Nr. 46. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", bas erste( jettgedruckte) Wort 20 Pig., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schiaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Numuner müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Junker gegen die Wissenschaft. 9 " 1 In der Zirkus Busch Versammlung des Bundes der Landwirte am Montag gedachte man auch mit Worten höchster Anerkennung des verstorbenen Hofpredigers Stöcker. Am Lage darauf, am Dienstag, fand eine Fortsetzung der agrarischen Woche, die in der Zirkus Busch- Versammlung ihren Höhepunkt erreicht hatte, statt in Gestalt des Zusammentritts der Steuer- und Wirtschaftsreformer. Diese überwiegend agrarische Vereinigung wurde im Jahre 1876 als eine Art Vorläufer des Bundes der Landwirte gegründet und vertrat, wie ihr das gewiß unverdächtige Agrarische Handbuch" bescheinigt, allezeit einen einwandfreien agrarischen Standpunkt. Die am Dienstag zusammengetretene 34. Generalversammlung der Steuer- und Wirtschaftsreformer hatte es sich denn auch, getreu ihren agrarischen Tendenzen, zur Aufgabe gesetzt, die bereits von den Landbündlern totgeschlagene und eingefargte Nachlaßfteuer noch einmal aus dem Grabe herborzuwählen und zum abschreckenden Erempel einer Leichenschändung preiszugeben. Zu diesem ethisch ästhetischen Werke hatten sich die Agrarier den Königsberger Professor Gerlach verschrieben, dem der akademische Scharfmacher Professor Ehrenberg assistieren sollte. Außerdem aber hatte sich auch der intimste Freund und Waffenbruder Adolf Stöckers, der bekannte Professor Adolf Wagner eingefunden. Da hätte man nun erwarten sollen, daß die Agrarier, die dem verstorbenen Stöcker tags zuvor eine so rührende Ovation bereitet, die Gelegenheit benutt hätten, dem Freund und Kampfgenossen Stöckers, dem nun auch schon fast 74jährigen anderen Borkämpfer des durchaus konservativ gerichteten„ chriftlichen Sozialismus" ebenfalls eine Ovation darzubringen. Aber ach, der intime Freund, der alte Waffengefährte Stöckers wurde von den Junkern derartig niedergeschrien und ausgepfiffen, daß er seinem Geschid dafür danken konnte, daß seinem agrarischen Auditorium teine faulen Eier zur Verfügung standen, mit deren duftendem Inhalt er sonst möglicherweise Bekanntschaft gemacht hätte. Das tam so: Der Königsberger Professor Gerlach vertrat in seinem Referat über die Steuervorlagen den auch in einer Resolution niedergelegten Standpunkt, daß das Reich keinerlei Besteuerung des Eintommens und des Vermögens vornehmen dürfe und daß insbesondere die Nachlaßsteuer einen Einbruch des Reiches in die Kompetenzen der Bundesstaaten und obendrein eine soziale Ungerechtigkeit bedeute. Gegen diese agrarische Auffassung wendete fich Professor Adolf Wagner in einer Rede, der wir folgende Stellen entnehmen: Mittwoch, den 24. Februar 1909. Und Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Was gegen die Erbschaftssteuer eingewendet werden solle, des Rittergutsbesizers b. Bodelschwingh, die halte ich nicht für richtig. Ich habe das seit langen Jahren wir hiermit niedriger hängen wollen: als Mann der Wissenschaft vertreten.( Lachen.) Ich glaube, die große Mehrheit meiner theoretischen Fachgenossen für mich zu haben.( Stürmisches Hohne gelächter.) Darauf legen Sie keinen Wert, das weiß ich, ich berufe mich aber auf die Praxis. Welche Staaten haben die Erbschaftssteuer eingeführt? England, bas die höchste Einkommensteuer hat.( Buruf: Aber es hat keine Bermögenssteuer!) Nun, die Erbschaftssteuern bringen in England allein 400 Millionen. In Frankreich sehen sie den felben egoistischen Kampf der Besitzenden gegen die Besteuerung des Besizes.( Stürmische Dhorufe.) Vorzugsweise lehnt sich dort die Bourgeoisie dagegen auf. Außerdem hat Frankreich andere Steuern, die folossal wirken. gehen Sie nach Desterreich, da haben Sie eine neue Einkommensteuer und außerdem die Erbschaftssteuer. Die hier vorgebrachten Einwendungen führte man auch dort an, trotzdem wurde die Erbschaftssteuer angenommen.( Leider!) Es wurde nicht erwähnt, daß die Nachlaßsteuer erst bon 20 000 Mart an erhoben wird, daß der größte Teil des bäuerlichen Kleinbesizes steuerfrei bleibt und daß bei 20 000 Mark 100 Mark gezahlt werden sollen und in ein paar Raten. Da tann man doch nicht sagen, daß der Familiensinn gestört wird, daß der Sohn nun nicht mehr erben will. Das sind Phrasen, mit denen man alles widerlegen könnte.( Widerspruch.) Man sagte, das mobile Kapital wird sich drücken. Nun, da haben wir die Kontrolle durch die Einkommensteuer.( Wider Gestöhn dieses. Junkers über die ungeheuere Verteuerung fpruch.) Man sollte außerdem die Steuerhinterziehung der Lebensmittel", aus der ja gerade die Landjunker die nicht nur mit Geld, sondern auch mit Gefängnis bestrafen. fetteſten Profite ziehen, und über die knappe" Eristenz bei ( Sehr richtig!) Wenn der kleine Mann immer fagt, einem Einkommen von 10000 M. tann es gar nicht geben! Ihr besteuert mein Salz, mein Bier, meinen Brannt- Dieselben Junker, die mit 10 000 M. nicht auskommen können wein, das bißchen staffee und Buder, alles was und deshalb keine Steuern zahlen wollen, wollen der besitzich genieße, und wenn Ihr nun auch einmal etwas losen Masse, wollen dem Proletariat 3-400 Millionen bezahlen sollt, dann erklärt Ihr ein rundes Nein, was soll Mark nener Steuern auferlegen! ich ihnen dann erwidern?( Stürmisches Gelächter.) Es ist tein Ruhm für das preußische Herrenhaus, daß es seinerzeit bei der Miquelichen Steuerreform 4 Proz. Einkommen steuer von 100 000 M. ab ablehnte, da konnten die kleinen Leute fagen, das tut Ihr in Konsequenz Gueres Patriotismus.( Große Unruhe.) Sobald Jhr ernstlich zahlen sollt, kommt Ihr mit Einwendungen. So kann es nicht weitergehen. Ich habe meinen Standpunkt vertreten; wenn Sie darauf nicht mehr Wert legen, als Sie sonst zu tun pflegen bei einem Mann der Wissenschaft... ( Große Unruhe, in der die nachfolgenden Worte des Redners verloren gehen.) Aber ich habe meine Pflicht getan, ich stehe Die erste Serie der Ersatzwahlen hat der geeinigten Partei hier und ich lann nicht anders. Ich halte die Nachlaßsteuer für gut und richtig, wir brauchen direkte Steuern für die feinen Mandatgewinn gesichert, aber einen starken moralischen Erfolg wohlhabenden Klassen.( Erneute Schlußrufe.) Wenn wir die Finanz- verschafft. Troydem die ganze Macht der administrativen Storruption reform wollen, die politisch und sozial richtig durchgeführt ist, dann gegen fie aufgeboten war, hat sie in den drei Wahlkreisen, wo sie fönnen wir von einer direkten Besitzsteuer nicht absehen. Deshalb in den Kampf eingegriffen hatte, eine Stimnenzahl errungen, die möchte ich Sie bitten, die Nachlaß- und Erbschaftssteuer nicht un- die wachsende Kraft der sozialistischen Ideen unziveifelhaft fundgibt. bedingt abzulehnen. Sie haben keine andere Stener.( Stürmische Im Departement Haute- Vienne, das einen vorwiegend ländlichen Dhorufe; Zuruf: Verbrauchssteuern!) Sie können nicht Charakter hat, hat Genoffe Parvy seine Stimmenzahl von 568 im von neuem alles auf die Verbrauchssteuern ab= wälzen. Direfte Steuern müffen geschaffen werden, deshalb Jahre 1906 auf 1674 gefteigert. Jim 6. Bezirk von Marseille brachte hoffe und wünsche ich, daß die Nachlaß- und Erbschaftssteuer ein- es Genoffe Gaston Cremieng, der Sohn des 1871 nach dem geführt werde.( Stürmische Widersprüche, Bischen, vereinzelter Marseiller Kommune- Aufstand standrechtlich füfilierten Revolutionäre, Beifall.) auf 3756 Stimmen. Er steht in einer nicht aussichtslosen „ Die Rede des Professor Wagner hat gezeigt, welche erheblichen Frrtümer über die Lage der Landwirtschaft bei den Berliner Professoren herrschen.( Sehr richtig!) ( Sehr richtig!) Professor Wagner hat gesagt, bei Einnahmen von 10 000 W. bleibe viel übrig für nicht notwendige Ausgaben.( Hört! hört!) Herr Professor Wagner, ist Ihnen nicht bekannt, wie gerade durch die ungeheuere Berfeuerung der Lebensmittel und durch die Berteuerung der Mieten der Mittelstand ungeheuer belastet ist? ( Sehr gut!) Auch die Leute werden schwer getroffen, die Einnahmen von 10 000 Mark haben.( Sehr richtig!) Jm Arbeiterstand gilt als selbstverständlich, daß die Söhne mehr werden, als die Väter waren. Bei den Beamten und Offizieren aber müssen die Kinder heruntersteigen. Es geht bei 10 000 m. kuapp au.( Sehr richtig!) Professor Wagner sagte, dem Arbeiter bliebe für die notwendigen Ausgaben nichts übrig. Nun, in Hessen fagte mir ein Arbeiter, wenn er nicht täglich seine drei Glas Vier habe, wolle er lieber trepieren.( Lebhaftes hört! hört!) In Westfalen bekommen die Arbeiter Land zur Verfügung gestellt. Sie lassen es unbebaut liegen.( hört! hört!) Der Arbeiter will eben heute bar Geld und wenn er es nicht bekommt, dann streift er. Damit ist die Sache fertig. Der Gedanke einer Arbeitslosen bersicherung ist grober Unfug.( Sehr richtig!) Das Proletariat mag sich diese Junkerworte gut einDenn einen aufpeitschenderen Hohn als das prägen! So behandeln die Junker das Volt, so die Wissenschaft! Und wie lange noch will sich das Volt, die ungeheuere Mehrheit der Nation, von einer Handvoll Junker und Kapitalisten diese Behandlung gefallen lassen? Die franzöfifchen Erfatzwahlen. Paris, 22. Februar.( Eig. Ber.) " Ich sage ganz fed heraus, die Nachlaß- und Erbfchaftssteuer halte ich für notwendig, da wir feine Professor Wagner ist ein stockfonservativer Mann, wie ja Stichwahl. Sein Hauptgegner ist der unabhängige Sozialist" beffere direkten Steuern im Deutschen Reiche erhalten fönnen. ( Lebhafter Widerspruch.) Eine beiiere Steuer wäre eine schon seine unverwüstliche Freundschaft mit einem Adolf Stöcker Bouysson, der 4859 Stimmen bekommen hat. Ein Nadikaldirette Einkommen und Vermögenssteuer, aber beweist. Er ist stets für die agrarische Schutzzollpolitik ein- sozialist brachte es auf 1994, ein syndikalistischer" Kandidat zweifelDas legtemal war der die können wir aus den bekannten Gründen nicht einführen. In getreten, hat jederzeit den monarchischen und feudal- hafter Sorte auf 312 Stimmen. dem Gerlachschen Vortrag habe ich etwas vermißt, er hat immer patriarchalischen Gedanken verfochten und ist übrigens in den unabhängige" Sozialist Antibe Boyer, der jetzt im Senat geDie geeinigte nur mit den bestehenden indirekten Steuern gerechnet und achtziger Jahren auch einmal konservativer Abgeordneter landet ist, mit 8844 Stimmen gewählt worden. nicht mit den neuen indirekten Steuern, die tommen sollen. gewesen. Die Konservativen haben Adolf Wagner stets als sozialistische Partei hatte damals gar leinen Kandidaten aufgestellt. Hätte er das getan, würde er abermals eine starke Belastung der Massen haben tonstatieren müssen. Darüber ging große nationalökonomische Autorität gegen den Liberalismus Um so erfreulicher ist das geftrige Resultat, das trotz desolater er aber hinweg. Er sagte, es wäre eine Frage, daß die indirekten und Sozialismus ins Feld geführt. In dem Augenblick aber, Organisationszustände erreicht wurde. Bemerkt muß werden, daß sich , unabhängige Kandidat den Wählern als Verbrauchssteuern die Massen belasten. In der Tat aber wird wo der greise konservative Gelehrte es wagte, in der Frage der inters relativ die Masse der Bevölkerung viel schwerer der Steuerpolitik den Standpunkt der Wissenschaft ein- nationalistischer, foufequenter Sozialist und Regierungsgegner vorgetroffen als die wohlhabenden Klassen.( Leb- zunehmen und dem skandalösen Egoismus der durch den gestellt hat. Sein Protektor, der Senator und Er- Bürgermeister hafter Widerspruch.) Darüber kann kein Zweifel sein. Die uns Brot- und Fleischwucher gemästeten junkerlichen Steuer- leiffières, fagte in einer Versammlung, er werfe der soziaentbehrlichen und notwendigen Agrarzölle haben auch weigerer den Fehdehandschuh hinzuwerfen in demselben liftischen Partei nicht vor, daß sie ervé nicht ausgeschloffen, bei uns im Durchschnitt zur Erhöhung der Preise geführt, und diese Erhöhung machte sich wieder bei den Wassen fühlbar. Augenblick wird er von dem agrarischen Klüngel nieder- fondern daß sie ihn zu lau verteidigt habe. Dieser Bouhsson und diese Erhöhung machte sich wieder bei den Waffen fühlbar. gebrüllt und niedergezischt! Nicht nur seine ganze ehedem so aber war zugleich der offizielle kandidat, für den der ( Widerspruch.) Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn wir auf das Einkommen des fleinen und mittleren Mannes die hochgepriesene Autorität ist dahin; sein Ansehen, seine Ver- Präfeft alle Mittel der Wahlbeeinflussung erschöpfte. Das bedeutendste Ereignis des gestrigen Wahltages ist aber die indirekten Verbrauchssteuern abrechnen, wir relativ eine gangenheit, seine Verdienste um die konservative Sache, sein viel höhere Summe bekommen als bei den Wohl allein schon den Respekt anständiger Menschen heischendes Wahl in Clemenceaus Departement Var. Es galt, den habenden und Reichen.( Stürmischer Widerspruch.) Was Alter vermögen ihn nicht vor dem wütenden Oppositionslärm, Radikalsozialisten Martin zu erfeßen, der 1906 mit 9500 Stimmen ist es aber, was bei dem Kleinen Mann als freies Gin vor dem Zischen und Niederbrüllen seiner alten politischen gegen 3000 eines gelben" Kandidaten gewählt worden war. Diesmal tommt es zur Stichwahl. An der Spige aller tommen übrig bleibt? Es bleibt ihm für beffere materielle Freunde zu schützen! D oder geistige Genüsse überhaupt nichts übrig.( Stürmischer Wider- Am Montag leistete sich das Junkertum eine Orgie Kandidaten aber steht Genosse Stenaude I mit 4039 Stimmen, spruch, Ohorufe, Zuruf: 5 Glas Bier täglich!) Wir müssen doch der Volksverhöhnung, am Dienstag spie es der ihm folgt der frisch radikal" getaufte Nationalist Belin baran denken, daß in Deutschland Hunderttausende von Menschen Wissenschaft seinen Geifer ins Gesicht! mit 2575 Stimmen, dann ein Radikalsozialist mit 1973, ein Einkommen von unter 300 Mart haben, bas steuerfrei Freilich, wie sollte die protige Sippe der Strautjunkerschaft ein unabhängiger Sozialist mit 1492 und zwei weitere bleiben muß.( Buruf: ungerechterweise!) Es fragt der Wissenschaft haben, wenn der Nabilalsozialisten mit 1195 und 860 Stimmen. Da für Renaudel fich, ob es ungerechterweise ist. Was bleibt aber nach Abzug auch Respekt vor ber notwendigen Genußmittel beim kleinen Mam übrig, während Rostocker Professor Ehrenberg in seiner Bolemit gegen im zweiten Wahlgang wohl noch Arbeiterstimmen zu gewinnen sind, die wohlhabenden Kreise ein viel größeres freies Einkommen haben. Adolf Wagner behauptete, seine reine Wissenschaft" dadurch steht die Sache der Partei gar nicht schlecht. Aber ein bedeutungs( Stürmischer Widerspruch.) Die Hälfte bleibt den Wohlhabenden zu beweisen, daß er sich gerade als reiner Wissenschafter" voller Triumph ist ihr schon gestern zuteil geworden. Der„ unfür Luguszwede übrig, während der kleine Mann nichts hat. gegen jede weitere Heranziehung des Be- abhängige Sozialist", der so ins Hintertreffen geraten und von ( Erneuter stürmischer Widerspruch.) fizzes erklären müsse, бав die bon der jeder Hoffnung abgeschnitten worden ist, ist der Kandidat Dieser Gesichtspunkt hat nun glücklicherweise auch in Nea Regierung, der Eg Genoffe Escartefigue, gierungstreifen Anerkennung gefunden.( Zuruf: Leider! Leiber!) Reichsregierung vorgeschlagene Nachlaßsteuer der Toulon. Clemenceau hat sich Die Regierung steht auf dem richtigen Standpunkt und ich bin ein sozialistisches Experiment sei und das soziale Bürgermeister von in der Stichwahl an die ein Mann der Theorie und Wissenschaft.( Stürmisches Stö nigtum sich in eine Beherrschung des Kaiser- eingebildet, ihn wenigstens wie zu bringen, ebenso er gemeint hat, Hohngelächter.) Lachen Sie nicht darüber! Die Theorien, die Sie tu ms durch die Massen zu verwandeln erste Stelle Möglich, daß die Junker gerade verfechten, sind auf Ihre eigenen fleinen Ansichten brobe! deshalb Renaudel werde es nicht über eine geringfügige StimmenUnd ITILIT Toulon haben die Wähler von zugeschnitten.( Erneuter stürmischer Widerspruch.) Direkte fo rüdsichtslos mit ihrem alten Freunde Adolf Wagner zahl bringen. Steuern im Reich können wir sonst nicht einführen und es bleibt umsprangen, weil dessen Auftreten in ihnen das fefte Vertrauen ungescheut aller Storruptionsfünfte manifeftiert, wie sie über den feine andere Steuer übrig.( Buruf: Luxussteuer!) Mit der Lurussteuer werden Sie nichts erreichen, außerdem wird sie nichts zu dem bekannten Königswort erschütterte, daß Profefforen und politischen Verrat im fleineren und im größeren Wirkungsfreis benten. Der Stichwahltag wird hoffentlich den Triumph der geeinbringen.( Buruf: Stohle, Sohle!) Wenn Sie die Kohle be- Huren zu allem zu haben seien. Für die Höhe des geistigen und sittlichen Niveaus, auf einigten Bartei bollenden, zur schmählichen persönlichen Niederlage steuern, werden Sie auch nicht den eigentlichen Besit als solchen treffen, der getroffen werden soll.( Stürmischer das die Debatte durch Prof. Ehrenberg und die folgenden Clemenceaus fann er nichts mehr hinzufügen. Widerspruch. Diskussionsredner gestellt wurde, sind typisch die Ausführungen Ciß semeingefÄhrliche??s!I?eike?ges»t. Nm 20. August 1908. abends nach 10 Uhr. saß der Schank- Wirt Weile mit seiner Frau friedlich in der Küche seiner Wohnung in Tegel. Plötzlich hörten sie an der Korridortür ein Poltern. Tie Frau ging mit der Lampe hinaus, öffnete die Tür und erhielt sofort einen Schlag ins Gesicht— wie sich später herausstellte, von dem Polizei s er geanten Megow, der eine Treppe höher wohnte. Aus die Hilferufe der Frau eilte ihr Mann herbei, der noch nüt ansehen" konnte, wie Megow dieFrau mit den Füßen b e arbeitete und den Degen ziehen wollte. Weile versuchte den Polizeibeamten hinauszudrängen, dieser aber hielt den Fuß zwischen die Tür. folgte dem Weile und schlug ihn mit einem Revolver mehr» m a l s auf den Kopf, so das; er blutete, bis die Weileschen Eheleute in die Küche flüchteten. Auch hierhin suchte der Polizeibeamte ihnen zu folgen. Während die Eheleute gemeinsam die Tür zuhielten, stemmte Megow sich gegen die" Tür— vergeblich. Als er erkannte, daß er so nicht eindringen könne, zog er dann nochmals den Revolver und mit dem Rufe:„Macht auf oder ich schieße!" gab er aufs Geratewohl einen Schuß gegen die Tür ab, der durch die Tür hindurchdrang und dem Weile beide Gesäß- Hälften verletzte. Kaum war der Schuß gefallen, als Hausbelvohner und Polizeibcamte herbeieilten, den Polizeibeaniten wegschafften und einen Astzt holten, um dem schwerverletzten Weile den Notverband anzulegen. Weile erstattete Strafanzeige, beantragte ferner auch die Einleitung des Disziplinarverfahrens sowie die vorläufige Suspensioil des Beamten vom Dienste. Mitte September erschien die Sachlage dem Land rat des Kreises Niederbarnim noch nicht so geklärt, um auch nur die Einleitung des Disziplinarverfahrens gerecht- fertigt erscheinen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft stellte sogar das Strafverfahren ein, weil sie der Behauptung des Megow glaubte, daß er sich in Notwehr befunden habe, und das trotz deS Schuffes durch die Tür! Auch der O b e r st a a t s a n w a l t, den Weile beschwerdeführend anrief, nahm straflose Ueberschreitung der Notwehr an. Nunmehr wurde der Spieß umgekehrt. Die Staatsanwaltschaft schritt gegen— die Weileschen Eheleute wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung, verübt gegen den Polizeibeamten, ein. Die kürzlich stattgehabte Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin- Wedding ergab nicht nur den geschilderten Sachverhalt, sondern noch eine Reihe anderer höchst interessanter Begebenheiten. Dieser selbe Polizeibeamte hat auch mit seinen Kollegen und sogar mit seinen Vorgesetzten wieder- holt Znsammenstöße gehabt. Er war oft b e- trunken, in und außer dem Dienst. Er bedrohte seine Kollegen sogar mit Totschießen. Eines Tages hatte er nüt dem ihm vorgesetzten Wachtmeister eine Lluseinander- setzung, über die Megow so aufgebracht war, daß er ihm den Weg vertrat, als der Wachtmeister die Wache verlassen wollte. Zwei anderen Beamten war es nicht möglich, dem Wacht- «ueister den Weg frei zu machen, bis schließlich der Polizei- sergeant Hilscher, ein Hüne von Gestalt, erschien, vor dessen Körperkraft Megow Angst hatte. Jetzt schlug Megow den Paletot zurück und faßte nach dem Revolver, um Hilscher niederzuschießen. Nur dem schnellen Zugreisen Hilschers ist es zu danken, daß die Kugel damals nicht losging. Weder der Wachtmeister noch Hilscher haben wegen dieses Vorfalles gegen Megow Anzeige erstattet. An demselben Tage, an welchem Megow später das Renkonter mit den Weileschen Eheleuten hatte, hat er vorher eine Dame auf offener Straße zu umarmen versucht, war aber an die Richtige gekommen, denn er er- hielt von ihr einen Stoß, daß er hinfiel. Kurze Zeit später las ihn der Nachtwächter Nörlich von d e r S t r a ß e auf. Er lag betrunken auf dem Damm, der Nachtwächter hob ihn auf und brachte ihn bis an die Haustür. Auf der Treppe ereignete sich dann der geschilderte Vorfall, der dadurch beendigt wurde, daß zwei Beamte den Megow in seine Wohnung bringen mußten. Dort gebürdete er sich immer noch wie ein Wilder, er wollte wieder in die Weilesche Wohnung und schrie seinen Kollegen, die ihn nicht loSlassm wollten, zu: Ich schieße Euch tot, macht Euer Testament. Schließlich wurde ihm der Revolver abgenommen. Er ging an einen Schrank und wollte seinen zweiten Revolver herausnehmen. Nunmehr blieb den Be- amten nichts anderes übrig. sie fesselten ihren Kollegen mit einer Waschleine an Händen und Füße n. Es dauerte nach der Aussage der Beamten drei Stunden, bis Megow sich einigermaßen wieder beruhigt hatte. Bei diesem Sachverhalt, der sowohl dem Richter wie dem Amtsanwalt bei Beginn der Verhandlung un- glanblich erschien und beiden wiederholt Aeußerungen des Erstaunens entlockte, mußten natürlich die„An- geklagten" freigesprochen und auch die not- iv endigen Auslagen der Verteidigung auf die Staatskasse übernommen werden. Damit ist die ungeheuerliche Tat des Polizeibeamten aber nicht gesühnt. Es ist unbegreiflich, daß ein solcher Beantter immer noch Dienst tut. Er bildet eine Gefahr für die Bevölkerung von Tegel. Ist nach dem vernichtenden Ergebnis der. Gc- richtsverhandlung der Beamte vom Dienste suspendiert und gegen ihn Anklage erhoben worden? Sie Poütih der polnischen national- donokratit Aus Warschau wird uns geschnoben: Der Obmann des Polenklubs in der dritten Duma, der Führer Ver Nationaldemokratie Russtsch-PolenS, Roman DmowSki, hat fem Mandat niedergelegt. Dieser Schritt, der seit Monaten durch Preßpolemiken vorbereitet wurde, ist ein Produkt des Katzen- j a m m e r ö, der in der polnischen Bourgeoisie als Resultat ihrer dreijährigen„glorreichen" Politik entstand, und verdient eine eingehendere Würdigung. Als dank der jahrelange» AuSsaugung der polnischen Arbeiter- klaffe durch das Kapital und die zarische Regierung das polnische Proletariat unter dem Einfluß der sozialdemokratischen Agitation und der Resultate deS ruffffch-japamschen Kriege? das Banner der Revolution emporhob und seine Waffen zugleich gegen die zarische Regierung und die kapitalistische Ausbeutung wandte, schwenkte die polnische Bourgeoisie blitzschnell ins Lager der Konterrevolution und begeiferte den Kampf der polnischen Arbeiterklasse als Berrat an der Nation. Zur Bourgeoisie gesellten sich die Agrarier, die seit Jahrzehnten die Stütze des Zarismus waren und ein Ucbcr- greifen deS Streikfiebers auf die Landbevölkerung befürchteten, ebenso wie das Kleinbürgertum, zum Teil genaSführt von diesen beiden Klassen, zum Teil von seinen materiellen Interessen geleitet: denn das Kleinbürgertum existiert nur dank der grenzenlosen Aus- beutung seiner Arbeitskräfte, der Gesellen, die trotz allen Drucks sich dem Kampfe deS großindusiriellen Proletariats angeschlossen hatten. Die stärkste bürgerliche Partei in Polen, die N a t i o u a I d e m o- k r a t i e, erlangte ihre Kraft eben darum, weil sie als Kampfes- organisationderAusbeutcram tätigsten wirkte. Ihr aktiver Kampf gegen die revolutionäre Arbeiterklasse scharte alle von AuS- beutung lebenden Klaffen in Rnssisch-Polen um ihr Banner. Und dieser Charakter des Bürgertums und seiner Partei drückte seinen Stempel auf ihre Stellung zu den nationalen Fragen. Die Nationaldemokratie, früher eine UnabhängigkeitSpartei, verriet ihr Programm am Bortage der Revolution: sie verlangte seit dem Jahre 1301 nur nationale Freiheiten im Rahmen des russischen Staates. Diese aber hätten nur nach dem Stur; des Zarismus er- reicht werden können. Das polnische Bürgertum kämpfte aber gegen die llkevolution, kämpfte auf der Seite der zarischen Re- gienmg. Ilnd da ihm die Revolution verhaßt war. wandte eZ sich ou die Regierung, um aus ihrer Hand die Autonomie Polens zu erschachern. Derselbe R o m a n D m o w s k i. der erst nach dem Oktoberstreik des Jahres ISOS nach Rnssisch-Polen zurückkehren konnte, reiste nach dem Oktoberstreik nach Petersburg und machte im Namen seiner Partei dem Grafen Witte die Offerte: Wir schlagen die Revolution in Russisch- polen nieder und ihr gebt unS die Autonomie. Graf Witte antwortete, indem er ihn einen Hanswurst nannte. Denn Witte wußte, daß die Stütze der Konterrevolution in Rußland aus der Bureaukratie besteht, für die das Ende der Russtfi- zierung Polens das Ende ihrer Sinekuren bedeutete, und daß es darum keinen Ausgleich zwischen der polnischen und russischen Konter- revolutiou geben könne. Die erste Duma begann ihre Arbeit. Die Nationaldemokraten, die im Polenklub die Mehrheit besaßen, flößte das Gegacker der Kadetten den Glauben ein, daß die Herren NoditschefS und Miljukows in der nächsten Zukunft das Heft in Händen haben werden. Sic wedelten also um die Kadettenpartei herum, wobei sie jedoch von Zeit zu Zeit der Regierung zu verstehen gaben, daß sie eine staatserhaltende Partei seien. Als aber nach der Auflösung der ersten Duma der Traum von der Macht des Liberalismus zerfloß und die Knute triumphierte, erstarben sie in Demut vor der Knute. Das Stimmen für die Erhöhung des Rekrutenkomnigents war das schmählichste Produkt dieser Politik. Daun kam die Auflösung der zweiten Duma und die Verminderung der Zahl der polnischen Deputierten durch den UkaS der Bureaukratie, die verhüten wollte, daß in Staatsangelegenheiten die Polen den Ausschlag geben können. Die Revolution lag aus tausend Wunden blutend danieder und die Regierung der Konterrevolution warf sich brutal auf die nationalen Errungenschaften ihrer Söldlinge. Die kuliurclle Institution„Macievs PolSka", welche die polnische Bourgeoisie zum„kulturellen Kampf" gegen die Revolution gegründet hatte, wurde mitsamt ihren Schulen von der Regierung ausgelöst, die polnische Presse wurde verfolgt, alle nationalen Errungenschaften— bis auf den ausschließlichen Gebrauch der polnischen Sprache auf den HandelSschildern— vernichtet. Dennoch versuchte der Polenklub unter der Führung DmowSliS die Politik des Bauchrutschens fortzusetzen. Er unterließ cS, die Regierung wegen der Schließung der Schulen in Polen auch nur zu interpellieren, er schloß sich„ohne Vorbehalt" der„neu- slawischen" Politik an, alles nur mit der Regienmg in Fühlung zu bleiben. Schließlich kroch er unter die Fittiche der Lakaien der Regierung, der Oktrobistenpartei, derselben Partei, die in der Zeit ihres Entstehens als Unterscheidungsmerkmale von den Kadetten die Tatsache unterstrich, daß sie Gegnerin der Autonomie Polens sei. Doch nichts konnte helfen. Die Regierung der Konter» revolution konnte und wollte nicht von der nationalen Unterdrückung lassen. Die Unfruchtbarkeit der.Aussöhnungöpolitik" der National- demokratie erweckte Verdrossenheit in den Reihen ihrer Anhänger auS den Kreisen des Kleinbürgertums und der Intelligenz, die eine Politik des Protestes gegen die nationale Unterdrückung forderten. Sie verursachte, daß sich die Arbeiterorganisation der Nationaldemo- kratie von ihr absonderte, und daß die Zahl der Frondeure wud)S. Das verursachte den Rücktritt DmowSkiS. Was ist aber durch diesen Rücktritt erreicht? Der Polenklub wird vielleicht eine» radikaleren Ton gegen die Regierung anschlagen. aber an einen Kampf denken weder die Abgeordneten noch ihre Mandatare: die polnische Bourgeoisie. ES wäre töricht zu glauben, daß die Erfahrungen der drei Jahre eine wirkliche Wandlung hätten schaffen können. Um gegen den ZariSinns zu kämpfen, müßte die Bourgeoisie sich mit der Arbeiterklasse verbünden; aber der Haß gegen die Arbeiter ist seit dem Jahre IMS so groß, daß ihn auch die nationale Unterdrückung nicht auslöschen kann. DaS einzige Resultat des Bankerotts der Politik der Nationaldemokratie wird nur darin bestehen, daß in der polnischen Gesellschaft ein politischer JndifferentismuS, gemischt mit radikalen nationalen Phrasen bei der Intelligenz Platz greifen wird, und daß kleine, ein- flußlose Gruppen von Separatisten entstehen werden, die aus der der Rumpelkammer der Geschichte den alten revolutionären Separatismus holen werden. Für die polnische Arbeiterklasse war es von den ersten Tagen der sozialdemokratischen Bewegung klar, daß ohne Sturz des Zarismus die nationale Unterdrückung nicht verschwinden kann. Der Bankrott der Politik der Nationaldemokratie wird die Richtigkeit der sozialdemokratischen Auffassung auch den Kreisen der Arbeiter- klaffe demonstrieren, die sich noch im Schlepptau der polnischen Bourgeoisie befinden._ politifcbe(leberllcdt. Berlin, den 23. Februar 1909. Abgeordnetenhaus. Schier endlos ist der Wunschzettel der Agrarier; es gibt keine BevölierungSklasse, die auch nur annähernd so viel auf dein Herzen hat wie diese Leute, die sich bei jeder Gelegenheit als Stützen von Thron und Altar in empfehlende Erinnerung bringen. Allerdings kämpfen sie nicht selbstlos wider den Umsturz, sondern nur gegen gute Bezahlung, die auf Jahre hinaus im voraus geleistet werden muß. Am deutlichsten offenbart sich die Begehrlichkeit der Agrarier immer bei der Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung. So verlangten sie am Dienstag nicht mehr und nicht weniger, als daß die 300 000 M., die jetzt unter den außer- ordentlichen Ausgabe» als Dispositionsfonds zu Prämien bei Pferderennen stehen, als dauernde Ausgaben auf den Etat übernommen werden. Eine gute Pferdezucht ist nach Ansicht des Abg. v. O e r tz e n nur möglich, wenn die Pferde auf der Rennbahn erprobt werden. Eines andere» AgranerhäuptlingS Auffassung geht dahin, daß jene horrende Summe im militärischen Interesse notwendig sei. Nur mit Rücksicht auf den Widerspruch des Land» lvirlschaftsministers v. Ä r n i m zogen die Agrarier ihren Antrag zurück und begnügten sich mit der Annahme einer entsprechenden Resolution. Und das, obwohl der Vertreter des FinanzministcrZ sich auch hiergegen erklärte, weil die Finanzlage für die nächsten Jahre nicht zu übersehen sei. Was kümmert auch die Agrarier die Finanzlage des Staates? Die Hauptsache ist, daß sie an ihr Ziel gelangen und daß ihre Wünsche erfiillt werden. Der Kampf um die Prämien für Pferderennen ist nur ein Beispiel für die Art, wie die Agrarier ohne Rücksicht auf die Jnter- essen der Gesamtheit ihre Pläne verfolgen. Fast bei jeder Position des Etats spielt sich das gleiche Schauspiel ab, und die Regierung steht diesen: Treiben ohnmächiig gegenüber: sie hat für ihre verzogenen Lieb- linge so viel getan, daß ihr zu tun fast nichts mehr übrig bleibt. Am Mittwoch wird sich das Haus mit der Interpellation über die Wasserschäden an der Elbe beschäftigen. Gegen Nüstungswnhnsinn und SZricgshetze. Paris, 23. Februar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Vom deutschen sozialistischen Leseklub und der Gruppe der kollektivistischen Studenten veranstaltet, fand Montagabend eine Versammlung statt, zu der als Redner Ed. Bernstein. der zu einem Vortrage in der Ecols des Hautes Etudcs sociales nach Paris gekommen mar, Pressensö, Vandervelde und I a n r e Z eingeladen waren. Bänder- Velde und der von der Wahlagitation übermüdete Janres mutzten absagen. Das Thema"der Versammlung kantete: „Der Nüstungswahnsinn". Die Versammlung war überfüllt. Der Vorsitzende, Genosse R o u a n e t, feierte in seiner Eröffnungsrede die gemeinsame F r i e d c n s a k t i o des deutschen und französischen Proletariats. Genosse Eduard Bernstein besprach in seinem Referat den Wahnsinn der immer mehr Geld verschlingenden Rüstungen und brandniarkte die Kriegstreibcrci. Er erklärte in seiner Rede, das deutsche Proletariat sei f e st e n t- schlössen, jedes kriegerische Abenteuer zu verhindern, dessen Kosten stets das Proletariat zu tragen habe. An Stelle des erkrankten Genossen Vandervelde sprach Parteisekretär M a e s für das belgische Prolc- t a r i a t. Die Versanimlnng nahm einstimmig eine R e s o- lution an, in der sie gegen die Politik des Militarismus und der Geldverschwendung protestiert und als stärkste Bürgschaft der d e u t s ch- f r a n z ö s i s ch e n Annäherung den gemeinsamen Friedenswillen der Arbeiter- schaft beider Länder erklärt.— Blockkrisis konstatiert die„Vossische Zeitung". Ganz richtig kennzeichilet sie es als H u m b u g, die erhöhten Matriknlarbeiträge, die der im Dunkel der Sub-Finanzkommission geschmiedete Antrag Gamp-Herold an die Stelle der Nachlatzsteucr setzen will, B e s i tz st c n e r zu nennen, da nach Herrn Erz- berger über die Art des Ausbringens den Bundesstaaten entweder gar keineVorschriften gemacht werden sollen oder die untere Grenze des von dwscr famosen„Besitzsteuer" zu treffenden Einkommens auf 900 Mark und des. Vermögens auf 20000 Mark festgesetzt werden soll! Datz für eine solche„Reform" die bürgerliche Linke nicht zu haben sei, brauche nicht weiter ausgeführt zu werden. Wenn Fürst Bülow sich auf das„Kompromitz" einlasse, mit dem sich Herr Sydow dem Vernehmen nach schon abgefunden habe, dann habe die Blockpolitik ihr Ende erreicht. In der Subkommission sei ja auch schon die konservativ- liberale Paarung durch die konservativ- klerikale Paarung ersetzt worden. Der Artikel ist in sehr nüchternem, fast kühlem Ton gehalten, als ob den, Freisinn der Block im Grunde genommen sehr Wurst sei. Indes, die Angst der Unentwegten verrät sich ungewollt doch in den Schlußsätzen. Da heitzt es nämlich: „Eine Krisis ist im Anzüge. Sie wird sich, wenn sie eintritt, nicht aus das Parteiwesen beschränken, sondern ergreift not- wendig die ganze innere Politik. Wir werden abwarten, ob Fürst Bülow bereit ist, sich dem Zentrum in die Arme zu werfen und reuig Abbitte zu leisten, oder ob er es vorzieht, seine schöne Villa auf dem Monte Pincio zu beziehen. Möglich allerdings ist noch immer, datz die Krisis abgewendet wird und sich am Donnerstag in der Steuer- und Finanzkommission des Reichstags zeigt, daß noch nicht wieder hierzulande in der Gesetzgebung Zentrum Trumpf ist." Was sagen will: Bülow rette uns. auf datz es Dir wohl- gehe und Du lange Kanzler seist auf Erden! Köstlich in ihrer Hochnäsigkeit und geheuchelten Uneigen- nützigkeit ist in dieser Situation die folgende Erklärung der ..Germania":„Die„Köln. Ztg." sagt dem Zentrum nach, es wolle sich„auf den Bock der Finanz refornr- kutsche" setzen. Diese Insinuation ist völlig unbegründet. Nichts liegt dem Zentrun, ferner, als-einen solchen Lakaien- dienst zu übernehmen, es überläßt ihn gern allen denen, die sich bisher schon dazu berufen glaubten. Das Zentrum hat bisher den Verschlcppungskünsten der sich in ihrer Verlegen- heit windenden Nationalliberalen ruhig zugesehen, es wird aber selbstverständlich nicht auf die Dauer passiv zur Seite stehen und die Nationalliberalen in einer Angelegenheit, die die Ehre und das Ansehen des Reichs berührt, ihre Sonder- interessen verfolgen lassen. Wenn diese fortfahren, die übrigen Parteien zu tyrannisieren und das Zustandekommne eines Kompromisses zu hindern, wird das Zentrum eingreifen und dicsein Gebaren ein Ende machen, nicht etwa, um-sich an irgend einer Stelle einen Dank zu verdienen, sondern um die Würde und das Ansehen des Reichs zu ivahren." Grausamer kann das Zentrumsblatt die angstschwitzendcn Blockliberalen nicht verhöhnen. Prämie auf die Faulheit. Die Scharfmacher fühlen sich nach der schönen anti-sozial- pokitischen Rede des Herrn v. Bethmann-Hollweg wieder oben auf. Die„Berk. Neuest. Nachrichten" bezeichnen mit der ihnen eigene:: Unverschämtheit die Arbeitslosenversicherung direkt als»Prämie auf die Faulheit": Hinter all diesem Geschrei von Arbeitslosigkeit und dem da- mit angeblich verbundenen Elend steht nämlich nichts weiter als die sozialdemokratische Forderung nach einer Arbeitslosen- Versicherung, eine Forderung, die von den heutigen sozialpolitischen Ideologen natürlich mit begeisterter Gedanken- und Kritik- losigkeit aufgenommen werden würde. DaS wäre die einzige Ver- fichernng. der man bei uns im NeichSamte des Innern noch nicht näher getreten ist. In Wirklichkeit ist sie ja auch aar nicht durch- zuführen, aber traue einer unseren sozialpolitischen Zauberkünstler::, die auf dem Papier ja die unmöglichsten Sachen fertig bringen. Und die Praxis muß sich dann, so schlecht und so recht es geht, mit der Gesetz gewordenen Unmöglichkeit abfinden. Wir haben schon so viele Pensionäre herumlaufen. Ein Unfall wird nimmt. bon so und so vielen Arbeitern, freudig bes| Meichstags- Hauptwvaht agitiert und dafür 15 M. erhalten haben soll. j falismus auf dem Gebiete des Boltsschulwesens zur Aufgabe gefekt grüßt, werden sie doch durch die Rente für auch das ist unwahr; es kann niemand die Agitation für die So- hat, in givei Wiener Bezirken unterhält. Ganz abgesehen von einer Bas ganze eben der Sorge um das tägliche sialdemokratie als ein gutes Geschäft bezeichnet haben. Wir haben Fülle formeller Ungefeglichkeiten, die mit jener Schulschließung verknüpft Brot enthoben. Eine Arbeitslosenversicherung wird, Bauern überhaupt niemals gegen Bezahlung zur Agitation verwendet. waren, handelt es sich bei dem Kampfe gegen die Privatschulen, den sobald der betreffende Arbeitslose nicht gezwungen werden Die von uns verwendeten Agitatoren, denen finanzielle Opfer, wie die zwei christlichsozialen Behörden führen, denen in Wien die fann, jede für ihn geeignet erscheinende Arbeitsgelegenheit an- fie bei einer Agitation auf dem platten Lande notwendig sind, nicht Schulaufsicht obliegt, um den prinzipiellen Streit, ob sich die Erdie zwei chriftlichfozialen Behörden führen, denen in Wien bie zunehmen und gegen die Annahme dieser Bestimmung wird augemutet werden konnten, erhielten aus der Agitationstaffe pro Tag man sich stets sträuben nichts weiter fein, als eine Prämie 1-1,50 M. Behrgeld. richtung von Privatschulen unabhängig von der kirchlichen auf die Faulheit. Und die hätte uns an unserer Die anderen, in bezug auf Lohn, Arbeits- und Wohnungs. 3 ustimmung vollziehen kann. Wohl verkündet das Staatsfozialpolitischen Vollkommenheit gerade noch verhältnisse der Landarbeiter sich sich beziehenden Unrichtigkeiten grundgesetz fiber die allgemeinen Rechte der Staatsbürger mit der gefehlt. halte ich Herrn Arendts vollständiger Unkenntnis auf diesem Gebiete denkbar größten Bestimmtheit: Unterrichts- und Erziehungsanstalten Und dieselbe Bresse, die in dieser Weise die durch die Wirtschafts- zugute. Um feine Irrtümer und falschen Informationen aufzuflären, au gründen, ist jeder Staatsbürger berechtigt; aber diese staatsfrise getroffenen Arbeiter verhöhnt und verspottet, sucht dann hinter stelle ich mich aber Herrn Arendt zur Verfügung. Gern will ich mit grundgesetzlich verbürgte Freiheit wollen die Christlichsozialen daher dem deutschen Arbeiter einzureden, daß nicht die Sozialdemo- ihm eine beliebige Anzahl Ortschaften des Wahlkreises Labiau kratie, sondern sie die Lebensinteressen des deutschen Arbeiters wahr. Wehlau gemeinschaftlich besuchen. Er wird Wunder sehen und hören. burch vernichten, daß fie die Existenz der Privatschulen davon abH. Linde, hängig machen wollen, daß die firchliche Oberbehörde( der Bischof) den Parteisekretär für die Proving Ostpreußen. Religionsunterricht besorge und den geeichten Religionslehrer bestellt. Es braucht sich also die Kirche nur zu weigern, den ReligionsProzeß Berger- Ilgenstein. unterricht zu übernehmen, was sie dem verhaßten Vereine gegen In dem seit einigen Tagen vor der Straffammer zu Moabit über natürlich tut, und die Schulen wären unmöglich geworden, Der nationalliberale Reichstagsabgeordnete für Torgauspielenden Prozeß gegen den Kapitän a. D. Berger und den so daß wirklich die Freiheit des Unterrichts abhängen würde von Siebenwerda, Bürgermeister Wilde in Elstertverda, der in der Stichwahl gegen unseren Genoffen Fleißner gewählt wurde, ist Schriftsteller Dr. Ilgenstein ,, den Herausgeber des Blau der Abneigung und Laune der Kirche. Natürlich ist das alte in einem Prozeß vor der Berufungskammer in Torgau jo arg tom- buchs", wegen Beleidigung des Admirals Schmid und anderer Reichsvolksschulgesetz, das aus dem Jahre 1869 stammt, aber in promittiert worden, daß er jedenfalls vor die Notwendigkeit gestellt Marineoffiziere, hatte der Staatsanwalt am Montag gegen den feiner Art ein vortreffliches Gesetz ist, nicht so rückständig, um ist, sein Mandat niederzulegen. erften Angeklagten neun Monate, gegen den zweiten ein diesen Schluß zu wollen; vielmehr gibt es der Kirche auch Jahr drei Monate Gefängnis beantragt. Am Dienstag beim Religionsunterricht nur ein Recht, aber kein Brivileg; fand sich Dr. Ilgenstein zur Fortseßung der Verhandlung nicht ein. lehnt die Kirche ab, so tritt eben der Laienunterricht Der Staatsanwalt teilte im Laufe der Sitzung mit, daß Dr. auch in dem Unterrichtsgegenstand Religion" ein. Der Streit Ilgenstein am Montag feine Wohnung nicht wieder betreten habe. fall ist also nur ein Beweis, wie der durch die ChristlichEr sei offenbar geflohen, weshalb er Haftbefehl beantrage. Der sozialen verförperte Klerikalismus den wahren Geist des alten Verteidiger widersprach; Dr. Jlgenstein fei eine überaus nervös freiheitlichen Gesetzes umzubiegen versucht und aus Bestimmungen, überreizte Natur; auch schon bei anderen Gelegenheiten sei er, die die Schule von der Kirche unabhängig machen wollen, Anwenn große Erregungen an ihn herantraten, längere Zeit plan- ordnungen destilliert, die die Untertänigkeit der Schule von der und ziellos umhergeirrt. Kirche besiegeln sollen. Eine Reichstagserfahwahl im Kreise TorganLiebenwerda in Sicht? Der Landwirt Traugott Walter in Gorden an der branden burgischen Grenze ist seinerzeit vom Schöffengericht in Elsterwerda tvegen Beleidigung des Reichstagsabgeordneten Wilde und des Gordenschen Pastors Arnold zu 4 Monaten 8 Lagen Ge fängnis, verurteilt worden. Er hatte dem Abgeordneten nachgefagt, er sei als Amtsanwalt in einer Untersuchungssache gegen den Rendanten der Gordenschen Darlehnslasse befangen gewesen und ein Duzbruder von ihm. Strafen. Vor dem Schöffengericht beschworen Bürgermeister und Rendant auf das Bestimmteste, daß fie sich nie gedugt hätten. Deshalb und weil er den Paftor Arnold in Gorden beleidigt habe, erhielt Walter die hohen Walter war nämlich früher einmal wegen angeblichen Gittlich feitsverbrechens zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden, wobei der Pfarrer Zeuge war. Walter mußte aber nach er folgter Strafverbüßung im Wiederaufnahmeber= fahren freigesprochen werden! Nach dem Urteil des Gerichtes ist Kapitän Berger der Bes teidigung in vier, Dr. Ilgenstein in zwei Fällen für schuldig befunden worden. Berger wurde zu 5000 M. Gelbstrafe, Dr. Igenstein zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen lgenstein wurde ein Haftbefehl erlassen. Zweimal Strafe für ein Vergehen. In dem jezigen Prozeß vor der Berufungskammer in Torgau Dem Trainfoldaten Kitowski vom ostpreußischen Trainbataillon wurde Walter nach sechsstündiger Verhandlung freigesprochen. war in seiner Eigenschaft als Küchenordonnang anbefohlen worden, Das auf vier Monate lautende Urteil des Schöffengerichts wurde weder den Mannschaften noch den Unteroffizieren aus der Stüche aufgehoben, weil ihm der Wahrheitsbeweis gelungen etwas zu geben. Als ein Unteroffizier in der Küche einen Topf sei und ihm der Schutz des§ 193 zur Seite stehe. Schmalz nehmen wollte, ließ Sitowski das nicht zu. Da es bei Der Reichstagsabgeordnete Bürgermeister Wilde mußte in der dem Vorgange nicht ganz„ militärisch" zugegangen sein soll, erhielt Berufungsverhandlung in Torgau entgegen feiner föffener im Disziplinarwege wegen Ungehorsams" 14 Tage Mittelgerichtlichen Aussage zugeben, den Rendanten gebuzt arrest. Bei einer Revision des Strasbuches wurde diefe Bezu haben. strafung vom Generalfommando als ungefeßlich aufgehoben und der Fall vor das Kriegsgericht verwiesen. Das Krieg 6 gericht verurteilte den Soldaten mit Südficht auf seine frühere Strafe, die nach dem Gefeß nicht in Anrechnung gebracht werden dürfe zu 14 Tagen strengen Zur Stichwahl in Bingen- Alzey. Das sozialdemokratische wahitomitee befchloß, in der Stichwahl zwischen dem Ultramontanen Uebel und dem Frei finnigen Pfarrer Storell am 26. Februar für Korell einzu- Arrestes! treten. Storell hat die von der Sozialdemokratie verlangten Garantien gegeben. Die Reichstagserfahwahl im Wahlkreise Stade- Blumenthal ist auf Dienstag, den 6. April festgesetzt worden. Die Balkankrise. Die Kriegsgefahr. Vorläufig ist, freilich nur wegen der formalen Ungefeßlichkeiten, die Schließung der Schulen von der niederösterreichischen Statt halterei aufgehoben worden. Die fachliche Entscheidung liegt beim Ministerium für Unterricht und Kultus, und man wird, da die Regierung die mehrere Jahre verfchleppte Entscheidung für die nächste Zeit ankündigt, bald erfahren, ob das bittere Wort Grill parzers noch immer gilt:„ Der Kultus hat den Unterricht er schlagen!" frankreich. Zollfragen. Baris, 23. Februar. Die von der Kammer zum gived einer e bision des Bolltarifes eingesetzte Stommission hat für eine große Anzahl von wichtigen Bofitionen fehr bedeutende Er. hobungen befchloffen, die in den Industrie- und Handelstreifen des Auslandes lebhaftefte Beunruhigung erzeugt hat. In der heutigen Sigung der Zellkommission erhoben die Minister Nuau und Gruppi technische Einwendungen gegen diese Erhöhung. Bichon wies dann auf die Möglichkeit internationaler Berwidelungen und die voraussichtlichen Gegenmaßregeln hin. Gewisse von der Kommission beantragte Maßnahmen fönnten insbesondere die Entente cordiale mit England gefährden. Italien. Die Staatsangestellten und die Wahlen. Rom, 21. Februar.( Eig. Ber.) Die Vertreter der verschiedenen Verbände der italienischen Serbien berharrt bei seiner friegerischen Halhmg und ein offiziöses Kommunique führt gegen Desterreich eine recht aggressive Das bayerische Gemeindewahlrecht und die Liberalen. Sprache. Das neuerliche Aufflammen der serbischen Kriegslust ist vor Nach einem Beschluß der letzten sozialdemokratischen Gemeinde- allem auf die zweideutige Haltung Rußlands zurück- Staatsangestellten haben am 18. d. M. in Mailand eine Zusammenbertretertonferens ist in den Gemeinden die Beseitigung der zuführen, das auf dem Balkan feit Ausbruch der Strije ein frebel- funft gehabt, auf der sie eine Tagesordnung annahmen, die den Bürgerrechts( Wahlrechts) gebühr zu fordern. Dieser Beschluß ist haftes Spiel treibt und mit verbrecherischen Intrigen immer organisierten Staatsangestellten empfiehlt, bei den schon mehrfach ausgeführt worden, aber die bürgerlichen Mehrheiten aufs neue friebensgefährende Störungen verursacht. Benn der nächsten Wahlen gegen den Regierungskandidaten zu stimmen. in den Kommunalverwaltungen wollen wenig davon wissen. Am wenigsten davon erbaut sind die Liberalen, obgleich sie auf ihrer bulgarisch- türtische Streit, dessen Fortdauer das Zu- Dhne eine bestimmte Partei zu bezeichnen, empfiehlt die Tageslegten Landesversammlung eine Resolution angenommen haben, fammentreten einer europäischen Konferenz verhindert, noch immer ordnung, den de motratischen Kandidaten den Vorzug zu in der gefordert wird:" Erweiterung des Gemeindewahlrechts nicht beigelegt ist, fo ist es vor allem das Wert der zarischen geben. Wie man sieht, ist der italienische Staat in der Unterunter Beseitigung aller Schranken, welche das Gemeindewahlrecht Diplomatie, welche die direkten Verhandlungen hintertrieben und brückung der Meinungsfreiheit seiner Beamten weit hinter Preußenzu einem Privilegium der befizenden Klaffen machen." Die hohe mit ihrem für die Türkei fast unannehmbaren Borichlag glücklich Deutschland zurüd. England. Bürgerrechtsgebühr macht das Gemeindewahlrecht sicherlich zu einem bewirkt hat, daß diese Wunde offen bleibt. Ebenso hat Rußland folchen Privilegium der Besitzenden", aber wo die Liberalen in den neuesten Versuch der Westmächte, im Verein mit DeutschDer Kampf gegen das Oberhaus. ber Mehrheit sind, verhalten sie sich dieser Forderung gegenüber land und Italien in Belgrad zu intervenieren und dadurch endlich London, 22. Februar. Unterhaus. Das Amendement fehr zugeknöpft. So haben auch in Hof unsere Genoffen im Ge= meindekollegium den Antrag auf Abschaffung der Bürgerrechts- Ruhe zu schaffen, bereitelt, indem es verlangte, baß zugleich Ponsonbys betreffend gefegliche Maßnahmen gegen das gebühr gestellt. Die Liberalen führten darauf einen großen Eier- auch in Wien Vorstellungen erhoben werden, ein Verlangen, von Oberhaus wurde schließlich mit 225 gegen 47 Stimmen tanz auf, erklärten, daß sie im" Prinzip" für die Aufhebung feien, dem es im voraus wissen mußte, daß es in Wien zurückgewiesen abgelehnt. aber wenn die Gebühr jetzt aufgehoben werde, so würden die werden würde, weil es nun einmal den Ansprüchen, die eine GroßBürger, die sie früher bezahlt hätten, betrogen. Höchstens auf eine macht zu stellen pflegt, widerspricht. Das ist nun glücklich eingeSerabsetzung wollten sie sich einlassen. Schließlich lehnten sie den troffen und Deutschland hat infoigedeffen den Vorschlag der Antrag ab und befchloffen, den Magistrat zu ersuchen, eine Kom- französischen Regierung abgelehnt, in Wien eine mission einzusetzen, der die Frage einer Aenderung der Gebührenfreundschaftliche Vermittelung zugunsten einer austro- serbischen Verordnung zur Vorberatung überwiesen werden solle. Die ,, anständige" konservative Presse. Wie die konservative Bresse im Often ihre Leser über wichtige soziale Angelegenheiten informiert, geht aus einem Berliner Brief hervor, den fich die Ostpreußische Beitung" in Rönigsberg aus Berlin schreiben läßt. Es heißt darin z. B.: ständigung zu unternehmen. Damit hat dieser Versuch der Diplomatie zum Teil durch die Hartnäckigkeit Oesterreichs, hauptsächlich aber durch die Schuld Rußlands Fiasko gemacht und die ferbischen Striegsheber werden durch die Uneinigkeit und Ratlosigkeit der Mächte immer mehr ermutigt. Dänemark. Die Landesverteidigung. Stopenhagen, 23. Februar. Das Folkething fekte heute die Bes ratung der Landesverteidigungsvorlagen fort. Der Berteidigungsminister Neergaard erklärte, daß die beantragten vorgeschobenen befestigten Bofitionen zu Lande bei Kopenhagen für die Siche= rung der Neutralität notwendig seien. Von seiten des Auslandes sei feine Pression ausgeübt worden und würde auch nicht ausgeübt werden. Der Minister des Aeußeren Graf Ahlefeld- Laurbigen hob herDazu kommt, daß in Serbien die Zuversicht, im Falle eines vor, daß Dänemark gegenwärtig mit allen Mächten in den FreundAlso nur 19 Tausend Arbeitslose! Die lette, vor ein paar Sonflittes russische Hilfe zu finden, so unerschütterlich ist, schaftlichsten Beziehungen stehe und daß die Mächte überTagen abgehaltene Arbeitslosenzählung in Berlin ergab diese daß man nur annehmen kann, die russische Diplomatie nähre diese zeugt seien, daß Dänemark stets strenge Neutralität beobachten Bahl, welche um 10 000 niedriger ist, als die Zahl, die sich bei der Zuversicht oder trete ihr mindestens nicht mit der genügenden werde. Aber, fuhr der Minister fort, während eines Krieges können Arbeitslosenzählung im Rovember vorigen Jahres ergeben hat. Deutlichkeit entgegen, um nur das Fortbestehen des Konfliktes zu scheinlich ist. Für diese Fälle müssen wir bereit fein, eine Ver Situationen eintreten, wo eine Neutralitätsverlegung nicht unwahrBerlin ist also stolz. Die Arbeitslosigkeit hat sich in knapp drei bewirken. Diese Meinung muß durch die Haltung der panslawistischen scheinlich ist. Für diese Fälle müssen wir bereit sein, eine Verlegung zurückzuweisen. Bon uns werden zwei Dinge verlangt: Monaten erheblich vermindert. Gegen diese Tatsache ist nicht an opponieren, ob aber auch die Beiten, die so sehr Presse, allen voran die Nowoje Wremija", noch bestärkt werden, die nämlich eine forrette Saltung in unserer Außenpolitik und schlecht waren, besser geworden sind, das steht noch dahin. Geflagt unablässig zum Krieg gegen Desterreich hetzt und den Serben eine unseren Verhältnissen angemessene starte Verteidigung. Erfüllen wir diese Forderungen, so bestehen Chancen, die Verwidewird noch zur Genüge. Von verschiedenen Seiten wird allerdings feierlich den Beistand Rußlands zusichert. mit großer Hartnäckigkeit behauptet, daß wir das Schlimmste überlung in einen Krieg zu vermeiden. Es ist der Wunsch aller Mächte. wunden hätten, daß das Frühjahr uns endlich die langerfehnten daß wir ein möglichst startes Verteidigungswesen haben. Deshalb besseren Zeiten bringen werde." empfehle ich eindringlich die Annahme der Gefeßentwürfe. Gine Sandesverteidigung ohne Sicherung Kopenhagens auf der Landseite Tann ich nicht empfehlen. Finnland.. Aehnliche verlogene Berichte und Notizen gehen hier fast regel mäßig durch die konservative Bresse Ostpreußens, aus der sich der größte Teil der dortigen Bevölkerung sein politisches Urteil bildet. Herr Arendt als Legendendichter. Genosse inde, Königsberg, ersucht uns um Aufnahme folgender Beilen: Die von unfreiwilligem Humor zeugende Jungfernrede des Tonservativen Abgeordneten für Labiau- Wehlau, des Herrn Arendt, im Reichstage am 19. Februar bei Beratung des Antrages auf Einführung des Koalitionsrechts für ländliche Arbeiter wird uns für einige Beit willfommenen Agitationsstoff im Wahlkreise dieses Boltsvertreters" bieten. " So sieht denn die Situation trübe genug aus und es wäre höchste Zeit, wenn die Westmächte im Verein mit Deutschland und Italien in einer selbständigen Aktion sowohl in Petersburg als in Wien und Belgrad ihren Willen, Feine Friedens. störung zuzulassen, endlich kundtun würden. In Serbien ist unterdessen das neue Ministerium zustande gekommen, das alle Parteien umfaßt. Ministerpräsident ist der Die Auflösung des Landtages. Fortschrittler Nowakowitsch. Da dem Kabinett auch Petersburg, 22. Februar. In dem heute veröffentlichten Baritsch, der alte Feind Desterreichs, und als Kriegsminister Manifest über die Auflösung des finnischen Landtages werden ber General 3istowitsch, das Haupt der Kriegspartei, an- folgende Beweggründe für die Auflösung angeführt: Bei der Ergehören, so wird es in Wien direkt als Striegsministerium öffnung des gegenwärtigen Landtages hatte deffen Vorfißender es trotz der ihm betrachtet und die Wiener offiziöse Presse sucht die öffentliche die Landtagsstatuten verlegt, indem er sich heraussich Meinung immer mehr auf die angebliche Notwendigkeit auf kaiserlichen Befehl erteilten Warnung genommen hatte, im Namen des Landtages in uneines Krieges vorzubereiten. angebrachter Weife ein abfälliges Urteil über eine vom Abreise des österreichischen Gesandten. Herr Arendt, der mir nach Berichten einiger bürgerlicher Belgrad, 28. Februar. Der österreichisch- ungarische Gesandte Staiser bestätigte Verordnung des Ministerrats hinsichtlich des NegleGraf Forgach hat heute nachmittag einen achttägigen Ur- ments zur Prüfung der finnischen Angelegenheiten, die gleichzeitig. laub angetreten und wird sich in Familienangelegenheiten nach die Interessen des Landes berühren, zu fällen. Der Landtag verBudapest und Wien begeben. Zeitungen in feiner Rede ganz unverdienterweise den Adelstitel beilegte, behauptete, bei meiner Agitationsarbeit in seinem Wahlkreise hätten mir gerade die kleinen Leute gesagt: " Mach', daß du wegkommst, hier wirst du nichts ausrichten. Den Alten fennen wir jahrelang, und der ist uns immer, soweit wie er selbst konnte, behilflich getvesen; geh' weg von hier!" Das ist unwahr und vollständig aus der Luft gegriffen. Das Gegenteil ist wahr. Ueberall bin ich von den kleinen Befizern und Arbeitern freundlich empfangen worden, mit Ausnahme einiger von konservativer Seite aufgehegten tonservativen Bauern, die in jedem Sozialdemokraten einen Verbrecher sehen. Aber felbst diese Besizer oder Pächter haben Aeußerungen, wie Herr Arendt fie ihnen in den Mund gelegt hat, nicht mal dem Sinne nach getan. In besondere hat niemand die Hilfsbereitschaft des Herrn Arendt geFerner hat Herr Arendt in seiner Rebe ein Märchen von einem Bauern aufgetischt, der für die Sozialdemokratie bei der Tezten rühmt. Oefterreich. fennt den wahren Sinn des genannten gefeggeberischen Aktes, der lediglich zum Schuße der allgemeinen staatlichen Interessen erfolgt ist, deren Wahrung immer von vornehmster Bedeutung bleiben muß. Aus der Tatsache derartiger unangebrachter abfälliger Urteile ist erfichtlich, daß der Landtag im gegebenen Falle sich nicht von dem Bewußtsein des tatsächlichen Wohles Finnlands leiten ließ, Sperrung von Schulen mittels Polizei. Aus Wien wird uns vom 20. Februar geschrieben: Die gewalttätige Art der Christlichsozialen ist vorige Woche deffen Intereffen unlösbar mit den Interessen des gesamten Neiches wieder einmal deutlich gelvorden, als mit Hilfe einer Berordnung verknüpft sind, und es sind daher keine fruchtbringenden Resultate aus der Zeit der dunkelsten Neaktion die dadurch, daß fie die von der Tätigkeit dieses Landtages zu erwarten. törperliche Büchtigung vorsicht, unter dem Namen Prügelpatent" Der Landtag ist also aufgelöst worden, weil er gegenüber den berüchtigt geworden ist zwei Privatschulen gefchloffen und verlebergriffen des Absolutismus und den Ruffifizierungsbestrebungen fiegelt worden sind. Es handelt sich dabei um zwei Musterschulen, in vorsichtigster und zurückhaltendster Weise auf seine vom Baren die der Verein Freie Schule", der sich die Bekämpfung des Kleri- beschworene Konstitution sich zu berufen wagte. Türkei. Ein ehemaliger Günstling: Konstantinopel, 23. Februar. Gestern begann der Prozeß gegen den ehemaligen Günstling und Hauptspion des Sultans Nedjib Pascha Melhame, der unter der Anklage des Betruges und berübter Torturen an Armeniern nach dem Bombenattentat im Yildiz steht. Der Prozeß gestaltete sich reich an dramatischen Zwischenfällen. Als Nedjib Pascha im Zellenwagen nach beendigter Sigung in das Gefängnis abgeführt wurde, stürmte die Menge in der Nähe des Parlaments den Wagen, um Nedjib zu Ihnchen. Der Stavallerie und Gendarmerie gelang es, den Angeklagten vor dent jicheren Tode zu retten. Konstantinopel, 23. Februar. Jm Prozeß gegen Nedjib Pascha Melhame sagte der Angeklagte aus, daß nach dem Bombenattentat im Yildizpalast 5300 Personen verhaftet wurden. Einer der Hauptbelastungszeugen erging sich in den beleidigendsten Ausdrücken gegen den Präsidenten des Gerichtshofes, worauf er sofort au sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Eine Anzahl armenischer Zeugen schilderten die entje tlichen Torturen, welche mit glühenden Eisen und anderen Marterwerkzeugen zur Erpressung von Geständnissen verübt worden waren. Aus der Partei. Die Spaltung der holländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Amsterdam, 22. februar. Am Sonntag nachmittag wurde im Gebäude Plomcius" zu Amsterdam unter Vorsitz des Genossen D. J. Wynkoop eine Verfammlung abgehalten von den Anhängern der„ Tribüne"-Gruppe in der S. D. A. P. Anwesend waren ungefähr 250 Parteigenossen, von denen un gefähr 100 delegiert waren, die von Anhängern der Tribüne außer halb Amsterdams entsandt waren, so aus Rotterdam, dem Haag, Utrecht, Leiden, Delft, Arnheim, Brauwarden, der Provinz Twente usw. Die Redaktion der„ Tribüne" bildete das Bureau. Verschiedene nichtsozialdemokratische Arbeiter, die mit dem Zweck, Verschiedene nichtsozialdemokratische Arbeiter, die mit dem Zweck, Gründung einer neuen Partei, sympathisierten, wünschten Zutritt, indessen wurden nur Sozialdemokraten, die entweder Mitglieder der S. D. A. P. waren oder ihren Austritt aus der Partei erklärt hatten, zugelaffen. Die Versammlung trug einen sehr provisorischen Charakter. Ale Beschlüsse, die gefaßt würden, so wurde beschlossen, sollten erst dann bindende Kraft erhalten, wenn das Parteireferendum die Parteitagsbeschlüsse bestätigen sollte. Aus den Verhandlungen erhellte, daß bereits eine ganze Anzahl von Parteigenossen die S. D. A. P. berlassen haben; beschlossen wurde jedoch, daß man im allgemeinen mit dem Austritt warten solle, bis das Referendum gesprochen hat, obwohl für einige Abteilungen eine Ausnahme gemacht wurde. Nachdem mitgeteilt worden war, was bereits in den verschiedenen Abteilungen gefchehen ist, und Sympathiebezeugungen von Gesinnungsgenossen im Lande verlesen worden waren, wurde nach ausführlicher Besprechung fast einstimmig, gegen 2 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen, die Errichtung einer neuen Partei beschlossen, falls was fast als sicher angenommen wurde das Referendum die Beschlüsse des verflossenen Parteitags gutheiße. Eine furze Diskussion wurde geführt über die Frage, ob die eventuelle neue Partei schon an den bevorstehenden neuen Wahlen teilnehmen müßte. Man war allgemein der Meinung, daß dies in der Tat geschehen müsse und so wurde denn auch fast einstimmig beschlossen. Die Frage, wo und wie man an diesen Wahlen teilnehmen wird, wurde v. definitiv konstituierenden Versammlung nach dem Referendum überlassen. Hierauf wurde eine Kommission von 9 Genossen ernannt, die mit der Vorbereitung der konstituierenden Versammlung beauftragt tuurde, welche wahrscheinlich am 14. März stattfinden soll. In die Kommission wurden gewählt: J. C. Ceton, Dr. W. Ban Rawvesteyn jr., Dr. J. Wynkoop, Dr. H. Gorter, Nechtsanwalt Mendels, Frau M. Mensing, Bern. van Prag, H. A. Waffer, Sam. de Wolff.und als Stellvertreter: G. H. J. W. Somnes, van Schin, J. Schütte und 2. de Wisser. Diese Kommission soll der konstituierenden Versammlung Vorschläge für das Programm, das Kampforgan und die Statuten der neuen Partei vorlegen. Außerdem wurde auf Grund eines Schreibens des Inter nationalen Sozialistischen Bureaus zu Brüssel besprochen, auf welche Weise dies Bureau am besten über die Gescheh nisse hierzulande zu informieren sei. Ueber die Tribüne" wurde beschlossen, daß ihre Redaktion vorläufig durch feste Mitarbeit von Gorter und Mendels verstärkt werden soll. Später werden darüber definitive Entscheidungen ge troffen werden. Unter dem Singen des Sozialistenmarsches und der Internationale ging die Versammlung auseinander. " Für den badischen Parteitag wurde in den letzten Tagen im Voltsfreund" zu Karlsruhe eine sehr bedentliche Stimmungsma che betrieben. Das Offenburger Boltsblatt" hatte fürzlich aus der Notiz eines bürgerlichen Badischen Blattes, daß eine etwa vorhanden gewesene Spekulation der bürgerlichen Linten auf revisionistische" Verstärkung sich schon jetzt als hinfällig erweise", geschlußfolgert: Der Ortenauer bestätigt also, was die radikale sozialistische Barteipresse schon längst geschrieben hat, daß die linksliberalen Elemente auf einen Zuwachs aus dem revisionistischen Flügel unsrer Partei rechneten. Damit dürften diese sich sehr wohl getäuscht haben, denn die Arbeiter werden sich von der sozialdemofratischen Partei nicht loslösen, tvenn ihnen auch von den demokratischen Elementen des liberalen Bürgertums goldene Berge versprochen werden. Immerhin freuts uns, daß der„ Ortenauer" eine so offene und ehrliche Aussprache pflegt!" Der Karlsruher, Volksfreund entstellte den ganz flaren Sinn dieser einwandfreien Notiz vor seinen Lesern in der folgenden gröblichen Weise: n " In einer späteren Nummer vefaßt sich der Volksfreund" mit| Damals erklärte der Firmeninhaber, Herr Chaiter, die Arbeiter der Tatsache, daß die Dffenburger Genossen beschlossen, sich dem hätten sich doch an ihn wenden sollen, dann wäre der Konflikt bei Antrag Kehl anzuschließen, der besagt, daß dem Genossen Kolb, gelegt worden. Dessen erinnerten sich die Arbeiter jetzt. Eine dreider auf dem Parteitag das Landtagsreferat erstattet, gliedrige Kommission wollte wegen der schlechten Behandlung ein Korreferent aus dem nichtrevisionistischen Lager bestellt werde. mit Herrn Chaifer sprechen, das wußte aber der AbteilungsDer Beschluß wurde also kommentiert: leiter zu verhindern. Aber damit nicht genug. Er entließ Ein solcher Fanatismus, wie er in diesem Antrag zum auch die drei Arbeiter. Die übrigen erklärten sich mit ihren Ausdruck kommt, ist für unsere Partei eine Blamage. Hier spielt Kollegen solidarisch und legten am Donnerstag voriger Woche die der fachliche Gegensatz keine Rolle mehr, ein solcher Antrag fann Arbeit nieder. Gefordert wird die Wiedereinstellung der drei Genur von fanatischem persönlichen hat diftiert sein. maßregelten und anständige Behandlung. Die Arbeiter finden es Wenn das die Resultate der theoretischen Erziehungsarbeit" des auffallend, daß Herr Chaifer, der im vorigen Jahre den Arbeitern Offenburger Voltsblattes" sind, dann ist es die höchste Zeit, dieser fagte, sie sollten sich an ihn wenden, jetzt damit einverstanden ist, Erziehungsmethode einen festen Riegel vorzuschieben." daß Arbeiter deshalb entlassen wurden, weil sie sich an ihn wenden wollten, um anständige Behandlung durch seine Angestellten zu ver langen. Wie es scheint, ist der Polizei bekannt gegeben worden, daß sich unter den Streifenden ein Desterreicher befindet Hat doch ein Schuhmann, der mit einem Streifposten in Wortwechsel kam, zu diesem gesagt: Sie sind wohl der Desterreicher. Als diese Frage verneint wurde, sagte der Schuhmann: Na, den Desterreicher werden wir uns schon laufen. Auch sonst geht die Polizei gegen die Streif posten in der Weise vor, wie man es nachgerade bei jedem Streik gewohnt ist. Die Posten werden fortgewiefen, fistiert und die Ausübung ihres Rechts wird ihnen in jeder Weise erschwert. Die Firma bat Arbeiter, die vor längerer Zeit um Arbeit anfragten, jest aufgefordert, anzufangen. Den Streifenden ist es bis jetzt gedaß es ihnen auch ferner gelingen wird und daß ihre selbstverständlungen, den Zuzug von Arbeitswilligen fernzuhalten. Sie erwarten, liche Forderung anerkannt werden muß. So macht der„ Volksfreund" Stimmung gegen die Genossen in Baden, die mit der Taktik des Genossen Kolb nicht einverstanden sind. Machen sie von dem in einer demokratischen Partei selbstberständlichen Recht Gebrauch, eine Beleuchtung der Fraktionstätigkeit auch von ihrem Standpunkt aus zu fordern, so sind sie nach dem Boltsfreund" von wütendem persönlichen Haß beseelt! Wir hängen diese bedenkliche Karlsruher Methode hiermit gebührend niedriger. " Unsere Toten. Paris, 21. Febritar.( Eig. Ber.) Einer der Arbeiterdeputierten der geeinigten Partei, Genosse Benezech, ist gestern abend plötzlich gestorben. Von Beruf Schriftsetzer, war er Sekretär der Arbeitsbörse von Montpellier geworden. Er wurde auch Gemeinderat in dieser Stadt. Seit 1898 vertrat er Montpellier in der Deputiertenfammer. Er gehörte der Jaurèsschen Gruppe an und trat nach dem Einigungskongreß der geeinigten Partei bei. Der liebenswürdige bescheidene Mann, der zur alten Garde des franzöfifchen Sozialismus gehörte, genoß im Parlament allgemeine Sympathien. Aus den Organisationen. Die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Bereins für den Neichstagswahlkreis Fürstentum Schaumburg- Lippe tagte gestern( Sonntag) in Stadthagen. Acht Örte waren durch 17 Delegierte vertreten, außerdem der Kreisvorstand, das Agitationsfomitee und die Redaktion und Expedition der„ Volkswacht" zu Bielefeld. Der Kaffenbericht vom zweiten Halbjahr 1908 weist eine Einnahme von 656,09 Mart und eine Ausgabe von 564,45 Mark auf, mithin Bestand 91,64 Mart. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit Ende Juni um 46 erhöht, der Berein zählte Ende 1908 in acht Drten 254 Mitglieder, fast die gleiche Zahl auch an Abonnenten der„ Volkswacht". Die Agitation foll jetzt energischer betrieben werden. Jugendbewegung. Nadelstiche. In Eichlingshofen bei Dortmund fand am 13. Dezember 1908 eine öffentliche Versammlung jugendlicher Arbeiter zum Zwecke der Gründung einer Jugendorganisation statt. Der Veranstalter der Versammlung, ein jugendlicher Bimmergeselle, hat jetzt gleich zwei polizeiliche Strafmandate über je 25 M. erhalten, weil er 1. obwohl er nicht 18 Jahre alt ist, eine politische Versammlung besucht habe, und 2. weil er eine anmeldepflichtige Versammlung nicht angemeldet habe. Daß die Versammlung eine politische gewesen ist, schließt die Behörde daraus, daß ein sozialdemokratischer Redakteur ein Referat gehalten hat.( 1) Die Behörde fahndet nach den Namen der anderen, etwa 80 Teilnehmer, um jedenfalls auch diese mit Strafmandaten zu beglücken. Gewerkschaftliches. Schwarze Liften. Wiederum sind wir in der Lage, Verrufserklärungen des Gefamtverbandes Deutscher Metallindustrieller veröffentlichen zu können. -Nachstehend bringen wir dieselben im Wortlaute: 9 und 10. J.-Nr. 139. Rundschreiben Nr. 9 pro 1909. Berlin, den 12. Februar 1909. Der Verband der Kupferschmiede Deutschlands sowie der Verband der Zimmerer haben über den Arbeitsnachweis der Industrie Mannheim Ludwigshafen, c. B. Mannheim, die Sperre verhängt. 0 Wir bitten Sie deshalb, alle aus dem Jndustriegebiet Mannheim- Ludwigshafen kommenden Kupferschmiede und 3immerer bis auf weiteres von der Einstellung auszuschließen. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. Berlin, den 12. Februar 1909. Nr. 127. Rundschreiben Nr. 10 pro 1909. Die Arbeiterschwierigkeiten bei der Firma Maschinen und Armaturenfabrik vormals klein, Schanzlin und Becker- Frankenthal find behoben; es erledigt sich daher unser Rundschreiben Nr. 5 bom 21. Januar 1909. Gesamtverband deutscher Metallindustrieller. J.-Nr. 153. Rundschreiben Nr. 11 pro 1909. Der Streit bei der Firma 11 und 12. ( L./09, 53 u. 66/08). E. Albers und v. Drathen- Meldorf ist beendet; es erledigt sich somit unser Rundschreiben Nr. 1 vom 12. Januar cr., desgleichen sind unsere Rundschreiben Nr. 53 und 66 vom 25. März und 6. April 1908 als erledigt zu betrachten. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. J.-Nr. 159. Berlin, den 17. februar 1909. Rundschreiben Nr. 12 pro 1909. Bei der Firma Perlmutterfabrit von Karl Voigt in Frankenhausen( Seyffhäuser) haben am 15. d. Mts. die Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Wir bitten, alle von genannter Firma kommenden Arbeiter bis auf weiteres nicht einzustellen. Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller. -W Achtung, Herrenmaßschneider! Die Differenzen bei der Firma Kirchner, Zimmerstr. 33, sind beigelegt. Die Sperre wird hiermit aufgehoben. Verband der Schneider. Die Ortsverwaltung. Deutiches Reich. ,, Chriftlicher" Berleumber. Ein Bergmann, Mitglied des christlichen Gewerkvereines( Drts Teiter), agitierte gegen den alten Verband der Bergarbeiter, indem er behauptete, der Vorsitzende des alten Verbandes der Zahlstelle a strop bei Dortmund habe vom Streit 1905 Streifgelder unterschlagen. Von der Reichsverbandspresse wurde dieses Gerücht mit Behagen weiter verbreitet. Privatllage gegen den christlichen" Verleumder an. In der Ver Der Beschuldigte strengte deshalb handlung wurde festgestellt, daß die Streifgelder prompt ab gerechnet seien. In der Urteilsbegründung hieß es, auf dem Privat fläger hafte auch nicht der Schatten eines Makels, der christliche Bergmann habe offenbar dem alten Verbande eins auswischen wollen. Trotzdem wurde der Verleumder freigesprochen, weil er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe. Gegen das sonderbare Urteil ist Berufung eingelegt. Arbeiterkontrolleure im Bergbau. Die Scharfmacherblätter im Ruhrgebiet find ganz außer sich, verlangen Bestimmungen in der neuen Berggesegnovelle, burch welche daß mit den Arbeiterkontrolleuren ernst gemacht werden soll. Sie den Kontrolleuren verboten wird, bei der Kontrolle Berhöre Weiter müsse den Kontrolleuren verboten werden, Vorschläge anzustellen, also Fragen an die Bergleute zu richten! bas sei ein Eingriff in die verantwortliche Betriebsleitung. Dann zur Sicherung von Betriebspunkten zu machen, denn bezug auf die moralische Qualifikation gefordert werden müsse von den Kontrolleuren ein Befähigungsnachweis in und endlich müsse bei Strafe der Ungültigkeit der Wahlen die Die Scharfmacher ertvarten, daß besonders mit dem zulegt genannten Organisationsagitation für die Kontrolleurwahlen verboten werden. Verlangen die Organisationen„ einverstanden" sein würden. Die Bergleute werden in Kürze das, was sie zu dem Trutzgesetz zu fagen haben, so laut und deutlich sagen, daß es auch den Scharf machern in die Ohren flingt. In der Form einer Berichtigung" wiederholt der Königsberger Gauvorstand des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes eine von uns am 2. Februar zurückgewiesene Behauptung. Die angebliche Berichtigung lautet: " " Die in Nr. 27, 1909, des Vorwärts", Berlin, unter dem Stichwort Antisemitischer Schwindel" abgedruckte Behauptung, der deutschnationale Handlungsgehilfenverband habe sich in Königsberg um die Agitation für die Freitagslohnzahlung gar nicht gefümmert, ist unwahr. Wahr ist, daß der deutschnationale Handlungsgehilfenverband in der ersten Hälfte des Januar an zahlreiche Königsberger Fabriken mit dem ausführlich begründeten Ersuchen herangetreten ist, die Freitagslohnzahlung für die Arbeiter einzuführen. Deutscher Handlungsgehilfenverband. Gau Ostpreußen. Mar Taube, Gauvorsteher. Auf die Einzelheiten unserer Notiz geht die Berichtigung vor sichtigerweise nicht ein. Diefelbe war geschrirben, um die schon damals aufgestellte Behauptung der Deutschnationalen bezüglich ihrer Betätigung für die Freitagslohnzahlung zu entfräften und fagte ausdrücklich): „ Bei den Sigungen, die sich mit dieser Angelegenheit be schäftigten, glänzte er( der deutschnationale Verband) durch Abwesenheit. Und in Wirklichkeit ist die Frage der Lohnzahlung am Freitag von den freien Gewerkschaften angeregt worden, und diefe haben auch für sie die lebhafteste Propaganda gemacht, so daß nicht nur für 200, sondern für 4500 Arbeiter die Freitagslohnzahlung eingeführt worden ist." Wenn der deutschnationale Handlungsgehilfenverband jetzt feſtstellt, er sei in dieser Sache an zahlreiche Stönigsberger Fabriken herangetreten", so stellt er im Angesichte diefer Tatsachen fest, daß er einer gemeinsamen Aktion aus dem Wege gegangen ist, ja fie vielleicht durchkreuzt hat. Das ist noch schlimmer, als wenn der Verband ganz untätig geblieben wäre! Die Zustände im Hamburger Gewerkschaftshause. Die Reichsverbandspreffe bringt Enthüllungen" über schlechte Behandlung und lange Arbeitszeit der Angestellten des Gewerkschaftshauses. Das Hamburger Echo" schreibt hierzu( Nr. 44 vom 21. Februar): Die Hamburger Nachrichten" laffen seit einiger Zeit durch einen ganz besonders geschäftigen Redakteur die Sputnäpfe, die Nachtgeschirre und Papierförbe der hiesigen Arbeiterkonsumvereine und des Gewerkschaftshauses durchschnüffeln, ob sich nicht etwas fände, das mant im Reichslügenverbandstil der Sozialdemokratie an die Nodschöße hängen " Hier wird also die Behauptung aufgestellt, daß es in unserer fönnte. Vor einiger Zeit hatten die„ Hamburger Nachrichten" sogar die Partei Leute gibt( Revisionisten"), welche beabsichtigen und nur Schamlosigkeit, öffentlich aufzufordern: entlassenes Personal des auf die passende Gelegenheit dazu warten, um ins linke bürgerStonsunvereins Produktion" solle sich auf der Nedaktion der H. N." liche Lage abzuschwenken. Wollte man diese Behauptung ernst melden. Jeyt wieder hat sich der in der Anhäufung von Schmitz nehmen, so könnte man sie nur als böswillige Verdächtigung qualifizieren. Wir nehmen sie aber nicht ernst, denn solche Stilgegen die Arbeiter sehr eifrige Redakteur T. H. von den„ H.-N." mit Personal in Verbindung gesetzt, das vom Hamburger Gewerf übungen beweisen mur, wie sich das schreckliche Gespenst des schaftshaus entlassen ist. Und die von diesem erhaltenen JuRevisionismus in den Köpfen mancher, Radikalen" wiederspiegelt. Ga formationen sind zu zwei Artikeln im Tagesbericht der„ H. N." benut, mußte aber von dieser Art„ badischer Politik", wie sie das Offendie sehr schwere Anschuldigungen gegen den Dekonom der Herberge des burger ,, Volksblatt" macht, Notiz genommen werden, um den Gewerkschaftshauses und gegen die Mitglieder der Verwaltung badischen Genossen außerhalb der Offenburger Sphäre zu zeigen, des Gewerkschaftshauses enthalten. Die Angegriffenen werden gegen wie man in Offenburg bemüht ist, die Einigkeit und GeschlossenBom Streit der Gummiarbeiter bei Schwarz u. Co. die„ Hamburger Nachrichten" ein Berichtigungsverfahren heit der Partei für den bevorstehenden Wahlkampf zu fördern.... Ueber die Ursache und den Verlauf wurde in einer am Montag einleiten. Auch wir werden dann im einzelnen nachweisen fönnen, Der Volksfreund" verdreht hier also die Behauptung des abgehaltenen Versammlung der Streifenden folgendes mitgeteilt: daß die von den H. N." aufgestellten Behauptungen unwahr Boltsblatts", daß linksliberale Kreise auf Zuzug aus den Reihen Schon seit längerer Zeit sind die Arbeiter ungehalten über die un- find. Für heute wollen wir nur erklären, damit die von den der Revisionisten hoffen, schlankweg in die Behauptung, die Ne- passende Behandlung, welche ihnen der Leiter der Gummiabteilung Urhebern frivol erhobenen Beschuldigungen nicht länger unwiderbisionisten planten den llebergang ins bürgerliche Lager. So werden der genannten Firma zuteil werden läßt. Grobe Worte, auch sprochen bleiben, daß die in den Artikelnder, hamburger in merhörter, der Wahrheit ins Gesicht schlagender Weise die Ges den Arbeiterinnen gegenüber, werden von dem Abteilungs- Nachrichten" behaupteten Tatsachen entweder noffen Offenburgs und das„ Voltsblatt" vor den Lefern des„ Bolts- leiter und bont dem Meister regelmäßig gebraucht. Aus absolut erfunden sind, oder daß kleine Wahrs freunds" verdächtigt. diesem Grunde kam es schon im vorigen Jahr zu einem Konflikt. Heiten so frisiert sind, daß sie zur Rüge wurden. Berlin und Umgegend. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Vetlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 46. 26. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Mitarbeit der Arbeiter in berwertet? Mittwoch, 24. Februar 1909. Arbeiter in hädigungsverfahren gewährt werden" könnte. Andererseits logisch", den Arbeitern Rechte zu gewähren. der Unfallversicherung. " " einem Artikel: Die Berufsgenossenschaften" darauf schüchtern hin- Rentenbescheid zugestellt und kann sehen, wie er daraus flug und gewiesen, daß doch den Arbeitern auch eine Beteiligung an dem damit fertig wird. Deshalb ist es für die Unternehmer nicht wurde ausdrücklich anerkannt, daß man selbstverständlich den Berufs- Wie praktisch die Leute auch find: die verschiedenartigen genossenschaften mit ihren langjährigen praktischen Elemente erschweren ja sonst den Geschäftsgang. Es kommt ja Leistungen möglichst alle Befugnisse belassen solle, den Berufsgenossenschaften heute vor allem auf ein rafches die ihnen irgend belassen werden könnten usw. Kurz, es war ein Verfahren an. Dabei weiß jedermann, daß die armen Ver Artikel in der bekannten„ arbeiterfreundlichen Art der Frankfurterin. legten monate- ja jahrelang erst auf ihre Rente warten Trotzdem erfolgte einige Tage darauf prompt der erwartete Wider- müssen und öffentliche Armenunterstützung in Anspruch zu nehmen gefpruch, der bezeichnenderweise ohne jede Bemerkung zwungen find! Den homogenen Elementen" kommt es aber auf von der Redaktion aufgenommen wurde. Eine Berufsgenossenschaft" ein rasches Verfahren" an". Man lägt, wie der Artikelsoll den Artikel geschrieben haben. Es heißt da u. a.: schreiber ausplaudert, das Verfahren beschleunigen, indem man„ die ก „ Es handelt sich hierbei nicht darum, daß, wie es in der Entschädigungsfestsetzung auf Grund der Zirku Regel dargestellt wird, die Vorstände der Berufsgenossenschaften Iation ber Atten" erfolgen läßt! Monatelang läßt man die grundsäglich von einem Zusammenwirken mit Bertretern der Verletzten hungern, und dann läßt man die„ Aften" einfach zirkuArbeiter nichts wissen wollten. Eine Mitwirkung der Arbeiter bei lieren", um die Entschädigung abzulehnen! Das nennt man sachden Aufgaben der Berufsgenossenschaften ist schon nach den bestehenden Geschen gegeben und zwar erstens in der Verwaltung gemäße Beratung" der„ homogenen Elemente" die zu faul sind, in selbst durch die vorgeschriebene Beteiligung von Arbeiter Sizungen zu kommen! vertretern an der Ausarbeitung und dem Erlaß von Unfallverhütungsvorschriften, zweitens in der Beteiligung von Arbeitervertretern bei der Rechtsprechung der Schiedsgerichte und des Reichsbersicherungsamtes." Daß die Arbeiter vom Blockreichstag wenig zu erwarten haben, zeigte uns erst die letzte Rede eines„ Demokraten", des Bolfsparteilers Wieland vent 10. Februar 1909, welcher den Arbeitern lehren wollte: Leben und leben lassen. Auch an den besten EinDiefe Heuchelei! Dabei weiß man ganz gut, daß die Arbeiter- richtungen werde eine voreingenontmene Kritit immer etwas zut vertreter alle Jubeljahre mal zusammenberufen werden, um die tadeln haben. Es können doch nicht alle Gefeße auf neuen" Unfallverhütungsvorschriften zu beraten". Von der Be- die Arbeiter zugeschnitten werden!" Wie die Geseze teiligung an der Rechtsprechung sollte man bei dieser Frage lieber auf die Arbeiter zugeschnitten werden“,„ die ihre Knochen" für die gar nicht reden. Darum handelt es sich gar nicht. Der Artikel- Unternehmer zu Markte tragen müssen", zeigt uns ja die neue schreiber erklärt auch, daß es Sache der Unternehmer fei, die Ge- Gewerbeordnungsnovelle, die Wünsche der Berufsgenossenschaften. fchäfte einer Berufsgenossenschaft allein zu führen, weil: Von den Wünschen der Arbeiter selbst spricht man eben nicht! Dafür „ die Festlegung über die Höhe der zu zahlenden Entschädigung führen die Unternehmer in der Frankfurter Zeitung" aus: zunächst Sache der Vereinbarung zwischen dem zur Zahlung Berpflichteten und dem Entschädigungsberechtigten ist, wie bei jeder Forderung, die eine Person gegen eine andere geltend zu machen hat. Die Eigenart der Unfallentschädigungen gegenüber sonstigen Forderungen besteht nur darin, daß die Unfallentschädigung auf öffentlich rechtlicher Grundlage beruht und daß ber einzelne Unternehmer durch den Genossenschafts- beziehungsweise Sektionsvorstand vertreten wird. Erst wenn beide Parteien sich nicht verständigen fönnen, tritt wie bei allen anderen Forderungen Dabei fennen die Herrschaften den Schnecengang im Eutder gerichtliche Austrag ein, bei welchem alle Vorbedingungen schädigungs- und Berufungsverfahren ganz genau. Populäre einer objektiven Rechtsprechung, die Beteiligung von Arbeitgebern Theorien" sind es, wenn die Arbeiter ihr Recht fordern, dringend und Arbeitern in gleichem Verhältnis unter einem unparteiischen eine Wenderung verlangen! Deshalb find wir auf die neue„ Reichsa Vorsitzenden, gegeben sind. Es scheint uns hiernach night In der Reichstagssigung vom 5. Februar 1909 erläuterte Herr v. Bethmann- Hollweg die Pläne der Regierung über die Arbeiterversicherungsgefege. Stolz rief er aus, daß das ganze Wert der neuen Reichsversicherungsordnung" nicht weniger als 1700 Paragraphen umfasse! Je mehr Paragraphen, desto undeutlicher und unpraktischer jedes Gesetz in Preußen- Deutschland. Und die Rechte der Versicherten? Darüber sprach sich der Minister nicht flar aus. Die Ausdehnung der Versicherungspflicht auf das Gesinde, land- und forstwirtschaftliche Arbeiter, Hausgewerbetreibende usw. foll borgenommen werden. Dann heißt es wörtlich:" Die Beiträge und das Stimmrecht sollen halbiert werden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern." Der Vorsitzende soll ge= wählt werden und als Wahlverfahren wird das Proportionalverfahren eingeführt. Vorher hatte sich derselbe Herr Minister erregt gegen die Vorwürfe unseres Redners gewehrt, daß er die Arbeitervertreter nicht gehört und ihre Wünsche über die Gestaltung der neuen Gesetze entgegengenommen habe. Er habe die Vertreter der Krankenkassen ja gehört. Stimmt! Aber hat er ihre Ausführungen auch beachtet und Man hat sie nur gehört", weiter nichts. Die Geheimräte machen die Sache schon allein und nach den Wünschen det Scharfmacher. Wäre es anders, so könnte die Regierung heute nicht von der Halbierung der Beiträge und des Stimmrechts in den Staffenverwaltungen reden. Erklärten ja doch auch die damals zur Konferenz geladenen Unternehmer nahezu einstimmig, daß sie sich nicht ,, unterdrückt" fühlten und keine Lust nach weiterer Vertretung hätten. Schadet nichts, die Beiträge und das Stimmrecht sollen doch halbiert werden, weil eben die Arbeiter heute zuviel Rechte haben".. Und was soll die diplomatische" Wendung:„ Der Vorsigende soll gewählt werden" besagen? Wer soll ihn vählen"? Die Vorstandsmitglieder wie seither? Oder gar die „ Organe" der Behörden? Darauf fommt es doch an! Der redfelige Minister lobte dann um so mehr die Berufsgenossenschaften und deren außerordentliche segensreiche Arbeit" unter Beifall des Blocks. Still wurde es, als er dann weiter erklärte:„ Ich glaube, wir sind bei der Rentenfestießung zu einer befriedigenden Lösung gekommen, indem wir auch die Arbeiter, die zwar keine Beiträge für die Berufsgenossenschaften zahlen, aber ihre Knochen zu Markte tragen, bei der Renten fest fegung mit heranziehen wollen!" Auf den ersten Blick sieht die Sache verlockend aus. Die Arbeiter, welche, wie ganz richtig betont wurde, ihre Knochen zu Markte tragen müssen, sollen fünftig bei der Rentenfestsetzung auch mitwirken! Das wäre ent schieden ein Fortschritt, wenn sie auch mit Fug und Recht an der Verwaltung der Berufsgenossenschaft teilnehmen könnten, sie indirekt doch die gesamten Beiträge zur Ver sicherungsgesetzgebung aufzubringen haben. Doch der Minister sprach ganz vorsichtig aus, daß die Versicherten bei der Rentenfestsetzung herangezogen" werden sollten. Was versteht man darunter? Sollen fie Siz und Stimme in dem Entschädigungsausschuß der Berufsgenossenschaft haben? Oder sollen sie nur als „ Gutachter" herangezogen" und nur gehört" werden? Der Regierung wäre das schon zuzutrauen. Die Versicherten würden herangezogen"" gehört", und die Berater sehen dann die Rente selbst fest, weil sie ja die Beiträge aus eigener Tasche bezahlen! Sonst wäre es nicht annehmbar, daß die Lösung" dieser Frage so schnell gefunden worden wäre. Die Berufsgenossenschaften protestieren Das ist die Sprache der Unternehmer, die sich durch nichts bedoch bis zur heutigen Stunde gegen jede Beteiligung der irren läßt. Ja, man hat die Kühnheit, davon zu reden, daß eine Arbeiter an der Verwaltung ihrer Institute. Und jetzt soll die, Vereinbarung" zwischen Berufsgenossenschaft und Verletzten Frage gelöst" sein von demselben Minister, der die neue Novelle zur über die Höhe der Rente erzielt wurde. Hört man heute die Klagen Gewerbeordnung erst den Unternehmern zur gefälligen Begutachtung" der Verletzten? Der Vertrauensarzt fetzt die Höhe der Nente fest vorgelegt und danach„ verbessert" hatte? Undenkbar, daß das eine und in den Vorständen und Entschädigungskommissionen der Berufsgenossenschaften fizen ja meistens Unternehmer, die niemals im Leben praktisch mitgearbeitet haben, deshalb die Entschädigung der Verlegten gar nicht tarieren können. Wo findet denn die Verständigung" zwischen den Parteien statt? Der Verletzte erhält einfach den Lösung der Frage sein soll! 22 11 da Die Unternehmer geben keine Rechte so leicht preis. Dies zeigt wieder ein Artikel in der, Frankfurter Zeitung" vom 29. Januar 1909. -In der Nummer des Blattes vom 23. Januar 1909 wurde in Kleines feuilleton. Die Hygiene des Autos. Das moderne Automobil wird überwiegend mit Benzin betrieben. Trotzdem man sich die erdenklichste Mühe gegeben hat, auch andere Mittel zum Automobilbetrieb zu benugen, ist man doch immer von allen Erkursen und Experimenten zum Benzin zurückgekehrt, so daß dieser in Wahrheit der Automobil treibstoff par excellence ist, wenigstens heute. In hygienischer Hinsicht ist dies zu bebauern; denn auch der enragierteste Automobilliebhaber wird nicht behaupten wollen, daß die großstädtische Woran die Arbeiter bei der Entschädigungsfestsetzung der Berufsgenossenschaften ein berechtigtes Interesse haben, das ist eine möglichst rasche Entschädigungsfefttegung durch die berufsgenossenschaftlichen Organe und im Falle ihrer Unzufriedenheit ein prompt arbeitendes Berufungsverfahren. Diese Bedingungen find heute gegeben und man sollte daher nicht irgend welchen populären Theorien zuliebe an bewährten Juftitutionen etwas ändern." " Aus Induftrie und Handel. Elektrische Bahnen. Die logisch und eine Verkennung des Wesens der Unfallversicherung versicherungsordnung" mit ihren 1700 Paragraphen sehr gespannt. zu sein, wenn man den Arbeitern Sig und Stimme Bei der Entichädigungsfestsegung gewähren will. Zu dieser grundsäglichen Ertvägung tritt sodann noch der praktische Gesichtspunkt, daß es bei der Gewährung von Entschädigungen bor allem auf ein rasches Verfahren ankommt. Ein solches Verfahren ist durch Stellen, die aus homogenen Die wirtschaftliche Krisis hat das Problem der Elektrifizierung Elementen bestehen, wie die Genossenschafts- und Sektions- der Eisenbahnen in den Vordergrund des Interesses gestellt. vorstände, erfahrungsgemäß leicht zu erzielen. Werden da- Versuche auf den schwedischen, schweizerischen und amerikanischen gegen diese Stellen mit verschiedenartigen Elementen, Eisenbahnen mit elektrischem Betrieb werden als vollkommen geDie verschiedene Intereffen vertreten, befeßt, so tungen dargestellt. Die übrigen Staaten, vor allem Jtalien, Defters bedeutet dies eine Erschwerung des Geschäftsreich, Bayern, Baden und Preußen, find entschlossen, ebenfalls den gangs, insbesondere wenn, wie dies vielfach bei den Berufs- elektrischen Betrieb auf ihren Bahnen einzuführen. Zu dem soeben genossenschaften geschieht, die Entschädigungsfestsegung erschienenen Werke über die elektrischen Fernbahnen sucht der bes auf Grund der Birkulation der Akten erfolgt. In ratende Ingenieur der Verein. Staaten D. C. Roedder das Ergebnis diesem Sinne hat sich übrigens auch der in diefem Artikel erwähnte aller Versuche zufammenzufassen. Wir entnehmen diesem Werke angefehene Vertreter der Berufsgenossenschaften bei der Konferenz einige Bemerkungen über die wirtschaftlichen Vorteile der elektrischen im Reichsamt des Innern ausgesprochen. Was nun die Wünsche Bahnen. der Arbeiter betrifft, so glauben wir, daß sie durchaus nicht ihre Beteiligung an der Entschädigungsfestsetzung in dem Maße für not wendig erachten, wie es von einzelnen politischen Vertretern dargestellt wird." " Das wichtigste Moment ist, daß durch die elektrischen Bahnen an 3eit und Kraft gespart wird. In der Regel erlauben sie cine bedeutend erhöhte Geschwindigkeit, die Fahrkörper find leichter abzustellen und bedürfen weniger Zeit, um wiederum in Bewegung gejetzt zu werden. Der wichtigste Vorteil ist die Wirtschaftlichkeit des elektrischen Betriebes. Die Dampflokomotive muß meist mit einem sehr großen und schweren Tender versehen sein, wodurch ein erheblicher Prozentsatz der Zugkraft verloren geht. aber auch vier Stunden vor Antritt der Fahrt angeheizt werden. Dann muß die Dampflokomotive im Durchschnitt zwei, oft Ebenso bedarf sie der Unterhaltung während des Aufenthalts der Züge auf den Stationen, in Streuzungen, fowie während der Baufen. Die elektrischen Bahnen verbrauchen Energie nur während des Betriebes und proportional ihren Leistungen. weigerlich beseitigt werden. Sonst vermehrt sich gewiß die In Kleists berühmtem Einafter, der in der Figur des DorfZahl seiner Feinde und Reider, die an sich nicht gering, ist. Dieser richters Adam eine so unvergleichlich dankbarere schauspielerische Tage hat sich unter dem Namen, Deutsche Auto- Liga" eine Genoffens Aufgabe stellt, bergriff Herr Arndt sich im Tone. Sein Adam fchaft gegründet, deren vornehmster Zweck es sein soll, im Gegensaß hatte zubiel von der zapplig aufgeregten Beweglichkeit des Venjamin. zu vielen anderen meist dem Luxus dienenden Unternehmungen Eine ganze Baffagen unverständlich machende Ueberstürzung der dieser Art, die Kluft zwischen den Automobilinteressenten und dem Rede, die überdies die Seelennöte des Sünders unnötig oft mit Bublifum zu überbrücken durch Bekämpfung der Auswüchse des stotternd vorgestoßenen Worten markierte, stumpfen durch die gea Automobilismus, namentlich auch durch Bekämpfung der Staub- und räuschvolle Unruhe, die sie in die holländische Genreszenen brachten, Benzinauspuffplage. den humoristisch- ironischen Eindrud ab. Freilich ist die Rolle so oft Theater. und oft so gut gespielt, daß man einem neuen Darsteller vielleicht mit allzu hoch gespannten Erwartungen entgegentritt. Unter den Nebenfiguren fiel der stark karikaturistisch ausgearbeitete Schreiber Licht des Herrn Netzbach auf. dt. B Humor und Satire. Blauer Grund. Nachdem durch die Großmutter des Buren Pieter Maritz das Atmosphäre, die schon so mancherlei zweideutigen Parfümierungen Neues Schauspielhaus:„ Der Diamant" von ausgesetzt ist, durch die ständigen Benzinauspuffgafe berbeffert ebbel; Der zerbrochene Krng" von Kleist. Bei der wird. Im Gegenteil, sie wird sogar bedeutend verschlechtert, Aufführung der Hebbelschen und Kleistschen Stomödien feierte Herr und es ist schon vor längerem bon hervorragender medi- Arndt, der ebenso wie fein vortrefflicher Kollege Abel in dem zinischer Seite darauf hingewiefen worden, daß bei der zuerst fo bel fritisierten Ensemble Lindans ans Deutsche Theater. immenſen Zunahme an mit Benzin betriebenen Laft- und Personen- und nach Berlin fam, sein fünfundzwanzigjähriges Schauspielerautomobilen innerhalb der Mauern Berlins unsere Großstadtluft iubiläum. Seine Spezialität find die Orginale und komischen Vorhandensein des foftbaren blauen Grundes in der Gegend bon einmal berartig benzingashaltig werden muß, daß ernstlich aus Räuze. Wo er Rollen erhielt, die seiner eigenartigen Begabung Lüderitzbucht unzweifelhaft festgestellt worden war, begann man sohygienisch gesundheitlichen Gründen an eine Beschränkung oder Ab- glücklich entgegentamen, sind ihm Gestalten von geradezu ver- fort mit der Ausbeutung des Bodens. Der Reichstag betvilligte änderung gedacht werden sollte. Leider ist das elegante Elektro- blüffender drolliger Lebendigkeit gelungen, die, wie fein borstiger 90 Millionen Mark für Anschaffung, Transport und Montierung ber mobil, das mit Affumulatoren betriebene Automobil noch immer nicht Mathematikprofessor und fein gutmütig verfchmigter jüdischer Da dem Edelsteingebiet Wasser leistungsfähig genug, weil der Affumulatorenbetrieb außerordentlich Familienonkel Jonas dem Zuschauer, auch wenn er die mittel- um Minenbau nötigen Maschinen. foftspielig ist und sich nicht genügend rentiert. In großstadthygienischer mäßigen Stüde, die literarische Einfaffung längst vergessen hat, in un- zur Erzeugung der Dampfkraft fehlte, so brachte Dernburg den AnHinficht ist es geradezu das Ideal aller Kraftwagentypen, es riecht verwüstlicher Erinnerung bleiben. Der Beifall, der ihn am Festtag ehrte, bauen. Die Durchführung dieses kühnen Projekts fostete eine halbe trag ein, eine Wafferleitung vom Nyassafee bis Lüderizbucht zu absolut nicht und hat zudem einen ruhigen, geräuschlosen Gang. Frei war in jedem Falle reich verdient, gleichgültig, ob das Neue, das er Milliarde. lich ist es im Betriebe viel zu teuer, zudem immer an Affumulatoren- diesmal bot, die gleiche ungemischte Vergnüglichkeit der Stimmung Inzwischen waren die Geologen, welche in der Nähe von stationen gebunden, die sich wohl in den großen Städten, nicht aber auf hervorzurufen vermochte. Lüderizbucht nach Kohlen fuchten, bei Bochum in Westfalen auf dem platten Lande finden. Außerhalb des Großstadtweichbildes ist Der Diamant" Hebbels, mit dem die Leffinggesellschaft vor reiche Lager gestoßen. Der Export der für den Betrieb der großes übrigens mit der Automobilhygiene nicht besser bestellt. Der einigen Jahren bereits das Experiment einer Aufführung wagte, war artigen Maschinerien nötigen Stohlenmenge schludte nahezu eine Benzingeruch macht sich zwar in der frischen Luft nicht in dem Maße feine besonders glückliche Wahl. Die großen Perspektiven, die dem viertel Milliarde. Leider stellte sich in diesem Stadium des Hoffnung 3unangenehm bemerkbar wie in der mehr oder minder abgeschlossenen Dichter im Sinne lagen fein Werk sollte der Abficht nach ein vollen Unternehmens heraus, daß bei Lüderizbucht überhaupt kein Großstadtatmosphäre; er verfliegt schnell und belästigt draußen auch Spiegelbild der allgemeinen Menschennarrheit und des vertorrenen, blauer Grund vorhanden war. Die Großmutter des Buren Bieter nur wenige Nasen. Aber namentlich an trockenen, heißen Sommer- indes bei aller Berworrenheit doch iveisen Weltlaufs werden tun Marig hatte ihre Behauptung vielmehr unter dem Eindruck einer tagen wirbeln dafür die meist mit großer Geschwindigkeit fahrenden sich im Stücke selbst dem Blick des Zuschauers nicht auf. Man sieht optischen Täuschung aufgestellt, denn sie trug schon seit ihrem vierzigsten Automobile auf den Chauffeen derartige Staubmassen auf. daß der im Grunde mur einen Haufen lose, willkürlich, ohne arganischen Bu- Lebensjahre eine blanc Brille. ( Lustige Blätter".) Reiz der reinen Natur anderen Passanten durch diese Staubplage fammenhang und Steigerung aneinander gefügter Szenen, die unziemlich verleidet worden ist. Deshalb bemühen sich Automobil vermittelt zwischen deröstem Bossenspaße und Märchenphantasien flubs, Industrielle und Fistus seit langem, diese auf schwanken. Der komische Einfall, daß Benjamin, der überschlaue Jude, vielbefahrenen Landstraßen immer unerträglicher werdende Plage den gestohlenen Edelstein, damit er ihm nicht abgenommen werden kann,- Kunstchronit. Im Kupferstichkabinett( in der durch Bestreuung der Straßen mit besonderen staubsaugenden Mitteln verschlingt und daß die Schazkammer feines Leibes dann all seinen Nationalgalerie) ist eine Sammlung von französichen Radierungen usw. nach Möglichkeit zu lindern. Der erste Versuch ging von Frankreich Bemühungen gegenüber sich hartnäckig verschließt, wird ohne viel des 19. Jahrhunderts ausgestellt. aus, wo man teilweise, z. B. auf dem französischen Gebiet der Erfindung in Situationen, die teilweise schon peinlich wirken, aus-- Musikchronit. Das Sonntagskonzert im Charlotten Riviera, schon ganz gute Resultate erzielt hat. Auch bei uns sind führlich ausgesponnen. Herr Arndt brachte die quedfilbern agile burger Schiller- Theater, das am Sonntag, den 28., mittags 12 Uhr derartige Straßenentstäubungen durch Besprengung mit Mineralöl- Pfiffigkeit des nie um Ausreden verlegenen armen Schächers, dem stattfindet, wird zwei Kammermusifwerke bringen. Es wirken u. a. produkten in größerem Maße vorgenommen und verden noch weiter ein bersoffener Mediziner unter richterlicher Zustimmung den Bauch der Pianift José Vianna da Motta und der Konzertfänger Paul fortgesetzt. Der Automobilbetrieb hat also troy vieler Borzüge aufschligen till, mit vielen amüsanten Nuancen der Nasseechtheit Steimers mit. auch recht große Nachteile, namentlich in hygienischer Beziehung. und so drollig, wie es in diesem Nahmen ging, heraus. Aber der Ein Spielhagen Seft läßt die Deutsche DichterDamit das Automobil, das gewiß eine stolze Errungenschaft Rahmien selbst war von der Art, daß er ein harmlos heiteres Wohl Gedächtnis- Stiftung in Hamburg- Großborstel in der Sammlung moderner Technik darstellt, wirklich als Fortschritt begrüßt gefallen nicht recht aufkommen ließ. Gut war auch Herr Borée Boltsbücher" zu feinem 80. Geburtstage erscheinen. Es bietet die werden kann, müssen diese Uebelstände allerdings un- als Bauer und Frt. Maren in der kleinen Nolle der Prinzessin. Dorfgeschichte Hans und Grete" in einer illustrierten Ausgabe " Notizen. Die Dampflokomotiven werden ferner rascher als die elektrischen betrieb des Gastivirtagetverbes darstelle. Diese Leute in Stellungen Publikum setzt sich aus allen Schichten der Gesellschaft zusammen; abgenutzt. Außerdem stellt der elektrische Betrieb eine größere wie die des Klägers stünden in einem gleichen Verhältnis zu ihren man sieht hier Proletarier wie Adlige und behäbiges Bürgertum, Betriebssicherheit dar. Der Dampfkessel bildet eine ständige Gefahr Arbeitgebern wie die Vorarbeiter im Baugewerbe, die sogenannten Sozialisten, Liberale und Fromme; auch ist das Ausland sehr stark und hat, ganz abgesehen von Unfällen durch direkte Explosion, bei Affordschieber, die von den Baugeschäften die Arbeit übertragen vertreten. Bei Tische servieren junge Mädchen, hübsch und sauber Zuſammenſtößen fast stets die Zahl der Opfer vermehrt. Aehnlich erhalten und sich selbst, ebenso wie hier, ihre Kolonne zusammen gekleidet, mit weißen Schürzen; sie sind gut genährt, haben einen verhält es sich mit den Gasbehältern unterhalb der Wagenfasten für ftellen. die Zugbeleuchtung. All das fällt beim elektrischen Betriebe weg. anständigen Lohn und werden nicht überanstrengt. Sie bedienen Einen sehr bedeutenden Wert hat die Möglichkeit, höhere SteiEin fetter" Prozeß. auch im Wein- und Bierrestaurant, das mit dem Etablissement gerungen zuzulassen. Ein Beispiel mag das erläutern: Bei Freitigen- Um 60 Pf. Arbeitslohn für ein Duhend Knabenschürzen klagte verbunden ist. Die männlichen und weiblichen Kurgäste fühlen Brieg stellte sich die für den Dampfbetrieb geeignete Terrasse mit vor dem Gewerbegericht unter dem Vorsiz des Magistratsassessors fich behaglicher als unter der Aufsicht eines prozigen Oberkellners. 1,5 Proz. Steigerung auf 21,5 Kilometer Länge, die für den Maguhn die Näherin Sch. gegen den Inhaber einer Nähsiube Wir empfehlen der Frau Geheimrat die Adresse steht zur Verelektrischen Betrieb gewählte mit 3,5 Broz. Steigerung auf nur namens Kröhl, Große Frankfurter Straße 25. Die Schürzen sind fügung- fich einmal dahin zu begeben und ihren Spruch von der 13,5 Kilometer Länge. Die dadurch erreichte Ersparnis an den Bau- ihr abgenommen worden; sie wurden bemängelt und auch deshalb Borstufe der Prostitution" dort aufzusagen. Da tönnte sie etwas foften wurde auf 25 Millionen Frank berechnet. nicht bezahlt. Beklagter wendet ein, die Schürzen seien so wie sie Die Herren Stillwell und Putnam haben in einem Vortrage find, unverwendbar, die Aenderungskosten würden aber mehr als erleben, denn die sämtlichen Gäste würden ihr, wie man sagt, den vor dem American Institute of Electrical Engineers im Januar 1907 60 Bf. betragen. Die Klägerin ist der Ansicht, daß fie die Schürzen Standpunkt so lar machen, daß sie noch lange daran denken würde. die Betriebs- und Unterhaltungskosten der amerikanischen elektrischen für 60 Pf. nicht besser machen konnte. Das Gericht belehrt sie Zustände im medlenburger Zentralgefängnis. Bollbahnen zu 82 Broz. derjenigen der Dampfbahnen berechnet. dahin: nachdem sie die Schürzen für 60 Pf. zu liefern übernommen Von den 5900 Millionen Mart, die im Jahre 1905 in den Vereinigten hat, habe sie diefelben auch ordnungsmäßig für den ausbedungenen Staaten an Betriebs- und Unterhaltungskosten sämtlicher Bahnen Lohn liefern müssen. Würde ein Lohn dafür nicht vereinbart sich die Verwaltung des mecklenburgischen Zentralgefängnisses in verausgabt wurden, hätten nicht weniger als 1050 Millionen Mark worden sein, so würde es dem Gericht vorbehalten sein, in der Bühow. Dort werden die Sträflinge unter der Aufsicht von Werkgespart werden können. Lohnfrage ein Wort mitzusprechen. Würde der Beklagte erst nach meistern und Aufsehern besonders stark ausgenutzt. Wer von den Ablieferung den Lohn auf 60 Pf. festgesetzt haben, so würde das Gefangenen sein vorgeschriebenes Pensum Arbeit nicht erreicht, Gericht einen solchen Lohn für diese Arbeit als wider die guten erhält die geleistete Arbeit nicht bezahlt. Soll etwa dadurch ein Sitten verstoßend bezeichnet und entsprechend erhöht haben. Eine Gefaftgener gebessert" werden? Ginigung vermag das Gericht trop wiederholter Bemühungen nicht au erzielen. Die Klägerin mußte mit der erhobenen Klage abgewiesen werden. Für Deutschland hat Pfarr( Elektr. Kraftbetrieb und Bahnen, Seft 16 und 18, 1907) berechnet, daß die Einführung des elektrischen Betriebes auf sämtlichen Bahnen eine Ersparnis von mindestens 47 Millionen Mark gebracht hätte, wobei allerdings ein Anlagefapital bon 880 Millionen Mart notwendig wäre. In beiden Fällen ist als Primärkraft der Dampf angenommen. Läßt sich aber Wasserkraft ausnügen, so vermindern sich die Ausgaben noch bedeutend. Ueber die Entwidelung der elektrischen Bahnen macht Herr Oberingenieur P. Boschenrieder in der österreichischen Zeitschrift des Ingenieuren und Architektenvereins( Nr. 6 1909) folgende interessante Angaben: 1879 führte W. Siemens auf der Berliner Gewerbes ausstellung die erste elektrische Eisenbahn vor. 1884 wurde die erste elektrische Bahn in Cleveland( Nordamerika) gebaut. Seitdem geht die Entwickelung der elektrischen Bahnen in raschem Tempo vor sich, Ivie aus folgendem ersichtlich ist: 1885 hat Europa 22 Stilometer Gleise mit ca. 35 Fahrzeugen; Amerifa 12 Stilometer Gleise mit 13 Fahrzeugen; 1890 find in Europa 71 Kilometer Gleise mit ca. 140 Fahrzeugen und in Amerila 1142 Stilometer Gleise mit 1230 Fahrzeugen; 1908 hat Amerifa fchon ca. 70 000 Kilometer Gleise mit 75 000 Fahrzeugen, Europa ungefähr ein Drittel dieser Zahl. Ausführlicher über die amerikanischen elektrischen Bahnen berichtet der Benfus von 1907. Danach waren Bunahme 30./VI. 1902 31./XII. 1907 in Broz. 1 236 25,2 25 500 engl. Meilen 58,4 34 400 52,4 70 000 16,1 9,5 Bahngesellschaften 987. Betriebslänge 16 600 engl. Meilen Gleislänge 22 600 englische Meilen Zahl der Personenwagen 60000 Zahl der beförderten Berfonen in Millionen Zahl d. Arbeiter u. Angestellten 141000 220 000 Gehalt u. Löhne in Mill. Dollar 88 150,5 U 63,3 57,0 70 In diesen Zahlen find sämtliche Bahnen einbegriffen. Die Entwickelung der Vollbahnen in Europa läßt sich ersehen aus folgenden Angaben über die Wechselstrombahnen, die wir ebenfalls dem Vortrage des Herrn Boschenrieders entnehmen: Wechselstrombahnen in Europa 18,2 km 4 Kellnerinnenelend in Süddeutschland. Man schreibt uns aus Süddeutschland: Eine auffallend geringe Bezahlung der Strafgefangenen leistet Auch wenn die Arbeit fehlerhaft ist, gibt es keinen Lohn. Die voraufgehende Lehrzeit wird ebenfalls in feiner Weise bezahlt. Es arbeiten in Bükotv, bezw. sind eingesperrt, im Durchschnitt 150 Mann( die Frauenabteilung ist für sich). In den übrigen 5 bis 6 fleineren medlenburgischen Gefängnissen, wo für Privat unternehmer gearbeitet werden muß, wird pro Tag zirka 20 Pf. an In Norddeutschland betrachtet man die Restaurants mit weib- die Gefangenen bezahlt. Aber im Zentralgefängnis wird das licher Bedienung durchweg als anrüchig. In der Tat find sie in den Arbeiten genau so niedrig bezahlt wie im Zuchthaus, das großen Städten meist Animiertneipen und die darin beschäftigten ist eine gemeinsame Direktion vorhanden, auch besteht nur eine 5 Minuten vom Gefängnis entfernt liegt. Für beide Strafanstalten Animierkellnerinnen dementsprechend. Selbstverständlich gibt es" Küche für alle Sträflinge, obwohl im Frauengefängnis die Kochauch in Süddeutschland Animierkneipen in Menge, die den nord- einrichtung vorhanden ist. Die für das Gefängnis arbeitenden deutschen durchaus ähnlich sind. Aber es muß ein scharfer gefangenen Personen werden mit 5 Pf. pro Tag bezahlt, während Unterschied gemacht werden zwischen diesen und den anständigen alle für die Privatindustrie tätigen mit sage und schreibe drei Wirtschaften bei uns, die weibliche Bedienung haben. Hier ist der Pfennig pro Tag entschädigt werden, ja wer bereits einmal eine Kellnerinnenberuf ein durchaus ehrenhafter und man hat absolut Gefängnisstrafe erlitt, erhält sogar nur 1½ Pf.! Der Untertein Recht, diese Frauen als mit einem sittlichen Makel behaftet nehmer hat indessen pro Kopf der Arbeitenden 1 M. täglich zu zu betrachten. Die„ Verfehlungen", die innerhalb dieses Gewerbes zahlen! Unter diesen Verhältnissen ist natürlich das Elend der Gevorkommen, find im Verhältnis auch nicht zahlreicher als wie fangenen nach ihrer Entlassung groß. So ist es vorgekommen, daß anderswo, soweit man von Berfehlungen sprechen kann. Die Ge- entlassene Verbrecher" zu Einwohnern tamen und um milde fahren, in denen sich die Kellnerin bewegt, find auch sicherlich nicht Gaben" baten, damit sie sich was zu essen und zu trinken kaufen größer, als vielleicht in irgendeinem Probenhause, wo die Herren fonnten. Andere verübten aus purer Not sogleich nach der EntSöhne den Dienstmädchen nachstellen, oder auf einem feudalen lassung Schwindeleien. Es sind Fälle vorgekommen, wo Leute Gut, wo sich der gnädige Herr, der Verwalter und der Inspektor morgens( um 6 Uhr jeden Morgen wird entlassen) aus dem Gedas jus primae noctis anmaßen. Natürlich gibt es unter den fängnis entlassen worden sind und am Rachmittag bereits wieder Wirtschaften auch Zwischenstufen. Aber sehr häufig bringt der bom Gendarm eingeliefert wurden, weil sie in ihrer unbeschreiblichen Not einen Diebstahl begingen. Norddeutsche bei uns der Kellnerin ein Vorurteil entgegen, das in seiner Heimat wohl begründet ist, bei uns aber nicht. • Berarbeitet wird in B. viel Holz zu mancherlei Gerätschaften, sowie Rohr( Kokos und anderes) und Strickwolle. Die schwerfie So fann man es auch nur aus Unkenntnis erklären, daß Arbeit ist das Flechten und Mattenweben. Die Flechter ruinieren die Frau des bekannten Staatsrechtslehrers und Geheimrats sich ihre Hände vollständig und hält diese Arbeit einer auch nicht Jellinek in Heidelberg in einem Werke über die weibliche Be- lange aus. Eine Berliner Firma läßt Strümpfe striden auf Madienung im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe diesen Beruf als schinen und erhält sie wöchentlich durchschnittlich 80 Dubend Baar eine Borstufe zur Prostitution" erklärt hat. Der Mann dieser Strümpfe der verschiedensten Art allein aus dem Gefängnis nach B. zugesandt! Ein Schlosser ist stets voll damit beschäftigt, die Dame stammt aus Sachsen, fennt also jedenfalls unsere Verhält- Strickmaschinenreparaturen zu erledigen. Die Wolle wird auch Strecke Lokomotiven Motorwagen nisse nicht; sonst, wollen wir zu seiner Ehre annehmen, hätte er im Gefängnis gespult und fortiert. Der" Fabrikant" der Holzseiner in unseren Verhältnissen auch wohl gänzlich fremden Gattin waren wohnt in Bütow; er besitzt nur einen Lagerplak, der dicht doch wohl Vorstellungen gemacht und sie davor gewarnt, einem neben dem Zentralgefängnis liegt und auf dem einige Sträflinge unter beschäftigt werden ( per Hund!) ganzen Berufe wir meinen felbstverständlich nur das weibliche mit Holzschneiden täglich zehn Diese Gefangenen müssen Personal der anständigen Wirtschaften! einen solch ganz un- Aufseheraufsicht! Man erzählt, daß dieser berechtigten Schimpf anzutun. Solche Damen sollen der ar- Stunden angeftrengt beitenden Menschheit mit ihrer angeblichen Menschenfreundlichkeit, Holzwarenfabrikant durch die jahrelange Gefangenenarbeit„ cin steinreicher Mann" geworden ist. Die Decken, Teppiche und doch lieber vom Halse bleiben. Matten, die, wie die Strümpfe, in den Zellen angefertigt werden müssen, läßt eine Firma aus Anhalt( Zerbst) herstellen. Auf diese Weise trägt das Junkerland Mecklenburg dazu bei, daß mecklen burgische Industrieerzeugnisse auf dem Markt erscheinen. Gr zeugnisse, an denen das Blut und das Glend der Allerärmsten flebt. Zahl 1904 1905 2 94,4 " 1906 6 108,15 " 1907 3 1908.. 12 110,5 421,2 " " 11275 35 29 43 94 114 Die Entwidelung läßt darauf schließen, daß fich das neue Betriebssystem vollständig bewährt. Es verheißt neuen fräftigen Aufschwung im Berkehrswesen und dann auch in der gesamten Industrie. bon man Dennoch ist es nicht zu verkennen, daß die Zustände im Kellnerinnenberuf sich sehr verschlechtert haben und eine traurige Entwickelung nehmen werden, wenn nicht Einhalt getan wird. Das liegt aber nicht an der angeblichen besonderen Immoralität" dieses Berufes, sondern an dem Ausbeutungssystem, dem die Kellnerinnen weit mehr als ihre männlichen Kollegen verfallen sind. arbeiten. Dringend not tut ein seit Jahrzehnten von der Sozialdemo fratie gefordertes reichsgesetzliches Berbot der Beschäftigung von Gefangenen für die Privatindustrie unter niedrigeren als den ortsüblichen Breifen. Arbeiter und Sandiperker werden durch folche Schmukkonkurrenz gleichmäßig geschädigt. Kofs- und Kohlenberge im Ruhrrevier. leber das Anwachsen der Brennmaterialienvorräte im Rubr. rebier berichtet die St. Voltsztg.":" Das Anwachsen der Kohlen und Kofsvorräte. Wenn man heute das niederrheinisch- westfälische Die Kellnerin wohnt bei uns meist bei den Wirtsleuten im Kohlengebiet von Osten nach Westen durchwandert, so muß man über die ungeheuren Vorräte von Kohlen und Stots staunen, welche Sause, womit das Gerede von der Vorstufe der Prostitution" schon auf den Zechen und sonstigen Lagerplägen aufgestapelt worden find. hinfällig ist. Allerdings vollzieht sich gerade in den großen Schon im Dortmunder Stadthafen erblidt man einen großen, weit Städten hierin eine Veränderung und selbstverständlich ist es auch Die Zentralstelle für Volfswohlfahrt Kots, den das sichtbaren Berg von rheinisch- westfälische nicht bei allen Wirtsleuten angenehm, im Hause zu wohnen. Biele wird ihre diesjährige Konferenz in den Tagen vom 24. bis 26. Mai Kohlensyndikat bort abgelagert hat. Seit man hier Wohnungen sind erbärmlich, aber bei den Vermieterinnen werden in Darmstadt abhalten. Das Hauptthema heißt:" Fürsorge für aus feine Reise nach Westen fort, so stößt fast die Mädchen auch nur ausgebeutet. Früher bekamen die Kellne- Die schulentlassene männliche Jugend, namentallen Zechen bei Marten, Lütgendortmund, Merklinde, rinnen durchweg außer der Wohnung und Betöftigung auch einen ich im Anschluß an die Fortbildungsschule." ReCaftrop, Langendreer, Bochum, Herne, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Kray, Altenessen, Borbed und Oberhausen auf ungewöhnlich große Lohn. Dies ist heute meist abgeschafft, wie bei den Kellnern auch. ferate follen halten: Universitätsdirektor Bauer Herrnhut Halbenbestände von Kohlen und Rots. Zum großen Teil lagern Der Trinkgelderunfug wird immer größer, denn die meisten Herren i. Schl. über„ Die allgemeine Bedeutung und Notwendigkeit weidieselben nun schon seit der Mitte des Monats Dezember vorigen Wirte wälzen die Entlohnung ihres Personals den Gästen auf. terer Erziehungsmaßnahmen für die volksschulentlassenen, gewerbUniversitätsprofessor, Jahres, und auch heute ist, trotz der starken Einschränkung der Förde- Der Lohn überstieg, wenn überhaupt welcher gezahlt wurde, in lich tätigen( männlichen) Jugendlichen. rung, nur wenig Aussicht vorhanden, daß sie bald wieder abnehmen einer füddeutschen Residensstadt nicht den Monatsbetrag von 8 m. Ober- Medizinalrat Dr. v. Gruber- München über„ Die sozialHygienische Bedeutung insbesondere der systematisch betriebenen oder gar verschwinden werden, da der Abfaz sich noch fortwährend Das Essen ist in vielen Fällen sehr schlecht und selbst die Besizer törperlichen lebungen für die Schulentlaffenen." Dr. Nede von im Rüdgang befindet, und auch die Händler noch über große großer und gutgehender Etablissements scheuen sich oft nicht, den der Geschäftsführung der Zentralstelle für Volkswohlfahrt in Berlin Vorräte an Brennstoffen verfügen. Der Wert der vom Syndikat Kellnerinnen ein elendes, ebenso schlechtes als färgliches Effen über„ Die Organisation der Fürsorge für die Schulentlassenen, und den Zechen aufgestapelten Kohlen- und Koksmengen dürfte fich auf viele Millionen Mart belaufen. Jedenfalls hat man nie zuvor borzusehen. Sehr stark werden die Kellnerinnen auch von den insbesondere das Zusammenwirken der auf diesem Gebiete tätigen so große Lagerbestände im Kohlenbezirk gesehen. Diese angehäuften, Stellenbermittlerinnen ausgebeutet. Der Kellnerinnenberuf ist Storporationen untereinander und mit der Fortbildungsschule sowie einstweilen muglos daliegenden, wertvollen Brenustoffe verlieren fehr anstrengend und gesundheitsschädlich, wenn das Geschäft flott Förderung dieser Bestrebungen durch fommunale und staatliche BeFortbildungsschuldirektor Uhrmann- Crefeld über durch das lange Lagern auch noch fortwährend an Güte und damit geht. Die armen Geschöpfe sind um Mitternacht oft totmüde und hörden." zugleich an Bert, weil sie dem Einfluß der Witterung schutzlos werden, namentlich vom spießbürgerlichen Publikum, auch oft sehr" Fürsorgeeinrichtungen in direktem Zusammenhange mit der Fortbildungsschule". preisgegeben sind. Daß unter diesen Verhältnissen die Erträguisse rücksichtslos, sogar roh behandelt. Zu den Gästen sollen sie sich In Verbindung mit dem ersten Konferenzthema find folgende der Kohlenwerke zurückgehen müssen, ist zu natürlich, als daß es nicht sehen. Aber erst in neuerer Zeit ist, wie bei den Verkäufe Veranstaltungen in Aussicht genommen worden: 1. Eine kleine noch eines besonderen Beweises bedürfte. Auf alle Fälle aber gehen wir angesichts der sehr mißlichen Lage des gesamten Montan- rinnen, durch die Gesetzgebung bestimmt worden, daß ihnen ein Ausstellung von Gegenständen( Drucksachen, Literatur, StaSikplak zur Verfügung stehen muß, damit sie auch einmal aus- tistik, Pläne, Abbildungen, Hilfsmittel) zur Veranschaulichung der getverbes im Ruhrbezirk einer ernsten Zeit entgegen, nicht bald entschiedener Umschwung zum Besseren eintreten wird, ruhen können. Die jetzt bestehende gefeßliche Regelung der Ar- Jugendvereins- und Jugendfürsorgearbeit. 2. Eine Spezialzumal da auch andere Gewerbe, namentlich aber die Arbeiter beitszeit ist ungenügend. An manchen Blätzen, wo ein fehr fonferenz für Leiter und helfer der Jugendbereine, der bevölkerung, start in Mitleidenschaft gezogen werden."-Mit der zahlungsfähiges Publikum verkehrt, kann eine Kellnerin mit Jugendabteilungen von Korporationen Erwachsener( z. B. der Turnerschaft), der Sonntags- und Abendheime, der Fürsorgeein Marktregelung durch das Syndikat ist es nichts. Wer borurteilslos Trinkgeldern schon etwas verdienen, muß aber viel für Toilette richtungen an Fortbildungsschulen, sowie schließlich für die Vordie Verhältnisse prüft, kann sich nicht der Ansicht verschließen, daß usw. ausgeben. Meist ist der Verdienst ein minimaler. Wenn eine fiände der Vereine zur Fürsorge für die Schulentlassenen. die Syndikatspolitik die Schivierigkeiten am Wirtschaftsmartt ber Stellnerin einen Schatz hat, so nimmt man ihr lächerlicher Weise Außer der Schulentlassenenfürsorge wird noch die Frage der Schärft. das besonders übel, und es kommt doch überall, selbst in den besten Ernährungsverhältnisse der Volksschulkinder" Familien" vor. Uebrigens endigt eine stattliche Anzahl dieser behandelt werden. Referent ist Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Rubner. Berhältnisse mit der Heirat. Soziales. wenn Man sieht auf den ersten Blick, wo die Besserung der Ver Widersprechende Entscheidungen des Gewerbegerichts. hältnisse einfegen muß. Hier fehlt Organisation des Berufes. Der Kapellmeister Friedrich flagte gestern vor der Kammer VI Sehr erfreulich ist, daß die Schaffung einer solchen bereits in des hiesigen Gewerbegerichts gegen den Restaurateur Niezmann auf Angriff genommen worden ist. In Mannheim ist vor kurzem ein Schadenersatz wegen unberechtigter Lösung des Vertrages. Der Be- dahin zielender Beschluß gefaßt worden. Die Agitationsversammflagte wendete unzuständigkeit des Gewerbegerichts ein, da er den lungen sind meist mäßig besucht. Es wird noch sehr viel Vorarbeit Kläger für einen selbständigen Gewerbetreibenden hält. Das getan werden müssen, um bei diesen Proletarierinnen KlaffenGericht stellte feft: die Kapelle besteht aus fünf Mann einschließlich bewußtsein und Energie zu erweden. Der harte und über die des Klägers; dieser hat für Beschaffung des Notenmaterials zu forgen, zahlt Gewerbesteuern und hat ein um 1,50 bis 2 M. höheres Maßen anstrengende Beruf macht viele stumpf; es gibt aber unter Tageseinkommen als die übrigen Mitglieder der Kapelle. Das den Kellnerinnen, wie im kaufmännischen Beruf, auch viele, die Gericht erklärt sich darauf für unzuständig und empfahl dem sich für etwas Besseres" halten, als die gewöhnlichen" ArbeiteKläger, die Klage zurüdzunehmen; den Rat befolgte leider der rinnen und darum den Organisationsbestrebungen fernbleiben. Alle diese Tatsachen sind bei der Agitation zu berücksichtigen Kläger. Am 19. Januar dieses Jahres hatte dieselbe Kammer in der und demgemäß die Vorurteile, die bezüglich der süddeutschen KellneKlagesache des Kapellmeisters Heinzel eine andere autreffende Auf- rinnen so sehr verbreitet sind, zu bekämpfen. fassung. Auch damals war der Einwand der Unzuständigkeit des Getverbegerichts erhoben. Das Gericht empfahl damals dem Be Um nochmals auf die Geheimrätin Jellinek zu kommen, sei flagten, den Einwand zurückzuziehen. Den Rat befolgte Beklagter, nachdem das Gericht nach sehr eingehender Beratung erklärte, daß dieser Dame mitgeteilt, daß einer unserer Gesinnungsgenossen in die Führer solcher fleinen Stapellen nicht als selbständige Gewerbe- Süddeutschland ein Bad- Etablissement befibt, das am Fuße des treibende zu betrachten seien, da dieser Beruf lediglich einen Hilfs- Gebirges gelegen, auch als Luftkurort dient. Das zahlreiche Aus der Frauenbewegung. 11 Millionen arbeitende Frauen und Mädchen. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen und Mädchen hat von 1895 bis 1907 in Deutschland um zirka 4 Millionen zugenommen. Für die vorhergehende Bahlperiode von 1882 bis 1895- war im Grwerbsleben der Frau nur eine Zunahme von 1418714 au tonstatieren. Im Jahre 1907 waren 10 035 705 Frauen erwerbs= Erwerbsleben der Frau nur eine Zunahme von 1418 714 au tätig, gegen 6 379 942 nach der vorausgegangenen Zählung. Die Zahl der ertverbstätigen Männer betrug 1907 20 196 640. Sie ist in der letzten Periode ungefähr im gleichen Verhältnis mit der Frauenerwerbstätigkeit gestiegen. Von 1882 bis 1895 war eine stärkere Sumahme der Männer im Erwerbsleben zu verzeichnen, die die Zahl der Frauen um 1089 761 überſtieg. Die Zählungen ergeben folgende Uebersicht: weibliche Erwerbstätige männliche 1882 14 025 266 4961 228 • • 1895 6 379 942 1907 16 538 741 20 196 640 10 035 705 So ergibt die Statistik: 1882 1895 1907 • Dienende für häusliche Dienste männliche weibliche 42 510 25 359 15372 1 282 414 1813 957 1 249 883 Die Zahl der in häuslichen Diensten angestellten männlichen er sich da gedacht habe. P. sagte, er habe das so verstanden, daß I geringeren Verdienst haben, nicht durch die Beitragshöhe bewogen Personen ist seit 1882 bis 1907 beträchtlich zurückgegangen. Es man, wenn er mal bei einer Klage einen Anwalt braucht, ihm einen| fühlen, einer anderen Organisation beizutreten, hat die Kommission waren im Jahre 1882 42 410 männliche Personen für häusliche solchen umsonst liefern werde. Zeuge bekundete, er sei sogar zu eine Staffelung der Beiträge vorgeschlagen, und zwar: 1. Klasse Dienste beschäftigt. Diese Zahl hat sich bis 1895 um 17 150 ver- givei verschiedenen Malen durch Boten aufgefordert worden, das ven 70 Pf., 2. Klasse 60 Pf., 3. Klasse 45 Pf., 4. Klasse 30 Pf. Die mindert, ein weiterer Rüdgang um 9987 ist von 1895 bis 1907 zu ihm gar nicht bestellte Blatt anzunehmen und zu bezahlen, und 4. Klasse soll nur den weiblichen und jugendlichen Mitgliedern berzeichnen. dann sei noch der Brief des Herrn Steinle gekommen. Auch ein gelten. Dieselben zahlen bisher 25 Pf. Entsprechend der BeitragsBei den in häuslichen Diensten beschäftigten weiblichen Berfonen Tapezierer Seeger, der als Gast in P.s Lofal geweilt hatte, be- änderung schlägt die Kommission auch eine Aenderung der Unterhat keine bedeutende Verschiebung stattgefunden. Nachdem sich die kundete, daß P. das Blatt nicht bestelt habe. stüßungsfäße vor, und zwar so, daß dieselben in der 2. Klasse unZahl von 1882 bis 1895 um weniges erhöht hat sie stieg von Rechtsanwalt Stern forderte, Weber zu verurteilen. Es sei verändert bleiben, während sie in der 1. Klasse über die bisherigen 1 282 414 auf 1 313 957 ging fie bis 1907 twieder auf 1249 383 nicht flicht der Bresse, sich privater Interessen anzunehmen. Säße hinausgehen und in der 3. Klasse die Mitte zwischen der zurück. Also hier gegen 1882 eine Abnahme um 73 031. Steinle sei in Zusammenhang gebracht worden mit dem, was der 2. und 4. Klasse halten. Die Mitglieder sollen nach dem Vorschlage Reisende getan habe. Unter solchen Reisenden sei manche schiff der Kommission die Beitragsklasse, in der sie bezahlen wollen, nach brüchige Existenz, für die doch der Verlag keine Gewähr habe eigenem Ermessen wählen, jedoch sollen die einzelnen Verwaltunge übernehmen können. Nechtsanwalt Rosenfeld beantragte, Weber stellen das Recht haben, eine Norm der Verdiensthöhe zu bestimmen, freizusprechen. Weber habe das Interesse aller gewahrt, indem er unter welcher Mitglieder in die 3. Klasse nicht eintreten dürfen. mal in dieses Treiben hineinleuchtete. Die Meinung, daß unter Durch diese Bestimmung soll verhindert werden, daß ein zu großer den Reisenden schiffbrüchige Existenzen" feien, habe den Kläger Abgang von dem jezigen 60 f.- Beitrag in die dritte Klasse stattnicht gehindert, dem Reisenden mehr als dem Gastwirt P. zu findet, denn diese ist im allgemeinen nur für Mitglieder gedacht, glauben und diesem dann zu schreiben, daß er verpflichtet" fei, die in rüdständigen Gegenden und Gewerben mit geringen Löhnen das Blatt zu nehmen. Freisprechung müsse auch schon deshalb er beschäftigt find. Von einer zwangsweisen Festjehung der Klasse, folgen, weil erft nach Ablauf der Verjährungsfrist ein vollständiges welche für jede bestimmte Verdiensthöhe maßgebend sein soll, hat Sühneattest über den Schiedsmannstermin zu den Atten gelangt die Kommission abgesehen. ſei. Genosse Weber erklärte, er glaube in der Tat im Interesse Die Diskussion über Beitrag und Unterstütung war eine sehr aller gehandelt zu haben, da ähnliche Bestellaffären oft vor- ausgedehnte. Mehrere Anträge lagen dazu vor. Sie wurden von kommen. Die„ B. G.- 8." sei übrigens ein Blatt gewesen, das den Antragstellern begründet. Auch sonst wurden von den Dis= à la Nid- Carter die Sensationslust befriedigte. Hiergegen pro- fussionsrednern noch verschiedene Vorschläge hinsichtlich einer testierte Rechtsanwalt Stern, der sogar vorher die B. G.- 3." als anderen Regelung der Unterstüßungsfäße gemacht. Gegen den ein„ ernsthaftes Blatt" bezeichnet hatte. Vorschlag der Kommission wurde hauptsächlich der Einwand erhoben, Klasse sie eintreten wollen. daß es nicht ratsam sei, den Mitgliedern freizustellen, in welche Wenn eine Staffelung der Beiträge eintreten solle, wogegen an sich nichts einzuwenden sei, dann müßten die Mitglieder nach der Höhe ihres Verdienstes der entsprechender Klasse zwangsweise zugeteilt werden. Die Versammlung faßte einen Beschluß, wonach sie sich im Prinzip mit der Staffelung der Beiträge einverstanden erklärt und die dazu vorliegenden Anträge dem Verbandstage als Material überweist. Im Bereiche der häuslichen Dienstleistungen überwiegt bei weitem die Frauenarbeit, Männerarbeit scheidet hier mehr und mehr aus. Aber auch die Zahl der weiblichen häuslichen Dienstangestellten geht zurüd. Dagegen vergrößert sich die Zahl der Frauen in gewerblichen Berufen. Die Zahl der erwerbstätigen Frauen beider Kategorien, die in Deutschland im Jahre 1895 erit 7 693 921 betrug, war bei der letzten Zählung bereits auf 11 285 088 angewachsen. Die Zunahme macht rund 47 Broz. aus; die männlichen Erwerbstätigen dagegen verzeichnen ein ziffernmäßiges Wachstum, das mur 22 Proz. ausmacht. Seit 1885 hat sich die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte um rund 102 Broz. vermehrt, die der männ lichen um nur 44 Broz. Das illustriert die Bedeutung, die die weibliche Arbeitskraft im Erwerbsleben bereits erlangt hat und ist ein wirkungsvoller Protest gegen die wirtschaftliche und politische Unterdrückung der Frau. die Kosten des Verfahrens und ersetzt die notwendigen Auslagen. Das Urteil lautete: Weber wird freigesprochen, Steinle trägt Unlauter sei diese Abonnentenjagd gewesen, Weber habe mit Recht das gerügt und auf die Staatsanwaltschaft hingewiesen. Steinle fei nicht ganz frei von Schuld gewesen, er sei eben dafür verantwortlich, daß keine verkrachte Eristenz für ihn arbeite. Im Sühneattestes geboten. übrigen fei Freisprechung schon wegen zu später Einreichung des Die Stadtgemeinde Ein Antrag aus Oberschöneweide verlangt, daß im Statut bestimmt wird: Der Vorstand muß der Fortführung des Streifs zustimmen, wenn mindestens drei Viertel der Mitglieder für den selben stimmen. Der Antrag wird begründet mit der Haltung des Verbandsvorstandes beim Abbruch des Streits in den Strebelwerken in Mannheim. Der Antrag wurde angenommen. Ebenso eine Resolution, welche besagt, daß die Mannheimer Angelegenheit auf dem Verbandstage eingehend besprochen wird. Ferner wurden folgende Anträge angenommen: Die Generalversammlung wolle beschließen: Die im Jahre 1905 in Leipzig beschlossene Resolution, welche die Bestimmungen über die Stellungnahme zur Maifeier enthält, ist zu beseitigen und an deren Stelle eine Bestimmung festzulegen, welche den Beschlüssen des 6. Deutschen Gewerkschaftstongresses boll und ganz entspricht. Der Hauptvorstand wird beauftragt, Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Werkzeugmacher in Deutsche land zu veranstalten. Der Vorstand wird beauftragt, bei Enqueten über die Lohnund Arbeitsbedingungen in den einzelnen Berufen auch die auf die Erforschung des Lehrlingswesens erforderlichen Fragen zu stellen. Die sozialdemokratische Frauenorganisation Norwegens. Der Frauenverband der Norwegischen Arbeiterpartei, der am 14. Februar zu Kristiania seine Jahresverfammlung abhielt, ist fortbauernd in starfer Entwickelung begriffen und zählt jetzt 15 Vereine. Unterliegen Straßenbahn- Fahrscheinhefte der Fahrkartensteuer? Der Verband beschränkte sich bisher auf die Frauenvereine von Kristiania; die Jahresversammlung beschloß nun, ihn über an Sand folgenden Rechtsstreits bejaht. Diese Frage hat fürzlich der 7. Zivilsenat des Reichsgerichts das ganze Land auszudehnen. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, ein fozialdemokratisches Frauenblatt zu gründen, das Königsberg i. Pr. gibt für die von ihr betriebene Straßenbahn den Titel„ Kvinden" tragen Die Frau" foll. Abonnement- Fahrscheinhefte, enthaltend je 11 Einzelfahrscheine, zu Besonders beschäftigte die Jahresversammlung sich mit den ermäßigtem Preise von 1 M. für einfache Fahrten und 1,50. bevorstehenden Storthingswahlen, die den norwegischen für Fahrten mit einmaligem Umsteigen aus. Auf der Rüdseite des Frauen zum erstenmal Gelegenheit geben, ihr staatsbürgerliches Umschlages der Hefte ist bestimmt, daß die Ablösung der einzelnen Bahlrecht auszuüben. Um für möglichst gründliche Aufklärung der Fahrscheine durch den Schaffner besorgt wird, der Kontrolleur die Wählerinnen zu forgen und damit das Frauenwahlrecht sich nicht Vorzeigung des Buches zu beanspruchen hat und daß lose Fahretwa, wie die Gegner hoffen, in reaktionärer Richtung geltend macht, scheine ohne den Umschlag teine Geltung haben. Auf Grund der werden die Genoffinnen überall zur Betreibung der Bahlagitation Tarifnummer 7 des Reichsstempelgesetzes vom 3. Juni 1906 forderte besondere Gruppen bilden. Der Frauenverband ist aber nicht nur bestrebt, die politische sondern auch die gewerkschaftliche Agitation der preußische Fiskus von der Stadt Königsberg als Betriebsmit aller Straft zu fördern und darum wurde beschloffen, in An- inhaberin der Straßenbahn den Steuerbetrag von 5386,30 M. für gliederung an die Landesorganisation der norwegischen Gewerk die von August 1906 bis März 1907 verkauften Fahrscheinhefte. chaften eine Vereinigung ber speziell weiblichen Gewerkschaften zu Die Stadtgemeinde Königsberg entrichtete diesen Betrag unter fchaffen, mit einem eigenen Bureau und einer befoldeten Sefretärin. Vorbehalt und suchte ihn im Klagewege zurüdzuerlangen. Der besondere Schutz der Arbeiterinnen durch die Das Landgericht und das Oberlandesgericht entschieden gegen Gesetzgebung ist bekanntlich von bürgerlichen Frauenrechtlerinnen in den Fiskus. Auf die Revision des Fiskus wurde aber das Urteil Norwegen als eine verwerfliche Verlegung des Grundsatzes der Der Verband der Buchbinder( 3ahlstelle Berlin) hielt Gleichberechtigung der Frau hingestellt worden, und man suchte für des Oberlandesgerichts Königsberg vom Reichsgericht aufgehoben diese, dem Unternehmertum nützliche Auffassung auch die Arbeiterinnen und die Klägerin mit ihrer Klage abgewiesen. Der erkennende Bekanntgabe der verstorbenen Kollegen machte der Vorsitzende am Donnerstag eine ordentliche Generalversammlung ab. Bei einzufangen. Unsere Genoffinnen jedoch beschlossen, folgendes Gesuch Senat führt in feinen Entscheidungsgründen zu diesem Falle aus, lar Darauf aufmerijam, daß einer der Kollegen das Opfer an das Storthing zu richten: daß nach der Tarifnummer 7a des Reichsstempelgesetzes der einer Brandkatastrophe bei Lüderiz u. Bauer geworden sei, infolge Der Frauenbund der Arbeiterpartei ersucht das Storthing, das Stempelabgabe unterliegen Fahrkarten, Fahrscheine und sonstige des Mißstandes, daß in einem Keller, wo leicht brennbare Flüssig Fabrikaufsichtsgesetz so schnell wie nur möglich in Uebereinstimmung Ausweise über die erfolgte Zahlung des Personenfahrgeldes im feiten aufbewahrt wurden, der Leim abgekocht wurde. Aehnliche mit den Vorschlägen der Mehrheit des Sozialfomitees ab Eisenbahnverkehr auf inländischen Bahnlinien." Die Stempel Mißstände gibt es auch bei anderen Firmen in bezug auf Feuerzuändern. Wenn auf feiten der Frauen sich Stimmen abgabe sei vom einzelnen Fahrtausweise" zu berechnen, und gefährlichkeit. Die Kollegen hätten allen Grund, auf Abstellung für die Auffassung erhoben haben, daß der geringe in Vorschlag ge- feien nach der Befreiungsvorschrift zu Ziffer 1„ Fahrtausweise der Mißstände hinzuwirken. Dann schritt man zur Erledigung brachte besondere Arbeiterinnenschutz die Frauen in ihrer Konkurrenz der Geschäfts- und Kassenberichte. Der Jahresbericht lag mit den Männern lähmen werde, die Frauen dadurch gleichsam aus vom Stempel befreit, deren tarifmäßige Fahrpreise den Betrag gebrudt bor. Daraus ist zu entnehmen: Die Gesamteinnahme der Arbeit getrieben werden sollten, so meinen wir im Gegenteil, bon 0,60 m. nicht erreichen. Hiernach sei die Entscheidung der im Jahre 1908 betrug 177 574,23 M., die Gesamtausgabe daß die Nachtarbeit und die unterirdische Arbeit in den Gruben fo Frage davon abhängig, ob als Gegenstand der Stempelabgabe die 174 423,39 M. Der gesamte Umfaß war in Einnahme und Ausschädlich für die Frauen sind, daß fie dadurch viel schneller und viel zum Preise von 1 M. und 1,50 M. ausgegebenen Abonnement- gabe 351 997,62 M. Er hat sich um 64 440,30 M. gegen das Vorfühlbarer in ihrer Konkurrenzfähigkeit gegenüber ihren männlichen Fahrscheinhefte als solche an sich anzusehen sind, oder jeder einzelne jahr gesteigert. Die Zentraltasse balanzierte in Einnahme und Kollegen gelähnt werden als durch den besonderen Frauenschutz, um der 11 zu jenen Heften vereinigten Abonnement- Fahrscheine. Ausgabe in der Höhe von 188 102,25 M., ein Mehr von 32 696,72 den es sich hier handelt." Während im ersteren Falle der Steuerpreis für jedes Heft 5 Pf. Mart gegen das vorige Jahr. Wiederum ist die Ausgabe bei der betragen würde, würde im letteren Fall ein Stempel für die etwas Arbeitslosenunterstützung im Jahre 1908 gegen das Jahr vorher über 9 oder 13 Bf. im Werte habende Einzelkarte überhaupt nicht 9181,30 M. und bei den weiblichen Mitgliedern um 7216,75 M. bedeutend geftiegen, und zwar bei den männlichen Mitgliedern um zu erheben sein. Neu in Kraft getreten ist am 1. Oktober 1908 die KrankenunterDer Meinung des Berufungsgerichts, daß der lettere Fall ftüßung für männliche Mitglieder. 1073,25 M. find in einem hier autreffe, fönne aber nicht beigetreten werden. Unter den Bierteljahr für diese Unterstützung ausgezahlt worden. Infolge Ausweisen über die erfolgte Zahlung des Personenfahrgeldes" könnten nur die die erfolgte Zahlung beurkundenden Bescheinigungen verstanden werden, die nach außen hin als Ausweis dienen, also die Berechtigung zur Fahrt dem Betriebsunternehmer gegenüber dartun. sisie. n Gerichts- Zeitung. Auf der Abonnentenfuche. Ein Raubmord nach Hennigs Muster. Das Schwurgericht Guben verurteilte gestern den Maler Albert Senger aus Forst i. L. zum Tode. Nach sehr eingehender neuntägiger Verhandlung bejahten die Geschworenen die Fragen, ob der Angeklagte den Versicherungsfassierer August Frante aus Berlin ermordet und beraubt habe. lleber den Tatbestand haben wir unsere Leser in der Nr. 38 des Vorwärts" vom 14. d. M. unterrichtet. Der Verurteilte hat Revision angemeldet. " Verfammlungen. Die Berliner Gerichts- Zeitung" suchte Abonnenten su werben Surch Reisende, die Haus bei Haus das Blättchen anboten. Der der erhöhten Beiträge ist es gelungen, im Jahre 1908 an die Gastwirt Pritsching in der Admiralstraße lehnte ab, befam aber Verbandskasse 56 042,65 W. abzuliefern; das sind 20 126,75 M. dessenungeachtet nach einiger Zeit die Aufforderung, das angeblich mehr als 1907. Die Lokaltasse hat im Jahre 1908 nicht so gut bestellte Blättchen zu nehmen und das Abonnement zu bezahlen. 24 624,02 M. der Lokalkasse zuzuführen, so erzielte man 1908 abgeschnitten. Während es gelang, 1907 einen Ueberschuß von Als er sich weigerte, ging ihm von der Berliner Gerichts- Beitung" ein mit ans Steinle" unterzeichnetes Schreiben zu, es liege cin nur einen Ueberschuß von 3844,47 M. Am 1. Januar 1908 war von B. unterschriebener Bestellschein vor, er habe auf ein Jahr ein Lokalbestand von 41 569 W., am 1. Januar 1909 ein solcher bon 45 413,47 M. vorhanden. Eine Reihe verschiedener Umstände abonniert und müsse daher die Zeitung abnehmen; die B. G.- 8." wirkte dabei mit. bringe eine Reihe der interessantesten, belehrenden und unterhalten losigkeit begonnen. Das Jahr 1909 hat mit einer großen ArbeitsAm Schluß des Jahres 1906 hatte die Zahlden Artikel, Striminalerzählungen, eine große Anzahl Gerichtsverstelle Berlin 6044 Mitglieder, 1907 waren es 6340 und Ende 1908 handlungen usw. usw., auch gewähre fie unentgeltlichen juristischen betrug die Mitgliederzahl 6258. Die Abrechnung für das bierte Nat, da hoffe Herr Steinle, ihn zu feinen dauernden Abonnenten Quartal 1908, die Bytomski gab, wies für die Zentrale zählen zu dürfen. Wir hielten es für unsere Pflicht, unseren Lesern fasse eine Gesamteinnahme von 40 603,10 M. und eine GesamtRenntnis zu geben von diesen Erfahrungen des Herrn B., der tats ausgabe von 35 957,07 2. auf 3759,46. wurden am Orte befächlich keinen Bestellschein unterschrieben und auch keine mündliche halten und 886,57 M. find Guthaben der Bahlstelle. Die Quar Bestellung gemacht hatte. Eine über das Vorkommnis berichtende talseinnahme betrug 10 649,85 M. Dazu der Bestand vom 1. OtNotiz im Vorwärts", 1908, Nr. 208( 5. September), schloß mit der tober 1908 mit 48 491,15 9. 59 141 M. Die Quartalsausgabe Ankündigung, P. werde den Brief der Staatsanwaltschaft übergeben und sie um Untersuchung der Angelegenheit bitten. B. tat Die Generalversammlung des Metallarbeiterverbandes( Ver- 45 413,47 2. verblieben. betrug 13 727,53 M., so daß am 1. Januar für die Lokaltasse Hinsichtlich der Mindereinnahme der bas, doch antwortete ihm die Staatsanwaltschaft, fie vermöge mit waltung Berlin), welche am Sonntag abgehalten wurde, beschäf- Botalfasse im vierten Quartal( 10 649,85 m. gegenüber der AusAussicht auf Erfolg Anflage weder gegen Steinle noch gegen den tigte sich wieder mit den Anträgen zum Verbandstage. Vor Ein- gabe von 13 727,53 m.) ist zu bemerken, daß 4000 M. an den Reisenden zu erheben. Der Reisende dürfe, nach Auskunft des Ver- tritt in die Tagesordnung sagte Cohen: In der neusten Nummer Verbandsvorstand gegeben wurden und daß das 25jährige StifTages der B. G.- 8.", felber den Namen eines Bestellers auf den des Bund" inserieren wieder eine Anzahl von Geschäften, die in tungsfeft, für das besondere Aufwendungen gemacht wurden, ein Schein fehen, wenn der Besteller nicht unterschreibe, doch müsse Arbeitervierteln bestehen und auf Arbeiterlundschaft rechnen. Der Defizit von etwa 800 m. machte. Selbstverständlich hat die Krise dann dabei vermerkt werden, die Unterschrift sei nicht persönlich ge- Bund" macht dazu die redaktionelle Bemerkung, daß der gelbe sich auch unliebsam bemerkbar gemacht. Der Arbeitsvermittler geben. Ob im Fall P. der Vermert fehlte, habe nicht festgestellt Arbeiterbund an den Inserateneinnahmen beteiligt ist. Die betreffen- teilte mit, daß auf dem Nachweis zurzeit 583 Arbeitslose ein. werden können, da der fragliche Bestellschein nicht zu erlangen ge- den Geschäftsleute unterstützen also den gelben Arbeiterbund. Daher geschrieben sind. Das sind 128 mehr als am 31. Dezember 1908. wesen sei. wird es unsere Stollegen interessieren, zu erfahren, welche Geschäfts- leber die Geschäfts- und Kaffenberichte entspann sich eine sehr Inzwischen hatte Herr Hans Steinle, Expeditionschef der leute unfere Gegner unterstützen. Es sind: das Kinderwagengeschäft lebhafte und ausführliche Debatte, in der manche Anregung für B. 6.- 8.", Beleidigungsklage eingereicht gegen unseren verantwort von Mehner, das Kreditgeschäft von S. Gottlieb, Rosen- die Ausgestaltung der Verbandseinrichtungen und für das Wohl lichen Redakteur Genoffen Weber. Das Amtsgericht wies ihn ab, thalerstraße 54, das Möbelgeschäft von Rud. Bartsch. Oranien der Mitglieder gegeben wurde. Aus dem Schlußwort Klars aber auf seine Beschwerbe wurde vom Landgericht das Hauptver- straße 73, das Sprechmaschinengeschäft von Herm. Bode, Lehrter als Vorsitzendem ist hervorzuheben, daß gewissen Mißhelligkeiten fahren eröffnet. Straße 34, das Bollwarengeschäft von Fride, Oranienstr. 10-11, auf dem Arbeitsnachweis abgeholfen werden soll. Es folgte die Gestern wurde vor dem Amtsgericht Berlin- Webbing die Klage das Kinderwagengeschäft von Schon ert, Oranienstr. 12 und Beschlußfassung über die eingelaufenen und mit erörterten Anberhandelt. Steinle war zu einem Vergleich bereit, doch forderte Gleditschstr. 49, das Fahrrädergeschäft von 2ohmann, Neue träge. Angenommen wurden folgende Anträge: er, daß Weber ihm eine ausdrückliche Ehrenerklärung gebe und Schönhauser Straße 11, das Arbeiterbekleidungsgeschäft von ihm überdies die Hälfte der Kosten abnehme. Weber antwortete. Se on en u. Jüring, Alexanderstr. 12, Landsberger Allee 148, dazu habe er gar keine Veranlassung, da er den Herrn St. nicht Rigdorf, Bergstr. 66, das Herrenkleidergeschäft von Bernhard beleidigt habe. St. wunderte sich, welches Intereffe der Vorwärts" Reineweber. denn daran gehabt habe, über einen gefälschten Bestellschein einen Die Beratung feßte ein bei den Anträgen, welche sich auf die fo langen Artikel" au schreiben, und er jammerte, daß er selber Beitragshöhe und Unterstützungsfäße beziehen. Die vom vorigen. darin so oft genannt worden sei. Nechtsanwalt Dr. Les Stern, sein Verbandstage eingesetzte Kommission hat ihre Anträge in der Rechtsbeistand, fügte rügend hinzu, der Artikel nenne die B. G- 3." Metallarbeiter- Zeitung" veröffentlicht. Störsten, welcher dieser ein Blättchen", schon das zeige, baß er nicht follegialisch abgefaßt" Sommission angehört, begründete deren Anträge. Er führte unter fei. Webers Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, er- anderem aus: Der jebige Verbandsbeitrag von 60 Pf. wöchentlich ividerte, das habe Herr Steinle allerdings nicht verlangen können. werde von vielen Kollegen als im Verhältnis zu ihrem Berdienst Anträge auf Geldbewilligungen in Höhe von mehr als Auf des Verteidigers Anregung überreichte Herr St. dem Gericht zu hoch bezeichnet. Viele ungelernte Arbeiter, die im Metalle 500 M. find vorher auf die Tagesordnung der Generalversammein Eremplar der B. G.- 3.", doch machte er fleinlaut den 8ufah, gewerbe beschäftigt sind, hätten sich deshalb anderen Organisationen Iung zu feßen." inzwischen sei das Slett eingegangen. Herr St. mußte schließlich angeschlossen, wo niedrigere Beiträge erhoben werden. Der Um- Die Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier ist jetzt für 30 Pf. noch bestätigen, daß er gegen B. nicht auf Zahlung des Albonnements stand, daß die Arbeiter in den Betrieben der Metallbranche sich auf( statt 50 3.) abzugeben." getlagt hatte. Er versicherte, das tue er prinzipiell nicht, so twas mehrere Organisationen verteilen, daß viele Metallarbeiter Mit- Ortsverwaltung und Verbandsvorstand sind in einer gemeinspredje fich herum und mache nur böses Blut. glieder in Hilfsarbeiterorganisationen feien, erfchivere die Ein- famen Aussprache zur Ueberzeugung gekommen, daß in Berlin In der Beweiserhebung wurde von dem Gastwirt Pritsching der Heitlichkeit der Lohnbewegungen, die Geschlossenheit der Kämpfe, denn die Anstellung eines vierten Beamten über kurz oder lang nötig Borgang so geschildert, wie er in Vorwärts" dargestellt worden wo mehrere Organisationen in Frage fommen, sei nicht immer ein werde, der als Gauleiter zu denken wäre. Der Anstellung steht war. s. von dem„ freien Rechtsbeistand" sprach, den der einheitliches Vorgehen zu erzielen. Es sei deshalb notwendig, daß der Beschluß einer Generalversammlung vom vorigen Jahre entReisende der B. G.- 3." auf seiner Abonnementssuche ihm als alle Kollegen, welche als Metallarbeiter beschäftigt sind, dem Metall- gegen, der sie ablehnte. Es wird beantragt, jenen Beschluß aufGratiszugabe in Aussicht gestellt habe, fragte der Vorsitzende, was j arbeiterverbande angehören. Damit sich die Kollegen, welche einen zuheben, damit der Verbandsvorstand im Einvernehmen mit dem „ Der§ 1 Abs. c des Ortsstatuts ist dahin zu ändern: Im Erkrankungsfalle eines Beisibers der Ortsverwaltung stellt die in Frage kommende Branchenleitung aus ihren Mitgliedern eine Vertretung für die Dauer der Erkrankung des Beisibers. Der Vertreter hat Sit und Etimme in der Verwaltung." " Die Wirkungskraft des Beschlusses vom vorigen Jahr über die Extraunterstüßung für die ausgesteuerten arbeitslosen Mitglieder wird bis zum 30. Juni 1909 verlängert." Der Jahresbericht ist wie bisher in Broschürenform herauszugeben." " Ausschuß der Anstellung nähertreten könne.-Nach einer Debatte| wieder aufgehoben würde. Ueberbies fei vorläufig fein System| einem Abkommen, das bis zum 15. April 1909 Geltung hat, ber wurde der Antrag mit erheblicher Mehrheit abgelehnt. bekannt, welches beffer funktioniere. Für achttägiges Erscheinen stand. Ein schwerer Schlag durch die wirtschaftliche Krise hat Dann schritt man zu den Wahlen. Als Beisiger für die unter allen Umständen erklären sich Sauer, hentel und die Wagenbranche betroffen und es war für die Wagensattler nicht Ortsverwaltung sind von den Branchen gewählt: Freuden Herzog; lettere beiden für Abholen der Zeitung aus den leicht, ihre Position zu verteidigen, zumal die Arbeitgeber schon für reich, Herzog, Jähnemann, Jähnemann, Beibig, Fräulein Zahlstellen. Henkel schlägt vor, wer für achttägige Zusendung ist, das Jahr 1909 Verschlechterungen angedroht haben. Interlauf, Hoffmann, Vogt, Klappenbach, folle 40 Pf., die übrigen 20 Pf. bezahlen. Pirlich moniert, daß Aus der inneren Geschäftsverwaltung ist hervorzuheben, daß Leutsch, Berger, Lippold, Dähne, Würzberger der Zentralvorstand das Versenden an die einzelnen Berliner Boft- zwei Sigungen sich mit den von der Hauptverwaltung ausge und Welsing. Die Versammlung bestätigte sie als Mit ämter extra bezahlt haben will. Hat sich derselbe für das wöchent- schriebenen Extrabeiträgen befaßte. Laut Beschluß einer Mits glieder der Ortsverwaltung. Außerdent vurden die von den liche Erscheinen so ins Zeug gelegt, so kann er nun auch sehen, gliederversammlung sollten derartige Extrabeiträge aus der LokalBranchen gewählten Agitationsfunktionäre bestätigt. Bu Reviwie er es mit dem Versenden anstellt. Da bei den sich sehr wider- fasse genommen werden. Infolge allzugroßer Inanspruchnahme foren gewählt wurden Calow, Jahn und Thielemann. sprechenden Ansichten der einzelnen Redner eine Einigung kaum der Lokalkasse durch die enorme Arbeitslosigkeit, entschloß man sich Ms Bevollmächtigten der Zahlstelle wählte die Versamm zu erzielen ist, wird ein Antrag, diesen Punkt einer extra ein- dahin, daß in Krankheitsfällen seitens der Lokalkasse erst dann lung klar. Die Bibliothekskommission blieb in der bisherigen zuberufenden Versammlung zu unterbreiten, angenommen, zumal Unterstüßung gezahlt wird, wenn das betreffende Mitglied bereits Zusammensetzung bestehen. In die Rechtsschutzkommission tam nur noch wenige Mitglieder anwesend sind. Eine Kommission aus durch die Hauptkasse ausgesteuert ist. Ferner wird bedingt, daß Weide neu hinein. Wegen vorgerückter Beit wurde dann die fünf Mitgliedern soll sich eingehend informieren, welches die beste bei Arbeitslosigkeit nicht mehr wie bisher vom ersten, sondern vom Versammlung bertagt. Lösung sein könne und dementsprechende Vorschläge unterbreiten. dritten Tage an die Unterstühung beginnt. Allerdings wird hier Die Dachdecker hielten am Sonntag bei Lutter, Weinstraße 11, Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlin. In bei durch Erhöhung des Unterstützungssatzes für die ersten vier thre Mitgliederversammlung ab. Die Versammlung ehrte zunächst der am Mittwoch abgehaltenen Generalversammlung stand der Bahltage ein Ausgleich geschaffen, damit am Wochenschluß die das Andenken des verstorbenen Kollegen Otto Bobred. Darauf Geschäfts- und Rechenschaftsbericht für das Jahr 1908 zur Debatte. gleiche Summe wie bisher zur Auszahlung gelangt. Angesichts der hielt Genoffe Eugen Brückner einen Vortrag über das Kranken- Der Vorfißende Ernst Schulze gab eine gedrängte Uebersicht großen Arbeitslosigkeit wurde den einzelnen Branchen empfohlen, versicherungsgeseh. Seinen Ausführungen, denen die Ver- von der in dem verflossenen Jahre geleisteten Arbeit. Die Krise aus den noch vorhandenen besonderen Kaffen eine Summe für eine fammelten mit großer Aufmerksamkeit folgten, wurde reicher hat auch das Sattlergewerbe mit voller Schwere getroffen. Noch außerordentliche Unterstützung ausgesteuerter Kollegen aufzu Beifall gezollt. Für den Ausschuß war eine Erfahwahl vorzu- in feinem anderen Jahre war die Organisation vor so bedeutende bringen. Die Taschen- und Galanteriebranche hat diesen Vorschlag nehmen; gewählt wurde Hermann Mehrlein. Görnis be- und tief einschneidende Fragen gestellt. Besonders hart mit- bereits zur Ausführung gebracht. Eine Veranstaltung, um die noch richtete sodann über den Beitungsversand. Er befürwortete das genommen von der wirtschaflichen Depression war die Reiseeffekten- fernstehenden weiblichen Kolleginnen au organisieren, mißlang, dod jebige System, die Zeitung per Postzeitungsliste zu versenden, branche. Statt auf Verbesserungen zu bringen, mußte sich der Ver. wird zu geeigneter Zeit dieser Versuch wieder aufgenommen werden. wieder aufzuheben, da die Kosten höhere sind, als ursprünglich an- band darauf beschränken, die früher eroberten Positionen zu schüßen Die Maifeier verlief imposant. Rund 1000 Mitglieder hatten die genommen wurde. Die Dachdeckerzeitung" erscheine zwar feit und hochzuhalten. Bei Ablauf der 1905 mit der Vereinigung der Versammlung besucht. Aus Anlaß dieser Feier wurden 51 Kollegen 1. Januar wöchentlich, aber für Berlin sei es gar nicht so schlimm, Perliner Lederwarenfabrikanten abgeschlossenen Tarifverträge und 13 Kolleginnen auf einen Tag ausgesperrt. Die Mitgliederzah! wenn sie nur vierzehntägig verschickt werde. Er komme zu diesem wiesen alle Anzeichen, unter anderem der Zusammenschluß der ist leider um 183 zurückgegangen. Sie beträgt: männliche 1852 Vorschlag, da vorläufig ein anderer Ausweg nicht zu finden ist. lokalen Fabrikantenverbände in den verschiedenen Städten zu einem und weibliche 88. Die längste Dauer der Arbeitslosigkeit betrug Die Mehrheit der Kollegen will über den Satz von 20 Pf. Porto Bentralverband Deutscher Lederwarenfabrikanten, darauf hin, daß 137 Tage. Von 83 Arbeitsangeboten nach außerhalb wurden 65 afzeptiert pro Quartal nicht hinausgehen, die Filiale könne das Mehrporto die Unternehmer bei der ungünstigen Geschäftslage versuchen Den Kassenbericht gab 2 eh her. Die Gesamteinnahme der auch nicht tragen, überdies hätte das Fachblatt für Berlin nicht den würden, für sich angenehme Tarife herauszuschlagen. Schulze Sauptkasse betrug 1908 66 447,62 M., die Ausgaben 65 636,87., Wert, wie vielleicht für die anderen Filialen; das meiste fönne betonte aber, daß sie diese Organisation nicht besonders zu fürchten bleibt Bestand am 31. 12. 1908 810,75 M. Die Einnahmen der man im Vorwärts" lesen. Auch mit der Paketfahrt sei es noch brauchten. Immerhin gelang es dem Sattlerverband in allen Lofalfasse ergaben 37 664,68 m., dem standen 22 683,07 M. Auseine heifle Sache. Wenn auch eine Sperre augenblicklich nicht be- Tarif- und Lohnbewegungen der einzelnen Branchen, alle Angriffe gaben gegenüber, so daß am 31. 12. 1908 ein Bestand von 14 981,61 steht, so könne er doch nicht empfehlen, einen Vertrag mit dieser auf die alten Bedingungen abzuwehren. Dasselbe Bild wie in der Mark verblieb. Berliner Verwaltung: Einnahmen 12 050,37 W., einzugehen. Diese Ausführungen zeitigen eine sehr lebhafte De- Reiseeffektenbranche zeigt sich auch in der Militäreffektenbranche. Ausgaben 10 924,87 M., bleibt Bestand am 31. 12. 1908 1125,50. batte, wobei sich nur Althaus auf denselben Standpunkt stellt. Auch hier kartellierten sich die Fabrikanten, um gegen die Arbeiter In der Diskussion wurde der Antrag gestellt, verstorbenen Mits Weiste beantragt, das jeßige System vorläufig noch ein Viertel- vorzugehen. Infolge bedeutender Verschlechterungen und Lohn- gliedern keinen Kranz mehr zu stiften, sondern das Geld hierfür jahr beizubehalten, da der Kostenaufwand nicht so erheblich höher reduzierungen und da mit den Unternehmern alle Verständigungs- den Hinterbliebenen im Falle der Bedürftigkeit zugute kommen zu ist, daß wir jekt gleich schon damit brechen müßten. Wenn der versuche scheiterten, wandten sich die Arbeitervertreter durch Ver- lassen; die Versammlung stimmte jedoch dagegen. Borschlag von Görnis angenommen würde, hätten wir zirka mittelung des Genossen Singer an den Kriegsminister, der ihre 3½ Pf. pro Quartal und Mitglied weniger Kosten, dafür aber Forderungen auch für vollkommen berechtigt anerkannte. Immercine derartige Mehrarbeit für den Beamten, daß dieser Vorteilhin kam es bei einzelnen Firmen zum Streik, che man sich zu Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Rebaktion dem Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Publikum gegenüber keinerlei Der tapfere Soldat. Verantwortung. Theater. Mittwoch, 24. Februar Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Elektra. Anfang 8 Uhr. Rönigl. Schauspielhaus. Die berfunkene Glode. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Mittwoch, 24. Februar, Anf. 8 Uhr. Kean. Donnerstag: Kean. Freitag: Der Pfarrer von felb. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Mittwood, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schwank in 3 Alten von Brandon Thomas. Donnerstag, abends8Uhr: Das Erbe. Freitag, abends 8 br: Der Graf von Charolais. Urania. Kirch- Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Dentsches. Revolution im Strah Lustspielhaus. winkel. Rammerspiele. Der Arzt am Scheidemege.( Anf. 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Hamlet. Anfang 8 Uhr. Leffing. Klein Eyolf. Berliner. Einer von unsere Leut'. Thalin. Wo wohnt sie denn? Komische Oper. Lazuli. Neues. Die fremde Frau. Kleines. Moral. Hebbel. Revolutionshochzeit. Luftspielhaus. Seine fleine Freundin. Residenz. Kümmere dich in Amelie. Wallner hentei.) Schiller 0. Charleys Tante. Schler Charlottenburg. Erbe. • Das Abends 8 Uhr: Seine kleine Freundin. Hebbel- Theater Königgräger Str. 57/58. Anf. 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Sizilien. Abends 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Berndt: Die wichtigsten Bauprinzipien der Hauptstämme ( Typen) des Tierreiches.( 2. Teil.) Schiller Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Erbe. Schauspiel in 4 Aufzügen von Felix Philippi. Donnerstag, abends8Uhr: Rechts herum. Freitag, abends 8 Uhr: Ein Volksfeind. Passage- Theater. Letzte Woche! Madame Hanako mit ihrem Ensemble. Revolutionshochzeit. Metropol- Theater Robert Koppe! Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 1hr: Die Dollarprinzessin. Operette in 3 Aften von Leo Fall. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Friedrich Wilhelmstädt. Schau Kümmere Dich um Amelie." spielhaus. Kean. Westen. Der tapfere Soldat. Luifen. Das Mädchen auf Zrrwegent. Trianon. Der Satyr. Neues Operetten. prinzessin. Die Dollar Berliner Operetten- Theater SW. Das Himmelbett.( Anf. 8, Uhr.) Bernhard Nose. Einjährig- Ünfretwillig. Gastspiel: Theater. Der Hütten befizer.( Anf. 8 Uhr.) دور Schwank in drei Atten( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen und folgende Lage: Dies selbe Borstellung. Sonntag, 28. d. Ms., nachm. 3Uhr: Der Floh im Ohr. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Holden Giampietro Pfann Perry Bender Kettner Thielscher. WINDED BARTEN 1 Letzte Woche! Saharet Bürgert. Schauspielhaus. Othello. Das Mädchen auf Irrwegen. Gertrude Barrison Auf. 8 Uhr.) Bindelbands. Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Apollo. Onkel Cafimir. Spezialitäten. Metropol. Donnerwetter los. -O tabel Wintergarten. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Vafiage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Donnerstag: Der Mann mit den vier Frauen. Freitag: Die goldene Lebensllige. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinderborstellung: Rotkäppchen. Abends 8 Uhr: Das Mädchen auf Jrrwegen. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Das Mädchen auf Irrwegen. 8 1hr: Die goldene Lebenslüge. Montag: Der Störenfried und: Folies Caprice. Ein lediger The Die Dienstboten. mami.( Anf. 8 1hr.) Casino. Rusland. Spezialitäten DERNHARD ROSE THEATER Gustav Behrens. d. Mr. Latouré. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Parodie. Siegel fiegelt alles. Alles fürs Kind. Dder: Die Folgen eines Rendezvous.( Anf. 8 Uhr.) Urania. Zaubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Bon Abbazia bis Korfit. Hörsaal 8 1hr: Dr. W. Berndt: Die wichtigsten Bauprinzipien der Hauptstämme( Typen) des Tierreiches.( 2. Zeil.) Nachmittags 4 Uhr: Sizilien. Sternwarte, Invalideniz. 57/62. Lessing- Theater. Mittwoch 8 Uhr Jbsenzyklus, elfte Borstellung: Klein Eyolf. Donnerstag 8 Uhr: Der König. Simon u. Gardner in ihrer amerikanisch. Burleske: Der neue Kutscher und das drollige und das glänzende Februar= Variété= Programm! Passage- Panoptikum. Nen! Neu! SinghalesenGaukler- Truppe in ihr. wilden Heimatstreiben Salome, das blaue Weib. D. Opfer unbarmherz. Tätowation. Alles ohne Extra- Entree. Eintr. 50 Pf., Kind., Soldat. 25 Pf. Bürgerliches Schauspielhaus Kastanien- Allee 7-9. Othello ober: Der Mohr von Venedig. Trauersp. in 5 Atten v. Shakespeare. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Der Salontiroler. Freitag: Uriel Acosta. Faschings- Programm. W. Noacks Theater Gebrüder DERNHARD ROSE THEATER HerrnfeldGr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Einjährig- Unfreiwillig. Schwank in 3 Att. v. Bictor Laverreng. Wochentagspreise. Ende nach 11 Uhr. Donnerstag: Das Warenhaus: Fräulein. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 24. Februar 1909: Berlin wie es weint und lacht. Bolksstüd mit Gesang in 8 Bildern v. Berg u. Kalisch. Musik v. Conradi. Anfang 8 Uhr. Berliner Theater. Pollo Einer von unsere Leut'. Morgen: Einer von unsere Leut'. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die fremde Frau. Theater Direktion: Rob. Dill. Brinenſtr. 16. Großes Bockbierfest und Ball. Allerlei Ueberraschungen! Abends 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Große Berliner Poffe mit Gesang. Entree frei! Entree frei! 11-2 Uhr. Anfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Heute Mittwoch, 24. Februar, zum 147. Male: Die beiden Bindelbands dazu neuer Variététeil alast- Theater Pala Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7%, Uhr. Das vom Publikum u. d. gesamten Presse anerkannt vorzügliche Februar- Programm. Sensationell! Sensationell Georg Gailer der phänomenale Balancekönig. Wiederauftreten von Jvan Belick Starz ans der 6. Etage. 5 Grebnieff's- Lyrico Der arme Kasimir. Quartett Diedrich Ulpts- Georg Schindler Les Astrées. Schwank in 1 Akt v. Schmidt- Hawkins. Familienkarten wochentags halbe Breise überall gratis zu haben. Hedi Herdina Theater Variété Brillant Casino- Theater n Gobert Belling a s e 1 k Maria Vinent Lloyd m P' Morgen und folgende Tage: Die 10%: Hochwasser- Katastrophe in rembe Frau. ber Altmark. ( La femme X...) ( City- Passage) Dresdener Str. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich: Auftreten von nur erst Haffigen Spezialitäten bei gänz lich freiem Entree, auch Sonntags. Sonnabend und Sonntag nach der Vorst.: Gr. Freitanz. Kinematograph. Dem Kassierer wurde einstimmig Decharge erteilt. Ebenso ein stimmig wurden die Kollegen Schulze und Weyher, der erstere als Vorsitzender, der letztere als Kassierer wiedergewählt. Zirkus Schumann Heute Mittwoch, abends 7%, Uhr: Brillante Vorstellung. Tiberio hebt einen 5500 Pfund schweren Elefanten. Paet der drollige Schimpanse. ? Waffenschmiede? XIV. Saison! Zirkus Busch. Heute Mittwoch, abends 7%, Uhr: Große Gala- Vorstellung Um 9 Uhr der weltber. Driginal Konsul Peter! Mensch oder Affe? Ferner: Die Vievilles! E Mdm. Olympia Desvall! Tackas? Fräul. Martha Mohnke, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudreſsuren. Um 9½ Uhr: Auswanderer! Borher: Das gr. Programm. Dutton Company!! Gastspiel- Theater einzig existierendes Bor Känguruh. U Um 9½ Uhr: der Golo, Seeräuber. Stadt- Theater Moabit. Größter und vornehmster Theaterfant Moabits. Alt- Moabit 48.( Tel. II 2492.) Donnerstag, den 25. Februar: Die Haubenlerche. Schausp. in 4 Alten v. E. v. Bildenbruch. Anf. d. Vorft. 8, Staffenöffnung 7 Uhr. Konzert 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz Sonntag, den 28. Februar: Die Haubenlerche. Montag, den 1. März: Soiree der Lustigen Sänger. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth. Tor. Sonnabend, 27. Februar: auf dem „ Eine Knarr- Nacht" Weinbergsweg. Parodie- Theater. Dresbener Straße 97. Anj. 8%, Uhr. Siegel fiegelt alles! ober: Der Backfisch in Nöten. Borher: Alles für's Kind! oder: Die Folgen eines Rendezvous. Preise d. Sippläge: 20, 40, 75 Pf., 1 M. Köpenicker Straße 68. 8%, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange: Der Hüttenbesitzer. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger 1. Tanzkränzchen. Einakter, Ensembleszenen. Aktuelle Vorträge in Wort und Lied ust. Beg. Sonnt. 5, wochent. 811. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Zum Schluß: Der Kompagnieball. Militärische Qumoreste Son Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonnt. 71. Königstadt Kasino. Holzmarktstr. 72. Zagl.: Spezialitäten Vorstellung mit Franz Sobanski Gisella Lorma, Geschw. Goldader, The Gouthsmitts, Elli u. Mar Bach, Mar Wilberg, May Rec. Der Talmi- Graf. Boffe in 1 Aft von F. Sobansfi. Berliner Eis- Palast Folies Caprice Ständige Eisbahn. Zum 76. Male: Ein lediger Ehemann. Anfang 8 Uhr. Gustav Bis nachts 12 Uhr geöffnet. Konzert und Kunstlaufen. Behrens- Teue Welt Theater. Goltzstr. 9. Hasenheide 108-114. Im Riesen- Festsaal: ,, Das" Bockbierfest. Original! Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Gaffspiel des Mr. Latouré Sonnt. 4 Uhr. Sensationell! Rußland. Aktnell! Rußland. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert, mit seinem : weltberühmten Zwergtheater: und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Anfang 8%, Uhr, Sonntags 6 Uhr. Original! Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnt. 50 Pf. Voranzeige! Morgen Donnerstag: Elitetag. Prämilerung des größten Pfannkuchens. Drei Barpreise: M. 50.-, M. 36,-, M. 20, Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Injeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 46. 26. Jahrgang. 2. KeilM des Joeritts" Snlim KIKsdlÄ Mittivoch. 24. Lebrnar 1969. vom LelunSheitzMeo im 5taMhau!hZlttetst. Für das Gesundheitswesen ist in dem Entwurf des neuen Stadthaushaltetats eine Ausgabe von 16 563 142 M. eingestellt worden. Erwartet wird enw Einnahme von 3 924 216 M., es wäre also ein Zuschuß von 16 378 932 M. aus dem Stadtsäckel her- zugeben. Einbegriffen ist hier die„Zentrale Buch", die die An- stalten in Buch mit Licht, Kraft, Wärine, Wasser, Gebäck usw. der- sorgt und von ihnen die Ausgaben— diesmal 1 638 756 M. um 391 586 M. mehr als im Vorjahr— voll wieder einzieht, so daß sie weder Zuschuß erfordert noch Ucberschuß behält. Wenn die Zentrale, die mau wohl eher den„Werken" zuzählen müßte, aus- gesondert wird, so ergeben sich für das Gesundheitswesen 15 464 392 Mark Ausgabe. 4 885 466 M. Einnahme. 16 578 932 M. Zuschuß. Gegenüber dem Etat des Vorjahres sind, wenn wir auch dort die Zentrale aussondern, höher angesetzt die Ausgabe um 1 152 129 M., die Einnahme um 366 161 M., der Zuschuß um 846 628 M. Nur ein geringer Teil dieser Aufwendungen kommt der bor- beugenden Gesundheitspflege zugute, der weitaus größte Teil wird beansprucht durch die Heilanstalten(Krankenhäuser und Jrrenhäustr). Für sie sind angesetzt 13 446 216 M. Ausgabe, 3 669 826 M. Einnahme, 9 836 396 M. Zuschuß. Bei der ersten Lesung des neuen Stadthaushaltetats hob der Kämmerer mit be- dcnklichcr Miene hervor, daß die Inanspruchnahme der Anstalten dauernd steigt. In der Tat entfallen die oben angegebenen Mehraufwendungen des Gesundheitsetats fast ganz auf die Heilanstalten: für diese allein beträgt das Mehr an Ausgabe 1646 172 M., an Einnahme 287 871 M., an Zuschuß 752 361 Mark. Für die Krankenhäuser wird eine Belcgungsziffer von zusammen 4135 Personen im Tagesdurchschnitt angenommen, das sind freilich nur 165 mehr als im Vorjahr. .Hieran sind beteiligt: das Virchowkrankenhaus mit jetzt 1566, das Krankenhaus in Moabit mit 846, das Krankenhaus im Friedrichs- Hain mit 825, das Krankenhaus am Urban mit 656, das Kranken- Haus in der Gitschinerstraße mit 146, das Kinderkrankenhaus mit 186. Diese sechs Anstalten stehen im Etat mit 6 666 166 M. Aus- gäbe, 2 296 636 M. Einnahme(grötztenteils aus Kurkostcn), 3 763 536 M. Zuschuß. Sehr viel mehr erfordert die Irren- pflege: für sie sind angesetzt 7 386 656 M. Ausgabe und 1313 196 Mark Einnahme(hauptsächlich aus Kurkostcn, zum Teil auch aus Land- und Viehwirtschaft), 6 666 866 M. Zuschuß. Hier wird eine Verpflegungsziffer von zusammen 8435 Personen im Tages- durchschnitt angenommen, wieder� 323 mehr als im Vorjahre. Von dieser Gesamtzahl entfallen auf die Anstalt Dalldorf 1156, auf die dortige Jdiotenanstalt 186, auf Herzberge 1226, auf Buch 1555, auf Wuhlgarten 1246, sind zusammen 5322. Vom Rest sollen 2398 in Privatanstalten hineingesteckt und 715 in Familien- pflege untergebracht werden, well die eigenen Irrenhäuser der Stadt nicht ausreichen. Das Plus der Verpflegungsziffer muß nahezu vollständig den Privatanstalten und der Familienpslege zugeführt werden. Im Rathaus weiß man bereits das Mittel, durch das einer weiteren Erhöhung der Aufwendungen für die Heilanstalten begegnet werden kann. Es ist der Plan der Schaffung von Extraklassen für zahlungsfähigere Kranke. Diese Lieblingsidee gerade des Kämmerers— er be- geisterte sich für sie schon im vorigen Jahr bei der Etatberatung — findet Beifall nicht nur im Magistrat, sondern auch bei der frei- sinnigen Stadtverordnetenmehrheit. Wird sie ausgeführt— und das ist mindestens für die Krankenhäuser leider nicht unwahr- scheinlich— so wird mancher vom„Mittelstand" den höheren, die Selbstkosten deckenden Pflegcsatz zahlen, uin nicht mehr� mit dem Arbeiter in einem und demselben Saal liegen zu müssen. Den übrigen Kranken aber, die sich zu dem bisherigen, die Selbstkosten nicht deckenden Satz behandeln lassen müssen, wird dann— fürchten wir— bald genug im Punkt der Pflege, der Beköstigung� der Be- haglichkeit um so viel weniger geleistet werden, daß bei ihnen die Neigung, in das wiedererstandene„Armenkrankenhaus" zu gehen, „ganz von selber" sich abschwächen dürfte. Neben den Aufwendungen für die Heilanstalten verschwinden diejenigen für die vorbeugende Gesundheitspflege. Sie ist das Fundament aller Veranstaltungen zur Erhaltung und För- derung der Volksgesundheit, aber in Berlin wird auf diesem Gebiet nicht viel getan. Die Heimstätten(die man halb noch den Heilanstalten zuzählen muß), die Schaffung von Bade- gelegenhcit, die Bekämpfung der Seuchen durch das Mittel- chcn der Desinfektion, die Untersuchung von Nahrungs- Mitteln usw., die Ausgaben für I m p f w e s e n und schließlich die Beihilfe für Privatunternehmungen des Rettungs- Wesens— das ist alles, was hier zu nennen wäre. Im Etat des Gesundheitswesens stehen für alles das zusammen 2 624 182 Mark Ausgabe, 1275 646 M. Einnahme. 748 542 M. Zuschuß. Hieran sind beteiligt die Heinistätten mit 612 666 M. Ausgabe, 465 266 M. Einnahme, 146 866 M. Zuschuß, die Badeanstalten mit 864 725 M. Ausgabe, 765 346 M. Einnahme, 39 385 M. Zuschuß, die Desinfektionsanstalt mit 245 957 M. Ausgabe, 9666 M. Ein- »ahme. 236 957 M. Zuschuß, das llntersuchungsamt mit 124 266 M. Ausgabe, 36166 M. Einnahme. 88 106 M. Zuschuß,„verschiedene Einrichtungen für die öffentliche Gesundheitspflege" mit 237 366 Mark Ausgabe, die mangels einer Einnahme ganz durch Zuschuß gedeckt wird, z. B. durch 32 666 M. Zuschuß für Jmpfwesen, durch 196 666 M. Zuschuß für Rettungswcsen. Das Rettungs- Wesen soll„reformiert" werden, doch will der Magistrat fest- halten an dem bisherigen Zustand, daß diese wichtige Aufgabe im wesentlichen der leistungsfähigen Privattätigkeit überlassen bleibt. Partei- EtogelegenKeiten. Dritter Wahlkreis. Am Sonntag, den 28. Februar, abends 6'/z Uhr, findet m den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59. eine Versammlung statt. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammen- sein. Eintritt inkl. Garderobe 26 Pf. Tanz frei. Lichtenberg. Heute abend findet im Lokal der Gebr. Arnhold, Frankfurter Chaussee 5, die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Tagesordnung: Stellungnahme zum Kreisstatut. Britz-Buckv«. Die Mitglieder des Wahlvereius werden darauf hingewiesen, daß der Vorstand einen Vortragszyklus veranstaltet, zu dem Teilnehmerkarten für 26 Pf. bei den Bezirksführern zu haben sind. Die Karte berechtigt zur Teilnahme an allen drei BorttagS- abcnden am t 8. und 15. März, abends Vs9 Uhr. bei Weniger. Werderstt. 28.'Genosse Dr. Bruno Borchardt referiert über»Unser Programm' Rege Beteiligung der Mitglieder erwartet Der Borstand. Grünau. Donnerstag, den 25. b. M., abends S'/g Uhr, im Restaurant„Jägerhaus', Bahnhofstr. 1: Volksversammlung. Auf der Tagesordnung steht Vortrag des Genossen Kurt Heinig:„Dia politische Situation" sowie Aussprache über örtliche Angelegenheiten. ßcrlirnr JMaebnebten. Not bricht Eisen. Unter diesem Titel schreibt uns ein Kandidat der Medizin folgende Schilderung eines wahren Erlebnisses: Ich assistierte in einer Frauenklinik von Berlin; da kam eines Tages ein siebzehnjähriges Mädchen hin— ein kleines, zartes Wesen mit hübschem Gesichtchen; es war etwas blaß und sah überarbeitet aus. Die Untersuchung ergab, daß eine Operation notwendig war. Das Mädchen lvar der Ber- zweiflung nahe und man mußte es stets ermutigen und trösten, daß die Sache nicht gefährlich sei und bald erledigt wäre. Nach ein paar Tagen mußte ich die Klinik verlassen. Nach Verlauf einer Woche bekam ich die Nachricht von der Patientin, daß die Operation unterdessen gut verlaufen wäre und sie sich wohl fühlte. Sie dankte mir um ihretwegen gehabter Sorgen und Mühen. Nach einigen Wochen erhielt ich von ihr wiederum einen Brief, worin sie von ihrer Krankheit sprach und den Wunsch ausdrückte, mit mir zu sprechen. Seit zwei Wochen war sie schon aus der Klinik entlassen worden, aber sie fühlte sich noch immer nicht wohl. Ich habe ihr gleich geantwortet und eine Sprechstunde abgehalten. Schon den nächsten Tag kam Fräu- lein Rose mit ihrem Bräutigam zu mir. „Sie müssen sich gut erholen, liebes Fräulein; es wird mit der Zeit schon gutgehen, bloß müssen Sie eine Zeitlang Ruhe haben— also nicht arbeiten, viel Gemüse und nahr- hafte Sachen essen und öfter in die frische Luft kommen." „Sie meinen es sehr gut, Herr Doktor", meinte das Fräulein.„Alle Acrzte sprechen so leicht, ich soll nicht arbeiten! Wie soll ich denn leben? Und mein Bräutigam hat auch seit sechs Wochen keine Arbeit." „Sei ruhig, Rosel", meinte der Bräutigam,„ich finde schon Arbeit; betteln tue ich doch nicht." Ich habe ihr den Rat gegeben, wieder in die Klinik zu gehen und wenn es notwendig sei. sich eine Zeitlang wiederum aufnehmen zu lassen. Da ich längere Zeit von Fräulein Rose und von ihrem Bräutigam nichts mehr hörte, nahm ich an, es gehe ihr und dem Bräutigam jetzt wahrscheinlich gut, bis ich' eines Tages wieder einen Brief von ihr erhielt. Der Inhalt des Briefes war diesmal aber eigentümlich. Von ihrer Krankheit sprach sie nichts mehr. Sie bat dringlich, ich soll so gut sein, ihr bald zu schreiben, wann wir uns sehen können, und fügte hinzu, daß ihr Bräutigam nach dem Auslande abgereist sei. Ich habe den Brief nicht gleich beantwortet, ich überlegte es mir noch, weshalb das junge Mädchen mich sprechen wollte, nachdem ich ihr den Rat gegeben hatte, wieder in die Klinik zu gehen. Weshalb schreibt sie mir, daß ihr Bräuttgam ab- gereist sei? War das für mich nicht egal? Bald wurde aber die Sache aufgeklärt. Schon am nächsten Tage sagte mir mein Hausmädchen, daß ein Herr mit mir sprechen wollte; er sähe wie ein Arbeitsloser aus. sagte sie. die jetzt so oft herauf kommen. Lassen Sie, bitte, ihn herein, sagte ich. Es war wirklich ein Arbeitsloser, aber der war nicht zum Betteln gekonimen. »Guten Abend, Herr Doktor!" „Guten Abend! bitte, treten Sie näher." „Bitte tausendmal um Entschuldigung, Herr Doktor, wenn ich Sie störe." „Das macht nichts, bitte nehmen Sie Platz. Wie geht's jetzt Fräulein Rose?" „Danke sehr, es geht ihr einigermaßen gut." antwortete der junge Bräutigam, und gleich darauf frug er hastig: „Hat meine Braut an Herrn Doktor geschrieben „Ja, gestern früh, glaube ich, bekam ich von ihr einen Brief, sie schrieb aber, daß Sie schon verreist seien." „Das ist wahr, Herr Doktor; sie weiß nicht, daß ich noch in Berlin bin; ich habe schon vorgestern von ihr Abschied ge- nommen. Ich bin aber absichtlich nicht gefahren, um zu wissen, ob sie an Sie schreiben wird." „So I Was ist denn los?" frug ich erstaunt. „Herr Doktor, wissen Sie, warum Rose mit Ihnen sprechen will „Nein, warum? Wahrscheinlich wegen ihrer Krankheit, was denn sonst?" „Herr Doktor, nieine Braut will Sie versuchen." „Versuchen? Was meinen Sie damit?" „Entschuldigen Sie. bitte, Herr Doktor, wenn ich ganz offen spreche, Rose ist schön und jung..." „Und wenn?" „Herr Doktor, ich hätte es Ihnen gar nicht übel ge- nommen— wir sind alle Menschen..." „Aber wie kommt sie überhaupt auf die Idee?" „Sie wissen schon, daß sie nicht viel arbeiten kann und ich seit zwei Monaten keine Arbeit finde." „Weiter." „Weiter sagt sie mir neulich, ich werde zu Herrn Doktor gehen— er scheint mir reich zil sein— und suche ihn auf die Probe zu stellen; wenn es nur gelingt, dann sanunle ich auf diese Weise eine Zeitlang etwas Geld, bis Du auch eine Arbeit findest, und im Herbst machen wir Hochzeit." „Und was haben Sie gesagt?" „Natürlich habe ich ihr entschieden widerraten, sie wollte aber mich nicht hören, und sagte immer, daß sie sich wider Willen hingeben wird. Glauben Sie, Herr Doktor, drei Nächte habe ich nicht geschlafen; ich weiß, daß das Mädchen mich sehr lieb hat und meinetwegen will sie so was tun, aber so was darf nicht geschehen, denn wenn sie es einmal gemacht hat, wird sie es immer tun, nicht wahr?" Ich habe den Aermsten beruhigt und ihm versichert, daß von meiner Seite so was ganz ausgeschlossen sei und sogar mein Wort gegeben, daß ich auf ihren Brief nicht antworten werde. „Besten Dank, Herr Doktor", erklärte aufatmend der junge Mann,„jetzt kann ich wieder beruhigt nach Hause fahren. Ich fuhr eine Stunde weit von Hause hierher, um Sie zu bitten, mich nicht unglücklich zu machen. Ich habe das Mädchen sehr lieb und bin bereit, alles für ihre wie für meine Ehre zu tun. Gott sei Dank, ich bin noch jung und gesund und kann arbeiten. Wenn in meiner Heimat für mich keine Arbeit ist, da fahre ich schon morgen befttnimt nach der Schweiz, ich habe da schon was gefunden. Betteln werde ich nie. lieber verhungern.. Als der junge Arbeiter fort war, dachte ich mir: Wie viele Tausende sind noch in Berlin, die um das Stück Brot den Weg der Versuchung einzuschlagen genötigt sind... Stadtverordueteuwahle« finden im November dieses Jahres in Berlin statt. In der dritten Abteilung laufen die Mandate folgender Stadtver- ordneten ab: Augustin, 47. Bezirk; Borgmann, 37. Bezirk; Bruns. 23. Bezirk: Dupout, 8. Bezirk; Ewald, 43. Bezirk; Frick(freisinnig), 18. Bezirk; Gcricke(freisinnig), 42. Bezirk; Kotzke, 28. Bezirk; Leis(freisinnig), 2. Bezirk; Marggrasf (deulschfortschrittlich), 5. Bezirk; Ritter, 39. Bezirk; Schneider, 24. Bezirk; Schubert, 31. Bezirk; Singer, 13. Bezirk; Stadt- Hagen, 14. Bezirk, und Zacharias(freisinnig), 17. Bezirk. Von diesen 16 zur Wahl stehenden Bezirken haben wir 11 in unserem Besitz. Die neuen Wahlen hätten einem Be- schluß der Stadtverordnetenversammlung zufolge auf Grund einer Ncueinteilung der Wahlbezirke zu erfolgen. Hoffentlich beeilt sich der Magistrat, endlich mit seinem'Einteilungsplan herauszurücken. In den drei Jahren, die er hierfür Zeit hatte, hätte er schon lange fertig sein können. Die Erhöhung der Telephongebühren, die in Aussicht steht, hat zahlreiche Geschäftsinhaber bei- anlaßt, Gesprächszählnngen vorzunehmen, um sich über die finanziellen Folgen für ihr Geschäft zu vergelvissern. Der findige Scherl hat Zählkarten an die Geschäftsleute verschickt, um auf Grund des so gewonnenen Materials die materielle Tragweite festzustellen. Die Geschäftswelt ist in eine lebhafte Bewegung gegen die drohende Erhöhung der Gebühren ein- getreten. In etner Versammlung kaufmännischer Vereine wurde mitgeteilt, daß ein angesehener Verband unter seinen Mitgliedern eine Enquete angestellt habe, die folgendes Rc- sultat zeitigte: Jedes Mitglied führe durchschnittlich 40 Ge- spräche am Tage. Dafür seien nach der neuen Tarifordnung 696 M. gegen 180 M. nach den: jetzigen Berechnungsmodus zu bezahlen. Die elektrischen Zählapparate, so wie sie der Entwurf vorschlägt, gewährten keine cinwandsfreie Zählnngs- Methode, weil ihnen genaue Kontrollapparate, wie sie in England und Amerika eingeführt sind, fehlen. Diese Kontroll- apparate sind ein unbedingtes Erfordernis einer unantastbaren Zählung. Ihre Anbringung sei indessen unter den gegen- wärttgen Ranmverhältnissen unmöglich. Um die Jugend zu gewinnen richtet der Ausschuß der Deutschen Turnorschaft an die Eltern, Leh-- Herren und Arbeitgeber einen Aufruf, die jungen Menschenkinder, die die Schule verlassen, um die Lehrjahre für den Lebensberuf zu beginnen, der Deutschen Turnerschaft zuzuführen. Nachdem dar- gelegt, wie wichtig die Körperbewegung des Turnens für die Jugend ist, heißt es in dem den Aufruf enthaltenden Flugblatt: „Die Pflege vaterländischer Gesinnung in' den Tiirnverciiicu wird dazu beitragen, sie zu tüchtigen Männer» und Bürgern zu erziehen! „Ihr Lehrherren aber, gönnet Euren jungen Arbeitern für ihre körperliche Erziehung 2—3 Stunden wöchentlich und denkt daran, daß sie um so frischer und freudiger und leistungsfähiger bei der Arbeit sein werden, je gesunder und kräftiger'sie sind. Denkt aber auch noch etwas weiter, Ihr Männer, die Ihr mitten im ringenden Leben steht!— Die heutige Jugend wächst anders auf, als wir aufgewachsen sind! Genußsucht und Verlockungen drohen überall und körperliche Entartung gehört nicht mehr, wie sonst, zu den Ausnahmen! Die heutige Zeit braucht Männer, mehr als je, Männer für den wirtschaftlichen Kampf. Männer, wenn es,— was Gott verhüten möge,— nötig sein sollte, das Vaterland, den heimischen Herd gegen übermütige Feinde zu ver- teidigen." Der Hinweis auf die Pflege vaterländischer Gesinnung in den Turnvereinen charakterisiert die deutsche Turnerschaft zur Genüge als ein Gebilde, das die Emanzipationsbestrebungen der deutschen Arbeiterschaft bekämpft und zwar mit den niederträchtigsten Mitteln. ES kann keine Rede davon sein, daß Eltern, die es aufrichtig mit der Zukunft ihrer Kinder meinen, die Hand dazu bieten, diese einem solchen Berein zuzuführen. Empfehlenswert find aber die Arbeiter- Turnvereine, die sich die Stärkung des Körpers und des Geistes zum Ziel gesetzt haben und darauf bedacht sind, freie Männer heran- zubilden._ Die berühmte Mchltiite, welche einige wenige denkende Blätter dem Berliner Publikum von vornherein in humoristisch-satirischer Fasson servierten, wird jetzt nach erfolgter amtlicher„Berichti- gung"(spät kam sie, doch sie kaml) auch von solchen Zeitungen, die alles, was aus dem Polizeipalast kommt, stupide nach- drucken, als ein Vorschlag bezeichnet, den„wohl niemand ernst genommen" hat. Trotzdem wurde der Mehltütenschutz noch am Sonntag sehr ernsthaft erörtert. Der„Lokal-Anzeiger", der be- kanntlich selbst den Speichel der Polizei aufleckt, schrieb an diesem Tage in seinem„Berliner Beobachter" wörtlich:.. Das tiefte bleibt eine Tüte mit Mehl, das sich sehr schwer abwischen läßt und als ungefährliches und dennoch wirksames Hausmittel gegen die Messerstecher wohl empfohlen werden kann." Ueber die Berichti- gung des Polizeipräsidenten schweigt sich datz. Zinrmerstraßenreptil natürlich aus. Jämmerliche Kerle! Klappen auf Kommando zu- sammen, sobald zum Rückzug geblasen wird. Bemerkenswert ist, lvas gestern selbst die fromme„Märkische Volks-Zeitung", die doch sonst wahrhaftig nicht einen Strang mit uns zieht, über die Messer- stechereien der Polizei hinter den Spiegel steckt: „... Wir haben uns an den Märchcnglaubcn gewöhnt, daß wir durch unsere Stcucrgroschen Schutzmänner zu unserem Leibes schütz unterhalten. Wir tragen daher auch keine Waffen, denn diese tragen sie für uns. Und mutz man denn nicht unwill- kürlich fragen: Wozu ist die Sicherheit�behörde da, Denn sie solchen Ausschweifungen gegenüber sich bankrott erklären muß? Bei immerhin ziemlich harmlosen Demonstrationen von Arbeitern mit dem Säbel dreinhauen, ist einfach, wen» die Plämpe an der Seite hängt. Und unzählige Protokollc gegen geringe Uebertretungen von Geschäftslenten, gegen versäumte An- und Abmeldungen ausschreiben, ebenfalls. Würde sich dieser Protokoller in eine fanatische Vcrfolgungswut der Messerstecher umsetzen, so könnten die SicherheitSbchorden des allgemoinen Dankes, der Bürgerschaft sicher sein.... Wenn alle offiziellen Bemühungen erfolglos bleiben, daiin ist es schließlich kein Wunder, wenn das Vertrauen der Bürgerschaft in die wohlbestallten Hüter der öffentlichen Ordnung einen stärken Stoß erleidet." Trotz des schauerlichen Deutsch istS für ein sonst polizeifrommes Blatt eine ganz ansehnliche Leistung. Das Wort von den„ziemlich harmlosen Arbeiterdemonstrationen" werden wir uns übrigens merken, Frau Märkische! Gerade Sie waren es, die in letzter Zeit durch die skrupellose Aufnahme tendenziöser Schwindclnotizeu über beabsichtigten Demonstrationen gegen die Berliner Arbeiterschaft ganz besonders scharf machten. Und nun kippen Sie mit Ihrem an- gckränkektcn Gedächtnis genau so um wie die umgekippte Mehl- tüte der tüchtigen Berliner Polizei, wird. fleidern nicht deckten. Sonach erscheinen die Angaben als erfunden. Dementsprechend wurde an die Staatsanwaltschaft berichtet. Diefe wird gegen Frau F. strafgerichtlich vorgehen. Das gleiche hat Frau Marzahn zu erwarten. Auch wird jeder andere Fall eingehend auf feine Möglichkeit hin geprüft. " 1 Der Fischreichtum in den Gewässern der Umgebung Berlins ist, I Stich in det rechten Oberschenkel erhalten haben wollte. Nun wurde neu gezählten Armenwohnungen von Stube und Küche betrug wie die diesjährige Eisfischerei bewiesen hat, tros des starten festgestellt, daß Frau F. wiederholt Ausreden gefucht hatte, um 22,50., ja bei den in der ersten Hälfte des Jahres 1908 gezählten Dampferverkehrs nicht im Abnehmen, er scheint vielmehr in den einem gerichtlichen Termin auszuweichen. Einen solchen sollte sie 58 Wohnungen von Stube und Küche ist er sogar auf 23,08 M. letzten Jahren erheblich zugenommen zu haben. Die Ausbeute bei auch am 15. b. M. wahrnehmen. Außerdem konnte festgestellt gestiegen. Nicht weniger als 36 Armenivohnungen dieser Art haben den Eisfischzügen war in diesem Jahre so groß, wie sie schon seit werden, daß sich in ihrem Oberkleid drei neben einander befindliche mehr als 25 M. monatlich gekostet. Das gleiche Bild einer fortJahrzehnten nicht mehr zu verzeichnen war. Aus dem Müggelsee Messerstiche wahrnehmen ließen, die sich mit denen in den Unter- gefeßten Steigerung der Mietspreise zeigt die durch das statistische wurde bei den zahlreichen Fischzügen fast das doppelte Quantum Amt weiter fortgeführte Auszählung der Wohnungsverhältnisse herausgeholt als im Vorjahre. Ganz besonders erfolgreich aber der Armenbevölkerung. Es ergab sich wieder, daß die Wohnungen war die Fischerei im Sebbinsee, wo an einem einzigen Tage bei im Vorderhause fast durchweg billiger waren als im Hinterhause, mehreren Fischzügen nahezu 150 Zentner Fische erbeutet wurden. ein Zeichen, daß es sich dabei fast immer um minderwertige Wohnungen handeln muß. Es zeigte sich ferner wieder die schon in Plakatkunst und Blakatsteuer. Als ein Anzahlungsschwindler großen Stils wurde der Besitzer Wohnungen, in die Aftermieter aufgenommen werden dürfen, stets den letzten Jahren aufgefallene Tatsache, daß die Mietpreise der Entwidelung und Bedeutung der Plakatkunst ins rechte Licht zu des Kunstverlags Fortuna", der 32 Jahre alte Kaufmann Hermann höher find als die Mietpreise der Wohnungen, die von den sehen und die Plakatsteuer abzuwehren, ist der Zweck einer Aus- Manheimer aus Alt- Moabit 83b entlarvt. Er konnte verhaftet und Familien allein bewohnt werden, d. h. also, daß für das Recht, stellung, welche vom 25. Februar bis 7. März im Berliner Buch dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. getverbefaal, Dessauer Straße 2, 3 Treppen, veranstaltet wird und verheißenden Namen" Fortuna" betrieb er feit zwei Jahren in der eine höhere Miete gefordert wird als ohne diese Erlaubnis. Der Unter dem glitcftermieter aufnehmen zu dürfen, für Wohnungen derfelben Art bort unentgeltlich täglich von 11 bis 8 1hr und Sonntags von Wohnung einen Kunstverlag, indem er Bestellungen auf fünstlerische Durchschnittspreis aller 891 gezählten Wohnungen von Stube und 10 bis 5 1hr zu sehen ist. Der übersichtliche Aufbau der Plakatschau liegt in den Händen annahm. Die Besteller mußten Anzahlungen leisten, erhielten aber Redmet man, daß etwa ein Fünftel des Einkommens auf die Ausführung in Semi- Emaille und Bergrößerung von Photographien tüche hat 20,30 M. monatlich, also 243,60 m. jährlich betragen. des Stunstmalers A. Anab, und Veranstalter sind der Bildungs- weder die bestellten Sachen, noch das angezahlte Geld zurüd. Miete entfallen darf, so müßten diese 891 unterstützten Familien ausschuß Berlin der Lithographen und Steindrucker in Verbindung Schließlich gingen ihm die Wogen zu hoch, und Manheimer wußte ein Jahreseinkommen von mehr als 1200 m. gehabt haben. In mit der Berliner Typographischen Gesellschaft. Nachdrücklichen weder aus noch ein. Gezt entfernte er feine Geschäftsschilder und Wirklichkeit ist das natürlich von Ausnahmefällen abgesehen, Einspruch gegen diesen Steuerplan wird auch eine Protestversamm gab das Geschäft auf. Die Anzeigen der betrogenen Stunden, die wo mehrere Angehörige verdienen ausgeschlossen. Wie die lung aller Blatat- und Gewerbeinteressenten erheben, die aut Eröffnungstage der Ausstellung, am 25. Februar, abends 8 Uhr, in führten zur Festnahme. Die Storrefpondenzen hat der geriebene ven solcher Höhe finderreiche Familien, fich im Raum auf das jetzt erst den Sachverhalt merkten, fonnten nicht ausbleiben und Armenverwaltung schon früher festgestellt hat, zwingen Mietpreise den Festfälen des Grand Hotel, Alexanderplatz 46-48, abgehalten Stunstverleger vernichtet, so daß eine genaue Uebersicht über die Zahl denkbar geringste überhaupt noch mögliche Maß zu beschränken. der Betrogenen noch nicht zu beschaffen war. Biele der Opfer So find denn auch in diesem Jahre eine Reihe Wohnungen Um einen Schnaps. Seinen Leidensgenossen erstochen hat in scheinen den Tatbestand noch nicht zu fennen. bon Gtube und Küche von nicht weniger als 8, der letzten Nacht um 12 Uhr der 36 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Durchgegangen. Gestern abend gegen 91% 1hr hielt der 42 Jahre zwei solcher Wohnungen von 10 Personen be Hammer, der in den Afilen zu nächtigen pflegte. Hier hatte er mit alte Droschkentutscher Georg Ladner mit seinem Wagen auf dem wohnt gewesen. Die Durchschnittspreise für Stube und Küche dem ebenfalls wohnungslosen Schneider Albert Schulze, einem Salteplatz vor dem Grundstück Am Karlsbad 17. Infolge des Supen- ftellen fich für Wohnungen ohne Aftermieter im Vorderhause bei 34 Jahre alten Mann, der früher in der Schönholzer Straße 14 signals eines vorbeifahrenden Kraftwagens scheute das Tier und Ehepaaren als Mieter auf 19,70 M. monatlich, bei Einzelstehenden wohnte, Freundschaft gefchloffen. Hammer suchte mit einem dritten ging durch. Labner stürzte vom Bod, wurde von seiner eigenen( also Witwen usw.) auf 17,30 m., im Hinterhause bei den gleichen Kameraden in der Nacht bei dem Ordonnanzhaus in der Neuen Broschte überfahren und am linken Fußknöchelgelent verlegt. Der Mietern auf 22,20 m. und 18 M. Mit Aftermietern foften solche Königstraße, wo die Bauern aus der Umgegend Berlins bald nach Durchgänger jagte durch die Flottwell, Schöneberger, Anhaltstraße allerdings nur in sehr fleiner Bahl gezählten Wohnungen im Mitternacht mit ihren Erzeugnissen einkehren, Gelegenheitsarbeit, und bog dann in die Kochstraße ein, wo er von Baffanten auf- Borderhause 25,60 m. und 22,80 M. und im Hinterhause 30,40 als ihm Schulze in den Weg lief. In der Freude des Wieder- gehalten wurde. und 22,50 M. Immer wieder dasselbe Bild. Das Wohnungselend sehens lub Hammer die beiden Begleiter zu einem Schnaps belastet die Armenetats der Gemeinden ganz gewaltig, aber trotz nach dem Wirtshaus Linienstraße 4 ein. Als der Schnaps Sein zehnjähriges Stiftungsfest feiert am 28. Februar in bem raffen fich die Magistrate nicht zu durchgreifenden Wohnunge auf Hammers Gefundheit verzehrt war, ergab sich, daß weber Freyers Festfälen der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiter- reformen auf, und wenn sie doch einmal hier und da den Versuch Hammer, noch einer der anderen armen Teufel einen Heller Geld lasse". Seine Mitwirkung an dem Abend hat der Berliner Bolte machen, dann bereiteln ihn die Hausagrarier, denen die staatliche bei sich hatten. Nun wußte Schulze, daß Hammer oft Geld im hor zugefagt. Es gelangen u. a. zum Vortrag: Loreley- Finale, Gesetzgebung ein ganz besonderes Privileg eingeräumt hat, ein Stiefel verftedt trägt und zwang ihn, die Stiefel im Wirtshaus aus. Brauthor aus Lohengrin und Mirjams Siegesgefang mit Chor. Brivileg, bas sie nicht den Interessen der Allgemeinheit dienstbar zuziehen. Aus einem Stiefel fielen denn auch 7 Bf. heraus. Der Solo und Drchefter. Der Verein hofft auf regen Zuspruch. machen, sondern ihren hausagrarischen Sonderintereffen. Gastwirt verzichtete auf Bezahlung und entfernte die drei unwill tommenen Gäste aus seinen Räumen. Auf der Straße spielte Hammer den Getränften, weil er die Stiefel hatte ausziehen müssen und geriet mit seinem Freund Schulze ins Handgemenge. Dabei zog er fein Taschenmesser und stach Schulze in die linke Halsseite. Die Schlagader wurde getroffen, und Schulze starb auf der Unfall station X an Verblutung. Hammer wollte entfliehen, wurde aber eingeholt und nach der Wache des 18. Polizeirebiers gebracht. Zusammenstoß eines Eisenbahnzuges mit einem Zeichenwagen. An dem Bahnübergang in der Nähe des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde hat sich gestern ein verhängnisvoller Zusammenstoß zwischen einer Lokomotive und einem Zeichenwagen ereignet. Krog dem das Haltefignal für die bie Gleise treuzenden Fuhrwerke gea geben war, wagte es der Kutscher Bergner, der eine Reiche nach dem Zentralfriedhof überführen sollte, mit dem Gefährt den Schienen übergang zu freuzen. Jm nächsten Moment nahte ein Zug und ein Zusammenstoß war jest unvermeidlich. Die Lokomotive fuhr mit folcher Gewalt gegen den Leichenwagen, daß er ein Stüd forte geschleudert wurde. Der Kutscher stürzte auf die Schienen und beide Pferde famen zu Fall. Der Sarg wurde nur durch den Umstand, daß ein hohes Geländer den Wagentasten umgab, vor dem Absturz bewahrt. Bergner erlitt schwere Verlegungen am Stopf und am Rücken. Die beiden Pferde wurden so übel zugerichtet, daß fie jedenfalls der Abdeckerei überwiesen werden müssen. Im Bürgerlichen Schauspielhause geht am Freitag Uriel Acosta" zum ersten Male in Szene. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Die Forderungen der städtischen Arbeiter zum Etat" lautete bie Tagesordnung einer am 22. Februar im Charlottenburger BoltsFeuerwehrnachrichten. Der 16. Zug wurde nach der Ecke der Hause stattgefundenen Bersammlung, die sehr gut besucht war. StadtFenn- und Reinickendorfer Straße( Weddingplag) gerufen. Dort verordneter an iridh hatte das Referat übernommen. Ein war infolge einer schadhaft gewordenen Isolierung Erdschluß in gangs feiner Rede erwähnte der Referent eine Notiz, die in dem einem Straßenbahnmast entstanden. Die Flammen schlugen mächtig berüchtigten Organ Charlottenburger Neue Beit erschienen ist und am Haltedraht usiv. empor. Da ein Turmwagen der Straßenbahn die sich mit der betreffenden Bersammlung befaßte. Es hieß darin. zur Stelle war, so fonnte die Feuerwehr bald wieder abrücken. In die Verfammlung sei von dem Gemeinde- und Staatsarbeiterverband, der Oberberger Straße 10, vorn 1. Etage, brannten Betten, Kleider, der unter fozialdemokratischer Leitung stehe, einberufen, und am Möbel und Betroleum. Mit Erfolg wurde ein Sauerstoffapparat in Schluß wurde barauf hingewiesen, daß der Magistrat im Etat des ber Charlottenstr. 32a benust. Feuermeldungen liefen noch aus der nächsten Verwaltungsjahres wie schon in dem jezigen Etat wieder Laugeftr. 90 und anderen Stellen ein. einen Betrag von 1 Million Mark gur Erhöhung von Besoldungen und Löhnen eingestellt habe. Anknüpfend an diese Notiz erflärte Genosse Hirsch, ber Verband fei fein fozialdemokratischer Verein, fondern eine freie Gewerkschaft, in die jeder unbeschadet seiner politischen oder religiösen Gejinnimg eintreten fönne. Wohl stehe eine Million im Etat, aber nicht für die Arbeiter, sondern für die Beamten. Immerhin sei den Unterbeamten eine Aufbefferung zu gönnen, was aber für die Arbeiter übrig bliebe, bas werbe man ja ſehen. Der Charlottenburger Stadthaushaltsetat schließt im Ordinarium Schon vor 10 Jahren hätte die fozialdemokratische Fraktion, die des Hauptetats in Einnahme und Ausgabe mit 26 889 000 m. bei damals aus zwei Mann beftand, im Charlottenburger Stadteinem Dispositionsfonds von 450 000. für Nachbewilligungen und parlament Aufbesserungsanträge gestellt, man fei aber einfach darüber nicht vorhergesehene Fälle, im Extraordinarium in Einnahme und Unträge gewesen, die die Herren Stadtväter so sehr aus der Wolle zur Tagesordnung übergegangen. Und was feien denn das filc Ausgabe mit 6 794 100 m. ab. Dazu kommen die Sonderetats und brachten? 1. Daß für alle städtischen Betriebe eine Arbeitsordnung zwar der der Kanalisation mit 1301 100 m. im Ordinarium und erlassen würde. 2. Daß Bestimmungen für die Gewährung von Gemeinsam in den Tod gegangen sind der Schausteller Bruno 255 100 M. im Extraordinarium, der der Ladestraßen mit 162 700 M. Rubelöhnen und Sinterbliebenenversorgung eingeführt werden follten. Gandrasch aus der Stoloniestr. 119 und die Schaustellerin Mathilde im Ordinarium und 77 190 M. im Extraordinarium; der Sonderetat 3. Daß, wenn ständige Arbeiter dauernd arbeitsunfähig würden, Becker. Auf dem östlichen Teile des Tempelhofer Feldes, etwa des Lagerplazes der Tiefbauberwaltung beträgt in Einnahme und ihnen eine Rente zu gewähren sei. Zwar bestehe eine solche Ve600 Meter von der Tempelhofer Chauffee entfernt, wurden gestern Ausgabe 1846 800 m., der des Elektrizitätswerts 1517 420 M. im ftimmung schon, nach der ein Arbeiter, ber 10 Jahre ununterbrochen früh um 7 Uhr beide Personen, deren jede eine Schußwunde in der Ordinarium und 1011 600 22. im Extraordinarium. Der Sonderetat tätig war, einen Ruhelohn erhalten folle, sofern der oben bezeichnete rechten Schläfe aufwies, tot daliegend angetroffen. In der Nähe der Gasanstalt balanziert im Ordinarium in Einnahme und Aus Bapier, in den feltensten Fällen blühe einem Arbeiter dieses Glick. Fall eintreffe. Hente stehe diese Bestimmung aber nur auf dem befand sich der Revolver, aus dem die Schliffe abgegeben waren. Aus Abschiedsbriefen und Karten geht hervor, daß beide den gabe mit 10 567 400 M. bei einem Reingewinn von 2179 800. Dieser Pasius babe nur einen praktischen Sinn, wenn er Rechtskraft Entschluß faßten, aus dem Leben zu scheiden, und sich hintereinander das Extraordinariumm schließt mit 2906 513 M. in Einnahme befize. Denn jetzt lam" dem Arbeiter eine Rente gewährt werden. Wenn hente ein Arbeiter infolge eines Arbeitsmangels entlaffen erschoffen haben. Die Zeichen wurden nach der palle in Tempelhof und Ausgabe. Der Sonderetat Stiftungen, Vermächtnisse balanziert mit 108 525 M., der der Verbreiterung ber Bismarckitraße im wird, der neun Jahre tätig tvar, fo erhalte er feinen Pfennig. gebracht. Ordinarium mit 670 000, im Extraordinarium mit 2 692 500 M., Redner befpricht auch die Arbeiterausschüsse, denen jeder Wert abder Grundstückserwerbsfonds im Ordinarium mit 744 000, im Extra- gebe, da sie in ihrem jezigen Weien doch nur ein Instrument in der ordinarium mit 2746 000 m., ber Etat der Müllbeseitigung mit band der Verwaltung feien. Und doch sträube man sich, fie in allen Betrieben einzuführen. Ein Antrag auf neunstündige Arbeitszeit, Drdinarium und 1668 016 M. im Extraordinarium. Durch Spielerei mit dem Revolver den Tod gefunden. Das Teichtsinnige Spielen mit der Schußwaffe hat wieder einmal ein Blühendes Menschenleben gefordert. Der zwölfjährige Sohn des Pensionärs Oleisched, Danziger Straße 3, hatte aus einer Schub. 489 700 und endlich der der Wassertverke mit 1 643 722 M. im von den sozialdemokratischen Stadtverordneten schon früher eingebracht lade einen dem Water gehörigen Revolver hervorgeholt. Er glaubte, die Waffe sei nicht geladen und spielte damit herum. Als er den Sahn Berlihrte, ging plötzlich ein Schuß los. Die Kugel brang dem Knaben über dem linken Auge in die. Stirn. Der entfett herbeiStrankenhaus am Friebrichshain, wo bei ihm fofort eine Operation geholte Bater schaffte seinen Sohn in einer Droschke nach dem borgenommen wurde. Aber schon im Verlaufe derselben starb der Knabe an den Folgen der Schußverletzung. Einbrecher im Betsaale. Der Baptistengemeinde in der Emdener Straße 15 haben in der gestrigen Nacht Einbrecher einen unliebsamen Besuch abgestattet. Die Diebe drangen vom Keller nach dem Hof und gelangten durch Eindrücken der Fensterscheiben in den im Barterre gelegenen Betsaal der Gemeinde. Sie stablen zwei filberne Übendmahlstelche. und befürwortet, sei abgelehnt worden. Ebenso erging es vielen In bezug auf die Steuern beantragt der Magistrat, daß wie anderen Verbesserungsanträgen. Das soziale Empfinden des Bürgerbisher Personen mit einem Einkommen von nicht mehr als 900 M. tums charakterisiere am deuilichsten ein Punkt. der in der nächsten von der Gemeindeeinkommensteuerpflicht befreit sind, und daß im Stadtverordnetenfizung zur Verhandlung gelangen werde. Danach übrigen ein Zuschlag von 100 Proz. erhoben wird. Die Realsteuern haben die Haus- und Grundbefizer eine Betition um Erbanung Gebände und Gewerbesteuer zur Erhebung kommen, und zwar weist nach, daß andere Städte, z. B. Stuttgart und Bürich, sozial sollen in Höhe von 179 Broz. der staatlich veranlagten Grund-, einer Markthalle mit der Begründung eingereicht, man folle doch die Strife ausnußen, da die Arbeitskräfte jest ja billiger wären. Redner die Gemeinde- Gewerbesteuer in Höhe bon 100 Broz. der politisch Charlottenburg weit überflügelt haben. staatlich veranlagten Gewerbesteuer, und die Gemeindegrundstener Die jetzigen Anträge lauten: 1. Verkürzung der Arbeitszeit: a) in in Höhe von 202,25 Proz. der staatlich veranlagten Grund- und allen kontinuierlichen Betrieben anf 8 Stunden( Dreifchichtsystem); b) in Gebäudesteuer 2,5 pro Mille des gemeinen Wertes der bebauten sämtlichen anderen Betrieben auf 9 Stunden. 2. Regelung beziv. und 6,25 pro Mille des gemeinen Wertes der unbebauten Grund- Erhöhung der Löhne auf der Baits des Wochenlohnes unter Bu von 6 Arbeitstagen resp. Arbeitsschichten init stücke. Die Gewerbesteuer der in den Klaffen III und IV beranlagten grundelegung Lohnminimum bon 24 Mart und einem ents Steuerpflichtigen wird außer Hebung gestellt, die im Jahre 1909 einem auftommende Warenhaussteuer wird in Höhe von 115 000 m. im fprechend höheren Sage für qualifizierte Arbeiter( HandIhren Verlegungen erlegen ist die von ihrem Schwager, dem Rechnungsjahre 1910 zur Deckung des Gewerbesteuersolls der unberührt. 3. Durchgehende Festlegung fünfjähriger Lohnikalen mit werfer usw.). Bereits gezahlte höhere Löhne bleiben hiervon Bildhauer Hermann Hoffmann, durch einen Revolverschuß tödlich ver- Gewerbetreibenden der Gewerbesteuerklassen III und IV ver- alljährlichen Steigerungen. 4. Für Ueberstunden in der Zeit von legtere fofort der Kugel, die der Bruder in seinem Wahnsinn auf wendet. Die Betriebssteuer wird in Höhe von 100 Proz. der 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends 60 Proz., für Sonn-, Feiertagsihn abfeuerte. Der auf so tragische Weise ums Leben Gefommene festgefegten Betriebssteuer erhoben, die Gemeindeumfagsteuer kommt und Nachtarbeit( 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) 100 Broa. Bu war Parteigenoffe. Die zwei ihres Vaters und ihrer Mutter so in Höhe von 1 Proz. des Umfazwertes der bebauten und 2 Broz. des fchlag. Im Dreischichtsystem der kontinuierlichen Betriebe zählt, plötzlich beraubten Kinder haben Verwandte zu sich genommen. Umfazwertes der unbebauten Grundstücke zur Erhebung. Die nach wenn sieben Schichten in eine Woche fallen, die siebente Schicht als Aller Voraussicht nach wird Hermann Hoffmann dauernd einer Frren- Maßgabe des Gebäudenutzungswertes zu erhebende Kanalisations- Sonntagsarbeit mit entsprechendem Zuschlag. Für die regelmäßige Nachtarbeit tommt der Zuschlag nicht in Betracht. Der Referent anstalt überwiesen. gebühr wird auf 1 Proz., die Gebühr für die Beseitigung des Hausschloß seinen Vortrag mit einem warmen Appell an die Anmülls auf 0,8 Proz. festgesezt. wesenden, sich gewerkschaftlich und politisch zu organisieren. Man foll nicht ewig bitten, sondern feine berechtigten Forderungen erkämpfen.( Lebhafter Beifall.) Von den bürgerlichen Stadtverordneten war feiner erschienen, die sozialdemokratische Fraktion war bis auf drei Mitglieder, die anderwärts beschäftigt waren, voll vertreten. Einige davon ergänzten noch in der Diskussion die Ausführungen des Referenten. Folgende Refolution wurde einstimmig angenommen: Die am 22. Februar 1909 im Boltshause" zahlreich flären sich mit den Ausführungen des Referenten in allen Punktent versammelten Arbeiter aller Betriebe der Stadt Charlottenburg ereinverstanden. Meble Erfahrungen auf dem Berliner Pflaster machte der Koch Kurt Lange aus Dresden, der vor zwei Tagen nach Berlin gekommen war, um hier Stellung zu suchen. 2. nahm in einem Gasthofe Logis und wollte bann die Reichshauptstadt besichtigen. Er tam in cin Wiener Café, machte bort die Bekanntschaft einer„ Dame", mit der er später verschiedene Lotale besuchte. Nach seiner Angabe rauchte er einige Zigaretten, die ihm von seiner neuen Freundin gereicht worden waren, und was dann mit ihm geschehen ist, weiß er nicht mehr. Der Koch wurde am folgenden Morgen in Königs- Wuster hausen auf der Straße befinnungslos aufgefunden und nach dem dortigen Krankenhaufe gebracht, wo er sich bald wieder erholte. Der Mann konnte jebe feststellen, daß ihm sein Portemonnaie mit dem zesamten Juhalt von girta 200 2. gestohlen worden war. Besonders bemerkenswert an diesen Vorschlägen ist der, den un bebauten Grund und Boden 2%, mal so hoch zu besteuern wie den bebauten. Hierzu bedarf es der Genehmigung der Staatsbehörden. Ebenso muß der Bezirksausschuß nun seine Zustimmung zu der vor gefchlagenen Verteilung des Steuerbebarfs auf Realsteuern und Einfommensteuer geben, weil diese Verteilung eine Abweichung von der Vorschrift des§ 54 des Kommunalabgabengefeges bedeutet, wonach die vom Staat veranlagten Realsteuern in der Regel mindestens zu dem gleichen und höchstens zu einem um die Hälfte höheren Prozent fatz zur Kommunalsteuer heranzuziehen find, als Zuschläge zur Eintommensteuer erhoben werden. Die Bersammelten fehen es als eine Notwendigkeit an, daß bei den bevorstehenden Etatsberatungen die schon im November 1907 eingereichten Anträge Berücksichtigung finden. Insbesondere erwarten die Arbeiter, daß die Regelung der Löhne fowie die Einführung der verkürzten Arbeitszeit nach den in den Anträgen enthaltenen Vorschlägen zur Annahme gelangen. Unter falscher Flagge fegelt ein angeblicher Beamter der GasArmenwohnungen in Charlottenburg. Wie wir bereits mit anstalt, der in verschiedenen Teilen der Stadt mit Erfolg aufgetreten ift. Der etwa 21 Jahre alte Mann trägt eine Müge mit der Be- geteilt haben, beklagt sich die Armenverwaltung darüber, daß die zeichnung der Gasanstalt, führt sich als Angestellten ein, entfernt die Höhe der Unterstützungen durch das geringe Angebot fleiner Berschlußplomben an den Gasautomaten und eignet sich die Nickel Wohnungen und durch die Höhe der Wohnungsmieten beeinflußt aut. Die geschädigten Leute merten den Trick erst, wenn der richtige stehenden Wohnungen von Stube und Küche bei den letzten ist im Alter von 74 Jahren im Sanatorium des Westens gestorben. Der Stadtälteste von Charlottenburg, Stadirat Toebelmann, wird. Als Ergänzung sei hinzugefügt, daß die Zahl der leerBeamte fommt. Vor einigen Tagen hat ber freche Bursche bei sechs Bählungen gegen das Vorjahr allerdings etwas zugenommen hat, Mietern des Hauses Körnerstr. 21 die Automaten geleert. daß aber die Zahlen noch weit hinter dem als normal an- Schöneberg. Als erdichtet hat sich jetzt eine giveite Mefferstecherei heraus- gesehenen Prozentjah zurückbleiben. Die Preise der Mieten, fotoeit gestellt. Diese betrifft die Schlächtersfrau Filus aus der Rigaer- fie von der Armenverwaltung fontrolliert werden konnten, ftraße 74, die am 14. d. M. abends um 7 Uhr auf der Treppe einen geigten eine erneute Erhöhung. Der Durchschnittspreis von 108 Die Stadtverordnetenversammlung nahm in ihrer legten Sigung zunächst den Bericht des Ausschusses über die Einrichtung einer Generalvormundschaft entgegen. Den Beschlüssen Es folgte dann die zweite Beratung des Etats. Ueber den Etat der Boltsbadeanstalt und der Volksbücherei berichtete Stadtv. Küter( Soz.). Diefelben wurden ohne Debatte angenommen. Ersterer schließt mit einer Einnahme von 9800 M. und einer Ausgabe von 17 000 M. ab, lepterer mit einer Einnahme von 1110 M. und einer Ausgabe von 36 554 M. Zugestimmt wurde auch dem Etat der Krankenbeförderung( Einnahmen 16 300 m., Ausgaben 24 645 M.). 00 Berhungert. Nach einer Meldung aus Stattowig wurde der Arbeiter Stielinski auf der Straße verhungert aufgefunden; er starb bald nach seiner Einlieferung in das Polizeiobdach an Erschöpfung und Körperschwäche. Ses Ausschusses, die sich im wesentlichen mit der Magistralsvorlage| einem erheblichen Desigit abschneiden. Im vorliegenden Etat Igelaufen sind und die Kaufleute fein Heizmaterial haben. Der becken, wurde ohne Debatte zugestimmt. Gleichfalls zugestimmt 1909 feien Mehrausgaben in der Höhe von girla 100 000 M., Negierungspräsident ermächtigte den Deichhauptmann v. Jagow in wurde der Errichtung neuer Lehrerstellen an der Fortbildungs. beren Deckung durch neue bezw. erhöhte Steuern erfolgen müsse. Schnackenburg, den Alanddam unterhalb Krüden sprengen oder ich u I e. Die schlechte Finanzlage teile die Gemeinde nicht nur mit Staat nnd durchstechen zu lassen, damit die Elbfluten dort mit dem MandEin Antrag der liberalen Fraktion verlangt, daß der Magistrat Reich, sondern auch mit dem übrigen Groß- Berlin; es fei aber hier waffer in die Elbe zurüdfehren könnten. Der Eisaufbruch der Else an zuständiger Stelle dahin vorstellig werden soll, daß der Aus- nicht nur die gegenwärtige schlechte wirtschaftliche Lage allein von Lenzen bis Sanbau fostet den Stromfistus bis jegt 30 000 W. fall des Schulunterrichts aus besonderen Anlässen dafür verantwortlich zu machen, sondern die außerordentlich großen Die Eisbrecher auf der Elbe find gestern abend bei Paschenwerder bei den Kindern spätestens am vorhergehenden Tage mitgeteilt wird. Ausgaben, die infolge der ausgedehnten Gemarfung mit der noch Berben angelangt. In der Begründung führte der Redner der liberalen Fraktion aus, verhältnismäßig dünnen Besiedelung sich notwendig machten. Namens Rathenow, 28. Februar. Der Bericht der Wasserbauinspektion daß es jetzt Sitte geworden ist, bei festlichen Gelegenheiten den des Gemeindevorstandes beantrage er eine Erhöhung der Grund in Rathenow, ber heute mittag über die Lage im Hochwassergebiete Schulunterricht ausfallen zu lassen. Mit der Art und Weise, wie steuer um 1,50% also auf 4,50% für unbebante Grundstücke. ber Havel und Elbe veröffentlicht wird, lautet: Die Eisbrecher der dies geschicht, könne man sich jedoch nicht einverstanden erklären. Der Gesamtwert derselben betrage zur Zeit 44 Millionen. Davon Strombauverwaltung arbeiten gegenwärtig in der Elbe oberhalb Der Antrag wurde ohne Debatte angenommen. träfen auf die Forensen 27 millionen, Aktiengesellschaften Neuwerben, kommen aber nur sehr langsam vorwärts, da hier die 10 Millionen, auf hiesige Eigentümer 7 Millionen. Der größten Eisverfeßungen find. Das Wasser geht weiter langfam Ertrag der Grundsteuer würde sich um 60 000 m. erhöhen, tvoran zurüd. Der Wasserstand der Havel bei Havelberg beträgt heute die Forensen mit 33 000 m., die Attiengesellschaften mit 16 000 und 3,93 Meter, der Wasserstand dee Elbe bei Dommühlenholz 4,80 Meter. die hiesigen Eigentümer mit 11 000 m. partizipieren. Außerdem sei ohne die Erhöhung des Schulgeldes an den höheren Schulen die Erhöhung der Oberlehrergehälter nicht möglich, abgesehen von der Aufbesserung der Gehälter der Volksschullehrer und Beamten. G.-B. Rübler weist auf die großen Schwierigkeiten des diesmaligen Gemeindehaushaltsetats hin. Die Mehrausgaben betrügen über 100 000 m., für die Deckung gefunden werden müsse. An den Ausgaben lasse sich nach seiner Meinung nichts sparen. Die Erhöhung der Grundsteuer sei ohne weiteres zu akzeptieren, auch die Erhöhung des Schulgeldes an den höheren Lehranstalten, jedoch nicht in der vom Gemeindevorstande beabsichtigten Höhe. Er beantrage ferner die Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer um 10% und der Kanalisationsgebühren von 22 auf 3%. Gemeinde- Zwei Kinder durch Leuchtgas vergiftet. Wie aus Worms ge= vertreter Raupert lehnt die Erhöhung der Kanalifationsgebühren meldet wird, famen dort durch Ausströmen von Leuchtgas an einem als eine Belastung des Grundbesizes" ab, ebenso eine Er- Gastocher zivci Knaben im Alter von 14 und 12 Jahren ums Leben. höhung der Einkommensteuer. Es fei nicht Aufgabe der Gemeindevertretung, dem Vorftande Direktiven zu geben. leber den Etat der Armenverwaltung berichtet Stadt- Diefer möge der Versammlung Vorschläge unterbreiten. verordneter Molfenbuhr( S03.). Er ist der Meinung, daß die Schöffe Dr. Lengner wendet sich gegen eine Erhöhung der eingesetzten Zahlen, trotzdem fie gegenüber dem Borjahre eine Er- Kanalisationsgebühren, die im vorliegenden Falle ungesetzlich fei. höhung aufzuweisen haben, nicht reichen werden. Die Steigerungen Gemeindevertreter Staete ist gegen die Erhöhung der Einkommen find Folgen der allgemeinen Strife. Hierdurch entstand eine längere steuer, die unflug wäre und die Heranziehung steuerfräftiger Glemente Debatte über einen Anirag, die Armenärzte mit einem anderen erschwere. Der Erhöhung der Grundwertsteuer und des Schulgeldes Namen, z. B. Gemeindeärzte oder Bezirksärzte zu benennen. Der an den höheren Schulen stimme er zu. Gemeindevertreter EngelAntrag wurde schließlich angenommen. Ebenso wurde ein weiterer mann, Grundbesizer und zugleich Vertreter der Antrag angenommen, eine Summe von 1000 m. für Informations- Mieterpartei, verwahrt sich gegen jede Erhöhung der Grundreifen der Armen- und Waisenpfleger einzusehen und der Etat dann steuer, die das„ Banen" vertenere. mit einer Einahme von 145 810 M. und einer Ausgabe von 458 925 Mark angenommen. Beim Stiftungsetat, der nur eine Höhe von 5000 m. hat, wurde von mehreren Rednern bedauert, daß in Schöneberg von einem Stiftungsetat kaum die Rede sein kann. Es gebe genug Leute, die Millionen aus Schöneberg herausgeholt haben, die aber feinen Pfennig zu Stiftungen herausgeben, sondern das Geld in ihrer Tasche behalten. Genehmigt wurde auch der Etat des städtischen Unterfunftsraumes( Ausgaben 2825 M.) und der Rechtsaus funftsstelle( Ausgaben 4000 M.). Der Magistrat wird hierbei ersucht, zu erwägen, ob und wie die Räume für den Unterkunftsraum und die Rechtsauskunftsstelle zu den Zeiten, wo sie nicht benuht werden, anderweit verwendet werden können. Beim Gärtnereietat reate Stadtv. Magnan( S03.) an, alle Anpflanzungen in den städtischen Anlagen mit Schildern zu versehen, worauf Name und Herkunft der Pflanzen und Sträucher angegeben wird. Er beantragte, zu dem Zweck zunächst eine Summe von 500 M. einzusehen. Der Antrag wurde angenommen und dem Etat( Einnahmen 9985 M., Ausgaben 108 432 M.) sodann augestimmt. Längere Auseinandersehungen brachte die Vorlage des Magiftrats betr. den Erweiterungsbau des städtischen Rrankenhauses, dessen Gesamtkosten sich auf 1304 000 m. belaufen. Stadtv. Magnan( Soz.) und andere Redner treten dafür ein, daß das zu errichtende Badehaus im erweiterten Maße zu bauen ist, so daß es allen Ansprüchen genügt. Schließlich wurde ein diesbezüglicher Antrag angenommen und der Magistratsvorlage sodann zugestimmt. Der Magistrat brachte sodann zur Kenntnis, daß er dem Arbeiterturnverein ein städtisches Grundstück zur Benubung als Turnplay zur Verfügung gestellt hat. Stadtb. Küter( Soz.) er flärte, daß dies feineswegs genüge, sondern es müsse schneller gearbeitet werden, um eine städtische Turnhalle zu schaffen. Die sozialdemokratische Fraktion hat der Stadtverordneten bersammlung folgenden Antrag unterbreitet: „ Der Magistrat wird ersucht, mitzuteilen: schäftigung gefunden haben; 1. Welche Notstandsarbeiten sind bis jetzt in Angriff genommen und wie groß ist die Zahl der Arbeiter, die dabei De2. welche Maßnahmen find ergriffen, um der jetzt be stehenden Arbeitslosigkeit zu steuern? 3. beabsichtigt der Magiftrat eine kommunale ArbeitsTofenversicherung einzuführen? Friedenau. " gemeldet wird, bis auf weiteres der Güterverkehr auf den Strecken Wegen Schneeverwehung ist, wie amtlich aus Königsberg i. Pr. Ser russischen Südwestbahnen Shmerinfa- Odessa, Rajatin- FastowKiew, Birjula- Snamenta und nach den weiter gelegenen Stationen sowie nach den füblichen Zufuhrbahnen gesperrt. Gilgut und leicht verderbliche Güter fönnen angenommen werden. Typhusepidemic in einem französischen Regiment. " Der Pariser Matin" berichtet aus Lorient: Unter den Soldaten der Garnison Bannes ist der Typhus ausgebrochen. Vier Soldaten bes 116. Regiments sind bereits gestorben. Dreißig Soldaten des felben Regiments sind schwer erkrankt. Die Krankheit ist durch Genuß von Salat verursacht worden. willkommen. Sozialdemokratischer Lese. und Diskutierklub„ Heinrich Seine. Heute abend 9 Uhr, bei Bolze, Rodenbergstr. 8: Sigung. Gäste Lefe und Diefutierflub„ Südost". Heute abend 8 1hr be vor, um die Berliner Geschäfte und Warenhäuser au treffen. winlommen. Er schlägt eine Filialsteuer Kolksdorf( Nachs. Heinrich Neithardt), Görliger Str. 58: Vortrag. Gäste Er fei im übrigen noch zu inng in der Gemeindes Achtung! Konditoren, Silfsarbeiter und Arbeiterinnen. Heute vertretung, um sich über den Etat eingehender äußern zu können. abend 8%, Uhr im Rosenthaler Hof", Rosenthaler Str. 11/12: Deffentlich Der andere Vertreter" der Mieterpartei, Herr Mitterschaftssekretär Bersammlung. und Hausverwalter Lehmann, scheint aus denselben und vielleicht auch aus anderen Gründen geschiviegen zu haben. Nach einer furzen Geschäftsordnungsdebatte wurde der Etat in die Kommission verwiesen. Brit. Eingegangene Druckfchriften. Die Bekämpfang der Bleibergiftung im Maler- und Anstreichers gewerbe. 1 m. A. Tobler, Hamburg 22. Die Streifs in Rußland. Inaugural Differtation von K. Leites. 95 Seiten. Berlag ber Academia" in Zürich. Ausbau der Schulanfsicht in Bayern. Von F. Weigl, Lehrer, 80 Seiten. V. Höfling, München. Briefkaften der Redaktion. www 20. 3. 52. In der ersten diesjährigen Situng der Gemeindevertretung wurde zunächst über einen Vertrag mit Rigdorf betreffend Leistung eines Zuschusses zu den Schulunterhaltungskosten verhandelt. Nach diesem verpflichtet sich die Stadt Rigdorf eine einmalige Ents schädigungssumme von 20 000 m. an die Gemeinde Briz zu zahlen, wenn Bris auf alle weiteren Ansprüche verzichtet. Nachdem der Die furiftifme Evrechftande finder indenstraße Nr. 3, gluelter Gemeindevertreter Grau für die Annahme des Vertrages ge- Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl sprochen hatte, wurde derselbe einstimmig angenommen. Wie der Sonnabends beginnt die brekunde nm 6 dr. Jeder lufrage ist ein wachentäglich abende von 7%, Die 9% the ftatt. Geöffnet 7 11 r Gemeindevorsteher im weiteren Werlauf der Sizung mitteilte, ist niebe und eine abi els Wertheimen betzufügen. Briefliche Antwort die Stadt Berlin verurteilt worden, einen Zuschuß von 1400 20. wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften können 14 Tage zu den Schulunterhaltungskosten an die Gemeinde Britz zu zahlen. vergeben. Gilige Geese wage man in der Sprechstunde vor. Der Gemeindevorsteher hat nun der Stadt Berlin den Vorschlag 3. und&. Ein Gerichtsvolgieber ist mit der Bornahme der Pfändung zu . 5. 108. 1. Ja. 2. Nur wenn im Urteil Zinsen zugesprochen find. Bon allen Fraktionen unterzeichnet wurden dann zwei An- gemacht, mit der Gemeinde Briz einen ähnlichen Vertrag abzubeauftragen. träge eingebracht; der erste verlangt eine Summe aus städtischen schließen, wie er zwischen Brik und Rigdorf besteht, doch diese An- 2. Beantragen Sie beim Gericht schrifflich, Zhnen eine Befcheinigung des 8.3. 1877. 1. Der Mietsstempel ist richtig berechnet. Mitteln zur Milderung der in der Altmark durch die Weber- gelegenheit fei noch in der Schwebe. Dagegen hat die Gemeinde Austrittes zu erteilen. 3. 100 Broz. 4. Uns nicht bekannt. 5. Ohne Einsicht fchwemmungen verursachten Not, der zweite Antrag richtet das Schöneweide die Leistung eines Zuschuffes zu den Schul- in den Antrag und die Bersicherungsbedingungen nicht zu beantworten. Ersuchen an den Magiftrat, an zuständiger Stelle gegen die Mehr unterhaltungskosten der Gemeinde Britz abgelehnt. Leider ist es 11. 2. 25. Wenn Sie unterschrieben haben, müffen Sie leider zahlen. belastung durch die Telephongebühren energisch zu pro- unterlassen worden, an den Gemeindevorsteher die Frage zu Sonst fönnen Sie etwa einen Betrag von 30 Mart zurückverlangen. testieren. richten, ob ihm bekannt ist, daß auf Grund der Forderung eines M. B. 18. Falls fein Testament gemacht ist, würde die Witwe ein Zuschusses, welche die Gemeinde Briß an Schöneweide stellte, Biertel und die Stimber brei Biertel des Nachlaffes echalten. Die Kinder, auch Sie, erbett zu gleichen Zeilen. 3. Priwalfer Str. 1. Rein. den in Briz wohnenden aber in Schönetveide beschäftigten Ar- 2. Es sind die vereinbarten Gebühren, eventuell angemessene zu zahlen. beitern von ihren Arbeitgebern anheim gegeben worden ist, Bris 2. R. 37. Selbstverständlich. D. R. 17. C3 fönnte Piandung versucht als Wohnort aufzugeben, da fie andernfalls in Schöneweide und Leistung bes Offenbarungselbes verlangt, jodann der Arbeitslohn gea beiter, welche zum großen Teil 15 und mehr Jahre in Schöne- Sie sich an das Amtsgericht wenden. nicht mehr beschäftigt werden. Es handelt sich um zirfa 50 Ar- pfändet werden. Wegen Bestellung eines anderen Vormundes müßten Biegener. Nein. weide arbeiten und ebenso lange in Brizz wohnen. Es wäre sehr 1. Die Armenfommission gahlt feine Anwaltsgebühren. Die Partei, der erwünscht, zu erfahren, welche Schritte der Gemeindevorsteher im bas Armenrecht bewilligt ist, braucht Ihren Anwalt erst zu zahlen, wenn Interesse dieser Arbeiter unternimmt. Der von dem Leiter der sie baza in die Lage fommt. 2. Wenn nichts anderes vereinbart ist, können Chambregarnisten bis am 15. amm ersten, nicht aber umgefehrt( am ersten Brizer Boltsbibliothek erstattete Bericht zeigt ein erfreuliches am 15.) gefündigt werden. 3. Falls aus dem Mietsvertrag sich nichts Steigen der Leserzahl. Einer Einnahme von 168,40 M. fteht eine Gegenteiliges ergibt, nein. 4. Die Polizei hat sich ba nicht hineinzumengen. Ausgabe von 159,45 M. gegenüber. Außer Sonntags soll in 20... 1. Ja. 2. Eine Invalibenterte tann jeberzeit umgetauscht Zukunft auch an einem Wochentage, vielleicht Mittwochs von 7 bis werben. Sie muß umgetauscht werden vor Ablauf von givei Jahren von 8 Uhr abends, die Bibliothek für das Lefepublikum geöffnet werden. ihrer Ausieung, gleichviel wie viel Marten sich auf der Karte befinden. 1. 8. 22. Sie sind zu Zahlung nicht verpflichtet, auch Ihre Fran Weiter beschloß die Gemeindevertretung auf ein Angebot der nicht, weil sie zur Zeit des Bertragsabschlusses, minderjährig war und die Haateschen Erben einzugehen und das diefen gehörige Grundstück Genehmigung von ihrem Vater nicht erhalten hatte. an der Chausseestraße für 10 000 Mt. zu erwerben, da dasselbe zur Erfagfommision kann ausnahmsweise von der Ablegung eines Granens Verlängerung der Neubrikerstraße dienen soll. Das fönigliche Abstand nehmen. Statasteramt hat der Gemeinde mitgeteilt, daß in Brit eine Reihe Kinder fönnen Gbiellung verlangen und wenn diese nicht in Güte durch von fleinen Gebäuden nicht zur Gebäudesteuer veranlagt sind. sufeben ist, sich an das Amtsgericht sweds Nachlaßregulierung wenden und Um nun noch eine Nachveranlagung für 1908 zu ermöglichen, er- eventuell lagen. bietet sich das Katasteramt, der Gemeinde entsprechende Mitteilungen zugehen zu lassen. Auf Anraten des Gemeindevorstehers beschloß die Gemeindevertretung jedoch auf diese Mitteilungen zu verzichten, da die Nachveranlagung der Gemeinde viel Mühe und Rosten verursachen würde, zu denen die Einnahmen, da es sich nur um fleine Beträge handelt, in feinem Verhältnis stehen. Auf zur Stichwahl! lautete das Thema, welches am Montag abend im Rheinschloß" in einer öffentlichen Gemeindewähler- Schließlich trat auf einstimmigen Beschluß die Gemeinde Briz der veriammlung behandelt wurde. Genosse Obst als Referent wies in Einrichtung des Post- und Scheckverfchrs bei. Zu bemerken ist fernigen Worten an vielen Beispielen aus den benachbarten Orten noch, daß sowohl von bürgerlicher Seite als auch von unseren Vernach, daß das Vorhandensein eines sozialdemokratischen Gemeinde- tretern Anträge auf Bermehrung der Gemeindevertreterplätze gevertreters auch für Friedenau eine dringende Notwendigkeit sei und stellt worden sind. Doch ist bisher öffentlich nichts über das forderte alle Anweienden auf, am Wahltage die ganze Kraft Schicksal diefer Anträge bekannt geworden. für die Wahl des Genossen Paul Richter einzusetzen. Genoffe Eichwalde. Richter teilte noch mit, daß die Gruppe der Haus- und Grundbesitzer, die vor der Hauptwahl in der widerlichsten Weise gegen den bürgerlichen Gegenfandidaten aufgetreten fci, jetzt für diefen ihre Wähler zur Stimmabgabe auffordere, um zu verhindern, wie es heißt.„ verzobelt" zu werden. In der Diskussion wurde die Unfähigkeit der bürgerlichen Vertreter, für die verktätige Bevölkerung auch nur das allergeringste leisten zu können, nachgewiesen. Groß- Lichterfelde. Achtung! Gemeindevertreterwahl! Die Stichwahl zur Gemeindevertretung findet heute nachmittag von 2 bis 9 Uhr im Restaurant„ Hohenzollern", Handjerystr. 64, statt. Wir ersuchen die Berliner Genossen, die Arbeiter aus Friedenau darauf aufmertiam zu machen und sie zur Ausübung ihres Wahlrechts zu veranlaffen. Als Legitimation gilt die vom Gemeindevorstand zugestellte Ausweis karte. Wer eine solche nicht erhalten hat, versehe sich mit einer anderen Legitimation: Stetter zettel. Militärpapiere, Invalidenkarte usiv. Standidat ist der Hand Tungsgehilfe Paul Nichter. Die Genossen werden ersucht, so geitig als möglich zur Wahr au gehen. 21. 2. 96. Die .$. 850. 1. Das ist möglich. 2. und 3. Die milicher MarttBericht der städtischen Markthalen- Direktion über den Großhandel in den Bentral- Marttballen. Marktlage: Fleilm: 3nfuhr genügend, Geschäft slan, Breite unverändert. Bild: Zufuhr nicht genügend, Befchäft nicht rege. Breile gut. Geflügel: Bufuhr knapp, Geschäft ruhig, Preise Doch. Fische: Bufuhr genügend, Geschäft fchleppend, Breife befriedigend. Butter unb staje: Geschäft ruhig, Gemife, Ob und Südfrüchte: Zufuhr Preile unverändert. genügend, Geschäft etwas lebhafter, Preise wenig verändert. Witterungsbericht vom 28. Bruar 199. moreens 8 r. Stationen samburg Abermals seines Amtes enthoben worden ist der Gemeindevorsteher Beschorner. Bekanntlich wurde Herr Beschorner im Borjahre von feinem Amte suspendiert, weil ihm zur Last gelegt wurde, die Amtsgeschäfte nicht ganz einwandfrei geführt zu haben. Berlin Die Eichwalder Gemeindevertretung aber wählte Herrn. B. als Gemeindevorsteher wieder. Barometer fland mm Lind778 ND richtung Winbftärle Better Sroemde 774 NO 773 D 2 Geiter ranti.a 772 D Münden ten 769 NW 769 D 1 Dunst 3 bedeckt 4 balb bb. 3 Schnee 1 Ethitec Sents. n. 6. 6.4° Stationen Narometerurur ev Binds richtung inditärfe Better Temp. a. 6. 15° 6.4° St. 2 Nebel -1 Nebel 9 3 moltig 7 775 2 1 wollig 770 AND 2 heiter -3 aparanda 778 G 3 Petersburg 781 SD -3 Scilly 771 DSD -4 berdeen -7 Baris -8 Wetterprognose für Mittwoch, den 21 Februar 1909. Etiras milder, vorwiegend trüße mit leichten Schneefällen und Am 27. Februar findet bereits die Neuwahl des Gemeindevorstehers statt. Der Bersonenwechsel ist für die Arbeiterschaft nicht Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer Sigung am Montag vertretung vorherrschende Cliquenwirtschaft, die letzten Endes für den mäßigen östlicher von großer Bedeutung; sie interessiert viel mehr die in der Gemeindeausschließlich mit der ersten Lelung des Gemeindeetats pro 1909 84 Geineindevorsteherwechsel die Schuld trägt. Mit dieser Wirtschaft beschäftigen. Derfelbe schließt ia Ginnahmen und Ausgaben mit dem Betrage von 1 900 000 m. ab. Genauere Ziffern über die ein abzurechnen hat die Einwohnerschaft im nächsten Monat anläßlich zelnen Bofitionen fönnen erft gegeben werben, wenn die Etats, ber Gemeindevertreterwahl die beste Gelegenheit. Schon jetzt muss tommiffion ihre Beratungen abgefchloffen hat, da aller Wahrschein für die Wahl sozialdemokratischer Gemeindevertreter agitiert werden. lichkeit nach erhebliche Benderungen gegenüber dem Etatsentivurf eintreten werden. Vermischtes. ben. Berliner Betterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanitalt für Gewässertimbe, mitgeteilt som Berliner Wetterbrennt. am feit 123. 2. 21. 2. em Ca¹) 188) -9º) 80°)-10 95 172 247) Bafferitand -9 Saale, Grochlig Gavel, Spandau) Nathenow) Spree, Spremberg) Beeskow Beier, Münden all feit 22. 2. 21. 2. em cm ¹) 114 75 +4 132 04 98) Dinben Rhein, Maximiliansan 293 55 30 107 43-1 Redin -160-6 Barby 129-18 Magdeburg 110 Redac, Heilbronn Main, Bertheim 2tfel, Evier 108 58 144 Wasserstand Das einleitende Referat hielt der Gemeindevorsteher Schulz. Ueber den vorliegenden Etat sei wenig zu sagen und das Wenige sei emel, Tilsit nicht erfreulich. Früher habe Lichterfelde ähnlich böse Zeiten durch- Das Hochwasser in der Altmart. Aus Wittenberge tofrd De regel, niterburg zumachen gehabt wie jetzt. Im Jahre 1898 habe bei 110% Gin richtet: Der Alanddeich bei Boschof unterhalb Seehausen ist durch eichfel, Thorn Dder, Ratibor fommensteuer und 2% Grundwertsteuer bas Defizit 86 229. bea brochen. Infolgedeffen stehen die Ortschaften Wancher und Krüden Krossen tragen; 1899 bei Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer auf 120% unter Wasser. Die Pioniere find von Seehaufen ausgefahren, um Frankfurt und der Grundsteuer auf 2,1% Defight 86 000 R.; 1900: diefelbe Boschof zu retten. Der Wasserstand in Seehausen ist sehr wechselnd. Barthe, Schrimm 66 Gemeindesteuer und auf 2,2% erhöhte Grundsteuer 82 700 07. Er ist dort gestern um zehn Zentimeter gefallen, in der Nacht um Landsberg 755 Defizit; 1901: diefelben Steneri, 87 000 9. Defigit; 1902: 125% fieben Zentimeter gewachsen und heute wieder um acht Zentimeter Nege, Bordamm 99) Einkommensteuer, 2,4% Grundstener, Defizit 39 500 2.; bas gefallen. Die Lage ist unverändert. Fortwährend treffen aus Ibe, Zeitmerit Jahr 1903 habe endlich einen Ueberschuß von 67 000. bei Hamburg und Berlin Scharen von Fremden ein. Die Besteigung derfelben Steuerberanlagung gebracht; bas Jahr 1904 einen folchen bes Seehaufer Turmes foftet jest 50 Pfennig. Das Geld fließt. von 58 800 m.; 1005: 21 000., 1906: 26 000.; das Jahr 1907 dem Fonds zu. Der Boftverkehr nach Osterburg und Arendsee ift wies bei 110% Ginfommensteuer und 3% Grundsteuer ein Defizit eingestellt. Die Bioniere aus Altenzaun sind in Seehaufen eine von 65 700 M. auf und das Jahr 1908 dürfte voraussichtlich mit getroffen. Die Kohlen werden sehr knapp, da die Steller voll- 19 eisfret. Dresden 9+ bedeutet Wachs, Geas ****** 1 1 7+ 1** Ranb Fat. Unterpege? Eisstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin. Die Jahresberichte für das Jahr 1908 find erschienen. Die Werkstatt- Vertrauensleute können dieselben unter Vorzeigung der Vertrauensmännerfarte für ihre Kollegen vom Bureau abholen. Für die ausgestellten Mitgliedsbücher können die Kollegen Futterale zum Preise von 10 Pf. von den Beitragssammlern beziehen. Das diesjährige Winterfest findet am Sonnabend, den 6. März, in der Neuen Welt" statt. Billetts sind bei den Beitragssammlern und im Bureau zie haben. Jalousiearbeiter. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 1hr, bei Boeker, Weberstr. 17: Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Donnerstag, 25. Februar, abds. 8% Uhr, in Meiers Festsälen, Sebastianstr. 39: Allgemeine Versammlung der Elektromonteure und Helfer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen R. Bahn:" Die Opfer der heutigen Gesellschaftsordnung." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Branchen- Versammlung. Donnerstag, 25. Februar, abends 8½ Uhr, im Dresdener Garten, Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Mitglieder der Kommission müssen um 7 Uhr zur Stelle sein. Stellmacher. 11 Donnerstag, den 25. Februar, abends 8%, Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12: Branchen- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Xaver Kohl über " Die Anfänge der modernen Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Branchen- und Verbandsangelegenheiten. Möbel- und Stuhlpolierer, Beizer und Magazinarbeiter. Donnerstag, den 25. Februar, abends 8 Uhr, im„ Königstadtkasino", Holzmarktstr. 72: Außerordentliche Branchenversammlung. Dresdener Str. 45: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verwandten Tages- Ordnung: Berufsgenossen. 1. Vortrag des Kollegen A. Buschick über: Kapitalstonzentration und Arbeiterbewegung." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Donnerstag, den 25. Februar 1909, abends Punkt 8% Uhr, im Gewerkschaftshause( Saal 3), Engelufer 15: Versammlung der Mechaniker, Uhrmacher, Optiker fowie aller in den mechanischen Betrieben beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Augenarztes Herrn Dr. Hirsch über:„ Die Pflege des 2. Fragestellung. 3. VerbandsZagesordnung: 1. Die vom Vorstand geplante Agitation und Auges und Verhütung der Blindheit." unsere Aufgaben für die Zukunft. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung von angelegenheiten. 4. Verschiedenes. der Generalversammlung. 4. Branchenangelegenheiten. Küchenmöbelbranche. Donnerstag, 25. Februar, abends 8 1hr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Branchen- Verfammlung Mitgliedsbuch legitimiert. 79/11 Die Ortsverwaltung. Achtung, Werkstattvertrauensmänner! Donnerstag, den 25. Februar 1909, abends 7½ Uhr, in den Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21: Allgemeine Versammlung der Bauanfchläger Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Kollegen Hartmann über: Tarifverträge." 2. Disfuffion. Um zahlreichen Besuch obiger Versammlungen ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen denen, die mich an meinem Geburtstag durch ihre Glüdwünsche erfreuten, spreche ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank aus. Schöneberg, den 23. Februar 1909. A. Bebel. Demjenigen, Konditors Hermann Schwarz, geboren am 20. Januar 1867 in Borchersdorf mitteilt, zahle ich eine Belohnung von 10 Mart. welcher mir zuerst den Aufenthalt des Schwarz ist Augenzeuge eines Unfalles gewesen und soll darüber vernommen werden. Justizrat Bamberger, Aschersleben. Die bestexistierenden Zähne 1.80M Fast gänzlich schmerzloses Zahnziehen M 1m. Reform- Zahn- Praxis Zentral- Verband der Steinsetzer( Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands. Groß- Berlin ( Unterbezirk Nordost). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß der Steinfeger Gustav Hempel am 21. Febuar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 24. februar, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des HimmelfahrtsKirchhofes in Nieder- SchönhausenNordend aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 11516 Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wilhelm Nabiar am 19. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Februar, nachmittags 32 Uhr, vom Brizer Kirchhof, Chauffeestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 79/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. am Für die vielen Beweise der Teilnahme am Grabe meines lieben Sohnes, unseres Bräutigams, Bru ders, Schwagers und Dnkels, des Maschinenmeisters Fritz Scheibe sagen allen Verivandten, Bekannten und Freunden, den Vereinen, seinen Mitarbeitern der Firma Denter u. Nicolas unseren herzlichsten Dant. Witwe Henriette Scheibe nebst Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Freunden und Mitbürgern Johannisthals, der Schlosserinnung Köpenick, dem Sparverein Teutonia, bor allen dem Gesangsquartett " Eule", die fich durch rege Mitwirkung bei der Beerdigung der Familie Müßlick beteiligt haben, 1150b Fr. Teske. W. Artner. O. Senftleben. Carl Rudolph agen wir hiermit unseren herzlichsten unter persönlicher Leitung von Deutscher Tabakarbeiter- Verband 8 praktisch. Zahnärzten Diejenigen Vertrauenslente, die über das Resultat ihrer Be- 112/4 fprechung mit ihrem Arbeitgeber über die Verkürzung der Arbeits: zeit noch nicht berichtet haben, werden ersucht, durch Karte oder mündlich dem Bureau des Verbandes, Engelufer 14/15, Mit teilung zugehen zu laffen. Auch ist es dringend erforderlich, daß diejenigen Werkstellen berichten, in denen eine Verständigung er: zielt ist. ( Zahlstelle Berlin). Donnerstag, den 25. Februar 1909, abends 8%, Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 18m, im unteren Saal: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mitglieder- Versammlung Zahlstelle Charlottenburg. Zagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1908. 2. Bericht über das verflossene Donnerstag, 25. Februar, abends 8½ Uhr, im Volkshause, Geschäftsjahr. 3. Neuwahl der Bevollmächtigten und Nevisoren. 4. Dertiche Verbandsangelegenheiten. Rosinenstr. 3: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Tarifverträge in der wirtschaftlichen Krise. 2. Verbandsangelegen heiten. 3. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade8, II.( Stdtb.Börse). Frack Verleih- Institut: Friedrichst.115/ 1, a.Drabg. Tor. Eleg. Frack, Gehrod 1,50, ose 1,00, Weste 50ẞf. Kunstgeigenbauer E. Toussaint BERLIN C. Joachimstraße 11C, liefert Reparaturen, auf Wunsch zugleich mit vorzgl. Tonverbesserung. Spezialität: Erzeugung des alt: italienischen Timbres für große Säle an alten :: und neuen Geigen.:: Mäßiges Honorar.* H Schutzmarke. 79/16 Die Ortsverwaltung. 1000 wertvolle Geschenke für die Leser dieser Zeitung. Jeder, der bei uns einen 10 Pfd. Emaille- Eimer Delikatess- Pflaumenmus franko für M. 2.50. oder einen 10- Pfd.Emaille- Eimer künstl. Honig franko für M. 3.25 oder 8 Pfd. feinste Delikatess- Margarine franko für M. 5.- bestellt, erhält ein wertvolles Geschenk. Keine Nebenkosten. Schreiben Sie sofort, da nur 1000 Geschenke für die Leser ausgesetzt sind. Jeder Besteller erhält einen prakt. Gebrauchsgegenst. gratis. Versand- Gesellschaft Magdeburg 90 Postf. 164. Seid einig, einig, einig im Gebrauch von Veilchenseifen: pulver" Goldperle". Es liegt jedem Paket ein reizendes praktisches Geschent bei. Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen. Rauchen Sie Phänomen igaretten! Devise: Qualität ist die beste Empfehlung 187/4 Die Bevollmächtigten. J. A.: S. Rosenthal. Kollegen und Kolleginnen! Mache es sich jeder von Euch zur Pflicht, in dieser so überaus wichtigen Mitgliederversammlung zu erscheinen. Verband und Assistenten. Dank. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung sowie Kranzspenden bei der Beerdigung 1. Praxis: Elsasser Straße 14 meines lieben Mannes und unseres Dntels ( Nähe Rosenthaler Tor). 2. Praxis: Friedrichstraße 35 ( gegenüber dem Apollo- Theater). 3. Praxis: Oranienstr. 61( am Moritzplatz). 4. Praxis: Palisadenstraße 106 ( Ecke Landsberger Straße). Ferdinand Fischer fagen wir hiermit allen Teilnehmern, insbesondere den Stammgästen, Freunden und Genossen sowie dem Gesangverein Nordwacht, dem Sozialdemokratischen Bercin im 5. Berliner Reichstagswahlkreis, dem Verein der freien Gast- und Schankwirte, Bez. 6 35/ 19* unseren herzlichsten Dank. 11495 5. Praxis: Huttenstr. 65( Moabit). 6. Praxis: Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 117, Ecke Pestalozzistraße. Sprechzeit v. vorm. 9-7 abends. Sonn- und Festtags 9-1 Uhr. der Maler, Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 25. Februar 1909, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59. Tages- Ordnung: Therese Fischer. Billigste Bezugsquelle gedieg. Trauergarderobe Westmanns Trauer- Magazin Berlin W., Mohrenstr. 37a NO., Gr. Frankf. Str. 115. Genaue Beachtung meiner Firma u. Hausnummer geboten!* 1. Stassenbericht für das 4. Quartal. 2. Jahresbericht für 1908. 3. Neuwahl der Ortsverwaltung. 4. Wahl Dr. Simmel, Prinzenstr. 41. der Agitationskommission für den 1. Bezirk. 5. Verbandsangelegenheiten. 128/ 6* Kostüm Alexandra M. 20.Mitgliedsbuch legitimiert! Die Ortsverwaltung. Kostüm Luise Kostüm Viktoria M. 28.-. M. 35.Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Westmanns letzte Tage für Plüsch-, Astrachan- und Pelzkonfektion! Fast umsonst: Paletots, Mäntel, Phantasiepiècen, Abendu. Theatermäntel, Jacketts, Kimonos, Capes Originalmodelle, Reisemuster und Kopien für jede, auch die stärksten Figuren passend, vorrätig! Kinder- Konfektion! Wert teilweise bis M. 60,- bis M. 80,- bis M. 160,- bis M. 240, jetzt nur M. 11,- nur M. 15,- nur M. 30,- nur M. 45, Gratis für jeden Käufer schon von M. 20,- an: ein elegantes Reisecape! Einsegnungskleider besonders billig? Jetzt nur noch einzeln an Private! Kostüme, Kostümröcke, Kleider, Blusen! hocheleg. Fassons, hochmoderne Stoffe, Neue Frühjahrsmodelle 1909,. 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Die sich trotz des Vertrages noch immer nicht daran gewöhnen können, doppelt notwendig ist, und in diesem Sinne äußerte sich auch der den Bauarbeitern das zum Leben Allernotwendigste auch wirklich zu Bevollmächtigte Road in seinen mündlichen Auführungen. ( fichern und nur zu oft, besonders bei Eintritt des Winters, die Löhne Der gleichfalls gedruckte Sassenbericht für 1908 schließt mit Der Zweigverein Berlin des Verbandes der baugewerblichen noch weiter berabzudrücken suchen. Ferner wird ausführlich über der Bilanziumme von 171 142,16 M. ab. Unter den Ausgaben sind ant die Hauptkasse abgelieferte Gelder. Hilfsarbeiter hielt am Donnerstag bei Boeker in der Weberstraße die Einigungsverhandlungen zwischen dem Zentralverband und der 64 590,85 m. unter außerordentlich starker Beteiligung seine Generalversammlung Freien Vereinigung der Bauarbeiter berichtet, die ja im Januar Krantenzuschußunterstüßung erforderte 17 815,80 M., die Streit- und ab. Es wurde zunächst die Abrechnung vom vierten Quartal 1908 vorigen Jahres mit dem schönen Ergebnis der Einheitsorganisation Gemaßregeltenunterstüßung 6194,40 M., der Rechtsschutz 2350,73 M., berlesen. Sie schließt mit der Bilanzsumme von 60 543,51 m. ab; endeten. Rechtsschutz gewährte der Zweigverein seinen Mitgliedern die Sterbeunterstüßung 3995 M. an die Hauptkasse sind 13 516,25 M. abgeliefert worden. Die Ab in 25 Fällen. Die Schlichtungskommission, die erst im Juni gewählt Die Diskussion, die dem Bericht folgte, bezog sich hauptsächlich rechnung der Lokaltasse weist eine Gesamteinnahme von 42 187,46 M. wurde, hat zwei Sizungen abgehalten. Außerdem fanden jedoch auf innere Angelegenheiten. Es folgte die Neuwahl der Revisoren; auf, denen 7 042,88 M. Ausgaben gegenüberstehen, so daß der Be- 13 Unterfommissionssigungen statt, wobei es sich. um Verstöße der gewählt wurden Subsch, Kiekeber und Albert Gänge. stand am Quartalsschluß 35 144,58 M. betrug. Die Versammlung Unternehmer gegen Vertragsbestimmungen handelte. Jn 24 Fällen Ferner wurde das Ergebnis der Wahlen des Zweigvereinsvorstandes erteilte dem Kassierer nach kurzer Debatte Decharge. Der zweite wurde festgestellt, daß Mitglieder des Zweigvereins gemaßregelt bekannt gegeben, die am 31. Januar stattgefunden haben. Gewählt in 102 Fällen wurden Lohndifferenzen Punkt der Tagesordnung war der Jahresbericht des Bor- waren; gemeldet find: als erster Kassierer Gräber, als zweiter Bevollmächtigter standes. Er liegt in einer 39 Seiten starken Broschüre gedruckt und 47mal die Vertreter, der Schlichtungskommission N orgel, als Schriftführer Rotenburg, als Beifizer Krüger, an Baubuden, Schutz Schröder und Lohmann. bor. Der Bericht fagt unverhohlen, daß das verflossene Jahr für nach Bauten gerufen wegen Mangel die Bauarbeiter und ihre Organisation fein gutes war. Die Wirt- vorrichtungen und dergleichen. Wo Vertragsfirmen hierbei in Als Delegierte zu dem am 12. und 18. April in Köln stattschaftskrise machte sich in dem Maße geltend, daß manche Bau- Frage tamen, fonnten die Mißstände sofort beseitigt werden; auf findenden Verbandstag wählte die Versammlung: Wilhelm arbeiter 10 bis 12 Wochen arbeitslos waren und wenn der eine anderen Bauten mußte mit anderen Mitteln für Ordnung und Sicher Road, Wilhelm Kubsch und Otto Baum. oder andere schließlich Arbeit gefunden hatte, diese nur von kurzer heit der Einrichtungen gesorgt werden. Dauer war. Es wird sodann über die Tarifverhandlungen Ferner wird über die Tarifbewegung der Zementierer und der im Baugewerbe berichtet, die bekanntlich auf Grund des Gips- und Zementbranche berichtet, an der Mitglieder des Zweigam 27. April 1908 gefällten Schiedsspruches der Unparteiischen zum vereins der Bauarbeiter ebenfalls beteiligt waren. Am Ende des Hans nnd Grete. Von Friedrich Spielhagen.( Bolfsbücher.) Heft 24. Abschluß des bis zum 31. März 1910 geltenden Tarifvertrages Berichts wird darauf hingewiefen, daß jezt in der schweren Zeit der Berlag der Deutschen Dichter- Gedächtnisstiftung in Hamburg- Großborstel. führten. Im Anschluß daran sagt der Bericht, daß die Unternehmer Wirtschaftskrise die gewerkschaftliche wie politische Organisation| Geh. 40 Pi., geb. 75$ 1. wurden Eingegangene Druckfchriften. XIM HEINR: ILGENSTEIN: PREUSSENSPIEGEL 2 Mk BHD Gratis und franko! erhält jeder, der unsern PrachtGlobus bestellt, einen wertvollen elegant gebundenen kompletten Handatlas :: enthaltend fünfzig vielfarbige:: Vollkarten. Ein guter Atlas ist sonst nicht unter 30 M. zu haben. Der Preis des Globus ist dadurch nicht erhöht. Bestellen Sie umgehend! Bevor die Auflage vergriffen! Sensationelles Sonder- Angebot! Unser neuer Pracht- Globus mit Messing- Meridian, Kompaß und Meßband, reichhaltig wie ein großer Atlas, ist ein unentbehrliches Auskunftsmittel. 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