops, der ihn zur Sozialdemokratie, und dem Herzen, das ihn zur katholischen Kirche zog. Seine letzte Schrift, eine Apologie des Christentums auf Marxistischer Basis, stellt einen kühnen Versuch dar, die Gegensätze zu vereinigen, der aber scheitern mußte. Hohoff bekennt sich rückhaltlos zur Marxschen Wertlehre, spricht sich aber scharf gegen die materialistische Geschichtsauffassung aus. Er verkeimt dabei, daß diese beiden Theorien so mit einander vefr wachsen sind, daß eine von der anderen nicktt getrennt werden kann Aber als gläubiger Katholik kann Hohoff natürlich die materialistische Geschichtsauffassung und ihre Konsequenzen nicht anerkennen. Der Versuch aber, die beiden Lehren auseinanderzureißen, verstrickt ihn in ein Netz von Widersprüchen. Er gebt von den, Satze des KirchenrechtS auS, daß Wucher überall vorliegt, wo mehr zurückverlangt wird, als gegeben wurde, und zeigt, daß er nicht nur auf das Darlehen anzuwenden ist, sondern auf jedes Rechtsgeschäft, also auch auf den Lohnverrrag. Nun hat allerdings Marx nachdrücklich darauf hingewiesen, daß zwar der kapita- listisch ausgebeutete Arbeiter mehr Wert schafft, als er im Lohn erhält, und dieS ist ja die Quelle deS Mehrwertes, daß aber darin vom kapitalistischen Standpunkt aus keine llebervorteilung des Arbeiters liege. Dieser erhält in der Regel den vollen Wert seiner Arbeits kraft in seinem Lohn. Hohoff weiß dies sehr gut und betont diesen Ilmstand sehr scharf gegenüber dem nicht auszutilgenden Mißver stäudniS liberaler Schulweisheit, als ob Marx sein System auf eine sittliche Verurteilung des Kapitalismus gestützt hätte. Er hat aller- dingS aus seinem ästhetischen und ethischen Abscheu vor den scheuß lichen Folgen unseres Wirtschaftssystems kein Hehl gemacht; aber er hat weder den einzelnen Kapitalisten deswegen verdammt, noch auch erklärt, dieses System müsse beseittgt werden, weil es unsittlich ist. Vom Standpunkt seiner Geschichtsauffassung erkannte er die historische Notwendigkeit deS Bestandes, aber auch des Unterganges des Kapitalismus. Der gläubige Katholik steht aber notgedrungen auf einem ganz anderen Standpunkt. Für ihn gibt es sittliche Vorschriften von absoluter Giltigkeit für alle Zeiten und Länder, und zu diesen ge hören in erster Linie die Dogmen seiner Kirche. Ob nun das Zins verbot als Dogma anzusehen ist, wie Hohoff behauptet, oder nicht, wofür sich wieder andere Theologen aussprechen, jedenfalls wurde das Verbot des Wuchers, das ist mehr zu nehmen als zu geben, so oft und so feierlich von den höchsten Autoritäten der katholischen Kirche verkündet, seine Bezlveiflung so ausdrücklich als Ketzerei gebrandmarkt, daß diese Lehre für jeden gläubigen Katholiken über allen Zweifel erhaben sein muß. Damit ist aber über daS kapitalistische Wirtschaftssystem das sitt- liche Urteil gesprochen. Ganz richtig weist Hohoff darauf hin, daß es eine schlechte Ausrede ist, wenn die Verfechter des Kapitalzinses behaupten, der Borger leide keinen Schaden, da er das Geld produktiv anlegen und so mehr Profit machen könne, als der Zins beträgt. DaS bedeutet eben nur, daß der Schaden von den Schultern des Borgers auf die der Arbeiter überwälzt wird, die er in seinem Betriebe Mehrwert schaffen läßt. Wem die kirchliche Lehre von der Sündhaftigkeit des Wuchers eine absolute Wahrheit ist, der kann sich auch nicht darauf ausreden, daß der Kapitalismus zur EntWickelung der gesellschaftlichen Produktivkräfte notwendig ist; denn die Meidung der Sünde steht höher als jedes weltliche Interesse. So hat es Hohoff zwar erreicht, das mittelalterliche ZinSvcrbot gegenüber den Anscchtungcn liberaler und theologischer Vulgär- ökonomen zu rechtfertigen; aber er hat damit nicht eine Verteidigung der Kirche geliefert, sondern eine schwere Anklage gegen ihre Ver- tretcr erhoben, die heute mit dem Kapital ihren Frieden gemacht haben, die selbst ungeheure Vermögen teils in zinstragenden Wert- papieren, teils in industriellen und selbst rein spekulativen Unter- nehmungen der schlimmsten Sorte angelegt haben. Ob die alten Kirchenväter, scholastischen Gelehrten und Päpste mehr oder minder richtige Vorstellungen über ökonomische Dinge hatten, ist für den Kirchen- und Kulturhistoriker gewiß interessant; praktisch kommt eS natürlich für uuS in keiner Weise in Betracht. Ob ein katholisches Dogma vor Jahrhunderten in den damaligen Wirtschaftsverhältnissen begründet war oder nicht, ändert nichts an der Haltung, die wir heute denen gegenüber einnehmen, die sich daran halten oder eS auf die heutige» Zustände anwenden. Wohl aber ist für uns der von Hohoff so eindringlich geführte Nachweis von Wert, daß das katholische Dogma die ganze kapitalistische Wirb 'chaft und Gesellschaft prinzipiell verdammt, mit der sich der KleruS, die Kirche so gut abgefunden hat, die sie mit allen Mitteln ver- tcidigt. „st so auch die Absicht nicht verwirklicht, die Hohoff mit seiner Schrift verfolgte, und der Versuch einer Versöhnung der katholischen Kirche mit dem Marxismus, des Wertgesetzes mit einer idealisti 'chen Geschichtsauffassung mißlungen, so dürfen wir doch nicht übersehen, daß das Buch auch außer dem psychologischen Interesse an dem kühnen Versuch noch viel Lehrreiches und Anregendes bietet. Allerdings haftet ihm etwas Unausgeglichenes an, was freilich durch die Entstehungsgeschichte erklärt wird, die der Verfasser in einem Nachwort mitteilt. So enthält daS Buch eine Fülle von zum Teil ehr interessantem Material, das aber oft nur zum Teil wirklich verarbeitet ist. Großen Wert legt der Autor auf den Nachweis, daß bereits der heilige Thomas von Aquino, der berühmteste Theologe der katho- tischen Kirche, ein Anhänger der Arbeitswerttheorie war. lieber die §rags der wirtschaftlichen und sozialen Anschauungen deS großen cholastikers ist in den letzten Jahren, seit Papst Leo XIU. in der berühmt gewordenen Enzyklika„'Rorum novarurn" die Stellung der Kirche zur modernen sozialen Frage mit Argumenten des Aquiuaten verteidigte, eine ganze Literainr entstanden. Hohoff bringt einige Zitate auS Thomas' Werken, die in der Tat seine Behauptung stützen. Aber mit Zitaten läßt sich eine solche Behauptung nicht gut beweisen, da der Zusammenhang fehlt und andere Stellen andere Auffassung verraten können; und lo ist es auch kein Wunder, daß z. B. Schaub(„Die EigentnmSlehre nach Thomas von Aquin und dem modernen Sozialismus", Frei- bürg i. Br., 1398) wieder Zitate anfüht, die den Schluß zuließe», Thomas sei ein Vorläufer der subjektiven Werttheorie. Wie weit diese Belegstellen beweisend sind und inwieweit die Argumente zu- treffen, die Hohoff dagegen vorbringt, könnte wohl nur ein genauer Kenner der Schriften Thomas' beurteilen. Vor allem lvareu aber die Wertfragen für Thomas in erster Linie solche der Moral und nicht der Wirtschaft. Ihm lag hauptsächlich daran, festzustellen, wie der gerechte Wert und Preis sein solle, nicht wie die wirklichen Ver- hältnisse waren, und dadurch scheidet er schon von einem Vergleich mit Marx oder auch den meisten liberalen Oekonomen ans. Auch hat er sich über diese Fragen nur gelegentlich geäußert. Daß er den Mehrwert, wie Hohoff behauptet, prinzipiell und konsequent ver- worscn hätte, erscheint bei einem Manne nicht sehr glaubhaft,, der die Sklaverei billigte. Denn welchen Wert hätte diese, wenn die Sklaven keine Mehrarbeit leisten sollen. Die ganze Frage hat aber für uns heute nickt mehr praktisches Jntereffe als etwa die Kennt- nis der alten Belagcrungsgcräte für einen modernen Ingenieur. Für den Theologen Hohoff hat sie natürlich Bedeutung; aber wir beurteilen die Kirche und ihre Politik nach ihren Handlungen und nicht nach der einstmaligen Richtigkeit ihrer dogmatischen Lehren. Immerhin sind auch diese Partien deS Hohoffschen Büches vom historischen Standpunkt intereffant und wertvoll, wie überhaupt auf ökonomischem und historischem Gebiet die Stärke des Autors liegt. In den erkcnntnisthcoretifchen Exkursen steht er leider ganz unter dem Einfluß des Jesuiten Cathrein, während er dessen Oberflächlich- keit und Unzulänglichkeit in der Behandlung sozialökonomischer Fragen freimütig anerkennt. Das ist eben das Unglück HohoffS, daß er sich philosophisch von der katholischen Auffassung nicht frei machen kann. DaS stört die Harmonie seines Denkens und beeinträchtigt den Wert seiner Schriften. Besonders macht sich das auch in seinem neuen Buch bemerkbar, wo oft unmittelbar neben ausgczeichueteu ökonomischen und bistorischen Darlegungen ganz schiefe und theologisch verschrobene Urteile stehen. So kommt eS denn auch, daß Hohoff fast vollständig isoliert steht und von allen Seiten angefeindet oder totgeschiviegcu wird. Die offizielle Wissenschaft hat er nicht nur durch seine Anerkennung der Marxschen Wertlehre herausgefordert, sondern er macht auch aus seiner geringen Achtung vor ihren Wortführern kein Geheimnis. So schreibt er z. B. über den großen Schmoller, daß. was er über den Wert sage,„seichtes Geschwätz sei, das die Druckerschwärze nicht wert ist, die eS gekostet hat"; und kaum besser geht eS Kourad, Boehm- Bawcrk und den anderen Leuchten der staatlich geeichten Wissenschaft. Mit den katholisckien Schrift- stellern lebt er ebenfalls auf Kriegsfuß, da er ihre wissenschaftliche Unzulänglichkeit dargetan und gezeigt hat, wie sie ganz im Fahr- waffer liberaler Vulgärökonomil einhcrplätschern. Den besonderen Grimm dieser Herren mußte er sich aber zuziehen, als er nachimeS, daß in der offiziellen deutschen Uebersetzung der erwähnte» päpst-, licben Enzyllika„Herum novarum" zwei wichtige Stellen, die den Herren nicht in den Kram paßten, einfach gefälscht und so den Worten des Papstes ein ganz falscher Sinn unterstellt wurde. Zugleich hinderten ihn aber sein scharfer Geist und sein gerader Charakter, sich der Sozialdemokratie anzuschließen, der er vermöge seiner theologischen Anschauungen ferner steht und stehen muß; und dafür können wir ihm nur dankbar sein. Wir können uns mit Hohoffs ökonomischeu Ausführungen fast durchgchends einverstanden erklären; aber für Arbeiter wird sein neues Buch nicht nur dadurch schwer genießbar, daß er in fünf fremden Sprachen zitiert, meist ohne deutsche Uebersetzung; iveit störender wirken der philosophische und der theologische Standpuntt des Autors, die sich allenthalben geltend machen. In dieser Hinsicht ist eine ältere kleine Schrift HohoffS„Warenwert und Kapitalprofit"(Paderborn 1992, 72 Seiten) weit vorzuziehen. Sie enthält eine rein ökonomische, klare und gedrängte Darstellung einiger Grundsätze der Marxschen Wert- lehre, fast ganz ohne theologische Verfärbung; und wenn sie diese schwierige Materie auch nicht erschöpft, was in dem Rahmen einer so kleinen Schrift nicht möglich war, ist die Darstellung doch sehr verdienstvoll und kann gewiß vielen als willkommene Einführung in das ttefere Studium von Marx' ökonomischen Lehren dienen, Jedenfalls steht Hohoffs kleine Schrift auf einem unvergleichlich höheren Niveau als die Charafoff». Hohoff führt einen an- haltenden und mutigen Kampf gegen die Verdrehungen, Entstellungen und Mißverständnisse, die die liberale Oekonomik bei der Vchandlüng von Marx' Wertgesetz zeigt. Man möchte an dem Erfolge dieses Kampfes völlig verzweifeln, wenn man sieht, wie ein Mann, der den Lehren von Marx offenbar mit großer Sympathie gegenübersteht wie Charafoff, diese so bollkommen bertennt und mißversteht. Andererseits zwingt uns aber gerade die Fülle der Mißverständniffe auf feiten der offiziellen Wissenschaft, ein solches Buch nicht mit Schweigen zu übergehen und dadurch scheinbar anzuerkennen. DaS ist um so weniger möglich, als Charasoffs Schrift bereits von anderer Seite rühmend besprochen und den Arbeitecu als BildnugS- mittel empfohlen wurde. Dieser Zwang möge rechtfertigen, daß hier auf dieses Machwerk näher eingegangen wird, das sonst die Mühe nicht lohnen würde. Nach Charasoffs Anschauung ist daS,„waS die Kapitalisten ihren Profit nennen, nichts als ein. Rechenfehler. den sie jedesmal begehen und kraft ihrer Klafsenstellnug begehen müssen". Vom gesellschaftlichen Standpunkt gehöre nämltch der Mehrwert auch zu den Produktionslostcu, nach der individualistischen und deshalb im- berechtigten und falschen Anschauung aber nicht. Der ganze Kapi- talismus benihe daher im Wesen auf einein Fehler in der Buch- ührung I Zu demselben weisen Schluß ist Herr Wilhelm Neurath bereits bor 16 Jahren gekommen; aber er stellte ihn wenigstens mcht als Marxfche Lehre hin wie Herr v. Charafoff. Wollte mail�allen Unsinn erlvähncn, der sich in dem Buche breit macht, man müßte es abschreiben; wollte mau ihn richtig stellen, man müßte eine Darstellung deS ganzen ökonomischen Systems von Karl Marx liefern. ES gibt kaum irgend einen Begriff der Marrfchcn Theorie, den Herr v. Charafoff nicht mißverstanden, kaum eine Lehre, die er nicht entstellt hätte, Damit aber Herr v. Charafoff sich nicht beklagen könne, daß er un- gehört verurteilt werde. u,öge erfelbft ausführlicher zum Wortgelangcu. Ich greife als Beispiel seiner Weisheit den Anfang des X, Kapitels heraus, das den Titel führt„Die allgemeine Krise"(S. 79 fg.). „Die dialektische Entwickeluug der Natur vollzieht sich in Wider- spruchen, die auftreten und wieder aufgehoben werden. So haben wir gesehen, daß der objektive Widerspruch der kapitalistischen Pro- duktton— der Profit— durch den Klassenkampf der Arbeiter gegen die Kapitalisten aufgehoben wird. Was nunmehr ihren subjeltiveu Widerspruch anbetrifft— das Fallen der Profitrate—. so hebt sich dieser Widerspruch in der Weise auf. daß die Kapnalisten selbst jede Freude an der Produktion verlieren, die Prodiiktion aufgeben und damit eine allgemeine Krise herbeiführen. Die Gesellschaft hat mit dem Individuum einen Vertrag ge- schlössen und ihm für die Entwickeluug der Produktivität eine Prämie — den Profit— in Aussicht gestellt. Mit der Zeit sieht aber die Gesellschaft ein, daß beide Punlte deS Vertrages einander widersprechen.... Sowie die Gesellschaft dies einsieht, sucht sie den sie schädigenden Vertrag zu lösen. Die Arbeiterklasse streikt gegen die kapitalistische Produktionsweise. Dieser Streik muß schließlich gewonnen werden, da eS sich um die Sache deö gesellschaftlichen Fortschritts handelt, um den Sieg des Menschen über die Natur, um die wissenschaftliche Regelung des ProdultionSprozesscs." PP Und dieses tindische Geschwätz nennt Herr v. Charafoff den streiten, der als Schlußkapitel einen hypothetischen Vortrag bringt,| Rautsthe Marg ökonomische Lehren, auch Sohoffs Vor Teitenden Gedanken der Marrschen Krisentheorie". in dem der Marg seiner Phantasie seinen bürgerlichen Gegnern die Warenwert und Kapitalprofit" empfehlen. Schriften, wie der Charasoffs, kann dagegen nicht eindringlich genug Nach dieser Probe, die aber nach Belieben vervielfältigt werden fönnte, Charafoffiche Weisheit in besonders abgefchmadter Form auftiicht. ist es wohl nicht nötig, den Wert des Buches weiter zu erörtern. Zur Einführung in das Studium der Margschen Wertlehre fann gewarnt werden. Sie dienen nur der Verwirrung und der GehirnG. Gdstein. Ueber Fragen des Geschmads will ich mit dem Autor nicht man außer den Parteischriften, die diefem Zwecke dienen, vor allem berkleisterung. Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. # ( Siehe Wochen Spielplan.) Freie Volksbühne. Sonntag, den 21. Februar, nach. mittags 3 Uhr: 8. Abteilung im Neuen Schauspielhause: Rabagas. nachmittags 3 Uhr: im HerrnfeldTheater( Nummern der Karten Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Sonntag, nach m. 3 Ubr: Ein Volksfeind. 8 Uhr: Alf Trolle: Die Danmark- Schauspiel in 5 Aufz. von§. Ibsen. expedition von Mylius Erichsen. Montag 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 4001-4800): Der Brobefandidat. 50 Pf. Montag, den 22. Februar, abends 8 Uhr: 12./I. Abend. abteilung im Neuen SchauSpielhause: Der Diamant und Der zerbrochene Strug. Nene Freie Volksbühne. Am Sonntag, 21. Februar, nachm. 22 Uhr: im Deutschen Theater: Kettenglieder; in den Stammer spielen: Frühlings Erwachen; im Neuen Theater: Der Schwarzfünftler. Silberfischchen; im Reuen Operetten Theater: Das Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 41/13 Passage- Panoptikum. Neu! Neu! Singhalesen. Gaukler- Truppe in ihr. wilden Heimatstreiben Salome, verwunschene Schloß; im Ber das blaue Weib. liner Theater: Bartel Turaser; im Hebbel- Theater: Erde; im Friedrich Wilhelmstädtisch. Schau spielhaus: Madame Sans- Gene; im Schiller- Theater O: Ein Bolfs. feind; im Schiller- Theater Char lottenburg: Julius Gafar. Lessing- Theater. Sonntag 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. 8 Uhr: Der König. Montag 8 Uhr: Der König. Hebbel- Theater töniggräßer Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Revolutionshochzeit. Berliner Theater. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Nachm. 8 Uhr: Bartel Turaser. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die fremde Frau. ( La femme X...) D. Opfer unbarmherz. Tätowation. Alles ohne Extra- Entree. Eintr. 50 Pf., Kind., Soldat. 25 Pf. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen Nachm. 3-7( kleine Preise). Abends 8-11 Uhr: Mdme. Hanako Japans größte Schauspielerin, mit ihrem Ensemble Robert Koppel, Chansonnier The May Sisters, Drahtseil Boston Quartett, Kunstgesang und das glänzende Februar- Variété- Programm. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Morgen und folgenbe Tage: Die Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund, fremde Frau. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. 3 Uhr: Das verwunschene Schloß. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Seute nachm. 3, Uhr halbe Preise: Ein Walzertraum. Residenz- Theater. -Direktion: Richard Alexander, Abends 8 Uhr: ,, Kümmere Dich um Amelie." Schwank in drei Atten( vier Bilder) von Georges Feydeau. Morgen und folgende Lage: Die felbe Borstellung. Sonntag, 21. und Sonntag, 24. b. Mts., nachm. 3 11hr: Der Floh im Ohr. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag, 21, Februar, nachm. 3 Uhr. Madame Sans- Gêne. Abends 8 Uhr: Jumpazivagabundus. Montag: Lumpazivagabundus. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Perry Holden Bender Giampietro Kettner Pfann Thielscher. Deutsch von W. Lange. Sonntag, abends 8 Ubr: Rechts herum. Schwant in 3 Atten v. Hans Gaus. Montag, abends 8 Uhr: Rechts herum. Dienstag, abends 8 Ubr: Die Braut von Messina. CASTAN's Ohne Extra- Entree! Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, ita cm. 3 br: Julius Cisar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Sonntag, abends 8 Ubr: Das Erbe. Schauspiel in 4 Auszügen von Felix Philippi. Montag, abends 8 Uhr: Das Erbe. Dienstag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. PANOPTIKUM Friedrichstr. 165( Pschorrpalast). Neu! Lebend! Der Mann mit den 3 Beinen! Humoristische Künstler- Abende. Beginn: Wochentags 7 Uhr abends. Sonntags 4 Uhr nachmittags and 7 Uhr abends. Eintritt 1 Mark Sonnabend und Montag bis 2 Uhr: 2,00 Mark Sonntag v. 4 Uhr ab 50 Pf. Geöffnet v. 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends ZirkusSchumann Heute Sonntag 8, Uhr u. 7%, Uhr: 2 Vorstellungen 2 Nachmittags ein Kind frei, weitere Kinder zahl. halbe Breife. In beid. Borstellungen ungekürzt Golo, seeränber. der Der brollige Paet Schimpanse Boxendes Känguruh. Die Waffenschmiede. Tiberio hebt einen Elefanten 5500 Pfund mit dem Ausstellungshallen Ringkampf Stier. am Zoo. HEKTOR= Ausstellung 20. u. 21. Febr.: Nicht- Jagdhunde 22. u. 23. Februar: Jagdhunde Am 20. und 22. Februar bis 2 Uhr: Richten der Hunde. Arnold Scholz Neue Welt Hasenbeide 108-114 Im Riesen Gr. bayerisches Bockbierfest. Festsaal: Größter and amüsantester Bockbiertrubel Berlins. 3 Kapellen 30 bayerische Madl Anfang 7 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Entree 30 Pf., Sonntags 50 Pf. Hente Sonntag, den 21. Febr., Großer Ball in den hinteren Sälen: Voranzeige: Dienstag, 23. Febr.: Elitetag. 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Mts. an Magenkrebs ver storben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. d. Mts., nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Thomas Kirchhofes, Nirdorf, Hermannstraße aus statt. Ferner zur Nachricht, daß der Rollege Emil Berndt Mitglied seit 14. 11. 02, am 19. 5. Mts. an Nierenentzündung verstorben ist. am Die Beerdigung findet Montag, den 22. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, von der Halle des Philipp Apostel- Kirchhotes, Seestraße aus statt. 0 Ferner zur Nachricht, daß der Kollege Edmund Beuthan Mitglied seit 8. 9. 07, am 18. d. Mts. an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung ist bereits erfolgt. Ferner zur Nachricht, daß der Kollege Bruno Scheibe Mitglied seit 11. 5. 08, am 17. d. ts. an Lungentuberkulose verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. b. Mts., nachmittags 4, br, von der Halle des Luisen- Kirchhofes, Rirdorf, Hermannstraße aus statt. Ehre ihrem Andenken! 65/17 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Reinhold Nadeborn am 19. Februar an Lungenleiden gestorben ist. am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Februar, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ein Geistlicher geht nicht mit. Rege Beteiligung erwartet 112/2 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Berlin 12. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter G. Rosin am 16. d. M. nach langen Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 253/3 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hermann Oehlke am 13. b. M. an Blinddarmleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 112/1 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter 11045 Ida Fest geb. Franzke am 20. Februar, morgens 4%, Uhr, nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet statt am Dienstag, den 23. Februar, um 1 Uhr vom Trauerhause, Erkstraße 12, nach dem Freireligiösen Friedhofe, Pappel- Allee 15/17. Um stilles Beileid bittet Wilhelm Fest nebst Kindern. Statt besonderer Anzeige! Am 19. d. M., abends gegen 6 Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter Chromolithographische Kunstanstalt Annahmestellen für Kleine Anzeigen“ fucht zur Anna Schmidt Heberwachung der Qualität des Druckes geb. Voigt im 57. Lebensjahre. am Der trauernde Gatte Gustav Schmidt nebst Kindern. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. d. M., um 234 Uhr nachmittags, von der Kapelle des St. Philippus ApostelFriedhofes, Müllerstraße 44-45, aus statt. 11056 Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung sowie Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Sohnes und unseres Bruders, des Schriftseters Paul Peschmann sagen wir hiermit allen Freunden und Verwandten, insbesondere der Geschäftsleitung und dem Personal der Buchdruckerei Vorwärts unseren auf11035 richtigsten Dank. Wwe. Peschmann und Söhne. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes Theodor Günther sage ich allen Berwandten und Befannten meinen herzlichsten Dank. 10815 Albertine Günther. Dr. Schünemann Spezial- Arzt für 56232* Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüzenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr LIB Billigste Bezugsquelle gedieg. Trauergarderohe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Frankf. Str. 115. Genaue Beachtung meiner Firma u. Hausnummer geboten!* J. 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Vortrag der Genoffin Fräulein Dr. Wygodzinski, 2. Vereinsangelegenheiten, 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. noffen und Genofsinnen erwarten Der Vorstand. Die Vorstände. Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes und der Funktionäre. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Anträge zur Generalversammlung Groß- Berlins. 4. Sonstige Anträge. Jm Stadthaushaltetat für 1909 steht das gesamte Unter richtswesen mit einer Ausgabe von 30 237 647 M. Da an Einnahme 3822 334 M. erwartet werden, so ist diesmal ein Bu schuß von 26 405 313 M. erforderlich. Höher als für das Vorjahr find angeseht die Ausgabe um 582 013 M., die Einnahme un 77 765 M., der Zuschuß um 504 248 M. Die Ausgabe und der Am Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 2 Uhr, Zuschuß find gestiegen hauptsächlich bei den Gemeindeschulen, auch findet im Boltshause zu Charlottenburg, bei den Gymnasien usw. sowie bei den höheren Mädchenschulen, aber herabgegangen bei den Wahl- und Pflichtfortbildungsschulen. Rosinenstraße 3, die Generalversammlung des Auf die Gemeindeschulen entfallen 20 762 780 M. Aus. Streises statt. gabe( mehr um 534 154.), 167 945. Einnahme( mehr um 2049 M.), 20 594 835 M. Zuschuß( mehr um 532 105 M.). Bei der ersten Lesung des neuen Stadthaushaltetats jammerte der Stadttämmerer, daß man die Aufwendungen für die Gemeindeschulen trieder habe erhöhen müssen, obwohl die Zahl der Gemeindeschulkinder gegenwärtig nicht im Zunehmen sei. Mehr als 20 Millionen Mark„ nur für die Gemeindeschulen" gewiß, das klingt biel". Aber dafür sißen auch in unseren Gemeindeschulen an nähernd eine Viertelmillion Kinder( 228 455 am 1. November 1908). Die Stadt Berlin gibt für die Gemeindeschulkinder immer noch teine 100 m. pro Kopf aus. Der Stadtfreifinn betrachtet das als ein Geschent" an die Minder bemittelten, für das sie nicht einmal banke"" sagen". Aber unsere bessersituierten Mitbürger werden, wenn fie ihre Kinder in die Schule natürlich in eine höhere schicken, noch reichlicher beschenkt". Während für die Gemeindea schulkinder in 1909 etwa 100 m. pro Kopf ausgegeben werden follen, ist bei den Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen ( nebit Realgymnasium für Mädchen) ziemlich der dreifache Betrag angefekt( 290 M. pro Kopf). Und noch nicht die Hälfte dieses Betrages wird durch Einnahmen aus Schulgeld usw. gebedt, fo daß mehr als die Hälfte aus dem Stadtfädel zugeschossen werden muß. Das Mehr an Ausgaben für die Gemeindeschulen entfällt hauptsächlich auf die Gehälter für das Lehrperional, die ja überhaupt den weitaus größten Anteil an ben gefamten Ausgaben für das Gemeindeschulesen haben. Erhöht find unter anderem auch die Ausgaben für die Schulärzte, auf nanmehr 100 000 m. Ihre Zahl soll jest wieder mal vermehrt werden, von zulett 44 freilich immer erst auf 50, so daß immer noch jeder Arzt durchschnittlich 6 Schulen zu beaufsichtigen hat. Für Lieferung unentgeltlicher Lehrmittel an bedürftige Kinder follen 150.000 m. gegeben werden. Hier sind 26 000 Mark mehr als im Vorjahre angefeßt, mit Rüdsicht auf die Einführung weiterer neuer Behrmittel( Realienbuch, für die vierten Klaffen Atlanten) und auf den wirtschaftlichen Tiefe stand", wie die Erläuterungen zum Etat sagen. Sehr erheblich erhöhen sich die den Rektoren und Schuldienern zu vergütenden Reinigungskosten, bon 146 000 m. auf jebt 204 880 M. Früher betrachtete der Stadtfreifinn so hohe Ausgaben für Reini gung der Gemeindeschulen als Augus". Die freisinnigen Hüter ber Selbstverwaltung" sind erst durch Ministerialerlaß von 1907 gezwungen worden, bie Slassenzimmer täglich fegen zu lassen. Schon vor anderthalb Jahrzehnten war ihnen in der Stadtver ordnetenversammlung von Sozialdemokraten gesagt worden, daß Klassenzimmer selbstverständlich Tag für Tag gereinigt werden müssen. Aber in Berlin wartete man wieder mal, bis die staatliche Aufsichtsbehörde den Kommunalfreifinn mit der Nase auf den Schmutz stieß. Reinickendorf- Oft. Am Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, findet bei Ramlow, Schönhola 14, eine öffentliche Bersammlung statt. Tagesordnung: Deutschland nach außen hui, nach innen-?" Referent Genosse Stadthagen. Parteie genoffen, forgt für guten Besuch der Versammlung. Der Borstand. Tegel. Morgen, Montag, den 22. Februar, findet in W. Trapps Festsälen, Bahnhofstraße 1, eine Bolfsversammlung statt. Tagesordnung: Deutschland in der Welt voran." Referent Reichstagsabgeordneter Genosse Artur Stadthagen. Agitiert für Massenbesuch! Der Vorstand. Nieder- Schönhausen- Nordend. Am Dienstag, den 23. Februar, Anträge zur Generalversammlung sind dem Unterzeichneten abends 8% Uhr, findet im Lokal des Genossen Radfed, Kaiser Wil spätestens bis zum 25. Februar einzusenden. Die Delegierten Tagesordnung: 1, Vortrag:" Reisebilder aus dem Orient." Referent helmstraße 10, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. der einzelnen Wahlvereine, die mit Mandaten versehen fein Redakteur Genosse Dittmer. 2. Vereinsangelegenheiten, 8. Bers müssen, sind in folgender Anzahl zu entfenden: Nirdorf 16, schiedenes. Die Mitglieder werden auf die Verlegung des VerDer Vorstand. Charlottenburg und Schöneberg je 6, Cöpenid, Nowawes und fammlungslotals aufmerksam gemacht. Treptow- Baumschulenweg je 4, Adlershof, Steglitz und Wilmersdorf je 3, alle übrigen Vereine 2 Delegierte. Die Generalversammlung wird pünktlich eröffnet. Der Zentralvorstand. J. A.: Karl Wollermann, Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Erster Wahlkreis. Sonntag, den 21. 5. M., abends 6 Uhr: Versammlung im großen Saale der„ Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59. Vortrag des Genossen Baul Göhre über: Religion und Sozialdemokratie". Hierauf: Geselliges Beifammensein. Eintritt mit Garderobe 20 Pf. Tanz frei. Achtung, 2. Wahlkreis, 3. und 4. Abteilung. Wir machen noch. mals auf das heute abend 5% Uhr bei Jul. Meher, Oranienftraße 103, stattfindende gesellige Beisammensein der Genossen der Friedrichstadt aufmerksam. Genosse Mar Grunwald hält einen Vortrag über:" Goethe und die Arbeiter". Außer Rezita tionen und Gefang ist ein gutes Streichterzett vorgesehen. Bei der Billtigkeit des Entrees, nur die Erwachsenen zahlen 10 Bf., erwarten wir einen recht guten Besuch. Die Abteilungsführer. Achtung! 6. Wahlkreis, 7. und 8. Abteilung( Moabit). Der Vortrag des Genossen Grunwald am Montag, den 22., fällt besonderer Umstände halber diesmal aus. Der Vorstand. Charlottenburg. Heute abend veranstaltet die 4. Gruppe im Volkshause, fleiner Saal, einen Familienabend mit Tanz und Kinderüberraschungen. Der Vorstand. Schöneberg. Am Dienstag, den 23. d. M., abends 8% Uhr, findet in den Neuen Rathausfälen, Meininger Straße 8, die Verfammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag, 2. Anträge, 3. Wahl der Delegierten zur Verbandsgeneralversammlung, 4. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Monatsversammlung des Wahlbereins ist Umstände halber auf Wilmersdorf- Halenfee. Die Dienstag, den 23. Februar, fällige Dienstag, den 2. März, verschoben worden. Berliner Nachrichten. Vor dem Erwachen. GeNun hat der Winter seinen tiefsten Stand erreicht. Ziefer hinab geht es nicht mehr, und auf der Grenze zwischen Schlaf und Wiedererwachen, im scheinbaren allgemeinen Stillstand, beginnt ein Strecken und ein Dehnen in Milliarden Knospen. Unauffällig, aber darum nicht minder wirksam. Was sind menschliche Miniaturkünfte gegen die Kleinwelt der ersten besten Stnospe, die wir am Zweige einer Birke oder Eiche näher betrachten. Die äußeren Schuppen liegen nicht mehr jo fest aufeinander wie im Herbst, denn der Inhalt ist langsam gewachsen und hat sie ein wenig gelockert. Behutsam entfernen wir eine Schuppe nach der anderen, bis das erscheint, was unter diesen Decken sorgsam geschützt werden sollte. wöhnlich dicht in federige Härchen eingehüllt erscheinen winzige bis zur Unkenntlichkeit zusammengefaltete und geknitterte Blättchen, die zusammen ein Knäuelchen bilden. Diese schlafenden Wickelfinder wachsen und dehnen sich bei jedem wärmenden Sonnenstrahl, bei jedem frühlingsmäßigen Luftzuge, der über die Knospe gleitet. Die Form ist, bei aller Kleinheit fertig vorgebildet und nur ein Auswickeln und Vergrößern steht noch bevor. Eine gewisse Nuhezeit, die die Senospen durchmachen müssen, um auszureifen, hindert ste, die Schuppe allzufrüh abzuwerfen, sich etwa durch Frühlingslüfte im Januar übertölpeln zu lassen. Aber bei nicht normal verlaufenden Wintern ist es doch die Regel, daß viele den Fürwiz büßen müssen. grüne Näschen sich zu früh aus den Knospen streden und Wo man die zahllosen Knospen sich an den Seiten der Die Vermehrung der Gemeindeschulen foll fort- Friebenau. Heute vormittag 8% Uhr von den Bezirkslokalen Zweige vom Himmel abheben sieht, fühlt man mit ihnen den fchreiten. Der Etat fündigt wenigstens an, daß in 1909 wieder aus Flugblattberbreitung. Morgen, Montagabend, findet im Drang nach Licht und Sonne. Man möchte den Gefesselten 7 neue Schulen gebildet und 110 neue Klaffen eröffnet werden Rheinschloß", Rheinstraße 60, eine öffentliche Versammlung statt, helfen und das Tagesgestirn verwünschen, das sich zu tief follen. Freilich kommt's meist anders, als der Etat es verspricht. in welcher Stadtverordneter Genosse Obst sprechen wird. noch am Horizont berbirgt und dem Nebel und den Wolfen Für 1908 waren 140 neue Klassen versprochen worden, aber es Die Stichwahl zur Gemeindevertretung findet am Mittwoch, weicht. Aber nur gemach. Auch in der freien Natur will gut tamen nur 83 neue hinzu. Bedauerlich ist, daß für 1909 die Fertig- den 24. Februar, nachmittags von 2 bis 9 Uhr statt. stellung von nur 2 neuen Schulhäusern mit zusammen Der Borstand. Ding Weile haben, und vom Februar bis zum März ist nur 55 Klassenzimmern erwartet werden kann. Infolgedessen hält sich Groß- Lichterfelbe. Die Bersammlung des sozialdemokratischen noch ein Schritt. Schwächlich und widerstandstos ist alles zu die Ausgabe für Mietung von Wohnhäusern, die als Schulhäuser Vereins findet am Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, in früh Gereifte. Was aber die Stürme des Winters hart und bienen müssen, immer noch auf der enormen Höhe von 510 000 M., Wahrendorfs Gesellschaftshaus, Backestraße 22, statt. Tagesord. fest überdauert hat, wird uns einen Frühling bringen, den um 10 000 m. weniger, als im Etat für 1908 angefekt war. Für die mittleren und höheren Schulen wollen wir nung: Bortrag des Genossen Dr. Bruno Borchardt über: überstandenes Ungemach nur verschönern konnte. Tediglich die Hauptziffern geben. Angefekt sind für Gymnasien," Die Bedeutung Darwins für die Naturwissenschaft." Wahl der Auch das ist ein Zeichen der Seit! Realgymnasien, Oberrealschulen( nebit Mädchen- Realgymnasium) Delegierten zur Generalversammlung Groß- Berlin. Vereinsange legenheiten. 3 841 595 M. Ausgabe, 1 686 665 M. Einnahme, 2 154 930 m. Zuschuß, für Realschulen 1 532 480 M. Ausgabe, 507 560 M. Ginnahme, 1024 920 m. Zuschuß, für höhere Mädchenschulen 869 280 Mark Ausgabe, 646 180 M. Ginnahme, 223 150 M. Zuschuß. Male Der Vorstand. Wenn für die Arbeiterbevölkerung unter dem Druck des Zehlendorf. Am Dienstag, den 23. b. M., abends 8½ Uhr, Beschäftigungsmangels der Notstand immer mehr sich berfindet im Lofal von Midley, Potsdamer Straße 25, die Mitglieder schärft, dann mehren sich bei der bürgerlichen Klasse gewöhnversammlung des Wahlvereins statt. Da auf der Tagesordnung lich sehr bald die Klagen über die Bettelplage". Dieses der letzte Vortrag der Vortragsserie über die Arbeiterversicherung, Wort„ Bettel plage" fennzeichnet so recht den Standdas Invalidenversicherungsgesetz, ſteht, darf erwartet werden, bab punkt, von dem aus die bürgerliche Klaffe die Notstandsfrage ein jeder Genoffe für einen zahlreichen und pünktlichen Besuch betrachtet. Ueber das Elend des Arbeitslosen, der di rch den dieser Versammlung agitiert. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. Hunger schließlich zum Betteln getrieben wird, macht sie sich nicht viele Gedanken. Aber die Belästigung, die dem Wohlbabenden daraus erwächst, fällt ihr auf und weckt ihre Entrüstung. Lichtenberg. Am Mittwoch, den 24. Februar, findet im Lotal der Gebrüder Arnhold, Frankfurter Chauffee 5, die Generalbersammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Eagesordnung: Stellungnahme zum Kreisstatut. Ein paar Worte nur noch über das Fortbildungs- und Fachschulwesen. Im Etat stehen diesmal für Wahlfort bildungsunterricht 521 670 M. Ausgabe, 116 150 M. Ginnahme, 405 520 M. Zuschuß, für Pflichtfortbildungsunterricht 875 470 m. Ausgabe, nur 1495 M. Einnahme( weil kein Schulgeld erhoben wird), 873 975 M. Zuschuß, für gewerblichen Unterricht 1014 102 Mart Ausgabe, 389 034 M. Einnahme, 625 068 M. Zuschuß. Für den Wahlfortbildungsunterricht werden bei der Ein nahme 25 000 m. mehr als im Vorjahr erwartet, hauptsächlich Der Kampf gegen die Bettelplage" wird geführt weniger infolge Erhöhung des Schulgeldes. Andererseits hat die Ausgabe um 18 000 m. niedriger als im Vorjahr bemessen werden können. Rummelsburg. Die Generalversammlung des Wahlvereins mit Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, die dem Hungrigen Der Leerung der Wahlfortbildungsschulen wird allerdings durch Fortsetzung der Generalversammlung vom 30. Januar) findet am Verdienst und Brot geben könnte, als mit dem Nuf nach der die Schulgelderhöhung gewiß nicht Einhalt geboten werden. Auch Dienstag, den 23. d. M., abends 8 Uhr, im Lokale von Schieffer, Polizeifaust, die den Bettelnden packen und ihn dem für die Pflichtfortbildungsschulen ist zum ersten Hauptstraße 4, statt. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Strafrichter übergeben foll. In Berlin läßt die Polizei es weniger Ausgabe als im Vorjahr angefekt, um 53 000 M. Streis, Statutenänderung, Anstellung eines befoldeten Kreis- in diesem Punkte an Eifer nicht fehlen, und auch der Erfolg weniger. Die Mehrung der Schülerzahl ist vorläufig zum Still beamten, 2. Wahl von 11 Kreisdelegierten, 3. Vereinsangelegen bleibt ihr nicht versagt. Mit Stolz darf sie darauf hinweisen, Der Borstand. ftand gekommen, für die nächste Beit ist vielleicht sogar auf eine heiten, Ausschlußantrag gegen 8intel. daß fie alljährlich viele Tausende von Bettlern festnimmt. Minderung zu rechnen, die als ein Ergebnis der Wirtschafts. Brit- Budow. Dienstag, den 23. Februar, abends 9 Uhr, und die meisten dieser Frebler, die die gottgewollte" Gefrisis und der Abwanderung vieler Arbeiter- findet im Landhaus", Chauffeestraße 97, eine Boltsversammlung fellschaftsordnung so wenig respektieren, daß sie zu betteľn familien aus Berlin anzusehen wäre. statt. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der Genossenschaften und wagen, werden den strafenden Arm der Gerechtigkeit aus ihre zweckmäßigste Organisationsform." Referent Arbeiterfefretär geliefert. Karl Giebel. 2. Diskussion. Der Einberufer. Das Ergebnis der Jagd auf die Bettler wird selbstSchmargendorf. Am Dienstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr, berständlich beeinflußt durch die Steigerung oder Mäßigung findet im Schüßenhaus", Hundekehle Straße 20, eine Volksvers des Eifers, mit dem die Polizei sich dieser hochwichtigen Auffammlung statt, in der Genoffe Sturt Heinig über Frauen und gabe widmet. Aber einen sicherlich noch stärkeren Einfluß Politik sprechen wird. Hierzu sind besonders die Frauen übt hier die Verschlechterung bezw. Besserung der Erwerb 6eingeladen. Die Genoffen werden ersucht, die Billetts vom Kostümfest in berhältnisse aus. In Zeiten der Arbeitslosig dieser Versammlung mitzubringen. Der Vorstand. teit schwillt die Schar der Bettler so an, daß der Polizist, der ausgeschickt wird, um der Bettelplage" zu wehren, nicht lange nach feinen Opfern zu spähen braucht. Im Jahre 1907 wurden von unserer reichshauptstädtischen Polizei 15 893 Bettelnde zur Strecke gebracht, im Jahre 1908 durfte sie fich 17 009 als Erfolg ihrer Jagd buchen. Partei- Angelegenheiten. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Achtung! Die für Montag, den 22. d. Mts., und die folgenden Daten in Freyers( Stellers) Saal, Stoppenstr. 29 angesetzten Zyklus- Vorträge der Genossin Zetkin über die Frauenfrage müssen leider ausfallen, da die Referentin anhaltender Krankheit halber außerstande ist, in 11 der maaten Zeit öffentlich zu sprechen. Der gesamte Vortragszyklus foll mumehr im Mai dieses Jahres abgehalten werden. Das Nähere wird noch bekannt gegeben. Die verkauften Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit und können im Mai benutzt werden, doch sind die Kreiswahlvereine auch angewiesen, auf Verlangen den gezahlten Betrag von 50 Pf. per Eintrittskarte zurückzuerstatten. Der Zentralvorstand. Am Dienstag, den 23. Februar, 8%, Uhr abends, Generalversammlungen der 6 Berliner Kreise: 1. Kreis:„ Lebensquelle", Kommandantenstr. 20. 2. Kreis: Hofjäger- Balaft, Hafenheide 52/53. 3. Kreis: Gewerkschaftshans, Engelufer 15. 4. Kreis: Kellers Festfäle, Koppenstr. 29. 5. Kreis: Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. 6. Kreis: Prachtfäle Nordwest, Wiclefstr. 24. = Nieder Schöneweide. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 23. b. M., abends 8 Uhr, im Lokal Styffhäuser" statt. Vortrag des Genossen Fendel über: Reform oder Revolution". Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Soffen. Den Parteigenossen aur Kenntnis, daß Umstände Die weitaus meisten dieser beim Betteln betroffenen halber im Februar unsere Wahlvereinsversammlung ausfällt. Personen waren Männer. Im Jahre 1908 wurden 16 159 Der Vorstand. männliche Personen wegen Bettelns aufgegriffen, daneben Biesberf. Dienstag, den 23. Februar, Zahlabend bei Gustab nur 642 weibliche Personen und leider auch 208 Kinder im Berlin, Mahrzahner Straße. Der Vorstand. Alter bis zu 12 Jahren. Den höchsten Ertrag brachten der Friedrichshagen. Dienstag, den 23. Februar, abends 8% Uhr, auf Bettler fahndenden Polizei die Wintermonate, findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Witwe Berche, Friedrichstraße 112, statt. Tagesordnung: 1. Kreisange den geringsten die Sommermonate. Im Januar 1908 wurden Tagesordnungen legenheiten, Berichterstatter W. Denter, 2. Vereinsangelegenheiten, 1525 Personen aufgegriffen, im Februar fogar 1871 Personen, 3. Verschiedenes. Der Vorstand. sodann sank die Zahl und zwar bis auf 1041 für Juni und Weißenfee. Morgen, Montag, den 22. Februar, abends 1087 für Juli, darauf begann eine erneute Zunahme, und im 8% Uhr, findet im Brälaten, Lehderstraße 122, eine öffentliche November und Dezember wurden wieder 1786 und 1785 Bersammlung statt, in welcher die Genoffin Jeege- Rixdorf über Sistierungen wegen Betteins erreicht. Unter den 17 009 " Die Frau im Kampfe ums Recht" spricht. In Anbetracht dieses sistierten Berfonen des ganzen Jahres waren nur 2860, die wichtigen Themas wird gerade von den Frauen und Mädchen reger mit bloßer Verwarnung fofort wieder entlassen wurden. 4543 Besuch erwartet. andere wurden awar gleichfalls baldigst wieder auf freien Fuß gesetzt, aber eS blühte ihnen hinterher eine Anzeige. Die iibrigen 3606, mehr als die Hälfte der Gesamtzahl, wurden in Polizeigewahrsam gebracht, um von da aus dem Nichter vor- geführt zu werden. Man sieht, die N o t der Zeit hat im letzten Jahr hohe Anforderungen an die Leistungsfähig- keit der Polizei gestellt, doch diese hat sich gewachsen gezeigt ihrer Aufgabe, die besitzende Klasse vor Bettlern zu schützen. Wenn sie im Jahre 1909, sür daS eine noch stärkere Zunahme der„Bcttelplage" zu erwarten ist, mit gleichem Eifer auf Bettler fahndet, so darf sie der dankbaren Aner- kennung eines ebenso ordnungsliebenden, wie wohlgesättigten Bürgertums unserer Stadt Berlin sich versichert halten._ Zur Ncuregcluna des Berliner NettnngSwcsenS ist der Berliner Stadtverordnetenversammlung eine sehr ausführ- liche Magistratsvorlage mit einer eingehenden Begründung zuge- gangen. Darin heißt eS u. a.:„Auf Grund des Gemeindebeschlusses vom M. Mai IM? ist das Berliner Rcttungswesen einstweilen der- ort geregelt, daß neben 13 in den größeren Krankenanstalten ein- gerichteten sogenannten Hauptwachen innerhalb der Stadt bestehen: 7 für Rechnung der Stadt durch den„Aerztcvercin" verwaltete „Rettungswachen", 13 Sanitätswachen lediglich für den Nachtdienst und 14 Unfallstationen. Neben diesen drei Arten von Wachen, die ihren Zweck bisher erfüllt haben, kamen für die erste Hilfe noch die folgenden Einrichtungen in Betracht: 1. die städtische Zentralmelde- stelle im Rathause für den Nachweis von freien Betten in den Krankenhäusern von Groh-Berlin. die sich bisher in jeder Hinsicht bewährt hat. Sie hat 12475 M. Kosten pro Jahr erfordert. � 2. Der Betrieb der städtischen Sanitätsstuben in den Markthallen, im Rat- hause und in den Feuerwachen: Schöneberger Straße 20, Fisckzer- straße 37/38, die Verbandkästen in den Polizeirevieren und die Rettungsgeräke an den öffentlichen Wasserläufen, die rund 400» Mark pro Jahr erfordern. 3. Der Krankentransport, der sich in Privathänden befindet. Die Gesamtkosten des Berliner Rettung-- Wesens haben in den letzten Jahren für die Stadt etwa 120 000 Mark betragen. Für 1008/02 standen 150 000 M. zur Verfügung. Ueber die künftige Gestaltung heißt cS dann u. a.:„Wenn der Magistrat diesem Zustande gegenüber sich vor die Frage gestellt sah, ob und inwieweit eine Umgestaltung' drs Rcttungswesens er» forderlich sei. mußte zunächst zu dem in der Oeffentlichkeit mehr- .-ach geäußerten Wunsche einer vollständigen Verstadtlichung des RettungSwescns Stellung genommen werden. Nach reiflicher Er- wägung ist der Magistrat zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine solche Maßnahme zurzeit nicht angebracht ist. Sie würde Zweifel- los dann begründet sein, wenn der derzeitige Zustand schlecht oder mangelhaft wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Die Stadt hat alle Ursache, mit den einzelnen Leistungen der genannten drei Jnsti- tutionen zufrieden zu sein. Das einzige, was insbesondere im Be- wußtsein der Bürgerschaft als ein wirklicher Mangel empfunden wurde, ist der Umstand, daß sie zueinander bisher nicht die richtige Stellung haben finden können, ja sogar vielfach eine Art fcino- selige Haltung gegeneinander eingenommen haben. Man wird aber hoffen dürfen, dem auch in anderer Weise als durch völlige Ver- nichtung des Bestehenden begegnen zu können." Der Magistrat hat es aber ferner auch für unwirtschaftlich gehalten und geglaubt, es wegen der zu befürchtenden Rückwirkung auf die Bürgerschaft vermeiden zu müssen, auf die sich anbietende Mitarbeit und finanzielle Opferbereitschaft weiter Kreise der Bevölkerung ohne weiteres zu verzichten. Der Magistrat hat es vielmehr für besser und vorteil- hafter erackrtet, die drei bisherigen Institutionen grundsätzlich zu erhalten. Es standen so zwei Wege offen. Entweder die Stadt zieht ihre Unterstützung zurück und überläßt das Rettungswesen vollständig den privaten Institutionen. Die Folge davon würde sein, daß Rettungswachen und Sanitätswachen finanziell sich nicht erhalten könnten und somit den Unfallstationen der ganze Ret- tungsdienst zufiele. DieS Ergebnis muß schon um deswillen ver- mieden werden, weil daS Rettungswesen auf diesem Wege zu einem Monopol der Unfallstationen gemacht werden würde. Oder die drei privaten Institutionen werden auch ferner von der Stadt nach Bedürfnis unterstützt. Zwei Gesichtspunkte stehen obenan: Ein- beitlichkeit und strenge Beaufsichtigung deS Dienstes für erste Hilfe. Im einzelnen ist mit den beteiligten drei Institutionen Vorbehalt- lich der Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung folgendes vereinbart worden: Stationen für erste Hilfe a) Unfallstationen: Diese haben sich verpflicktet in den Stätten erster Hilfe künftig eine größere Zahl von Hilfsärzten zu beschäftigen, und zwar mindestens zehn in jeder Station, die abwechselnd Dienst zu tun haben. Zwischen Aerzteverein und Kuratorium ist vereinbart worden, daß die auf den Unfallstationen tätigen Aerzte Mitglieder deS Aerztcvercins werden und dieser bei Vakanzen Aerzte präsen- tiert. Als Beschwerdeinstanz wird ein Organ geschaffen, das aus ztvei ärztlichen Vertretern des Kuratoriums der Unfallstationen, aus zwei Vertretern des Vorstandes deS Aerztcvereins und einem Vertreter des Magistrats besteht, b) Rettungswachen: Die übrigen Institutionen bleiben ziemlich unverändert, sollen aber weiter ausgebaut werden. Die Verwaltung und Beaufsichtigung bleibt dem Magistrat direkt unterstellt. Von den zurzeit 22 räumlich getrennten Hilfsstellen werden voraussichtlich einige eingehen und zwar wahrscheinlich die in der Annenstr. 23, Huttcnstr. 11, Mariannenufer 2 und Schönhauser Allee 31. Es würden also 18 Hilfsstellen übrig bleiben. An den sonstigen Einrichtungen soll wenig geändert lvcrden. Unter anderem sollen IL Feuerwachen mit fahrbaren Tragbahren ausgerüstet werden. Der Aerzte- verein würde also in Zukunft 6 Rettungswachen oder Hilfsstellen (darunter 2 Vollmachen und zwei Halbwacfen), das Kuratorium der Unfallstationen 11 Hilfsstellen(4 Voll- und 7 Tagcsstationen) und die Sanitätswachen 11 nächtliche Hilfsstellen behalten. An Sub- ventioncn sollen gezahlt werden: 60 000 M. jährlich dem Berliner Aerzteverein, bis zu 75 000 M. jährlich dem Kuratorium der Unfallstationen und bis zu 36 000 M. jährlich den Sanitätsivachen. Hierzu kommen dann noch die Kosten für die übrigen Einrichtungen im Rathause, den Markthallen, den Feuerwachen, an den öffent- lichen Flußläufen usw. Die Gesamtkosten dürften sich danach auf rund 200 000 M. pro Jahr für die Stadt stellen. Wir können die vom Magistrat gemachten Vorschläge als keine glückliche Lösung der Frage des RettungSwesens betrachten. Ohne auf Einzelheiten— speziell auf das Wirken der Unfallstationen— näher einzugehen, muß nach wie vor verlangt werden, daß das ge. samte RettungSwesen von der Stadt Berlin in die Hand genommen wird und eine Verwaltung erhält, in der auch die Interessenten, als solche betrachten wir die Krankenlassen, ihre Vertretung finden. Die Magistratökommissien für die Schulspeisung hat gestern durch den Stadtschulrat Dr. Fischer im Magistrat über ihre Be- ratungcn usw. berichtet. Die Vorschläge der Kommission wurden genehmigt. Danach soll mit de»,.Verein für Kinder-Volköküchen" ein Vertrag auf ein Jahr geschlossen werden, in welchem der Verein verpflichtet wird, die von der Schulverwaltung angegebenen Kinder an allen Schultagen mit Ausnahme der Ferien zu speisen, wofür den. Berein eine Subvention von 11 Pf. für die Poriiou bewilligt werden soll. Im Südosten der Stadt sollen 100 bis 200 Kinder in einer Schule gespeist werden, nach welcher die Speisen von der be- nachbarten Küche deS„Vereins für Volksküchen vom Jahre 1866" geliefert werden sollen. Ferner soll eine geeignete Persönlichkeit mit der Ueborwachung der Speisen und der Speisung beaustragt werden. Diese Person hat Ihre Beobachtungen der Magistratskommiision direkt zu unterbreiten. Der Magistrat wird nunmehr der Stadt- verordnetcnvcrsammlung noch eine entsprechende Vorlage machen. Endlich wird der Bürgerstcig am Grand Hotel Alexauderplatz zwischen der Alte» Schützcnstraße und dem Alexanderplatz für den öffentliche» Verkehr in seiner ganzen Breite freigegeben werden. Dieser Bürgersteig war bis jetzt durch Ketten, die an Säulen be- festigt waren, abgesperrt und im Sommer mit einem Podium besetzt, das zum Aufenthalt für Gäste deS Eafö Grand Hotel diente. Der Magistrat hat dort neue Banfluchtlinien für die Neue Königstraße festgesetzt und zahlt der Eigentümerin für die Abtretung des schmalen Streifens 60 000 M. Die Zentralkommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte veranstallet in der nächsten Woche nachlichend verzeichnete hygienische Vorträge. Der Zuhitt zu denselben ist für jedermann unentgeltlich. Am Donnerstag, den 25. Februar, sprechen in den Aulen der nachbeimnnten Gemeindeichulen über das Thema:„Schutz und Pflege des AugeS" Herr Dr. Kowalewski in der 247./252. Geincindeschule. Rigaerstr. 81,82. Herr Dr. B. Pollack in der 240./254. Gemeinde- schule. Waldenserstr. 25/20. Herr Dr. H. Leivin in der 117./178. Ge- mcindeschule, Eberswalderstr. 10. Herr Dr. E. Jacobsohn in der 115./237. Gemeindeschule, Skalitzerstr. 55/50. Am Freitag, den 20. Februar cr. sprechen über das Thema: „Herzleiden" Herr Professor Dr. Rost» in der 91/101. Gemeindeschule. Gneisenaustr. 7, Herr Dr. Rehfiich in der 81./10S. Gemeinde- schule, Tilsiierstr. 4/5. Herr Professor Dr. Strauß in der 11ft./127. Gemeindeschule, Pankstr. 8, Herr Dr. G. Joseph in der 228./27g. Ge- meindeschule Pasteurstr. 5. In Boxhage ii- Rummelsburg spricht am Dienstag, den 23. Februar. Herr Dr. E. M. Simons in der Neuen Schule. Marktstraße, über das Thema:„Frauenkcanlheiten und ihre Ver- hütung".(Nur für Frauen.) In Charlottenburg in der 12. Gemeindeschule, Sophie- Chailotten-Str. 69, spricht Herr Dr. A. Lippmann über das Thema: „Geichlechiskrankheiien und ihre Verhütung". In Lichtenberg in der Gemeindeschule, Kronprinzenstr. 10, spricht am Donnerstag, den 25. Februar cr., Herr Dr. Leu! über das Thema:„Krebs und Geschwüre der VerdarnrngSorgane". In Pankow in der 2. Gemeindeschule, Grimowstraße, spricht am Donnerstag, den 25. Februar cr., Herr Dr. Dodländer über das Thema„Cleschlechtskrankhciten und ihre Verhnlung". In R i x d o r f in der 9 /10. Gemeindeschule. Kaiser-Friedrich- straße 4 am Hermannsplatz, spricht am Freilag. den 26. Februar cr., Herr Dr. Keil über das Thema„Geschlechlskrankheiteu". In Schö neberg in der 10./lt. Eemeindeschule, Feurig- straße 61/62, spricht am DienStag. den 23. Februar cr., Herr Dr. W. Friedländer über das Thema:„Licht- und Röntgen- behandlung". In T e m p e l h o f bei Herrn Wunder. Kaiserin-Augusta-Str. 1. spricht am Freitag, den 20. Februar cr., Herr Dr. C. Bäumer über das Thema:, Hautpflege und Bäder". In Weißensee in der Gemeindeschule, LanghanSstr. 120. spricht am Freitag, den 26. Februar cr.. Herr Dr. K. Hirsch über daS Thema:.Unfälle des täglichen Lebens". Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich abends 8 Uhr. Einen bösen Rcinfall hat dieser Tage Herr Bruhn, der Herausgeber des SensationS- blältchenS„Die Wahrheit", erlitten. Anläßlich der Verhafwng des Schriftstellers Dahsel wegen Verdachts der Erpressung wurde fest- gestellt, daß Dahsel auch zu der Bruhnschen.Wahrheit" in sehr enger Beziehung gestanden habe. Herrn Bruhn war diese Offen- barung sehr unangenehm, und er bemühte sich krampfhaft, den ver- hafteten Dahsel von seinen Rockschößen abzuschütteln, ein Verfahren. das selbst Dahsel für unschön gefunden haben soll. Weil aber alles nichts nutzte, ging er zum Kadi und erwirkte gegen acht Berliner Zeitungen, auch gegen den„VorivärtS", eine einstweilige Verfügung. in der es hieß: „Den Antragsgegner» wird zur Vermeidung einer fiskalischen Strafe von je 1000 M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung ver- boten, in den Zeitungen ihres Verlages weiter die Behauptung aufzustellen, da« der verhaftete Schriftsteller Hermann Dahsel ei» Redakteur der„Wahrheit" sei, und daß die Redaktion und der Verlag der„Wahrheit" mit dem ErpressungSversuch deS Dahsel in irgend einem Zusammenhang stehe." Merkwürdigerweise war in der Begründung dieser einstweiligen Verfügung gesagt, daß Dahsel zu Herrn Bruhn und seiner„Wahrheit" „in keinerlei Beziehungen" stehe, während Herr Bruhn in einem an uns gerichteten Schreiben zugab, daß Dahsel Mitarbeiter der„Wahiheit" sei. Herr Bruhn frohlockte. Er sah schon im Geiste, wieviele Tausende er infolge dieser Verfügung einheimsen würde. In seinem Blättchen verkündete er stolz, daß verschiedene Zeitungen sich Verstöße gegen diese einstmalige Verfügung zuschulden kommen lassen und er sammelte gewissenhaft die„einzelnen Fälle'; leichter ließen sich kaum tausend Mark verdienen. DaS Skandalblättchen findet ohnehin keine nennenswerte Beachtung, obwohl der Verkauf desselben selbst an den Bahnhöfen gestattet ist, aber eS vegetiert doch, von Klatsch und Tratsch lebend. Da war eS geradezu ein gefundenes Fressen für den Herausgeber, die Finanzen durch diverse Tansende Mark wieder auszubessern. Aber Herr Bruhn hatte zu früh triumphiert. Ueber die Rechtmäßigkeit der Verfügung mußte erst noch mündliche Verhandlung stattfinden. Diese hat nun stattgefunden und zwar mit dem Ergebnis, daß die einstweilige Verfügung als unrechtmäßig ausgehoben worden ist. ES wär' so schön gewesen I Der Verein für Kinder-VolkSküchen hat in feinen 17 Anstalten im Monat Januar 1909 an schulpflichtige und nichtschulpflichtige Kinder 203 925 Portionen verteilt. 139 048 Kinder wurde» von den Schulen überwiesen. Da der Zudrang zu den Kinder-Bolkstüchen anhält, werden Damen, welche sich dein Ehrendienst in den Kinder» Volksküchen widmen möchten, indem sie wöchentlich einmal de» Kindetn das Essen in der Zeit von 12 bis 2 Uhr darreichen, gebeten, ihre Adressen an das LercinSbureau Schaperstr. 34 einzusenden. Zu den Messerstechereien wird unS über zwei wichtige Funde berichtet, die geeignet sind, einigen Unholden auf die Spur zu kommen. Am Dienstag, den 16. d. M., vormittags um 12% Uhr, wurde ein Mann beobachtet, der aus dem Hause Gubener Straße 29 aus di« Straße herausgestürzt kam und draußen einen Gegenstand in den Schnee warf. Sein Aussehen und seine Eile ließen ihn verdächtig erscheinen, und der Gegenstand wurde ausgehoben. ES war ein Messer. Kurz bevor dieser Mann auf die Straße rannte, hatte eine Maurcrfrau K. im zweiten Stock des Hauses einen Mann an einer Korridortür stehen sehen. Bei ihrer Annäherung nach dem Treppenpodest hatte er sich gebückt und Frau K. hatte aus seiner Hand die eiserne Spitze eines Gegenstandes hervorragen sehen. Sie hatte laut aufgeschrien und dadurch den Mann in die Flucht getrieben. Zweifellos ist dieser Mann identisch mit dem, der das Messer auf der Straße weggeworfen hat. Dieses Messer ist sehr alt, ein Sachverständiger schätzt es auf 50 Jahre. Auf ein sehr hohe? Alter deutet die abgeschliffene und verblaßte Hirschhoruschale hin. Die einzige Klinge in dem Messer ist im Verhältnis zum Heft zu kurz. Die Feile, die es hat, ist an der Spitze früher wahr- scheiulich in einen Schraubenzieher ausgelaufen, wie bei Jagd- messern. Jetzt ist sie vorn scharf angeschliffen. Als das Messer auf die Straße geworfen wurde, war sie aufgeklappt zum Gebrauch. Das Messer enthält außerdem einen Korkenzieher und einen drei- kantigen, 5 Zentimeter langen, spitz zulaufenden Pfeifenrcinigcr. Die neusilbcrnen Beschläge am Vorderende bilden Patronen- auSzieher für Kaliber 12 und 10 Jagdpatronen. Die eine Hirsch- hornschale ist weniger gerippt als die andere.— In einem anderen Falle, dem der Verletzung der Frau K. in Hohcn-Schönhauscn, als die Ueberfallene mit dem Täter um das Messer rang, wurde ihr der Kragen ihrer Pelerine ausgerissen. In dem Kragen hängen ge- blieben war ein in zwei Teile gebrochener sogenannter Totenkopf- ring aus silberähnlichem, unechtem Metall, etwa 1 Zentimeter breit. Dieser Ring rührt zweifellos von dem Täter her. Die Er- Mittelung der Personen, denen das Messer und der Ring gehören. ist von großer Wichtigreit. Wer Kenntnis davon hat. wem das Messer gehört, oder wer weiß, daß jemand einen solchen Ring be- sessen hat. der ihm jetzt aber fehlt, der wird unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 3000 M. gebeten, seine Wahrnehmungen unverzüglich der Polizei mitzuteilen. Beide Gegenstände sind jetzt im Lichthofc des Polizeipräsidiums zur Besichtigung in einem Kasten ausgestellt. Zwei maskierte jugendliche Verbrecher verübten in der ver- gangencn Nacht einen schweren Ucbcrfall auf einen Wächter, der ihnen bei einem Juwelencinbruch in den Weg trat. Der Händler Willy Wendel und der Arbeiter Richard Lcnzner, Burschen von 17 Jahren, Söhne zweier Schwestern, ließen sich gestern abend aus dem Grundstück Neue Königstr. 43. auf das sie sich schon um 8 Uhr eingeschlichen hatten, einschließen, um der Juwelenhandlung von Lewin einen nächtlichen Besuch abzustatten. Als sie sick nach Schluß des Hauses an die Arbeit machen wollten, hörte der Privatwächter Schuckar ein Geräusch, ging ihm nach und fand die beiden Burschen auf der Bodentreppe des Hinterhauses im dritten Stock. Sofort fielen die Aufgestöberten, die schwarze Maöken trugen, über ihn her. schlugen ihn mit Gummiknüppeln zu Boden und stopften ihm zwei Taschentücher in den Mund. Dann fesselten sie ihn, ließen ihn aus der Treppe liegen und gingen nach dem Hof hinunter, ttm von hier aus den Einbruch auszuführen, indem sie das Schutzgitter eines Fensters an dem Lcwinschcn Ladenraume wegsägtcn und den Riegel zurückschoben. Unterdessen war Schuckar wieder zu sich ge- kommen und hatte sich von den Fesseln zu befreien gewußt. Er Helte zwei Hausgenossen, den Verwalter Meyer und den Heizer Lingner zu Hilfe, und rückte mit diesen den Einbrechern auf den Leib. Jetzt versuchten die Burschen, sich durch die Flucht zu retten. Wendel wurde jedoch sofort ergriffen. Lenzner entkam zwar noch, indem er sich mehrmals losriß, wurde aber später in seiner Woh- uung in der Rückerstraße ermittelt und ebenfalls festgenommen. _ Aus dem Polizcibcricht. Gestern früh 7'/, Uhr fand der Müll- kutscher, der den Müllkasten aus dem Hofe des Grundstücks Schön- hauser Allee 50 ausräumte, die Leiche eines Kindes weiblichen Ge- schlechtS. Am Halse bemerkte man Strangulationsmarken, die von einem Tuche herrühren dürften. daS um den Hals geschlungen war. Die Recherchen nach der Mutter sind bisher erfolglos geblieben. Die Leiche ist dem Schauhause zugeführt worden.— Unter Versprechung von Geldgescheuken versuchte nachmillags der 41 Jahre alte Kauf- manu Emil V auS Friedenau die 12jäbrige Tochter Hedwig de« im Haui'e Lützowstr. 17 wohnhaften Kohlenhändlers Josef Zbylicky in den Flur des Grundstücks Nr. 2l zu locken. Als das Kind seinen in der Nähe weilenden Vater herbeirief, lief B. schleunigst davon, wurde aber lkm Zbylicki und mehreren Kohleuarbeitern vor dem Hause Steglitzer Str. 13 eingehvll und zur Wache gebracht, von Ivo später seine Uebersührung noch dem Polizeipräsidium erfolgte. Wegen Arbeitslosigkeit ist der 25 Jahre alte Musiker Karl Albrecht auS der Soldinerstraße 87 ins Wasser gegangen. Gestern nachmittag sahen zwei Männer seine Leiche am Kronprinzenufer in der Spree treiben und landeten sie. AuS Aufzeichnungen, die man in den Kleidertaschcn deS Toten fand, geht hervor, daß der junge Mann wegen Arbeitslosigkeit schwermütig geworden war. Eine strenge Kontrolle wird jetzt von Beamten der Lande-- Versicherungsanstalt Berlin über das Kleben ausgeübt. Kontrolleure gehen von Haus zu Haus und prüfen, ob die Invaliden. karten vorschrifiLmäßig geklebt und die Marken entwertet sind. Also Vorsicht! Wer sich vor Strafe schützen will, der klebe. Unter Hinterlassung einer grohen Schuldenlast, die sich auf mehr als 300 000 M. beziffern soll, ist der Möbelhändler G. seit kurzem verschwunden. Bei der Flucht, die er angeblich nach Paris angetreten haben soll, hat er auch sein neunjähriges Töchterchcn mitgenommen, während die Frau in Berlin zurückgeblieben ist. In Betracht kommen 157 Gläubiger, die das gutgehende Geschäft weiter führen, weil durch die vorhandenen großen Warenbestände die Passiven gedeckt werden können. Die Veranlassung zu der Flucht. die im Zentrum der Stadt großes Aufsehen hervorgerufen hat, soll in Familienangelegenheiten zu suchen sein. Eine neue Berliner Anglerkoloni« wird in diesem Sommer an den Seen in der Umgebung von Woltersdorf entstehen. Eine große Anzahl Anhänger deö Angelsports haben infolge der Ver- teuerung der Anglerkarten solche von der Fischerinnung in Wolters- dorf gelöst, die einen Preisaufschlag nicht vorgenommen hat. In- folgcdcsscn haben die WolterSdorser Fischer schon jetzt mehr als die Hälfte ihrer Anglerkarten abgesetzt. Ein gefährlicher Fabrikbrand beschäftigte die Feuerwehr gestern vormittag lange Zeit in der Dresdener Straße 88/89. Im dritten Qucrgebäude befinden sich dort im Erdgeschoß sowie im ersten Stockwerk die Fabrikräumc der Fabrik zur Herstellung Prä- parierter Palmen von Johannes JunghanL. Durch Entzünden von Benzindämpfen an einem eisernen Ofen entstand nun plötzlich in dem im ersten Stock befindlichen Arbeitsraum eine heftige Ex- plosion, die auch die dort lagernden fertigen Waren in Brand setzte. Als Brandmeister Elsncr an der Brandstätte erschien, hatte das Feuer schon einen großen Umfang angenommen. Die Wehr mußte sich darauf beschränken, ein Umsichgreifen des Feuers zu verhüten. Der Arbeitsraum brannte vollständig aus, und ist der entstandene Schaden ein ganz beträchtlicher. Glücklicherweise konnten die dort beschäftigten Arbeiterinnen sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, nur ein Arbeiter erlitt Brandwunden im Gesicht. Gegen 12 Uhr war jede Gefahr beseitigt. Eine wilde Jagd nach cincm falschen Messerstecher gab es gestern abend aus dem Wedding. Der wohnungSlose 32 jährige Willi Steil" hatte bei einem Fräulein F. in der Chausseestr. 32 gebettelt. Als er die Treppe wieder hinunterging, begegnete ihm die in dem Hause- wohnende Frau M. Er lachte sie an. und Frau M.. in dem Glauben, daß sie den Messerstecher vor sich habe, schlug Alarm. Der Bettler machte sich aus dein Staube und bald hatte sich eine förmliche Jagd, an der sich zahlreiche Pasjaiiten beteiligten, hinter ihm gebildet. Ein berittener Schiitzinann erreichte schließlich den Flüchtling und nahm ihn fest. Auf der Revierwache in der User- straße stellte sich jedoch bald heraus, daß man einen harinlosc» Bettler für den langgesuchten Messerstecher gehalten hatte. Feuerwehrbericht,- Gestern früh um 8 Uhr kam in einer Schneiderwerkstatt in der Warschauer Straße 20 Feuer aus. Tische, Regale mit Kleidungsstücken, Schaldccken, Fußboden u. a. standen bei Ankunft des 7. ZugeS in Flammen. Gleichzeitig muhte in der Watthäikirchstr. 7 ein Brand gelöscht werden. In der letzten Nacht um 2 Uhr hatte die Feuerwehr in der Gr. Hamburger Straße 37 und gleichzeitig in der Rathausstr. 1 zu tun. Hier war in einem Keller und dort in einem Laden Feuer ausgekommen. Hausrat. Lumpen, Kleider Fußböden waren in Brand geraten. Vorort- l�achricbtem Ja elacr Anzahl gut besuchten Volksversammlungen im Kreise Niederbaruim referierte in letzter Zeit Genosse Artur Stadthagen. Der Referent als Vertreter des ZkreiseS im Reichstage behandelte im allgemeinen ThemataS. die die verfahrene ausländische wie inlän» dische Politik Deutschlands illustrieren. In Friedtichsfclde hatten sich über 400 Personen nach dem Dubeschen Lokal begeben, um den Referenten zu hören. Die tresf- liche Charakteristik StadthagcnS über die politische Lage Deutschlands wurde von den Versammelten mit demonstrativem Beifall ans- genommen. Genosse Oehlert ermahnte zum Schluß die Ver- sammelten, für die Ideen der Sozialdemolratie, sowie sür den Ein- tritt in die Organisation zu agitieren. Eine gleichfalls gut besuchte Versammlung tagte in Fredersdorf- Neiienhagen. In zweistündiger von beißendem Hohn durchwürzten Rede übte Stadthagen scharfe Kritik:« folgende Resolution fand ein» filmmige Annahme: Die Berfammlung erflärt sich mit den Aus- jahre entgegen. Der Dbmann, Genosse Flemming, führte aus, daß findlichen Pfleglinge den Antrag, für diefe fünf Schüler den alten führungen des Genossen Stadthagen einverstanden; fie protestiert im Berichtsjahre fich wesentliche Veränderungen in der inneren wie Satz zu berechnen. Der Antrag findet Annahme. Ueber die Prüfung ganz energisch gegen das persönliche Regiment und die den Frieden äußeren Gestaltung der Kommission vollzogen haben. Einmal durch und Feststellung der Jahresrechnung 1908 referierte der Vertreter und das Ansehen Deutschlands gefährdende auswärtige Politit. In den Anschluß an die Berliner Getverkschaftskommission als Unter- Grünewald. Aus seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß die besonderer Beachtung der Rede des Reichskanzlers, verpflichten sich Reichsvereinsgefeges haben sich die bisher gewohnten Ver- betrugen 2806 592,91 M. Nach allen Abzügen verbleibt ein barer fommission und zweitens durch das Infrafttreten des neuen Gesamteinnahmen sich auf 3 294 301,97 M. belaufen. Die Ausgaben die Anwesenden mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dafür hältnisse bedeutend geändert. In 20 Ausschußsizungen sowie Ueberschuß von 51 456,02 M. Ein Mehr brachten ein die Hundes einzutreten und nicht eher zu ruhen, bis das allgemeine, gleiche, 12 Plenarsizungen der Kommission wurden die örtlichen Arbeiten Steuer 6 Broz., die Luftbarkeitssteuer 22 Broz, die Umfassteuer direkte und geheime Wahlrecht für den preußischen Landtag er geregelt. Hierzu kommen noch außerdem die verschiedenen 24,5 Proz., die Grundwertsteuer 12,2 Proz., die Einkommensteuer rungen ist. Sigungen in der Berliner Gerwerkschaftskommission resp. in deren 1,9 Proz. Bei der Grundwertsteuer waren nur 81 000 M. in den In Ober- Schöneweide war am legten Dienstag der große Saal Ausschuß. Der Kommission sind im Berichtsjahre beigetreten die Etat eingefeßt, eingebracht hat dieselbe jedoch 167 000 m., also mehr im Wilhelminenhof" bis auf den letzten Platz besetzt. Stadt Brauereiarbeiter und die Sektion des Maurerverbandes: die Gips- als das Doppelte. Nach Erledigung einiger fleineren Angelegen hagen ließ hier alle nennenswerten politischen Ereignisse der letzten und gementarbeiter. Dem Verbande der Gast- und Schantwirte beiten erfolgte Schluß der öffentlichen Sigung. Beit Revue passieren, wobei er die Unfähigkeit der deutschen wurde eine beratende Stimme in der Kommission zugebilligt. Aus- Mariendorf- Südende. Diplomatie gehörig glorifizierte. Auch die Steuerpolitik Preußen- des Berichtsjahres 29 Gewerkschaften angehören. getreten sind die Buchbinder, so daß der Kommission am Schluffe Des weiteren Ueber die politische Lage referierte in einer im Lotale von Deutschlands erörterte der Redner eingehend und zeigte dabei den erwähnte der Redner die Agitation für den Achtuhr- Ladenschluß der Bierock stattgefundenen Volksversammlung die Genossin Berta Versammelten, daß den Millionen der Enterbten abermals weitere am 1. November eingeführt sei. Auch der jungen Dienstbotenbewegung ung wig. Der Vortragenden wurde für ihre trefflichen AusLasten auferlegt werden sollen. In schneidendem Widerspruch zu der wurde die ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Die wirtschaftliche führungen reicher Beifall gezollt. Hierauf beschäftigten sich die immer stärkeren Belastung stehe das gänzliche Versagen der Krisis ist auf das Gewerkschaftsleben nicht ohne Einfluß gewesen. Der Versammelten mit der allgemeinen und der örtlichen ArbeitslosenHerrschenden Klassen wie der Regierung gegenüber den arbeitenden Mitgliederbestand in manchen Gewerkschaften, namentlich in denen zählung. Im Gegensatz zur amtlichen Zählung, die nur 71 ArbeitsKlassen in sozialpolitischer und rechtlicher Beziehung. Zum Schluß der Baubranche, ist erheblich zurückgegangen. Eine große Teilnahm- loie aufwies, find durch das Hauslistenzählsystem durch unsere des mit großem Beifall aufgenommenen Vortrags forderte der losigkeit ist ferner zu verzeichnen gegenüber den einberufenen öffent Genoffen 295 Arbeitslose festgestellt worden. Unseren GemeindeReferent auf, in dem Kampf um die Erringung des gleichen, direkten bedingt Wandel in den einzelnen Gewerkschaften gefchaffen werden. zur Befürwortung im Dorfparlament überwiesen, in welcher baldige lichen allgemeinen Gewerkschaftsversammlungen. Hierin müsse un- vertretern wurde von der Versammlung einstimmig eine Resolution und geheimen Wahlrechts für Preußen auszuharren und immer neue Was die zentralisierte Bibliothek der Gewerkschaften und Partei, die Linderung der Arbeitslosigkeit gefordert wird. Zum Schluß verKämpfer um das Banner des Sozialismus zu scharen. Der Vor- sich in der Parteispedition, Sefenheimer Str. 1 befindet, anbetrifft, urteilte die Verfammlung das Vorgehen des jetzigen Besizers zum figende Genosse Muth übte hierauf noch scharfe Kritik an dem so hat sich erfreulicherweise die Leierzahl gegenüber früher vermehrt. Alten Astanier", Herrn Gastwirt Grafft, Chauffeestraße( Ecke Berhalten der Rummelsburger Polizei am Wahlrechtssonntage. Mit Es sei nun noch zu wünschen, daß diejenigen Gewerkschaften, die sich Eisenacher Straße), der der Arbeiterschaft sein Lokal für den Verkehr einem Appell an die Versammelten, den Vorwärts" zu abonnieren dem großen Gangen noch nicht angeschlossen haben und ihre verweigert. Eine Resolution, in welcher sich die Verfammelten ber und den Organisationen der Sozialdemokratie beizutreten, wurde Bibliotheken noch selbst berwalten, dieselben in der Zentralbibliothek pflichten, das Lokal so lange zu meiden, bis dasselbe der Sozialdie Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Sozial Ahrens. In Einnahmen und Ausgaben schließt die Staffe mit einem einstimmig angenommen. aufgehen laffen. Den Jahresbericht gab der Kaifierer, Genoffe demokratie wieder zu Versammlungen zur Verfügung steht, wurde demokratie gefchloffen. vorhandenen Bestand von 657,79 Mart am Schlusse des Geschäfts- Ober- Schönewveide. Nigdorf. Bildungsausschuß. Für die heute stattfindende Theaterborstellung find noch einige Berechtigungstarten bis furz vor Anfang der Borftellung im Restaurant Thiel, Bergstraße, zu haben. Zur Aufführung gelangt: Der hypochonder. Der Vor trag von Julian Borchard vorgesehene Unterrichtsfurfus am Montag, 22. Februar, fällt aus, da der Vortragende verhindert ist. -Am Montag, 22. b. M., abends 81%, Uhr, bei Hoppe: 7. Vors tragsabend des Genoffen Heint. Schulz. Zum. Vortrag gelangt: Die Märzrevolution und ihr Ausgang." Wilmersdorf. jahres ab. Nachdem in der Diskussion vom Genoffen Metallarbeiter Mende die Bibliotheksverhältnisse in seiner Gewerkschaft dargelegt, wurde 3r ahl der Funktionäre geschritten. tragen. Tödlicher Absturz eines Nachtwandlers. Recht verhängnisvon follte für den ehemaligen Schlächter Hermann Diefow aus Ralfberge das Leiden des Nachtwandelns werden. Er verließ das Bett und fletterte auf das Dach hinauf, wobei er plöglich umfiel und vom Dach herunterstürzte. Der Verunglückte zog sich so schwere innere Verlegungen zu, daß er bald darauf an den Folgen starb. Nieder- Schöneweide. Zeichen der Zeit. Inmitten der für die Arbeiterschaft unseres Ortes äußerst ungünstigen Arbeitsverhältnisse der einzelnen großen Werke haben zum Ueberfluß jetzt die Norddeutschen GifenIn den Ausschuß wurden gewählt: die Genossen Ahrens, Buch- und Stahlwerte den Betrieb gänzlich eingestellt. Das Werk druder; Bernhardt, Transportarbeiter; Flemming, Bureauangestellter; ist erst seit zwei Jahren im Betriebe. In Betracht kommen Lehmann, Maschinist und Storch, Holzarbeiter. Sum Obmann der 90 Arbeiter. Gewerkschaftskommission wählte man wiederum den Genossen Ralfberge Rüdersdorf. Ben Genoffen Witsching, Töpfer und Mende, Metallarbeiter, überDas Amt der Revisoren wurde Flemming, Pestalozzistt. 13. In den Volkshaus- Ausschuß wurden die Genossen Bern hardt, Witsching und Prenzlow, Metallarbeiter, gewählt. Die Stadtverordnetenversammlung am Freitag wurde eingeleitet Eine lebhafte Aussprache zeitigte die stattgefundene Arbeitslofenmit einer gegen den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher zählung am 12. refpeftive 14. februar. Einige Genoffen waren mit Prof. Dr. Leidig gerichteten Erklärung des Magistrats. Herr der Beteiligung an derselben nicht zufrieden, während wieder andere Leidig hatte den Magistrat und insbesondere den Beigeordneten einen Erfolg darin erblickten, daß sich eine Reihe nur gewerkschaftPeters beschuldigt, in der Untergrundbahnfrage bie licher Stollegen der Zäblarbeit widmeten, was früher gar nicht oder In der Gemeindevertreter- Situng wurde beschlossen, den NachtInteressen der Bevölkerung geschädigt zu haben. Wäre gefchickter aber in recht bescheidenem Maße der Fall war. Besonders die Geoperiert worden, fo hätte man die Terraingesellschaft weit stärker nossen Flemming und Kley betonten, daß man mit der vor- fernsprechdienst auch für unseren Ort einzuführen. Der Haushaltsals gefchehen zum Bahnbau heranziehen können. Wir haben in dem genommenen Aktion durchaus zufrieden sein könne. Die Hauptsache etat für die Gemeinde einschließlich der Ortskanalisation und der Artikel Fiskus und Terrainspekulanten" am 26. Januar dieses Jahres fei jest: die Frage aufzuwerfen, was der Staat und die Kommunen Gemeinde- Gasanstalt für 1909 balanziert in der Höhe von gezeigt, daß es nicht am bösen Willen des Magistrate, sondern an gegenüber der ungeheuren Zahl der Arbeitslosen, die von uns ge- für dieses Jahr bestehen. Die Uebernahme der im Gemeindebezirk 453 800 M. Die 100 Proz. betragende Einkommensteuer bleibt auch der vom Fistus mit den Grundstücksspekulanten geübten Interessen zählt worden find, zu tun haben. solidarität liegt, wenn die Spekulanten zu einem Unternehmen, das Nach einer noch kurzen Grörterung hiesiger Stonsumangelegen- gelegenen Kreisstraßen wurde einer Kommission überwiesen. Die ihnen ungezählte Millionen in den Schoß wirft, nur relativ un- heiten fand die Sizung ihren Schluß, in welcher die Gewerkschaften 66 051 M. Die Gemeindevertretung wird um 3 Mitglieder verbedeutende Beiträge zu leisten brauchen. Die Erklärung des der Friseurgehilfen, Porzellanarbeiter und Buyer ohne Entschuldigung mehrt; ein Antrag auf Vermehrung von 6 Vertretern wurde abgeMagistrats ging benn auch dahin, daß er die Berechtigung der vom ferngeblieben waren. Tehnt. Es begründete ein Herr feinen ablehnenden Standpunkt Prof. Leidig erhobenen Angriffe nicht anerkennen tönne. damit, daß, wenn fo viele neue Vertreter in die Vertretung kommen, die Geschäfte der Gemeindevertretung darunter leiden fönnten. Zu Friedhofszweden ist der Gemeinde ein Stüd Land von 22, ha Größe in der Königsheide dicht am Teltower Stichfanal bei Baumidhulenweg zugewiesen worden. Nunmehr trat die Versammlung in den Hauptpunkt der Tagesordnung: die Etatsberatung ein. Die Bablen, mit denen der Erste Bürgermeister Habermann den Voranschlag begründete, geben ein drastisches Bild von der wahrhaft amerikanischen Entwidelung des Bororts und der- Ungerechtigkeit, die darin liegt, daß ein Gemeinwesen, dessen Emporblühen nicht im mindesten der Tüchtigkeit feiner Bürgerschaft, sondern nur seiner günstigen Lage im Westen Berlins zuzuschreiben ist, nichts von den schweren Lasten, unter denen das große Gemeinwesen feufzt, auf seine Schultern zu nehmen braucht. Steglit. Schlußrechnung des Feuerwehrgebäudes stellt sich auf rund Die Ostwache der Charlottenburger Feuerwehr wurde gestern Hierauf stimmte bie Stadtverordnetenversammlung zwei morgen 8 Uhr nach der Rantestr. 2 gerufen. Die Wehr fand bei Magistratsanträgen zu, wonach die Realabteilung der Goethe- ihrem Gintreffen den Laden und Schlafraum des Uhrmachers Schule zu einer Oberrealschule ausgebaut werden soll und Göthling mit Gas vollständig angefüllt vor. Der Befiger wurde in wonach ferner für das Fortbildungsschulwefen eine folge der erlittenen Gasvergiftung bewußtlos aufgefunden. Die befondere Deputation zu errichten ist. Bisher hatte die Schul- Samariter der Feuerwehr wandten sofort den Sauerstoffapparat an deputation die Fortbildungsschulen beaufsichtigt. und es gelang ihnen unter Leitung des Brandinspektors von Leupold Köpenick. den Bewußtlofen zu retten. Der Stranke wurde nach dem Kranken- Ueber den Wirtschaftsmarkt im Jahre 1908 referierte Genoffe hause gebracht, wo man ihn am Leben zu erhalten hofft. Die Ur- Seinig in der letzten Wahlvereinsversammlung. Aus dem Vericht fache des Unglücks soll ein herabgeglittener Gasschlauch sein, jedoch der Zeitungsspedition ist zu entnehmen, daß einer Einnahme von ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. 15 322,71 2. eine Ausgabe von 15 275,45 m. gegenübersteht. Der Partei find 400 M. überwiefen worden. Zur Kreisgeneralversamme lung wurden die Genossen Schubert, Heidbeck, Segel und Hartig und 120 000 m. endgültig den Terraingesellschaften geschenkt. Die für Groß- Berlin Reinhard, Kegel, Schubert, Ferd. Lehmann und als außerordentliche Gemeindevertretersizung am Freitag verhandelte als Grfagmann Katich delegiert. Es lagen 13 Anmeldungen zur Neue einzigen Bunft die zweite Lesung des Antrages: Bahlung von aufnahme vor, von denen zwei abgelehnt wurden. Nach Berlesung 150 000 m. Bufchuß seitens der Gemeinde Steglitz an die Stadt des Schiedsspruches wider die Genossen Bauer, Kerber, Gref, Heim, Als der jetzige Erste Bürgermeister im Jahre 1896 in die Ver- Wilmersdorf zum Bau der Schnellbahn und Heranziehung der an Schulze, welche bei der Landtagswahl ihre Schuldigkeit nicht getan waltung des damals noch auf Jahre hinaus der Landgemeinde- dem Bau dieser Bahn interessierten Steglizer Grundbefizer mit hatten, wurde diese Angelegenheit als erledigt betrachtet, die Genossen ordnung unterstellten Vororts eintrat, balanzierte der Etat mit 75 Proz. diefer Summe zu den von der Gemeinde aufgewendeten find also weiter Mitglieder. Sodann wurde eine Kommiffion 534 000 Mart. Im Voranschlag für 1909 schließt der Etat in Ein- Kosten. Gestützt auf die komplette Mehrheit überließ die Grund von fünf Mitgliedern wider den Genossen Babuljad eingesetzt, nahme und Ausgabe mit 14 655 000 Mart ab. Das Vermögen befizer- Fraktion der Opposition das Reden und beschränkte sich auf welcher fich einer gelben Gewerkschaft angeschlossen hat. Für die der Stadt stellt sich nach Berechnung des Magistrats auf 20 467 140 das Abstimmen. Sie konnte noch feelenruhig zugeben, daß sich die am 25. Februar stattfindende Stadtverordneten Stichwahl zwischen Mart gegen 15 922 788 Mart im Jahre vorher. Die Vermehrung ist Herren Bankdirektor Steinthal und Schöffe Dance der Stimme dem Genossen Otto Nickel und dem bürgerlichen Jumungsmeister hauptsächlich dem Erwerb des Seeschlößchen"-Grundstücks in der enthielten, weil beide Herren auf Anfrage eines Bertreters der Adolf Rohrbeck findet am Montag in den Lokalen Stippefohl, Tauchert Kaiser- Allee zuzuschreiben. In einem ganz geringen Maße hat Oppofition zugeben mußten, daß fie materiell an der Sache intereffiert und Ritter eine Bufammenfunft statt, worauf wir die Genossen der allerdings auch Wilmersdorf die Not der Zeit zu spüren bekommen. find Herr Steinthal ist Vorsitzender des Aufsichtsrates der Terrain dritten Abteilung nochmals aufmerksam machen. Ein FrauenleseDie Erträge der Einkommensteuerzuschläge und der Grundwertsteuer gesellschaft Rheingau", deren Grundbefiz dabei in Frage kommt, und abend findet am Montag beim Genossen Joch statt, an welchem blieben hinter dem Voranschlage zurück, doch wird der Winderbetrag Herr Mande vermittelt die Grundstücksverkäufe eben diefer Gesell- Frau Thiel über Heimarbeit und Kindererziehung sprechen wird. annähernd ausgeglichen durch erhöhte Einnahmen aus der Umsay schaft. Ein dritter Beteiligter, der Schöffe, Mittmeister a. D. Bugge, steuer. Der Bürgermeister glaubte jedoch den Stadtverordneten ver- der gleichfalls dem Aufsichtsrat angehört, war gar nicht anwesend. Weißensee. fichern zu dürfen, daß Wilmersdorf auf Jahre hinaus nicht daran Trozdem war von vornherein die Mehrheit gesichert. Der Antrag Aus der Gemeindevertretung. Die letzte Sigung wurde durch zu denken brauche, feinen Steuerauschlag von 90 Broz. zu er wurde mit 12 gegen 10 Stimmen abgelehnt, der weitere Antrag, den Besuch des befoldeten Schöffen Dr. Pape beehrt; feit 1. März höhen. Wohl aber foll die Kanalisationsgebühr von 1 150 000 m. aus Gemeindemitteln zu bewilligen ohne eran 1907 bis 1. Januar 1909 zur Disposition gestellt, tritt der Herr nach auf 2 Broz. hinaufgesetzt werden; der Wilmersdorfer Grundbesiz ziehung der betr. Grundstüdseigentümer mit 16 wiederum 14 Tagen Beschäftigung einen Urlaub von 3 Wochen an. würde nach dieser Waßregel etwa ebenso hoch belastet sein wie der gegen 6 Stimmen angenommen. Resultat: die Terraingefell- 1 Jahr 10 Monate Nuhe waren demnach noch nicht standesgemäß. Schöneberger und Charlottenburger. schaften, deren Vertreter in der Mehrheit sigen, scharren den Profit Der Hochbaurat Bühring legte der Versammlung ein Projekt vor Wie günstig Wilmersdorf im Rahmen des Groß- Berliner Kom in Gestalt hoher Grundwerte ein und die Steuerzahler von Steglitz zur Erbauung einer Pumpstation, deren Gesamtkosten 136 000 W. mumallebens dasteht, zeigten des weiteren die Ausführungen des tragen die Stoften. Daß dieselbe Mehrheit die Wertzuwachs betragen. Der Gutwurf wurde einstimmig genehmigt. Die Ves Stadtrats Brohm. Auf 1000 Einwohner fommen Gemeindeschüler steuer wiederholt abgelehnt hat, ist zwar im Jutereffe schaffung von sieben neuen Minimar- Feuerlöschapparaten wurde bein Charlottenburg 86, in Schöneberg 82, in Wilmersdorf aber nur 69. der Gemeinde bedauerlich, aber begreiflich. Man will sich den schloffen, diefelben werden in den vorhandenen öffentlichen GeHöhere Schüler zählten hingegen auf 1000 Einwohner Charlotten- mühevollen" Gewinn in voller Höhe stchern. bäuden untergebracht. Ebenso wurde die Anschaffung von 200 burg 24, Schöneberg 23, Wilmersdorf 44. Die Armenlasten stellen neuen Heimfparbüchsen beschlossen, nachdem die ersten 400 febr fich auf den Kopf der Einwohnerschaft berechnet in Charlottenburg schnell vergriffen waren. Jeder Sparer erhält die Büchse gegen eine auf 5.10 M., in Schöneberg auf 2,67 M., in Wilmersdorf jedoch nur Aus der Gemeindevertretung. Zunächst hatte sich die Sigung Einzahlung von 8 W. Teihweise überreicht.- Eine längere auf 1,85 M. Die günstigen Finanzverhältnisse sind aber bisher faft mit einem Einspruch eines Herrn Dr. Bauer gegen die Debatte verursachte der Antrag des Gemeindevorstandes, vom uur den Bemittelten zugute gekommen. Sozialpolitische Maß Richtigkeit der Gemeinde- Wählerliste pro 1909 zu beschäftigen. Der 1. April b. J. ab das Steuerbringverfahren einzuführen. Begründet nahmen, zu deren Durchführung Wilmersdorf wie kein anderer selbe wohnt feit dem März 1908 im Gemeindebezirk, ist jedoch seit wurde dieser Antrag damit, daß bei dem jezigen Holverfahren Vorort die Möglichkeit gehabt hätte, waren an diesem Ort aus August 1907 Sausbefizer bierselbst. Within steht ihm das Forensen höchstens 30 Broz. der Steuern an den Steuererheber gezahlt geschlossen. Erst im neuen Etat find im Schulwefen Stotterfurfe, Stimmrecht zu. Es wird die Nachtragung beschlossen. Sodann lag werden, ferner wird eine Ersparnis an Berfonal eintreten. Man Bahnpflege, Schülerwanderungen und ähnliches berücksichtigt. Diese ein Antrag des Gemeindevorstandes vor, welcher verlangte, daß die ftügte sich auf die Erfahrungen anderer Orte. Bis zum 15. jeden geringfügigen Neuerungen hätten den Stadtrat aber nicht zu dem fälligen Steuern und das Schulgeld, sowie sonstige Schulden an die zweiten Monats sollen die fälligen Steuern an die Klasse abgeliefert falichen Bungenschlag verleiten sollen, daß Wilmersdorf in sozial- Gemeinde direkt an die Gemeindekaffe gezahlt und nicht mehr ab- fein, dann bleibt die Staffe zwei Tage geschlossen, um gegen die politischer Hinsicht nicht hinter anderen Gemeinden zurückstehe. geholt werden sollen. Der Gemeindeborsteher führte aus, daß fäumigen Bahler das Mahnverfahren einzuleiten. Gegen die Stimmen Ein Bergleich mit Charlottenburg und Schöneberg zeigt, daß von 4718 Steuerzahlern nur 2075 an die Gemeindediener, der unserer Genoffen und einiger bürgerlicher Vertreter wurde die Vorlage Wilmersdorf ganz langsam zu tun fich anschickt, was andere Mest jedoch von 2643 direkt an die Gemeindekasse gezahlt angenommen. Die Tilgung der im vorigen Jahre aufgenommenen Drte unter weit ungünstigeren Bedingungen längst für ihre Pflicht babe. Führe man dieses Bringe System nicht ein, so mache Anleihe von 7000000 M. hat nach der Genehmigungsverfügung des gehalten baben. Wilmersdorf ist ein flaffisches Beispiel dafür, daß fich bie Anstellung eines vierten Steuer Einziehers not Kreisausschusses mit 18 Prozent vom 1. April 1909 ab au erfolgen. die kommunale Sozialpolitik immer vernachlässigt wird, wenn in wendig. Nach längerer Debatte wird beschlossen, das Bringesystem Da die Anleihe nur zum Teil verbraucht ist und zwar die Summe der Stadtverordnetenversammlung die sozialdemokratische einzuführen. Es müssen demnach in 8utunft die Steuer von 3 025 000 m., so wurde beschlossen, nur für diese Sumune die Anregung fehlt. zahler das Geld dirett zur Raise bringen. bestimmte Tilgung eintreten au lassen, während der Beginn der Tilgung des Restes auf den 1. April 1910 verschoben wird. Von den Stadtverordneten sprachen die Herren Hartung und lette in längeren Ausführungen zum Etat. Ihnen ging namentlich die angekündigte Erhöhung der Kanalisationsgebühren wider den Strich; lieber noch wollten sie eine Wertzuwachs steuer eingeführt wissen. Schließlich wurde die Etatsvorlage in üblicher Weise an die Ausschüsse verwiesen. Schöneberg. Die Frauenabteilung des Arbeiter- Turnvereins turnt von morgen ab jeden Montag von 9-10 Uhr in den„ Neuen Rathausfälen", Meininger Straße 8. Männer und Lehrlinge turnen in den um liegenden Vereinen. Charlottenburg. Die letzte Sigung der Charlottenburger Gewerkschaftskommission nahm den Bericht über die Tätigkeit der Kommission im GeschäftsBehlendorf. 3. Der Bürgerverein Süden hat erneut den Antrag gestellt, da jezt der Bahnhofsumbau doch wieder in weite Ferne gerückt sei, mit der Eisenbahndirektion ein Abkommen dahin zu treffen, daß der Zugang zu dem Fernbahnsteig verbessert werde; da derselbe bei Negenwetter und Eis gesundheitliche Gefahren für die Passanten in sich schließe. Die Kosten betragen 1500 m., von welchen Mitglieder des Bürgervereins Süden 400-450 M. aufbringen wollen. Die Ver tretung befchließt, die Soften bis zu 1000 W. zu übernehmen. Der nächste Punkt betraf den Bau eines Gewächshauses. Bisher wurden zum Ueberwintern der Pflanzen der Parkverwaltung Kellerräume der Gemeindeschule I benust, welche aber jetzt für Schulzwede gebraucht werden. Die Vorlage fordert 10 500 2. In der Diskussion wird dieser Satz als für zu hoch bezeichnet und gesagt, daß das Gewächshaus für 7000 M. zu bauen ist. Die Vorlage wird schließlich abgelehnt. Da das Fremdenschulgeld fürzlich auf 90 M. erhöht wurde, stellt die Berliner Waisendeputation für fünf ihrer sich in unserem Orte beGerichts- Zeitung. Luftbarkeitsverordnung und Reichsvereinsgefeh. Nach der Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Merseburg vom 4. September 1897 follen nicht bloß öffentliche Tanzluftbarkeiten von einer polizeilichen Erlaubnis abhängig sein, sondern auch sonstige, nichtgewerbsmäßig veranstaltete öffentliche Luftbarkeiten", bei denen ein höheres Interesse der Kunst oder Wissenschaft nicht obwaltet. Die Vorstandsmitglieder Schmickala, Banfemer und Kraya vom Arbeiterrabfahrerverein" Stern" qu Salle a. S., der zu dem Radfahrerbund Freiheit" gehört, sowie der Gastwirt Haustein in Rattmannsdorf follten sich gegen die Der Versand der Fachzeitung erfolgt laut Beschluß der Bleile Bestimmung der Berordnung bergangen haben. Der Verein hatte in dem Hausteinschen Lokal im vorigen Sommer ein Instru- Generalversammlung vom 24. April nicht mehr per Kreuzband, mentalfonzert beranstaltet. Man hatte die Sportgenossen der sondern auf Postabonnement, außer den Bezirken, wo der" Töpfer" Durch diefe Gegend herangezogen, um zu veranlassen, daß sich auch hier ein durch die Vorwärts"-Expedition zugestellt wird. Radfahrerverein bilde und dann möglichst dem Bunde Freiheit" Aenderung hat der Verband schon gegen das Vorjahr 1762,21 0. beitrete. Eine Kapelle aus Teutschental spielte hauptsächlich erspart. 1907 fostete der Beitungsversand 4272,46 M., in diesem Märsche und Tänze. Die Genehmigung hatte der Amtsvorsteher Jahre nur 2510,25 M. zu Bennedendorf nicht erhielt. Für Einführung der Hauskassierung erklärte sich nur ein Bee airt. Die Maifeier verlief in würdiger Weise; beschlossen war vollständige Arbeitsruhe. Aussperrungen im Anschluß hieran erfolgten nur in geringem Maße. Das Landgericht Halle sprach die Angeklagten frei. Unter anderem führte er aus: Zwar habe jedermann Zutritt erhalten, der ein Programm für 10 f. erwarb, und es habe ein ständiges Kommen und Gehen stattgefunden. Der Kreis der Teilnehmer sei In der Diskussion führte ein Redner Beschwerde über die nicht durch fachliche oder persönliche Beziehungen innerlich ver- mangelhafte Erledigung der Rechtsschutangelegenheiten. Der zurbunden und nicht nach außen abgeschlossen gewesen. Auch habe kein geit damit beauftragte Rechtsanwalt nehme die Interessen seiner höheres Interesse der Kunst bei den Musikaufführungen obgewaltet. Arbeiterflienten nicht in der Weise wahr, wie man es verlangen Troßdem müßten die Angeklagten freigesprochen werden, und zwar fönne. Man möge einen anderen damit beauftragen. Der Vorwegen ungültigkeit der angewandten Bestimmung. Indem sie von sitzende erklärte, daß schon mancherlei Klagen über die ungenügende einer Erlaubnis auch die sonstigen, nichtgewerbsmäßig beran- Rechtsschutzvertretung eingelaufen seien und man auch schon nach stalteten öffentlichen Rustbarkeiten usw." abhängig mache, und somit einem anderen Vertreter Umschau gehalten und es auch mit einem auch gewöhnliche Nachmittagskonzerte, gehe sie zuweit. Insofern fogar warm empfohlenen Rechtsanwalt versucht habe; das Resultat entbehre sie der Gültigkeit, denn hier könne nicht von Anstalten sei aber nicht besser gewesen. Die tüchtigsten der Rechtsanwälte zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit"(§ 10 verlangten aber zuviel und übernahmen auch nicht gern die kleinen II. 17 des Allgemeinen Landrechts) die Rede sein. Fälle der Arbeiter. In den Vorstand wurden einstimmig wiedergewählt: Franz Segawe, 1. Vorsigender, Friz Wolff, 2. Vorsitzender, Richard Bohmhammel, 1. und Paul Clavery, 2. Raffierer, Gd. Rapputan jr. Hermann Schriftführer, Frik Scheffler und Schmidt, Beriizer. Folies Caprice. Täglich: Ein lediger Ehemann.( Unf. 8% hr.) Casino Theater. Sonntag: Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Allabendlich: Nußland.( Anf. 8 Uhr.) Gebr. Herrnfeld: Theater. Allabendlich: Die beiden Bindelbands. ( Anf. 8 Uhr.) Metropol Theater. Allabendlich: Donnerwetter tadellos. Wintergarten. Spezialitäten. Unf Sonntagnachmittag 3%, Uhr und allabendlich: Apollo Theater. Sonntag: Nachmittags 3, Uhr: Eine luftige Spreewaldfahrt. Allabendlich: Duket Cafimir. Spezialitäten.( Unf. 8 Uhr.) Bassage- Theater. Sonntag: nachmittags 3 Uhr und allabendlich: Walballa- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Palast- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Spezialitäten. Meichshafen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Gustav Bebreus Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Carl Haverland: Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr und allabendlich: Spezialitäten. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag: Die Danmark Expedition. Montag bis Sonntag: Bon Abbazia nach Korfu Montag: Unbestimmt.( Anfang 8 Uhr.) Sternwarte, Invalidenstr. 57-62. Donnerstag: Geschlossen. Vermischtes. die mit ihren Das Kammergericht hob am 15. dieses Monats auf die Revision der Staatsanwaltschaft das Urteil auf und verwies die Sache Das Vernichtungswerk des Elbe- Hochwassers. zu nochmaliger Berhandlung und Entscheidung an das Landgericht Von furchtbaren Verwüstungen ist diesmal die Altmark Heim zurück. Begründend wurde ausgeführt: Auch in diesem Falle gesucht worden. Unübersehbar ist der Schaden, den die Fluten der fäme wieder das Reichsvereinsgefes mit in Betracht, das jest manche Schwierigkeit in der Rechtsanwendung mache. Zunächst nehme der Elbe angerichtet haben. Und noch immer lassen die Nachrichten, die aus Senat im Gegensatz zum Landgericht an, daß die Polizeiverordnung Der 1. Vorsißenbe wird, wie bisher, der Gelrerkschaftskom den Hochwassergebieten kommen, das erwünschte Zurückgehen des auch in der vom Landgericht beanstandeten Vorschrift gültig sei. mission angehören, während der 2. Vertreter von nun an aus dem Wasserstandes der Elbe vermissen. Aus Stendal wird vom gestrigen Sie habe ihre rechtliche Grundlage in§ 6d des Polizeiverwaltungs- Vorstand gewählt wird. Als Revisoren wurden gewählt: Adolf Tage gemeldet: gesetzes, wonach zu den Gegenständen polizeilicher Regelung gehöre: Berkel, Mar Martmann, in das Arbeitsnachweistura- Die zweite Hochwasserwelle hat heute morgen Seehausen erOrdnung und Gefeßlichkeit bei dem öffentlichen Zusammensein torium: Merten, Korsch, Grahl und Keimer. einer größeren Anzahl von Personen. Die Verordnung wäre an- Eine längere Debatte rief folgender vom Vorstand unter- reicht. Das Wasser ist wieder beträchtlich gestiegen, infolgedessen wendbar, soweit nicht das Reichsvereinsgefes entgegenstehe. Es breiteter Antrag hervor: In Anbetracht der Krise soll eine ein- find noch einige Straßen unter Wasser gesetzt worden. Der Verkönne eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel vor- malige Notstandsunterstützung unter den folgenden Bedingungen fehr wird durch Pioniere aufrecht erhalten, liegen, wenn sich Leute in einem Garten zufammenfänden, viel- gewährt werden. Kollegen, welche seit Januar 1908 dem Verbande Kähnen rings um die eingeschlossene Stadt von Straße zu leich auch bei einem Gartenkonzert. Nämlich dann, wenn sie zu angehören und in dieser Zeit zu einem Lokalfonds beigesteuert Straße fahren. Auf dem Seehauser Friedhofe hat die gemeinsamen Zwecken und Zielen zusammenträten. Wo, wie vorhaben und schon seit dem 1. November 1908 mindestens 5 Wochen Flut arg getobt. Alte steinerne Grabdenkmäler sind umgestürzt, die liegend, das Zusammenkommen zweds Vereinsbildung erstrebt arbeitslos find, erhalten 10 M., für jede weitere Woche 2 m. mehr, Grabhügel geschleift, Bäume entwurzelt. Eine Brüde über den wurde, da sei es möglich, daß die Bersammlungsabficht bei den steigend bis zu 13 Wochen. Für jedes Kind soll eine Mart Aland wurde gestern von den Pionieren in die Luft gesprengt und Stonzertteilnehmern vorgelegen habe. Und dann wären die Verder Manddamm durchstochen, damit Wasser und Eisschollen freien anstalter, wenn sie diese Absicht billigten, nach§ 7 des Bereins- gezahlt werden, aber nur einmal. Junggesellen, welche noch nicht seit Januar 1908 dem Ver- Abfluß haben. In Osterburg ist das Wasser bis heute morgen um einen gefches verpflichtet gewesen, die Genehmigung der Polizeibehörde bande angehören, erhalten bei 5 Wochen 8 M., steigend pro Woche Meter gefallen. Das Städtchen Werben dagegen ist durch den veränderten zu einer öffentlichen Versammlung unter freiem Himmel einzu- um 2 M. bis zu 10 Wochen. Beitragsrefte bis zu 8 Wochen und holen. Das Landgericht müsse nun prüfen, ob es sich um eine die vor 1908 erhobenen Darlehen sind von der Unterstüßung abzu- Lauf der Elbe gänzlich von der verheerenden Flut eingekreist. Nachdem dann sei das Reichsvereinsgesetz anzuwenden. Erst wenn das ver- ziehen. Wer bis 27. Februar sein Geld nicht abgeholt hat, verliert jegt die meisten Bewohner der überschwemmten Ortschaften und das neint werde, könne eine Bestrafung aus der Polizeiverordnung er- fein Anrecht darauf. Dieser Antrag wurde gegen einzelne Stimmen Bich von den Pionieren, die ohne Unterbrechung die überschwemmten angenommen. Ein Antrag, das Organ Der Kachelofen" gratis zu Gehöfte der Wische absuchen, in Sicherheit gebracht worden sind, folgen. liefern, wurde abgelehnt. Angenommen wurde ein weiterer An- beginnen die Pioniere das tote Vieh, das nach Tausenden zählt, trag, vom 1. April an 25 Pf. wöchentlich in den Lokalfonds zu aus den wasserdurchspülten Ställen herauszuziehen, zu verladen und zahlen. dem Abdecker des Stendaler Kreises zuzuführen. In einigen Ortschaften ist die Luft durch die verwesenden Kadaver verpestet. Auch ein historisches Wahrzeichen ist eine Beute ber Fluten geworden. Es ist der in der Mtmark allbekannte Wegweiser, der Königl. Opernhaus. Sonntag: Elektra. Anfang 8 Uhr.) Montag: am Kreuzwege der Chausseen bei Kirchpolfrizz steht und unter An dem Wegweiser, Der Waffenschmied. Dienstag: Tannhäuser. Mittwoch: Elektra.( Anfang Napoleon I im Jahre 1807 errichtet wurde. 8 Ubr.) Glettra.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. ein Verzeichnis der Entfernungen nach Berlin, Paris, London, Wien Donnerstag: Das Rheingold. Freitag: Mignon. Sonnabend: den Wind und Wetter bereits arg mitgenommen hatten, befand sich Montag: Stolberg. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Die versunkene Glode. Montag: und Petersburg. Auch der York- Stein bei Altenzaun ist durch EisDie Rabensteinerin. Dienstag: König Heinrich IV. Mittwoch: Die verschollen aus seinen Fundamenten gehoben worden. funkene Glode. Donnerstag: Mrs. Dot. Freitag: Der Schlagbaum. In Seehausen sind mehrere Gerettete infolge der Erschöpfung, Sonnabend: Die Quizoms. Sonntag: Die versunkene Glode. Montag: Entbehrungen und infolge des nagfalten Wetters an LungenFigaros Hochzeit. Denisches Theater. Sonntag bis Mittwoch: Revolution in Krähs entzündung erfranft. Ein Sanitätszug ist von Stendal mit mintel. Donnerstag: Der Kaufmann von Benedig. Freitag bis Montag: Medikamenten und Baracken eingetroffen. Ein Pionier ist an Deutsches Theater.( Kammerspiele). Sonntag: Der Graf Lungenentzündung gestorben. Die Bewertung von Arbeiterknochen! Posen, 19. Februar. Auf die Anklage der fahrlässigen Körper berlegung hatten sich heute der Bauunternehmer Nowacki und der Maurerpolier Pokrandt, beide von hier, vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten. Der Erstangeklagte führte im Herbst borigen Jahres auf dem Grundstück St., Martinstraße 41, einen umfangreichen Neubau aus, die Aufsicht hatte er dem Angeklagten Bofrandt übertragen. Zum Materialientransport mußten die Arbeiter eine bis in die dritte Stage führende Leiter benutzen, die entgegen den Vorschriften des Unfallverhütungsgefeßes weder mit einer Schußbarriere versehen, noch an den unteren Enden durch Godelbretter befestigt war. Als eines Tages der Arbeiter Pietromsti einen Gad Zement nach der dritten Stage beförderte, geriet die Leiter derart ins Schwanken, daß er von der dritten Etage bis nach dem Erdgeschoß abstürzte. Hierbei erlitt P. derartig schwere Verlegungen, daß er bis heute noch erwerbsunfähig ist und es fraglich erscheint, ob er jemals wieder die Arbeitskraft erlangen wird. Pokrandt wurde freigesprochen, weil er furz vor dem Unfalle die Aufsicht einem anderen Polier übertragen und dieser für Abstellung des Mangels hätte Gorge tragen müssen. Der Unternehmer Nowadi wurde, da ihm nachgewiesen wurde, daß er zur Beseitigung des bei einer Revision gerügten Mangels aufgefordert worden war, zu einer Geldstrafe von zwanzig Mark verurteilt. Bom expressen Boten. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Revolution in Krähmintel. 1 Eine Feuersbrunst zerstörte, wie aus Cherbourg gemeldet wird, verflossene Nacht eine Arbeiterwohnung. Eine 30jährige Frau und ein junges Mädchen sprangen aus dem Fenster auf die Straße, erstere wurde auf der Stelle getötet, während letztere schwer verletzt wurde. Beim Aufräumen der Trümmer fand man eine 71jährige Frau tot vor. von Bleichen. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag: Der Graf von Rathenow, 20. februar. Ueber die Lage im Hochwassergebiet Gleichen. Mittwoch: Der Arzt am Scheidewege. Donnerstag: Der Graf der Elbe und Havel veröffentlicht die königliche Wasserbauinspektion von Gleichen. Freitag: Der Arzt am Scheidewege. Sonnabend: Der Graf in Rathenow heute mittag folgenden amtlichen Bericht: Das von Gleichen. Sonntag: Der Arzt am Schelbewege. Montag: Der Graf Wasser der Habel und Elbe fällt langsam weiter; der Wasserstand von Gleichen. Lessing Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Raub der der Havel bei Havelberg beträgt heute 4,46 Meter, der Wasserstand Sabinerinnen. Abends: Der König. Montag und Dienstag: Der der Elbe bei Dommühlenholz 5,04 Meter. Die Eisbrecher der König. Mittwoch: Klein Eyolf. Donnerstag: Der König. Freitag: John Strombauvertaltung sind in der Elbe bis Rühstedt, acht Kilometer Das Landgericht Beuthen( Oberschlesien) hat am 19. Oktober Gabriel Borkman. Sonnabend und Sonntag: Der König. Montag: unterhalb der Havelmündung vorgedrungen, sie werden vorausvorigen Jahres den Pantoffelmacher Julius Fränkel von der An- Wenn wir Toten erwachen. flage des Vergehens gegen das Postgesetz freigesprochen. Er hat Neues Theater. Allabendlich: Die fremde Frau.( Anf. 8 Uhr.) fichtlich Sonntag vormittag die Mündung der Havel erreichen. eine Zeitung politischen Inhalts, den„ General- Anzeiger für abends: Einer von unsere Leut Berliner Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Bartel Kuraser. Montag: Herodes und Mariamne. Schlesien und Posen, regelmäßig von Beuthen nach Stoßberg als Dienstag bis Montag: Einer von unsere Leut. expreffer Bote befördert. In der Gemeinde Roßberg, die sich un- Nenes Schauspielhaus. Sonntag: Hamlet. Montag: Der Diamant. merklich an Beuthen anschließt, befindet sich nur eine Postagentur, die nur Postsachen annimmt, aber nicht ausgibt. Daher stellt, so meint das Landgericht, die Postagentur nicht eine Bostanstalt im Sinne des Gefeßes dar. Was unter Bostanstalt zu verstehen ist, sagt das Gefeß nicht. Aber nach den herrschenden Verkehrsbegriffen bis Montag: Moral.( Unf. 8 Uhr.) tann als Bostanstalt nur ein solches Institut angesehen werden, welches die Postfachen auch an die Empfänger befördert.- Die Revision des Staatsanwalts wurde vom Reichsanwalt ver treten. Er führte aus: Die Bostanstalten haben den Betrieb der Bost wahrzunehmen. Sie werden in Aemter 1., 2. und 3. Klasse und Agenturen geteilt. Nur die Posthilfestellen sind nicht als Postanstalten anzusehen. Zum Begriff der Bostanstalt gehört mindestens, daß sie Briefe annimmt und verteilt. Letzteres ist auch in Roß- Allabendlich: Der Satyr.( Unf. 8 Uhr.) berg geschehen, da die Empfänger ihre Sachen von der Post abholen tonnten. Die nicht abgeholten Sachen wurden von Briefträgern der benachbarten Bostämter den Empfängern zugestellt. Das Reichsgericht hob am Freitag das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. Verfammlungen. Der zerbrochene Krug. Dienstag: Hamlet. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Der Diamant. Der zerbrochene Krug. Freitag: Fauft. 1. Teil Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Hamlet. Montag: Der Diamant. Der zerbrochene Strug. Kleines Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: 2 × 2= 5. Abends Residenz Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Der Floh im Dhr. Allabendlich: Kümmere dich um Amelie.( Anfang 8 Uhr.) Komische Oper. Sonntag: Rachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends und Montag: Lazuli. Dienstag: Baza. Mittwoch: Lazuli. Donnerstag: Tiefland. Freitag: Baza. Sonnabend bis Montag: Lazuli. Hebbel Theater. Allabendlich: Revolutionshochzeit.( Unf. 8 Uhr.) Trianon- Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die Liebe wacht. Nenes Operetten Theater. $ Beim Robeln tödlich verletzt. Wie eine Meldung aus Saris. ruhe befagt, hat in Waldkirch der Rodelsport ein Opfer gefordert. Ein Schüler aus Mühlhausen i. Els. wurde so unglücklich gegen einen Baum geschleudert, daß er den erlittenen schweren Berlegungen bald erlag. Briefkaften der Redaktion. Die fariftifche Ebrechftunde Andet indenstraße Nr. 3, gwelter Sof. Dritter Eingang, vier Treppen, Ha Fabritnbl A wochentäglich abende von 7 bis 9% or statt. Geöffnet 7 hr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 ilbr. Jeder Aufrage in ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Autwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage ver geben. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. -G verwunschene Schloß. Alabendlich: Die Dollarprinzessin.( Anf. 8 Uhr.) Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Das Lustspielhaus. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Die blaue Maus. Abends: Seine fleine Freundin. Montag bis Freitag: Seine fleine Freundin. Sonnabend bis Montag: Im Klubseffel.( Anf. 8 Uhr.) Theater des Westens. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ein Balzertraum. Allabendlich: Der tapfere Soldat.( Anf. 8 Uhr.) 2. 100. 1. Sie müssen sich an das Pfarramt Ihrer Heimatsgemeinde Schiller Theater G. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Ein Bolts, menden. 2. 8weds Berehelichung ist ein behördliches Zeugnis erforderlich, feind. Abends: Rechts herum. Montag: Rechts herum. Dienstag: Die daß der Heirat nach österreichischem Gefeß Hindernisse nicht im Wege stehen. Braut von Messina. Mittwoch: Charleys Tante. Donnerstag: Das Erbe. Wenden Sie sich an die Botschaft Ihres Landes. Genoffe 500. Suchen Freitag: Der Graf von Charolais Sonnabend bis Montag: Das Erbe. Sie beim Bezirkskommando Untersuchung unter Angabe Ihrer Absicht nach. Zentralverband der Töpfer. Am Mittwoch fand die äußerst( Anfang 8 Uhr.) 9, S. 1. 1. Nein. 2. Reflamation an die in der Einschätzung an Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: gegebene Behörde. gutbesuchte Generalversammlung der Filiale Berlin statt. Der D. M. H. B. 25. 1. Ja. 2. Rein: nach dem Das Erbe. Dienstag: Früheren wird nicht gefragt. 3. Wenn sie mindestens 6 Monate StaffenJahresbericht lag gedruckt vor. Daraus ist zu entnehmen, daß noch Julius Cäsar. Abends: Das Erbe, Montag: Charleys Tante. Mittwoch: Das Erbe. Donnerstag: Rechts herum. mitglied war: ja. 4. Gin bestimmtes Werk hierüber fönnen wir nicht emp in feinem anderen Jahre die Arbeitslosigkeit im Beruf so groß Freitag: Ein Boltsfeind. Sonnabend und Sonntag: Rechts herum fehlen. 5. Es kann Nachforderung erfolgen. G. R. 21. Ohne Einsicht war wie gerade 1908. ie die gesamte Laubranche, wurde natür- Montag: Ein Bollsfeind.( Anfang 8 Uhr.) in den Vertrag nicht zu beantworten. 5. B. 100. 1. 200. 2. Die lich auch das Töpfergewerbe von der grimmigen Wucht der Krise Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag: Nach Hälfte: ratsamer ist auf Rückgabe zu verzichten und weiter zu fleben. Hierzu getroffen. Eine genaue Statistik aufzustellen war nicht möglich, da mittags 3 Uhr: Madame Sans Gêne. Abends: Lumpacivagabundus. genügt, daß für je zwei Jahre mindestens 20 Beiträge irgendeiner Klaffe biele Mitglieder noch immer nicht ihre Pflicht erkennen, sich der Montag: Lumpacivagabundus. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Kean. gezahlt werden. Immehr 01. Zur Nachzahlung sind Sie verpflichtet. Arbeitslosenkontrolle zu unterziehen. Am Jahresschluß 1906 waren reitag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonnabend und Sonntag: Husaren Leiften Ste die Zahlung nicht, so würde der Gegner Festlegung bei Gericht beantragen fönnen. Die Kosten fallen Ihnen zur Last. E. 2. 1. Es müßte 295, 1907 388 und 1908 681 Kollegen als arbeitslos zu verzeichnen. fieber. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld.( Anf. 8 Uhr.) Thalia Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Das Mitternachts der Auseinanderseßungsvertrag notariell oder gerichtlich geschlossen werden. Die Arbeitslosigkeit ruht nur auf einem Teil der Mitglieder, wähe mädchen. Allabendlich: Wo wohnt sie denn?( Anj. 8 Uhr.) B. B. 17. Ja. E. St. 09. Benn Ihr Abzug der Steuerbehörde rend die anderen fast immer arbeiten oder nur ganz wenig Luisen Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Das Mädchen erst im Oftober bekannt gemacht ist: ja. Wir haben wiederholt darauf auf. bummeln. Leider wird das Umschauen noch viel geübt, tras den auf Irrwegen. Abends: Mein Leopold. Montag: Das Mädchen au mertiam gemacht, daß wer von Berlin im September oder Oktober verzieht, Wunsch nach einem obligatorischen Arbeitsnachweis sehr gerecht- Irrwegen Dienstag: Die goldene Lebenslüge. Mittwoch: Das Mädchen auch für Berlin Steuer für den Ottober zahlen muß, wenn er nicht seinen fertigt erscheinen läßt. Ueber Quertreibereien von seiten der gui Irrwegen. Donnerstag: Der Mann mit den vier Frauen. Freitag: Fortzug noch im September der Steuerdeputation oder dem Magistrat Berlin D. 83. Unseres Erachtens nein. Hirsche und Lokalisten, durch deren Schuld sämtliche Sperren illu- Die goldene Lebenslüge. Sonnabend: Das Mädchen auf Arrwegen. Sonn, mitteilt. 3. 3. 00. Wiederholen forisch gemacht wurden, wird geklagt. Auch versuchten die Hirsche tag: Die goldene Lebenslüge. Montag: Störenfried. Dienstboten.( An Sie die Anfrage unter näherer Darlegung des Sie intereffierenden Falls. fang 8 Uhr.) §. 2. 66. 1. Nein. 2. Reklamieren Sie schriftlich. 6. 63. 1. Der mehrmals, bei dem Unternehmerberband bezw. der Berliner Bürgerliches Schauspielhaus. Sonntag: Nachmittags 8 Uhr: Betreffende steht in feiner Berbindung zur Sozialdemokratle. 2. Bersuchte Töpferinnung einen Vertrag abzuschließen, was aber die Unter- Maria Stuart. Abends: Das Stätchen von Heilbronn.( Anfang 8 Unr.) Erpressung würde nicht als vorliegend angenommen werden.- O.. 100. nehmer ablehnten. Das ist bezeichnend für das Ansehen, das die Montag: Narziß. Dienstag: Der Salontiroler. Mittwoch: Othello. Zu 2: Ja. 3. 101. 1. Das ist unmöglich. 2. Nein. 8. Dafür gibt Hirsche beim Unternehmertum genießen. Zurzeit sollen diese nur Donnerstag: Der Salontiroler. Freitag: Uriel Acofta. Sonnabend: Ge- es feine Beitgrenze. Es fönnte nur auf Abnahme gegen Zahlung geflagt Birka 44 Mitglieder aufweisen. fchloffen. Sonntag: Der Salontiroler.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Hamlet. und dann gepfändet werden. 5. 2. 36. 1. Ja. 2. Leider nein. Arbeitsniederlegungen hatte die Filiale Berlin 18 zu ver-( nf. 8% Uhr.) 5. O. R. 37. Nach unserer Ansicht nein: Die Frage ist aber strittig. Berliner Operetten- Theater SW. zeichen. Um gegen den Bauschwindel entschieden vorzugehen, ist 31, Uhr: Königstochter als Bettlerin. Allabendlich: Das Himmelbett. Sonntag: Nachmittags O. H. T. Wenden Sie sich an die Stiftungsdeputation, Boftstr. 14. O. 9. 100. 1. Pfändbarkeit liegt vor. Einen gefeßlich firierten Sab dem Reichstage am 29. April 1907 ein Gefeßentwurf betreffs Siches( Anfang 8, Uhr, Sonntags 8 Uhr.) für Alimente gibt es nicht. 2. Nein, falls es die einzige Uhr ist. rung der Bauhandwerkerforderungen zugegangen. Der ursprüng. 9. 8. 100. Ja; Nachteiliges über den Verein ist uns nicht bekannt. liche Verlust an Lohn für die Jahre 1907 und 1908 betrug 12 343,80 5. t. 81. Sind keine Kinder vorhanden, so erben in Ihrem Falle Mark, von denen bis jept 7883,85 m. nicht eingetrieben werden Sie, Ihre Geschwister und die Kinder Jhrer verstorbenen Geschwister. fonnten. So werden ehrliche Arbeiter um ihren sauer erworbenen Bernhard Rofe Theater. Sonntag: Nachmittags 3 Uhr: Einjährige O.. 25. Nach der herrschenden Ansicht: ja. 3. 31. Es tönnte Berdienst geprellt. Für Rechtsschuh sind in diesem Jahre 1922,08 Dienstag: Die Geyer- Wally. Mittwoch: Einjährig Unfreiwillig. Donners- erachtet werden. Freiwillig. Abends: Das Warenhausfräulein. Montag: Die Räuber. lediglich vielleicht das Sofa, der Trumeau und das Bertilo für pfändbar Mark ausgegeben worden. Troß der Polizeiberordnung hat sich tag: Das Barenhausfräulein. Freitag: Wohltäter der Menschheit. Sonn- unmöglich. B.. 1. Eine Scheidung ist in Ihrem Falle leider 6. 3. 226. Sie tönnten sich nur von dem Manne selbst betreffs der zugfreien Räume nicht viel geändert; die meisten Bau- abend: Das Warenhausfräulein. Sonntag: Die Räuber. Montag: Un- das Urteil zeigen lassen. Das Gericht faim Unbeteiligten Urteilsabschrift handwerker mußten ohne verglaste Fenster arbeiten. bestimmt.( Anf. 8 Uhr.) 9. 36. Eine Stlage hätte Aussicht auf Erfolg. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Gastspiel- Theater. Sonntag: Der Hüttenbefizer. Montag, Dienstag und Mittwoch: Zanzabend. Donnerstag bis Sonntag: Der Hüttenbefizer. Montag: Unbestimmt.( Anf. 8%, Uhr.) nicht erteilen. -P Nr. 44. 26. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Zentralkommiffion der Krankenkaffen hatte am Freitag eine Versammlung der Vorstände und Verwaltungsbeamten von Krankenkassen einberufen. Es galt in erster Linie, Maßnahmen zu besprechen, welche die Landesversicherungsanstalt Berlin zur Bekämpfung der Tuberkulose alle, welcher der Station angezeigt wird, soll sie für Durchführung Erhöhung der Kurkosten für die in den städtischen Krankenhäusern behandelten außerhalb Berlins wohnenden Patienten. Der Referent Koblenzer faßte seine Ausführungen in einer Resolution zusammen, welche einstimmig angenommen wurde. Die ResoIn Erwägung, daß die Krankenkassen schon in normalen Zeiten zu einem bedeutenden Teil zu den Kosten der öffentlichen Armenpflege herangezogen werden Iution lautet: Sonntag, 21. Februar 1909. Verfammlungen. G. Dahlenburg, M. Dahlenburg, P. Franz, Haase, Mulad, Buchnewik, Fr. Schulz. Die zuweilen ettras hißig geführte Diskussion über verschiedene Kandidaten dehnte sich so weit aus, daß der angekündigte Vortrag des Reichstagsabgeordneten Severing über" Den gegenwärtigen Kurs in der Sozialpolitit" nicht stattfinden konnte. Die Versammlung wählte zum Schlusse eine Wahlkomission von sieben Mitgliedern und erledigte noch einige interne Angelegenheiten. Witterungsübersicht vom 20. Februar 1909, morgens S IIhr. Interesse an der Bekämpfung der Tuberkulose haben. In jedem der entsprechenden Maßnahmen in den Wohnungen der Kranken bem Stranten verlassenen Wohnung Sorge tragen. Es wird erstrebt, am Freitagabend im Gewerkschaftshause statt. Eine längere Dis jorgen. Bei Umzügen soll die Station für Desinfektion der von Die Generalversammlung des Verbandes der Maurer fand für den Bezirk jeder Tuberkulosestation ein vollständiges Ver- am Freitagabend im Gewerkschaftshause statt. Eine längere Dis fussion entspann sich über die in den Zahlstellen und Bezirken vorzeichnis aller im Bezirk wohnenden Tuberkelkranten anzulegen, fussion entspann sich über die in den Zahlstellen und Bezirken vordamit festgestellt werden kann, wo sich besonders gefährliche In- jind: Bum 1. Vorsitzenden Otto Hanke, 2. Vorsitzenden Heinrich geschlagenen Kandidaten zum Zweigvereinsvorstand. Vorgeschlagen fektionsherde befinden, gegen die dann entsprechende Maßnahmen meble, 1. Stassierer August Wartenberg, 2. Kassierer Emil getroffen hat. Dr. Freund, der Vorsitzende der Landesverfiche- getroffen werden. Auf diese wird man, wie Dr. Freund am Schluß Buchholz, Emil Lehmann, Franz Heidemann, August rungsanstalt Berlin hielt einen Vortrag über diese Maßnahmen. seines Vortrages sagte, der Tuberkulosegefahr leichter Herr werden Er ging davon aus, daß die Versicherungsanstalt nicht nur den an tönnen, als es bisher der Fall war. Er bittet deshalb die Kranken- 3immermann, Schriftführer Albert Wulff, Beifizer: Chr. Tuberkulose Erfrantten helfen, sondern auch dazu beitragen vill, faffen, durch Anzeige der Krankheitsfälle das Werk der Verfiche- Berno, Mar Förster, S. Goldschau, Karl Gra ul, Rich. Sempel, Karl Stegemann, Emil Wuzzo, Revisoren: daß der gesunde Teil der Bevölkerung vor der Ansteckungsgefahr rungsanstalt zu unterstützen. Marten, Emil Thöns, G. Lehmann, Beschwerdes geschützt wird. Die Zerstörung der Infektionsherde ist, wie Robert Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Die Versammlung be- kommission: Dräger, Guse, lose, Matußet, G. Soch auf dem internationalen Tuberkulosetongreß jagtge, das wich- chloß einstimmig, die gewünschte Unterstützung durch die Kranken- Rudolph, Fr. Schulz, Bibliothekskommission: Birkholz, fofte Moment im Kampfe gegen die Tuberkulose. Die Versicherungs- tassen zu veranlassen und den Kassenärzten die entsprechenden Ananstalt geht von der Tatsache aus, daß die gefährlichsten Infektions- weisungen durch die Zentralfommission zugehen zu lassen. herde gebildet werden in den Wohnungen, wo sich Tuberkeltrante Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die vom Magistrat aufhalten. Hier ist die Gefahr der Ansteckung und der weiteren beschlossene Verbreitung der Krankheit am größten, denn oft wissen die Be treffenden nicht, welche Vorsichtsmaßregeln geboten sind, und meistens sind sie auch gar nicht in der Lage, das durchzuführen, meistens sind sie auch gar nicht in der Lage, das durchzuführen, was zur Bekämpfung der Ansteckungsgefahr notwendig ist. Hier will nun die Versicherungsanstalt helfend eingreifen. Das wirtsamste Mittel, einer Verbreitung der Krankheit vorzubeugen, wäre eine völlige Absonderung der Kranken von den Gesunden. Es ist aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich, die Kranken, welche nicht mehr geheilt werden können, für immer in besonderen Anstalten unterzubringen. Die Kranken wollen sich auch meistens nicht bon ihrer Familie trennen. Deshalb gilt es, sie in den Familien so viel wie möglich von den Gesunden abzusondern und auch im übrigen die nötigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Ansteckungsgefahr durchzuführen. Um das zu erreichen, will die Versicherungsanstalt in ganz Berlin eine Anzahl von Tuberkulosestationen errichten. Zwei derartige Stationen bestehen bereits. Eine im Zentrum, die andere im Südosten. Die Tätigkeit der Stationen, die mit je einem Arzt und einer Krankenschwester besetzt find, richtet sich zunächst auf die tuberkulösen Rentenempfänger der Versicherungsanstalt, also diejenigen, bei denen Invalidität infolge von Tuberkulose eingetreten ist. Die Kranken sollen durch die Schwefter eventuell durch den Arzt besucht werden, damit diese veranlassen können, welche Maßnahmen zum Schutz der Umgebung des Kranten zu treffen sind. Es handelt sich hier um Reinlichkeit und Desinfektion der Wohnung. Wenn der Krante mit einer anderen Person in demselben Bett schläft, weil fein anderes vorhanden ist, so liefert ihm die Versicherungsanstalt ein besonderes Bett, das er bis zu seinem Lebensende benußen kann. Wenn möglich, wird die Versicherungsanstalt auch einen besonderen Raum für den Kranten mieten, wo er allein schlafen und wohnen kann. Wo das aus Gründen, die in den Verhältnissen der Familie liegen, nicht geht, soll die Familie über die zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln auf geklärt werden. 1. indem ihnen durch die Auslegung des Krankenversiche Stationen rungsgesezes auch die Fürsorge für solche Kranten auferlegt wird, welche als dauernd eriverbsunfähig zu betrachten sind und in die öffentliche Armenpflege gehören; Berlin Wetter Stationen Swmembe. 772 NNW 3 Nebel Gamburg 775 232 Nebel Franti.a.M. 775 ND München -0abaranda 761 N -1 Betersburg 771 S -0 Scilly Better Temp. n. 5°.= 4. 2 beiter-6 1 bedeckt-14 2 -3 berbeen -4 Baris 765D 768 628 772D 4 halb bb. 6 1 wolfenl 1 molten!-4 773 NW 2 bedeckt 1 Dunst 775 S 3 Schnee 771 NW 3 bedeckt Wetterprognose für Sonntag, den 21. Februar 1909. Troden und zunächst vielfach heiter, aber tälter bei mäßigen füdöstlichen Binden; später wieder zunehmende Erwärmung und Bewöllung. 2. indem sie gezivungen sind, dauernd in Gestalt von Krane kengeld zuschüsse zu Invaliden- und anderen Renten zu leisten. In fernerer Erwägung, daß bei der bereits seit dem Jahre 1907 anhaltenden Erwerbslosigkeit die Ausgaben der Krankentassen fich riefig vermehrt und bei einzelnen derselben fast zum Wien bölligen Verbrauch des Reservefonds trop erheblicher Erhöhung der Beiträge geführt haben, bedauert die Versammlung auf das lebhafteste den Beschluß des Magistrats von Berlin vom 5. Dezember 1908, nach welchem die Kur- und Verpflegungskosten für Stranke, welche außerhalb Berlins wohnen, auf 3 M. pro Tag bom 1. Februar 1909 ab erhöht worden sind. Dies Bedauern ist um so größer, als sich in richtiger Würdi gung des Werkes einer fachgemäßen Krankenhauspflege die Krankenkassen, ohne daß sie dazu gefeßlich verpflichtet sind, immer mehr an die Bezahlung der vollen Kurkosten gewöhnt und damit eine Unzahl von Personen vor der Armenpflege und ihren Folgen bewahrt haben. Die Versammlung bittet den Magistrat und die Stadtverordneten höflichft, diesen Beschluß rüdgängig machen zu wollen. Hierauf erstattete Simanowati einen Bericht über die Tätigkeit der Zentralfommission im verfloffenen Jahre. Aber das genügt noch nicht zur wirksamen Bekämpfung der Tuberkulose. Deshalb will die Versicherungsanstalt ihre Fürsorge nicht nur auf ihre Rentenempfänger, sondern möglichst auf alle Aus dem Bericht geht hervor, daß der Kommission angeschlossen Tuberkeltranten erstreden. Um das durchzuführen, soll sind aus Berlin 53 Orts-, 29 Betriebs-, 12 Innungs- Krankendahin gewirkt werden, daß jeder Fall von Erkrankung an Lungen- tassen und aus den Vororten 21 Orts-, 8 Betriebs-, 3 Jnnungsund Kehlkopftuberkulose den Stationen angezeigt wird. In Krankenkassen sowie außerdem 40 Freie Hilfskaffen. dieser Hinsicht ersucht die Versicherungsanstalt um die Mitmir. Die Versammlung nahm den Bericht ohne Diskussion entgegen fung der Krankenkassen, die ja auch ein erhebliches und erteilte der Verwaltung Decharge. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Bafferstand Memel, Tilsit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Beeskow am feit am feit 19. 2. 18. 2. Wasserstand 19. 2. 18. 2. cm cm¹) 1873) cm cm) -73+1 116) 100 14 2043)-15 2825)-12 79-9 923) 4 1293) -36-2 Dresden -1504)-12 Barby 1775)-19 Magdeburg 148)-14 Saale, Grochlik 136 75 Havel, Spandau) +5 Rathenow³) 130+$ Spree, Spremberg³) 98 94) -475) 54-12 Krossen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Neze, Bordamm Elbe, Leitmeriz 1)+ bedeutet Wuchs, 1) Schwaches Treibeis. Vertreter für Berlin Beser, Münden Minden Rhein, Marimiliansau 298 Kaub Köln Redar, Heilbronn Main, Wertheim Mosel, Trier Fall. Unterpegel. ) Schwaches Grundeis. 132 62 3) Eisstand. 0. 17, Koppenstraße Rote Radler! Hervorragende Qualitäts- Zigarre! Stück 5, 71, und 10 Pf. Ved voor Alfred Dieck, Teleph. V 6173. Ginsegnungs- Anzüge Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden u. Webarten, Kammgarnen, Satins, Cheviots, Drapés, Foulés, Meltons u, s. w. Nur elgene Erzeugnisse! 36.- 33.- 30.- 28.26.- 24.- 22.- 20.18.- 16.- 14.- 12.€ 1050 Prüfungs- Anzüge Moderne gemusterte Webarten. 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Februar, abends S, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal V): Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Brückner. 2. Diskussion. 3. Der Streit bei Einsporn. 4. Berbandsangelegenheiten. Korbmacher. Max Jacoby, Strelitzerstr. 52 Montag, den 22. Februar, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Achtung!! Carmen- Umblatt großblattig, reif, braun u. flott brennend pr. Pfd. 1,-, 1,10 u. 1,20 Hamburger Rohtabak- Haus Hengfoẞ& Maak ( Vertr.: Alb. Schulze) Filiale: BERLIN N., Brunnenstr. 190. Engelufer 15( Saal VIII): Branchen- Versammlung. Zagesordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2 Branchen angelegenheiten. Vergolder. Montag, den 22. Februar, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung. Zagesordnung: 1, Borirag des Kollegen Dahlke über:„ Bie wahren wir unsere Rechte in der Krankenversicherung?" 2. Branchenangelegenheiten. Die Mitglieder der Driskrankenkaffe der Bergolder find hierzu besonders eingeladen. Außerordentl. Mitgliederverfammlung. W. Hermann Muller, Drechsler, Treppengeländer- und Luxusmöbelbranche. Sages Ordnung: 1. Wahl des gesamten Zweigvereinsvorstandes. 2. Bekanntgabe des Wahlrefultats von der Wahl des Sektionsvorstandes und der Revisoren. 3. Die legten Urteile des Berliner Gewerbegerichts über Bugerklagen und unsere Verhaltungsmaßregeln gegenüber Vertragsabschlüssen. 4. Verschiedenes. 133/6 Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. 3..: E. Schulze. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Hente Sonntag, den 21. d. M., abends 6½, Uhr, im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59: Große Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genoffen Paul Göhre über: Religion und Sozialdemokratie. 2. Diskussion. Hierauf: Geselliges Beisammensein. Tanz frei. Eintrittt mit Garderobe 20 Bf. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Schöneberg 208/2 Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 23. Februar 1909, abends 8½ Uhr, in den Neuen Rathausfälen, Meininger Str. 11: Sumatra Decke Nr. 6198 a 1,70. verzollt. Java- Sumatra Nr. 6195 a 2,50 M. berzollt. Bollblätter mit guten Farben und ffeinem Brande. Achtung! 5. Nachtrag Achtung! zur großen Liste der bewilligten Bädereien Berlins und Umgegend vom 4. Oktober 1908. Neue Tarifbädereien und solche, die durchbrochen hatten, aber wieder neu bewilligten, werden in den laufenden Nachträgen nur noch je ein mal veröffentlicht, worauf wir zu achten bitten. 11015 Solche bewilligte Bäckereien find folgende: Graunstr. 28, Safrenz. Golbftr. 50, Gennburg. Storforer Str. 2, Günther. Stroffener Str. 24, Mann. Banfftr. 77, Hartmann. Bintschstr. 4, Bergau. Samariterstr. 28, Ihlenfeld. llibanstr. 131, Blum. Lichtenberg. Weichselstr. 35, Haas. Rixdorf. Richardftr. 63, Lüdede. Tegel Schlieperftr. 67, Reimann. Tarifbrüchige Bäckereien. Wir bitten für diesesmal auf den Nachtrag IV von voriger. Woche zu achten, da heute nur solche Meister in diese Rubrit enthalten find, die feitdem nen durchbrochen haben: Fürstenberger Str. 9, Kang. Kuglerftr. 4, Dohrmann. Urbanftr. 94, Höhne Nachfgr. Lichtenberg. Müggelftr. 28, Rabenhorst. Parteigenoffen! Hausfrauen! Arbeiter! Unterstüßt nach wie vor die um ihre Menschenrechte tämpfenden Bäckergesellen. Der Vertrauensmann der Bäcker Berlins und Umgegend. Am 4. erscheint große Bäckereien. Mitglieder- Versammlung tung! gifte aller bewilligt en Baderelen Adtung! Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Anträge. 3. Wahl der Delegierten zur Verbands. Generalversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten. Achtung! Bewilligte Bäckerei. Achtung! Die Differenzen in unterzeichneter Bäderei mit dem Verbande der 15/3 Bäder find beigelegt und gilt erstere somit wieder als bewilligt. Safrenz, Bädermeister, Graunstr. 28. Der Vertrauensmann der Bäcker. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet. Der Vorstand. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin I.( Michaelfirchplatz 1 part.) Mitglieder sämtlicher Branchen! Mittwoch, den 24. Februar 1909, abenbs 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: 11026 Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend. ( Eingeschriebene Hilfskasse No. 118. Bureau: C. 54, Steinstraße 38.) Den Mitgliedern zur Kenntnis! Der Ausschuß hat zum Vorsitzenden Herrn Gustav Herforth, Berlin N., Mittwoch, 24. Februar, abends 8, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Außerord. Vertrauensmänner- Versammlung. Da wichtige Angelegenheiten, auf der Tagesordnung stehen, muß aus jeder Werkstatt jede Branche vertreten sein! Bürsten- und Pinselmacher. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8, Uhr: Versammlung Tagesordnung: 1. Bortrag:" Die Entstehung der Bollswirtschaft®. 2. Distuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Bodenleger. Mittwoch, 24. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Branchen- Verfammlung. D Tagesordnung: 1. Bericht von der Parkettleger Konferenz. 2. Branchen und Verbandsangelegenheiten. Perlmutt-, Horn- u. Steinnuß- Arbeiter. Mittwoch, 24. Februar, abends 6%, Uhr( gleich nach Feierabend), im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 5: Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Leopolb über: Ar beitslofenfürsorge". 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Branchenangelegen heiten. Jalousiearbeiter. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Versammlung. Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Branchenangelegenheiten. 8. Ber Bandsangelegenheiten. Stellmacher. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8%, Uhr, im„ Rosenthaler Sof", Rosenthaler Straße 11/12: Regelmäßige Mitglieder- Versammlung. Buttmannstr. 18, Caergeb. 11, gewählt. An denselben Branchen- Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Der deutsche Bauernkrieg". Referent: Genoffe Max Schütte. 2. Antrag der Drtsverwaltung betr. die Zustimmung zu einer 2ohn betorgung in der Kostümschneiderei. 3. Mitteilungen der Drisverwaltung. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe oder mit mehr als acht reftierenden Wochenbeiträgen fein Zutritt. 162/3 Die Ortsverwaltung I. Deutscher Kürschner- Verband Filiale Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Barnimstraße 21. Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr: find Beschwerden und Streitfälle gegen Entscheidungen Des Vorstandes zu richten. 38/2 Der Vorstand. Tel.: Amt VII 6789. NUT Mbbel bester Oeffentliche Versammlung aller in der Kürschuerbranche beschäftigten Arbeiter n. Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Die Kündigung des Vertrages in der Mühenbranche und unfere Stellung dazu. Referent: Stollege A. Regge. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 103/3 Die Ortsverwaltung. Rauchen Sie Phänomen Cigaretten! Devise: Qualität ist die beste Empfehlunó Garantiert feinste Handarbeit. Qualis tät. OBEL FABRIK MORITZ HIRSCHOWITZ Berlin 5.0. Skalitzer Str. 25, Ausstellung von Musterzimmern in 5 Etagen. Besichtigung ohne Kaufzwang. Versand n. ausw. 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Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im„ Rönigstadtkafino, Holzmarktstr. 72: Außerordentliche Branchenversammlung. Tagesordnung: 1. Die vom Borstand geplante Agitation und unsere Aufgaben für die Zukunft. 2. Disfuffion. 3. Berichterstattung von der Generalversammlung. 4. Branchenangelegenheiten. Küchenmöbelbranche. Donnerstag, 25. Februar, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Branchen- Verfammlung Mitgliedsbuch legitimiert. 79/11 Die Ortsverwaltung. MAL- KAH- Zigaretten vorzüglich. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine. Dienstag, den 23. Februar, abends 8% Uhr: General- Versammlungen der sechs Berliner Wahlkreise. 1. Kreis. Lebensquelle, Kommandantenstraße 20. 1. Bericht des Vorstandes. 2. Diskussion. 8. Anträge. 4. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 5. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 2. Kreis. Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. nobofbeny 4. Kreis. Kellers Fest- Säle, Koppenstraße 29. 1. Vorstands, Rassen- und Kommissionsberichte. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Kommissionen. 3. Anträge zur Verbands- Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 4. Ausschlußanträge und Verschiedenes. 5. Kreis. Altes Schützenhaus, Linienstraße 5. 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers und sämtlicher Kommissionen. 2. Statutenberatung. 3. Vorstandswahl. 4. Kreisanträge und Anträge für Groß- Berlin. 5. Wahl der 2. Wahl des gesamten Vorstandes und der Funktionäre. 3. Wahl der Delegierten zur GeneralDelegierten zur Verbands- Generalversammlung. 6. Vereinsangelegenheiten. hematisdA 3. Kreis. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. 1. Borstands- und Kassenbericht, sowie Bericht der Kommissionen. 2. Vorstandswahlen. 3. Wahl der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 4. Parteiangelegenheiten. 1. Bericht des Borsigenden, des Kassierers, der Revisoren und der Kommissionen. versammlung Groß- Berlins. 4. Anträge. 5. Partei- und Vereinsangelegenheiten. 6. Kreis. Pracht- Säle Nord- West, Wiclefstraße 24. 1. Vorstands- und Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Bestätigung der Delegierten zur Verbands- Generalversammlung. 4. Antrag auf Entschädigung der Bezirksführer und Erhebung eines Extrabeitrages von vierteljährlich 10 Pf. 5. Antrag auf Ausschluß des Mitgliedes Paul Fiedler. 6. Erledigung sonstiger Anträge. In allen Versammlungen legitimiert das Mitgliedsbuch des betreffenden Wahlvereins! Pünktliches und allseitiges Erscheinen der Mitglieder erwarten Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen Die Vorstände. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Javentur- Ausverkauf. 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