4. 78. erfeet täglich außer Montags. Preänumerando: Bierteljährtid 8,30 Mart, monatlich 1,0 rwöchentlich 28 Bfg fret 3. Einzelne Nummer 18. Sonntags- Nummer mit inntags- Beilage Neue Pig. Post- Abonnement: 6 ro Quartal. Unter Kreuzutschland u. Defterreichingen Mt., für das übrige Mr.pr.Monat. Eingetr. baft Bettungs- Preisliste 95 13823 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für di fünfgespaltene Betttzelle ober beren Raum 40 Bfg., für Bereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfa Inferate für bte nächste Summer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werben. Die Expedition if an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis Uhr Bors mittags geöffnet. fernfrech- Anschlaf Amt 1, Nr. 4186, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. teaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. int. Offern. Sonntag, den 2. April 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. " Denken und freiem Empfinden; was sie aber für die Mensch Und da die Kapitalistentlaffe ihr Sonderinteresse für maßheit schaffen wollten oder schafften, wurde nur Erbtheil gebend hält, so sezt sie in England und Irland Himmel Lange bevor eine christliche Kirche mit ihren Glaubens. einer fleinen herrschenden Klasse und ein Mittel, die Massen und Hölle in Bewegung, um die Homerule- Bill zu Falle zu fangen einen großen Theil der Menschheit umspann, noch tiefer herabzubrücken. Wo blieb für diese ein Weg bringen. Am vorigen Dienstag waren verschiedene Geldsackjelerte diese in der Wiederkehr des Frühlings ein Auf übrig, eine Auferstehung, einen Völkerfrühling zu erleben? Deputationen bei Gladstone- darunter auch eine der dicksten ehngsfest der Natur. Des Winters Macht ist ge- Und doch kam auch für die Massen der erlösende Sonnen- City- Geldsäcke. Die schweren" Männer imponirten indes h, immer wärmer und belebender wirkt der Strahl der strahl. Das Eis, das die Unterdrückung um ihr dem alten Gladdy" nicht, der ihren stereotypen Redens So trüberall sprießt neues Leben hervor, so frisch und Denken und Fühlen gelegt, erhielt einen Riß, und in arten von Patriotismus und Menschenliebe eine kräftige juger froh, als wäre es neugeboren oder als hätte es einem diesen Riß drang der befreiende Gedanke: Wir find Antwort gab. on Bann, in dem es lange geschlummert, sich ent- Knechte, aber wir wollen unsere Retten brechen. Uns geunder. Die ganze Welt scheint eitel Freude und Hoff- hört diese Welt; wir sind vollberechtigte Erben und wollen ang zu sein. Unter den tausenden von Zeitungen, die wir unser Erbtheil an allen Gütern der Erde in eigene VerDitschland haben, wird es wohl keine geben, die heute waltung nehmen. Einzeln find wir schwach, aber allmächtig nicht denselben Gedanken in dieser oder jener Form aus- in unserer Vereinigung. Proletarier aller Länder, vereinigt Die Unverwüftlichkeit der Natur, der endliche euch! ertönte der Donnerruf, der die Schlummernden weckte. Sg des Lichts über die Finsterniß, die Macht der Wahr Ein Frühlingssturm geht durch die Welt. Der Eis. welche troß jedes Drucks sich Bahn bricht, werden in gang ist bereits hereingebrochen. Vergebens frommen wie unfrommen, in tonservativen wie liberalen stauen sich in der Fluth die Eismaffen zusammen ttern mit salbungsvollen und rhetorischen Phrasen ver- und verwüsten und zerstören, was sich ihnen entgegenlicht werden. Wäre nur ein winziger Theil von der stellt, aber von Tage zu Tage schmilzt ihre Macht derliebe und dem Freiheitsdrang, der heute heuchlerisch zusammen. Der Frühling ist erschienen und bald hat er nicht ündet wird, Wahrheit, von all' dem Elend, das wir mehr nöthig, seine Kraft in der Zerstörung der Macht des uns sehen, wäre auf Erden feine Spur zu entdecken. Winters zu gebrauchen, sondern kann sie in freiem und Unverwüstlich ist zwar die Natur, aber rohe Habgier frischem Schaffenswerk bekunden. In der Sozialdemokratie begoistischer Unverstand brachten es fertig, die paradies feiert die Menschheit ihre Auferstehung, ihren Frühling, Begenden in öde Wüsten zu verwandeln. Die Idee, einen Frühling, den sie sich nimmermehr wieder rauben heit läßt sich zwar nicht unterdrücken, aber Millio- laffen will, der immer herrlichere Blüthen und Früchte chen können durch despotische Unterdrückung zu zeitigen und die ganze Menschheit auf der Bahn des Wohlerdiesem Vich gewandelt werden, in dem jede stands, der Freiheit, der Erkenntniß weiter entwickeln soll. tißfähigkeit für die Aufnahme einer Idee ab- Die rothe Fahne der revolutionären Sozialdemokratie mist. Alle gegnerischen Parteien ohne Ausnahme, ist das Banner der Auferstehung der Menschheit, unter ihm Organen heute Frühling und Anfeestehung gefeiert feiern wir das Osterfest und begrüßen das Wort der frohen ürchten und bekämpfen nichts so sehr, als gerade Botschaft: L. Pre lig " fer d ühling und die Auferstehung der Menschheit. Die Proletarier aller Länder, dereinigt euch Inden Klassen müssen für ihren Besitz und ihre fürchten, die sie nur der Unterdrückung der großen verdanken. Der oftpreußische Feudalherr ist enkbar ohne die verelendeten Infileute und Tage Die Kulturwidrigkeit des Kapitalismus. 0 die vor der Peitsche des Gutsherrn zittern, und um einen anderen Genuß kennen, als ihr Elend Fr Fuselflasche zu vergessen. Unsere Industrieet nanzbarone, die jede Minute Beit, die dem Arbeiter, Die Gladstone'sche Homerule Bill leidet an mancherlei chen, Frauen und Kindern, für die eigene Erholung bleibt, Fehlern- vor allem an dem der Halbheit ein Veren ihnen zugefügten Raub oder als eine Wohltha dienst aber ist ihr nicht abzusprechen, sie bezweckt die Abbi fei den Arbeitern erwiesen, betrachten, wohin haben sie schaffung des thatsächlichen Kriegszustandes, der seit Jahrgenien Menschen herabgedrückt? Ganze Generationen hunderten zwischen England und Frland herrscht, und der loltsher und fiechen hin, und ihr Ahnherr, der als freier beiden Ländern den schwersten Schaden gethan und das aberaster" Deutscher in den germanischen Wäldern schwächere Irland beinahe dem Untergange zugeführt hat. Jangie, Ab Bergant Abscheu sich wegwenden, wenn Daß ein Friedensschluß England wie Frland zum Segen เล von Hunger und Arbeit verelendeten gereichen muß, das wird von keinem vernünftigen Menschen talten als seine Nachkommen zeigte. Das Pfaffen- bezweifelt. Dem allgemeinen Interesse des engm hat dieses Herabdrücken des Menschenthums lischen und irischen Boltes steht jedoch das Sonder thindern können fönnen oder mögen, ja demselben interesse der Rapitalistentlasse entgegen, die die besondere göttliche Weihe gegeben. Hie und von dem Kriegszustand und den durch ihn bedingten und atauchten wohl einzelne Männer auf von erhabenem mit ihm zusammenhängenden Einrichtungen Vortheile hat. Feuilleton. brud aerboten.) ( 54 Jie Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Die Zahl ihrer Anhänger wuchs zusehends. Es war gefährlich, zu viele in demselben Hause zu empfangen. Des halb hielt man noch an anderem Orte Zusammenfünfte ab. Der alte Stamm ließ Schößlinge hervorsprießen. An Bahl war freilich die Organisation noch sehr klein. Die Propas gandisten sammelten nur die auserlesenen Männer um sich, nb veranstalteten nur Versammlungen, wie man sie sicher in Privatwohnungen abhalten kann. famen, pflegte er den besten Theil der Arbeit ihr zu überLassen. Dant seiner beständigen Ermuthigung befreite sich Tanja bald von dem, was Frauen, wenn sie gemeinsam mit Männern geistig zu arbeiten haben, so schwach macht von dem Bewußtsein der Unzulänglichkeit. Ihr Geist und ihre Rede wuchsen und stärkten sich sichtlich, sobald sie sich einmal von den Fesseln einer niederdrückenden Furcht befreit hatte. Die Morgenstunden brachte sie meistentheils Lesend und studirend zu Hause zu, um sich für ihre Lieblingsarbeit besser auszurüsten. Für die Abende war sie, wenn sie teine Versammlung hatten, oft eingeladen einer anderen Versammlung beizuwohnen. Andrej war über den Erfolg des Mädchens mehr erfreut, als jemals über seine eigenen. Er gewahrte nicht, wie sein Gefühl für das Mädchen, welches nie ein bloßes Phantasies spiel gewesen war, immer mehr an Tiefe zunahm. Jeden Tag entdeckte er einen neuen Anziehungspunkt an ihr. Es schien ihm, daß Tanja in alles, was sie that, etwas von ihrem eigenen In solchen kleinen Versammlungen werden energische Selbst hineinmischte, was ihr einen liebenswürdigen Hauch Anhänger am besten ausgebildet. Wenn man Mann zu verlieh. Ihre Liebe zum Volte schien ihm so warm und Mann spricht, übt das menschliche Wort die größte Wirkung aufrichtig; die Ruhe und Einfachheit, mit welcher sie Geaus Ihre Propaganda war denn auch trotz der geringen fahren entgegennahm, welche sie umgaben, und ihre GleichAusdehnung sehr fruchtbar. Sie brachten ihren Leuten giltigkeit gegen das Schicksal, welches sie erwartete, er nicht ng gewiffe Grundsäge bei, sondern erzogen sie auch schienen ihm so rührend und schön: Alles, was er von zu der bbhen Gefühlen, welche sie selbst beseelten. anderen Mädchen so vielfach hatte thun sehen, nahm für ihn hieser gemeinsamen Arbeit war Tanja's Antheil von nun ab eine neue Bedeutung und einen neuen Reiz geringer, als der ihres älteren Gefährten und an. So enthüllt uns auch das Bild eines großen Meisters, Fibre Alichgyn seinem Eifer das Mädchen zu fördern, hielt wenn wir in entzückter Betrachtung davor stehen, endlose an die Idee der Arbeitstheilung- vielleicht nur Schönheiten, von denen man bei einem flüchtigen Blick nicht übernahm die Aufgabe neue Verbindungen her- vermuthet In manchen Momenten überschlich eine geheime Furcht the Buro fich nach frischen Leuten umzusehen. Wenn den Abenden in Tanja's Zimmer zusammen. Andrej's Herz; er fühlte, daß er sie ernstlich zu lieben beficher Let ht Dot 3 Nach dem„ Standard" erwiderte Gladstone( fihend): Meine Herren, es ist meine Pflicht, diese Abordnung zu empfangen und ihre Bedeutung anzuerkennen. Ich kann begreifen, daß unter den vielen Eigenschaften, welche hierzulande von einem Staatsmanne verlangt werden, bei weitem die erste ist, für Thatsachen ein offenes Auge zu haben. Wenn ich nun bei dieser Gelegenheit die Thatsachen offenen Auges betrachte, muß ich nach der flaren und gedrängten Darlegung der Herren, welche so gütig waren, Ihre Ansichten mir vorzutragen, es aussprechen, daß ich fühle, daß wir uns mit den Vorschlägen der Homerule- Bill im Gegensatz zum größten Theil derer befinden, die ich mit aller Hochachtung die besigen= den klassen( property- classes) unferes Landes nennen muß. An dieser Thatsache ist fein Zweifel möglich. Ich will mit, Ihnen nicht fireiten, ob Sie eine Mehrheit dieser Klassen vertreten ob es neun Zehntel oder neunzehn Zwanzigstel oder ein noch höherer Prozentsatz ist. Aber an der Thatsache ist, wie ich sage, nicht zu zweifeln. Und es ist nicht einmal eine neue Thatsache, wenn fie auch in den letzten sieben Jahren eine ganz neue Entwidelung genommen hat. Sie tritt in der gegen wärtigen Zeit weit mehr hervor, als je in einer Periode unserer Geschichte so weit ich mich wenigstens entfinnen tann. Stets von den beiden letzten Wahlen abgesehen war die liberale Partei im Wahlkampfe hervorragend, wenn auch nicht überwiegend, aus den befizenden Klaffen zufammengesetzt. Die Bewegung hat nun eine Wendung genommen, welche die 2iberalen in den be fizenden Klassen noch mehr in die minder zahl gedrängt hat, sodaß fie in dem Unterhause gewissermaßen ohne die Jrländer in der Minderheit sind. Man hat geltend gemacht, daß wir im Unterhaus blos eine äußerst schwache Majorität darstellten. Gestatten Sie mir die Bemerkung, daß, ohne auf weiteres einzugehen, diese schwache Majorität meiner Meinung nach eine äußerst ernst zu nehmende Thatsache ist. Sie ist eine Majorität, die in jedem Falle eine Majorität der Wählerschaft ist. Sie vertritt eine Mehrheit der Wähler und sie wurde unter dem Gesetz des Landes, gemäß der Verfassung des Landes und im Gegensaz zu den Gefühlen und Bestrebungen, denen meiner Meinung nach die überwältigende Mehr. heit der besitzenden Klassen nachhängt, gewählt. Ich habe mit der größten Aufmerksamkeit bei einem Zustande geweilt, unter welchem die Voltsbewegung in unserem Lande in ausgedehntestem, wenn nicht in überwiegendem Maße von den besitzenden Klassen des Landes getragen wurde. Dieser Zustand hat dazu beigetragen, die Bewegung gesund und wirksam zu machen; aber es ist eine äußerst ernste Thatsache, für Sie, meine Herren, noch weit ernster, als für uns, daß wir in eine Periode eingetreten sind, in welcher Sie, meine Herren, und die überwiegende Mehrheit der befizenden Klassen fich im Gegensatz zu den Gefühlen und Forderungen der Nation gann. Aber solche Momente traten nur selten ein und waren von kurzer Dauer. Gewöhnlich beherrschte ihn eine angenehme innere Ruhe, die sogar seine Eifersucht in den Schlaf Tullte. Gelegentlich, wenn auch nicht sehr oft, sah er Gregor. Der junge Dichter war wieder vielfach durch Geschäfte in Anspruch genommen, und Andrej ging nur selten in die Stadt. Gregor hatte für einige Zeit aufgehört Andrej mit seinem fummervollen Blick zu plagen. Ihre Beziehungen besserten sich daher, doch waren sie nicht dieselben wie früher. Eine gewisse Gezwungenheit bestand noch immer zwischen ihnen. Andrej schob die Schuld ganz und gar dem Freunde zu. Wenn Gregor an ihrer Freundschaft etwas gelegen war, hätte er zuerst frei und offen sprechen müssen. Andrej fühlte sich seinerseits ganz bereit, ihm die Liebe des Mädchens nicht zu mißgönnen. Ihre gemeinsame Arbeit hatte zwischen ihm und Tanja ein starkes Band hergestellt, welches, wie er dachte, nichts zerreißen könnte. Tanja's Geschmad war, wie der seine, bescheiden und einfach. Er zweifelte, ob sie irg end einen besonderen Reiz für das Gebiet der hohen Politit, in welcher sich Gregor bewegte, empfinden könnte, während er sicher war, daß sie, ob verheirathet oder nicht, ihre gegenwärtige Arbeit nie aufgeben würde. Was auch geschehen mochte, er war überzeugt, daß sein Antheil an Tanja's geistigem Leben immer der größere sein würde. Dies machte ihn geneigt, großmüthig zu sein. Jedesmal, wenn er zufällig mit Gregor allein war, erwartete er eine Erklärung. Aber Gregor vermied es augenscheinlich, dieses heitle Thema zu beren und hielt feinen Freund in schmerzlicher Ungewißheit. Andrej wußte, daß er leicht alles aufklären tonnte, wenn er mit Tanja direkt darüber sprach; sie waren be befinden. Ich halte biefe Gefühle und Forderungen für be- I ausgewiesenen Russen können Zeugniß ablegen, daß die, Nicht- wahlrechts- Reform". Die verschimmelte Brandenbefranhei rechtigt und bin erfreut, daß sie eine Majorität gefunden haben, gentlemen wieder in lebhaftefter Thätigkeit sind und sich der Herrenhäusler soll dienstbar gemacht werden dem feld und ich bedauere tief, daß dieser Majorität die besitzenden bester Pflege erfreuen. Die" Reptilschweinerei" tft, heute fads fanatismus der rheinischen Schlotbarone. Zuſt annen Klaffen mit ihren Gefühlen und Forderungen fo schroff gegenüberstehen. Für die letzten Jahre meines Lebens hätte füppig, mie nur je unter dem Satularmensch" Die gehören fie beide. ich mir gewünscht, den Fortschritt des Volkes( popular advances) Bunft der Schienenflicker und Brotvertheurer betrachtet fich 19 mit den Forderungen der befizenden Klassen in harmonischer wieder als Herrin der Lage, und auch die Baumaupolitif, Ein niedliches Zugeständniß. Einer der belan nesten Uebereinstimmung zu sehen. Doch wenn ich den Gegensatz gegen die fich Herr von Caprivi am längsten gefträubt hat, Scheingründe der Brotvertheuerer gegen die wel zwischen den Gefühlen und Forderungen der befißenden sie ist wieder in schönster Blüthe, so daß die alte Safeten- freiheit ist der, daß der Zoll nicht vom Verbraue Klassen und denen der Nation beobachte, wie er eben in den tiste sich sagen muß: besser hätte ich's selber nicht machen fondern vom Auslande getragen werde. In der Seu, parlamentarischen Rämpfen zutage tritt und der nicht erst gefonnt! Die Militärvorlage hat uns schon bis bicht an Beitung", dem Hauptorgan der oftelbischen Fusel- und ornneuesten Datums ist, so erkenne ich fofort, wie eitel diefer die Bretterbaracken, die nothzüchtigenden Rothhofen und die Bollritter( Nr. 153 vom 31. März) liest man nun: Wunsch ist. Ich wurde im Dezember 1868 zum ersten Male legte Kub aus dem Stalle des bankrotten Bismard gebracht. Premierminister, und ich muß nach meiner genauen Kenntniß ber Frage fagen, daß sich der Gegensatz seit jener und, wie ich und nun jetzt die Pindterei Brandes! Ift unter der glaube, auch feit früherer Zeit fortwährend verschärft hat. Diktatur des Triumvirats Krüger, Bismard, Buttkamer je Oft genug habe ich felbft mich im Gegensatz zu den Wünschen ein skandalöserer Kaltwasserstrahl" verübt, das Deutsche der City von London befunden. Ich glaube nicht, daß 1868, Reich durch einen journalistischen Handlanger schwerer 1869 und 1870 die irischen Reformen, welche damals dem kompromittirt worden? Wegen eines Vorkommniffes, das Unterhaus vorlagen und auch von diesem angenommen wurden, jeder politischen Bedeutung entbehrt und das, soweit das das gleiche Schicksal gehabt hätten, ivenn die Entscheidung bei geschäftlich nöthig, bereits erledigt war, einen Gaffenjungenden besigenden Massen gestanden hätte. Ich bedauere, daß artikel schreiben, ihn auf der Börse ankündigen und es dem so ift, aber ich halte es, wie ich sagte, für meine Pflicht, die Thatsachen offenen Auges zu betrachten. Und komptiren, und dann post festum veröffentlichen, als der ich sehe als ihr Ergebniß diesen wachsenden Zwiespalt Anlaß bereits halb vergessen- fann man eine größere awischen den besigenden RKlassen und zwischen Blosstellung des Herrn von Caprivi durch die, in solchen bemjenigen Theil der Wählerschaft, den ich, wie Dingen allerdings ungewöhnlich starken Heiligen der NordSie fagen, mit einer geringen Majorität im Unterhaus ver- deutschen Allgemeinen Zeitung" sich denken? trete. Ich fann nicht bemerken, daß der fräftige und hartnädige Widerstand der befizenden Klaffen die Liberalen in ihren Anschauungen irgendwie nachgiebiger gestimmt hätte. Im Gegentheil, er scheint mir ein völlig entgegengesettes Resultat zu haben. In meiner Lebenszeit bin ich schon zu altmodisch und auch nicht mehr elastisch genug, um noch eine neue Bill einzubringen, aber ich halte diese Thatsache für äußerst wichtig und auch der größten Beachtung von Ihrer Geite werth. Ich danke Ihnen, meine Herren, für die liebenswürdige Mäßigung, mit welcher Sie mir Ihre Ansichten vorgetragen haben Die Franzosen, welche wohl die Deutschen, nicht at ihr Geld verachten, überschütten Deutschland zur Zeit wiele mit zahllosen Preistouranten. Die Poft"( baš freitonf ea tive Botschafterorgan, Red. b. B.) bemerkt hierzi mit Recht: Wir halten es deshalb für unsere Pflich das deutsche Publikum darauf aufmerksam zu machen, jene Herren immer noch nichts vom Frankfurter Frieden 18 und dessen Konsequenzen wissen oder wiffen wollen, irm fie Elsaß- Lothringen als nicht dem Deutschen Reiche zuhörig betrachten. Ein uns vorliegender Preiskourant der ariser Firma Grands Magasins du Louvre" nebenbe merkt ein Etablissement mit dem Renommee, da jeder Käufer nur einmal" tauft richtet seine Off e an Deutschland, Elfaß- Lothringen, die Schweiz u. f. w. Was foll man mehr bewundern: die Naivetät der Franzosen oder ihre Kühnheit, mit der sie auf die Gutmüthigkeit des deutschen Publikums spekuliren. Als Kuriosum erwähnen wir noch, daß in jener Preisliste vielfach Elfaffer bezw. Mülharfener Fabritate empfohlen werden, dem nicht urtheilsfähigen Bublifum also zugemuthet wird, durch zweifachen 3ll nach Frankreich und zurück nach Deutschland-verthe terte Maaren zu taufen." bort ist wie unser deutscher Mob, einen höchst problematischen Daß ein französischer Mob, der gerade so viel werth Journalisten, der sich in den Ruf gebracht hat, ein Polizeispion zu sein( das wird dem deutschen Publikum sorgfältig verschwiegen), pöbelhaft behandelt, das wird selbstverständlich von uns ebenso scharf verurtheilt, wie wir die Ausweis sung des Herrn Brandes und alle derartigen Maßregeln ver: Tonservative muthen dem nicht urtheilsfähigen Publikum Kreuz- Zeitung" und" Post", Konservative und Freiurtheilen, allein fo besonders entrüften können wir uns auch zu", ihre unwahre, trügerische Bolltheorie, daß der Boll die nicht, sintemalen uns jeder Tag im eigenen Land hunderte Waaren nicht vertheuere, schlankweg zu glauben, obwohl von Dingen bringt, über die wir weit mehr Grund haben die Junkerschaft in schwachen Stunden, wo sie der WahrWas Gladstone weiter fagte, ift ohne Belang für uns. uns zu entrüften, aber was unserer Stegierung nicht heit einmal unversehens Audienz giebt, das Schwindel Wenn es je einen unverdächtigen und klassischen Beugen gleichgiltig sein fann, das ist, daß sie mit dem uumanier hafte und Betrügerische ihres Treibens gegeben hat, so ist es Gladstone in dieser seiner vernichtenden lichen und unsauberen Treiben des ersten beften Reptils felbft unumwunden zugiebt. Bei einem Blatte, das wie Erklärung gegen den Kapitalismus. Mühsam hat er, selber identifizirt wird. Wir dächten wahrhaftig, Herr v. Caprivi die Kreuz- Zeitung" in der That von der ersten bis zur ain begünstigter Sprößling der Kapitalistenklasse, sich von müßte das Bedürfniß empfinden, nicht mit Bindter ver- legten Beile grundsäglich redigirt wird, verschlagt es ihren Vorurtheilen losgeriffen; und durch die harte Logik wechselt zu werden. Und dieser Gefahr entgeht er aur, in nichts, daß jene Berichte unter'm Strich im Berliner der Thatsachen ist ihm die Erkenntniß aufgezwungen worden, dem er die mauvais lieux- die übelbeleumbeten Stätten Buschauer" abgelegt sind, da wo einst die getreeften daß der Kapitalismus, der einst Träger bes menschlichen der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" meidet. Wer Spießgesellen der Gerlach und Wagener, die unfa beren Fortschritts war, jest ein Hemmniß des Fortschritts ge- fich in die Norddeutsche begiebt, der wird darin ge- Geister Goedsche und Genossen ihr Wesen trieben. worden ist und mit den Interessen der Völker und der pindtert. Kultur fich nicht mehr verträgt. Politische Uebersicht. Berlin, den 1. April. Herr " am des Ibs ere gen Was von England gilt, gilt von allen übrigen Kultur- Offiziöse und Börsenspieler. Der schofle Bersuch Das Kartell in Flor. In Würzburg, to bei ländern. Und das écrasez l'infame zerschmettert das der Norddeutschen Allgemeinen Beitung", ben 1890er Reichstagswahlen die Sozialdemokratie Ungeheuer!, das Ende des vorigen Jahrhunderts sich für die Militärvorlage durch einen chauvinistischen mit dem Zentrum in die Stichwahl gekommen ist, ist wegen ber gegen die katholische Kirche richtete, hat sich heute zu richten Revanche- Artikel Stimmung zu machen, ist von uns sofort bevorstehenden bayerischen Landtagswahlen eine gegen den Rapitalismus. ( siehe Vorwärts", Nr. 77 vom 31. März) mit aller herrliche Verbrüderung geschloffen worden. BoltsSchärfe gebrandmarkt worden. Auf den längst bekannten Partei, Deutsch freisinn und National. innigen Busammenhang der Offiziösen mit der Börsen- liberalismus sind fartellirt zum Kampfe gegen das spekulation wirft aber die Thatsache ein helles Licht, daß Bentrum, und was die Frantfurter Beitung bereits am Mittwoch der Artikel des Pindterblattes chamhaft verschweigt, gegen die mit sehr guten Ausist am Dienstag Morgen, den 30. März, erschienen die sichten in den Wahlkampf gehende Sozialdemokratie. Nachbörse von der bevorstehenden Veröffentlichung des In Karlsruhe, in Würzburg, München, überall dieselbe Er Ein Opfer der Verhältnisse im vollsten Sinne des lationszwecken eifrig ausgebeutet, der Artikel selbst ver- tropfen auf glühender Eisenplatte, sobald der„ gemeinsame selben unterrichtet war. Die Nachricht wurde zu Spekus scheinung. Politische Grundsäße verdampfen wie ein WasserWortes ist der jetzige deutsche Reichskanzler, von Caprivi, geworden. Er ist ein Mann von strengster fielen und die Baissiers, die auf den Kurssturz der Papiere stimmte" gleich seiner Ankündigung die Börse, die Kurse Feind" auf die Walstatt tritt. Ehrenhaftigkeit, von festem willen und auch von Talent. Spekulirten, haben vortreffliche Geschäfte gemacht. Wie ist Der ,, liberale Musterstaat". In politischen isen, Sein Biel war, die Politik seines Vorgängers den die Jobbergesellschaft im Balaste der Prin schreibt die Frankfurter Beitung", erregt alten Sturs" fortzusetzen, jedoch ohne die unfauberen zessin Mumpiz in der Burgstraße zur Wissenschaft 29. März bekannt gegebene Beförderung Mittel und Praktiken des Vorgängers. Die Spigelwirth von dieser Kundgebung gelangt?. A. w. g. nationalliberalen Ober- Amtsrichters Schiler schaft, der panamistische Kultus des goldenen Kalbs mit obligater Millionärzüchtung, die Reptilschweinerei", die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", baß but berechtigtes Aufsehen. In der Abendnummer vom 1. April erflärt. Die in Sinsheim zum Landgerichts- Gefretärin Schindler hatte vor Set, Radau und Wauwaupolitik das Alles roider" ber die Pariser Ausschreitungen besprechende Artikel in der Wochen in einer tonservativen Versammlung farf strebte seiner vornehmen Natur und bei mehr als einer Ge- Donnerstags- Morgenausgabe der Nordd. Allg. 8tg." erst gegen das Junkerthum ausgesprochen und dahe legenheit drückte er seinen Efel aus. Eine furze Zeit lang in den Abendstunden des Mittwoch entworfen, geschrieben ir sten von Fürstenberg der Gewinnsucht& ht den. schien es, als arbeite er nicht ganz erfolglos an der Ver- und gegen 9 Uhr Abends in Druck gegeben worden ist, Schindler hatte ausgeführt: wirklichung seiner Aufgabe, den alten Kurs beizubehalten, Nachmittags an der Börse also nichts davon bekannt ge ohne in den Bismarc'schen Schlamm zu gerathen. Aber wesen sein kann." Diese mit einem nicht geringen Aufgebot auch nur eine furze Zeit lang. Die Verhältnisse waren fittlicher Empörung in die Welt gesetzte Erklärung ist keinen stärker als Herr von Caprivi wer den Zweck will, muß Schuß Pulver werth. 23 ann der Artikel geschrieben auch die Mittel wollen, gleichviel ob fie ihm gefallen oder worden ist, darauf kommt es gar nicht an, viel nicht. Die Spitzel waren nie ganz verschwunden, und die mehr ist der springende Punkt der, ob die Eingeweihten der Börse davon gewußt, daß ein solcher freundet genug dazu. Aber jedesmal, wenn er im Begriffe Artikel erscheinen werde. Hierauf kommt es war die Frage zu stellen, hielt ihn eine unüberwindliche Furcht zurück, die Furcht, sie durch Indiskretion zu beleidigen, wie er dachte. Er zog es vor, an ihre Liebe zu Gregor nicht zu denten. Die Gegenwart war so angenehm, daß er sie nicht durch trübe Zukunftsbilder stören wollte. Wenn Gedanken dieser Art seinen Geist durchkreuzten, scheuchte er sie hinweg, wie man schädliche Bögel von einem Kornfelde vertreibt. " an, nicht auf die mechanische Niederschrift des offiziöfen Artikels. Das Pindterblatt tann aber nicht bie Thatsache aus der Welt schaffen, daß die Börse von dem tommenden talten Wasserstrah!" Nr. 2 wohl. unterrichtet war, und daß die Spekulanten ihre Maßregeln bemgemäß trafen. Durch welchen Kanal den Jobbern ihre Information zurieselte, darüber mögen sich diejenigen ben Kopf zerbrechen, welche durch die Bindter'sche cloaca. maxima, die Oberfloate des Offiziöfenthums, ihre Geschäfte besorgen lassen. Mit den spaßhaften Schaumschlägereien einer nichtssagenden Richtigstellung möge die„ Norddeutsche" ernsthafte Blätter ungeschoren lassen. n Fr en bolle nube Die Feinde des Bauern sind die Konserv Den und die Junker, die mittelalterliche Zustände ei ren wollen. Die Junker wollen die Bauern wieder in Abigfeit bringen, daß sie die Herren und jene die Stlaven la die müssen, während sie in Saus und Braus leben und im Wir ach im Schweiße ihres Angesichts für die Junker den Boden deuen Italien fahren!( Bravo, Bravo!) Die Begehrlichkeit dernier ist noch schlimmer, als der bekannte Sack mit dem ober unerfättliche Pfaffenfad). Die Junker und Großgrundbesitzen die Freizügigkeit beschränken, damit sie die Leute an de halten, die fich ernähren müssen von den Brofamen, des Herrn Tische fallen.( Bravo, mit stürmischem flatschen.) Die Großgrundbefizer und ollen ein bequemes Leben führen; sie leben b n Freuden in der Stadt, fahren in den Equipagen, derweil die Bauern ihnen unterthänig sein sollen.( Bravo!) Die Konservativen haben den Großgrundbesitzern und Junfern 40 Millionen in die Taschen gejagt auf Kosten der Gesammtbevölkerung. Die Reichsunmittelbaren sind Leute, die 40 Millionen im Vermögen haben und dabei agrarisch, gewinnsüchtig und herzlos sind, daß fie feine Steuern zahlen wollen. Ich kann aus meinen dienstlichen Erfahrungen mittheilen, daß der Fürst von Fürsten: berg Befehl gegeben hat, feine Dienstboten nicht ganz zwei Jahre zu behalten, damit sie nicht unterstützungswohnsigberechtigt werden. Und der Fürst von Fürstenberg hat 40 millioner im Vermögen." Das einzige, was ihm augenblicklich wirklichen Schmerz bereitete, war bie Unmöglichkeit, mit dem Mädchen so viel Zeit zuzubringen, als er wohl wünschte. Es schmerzte ihn, fie auch nur auf eine Stunde verlassen zu müssen. Aber diese Entbehrung wurde ihnen beiden durch die Pflichten ihrer Arbeit auferlegt, und er ertrug fie mit Resignation, Karten bedrängen den Philister, die ganze Rüstkammer der Wie's gemacht wird. Aufrufe, Flugblätter, bunte belohnte fich aber dadurch, daß er nicht eine Gelegenheit, fie Septennats- Agitation wird ausgeräumt, um dem deutschen zu sehen, vorübergeben ließ. Er konnte doch nicht auf ihre Michel das Grufeln beizubringen. In der Magdeburgischen wurde, ist nationalliberal- konservativ. Sein Vorgehen zeugt Das badische Ministerium, das fürzlich rekonstruirt" gemeinsame Sache eifersüchtig sein. in einem zukünftigen Kriege" mit einem graus schaltet wie in Preußen. Wer darf auch die Junker ar Beitung" stribelt ein Dr. Lubinus über die Berluste bafür, daß die Reaktion im liberalen Musterstaat" so gut lichen Diagramm, das über die drohenden Schlechten und Kriegsverluste Aufschluß geben soll. Wozu? Auf daß ber biedere Bürgersmann für die Militärvorlage gewonnen werde, gerade so wie 1887. Diesmal aber wird die Bauernfängerei fehlschlagen. Im ganzen war er zufrieden und glücklich. Es war ein ruhiges und ungetrübtes Glück ohne jede Leidenschaft. Er glaubte fest, daß ihre gegenwärtigen Beziehungen un unterbrochen weiter bestehen würden, bis ein geringfügiger Umstand ihm zeigte, daß das Gebäude, welches er aus Stein erbaut glaubte, eher ein Kartenhaus war, welches die Berührung eines Fingers umwerfen konnte. Rapitel X, Die Krisis. Nicht Herr von Bennigsen, so wird jest partei- offiziös erklärt, hat das verständige Wort von der Thorheit und Eines Abends saßen Tanja und Andrej allein in ihrem Gemeinschäblichkeit der Zustimmungs- Ertlärungen in Arbeitszimmer. Es war sehr spät und alles lag schon im Sachen der Militärvorlage gesprochen, sondern ein sicherer erften tiefen Schlaf. Die zwei jungen Leute waren vor Dr. Sch all in Stuttgart. Selbiger Schall bekennt sich einer halben Stunde aus einer Versammlung in dem Hause wenigstens als der Miffethäter. Er habe nur eine eigene eines ihrer Gefährten heimgekehrt. Der Abend war ein aus Ansicht" ausgesprochen, nicht die des von Bennigsen. Graf nehmend erfolgreicher und angenehmer gewesen. Tanja hatte Caprivi würde auch ohne diese Berichtigung das Kompromißzum Vorlesen eine sehr ergreifende Erzählung aus dem geschäft mit den Nationalliberalen fortgesetzt haben. Leben und Leiden des Boltes gewählt. Sie war dadurch selbst sehr erregt worden und sprach ungewöhnlich gut. aussichtlich im Laufe des April, vielleicht schon am ersten Der Jesuiten- Antrag des Zentrums wird vorGie ging in ber glücklichsten Stimmung nach Mittwoch nach den Ferien, auf die Tagesordnung des ReichsHause. Andrej begleitete fte, wie gewöhnlich. tages tommen. Nach Beginn der zweiten Lesung der MilitärAuch er war in guter Stimmung und fonnte nicht dem Wunsche widerstehen, noch für eine halbe Stunde Dorlage dürfte von Abhaltung der sogenannten Schwerins. tage Abstand genommen werden. zu ihr hinaufzugehen, unter dem Vorwande, daß nachdem man siel gesprochen habe, eine Tasse Thee wohl berechtigt wäre. ( Fortsetzung folgt.) Sogar das Herrenhaus, dieses Museum reaktionärster Versteinerungen, dünkt der Kölnischen Zeitung" gut genug als Bundesgenosse in ihrem Kreuzzuge gegen bie Landtagstaften? Die Tante Boß und die brei süddeutscher Einheitszeiten". Die Bossische Zeitung" hat ein wunderbare Entdeckung gemacht, über die in West un Süddeutschland, von Frankfurt bis München, gar herzlid gelacht wird. Sie hatte geschrieben: Bis zur Stunde noch hat Bayern feine eigene Einheits geit, ebenso Württemberg, ebenso Baden; es war noch Glück, daß Bayern für seine Pfalz die badische Einheit verwenden konnte, sonst hätten wir in Süddeutschland nod viertes Beitsystem. Jin ganzen übrigen Deutschland hat i bisher die Ortszeiten beibehalten. Bezeichnend ist es deutschen Sondergeist, daß, wenn man in jenen brei Sta das Bedürfniß anerkannte, gur Einheitszeit überzugeben, nicht im stande gewesen sind, sich über eine gemeinſanie heitszeit zu verständigen, bei der Bayern die Einheitlichkei feinen beiden Gebietshälften gewahrt hätte." Treffend bemerkt dazu die Frankfurter Zeitun 7: , Da war es natürlich hoch an der Beit, daß en ich Reich gegen diese Berriffenheit einschritt und eine wi lic b. h. die mitteleuropäische Einheitszeit schuf. Nicht hr?! Süddeutsche Leser werden die vorstehende Darstellui gnügtem Schmunzeln studiren und sich über die Dr Beiten" auf often des Berliner Blattes gaudiren. 3 Bir teit haben Bayern, Baden und Württemberg nic je besondere Beit eingeführt, sondern sie sind früher " hit ve inbeits 11 europäisch«» Einheit? Ü übergegangen, als daS Reich, b. h. Preußen, daran dm Wenn man also von Alt-Ulm nach ?tcu.Ulm über die ,onaubrücke geht, kann man nicht zehn Minuten früher ansmmen, als nian fortgegangen ist. Die Differenz zwischen ayerischer und württembergischer Zeit hat auch früher keine-hn- Minuten betragen. Norddeutschland ahmt also hier eimal den süddeutschen Fortschritt nach, wo- gegen nichts einzureden ist; eS wäre vielmehr»u wünschen, daß dieS noch östeS geschähe. An Stoff dazu wurde es nicht - fehlen." In Norddeutchland, vor allem in der Reichshaupt- stadt glänzen di„leitenden" Bourgeoisblätter durch eine geradezu entzück.lde Unkenntniß der politischen und sozialen Zustände jensei� der Mainlinie. Wenn die Tante Voß, die mit ihrer ombackenen Zettelkastenweisheit prunkt wie nur je eine alt' Schachtel mit einer Talnnkette, über die „drei Einheitsziten" stolpert, so verstrickt sich die struppige Ignoranz des Eugen Richter in den Dschungeln der bayerischen V-rfasfung und der Reservatrechte, von denen die„Freisiunge Zeitung" so viel versteht, wie der„graue Freund" vom Lautenschlagen.— Eine«me Parteigründung. Vor uns liegt ein Aufrufd�:„Deutschen Wirthschastspartei" an„die Lai �wirthschaft, das Handwerk und die Industrie", wodurch allr Welt kund und zu wissen gethan wird, das „vorbereiten,? Komitee" wolle, um einem„tiesgesühlten Be- dnrsniß' atzuhelfen, eine neue bürgerliche Parter stiften. „Wir wollen", erklärt das wagelustige Komitee,„in unserer deutschen Wirthschastspartei alle diejenigen Erwerbskreise des Landes sammetn, welche, in wirthschastspolitischer Ueberzeugung und Anschauung unter sich übereinstimmend, die Solidarität ihrer wirthschafllichen Interessen unabhängig stellen wollen von dem schädigenden Einfluß parlamentarischen Fraktions» zivanges, um sie durch ein solches Ausammenfassen in einer Partei gesetzgeberisch zum Siege zu führen. Innerhalb dieses U'irihschastlichen Parteiverbanoes aber lassen wir unberührt und anerkennen wir nicht nur jeden politisch oder landsmaun- schaftlich abweichenden Standpunkt, sondern schaffen in unserem Wahlstatut und in dem Grundgesetz der Wirthschastspartei wirksame Garantie für die erfolgreiche Geltendmachung des politischen Parteistandpunktes." Aus dem Programm erkennen wir, daß wir eS hier mit einem jener nicht lieben, aber alten Bekannten, der un- verfälschten feu dal-kapitalistischen Reaktion, zu thun haben. Da wird ein Wunschzettel, länger als des ge- fälligen Kupplers und Lakaien Leporello berühmte Liste, vor uns aufgerollt, worin Zollschutz für Landwirthschaft und Industrie, Vieheinfuhrverbote, Doppelwährung ge- fordert werden. Keine Handelsverträge, die den Agrariern peinlich sind, sollen abgeschlossen werden, die Produtten- börse soll„schärfer beaufsichtigt" werden, wohl damit die dort spekulirenden Junker in ihrem blind- gierigen Ungeschick sich nicht allzuoft die adeligen Finger verbrennen. Das Handwerk soll durch das I n n u n g s- »v e s e n gestärkt werden u. s. w. u. s. w. Für alle diese Siebensachen sorgten di« jetzigen Bourgeoisparteien bereits so ausgiebig, daß die Ueberflüssigkeit der Gründung in die Augen springt. Im Komitee sitzen u. a. G. Barby, Rittergutspächter, Möllendorf, Sachsen, v. Festenberg- Packisch, Bergrath, Waldenburg, Schlesien. H. v. Haas, königl. bayr. Oberlandesgerichtsrath, Nürnberg. E. Klapper, Rittergutsbesitzer, Sillginnen, Ostpreußen. H. Mehlshorn, Borsitzender des landwirthschastlichen Vereins, Oberschlemma, Sachsen. F. W. Röhrich, Fabrikbesitzer, Barmen. Dr. jar. Stall, Herausgeber der„Deutschen volkswirthschaftlichen Korrespondenz", u. s. w. Die Geschästsstelle der„WirthschaftS- partei" ist das Bureau der erzkapttaliftischen, in schäbigen Angriffen auf die soziale Reform und die soziale Bewegung sich auszeichnenden„Deutschen volkswirthschaftlichen Korre- spondenz". Der Geburtsanzeige des politischen Säugling? ivird voraussichtlich in Bälde der Todtenschein folgen. Solch konfuses Kroopzeug leidet an verhängniß- voller LebenSschwäche.— Gleiche Brlidcr, gleiche Kappe». Aus Wien meldet die„Voss ische Zeitung" unterm LS. März mit schnalzendem Behagen: „Gestern und heute standen vor dem Schwurgerichte sich zwei der widerlichsten Erscheinungen der hiesigen Journalistik gegenüber, der Herausgeber des antisemitischen„Deulsch. Aolksbl.", Ernst V er g a ni, und der Herausgeber der„Sonn- und MontagSztg.". Alexander S ch a r f. In dem letztgenannten Blatte war Vergani der Annahme von Schweigegeldern und sog.„Pauschalien" von zahlreichen Verkehrs-, Versicherung?- und Bankgesellschaften beschuldigt worden und hatte noth- gedrungen, wenn auch nicht leichten Herzens, deshalb die Ehren- beleidigungsklage gegen Scharf und dessen Redakteur Edmund Mayer erhoben. Die als Zeugen vorgeladenen Vertreter inehrcrer Banken, Verkehrs- und Versicherungsanstalten stellten begreiflicher Weise in Abrede, daß die an Vergani gezahlten Gelder„Schweigegelder" gewesen seien, und bezeugten ledig- lich, daß der großsprecherische„Bekämpfer der Preßverderbniß" nur dasselbe getban habe, wie alle anderen Wiener Blätter, nämlich, daß er„Pauschalien" genommen. Darauf- hin wurde Scharf zu LOW G., sein Redakteur Mayer zu 500 G. Geldstrafe verurtheilt. Mit dem Ruhme des„Anti- korruptionismus" ist es für Vergani trotzdem für immer vor- bei. er hat de,„Judenpresse' nichts mehr vor- zurverfen." Philoscmiten und Geldjuden sind entzückt darüber, daß �>e antisemitischen Konkurrenten ihnen„nichts mehr vorzu- werfen" habe», daß Ehrenmann Vergani„Pauschalien", b. h. Bestechungen einstreicht, wie Ehrenmann Scharf und all' die anderen großen und kleinen Herren der Wiener Kapitalistenpresse, die darin aber ein'es Sinnes mit der kapitalistischen Presse überhaupt. Die Wiener Arbeiter blätter allein sind fleckenlos und unantastbar, wären sie sonst nicht die Feinde des„Eigenthums, der Ordnung, der Religion, der Familie", dieser Palladien, für tvelche daS bürgerliche Zeitungsgeschwister sich verblutet im Kampfe um— die„Pauschalien".— Frankreich. Ei» morscher Baum kann vom leisesten Luftzug umgeworfen werden— ein französisches Ministerium vom kleinsten Sturm im Glase Wasser. Die Ablehnung des Budgets durch den Senat»md der dadurch hervor- gerufene Konflikt hat das Mi niste ri um richtig zu Fall gebracht. Ein farbloser Republikaner, Mciine, ist nun beauftragt, ein neues Kabinet zu bilden. Die Auflösung ist durch diese Wendung der Dinge wieder wahr- scheinlich geworden. Ein Sieg der Arbeiter. Man schreibt uns aus Paris den 29. März: Der Streik in den staatlichen Zündholz- f o b r i k e n Frankreichs hat mit dem Sieg der Arbeiter auf der ganzen Linie geendigt. Die sämmtlichen Forde- rungrn der Streikenden find von der Behörde bewilligt worden, «nb b« Direktor b« franzSstschen StaatSfabriken, Herr Prabinas, der die ausstäudische» Arbeiter anfangs mir so großer Anmaßung behandelte, daß er nicht einmal deren Tele- girte anhören wollte, hat, wie der„Temps" versichert, seine Entlassung eingereicht, welche auch angenommen worden ist. Es handelte sich, wie wir bereits auseinandersetzten, schließlich nur noch um die Wiederanstellung des entlassenen General- sekrctärs der Föderation der Zündholzarbeiter. Die Behörde sah sich gegenüber dem energischen Widerstand der Arbeiter von P antin und dem sich glänzend bekundenden Solidaritäts- bewußtsein ihrer Kollegen im übrigen Frankreich, genörhigt, nachzugeben, wollte sich aber, um ihren Rückzug zu maskiren, vorbehalten, über den entlassenen Generalsekretär bei seinem Wiedereintritt in die Fabrik eine leichte Strafe wegen des geringfügigen Vergehens gegen die Fabrikordnung, dessen er sich schuldig gemacht haben soll, zu verhängen. Die Streikenden schlugen jedoch dies Begehren ab, und so kapitulirte die Be- Hörde bedingungslos. Ein Anschlag der Gewerkschaft, der den errungenen Sieg bekannt gab, forderte die Arbeiter auf, am nächsten Morgen mit ihrem Generalsekretär an der Spitze wieder in die Werkstätten zurückzukehren. Zu bemerken ist noch, daß auch die Arbeiter der staatlichen Tabakfadriken ge- droht hatten, die Fabriken zu verlassen, wenn man nicht die Forderungen ihrer Kameraden in der Zündholz-Jnduftrie be- willigte. Mit Ingrimm verzeichnet die kapitalistische Presse den Sieg der Arbeiter, und bitter wirft sie der Regierung vor, die- selbe habe sich wieder einmal ebenso„schwach" gezeigt wie in C a r in a u x.— Die belgische Arbeiterpartei hält am 1. und 2. Osterseiertag in Gent ihren nennten Jahreskongreß ab. Aus die- Bedeutung dieses Kongresses in der gegenwärtigen kritischen und entscheidungsschwangeren Lage Belgiens brauchen wir nicht aufmerksam zu machen.— Der alte Gladstone hat sich für einige Zeit Lust geschafft. Nachdem er die Geldsäcke außerhalb des Parlaments und die Opposition im Parlamente so entschlossen ab- geschüttelt hat, ist an der Annahme der Homerule- Bill im Unterhause nicht mehr zu zweifeln. Die entscheidende zweite Abstimmung wird bei dem raschen Gange, welchen die Ver- Handlungen nun Erlangt haben, spätestens Mitte April, wahrscheinlich schon einige Tage vorher stattfinden, und da auch die dritte Lesung beschleunigt wird, so kommt die Bill jedenfalls noch im Laufe des Frühjahres an das Oberbaus, das sie unzweifelhaft verwerfen wird. Erscheint die Stimmung im Laude dann der Negierung günstig, so folgt sofort die Auflösung des Unterhauses. Und liefern die Neu- wählen dann eine Majorität für die Homerule-Bill, so wird auch das Oberhaus kaum mehr sich auf die Hinterbeine stellen. Es ist ebenso wenig beliebt, wie der französische Senat, und hat allen Grund, sich nicht noch mißliebiger zu machen.— Darkeinflckiviiftken. Protestversammlungen geaen die Militärvorlage sind weiter abgehalten worden in Eisen ach(Ref. Reichstags-Ab- geordneter Bock), Hochdorf(Ref. E h r h a r t- Ludwigshafm), Friedrichs st adt(Referent Bömelburg- Hamburg), Magdeburg(Referent Reichstags- Abgeordneter Bock), S ch w i e b u s(Ref. Stolpe- Grünberg). Maifeier. In Mülheim a. d. Ruhr wird am Abend des 1. Mai eine Volksversammlung, am Sonntag draus ein Fest abgehalten. In N e tz s ch k a u i. V. findet am SO. April eine Vorfeier, und am!. Mai die Hauptseier statt. Einer neungliedrigen Kommisston ist es überlassen, die Fabrikanten darum anzugehen, daß sie am l. Mai die Arbeitszeit um �einige Stunden abkürzen. Die Sozialdemokratie'der bayerischen Wahlkreise Lichtenfelö-Kronach hält zum Zwecke der Vorbereilung einer planmäßigen Agitation Sonntag, den 16. April im Raab'schen Saale in S ch n e y bei Lichtenfels eine Parteikonferenz ab, deren Tagesordnung folgende Punkte umfaßt: 1. Wie stellt sich die sozialdemokratische Partei zu den Landtagswahlen? 2. Ausstellung der Reichstagskandidaten. 3. Maiseier. 4. Agita- tion und Presse, v. Anträge. Parteipresse. Nachdem in Kiel für SchleSwlg-Holstein ein eigenes Blatt, die„Schleswig- Holstein.sche Volks« Zeitung" er- scheint, ist die„Norddeutsche V o l k s- Z e i t u n g", die im Verlage des„Hamburger Echo's" erschien und bisher das Organ der genannten beiden Provinzen war, am SV. Marz eingegangen. »leber die politischen Zustande Elsaß LoihriiigenS sprach am LS. März Genosse B u e b ans Mülhausen i. E. in einer sehr gut besuchten Versammlung in Nürnberg. Es wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt:„Die Versammlung spricht dem Parteigenossen Bucb rhre Anerkennung für seinen instruktiven Vortrag aus und begrüßt es, daß die Genossen in Elsaß-Lothriuaen es unternommen haben, über die in ihrem Lande herrschenden unerträglichen Zustände Aufklärung im Deutschen Reiche zu verbreiten. Die Versammlung erklärt es als nrnjehcnerlich, daß heute, nachdem 22 Jahre seit der Annexion Elsaß-Lothringens verflossen sind, noch die Diktatur in den ReichSlauden herrscht und außerdem nach veraltete» französischen Gesehen und Dekreten regiert wird, die in Frankreich selbst längst abgeschafft sind, und erwartet, daß seitens der ReichSgesetzgebung endlich Schritte gethan werden, die Einwohner Elsaß-Lothringens mit den übrigen Reichsangehörigen gleichzustellen. Sie begrüßt es, wenn die sozialdemokratischen Abgeordnelen in dieser Frage die Initiative ergreifen und mit aller Energie dafür eintreten, daß. wenigstens das. was im gesammten Reiche Rechtens ist— und das ist gewiß noch drückend genug für das Volk— endlich auch in den Reichslanden eingeführt und die s ä m m t- lichen dort noch bestehenden Ausnahmegesetze alSbald abgeschafft werven. Die Bersammelten sprechen des Weiteren dem elsaß- lothringischen Proletariat ihre vollste Sympathie aus und fordern es auf, nicht nachzulassen in seinem gerechten Kampfe für Frei- heit und VolkSwohlfahrt nach dem Grundsatze: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch � LluS Retvhork wird uns geschrieben: Die Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei haben sich in der Abstimmung über Abhaltimg einer National-Konvention und Beschickung des Züricher Kongresses für Beides entschieden, und zwar soll die Konvention am 1. Juli in Ehicago stattfinden und ein Delegat (zwei waren vorgeschlagen) nach Zürich gesendet werven. Die diesige„Zentral Labor Federation" hat über die Beschickung des Züricher Kongresses noch nicht entschieden; dagegen die ver- einigten jüdischen Gewerkschaften, von denen bisher lö für Be- schicknng stimmten, während 6 noch nicht abgestimmt haben, und eine für gemeinsame Delegation mit der Zentral Labor Federation ist. AuS dem übrigen Lande hat bis heute über die Angelegen- heit noch nichts verlautet. Indessen heißt es, daß der Orden der„KnighlS es Labor" den Züricher Kongreß in Boykott-An- gelegenheiten angehen will, und zwar soll es sich speziell um einen Stärke-Fabrikanten handeln, dessen Produkt großen Abtz'ltz tn Europa hat.■, Dem letzten Ideologe« de» österreichischen Liberali». mnS, dem kürzlich in Graz verstorbenen Dr. A d o l> F i s ch h o f, widmet das Organ des organifirten österreichischen Proletariat?, die Wiener„Arbeiter- Zeitung", folgenden Nachruf: Dr. Adolf Fischhof, den ste diese Woche begrabe» haben, hat die Ehren reichlich verdient, die sie ihm erwiesen. Mit ihm starb nämlich der letzte Liberale. Er war die idealste Lerkörpe- rung des Liberalismus der österreichischen Bourgeoisie, und vor allem, er war ihre reinlichste Verkörperung. Ohne Zweifel, der Mann hatte Muth; denn Muth gehörte dazu, um am 13. März das erste Wort zu sprechen, und so den Metternich'schen Bann zu brechen. Ohne Zweifel, er war ehrlich, und fein Andenken schändet weder Verrath, noch Bestechung. Er hat, so lange er lebte, die Fahne nicht sinken lassen, welche das Bürgerthum und die akademische Legion im Jahre 1343 aufgepflanzt, dieselbe Fahne, welche die>en>gen. die ihn zu Grabe trugen, in die Tasche stecken, wenn sie sie nicht beschmutzen. Wenn aber Dr. Fischhof ein Vertreter beS Bürgerthums ist, so weit es revolutionär ist, war er es nicht minder des Bürger- thums, so weit es reaktionär ist. Ohne Zweifel war er voll- ständig befangen von dem holden Wahne, welchem die Jugend- eselci des Kapitalismus huldigte, daß das Interesse der Bourgeoisie das Interesse der Menschheit fei, und wir glauben, daß er ganz ehrlich bis an sein Lebensende de« Klassen- kämpf als eine unliebsam« Störung, vielleicht als ein „Verbrechen" an dem Kampf für feine politischen Ideale ansah. Und doch hätte gerade er Gelegenheit gehabt, schon im Jahre 1843 über den wahren Stand der Ding« belehrt zu werden. Als Präsident des Sicherheitsausschuffes mußte ihm der Konflikt zwischen den Interessen der Besitzenden und den Interessen der Proletarier lebhaft zum Bewußtsein kommen. Und es ist sehr de- zeichnend, was Bioland erzählt, daß. als die Erdarbeiter un- ruhig wurden, die Rädelsführer„nun wohl auf Antrieb des Präsidenten Dr. Fischhof binnen 24 Stunden von« Wien abgeschafft wurden", daß er es war, welcher den Wünschen der Erdarbeiter nach Erhöhung ihrer Löhne entgegentreten mußte. Alles das, wir wiederholen es, wie wir überzeugt sind, in durchaus bester Absicht, die vermeinte Revolution und ihre Früchte retten zu müssen gegen den unersättlichen „Pöbel". Dieser Pöbel, die Arbeiter nämlich. daS waren diejenigen, welche den 13. März thatsächlich machten, aber, wir zitiren wieder Bioland,„ihr späteres Auftreten auf dem Kampfplatze wurde sogar ungern gesehen, und doch gaben dieselben den entscheidenden Ausschlag, denn nur di« schlechten Röcke wagen in der Regel, wo es gilt, und Niemand konnte wülhender über die Zustände Oesterreichs sein, als die Prole- tarier, welche für ihr Leben kämpften." Und Bioland fährt fort: „Ja, an die Arbeiter dachte fast niemand, und fast alle meinten, daß sich bei der Demonstration nur wahlangezogene Leute bethei- ligen werden." Die„schlechten Röcke" liegen unter dem Märzobelisken am Zentralfriedhof begraben, und zu ihnen hinaus zogen vor wenig Wochen 20000 Proletarier und Proletarierinnen. Wir haben die Abgeordneten Sueß oder gar Dr. Bloch nicht unter ihnen ge- sehen: es hat sie niemand vermißt. Diese Woche begrub man aber den Besten unter den„wohlangezoa�uen" Leuten. Wenn wir so die geschichtliche Rolle Fischhos's in ihrem vollen Werth, aber auch in ihrer vollen Beschränktheit würdigen, so meinen wir trotzdem, eigentlich müßten die Herren Liberalen froh sein, daß sie ihn endlich begraben konnten, der«in ewiger Mahner an ihre Pflicht, an ihr von ihnen selbst in den Staub gezogenes Ideal war. Der Klassenkamps der Bourgeoisie enthält den Kampf für bürgerliche Freiheit, und Viesen Kamps haben die längst ausgegeben, die am Grabe Reden hielten, oder fie sind Prediger in der Wüste, wie der arme Kronawetter. Und wem stiege nicht das Blut zum Kopf, wenn man die Unbestechlichkeit FischhofS preisen hört von dem Chor der Bestochenen, von der bürgerlichen Presse? Mit Fischhof starb der Held der bürgerlichen Revolution, welche im Stiche gelassen wurde von denselben Leuten, welche diese Woche sein Andenken priesen. An seinem Grab« bewahrt die Sozialdemokratie daS achtungsvolle Schweigen, daS dem ehr- lichen Gegner gebührt; aber erscheinen konnte ste nicht, die Ge> seUschaft war gar zu schlecht. Wir lassen die Tobten ihre Tobten begraben. »» Polizeiliches,(Gerichtliches te, — In der Expedition des„Bolksblatts" für Halle mwbe am 29. März von der Polizei nach Exemplaren der Nr. 118 gesucht, morm eine Beleidigung des Oberbergraths Leuschner enthalten sein soll. Es konnte nur«in Exemplar beschlagnahmt werden. — Wegen Beleidigung deS Bürgermeisters Wendler tn Debschwitz wurde der Redakteur der„Renßischen Tribüne", Genosse Leven, zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Auf eine zweite Beleidigungsklage desselben Beamten erfolgte Freisprechung, wobei das Gericht ausführte, daß die Handlungs- weise des Bürgermeister? eine ungesetzliche gewesen sei imd wenn die Kritik dieser Handlungsweise auch eine sehr scharfe gewesen iväre, so fei sie doch in Wahrung berechtigter Interessen ge- schehen, wie sie auch fernerhin dem thatsächlichen Borfall«nt- spreche.(Der Bürgermeister hatte auf der Straß««ine Frau wegen angeblichen Lärmens derart am Arm gepackt, daß sich auf dem Arm eine handbreit große blutunterlaufene Stelle bildete.) — Genosse Pfändt in Weiden(Oberpfalz) war vom Auerbachrr Schöffengericht wegen Verbreitung von Flugblättern ohne polizeiliche Erlaubniß zu 12 Tagen GesSngniß verurtheilt worden. Die Berufungsinstanz hob daS seltsame Urthetl auf, indem sie auf kostenlose Freisprechung erkannte. — Der frühere verantwortliche Redakteur der„Thüringer Tribüne", Genosse Güldenberg, war vom Erfurter Schöffengericht z» 30 M. Geldstrafe oder S Tagen Haft verurtheilt worden wegen groben UnfugS, der darin erblickt wurde. daß er in jenem Blatt sowie im„Nordhäuser Vollsblatt" be- hauptet hatte, die Kinder des Kaisers und die Enkel Äismarck'S seien nicht geimpft. Im Anschluß daran war aus den Artikel der preußischen Verfassung hingewiesen, welcher sagt:„Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich. Standesunterschieve finden nicht statt." Güldenberg hatte gegen dos Urtheil Berufung eingelegt. In der Verhandlung vor der Strafkammer kam ein vom Slngeklaglen bereits früher den Akten beigelegt gewesenes Schreiben des Jmpfgegners Dr. Rüger- Elberfeld zur Verlesung, welcher sich zweimal an das Hof- marschallamt um Auskunft darüber gewandt hatte, ob dt« Kinder des Kaisers geimpft seien, worauf nur die Antwort eingegangen war, es würde über derartig« interne Familienangelegenheiten. keine Auskunft ertheilt. Ein Schreiben de? Polizeipräsidiums Ka Berlin besagte, daß die Kinder deS Kaisers mit Erfolg im ersten Lebensjahr« geimpft worden sind. Der Angeklagte stellte den Antrag, eine direkte amtliche Auskunft vom Hofmarfchallamt zu ver- langen, andernfalls ihn freiznsprechen. Er begründete seinen Antrag damit, daß durch die ausweichende Antwr.rt des Hof- marschallamts die Zahl der Jmpfgegner sich vermehre und die amtliche Auskunft des Polizeipräsidiums nicht die- genügende Be- weiSkrast besitze. Der Gerichtshof verwarf jedoch die Berufung und verurtheilt? den Angeklagten zu der b>eits vom Schöffen- gericht ausgesprochenen Strafe von 30 Mark, evenll. S Tagen Haft. Es wurde u. a. hervorgehoben, daß der Artikel eine Be- unruhiguna des Publikums heroorgernfen hätte, denn aus der positiven Behauptung, daß die Kinder des Kaisers nicht geimpft seien, könne man zu der Ansicht gelangen, daß die Impfung schädlich sei. Ferner ließe der Artikel durchblicken, daß mit zweierlei Maaß gemessen werde und zwar insofern, als auch die Enkel Bismarcks nicht geimpst worden, wogegen sonst jeder dem Jmpfgesetz unterworfen sei:, in, Ausnahme machenur der Kaiser, der dem Gesetz« nicht unterste llt lei- Für den Inhalt der Inferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Circus Renz. ein bonnernbes Soch zu ſeinem hentigen ( Karlstraße.) Sonntag, den 2. April: gegenüber keinerlei Verantwortung Zwei große Fest- Vorstellungen. Theater. Sonntag, den 2. April Opernhaus. Der Freischütz. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Bajazzi( Pagliacci). Vor her: Djamileh. Schauspielhaus. Basantasena. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Nenes Theater. Narziß. Montag: Fortsetzung folgt. Lustspiel. Ein Dienstag: Dieselbe Borstellung. Deutsches Theater. Der Talisman. Montag: Zwei glückliche Tage. Dienstag: Der Talisman. Berliner Theater. Graf Waldemar. Montag: Viel Lärm um nichts. Dienstag: Kean. Teshing- Theater. Heimath. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Wallner Theater. Monsieur Alphonse. Er experimentirt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Die große Gloce. Dem Freund n. Rollegen E. Alboldt Geburtstag. 31276 31226 Das A.: K...... I a. d. C. Unferem Pfropfenbruder Franz In beiden Vorstellungen Vorführen Przewerzinsky zu feinem morund Reiten der bestdressirten Freiheits- genden Geburtstage ein dreimal und Schulpferde, sowie Auftreten donnerndes Hoch. sämmtlicher Künstler- Spezialitäten erften Ranges, u. a. Mr. Hendrix mit fci nen dressirten Hunden als Kunstreiter. Mr. Crawford, Redpyramide 2c. Nach m. 4 Uhr( ein Kind unter 10 Jahren frei): Die lustigen Heidelberger. Abends 7 Uhr: Ein Künstlerfelt. Außerdem: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Morgen, Montag, 2 große Festvorstellungen. Nachmittags 4 Uhr Die luftigen Heidelberger. Abends 71/2 Uhr: Ein Künstlerfest. 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Mufit von G. Steffens. In Szene gefett von Adolph Ernst. Anf. 1, Uhr. Montag und Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Elektrisches Orchester. Neue Illusion: Lotosblume. Andere Jllusionen. Fantoche- Theater. Castan's Irrgarten. Schreckenskammer. Moritz Play. Etablissement Pfropfen- Verein Wedding. Wir trinken tüchtig, ohne zu lachen. des zu seinem Wiegenfefte ein donnerndes Unserem Freund u. Genossen R. Henckel So! E. W. C. Sch. Richard, laß gießen. 3118b Dem Genoffen Eduard Bingan zum heutigen Geburtstage ein donnerndes Lebehoch! Festen Muth in schweren Leiden, Hilfe, wo die Unschuld weint, Ewigkeit gegebenen Eiden, Wahrheit gegen Freund und Feind. Männerftola vor Rönigsthronen Brüder, gält es Gut und Blut, Dem Verdienste feine Kronen, Untergang der Lügenbrut! 3312b Der rothe leg. Unserm Genoffen Eduard Bingan ein donnerndes Hoch zu seinem heutigen Wiegenfefte, auf daß der Bionsberg" wackelt. 8311b Rämpfe ruhig weiter Und halt zur rothen Fahne treu, Eversion sei Dein Begleiter, Wir werden doch einst frei. Die Elektrischen Rothen, Berlin 6. Helene Glietsch August Hildebrandt Verlobte. Calan 3110b] Als Verlobte empfehlen sich Martha Thiele Auguft Wirth. Berlin, zu Ostern 1893. Lübeck 8100b Die Verlobung unserer ältesten Tochter Martha mit Herrn Auguft Wirth zeigen hiermit ergebenſt an August Thiele nebst Frau. Todes Nachricht. Neue Wt. Hasenhaide Heute, Osterfeiertag, Nachmittag 5 Nhr: Vocal- und Instrumenta- Konzert veranstaltet vom Gesangverein Männerchor t. Urban", Nach dem Konzert: Tanz. Programme 30 P Freunde und Gönner Vereins ladet herzlichst ein Der Vorstand. Schloss Weissensee. Gr. [ 158/6] Am 1. und Zum Sternecker. Derfeiertag Auffahrt des amerik. Luftschiffers Mstr. Wilson mit seinem Kallon ( Montgolfiere) 1 500 000 Rubikmeter Inha Konzert p. b. Musikkorps d. Brand burger Küraffier. Am 2. und 3. Bal champêtre. Illumination. Regiments, Kgl. Stabstroneeters Meinhardt. Feiertag: Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Play 50 Pf. 39792 R. Sternecker. Am 1., 2. und 3 Feiertag: Schweizer Garten, Garten- Konzert. a. Königsth., a. Friedrichshain. Vorstellung u. Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Hasenhaide Kliem's Volksgarten. No. 14/15. Sonntag, den 2. April( 1. Osterfeiertag): Großes 3115b Hasenhaide No. 14/15. Vokal- und Instrumental- Concert veranstaltet vom Arbeiter- Gesangverein Vorwärts I, SO. ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). • unter Zeitung feines Dirigenten Herrn Kaiser. Auftreten des Gesangs und Charakter- Humoristen Max Lachmann, fowie der Costüm- Soubrette Tanz. Martha Schadow. Nach 12 Uhr: Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang: Nachmittags 6 Uhr. Entree 30 Pf. 3313b Bu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Das Comitee. Billets find in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Hierdurch allen feinen Freunden und Pape's Kollegen die traurige Nachricht, daß Franz Kabrna durch plötzlichen Tod ihnen entriffen worden ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 3. April, vom Städtischen Krankenhaus in den Morgenstunden statt. 3130b] J. Scholz. F. Lamac. Todes- Anzeige. Salon( früher Knebel). Badstraße 58. Montag, den 3. April, Vorm. 11 Uhr( 2. Osterfeiertag): Große Wohlthätigkeits- Matinee ausgeführt von den Gesangvereinen Rothe Nelke II., Alpenrose u. Junge Eiche ( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes), unter gütiger Mitwirkung der Gymnaftifer Gebr. Sacoley. Bitte um gütigen Zuspruch, da es bei Herrn Pape das letzte Vergnügen ist, wegen Uebernahme des Kolberger Salons. [ 3114b Restaurant Concordia. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser Sohn Max am 1. April, Nachts 4 Uhr, im Lazarus- Krankenhause verstorben ist. Die tiefbetrübten Eltern 31236 J. Stoepel nebst Frau und Kindern. Allen Freunden und Bekannten die Krautstraße 38. traurige Nachricht, daß mein geliebter Mann, unser guter Vater, der Schlosser Seinrich Mayer, am 29. März cr., Abends 71/2 Uhr, nach furzem Krankenlager fanft entschlafen ist. [ 3126b Die Beerdigung findet statt am ersten Feiertag, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Michaelis- Kirchhofes, Hermannstraße. Die trauernde Wittwe nebst Kindern. Moris Welt- Restaurant Play. Buggenhagen. S. Dresdenerstr. 97. American- Theater. Großer Frühtücks- u. Mittags- Matinee des Gesangvereins Brennabor. tisch. Spezial- Ausschank von Vahen Norddeutsche Sänger, 7 Pers. Täglich: Inftrumental- Konsert. Am 1. Oster- Feiertag von 12-2 Uhr: Am 1., 2. und 3. Oster- Feiertag: Große Ertra- Vorstellung. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachlammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von D3 car Wagner. ( Klemm Ede. 9 4 Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Fortuna- Säle hofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Bersammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. W. Noack's Konzert- u. Gesellschafts- Säle Brunnenstraße 18-19. Am 2. Osterfeiertag Grosses Streich- Konzert unter Leitung des Herrn Musikdirektors Marschall. Anfang 6 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Ball. Dienstag, den 3. Osterfeiertag Grosser Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pt. 3014b W. Noack. 3. Straußberger- Straße 3. Alle Freunde u. Genossen lade am Am zweiten und dritten Oster- 1., 2. und 8. Ofterfeiertag zur Morgen sprache freundlichst ein. Feiertag im neuerbauten Festsaal 81176 Herrmann Diskowski( Eichlagen- Wirth) Holzmarktstr. 44a. großer Ball. Anfang 5 Uhr. Umstände halber ist ein Sonnabend und Sonntag im April freigeworden. Reflektanten erbitte 50/32 C. Saeger, Concordia- Festsäle, Andreasstr. 64. Wo gehen wir die Feiertage hin? Liegnizerstr. 18, b. Bater Knoll.[ 3120b Restaurant Concordia- Garten. ( Zum Wasserwerk.) Jeden Großer Ball. Sonntag: Empfehle meinen Saal zu allen mit Piano zu vergeben. Privatfestlichkeiten u. Versammlungen. Klubzimmer Schutz, Brenzlauer R. Schiele, Lichtenberg, Allee 224, Ecke Tresdowstraße.[ 37908 3792L Landsberger Chaunee 2. 2. Saal: Herr Wehl, plattdeutscher Komiter, Frl. Lilli Wellini, Soubrette, Otto Seidel, jugendlicher Humorist. Am 2. Ofter- Feiertag von 12-2 Uhr: Vormittagskonzert des gesammten Künstlerpersonals. Anf. in der Woche 7 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Achtung! Allen Freunden, Gönnern und Bekannten zur Nachricht, daß ich am Sonnabend, den 1. April cr., mein neues Restaurations- Lokal in der Adalbertstr. 82 eröffne. Ich hoffe auf die Unterstützung aller meiner Freunde u. Bekannten. Otto Paetsch, I 3062b Reftaurateur, jezt: Holzmarktstraße 59. Märkischer Hof. Pfefferberger Bier! Admiralftr. 18 c. 88642 Am 2. u. 3. Dfterfeiertag fowie jeden Donnerstag u. Sonntag im prachtvoll. Spiegeljaal gr. Festball. Anf. 4 Uhr. Ende 2 Uhr. Mein eleg. Saal und Vereinsz. m. Piano find zu all. Festlichteiten u. Versammlungen zu vergeben. Empfehle all. Freunden u. Bekannten nach wie vor mein Weiß. u. BairischBier- Lokal. Warme Speisen zu jeder Tageszeit. Um geneigten Zuspruch bittet Ed. Bleuel, Jerusalemerstraße 66, Ecke Lindenstraße. 39782 Gr. Mittagstisch mit Bier 50 Pf. Nieft's Fest- Säle, Weberstr. 17. Ein Sonnabend im April Umstände halber frei geworden. Empfehle zu Bersammlungen. Weberstr. 17. ( Bäckerherberge), Inhaber: Otto Frentz. Andreasstraße 64. empfiehlt seine Lokalität den werthen Freunden und Bekannten zum Ausflug in den Festtagen. Täglich Concert bei freiem Entree. Tag und Nacht geöffnet. Auch stehen den zu spät nach Hause Rommenden ca. 100 Betten zur Verfügung. Mit Gruß Der Herbergsvater. 3125b Gratweil'sche Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Hiermit die ergebene Anzeige, daß mit dem heutigen Tage die Leitung des obigen Restaurants übernommen habe, dasselbe in der bekannten Weise führen und mich bestreben werde, mir das seit Jahren erworbene Vertrauen des Publikums auch in diesem neuen Wirkungstreife zu erwerben und dauernd zu erhalten. Ich inache besonders aufmerksam auf meine zu civilen bekannte, ausgezeichnete Küche Preisen, großen Frühstücks- u. Mittagstisch à la carte zu kleinen Preisen; reichhaltige Abend- u. Abend- Stammkarte; Bier der Berliner Bock brauerei; 6 Billards; 3 Kegelbahnen; Säle für Vereine; Gefellschaften 2c. bis zu 400 Perf. Täglich große Spezialitäten- Borstellung unter Direktion von Dolffs. Entree Wochentags frei! Hochachtungsvoll Carl Koch, früher Defonom des Gambrinus". Treptow. 3133b Restaurant zum Karpfenteich. Am 2. und 3. Osterfeiertag: Grosser Ball. 89732 Auch ist die Kaffeeküche vom 1. Osterfeiertag ab wieder täglich geöffnet. Gleichzeitig empfehle ich meine Lokalitäten für Vereine u. Gesellschaften. Bade's Volksgarten. Treptow. Am Am 1. Feiertag, Nachmittags 4 Uhr: Garten- Concert. 2. und 3. Feiertag von 4 Uhr an: Ball. Ausschant von Weiß- u. BairischBier. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Concordia- Festsäle C. Säger.[ 50/31 Andreasstr. 64 und Krautstr. 38. Grösstes und schönstes PrachtEtablissement der Residenz. Morgen, 2. Ofter- Feiertag: Gr. Instrumental- Konzert Nach dem Konzert Grosser Ball Dienstag, 3. Oster- Feiertag: Grand Ball. Anfang 6 Uhr. D Geschäftsverlegung. Allen Gäften, Freunden u. Bekannten hiermit die Anzeige, daß sich mein Weiß- u. Bairischbier- Lokal vom 1. April ab Lübbenerfr. 9 bes findet. Es wird mein Bestreben sein, auch im neuen Lokal durch gute Speisen und Getränke mir das bisher geschenkte Vertrauen meiner werthen Kunden zu bewahren, 3890L* A. Lehmann, bisher Eisenbahnstrasse 7. Parteigenossen empfehle mein schön eingerichtetes Lokal zum gefälligen Bes Kinderwagen, größtes Fabriflager, fuch. Vereinszimmer als Zahlstelle für billigste Preise, auch Theilzahlung. 40 Personen. Edmund Renter, 3944* Oranienstr. 3 im Korbgeschäft. 17895*| 3652L* Swinemünderstr. 45. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Saber in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Gierzn zwei Beilagen. L Beilage zum ir. 78. Arbeiter-Sanitatskommisston. Mit bezug auf die Berichtigung des Besitzers von„M e y e r s- � o f". A ck e r st r. 132/133, haben wir inzwischen eingehende Nach- Untersuchungen vornehmen lassen. Dieselben ergaben, daß die Annahme unserer ersten Meldung, wonach der Haushalt zu fünf Personen gerechnet wurde, in diesem Falle nicht zutrifft, so daß in Wirklichkeit aus 241 Haushaltungen nur 923 Köpfe kommen und, die nicht im Hause wohnhaften Arbeiter der Werk- stätten eingerechnet, gegen tCivl) Personen sich aus die 34 KlosetZ vertheilen. Auch dies« Dahlen(29—30 Personen aas 1 Kloset) überschreiten um das Vielfache das Matz des Zulässigen, um so mehr, als die Klosets keine ordnungsmäßige Spülung haben, sondern nur 1—2 Mal täglich geleert werden. Natürlich hat das wieder mal seinen guten Grund— in dem Mangel an Wasser. Anschluß an die städtische Leitung be« steht nicht oder wird— der Kosten wegen— nicht benutzt; im 3. Gebäude befindet sich ein Reservoir, das die Bewohner mit Wasser von durchaus zweifelhafter Beschaffenheit versorgt. Wäh- rend die Klosets gespült werden, haben die Bewohner der oberen Stockwerke kein Wasser. Sollle der Miethscrtrag der 12 Gebäude, die diesen Kasernen- komplex bilden, es Herrn Meyer nicht ermöglichen, mit dem Wasser weniger zu geizen, städtisches Leitungswasser und damit den Besuchern der Klosets die Gelegenheit zu schaffen, selbst nachzuspülen? Und da erklärt Herr Meyer, daß bei ihm„in hygienischer Beziehung soviel geschehe, als dies einem Privaten möglich sei"! Unsere Nachuntersuchungen haben aber außerdem so traurige Wohnungszustände\imb gesundheitsschädliche Mißstände gröbster Art in Meyershos ergebe», daß auch diese zur Illustration obiger Erklärung herangezogen werden müssen. Im Vorderhause und in den Quergebäuden befinden sich eine große Anzahl 1>/s— 2 Meter unter dem Straßenniveau gelegene GeschäftskeUer, Werkstätten, Lumpengeschäfle ec. mit dunkeln und feuchten Kuchen, Wohn- und Schlasräumen. In die nach dem Hofe zu belegenen Räume läuft Regen- und Schneewaffer hinein; in der einen Kellerwohnung dringt Waffer durch die Decke und sind die Wände mit Pilzen bedeckt; in der andern wimmelt es von Ungeziefer, ein Schlafbursche muß Lumpen und Säcke als Schlafstelle benutzen; in die dritte scheint das ganze Jahr kein Sonnenstrahl hinein, vor dem Fenster lagert Müll neben dem überfüllten Kasten u. f. iv. Weiler heißt es in den Berichten der Kontrolleure: Die Wohnungen sind unmenschlich vernachlässigt, die Fußboden zum Theil verfault, Reparaturen unterbleiben, die Flure sind dunkel und schmutzig, Ungeziefer(darunter Maden bis 1>/s cm Länge) kriechen dieselben entlang, die Aufgänge sind für die große Zahl der Bewohner, namentlich bei Feuersgefahr, ungenügend. Wo ein zweiter Aufgang existirt, ist er vom Wirth als Verkaufs- oder Ausbewahrungsraum anderweitig vermiechet. Für alle In- saffen existirt nur eine kleine Waschküche, so daß die Miether ge- zwangen sind, in den Wohnungen zu waschen. Die Höfe sind ebenso unsauber wie die Hausflure, rm Sommer ist es vor Ge- stank nicht auszuhalten u. s. s. Dem entspricht der Gesundheitszustand der Bewohner: Welke Kinder, kränkliche Frauen, bleiche Männer;«in Killerbewohner befand sich im vergangenen Jahr« wegen Choleraverdachtes im Moabiter Barackenlazareth. Aber— Herr Meyer erklärt, daß bei ihm in hygienischer Beziehung alles Mögliche geschehet! rokrnles. Arbeiter> BildungSschnle. Achtung! Gewerbe- gerichts-Beisitzer. Infolge mehrfacher Anfragen sieht sich der Vorstand veranlaßt, zu erklären, daß der Unterricht für die Gewerdegerichts-Beisitzer nicht in Form von Vorträgen, son- dern in Form eines regelrechten Unterrichts ertheilt wird. SonnkÄgsplrrudorei. K, C. Nun strahlt die Sonne vom lichtblauen Himmel hernieder. Und von den Weiden schimmern die weißlichen Kätzchen, die Lerche probirt ihren jubilirenden Gesang und die Amsel sucht eifrig hinter dem Ast ihr Notenlilatt, wo sie es im vorigen Jahre liegen ließ. Es ist Frühling, und frohen Muthes und voll Hoffming blickt der Mensch in die Zukunft. i So ist eS in jedem Jahr, und jedes Jahr löst sich Hoff- nung mit Enttäuschung, Freude mit Schmerz ab. Die Osterglocken ertönen heute friedlich und fromm über Berg und Thal, und sie erzählen die Legende vom auferstandenen Christus und die Wahrheit von der wiedererstehenden Natur. Und der Hase hat seine Ostereier prompt gelegt, und nun drückt er sich mit seinem Weibchen in das sprießende Ge- düsch,�und kichernd'erzählen sie sich von dem Dutzend junger Häschen, welche ihnen bald Vater- und Mutterfreuden be- reiten werden. So herrscht auch bei den Menschen an Fest- tagen eine gewisse Friedensstimmung, nur bei Herrn Ahl- warbt und den übrigen zielbewußten Antisemiten will sie nicht recht zum Turchbruch kommen. Wem zwei Zentner Aktenmakulatur auf dem Herzen ruhen, 'der hat schwerer daran zu tragen, wie Atlas an der ganzen Welt, und wäre nicht Herr Schweinhagen mit tollkühnem Opfermuth für den Rektor aller Deutschen in die Bresche gesprungen, so wäre letzterer wahrscheinlich schon unter der Last zusammengebrochen. Aber das ist wirklich recht hübsch von der Natur eingerichtet, daß stets, wenn die Roth am höchsten ist, der Retter in allernächster Nähe auftaucht. Tritt Herr Ahlwardt mit dem frohen Muth naivster Unkenntnis in die Schranken, ist ihm die Gabe verliehen, beispielsweise mit einer gewissen Objektivität über den Jnvalidenfonds zu urtheilen, weil ihm diese Ein- richtung gänzlich unbekannt ist, so sieht die Welt in seinem Genossen Schweinhagen einen nennmal gehäuteten Charakter, der vollgesogen von allen Wandlungen, deren die mensch- liche Seele fähig ist, mit dem ganzen Mannesmuth Jhring- Mahlow'scher Provozirungskünste und ausgerüstet mit dem «subtilen Scharfsinn, wie ihn der verflossene Polizeirath Krüger seinen strebsamen Zöglingen einzuimpfen verstand, nunmehr auf !dcm Kampfplatz erscheint, um alles das, was gegen Schweine- fleisch«ine rituelle Abneigung besitzt, mit Stumpf und Stiel auszurotten und vom Erdboden zu vertilgen. Die anti- semitische Sache hat eine unschätzbare Kraft an diesem ur- germanischen Kämpen gefunden.„Man muß den Feind vernichten, wo man ihn findet," das ist der glorreiche Vorwärts" Sonntag, den 2. April 1893. In der diesbezüglichen Verhandlung des Vorstandes mit den Herren Rechtsanwälten Heine, Freudenthal und Stadthagen, haben diese ausdrücklich erklärt, nur in einem regelrechten Unter- richt, an der Hand von praktischen Beispielen, den in Frage kommenden Stoff behandeln zu können. Der Vorstand hofft, daß dieser Hinweis genügen wird, um eine recht rege Betheiligung zu veranlassen. Die Dauer des Unterrichts ist auf ein Vierteljahr festgesetzt und beginnt am Sonntag, den 9. April er.(Näheres siehe Lehrplan.) Anmel- düngen werden noch von dem Kassirer der Arbeiter- Bildungs- schule. H. Gumpel, Barnimstr. 42, entgegen genommen. Schrift- liche Meldungen wolle man mit dem Vermerk:.Gewerbegerichts- Beisitzer" versehen. Bezüglich des Unterrichts für Vereinsvorständ« ist zu be- merken, daß die Betheiligung an diesem Unterricht auch Nicht- Vorstandsmitgliedern freisteht, nur ist auch hier eine recht zeitige Anmeldung erforderlich. Außerdem verweist der Vorstand auf die für jeden Arbeiter so wichtigen Fächer: Geschichte, Nationalökonomie und Phy- siologie. Der Unterricht im letzteren Fache ist leider bisher von den Arbeitern sehr stark vernachlässigt worden. Es scheint, als ob über die Bedeutung dessen, was man unter Physiologie versteht, große Unklarheit vorhanden ist. Die Physiologie ist im allgemeinen die Lehre vom mensch. lichen Körper. Sie untersucht die Lebensbedingungen desselben und erklärt die Funktionen der einzelnen Organe, ihre Zu- sammenwirkung. Die Physiologie hat nicht nur theoretischen, sondern auch einen hohen praktischen Werth für den Arbeiter. Sie verschafft ihm die Kenntniß von sich selbst; sie lehrt: den Körper vor Krankheit behüten und zeigt, was es heißt, Vernunft- gemäß leben. Da dies dem Arbeiter, infolge der Heuligen Pro- duklionsverhältnisse, in den wenigsten Fällen möglich ist, so hat die Physiologie auch einen bedeutenden agitatorischen Werth. Namentlich tritt dies bei der Ernährungsfrage, Gesundheitspflege u. s. w. zu Tage. Der Unterricht ist deshalb nach jeder Richtung von hoher Bedeutung, und zu wünschen, daß eine recht rege Betheiligung stattfindet. Namentlich wäre es gut, wenn sich grade an diesem Unterricht mehr Frauen betheiligen würden, als dies bisher der Fall war. Tie Dauer eines Kursus beträgt ein Jahr, jedoch können, da in bestimmten Abschnitten unterrichtet wird, auch während dieser Zeit neue Schüler und Schülerinnen eintreten. Um Jedem Gelegenheit zu geben, sich über die Art des Unterrichts Kenntniß zu verschaffen, weisen wir darauf hin. daß der Besuch für sämmllicho Fächer, in der ersten Woche des Semesters Jedem, auch Nichtmirgliedern, unentgestlich freiueht. Der Vorstand. Zur gest. Beachtung. Am Dienstag, den 4. April(dritter Feierlag), Nachmittags 2 Uhr, findet für die Schüler und Mit- glieder der Schule eine Besichtigung der Glasfabrik von Evert und Neumann, Stralau, Dorfstraße, neben der Reischach'schen Brauerei, statt. Die Theilnehmer versammeln sich am Eingange daselbst. Szene au» de« Schneiderstreik. Getreu«ach dem Leben. Der Geschäftsinhaber hat, nachdem der Ring aufgehoben, seine Arbeiter zur Verhandlung herbeiholen lassen, die in dem ge- räumigen Laden stattfindet. Es entspinnt sich folgendes Gespräch. Arbeitgeber: Also Sie verlangen 25 Prozent Lohnerhöhung; begreifen Sie denn nicht, daß ich bei dieser Forderung bankrott gehe? Arbeiter: Wir müssen auf diese Forderung bestehen, weil wir mit dem bisherigen Lohne nicht mehr auskommen. Arbeitgeber: Ich kann nichts bewilligen, das Geschäft ver- trägt es nicht, meine Kundschaft zahlt nicht, nehmen Sie doch Vernunft an. Arbeiter: Wenn die Kundschaft wüßte, unter welchen Verhältnissen wir leben, sie würde gerne den Betrag, welchen der Arbeitslohn mehr ausmacht, bezahlen. Es tritt ein Stunde in den Laden. Die Arbeiter gehen auf den Wink ihres Chefs in den Nedenraum. Kunde: Bekomme ich bald meinen, vor acht Tagen be- Grundsatz des glorreichen Vorkämpfers für die gute Sache, und sind erst alle Juden in derselben gründlichen Weise um ihre Ersparnisse gebracht, wie jene arme Erzieherin semitischen Ursprungs, so wird in naher Zeit auch in allen Synagogen ein brausendes„Deutschland, Deutschland über Alles" ertönen, und wider seinen Willen wird sich Herr Eugen Richter im antisemitischen Zukunftsstaat befinden. Entweder hat Herr Schweinhagen den Stein der Weisen entdeckt oder ein zweites Et des Kolumbus ge- funden. Keins seiner vieler Vorbilder hat in jener grund- legenden Weise verstanden, praktische Politik zu treiben wie er. Hebt er m einer antisemitischen Volksversammlung drohend die eine Faust empor, um jeden Schwarz- haarigen niederzustrecken, so befinden sich die schlanken Finger seiner anderen Hand in dem Portemonnaie seiner jüdischen Geliebten— eine treffliche Illustration des Bibelwortes, welches sagt, daß die Rechte niemals wissen soll, was die Linke thut. So macht man den verhaßten Feind unschädlich und übt zugleich praktisches Christenthnm. Aber solcher Männer bedarf es in der heutigen schweren Zeit, um das gefährdete Gemeinwesen zu retten, und wem ein wahrhaft deutsches Herz im patriotischen Busen schlägt, der lege sein Haupt vertrauensvoll in Schweinhagen's Schooß, er darf überzeugt sein, daß er in der geschicktesten und schmerzlosesten Weise gefledert werden wird... Und Osterfriede und Osterfrende überzieht heute die ganze Menschheit. Ist unsere Zeit vorwiegend eine waffen- klirrende und waffenstarrenve, tobt der Streit der Parteien hauptsächlich um vermehrte oder verminderte Kriegsbereitschaft, so dars der Friedensfreund doch nicht verzweifeln, denn auch in dieser Frage gehen wir einer baldigen Lösung entgegen. Der Miluärmoloch ist bisher vor nichts zurückgeschreckt, am liebsten hätte er gesehen, wenn heut zu Tage die Säuglinge gleich mit dem erforderlichen Militärmaß zur Welt kämen, damit man mit ihrer Einstellung nicht erst bis zum zwanzig- sten Lebensjahre zu warten hätte. Man ist sogar soweit gegangen, im Ernstfalle national gefilmte Hunde anzustellen, die darauf dressirt sind, dem Erbfeind in die Waden zu beißen, und Kriegsmaschinen und Mordwerkzeuge besitzen wir soviel, wie der Esel graue Haare sein eigen nennt. Und nun kommt der Mannheimer Schneider Dave und wirft mit seiner kugelsicheren Erfindung nnser ganzes bis- heriges System über den Haufen. Urplötzlich sind wir in die Sagen des grauen Allerthums versetzt. Siegfried, der teld der Nibelungen, ging daran zu Grunde, daß der chneider Dave damals noch nicht geboren war. Hätte sich der blonde Heros zwischen seinen Schulterblättern statt des mer Vollsblatt. 19. Jahrg. stellten Paletot. Geschäftsinhaber: So bald wie der Streik meiner Arbeiter beendet ist. Kunde: Bewilligen Sie doch, ich habe mich überzeugt, daß die Leute nichts Unvernünftiges verlangen. Geschäftsinhaber: Da sind Sie falsch unter« richtet; bei den ausgezeichneten Löhnen, die ich schon jetzt zahle, verlangen meine Arbeiter trotzdem noch 30—35 pCt. Ist das nicht unverschämt? 25 pCt. habe ich geboten, aber dafür arbeitet kein Mensch. Kunde: Das ist unerhört; dann werde ich noch warten. Adieu! Die Arbeiter treten wieder in den Laden. Arbeiter: Wenn Sie Ihrer Kundschaft vorrede«, wir verlangen 80—35 pCt., weshalb bewilligen Sie dann nicht die verlangten 25? Arböitgeber: Das ist Geschäftssache. Wer zu den früheren Löhnen nicht weiter arbeiten will, läßt es eben sein; ich werde schon Arbeiter bekommen. Bewilligt wird kein Pfennig. Ein Beitrag zur Lohndrückerei. In Berlin werde» seit einigen Jahren jährlich 80 bis 100 000 Quadratmeter Straßen mit Asphalt belegt, diese Arbeilen werden an sieben Firmen vergeben und zwar außer Submission. Der Preis für hergestellte Asphaltfläche ist für alle sieben Firmen ein gleichmäßiger, sowie auch die den Unternehmern überwiesene herzustellende Fläche s, ziemlich die gleiche ist. Nun zahlen sechs der Firmen auch an ihre Arbeiter einen gleichen Lohn(wenigstens einen gleichen Mindestlohn) von 30 Pf. pro Stunde bei zehnstündiger Arbeits- zeit. Nur die Firma Berliner Asphalt-Gesellschaft Kopp u. Ko. macht eine„rühmliche" Ausnahme. Diese Firma zahlt ihren Arbeitern mit wenigen Ausnahmen 25 Pf. pro Stunde Mindestlohn, und damit der Ausfall nicht zu empfindlich erscheinen soll. hat sie die elsstündige Arbeitszeit eingeführt. Dieser „hohe" Lohn wird von der Firma auch nur noch an die bei Straßen- Betonarbeiten beschäftigten Arbeiter gezahlt. während die beim Ausstopfen und Ausgießen der Fugen im Steinpflaster(welches die Firma auch übernimmt) nur 22i/s Pf. pro Stunde erhalten. Wenn man nun bedenkt, daß diese Arbeiten nur als sogenannte Saisonarbeiten gelten, da den Leuten jede Stunde, die wegen Regen gefeiert werden muß, ab- gezogen wird(bei Regenwetter kann und darf laut Bediugung nicht gearbeitet werden), so muß man sich wundern, wie die Leute von diesem Lohn leben, sich kleiden, Micthe und Steuern zahlen sollen. Es dürfte daher auch wohl Sache der Stadt sein, dastir zu sorgen, daß für Arbeiten, welche sie vergiebt, auch die Arbeiter einen Lohn erhallen, der ausreicht, ihre Familie zu er- nähren, daß diese nicht noch der Armenrnilerstützung versallen. Die Stadt sollte bei der Vergebung ihrer Arbeiten nicht noch die Lohndrückerei befördern Helsen und diejenigen Unternehme? von vorn herein ausschließen, welche die Stadt dadurch schädigen, daß sie das Arbeiterelend nur noch erhöhen. Z» dem Artikel„Die Berathung des Wuchergesehei' i« Nr. 77 geht uns folgende Berichtigung zu: Die Familie Ohm, bestehend ans Mann, Frau und zwei Kindern, hat in dem genannten Hause 12>/e Jahre gewohnt. Der Ehemann Tischler(Einsetzer) verdiente wöchentlich, wie ich in Erfahrung brachte, 30 bis 36 M. und bemühte sich die erste Zeit, die Wohnungsmiethe einigermaßen zu entrichten; biS zum Jahre 1837 restirte der p. Ohm, der sich dem Trünke ergeben hatte, bereits für 6 Monate die Miethe. Durch die Gut- Herzigkeit des Eigentümers und infolge fortwährenden BiltenZ der Frau Ohm, welche wegen der Lüderlich- keit ihres Mannes stark arbeiten mußte, ist es derselben möglich geworden, die restirende Miethe in kleinen Ratenzahlungen zum Theil zu entrichten. Sonach hat sich Frau Ohm gequält, ihren dem Trünke ergebenen Mann auch noch zu ernähren. Ich gebe zu, daß Frau Ohm von einer schleichenden Krankheit befallen wurde und jetzt noch nicht gesund ist— wo- durch hat sich aber dieselbe die Krankheit zugezogen? Erstens: Durch grobe körperliche Anstrengung, um den Unterhalt für sich und ihre Kinder zu gewinnen und allen Menschen gerecht zu werden. Zweitens: Hat der p. Ohm seine Ehefrau in seinem fortwährenden trunkenen Zustande geschlagen und die Nächte in kalten Wintertagen ans Flur und rothen Kreuzes nur ein Stückchen von dem undurchdring- lichen Mannheimer Stoff angeheftet, so wäre der Speer des grimmen Tronje Hagen an seiner Kehrseite abgeprallt, als würfe man eine Erbse gegen eine Festungs- mauer, der Nibelungenhort wäre unter die recht- mäßigen Erben vertheilt— die große Tragödie hätte nie- mals stattfinden können.— Achilles, der strahlende Held der Jliade, fand bekanntlich ein vorzeitiges Ende, weil ihm der Räuber der schönen Helena hinterlistig einen Pfeil in seine sprichwörtlich geworbene Ferse schoß. Was hätten ein Paar Stiefel aus Dave'schem Stoff bei dem hellenischen Helden nicht Wunder gewirkt— nimmer hätte der Un- verletzliche trauernd in den Orkus fahren brauchen, er wäre vielleicht an Altersschwäche, aber niemals an einem Pfeilschuß gestorben. Doch eine gute Erfindung kommt niemals»u spät. Wenn es die Helden unserer Tage bisweilen für zeitgemäß halten sollen, der Natur durch sanfte Polsterungen von Walte nachzuhelfen, so wird dieses Schönheitsmittel heute einfach ein Bedürfniß werden. Fehlen dem Lieutenant die Waden, so tritt Herr Dave ein, wölbt sich unter der glänzenden Uniform eine auffallende Hcldenbrust, so trägt man, um sein geliebtes Leben dem' Vaterland zu erhalten, höchstens ein Korset von Dave, und Niemand wird hierin ein Zugeständniß an die Eitelkeit erblicken können. Und wirkt die Davc'sche Erfindung nicht auch für Zivilisten bahnbrechend? Der Oberbürgermeister Zelle stieg neulich in die Eskarpins, wir wissen allerdings nicht, welche Figur er spielte, dazu reicht unsere Phantasie nicht aus, aber dürfte Herr Dave nicht auch in dieser Beziehung Dank verdienen, wenn er das Haupt unseres städtischen Gemein- wesens durch ein Paar bombensichere Eskarpins vor einem Fall auf dem glatten Boden unseres höfischen Parketts ge- sichert hätte? So sehen wir freudigen Blickes der Entwickelung unserer militärischen Verhältnisse entgegen. Unser herrliches Krieges- Heer wird im Gefühl seiner Unverletzlichkeit unüberwrndlich werden, es kann dem Steuerzahler daher auf die Bc- willigung der Militärvorlage,„voll und ganz", wie es die Regierung will, garnicht ankommen. Der Schluß ist zwar nicht ganz logisch, aber in einer Zeit, wo das Geldjudcn- thum von seinen Vorkämpfern aufgefordert wird, aus Furcht vor dem Aiitisemitismus auch für die Militärvorlage ein- zutreten, bedarf es solcher kleinlicher Beigaben, wie logische Beweisführung, überh pt nicht mehr..... I > Treppen kampiren lassen, so daß mich die Mitbewohner oft aufgefordert haben, endlich diesen Szenen ein Ende zu machen. Ich als Verwalter bedauerte die Frau, daß sie so leiden mußte. Im Monat Oktober 1892 mußte sich Frau Ohm infolge Krank- f hett nach dem Krankenhause begeben; ich wendete mich nun zu dem p. Ohm. um demselben zu erklären, U daß er nun für die rückständige und laufende Miethe zu sorgen habe, wo nicht, ich das Gericht in Anspruch nehmen müsse; p. Ohm erklärte mir hierauf, daß er. wenn er Miethe zahlen solle, ein Ochse, ich aber ein Esel und Rindvieh wäre, solche Forderung an ihn zu stellen, in Gegenwart von Zeugen. Auf diese Aeuße- � rung habe ich mich an das Gericht gewendet und ließ durch den Gerichtsvollzieher Herrn Rohde, Rosenthalerstraße, pfänden. Am 23. Januar d. I. kam Frau Ohm aus dem Krankenhause. Sie hat sich von da nicht in ihrer Wohnung aufgehalten, ist trotz meiner Aufforderung nicht zu mir gekommen, um mit mir Rück- spräche zunehmen(obgleich sie in demselben Hause eine Ztachbarin besucht hat). Am 30. Januar d. I. erschien ein anderer Gerichtsvollzieher. um eine Pfändung in der Ohm'schen Wohnung für Speise und Getränke von 31 Mark vorzunehmen; ich erklärte, daß die Frau Ohm und Kinder nicht hier, sondern bei der Schwester wohnen, und die Sachen für restirende Miethe gepfändet sind, worauf am 3. Februar d. I. die Wohnung verschlossen wurde. Darauf ersuchte ich Frau Ohm zur Zahlung und die Sachen ab- zuholen, worauf sie erklärte, 74 M. 40 M. zahlen zu wollen (wo nach 4 Monat Rest blieben, worauf der Eigenthümer ver» zichtete). Da Frau Ohm keine Zahlung leistete, forderte ich dieselbe mehrere Male auf, ihrem Versprechen nachzukommen, widrigen- falls die Sachen spätestens den 23. oder den 24. März(und nicht den 26.) nach der Pfandkammcr abgeholt werden, welches am 23. März durch den Gerichtsvollzieher Herrn Kleist, Grün- straße 10—11 wohnhaft, geschehen ist. Im wesentlichen werden die Betrachtungen, die wir an diesen Fall knüpften, von dieser Berichtigung in keiner Weise alterirt. Das Elend der armen Frau erscheint hier noch in viel traurigerem Licht, als sie nicht blos die Fürsorge für ihre Kinder zu tragen hat, sondern auch noch an einen solchen Mann, wie den geschilderten, gebunden ist. Die Einführung der mitteleuropäischen Zelt in Berlin ist während der Nacht zum Sonnabend durchgeführt worden. Die städtischen Normaluhren wurden von Angestellten der kgl. Sternwarte schon am Charfreitag Nachmittag auf die mittel- europäische Zeit hin regulirt, während die Kirchenuhrcn im Laufe des Abends gestellt wurden. Die Rathhausuhr wurde Punkt 12 Uhr Mitternacht der neuen Zeiteintheiluug unterworfen, auf der Stadt- und Ringbahn wurde bis Schluß des Verkehrs— also bis ca. 2 Uhr— nach der alten Zeit gefahren, die Stellung der Bahnuhren aber erfolgte um 12 Uhr Nachts. Am Sonnabend Morgen erst trat auf fämmtlichen Bahnhöfen Berlins der neue Fahrplan in Kraft. Auch die Omnibus- und Pferdebahn-Gesell- schaften der Reichshauptstadt haben für ihre Institute die neue Zeitrechnung eingeführt. Beim großen Publikum hat die Zeit- Umschaltung jedoch am heutigen Morgen arge Unzuträglichkeilen im Gefolge gehabt. Die meisten Arbeiter und Geschäftsangestcllten, welche pünktlich ihren Dienst antreten müssen, sind zumeist um 6 Minuten und mehr zu spät gekommen; die in Vorstädten und Vororten wohnenden derartigen Personen, die an die Einführung der mitteleuropäischen Zeit am heutigen Morgen nicht gedacht, A haben die Stadtbahnzüge versäumt. Bezüglich deS verschwundenen Wach? mann erfahren wir noch, daß gegen denselben eine Anklage wegen Majestäts- beleidigung schwebte und daß W. wohl schon ans Furcht vor Berurtyeilung flüchtig geworden. Die beiden neuen Geschäfts- inhaber— frühere Angestellte der Firma— haben sich mit Rücksicht auf die Gläubiger ihrer Aurechte auf die Firma be- fidben und führen nun im Auftrage derselben das Geschäft , veiter. Charakteristisch ist noch die Thatsache, daß im Geld- schrank des Verschwundenen für 10 000 Mark und zwar im Lause eines Jahres abgespielte Lottcrieloose gesunden wurden. Durch einen Schwindel wurde am 29. v. M. ein Dienst- Mädchen um sein Reisegepäck gebracht. Es kam auf dem Schlesischen Bahnhof an und gab einen Reisekorb in der Gepäck- expedition zur Aufbewahrung ab. Zunächst wollte es sich nach der Lmdoiverstraße begeben, gerieth aber nach der Stralaucr Chaussee und fragte hier schließlich«inen ihm fremden Mann, welchen Weg es einzuschlagen hätte. Der Fremde nahm sich ihrer sehr freundlich an. begleitete sie zu einein Schanklokal in der Alexanderstraße und erbot sich, ihr das Gepäck nach ihrem Quartier zu befördern. Sie vertraute dem Manne ihren Gepäck- schein an, hat aber den Reisekorb, der vom Bahnhof wirklich abgeholt wurde, so wenig wie den Mann wiedergesehen, DaS Messer hat in der verwichenen Nacht eine blutige Nolle gespielt. Als gestern kurz vor Mitternacht der Fuhrherr Schettler, Müllerstraße SS, mit seinem 19 Jahre alten Sohne Richard die Ecke der Chaussee- und Müllerstraße passtrte, be- gegnete ihnen eine lliotte halbwüchsiger Burschen, die sich ohne weiteres daran machten, die ruhig dahingehenden Leute vom Bürgersteige zu stoßen. Als sich Richard Schettler das ganz euergisch verbat, zog einer der Rowdies ein Messer und bohrte dasselbe bis zum Hefte in die linle Rückenseite des jungen Manne?. Der Geftochene brach sofort ohnmächtig zusammen, und das 57. Polizei-Revier ließ den Schwerverletzten zunächst »ach dem Paul Gerhardstiste zur Anlegung eines Nothverbandes und dann nach der Charitee befördern. Die Vertrauensperson deS IV. Wahlkreises, Osten, Genosse Robert Wenzels, hat seine Wohnung nach der Frucht- straße 30, Quergebäude 2 Treppen, verlegt. Marktpreise in Verlin am 30. März, nach Erwitte- langen deS Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von lS,S0— 15,00 M., mittlerer von 14,90—14,50 M., geringer von 14,40— 14,00 M. Roggen per 100 Kg. guter von 13,20—13.00 M., mittlerer von 12,90—12,70 M., geringerer von 12,60—12,40 M. Gerste per 100 Kg. gute von 17,50—16,30 M., mittlere von 16,20—15,10 M., geringe von 15,00—13,80 M. Hafer per 100 Kg. guter von 15,90—15,30 M., mittlerer von 15,20—14,70 M, geringer von 14,60—14,00 M. Stroh, Nicht- per 100 Kg. von — M. Heu p. 100 Kilogr. von 6,60—6,00 M. Erbsen, gelbe zum Kochen per 100 Kg. von 40,00—24,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 80,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 6,00— 4,50 M. Rind- sieisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleifch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50— 1,20 2JJ. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60— 0,80 M. Hammel- fleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 > bis 1,80 M. Eier per 60 Stück von 4,80—2,40 M." Fische per I Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 3,00—1,20 M. m- Zander von 2,40—1,00 M. Hechte von 1,80—1,00 M. Barsche von 1,60—0,70 M. Schleie von 2,40—1,00 M. Bleie von 1,40 bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 10,00—3,00 M. Polizelbrricht. Am 30. v. M. Vormittags wurde ein Knabe in der Bocckhstraße durch einen Arbcitswagen überfahren und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte.— Im Hause Uorkstr. 8 wurde Mittags die bereits stark verweste Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden.— Beim Ueberschreiten des ». � Fahrdammes vom Belle-Alliance-Platz nach der Friedrichstrahe vurde eine unbekannte, etwa 50 Jahre alte Frau von -- einem im scharfen Trabe fahrenden Geschäftswagen nieder- Slnlfgestoßen, schlug mit dem Kopfe auf das Pflaster und NiUvjxrfj� dabei einen doppelten Schädelbruch. Sie wurde Allee 2!mch dem Krankenhause am Urban gebracht.— In der Nacht zum 31. v. M. geriethen in der Müllerstraße mehrere Personen in Streit, wobei ein Arbeiter einen Messerstich in den Rücken erhielt. Er wurde nach Anlegung eines Roth- Verbandes nach der Charitee gebracht.— Arn 31. v. M. Morgens wurde ein Schankwirty in seiner Wohnung, in der Hirtenstraße, erhängt vorgefunden.— Abends vergiftete sich«in Metallschleifer in seiner Wohnung, in der Bocckhstraße, mittelst Cyankali.— In der Nacht zum 1. d. M. entstand vor dem Hause Linien- straße 66 eine Schlägerei, bei der ein Arbeiter eine Gehirn- erschütterung erlitt, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 31. v. M. fanden vier kleine Brände statt. Ein Anarchistenprozesi beschäftigte gestern die 2. Straf- kammer hiesigen Landgerichts l. Bor derselben hatten sich der Buchbinder Carl A r t e l t und der Handelsmann Robert Radau wegen Gehelmbündelei zu verantworten. Ein dritter Angeklagter, der Buchbinder Carl B i ck c l war zum Termin nicht erschienen. Die Angeklagten gehörten ursprünglich mit zu der Gruppe von Anarchisten, ans welcher sich der Hochverraths- Prozeß Caiiiin und Genossen entwickelt hat, welcher im Juli v. I. das Reichsgericht in Leipzig beschäftigte. Damals wurden Camin llnd Nennthaler-Berlin zu je 6 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, Ruff-Berlin zu 5 Jahren 6 Monaten, Höver- Gelsenkircheu zu 5 Jahren 3 Monaten und Winner-Jserlohn zu 4 Jahren Zuchthaus verurlheilt. Die drei oben erwähnten An- geklagten waren von der Hochverraths-Anklage verschont geblieben, gegen sie ist nur die Anklage wegen Vergehens gegen die ZZ 128 nnd 129 erhoben worden. Die fast 6 Stunden währende Ber- Handlung leitete Landgerichtsdireltor Brause wetter als Vorsitzender, die Anllagebehörde vertrat Staatsanwalt Rietze!, die Bertheidigmig führte Rechtsanwalt Wreschner l. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde während der ganzen Dauer der Verhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Wie aus der öffentlich erfolgten Verkündigung des Urtheils hervorging, sollen die Angeklagten durch die Beweisaufnahme überführt worden sein. Aus den vom Vorsitzenden angeführten Gründen ist folgendes hervorzuheben: Es sei gerichtsseitig be- kannt, daß der in London bestehende Klub„Autonomie" die Zentralstelle sei, von wo aus Propaganda für anarchistisch- sozialistische Bestrebungen gemacht werde und daß es hier- bei besonders darauf abgesehen sei, die Monarchie in Deutschland, sowie die ganze Gesellschafts- Ordnung zu stürzen. Daß dies staatsgesährliche Zwecke seien, bedürfe keiner Ausführung. Ferner sei zweifellos, daß der Klub „Autonomie" vollständig organisirt sei und deshalb als eine Verbindung bezeichnet werden müsse. Ter Angeklagte Artelt sei als Anarchist bekannt, er habe mit einem Führer der Anarchisten lange Zeit auf vertrautem Fuß gestanden und seine Behauptung, daß die bei ihm gefundenen Sammelbons und Listen der„Auto- nomie" nicht zum Zwecke der Weiterverbreitung bestimmt ae- wesen, verdiene daher keinen Glauben. Noch stärker sei ver Angeklagte Radau belastet worden. Er sei als ein besonders thätiges Mitglied der Partei entlarvt worden, der wiederholt unter Deckadresse Postftücke mit Exemplaren des anarchistischen Vereinsorgans„Die Autonomie" zn- geschickt erhielt und sich die Weiterverbreitung an- gelegen sein ließ.— Artclt wurde zu sechs, Radau zu neun Monaten Gefängnis» verurlheilt und je drei Monate auf die Untersuchungshast angerechnet. Der Autrag des Staats- anwalts auf sofortige Verhaftung wurde abgelehnt, da Flucht- verdacht dem Gerichtshofe nicht vorzuliegen schien. „Mit de Ehe ist det so, wie mit'ne belagerte Festung: die draußen sind, möchte» gerne'rin, und die drin sind, möchten wieder raus! Ick jehöre zu de jroße Armee von'rinjefallene Ehemänner!" Es war der Krankenwärter Glüsing, welcher gestern vor deni hiesigen Schöffengerichte auf grund seiner Er- fahrungen im Eheleben dieses Klagelied Jeremias anstimmte. Der Vorsitzende kannte den Mann bereits, denn er hatte ihn erst kürzlich wegen Mißhandlung seiner Ehefrau zu einer Gefängnißstrafe verurlheilt. Jetzt hatte er sich wieder wegen desselben Vergehens zu verantworten.— Vors.: Schämen Sie sich denn gar nicht, Ihre eigene Frau forivährend zu miß- handeln? Jetzt sollen Sie dieselbe sogar mit einem Hausschlüssel geschlagen haben.— A n gek l.: Dafor kann ick mir lejilimiren. — Präs.: Was heißt das?— Angekl.: Weil jede? Wort, wat die Frau sagt, die ick meinen ehrlichen Namen verliehen habe,'nc ansgestunkene Liege is!— Vors.: Hüten Sie sich ja, hier Beleidigungen auszustoßen.— Angekl.: So Eene kann ick ja»ich beleidigen. So ville wie die verdragen kann, kann ick ihr gar nich uffpacken, da is et Ende von weg! Wissen Se, wat die jemacht hat, als ick ihr geöhlicht hatte?— Vors.: Um Gotteswillen, erzählen Sie uns nicht ihre ganze Schmerzens- geschichte. Die kennen wir noch so ziemlich vom letzten Male. Es ist genug, wenn Sie sagen, Sie leben nicht glücklich mit Ihrer Frau.— Angekl.: Die jönne ick meinen ärgsten Feind nich. Am Dage der Hochzeit is se ausjerückt und ick habe fest- jestellt, daß sie Amme war. Ick kann mir darüber lcjitimiren, denn ick habe hier ihre Zeugnisse, wo sie als Amme jedient hat und een Kind, da drückt mau ja noch een Ooge zu, und so habe ick ihr ovch jesagt: Emilie, schön iS et nich, aber weil Du's bist, wollen wir's mit'n christlichen Mantel zudecken, aber nu kommt se noch mit Nummer Zwee, was se mir bis dahin ver- heimlicht hat un denn rückt sie aus und ick sitze als Bräuti- gam da wie Nulpe. Is det weiblich? Nee, uee, wir brauchen keene Schlummerköppe un ick bin... Vorsitzender(unter- brechend): Nun dämmen Sie mal Ihren Redefluß etwas ein und kommen Sie zur Sache. Sie sind doch mit Ihrer Frau wieder zusammengegangen, weshalb halten Sie nicht Frieden mit ihr? — Angekl.: Des kommt blos von ihren Umjang, dafür kann ick mir legitimiren. Wat rennt se denn immer zu'ne Frau, die schon zweemal an'n Strick jehaugen hat? IS det an- ständig, wenn se sich von de jungen Kerls Honig um die Backen schmieren läßt? Aber mit so'ne Gesellschaft hält se sich uff nnd dafor hat se von mir'n Acrjißmeinnicht jekriegt.— Präs.: Sie sollten doch nun durch Ihre vorige Verurtheilung klug geworden sein und nicht noch einmal gegen Ihre Ehefrau, die doch wieder von Ihnen gegangen ist, gewaltthätig werden.— Angekl.: Herr Jerrchtshof, ick denke, wir Männer müssen zu- sammenhalten. Wir brauchen keene Schlummerköppe! Wo sie mir zumulhet, daß ick soll in meine Jedanken wahnsinnig werden. von wcjen Dalldorf und so, damit sie in een Jahr vielleicht wieder eenen andern am Hochzeitstag ausrücken soll? Wo sie jesagt hat, sie läßt nich eher nach, als bis ick als Schaal- bruder dastehe? Dafor kann ick mir lejittmiren!— Vors.: Ihre Frau behauptet, daß sie von Ihnen mit einem Hausschlüssel geschlagen worden sei, als Sie sie vor einem Hause der Landsbergerstraße trafen.— An» geklagter: Meine Muster» Ehekrau schloß gerade den Thorweg uff, als ick ihr ins Ooje krieje. Ick trete janz friedlich rann un sage: Mile, wir können uns doch in Jüte auseinandersetzen. Was duht se? Sie will'n Thorweg zu- schmeißen, dabei jeräth mein Finger in die Dhüre, ick höre de Engel im Himmel pfeifen un habe ihr natürlich de Backen jeschminkt. Dafor kann ick mir lejirirniren.— Vors.: Nicht mit einem Hans- schlüssel?— Angekl.: Wenn die Person das behauptet, dann muß sie farbenblind sind.— Die Frau des Angeklagten, welche schüchtern zugesteht, daß sie ihren Ehemann als Hochzeits- angebinde zwei Kmver mitgevracht, davon aber eins verheimlicht hatte, beschwört, daß ihr Ehemann sie mit einem Hausschlüssel so gemißhandelt habe,„daß sie ganz schwarz im Gesicht gewesen". Der Staatsanwalt beantragt vier Wochen Gesüngniß. Vors.: Was haben Sie darauf zn sagen?— Angel Ick kann blos sagen, daß die Person schon von Jujend uffsiV Lügen und Trügen in die Ehe hineingegangen ist.— Vop Von Jugend auf ist sie in die Ehe gegangen?— Anget: Na, nach meinen Erfahrungen führt'n kinderloser Wittwer M jlücklichste Familienleben!— Der Gerichtshof erkannte au' drei Wochen Gefängniß. Soziale Lteberlithk: Steinsetzer werden in der„Allgem. Steinsetzer-Zeitung' ersucht, den Zuzug nach Potsdam, Posen, Halle und Leipzig fernzuhalten. Die organistrten Lithograph«« und Steindruck« BarmenS ersuchen um Fernhaltung des Zuzugs nach der Firma Htzll und Klein, wo ein Kollege gemaßregelt worden ist.» Streiks in Oesterreich. In Wien legten die Tischler der Firma Oswald u. Co., Ungargasse 21, wegen 30prozenttger Lohn Herabsetzung die Arbeit nieder.— Der Streik der Wien er Beinknopf-Drechsler dauert fort.— In Humpole« stellten die Arbeiter der Schaswollwaarcn-Fabrik Prokop Skorkowsky u. Sohn wegen Lohnabzugs die Arbeit ein.— In Mürzz Uschlag haben die Feilenarbeiter des Stahlwerks von I. Z. B l e ck m a n n ihre Forderungen bewilligt bekommen. Nunmehr traten auch die übrigen Arbeiter(Schmiede, Schleifer. Walzer, Former) in die Bewegung ein, um Zugeständnisse zu erlangen. Sie verlangen: Auszahlung des Lohnes aller 14 Tage und zwar Sonnabends; Aushebung des Zwangs, im Lebensmittel- Magazin einkaufen zu müssen: Unterlassung von Maßregelungen; Einsührung humaner Behandlung. Durch eine nene Verbesserung der Technik steht den S t i ck e r n abermals eine Verringerung der Arbeits- gelegenheit in Aussicht, wie das in der Aera des Privat- eigenthums an den Produktionsmitteln selbstverständlich ist. Ein Schweizer Blatt, der„Rheinthaler", berichtet darüber:„Seit einigen Tagen ist in der Maschinenwerkstätte Martini und Co. in Frauenfeld die von Herrn Martini erfundene Dampf- st ick masch ine im Betrieb. Es ist dies eine gewöhnliche Doppelmaschine, d. h. zwei gewöhnliche Handmaschinen sind so zusammen gekuppelt, daß sie gemeinsam in der Mitte nur cm Musterbrett und ein Manual haben und nur von einem Sticker bedient werden können. Am Manual sind zwei kleine Tambouren angebracht, in denen zwei schmale Riemen lausen, welche von der Transmission, die über der Maschine angebracht ist, herabkommen und die Maschine bewegen. Um die Dampf- kraft auf die Maschine zu leiten, hat der Sticker nur mit dem Daumen auf den Stift der Manualkurbel zu drücken und der Wagen bewegt sich von selbst. Der vticker hat mit der Hand die Kurbel nur zu begleiten, um jeweilen, beim Anzug oder beim Abtreten, die Dampfkraft abzuleiten, indem er in diesem Moment den Kurbelstift losläßt und, sobald der Wagen frei ist, wieder mit dem Daumen aus den Stift drückt. Je nachdem, stärker oder schwächer, auf den Stift gedrückt wird, ist der Gang der Maschine schneller oder langsamer." DerlÄtumUmgetti Eine Versammlung von GewcrbegerichtS» Beisitzern fand am Donneritag Abend behufs Besprechung der Organisation derselben statt. Körsten referirte über die Beschlüffe des pro- visorischen Ausschusses und war der Meinung, daß die Schaffung einer besonderen Organisation der Beisitzer nicht nothwendig er- scheine, umsomehr, da die Berliner Streik-Kontrolllommission be- reits die Kompetenzen besäße, die der event. zu bildende Berein der Beisitzer haben müßte. Es würden dadurch leicht Kompetenz- streitigkeiten entstehen, die man besser vermeiden sollte. Ferner sei es auch ein unsicheres Unternehmen, wenn die Beisitzer selbst die Lösung der Geldfrage rcsp. der Unkostendeckung über- nehmen wollten, dadurch würden wieder besondere Samm- lnnaen nothwendig werden. Der provisorische Ausschuß sei deshalb der Meinung, daß auch hier die Regelung der Geld- frage der Streik-Kontrollkommisston überwiesen werden solle. Die Gewerkschaften könnten aus ihren öffentlichen Fonds prozentual dazu beitragen. Die Kommission für die Aufnahme einer Statistik über sämmtliche Streitfälle, bei denen Beisitzer hinzugezogen wurden, solle sich aus drei Mitgliedern(Arbeit- uehmern) des Zlusschusses bilden, der auf grund des ß 31 des Ortsstatuts aus der Mitte der Beisitzer zu wählen ist. Jeder Beisitzer hätte nach Erledigung der Spruchsitzungen an diese Kommission zu berichten. Der genannte Ausschuß selbst habe di- Beisitzer, sowie alle Fragen, welche das Gewerbegericht angingen. den Gewerkschaften und der Oeffentlichkeit aegenüder zu ver- treten. Eine Beschwerde-Kommisston wäre nicht nothwendig, da die Beschwerden über einzelne Gewerberichter doch der betreffenden Gewerkschaft überwiesen werden, müßten die allein bei Verstößen der Beisitzer schon richtig entscheiden ivürde. Es würde aus diese Weise auch keine Zwistigkeiten geben. I a c o b e y besprach hierauf die Vereidigung der Beisitzer. Ans Grund des Z 24 des Ortsstaluts könne jeder Beisitzer, auch wenn er Dissident sei, gc- zwungen werden, den religiösen Eid zu leisten. Redner war der Meinung, daß vielleicht der Gesetzgeber gehofft habe, durch die Bestimmung der religiösen Eidesformel den Beisitzern eine objek tive Urthnlssällung zu ermöglichen; seiner Ansicht nach seien aber Charakterfestigkeit und Sachkennt- niß diejenigen Faktoren, welche den Beisitzer in denStand setzten ein sachliches Urtheil zu fällen. Die Beisitzer, welche nun Dissidenten seim, dürften nicht etwa hoffen, vom Eide entbunden oder auf eine andere Weise verpflichtet zu werden; das sei genau so wie bei den ordentlichen Gerichten, auch dort müßten diejenigen, welche aus der Landeskirche ausgetreten seien, oder keiner der vom Staate anerkannten Religionsgesellschajt angehörten, den Eid leisten, ganz gleich, ob sie gottgläubig oder Atheisten seien. Sollte sich ein Beisitzer dessen weigern, so sei es zweifellos, daß der Oberpräsident die Bestätigung desselben ver sage, denn nicht umsonst befände sich am Schluß des§ 24 des Ortsstatuts die Bemerkung„Heber die Vereidigung wird ein Protokoll aufgenommen." ES werde freilich nicht ausbleiben, daß unsere bürgerlichen Gegner aus unserer Eidesleistung Kapital schlügen, indem sie jedenfalls anführen würden: Seht diese Sozialdemokraten, sie schwören sogar bei Gott; ebenso würde auch die sogenannte radikale Seite von Berstachung reden; kein Beisitzer sollte sich aber dadurch von der Leistung der Eides- formet abhalten lassen. Die Ansichten der aufgeklärten Arbeiter über die religiöse Eidesleistung bleiben dadurch unberührt. Leisten wir den Eid nicht, so lverden wir nicht bestätigt, also leisten wir ihn, damit wir in die Lag« kommen, die§§ 70 bis 67 uns zu Nutz zu machen. Redner empfahl zum Schlüsse seiner Ausführungen nachstehende Resolution: „A)ie heutige, in der Berliner Ressource tagende Versamnv lung der Gcwerbegerichs-Beisitzer erklärt: In Erwägung, daß durch die im Gesetz, betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1390 unter§ 20 ausgesprochene Bestimmung:„die Beisitzer sind vor der ersten Dienstleistung durch den Vorsitzenden eidlich zu verpflichten"— keineswegs die Garantie gegeben ist, daß die in Frage kommenden Personen nur auf grund des gc leisteten Eides im stände sind, die Pflichten eines Beisitzers de Gewerbegerichts getreulich zu erfüllen, und weil anzunehme» ist. 料 daß sämmtliche hier in Frage tommenden Beisitzer grundfäßlich| Papke für unwürdig zu erklären, irgend ein Amt in der Arbeiter-| erfundenen angeblich schießficheren Stoff statt. Es wurde mit mit der Form des Eides nichts gemein haben, spricht die Ver- bewegung au bekleiden. Sie sieht sich veranlaßt, die Sache näher dem 8, Millimeter Mannlichergewehr geschoffen. Die Versuche fammlung ihr Bedauern aus, daß im Geseze zum Gewerbegerichte zu untersuchen und wird dann ihr Urtheil fällen. Im weiteren sollen überraschend zufriedenstellend" gewesen sein. eine derartige Klausel enthalten ist. Verlauf der Versammlung brachte Fräulein Baader noch den In Lille ist ein großer Theil des Arsenals abgebrannt. Das Aufruf der Arbeiter- Bildungsschule betr. den Unterricht in der gesammte Material zur Herstellung der Patronen und Ladung Gesetzeskunde für die Beisiger zum Gewerbegericht in Erinnerung. der Melinitgeschoffe, sowie sämmtliche geheim gehaltene Justru Ferner wurde bekannt gegeben, daß das Fachblatt für den Süden mente find vernichtet. Der entstandene Schaden wird auf eine vom Kollegen Dittmer, Brandenburgstraße 71, und für den Norden Million geschäßt. vom Kollegen August Gesert, Feldstraße 13, zweiter Gingang, II, Durch die Fenersbrunft in Bleiberg wurden 35 Wohnverbreitet wird. Nach Schluß der Versammlung fand ein ge gebäude und 13 Wirthschaftshäuser eingeäschert. Viele Personen müthliches Beisammensein statt. find obdachlos. Die heute versammelten Beisitzer erklären daher, nur aus tattischen Gründen der Eidesleistung in der vorgesehenen Form nachzukommen. Die Versammlung diskutirte nun die Vorschläge des provisorischen Ausschusses der Reihenfolge nach. Beschlossen wurde fodann, vor der Hand von einer Vereinsbildung Abstand zu nehmen. Ferner wurde die Aufbringung der Gelder der Streit- KontrollKommission überlassen. Berliner Depeschen: de J Schimansty bemerkte, der Magistrat folle die ZuIn Wilhelmsberg tagte am 26. März eine gutbesuchte fammenfünfte der Beisiger in folchen Drganen publiziren, die öffentliche Versammlung mit dem Genoffen Massini als von Arbeitern hauptsächlich gelesen würden, also im Vorwärts". Referenten. Das auf der Tagesordnung stehende Thema:„ Der Rörsten führte an, es sei nothwendig, daß bei Spruchsizungen letzte Bergarbeiterstreit" wurde in flarverständlicher Weise be die Beifizer sich nach jeder einzelnen Sache zur Besprechung und handelt; die lebhafte Diskussion nach Beendigung des Vortrages ( Depeschen des Burean Herold.) Urtheilsfällung zurückzögen; es dürfe nicht erst, wie dies anderswo zeigte, daß Massini den Anwesenden zu Herzen gesprochen hatte. zum Theil üblich, über eine ganze Reihe von Sachen verhandelt Lokalfominiffion; gewählt wurden Janviers, Elsbolz und Lück. heute Vormittag auf der Polizeibirektion ein umfassendes GeDes ferneren befaßte sich die Versammlung mit der Neuwahl der München, 1. April. Der verhaftete Bader Guttenberger legte werden. Die Versammlung beschloß, dahin zu wirken. Bei der Diskussion über die Eidesfrage bemerkte Schimansty noch, Scharf gerügt wurde noch, daß die zeitweilig hier arbeitenden ständniß ab, wonach derselbe den Dietkirchener Naubmord allein daß die Beisitzer Berlins auch ohne die religiöse Gidesformel mit arbeiter- fich so wenig um die Interessen der Arbeiterschaft vornehmlich Maurer, Zimmerer und sonstige Bau- begangen hat. der nöthigen Portion Verstand ausgerüstet seien, um Christiania, 1. April. Die hiesigen Sozialdemokraten be fümmern, daß sie ohne Berücksichtigung der ihnen bekannten Beschlossen, am 1. Mai für den achtstündigen Normalarbeitstag und zu wissen, wie fie nach Lage der Sache 3 ftimmungen der Lokalkommission ihr Geld meistens in gesperrten am 17. Mai( Unionstag) für das allgemeine Stimmrecht zu urtheilen hätten. Die Resolution gelangte darauf zur Lokalen verzehren. Vielleicht trägt diese Veröffentlichung dazu demonstriren. einstimmigen Annahme; ebenso ein Zusak, in dem die Beisiger bei, die Herren auf ihre Pflichten als Arbeiter aufmerksam zu den Wunsch aussprechen, daß sie, statt durch die religiöse Eides formel, durch Handschlag auf Ehre und Gewissen verpflichtet machen. Nachdem eine im Sinne des gehörten Referats gewerden möchten. Zum Aufruf der Arbeiter- Bildungsschule be- baltene Resolution Annahme gefunden hatte, wurde die Verschloß die Versammlung, es jedem Beisitzer zu überlassen, ob er sammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. an den Rechtskursen theilnehmen wolle. Die Bildung der stati- Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 2. April cr., Borm. 10 Uhr, stischen Kommission wurde dem zu wählenden Ausschuß überlassen, Rosenthalerftraße Nr. 38: Herr Bogtherr. Im Böhmischen Brauhause: Herr derselbe soll auch die entsprechenden Fragebogen dazu formuliren. Manaffe. Montag, den 3. April: Rosenthalerstr. 38, Fenvortrag, Orts- Krankenkaffe der Schuhmacher. Besprechung der Delegirten Die Versammlung beschloß nun, in die Vorwahl des Arbeit am Dienstag, den 4. April cr.( s. Osterfeiertag), Nachm. 4 Uhr, bei Feindt, nehmer- Ausschusses einzutreten, welcher laut Bekanntmachung des Weinstr. 11. Theater- und Vergnügungsverein Fritillaria", Barnimftr. 16, bet Magistrats am Mittwoch Abend im Bürgersaale des Rathhauses Berrn Dreßler. Sonntag, den 2. April( 1. Osterfetertag): Herrenpartie nach endgiltig zu wählen ist. Es wurde dazu gewünscht, daß dem Grunewald. Sammelpunti im Bereinslokal. Montag, den 8. April die zehn Beisiger, die in der Bersammlung dazu nominirt( 2. Dfterfeiertag), Nachm. 5 Uhr: Sigung, nachdem Fidelitas und Tanz. Gefelliger Verein„ Regina". Sonntag, den 2. April( 1. Osterfeiertag), würden, auch am Mittwoch mit möglichster Ginstimmigkeit humoristische Soiree, verbunden mit Theater- Borstellung und Tanz im Klub: aus der Wahl hervorgingen. Es wurden nominirt aus der haus, krausenstr. 10. Anfang 7 Uhr. Entree intl. Tanz 60 Pf. Gäste will1. Gruppe Bäcker Pfeiffer, aus der 2. Gruppe Hausdiener tommen. Vergnügungsverein Deutsche Einigkeit", Andreasstraße 3. Montag, Grauer, aus der 3. Gruppe Töpfer Thieme, aus der den 8. April, Bachm. 5 Uhr: Borträge und Tanz. 4. Gruppe Former Rörsten, aus der 5. Gruppe Klavierarbeiter Achtung, Schuhmacher! Große öffentliche Bersammlung aller in der Riediger, aus der 6. Gruppe Schneider Pfeifer, aus der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins am Dienstag. den 4. April( 3. Osterfeiertag), Borm. 10 Uhr, in Königsbant, Große Frant 7. Gruppe Buchbrucker Stößel, aus der 8. Gruppe Glas- furterstraße 117. Tagesordnung:„ Der internationale Schuhmacher Kongreß schleifer Mailchen, qus der 9. Gruppe Arbeiter apple. in 8ürich" 2c. Da der Ausschuß jedoch aus 20 Beisigern( 10 Arbeitgebern und 10 Arbeitnehmern bestehen muß, so wurde noch beschlossen, den Kellner Ebert zu nominiren. Auf diese Weise ist der Ausschuß für Gutachten aus fämmt lichen Gruppen zusammengesetzt. Nunmehr wurde beschlossen, diese 10 Personen am Mittwoch in den Ausschuß zu wählen. Hierauf erfolgt Schluß der Versammlung. trauensmann. Briefkaffen der Redaktion. Dietrichsdorf bei Stiel. In Schn. befindet sich kein Ver Jemand bei Potsdam. Warum geben Sie feine Angabe, unter welchem Zeichen Ihnen geantwortet werden soll, wenn Sie nicht wünschen, daß Ihr Name genannt werde? Die politischen Gemeinden haben keine Verpflichtung, Kirchen zu erbauen, die ein Gemeindefirchenrath gebaut zu sehen wünscht. So weit geht das bestehende Gefeß denn doch noch nicht. J. K. Das Geld haben Sie noch zu beanspruchen, wenn es in der That nicht zu gunsten Ihrer Erziehung verwendet sein follte. C. St. Forderungen von Fabrikunternehmern, Raufleuten, Krämern, Handwerkern für Waaren oder Arbeiten verjähren in zwei Jahren, vom 31. Dezember des Jahres an gerechnet, in dem die Forderung erwachsen ist. Die Verjährung Es verjähren nicht vor 30 Jahren die Forderungen, welche in bezug auf den Gewerbebetrieb des Empfängers der fich hiernach je nachdem. Waare geliefert sind. Ob Ihre Schuld verjährt ist, beantwortet 5 Uhr: Gigung im„ Eminemünder Gesellschaftshaus", Swinemünderstraße 35. Privat- Theaterverein Cohengrin". Sonntag, den 2. April, Nachm. wird burch Anerkenntniß des Käufers unterbrochen. nach der Sigung: Gemüthliche Fidelitas u. Borträge. Montag, den 3. April ( 2. Osterfeiertag): Herrenpartie nach Friedrichshagen- Rahnsdorf. Dienstag, den 4. April cr., Abends 8 Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe, Solzmarttftr. 67. kommandantenstr. 10-11. Borstands- Siyung. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner Berlin. Montag, den 3. April( 2. Osterfeiertag), Abends& Uhr, im großen Saale der Armin Hallen, Kommandantenstraße 20: Feier des 1. Stiftungsfestes. Gemüthliches Betfammensein, Vorträge und Tanz. Stehe die heutige Annonce. Dermischtes. B Mt. St. Leider nein: 47 Wochen Beiträge ist das Mindeste, was behufs Erlangung einer Invalidenrente abgesehen von den anderen Erforderniffen nothwendig ist. Ferienkolonie 2. Temporär invalide heißt vorübergehend invalide. Den Antrag müssen sie beim Bezirksfommands ftellen. Von der Kontrollversammlung sind sie nicht befreit. Die Filiale 2 des Vereins deutscher Schuhmacher tagte ain 26. März. Nach einem von Frl. Ottilie Baader gehaltenen Vortrage über Die Kulturmission des Muhamedanismus" wurde unter Berschiedenem eine Reihe Mittheilungen gemacht. Fleischer berichtete, daß der aus dem Streit bei Mauff bekannte Zwicker Gutgesell jetzt die Leipziger Kollegen, welche von seinen hiesigen Heldenthaten in Kenntniß gesezt feien, gegen fich aufgebracht Die Kreuz Beitung" bringt an hervorragender Stelle Briefkaffen der Expedition. habe. Auch an diesem Falle wurde der Werth der Organisation eine Mittheilung über mysteriöse Borgänge in der bargelegt. Krause forderte die zu Vertretern der Arbeitnehmer Umgebung der spanischen Königin Isabella. Für die Bergarbeiter gingen ein: gewählten Mitglieder der Ortskasse der Schuhmacher auf, am Der spanische Grande Herzog von Gustro- Ferrano und die erste Gesammelt von den Parteigenossen in Adlershof 2. Rate 5. April bei Feuerstein zahlreich zu erscheinen. Es wurde darauf Hofdame, Herzogin von Hijar, haben plöglich ihre Aemter, die sie Bötert 20,-. Ginige Parteigenossen Halle a./S. 2, Klub hingewiesen, daß der Borstand der Kaffe durch Säulenanfchlag feit Jahren bekleideten, niedergelegt. Auch ihre Tochter, die Reimer II 10, Ginstandseier Möckernstraße 3,-. Gesammelt bekannt gegeben hat, daß nur diejenigen Einlaß erhalten Infantin Gulalia, hat sie verlassen und sich nach Madrid an den bei der Geburtstagsfeier in der Eichkatze 4,20. fönnten, welche im Besize von Vertreterkarten seien. Bis Hof begeben. Niemand weiß etwas- Näheres anzugeben, aber man Durch die Streit- Kontrollkommission: jezt habe aber noch fein Vertreter Karten erhalten. Lau be- muthmaßt etwas ungewöhnliches. Sollte die Tugendrose der Liste 506 Diskutirklub Zentrum 4,60. Siste 507 1,-. Lifte richtete über die legte Versammlung der Frauen und alten Dame noch einmal aufgeblüht fein sollte die Ertönigin Mädchen Krankenkasse. Nach längerer Diskussion fand sich einen neuen-Geheimfekretär à la Marfori engagirt Summa 50,45 M. Bereits quittirt 18 570,85 M., in Summa 13 621,30. folgende Resolution Annahme: Die Versammlung spricht der haben? hiesigen Filiale der Zentral- Krankenkasse für Frauen und Mäd In der Preßburger Patronenfabrik fanden Schieß- Fran Wittmann, Mulackstraße. Theilen Sie uns den chen, Siz Offenbach, das Recht ab, unfern Genossen und Kollegen proben mit einem von dem ehemaligen Fabrikdirektor Sylaender Namen Ihres Spediteurs mit. 0 Weimann's Volksgarten Gesundbrunnen. Eingang: Badstr. 56, u. Pankstr. 25. 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Figonium des Yorstandes der SPD Zwei Drts- Krankenkasse der Ladirer) zu Achtung! Schneider! grosse Matineen bent. Generalversamml. Dienstag( 3. Feiertag), Vormittags präzise 10 Uhr: am Montag, den 3. April cr.( 2. Osterfeiertag), veranstaltet vom sozialdemokratischen Wahlverein des 2. Berliner Reichstags: Wahlkreises, in den Lokalen: Kliem's Volksgarten, Hasenhaide 14-15, Lehmann's Lokal, Kreuzbergstr. 28-29, unter gütiger Mitwirkung der Gefangvereine( Mitgl. d. A.-S.-B.) Kreuzberger Harmonie" in Kliem's Lokal und frühlingsluft" in Lehmann's Lokal. Die Musik wird ausgeführt von Zivil- Berufsmusikern. Anfang 12 Uhr Mittags. Programm 20 Pf. Programme find in allen Zahlstellen und bei den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 372/11 Zentralverband deutscher Maurer Zahlstelle 1 Berlin( Putzer). Wohlthätigkeits- Matinee am 3. April( 2. Osterfeiertag) in der Bürger- Ressource, Rommandantenstr. 57. Programms à 25 Pf. find bei folgenden Mitgliedern zu haben: L. Simanowski, Ackerftr. 57; P. Kuhring, Mariendorferstr. 16; H. Bolze, Meidenweg 28; H. Thielecke, Schöneberg, Marstr. 2; Nordmann, Oppelner ftraße 34; Thonig, Oppelnerstr. 19; Schulz, Putbuserstr. 19; Kelpin, Demminerfir. 11; Hannemann, Heimstr. 23; Schmidt, Memelerftr. 60; H. Gräschke, Stephanstr. 36. 244/12 Versammlung für Frauen und Männer heute, Sonntag, Vorm. 101/2 Uhr, in Pape's Salon, Badstr. 58. Zagesordnung: am Sonnabend, Abends Punkt 81/2 lihr, in Röllig's Lokal, Neue Friedrichstr. 44. Zagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Bericht des Ausschusses. 3. höhung der Beiträge. Zwei Versammlungen. Für den Westen, Schöneberg, Charlottenburg im 8. Antrag des Borstandes auf Gr. Königshof, Bülowstr. 37. Ref.: L. Pfeifer. Für den Südosten in Renz' Salon, NaunynStraße 27. Ref.: J. Timm. 4. Antrag auf Herabminderung der Leistungen( auf Anfuchen d. Magistrats). Stimmungen. 5. Beschlußfassung über Strafbe6. Beschwerde des Vorstandes gegen den Kassenboten Herrn W. Ehrichs. 7. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer find hiermit eingeladen. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ersucht um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. 3124b Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller in der Kürschnerbranche beschäft. Arbeiter n. Arbeiterinnen. Dienstag, den 4. April( 3. Feiertag), Vormittags 10 Uhr, Altes Schüßenhaus, Linienstr. 5/6. Tagesordnung: 1. Welche Forderungen stellen wir zur nächsten Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Lohnkommiffion. 190/8 Bortrag bes Stadtverordneten Theodor Metzner über:„ Das Dfterfest, Allgem. Unterstützungsand was feiern wir in demselben? Um zahlreiches Erscheinen bittet 407/9 Der Einberufer. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Montag, den 3. April 1893( 2. Osterfeiertag) 1. Stiftungstest. Concert, Theater- Vorstellung, Tanz im großen Saale der Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, Anf. präz. 6 Uhr. Billets für Herren 50 Ps., Damen 30 Pf. sind bei W. Hinz, Dresdenerstr. 48, H. Kasse f. Lederzurichter im Polizeibezirk Berlin( E. H. 50.) General- Versammlung Sonntag, den 16. April 1893, Vormittags 10 Uhr, bei Herrn Feindt, Weinstr. 11. Tagesordnung: 3059b 1. Abrechnung vom 1. Quart. 1893. 2. Geschäftliche Mittheilungen. Der Vorstand. J. A.: G. Busse. 3 Tr., C. Manouvrier, Brandenburgstr. 38, part., Restaurant 5. Saß, Mart Stuckateure. grafenftr. 102, sowie im obigen Lokal zu haben. Landsleute, Gäste willkommen. 3132b Der Vorstand. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin. Am Dienstag, den 4. April 1893, findet keine Vereins- Versammlung ftatt, sondern am Dienstag, den 18. d. M., Alte Jakobftr. 48a. 271/13 Der Vorstand. Mittwoch, den 5. April cr., Abends 8½ Uhr, bet 14( früher Kranken- u.Begräbniß- ZuschußFeuerstein), Alte Jakobftr. 75: Monats Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Wahl eines Hilfskassirers. 3. Verschiedenes. willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Säfte 860/10 Der Vorstand. Möbelpolirer! Dienstag, den 4. April( 3. Osterfeiertag), Vorm. 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung in Rixdorf, Knesebeckstr. 77. Tages- Ordnung: 252/16 1. Die Polirerei in der Bergangenheit und in der Gegenwart. Referent Rollege Gustav Reuter. 2. Gründung einer Zahlstelle des Verbandes. 3. Geschäftliches. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Kommission. Graveure und Ciseleure. Kaffe der Töpfer und Berufsgenossen zu Berlin. ( E. H. Nr. 109.) Kassen- Abende finden jeden 2. Montag im Monat im Vereinslokal von 8-10 Uhr Abends, Alte Schönhauserstr. 42, statt. Da selbst werden neue Mitglieder aufgenommen. Nähere Auskunft ertheilt Pehl, Borsigender, 327/3 Eberswalderstraße 28, Hof 2 Tr. Schneider, Schriftführer, Reinickendorferstraße 2, 2 Tr. der Sänger- Chor 391/11 Zages Ordnung: Unsers Forderungen und die Berechtigung derselben. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Die Agitationskommission. Die Streiffarten werden täglich zweimal( mit Ausnahme der beiden Feiertage) im Bureau, Schüßenstr. 18-19, abgestempelt. Alle Geschäfte, welche nicht durch uns als geregelt bekannt gegeben werden, find gesperrt. Die Sammelliste Nr. 125 ist verloren gegangen; wir bitten dieselbe bei event. Borzeigung anzuhalten. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Militär- Lieferungs- und Konfektions- Schneider, am Dienstag, den 3. Osterfeiertag, Abends 81/2 Uhr, in gaberecht's Fettsälen, Große Frankfurterstr. 30. 1. Lages- Ordnung: wir zu demselben ein. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. 1. Der Streit der Zivil- Schneider und welche Stellung nehmen 237/16 Kollegen! In anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, daß Ihr alle Mann für Mann in dieser Versammlung erscheint. Zeigt, daß Ihr gewillt seid, unsere ftreifenden Kollegen zu unterstüßen im Rampfe ums Dasein. tung eingeladen. Die Kollegen der Firma Neumann werden besonders zu dieser Versamm Zur Deckung der Unkosten findet eine Zellerfammlung ftatt Der Einberufer. Allgemeiner Frauen- Bildungs- Verein für Berlin und Umgegend General- Versammlung am Mittwoch, den 5. April, Abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. ages Ordnung: 1. Umtausch der Mitgliedsbücher des Arbeiterinnen- Vereins. 2. Wahl des Borstandes. 3. Besprechungen über Vereins- Angelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Ethische [ 156/14] Gesellschaft. Sonntag, den 2. April, Abends 7 thr: zwei Versammlungen. I. Kommandantenftr. 79( Gratweil's Bierhallen): Vortrag des Herrn Julius Türk: Der Kampf gegen das Verbrechen. II. Grenadierftr. 33 ( Seefeld): Vortrag des Herrn Waldeck Manasse: Festvortrag. Damen und Herren als Gäste stets will tommen. Nach den Vorträgen: Geselliges Beisammensein. Die Generalversammlung findet am Dienstag, den 11. April, Joh, Klukowsky. 114/11 bends 8 Uhr, Kommandantenste. 20( Arminhallen), oberer Saal, statt. Mitgliedskarte legitimirt. Zum Besten der Arbeiter-Sanitäts- Kommission. Vorträge der Herren Dr. Zadek und Herm. Stüve- gamburg über Die Cholerazeit in Hamburg 1892, 31816 illuftritt durch 40 Lichtbilder und Diskussion. Ostersonntag: Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 78, Vorm. 10/2 Uhr. Ostermontag: Norbert's Festsaal, Beuthstrasse 21, Vormittags 10 Uhr, Entree 10 Pf. Um zahlreichen Besuch dieser hochinteressanten Bors Die Arbeiter- Sanitäts- Kommission träge ersucht Töpfer Selins Nepomuk- Bräu, und Umgegend veranstaltet am Dienstag( 8. DfterDienstag, den 4. April( 3. Feiertag), Abends 7½½ Uhr, in feiertag), Abends 7 Uhr, im Fenernein's Salon, Alte Jakobstr. 75: 177/ Restaurant Schirrmacher, Andreas- Strasse 26, Oeffentliche Versammlung mit Damen. Zagesordnung: 1. Vortrag des Frl. Baader über: Frauen- und Kinderarbeit. 2. Distusfion. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Nach Gesellige Unterhaltung, der Bersammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. NB. 1. Oster- verbunden mit Tanz und komischen feiertag: Frühschoppen der Kollegen bei Bachmann. Der Vertrauensmann. Vorträgen. Entree frei. Zahlreiches Erscheinen aller SangesDer Vorstand. Große öffentliche Versammlung freunde erwartet der Bau- u. gewerbl. Hilfsarbeiterverein zur Wahrung für Rigdorf und Umgegend. 3136b 124/1 der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Montag, den 3. April( 2. Osterfeiertag) Abends 7 Uhr, im Restaurant Montag, den 3. April 1893( 2. Osterfeiertag), Vormittags 10 Uhr, im Lotale des Herrn Lüderitz, Rosenfee- Terraffe, Britz, Chauffeeftr. 69/70. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation und die Herbeiführung eines Gewerbe- Schiedsgerichts. Referent; Stadtverordneter Genoffe Th. Metzner. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Allgemeine Deutsche Schirrmacher, Andreasstraße 26, Hof part., Geselliges Beisammensein, verbunden m. Tanz, b. freiem Entree. Der Vorstand. NB. Die im ,, Vorwärts" annoncirte Versammlung fällt aus. 8135b Buschuß- Kranken- und Sterbekasse( Siz Mainz). Bu zahlreichem Befuch ladet ein. In nachstehenden Zahlstellen werden Beiträge entgegen und neue Mitglieder aufgenommen: Restaurant Poft", Dresdenerstr. 136 und ermer schmidt, Perlebergerstraße 28, Sonnabends von 7-9 Uhr, fowie in den Bigarrengeschäften der Herren Wiesner, Andreasstr. 60; Bohne, Frankfurter Allee 135; Gumpel, Barnimftr. 42; 25 wenberg, Neue Schönhauferftr. 18; und Herholz, Brunnenstr. 145, Hof rechts. 406/4 H. Schulz, Rassirer, Memelerstr. 60a. Achtung! Charlottenburg! Achtung! Dienstag, den 4. April, Abds. 8 Uhr, im Lokal Bismarkshöhe: Oeffentliche Volksversammlung für Frauen und Männer. Tages- Ordnung: Das Schreckgespenst der Bourgeoisie. Referent Stadtverordneter Fritz Zubeil- Berlin. Distussion. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenslente. 842/7 Athleten Verein Atlas, 2. Ofterfeiertag von 12-3 Uhr: Grosse Matinée Der Vorstand. in Road's Festfälen, Brunenſtr. 18/19. 80186 Studateure werden an den Feiertagen zur Morgen sprache freundlichst eingeladen. 31196 F. Horlemann, Kaiser Friedrich Straße Nr. 8, Groß- Görschen- Bahnhof. B Kanarienhähne verkauft Krebs, das neueste Produkt des ,, Böhmischen Brauhauses". Böhmisches Nepomuk- Bräu" fteht bem echten Bilsener Sanct Nepomuk Bier" des bürgerlichen Brau hauses in Bilsen vollkommen ebenbürtig zur Seite, da es aus denselben Materialien wie dieses hergestellt, nur durch Ersparniß der Fracht und Zollspesen bedeutend billiger ist. ,, Nepomuk- Bräu" bedarf, um fich einzuführen, durchaus nicht der Mani pulationen weitherziger Restaurateure", die dem Bilsener" ähnliche Biere als echt Pilsener" vers schänken, wie die Vertreter des Pilsener Bieres be Brauhaus, haupten, denn es empfiehlt sich durch Glanz, Feuer und feinstes Hopfenaroma von selbst, wie ein Ber such bestätigen wird. 89462 Berlin ,, Nepomuk- Bräu" 66 ist für Gesunde und Kranke ein leicht be. 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Unser Bismarck war der allmächtige doch wieder, wie früher der gefallene Monarch, zu gunsten Escher; er war, um Kleines mit Großem zu vergleichen, auch das Einspruchsrecht zu wahren. Eine weitergehende wie Bismarck einäugiger König im Manchester- und Bourgeois Aufgabe stellte sich die Konvention nicht; sie trug dabei noch Reiche der Blinden; alles schrie Hosiannah! nur die Sozial- Sorge, das Veto zu einem bloßen Scheinrecht zu machen und demokraten fatbuckelten nicht, sie allein wollten das schaffte es schließlich selbst ab( 1795) mit der ganzen nie ins goldene Kalb" nicht umtanzen comme chez Leben getretenen Verfassung von 1793." vous, - Don M steeple chase wie die Franzosen vor 100 Jahren; was gilt's, Erfahrungen gemacht, tonnte. Die Staatsweisen tout " " will man überganz wie bei Euch z' Haus, im deutsch= preußi-" Das Veto präsumirt, sett also voraus die Zustimmung fchen Zucht, Furcht- und Sittehaus ein Vierteljahrhundert des Wolfes, wenn nicht innert der gesetzlichen Frist Einsprache später. erhoben und die Erprobung durch allgemeine Voltsabstimmung Wie die Republik ein politischer Unter dem Drncke dieser Pluto und Bankrotatie, diesem verlangt wird. Im Beto äußert sich demnach die Voltsabstim Kommunismus ist, so wird die Sozialdemo- Geldprogen- Regiment wurde die direkte Volksgesetzgebung, soweit mung als negative Funktion. Die Verfassung von St. Gallen fratie eine fommunistische Republik sein. sie damals in der Schweiz möglich war, ausgebrütet; während von 1831 folgerte somit forrekt aus dem Begriffe des Hauptgrundsatz des, Bukunftsstaates" soll sein: dieser langen Intubationszeit wurde es auch in unsern Köpfen Veto, wenn fie vorschrieb, daß die bei der BetoRepublik anisirung der gesellschaftlichen endlich warm, und wir machten uns klar, was für politische und Abstimmung nicht Stimmenden als Annehmende betrachtet Arbeit, die im heutigen Kapital- und Man- foziale Institutionen wir bei einer allfälligen Voltsbewegung in werden. Beim fakultativen Referendum dagegen wird die chester Staate monarchisch betrieben wird. Borschlag bringen wollten. Und siehe da! kaum waren wir Voltsabstimmung nicht zum Zwecke der Verwerfung verlangt, ( Den Fabrifkönigen Krupp- Stummi- Baare so leiblich parat, da kam die Bewegung gegen Ende 1867 nach sondern es ist dasselbe, gleich wie das obligatorische, eine Form und dem Fortschrittler Spar- Agnesel" in's einer Cholera. Die Demokraten und Sozialdemokraten rückten der Santtion, der Genehmigung des Gesetzes; eine Annahme Stammbuch.) vereint frisch und fröhlich ins Feld mit den großen Kanonen der ohne Sanktion wird nicht präsumirt. Während aber beim obliDie schweizer Freiheit stinkt," so hört man oft von deutschen der Regierung, Staatsbank, Progressiv- und Erbschaftssteuer, Sanktion immer stattfinden muß, wird sie beim fakultativen ReVolksgefeggebung: Initiative und Referendum, Bolfswahl gatorischen Referendum eine Volksabstimmung zum Zwecke der Freiheitsmännern flagen! Wohl ihr, daß sie die Eigenschaft des Erleichterung der Staatslasten für Bauern und Arbeiter, 2c. 2c. ferendum nur auf besonderes Begehren einer Anzahl Stimm Geldes nicht hat, denn wenn sie nicht stänke", wäre sie uns Vor den Volksmassen in vier großen Landsgemeinden und Bolts- berechtigter vorgenommen; aber auch unter di sem Systeme iſt schon längst geraubt worden. Naturnothwendig kommt ihr übler versammlungen unter freiem Himmel bei stürmischer Witterung das Gefeß nicht sanktionirt, so lange nicht die Frist während Geruch von den sie umfangenden Miasmen des Von- Gottes Geruch von den sie umfangenden Miasmen des Von- Gottes Mitte Dezember( ein Fabrikherr à la Krupp- Stumm telegraphirte welcher ausdrückliche Sanktion verlangt werden kann, die sog. Gnadenthums" her. Wie könnte auch ein fo fleines feinem Freunde, dem abwesenden Princeps Escher: Der Referendum frist, gewöhnlich 3 Monate, abgelaufen ist. Das Land, von vier Großkultur- Korruptionsstaaten umringt, geruchlos bleiben. G3 fünferlet", sagt man in Zürich höflicher Himmel ist voll Sympathie, es stürmt und regnet wie noch nie") Boltsgesetzgebungsrecht manifestirt, äußert sich somit unter dem Es„ jünkerlet", sagt man in Zürich höflicher wurde da mit dem groben Geschüße gegen den Kapitalismus und fakultativen Referendum, gleichwie unter dem obligatorischen, als und zutreffender, ein Ausdruck, der besonders in Preußen wohl das System", d. h. die Eisenbahn Bankwirthschaft derart los- fchöpferische Funktion. Der Erlaß wird nicht zum Gesetz, angebracht wäre. Wenn das Wildpret im Stadium des Fäulniß gedonnert, daß sich das Volk in der Seele freute und wir dann wenn nicht in der Referendumsabstimmung die Mehrheit der Anfluges oder haut- goût ist, der dem Junkergaumen adäquat, bei der bald darauf folgenden Volksabstimmung einen Sieg Stimmenden fich für dessen Annahme ausspricht".") ihm zur anderen Natur geworden ist, so sagt man in Zürich über das Neuherrenthum" davontrugen, der uns alle in Er- Demnach wäre der Hauptunterschied zwischen Beto und ' s G'wild", die Wildsau, der Rehbock„ jünkerlet", und so auch staunen fette. unsere Freiheit, sie jünkerlet"; und warum sollte sie auch nicht! fakultativem Referendum folgender: beim Veto bedarf es zur Wenn die Schweiz im Kampfe ums Dasein" existiren wollte, Es war ein Sturm im Glase Wasser"; wenn's' mal im Verwerfung der Mehrheit der Stimm berechtigten, der abmußte sie sich dem sie umgarnenden Monarchen und großen deutsch- preußischen Bottich losgeht, ist nur zu hoffen, daß soluten Majorität aller Stimm fähigen, wobei aber- nach Junkerthum mehr oder weniger anpassen; gleichsam die deutsche Sozialdemokratie puncto politische Reform und direkte dem Grundsage, qui tacet, consentit, d. h. wer schweigt, stimmt Die zu" die Abwesenden und Leerstimmenden( leer eingelegten wie der Fabrikarbeiter dem Fabrikherrn, so mußte die Gesetzgebung auch so parat sein werde, wie wir damals. Schweiz den Großmächten mehr oder weniger zu Willen sein; Preußen sind ja ruhigeren Blutes und, ich meine fast, gescheidter Stimmzettel) als An nehmende, als Ja fager gezählt werden, sie mußte sich die nöthige Dosis Konservatismus aus der Junker als die Franzosen. Das Berliner Proletariat, wie es dem all- während im Gegentheil beim fatultativen Referendum ganz Apotheke foofen" und runterschlucken, wenn sie am Leben bleiben mächtigen agent provocateur, dem Mann von Biut und Eisen" so verfahren wird, wie beim obligatorischen, wo der Grundsay wollte. Helvetia, eine moderne Eva, aß nicht ver botene Frucht, den Gefallen nicht that, wird es auch fürderhin dem herrlichen gilt nur die Stimmenden, nur die Kombattanten zählen, wer sondern ge botene Sündenäpfel von Germania's Baum der Un Kriegsheer" ihn ebenso wenig thun; es wird sich nicht, wie das schweigt oder nicht da ist, stimmt auch nicht", es fallen daher erfenntniß", vom bismärdisch- junterlichen Giftbaum. Wie oft Pariser Proletariat, alle 20 Jahre einmal niederkartaschen und die Abwesenden und leeren Stimmzettel außer Betracht und nur die drohte schon der monarchische Wüstenwind die kleine republikanische mengen" laffen. Wie gerne hätte es der große Bismarc Ja und Nein werden gezählt, d. h. es entscheidet die absolute Mehrheit Dafe zu verfanden!- Griftenzhalber mußte also der Schweizer- dem fleinen Thiers( die Schlächterei im Juni 1848 und der bejahenden und verneinenden Stimmen. Nach dieser AufBudel mit den monarchischen Wölfen heulen; das Schweizervolt Mai 1871) nachgemacht. Ach! es wär so schön gewesen, aber fassung und der schweizerischen Pragis wäre somit die Redaktion erscheint daher manchem deutschen Freund der Freiheit als un es hat nicht sollen sein. Die Berliner Sozialdemokraten der Forderung II im zweiten Theil des Programms von Erfurt, heilbar, als troft los fonservativ, als unbefehrbar; ist aber alles befolgen eben das elite Gebot:" Du sollst Dich nicht lassen sowie der früheren Programme der deutschen Sozialdemokratie: Dirette Gesetzgebung durch das Volk vernicht wahr, es ist nur verschlossen, in sich gefehrt, denn es sigt erwischen". ihm in den Knochen, wie viel Freiheit es so leiden mag Aber auch das Evangelium follten sie befolgen: Ihr aber mittelst des Vorschlags- und Verwerfungs. inmitten der europäischen Raubrittergesellschaft"; es läßt alle seid Brüder! Laßt Eure Lenden umgürtet sein und Eure echt 3"( Ich zitive nach Karl Kautsky„ Das Erfurter Programm", Stuttgart 1892, Eeite 256) eine nicht ganz zwecksich daher nicht nicht so g'schwind verleiten vom ersten Lichter brennen"!! entsprechende, nicht bezeichnend genug gefaßte, denn das Ver= besten Freiheits- Ausländer, ihm die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Den Züricher Demokraten war( 1868) das System Ritting- werjungsrecht" oder Veto gehört strikte genommen gar Aber, weil das Schweizervolt die nöthige politische Für hausen viel zu radikal, es jinge wohl, aber es jeht nicht" nicht zur direlten Gesetzgebung, weder der Theorie noch der sehung", den konservativen Tatt", wie angeboren hat, muß man ohne einen Großen oder Kantons- Rath, ohne diesen wohl- Praxis, d. h. des Abstimmungsmodus nach; Mittel der direkten Gesetzfich im Deutschen Reich nicht etwa einbilden, man sei und weisen" Rathgeber; hat doch auch jeder Landsgemeinde- Kanton seit haupt die selbstverständlichen dente dort weit freier und fortschrittlicher als in der Schweiz uralten Beiten seinen Landrath". Das System Confiderant mit gebung noch besonders aufführen, so sollte es heißen Abund die Schweizer feien gar kein Freiheitsvoll mehr". Probire seinem Beto war uns hinwiederum zu wenig radikal. In der stimmungsrecht". Die beiden Volfsrechte, Vorschlagsrecht für Gesetze und Abes Deutschland einmal mit einem Freiheits Rennen, so einem deutschen Schweiz hatte man nämlich mit dem Veto fd limme nichts stimmungsrecht über Geseze oder Initiative und Referendum denen Considerant Anno 1830 mußten von der Züricher Temokratie vor 25 Jahren in organische die Helvetia wird der Germania bald um ein paar Pferdelängen wissen es haben das Beto nur erfunden, um voraus sein. als Bligableiter Verbindung gebracht werden, so daß, wenn es sein muß, nian Einst, als den Deutschen ein Luther entstand, hatten wir dem Volfe etwas geben, gab ihm aber so wenig als möglich, für dies auch so eine Art Erfindung, wenigstens war es gar nicht so gegen die demokratischen Forderungen zu gebrauchen. Man mußte auch ohne das Parlament Gefeße in ruhiger, normaler, mit einem Wort gefeßlicher Weise zu stande bringen kann. Es war alsobald in Zürich einen noch besseren, radikaleren Reformator, den äußersten Noth all ein Beto; aber man verklausulirte dieses den stahlharten 3 wingli, der neben freierer religiöser, auch derart, daß es eine traurige Stümperei" wurde. Alle Ränke leicht, das Ding ausfindig zu machen, wie es heute den Anschein noch politisch- republikanische Reformation wollte und ein und Schliche waren recht, um den Ausdruck des Volkswillens zu hat, da nun das„ Columbus- Ei" auf dem Tische steht. Auf den fragen vermochte. Gerade weil das Lutherthum so dumm, d. h. um das Veto zu verlangen. Man zählte die Abwesenden zu den diese Sorte„ demokratisches" Staatsrecht bislang nicht gelehrt reformirtes" Licht aussteckte, das selbst ein Luther nicht zu er ersticken. Man forderte eine allzu große Anzahl von Unterschriften, Universitäten, wo's Erfinden" nicht zu finden ist und daher auch nicht gelehrt wird, konnte man das ja nicht lernen, denn da war bornirter als Zwingli's Lehre und fürstenthümlich" war, darum fand es in Deutschland so großen Anklang. Hätte Zwingli nicht fand es in Deutschland so großen Anklang. Hätte Zwingli nicht Aunehmenden. Man machte die Frist, während welcher das Veto diese Sorte„ demokratisches" Staatsrecht bislang nicht gelehrt so arg gegen den damaligen start graffirenden Söldnerdienst bei verlangt werden konnte, möglichst furz, so daß das Veto schließ- worden, im Gegentheil nur reaktionäres, monarchisches Staatsrecht, denn fast alle unfere, d. h. nicht unsere, sondern aus fremden Monarchen geeifert, welchen Industrieverdienst" die lich zu einem bloßen Schein recht des Volkes herabsant. meisten Kantone nicht laffen wollten, bie ganze Schweiz hätte Das Beto ist etwas Negatives; es tann nur verwerfen; es ist Deutschland herbeschickten Professoren waren stramme Bismarcker, ein Oppositionsinstrument, immer in Begleit einer gehäfigen große Reichsäuler und obwohl durchs Band weg Nicht: we Ischen Schweizerland gab's bald auch einen Calvin, der Genf Agitation; es ist nicht periodisch; tritt nicht regelmäßig in Attion, studenten politisch nur verdarben und noch verderben, ihnen den Zwingli's Lehre ohne großes Widerstreben angenommen. Im Rombattanten, entfeßliche, Siegestümmel", welche unsere Schweizerzum protestantischen Rom" machte, wo ein„ vercalvinisirter" sondern ist oft nur ein Ausbruch einer nach und nach angehäuften Stopf voll Monarchismus und Bismarckerei machen, ihnen die Swinglianismus gelehrt wurde. Des Herrn Wege find wunder- unzufriedenheit, die dann bei dieser Beto- Gelegenheit sich Luft direkte Gesetzgebung als eine politische Sonnenfinsterniß" bar"!" Von hier aus", sagen die Historiker, wurde die Ver macht. Das Veto ist im besten Fall ein Sicherheitsventil. Das Veto ist seiner Natur und seinem historischen Auftreten schildern, bei welcher die Unwissenheit des Voltes die Sonne der breitung der Reformation in Frankreich geleitet."( Das Wort nach lediglich ein Einspruchsrecht. Gleich wie das Konsultum oder Repräsentation verdunkele. Die Zürcherische Demokratie führt, Hugenotten" ist nur das durch französischen Mund verstümmelte der Beschluß des römischen Senates, wenn der Tribunus plebis nach diesen Bismarck- Unbetern, dirette zur Demagogie, Ochlodeutsche Wort„ Eidgenossen".) Bon der reformirten Schweiz oder Boltstribun nicht Einspruch erhob, zur lex, zum Geset fratie, Mobofratie, d. b. zur Pöbelherrschaft wobei fie natüraus drang die religiös republikanische Idee nach den wurde, oder nach der französischen Verfassung von 1791, der Erlich la basse( die niedere), nicht etiva la haute( bie hohe) Niederlanden, nach England und Schottland." Wollte man in Deutschland nichts von dieser Lehre wiffen, um so besser verstand laß der gefeßgebenden Behörde zum Geseze ward, wenn der canaille, d. h. die Panamatratie oder gar die Welfenfonds man sie in Holland, wo die republikanisch vereinigten Staaten Demokratie der Grlaß der gesegesvorschlagenden Behörde zum stiger Ansatz zu einem Bismardanien" vorhanden; troßman sie in Holland, wo die republikanisch vereinigten Staaten König nicht vetirte, fein Beto nicht einlegte, so wird in der herrschaft, meinen. Auch bei uns ist leider ein schwulwo die Puritaner den Commonwealth, d. h. die Republik grün- hoben oder Provinzen der Niederlande" d'raus wurden; in England, Gesez, wenn nicht innertgeseßlicher Frist dagegen Ginsprache er dem daß die Zürcher Demokratie das Kapital am höchsten in aller Welt besteuert, schließt doch immer noch wo die Puritaner den Commonwealth, d. h. die Republik gründeten und dann aus England vertrieben in Nordamerika ihr hoben wird." Als der Thron gestürzt worden", sagt Ritting: Unkraut, die Bismarck- Millionäre Züchterei fippig empor und hausen, und die Souveränetät auch für die blindesten Werk fortsetzten, das nunmehr in den Vereinigten Staaten" zum Augen auf das Bolt übergegangen war, lag der Gedanke unfer sozialer Körper muß immer mehr und noch mehr„ bluten" wir wer auch wir haben es, herrlich" weit gebracht ersten und größten Bundesstaat der Welt geworden ist. der jetzt den dermalen geschröpft von 121 Halb- und fast Ganz- Millionären So wird's, allem Anschein nach, auch mit der direkten Gesetzund 96 Blutegeln, von 1, 2, 3 und mehr Millionen, wobei diese gebung gehen. Em Deutscher, Rittinghausen, stellt sie in *) Ich veröffentlichte damals nach französischem Muster eine honnêtes gens- Leute so modérés sind, daß sie in der Regel theoretischer Beleuchtung auf den Kanzleitisch der Repräsentanz. Die Deutschen wollen davon„ nix" wissen, die Schweizer aber Parodie oder Spott- Gerichtsverhandlung von 54 Seiten betitelt: nicht einmal die Hälfte oder noch weniger versteuern.( Der nehmen den von den deutschen Bauleuten verworfenen Stein als Das Evangelium der Armen, oder Jesus von Nazereth und Kanton Zürich hat 22-3 Milliarden an Werthen aller Art; es Ed stein wieder auf, d. h. machen ihn zum Schluß ste in seine Anhänger als Sozialisten vor dem zürcherischen Maul- wird aber nicht einmal 1 Milliarde versteuert, denn das Steuerihres Verfassungsgewölbes der wahren Volkssouveränität, der frattengefeße" 1852. Unser Heiland, wieder auf die Erde tapital betrug im Jahre 1891 nur 981 158 600 Fr.) Das ist der Boltsgesetzgebung mit den beiden Boltsrechten, Initiative und gekommen, trieb sich damals mit seinen Jüngern im Kanton Revers, die Rückseite der Medaille; der Avers, die Vorderseite, Referendum, oder Vorschlags- und Abstimmungsrecht des Volkes Zürich herum, wurde aber seiner Umtriebe balber gegen das bietet ein erfreulicheres Bild; dieses wilde Land", die zürcherische Eigenthum, die stattliche Ordnung und seiner Aufhegung gegen Pöbel- Herrschaft" giebt bei einer Bevölkerung von faum über die Gesetze. die Reichen als Vagant von den Landjägern oder Gendarmen 350 000 Seelen( die Bolkszählung vom 1. Dezember 1888 fon= Die großartige Bewegung für die direkte Gefeßgebung, welche abgefaßt, vor Gericht gestellt und auf grund der Aussagen im statirte 338 580 Seelen) jährlich 6 Millionen Franken für das Nittinghausen und Considerant im Spätjahr 1850 und 1851 in Neuen Testamente und den Kirchenvätern zu Zuchthaus ver- Unterrichtswesen aus, für Universität, höhere, Mittel- und VolksFrankreich in Szene feiten, erregte natürlich auch die Auf- urtheilt und in eine Geldbuße von 1000 Franken verfällt. Des- schulen. Diese 6 500 000 Franken sind indeß nur die Staatsmerksamkeit der Schweizer. Man fing an in den großen gleichen hatten seine Jünger solidarisch eine Geldbuße von und Gemeinde- Ausgaben; die Million, welche der Bund für das Repräsentativ- Kantonen von demokratischer Seite nicht mehr von 1000 Franken zu erlegen, was sie als" arme Teufel" natürlich Zürcher Polytechnikum ausgiebt, sowie die Auslagen der Privaten oben herab auf die kleinen Landsgemeinde- Kantone zu blicken. nicht tonnten, daher abzufigen hatten zwei Jahre Gefängniß, sind nicht mit inbegriffen, denn wenn diese letteren auch noch mit Diesbezügliche Beitungsartikel wurden beifällig aufgenommen, ja nach deren Verfluß aber wie Jesus als Nicht- Schweizer lebens- gerechnet werden könnten, käme das Summa- Summarum wohl: sogar auf ein sozialdemokratisches Wahlprogramm hin, in welchem längliche Verweisung aus dem Gebiet der Eidgenossenschaft. auf ein Dugend Millionen. Zeigen uns doch gefälligst der junge Gerber Karl Bürkli zum ersten Male in Zürich die Nicht besser erging es den heiligen Kirchenvätern", welche den einmal diese antirepublikanischen Professoren die Leistungen direkte Gesetzgebung durch das Volk, nach Rittinghausen's Lehre, Sinn und Geist der Lehre Jesu, das Urchristenthum am Ge- Preußens puncto Unterrichtswesen, verglichen mit der rund und nett aufstellte und die damals allmächtige Repräsentativ: treuesten wiedergegeben und wahrhaft entsegliche Aussprüche gegen zürcherischen Mobocracy". Da müßte ihr Borussia, Demokratie als einen„ Schädling" des Volkes bekämpfte, wurde das Eigenthum und die Reichen gethan haben. So wurden die schäß wohl, mit Schanden bestehen und der biblische er im November 1851 zum großen Erstaunen der repräsentativen Reichen, z. B. von den beiden Gregoren, den Bischöfen von Rom Ruf wird wiederum ertönen: Bleibet( fammt Eurem Matadore mit Glanz im ersten Wahlgang von den Arbeitern in und Konstantinopel, als Diebe, Mörder und Todtschläger Schulmeister von Sadowa) zu Jericho, bis Euch der Bart ge den Gro en Rath gewählt. Wenige Tage darauf kam der Staats-( homicidae) als unmenschliche Tyrannen, grausame Barbaren wachsen, und dann kommt wieder!" Mittlerweile hättet Ihr streich Louis Napoleons am 2. Dezember 1851, und dann wurde und wilde Thiere gescholten. Wie wäre es aber diesen urchrist- Beit, darüber nachzudenken", wie wohl Preußen Deutschland es für lange Zeit an der Oberfläche stille. lichen Leutchen erst unter dem deutschen Sozialistengeses erausschauen thäte", wenn es 130 mal mehr Leistungen im Volts. Wir Demokraten und Sozialdemokraten hatten nun im gangen? Gewiß hätte der Hortreiche Bismarck den blutarmen schulwefen aufzuweisen hätte, als das wilde Ländchen", das Kanton Zürich 15 Jahre lang unter einem plutokratischen, geld- Heiland schnellstens dem Reichsschah in Spandau beisegen lassen Liliputstädtchen Zürich, das wohl 130 mal kleiner, d. h. weniger progigen Eisenbahn- und Bankregiment und einer vom Jesuitismus und, wie einst Petrus, der Kirche Fels, so hätte zweifelsohne des Großkapitals durchseuchten Regierung zu leiden, auch wir der lutherischen Kirche Kerzenstock" seinen Herrn und Heiland in Zürich hatten Jahrzehnte lang( von 1845 bis 1867) ein Jesum Christum auch dreimal stock stöder am stödsten Sozialistengefeß, das sogenannte„ Maultratten-( Maultorb) oder verleugnet. nahe, nun auch diesem neuen Oberherrn, das *) Das Boltsinitiativrecht nach den schweizerischen Rantonsverfassungen von Albert Keller, Zürich, Druck von Fritsche Binggeler. Broschüre von 185 Seiten. 1889, Seelen hat, als das Deutsche Reich. Wenn dieses auch An die Schuhmacher Berlins! einmal fo 800 Millionen oder gar eine Milliarde Mart In der Fabrik zu Hamburg ist Anfang August der Lohn bei Wie Euch bekannt ist, Kollegen, findet dieses Jahr im An- den gangbaren Sorten um 50 Pf. pro Mille erhöht worden. für Boltserziehung verwenden würde, dürfte man schon herz- fchluß an den Internationalen Arbeiterfongreß in Bürich ein Die Fabrikfiliale in Eschwege wurde anfangs September 1892 haft von einem Denfervolfe" reden, so lange aber internationaler Schuhmacherkongreß statt, auf welchen sich die errichtet: die Genossenschaft stellte dort sämmtliche vom dortigen solche Summen dem Militärmoloch geopfert werden, Kollegen im In- und Auslande mit Eifer vorbereiten. Es ist Ausschluß der Tabatarbeiter her noch gemaßregelten Kollegen Soch wohl eher von einem Schlächtervolfe". Und daher auch für die Berliner Kollegen und Kolleginnen erforder an. Die Löhne, welche die Genossenschaft in Hamburg und doch ist Preußen weit gefcheiter, als wir, die wir unsern lich, Stellung zu nehmen. Zu diesem Zweck findet am 4. April, Eschwege bezahlt, sind wesentlich höher als die sonst ortsüblichen. gelehrten Landestindern, nur weil sie fein so gutes" Deutsch Vormittags 10 Uhr, eine öffentliche Schuhmacherversammlung in Die Löhne und Fabrikeinrichtungen entsprechen selbstredend den reden und dümmer" aussehen als sie sind, das Leben sauer der Königsbant, Gr. Frankfurterstr. 117, statt, zu welcher jeder an die Ausgabe der Schuhmarken der Tabatindustrie seitens des machen und außer Landes treiben, dafür aber gut Rollege zu erscheinen die Pflicht hat. monarchisch gefinnte Studentenlehrer aus Deutschland herBorstandes des Unterstüßungsvereins deutfcher Zabafarbeiter ge Die Agitationstommission. beschicken, alles auf Retommandation der hiesigen deutschen Profnüpften Bedingungen, und wird die Tabakarbeiter- Genossenschaft fefforen. In Preußen stellt man feine republikanisch gesinnten Die Maurer in Buxtehude, Grevesmühlen, einführen. die Schutzmarfe bei deren Ausgabe am 1. April 1893 fofort Profefforen aufs Katheder, sondern steckt sie ins Loch oder läßt Stolp, Schwedt a. D. und etersen befinden sich mit fie verhungern. Gerade jeht haben wir wieder in Zürich so den Unternehmern in Lohndifferenzen und ersuchen deshalb um fallenden Beiträge zur Alters- und Invalidenversicherung auf Die Genossenschaft nimmt auch die auf die Arbeiter ent ein Pracht Streber Exemplar am Professor Julius Wolf, strenge Vermeidung des Zuzugs. der sich an Marg seine faulen Zähne ausbeißt; will sich natür fich; zusammen mit den Beiträgen zur Ortstasse sind hierfür 2143,59 M. gezahlt worden. Die Schuhmacher der Fabrit von Seifert u. Lich nur eine fette Professorenpirinde in Deutschland erheulen. RIB ben in Naila bei Hof haben die Arbeit eingestellt, weil Genossenschaft arbeitet, beträgt 64 644,72 W.; hiervon ener Das Vermögen, mit dem die Dem Manne fann geholfen werden." König Stumm ist so entSumm, ihn bereits angelegentlichst zu empfehlen, und hierortz zwei ihrer Kollegen wegen ihrer Mitgliedschaft beim Berein fallen 30 625,40 M. auf Geschäftsantheile der Mitglieder wird er auch ein extra gunstiges Beugniß erhalten, d. h. ein deutscher Schuhmacher entlassen wurden und alle gütlichen Unter- Der Gewinn betrug im Jahre 1892 18 287,82 m. Derselbe Toben" will. Den antisemitischen Professoren in Preußen wäre einstellung der gemaßregelten Kollegen und, um ihre geringen geringe Kosten verursacht haben. Auch sind durch die Cholera folches, wie man so auszustellen pflegt, wenn man einen weg handlungen fruchtlos waren. Die Streifenden fordern die Wieder: als günstig zu bezeichnen, wenn in Betracht gezogen wird, daß die Errichtung der Filiale und sonstige Neueinrichtungen nicht e3 zu gönnen, wenn sie diesen geriebenen österreicher Juden, Löhne( 9-11 M. pro Woche) etwas aufzubeffern, eine 25prozentige vor allem in soweit erhebliche Mehrausgaben entstanden, als zur geringe Kosten verursacht haben. Auch sind durch die Cholera der sich„ Ritter der rumänischen Krone" schreibt, auf den Hals wird gebeten, vor allem den Zuzug fireng fernzuhalten. Alle Zeit der Epidemie trotz des erheblich verminderten Abſazes keine Lohnerhöhung. Um ihnen den schweren Rampf zu erleichtern, Buschriften in dieser Angelegenheit sind zu richten an H. Frant, in den beiden ersten Jahren ihres Bestehens mit enormen Entlassungen vorgenommen wurden. Trotzdem die Genossenschaft Naila, Nr. 64. Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, hat sich das junge Unternehmen bisher gut entwickelt. Bei den lebhaften Sympathieen, deren sich das Unternehmen in breiten Schichten erfreut, kann dasselbe, wenn nicht unvorherzusehende Zwischenfälle eintreten, einer ge= sicherten Zukunft entgegensehen. Soziale Lteberlicht. Achtung, Schneider! 31 m Literarisches. Die Glasarbeiter in Helmstädt fündigten an, daß fie am 1. April die Arbeit niederlegen würden, nachdem die Direktion der Glasjabrit ihre Forderungen aufrecht hielt, die darin gipfeln, daß die Arbeiter einen ungünstigeren Tarif bedingungslos annehmen 8 weds weiterer Stellungnahme und aus der Organisation austreten sollen. Es wird um FernSchneiderstreit sinden am Dienstag Bormittag, 10 Uhr, haltung des Zuzugs ersucht. Briefe 2c. find an Wilhelm Junte zwei Versammlungen statt und zwar eine in der Naunynstraße, in Helmistädt, Stoben 2, zu richten. in Renz' Salon, die andere im Potsdamer Biertel, Lokal Königs Die organisirten Buchdruckergehilfen Bayerns halten hof", Bülowstraße. Ju diefem Viertel werden die Kollegen noch während der Osterfeiertage in München eine General. extra durch Flugblätter, welche bei Behrend, Blumenthalstr. 5, versammlung ab, um über die Abänderung des Statuts feit Sonnabend zur Ausgabe gelangten, auf die thatsächlichen oder über die Auslösung ihrer partikularen Invalidentasse Heinrich Braun, Berlag von Carl Heymann, Berlin W... Sozialpolitisches Zentralblatt.( Herausgegeben von Dr Verhältnisse hingewiesen. zu berathen. Die Raffe enthält nämlich die Bestimmung, daß Mauerstr. 44, Preis 2 m. 50 Bf. vierteljährlich.) Die soeben Die Militärschneider halten ebenfalls am Abend desselben jedes Mitglied gleichzeitig dem Verbande angehören muß, und erschienene Nummer 27 hat folgenden Inhalt: Die österreichische Tages in Haberecht's Festfalen eine Versammlung ab, in der sie daß, sobald ein Mitglied aus diesem ausgetreten oder aus Enquete über die Organisation der Großindustrie. Von Prof. sich mit der augenblicklichen Bewegung beschäftigen werden. geschlossen ist, auch sein Ausschluß aus der Invalidentasse er Dr. Heinrich Herkner. Zur Sozialstatistik der Mißernten in Dann tagt am Freitag Abend in Marten's Salon, Friedrich folgen muß. Die Regierung von Mittelfranken hat nun die Rußland. Bon Peter von Struve. Arbeitslosigkeit im Buchftraße 286, eine Versammlung. In diefer wird Stellung genommen Polizeidirektion München angewiesen, den dortigen Rassenvorstand druckergewerbe. Bon Privatdozent Dr. Karl Oldenberg. Der zu den Geschäften der Friedrichstadt, die bis dahin die Forderungen zu veranlassen, diese Bestimmung bis zum 1. Juni abzuändern, internationale sozialistische Arbeiterfongreß im Jahre 1893. nicht bewilligt haben. Beide Theile, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, andernfalls die unterm 24. Mai 1884 ertheilte Genehmigung zur Beendigung des Streits der Baumwollspinner in S. D. Lancafind hierzu eingeladen. Ein Flugblatt, welches fich an die Errichtung bezw. zum Betriebe der Invalidenkasse zurückgezogen shire. Dienstboten Gewertvereine im Raplande. AusSollegen diefer Geschäfte wendet, gelangt am Dienstag Abend werden würde. bei Freygang, Schüßenstr. 18/19, zur Ausgabe. Diefer Regierungsaft ist auf eine Denunziation des Rechts- William Mather's Gefeßentwurf betr. die Regulirung der Arbehnung der Frauen und Kinderarbeit in Deutschland. anwalts Dr. Schmidt in Leipzig, des Vertreters der Bringipals: beitszeit durch die Trades Unions. Arbeits- und Gewerbeintereffen, zurückzuführen; von größerem Intereffe aber ist, daß Rammern in Holland. Haftpflicht Schuhverband deutscher der Entscheid der mittelfränkischen Regierung vom Buchdruckerei Industrieller. Verhandlungen der Konferenz der Vertreter der gebefiger Klinkhardt in Leipzig, dem Vorsitzenden des Deutschen Landesversicherungsämter 2c. Berliner Wohnungsstatistit. Buchdruckervereins, in der Versammlung feiner Kollegen bereits Braunschweigische Verordnung über das Schlafgängerwefen. am 28. Februar bekannt gegeben werden konnte, während die Wohnverhältnisse der Arbeiter in Oberfranken. Die Unent Verfügung selbst erst vom 1. März datirt ist und dem Vor- geltlichkeit der Lehrmittel an den schweizerischen Schulen. Von fitzenden der doch am meisten betheiligten Raffe, dem Nürn- Rechtsanwalt Otto Lang. Einschränkung des Alkoholverkaufs berger Schriftseger Hante, erst am 4. März zugestellt wurde. in England.- Amtlicher Arbeitsnachweis und Armenrecht. Im übrigen dauert der Streit fort. 600 Arbeiter befinden fich noch im Ausstand. Die Situation ist günftig. Wir fordern die Kollegen nochmals auf, nur in den von uns als geregelt betannt gebenen Geschäften Arbeit zu nehmen. Gelder sind zu senden an W. Schulze, Bimmerftr. 86, zweiter Sof, III. Mittheilungen an J. Timm, Schützenstr. 18/19. Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Achtung, Genossen Rigdorfs! Briefkaffen der Redaktion. Die Tabakarbeiter Genossenschaft in Hamburg hat dieser Zur Statistik der Berliner Arbeiterkolonie. Abdruck sämmtTage den Bericht über ihr zweites Geschäftsjahr veröffentlicht. licher Artikel ist Zeitungen und Zeitschriften gestattet, jedoch Auf die vielen Anfragen im Briefkasten des Borwärts", Nach demselben hat die Genossenschaft im verflossenen Jahre nur mit Angabe der Quelle. betreffs Austritts aus der Landeskirche in Nixdorf, möchten wir 6 180 000 3igarren verkauft; der Umsatz ist gegen das Vorjahr den Genoffen von Rigdorf bekannt geben, daß Formulare zum um 8 Mille pro Woche gestiegen. Am Schluß des vorigen Jahres Austritt aus der Landeskirche bei unseren Vorstandsmitgliedern waren 154 Arbeiter in der Genossenschaft beschäftigt, davon 29 Saul Steinmar, Leffiugstr. 11, Paul Glasemann, Kopfstr. 88a, in der in Eschwege errichteten Filiale. Der wöchentliche Durch Robert Becker, Prinz Handjerystr. 50, und Neumann, Steinmetz- schnittsverdienst betrug bei den Sortirern 25,20 M., bei den straße 54, unentgeltlich zu haben sind. Auch sind Formulare in Bigarrenarbeitern 18,42 M. und bei den Zurichtern 11 und 12 M. P. O. Stenographische Berichte haben wir selbst, Das unferen öffentlichen Bersammlungen zu haben; eine solche findet In Eschwege verdienten die Zigarrenarbeiter durchschnittlich andere werden wir mit Dank annehmen. Privatwohnung von am ersten Osterfeiertag, Abends 7 Uhr, in Kummer's Lotal, 12,84 M., die Wickelmacher 7,08 M. und die Zurichter 7,50 M. Ihnen richtig angegeben. Daheim am besten zwischen 3 und Berlinerft. 186, ftatt. Genosse Th. Mehner wird den Festvortrag bis 8 M. pro Woche. Die Beamten und Meister in der Genossen- 43/4 Uhr an Werktagen, am Sonntag Vormittags bis 91/2 Uhr, halten. schaft wurden mit 30 M. pro Woche befoldet ausgenommen Nachmittags 2-3 Uhr. Ihr Wunsch betr. des Berichtes ist Der Vorstand der Freien Gemeinde von Rigdorf den Meister der Eschweger Filiale, welcher 27 M. erhielt. Jm bereits gestern erfüllt gewesen. Namensnennung natürlich ausund Umgegend. Ganzen wurden an Arbeitslohn 114 253,09 M. gezahlt. geschlossen. Gruß! Möbel- Magazin Otto& Slotawa, Tischlermeister. 1. Geschäft: NW. Bremerstr. 67. 2. Geschäft: Gotzkowskystr. 3. und ( 3830L Barg- Magazin Beerdigungs- Comtoir. Central- Leihhans- Ausverkauf 72 Jägerstraße 72 Institut für Gelegenheitskäufe, einzig in seiner Art in Berlin. Jetzt halbe Preise. und ( zwischen Kanonieru. Mauerstr. part.) 8464L 10 000 moderne Frühjahrs- Paletots u. Frühjahrs- Anzüge wenig getragen in besten Stoffen und neuesten Muftern in besten Stoffen und neuesten Muſtern von. 9, 12, 15, 20, 30 Einsegnungs- und Burschen- Anzüge. Schuwaloffs. Monats- Anzüge, das sind nach Maaß bestellte Sachen, die ca. 1 Monat getragen find( auch für torpulente Personen passend). 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