Nr. 47. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich)- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Gettägt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 80 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Mort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aunt IV, Nr. 1983. Deutsche und englische Steuerpolitik. Donnerstag, den 25. Februar 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. die notwendigen Lebensmittel, wie Getreide, Fleisch, Gemüse, zu suchen, das den Frieden sichert und die immer wieder Obst, Butter, Eier, Käse, Reis treffen.. England hat eigentliche Schutzölle nicht. Es hat nur Finanzzölle, und zwar nur auf folgende Artikel: Tee, Kaffee, Tabat, Bier, Spirituosen, Zucker und Zuckerwaren. Auch die Verbrauchssteuern beziehen sich, nur auf legtgenannte Artikel. Alle andern Nahrungs- und Genußmittel find zoll- und steuerfrei. Profeffor Adolf Wagner hat in der Rede, die er vorgestern unter dem Hohngelächter der Agrarier in der Vereinigung Nun liegen allerdings insofern die Verhältnisse im der Steuer- und Wirtschaftsreformer gehalten hat, als Tendenz Deutschen Reiche anders, als der Deutsche neben den Reichsder offiziellen deutschen Steuerpolitik treffend das Bestreben steuern noch in den betreffenden Landesstaaten, in denen er gekennzeichnet, alle zur Erhaltung des Deutschen Reiches ansässig ist, z. B. Bayern, Sachsen, Baden usw., Landesnötigen Lasten der unbemittelten breiten Masse aufzuladen. steuern zahlt; und wenn auch die Reichseinkommensteuer noch Tatsächlich gibt es kaum einen anderen Staat West- nicht Gesez geworden ist, so fordern doch die Einzelstaaten Aber durch dieses Nebeneinandereuropas, in dem dem der auf den Ertrag seiner Hände eine Einkommensteuer. Arbeit Angewiesene verhältnismäßig fo so hoch belastet bestehen von Reichs- und Landessteuern ist nicht etwa der steuerpolitischer Hinsicht günstiger ist, und der Besitzende, vornehmlich der Millionär, deutsche Arbeiter in In den meisten Ein Einkommen von verschleppte Krise der endlichen Lösung zuführt. Nun hat die deutsche Regierung den französischen Vorschlag, in Wien und Belgrad Vorstellungen zu erheben, mit dem Gegenvorschlag beantwortet, die Mächte möchten nur in Belgrad eine gemeinfame Intervention versuchen. Der Vorschlag findet in Paris günstige Aufnahme. In einem sehr vernünftigen Artikel sagt der„ Temps": „ Es bleibt nur die Wahl zwischen einem gefährlichen europäischen Konflikt oder einer moralischen Enttäu= schung Serbiens, die vielleicht durch wirtschaftliche Zugeständnisse gemildert werden könnte. Auf der einen Seite steht eine drohende Kriegsgefahr, auf der anderen der vereinzelte Protest eines Landes, der erfolglos bleibt, sobald einmal Europa gesprochen hat. Ein gemeinsames Werk zur Erhaltung des Friedens ist zu leisten, und ein Opfer, das der europäischen Sache nußt, von einem Staate, nämlich von Serbien, zu bringen. Da kann die Wahl nicht schwer sein, man muß das kleinere lebel wählen und sich für den Frieden Europas entscheiden. Es gibt Stunden, in denen es gilt, falt und ohne Gefühlsüberschwang zu urteilen. So sympathisch und interessant Serbien ist, es ist nicht einen Krieg wert, der ein Krieg aller gegen alle werden kann. Soll zivischen einer Ausdehnung der serbischen Grenzen und der Wahrscheinlichkeit, ganz Europa auf den Kopf zu stellen, gewählt werden, so kann es nicht fraglich sein, wie die Entscheidung zu lauten hat." so wenig zu den Einnahmen des Staates beisteuert, als im gestellt als der englische Arbeiter. neuen Deutschen Reich preußischer Nation. Besonders im der deutschen Bundesstaaten muß selbst der ärmste perfiden Albion", dem Lande der„ Strämerseelen", zahlt der Arbeiter, der einen Wochenlohn von 15 oder 20 M. Arbeiter und Unbemittelte viel weniger Steuern als im Lande hat, feine Einkommensteuer entrichten. In England zahlt der der großzügigen Sozialpolitik". Betrachtet auch die eng- Arbeiter überhaupt keine Einkommensteuer; denn alle Einlische Bourgeoisie den britischen Staat als eine Maschinerie fommen unter 3200 M. find steuerfrei. Um so höher sind zur Verfechtung ihrer Interessen, so stellt sie doch nicht, wie die großen Einkommen belastet. Aber troß dieser günstigen Aufnahme darf man die Aussichten die konservativen und liberalen Patrioten Deutschlands, die 20 000 M. zahlt z. B. in Preußen 600 M. EinkommenForderung, daß für die Aufrechterhaltung dieser Maschinerie steuer, in England wenn nicht besondere Gründe für eine Er- nicht zu optimistisch beurteilen. Deutschland hat durch die Ablediglich die unbemittelte Masse zu sorgen hat. Der englische mäßigung vorhanden find, 1000 Mart, also 5 Pro 3. lehnung, in Wien Vorstellungen zu erheben, ein schlimmes Ebenso belastet die englische Nachlaßsteuer, obgleich fie Präjudiz geschaffen. Denn auch Frankreich wird sich jetzt Besizer, der Geschäftsmann wie der Großgrundbesizer, erkennt wenigstens die Verpflichtung an, zu den Kosten der Staats- dem englischen Reich 385 Millionen Mart, also das Behnfache kaum dazu verstehen, in Petersburg mit dem erforderlichen maschinerie, die fast ausschließlich in seinem Interesse funktio- der deutschen Erbschaftssteuer einbringt, die unbemittelten Nachdruck aufzutreten. Und doch liegt die Entscheidung vor allem niert und ihm den Genuß und die Sicherheit seiner Einkünfte Schichten nur in geringem Maße. Die Steuer beginnt erst bei der russischen Regierung. Schließt diese sich der Intergarantiert, einen ansehnlichen Beitrag zu liefern. bei einem Nachlaß von 100 Pfd. Sterl., also ungefähr vention an und gibt sie in Belgrad mit der nötigen Deutlichkeit Bei den deutschen Agrariern reicht dagegen ihr„ vater- 2000 M., und stellt sich für diesen Betrag auf 20 M.; doch thren Willen fund, die Gerben, wenn sie von Worten zu Taten ländisches Pflichtgefühl" und ihre patriotische Opferwilligkeit" bleibt bei der Wertabschätzung das Hausgerät außer überzugehen wahntvisig genug wären, allein au laffen, so würde Betracht. Dagegen müssen die englischen Millionen- Erben die Kriegsgefahr sehr rasch beseitigt sein. Aber nur so weit, der Regierung die geforderten Kosten für Her recht ansehnliche Nachlaßsteuern an den Staat zahlen; andererseits ist es eben der Vorzug des neuen Interventionsplanes, und Marine, Kolonialabenteuer und Bureaukratie zu bewilligen; denn die Nachlaßsteuer steigt in England bis fast der russischen Regierung jede weitere 3weideutigkeit die Mittel zur Deckung der von ihnen bewilligten Ausgaben 15 Proz. des Nachlasses, d. H. der reiche Erbe muß mehr als unmöglich zu machen und sie zu klarer Stellungaufzubringen, überlassen sie großmütig der unbemittelten Voltsmasse, und verlangen dann noch obendrein, daß der ein Siebentel des Wertes, der ihm zufällt, an die Staatstaffe nahme zu zivingen. Daß aber diese verfaulte und bankerotte Regierung es wagen wird, sich einer gemeinsamen Friedensaktion Staat ihnen und ihren Sprößlingen für ihre selbstlose Auf- abführen. Die Steuerpolitik Englands geht eben von anderen Ge- der Mächte zu entziehen und einen europäischen Krieg zu entopferung nicht nur die besten und einflußreichsten Staatsposten reserviert, sondern auch noch durch eine die ſichtspunkten aus, als die des Deutschen Reichs und der ver- fesseln, ist schwer anzunehmen. Dazu sind doch die Lehren des nötigsten Lebensmittel der unteren Volts- schiedenen Vaterländer, aus denen sich die neue Reichs- japanischen Krieges und seine Folgen zu frisch. schichten verteuernde Zollpolitit für einen herrlichkeit zusammensetzt. Wenn wir die englische Steuermöglichst reichlichen Profit der ländlichen politit auch keineswegs als Muster hinstellen wollen, so Die hoffenden Blockliberalen. befolgt sie doch wenigstens den Grundsatz, daß die, deren Großgrundbefizer sorgt. Interessen die Staatseinrichtungen in erster Linie dienen, auch Die„ Nationalliberale Korrespondenz" versichert in ihrer den Hauptteil der zur Aufrechterhaltung dieser Einrichtungen Mittwochausgabe, daß das Steuerkompromiß noch nötigen Mittel aufzubringen haben. Die deutsche offizielle nicht fertig sei. Sie meint damit offenbar, daß es noch Steuerpolitik geht dagegen von dem ethischen Standpunkt aus, nicht ausgemacht sei, daß die famose„ Besitzsteuer" durch die daß der, der am wenigsten Einkommen und Wie weit die englische Steuerpolitik von der des Deutschen Reichs abweicht, lehrt schon ein flüchtiger Blick auf die etatsmäßigen Einnahmen beider Länder. England bezog im Finanzjahr 1907/1908 aus: Zöllen Atzise( Verbrauchssteuern). Nachlaß und Schenkungssteuern • Eigentums- und Einkommensteuer Stempelsteuer Grundsteuer Haussteuer. Bostdienst --> O Telegraphendienst. Kronländereien Suez- Kanal uſtv.. Verschiedenes in Pfd. Sterl. 32 490 000 35 720 000 • 19 070 000 32 380 000 7 970 000 730 000 1960 000 17 880 000 4 420 000 520 000 1 190 000 • . • 2 208 000 Summa 156 538 000 Besiz hat, am steuerträftigsten ist, während der konservativ- kleritale Koalition durchgebracht werde, sondern ländliche Großgrundbesitz nicht nur geschont werden muß, daß noch die Möglichkeit eines Zusammengehens der Libesondern außerdem aus dem Staatsfädel stattliche Dotationen ralen( inklusive Freifinn) mit den Konservativen unter dem zu fordern berechtigt ist. Dafür wird England auch von Klein- Zeichen der Befitsteuer" bleibt. Daran ist natürlich nicht lichen Strämerseelen" regiert, Deutschland, das Land der wohl zu zweifeln; daß der Freifinn noch den letzten Fezen hohen Sozialpolitik, hingegen von den„ Edelsten und Besten der Nation" und ihren Kommis. Die Kriegsgefahr. feines Steuerprogramms fahren läßt, liegt nach allem, was wir erlebt haben, durchaus im Bereich der Möglichkeit, und die Nationalliberalen sind der Befitsteuer in der Subfommission nach der Darstellung der Nationalliberalen Korrespondenz" ohnehin auf halbem Wege entgegengekommen und stimmten nur gegen die Gampsche und die Heroldsche Der serbisch- österreichische Konflift hält in unverminderter Fassung, weil ihr Antrag, das steuerbare Mindestvermögen Spanung an und ständig wächst die Gefahr, daß eine gewaltsame auf 20 000 M. festzusetzen und Normativbestimmungen über Sehen wir von dem Postdienst ab, der in Wirklichkeit dem Lösung bevorsteht. Die österreichische Regierung hat die Vermögensveranlagung durch das Weich zu erlassen, abbritischen Staat nur wenige Millionen Mark einbringt, da durch ihre schroffe Ablehnung jedes Bermittelungsversuches durch gelehnt wurde. den Einnahmen der Post fast ebensolche Ausgaben gegen die unbeteiligten Mächte, wie Frankreich einen solchen in Berlin Gegen diese Vorschläge hat sich übrigens die Kreuzüberstehen( der obigen Einnahme von 17880 Pfd. Sterl. ftand vorgeschlagen hatte, die Situation noch verschärft und die Zeitung" sehr entschieden erklärt in einem Artikel, der das 3. B. im Finanzjahr 1907/08 eine Ausgabe von 17 628 000 russische Regierung verwendet auch in der internationalen Rompromiß als eine glänzende Lösung der Schwierigkeiten Bfd. Sterl. gegenüber), so finden wir, daß die Einnahmen Bolitit die frevelhaften Methoden des Rodspiteltums. Die feiert. Da das Zentrum auch dagegen ist, so werden die des britischen Reiches vornehmlich aus Zöllen, Verbrauchs- serbische Politik hätte nie zu einer solchen Gefahr für den euro einer„ Besitzsteuer" zustimmen wollen, die nach dem Belieben Liberalen schließlich auch noch vor die Frage gestellt, ob sie steuern, Eigentums- und Einkommensteuern sowie Stempel päischen Frieden werden können, glaubte sie nicht der Unterstützung der reaktionären Barlamente und Regierungen der Einzelsteuern bestehen, und zwar sind an der Gesamteinnahme aus Rußlands gewiß zu sein. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß staaten schon bei 900 m. oder noch weniger Einkommen und Steuern( 130 320 000 Pfd. Sterl.) die Zölle und die Ein- die zweideutige Saltung der zarischen Regierung noch mehr die bei 10 000 M. Vermögen beginnen kann. fommensteuer ungefähr mit je einem Viertel, die Atzise provozierende Sprache der panslawistischen Presse die Serben in bei 10 000 20. Vermögen beginnen kann. mit drei Elfteln, die Nachlaßsteuer mit einem Siebentel ihren Drohungen gegen Oesterreich ermutigt und sie gleichgültig Nationall. Korresp.", daß die Sache für den Liberalismus Die Münchener Neuest. Nachr." versichern wie die beteiligt. gegen das europäische Friedensbedürfniß macht. Kündigt doch die Dagegen find die Einnahmen im deutschen Reichsetat für das Jahr 1908 folgendermaßen veranschlagt: Zölle girfa 667 000 000 m. Verbrauchssteuern 402 000 000 " " Stempelsteuern und Gebühren usw. Erbschaftssteuern 147 000 009 " . 42 000 000 " " " Nowoje Bremja" offen an, daß Serbien auf russische Hilfe rechnen noch gar nicht so verzweifelt stehe. An unterrichteter Stelle" dürfe und hezt in einem nicht mehr zu überbietenden Zone gegen ist am Montag dem Berliner Korrespondenten des Blattes dürfe und hezt in einem nicht mehr zu überbietenden Tone gegen Desterreich und Deutschland, denen es mit der Vernichtung ihrer erklärt worden, daß der Jubel des Zentrums sehr verfrüht Existenz droht. Kein Wunder, daß das Auftreten der Serben sei; der Herr hat sowohl aus Reichstagskreisen wie aus immer drohender wird und die neue serbische Regierung ent- Regierungstreifen gehört, daß zwar Borschläge des Unterschlossen zu sein scheint, mit Forderungen hervorzutreten, die in qusschusses über die Besizsteuer vorliegen, daß aber sowohl Desterreich leicht mit dem längst angedrohten ultimatum die Regierungen wie die Parteien dazu noch feine Stellung genommen haben." Dann heißt es weiter: „ Alles wird auf die nächsten Beratungen der Finanzkom mission antommen, die am 25. Februar wieder beginnen. Richtig ist, daß die Nachlaßsteuer aufgegeben ist und eine dirette Reichsbermögenssteuer nicht in Frage kommt. Es bleibt also nur der Ausweg einer indirekten Besizsteuer, die die Einzelstaaten erheben und an das Reich abführen. Aber über die Einzelheiten dieses Planes bestehen noch die größten Differenzen; weder über die Höhe der Summen, die Art ihrer Festseßung, den Termin des Inkrafttretens und die Verbindung dieser Besitzsteuer mit den direkten Konsumsteuern ist eine Einigung erzielt. Gerade der letzte Punkt aber ist für die Nationalliberalen und Freisinnigen, nicht minder aber auch für Die Regierung entscheidend. Und hier wird unter den Blocka barteien aufammen mit der Regierung nach der formel einer Dazu kommen dann noch die Einnahmen aus der Reichspoft und der Reichseisenbahnverwaltung, Bankwesen, Matrikular- beantwortet werden könnten. beiträge usw. Um so dringender wird die Aufgabe, endlich dieser Gefahr Im wesentlichen, nämlich zu mehr als fünf energisch entgegenzutreten und dem Spiel mit dem Frieden nicht Sechstel, bestehen die deutschen Reichssteuer länger untätig zuzusehen. Es geht nicht an, daß die maßlose einnahmen demnach aus 8öllen und Ver- Dummheit, die Herr v. A ehrenthal mit der Annegion begangen brauchssteuern; während diese Steuern im englischen hat, von der zarischen Banditenregierung als Vorwand benutt Budget nur etwas mehr als die Hälfte des Gesamtsteuer- wird, um trotz der völligen Desorganisation des Staates und der Auflösung des Heeres die Rolle des Beschützers aller Slawen auf betrages ausmachen. Dazu kommt, daß die deutschen Zölle größtenteils Schu- Sosten Europas zu spielen und Situation heraufzuführen, in denen zölle sind, die nicht nur den Preis der eingeführten Waren schließlich die Gewehre von selbst losgehen müssen. Vor allem wäre erhöhen, sondern zugleich den Preis aller es Aufgabe der deutschen Diplomatie, die auf dem Balkan gleichartigen, im Inlande selbst erzeugten wichtige wirtschaftliche Interessen aber auch nur solche- zu Waren, und daß ferner die deutschen Zölle größtenteils wahren hat, ein Einverständnis mit den Westmachten Bereinbarung gesucht. Diese Bemühungen gelten keinesweg 31 drud, als ob diese Beamten den Hauptteil ihrer Zeit mit als aussichtslos, so daß die Möglichkeit, die Reichsfinanz- Streichhölzeranreiben zugebracht haben. erheblich verschlechtert ist." reform durch ein Zusammenwirken von Regierung und Block auf Herr Dernburg war bei Beginn der Erörterungen der Grundlage einer gemeinsamen Besteuerung von Besitz und Berbrauch zustande zu bringen, auch jetzt noch fortbesteht, freilich anvesend, hatte sich aber schließlich den Unannehmlichkeiten in einer Form, die gegenüber den ursprünglichen Vorschlägen entzogen, und der Ministerialdirektor Conze ging über die unangenehmen Feststellungen hinweg mit der Bemerkung,„ das Auch hier ist deutlich zu erkennen, daß die liberalen sei alles schon so lange her"! Nun ja, wenn die Mißstände Barteien offenbar auch der Freisinn, wie das Schweigen der heutigen Verwaltung rechnungsgemäß vor den Reichstag ihres Fraktionsorgans, der Freis. 3tg.", zeigt- bereit sind, fommen werden, wird es auch wieder so lange her" sein! die direkte Reichssteuer aufzugeben und sich mit dem bedenk- Das Steuerbewilligen und Steuerbezahlen jener kolonialen lichen Surrogat der Besißsteuer" zufrieden zu geben. Die Geldverplemperungen ist dafür eine um so aktuellere Frage. Auslassung der Münch. Neuest. Nachr." beweist, daß sie nichts Besseres wünschen, als zur Mitarbeit an der Besitzsteuer zugelassen zu werden. Auch die Frankf. 8tg." läßt das deutlich durchblicken. Der Liberalismus hofft also noch auf die Erhaltung des Blocks. Er ist bereit, neue Opfer für dies edle Ziel zu bringen. Die Zentrumspresse nüßt die Situation gründlich aus. Das Zentrum wird als der Netter in der Not hingestellt, der das lecke Schiff der Reichsfinanzreform in letter Stunde vor dem Sinken rettete, der das große nationale Wert", das anter den tölpelhaften Händen des Blocks zu verderben drohte, schließlich vollbracht hat. Und zart wird dabei angedeutet, daß eine solche brave Partei wohl auf Anerkenung von der Regierung und den deutschen Wählern rechnen dürfe. Junere Kolonisation. steuer, die um acht bis zehn Mart pro Settoliter höher gedacht ist als der höchste Sag der ges staffelten Brennsteuerinnerhalb des Produktionsfontingents. Es liegt auf der Hand, daß dieser für die Ueberschreitung des Kontingents in Aussicht genommene Brenns steueriag bei der gesamten Preisbildung für Spiritus ebenso entscheidend sein wird wie der Siebzig Marksay der Verbrauchsabgabe bei der Breis bildung für den Trinkbranntwein. Man würde auf diese Weise zwei Kontingente schaffen, von denen das fleine in dem größeren so gefchielt angebracht ist, wie in gewissen chinesischen Elfenbeinkugeln eine fleine freilaufende in einer größeren. Das Zentrum soll für die dee bereits ge Ivonnen sein. Auf die wohlwollende Neutralität des Neichsschazzamtes glaubt man ebenfalls rechnen zu dürfen. Der Plan ist in allen Einzelheiten formuliert. Man hofft ihn schon in der nächsten Sigung der Subkommission von Stapel laffen zu können." Das Projekt erscheint in Anbetracht der heutigen Reichsfinanz lage als verridt; doch unter dem Regime des vierten Kanzlers ijt das Verrückteste fast das Wahrscheinlichste. b. Feindliche Blockbrüder. In bezug auf die innere Kolonisation haben sich alle bürgerlichen Parteien des preußischen Abgeordnetenhauses auf einen Antrag verständigt, der die Regierung ersucht, sobald wie möglich unter Sinzuziehung von Interessenten und Sachverständigen eine Konferenz zur Prüfung der Frage zu berufen, wie in den einzelneu Provinzen des preußischen Staates die Organisation des Ansiedelungswesens au gestalten, wie insbesondere unbeschadet der Verschiedenheit in den einzelnen Provinzen eine Zusammenfassung der ganzen Arbeit Daß die Konservativen sich im Unterausichuß der Steuers an einer Bentralstelle zu ermöglichen ist. fommission mit dem Zentrum auf ein Stompromiß eingelaffen und Gegen die Einberufung der Konferenz hatte niemand etwas den Strategen des Zentrums die Führung eingeräumt haben, hat, einzuwenden, doch ließ die Beratung, die am Mittwoch begann, wie wir an dem Beispiel eines Leitartikels der Köln. 8tg." feinen Zweifel darüber, daß auf der Konferenz selber die Gegensätze nachgewiesen haben, die Nationalliberalen zu wilder Wut aufaufeinanderplaten werden. Die Freisiunigen unter Führung des sich mit scharfen Angriffen gegen die konservativ- flerifale Das Betrübliche an diesem an sich heiteren Schauspiel, abg. Dr. Erüger wollen nichts davon wissen, daß der Staat das gestachelt. Ein nationalliberales Blatt nach dem anderen wendet wenn wie immer, das die hoffenden und zugleich angstschwizenden Liberalen Ansiedelungswerk in die Hand nimmt, einmal wegen der hohen Techtelmechtelei und, zwei Anrüchige und die höhnisch grinsenden und dabei fiihl- berechnend operie- Kosten und zweitens, weil sie den Staat für eine derartige Auf- fich streiten, fallen dabei allerlei niedliche Anschuldigungen und Anderenfalls rechnen Bloßstellungen ab. So schreiben z. B. die„ Berl. Neuest. Nachr." renden Zentrumsleute bieten, ist die Tatsache, daß die Masse gabe überhaupt nicht für geeignet halten. des arbeitenden Volkes die Zeche zahlen muß. Einerlei, ob die Agrarier auf eine neue Liebesgabe in Höhe von Hunderten unter dem Titel„ Nichts gelernt und nichts vergessen?": die Besitzsteuer" schließlich konservativ- klerifal oder konser- von Millionen; sie hoffen, daß so manch einer ihrer Freunde mit bativ- liberal gefärbt wird, in beiden Fällen ist sie die Kulisse, Hilfe des Geldes der Steuerzahler sein verschuldetes Gut zu hohem hinter der die Ausplünderung der Besiklofen Breise losschlagen kann. Ein anderer Gegensatz besteht in der durch neue indirekte Steuerlasten zustande kommt! ländlichen Arbeiterfrage. Die Konservativen wollen sich durch die ,, innere Kolonisation" einen Stamm seßhafter und gefügiger Arbeiter sichern, denen sie natürlich auch das Koalitionsrecht vorenthalten, während von anderer Seite die Gewährung des freien Koalitionsrechts als erste Voraussetzung für die Lösung der Landarbeiterfrage hingestellt wird. Db durch die innere Stolonisation bessere Wohnungsverhältnisse auf dem Lande geschaffen werden, wie einige Redner prophezeien, das bleibt noch abzuwarten. Allzu große Hoffnungen darf man jedenfalls auf die Konferenz nicht sehen. Die Debatte über den Antrag soll am Donnerstag zu Ende ge= führt werden. Inzwischen wird das Haus in einer Abendsigung die Die Märkische Bolkszeitung" veröffentlicht am Mittwoch abend den Wortlaut der Anträge v. Gamp und Herold. Der erstere lautet demnach: Für die Zeit vont 1. April 1909 bis zum 1. April 1914 ist von den Bundesstaaten eine Reichssteuer nach folgenden Grundfäßen einzuführen und zu erheben: stellen. 1. Das Gesamteinkommen aller Angehörigen der Bundesstaaten, mit Ausschluß des Landesherrn und der Landesherrin, soweit dasselbe den Betrag von 900 M. übersteigt, ist festzu 2. Diejenigen Staaten, welche eine Ginkommensteuer nicht be- Interpellation über die Wasserkatastrophe besprechen. sigen, werden mit einem Betrage zu dieser Steuer herangezogen, welcher dem Durchschnittsbetrag in den anderen Staaten auf den Kopf der Bevölkerung entspricht. 4. Die jährlich zu erhebende Quote wird durch den Reichshaushaltsetat bestimmt. 5. Die Bundesstaaten sind verpflichtet, die auf sie entfallenden Steuerbeträge als Buschläge zu den bei ihnen bestehenben Befizsteuern( Vermögenssteuer, Einkommensteuer) zu erheben und vierteljährlich nach näherer Anweisung des BundesDer Prozeß Berger. In der Presse ist in den legten Tagen in breitester Aus3. Der durch diese Steuer von den Bundesstaaten aufzuführlichkeit ein Prozeß verhandelt worden, der von der Marinebringende Höchstbetrag wird auf 142 Millionen Mark abzüglich behörde gegen den Kapitän a. D. Berger angeftrengt worden des Ertrages aus der Fahrkartensteuer( 20 Millionen Mark) und abzüglich der Erträge aus der Erhöhung der bestehenden war wegen einer Reihe von Anklagen, die in der Wochenschrift„ Das Erbschaftssteuersäge durch die Verfassung festgesetzt. Blaubuch" gegen die Vorgesetzten Bergers und besonders auch gegen das System der geheimen Führungslisten und der militärischen Wir haben von den Ehrengerichte veröffentlicht worden waren. Verhandlungen keine Notiz genommen, weil sie irgend etwas Neues und Gravierendes gegen das bekämpfte System nicht enthielten und immer deutlicher verrieten, daß gerade in dem Falle Berger besonders grobe Mißstände des Systems nicht hervorgetreten waren. Vielmehr zeigte sich, daß Berger zivar ein diensteifriger, ehrgeiziger Offizier war, daß er sich aber gerade durch diese Eigenschaften dazu verleiten ließ, die Disziplin an Bord für Mannschaften wie Offiziere derart straff anzuziehen( unter anderem durch Duldung der Verprügelung von Matrosen durch die Mannschaft, das sogenannte„ Winden des Jungfernfranzes"), daß sich unter seinem Kommando bedenkliche Zustände herausbildeten. Nachdem Verger schließlich seine persönlichen Beschwerden gegen seine Vorgesetzten in aller Form zurückgezogen, blieb nichts übrig, worüber eingehend zu berichten gewesen wäre. rats an das Reich abzuführen. 6. Bis zum 1. April 1912 ist ein Gefeßentwurf dem Reichstage borzulegen, durch welchen eine in der Ausführung den Einzelstaaten zu überlassende Besteuerung des Befites für Reichszwede erzielt wird. Im Falle der Ablehnung der Biffer 1 und 2 diefelben durch folgende Bestimmungen zu ersehen: 1. das Gesamtvermögen aller Angehörigen der Bundesstaaten, mit Ausnahme des LandesHerrn und der Landesherrin, soweit dasselbe den Betrag von 20 000 m. übersteigt, ist festzustellen. Diejenigen Staaten, in denen eine den beweglichen und unbeweglichen Besik umfassende Bermögenssteuer nicht vorhanden ist, werden mit demjenigen Letrage zu dieser Steuer herangezogen, welcher dem Durchschnittsbetrag in den anderen Staaten auf den Kopf der Be bölferung entspricht. Der Antrag Herold hat folgenden Wortlaut: 1. An Stelle der Matrikularbeiträge tritt eine Befitsteuer. 2. Diese darf im Gesamtergebnis von 1909 bis 1913 im Jahre die Summe von 150 Millionen Mart nicht übersteigen; der Etat sett jährlich fest, wie hoch der zu erhebende Betrag ist. 8. Der von den Bundesstaaten zu zahlende Betrag richtet fich nach dem nach einheitlichen Grundsäßen zu ermittelnden reinen Vermögensstand der Bevölkerung eines Landes. 4. Vermögen unter 20 000 m. bleiben bei dieser Ermittelung wie bei der Erhebung der Steuer außer Betracht. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 24. Februar 1909. Rechnungswirrwarr. Berger wurde schließlich zu 5000 M. Geldstrafe verurteilt, der Redakteur des Blaubuchs, Dr. Jlgenstein, zu 6 Monaten Gefängnis. Unverständlich ist, wie Ilgenstein, der den Darstellungen Bergers Vertrauen geschenkt, schwerer bestraft werden konnte, wie der intellektuelle Urheber der angeblichen Straftat! Bedauerlich ist freilich, daß sich Dr. Jlgenstein, offenbar eingeschüchtert durch den allerdings ungeheuerlichen Strafantrag des Staatsanwalts auf 15 Monate Gefängnis, sich der Strafe einstweilen durch Flucht entzogen hat. Jlgenstein wird zwar als Neurastheniker geschildert, doch hätte er so viel Courage aufbringen sollen, der Verurteilung mit der einem oppofitionellen Journalisten geziemenden Saltblütigkeit entgegenzusehen. Ersatz für das Branntweinmonopol. Bemerkenswert wäre an dem Prozeß noch, daß nach dem Bericht der Vorsigende des Gerichtshofes den beiden Angeklagten beim Eintritt in die Verhandlungen eröffnete, daß fie, falls sie es auf den Versuch eines Wahrheitsbeweises ankommen ließen, auf mildernde Umstände kaum noch zu rechnen hätten! Das ist ein ganz eigentümlicher Standpunkt! Dem AnAus dem Reichstag( 24. Februar). Um das geklagten muß in jedem Falle, ohne deshalb eine Verschlech Reichs- Rechnungswesen handelte es sich in der heutigen terung seiner Position befürchten zu müssen, die Möglichkeit des Sizung. Zunächst wurde der Etat der Oberrechnungskammer Wahrheitsbeweises gegeben sein. Denn wenn dieser Wahrheitsbeweis in zweiter Lesung erledigt. In der kurzen Diskussion fand miß glüdt, so fommt das moralisch doch nur den lägern das Bemühen dieser obersten Behörde für Rechnungsprüfung, oder Rebentlägern zustatten, die nur im Falle unauch in die verworrenen Kolonialrechnungswirren Ordnung angenehmer Enthüllungen den Wahrheitsbeweis zu scheuen zu bringen, durchweg Anerkennung. In einer Resolution haben. Durch die den Verurteilten zur Last gelegten Sosten des wurde nur noch der Wunsch ausgedrückt, daß die Kammer Verfahrens erfolgt ja ohnehin eine ausreichend schwere Beauf größere Vereinfachung der Rechnungsführung hin- strafung der Angeklagten! wirken möge. Wieviel aber noch zu tun ist, um im Kolonialwesen auch nur bescheidenen Ansprüchen an Ordnung Genüge zu schaffen, Das Branntweinhandelsmonopol, das den vaterländischen ging aus der Debatte über das Kolonialrechnungswesen hervor, die sich über Rechnungslegungen bis in das Jahr 1896 Spiritusbrennern so schöne Profite für ihre aufreibende Tätigkeit zurück entspann. Besonders der Abg. Erzberger, der im Dienste der Alkoholisierung des deutschen Volksgemüts in Ausnamens des Zentrums sprach, aber auch der nationalliberale ficht stellte, ist zum Schmerz der Agrarkonservativen in der SteuerAbg. Görde wiesen auf die Uebelstände hin. So hat der fommission gefallen. Doch mit der ihnen eigenen geschäftlichen Rechnungshof felbft festgestellt, daß früher Beamte ohne Findigkeit haben die Edlen bereits ein schönes neues Branntwein fontingentierungs- Projekt ausgeflügelt, das ihnen nicht minder Vorbildung hinausgeschickt wurden. Genosse No ste knüpfte an diese Feststellung die Frage, gute Vorteile verspricht. Das„ Berl. Tageblatt" weiß darüber zu was für Beamte das gewesen seien, die besonders in berichten: Ostafrika, wo die ärgste Mißwirtschaft in früheren Jahren eingeriffen war, ohne genügende Kenntnisse ihre Aemter wahrgenommen hätten. Er richtete diese Frage nicht nur an die Verwaltung, sondern auch an die Mitglieder des Hauses, die früher in Ostafrika gewesen sind. Aber selbst der Abgeordnete v. Liebert, der ja als früherer Gouverneur von Ostafrika hätte Auskunft geben können, blieb mit der Miene des steinernen Gastes auf seinem Blake fizzen. Bei den Rügen der Oberrechnungskammer tamen übrigens auch höchst sonderbare Konsumgewohnheiten der Beamten in Dftafrika zu Tage, so: daß in einer Stolonie von einem Jahre auf das andere die Ausgabe für Streichhölzer sich um 1000 m. das Jahr gesteigert hätte! Für patriotische Schulen wäre es ein recht nüzliches Erempel, auszurechnen, wieviel Streichhölzer auf jeden Beamten pro Stunde, pro Minute und pro Sekunde gekommen sind. Man hat den EinGeht aber die Konservative Partei gegenwärtig nicht wieder denselben gefährlichen Weg wie vor 1806 und 1848? Rings um uns her hat sich das politische Bild verschoben; Millionen sind mit neuen Forderungen und bedeutsamen Jntereffen in den Kreis des Lebens eingetreten, die früher nicht da waren Sie pochen oder kein Organ hatten, ihren Willen zu befunden. an den Pforten der alten Feste; da aber wähnt man sich geborgen genau so wie vor 1806 und vor 1848. Hier hat das veränderte Beitalter mit feiner tiefgehenden Bewegung, der so vieles zum Opfer gefallen ist, was nie wieder kommt, auf Denken, Sinnen und Empfinden bis heute entscheidend nicht zu wirken bermocht. Wer ein Gegner der konservativen Partei ist, kann sich dieser Abgeschlossenheit und dieses Versagens nur freuen; denn es wird nicht lange währen und die Zeit wird mit einem Sturm diesen herbstlichen Blätterschmuc hinwegfegen. Wer aber, wie Schreiber dieser Zeilen, ein Freund der Aristokratie, jeder Aristokratie ist, ohne die wir verfanden, den betrübt und beunruhigt es, daß eine Partei, die höhere Pflichten zu erfüllen hat, so die gesunde Wurzel ihrer Straft bertennen fann, daß der Weg nach Küstrin wieder offen wird. Sieht man wirklich nicht, daß bald ganz andere Breise bezahlt werden müssen, als sie jetzt gefordert werden? Ist das bisherige Wahlrecht für das Abgeordnetenhaus ohne die Nachlaksteuer zu behaupten? Oder steht an dieser Stelle nicht mehr auf dem Spiele als der schnöde Mammon? Nach alter germanischer Auffassung ist jede Autorität eine schüßende Macht, oder sie besteht zu Unrecht. Eine Aristokratie des Blutes de possediert sich, die sich hier ihrer Pflicht für das gesamte Leben der Nation nicht bewußt wird, wie der Geldsack sein Recht verwirkt, wenn er nur Druck und Vernichtung bringt, und wie die Bildung feinen Pfifferling mehr wert ist, wenn sie nur Ansprüche und Dünfel fennt, und die Bureaukratie zu einer Gefahr wird, wenn fie vorzugsweise auf ihr eigenes Bestehen bedacht ist... Die Sünden aber der Väter werden an den Kindern heimgesucht nach dem ewigen Gesetz des Lebens, denn nichts geht von unferen Taten verloren, weder Gutes noch Böses. Schiffahrtsabgaben. " Daß der Gesezentwurf über Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf den deutschen Wasserstraßen dem Bundesrat zugegangen ist, haben wir bereits mitgeteilt. Einem Mitarbeiter des Berliner Tageblatt" hat nun der preußische Ministerialdirektor Peters, der Schöpfer des Entwurfs, über den Inhalt das Folgende mitgeteilt: Die Vorlage will zunächst in juristischer Hinsicht die in dem von den Schiffahrtsabgaben handelnden Artikel 54 der Neichsverfassung enthaltenen Begriffe definieren. Sie gibt flare Definitionen für das, was man dort unter" Anstalten",„ besondere Anstalten"," Benugung"." Unterhaltungs- und Herstellungskosten" zu verstehen hat. Dann aber sieht der Entwurf auch ein vollkommenes Novum für die zukünftige Regelung der Schiffahrtsabgaben vor: Woll= tommene Tarifgleichheit auf allen Streden eines Stromgebietes. Also Verbinderung des bisherigen, häufig recht häßlichen gegenseitigen Abjagens des Verkehrs, furz der Konkurrenz, die entstände, wenn jeder verkehrsbeteiligte Staat für sich die Abgaben erheben und verwenden würde. Und ferner: Abführung der vereinnahmten Schiffahrts abgaben an eine 8entraltasse, deren Vorstand aus den Delegierten der an dem betreffenden Strom berkehrsbeteiligten Staaten bestehen soll. Endlich: Verwendung der Gelder unter allen Umständen nur zur Ver tiefung, Verlängerung der schiffbaren Strede, zur Regulierung, furz, zur Verbesserung des betreffenden Stromes, und zwar da, wo folche am nötigsten ist. Im Zweifel, wenn überhaupt Streit entstehen sollte, entscheidet der Bundesrat, sonst die Stimmenmehrheit der Vertreter der beteiligten Staaten.... In Zukunft würde die Annahme des Gesezes vorausgesetzt die erforderliche Verbesserung des Verkehrsweges auch ohne den betreffenden Staat herbeigeführt werden, und bezahlt werden würde die Sache aus der gemeinfamen Binte", in die allein ja die Schiffahrtsabgaben fließen follten. Die Schiffahrtsabgaben sollen nur als GegenLeistungen für die Benutzung von wirtschaftlich förderlichen im Schiffahrtsanstalten gefordert werden. Sie stehen also Gegensatz zu sonstigen, der Schiffahrt in manchen Ländern auferlegten Abgaben mit Steuer charakter." " " Der Ministerialdirektor suchte sodann in ausführlichen Erörterungen zu beweisen, daß die Schiffahrtsabgaben von außerordentlich hohem wirtschaftlichen Vorteil" feien, und er schloß: Nach alledem bin ich überzeugt, daß auch der geschworenste Gegner alles dessen, was an Gesezesvorschlägen von der Negierung ausgeht, das schöne Endziel dieses Entwurfes billigen wird und gleichzeitig dessen verkehrspolitischen Zweck: die fünftige Ausschaltung des Verkehrsegoismus und der Verkehrseifersüchtelei der Einzelsta aten." ,, Bekanntlich beruht die famose Branntweinliebesgabe auf den Doppeljäzen der Verbrauchsabgabe einer bestimmten Spiritusmenge. Dieses Kontingent ist statt mit 70 nur mit 50 M. pro Hektoliter zu verfteuern. Da bei der Preisbildung des gefamten Trintbranntweins die 70 W. zur Verrechnung kommen, so steckt der Brenner für die ganze Höhe seines Kontingents die Dem Herrn Ministerialdirektor steht die edle Wärme, mit der Differenz zwischen 70 und 50 M., alfo 20 m. pro hektoliter in feine er für sein Opus eintritt, wohl an. Der Deffentlichkeit wird es Taiche. Diese Liebesgabe erklären unsere agrarischen Branntwein nicht minder gut anstehen, zu dem Entwurf, sobald er dem Schoße fteuerreformer sich bereit, auf die Hälfte zu ermäßigen, wenn Die Satten und die Hungernden. neben der halbierten alten Liebesgabe eine zweite Liebesgabe ge- des Bundesrats entstiegen sein wird, ihre Meinung zu sagen. schaffen wird, die im Gesamteffekt höher sein würde als die halbe bisherige Liebesgabe. Die bisherige Liebesgabe stüßt sich auf die Verbrauchsabgabe. Die neue foll sich auf die Brennsteuer stüßen, die zu diesem Zwecke ebenfalls reformiert wird. Neben mit dem Kontingent für Trinkbranntwein soll ein zweites Kontingent geschaffen werden, das die durchschnittliche Gesamtproduktion der einzelnen Brenner umfaßt. Was dann jenseits dieses Rontingents an Spiritus bergestellt wird, verfällt einer Brenn Der Magistrat von Nürnberg befaßte sich am Dienstag dem ablehnenden Beschluß des Gemeindefollegiums, die vom Magistrat geforderten 150 000 M. zur Unterstügung Arbeitsloser zu bewilligen. Der Magistrat hätte auf seinen Beschluß bestehen können, und es hätte dann eine gememsame Sitzung Selber städtischer Kollegien noch einmal über die Frage entscheiden müssen. Da die Ablehnung im Eemeindeiollegium nur mit einer Stimme Mehrheit zustande gekommen ist, tväre eine solche gemeinsame Sitzung gar nicht aussichtslos gewesen. Der sozialdemokratische MagisiratSrat Merkel stellte denn auch den An- trag, eine solche Sitzung abzuhalten. Er wurde aber mit 5 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Wegen der Arbeitslosen läßt es der Magistrat auf einen Konflikt mit der Ordnungsmehrheit des Gemeindekollegiums nicht ankommen! Etwas mehr soziales Verständnis brachte am Dienstag die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung zu Frankfurt a. M. auf. Sie bewilligte auf Antrag der Demokraten 20000 M. zur Unterstützung der ausgesteuerten Gewerkschaftler und der Arbeits- losen. Die Sozialdemokraten hatten 30 000 M. beantragt. Die 20 000 M. werden dem„Sozialen Museum" überwiesen, einer Frankfurter Organisation, die eine Hilfeleistung für Arbeitslose ein- geleitet hat. Bemerkenswert ist, daß sowohl die Freisinnigen als auch die Nationalliberalen gegen diesenAntrag g e st i m m t haben. Der Führer der Jungnationalliberalen meinte sogar, es müsse ihm erstbelviesen werden, daß e i n N o t st a n d b e st e h e. Genesse D i t t m a n n wie? demgegenüber darauf hin, daß die Gewerkschaften im vergangenen Jahre allein 148 013 M. an Unter- stützungen für Arbeitslose ausbezahlt haben; das„Soziale Museum" hat bisher für den gleiche» Zweck 35 000 M. aufgewendet. Die Bremer Bürgerschaft lehnte am Dienstag folgenden Antrag der Sozialdemokraten ab: In der Erkenntnis, daß Staat und Kommune die Pflicht der Fürsorge für die Arbeitslosen haben, beschließt die Bürgerschaft die Niedersetzung einer Deputation mit dem Auftrage, darüber zu beraten und zu berichten, ob es sich empfiehlt, nach dem Vorbilde zahlreicher Gemeinden einen staatlichen Fonds zu errichten, aus deni eine Subventionierung der gewerkschaftlichen Arbeitslosen- Versicherung erfolgt. Die Ablehnung erfolgte mit allen bürgerlichen Stimmen gegen die der Sozialdemokraten. Den Herren Bürgerliche» war die Erörterung der Sache offenbar sehr fatal. Keiner von ihnen nahm sich die Mühe, auf die eingehende Be- gründung des Genossen Tiedemann sachlich zu antworten, dagegen rempelte ein bürgerlicher Vertreter namens Schulte den sozialdemo- kratischen Redner in einer GeschäflSordnungSrede an. Die Rede sei vorgelesen worden— was natürlich nicht der Fall war— und deshalb auch unerträglich lang ausgefallen, weshalb eine Beschränkung der Redezeit notwendig sei I Von sozialdemokratischer Seite wurde dem Herrn gebührend gedient. Neber das Viehsenchengesetz wird die Nachricht verbreitet, daß mit einem Scheitern der Vorlage zu rechnen sei, und zwar deshalb, weil die Regierung der Einsetzung einer Laienkommission nicht zu- stimmen könne. Wenn das Gesetz scheitert, so hat die Arbeiterschaft keine Ver- anlassung, das zu bedauern. In Wirklichkeit soll das Gesetz näm- lich nicht so sehr der Bekämpfung der Viehseuchen dienen, sondern es möglich macheu, daß alle vom Zolltarif nicht erfaßten land- wirtschaftlichen Produkte nur auf andere Weise von der Einfuhr nach Deutschland ausgeschlossen werden. Es handelt sich dabei wesentlich um Milch. Butter, Eier und ähnliche Produkte. Auf Grund seiner Bestimmungen könnten Versammlun- gen verboten werden, nämlich dann, wenn anzunehmen ist, daß im Stall des AnwesenZ, in dessen Saal die Versammlung stattfinden soll, Vieh steht, das der Behörde seuchen verdächtig oder seuchen empfänglich(!) erscheint. Diese Eventualität haben die Regierungsvertreter in der Kommission ausdrücklich zugegeben. Das Gesetz hat aber auch noch eine zweite arbeiter- feindliche Seite._ Zentrum und Tabaksteuer. Man schreibt unS: Allem Anschein nach sind im Zentrum Personen an: Werke, die für eine Schwenkung der Fraktion in der Tabaksteuerfrage Propaganda machen. In diesem Verdacht wurden wir noch dadurch be- stärkt, als wir in der„Kölnischen Volkszeitung" Skr. IIS einen Artikel lasen, nach welchem in der Sozialdemokratie ein Umschlag zugunsten der Banderolesteuer bevorstehen solle. Daß der Verfasser dieses Artikels gerade bei der Sozialdemokratie, über deren Stellung- nähme zur Tabaksteuer von Anfang an kein Zweifel war, eine solche Wandlung annehmen konnte, scheint unS gänzlich ausgeschlossen.„Was geht vor?" Diese Frage, die die„Kölnische Volks- zeitung" in den letzren Wochen mehrfach in bezug auf die Finanz- reform gestellt hat, stellien auch wir und zwar bezüglich der Zentrumspartei. Weshalb dieser jeder Begründung entbehrende An- griff auf die Sozialdemokratie? AuS der Tatsache, daß wir, nach- dem von den Nationalliberalen, vom Freisinn und auch vom Zentrum bestinztnt erklärt worden war, die Banderolesteuer ist für uns unannehmbar, dagegen eine Reihe Abgeordneter aus diesen Parteien sich positiv für einen Ausbau des jetzigen Steuersystems erklärten, nunmehr die schreiende Ungerechtigkeit einer Zollerhöhung für die unbemiltelten Schichten der Bevölkerung nachwiesen, zog der Verfasser des Arlikels in Nr. 119 der„Kölnischen Volkszeitung" den merkwürdigen Schluß, daß sich bei uns die Wandlung zugunsten der Banderolesteuer vollzogen habe. Von feiten der christlichen Tabakarbeiter wurde darauf in Nr. 136 der „Kölnischen Volkszeitung" in sehr zutreffender Weise erwidert, daß unsre„Frontverändernng" durch die ganze Situation, in erster Linie aber durch die unsichere Haltung der großen Fraktionen des Reichstages, geboten gewesen sei und daß, wenn wir uns einer „Stärkung der Gründe für Annahme der Regierungsvorlage' schuldig gen, acht hätten, der gleiche Vorwurf auch gegen den Ver- band der christlichen Tabakarbeiter erhoben werden könne. Trotz der eingehenden Widerlegung seiner Ansichten aus den Reihen der christlichen Tabakarbeiter versucht in Nr. 149 der „Kölnischen Volkszeitung" der Verfasser nochmals, uns einer ver- kehrten Taktik in der Bekämpfung der Tabaksteuer zu bezichtigen. Warum diese Hartnäckigkeit in der Auftechterhaltung einer völlig unmotivierten Anklage gegenüber uns, wo wir doch wahrlich in der Zusammenstellung von einwandfteiem Material gegen die Banderole- steuer das denkbar möglichste getan haben? Unser Kritiker beliebt völlig zu ignorieren, daß die Gründe, die wir gegen eine Zoll- erhöhung ins Feld führten, genau dieselben sind, die 1905/06 die Ab- geordneten Fritzen, Gröber und Speck dagegen vorbrachten. Am Dienstag. 9. Januar 1906. erklärte namens der Zentrumsfraktion der Abg. Speck gegenüber der damaligen Regierungsvorlage auf Zollerhöhung: »Solange eS technisch nicht möglich ist— und ich glaube, es wird auch in Zukunft nicht möglich sein— eine Unterscheidung zu treffen zwischen den höher- und minderwertigen Tabaken, solange, glaube ich, ist für den Reichstag eine Annahme der Vorlage nicht leicht möglich." Warum? fragen wir. Wenn die Zentrumsfraktion die Banderole st euer für unannehmbar erklärt, wenn die Zentrumsfraktion eine Zollerhöhung, wieisos, so auch h eute für ganz unmöglich hält, so mag sie doch endlich einmal klipp und klar dies vor aller Welt erklären; wir geben der Zentrums- ftaktion die Versicherung, eine solche unzweideutige Erklärtpig würde auch in den Kreisen der sozialdemokratischen Tabakarbeiter mit großer Freude aufgenommen werden, und verstummen würden von dem Moment an alle Klagen bezüglich der schwankenden Haltung der Zeutrumsfraktion in der Tabaksteuerfrage. Aber— da liegt der Hase im Pfeffer I Die ZentruinSfrakiion möchte gern mit den Konservativen zusammen die Reichsfinanzreforin machen und da scheint, genau so wie bei den Blockparteien, auch im Zentrum Stimmung dafür zu sein. Zehn tausende von Tabakarbeiterexistcnzen auf dem„Altar des Vaterlandes" zum Opfer zu bringen. Und im Zentrum scheint uns deshalb die„Wandlung zugunsten der Banderolesteuer", die man uns anzudichten bestrebt ist, vorbereitet werden zu sollen, weil eben die Konservativen Anhänger der Banderolesteuer sind und bei dem sich jetzt augenscheinlich voll- ziehenden Kompromiß zwischen den Konservativen und dem Zentrum in Sachen der Finanzreform mutmaßlich als Bedingung die Zu- stimmung des Zentrums zur Banderolesteuer gestellt haben. Wurden Lebende eingemauert? Auf Veranlassung des Untersuchungsrichters in Münster wurde der Redakteur der„Äergarbeiterzeituug", Genosse Pokorny, am Sonnabend polizeilich in Bochum u m d i e Z c u g e n b e f r a g t. die nach der„A e r a a r b e i t er z e i t u n g" gehört haben, daß am Tage der Katastrophe auf der Zeche Radbod bei Ab- beuch der Rüttungsarbeiten der Direktor Andre daraus aufmerk- sam gemacht wurde, daß noch Lebende in der Grube seien. Po- torny hat erklärt, daß er nach Erscheinen des Protokolls über die Verhandlungen des Bergarbeiterkongresses dem Untersuchungsrichter die gewünschten Angaben machen werde. Eine abgedroschene Wahllüge, die zum eisernen Bestände der OrdmmgSparteien gehört, wird von der„Täglichen Rundschau", der„Kreuz-Zeitung" und ähnlichen Organen wieder einmal aufgewärmt. Diele Blätter verbreiten die Schauermär, die Sozialdemokratie habe aus Bremen in den benachbarten Reicbstagswahlkreis V e r d e n- H o y a, in dem eine Ersatzwahl stattzufinden hat, 1600 sozialdemokratische Arbeiter abgeschoben, die fich dort in die Wählerlisten eintragen ließen und so„das Wahlresuliat fälschen" sollen. Die verehrten Organe be- nutzen die Gelegenheit, um für eine Verstümmelung des Reichstags- Wahlrechts durch die Bedingung einer halbjährlichen oder längeren Karenzzeit Stimmung zu machen. Die Meldung ist natürlich glatt aus den Fingern gesogen, geradeso wie alle ähnlichen Inhalts, die bei früheren Wahlen von skrupellosen Gegnern der Sozialdemokratie erfunden worden sind. Unter Slusschluft der Oeffentlichkeit. Vor dein Kriegsgericht der zweiten Gardedivision hatte sich gestern der Oberleutnant W. vom 1. Eisenbahnregiment wegen deS Verbrechens der Notzucht zu verantworten. Der Angeklagte sollte das ihm zur Last gelegte Verbrechen an einem Fräulein B., einer Schreibmaschinistin, in einem Bureauzimmer begangen haben. I» der gestrigen Berhandlung ivare» neben einer größeren Anzahl von Zeugen auch zwei medizinische Sachverständige geladen und zwar ein Arzt und eine Aerztin. Seitens der Verteidigung wurde vor Eintritt in die Verhandlungen ein Antrag auf Ablehnung des Arztes gestellt unter der Motivierung, daß dessen bereits abgegebenes Gut- achten über den vorliegenden Fall einseilig sei. In dem Bericht dieses Sachverständigen«verde von einer brutalen BeHand- lttng des Frl. B. durch den Angeklagten gesprochen. Das Gericht gab auch dem Antrage statt. Aus den Antrag des Vertreters der Anklage beschloß das Gericht, wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung auszu- schließen. Auch die Anklage wurde in nichtöffentlicher Sitzung ver- lesen. Nach längerer Verhandlung kam der Gerichtshof zu einem F r e i s p r u ch. Die Verkündung der Urteilsbegründung fand gleich- falls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der„Schutz" der Untergebene«. Im Juli- vorigen Jahres waren Mannschaften deS Telegraphenbataillons Ztr. 3 in Koblenz auf der Karthause beim Schießen. Der Vizefeldwebel, der die Aussicht führte, schickte die Leute, die ungenügend schössen, zum Sergeanten H., und dieser ließ sie durch den Unteroffizier B. derartig„nachüben", daß einer der Soldaten ohnmächtig zur Kaserne getragen werden mußte. Die Leute wurden hin und her gehetzt, die Wälle auf und ab gejagt und dann wieder zum Schießstand geschickt, um zu schießen. Die Richter des Oberkriegs- gerichts wiesen auf die Unmöglichkeit hin, daß dermaßen abgehetzte Menschen noch schießen könnten. Der Vizefeldwebel wurde von der schuldhaften Vernachlässigung der Aufsicht freigesprochen, der Sergeant erhielt 3 Tage M i t t e l a r r e st, der Unteroffi- zier wurde ebenfalls freigesprochen! Vor dem Kriegsgericht des 1. Geschwaders in Kiel hatte sich am Dienstag der BootsmannSmaat vom Linienschiff„Zähringen" wegen Mißhandlung eines Untergebenen zu verantworten. Der Bootsmannsmaat hatte bei einer Felddienstübung einen Matrosen, der ihm nicht schnell genug lief, mit dem gezogenen Seitengewehr einen Schlag über den Oberschenkel versetzt und ihn dann mit der Spitze des Seitengewehrs in das Kniegelenk gestoßen, so daß eine tiefe Wunde entstand.— Dafür erhielt der Vorgesetzte 45 Tage Gefängnis! Der Unteroffizier Dietz des 9. Jnfanterie-RegimentS in Würzburg hatte eine besondere Abneigung gegen den jüdischen Soldaten Nathan Blättner. Einmal ließ er ihn mit zwei Käme- raden nach dem Exerzieren so lange Kniebeuge und Gewehrstreckeu machenv bis Blättner weinend zusammenbrach, so daß ein zusehen- der Gefreiter den Unteroffizier aufforderte, die Mißhandlungen einzustellen. Ferner hat der Unteroffizier Blättner, den er oft auch einen„stinkigen Juden" nannte, am Ohre gezerrt, am Halse gewürgt usw. Das Kriegsgericht der 4. Division verurteilte Dietz «regen Beleidigung und Mißhandlung eines Untergebenen zu 36 Tagen Mittelarrcst! Typhuserkrankungcn in der Kaserne. Unter den Mannschaften des 21. Infanterieregiments in Fürth ist der T y p h u S ausgebrochen. Es sind über 40 Mann erkrankt, bei einer Kompagnie allein 20 Mann, die im Lazarett liegen. Die Sckmld an den Erkrankungen soll an Lebertiiödeln liegen, die am Sonntag verabreicht iviirde». Am Montag sind wieder erkrankte Soldaten ins Lazarett geschafft worden.— Die Balkankrise. Die Jntervcntionsfrage. Paris, 24. Februar. Die meisten Marge nblätter sprechen sich mit großem Nachdruck für ein energisches Ein- schreiten der Mächte in Belgrad aus. So schreibt „Nadical": Man muß die Serben wissen lassen, daß Europa ihret- wegen keinen Krieg sich entfesseln lassen wird. Man muß in Belgrad zu verstehen geben, daß die Serben auf keinerlei Hilfe zu rechnen haben. „Eclair" sagt: Oesterreich hat zu viel Bürgschaften für seine friedlichen Absichten gegeben, als daß die Gefahr, es könnte die Regelung der Frage selbst in die Hand nehmen, sehr groß wäre. Nichtsdestoweniger ist die Lage gespannt genug, daß Europa end- lich in Serbien die S t i m m e der Vernunft hören lassen sollte. „Republique Franeaise" schreibt: Muß man deswegen, weil wahnwitzige panserbische Prätensionen vorhanden sind, in ganz Europa einen Kriegsbrand entfachen? Das ist unmöglich. Wenn es noch eil« Europa gibt, so muß es alle zur Verfügung stehenden Zwangsmittel gebrauchen, um die Tobsüchtigen von Belgrad und Eetinje zu bändigen. Gewisse Balkanvölkcr mißbrauchen die Ge- duld Europas schon allzulange. Dieser groteske, gefährliche Wirr- warr muß ein Ende nehmen. Die Behauptung, daß Freiherr v. Aehrenthal Serbien und Montenegro aushungern will, ist eine alberne Lüge.— Die Kompenfationsfrage. Budapest, 24. Februar. Bezüglich der Aufforderung aus- wärtiger Blätter, Oesterreich möge wirtschaftliche Kompensationen für Serbien bekanntgeben, lvird im„Buda- pesti Hirlap" der Standpunkt des Ministeriums des Aus- wärt igen dahin gekennzeichnet, daß von solchen Konzessionen nur die Rede sein könne, wenn Serbien auf territoriale Ansprüche verzichte. Wirtschaftliche Kompensationen würden derzeit keinen Eindruck machen und die Lage astselnt nicht verbefferu. Das serbische Regierungsprogramm. Belgrad, 23. Februar. Gutem Vernehmen nach wird das neueKabinett morgen in der S k u p sch ti na eine Erklärung abgeben, in der hervorgehoben wird, daß in der neuen Regierung alle Parteien vertreten seien, da der Ernst der Lage er- fordere, die Einmütigkeit des serbischen Volkes und der serbischen nationalen Skupschtiua auch nach außen hin zu dokumentieren. Das Hauptprogramm der neuen Regierung werde die Wahrung und die Verteidigung der serbi» scheu Interessen nach außen hin sein. Zu diesem Zwecke werde die Regierung den Großmächten binnen kurzem die von der Skupschtina aufgestellten Forderungen überreichen. Die Regierung, welche den Willen der gesamten Skupschtina darstelle, genieße auch das unbegrenzte Vertrauen d-r Krone.— Erregung in Montenegro. Kinstantinopel, 24. Februar. Nach diplomatischen Depeschen auS C e t t i n j c ist die Stimmung in Montenegro äußerst er- regt. Fürst Nikolaus hat die Hauptstadt verlassen und ist nach Reka abgereist, wo er für die wenigsten zu sprechen ist. Man be- fürchtet einen Zwischenfall wegen der Ankunft eines Dampfers mit Kriegsmaterial in Antivari, wo Oesterreich die Hafen Polizei ausübt. Ein englischer Vermittelungsvorschag. Konstantinopel, 24. Februar. Wie die„Jeni Gazetta" erfährt, hat Staatssekretär Grey bezüglich der bulgarischen Ent- s ch ä d i g u n g der Pforte einen Modus vorgeschlagen, der den Vorschlag Rußlands und den Gegenvorschlag der Türkei mit einander in Einklang bringen soll. Es sollen die 74 Annui- täten der türkischen Kriegsentschädigung kapitalisiert, die bul- garische Entschädigung im Betrage von 125 000 000 Frank in Abzug gebracht und der Rest an Rußland ausgefolgt werden. Der Zins- fuß soll mit 5 Proz. festgesetzt werden. Die Kapitalisierung würde 6 200 000 Pfund ergeben. Ruhland hätte 700000 Pfund zu er- halten. Der Minister des Aeiißern Rifaat Pascha soll sich nach Petersburg begeben, um mit Jswolski hierüber zu konferieren. „Jeni Gazetta" hofft, daß die freundschaftliche Vermittelung Eng- lands die Lösung der Frage der bulgarischen Entschädigung her- beisühreir werde und glaubt, daß die Pforte diesen Vorschlag freund- schaftlich aufnehmen werde._ Oeftermeb. Einberufung des ReichsratS. Wien, 23. Februar. Wie in Abgeordnetenkreisen verlautet, hat sich der Ministerpräsident bereits für die Ein- berufung des Reichsrats für den 16. März entschieden. Die Einberufung des Reichsrats soll noch Ende dieser Woche bekannt- gegeben werden. Der Ministerpräsident wird den Versuch machen, das Rekrutenkontingent in normalem Wege im Ab- geordnetenhause durchzubringen. Sollte dieser Versuch mißlingen, so wird das Abgeordnetenhaus sofort wieder vertagt werden. Belgien. Eine Ehrenerklärung für die russischen Studenten. Brüssel, 24. Februar. Ter Kabinettsrat beschäftigte sich heute mit der Frage, welche Maßregeln gegen gewisse russische Studenten getroffen werden sollen im Zusammenhang mit der Bombenaffäre Seiligers. Der KabinettSrat beschloß, angesichts der sehr günstigen Berichte, welche von den der- schiedenen Rektoren der belgischen Universitäten ein- getroffen sind und worin die russischen Studenten sowohl wegen ihres Fleißes als auch wegen ihrer moralischen Führung gelobt werden, keine Repressivmaßregeln gegen die Studenten zu ergreifen. Cnglanci. Eine Nachwahl. Tannton, 23. Februar. Bei der Ersatzwahl zum ll n t e r h a u s e an Stelle von Sir Edivard Bohle wurde Peel(Unionist) mit 1976 Stimmen gewählt. Der Gegen- kandidat Smith(Arbeiterpartei) erhielt 1085 Stimmen. Eine Verschiebung in den Parteiverhältnissen tritt nicht ein. Auch diese Wahl zeigt daS nun schon gewohnte Bild einer Stimmenzunahme der Konservativen, die bei den letzten Hanptwahlcn nur 1842 Stimmen erhielten. Der liberale Gegenkandidat bekam damals noch 1503 Stinimen.— Die indischen Reformen. London, 23. Februar. Oberhaus. Staatssekretär für Indien Viseount M o r l e q beantragte die zweite Lesung der Gesetzes» vorläge zur Einführung von Reformen in Indien, wie er sie am 17. Dezember v. I. im Oberhause dargelegt habe. Die Lage sei dort jetzt weniger ernst und trübe als damals, wo er die Erklärungen über die in Aussicht genommenen Reformen tn der Verwaltung abgab. Die öffentliche Meinung in Indien habe sich über seine und des Vizekömgs Erwartung hinaus beruhigt. foikiand. Die Mörder de» Zaren. Warschan, 24. Februar. Das Kriegsgericht Hut elf Personen wegen Zugehörigkeit zur Radomer rcvolutio- nären Kampfesorganisation zum Tode verurteilt. perNen. Die russisch- englische Intervention. London, 23. Februar. In der schriftlichen Erwiderung auf eine Anfrage betreffend die britische Antwort auf das russische Memorandum über Persien sagt Staatssekretär Grey: Die britische Regierung hat die russische davon verständigt, daß sie z» der Ansicht neige, daß das beste Verfahren, das England und Ruß- land einschlagen könnten, darin läge, sich von den inneren An« ge l e g e n h e i i e n P e r s i e n s gänzlich fernzuhalten. In der Erkenntnis jedoch, daß es für Rußland schwierig sein dürfte, diese Haltung einzunehmen, weil eS an den unruhigsten Teil Persiens angrenzt, ist die britische Regierung bereit, in ge- wisser Richtung mit der russischen zusammenzuarbeiteiu Die britische Regierung stimmt der Ansicht zu. daß, solange nicht eine repräsentative Verfassung eingeführt ist, die Lage des Landes fich wahrscheinlich nicht bessern werde, und fie würde daher dem Schah den Rat erteilen, feinen aus fähigen, energischen Männern bestehenden Staatsrat aufzufordern, ihm in der Ausarbeitung eines Entwurfes einer Repräsentativ berfassung zur Seite zu stehen. Die britische Regierung hat Rußland borgeschlagen, daß dem Schah eine Andeutung gegeben werbe, daß er, wofern er nicht eine fonftitutionelle Regierungsform gewähre, seitens der englischen und russischen Regierung teine Unterstübung erhalten werde, die vielmehr Maßregeln zu ergreifen haben würden, um ihre Interessen zu schüßen. Die britische Regierung hat die russische auch davon in Kenntnis gefeßt, daß sie keiner Anleihe zustimmen würde, welche nicht von einer gewählten Versammlung genehmigt wurde. Greh fügt noch hinzu, daß im Prinzip zwischen der englischen und der russischen Regierung keine Meinungsverschiedenheit herrsche.Amerika. Der Prozeß gegen den Petroleumtrust. Chicago, 23. Februar. Heute hat hier die nochmalige gerichtfiche Untersuchung in Sachen der Standard Oil Company begonnen, da ihr die von dem früheren Gerichtshof auferlegte Geldstrafe von 29 Millionen Dollars von der höheren Instanz mit der Entscheidung als ungerecht erklärt worden war, daß höchstens auf eine Geldstrafe von 720 000 Dollars erkannt werden dürfte, wenn die Gesellschaft in der neuen Untersuchung für schuldig erachtet würde. Abgeordnetenbaus. Abendsizung, Mittwoch, 24. Februar 1909. Am Ministertisch: v. Moltke, v. Arnim- Criewen. v. Breitenbach. Auf der Tagesordnung steht eine Zentrums interpellation und ein nationalliberaler Antrag, die beide staatliche Maßnahmen gegen die neuesten Hochwassertatastrophen fordern. Nach der Begründung durch die Abgg. Tourneau( 8.) und Heine( natl.) gab Minister des Innern v. Moltke eine Uebersicht über die durch die Hochwasser angerichteten Schäden. Er dankte unter lebhaftem Beifall den Soldaten und Feuerwehren für ihr aufopferndes Rettungswerk. Auf den nationalliberalen Antrag erwiderte der Minister, daß es nicht darauf ankommen fönne, alle Verluste bersicherungsgemäß zu deden. Eine Unterstüßung fönne nur gewährt werden, wenn die Geschädigten nicht in der Lage seien, das Unglüd zu ertragen. Das müsse gefagt werden, um keine falschen Hoffnungen auffommen zu lassen. Zur Beseitigung der ersten Not, vor allem in der Altmart, habe der Staat telegraphisch sofort die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Auch für die Zukunft fönne das Haus versichert sein, daß die Regierung überall schnell eingreifen werde. ( Beifall.) Landwirtschaftsminister v. Arnim schilderte seine persönlichen Erlebnisse im Ueberschwemmungsgebiet der Altmart, wo die Gisbrecher leider nur sehr langsam vorwärts kämen. Minister der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach lobte vor allem die Tätigkeit der Pioniere, die Tag und Nacht gearbeitet hätten ( Lautes Brabol) und teilte mit, daß die Eisenbahn alle Gaben frachtfrei in das Ueberschwemmungsgebiet befördere.( Beifall.) In der Besprechung bat Abg. Bethge( f.) als Vertreter von Osterburg um schnelle Hilfe für die Wische. Abg. v. d. Anesebeck( ft.) forderte eine Vermehrung der Eisbrecher auf der Elbe. Abg. Cahensly( 8.) berlangte schnelle Hilfe für die Lahn. Abg. Dr. Hehdweiller( natl.) besprach die Verheerungen im Unterlahnkreis. Abg. Fund( frf. Bp.): Die private Wohltätigkeit hat ja bereits eingesett. Aber es bleibt für den Staat noch viel zu tun übrig. Bei der Verteilung der Unterstützungen sollte nicht allzu bureaukratisch vorgegangen werden. hält, sich besseres Essen bereifen lassen durfte, was sein vertragliches Recht ist. Wahr ist weiter, daß die Kost für Kellner und das übrige Personal, wenn auch nicht gleichartig, so doch stets gleidh wertig gewesen ist. höhung zugesprochen, für die Ungelernten aber abgelehnt. Außer diesen beiden Kategorien lenne die Direktion nur noch bessere" Arbeiter. Die neunstündige Arbeitszeit ist schon seit November be schlossen, bis heute aber noch nicht eingeführt. Auf 6. Es ist nicht wahr, daß in der Herberge des Gewerkschafts- ein Schreiben der Organisation erwiderte der Magistrat( unterzeichnet In der Diskussion gab der Vertreter des Schmiedeverbandes hauses eine Arbeitszeit von 14 bis 16 Stunden herrscht. Wahr ist, eide), daß er nur mit Arbeiterausschüssen verhandele. daß die Arbeitszeit aller Personen inklusive Pausen in keinem Silerzli einige Ergänzungen. Ein Redner teilte mit, daß die Falle mehr als 11 Stunden beträgt. Ventilatoren bereits angebracht sind, aber einen solchen Lärm 7. Es ist nicht wahr, daß für das Personal der Herberge des machten, daß es kaum auszuhalten sei. Auch ließen sich die Türen Gewerkschaftshauses Logiszwang eingeführt ist. Wahr ist, daß unter schwer öffnen und die Zugluft in den Räumen mache sich äußerst den über 20 Angestellten der Herberge nur drei gezwungen sind, unangenehm bemerkbar. Eine entsprechende Resolution wurde eine während der Nacht im Gewerkschaftshause zu logieren, um bei der stimmig angenommen. starken Frequenz von nahezu 150 Logisgästen täglich bei ein In den Arbeiterausschuß wurden folgende Personen gewählt: tretenden besonderen Ereignissen stets sofort zur Hand zu sein. Hartmann, Neumann, Battner, Brychzh und Kah l. 8. Es ist nicht wahr, daß der Expedient 1½ Jahre auf Kosten Achtung, Glasschleifer! Bei der Firma Hammerschlag u. Müzel des Gewerkschaftshauses verpflegt worden ist. Wahr ist, daß der berg, Kunstglaserei, Andreasstr. 32, sind sämtliche Kollegen entlassen Expedient stets sein Mittagessen im eigenen Hause genossen hat, worden, weil dieselben ihren vollen Lohn verlangten und nicht mit daß er sich allerdings aber, wie sein dazu berechtigter Vorgänger, einer Teilzahlung zufrieden waren. Bei dieser Firma ist es nämlich Frühstück und Abendbrot am Büfett auf Kosten des Gewerkschafts- Mode, den Arbeitern nur immer einen Teil des Lohnes zu geben. hauses hat geben lassen, wofür er dann auf Extrabezahlung außer. Unter solchen Umständen ist die Werkstelle als gesperrt zu betrachten. ordentlicher Arbeiten verzichtet hat. 9. Es ist nicht wahr, daß den Hausdienern zur Einnahme ihrer Mahlzeiten ein Raum zur Verfügung steht, der gleichzeitig Desinfektionsraum ist und den Abort enthält. Wahr ist, daß der hella und genügend große Raum, der den Hausdienern zur Einnahme ihrer Mahlzeiten zugewiesen ist, sich innerhalb der gesamten großen Baderäumlichkeiten befindet, die allerdings auch den absolut geruch losen Heißwasserdampfkessel für Desinfektion und ein Wasserflosett enthalten. Die Ortsverwaltung. Achtung, Schuhmacher! Schon vor mehreren Wochen mußten wir die Kollegen warnen, bei der Firma Reh und Prädet in Briz Arbeit anzunehmen. Dieser Firma, kaum ein halbes Jahr bestehend, sind die Lohnverhältnisse in Berlin zu hoch und sucht fie deshalb von außerhalb Arbeitskräfte heranzuziehen. Um mit diesen Arbeitern nach Gutdünken verfahren zu können, wird auch dann noch annonciert, wenn sämtliche Stellen besezt sind. Willkürliche Ents lassungen der taum engagierten Arbeitskräfte find häufig, doch sichert sich der Fabrikant borher Ersatz. So ist es vorgekommen, daß Arbeiter noch Montags früh wohlgemut zur Arbeit gingen, dann aber ihre Papiere erhielten, weil über Sonntag Ersatzkräfte Viele Arbeiter verließen diese ungaftliche Stätte nach furzer Zeit freiwillig. herangeschafft wurden. Oft wurde das Verlangen gestellt, einen festen Lohntarif aufzustellen, doch nie wurde diesem Wunsche stattgegeben. Der Arbeiterausschuß, der die Wünsche der 11. Es ist nicht wahr, daß ein Spielhündchen der Dekonomin Arbeiter vortragen wollte, wurde abgelehnt, worauf die Arbeitsauf Kosten des Gewerkschaftshauses üppig verpflegt wird. Wahr niederlegung erfolgte. Alle Verhandlungen sind bis jetzt erfolglos ist, daß unter Zustimmung der Verwaltung ein zumeist an der Kette gewesen, da die Firma hofft, ihren Arbeiterstamm von auswärts ersetzen zu können. Zentralverband der Schuhmacher. liegender großer Hofhund gehalten und beköstigt wird. Deutfches Reich. 10. Es ist nicht wahr, daß die Scheuerfrauen gezwungen find, auf dem Korridor in der Nähe eines Klosetts ihr Frühstück einzunehmen. Wahr ist, daß sie der Bequemlichkeit halber sich diesen Platz gewählt haben, obwohl ihnen ein Zimmer mit Tisch und Stühlen dazu zur Verfügung steht. 12. Es ist nicht wahr, daß sich Unstimmigkeiten im Küchenbuch befinden. Wahr ist, daß bei den Eintragungen in das Küchenbuch bezüglich Müchenkräutern und dergleichen kleineren Erwerbungen bisweilen summarisch verfahren ist, die Anschaffung und der Verbrauch der Gegenstände aber völlig berechtigt war. 13. Es ist nicht wahr, daß unorganisierte Angestellte in der Herberge beschäftigt sind, Wahr ist, daß aus der Fremdenstube mehrfach Leute zu Hausdienern gewählt wurden, jedoch ist in jedem einzelnen Falle darauf gesehen, daß es sich um einen Mann handelte, der einer gewerkschaftlichen Organisation angehörte. Es ist nie ein Unorganisierter in der Herberge beschäftigt worden. Berlin und Umgegend. Mit den Verhältnissen in den städtischen Gaswerk- Magazinen ( Zentralmagazin und dem in der Prenzlauer Allee gelegenen), in denen Gaseinrichtungsartikel( Gasmesserusw.) repariert, beziehungsweise hergestellt werden, beschäftigte sich eine von 200 daselbst angestellten Personen( Handwerker, Blaz- und Magazinarbeiter) besuchte Versammlung. Vor allem handelte es sich auf die durch den Arbeiter ausschuß gestellten Anträge und die durch die Direktion erfolgte Antwort. Die Anträge bezogen fich um folgende Punkte: 1. Anbringung einer Normaluhr beim Portier. 2. Anbringung von Ventilatoren in der Schmiede. 3. a) Die Verlegung der Badezeit in die Arbeitszeit. b) Einrichtung von Waschgelegenheiten in einem hierzu hergestellten Verschlag im Eßraum der Hofarbeiter. c) Lieferung von warmem Wasser für die Plazarbeiter in der Prenzlauer Allee. 4. Geregelte Festsetzung der Bestrafungen. Die Direktion erwiderte darauf in einem Schreiben: 1. Die am Pförtnerhause angebrachte Uhr des Arbeiterkontrollapparates wird in Uebereinstimmung mit der Hauptuhr des Schlesischen Bahnhofes gehalten werden. 2. An den Fenstern in der Schmiede sollen die gewünschten Ventilatoren angebracht werden. Abg. Borgmann( Soz.): Namens meiner politischen Freunde fann ich erklären, daß wir aufrichtige Teilnahme empfinden mit den durch das Hochwasser Geschädigten. Wir sind auch gern bereit, für die Hilfeleistungen die erforderlichen Mittel zu bewilligen. Ich möchte jedoch den Wunsch aussprechen, daß die Regierung nicht erst lange auf die private Wohltätigteit warten möge, sondern daß sie rasch eingreift. Schnelle Hilfe ist doppelte Hilfe. Ferner hoffe ich, daß die Hilfe gegeben werden möchte ohne Ansehen der Person.( Geächter rechts.) Ihr Lachen ist sehr deplaziert.( Sehr richtig! bei 3a. Das Baden während der Arbeitszeit oder während der en Sozialdemokraten.) Zum Schluß möchte ich all denjenigen, die Mittags- und Vesperpause tann nicht gestattet unter Hintansehung ihres Lebens rettend eingegriffen haben, auch werden. namens meiner politischen Freunde Dank und Anerkennung 3 b. Der Antrag auf Aubringung von Waschbecken im Arbeiter aussprechen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) unterkunftsraum muß abgelehnt werden, da die vorhandenen WaschNachdem noch mehrere Abgeordnete aller Parteien als Ver- gelegenheiten mehr als ausreichend sind. treter der von der Ueberschwemmung heimgesuchten Kreise gesprochen 3c. Für die Arbeiter des Gußrohrmagazins in der Prenzlauer hatten, wurde der Antrag der Nationalliberalen der Budget- Allee soll ein Junkerscher Heißwasserapparat beschafft werden. tommission überwiesen. 4. Die Festsetzung der Strafen auf Grund der Arbeitsordnungen wegen Zuspätt ommens zur Arbeit wird für alle Dienststellen generell geregelt werden. Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr( Etat der Domänenverwaltung). Schluß 11 Uhr. Gewerkschaftliches. Tarifabschluß im Steinsetzergewerbe der Oberlausit. Einen für die Arbeiterschaft, Steinsetzer und Rammer, sehr günstigen Verlauf hat die Lohnbewegung berselben in der Oberlaufig genommen. Es ist zum erstenmal ein Tarifvertrag abgeschlossen worden, der das nachstehend angeführte große Gebiet umfaßt: die Kreise Görlitz( Stadt und Land), Sagan, Rothenburg, Hoyerswerda, Hirschberg, Landeshut, Lauban, Löwenberg, Bautzen und Löbau. Durch den Tarif wird die Arbeitszeit allgemein von 11 auf 10 Stunden herabgesetzt; die Stundenlöhne erfahren für 1909 eine Erhöhung, die für Steinsetzer 9 Pfennig beträgt ( bon 50 auf 59 Pfennig), für Rammer 6 Pfennig( 32 auf 38 Pfennig); am 1. April 1910 tritt eine weitere Erhöhung für beide Kategorien um 3 bezw. 2 Pf. ein. Für die Kreise Löwen berg und Lauban, wo der Stundenlohn bisher 10 Bf. niedriger war als in den anderen Drten, bleibt derselbe Unterschied vorläufig bestehen, prozentual ist dadurch die Erhöhung hier noch beträchtlicher. Auch die Ueberstunden-, Nacht- und Sonntagsarbeit ist zufriedenstellend geregelt, desgleichen die Ueberlandarbeit. Affordarbeit ist ausgeschlossen. Der Arbeitgeberverband erkennt die Drganisation der Arbeiter und die von dieser eingeführten Arbeitsberechtigungsfarte an. Der Arbeitgeberverband, der erst fürzlich errichtet wurde, hat anerkennenswertes Entgegenkommen gezeigt. Der Streit der Eulengebirgsweber, der zur Abwehr einer Lohnreduzierung bis zu 30 Broz. geführt wird, hat noch zu feiner Einigung geführt. Die bestreifte Firma, die Schlesische Buntweberei vormals C. Neugebauer Söhne und Karl Bostpischil hat deshalb jetzt 417 Arbeitern gekündigt, die in Nebenbetrieben beschäftigt sind, weil für sie für die Dauer des Streifs feine Arbeit vorhanden ist. Achtung, Metallarbeiter! In der Kugellagerfabrik in Leipzig- Plagwig streiken die Arbeiter, weil 30 Mann entlassen worden sind, die sich geweigert haben, lleberstunden zu machen, bei denen ihnen der Lohnzuschlag ver weigert wird. Zur Beilegung der Streitigkeiten bei der Militäreffektenfabrik Weill u. Co. in München ist vor dem dortigen Einigungsamt des Gewerbegerichts unter dem Vorsitz des Gerichtsrats Dr. Brenner nach längeren, oftmals ziemlich erregten Auseinandersetzungen zwischen den Parteien eine Einigung auf folgender Grundlage zustande gekommen:„ Die Firma verpflichtet sich, die am 1. Januar 1909 bezahlten Löhne allen Arbeiterinnen auch weiterhin unverkürzt zu zahlen, den Vertrauensmann Steinkohl wieder einzuDer Referent Busader unterzog nun diesen Bescheid einer stellen, ebenso alle im Streit stehenden Arbeiter und Arbeiterinnen eingehenden Kritit. Die Normaluhr wurde von den Kollegen ver- mit Ausnahme des Vertrauensmannes Koch, am 1. März d. J. langt, damit jeder Arbeiter sich bestimmt darauf verlassen könne, da wieder einzustellen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen verpflichten sich, Die Heze gegen das Hamburger Gewerkschaftshaus. die jeßige Uhr nie die richtige Zeit anzeigte. Nun werde gefagt, die soweit sie nicht anderweit Beschäftigung gefunden haben, am 1. März am Kontrollapparat angebrachte Uhr sollte mit der Hauptuhr die Arbeit wieder aufzunehmen. Maßregelungen aus Anlaß dieses Von den Hamburger Nachrichten" ausgehend, ist eine richtige am Schlesischen Bahnhof verbunden werden. Dies ist geschehen und Streiks dürfen nicht stattfinden." Heke gegen die Verwaltung des Gewerkschaftshauses in Hamburg man habe doch keine Gewähr für richtige Zeit, da auch diese Uhr eingeleitet worden. Die maßgebenden Instanzen der Partei und oft um einige Minuten differiere. Daß sie nicht tadellos funktioniere, halb sei der Wunsch nach einer Normaluhr berechtigt. Ebenso die Verlegung des Badens in die Arbeitszeit, was ja auch schon in den sämtlichen Betrieben zurzeit schon eingeführt ist. Berliner städtischen Gas- und Wasserwerken und in den Charlottenburger Gewerkschaften in Hamburg haben eine eingehende. Untersuchung bewieſen die häufigen Reparaturen, ber sie unterzogen werde. De Letzte Nachrichten und Depefchen. eingeleitet. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist in Form einer preßgefeßlichen Berichtigung dem Hamburger Scharfmacherblatt übermittelt worden. Wir lassen nachstehend die Berichtigung folgen, weil sie einen klaren Ueberblick über die erhobenen Vorwürfe und den tatsächlichen Sachverhalt bietet. Der Lockspitel Azew vor der Duma. Petersburg, 24. Februar.( W. T. B.) Die heutige Sihung der Duma wurde 8 1hr 30 Minuten abends eröffnet. Das Haus war start besetzt. Alle Logen waren überfüllt, in der Minister. loge waren sämtliche Minister anwesend. Der Referent in der Interpellation über die Azew- Affäre Graf Bobrinski( gem. Rechte) führte in kurzer Rede aus, die Kommission schlage bor, die Interpellation der Kadettenpartei anzunehmen, diejenige der Sozialdemokraten dagegen abzulehnen. Es haben sich vierundfünfzig Redner zum Wort gemeldet. Als erster Redner besprach Potrowsky( Soz.) die in der Preffe bereits veröffentlichten Einzelheiten über Azews Tätigkeit und folgerte zum Schluß, der Regierungsagent Azem habe mit Wissen der Regierung eine Provokation in ausgedehntem Maßstabe geübt und an einer ganzen Reihe terroristischer Morde und Ausschreitungen mitgewirkt. Pokrowsky nannte darauf mehrere Polizeiagenten, von denen er zu wissen glaubte, daß sie ebenfalls zu Provokationen terroristischer Atte verwendet worden seien, und fchloß, ein derartiges Material sei genügender Beweis dafür, dak die ganze Regierungspolitik auf dem Provokationssystem bafiere. Bezüglich der Einrichtung von Waschvorrichtungen im Eßraum der Hofarbeiter habe ja niemand behauptet, daß die jetzigen nicht 1. Es ist nicht wahr, daß das weibliche Personal des Gewerk- ausreichten. Die Arbeiter stellten diesen Wunsch, weil sie zurzeit schaftshauses eine Beschwerde bei der Verwaltung eingereicht hat, mit entblößtem Oberkörper erst einen zugigen Torweg mit dem Erfolg, daß bereits mit der Entlassung der Beschwerde passieren müssen. Meist ist der Körper in geichwigtem Zustande heutigen Einrichtung dann stets führer der Anfang gemacht worden ist. Wahr ist, daß allerdings und muß sich bei einige Beschwerden bei der Verwaltung eingegangen sind, die ge- der falten Bugluft und damit in hohem Maße der Gefahr prüft und für ungerechtfertigt erkannt sind. Wegen der Beschwerde einer schweren Erkältung ausiegen. Gerade auf die Er erfüllung dieser Forderung legen die Arbeiter besonders Wert, zumal ist kein Beschwerdeführer entlassen, sondern die Entlassung ist er- ja Blaz für einen Waschraum genügend vorhanden ist. Der jezige folgt, weil nach Berhandlung der Beschwerden einige der Beschwerde- Baschraum entspreche durchaus nicht den Anforderungen, die man führer beharrlich die Anordnungen des Herbergsökonomen ignoriert an einen solchen Raum stellen könne. Unter anderem fehlt jegliche haben. Diese Gründe sind ihnen bei der Entlassung angegeben. Vorrichtung zum Aufhängen von Kleidungsstücken. Er, Redner, 2. Es ist nicht wahr, daß Angestellte, die eine Eingabe an die schlage vor, die abgelehnten Anträge einer Deputation zu übergeben, Verwaltung gerichtet haben, in der um Wiedereinstellung eines ent- um einen anderen Entscheid herbeizuführen. laffenen Mädchens gebeten wurde, keine Antwort bekommen haben. Die Regelung der Strafen für Zuspätkommen seien allerdings, Wahr ist, daß dem unter Berufung auf diese Petition bei der Ber- wenn auch nicht generell", wie er noch beweisen werde, geregelt waltung vorstellig gewordenen Mädchen wiederholt gesagt ist, daß worden. Es werden jetzt beim ersten Male 25 Pf., beim zweiten es nicht wieder eingestellt werden könnte, und diese Antwort ist dem Male 50 Pf, beim dritten Male 1 M. angerechnet, dann folgt EntTaffung. Wenn solche Bestimmungen getroffen werden, müsse es den Personal übermittelt. Arbeitern doch wenigstens mitgeteilt werden, was 3. Es ist nicht wahr, daß Beschwerden über angebliche Ver- nicht geschehen sei. Die Strafen feien auch viel zu hart. wertung von nicht einwandfreiem Fleisch und sonstigen Waren Früher wurden 10 Minuten nicht angerechnet und beim ersten Male durch den Dekonomen mit Entlassung der Beschwerdeführer beant- gab's einen Verweis und dann erst Geldstrafe. Allerdings sei es wortet sind. Wahr ist, daß diese Beschwerden in drei mehrstündigen auch Pflicht der Arbeiter, auf Pünktlichkeit zu halten. Jetzt fosten Sibungen geprüft und ebenfalls für ungerechtfertigt erfannt sind. drei Minuten schon 25 und 50 Bf. und das schlimmste sei, daß bei 4. Es ist nicht wahr, daß der Verwaltung in einer Beschwerde den Strafen auch jest noch willkürlich verfahren werde. mitgeteilt ist, daß Fleisch aus einer Abfalltonne herausgeholt und der die Hände sehr mitgenommen werden, lederne Handschuhe ge- aus einem Gebüsch eines überfluteten Gehöftes eine aus brei Stendal, 24. Februar.( B. S.) Pioniere retteten heute früh wieber gekocht ist. Wahr ist, daß niemals Fleisch aus einer Abfall- liefert werden, zumal solche im Magazin vorhanden Personen bestehende Familie, die 5 Tage ohne Nahrung daselbst tonne herausgeholt und benutzt ist. 5. Es ist nicht wahr, daß für das Personal der Herberge dreierlet feien. Buschläger würden heute eingestellt, die gelernte Schmiede zugebracht hatte. Man hofft alle drei am Leben zu erhalten. Für die Hofarbeiter müßten auch für ihre schwere Arbeit, bei nicht üblichen erhielten. Die Einführung von Wochenlöhnen wurde abgelehnt, es bleibt somit beim Stundenlohn. Den gelernten Arbeitern wurde eine ErEisenbahnkatastrophe. Guayaquil, 24. Februar.( W. T. B.) Ein Personenzug stürzte bei Rio Bamba infolge eines Schienendefekts einen hundert Fuß hohen Abhang herunter. Fünfundzwanzig Personen wurden getötet, vierzig verlegt. Aus Waffersnot gerettet. Küche geführt wird. Wahr ist, daß der Herbergsökonom, der neben feinem Bargehalt für sich und seine Familie volle Beköstigung er Berontm. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ib. Glode, Berlin. Drud u. Berlaa: Borwärts Buchbr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierau 3 Beilagen n. Unterhaltungsbl lt. 47. 26. Iahtgaug. i. Mi» te Jotmiitls" Müh« filMlitt. DoNklstag. 25. fehlt« 1909. Reichstag« 211. Sitzung vom Mittwoch, den 24. Fekruar, nachmittags 2 Uhr. Am BundeSratStische: Twele. Dernöurg. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung deS Etats für den Rechnungshof des Deutschen Re,ches. Die Budgetkommission beantragt eine Resolution, welche den Reichskanzler irni Mahregeln ersucht, durch welche eine Vereinfachung der gesamten Rechnungslegung herbeigeführt wird. Der Referent Abg. Nacken Vorort- JVaefmebtem Lichtenberg. Dir Stadtverordneten wählten in ihrer Sitzung vom 23, Februar den Zigarrenhändlcr Gromandecki, Niederbarnimstr. 2, zum Annen- kommissar für den 31. Bezirk, und den Zahntechniker Gust. Anders zum Waisenrat desselben Bezirks. Dem Antrage deS Rechnungs- ausl'chusieS entsprechend bewilligte die Versammlung nachträglich die Kosten für die im Sommer 1908 zur Aufftellung gelangte Cholera- barocke mit 4759,57 M. Von Interesse war die Mitteilung des Stadtv. Dr. Wolff, daß auch bei der Frage der drohenden Cboleragefahr. wo innerhalb weniger Tage die Vorbereitungen vom Magistrat getroffen. die Gcsundheilsdepntatton nicht gehört wurde, ja daß die Deputatton überhaupt noch nicht zusammen- getreten sei! I(Der Borgang ist nicht neu. Die früher» Gesund- heitSkommission ist auch vom März 1903 bis zu ihrer Ablösung 1903 nicht zusammengetreten. D. B.) Einem weiteren Antrage deS RechnungSausschusteS entsprechend werden die Ueberschreitimge» beim Bau der Gemeindeschule in der Scharnweberstraße mit 45 933,91 M. nachbewilligt und die Kosten des Baues mit 390 933,91 M. festgesetzt. Nachdem noch die Kosten für die Pflasterung des Weißenseer- WegS gemäß dem Antrage desselben Ausichusses festgesetzt wurden, überwies die Versammlung die Rechnungen der Stadthaupt- lasse aus dem Jahre 1907, ebenso die Rechnungen der Kanalisation aus dem gleichen Jahre dem RcchnungSauSschutz. Auch die Vorlage über die Beschaffung von Subsellien für die Klassen des Gym- nafiumS in Höhe von 3200 M. ging den gleichen Weg. In der Debatte wurde dem berechtigten Wunsche Ausdruck gegeben, daß die Vorlagen entsprechend der Geschäftsordnung Behandlung und Vor- bereituna finden möchten. Interessant war die Episode. wo der Siadtver ordneten- Vorsteher an den Stadtverordneten Meldner, der Anträge auf Ueberweisung„namens seiner Frennde" stellte, in Ausübung seines Amtes die teilnehmende Frage richtete: Herr Stadtverordneter Meldner. wer find denn Ihre Freunde? II Dem Herrn Vorsteher schien es ganz und gar un- möglich, daß innerhalb des bürgerlichen Blocks sich einige Herren nicht länger der Fürsorge„derer um die Vorschußbank' anvertrauen und ihre eigenen Wege gehen wollen I Und das ohne vorher die „altbewährten Führer" zu befragen l Ja, ja, Kochs Welt-Kitt kittet eben nicht alles! Der Vorlage über die aufzunehmende Anleihe in Höhe von 15 Mihionen Mark stimmt die Versammlung im Prinzip zu und ver- weist im übrigen die Angelegenheit einer gentischten Kommission. der auch unsere Genoffen Rösler, Heckett und Düwell angehören. Die Frage der Zuteilung der Stadt in die Servisflaffe B im Gegensatz zu Stralau, das in die Klasse A versetzt ist. obwohl zum gleichen Polizeibczirk gehörig, machte eine Interpellation und ein Autrag, dessen Dringlichkeit anerkannt wurde, zum Gegenstand der Ver- Handlung. In dem Antrage, der die Zustimmung der Versammlung fand, wird der Magistrat ersucht, alles aufzubieten, um die drohende Schädigung der Beamten und— Hanswirte zu verhindern. Der Bürgermeister sagte seitens deS Magistrats bereitwilligste Unterstützung zu. Wir veröffentlichten kürzlich einen Notschrei aus der Gemeinde- schule(Dorfstraße an der Kirche) über die dortigen, die Gesundheit schädigenden Zustände und bemerkten dabei, daß eine vom Bauamt und von unseren Genossen kurz vor Weihnachten geforderte sofortige Reparatur von den bürgerlichen Herren in der Baukommission ver- tagt worden sei. Das bekannte hiesige Blättchen nannte unsere Feststellung eine„stinkende Lüge". Wir reagierten auf diese Frech- heit mit der Konstatierung, daß in der letzten Baukommissionssitzuiig die Angelegenheit zur Erörterung gekonimen sei und dabei unserer Sachdarstellung nicht widersprochen werden konnte. Trotzdem be- hauptet daS Blatt mit kecker Stirn in seiner Nummer vom 20. Februar: Tatsache ist nun aber, daß die Angelegenheit deS baulichen Zu» standeS der Schule in der Dorfstraße in der letzten Sitzung der Baudeputation überhaupt nicht zur Sprache gekommen ist. Ter „Vorwärts" schwindelt hier seinen Lesern zum höheren Ruhme der sozialdemokratischen Mitglieder unseres Stadtverordnerenkollegiums einfach etwas vor. Aus dieser skrupellosen Kampfesweise kann man am besten ersehen, was auf die Angriffe deS„Vorwärts" gegen unsere städtischen Verwaltungskörperscbaften zu geben ist.„Der Zweck heiligt die Mittel" ist der Grundsatz deS sozialdemokratischen ZentralorgauS: wo eS gilt zu Hetzen, darf man auch vor faustdicken Lügen nicht zurückschrecken. Und solche Leute glauben dem Bürgertum Moral predigen zu können. In der BaukommissionSsitzung am 23. d. M. wurde von unseren Genossen die Sache erneut zur Sprache gebracht, unter Hinweis darauf, daß in der vorigen Sitzung ein Stadtrat mit Bezug auf Preßstimmen Aufklärung über die beregten Schultverhältniffe ver- langte und der Herr Vorsitzende bemerkt habe, daS Bauamt sei an- gewiesen die Zustände zu umersuchen, er werde über daS Ergebnis der Kommission Bericht ersiailen. Zwei Stadträte be- stätigten das. Der stellvertretende Vorsitzende erklärte, er könne leider keine Auskunft geben, er habe an der vorigen Sitzung nicht teilgenommen, weshalb ihm die Sache nicht bekannt fei. Von unseren Genossen wurde nun aus die Behauptung im genannten Blatte Verlviesen und bemerkt, wenn an dieser Irreführung ein Mitglied der Baudeputation schuld sei, dann müsie dus als bedauerlicher Mißstand politischer Moral bezeichnet werden. Hoffentlich werde der Herr den Mut haben, sich hier als Verantwortlicher zu bekennen. Das tat der Herr allerdings nicht, er versuchte nur— ohne zu erröten— sich herauszureden mit der Erklärung, die Verhandlungen seien nach Schluß der eigentlichen Sitzung durch Anfrag« des erwähnten Stadtrats erfolgt. Es genügt wohl einfach, diese Tatsache zu konstattcren. Mit solchem— Herrn müssen unsere Leute sich herumschlagen. Charlottenburg. Ein schwerer Unsall hat sich gestern vormittag auf dem Bau de? Reichsmilitärgerichts zugetragen. Dort stürzte der Arbeiter Adalbert Piofek von einer Stufe einer Kunstsaudsteintreppe ab und fiel acht Meter ttef. Bewußtlos mußte der schwer Verletzte mittels Kranken- wagen von der Unfallstelle geschafft werden. Anscheinend ist der Arbeiter von einem Schwindelanfall betroffen worden. Schöneberg. DaS alte Schuljahr endet mit dem 31. März, das neue veginm. da der 1. April schulfrei ist, mit dem 2. April. Die eigentlichen Osterfericn folgen erst später. Die Anmeldungen der schulpflichtigen Kinder finden für die hiesigen Gemeindeschulen Mitte März statt. Die Eltern erhalten von der städtischen Schnldeputation eine Auf- forderung. in der mitgeteilt wird, daß die Einschulung in der Schule zu bewirken ist, in deren Bezirk die Wohnung liegt. Sollt« eS nun vorkommen, daß Eltern durch irgend einen Umstand keine Ans- forderung erhalten haben, so sind sie trotzdem verpflichtet, die Einschulung anzumelden. Bei der Anmeldung ist entweder der Tauf- oder GeburtS« und Impfschein des Kindes mitzubringen; für außer- halb deS Ortes geborene Kinder genügt eS, wenn deren GeburtS- schein zur Stelle ist. Der Tag der Anmeldung wird noch bekannt gegeben. Rixdorf. Ein Sttasienbahnunfall ereignete sich Dienstag früh am Her- mannplatz. Dort wollte da« 20jährige Frl. Birinami aus Rixdorf einen noch in der Fahrt befindlichen Anhängewagen der Linie 53 besteigen; hierbei glitt sie auS und kam mit beiden Beinen in daS Getriebe des Wagens. Mit vieler Mühe gelang eS, die Verunglückte auS ibrcr qualvollen Lage zu befreien. Frl. B. wurde mit scbweren Verletzungen an beiden Füßen in einer Droschke nach der Unfall- station in der Steinmetzstraße befördert, wo ihr die erste Hilfe zuteil wurde. Steglitz. Vom Gewerbe- und KaufmannSgericht. Der soeben erschienene Bericht über die Tätigkeit deS GcwerbegerichtS im Jahre 1908 weist mit 198 Klagen gegen 132 des Vorjahres abermals eine stärkere Inanspruchnahme auf. DaS Baugewerbe marschiert wie stets mit III Klagen an der Spitze, von denen der Hauptameil wiederum aus Maurer. Töpfer, Banarbeiter und Putzer entfällt. Die meisten Klagen(124) richteten sich auf Zahlung rückständiger Löhne. Vor dem Vorsitzenden allein fanden an 81 Tagen 201 Termine, mit den Beisitzern an 19 Tagen 81 Termine statt. Dabei war die Höchstzahl der an einem Tage verhandelten Sachen vor dem Vorsitzenden allein 9. vor dem Spruchgericht 11. Zu 41 Beweiserhebungen wurden 52 Zeugen und 4 Sachverständige vernommen sowie 8 Eide geleistet. Die Gesamtzahl der Kläger bettug 262, davon 6 weibliche. Berufung gegen Endurteile wurde nicht ein- gelegt. Wenn auch bei 79 Klagen, die durch Vergleich erledigt wurden, ldavon 63 vor dem Vorsitzenden allein), mancher Kläger nicht alles erreicht bat, was er zu fordern berechtigt zu sein glaubte, so ist doch andererseits die Schnelligkeit des Verfahrens(107 Klagen wurden innerhalb einer Woche, 41 in 2 Wochen erledigt) ein Vorteil, der gerade für den klagenden Arbeiter sehr ins Gewicht fällt. Mit der Schnelligkeit paarte sich die Billigkeit: Gerichtskosten wurden nicht vereinnahmt. Der Klageanspruch schwankte zwischen 1,50 M. und 410 M. Als EinigungSamt wurde das Gelverbegericht nicht ange- rufen.— Da« KaufmannSgericht hatte einen Rückgang der Klagen von 27 im Vorjahre auf 24 in, Berichtsjahre zu verzeichnen, in denen 19 männliche und 6 weibliche Kläger in der Hauptsache rückständiges Gehalt einforderten. Das Spruchgericht trat nur an vier Tagen de« Jahres zusammen, während der Vorsitzende allein an 24 Tagen 27 Termine abhielt. DaS GcwerkschastSkartrll beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung mit der bevorstehenden Gewerbegerichlswahl am Orte. Da dieselbe unter einem neuen System. Verhältniswahl, stattfinden soll, die neuen Statuten dazu aber noch nicht herausgegeben sind, so wurde beschlossen, diesen Punkt der Tagesordnung bis zur amtlichen Be- kaimtmachung zu vertagen. Einer Anregung, in der Steglitzer Ortskrankenkasse durch Wahl von Beisitzern usw. Einfluß zu gewinne», soll in Zukunft Folge geleistet werden. Die Verlesung des Geschäfts- berichts von 1908 wurde ohne Diskussion angenommen. Zu Vertretern der Gewerkschaften im BildungSausschuß werden die Genoffe» Schmidt, Marksteinstr. v. und Fenske, Zimmennannstr. 28, bestimmt. Die ge- plante außerordentliche Sitzung, welche am Montaa durch Verbinde» rung des Genoffen Soch hat ausfallen müssen, findet mun am fich zu einer fo extremen Handlung, über die man den Stopf p Das Landgericht Posen erkannte zugunsten des Arbeiters M., Freitag, den 26. d. Mts., abends 8 Uhr, im Restaurant Schellhase, ichütteln müffe, habe hinreißen lassen", vielleicht hätten die indem es diesen als Entdecker ansieht und den Beklagten G. zur Ahornstraße, statt. Von jezt ab finden die Sigungen jeden letzten Herren sich ein besonderes Ansehen im Ort verschaffen wollen. Es Erteilung der verlangten Auskunft über die Wertshöhe des Montag im Monat, abends 8 Uhr, im Restaurant Rohmann, sei ihm erzählt worden, die beiden Herren hätten Brrr! Schazes und zur Herausgabe der Hälfte verurteilt. Auf die BeSchloßstraße 117, statt. Einladungen erfolgen nicht mehr. Es rufung des Beklagten bestätigte bas Oberlandesgericht Bosen das dem Herrn Landrat Graf v. Roedern im Kreistag Opposition machen erstinstanzliche Urteil nur insoweit, als auf die Erteilung der Ausfehlten die Vertreter der Bauarbeiter und Schneider. follen. Von einem Pafte mit den Sozialdemokraten könne er aus funft erkannt ist, da der erste Richter erst über die Verpflichtung Bon einem Leichenwagen überfahren und schwer verletzt wurde eigener Wissenschaft nichts befunden, aber o schrecklich von zur Teilung hätte entscheiden müssen, ehe er auf Herausgabe erder Kutscher Josef Tomcyck. An der Ecke der Schloß- und Albrecht den gegenüberliegenden Häusern aus sei eine Unterredung be- kennen konnte. straße wurde T., der im Begriff gewesen war, den Fahrdamm zu obachtet worden. Dem Artikel stände er fern, er schreibe zwar Der Beklagte hatte mehrere Beweise dafür erboten, daß er überschreiten, um nach seinem Fuhrwert zu gelangen, von einem vorüberfahrenden Leichenwagen niedergerissen. Die Räder des Ge- manchmal für sein Amtsblatt, aber nur über wirtschaftliche Fragen. von dem Schatz gewußt habe, und daß er auch Anweisung gegeben fährtes gingen dem Verunglückten über die Brust hinweg. T. erlitt Den Abdruck des zur Klage stehenden Artikels habe er ausdrücklich hatte, direkt unter dem Schornstein zu graben. Infolgedessen hätte schwere innere Verlegungen. Er wurde in bedenklichem Zustande verhindert. Alle Kläger, mit Ausnahme des Schöffen Brüssow, also der Kläger nicht mehr als Entdecker betrachtet werden dürfen. Das Oberlandesgericht lehnte die Beweiserhebung ab. Es nahm nach dem Krankenhaus gebracht. seien als neu und noch unerfahren in Gemeindedingen zu bean, daß derjenige der Entdecker ist, welcher den Schatz bloßlegt. zeichnen. Auf Befragen mußte dann der Zeuge aber zugeben, Das Gesek verlange nur, daß der Entdecker den Schatz bloßlege, Alt- Glienicke. Eine öffentliche Bersammlung fand am Sonntag nachmittag daß die Kläger Fuchs, Engelfe und Schumacher seit über nicht daß er davon Besitz ergreife. Wenn der Beklagte meine, daß Eine öffentliche Bersammlung fand am Sonntag nachmittag 11 Jahren in der Gemeindevertretung fizen. Die die Arbeiter nur willenloses Werkzeug von ihm gewesen seien, so 3 Uhr im Lofal von Fröhlich statt. Das Thema: Warum soll die Frau fich organisieren? behandelte die Genoisin Wurm. In großen Zügen beleuchtete die Rednerin die soziale Stellung der Frau und zeigte in überzeugender Weise, daß es die Pflicht der werftätigen Frauen sei, sich der sozialdemokratischen Organisation anzuschließen. In diesem Sinne sprachen sich auch die Genossen Süste und Dürre aus. Adlershof. Einen Einbruchsversuch in die Gemeindekasse unternahmen vorgestern zwei Berliner Einbrecher. Sie brachen die Kellerfenster aus, um vom Erdgeschoß in die Kaffenräume zu gelangen, wo sich der Geldschrank des Gemeinderendanten befindet. Als der Wächter seine Runde machte, schlug sein Hund an und wollte sich gar nicht beruhigen. In der Furcht überrascht und gefaßt zu werden, rannten die Burschen spornstreichs davon und ließen an dem Tatorte eine Tasche mit Einbruchswerkzeugen zurüd. Nowawes Kläger widersprachen auch der Meinung, sie hätten Opposition im Streistag machen sollen. Lediglich die Amtsführung des Bürger meisters, seine bis in die Millionen gebenden Anleihen seien ihnen nicht genehm gewesen. demokraten zu schieden, und Männer Vermischtes. treffe das nicht zu, da jeder von ihnen der Entdecker des Schatzes hätte sein können und deshalb in der Findigkeit eines jeden ein bestimmter Entdeckerwille zum Ausdrud tam. Als Entdeder hätte der Beklagte nur dann gelten können, wenn feinerlei eigene Willenstätigkeit der Arbeiter denkbar gewesen wäre, wenn also Unser Genosse alfes befundete, daß feinerlei Baltieren mit der Beflagte ganz bestimmt gewußt hätte, wo der Schah verborgen den Klägern stattgefunden hätte, daß auch keine Gegenleistung ber- gewesen sei. Ob die Entdeckung zufällig erfolgte, oder in ber einbart war. Erst kurz vor der Wahl hätten sich die Sozial- Tätigkeit des Suchens geschehen sei, bleibe gleichgültig. Ueber die zu dem Eintritt für Brüssow und Schenk ent- Fundstelle habe der Beklagte nur allgemeine Vermutungen geäußert. um die Wahl des Bürgermeisters zu verhindern Auf die Revision des Beklagten kam das Reichsgericht zur im Kreistag zu haben, die im im Erwerbs. Aufhebung des Vorderurteils und zur Zurüdverweisung der Sachje leben stehen. Ueber die Wahl hatte Zeuge mit G.-B. Schenk und an die Borinstanz, weil der Berufungsrichter wohl anerkenne, daß beim Vorhandensein eines bestimmten Wissens der Fundstelle Schöffen Brüssow gelegentlich einmal gesprochen, eine Stellung feitens des Beklagten dieser selbst der Entdecker sei, trobem aber na b me aber abgelehnt. Angeklagter machte einen be- bie weiteren Beweise hierzu abgelehnt habe. Wenn aber mehr mitleidenswerten Eindruck, als er hervorhob, daß Genoffe Halfes oder weniger bestimmte Bermutungen dafür sprächen, daß der BeDissident ist, und an die Albernheiten des Reichslügenverbandes flagbe eine bestimmte Stelle als Verstec des Schabes gewußt habe, Die Gemeindevertreterwahlen der britten Klasse finden am 8. und durch die Bemerkung erinnerte, es sei ja bekannt, wie die Sozial- so hätte das Oberlandesgericht näher auf die hierfür angebotenen Beweise eingehen müssen. 9. März in den„ Deutichen Festsälen" statt. Die Tatsache, daß in demokraten im allgemeinen über Eid dächten. 54 diesem Lokal auch der sozialdemokratische Wahlverein feine Ver- Eine Reihe von Zeugen Gemeindefekretär fammlungen abhält, hat unsere Spießer derartig verschnupft, daß Bernidow, 2andmesser Westphal, Bankprokurist sie beim Bürgermeister vorstellig, wurden, um denselben zu beildebrandt konnten lediglich allgemeines Getratsch wiederstimmen, ein anderes Wahllofal festzusetzen. Aber der Liebe Müth' geben, das Tegeler Philisterfreifen als geistiger Nahrungserfaz dient. war umsonst, da der Bürgermeister erklärte, daß es aus verschiedenen Der Stronzeuge des Angeklagten, Rebatteur Wilhelm veröffentlichte die königl. Wasserbauinspektion in Rathenow gestern Ueber die Lage im Ueberschwemmungsgebiet der Havel und Elbe Gründen nicht mehr möglich sei, diesem Wunsche zu entsprechen. Dieser Bescheid wurde in einer Delegiertenversammlung verschiedener Müller des„ Tegeler Anzeiger", legte zwar recht viel Bathos in veröffentlichte die königl. Wasserbauinspektion in Rathenow gestern in mittag folgenden amtlichen Bericht: Die Eisbrecher der Strombaubürgerlicher Vereine, die im Statsfeller tagte und sich ebenfalls mit seine Beugenaussage, ihr Inhalt ging aber nur dahin, daß er verwaltung sind gestern und heute vormittag in der Elbe nur wenig den Kommunalwahlen beschäftigte, einer scharfen Kritik unterzogen teinerlei Tatsachen für die verleumderische, von dem Angeklagten vorwärts gekommen, da die Gismassen von ungeheurer Stärke find und einstimmig beschloffen, die Handlungsweise des Bürgermeisters zu bertretende Beleidigung angeben fönne, und daß er den Au- und daher die Arbeiten nur sehr langfam bon ftatten gehen. Der beim Landrat zu denunzieren, um dadurch zu erreichen, daß ein geklagten informiert hatte. Wasserstand der Havel bei Havelberg beträgt 8,76 Meter, der Wasseranderes Wahllokal bestellt wird. In derselben kleinlichen Weise Das Gericht stellte fest, daß die beiden Artikel verleumderische ftand der Elbe bei Dom- Mühlenholz 4,70 Meter. ist bereits vor zwei Jahren von einigen Ordnungsstügen gegen Beleidigungen im Sinne des§. 186 des Strafgesetzbuches enthalten. den Bürgermeister vorgegangen worden, als er die Wahl zur dritten Klasse der Gemeindevertretung in demselben Lokal Der Angeklagte hätte, bevor er unwahrheiten in die Welt fette, sich abhalten ließ. Obwohl diese Helden damals ihren Zwed durchaus nicht besser informieren müssen. Zu seinen Gunsten fei angenommen, daß erreichten, scheuen sich auch diesmal einige besonders patriotische" er zwar politisch taktlos, aber doch aus ehrlichen Motiven heraus Anhänger des Bürgertums nicht, das Denunziantenhandwerk gehandelt habe. Der Angeklagte wurde zu fünfzig Mart Geldauszuüben, wobei sie sich hoffentlich eine gehörige Abfuhr strafe eventuell fünf Tagen Gefängnis verurteilt. holen werden. Bemerken wollen wir, daß der Inhaber des Wahl. Totales gar nicht Sozialdemokrat ist, sondern aus denselben Gründen den Arbeitern fein Lotal zur Verfügung stellt, aus denen oft der patriotische Hausbefizer gezwungen ist, feine Wohnungen sozial Demokratischen Mietern zu überlassen. Da übrigens nach uns gewordenen zuverlässigen Mitteilungen fich die Bürgerlichen überhaupt nicht an der Wahl zur dritten Klaffe beteiligen wollen, weil feiner ihrer Anhänger Luft hat, die Ehre eines Durchfallskandidaten anzunehmen, lag für sie überhaupt feine Veranlassung vor, sich um das Wahllokal zu tümmern. Jedenfalls bietet die geschilderte Denunziation einen interessanten Beitrag zur politischen Verlotterung unferes Bürgertums. Ein gefährliches Renkonter zwischen Wilderern und zwei Forst beamten, In der Weichsel ertrunken. In Thorn find, wie von dort gemeldet wird, beim Ueberschreiten der Eisdecke der Weichsel in der Dunkelheit drei Personen ertrunken. Der Bäckermeister Paul Herr ting, der Briefträger Stont aus Strelno und der Musketier Stoyk vom 21. Infanterie- Regiment, die einen Verwandten in der Gromberger Vorstadt besucht hatten, suchten sich den Weg zum Haupts bahnhof abzukürzen, indem sie über die Weichsel gingen. Dabei gerieten sie in eine offene Stelle und ertranfen, ohne daß der Unfall bom Ufer aus bemerkt worden wäre. Die Leichen sind bisher nicht bei welchem es auf beiden Seiten zu einem richtigen Schnellfeuer gefunden. fam, beschäftigte die erste Straffammer des Landgerichts III. Wegen Ueber einen Eisenbahnzusammenstoß wird amtlich aus Neuwied gewerbsmäßigen Jagens und Widerstands gegen die Staatsgewalt vom gestrigen Tage gemeldet: Gestern abend 11 Uhr fuhr zwischen mußten fich die Arbeiter Albert Schönfeld, Friz Mellenthin vom geftrigen Tage gemeldet: Gestern abend 11 Uhr fuhr zwischen Im Oktober und November Engers und Bendorf auf der zurzeit eingleisig betriebenen Strecke und Karl Arendt verantworten. vorigen Jabres tauchten in dem Jagdrevier Nauen wiederholt Wild- an der Sahnbrüde ein von Bendorf tommender Güterzug infolge diebe auf. Von den Bewohnern der dortigen Gegend wurden Ueberfahrens des Haltefignals einem nach Bendorf fahrenden wiederholt die Männer beobachtet, die gewöhnlich am frühen Morgen Güterzug in die Flanke. Personen wurden nicht verletzt, dagegen mit schweren Pateten beladen von dem Bahnhof Nauen nach Berlin eine Lokomotive und acht Wagen start beschädigt. Der Verkehr wird zurüdfuhren. Am 28. November vernahm der Hegemeister Grandtle bis heute abend vollständig gesperrt sein. Eine Zählung der unvermieteten Wohnungen und Läden findet in feinem Jagdrevier verschiedene Schüsse, die nur von Wilderern Bier Kinder verbrannt. Nach einer Meldung aus Stodholm zurzeit auf Anordnung des Magistrats hier statt. Welchen Wert herrühren konnten. Er setzte sich mit dem fgl. Hofjäger Sahl in sind bei einem Brande im Dorfe Umca vier Kinder umgekommen. diese Zählung hat und in weffen Intereffe sie ausgeführt wird, ist Berbindung, der das angrenzende königliche Jagdrevier verwaltet. Die Der Vater wurde bei dem Versuche, sie zu retten, schwer berlegt. nicht recht verständlich. Wenn wirklich Wohnungen leer stehen, so beiden Beamten gingen nach fenem Teil des Waldes, in welchem dem fann es sich nur um größere handeln, denn an fleineren Wohnungen, Schall nach die Schüiffe gefallen waren. In einer Lichtung bemerkten namentlich an Arbeiterwohnungen, herricht jedenfalls immer noch fie plötzlich den Angeklagten Schönfeld, der dort auf Anstand lag. cin großer Mangel, auch find die Mietspreise hierfür so hoch, daß Die Beamten nahmen den Wilddieb fest und wollten ihn gerade sie von Arbeitern kaum noch gezahlt werden können. Weit awed- abführen, als ihnen plöglich von hinten ein lautes" alt" zu mäßiger wäre es, wenn der Magistrat einmal feststellen ließe, wie gerufen wurde. Sie drehten sich um und sahen sich zwei viel Räume zu Wohnzwecken benutzt werden, die aur menschlichen drohend auf sie gerichteten Flintenläufen gegenüber. Die beiden Wohnung gänzlich ungeeignet sind. Es würden da erschreckende Förster schlugen ebenfalls an. In diesem Augenblic frachten Die Situation Resultate zutage tommen. Es tann da gleich auf eine Wohnung jedoch auch schon die Schüsse der beiden Wilderer. in dem Hause Lynarstr. 28 hingewiesen werden. Dort wohnt eine war für die Förster eine sehr gefährliche, da sie in der Lichtung Familie mit zwei oder drei fleineren Kindern in einer Keller- standen, während die Bilddiebe aus einer Deckung heraus feuerten. wohnung. Die Fenster stehen, vom oberen Rande gerechnet, mit Es wurden insgesamt 14 Schüffe gewechselt, die aber sämtlich fehle dem Erdboden gleich und sind außerdem noch mit einem dicen und gingen. Erft als die beiden Komplicen des Verhafteten ihre Mu engen Drahtgitter beriehen. Daß Menschen in einer solchen nition verfchoffen hatten, gaben sie den Widerstand auf. Wohnung krant werden, ist selbstverständlich. Spandau. am Gerichts- Zeitung. Schöffe Brüssow, Die Straffammer erkannte gegen Mellenthin auf ein Jahr Gefängnis und gegen Schönfeld und Arendt auf je bier Monate Gefängnis. Mellenthin wurde außer dem sofort in Haft genommen. Ein grober Erzeß in einer Kirche Anta Dreizehn Menschen vom Wirbelsturm getötet. New Yorker Meldung zufolge hat in Fisher( Arkansas) ein Wirbelsturm breizehn Menschen getötet und viele verwundet. Die Gebäude der Stadt find bis auf zwei sämtlich beschädigt. Sof, Briefkaften der Redaktion. Die juriftifche Ebrechstunde fuder Lindenstraße Nr. 3, givetter britter Eingang. bter Treppen, IF Fahrstuhl Geöffnet 7 Ubr wochentäglich abends von 7 bis 9% 1hr statt. Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ift ein Buchstabe und eine Babl als werkzeichen beianfügen. Brietliche utwort wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Brieffaften tönnen 14 Tage bergehelt. Gilige fragen erage man in der Sprechstunde vor. C. C. 50. Die Zahlungspflicht besteht. Bielleicht nütt eine Reflamation, wenn Sie darlegen, daß die Abmeldung versehentlich unters laffen ist.$. 30. Wiederholen Sie die Anfrage. Hier liegt eine folche nicht vor. 5. 3. 54. Die Ansprüche wären bei dem Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, geltend zu machen. Ihnen stände, je nach dem, ob eine Bubilligung der Rente bereits erfolgt ist oder nicht, ein Es spukt sozialdemokratisch in Tegel. Tag einer Anflage wegen Störung eines Gottesdienstes zugrunde, Anspruch auf die Rente bis zum Tode des Mannes oder ein Anspruch auf Unter dieser Ueberschrift erschien in der„ Charlottenburger Tages welche gestern die Arbeiter Gustav Linke und Vinzenz Danel bie Hälfte der Beiträge zur Bersicherungsanstalt zu 7. Gi. 100. Ja. S. B. Die Angabe müßten Sie machen, müßten auch später den zeitung" ein mit unwahrheiten und Beleidigungen gespickter Artikel, vor die zweite Straffammer des Landgerichts II führte. Die An- Binsgenus angeben, fofern berselbe dann noch der von dem fattfam bekannten Redakteur Müller des Amtsblatts geklagten waren Arbeiter in der Gasanstalt in Schmargendorf und Bingenug angeben, fofern berfelbe dann noch besteht. D. N. Nein. 6. 900. 1-3. Die Verfolgung der Sache wäre aussichtslos, weil Ber „ Tegeler Anzeiger" inspiriert war. Der Artikel war die Basis einer hatten am 10. Dezember vorigen Jahres in einem dortigen jährung vorliegt. 4. Soweit ersichtlich, tönnen Sie jetzt mit Erfolg nicht Sonnabend bor dem Amtsgericht verhandelten BeLotal an einer Geburtstagsfeier teilgenommen, die sich bis zum mehr flagen. 5. Der Unsinn, der in bürgerlichen Zeitungen geftanden hat, leidigungstlage der sechs bürgerlichen Gemeindevertreter: frühen Morgen hinzog. Als sie in angeheiterter Stimmung auf war eben Unfinn. 6. Ein Verzicht des Vormundes auf die Alimente feines die Straße traten, hörten sie von der nahe gelegenen fatholischen Mündels ist ungültig, weil das Vormundschaftsgericht dem nicht beitritt. Batentamtssetretär Schen!, Postiekretärzuchs; Schäfer, Engelte und Schumacher Frühmeffe abgehalten wurde, und berübten allen möglichen be- bie Witwe/ des Nachlasses. Zum Nachlaß gehört jedoch nicht das EigenKirche Giodengeläut. Sie drangen in die Kirche ein, in der eine Die Mutter fann unter Darlegung des Sachverhalts die Bestellung eines A. W. 54. anderen Bormundes beantragen. Die Tochter erbt 4 gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Charlottenburger ichimpfenden Unfug. Sie verhöhnten die Anwesenden, fangen Gaffen- tum der Bitwe, also nicht die in die Ghe eingebrachten Sachen und Tageszeitung" Hazel hauer und schließlich zündete fich Danel eine Zigarre an. Der das von der Ehefrau betriebene Gefchäft. Fr. N. 625. Von einem Bei der letzten Wahl der Kreistagsvertreter waren der Gottesdienst mußte unterbrochen werden, da sich die beiden räuberischen Ueberfall tann teine Rede sein. Voraussichtlich werden Sie Schöffe Brüssow und der Gemeindevertreter Schent Ruhestörer troz aller Ermahnungen nicht ruhig verhielten. Der eine Bolizeiftrafe wegen Uebertretung einer Polizeiverordnung erhalten. dürfen während des Fahrens die Augen nicht schließen. der Gemeindevertretung als Streistagsabgeordnete ge- Kirchendiener Janed versuchte sie gewaltsam zu entfernen, die An Sie Alter Abonnent. Nicht verwendbar. Warum geben Sie Ihre der bis- geklagten drangen jedoch immer wieder in die Kirche ein. Die der Bürgermeister Weigert und Adresse nicht an? 21. R. 100. 1. Grundsäglich müssen wir es ab beiden Exzedenten mußten endlich durch die Polizei entfernt werden. lehnen, bestimmte Firmen zu empfehlen. 2. Dafür gibt es feine Grenze. herige Kreistagsabgeordnete Schöffe Reichelt unterlegen, Vor Gericht behaupteten die Angeflagten, daß sie feinerzeit A. 3. 2. Nein. Sie müßten mit den Erben verhandeln. Die Ein weil unsere Genossen für die andere Partei gestimmt hatten. Sturze finntos betrunten gewesen wären. Aus der Beweisaufnahme tragung ins Grundbuch erfolgt nicht ohne Zustimmung der Erben. Zeit nach dieser Wahl erschien der zur Auflage gestellte Artikel. In entnahm jedoch das Gericht, daß sie nur angetrunken geweien waren, 2. 2. 69. Ja. Knappe. Die Stirchensteuern sind in Ihrem Falle diesem wurden heiße Tränen über den Durchfall des Bürgermeisters und erkannte auf eine Gefängnisstrafe on je 4 Wochen. von Tegel vergossen und den Klägern vorgeworfen, sie hätten mit der Sozialdemokratie paftiert und ihrerseits den Sozialdemokraten Bugeständnisse gemacht, wenn sie für ihren Kandidaten stimmten. Ein solches Paktieren, noch dazu feitens zweier Reichsbeamten, sei un crhört. Der Artikel kritisierte das von ihm behauptete Verfahren mit scharfen, beleidigenden Worten. Der Kläger Schent, der auch Bor. sitzender des Hausbesitzervereins in Tegel ist, wurde insbesondere feiner„ Inallroten Weste" wegen verhöhnt, die Mitglieder feines Bereins wurden in einem zweiten Artikel aufgefordert, von solchen Männern ohne Nüdgrat" abzurüden. bon wählt, Posener Goldgräber. Wer ist der Entdeder eines Schapes? Diese Frage lag jüngst dem Reichsgericht aus Anlaß eines Goldfundes in Bosen vor. In älteren Stadtteilen von Bosen hat man schon öfters bergrabene Goldmünzen und Goldstücke gefunden. Es kursieren deshalb nicht felten Gerüchte von unter einzelnen Gebäuden vergrabenem Golde. Gs foll der Bauunternehmer G., als er im Winter 1906 ein von ihm getauftes altes Haus abbrechen ließ, auch darauf gerechnet haben, daß beim Abbruch ein Topf Gold gefunden werde. Nach feinen Darlegungen hat er deshalb den Bauauffeher angewiesen, Der Angeklagte fuchte darzulegen. wie tief seine Trauer mit seinen Arbeitern darauf zu achten und ihm den Fund auszu darüber gewesen sei, daß ein Bürgermeister bei der Wahl durchfiel liefern. Bei den Ausschachtungsarbeiten fand schließlich der Ar imb welch schweren Schmerz es ihm verursacht habe, daß bürgerliche beiter M. unter dem Schornstein den gedachten Schah, bestehend Bertreter, darunter gar zwei Reichsbeamte und der Vorsitzende des in einem Zopf mit Goldstücken und lieferte ihn dem Bauauffeher Hausbesitzervereins mit den Sozialdemokraten pattiert haben. Seine aus, der ihn an den Befiger G. weitergab.. beanspruchte aber der einen Wert von airta Information habe er von Müller, dem Redakteur des„ Tegeler nun als Entdecker des Schayes 7000 M. Hat die Hälfte davon, gestützt auf§ 984 des BürgerDie Kläger erwiderten, ein Paft mit den lichen Gesetzbuches. Dortselbst wird ausgedrückt, daß bei der EntAnzeiger" erhalten. Sozialdemokraten sei nicht geschlossen, übrigens sei der Bürgermeister dedung eines Schabes, der solange verborgen gelegen hat, daß auch bisher nicht Kreistagsabgeordneter gewesen. Als Zeuge gab sein Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist, die Hälfte dem Ent Bürgermeister Weigert zu, daß er bislang noch nicht beder, die andere Hälfte dem Eigentümer zusteht, dem die Sache Kreistagsabgeordneter war. Er wisse nicht, weshalb die Mehrheit gehört, in welcher der Schahz entdeckt wird. bis zum Schluß des Jahres 1908 zu zahlen. Es wären also die Steuern mit Ausnahme der für das erste Quartal 1909 verlangten zu Recht an Gefekt. 23. M. 98. Für Ihre Frau; die Hälfte des bis dahin Gejahlten. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferftand Memel, Tilfis Bregel, Insterburg Weichset, Thorn Dber, Ratibor Aroffen Franffuri Barthe, Scrimm Landsberg Reze, Bordamm Ibe, Reitmeriz Dresden Barby Magdeburg · am fett 23. 2. 22. 2. om cm) 1819) 50)+4 763)-4 93 1613) 236)-11 62 76)+-1 703) 29 44 Bafferstand Saale, Grochlig abel, Spandau) Rathenow³) 00 am feit 123. 2. 22. 2. cm cm) 108 74 122 -10 Spree. Spremberg) 94 11 Beeskow 98) Beser, Münden Minden -59 25 Rhein, Maximiliansau 290 Kaub 106 Stöln 108 -161-1 120)-9 108) Nedar, heilbronn 50 Main, Wertheim 141 Mosel, Trier 55 Saul. Unterpegel. Eisstand. + bedeutet Buchs, 9fhivaches Treiben. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Filiale Berlin 6. Sonntag, den 28. Februar, vormittags 10 Uhr, bei C. Kramer, Hussitenstraße 40: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 2. Auf 1. Die bevorstehende Generalversammlung in Halle a. G. stellung der Kandidaten und Wahl der Beisizer. 3. Kaffenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 112/5 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung! Die Differenzen des Bäckermeisters Dohrmann mit dem Verband der Bäcker und Konditoren sind zur Zufriedenheit geregelt 40/2 und gilt diese Baaerei wieder als tariftreu. Der Vertrauensmann der Bäder: Dormann, Kuglerstr. 4. Achtung! Oeffentliche Volksversammlung am Montag, den 1. März, abends 8 Uhr in den Pharussälen, Müllerstraße 149: Vortrag vom Geistlichen a. D. A. Stern: Das Christentum und die Religion der Liebe. 57/ 2* Zur Deckung der Unkosten 10 Pf. Entree. Der Einberufer: A. Hoffmann, Blumenstr. 14. Augen auf! Verband der Maler, Jedem Herrn, der sich elegant und billig kleiden will, empfehle ich elegante Monatsgarderobe, in feinsten Werkstätten Berlins gearbeitet, von Herrschaften, Doktoren, Kavalieren nur kurze Zeit gebraucht( für jede Figur passend) Monats- Jackett- Anzüge... 8, 10, 14, 18 M. Monats- Rock- Anzüge 10, 12, 16,20 M. Monats- Frühjahrs- Paletots 8, 10, 14, 18 M. Monats- Herren- Hosen.... 2,50, 5.00 M. Elegante Gesellschafts- Anzüge sowie im Abonnement verfallene Maßsachen von 18 Mark aufwärts. Große Abteilung neuer Garderobe J. Wand Haupt- Geschaft: Gr. Frankfurter Straße 116 an der Andreasstraße. 2. Geschäft: Friedrichstraße 127 gegenüber Passage- Kaufhaus, 3. Geschaft: Brunnenstraße 179 an der Invalidenstraße, Garderoben jeder Art werden billig verliehen. Reinickendorf, Schweizer Viertel, im neuen Zentrum, in nächster Nähe des Schillerparts und des Schäfersees vorzüglich gelegene, billige 3, 2 und 1- Bimmerwohnungen im Vorder- oder Gartenhause, mit, auch ohne Bad, Balton pp. sofort vermietbar in den Neubauten der Schiller. Promenade, Brienzer Straße, Rütli- Straße, Holländer- und Thuner Straße. Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Donnerstag, den 25. Februar 1909, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstr. 58/59. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht für das 4. Quartal. 2. Jahresbericht für 1908. 3. Neuwahl der Ortsverwaltung. 4. Wahl der Agitationskommission für den 1. Bezirk. 5. Berbandsangelegenheiten. 128/ 6* Mitgliedsbuch legitimiert! Die Ortsverwaltung. Bildschön ist ein zartes, reines Gesloht mit rosigem, jugendfrischen Aussehen, weißer, sammetweicher Haut und blendend schönem Teint! Afles dies erzeugt die echte: Steckenpferd- Lilienmilch- Seife von Bergmann& Co., Radebeul- Dresden allein echt mit Schutzmarke: Steckenpferd. St. 50 Pf in den Apotheken, Drogerien und Parfümerien. 15L Inventur- Extrapreise! Nur einmal jährlich im ortieren P Spezialhaus und Türen. Uebergardinen für Fenster Imposante Auswahl ( einfacher und hochaparter Genre). Pro Fenster von 375 bis 175 M. Ein Posten reichgestickter P Pro lüschortieren Inventur- Extrapreis! Wert Fenster 785 1850 M. M. Nach auswärts per Nachnahme! Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstraße 158. Habe nirgends Filialen! Inventur- Extraliste billiger Sonderangebote gratis u. franko! Kassenbäder feber art Augusta Bad, Röpeniderstr. 60 Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche( fehlerhafte) Gelegenheitslauf. Fabritlager Mauerhoff, Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Borwärtslesern 6 Prozent 1611st Extrarabatt. Steppdecken billigst Fabrik Große Frankfurterstraße 9, Flureingang. Gardinenhaus, Große Frank furterstraße 9, Flureingang. 16138* Taschenbuch für Gartenfreunde. Ein Ratgeber für die Pflege und fachgemäße Bewirtschaftung bes haus. lichen Bier-, Gemüse- und Obstgartens von Mar Hesdörfer. Mit 109 Tertabbildungen. Preis 2,50 m. Expedition Vorwärts, Lindenstr. 69. Kleine Anzeigen Inventur- Ausverkauf. Gardinen Stores, Restbestände. Fenster 1.45, mit 1.85, 2.35, 3.85, 4.65, 6.50 10 Prozent Ertrarabatt. 16478 Erbstüllstores, entzüdend aus. geführt: 3.45, 4.45, 5.25 ust. 16485* Tüllbettdecken 1.85, 2.25, 2.75, 3.85, 4.50 usw. Weißenbergs Teppich haus, Große Frankfurterstraße 125. Teppiche, Fabrikmuster, mit Heinen Farbfehlern, mit 10 Prozent Rabatt. 1650st Ringfreie Britetts, 100 0,85, 1000 8,00 Mart. Henze, Donaustraße 106. Räumungsverkauf. Bis Ende Februar muß das enorme Rager hoch moderner Winterpaletots, Herrenan züge, Hosen geräumt werden und verkaufen zu spottbilligen Breijen Winterpaletots und Anzüge, früher Auf Teilzahlung. Möbeleinrichtung Stube, Küche, auch verliehen gewesene, Anzahlung 15 Mart an. Einzelne Berolina", Möbelstüde 3 Mart. 16598 Kastanienallee 49. Möbel! alt, neu, einfachste, ele ganteste, verkauft spottbillig Möbelpeicher Neue Königstraße 5, Fabrik gebäude; auch Sonntags geöffnet. Teilzahlung gestattet. 269/1 Möbelverkauf! Allerbilligste Gelegenheit: Wirtschaften 152,-, 285,-, hochelegante 434,-, eichenes Speiseimmer, entzüdendes Schlafzimmer, moderne Küchenmöbel, Kleiderschränke, Bertilos, Tische, Plüschlofas, Betts stellen, Spiegel, eventuell Zahlungserleichterung( Fabrikpreise). Landsbergerstraße 91a, eine Kreppe. 1741s* Moebel- Boebel, Oranienstraße 58 Verschiedenes. Wertmeister Technikers und Abendkurse, Maschinenbau, Elettrotechnik. Prospekte frei. Technische Akademie, Berlin 45, Markgrafenstraße 100. 1616 Watentanwalt Wessel, Gitschner ftrage 94a. 25558* Teilnehmer an einem englischen Birtel( monatlich 4 Mart) werden gesucht. Brivatstunden für Anfänger und Fortgeschrittene werden erteilt. G. Swienth, Schöneberg, Sedan ftraße 57, III. 10038* ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Arbeitsstube, breifenstrig, hell, mit Stube und Küche, Gas, fofort oder April. Sparrstraße 28, unweit 11576* Bahnhof Wedding. Wohnungen. Jahnstraße 21, 8weizimmer Wohnung, 35 Mart, per 1. 4. ver. 11206* mietbar. Sehr billig! 2 und 1 Stube und Küche sofort oder später Rigdorf, Beigandufer 10. Färber, Detateure verlangt Gebr. Altenbergs Färberei, Weißensee, Langhansstraße 4. + 144* Radfahrfchloffer, tüchtigen, mit guten Beugnissen sucht fofort Multipler, Gitschinerstraße 15. 11600 Blusen- Stepperinnen im Hause verlangt Kasprowiat, Reuterstraße 6. Tüchtige Trikotnäherinnen bei dauernder Stellung fofort verlangt. Schloßmann, Neue Friedrichstraße 59. Junges Mädchen für fleinen Haus1732 halt zu zwei Kindern von 6 und 8 Jahren gesucht. 6. Swienth, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. Guineaftraße 6 schöne Wohnungen, Stube und Stüche, mit allen Be quemlichkeiten von 18 Mart an zu bermieten. + 83* Ein- und Zweizimmer- Wohnungen, Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Teppiche!( fehlerhafte) in allen 30-60 Mart, jest 15-30 Mart, Hofen,( am Morigplay), fein Laden, direkt in Bort und Schrift der deutschen hell und preiswert. Sparrstraße 28. Anzeigen fosten 50 Pf. die Zeile. Größen für die Hälfte des Bertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. 264/ 11* Feberbetten, Stand 11,00, große 16,00, Gardinen, Wäsche, Deden, Kleidungsstüde, Uhren, Schmucksachen spottbillig. Pfandleibhaus Strebber, Stüftrinerplatz 7. 15778* Büften 1,20, Fabritpreise. Wein bergsweg 7. 10246* Staunend früher 10-20 Mart, jetzt 5-12 Mart. Bersandhaus Germania, Unter den 11395 Zimmer. Rheinische 2822* Freundliches Borderzimmer, ein Weingroßhandlung oder zwei Herren, 16 Mart mit Staffee, 0 tüchtigen Vertreter Lernt die Muttersprache beberrichen! Erfolgreichen, leicht faglichen Unterricht Fabrit, parterre, I, II, III, gegründet Sorache erteilt Damen und Herren 1879, liefert als Spezialität Bohnungs.( feparat) auch abends ein tüchtiger einrichtungen von 150-6000 Mart und gewissenhafter Brivatlehrer. Die Linden 21. und einzelne Möbelstücke zu Fabrits Stunde foftet eine Mart. Eine Unter richtsstunde wöchentlich genügt Ge W. D., Jslandstraße. Die Ver- preisen. Größte Auswahl in vertaufsstelle der Firma Hermann lieben gewesenen und zurüdgesezten fällige Angebote find unter G. 4 an vermietet Luifenufer 36, berb. mit Stognat- u. EdelbranntweinSchlesinger, Herren- und Senaben- Gegenständen. Bettstede mit atrage Expedition des Borwärts zu richten. 43/5 brennerei, fucht für Berlin u. Bororte vorn III( Dranienplat). Kunststopferei Don Frau Kotosty, Sonfektion, für den Weddingstadtteil 16, englische Bettstelle mit Matrage 44, befindet sich Reinidendorferstraße 48. Muscheltleiderspind, Vertiko 29, Schlachtensee, Surstraße 8, III. Möbliertes separates VorderBeste Waren. Fefte Preise. 1556* Säulentrumeau mit geschliffenem 12,00, Komiter Schwark, Köpenider- zimmer, Carmen Sylva Rabenregal, 2 Meter 20 lang, Glase 29, Schlafsofa 33, Plüschlofa straße 147. 11615* ftraße 163, IV geradezu. Schreibpult, Nähmaschine billigst. mil Satteltaschen 49, mit Stiderei Wäsche wird sauber gewaschen, Großes zweisenstriges Bimmer, gegen gute Provision. Offerten unter Jonas, Josephstraße 11, I. 10675 bezug 65, Paneelsofa mit Satteltaschen 59,' Chaiselongue 22, Garnitur, Freien getrocknet. Laken, Leibwäsche möbliert, ein oder zwei Herren, ver- N. 2 an die Erped. d.„ Borwärts". Sofa und 2 Sessel von 75 an, farbige 0,10. Abholung Sonnabends. Frau mietet M. Schuster, Strautstraße 38, Stüchen 44,- Teppiche. Günstige Pantrath, Stöpenid, Müggelheimers born IV lints. Gelegenheit für Brautleute. Besich- ftraße 40. tigung ohne Kauszwang erbeten. Getaufte Möbel werden bis zur Liefe. rung tostenlos aufbewahrt, frei geSicheren liefert und aufgestellt. Käufern Bahlungserleichterungen. Geöffnet 8-8, Sonntags 8-2 Uhr. 15788* Hermannplak 6. Großberlins allererster Einkaufsvorteil! Ueber bürdete Barenansammlung erfordert felbstverständlich ausnahmsweise ertra Geschäftsverkäufe. billigen Warenverkauf! Gornikiewicz Co., Dranien billigste Jadettanzüge! Bebrodanzüge! Sommerpaletots! Winterpaletots! ftraße 149, Telephon: 4, 11611, verHerrenhojen! Burschenfachen! Braut- taufen Geschäfte aller Branchen schnell, geschenke! Goldsachen! Taschenuhren! distret. Besuch kostenlos. Wanduhren! Ningeauswahl! Ketten- Zu verkaufen: Gutgehende Kunden auswahl Riesenauswahl Plüschtisch- tischlerei, Klopstodstraße 28. 11636 deden! Bettenauswahl! Wäscheaus. wahl! Gardinenauswahl! Teppich Milchgeschäft, Materialwaren, auswahl! Steppdeden! Nähmaschinen! verläuflich. Friedrichsbergerstraße 18. Pfandleibhaus Hermannplatz 6. Sonn+ 105* tags ebenfalls geöffnet. Humboldtlethhaus, nur BrunnenStraße 58, Edhaus Stralsunderstraße, Spottbillige hochelegante Jadett anzüge! Gehrodanzüge! Allerbilligfter Bettenvertoni Aussteuerwäsche Bunderbare Gardinenauswahl! Bor: tieren! Steppdecken! Brachiieppiche! Uhrenverkauf! Allerlei Schmuchachen! Geöffnet ganzen Tag, auch Sonntags. Herrenanzüge, Herrenpaletots, zurüdgefegte, aus feinsten Maßstoffen 18 bis 38,00 täglich. Sonntagverfauf. Deutsches Versandhaus Jägerstr. 63, 1 Sreppe. 1375 с Möbel. Gebrauchte Möbel aus Versteige rungen, Auflösungen in größter Ausmahl, Muschelschränke, Bertilos 26, Taschensofas 35,-, Herrenschreibtische 33,-Muschelbetten mit edermatrazen 28,-, Büfette, Garnituren 65,-, Auss ziehtische 10,-, Küchenschränke 12, Bücherschränke, Sofas 20,-, Teppiche, Bilder, Stronen, hundert tomplette Wirtschaften, neue und gebrauchte, garantiert bedeutend billiger vie überall, bunt: Küchen 55,--. Rennerts Möbelspetcher, Lothringerstraße 55, Rofenthaler Tor. Größtes Spezial geschäft für Gelegenheitskäufe. 1678+ Fahrräder. 200/15 " Neue Beit"," Sozialistische Monatshefte", ältere Jahrgänge fo wie andere alte Parteischriften werden zu laufen gesucht. Preisofferten unter Marg 628", Postamt 56. Wer Stoff hat, fertige Herrenanzug 20 Mart, ohne Konkurrenz, feinste Butaten, zwei Anproben, für 11526 +77 +47 Schlafstellen. Schlafstelle für Herrn bei Rettfchlag, Schliemannstraße 23 I.+77 Möblierte Schlafstelle an Herrn. Admiralstraße 16, Witwe Hartig. Möblierte Schlafstelle für zwei Für meine Goldleiftenfabrik suche zum 1. April cr. einen in allen Fächern des Betriebes erfahrenen Werkführer. Angebote mit Zeugnisabschriften u Gehaltsanspr. b. freier Wohnung u. Brennholz unter„ P. 2" an d. Hauptexpedition des Vorwärts". 11646* Herrenfahrrad, Damentabrrad guten Sie bekam goldene Mebaille. Serren, Mirborf, Staifer Sriedrich Wegen Streiks and Differenzen einmal benutt 40,00. Hola, Blumen. ftrage 36 b 16835 Geschäftsbreirad, äußerst stabil, 50,00 an. Holz, Blumenstraße 36b. Konkursmaffen Fahrräder 40,00, Doppelgloden 45,00. Fahrradgroßhaus Charlottenburg, Bismardstraße 62. Musik. Klavierkursus, Monatspreis 3,00, Klavierüben frei! 20 selaviere, Musikakademie Morigplak, Aschingerhaus, Dranienstraße 147. 43/6 Violinunterricht( neue, doppelt fördernde Methode bis zur Bollendung) gibt erfahrener Künstler wöchentlich, auf Wunsch auch nur eine Leftion a 1,25 M., bet zmei Schillern je 75 Pf. Offerten unter D. 2 Expedition des [* Borwärts". traße 26, III, ledert. Schlafstelle, Eingang separat, Ludwig Engel, Prenzlauerstraße 23 II, find gesperrt: Alexanderplat. Gegründet 1892. Reste zu Herrenanzügen spottbillig. Ge- Ritterstraße 124, Hof III, Elsholz. für Korbmacher: legenheitsfauf von 5.00 pro Meter, Witwe reine Wolle, neueste Muster. Speziabermietet Schlafftelle Bergmann, Andreasstr. 58, lität: fompletter Gehrodanzug 48.00, Swinemünderstr. 41, Quergebäude I Bruder, Boffener Str. 4, Napoleon nach Maß, seidene Slappen, geradezu. +120 Grieschow, Fürstenstr. 22, Zuchtammgarn, unerreicht. Ein Ber Grunow, Rodenberger Str. 22, Möblierte Schlafstelle, atvei Grunow, Dunderstr. 16, such führt zur dauerndern Kundschaft. Herren, Wassertorstraße 73 II. 114 Kießner, Mariannenstr. 21, Waschanstalt Karl Behrigt, Köpenid, Möbel, Wirtschaften, Nachläge, Huwe, Friedrich- Karlstr. 2. Glieniderstraße 29, liefert tabellofe einzelne Stüde faust Hepper, Gericht Jäckel, Balifadenstraße, Wäsche ohne Anwendung scharfer Beckert, Gr. Frankfurter Str. 107 Mittel, getrodnet im Freien. Bett, ftrage 43. Lange, Stopenider Str. 141. Leibwäsche, drei Handtücher 0,10. Abholung Sonnabends. 17478 Berolinafäle, Sonnabend, 20. und 27. März: Großer Saal zu vergeben. Auch Sonntage noch fret. Schön hauser Allee 28. +77 +145 Mietsgesuche. Junger Mann sucht alleinige Schlafstelle( mit Kochen). Offerten Borwärts": Spedition, Stettiner traße. +93 Juventur Räumungspreise nur furze Zeit. Extralifte gratis und franto. Teppichhaus Emil Lefèvre, Gneisenauftr. 10, Ede Noftiaftr. Dranienstraße 158. 1671 S. Grau, befannt als befte Bezugs Dezimalwage, Fahnenschild, Eiser quelle. Staffa und Teilzahlung. 17168 ojen, Küchenpind. Rigdorf, Barthe Möbeltischleret liefert reelle straße 5. +105 Wohnungseinrichtungen, Schlaf Raten bunte Küchen. Totalausverkauf einzelner Stepp Klavierstunden, Biolinstunden, beden, Tischdecken, Portieren, Divan zahlung. Stein Laden, mur Fabriks Aeltere Restauration in belebter beden, Möbelstoff, Linoleum, Läufer gebäude. Auch Sonntags. Harnad, zweimal wöchentlich, monatlich 4,50. vermieten. Näheres zeste. Beigenbergs Teppichhaus, Tischlermeister, Stallschreiberstraße 57, Mufitschule, Dresdenerstraße 67. Nähe Gegend zu 11546* Steglit, Plantagenstraße 4, I. 17458 Große Frankfurterstraße 125. 1651 am Morigplaz. Genossen 3 Brozent. Spittelmarkt. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul zimmer, Vermietungen. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Versilberer verlangt Strautstr. 39. Für Kistennacher: Einsporn, Glogauer Straße 5. Deutscher Holzarbeiterverband Ortsverwaltung Berlin. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Achtung! Buchbinder Achtung! und Buchbindereiarbeiterinnen! Die Buchbinderei Otto Bosse, Jerufalemer Str. 66, ist wegen Tarifdifferenzen gesperrt! Die Ortsverwaltung. Singer& Co., Berlin SW. Nr. 47. 26. Jahrgang. 13. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 25. Februar 1909. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission des Reichstags. ( 22. Sigung vom 24. Februar.) *** Zur Geschäftslage im Tabafgewerbe. geregelten Mutterschaftsversicherung führen würde. des Landes vom Staate zu subventionieren find. Doftor Sie schreibt Syndikatspolitik. Die billigen Auslandsverkäufe des Rheinisch- Westfälischen Kohlen- bazu:" Dr. Fischer schlägt vor, die für die Mutterschaftsversicherung in Betracht kommenden Frauen( beziv. Mädchen), die dem Krankensyndikats ermöglichten diesem einen Abschluß mit den Amsterdamer versicherungsgesetz bis jetzt nicht unterstehen, in Mutterschaftskassen, Gaswerken, nach welchem deren Kohlenbedarf vorwiegend von dem die auf der Basis der Selbsthilfe aufzubauen sind, zu organisieren, deutschen Syndikat gededt werden. Deutsche Konsumenten aber ähnlich wie die Arbeiter zum Schutze gegen die ArbeitsDie Budgetkommiffion führte die Beratung über das Reichs- sahen sich veranlaßt, wegen der hohen Inlandspreise des Synditats losigkeit in Arbeitslosentassen sich vereinigt haben. Er nimmt weiter an, daß wenn eine genügende Anzahl von folonialamt zu Ende und erledigte auch noch den ganzen Etat für in Durham zirka 80 000 Tonnen englischer Kohle zu kaufen. Auch nun Frauen aus dem Arbeiterstande und den diesem sozial gleichen Oftafrika. Bom Titel Andere persönliche Ausgaben" wurden ein Beitrag zum Kapitel Marktregelung durch Syndikatspolitik. Bevölkerungsschichten der Mutterschaftskasse beigetreten sind, zu 6300 M. gestrichen, dafür aber die einmaligen Ausgaben um einen neuen Boften von 50 000 M. erhöht weiter nahm die Kommission eine diefer Maßnahme der Selbsthilfe Hilfe aus öffentlichen Mitteln Resolution der Subkommission an, wonach das Kolonialamt ersucht Schon während der Krise in den Jahren 1900 bis 1903 fonnte treten türde, um die Unterstügungsgelder zu erhöhen, wie dies ja wird, die Dienstverhältnisse seiner Beamten denen der anderen man die Wahrnehmung machen, daß im Tabakgewerbe die schlechteste auch bei dem Genter System der Arbeitslosenunterstützung geschehen Refforts anzupassen. umfangreiche, bon den Stadtverwaltungen zu unterstützende Beim Etat für das Ostafrikanische Schußgebiet Beit erst eintrat, als der Tiefpunkt der gewerblichen Strife im all- ist. Bestehen dann in mehreren Städten eines Ginzelstaates gemeinen schon wieder überwunden war. Viel spricht dafür, daß fam es zu lebhaften Auseinandersegungen, weil die Regierung die auch bei der gegenwärtigen Strife das Tabatgewerbe erst gegen ihr wegischen Arbeitslofenversicherung ein MutterschaftsversicherungsMutterschaftstassen, so könnte nach dem Vorbild der nor1901 eingerichteten Kommunalverbände aufzulösen beabsichtigt und Ende am schwersten betroffen wird. War doch selbst noch im daher die Einnahmen um 1030 000 M. höher eingestellt hat. Als Durchschnitt des Jahres 1908 der Beschäftigungsgrad keineswegs gefeß geschaffen werden, nach welchem alle Mutterschaftskaſſen Ausgleich ist für das Gouvernement ein Fonds von 2 232 000 m. besonders ungünstig. Wohl aber befindet sich das Gewerbe zurzeit Fischer ist bei seinem Vorschlage, der theoretisch betrachtet, zur Selbstbewirtschaftung geschaffen. Aus diesem Fonds sollen den in einer recht unbefriedigenden Situation. Die Gemeinden mit eigener Verwaltung Baufchfummen als Beiträge des Tatsache, daß der durch die schlechte Konjunktur veranlagte Sparfam- biel für sich hat, nicht stehen geblieben, sondern macht bereits mit Gouvernements zur Dedung ihrer Verwaltungskosten gewährt teitsawang in weiten Bevölkerungsschichten den Absatz von Tabat- Erfolg den Versuch, ſein Projekt zu verwirklichen. Auf sein Betreiben werden. Der Zweck ist, eine bessere wirtschaftliche Verwendung dieser fabrikaten beeinträchtigt, macht sich im Handel jetzt immer deutlicher hat sich in Karlsruhe eine Propagandagesellschaft für MutterschaftsGelder einigermaßen zu sichern und die Ausgaben der fühlbar und bewirkt bei den Detaillisten eine wachsende Zurück- bersicherung gebildet, in deren Ausschuß sozial denkende Männer und Kontrolle des Rechnungshofes zu unterſtellen, denn ein haltung in der Ergänzung ihrer Lager. Die Beunruhigung wird frauen aller Stände, Aerzte, Juristen, Sozialreformer, GewerkschaftsTeil der Einnahmen und Ausgaben, welche als Kommunale durch die schwebenden Steuerpläne noch verschärft, so daß führer, Geistliche beider Konfeffionen usw. tätig sind. Das Endziel in den Wirtschaftsplänen der Kommunen erscheinen, entzieht sich auch die Lage im Tabafgewerbe ein ziemlich unfreundliches Bild der Propagandagesellschaft ist die staatliche Mutterschaftsversicherung; der Weg hierzu der Kontrolle der Bezirksräte, woraus fich große Mißstände ergeben. darbietet. Die Zurückhaltung, die die Wiederverkäufer an den Tag Damit aber die Beiträge der Kaffenmitglieder nicht zu hoch, die foll über die Mutterschaftskasse führen. Die Kommmalverwaltungen haben mit den Geldern in einer Weise legen, wird von den Fabrikanten um so unangenehmer empfunden, Wöchnerinnengelder nicht zu gering bemessen sein müssen, anderergewirtschaftet, die die schärffte Stritit herausgefordert hat. als sie noch über nicht unbedeutende Vorräte an teurem Mohstoff Natürlich findet die geplante Aenderung den schärfsten Wider- verfügen, den sie aus dem vergangenen Jahr in dieses mit hinüber feits die Kasse dennoch trotz der zahlreich zu erwartenden Entspruch der Weißen in Ostafrita. Zum Dolmetscher dieser Beschwerden genommen haben. War doch die ausländische Rohstoffverbindungen bei den Versicherungsnehmerinnen lebensfähig erhalten machten sich in der Budgetkommission namentlich die Kolonial- orgung Deutschlands im Jahre 1908 ganz bedeutend höher als werden kann, hat man sich an mehrere Behörden um Beihilfe zu enthusiasten Arendt, Arning, Lattmann u. a. Sogar der in den früheren Jahren mit Ausnahme des Jahres 1905. Es fommt einem Garantiefonds gewandt; die private Wohltätigkeit foll nicht werden. Bereits haben zwei Behörden, die Konservative Gans Edler zu fand Butlig sehr für die gegenwärtige unbefriedigende Entwidelung in der Tabak angegangen badische Landesversicherungsanstalt und der Stadtrat warme Worte für die in Ostafrika durch die Pläne des industrie noch hinzu, daß der Markt auch mit ausländischen Karlsruhe nennenswerte Beiträge zur Verfügung gestellt; Staatssekretärs Dernburg bedrohte Selbstverwaltung Genofie abatfabritaten, sowohl Bigarren als Zigaretten, reichlicher andere öffentliche Kassen, wie die Gewerkschaftskassen, KrankenSinger hob diese überraschende Stellungnahme eines preußischen versorgt wird als in anderen Jahren. Die Einfuhr beider Fabrikat- andere öffentliche Kassen, wie die Gewerkschaftstassen, KrankenJunkers besonders hervor und sprach den Wunsch aus, daß die forten ist im Jahre 1908 beträchtlich in die Höhe gegangen; fassen usw. werden es ebensowenig daran fehlen lassen, dieses Herren nunmehr auch für die Selbstverwaltung in Preußen Bigarren wurden für zirka 1,1, Zigaretten für 1,4 Millionen Mark gemeinnüßige Unternehmen, das ein Vorbild für ganz Deutschland werden kann, zu unterstützen. Man wird die Entwickelung der eintreten würden.... Wir feien sicher Freunde der Selbstverwaltung, mehr importiert als 1907. Karlsruher Mutterschaftstasse gewiß überall mit großer Aufmertaber hier verwalteten die Weißen die Gelder, welche die Eingeborenen durch die Hüttensteuer aufbringen! famfeit verfolgen; es wäre aber zu wünschen, wenn roch in anderen Städten gleichartige Verfuche ausgeführt werden würden, um ein möglichst großes Erfahrungsmaterial zu erhalten." " Der Etat wurde schließlich erledigt, nachdem ein Antrag Erz berger angenommen war, durch den die Regierung aufgefordert wird, einen die Kommunalbesteuerung in Ostafrita ein führenden Gefeßentwurf vorzulegen. Die nächste Sigung findet am Freitag statt. Auf der Tagesordnung steht der Bostetat. Aus Industrie und Handel. Bom Kalibergbau. 0 " Eine Aufforfiung in großem Stile zum Zwede der Bekämpfung Staatssekretär Dernburg brachte eine Menge Einzelheiten, der Arbeitslosigkeit wird in England geplant. Im März 1908 wurde wonach die Gelder, welche für die Eingeborenen verwendet werden eine fönigliche Kommission beauftragt, die Frage zu untersuchen, ob sollten, zum Bauen herrlicher Straßen und Anlagen, zum Anlauf es wünschenswert wäre, Versuche mit der Aufforstung von Land zur von Bagen zum Vorteil der Weißen ausgegeben, überhaupt un- Steuerung der Arbeitslosigkeit während Zeiten des Niederganges auf dem Arbeitsmarkte vorzunehmen, und inwiefern solche Versuche wirtschaftlich verwendet worden sind. durchgeführt werden können. Der zweite Bericht der Kommission ist fürzlich erschienen. Auf Grund eingehender Untersuchungen ist die Kommiffion zu folgenden Resultaten gekommen. Der Boden und das Klima der vereinigten Königreiche sei zum Anbau von beftem Bau- und Nutzholz sehr geeignet; die Aufforstung nach wissenschaftlichen. Methoden wäre eine gesunde und einträgliche Kapitalanlage. Das Land, das sich zur Aufforstung eignet, beträgt ungefähr 3 642 105 Heftar und ein Wald von dieser Ausdehnung müßte jährlich einen Ertrag geben, der der Einfuhr von Bauholz aus anderen Ländern im Jahre annähernd entspricht. Die beste Methode, um gutes verläufliches Bambola al erhalten, würde parin bestehen, pak, man jährlich 20 238,92 Hettar aufforftet. Da es in England zu jeder Zeit und Die im Befize des Herrn Hofprebiger a. D. Stöcker befind- besonders im Winter Tausende und Taufende von Leuten gibt, die lichen Kalipapiere sind in den vier Jahren 1900-04 um rund ohne Arbeit sind, würde es an Arbeitsfräften für die Anpflanzung 1100 Proz. gestiegen." So las man in einem während des jüngsten nicht fehlen. Nach Berechnungen der Kommission würde die AufWahlkampfes im Siegerlande von nationalliberaler Seite heraus- forstung von je 100 Acres während der Anpflanzungszeit von vier Die Kalispekulationen des seligen Stöcker bis fünf Monaten im Durchschnitt zwölf Mann beschäftigen, und gegebenen Flugblatt. charakterisieren die Situation im deutschen Kalibergbau. Der deutsche jede aufgeforsteten 100 Acres würden eine ständige Arbeit für eine Kalibergbau macht jetzt trotz oder vielmehr wegen seiner Monopol- Perion abgeben. Wenn die Aufforstung von jährlich 20 233 Hektar wird, so würden 18 000 Menschen Arbeit stellung in der Welt eine fawere Krise durch. Wahllos find in den borgenommen ständiger Arbeit würden jährlich 1500 Ar letzten Jahren neue Kalifelder erschlossen, Bohrgesellschaften gegründet, haben und Berggewerffchaften geschaffen worden. Das jezt vor seinem Ende beiter teilnehmen. Bei der Durchführung der Aufforfuung der gesamten stehende Kalisyndikat hat stets mit inneren Stämpfen zu tun gehabt. Fläche würden jährlich weitere 1500 Arbeiter ständige Beschäftigung Ununterbrochen gab es Stürme von neugeborenen Außenseitern gegen haben und mit der Zeit des Umlaufes würde diese Zahl 100 000 erdie Syndilatsmauern, gegen die festgelegten Preise und Qualitäten. reichen. Die Kommission macht aufmerksam darauf, daß der WaldGo ist's jahrelang gewesen, und es ist jetzt, wo das Ende bevorsteht, anbau und der Forstbetrieb ein neues Gebiet der Arbeit eröffne und daß der Markt hier so groß sei, daß eine Kollision zwischen dem noch bedeutend schlimmer. Staate und den einzelnen Unternehmern nicht zu befürchten wäre. Zum Schlusse empfiehlt die Kommission die Einsetzung einer Spezialfommission, die ein nationales Schema für die Aufforstung aus arbeiten soll, und falls es nicht möglich wäre, durch Kauf das nötige Land zu erwerben, es durch Zwangsversteigerung vom Staate getauft werden soll. Gerade an der Kaliindustrie, der Industrie dieses für die Landwirtschaft der Welt immer wichtiger und unentbehrlicher werdenden Düngemittels, läßt sich deutlich die tolle Gegenwartspolitik erkennen, die die schrankenlose Ausbeutung nationaler Bodenschäze, den Raubbau großer Kulturwerte ruhig geschehen läßt. att Aus der Frauenbewegung. Kapitalistische Spiele für Kinder. bott Wie traurig es noch in Deutschland mit der Kinderarbeit be stellt ist und wie jämmerlich tief in manchen Zweigen die Frauenarbeit tagiert wird, beweist die Mitteilung einer Dame in dem Organ" Die Heimarbeiterin". Dieser Dame wurden fürzlich fost bare Leinen- Durchbrucharbeiten offeriert und es entwickelte sich dabei folgender Dialog:" Wen beschäftigen Sie mit diesen Arbeiten? Werden sie bei uns angefertigt?" O nein," lautete die Antwort, unfere städtischen Arbeiterinnen find dafür viel zu teuer." ( Diefe Arbeiterinnen, Stickerinnen, verdienen nämlich einen Durch schnittslohn von 10-15 f. pro Stunde.) Weiter erklärte die Vertäuferin:„ Diese Arbeit ist so ermüdend für die Augen und erforbert sehr viel llebung und Gebulb, bie fand ich per night an fertigen laffen. Diese Durchbrüche werden in Bayern gemacht, von naben im Gebirge, die treiben das als Spiel." " Ein Spiel für Kinder, ein herzerfrischendes Geständnis, daß man armen Gebirgskindern Gelegenheit zu solchen„ Spielen" ber= schafft, bei denen sie ihr Augenlicht schädigen und durch diefe an strengende, zermürbende Tätigkeit und das andauernde Sigen in ihren jugendlichen Organismus den Keim zu späterem Siechtum legen. Andererseits wird hierbei eine Lohndrückerei gezüchtet, die in den betreffenden Erwerbszweigen schwere Schädigungen hervor rufen muß. Vielleicht betrauen jene, die die Beschäftigung armer Kinder immer als Segen und Wohltat preisen, auch einmal ihre eigenen Sprößlinge mit derartigen„ Spielen". Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über Marktlage: Fleisch: den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Wild: Zufuhr knapp, Zufuhr schwach, Geschäft stiu, Breise unverändert. Geschäft lebhaft, Breise gut. Geflügel: Zufuhr sehr inapp, Geschäft still. Breise befriedigend. Fische: Bufuhr reichlicher, Geschäft ziemlich be Butter und Käse: Geschäft ruhig, lebt, Preise wenig verändert. Gemüse, Dbst und Südfrüchte: Zufuhr Breife unverändert. genügend, Geschäft still, Breise behauptet. Witterungsübersicht vom 24. Februar 1909, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm ind richtung Windstärke Better 43 Zemp. n. T. Il Stationen BarometerStand mm Bind richtung Windstarte 2 Haparanda 771 SD Better 1 bebedt Temp. n. T. Auch der Patriotismus der Profitmacher erscheint in diefen Stöder faufte Anteile einer Kämpfen in schönster Beleuchtung. Bohrgesellschaft für 120 W. das Stück und verkaufte sie nach vier Jahren für 1200-1300 m. Jetzt ist der Preis dieser Anteile wieder, bedeutend gefunken. Als fürzlich bekannt wurde, daß die American Ein Weg zur Mutterschaftsversicherung. Agrifultura Chemikal Company, die mit der Virginia Chemital Co. Wie start das Verlangen nach einer Erweiterung der erst in den bald zwei Drittel des amerikanischen Kunstdüngergefchäfts beherrscht, Damburg 774 DND sich im deutschen Kalibergbau beteiligen wolle, um so von den deut- Anfängen befindlichen Mutterschaftsversicherung in die Erscheinung Swinembe 778 NND schen Syndikatspreisen unabhängiger zu werden, und an der Berg- tritt, erkennt man aus der Tatsache, daß anläßlich der geplanten Bern baugesellschaft Teutonia startes Intereffe zeige, kam es zu einem Reform unserer Arbeiterversicherungsgesetze die Borschläge fich ranfi.a M. 770 ND Maffenangebot von Kalifeldern, Kaliberggesellschaften und Kali- häufen, welche wichtige und schwer zu lösende Probleme behandeln. München 770 Still gewerkichaften an amerikanische Interessenten! Die Profitlüfternen Alle bisher gemachten Gesetzesvorschläge scheitern daran, daß fie als Bien Wetterprognose für Donnerstag, den 25. Februar 1909. bleiben darum natürlich doch gute Patrioten, die bei der nächstbesten mit zu großen Unfosten verknüpft und darum für absehbare Zeiten Beitweise aufflarend, vorwiegend trübe mit Schneejällen, gelindem Frok Gelegenheit über die vaterlandslosen Sozialdemokraten schimpfen nicht durchführbar abgelehnt würden. Die Sozialpolitische Rundund toben, weil diese das liebe deutsche Waterland zugunsten des schau" macht auf einen von dem Karlsruher Arzt Dr. Alfons Fischer und mäßigen nordöstlichen Winden. ausgehenden Plan aufmerksam, der auf einem Umwege zur gefeßlich Auslandes schädigen. Für den Inhalt der Inserate| Trianon. Der Satyr. übernimmt die Redaktion dem Neacs Operetten. Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 25. Februar Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Das Rhein. gald. Königl. Schauspielhaus. Mrs. Dot. Die Dollar prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW. Das Himmelbett.( Anf. 84, Uhr.) Lessing- Theater. Donnerstag 8 Uhr: Der König. Freitag 8 Uhr Jbfenzyklus, zwölfte Borstellung: John Gabriel Borkman. Bernhard Rose. Das Barenhaus Berliner Theater. fräulein. Gastspiel Theater. Der Hüttenbefizer.( Anf. 8 Uhr.) Bürgerl. Schauspielhaus. Salontiroler.( Anf. 8 Uhr.) Der Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. Apollo. Dafel Cafimir Spate Dentiches. Der Kaufmann von Metropol. Donnerwetter Venedig. Rammerspiele. Der Graf von Gleichen.( Anf. 8 Uhr.) Nenes Schauspielhaus. Hamlet. Anfang 8 Uhr. Leffing. Der König. Berliner. Einer von unsere Leut. Thalia. Wo wohnt sie denn? Komische Cper. Tiesland. Menes. Die ji emde Frau. Kleines. Moral. Hebbel. Revolutionshochzeit. Luftspielhaus. Seine lleine Freundin. Residenz. Sümmere dich um Amelie. Schiller 0.( Ballner • Deuler.) Das Erbe. Schue Charlottenburg. Rechts herum. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. Stean. Westen. Der tapjere Soldat. Luisen. Der Mann mit den vier Frauen. Ios. Wintergarten. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Vafage. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sånger. Walhalla. Evezialitäten. Folies Caprice. Ein lebiger Che mann.( Anf. 8 Uhr.) Rafino. Rußland. Spezialitäten. Gustav Behrens. Gastspiel d. Mr. Latouré. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Parodie. Siegel fiegelt alles. Alles fürs Rind. Oder: Die Folgen eines Rendezvous.( Anf. 8 Uhr.) Urania. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Morgen: Einer von unsere Leut'. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Der tapfere Soldat. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. " 772ND 770D Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends8Uhr: Das Erbe. Schauspiel in 4 Aufzügen von Felix Philippi. Freitag, abends 8 Ubr: Der Graf von Charolais. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Das Erbe. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die fremde Frau. ( La femme X...) Morgen und folgende Lage: Die Donnerstag, 25. Februar, Anf. 8 Uhr. remde Frau. Kean. Freitag: Der Pfarrer von Stirche feld. Sonnabend: Husarenfieber. Residenz- Theater. Direttion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Hebbel- Theater Röniggräßer Str. 57/58. Unf. 8 Uhr. Revolutionshochzeit. Neues Operetten- Theater, Schiffbauerdamm 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Taubenstraße 48/49. Kümmere Dich um Amelie." Operette in 3 Atten von Leo Fall. Abends 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. -F Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen: Aluminium PorZement gellan. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Schwank in drei allen( pier Bildern) Gastspiel- Theater von Georges Feydeau. Morgen und folgende Lage: Die felbe Borstellung. Sonntag, 28. d. Ms., nahm. 3Uhr: Der Floh im Ohr. Köpenicker Straße 68. 8, Uhr: Gastspiel Hedwig Lange: Der Hüttenbesitzer. 3 bebedt 2 bedeckt 2 Schnee -3 Petersburg 782 SSD 1 Mebel 3 Scilly 769 4 halb bd.-6 berbeen 778 NNA 2 balb bd.-16, Baris 768 ND bebedt-111 -10 1 halb bb. 5 1 bedeďt 2 wollen!-6 4 Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Rechts herum. Schwant in 3 Atten v. Hans Gaus. Freitag, abends 8 Uhr: Ein Volksfeind. Sonnabend, abends 8uhr: Rechts herum. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen: Aluminium Zement- Porzellan. 2. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Seine kleine Freundin. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, ben 28. Februar 1909: Berliner Betterbureau. XIV. Saison! Zirkus Busch. Heute Donnerstag, ab. 7, Uhr: Große Gala- Vorstellung Um 9 Uhr der weltber. Driginal Konsul Peter! Mensch oder Affe? Ferner: Die Vievilles! Mdm. Olympia Desvall! IN Tackas? Herr Burdhardt- Feettit, Schulreiter. Herr Ernst Schumann, Neudreffuren. Um 9 Uhr: Auswanderer! Borher: Das gr. Programm. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurter Str. 132. Bei aufgehoben. Abonnes ment. Borzugsfarten un gültig. Das Warenhaus- Fräulein. Anfang 8 Uhr. Bochentagspreise. Ende 10% ht Freitag: Wohltäter der Menschheit Gastspiel des Berl. Opereiten- Berliner Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten v. Joh. Strauß. Anfang 7%, Uhr. U Ik- Trio. Fellx Scheuer Stralsunderstr. Zirkus Schumann Heute Donnerstag, ab. 7, Uhr: Große Vorstellung. Tiberio hebt einen 5500 Pfund schweren Elefanten. Paet der drollige Schimpanse. ? Waffenschmiede? Freie Boltsbühne Im Neuen Schauspielhaus: Maxim Gorki: Nachtasyl Szenen aus der Tiefe. Rabagas. Kleist: Die Sünde. Hebbel: Dutton Company!! Der zerbrochene Krug. Der Diamant. einzig egiftierendes Bog Ränguruh. Um 9%, Uhr: der Golo, Seeräuber. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Revue in 10 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Holden Giampietro Plann Perry Bender Kettner Thielscher. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Der Mann mit den vier Frauen. Freitag: Die goldene Lebenslüge Sonnabend naam. 4 Uhr Kinder borstellung: Mar u. Moris. Abends 8 Uhr: Das Mädchen auf Zrrwegen. Sonntag nachmittags 8 Uhr: Das Mädchen auf Frrwegen. 8 Uhr: Die goldene Lebenslüge. Montag: Der Störenfried und: Die Dienstboten. W. Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Täglich jubelnder Beifall! Einer von unsere Jeut'. Boffe mit Belang in 4 Aften. Anfang 8%, Uhr. Entree 30 f. Sonnabend: Spreeathenez. Ber liner Lokalftud mit Besang. Bürgerliches Schauspielhaus Raftanien- Allee 7-9. Der Salontiroler. Rustspiel in 4 Aften v. G. v. Moser. Anfang 8% Uhr. Freitag zum erstenmal: Uriel Acosta. alast- Theater Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7%, Uhr. Das vom Publikum u. d. gesamten Breffe anerkannt vorzügliche Februar- Programm. Sensationell Sensationell! Georg Gailer der phänomenale Balancekönig. Biederauftreten von Ivan Belick Sturz aus der 6. Etage. Der arme Kasimir. Schwant in 1 Att v. Schmidt- Hawkins. Familientarten wochentags halbe Preise überall gratis zu haben. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth. Tor. Sonnabend, 27. Februar: „ Eine Knarr- Nacht" auf dem Weinbergsweg. Königstadt Kasino. Holzmarktstr. 72. Im Thalia Theater: Ladwig Anzengruber: Der Fleek auf der Ehr. Im Herrnfeld- Theater: Sonntag, den 28. Februar Sonntag, den 7. März Sonntag, den 14. März Nr. der Mitgliedskarte • • • • • 1601-2400 801-1600 4801-5600 Der Frobekandidat. Einige Mitglieder zu den Abendabteilungen können sich noch in den Zahlstellen melden. 240/9 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 103-114 Im Riesen- Festsaal: Großes Bockbierfest Rutschbahn Original- Alpen- Dekoration ☐ Wasserfall. Jeden Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag: Gr. Tanz- Reunion. Heute, Donnerstag, den 25. Februar: Elitetag. Anläßlich der Fastnachtswoche: Prämiierung des größten Pfannkuchens. 3 Barpreise: 50 M., 30 M., 20 M. Anfang 7 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Entree 30 Pf., Sonntags 50 Pf. Brauerei Friedrichshain. Größter Konzertsaal Berlins. Heute Donnerstag: Drittletzter Tag. Schönstes Münch. Bockbierfest Der berühmteste Münchener Festwirt Schorsch Ehrengruber mit seiner Truppe( 60 Personen). Morgen Freitag: Vorletzter Tag, Elite- Tag. Gratis- Verlosung v. ca. 400 Gegenständen. Jeder Besucher erhält ein Los gratis. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Casino- Theater Passage- Theater.inger Srr. 87. Letzte Woche! Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Madame Hanako mit ihrem Ensemble. Robert Koppe! und das glänzende Februar Variété Programm! WINRAREN Sensationel!! Rußland. Aktuell! Rußland. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Passage- Panoptikum. Neu! Neu! SinghalesenGaukler- Truppe in ihr. wilden Heimatstreiben Salome, das blaue Weib. D. Opfer unbarmherz. Tätowation. Alles ohne Extra- Entree. Eintr. 50 Pf., Kind., Soldat. 25 Pf. Stadt- Theater Moabit. Letzte Vorstellungen! ßter und vornehmster TheaterSaharet Gertrude Barrison Tägl.: Spezialitäten Borstellung Simon u. Gardner S mit Franz Sobanski Gisella Lorma, Geschm. Goldader, in ihrer amerikanisch. Burlesks: The Southſmitis, Eli u. Mag BadDer neue Kutscher Mag Wilberg, May Nee. Der Talmi- Graf. Boffe in 1 Att von F. Sobansti. Berliner Eis- Palast Ständige Eisbahn. und das drollige faal Moabits. Alt- Moabit 48.( el. II 2492.) Donnerstag, den 25. Februar: Die Haubenlerche. Auf. b. Borft. 8, Staffenöffnung 7 Uhr. Schaufp. in 4 Alten v. G. v. Wildenbruch. Stonzert 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Sonntag, den 28. Februar: Die Haubenlerche. Montag, den 1. März: Soiree der Lustigen Sänger. Kottbuser Faschings- Programm. Sanssouci, Strade 6. Gebrüder Bis nachts 12 Uhr geöffnet. HerrnfeldKonzert und Kunstlaufen. Parodie- Theater. Dresdener Straße 97. Anf. 8%, Uhr. Siegel fiegelt alles! ober: Der Backfisch in Möten. Borher: Alles für's Kind! oder: Die Folgen eines Rendezvous. Preise 5. Sippläge: 20, 40, 75 Pf., 1 M. Folies Caprice 8um 77. Male: Ein lediger Ehemann. Anfang 8 Uhr. Anfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Die beiden Bindelbands Borger: Februar- Spezialitäten. Sonnabend, den 27. b. M.: Jubiläums Fest- Vorstellung auläßlich b. 150. Aufführung von Die beiden Bindelbands. Einmalige Aufführung der " Original- Klabrias- Bartie." Sterzu bie Februar- Spezialitäten. Billetts heute schon erhält. lich an der Theatertaffe Wertheim, Invalidendant. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Neues Programm. Elite- Soiree Tanzkränzch. von Hoffmanns Nordd. Sängern Der theatralische Gastwirt. Luftspiel in 1 Att. Stürmischer Beifall! Das große Februar Programm. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8u Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Bum Schluß: Der Kompagnieball. Militärische Qumoreste bon Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonnt. 71. Cool apollo Theater 8% Hedi Herdina Gobert Belling n k e 1 Maria Vinent Lloyd i PRA i ㄓ 10%: Rosenmontag in Köln 1909 Theater Variété Brillant ( City- Passage) Dresdener Str. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich: Auftreten von nur erst Maffigen Spezialitäten bei gänz lich freiem Entree, auch Sonntags. Sonnabend und Sonntag nach der Vorft.: Gr. Freitanz. Kinematograph. Gustav BehrensMöbelfahrik„ Phönix“. Phönix". Die diesjährige Ordentliche General- Versammlung findet im Geschäftslokale am 7. März, vormittags 9 Uhr, statt. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neutrahlen. 3. Geschäftliches. 103/18 Der Vorstand. Achtung! ung! Angler Berlins und Umgebung! Sonntag, den 28. Februar, nachmittags 2 Uhr, in Friedrichshagen im Lokal Fischerhütte, Secftr. 11: Oeffentliche Versammlung. Tages Drdnung: Stellungnahme gegen Berdoppe lung des Preises für Angelfarten Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 20. Februar verstarb unser Mitglied, der Maler Kasimir Gakowski Schönholzer Str. 14. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Philippus Apostel Friedhofes aus nach dem städtischen Friedhofe, Müllerstr. 44/45, statt. Um rege Beteiligung ersucht 216/1 Der Vorstand. Verband der Maler, feiters der Fischerinnungen Stopenid Jackierer, Auftreicher usw. und Nahnsdorf. Erscheinen aller Angler erwünscht. Die Kommiffion. Theater. ir empfehlen unseren Lesern folgende Goltzstr. 9. Gaffspiel des Mr. Latouré mit seinem : weltberühmten Zwergtheater: und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Möbel Neuerscheinungen: Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß am 20. d. M. das Mitglied Casimir Gakowski ( Bezirk Norden) Die Sozialdemokratie im geftorben ist. Deutschen Reichstage. IV. Heft. Die Tätigkeit des Deutschen Reichstages von 1887-1889. Von A. Bebel. Preis 1.-M. Sozialdemokratische Schulz Gemeindepolitik. Reichenberger Str. 5. Heft 9. Hygiene der Städte. I. Die Trinkwasserversorgung. Bon Dr. J. Zadek. Gediegene Arbeit. Preis 1 M. Agitationsnummer 50 Pf. 151/1 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags 3 Uhr, bon der Halle des St. Philippus ApostelFriedhofs, Müllerstr. 44/45, aus tatt. Um rege Beteiligung ersucht 128/7 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Buchbinder Gustav Hintze nach längerer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Februar, am Aeußerst billige Preise: Expedition des Vorwärts, admittags 2 Uhr, von der Halle Auch 752* Ratenzahlung. Andreasgarten Andreas- Str. 26. Andreas- Str. 26. Empfehle meine Näume zu Ver fammlungen u. Festlichkeiten jeder Art. Fremdenlogis, Regelbahn. Prompte Bedienung. Großer Mittagstisch. Donnerstag und Freitag frei, passend für Bereine. Jeden Sonntag: Tanz bel freiem Eintritt. Den geehrten Bereinen und Gesellschaften halte mich beftens empfohlen. Franz Merkowski. Säle frei! Jm März fowie Oftern! Englischer Garten Berlin SW., Lindenstr. 69, Laden. Bet Husten, Heiserkeit wirten Beichels des Lichtenberger Kirchhofes, Bornigstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 23/6 Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen, Hustentropfen Steindrucker u. verw. Berufe. übeeraf@ eub schnell und sicher Nur echt mit Marke Medico" FL. 50 Bj. u. 1 M. Meranderstr. 27c. Amt 7, 10628. Vor Nechahmungen jeder Art sei Pianino, firma, toeit unter Bert erster Hoflieferanten sofort verfäuft. Französischestr. 15, I r. jedoch dringend gewarnt. In den meisten Drogerien und bei Otto Reichel, Berlin48, Eisenbahnstr. 4. 46 eigene Fischdampfer. 25000 Pfund Seefische von frischen Fängen unserer Dampferflotte bringen wir Donnerstag, Freitag u. Sonnabend zum Verkauf. Besonders empfehlen wir folgende prachtvolle große, fast grätenlose Fische, die wir auch im Anschnitt verkaufen: ff. gr. Kabeljau, im Anschnitt per Pfund 25 Pf. ff. gr. Seelachs, im Anschnitt ff. gr. Schellfisch, im Anschnitt ff. gr. Seekarpfen 35 Pf. " " 9 " 39 39" 25 Pf. Alle anderen Seefische zum Kochen und Braten zu billigstem Tagespreise. Deutsche Dampffischerei Nordsee" In Gesellschaft Größte Hochseefischerel Deutschlands. Hauptgeschäft: BERLIN C., Bahnhof Börse. Verkaufsstellen: S. Prinzenstraße 94. 0. Schles. Bahnhof, Bog. 8/9. N. Invalidenstraße 131. 0. Große Frankfurter Str. 85. W. Potsdamer Straße 112a. Wilmersdorfer Straße 111. NW. Wilsnacker Straße 57. Spandau, Breitestraße 54. Seefisch- Kochbücher gratis. 1 Minute erreichen Sie durch ges, gesch. 26 792 Chemisches Lederpräparat Clio ( Deutscher Senefelder- Bund.) Todes- Anzeige. Am Montag, den 22. Februar, verstarb nach langem, fchwerem Leiden unser Kollege und Mitglied, der Steindruder 281/18 Max Jegodziendsky an der Lungenschwindsucht. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente, Donnerstag, den 25. Febr., nach mittags 4, Uhr, von der Halle des Wilmersdorfer Kirchhofes, Berliner Straße, aus statt." Die Verwaltung der Filiale 1. Zentral- Verband der Steinsetzer und Berufsgenossen Deutschlands. Sektion Ill( Steinhauer). Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Stollege und Ehren mitglied 175/8 August Liese am 21. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 25. Febr., nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle des Friedhofes der Gnadenkirche, Barfußstraße, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz[ penden beim Hinscheiden meines lieben Mannes Karl Selge sage ich hiermit allen Berwandten, Freunden und Bekannten, den Mietern des Hauses Löwestr. 20, dem Meister und den Kollegen meines Mannes, der Firma Rudolf Krüger meinen herzlichsten Dant. 2503 Emma Selge geb. Scheibe und Mutter. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und die Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, fage allen Bes tannten und Verwandten sowie der Firma Ackermann unseren herzlichsten Dani. 11565 Dzuck nebst Kindern. Doppelte Haltbarkeit Ihrer Schuhsohlen und Absätze. Dr. Simmel, Prinzenstr. 41. Bester Schutz gegen Nässe. Preis pro Flasche 10 Pf. Ueberall käuflich. Alleinige Fabrikanten A. M. Riedel& Co., Chemische Werke, Charlottenburg 5, Oranienstraße 11. Fernspr. Charl. 2061. 234L* Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2.5-7. Sonntags 10-12, 2-4. + Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog Empfohl.viel. Aerzte u.Prof. grat.us B. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Tb. Glede, Berlin. Drud u. Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.