Nr. 56. Abonnements- Bedingungen: 6 bonnements Preis pränumerando! Bierteljährl, 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Areusband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Eridcint täglich außer montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 26. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Kolonel zelle oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iit bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 7. März 1909. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. Am Vorabend der italienischen eten Hauptwahlen eingebüßten Wahlkreis Turin IV. Mit Aber man wird gut fun, sich über die Wahlfſituation unferer Wahlen. Rom, den 5. März.( Eig. Ber.) 3 Biella zurückzuerobern, das italienische Manchester, das bei Ministeriellen Genossen Bissolati durchzubringen und den den Ersatzwahlen von 1906 verloren ging, ebenso den bei den dritten Wahlkreis dem Republikaner Mazza zurückzuerobern. Hoffnung sieht man auch auf den Wahlkampf in Vignale, wo Partei in Rom nicht allzu großen Hoffnungen hinzugeben. unsere Partei schon 3000 Stimmen erzielte. Der absoluten Jm ganzen aber scheint der Wahlkampf nicht unter unStimmenzahl nach kommt der Piemont mit 75 000 Stimmen günstigem Stern zu stehen. 22 von 26 Mandaten sind uns an erster Stelle, der relativen Stimmenzahl nach rangiert sicher; auf die Eroberung oder Zurückeroberung von Lugo, er gleich nach der Emilia, da fast ein Drittel der rechtsgültig Reggio Emilia, Florenz IV, Turin IV, Budrio und CastelAn diesem Sonntag ist die italienische Wählerschaft be- abgegebenen Stimmen in Piemont sozialistisch ist. maggiore rechnet man mit Bestimmtheit. Für weitere 15 bis rufen, ihre parlamentarische Vertretung zu wählen, in deren Die tostanischen Mitglieder der sozialistischen 20 Wahlkreise besteht einige Aussicht sozialistischen Sieges. Händen für ein Jahrfünft die gesetzgeberische Tätigkeit der Parlamentsfraktion, Genossen Pescetti und Masini sind Wenn hier und da diese Aussichten mehr auf einer Vereinbarung Nation liegen soll. Abrechnung halten für vergangenes Un- in uneinnehmbarer Stellung. Als sicher gilt weiter die Er- mit den sogenannten verwandten Parteien als auf der recht soll an diesem Tage das Proletariat und Waffen oberung von Florenz II, wo Genosse Pieraccini effettiven Kraft unserer Partei beruhen, so sehen wir doch in schmieden, um fünftigem Ünrecht wirksam entgegenzutreten. kandidiert. Als vielversprechend Siena, Volterra, der großen Mehrzahl der lombardischen und piemontesischen Obwohl keine dringenden großen Fragen ihre Lösung durch Collo Val d'Elsa, Massa und Campo Bisenzio. Wahlkreise sowie in der Emilia und Romagna die Partei allein die Wahlurnen erwarten, ist der Wahlkampf in den letzten Mit über 30 000 Stimmen bringt die sozialistische Partei und ohne Bündnisse den Kampf aufnehmen. Vorwiegend ist Wochen heiß und erbittert geworden. Weiß doch das Pro- in Tostana es auf ein Fünftel der gesamten Stimmenzahl die Bündnispolitik nur in den Großstädten, wie Rom, Genua, letariat, daß sein Konflikt mit der Bourgeoisie, auch wo es ihm der Region. Florenz; in den kleineren Städten und auf dem flachen Lande die Schlaffheit dieser unmöglich macht, in Einzelfragen zu Von den zwei Parteimandaten Venetiens ist das des sind nur selten Wahlbündnisse zustande gekommen. Bekanntgipfeln, feinen Waffenstillstand zuläßt, und daß gerade gegen Genossen Badaloni so sicher, daß die Gegner nicht einmal lich liegt die Stärke der italienischen Partei gerade hier und über dem leifetretenden Opportunismus und der Kompromiß einen Kandidaten aufstellen. In Zweifel kann man dagegen nicht in den Großstädten, von Mailand und Turin abgeschen, politik der herrschenden Klassen der höchste Kraftaufwand der über die Behauptung von Verona Il sein, wo an Stelle wo die Partei diesmal ganz ohne Wahlbündnisse vorgeht. Arbeiterklasse am Plaze ist. des Genossen Todeschini Genosse 3 a nella kandidiert, Die letzte Kammer verfügte über eine ungeheure Jeder Wahltag hat bis jetzt Fortschritte unserer Partei während Todeschini seinen alten Wahlkreis bon ministerielle Mehrheit, 362 aller Abgeordneten waren minibezeichnet. Im Jahre 1882 wurde der erste Sozialist, Genosse Veronal wieder übernimmt, wo aber seine Wahl auch steriell, 76 gehörten der konstitutionellen Opposition an, Costa, in das italienische Parlament gewählt. Zwei Sozia- nicht sicher erscheint. Dafür sind die Wahlaussichten aus 3 waren reine Katholiken, 41 Republikaner und Radikale, listen entsandten die Wahlen von 1886, drei die vom Jahre gezeichnet in Lendinara( Genosse Bonomi) und in 26 Sozialisten. Man mag mun Giolittis Künstlertum in 1890. Dann geht es schnell vorwärts: 1892 sieben Mandate, Legnago( Cabrini), leidlich in Treviso. Der Wahlsachen so hoch anschlagen wie man will, immer bleibt 1895 fünfzehn, 1897 sechzehn und 1900 dreiunddreißig. Diese Stimmenzahl nach steht Venetien etwas ungünstiger da als es wahrscheinlich, daß die äußerste Linke diesmal eine Von einer Verschiebung legten 33 Mandate repräsentieren aber mehr als den isolierten Toskana. Es erreicht nicht 30 000 Stimmen und kommt nicht tüchtige Verstärkung erfährt. der Mehrheit in der neuen Stammer fann natürlich Straftaufwand der Sozialisten; sie waren das Resultat eines ganz auf ein Fünftel der gesamten Stimmenzahl. Bündnisses der Volksparteien, das sich bei den Wahlen des Sizilien verfügt über zwei sozialistische Mandate, von nicht die Rede sein. Aber das italienische Proletariat dürfte Jahres 1904 nicht wiederholte. So bezeichnen diese Wahlen, die denen das von De Felice, Catania II, unbedingt doch am 7. und 14. März dafür Sorge tragen, dem Ministerium 29 Mandate brachten, feinen Rückschritt, sondern vielmehr sicher ist. Der ländliche Wahlkreis Sciacca, den bisher einige Hechte mehr in seinen Starpfenteich zu setzen. Diese den stetigen Aufstieg der Partei, der in dem Wahlresultat Genosse Tasca vertrat, geht unserer Partei verloren. Aussicht spornt den Kampfeifer an; die italienische Arbeitervon 1900 nicht ziffernmäßig zum Ausdruck kam. Die Zahl Tasca hat es überhaupt abgelehnt, angesichts der frechen Re- schaft, die schon in manchem Kampfe gestanden hat, wird trok der für die sozialistischen Kandidaten abgegebenen Stimmen gierungspressionen, den Kampf auch nur zu versuchen, so daß Lockung und Drohung am nächsten Sonntag sich um die beweist am besten die Stetigkeit des Fortschrittes: im Jahre die Wahl eines Sozialisten, die hier mehr auf persönlichem Fahne der Partei scharen, die als einzige für ideale Ziele und 1892 waren es 27 000, 1895 stiegen sie auf 76 359, bei den Anhang als sozialistischer Ueberzeugung beruhte, in Sciacca große soziale Interessen in den Kampf tritt. Wahlen von 1897 auf 108 086, um im Jahre 1900 rund ausgeschlossen ist. Sein sizilianischer Wahlkreis ermächtigt 165 000 und bei den letzten Wahlen 326 016 zu betragen. unsere Partei zu Hoffnungen. Sizilien bringt es mit etwas Rom, 6. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) Das in allen Ländern beobachtete Mißverhältnis zwischen über 10,000 Stimmen nur auf ein Elftel der überhaupt Der Wahlkampf in Rom wird voraussichtlich äußerst sozialistischer Stimmenzahl und sozialistischen Mandaten erreicht abgegebenen. heftig und erbittert werden. Die römische Diözösanbei diesen letzten Wahlen seinen Höhepunkt für Italien: Die Marken und Umbrien werden ihren bisherigen 21 Proz. aller abgegebenen Stimmen waren sozialistisch und Vertreter im Parlament, den Genossen Antolisei für den leitung beschwört in riesigen Manifesten die katholischen Wähler, am Wahlkampf teilzunehmen. nur 5,2 Proz. der Mandate fielen unserer Partei zu. Für Wahlkreis Macerata weiter ins Parlament senden; ferner Endgültig bietet die Situation vor dem morgigen Wahltag jedes von Ordnungskandidaten eroberte Mandat wurden im hoffen die Genossen Spoleto zu erobern, dessen Stadt das folgende Bild: Es sind als Kandidaten aufgestellt: So. Durchschnitt bei Division aller konstitutionellen Stimmen verwaltung feit mehreren Jahren in Händen unserer Partei zialdemokraten 213, Statholifen 29, Ministerielle 350, durch die Zahl der konstitutionellen Mandate- 2363 Stimmen liegt. Bei einer Gesamtheit von 77 000 Stimmen zählen fonftitutionelle Opposition 224, Radikale 112, Republikaner 56, abgegeben, für jeden Republikaner 3134, für jeden Radikalen die Marken und Umbrien 16 000, die für Parteikandidaten Christliche Demokraten 3, Syndikalisten 11. 3458, während auf jedes sozialistische Mandat 11 241 Stimmen abgegeben wurden. fommen. Eine Spottgeburt. " Von den Landschaften, die über kein sozialistisches Mandat Von den 26 Mandaten, die unsere Partei am Schlusse im Parlament verfügen Ligurien, Latium, der Legislaturperiode innehatte, fielen 7 auf Wahlkreise der Abruzzen und Molisen, Kampanien, Apulien, Emilia und Romagna, 8 auf die Lombardei, 4 Basilitata, Ralabrien und Sardinien- ver- Das freifinnig- liberal- tonservative Steuerkompromiß, diese selbst auf Piemont, 2 auf Tostana, ebenso viel auf dient nur Ligurien und Latium hier Berücksichtigung. In von der zünftigen ,, Köln. 8tg." als, Wechselbalg mit WasserVenetien und auf Sizilien und endlich 1 auf Marken ganz Süditalien und Sardinien hat unsere Partei leider nichts topf und Weichselzopf" bezeichnete Spottgeburt des Block und Umbrien. Zum festen Bestand der Partei sind alle zu hoffen. Das ganze süditalienische Festland bringt nicht ein- tonkubinats, findet, je mehr die liberalen Steuerpolitiker sich in die Mandate der Emilia und Romagna zu rechnen, die die Ge- mal 20000 fozialistische Stimmen auf, ein Sechzehntel der über einzelnen Bestimmungen vertiefen, desto schärfere Verurteilung. nossen Costa, G. Ferri, Bertesi, Agnini, haupt abgegebenen Stimmen dieses Landstriches. Es besteht auch Halbwegs zufrieden mit dem Resultat, das die Sub- FinanzBerinini, Sichel und Borciani innehaben. An diesmal feine Aussicht, in irgendeinem der Wahlfreise dieses tommission in heißem Schaffensdrange ausgebrütet hat, fühlt sich Stelle Borcianis wird, wie wir schon berichteten, bei den verelendeten und rückständigen Landesteiles Fuß zu fassen; nur das Blatt der großen Staatsmänner, Wiemer, Müller Neuwahlen Genosse 3ibordi treten. Mit Bestimmtheit völlig aussichtslos ist auch die Wahllage in Sardinien, wo und Kopsch, die Freisinnige Zeitung"; fast alle anderen rechnet man auf die Gewinnung von vier neuen Mandaten. auf 25 000 Wähler nicht ganz 1500 Sozialisten kommen. freisinnigen Blätter verspüren schwere geistige Berdauungsstörungen, Reggio wird sicher der Partei zurückgewonnen und wieder Hier wie in Süditalien ist das Gros der Arbeiterschaft an- selbst Blätter von der Art der Königsberger Hartungschen Zeitung", durch Prampolini im Parlament vertreten werden; der bisher alphabetisch, die Organisation liegt danieder, und soweit die die sonst für die reaktionärsten Streiche der freisinnigen Generalin republikanischen Händen befindliche Wahlkreis Lugo wird unbemittelten Schichten überhaupt zum Wahlresultat bei- stäbler die schönsten Entschuldigungen finden. Sogar dieses Blatt dem Genossen Brunelli zufallen. Budrio, das bei den tragen, werden sie durch Bestechung oder Einschüchterung zu erklärt das Kompromiß in dieser Gestalt für unan. letzten Ersagwahlen mit E a stelmaggiore zusammen ver- Werkzeugen der Interessen der herrschenden Clique gemacht. nehmbar und fordert, daß bei der zweiten Lesung der StandIoren ging, wird ebenso wie dieser auf den Namen von Ligurien, die einzige norditalienische Region, die im punkt des Liberalismus um so energischer und nachPodrecca und Bertini zurückerobert werden. Weiter legten Parlament feinen sozialistischen Abgeordneten zählte, drücklicher zum Ausdruck komme; denn die letzten Tage hätten hofft man Bologna Il und Portomaggiore, hat diesmal Aussicht, den Genossen Chiesa in Genua I wie ein schwerer Drud auf der liberalen Bevölkerung gelastet und eine 100 unsere Partei schon zur Stichwahl tam, dies durchzubringen. Der Stimmenzahl nach ist Ligurien nicht die tiefgehende Beunruhigung in weiten Kreisen hervorgerufen. Noch einen mal zu erobern. Was die Stimmenzahl der Emilia letzte der italienischen Regionen; von 70 000 Stimmen wurden Schritt weiter geht die ebenfalls nicht an Radikalismus frankende und Romagna betrifft, To waren bei den letzten 16 000 für Parteikandidaten abgegeben, aber in Ligurien bietet ehrsame„ Boff. 8tg.". Sie stellt die Behauptung auf, daß, wenn Wahlen von 135 000 rechtmäßig abgegebenen Stimmen 50000 in den städtischen Bezirken die kleine und mittlere Bourgeoisie das Kompromiß unverändert an das Plenum des Reichstages fäme, sozialistische. den Sozialisten einen energischen Widerstand, während in den auch nicht ein einziges Mitglied der freisinnigen Die acht Mandate der Lombardei, die in den Händen ländlichen das flerikale Landvolk des Gebirges die industriellen Fraktionsgemeinschaft dafür stimmen würde. der Genossen Turati, Trebes, Bissolati, Monte- Arbeiter der Riviera überstimmt. Wenn man in Genua auf Unbegreiflich ist nur, wie dann die freisinnigen Mitglieder für martini, Marazzani, Enrico Ferri, Gatti und den Sieg Chiesas hoffen darf, so ist es einzig, weil dort ein der Finanzfommission fich darauf einlassen konnten, Aroldi sind, werden alle von der Partei behauptet werden; Verband der Volksparteien für diese Wahl zustande gekommen das Kompromiß einzutreten, sei es auch nur vorläufig" und nur die Wiederwahl Aroldis fann zu Befürchtungen Anlaß ist, so daß Radikale und Republikaner für unseren Genossen unter dem bekannten Vorbehalt, sich später anders entscheiden zu geben. Genosse Gatti tritt aus Berufsrücksichten, er ist stimmen werden, während die Sozialisten in Genua II und III dürfen; denn diese vorläufige" Zustimmung hat sicherlich ein viel beschäftigter Chirurg, von der Kandidatur zurüd einem Republikaner und einem Radikalen ihre Stimme nicht die Position der Freisinnigen gegenüber den Ansprüchen der An seine Stelle tritt Genosse Zanardi. Leidliche geben werden. Von den Wahlkreisen der westlichen Riviera, Agrarlonservativen verbessert, sondern vielmehr den letzteren ermög Wahlaussichten bieten die Wahlkreise von Monza, die in höchstem Maße industriell find, bieten Sanpier- licht, ihren Willen durchzusetzen, daß die Beratung der indirekten Gaverate, Varese und Casalmaggiore. Mit barena und Voltri eine entfernte Möglichkeit des Steuern vor der Erörterung der direkten Steuern erledigt werde. 60 000 Stimmen, beinahe einem Viertel der Sieges. Noch wenige Tage vor dem Kompromißabschluß berkündete pathetisch überhaupt abgegebenen Stimmen, rangiert die Lombardei der Von den Wahlkreisen des Latium brauchen wir nur Herr Müller- Meiningen, daß die Freisinnigen unter feinen Umständen absoluten sozialistischen Stimmenzahl nach an zweiter Stelle. die Rom 3 in Betracht zu ziehen. Ohne Industrie, mit einer indirekte Steuern beraten und bewilligen würden, bevor nicht die Die sozialistischen Wahlkreise des Piemonts sind vorwiegend aus Kleinbürgern und Beamten bestehenden Be- Konservativen die für sie verbindliche Erklärung abgegeben hätten, Alexandrien, Zurin II, Cossato und Biandrate. völkerung, hat Rom feine nennenswerte sozialistische und daß sie später für eine den großen Befig treffende direkte Biandrate ist vor kurzem auf den Namen Campanozzi proletarische Bewegung. Von seinen fünf Wahlkreisen war Steuer eintreten würden. Die Agrarkonservativen wiesen diese erobert worden, aber seine Behauptung bei den neuen Wahlen zuletzt einer in Händen der Republikaner, während in allen Zumutung zurüd und wollten freie Hand behalten, um dann, wenn ist sehr zweifelhaft. Die Vertreter der übrigen Wahlkreise übrigen Ministerielle gewählt wurden. Diesmal, wo eine die indirekten Steuern beraten sein würden, sich um die Bewilligung Berboglio, Morgari und Rondani sind der Wieder- Einigung der Volksparteien erzielt wurde, erzielt wurde, hofft man, einer den landwirtschaftlichen Befiz belastenden Steuer Herumbrücken wahl gewiß. Weiter hoffen die Genossen des Piemonts im zweiten Wahlkreise an Stelle eines Klerifalen und zu fönnen. über " serbischen Aspirationen in irgendeinem Sinne beteuerungen. Die Situation, die das zweideutige Spiel zu entfagen, bekräftigt neuerlich, daß in ihren Augen Serbiens und Rußlands heraufgeführt hat, ist gewis die bosnisch herzegowinische Frage europäischen Chaäußerst gefährlich. Aber sie darf nicht hoffnungsrafters ist. Šie versichert fategorisch, daß sie treu der Juitiative folgen werde, welche die Gnoßmächte im Ber- 03 werden durch den Fehler der deutschen Regierung, sich Laufe der weiteren Entwuidelung dieser Fragen ergreifen werden, in Abhängigkeit von der österreichischen Bolitik zu begeben fowie daß sie jede Veranlassung zu konflitten während und das Einvernehmen mit den Westmächten au stören, das der Dauer dieser schweren Krisis vermeiden werde." bisher das schlimmste verhütet hat. Die Probe aufs Exempel. Durch das Kompromiß baben die Agrarier ihren Willen in allen Buntten durchgefeßt. Die Frage der direkten Besteuerung der großen Vermögen ist vorläufig in der Finanzkommission von der Tagesordnung abgesetzt und die Beratung der Verbrauchsstenern in Angriff genommen worden, ohne daß die Konservativen irgend welche Verpflichtung in be zug auf die Bewilligung irgend welcher direkten Steuern übernommen hätten, denn ihre vorläufige Zu- Also auch in diesem Communiqué wird offen erklärt, daß stimmung zum Gamp- Arendtschen Kompromißantrag bindet sie nicht die Regierung nicht einmal daran denken kann, den serbischen im geringsten. Somanen fie später zu der Ansicht, durch indirekte Afpirationen in irgend einem Sinne zu entsagen, und das nennt Steuern tönnte die Reichsfinanznot aur Genüge gedeckt werden, dann die serbische Regierung eine Befräftigung ihrer friedlichen Die bayerische Regierung verweigert den zwingt sie nichts, irgend eine direkte Steuer zu bewilligen. Gesinnungen! Aber dieses Communiqué hat ein eigentüm Sozialdemokraten die durch die Verfassung gewährDie Konservativen haben also durch das vorläufige" Kom liches Schicksal erfahren. Es ist nämlich, als im Laufe des leistete staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Das promiß erreicht, was sie wollten. Von ihrem Standpunkt aus war Vormittags die Antwort Rußlands auf die Erklärung der ist das Ergebnis des zweiten Falles Hoffmann, der die Zustimmung am Kompromiß ein schlaues tattisches ferbijchen Regierung eintraf, eintraf, wieder zurückgezogen Maßregelung des Genossen Hoffmann- Kaiserslautern als Manöver. Um so hehrer erstrahlt aber die politische Ein- worden. An seiner Stelle wird eine ausführliche offizielle Fortbildungsschullehrer. Nach zaveimonatlicher Ueberlegung hat falt der freisinnigen Strategen in der Finanz- Darlegung der russischen Vorstellung und der serbischen Ant- der bayerische Kultusminister v. Wehner endlich Bescheid erteilt tommission, die fich auf das Kompromiß einließen. Sie haben wort veröffentlicht werden. ihren Willen durchzusehen. Aber nicht nur bie Freifinnigen haben allerlei Bedenken gegen das Kompromiß, auch die Konservativen lassen erklären, daß sie sich nicht für gebunden er achten und völlig freie Hand behalten wollen. So bringt in ihrer letzten Nummer die parteioffiziöse Konserv. Korrefp." folgende öffentliche Erklärung in auffallendem Druck: meldet: d dadurch nur den Konservativen gestattet, auf einem kleinen Umweg Man darf vielleicht in dieser Zurückziehung ein Zeichen erblicken, daß Serbien und Rußland noch davor zurückschrecken, den Bogen zu überspannen. Daß aber Serbien mit seiner Weigerung, feine Forderungen zurückzuziehen, bereits an die Grenze des mit der Erhaltung des Friedens noch Möglichen gelangt ist, unterliegt feinem Zweifel und ebensowenig, daß die Größe der Spannung zu einer Entscheidung drängt. Zu der Steuerkommission des Reichstags ist ein vorläufiger Diese soll auch in den nächsten Tagen fallen. Die öfterBeschluß über Aufbringung jogenannter Besig" Steuern auftande reichische Regierung hat sich zu einem vielleicht folgengekommen, dem auch die konservativen Mitglieder zugestimmt schweren Schritt entschlossen, um über die serbischen Absichten haben. Ein Telegramm aus Wien. Diese Zustimmung hat sich indes mur auf die erste Lefung der Selarheit zu gewinnen. Borlage bezogen und muß um so mehr als eine durchaus bedingte angesehen werden, als jener oben erwähnte Beschluß zweifellos Der österreichisch ungarische Gesandte in Belgrad Graf Eingriffe in die finanzielle Selbständigkeit der Einzelstaaten entForgach hat den Auftrag erhalten, der ferbischen Regierung hält, denen kaum die Mehrheit, feinesfalls aber die gesamte fonmitzuteilen, daß die beiden Regierungen der habsburgischen fervative Fraktion wird zustimmen fönnen. Monarchie in folge der Haftung Serbiens während der letzten Monate zu ihrem Bedauern nicht in der Lage sind, den Handelsvertrag mit Serbien der parlamentarischen Erledigung zuzuführen. An knüpfend hieran wird Graf Forgach die weitere Mitteilung machen, die österreichisch- ungarische Regierung hege die bestimmte Hoffnung, daß Serbien, das, wie allgemein verlautet, dem Nate der Mächte folgend, feine Politit in betreff Bosniens und der Herzegowina zu ändern entschloffen fei, diefen seinen Entschluß sowie feine Absicht, mit Desterreich- Ungarn friedliche und freundnachbarliche Beziehungen zu unterhalten, der österreichisch ungarischen Regierung zur Kenntnis bringen werde. Sobald die österreichischungarische Regierung hiervon verständigt sein wird, wäre sie bereit, über die handels- und Verkehrsfragen zwischen der Habsburgischen Monarchie und Serbien in Verhandlung zu treten. Dieses haben auch die tonfervativen Kommissionsmitglieder bei Motivierung ihrer Abstiramung erklärt und man wird deshalb jener Zustimmung nur eine taktische Bedeutung behufs Ermöglichung der Weiterberatung der gesamten Vorlage beimessen dürfen. In der Sache selbst hat die fonservative Fraktion völlig freie Hand." Der letzte Absatz ist besonders interessant, da er bestätigt, daß die konservativen Mitglieder dem Kompromiß nur aus taktischen Gründen zugestimmt haben, nämlich um die Weiterberatung der indirekt en Steuern, d. H. der Verbrauchssteuern zu ermöglichen. Sch verer noch als alle diese Widerstände im freisinigen und Konservativen Lager kommen jedoch die Proteste im Bundesrat in Betracht. Nicht nur Bayern, auch Sachsen und Württemberg wollen von dem Eingriff in ihre Finanzhoheit, der in dem§ 5 des Kompromisses liegen foll, nichts biffen; und ihnen schließen sich mehrere der fleinen thüringischen Staaten an Els am Mittwoch in der Finanzłommission der Gamp- Arendtsche Kompromißantrag zur Annahme gelangte, hielt sich der Batische Bundesratsvertreter Herr v. Burchardt. Nachgiebigfeit aus und verlangt diretten Bescheid. Es stellt zurück und erklärte nur, noch nichts über die Stellung feiner Regierung zum Kompromiß fagen zu können. Inzwischen ist ihm von München aus das Rückgrat gesteift worden und zugleich hat die fächsische Regierung wissen lassen, daß sie das Kompromis nicht zu alaeptieren vermag. Das Kompromisseln kann also demnächst von vorne beginnen. Juzwifchen aber haben infolge der taktischen Stupidität der freifinnigen Kompromißer die Ronservativen erreicht, was sie wollten: die Beratung der indirekten Steuern fommmt zuerst an die Reihe. Auch ein Erfolg! Zwischen Krieg und Frieden. NOV Diefe Note bedeutet sicher noch nicht das Ultimatum, aber sie ist von einem solchen nicht mehr weit entfernt. Desterreich spricht die bestimmte Hoffnung" auf die serbische damit Serbien vor die 3wang3 Lage der Entscheidung und der Zwang, dem die serbische Regierung durch ihre Antwort an Rußland zu entrimmen hoffte, bleibt ihr nicht erspart. Er wird nur dadurch geringer, daß Desterreich gleichzeitig feine Vereitwilligkeit, wirtschaftliche Zugeständnisse zu machen, zuerst und offiziell ausspricht. Wenn aber die bestimmte Hoffnung" fich nicht erfüllt, Serbien bei seiner Haltung beharrt? Dann ist der nächste Schritt das Ultimatum, das die Abrüstung fordert und der zweite der Krieg. In dieser gefahrvollen Situation hat es die deutsche Regierung für angezeigt gehalten, mit Erflärungen herborzutreten, die das Deutsche Reich, dessen Politik gerade jett frei und unabhängig bleiben müßte, auf das stärkste für die Politif Desterreichs engagiert und so Wohl in keinem Momente dieser lang dauernden und das Schiajal des deutschen Volkes in die wechselreichen Strife, die mit der Unabhängigkeitserklärung Baltanwirren verstrict. Salbamtlich legt die Bulgariens und der Annexion Bosniens begonnen hatte, war Nordd. Allg. 3tg." dar, daß die Forderung Desterreichs die Gefahr für die Erhaltung des Friedens größer als in dem mit Serbien mur direkt zu verhandeln, selbstverständlich gegenwärtigen. Der Verdacht, daß Serbien ein hinter- fei. Das Verlangen, Desterreich solle bei seinen Verhandlungen liftiges Doppelspiel treibe, hat sich bestätigt und über wirtschaftliche Fragen die Mächte als Mandatare Serbiens heute weiß man, daß swolsti sein selbständiges Vorgehen zulassen sollte, von niemandem aufgestellt werden, in Belgrad nur gewählt hat, um statt der von den West- der eine friedliche und billige Beilegung der bis. mächten und Deutschland beabsichtigten Lösung seinem öfter- herigen Gegensätze ernstlich wünscht. Der Schluß der reichischen Gegner neue Schwierigkeiten zu bereiten. Die Erklärung aber bildet eine unbedingte SolidariBelgrader Antwort, die nur mündlich gegeben wurde, war tätserklärung, die lautet:„ Um einen Versuch der ein abgetartetes Falschspiel zwischen Serbien Einschüchterung und Demütigung Desterreich- Ungarns und Rußland und statt auf seine Forderungen zu verzichten, tann es sich nicht handeln, da im voraus feststeht, daß hat Serbien sie auf Rußland, als seinen Anwalt überwälzt, ein solcher Versuch an der Ablehnung der von Deutschder sie vor einer europäischen Konferenz vertreten soll. Diese land unterstützten Doppelmonarchie scheitern müßte." Stellungnahme der ferbischen Regierung schildert ein Belgrader Gleichzeitig erklärt eine offiziöser Artikel der Köln. 8tg." Telegramm des offiziösen Wiener Zelegraphenbureaus folgender- mit der Ueberschrift Staltes Blut", daß in der Forderung, maßen: Desterreich folle fich den Beschlüssen einer europäischen Der Inhalt der fer bifchen Note wird in Belgrader poli- Stonferenz unterwerfen, eine ungeheure Gefahr" liege. Dann tischen Kreisen dahin ausgelegt, daß Serbien zwar von Desterreich fährt der Artifel fort: weder Ungarn die bekannten Sompensationen fordert noch fordern wird, daß es aber die Gediefer Kompensationen mit währung Sicherheit bon Gerechtigkeit δα Europas nach ertvartet, dem Verzicht der Türkei auf Bosnien und die Herzegowina mur die Signatarmächte des Berliner Vertrages, welche DefterreichUngarn das Mandat zur Offupation erteilt hätten, über das weitere Schicksal dieser beiden Länder entscheiden tönnten. Durch das felbständige Einschreiten habe sich Nußland felbst als Anwalt Serbiens angeboten, durch bie ferbische Antwort sei der Schwerpunkt der schwebenden Fragen bon Belgrad nach Petersburg berlegt. Gleichzeitig habe die die ferbische Regierung auch die Verantwortung von dem ferbischen Volf und von sich auf Nußland übertragen, das nun die Annegion nicht eher anerkennen fönne, als bis die ferbischen Forderungen befriedigt jeten. Sollte Rußland aber die Annegion anerkennen, ohne daß die serbischen Forderungen Beridfitigung ge funden, so würde es Serbien aller Berpflichtungen gegen Ruß land und den europäischen Frieden entbinden. Der Erfolg der ferbischen Antwort liege demnach darin, daß die serbischen Forderungen nun durch Vermittelung Rußlands den europäischen Großmächten unterbreitet werden sollen, wodurch Serbien von der Sorge befreit würde, es selbst zu tun. der So scheinen die Dinge einer rise zuzutreiben, wie fie gefährlicher in ihren Folgen sich nicht denten läßt, aber fie scheinen es auch nur. Denn niemand wird glauben wollen, daß wirklich eine Macht oder eine Gruppe von ihnen wegen der Frage der völkerrechtlichen Legalisierung einer Tatsache, die an Jahr zehnte lang bestehenden Verhältnissen gar nichts ändert, die Kriegsfadel entzünden will. Ein Zusammenstoß Serbiens mit Defter reich- Ungarn famm mit Leichtigkeit in örtlich enge Grenzen eingeschränkt werden, erst das Eingreifen einer Großmacht würde den Brand ermöglichen, sich unabsehbar auszudehnen. Die einzige Macht, die in Frage kommt, ist Rußland; aber Rugland leidet noch aufs schwerste an den Folgen des unglücklichen Krieges mit Japan und der großen inneren Umwälzung. Sein Heer hat seit dem Frieden faum Fortschritte gemacht, die Finanzwirtschaft wird mit Hilfe von Anleihen aufrecht erhalten und die revolutionären Kräfte sind zwar niedergehalten, aber nicht erstickt. Bei Kraft der ersten Niederlage würden sie mit neuer an die Oberfläche tommen und ihren Vernichtungskampf gegen die Staatsgebäude wiederum beginnen. Und in diesen Abgrund sollte fich Rußland stürzen, nur der panslawistischen Bewegung willen, nur um den alten Namen in Anspruch, Vormacht der Ballanslawen zu sein, aufrechtzuerhalten?" Deshalb fordert der Artikel dessen Zugeständnis, daß Ist diese Darstellung richtig, so bedeutet sie, daß Serbien auf teine feiner Forderungen verzichtet und ausdrücklich es die Angst vor der Revolution ist, die die den Krieg androht, wenn sein Verlangen nicht er- Friedensbereitschaft Rußlands in erster Linie verbürgt, man fich merken muß vor allem faltblütige Ruhe", besonders füllt wird. Für diese Auffassung aber spicht ein heute vormittag auch von der österreichischen Presse. Wir können nur bedauern, daß die deutsche Regierung verlautbartes ferbisches offiziöses Communiqué, in dem es heißt: mit ihren offiziösen Erklärungen dieser Forderung, kaltblütig Die serbische Regierung hat beschlossen, innerhalb der und besonnen zu bleiben, nicht selbst entsprochen Grenzen, die ihr die Rücksichten gegenüber den ferbischen hat. Was nottut, ist feine Stärkung der Unnachgiebigkeit nationalen Interessen gestatten, den freundschaftlichen Ratschlägen Desterreichs und feine Herausforderung der panflawistischen des Auslandes zu entsprechen, denen sich nachträglich Eng Strömungen in Rußland, sondern die feste Entund zwar jedes für sich schlossenheit, im Einverständnis mit Frankland, Frankreich und Italien, und und auf eigene Veranlassung angeschloffen haben, wodurch fie einen neuen Beweis ihrer Friedensliebe und ihres reich, Italien und England, den europäischen aufrichtigen Wunsches gab, in voller Harmonie mit den An- Frieden aufrecht zu erhalten. Damit wird schließschauungen und Bestrebungen der Mächte zu bleiben. Die ferbische lich auch den wahren Interessen der österreichischen Völker viel Regierung, die daran nicht einmal denten kann, den besser gedient, als durch romantisch anmutende Treueauf die Beschwerde Hoffmanns gegen seine Amtsemthebung durch die pfälzische Kreisregierung. Er weist die Beschwerde ab. eine lange Begründung ist beigegeben. Sie lautet im wesentlichen: ,, Maßgebend war vor allem die Erwägung, daß mit Rüdficht auf den Charakter und die Aufgabe der gewerblichen Fortbildungsschule Kaiserslautern ein Mann, der sich öffentlich zu den Grundsägen der sozialdemokratischen Partei bekennt und für diese eintritt, als Lehrer an dieser Schule nicht weiter wirken fann. Diese Auffassung, in der der Schwerpunkt der Regierungsentscheidung liegt, findet die Billigung des fgl, Staatsministc= riums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten. Wie bereits die fgl. Regierung, Kammer des Innern, in ihrer Entschließung vom 19. Dezember vorigen Jahres betont hat, ist die gewerbliche Fortbildungsschule Kaiserslautern eine öffentliche, die Sonntagsschule in weitem Umfange ersetzende Unterrichts- und Erziehungsanstalt, deren Besauch für alle sonntagsschulpflichtigen Knaben und für bestimmte Kategorien von fonntagsschulpflichtigen Mädchen obligatorisch ist. Demgemäß unterstehen die Lehrer der Fortbildungsschule in Kaiserslautern wie die Lehrer an der eigentlichen Volksschule der staatlichen Schulaufsicht, die auch bei der Aufstellung, wie bei der Entlassung der Lehrer gemäß§ 46 der Formationsverordnung vom 17. Dezember 1825 zur Geltung zu tommen hat. Ob die Lehrer der Fortbildungsschule die Eigenschaft öffentlicher Beamten beißen oder nicht, ob sie auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Dienstesobliegenheiten durch einen besonderen Diensteid verpflichtet find oder nicht, ist hier weniger von Belang. Ausschlaggebend für die Stellung der Schulaufsicht zu dem vorliegenden Falle ist die Aufgabe der Schule, die den Schülern nicht nur ein gewisses Maß Don Kenntnissen, sondern auch eine religiössättliche und eine entsprechende staatsbürgerliche Erziehung zu vermitteln hat. Dieser Zweck der Schule setzt bei den zu vertvendenden Lehrern eine gewisse Bürgschaft für die richtige Erfüllung nicht nur der unterrichtlichen, sondern auch der erziehlichen Aufgaben nach Maßgabe der gesetzlich und verordnungsmäßig festgelegten Grundsätze voraus. Im Hinblick auf die in Bahern geltende Staatsordnung erscheint aber zur Mitwirkung bei der Erziehungsaufgabe einer solchen öffentlichen Schule ein Lehrer nicht geeignet, der offen im Sinne einer politischen Partei wirkt, Die die Grundlagen der verfassungsmäßig festgelegten Staatsund Gesellschaftsordnung negiert. Solche parteipolitische Be strebungen stehen zu der Aufgabe der gewerblichen Fortbildungsschulen, die in staatsbürgerlicher Hinsicht gerade auf die Pflege der monarchischen Gesinnung und die Achtung vor der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtet ist, im Gegensab. Wenn Hoffmann eine Gefahr der Beeinflussung der Schüler im Sinne feiner politischen Ueberzeugung mit Rücksicht auf die von ihm vertretenen Unterrichtsfächer Buchführung und kaufmännisches Rechnen für ausgeschlossen erachtet und es als felbstverständlich erklärt, daß die Politik von der Schule fern zubleiben habe, so ist dem entgegenzuhalten, daß das Erziehungswerk des Lehrers sich nicht in der Unterrichtstätigkeit erschöpft, daß vielmehr seine ganze Persönlichkeit bei der erziehlichen Wirksamkeit von wesentlichem Einfluß auf die Schüler ist und daß auch sein Verhalten außerhalb der Schule bermöge der erziehlichen Kraft des Beispiels geeignet ist, auf die Schüler einzuwirken. Dieser Gesichtspunkt ist von der größten Bedeutung bei Schülern in der für die Entwidelung des Charakters besonders wichtigen Aftersstufe der Fortbildungsschule. Hoffmann erblidt in dem Borgehen der tgl. Rogierung nur eine Maßregelung wegen feiner politischen Gesinnung und eine Verlegung staatsbürgerlicher Rechte, die den Anhängern der Gozialdemokratie in gleichem Maße zustünden wie den Anhän gern anderer politischen Parteien. Bon Berlegung staatsbürgerlicher Rechte fann hier schon deshalb nicht die Rede sein, weil es sich bei der Anstellung der Lehrer an der gewerblichen Fortbildungsschule in Kaiserslautern nach§ 23 der für sie geltenden Schulfagungen nur um Uebertragung einer widerruflichen Funktion handelt und niemanden ein Recht auf Belassung in einer bloß widerruflichen Funktion zusteht. Die Enthebung von einer solchen Funktion liegt im Ermessen der Schulaufsichtsstelle und ist auch nicht von einem disziplinären Einschreiten abhängig. Sie trägt deshalb namentlich auch im gegebenen Falle nicht den Charakter einer persönlichen Maßregelung an sich, stellt sich vielmehr nur als eine durch die Rücksicht auf die Aufgabe und das Interesse der Schule objektiv gebotene Maßnahme dar. Die Beschwerde des Hoffmann gegen den Regierungsbescheid vom 21. November und 19. Dezember 1908 eriveist fid) hiernach als unbegründet und wird abgewiefen. gez. Dr. v. Wehner Unser füdbayerisches Parteiorgan, die Münchener Bost". sagt dazu: " Dieser Entscheid des Kultusministeriums geht über den Fall Hoffmann" hinaus. Er ist prinzipieller Natur. Zur Nebenfache wird der Umstand, ob die Aufstellung oder Entlassung der Lehrer gemäß§ 46 der Formationsverordnung vom 7. Dezember 1825" oder nach einer anderen fosfilen Bestimmung aus der Embrhonenzeit der bayerischen Monarchie erfolgt. Er bedeutet nichts weniger wie die Verlegung der verfassungsrechtlichen Gleichberechtigung aller Staatsbürger zuungunsten der Sozialdemokratie. Wir unterlassen deswegen auch die Untersuchung, ob es eine doppelte Staatsmoral für die Regierung gibt, eine für das offene" und eine andere für das nicht offene Wicken für die Sozialdemokratie und stellen fest, daß das besondere Staatsrecht des Ministeriums Wehner denn der gibt doch den Ton an fich ein Ausnahmerecht gegen die Sozialdemokratie konstruiert. Ob die Maßregelung in eine„ objeftib gebotene Maßnahme" umgetauft wird, oder ob es sich um llebernahme widerruflicher oder unwiderruflicher Funktionen handelt, der Entscheid verlegt die staatsbürgerlichen Rechte einer nach Hunderttausenden zäh= Tenden politischen Partei in Bayern. Deswegen ist der Hinweis auf die erziehliche Kraft des Beispiels" in dem Tangatmigen Elaborat des Herrn Wehner auch nichts weiter wie ein Versuch, dieses Ausnahmerecht mit einent Schwall von Worten zu verhüllen. Denn bei Nichtsozialdemofraten schert sich Herr Anton v. Wehner den Teufel um dieses erziehliche Beispiel und läßt Hochschullehrer, die Weib und Kind hungern lassen, die wortbrüchig sind, die sich von betrogenen Liebhabern auf öffentlicher Straße Ohrfeigen anbieten lassen. und ihre Schüler anpumpen, ruhig weiter im Amte als erziehliches Beispiel. Aber auch den Zwved der Abschreckung wird dieser Entscheid nicht erreichen; denn was zur Zeit des offenen Ausnahmegesetzes gegenüber der fleinen sozialdemokratischen Partei mißglückte, das wird dem ministeriellen Ausnahmevollzug gegenüber der groß Die weitere und entscheidende Erörterung dieser Angegelbordenen Sozialdemokratie erst recht fehlschlagen. Volksschullehrers, der durch den freiwilligen Rücktritt vorgebeugt wurde, nichts erfahren haben. Die Position jener baherischen Genoffen, die die Bewilligung des Budgets mit der angeblich staatsbürgerlichen Gleichberechtigung der Sozialdemokraten in Bayern rechtfertigen wollten, ist jest ganz unhaltbar geworden. Politifche Ueberlicht. 11 legenheit, die von der größten staatsrechtlichen Bedeutung ist, hat 1 Auch gegen eine Durchführung der bereits erat, Zerroristen", telegraphierte fofort an die Polizeibehörden der natürlich im Landtag zu erfolgen, und daß das ausgiebig gelassenen Bestimmungen des Arbeiterichuzes wandte sich der Städte, woher die Briefe gekommen waren, und ließ auch dort schehen wird, dafür wird die sozialdemokratische Fraktion wohl fonservative Redner: Man solle sich, so empfahl er, mit der Durch Verhaftungen, Haussuchungen und, wir wissen nicht, was zu sorgen wissen. Soweit unser Münchener Parteiblatt. Wir können nicht führung der Bestimmungen der Bädereiverordnung mög sonst noch vornehmen. Inzwischen blieb der in Berlin ertappte Sünder lichst Belt nehmen. So fuchen unsere Dreillaffenmänuer die im Bolizeigefängnis. Das entsprach zwar nicht dem Gesez, aber der umhin, hinzuzufügen, daß die auf dem Nürnberger Parteitag ver- fozialpolitische Reichsgesetzgebung zu durchkreuzen, und bei ihrem Minister des Innern hat ja erst in dieser Woche der Berliner Bolizei kündete Legende van der verfassungsmäßigen Einfluß bedeutet ihr Vorgehen tatsächlich die bedentlichste bescheinigt, daß es weniger aufs Gesetz, als auf die„ Zweckmäßig Gleichberechtigung der Sozialdemokratic in Gefährdung des Arbeiterschußes. Schon allein um feit" antomme. Erst nach mehr als 24 Stunden wurde der VerBahern endgültig zerstört ist, auch für die, die vom ersten diesen unheilvollen Einfluß der Junter und Schlotbarone auf die haftete entlassen und selbstverständlich zugleich aus Preußen ausFall Hoffmann, der angedrohten Maßregelung des preußische und die Neichsregierung zu brechen, gibt es fein gewiesen. Also liegt am Ende keine strafbare Handlung, kein bringenderes Erfordernis, als die Einführung des gleichen Geheimbund" vor: denn wie hätte die siebente Abteilung den„ BerWahlrechts für Preußen! dächtigen" sonst ausweisen können, anstatt ihn dem Richter guzuführen? Zum großen Erstaunen des Russen befand sich aber der Zum Kieler Wahlrechtsraub. mit ihm verhandelnde Beamte plöglich im Besize noch Kiel, 6. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) anderer an ihn( den Verhafteten) gerichteter Briefe, die angelangt während er in Haft fag, die aber in seiner Heute abend fand eine gemeinsame Sigung der waren, städtischen Kollegien statt. Bor Beginn der Sitzung inter- Wohnung nicht abgegeben worden waren. Die Polizei ist bekanntlich pellierte der sozialdemokratische Stadtverordnete Rind- itets bilfsbereit; sollte sie die Freundlichkeit soweit getrieben haben, Berlin, den 6. März 1909. fleisch den Magistrat, was die zum Minister nach Berlin daß fie dem Briefträger die Mühe des Treppensteigens und zugleich Die Postunterbeamten. gejandte Deputation ausgerichtet habe. Es verlaute, daß die auch die Briefe abgenommen hat? Das fönnen wir uns faum vorstellen. Aus dem Reichstage.( 6. März.) Genosse Zubeit Teputation sich ein Schweigegebot auferlegt habe. Das sei vielleicht aber seit sich Herr Straetke mit Herrn v. Molite über die unerhört. Die Stadtverordneten und die Bürgerschaft Grenzen zwischen dem reichsgefeßlichen Schuß des Briefgeheimnisses erörterte bei Weiterberatung des Postetats hauptsächlich die wenig erfreuliche Lage der Postunterbeamten, wofür er die tonnen verlangen, daß sie Auskunft erhalten, sonst würde der und der landespolizeilichen Zweckmäßigkeit auseinander. Die Memeler Nachwahl und ihre Folgen. Beispiele den Zuständen in einigen Berliner Bostämtern entnahm. Eindruck erwedt, als sei eine Ueberrumpelung geplant. Er gab der Bostverwaltung anheim, anstatt die Unterbeamten Redner stellt den Dringlichkeitsantrag, daß die Kollegien beschließen mögen die Teputation solle über das Resultat ihrer während der Wahlbewegung Versammlungen, in denen der ParteiDie Memeler Nationalliberalen veranstalteten im vorigen Herbst durch Traktätchen zu behelligen, ihnen lieber Gelegenheit zur Berhandlungen Auskunft geben. Der Bürgermeister Lindefekretär Dr. Stipper nach Kräften die Sozialdemokratie verdächtigte, Fortbildung in Unterrichtskursen zu geben. Wie Zubeil ferner darlegte, ist die Resolution des Reichstags auf Abschaffung mann, der in Vertretung des mit Krankheit entschuldigten ohne daß die Sozialdemokraten zum Wort tamen, was natürlich große Oberbürgermeisters Fuß den Vorsitz führt, erklärte, eine Erbitterung erregte. Als am 10. September wiederum in einer Berfanumder Bestellung von Geldbriefen an Sonntagen in einer wenig Ueberrumpelung sei nicht geplant. Die Stadtverordneten lung, der zahlreiche Genossen beiwohnten, die Sozialdemokratic Heruntererfreulichen Weise ausgelegt worden. Man hat nämlich die Geldbriefträger nunmehr zur Vertretung ihrer anderen würden in der Situng am Dienstag Auskunft erhalten. Die geriffen wurde, kam es zu heftigen Auftritten zwischen einer Engahl BerStollegen an Sonntagen herangezogen, und zwar ohne Ent. übrigen Magistratsmitglieder seien über das Resultat der jammlungsbefuchern und den zum Schuße der Nationalliberalen erschädigung, trotzdem doch die Verlegung der Geldbrief Berhandlungen ebenjowenig wie die Stadtverordneten fchienenen Boliziften. Die Folge war die Einleitung eines EtrafLandfriedensbruches. Doch daraus schädigung, trotzdem doch die Verlegung der Geldbrief unterrichtet. Die Stadtverordneten stimmten mit verfahrens wegen bestellung vom Sonntag auf den Montag die Arbeit allen gegen eine Stimune für den Dringlichkeits- leitete man gegen 18 Berfammtungsbefucher ein Verfahren wurde nichts, und da das Strafgefeßbuch viele Baragraphen hat, so der Geldbriefträger in feiner Weise verringert hat. antrag, der Magistrat mit allen gegen eine Stimme ein wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches, wegen gewaltsamen Für die Rechte und Bedürfnisse der unteren Beamten dagegen. Der Antrag war damit gefallen! Der Widerstandes, tätlichen Angriffs, öffentlicher Beleidigung und vorbesteht aber in den oberen Behörden offenbar wenig Stadtverordnete Rindfleisch wollte darauf eine scharfe Miß- täglicher Körperverlegung. Es find 36 Belastungszeugen in ber AnSympathie. Ist es doch sogar vorgekommen, wie Zubeil trattenserklärung gegen den Magistrat verlesen, wurde aber flagefchrift des Staatsanwalts bezeichnet. mitteilte, daß ein Briefträger in Uniform am Sonntag vom Vorsitzenden daran gehindert, weil diese Erklärung nicht Einladungen zur Stirchenwahl hat austragen müssen, und als der Prinz August Wilhelm Hochzeit machen auf der Tagesordnung stehe. Als dann auch noch eine InterEine bemerkenswerte Flucht in die Deffentlichkeit wollte, mußten 40 Boftillione für dieses postalisch jedenfalls pellation der Sozialdemokraten über das Aufsichtsrecht am Freitag der Breslauer OberbürgerBreslau steht, ähnlich wie 1903, da es völlig belanglose Ereignis in ihren dienstfreien Stunden das Lied der städtischen Betriebe durch die Stadtverordneten in un unternahm einüben: Wir winden Dir den Jungfernfrana!" genügender Weise von Magistrat beantwortet wurde, griffen millionenfachen Schaden hatte, vor einer ganz gewaltigen och Die Sozialdemokraten zur Obstruttion. Auf Grund der wassergefahr. Troydem weiß die Stadt nicht und erfährt Offenbar werden die zu solchen Zwecken mißbrauchten Poftillione Geschäftsordnung muß eine Borlage von der Tagesordnung auch nicht, ob und was für die Minderung biefer Gefahr staatlichervon den Vorgesetzten nur als foftümierte Bataien sogenannter abgelegt werden, wenn nindestens 10 Stadtverordnete dies feits getan wird. In der Stadtverordnetenversammlung erklärte der hoher Herrschaften angesehen. Aus der weiteren Debatte ist noch hervorzuheben, daß beantragen. Um dem Mißtrauen gegen den Magistrat in Oberbürgermeister, die Stadt befinde fich in einer trübseligen der freisinnige Abg. Kopsch ein Wahlmanöver der National- scharfer Weise Ausdruck zu geben, beantragten sie, von den Lage; fie fet vom Hochwasser am meisten gefährtet, habe aber nicht s 16 auf der Tagesordnung stehenden Vorlagen 13 abzuseßen, au fagen. Von einem Hochwasserschutzprojett erfahre fie erst liberalen im Wahlfreise Bingen Alzey zur Sprache unter diesen auch die neue Lustbarkeitssteuerordnung, die dann etwas, wenn es fertig fei und bezahlt werden solle! Bon brachte. Er wollte Auskunft darüber haben, wie es fäme, eine bedeutende Erhöhung der Luftbarkeitssteuer vorsieht und den Maßnahmen des Staates höre die Stadt nichts, und wenn daß eine Aufforderung der Nationalliberalen, in der Stich die der Magistrat noch in der Etatsberatung, die am Diens- zablen! Das sei das einzige Recht der Stadt. Der Oberbürger fie Ginwendungen erhebt, dann gelten sie nichts. Nur zahlen, wahl für den Zentrumsmann llebel zu stimmen, auf amtlichen tag stattfinden soll, fertig haben wollte. Die Sigung fand so meister tennzeichnete in scharfen Worten das Gebahren der Regierung Depeschenformularen angeklebt worden sei. Herr Kracite und wies nach, daß ihre bureaukratischen Maßnahmen beim letzten erwiderte, ein Recht zu solcher Auskunft hätten nur Abfender Die nicht zur Verlefung gelangte sozialdemokratische Er Hochwasser völlig bankrott gemacht und vor allem die Deich und Adressaten der fraglichen Depesche, so daß die Sache wohl klärung lautet: verbände sich als durchaus unzulänglich erwiesen haben. " Die unterzeichneten Stadtverordneten erklären hiermit, So nahe auch jetzt wieder die Gefahr fei, man wisse daß sie nach den fortgesetten Versuchen des Matroydem nicht, ob geholfen werde und ob geholfen werden fönne gistrats, seine Macht au bergrößern, aber die der und solle. Man fei da ganz auf das Ermessen" des Ministers und Stadtverordneten und das Wahlrecht der Bürger der Deichämter angewiefen Gine Henderung der Deichgesetzgebung zu beschneiden, keinen Grund haben, vor oder nach Ab- zum Schuße der Städte fei eine dringende Notwendigkeit. Es sei entfeglicher Buftand, eine Großstadt mit 500 000 Ginschluß der Wahlrechtsfrage dem Oberbürgermeister und dem wohnern bei Hochwasser einem obnmächtigen kleinen BerMagistrat in irgendeiner Hinsicht Verfrauen zu schenken. Sie bande zu überliefern, der mit geringen and unzugängwerden es daher fich zum Ziele setzen, den lab des lichen Mitteln arbeite und obendrein der Stadt das Nocht näbnie, Oberbürgermeisters, so bald als es möglich selbst etwas zur Verteidigung zu tun! G6 werde, da das bevorist, für einen Nachfolger, dem man Vertrauen stehende Hochwasser weit schlimmer fein werde als alle vorherschenten tann, freizumachen" im Dunkel bleiben wird. Der Abg. Gothein( frs. Bg.) fam auf die Kieler Wahlrechtsschnüffelei zurück. Er verteidige den Abg. Struve gegen Herrn Straettes unberechtigte Angriffe und stellte die bedauerliche Tatsache fest, daß eine Anzahl Abgeordneter der Rechten so wenig Solidaritätsgefühl mit einem in feinen Abgeordnetenrechten von einem Minifter gefränften Kollegen bewiesen, daß fie Herrn Straette durch Beifall unterstüßten. Die Gotheinsche Rüge war durchaus berechtigt. Es ist nur schade, daß die Freisinnigen nicht merken, wie sehr sie sich durch die Bundesgenossenschaft mit solchen servilen Blockbrüdern selbst diskreditieren. ein schnelles Ende. Schulkinder im Dienste staatßerhaltender Politik! ein Staatsverbrechen. # gegangenen, der Stadt wohl nichts anderes übrig bleiben, als Hunderttausende bon Sandjäden zu laufen und damit dem EinSchließlich wurde die Generaldebatte geschlossen und dem bringen des Waffers in die Stadt vorzubeugen, Aber selbst dabei babe die Stadt nichts zu sagen, weil das alles Sache der DeichStaatssekretär sein Gehalt bewilligt. Bei der Erörterung der Am Freitagvormittag berbreiteten in Gränigen( Westämter sei und niemand wisie, ob die etivas täten ober nicht, während einzelnen Zitel erlebte der Berichterstatter Bed- Heidelberg havelland) Schulkinder im Auftrage ihres Lehrers Einladungen zu man die Stadt mit ihren reichen Mitteln zur Untätigkeit verdamme ( natt.) eine böse Viertelstunde. Er hatte es nämlich für gut einer öffentlichen Versammlung, in denen der nationallibe unb sie den gräßlichsten Hochwaffergefahren preisgebe! Gine vom befunden, mit dem tonservativen Abg. Dröscher zusammen rale abgeordnete Dr. Görte einen politischen Bortrag letzten Hochwasser bittierte enderung des Deichstatuts, das wenigstens Anträge auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage in zwei antiündigte. Die Versammlung sollte am nächstfolgenden Tage in etwas Hilfe gebracht hätte, habe der Minister abgelehnt. Weshalb? Fällen zu stellen, in denen die Budgetkommission, um Erspar- Garlig stattfinden. nisse zu machen, Abstriche vorgenommen hatte. Als Berichterstatter mit der Verpflichtung zu mündlichem Bericht, B Der neue Kultusminister. Die Stadt habe es und tönne es nie erfahren! Da sei es schließlich fogar noch beffer, im neuen Dbergesetze zu bestimmen, daß die Stadt für ihre Berteidigung selbst zu forgen habe. Da wüßte man doch wenigstens, woran man wäre. Der Vorgang charakterisiert die Unfähigtett ber Ge ist nicht ausunterregierung in schärffter Weise, gefchloffen, daß fie Hunderttaufenben von Oberbewohnern un ermeßlichen Schaden zufügt, ehe noch bie Druderschwärze dieser Was die Lage der Dinge im Kultusministerium anlangt. Beiten troden ist. Denn schon erlassen bfe fchlesischen Landräte fo rechnet man nicht auf eine dauernde Rückkehr des Heren öffentliche Warnungen, da Hochwalfer in Sicht jei. Die Urheber Dr. Holle. Als feine Nachfolger sollen vor einiger Beit aber diefes fürchterlichen Schadens, die eller sulturarbeit ab die Herren Profeffor Dr. Harnad und Direthor Schwarstopff holben preußischen Junter, geben straffrei aus! hätte er zunächst wenigstens als Berichterstatter die Ueber bevorstehende Veränderungen im Sultusministerium weiß Kommissionsbeschlüsse vertreten müssen. Das fiel der Reichsbote", das Blatt der evangelischen Pastoren, das fich ihm aber gar nicht ein. Er erbat sich vielmehr sofort als bbisher meist als gut unterrichtet über die Borgänge im Ressort bes geordneter das Wort, um die Kommissionsbeschlüsse an- Herrn Holle erwiesen hat, zu berichten: zugreifen und feine Anträge zu verteidigen. Der Abg. Erz berger( 8.) wies dies sonderbare Verfahren zurück, indem er mitteilte, daß der Kommiffionsbeschluß, bei dem es sich um die Verminderung der Postdirektorenstellen handelt, fogar einstimmig gefaßt worden war. Genosse Emme I wies sogar noch nach, daß die Antragsteller in ihrem regierungsfreundlichen lebereifer übersehen hatten, ihre Anträge dadurch zu ergänzen, daß sie bei dem folgenden Titel die Wiederherstellung der Regierungsvorlage gleichfalls forderten, da entsprechend dem Abstrich der Postdirektorenstellen die Kommission die Vermehrung der Postmeisterstellen vorgesehen hatte. Die Abstimmung über alle diefe Titel wurde qusgefeßt. Dann bertagte sich das Haus auf Montag. Deutscher Staatsbahnwagenverband. in Betracht gekommen fein; bas fei aber eine übera wundene Phase, und beide Herren tämen nicht mehr in Betracht, sondern man habe andere Perfonen ins Auge gefaßt, so ben Dberpräsidenten v. Jagow. Die Magbeb. 8tg." berichtet heute Das württembergische Staatsministerium hat nunmehr die in zwar, Herr Schwarzkopff fei tu Susficht genommen, feine ber Generaldebatte zum Giat vom Ministerpräsidenten au Ernennung werde aber im jezigen Augenblick nicht für opportun gefündigte Denkschrift über den deutschen Staatsbahnwagenverband gehalten, sondern werde erst nach Erledigung der Finanz- der Zweiten Stammer übergeben. Die Deutschrift hebt hervor, reform erfolgen. So liegt nach unferen Juformationen die Sache daß die württembergische Regierung vom boltswirtschaftlichen, finanziellen und nicht zulegt bom nationalen Gesichtspunkte nicht." aus die Erfolglosigkeit der Berhandlungen über Schaffung einer Betriebsmittelgemeinschaft bedauere, jedoch geglaubt habe, bei der Beratung der Schaffung eines deutschen Staatsbahnwagenverbandes mitarbeiten zu müffen. Die württembergische Stegierung begrüße das Zustandekommen des Verbandes mit Freude und sei der Bu bersicht, daß der auf diesem Eingefgebiete des Gisenbahnwesens erzielte Fortschritt zu einer weiteren, überaus wünschenswerten Annäherung der deutschen Staatsbahnverwaltungen auch auf anderer Gebieten führen werde. Kein sozialdemokratisches Amtsblatt, Von einem halboffiziöfen Blatt wird diese Meldung bestritten, doch hat sie sehr viel Wahrscheinliches; denn Herr v. Jagow gehörte zu den ehemaligen ländrätlichen Stanatrebellen; er hat sich also große Verdienste um den preußifchen Junkerstaat erworben. Das Junkerparlament gegen die Sozialpolitik. Wenn im Reichstage einmal Fragen angeschnitten werden, die zur Kompetenz Preußens gehören, pflegen sich die Regierungs- Russischer Geheinbund und deutsches Briefgeheimnis? vertreter und die Rechte stets über diese Uebergriffe bitterlich zu Sie ist wieder einmal sehr rührig, unsere alte Freundin, die beschweren. Im preußischen Junkerparlament dagegen ist es gerade fiebente Abteilung des Polizeipräsidiums zu die Rechte, die jede Gelegenheit wahrnimmt, über Dinge zu reden, Berlin. Will sie das Lob verdienen, das ihr dieser Tage der die zur Kompetenz des Reiches gehören. Das geschieht stets Minister des Innern im Abgeordnetenhause gespenbet hat, handelt sie Wir berichteten neulich von dem Beschluß des Gemeindekollegiums da, wo die Herren Agrarier eine allzugroße Nachgiebigkeit der aus edlem Tatendrange, der bor feinem Ungefchid pardon Miß- in of, der Oberfränfischen Boltszeitung", unferem Partetorgan Reichsregierung den Forderungen des Reichstages gegenüber be- geschick- zurückbebt oder folgt fie gar den guten Winten von Gentlemen zu hof, bas vom Magistrat herausgegebene Amtsblatt als Beilage fürchten. Die reaktionäre Mehrheit des Dreillaffenhauses benutzt aus der Azewgilde? Jedenfalls erwarten wir, nächstens wieber bon beizugeben. Der Magiftrat hat diesen Beschluß nicht fanttioniert solche Gelegenheiten dazu, die Regierung gegen alle fortschrittlichen einer großen Berschwörung gegen den heimlichen Chef der Polizei- mit ber Begründung, bak ber Beschluß des Gemeindefollegiums Bestrebungen, namentlich auch auf dem Gebiete der Sozial- Internationale, Nikolaus den Selbstherrscher, von einem über ganz ungefeglich fei, weil die Mitglieder der städtischen Kollegien an politit, scharfzumachen. Deutschland ausgebreiteten Geheimbunde zu hören, der Rußland jeder Abstimmung teilnehmen müßten( in diesem Falle hatten 15 für, 13 gegen den Antrag geftimunt und sechs sich der Stimme entSo geschah es auch am Sonnabend, wo die Stonservativen umstürzen und das Deutsche Reich in den Abgrund mit hinein halten). Jezt muß das Kollegium nochmals zu der Sache Stellung Herrn Maltewig vorschickten, der die Beratung der Handels- und ziehen wollte, an dem schändlichen Vorhaben aber durch die allzeit nehmen. Gewerbeverwaltung azu mißbrauchte, die 8ollwucherpolitit wachfame fiebente Abteilung noch gerade rechtzeitig gehindert Hof ist also offenbar einer großen Gefahr entgangen. des Neiches des lang n und breiten zu verherrlichen und vor allen worden ist. In Berlin hat die Sache angefangen. Am 26. Februar ist hier Dingen ein Brem en auf dem Gebiete der SozialHerr Ilgenstein teilt uns mit, daß er sich dem Staatsanwalt Seine Abreise nach politik zu berlan en. Als er von anderer Seite barauf fest ein russischer Schriftsteller berhaftet worden. zum Strafantritt zur Verfügung gestellt hat. fand bei ihm bie genagelt wurde, verf ichte er sich damit herauszureden, daß er sich Man fand bei ihm einige Briefe, ihm Landsleute aris erfolgte, um einer etwaigen fofortigen Berhaftung auszu nur gegen die weite Belastung der Unternehmer durch die Sozial- aus Dresden, Mittweida, Cothen, Braunschweig geschrieben hatten weichen, da er noch eine Reihe unauffchiebbarer privater Angelegen heiten zu ordnen hatte. politik ausgesprochen. habe, gegen die Nebernahme neuer sozialpoli- und worin sie ihn einluden, ihnen einen Bortrag über den russischen England. tischer Lasten durch das Reich habe er nichts. Das heißt nichts Dichter Leonid Andrejet zu halten. Seit Königsberg hat Eine zerstörte Illusion, anderes, als daß die nicht besigende Klasse durch indirekte die preußische Polizei Steuern für die Fortführung der sozialen Gefeßgebung auf die ruffische Litteratur, der sie hindert, ihre litterarischen Kenntnisse zonden, 6. März. Der Chefsekretär für Jrland, Birrell, tommen foll! au bervollständigen. Also hielt sie Andrejet offenbar für einen führte in einer gestern gehaltenen Nede aus, die Erklärungen des cinen starken Widerwille gegen Eine Nachwahl. " Präfidenter Taft über die Rüstungen der Vereinigten Staaten, ihre Nase in die Cache, und die Folge war, daß es zuweilen Rathmann Hrebigte fauben Ohren. Man hörte ihn vider hätten einige der besten Hoffnungen der Menschheit erschüttert, zu Streitigkeiten kam, die damit endigten, daß einige Ge- willig an, machte hier und da höhnische Bemerkungen zu feinen denn sie zeigten, daß sogar Amerika ſich den Reihen der Be nossen verhaftet und auf dem Polizeibureau verprügelt Ausführungen und nahm schmunzelnd die Behauptung des Di denn sie zeigten, daß sogar Amerita sich den Reihen der Be: waffneten anschließe und eine große Flotte und ein mächtiges wurden. Zuletzt wurde von der Polizeidirektion das Streif- rektors Mide entgegen, welcher sagte, das Personal sei mit Heer erhalten solle. England habe daher ebenfalls darauf zu achten, seine Küsten unversehrt zu erhalten und für ihre Ver- bostenstehen nachts gänzlich verboten. Herr Aschbacher, der den Löhnen zufrieden. Wie nicht anders zu erwarten war, stimmten teidigung große Summen auszugeben. nun die Willfährigkeit der polizeilichen Organe zugunsten nur die Aktionäre" bom Transportarbeiterverband für die Ander Unternehmer erfahren, wurde nun wieder etwas unter- träge Rathmanns, während alle übrigen Teilnehmer der Genehmender. Kurzerhand ließ er von Berlin einige tüchtige neralversammlung dagegen stimmten und die Vorschläge der Di Schreiner" unter strenger Bewachung im Eisenbahnwagen rektion bezüglich der Verteilung des Gewinns annahmen. nach Zürich ſpedieren. Eine Anzahl derselben, die das Nicht beffer erging es den Anregungen Rathmanns in Schändliche ihres Gebarens auf dem Wege erkannt haben, bezug auf Verkürzung der Arbeitszeit, die für die Schaffner find allerdings noch davongegangen. In Basel sprang fogar immer noch 10% Stunden beträgt.- Die Aftionäre bewilligten einer durch das Fenster aus dem Eisenbahnwagen. Von den fich ihre 8% Proz. Dividende, der Direktion und dem Aufsichtsrat etiva 100 Mann, die in den zwei Wagenladungen hätten an- die hohen Tantiemen und gingen heim in der Hoffnung, daß ihnen kommen müssen, trafen nur noch 44 ein. In Zürich ange- durch die Arbeit der Angestellten der Straßenbahn im nächsten Ges kommen, wurden sie von der Polizei feierlichst empfangen schäftsjahre noch höhere Gewinne in die eigenen Taschen fließen und in die Fabrik geleitet. Ein wahrhaft mustergültiges möchten. Bild der Volksherrschaft"! London, 6. März. Im Wahlkreise Hawvid( Schottland)', der auch bisher im Unterhause liberal vertreten war, wurde Barran ( liberal) mit 3028 Stimmen gegen Mac Kinder( Unionist) ge wählt, der 2508 Stimmen erhielt. Die Liberalen haben in dieſem für sie sehr günstigen Kreis gegen die letzte Wahl zirka 100 Stimmen Rußland. eingebüßt. Unvereinbar mit Recht und Gesek. Petersburg, 5. März. In der Reichsduma hielt heute während der Finanzdebatte der Vizepräsident Baron Mehendorff( Oktobrist) eine Rede, in der er ausführte, die erste Borbedingung des russischen Staatskredits sei die unerschütter lichkeit der russischen Grundgeseke. Unter stür mischen Zwischenrufen der äußersten Rechten behauptete der Redner, ein großer Teil der neuen Geseze führe nur ein Scheinleben, da die Behörden, die der Regierung bei der Durchführung der Gesetze beistehen müßten, die Grundgesetze in tiefster Seele ha ten und unfähig seien, sich ihnen unterzuordnen. Als Abgeordneter und treuer Untertan sei es seine Pflicht darauf hinzutreisen, daß der Rechtssinn, der den Staat aufrechterhalte, dadurch unter graben, und daß durch ständige Mißachtung des Geschaft schänden. Sier folgt fie: fetes der Boden für einen idealistischen Anarchismus, wie Tolstoi ihn lehre, vorbereitet werde. Als Beispiel führte der Redner die russische Politik gegenüber Finnland an, die er für unvereinbar mit den Grundfäßen von Rechtlichteit und Gefeßlichkeit erklärte. Perfien. Der Kampf um Täbris. Teheran, 5. März. Bei Täbris finden täglich größere Kämpfe statt. Gestern besetzten die Anhänger des Schahs die Borstädte, worauf sie von den Revolutionären heftig angegriffen und vertrieben wurden. Die Revolutionäre machten viele Gefangene und erbeuteten ein Geschütz. Die Truppen des Schahs wurden mehrere Meilen zurückgeworfen, halten aber die Einschließung der Stadt aufrecht, in der empfindlicher Nahrungsmangel herrscht. Soziales. Gegen die Sonntagsruhe der Binnenschiffer wendete sich der Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt in seiner am Mittwoch abend abgehaltenen Versammlung. Der Zentralverein beschäftigte sich mit der Frage der gesetzlichen Einführung der Sonntagsruhe im Binnenschiffahrtsverkehr, insbesondere vom Standpunkt der Interessen der Warenverlader und Warenempfänger, worüber Generalfonsul Otto Meyer- Königsberg und Spediteur F. Barenkamp- Frankfurt a. M. referierten, fowie mit der Frage der allgemeinen Arbeitsruhe im Binnenschiffahrtsgewerbe, worüber Reedereidirektor Heesch- Hamburg das Referat erstattete. Der erste Referent Generalfonful Meher führte aus, daß die Binnenschiffahrt 4-5 Monate wegen Eis und Hochwasser überhaupt unmöglich sei. Es bleiben für die Schiffahrt im Jahre demnach nur etwa 240 Tage; von diesen werden 90 Tage gefahren, 50 Tage wird an Land zur Verladung zugebracht und an 100 Tagen wird auf die Ladung gewartet. Es sei deshalb nicht zu verstehen, daß diefe 90 Tage noch weiter durch die Sonntagsruhe geschnitten werden sollten. Der zweite Referent Spediteur Bahrenfamp betonte insbesondere, daß die Staatseisenbahn den Vorteil von der Sonntagsruhe haben würde, da die Eisenbahn die Sonntagsruhe nicht im vollen Umfange eingeführt habe. Bethmann- Sotje Ernst, 1881, verh., Coethen( Anh.). Bischoff- Lange Carl, 1883, berh., Berlin. Borch Herm., 1884, ledig, Berlin. Deutfches Reich. Nachträglich stellte sich dann heraus, daß einige von Der Abwehrstreit der Kohlenarbeiter in Kiel. diesen berufsmäßigen Arbeitswilligen von der Staatsanwaltschaft in Deutschland und vom Kriegsgericht wegen Deser- und zwar unter Führung des bekannten Streitbrecheragenten Am Donnerstag sind wieder 50 Streifbrecher angekommen, tierens vom Militärdienst verfolgt werden und ausgeliefert Müller aus Wandsbet mit dem Schnellzuge aus Hamburg. Die werden müssen. Ein solches Gesindel wurde von der schwei- Personenwagen, in denen diese nüßlichen Elemente verfrachtet zerischen Polizei„ beschützt" und freie Bürger wurden blutig Geleise am Stai geschoben, von wo aus die Arbeitswilligen auf das waren, wurden auf dem Personenbahnhof abgekoppelt und auf das geschlagen. Streifbrecherschiff" Virgo" geschafft wurden. Auf diesem Schiff Ein Zufall hat uns die Liste derjenigen in die Hände spotten die Zustände jeder Beschreibung. Wie von Arbeitswilligen, gespielt, die in Zürich das Ansehen der deutschen Arbeiter- bie sich den Streifenden angeschlossen haben, berichtet wird, ist die Waschgelegenheit so mangelhaft, daß sich viele der Arbeitswilligen tagelang nicht gewaschen haben. Ferner fehlt es an dem notwendigen Wasser zum Waschen der Eßgeschirre. Die Bettwäsche ist so schwarz wie die Kohlen, die Klosettverhältnisse lassen alles zu wünschen übrig. Auf den Dampfern, wo die Arbeitswilligen löschen, ist für sie überhaupt keine Gelegenheit zur Verrichtung der Bedürfnisse, fie tun das einfach zwischen den Kohlen. Wie brauchbar die Arbeitswilligen sind, geht daraus hervor, daß die 35 Mann, die den Dampfer Albert Belot" gelöscht haben, nach Berechnung der Ausständigen unter Berücksichtigung der dafür aufgewendeten Beit 1000 M. Lohn bekommen haben müssen. Die Ausständigen hätten für die 600 Tons Kohlen, die der Dampfer geladen hatte, 420 M. erhalten. Dabei muß dann noch berücksichtigt werden, daß die Arbeitswilligen auch noch verpflegt werden müssen. Als Vermittler von Streifbrechern betätigt sich der österreichische Konsul in Hamburg, der alle österreichischen Staatsangehörigen, die ihn um Unterstübung angehen, an die Streifbrecher agentur Müller in Wandsbefweist. Auch die Kieler Armenverwaltung hat ein Einsehen mit den notleidenden Kohlenimporteuren, sie weist arbeitsfähige Leute, die um Unterstüßung tegen Arbeitslosigkeit eintommen, an die Kohlenhändler, weil die Kohlenarbeiter auf den Kohlenplätzen sich dem Streit angeschlossen haben. Die Kohlenhandelsgesellschaft sucht jetzt überall Kohlenarbeiter zum Aufladen der Kohlen auf die Wagen. Die Arbeiter allerorts werden ersucht, den Lockungen nicht zu folgen, selbst wenn sie noch so vielver= sprechend sind. Der Streit der Kohlenarbeiter dauert nach wie bor fort. Brudnachowsky Kasimir, 1886, ledig, Weißenfee( Preußen). Dechert Louis, 1864, geschieden, Berlin. Dietrich- Dahlmann Hermann, 1873, verh., Berlin. Friedrich Oskar, 1890, ledig, Frankenberg( Sachsen). Geerds- Kailiaid Wilh., 1855, verh., Berlin. Gente Albert, 1870, geschieden, Berlin. Glaubig Wilh., 1881, berittet, Berlin. Golz- Klepsch, Artur, 1874, verh., Berlin. Gundowsky, Paul, 1888, ledig, Kottbus( Preußen). Gurte, Paul, 1890, ledig, Kontopp( Preußen). Helnbold- Gade, Heinr., 1873, verh., Schöneberg- Berlin. Saab Wilh., 1858, ledig, Berlin. Kaiser Robert, 1887, ledig, Fermersleben( Preußen). Kallmann Walter, 1888, ledig, Berlin. Snittel Karl, 1889, ledig, Staßfurt( Preußen). Kruszka- Szimanska Wladislaus, 1876, berh.. Berlin. Kümpfel- Potjaska Adolf, 1861, verh., Berlin. Lehmann- Hanke Emil, 1872, verh., Berlin. Liedel- Erle Richard, 1876, verh., Berlin. Linkemiz Johann, 1866, verh., Berlin. Lutschte- Miethe Wilhelm, 1851, verh., Berlin. Meier Karl, 1878, ledig, Berlin. Modrow- Borowsky Wilhelm, 1865, berh., Berlin. Moschütz- Strauß Baul, 1859, verh., Lichtenberg( Preußen). Neumann- Hauser Alwin, 1876, verh., Berlin. Pfeiffer Alfred, 1888, ledig, Charlottenburg, Resag Willy, 1884, ledig, Berlin. Scheu- Falk Emil, 1888, verh, Berlin. Scheu- Krieg Albert, 1873, berh., Pankow( Preußen). Scheu, Wilhelm, 1886, ledig, Berlin. Scheu Willy, 1887, ledig, Berlin. Schröder- Schwarz Reinhold, 1854, berh., Berlin. Schulz- Kuert Hermann, 1851, verh., Berlin. Seewert Albert, 1889, ledig, Strelit. Somerfeld Johann, 1883, ledig, Berlin. Stöbow- Sprung Richard, 1881, verh., Tondorf- Lohe( Preußen.) Tharun Wilh., 1888, ledig, Fürstenwalde( Breußen). Wlodarzed Franz, 1881, ledig, Berlin. Woitas, Johann, 1862, geschieden, Berlin. Wude Erich, 1887, ledig, Berlin. Zobel Paul, 1887, ledig, Berlin. Obgleich die meisten dieser Helden über Berlin nach Zürich gingen, zeigen schon ihre Namen, daß sie aus wirtschaftlich rückständigen Gegenden stammen. Immerhin hat die Liste wohl für die Berliner Tischler besonderes Interesse, da zu erwarten steht, daß die Herrschaften nach vollbrachter at nach hier zurückkehren und man es den Tischlern nicht berdenken kann, wenn sie darüber unterrichtet sein wollen, wessen sie sich unter Umständen von solchen Kollegen" zu vergewärtigen haben. Berlin und Umgegend. Dividende, Tantiemen und Arbeitslohn. Die Sperre über die Zigarettenfabrik Waldorf- Astoria ist, wie uns eine Privatdepesche aus Königsberg meldet, auf. gehoben, da es zu einer Einigung gekommen ist. Husland. Die Drnder in amerikanischen Zeitungsbetrieben haben in dem nationalen Schiedsgericht, welches in allen Streitigkeiten zwischen den Zeitungsbesißern und dem Drudpersonal die maßgebende Ent scheidung fällt, einen Sieg errungen, der großen Jubel unter den Drudern hervorgerufen hat. Die Druder verlangten eine größere daß 40 Prog. aller Mitglieder der Union sich schon Berlegungen Bedienungsmannschaft für die Maschinen und stellten unter Beweis, und sogar Verstümmelungen von Gliedern durch die unerhört gcstiegenen Anforderungen bei der Arbeit zugezogen haben. Sie verlangten auch eine entsprechende Lohnerhöhung. Das Schiedsgericht tam nach Untersuchungen, die Monate währten, zu dem Urteil, daß der Lohn um 22 Proz.( das ist um 17,50 M.) pro Woche zu er höhen sei, daß die Bedienungsmannschaften vermehrt werden müßten und daß der die Klage führenden Partei, den Drudern am San Francisco Bulletin", ein Betrag von 14 000 Dollar nachträg lich auszuzahlen sei, da die Entscheidung des Schiedsgerichts mit rüdwirtender Kraft bis zum 1. Juli 1908 erfolgte. Das Schieds befizer, aus dem Präsidenten der Drucker- Union und einem von gericht bestand aus einem Vertreter der vereinigten Zeitungsbeiden Parteien gewählten Unpartetischen( das ist gewöhnlich irgend ein Bürger, der allgemeines großes Ansehen genießt), Theater. Die Referenten legten sodann im Einverständnis mit dem Zentralvorstand eine Resolution vor, in der ausgesprochen wird, daß durch eine eingehende Vernehmung des Beirats für Arbeiterstatistik nicht der Beweis erbracht worden sei, daß bei der jetzigen Arbeitszeit Gesundheit oder Leben der Schiffsmannschaft in besonderer Weise gefährdet sei. Durch das öftere Stilliegen, das Laden und Löschen der Schiffe in den Häfen verringere fich die Arbeitszeit um ein Viertel bis ein Drittel, und die Mannschaft habe somit ausreichende Ruhezeit und hinreichende Gelegenheit: das Binnenschiffahrtsgewerbe müsse daher eine allgemeine zwange weise Sonntagsruhe mit Entschiedenheit bekämpft werden, da fie den Betrieb erschwere, verteuere und die Leistungsfähigkeit der Binnenschiffahrt wesentlich herabmindere. Es wird deshalb die Hoffnung ausgesprochen, daß Reichstag und Reichsregierung endgültig darauf berzichten, den Bestrebungen auf gefeßliche Einführung der Sonntagsruhe bezw. Nachtruhe im Binnenschiffahrtsge werbe weitere Förderung zuteil werden zu lassen. Die am Sonnabend abgehaltene Aktionärversammlung der Beffingtheater. Griselda. Schauspiel von Gerhart In der Debatte kam zum Ausdruck, daß berechtigte Klagen Das sei eine Hebertreibung der Sozialdemokratie, die dadurch die entsprechend beschlossen, daß für das abgelaufene Geschäftsjahr unterwürfigkeit der Frau berherrlicht, in Hauptmanns dramatischer über lieberlastung der Hafenarbeiter nicht bekannt geworden seien: Großen Berliner Straßenbahn hat dem Vorschlage der Direktion Hauptmann. Wie zu erwarten war, hat die alte Fabel, die in einer für unser heutiges Empfinden höchst anstößigen Weise die blinde Arbeiter für ihre politischen Zwede gewinnen wolle. Troßdem die eine Dividende von 8% Proz. gezahlt wird. Der Aufsichtsrat, Behandlung eine völlige Umprägung erhalten. Seine Griselda ist Sozialdemokratie 10 000 Agitationsbroschüren unter die Safen- der aus 14 Mitgliedern besteht, erhält eine Tantieme von 271 200 alles andere als eine schweigende Dulderin. Wie ihr launenhaft arbeiter geworfen habe, hätten sich nicht zwei Arbeiter gemeldet, M., das macht für jeden fast 28 000 M. An die Direktion und brutaler Mann die über die zu lange Arbeitszeit Klage führten. Die Forderung an Beamte werden 496 178 M. Tantieme bezahlt. Davon be. Neurastheniker der Mutter ihr Neugeborenes nimmt und sie in Hauptmanns Darstellung ein eifersüchtiger höherer Löhne sei unvereinbar mit der Einschränkung der Arbeits- kommen die 5 Direktoren natürlich den Löwenanteil, während berläßt, bricht, nach langer zurückhaltung, in der gequälten Seele acit. Der Landtagsabgeordnete Dr. Beumer- Düsseldorf wies darauf hin, daß der Schiffahrtsverkehr auf dem Rhein ein Saison- die Beamten, soweit sie überhaupt an der Tantieme beteiligt find, ein ternig- wilder bäuerlicher Trotz hervor. Nicht ihre Demut, die geschäft sei und daß der Sonntagsverkehr ein Drittel des gesamten Beträge erhalten, die man richtiger als Trinkgelder bezeichnen unter dem Scheine äußerster Entfremdung fortglimmende Liebe Berlehrs ausmache. Die Einführung der Sonntagsruhe würde könnte. Berechnet man den Durchschnitt der Gehälter und Löhne, ist ungleichmäßig. In den ersten Bildern fesselten manche Züge führt die Beiden am Ende wieder zusammen. Die Durchführung den Ruin der Rheinschiffahrt bedeuten. Hierauf wurde die Reso- so kommt auf jede im Dienste der Straßenbahn beschäftigte Per- von frappanter Eigenart, doch ließ der Eindruck im weiteren Verlution mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. Die statte son ein Jahreseinkommen von 1023 M. Die meisten der Ange- laufe nach. Indes, das wundervolle Spiel Eise Lehmanns und gehabten Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatistik sprechen stellten, und gerade die, welche die anstrengendste Arbeit im Be- Bassermanns, das in dem Schlußmoment des seligen Wiederfindens Surchaus gegen die Ausführungen der Referenten. Es ist die alte triebe zu leisten haben, erreichen diesen Durchschnitt nicht, denn sich zur höchsten Höhe steigerte, überwand die widerstrebenden Leier: sobald ein Schutz der Arbeiter verlangt wird, droht der Ruin in der Gesamtsumme der Gehälter und Löhne sind ja auch die zum Empfindungen, und entfesselte nach dem legten Fallen des Vorder Industrie. Teil recht ansehnlichen Gehälter der höheren Beamten inbegriffen. Hanges stürmischen Applaus. Hauptmann mußte wieder und wieder Tatsache ist, daß immer noch ein Teil der im Dienste der Straßen- erscheinen. Auf Anlage und Struktur der seltsamen, von mannig bahn Beschäftigten mit Tagelöhnen von 3 M. abgespeist werden, fach sich kreuzenden Intentionen getragenen Dichtung wird noch wobei natürlich nur die wirklichen Arbeitstage bezahlt werden. ausführlicher einzugehen sein. Daß die Löhne der Fahrer, Schaffner und der sonstigen bei Das Lebensalter der preußischen Boltsschullehrer. Die amtliche preußische Statistit von 1906 zählt 82 216 männliche Lehrkräfte( 31 033 in den Städten und 51 183 auf dem Lande). Davon waren 154( 12 in den Städten und 142 auf dem Lande) ' dt. unter 20, 12 799( 1222 bezip. 11577) 20-24, 14 355( 5389 bezw. der Straßenbahn beschäftigten Arbeiter aufgebeſſert werden, dabon Letzte Nachrichten und Depeschen. amtieren. Bon einer Lawine verschüttet. 8966) 25-29, 12 684( 6024 beziv. 6660) 30-34, 9535( 4447 bezw. wollen weber die Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder mit ihren 5088) 35-39, 11 574( 5251 bezt. 6323) 40-44, 8168( 3245 bezw. 4923) 45-49, 5738( 2433 beziv. 3305) 50-54, 3561( 1525 bezw. fetten Tantiemen noch die Aktionäre etwas wissen. Wie alljährlich, 2036) 55-59, 2585( 1066 beam. 1519) 60-64, 899( 356 beztv. 543) fo erschienen auch diesmal in der Generalversammlung emige An- Billadh, 6. März.( W. T. B.) Auf der Eisenbahnstrede Villach65-69 und 164( 63 beam. 101) 70 und mehr Jahre alt. Zweierlei gestellte des Transportarbeiterverbandes, die Rosenbach ist gestern eine Schneelawine niedergegangen und hat eischeint an diesen Zahlen besonders bemerkenswert: einmal, daß auf Grund einiger Aktien, welche der Verband befißt, zur Teil- sehn Arbeiter verschüttet; einer davon wurde getötet, vier wurden die Zahl der über 59 Jahre alten Lehrer nur 3648, das ist 4 Proz. nahme berechtigt sind. Rathmann vom Transportarbeiter verlegt, die übrigen fünf konnten unverletzt ausgeschaufelt werden. der Gesamtheit, beträgt, dann aber, daß von den unter 24 Jahren verband vertrat die Interessen der Angestellten. Er richtete an die alten, mehr als neun Behntel auf dem Lande und nicht voll ein Direktion die Mahnung, für eine Verkürzung der Ar. Entbehrungslohn. Behntel in den Städten angestellt sind, während von der Gesamtzahl beitszeit des Fahrpersonals zu forgen und bean- fibung der Breslauer Aktiengesellschaft für Eisenbahnwagenbau Breslau, 6. März.( W. T. B.) In der heutigen Aufsichtsrats. nur fünf Achtel auf dem Lande und drei Achtel in den Städten tragte, die Löhne des Personals zu erhöhen. 3u und Maschinenbauanstalt wurde beschlossen, der auf den 2. April diesem Zweck beantragte er, nicht 8%, sondern nur 7% Broz einzuberufenden Generalversammlung reichliche Abschreibungen Dividende auszuzahlen und die so erübrigte Summe für die Lohn- und die Verteilung einer Dividende von 22 Broz. vorzuschlagen. erhöhung zu verwenden. Oder, falls dieser Antrag nicht ange nommen werde, solle die Dividende auf 8 Proz. und die Tantiemen Stocholm, 6. März. Der Schriftsteller Gustaf af Geijerstam ip Bor etwa drei Wochen traten die zirka 150 Tischler der der Direktion und des Aufsichtsrats auf die Hälfte herab- heute gestorben. Möbelfabrik Aschbacher infolge Maßregelung einiger ihrer gesetzt werden und die so ersparten Gelder auf die Löhne des Kollegen in den Ausstand. Trotz des schmählichen Streit- Personals verrechnet werden. Die Tantiemen dieser Herren gesetzes, das ein Streitpostenstehen vollständig illusorisch würden dann immer noch zehnmal so hoch sein wie das durch große Ueberschwemmungen gemeldet. In den Bezirken Tutrafan Sofia, 6. März.( W. T. B.) Aus dem Donaugebiete terben macht und das Koalitionsrecht zur Karikatur herabdrückt, schnittliche Einkommen des Personals. Bei Annahme eines dieser uno Silistra stehen mehrere Dörfer unter Waffer. Viele Häuser stellten die Tischler doch Posten auf. Die Wirkung blieb nicht Anträge würde immerhin nur eine Lohnerhöhung von jährlich sind beschädigt, einzelne eingestürzt. Den Blättern zufolge sind aus. Die nach deutschem Muster eingedrillte Polizei stedte 67 M. oder täglich 18 Pf. für jeden Angestellten herauskommen. mehrere Menschen umgekommen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Bormärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Gewerkschaftliches. An den Pranger! Neberschwemmung. Hierzu 5 Beilagen Ii. 56. 26. Iahrgailg. rilnp Ks Jormiirts" Sttlintt WsdlM Somling, 7. Miilz lW. K.eLeb9tag. 22t. Sitzung vom Sonnabend', den L. März, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstische: Kraetke. Die zweite Beratung des PostetatS wird beim Titel »Staatsselretär" fortgesetzt. Abg. Zubeil(Soz.): Die skandalösen Vorgänge in Kiel, die Nnterschleife bei der Marine, hätten die Postbehörde veranlassen sollen, ihre Submissions- bedingungen beim Verkauf von Altmaterial zu ändern. Das ist aber nicht der Fall gewesen. Das Altmaterial der Post wird an zehn bis elf Firmen verkauft, an einen ganz kleinen Kreis von Sub- mittenten in Berlin, von denen manche nicht einmal selbständige Käufer sind, sondern in fremdem Auftrage kaufen. Ja, es wird sogar behauptet, daß einer dieser Submittenten 150 M. für einen Beamten zahlt I Die Eisenbahnbehörde verfährt nach verständigeren Grundsätzen. Die Postbehörde kann hier nicht als mustergültiges, sondern nur als abschreckendes Beispiel gelten. Im vorigen Jahre hat mein Parteigenosse Singer schon darauf hingewiesen, dag auf Anregung des Reichstags die Geldbestellung des Sonntags aufgehoben ist: eine Verringerung der Arbeit ist für die Geldbriefträger damit nicht verbunden, weil sie ja Montags da- durch die doppelte Arbeit haben. Aber da jeder Briefträger jeden dritten Sonntag frei hat, werden nunmehr die Geldbriefträger am Sonntag zur Vertretung der anderen Briefträger herangezogen. und zwar ohne Entschädigung! Das hat der Reichsrag nicht gewollt. Die Geldbrieslräger setzen ihre Hoffnung, dast Wandel ge- schaffen wird, auf den Reichstag. Aber die Posivcrwaltung denkt' in ihrer Sparsamkeit gar nicht daran, die notwendigen Hilfsbeamten zur Vertretung der Beamten, die einen freien Tag haben, ein- zustellen. Die gehobenen Stellen der Unterbeamten sollen nur mit solchen besetzt werden, die eine Prüfung hierfür bestanden haben. Da glaubten die Unterbeamten, daß nunmehr die Schikanierungen aufhören ivürden. Aber nach einer Verfügung vom 27. Januar 1908 gibt die Prüfung kein Anrecht auf Beförderung. Nach wie vor wird also keiner befördert, der nicht vom Vorgesetzten empfohlen wird: die Schikaue blüht daher nach wie vor. Bei der Prüfung selbst wird gar nicht darauf Rücksicht genommen, daß die llnterbeamten aus den schlechtesten Schulverhältnissen gekommen sind. Man legt Fragen aus der Zins- rechnung vor, man verlangt, daß sämtliche, auch die kleinsten Aemter genannt werden. Die Fragen über den Scheckverkehr hat man wieder fallen gelassen, weil man sich überzeugt hat, daß selbst höhere Postbeamte hierüber nicht Bescheid wiffen. sHört l hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Postverwaltung sollte Unterrichtskurse ein- führen, um den mangelhaften Schulkenntnissen der Unterbeamten nachzuhelfen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf dem Postamt K3 haben manche Beamte sehr viel freie Zeit; Mangel an Beamten ist dort nicht vorhanden. Dort ist der Postassistent Scherer: der hat an alle Unterbeamten oie herrliche Literatur verteilt, die ich hier auf den Tisch des Hauses niederlege. Außerdem hält er an verschiedenen Tagen der Woche in verschiedenen Stadtteilen Predigtabcnde ab und bekommt mehrfach einen halben Vorimtiag sowie einen halben Nachmittag, um sich auf diese Predigten vorzubereiten!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Im vorigen Jahre bekam er vier Woche» Urlaub, um am heiligen Grabe in Jerusalem bete» zu küunen. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das alles würde uns ja nichts angehen, wenn Herr SÄerer das in seiner dienstfreien Zeit täte. Aber wie kommt der Postdirektor Wegner dazu. Herrn Scherer hierzu dienstfrei zulassen? Auch Traktätchen verteilt Herr Scherer an die Unterbeamten, die dafür je 5 Pf. bezahlen müssen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Predigtamtsallüren des Herrn Scherer müssen eingeschränkt werden, oder der Herr mag seinen Platz einem anderen Beamten abtreten, der seine Dienstzeit auch mit der Erledigung des Dienstes ausfüllt.(Sehr richtig I bei den Sozial- demokraten.) Wenn man dienstfreie Vor- und Nachmittage gewähren will, so geschehe eS, um die mangelhaften Schulkenntnisse der Unterbeamten zu verbessern.(Zustinimung bei den Sozialdemo- kraten.) Auch über die Vertrauensärzte klagen die Unterbeamten, und zwar nicht mir auf dem Post- amt SS. Gegen die erkrankten Beamten betragen sich die Vertrauensärzte nicht so. wie cS verlangt werden muß. Klage geführt wird besonders über einen Vertrauensarzt kleines f euUUtcm. Ei» Planier der Luftschiffahrt. Am 7. März 1809 verunglückte bei einem Aufstieg mit seinem Luftballon I. P. F. B l a n ch a r d und kam ums Leben. So hatte ihn doch der Tod ereilt, dem er so viele Male getrotzt, in jenem unsicheren Gebiet der Luft, das er erobert zu haben wähnte, als dessen König und Herrscher er sich in seinen Proklamationen stolz bezeichnete. Blanchard gehörte zu jenen Abenteurern und Spekulanteil großen Stils, die sich den jungen Ruhm einer Erfindung rasch zu nutze machen, doch dabei auch zur Ausbreitung der Wissenschaft beitragen. Er war von Beruf Mechaniker qewesen, hatte sich früh mit dem Problem des Luft- ballons beschäftigt, war aber bei einer mangelhaften Wissenschaft- lichcn Bildung nur auf kuriose Ideen verfallen und hatte erst nach der Erfindung Montgolfiers einen Flugapparat �konstruiert, mit dem er am 2. März 1784 in Paris einen Versuch unternahm. Einige Proben glückten, er wurde aber dann aus Paris ausge- wiesen. Am 18. Juli unternahm er eine neue glücklich vollendete Fahrt, bei der besonders sein Lenkapparat, vier Ruderflügel und oaS Steuerruder an der Gondel, ausgezeichnet funktioniert haben sollen. Doch nimmt man an, daß dieser Rudermechanismus von ihm nur zur Reklame angebracht war und den Ballon nicht zu lenken vermochte. Desto kühner und waghalsiger waren seine Wer- suche, die er in England wieder ausnahm und auf immer weitere Strecken ausdehnte. Nach mehreren Flügen faßte er den kühnen Entschluß, eine Fahrt mit dem Luftballon über den Kanal von Dover bis Calais zu inachen. Ein amerikanischer Gelehrter Dr. Jeffries, der sein begeisterter Verehrer war. begleitete ihn. Am 7. Januar 178S begann bei günstigem Wetter um 1 Uhr die Fahrt; sie stiegen bei langsamem P—'wärtskommcn allmählich empor, mußten aber, da der Ballmi sich senkte, bald ihren ganzen Ballast auswerfen und bei immer öfter sich wiederholendem Fallen schließlich alles Eni- behrliche nach und nach über Bord werfen. Um 2lh Uhr hatten sie drei Viertel der Reise hinter sich und erblickten am Horizont die französische Küste. Aber nun schrumpfte die Ballonhülle immer mehr zusammen; die Ruderflügel nutzten nichts, sondern Blanchard warf vielmehr ein Stück nach dem anderen von diesem Bewegungs- apparat ins Meer. Schließlich warfen die Luftschiffcr, um nicht ins Meer zu stürzen, auch ihre Obcrtleider über Bord, und als schließlich keine andere Rettung mehr möglich schien, bot sich Jcffries als Opfer an; er wollte ins Meer hinabspringen, um den großen Blanchard zu retten. Blanchard aber dachte schon daran, die Gondel loszuschneiden und sich mit Jesfries im Netzwerk deS Ballons zu halten, als ein plötzlicher Auftrieb sie emportrug und schneller der Küste zuführte. Genau um 3 Uhr kan:en sie aus festes Land und liehen sich im Walde von Guincs nieder. In Calais wurden sie beinahe göttlich verehrt und mit einer Reihe l Dr. I a c o b i, der schwer erkrankte Leute einfach gesund schreibt! So hat er z. B. zwei auf dem Postamt 68 beschäftigte Beamte ge- sund geschrieben, die einfach nicht imstande waren, ihre Arbeit zu tun und dies durch ein Zeugnis der königlichen Charits beweisen konnten! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ueberhaupt kann man dem dortigen Postdirektor Wegner kein Uebermaß von Humanität nachsagen. Als ein Beamter sich als nervenkrank meldete, machte er eine spöttische Bemerkung. Der Mann hat Dienst tun müssen, erkrankte dann bedenklich und ist nach z:hnwöchentlichem Krankenlager gestorben. (Hört! hört!) Der Postdirekror Wegner besucht auch wohl erkrankte Unterbeamte. Das scheint ein schöner Zug von Humanität, wenn der Herr Direktor seinen Forschungseifer nur nicht sehr weit triebe: Einmal hob er die Bettdecke auf und als er das Bett kalt fand, machte er dem betreffenden Kranken den Vorwurf der Verstellung I Ein Unterbeamter des Postamts 68 ist derart schikaniert worden, daß er sich die ungerechte Behandlung zu Herzen nahm in eine schwere Krankheit verfiel und st a r b.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Am Grabe des Verstorbenen scheint dann dem Postdirektor Wegner das Gewissen geschlagen zu haben � er sagte:„Das war mein bester Beamter".(Hört! hört!) Als die Oberfchaffner um Aendernngen im Dienst einkamen, hieß es:„Die Oberschaffner scheinen nicht die nötige Arbeitslust zu haben". Au dem Postamt 68 fehlt es völlig an Sitzgelegenheiten für die Unter- bcamten, wenn sie ihr Frühstück oder Abendbrot einnehmen wollen. Ferner wird über Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Neujahrs gratifikationen geklagt: eine Klage, die übrigens auch auf anderen Postämtern erhoben wird. Man schiebt, um die Arbeitszeit der Assistenten zu verkürzen, den Unterbeamten Arbeiten zu, die die Assistenten zu verrichten haben. Im vorigen Jahre fand hier in Berlin eine Konferenz der Ober postdirektoren statt. Die Teilnehmer der Konferenz besuchten u. a. das Postamt 68. In Erwartung dieses Besuches, der sich wegen irgend eines Frühstücks oder Diners der Herren Oberpostdirckloren um Stunden verschob(Hört 1 hört 1 Sehr gut 1 und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten), wurde die Abfertigung der Druck- fachen und Pakete einfach aufgeschoben!! Die Sendungen häuften sich unheimlich an, so daß es auch den Be suchern ausfiel. Nachher hatten die Unterbeamten natürlich doppelt zu schuften. Arge Klagen ertönen auch beim Postamt 11. Auch der dortige Direktor ist stets bei der Hand, alte, verdiente Untcrbeamte von tadelloser Führung, wen» sie sich krank melden, der Verstellung zu beschuldigen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Beim Postamt am P o t s d a ni e r Bahnhof ist die Pa& kammer in wenig erbaulichem Zustande; mau hat es bisher nicht für nötig befunden, den Boden mit Linoleum zu belegen. Die Ab- fertigung der Pakete ist sehr schlecht geregelt, wodurch die Arbeitszeit der Unterbeamten verlängert wird. Wozu werden nicht alles die Postillione benutzt! Als Prinz August nach seiner Verheiratung in Berlin ein zog, wurden 40 Postillione während eines dien st freien Nachmittags gezwungen, das schöne Lied einzuüben:„Wir winden Dir den Jungfern- kränz".(Stürmische Heiterkeit.) Neberhaupt ist die Unsitte weit verbreitet, die Postillione an ihren wenigen dienstfreien Tagen irgendwie privatim zu beschäftigen.(Hört! hört!) Auch die Postillione klagen über die Art der Verteilung der Weihnachts- gratifikationen: eS wird ganz nach Gunst verfahren, dabei werden junge Leute berücksichtigt, alte Leute, die Frau und Kinder haben, tverden übergangen. Am Sonntagnachmittag traf ich einen Unterbeamten in boller Uniform Dienst tun. Aus meine verwunderte Frage, ob denn am Sonntag Briefe bestellt würden, antwortete er, es handele sich nicht unt Briefe, sondern um Einladungen zur Kirchcnwahl, die ihm vom Herrn Pastor Kreh übergeben seien!(Hört! hört!) Es ist das ein unerhörter Mißbrauch von Beamten zu kirchlichen Zwecken.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Die oldenburgische Oberpostdireklion hat eine Verfügung erlassen, die Unterbeamten. denen eine Zeitung Frei-Exemplare- versprochen hatte. damit sie bei der Briefbestellung die Adressaten tragen, ob sie auf die Zeitung abonniert seien, sollten diese Zumutung zurück- weisen. Man möge sich diese Verfügung auch in Berlin zum Muster nehmen und die Postbeamten nicht mit solchen kirchlichen Diensten behelligen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ueber die Portofreiheit der Landesfürsten ist hier schon wiederholt gesprochen, und krasse Fälle von Mißbrauch großartiger Feste gefeiert. Nun lvar Blanchard? Ruhm gemacht; ?cr König von England ließ ihn sich vorstellen, schenkte ihm 200 Livres bar und gewährte ihm ein gleich hohes lebenslängliches Gehalt. Ende August 1785 machte Blanchard die längste Luftrcisc, die bis dahin gewagt morden lvar, er fuhr nämlich nicht weniger als 480 Kilometer. Und nun begannen seine Tourneen durch aller Herren Länder, bei denen ihm eine gewaltige Reklame vorausging und große Einnahmequellen sich eroffnetcir. Bis nach Amerika dehnte er seine Reisen aus, die ihm begeisterte Huldi- gungen und viele Millionen einbrachten. Freilich versckpvcndete er auch seine riesigen Einnahmen wieder, so daß er schließlich arm gestorben ist. Auch Deutschland hallte von dein Ruhm des großen Blanchard wieder. Goethe interessierte sich für diesen„be- rühmtesten Aeronauten". In Berlin und auch sonst wurde Blanchard mit fürstlichen Ehrungen aufgenommen. Sehr hübsch geschildert sind der Jubel und die Begeisterung, die er fand, in einem Flugblatt, das seine am 12. November 1787 in Nürnberg unternommene Luftrcisc ausführlich beschreibt und von Gustav Freitag in den Bildern aus deutscher Vergangenheit veröffentlicht worden ist. Ganz Nürnberg befand sich in einem Rausch, an die hunderttausend Menschen sahen dem„herrlichen Schauspiel" zu, und zuletzt wurden Blanchard die Pferde ausgespannt und bis spät in die Nacht ihm unaufhörlich zugejubelt. Theater. Charlottenburger S ch i l l e r t h e a te r:„Die Ka- e o l i n g e r", Trauerspiel von E r n st von Wildenbruch. Mit den Karolingern errang der jüngst verstorbene und in den Nachrufen der Presse plötzlich wieder hochgefeierte Wildenbruch im Jahre 1881 seinen ersten großen Erfolg. Nasch wuchs sein Ruhm, bis dann gegen Ausgang des Jahrzehnts die modern-naturalistische Richtung, die mit der Gründung der freien Bühne endgültig zur Herrschaft zu gelangen schien, ihn aus der Schätzung der öffent- lichen Meinung verdrängte. Er galt den damals Jungen als Typus des zu bekämpfenden, von den Brocken einer längst gcstor- benen Literatur sich nährenden Epigonentums. Der übertriebenen Bewunderung stellte sich überireibende Feindseligkeit gegenüber. Heut, wo nach einer kurzen Blütezeit die Hoffnungen auf eine neue lcbensstarke Kunst so viel Enttäuschungen erfahren haben, wo die Dichter, der schweren ihnen vom Naturalismus gestellten Auf- gaben müde, auf alle möglichen früheren Sti karten und Stoffe zurückgreifen, kann Wildenvruch gewiß nicht mehr als speziell re- präscntativer Typus in jenem Sinne gelten. Jene öd erhabene Langeweile, die den nach Shakcspeareschcn und Schillerschen Mustern geformten Schau- und Trauerspielen der Epigonen anzuhaften Pflegte, gehört jedenfalls nicht zu den Requisiten der Wildenbruchschen Dramatik. Seine Stücke der- Mitteln nicht einen Gedanken und Gefühl liachivirkend anregenden Gehalt, aber er versteht— das zeigte wieder diese Aufführung— iki resolutem Zugreifen und mit robusten Mittein Spannung zu sind vorgebracht worden. Die Freisinnigen haben eine Resolution darüber eingebracht, die uns nicht genügt. Wir hätten gewünscht, daß die Portofreiheit der Landesfürsten überhaupt aufgehoben wird (Zustimmung bei den Sozialdemokraten), während die freisinnige Resolution sie für die B ri e f sendnugen der Fürsten, ihrer Gemahlinnen und Witwen bestehen lassen will. Wenn die völlige Beseitigung der landcsfürstlichen Portofreiheit nicht zu erlangen ist. so werden wir für diese Resolution wenigstens stimmen. Aber nicht nur mit der landcsfürstlichen Portofreiheit wird Mißbrauch getrieben. In der„Deutschen Volkszeitung" in Hannover wird berichtet, daß auch ein L a n d r a t seine dienstliche Portofreiheit im Dienste einer Partei ausnutzt!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Staatssekretär hätte allen Anlaß, diesen Fall zu untersuchen.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozial- demolraten.) Abg. Linz(Rp.): Ich will dem Redner nicht auf die vielen Go» biete folgen, die er berührt hat.(Beifall rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Im Gegensatz zu unserem ersten Fraktionsredner zu diesem Etat(Abg. Schmidt-Altenburg) habe ich zu erkläre,� baß wir der vorgeschlagenen Neuordnung der Telephongebührcn nicht zustimmen können.(Lebhaftes Hört! hört!) Wir erkennen mit der Regierung und den anderen Parteien die Reformbedürftigkcit des jetzigen Zustandes an, wir müssen aber die Vorlage in der Regiernngssnssung als unbillige Benachteiligung der größeren und mittleren Städte bezeichnen.(Sehr richtig! links.) Natürlich gehe ich nicht so weit, die Vorlage als eine agrarische zu bezeichnen oder nach Vorgang des Kollegen Singer eine Attacke gegen die angeblich nimmersatten Agrarier zu reiten. Wohl aber stimme ich meinem Freunde Arendt bei, der in einem Aufsatz aus- geführt hat, daß nur die großen Einnahmen ans den städtischen Telephonleitungen die volkswirtschaftlich notwendige, aber wenig rentable Ausdehnung des Fernsprechnetzes auf das platte Land ermöglichen. ES wird sich wieder zeigen, daß man Handel und Verkehr nicht ungestraft belasten kann.(Sehr richtig! links.) Indessen halten wir eine Verständigung nicht für ausgeschlossen. (Bravo I rechts.) Staatssekretär Kraetke: Herr Zubeil hat zwei Berliner Post- direktoren, namentlich Herrn Wegner vom Postamt 68 sowie mehrere Vertrauensärzte aufs schärfste angegriffen. Herr Wegner ist ein tüchtiger, fleißiger, humaner Beamter. Ich protestiere gegen die Ansführuiigen, ich möchte sagen Beleidigungen, die der Abg. Zubeil vorgebracht hat. Er hätte bosser getan,' die Beschwerden der Reichs- postVerwaltung mitzuteilen, statt sie hier vorzutragen.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Pauli-Potsdam(k.) erklärt sich namens einer Minderheit der Konservativen mit der neuen Tclephongebührenordnung ni ch t einverstanden. Abg. Kopsch(frs. Bp.): Am Stichwahltage in Alzeh-Bingcn wurde im Orte Steinbockenheim eine größere Anzahl Depeschen, sämtlich desselben Inhalts, daß das nationalliberale Wahlkonniee Alzey auffordert, nicht Herrn Korell, sondern Herrn Uebel zu wählen, an Telegraphenstangen angeklebt. Die Depesche ist auf amtlichen Formularen vervielfältigt. Mir ist die Auskunft geworden, daß eine amtliche Vervielfältigung für 40 Pf. pro Exemplar stattfinden kann. Aber diese hier geschehene Vervielfältigung ist jodcusalls zu miß- billigen, und es'tväre mir lieb, wenn der Staatssekretär mir sagen könnte, daß hier ein Versehen vorliegt, für welches die Schuld nicht die Postverwaltung oder einen Postbeamten trifft.(Zustimmung bei den Freisinnigen.) Staatssekretär Kraetke: Von Depeschen kann der Empfänger oder der Absender amtliche Abschriften in unbegrenzter Zahl verlangen. Zu weiterer Auskunft bin ich nicht berechtigt, solche kann nur der Absender oder Empfänger des betreffenden Telegramms verlangen. Abg. Hamcchcr(Z.): Herrn Zubeil ist ein Postbeamter in Berlin unangenehm aufgefallen, weil er in seiner dienstfreien Zeit religiöse llebungen veranstaltet. Was der Beamte in seiner freien Zeil tut' ist ganz allein seine Sache. Daß ihm Diensterleichterungen hierzu gewährt sind, kann ich nicht annehmen. Einverstanden bin ich mit Herrn Zubeil, daß eine fachliche Ausbildung der Posiunterbeomten sehr zweckmäßig wäre und daß die Postverwaltung fachliche Unterrichiskurse einrichten sollte. Zum Schluß bittet der Redner, daß jedem Beamten von Eintragungen in die Personalakten Kenntnis gegeben wird. Eine entsprechende' Resolution wird vom Zentrum beantragt werden. Selbst bei Disziplinarverfahren hat heute der Beamte kein Recht auf Einsicht in seine Personalakten und geht dadurch des Rechts der Verteidigung verlustig. Die Verdcrblichkeit des Geheimhaltens der Personalakten hat sich auch in der aller- neuesten Zeit bei dem Prozeß des MarmelapitänS Bcrgcr gezeigt. (Bravo! im Zentrum.) Abg. Gothcin(frs. Vg.): Der vom Vorredner angekündigten und empfohlenen Resolution werden meine Freunde zustimmen. Auch erzeugen. Ein flottes Draufgängertum, durch keine Jdcen-Uebcr- fracht, keinen Ehrgeiz philosophischer Vertiefung und keine Skrupel beschwert, bildet den gegebeneu Stoff zu einem rhythmisch bewegten und an Kontrasten reichet: Fluß der Szenen. Namentlich die erste Hälfte des DramaS bot überraschende Proben eines treff- sicher auf die Bühnenwirkung losgehenden Instinktes. Die drei Enkel Karls des Großen, die an dem Host ihres Vaters, des frommen" Ludwig, um die Erbschaft des mächtigen Reiches hadern, der greise König, seine ehrgeizige Gemahlin, der böse tapfere Graf von Barcelona heben sich, so sparsam die Charakte- ristik, dennoch eindrucksvoll voneinairder ab. Freilich, und das ist ebenso bezeichnend, jeder Ansatz zu einer intimeren Seelenschildc- rung des jüngsten Kaisersohnes, den der Graf zum Mittel sciucr verbrecherischen Pläne machen will, und der dann schaudernd die hlutbefleckte Kaiserkrone zurückweist, fehlt, obwohl der zweite Teil des Stückes eine solche verlangt haben würde. Dies Feinere, das für andere Poeten bei einen: solchen Sioff das Lockendste gewesen wäre, reizt den auf das geräuschvoll Primitive eingestellten Sinn nicht. Aus der mit großer Sorgfalt vorbereiteien und teilweise sehr wohlgclungenen Aufführung verdient in erster Reihe P ä s ch k e s kraftvoll geschmeidiger Graf von Barhelona Anerkennung, sodann der König W i r t h S und P a t e g g s Bischof. Auch die drei Königs- söhne waren gut besetzt. Trefflich ausgeführte Dekorationen gaben den Szenen ein stimmungsvolles Relief. clt. Notizen. — Strauß»»Akademiker. Richard Strauß, der sensationellste Musiker der„Jetztzeit" ist unheimlich schnell berühmt geworden. Die verzopfte preußische Akademie bat ihn jetzt sogar Icbon zum Mitgliede gemacht, nachdem sie sich jahrelang gegen ihn gesträubt hatte. Welche Machtfaktoren dabei mit'» gespielt haben, daß der königliche Gcncralmusikdircktor akademie- fähig wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Ob Wilhelm II. gegen alles Herkommen dabei nicht um seine Meinung gefragt worden, wer weiß das? Behauptet wird es.— Boshafte Menschen behaupten derweil, daß die Dauer des Ruhmes im umgekehrten Verhältnis zur Schnelligkeit seines Erwerbes steht. Tröstlich ist aber andererseits der Gedanke, daß jemand ein guter Musiker sein kann, obwohl er in die Akademie aufgenommen wird. — Wilhelm Busch in der Nationalgalerie. Ans den: Nachlaß von Busch wurden für die Nationalaalcrie eine Ocl- 'tudie„Der Widerspenstige" und eine Reihe von Tusch- und Bleistift- Zeichnungen, darunter 4S zu HauS Huckcbciu erworben. — Das Ende vom Lied. Angela I a n k S Reichstags- bilder werden nach Vornahme einiger Aendernngen durch ihn selbst definitiv in einem anderen Raum des Reichstages untergebracht werden. " Aus der Partei. in Desterreich hat jeder Beamte Einsicht in feine Berfonalatten. 1 toirtschaftlichen Verfassung oder der Methode ber privaten Wirt- 15indernis1 Für die Serabsehung der Zahl der Mufiket Der Herr Staatssekretär hat gestern meinem Freund Strube gesagt, fchaftsführung. In Amerika sei die soziale Rüdsichtslosigkeit sprechen sich aus die Abgg. Graf b. Oppersdorff, Gothein, er könne von der Richtichkeit seiner Beschwerden nicht überzeugt Trumpf und verschulde die Heftigkeit des wirtschaftlichen Rüd- Noste, während Semler und Graf Oriola auf die Seite sein. Nachher fagte er, er sei sich dessen nicht bewußt gewesen. Es schlages, in England aber hätten die schwierigen wirtschaftlichen des Kriegsministers treten. Angenommen wird eine Resolution wäre aber sehr wünschenswert, daß ein Staatssekretär sich dessen Verhältnisse darin ihren Grund, daß es an einem starten inneren, St opsch- Singer, welche die Reichsregierung ersucht, auf bewußt ist, was er fagt.( Seiterfeit und Sehr richtig! bei den auf einer breiten Landwirtschaft basierenden Markie fehle.( hört! eine Einschränkung, der privaten Tätigkeit der Militärkapellen Freifinnigen.) Aber auch abgesehen davon war die ganze Art der hört! rechts.) Eine beffere Rechtfertigung unserer Wirtschafts- hinzuwirken, und eine Resolution des Abg. Liebermann v. Antwort des Staatssekretärs so wenig fachlich und so persönlich politik fönnen wir uns nicht wünschen.( Sehr wahr! rechts.) Die Sonnenberg, welche verlangt, daß der Budgetkommission bis verlegend,( Lebhaftes Sehr richtig! bei den Freisinnigen) daß wir Belastung unserer Arbeitgeber durch die Sozialpolitik nimmt immer Dienstag ein Gutachten darüber erstattet werden soll, wie start als Abgeordnete abgesehen von jeder Parteistellung Ver mehr zu. Ich erinnere an die geplante Witwen- und Waisenber die Mindestzahl einer Musikkapelle sein müsse, anlassung haben, dagegen Verwahrung einzulegen.( Lebhafte Zu- forgung, an die Reform der Krankenversicherung, durch welche auch Dienstag: Fortfehung der Beratung. stimmung links.) Der Staatssekretär sagte Herrn Strube die Arbeitgeber ziemlich stark belastet werden sollen. Mit dieser mit Bezug auf die von ihm vorgebrachten Beschwerden, fortgesetten Belastung der Arbeitgeber muß endlich einmal Halt er verstehe das nicht und sollte sich davon fernhalten. gemacht werden.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Derartige Belehrungen brauchen wir nicht.( Zustimmung Abg. Trimborn( 8.): Von den düsteren Prophezeiungen über links.) Wir haben hier Beschwerden vorzubringen, die uns glaubhaft die angeblich schädliche Wirkung unserer Sozialpolitik auf die In- Der Entwurf des neuen Organisationsstatuts in den Organisationen. mitgeteilt werden. Wir können nicht jede Beschwerde auf ihre Wahr dustrie ist nichts eingetroffen, im Gegenteil, unsere Industrie ist Eine am Freitagabend tagende Parteibersammlung heit untersuchen, aber wir haben hier ritit zu üben und feines erstartt.( Sehr richtig! im Zentrum.) Bei Gelegenheit der Ar- des 4. sächsischen Reichstagswahlkreifes( Dresden- Neustadt) erklärte wegs den Mund zu halten. Sonst fönnten wir den Etat einfach im beitslosendebatte habe ich behauptet, daß unsere wirtschaftliche sich mit dem Entwurf des neuen Parteistatuts einverstanden. Genosse gangen annehmen.( Sehr richtig! links.) Aus den Worten des Depression gemildert worden wäre durch unsere Schutzollpolitit. te i d) elt stellte einen Antrag in Aussicht, nach welchem die Staatssekretärs flang für den Reichstag das Prinzip heraus: Ich bin deswegen hier und in Reichstag, dort insbesondere auch von Reichstagsfraktion als solche nicht auf den ParteiZahlen und Schweigen! Vielleicht ist er sich deffen nicht Herrn Stämpf, scharf angegriffen worden. Es wurde behauptet, tagen bertreten fein foll bewußt".( Seiterfeit.) Die Energie, die der Staatssekretär den daß der deutsche Export durch die Schutzzollpolitik wesentlich er. Abgeordneten gegenüber anwandte, sollte er dem Bostdirektor in Kiel schwert worden sei. Richtig ist, daß die wirtschaftliche Depression gegen ber anwenden, dessen Nachfrage, ob die Beamten gewählt auch ihren Ausdrud gefunden hat in den Zahlen der deutschen AusBentrum und Arbeiter. Die unter diesem Titel vor Jahren haben, feineswegs harmlos war. Diesem Postdirektor sollte der fuhr. Ginzelne Gruppen, wie z. B. Lederwaren, Bücher, Bilder, erschienene und seit einiger Zeit im Buchhandel vergriffene Broschüre Staatssekretär fagen:„ Was Deines Amtes nicht ist, da laß Deinen Eisenwaren, weisen aber auch eine Erhöhung der Ausfuhraiffer ist jetzt wieder in neuer Bearbeitung erschienen. Die Haltung des Fürwig!"( Bravo! bei den Freifinnigen.) auf.( Hört! hört! im Zentrum.) Vor allem hatte die landwirtStaatssekretär Kractke: Schon gestern habe ich erklärt, daß in schaftliche Produktion im Jahre 1908 eine Mehrausfuhr von Zentrums bei der Gewerbeordnungsnovelle von 1908 ist bei den freier Nebe leicht einmal ein Wort gebraucht werden fann, das man 86% Millionen Mart gegenüber 1907.( Sört! hört! rechts.) Die Tegtänderungen berücksichtigt. Das Einzelegemplar der Broschüre nachher bedauert. Ein Angriff ist aber nicht vom Bundesratstisch Gesamtausfuhr hat nur um 1,42 Broz. abgenommen. Eine Schädi- foftet 10 Pf. 8ur Maffenverbreitung kann die Broschüre ohne aus erfolgt, sondern vom Abg. Struve, welcher sagte, die Reichs- gung ganzer Industrien ist statistisch nicht zu beweisen. Dagegen Umschlag das Tausend zu 10 M. vom Verlag Buchhandlung postverwaltung hätte willkürlich zusammengetragenes Material, das beweist die Statistit, wie wertvoll unsere Handelsverträge auf Vorwärts, Berlin, bezogen werden. falsch wäre, den: Hause in der Denkschrift vorgelegt. Hiergegen Grund des Bolltarifs gerade 1908 für unsere Ausfuhr gewesen habe ich protestiert. Weiter fagte Herr Strube, der Chef der Reichs- find.( Bravo! im Zentrum.) poftverwaltung hätte kein Wohlwollen für die Beamten. Abg. Schröder- Kassel( natlib.): Von der sogenannten Bereinfage ich noch einmal, das versteht der Abgeordnete nicht.( Bravo! fachung der Versicherungsgesetzgebung hat man eine Ersparnis erEine Freitag tagende Barteiberfammlung des 4. fächs. Reichstagsrechts.) wartet und hat sogar schon daran gedacht, diese Ersparnisse zur Wahlfreises( Dresden- Neustadt) beschäftigte fich u. a. noch einmal Abg. Eickhoff( frf. g.) bittet, daß bei Verlusten von Bost- Herabsetzung des Alters für den Bezug der Altersrente zu ber- mit der 2okalisten frage. Genoffe inide stellte den Anfendungen die in Betracht kommenden Firmen so rasch wie möglich wenden. Ich glaube, daß diese Berechnungen trügerisch sind. Die trag, über diefen Punkt zur Tagesordnung überzugeben benachrichtigt werden. Vereinfachung wird eher eine Berteuerung mit sich bringen. und den Vorstand zu beauftragen, in der Partei befindlichen Direttor im Reichspostamt Robelt gibt die Berechtigung dieses( hört! hört!) Durch die Aufnahme der Witwen- und Waisenber. Lokalisten den Ausschluß aus der Partei mitzuteilen. Wunsches zu. ficherung werden die Kosten der Invalidenversicherung durchschnitt- Dieser Antrag wurde mit 112 gegen 76 Stimmen angenommen. Abg. Gothein( frf. g.): Es ist Herrn Strube gar nicht ein- lich um 1 Broz. erhöht werden. Trotzdem halte ich es für not. Genosse Hänel bezeichnete den Beschluß als einen Standal und als gefallen zu sagen, daß die Denkschrift willkürlich zusammengestellt wendig, daß diese Versicherung, die den Schlußstein der sozialpoli- eine Abmurffung alter Parteigenoffen. fei. Der Herr Staatssekretär hat durch die Wiederholung feiner tischen Gefebgebung bilden soll, durchgeführt wird. brüsten Antwort seine Bofition nicht verbessert. Und da Damit schließt die Diskussion. Der Titel wird bewilligt. Die Fernsprechgebührenordnung wird an die Budgetkommission verwiesen. arbeiten. Parteiliteratur. Lokaliftenfrage in Dresden. Sozialdemokratische Abgeordnete Rußlands im Gefängnis. Abg. Edert( freitons.) tlagt ebenfalls über starte Belastung des Mittelstandes und der kleinen Handwerker durch die soziale Gesetz Der sozialdemokratische Dumaabgeordnete Kosforotow, der gebung und über Zurückseßung des Handwerks bei Lieferungen. wegen einer ihm angedichteten Auflehnung gegen die Staats. Abg. Dr. Crüger( freif. Bp.): Die Notwendigkeit der Erhaltung gewalt" au 11 Monaten Gefängnis verurteilt und von den Beim Titel„ Geheime expedierende Sekretäre und Staltulatoren und Festigung des inneren Marktes bestreitet niemand, aber unsere Mehrheitsparteien aus der Duma ausgeschloffen wurde, teilt der und so weiter" bittet Industrie ist auch auf den Export angewiesen.( Sehr richtig! links.) Abg. Erzberger( 3.), der Staatssekretär möge dafür sorgen, daß Wer ernsthafte Sozialpolitik treiben will, follte nicht immer die sozialdemokratischen Fraktion mit, welchen entfeglichen Ent. die Bureaubeamten nicht durchschnittlich 6, sondern 8 Stunden Lasten anderen aufbürden wollen.( Buruf rechte: Der Allgemein- behrungen er im Gefängnis ausgefegt ist. Er wurde direkt vom heit!) Diese Allgemeinheit ist doch nichts anderes als die Schultern Strankenlager ins Gefängnis transportiert, wo er schlimmer wie die Staatssekretär Kraette: Das geht nicht; es handelt sich bei den der breiten Massen, die dann mit neuen Steuern belastet werden Kriminalgefangenen behandelt wird. Die Verpflegung und die Belle Herren um geistige Arbeit, die nicht bloß im Bureau, sondern auch müßten. Die Lage des Mittelstandes hat sich nach den Resultaten find entfeglich. Bücher und Zeitungen werden ihm völlig entzogen. zu Hause geleistet wird. der neuen Berufszählung gebeffert. Burüdgegangen sind nur die Selbst die stenographischen Dumaberichte werden ihm ungeachtet Der Titel wird bewilligt; debattelos wird eine Reihe einzelnen Betriebe, d. h. die Leute, die sich ohne Sachkenntnis und aller seiner Vorstellungen vorenthalten. Seine Lage dürfte sich in weiterer Titel bewilligt. Betriebskapital in das Gewerbe hineingestürzt haben. Von einem der nächsten Zeit noch verschlechtern, denn ihm wurde bereits die Beim Titel„ Oberpostinfpeftoren" beantragt Saltmachen in der Sozialpolitik fann feine Rede fein.( Bravo! Abg. Bed- Heidelberg( natt.) die Wiederherstellung der vier von links.) Eine solche Forderung kann wohl nur im preußischen Abge- Ueberführung in ein anderes Gefängnis angefündigt. der Kommission gestrichenen Oberpostinspektoren. ordnetenhause erhoben werden.( Sehr richtig! links.) Abg. Erzberger( 3.) verteidigt den einstimmig gefaßten Abg. Korfanth( Bole) führt Beschwerde darüber, daß polnische ( Hört! hört!) Kommissionsbeschluß und bedauert, daß gerade der Handiverfer von den Behörden und den Ostmarkenvereinen boh Berichterstatter, Abg. Veck, allerdings in seiner Eigenschaft als Abfottiert werden. Bei den Rechtsauskunftsstellen sollte dafür geordneter, die Umwerfung des Kommissionsbeschlusses be- gesorgt werden, daß die Auskunft auch in polnischer Sprache erteilt antrage.( Sehr richtig!) Auf keinen Fall dürfe die Abstimmung werden kann. Das Vertrauen der polnischen Arbeiter zu den Gebei dem schlecht besetzten Hause vorgenommen werden. werbeinspektoren ist immer mehr im Sinfen begriffen, weil diese Die Abstimmung wird verschoben. nicht polnisch verstehen. Redner kritisiert des weiteren die au geringen Bestrafungen der Arbeitgeber bei lebertretungen ber Bor. schriften der Arbeiterschutzgesetzgebung und tritt für die Sinzu ziehung von Arbeitern bei den Gewerbeinspektionen ein. Besonders schlimm sind die Zustände in den Blei- und Zinkhütten; dort wird jeber fünfte Arbeiter Frank.( Hört! hört!) Daher ist auch die bor- Sinzuziehung von unabhängigen Aerzten zur Gewerbeinspektion nötig.( Bravo! bei den Polen.) Von den Vorstehern I. Klasse hat die Kommiffion 7 gestrichen. hier Ein Tonservativ- nationalliberaler Antrag beantragt auch Wiederherstellung. Abg. Erzberger( 8.) bekämpft diesen Antrag und bittet, auch hierüber die Abstimmung auszufeßen, zumal da er sich ebent. behalten müsse, namentliche Abstimmung zu beantragen. Abg. Beck- Heidelberg( natl.), der erst als Berichterstatterden Abstrichantrag der Kommiffion verteidigt hat, verteidigt num mehr als Abgeordneter den Antrag auf WiederHerstellung der Regierungsvorlage. Abg. Emmel( Soz.): Beim nächsten Titel hat die Budgetfommission die Zahl der Post und Telegrapheninspektoren und die der Vorsteher bon Postämtern II. Klasse vermehrt, weil eben bei diesem Titel hier eine Stellen wir hier Anzahl von Vorstehern I. Aemter gestrichen wird. die Regierungsvorlage her und nehmen beim nächsten Titel den Antrag der Budgetfommission an, so bewilligen wir noch mehr, als die Regierung verlangt; das ist doch sicher nicht die Absicht des Reichs. tages. Ich bitte, die Beratung über beide Titel zu verbinden. Abg. Beck( natl.): Die Erhöhung der Beamtenzahl beim nächsten Titel entspringt der Streichung von 12 Bizedirektoren in diesem Titel, deren Wiederherstellung nicht beantragt ist. Abg. Erzberger( 8.): Der Abgeordnete hat vollkommen recht. Eigentümlich ist, daß ein Abgeordneter meiner Bartei aus dem Reichspostamt einen Brief erhalten hat. der Abg. Beck werde die Wiederherstellung der Regierungsvorlage beantragen, das Zentrum möge ba für stimmen.( Hört! hört!) In der Kommission tritt Herr Deck mit uns für Streichung von Beamten erster Klaffe ein, hier für Bermehrung, Das ist doch nicht logisch.( Abg. Ledebour Abg. Emmel( Soz.): Nachdem der Abg. Beck feinen Antrag auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage begründet hatte, hätte der Berichterstatter Beck darauf hinweisen müssen, daß sein Antrag die erwähnte Konsequenz beim nächsten Titel hätte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Beck( natl): Herr Emmel hätte nur abzuwarten brauchen, bis wir zum nächsten Zitel tamen. ( Soz.): Es ist nationalliberal. Große Heiterfeit.) Abg. Ledebour( Soz.): Herr Beck ist im Unrecht. Der Herr Präsident hatte schon vorher mitgeteilt, daß teine Abänderungsanträge mehr vorliegen. Herr Beck hat also offenbar einen Antrag auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage mit solcher Haft und solchem patriotischen Gifer unternommen, daß er die Konsequenz beim nächsten Titel gar nicht gemerkt hatte.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Abstimmung über beide Titel wird ausgefest. Eine Reihe weiterer Titel wird debattelos bewilligt. Darauf vertagt sich das Haus auf Montag 2 Uhr.( Fortsegung der Beratung, dann zweite Beratung des Weingefezes.) Schluß 7 Uhr. Abgeordnetenbaus. 47. Gibung. Sonnabend, ben 6. März, mittags 12 Uhr. Am Ministertisch: Dr Delbrück. Die zweite Beratung des Etats der Handelse und Gewerbe- Verwaltung wird fortgefeht beim Titel Ministergehalt". Sierauf vertagt sich das Haus. Abg. Malkewis( persönliche Bemerkung) stellt gegenüber bem Abg. Crüger fest, daß er nicht ein Haltmachen in der Sozialpolitit, fondern in der Belastung der Arbeitgeber gefordert habe. Nächste Sizung: Montag 11 Uhr. Wahlprüfungen, Fortfehung der heutigen Beratung. Schluß 4% Uhr. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission des Reichstags. ( Sibung vom 6. März.) Beim Titel ,, Militärärzte" Gemeindewahlerfolge der dänischen Sozialdemokraten. Während die Stadtverordnetenwahlen für Kopenhagen auf den 12. März festgesetzt find, haben die Stadtrats und ländlichen Gemeinderatswahlen in der Provinz bereits am 1. März begonnen und bis Mitte dieses Monats müssen alle 72 Stadt und 1200 Landgemeinden ihre Wahlen vollzogen haben. Es sind die ersten Wahlen Einführung des nach Abschaffung des gweiffaffenwahlrechts Proportionalsystems sowie des Frauen und Gefindewahlrechts, die erften Wahlen nach jener Gemeindewahlrechtsreform, die zwar einen großen Fortschritt in sich schließt, andererseits aber auch so gestaltet ist, daß es der Sozialdemokratie möglichst schwer gemacht wird, die abfolute Mehrheit in den Gemeinden zu erlangen und fte zum Wohle der Gesamtheit auszunuzen. Der Kampf gegen die Sozialdemo fratie ist dementsprechend auch meist die Wahlparole aller bürgerlichen Parteien, die fich an verschiedenen Orten zusammengeschlossen baben, um unsere Genossen aus der Gemeindevertretung so viel als möglich fernzuhalten. Jedoch zeigen schon die bis jest vollzogenen Wahlen, daß das leineswegs gelingt, und daß die Sozialdemokratie nun auch in solchen Orten Wahlerfolge erzielt, wo bas bisher nicht möglich war. So find auf Seeland in dem kleinen Stationsort Hasleb, einer festen Burg der Innern Mission, die hier auch den Wählern die Kandidatenliste der verbündeten Reaktion präsentierte, 147 sozialdemokratische Stimmen abgegeben, neben 141 radikalen und 482 Missionsstimmen, und unsere Genossen er hielten 2 Mandate, die Rabifalen ebenfalls 2, die Missionsleute 7. In Narstow auf Lolland wurden 1297 Stimmen auf die sozialdemokratische Lifte und 1321 auf die der Antifozialisten abgegeben, so daß von unseren Genossen 7, von der Reaktion 8 Vertreter gewählt find. In Stern( Westjütland), wo die Innere Mission ebenso dominiert wie in Haslev auf Seeland, ist zum erstenmal ein Sozialdemokrat in den Gemeinderat gewählt worden neben 6 Missionsleuten und 2 anderen Bürgerlichen. In Allinge auf Bornholm sind, wie vor zwei Jahren, 5 Sozialdemokraten gewählt, die Stimmenzahl unserer Partei ist jedoch von 160 auf 296 geftiegen. Weitere Wahlerfolge unserer Genossen werden aus einer Reihe ein wesentlicher Grund für die jungen Aerzte fei, wenn sie die feiner Landorte gemeldet, aus rein bäuerlichen Gemeinden. BePrivatpraris dem Dienst beim Militär vorziehen. Auch der General fonders bemerkenswert ist noch die Wahl in dem großen Dorfe oberarzt gab dieser Meinung Ausdruck, glaubte aber, daß der st värkeby bei Ringstad auf Seeland, das erste Dorf DäneMangel an genügenden Assistenzärzten zum Teil darauf zurüd marts, das eine sozialdemokratische Gemeindeauführen fein dürfte, daß wir zu den Expeditionen nach China mehrheit erhalten hat. Dort wurden auf die rein fozialund nach Südwestafrika eine erhebliche Anzahl Aerzte abgegeben demokratische Liste 108 Stimmen abgegeben und vier fozialdemohaben, die nur zum Teil wieder in den Dienst zurückgekehrt feien. fratische Kandidaten gewählt; auf die Liste der Häusler fielen von einer Seite wird noch darauf hingewiesen, daß dieser Mangel 90 Stimmen. Drei ihrer Kandidaten find gewählt, von denen einer an Aerzten teine Benachteilung für die erkrankten Mannschaften organisierter Sozialdemokrat ist, die beiden anderen radikale Linkenin sich schließe, weil die Zahl der Militärärzte in Berhältnis zu männer find. Eine dritte Lifte, die der Bauernhofbefizer, erhielt den Zivilärzten erheblich größer sei und für den Kriegsfall auch nur 24 Stimmen und lam so bei der Mandateverteilung überhaupt größer sein müsse... Bon den 206 Oberbeterinären follen 15 und von 38 Unter. nicht in Betracht. Es sind also fünf Sozialdemokraten und zwei veterinärstellen 5 wegfallen. Für die Personalvermehrung bei den Radikale gewählt in Kvärkeby. Bezirkskommandos werden verschiedene Stellen neu angefordert, Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für den Reichstags. weil die Geschäfte an Umfang zugenommen hätten. Die Kom wahlkreis güllichan Schwiebus Kroffen Sommerfeld Ortsverein mission lehnte die Forderung mit Rücksicht auf die Notwendigkeit, Berlin). Dienstag, den 9. März, abends 8% Uhr, im Bereinslokal, Ersparnisse zu machen, ab und strich die hierfür eingesetzte Summe Stoppenstr. 47 bei Eichhorn: Mitgliederversammlung. bon 37 300. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags: Abg. Gothein beklagt es, daß die Militärbüchsenmacher den 23ahlreis Kalau Lucan. Montag, den 8. März, abends 8%, Uhr, bei privaten Konkurrenz machen. Der Kriegsminister wendet sich das Weihnacht, Grünftr. 21: Lette Sigung des Vereins und Auflösung des gegen und weist darauf hin, daß, wenn man ihnen die Privat- Vereins. arbeit berbiete, auch eine Erhöhung der Besoldung eintreten müßte, was eine neue Belastung des Etats bedeuten würde. fragt Erzberger an, woher es fomme, daß sich beim Militär ein großer Mangel an Assistenzärzten bemerkbar madje, während der Andrang zu den Krankenhäusern sehr start fei. Der Kriegsminister weiß dafür keine Erklärung, er bermutet aber, daß Drang nach persönlicher Freiheit Eingegangene Druckfchriften. Handbuch für Heer und Flotte. 1. Lieferung. Herausgegeben von . v. Alten. 12 Lieferungen a 2 M. Verlagshaus Bong u. Co., Berlin, W. 57. Der Privatbeleidigungsprozeh Ruhland Contra Biermer. 8.. G. Noth in Gießen. Bericht des Verbandes der Genossenschaftstranfenfaffen Wiens für das Jahr 1907. 90 Seiten. Selbstverlag, Bien VI, Sonigseggaffe 10. Lichtstrahlen. Nr. 1. Nach Feierabend. Von M. Schacherl, 10 Heller, J. Brandt u. Co., Bien VI. Für das Auswärtige Amt stellt die Militärverwaltung 32 Feldjäger und 3 Oberjäger zur Beförderung von Depeschenkästen. Staatssekretär Schön hatte auf Befragen erklärt, daß diese Gin richtung althergebracht, aber nicht unbedingt notwendig sei. Auf Grund dieser Mitteilung beanstandete Eraberger diesen Bosten. Nach längerer Debatte einigte man sich dahin, daß der Posten mit dem 1. Oftober dieses Jahres erlöschen soll, und strich in Kon sequenz deffen von dem geforderten Betrage von 31 086 m. Die Hälfte. Bu einer längeren Grörterung führte die Frage der Militärmusik. Abg. Malkewitz( fons.): Zur Beurteilung unserer jebigen wirtschaftlichen Lage hat die sozialdemokratische Breslauer Bolts- Erzberger regt an, die Kapellen zu verkleinern, die wacht" einen Artikel von Calmer wiedergegeben, der von sehr er- Trommler gänzlich abzuschaffen. Der Kriegsminister und andere Heblicher Bedeutung ist. Er weist darauf hin, daß die wirtschaftliche Regierungsvertreter widersprechen, während der Abg. Liebert Lage in Deutschland nicht so ungünstig ist wie in England und sich für Beseitigung der Tamboure ausspricht: In der Schlacht Amerika und erklärt dies durch Abweichungen entweder in der seien die Muftfer wie schon im Manöver geradezu ein Literarischer Berlag, Berlin- Tempelhof. " März. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. 1,20 m. A. Langen, München. Kampf. Heft 6. Sozialdem. Monatsschrift Desterreichs. 50 heller. Bien VI. Mariahilfer Str. 89. Die Bühne. Nr. 5. Zeitschrift für direktoriale Interessen von E. Neus mann- Jöbemann, A. Langen. Ericheint monatlich Anal. Berlin W. 15. Kultur- und Menschheitsdokumente. Bb. 1. Dle ästhetische Kultur des Kapitalismus von 3. Gaulle. Brosch. 2,50 M., geb. 3 M. Freier Die Schule der Zukunft etne arbetsgute. Bon R. Gelbel. Schwelger Beitfragen. Heft 35. D. Füßli, 8ürich. Jahresbericht der Drtsverwaltung des Buchbinderverbandes Berlin. 60 Seiten. E. Klar, Berlin, Engel- Ufer 15. Darmstadt. Der heißsche Staatshaushalt. Von A. Grooß. 25 Pf. Ed. Nöther Jahresbericht für das 9. Geschäftsjahr 1908 vom Arbeiterfekretariat Halle a. S. 64 Seiten. Selbstverlag. Geschäftsbericht 1907/1908 bes Verbandes der Maler, Ladierer, An Stretcher, Tüncher und Weißbinber Deutschlands. 130 Selten. A. Zobler, Hamburg. fits Deutschlands Spezialgeschäft grösstes Bettfedern Erste Bettfedernfab. m. elekt. Betriebe Briefkaften der Redaktion. 6. A. 22. 1. und 2. Ja. 3. Bürgerliches Gesetzbuch.- S. R. 2. Ihre Frau wird boraussichtlich zur Zahlung verurteilt werden. Sie haften Sie fnriftifche Ebrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, weiter für die Schulden nicht. Tegel 123. Ja: ber- Mietsstempel ist im Sof, dritter Eingang, bier Treppen, abrftub! Sanuar für die in das Jahr fallende Mictszeit zu entrichten. J. 2. 204. wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Gleöffnet 7 1hr Sonnabende beginnt die vrechfiunde am 6 br. Jeder Anfrage ist ein Der Mutter steht ein Recht auf Fürsorge für das Kind zu; Ste müßten es R. N. 101. Buchstabe und eine Bahl als Werfzeichen beizufügen. Briefliche Antwort auf Stlage herausgeben und die Alimentationskosten tragen. wird nicht erteilt. Bis zur Beantwortung im Briefkasten können 14 Tage Bur Leiftung des Offenbarungseides kann man gezwungen werden. Durch vergehen. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 2. B. 25. 1. Unverständlich. die Leistung verliert man feine Rechte. A. 2. 500. 1. und 2. Die Mutter hat die Genehmigung zu erteilen; 2. Das Staffenstatut entscheidet. 7. D. 08. Legen Sie gegen das Ver m. S. 100. 1. Nein. 2.. Es ges bleselbe ist polizeilich zu beglaubigen. O.$. 11. Der Antrag auf Voll langen der Polizei Beschwerde ein. jährigkeitserklärung ist an bas Vormundschaftsgericht 2. P. 27. 1. bis 3. 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Am Freitag hat die Reichstagskommission zur Vorberatung des Entwurfes eines Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen ihre Beratunger in zweiter Lesung beendet. Der Gesetzentwurf hat gegenüber der Gestaltung, die die erste Lesung ihm gab, erhebliche Verschlechterungen erfahren. Der Gesegentwurf zerfällt in drei Teile, der erste beschäftigt sich mit der Fahrerlaubnis. Die Einrichtung von Fachschulen ist zwar in Aussicht genommen, jedoch der sozialdemokratische Antrag auf Aufnahme einer obligas torischen Pflicht der Einzelstaaten zur Errichtung solcher Fachschulen abgelehnt. Die Erlaubnis zur Führung eines Kraftfahrzeuges ist zu erteilen, wenn der Nachfuchende seine Befähigung durch eine Prüfung dargetan hat, über die der Bundesrat einheitliche Borschriften erläßt. Werden Tatsachen festgestellt, welche die Annahme rechtfertigen, daß eine Person zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist, fo kann ihr die Fahrerlaubnis dauernd oder für bestimmte Zeit durch die zuständige Verwaltungsbehörde entzogen werden; nach der Entziehung ist der Führerschein der Behörde abzuliefern. Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist für das ganze Reich Eine 3wangsberufsgenossenschaft, die von verschiedenen Seiten dringend verlangt wurde, scheiterte an dem Widerspruch der Regierung, die sich zwar nicht grundsätzlich gegen eine Zwangsberufsgenossenschaft wendete, sie aber für zurzeit unausführbar hielt. Der dritte Teil des Gesetzes enthält eine Reihe von Strafvorschriften. Gegen das so gestaltete Gesetz stimmten unsere Genossen in der Kommission, weil es die zur Verhütung von Unglücksfällen so dringend erforderlichen Schutzvorschriften über Arbeitszeit und über Arbeitsruhe der Führer nicht enthält, unannehmbare Durch brechungen des Prinzips der Haftpflicht aufweist und von der Einführung einer Zwangsberufsgenossenschaft absicht. in Sonntag, 7. März 1909. fand sich die Mehrheit in der zweiten Refung leider zu einem svatbeamten, die wenn sie stellungslos geworden sind, oft dem Kompromiß zusammen. An Stelle des Vorschlages der Regierung stärksten Elend ausgesetzt sind, ich sage, die Zukunft dieser unserer ist nunmehr gesetzt: die Haftpflicht solle teine Anwendung Wolfsgenossen zu sichern. Wir haben gehört, daß die vorliegenden finden, wenn der Unfall durch ein Fahrzeug verursacht wurde, statistischen Unterlagen nicht ein volles Bild von der finanziellen das nur zur Beförderung von Lasten dient und Wirkung der Versicherung geben. Ich bin vollkommen einverauf ebener Bahn eine auf 20 Kilometer bestanden damit. Aber ich bin auch der Meinung, daß die Statistik niemals ein vollkommenes Bild der finanziellen Wirkung eines grenzte Geschwindigkeit in der Stunde nicht Gesetzes wird geben können. Ein vollkommenes Bild gibt es erst, überschreiten kann. wenn das Gefeß geschaffen ist, wenn man weiß, welche Ansprüche an die Versicherung zu stellen find. Die Statistik hat immer getäuscht; man hat sich in Frankreich getäuscht, in England hat man sich in den ersten Jahren bei der Altersversicherung allein um 18 Millionen getäuscht. Wir haben uns auch in Deutschland getäuscht bei unserer Invalidenversicherung, und wenn ich nicht den provinziellen Verbänden mit Reichsleistungen beigesprungen wäre, hätten sich schwierige Situationen ergeben. Wenn man jezt eine neue Statistit aufnehmen wollte, bitte ich Sie, zu bedenken, daß dann dafür zunächst neue Mittel bereitgestellt werden müssen. E3 würde Jahr und Tag dauern, bis die Statistik erhoben sein würde und es würde wieder Jahr und Tag dauern, bis diese Erhebungen bearbeitet sind und bis auf grund dieser Erhebungen ein neues Gesetz geschaffen sein würde. Kommt man jetzt dazu, erst eine neue Statistit einleiten zu wollen, so würde Ihr Wunsch, bis er fristallisiert werden könnte, auf Jahre hinausgeschoben werden müssen. Meine Herren, es kommt aber noch ein psychologisches Moment hinzu: die sozialpolitische Belastung hat biel mehr geheime Gegner als man glaubt. Glauben immer ernst gemeint sind. Manches wird getan, aus taktischen Gründen und nicht aus sittlich tiefem Gefühl der Pflicht gegenüber den Volksgenossen. Es ist auf keiner Seite so viel Heuchelei, als bei einer gewissen politischen Freundlichkeit. Nun bedenken Sie auch noch, daß diese Maßnahmen in eine Zeit der schwersten finanzpolitischen Krise fallen. Die Lage des Reiches ist cine äußerst schwierige, so daß man äußerst vorsichtig sein wird, neue Lasten auf das Reich zu übernehmen. Der Bericht der Kommission wird voraussichtlich bereits 14 Tagen dem Plenum zugehen. wirksam, Gegen die Versagung und Entziehung der Fahrerlaubnis Vierte Generalversammlung der Gesellschaft für soziale Sie mir, daß nicht alle Anträge, und wenn sie noch so schön klingen, ist das Verwaltungsstreitverfahren zulässig. Der Bundesrat soll das zur Ausführung dieser Vorschriften Erforderliche sowie die Bestimmungen für die Zulassung ausländischer Kraftfahrzeuge veranlassen. Ferner hat.er die sonstigen zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen Wegen oder Plägen erforderlichen Anordnungen über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, insbesondere über die Prüfung und Kennzeichnung der Fahrzeuge und üher das Verhalten der Führer zu treffen. Reform Gestern beendigte die Generalversammlung für soziale Reform ihre Sizungen. Ist so ein kleiner Schritt zur Ausbildung tüchtiger Chauffeure geschehen, so ist leider von allen Parteien der sozialdemokratische Antrag abgelehnt, die Arbeitszeit und die Ruhezeit der Führer so zu regeln, wie es im Jnteresse der Chauffeure und der Sicherheit des Verkehrs erforderlich ist. Selbst folgender Antrag der Genossen Stadthagen und Stolle: Der Bundesrat hat über die Dauer der zulässigen taglichen Arbeitszeit der Führer von Kraftfahrzeugen und über die ihnen zu gewährenden Ruhezeiten im Interesse der Sicherheit des Verkehrs Anordnungen zu treffen. Die durch Beschluß des Bundesrats erlassenen Vorschriften find durch das„ Reichsgefegblatt" zu veröffentlichen und dem Reichstage bei seinem nächsten Zusammentritt zur Kenntnisnahme vorzulegen. eventuell an Stelle„ hat" zu setzen ,, ist ermächtigt" wurde abgelehnt. Eigenartig war die Begründung dieser Ablehnung: Der Antrag, so führte das Zentrum aus, gehöre in die Gewerbeordnung, auch sei er schwer auszuführen. Dabei haben die bürger lichen Parteien vor kurzem einen ähnlichen Antrag unserer Genossen, der zu§ 120 e der Gewerbeordnung gestellt war, abgelehnt, weil Anordnungen zur Sicherheit des Betriebes durch Begrenzung der Arbeitszeit nicht in die Gewerbeordnung gehören! Die Er- das Thema: hebungen über die Lage der im Fuhrwerksverkehr beschäftigten Bersonen haben dargetan, wie dringend erforderlich im„ 1. Die Arbeitsfreudigkeit der Privatangestellten, von der Interesse der Arbeiter und des Publikums eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit ist. Im Automobilgesetz, das doch in erster Linie der Sicherheit des Bublikums dienen soll, lehnt man aber eine Vorschrift ab, die zur Verhütung von Unfällen mehr beitragen würde als die gesamten Borschriften des neuen Gesetzes. Man will eben alle Schuld auf den Führer abschieben, wiewohl dieser infolge übermäßiger Arbeitszeit törperlich und geistig zur Beobachtung der intensiben Aufmerksamkeit außer stande ist, die für seine verantwortungsbolle Aufgabe erforderlich ist. Ganz wie bei den Eisenbahnunfällen, nach denen man nicht die an der Uebermüdung der Führer fchuldigen Verwaltungen, sondern die übermüdeten Führer vor den Kadi schleppt. Der zweite Teil des Gesetzes hat in dem grundlegenden§ 1 eine Besserung gegenüber der Vorlage erfahren. Er lautet jest: Wird bei dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs ein Mensch getötet, der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verleht oder eine. Sache beschädigt ,, so ist der Halter des Fahrzeugs verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht ist ausgeschlossen, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wird, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit des Fahrzeugs noch auf einem Versagen seiner Vorrichtungen beruht. Als unabwendbar gilt ein Ereignis insbesondere dann, wenn es auf das Verhalten des Verletzten oder eines nicht bei dem Betriebe beschäftigten Dritten oder eines Tieres zurüdzuführen ist und sowohl der Halter als der Führer des Fahrzeugs jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet hat. Wird das Fahrzeug ohne Wissen und Willen des Fahrzeughalters von einem Anderen in Betrieb gesetzt, so ist dieser an Stelle des Halters zum Ersatze des Schadens verpflichtet. Als Kraftfahrzeuge im Sinne dieses Gesetzes gelten Wagen oder Fahrräder, welche durch Maschinenkraft bewegt werden, ohne an Bahngleise gebunden zu sein." Aus dem Jahresbericht des Professors Dr. Frande ist hervorzuheben, daß beschlossen ist, dem großen Komplex von Fragen und Sorgen, die aus den Verhältnissen der jugendlichen Arbeiter beiderlei Geschlechts im Alter von 14 bis 18 Jahren Jm Uebrigen betrifft auch die nächste Aufgabe des Reiches aufsteigen, näherzutreten. Ein Unterausschuß habe den Plan einer und das ist gesetzlich festgelegt, die Witwen- und WaisenErhebung hierfür ausgearbeitet. Danach sollen zunächst in unseren versicherung. Es sind nun zwei Gedanken entwickelt worden, Schriften" Einzeldarstellungen erscheinen, die in ihrer Gesamt einmal der Ausbau der Alters- und Invalidenversicherung und heit ein Bild der Lage der jugendlichen Lohnarbeiter und An- zweitens die Zuschußkassen. Ich halte es objektiv für vollkom gestellten ergeben und zwar vornehmlich nach folgenden Gesichts- men ausgeschlossen, daß das Reich bei der Anglic punkten: a) Arbeits- und Lebensverhältnisse der Jugendlichen derung an die bestehende Alters- und Invalidenunter besonderer Berücksichtigung der gesetzlichen, polizeilichen und versicherung höhere Lasten übernimmt als für administrativen Bestimmungen sowie ihrer Durchführung. b) Schädie übrigen Versicherten, und ich halte es für ausgedigungen von Leben und Gesundheit der Jugendlichen, namentlich schlossen, daß zugunsten der Privatbeamten im Zusammenhang mit Zeit und Art der beruflichen Beschäfti- irgendwelche Privilegien gewährt werden. Für gung. c) Kriminalität und sittliches Verhalten der Jugendlichen. ausgeschlossen halte ich auch eine allgemeine Berufs- Invalidenverd) Erziehung und Bildung durch staatliche und kommunale Schulen, sicherung und Herabsetzung der Altersgrenze auf 65 Jahre. Eine durch von Vereinen oder Privaten unterhaltene Schulen; Berufs- allgemeine Einführung der Berufsinvalidität wäre ein Schritt von bildung, Hauswirtschaftliche und allgemeine Bildung; Ausbildung unübersehbarer Tragweite. Denn bei den Privatbeamten liegen der sittlichen, geistigen und körperlichen Kräfte; e) Grziehung und die Verhältnisse anders als bei den Arbeitern. Es würde jeder, Bildung außerhalb der Schulen durch Familie, Arbeitgeber, Kirche, der in seinem Beruf nicht mehr beschäftigt ist, hier invalid sein und Vereine und gemeinnützige Veranstaltungen. auf Rente Anspruch zu machen haben. Die Herabsetzung der AlVor kurzem hat die Mehrheit der Gewerbeordnungsnovellen- tersgrenze würde eine so große Belastung bedeuten, daß ich nicht Kommission, darunter Mitglieder der Gesellschaft für soziale Re- glaube, daß zugunsten der Privatbeamten Reichsregierung und form, den sozialdemokratischen Antrag niedergeftimmt, den jungen Reichstag, namentlich im gegenwärtigen Moment der finanziellen Leuten bis zu 18 Jahren den gleichen Schuß zu gewähren, den Krisis zu ihrer Uebernahme bereit sein würden. Wenn eine besondere Versicherung für Privatbeamte geschaffen wird, wird das heute die jungen Leute bis 16 Jahre genießen. Den Hauptgegenstand der gestrigen( Schluß-) Sibung bildete Reich nicht mehr tun können, als die Uebernahme der Lasten wie bei allen Versicherten, vielleicht noch die Uebernahme der Verwaltungskosten. Wenn Sie nun, meine Herren, die Situation übersehen, müssen Sie bedenken, daß Sie gegenüber dem großen Ziel sich nicht versteifen dürfen auf Kleinigkeiten. Es kommt darauf an, so schnell wie möglich ein Ziel durch ein Gefes innerhalb des Rahmens der politischen und finanziellen Möglichkeiten zu erreichen, 2. Die gegenwärtige Pensionsfürsorge für die Privatangestell- und wenn Sie dieses Ziel erreichen wollen, fann ich Ihnen nur ten ist unzureichend, da die Leistungen der Neichs- Invaliden- empfehlen, den Vorschlägen, denen die Reichsregierung wohlwollend gegenübersteht, zuzustimmen.( Lebhafter Beifall.) Beversicherungen zu gering und den Bedürfnissen der Privat- benten Sie, daß es auch von der Zustimmung der Reichsregierung angestellten nicht angepazt sind und die Pensionsfürsorge auf frei und des Bundesrats abhängt, ob mit dem Reichstag ein Kompromis willigem Wege nur einem kleinen Bruchteil der Angestellten zugute zustande kommen soll, und wenn auch viele sozialpolitisch wohl3. Gine zureichende allgemeine Bensionsfürsorge für die Privat- wollende Stimmen im Reichstag vorhanden sind, so handelt es sich angestellten ist nur bei staatlichem Eingreifen und Schaffung einer doch dann darum, daß der Bundesrat diesen Beschlüssen seine Zustimmung erteilt. Was Sie erreichen wollen, ist abgesehen von staatlichen Zwangsversicherung für dieselben zu erreichen. können Ihre Leute bieten und was ist das Reich bereit zu tragen? allen Einzelheiten in der letzten Wurzel eine Finanzfrage: Was Weitere finanzielle Laften werden Sie vom Reich nicht erreichen fönnen als die, welche im Rahmen der bestehenden Invalidenversicherung liegen. Nach dieser unzweifelhaften Sachlage müssen Sie sich in Ihren Wünschen beschränken. Meine Herren, ich kann nur das eine noch sagen: das große Alters- und Invalidenversicherungsgeset sicht heute ganz anders aus als damals, als Fürst Bismard es geschaffen hatte. Es sind im Laufe der Jahrzehnte fundamentale Aenderungen vorgenommen worden. Die PrivatbeamtenverDie Pensionsversicherung der Privatangestellten. zum guten Teile das Gedeihen der deutschen Volkswirtschaft ab der Invalidität, des Alters und des Todes. hängt, leidet notgedrungen bei mangelnder Fürsorge für die Fälle tommt. 4. Der Ausbau der bestehenden Reichs- Invalidenversicherung erscheint nicht als ein gangbarer Weg zu einer ausreichenden Pensionsfürsorge für die Privatangestellten; vielmehr ist die Schaffung einer besonderen staatlichen Bensionsanstalt für die Pribatangestellten anzustreben. 5. Die Belastung durch die Beiträge für eine einigermaßen ausreichende Pensionsfürsorge bedeutet keine Ueberbürdung von 6. Die Einführung einer besonderen Ehefrauen- Versicherung Arbeitgebern und Angestellten. fann als ein gangbarer Weg zur Versorgung der Witwen der Pribatangestellten nicht angesehen werden und erscheint außerdem sicherung ist ein ganz neuer Schritt, den die verbündeten Regierungen nur zögernd betreten haben. Das Gesetz wird manche aus mehrfachen Gründen unzweckmäßig. 7. Die Denkschrift des Staatssekretärs vom 11. Juli 1908 Enttäuschungen bringen, aber auch manche neuen betreffend die Bensionsversicherung der Privatangestellten ist hin- Gesichtspunkte. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß fichtlich des Kreises der versicherten Personen, der Organisation fo wie das große Alters- und Invalidenversicherungsgesetz sich der Versicherung, der Beiträge und Leistungen als eine geeignete meſentlich zugunsten der Arbeiter geändert hat, auch das neue Grundlage für eine einigermaßen ausreichende Pensionsversiche Gesez sich günstiger für die Lage der Privatbeamten gestalten wird. rung der Privatangestellten anzusehen. Doch erscheinen folgende Meine Herren, ich bitte Sie, alle kleinlichen Gesichtspunkte beiseite zu lassen und in den Grenzen der Möglichkeit den Vorschlägen zuAbänderungen dringend erwünscht: zustimmen.( Wiederholter langanhaltender Beifall.) Es a) der Kreis der versicherten Personen soll auch das Hausdienerpersonal, das künstlerisch vorgebildete Musiferpersonal und das Krankenpflege- Personal der verschiedenen Vereine und Korpoartionen umfassen; b) der Begriff der Berufsinvalidität ist mehr im Sinne der Definition des österreichischen Pensionsversicherungsgesetzes zu faffen; Die weitere Diskussion bot nichts Bemerkenswertes. scheinen die Privatbeamten im Gegensatz zu dem Referenten immer mehr zu der zutreffenden Ansicht zu gelangen, daß eine Sonderberficherung der Privatbeamten an Stelle eines Ausbaues der be stehenden Versicherung für fie und für die gesamte Arbeiterklasse ein durchaus verfehlter Schritt sein würde. 12. Generalversammlung des Verbandes der Maler. Köln, den 5. März 1909. Der ganze Donnerstag und der Vormittag des Freitags wurde in geschlossener Sizung mit den Beratungen über den Bunkt Tarifverträge Die zwölfte Generalversammlung des Verbandes der Maler, Lackierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands era achtet wie bisher den Abschluß von Tarifverträgen als ein aus den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen sich notwendig ergebendes Mittel zum Zweck der Verbesserung und Sicherstellung des Lohn- und Arbeitsverhältnisses, sowie eine Anerkennung, Stärkung und Befestigung des Verbandes. Dieser Grundsak wurde in erster Lesung voll aufrechterhalten c) die Leistungen der weiblichen Versicherten sind mit Rücksicht mit der einen Ausnahme, daß die Vorschriften dieses darauf, daß sie keinen Vorteil von der Witwenversicherung haben, Grundfazes keine Anwendung finden sollten, wenn zur Zeit des außer durch die in der Denkschrift vorgesehenen Mehrleistungen Unfalls der Verletzte oder die beschädigte Sache durch das Fahr für sie noch dadurch zu erhöhen, daß die Anfangsrente nach fünfzeug befördert wurde oder der Verlebte beim Betriebe des Fahr- jähriger Wartezeit 15 Proz. des durchschnittlich versicherten Diensteinkommens ausmacht, und den bisher von ihnen unterstühten Ana zeugs tätig war, außer wenn die Beförderung oder die Bedienung gehörigen eine Rente gewährt wird; des Fahrzeugs im Dienst oder im Auftrag einer der haft- d) Neben der Gewährung einer Rente für den Fall der daupflichtigen Personen geschah. Alle Versuche, diese Ausnahme zu ernden Invalidität find analog dem§ 13 des Reichs- Invalidenver- ausgefüllt. Das Referat hatte Tobler. das Korreferat beseitigen, die die durch ein Automobil beförderten sicherungsgefches die Gewährung einer Rente für den Fall vor- Sobotha Hamburg. Das Ergebnis bildet folgende Resolution, Personen bon dem Schadensersabrecht aus übergehender, 26 Wochen übersteigender Erwerbsunfähigkeit in die in namentlicher Abstimmung gegen wenige Stimmen an schließt. schlugen fehl. Die Kommission stellte sich auf den Aussicht zu nehmen. genommen widr: Standpunkt der Regierung, daß durch das Gesetz allein das e) Die Zulassung von Ersazinstituten soll nur unter den in auf der Straße befindliche Publikum geschützt der Denkschrift angeführten Bedingungen zulässig sein, jedoch mit werden solle und strich in zweiter Lesung sogar die Haftpflicht Ber- der Maßgabe, daß nach Erlaß des Gesetzes sich bildende Privatsenen aegenüber, die im Dienst oder im Auftrag die Beförderung Pensionskassen nicht mehr als Ersayinstitute zugelassen werden dürfen." vornehmen, also z. B. die Haftpflicht für Führer der Autos von Nachdem in der Diskussion mehrere Redner teils für die SonBarenhäusern. dcrversicherung für die Privatbeamten, teils für den Ausbau der In erster Lesung war cs gelungen, zwei wei- Alters- und Invalidenversicherung gesprochen hatten, nahm unter tere erhebliche Ausnahmen, die die Regierung allgemeiner Spannung Staatsminister vorschlug, zu Fall zu bringen. Die eine Ausnahme bezieht sich Graf Posadowsky- Wehner auf den Umfang des Schadens; danach soll unter anderem das Wort. Er führte aus: Jch möchte Ihre Aufmerksamkeit nur die Entschädigung, auch wenn mehrere Personen zu entschädigen ganz kurz in Anspruch nehmen, und ich muß vorausbemerken, daß find, insgesamt einen Rentenbetrag von 9000 M. nicht über- ich hier lediglich als Privatmann rede, der aber viele Stimmungen schreiten. In der zweiten Lesung wurde diese Ausnahme von hinter den Kulissen kennt. Es haben sich infolge unserer induder Kommission leider bewilligt. Eine noch weitergehende striellen Entwickelung in den letzten beiden Jahren industrielle Ausnahme stellte der Vorschlag der Regierung dar, nach Stonzerne gebildet, die ein Bersonal beschäftigen, das die Bevölke dem das Gesetz keine Anwendung finden solle auf Fahrzeuge, die rung ganzer Mittelstädte erreicht. Der Betrieb ist so kompliziert geworden, daß es Beamte gibt, deren Verantwortlichkeit weit auf ebener Bahn eine begrenzte Geschwindig größer ist als die manches Staatsbeamten. Ich glaube, daß aus leit nicht überschreiten können. Auch dieser Ausnahme gegenüber diesen Verhältnissen heraus der Wunsch rege geworden ist, die Pri- l = Diese grundsäßiche Stellung der Generalversammlung gu den Tarifverträgen bedarf einer Aenderung auch dann nicht, wenn sich die örtlichen Tarifverträge zu einem einheitlichen Tarifbertrage über größere Landesteile und Bezirke oder später auf das ganze Reich ausdehnen. Tarifverträge können nur dann von dauerndem Bestande sein, wenn die Vertragskontrahenten, Arbeitgeber und Arbeit. nehmer, den vereinbarten Tarifvertrag unter allen Umständen einhalten. Diese Voraussetzung ist bei unserem Verbande gegeben, während ein Teil der Arbeitgeber es in den letzten Jahren noch sehr daran hat fehlen lassen. Die Generalversammlung billigt die Haltung des Vorstandes auf dem Gebiete des Tarifwesens, sowie die vorgenommene Ab #timmung der Mitglieder wegen Verlängerung der Tarife bis, fämpfung der Bleikrankheit wird erschwert durch die große Fluk 31. Dezember 1909 und erklärt den Beschluß als bindend für alle beteiligten Filialen. Der Vorstand wird hierdurch ermächtigt, bei den zukünftigen Verhandlungen, die bereits im Juli d. J.( laut Normaltarif) beginnen sollen, dahin zu wirken, daß möglichst alle Fragen, die das Lohn- und Arbeitsverhältnis betreffen, einer generellen Regelung unterworfen werden. Im besonderen ist auch die Festlegung allgemein gültiger Bestimmungen für obligatorisch zu benüßender paritätischer Arbeitsnachweise zu erstreben. Die Generalversammlung erwartet jedoch, daß bei den zentral geführten Verhandlungen alle besonders gearteten örtlichen Bestimmungen der bisherigen Verträge Berücksichtigung finden. Den örtlichen Bestimmungen sollen vorbehalten sein: 1. Die Höhe der Stundenlöhne. 2. Arbeitszeit mit Festsetzung der Pausen. 3. Bergütung für Landarbeit und Wegedauer. 4. Der Lohnzahlungstag nebst Feiertags- und Samstagsschluß. Die Filialen und Zahlstellenverwaltungen der Lohngebiete eines Bezirks haben sich über die zu stellenden Forderungen zu berſtändigen, sie auszuarbeiten und als Vorschläge den Mitgliederversammlungen zur Beratung und der Abstimmung zu unterbreiten. Die von der Mehrheit der Mitglieder anerkannten Forde rungen sind von den Filialen der Bezirksleitung rechtzeitig einzusenden. Der Vorstand hat dann diese dem Hauptvorstande der deutschen Arbeitgeberverbände im Malergewerbe einzureichen und sie bei den Verhandlungen als die von den Mitgliedern gegebene Grundlage zu betrachten. Zu den im Sommer dieses Jahres beginnenden Verhandlungen über die Neugestaltung der Tarifverträge ist die Verhandlungstommission wie folgt festgesetzt worden: Aus drei Vertretern des Hauptvorstandes, dem Obmann des Ausschusses, den sieben Bezirksleitern und fünfzehn in den Bezirken zu wählenden Kollegen. Die Verteilung auf die einzelnen Bezirke hat prozentual der im Bezirk organisierten Kollegen zu erfolgen. Zu den Verhandlungen in den einzelnen Orten oder kleineren Lohngebieten können die Mitglieder der Ueberwachungskommission oder besonders gewählte Lohnkommissionen bestimmt werden. Für Verhandlungen über Fragen, die größere Lohngebiete, Bezirke oder-Landesteile betreffen, sind die Bezirksleitungen berechtigt. Bei allen Verhandlungen steht dem Vorstande sowie den Bezirksleitern das Recht zu, an den Beratungen mit teilzunehmen. Die endgültigen Resultate der Tarifverhandlungen sind den Mitgliedern zur Abstimmung zu unterbreiten, sei es, daß in den Filialen und Zahlstellen durch Mitgliederversammlungen oder Vertrauensmännertonferenzen die Beschlußfassung herbeigeführt wird, oder sei es, daß die Bezirksleitungen unter Zustimmung der Filialverwaltungen des Bezirks die Resultate einer Bezirkskonferenz unterbreiten, um die Abstimmung durch die Delegierten vorzunehmen. In allen Fällen der Abstimmung entscheidet die einfache Majorität der beteiligten Mitglieder. Hat sich nur die Hälfte der eingetragenen Mitglieder an der Abstimmung beteiligt und liegen sonstige Umstände vor, so haben Vorstand und Ausschuß das Recht, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, der die endgültige Entscheidung zusteht. Als nächster Punkt steht zur Verhandlung: Der Kampf gegen die Gefahren der Bleivergiftung. Das Referat hierzu hat Buscholz, Rendant der Ortsfrankenkasse der Maler in Berlin, übernommen. Er wendet sich zunächst gegen die Behauptungen aus Unternehmerkreisen, daß die Gefahren der Bleibergiftung maßlos übertrieben seien. Dann schil dert er, wie durch die Eigenart des Malergetverbes die Durchführung der Bundesratsvorschriften zur Bekämpfung der ActioIogie( Bleibergiftung) unmöglich gemacht wird. Besonders die fleinen Betriebe gefährden den Arbeiter und erschweren die hygie= nischen Maßnahmen. Leider würden auch die jungen Arbeiter und die Lehrlinge zu den schädlichsten Arbeiten herangezogen. Die Bes tuation unter den Malern, besonders der ungelernten Arbeiter während der Saisonarbeit; ungünstig wirken auch die Temperature verhältnisse und das Affordwesen. Die durch die niedrigen Arbeitslöhne verursachte schlechte Lebenshaltung schwächt die Widerstandskraft der Arbeiter. Man muß zu den Schlußfolgerungen kommen, daß die überlange Arbeitszeit, materielle Sorgen, die Akkordarbeit, die Fluktuation, das Submissionswesen, die Schmußkonkurrenz der Unternehmer untereinander, der Hygieniesierung des Malerberufs große Schwierigkeiten bereiten. Von besonderer Wichtigkeit bei der Bleiaufnahme in den Körper ist die Art der Arbeit, hauptsächlich die Heimarbeit und die Pfuscharbeit. Allen Anstreicherarbeiten außerhalb der Werkstätte ist gemeinsam, daß man bei ihnen keine oder ungenügende Waschvorrichtungen entgegen den gedruckten Arbeitsordnungen findet. Aus diesem Grunde ist die persönliche Reinlichfeit nicht durchführbar. Nicht einmal in den Werftbetrieben des Reichs sind die Bundesratsvorschriften durchgeführt. Außerordent lich gefährlich ist das Abschleifen der trockenen Farben und die da durch hervorgerufene Staubentwickelung in den Arbeitsräumen. Das einzig vollkommene Mittel zur Verhütung der Bleiweißfrankheit, darin sind alle Fachmänner einig, ist der Ersatz des Bleiweißes durch ungiftige Farbstoffe, was heute schon durchführbar ist. Man muß annehmen, daß die Behauptungen des Reichstagsabgeordneten Mugdan, daß die Maler allein an der Bleierkrankung schuld seien, weil sie sich nicht rein genug halten, wider besseres Wissen aufgestellt sind. Die Statistiken über die Bleivergiftungen, auch die der Gewerbeinspektoren, sind äußerst mangelhaft. Die Berliner Ortskrankenkasse der Maler wird noch in diesem Monat cine Broschüre herausgeben, worin umfangreiches Zahlenmaterial enthalten ist. Zum Schlusse weist der Redner auf die durch das Blei hervorgerufenen Nervenerkrankungen. Der Chefarzt der Provinzialirrenanstalt Brandenburg, Dr. Schmißler, hat als feststehend bezeichnet, daß das Blei auf die Nervenkrankheiten einen schädlichen Einfluß ausübe, Ohne grundlegende Umwälzung in der Technik des Malergewerbes ist an eine Aenderung der schlechten Verhältnisse nicht zu denken. In der Diskussion weist Io- Berlin darauf hin, daß die Terpentin- Ersatzstoffe einen ähnlichen unheilvollen Einfluß auf die Gesundheit ausüben. Von Hamburger Delegierten wird be. richtet, wie unhaltbare Zustände bei den Anstreicherarbeiten in den Schiffsräumen seien. Der Referent unterbreitet der Generalversammlung folgende Resolution: " Zur Bekämpfung der verheerenden Wirkungen, die fich aus der gewerblichen Verwendung der giftigen Bleifarben ergeben, wurden vom Bundesrat auf Grund des§ 120e der Gewerbeordnung Vorschriften für die Betriebe der Maler, Ladierer, Anstreicher, Tüncher und Weißbinder erlassen, in der Annahme, daß sie geeignet feien, die Bleibergiftung zu verhüten oder doch mindestens erheblich einzuschränken. Die vom Verbande der Maler, Anstreicher usw. in über 160 Orten des Deutschen Reiches vorgenommenen Erhebungen über die Durchführung der Bundesratsvorschriften zeigen aufs deutlichste, daß weder von einer Durchführung noch von einer Einhaltung der Vorschriften im allgemeinen die Rede sein kann, da ein erheblicher Teil der Unternehmer sich nicht um die Vorschriften oder Einhaltung derfelben kümmert. Gehilfen, die sich um die Durchführung der Bundesratsbestimmungen bemühten, wurden entlassen und auf diese Weise die notwendige Kontrolle und Mitwirkung der Ge hilfen verhindert. Unter diesen Verhältnissen ist von einem Zurückweichen der Vergiftungsfälle teine Rede, wie es z. B. unwiderleglich durch die Statistik der Ortskrankenkasse der Maler in Berlin erwiesen ist. Nach wie vor ist das Malergewerbe von dem verbreitetsten und gefährlichsten Gewerbegift, dem Blei, den größten Gefahren ausgesetzt. Indem die 12. Generalversammlung des Verbandes der Maler, Anstreicher, Lackierer, Tüncher und Weißbinder ihre Forderung auf ein geschliches Verbot aller blei haltigen Farben erneuert, weil dieser Beruf der allergefährdetfte ist und weil bei diesem Beruf infolge ber un ständigkeit der Arbeitspläge und der vielen Kleinbetriebe eine entsprechende Ueberwachung durch die Gewerbeinspektion un möglich, daher auch alle Schutzvorschriften absolut wirkungslos find, fordert sie als Uebergang bis zu einem vollständigen Bleiweißverbot mindestens ein unbedingtes Verbot der Verwendung bon Bleifarben für für Innen. anstrich und die Deklarationspflicht, wie sie auch die Verordnung, des österreichischen Staates von 1908 vorsieht. Die Generalversammlung erklärt sich auch mit den zu dem Thema„ Der Kampf gegen die Gefahren der Bleibergiftung" aufgestellten Leitfäßen einverstanden, und fordert mindestens, daß die Berufstranfheiten, vor allem die gewerbliche Bleivergiftung, den Betriebsunfällen gleichzustellen sind. Vor allem weisen aber die Delegierten die vom Abgeordneten Mugdan im Reichstage aufgestellte Behauptung:" Daß alle Verfügungen, Geseze und Verordungen nichts helfen fönnen, wenn nicht die Arbeiter selbst sie besser halten als bisher", als vollständig unwahr zurück, da sie nicht nur der totalen Unkenntnis über die eigenartigen Verhältnisse im Malergewerbe entspringt, sondern auch längst durch wissenschaftliche Autoritäten und Sozialhygienifer, wie zum Beispiel von Prof. Dr. Sternberg, Prof. Dr. Lewin, Prof. Dr. Franke, Dr. Teleky, Dr. Toth, Dr. Leo Verkauf. Dr. Ph. Wehl usw., widerlegt worden ist. Leitsätze. 1. Gewerbliche Bleibergiftung und Betriebsunfall find Folgen der Berufstätigkeit und daher auch in der Versicherungsgesetzgebung einheitlich zu behandeln. 2. Die Berufskrankheiten sind den Betriebsunfällen gleich zustellen und in erster Reihe die Unfallversicherung auf die berufskranken Arbeiter unseres Gewerbes auszudehnen. 3. Es muß das Bestreben von Wissenschaft und Praxis sein, die gesundheitliche Schädigung aller in den Malerbetrieben beschäftigten Arbeiter bei der Betriebstätigkeit einzuschränken. Zur Erreichung dieser Aufgabe ist namentlich das Verbot der Berwendung giftiger Substanzen( vor allem Bleiweißverbot) und gefährlicher Arbeitsprozesse notwendig. In zweiter Linie kommt in Betracht die Verkürzung der Arbeitszeit und die Heranziehung von Aerzten und Arbeitervertretern zur Gewerbeaufsicht. 4. Zur unablässigen Kontrolle für die Vorschriften, die auf Grund des§ 120 e der Gewerbeordnung vom Bundesrat erlassen find, ist die Zuziehung der Vertrauensmänner der Arbeiterschaft zu fordern. Die Vorschriften werden erst dann ihre Wirkung boll entfalten, wenn man die Arbeitervertreter zur Mitwirkung heranzieht. Die Resolution und die Leitsätze werden einstimmig an genommen. Nachdem die Beschtverdekommission über die ihr überwiesenen Beschwerden Bericht erstattet hat, werden die Verhandlungen auf Sonnabendfrüh vertagt. Witterungsübersicht vom 6. März 1909, morgens 8 br. Stationen SW Swinembe. 757 gamburg 756 SD Berlin 758 Franfi.a.M. 757 SW Münden ien 759 28 Better Stationen 1Dunst-5 Haparanda 767 D 2 heiter -6 Petersburg 767 S 1 bedeckt -5 Scilly Windstarte Better 4Schnee 5° C.= 4° R. 2 bedeckt 739 NND 5 bedeckt 6 4 wolttg -2 Aberdeen 751 NNW 1 Nebel 4 -10 Baris 751 SED 3 bededt- 1 3 halb bd.- 2 2 molten! Wetterprognose für Sonntag, den 7. März 1909. Bunächst ziemlich heiter, nachts Frost, am Tage Tauwetter, bei schwacher wechselnden Winden; später neue Trübung und geringe Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Wenn Sie Cigaretten unter Garantie für Preiswürdigkeit Kaufen wollen, dann verlangen Sie nur JOSETTI CIGARETTES JOSETTI P * O VERA CIGARETTEN. Unsere Firma bürgt Ihnen im weitesten Maße für erstklassige Qualität. Josetti Vera m. a. o. 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Der Einberufer Adolf Hoffmann, Berlin, Blumenstraße 14. Sozialdemokratischer Wahlverein Jugend- Versammlung. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 8. März, abends 8% Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Anträge zur Verbandsgeneralversammlung und Wahl der Delegierten. 2. Ausschlußanträge und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 216/ 8* Der Vorstand. Sonntag, den 7. März, nachmittags 22 Uhr: Große Versammlung im großen Saale der Brauerei Friedrichshain( früher Lipps), Am Friedrichshain 16-22. Vortrag über: ,, Weltschöpfung und Darwinismus". Referent: Emanuel Wurm. Nach dem Vortrage freie Aussprache. Zu dieser Versammlung sind alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen herzlichst eingeladen. 282/ 8* Der Jugendausschuß. lk- Trio. Berlin Stralsunderstr. 1. U Fellx Scheuer Deutscher Transportarbeiter- Verband. Fernsprecher: Amt IV, 2382 und 4747. Fernsprecher: Amt I, 2632. Verwaltungsstelle Berlin I. Bureau: Engelufer 14/15 II, 8immer 33. Arbeitsnachweis: Alte Leipziger Straße 1. Achtung! Mitglieder aller Branchen. Lichtenberg. Dienstag, den 9. März, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen im Schwarzen Adler", Frankfurter Chaussee, Ede Gürtelstraße. Tages- Ordnung: Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Dr. Eduard David: Die wirtschaftliche Krise und wie bekämpfen wir sie? Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. 104/4 Atung! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Montag, 8. März, abends 8 Uhr, bei Keller, Köpenicker Str. 96/97( her): Ordentliche General- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Mitteilung. 2. Geschäfts- und Staffenbericht. 3. a) Neuwahl der Ortsverwaltung und Revisoren; b) Wahl von zwei Vertretern zur Bezirksleitung von Groß- Berlin; c) Wahl eines Revisors sowie eines Beifikers zum Hauptvorstand. 4. Anträge. 5. Geschäftliches. Bei der äußerst wichtigen Tages- Ordnung erachten wir einen zahlreichen Befuch für selbstverständlich. Mitgliedsbuch ist mitzubringen und am Eingang der Versammlung vorzuzeigen. Wer mit seinen Beiträgen über 10 Wochen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. Die Ortsverwaltung I. I. A.: Fritz Wappler. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Michaelkirchplatz 1, part. Filiale Berlin I. Zel.: A. IV, 9897. Achtung! Herrenmaßschneider! Achtung Am Montag, den 8. März, abends 8%, Uhr, findet in den neuen Arminhallen", Stommandantenstr. 58, eine ftatt. Oeffentliche Versammlung Zages Ordnung: 162/6 Die gegenwärtige Situation in der Herrenmaßbranche und welche Aufgaben erwachsen den Herrenmaßschneidern hieraus? Referent: Kollege Kunze. Angesichts der wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreiches Erscheinen Die Kommission. Raucht Reunion- Cigaretten HARMONIE HARMONIE 2PF. Genau nach Calro Art VINETA N930 8PF Steinarbeiter! Deutscher Arbeiter- Sängerbund. Berlin I. Dienstag, den 9. März, abends 8 Uhr: Gau Berlin und Umgegend. Sonntag, den 14. März 1909, vormittags 11 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Außerord. Mitgliederversammlung Uebungs- Stunde. in der„ Lebensquelle", Kommandantenstraße Nr. 20. Zages Drdnung: 1. Berichterstattung über die mit den Unternehmern ftattgefundenen Tarifverhandlungen und Stellungnahme zu denselben. 2. Gewerkschaftliches. 171/ 9* Jeder Stollege ist verpflichtet, in dieser wichtigen Bersammlung Die Ortsverwaltung. zu erscheinen. öbel- u. Waren- Kredithaus Möbel Alexanderplatz- Passage, Alexanderstr. 39-40 lief. kompl. Wohnungs- Einrichtungen, Konfektion Wäsche- Ausstattungen Kleine Anzahlung. Bequeme Ahzahlung. Waren jeder Art. Geübt werden: 1. Zum 1. Mai. 2. Bruderlied. 3. Wir glauben an der Freiheit Sieg. 14. Wie wonnig ist's im Monat Mai. Im Nebensaale pünktlich Ausschuß- Sitzung. 17/2 10 Uhr vormittags: Tages- Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. Der Vorstand. NB. Es ist Pflicht aller Sangesbrüder der geladenen Vereine, zu der am Montag, den 8. März, stattfindenden Sitzung pünktlich zu erscheinen. Arbeitsnachweis: Berwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hoj I. Amt 3, 1239. Hof III. Amt 3, 1987 Charitéstraße 3. Bauanschläger! Dienstag, den 9. März, abends 8½ Uhr: Allgemeine Versammlung der Banauschläger Berlins und Umgegend im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engel- Ufer 15. Zages Drdnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern. 2. Distusfion. Kollegen! Nachdem nun Verhandlungen mit den Arbeitgebern stattgefunden haben, ist es notwendig, daß ein jeder von Ihnen unterrichtet ist, was die Arbeitgeber beabsichtigen. Da es sich um die Interessen eines jeben Kollegen handelt, so ist es Pflicht des einzelnen, für einen guten Be such der Versammlung zu sorgen. In dieser Versammlung darf kein Bauanschläger fehlen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 112/19 Dienstag, den 9. März 1909, abends 6 Uhr: Versammlung aller in Reinickendorf beschäftigten Metallarbeiter bei Sandau, Reinickendorf- Ost, Residenzstr. 124. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nielsen:„ Die Ursachen der wirtschaftlichen Krisis". 2. Wahl eines Gewerkschafts- Unterkommissionsmitgliedes. 3. Bers fchiedenes. Die Kollegen der Betriebe Neinidendorfs werden ersucht, in dieser Ber fammlung so zahlreich wie möglich zu erscheinen. Metallarbeiter- Notizkalender Stück 60 Pf. find im Bureau zu haben. 112/20 Die Ortsverwaltung. Andreas- Festsäle. 3nh.: H. Borgmann. Andreasstr. 21. Teleph.: 13586. Allen Freunden und Bekannten sowie Gewerkschaften und Vereinen zur Kenntnisnahme, daß ich das Lokal von Fritz Walter übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, meine Gäfte stets zu ihrer Zufrieden. heit zu bedienen und bitte ich um geneigten Zuspruch. Noch Große Theaterbühne steht den Bereinen zur Verfügung. frei: Karfreitag, 2. Osterfeiertag sowie einige Sonnabende und Sonntage. Hochachtungsvoll 1422 H. Borgmann. 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Die Bergleute waren damit beschäftigt, einen neuen Stollen anzulegen, durch den eine Verbindung des in Betrieb befindlichen Schachtes mit einem stillgelegten Schacht herbeigeführt werden sollte. Als sie bis auf etwa 10 Meter dem alten Bau nahegekommen waren, erfolgte plöglich ein heftiger Durchbruch von Wasser, das aus dem alten Schachte tam. Der Durchbruch war so stark, daß acht Bergleute sich nicht zu retten vermochten und ertranken. Ihre Leichen sind bis auf eine noch heute nicht geborgen. Hus Induftrie und Handel. Deutschlands Außenhandel. Die Statistit weist für Februar einige bemerkenswerte Ber schiebungen nach. Gestiegen ist die Einfuhr von Baumwolle, int Vergleich mit dem Vorjahr von 54 205 Tonnen auf 57 043 Tonnen; der Salpeterimport stieg von 77 849 Tonnen auf 88 512 Tonnen. Bei der Ausfuhr sind Flachs und Hanf gestiegen. Die Noheifeneinfuhr, die schon im Januar mit rund 127 000 Doppelzentner einen sehr niedrigen Stand inne hatte, ist im Februar abermals start zurückgegangen und betrug nur noch 20 907 Tonnen. Andererseits ist die Halbzeugausfuhr von 30 423 Tonnen auf 34 695 Tonnen gestiegen. Dividenden. Die Porzellanfabrik Ph. Rosenthal u. Co., A.-G., in Selb, berteilt für das lepte Jahr 18 Broz ,, gegen 15 Broz. im Vorjahre. Die Ludwig Löwe A.-G. bringt bei 2 167 237 M. Gewinn wieder eine Dividende von 16 Proz. in Vorschlag. 10 Broz, gegen 14, Proz. im Vorjahre, schüttet die Hibernia, Der Aufsichtsrat der Bremer Linoleumfabrik Delmenhorst beschloß in seiner Sigung der Generalversammlung nach reichlichen Abschreibungen die Verteilung einer Dividende von 6 Proz. vorzuschlagen. Dem Angeklagten Jbille wurde nun vorgeworfen, durch Fahrlässigkeit das Unglück verschuldet zu haben. Erfahrungsgemäß stehen alte verlassene Schächte in der Regel unter Wasser. Um das im vorliegenden Falle einwandfrei festzustellen, soll der Angeklagte unterlassen haben, rechtzeitig Borbohrungen vorzunehmen. Ihm Bergwerksgesellschaft, aus. wurde weiter borgeworfen, in der Anlage eines Fluchtweges fäumig gewesen zu sein und nicht für das Vorhandensein von Verstopfungsmaterial gesorgt zu haben. Der Angeklagte bestritt seine Schuld. Er sei noch am Vormittag des Unglücstages in der Grube gewesen und nichts habe auf eine Katastrophe hingedeutet. Etwas Wasser sei allerdings immer im Schachte gewesen; die Arbeiter wären gegen die ständige Gefahr, in der sie dadurch schwebten, daß jederzeit ein wetter- und wassergefüllter alter Stollen angeschlagen werden konnte, schon allzu gleichgültig geworden. Die bergpolizeilich vorgeschriebene Anlage eines Fluchtweges will der Angeklagte nicht vorschriftsmäßig haben ausführen können, weil die Bohrung dieses Weges infolge des harten Gesteins sehr schwierig gewesen sei. In der Beweisaufnahme tam zur Sprache, daß mehrere Bergarbeiter darauf hingewiesen hatten, daß nicht alles in Ordnung sei. Ein Aufseher hat aber darauf geantwortet: Sie haben mehr Angst als Schmerzen!" Ein Häuer, der sich bei dem Unglück mit Mühe zu retten gewußt hat, sagte als Zeuge aus, daß zwar Bohlen zum Gebrauche für Schutzvorrichtungen vorhanden gewesen seien, daß fie aber festgenagelt waren. Der Zeuge Markscheider Hohmann ist von der Anlage des neuen Stollen nicht unterrichtet gewesen. Hätte er davon etwas gewußt, so würde er die Arbeiten so lange inhibiert haben, bis eine genaue markscheiderische Aufnahme erfolgt Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung wurde festgestellt, daß der Bergwerksinspektor nur ungefähr alle 14 Tage die Grube befuhr und der Betriebsdirektor noch seltener hintam. wäre. Die Ansichten der Sachverständigen gingen sehr weit auseinander. Während ein Oberbergrat, ein Bergmeister und ein Obermarkscheider den Angeklagten für das Unglüd verantwortlich machten, stellten sich mehrere Bergwerksdirektoren auf den entgegengesetten Standpunkt; das Unglück habe nicht vorausgesehen werden können. Die erstgenannten Sachverständigen waren der Meinung, daß die Bergleute, wenigstens zum Teil, hätten gerettet werden fönnen, wenn mit mehr Vorsicht gearbeitet worden wäre. Daran habe es der Angeklagte fehlen lassen; er hätte nur nach markscheiderischen Angaben arbeiten dürfen. Gin Bergiverksdirektor meinte dagegen, bei dem folossalen, explosionsartigen Wasserdurchbruch hätte niemand gerettet werden tönnen. Vorsicht der Bergwerksleitung sei allerdings nötig, aber diese Borsicht habe eine Grenze. Wohin folle man kommen, wenn man alle Tage den Markscheider( der vom Werk bezahlt werden muß) fommen lassen wolle? Die Bergarbeiter würden auch zu Icicht gleichgültig gegen die Gefahr. Sie setzten ihre Ehre darein, einen gefährlichen Ort zu halten, so daß man im vorliegenden Falle fagen könnte, die Leute seien ein Opfer ihrer Pflichttreue geworden. Der Staatsanwalt hielt den Schuldbeweis für erbracht und beantragte neun Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeflagten nur wegen Uebertretung einer Polizeiberordnung zu 100 M. Geldstrafe. Der fahrlässigen Tötung sei der Angeklagte nicht schuldig, denn es sei anzunehmen, daß sich bei dem plöblichen Wasserdurchbruch niemand hätte retten können, auch wenn der Fluchtweg vorschriftsmäßig vorhanden gewesen wäre. Die Anbohrung des Gesteins fei auch frühzeitig genug vorgesehen gewesen und Material zum Absperren der Strecke wäre genug vorhanden, wenn auch nicht sofort brauchbar und am Orte gewesen. Die Hebertretung wurde darin gefunden, daß der Fluchtweg nicht weit genug fortgeführt worden war und der Angeklagte ohne martscheiderische Angaben hatte weiterarbeiten lassen. Hätten wir reichsgesetzliche Bergarbeiterschutzbestimmungen, hätten die Arbeiter das Recht, aus ihren Reihen Grubenkontrolleure zu stellen, so wäre das Unglüd in Völpke nicht passiert. Das beweisen die Warnungsworte der Arbeiter. Daß die Arbeiter eine Ehre darin suchen, sich in Gefahr zu begeben, wird wohl außer dem sachverständigen Bergwerksdirektor niemand glauben. Die acht Bergleute sind ein Opfer des Kapitalismus geworden, dem der Profit höher steht, als die Sorge um Arbeiterleben! Das Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier in Gelsenkirchen stellt wieder 10 Proz. in Aussicht. Die Spiegelglas- Aktiengesellschaft setzte die Dividende auf 24 Proz. fest. Die Porzellanfabrik Triplis bringt 12 Proz. zur Verteilung. Stahlverfand. Der Versand des Düsseldorfer Stahlwerkverbandes betrug im Februar 1909 nach vorläufiger Schätzung: Halbzeug zirfa 106 190, Eisenbahnmaterial zirka 165 160, Form eisen zirka 127 787, Gesamtproduktion zirka 399 137 Tonnen. Maschinenarbeit in der Landwirtschaft. In der„ Elektrotechnischen Zeitschrift", dem Verbandsorgan der deutschen Elektrotechniker, hat Ingenieur K. Krohne auf Grund sorgfältiger Erfahrungsresultate die Bedentuna der elektrischen Betriebs= weise für die Landwirtschaft untersucht. Daß im Laufe der letzten Jahrzehnte die Verwendung der menschlichen und tierischen Arbeitstraft im landwirtschaftlichen Betriebe zurückgegangen ist, die Zahl der Maschinen sich erhöht hat, zeigt folgende Tabelle: Arbeiter Dampfpflüge Krafts Ochsen von Gütern dreschmaschin. beschäftigt 1455 200 836 75 690 9 787 338 1878 600 1696 259 364 8 497 527 1 170 000 3000 300 000 7 000 000 Im Jahre Bugpferde 1882 2 228 700 1895 1905 2 384 400 2 500 000 Die Zahl der Dampfpflüge und Kraftdreschmaschinen hat sich nahezu vervierfacht, obwohl die Dampffraft auch für die Landwirtschaft nicht als ideales Betriebssystem angesehen werden kann. In der Landwirtschaft muß die Betriebsfraft transportabel sein, sie muß bald hier und bald dort gebraucht werden können. So vorteilhaft die transportable Dampfmaschine, die Lokomobile, auch gegenüber dem Handbetrieb arbeitet, so sind der Verbreitung dieses Systems immer bestimmte Grenzen gesteckt worden. Die Dampflofomobile ist schwerfällig und verhältnismäßig schwer zu bedienen, bedarf der forgjamen Wartung, ganz abgesehen von der Explosions gefahr und der Feuergefährlichkeit, die mit dem Dampfbetrieb immer verbunden ist. Eine neue Aera beginnt für die Landwirtschaft mit der Aussicht, den elektrischen Strom durch die Ausnutzung der Wasserkräfte in ungeheuren Mengen zu erzeugen, über das flache Land ein Netz von Fernleitungen zu legen, die elektrische Energie überall zu verkaufen, die dann zum Antrieb der verschiedenen Haus- und Hofwirtschaftlichen Maschinen seine Anwendung findet. In welchem Maße eine Arbeitsersparnis durch die Anwendung des elektrischen Stromes möglich ist, zeigt folgendes Beispiel: Zum Ausdreschen und versandfertigen Saden von 1000 Stilo gramm Getreide sind erforderlich: a) Wenn alle Arbeiten von Hand gemacht werden: 104 Leute ftunden. b) Wenn eine Dreschmaschine mit Göpel und Reinigungsmaschine angewendet wird, 41,4 Leutestunden. Sonntag, 7. März 1909. 2. Maschinen, welche die Unkosten bermin dern: a) Hebevorrichtungen: Entladevorrichtungen in Scheunen, Elevatoren für die Beförderung von Getreide und Stroh auf die Mieten oder in die Scheunen sowie des Henes auf den Boden, Sadaufzüge, Jauchepumpen; b) Transportmittel: Transportriemen und Bänder sowie Gebläse für die Beförderung der Körner, Feldbahnen, Spille und Winden zum Befördern schwerer Lasten; c) für die Verwertung: Strohpressen, Mahlmühlen. Häckselmaschinen für Verkaufsgut. 3. Die Maschinen der Landindustrie. a) Brennereimaschinen und Maschinen für die Stärkefabrikation. Wasserpumpen für alle Zwecke; b) Molkerei: Milchkühler, Zentrifugen, Butterfässer, Kneter, Pressen usw.; c) Schneidemühlen, Kreissägen und Gattersägen; d) Stellmachereimaschinen, Bandsägen, Bohrmaschinen, Drehbänke, Radmaschinen. 4. Futterbereitungsmaschinen für die Bieh zucht. Häckselmaschinen, Rübenschneider, Schrotmühlen, Startoffels, Hafer usw. Quetschen, Wasserpumpen. So wird auch in der Landwirtschaft die neue Zeit mit den alten Gewohnheiten aufräumen. Der vom Dchsengespann gezogene einfache Pflug verschwindet, die Herrschaft tritt an der elektrische Pflug. Die Technik wird in den nächsten Jahrzehnten durch die Ausgestaltung der großen Projekte in der Anwendung der Wasserträfte für den elektrischen Betrieb, die Landwirtschaft ihn ihrer Produktionsbedingungen gründlich umgestalten. Soziales. Der unfehlbare Magistrat von Senftenberg. Im Auslegen seid frisch und munter, legt ihre nicht aus, so legt ihrs unter." Dieser Mahnung bedarf der Magistrat von Senftenberg nicht. Er kann schon. Hatte da ein Tischlergeselle bei der Krankmeldung nicht gemeldet, daß er Mitglied des Deutschen Holzarbeiterverbandes sei und war vom Vorstand der Kasse in eine Ordnungsstrafe von 3,60 M. genommen, weil er verschwiegen habe, anderweitig gegen Krankheit versichert zu sein. Der Betroffene legte bei der Aufsichtsbehörde, dem Magistrat in Senftenberg, Berufung ein und erhielt darauf folgenden Bescheid: Senftenberg, den 22. Februar 1909. Auf Ihre Beschwerde gegen den Vorstand der hiesigen Ortsfrankenkasse vom 15. v. M. um Auszahlung des Ihnen angeblich zustehenden vollen Krankengeldes erhalten Sie hiermit den Be. fcheid, daß nach den diesseits angestellten Ermittelungen für uns teine Veranlassung vorliegt, die beklagte Stasse zur Erfüllung des erhobenen Anspruchs zu veranlassen. Es wird von Ihnen selbst zugegeben, daß Sie einer anderen Arbeiterverbandskasse als Mitglied angehören. Soweit wir unterrichtet sind, bilden der. artige Verbände auch gleichzeitig Krantenunterstüßungskassen und es bestand hiernach für Sie die Pflicht, von Ihrer Zugehörigkeit der beklagten Krankenkasse rechtzeitig Anzeige zu erstatten. Da Sie solches nun unterlassen haben, ist der Kaffenvorstand berech tigt gewesen, über Sie gemäß§ 18 des Kassenstatuts eine Ordnungsstrafe zu verhängen. Diese ist mit 3,60 M. sehr gering bemessen. Die verwirkte Strafe fonnte auf das Krankengeld an gerechnet werden. Diese von uns getroffene Entscheidung ist in Gemäßheit des§ 76 des Krankenversicherungsgefeßes endgültig. gez. Der Magistrat. Der Entscheid beruht auf einem flaren Verstoß gegen das Gesetz und gegen die Verpflichtung jeder Behörde, sich vor Erlaẞ einer Entscheidung zu unterrichten, nicht aber ihre Beschlüsse auf ein soweit wir unterrichtet sind" zu stützen. Nach§ 26a K.-W.-G. Abs. 2 Ziffer 2a tann Kassenmitgliedern Ordnungsstrafe durch das Statut und die Verpflichtung auferlegt werden, anzugeben, ob sie gleichzeitig anderweitig gegen Krankheit versichert sind". Die Organisation der Holzarbeiter ist keine Versicherung gegen Krankheit, sondern eine Vereinigung im Sinne des§ 152 der Gewerbe. ordnung. Bis in die höchsten Instanzen hinein, bis zum preußischen Kammergericht ist das Statut des Verbandes in dieser Weise beurteilt. Warum informiert sich der Magistrat hierüber nicht durch eine Anfrage beim Verband? Dem Magistrat von Senftenberg scheint das Gewissen bei seiner eigenartigen Feststellung etwas gefind", kommt aber trotz dieses Zweifels zu einer endgültigen Entschlagen zu haben, er salviert sich mit soweit wir unterrichtet c) Wenn elektrisch betriebener Dreschtasten mit 20 PS Motor scheidung. Dagegen ist nach dem Gesetz nichts zu machen. Freilich verwendet wird: 26,4 Leutestunden. ließe sich erwägen, ob nicht gegen den Magistrat eine Schadensersatzd) Wenn elektrisch betriebener Riesendreschkasten mit Fernein- flage wegen fahrlässiger Pflichtverletzung zu erheben wäre. Teger, Raff und Kurzstrohbläser, Strohpresse und Elevator mit 60 PS Motor betrieben wird: 10,5 Leutestunden. Der Elektromotor fann folgende Arbeitsmaschinen treiben: 1. Maschinen, welche den Robertrag erhöhen: a) Für die Bestellung: Getreidereinigungsmaschine für Saatgut, Trieure, elektrische Pflüge; b) für die Ernte: Mähmaschinen mit Selbstbinder, Kartoffelerntemaschinen, Rübenheber, Dreschmaschinen, Bewässerungsanlagen. Billigste Lebensmittel- Woche D W V W.E. V.B. E B Lieferung Berlin fret Hans. Nur Waren erstklassiger Qualitäten Deutscher Waren- EinkaufsVerein Berlin 47, G. m. b. H. 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Bezeichnend ist es, daß die Reichsregierung plant, trob der dokumentarisch und durch das Oberverwaltungsgericht fast allmonatlich bezeugten Unkenntnis von Magistratsbeamten auf dem versicherungsrechtlichen Gebiet, diese Art Beamten gar zu Kassenvorsitzenden zu machen. Der Reichsregierung empfehlen wir, eine Sammlung amtlicher Belege über diese Unfähigkeit der Beamten ihrer Vorlage als Material beizulegen. Für i. Sa. 1.50 M. Für i. Sa. 2.00 M. Für i. Sa. 3.00 M. 2 Pfund Ia Kochzucker, 1 Pfund 1 Ptd. Ia Kochzucker, 1 Pfd. Ia Salz, 10 Schacht, Schwed. 1 St. Ia Toilett.- Abfall seife 1 Pfd. Ia Eierbandnudeln, Detail- Preis 0,38 M. oder 2 Pfd. Ia Kochzucker, 1 Pfd. 2 Pfd Ia Kochzucker und Ia Tafel- Salz, 30 Schachteln Pid. Ia. Westf. Dauer- Ta Tafelsalz, 10 Schchteln 1 Pfd. la Salz, 20 Schach- la Schweden, 1 Pfund la wurst( Det.-Pr. M. 0,40) 1 grosses Brot, Ia Schweden. Pid. Ta teln Ia Schweden, 1 Pid. 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Male: Schlagende Wetter. berbs Kean. 8 Uhr: Montag: Kean. Dienstag: Schlagende Better. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 7. März 1909: Gastspiel des Herrn Hans Schrötter bom Hoftheater in Wiesbaden: Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aft. v. Fr. v. Schiller. Anfang 7%, Uhr. Gastspiel- Theater. Gr. Frankfurter Str. 182. Abends 8 Uhr: Die Räuber. Sonntagspreife. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: Das Warenhans- Fräulein. Montag: Wohltäter der Menschheit. Schiller- Theater. O.( Wallner- Theater.) Gonntag. nach m. 3 Uhr: Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Aufz. von H. Ibsen. Deutsch von W. Lange. Sonntag, abends 8 Uhr: Rechts herum. Schwant in 3 Akten v. Hans Gaus. Montag, abends 8 Uhr: Charleys Tante. Dienstag, abends 8 Uhr: Rechts herum. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Julius Cäsar. Trauerspiel in 5 Aufzügen bon William Shakespeare. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Karolinger. Trauerfpiel in 5 Aften von Ernst b. Wildenbruch. Montag, abends 8 Uhr: Komtesse Guckerl. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Karolinger. Wäsche, Krawattenbranche Mitgliedschaft Berlin III des Sehneider- und Wäschearbeiter- Verbandes Deutschlands. 145 Sonnabend, den 13. März 1909 veranstalten wir ein Rosen- Fest bei den Mugdanesen in den neu deforierten Räumen der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee. Auf dem Festplat: Humoristische Veranstaltungen aller Art, großes Ringelringelreihen, Rutschbahn, Rosenhallen, musikalisches Illt: Trio. Bon 9 Uhr an: Großer Ball. Doppelmusikkapellen. Huldigungsreigen, ausgeführt von sechzehn Kolleginnen usw. Bir bitten recht zahlreich und möglichst in Sommer: toiletten, orientalischen Trachten oder frembländischen Kostümen erscheinen zu wollen. 252/ 4* Anfang des Festes 8 Uhr. Einlaßkarten 50 Pf. Einlaßkarten find zu haben in allen Zahlstellen des Verbandes von Berlin. Die Ortsverwaltung Berlin III.. NB. An Plätterinnen, Stärkerinnen, Näherinnen vermittelt der Verbandsnachweis, Neue Königstr. 6, unentgeltlich Arbeit, Meldungen dort erwünscht. Berliner Volks- Chor Dirigent Dr. E. Zander. Montag, 22. März, ahends 8% Uhr u. Dienstag, 28. März, abends 8% Uhr: im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain Handel: ,, Acis und Galatea", Bach: Der zufriedengestellte Aeclus". Mitwirkende: Frau Hedwig Marck( Sopran), Fri. Hertha Dehmlow ( Alt), Willi Schmidt( Tenor), kgl. Hofopernsänger Friedrich Plaschke ( Baß), Professor Dr. Seiffert( Cembalo), Walter Fischer( Orgel), das Neue Tonkünstler- Orchester, der Berliner Volks- Chor. Vorverk. 70 Pf. inkl. Garderobe. Kasseneröffn. 7 Uhr. Abendkasse 1 M. Billetts und Texte sind zu haben bei: E. Beyer, Veteranenstr. 11; Bielefeld, Gräfestr. 35; Bobsien, Kommandantenstr. 62; Brinkmeyer, Alexandrinenstr. 25; Böttger, Zossener Str. 30; Skalitzer Str. 107; Fischer, Veteranenstr. 6; Heinrich, Wrangelstr. 107; Rixdorf, Münchener Str. 19; Henze, Petersburger Str. 34; Horseh, Engelufer 15; Haase, Neue Königstr. 86; Ihm, Wrangelstr. 58; Niemeyer, Weberstraße 19; Reichardt, Am Friedrichshain 34; Roloff, Wörther Str. 31; Rühle, Moritzplatz; Schulz, Admiralstr. 40a; Neidhardt, Görlitzer Str. 58; Schrolle, Landwehrstr. 3 u. Zorndorfer Str. 59; Sommerfeld& Co., Rosenthaler Str. 51; Stahlberg, Großbeerenstr. 27; Vogel, Koppenstraße 82; Lortzingstr. 37; Weihnacht, Grünstr. 21; Kroll, Neue Königstraße 84; Knöpfel, Königsberger Str. 11; Busehow, Greifswalder Straße 9; Tabakarbeiter- Genossenschaft: Köpenicker Str. 20a, Thaerstraße 18, Kopenhagener Str. 2, Fehmarnstr. 8, Putlitzstr. 15, Swinemünder Str. 86, Petersburger Str. 5, Kopernikusstr. 11; Parteispedition, Immanuelkirchstr. 13; Brauerei Friedrichshain und in allen mit Plakaten belegten Handlungen. 282/ 10* OhneExtra- Entré PANOPTIKUM CASTAN's Friedrichstr. 165( Pschorrpalast). Heute Sonntag: Der dreibeinige Mann. Letzter Tag! Humoristische Künstler- Abende. Neu! Max Don Bischof 2 Vorstellungen. Neu! der Anführer der meuternden 50 Fremdenlegionäre. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 108-114 Im Riesen Festsaal: ,, Das" Bockbierfest in den bayrischen Alpen. Rutschbahn. Orig. Riesen- Dekoration. Wasserfall. 3 Kapellen. 30 bavrisshe Madl. In den hinteren Sälen: Großer Ball. Anf. Sonntags 4 Uhr. Voranzeige: Entree Sonntags 30 Pf. Morgen, Montag: Hansball, arrang. von Angestellten: Kirchweihfest in Garmisch- Partenkirchen." Avis! Dienstag, den 9. März 09: Elitetag: Prämiierung der schwersten Danerwurst. 433 Barpreise: 50 M, 30 M., 20 M. Reichshallen Theater Sophien- Säle Sophienstraße 17/18 Stettiner Sänger. Sum 118, Male Straße am Hackeschen Markt Inhaber: Paul Baatz empfiehlt feine von 60-2000 Personen faffenden Sale zu Bersammlungen, Bortrags- u. Kunſtabenden usw. Borzügl. Afustit. Stulant. Entgegenkommen. Der Kompagnieball Schwarzer Anfang wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Königstadt- Kasino. Holzmarktstr. 72. Gänzlich neues Programmt mit Franz Sobanski Liffy Zetta, Ernst Gras, Mr. Noster, Köpenickerstr. 68. 8. Elsa Lüschou, Bernhard Marr, Lola Zum 524. Male: Sherlock Holmes! Gray, The Johnstons Equilibritischer Keulen Jongleur- Utt. Siegel siegelt alles. Schwant mit Gejang von D. Richter. Friedrichsberg Stadtbahnstation Inh. Gehr. Arnhold. Adler Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Fernsprecher Frankfurter Allee. Jeden Sonntag: Friedrichsberg No 8 Große Tanz- Reunion. Volkslieder- Abend Sonntag, den 7. März 1909, abends 7%, Ukr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Herr Robert Kothe( Lieder zur Laute) Margarete Walkotte( Rezitationen aus des Knaben Wunderhorn). [ 1185b] Abendkasse 60 Pf. Entree 50 Pf. Vorverkauf bei Herrn Hersch, Zigarrenhandlung, Engel- Ufer 15. XIV. Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Sonntag, 7. März, 3½ Uhr und 7 Uhr: 2 Große Vorstellungen 2 Nachmittags hat jeder Erwachsene unter 10 Jahren frei, 1 Kind weitere Kinder zahlen halbe Preise. In beiden Vorstellungen ungekürzt: Golo, der Seeräuber Paet, Tiberio Rithlow Fesselakt. Amerikanische Lynchjustiz! !!! Nur furzes Gastspiel!!! Obrenovitch Christitch Sohn des Georges Milan Königs Milan von Serbien. BlüthnerB.O. Saal. Blüthner- Orchester. Sonntag, 7. März, 7, Uhr: Populäres Konzert. Dirigent: Ferdinand Neisser. Solist.: A. v. Pilgrim( Gesang) A. d. Progr.: Massenet: Ouv. 2. Phèdra". Delibes: Suite a. " Coppelia". Mozart: Arie a. Figaros Hochzeit". Verdi: Arie a. Ernani". Karten a 1.50, 1.-, 0.75 b. Bote & Bock, Wertheim usw., Orchesterbureau Lützowstr. 76, Tages- und Abendkasse am Konzerttage. 288/8 Donnerstag, 12. März, 8 Uhr: XX. Sinfonie- Konzert. Bürgerliches Schauspielhaus Staftanien- Allee 7-9. Radmittags Narziß. 3 Uhr: Trauerspiel in 5 Atten v. Brachvogel. Abends 8 Uhr: Die Räuber. Trauersp. in 5 Aft. v. Fr. v. Schiller. Montag: Uriel Acosta. In Vorbereitung: Novität! Schlagwetter. Folies Caprice Bum 87. Male: Ein lediger Ehemann. Anfang 8 Uhr. Sonntag, den 7. März 1909: Gr. außerordentl. Gala- Vorstellungen Rachm. 4 und abds. 71, Uhr. Um 4 Uhr hat jeder Erwachsene ein angehöriges Kind unter 10 Jahren auf allen Sipplägen feet. Jedes weitere Sind unt. 10 Jahren halbe Preise.( Balerie bolle Breise.) In beiden Vorstellungent A Der weltberühmte OriginalKonsul Peter Teste Ju beiden Vorstellungen: Die Erics! In belden Vorstellungen: :: Die Briatores!:: Jongleure zu Pierde! In beiden Vorstellungen: Die Schwestern Truzzi Reitfünftlerinnen! In beiden Borstellungen: Vorführen u. Reiten d. bestdressiert. Schul, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: Samtl. Clowns mit den neuesten Wizen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: Barbarossa! Abends 7, Uhr: Auswanderer Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 8 Uhr. Das neue März- Programm! Moto Boy Mensch oder Maichine? Das urkomische Linné Duett. Neu! Walzernacht. Neu! Rußland. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19-20, Rosenth. Tor. Hente 2 Vorstellungen. Nachmittags 3%, Uhr,. Preise. Jeder Besucher 1 Kind frei. Und abends 8 Uhr. In beiden Borstellungen: Das vollständige Programm. Im Zunnel: lap.Blumenfest. Regimentstap. Theaterbef. hab. fr.Eintr. W. Noacks Theater Direktion Rob. Dift. Brimente. 16. 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Konzert 6 Uhr. Montag und folgende Tage: Die felbe Vorstellung. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direktion Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: Neues Programm. von Elite- Soiree Tanzkränzch. Hoffmanns Nordd. Sängern Der Jubiläumstag. Lebensbild in 1 Aft. Alte Liebe rostet nicht. Lustspiel in i Att. Beg. Sonnt. 5, wochent. 8U. Morgen Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger Tanz. Dienstag: Theaterabend: Die goldene Eva. Mittwoch: Benefitz der Haus. angestellten. Freitag, 12. März: Extra- Theater- Abend. Gustav BehrensTheater. Goltzstr. 9. Der geprellte Rechtsanwalt. Schwant in 1 Art. Das Schwalbenneft. Operette und die übrigen erstklassigen Spezialitätent. Anfang 8 1hr, Sonntags 6 Ubr. Theater Variété Brillant ( Olty- Passage) Dresdener Str. 52/3 Annenst. 42/3 Täglich: Auftreten von nur erſtflajfigen Spezialitäten bei gänz lich freiem Entree, auch Sonn tags. Sonnabend und Sonntag nach der Borst.: Gr. Freitanz. Kinematograph. Brunnen- Theater Badstraße 58. Direktion: Willi Voigt. Sonntag, 7. März, nachm. 3 Uhr: Die zwei Waisen. Schauspiel in 7 Bild. v. Scherenberg. Abends 7 Uhr: Ein gemachter Mann. Bollsstüd mit Gefang in 5 Bildern von Ed. Jacobsohn. Nach der Vorstellung: Ball. Berliner Eis Palast Ständige Eisbahn. Bis 12 Uhr nachts geöffnet. Konzert und Kunstlaufen. Germania- Prachtsäle. Carl Richter. Chauffeeftr. 110. Chauffeeftr. 110. Jeben Sonntag: Paul Mantheys lustige Sänger ( ehem. D. Steidls Hamb. Sänger) stets neues Programm. Anfang 6%, Uhr Eintritt 50 f. mit anschließendem Familienkränzchen Bon 5 Uhr ab im weißen Saale Großer Ball. Jeden Mittwoch: Paul Mantheys lustige Sänger und Frei- Tanz. Borzugskarten geltent. Anton Boekers Ball- Salon. Habe noch Sonnabends und Sonnfags Säle zu vergeben, auch sind Vereinszimmer in der Woche frei. 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Handelskurse für Herren. Jahres-, Halbjahrs, Dreimonats-, höhere Handelskurse. Lehrplan für die Halbjahrskurse A. Unterstufe( Elem- Kursus) Lehrfacher Stundenzahl f. d. Halbjahr 100 Deutsch. Kaufm. Rechnen Schönschreiben Geographie. Handelskorrespon denz, Handelslehre und Wechselkunde Einf. Buchführung Stenographie, Maschinenseureiben Englische od.franzosische Grammatik 8888888888 Sa. 600 Der Elementarkursus ist für junge Leute eingerichtet, die aus der Volksschule oder einer unteren Klasse einer höheren Schule abgegangen sind und in der Zeit zwischen ihrer Konfir mation und dem Eintritt in ein Geschäft das in der Schule Erlernte ergänzen und als Lehrling in ein kaufmännisches KonLor eintreten wollen. Wer mit Erfolg die Unterstufe durolige macht hat, kann in die Oberstufe eintreten. B. Oberstufe. Lehrfacher Deutsch Handelskorrespondenz Kaufm. Rechnen. und Handelslebre Wechselkunde Einf. Buchführung Doppelt.u.amerikan. 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Maschinenschreiben 40 20 20 688888 40 40 Lehrfacher Stund.für das II. Vierteljahr Zahl VolkswirtschaftsJehre( Vorträge). Rechiskunde( Vorträge) Bürgerkunde( Vorträge) Handelsgeographie u. Warenkunde Hoh. kaufm. Rechnen Musterkontor Bank- u. Börsenkunde Syndikus Eickhoff. 888 8988 20 Dozenten: Harm, Dr. ph, Kratz, Dr. jur. Walsch, Dr. Jur. Hoerschgen, Wahlfächer: Engl. Franz. Grammatik. od. Korresp. n. Conversation. 2. Handelskurse für Damen Jahres-, Halbjahrs- u. Dreimonatskurse zur gründlichen theoretischen u. praktischen Ausbildung als: Buchhalterin, Geschäfts- Stenographin, Bureau- Beamtin, Handelslehrerin, Korrespondentin, Kassiererin, vormittags 91 oder 2 Uhr. Mit den Halbjahrs- und Jahreskursen ist ein praktisches Vebungskontor( Musterkontor) verbunden. Markgrafendamm 34. Amt VII 4277 Inh. Hermann Scholtz. Jeden Gr. Ball. Sonntag: Sale für 100-1000 Personen zu Festlichkeiten und Versammlungen. 2 Kegelbahnen. Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. 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März entschlief sanft nach schweren Leiden mein lieber Mann und guter Bater, der frühere Restaurateur, jetigeRäucherwarenhändler August Billerbeck im 48. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Elise Billerbeck u. Sohn. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in Lichtenberg, 13266 Strugstege, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeitnahme und die zahlreichen Kranz Spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes ünvergeßlichen Baters und Großvaters Ferdinand Jeziorski fagen wir allen Freunden, Berwandten Solarbeiter. Berband Zahlstelle und Bekannten sowie dem Deutschen Weißensee, den Kollegen der Firma Rutenberg, dem Wahlverein des vierten stretjes SO., dem Sparverein„ Immer heiter" sowie den Kolonisten Süßer Grund" unseren innigsten Dant. Wwe. Jeziorskiebt Danksagung. Kindern. Für die überaus herzliche Tellnahme anläßlich des Hinscheidens meines lieben Mannes fage ich hierund Bekannten herzlichsten Dant, insbesondere dem Reichstagsabgeord neten Herrn Eichhorn für seine troſts reichen Worte, sowohl den Stranz. spendern des sozialdemokratischen Wahlvereins für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis, dem Borstande des Transportarbeiter Verbandes, Verwaltung II, dem Herrn Senz sowie dem Personal der Brauerei Senß, der Brauerei Urbach, der Brauerei Carlsberg, der Brauerei Luisenstadt, der Sektion der Vierfabrer, sem Lotterieverein Treff, den Sparbeinen Alte Freunde und Eintracht und seinen Freunden und Geroffen. mit allen Verwandten, Freunden 13 Emma Kundmüller nebst Stindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters Richard Müller fage ich hiermit den Genossen bes 6. Wahlkreises, desgleichen dem Verband der baugewerblichen Hilfsarbeiter, dem Rauchflub Maryland", dem Sparverein„ Danziger Linden" und sonst allen Beteiligten meinen herzlichsten Dant. Witwe Elisabeth Müller nebst Tochter. Danksagung. Für die Beweise der Liebe und lieben Mannes, meines Kindes gutem Teilnahme bei der Beerdigung meines Bater, des Drehers Georg Knorrn sage ich hiermit allen Befannten und Stollegen herzlichen Dank. Frau Elisabeth Knorrn. Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer. General- Versammlung Sonntag, den 14. März 1909, nachmittags 3 Uhr, Blumenstr. 38. 1. Bericht des Borstandes. 2. Jabres. bericht. 3. Bericht der Revisoren. Dechargeerteilung. 4. Ergänzungswahl des Vorstandes. 5. Antrag betreffend Abänderung der§§ 10, 12, 13, 14, 20, 28, 29, 37 bes Statuts. 6. Berschiedenes. Berlin, den 7. März 1909. 271/5 Tages Ordnung: Der Vorstand. teppdefen Die besten Glückwünsche unserem langjährigen Genossen und Fraktionsfollegen Albert Wolfram u. Frau zu der am Montag, 8. März, stattfindenden 25jähr. Wiederfehr ihres Hochzeitstages! Die sozialdem. Stadtverordn.Fraktion Schöneberg b. Berlin. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis Stralauer Viertel. Bezirt Nr. 226. Teil II. Den Mitgliedern zur Nachricht daß unser Genosse, der Arbeiter Gustav Schmidt Barschauerstr. 46 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 216/9 Der Vorstand. Verband der Lithographen, Steindrucker u. verw. Berufe. Mitgliedschaft Berlin- Lithogr. Am 4. März 1909 verstarb unser Mitglied, der Lithograph Hans Rzepkowski an der Zungenschwindsucht im Alter von 21 Jahren. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, 7. März, nachm. 4 Uhr, auf dem Hedwigs Kirchhof in Neiniden 282/11 dorf statt. Die Verwaltung der Filiale III. D Verband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege. Dietrich Stöwer ( Lichtenberg) am 5. März 1909, geftorben ist. Die Beerdigung findet Montag. den 8. März, nachmittags 12, Ut, vom Trauerhause Appodienstr. 1 aus ftatt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Witke ( Ladterey) am 5. März cr. berstorben ist. Die Beerdigung findet Montag, den 8. März, nachmittags 3 Uhr, Dom Trauerhause Dderberger Straße 51/52 aus statt. 128/8 Die Ortsverwaltung Todes- Anzeige. Am Donnerstag, den 4. d. M., verschied an Herzschlag mein lieber Kompagnon Emil Franke. Ich werde sein Andenken stets in Ehren halten. 4182 Die Beerdigung findet am Montag, den 8. d. M., bom Trauerhanse, Malmöer Straße 7, aus ftatt. A. Nützel. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teil. Tauft man nur am besten u, nahme und die zahlreichen Kranz billigsten direkt in d. Fabrit spenden bei der Beerdigung von Bernhard Strohmandel, Paul Mürsch fagen wir allen Erschienenen unseren herzlichsten Dank. 14172 Die trauernden Hinterbliebenen. Berlin S. 14, 72 Wallstraße 72 Breingeschäft: Joachimsthalerstr.25/ 26 Alte Steppdecken werden aufgearbeitet. Jl. Preiskatalog gratis. faufen Sie daher jetzt, bevor das Beste vergriffen ist! Teilweise schon für die Hälfte des Wertes werden verkauft Originalmodelle 1909, hodhelegante neuefte Frühjahrsmoden in Kostümen, Mänteln, Jacketts, Staubmanteln, Röcken, Kimonos, Capes, Reisemustern, Kopien in jeder Größe, auch für die stärkste Figur vorrätig Jetzt geht nur noch einzeln an Private zu Engrospreifen! bisher bis M. 20.- bis M. 28.- bis M. 40 nur M. 10.- nur M. 14. jekt bis 9. 65. bis M. 100.- uft. nne M. 20.- uur M. 32.50 nur M. 50.- usw. Uebergangsmäntel, Wert bis M. 30.-, jest zu M. 7%. Sie kaufen nirgends vorteilhafter, meine Damen! 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Um fffittwocl): Zahlabend In Groß'Berlin. Partei- Angelegenheiten. Seinen Austritt auS der Partei erklärt hat der frühere Genosse W. Kubik, Schöneberg, Ebersstr. 10. Um diesen Austritt recht wirkungsvoll zu gestalten, hält Kubik eZ für nötig, einen dreispaltigen Artikel zu verbrechen, der unter der lieber- schrift:„Gewalt vor Recht?" in der anarchosozialistischen„Einigkeit" erscheint und als Separatabdruck verschickt wird. In diesem Artikel nimmt Kubik die im Flugblatte seines Freundes Röber- Pankow er- hobencn Anwürfe gegen verschiedene Parteiinstitutionen, einzelne Personen und schließlich auch gegen den„Vorwärts" in der Pankower Affäre auf, um zum Schlüsse mit großem Aplomb zu er- klären: „Angeekelt durch den Wust von Unehrlichkeit, Vergewaltigung seitens der Parteistaatsstützen und des„Vorwärts" kennen gelernt habe, fällt es mir heute herzlich leicht, meinen Austritt aus der Partei, in der Wahrheit und Recht genau so gebüttelt werden wie im reaktionären Älassenstaat, zu erklären. Die Entwickclinig und die unter Führung der Generalkommission der Gewerkschastcn Deutschlands immer offenbarer werdende Schwenkung der Partei nach rechts drängt mir die Ueberzeugung auf. daß die Betätigung wirklich sozialistischer Gesinnung unvereinbar ist mit der Zu- geHörigkeit zur sozialdemokratischen Partei! Deshalb ziehe ich hiermit die Konsequenzen." ES hat etwas lange gedauert bis Kubik seinen Austritt aus der Partei erklärte. Eingeweihten ist bekannt, daß Kubik schon lange nicht mehr innerlich zu uns gehörte. Er blieb aber und ließ sich erst noch bor gar nicht langer Zeit in das Schiedsgericht wählen, welches gegen Röber und Bundesgenossen eingesetzt war, um seinen Busenfreund zu retten. Bedenken gegen seine Person als Sozialdemokrat wies er als unbegründet entschieden zurück. Jetzt, da weitere Kreise in der Partei immer deutlicher die Drahtzieher hinter den Kulissen er- kennen, die in der Panlower Angelegenheit am Werke find, hält auch Kubik den Zeitpunkt gekommen, die Maske fallen zu lassen. Daß er als Grund seines Austritts die Pankower Affäre und die ihm angeblich zuteil gewordene Behandlung bezeichnet, ist ein Trick, durch den er heute kaum einen Parteigenossen täuschen wird. Wie unehrlich Kubik zu Werke geht, dafür nur ein Beispiel. Als Grund feiner Gesinnungsänderung gibt er u. a. die Mundtot- machung an, die er durch den„Vorwärts" erlitten habe. Wie liegt eS mit dieser Mundtotmachung Kubiks durch den„Vorwärts"? K.. schickte uns als Mitglied des Schiedsgerichts in der Pankower Sache eine Erklärung, in welcher das Schiedsgerichtsurteil interpretiert wurde. Diese Erklärung, die noch mit dem Namen Urban, einem anderen Schiedsrichter, unterzeichnet war, und uns„im Interesse der Partei- genossen Groß-Berlins" zuging, haben wir nicht aufnehmen können, weil die Interpretation eines Schiedsgerichtsurteils nicht Sache einiger Schiedsrichter fein kann und anderer- feits die Veröffentlichung einer solchen Erklärung die Er- klärungen anderer Schiedsrichter nach sich ziehen würde. Das ist doch so klar und logisch, daß eS jeder verständige Mensch begreifen sollte, zumal wenn man bedenkt, daß obendrein gegen das Urteil Berufung schwebte. Aber bei Kubik ist daS Mundtotmachung. Zur Charakterisierung des Wertes der Kubikschcn Erklärung mag daS ge- nügen. Die Parteigenossen aber mögen daraus ersehen, wessen sie sich von manchen Seiten zu versehen haben. Falschen Freunden weinen wir keine Träne nach._ Zur Lokalliste. Der Zitherklub„HeimatSklänge", der Berlin NO., HauSburgftr. 12 tagt, bittet uns mitzuteilen, daß' er mit dem Zither- klub gleichen Namens, der am 20. März in Tegel in einem ge- sperrten Lokal ein Vergnügen abhält, nicht identisch ist. 2. Wahlkreis. Heute Sonntag findet bei Rabe, Fichte- straße 29. ein gemütliches Beisammensei» mit Tanz statt. Um 6 Uhr Vortrag der Genossin Frau Zietz. Um recht zahlreiche Beteiligung ersuchen Dw Abteilungsführcr. Johannisthal. Dienstag, 9. März, abends 8 Uhr findet bei Albert Gobin, Roonstr. 2, eine Mitgliederversammlung des Wahl- Vereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Gemeindeverlreter von der Gemeindevertreterkonferenz. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung Groß-Berlins. g. Vereinsangelegenheilen. 4. Verschiedenes. 5. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Britz-Buckow. Morgen, Montagabend präzise Va9 Uhr, findet bei Weniger, Werderstr. 28, der zweite Vortragsabend des Zyklus über »Unser Programm" statt. Nachdem Fragebeäntwortllng. Der Vorstand. NowawcS. Mittwoch, den 19. März, abends S'/a Uhr, findet die Versammlung des Wahlvereins im Schmidtscheu Lokal, Wilhelm- straße 41—43, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gcschäflliches. 2. Besprechung über die stattgefundene Gemeindcwahl. 3. Wahl der Lokalkommission und der Bibliothekare. 4. Wahl von Delegierten zur Generalversammlung Groß-Berlins. 5. Maifeier. Gäste haben Zutritt; auch werden neue Mitglieder aufgenommen. _ Der Vorstand. ßcrlincr JVacbncbtrn Klatsch und Tratsch. „Wie sind Sie eigentlich zu der schweren Beleidigung gekonnnen? Woher haben Sie dew Mut dazu genommen?" fragte streng der Schöffengerichtsvorsitzeilde. Tie Angeklagte, ein sogenanntes spätes Mädchen, das in Ermangelung eigenen Liebcszaubers in den Herzen der Mitschlvcstern herumstochert, senkt beschämt den Blick und bleibt die Antwort schuldig. Irgendwoher hat sie aufgeschnappt, daß Fräulein Soundso einen unmoralischen Lebenswandel führe, und nun das Ge- rächt in hundertfacher Vergrößerung eifrigst weiterkolportiert. Sie kannte die Klägerin kauin. Doch es ist ihrer Natur zur zweiten Gewohnheit geworden, die Nase in fremde Angelegen- hesten zu stecken. Merkwürdig— daß solche Menschen immer nur Schlechtes wittern und Böses verbreiten, selten Gutes. Förmlich eine Krankheit ist es, eine Seuche, die Mittveit zu begeifern und mit Schmutz zu bewerfen.„Sie dürfen doch gewiß noch stolz sein auf Ihre eigene Frauenehre," fährt mit scharfer Betonung jedes einzelnen Wortes der Vorsitzende fort. „Wenn nun jemand an dieser Ihrer Ehre zweifelte und Sie selbst ungerecht bloßstellte, was würden Sie da wohl tun?" Die Angeklagte hebt mit energischem Ruck den Kopf, als empfinde sie schon die Möglichkeit solchen schlinnnen Verdachts wie einen Peitschenhieb. Dann zuckt sie schuldbewußt zu- sammen und— schweigt. Die Klägerin versichert treuherzig, wie sie noch jedem in die Augen sehen könne. Ihr liege nichts an einer harten Bestrafung der Klatschbase, sie wolle nur vor Gericht festgestellt haben, daß ihre Ehre unantastbar rein sei. Goldene Unschuld! Gläubig nickt der Vorsitzende Nach drei Minuten ist die Beratung des Gerichtshofes zu Ende... Hundert Mark Geldstrafe! Nur ihrer bisherigen Unbe- scholtenheit und der warmen Fürsprache der Beleidigten hat die Angeklagte das milde Urteil zu danken.„Aber nehmen Sie Ihre lose Zunge in acht. Das nächste Mal...!" Den Nachsatz, daß das Gefängnis droht, verschluckt der Nichter. Ein anderes Bild, noch weit häßlicher. Frau N., die nicht Witwe ist und doch allein lebt, kümmerte sich um niemanden im Hause. Still holte sie ihre Arbeit vom Konfektionsschneider, still lieferte sie die Arbeit ab, sagte jedem freundlich„Guten Tag" und hielt sich scheu von jeder überflüssigen Zwiesprache und Mundtotmachung, die ich anläßlich der Affäre Niederbarnim �™�-ier des 21. Stiftungsfestes findet am 20. März in Trösels Festsälcn ein künstlerischer Vortragsabend unter Leitung des Gesangsdirigenten O. Suchsdorf statt. Mitwirkende sind: Profesior Krüger-Xystedt(Fagott), Frau Mallicke(Sopran), Fräul. Reine(Alt) sowie der Zylophonvirtuose E. Brauns. Vorort- JNfodmebtem Rixdorf. Dir Entwickelung der Fortbildungsschule ist unter der jetzigen Leitung anscheinend eine gute, sie würde noch besser sein, wenn die bürgerlichen Vertreter mehr dafür opferten. Bekanntlich ist hierzu immer kein Geld im Stadtsäckel. Die Gewerbedcputation stimmte einem Antrage z», der dahin geht, die FortbildungSschullchrer sollen praktisch und fachgemäß in dem Metall-, Holz- und sonstigen Ge- werben ausgebildet werden. Zu diesem Zwecke hat der Verein für WirtschaftS- und Gewerbekunde Kurse zur Ausbildung der Lehrer veranstaltet; das Handelsministerium hat sich bereit erklart, namhafte Zuschüsse zu leisten. Die Gemeinden sollen nun, wenn sie sich an der Ausbildung beteiligen, mit kleinen Beiträgen herangezogen werden: im Metall- und Holzgewerbe für einen KursuS pro Lehrer mit 100 M., zu den allgemeinen Kursen pro Lehrer mit 50 M. Die Summe von 400 M. zur Ausbildung von vorläufig sechs Lehrern soll in den Etat eingestellt werden. Von dem Dirckior der Fort- bildungSschnle wurde' bei dieser Gelegenheit sehr geklagt, daß die Herren Arbeitgeber fich um die Fortbildungsschule und um den Besuch der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter zu wenig kümmern, auch die Eltern der jungen Leute könnten mehr für den Schulbestich tun. Diesem Wunsche schloß fich die Gewerbedeputation an. Charlotteubnrg. Beerdigt worden ist nun endlich die am Donnerstag vor acht Tagen verstorbene 13 Jahre alte Tochter des Arbeiters L. aus der Schillerstraße. Wie wir am Dienstag berichteten, wurde Herr L., da er aus der Landeskirche ausgeschieden und Mitglied einer anderen Reliaionssekte ist. von der Trinitatis- und Luilengemeinde abgewiesen, fein Kind auf den Friedhöfen beerdigen zu lassen. Wie nun verlautet, hat der Polizeipräsiden» von Charlottcnburg aus Ber- anlassung des Regierungspräsidenten von Potsdam den Charlotten- burger Magistrat aufgefordert, das Kind im sanitätspolizeilichen Interesse auf Kosten der Stadt zu beerdigen. Ebenso ist eine Ver- fügung an die Luisengemeinde ergangen, der Leiche des Mädchens eine Stelle zu gewähren. Die Beerdigimg der kleinen L., die zehn Tage lang kein Grab finden konnte, fand gestern nachmittag b Uhr auf dem Friedhof der Luisengemeinde in Charlottenburg statt. Hoffentlich hat dieser Fall das Gute, daß der Plan eines Konimunalfriedhofs für Charlottenburg seiner Verwirklichung näher gerückt wird. Die Schaffung eines städtischen Friedhofes konnte bisher durch die ablehnende Haltung des Reglerungspräsidenten nicht verwirklicht werden. Steglitz. Selbstmord eine» Offiziers. Der in der Nhlandstr. 180 wohn» hafte Oberleutnant S t e g e r wurde von seinem Burschen schwer röchelnd im Bett liegend gefunden. Ein eiligst herbeigeholter Arzt konnte nur feststellen, daß der Kranke Gift genommen hatte, dessen Wirkung er bald erlag. Eine Kommission des Kriegsgerichts nahm den Tatbestand auf. Ein zweiter besoldeter Schöffe wird von unserer Gemeinde an- gestellt. Die Ausschreibung der Stelle ist bereits erfolgt. Das Ge- halt wurde auf 7000 M., von drei zu drei Jahren um 600 M. steigend, festgesetzt. Lichtenberg. Die SchankkonzesfionSfieurr für dm TtadtkreiS Lichtmberg wird vom Magistrat beantragt. Die Stadtverordnetenversammlung wird am Dienstag in ihrer öffentliche» Sitzung, die um 5 Uhr im Rathause stattfindet, fich mit einer recht bedeutungsvollen Tagesordnung beschäftigen. Neben einer Interpellation unserer Parteigenossen über die baulichen Ber- hältiiisfe der beiden Nebeiischulen in der Dorfstraße und am Weißen« seer Weg wird die 15 Millionen-Anleihe zur Verhandlung kommen. Da der Magistrat noch immer aus der Steuersuche fich befindet, wird die Erhöhung der Hundesteuer von 20 aus 30 M. und die Ein- führung einer Schankkonzesfionssteuer zur Verhandlung kommen. Der Magistrat erwartet bei der Annahme der Vorlagen einen Er- trag von 4— 5000 bezw. 15— 20000 M. Friedrichsfelde- Karlshorst. Wegen des Tode« der Schalterveamtin Else NudattS, die. wie wir mitteilten, am Dienstag früh auf dem Bahnkörper zwischen den Stationen Sadowa und KarlShorft aufgefunden wurde, ist das gesamte Personal deS Bahnhofes Karlshorst vernommen worden. um festzustellen, ob bei dem Einlaufen des in Frage kommenden Vorortzuges eine der Abteiltüren der zweiten Wagenklafle offen gestanden hat. Dies müßte der Fall fein, wenn das jung« Mädchen verunglückt wäre. Die Erhebungen hatten aber ein negatives Er- aebnis, so daß eine Aufklärung deS rätselhaften Vorganges bisher nicht möglich war. Auffälligerweise zeigte die Leiche eine schwere nach arztlicher Feststellung durch Söblag oder Stoß ver- ursachle Kopsverletzung, durch die die Schädeldecke zertrümmert und da« Gehirn freigelegt worden war. Ob sie bei dem Sturz infolge Aufschlagenö auf eine Schienenkante oder durch Schlag mit einem Stock entstanden ist, konnte nicht festgestellt werden. Der um 6� Uhr morgens von Friedrichöhagen abgefahrene Zug, den die RudatiS benutzt hatte, ist stetS sehr stark besetzt; eS erscheint infolge- dessen allffällig. daß von den Fahrgästen niemand etwas von dem Vorkommnis bemerkt hat. Ein Abendblatt wußte gestern mitzuteilen, daß die R. Selbst- mord verübt habe. Kalkberge- Rüdersdorf. Recht sonderbare Zustände scheinen in der Gemeinde Rüdersdorf zu herrschen. Wie uns mitgeteilt wird, bleiben die Kinder bei lln- paificrbarkeit der Straßen