Nr. 53. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., twöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Posta Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 4. März 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. vorschläge ergaben. Die Kommission konnte deshalb zu feiner um das Armenwesen zu untersuchen und Reformvorschläge Einstimmigkeit betreffend den Schlußbericht gelangen: vierzehn zu machen. Das Ergebnis dieser Untersuchungen war die Komwärtigen gesellschaftlichen Ordnung und Gesetzgebung und ver- mission legte zwei Grundsäge nieder: 1. Arbeitsfähige Arme fuchten, die Fehler der Armengefeße und die schlimmsten sollen nur auf das Arbeitshaus, also auf In- door relief, verYUebel der Arbeitslosigkeit, zu reformieren, so entstand der wiesen werden; 2. das Schicksal des Jusassen eines ArbeitsLondon, 28. Februar.( Eig. Ber.) tehrheitsbericht, während vier Mitglieder die ganze Armen- hauses soll weniger anziehend sein als das eines freien ArAm 17. Februar d. J. erschien in Form eines fehr um- gefeßgebung beseitigen wollten und eine gesellschaftliche beiters. Diesen Grundsägen gemäß wurde das Armengesetz fangreichen Blaubuches der Bericht der königlichen Kommission Reorganisation empfahlen so entstand der Minderheits- vom Jahre 1834 abgefaßt, das aber seitdem vielfach amendiert über die jetzt geltende Armengefeßgebung und Armenverwaltung bericht. wurde. Da diese Gesetzgebung noch in Kraft ist und da Der englische Kommiffionsbericht über Stommiſſionsmitglieder stellten sich auf den Boden der gegen Armengefetgebung vom Jahre 1834. Der Bericht der Stom Armut und Arbeitslosigkeit." I. -UZOO im Vereinigten Königreich( England, Wales, Schottland, Der Mehrheitsbericht zerfällt in neun Teile, von denen der Bericht der töniglichen Kommission vom 17. Februar 1909 Frland) Er besteht aus zwei Berichten: einem Mehrheits- jeder mehrere Sapitel hat. Erster Teil enthält die Auf- sich auf diese Gesetzgebung bezieht, so ist es nötig, auf sie und einem Minderheitsbericht. Letzterer ist auch in gaben und das Verfahren der Kommission. 3 weiter Teil: näher einzugehen. am II. Buchform von Sidney und Beatrice Webb veröffentlicht Statistische Uebersicht über die Probleme der Armengesetz- Bis zum Jahre 1834 war das Armenwesen Sache der worden.) Beide Berichte haben einen erheblichen wissenschaft- gebung. Dritter Teil: Armengesetze vom Jahre 1601 Gemeinde. Seit jenem Jahre überwacht und regelt der Staat lichen und praktischen Wert. Sie bilden tatsächlich ein bis 1834. Vierter Teil: Geschichtliche Entwickelung und( die Zentralregierung) die Verwaltung der Armengesetzgebung. Handbuch der sozialen Zustände und der Sozialpolitit Eng- gegenwärtige Lage der verschiedenen Zweige der Armengesetze. Bu diesem Zwecke wurde eine Zentralbehörde geschaffen, die lands. Fünfter Teil: Armenärzte. Sechster Teil: Notstand jetzt die Lokalregierungsbehörde heißt, deren Präsident Die Kommission, deren Berichte hier besprochen werden infolge Arbeitslosigkeit.( Dieser Teil ist der wichtigste und Stabinettsminister ist. Der gegenwärtige Präsident ist besollen, wurde Das Land ist in Armenberbände 1905 4. Dezember bon der lehrreichste.) Siebenter Teil: Wohltätigkeit und Not- kanntlich John Burns. fonservativen Regierung eingesetzt. Die Einsetzung der stand. Achter Teil: Verschiedenes. Neunter Teil:( Poor Law Unions) geteilt; jeder Armenverband besteht aus Kommission mehreren Gemeinden und wird von den Poor Law Guardians, war eine der letzten Handlungen dieser Uebersicht und Reformvorschläge. Regierung, denn fast gleichzeitig mit der Ernennung der Der Minderheitsbericht, der über 500 Seiten umfaßt, gewählten Armenräten, verwaltet. Die Armenräte Kommission erklärte sie ihren Rücktritt und überließ den zerfällt in zwei Teile. Erster Teil beschäftigt sich mit der fommen wöchentlich zu einer Sigung zusammen, um die vorerledigen. Sie stellen Liberalen die Leitung der Staatsgeschäfte. Die Regierung Armut, die aus Arbeitsunfähigkeit entsteht, also mit Armen- kommenden Angelegenheiten zu hatte im Sommer 1905 eine Arbeitslosenvorlage durchgesetzt, findern, Stranken, Invaliden und Greisen. Der zweite einige besoldete Beamte an, die die Geschäfte und das Kassenzu der die parlamentarische Mehrheit nur unter der Be- Teil beschäftigt sich mit der Armut der Arbeitsfähigen, wesen besorgen. In jedem Armenverband gibt es ein Workbingung zustimmte, daß eine Kommission zur Untersuchung wobei die Arbeitslosigkeit und die unregelmäßige Beschäftigung house( Arbeitshaus), wo die Insassen ein gewisses Maß ihrer der Armut und der Arbeitslosigkeit eingesetzt würde. Die( Under- Employment, d. i. Unterbeschäftigung) eingehend be- Freiheit verlieren und Arbeit leisten müssen. Im Arbeitshaus Regierung erfüllte diese Bedingung. Die Kommission handelt werden, schließlich Reformvorschläge. gibt es auch eine Schule und ein Kranfenhaus. Es werden auch arbeitsunfähige Personen ins Arbeitshaus aufgenommen. bestand aus 18 Mitgliedern, die alle Schichten und Klassen der Bevölkerung vertraten. Unter ihnen sind Neben dieser In- door relief geben die Armenräte Out- door besonders zu nennen: Lord G. Hamilton, Bischof Denis Aus der Masse der englischen Armengefeggebungen ragen relief an Mittellofe, Krante( ärztliche Hilfe, Medikamente), an Kelly, Charles Booth( Verfasser von London: sein Leben besonders zwei hervor: die vom Jahre 1601( die sogenannte verwaiste und verwahrlofte Kinder, die in Reformschulen oder und seine Armut", der mit dem General Booth von der Elisabethsche) und die vom Jahre 1834, die von den Chartisten als Lehrlinge, oder in Pflege gegeben werden. Heilsarmee nicht zu verwechseln ist), Frau Beatrice Webb, mit aller möglichen Schärfe zurückgewiesen wurde. Zwischen ( Fortsetzung folgt.) Frau H. Bosanquet, Fräulein Octavia Hill, G. Lansbury diesen beiden Gesetzgebungen besteht ein großer Unterschied. ( Mitglied der Arbeiterpartei), F. Chandler( Mitglied des Die vom Jahre 1601 war von der Absicht getragen, der Die Kommission saß drei Jahre und hielt 209 Sigungen ab, jetzt in Kraft und wollte die Armut und die ArbeitsDer Freifinn steht vor einer legten Belastungsprobe. Noch von denen 159 der Entgegennahme von Aussagen und dem losigkeit bestrafen. Die hauptsächlichsten Punkte der Gesetzgebung vom Jahre leistet er Widerstand. Aber die treuz- 3tg." droht in Ausfragen der geladenen Sachverständigen: Armenräte, Armeninspektoren, Armenärzte, Leiter von Wohltätigkeits- 1601 waren: ihrer Nummer am Mittwochabend ganz unverblümt mit anstalten und Unterstützungsvereinen, Gewerkschaftsbeamte, 1. Die Kinder derjenigen Personen, die nicht imstande einer Sprengung des Blocks, falls der Freifinn sich Notstandskomitees usw. gewidmet waren. Die Zahl der sind, ihre Elternpflichten zu erfüllen, sollen auf öffentliche nicht unter das faudinische Joch beuge, das ihm Stonservative vernommenen Sachverständigen belief sich auf 452, an die Kosten in die Arbeit gegeben werden. und Zentrum(!) errichtet haben. Lehne der Freisinn das 2. Ebenso sind alle erwachsenen Personen, verheiratete Stompromiß ab, fo werde das von großer Be100 000 Fragen gerichtet wurden. Außerdem wurden 900 schriftliche Mitteilungen und Gutachten von verschiedenen Ministerial- oder unverheiratete, die keine Mittel zum Leben haben, mit deutung für unsere inner politischen Verhältnisse sein." Denn das Zentrum habe sich schon bereit erklärt, für abteilungen: des Handels, des Innern, des Strieges, der Arbeit zu versehen. Marine, des Unterrichts, der Post eingeholt, ebenso von ber- 3. Es sind zu diesem Zwecke von den Besitzern von diesen Fall mit den Konservativen zusammen die Reichsschiedenen Körperschaften und Personen, die mit den Armen Land, Häusern, Bergwerken und Wäldern Steuern zu erheben, finanzreform zu machen. und den Arbeitern in Berührung kommen. Die Kommission um Flachs, Hanf, Wolle, Garn, Eisen und andere Rohstoffe Ob der Freisinn unter dem Eindruck dieser dreisten sandte auch einige ihrer Mitglieder nach dem Auslande, um zu kaufen, die zur Beschäftigung der Armen nötig sind. Drohung wieder einmal zusammenklappen wird? Die Komdie Armenverwaltungen, Arbeiterkolonien und sozialpolitischen Dieses Gesetz wurde indes nur teilweise ausgeführt. promißfrigen in seinen Reihen scheinen ohnehin ziemlich zahlEinrichtungen fennen zu lernen. Das auf diese Weise ge- Später verschlechterte sich die Lage der Armen. Im Jahre reich zu sein. Erzählt doch die Kreuz- Zeitung", daß Herr wonnene Material: Aussagen, Gutachten, Mitteilungen und 1662 wurde das Niederlassungsgefez angenommen, das die Müller- Meiningen und die norddeutschen FreiStudienberichte, wurde in einer Reihe von Bänden nieder- Armen, d. h. die Arbeiter, um ihre Bewegungsfreiheit brachte. finnigen bereit gewesen seien, dem Kompromiß zugelegt und auf Grund dieses Materials der hier zu be- Der zugereiste Arbeiter wurde verpflichtet, Bürgschaft zu stellen, zustimmen! Auch Herr Wiemer, der Mann mit der sprechende Bericht abgefaßt. Er enthält prinzipielle Er- daß er der Gemeinde, in der er sich niederlassen wollte, nicht dröhnenden Demagogenstimme und dem Rückgrat aus Weichwägungen, Zusammenfassungen, Schlußfolgerungen und zur Last fallen würde. Eine derartige Bürgschaft konnte kein gummi, soll ja bekanntlich alle Ueberredungstünste haben spielen Arbeiter stellen, sie waren deshalb an thren Heimatsort ge- lassen, um die Mehrheit der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft Reformvorschläge. Der Kommission wurden von der Regierung drei Auf- bunden. Dieses Gesetz wurde im Jahre 1795 aufgehoben. auf die Seite der Kompromißler herüberzuziehen! Seit dem Jahre 1697 entstanden Arbeitshäuser, in die die Gleichwohl halten wir es einstweilen für ausgeschlossen, daß gaben gestellt: parlamentarischen Stomitees des Trade Unions- Kongreſſes). Arbeitslosigkeit vorzubeugen; die vom Jahre 1884 ist noch Gegen das Budgetbewilligungsrecht! " " 1. Die Verwaltung der Armengesete im Vereinigten Arbeiter durch Not getrieben wurden; die Infaffen der Arbeits- der Freifinn so von allen guten Geistern verlassen sein könnte, 1. Die Verwaltung der Armengesete im Vereinigten häuser waren zu einer weiteren Unterstützung nicht berechtigt. um dem Zureden seiner ordensgeschmückten Diplomaten" und Königreich zu untersuchen; 2. Die verschiedenen Hilfsmittel auszuforschen, die außerhalb Dieser Gebrauch wurde im Jahre 1722 gesetzlich geregelt. den Drohungen der Junker zu erliegen. Handelt es sich bei der Armengesetzgebung zur Linderung der aus der Arbeits- Die Armen wurden in die Arbeitshäuser gesteckt, jede andere dem Kompromiß doch um gar zu ungeheuerlich e Tofigkeit entspringenden Rotstände angewandt Unterſtügung wurde stark beschränkt. Es ist wichtig, die 3umutungen! Handelt es sich doch um nichts Geringeres technischen Ausdrücke für die Unterſtüßung innerhalb und als die Ausschaltung des Budgetbewilligungswurden, besonders in Zeiten wirtschaftlicher Depression; 3. Zu erwägen und zu berichten, ob und was für Wende- außerhalb des Arbeitshauses anzugeben, da sie in der fol- rechts des Reichstags! Der Kompromißantrag verlangt nämlich, daß an Stelle rungen in der Armengefeggebung und Armenverwaltung wünschens- genden Gesetzgebung viel gebraucht werden. Die Unterstützung wert seien, oder ob eine neue Notstandsgesetzgebung zu schaffen sei. im Arbeitshause nennt man In- door relief; die Unterstügung der Nachlaßsteuer für das Reich die mehrerwähnte„ Besizaußerhalb des Arbeitshauses Out- door relief. Das Gesetz steuer" eingeführt wird. Sie soll von den Bundesstaaten In ihrer Untersuchung ließ sich die Kommission bon vom Jahre 1722 hat also die Out- door relief start beschränkt.( durch Steuern auf das Vermögen von mehr als 20 000 m. folgenden Regeln leiten: 1. Grundsäße und allgemeine Gesichts- Im Jahre 1782 wurde ein Gesetz erlassen, das nur die Ar- und Einkommen von mehr als 3000 m.) aufgebracht werden und punkte zu erwägen, aber soweit als möglich Einzelheiten zu ver- beitsunfähigen und die Waisenfinder auf das Arbeitshaus bis zum Jahre 1916 nicht mehr als 100 Millionen betragen. meiden; 2. die Kommission soll Einzelpersonen oder einzelne verwies, während die arbeitsfähigen Armen sich an die Lokal- Dann soll sie in fünfjährigen Perioden nur um 5 Prozent erhöht Armenräte weder anklagen noch verteidigen; 3. Empfehlungen behörden um Unterstügung wenden durften. Dieses Gesetz werden dürfen. Sie würde also am 1. April 1926 auf und Aussagen neuesten Datums, die in die Materie ein hob demnach das vom Jahre 1722 auf. Die Jahre zwischen 115,8 Mill. Mart gesteigert werden können und diese bis Ende schlagen, sind möglichst zu berücksichtigen. 1793 und 1815 waren eine Zeit unaufhörlicher Kriege und März 1931 nicht überschreiten dürfen. Das Reich wäre danach Entsprechend den gestellten Aufgaben zerfielen die Arbeiten großer Not für die englischen Arbeiter. Die Lebensmittelpreise auch weiterhin auf den alleinigen Ausbau der inder Kommission in drei große Abschnitte: Armut als stiegen rasch und die Arbeitsgelegenheit in der Landwirtschaft diretten Steuern und Zölle angewiesen. Jede Abnormale Erscheinung und als traditioneller Gegenstand der war gering. Dies war eine der Ursachen des starten Wachsens änderung dieses Gesetzes, also auch jede weitere Gesetzgebung; Arbeitslosigkeit als Folge neuerer der Armensteuern: im Jahre 1813 beliefen sie sich auf Steigerung des Gesamtertrages der Besitzsteuer, soll als industrieller Verhältnisse und als Versuchsgegenstand der 133 Millionen Mark, im Jahre 1818 auf 157 millionen Mart. Verfassungsänderung gelten, also nur Gefeß werden, Gesetzgebung; Reformvorschläge, da die bisherigen Allein es gab noch eine andere Ursache für diese Erscheinung. wenn weniger als 14 Stimmen im Bundesrat dagegen abgesetzgeberischen und administrativen Mittel teils versagen, in den ländlichen Gemeinden wurde ein Mindesteinkommen gegeben werden, so daß z. B. Preußen allein es stets in teils ungenügend sind. für Arbeiter festgesetzt. Je höher die Lebensmittelpreise, desto der Hand hätte, sein Veto gegen jede stärtereheranDaß Armut und Arbeitslosigkeit ernste gesellschaftliche höher mußte das Mindesteinkommen sein, das die Arbeiter zur ziehung des Besizes oder Einkommens zuProbleme bilden, darüber war sich die ganze Kommission einig. Eristenz brauchten. Wurde das Mindesteinkommen nicht gunsten des Reiches einzulegen. Dort, wo eine Dagegen zeigten sich Meinungsverschiedenheiten über den Um- erreicht, so mußte es aus den Armensteuern ergänzt werden. allgemeine Vermögens. oder Einkommensteuer fang und die Tiefe der Ursachen dieser Probleme, woraus sich Dieses System wurde von den Junkern benutzt, die Löhne nicht besteht, sind als Vermögenssteuern auch Erselbstredend Meinungsverschiedenheiten über die Reform herabzusehen und sie durch Out- door relief( durch Zuschüsse tragssteuern bon Grund- und Gebäudebesiz und Kapital anzusehen. Wo Landesgesetze, die 1) Report of the Royal Commission on the Poor Laws. aus dem Armensteuerfonds) ergänzen zu lassen. Das rasche und fortgesette Wachsen der Armensteuerlasten diese Regelung sicherstellen, nicht rechtzeitig erlassen werden, Preis 5,50 M. 2) The Minority Report of the Poor Law Commission. Ber- gab Anlaß zu Petitionen und zu Debatten im Parlament, bestimmt der Bundesrat, daß und welche Zuschläge Yag Longmans u. Co., London. 2 Bände. Preis 12,50 M aber erst im Jahre 1832 wurde eine Kommission eingefegt, zu den bestehenden Steuern erhoben werden. Man sieht: man will nicht nur die Einführung direkter Reichssteuern ein für allemal vereiteln— wonach hie An- spannung der Schraube der indirekten, die Nicht- besitzenden treffenden Steuern die einzige Rettung aus den Finanznöten des Reichs bleiben würde I— man will nicht nur eine stärkere Erhöhung der„Besitzsteuer" so gut wie unmöglich machen, sondern man will auch das Budget- bewilligungsrecht dem Reichstag entreißen und dem Bundes- rat zuweisen! Eine so geringe Meinung wir auch vom Freisinn haben: daß er sich zu solch niederträchtigem Raube von Volkörechten bereit finden lassen würde, halten wir denn doch für aus- geschlossen, so lange uns nicht das Gegenteil bewiesen wird! »» • Die Finanzkommission des Neichstages beschäftigte sich am Mittlooch mit den in Nr. 48 des„Vorwärts" veroffent- lichten Anträgen der Reichspartei und des Zentrums. Genosse Geyer als erster Redner ist der Ansicht, daß, wenn heute nichts anderes als die beiden Anträge vorlägen, die ganze Beratung er- folglos verlaufen müsse, da durch die Annahme des einen oder des anderen die Frage der direkten Besteuerung des Besitzes nicht ge- -yst werde. Nach Ablehnung der Nachlaß- und Verm.»gensfteucr /ctrachte er diese Anträge nur als eine Fiktion. Nachdem das Zentrum damit begonnen, die von der Regierung vorgeschlagene direkte Steuer zu Fall zu bringen, seien die anderen Parteien auf diesem Wege gefolgt. Warum werde das Resultat des Kuh- Handels des Blolkkollegiums nicht veröffentlicht? Weil es für den Block blamabel fei! Die Anträge Gamp und Herold haben das eine gemein, daß sie genau so in die Finanzhoheit der Einzelstaaten eingreifen, wie der gestern abgelehnte Autrag Weber betreffend Vermögenssteuer. Auf diesem Standpunkt stehen auch die Finanz- minister sämtlicher Bundesstaaten, wie aus der gestrigen Erklärung des hessischen Finanzministers im hessischen Landtage hervorgehe. Das Ziel beider Anträge gehe dahin, den Besitz zu schonen. Wie sei es denkbar, daß die Bundesstaaten die um das Sechs- fache erhöhten Matrikularbeiträge aufbringen könnten, wo sie jetzt schon die zu zahlenden paar lumpigen Millionen nicht abzuführen in der Lage zu sein behaupteten! Welche Garantien seien vor- banden, daß die Einzelstaaten wirklich zahlen, was nach den An- trägen beschlossen werde? Feste Garantien, wie sie die Frei» sinnigen dafür fordern, daß die erhöhten Matrikularbeiträge nur dem Besitz auferlegt werden, können nicht gegeben werden, wenn nicht die Einzelstaaten gleich den Staatsbankrott ansagen wollten. Aber selbst wenn der Reichstag dementsprechende Beschlüsse fassen sollte. wer solle Exekutor sein und die Schuld beitreiben? Preußen wird sich nach dem Verhalten des preußischen Finanzministers für diese Rolle bedanken. Durch die Anträge und alle Reden dazu verwische man den Eindruck nichr, daß man nur den Besitz schonen will. DaS werde man außen ver- stehen. Das Zentrum hat durch seine ablehnende Haltung zur Nachlatz- und Vermögenssteuer seine Taktik, den Block zu sprengen, selbst durchkreuzt. Die Sprengung wäre unbedingt erfolgt, wenn daS Zentrum für die Nachlaßsteuer eingetreten wäre, da diese als« dann eine Mehrheit gegen die Konservativen gefunden hätte. Zu diesem Verhalten stehe die von Spahn gestern angebotene HilfS- bereitschaft für eine direkte Besitzsteuer im krassen Widerspruch. Verschleierung, Sand in die Augen des Volks: daS allein sei der Zweck, der damit verfolgt werde. Deshalb lehnen wir diesen, wie auch den gleichgearteten Antrag Gamp entschieden ab. Dr. Weber(natl.) polemisiert gegen Geyer, gibt ihm aber darin recht, daß die beiden Anträge ebenso in die Finanzhoheit der Einzelstaaten eingreifen, wie sein abgelehnter Antrag.'— Der bayerische BundeSratSvertreter v. Burkhard erklärt im Namen des bayerischen Finanzmiuisters, daß dieser die vom Schatzsckretär und dem preußischen Finanzminister geltend gemachten schweren Bodenken gegen die beiden Anträge teile, sowohl in finanzieller wie auch in staatsrechtlicher Beziehung. Wenn beide Anträge im Prinzip angenommen würden, fei die monatclange Arbeit des Bundesrats umsonst, ja nicht nur das, sondern die ganze Steuer- gesetzgebung der Einzclstaaten würde dadurch in andere Bahnen gedrangt. Mit der Erhöhung der Matrikularbeiträge werde für das Reich kein neues Geld geschaffen. Man mute den Regie- rungen zu, sich auf einen Weg zu begeben, wo sie von der Zu- stimmung der Landtage abhängig seien; das sei um so bedenklicher, als sie jetzt schon oft genug in Verlegenheit seien, die für die Staats- zwecke erforderlichen notwendigen Mittel auszubringen. Das Budget» recht der Einzelstaaten müsse unter allen Umständen gewahrt werden, in dieses aber werde mit der Annahme der Anträge eingegriffen. Er ersucht zum Schlüsse seiner Ausführungen dringend, erst darauf Bedacht zu nehmen, daß neues Geld durch eine direkte Steuer aufgebrächt werde, da die Masse mit Konsumsteuern-mehr als genug belastet werde. Das ganze Volk sehe mit Spannung auf die Arbeit der Kommission und verlange, daß endlich praktische Arbeit geleistet werde. DaS Volk könne die durch die Erfolglosigkeit der Beratungen herbeigeführte Belastungsprobe kaum länger aushalten. Trotzdem der Vorsitzende P a a s ch e in ziemlich erregter Weise dem Regierungsvertreter bemerkt, daß die Arbeit der Kommission keine unnütze, sondern eine sehr ernste gewesen sei, und daß die Herren von der Regierung eigentlich besser daran täten, neue Vor» schlage zu machen, als die Kommissionsarbeit in dieser Weise herunterzusetzen, hielten die Bundesratsvertreter von Sachsen. Württemberg. Baden und Hessen es doch für angezeigt, auch ihrerseits der Reihe nach zu erklären, daß sie auf dem- selben Standpunkt stehen wie ihr bayerischer Kollegel Darauf erklärt Spahn, daß daS Zentrum der Nnchlaßsteuer gegenüber heut noch genau denselben Standpunkt vertrete, wie die Regierung vor drei Jahrrn, wo die Steuer ja einmütig sgegen die Stimmen der Sozialoemokraten als Antragsteller) abgelehnt sei. Das Ver- halten der Bundesratsvertreter den Wünschen der Mehrheit der Kommission gegenüber sähe nach Obstruktion aus. Bezüglich einer Bemerkung Geyers über eine Aeußerung des Reichskanzlers. daß er die Steuerreform mit dem Block machen wolle, erklärt Spahn, das habe er bisher nicht gehört, aber w e n n es ihm auch bekannt gewesen wäre, würde da» Zentrum doch dieselbe Haltung eingenommen haben wie bisher und jetzt. Gamp ist empört über die ablehnende Haltung der Regierungsvertreter, die ihre Bestrebungen, die Gegner unter das Joch der Nachlaßsteuer zu treiben, sparen können, und verteidigt in längerer Rede seinen Antrag, der seiner Behauptung nach viel liberaler sei als die Nachlaß- und Vermögenssteuer.— Dr. M ü l l e r- Meiningen will bei den Bestrebungen, dem Wohle des Reiches zu dienen, nicht hinter dem Zentrum zurückstehen, kann aber tveder der Auffassung der Zentrumsmitglieder, noch denen um Gamp über der, Begriff„Besitzsteuer" zustimmen. Nach seiner Auffassulig soll die ganze jetzige Beratung nur der Schaffung eines Provisoriums dienen; er will aber unter allen Umständen an einer direkten Bcsitzfteuer im wirklichen Sinne des Wortes festgehalten wissen. Aus alle» Aeußerungen in der heutigen Sitzung hat Graf Schwerin die Ueberzeugung geschöpft, daß sich eine Einigung der bürgerlichen Parteien vollziehen werde, sobald der Grundgedanke der Besitzstener richtig formuliert sei! Diese Form werde sich finden, und damit werden die budgetrechtlichen Bedenken beseitigt werden.— Dem stimmt Raab zu. Kurz vor Schluß der Sitzung kommt Herr Spahn und weist nach, wie alle Schwierigkeiten durch einige Acnderungen im An- trage des Zentrums aus dem Wege geräumt»verde» könnten! Dem Anschein nach wurden die Konservativen und Reichsparteilcr durch die Spahnschen Vorschläge nicht in» mindesten überrascht. Die Anträge sollen zu morgen gedruckt werden und die Grundlage für die weitere Beratung bilden. 02! Sorizssstengekk in Kiel. Die Stadtverordneten haben am Dienstag nach fünf- stündiger Debatte beschlossen, die Wahlrechtsverschlechterungs- Vorlage des Magistrats zu vertagen. Es wurde eine Deputation von zwei Magistratsmitgliedem und zwei Stadt- verordneten gewählt, die noch in dieser Woche zum Minister des Innern fahren soll, um mit ihm zu verhandeln, ob eine Aenderung der Wahlverfassung auf anderer Grundlage möglich ist. Die Sozialdemokraten stimmten für oie Vertagung, weil sonst die Annahme des Magistratsantrages nicht ausgeschlossen war und weil durch die Vertagung Zeit zu einer Gegenagitatton gewonnen wird.— Die Bürgerlichen »vollen in erster Linie die direkte Magistratswahl retten und dann auch die Dreiklassenwahl abwenden, weil der Mittelstand. der jetzt in Kiel die kommunalpolitische Herrschaft hat, bei der Dreiklassenwahl zwischen Sozialdemokraten in der dritten und den paar Hundert Besitzenden in der ersten und ziveiten Klasse vollständig zerrieben wird. Jede andere Wahlrechtsverschlechterung ist ihnen recht. Die Deputation dürfte beim Minister wenig ausrichten, denn dieser hat dem Oberbürgermeister Fuß erklärt, daß nur eine Aenderung des Wahlrechtes durch die Drei- klassenwahl die Zustinimung der Regierung finden würde. Die Annahme des Magistratsantrages. ein Gesuch auf Einführung der Dreiklassenwahl an die Regierung zu richten, ist darum in der nächsten Stadtverordnetensitzung nicht ausgeschlossen, trotzdem nur 5 bürgerliche Stimme» zu den 10 sozialdemokratischen nötig sind, um den Antrag zu Fall zu bringen. Zivar sind 12 von den 18 bürgerlichen Stadtverordneten Mitglieder der frei- sinnigen Parteiorganisation und von dieser— unter Androhung des Ausschlusses— auf die Ablehnung des Antrages des Magistrats verpflichtet worden, doch ist auf diese Leute kein Verlatz. Wenn die nächste Sitzung beschließt, ein Gesuch an die Regierung zu richten, wird ein Antrag der Sozialdemokraten mit zur Verhandlung kommen, in diesem Gesuche nicht die Dreiklassenwahl, sondern das all- gemeine, gleiche, direkte und geheime Wahl- recht und die Proportionalwahl zu fordern. Am Mittwochabend fanden drei große sozialdemokratische Versammlungen statt, die sich mit der Wahlrechtsfrage beschäftigten. Ueber die Rede de? sozialdemokratischen Stadtverordneten Adler in der DienStagS-Sitznng der Kieler Stadtverordneten- Versammlung meldet uns noch eine Privatdepesche: Stadtv. Adler wies darauf hin, daß gerade die Sozial- demokratie durch ihre Mitarbeit das Interesse an der Kommune bewiesen habe. Durch die Dreiklassenwahl würden lg Ovo von den jetzigen 21 000 Wählern in die dritte Klasse ver» setzt. Die indirekte Magistratswahl sei das Bestreben der Magistrats- Mitglieder nach lebenslänglicher Anstellung. Wenn erst in Kiel ein Loch in die schleswig-holsteinische Städteordnung geschlagen sei. würden andere Städte nachfolgen. Wenn man refonnieren wolle, soll man sich die Beispiele zur Reform dort holen, wo eine eine freiheitliche Kommunalverfassung herrsche. Die Magistratsinitglieder und die Stadtverordneten, die fiir die Vorlage stimmen würden, würden in absehbarer Zeit von ihren Sesseln verschwinden müssen. Ein Stadtverordneter, der für eine solche Vorlage sei, dürfe die Augen nicht aufschlagen, wenn er durch die Straßen der Stadt Kiel gehe- Redner stellt einen Eventualantrag, wenn die Stadtverordneten be« schließen sollten, ein Gesuch an die Staatsregierung zu richten, hierin anstatt der Dreiklassenwahl das allgemeine, gleiche, ge- Heime Wahlrecht für alle großjährigen Personen mit der Proportional« wähl zu fordern. Der Bürgermeister ließ während der zweieinhalbstündigen Rede AdlerS eine Pause eintreten. Beim zweiten Teil der Rede blieben die Mehrheit der MagistratSmitgliedrr und der Stadtverprd- neten demonstrativ dem Sitzungssaale fern. erneute Hiriegsgekahr. Die Hoffnung, daß der Schritt Rußlands in Belgrad die Gefahr eines gewaltsamen Konflikts beseitigen werde, hat sich nicht erfüllt. Die serbische Regierung hat auf den russischen Rat, die territorialen Forderungen fallen zu lassen, mit einer brüsken Ablehnung geantwortet. Damit ist die Situation wieder unmittelbar gefahrdrohend geworden. Der amtliche österreichische Draht meldet heute aus Belgrad: „Gestern nachmittag erschien der russische Gesandte S e r g e j e w beim Minister des Aeußern Milowanowitsch und erteilte ihm 4in Auftrage der russischen Regierung den freundschaftlichen Rat, Serbien möge von den Forderungen nach territorialen Kompensationen und nach der Autonomie für Bosnien und die Herzegowina abstehen, da diese Forderungen bei den europäischen Groß- mächten auf keine Unter st ützung zählen können. Im Laufe des Nachmittags erschienen auch die diplomatischen Ber- treter Englands. Frankreichs, Deutschlands und Italiens beim Minister des Aeußern und erteilten der serbischen Regierung einen ähnlichen Rat. Der Minister des Aeußern nahm diese Vorstellungen zur Kenntnis-, hierauf fand unter dem Vorsitze des Königs ein Ministerrat statt. Nach dreistündiger Beratung wurde einstimmig beschlossen, auf die Vorstellungen der Großmächte zu erwidern, daß Serbien die Forderungen, welche die serbische nationale Skupschtina in ihrer bekannten Resolution aufgestellt hat, nicht zurück» ziehen könne. Serbien hoffe noch immer auf die Gerechtigkeit Europas, könne aber von den territorialen Forde» rungen und von der Forderung nach der Auto» non�ie für Bosnien und die Herzegowina nicht A b st a n d nehmen." In Wien hat diese Erklärung große Erregung ver» ursacht und eine außerordentlich pessimistische B e- u r t e i l u n g gefunden. In manchen Kreisen hält man den Ausbruch des Krieges für unmittelbar be- vorstehend. In der Tat bildet die serbische Erklärung eine neue Herausforderung und eine Brüskierung nicht nur Oester- reichs, sondern aller Mächte, die den Schritt Rußlands bei der serbischen Regierung unterstützt haben. Trotzdem wäre es ein unverantwortliches Verbrechen, wegen des serbischen Krakeels einen europäischen Krieg zu entzünden und der Prestigepolitik der Herren Aehrenthal und Jswolski zu gestatten, ganz Europa in Flammen zn setzen. Dies darf unter keinen Umständen, geschehen und Sache der Diplomatie ist es, endlich jene Energie zu ent- wickeln, die die Wiener und Petersburger Herreu zur Ver- nunft bringt. Von der deutschen Regierung muß verlangt werden�, daß sie den osterreMschen Bundesgenossen vor nicht ivieder gut zu machenden Schritten zurückhält und keinen Zweifel darüber läßt, daß die Stimmung des deut- scheu Volkes ihr jede andere als die rein diplomatische Beteiligung ganz unmöglich macht. Es ist nicht nur das deutlck)e Proletariat, das sich gegen den Wahnsinn, Deutschland in einen Krieg für völlig fremde Interessen hineinzerren zu lassen, mit all seiner Kraft zur W e h re setzen würde; es gibt in Deutschland überhaupt keine Parrei und keine Klasse,, die einen solchen Krieg dulden könnte. Dieselbe Pflicht aber, die Deutschland Oesterreich gegenüber erfüllen muß, muß Frankreich in Petersburg ausüben. Daß der Zarismus seine traditionelle Rolle der Provokation auf dem Balkan bis zu einem Punkte treibt, an dem der Ausbruch eines Krieges unvermeidlich wird, ist eine unerträgliche Vorstellung, die unter keinen Um» ständen Wirklichkeit werden darf. Und noch ist es Zeit für energisches und zielbewußtes Handeln. Die serbische Regierung hält zwar ihre über- spannten Forderungen aufrecht und setzt ihre Kriegsrüstungcn fort. Aber darüber hinaus ist es noch zu keinen gewaltsamen Schritten gekommen. Auch in ihrer letzten Antwort wie in allen ihren früheren Erklärungen wendet sich die serbisch Regierung an die Entscheidung Europas, appelliert sie an die europäische Konferenz. Hiermit ist für eine gemeinsame Aktion der Mächte die Basis gegeben. Allerdings eine Kon- ferenz, auf der Rußland aufs neue seine Provokateurrollo ausnähme und das alte Frevelspiel des„Beschützers aller Slawen" fortsetzen könnte, wäre nur eine neue B c- drohung des Friedens und überdies eine Unmöglich- keit, da Oesterreich nicht auf einer solchen Konferenz erschiene. Wenn aber die Konferenzmächte das Programm dieser Kon- ferenz von vomhereiir begrenzten und Rußland, das ohne die Unterstützung Frankreichs und England völlig ohnmächtig ist, zum Anschluß an die gemeinsame Aktion zwängen, wenn Oesterreich so die Garantie gewönne, daß nach Erfüllung der berechtigten wirtschaftlichen Ansprüche die territorialen For- derungen Serbiens zurückgewiesen würden, dann könnte eine solche Konferenz, gegen deren Entscheidung das isolierte Serbien machtlos wäre, allerdings der Aufrechterhal- tung des Friedens gute Dienste leisten. Unterdessen aber muß die Aktion der Diplomatie verhindern, daß die Flinten vorzeitig losgehen und nirgends Zweifel darüber lassen, daß der Friedensstörer, sei er, wer er sei, auf keine UnterstützungeinerandernMachtzu rechnen habe. Die Haltung der serbischen Regierung ist übrigens nicht ganz klar. Der kategorischen Wiener Meldung steht nämlich eine nicht weniger bestimmt lautende Nachricht des Reuterschen Bureaus gegenüber. Das amtliche englische Telegraphen- bureau erklärt, von amtlicher Seite erfahren zu haben, daß entgegen der Erklärung des in Wien eingetroffenen Belgrader Telegramms, die s e r b i s ch e N e g i e r u n g ihre Forderung nach territorialen Konzessionen zurückgezogen hat. �, Das ist ein offenkundiger Widerspruch, der vielleicht nur so erklärt werden kann, daß die serbische Regierung ein doppeltesSpiel treibt, um die Lösung zu verschleppen. damit die aufgeregten Leidenschaften des serbischen Volkes sich nicht in der Wut der plötzlichen Enttäuschung gegen die Regierung und die Dynastie wende. Aber sei dem wie immer. Die Gefahr ist zu groß, die Beunruhigung zu unerträglich, als daß das Spiel mit dem Frieden noch längere Zeit fortgesetzt werden dürfte. Der Friede muß erhalten werden, weil der Krieg ein Wahnsinn und ein Verbrechen wäre. All- zulange schon hat man die Intrigen Rußlands, die Unnach- giebigkeit Oesterreichs, die Tollheiten der serbischen Politiker gewähren lassen. Es ist höchste Zeit, endlich e r n E n d e zu machen. Die Stimmung in Belgrad. Belgrad, 3. März. Die Nachricht, daß der russische Gesandte tatsächlich der serbischen Regierung Ratschläge im Sinne der von Deutschland angeregten Vorstellung erteilte, rief in Belgrad große Erbitterung gegen Rußland hervor. Die Blätter ent- halten maßlose Angriffe gegen JswolSki, der im Dienste Oesterreich-Ungarns stehe. Da die politischen Kreise die Entscheidung der serbischen Regierung mit Besorgnis erwarteten, so rief die heutige Nachricht, daß die serbische Regierung auf die Autonomie Bosniens und territorialen Kompensationen beharre, umso größere Freude hervor.„Politik«" ruft auS: Möge uns nunmehr Oefterrcich-Nngarn ein Ultimatum stellen. wenn er dies wag t. Eine neue Version. London, 3. März. Das Reutevsche Bureau berichtigt feine frühere Meldung dahin, daß eingegangenen Informationen zufolge die serbische Regierung gemäß dem von Rußland erteilten Ratschlag ihre Ansprüche auf GcbietScntschädigung zurückziehen wird. Die Haltung Oesterreichs. Wien, 3. März. Zu der Entschließung des serbischen Minister- rates, die Ratschläge der Großmächte abzulehnen und auf den bekannten Forderungen zn bestehen, wird in hiesigen informierte:'. Kreisen versichert, daß die» an der ruhigen abwartenden Haltung der österreichischen Regierung vorläufig nichts ändern locrde. Oesterreich habe die Intervention der Möchte nicht ver- anlaßt und werde abwarten, welche Haltung die einzelnen Groß- mächte gegenüber dem Verhalten Serbien» einnehmen werden. Montenegrinsche Kriegsvorbercitungen. Saloniki, 3. März. Eine amtliche Meldung aus Skutari besagt, daß Montenegro an der Grenze Borbereitungen treffe, welche als eine Bedrohung SkutariS anzusehen seien. 03! Berggesetz In der Kommlifion. Die Berggesetzkommission des Abgeordnetenhauses hielt am Mittwochabend ihre erste Sitzung ab. ES wurde beschlossen, zunächst den Artikel II betreffend die Einrichtung der Sicherheitsmänncr zu beraten. Von nationalliberaler Seite wurde zunächst die Frage des Umfanges der Geltung des Gesetzes aufgeworfen. Es sei nicht erforderlich, das Gesetz aus andere als Steinkohlenbergwerke auS- zudehnen. Dem widersprach der Handelsminister, der der Meinung Ausdruck gab, daß dann die Bestimmungen bei erneuten Unfällen in anderen als Steinkohlenbergwerken viel schärfer ausfallen würden, als die jetzt vorgeschlagenen. Ein Redner der Frei- konservativen erblickt in der vorgeschlagenen Einrichtung einen Schritt abseits der bestehenden Rechts- und Wirtschaftsordnung und erhebt Bedenken gegen die Konsequenzen bezüglich der Bau- kontrolleure. Schließlich komme man noch zu Arbeiterkontrolleurcn in der Landwirtschaft. Von dem Redner des Zentrums wird in den Vordergrund gestellt die Erhaltung der vollen Autorität der Unter- nehmcr. Es werde zu prüfen sein, ob die Einschränkung der Ent- lassungsgründe für den Sicherheitsmann sich mit der Aufrecht» erhaltung dieser Autorität verträgt, Der freisiMige Redner Sill im Jnkeresse der Gleichberechtigung der beiden Kontrahenten den Sicherheitsmann von den Arbeitern besoldet wissen. Der Vertreter der Polnischen Fraktion verlangt größere Sicher- heit für die Kontrolleure gegen Entlassung und gegen Maßregelung. Voll auf dem Boden der Forderungen der Arbeiter stellte sich nur der Redner der Sozialdemokraten. Die Forderung eines Reichsberggesetzcs scheine ihm begraben. Man werde sich aber doch schon daran gewöhnen müssen, im Interesse der Arbeiter Anord- nungen zu treffen, die den Konservativen als Eingriff in das Privateigentum erscheinen. Die Kontrolleure müßten frei sein von Abhängigkeit gegenüber dem Bergherrn. Politische Gründe hätten die Arbeiter nicht. Nichts weiter darf entscheidend sein, als das Interesse für Leben und Gesundheit der Arbeiter. Die Institution müsse vom Vertrauen der Arbeiter getragen sein. Das würde nicht erreicht, wenn man alle möglichen Sicherheitsbestimmungen gegen die Sicherheitsmänner schafft. Völlige Freiheit sei erforderlich auch bezüglich der Befahrung der Grube. Die Begleitung durch Werks- und Staatsbeamte dürfe nicht obligatorisch sein. Der Zweck, ein Vertrauen zwischen Arbeiter und Bergherren herbeizuführen, könne niemals erreicht werden. Dem stehen die Klassengegensätze ent- gegen, die in der heutigen Gesellschaftsordnung nicht zu über- brücken seien. Die Frage sei eine reine Zweckmätzigkeitsfrage; als solche darf sie auch nur behandelt werden. Der Handelsminister legt die Gründe dar, die ihn veranlaßten, Sie Vorlage nach den zum Ausdruck gebrachten Grundsätzen zu ge- stalten. Die Gewerkschaften seien politische Einrichtungen und dürften nicht Träger der Einrichtung werden. Man beabsichtige mit den Sicherheitsmännern, auch die Veröffentlichung der ver- meintlichen Mißstände in der Presse zu verhindern. Bringe ein Sicherheitsmann falsche Nachrichten in die Presse,„dann nehmen wir ihn bei den Ohren". Zum Schluß verteidigt noch ein Bergarbeitermitglie'o des Zentrums die Stellung seiner Partei; namentlich hebt er nach- drücklich hervor, daß auch der christliche Gewerkverein der Berg- arbeiter die volle Aufrechterhaltung der Autorität der Bergherrn verteidige. Nächste Sitzung: Dienstag. politifcbe Gcberlicbt Berlin, den 8, März 1909, Die Christlichkeit Dernburgs und Bruder Schuckmauns. AusdemReichstage.(3, März.) In Fortsetzung der Beratung über«üdwestafrika erörterte Ledebour eingehend die Eingeborenenpolitik. Er knüpfte wieder an eine im vorigen Jahre auf den sozialdemokratischen Antrag hin vom Reichstag angenommene Resolution an. In dieser wurde gefordert, daß den Eingeborenen so viel Land zurück- gegeben werde, wie sie zu selbständigen Wirtschaftsbetrieben brauchten. Ledebour fragte nun an, in welcher Weise die Verwaltung dieser Forderung nachgekommen sei. Herr Dernburg trug möglichste Gleichgültigkeit zur Schau und zog es vor, die Frage überhaupt nicht zu beantworten. Ledebour wies eingehend nach, daß ohne die Gewinnung und Zufriedenstellung der Eingeborenen an die wirtschaftliche Entwickclung des Landes gar nicht gedacht werden könne. Die Dernburgsche Politik aber treibe die Eingeborenen über die Grenze. Derselbe Herr Dernburg jedoch, der einen Reichs- tagsbeschlnß geflissentlich mißachte, habe sich in der Budget- koinmission und im Reichstag eine Rückendeckung für das gefährliche Erperiment einer Rcsidentur im Ovambolande zu schaffen gesucht. Mit aller Entschiedenheit müsse die Sozialdemokratie dagegen protestieren, daß dieses Experiment gemacht werde, da es sicher im Laufe der Zeit zu Konflikten mit den Ovambos führen müsse. Habe doch früher die Kolonialverwaltung aus dem nämlichen Grunde ein solches Abenteuer rundweg abgelehnt. Unser Redner kam dann auf die sogenannte Selbst- Verwaltung in Südwestafrika zu sprechen. Er erläuterte an der Hand einzelner Bestimmungen, was es mit der C h r i st- lichkeit der Kolonialpolitik auf sich habe. Als er dabei seiner Verwunderung darüber Ausdruck gab. daß der Abg. Erzbcrger sich in so überschwänglichen Lobes- crhebungen Dernburgs erginge, und als er fragte, ob Herr Roeren etwa auch in den Honigtopf greifen werde, um Dernburg die andere Backe zu salben, lehnte Roeren das ent- schieden ab! Herr Dernburg geriet ganz aus dem Häuschen, als Ledebour sagte, daß der Staatssekretär seit feiner Ver- brüderung mit Erzberger von Christlichkeit förmlich triefe. Er appellierte an den Präsidenten P a a s ch e, der indes nach Einsicht in das Stenogramm die Zumutung zurückwies, einen Ordnungsruf zu erteilen. Ledebour fragte dann den Gouverneur v. Schuck- mann, der bekanntlich früher in Deutschland ein eifriges Mitglied der Inneren Mission gewesen ist. wie er es niit seiner Christlichkeit und Moral vereinbaren könne, die standesamtliche und christliche Eheschließung der Weißen mit Eingeborenenfrauen zu hintertreiben und so das sogenannte Konkubinat zu fördern. Die Mitglieder der Inneren Mission müßten doch zu dem Glauben kommen, daß in Bruder Schuckmann ein böser Geist hineingefahren sei, seitdem er in Afrika hause. Bruder Schuckmann zog es gleichfalls vor, sich einer Auseinandersetzung über diesen klaffenden Widerspruch zwischen seinem christlichen Gerede und unchristlichen Getue vorsichtig zu entziehen. Nach einigen weiteren Bemerkungen wurden schließlich die sämtlichen Kolonialetats zu Ende gebracht. Der P o st e t a t führte zunächst eine längere Rede des Abg. Pichl er(Z.) herbei. Morgen kommt Genosse Singer zum Wort. Der eingeseifte Wasserkopf. Im Dreillassenparlament kam am Mittwoch der systematische Widerstand zur Sprache, den die Provinzial- und Staatsbehörden dem Streben Berlins entgegensetzen, eine Ein- verleib un g der benachbarten Vororte durchzuführen. Herr Cassel legte in breiter Rede die bekannten Gründe dar, die eine solche Angliederung der Vorortgemcinden an das ringsum ein- geschnürte, in seiner Bewegungsfreiheit behinderte Berlin zur zwingenden Notwendigkeit machen, und beschwerte sich über die Widerstände der Regierung. So berechtigt die von dem Freisinns- mann vertretene Beschwerde war. deren unser Genosse Borgmann sich ja kürzlich ebenfalls angenommen hatte, so peinlich— weil leider nur zu verdient— war andererseits der blutige Hohn, mit dem der konservative Redner der liberalen Stadtvcrordnetenmajorität ihr kommunales Manchestertmn vorhielt, das eine großziigige kommunale Verkehrspolitik verhindert und unlängst noch die Wcrtzuwachssteuer zu Fall gebracht habe. Auf diesen Gebieten seien sogar die Vorortgemeinden Berlin mn einige Nasenlängen voraus. Freilich war Herr Hammer nachher so dumm, die wahren Gründe des Widerstandes der Gemeinden und der Behörden zu ver- I raten: sie wollen nicht einem Gemeinwesen angegliedert werden, in dem die Sozialdemokratie eine Nolle spielt! Dabei ist die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion doch gerade die Triebfeder zur Inangriffnahme all der kommunalen Aufgaben gewesen, die Herr Hammer bei dem manchesterlichen Liberalismus vermißte. Ja, Herr Hammer ging in seiner Inkonsequenz gar so weit, Herrn Cassel und seine liberalen Mannen als eventuelle Bundesgenossen und Mitarbeiter zu bewillkommnen, während er seinem Abscheu vor der Sozialdemokratie in der ihm eigenen über- naiven Weise den kindlichsten Ausdruck gab. Der Minister des Innern vertrat— ganz den konservativen Forderunge» gemäß I— durchaus den reaktionären Standpunkt. Kein Groß-Berlin durch Eingemeindung der Vororte, sondern nur ein „Zweckverband", ein„freundnachbarliches" Zusammenarbeiten der Gemeinden. Herr v. Moltke beantwortete also das elegische Liebes- werben mit einem glatten„Nein", mit dem sich übrigens Herr R o s e n o w, der nach Hammer sprach, schon von vornherein resigniert abfand. So zeigt sich der Freisinn auf allen Gebieten durch seine schlappe Haltung unfähig, selbst die geringfügigste, selbst- verständlichste Forderung durchzusetzen!-- Die Rechte der Landarbeiter und des Gesindes beschäftigten gestern die Rcichstagskommission, der der sozial- demokratische und der Zentrumsantrag über diese Materie zur Vorberatung überwiesen war. Der Kommission gehören die Genossen Brey und S t a d t h a g e n an. Von mehreren Mitgliedern der Kommission wurde es als wünschenswert be- zeichnet, die für die verschiedenen Gebiete Deutschlands in Betracht kommenden landesgesetzlichen Vorschriften, welche für ländliche Arbeiter und das Gesinde gelten, kennen zu lernen. Stadthagen erklärte sich bereit, in ähnlicher Weise, wie er bei Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches die damalige Rechtslage des Gesindes in einem gedruckten Exposö geschildert, auch die in Betracht kommenden strafrechtlichen, polizeilichen und Gesindegesetze in etwa 3—4 Wochen schriftlich darzustellen. Es erscheine aber an- gebrachter, daß die Regierungsvertreter diese Arbeit übernehmen. Schließlich nahm die Kommission einstimmig einen Antrag des Abg. Herold an, der die Regierung er- sucht, eine Zusammenstellung des für die ländlichen Arbeiter und das Gesinde in Deutschland bestehenden Rechts. ferner eine Zusammenstellung der wichtigsten ausländischen Gesetzgebungen auf diesem Gebiete und endlich eine Statistik darüber der Kommission zugehen zu lassen, wie oft Bestrafungen lvegen Verabredungen ländlicher Arbeiter und Dienstboten zur Einstellung oder Ver- Hinderung der Arbeit eingetreten sind. Die Regierungs- Vertreter erklärten sich bereit, ihrem Chef Vortrag über den Wunsch zu halten, nahmen aber an, daß die Aus- führung des Beschlusses eine weit längere Zeit als 4 Wochen in Anspruch nehmen würde. Die Kommission vertagte sich darauf auf unbestimmte Zeit. Hoffentlich wird das Material der Kommission in nicht gar zu langer Frist zugehen, damit endlich die bestehenden Ausnahmegesetze gegen die ländlichen Arbeiter und das Ge- finde beseitigt werden._ Das neue Branntweinsteuergesetz. Das Reichsschatzamt hat auf Verlangen der zur Vorveratung deS geplanten Branntweinzwischenhandels-MonoPoles eingesetzten Kommission eine neue Branntweinstenervorlage ausgearbeitet. lieber den Inhalt dieser neuen Vorlage weiß daS„Berliner Tageblatt" aus „bestinformierter" Quelle zu berichten: „Die bisherige Maischraumsteuer und die auS derselben ent- springende Vergütung für denaturierten und exportierten Brannt- wein wird gänzlich beseitigt. Die Verbraucbsadgabe betrug bisher für den ungefähren Trinkkonsum SS M. Jeder Brennerei war das Quantum zu- geteilt, welches sie zu diesem niedrigen Verbrauchsabgabensatze versteuern durfte. Darüber hinaus mußten 70 M. Abgabe bezahlt werden, und in dieser Differenz der BerbrauchSabgabensätze bestand die sogenannte Liebesgabe. Die Verbranchsabgabe wird nunmehr in dem höheren Satze auf 140 M. erhöht. Jeder Brennerei wird jedoch gestattet, das bisherige Quantum zu 130 M., in den ersten fünf Jahren sogar zu 12ö M. zu versteuern. Die Liebesgabe wird damit aus die Hälfte, in den ersten fünf Jahren auf drei Viertel ihres bisherigen UmfangeS reduziert. Bei einer Verringerung des TrinlkonsumS verringern sich die Mengen entsprechend. Eine einschneidende Veränderung erfährt die bisherige Brenn- steuer. Sie wird um etwa 3 M. auf den Hektoliter erhöht. Den gewerblichen und Hefebrennereien werden entsprechende Zuschläge auferlegt. Der Ertrag dieser Brennsteuer soll so groß sein, daß daraus Vergütungen für den mit allgemeinen Mitteln dena- turiertem Branntwein in Höhe von 18 M.. für den mit anderen Mitteln denaturiertem in Höhe von 0 M. pro Hektoliter gezahlt werden können.... Eine weitere, tiefgreifende Aenderung der Brennsteuer erfolgt durch die Einführung eines Brennrechtes, dessen Höhe ungefähr so gestellt ist wie in der Monopolvorlage, also nach der Durch- schnittSerzeugung jeder Brennerei. Sobald dieses Brennrecht über- schritten wird. erhöht sich die Brennsteuer für landwirtschaftliche Brennereien auf 13 M., für gewerbliche auf 22 M." Das„Berliner Tageblatt" kommt auf Grund seiner Mitteilungen zu dem Schluß, daß das Syndikat, wenn der Entwurf Gesetz werde, eine bedeutende Stärkung erfahre, daß die Verringerung der bisherigen Liebesgabe durch die neue Einrichtung des Brenn- rechtes ausgeglichen, unter Umständen mehr als ausgeglichen, und der Preis für die Konsumenten so hoch— unter Um- ständen höher ausfallen dürste— als im Falle des MonoPoles. Ans der Geschäftsordnungskommission. In der Sitzung vom 2. März wurde die Debatte über den § 33 und den dazu eingebrachten sozialdemokratischen Antrag fort- gesetzt. Es hantelt sich darum, ob für den Fall der Verschleppung einer Jntcrpellationsbesprcchung durch den Reichskanzler die Be» sprechung dennoch durch Mehrheitsbeschluß oder, wie die Sozial- demokraten es wollen, schon ans Antrag von 30 Mitgliedern, er- zwungen werden kann. Die freikonservativen Herren Schulz und v. D i r k s e n hatten sich ein neucsArgumcnt zurBckämpfung des sozialdemokratischen An- trageS ausgeklügelt. Sie meinten, die Sozialdemokratie sei im- stände, landcsverrätcrische Pläne in die Form einer Interpellation zu kleiden, um dann deren Besprechung zum Verderben des Deutschen Reiches im Reichstage zu erzwingen! Um diese grausige Gefahr zu verhüten, dürfe unter keinen Umständen einer Minderheit das Recht gegeben werten, die Besprechung zu erzwingen.— Singer wies in kräftigen Worten diese gegen unsere Partei geschleuderte alberne Insinuation zurück, die doch nur dazu aufgestellt sei. um den Angriff auf das Recht der Minderheit zu verschleiern.— Nach einigen weiteren Bemerkungen wurde der sozialdemokratische An- trag gegen 8 Stimmen(Sozialdemokraten und Zentrum) ab- gelehnt und dann der Z 33 mit einer geringfügigen Aenderung in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Doe§ S5a handelt vöft Sem steu einzuführenden Recht, an eine Interpellation A n t r ä g e zu knüpfen. Nach der Kommissions- fassung sollen 30 Unterschriften der Anträge genügen; diese An- träge sollen sich aber innerhalb der Grenzen der Interpellation halten und keine Gesetzentwürfe enthalten. Dann heißt es weiter: „Falls gegen die Zulassung eines Antrages Widerspruch von mindestens 30 Mitgliedern erhoben wird, beschließt darüber der Reichstag sofort ohne vorherige Diskussion." Die Sozialdemokraten beantragen, diesen Satz zu streichen, da er es von der Gnade der Mehrheit abhängig macht, ob die Minderheit Anträge einbringen darf oder nicht. In der Debatte wurde von Singer und Ledebour darauf hingewiesen, daß es den Sinn des ganzen Antragsrechtcs zunichte mache, wenn man die Minderheit auf solche Weise unter die Vormundschaft der Mehrheit stellen wolle. Würde die jetzt vorliegende Kommissions- fassung angenommen, so komme das auf eine Verfälschung der Ab- ficht hinaus, die der Reichstag bei Einsetzung der Kommission offenbar im Auge gehabt habe. Die Konservativen brachten einen Antrag ein, der ver- hindern will, daß Anträge bei Interpellationen überhaupt gestellt werden können. Die Nationalliberalen und Frei» sinnigen hielten an der Fassung erster Lesung fest und malten die Gefahren aus, die aus dem Mißbrauch des Antragsrechts er- wachsen könnten. Roeren(Z.) war zwar wegen solchen Miß- bvauchs nicht ohne Bedenken, erklärte aber doch schließlich, sich auf den Standpunkt des sozialdemokratischen Antrages stellen zu wollen, weil sonst das Antragsrecht überhaupt illusorisch gemacht werde. Der Abg. M ü l l e r- Meiningen(frs. Vp.). der sich an- fangs gegen den sozialdemokratischen Antrag völlig ablehnend ver- halten hatte, kam im Laufe der Debatte doch zu der Ansicht, daß sich die Kommissionsfassung nicht aufrecht erhalten lasse. Er meinte, es sei ratsam, sich im Fraktionskreise zu überlegen, ob sich nicht ein Vermittelungsweg finden lasse, etwa durch Erhöhung der Zahl der Antragsteller. Ledebour beantragte darauf Ver- tagung, da es ja weiter keinen Zweck habe, zu debattieren, solange nicht ein Resultat der Ueberlegung vorläge. Die Vertagung wurde beschlossen.(Fortsetzung: Freitag, den 5. März.) Bettelpfennige für Arbeiterwitwen und-Waisen. Die Scherlblätter berichten, daß dem Bundesrat binnen kurzem ein Gesetzentwurf zugehen soll, der die A u f h e b u n g des § 15 des Zolltarifgesetzes vorsieht, wonach die Mehr» einnahmen aus gewissen landwirtschaftlichen Zöllen als Fonds für die zu gründende Witwen- und Waisenver- s i ch e r u n g aufgesammelt werden sollten. Anstatt dieser schwan- kenden Beträge sollen nach dem neuen Entwurf feste Reichs- Zuschüsse zur Durchführung dieser Versicherung gewährt werden.— Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, da die Mehreinnahmen aus den bewußten Zöllen sich als eine sehr schwan- kende Grundlage eriviesen haben— in einem Jahre fehlten sie gänzlich, so daß überhaupt nichts in die Kasse der Witwen und Waisen floß und in dem mit März ablaufenden Etatjahr wird der Ertrag so gering sein, daß schon vor einiger Zeit der Staatssekretär des Innern die Hoffnung, die Versicherung auf diese Einnahmen aufbauen zu können, als einen„schönen Traum" bezeichnete. Das Zentrum, das diesen§ 15 brauchte, um den ihm anhängenden Arbeitern den Schein eines Ausgleichs für die Mehrbelastung durch die Wucherzölle des Wuchertarifs vorspiegeln zu können, hat damit eine höchst liederliche gesetzgeberische Arbeit geleistet, die ihre wahre Bestimmung, als Wählerköder zu dienen, nur zu sehr verrät. Die„Magdeburgische Zeitung" behauptet, einiges nähere über die Vorlage zu wissen; so, daß die Versicherung fundiert werden solle durch Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und durch Fondszuschüsse des Reiches, die im Bcharrungszustande auf 40 bis 45 Millionen festgelegt werden sollen.-" lieber Pen wichtigstem Punkt aber, über die Höhe der Renten macht das nationalliberale Blatt die schier unglaubliche Mitteilung, daß„man hoffe", den Arbeiterwitwen Renten b i s 50 Mark(sage und schreibe bis fünfzig Mark!) und den Arbeiter- Waisen Renten bis zu 30 Mark zahlen zu können! Wir bezweifeln vorläufig, daß das Magdeburger Blatt richtig informiert ist. Denn träfe seine Angabe zu, so müßte man fragen ob die Reichsregierung durch das Einbringen einer Vorlage, die den Witwen der Arbeiter den Bettelpfennig eines Jahres- almosens bis zu 50 Mark verheißt, den Reichstag und die Arbeiter- schaft verhöhnen will?!_ Wahlreform in Hessen. In der Dienstagsitzung der Zweiten hessischen Kammer kündigte Staatsminister Ewald die baldige Einbringung einer Vorlage über Einführung des direkten Wahlrechts in Hessen an. Konservierung des Altenbnrger Vierklassennnrechts. Der Landtag des Herzogtums Sachsen-Altenburg hat am Dienstag das neue Wahlgesetz angenommen. Vorher hatte ein Antrag des Präsidenten Oßwald Annahme gefunden, nach welchem auf das platte Land 12 Abgeordnete, auf die Städte 11 und auf die Höchslbesteuerten 9 Abgeordnete entfallen. Die Zahl der Abgeordneten erhöht sich damit um zwei. Erzberger als Gemütsmensch. Daß Herr Erzberger nicht immer zu seinem eigenen Ver» gnügcn redet, sondern auch, um seine Mitmenschen vor Schaden u bewahren, das hat er, wie jetzt bekannt geworden ist, kürzlich ewiesen. Es war Aschermittwoch und die erste Sitzung nach zwei freien Tagen; das Haus war schwach besetzt. Auf der Tagesordnung staitden Rechtiungsübersichten, die Schutzgebiete betreffend, und der Etat dcS Rechnungshofes. Die Rcdelust stand auf dem Gefrier- Punkt und die Sitzung, die erst um 2 Uhr begonnen hatte, wäre wahrscheinlich um 3 Uhr zu Ende gewesen, wenn nicht Herr Erz- berger eingesprungen wäre und nicht weniger als vier Reden vor dem leeren Hause gehalten hätte. Jetzt kommt sein edler Fraktionsgenosse Liborius Gersten» berger und berichtet im„Würzburger Vokksblatt" folgendes: .. Erzberger mußte sich übrigens heute an seinem Namenstage recht plagen, um durch öfteres Reden die Sitzung so lange hinauszuziehen, bis die süd- deutschen Kollegen mit den nachmittags ankommenden Zügen eingetroffen waren. Sonst wäre die Sitzung schon nach l'ch Stunden zu Ende gewesen, und die Nachkommenden hätten 20 M.„ans Bein schmieren könne n"." Kein Wunder, daß der Einfluß Erzbergcrs— sehr zu in Acrger derer um Hertlina und Spahn— in der Zentrums- 'raktian steigt. Für solche Beweise von Solidarität müssen die lüddeutschen Zcntrumsabgcordnetcn, denen Herr Erzberger die Diäten rettet, sich doch dankbar erweisen.— Die Reichstagsstichwahl in Verden-Hoya ist auf den 8. März angesetzt worden. Das amtliche Resultat der Hauptwahl lautet: Es wurden 22 714 gültige Stimmen abgegeben. Davon ent- ielen auf v. Dannenberg(Welse) 6317, auf Dr. Heiligcustadt(natl.) 5833, auf Henke(Soz.) 3398, auf Harnes(freilons.) 8453, auf Dr. Lewin(Freis. Vv.) 3103.-... Die Dresdener WahlrechtSprozefse. Ein Brauergehilfe soll in Dresden am 17. Januar, dem Wahl rechtSsonntage. die Polizei durch den Ausruf:„Laßt doch die Mörder gehen I" beleidigt haben. Das Dresdener Schcfseiv gericht verurteilte ihn zu zehn Tagen Gefängnis. Oefterreick. Ein Hochvcrratsprozeß. Agram, 8. März. Heute begann die öffentliche Schlnhverhandlung in dem groffserbischen Hochverratsprozetz, der sich gegen 33 Angeklagte richtet. Die Staatsanwaltschaft hat 260 Zeugen vorgeladen, ebenso hoch wird die Zahl der Entlastungs- zeugen sein. Die heutige Sitzung war mit Verlesung der Anklage- schrift ausgefüllt, die wegen ihres UmfangeS ncch die morgen statt- findende Sitzung beanspruchen wird. franhmcb. Ei« Vertrauensvotum für Clemencea«. Paris, 2. März. Die Deputiertenkammer lehnte heute bei Weiterberatung des Gesetzentwurfes über die Einkommensteuer nach der Erklärung des Ministerpräsidenten, daß die Regierung die Vertrauensfrage stelle, den von der Regierung bekämpften AbäilderungSantrag Magniands mit 231 gegen 186 Stimmen ab. Paris, 3. März. Sämtliche Blätter erörtern die gestrige Ab- stimmung der Kammer. Die gemätzigt republikanischen, die nationalistischen und konservativen Blätter verhöhnen die Deputiertenkammer, die sich innerhalb 21 Stunden eines so schweren Widerspruches schuldig gemacht habe. WaS die Kammer anbelange, so zeige die Ungeniertheit, mit der sie ihre Meinung wechselte, ihre ganze Unüberlegtheit und Zerfahrenheit. Die radikalen Blätter ermahnen die Kammermehrheit, durch rasche Erledigung der Ein kommensteuervorlage zu zeigen, datz sie einer ernsten, raschen Arbeit fähig ist.— Snglanä. Eine neue Wahlniederlage der Liberalen. Glasgow, 2. März. Bei der Ersatzwahl zum Unter hause für Glasgow(Zentral) erhielt der Unionist D i ck s o n 7298, der Liberale B o w l e s 5173 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Dänemark. Gegen Militarismus und Festungsbauten. D-äs dänische Volk hat am Sonntag im ganzen Lande Massenprotest gegen die Regierungsvorschläge zur Reform der sogenannten Landesverteidigung erhoben, die, abgesehen von der Erhöhung des Militäretats um 3 Millionen, dem kleinen Lande die ungeheure Summe von 42 Millionen kosten sollen. In der Hauptstadt fanden nicht weniger als 7 Protestversammlungen statt, die nebenbei auch der Agitation für die am 12. März stattfindenden Kommunalwahlen dienten. Weitere zahlreiche Versamm- lungen hatten unsere Genossen in den Provinzstädten und Land- orten einberufen. Getvaltige Mcnschcnmassen waren zusammengekommen und überall wurde ein Resolution angenommen, in der energisch gegen die Rüstungspläne protestiert, und der Ab- rüstungsvorschlag derSozialdemokratieals durch- aus nützlich und zweckmäßig anerkannt wird. „Dänemark", heißt es in der Resolution,„muß sich für prinzi- pielle und dauernde Neutralität erklären, mit der Forderung, daß alle internationalen Streitigkeiten durch Schiedsgerichte erledigt werden, und wir sind überzeugt, daß die völlige Abschaffung des Militarismus der sicherste Weg zur Aufrcchterhaltung unserer Neutralität ist."—_ Militarismns und WahlkreiSordnnug. Die erste Berawng der Regierungsvorlage zur Reform des Landesverteidigungswesens ist am Montag beendet worden. Sie hat acht Tage gedauert. Der letzte Tag brachte den bürgerlichen Parteien eine Ueberraschuiig, indem unser Parteigenosse Klausen den Antrag stellte, die Diskussionen über die Vorlage so lange aus- zusetzen, biSeine gerechte Einteilung d. e r F o l k e- l h in g s w a h l kr eis e beschlossen sei-— Die Regierung hat zwar kürzlich im Landsthing einen Versassungsäudernngscntwurf eiygebracht. wonach die Zahl der FolkcthingSäbgeordnctcn von 114 auf 132 erhöht werden soll, dessen Durchsührung jedoch voraussetzt, daß die Follethingswahlen in diesem Frühjahr noch nach der alten höchst»mgerechten Wahlkreisordnung staufiiiden, also kein klare? Bild von der Stellung des Volkes zur Militärvorlage geben können. Dagegen verlangen unsere Genossen die leicht durchführbare Neuciuteilung der Wahlkreise auf Grund der bestehenden Verfassungs- bestinnnung. daß auf je 16 000 Einwohner ein FolkethingSabgeordneter kommen soll, was die Zahl von 160 ergeben würde. Klausens Antrag wurde jedoch abgelehnt. Die Regierungsvorlage ist nun einem Ausschuß von 16 Mit- gliedern überwiesen worden; ebenso der sozialdemokratische Ab- rüslnngSvorschlag. Der Konservative Birck hatte zwar den Autrag gestellt, über den Vorschlag unserer Genossen sogleich im Plenum abzustimmen, aber damit keinen Erfolg gehabt. Huö der parteu Der Sozialdemokratische Verein für den Reiche tagSwahlkreis Herford-Halle vereinnahmte im zweiten Halb jähr 1308 1684,66 M. Dem gegenüber stand eine Ausgabe von 1342,46 M., mithin Bestand am 31. Dezember 1308 142.10 M Mitglieder zählte der Verein am 31. Dezember 1308 371 gegen 783 am 30. Juni 1308, die Zunahme betrug 183 Mitglieder. Die Zahl der Abonnenten auf die„Volksmacht" betrug anr 31. Dezember 1637 gegen 1643 am 30. Juni 1308, mithin mehr 83. In 8 Ge meinden zählt unsere Partei 12 Gemeindevertretcr. Die General- Versammlung am Sonntag war von 13 Ortsgruppen durch 63 Dele- gierte und dem Kreisvorstand beschickt. Redakteur Genosse Hoff' mann hielt einen Vortrag über„BildungSausschuß und Bildungs' beslrebungen". polizeiliches, Sericbtliches iikw. Abgelehnter Richter. Am Montag verhandelte die Strafkammer zu Dortmund gegen Genossen Nottebohm von der„Arbeiterzeitung' wegen angeblicher Beleidigung des preußischen Offizier- und Unter osfizierkorps des preußischen Heereskontingents durch den bekannten Artikel.Schinderknechte". Die Verhandlung war in dieser Angelegenheit im Januar bereits einmal vertagt worden, weil ein Antrag des Genossen Nottebohm vorlag, zwei dem Gerichtshof am gehörende Reserveoffiziere als befangen abzulehnen.— Am Montag nun lehnte Genosse Nottebohm den Vorsitzenden der Kammer als befangen ab. ES seien unter seinem Vorsitz von der Straf kammer verschiedene Urteile gefällt worden, die von der„Dortmunder Arbeiterzeitung' als drakonisch scharf kritisiert worden seien. Der Vorsitzende könne deshalb dem Redakteur dieser Zeitung nicht unbefangen gegenüberstehen.— Der Vorsitzende erklärte sich deshalb zwar für unbefangen; das Gericht hielt aber den Antrag Nottebohm doch für begründet, hielt den Vorsitzenden also für be- fangen und vertagte die Verhandlung nochmals. Strafkonto der Presse. Wegen angeblicher Richterbeleidigung wurde Genosse W o l f f von der. Volksmacht" zu Breslau zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung wurde darin gefunden, daß unser Parteiblatt unter ironischer Ueberschrift den Wortlaut eines Urteils des Festenberger Schöffengerichts veröffent- licht hatte, durch das ein Verhandlungsleiter wegen Nichtanmeldung einer Gewerkschaftsversammlung zu 6 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Soziales. Schadensersabanfpruch wegen Sperre und schwarzer Listen. Eine größere Zahl von Mitgliedern des Metallarbeiterverbandes haben Klagen gegen die Bereinigung Berliner Metallwarenfabri- kanten auf Streichung ihres Namens aus den schwarzen Listen und Zahlung vollen Schadensersatzes wegen der unzulässigen Sperre an- gestrengt. Die meisten dieser Klagen schweben noch. Zwei sind soeben vom Kammergericht zugunsten der durch Rechtsanwalt Dr. Heinemann vertretenen Kläger entschiede«. Die eine betrifft den Gürtler Schröder. Dieser wurde am 13. März 1303, als er noch Lehrling war, aus den sämtlichen der Vereinigung Berliner Metallwarcnfabrikanten angeschlossenen Be- trieben ausgesperrt. Diese wurden angewiesen, den Schröder nicht nur als Gürtler, sondern auch als Arbeiter auszuschließen. Die Sperre erfolgte deshalb, weil Schröder angeblich als Lehrling im Jahre 1304 in der Koppienschen Fabrik ausständigen Arbeitern dieses Betriebes, insbesondere deren Streikposten, zum Nachteil der Lehrherren Zuträgerdienste geleistet, namentlich den Streikposten von Vorgängen innerhalb der Fabrik über Ein- und Austritt Ar- beitswilliger Bericht erstattet und trotz Verbotes davon nicht ab- gelassen habe. Ueber diese Behauptungen fand vor dem Kammer- gcricht eine umfassende Beweisaufnahme statt. Das Kammergericht hielt hiernach sämtliche Einwendungen der Beklagten für wider- legt. Bon den Angaben des Koppien selbst heißt es im Urteil wärt- lich, daß sie einer genügende Zuverlässigkeit entbehren, um auf sie Feststellungen gründen zu können. Koppien habe nun von Dritten die von ihm gegen den Kläger erhobenen Anschuldigungen erfahren. Diesem durchaus negativen Resultat gegenüber sei durch die be- stimmten Bekundungen der übrigen Zeugen widerlegt, daß Kläger den Streikposten Zuträgerdienste geleistet habe. Wenn die Organe der Beklagten vom Kläger gefordert hätten, daß er sich zunächst bei Koppien entschuldige und wenn davon die Aufhebung der Sperre abhängig gemacht worden sei, so habe zu dieser Maßregel keinerlei Veranlassung vorgelegen. Durch die Sperre sei der Kläger geschä- digt. Für diesen Schaden sei Beklagte verantwortlich, da ihr Ver- halten gegen die guten Sitten verstoße. Es widerspricht, so heißt es wörtlich im Urteil, dem sittlichen Empfinden aller billig Ten- kcnden, wenn einem jungen Manne, der, um zu leben, auf seine gc- werbliche Arbeit angewiesen ist, die Erwerbsmöglichkcit in seinem Berufe in einer Weise, daß er in der Ausnützung seiner Fähigkeit fast völlig beeinträchtigt wird, eingeschränkt wird, ohne daß für solche Maßnahmen ein sachlich ausreichender Grund vorläge. Dem- gemäß hastet die Beklagte dem Kläger wegen der Aussperrung für den ihm durch diese zugefügten Vernrögensschaden gemäß Z 826 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Der zweite vom Kammergericht entschiedene Fall betrifft den Gürtler Lesser. Er wurde im Februar 1304 ohne Angabe von Gründen von der Firma Otto Herberg u. Eo. entlassen. Auf dem Bureau des Arbeitsnachweises der Vereinigung wurde ihm sein Arbcitsschein mit dem Bemerken, daß er gesperrt sei, abgenommen. Lesser fand zwar Arbeit bei der Aktiengesellschaft Gebrüder Krüger. Nach kurzer Zeit wurde er jedoch mit dem Hinweis darauf ent- lassen, daß die Firma ihrer statutarischen Verpflichtung gemäß einen Nachweisschein des Arbeitsnachweises der Beklagten ver- langen müsse. Lesser klagte zunächst gegen die Firma Hcrbcrg u. Eo., die der Vereinigung mitgeteilt hatte, daß Lesser für den Me- tallarbeiterverband agitiert und diejenigen gröblich beleidigt habe, die während des Streiks bei der Firma gearbeitet hätten. Die Firma wurde nun, wie wir seinerzeit mitteilten, auch rechtskräftig zum Ersatz des dem Kläger durch die Sperre erwachsenen Schadens verurteilt. Demnächst strengte Lesser gegen die Bereinigung Ber- liner Metallwarenfabrikanten eine Klage des Inhaltes an, datz die Vereinigung verpflichtet sei, die über den Kläger für die Benutzung ihres Arbeitsnachweises verhängte Sperre wieder aufzuheben und ihm auf sein Verlangen den vorgeschriebenen Handschein abge- stempelt auszuhändigen. Auf Antrag der Beklagten wurde auch in dieser Sache eine große Anzahl Zeugen vernommen, die bekunden sollten, daß Kläger Arbeitswillige gröblich beleidigt und bedroht habe. Die Sache zog sich dadurch lange Zeit hin, daß Beklagte einen früheren, jetzt angeblich in Amerika befindlichen, jedoch un- auffindbaren früheren Arbeitswilligen als Zeugen benannte. Die Akten mußten deshalb nach Amerika gehen. Keiner der Zeugen ver- mochte jedoch die Behauptungen der Beklagten zu bestätigen. Das Kammergericht führt in seinem Urteil aus, daß selbst wenn Kläger für den Metallarbeiterverband Mitglieder geworben und seine Mit- arbeiter zum Abonnement auf das Verbandsorgan aufgefordert habe, darin unmöglich ein Grund für die Sperre gefunden werden könne. In einer solchen würde eine gegen die Billigkeit verstoßende Härte liegen. Anders würde es sein, wenn Kläger entgegen seinem Versprechen Arbeitswillige bedroht und beleidigt hätte. DieS sei jedoch nicht erwiesen. Es sei daher dem Kläger ein Eid darüber anvertraut, daß er sich der ihm zur Last gelegten Verfehlungen nicht schuldig gemacht habe. Leiste Kläger den Eid, so sei sein Anspruch berechtigt und begründet._ GewerkFcbaftlicbeSs E!» Jubiläum der Koburger Parteiorganisation Die sozial- vemokratische Parteiorganisation im Herzogtum Koburg blickt gegenwärtig auf eine sünfundzwanzigjährige Tätigkeit zurück. In den ernsten Tagen des Ausnahmegesetzes erfolgte die Gründung- AlS die Wahlen zum Reichstage-sim Jahre 1834 ausgeschrieben waren, beschlossen neun Koburger Genossen den damaligen Kammergerichts- refercndar Viereck als Zählkandidaten aufzustellen. Viereck kandidierte im Sonneberger Kreise und nahm die Kandidatur auch in Koburg an. Den damaligen Verhältnissen gemäß, gründeten die paar Genossen einen„Wahlverein zur Erzielung volkstümlicher Wahlen", dex dann seine Tätigkeit während des Sozialistengesetzes fortsetzte. bis aus dem Wahlverein nach dem Fall des Schandgesetzes sich die heutige Laudesorganisation bildete. Diese weist heute über 700 im Herzogtum Koburg verteilte Genossen und Genossinnen als Mit- glieder auf. Aus den Organisationeu. Die Generalversaniinlung des S o z i a l d e m o k r a t i s ch e n V e r e i n s für d en R e i ch s t a g's- Wahlkreis Bielefcld-Wiedenbrück fand am Sonntag in Bielefeld statt. 14 Ortsgruppen waren durch 187 Delegierte, darunter 10 weibliche, vertreten, ferner der Kreisvorstand und die Redaktion und Expedition der„Voltsmacht". Die Abrechnung von der L a n d t a g s1v a h l ivies eine Einnahme von 3611,60 M. und eine Ausgabe von 3316,04 M. auf. DaS Defizit tragen die Kreis- vereine Bielcfeld-Wiedenbrück und Herford-Halle prozentual ihrer Mitglieder. Die KreiSkasse verzeichnete im zweite» Halbjahr 1308 eine Einnahme von 6702,33 M., dazu Kasscnbestand 7370,04 M-, in Summa 13 577,37 M. Einnahmen, an Ausgaben 7318,70 M., bleibt Bestand am 31. Dezember 1308 6268,67 M- Die Mitglieder- zahl betrug Ende 1308 4236 männliche. 187 weibliche, zusammen 4483 gegen 4134 Mitglieder am 30. Juni 1308, ein Mehr von 233 Mitgliedern. Ein BildungSausschuß hat gute Arbeit geleistet, Die.Gleichheit" hat 337 Abonnenten, die„Arbeiter-Jugend" zurzeit 120. Eine kleine Broschüre:„Warum müssen wir uns politisch organisieren?" wurde in 6000 Exemplaren verbreitet. Die Zahl der„Volkslvacht'-Abonneuten hat sich, trotzdem jetzt 2000 Arbeiter weniger in der Metallindustrie beschäftigt werden, fast auf der Höhe gehalten. Fast einstimmig wurde ein Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung gesetzt: Zu entscheiden zwischen Beibehaltung oder Abschaffung der Arbeitsruhe am 1. Mai. Diese Versammlung soll so frühzeitig stattfinden, daß zum allgemeinen Parteilag eventuell ein entsprechender Antrag eingereicht werden kann. ReichStogsabgeordneter Genosse Severing hielt ein bei-----------,-----—---------- J----------„.„. fällig aufgenommenes Referat über die politische Lage. einer Anzahl von Werkmeistern und Kontorangestellten allein.> plosio,.., als tektonische Beben gewesen sind._ Lerantw. Redakt.: Carl Mermuth, Berlin-Rixdorf. Inserate verantw,:Zh.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co., Verlin SW. Hierzu Z Beilagen u.Unterbaltungsbl. Fn Augsburg bersaFen sie dieser Tage iffren Führern? abermals die Gefolgschaft und blieben, seelenruhig in der Ge- meinschaft der Noten sitzen. Im größten Saale Augsburgs, dem Ausgangspunkt der gelben Bewegung in Deutschland, sprach am Montag in einer dom Deutschen Mctallarbeiterverband einberufenen öffent- lichen Versammlung Genosse A. Cohen- Berlin über den „gelben Sumpf". In der Absicht, die Versammlung zu sprengen, hatte so- wohl die Maschinenfabrik Augsburg als noch andere Etablissements den Gelben die Erlaubnis gegeben, eine Stunde früher Feierabend zu machen, um schon von vornherein den Saal mit Gelben zu besetzen. Tie Versammlung war denn auch überfüllt, gegen 4009 Per- soncn saßen und standen im Versammlungslokale, weit über 1099 Besucher fanden keinen Einlaß, der Saal mußte Polizei- lich geschlossen werden. Außer den Vorstandsmitgliedern der gelben Vereine Augsburgs und Umgebung waren sämtliche Meister und Beamten zu der Versammlung kom- m a n d i e r t, der bekannte Prokurist Pfeiffer der Ma- schinenfabrik Augsburg nebst anderen, eifrigen Förderern des gelben Arbeitcrverrates übten persönliche Kontrolle aus. Dazu waren noch erschienen: Rudolf Lebius aus Berlin, der Vorsitzende des gelben Vereins der Siemens- Schuckertwerke, Schönknecht-Berlin, und der Vor- sitzende des gelben Vereins von E. Wolf-Magdeburg- Buckau, H o f f m e i st e r. Die Rollen waren planmäßig ver» teilt, um die Versammlung zu sprengen, und sogar die Leute bestimmt, die„Deutschland über alles" singen sollten. Schon eingangs der Versammlung versuchte Lebius durch Stellung von Geschäftsordnungsanträgen die Anwesen- den zu provozieren, und den Krach vorzubereiten. Als diese Versuche unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden zurück- gewiesen wurden, verlietzLebius undseinAnhang - unter Schimpfen und Schreien— das Ver» ammlungslokal mit der Aufforderung an die Gelben, ebenfalls zu gehen und in einem anderenLokale zu tagen. Die gelben Drahtzieher hatten nämlich für alle Fälle einen Saal gemietet. Und nun trat etwas Unerwartetes ein: die zu vielen Hunderten anwesenden Gelben versagten ihren Führern die Gefolgschaft, sie blieben sitzen. Nur etwa ein Dutzend verließ den Saal, die anderen wohnten der Versammlung bis zum Schlüsse bei. Diese verlief sonst durchaus ruhig. Cohen erntete mit seinen Ausführungen lebhaften Beifall, und die Anwesenden stimmten schließlich mit Begeisterung in ein aus die internationale Gewerkschaftsbewegung und die Sozial» demokratie ausgebrachtes Hoch ein. Die Polizei war äußerst fürsorglich, der Saaleingang und die Straße waren von ca. 59 Schutzleuten besetzt, in einer benachbarten Kaserne war eine Polizei- kolonne stationiert und eine Anzahl Geheimpolizisten hielten sich im Saale auf. Die gelbe Bewegung in Augsburg hat durch diese Ver- ammlung einen Stoß erlitten� von dem sie sich nicht wieder? erholen wird. Die Unternehmer aber dürften mit der Zeit vielleicht doch einsehen, daß die einzelnen schlauen Jndustrierittern an den Hals geworfenen Tausende auch nicht die magische Wir- kung haben, die deutschen Arbeiter urplötzlich die Tatsache des Klassenkampfes vergessen zu lassen, wenn ihnen brutale Scharf. macher durch ihre Maßnahmen diese Tatsache tagtäglich wieder in Erinnerung bringen-_ Oeutkchcs Reich. Die Armeeintendantur für die anständige LohnNavsel. Bei Gelegenheit der Neuregelung der Bedingungen für die Vergebung städtischer Arbeiten beantragten die sozialdemokratischen Vertreter in der Stadtverordnetenversammlung Rathenows die Aufnahme folgender Bedingung: „Der fubmittierende Unternehmer ist verpflichtet, den bei Ausführung der zu vergebenden Arbeit beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen mindestens diejenigen Lohn- und Arbeits- bedingungen zu gewähren, welche in dem betreffenden Gewerbe tariflich festgelegt sind." Der Antrag wurde mit der Vorlage an die Baudeputation zurückverwiesen. Als jetzt über die Vergebung der Arbeiten für einen von der Stadtgemeinde vertraglich aufzuführenden Neubau eines Offizierkasinos beschlossen werden sollte, erkundigten sich unsere Genossen nach dem Schicksal ihres Antrages. Der Stadt- baurat gab zur Antwort, daß man noch dabei sei, die LieferungS» bedingungen entsprechend umzuarbeiten. Für die vorliegende Ver- gcbung sei der Antrag überdies gegenstandslos, da hier die Inten- zantur die Lieferungsbedingungen vorschreibe. Letztere enthielten bereits die in dem Antrage geforderten Bedingungen. Oberbürgermeister und Arbeitslosenzählung. Aus Halle a. S. berichtet man: Auf eine Anzapfung unser«: Genossen äußerte sich am Dienstag im Stadtverordnetenkollegium der Oberbürgermeister Dr. R i v e über den bekannten Schwindelartikel gegen die Arbeitslosen. Der Herr meinte, wer den Artikel in das Amtsblatt gebracht habe, könne er nicht sagen. Er sei aber weit entfernt davon, anzunehmen, die Zähler hätten absichtlich falsch gezählt. Nach dem Zahlenergebnis und dem Ab- trich sei absichtliche Fälschung ausgeschlossen. Irrtümer wären bei ölchen Zählungen unvermeidlich. Damit ist das Amtsblatt, das eine Informationen von der Polizei erhalten haben will, ge- richtet.— Wird nun die von dem Reichsverband bediente Presse den Schwindel widerrufen?_ Der Streik bei der ZIgarrenfirina Jödicke in Dresden hat sich weiter ausgebreitet. Auch die Zigarrensortierer und Kistenmacher sind mit in den Ausstand getreten, so daß nunmehr 160 Arbeiter im Ausstand stehen. Letzte pjacbrichten und Deoefcben. Der Schneefall. Bamberg, 3. März.(B. H.) In der Stadt stockt der Verkehr infolge des Schneefalles fast vollständig. Von gestern abend bis heute mittag schneite es ununterbrochen. Besonders stark war der Schneefall heute vormittag. Man befürchtet ein noch viel schlim- meres Hochwasser als-daS letzte. Es werden umfassende Bor. krhrungen getroffen, um größeren Schaden zu verhindern. In Unzuvexlassige Gelbheit. den„Germania"-Sälen zu Berlin verließen die von den Unternehmern mühsam für die gelbe Bewegung einge- fangenen Arbeiter auf eine Aufforderung der von ihnen an- geblich so gehaßten„Roten" das Lokal, und ließen die be- zahlten Macher der angeblichen neuen Arbeiterbewegung mit einer Anzahl von Werkmeistern und Kontorangestellten allein.> plofio,.. Ein mehrfacher Mörder verhaftet. Kattowitz» 3. März.(B. H.) Unter den Saisonarbeitern ver» haftete heute die MiSlowitzcr Polizei auf Grund einer Photographie den mehrfachen Mörder Kusel aus Lemberg. Messina, 3. März.(W. T. SB.) Die Arbeiten zur Wiederher. 'tellung der Kabel in der Meerenge von Messina sind vollendet. Sechs Kabel sind ausgebessert. Eines mußte aufgegeben werden. weil es von einer zu großen Menge Schutt bedeckt war. Die Kabel wiesen Brandschäden auf, was für die Annahme spricht, daß t'Irsache des Erdbebens mehr unterseeische vulkanische Ex- Nr. 53. 26. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 4. März 1909. 218. Sigung vom Mittwoch, den 3. März. nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: Dernburg. demokraten.) lassen werden. so bescheidenen Gemütes ist, es bereits als ein Glüd anzu- Großfarmen, die dort angelegt werden können. Die früheren erkennen, daß die Deutschen von unseren Bureaukraten nicht ebenso Schäßungen gingen auf 10 000 Großfarmen von etwa 5- bis behandelt werden, wie etwa die Neger von Herrn Trotha behandelt 10 000 hektar, die im Laufe der Jahre dort angelegt find, so muß er von einer ganz besonderen Untertanendemut erfaßt werden könnten. Nach den Informationen, die früher in der Budget sein,( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) wie sie der kommission gegeben sind, braucht eine Großfarm zum Betrieb 60 bis veredelnde Einfluß der Rechten auf die Linke erzeugt hat.( Abg. 80 Eingeborene mit ihren Familien. Zum Betrieb von 10 000 Farmen Arendt[ Mp.]: Sehr richtig! Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) würden also abgesehen von den weißen Zuhabern 60-80 000 Gin Nun, den Herren von der Linken war nichts unangenehmer als diese geborene notwendig sein, und zwar eingeborene Männer. Es würden Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beratung des anmaßende Behauptung, daß sie durch Ihren Umgang, Herr Arendt, also, wenn wir die niedrigste Bahl annehmen, nur für Großfarmen Stats für die Schußgebiete und des Etats für das veredelt find.( Sehr gut! und Heiterkeit bei den SozialHeiterkeit bei den Sozial-- abgesehen von den Kleinsiedlungen- eine Bevölkerung von 300 000 Reichskolonialamt. Köpfen erforderlich sein. Das würde allein zu dem Farmbetrieb ge Die Beratung wird fortgefegt beim Etat für das südDie Resolution, hören, wie ihn Herr Dernburg als die Entwickelung darstellt.( Bu westafrikanische Schußgebiet. Abg. Dr. Arning( natl.): Der jegige Stand der südwestafrikanischen um die es sich handelt, ersuchte den Reichskanzler, Anordnungen zu ruf bei den Sozialdemokraten: Jegt hört Herr Dernburg nicht zu!) Eingeborenenpolitif entspricht nicht den Wünschen der dort ein- treffen, durch welche den eingeborenen Stämmen im Schußgebiet Das ist ein bekannter Trick der Herren, wenn ihnen eine Ausführung gefeffenen weißen Bevölkerung; sie müßte der historischen Ent- Südwestafrika, denen infolge des Aufstandes ihr Land genommen unbequem ist. Präsident Graf Stolberg: Dieser Ausdruck ist unparlamentarisch. widelung jener Gebiete in höherem Maße Rechnung tragen. Die wurde, aus den der Regierung zur Verfügung stehenden Ländereien Abg. Ledebour( fortfahrend): Wo will Herr Dernburg die Justizpflege bedarf der Verbesserung; sehr gut wäre es, wenn der so viel Land zurückgegeben wird, daß sie darauf ihren LebensunterStaatssekretär sich die Kodifizierung des Eingeborenenrechtes an- halt in der den Landesverhältnissen entsprechenden Wirtschaftsweise Farbigen herbekommen, die seiner Ansicht nach zu dem Farmbetrieb gelegen fein ließe. der Neger in selbständigen Betrieben gewinnen können. An der Nichtvereidigung Das Haus hat sich notwendig find? Das Material ist dort eben zum großen Teil muß festgehalten werden, darin sind die Kenner der damals auf unseren Standpunkt gestellt, daß etwas derartiges ge- ruiniert worden. Der Rest von Negern, der jetzt in Südwestafrila Reger einig. Der Alkoholverbrauch in Südwestafrika schehen muß, um überhaupt gedeihliche Zustände in Südwestafrika vorhanden ist, beläuft sich auf 59 000 Gingeborene in dem Gebiete Denn die Ovambos rechne ich ist größer als in Südostafrika; das hängt mit den unruhigen Ver- herbeizuführen, ja, um den Eingeborenen das Leben überhaupt er der deutschen Verwaltung. es ist noch die Frage, об diese die hältnissen dort zusammen. Uebrigens wünsche ich aus gesundheit- träglich zu machen. Es ist mir nicht bekannt geworden, daß die nicht mit, lichen Rücksichten einen Rückgang des Alkoholkonsums sowohl in den Reichsregierung irgend etwas getan hat, um dieser Resolution nach- Segnungen der deutschen Eingeborenenpolitik über sich ergehen Die anderen aber betragen Männer, Frauen und Schutzgebieten als in der Heimat. Die Kommunalverfassung des zukommen und ich stelle hiermit die direkte Anfrage an den StaatsHerrn Schuckmann habe ich nicht so durchgearbeitet wie Herr Erz- fekretär, ob und was in dieser Richtung geschehen ist, ob die Re- Kinder zusammen 59 000- Köpfe. Für den Farmbetrieb allein find Bei solcher wirtschaftlichen Entwicke berger, so fleißig wie dieser Herr bin ich nicht( Heiterkeit); aber im gierung darauf hingearbeitet hat, um diese mit großer Mehrheit an- fünfmal so viel erforderlich! Die genommene Resolution sämtliche Parteien haben dafür gestimmt lung muß man aber auch für die sonstigen Arbeiten, für Minenganzen habe ich von ihr einen guten Eindruck erhalten. Bergwertsentwidelung ist ungesund; es haben sich verschiedene Minen- außer denen, die auf dem Veredelungsstandpunkt des Herrn Arendt betriebe, Eisenbahnbetriebe, Hafenarbeiten usw. auf eine ungefähre Wenn also dort 100 000 zur Durchführung zu bringen. Wenn die Re- Bevölkerung von 200 000 Köpfen rechnen. gesellschaften gebildet, die nur pro forma arbeiten lassen, um das stehen( Heiterkeit) Besizrecht aufrecht zu erhalten. Hier sollte die staatliche Aufsicht ein- gierung überhaupt mit dem Reichstag zusammenarbeiten will, muß Weiße ihren Unterhalt finden sollen, müssen wir doch eine Eingeborenen fezzen. Die Sozialdemokraten verweise ich auf die anerkennenden sie einer derartigen Aufforderung nachkommen und Rechenschaft bevölkerung von mindestens einer halben Million haben, während Worte, die der belgische Sozialdemokrat Vandervelde den darüber ablegen, wie sie ihr nachgekommen ist.( Zustimmung wir jetzt dort rund 60 000 haben.( Hört! hört! bei den Sozial belgischen Soldaten und Diffzieren im bei den Sozialdemokraten.) Soweit man überhaupt jetzt schon aus demokraten.) Wo will Herr Dernburg die anderen 440 000 HerKongostaat ge= widmet hat. Vielleicht gehen die Herren Noste und Ledebour der Zeit nach dem Aufstande ein Urteil fällen fann, ist eine solche nehmen? Glauben Sie etwa, daß bei der Behandlung, die Sie den auch einmal nach unseren Kolonien, sie werden dann über unsere Maßregel dringend geboten. Denn es ist schon soweit gefommen, Leuten angedeihen lassen, die Neger aus dem übrigen Afrika aus Soldaten und Offiziere zu einem ebenso günstigen Urteil kommen daß die Neger in Südwestafrika alles aufbieten, um sich der deutschen wandern werden, um zu Ihnen zu kommen, oder wollen Sie vielwie ihr belgischer Stollege über die belgischen Soldaten und Offiziere. ein Hererohäuptling im englischen Betrieb sich bemüht, die Hereros und Gründen und akzeptiert mit Hurra! Hurra! die Dernburgschen Die Regierung hat selbst mitgeteilt, daß leicht chinesische Stulis nach Südwestafrika einführen? Die Mehrheit dieses Hauses fragt nicht weiter nach Beweisen ( Bravo! bei den Nationalliberalen.) zu Arbeiten in englischen Bergwerken heranzuziehen und zwar mit Erfolg! Und es wäre ihm in noch höherem Maße gelungen, Phantasiegebilde. Wir lehnen diese Politik grundfäßlich ab, werden Genau wie gestern bin ich auch heute in der Lage, hier dafür wenn die deutsche Regierung die Hereros nicht daran hinderte, den aber tun, was wir können, um die Eingeborenen zu schützen und bitten daher den Reichstag um Annahme unserer Resolution, die im einzutreten, daß eine Resolution, die der Reichstag im vorigen Staub von ihren Bantoffeln zu schütteln. vorigen Jahre ja von der Mehrheit gebilligt worden ist. Den EinJahre auf unseren Antrag angenommen hat, von der Reichsregierung Die Eingeborenenpolitik der Regierung geborenen im Sinne unserer Resolution entgegenzukommen, gebietet auch wirklich durchgeführt wird. Wenn ich so zweimal hinter einander reformatorische Maßregeln, die von uns selbst angeregt geht darauf hinaus das bestätigen die von Herrn Dernburg und das eigenste Intereffe unserer Solonie; sie werden sich sonst in sind, hier befürworte, so bin ich der Möglichkeit ausgefeßt, bon v. Schudmann gemachten Ausführungen, die Eingeborenen möglichst Massen auf das englische Gebiet begeben. Dort gibt es keinen irgend einen Kolonialschwärmer fofort auch für einen Kolonial- für die Farmer als Arbeiter zu erhalten, aber nicht selbständig einzigen Eingeborenenstamm, der so rechtlos ist wie die Hottentotten reformer ausgegeben zu werden, wie das ja zweien meiner Partei- werden zu lassen. Dieser Standpunkt, die Eingeborenen zu einer und Hereros des deutschen Gebietes. Gewisse Stämme, wie die freunde passiert ist. Ich will deshalb furz präzisieren, wie wir trotz Art Hörigkeitsverhältnis heranzubilden, steht in flaffendem Widers Baiutos, genießen sogar fast völlige Selbständigkeit.( hört! hört! unserer grundfäßlich ablehnenden Stellung zur Kolonialpolitik zu spruch zu dem theoretischen Wohlwollen für die Eingeborenen, bei den Sozialdemokraten.) hier stets versichert wird. den ( Sehr richtig! bei unseren Reformvorschlägen fommen: Wir bekämpfen die kapitalistische das Eine Massenflucht der Eingeborenen würde den Farmern um so Wie Sie unter diesen Umständen aber unangenehmer werden, als bekanntlich in der Kolonie starker Kolonialpolitik, weil sie die staatlichen Zwangsmittel zur Unter- Soziademokraten.) jochung und Ausbeutung fremder Böllerschaften anwendet. Es ist das Südwestafrika überhaupt wirtschaftlich entwickeln wollen, ist mir voll- Arbeitermangel herrscht. Das ist ja auch der Hauptgrund, weshalb ihre unvermeidliche Folge, ohne welche sie ja nicht denkbar ist.( 3u- tommen rätselhaft. Der Staatssekretär hat auch keine bestimmten man mit den stimmung bei den Sozialdemokraten.) Und da wir die Unterjochung und Angaben darüber gemacht, meiner lleberzeugung nach deshalb, Ausbeutung fremder Völker hier in Europa und in der ganzen Welt weil sich, wenn er auf die Einzelheiten der Entwickelungsmöglich berurteilen, so find wir selbstverständlich auch Gegner der tapitalistischen feiten eingehen wollte, alles als nebelhaft erweisen würde. Auf Kolonialpolitit.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Da wir die Diamanten fie aber nicht hindern können, so stehen wir ihr selbstverständlich so gehe ich gar nicht ein. Selbst wenn alle Diamanten gefunden würden, gegenüber wie dem kapitaliſtiſchen Staat, den wir ebenfalls be- von denen Herr Dernburg geschwärmt hat, so würde das nur dahin fämpfen, und in welchem wir doch jede Gelegenheit benutzen, um im führen, daß sich allenfalls eine Handvoll Kapitalisten daran beInteresse der Unterdrückten und Ausgebeuteten tätig zu sein. Auch reichern werden, aber für die Eingeborenen und das deutsche Volt in der Kolonialpolitik werden wir daher versuchen, die Unbilden der Unterdrückten zu mildern, sie zu schüßen und zugleich dafür zu sorgen, daß die dem deutschen Volke durch die Kolonialpolitik auf gebürdeten Lasten geringer werden. Darin sind wir alle einig. ( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Ledebour( Soz.): kommt dabei gar nichts heraus. Und das ist doch das Entscheidende für die wirtschaftliche Entwickelung eines Landes.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) So wenig die Goldfelder, die in Alaska gefunden sind, diesem Lande eine wirtschaftliche Bedeutung geben fönnen, so wenig bedeuten auch die Diamanten etwas für die wirtschaftliche Entwickelung Deutsch- Südwestafrikas. Die Sicdelungsfähigkeit Südwestafrikas Ovambos anzutnüpfen und von ihnen Arbeitskräfte zu erlangen sucht. Herr Dernburg hat es leider verstanden, mit Herrn Semlers Hilfe die Budgetkommission für den Gedanken zu gelvinnen, im Ovambolande einen Residenten oder Kommissar einzufegen. Der Name tut nichts weiter zur Sache. Hauptaufgabe des betreffenden Beamten foll fein, die Ovambos davon zurückzuhalten, als Arbeiter ins portugiesische Gebiet zu gehen und sie zu veranlassen, lieber in das deutsche Schutzgebiet zu kommen. Herr Dernburg steckt sich augenscheinlich hinter die Budgetkommission, um die Verantwortung für alle möglichen Folgen abzuwälzen.( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Die Ers Die Folgen fönnen aber sehr verhängnisvoll sein. richtung einer Residentur kann zu Berwickelungen und diese fönnen zu einem Kriege mit den Ovambos führen. Daher hat bisher der Reichstag alle derartigen Einrichtungen bei den Ovambos abgelehnt, und auch die Regierung hat immer erklärt: Wir wollen feinen Krieg mit den Ovambos. Wir legen auf das allerentschiedenste Berwahrung gegen das Residenturexperiment ein, das die größte Gefahr in sich birgt.( Sehr wahr! bei den Sozials Nun hat Herr Stora die sonderbare Auffassung gehabt, weil wir mit dieser Kolonialpolitik nichts zu tun haben wollen, liefern wir dadurch das Eingeständnis, wie außerordentlich glücklich wir in Deutschland leben.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Wenn hat der Staatssekretär nach den neuerlichen Schägungen als eine jemand das Leben der Neger unter der Herrschaft unserer Kolonials solche bezeichnet, daß 100 000 Weiße dort leben könnten. Die politik und das der Arbeiter in Deutschland unter der Herrschaft früheren Schäßungen des Herrn v. Lindequist gaben nur 50 000 der Bureaukraten miteinander vergleicht, und wenn er dann an. Die Zahlen beruhen auf der Annahme über die Zahl von demokraten.) Wir danken bestens für einen Ovambokrieg.( Lebschon Kleines feuilleton. . des Rostandschen„ Chantecler", dieses berühmten Stückes, das noch verläuft das Stück als eine Reihe Lose berknüpfter tein Mensch kennt, über das aber schon eine ganze Neklame- Literatur historischer Genreszenen aus der belagerten Stadt. Der besteht, im Theater der Porte St. Martin zu spielen. Mit ihm würde Schwerpunkt liegt im vierten Aft, wo Gneisenau, der auf ein Stück Tradition verloren gehen. Denn Herr Lebargy trägt Nettelbecks Betreiben gesendete neue Kommandant, entschlossen, eine Die Psychologie der Messerstecher. Man weiß seit vielen Jahren in der Comédie schon 30 Jahre die schönsten Krawatten von Kapitulation der Stadt nicht zu überleben, die Repräsentanten der Richard Straußens Jmpreiario hat mit einer un- Bürgerschaft zusammenruft. Ein alter Rektor, der bis dahin, reich schreibt Lombroso, der bekannte italienische Forscher in der Paris. Wiener N. Fr. Presse" daß es Geistestranke gibt, die ihre frant- freundlichen Note die„ Salome" von der Großen Oper zurückgezogen. an lateinischen Weisheitsbrocken, als komische Figur durchs Stück ging, gibt mit seiner bei aller Pedanterie warmherzig vore hafte Liebe oder besser gesagt, die annormale Anziehungskraft, die Hoffentlich gibts darum keine diplomatischen Verwickelungen. das Weib auf sie ausübt, nicht anders äußern, als indem sie das Sarah Bernhardt endlich will den Chrano von Bergerac getragenen Geschichte vom Thermopylenkampfe der dreihunder Weib schlagen oder verlegen. Von solchen Kranken gibt es eine spielen. Daß das eine Hosenrolle ist, macht nichts aus. Sie iſt, Spartaner den Ausschlag und reißt alle in freudiger Bewegung mit ganze Stufenleiter, die mit denen beginnt, die eine äßende Flüffig- wie Sarah einem Interviewer gesagt hat," Hamlet" oder dem sich fort. Der Kommandant umarmit ihn. Der Schlußakt zeigt in Ganz stimmungsvollen Bildern den Abzug der Kinder und Frauen, das keit oder Tinte auf Frauenkleider fprizen, also verhältnismäßig iglon", Sardous bonapartistischem Rührstüd, analog. Harmlosen, und über jene, die den Mädchen Zöpfe abschneiden, die richtig, insofern sich nämlich Sarah Bernhardt in allen diesen Stücken Ausrüden von Bürgerwehr und Militär zur legten Schlacht fie zu Hause mit einer Art Stultus umgeben, bis zu den Messer- Hosen anzieht. Doch besteht ein bedeutender Unterschied zwischen stechern führt, die sich aber auch wieder in verschiedene Kategorien ein- Hamlet und Cyrano darin, daß sich der lebende Rostand leichter teilen laffen, die sich mehr oder weniger tragisch äußern. Der eine umdrehen kann als Shakespeare in feinem Grabe. bald Theater. Sein -Notizen. dt. und die Erlösung vom gewiffen Untergange durch das plögliche Eint treffen der Botschaft vom Tilsiter Friedensschluß. Die beiden durch ein Band inniger Gesinnungsfreundschaft miteinander verknüpften Hauptgestalten Gneisenau und der knorrig bürgerliche Nettelbed ist nur Neurasthenifer und begnügt sich damit, seine Angebeteten mit fanden durch Sommerstorff und Kraußned eine vorzügliche, der Nadel in die Finger zu stechen, während Barle( ein in fontrastierende Darstellung. Recht gut war auch Pohl in der Lombrosos Schriften erwähnter Jrrsinniger) schon mit 14 Jahren von dem traurigen Wahn besessen war, er müsse die Mädchen, die Königl. Schauspielhaus: Colberg, historisches Rolle eines armen Soldaten und Ballentin, der als Rektor er bevorzugte, verlegen, anstatt sie zu berühren, mit neunzehn Schauspiel von Paul Heyse. Die Aufführung des schon vor eitle Selbstgefälligkeit mit Untertönen des Gefühls in sehr geschickter Jahren das erstemal zum Stich ausholte, aber nicht verlegte, Jahren im Königlichen Theater gespielten Stüdes war nur geeignet, Weise zu mischen verstand. sondern nur mit der Messerscheide zustieß, sich dann mit zweiunddreißig den großen Abstand zwischen dem Novellisten und dem Dramatiker Jahren jedoch nicht mehr meistern fonnte und mehr als fünfzig Heyse von neuem anschaulich vor Augen zu rücken. Die feinsinnig Einen Volksliederabend veranstalten ant Gonna Mädchen mit dem offenen Messer stach. Als man ihn endlich ver- reizvolle Eigenart, die ihm als Seelenschilderer in so vielen seiner die Kunst garter Abtönung haftete, fand man in seiner Wohnung eine ganze Reihe von Stiletten, Erzählungen anhaftet, wie tag, den 7. März, abends 7 Uhr, Robert Kothe und Marg. fo- Waltotte im Gewerkschaftshause. Das reiche, köstliche Degen und Messern, deren Anblid allein bei ihm angenehme Ge- eindringlich ficher durchgeführter Konzeption verblaßt, fühle erwedte. er feinen Phantasien eine bühnenmäßige Form geben Gut unferer alten Volkslieder, die das Bolt ja größtenteils nicht In Bozen tannte man schon im Jahre 1829 einen Messerstecher, will, ins Unpersönliche, Bedeutungslose. Colberg" mehr kennt und fingt, wieder allgemein zugänglich zu machen, und der die Mädchen mit Brotmessern in den Unterleib stach und selbst bielt sich vielleicht von einer Szene abgesehen, in der zwar mit den alten Weisen oder in Anlehnung an sie und von der hat sich Rob. Kothe zur Aufgabe gemacht. In fagte, er fei derart von der Lust am Stechen besessen gewesen, daß die Tochter Nettelbecks mit arg berzückten Worten ihren Empfang Laute begleitet er feine Ruhe hatte, bis er mindestens am Messer Blut sah. bei der Königin Quise schildert von Geschmacklosigkeiten im Stil Berliner Arbeiterkreisen ist er bisher nicht aufgetreten. Es mögere Tarnowski erzählt von einem Arzt, der, wenn er betrunken war, der üblichen Legendenbildung und des hurrapatriotischen Hohen- daher ein paar Worte zur Einführung dienen, die über ihn unjes das Bedürfnis fühlte, mit der Lanzette eine Frau in die Seite zu zollernfultus fern. Die Tendenz ist nicht, Königstreue, sondern Mitarbeiter Eugen Thari in Dresden seinerzeit schrieb: volkstümlich vaterländische Gesinnung zu feiern. Auch wird man dem..Kothe ist fein üblicher Konzertsänger. Als eine Art von stechen, bis das Blut auffpritzte. Das sind immerhin noch die Gemäßigten. Nach ihnen kommen Werk nicht sonderlich dramatische Entgleisungen und Fehler zum Vor- modernem Spielmann tritt er auf. Frei, ungezwungen. Sein die Totschläger und Nekrophilen( Leichenliebhaber). Unter ihnen war wurf machen fönnen, außer dem einen, der schlimmer ist als alle Humor ist schalthaft, fein, herzlich. Aus dem Innern heraus lacht ein Italiener Verzeni, der von seinem neunzehnten Lebensjahre an Verzeichnungen im Einzelnen es wären: daß dem weitschweifig es bei ihm. Turmhoch steht diese Kunst über der der Variétéjeden Winter von der Luft besessen war, die Frauen zu drosseln, wie zu fünf Aften ausgesponnenen Ganzen der dramatische Atem, die komiker. Sier platter Spaß, bei Stothe belebter Humor. Wo man er es früher bei den Hühnern gemacht hatte. Gr verschuldete so den Konzentrierte Spann- und Schwungkraft, eben die elementare Bor- sich gesünder lachen kann, das mögen die Zuhörer unterscheiden. Tod von sieben weiblichen Wesen jedes Alters, und noch später kam bedingung der Bühnenwirkung fehlt Die Erfindung, aber auch die Keiner, der ihn einmal gehört hat, scheidet ohne die Erinnerung ihn die Lust an, seinen Opfern Fleischteile abzureißen und fich Sprache ist arm. Man fühlt sich zivedlos aufgehalten und kommt von ihm, daß da, wo er fingt, man sich ruhig niederlassen kann". Stüde anzueignen, aus denen er das Blut saugte. In Frankreich nicht von dem Eindruck los, daß wohl auch Duzend andere, Ober- und eins vor allem ist zu wünschen: daß nämlich der Liederabend tötete der Luftmörder Bichel seine Opfer, schnitt den Körper mitten lehrer und Direttoren, bei einigem Bemühen dem Stoff annähernd Kothes bei den Arbeitern nicht spurlos vorübergehen, nicht nur entzwei, löfte mit einem Messer die fleischigen Teile ab und trenute Gleiches abgewonnen haben würden. Wie gering der Auf- ein Genuß für den einzelnen Abend bleiben möge, sondern dem am zeigt sich deutlichsten in der Gestalt die Knochen wie ein Fleischer ab. des einen oder dem anderen eine Anregung werde, eine alte Gitarre jungen Heinrich Blank, des einzigen unter des einzigen unter den Colberger wieder hervorzuholen und Volkslieder, wie sie in vielen billigen Pariser Theaterweltereignisse. Die Pariser Theateratmosphäre Bürgern, der die lebergabe der Stadt verlangt. Die Figur, die Sammlungen oder Albums vereinigt sind, sich dazu zu fingen. geht mit weltbedeutenden Begebenheiten schwanger. An der großen wohl eine damals in Deutschland verbreitete Napoleonbewunderung zum eigenen Ergößen und zur Freude der Freunde und Familie! Neben Rothe, der eine Auswahl inniger, tiefer, humorvoller Oper können die Direktoren Broussan und Messager die ge- und fosmopolitische Denkiveife andeutend wiederspiegeln soll, bleibt forderte Kapitalvermehrung nicht durchsetzen. Wie der Finanznot völlig farblos. Man sieht da einen Jüngling, der sich in den ersten und lustiger Lieder singt, wird Marg. Waltotte eine Anzahl Lieder abgeholfen werden soll, ist unsicher. Der fünstlerische Bankerott Aufzügen nur verstellt zu haben scheint, um dann, im rechten Augen aus" Des Knaben Wunderhorn" rezitieren. - Theaterchronit. Im Lessingtheater beginnt diefes Lurusbetriebes für Ballettonfel und respektable Ausländer ist bliche bekehrt, desto lauter für die Patriotensache loszudonnern. längst offenkundig. Herr Lebargh geht vielleicht von der Und doch ist das die einzige Person, um die fich etwas am 12. März ein zweiter Jbsen- 3htlus, der gleichfalls alle Comédie Francaise weg, weil man ihm nicht erlaubt, die Titelrolle wie der Ansatz einer Handlung kristallisiert. Im übrigen modernen Dramen Jbsens bringen wird, wand, hane Zustimmung Bei den Sozialdemokraien.) Wir haben genug und übergenug am Hottentotten- und Hererokriege und verspüren keine Lust, unsere LandZIeute einen, neuen Kriege tu dem heifecn und fieberschwangeren Sumpflande der OvamboS auszusetzen.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Einen eigentümlickeu Grund für die Errichtung der Residenwr führte Gouverneur von Schuckmann an. Er habe, sogt er. oftmals mit eigenen Augen gesehen, wie die Ovamboarbeiter halb vcr- hungert im Schutzgebiet ankamen. Der Resident oder Kommiffar soll darauf sehen, das; diese Wanderarbeiter vor Antritt ihrer Reise mit gelingend Proviant versehen werden. Das ist schön und gut und ehrt sehr das christliche Geinüt des Herrn von Schuckmann. (Heiterkeit.) Er übersieht nur, dag genau wie die Ovambo- Wanderarbeiter, so auch die � Männer und Kinder der auf den deutschen Farmen beschäftigten Eingeborenen von der so- genannten Feldkost � leben. Auf die Dauer kann kein Mensch von dieser erbärmlichen und völlig unzureichenden Feldkost bestehen. Möge also der so liebevoll um die Ovambos besorgte Herr v. Schuckmanit seine christliche Gesinnung zunächst einmal bei den Frauen und Kindern der Feldarbeiler im deutschen Schutzgebiete bewähren.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Nochmals: Wir lehnen das Experiment mit der Ovantboresidentur entschieden ab. Nun zu einem anderen Experiment, der sogenannten „Selbstverwaltung für Südwestafrika!" Ich habe mich außerordentlich über die Lobeserhebungen ge- Ivundert, mit denen der Kollege Erzberger Herrn v. Schuckmann überhäufte. Man sah Herrn Erzberger förmlich mit einem Honigtops bewaffnet, mit dessen Inhalt er den Gouverneur salbte. (Schallende Heiterkeit.) Wir unsererseits versagen der Tätigkeit des Herrn v. Schuckmann unsere Anerkennung durchaus nicht, und wir verkennen nicht, daß er bisweilen einen freieren Blick gezeigt hat, als man bei preußischen Bureaukraien gewöhnt ist. Aber das kann uns nicht veranlassen, die Gemeiitdeordnung für Südwestafrika kritiklos zu preisen. In den sogenannten„Städten"— ein sehr schönfärbender Ausdruck; besser hieße es Orte, die die Funktion von Städten vertreten sollen— sind selbst von der weißen Be- völkerung breite Schichten, nämlich alle unselbständigen Handlungs- gehilfen usw., vom Wahlrecht ausgeschlossen.(Hört I hört l bei den Sozialdemokraten.) Die Neger sind überhaupt rechtlos. Die Weißen kann man mir zu Steuern heranziehen, die Neger aber auch zur Zwangsarbeit. Und dieselben Leute, die zur Zwangsarbeit herangezogen werden können, macht man so völlig rechtlos, daß sie keine Silbe in die Gemeinde- Verwaltung mithincinsprechen dürfen. In der Gemeindeordnung wird auch bestimmt, daß die Gemeindeaugehörigen, die sonst Vollbürger find, diese Vollbürgerschaft verlieren, wenn sie mit einer Eingeborenen verheiratet sind oder im Konkubinat leben. Das ist eine ganz ungeheuerliche Bestinimuilg. und ich begreife es nicht, wie Herr Gouverneur v. Schuckmann, der Staatssekretär Dernburg und die- jenigen Parteien, die dieser Verordnung zugestimmt haben, dies mit rhren christlichen Grundsätzen vereinbaren können. Seit der Ver- brüderung mit Herrn Erzberger trieft ja auch Herr Dernburg von Christlichkeit.(Heiterkeit.) Vizepräsident Pansche: Sie dürfen nicht in diesem Tone von der Christlichkeit des Staatssekretärs sprechen. Ich habe nicht genau gehört, was Sie gejagt haben, und behalte mir eventuell weitere Schritte vor. Abg. Ledebonr: Ich weiß also jetzt nicht, ob ich noch von der Christlichkeit des Herrn Dernburg sprechen kann. Vizepräsident Paasch!: Es ist nicht geschmackvoll von Ihnen, in diesem Tone fortzufahren. Abg. Ledebonr: Da der Herr Präsident selbst erklärt hat. daß er meiner Rede nicht genau zugehört hat, so möchte ich mir ge- statten, ihm noch einmal mitzuteilen, um was es sich hier handelt: Ich habe gesagt, daß Gemeindeaugehörigen, die im Konkubinat mit einer Eingeborenen leben oder die mit einer Eingeborenen ver- heiratet sind, das Vollbiirgerrecht entzogen wird. Nun frage ich, wie sich das mit Zhrer Christlichkeit vereinigen läßt? Herr v. Schuckmann hat diese Bestimmung damit zu rechifertigen gesucht, daß er sagte, ja, wir lassen solche Ehen über- Haupt nicht in das Standesregister eintragen— er sagte das in freundlich lächelndem Tone, während ich meine, die Frage müßte sehr ernst behandelt werden. Also heiraten dürfen die Leute, ober wenn sie dann kommen, um sich eintragen zulassen, da heißt es auf Befehl des Herrn Gouverneurs. Nein, das gibt es nicht. Auch die Missionare sind angeblich gegen solche Ehen. Ich begreife nicht, wie die Missionare eine christliche Ehe zwischen Weißen und Eingeborenen, die sie ja zum Christentum zu bekehren suchen, als unerlaubt bezeichnen können. Ich richte aber auch an das Zentrum, das doch immer mit großer Emphase die Kolonialpolitik angeblich nicht vom finanziellen, sondern nur vom religiösen Standpunkte aus beurteilt, die Frage, wie es diese Bestimmung mit seinen christlichen Anschauungen in Einklang Bringen will.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten, Abg. Erzberger ruft: Ich habe ja die Bestimmung gestern bekämpft!) Davon habe ich nichts gehört, daß Sie diese von mir zitierte Bestimmung be- kämpft haben.(Abg. Erzberger: Ich habe mich ganz all- gemein gegen solche Bestimmungen ausgesprochen I) Es wäre mir lieber, wenn Sie sich im besonderen gegen diese Bestimmung gewandt hätten.(Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Dann würden Sie auch nicht dazu gekommen sein, den Staatssekretär zu loben, wie Sie es getan haben. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Am meisten wundertmich aber eine solche Bestimmung— wie gesagt— bei einem Manne, wie Herr v. Schuckmanit einer ist. Darüber sind wir alle einig, daß im allgemeinen geschlechtliche Beziehungen zwischen Weißen und Eingeborenen nicht gut sind. Aber Sie zwingen ja die Weißen in eine Situation hinein, deren notwendiges Ergebnis dieser Verkehr ist. Wenn Sie Tausende von jungen Männern alljährlich nach Süd- westafrika locken, und wenn sie dort so wenig weiße Frauen haben, dann werden die Leiite in das Konkubinat mit farbigen Frauen gezwungen. Ich verstehe nicht, wie Herr v. Schuckmann seine Bestimmimg mit seiner Christlichkeit und seiner Moral vereinbaren kann.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) � Herr v. Schuckmann hat meinen Parteigenossen Nosle auf- gefordert, mit ihm eine Reise nach Südwestafrika zu machen und in beut Bürgerverein von Swakopmund und Windhuk einen Vortrag zu halten.(Heiterkeit.) Er ha: gesagt, er wolle die Noskcschen Rat- schläge beachten, ivenn die Sache gut ausliefe. lHeiterkeit.) Ich Bin mir nicht im Zweifel darüber, daß die Sache nicht gut aus- gehen wird.(Hört i hört I rechts.) Die außerordentlich trinkfesten Bürger von Swakopmund und Windhuk würden einem Sozialdeinokraten wahrscheinlich nach kurzer Zeit die ausgetrunkenen Bierflaschen an den Kopf werfen.(Stürmische Heiterkeit.) Aber mein Parteigenosse Noske will trotzdem den Vor- trag halten, wenn ihm der Gouverneur die Reisekosten zur Ver- fügung stellt.(Heiterkeit.) Wir warten also auf die Erfüllung der Einladung. Aber eine Liebe ist der anderen wert. Ich richte an Herrn v. Schuckinann die Aufforderung, einmal in einem Verein der inneren Mission für christliche Jünglinge und Jungfrauen einen Vortrug über den§ 17f seiner Verordnung zu halten. (Heiterkeit und Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Er mag den Leuten begreiflich machen, welche Maßregeln er in Südwestafrika ergriffen hat. um die Weißen aus der christlichen Ehe in das Konkubinat zu treiben. Ich bin einigermaßen gespannt darauf, ob das gut ausgehen wird.(Große Heiterkeit.) Sollte es schlecht ausgehen, dann würden diese christlichen Jünglinge und Jungfrauen zwar nicht mit Bierflaschen werfen(Stürmische Heiterkeit), aber sie werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und über den bösen Geist jammern, der in den Bruder Schuck- mann gefahren ist.(Stürmische Heiterkeit.) Dann können wir hier vielleicht demnächst noch eine Teufelsaustreibung erwarten.(Erneute stürmische Heiterkeit.) Einen guten Rat möchte ich aber Herrn v. Schuckmann geben, wenn er diesen Borttag hält. Er möge nicht von den christlichen Jungfrauen, die nach Südwestafrika gehen, als von.Material' sprechen.(Sehr richtig! links.) DaS ist eine AuZdruckswelse, die er sich offenbar im Bürgerverein von Windhuk angeeignet hat.(Stürmische Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Hierzulande ist man— wenigstens in nichtagrarischen Kreisen— eine derartige Ausdrucks- weise nicht gewöhnt.(Sehr richtig! linkS.) Vom Wahlrecht ausgeschlossen sollen femer sein die in Südwest- afrika lebenden Ausländer. Nun machen diese aber einen ganz außerordentlich starken Prozentsatz der weißen Bevölkerung aus. Den t!2tö Deutschen stehen 1725 Ausländer gegenüber, darunter 1300 Engländer. In manchen Teilen des Landes, besonders im Süden, gibt eS Gemeinden, in denen die Engländer nahezu die Majorität haben. In Keetmanshoop halten sich beide Nationalitäten die Wage. WaS werden diese in Südwestafrika ansässigen Engländer denken, wenn sie vollkommen entrechtet werden?(Sehr richtig I bei den Sozial- demokraten.) Das muß uns notwendigerweise in einen Konflikt mit England treiben. Wer bürgt uns denn dafür, daß in den eng- tischen Kolonien die Deutschen nicht gleichfalls entrechtet werden? l Staatssekretär Dernburg: Das sind sie auch!) Nun, das ist keine Entschuldigung für uns!(Lachen rechts.) Die EntWickelung in Südafrika wird dahin geben, daß es sich zu einem großen Staat zusammenschließen wird. Die englische Kolonie wird sich einst lossagen und mit Deutsch- Südwestafrika sich verbinden. Dann haben wir das viele Geld umsonst hineingesteckt. Wir müssen eine andere Kolonialpolitil treiben, die mehr im Jnicresse des Volles, der Ansiedler und auch der Eingeborenen liegt.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Scmler(natl.): Der Gouverneur hat gestem von dem Bahnbau in Südwestafrika in ironischer Weise gesprochen. Das ist ein Beweis dafür, wie wenig Herr v. Schuckinann bisher den ernsten kolonialen Gedanken der Kolonialbahnen erfaßt hat.(Sehr wahr! rechts. Lachen im Zentrum.) Bei der Reiomi des Prozeßrechts sollte man für Neger keine eidlichen Vemehmungen zulassen. Neger sind Kinder, und Kinder stellt man nicht unter Eid. Abg. Lattmann(Wirtsch. Vgg.) klagt darüber, daß beim Bahn- bau in. Südwestafrika nicht ivciße deutsche Arbeiter, sondcm weiße ausländische Arbeiter, vorwiegend Kroaten, beschäftigt werden. Deutsche Arbeiter würden sich dort ansiedeln, die aus- lündischen dagegen ziehen wieder fort. Auch die Diamanten ziehen leider viele Ausländer und sonstiges lästiges Gesindel nach Südwest- afrika. Der Staatssekretär sollte für die Heranziehung deutscher Arbeiter sorgen.(Bravo I bei der Wirtschaftlichen Vereinigung.) Staatssekretär Dernburg: Zu den Arbeiten der Bauverwaltung können wir nicht gut Arbeiter aus Deutschland heranziehen; sie würden kaum die niederen Arbeiten mit den Schwarzen zusammen ausführen wollen. Auch haben wir nicht soviel überschüssiges Material in Deutschland.(Zuruf rechts: Arbeitslose!) Damals herrickite keine Arbeitslosigkeit, und gerade die Herren rechts klagen doch über Arbeitermangel.(Sehr gut 1 bei den Sozialdemokraten.) Das) kleine Handwerker nach Süd- westafrika gehen, kann nicht cmpfohleu werden, sie haben dort nicht besonders gute Aussichten! Damit schließt die Diskussion. Vizepräsident Paasch?: Nachdem mir das Stenogramm der Ausführungen des Abg. Ledebour vorliegt, sehe ich. daß zu einem Ordnungsruf keine Beranlasiung vorliegt.(Heiterkeit.) Abg. Erzberger(Z.)(persönlich): Ich bemerke Herrn Ledebour, daß ich gestern mich gegen die differentielle Behandlung von Weißen in den Kolonien gewendet habe. Der Etat für Südwestafrika wird nach den Beschlüffen der Budgetkommission b e w i l l i g t; nur der Titel„zur Unterhaltung und Ergänzung des lebenden Inventars", den die Kommission von 400000 auf 300000 M. herabgesetzt hatte, wird auf Antrag von v. Bpern(k.) auf 380 000 M. heraufgesetzt. Die Etats für Neu-Guinea und für die Karolinen. Polau, Mariannen- und Marschall-Jnseln werden debatteloS bewilligt. ES folgt der Etat für Samoa. Abg. Dr. Semlcr(uatl� beantragt, einen von der Kommission gestrichenen Posten„Zur Erstattung der Kosten der Herstellung eines eisernen Gitters um das Europäer- und um das Eingeborenen- Hospital in Apia 3070 M." zu bewilligen. Dieser Antrag wird angenommen, im übrigen wird der Etat nach den Beschlüffen der Kommission angenommen, dcS- gleichen der Etat für die SSutzgebietsschuld. Abg. Ledebour(Soz.)(zur Geschäftsordnung): Zum Etat für Südwestafrika hatte die Kommission eine Resolutton beantragt: „Der Reichstag erklärt sich damit einverstanden, daß zur Erkundung der Verhältnisse im Lvambo-Gcbiete, insbesondere� bezüglich der Arbeiterfrage, der Erschließung deö Landes und eines etwa zu führenden vahnbaues, ein Ztvilkoinmifsar entsandt werde. Die Kosten desselben sind anS den laufenden Verwaltungsfonds zu be- streiten." Die Resolution ist ohne Abstimmung für angenommen erklärt worden. Wir hatten das überhört. Wäre abgestimmt worden, so hätten meine Freunde dagegen gestimmt. ES folgt der Etat des ReichSkolonialamtS. Eine Resolution Graf Hompesch und Genossen(Z.) verlangt, daß die auf Grund deS§ 15 des SchulgebietsgesetzeS erlasicnen Ver- ordnungen der Kolonialzentralverwaltung und der einzelnen Schutz- gebiete dem Reichstage vorgelegt werden. Staatssekretär Dernburg sagt dies zu. Die Resolution wird angenommen. Eine Reihe von Titeln wird debattelos bewilligt. Beim Titel„Beitrag zu den Unterhaltungskosten der Kolonial- schule in Witzenhausen" ergreift das Wort: Abg. Schcidemann(Soz.): Ist der Staatssekretär vielleicht in der Lage, hier Angaben über die Vorgänge an der Kolonialschule in Witzenhausen zu machen? In der„Kolonialen Zeilschrist" und in der.Südwestafrikanischen Zeitung" wird ausgeführt, daß die Schule sehr stark Reklame für sich mache, sich einflußreiche Protektoren zu verschaffen wisse usw., daß aber die Leistungen durchaus nicht entsprechend seien und man mit den Zöglingen, wenn sie in die Kolonien kommen, nicht gerade zufrieden sei. Die Urteile komtnen wohlverstanden von sehr kolonial- sreundlicher Seite.(Hört! hört! bei den Sozialdemokr.) Auch sonst werden sehr ernste Klagen laut. Ganz besonder» scheint man dort. wie ich von Witzenhausener Bürgern erfahren habe, die Erziehung zum Byzantinismus tm großen zu betteiben. So werden z. B. bei der Durchfahrt sürstlicher Persönlichkeiten, auch wenn der Zug gar nicht in Witzenhausen hält, die Schüler längs des Bahndammes auf- gestellt, um den„hohen Durchreisenden" mit Hurra zu empfangen. (Hört! hört! und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Diese Er- ziehung zum Byzantinismus ist ja eine eigenartige Illustration zu den Worten des Staatssekretärs von den„charaktervollen Männern", die man in den Kolonien braucht.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Die„Kolonialzeitung" bestätigt diese Angaben über die Erziehung zum ByzanlimSmuS.(Hört! hört l) Wenn auf der einen Seite die Schüler zum Byzantinismus erzogen werden, so erzieht man sie auf der anderen Seite zum wirtschaftlichen Terro- rismuS. Die Kolonialschule betreibt einen schwungvollen Milchhandcl und zwingt die Bürger WitzenhausenS durch den Agrariern abge- lauschte Zwangsmittel, Androhung mit wirtschaftlichen Nachteilen usw. in ihre Kundschaft herein. So erzieht man die Kolonialschülcr zugleich zu Byzantinern und Terroristen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Vielleicht äußert sich der Staatssekretär darüber.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dernburg: Wir brauchen reich«- und kaisertreue Beamte in den Kolonien.(Beifall bei den Anttiemiten und sonstigen Blockgruppen.) Wenn deutsche Knaben Hurra rufen, so ist das kein Byzantinismus.(Fröhliche Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Die Angaben über Witzenhausen entstammen dem Konlttrrenzneid einer anderen Kolonialschule.(Bravo I beim Block.) Der Titel wird bewilligt, desgleichen nach unwesentlicher Debatte der Rest des Kolonioletats. ES folgt der Postetat in Serbindung mit der ersten Lesung der Fernsprech- ordnung. Beim Titel„Staatssekretär" verlangt Abg. Dr. Pichler(Z.) das Abschneiden alier Zöpfe bei der Post- Verwaltung, die Einschränkung überflüssigen Schreibwerks, Personal- reformen, kaufmäiinischcre Einrichtung des BureauwesenS, Sparsam- feit beim Bauwesen, billigeren Bezug de» Kupferdrahts, eventuell Errichtung einer postsiSkalischen Kuvserdrahtfabrik sowie eine ander- weitige Ordnung der Telephongebnhren, die in ihrer jetzigen Form unter den Selbstkosten der Post bleiben und die Großstädte und die großen Geschäfte begünstigen. Das Zentrum stimmt der neueuTelcphou- gebnhrenordnung in ihren Grundzügen zu, behält sich aber seine Stellung zu den Einzelheiten vor und beantragt Ueverweistmg an die Budgerkommission. Die größeren Geschäftsleute beschweren sich über die Erhöhung der Gebühren. Aber sie sollten bedenken, daß sie immer noch billiger wegkommen, als wenn sie Briefe schreiben. Für das platte Land, die kleinen Städte und die kleinen Geschäfts- Icute bringt die neue Gebührenordnung beträchtliche Verbesserungen. Redner regt an. ein Abonnemenlssystem einzuführen. Ein solches habe vor dem Pauschalsystent manche Vorzüge. Staatssekretär Kractkc: Bezüglich der Gebührenordnung sagt man vielfach, für das Land seien io ausgedehnte Anlagen nicht nötig, iveil sie sich dort nicht bezahlt machen, die Einnahmen kommen auS den großen Städten. So dürfen nur Privatbetriebe rechnen, nicht ein Staatsbetrieb, der für einen gerechten Ausgleich zu sorgen hat. Auch sind die Anlagen innerhalb der Aemter tn de» Städten viel komplizierter und kost- spieliger als auf demLande. Wir sind nichtleichtsinnigan die Neuordnung der Gebühren herangegangen; wir haben eingehend mit Vertretern der Landwirtschaft, des Handels, der Industrie und des Handwerks beraten, und die Majorität, zwar nicht eine überwältigende, aber doch die Mehrheit aller Vertreter, hat unserrn Entwurf zugestimmt. Da darf man doch nicht sagen, die Verwaltung sei rück- ständig. In der Oeffenllichkeit hört man nur die Stimmen der 34 Proz.. die von der neuen Ordnung geschädigt werden, die 00—05 Proz., welche Vorteil davon haben, hört man nicht. Wenn gesagt wird, durch die neue Gebührenordnung werden die Zigarrengeschäfte und die Restaurants ruiniert, so halte ich solche Einwände geradezu für frivol; der Staat hat nicht dazu beizutragen, daß die Stunden dieser Geschäfte den Fernsprecher um- sonst benutzen.(Zustimmung rechts.) Die Geschäfte werden viel- mehr Nutzen haben, wenn jedes Gespräch bezahlt werden muß. Darüber, daß die jetzigen Gebühren für die VielspreÄcr zu gering sind, herrschte in der Kommission kein Zweifel, auch bei denen nicht, welche mit der vorgeschlagenen neuen Ordnung nicht einverstanden waren. Ich hoffe, daß in der Kommission, welcher der Entwurf ja überwiesen werden wird, ein Ausgleich der Jnier- essen und ein Einverständnis der Parteien sich wird erzielen lassen. (Bravo l rechts.) Hierauf vertagt das HauS die Weiterbcratmtg auf Donnerstag 2 Uhr. Schluß 0'/« Uhr._ Hbgeordmtcnbauö. 44. Sitzung, Mittwoch, den 3. März, nachmittags 1 Uhr. Am Ministertisch: v. Moltke. Die zlveite Beratung dcS Etats deS Ministeriums des Innern wird fortgesetzt beim Kapitel «Polizeioerwattungen in Berlin und Umgebung." Abg. Ziethen(ftk.): Zweifellos bilden die Vororte mit Berlin eine wirtschaftliche Einheit; es handelt sich um ein einheitliches Ge- mcindcwcscn, dem nur noch die rechtliche Vereinigung zu fehlen scheint. Trotzdem erscheint mir die Frage der Eingemeindung der Vororte außerordentlich schwierig, ja unlösbar. Es würde dann eine Gemeinde mit einem ungeheuer ausgedehnten Gebiet und einer Einwohnerzahl von cttoa 4 Millionen entstehen. Dabei ist Berlin jetzt schon über die Verhältnisse hinausgewachsen, unter denen sich eine Gemeinde mit Erfolg von einer Zeutralstelle aus leiten läßt.(Sehr richtig! rechts.) Und auch vom Standpunkte der Vororte sprechen wichtige Gründe gegen die Eingemeindung. In einem Teil dieser Vororte hat sich ein überaus lebhaftes kommu- nales Leben entwickelt. Eine Reche von ihnen sind zu Großstädten emporgewachsen: manche, wie Charlottcnburg, haben geradezu vor- bildliche kommunale Einrichtungen getroffen. Dazu kommt. daß den beteiligten Kreisen nach vielen Millionen zählende Em» schädigungen zu zahlen sein würden. Zuzugeben ist, daß die Steucrkraft der einzelnen Vororte außerordentlich verschieden ist und daß gerade die ärmeren Vororte am wenigsten in der Lage sind, den ihnen in bezug auf soziale Fürsorge gestellten Anforde- rungen gerecht zu werden. Aus diesem Grunde wäre— da die Eingemeindung unmöglich ist, zumal auch die Regierung dagegen ist— es wohl angebracht, daß die betreffenden Gemeinden sich gegenseitig helfen. Es könnte vielleicht ein besttmmtcr Prozentsaß des Gemeindecinkommensteuersolls in eine Ausgleichskasse gezahlt und diese Summe zurückverteilt werden auf die Gemeinden naoi dem Verhältnis ihrer Bcvöllerung.(Bravo! rechts.) Abg. Cassel(frs. Vp.): Der Herr Vorredner hat selbst zugegeben, daß Groß-Berlin eine wirtschaftliche Einheit bildet. Aus diesen: Grunde ist die Eingemeindung eine unbedingte Notwendigkeit. Die Darstellung, als ob die Eingemeindung daran gescheitert sei, daß Berlin sie früher, als Minister Hcrrfurth sie plante, abgelehnt habe, ist in ihrem Kern falsch. Die Stadtvcrord- nctcnversainmlung hat damals nur eingesehen, daß eine Eingc- meindung nur der besten Vororte nicht möglich sei, und hat eine Eingemeindung in viel größerem Umfange beschlossen.(Hört! hört!) Damit war der Magistrat nicht einverstanden, er war gegen die Eingemeindung der westlichen Vororte und berichtete in diesem Sinne au die Regierung. Mit dem Abgang des Ministers Herr- furth haben sich dann aber die Ansichten der Staatsrcgicrung über die Zweckmäßigkeit der Eingemeindung völlig geändert. Die Gründe des Herrn Vorredners gegen die Eingemeindung kann ich nicht anerkennen. Daß Berlin schon jetzt zu groß sei, be- streite ich entschieden.(Sehr richtig! links.) Es mögen anderswo bessere Einrichtungen bestehen, aber im ganzen wird den kommu- nalen Anforderungen von Berlin durchaus genügt. Es ist gar nicht nötig, daß Berlin durchaus in allem an der Spitze steht, sondern man kann es nur begrüßen, wenn auch andere Städte Hervor- ragendes leisten. Wenn man nun durchaus keine Eingemeindung will, so muß jedenfalls ein anderer Weg gefunden werden, um die gemeinsamen Interessen der Vororte mit Berlin zu wahren, also ein Z w e ck v e r b a n d. Ich denke an eine Organisation, wie sie in London existiert, wo die Grafschaft London das vereinigende Band bildet, während die einzelnen Gemeinden Selbständigkeit haben. Die Haltung des Herrn Vorredners, der die Ungemein- dung wenigstens einzelner Vororte für richtig hielt, steht in Wider- spruch zu der bedauerlichen Aeutzerung des Herrn Obcrpräsidentcn auf dem brandenburgischen Provinziallandtag. Danach sträubt man sich sogar gegen eine Einverleibung des Tempelhofer Feldes in Berlin. Wir sträuben uns gar nicht dagegen, in Konsequenz dieser Eingc- meindung etwa auch Tempelhof einzugemeinden, falls Tcmpclhof das wünscht. Wenn die Regierung da» durchaus verhindern will, so halte ich das für eine große Unbill gegenüber Berlin, und es widerspricht auch den Gesetzen, die die Voraussetzungen regeln, unter welchen eine solche Eingemeindung vollzogen werden darf. Wenn ich auch anerkenne, daß man keinen Zwang auf die Vororte ausüben will, so ist es doch unverständlich, daß man den Grundsatz ausstellt: Berlin muß so bleiben, Wiehes ist, und darf nicht größer werden.(Sehr richtig! links.) Die Stadt Köln hat fast das dop- pelte Weichbild wie Berlin bei viel geringerer Einwohnerzahl. Warum sollen die Einwohner Berlins durchaus in dem beschränkten Raum schmoren? Der Gedanke des Herrn Vorredners, einen Aus- gleichsfonds zu schaffen, führt nach unserer Ansicht zum Kommu- niSmuS, den wir noch nicht für durchführbar halten.(Sehr richtig! Ber den Freifinnigen.) Berlin will gar feinen besonderen Vorteil, p aber es verlangt freien Raum für seine Entwidelung.( Bravo! links.) " Parlamentarifches. Anzahl E8 Die Bichsenchenkommission des Reichstags hat Mittwoch vors Abg. Hammer( f.): Ich erkenne an, daß der Herr Vorredner durchaus objektiv gesprochen hat. Das Motiv meiner Rede wird mittag die zweite Lesung des Gesetzes betreffend die Bekämpfung sein: Was du im Augenblick ausgeschlagen, bringt teine Ewigkeit der Viehseuchen beendet. Zu lebhafteren Auseinandersetzungen zurück.( Heiterkeit.) Berlin wollte damals nur die fetten Rosinen, tam es noch einmal bei den§§ 13 und 44a. In diesen Paragraphen die westlichen Vororte, haben, und daran scheiterte die Sache. Heute sind die Sperrmaßregeln stipuliert. Gegen die Bestimmungen, daß ist der Standpunkt, den der Herr Oberpräsident auf dem Provin- nicht nur die Ställe, Hofräume, sondern auch die„ Gehöfte" für ziallandtag dargelegt hat, der einzig richtige. Sehr wenig tonfe- jeden Bersonenverkehr follen gesperrt werden fönnen, wandten fich cuent war es, daß gerade die Kreise, die sich immer gegen das perfönliche Regiment wenden, durch den Mund ihres Dichters und Ver- unsere Genossen in entschiedener Weise. Unter„ Gehöft" verstehe waltungsbeamten, des Bürgermeisters Neide, sich im Berliner Rat man den ganzen Besitz, also auch die Wohnhäuser. In diesen haus an den Kaiser wandten, um die Eingemeindung des Tempel- legteren befinden sich aber vielfach auf dem Lande Wirtschaften, Auf hofer Feldes zu erreichen.( Sehr richtig! rechts.) Für die Ver- die zu politischen Versammlungen benutzt werden können. kehrsmittel hat Berlin fast gar nichts getan. Die Bodenpolitik Grund der fraglichen Bestimmungen des Viehseuchengesetzes würde liegt in Berlin auch ganz im argen; an die Einführung einer Wert- jeder Bürgermeister in die Lage versezt, alle ihm mißliebigen Versuwachssteuer wird nicht gedacht. Wenn die Herren im Stadt- sammlungen zu unterdrücken. Selbstverständlich lehnte die parlament alle so wären, wie Herr Cassel, würde das Bild vielleicht agrarische Mehrheit der Kommission die Streichung des Wortes anders sein.( Große Heiterkeit.) Abg Rosenow( frs. Vp.): Die Prophezeiung des Herrn Gehöft" ab. Sie akzeptierte damit die Bemerkung des bayerischen Hammer, univiederbringlich verloren", scheint ja zutreffend zu Bentrums, bauern" Freiherrn v. Pfetten, der offen ausgesprochen daß es fein Unglück sei, tenn eine fein. Seit Jahren wartet der Oberbürgermeister von Berlin auf hatte, die Antwort auf seine Eingabe in Sachen der Eingemeindung. Die sozialdemokratischer Versammlungen nicht stattfände! Erklärung des Oberpräsidenten auf dem Provinziallandtag scheint schwebt jezt nur noch eine Differenz zwischen vielleicht nun die Antwort gewesen zu sein. Vielleicht betomint fie Stommiffionsmehrheit und den verbündeten Regierungen: Die der Herr Oberbürgermeister noch in der Abschrift oder als Einsetzung einer Laien- Kommission. Um Zeit zu Stubbändeln über Beitungsausschnitt.( Sehr gut! links.) Der Standpunkt der Regie diese Frage zu gewinnen, soll der in Betracht kommende Paragraph rung in dieser Frage ist mit den Gesezen nicht zu vereinbaren. Es schweben jetzt wieder Verhandlungen mit einzelnen Gemeinden in der nächsten Woche einer dritten Lesung unterworfen werden. Es über die Eingemeindung. Ich möchte wissen, ob die Regierung tann feinem Zweifel mehr unterliegen, daß das Vie hseuchengesetz mit auch diese verhindern wird. In anderen Ländern ist man stolz feinen vielen unübersehbaren, die Voltsernährung bedrohenden Beauf die Entwidelung der Hauptstadt und bringt im Lande Opfer Stimmungen demnächst Gesez werden wird. dafür. Hier spricht man von dem Wafferkopf" Berlin und hat, wenn von Berlin die Rede ist, nur Abweisung und Hohn und Epott.( Sehr wahr! links.) Berlin will ja das Tempelhofer Feld mit gutem Gelde bezahlen. Wir müssen Klarheit haben, was nun eigentlich aus Berlin und seiner Entwidelung werden soll. Ich bitte den Herrn Minister, die Richtlinie zu zeigen, trelche er in diefer Frage einzuschlagen gedenkt.( Bravo! links.) Redner mendet fich des weiteren gegen das Verlangen der Verhängung der Schaufenster an Sonn- und Feiertagen. Minister v. Moltke: Aus der Budgetkommission des Reichstages ( 27. Sigung vom 3. März.) der Die Reichstagskommission sur Vorberatung eines Gefehes für Sen unlauteren Wettbewerb hielt Mittwoch ihre achte Sigung ab. Bu§ 13 wird statt der Regierungsvorlage der Antrag Bitter- Roeren angenommen: Wer im geschäftlichen Verkehr einen Namen, eine Firma oder die besondere Bezeichnung eines Erwerbsgeschäftes, eines gewerb lichen Unternehmens oder einer Druckschrift in einer Weise benutt, welche geeignet ist, Verwechselungen mit dem Namen, der Firma oder der besonderen Bezeichnung hervorzurufen, deren sich ein anderer befugterweise bebient, kann von diesem auf Unterlassung der Benutzung in Anspruch genommen werden. Der Benußende ist dem Verlegten zum Ersatz des Schadens berpflichtet, wenn er wußte oder wissen mußte, daß die mij bräuchliche Art der Benutzung geeignet war, Verwechselungen hervorzurufen. Bu§ 13a schlägt die Redaktionskommission folgende Fassung vor: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 5000 M. oder mit einer diefer Strafen wird, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine schwerere Strafe verwirkt ist, bestraft, ter im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs dem Angestellten oder Beauftragten eines geschäftlichen Betriebs Geschenke oder andere Vorteile anbietet, verspricht oder gewährt, um bei dem Bezuge von Waren oder gewerblichen Leistungen eine Bevorzugung zu erlangen. Die gleiche Strafe trifft den Angestellten und Beauftragten eines gefchäftlichen Betriebes, der im geschäftlichen Verkehr, damit ein anderer bei dem Bezuge von Waren oder gewerblichen Leistungen im Wettbewerbe bevorzugt werde, Geschenke oder andere Vorteile fordert, sich versprechen läßt oder annimmt. Im Urteile ist zu erklären, daß das Empfangene oder sein Wert dem Staate verfallen sei. In Ansehung der Ansprüche auf Unterlassung und Schadens erfaz finden die Vorschriften der§§ 1, 1a, 2 Anwendung. Ein Regierungsvertreter erklärt: Durch diese Fassung, wenn fie angenommen werde, könne das Zustandekommen des ganzen Gesetzes gefährdet werden; es müsse eine Wilderung der Strafen eintreten. Genojie Dr. Frank gibt die Erklärung ab, daß die sozialIn der heutigen Sigung wurde mit der Beratung des demokratischen Kommissionsmitglieder gegen diesen Antrag stimmen; militäretats begonnen. Der Berichterstatter b. Elern( t.) denn der Antrag sei eine Beleidigung der gesamten Handlungsgehilfen; sprach dem Kriegsminister seinen Dank dafür aus, daß er bei Auf- man könne nicht schlechthin jedes Geschenk, das gegeben werde, ftellung des Etats die Worte des Reichsfanglers, daß wir sparen unter schwere Strafe stellen. Er beantragte die Rüdberweisung müssen, beherzigt habe; denn die Mehrforderungen betragen bei den an die Redaktionstommission, die eine andere Fassung fortdauernden Ausgaben" nur" 5 275 000 M., während in suchen möge nach folgenden Gesichtspunkten: Strafbar soll der AnSteigerung eine erheblich höhere gestellte nur dann sein, wenn die Handlung, zu der er angestiftet früheren Jahren die Der Referent fragt ant, об es wahr wird, pflichtwidrig ist; für das Strafmaß muß unterschieden gewesen sei. fei, daß die den Kommandeuren gestellten Automobile von werden nach dem Erfolg der Tat: ob der Brinzipal infolge der diefen zu privaten Zweden benutzt würden. Der Kriegsminister Handlung benachteiligt wird oder nicht. Jund( natl.) ersucht um Annahme der Vorschläge der Neentgegnet, daß ihm allerdings eine Beschwerde über eine private Verwendung eines Automobils zugegangen sei, die eingehend unter- daktionskommission in der ersten Lesung; enderungen sucht werden solle. Aber er glaube nicht, daß in diesem Falle viel könne man in der zweiten Lesung noch vornehmen! Am Zehnheraus kommen werde, denn der Kommandeur habe sich in Gesell- off und Gerstenberger( 8.) erklären sich gegen den Vorschlag schaft des obersten Beamten der Provinz befunden, so daß man die Dr. Frants, v. Brockhausen und Graf Carmer( E.) erklären Fahrt sehr wohl als eine im Interesse des Kommandos gelegene sich für den Antrag der Redaktionstommission. Findel( natl.): betrachten könne. Abgeordneter Erzberger plädiert für Freigabe Das Schmiergeldergeben habe mit kleinen Geschenken angefangen privaten Zwecken. Ferner wünscht er, und sei nun zu einem Krebsschaden im geschäftlichen Leben geder Automobile zu daß das Kriegsministerium der Kommission ein Verzeichnis aller worden; man müsse strenge Bestimmungen in das Gesetz bringen, Bulagenstellen und der Nebenbezüge der Offiziere und Beamten zu- damit dieser Unfug beseitigt werde. gehen lasse. Die Erfüllung dieses Wunsches wird zugesagt. Genosse Singer fragt an, ob bei Vergebung von Arbeiten auch die Innehaltung der zwischen den Arbeitern und den Unternehmern abgeschlossenen Tarifverträge den Unternehmern bei der Zuschlagserteilung zur Pflicht gemacht werde. Generalleutnant v.Lochow erwidert, das sei nicht der Fall, aber die Verpflichtung, ortsübliche Ein Regierungsvertreter erklärt: Das Gesetz zum Schutze der Löhne zu zahlen, sei vorgeschrieben. Eine Anfrage Erzbergers, ob die Generale für Schreibmaterialien eine höhere Bergütung erhalten Warenbezeichnung folle einer Abänderung unterzogen werden; man Genosse als die niedrigeren Chargen, wird vom Unterstaatssekretär wele fönne diesen Antrag nicht in das Gesetz aufnehmen, dahin beantwortet, daß dem Reichstag eine Darstellung der in den Dr. Frant beantragte, den Antrag Am Behnhoff einer Subverschiedensten Reichsämtern geübten Gepflogenheiten demnächst zu- tommiffion zu überweisen. Ein Regierungsvertreter meint, man müsse sich mit den Beratungen beeilen, damit der Bericht der gehen solle. Nächste Sigung Donnerstag: Fortsetzung der Beratung des Kommiffion vor Ostern fertig sei, sonst fönne man an eine Ver abschiedung des Gesetzes zum Frühjahr nicht denken. Arbeitskammerkommission. Bei der Abstimmung wird der Antrag der Nedaktionskommission gegen die Stimmen der Genossen Dr. Frank, Brühne, Horn ans genommen, der Antrag Dr. Frank abgelehnt. Der Antrag Dr. Am Behnhoff: hinter den§ 13 des Gefeßes die§§ 15 und 16 des Gesetzes zum Schuße der Warenbezeichnungen einzufügen", wird von Am Zehnhoff begründet. Soziales. Zur Schauspieler- Bewegung. In den Jahren 1875-1878 wurde von der Bildung einer Provinz Perlin gesprochen. Es gab ein Gefeß, das die Absicht hatte, Berlin, Charlottenburg und Teile von Teltow und Niederbarnim mit Berlin zu vereinen. Diese Vorlage ist aus der Kommission des Abgeordnetenhauses nicht herausgekommen. In dieser Zeit wurde dann Berlin durch die Provinzialordnung aus der Provinz ausgeschieden. 1891-1896 beschäftigte man sich dann mit der Bildung eines Groß- Berlin durch Eingemeindung. Auf die damaligen Pläne einer Gingemeindung großen Stils ging Berlin nicht ein. Der Magistrat wies darauf hin, daß der Stadt dadurch große finanzielle Opfer erwüchsen, während ein eigenes Interesse Berlins nicht vorhanden sei.( hört! hört! rechts.) Berlin wollte nur eine Grenzregulierung. Graf Eulenburg aber erklärte 1893, die Eingemeindung müsse umfangreicher sein. Er berhielt sich also nicht ablehnend. Der Wechsel im Ministerium und politische Er wägungen sind also in dieser Frage nicht maßgebend gewesen. ( Sehr richtig! rechts.) Inzwischen hat sich ein Kranz selbständiger fommunaler Körperschaften um Berlin gebildet. Man kam dann auf den Gedanken, ein Groß- Berlin zu schaffen durch besondere administrative Einrichtungen, nicht durch kommunale. Infolge dessen wurde 1905 der Oberbürgermeister von Berlin aufgefordert, Vorschläge zu machen, dabei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, er habe abzusehen von dem aufgegebenen Plan eines Groß- Berlin auf dem Wege der Eingemeindung. In seinem Bericht gab er die Möglichkeit der Bildung von Zweckverbänden zu, eventuell auf gesetzlichem Wege, bemerkte dabei aber, daß er die Eingemeindung für erfprießlicher hielte. Die Antwort hatte er erhalten, bevor neulich der Oberpräsident im Provinziallandtag Stellung ge- Militäretats. nommen hat. Er ist also dadurch nicht überrascht worden. Ein Verbot an die umliegenden Gemeinden, mit Berlin zu berhandeln, ist meines Wissens nicht ergangen. Der Oberpräsident Die Mittwochsitzung der Arbeitstammerkommission begann mit hat nur gesagt, es empfehle sich nicht, in solche Verhandlungen der Beratung des§ 12, der den Arbeitgebern größerer Betriebe ein einzutreten, weil dadurch eine gewiffe Unruhe erzeugt werde, die pluralwahlrecht einräumen will! Es soll jedoch nicht der Entwidelung der Bororte nicht günstig sei. Das ist meines obligatorisch eingeführt werden, sondern die Aufsichtsbehörden sollen Die Solidarität der Terroristen des Deutschen Bühnenvereins Erachtens ganz richtig, aber ein Verbot kann ich darin nicht er befugt sein, nach Maßgabe der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer fcheint in die Brüche gehen zu wollen. Die Scharfmacherallüren des bliden. Eine Grenzregulierung in fleinerem Umfange ist durchaus das Stimmrecht verschieden festzusetzen. Unsere Genossen be- Vorsitzenden, des Grafen Hülfen- Haefeler, des" Freundes des nicht ausgeschlossen; es schweben auch derartige Verhandlungen. antragten, den§ 12 zu streichen, weil das Pluralwahlrecht der Kaisers", finden lebhaften Widerspruch. Was das Tempelhofer Feld anbetrifft, so ist in amtlicher Form Arbeitgeber größerer Betriebe darauf hinausläuft, die ArbeitFormantragten, Nachdem schon die Direktionen in Frankfurt a. M., Straßburg eine Anregung an mich bisher überhaupt nicht herangetreten. geber bon fleineren Werken zu majorisieren. Ein Antrag und Graz erklärt hatten, nicht mitmachen zu wollen und das ( Sört! hört!) Ich bin also der Meinung, daß der Weg berbes Abgeordneten Schmidt- Altenburg( Reichspartei) verlangte Koalitionsrecht der Bühnenangestellten dadurch anerkennen, daß fie befugte Bildung von 3wedverbänden durchaus gangbar dagegen, das Pluralwahlrecht obligatorij festzulegen! Die die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger als iit, jei es auf privatrechtlicher oder öffentlich rechtlicher Grundlage. Abstimmung ergab die Ablehnung beider Anträge. Vertreterin des deutschen Schauspielpersonals ansehen, haben weitere Mit einem Zweckverband auf dem Gebiete des Verkehrs ist ja jetzt Jm§ 18 wird die Wählbarkeit der Arbeitskammermitglieder neun Theater in einer Sigung vom 28. Februar in Zürich ihr Beder Versuch gemacht. Zu einer Vermittelung in dieser Richtung umschrieben. Nach der Vorlage sollen wählbar sein diejenigen streben zu erkennen gegeben, mit ihren Theatermitgliedern eine bin ich durchaus bereit. Eventuell wäre daran zu denken, die Wahlberechtigten, die das 30.(!) Lebensjahr vollendet baben, friedliche Verständigung auf moderner, sozialer Grundlage herbeigesetzlichen Bestimmungen über Zweckverbände in Landgemeinden seit mindestens einem Jahre dem Gewerbezweige angehören und in zuführen". auf die Städte zu übertragen. dem voraufgegangenen Jahre keine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen haben. Unsere Genossen beantragten dazu, die Altersgrenze auf das 21. Lebensjahr festzusetzen und von der Voraus fegung, daß der Wahlberechtigte seit einem Jahre im Gewerbezweige beschäftigt fein muß, abzusehen. Ein Antrag des Zentrums forderte das 25. Lebensjahr als Altersgrenze, und ein Antrag SchmidtAltenburg wollte nur denjenigen Wahlberechtigten die wählbarkeit zusprechen, die feit zwei Jahren einem der Gewerbezweige_an- In wie unverantwortlich leichtsinniger Weise sich mancher gehören, für welche die Arbeitskammern errichtet sind. An Arbeiter seiner Rechte begibt, zeigte die Verhandlung in einer Klagegenommen wurde der Antrag, die Altersgrenze sache des Glasers Beutler gegen den Glasermeister Hermann Müller, auf 25 Jahre herabzufezen, alle übrigen Anträge wurden abe die am Dienstag vor dem Jnnungsschiedsgericht stattfand. B. war gelehnt. Auch ein weiterer Antrag unserer Genoffen, die Bestimmung vom 4. bis 30. Januar beim Beklagten beschäftigt. Bei drei Lohnzu streichen, daß diejenigen, die Armenunterstügung aus öffentlichen zahlungen erhielt er insgesamt 28,50 M. zu wenig ausbezahlt. Auch Mitteln empfangen haben, nicht wählbar sein sollen, wurde ab- wurden ihm bei seinem Weggange die Papiere einschließlich der Invalidenkarte nicht ausgehändigt. Erst nachdem er die Klage an Eine besondere Erörterung erfuhren die Anträge, die die Wähle hängig gemacht hatte, hat er die Papiere erhalten. Kläger bon 23,50 Mart unb Zahlung barkeit der Angestellten der beruflichen Organisationen berlangten. forbert nun den Restlohn Entschädigung Der Antrag der Sozialdemokraten fordert die Wählbarkeit für die einer wegen des Einbehaltens der Papiere tätigen Beamten und Vorstandsmitglieder der beruflichen Organi bon 3 M. für jeden Tag. Im Termin legte der Beklagte eine schriftfationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein Antrag liche Erklärung des Klägers vor, die diefer beim Abholen der Wiedeberg( 8.) fordert im Prinzip dasselbe, stellt aber die Bedingung, Papiere abgegeben hat, wonach er feinerlei Ansprüche mehr an den daß die betreffenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer mindestens drei Beklagten hat. Das Gericht hielt darauf eine Prüfung der Sache Auch ein Antrag felbst nicht mehr für erforderlich und wies den Kläger mit der erJahre dem Gewerbezweige angehört haben. Behrens( Wirtschaftt. Vg.), der sich in der gleichen Richtung be- hobenen Klage ab. Hätte der Kläger den schon oft erteilten Rat befolgt, teine wegt, sieht diese Voraussetzung vor. Damit würde den Angestellten der Arbeitgeberorganisationen nicht gedient fein; denn in den Generalquittung, fondern lediglich eine Quittung über das feltensten Fällen find die Angestellten der Arbeitgeberverbände in Empfangene auszustellen, so wäre er init feinem Anspruch durchhandwerksmäßigen oder industriellen Betrieben tätig gewesen. Den gedrungen. arbeitskammern und ihren Aufgaben würde aber durch die Ausschließung dieser Vertrauensmänner der Arbeitgeber auch kein Dienst erwiesen werden, und die Parität darf nicht nur auf dem Papier stehen, sondern sie muß sich auch praktisch durchführen lassen. Diesen Gedankengang hoben die Genossen Bömelburg und Severing gegenüber den Anträgen der Abgg. Wiedeberg und Behrens hervor. Die Anträge des Zentrums und der Wirtschaftlichen Vereinigung wollen die Zulassung der Beamten und Vorstandsmitglieder auf Memel, Tilfit ein Drittel, bezw. auf ein Viertel der Mitglieder der Bregel, Justerburg Diese Einschränkung im Gesetz festeijet, Thorn Arbeitskammer beschränken. zulegen, erscheint unseren Genossen ebenfalls nicht zweckmäßig, wenn Strossen Frankfurt auch niemand ein Interesse daran haben kann, die Kammern ausschließlich mit Angestellten der Organisationen zu besetzen. Aber Warthe, Schrimm Landsberg diefe Befchränkung werden die Organisationen besser selbst Neze, Bordamm treffen tönnen. Die Diskussion wurde noch nicht zu Ende geführt, doch ist Elbe, Leitmeriz nach den bisherigen Auslassungen Damit schließt die Debatte. Der Antrag wird angenommen. missionsmitglieder die Frage der Zulassung Hierauf bertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnersbon Angestellten der Drganisationen bereits im tag 12 Uhr.( Außerdem Etat der Handels- und Gewerbe- bejahenden Sinne entschieden. perwaltung.) Schluß 5% Uhr Abg. v. Bülow- Homburg( nafl.) tritt für die Schaffung eines einheitlichen Bebauungsplanes für Groß- Berlin ein. Ein Schlußantrag der Stonservativen( auf der Rednerliste steht nur noch der Abg. Cassel( fri. Bp.) wird gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen abgelehnt.( Große Heiterfeit links.) Abg. Caffel( frs. Bp.): Ich habe nicht gesagt, der Minister habe die Eingemeindung des Tempelhofer Feldes abgelehnt, sondern nur aus der Erklärung des Oberpräsidenten auf eine ablehnende Haltung des Ministers gegen dieses Projekt geschlossen. Abg. Hammer( f.): Das Tempelhofer Feld find wir in Teltoto viel besser geeignet in eine Gartenstadt umzuwandeln als Berlin mit seiner durchaus nicht mustergültigen Bodenpolitik. Damit schließt die Debatte. Das Stapitel wird bewilligt. Zum Kapitel Bolizeiverwaltung in den Provinzen" liegt ein Antrag Bartscher( 3) bor auf Ausdehnung der für Bochum und Gelsenkirchen geplanten föniglichen Bolizei auf die Landkreise unter Trennung der Aemter des Landrats und des Polizeipräsidenten. Abg. Bartscher( 3.) begründet den Antrag im Interesse einer einheitlichen Handhabung der Sicherheitspolizei und der Möglichkeit raschen Eingreifens im Falle von Unruhen! Wenn auch die Streiks im allgemeinen friedlich verlaufen, so sind doch solche Unruhen nicht ausgeschlossen bei der Haltung der 8e chenbefizer. die es bedauerlicherweise ablehnen, mit den Arbeitern zu verhandeln. Abg. Schmieding( natl.): Die Zechenbesitzer haben sich nicht geweigert, mit ihren Arbeitern zu verhandeln, sondern mit dem völlig politisch zusammengesetzten Gebilde der sogenannten Siebenerkommission. Abg. Rosenow( frs. Bp.) bringt erneut die beiden Fälle in Wiesbaden und Breslau zur Sprache, wo den freien religiösen Gemeinden die Annahme von Legaten nicht gestattet ist. Ein Grund zur Verweigerung liegt in beiden Fällen nicht vor, denn die Wiesbadener Gemeinde ist rechtsfähig, und die Breslauer Gemeinde hat die Rechtsfähigkeit durch Eintragung in Offenbach in durchaus legaler Weise inzwischen erlangt. Minister v. Moltke erwidert, daß der Wiesbadener Fall inzwischen erledigt sei. Gegenüber dem Breslauer Fall könne er, soweit sein Reffort in Betracht kommt, von dem ablehnenden Standpunkt nicht abgehen. Abg. Geißler( 3.) wünscht polizeiliche Maßregeln gegen Un fälle durch die amerikanische Luftschaufel. gelehnt. der Kom= Es betrifft das u. a. die Theater in Bürich, Bern, Luzern, St. Gallen, Basel, Mülhausen i. Elf. und Kolmar. Die Theaterleitungen wollen ihren Austritt aus dem Bühnenverein nur deshalb nicht erklären, damit die intransigenten Elemente nicht vollends die Oberhand gewinnen. Berwirkte Lohn- und Entschädigungsansprüche. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Dder, Natibor Beeskow Savel, Spandau) Rathenow) Spree, Spremberg") eser, Münden Minden Rhein, Marimiliansau 278 72+2 4+2 am feit am feit 2. 3. 1. 3. Wafferstand 2. 3. 1. 3. em cm) cm cm ¹) 1773) +1 Gaale, Grochlit 94 +2 73) -2 67 64) 119 81 135 94 985) 201 50 50%) 7 Kaub 84 -54 +-7 Köln 69 Dresden Barby 175 +8 Redar, Heilbronn 50 +4 781) +3 Main, Wertheim Magdeburg 74 +21 Mojel, Trier 1)+ bebentet Buchs, Schwaches Treibeis.) Eisgang. Fall. ) Unterpegel. 11 Eisstand. A.WERTHEIM G. m. b. H. LEBENSMITTEL KONSERVEN Brech- und Schneidebohnen % Dose 28 Pf. Junge Schoten I 1 Dose 80 PL Karotten I Karotten Dose 68 Pf. Dose 48 PL Karotten in Streifen % Dose 30 Pr. Gemischt. Gemüse ID. 95 PT. Gemischt. Gemüse II, D. 65 Pf. Stangenspargel I Dose 1.35 Stangenspargel II Dose 1.20 1 Dose Saure Kirschen ohne Steine 95 Pf. Kaiserkirschen ohne Steine 1.10 Aprikosen Melangefrüchte I Melangefrüchte Stachelbeeren Dose ½ Dose 1.20 Dose 1.10 Dose 90 PL Dose 65 PL. Pflaumen in Essig und Zucker Bratheringe Bismarckheringe Delikatessheringe 1 Dose 75 Pf. Dose 42 Pf. Dose 42 Pf. Dose 83,%, Dose 52 Pf. Neunaugen Aal in Gelee Lachs in Gelee Dose 95 Pf. Dose 75 PL Dose 1.10 Russische Sardinen Glas 25 Pf. Anchovis Glas 25 PL Hummer Dose 2.15, Dose 1.35 Appetitsild Ölsardinen Spezialmarke Dose Dose In dieser Woche: Stangenspargel extra stark Kaiserschoten extra 1/1 Dose 1 Dose 1.55 Mk. 1.20 Mk. Schoten IV 37 Pf. Junge Schoten extrafein 85, s Dose Schoten und Karotten Reineklauden 1/1 Dose 68 pf. 2/1 1/1 Dose 1/1 Dose 55 Pf. Preisselbeeren 58 P, 1.10% 2.75 % Dose Pf., Dose Pflaumen ganze Frucht 42, Erdbeeren 85 Pf. 1/1 Dose Dunstfrüchte Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen 52 PR. Heringe in Gelee Dose 28 pt. mit Steinen, Heidelbeeren, Birnen Glas FLEISCHWAREN Pf. Zervelat- und Salamiwurst Pfd. 1.10 Mk. Schlackwurst in Fettdarm Pfd. Pfd. 1.20 Mk. Jagdwurst 90 Pf. Teewurst Pfd. 1.20 Mk. Westfälische Mettwurst Pfd. 80 Pf. Zwiebelwurst Pfd. 45, Rotwurst 45, 65 P Landleberwurst Pfd. 90 Pf. Feine u. Hallesche Leberwurst Pfd. 95 pr. Kasseler Rippespeer Glasierte Erbsen b Glasierte Erbsen grün HÜLSENFRÜCHTE Riesenerbsen Pfund 17 Pl. Kleine Erbsen Pfund Pfund 16 Pf. 23 PL. Pfund 25 PT. Spalterbsen Pfund 19 PC Grüne Erbsen Pfund 16 Pr. Grosse Linsen Pfund 25 PL Mittel Linsen Pfund 15 Pr. Grosse Bohnen Pfund 24 Pl. Lange Bohnen Kleine Bohnen Pfund 18 PL Pfund 15 PL GETROCKNETES OBST Entsteinte Pflaumen Pfund 28, 45 PL Türk. Pflaumen Pfund 22, 28 FL. Französische Pflaumen Pfund 38, 45, 55, 65 Pr. Kaliforn. Birnen Pra. 50, 60 PL Kaliforn. Aprikosen 58, 68 PL Kaliforn. Pfirsiche Pfund 60 PT. Ital. Prünellen Pfund 55 PL. Amerik. Ringäpfel Pfund 48 Pt. Gemischtes Backobst Pfund 30, 45, 60 FL GETROCKNETES GEMÜSE Pf. Pfd. 80 Pt. Julienne Pfund 60 Pt. 1 MK. Dose 35 Pf 1.10 Mk. Wirsingkohl Pfund 1.10 Dose Neu! Fleisch- Roulade Dose ca. 2 Pfd. Inhalt 1.90 Weisskohl Pfund 1 Mk. Mk. Dose 50 Pf. 80 Pf. 1.35 2.60 KAKAO, SCHOKOLADE Deutscher KakaoP 78PL, 1.10 Deutscher Kakao Pra. 1.30, 1.80 in Paketen von%%% Pfund Holländischer Kakao Pfund 1.90, 2.20 Haushalt- Schokolade Pfund 70, 80 P Haushalt- Schokolade Pa. 1 Mk. GEBRANNTER KAFFEE Misch. I II IV ✓ VI Pfd. 83 95 1.10 1.35 1.50 1.70 1.90 MOSELWEIN Knochenschinken 9-12 Pfund schwer, Pfd. FRISCHE FRÜCHTE Dtz. Messina- Apfelsinen oz. 55 Pt. Murcia- Blut- Apfelsinen D 35 P. Apfelsinen Dz. 20, 30, 40 Dtz. Pf. Kiste Zitronen DEZ 22 F Diz. 22 Pf., 360 Stck. 6 Mk, Bittere Orangen 50 Pf. Ananas Pfund GEFLÜGEL Puten Pfd. 85 Pf., Dtz. 68 PP. Schneehühner 1.10. Suppenhühner 2 MK., 2.25 Mk.| Junge Gänse Brathühner RHEIN- U. PFALZWEIN 1.85, 2.25 Mk. und Enten. BORDEAUXWEIN Flasche Flasche Flasche 60 Obermoseler Pf. 1906er Dienheimer 75 Pf. 1907er Eckelsheimer 90 Pf. 1907er Mesenicher 75 Pf. 1907er Wolfer 1 Mk. 1906er Oppenheimer Schloss ( Wachstum: Ww. Lichtenecker 1.10 1.30 1.70 1904er Guntersblum. Riesling ( Wachstum: Kommerzienrat Hedderich, Darmstadt) 1904er Nierstein. Scheinbügel 1.45 ( Wachstum: Gebr. Egly) 1.30 1904er Chât.Larsche Beaurech 80 1905er Chât. d'Arche Ludon 1905er Chât. Malécot Pauillac 1.10 1905er Chât. Mouton grand vin d'Armailhacq( Pauillac) Pf. 1 MK. 2 Mk. 1900er Cru Corneillan 1904 or Chât. du Tertre grand vin 1904er Chât. Figeac St. Emilion 1904er Chât. Palmer 1.20 1.40 1.50 1.80 2 MK. 1906er Uerziger 1906er Wolfer Goldgrub ( Wachstum: Eduard Lorenz) 1903er Graach. Himmelreich Fuder 38( Wachstum: Kgl. Gymnasium Trier. 1906er Cueser Weissenstein 2.30 Fuder 5( Wachstum: Hospital Cues) 1905er Canzemer ( Wachstum: Bischöflich. Priesterseminar) 1904er Nierstein. Heiligenbaum 1.70 1905er Eltviller Sonnenberg 2.20 ( Wachstum Freiherr Langwerth v. Simmern) 1902er Deidesh. Katharinenbild 2.40 ( Orig- Keller- Abfüllung F. P. Buhl, Deidesheim) 2.60 Rotkohl, Grünkohl Pfund 90 PL. Spinat Pfund 1.80 Schneidebohnen Pfund 1.50 Deutsche Schoten Pfund 2.20 Russische Schoten Pfund 2.40 TEE Souchong Paket 95,%, Paket 48 r. Souchong- Melange II III IV Pfund 1.50 1.80 2.40 3.20 4 Mk. Congo- Melange Pfund 2.20, 4 MK. Ceylon- Tee Pfund 3 Mk. Pecco- Melange Pfund 4.80 Darjeeling- Melange Pfund 6 Mk. Russischer Tee Pfund 2.75, 4.50, 6 M. 7.50 Englisch Porter Imperial Stout, Flasche 38 Pf. Blankenhainer Kraftmalzbier 38 Pf. Braunschweiger Doppel- Schiffsmumme %, Dose 2.35,% Dose 1.20 Adriablume, süsser Dalmatiner- Blutwein Fl. 1.10 Vermouth Martini& Rossi, 1.25 Turin) Flasche Rand gesetzl. geschützt Berantwortl, Nebatteur: Carl Wermuth, Berlin Rigdorf. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlaasanstalt Baul Sinaer& Co. Berlin SW. Nr. 53. 26. Jahrgang. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berlin im Schnee. 1 Aus den Vororten Donnerstag, 4. März 1909. auf den Schienen an. An den Einfahrtstellen in die Vorortbahn- neue, die Züchtigung sei nicht schlimm gewesen. Gegen ihn sprach höfe wissen die Leute nicht, wo sie die großen Schneemengen hin- aber das ärztliche Attest, das diesmal vorgelegt wurde. Zur Ers schaffen sollen. Derselbe Uebelstand macht sich auf dem Stadtbahn- örterung fam auch, daß aus irrigem Anlaß geprügelt worden war. förper bemerkbar. Der Betrieb auf der Hochbahn hat bisher unter Und schließlich wurde Herr N. durch den Verteidiger der Angeempfindlicheren Stodungen noch nicht zu leiden gehabt. Die klagten genötigt, zuzugeben, daß er in einer gegen die Be. Gleise werden ebenfalls ständig durch Schneesammler freigehalten.( stimmungen verstoßenden Weise geschlagen habe. So rückte der Herr Rektor sich selber auf die Anklagebant. Das sage gestüßt, noch bestätigt, daß sein ganzes Verhalten in jeder Amtsgericht hatte dem prügelnden Pädagogen, nur auf dessen AusBeziehung sachgemäß" gewesen sei. Das Landgericht ließ es ununtersucht, ob die Züchtigung berechtigt gewesen sei oder nicht, und ob N. dabei zu weit gegangen sei oder nicht. Der Mutter wurde aber zugebilligt, daß sie annehmen konnte, N. habe die Grenze des Erlaubten überschritten. Wird jetzt auch die Schuldeputation nachträglich noch zu dieser Annahme gelangen? wird gemeldet, daß dort die Verkehrszustände noch viel schlimmer sind als in Berlin. In manchen Orten hat man auch nicht das geringste getan, um die Fahrdämme freizumachen, so daß, wenigstens in den Nebenstraßen, der Fuhrverkehr völlig eingestellt werden mußte. Auf den Chausseen hatten sich Schneemassen gebildet, durch welche Anhäufungen bis zu einem Meter entstanden waren. Dadurch war auch der Verkehr nach Berlin unterbrochen und die Milchhändler usw., die ihre Heimatdörfer verlassen hatten, waren genötigt, unterwegs einzukehren oder wieder zurückzufahren. Nur wenigen Fuhrwerken war es im Laufe des Vormittags gelungen, die Hauptstadt zu erreichen. Der am Sonntag eingetretene und seit Dienstag früh uninterbrochen anhaltende Schneefall hat in Berlin Verkehrszustände geschaffen, die nur wenig denjenigen nach dem Schneesturz vom 31. Januar 1907 nachstehen. Der Fuhrverkehr ist fast völlig lahmgelegt. Der Omnibusbetrieb mußte am Dienstag abend eingestellt werden und am gestrigen Morgen hat kein Pferdeomnibus die Depots verlassen. Der Autobusbetrieb erfuhr erhebliche Einschränkungen, weil infolge der Ueberanstrengung der Motore eine erhebliche Zahl Autowagen defekt geworden waren. Nur dadurch, daß die Reparaturarbeiten stets sofort vorgenommen werden konnten, war es möglich, den Betrieb, wenn auch eingeschränft, aufrecht zu erhalten. Die Straßenbahngesellschaft hatte die ganze Nacht hindurch Motorwagen mit Schneepflügen und Salzstreuwagen verkehren lassen, und nur so wurde es ermöglicht, die Gleise einigermaßen fahrbar zu halten. Dennoch mußten auch hier Betriebseinschränkungen vorgenommen werden; die Anhängewagen wurden aus dem Verkehr gezogen und auch die Zahl der Einsazwagen vermindert, weil ohnehin schon eine übermäßige Belastung der Kraftzentralen stattfand. Dennoch erhielten die einzelnen Straßenbahnzüge auf verschiedenen Touren Verspätungen bis zu zwei Stunden. Der Ge- 6 Uhr, bei Rabe, Fichtestr. 29: Gemütliches Beisammensein mit Sonntag, den 7. März, abends schäftsfuhrverkehr stoďte fast vollkommen. Vielen Geschäftsleuten Tanz. Bortrag der Genoffin Frau Ziez. Um rege Beteiligung war es gestern nicht möglich, die Pferde anspannen zu lassen, da ersuchen die Tiere infolge der Anspannung am Dienstag stallkrank ge= worden waren; vielfach blieben aber auch die Gespanne im Schnee steden. Besonders empfindlich machte sich diese Störung in der Müllabfuhr geltend, die ebenfalls auf das äußerste eingeschränkt worden ist, weil sämtliche im Verkehr befindliche Wagen vierspännig fahren mußten und doch nur langsam vorwärts kamen und die Touren nicht zu beenden vermochten. Der Droschkenverkehr wurde gestern ebenfalls fast völlig eingestellt. Kaum 300 bis 400 Pferdedroschken waren gestern morgen unterwegs und die Saltestellen infolgedessen völlig verwaist. Soweit derartige Gefährte im Betriebe waren, fuhren sie zweispännig. Die in dem bis jetzt mehr als 27stündigen Schneefall niedergegangene Schneemenge erreichte stellenweise eine Höhe bis zu 35 Zentimeter, so daß bei den Anlagen die Einfriedungen nicht mehr sichtbar und die Nasenpläge von den Wegen nicht zu unterscheiden waren. Die an den Fahrdämmen zusammengestoßenen Schneeberge lagerten stellenweise bis anderthalb Meter Höhe und bildeten einen förmlichen Wall, durch den das Kreuzen der Fahrdämme gehindert wurde. Die Beseitigung dieser gewaltigen Schneemassen machte natürlich umfassende Maßregeln erforderlich. Seitens der Stadt und der Straßenbahngesellschaft wurden im Laufe des Vormittags zusammen über 6000 Schneeschipper eingestellt und die sämtlichen städtischen Schneepflüge in Betrieb gebracht. Dennoch ging die Säuberung der Straßen außerordentlich schwer vonstatten, da es häufig vorkam, daß sich vor den Pflügen förmliche Mauern bildeten, die Pflugwagen infolgedessen stecken blieben und nur mit Silfe von Straßenpassanten wieder flott gemacht werden konnten. Wenn aber auch die Straßen eben geremigt waren, so wurde durch die wenigen unterwegs befindlichen Fuhrwerke schon nach kurzer Zeit der Schnee wieder auseinandergerissen, so daß bald wieder die alten Verkehrszustände entstanden. Für die Schneebeseitigung waren gestern früh 1500 Wagen fm Betrieb, deren Zahl im Laufe des Tages auf 2200 erhöht wurde. Um eine schnellere Entfernung der Schneemengen zu ermöglichen, wurde der Schnee auf zweirädrigen Karren teils nach den Kanali sationsschächten, teils nach den Spreeufern gebracht und dort hineingeworfen. Trotzdem in dieser Weise viele Tausende von Kubik metern der Niederschläge aus den Straßen entfernt wurden, fonnte man von einer Verminderung der Schmeemassen nichts bemerken, und war es auch nicht einmal möglich, die HauptverkehrsStraßen schneefrei zu halten. Betriebsstörungen bei der Straßenbahn. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Die Abteilungsführer. " Familie solle Hand in hand gehen mit der Schule. Das Urteil des Landgerichtes flang aus in die Mahnung, die Dieser Meinung sind im Prinzip auch wir. Wir haben sie oft ausgesprochen, und alle durch uns bewirkten Festnagelungen von Uebergriffen der Schule hatten immer wieder nur den Zweck, einer von dort ausgehenden Störung der Beziehungen zwischen Schule und Haus entgegenzutreten. Daß durch eine Erziehungstätigkeit, wie der Rektor N. fie in dem vorliegenden Fall versucht hat, das Hand gens hatte gerade Frau K. die Mahnung des Gerichtes bereits be in Hand gehen" gefördert werden könnte, glauben wir nicht. Uebri folgt. Verfehlungen, die ihr Junge außerhalb der Schule sich hatte zu schulden kommen lassen, waren von ihr dem Rektor mitgeteilt worden, weil sie ihm Vertrauen entgegenbrachte. Sie hat hinterher zu ihrer großen Ueberraschung gesehen, welchen Gebrauch der Herr Rektor von diesen Mitteilungen machte. Vor Gericht berief er sich hierauf, um zu zeigen, daß der Junge verwahrlost gewesen sei und des Herrn Troppens, Rudower Str. 54, eine öffentliche Bersammlung Lichte erschien dann die dem Rektor von der Mutter zugefügte BeAlt- Glienicke. Morgen, Freitagabend 8 Uhr, findet im Lokale eine gehörige Büchtigung verdient habe. In um so schlimmerem statt, die sich mit der bevorstehenden Gemeindevertreterwahl be- leidigung, und so hatte Frau K. es ihrem Hand in Hand gehen schäftigt. Die Wahl selbst findet am Dienstag, den 9. März, abends mit der Schule" zu danken, daß sie vom Gericht so hart angefaßt von 6-8 Uhr, statt. Bei der Bedeutung der Wahl für unsere ört- wurde. Wir warnen hiernach alle Eltern, ohne lichen Interessen ersuchen wir die Genossen, sowohl für die Ber- zwingenden Grund sich über die eigenen Kinder fammlung wie für die Wahl eine eifrige Propaganda in Bekannten bei der Schule zu beklagen. Die Mitteilungen, die Frau freifen zu entfalten. K. dem Rektor N. gemacht hatte, haben auch dazu beigetragen, daß nicht lange nach jener Prügelaffäre der Junge den Eltern genommen und in Fürsorgeerziehung gesteckt wurde. So kanns enden, wenn man das„ Hand in Hand" zu weit treibt. Tegel. Die Mitglieder werden auf den am Sonnabend, den 6. März, in W. Trapps Festsälen stattfindenden Se unit a bend auf merksam gemacht. Einlaßkarten sind bei den Bezirksführern sowie in den Bezirkslokalen zu haben. Eichwalde. Heute abend 8 Uhr findet in Wittes wald schlößchen eine öffentliche Versammlung statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Vortrag des Genossen Groger- Rigdorf über die Bedeutung unserer bevorstehenden Gemeindevertreterwahl. 2. Freie Aussprache. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeindebertreterwahl. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder der Gemeindes bertretung find zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen. blattverbreitung statt. Am Sonntag früh 8 Uhr findet für unsern Drt eine Fluge Berliner Nachrichten. Schule und Familie Hand in Hand"! Gut bekommen ist die Freundschaft zwischen Schule und Haus nur dem Rektor Neumann. Frau K. Hat Nachsicht geübt und nicht die Leistung seines Rohrstodes unter Ueberreichung des Attestes dem Staatsanwalt zur Prüfung empfohlen. Das war menschlich schön von ihr, aber unklug. Die Krankenhäuser der Stadtgemeinde Berlin haben im Etatjahr 1907( Beitraum vom 1. April 1907 bis 31. März 1908), aus dem jezt der Jahresbericht der Krankenhausdeputation vorliegt, wieder eine sehr bedeutende Erhöhung der Krankenziffer gehabt. Es wurden Am Mittwoch berichteten wir über den Ausgang einer Belei- Biesmal 51840 Kranke behandelt, nämlich 24.965 bigungsflage, die zum Schuße des Gemeindeschul- Männer, 4297 Snaben, zusammen 29.261 männliche Berrektors Adolf Neumann II( 43. Sinaben- Gemeindeschule, fonen, 18 921 Frauen, 3657 Mädchen, zusammen 22 578 weib Grünthaler Straße) auf Antrag der Schuldeputation gegen die liche Personen. An der Gesamtzahl 51 840 war beteiligt das Mutter eines seiner Schüler erhoben worden war. Wir fommen Strankenhaus im Friedrichshain mit 11 298, das Krankenhaus heute auf diese Angelegenheit zurück, einmal deshalb, weil wir der Moabit mit 11 820, das Krankenhaus am Urban mit 9293, Meinung find, daß sie für die Schulverwaltung mit dem Strafverfahren gegen die Mutter noch nicht erledigt sein kann, und zweitens deshalb, weil wir es für unsere Pflicht halten, alle Eltern auf etliche sich ergebende Nuzanwendungen hinzuweisen. Der Herr Rektor hatte den Jungen einer Frau R. aus nicht au reichendem Grunde in übertriebenem Maße gezüchtigt, hatte am nächsten Tage die sich beschwerende Mutter mit Worten zurückgewiesen, die sie als verlegend empfand, und war dann von der darüber erregten Frau beschimpft worden. Die Annahme des Rektors, daß der Schüler K. nicht zur Jmpfkontrolle gekommen sei, ließ sich ohne weiteres als irrig widerlegen. Die Folgen der schweren Züchtigung, die vom Reftor auf Grund dieser irrigen Annahme über den Jungen verhängt worden war, wurden noch am nächsten Tage durch einen Arzt bescheinigt. Wie kam es, daß dessen ungeachtet nicht der Rektor, sondern die Mutter auf die Anklagebant geriet? " das Birchow- Krankenhaus mit 13 756, das Krankenhaus an der Gitschiner Straße mit 2381( nur Frauen), das Krankenhaus an der Reinickendorfer Straße mit 3292( nur Kinder). Gegenüber dem Etatjahr 1906 ist die Gesamtzahl der Kranken um 7880 gestiegen. Eine so starke Vermehrung der Aufnahmen ist möglich geworden, weil im Birchow- Krankenhaus, das erst in der zweiten Hälfte des Etatjahres 1906 zunächst nur mit einer mäßigen Zahl Betten eröffnet worden war, die Belegungsfähigkeit im Etatjahr 1907 weiter gefteigert wurde. In den legten fünf Etatjahren 1903-1907 stellte sich die Gesamtzahl der in den Krankenhäusern der Aus dem Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn werden Stadtgemeinde behandelten Kranken auf 37 150, 37 639, Bon Dienstag und gestern morgen eine Reihe größerer, teils durch 38 429, 43 960, 51 840. Man sieht, wie mit der Eröffnung Schneeberwehungen herbeigeführte Betriebsstörungen gemeldet. des Virchow- Krankenhauses sofort die Zahl der Von Dienstag nachmittag 12 Uhr 30 Minuten an mußte infolge genommenen Kranken anschwoll. Und man kann an der Schneeberwehungen auf dem Südring der Straßenbahnbetrieb Stärke dieser ganz plöglich einseßenden Aufwärtsbewegung Frau K. hatte gegen Herrn Neumann eine Beschwerde an die messen, wie oft in den vorhergehenden Jahren aufnahmezwischen Schöneberg( Mühlenstraße) und Brik( Kirche) in der Richtung über Tempelhof eingestellt werden. Aus demselben Schuldeputation gerichtet, sie hatte es aber- unbe- suchende Kranke abgewiesen worden waren, weil für sie kein Grunde konnten von 1,20 Uhr nachmittags an die Wagen der greiflicherweise!- unterlassen, das Attest beizufügen. Die Schul- Bett frei war oder weil, wie es in der zartfühlenden Linie 7 nur bis Briz, Hertastraße, fahren. Infolge Ueberlastung deputation, in der bekanntlich kein Sozialdemokrat fißt, untersuchte Ausdrucksweise der Krankenhausverwaltung heißt, für diese der Speisepunkte 77 der Berliner Elektrizitätswerke und des die Sache in der bei ihr üblichen Weise, d. h. sie forderte den Rektor Kranken in Anbetracht der geringen Zahl noch freier Betten Kraftwerkes Charlottenburg waren in der Zeit 7,35 bis 8,20 Uhr auf, fich zu äußern, gab aber der Mutter keine Gelegenheit, mit die Aufnahme nicht dringend nötig" schien. abends die Stabelleitungen in der Charlottenburger Chauffee, einer Gegenäußerung zu antworten, fragte auch nicht bei ihr an, Uebrigens sei hier ausdrücklich hervorgehoben, daß auch noch Dorotheen, Sommer- und Luisenstraße stromlos.. Infolge Schnee- ob sie ein Attest vorlegen könne, und gab schließlich den Bescheid: gegenwärtig, wo die Krankenhausnot merklich gemildert ist, berwehungen waren das Gleis der Straßenbahnlinien nach Nach Prüfung der Angelegenheit haben wir oft genug die Aufnahme eines Kranken von den KrankenTempelhof von 7,05 bis 8,35 Uhr unpassierbar. Durch Schnee. teine Veranlassung gefunden, gegen den Rettor häusern als nicht dringend nötig bezeichnet und verweigert ansammlungen in den Schienen wurden verschiedene Straßenbahn- errn Neumann II einzuschreiten." Dem Reftor war wird, während der Arzt, der den Kranken bisher behandelt wagen zur Entgleisung gebracht, wodurch ebenfalls Störungen nach vollzogener Züchtigung bekannt geworden, daß er von einer hatte, die Ueberführung in ein Krankenhaus für durchaus herbeigeführt und Umlenkungen von Straßenbahnlinien veranlaßt irrigen Annahme ausgegangen war. Hat er der Schuldeputation, wünschenswert hält. wurden. Größere Störungen wurden auch dadurch verursacht, die ihn sich äußern ließ, das mitgeteilt? Aus dem umfangreichen daß die auf den Schienen fahrenden Privatfuhrwerke die Weichen Attest des Arztes wurden damals die schlimmsten Angaben durch verschmutzten und infolgedessen die Weichenzungen nicht gestellt den" Vorwärts" veröffentlicht. Haben sie im Rathaus, wo man ja Der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung der Maden Vorwärts" Tag für Tag sehr genau durchstudiert, die nötige gistratsvorlage über die Neuregelung des städtischen Rettungs. werden konnten. Beachtung gefunden? Die Schuldeputation hat den obigen Be- wesens trat gestern abend unter dem Vorsitz des Stadtverordneten scheid zustande gebracht, nachdem seit Veröffentlichung des Vor- Dr. Reide und durch den Geheimrat Dr. Straßmann vertreten. Sachs zusammen. Der Magistrat war durch den Bürgermeister bon Bassanten hervorgerufen worden. Zum weitaus größten Teil es da nicht möglich gewesen, gründlicher zu prüfen? Der Bescheid des Rettungswesens mit großer Mehrheit abgelehnt, die General wärts".Artikels reichlich neun Wochen hingegangen waren. Wäre Näch längerer Beratung wurde ein Antrag auf Verstadtlichung handelt es sich dabei um Verlegungen leichterer Art. Aber auch war unterzeichnet vom Stadtschulrat Fischer- ihm, der diskussion beendet und die Spezialberatung auf acht Tage vertagt. schwerere Berwundungen find vorgekommen. Auf der Rettungswache in der Köthener Straße wurden Dienstag abend und gestern bor einigen Jahren den prügelnden Pädagogen unserer Gemeindeschulen ein warnendes Merkblatt gewidmet hat. Derselbe Stadt Aus der Praxis der Armendirektion. vormittag mehr als zehn Personen behandelt, die beim Sturz auf schulen ein warnendes Merkblatt gewidmet hat. Derselbe StadtWie liberal unsere Armendirektion Arbeitern gegenüber verfährt der Straße Schaden genommen hatten. Die gleiche Anzahl Ver- schulrat Fischer hat die Verantwortung dafür übernommen, daß unglüdter behandelten die Aerzte auf den Unfallstationen in der hier eine offenbare Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes unge- und dabei zu ganz unzulässigen Mitteln greift, möge folgender Fall Badstraße und in der Schönhauser Allee. In der vergangenen ahndet blieb. Dem Rektor schrieb die Schuldeputation, fie sehe illustrieren: Der Tischler B., Lichtenberger Straße wohnhaft, wurde Badstraße und in der Schönhauser Allee. In der vergangenen die Züchtigung als gerechtfertigt an. Und um ihm von der Armendirektion für Krankenhauskosten verantwortlich gemacht, Nacht wurden fast sämtliche Sanitätswachen von Verunglückten in Anspruch genommen. Unfälle schwererer Art trugen sich in der Genugtuung zu verschaffen und sein Ansehen wiederherzustellen, die durch die Verpflegung feiner Tochter im städtischen Krankenhause Königgräber, Köthener, Brunnen-, Rosenthaler, Wilhelm-, Leipziger, wurde die Mutter auf die Anklagebank geschleppt. Friedrich und Borsigstraße ſowie am Brandenburger Tor zu die Forderung ein, daß er seine Tochter wiederholt im Strankenhauſe Wird Rektor N. von dem Ausgang dieses Strafverlangte von dem Vater 48 Tage a 2,50 120 M. B. wandte gegen In mehr als zwanzig Fällen zogen sich die Gestürzten Knochen- fahrens sehr erbaut sein? Wird die Schuldeputation Freude besucht habe und sie nur dort gelassen habe, weil er der Meinung brüche zu. Diese Verletzten mußten alle in Krankenhäusern unter- daran haben? Ja, wenn es sein Bewenden gehabt hätte bei war, daß die Krankenkaffe, deren Mitglied feine noch minderjährige dem Urteil des Amtsgerichts, das über Frau K. trok ihrer Unbe- Tochter gewesen sei, für die Unterhaltstosten im Krankenhause aufscholtenheit eine Gefängnisstrafe von fünf Tagen verhängte. Die fomme. Wenn die Verpflichtung der Strankenkasse aufgehört habe, fo Richter waren da zu der Meinung gelangt, Frau K. habe keinen sei es Pflicht der Armendirektion gewesen, ihm hiervon Mitteilung sind durch den starken Schneeniedergang bereits Störungen hervor. Grund gehabt, sich gegen den Rektor zu ereifern. Der Herr Reftor zu machen. In der Verhandlung vor dem Zivilgericht wurden diese gerufen worden. Viele Hunderte von Ersatzmannschaften sind hatte ja in seiner Zeugenaussage die an dem Jungen vollzogene Einwände als unbegründet angesehen und B. als Unterhaltungspflichtiger Tag und Nacht damit beschäftigt, die Gleise von den Schneemassen Büchtigung als harmlos geschildert und hatte unterlassen zu er berurteilt, die oben erwähnten 120 M. an die Armendirektion zu freizuhalten. Besonders gefährlich werden für den Vorortverkehr wähnen, daß der eigentliche Anlaß zu jener Bestrafung fich nachzahlen. Es wurde ausgesprochen, daß es Sache des B. getveien fei, sich selbst bei der Krankenkasse über die Dauer ihrer Unterstügungsdie fortwährenden Schneeverwehungen, durch die häufig enorme träglich als irrig herausgestellt hat. In der Berufungsverhand- pflicht zu erfundigen, wenn er von dieser Dauer seine Maßnahmen Schneemengen auf die Gleise getrieben werden. Oft sammeln sich lung vor dem Landgericht gelang es, Umwandlung der Freiheits- betreffend das Belaffen seiner Tochter im Krankenhause abhängig auf diese Weise die Schneemengen bis zu einem halben Meter hoch strafe in Geldstrafe zu erzielen. 8war versicherte Herr N. aufs Imachen wollte. Durch den Schneefall sind in den letzten drei Tagen mehr als hundert Unfälle gebracht werden. Auch im Stadtbahn- und Vorortverkehr " " Die Frage des Rettungswesens im Stadtverordnetenausjaju. in der Gitschiner Straße entstanden waren. Die Armendirektion vers und die damit verbundene Stot wohl anerkannt, jedoch könne er nur Bankow. Daraufhin einigte sich B. mit der Armendirektion auf Teil- Von unseren Genossen war ein Antrag eingebracht, der den Ge- I berbänden getragen werden, so daß die Gemeinde 14 570,27 2. felbft zahlungen, die er in monatlichen Raten a 3 M. Teisten wollte. Das meindevorsteher auffordert, schnelle und wirksame Maßnahmen zu tragen hat sonstige Ausgaben 2817,03 M. Die Unkosten der tat er denn auch. Arbeitslosigkeit und eine fünfwöchentliche Krant- zur Linderung der Arbeitslosigkeit zu treffen. höheren Schule steigen rapide, find als Einnahme mit heit verhinderten ihn, regelmäßig seine Zahlungen einzuhalten. Genosse Reichardt begründete den Antrag und betonte, daß er 6010 M.( 5980 M.) und als Ausgabe mit 13 670 M. vorgesehen, Während seiner Krankheit im Oktober erschien der Stassierer, um die mit diesem Antrag die Stimmung einer öffentlichen Volksversamm- so daß die Gemeinde Gemeinde zur Deckung des Defizits Defizits einen fälligen 3 M. abzuholen. Diesem Beamten bemerkte B., es ginge lung vertrete. Im Ferneren wies er darauf hin, daß es wohl Zuschuß von 7660 M. leisten muß. Dieser Zuschuß wird aber von in diesem Monat nicht, er wolle ein andermal zahlen. Da der Pflicht einer Gemeinde sei, Steuerzahler in ihrer unverschuldeten Jahr zu Jahr mit der Entwickelung der Schule steigen. Als AusBeamte sich nicht sehen ließ, sandte B. im Januar durch seine Tochter Not zu unterstüßen, um sie eristenzfähig zu erhalten. Wie es anderen gaben für die Regenentwässerung sind 4800 M. vorgesehen, dem8 M. nach der Kämmereieinziehungskasse. Gemeinden möglich ist, den Arbeitslosen eine Geldunterſtügung zu gegenüber stehen als Einnahme nur 3230 M., so daß auch hier ein Wie erstaunte er aber, als eines schönen Tages, Ende Januar, gewähren, könne es unserer Gemeinde erst recht möglich sein, Buschuß von 1570 M. notwendig wird. Der Voranschlag für die die Armendirektion einfach Lohnarrest verfügte und bei dem Arbeit wenigstens eine einmalige Geldunterstügung, die aber feineswegs in Sanalisationsverwaltung schließt in Einnahmen und Ausgaben mit geber des B. 45 Mart pfändete, die in wöchentlichen Naten Form von Armenunterstützung gegeben werden darf, den Arbeitslosen zu 43 890 M. ab. bon 3 M. zu zahlen seien, Die Armendirektion tat dies, ohne sich gewähren. Vom Herrn Gemeindevorsteher wurde die Arbeitslosigkeit an die gefeßlichen Bestimmungen zu fehren, denn unseres Erachtens ist diese Pfändung unzulässig, da der Verdienst des Gepfändeten erklären, daß jederzeit Hilfsbedürftigen eine Unterstützung gewährt In der Gemeindevertretersizung am Dienstag machte der Bürger1500 m. nicht überstiegen hat. Die Pfändung ist nur zulässig, wird, allerdings sei es Armen unterstützung. Im übrigen meister vor Eintritt in die Tagesordnung Mitteilung von der insoweit der Gesamtbetrag der Vergütung die Summe von 1500 W. fei wohl der Antrag gestellt, um für die Deffentlichkeit zu wirken. Mandatsniederlegung des Gemeindevertreters für das Jahr übersteigt. Kennt die Armendirektion diese Bestimmung Genosse Weber trat dieser Ausführung entschieden entgegen. Er Röber. Die Straßenbaufonsenserteilung an die Berliner Terraindes Lohnbeschlagnahmegesezes nicht, so ist es schlimm bestellt; betonte, daß ein Arbeiter lieber hungere, als daß er sich durch diese zentrale erfolgte mit dem Wunsche, daß diese bei künftigen Bauten tennt sie aber diese Bestimmung und verstößt bewußt dagegen, so Armenunterstützung seine so fümmerlichen staatsbürgerlichen Rechte geschmackvollere Fassaden anbringen möge wie bisher. Das noch ist es doppelt schlimm. nehmen lasse. Von einem Vertreter der Bürgerlichen wurde argu- malig abgeänderte Statut des Kaufmannsgerichts für Pankow wurde mentiert, daß die Arbeitslosigkeit gar nicht so groß sein könne, denn debattelos angenommen. Der Erlaß einer Ordnung für die Ersonst hätten sich jetzt Arbeitslose zum Schneeschippen gemeldet. Auch hebung von Wochenmarktsgebühren, nach welcher per Quadratmeter hierauf blieben unsere Vertreter die Antwort nicht schuldig. Troy Raumeinnahme 20 Pf. von den Standinhabern zu zahlen sind, wurde alledem war der Erfolg des Antrages Uebergang zur Tages- gültig ab 1. April 1909 genehmigt. Eine Erhöhung der Verpflegungsordnung. fäge des Krankenhauses für die Kranken der dritten Klasse wurde Der Antrag des Genossen Weber, den nächsten Punkt der abgelehnt. Für die Säuglingswalderholungsstätte des Bater Tagesordnung öffentlich zu verhandeln, da die„ Mariendorfer ländischen Frauenvereins wurden wie in den Vorjahren 100 W. Zeitung" über den Gegenstand der geheimen Sigung wiederholt be- und ebenso 500 M. dem Pankower Boltstüchenverein bewilligt. richtet habe, so ist aus der legten geheimen Sigung die Ausführung des Genossen Reichardt über erste Hilfe im Rathaus" in Nieder- Schönhausen. dieser Zeitung beinahe wörtlich wiedergegeben, wird ebenfalls ab gelehnt. Damit schloß die öffentliche Sitzung. Berschwundenes Zwillingspaar. Eine Tragödie liegt anscheinend dem Verschwinden zweier Zwillingsschwestern zugrunde. Es handelt fich um die am 12. November 1888 geborenen Geschwister Anna und Minna Höckstedt aus Hannover. Am vergangenen Donnerstag famen die beiden jungen Mädchen in Berlin an und nahmen in dem Hotel Luisenhof" in der Luisenstraße Wohnung. Am Freitagabend entfernten fie fich in der Abficht, ein Theater zu besuchen. Seitdem sind fie verschwunden. Es wird nun befürchtet, daß die beiden Schwestern, die ein sehr niedergeschlagenes Wefen zur Schau trugen, sich gemeinfam ein Leid angetan haben. Bekleidet find die beiden Vermißten mit dunklen Kleidern, schwarzer Tuchjacke und schwarzem Hut mit ebensolchen Schleifen. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Ein recht charakteristisches Zusammenwirken von Kriminalpolizei und Stirchenbehörde in puncto Bahlung von Kirchensteuern tennzeichnet ein uns zugegangenes Schreiben eines Parteigenoffen, in dem es heißt: " Die letzte Monatsversammlung des Wahlvereins nahm einen Vortrag des Genoffen Dittmer über„ Reisebilder aus dem Drient" mit lebhaftem Interesse entgegen. Der Vorsigende Genosse Hellrich Ein Kindesmord ist auf einem Gelände an der Mecklenburgischen Adlershof. gab alsdann die Namen von drei neuaufgenommenen Mitgliedern Straße entdeckt worden. Ein Arbeiter fand dort ein Paket, das die Aus der Gemeindevertretung. Durch die Heranziehung des bekannt, gegen deren Aufnahme Widerspruch nicht erfolgte. Die Leiche eines neugeborenen Mädchens enthielt. Der tote Körper war Fiskus zur Grundwertsteuer haben sich die einzelnen Gemeinde- Statistit über den Kirchenaustritt ergab, daß von 280 befragten in ein Zeitungsblatt vom 7. Februar eingehüllt und mit Bindfaden wählerabteilungen vollständig zuungunsten der Wähler verschoben. Mitgliedern 35 feiner Religionsgemeinschaft angehören; denen zusammengeschnürt. Die Schädeldecke weist erhebliche Verlegungen Der Fiskus, welcher mit zirka 74 000 M. Steuerleistung veranschlagt dürften jedoch eine ganze Anzahl noch schwebender Austritte zuzuauf. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht und wird steht, und die Firma Kahlbaum bilden jetzt die Wähler der ersten zählen sein. Die von uns vorgenommene Arbeitslosenzählung stellte dort obduziert werden. Die Ermittelungen nach der Kindesmörderin Abteilung. Durch die Heranziehung des Fiskus ist der ganze Mittel- 339 Arbeitslose fest; im November vorigen Jahres sind in die Wege geleitet worden. stand, wie er am Drte durch die Gewerbetreibenden und Grund- wurden bei der amtlichen Zählung 84 ermittelt, wogegen in Todessturz von der Treppe. Durch einen verhängnisvollen Un- eigentümer gebildet wird, in die dritte Abteilung gedrängt. Der Grund- diesem Jahre amtlich nur 19 Arbeitslose" geglücksfall hat der 48 Jahre alte Arbeiter Johannes Zickel, Alexander besigerverein fühlte sich durch diese Veränderung in feinen Intereffen inner- zählt wurden!! Die Berichte von den letzten Kreisvorstandstraße 61, den Tod gefunden. 3. glitt, als er die Treppen nach halb der Gemeindevertretung beeinträchtigt. Gegen seine Einschätzung fizungen, die Pankower Angelegenheit betreffend, wurden von den seiner Wohnung hinaufsteigen wollte, aus und stürzte rücklings ab. hat aber nun der Fiskus die Klage erhoben. Er würde, wenn die Genossen Meißner und Joachimsthal gegeben, über die übrigen Bunkte Er zog sich einen Schädelbruch zu und starb im Krankenhause am felbe vor dem 1. Februar 1910 zu feinen Gunsten entschieden wird, berichtete Genosse Hellrich. Eine Diskussion über die Berichte fand Urban an den Folgen. mit dem eingeschäßten Steuerfaße die Wählerlisten zum politischen nicht statt. In längeren Ausführungen berichtete alsdann Genosse Ju größter Lebensgefahr schwebten gestern nachmittag im Hause Nachteile der anderen Wähler für dieses Jahr zu Unrecht beein- Hellrich über die Beratungen und Beschlüsse der letzten GemeindeWeidenweg 12 drei Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren. Sie waren flussen. Letzteres ist zu befürchten, da innerhalb der Gemeinde- vertretersizung. umbeaufsichtigt in der Wohnung zurückgelassen, in der dann aus nicht vertretung ein Sitz der ersten Abteilung frei ist. Auf diefe Tat Mühlenbeck. ermittelter Ursache Feuer ausgefommen war. Die drei Kinder fachen stützt sich nun der Einspruch. In demselben wird der§ 46 In der Versammlung des Wahlvereins berichtete Bärsch zus wurden bewußtlos herausgeholt und von der Feuerwehr unter der Landgemeindeordnung, welcher das Nuhen des Wahlrechts beLeitung des Brandmeisters v. Berg mit Hilfe von Sauerstoff- handelt, herangezogen. Da für sämtliche Gemeindevertreter er- nächst über die Konferenz der Gemeindevertreter der Provinz apparaten wieder zum Bewußtsein gebracht. Die kleinen Kinder fichtlich war, daß dieser Paragraph der Landgemeindeordnung Brandenburg. Anschließend daran gab er den Bericht über die wurden dann den Eltern bei deren Rückkehr übergeben. für die Unrichtigkeit der Wählerlisten in diesem Falle nicht lezte Sigung der Gemeindevertretung, in der der Antrag des Steuerin Betracht kommen kann, versuchten die Vertreter der erhebers Sonntag auf Gehaltserhöhung endgültig abgelehnt Arbeiter Samariterkolonne. Donnerstagabend 9 Uhr: Dritte giveiten Abteilung, die für den Fiskus eingefeßte Steuer- wurde. Ein Antrag Wolland auf Ueberweisung an den SchulAbteilung in Schöneberg bei Wieloch, Grunewaldstr. 110, und vierte höhe zu bezweifeln und durch anzustellende Erhebungen den Be- verband Schönwalde wurde gleichfalls abgewiesen. Die Gemeinde Abteilung in Lichtenberg bei Bedmann, Samariterſtr. 11. Vortrag schluß auf spätere Zeit auszusetzen. Auch unsere Vertreter stimmten hat mit den Leichenträgern einen monatlich fündbaren Vertrag abin beiden Abteilungen über Krankenpflege mit nachfolgenden praktischen für die Vertagung, da auch unsere Partei ein großes Interesse geschlossen, wonach den Trägern als Bürgschaft gegen Kontralt Uebungen. daran haben muß, daß der sichere Besinstand der dritten Abteilung bruch das letzte Trägergeld einbehalten wird, bas ihnen nach nicht durch das Hinunterdrängen des Mittelstandes zweifelhaft wird ordnungsgemäßer Lösung des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt wird. Da die Abstimmung über den Einspruch Stimmengleichheit ergab, Genoffe Meißner erstattet Bericht über die letzte Kreisfonferenz gab der Gemeindevorsteher für die Ablehnung den Ausschlag. Ueber und erwähnt unter anderem auch den Pankower Streit. Weiter be die Verwendung der vom Forstfiskus für 1907 und 1908 gezahlten richtet er über die letzte Arbeitslofenzählung und kommt auf die 127 000 M. Grundwertssteuern wurde beschlossen, dieselben bei der Wohnungsverhältnisse einzelner Arbeiterfamilien zu sprechen, die Streisipartaffe gegen Sparlaffenbuch zu hinterlegen, bis die Klage geradezu fürchterlich seien. Ganz im Gegensatz zu den Polizeides Fistus ihre Erledigung gefunden hat. Nach einem bestehenden vorschriften betreffend Halten von Schlafburschen nächtigen solche Gerücht soll die Eisenbahnverwaltung beabsichtigen, den Bugang zum bis zu neun Bersonen in einem engen Raum. Bahnhof am Adlergestell zu sperren. Hiergegen foll Protest Am 28. März wird Genoffe Stadthagen in einer öffentObgleich ich schon über 16 Jahre in Charlottenburg wohne, find durch die Gemeindeverwaltung eingelegt und gleichzeitig die Eisen- lichen Versammlung ein Referat über Wertzuwachssteuer halten. mir doch erst in diesem Winter zwei Aufforderungen zur Bezahlung bahnverwaltung darauf aufmerksam gemacht werden, daß Spandau. von Kirchensteuern zugestellt worden. Ich fandte beide zurück mit durch die verschieben angelegten und ausgestatteten Bahnhofsanlagen der Bemerkung, daß ich und meine Frau, damals meine Braut, in Grünau, Nieder- Schöneweide, Johannisthal und Baumschulenweg, Die Ergebnisse von verschiedenen Submissionen wurden vorgestern Auf die Lieferung von schon vor 37 Jahren in Berlin aus der evangelischen Landes- gegenüber denen in Adlershof unser Ort start beeinträchtigt wird. im hiesigen Bauamt bekannt gegeben. firche ausgeschieden seien. Damit hielt ich die Sache für erledigt. Während man in den vorbezeichneten Orten die Billettschalter dem 12 000 Bentner Steinkohle für das Wasserwerk waren 6 Angebote Aber einige Wochen darauf kam ein Kriminalbeamter zu Bublifum bequem zugänglich macht, indem man diefelben an den eingegangen. Das höchste Angebot forderte 14 200 wt., bas niedrigste mir in meine Wohnung es war zur Zeit der höchsten Aufregung verkehrsreichsten Stellen des Bahnhofs errichtet hat, wird in Ablers- 13 680 M. Für den Erweiterungsbau des Feuerwehr- Gerätehauses über die Messerstecherei. Er suchte mich zu sprechen und verlangte bof seitens der Eisenbahnverwaltung das Umgekehrte gemacht und an der Neueu Brücke stellte sich die teuerste Offerte auf 1763,65 M., dann, daß ich ihm die amtlichen Bescheinigungen meines und meiner das Publikum gezwungen, um zu den Billettschaltern gelangen die billigste auf 970,02 m. Auf die Umlegung der Be- und EntFrau Austritts aus der Landeskirche vorlege. Ich mußte erst einige zu können, einen Umiveg von zirka fünf Minuten zu machen. wässerungs- sowie der Gasleitungsanlage in der Nauener und Staatener Beit nachfinnen, wo ich die eigentlich hingelegt habe, fand sie aber weiter wurde die Aufnahme einer Anleihe von 285 000 M. für den Straße waren 9 Offerten eingegangen, die zwischen 11 776 M. und glücklicherweise noch und zeigte sie dem Kriminalbeamten, der sich Anbau der zweiten Gemeindeschule bei der Sturmärkischen ritter- 32 681 m. schwankten. Die 5 eingegangenen Offerten für die Herbie Daten notierte und dann ging. Aber ich hatte doch meine Ge- fchaftlichen Darlehnskaffe in Berlin beschloffen. Während vor kurzem ftellung der Kreuzung der Charlottenburger Drudrohrleitung mit der danken darüber, was alles zu ben Obliegenheiten der Kriminal- die Gemeinde die Anleihetverte zum Sturse von 95-97 übernehmen Hafenbahn in der Nähe der Neuen Welt schwankten zwischen 717,13 M. polizei gehört. sollte, erhält sie heute das Darlehen zum vollen Werte. Ale und 2224,68 m. Am legten Ende find es doch immer nur die Arbeiter, wichtigsten Bunft der Tagesordnung fam noch der Etat für aus deren Knochen so viel herausgeschunden wird, daß selbst noch die 1909 zur Beratung und Beschlußfassung. Durch die Heranziehung Unternehmer, die das billigste Angebot abgeben, einen ansehnlichen des Fistus zur Grundwertsteuer für das eingemeindete forst- Ueberschuß für sich erzielen. Es sollte als moralische Pflicht einer fistalische Gelände waren die Steuerzahler in den berechtigten Stadtverwaltung betrachtet werden, in den Ausschreibungen die BeGlauben versetzt worden, daß für sie nunmehr eine Erleichterung in ſtimmungen aufzunehmen, daß für die Arbeiter mindestens die ortsdem Kommunalzuschlage eintreten würde. Der zur Beratung ge- üblichen Tagelöhne gezahlt werden, oder daß bei aktordarbeit der stellte Etat brachte aber eine schwere Enttäuschung, indem statt der Attorbpreis so bemessen wird, daß der Durchschnittsarbeiter dabei Erleichterung eine größere Anziehung der Steuerschraube stattfindet. den ortsüblichen Tagelohn mindestens verdient. Sämtliche Eitel weisen in den Ausgaben bedeutend höhere Summen Genossen im Stadtparlament aber folche Anträge gestellt haben, gegenüber dem Vorjahre auf. Der Einfluß der bestehenden Strife immer wurden sie mit dem Hinweis abgelehnt, man fönne dem piegelt sich aber recht deutlich in den Erträgen aus dem Kommunal- Unternehmer nicht vorschreiben, welche Löhne er zahlen soll. Daß Steuerzuschlage wieder. Troydem eine Erhöhung des Zuschlages von 140 auf 150 Proz. im Voranschlage vorgesehen ist, wird dennoch hieraus eine verminderte Einnahme von 10 480 M. gegenüber dem Vorjahre erwartet. Das find 10 Pro3. bes Steuerfolls. Der Etat würde sich noch ungünstiger gestalten, wenn nicht der ganze Der Achtuhr- Ladenschluß abgelehnt! Betrag eingesetzt wäre, zu welchem der Fiskus veranlagt ist, Bom Regierungspräsidenten in Botsdam ist dem Kaufmännischen und gegen deren Höhe derselbe Klage erhoben hat und wenn nicht Verein für Steglig und Umgegend nachstehendes Schreiben zu die Regierung 3000 M2. zu den Volksschullasten der Gemeinde wider Eine recht angenehme Ueberraschung steht den der hiesigen gegangen:„ Der Antrag ist, wie die vorgenommene Feststellung er- ruflich genehmigt hätte. Dieses ungünstige Bild von den Finanzen evangelischen Kirche angehörigen Personen bevor. Die Kirchenstener geben hat, von weniger als einem Drittel aller beteiligten Geschäfts- der Gemeinde gab nun unseren Vertretern Veranlassung, wiederum soll nämlich von 12 auf 15 Broz. erhöht werden. Es werden inhaber gestellt worden. Ich bin daher nicht in der Lage, weitere auf die Wertzuwachssteuer zu verweisen und zu fordern, daß voraussichtlich dadurch verschiedene Austritte aus der Kirche erfolgen.. Maßnahmen zur Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses in Steglitz Schritte getan werden, um eventuell einen gemeinsamen Beschluß Als seinerzeit die Kirchensteuer mit 10 Broz. eingeführt wurde und zu treffen." Wie wir hören, wird der genannte Verein nochmals der südöstlichen Gemeinden betr. Einführung diefer Steuer herbei- fich eine große Empörung in der Bevölkerung darüber zeigte, gaben eine Agitation zwecks Gewinnung von Unterschriften einleiten und zuführen. Hierzu ist erwähnenswert, daß der Schöffe Bach, welcher die firchlichen Behörden die Versicherung, daß die Steuer jedenfalls dann den Antrag von neuem stellen. Wir hoffen, daß nicht nur sich bisher als der ausgesprochenste Gegner der Steuer aufführte, nicht lange erhoben werde, es handele jich nur um Deckung vorüberunsere Parteigenoffen, fo tveit fie Geschäftsinhaber sind, den sich in diefer Sizung für Einführung derfelben aussprach. gehender großer Ausgaben. Es sind darüber fast 18 Jahre verAntrag unterstützen, sondern daß auch alle übrigen bei ihren Liefe- Der Gemeindevoranschlag weist folgende Einnahmen auf: Kapital- gangen, aber die Kirchensteuer ist nicht nur nicht wieder aufgehoben, ranten in diesem Sinne Propaganda machen. und Vermögensverwaltung 11 369,08 m.( gegen 6974,90 M. im Vor- sondern sogar noch erhöht worden. Der Appetit kommt eben mit jahre), Buschlag zur Staatseinkommensteuer 103 200 M.( 113 680 m.), dem Essen. Grund- und Gebäudestener, 4 vom Tausend des gemeinen Wertes der Grundstücke 166 000 W.( 92 000 m.), Zuschlag zur Gewerbesteuer 26 000 M.( 25 000 m.), Betriebssteuer wie im Vorjahre 600 m., insgesamt 295 800 m. dirette Steuern. An indirekten Steuern sollen erhoben werden: Hundesteuer 3000 M.( 2400 M.), Luftbarkeitssteuer wie im VorEin Messerattentat auf offener Straße jahre 1600 M., Biersteuer 5020 M.( 5500 M.), Umsatzsteuer und Wert- führte gestern den Bügler August Birth unter der Anklage der zuwachssteuer 20 000 m.( 18 670 M.). An Einnahmen aus sonstigen Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges vor die 9. StrafEin Antrag der Gemeindevertretung von Lantwit stand in der Gemeindeeinnahmen werden unter andern erwartet: Marttverwaltung fammer des Landgerichts I. Am Morgen des 23. August v. J. Lehten Gemeindevertretersizung zur Debatte. Darin wurde ge- 2750 W.( 2500 M.), Schul- und Kirchenverwaltung 11 440 m.( 10 000 hatte der Arbeiter Hermann Meier ein sehr gefährliches Abenfordert, die Ortstrantentasse der Gemeinde Zankwig, die Mark), Gemeindeverwaltung 7710 M. wie im Vorjahre, Armen- teuer zu bestehen. Als M. um 5 Uhr zur Arbeit ging, wurde er zur Mariendorfer Ortskrankenkasse gehört, als eigene Ortsverwaltung 9020 M.( 6415 M.). In den Ausgaben ist vorgesehen: von einem Manne angesprochen, der ihn ohne weiteres beschuldigte, frantentasse von Mariendorf zu trennen. Der Für Verzinsung und Tilgung der Gemeindeschulden 49 448,42 M. ihm die Uhr gestohlen zu haben. Der völlig leberraschte stellte diese Vorstand der Mariendorfer Krankentasie hatte gegen diesen Antrag( 41 516,54 02.), an Streissteuern 58 800 m.( 40 000 M.), Straßen- Verdächtigung entrüstet in Abrede und bedeutete dem Unbekannten, ein Schreiben an die Gemeindevertretung gesandt, aus dem hervor verwaltung 26 600 M.( 24 750 M.), darunter für Arbeitslöhne 8700 er folle ihn in Ruhe lassen. In diesem Moment holte der Mann geht, daß die Lantwiger Gemeindevertretung keinerlei selbstlose Mart, Beleuchtung 9500 M. und Besprengung der Straßen 2100 M., ein schon vorher bereitgehaltenes Messer hervor und stach blinds Motive zu dieser Forderung leiten, sondern daß es lediglich einigen Unterhaltung der Schulgebäude 2795 M.( 2701 M.), Unterhaltung lings auf Meier ein, der einen Stich in den Kopf und einen sehr Unternehmern unangenehm ist, von der Mariendorfer Verwaltung der Gemeindegebäude 3554 M.( 2524 M.), Schulverwaltung 112 588 gefährlichen Stich in die linke Lunge erhielt. Der Messerheld gezwungen zu werden, die von den Arbeitern richtig gezahlten Bei Mark( 97 225 M.), Gemeindeverwaltung 71 841,60 m.( 63 091,16 m.), ergriff sofort die Flucht, wurde aber von Bassanten eingeholt und träge auch richtig an die Kasse abzuliefern. Die hiesige Gemeinde- Amtsverwaltung 10 827 M.( 8676 M.), Feuerwehr 3160 m.( 1660.), zur Polizei gebracht. Der Schwerverlette wurde nach einent bertretung erkannte die angeführten Gründe des Krankenkassen- Armenverwaltung 23 590,27 M.( 19 035,27 M.) von denen 9020 M. Krankenhaus geschafft, wo er lange Zeil zwischen Leben und Tod borstandes an und lehnte die Forderung von Lantwit ab. von den zur Erstattung berpflichteten Ortsarmen- resp. Landarmen- schwebte und erst nach drei Monaten entlassen werden konnte. Gegen Wilmersdorf. Die Berliner Leichensammelstellen. Die Berliner Stadtfynode baut auch bei Wannsee eine Leichensammelstelle. Jufolge eines Protestes des Prinzen Friedrich Leopold erfolgte gestern die Einstellung des Baues. Auf die vielfachen Proteste der Gemeinden Wilmersdorf und Schmargendorf, den Bau der Leichensammelstelle bei Wilmersdorf zu inhibieren, ist eine Antwort bisher noch nicht erfolgt. Wie wir erfahren, soll aber der Plan, in Wilmers dorf eine Leichensammelstelle zu bauen, ebenfalls aufgegeben fein. Die Synode soll mit dem Plane umgehen, die Sammelstelle mehr nach Dften in Betracht kommt dann das Tempelhofer Feld und Tempelhof zu verlegen, obwohl dann die Leichenzüge einen längeren Weg zurüdlegen müßten. Steglitz. Seinen Verlegungen erlegen ist der Student der Medizin Heinrich W. aus der Schloßstraße 130 in Steglig, der, wie wir berichteten, in einem Anfall von geistiger Umnachtung in selbstmörde rischer Absicht aus dem Fenster der elterlichen Wohnung auf die Straße hinabstürzte. Mariendorf. So oft unfere diese Einwände lächerlich und durchaus nichtssagend find, liegt auf der Hand. An der Arbeiterschaft Spandaus wird es aber liegen, bei den noch in diesem Jahre stattfindenden Stadtverordnetenwahlen dafür zu forgen, daß für die dritte Abteilung nur sozialdemofratische Stadtverordnete gewählt werden, damit die berechtigten Forderungen der Arbeiter mit dem nötigen Nachdruck im Stadtparlament vertreten werden können. Gerichts- Zeitung. Das Büchtigungsrecht an höheren Lehranstalten, Beim Diebstahl getötet. Ein Liebesbrama. Ein Uumensch. In Roßberg in Oberschlesien schlug ein Bergmann mit einem Snüppel bestialisch so lange auf seine eigene Frau ein, bis sie tot liegen blieb. Tage berichtet: Vor dem kaiserlichen Disziplinarhofe hatte sich Selbstmord eines Angeklagten. Aus Leipzig wird vom gestrigen gestern der Konful Eichle zn verantworten. Während heute bormittag das Urteil beraten wurde, traf die Nachricht ein, daß sich der Angeklagte in seinem Absteigequartier in der Brüderstraße erschossen habe. dent Angeflagten, ber nach seiner Angabe die Tat in der Trunkenheit verübt haben wollte, wurde Anklage wegen gefährlicher Der 2. Straffenat des Reichsgerichts verhandelte am Dienstag Wie aus Effen gemeldet wird, wurde bei dem Versuche, aus Körperverlegung erhoben. Das Schöffengericht nahm an, daß der in der Straffache gegen den Oberlehrer Hermann Faubel, der am der Oberleitung des Rheinisch testfälischen Elektrizitätswertes Angeklagte wohl etwas angetrunken, nicht aber finnlos betrunken 17. November v. J. vom Landgericht I in Berlin wegen Körper- Kupferdrähte zu schneiden und zu stehlen, ein Arbeiter getötet. gewesen war und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von verlekung im Amte in zwei Fällen zu 150 M. Geldstrafe verurteilt Die Leiche blieb mit den Füßen in den Drähten hängen. 9 Monaten. Die von dem Angeklagten gegen diese verhältnismäßig worden ist. Der Vorfall selbst ist noch in Grinnerung unserer fehr milde Strafe eingelegte Berufung wurde von der Straffammer Refer. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgerichte mit tostenpflichtig verworfen. felgender Begründung verworfen: Es ist anzuerkennen, daß für In der Krämerstraße in Hannover spielte sich am Sonntag Tumultuarische Szenen im Gerichtsjaal die höheren Schulen in Preußen gefeßliche Bestimmungen über die ein blutiges Drama ab, dessen Opfer erst am Dienstag aufgefunden Schulzucht nicht bestehen und daß solche höheren Schulen ebensogut worden sind. Der dortige Inhaber eines Fischgeschäfts, der aus ereigneten sich gestern in einer Verhandlung vor der 5. Straf- wie die niederen die Aufgabe haben, nicht nur positive Kenntnisse Ludwigshafen in der Pfalz stammende 30jährige Bautechniker Otto Tammer des Landgerichts III. Wegen Körperverfehung war der den Schülern beizubringen, sondern auch deren Erziehung zu fitt- Beindar, hatte seine Geliebte, die 20jährige Elise Starrie, Fangbeamte Gustav Gerlach angeklagt. Eines Tages im November lichen Persönlichkeiten zu fördern. Ferner ist zuzugeben, daß die die als Verkäuferin in dem Geschäft tätig war, und dann sich selbst vorigen Jahres hieß es in der Lutherstraße: Die Hundefänger Berechtigung und Verpflichtung zur Erziehung sowie die Rücksicht durch einen Schuß getötet. kommen! Dieser Ruf, welcher für alle Hundebesißer ein Alarm auf die Erhaltung der Ordnung in der Schule die Zulässigkeit von signal bedeutet, veranlaßte verschiedene Hundebesitzer, ihre bier- Ordnungs- und Disziplinarstrafen erheischen. Aus keinem dieser beinigen Lieblinge schleunigst in schützende Obhut zu nehmen, da der Gesichtspunkte läßt sich aber die Vornahme von körperlichen Züchtigeringste Defekt an dem Maulkorbe von den Fangbeamten entdeckt wird und eine Buße von drei Mark fordert. Zu diesen Tier- gungen gegenüber Schülern der Untersekunda solcher höheren Lehrfreunden gehörte auch der Schäfereidirektor F., der schleunigst seinen nünftigen Erziehung nicht in Einklang zu bringen, gegen junge anstalten rechtfertigen. Es wäre auch mit den Aufgaben einer verfleinen Terrier herbeirief und in einen Laden hineinbugsierte. In Beute von Bildung, welche sich schon in einem reiferen Alter bediesem Augenblick sprang schon der Angeklagte hinzu und fing den finden, eine Strafart anzuwenden, welche geeignet ist, das EhrHund mit seiner Schlinge. Zwischen dem Besizer und dem Hunde- gefühl zu ertüten sowie Haß und Erbitterung gegen die Lehrer zu häufig ein Strafverfahren zur Folge gehabt haben. Bei diesem erzeugen. Was auf Kinder in niederen Schulen paßt, ist auf solche Streit schlug der Angeklagte plöblich auf F. ein, der durch einen Jünglinge nicht ohne weiteres anwendbar. Der Angeklagte hat hiernach rechtswidrig gehandelt, weil ihm ein Büchtigungsrecht wuchtigen Schlag zu Boden stürzte. Das Schöffengericht Charlottenburg ahndete diese Mißhandlung mit einer Gefängnisstrafe überhaupt nicht zur Seite gestanden hat. Damit hat nun auch das von 3 Monaten. In der Berufungsinstanz behauptete der Ange- Reichsgericht das von uns seinerzeit als durchaus verfehlt bezeichflagte, daß er von dem Zeugen F. zuerst mit einem Spazierstod nete Brügelgutachten eines Vertreters des Provinzialfchulkolle geschlagen worden sei. Der Zeuge bekundete dagegen, daß er nur giums als mit den Gesehen unvereinbar bezeichnet. in der Notwehr von seinem Stode Gebrauch gemacht habe. Diese Aussage brachte den Angeklagten dermaßen in Erregung, daß er den Zeugen mit Schimpfworten förmlich überschüttete. Ehe es der Gerichtsdiener verhindern konnte, ergriff Gerlach einen der vor ihm stehenden Stühle und schleuderte ihn mitten durch den Gerichtssaal nach dem Zeugen F., der noch rechtzeitig beseite sprang, während der Stuhl in Trümmer ging. Das Gericht verhängte gegen den Angeklagten, der in seiner grenzenlosen Wut nur durch das Hinzuspringen zweier handfester Beamten von weiteren Gr zessen abgehalten werden konnte, eine sofort zu vollstreckende Haftstrafe von 3 Tagen wegen grober Ungebühr vor Gericht. In der Sache selbst wurde die Strafe auf einen Monat Gefängnis ermäßigt. Da der Bruder des Angeklagten bekundete, daß dieser, falls er in Haft genommen würde, sofort seine Stellung verlieren und somit ihre alte Mutter des Unterhalts beraubt werde, beschloß das Gericht, die Haftstrafe vorläufig noch nicht zu vollstrecken. Bersäumung des Religionsunterrichts. Herr Fiedler, der aus der Landeskirche ausgetreten ist, ließ feinen Sohn den Religionsunterricht in der Volksschule versäumen. Der Knabe besuchte die Jugendvorträge in der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin. Außerdem erhielt er von seinem Vater dreimal in der Woche Unterricht in Morallehre. Fiedler wurde wegen unbegründeter Schulversäumnis seines Sohnes auf Grund der Berordnung vom 23. September 1904 zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Landgericht führte aus, daß der Knabe den Religionsunterricht in der Schule nur hätte versäumen dürfen, wenn er einen gleich wertigen Religionsunterricht anderweitig erhalten hätte. Ob das auf den Ersatz zutreffe, den der Angeklagte ihm bot, habe nicht der Richter, sondern die Schulbehörde zu prüfen. Die Schuldeputation habe aber die Dispensation bom Religionsunterricht in der Schule abgelehnt. Der Sohn des Angeklagten hätte somit daran teilnehmen müssen. Fiedler legte Revision ein und machte geltend, er habe auf den Sohn feinen Gewissenszwang ausüben lassen wollen. Wenn die Eltern darüber einig feien, könnten sie auch selbst bestimmen, wie ihr Kind in religiöser Beziehung erzogen werden solle. Er habe seinem Sohne die Bibel im atheistischen Sinne erklärt, unter Hervorkehrung des Grundfazes: Liebe deinen Nächsten wie dich felbst". Das Kammergericht verwarf die Revision. Ob ein Kind den richtigen Unterricht erhalte, habe die Unterrichtsverwaltung zu prüfen. Daran sei das Gericht gebunden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 4. März. Anfang 7 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen:| Das Eisen. Sternmarie, Invalidenftr. 57/62. Lessing- Theater. Donnerstag 8 Uhr: Der König. Freitag 8 Uhr: Der König. Sonnabend 7, Uhr zum 1. Male: Griselda. Von Gerhart Hauptmann. Rönigl. Opernhaus. Bajazzi Berliner Theater. Versiegelt. Königl. Schauspielhaus. Die bersunkene Glode. Deutsches. Revolution in Krähwinkel. Heute 8 Uhr: Einer von unsere Lent'. Morgen: Einer von unsere Leut'. Kammerspiele. Der at Neues Theater. Arzt am Scheideweg.( Anf. 8 11hr.) Neues Schauspielhaus. Fauft. I. Zeil. Anfang 8 Uhr. Leffing. Der König. Berliner. Einer von unsere Leut'. Thalia. Wo wohnt sie denn? Komische Oper. Lazuli. Neues. Die fremde Frau. Kleines. Moral. Sebbel. Revolutions hochzeit. Lustspielhaus. Im Klubfeffel. Residenz. Kümmere dich um Amelie. Schiller 0.( Wanner beater.) 9 Die Braut von Messina. Schiller Charlottenburg. Rechts herum. Anfang 8 Uhr. Die fremde Frau. ( La femme X...) Morgen und folgende Tage: Die fremde Fran. Theater des Westens. Allabendlich 8 Uhr: Vermischtes. Der starke Schneefall Zehn Personen verbrannt. Einer Meldung aus New York zufolge ist gestern dort in einem von Italienern und Franzosen bewohnten Mietshause Feuer ausgebrochen. Zehn Personen sind umgefommen. Zentralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Südwest. Heute abend 9 Uhr Sigung im Restaurant J. Meyer, Dranienstr. 108. Bezirk Rigdorf. Heute Donnerstag, abends 9 Uhr: Sigung in den Bürgersälen, Bergstr. 147. Kollege Bagel spricht über: Die Lohnfrage im Handelsgewerbe". Gäste willkommen. Eingegangene Druckfchriften. Heute abend hat, wie wir bereits gestern meldeten, auch im Reiche und im Auslande zu großen Verkehrsstörungen geführt. Nach den vorliegenden 9 Uhr: Sigung bei K. Eichhorn, Danziger Straße 98. Gäste willkommen. Leje: und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht".. " Nachrichten ruhte der Straßenbahnverkehr in Potsdam gestern vormittag vollständig; erst nachmittags gelang es, den Verkehr teilweise aufzunehmen. Die Breslauer Eisenbahndirektion teilt mit, daß der gesamte Betrieb auf der Strede Lande shutAlbendorf wegen Schneeverwehungen auf unbestimmte Zeit ein- Genossen, ist soeben Hest 6( Märzbeft) erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Bom Kampf", der Wiener Monatsschrift der deutschösterreichischen gestellt ist. In der Provinz Posen herrschen ununterbrochen Start Renner: Der Gesehentwurf über die Sprachenfrage. Otto Bauer: Schneestürmte. Ein Handwerksbursche wurde erfroren auf Die Einheit des deutschen Sozialismus. Leopold Binarsky: Niedergefunden. Aus Böhmen laufen Meldungen über Schneestürme österreichische Organisationsprobleme. Friedrich Abler: Wozu brauchen wir Theorien? Julius Start: Bergrechtsreform. Ernst Lieben: im Riesen und Erzgebirge ein. Die Straßen sind unpassierbar. Sozialversicherung und Sozialhygiene. Michael Sch a cher!: Ein viermehrere Eisenbahnlinien mußten den Verkehr einstellen. In In monatlicher Bierboykott und seine Birkung auf die Arbeiter. Jakob NeuTirol führten die niedergegangenen Schneemassen zu großen mann: Propaganda der Tat. Fanny Görgner( Böhmisch- Reipa): Lawinenstürzen und Verkehrsstörungen. Der Verkehr der Süd- schaftliche Literatur. Die Arbeiter bibliothet: Der Arbeiterschuk. bahn im Bustertal wurde eingestellt; ebenso der Verkehr Preis des Einzelheftes 50 Heller. Abonnement pro Jahr 6 Kronen. auf der Balsuganabahn. Bei Lienz riß heute vormittag eine ,, L'annexion de la Bosnie et la question serbe". 2 a wine ein Wohnhaus weg und drückte ein zweites ein.( Die Anmerion Bosniens und die serbische Frage) von Jovan Cvijic. Drei Personen wurden dabei verschüttet. Zwei fonnten bereits als Paris 1909. Berlag Hachette. X und 70 S. und 2 Starten. Leichen geborgen werden. Ein 9jähriger Knabe ist noch verschüttet. In dem Dorfe Tassei ist eine Lawine niedergegangen und hat atvei Häuser verschüttet, in denen sich dreizehn Personen befanden. Militär ist zur Hilfe eingetroffen. Die Arbeiterinnen und die Sozialdemokratie. Bücherschau: Gewert Witterungsübericht vom 3. März 1909, morgens 8 thr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke 745 NW Wetter 3 Schnee Swinembe 739 NNW 5 Schnee Berlin gamburg 746 WNW 2 bedeckt Franfj.a.M. 749 S Ründen 751 Zemp. n. E. 5°. 4° N. Stationen Barometer fland mm richtung Wind 28indstärke -4 Haparanda 761 M -5 Petersburg 753D -4 Scilly -3 berbeen -5 Baris Wetter Zemb. n. T. 4 wolfenl- 23 1 Schnee 3 746 NNW 4 wollig 1 748 Still heiter 4 745 SSD 3bedeckt-8 London liegt völlig unter Schitee. Vorgestern abend gegen 10 Uhr fegte ein heftiges Schneetreiben ein. Jnnerhalb einer halben Stunde waren die Straßen mit einem weißen, dicken Mantel bedeckt. Der Schneesturm, der über London hinweggegangen ist, hatte bis zum frühen Morgen noch nicht aufgehört, und bei Theaterschluß lag bereits ein Fuß hoher Schnee. Als die Theater schlossen, waren die eigenartigsten Szenen auf den Londoner Straßen zu beobachten. Da es so gut wie unmöglich war, Droschten zu erhalten, Wetterprognose für Donnerstag, den 4. März 1909. mußten die Damen in großer Toilette bis zu den Knöcheln im Schnee nach den nächsten Untergrundbahnftationen waten, um über- und gelindem Grost; keine erheblichen Niederschläge. Aufllarend, aber noch veränderlich Bei meist schwacher Luftbewegung haupt nach Hause zu gelangen. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Donnerstag, abends8ubr: Die Braut von Messina. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Freitag, abends 8 Uhr: Rechts herum. J Schiller Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8ubr: Rechts herum. Schwant in 3 Atten v. Hans Gaus. Freitag, abends 8 Ubr: 8um erstenmal: Die Karolinger. Sonnabend nach m. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Das Erbe. Rechts herum. Luisen- Theater. Rixdorfer Theater Abends 8 Uhr: Bis früh um fünfe. Freitag: Bis früh um fünfe. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Abends: Bis früh um fünfe. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Mädchen auf Jrrwegen. 8 Uhr: Bis früh um fünfe. Montag: Der Störenfried und: Die Dienstboten. Bergstraße 147. Sonntag, den 7. März 1909: Gastspiel des Herrn Hans Schrötter vom Hoftheater in Wiesbaden: Maria Stuart. Wien SW 750 2 3 bedeckt 5 heiter 1 woltig Urania. Berliner Betterbureau. XIV. Saison! Wissenschaftliches Theater. Zirkus Busch. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von Abbazia bis Korfu. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Rathgen: Das Eisen. Passage- Theater. Berlin beherbergt die sechs schönsten Mädchen der Erde! The 6 Sisters Lorrison die englischen Schönheiten. Das großartige März- Programm! Trauerspiel in 5 Att. v. Fr. v. Schiller. Piloty von Kaulbach Anfang 74, Uhr. Metropol- Theater Täglich 8 Uhr: Donnerwetter- tadellos! Der tapfere Soldat. DERNHARD ROSE THEATED Revue in 10 Bildern v. Jul. Fround. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. Donnerstag, 4. März, Anfang 8 Uhr: # spielhaus. Sean. Westen. Der tapfere Soldat, Luisen. Bis früh um Fünfe. Trianon. Der Satyr. Kean. Freitag: Kean. Sonnabend: Stean. Gr. Frankfurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aften von Schiller. Wochentagspreise. Freitag: Minna von Barnhelm. Musik von Paul Lincke. Regie Direktor Schultz. Massary Perry Holden Bender Taciano Franz Amon 10 erstklassige Variété- Attraktionen. alast- Theater Pal Burgstraße 24, 2 Minuten vom Bahnhof Börse. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7%, Uhr. Giampietro Kettner Das großartige Märzprogr. Pfann -w Thielscher. Nenes Cperetten. Die Dellot Lustspielhaus. Gastspiel- Theater Collo prinzessin. Berliner Operetten- Theater SW. Abends 8 Uhr: 815 Theater Zum erstenmal: 815 Das Himmelbett.( Anf. 8, Uhr) Im Klubsessel. 8. Köpenickerstr. 68. 8. Der junge Papa. Bernhard Noie. Die Räuber. Gastspiel Theater. Sherlod Holmes. Bürgert. Schauspielhaus. Der Zum 521. Male: Militärſtaat.( Unfang 8% Ubr.) stöniggräter Str. 57/58. Anf. 8 ur. Sherlock Holmes Gebrüder Herrnfeld. Die beiden Bindelbands. litäten. Hebbel- Theater Revolutionshochzeit. Uhr. Operette in 1 Att von Aller. Engel u. A. Neidhardt. Musik v. Edm. Eysler. In Szene gefett v. Heinz Gordon. 10 Uhr: 10: Etelke Stoll Georg Gailer Marguerite u. Adriel 12 Attraktionen 12 Seine Geliebte. Schwant in 1 ft. Familienkarten, wochent. halbe Preise, überall gratis zu haben. Casino- Theater Der junge Papa. Spezia- Neues Operetten- Theater, Bürgerliches Schauspielhaus Alice Norton. Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Metropol. Donnerwetter Ios. tabel Wintergarten. Spezialitäten. Cart Haverland. Spezialitäten. Bañage. Spezialitäten. Reichshallen. Schiffbauerdan 25, a. d. Luisenstr. Abends 8 Uhr: Die Dollarprinzessin. Kastanien- Allee 7-9. Heute Donnerstag, abends 81, Uhr: Operette in 8 Alten von Leo Fall. Der Militärstaat. Stettiner Gänger. Residenz- Theater. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Ein lediger Chemann.( Anf. 8 Uhr.) Kafino. Rußland. Spezialitäten. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr: Freitag: Der Schwabenstreich. Sonnabend wegen Privatfestlichkeit gefchloffen. Parodie- Theater. Gustav Behrens. Gaflipiel 5. Dr. Kümmere Dich um Amelie." Dresdener Straße 97. Anf. 8%, Uhr. Latouré. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Parodie. Siegel fiegelt alles. Alles fürs Stind. Dder: Die Folgen eines Rendezvous.( Auf. 8 Uhr.) Schwank in drei Aften( vier Bildern) von Georges Feydeau. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Sonntag. 7. März, nahm. 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Sirgel siegelt alles! oder: Der Backfisch in Nöten. Borher: Alles für's Kind! oder: Die Folgen eines Rendezvous. Breise b. Sippläge: 20, 40, 75 Bj., 1 M. Dazu: Die hervorragenden März. Attraktionen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Bum Schluß: Der Kompagnieball. Militärische Qumoreste von Meysel. Anfang wochentags 8 Uhr, Sonnt. 7U. Das neue März- Programm! Moto Boy- Mensch oder Maſchine? Das urkomische Linné Duett. Neu! Walzernacht. Neu! Rußland. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Theater Variété Brillant ( City- Passage) Dresdener Str. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich: Auftreten von nur erftflaffigen Spezialitäten bei gänz lich freiem Entree, auch Sonntags. Sonnabend und Sonntag nach der Borst.: Gr. Freitauz. Kinematograph. Donnerstag, 4. März, ab. 7%, Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Um ca. 9 Uhr d. weltber. Schimp. Konsul Peter! und die neuen glänzenden Spezialitäten. Die Schwestern Truzzi. Die Briatores, Jongleure zu Pferde. Die Grice. Clown Pepino. Ferner als Gast Herr Otto Schumann, Schulreiter. Um ca. 9, Uhr: Auswanderer! Drig. Brachtausst.- Bant. d.8. Busch W.Noacks Theater Direktion: Rob. Dill, Brummenftr. 16. Benefiz für Udo Hurst. Verrat und Liebe oder: Die Giftmischerin. Anfang 8%, Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz. Sonnabend zum erstenmal: Der Vampyr von London. Gebrüder HerrnfeldAnfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Spielplan Allabendlich: Die beiden Bindelbands. Die OriginalKlabrias- Partie. Beide Komödien mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Folies Caprice 8um 84. Male: Ein lediger Ehemann. Anfang 8%, Uhr. Zirkus Schumann Freie Boltsbühne Donnerstag, 4. März, ab. 7, Uhr: Gr. Wohltätigkeitsvorst. zum Besten des Nationaldanks für Beteranen d. XII. Kreiskommissariates. Debüt! Debüt! Nur kurzes Gastspiel, da für Amerita auf gr. Turnee verpflichtet. Obrenovici Christice George Milan, Sohn des Königs Milan V. Serbien. Neu! Neu! !! Amerikanische Lynchjustiz!! Mr. Fred. Rithlow gefesselt v. Pferde geschleift, wird fich entfeffeln und verkleiden. Nur noch einige Tage: Tiberio, b. Münzenbrecher, hebt einen Elefanten! der drollige Paet, Schimpanse Um 9 Uhr: Golo, der Seeräuber sowie das Riefenprogramm! Im Neuen Schauspielhaus: Maxim Gorki: Nachtasyl Szenen aus der Tiefe. Rabagas. Kleist: Die Sünde. Hebbel: Der zerbrochene Krug. Der Diamant. Im Thalia= Theater: Ludwig Anzengruber: Der Fleck auf der Ehr. Im Herrnfeld- Theater: Sonntag, den 7. März Sonntag, den 14. März Sonntag, den 21. März • Nr. der Mitgliedskarte • 801-1600 4801-5600 6401-7200 Der Probekandidat. Einige Mitglieder zu den Abendabteilungen können sich Gustav 240/10 BehrensTheater. Goltzstr. 9. Gastspiel des Mr. Latouré mit seinem : weltberühmten Zwergtheater: und die übrigen erstklassigen Spezialitäten. Anfang 84 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Berliner Eis- Palast Bis 12 Uhr nachts geöffnet. Heute von 6-8 Uhr geschlossen. Abends 8 Uhr: Erster Abend der Sportwoche. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Neues Programm. Elite- Soiree Tanzkränzch. vont Hoffmanns Nordd. Sängern Großer Erfolg bon: Im Wein ist Wahrheit. Lustspiel in 1 Aft. ( Jubelnder Beifall aller Schlager). Beg. Sommt. 5, wochent. 81. 17L* Nur einmal jährlich! Inventur- Extrapreise! Partie große Eine Diwandecken auf beiden Seiten benutzbar Wert Mk. 4,35( 6,75) noch in den Zahlstellen melden. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Volkslieder- Abend Sonntag, den 7. März 1909, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Herr Robert Kothe( Lieder zur Laute) Margarete Walkotte( Rezitationen aus des Knaben Wunderhorn). Entree 50 Pf. [ 1185b] Abendkasse 60 Pf. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Zigarrenhandlung, Engel- Ufer 15. 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Donnerstag, den 4. März 1909: Börsenfieber. Luftfp. in 4 ft. v. Dr. B. v. Schweizer. Anf. d. Borst. 8, Sassenöffnung 7 Uhr. Konzert 72 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Sonntag, 7. März: Börsenfieber. Montag, den 8. März: Soiree der Lustigen Sänger. kaufen Sie Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Karl Bufe am 28. v. Mts. an Schlagadererweiterung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet heute Donnerstag, den 4. März, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmied Friedrich Kanopka am 28. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. PaulsKirchhofes in Plögensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 112/15 Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin.) Am Dienstag, den 2. März, starb unser Mitglied Paul Miersch an Lungenschwindsucht. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. März, nachmittags 3 Uhr, bon der Halle des Bions- Kirchhofes, Nordend, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 63/7 Die Ortsverwaltung. Am 28. Februar, nachmittags 33 Uhr, verschied nach kurzem aber schwerem Leiden mein lieber Man, unser guter Vater, Bruder, Schwager, Dntel und Schwiegeram billigsten fon, der Bierfahrer direkt in der Fabrik Stallschreiberstraße 57 am Moritzplatz, Hof Fabrikgeb. R. Harnack, Tischlermeister. Teilzahlung. und Wurst Karl Kundmüller im 32. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Emma Kundmüller geb. Schreiber nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. März, nachmittags um 4 Uhr, von der Halle des Urban- Krankenhauses aus statt. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage hiermit den Ge nosjen des bierten Wahlkreises, Bezirk 368, sowie allen Verwandten, vorzüglichen Freunden und Bekannten herzlichsten Kuhläfe in Netto 9 Pfd. 3,50 M. Fer Räucherwurst für 9 M. Bei 1 Kolli Käse Wurst zusam. Dant. Namens der Hinterbliebenen: Frau Anna Bartel. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzalles franto licher Teilnahme anläßlich des Todes Deutschland meines Mannes sage allen Freunden gegen Nachnahme od Boreinsendung. und Bekannten sowie dem WahlEigene große Schweinemast! berein des sechsten Streises, dem Jeder Bersuch sichert mir dauernde Verein freier Gaitwirte, den Freunden des Circon- Glühlampen- Werkes Stuben. Franz Krumbach, 12865 Käserei, Brüssow U./m. Husten, Heiserkeit beseitigen wunderbar leicht und schnell die berühmten Buntpersische doppelseit. Herren- Stoff- Reste Wer- Stoff- hat Hustentropfen Diwandecken Wert Mk. 7,50-8,75( 12-15 M.) 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Stellmacher August Wulff ( Gubenerstr. 58) geflorben ist. nachEhre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. März, mittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorftand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 2. März, verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Richard Müller Danzigerstr. 74. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Gethsemane- Stirchhofes, Nieder- Schönhausen- Nordend, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/6 Der Vorstand. Verband d. baugewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Nord- Ost. Am Dienstag, den 2. März, verstarb nach kurzer Strankheit an Influenza und Lungenentzündung unser treuer langjähriger Stollege Richard Müller. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des GethsemaneKirchhofes in Nieder- SchönhausenNordend aus statt. 29/3 Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berl. Reichstagswahlkreises. Todes- Anzeige. Am 1. März verstarb unser Mitglied, der Schlosser Für die vielen Beweise herlicher Hermann Otte Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, unferes guten Vaters 1282b Hermann Großkopf, Bohnsdorf, sagen wir allen Freunden und Bekannten, sowie dem Deutschen Holzarbeiter Verband, der Firma Bechstein, den Kollegen und der Unterstüßungstaffe der Firma Bechstein, dem Vorstand, Aufsichtsrat, Ge nossen und Kolonisten der Arbeiter Baugenossenschaft" Paradies" unseren herzlichsten Dant. Witwe E. Großkopf nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise der Liebe und Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Baters, des Schloffers 1283b Gustav Krahn sagen wir hierdurch herzlichen Dant. Die trauernde Witwe Anna Krahn nebst Stindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes herzensguten Baters, des Gastwirts Friedrich Weber jagen wir allen Freunden und Bekannten un seren innigsten Dank. 1275b Christine Weber geb. Bülling nebst Tochter und Sohn. Müllerstr. 156. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nazareth Kirchhofes in Reinickendorf- West, Berliner Straße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 225/5 Der Voritand. = Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. 234/12 Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, Tischler Otto Meinke ( 5. Bezirk) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, nachmittags 3, Uhr von der Halle des neuen Jakobitirchhofes( Hermannstraße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die vielen ſammlungen u. Feſtlich feiten jeber art. Empfehle meine Räume au Ber: Dr. Simmel, Prinz enstr. 41. erbigung meiner lieben Frau fage Fremdenlogis, Kegelbahn. Prompte Spezialarzt für Bedienung. Großer Mittagstisch. Haut- und Harnleiden. Donnerstag und Freitag frei, paffend 10-2.5-7. Sonntags 10-12, 2-4. für Bereine. Jeden Sonntag: Tanz bei freiem Eintritt. Den geehrten Bereinen und Gesellschaften halte mich Pianino, efter Hoflieferanten Strandbenden bei der Bea ich allen Berwandten und Bekannten, vor allem aber meinen Kollegen der Firma C. B. Goerz, App.- Baudreherei, sowie den Genossen vom 537a. Bezirk 1281 des 6. Wahlkreises meinen herzlichsten Paul Nagel. firma, weit unter Bert Dant. beftens empfohlen. Franz Merkowski. fofort verfäuft. Französischestr. 15, I r. Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Nixdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanftalt Baul Sinaer& Co.. Berlin SW. Nr. 53. 26. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 4. März 1909. 12. Generalversammlung des Verbandes der Maler. Köln, 2. März 1906. Der Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder hält seine 12. Generalversammlung vom 2. März an im Kölner Volkshause ab. Der im Druck erschienene Geschäftsbericht für die Jahre 1907 und 1908 weist darauf hin, daß die Entwicklung des Verbandes in dieser Zeit infolge des wirtschaftlichen Niederganges nicht den Erwartungen entsprochen babe. Die Krisis und die große Arbeitslosigkeit im Berufe wirkte hemmend auf die Agitation ein. Die Zahl der Mitglieder stieg nur von 34 746 auf 36 319; im Durchschnitt betrug fie im Jahre 1908 36 626, im Jahre 1907 39 009, im Jahre 1908 39 485. Berlin, daß die Generalversammlung darüber entscheide. Der Ausfchuß mußte auch einige Beschwerden über verweigerte Maß regelungsunterſtügungen ablehnen. Den Bericht für das Verbandsorgan gibt der Redakteur Mart. Der Redner flagt aber über die mangelnde Mitarbeit der Kollegen. Die gewonnenen Mitarbeiter aus anderen Kreisen haber sich bewährt. Der Kampf in der Presse gegen das Unternehmertum war schärfer als früher. In Fluß mit der Organisation können die Mitglieder nur bleiben, wenn sie das Verbandsorgan cifrig lesen, und wenn möglich, auch daran mit arbeiten. Hierauf wird die Diskussion über die Geschäftsberichte die Vortragende, kann man die verschiedensten Ansichten hören, die sich hauptsächlich nach drei Richtungen hin bewegen. Man verhöhnt und verspottet die Bestrebungen der Frauen, die sich politisch bes tätigen wollen; man bekämpft sie und man zollt ihnen auch An erkennung. Die Spötter find die Spießer, die mit der alten Weisheit kommen, daß die Frau ins Haus gehöre; sie begreifen nicht, daß es einer ungeheuren Zahl von Frauen heute gar nicht möglich ist, sich einer Familie zu widmen. Die Zeit liegt weit hinter uns, in der die Frau im Hause ihren Lebensinhalt, sowie auch ihren Lebensunterhalt fand. Das war zur Zeit, als die agrarische Produktionsweise vorherrschte und die Frau Universals handwerkerin war. Die Verhältnisse haben sich geändert, und das vergessen diejenigen, die uns den Kampf ansagen, die unseren Bestrebungen am liebsten mit Gewalt entgegentreten möchten, um sie Im Jahre 1907 wurden 180 Lohnbewegungen in 760 Drten mit eröffnet. Sie nimmt den ganzen ersten Verhandlungstag in An- lutionär, die wirtschaftstechnische Entwickelung, die Verhältnisse untzu unterdrücken. Diese Gegner sehen nicht, daß der größte Revo4182 Betrieben und 18 596 Beschäftigten geführt, von denen 58 in spruch. Viele Delegierte beschweren sich darüber, daß der Vorstand gewandelt hat. Für die große Dame waren diese Veränderungen in 99 Orten mit 1806 Betrieben zu Streits oder Aussperrungen bei Gewährung von Unterstützungen, namentlich von Maßregelungs- interessant und vorteilhaft, die Frau des Mittelstandes wurde hart führten; außerdem war der Verband noch an 35 anderen Be- unterſtüßungen, allzu sehr nach dem Buchstaben des Statuts ver- davon getroffen, und für die Frau der Arbeiterklasse wurden die wegungen beteiligt. Von den Bewegungen endeten mit Erfolg 123, fahre, nicht aber den einzelnen Fall beurteile. Ihnen wird erwidert, Folgen verhängnisvoll. Die Arbeiterfrauen mußten in die Fabriken mit teilweisem Erfolg 4, ohne Erfolg 17. Für 3576 Personen wurde daß sich die Beschwerden über Maßregelungsunterstützung auf jeder gehen, hinaus aus dem Hause, in den Kampf ums Dasein hinein. eine Arbeitszeitverkürzung von wöchentlich 12 036 Stunden er Generalversammlung wiederholen. Es kann auch nicht jede Differenz Wir zählen jetzt über 8 Millionen erwerbstätige Frauen und reicht; ferner für 12924 eine Lohnerhöhung, die wöchentlich zwischen Unternehmer und Arbeiter als Maßregelung angesehen Mädchen, die in allen Griverbszweigen zu finden sind. Der Hauptzusammen 25 712,18 M. ausmacht. Die Soften beliefen fich werden. Früber sei es gefährlicher gewesen, für die Organisation grund, daß immer mehr weibliche Arbeitskräfte angestellt werden, auf 194 450 M. Im Jahre 1908 wurden 159 Lohnbewegungen zu agitieren, aber man fei nicht so oft um Maßregelungsunterstügung besteht für die Unternehmer darin, daß die weiblichen Arbeitskräfte in 173 Orten mit 3862 Betrieben und 14 039 Beschäftigten geführt, eingekommen. Wer nur in die Organisation kommt, um unter allen billiger zu haben sind als die männlichen. Daraus ergibt sich von denen 50 in 64 Drten mit 1080 Betrieben und 5979 Be- Umständen zu Unterstützungen zu gelangen, der sei für die Organi- schon, welches Lebensinteresse für das arbeitende Wolk überhaupt schäftigten zu Streits oder Aussperrungen führten. Außerdem war fation noch nicht reif. darin liegt, daß die Arbeiterinnen begreifen lernen, daß sie sich die Organisation noch an 31 anderen Bewegungen beteiligt. Von Die Verhandlungen werden hierauf auf Mittwoch früh vertagt. gewerkschaftlich und politisch organisieren müssen. Die Hausfrau diesen Bewegungen endeten mit Erfolg 95, mit teilweisem Erfolg 25, braucht die Politik nicht erst aufzusuchen, die Politik kommt zu ihr ohne Erfolg 8. Es wurde erreicht: für 2993 Personen eine ArbeitsAus Induftrie und Handel. ins Haus durch die Fleisch- und Brotteuerung und andere Wirzeitverfürzung von wöchentlich 5599 Stunden, für 11 540 Personen fungen der Zollpolitik. Es kommt nur darauf an, daß die Frau sich eine Lohnerhöhung, die zusammen 13 412,24 M. in der Woche die Mühe gibt, über die Ursachen nachzudenken und dann willens beträgt. Diese Bewegungen verursachten eine Gesamtausgabe von 201 948,87 m. Mütter find die Maßnahmen in der Kommunalpolitik so wichtig, ist, zur Bekämpfung der Ursachen ihr Teil beizutragen. Für die daß man meinen sollte, sie müßten alle den größten Anteil daran nehmen, wie die Kommune verwaltet wird. Wer aber Rechte wünscht, muß diese Nechte sich erkämpfen. Die Rednerin erläuterte an zahlreichen Beispielen, wie die Interessen der Frauen eng berknüpft sind mit allen Vorgängen im öffentlichen Leben. Sie schloß Die Diskonto- Gesellschaft hat das letzte Geschäftsjahr mit einem in unsere Reihen, Klassenfämpferinnen zu werden und die Kinder mit einem warmen Appell an die anwesenden Frauen, einzutreten Bruttogewinn von rund 29 Millionen Mark abgeschlossen, gegen 273 Millionen Mark für 1907. Der Reingewinn, der nach dem zu Rekruten für den Klassenkampf zu erziehen.( Lebhafter Beifall.) vorjährigen Ausweis 18 958 981,16 m. betrug, stellt sich für diesmal sprache und forderte zum Eintritt in den Wahlverein und zum Die Vorsitzende, Genossin Wengels, hielt eine kurze Anauf 20 070 579,57. Hieraus follen, wie im Vorjahre, 9 Proz. Abonnement für die„ Gleichheit" auf. Dividende gleich 15 300 000 m. Tantieme für den Aufsichtsrat beträgt 447 368 M., für neue Rech- Unterstüßungsvereinen, das seien die gelben Bereine in den Fas In der Diskussion warnte eine Rednerin vor den sogenannten nung verbleiben 1383 737 N. briken. Ein Herr, der sich als Mitglied der freisinnigen Volks partei bezeichnete, trat auf und versuchte vergeblich für den LibcWahlverein aufnehmen. ralismus Propaganda zu machen. 60 Frauen ließen sich in den Der Verband hatte in beiden Jahren eine Einnahme von 1795 583,40., eine Ausgabe von 1560 367,64 M. Das Vermögen betrug am Schluffe des Jahres 1908 in der Hauptkasse 581 929,63 Mart, mit den Beständen der Filialen 782 754,78 W. An Unterstützungen wurden in der Berichtszeit ausgezahlt: Reifeunterſtügung 23 272,28 M., Maßregelungsunterstützung 11 859,05 M., Krankenunterstügung 186 663,65 W., Sterbeunterstützung 27 445 M., für Rechtsschutz 4109,03 M. Das Verbandsorgan verursachte eine Aus gabe von 85 340,70 M. Für die Agitation wurden 76 101,80. Vor Eintritt in die Verhandlungen werden einige Behauptungen des Organs der freien Gast- und Schantwirte als unwahr zurück gewiesen. In dem Blatte war ausgeführt worden, daß die Delegierten in einem bürgerlichen Gasthause einlogiert seien, das der Arbeiterbewegung feindlich gegenüberstehe, während man das Vollshaus ganz ausgeschaltet habe. Das sei nicht wahr, richtig sei vielmehr, daß alle verfügbaren Betten im Voltshaus in Anspruch genommen feien. aufgewendet. Die Generalversammlung ist von 77 Delegierten besucht, außerdem find die Vorstandsmitglieder und 7 Bezirksleiter anwesend. Die Redaktion des„ Vereinsanzeigers" ist durch Kollegen Mart, der Ausschuß durch den Landtagsabgeordneten Leinert vertreten. Hierauf erstattet Tobler den Rechenschaftsbericht des Borstandes. Krise. Die Zeche Chamrod hat in 10 Tagen 3 Feierfchichten eingelegt. Am Dienstag ruhte auf mehreren Gruben der Betrieb. In der Fränkischen Metallschläger- Industrie- Zentrale Schwabach erhielten 658 Arbeiter und Arbeiterinnen die Kündigung. Die Betriebe sollen vorläufig auf 4 Wochen stillstehen. Auch viele Kleinmeister werden dadurch existenzlos. grube. berteilt werden. Die Vom oberschlesischen Kohlenbergbau. Das Jahr 1908 war für die oberschlesischen Kohlenmagnaten, wie das die fürzlich erschienene Statistik der oberschlesischen Steins fohlengruben zeigt, ein ungemein profitreiches. In die Statistik Die öffentliche Frauenbersammlung, die in der find 58 Gruben aufgenommen. Diese beschäftigten 106 575 Arbeiter Wrangelstraße 11 tagte, erfreute sich ebenfalls eines guten Besuchs. gegen 95 932 im Vorjahre. Die Gesamtzahl der verfahrenen Arbeits- Genossin Wurm referierte. Sie widerlegte die immer nochy oft tage ist von 26 267 686 auf 31 179 301 gestiegen. Die Gesamt- gehörte Mär, daß die Frau nicht ins öffentliche Leben, sondern ins förderung belief fich auf 33 953 856 Tonnen gegen 32 221 971 Tonnen aus gehöre und daß die Unterordnung der Frau unter den Mann im Vorjahre. Der Absatz erhöhte sich von 29 551 550 Tonnen auf etwas Natürliches sei. Dabei erinnerte sie an die Zeit des MutterTobler ergänzt den im Drud vorliegenden Bericht durch den Nach: 260 704 665 M. auf 291 659 402 W., gleich 11,87 Proz. oder pro gewesen sei. Erst mit dem Eintritt des Privateigentums in die 30 914 485 Tonnen, also um 4,61 Proz. Der Erlös stieg von rechts, wo die Frau nicht bloß gleichberechtigt, sondern vorberechtigt trag, daß eine genaue Erhebung veranstaltet worden ist, um die Dauer der Zugehörigkeit der abgegangenen Mitglieder zur Organi- Tonne durchschnittlich von 8,870 m. auf 9,472 M. oder um 6,79 Broz. Geschichte habe die Frau jene Rechte verloren. Rednerin entwarf sation und ihr Alter festzustellen. Im letzten Jahre find nur den höchsten Tonnenpreis, nämlich 11,53 M., erzielte die Myslowig- dann in großen Zügen ein Bild unserer modernen wirtschaftlichen, 15 000 Aufnahinen gegenüber 22-24 000 in früheren Jahren erzielt sozialen und politischen Verhältnisse. Sie hob hervor, daß die proWie hoch im Jahre 1908 die Gefamtsumme der Arbeiterlöhne letarische Frau heute dreifach belastet fei: als Hausfrau, als worden. Im Jahre 1908 sind von den Mitgliedern 25,7 Proz., im Jahre 1907 25,9 Proz., im Jahre 1908 26,3 Proz. wieder abgegangen. war, das verschweigt diesmal die Statistik. Wenn wir jedoch berück- Mutter und als Arbeiterin im Erwerbsleben, sie trotzdem aber nicht Von den ausgetretenen Mitgliedern standen 16,9 Proz. im Alter von sichtigen, daß im 1. und 2. Viertel des Jahres 1908 nach der an der Gefeßgebung mitwirken könne. Die einzige Partei, welche 30 bis 35 Jahren, 10 Proz. im Alter von 35 bis 40 Jahren. Im offiziellen Statistik der Durchschnittslohn pro Schicht gegenüber den die Gleichberechtigung der Frau auf allen Gebieten fordere und Alter von 18 bis 30 Jahren standen nur 7-9,9 Proz. In bezug ein Geringes stieg, fo wird es klar, daß der Jahresdurchschnittslohn Frauen, politische Rechte zu erlangen und tätig mitwirken zu 4. Bierteljahr 1907 niedriger tvar und erst im 3. Quartal 1908 um stets vertreten habe, sei die Sozialdemokratie. Das Interesse der auf die Aufnahmen der Mitglieder ist festgestellt worden, daß ihre Zahl in einigen Orten gleich geblieben ist, während sie in anderen entweder der gleiche blieb, wie im Jahre 1907, oder daß er nur fönnen in der Gesetzgebung, erstrecke sich nach allen Richtungen. Orten beträchtlich zurüdging. Wir können sehen, daß die Krise sie unbedeutend steigen konnte. Die Mehreinnahmen, welche die Gruben- Rednerin gab eine Fülle von Beispielen aus dem sozialen und poli nicht so sehr geschadet hat, und wir brauchen keine Furcht vor der befizer infolge der ungemein hohen Kohlenpreise erzielten, flossen tischen Leben, um dies nachzuweisen. Als ein besonderes Kapitel Zukunft haben. Unter den Gründen, die dafür angegeben wurden, fast ausschließlich in ihre Taschen. Die Kohlenmagnaten wissen ganz daraus behandelte sie auch die Ueberlastung der Proletarierfamilie daß der Verband nicht genug vorwärts gekommen ist, wird auch gut, daß die oberschlesischen Bergleute keine achtunggebietende durch die indirekte Besteuerung und Zölle. Seinerzeit habe man der Tarifvertrag angeführt. Das kann aber nicht als Grund dafür gewerkschaftliche Organisation haben. Darum hielten sie es auch versprochen, daß aus den Ueberschüssen die Witwen- und Waisen angegeben werden, dagegen sind andere Mängel zu kritisieren, nicht für notwendig die Löhne in Einklang zu bringen mit den hohen unterstützung erstehen solle. Vor wenigen Wochen habe der Staatsbor allem in der Einkassierung der Beiträge. Die Ein- Kohlenpreisen. sekretär v. Bethmann- Hollweg erklären müssen, daß das Geld nicht leber die Besitzverhältnisse erfahren wir aus der Statistik da sei. Für andere Zwede, im kapitalistischen Interesse, sei es ausTafsierung durch Abholung der Beiträge im Haufe der Mitglieder hat sich durchaus bewährt. Die Einfassierung wird folgendes: Von den 58 Gruben bildeten 22 Aktiengesellschaften mit gegeben worden. Wie die herrschenden Gruppen dächten, hätten entweder durch angestellte, besoldete tassierer oder durch Kollegen einer Förderung von rund 11 Millionen Tonnen; im Familienbesitz wieder die Töne gezeigt, die im Zirkus Busch von den Agrariern ausgeführt, die es Sonntags in ihrer freien Zeit tun. Die Kosten waren 21 Gruben mit rund 10 Millionen Tonnen, 10 Gewerkschaften angeschlagen wurden. Sturz und bündig erklärten die Vertreter: der Einkassierung betragen durchschnittlich für eine Beitragsmarte batten 5,8 Millionen Tonnen und der Fiskus erzielte mit 4 Gruben Reine Nachlaß- und keine Erbschaftssteuer, der Besitz muß geschont werden! Auf der anderen Seite träten die Herren für Besteuerung 4-5 Pf. In manchen Städten fürchtet man die Anstellung von 5,95 Millionen Tonnen Förderung. der Einkommen unter 900 M. cin. Welch gute Patrioten, die Beamten, da meist damit große Kosten verbunden sein werden. In Die Arbeitslosigkeit der Metallarbeiter erreicht in diesem Winter immer bewilligen, so lange es nicht aus ihrer eigenen Tasche diesen Orten findet heute feine geregelte Einfassierung statt, und es einen überaus hohen Grad. In der gesamten Metallindustrie stellte komme! Ein scharfes Licht werfe auf die Besißenden die Festist gewiß diesem Umstande mit zuzuschreiben, daß uns 26,8 Proz. der Mitglieder wieder verloren gegangen find. Der Redner gibt sich der Andrang auf offene 100 offene Stellen im Januar auf stellung des Profeffors Delbrüd, daß von 166 Milliarden Privatweiterhin Winke, wie die Agitation zu betreiben ist. Er schließt 408,73, während er im Januar des Vorjahres erst 207,61 betragen vermögen nur 100 Milliarden in Steuerbeklarationen angegeben feinen Bericht mit der Versicherung, daß der Verband keine Ursache hatte. Er hat sich also annähernd verdoppelt. Die einzelnen Be feien. Den Nest habe man der Besteuerung entzogen. Rednerin habe, mit seiner Entwickelung unzufrieden zu sein. rufsarten zeigen eine sehr verschiedene Gestaltung der Arbeitslosig- schilderte ferner die Interessengegensäte, welche das Kennzeichen feit. Am ungünstigsten ist die Lage des Arbeitsmarktes für Bau- der heutigen Gesellschaft feien. Es gebe nur ein Hüben und ein fchloffer: 5607 Arbeitsuchenden standen an den verschiedenen Be- Drüben zwischen Arbeit und Kapital. Der Kampf zwischen beiden obachtungsstationen nur 914 offene Stellen während des Januar müsse ausgekämpft werden, bis die Arbeiterschaft selber Gesetze ergänzt der Kassierer Wentke. In der Berichtszeit ist der Mit gegenüber. Es ergibt sich für Bauschlosser ein Andrang von nicht diftieren könne. Nur zusammen mit dem Manne ihrer Klaſſe könne gliedsbeitrag erhöht worden. Im Jahre 1908 zahlten 25 Proz. der weniger als 613,5. Ganz so hoch ist das Ueberangebot in feiner fich die Frau bessere Lebensbedingungen erringen. Der Macht des Mitglieder 60 Pf., 15 Prog. 50 Pf. wöchentlichen Beitrag. Der anderen Berufsgruppe. Immerhin leiden auch Maschinenschlosser Sapitals und der herrschenden Klaffen gelte es die Macht der AusStebner rügt, daß einzelne Filialen zu viel von den Ausgaben auf unter empfindlicher Arbeitslosigkeit. Um 1449 offene Stellen be- gebeuteten und Unterdrückten entgegenzustellen. Da müßten denn die Hauptkasse abwälzen. Er bemängelt auch, daß viele Filialen zu warben sich 6803 Arbeitsuchende, auf 100 ergibt sich ein Audrang auch die Frauen auf dem Posten sein. Nach jahrelangen Kämpfen große Schulden bei der Hauptkasse haben. Die große Zahl der Aus- von 469,5. Mit dem nächsthohen Andrang kommen Dreher, Drüder, fei für sie das politische Vereins- und Bersammlungsrecht errungen getretenen liege nicht nur an der Krise, sondern auch an der mangelnden Gelbgießer, Stupferschmiede usw. Bei ihnen tamen auf je 100 offene vorden. Sie müßten cs als Waffe gebrauchen lernen, dann Agitation. In der Agitation versagen die Mitglieder noch sehr oft. Der Stellen 395,8 Arbeitsuchende. Grobschmiede wiesen ebenfalls ein würden sie auch imstande sein, sich Rechte erringen zu helfen, die Wunsch des Redners auf der vorigen Generalversammlung, daß das Ver- starkes Ueberangebot auf: 3563 Arbeitsuchenden standen nur 948 offene ihnen bisher fehlten. Deshalb hinein in die politische Organisa mögen des Verbandes die Summe betragen möchte, die die Aus- Stellen gegenüber, so daß ein Andrang von 375,8 bestand. Auch tion zum gemeinsamen Kampfe, eingedenk der Worte unseres Altgaben eines Jahres ausmachen, ist in Erfüllung gegangen. Daß in den anderen Berufen der Metallindustrie ist der Arbeitsmangel meisters: Proletarier, ihr habt nichts zu verlieren als eure Ketten, einzelne Unterschlagungen vorgekommen sind, liege daran, daß die äußerst empfindlich. Borwiegend ist es der rheinisch- westfälische aber eine Welt zu gewinnen!"( Lebhafter Beifall.) Abrechnungen init den Kassierern nicht immer in geregelter Weise Industriebezirk, in dem der Andrang eine ungewöhnliche Höhe aufborgenommen worden sind. Es sind jezt 7 Bezirksleiter und weist: in Westfalen betrug die Zahl der Beschäftigung suchenden 36 Filialleiter angestellt. 33 Angestellte werden von der Hauptkasse Metallarbeiter 2554 gegen 342 offene Stellen, in Rheinland 2923 besoldet, die anderen von den Filialen. Der Redner geht dann gegen 527, in Hessen- Nassau 1532 gegen 223. Auch in Berlin ist auf die Anträge ein, die zu den einzelnen Unterſtügungszweigen der Andrang bedeutend: 9907 Arbeitsuchenden standen 3358 offene gestellt sind, und bemerkt dazu, daß diejenigen, die eine Mehr- Stellen gegenüber. belastung der Hauptkasse bringen würden, nur dann angenommen Bennsylvania Railroad Company. Der Jahresbericht für 1908 werden könnten, wenn der Beitrag für die Hauptkasse erhöht wird. weist an Brutto Betriebseinnahmen 136 296 871( im Vorjahr Das dürfte jedoch sehr schwer fallen. 164 812 826) Dollar auf. Nach Abzug der Betriebsausgaben, Steuern, Zinsen usw. verbleibt ein Rettogewinn bon 19 534 812 ( 24 259 860) Dollar, worauf 6 Prozent( 7 Prozent) Dividende gegibt einert. Es sind mehrere Beschwerden eingelaufen, die ab- zahlt werden. Das Bruttoeinkommen des ganzen Systems östlich gelehnt worden sind. Der Beschluß der vorigen Generalversammlung, und westlich Pittsburgs beträgt 274 338 804( 326 785 526) Dollar, noch einen Redakteur anzustellen, konnte nicht ausgeführt werden, da die Nettobetriebseinnahme 70 733 268( 83 631 445) Dollar. die Ausschreibung der Stelle kein befriedigendes Resultat ergeben habe. Güterverkehr zeigt eine Abnahme von 103 381 275 Tonnen, der Provisorisch sei Lauffötter angenommen, der Artikel für den Vereins- Personenverkehr einen Rüdgang von 10 885 192 Personen gegen das Anzeiger" zu schreiben habe. Auf der letzten Generalversammlung ist Vorjahr. beschlossen worden, daß die Lokalbeamten ein Mindestgehalt von 1800 M. Haben sollen. In den drei Filialen Karlsruhe, Braunschweig und Magdeburg werden immer noch niedrigere Gehälter gezahlt. Die heutige Generalversammlung möge beschließen, daß auch in diesen Filialen die Gehälter auf das Mindestmaß erhöht werden. Der Redner berichtet dann ausführlich über Differenzen, die zwischen Borstand, Ausschuß und der Berliner Filiale bei der Gehaltserhöhung für die Berliner Beamten entstanden sind. Da in dieser Sache noch fein endgültiges Ergebnis erzielt worden ist, so wünscht die Filiale Den gleichfalls gedruckt vorliegenden Den Kaffenbericht Bericht vom Ausschuß " Aus der Frauenbewegung. Die Frau im politischen Kampf. Der Am Dienstag sprach über das vorstehende Thema im Lokal Königsbank", Große Frankfurter Straße, in stark besuchter Bersammlung Genossin 3ich. Ueber die politische Frau", so begann An der folgenden Debatte beteiligten sich die Genossinnen Hulda Hoffmann und Klara Bien sowie die Genossen Gobrikowsky, wüde und Bormann. Alle Redner und Rednerinnen befürworteten den Anschluß der Frauen an die Orga nisation und ihre Mitwirkung im politischen Stampfe. Besondere Aufmerksamkeit erregte Genosse Godrikowsky, cin Bergmann, der zurzeit an den Bildungskursent in Berlin teilnimmt. Vadend schil. derte er das Bergmannsdasein und auch die Ausbeutung der Frauen in Bergwerksbetrieben. Er wünscht, daß die Berliner Frauen im Punkte der Organisierung den Wergmannstrauen cin gutes Vorbild sein möchten. Beranstaltungen. Bersammlungen Hausangestellte. Donnerstag, den 4. März. abends 8 Uhr in " Zemters Festfäle", Stommandantensti. 62. Vereinsveriammlung mit Vortrag. Amtlicher Marttbericht der städtischen Markthallen Direffion über den Großbandel in den Zentral- Martthallet. Marktlage: leich: Zufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert Bild: Butubr Inapp, Geschäft lebhaft, Brette gut. Geflügel. Sutube fnapp. Geldjajt wenig lebhaft, Preise befriedigend. Fische: Bujuh in glubfischen giem. lich genügend, Seefische blieben infolge großer Schmecfälle aus, Geschäft ziemlich lebhaft, Breile befriedigend. Butier und Sale: Geldhaft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Db und Südfrüchte: Sufuhr mäßig, Geschäft leblos, Pretje wenig verändert. Jugend- Versammlung. Sonntag, den 7. März, nachmittags 2½ Uhr: Große Versammlung im großen Saale der Brauerei Friedrichshain( früher Lipps), Am Friedrichshain 16-22. Vortrag über: ,, Weltschöpfung und Darwinismus". Referent: Emanuel Wurm. Nach dem Bortrage freie Aussprache. Zu dieser Bersammlung sind alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen herzlichst eingeladen. Der Jugendausschuß. 282/ 8* Zentralverband der Maurer Deutschlands. Achtung! Zweigverein Berlin. Ortskrankenkasse der Möber erhalten Brautleute und Vermieter, welche über größere Barmittel nicht verfügen, zu den günstigsten Bedingungen. Preis an jedem Stück deutlich vermerkt, daher Uebervorteilung ausgeschlossen. Möbel- Kaufhaus M. Goldstaub Zossener Straße 38 parterre und erste Etage( Ecke Gneisenaustraße). Maurer sowie alle Mitglieder der Sektionen der Gastwirte Fliesenleger, Puter u. der Gips- u. Zementbranche! u. verwandten Gewerbe zu Berlin. Allen Mitgliedern des Zweigvereins Berlin bringen wir hiermit zur Kenntnis, daß von dieser Woche ab die Beitragszahlung beginnt und damit für die arbeitslosen Kollegen die Abstempelung der Arbeitslosigkeit im Verbandsbuche jede Woche Mittwoch, Donnerstag und Freitag, für die Pußer Freitag und Sonnabend während der Arbeitszeit von 9-5 Uhr in den bekannten Bezirkslokalen gegen Vorzeigung der Invalidenkarte vorgenommen wird. Im Interesse eines jeden Mitgliedes ist es, sich bei Arbeitslosigkeit bestimmt jede Woche zur Kontrolle zu melden. Der Zweigvereins- Vorstand. 136/ 10* Donnerstag, den 4. März, abends 9 Uhr, Große öffentliche Versammlung Möbel aller Produktenhändler und-Händlerinnen Schulz in den ,, Boruffiafälen", Aderstr. 6-7, nahe Rosenthal. Tor. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Adolf Ritter. B. Diskussion. 3. Verschiedenes und Geschäftliches. Zur Dedung der Unkosten findet Tellersammlung ftalt. 282/ 7* Der Vorstand. Reichenberger Str. 5. Gediegene Arbeit. Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, Aeußerst billige Preise. daß ich im Hause Auch 752* Schönleinstr. 34 ein ein Zigarrengeschäft Ratenzahlung. eröffnet habe. Um gütigen Zuspruch bittet Fritz Schwemke. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Bekanntmachung! Der in der ordentlichen General. versammlung vom 24. November 1908 beschlossene Zusatz zum§ 12 abs. 3 des Stassenstatuts, nach welchem Kaffenmitgliedern für die Dauer ihrer Strankenhauspflege, sofern sie Ansprüche auf Angehörigenunterstützung nicht erheben können und vor ihrer Krankenbausaufnahme 13 Wochen ununterbrochen der Kasse als Beiträge leistende Mitglieder angehörten, einen nach ihrer Krankenhausentlassung auszuzahlenden Ber pflegungszuschuß in Höhe von 10 Broz. des ihnen zustehenden Krankengeldes erhalten, wurde durch Beschluß des Bezirks ausschusses vom 9. Februar dieses Jahres genehmigt. 271/1 Berlin, den 26. Februar 1909. Der Vorstand. Boſitender. Braun, Schriftführer. Kein Abzahlungsgeschäft. Sonntags geöffnet 8-10, 12-2 Uhr. Zur Einsegnung Schwarz, weiß u. farbige Kleider kleidsame moderno Formen aus besten, wollenen Stoffen, elegant garniert 15. 20. 24, 80 Mark. Paletots aus gediegenen englischen Stotien 5. 8, 11, 15 Mark. 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