Nr. 79. Grfcheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertels jährlich 8,80 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit touftr. Sonntags- Beilage Neue Selt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuza band: Deutschland u. DefterreichUngarn a Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Beitungs- Breisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betttzetle ober beren Raum 40 Bfg., für Beretns- und Berfammlungs- Anzeigen 30 Pfg Inserate für dte nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition if an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und gefttagen bis Uhr Bors mittags geöffnet. Cornfresh- Anschlus 3mt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dont geborffenen Thurm. Mittwoch, den 5. April 1893. " 3 Expedition: SW. 19, Beuth Straße 3. das Bibelwort Geltung hätte von den Lilien auf bem welcher den Pflegevätern des Zentrums den tiefsten Rummer Felde: Sie fäen nicht, fie ernten nicht, sie spinnen nicht, bereitet. Da die Zentrumstruppen auf die Idee verfallen fie weben nicht, und der himmlische Vater ernährt sie doch" find, fich die parlamentarische Thätigkeit ihrer Vertreter dann ginge es vielleicht an, fie, wenn Schlangenflugheit sich einmal anzusehen, tamen sie nicht nur zu der Erkenntniß, Seit Herrn Dr. Lieber sein kühner Schlachtruf Hie der Taubenunschuld paart durch eifriges Bureden auf die daß zwar Uebeles genug angerichtet sei auf dem Gebiete der Zentrum, hie Fusangel!" im Wahlkreise Arnsberg die flag- Sorge für ihr eigenes Seelenheil im Jenseits und das Heil Wirthschaftspolitik, daß aber obendrein der ehemals von lichste Schlappe eingetragen hat, läuft der sogenannte, demo- der Kirche im politischen Diesseits zu beschränken. Da nun aber Windthorst so vorzüglich geleitete Bertheidigungskampf tratische" Zentrumsführer geschäftig hin und her im Westfälinger und Altbayern hungern und dürften wie andere, gegen staatliche Eingriffe in konfessionelle Angelegenheiten, Deutschen Reich wie eine Ameise, um den angerichteten man sagt sogar, mehr als andere Menschenkinder, wird es also die eigentliche Aufgabe der Zentrumspartei, völlig ins Schaden auszubeffern und neuen Schaden zu verhüten. So weder der Taubenunschuld noch der Schlangenklugheit des Stocken gekommen sei. Und zwar nicht deshalb stockt der hat ihn denn auch auch sein Eifer dieser Tage nach Herrn Dr. Lieber und seiner Kollegen gelingen, ihnen aus- Rampf, weil der bewährte Führer fehlt, wie einzelne Osnabrück geführt, wo er zum größeren Heile des zureden, daß sie auch weltliche wirthschaftliche Interessen zu turzsichtige Rannegießer behaupten. Windthorst hat das Zentrums in einer Volksversammlung katholischer Männer verfolgen haben, und unsere Aufgabe wird es sein, ihnen Bentrum nicht geschaffen, und es würde ohne ihn weiter floriren den löblichen Plan erörterte, einen Zentrumsverein zu be- flar zu machen, daß wir dieses irdische Jammerthal nicht auch mit weniger gewandten Führern. Aber der Staat nimmt gründen mit der besonderen Aufgabe, die Sozialdemokratie ein Jammerthal bleiben lassen dürfen, sondern es zu jetzt eine neutrale, zuweilen sogar eine wohlwollende Haltung zu bekämpfen. Das ist ein sehr dankenswerthes und er- einer menschenwürdigen Wohnftätte für alle jetzt noch ein gegenüber der katholischen Kirche. Wenn nicht anfreuliches Thun,- erfreulich für die Sozialdemokratie; Mühseligen und Beladenen umgestalten können und müssen. gegriffen wird, braucht man nichts mehr zu vertheidigen. denn was tann ihr wohl angenehmer fein, als daß Allerdings haben wir da ganz andere Interessen auf- Der Eifer des Kulturkampfes welch schönes Wort für alle jene Leute, die ihr feindlich sind und nichts von zurütteln, als diejenigen sind, welche bisher im politischen eine häßliche Sache ist auf beiden Seiten verraucht. ihr wiffen wollen, zu ihrer Bekämpfung zufammengetrommelt Getriebe des Zentrums neben den rein kirchlichen Inter- Vergeblich suchen einige nationalliberale Pedanten die in werden. Was man bekämpfen will, muß man zu allererst effen eine Rolle gespielt haben: Weder die agrarischen der Asche glimmenden Fünkchen zu einer helllodernden sich einmal anschauen, man muß suchen, seine Schwächen Interessen der schlesischen Ochsengrafen oder des west- Flamme wieder anzublasen. Wenn sie auch noch so eifrig auszuspähen, um da mit scharfen Lanzenstichen hineinfahren fälischen Bauernfönigs" von Schorlemer A1 st, den Warnungsruf Alst," Die Jesuiten tommen" hineinpusten zu können. Mit dem Rennenlernen ist aber der erste Schritt welche das Zentrum in's Schlepptau der konservativen es nüßt nichts. Aber das Zentrum als Partei im Reichsgethan zum Verstehenlernen. Und sind die Gegner erst so Junterparteien brachten; noch die zünftlerischen des Schorn- tag besteht noch immer, vollzählig, wie in den heißesten weit, dann haben wir halb gewonnenes Spiel. Wir hoffen, steinfegermeisters Mehner, die auf eine fünstliche Ron Jahren des Kulturkampfes. Und während nun das einzige Herr Dr. Lieber wird noch dereinst an einer solchen von servirung des absterbenden Kleinhandwerks hinaus laufen; gemeinsame Interesse, welches die verschiedenartigsten Eles ihm aufgerüttelten Wählerschaft erleben, daß fie einem noch auch der gesammte verworrene industrielle Interessen- mente zu der geschlossenen Masse des Zentrums vertittete, Schlachtruf Hie Zentrum, hie Sozialdemokratie!" die flüngel, der die arbeitende Bevölkerung der katholischen sich gelockert hat, tommt den Wählern ihr sonstiger vielfacher gleiche Antwort zutheil werden läßt wie in Arnsberg: Landwirthe dazu verleitet hat sie wußte nicht wie- Interessengegensatz zu den Führern allgemach zum Bewußtsein. nämlich sich zu Dreivierteln für den befehdeten Gegner an einem Strange zu ziehen mit ihren Feinden, den kultur- Solange es den Kampf galt gegen den Racer von Staat", erklärt. Was könnte uns also lieber sein als Herr fämpferischen Schlotjunkern und Zechenbaronen, um die waren die Bauern und Arbeiter tatholischen Glaubens ganz Dr. Lieber und seine Strategie! Schutzollernte unter Dach und Fach zu bringen für den zufrieden mit der Vertretung durch Fürsten, Grafen, Barone Doch eine Liebe ist der andern werth. Herr Dr. Lieber Kapitalismus- das alles sind nicht die eigenen Intereffen und Kapläne mit der üblichen Beimischung redegewandter führt die Schlachthaufen gegen uns heran; es ziemt sich, des arbeitenden Volkes. Juriften. Sie ließen sich's gefallen, für deren sonstige daß wir ihm auf halbem Wege entgegenkommen. Die Alle diese Jutereffen haben sich abgewirthschaftet in der Interessen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Jezt Wahlen in Kelheim und Arnsberg waren Symptome Gunst der eine kurze Spanne Zeit durch sie verblendeten aber wollen sie sich diese Leitung nicht mehr gefallen lassen. dafür, daß eine tiefe Unzufriedenheit, theils demokratischer, Bentrumswähler. Die Ernüchterung ist eingetreten. Wer Es geht im Zentrumsthurm zu wie in einem schwärmenden theils sozialer Natur, in den einst so gefügigen Heerschaaren nicht als Unternehmer Profite hat schlucken können, wer mit Bienenstock. Mit mächtigem Gesumm lösen sich hier und des Zentrums eingeriffen ist. Da ist es Zeit für uns, in seiner Hände Arbeit sich den täglichen Unterhalt beschaffen da Schwärme los, um einem neuen Weifel zu folgen, der dessen eigene Heerlager zu gehen und die Freiheitsbotschaft muß, dem dämmert die Erkenntniß auf, daß alle diese auf eigenes Glück Politik zu treiben wagt, bem Sigl hier, zu verkünden. So ein nothgeplagter katholischer Arbeiter nationalökonomischen Eisenbartkuren der Aera Bismard wohl dem Fusangel dort. Das sind unverkennbare Zeichen der oder Bauer ist schließlich gerade so gut für uns zu ge- Millionäre gezüchtet, dem Volte aber nur die Unterhaltsmittel Auflösung. Vergebens sucht die Germania" zu bes winnen wie Leute, die einem anderen Glauben huldigen. vertheuert haben, ohne daß die Löhne deshalb höhere ge- weisen in einer schier endlosen Reihe von Leitartikeln, daß Und auch da hat Herr Dr. Lieber in seiner Tauben worden wären. Und diese Erkenntniß kommt dem Ratholiken alles noch hübsch beim Alten geblieben: Es glaubt's ihr unschuld wieder so einen kleinen Wink fallen lassen, wie eben so wohl wie dem Protestanten. Diese Interessen heraus- tein Mensch mehr außerhalb der Redaktionsräume, nicht wir am fichersten diese Heilsmission durchführen können. zubringen aus dem Zentrum, das wäre aller bei der eigenen, nicht bei den anderen Parteien. Der „ Hüten wir uns uns vor Interessenbestre dings eine ganz würdige Aufgabe gewesen für Zentrumsthurm ist geborsten. bungen!" rief er den frommen Osnabrückern zu. Die Herrn Dr. Lieber vor zehn Jahren etwa. Jetzt aber Wenn wir nun das Terrain, auf dem dieser Thurm Intereffenbestrebungen müssen heraus aus dem Zentrum; tommt dieser muthige Entschluß reichlich verspätet. Das steht, uns erobern wollen, so müssen wir uns zunächst einmal sie sind es, die das Unheil in Arnsberg verschuldet haben!" fatholische Volt hat ganz von selbst angefangen, ohne Zu- ansehen, auf was für Fundamenten er erbaut ist. Wie unschuldig und weltunerfahren lautet dieser unerfüll- thun des Herrn Dr. Lieber, dieser Unternehmerinteressen bare Wunsch! Auch ein ultramontan gesinnter länd- überdrüssig zu werden. licher oder städtischer Arbeiter wird von Interessen Gleichzeitig aber vollzieht sich ein anderer Aufklärungsbeherrscht. Ja, wenn für diese Westfälinger und Altbayern prozeß, langsamer zwar, aber eben so sicher, und der ist es, Feuilleton. Ragbrua verboten.) " [ 55 an Ihren Fähigkeiten und Ihrer glänzenden Zukunft als Propagandistin unter den Arbeitern hegen." Die Laufbahn eines Nihilisten. Jest beginn' ich aber zu fürchten, daß ich mich so gewöhnt Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Abendessen und plauderten fröhlich. Ja, ich glaube, daß ich auf diesem Gebiete etwas leisten werde", sagte Tanja, glücklich wie eine Lerche, welche ihre jungen Schwingen versucht und den ersten Flug macht. habe zu Arbeitern zu sprechen, daß ich die Fähigkeit ganz verlieren werde, zu Leuten unseres Schlages zu reden." Wäre das wirklich ein so großer Verlust für Sie?" fragte Andrej gut gelaunt. " Natürlich wäre er's, besonders jetzt!" rief Tanja mit jugendlicher Wärme aus. Warum?" fragte Andrej. Des Mädchens Worte berührten ihn unangenehm. Bieht es Sie so nach Mostau?" fragte er nieders geschlagen. Tanja gab teine Antwort. Mit geschlossenen Augen, einem strahlenden Lächeln auf den Lippen, machte sie nur einige bejahende Kopfbewegungen. Ihr glühendes Gesicht sagte das andere. Sie verließ ihn ohne Bedauern, ohne einen Gedanken. Er war ihr nichts, während sie ihm alles war. Sie war mit seiner Gesellschaft zufrieden in Ermangelung einer besseren. So seine Existenz vergessen. bald er aus ihrem Gesichtskreis verschwand, könnte sie sogar Seine Lippen erblaßten. Tanja ließ ihn hinein, nachdem sie die Thüre mit ihrem Hausschlüssel geöffnet hatte. Die Haushälterin war bereits zu Bett gegangen. Sie wollten sie nicht stören und Ich kann mir Ihr Entzüden über Ihre Reise nach zogen es vor, selbst alles zu besorgen. Unter vielem Geräusch Weil ich im Begriffe bin meine Kraft auf diesem Ge- Moskau wohl vorstellen," fagte er langsam mit ruhiger und Lachen zündeten sie den Samowar an und durch biete zu versuchen," sagte sie, und ich mich so sehr danach Stimme, während es in ihm vor Wuth tochte. Es ist wühlten den Speiseschrank, nachdem Tanja die Schlüffel, fehne, meinen alten Freunden eine Niederlage zu bereiten. eine so abgeschmackte Blackerei, einer Handvoll gewöhnlicher welche die gute Frau Nachts unter das Kopftiffen zu legen Sie wissen, Gregor sagte mir gestern, daß wir unsere Arbeiter täglich dasselbe zu wiederholen. Es ist viel an pflegte, behutsam darunter herausgenommen hatte. Reise nach Mostau in einer Woche ungefähr antreten regender, unter gebildeten Leuten einen Erfolg zu erzielen, Als alles auf dem Tische stand, entdeckten sie beide, müssen". die Ihr Lob fingen und Ihre Heldenthat weit und breit daß sie recht hungrig waren. Sie hatten das angenehmste Ein Schauer durchfuhr Andref's Herz. Das Mädchen verkünden werden." hatte ihm nichts Neues gesagt. Er hatte Tanja's geplagte Das Mädchen fuhr bei dieser groben Beschuldigung Andrej erwähnte der Geschichte, die gelesen worden war. Exkursion mit Gregor nicht vergessen. Er konnte es nicht zusammen. Sie konnte ihrem Ohre faum trauen. Sie " Wir müssen sie unseren Freunden empfehlen," sagte vergessen, wenn er auch gewollt hätte. Dies war einer der heftete ihre weit geöffneten verwirrten Augen auf ihn, er." Ich erinnere mich feiner anderen Erzählung, welche schädlichsten Vögel, die sein Kornfeld heimsuchten, und den fonnte aber dieses talte, strenge Gesicht nicht wieder ers unsere Arbeiter so aufreizen fönnte, wie diese. Unserem zu verschenchen er die größte Mühe hatte. Er war darauf kennen, welches sie gewohnt war, so mild und freundlich zu Agitationsmaterial muß, denke ich, fortwährend etwas Neues vorbereitet, dachte aber niemals, daß sie bei der Aussicht, sehen. hinzugefügt werden." ihn und das Werk zu verlassen, dem er sie so sehr zugethan" Halten Sie mich für so frivol?" stammelte sie. glaubte, so frohlocken würde. Die Art und Weise, in der Ihre Stimme zitterte. Ju den Augen schimmerten Thränen. das Mädchen darüber sprach, that seinem Herzen wehe. Der Anblick erfüllte ihn mit brennenden Gewissensbiffen. Er war bereit, sich ihr zu Füßen zu werfen und um Vergebung für den ersten Schmerz zu flehen, den er ihr bereitet hatte. Aber ein böser Geist, stärker als er selbst, Zanja stimmte bei und versprach, die Erzählung bei ihrem nächsten Besuch bei Lena mitzunehmen. Vielleicht aber verdient nicht das Roß, sondern der Er heftete einen traurigen Blick auf das schöne, glückReiter den Preis", sagte Andrej lächelnd. Ich will hoffen, liche Gesicht, indem er vergebens etwas zu entdecken suchte, daß Sie nach der heutigen Erfahrung keinen Zweifel mehr was mit seinen eigenen Gefühlen in Harmonie stände. Dolifische Leberlicht. Berlin, den 4. April. Bismarck! [ pielerlei Mordgeschichten über die Sozialisten. Der beste Gelegenheit, ehrlich Farbe zu bekennen. Wir werden Tageblatt- Mann scheint überhaupt ein Ehrenmann ohnegleichen sehen, wie es sich schlagen, wie es bei Stichwahlen u. f. m. zu sein. Im Vorbeigehen sei hier bemerkt, daß unter den vorgehen wird. Die Erfahrungen der Vergangenheit find Die Osterferien spielen diesmal eine große Rolle in wenigen deutschen Zeitungen, die in bezug auf den Brandes- lehrreich genug. Wo die entschiedenen Elemente des Bürgerder Politik. Sie sind die letzte Hoffnung des Herrn von in vorderster Linie die Frankfurter Beitung" be wo die Bourgeoiste fich bereits zur simplen tapita: Rummel in die Fußstapfen des Bindter getreten sind, fich thums sich bereits zur Sozialdemokratie geschlagen haben, Caprivi, der sie mit aller Macht zur Propaganda für seine findet( G. Abendblatt" Nr. 89, unter„ Frankreich"). Sie liftischen Interessen- Vertretung umgebildet Militärvorlage verwerthen will. Sie sind der Strohhalm, an den die Kompromißwuth sich flammert. Sie bezweifelt alles Ernstes, ob Paris noch von sich sagen kann, hat, wo die Strautjunker und Schlotjunter, katholische und sollen dazu benutzt werden, den Wählern Sand in die daß es an der Spitze der Zivilisation marschire. Ganz lutherische Pfaffen, wo Stumm und Ballestrem, Kardorff Augen zu ftreuen. Und jedenfalls wird in ihnen das und Bachem in den berufenen Zukunftsstaats- Debatten ihr Schicksal der Militärvorlage entschieden. Lassen die Wähler Klatsch? Der unzuverlässige Berichterstatter eines noffen, wo dieser Großsiegelbewahrer des Deutschfreisinns Verbrüderungsfeft feiern mit den Eugen Nichter und Gefich übertölpeln, so ist das Kompromiß fertig. Der New- Yorker Sensationsblattes verbreitet die Nachricht, daß und nicht blos hier unter dem torybantischen Beifallsjubel Reichstag das wiederholen wir stellt im Hand- die Heichsregierung ernsthaft mit dem Plane umgehe, des ganzen Geldsackklüngels den Retter der bürgerlichen umdrehen die nöthige Mehrheit für die Militärvorlage, Gegenmaßregeln gegen die Ausweisung deutscher Schrift Gesellschaft spielt, da ist ein Mann wie Barth, den als sobald die Furcht vor den Wählern verschwunden ist. Nur ſteller aus Paris zu ergreifen und französische Korrespondenten anständigen, feinsinnigen und ehrlich- demokratischen Gegner Geſellſchaft spielt, da ist ein Mann wie Barth, den als die Furcht vor den Wählern hat bisher das Kompromiß aus Berlin auszuweisen. Graf Caprivi ist denn doch ein wir allezeit zu schätzen gewußt haben, doch nur ein Prediger verhindert. Von der Haltung der Wähler hängt alles ab. Mann von zu gutem Geschmack, um sich und die Reichs- in der Wüste. Ein ideologischer Eingänger, deffen AufJezt hat das deutsche Volk seine Probe zu bestehen. Es regierung durch diese fulturwidrige Wiederholung einer hat sich gegen die Militärvorlage aufgebäumt, und nun soll fulturwidrigen Maßregel bis auf die Knochen zu blamiren. faffung den Stempel der Entsagung, dessen Worte die es militärfromm gemacht werden. Bleibt feft, Ihr Wähler! Dder aber der neue" Rurs ist auch hier schon völlig verschmauft die Bourgeoiste den geistigen Abhub der FrrKlangfarbe wehmüthigen Sichbescheidens tragen. Ver Laßt Euch nicht berüden, nicht firren! Protestirt wieder bismärdert. Welches zarte Angebinde dann für den Gelehren“ und„ Zukunftsbilder" als Leckerbissen, so muß auch ein die Bourgeoiste den geistigen Abhub der„ Frrund wieder gegen die Militärvorlage! Wo immer Ge- waltmenschen von Friedrichsruhe! Legenheit sich bietet, erhebt Gure Stimme gegen die MilitärBesserer, wofern er sich nicht entschließt, das Tischtuch glatt vorlage, die sich mit den Interessen unseres Vaterlandes Unsere Zivilisation. Gin Artikel der Bossischen zu durchschneiden, das Schicksal dessen auf sich nehmen, der nicht verträgt, und uns dem glänzenden Elend und der Beitung" über Schießwunden und kugelfefte Panzer schließt sich wahllos unter die Richter'sche Kleie mischt. Im übrigen übertünchten Barbarei des Militarismus überliefert! mit den Worten: bedarf es keines Nachweises, daß Barth's Schilderung der Jezt, da die Durchschlagskraft der Projektile anscheinend Aufgaben und des Wesens unserer Partei ihm ein ehrenaufs höchste gestiegen ist, soll es erscheint geradezu wie volles Zeugniß seiner schärferen Einsicht und löblichen UnFronie ein wirkungsvolles Schuhmittel durch Dowe er befangenheit ausstellt. Unbeschadet dessen, daß seine Hofffunden sein. Was die Folge dieser Erfindung ist, läßt sich nung, wir würden allmälig auf unsere ökonomischen diel unschwer einsehen: man wird die mörderische Wirkung ber tleinkalibrigen Geschosse noch mehr zu steigern suchen, um das Utopien", will sagen auf die grundstürzende Umgestaltung Dowe'sche Hinderniß zu besiegen, oder zu beffen Bestegung nach der Wirthschaftsweise Verzicht leisten, in der That eine anderen Mitteln fahnden, denn„ Tod" ist die Parole, verständliche, darum aber in keinem Betracht stichhaltige mit der man gegen den Feind zieht. Ein Schutzmittel wird es Utopie ist. Was wird Herr Eugen Richter zu dem Bealso auch nicht sein, aber ungemessene Millionen würde es fenntniß seines Fraktionsgenossen sagen, er, welchem die fosten, um den Schutz, den es gewährt, wieder unwirksam zu offene Anerkennung eines Widersachers gegen die Natur machen. geht? Fort mit der Militärvorlage! Nieder mit dem Militarismus! Das ist unser Osterruf. www Auflösung oder Nicht Auflösung?- das ist die Frage, die wie ein schwerer Alp auf unseren bürgerlichen Parteien liegt und sie nicht aufathmen läßt. Alle bürgerlichen Parteien ohne Ausnahme- namentlich auch die Fortschrittspartei fürchten die Auflösung, durch welche die innere Krise unzweifelhaft verschärft und die Auflösung der alten Parteien, wie des ganzen Staatsorganismus nur beschleunigt werden kann. Und die komische Tragit oberstens" ehrlich gesprochen. Tod ist die Parole!" Bravo das ist wenigFreilich den christlichen Acht Der Liberalismus in der Praxis. Unsere Leser tragische Komik der Lage bringt es mit sich, daß die Re- millimeter- Philanthropen, die es als ein wahres Bergnügen sind über die Ichtershäusener Gefängnißgierung, welche mit dieser Frage gespielt und all' ihre Be- hinstellen, von einem Kleinkalibrigen durchbohrt zu werden, Enthüllungen unterrichtet. Bekanntlich hatte der rechnungen auf die Furcht der Parteien vor der Auflösung dürfte das Wort nicht angenehm sein. deutschfreisinnige Redakteur Bosh art in Gotha die gebaut hat, selber die Auflösung ebenso fürchtet, wie nur In einem anderen Blatt( Osternummer) lesen wir von Sache in die Deffentlichkeit gebracht. In der Finanzirgend eine der Parteien dies thun fann. einem neuerfundenen" Ideal" von Pulver, das noch neun fommission des gemeinschaftlichen Landtags war nun der mal mehr Kraft habe, als das rauchschwache. Ein be- Antrag eingebracht worden: zeichnendes Kulturideal, dieses" deal"! Für unsere Partei besteht diese Frage nicht außer insofern sie auf andere wirkt. Wir freuen uns der Werlegenheiten und Hengstesprünge der Gegner und, einerlei ob aufgelöst wird oder nicht, in jedem Falle haben wir den Vortheil. Die Versumpfung und der Konflikt find gleichmäßig Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Reichspolitisches. Der Reichs- Anzeiger" veröffentlicht die Verordnung, betreffend die Ueber tragung landesherrlicher Befugnisse auf ben Statthalter in Elsaß Lothringen.- Das Das Schwindel- Flugblatt Wieviel loftet uns durch Notenaustausch vom 29./30. Juni v. J. zwischen Deutsche die Bertheidigung des Waterlandes?" ist, Deutschland und Spanien getroffene, durch die so schreibt die Freisinnige Beitung", von uns Deklaration vom 28. November v. J. verlängerte Abjüngst unter der Spißmarte Offiziöser Bahlen- tommen wegen provisorischer Regelung schwindel" entlarot worden( Siehe auch Vorwärts", der gegenseitigen Handelsbeziehungen Nummer 75 vom 29. März). Jezt zieht der Verfasser ist durch eine am 24. d. M. von dem deutschen Botschafter in -es soll ein Profeffor vierten Hanges sein in der Madrid und dem spanischen Minister der Auswärtigen Norddeutschen Allgemeinen Beitung" bie Angelegenheiten unterzeichnete Deklaration weiter von uns angefochtenen Bahlen zurück und ver- verlängert worden. sucht nunmehr eine neue Nettorechnung" aufzumachen an " " " Nachdem festgestellt ist, daß in den Gefängnißanstalten zu Ichtershausen in zahlreichen Fällen törperliche Büchtigung und Häufung von Strafschärfungen zur Anwendung gelangt ift, wird herzogliches Staatsministerium ersucht, dem Landtag bei seiner nächsten Tagung mitzutheilen, welche Maßnahmen zur Ahndung dieser Verstöße und zur Verhütung künftiger Regelwidrigkeiten getroffen worden sind." Der Landtag hat in seiner Schlußßigung vom 1. April diesen Antrag mit 18 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Die Linke," meldet das Berliner Tageblatt", stimmte getheilt", d. h. ein Theil der Liberalen gab zu der Mißwirthschaft seinen parlamentarischen Segen. Staatsminister Strenge's, des weiland Liberalen, Gnadenfonne wird nun aufgehen über den Gerechten.- Ein anderes Bild! In Nürnberg schießt die Kartellpflanze üppig in's Kraut. Da haben wir zu den diesftelle jener lächerlichen Bruttorechnung, wobei die Betriebs. Die rheinpfälzischen Tabakbanern fordern Reichs- jährigen Landtagswahlen ein deutschfreiausgaben der Staatseisenbahnen und der Staatsbergwerke hilfe im Stile des Herrn Menzer. In Speier haben sinnigetonservativ antisemitisch- nationalbekanntlich als Staatslasten behandelt wurden, zu beren sie am 4. d. M. erklärt, die Bauern würden fämmtlich liberales Wahlbündniß, abgeschlossen, um den verhaßten Deckung die Steuern natürlich herangezogen werden müßten. Sozialdemokratisch wählen, wenn die Regierung ihnen nicht Sozialdemokraten die Landtagsfige vorzuenthalten. Die In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wird dem Zabakbauern werden für uns stimmen, wenn nicht dies- Nürnberg, Dr. v. Schuh, den 1848er Renegaten Krämer helfe. Herr Ruprecht Ranfern macht Schule. Aber die Deutschfreisinnigen stellen den neugeabelten Bürgermeister von gemäß jezt nur noch ein Bruchtheil des früheren Flug- mal, das nächste Mal. Von den Junkern haben sie nichts und den stocktauben Seminarlehrer Böhm auf. Hierzu blattes aufrecht erhalten, auf den wir demnächst zurückfommen werden. Das Flugblatt, welches in mehr als einer zu hoffen, von den Nationalliberalen und den anderen kommt der von den Nationalliberalen vorgeschlagene GroßMillion von Exemplaren offiziös verbreitet und allen Kreis- Bourgeoisparteien auch nichts. Alsohändler Sa ch 3, der thatsächlich den Konservativen nahe blättern beigelegt wurde, ist also jetzt schon von seinem Ver- Preßfreiheit für immer! Der Kölnischen Beitung" steht. So berichtet die konservative Süddeutsche Landpost": fasser selbst in den von uns angefochtenen Zahlen preis- wird aus Berlin gemeldet:„ Die hiesige Polizeibehörde Serr Sachs gehört dem rechten Flügel der Nationalgegeben worden. geht jezt mit großer Strenge gegen die Auswüchse der anti- liberalen an, und ist, zum Entsehen vieler seiner eigenen Die Brandes- Pindterei hat in der ganzen Welt die Nachsuchungen nach derartigen Schriften und Karrikaturen Stöcker. Ueber diese Kandidatur läßt sich reben." Nur Die Brandes- Pindterei hat in der ganzen Welt die semitischen Literatur vor. Es sind in den letzten Tagen Parteigenoffen, ein intimer Freund des Hofpredigers verdiente Aufnahme empfangen: Gelächter und zwar vorgenommen worden. Das Ergebnis ist nicht bekannt." als nebensächliches Moment sei noch aufgeführt, daß der verachtungsvolles Gelächter. Am meisten hat man in Frant- Mit dieser reaktionären Rücksichtnehmerei auf die frankhafte Nürnberger Deutschfreisinn sein eigenes Organ reich gelacht, wo man ben Brandes kennt, und den Pindter Empfindlichkeit des an tausend und einer Stelle Angriffs- Fränkischen Kurier", zu Ehren des Kartells hat und die Hintermänner des Bindter. Ob die deutsche Repunkte bietenden Geldjudenthums wird der Antisemitismus besavouixen müffen. Selbiges Blatt, geleitet von dem begierung mit dieser Aufnahme zufrieden ist, das wiffen nicht zurückgedämmt, sondern fünstlich gefördert. Für den rufenen Pimperl- Wichtig Eberhard, hat durch die Schäbigwir nicht. Ursache ſtolz darauf zu sein, hat sie sicherlich erstaunlichen Tiefstand der bürgerlichen Politik zeugt dieses leit seiner Kampfesweise es bei allen Parteien verschüttet nicht. Aber wer mit dem Pindter geht, muß sich gefallen ewige Eingreifen des Konstablerthums in den Gang der und namentlich die nationalliberalen Bundesbrüder arg verlaffen, wie der Bindter behandelt zu werden. Die Aus weisungs- Mordgeschichten des Brandes haben sich beiläufig und„ Barucker"-Taftit ist ein Auskunftsmittel niedergehender Augsburger Abendzeitung" in einem Federkrieg den EberEntwicklung mit wünschenswerther Deutlichkeit. Pickelhauben schnupft. Nun hat der„ lebertranfe Mops", wie die liberale als Fluntereien herausgestellt gerade wie feine Gewalten. hard benamste, den wohlverdienten Fußtritt: man denke au die selbst in Deutschland unerhörte Böbelhaftigkeit des Beitung" wird eine Unterredung veröffentlicht, die der St. Gallen verübten Polizei Ueberfalls. B- artei schlägt Theodor Barth. In der Wiener Deutschen Kurier" bei Gelegenheit des gegen Grillenberger in deutsch freisinnige Reichstags. Abgeordnete Dr. fich, P- artei verträgt sich. arth, Herausgeber der Nation" mit einem Mitarbeiter nahm Besitz von ihm und erfüllte seine Worte mit Gift und Galle. Wie soll ich nicht enttäuscht sein," stieß er heftig hervor, wenn Sie mir selber sagen, daß Sie vor Ungeduld brennen, ein Wert aufzugeben, welches Sie, wie Sie sagten, liebten; wenn die Hoffnung, bei Philistern und aufgeblasenen Gecken zu glänzen, Ihnen den Kopf verdreht; wenn-" Er war unfähig fortzufahren. Er ergriff seinen Hut und eilte aus dem Hause, ohne von dem Mädchen Abschied zu nehmen. Seit diesem Abend verbüfterte fich Alles! Sie suchten am nächsten Tage ihren Streit beizulegen, doch dies besserte nichts an der Sache! Die Basis ihrer Freundschaft war erschüttert. Andref glaubte nicht mehr an das Bestehen jener festen moralischen Bande zwischen ihnen, auf die er sich bisher verlassen hatte. der Deutschen Zeitung" gehabt hat. Barth führte u. a. aus: Zur Erfahwahl in Dortmund. Die National„ Es gäbe nur eine einzige Hoffnung: das liberale korresponden 3" meint, die Festsetzung fei der Sozialismus. Die Sozialdemokraten feien die der Dortmunder Ersagwahl auf den 3. Mai verläßlichsten Hüter der Freiheit, die ehrlichsten Diener besite darum ein besonderes Interesse, weil man daraus einer gefunden Entwickelung; die ökonomischen Utopien wohl den Schluß ziehen dürfe, daß die Reichsregieträten immer mehr zurück und würden mit der Beit ganz rung an eine nahe bevorstehende Auflösung d platonisch. Es sei ein grober taktischer Fehler gewesen, Reichstages nicht glaubt. Sonst wäre es schw daß Engen Richter gerade neuerdings gegen fie ge" fprochen habe. Das hat gar teinen Sinn und 3wed. In erklärlich, wie man einem so tief unterwühlten Wahlkreise, allen politischen Fragen find die Sozialdemokraten heute unsere der bei jeder Wahl die heftigsten, aufreizendsten Partei natürlichen Bundesgenoffen, und ich zweifle nicht, daß sie mit kämpfe über sich ergehen lassen muß, zumuthen sollte, binnen der Zeit noch Manches abstreifen und sich in eine radikale kurzer Zeit zweimal diese ganze Aufregung mit den unver Arbeiterpartei verwandeln werden, die mit uns Schulter an meiblichen Stichwahlen durchzumachen". Es war, wie die Schulter kämpft. Wir können nichts eifriger wünschen, als daß sie das nächste Mal ihrer 72 statt 36, die sie jest find, ins Hans tommen." Als die Hige der Leidenschaft verflogen war, erkannte er genannte Korrespondenz berichtet, aus dem Wahlkreise selbst der dringende Wunsch laut geworden, die Nachwahl natürlich, daß er übertrieben habe, wenn er von dem Mädchen vorausseßte, daß es sogar für seine Existenz ganz gleichgiltig Wäre der bürgerliche Radikalismus noch so rückgrat au verschieben, bis einige Sicherheit gegeben sei, daß nicht unmittelbar hinterher neue Wahlen erfolgten. Unter diesem fei. Sie würde ohne Zweifel ein Stick lauwarmer Freund fest, wie vor breißig oder vierzig Jahren, dann würden Gesichtspunkt sei die Ausschreibung einer folden Nachwahl befchaft für ihn bewahren. Dies war aber schlimmer wir nicht gezwungen sein, die in anderen fortgeschritteneren achtenswerth". Hier ist wohl der Wunsch der um das als nichts. Er begehrte alles, und das Wenige, das er be- Ländern von der liberalen Bourgeoisie längst verwirklichten Restchen ihrer Mandate zitternden Bertreter von Bildung faß, machte ihn darauf aufmerksam, wie viel ihm vor Forderungen bürgerlicher Freiheit erst und zwar so gut wie und Besitz" der Vater des Nichtauflösungs- Gedankens. Es enthalten wurde. An Eifersucht gegen Gregor dachte er allein zu erfämpfen. Nachdem aber das deutsche Bürger- ist übrigens recht hübsch von den hohen Herren Schlotnicht länger. Gregor oder ein anderer, oder überhaupt thum um das Linsengericht wirthschaftlicher Vorrechte die baronen, daß sie den armen, abgeplackten Wählern diese feiner, was ging ihn das an? Er war auf jeden Moment, politische Freiheit an den polizistischen Junkerstaat verkauft jeden Gedanken den sie nicht mit ihm theilte, eifersüchtig. hat, muß die Sozialdemokratie in die Bresche sparnißpolitit einmal in ihren Hütten, Gruben, Watzwerken, ganze Aufregung" ersparen möchten. Wenn sie diese ErSeine neue Eifersucht zerstörte die alte, wie ein starter springen und auch biese nichtgethane Arbeit auf Spinnereien anwendeten und den von ihnen ausgenugten Schmerz uns einen geringeren vergessen läßt. In der be- ihre jugendstarken Schultern nehmen. Gewiß, eine Arbeitskräften diese ganze Aufregung" eines viel zu zaubernden und gefährlichen Vertraulichkeit, in der sie ge- bürgerliche Demokratie, welche diesen Namen Langen Arbeitstages bei weitaus zu niedrigen Lohusähen lebt hatten, waren seine Gefühle unbemerkbar in ihm mächtig verdient ift eine Kampfgenoffin, mit welcher ersparten! angeschwollen. Jetzt brachen sie ungestüm hervor, erfüllten die Arbeiterschaft gemeinsam marschiren kann, um den Das Zentrum hat für die Dortmunder Wahl den sein Herz und brachten sein Blut in Wallung. Er konnte feudalen Gegner, um den Absolutismus zu vernichten, um Redakteur und Zeitungsverleger Lambert Lensing ohne sie nicht leben, in ihrer Abwesenheit quälte er sich nur ein gutes Stüd auch sozialer Politik zu treiben. Heute, als Kandidaten aufgestellt.über fic. Von Weglaufen konnte jetzt nicht mehr die da die Militärvorlage das deutsche Volk bis in Rede sein. ( Fortsetzung folgt.). feine tiefften Tiefen bewegt, heute, da die Neuwahlen Zwei alte Achtundvierziger sind dieser Tage gestorben. unvermeidlich scheinen, hätte das liberale Bürgerthum die Der eine, Graf Oskar Reichenbach, 1848 Witglied i>eS Frankfurter Parlamentes und wegen seiner Theil- nähme am R u m p sparlament ,u zehn Jahren Zucht- hau- verurtheilt, starb in London, bis zum letzten Athem- zuge seinen demokratischen Grundsätzen getreu.— Am 1. April ist Otto Leonhard H e u b n e r gestorben. 1848 Frankfurter Parlamentler und im Mai 1849 Mitglied der„provisorischen Regierung" in D r e s d e n, die der Mai- aufstand nach der Flucht des Königs Johann inS Leben rief. Heubner wurde, nachdem die preußische und sächsische Reaktion in innigem Bunde die Dresdener Freiheitskämpfer nieder- kartätscht und abgeschlachtet hatte, gefangen, wegen Hoch- verrathes zum Tode verurtheilt und dann zu l e b e n s- länglichem Zucht Hause„begnadigt". König Johannes „Philalethes", der Wahrheitsfreund, war ein guter Hasser, er ließ Heubner gleich Kirbach, der heute noch die Ketten- male am Fuße trägt, und so manchen andern in Waldheim viele Jahre Wolle spinnen. Erst 1859 ward er in Freiheit gesetzt, aber lange noch schmählich geschuhriegelt. Heubner schloß sich der Fortschrittspartei an und blieb ein ehrlicher Liberaler.— „Die Vielen." Wenn eZ den Junkern in den Kram paßt, sind sie auch Freunde einer demokratischen Auffassung. Sie, denen der„Herr Omncs", die„blöde Pöbelmchrheit" lind andere Kosenamen fiir den Ausdruck und die Richtung des Volkswillens geläufig sind, fsprechen sich doch für ?)iaioritätsbeschlüsse ans, sobald die Majorität„ihren Willen thut". Herr v. H e l l d o r ff hat im Kampfe gegen die Tivoligrenadiere die Waffen strecken müssen, das„Kon- servative Wochenblatt" ist eingegangen, nicht an letzter Stelle hat die Furcht vor dem drohenden Wettbewerb der Ahlwardt und Böckel den Heerhausen der Konservativen zu festerem Gefüge gedrängt. In ihrer Osterwochenbctrachtung schreibt nun die„Kreuz« Zeitung":„Heute, kaum vier Atonale nach dem„Tage von Tivoli", ist alles, was sich „dentsch-konservativ" nennt, unter einem Dach vereint. Tie theoretische Möglichkeit, daß Herr von Helldorf Recht und wir anderen alle Unrecht haben, bleibt allerdings be- stehen. Daß die besseren Gründe ans feiten der Vielen sein müßten, das zu behaupten würde unseren Ansichten an -sich nicht entsprechen. Ebenso wenig aber wäre es vernunftgemäß zu meinen, daß etwas verkehrt sein müsse, weil die Vielen es für richtig ansehen." Kommt der richtige Augenblick, so wird diese sporadische Erkenntniß dem preußischen Adel mit erschöpfender Gründlichkeit durch die unerbittliche Dialektik des geschichtlichen Prozesses als die einzig fruchtbringende eingepaukt werden. Was der annoch herrschenden Minder- heir recht nützlich sein, für die Vielen aber ersprießlich, ja erlösend wirken wird.— Der belgische Partetkongreh. Aug Gent meldet Wolff's TelegraphifcheS Bureau:„Der Sozialistenkongreß nahm fast einstimmig eine Tagesordnung an, wonach die srüheren Beschlüsse betreffs des a l l g e m e i n e n S t i m m- rechts aufrechterhalten werden, ein allgemeiner Ausstand jedoch in dem Falle unterlassen werden soll, wo die Einschränkungen in bezug auf daS allgemeine Stimmrecht ausschließlich auf das Alter oder aus das Recht der Familienväter, mehrere Stimmen abzugeben, sich be- ziehen würden. Wenn man daS Mehrheitsvotum den Grundbesitzern oder denjenigen, welche ein Diplom über gelehrte oder künstlerische Bildung aufweisen, bewilligen würde, dann sollte der Generalrath der Arbeiterpartei beaustragt werden, den allgemeinen Ausstand anzubefehlen. Ferner wurde beschlossen, daß die Arbeiterpartei auf dem Kongreß in Zürich vertreten sein solle. Des weitern wurde eine Tagesordnung angenommen, in welcher das Stimm- recht für die F r a u e n gefordert wird."— Aus Gent kommt unterm 2. d. M. die Nachricht:„Gegen tausend f ranzösisch e Sozialisten trafen heute aus R o u b a i x unter Fühnmg des Maircs hier ein und wurden am Bahnhos von zahlreichen belgischen Sozialisten empfangen. Tie französischen Sozialisten begaben sich sodann nach einem Versammlungslokal, wo Nachmittags 3 Uhr eine Sitzung zur Prüfung der Frage des allgemeinen AuSstandeS abgehalten wurde."— Die französische Ministerkrisis ist noch nicht beendet. Dem Hochschutzzöllner M e l e n e ist es nicht geglückt, ein Kabinet zu bilden, auch D Up uy ist vorläufig an dieser Ausgabe gescheitert.— Panamlno und Panama. Auch Du? kann sich G i o l i t t i jetzt sagen. Auch der Chef des italienischen Ministeriums hat jetzt sein Panamino-Papierchen auf der Brust stecken und steht am Pranger. Wann sitzt er auf der Anklagebank?— CriZpi veröffentlicht seinen Briefwechsel mit Lump R e i n a ch, seinem Freunde, Geldgeber und Klienten, in Sachen des Ordensschachers für Cornelius Herz. Crispi sucht sich dadurch zu entlasten. Ob die Briefe auch die echten.sind, darüber könnte blos Rcinach — und dessen Mund ist für immer geschlossen— oder Reinach's Nachlaß— und der wird schon rechtzeitig „verlustrirt" sein— Auskunft geben. Jevenfalls zeigen die Episteln die innige Vertraulichkeit des weiland italienischen Ministerpräsidenten mit dem schoflen Gründer und Börsenjobber Reinach, den Crispi als„Lieber R e i n a ch" oder„Lieber Jakob" anredet.— Der dänische Reichstag hat auch seine letzte Session abgeschlossen, ohne ein Budget zu bewilligen. Der Gewaltsmensch Estrup, eine SedezauSgabe BiLmarck's, regiert, da er mit der Mehrheit des Parlaments im Kon- siikt ist(seit dem l. April 1385), budgetlos. So ist denn zum neunten Male ein„provisorisches" Budget am 1. April veröffentlicht worden. Doch lange wird dieser Zustand nicht niehr andauern. Auch hier giebt die Angst vor dem Sozialismus den Ausschlag.„Die offiziösen Organe", schreibt die„National-Zeitnng",„haben für die Zukunft wenigstens den Rückcritt eines oder des anderen älteren Ministers„als nicht völlig ausgeschlossen" bezeichnet, und ist demnach anzunehmen, daß das gestern veröffentlichte provisorische Budget das letzte seiner Art gewesen sein und man sich bis zum nächsten Jahre bezw. bis zu den Neu- ivahlen 1895 völlig geeinigt haben wird. Auch würde ein bis zu diesem Termin fortgesetztes budgetloses Regiment die von der Linken abgefalleneu„Moderaten"(Gemäßigten) für die Neuwahlen äußerst schlecht stellen; ebenso ist in der sonst überwiegend konservativen Hauptstadt der radikal- sozialistische Wahlsieg bei den Gemeinde- wählen vom 23. März ein ominöses Wetter- »eichen gewesen",-» Rumänien. Die Session deS Parlaments ist bis zum 20. d. M. verlängert worden. Die Deputirtenkammer nahm den Handelsvertrag mit Frankreich mit 83 gegen 28 und den Handelsvertrag mit der Schweiz mit 91 gegen 4 Stimmen an.—- Berichtigung. Nicht Stadtrath und Superintendentur z« Riesa, sondern zu Meißen haben unserm Partei- genossen F i n d e ise n das seltsame Ansinnen gestellt, sich mit seiner 82 jährigen Schwiegermama kirchlich trauen zu lassen. Die Riesaer Be- Hörden sind durch die unrichtige Angabe, die auf einem ärgerlichen Schreibfehler beruhte, ohne Verschulden in die hochkomische Angelegentheit verwickelt worden.—> eigener Sache. Verschiedene Zeitungen— auch Parteiblätter— melden, die Revision unseres Redakteurs E n d e r s sei vom Reichsgericht zurückgewiesen und damit das Urtheil des Landgerichts Berlin auf 9 Monate Ge- sängniß rechtskräftig geworden. Das ist ein Jrrthum und wohl eine Verwechslung. Eine Revision ward allerdings zurückgewiesen— wie von uns auch gemeldet ward—, aber es handelte sich um ein anderes, früheres Er- kenntniß, nämlich um das, wodurch insgesammt.auf eine Geldstrafe von 1250 M. erkannt worden ist.— Nochmals eine Richtigstellung. Wir erhalten folgende Zuschrift: „Die„MagdeburgischeZeitung" druckt einen Artikel aus der„Seehäuser Warte" ab, der nicht nur in echt nationalmiserabler Wahrheitsscheu die betrübende Angelegenheit M a t t h i e s und meine im„Vorwärts" vom 23. März 1893 veröffentlichte Erwiderung absichtlich entstellt wiedergiebt, sondern auch einen der damaligen Geschworenen, den Fabrikbesitzer und Stadtrath Steinte, eine Erklärung abgeben läßt, deren Anfang lautet:„die Behauptung des Abg. Stadthagen sei erlogen". Der Artikel schließt mit der Frage, ob ich nicht nunmehr eine Erklärung dahin veröffentlichen werde, „hiernach nehme ich keinen Anstand zu erklären, daß ich mich wieder einmal geirrt habe." Diese Frage muß ich verneinen und kann nieine Erwiderung trotz der Flegeleien der„Magdeburgischcn" und ihrer feigen Hintermänner lediglich vollinhaltlich aufrecht er- halten. Selbst die„Magdeburgische' wagt die Thatsache nicht zu leugnen, daß aus die Bejahung der Schuld- frage gegen Matthies die politischeAnstcht des Angeklagten einen Einfluß gehabt hat. Berlin, 4. April 1893. Arthur Stadthagen, RcichstagZ-Abgeordneter. Paftciuorfjfirfjljm. Auö Biebrich a. Rh. wird unS geschrieben: Am 1. April fand hier die zweite Protest Versammlung gegen die Militärvorlage statt. Sie war außerordentlich stark be- suckst und spendete dem Referenten M i e d r e i ch aus Mainz für setue Ausführungen lebhaften Beifall. Der Grund des starken Berfammlungsbesuchs ist wohl auch mit darin gegeben, daß die Arbeiter hiesiger Fabriken gezwungen wurden, zu einer für die Militärvorlage in Zirkulation gesetzten Resolution ihre NamenS- Unterschrift—„freiwillig" herzugeben. � Militärischer Boykott.'In Braunschweig ist den Militärpersonen auch der Besuch des„Hoflägers", wo dieser Tage der Reichstags-Abgeordnele Auer über die Taktik der Sozialdemokratie sprach, verboten worden und zwar ohne An- gäbe von Gründen. Das„Braunschweiger Tageblatt" bringt darüber die angeblich„völlig verbürgte Mittheilung, daß das herzogliche S t a a t s m i n i st er i u m den Polizeidirektor der Stadt Braunschweig aufgefordert hat. ihm alle die Lokale zu bezeichnen, in denen Sozialdemokraten verkehren oder zu gelegentlichen Versammlungen zusammenkommen." Weiter bemerkt das Blatt:„Man wird hiernach entweder die eine oder die andere militärische Sperre, vielleicht auch beide, als Maß- regeln aus politischen Erwägungen zu betrachte» haben und annehmen müssen, daß die hiesigen Saalwirthe, welche ihre Lokale hin und wieder Ardeitervereinigungen zur Ver- fiignng gestellt haben— und das ist von diesen Wirthen fast ausnahmslos geschehen—, nach und nach von mili- tärischen Sperren betroffen werden! Unter diesen Umständen darf man den weiteren Schritten der gefährdeten Wirthe, namentlich aber die Entscheidung der Frage, ob es ihnen gelingen wird. diesen Vorgängen gegenüver eine Solidarität der Interessen zu erzielen, mit Spannung entgegensehm. Angeregt ist bereits ein Ausschluß der gesammten Militärmusik aus allen WirthschastS- lokalen unserer Stadt. Wir wissen nicht, ob, wenn in dieser Art zur Selbsthilfe geschritten werden sollte, die Regimenter noch in der Lage sein wurden, ihre MusikkorpS in der jetzigen Güte und Stärke zu erhalten." Wäre der braunschweigische Landtag eine Einrichtung, die man Volksvertretung nennen könnte, den Arbeitern und den Wirthen würde bald geholfen sein. Von der Solidarität der Wirthe ist kaum etwas zu erhoffen. In allen Orten, wo der militä- rische Boykott geübt wird, sind es eben die Wirthe, die ihn durch ihre profitgierige Kriecherei vor dem zweierlei Tuch erst möglich machen, und die deutscheu Gastwirths- Organisationen haben bei ihren Kongressen viel zu viel mit dtn Vergnügungen und mit der Ausgrübelei von Schikanen gegen ihre Personale zu thun, als daß sie sich mit so unangenehmen Dingen, wie der militärische Boykott eine? ist, be- schästigen könnten oder wollten. Bei der vorstandswahl'zur OrtS- Krankenkasse siegte in Blankenburg a. H. die sozialdemokratische Liste. Erster Vorsitzender der Kasse ist ebenfalls ein Parteigenosse, der Bürger- meister sungirt als dessen Stellvertreter. » �« VnS Wittenberge wird uns von einem Parteigenossen ge- schrieben: Am letzten Dienstag Abend begab sich unser Ver» trauensmann zu dem Besitzer der Zentralhalle, Herrn D a n n e h l, um dessen Saal, der uns bisher zur Verfügung stand, zur Abhaltung einer sür Ostern geplant gewesenen Volks» Versammlung zu bekommen. Unverhoffter Weise erhielt er die Antwort, daß uns die Lokalitäten der Zentralhalle nicht mehr zur Verfügung gestellt würden. Der Bescheid kam um so unerwarteter, als der Besitzer der Zentralhalle vor einigen Monaten, nachdem ihm die Tanz- und Schank- erlaubniß von l Uhr auf 10 Uhr geschmälert worden war. mit Bestimmtheit erklärte und dies noch oft wiederholte, daß es der Polizei nicht gelingen werde, ihn zu zwingen, daß er unS seine Lokalitäten verweigere. Infolge dieser unschönen Sinnrswaiidlung des genannteu Gastivirlhs ist die Partei in Wittenberge einst- weilen ohne Saal, was die Gegn-r im Hinblick auf die zu ver- muthende Reichstags-Auflösung wohl besonders im Auge hatten, als sie den Wirth umstimmten. Indessen wird das die Witten- berger Sozialdemokraten zu um so nachhaltigerer Agitation von Person zu Person anspornen; den von der Eaalabtrekbeyel«- hofften Nutzen werden die Gegner also nicht haben. Der Wirth jedoch wird seinen Wunsch vollständiger, als ihm liek sein dürfte, erfüllt bekommen. Keiner unserer Anhänger in Witten- berge wird sein Lokal mehr besuchen. � Der GegenwartSstaat, wie tt leib« und lebik. Die königliche Geschützgießerei in Ingolstadt soll, wie bürger- liche Blätter berichten, 50 sozialdemokratischen Arbeiten, gekün- digt haben. � Tobtenlift« der Partei.'In WandSbeck w«rd« am Mittwoch der Maurer P e e m ö l l e r zur letzten Ruhe bestattet. In O f f e n b l» r g ist der Schneider Barak verstorben. Polizeiliches, Gerichtliche»:e. — Wegen Beleidigung de? BreSlauer Landgericht?-»Direktors Schmidt wurde der Redakteur der„Bergischen Ardeitocstimme", Genosse Hu th in Solingen, zu 300 M. Geld- und den üblichen Nebenstrafen verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte vier Monate GesSugniß beantragt. — Genosse P. Braun, in frühere» Zeit Redwkteur deS Bergmannsorgans„Schlägel und Eisen", zuletzt d«S„Braunschweiger Bolksfrellnds", hat in Trier seine im Saar.revier ver- wirkten Gefängnißstrafen verbüßt und ist dieser Tage nach Wolfenbüttel überführt worden, wo er noch 10 Monat« Ge- sängniß wegen seiner NedalteurSthätigteit in Brauuschweig zu verbüßen hat. — Um daS Versammlungsrecht der deutschen Arbeiter ist es in Mecklenburg offenbar am allerschlechiesten bestellt. Man lese z. B. folgende Verfügung: „Auf die hierher zur Registratur vom 20. d. M. erstattete Anzeige von einer Versammlung der Maurer und Zimmerer am Sonntag Reminiscere, in welcher der Genosse Johaura Staningk aus Stettin über die Gewerkschaftsorganisationen'.rüher und jetzt sprechen wird, wird Ihnen hierdurch eröffnet, daß, wie schon an gewöhnlichen Sonntagen für die ganze Dauer dersellben nach der Berordnuila vom S. August 1855,§ 2 sub 4, Quartale der Handwerker und sonstige lärmende Zusammenkünfte verboten sind, so vielmehr in der geschlossenen Zeit(vom Sonntag Jnvoeavit bis Ostern) nach§ 4 sub 3 leg, cit.„geräuschvolle Zusammenkünfte" gänzlich unzulässig sind. Die von Ihnen angezeigte Bersammlung wird deshalb hier- durch polizeilich verboten. Reubukow, den 23. Februar 1303. Der Magistrat. Krüger. C. Klüssendorf. An Herrn Gastwirth Techel hier." Wenn der Magistrat von Reubukow auf grund eine? Gesetze? aus der früheren Generation die Versammlungen organiflrter Ar- bester mu„lärmenden Zusammenkünften" vergleicht, so beweift er, daß er die moderne Arbeiterbewegung mit ihrem sttttgendrn Einfluß auf die Massen auch nicht entfernt kennt. Sozial« Aovsrfirszk: Zum Schneiderstreik. Die Situation ist noch unverändert mit einer größeren Anzahl Firmen ist die Kommission in Unter- Handlung: auch dehnt sich die Bewegung jetzt immer mehr auf die Geschäfte in den Arvestervierteln aus. Die gestern statt- gehabten Versammlungen waren vom betten Geiste beseelt. Die Arbeiter von Klein, Potsdamerstr. 31, wollten gestern dem Ches die bekannten Forderungen unterbreiten, wurden aber all« aus dem Geschäft gewiesen und entlassen. Pflicht aller Kollegen ist es, nur in solchen Geschüften zu arbeiten, welch« von uns als geregelt bekannt gemacht werden. Bewilligt hat Billing, Zimmerstr. 82. Di» Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Achtung Mechaniker! Der Streik bei der Firma Groos und Graf dauert«nver- ändert fort; wir ersuchen alle Kollegen, den Zuzug strengstens fernzuhalten. Gelder zur Unterstützung der Streitenden werden im Restaurant Schönemami, Skalitzerstr. 7, entgegengenommen. Daselbst sind auch Listen u. f. w. in Empfang zu nehmen. Der Vertrauensmann. Au» dem GegenwartSstaate. Wie dem Stettiner„Bolls- boten" zu entnehmen ist, sind mit dem 1. April gegen 100 S ch t f f s w ä ch t e r, die bisher mit der Beaufsichtigung zoll- Pflichtiger Güter betraut waren, exi st enzlos geworden, weil der Staat zu diesem Zeitpunkte Beamte als Steuerauffeher ein- stellte. Die Schisssivächter hatten«ine Abordnung nach Berlin entsandt, sie kehrte erfolglos zurück. Der Sekretär des parlamentarischen Komitee» der enalischen Gewerkvereine, Herr Ch. Fenwick in London. soll— wie in einer uns anonym zugegangenen gedruckten Mittheilung behauptet ist— an den„Anwalt des Verbandes der deutschen Gewerkvereine", Dr. Max Hirsch, eine Zuschrift ge- richtet haben, deren wesentlicher Inhalt, unter Fortiassung des persönlichen Eingang? und Schlusses, in wörtlicher Uebersetzung wie folgt laute: „Ein großer Ausstand ist hier feit acht Wochen in dem GlaS- flaschcn-Gewerbe im Gange, und die Streikenden bemerken, daß die Arbeitgeber die deutschen Arbeiter dazu benutzen, um ihren heimischen Arbeitern eine Niederlage zu beretten. Die hiesigen Arbeiter wünschen ihre deutschen Kameraden von dieser Thatsache zn unterrichten, wissen aber nicht, wie an dieselben zu gelangen. Wenn Sie irgend welche Führer der Glasarbeiter in Deutschland kennen, so erweisen Sie uns eine große Freundlichkeit, wenn Sie ihnen mittheilen. daß hier ein Ausstand wegen Lohnherabsetzung im Gange ist und daß, wenn sie auf irgend welche Art den Zufluß ihrer Erzeugnisse nach England, so lange bis der Ausstand beendet ist, hemmen können, sie unS einen großen Dienst leisten werden. Wie ich annehme, wird der Sekretär des Glasarbeiter-Gewerk- Vereins Ihnen noch alle bezüglichen Thatsachen miltheiUn." Falls hier keine Mystifikation vorliegt, erscheint daS Ver- fahren des Herrn Ch. Fenwick im allerseltsamsten Lichte. Es ist nämlich einfach ausgeschlossen, daß die englischen GlaSmacher nicht wüßten, auf welche Weis» sie ihre deutschen Kameraden von dem Streik unterrichten könnten. Das ist vielmehr längst geschehen, so daß es des BrlefeS des Herrn Fenwick gar nicht erst bedurste. Er hat wahrscheinlich mit seinem Briefe dem deutsch- freisinnigen Dr. Max Hirsch einen Gefallen erweisen und der von beiden Herren bestgehaßten Sozialdemokratie einen Tort an- Ihun wollen, hat dabei aber nur erreicht, daß wir erfahren, wie schlecht Herr Fenwick. dieser fanatische Anhänger des alten Trade Unionismus, der auf die kapitalistische Gesellschaftsordnung Stein und Bein schwört, selbst in ganz einfachen gewerkschastlichea An- gelegenheiten unterrichtet ist. Daß dies keine übertrieben scharfe Kritik sein kann, dürfte sich durch die Thalsache erweisen, daß die Glasmacherorganisationen der Hauptländer Europas, darunter die Deutschlands und Englands, eine internatio- n a l e Vertretung ihrer Interessen besitzen, die von englischen Glasmachern geleitet wird. Diese muß demnach auch die Adressen der ihr augehörigen deutschen Organisationen in Händen haben. Das Verfahren des Herrn Fenwick ist um so illoyaler, alS die deulfchm und österreichischen'Preßorgane der Glasmacher sowohl wie der übrigen sozialdemokratischen Arbeiter und darunter auch der„Vorwärts" seit Wochen über den Streik der englischen Glasmacher ausführlich berichtet baden.,,,- Für den Inhalt der Jnferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 5. April Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Vasantasena. Neues Theater. Basantafena. Deutsches Theater. Fauft. Circus Renz. ( Rarlstraße.) Mittwoch, den 5. April: Abends 74 Uhr: Ein Künstlerfest. Bur Nachricht. Allen Freunden und Kollegen metnes lieben Mannes, des Metallschleifers Robert Linde, zeige hiermit an, daß die Beerdigung Achtung! Maurer und Putzer! Große öffentliche Versammlung am Sonntag, den 9. d. M., Vorm. 10% hr, im Lokale ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Zages Ordnung: 242/13 desselben heute Nachmittag 5 hr der Maurer und Putzer Berlins von der Leichenhalle des Neuen Je Große Ausstattungs- Pantomime. rufalemer Kirchhofes( Hermannstraße) Neue Einlagen mit überraschenden aus stattfindet. 3153b Licht- u. Wassereffecten. Ballet von Die trauernde Wittwe Minna Linde. 100 Damen. Glänzender Blumencorso. 1. Berichterstattung über die am 3. April stattgefundene Ronferenz der Grosses Brillant- Feuerwerk. Allen Freunden und Genossen die Maurer der Provinz Brandenburg. Berichterstatter Rollege Klingenberg. Außerdem: Mr. James Fillis traurige Nachricht, daß mein lieber 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. mit dem Schulpferde Markir. Mann, unser guter Sohn, der Zigarren- Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das ErJohanniter und Alep, in der hohen macher August Klahn, am 3. April scheinen Aller nothwendig. Schule geritten von Fräulein Oceana an der Proletarier- Krankheit gestorben H. Schigolsky, Schwedterstraße 27. P. Gräschke, 2übbenerstraße 26. Berliner Theater. Viel Lärm um Renz. 6 Springpferde, in Freiheit ist. Die Beerdigung findet am 5. April, Bertrauensmänner der deutschen Maurer( Berlin). Nichts. vorgeführt vom Dir. Fr. Renz etc. Nachm. 4 Uhr, von der StralsunderMorgen, Donnerstag, Ab. 74 Uhr: straße 18 aus statt. 3150b Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskaffe u. beim„ Invalidendant", Markgrafenstraße 51a. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Die große Gloce. Broll's Theater. Don Pasquale. Rendenz Theater. Die beiden Champignol. Adolph Ernst- Theater. Goldlotte. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Thomas- Theater. Standhafte Liebe. Morig Fr. Renz, Direktor. Etablissement Moritz Die trauernde Wittwe nebst Eltern. starb nach schweren Leiden meine liebe Am 2. April, Abends 51/4 Uhr, verFrau Rosa Arendt, a.Thener. Sunkeln füßt. Blas. Buggenhagen. Plasmas ich allen Freunden und Bekannten Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. National Theater. Romeo und Julia. Alexanderplat- Theater. Die Ron fettioneuse. Täglich: Inftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstifdy. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Has An Sonn- und Festtagen Winter- Garten. Spezialitäten- Vor- findet das Konzert in den oberen Sälen statt. stellung. Apollo Theater. Vorstellung. Achtung! Maurer. Achtung! Deffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 6. April 1893, Abends 81 Uhr, im Lokale„ Altes Schüßenhaus", Linienstraße Nr. 5. Zages: Drdnung: verw. Metscher, geb. v. Bergen, hiermit tiefbetrübt anzeige. Die Be erdigung findet Donnerstag, den 6. b., 1. Berichterstattung von der am zweiten Ostertag ftattgefundenen Ron. Nachmittags 44 Uhr, von der Salle ferenz der Maurer der Proving Brandenburg. 2. Wahl der noch fehlenden der Markus- Gemeinde( Wilhelmsberg) Vertrauensmänner der Maurer Berlins und Umgegenb. 3. Berschiedenes. aus statt. Der Einberufer: Puttlitz, Belforterstr. 16, Bertrauensmann der Maurer Berlins und Umgegend. 3145b Otto Arendt, Saaldekorateur. Danksagung. Spezialitäten. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 besondere den Kollegen und dem GeAllen Freunden und Bekannten, insSäle für Bersammlungen, Rommerse, fangverein deutscher Böttcher sage ich für die überaus zahlreiche Betheiligung Thrater der Reidshallen. Spezialitäten- Borstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 4. Male: Goldlotte. Gesangspoffe in 3 Aften nach einem vorhandenen Stoffe von W. Mannstädt, bearbeitet v. Ed. Jacobson u. W. Mannstädt. Couplets theilweise v. G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene ge feit von Adolph Ernst. Anf. 2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. American- Theater. Rovität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Borgang in der Dachlammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. Ede.. Martin Festlichkeiten 2c. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Große Spezialitäten- Vorstellung Pf. 242/12 Achtung! Töpfer. Achtung! Ueber die Bauten des Töpfermeisters Schlafke und Kranzspenden bei der Beerdigung in Rixdorf ist wegen Lohndifferenzen die Sperre bermeines Vaters, des Böttchers Albert J. A.: Der Vertrauensmann von Rixdorf. Fuchs, meinen tiefgefühltesten Dank. 3146b Die trauernde Tochter Bertha Fuchs. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise Theilnahme an dem Dahinstiller Vollständig nenes Programm. fcheiben meines geliebten, unvergeßJ. Thaler, Ropfequilibrist, Schnellzeichner. Geschwister Wuger, SchwerterKämpferinnen. Truppe Marnitz- Gasch, MarmorTableau. Henry Bender, Gesangshumorist. Truppe Volter, Ercentrics comic. Mr. Henry, Jongleur auf der rollenden Kugel. Max und Lilly Gläser, GefangDuettisten. Brothers Gasch, Afrobatische Clown. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. lichen Mannes, des Schlossers Heinrich Mayer, fage ich hiermit meinen innigften Dant; insbesondere den Kollegen. und Mitarbeitern der NähmaschinenFabrit vorm. Frister u. Roßmann für die ehrenvolle Mitwirkung bei der hängt. Deffentl. Versammlung für Nixdorf und Umg. 326/5 Abends 7 Uhr, in Hoffmann's Lokal, Bergstr. 133. J. A.: Der Vertrauensmann. Achtung, Holzarbeiter! Große öffentliche Bersammlung Beifeßung meinen tiefen und herzlich- fämmtlicher in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holz. sten Dant. Die trauernde Wittwe 3154b Bertha Mayer, geb. Sachs. Arbeiter- Sängerbund. Die Sangesbrüder, welche Donners tag, b. 6., Nachm. 4 Uhr, Beit haben ein Grabständchen für eine brave Genoffin mitzusingen, werden gebeten, sich zu versammeln bei Trinthaus, Wilhelmsberg, oder Markus- Kirchhof ebendaselbst. 3147b emm Gears Bendix) Freie Volksbühne. Alfred Bender in feinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Am Sonntag, den 9. April, Nachm. 2/2 Uhr, findet für die 1. Abth.( rothe Karten) " B 16. 23. 30. " eine Vorstellung im National- Theater statt." Zur Aufführung gelangt: 2. " ( grüne n" 3. 4. ( graue ( braune 99 " " ) Egmont. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen von Joh. Wolfgang v. Goethe. Musik von Beethoven. Die Hauptrollen liegen in den Händen des Frl. Sofie Burska und der Herren Fr. Basil, H. Haakh, Stiehl und Dir. Samst. Castan's Panopticum. Akka- Zwerginnen. 99/9 Elektrisches Orchester. Neue Jlusion: Lotosblume. Andere Jlufionen. Fantoche- Theater. Castan's Irrgarten. Schreckenskammer. PassageDer plätzen beschäftigten Arbeiter Berlins am Freitag, den 7. April 1893, Abends 8 Uhr, im Vereinshaus ,, Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Tagesordnung: Der Ausftand in der Fabrik des Herrn Stieghan. Zu dieser Versammlung find sämmtliche Abnehmer der Stieghan'schen Fabrikate, sowie die Streifbrecher und Herr Stieghan brieflich eingeladen. Pflicht der Kollegen ist es, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Die Agitations- Kommission sämmtlicher in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter. Jugend- Unterricht 183/3 in der Freireligiösen Gemeinde. Der Unterricht beginnt: 1. in der Nordschule( Rosenthalerstraße 88 ID Mittwoch, den 12. April, Nachmittags 3 Uhr, 2. in der Südschule( Dresdenerstraße 45, Dresdener Garten) Sonnabend, den 15. April, Nachmittags 3 Uhr. Aufgenommen werden Kinder( vom zehnten Jahre ab) von Mitgliedern unferer Gemeinde, wie auch von Nichtmitgliedern, sofern sie Dissidenten sind. Anmeldungen werden angenommen am Tage der Unterrichtseröffnung von 22 Uhr ab. Der Vorstand. 152/12 Vorstand der Freien Volksbühne. Möbel u. Polsterwaaren Aug. Herold, J. A.: Julius Türk, Solmsstr. 24. Zentral- Kranken- und Sterbe-( Zuschuß)-Kaffe der Töpfer und verwandter Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Um Irrthümer zu vermeiden, bringen wir unseren Mitgliedern zur Kenntniß, daß unsere Rasse mit der hier am Ort bestehenden( früher Hoffmann'schen) nicht identisch ist, unsere Zahlstellen sind nach wie vor jeden Sonnabend von 7-9 Uhr Brunnenstraße 40 und Gipsstraße 3, außerdem jeden Montag nach dem 1. und 15. Rebuferstr. 5, desgl. Mittwoch Schwerinund Ziethenstraßen- Ecke; Sonnabends Staligerstr. 11. 327/4 Jeder Töpfer, der das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, kann der Kaffe beitreten. Die Beitrags- und Unterstüßungssummen find: 1. Panopticum. Klasse wöchentl. Beitrag 35 Pf., Unterstützung 12,60, Sterbegelb 87,50. Nen! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft 2. 25 9,-, " " 3. 15 5,40, 62,50. 87,50. " Sie noch reftirenden Mitglieder werden auf§ 4 unferes Statuts aufmertfam gemacht. Otto Greier, Raffirer, Röpenickerstraße 100. Otto Minzapost, Bevollmächtigter, Swinemünderstraße 49. hängend. Mädchens. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Meine Destillation, Bier und Frühstücksstube empfehle bestens. platz 7. Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern geben wir hierdurch bekannt, daß August Barthel, Herrmann die Bibliothek des Nord- Westen, welche sich bisher bei Notz, Rathenower- und Dreysestraßen- Ecke befand, nach 81566 dem Lokal von Hermerschmidt, Berlebergerstr. 28, verfrische Grüßwurst legt wurde. Die Ausgabe der Bücher erfolgt Montag C.Laoske, Schlächtermftr., Oranienftr.2a. und Donnerstag von 8-9% Uhr Abends. Jeden Mittwoch Nieft's Fest- Säle, Weberstr. 17. Weberstr. 17. Ein Sonnabend im April Umstände halber frei geworden. Empfehle zu Bersammlungen. 39442* Sattler! Herberge und Arbeitsnachweis be finden sich jetzt Ritterstraße 123 im Restaurant Stramm. Die Vermittlungsstunden fallen wie bisher, an Wochen229/8 Der Vorstand. Zum Besten der Arbeiter-Sanitäts- Kommission. Vortrag des Herrn Stüve- Hamburg über Hamburg zur Cholerazeit 1892, illuftritt durch 40 Lichtbilder und Diskussion. 3155b tagen Abends von 8-9 Uhr, Sonntags Mittwoch, 5. April, in Joël's Festsaal, Andreasstr. 21. Anfang 8 Uhr. Mittags von 12-1 Uhr. 3997L Donnerstag, 6. April, im Victoria- Park, Frantf. Allee 72. Anfang 8 Uhr. Um zahlreichen Besuch dieses hochinteressanten Vortrages ersucht Entree 10 Pf. Die Arbeiter- Sanitäts- Kommission. Die Arbeitsvermittlungs- Kommission. Bereinszimmer, Simeonftr.23, Flick Telephon Amt 7 No. 928. Oranienstr. 83 84. Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Nicht zu verwechseln mit geringwerthigen Nachahmungen, die in neuerer Zeit unter den Namen ,, Seifen- Extract" 2C. angeboten werden. 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Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2 Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berlinn Volksblatt. Ur. 79. Mittwoch, den 3. April 1893. 19. Iahrg.� UoKsles: Für SvSZ geisteskranke Personen hatte die Stadt Berlin wahrend des vorigen Etatsjahrcs im täglichen Durchschnitt zu sorgen. Davon befanden sich durchschnittlich täglich 1344 ln Dalldorf, 1545 in Privatanstalten, 174 in Privatpflege. Die„findige" Post. In der Freitagsnummer theilten wir eine Bekanntmachung des kaiserlichen Postamts in Steglitz im „Steglitzer Anzeiger" mit, die den Absender einer Postanweisung von K Pf. zu ermitteln sucht, da der Adressat unter der ange oebenen Adresse„Berlin. Alexandrinenstr. 116. Hof", nicht aufzin finden sei. Die Annonce mag gewiß der Post ein Paar Mark kosten. Wäre die Post nicht so„findig", daß sie selbst die kuriosesten Adressen, die irgend ein dummer Junge der Post als Räthsel aufgiebt, zu ermitteln sucht, wäre sie vielleicht mit etwas , veniger„Findigkeit" darauf gekommen, daß es in der Alexan- drinenstraße neben einer Nr. 116 auch noch eine Nr. 116» giebt, unter welcher sie den Adressaten hätte ausstnden können. Der Prozeß gegen de« früheren vanNer Hng» Löwy sollte bekanntlich in neuer Auflage gestern vor der IV. Straf- kammer zur Verhandlung gelangen. Der Termin ist aber schließ- lich vertagt worden, u. A., weil der Gutachter, Bankdirektor Weil, sich nicht in Berlin befindet. Infolge des eingeschränkten Postdetriebes am Charfreitage und an den Ostertagen haben einige der auswärts wohnenden Zeugen die Aushebung des Termins nicht mehr rechtzeitig erfahren und so ist es denn ge- kommen, daß der Hauplzeuge aus Steiermark und ein Zeuge aus München sich gestern an hiesiger Gerichtsstätte einfanden und erst hier erfuhren, daß sie die weite Reise diesmal vergeblich ge- macht hatten. Der lSjahrige NrbeitSbursche Pank Schmidt, welcher am 1. Februar d. I. den scheußlichen Mord an der Frau L e s ch o n s k i und deren Sohn im Hause Gcrichtsstr. 43 verübt hat, wird sich am nächsten Freitag wegen dieser That vor der 7. Strafkammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten haben. Die Verhandlung, welche sich bei dem vorliegenden umfassenden Geständniß des zuaendlichen Mörders außerordentlich einfach ge- stalten wird, findet in dem gewöhnlichen Sitzungssaale der Strafkammer statt, dessen Zuhörerraum nur einer sehr be schränkten Anzahl von Personen Plag bietet. Den Vorsitz des Gerichtshofes führt Landgerichtsdirektor Voigt, als Ofstzial- vcrtheidiger steht dem Angeklagten«in Referendarius zur Seite, Beim Schwurgericht am hiesigen Landgericht l beginnt am 16. d. M. eine neue Sitzungsperiode unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors R i e ck. In derselben werden vorwiegend An- klagen wegen wissentlichen Meineides zur Verhandlung gelangen. Der StellenvermittelnngS-Schwindler Buchhalter Fritz Albrecht, schon sieben Mal wegen Unterschlagung und drei Mal wegen Betruges bestraft, ist festgenommen worden, nachdem cr, wie er eingeräumt hat. in vielen Fällen stellungslose Personen betrogen hat. Er schickte Postkarten an Hausdiener und Kassirer, die durch die Zeitungen Stellungen suchten, und bestellte die Stellensuchenden nach einer Wohnung, die er lediglich zur Aus- Übung seiner Schwindeleien bezogen hatte; hier gab er sich dann für den Angestellte» einer großen Firma aus. für die er beauftragt sei, Personal zu engagiren, und ließ sich Vermittelungsgebühren von zwei bis fünfzehn Mark auszahlen. Das Nähere sollten dann die Betreffenden durch Rohrpostlarte in ihrer Wohnung erfahren. Die Karten kamen aber nie an, und wenn die Slellensucher in der Wohnung des Vermittlers nachfragten, so war dieser jedes Mal verschwunden. Gestohlene Kirchenglocke». In der Nacht zum Öfter sonntag wurden die zur St. Pauluskirche der Dominikaner in der Thurmstraße gehörigen Kirchenglocken ge stöhlen, Die Glocken waren während des Umbaues der Kirche an einem niedrigen Glockenstuhl auf dem Kirchplatze befestigt. Zn erschießen versuchte sich am Sonnabend gegen 4 Uhr Nachmittags der Gelbgießermeister Hassenberg. Markgrafenstr. S1 wohnhaft. Vor einiger Zeit wurde ihm seine Gattin durch den Tod entrissen und H., der früher ein sehr ordentlicher Mann ivar. suchte nun Vergessenheit in der Flasche. Am Sonnabend brach das veliriura tremens bei ihm aus und H. jagte sich in diesem Zustande eine Revolverkugel in die linke Brust. Ter Zu- stand des Verletzten ist lebensgefährlich. Eine nicht vnbedentende Expkofioa fand vorgestern in dem Drogengeschäst von Diepow u. Gornick, Wilsnacker- fttaße 17(Ecke der Dreysestraße) statt. Infolge des ausbrechenden Brandes entstand unter den zahlreichen Bewohnern des großen Eckhauses eine arge Panik. Ehe es aber zu irgend welchen Theater. Für daS Recht der Individualität plaidirte am Sonntag Mittag Otto Erich H a r t l e b e n vor dem Publikum ron Berlin W. gegen die— Sozialdemokratie. Im Lesfing- Theater gelangte seine„Hanna Jagert". eine„Komödie" in 3 Akten, zur ersten Aufführung. Der erste Akt spielt in der Wohnung des Maurerpoliers Jagert, des Vaters der Heldin. Diese ist die Braut eines Schriftsetzers Thieme, der seine sozial- demokratische Agitation mit drei Jahren Gefängniß zu büßen hat. Durch ihn ist sie selbst zu leidenschaftlicher Verehrung der sozialdemokratischen Idee gelangt, und hat sie in vielen Ver- sammlungen vertreten. Während der Abwesenheit Thieme's lernt sie den Dr. med. Könitz, Besitzer einer chemischen Fabrik, kennen und kommt zu der Ansicht, daß es rcrgebens sei, an dem Fortschritt der Menschheit anders zu arbeiten, als indem man die eigene Individualität möglichst zur vollen Entwickelung bringe. Die Idee der Sozialdemokratie hat sie begeistert, als sie ihre Verwirklichung in nächster Nähe glaubte; wo(.as Ziel unmittelbar zu er'-eichen, da achtet man wenig der Hindernisse, die auf dem kurzen Wege liegen; diese hofft man rm Sturm zu nehmen. Wenn aber das Ziel gar zu weit liegt, dann achtet man mehr aus den Weg, und wenn man sieht, wie viel Schmutz auf demselben liegt, wie viele Gemeinheit zu überwinden ist, dann kommt man zum Zweifel, ob dieser Weg auch überhaupt zum Ziele führt, und in diesen Bedenken ist ihr denn auch die Begeisterung abhanden gekommen, zumal sie persönlich in der Lage ist. sich aus der elenden Proletarier- noth herauszuheben. So stellt sie selbst ihre Neubekehrung dar. Dem Thieme ist das letzte Jahr der Haft in Gnaden er- lassen, und sie wird so von seiner Wiederkehr überrascht. Ins Gefängniß hatte sie ihm die Nachricht von der Wandlung in ihren Ansichten und Gefühlen nicht zukommen lassen wollen, um so jäher wirkt auf ihn die plötzliche Enthüllung. Mit dem ersten Akt hätte auch das Stück beendet sein können. Nur in ihm stellt sich ein Konflikt dar, den wir auch nur auf ganz undramattsche Weise, durch Wiedererzählen, kennen lernen. Die weiteren beiden Akte zeigen uns die Heldin des Stückes, über die wir bereits im ersten Akte erfahren haben, daß sie in verhältnißmäßig behäbige» Berbältnigen lebt(ihr Bater hat als Maurervolier kein mähiaes Unfällen oder voreiligen Rettungsversuchen kommen konnte, war die Feuerwehr an Ort und Stelle eingetroffen, deren Mann- schasten nicht nur die erregten Hausbewohner beruhigten, sondern auch des Feuers sehr bald Herr wurden. Enthauptet durch eine Lokomotive wurde in der Nacht zum Sonntage auf dem Bahnhofe Westend der Maschinenputzer Karl Rauhut. Auf den Bahnhöfen befinden sich ausgemauerte Vertiefungen, von denen aus die Entleerung der Aschkasten der Lokomotiven bewerkstelligt wird. R. beseitigte, in der Grube stehend, die Asche aus einer Maschine, welche der Führer Laging bediente. Als er seine Arbeit beendigt hatte, gab er das vor- geschriebene Kommando„Fertig!" und Laging fuhr im langsamen Tempo von bannen. 16 Minuten später kam«ine andere Maschine über die Grube. Da R. auf das mehrfach gegebene Signal nicht erschien, mußte der Arbeiter Neumann die Grube betreten. Er fand den R. enthauptet am Boden liegen. R. muß mit dem Kopfe zwischen den Aschkasten und den oberen Rand des Mauerwerks gerathm sein. Polizeibericht. Am 1. d. M. brachte fich ei« Gelb- gießermeister in seiner Wohnung in der Markgrafenstraß« in an- getrunkenem Zustande mittels Revolvers einen Schuß in die Brust bei. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Nachmittags ging das vor einer Equipage eines Pferdehändlers gespannte Pferd in der Luisenstraße plötzlich durch, rannte in der Nähe der Marschallbrücke gegen einen entgegenkommenden Postwagen, so daß die Scheiben der Equipage zertrümmert und ein in derselben sitzender Soldat durch Glassplitter im Gesicht und an der Hand bedeutend verletzt wurde.— Auf dem Werkstättenplatz von Gebrüder Zeidler, Mühlenstraße 16, waren Nachmittags Ar- beiter mit dem Anlegen eines 5 Meter hohen Bockes zur Auf- stellung einer Bockrüstung beschäftigt. Hierbei riß ein Tau, so daß der Bock umfiel, und der Zimmermann Müller gegen einen großen Sandsteiublock geschleudert wurde. Er erlitt hierdurch einen schweren Schädelbruch und wurde nach dem Krankenbause Bethanien gebracht, wo er bald darauf verstarb.— Abende sprang eine eheverlassene Frau aus dem Fenster ihrer in der Petersburgerstraße 30 im zweiten Stock belegenen Wohnung in den Vorgarten hinab und erlitt außer einer Verletzung des Oberschenkels schwere innere Verletzungen, so daß sie nach dem Krankeuhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Auf dem Straußberger Platz wurde in der Nacht zum 2. d. M. der Maurer Gadaschewski von dem Klempner Preißler, mit dem er in Streit gerathen war, mittels eines Messers in den linken Oberarm gestochen und bedeutend verletzt. Es mußte ihm auf der Sauitätswache ein Verband angelegt werden. Am 2. d. Mts. Nachmittags brachte sich ein Arbeiter in seiner Schlaf- stelle, in der Lübeckerstraße, durch einen Stich in die Brust mittels eines Küchenmessers eine bedeutsame Verletzung bei.— Abends sprang ein unbekannter, etwa 66 Jahre alter Mann vor dem taufe Louisen-User 34 in den Kanal und ertrank.— Am 3. d. Mts. ormittags wurde im Landwehr-Kanal, unterhalb der Thiergarten- Schleuse, die Leiche eines unbekannten, etiva 45 Jahre alten Mannes angeschwemmt. Hinter dem Zelt 1 sprang AbendS ein unbekannter, etwa 46jähriger Mann in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— Slm 1., 2. und 3. d. Mts. fanden 16 kleine Brände statt. Gevilslks-FZeikung. Dreizehn Personen befanden sich gestern auf der An- klagebank der vierten Strafkammer, um sich wegen verschiedener schwerer Diebstähle bezw. Hehlerei und Begünstigung zu verantworten. Die bei den Diebstählen in erster Reihe rn Betracht kommenden ausübenden Künstler waren der noch jugendliche Schlosser Richard Hohendorf, der Hausdiener Oskar Scheibe und der Maler Martin B l ä s ch k e. zur An- klage stand u. A. ein Diebstahl, bei welchem es sich um ein Objekt von 36 666 M. handelte. Hohendorf stammt nach den Mittheilungen, die sein Verlheidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt über seine häuslichen Verhältnisse machte, aus einer angesehenen Handwerkerfamilie, er hat sich mit seinem Bater entzweit, ist von diesem verstoßen worden und nun in die böse Gesellschaft der genannten beiden anderen Angeklagten gerathen. in deren Gesellschaft er Gefallen am Verbrechen fand. Mit Hilfe der von ihm gefertigten Schlüssel hat er in der Nacht zum 9. Juli v. Js. mit seinem Kumpan Scheibe der Wohnung des Buchdruckerei-Besitzers Engel in der Wallstr. 16 einen Besuch abgestattet und aus dem kunstgerecht geöffneten Geldspinde Werth- papiere im Betrage von 36 666 Bt. gestohlen. Bei der Vcrwerthung eines Theiles dieser Beute sind mehrere der übrigen Angeklagten be- Einkommen, andere Kinder sind nicht da, Hanna verdient als Direktrice 46 Thaler monatlich, und ihre Modell« in der Konfektionsbranche berechtigen sie zu noch weit höheren Ansprüchen) als selbständige Inhaberin eines Konfektionsgeschäftes, zu dem ihr Dr. Könitz die Mittel gegeben. In der Zwischenzeit zwischen dem ersten und zweiten Akt ist sie vom 27. Lebensjahre uis 29. gekommen und hat es so weit gebracht, daß sie in der Lage ist, die letzte Schuldrate an Dr. Könitz abzuzahlen. Sie hat mit dessen Freund, Baron von Vernier, einer ganz unbedeutenden Puppe, mittlerweile ein Liebesverhältniß angeknüpft, und am Schlüsse des Stückes nimmt sie im Interesse des KindeS, das sie unier dem Herzen trägt, seinen Heirathsantrag an. Von Thieme erfahren wir nur, daß er nach dem enthüllten Verrath seiner Braut ihren Liebhaber, Dr. Könitz, aufgesucht und angeschossen habe, und dann nach Amerika geflüchtet sei. Von dort zurückgekehrt, erscheint er noch einmal am Schlnffe des Stückes aus der Bühne, und giebt Hanna Gelegenheit sich„auszusprechen", was dramatisch recht uberflüssig erscheint und höchstens an Kotzedue'sch« oder Birch-Pfeiffer'sche Rührscenen erinnert. Ter Konflikt der Individualität mit der Gesammtheit, mit den ihn umgebenden Berhältnissen und Gesetzen, ist die ewig fluthende Quelle des Dramas. Von Aeschqlos bis Ibsen ist dieser Kamps der Kern desselben. In allen diesen Kämpfen ringt das Individuum um sein Recht der Entwicklung gegenüber den ihn umgebenden zwingenden Verhältnissen und Zuständen. Diese werden als Tyrannei empfunden und erkannt, und das Individuum ringt danach, diese Tyrannei zu überwinden und seine eigenen höheren Anschauungen zur Geltung zu bringen. Bei Ibsen und dessen Nachlretern wird dieser Kampf nur in das Gegentheil verkehrt. Das Einzel- Individuum negirt die Gesammtheit� seine Ideen und Anschauungen will es dieser aufdrücken, nicht weil sie richtigere, wahrere, bessere oder mehr entwickelte seien, sondern weil sie das Einzel-Jndivi- duum hegt. Man hat Ibsen irrthümlich für revolutionär gehalten, weil er in diesem Kampfe für die Individualität die herrschenden gesellschaftlichen Zustände unbarmherzig beleuchtete. Er ist es ebenso wenig wie Schopenhauer; wie dieser die Er- lösung des, Einzelnen nur in der Verneinung des Willens zum Leben sieht, der die einzige Schuld des Menschen seit hilflich gewesen. Bis auf 9100 M. hat der Bestohlene di« Werthpapiere wieder erhalten.— Weiter handelte es sich um einen Diebstahl, welcher am 30. Mai bei dem Fabrikbesitzer Lust am Grünen Weg ausgeführt worden ist und um einen am 16. Juli beim Kaufmann Jacobi in der Kommandantenstr. 8 verübten Diebstahl, bei welchem die Beute an Seidenstoffen, Mänteln und Jaquets über 1566 M. betrug. Bei dem letzteren Diebstahl waren namentlich die angeklagten Frauen in Aktion getreten, indem sie die gestohlene Waare von Hand zu Hand wandern ließen. Zwei weitere Diebstahlssälle mußten einer späteren Verhandlung vorbehalten bleiben, da die Äestohlenen nicht zur Stelle waren.— Der Gerichtshof verurtheilte auf Grund der Ergebnisse der Beweisaufnahme Hohendorf zu zwei Jahren Gefängniß, Scheibe zu 2 Jahren Zucht- haus, Bläschkezul Jahr6Monaten Gefängniß. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnißstrafen, deren Höhe zwischen einer Woche und drei Monaten schwankte. Eine besonder»„schwere" Hand muß der Schlosser Julius B e i e r st e i n besitzen, welcher sich gestern wegen Körper- Verletzung mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung vor der 2. Strafkammer deS Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Angeklagte gerieth am 12. Dezember v. I: in der Melchior- straße mit dem etwas angetrunkenen Zimmermann Hildebrandt. welcher ihn beim Vorbeigehen angestoßen hatte, in Streit und empörte sich über diese„Anrempelung" dermaßen, daß er den H. auffordert«, ihm zur Polizeiwache zu folgen. Sildebrandt weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen. r ließ ein Wort wie„Verbrecher" fallen, mit denen er nicht zur Wache gehe und erhielt nun vom Angeklagten einen Schlag in's Gesicht, der ihn sofort zu Boden streckte. Er blieb besinnungslos an der Bordschwelle liegen, mußte nach Bethanien getragen werden und hat dort fünf Wochen zubringen müssen. Die Kraft des gegen ihn geführten Schlages war eine so starke. daß eine Gehirnerschütterung die Folge war und Hildebrandt vollständig die Erinnerung an den ganzen Vorfall verloren hat. Der Staatsanwalt beantragte 9 Monate Gefängniß, der Ge- richtshof hielt dieses Strafmaß aber nicht für ausreichend, sondern verurtheilte den Angeklagten zu einem Jahre Ge- f ä n g n i ß. Eine empörende Brutalität führte kürzlich den Büffetier, früheren Kaufmann Julius Hartwig aus Neu-Weißensee vor die zweite Strafkammer am Landgericht II. Am 16. Oktober vorigen Jahres trieb der 17 jährige Sohn eines Geflügelhändlers eine Heerde Gänse durch Neu-Weißensee, als der Angeklagte mit seiner großen maulkorblosen Dogge aus einer Kneipe heraus»- stürzte, mitten unter die Gänse sprang und mit den Worten: „Wo ist denn hier der Gänse- Spitzbube!" eine Gans nach der anderen beim Halse ergriff, in der Luft umher- schleudert« und alsdann seinem Hunde vorwarf, der die Thiere ganz gehörig zerzauste. Der Schlächtermeister Hamann aus Friedrichsberg, der zufällig des Weges k-rm, rief ihm zu:„Mann, sino Sie denn von Sinnen?" statt aller Antwort packte Hertwig den Hamann, einen älteren Mann, beim 'alfe, warf ihn zu Boden und hetzte seinen Hund aus ihn. Der und riß dem Hamann die Kleider vom Leibe und zerfli.'ischte ihm den Körper, während der Angeklagt« dem am Boden Liegenden noch einen Messerstich beibrachte. Der Schmiedvmeister P a l l e s ch k e, der von seiner Wohnung aus den empörenden Vorfall sah, konnte die Sache nicht länger mit ansehen, er lies auf die Straße und warf den Hartwig zu Boden, diesen dort festhaltend; indessen biß der Hund den neuen Gegner wiederholt in die Lenden und das Gesäß, bis der Schlächtermeister Rothe mit seinem Gesellen herbeieilte. Der Geselle faßte den wüthenden Hund mit sicherem Griff beim Halsband« und schleppte ihn fort in abgelegene Straßen hinein. Nunmehr wurde auch Hartwig losgelassen und lies nun schleunigst dem Hunde nach. Hamann und Palleschke mußten sofort zu einem Arzt gehen und sich verbinden lassen, ersterer hatte vier Bißwunden an den Schultern und mehrere am Unterleib, außer- dem einen Messerstich; Palleschke hatte mehrere Wunden im Gesicht, beiden, sowie dem Schlächtermeister Rothe war das ganze Zeug vom Leibe gerissen. Wie häufig in solchen Fällen, gelang es dem Angeklagten, eine Menge Entlastungszeugen zur Stelle zu bringen, welche ihn exkulpiren sollten, dieselben hatten aber l Heils gar nichts gesehen, theils warm sie erst am Schlüsse des Vor- falles hinzugekommen. So blieb dem Angeklagten keine andere Entschuldigung als sinnlose Trunkenheit, die aber von den Be- lastungszeugen entschieden in Abrede gestellt wurde. Der Staats» anwalt beantragte ein Jahr Gefängniß, der Gerichtshof erkannte jedoch nur auf sechs Monate. Trotzdem beantragt« der Staatsanwalt die sofortige Verhaftung, da ein Büffetier in der ganzen Welt sein Fortkommen finde. Der Gerichtshof hielt aber Fluchtverdacht nicht für vorliegend und lehnt« die Berhas- tung ab. Ibsen nur in der absoluten Loslösung der Individualität von der, wie immer gestalteten, Gesammtheit das einzige Heil des Einzel- menschen. Ob man dem Jdeengange Jbsen's beipflichten mag oder nicht, hier ist nicht der Platz über seine Richtigkeit, und noch weniger über seine Berechtigung zu diskutiren. Jedenfalls muß man an- erkennen, daß Ibsen seine Idee zu vertiefen und in dramatischem Konflikte zur Erscheinung zu bringen weiß. Bei Ibsen ist das Recht der Individualität doch noch etwas anderes als die bloße Zügellosigkeit des Genusses und die Abstreifung alles desfen, was diesen hemmt. Wie anders aber steht es bei Hartleben? Er ver- meidet sorgfältig den Konflikt oder vielmehr, was noch viel schlimmer ist, er fingirt ihn dort, wo er gar nicht vorhandm ist. Das Recht der Individualität läßt ihn protestiren gegen dm Sozialisinus. Worin ihre Vergewaltigung durch diesen besteht, erfahren wir gar nicht, wenn es auch leicht zu errathm ist. Die großen Massen des Bolls, welche durch die herrschenden Klassen bis zur Vernichtung jeder Individualität herabgewürdigt sind, fangen an, zum Gesammt- bewußtsein ihrer Klassenlage zu gelangen und nach einem Ge- sellschastszustande zu streben, der auch ihnen die freiere und vollere Entwickelung ihrer Individualität ermögliche. In diesem Kampfe mögen vielleicht die schönen Augen oder die noch schöneren Gefühle einer„gebildeten" Direktrice weniger gewürdigt werden, als es von seilen des Freiherrn v. Vernier geschieht, und mögen auch die Arbeiter nicht die gebichrende Huldigung der genialen Individualität eines Hartleben und Kon- sorten entgegenbringen, aber— wozu haben diese überhaupt nöthig, sich unter die sozialdemokratische Gesellschaft zu be« geben? Haben sie einmal den Versuch gemacht, dort hinein- zuriechen, kein tiesereZ Band knüpft sie an einander. Die Gesell- schaft, in der sie leben, ist so weit von der Sozialdemokratie geschieden und so wenig von dieser beherrscht, daß die Freiheit chrer Individualität nichts von ihr zu fürchten hat. Das Recht der Individualität, welches Hartleben in seinem Stücke vertritt, ist in der heutigen„Gesellschaft" vollständig unangefochten. Hinter ihrem Rucken ist sie sehr nachsichtig, zumal gegen- über der„freien Liebe", die Hartleben verherrlichen will. Diese Gesellschaft wird in dem Hartleben'schen Stücke durch das Berhältniß mit der Hanna Jagert gar nicht in- kommodirt- ein Konflikt kann böchstms nach dem Schlüsse des Boziale teberlicht. Aufruf! An sämmtliche Arbeiter der Nahrungsmittel Industrie, als: Bäder, Müller, Brauer, Schlachter, Ronditoren, fefferküchler u. f. 1. Kollegen! Troßdem in allen Zweigen der in der Nahrungslich die indifferenten Korbmachergehilfen zum Anschluß an die nicht, die Kollegen müßten mit einander Fühlung ge Organisation bewogen werden fönnten. bewegung eingetreten. Sie fordern 24 M. Wochenlohn und den Die Bierbrauer Karlsruhes sind ebenfalls in eine Rohn zehnstündigen Arbeitstag. Ueber die Monninger'sche Attien brauerei, die ihren Arbeitern deshalb gekündigt hatte, ist der Boytott verhängt worden. winnen, damit das Zusaminengehörigkeitsgefühl gestärkt werde. Blaurod stimmte dem Vorrebner darin bei, daß es anders schliefen noch vollständig. Aber im engen Rahmen der jezigen werden müsse; Pommern, Ostpreußen, auch Orte in Brandenburg Bentralorganisation tonne man nicht so agitiren wie man es möchte. Nur mer politisch reif, sei zum gemeinsamen Kampfe daß gegenüber dem sich mehr und mehr foalirenden Unternehmer- ftig bezeichnet werden, in den meisten Fällen eine Folge Verbandsbeitrag fei nicht unerschwinglich. Die Majorität der J. A. der genannten Gewerkschaften: In Chicago haben 1700 ifler, bie bei den Anlagen für die Weltausste II ung beschäftigt wurden, die Arbeit niedergelegt, angeblich weil man ihnen teinen höheren Die Agitationstommission der Bäckerei Arbeiter Lohn bewilligte. Deutschlands. C. Borchert, Hamburg, Schaumburgerstraße 12. G. Bledmann, Hamburg, Schaumburgerstraße 12. G. Kretschmer, Berlin N. O., Hyfestraße B. = ・ M fo mittel- Industrie beschäftigten Arbeiter die gleichen elenden Ergegen das Kapital bereit. Man möge nun in Oft- und Westverbsverhältnisse vorhanden sind, sind wir doch nicht dazu ge tommen, vereint die Zustände zu beffern, was bei der heutigen Berichte darf es wohl betrachtet werden, daß jetzt die Depeschen: totale Organisationen geschaffen werden, denen alle Kollegen beiA18 Zeichen für die Wichtigkeit der Fabrikinspektoren- Preußen fragen, ob sich die Kollegen dort bei 22 Pfg. Stundenlohn der Zentralisation anschließen fönnten. Es müßten deshalb Entwickelung geradezu nothwendig erscheint, denn häufig fehen bureaus mit der Verbreitung von Stellen aus den Fabrik treten fönnen. Jedenfalls folle man gegen die Vertreter dieser wir, daß Bäcker und Konditoren oder Bäcker und Müller in inspektoren Berichten beginnen. So brachte dieser Tage das feiner Ansicht nicht schroff vorgehen, man müsse neben einander einem Betriebe zusammenarbeiten. Und da dem so ist, er- Serold'sche Bureau folgenden Auszug aus dem 1892er Jahres- fämpfen und jeden nach feiner Façon felig werden lassen. giebt sich auch die Nothwendigkeit des gemeinsamen Mar- bericht ber bayerischen Fabritinspektoren: Die wirthschaftliche Staningt Hamburg: Würde man gefchloffen gegen bas chirens. Der im vorigen Jahr in Halberstadt stattgefundene Lage der Industrie muß durchgehend als anhaltend un- Unternehmerthum vorgehen, so würde man etwas erreichen. Der Gewerkschafts- Rongreß hat sich Der ungünstigen Zollverhältniffe. ber thum es nothwendig fei, daß auch die gewertschaftlichen Arbeiter weiter im Aufschwunge begriffen. Mit der ungünstigen Lage Majorität nicht füge, der verstehe von der Demokratie verteufelt Die Textilindustrie ist Maurer habe die Bentralisation beschlossen; wer sich der Organisationen sich jetzt zufammenfchließen, und die Wege be- der Industrie ging Hand in Hand die ungünstige wirthschaftliche wenig. Man solle im Rahmen der Beschlüsse des Gothaer Konzeichnet, welche zu diesem Biele führen fönnen. An Guch liegt Lage der Arbeiter, au welcher Entlassungen, 2ohn- greffes arbeiten, bis ein anderer Maurerfongreß etwas anderes es nun, ob Ihr diefen Weg gehen wollt; Ihr habt zu entfcheiden, reduktionen unb verdienstbeschränkungen neben beschließe. Für Erstarfung der Organisation müffe man ob die Gründung eines Werbandes over Kartells, welches die der fast gleichen she der Lebensmittelpreise und einer forgen, dann werde eine wirtjame Agitation möglich fein. Arbeiter und Arbeiterinnen aller in der Nahrungs- und Genuß geradezu verschwindenden Lohnerhöhung zusammenwirkten. biemann Beelis: Es sei nicht möglich, mit kleinen Vermittel- Industrie Beschäftigten umfaßt, das richtige Mittel zur Die Zahl der jugendlichen Arbeiter nimmt eher ab als zu, ba- hiemann Beeliz: Es sei nicht möglich, mit kleinen VerVerbesserung Eurer Lage ist. einen vorwärts zu kommen. gegen ist die der weiblichen Arbeiter in schwachem Steigen be- den Anfänger schrittweise zu der politischen Ueberzengung führen, Silberschmidt: Man müsse Wir fordern Euch auf, Männer, die im Bollbesih Eures griffen. Die Arbeitszeit der männlichen Arbeiter ist im großen und das geschehe am besten durch die zentralistische Organisation. Bertrauens find, als Gure Vertreter zu dem Kongreß zu ent- ganzen die gleiche geblieben und schwankt zwischen 10 und welschenbach- Rigdorf: Wer Demokrat sein wolle, misje senden, welchen wir unterzeichnete hiermit zum Montag, den 12 Stunden. Oberbayern tonstatirt spesiell ein gutes Einvernehmen sich der Majorität fügen. Schulz Frankfurt a. D.: Ju 22. Mai 1898, Nachmittags 4 Uhr, 2. Pfingstieiertag, nach swifchen Arbeitgebern und Arbeitern. Won ca. 4100 Unfällen hatten Frankfurt sei es so schlecht wie in Berlin; die meisten Maurer Hannover einberufen. Das Sigungslokal wird noch bekanni 50 den Tod zur Folge. Eine große Reihe derfelben refultirt aus famen aus der Umgegend und gingen des Abends heim; der gegeben. Alls vorläufige Tagesordnung werden folgende Punkte ueberanstrengung, aus Nachlassen der phy Organisation schlössen sie sich nicht an. in Vorschlag gebracht: 1. Ronftituitung. 2. Bericht. 3. Die Be- fifchen und geistigen Kräfte der Arbeiter. Endlich nehme überhand; es gebe Meifter, bie 18-20 Lehrlinge hätten. Das Lehrlingsivefen fchlüffe des Halberstädter Gewerkschafts- Kongreffes und deren melden die brei Bezirks- Bergämter einen Rückgang ber Produktion Die Junggesellen befämen nur 23-25 Pf. Stundenlohn. Berlin Durchführung in der Nahrungsmittel- Industrie. 4. Die Thätig von Steinfohlen und Eisenerzen und unter dem Sinken der habe fuld, daß die Proving so zurück fei, man folle sich den feit der Reichstommission für Arbeiterstatistik und unfere Koblenpreise die Mitleidenschaft der pfälzischen Kohlengruben. Kongreßbefchlüffen fügen. Begelet Berlin erklärt sich gegen Stellungnahme hierzu. 5. Anträge der Delegirten und deren 840 Berte mit 7096 Arbeitern, worunter 804 weibliche und ben Verband, weil man in demselben teine Politit treiben dürfe. Grledigung. Ueber die Zulassung zum Kongreß befchließt 177 jugendliche beiderlei Geschlechts, waren in Betrieb. Die intel- Mariendorf ist für den Verband, well in demselben Dieser selbständig, doch ist es nothwendig, daß die Delegirten ein weiblichen und jugendlichen Arbeiter werden durchgehends zu alle Maurer vereint nach demselben Ziele strebten. JenschMandat besitzen, daß sie in öffentlichen Versammlungen, gleich leichteren Arbeiten verwandt. Die Arbeitszeit der männlichen Berlin fordert zu gemeinschaftlichem Vorgehen auf. Er halte die viel ob Branchen- oder Industriegruppen, gewählt find. Arbeiter schwankt zwischen 8 und 11 Stunden, zu Tage beträgt totale Organisation für die beste, aber man dürfe auf die Form Formulare werden hierzu von uns versandt. Alle etwaigen An- diefelbe 12 Stunden. Die Lohnverdienfte bleiben nahezu fragen sind an die Unterzeichneten zu richten. Nun auf, Ge- die gleichen. Die Bergarbeiter sind mit verschwindenden Ausnahezu nicht so viel Gewicht legen. Was Berlin betreffe, offen! Distutivt überall über die Frage des Kongreffes. Wählt nahmen zufrieden, Arbeitseinstellungen erfolgten nicht. Bon glaube er nicht, daß die Buyer bei einer Arbeitsund entfendet Gure Delegirten zitt 22. Mai nach Hannover, 39 Unglücksfällen verliefen 11 tödtlich." einstellung mit eintreten würden für die Forderungen. bamit dem immer übermüthiger auftretenden Unternehmerthum Thiemann Beelig. Es lasse sich auf zentralistischem Boden ein fester Wall in dem Nahrungsmittel- Arbeiter- Berband oder leichter organisiren als auf Totalem. Er habe aus 7 Personen Startell entgegengestellt wird. für Beelit eine Bahlstelle des Verbandes begründet, dieselbe fei fo gewachsen, baß von den etwa 50 Maurern, die es in Beelity gebe, ihr jetzt 44 angehören. Sie hätten zehnstündige Arbeitszeit und 80 P. Stundenlohn errungen. Bielice- Berlin schließt fich den Ausführungen Blauroc's und Jensch's an. Londal aus Schweden( zitr Zeit besuchsweise hier) begrüßt die deutschen Maurer. Er habe geglaubt, hier in Berlin eine gute Dr ganifation anzutreffen, sei aber durch das bisher Gehörte sehr enttäuscht worden. Er habe beide in Deutschland erscheinenden Konferenz der Maurer der Provinz Brandenburg. Fachblätter verfolgt und müffe den im Bauhandwerker" anNB. In denjenigen Städten, wo das Einberufungs- Romitee In Feuerstein's Lofal wurde am zweiten Osterfeiertage eine Ron- geschlagenen Ton mißbilligen. Die Schweben hätten sich auch feine Verbindung mit den genannten Gewerbsgenossen hat, ferenz der Maurer der Provinz Brandenburg abgehalten, um einen Maurerverband geschaffen, sie beabsichtigen, sich erst senden wir diesen Aufruf an uns bekannte thatträftige Männer über Organisation und Agitation unter den Maurern der Proving uational und später international zu verbinden. Schulzanderer Branchen, und erwarten, daß diefelben alles daran sehen, au berathen. Schigolsti, welcher die Konferens eröffnete, Rigdorf tritt für den Verband ein. Eine Mittagspause unteriran unfere noch so zurückgebliebenen Brüder für die Beschichtung begrüßte in turzer Ansprache die Erschienenen und gab der Hoff- bricht hierauf für eine Stunde die Verhandlungen, bas Kongreffes zu interessiren. nung Ausdruck, daß die Verhandlungen zum Wohle der Arbeiter Um 21/4 Uhr beginnt die Nachmittagssigung. gereichen werden. Nachdem hierauf der Gefangverein Gemüth- Dähne Verlin ist für Einigung. Rongeffionen hätten Wieder ein lebergriff des Unternehmerthums. Man lichkeit" einige Lieder als Willkommengruß vorgetragen hatte, freilich diejenigen, welche sich den Beschlüssen des 8. deutschen fchreibt uns: Jm Senftenberger Revier arbeiten zirka übergab Schigolski den provisorischen Borfig an Staningt- Maurerfongreffes gefügt haben, den Gegnern nicht zu machen. 3000 Bergarbeiter, die sich auf fünf größere Werte vertheilen. Hamburg, der ihn mit einer Ansprache übernahm, in welcher er Selbständige lokale Vereine tönnten an fleinen Orten gar nicht Die Werke haben unter sich eine Konvention abgeschlossen, die den Zweck der Konferenz erläuterte und die Anwesenden gegründet werden, dazu fehle es dort zumeist an geeigneten auch ihre Spitze gegen die Arbeiter richtet. Go werden die be- ermahnte, ruhig zu biskutiren. Dietrich, Silberschmidt Männern; auch ließen sich in fleinen Orten die Leute mit Politit fannden fchivargen Listen geführtt; das Unerhörteste aber ist die und Richter wurden mit der Prüfung der Mandate nicht heranziehen. Die Buzzer Berlins betreffend habe er zu erAbmachung, daß ein Arbeiter und wenn er sich noch so gut ge- beauftragt. Die Feststellung derselben hatte folgendes Ergebnis: flären, daß dieselben sich dem Berband angefchloffen und somit führt hat, seine Arbeitsstelle( von einer Firma zur anderen) nicht Anwesend waren 39 Delegirte, welche folgende 27 Orte vertraten: mit den Maurern solidarisch erklärt hätten; tomme es zum ivechfeln fann, ohne brei volle Wochen arbeitslos zu fein, bevor Strausberg, Osterberg, Berlin, Frankfurt a. D., Luckenwalde, Klappen, so würden sie auf dem Plage sein. Dammann= man ihn wieder einstellt. Kündigt also der Mann, so erhält er Trebbin, Gufow, Plathow, Neu- Langsow, Angermünde, Potsdam, Samburg, Generalbevollmächtigter ber Maurer Deutschlands, nach Verlauf der Kündigungszeit feinen Abtehrfchein, wo unter Rüstrin, Nassenheide, Steglitz, Jüterbogt, Rigdorf, Brandenburg, hält nach allem, was vorangegangen, eine Einigung für unmög Entlaffungsgrund" steht: Auf seinen Wunsch zc." Dies genügt, Spandau, Buchhorst, Weißenfee, Rathenow, Rottbus, Neuzelle, lich. Gs tomme darauf an, eine Verbindung unter den Maurern Daß der Arbeiter vor Ablouf von drei Wochen in feinem anderen Pantoro, Schönhausen, Tempelhof, Mariendorf, Beelig. Das zu schaffen. Eine solche sei ja auch anders, als wie es im VerWerte der Konvention hiesigen Revieres Arbeit erhält. Man will Bureau wurde nunmehr definitiv wie folgt zusammengefeßt: band geschehen, denkbar; in der politischen Bewegung hätten wir ihn also burch Hunger swingen, auf dem Werte zu bleiben und Klingenberg und Dietrich Vorsitzende, Wittenberger- ja eine andere Verbindung. Aber dort tomme es bei weitem nicht so verhindert ihn noch dadurch, sich einem etwa darbietenden befferen Potsdam, Gräschte, Segeler und Richter aus Berlin fehr wie in der gewerkschaftlichen Bewegung auf Objektivität an. Werdienst zuwenden zu können. Wird ein Arbeiter jedoch vom Schriftführer. Redner wendet sich gegen Blaurock und Legeler. Der Verband Werk gelündigt und liegt nach dem Ermessen dieser Herren kein Hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. Silber fei nicht, wie behauptet worden, zurückgegangen, im letzten Grund vor, ihn in die schwarze Lifte zu bringen, so tann er fchmidt erhielt das Wort zum Referate und führte aus, es fet Quartal 1892 habe er 13 000 Mitglieder gezählt, von voie gütig! gleich wo anders anfangen, vorausgefeßt, daß er zu bedauern, daß Berlin, der Mittelpunkt der Intelligenz, gewert denen 10 000 ihre vollen 18 Wochenbeiträge bezahlt hätten. aine offene Stelle findet. Der Vorsitzende der Konvention in fchaftlich am schlechtesten organifirt sei. G3 müiffe dahin gewirkt Gräschte Berlin giebt zu, daß die Puger früher Fehler geSauptmann Strack auf Grube Jje bei Senftenberg; diefer Mann werden, daß die Kollegen nicht als Lohndrücker nach Berlin macht haben; das sei aber erledigt, da sie sich seit drei Jahren verfolgt natürlich auch mit Argusaugen das Wachsen der Sozial- tämen. Deshalb müßten in den kleinen Städten die Maurer bereits mit den Maurern solidarisch erklärt hätten. Ein schlechter Demokratie. organisirt und der Versuch gemacht werden, den Lohn in der Feldherr sei, wer Kampfgenoffen zurückweise. Schulz Frant Proving so hoch zu bringen, daß den Kollegen Berlin nicht als furt und hiemann Beelis werfen den Berlinern the BeiIn Erfurt wurde am 2. April in den festlich geschmückten Gidorabo erscheine. Die Agitation in der Proving fei vernach- feitestehen vor. Klingenberg- Berlin betont die Nothwendig Räumen des Gasthauses zum Gotthardt der er bandstag lässigt. Es sei nöthig, von Berlin in die Provinz zu gehen, ein feit, daß die gewerkschaftliche Organisation geschlossen dem Kapital ber Korbmacher Deutschlands eröffnet. Alle Bahl Agitationskomitee muffe gewählt werden, das die Proving regel- entgegentritt. Blaurod Berlin verlangt von Gräschte den stellen waren burch Delegirte vertreten. Die Berathungen berecht bearbeite. Daß es dort Tag werde, zeige z. B. der Um- Na ch weis, daß die Puber ihr Verhalten gegenüber den Maurern trafen die Frage, wie die schlechten Arbeitsbedingungen der stand, daß hier aus Orten, von denen man es nicht erwartet geändert haben. Daß die Minorität fich der Majorität unterKorbmacher verbessert und der Widerstand der Arbeiter gegen hätte, Delegirte erschienen wären. Die Hauptfache sei, die Kol- werfen soll, dürfe man nicht ohne weiteres fordern, jede Oppo das Jnnungsmeister- und sonstige Unternehmerthum erhöht, end- legen überall zu organisiren. Die Versammlungen allein thäten es fition müffe vielmehr geprüft werden und den berechtigten Kern müsse man in sich aufnehmen. An der weiteren Diskussion, die nach dem nächsten Redner auf zehn Minuten Redezeit für jeden, Weitere Bekanntmachungen erfolgen in der nächsten Nummer der Bäcker- und Fleischerzeitung". Alle Arbeiterblätter werden un Abdruckt gebeten. 1 Versammlungen. " V = Stüdes tommen, nachdem der Baron die Hanna Jagert ge- flotterem Spiel wenig Beifall zu entlocken vermocht hätte. Wenig der noch das Wort nimmt, beschränkt wird und bald darauf ein heirathet hat. Was die Sozialdemokratie aber mit dieser Entwick Befferes läßt sich von dem gereimten Luftfpiel, Standhafte Liebe" Biel erhält, indem die Rednerliste gefchloffen wird, betheiligen sich lung zu thim hat, ist vollständig unbegreiflich. Es scheint faft, fagen, das vor dem Schwant zur Aufführung gelangte. Der noch Bielecke- Berlin, Legeler, Klempin- Oberberg, Silberschmidt, als wolle sich Herr Hartleben vor sich selbst vertheidigen, daß er greife Heinrich Kruse hätte auch dies Luftspiel Buchdrama" Staningt, Jensch und Schulz. Nene Gefichtspunkte werden, abgetein Sozialdemokrat ist. Aber, vor wem will er sich deshalb verbleiben lassen sollen; felbst ein Publikum, das für derartige alter- fehen von persönlichen Auseinanderjetungen, nicht mehr angeführt, theidigen? Sollte er einmal die Neigung verspürt haben, Sozial- thümelnde Sachen empfänglich gewesen wäre, würde mit einem In seinem Schlußworte ermahnt Silberschmidt u. a. die Provinz, demokrat zu werden, so wird ihm die Gesellschaft, für die er Schütteln des Kopfes davon gegangen fein, weil dem Stück eben Berlin mit gutem Beispiel voranzugehen. literarisch wirkt, jene sehr gern verzeihen. Freilich glauben wir weder Wiz noch Handlung innewohnten. annehmen zu müffen, daß der neu deutsche Dichter die sozial Es find folgende Resolutionen eingelaufen: demokratischen Züthaten des Stückes nur gewählt hat, um doch Nachdem eine von Blaurock eingereichte, im Sinne der LokalAdolf Eraft Theater. Die am Ostersonntag vor aus- organisation gehaltene Resolution abgelehnt worden war, fand etwas interessant au erscheinen und die Bourgeois verkauften Hause als Novität aufgeführte Gesangspoffe, Gold- folgende Resolution, sowie der nachstehende Antrag mit allen gesellschaft zu figeln. Für einen Himmelsstürmer auf lotte" weicht wenig von der auf dieser Bühne gebräuchlichen gegen 7 Stimmen Annahme: Dem Barnaß ist dieser Versuch zwar sehr schwach aus Schablone ab, trotzdem fie der Bettel was im Adolf Ernstgefallen; er hat nach dem alten Rozebue 3ffland'schen Theater Originalität des Inhalts vermuthen läßt nach einem liche Produktionsweise und das gefchloffene Borgehen der Arbeit In Erwägung, daß durch die heutige planlofe wirthschaftflochtopf gegriffen und ihm einige moderne Ingredienzien zuge vorhandenen Stoffe bearbeitet" nennt. Der fluge Direttor fennt geber die Löhne und die Arbeitsverhältniffe der Maurer immer fügt. Das ist alles! nur zu gut fein in manchen Dingen fabelhaft bescheidenes gedrückter werden, erkennt die heutige Konferenz der Maurer der Die Aufführung des Stückes selbst verdient alle Anerkennung. Publikum, dem jede andere Originalität, als bie in Provinz Brandenburg als wirksamftes Gegenmittel nur eine ftarte, Fräulein Neisenhofer in der Zitelrolle, Herr Molenar als den hübschen Kostümen der Künstlerinnen liegende, ein geschlossene Organisation. Dr. König und Herr Sauer als Thieme hauchten ihren Rollen Greuel ist, und dem vollauf Genüge geschehen, wenn über In fernerer Erwägung, daß nur die zentralistische Organis wirkliches Leben ein, und der Beifall, den die Première erzielte, den Mangel an Handlung mit einigen zfindenden Kouplets und fation im Stande ist, die Löhne und Arbeitsverhältnisse der ist wohl hauptsächlich das Verdienst der vorzüglichen Darsteller. den ortsüblichen Kalauern hinweggeholfen wird. Und so müßte Maurer in den Provinzen Deutschlands zu regeln, erklärt sich die S. K- y. denn auch der Theater- Schriftsteller schon ein schier unglaublicher heutige Konferenz mit dem Referenten einverstanden, und ver Efel sein, der es nicht fertig brächte, bei dem ausgezeichneten pflichten sich die anwesenden Delegirten, an allen Orten für den Jm Wallner Theater that Frau Hedwig Niemann Enſemble des Adolf Ernst- Theaters sein Bublifum für einige Bentralverband der Maurer Deutschlands zu wirken. den ersten Schritt in das ältere Rollenfach und zwar in herzlich die Balme unftreitig Herrn Guido Zielscher, der in feinem wählt die Ronferenz eine Agitationstommiffion. Dieselbe ist dem Stunden zu amüsiren. Von den Künstlern des Abends gebührt Um die Agitation in Zukunft wirksam betreiben zu können, unbedeutenden Stücken, in dem Monsieur Alphonse" von Dumas Sohn und einem Girakter„ Er experimentirt." Intereffe erregte nur aftronomisirenden Munimelgreis ein wahres Kabinetsstück schau: Generalbevollmächtigten der Maurer Deutschlands in Hamburg Sohn und einem Gioafter Er experimentirt." Interesse erregte nur fpielerischen Rönnens zu wege brachte. Adolf Ernst hatte sich aus unterstellt und verpflichtet sich, auf Anregung des Bevoll im ersten Stücke die Gastin selbst. Ihre Madame Guichard, eine gewesene Köchin, die Wittwe eines Gaftwirths, der ihr ein feinem von der Wilden Wladonna" ber bekannten in zweiter Ehe mächtigten auch außer der Proving Brandenburg zu agitiren, großes Vermögen hinterlassen, wurde von ihr mit so über- perheiratheten Buchbindermeister in einen zum zweiten mal verA. Dähne. J. Dietrich. A. Dammann. wältigender Komik und Lebenswahrheit dargestellt, daß selbst heiratheten Schneidermeister verwandeln laffen und war selbst- Antrag. Das zu wählende Agitationsfomitee besteht aus einzelne Uebertreibungen nichts schadeten. Neben Frau Niemann verständlich ebenfalls des Erfolges sicher. Auch die übrigen drei Personen, und zwar aus den beiden auf dem Boden der verdient& manuel Reicher, der den gewiffenlofen nichts Künstler und Künstlerinnen, aus welchen noch die prächtige Bentralisation stehenden Vertrauensmännern der Maurer und nutzigen Lebemann gab, welcher nach der reichen, Mitgift der Soubrette Fräulein Birag mit ihrer glockenhellen Stimme Buzer Berlins und einem anf der Konferenz zu wählenden Guichard angelt, hervorgehoben zu werden. hervorgehoben fei, boten in ihren altgewohnten Rollen, in denen Kollegen. fie sich nur auf ihre umgetauften Namen zu befinnen hatten, das Beste, was sie überhaupt unter dem Regime ihres Direttors bieten fonnten. Nach allem dürfte zu hoffen fein, daß immerhin einige Zeit vergehe, bevor an Herrn Adolf Ernst wieder die Schwierigkeit herantritt, für sich und sein tüchtiges Personal ein neues" Stück schreiben zu lassen. " selbstverständlich Im Thomas- Theater wurde am Sonnabend ein älterer Schwant Wenn man im Dunkeln füßt", aufgeführt, deffen hausbadene, auf die zur Zeit unserer Väter beliebt gewefenen Ver: wechslungen begründete Handlung dem Publikum auch bei Joh. Staningt.. Dammann. Ja das Agitationstomitee wird Silberschmidt als Dritter hineingewählt. Nach diesen Beschlüssen erklärt Blaurod feine Miffion für er ledigt und verläßt mit den Gleichgesinnten den Berhandlungs. raum. Die Konferenz wird hierauf, da au Verschiedenem niemand ftraße 48, bei Siegeler. Soffnung 1, Friedrichsberg, Friebrich Stothe Melle, Echöneberg, Gow Gesangverein der Kupferschmiede, Wein Bergismein nich, Schulstraße 29, Concordia", Dieffenbachstraße 53 im bsi Schneider. Gefangverein Sotosblume, Alte Scifobftr. 96-97, bet tal tomsty. Gefangverein Freiheitstränge, Site Jafobstraße sa Männer- Gefangverein Sibertee 1, Guvryst caße 24, bet Ttelsch, Gesangverein Stebestuft in Fürstenwalde Fretheits Grub, Schönhauser Gesang Bereinitenta, Cuvrystraße 48 bet Gefangverein Gangesblüthen Blumenftr. 38 bet Bente. Arbeitergefangperein von Bris in Bris, Nofense eterraffe. MännerGefang das Wort nahm, mit einem Hoch auf die Zentralisation ge-| Raffel feine Verhandlungen. Den Borsitz führten RIoß- 1 Röpniderftr. 191, teftaurant. chlossen. Stuttgart und Pfannkuch Hamburg. Nach Begrüßung der Startstraße 34, bei Schulze. Der Verein der Lithographen, Steindender und Be. Delegirten und Erledigung der Geschäftsformalitäten gab der traße 11' bet Feinb. rufsgenoffen Deutschlands hielt in der Zeit vom 1. bis Borfißende Kloß Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes und Webbing Rafino. Sols.„ Deutscher Männerfang", Belfitterstraße Str. 15, bet 3. April in Berlin feine erste Generalversammlung ab. Die Entwickelung des Verbandes. Gigungen fanden in dem mit passenden Emblemen reich ge von 15 856 im Jahre 1891 auf 18 092 im Jahre 1892 gestiegen Aus dem Bericht ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl fchmückten Saale ber Arminhallen statt. Die Generalversammist. Die Zahlstellen haben sich um 44 vermehrt. Auf die finans Drantenstraße 190 bet atfch. Unverzagt Langeftr. 65 bet Tempel. Besangben ein Borbeertrana 3. Jung war von 31 Delegirten befchickt. Derselben wohnten ferner Neigbert vom Ausschusse, sowie Milling Zeplis als siellen Verhältnisse des Verbandes hat der dauernb schlechte bet Haupt, Müncheberger Chauffee. Gängermor der water, StallDelegirter Desterreichs bei. Das Fachorgan war durch dessen Geschäftsgang während des ganzen Jahres 1892 sehr ungünstig schreiberstraße 29 zum eichenen Stab. Gefangverein offnung 3, Brandenburg a.. Redakteur vertreten. Auch Kassirer Mesha- Berlin war zur erforderte. Im Jahre 1891 haben 2891, im Jahre 1892 Seidler. gewirkt, indem die Reise- Unterstützung sehr bedeutende Summen ee 46 bei Buffe. bet Wetoner. Stelle. Gingelaufen sind zahlreiche Begrüßungstelegramme. Der erste Verhandlungstag wurde durch geschäft: 3740 Reisende die Unterstüßung in Anspruch genommen. Eine Gefangverein Moabit, Bilhelmshavenerstr. 23 bet Kuba. Gesangvere in liche Angelegenheiten, fowie durch den Rechenschaftsbericht des regfame Agitation wurde in den verschiedenen Theilen Deutsch Gefangverein Siebertus, Fichtefir. 29 bei. Krehe. Gleichheit" Pappel tee S- 4 bet M. Meinhardt. Gefangverein Vorstandes, den Bericht des Ausschusses und die sich hieran an- lands mit Erfolg entfaltet. Die Belästigungen seitens der Be- Bora 3, Brib, Bergstr. 65 in Nigborf. Gefangverein Fetheitstlänge 2 fchließenden Debatten vollständig ausgefüllt. Vorstand und Ausschuß hörden haben nachgelassen, nachdem gerichtlich entschieden, daß Eberswalderstraße 6. Seeger'icher Gefangverein, skrautjir, 6 bet Rudolf. wurden einstimmig entlastet. Der Verein bat. 3. 78 Babl der Verband den Charakter einer Versicherungsgesellschaft nicht verein Gängerfreibett, Naunynfit. 43 bet gris Fröhlich.- einig ftellen und zählte am 31. Dezember v. J. 8919 Mitglieder. Die befize. Nach Entgegennahme des Kassenberichts durch den fett 3, Groß- Lichterfelbe, bel Bries. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins nmgegend.( 84 Gesammteinnahmen beliefen sich auf 88 758,85., die Gesammt Saupttafsirer des Verbandes, Herrn Bohn, und dem Bericht des Ausgaben auf 24 404,50 M.; der Bestand betrug Ultimo De Ausschusses durch Martienssen Hamburg erörterten die Dele- riften sind au richten an. Sentel, Bergmann fraße 21, of 3£ r.) ittwoch: Rauchtlub Frisch auf Fürstenwalderfib: 12 bet Schulz. in den Berichten enthaltene zember v. J. 9348,85 M. Ueber die Firma Hyll u. Klein in Nachdem dem Vorstand Decharge ertheilt war, trat Schluß des Theaterverein Broletariat, Maungnir. 3 bei in. Puntte. Pollack Klub Bustige Brüder, Manteuffelfte. 46 bet Stewald. Barmen wurde die Sperre verhängt. Abends fand zu Ehren der Geselliger Brivat- Theater- Verein, Berein Fridolin, Brunnenstr. 35 bei Wolff. Delegirten ein Kommers statt. 1. Versammlungstages der Generalversammlung ein. Durch Nacht zum 2icht, Dresdenerstr. 116 bet Gisinbel. TouristenDie Verhandlungen des zweiten Berhandlungsflub Nachtfalter, Frankfurter Allee 56 bei Burmann. Zambourverein Bum Schneiderstreit. Gine gutbesuchte Bersammlung für Borwärts( Mirborf), Hermann- und Wanglichstraßens de bei stober. tages wurden eingeleitet durch ein Referat bes Zentral- den Beffen, Schöneberg und Charlottenburg tagte am Dienstag Bauchflub& iferne vleife, Triftir. 1 bet Soffmann. Sumoristischer vorjizenden Sillier Berlin über das Thema: Bedeutung und im Königshof. Pfeiffer legte in Kürze die Nothwendigkeit auchftub, Börftgerftr. 12 het Bicht. Gefelliger Berein 13rüberlich feit Ausbau unserer Organisation mit bezug auf die Barmener Reso- und Berechtigung der erhobenen Forderung dar und bekräftigte Intion." Der Referent präzisirte den Standpunkt des Borstandes und das Gefagte durch Vorführung einer Reihe von Thatsachen. Innospe, bends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Bele- Allianceftraße. Ausschusses dahin, daß diese beiden Körperschaften in bezug auf die der Diskussion, die mancherlei Mißstände zu Tage förderte, ufitverein Borwärts Abends 8 bis 10% Uhr, Langeftraße 108 Frage der Arbeitslosen- Unterstützung den mehr prinzipiellen Charakter wurde u. a. als Kuriosum erwähnt, daß ein Schneidermeister", Restaurant Kayfer, Stallgerstr. 22. bet Rebeltn. Männer: Gefangverein Waldrapelle 2, Abends s uhr, Der Organisation in den Vordergrund stellten. Es empfehle fich eine der fein Gewerbe im Zuchthause erlernt hat, jezt von gelernten Abends 8-11 Uhr Uebungsstunde in Geister's Restaurant, Jenn- und Regelung der Reifeunterstützung; gegenüber dem phischen Kartell hielten Vorstand und Ausschuß den seitens der Begeisterung wurde die Mittheilung aufgenommen, daß innerhalb gra: Schneidern den Befähigungsnachweis verlangt. Mit allgemeiner Tegelerstraßen- Ece. Barmener Kollegen gewünschten Industrieverband für zwed 11 Tagen 124 Geschäfte bewilligt haben. mäßig. Das Resultat der Verhandlungen war, daß gegen eine Stimme eine Resolution angenommen wurde, in welcher die Generalversammlung sich im Prinzip für die Errichtung von Arbeiter oder Industrieverbänden erklärt. Da jedoch, so lautet die Resolution weiter, in unserem Berufe Indifferentismus und Mangel an Solidaritätsgefühl in großem Maße vorhanden ist, soll es vorerst das größte Bestreben des Vereins sein, diese Kol legen aus ihrer Lethargie zu wecken und fie für Erfüllung unserer Gefelliger Bergnügungsverein Regia, bends ar, im Restaurant Commer, Grünftraße 21. Aufgaben durch hineinziehen in unfere Organisation heranzubilden. Rreuaftbet, bet Sumlich, ReichenbergerFerner tagte im Südosten eine öffentliche Schneider- ftraße 149. Fidele Brüber, bei S. Mrofe, Sachmannstr. 5. TouristenAus diesen Gründen erachtet die Generalversammlung die Gr richtung von Arbeiter- oder Industrieverbänden für verfrüht und versammlung. Nach dem von Timm gehaltenen Referat wurden verein" Fret Beg", Abend 9 Uhr bei Siedlutad, Manteuffelstr. 85. hält es vielmehr für erforderlich, in erster Linie für Berwirk- andern tamen die Arbeitsverhältnisse der Werkstatt von Deppe, die Mißstände in verschiedenen Werkstätten fritisirt. Unter Bergnügungsverein Bußig- Froh, Mittwoch 9 Uhr, Märttscher Hof, lichung des graphischen Kartells einzutreten. Die Frage der Seydelfiraße, zur Sprache. Auch wurde gegeißelt, daß haupt- Rauchttub af falle, Abends, bet Lock, Friedridsbergerir. 11. Arbeitslofenunterstützung fand eine lange und eingehende ErFolgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die öffentliche Versammlung für den Westen, Schöneberg, Charlottenburg und Umgegend erklärt den ausgebrochenen Streit für gerechtfertigt und hält ein geschlossenes Busammenhalten aller Kollegen im Westen für geboten, um auch hier bessere, menschen würdigere Bustände im Schneidergewerbe zu erringen. Sie hält auch hier an den gestellten Forderungen fest und erklärt, Alle für Ginen und Einer für Alle zu kämpfen." Georgenfirchstr. 65 bet Müller. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mitt sth. Gefangverein Muft- Dilettanten derein rectofa, teuffelstr. 9. Seraftturnverein Jugendfraft, jeben ittwoch und SonnTurnverein Hoffnung, bends o Uhr, in Neftausant Schröder, Manabenb 9-11 1hr Abends bet Labe, Benghofftr. 3. Zurtverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von X- 10% Uhr Abends in der Zurnhalle, Fretenwalderstraße 39.- Straftturne cein Berolina, abends 9 Uhr Uebungshunde bet Fauftmann, Netchentiergerstraße 73a. athletenverein Atlas, Abends uhr, tebungspunde, Univerfum, Brunnenstr. 110 Reed, Lothringerstr. 94. Theaterverein Buifania, Abends 9% Uhr, Theater und Bergnügungs- Verein Sumanttas abends sy Uhr bet Bergstr. 12, Restaurant Reblis. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerfir. 101. Admiralstr. 18c. Sigung. Rauchflub No o chloch, bends 9 Uhr, bet ierstein. Admiralftr. 33. Rauchflub 22.- Humoristischer Rauch= Rauch flub Sans: fouci, Boedhstraße 51. Bauchflub Dhte 3wang, Abends 9 Uhr bei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Buttan, Abends 9 Uhr bei örterung. Mit vereinzelten Ausnahmen sprachen sich die Dele- fachlich im Osten vermittelst des verwerflichen Zwischenmeister- lub, Abenos o uhr, bet at. Ntemann, Gortigerit. 12. systems produzirt wird. Alle Redner betonten, daß an den einma glestellten Forderungen auf jeden Fall festgehalten werden müsse. Ge fand denn auch eine Resolution Annahme, in welcher die Bersammlung erklärte, so lange den Streit aufrecht zu erhalten, bis die Forderungen in allen Geschäften bewilligt find. Alle arbeitenden Kollegen wurden verpflichtet, mindestens 1 M. Streitunterstüßung zu zahlen. girten gegen die Einführung einer zentralisirten Arbeitslosen unterstützung aus, da dieselbe auf einem Beitrage von 45 Pf. pro Woche beruhen müßte; eine derartige Erhöhung der Bei träge sei aber ohne Schädigung der Organisation nicht durchführ bar. Fünf Delegirte hingegen Sprachen fich für bie Möglichkeit einer berartigen Erhöhung ber Beiträge ans. Gegen sechs Stimmen fand eine Resolution An Der Allgemeine Unterstützungsverein der Töpfer, nahme, dahingehend, daß die Versammlung zwar im Filiale Berlin, batte am 19. März eine Versammlung, in welcher Prinzipe für Arbeitslosenunterstützung ist, aus taftifchen die Bustände im Töpfergewerbe besprochen wurden. Von mehreren und anderen Gründen diefelbe aber vorläufig ablehnt und die Kollegen wurde über Bohnreduktionen und sonstige Uebergriffe Hauptaufgabe der Organisation in ihrer Eigenschaft als des Unternehmerthums berichtet, sodaß beschlossen wurde, in einer Stampfesorganisation erblickt. Eine ebenso eingehende Berathung nächsten Versammlung energisch Stellung zu diesen Maßregeln erforderte die Frage der Zentralifirung des Reise- Unterstützungs- zu nehmen. Ferner fand ein Antrag Annahme, nach welchem wefens. Nach Wahl einer Kommission zur Ausarbeitung eines bis Ende Juni vier freiwillige Vereinsbeisteuer- Marten à 25 Pf. entsprechenden Statuts wurde dieser Gegenstand bis zum britten von jedem Mitgliede entnommen werden sollen. Verhandlungstage vertagt. Den Bericht der Vertrauenslente für 1891-1892 erstattete Müller Hamburg. Der Agitationsfonds # " Späth, Weinfir. 28.- Rauchflub Grüne Quafte, 20bends 9 Uhr, bei Bittler, Mariannenstr. 48. Stauchtlub Golbene na ste", Abends 9 Uhr bet Muß, Softyftr. 8.- Rauchflub gutgefinnter Freunde, Abends Uhr, bet Neumann, Höchstestr. 28. Waldemarstraße 74 bei George. 8 " Bauchflub ch motes- erte, Rauchflub Köpenickerft.aße 121a bet Schöbel. Torwarts GO." Sumoristische Pfeifen brüber Abends 9 Uhr, lofterstraße 83, belm Genoffen 20. Salzwel. Rauchflub Rauchflub Deutfche Giche, Abends 9 ühr bet John, Waldemarstr: 62. Lustige Brüder jeden Mittwoch Abend 8% Uhr Manteuffelstr. 65 bei Möbius. Stattlub Steff, abends sz Uhr, bet Dito Babet, Fraitfurter lee 90, Dermischtes. Der Fideikommißbesiger Graf von Rödern zu Noftersdorf im Kreife Steinau in Schlesien ist vom Amtsgericht zu Steinau für einen Verschwender erklärt und unter Bormundschaft gestellt worden. Die Güter des verstorbenen Feldmarschalls Fehen. v. Mauteuffel, Topper I und II, die aus der ihm gewährten In einer gntbesuchten Bezirksversammlung für den Dotation nach dem Kriege 1870/71 angetauft waren und nach wies einen Bestand von 782,89 M. auf. Auf Antrag der Re- Norden, welche der Verband aller in der Metallindustrie be feinem Tode an seine Tochter, Freiin Isabella v. Mane teuffel gefallen visoren wurde dem Bertrauensmanne Müller Decharge er- fchäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend am 27. März abhielt, waren, find, wie die Franff. 3tg." mittheilt, am 24. b. beim Amtstheilt. Das Institut der Vertrauensleute wurde für die Bus referirte Dr. Bütgenau über die Frage: Warum organisiren gericht Schwiebus zur 8 wangsversteigerung gefommen. Tunft abgeschafft( mit Ausnahme Sachsens) und beschlossen, das sich die Arbeiter und welche Bedeutung haben die Gewerkschafts- Das Weisigebot, das ein Herr aus Potsdam abgab, belief sich vorhandene Geld in einen Garantiefonds für unvorhergesehene Organisationen?" Dem beifällig aufgenommenen Vortrag folgte auf 441 000 m., während Manteuffel allein bas Gut Fälle anzulegen. Hierauf wurden Schöpfe und Stemer zur eine lebhafte Diskussion, in welcher sich u. a. bie Kollegen Zopper I für 448 000. erworben hatte. Ein Schluß Unterhaltung internationaler Beziehungen gewählt. Nachdem noch ta ether, Hansen und Ludwig im Sinne des Referenten auf die Mothlage der Landwirthschaft ist daraus natürlich nicht in a. bie Ahlers, Mullinghaus und Schmertusch zu Revisoren aussprachen und einige anarchistische Phrasen widerlegten. Es zu ziehen; die Güter, die schon von Manteuffel viel zu hoch gewählt worden waren, nahm die Generalversammlung Stellung fand folgende Resolution Annahme: Die Versammlung erklärt bezahlt waren, sind durch schlechte Bewirthschaftung noch zum graphischen Kartell. Bu biefem Punkte hatten sich Gifler sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz ein- heruntergebracht worden. Gin brittes Gut, das ein Sohn des als Vertreter der Buchdrucker, Mehrmann für die Buchbinder verstanden, und verpflichtet sich, in diesem Sinne zu wirken." Feldmarschalls geerbt hatte, gleichfalls in Zopper gelegen, wurde und Gödicke für die Tapetendrucker eingefunden. Nach einem Es wurde den Kollegen dringend empfohlen, so weit noch schon vor mehr als Jahresfrist subhaftirt, es befand sich in ganz Referate Pintau's und einer sehr eingehenden Distuffion ge- feine Werkstatt- Vertrauensleute vorhanden, solche zu wählen verwahrlostem Zustande. Die jetzt versteigerten Güter waren langte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: und zu den Konferenzen zu entfenden. Weiter wurde der schon zweimal zur Subhastation gestellt, der Antrag wurde aber Die heutige Generalversammlung erklärt die Anbahnung Fall des Bahlstellen- Inhabers Jungnick dem Vorstande beide Male wieder zurückgezogen. Sie find 215 Heftare groß eines Kartells für unbedingt nothwendig und beauftragt zur Untersuchung überwiesen. Nachdem noch den Kollegen und sind zu einem Grundsteuer- Reinertrag von 15 352 M. ver den Borstand, durch Gedankenaustausch mit den anderen empfohlen war, das Restaurant Schauthin, Pantstraße 21, zu anlagt. Der Bufchlag ist noch nicht ertheilt. in Betracht kommenden graphischen Gewerben sich über meiden, wurde die Versammlung geschlossen. die Grundzüge eines gemeinschaftlichen Organs zu verständigen. Grundlage des Kartells ist zunächst die Uebung der Solidarität Die Bauarbeiter von Friedrichsberg, Nummelsburg bei allen Lohn- oder Streitbewegungen, feien es Abwehr oder und Umgegend hatten am 26. März eine öffentliche Versammlung, Angriffsstreits. Ferner ist dafür zu agitiren, daß die noch fern- in welcher Millarg einen überzeugenden Vortrag über den Werth In Barmen erfchlugen sechs halbwüchige Burschen den flehenden Berufsgenossen sich der organisirten Gewerkschaft an- der Organisation hielt. In der Diskussion wurden von Valentin, Bleichereibefizer Muller mit einem Säbel und verlegten deffen schließen. Wo dies angängig, ist gemeinschaftlich die Agitation, Gaßmann und Krüger, fowie von Gadegast die Dar- Schwager, den beurlaubten Infanteristen Befper aus Wesel wie auch das Herbergs- und Arbeitsnachweiswefen zu pflegen." legungen des Referenten weiter ausgeführt. In einer einstimmig lebensgefährlich. Die beantragte Wahl einer Preßtommission für das Fach- angenommenen Besolution bekundete die Versammlung ihren Millen, Explosion. In einer Fahrrad- Wertstätte au Düren explofür die Bauarbeiter von Friedrichsberg und Rummelsburg eine dirte ein a sofen. Der Eigenthümer und vier Arbeiter erorgan wurde vollzogen. Der Sig derfelben ist in Leipzig. Am dritten Berhandlungstage wurden zunächst fräftige Organisation ins Leben gu rufen. Im weiteren Berlauf litten schwere Brandwinden. die Kollegen Müller, Ahlers und Scholz( Hamburg. der Versammlung sprach der Referent noch über die verderbliche ( Wandsbeck) zu Verwaltern des früheren Agitationsfonds gewählt. Wirkung der Attordarbeit, sowie über das Submissionsunwesen. Die am Tage zuvor gewählte Kommiffion legte fodann einen Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde sodann Entwurf zur Regelung der Reife- Unterstützung vor. Nach kurzer die Versammlung gefchloffen. Berathung wurde der Entwurf angenommen. Mit dem Redakteur Ju Barby wurde am 26. März eine Bolksversammlung des Fachorgans, Müller, sind Vereinbarungen getroffen worden, welche die„ Graphische Presse" indirekt zum Vereins- abgehalten, in welcher Dr. Binn aus Berlin unter großem eigenthum machen. Das Fachorgan wird fortab wöchentlich Beifall über die Pariser Kommune von 1871 sprach. Trotz der erscheinen. Zum Punkte Statutenänderung waren von den nach Beendigung des Vortrages an die anwesenden Gegner ge cingelnen Bahlstellen dieser Punkt eine langwierige Berathung erforderte. Aus den legen, meldete fich niemand zum Wort. Am Schluß fand eine ingeborene find ums Leben gekommen und 28 schwer verlegt beantragte Bulaffung Don Arbeiterinnen Jur Mitglied- mit dem Gehörten ausdrückte, einstimmige Annahme. Ergebnissen derselben ist folgendes hervorzuheben: Uhr, oftiaftr. 27, bei. Mundt Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner u Berlin. Mittwoch, ben 6. April, Abends 8% Uhr, Bersammlung mit Damen in ben Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. Freis Vereinigung ber gurenn- Angestellten gevline and mgegend. Wittwoch, den 5. März, Abends 8 Uhr, bet Stein, Rofenthaler fraße 38: Monatsversammlung. Gäste willkommen. Die tugendhafte" fabella. Unsere neuliche Vermuthung ist bestätigt worden. Wie die National- Beitung" erfährt, ist die Balastrevolution des Hofstaates der Königin fabella, die Demiffion des Ober- Hofmarschalls und der Ober- Hofmeisterin und dadurch hervorgerufen, daß die 68 jährige Königin einen 32 Jahre die plöhliche Abreise der Infantin Eulalia mit ihren Kindern alten ehemaligen österreichischen Offizier zu ihrem Privatsetretär ernannt bat. Im Weichbild von Manilla auf Cuba wurden 4000 worden. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Hamburg, 4. April. Ein Boot mit 11 Infaffen schlug heute auf der Elbe bei der Beddel um; 5 Mann ertranten, die übrigen wurden gerettet. fchaft des Vereins wurde mit großer Majorität ab: Orchesterverein„ Muskfreunde". Mittwoch, den 5. April, abends gelehnt. Das Wort„ Hilfsarbeiter" wurde aus den Statuten getrichen und nur Beruisgenoffen" belassen. Lehrlinge, welche 4 Wochen nach beendigter Lehrzeit sich zum Eintritt in den Verein melden, haben fein Eintrittsgeld zu bezahlen. Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 15 Pf. auf 20 Pi. pro Woche wurde gegen 9 Stimmen abgelehnt. Die Einführung von Arbeiter- Bildung fchuis. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Gad Quittungsbüchern mit anhängendem Statut wurde befchloffen. shule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Geschichte( alte); Süd- Ost, Die Generalversammlung findet mindestens alle drei Jahre statt. Ichule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( oberes, Logit), Rechnen ( unteres). Nord- Schule, Müllerstr. 179 a: Unterricht in Deutsch( mittt. Paris, 4. April. Die Deputirtentammer hat sich nach einer Es sind zu wählen auf 150 Mitglieder 1, bis 300 Mitglieder 2. und unt.), Mathematit und mathematische Geographie. In allen unter nur wenige Minuten währenden Sigung auf Donnerstag vertagt. bis 500 Mitglieder 8, bis 1000 Mitglieder und darüber 4 Abrichtsfächern, mit Ausnahme Mathematik und Buchführung, tönnen noch Paris, 4. April. Das neue Kabinet hat sich nunmehr geordnete. Als Siz des Hauptvorstandes wurde Berlin bei Schüler und Schülerinnen, auch jest tm Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwody. Bereinte kraft, bend tonstituirt und ist folgermaßen zusammengefest: Präsidium und behalten. Die Besoldung des Vorsitzenden mit jährlich 1800. s uhr, bet klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet gris Inneres Dupuy, Aeußeres Develle, Finanzen Peytral, Justiz wurde beschlossen. Derselbe hat die Agitation und alle Vereins- slegte, Schwebterftr. 33. Seine, jeben Mittwoch vor dem 1. und 15 Guérin, Unterricht Poincaré, Handel Terrier, Krieg Lotzillon, geschäfte mit Ausnahme der Kaffengeschäfte zu besorgen. Der Bor- led. Monats, Ab. 8 Uhr, im Reftaur. Grube, Mariendorferstr. 10. brunnen, abends 8 Uhr, bei Haferland, Bellermannstr. 87.tetch Marine Rieunier, Arbeiten Viette und Ackerbau Viger. figende darf demzufolge eine Nebenbeschäftigung nicht betreiben. Zum geit, abends 8% Ubr bet stramm, Ritterftraße 123. Seine, Rigdorf Belgrad, 4. April. In Kreifen, welche der Regierung nabe Haupt- Borsitzenden wurde Sillier Berlin einstimmig gewählt. bends 8% Uhr, bei Schmidt, früher Albrecht, Knesebecftr. 82. Otto stehen, wird auf grund der letzten Wahlergebnisse erwartet, daß Reimer jeden Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavnerstraße 23. Lefe Derselbe gab die Erklärung ab, aus seinem Geschäfte austreten zu und Distutettub Sentrum, abends uge, bet Sommer, Grünftr. 21, bei der ersten Stupfchtinafigung die Regierung eine Majorität wollen. Zum Siz des Ausschusses wurde Nürnberg event. Bortrag und Distaffion. von 9 Stimmen haben würde. München bestimmt. Für den Kassirer wurden 20 Mart monatlich ausgeworfen. Das umgeänderte Statut und die befchloffene Reise- Unterstüßung treten mit dem 1. Oktober d. I. in Kraft Die Besoldung des Borsigenden beginnt mit dem 1. April d. J. Die redaktionelle Abfassung des Statuts wurde dem Vorftande und dem Ausschusse übertragen. Nachdem die Verhandlungen ihr Ende erreicht hatten, ging die Generalversammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands auseinander. Gefund STOP Arbeiter- Sängerbund Berlins und mggegend. Alle Menderungen im Bereinstalender find zu richten an Friedrich Fortum, Manteuffelstr. 70. unde abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sänger- Sund Berlins und Umgegend. Mittwvody, NebungsStebesfreiheit 1, Andreasstr. 26, bei Schiamacher. Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser Silaritas, Hochitraße 32 a, bet traße 22-23, Bözom's Braueret. Wilte.- Deutsche Eiche, Blumenfir. 46, bet Went. Echo 1 Panton, Schulzeftr. 27.- Gefan go. ber Steinmegen, Johanntsfir. 30, bet Wüller. 2yra 1, Raupachftr. 6, bei Stachel. Euphonia, bei Elhaus, BrückenSand in Sand 1, Retchenbergerstraße 16 bet Päpoldt. traße 2. Schneeglödchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, bei Glafer. underbroffen, abends 8 Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. -löter'scher Gefanguerein, Roppenfiraße 43c, bet Lorenz. Bütt, www Der Verbandstag des Deutschen Tischlerverbandes Friebenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friedrichshagen, stundtheil, bei begann am 3. Avril. Vormittags 11 Uhr, im Bunten Bock su ere, sorbeertrand, Sichtenberger. 21 del Gelse.- Südos, 1. Der ferbische Gesandte in Paris, Georgjevitfch, erhielt einen längeren Urlaub.( Es handelt sich offenbar um bie Diebstahlsgeschichte in der Pariser Gesandtschaft. Red. d. V.“) Briefkaffen der Redaktion. Für die streifenden Schneider sandte der Gefanguerein Freie Liedertafel" 5,55 M. an die Redaktion ein. Dieser Betrag ist der Agitationskommission überwiefen worden Die Muslaffungen der Rölnischen Boltszeitung" gaben wir ohne Kommentar wieder, weil wir einen solchen nicht für nöthig hielten, da wir wissen, daß jeder Leser selbst seine Glossen über dieselben machen wird. M. T. Wer aus Berlin ausgehoben wird, steht so wie so im Geruche der Sozialdemokratie. Sie brauchen übrigens Ihre Vereinsangehörigkeit nicht zu verlautbaren. E. A., Riftrin. Singer felt dem 1. Januar 1884| Schuld feitens des Landratsamts verzögert, so baftet ber Sand-| Begen der Entschädigung tann sich die Diensthereaft an den Stadtverordneter; in demselben Jahre wurde er zum ersten Mal rath in vollem Maße für den dadurch herbeigeführten Schaben. Lohn des Gefindes halten. in den Reichstag gewählt. Die Klage ist bei den ordentlichen Gerichten anzuftrengen. Inner- Wilhelm Sch. Die Mage wird nicht von Amtswegen eins H. G. halb welcher Zeit vom Tage des Gesuchs ab der Wander geleitet; vielleicht sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. Gewerbeschein ertheilt sein muß, fagt das Gefeß nicht. 2. Der E. P. 35. 1. Bur Theilnahme an den GewerbegerichtsAmtsvorsteher hat selbstverständlich kein Recht, den Verein auf- Wahlen ist nach§ 13 des Gewerbegerichts- Gesetzes nur berechtigt, zufordern, Sie aus dem Verein zu streichen. Der Arbeiterverein wer das 25. Lebensjahr vollendet und seit mindestens einem wird wohl solch Anfinnen auch zurückgewiesen haben. Jahre in dem Gewerbegerichts- Bezirk Wohnung oder Beschäftigung m. S. 3000. Die Verlagsbuchhandlung von S. Fischer hat. Die verschiedenen Ortsstatuten enthalten weitere Bebefindet sich Berlin W. 9, Köthenerftr. 44, 1. Sie tönnen auch ftimmungen auch über die Dauer der Wahlzeit, die zwischen ein A. K. Sezea Sie sich mit Dr. 2. felber auseinander. sämmtliche Artikel dieses Verlages durch den Verlag des Vor- und sechs Jahr normirt werden darf. 2. Die Berechtigung zur Soviel wir wissen, sprach er an demselben Abend in einer andern wärts", Berlin SW. 19, Beuthstr. 2, beziehen. Reichstags- Wahl ist von Zahlung der Steuer nicht abhängig. Versammlung. Kalau N.-L. Ihre Anfrage ist nicht ganz far. Wie es 3. Ein Bruder haftet für die Schulden seines Bruders nicht. Invalidenrente. Zur Erlangung eines Anspruchs auf In- scheint, wollen Sie behaupten, dort habe ein Rommiffar"- Sch., Tegeler Chauffee. 1. Es erben die Wittwe validenrente oder Altersrente ist außer dem Nachweise der welcher? von wem ernannt? entschieden, die Arbeiter der und die Kinder. Die Kinder haben nicht zu bestimmen, ob Erwerbsunfähigkeit, beziehungsweise bei der Altersrente das Innungsmeister brauchten nicht zu fleben, wohl aber die die Wittwe sich wieder verheirathen darf. Will das die 70. Lebensalter erforderlich: die Zurücklegung der vor- anderen. Ein solcher Entscheid wäre mit dem Gesetz völlig un- Wittwe, so muß sie zuvor sich wegen des Erbtheils mit den geschriebenen Wartezeit( die bei der Invalidenrente 5, bei vereinbar. Nach der flaren Bestimmung der§§ 1 und 2 find Kindern auseinandersetzen. Da minderjährige Erben vorhanden, Der Altersrente 30 Beitragsjahre beträgt) und die Leistung versicherungspflichtig alle Personen, welche als Arbeiter, Ge- ist es gut, bei Gericht schon jetzt Erbregulirung zu beantragen. von Beiträgen. Bezüglich der Invalidenrente besteht bis hilfen, Gefellen, Lehrlinge oder Dienstboten gegen Lohn oder 2. Lieber zurückziehen: fein Mensch fann wissen, was ein Gen1895 die weitere Bestimmung, daß die Wartezett in folgen- Gehalt beschäftigt werden. Ferner fann der Bundesrath für darm glaubt gesehen zu haben. der Weise vertürzt ist: es muß der Empfangsberechtigte bestimmte Berufszweige bestimmen, daß sogenannte Hausgewerbe- Ilmenau. Die Erkenntnisse liegen uns nicht vor. Wenden während 47 Wochen Beiträge entrichtet haben; auf den Reft treibende der Versicherungspflicht unterliegen, nicht aber tann Sie ein, daß das Oberverwaltungsgericht im Jahre 1891 ent: der Wartezeit( 4 Beitragsjahre, d. i. 4 mal 47 Wochen) fann irgend wer mit rechtlicher Wirksamkeit bestimmen, daß Nicht- fchieden hat, daß die rothe Fahne entfaltet werden darf. Das eine vor dem 1. Januar 1891 ausgeübte thatsächliche Lohn- innungs Unternehmer fleben müssen, Innungsbrüder nicht. Attenrubrum lautet: Stüven wider Oberpräsidenten der Provinz arbeit angerechnet werden, soweit fie nicht länger als 5 Jahre, Rönnen Sie vielleicht den Entscheid des Kommiffars" genau, Schleswig- Holstein. Grober Unfug liegt nur vor, wenn das von dem Eintritt der Invalidität ab gerechnet, zurückliegt. Für wörtlich mittheilen und Ihre Anfrage deutlicher stellen? Publikum als solches belästigt wird. bie Altersrente wird bis zum Jahre 1911 bezüglich der W. Kr. in Schwedt. Es ist das lediglich eine Wartezeit zur beansprucht, daß für die dem 1. Januar 1891 unbekannte Sage. unmittelbar vorangehenden 3 Jahre mindestens für 141 Wochen eine derartige hätigkeit nachgewiesen wird. W. Kuhrider. 1. Wenn die Ertheilung des WanderGewerbescheins verzögert wird, so steht nur der Weg der Bes schwerde an die vorgesetzte Behörde offen. Ist die Ertheilung durch " Berschlagenes Geschirr. Das Gesinde hat den Schaden zu ersehen, den es vorfäßlich oder aus grobem oder müßigem Versehen der Herrschaft zugefügt hat. Liegt nur geringes Vers sehen vor, so ist der Dienstbote nur dann zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er wider den ausdrücklichen Befehl der Herrschaft gehandelt hat. Die Praxis nimmt leider in der Regel an, daß bei Berschlagen von Geschirr vertretbares Versehen vorliege. Vereinsbrauerei Rixdorf. Das Lagerbier der Vereinsbrauerei ist das malzreichste Berliner Lagerbier. 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